CELEX: 51990PC0570
Language: de
Date: 1991-01-23
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES UEBER EIN PROGRAMM ZUR SCHAFFUNG EINES MARKTES FUER INFORMATIONSDIENSTE

28. 2. 91                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          Nr. C 53/65
                    Vorschlag f ü r einen Beschluß des Rates über ein Programm z u r Schaffung eines M a r k t e s f ü r
                                                              Informationsdienste
                                                             KC>M(90) 570 endg.
                                              (Von der Kommission   vorgelegt am 28. Januar 1991)
                                                                 (91/C 53/07)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                  Der unterschiedliche Entwicklungsstand bei der Bereitstel­
                                                                            lung u n d N u t z u n g von Informationsdiensten in den Mitglied­
 gestützt auf d e n Vertrag zur G r ü n d u n g der Europäischen            staaten verdient im Hinblick auf den inneren Z u s a m m e n h a l t
 Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 2 3 5 ,                  der Gemeinschaft u n d d a s Funktionieren des Binnenmarktes
                                                                            besondere Beachtung.
 auf Vorschlag der Kommission,
                                                                            Der wachsenden Bedeutung der Information f ü r den Welt­
                                                                            handel u n d der mit den Diensten verbundenen Probleme wird
 nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
                                                                            in internationalen Gremien verstärkt Aufmerksamkeit
                                                                            gewidmet. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, d a ß die
 nach Stellungnahme des Wirtschafts- und                 Sozialaus­         Mitgliedstaaten in diesen Gremien gemeinsame Positionen
 schusses,                                                                  erarbeiten.
 in E r w ä g u n g nachstehender G r ü n d e :                             Die Mechanismen der Finanzierungsinstrumente auf Ge­
                                                                            meinschaftsebene k ö n n e n zur Verwirklichung des gegenwär­
Aufgrund d e r wirtschaftlichen Bedeutung der Information                   tigen Aktionsplans, insbesondere bei strategischen oder
 hängt die Schaffung eines gemeinsamen M a r k t e s f ü r Infor­           Pilot- u n d Demonstrationsprojekten, beitragen.
 mationsdienste u n t r e n n b a r mit der Stärkung des Binnen­
 marktes nach 1 9 9 2 zusammen.                                             D e r Teil der f ü r notwendig erachteten Mittel, der zur
                                                                            Finanzierung von Pilot- u n d Demonstrationsprojekten
Die ersten Ergebnisse des mit der Entscheidung 8 8 / 5 2 4 /                gedacht ist, k a n n insbesondere dazu verwendet werden,
E W G des Rates (*) gebilligten Aktionsplans zur Schaffung                  zusätzliche Finanzierungsquellen bei d e n Partnern zu mobi­
eines M a r k t e s f ü r Informationsdienste in E u r o p a haben          lisieren, u n d somit eine Multiplikatorwirkung auf die Ent­
gezeigt, d a ß ein wesentlich umfassenderes Programm erfor­                 wicklung des europäischen M a r k t e s f ü r Informationsdienste
derlich ist.                                                                ausüben.
                                                                            Jede Informationspolitik m u ß komplementär zu anderen,
E s gibt zahlreiche rechtliche, verwaltungstechnische, steuer­
                                                                            gegenwärtig insbesondere im Telekommunikationsbereich
liche u n d technische Hemmnisse f ü r die Schaffung eines
                                                                            durchgeführten Gemeinschaftsinitiativen sein.
Binnenmarktes f ü r Informationsdienste, die die Entwicklung
neuer Dienste behindern u n d bisweilen Wettbewerbsverzer-
                                                                            I m Vertrag sind die in diesem Z u s a m m e n h a n g erforderlichen
rungen verursachen.
                                                                            Befugnisse n u r in Artikel 2 3 5 vorgesehen —
Die Weiterentwicklung des Informationspotentials u n d der
auf Information beruhenden Dienste erfordert d e n Einsatz
neuer Technologien u n d die Erzielung von Einsparungen                     BESCHLIESST:
durch Kapazitätserweiterungen.
Die Wettbewerbsposition der Gemeinschaft ist in einigen                                                     Artikel 1
Bereichen des Informationsmarktes durchaus stark, m u ß -
jedoch in anderen Bereichen gestärkt werden.                                Ein P rogramm mit folgenden Zielen w i r d angenommen:
Die Notwendigkeit einer Vereinfachung der Verfahren sowie                   1. Schaffung eines Binnenmarktes f ü r Informationsdien­
einer Harmonisierung i m Bereich des Zugangs zu den                              ste;
Datenbasen sollte vorrangig geprüft werden.
                                                                            2 . Belebung u n d Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der
                                                                                 europäischen Anbieter v o n Informationsdiensten;
D e n Bedürfnissen u n d d e n berechtigten Forderungen der
Benutzer v o n Informationsdiensten, insbesondere in kleinen                3 . Förderung der N u t z u n g moderner Informationsdien­
u n d mittleren Unternehmen sowie in d e n benachteiligten                       ste;
Regionen der Gemeinschaft, sollte vorrangig Aufmerksam- .
keit gewidmet w e r d e n .                                                 4 . Stärkung gemeinsamer Bemühungen, u m auf Gemein­
                                                                                 schaftsebene Geschlossenheit hinsichtlich der M a ß n a h ­
(>) ABl. Nr. L 288 vom 2 1 . 10. 1988, S. 39.                                    men im Bereich der Informationsdienste zu erreichen.
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 6 6                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                 2 8 . 2 . 91
                                 Artikel  2                                                                   Artikel    4
                                                                              N a c h der ersten H ä l f t e s o w i e a m E n d e der Laufzeit des
Z u r Erreichung der in Artikel 1 genannten Ziele werden
                                                                              Programms unterbreitet die K o m m i s s i o n d e m Europäischen
unter der Verantwortung der Kommission g e m ä ß A n h a n g I
                                                                              Parlament u n d d e m Rat Berichte über die Bewertung der m i t
folgende Aktionen durchgeführt:
                                                                              der Durchführung der A k t i o n e n erzielten Ergebnisse s o w i e
                                                                              gegebenenfalls auf der Grundlage dieser Ergebnisse V o r ­
1 . Verbesserung der Marktkenntnis;
                                                                              schläge für eine Anpassung der Programmausrichtung.
2.   Überwindung rechtlicher u n d verwaltungstechnischer
     Hemmnisse;
                                                                                                              Artikel    5
3 . Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit u n d der Fähig­
     keit zur N u t z u n g v o n Informationsdiensten;                       (1)     D i e Kommission wird ermächtigt, Vereinbarungen
                                                                              mit an der Schaffung des M a r k t e s für Informationsdienste
4.   Unterstützung strategischer Initiativen i m Bereich der                  beteiligten Drittländern auszuhandeln, u m diese ganz oder
     Information.                                                             teilweise an d e m Programm z u beteiligen. M a ß g e b e n d für
                                                                              entsprechende Vereinbarungen ist der Grundsatz des gegen­
Diese Aktionen dürfen sich nicht mit den Tätigkeiten                          seitigen N u t z e n s .
überschneiden, die i m R a h m e n gemeinschaftlicher oder
einzelstaatlicher Programme in diesen Bereichen durchge­                      (2)     V o r A u f n a h m e der Verhandlungen nach Absatz 1
führt werden.                                                                 unterrichtet die Kommission d e n R a t über ihre Absicht u n d
                                                                              d a s Verhandlungsmandat.
                                  Artikel 3                                                                   Artikel    6
D a s Programm hat eine Laufzeit v o n fünf Jahren.                           Dieser Beschluß wird a m . . . wirksam.
                                                                    ANHANG I
                                                       AKTIONSLINIEN V O N IMPACT 2
                Aktionslinie 1: Verbesserung der Marktkenntnis
                1.1. Das Beobachtungsgremium für den Informationsmarkt wird verstärkt darauf hinarbeiten, die Erstellung
                        umfassender Statistiken weiter zu fördern und die Wettbewerbsstärken und -schwächen der Gemeinschaft in
                        diesem Sektor aufzuzeigen, damit die Kommission bei der Ausarbeitung ihrer Politik über ausreichende
                        Hintergrundinformation verfügt. In der ersten Phase von IMPACT hat das Beobachtungsgremium sein
                        Hauptaugenmerk auf Datenbankdienste gerichtet. Es wird künftig seine Untersuchungen auf verwandte
                        Bereiche des Veröffentlichungswesens, insbesondere auf die Wirtschaftsfachpresse und das wissenschaft­
                        liche, technische und medizinische Veröffentlichungswesen, ausdehnen. Das Gremium wird in größerem
                        Umfang Benutzererhebungen durchführen, um einen besseren Überblick über die Mittel zu gewinnen, derer
                        sich die Benutzer bedienen, um an die von ihnen benötigte Fachinformation zu gelangen.
                1.2. Das Beobachtungsgremium wird ein ständiges Verzeichnis der bestehenden Quellen f ü r Marktdaten führen.
                        Es wird die Daten für seine Untersuchungen in erster Linie aus diesen Quellen beziehen. Es wird zusätzliche
                        Erhebungen veranlassen, wenn die benötigten Daten nicht verfügbar, unvollständig oder unzuverlässig sind.
                        Es wird ferner sektorale Erhebungen durchführen, um diejenigen Sektoren zu ermitteln, die unzureichend
                        bedient werden oder nur langsame Fortschritte machen, obwohl sie für die Gemeinschaft von strategischer
                      ' Bedeutung sind. In Anlehnung an das erste Methodikseminar, das 1989 in Zusammenarbeit mit
                        EUROSTAT durchgeführt wurde, wird das Beobachtungsgremium die langfristigen Bemühungein um eine
                        Methodik unterstützen, auf deren Grundlage ein Konzeptrahmen geschaffen werden kann, der die
                        Einbeziehung des Sektors Informationsdienste in die amtlichen Statistiken ermöglicht. Das Beobachtungs­
                        gremium wird ferner weitere Arbeiten auf den Gebieten der Informationswissenschaft und der Informa­
                        tionswirtschaft anregen, um die Entwicklung von Modellen und Prognoseinstrumenten zu fördern, die für
                        die Voraussage von Trends auf dem Informationsmarkt und die Abschätzung ihrer Auswirkungen auf die
                        übrige Wirtschaft benötigt werden.
                1.3. Das Beobachtungsgremium beabsichtigt, die Bemühungen der an der Entwicklung des Marktes interessier­
                        ten Mitgliedstaaten, Unternehmen und sonstigen Organisationen zu ergänzen. Es wird deshalb in
                        Abstimmung mit ihnen und nicht an deren Stelle tätig werden. Das Beobachtungsgremium wird sein Netz
 ---pagebreak--- 28. 2: 91                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr. C 5 3 / 6 7
                  nationaler Korrespondenten und seine Beziehungen zu bestehenden europäischen und nationalen Fachver­
                  bänden des Informationsmarktes ausbauen. Es wird mit diesen Verbänden und auf diesem Gebiet tätigen
                  Forschungseinrichtungen in Projekten auf Kostenstellungsbasis zusammenarbeiten. Z u r Verbesserung
                  seiner Dokumentation über den Weltmarkt f ü r Informationsdienste wird sich das Beobachtungsgremium
                  u m Informationsaustausch mit nicht gemeinschaftlichen Organisationen wie dem Japan Database
                  Promotion Center und der American Information Industry Association bemühen.
          1.4. Die Ergebnisse der vom Beobachtungsgremium durchgeführten Analysen werden über vertragliche
                  Vereinbarungen mit repräsentativen Verbänden und Fachverlagen auf breiter Ebene unter den Benutzern
                  und in der Industrie verbreitet. Alljährlich legt das Beobachtungsgremium dem Rat und dem Parlament einen
                  Bericht über die auf dem Informationsmarkt eingetretenen wesentlichen Veränderungen vor.
          Aktionslinie 2 : Beseitigung rechtlicher und administrativer Hemmnisse
          2 . 1 . Die im Rahmen von IMPACT 2 durchgeführten Aktionen sollen zu einem besseren Zusammenspiel
                  zwischen den horizontal ausgerichteten Arbeiten auf rechtlichem Gebiet (Schutz des geistigen Eigentums,
                  Schutz der Privatsphäre, Haftung, Authentifizierung elektronischer Unterschriften) und zur Ausarbeitung
                  von Vorschlägen für spezifische Gemeinschaftsinitiativen in bestimmten Segmenten des Informationsdienst­
                  marktes beitragen.
          2.2. Die Arbeiten der erstgenannten Art zielen auf die Verbesserung der Koordinierung der im Rahmen
                  verschiedener Programme durchgeführten Maßnahmen zur Klärung rechtlicher Probleme horizontaler Art
                  a b . Dabei wird die Kommission ihre mit Hilfe des Rechtsbeirats aufgebaute Fachkömpetenz und
                  Dokumentation weiter ausbauen, u m den Mitgliedstaaten und den Gemeinschaftsinstitutionen leichteren
                  Zugang zu Hintergrunddokumenten und zu Information über laufende Arbeiten auf diesem Gebiet zu
                  verschaffen. Die Kommission wird die Möglichkeit der Entwicklung einer speziellen Datenbank f ü r diesen
                  Zweck prüfen. Bei Initiativen zur Gestaltung des Rechts im Zusammenhang mit neuen Technologien wird
                  sie sich auf die Sachkompetenz des Rechtsbeirats stützen. Parallel dazu wird sie ihre Zusammenarbeit mit
                  dem Europarat und der O E C D in Bereichen von gemeinsamem Interesse fortsetzen und intensivieren.
          2 . 3 . Bei den Arbeiten der zweiten Art wird es sich im wesentlichen u m Mitwirkung bei der Ausarbeitung
                  spezifischer Initiativen f ü r bestimmte Segmente des Informationsmarktes handeln. Die Kommission wird die
                  rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung der Leitlinien f ü r die Verbesserung des
                  Zusammenwirkens zwischen öffentlichem und privatem Sektor auf dem Informationsmarkt untersuchen
                  und Vorschläge f ü r die Harmonisierung der Regeln f ü r die Vermarktung von Datenbeständen öffentlicher
                  und quasi-öffentlicher Körperschaften erarbeiten. Sie wird die Formulierung europäischer Verhaltens-
                  kodizes anregen und die Beachtung der Datenschutzbestimmungen bei der Vermarktung bestimmter
                  Datenbankdienste wie Adressen- und Wirtschaftsauskunftsdienste im Auge behalten. Sie wird gemeinschaft­
                  liche Leitlinien zur Harmonisierung der Bedingungen f ü r den öffentlichen Zugang zu elektronischen
                  Informationsdiensten ausarbeiten und einen Rahmen schaffen, innerhalb dessen die Marktteilnehmer
                  rechtliche Fragen wie Haftung des Anbieters, Sicherung der Dienstgüter, Geheimhaltung, Datenbankbe­
                  nutzung und insbesondere die Verlegerrechte vertraglich regeln können.
          2 . 4 . Die Zusammensetzung des Rechtsbeitrats wird von der Kommission so geändert, d a ß neben unabhängigen
                  Rechtssachverständigen mit besonderer Kompetenz für die untersuchten Fragen auch öffentliche Stellen und
                  wichtige Marktteilnehmer an seiner Arbeit mitwirken können.
          2 . 5 . Z u r besseren Information der Marktteilnehmer über ihre Rechte und Pflichten wird die Kommission sich in
                  Zusammenarbeit mit Fachverlagen aktiv u m die Verbreitung der Ergebnisse der Arbeit des Rechtsbeirats
                  bemühen.
          Aktionslinie 3 : Benutzerfreundlichere Gestaltung von Informationssystemen u n d Verbesserung der Fähigkeit
                               zum Umgang m;it Informationssystemen
          3 . 1 . Ergänzend zu den laufenden Bestrebungen zur Verwirklichung der Kommunikation offener Systeme (OSI)
                  wird die Kommission in Zusammenarbeit mit Normungsorganisationen wie E W O S , ETSI u n d C E N /
                  C E N E L E C die Entwicklung von Normen für den offenen Informationsaustausch fördern. Gefördert wird
                  die Demonstration und Anv/endung von Normen und Standards f ü r die Kodierung und Strukturierung von
                  Information. Z u r Förderung der Anwendung informationstechnischer Normen u n d zum Nachweis ihres
                  Nutzens wird die Kommission Demonstrationsprojekte unterstützen. Das ist insbesondere vorgesehen f ü r
                  die genormte allgemeine Satzauszeichnungssprache SGML und die Strukturnorm f ü r Bürodokumente O D A .
                  Die Anwendung informaticinstechnischer Normen im öffentlichen Sektor wird gefördert.
          3.2. Die Entwicklung von Einheitsschnittstellen als flexible und wirtschaftliche Lösungen f ü r den Zugang zu
                  einem breiten Spektrum von Informationsdiensten, auch f ü r Multimedia-Zugang und europaweiten
                  Zugang, wird angeregt. U m ungeübten Benutzern den Zugang zu erleichtern, werden die Verwendung
                  mehrerer Sprachen sowie von ikonischen Zeichen und Graphik in Informationsdiensten und die
                  Entwicklung von Retrievalrnethoden in kontrollierter und natürlicher Sprache gefördert. Z u r Verbesserung
                  des gemeinschaftlichen Zusammenhalts werden Anreize zur Erweiterung natürlichsprachlicher Benutzer­
                  oberflächen um weitere Gemeinschaftssprachen geschaffen. Ein übergreifendes Projekt zur Erprobung der
                  Praktikabilität eines KIOSK-Informationsdienstes f ü r Unternehmen wird ausgearbeitet. Es wird K M U
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 6 8                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        28. 2. 91
                        leichten Zugang zu professionellen Audiotex-, Videotext- und ASCII-Informationsdiensten verschaffen. Die
                        Integration verschiedener Informationsarten — Schall, Graphik, Text und Bild — wird gefördert.
                3 . 3 . U m die Fähigkeit zur beruflichen Nutzung von Informationssystemen zu fördern, wird die Kommission im
                        wesentlichen an Multiplikatoren auf dem Informationsdienstmarkt und an bestimmte Gruppen von
                        Endbenutzern herantreten. Z u diesen Multiplikatoren gehören Ausbildungsstätten, Berufsverbände,
                        nationale Verbindungsstellen, Gateway-Betreiber und die Fachpresse.
                        Z u den Förderungsmaßnahmen f ü r Multiplikatoren, Fachleute und Endbenutzer gehören: Erstellung
                        geeigneten Materials (Dokumentation, Multimedia-Vorführungen, Videos in allen Gemeinschaftsspra­
                        chen); Veranstaltung von Konferenzen, Seminaren, Workshops, Informationstagen und Pressekonferenzen;
                        Beteiligung an Ausstellungen; Weiterführung vorhandener Verzeichnisse und ihre laufende Erweiterung und
                        Aktualisierung; Herausgabe eines regelmäßig erscheinenden Mitteilungsblatts über Gemeinschaftsinitiati­
                        ven; Präsenz in allen Informationsverbreitungsnetzen, Datenbankverzeichnissen usw.; Einrichtung eines
                        zentralen Help-Desk f ü r Benutzer von Informationsdiensten mit kostenlosem telefonischem Auskunfts­
                        dienst; Betrieb des mehrsprachigen Hostsdienstes E C H O (European Comission H o s t Organisation), der
                        weiterhin speziell neue Benutzer elektronischer Informationsdienste unterstützt und der entsprechend den
                        Leitlinien f ü r die Verbesserung des Zusammenwirkens zwischen öffentlichem und privatem Sektor als
                        Instrument des Know-how-Transfers zum M a r k t fungiert.
                3.4. Ausbildungsmaßnahmen werden sich an alle richten, die an irgendeiner Stelle der Informationskette mit
                        Information umgehen und betreffen die Bereiche Datenbankproduktion, Hostbetrieb, Multimedia-Infor-
                        mationsverbreitung und Nutzung von Information, Ausbilder und Informationsvermittler werden online
                        und offline unterstützt, besondere Aufmerksamkeit wird dabei den benachteiligten Regionen gelten. Z u den
                        Maßnahmen gehört ferner die Schulung von Ausbildern in verschiedenen Regionen, Wirtschaftsbereichen
                        und Unternehmen. Eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und lokalen Stellen sowie mit anderen
                        Programmen (z. B. STAR, DELTA) wird angestrebt.
                Aktionslinie 4: Unterstützung strategischer Initiativen zur Entwicklung des Informationsmarktes'
                4.1. Die Bereitstellung elektronischer wissenschaftlicher und technischer Informationsdienste (WTI-Dienste),
                        eines „Grundstoffs" für die europäische Forschung und die industrielle Entwicklung, wird gefördert. Die
                        Kommission wird dabei auf jüngsten Bestrebungen zur Schaffung von Informationssystemen über
                        Biotechnologie und technische Werkstoffe aufbauen und ein europäisches Netz f ü r die Zusammenarbeit auf
                        dem Gebiet der Biotechnologie-Information und die Weiterentwicklung von Werkstoffdatendiensten
                        schaffen. Ziel ist die Verbesserung der Verfügbarkeit, Qualität und Zugänglichkeit europäischer W T I -
                        Dienste durch Entwicklung von Werkzeugen und Strukturen, die die Integration der vorhandenen Systeme
                        und Dienste und eine bessere gemeinsame Nutzung der Ressourcen begünstigen.
                4 . 2 . Die Entwicklung von Informationsdiensten in strategisch wichtigen Marktbereichen wird gefördert,
                        Einrichtungen f ü r die Zusammenarbeit werden bereitgestellt. W o nötig, wird der Aufbau neuer Strukturen
                        im Anfangsstadium unterstützt. Gefördert werden vor allem Informationsdienste, die f ü r die Gemeinschafts­
                        politik oder die Verwirklichung des einheitlichen Binnenmarktes von Bedeutung sind. In neuen Bereichen, in
                        denen die Entwicklung spontan und unkoordiniert verläuft, wird zur Förderung der Zusammenarbeit und
                        Vernetzung Harmonisierung angestrebt. Patentinformation, Information über N o r m e n , Tourismus- und
                        Verkehrsinformation, kulturelle Information, Umwelt- und Gesundheitsinformation und die standardisier­
                        te Herstellung digitalisierter geographischer Grundkarten wurden als Bereiche f ü r eine Tätigkeit der
                        Gemeinschaft benannt.
                4.3. Die strategischen Projekte zur Förderung des Informationsmarktes können im Laufe der Programmdurch­
                        führung entsprechend den vom Beobachtungsgremium erkannten Notwendigkeiten und entsprechend den
                        nach der halben Programmlaufzeit erzielten Ergebnissen nach engen Konsultationen mit der Informations­
                        industrie und dem beratenden Gremium f ü r das Programm erweitert oder geändert werden. Die f ü r das
                        Programm IMPACT 1 als prioritär benannten Bereiche f ü r Pilot-/Demonstrationsprojekte, in denen noch
                        keine konkreten Maßnahmen geplant sind, werden überprüft. Projekte werden ausgearbeitet, wenn
                        nachweislich ein entsprechender Bedarf a m M a r k t besteht.
                4 . 4 . Kommerzielle Vorhaben zur Entwicklung von Informationsprodukten und -diensten auf der Grundlage
                        europäischer Partnerschaften, etwa nach dem Modell der Europäischen Wirtschaftlichen Interessenverei­
                        nigung (EWIV), werden angeregt durch Senkung der finanziellen Belastungen, die eine Internationale
                        Zusammenarbeit mit sich bringt. Das wird in besonderem M a ß e kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
                        zugute kommen. Ein Förderungsprogramm für die Ausarbeitung internationaler Projekte, f ü r Joint-ventures
                        von Partnern aus verschiedenen Mitgliedstaaten und für den Transfer von Know-how von den entwickelten
                        zu den benachteiligten Regionen der Gemeinschaft ist vorgesehen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen
                        europäischen und nationalen Wirtschafts- und Berufsverbänden und die Beteiligung nationaler Verbin­
                        dungsstellen werden unterstützt, u m strategische Programme zu fördern und einen europäischen Binnen­
                        markt f ü r Information zu schaffen.
                4 . 5 . Die Kommission p r ü f t die Möglichkeit, einschlägig tätige Organisationen in den Mitgliedstaaten zu einem
                        verteilten Medienlabor zu vernetzen, u m eine europäische Kompetenz f ü r die Entwicklung von Prototypen
                        f ü r multimediale Informationsdienste aufzubauen, u m den Erfahrungsaustausch u n d den Transfer von
                        Know-how zu fördern und u m das Zusammenwirken zwischen Verlagen und Systemanbietern zu
                        verbessern.
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                                    Nr. C 53/69
          4 . 6 . .O b u n d inwiefern der Informationsmarkt in benachteiligten Regionen in G a n g k o m m t , h ä n g t d a v o n a b , o b
                    die Projekte eine ausreichende D y n a m i k u n d Katalysatorwirkung h a b e n . Geeignete nationale/regionale
                    Initiativen w e r d e n v o n der Gemeinschaft in F o r m v o n Beihilfen f ü r Projekte unterstützt, die eine
                    Multiplikatorwirkung h a b e n oder auf andere Regionen der Gemeinschaft übertragbar sind.
          4 . 7 . Projekte auf Kostenteilungsbasis werden eines der wesentlichen Instrumente sein, m i t denen die Kommission
                    strategische Initiativen z u r E ntwicklung des Informationsmarktes unterstützt. In einigen Marktbereichen
                    sollen m i t Pilot- u n d Demonstrationsprojekten neue Entwicklungen auf genügend breiter Basis demonstriert
                    w e r d e n , d a m i t v o n ihnen eine Katalysatorwirkung auf die Entwicklung des europäischen Informations­
                    dienstmarktes ausgeht, der sonst zu klein u n d zu eng bliebe. Solche Projekte werden in Z u s a m m e n a r b e i t m i t
                    d e n Benutzern u n d / o d e r der Industrie ausgearbeitet.
                                                                                  ANHANG      II
                          U N G E F Ä H R E V E R T E I L U N G D E R H A U S H A L T S M I T T E L A U F DIE. A K T I O N S L I N I E N
                                                                                                                                                          (in Prozent)
          1 . Verbesserung d e r M a r k t k e n n t n i s                                                                                                      8—10
          2 . Beseitigung rechtlicher u n d administrativer Hemmnisse                                                                                            7—9
          3 . Benutzerfreundlichere Gestaltung v o n Informationssystemen u n d Verbesserung d e r
                 Fähigkeit z u m U m g a n g m i t Informationssystemen                                                                                      33—35
          4 . Unterstützung strategischer Initiativen zur Entwicklung des Informationsmarktes                                                               48—50
                                                                                 ANHANG      III
                                                     MODAIJTÄTEN DER PROGRAMMDURCHFÜHRUNG
            1 . Die Kommission f ü h r t d a s P r o g r a m m entsprechend der technischen Spezifikation in A n h a n g I d u r c h .
            2 . Die M o d a l i t ä t e n der P r o g r a m m d u r c h f ü h r u n g werden v o n den E r f a h r u n g e n m i t d e r D u r c h f ü h r u n g des
                  vorigen I M P A C T - P r o g r a m m s u n d den Ergebnissen seiner Bewertung bestimmt. Als Folge w e r d e n Projekte
                  f ü r horizontale M a ß n a h m e n , v o r allem f ü r Untersuchungen d u r c h d a s Beobachtungsgremium f ü r d e n
                  I n f o r m a t i o n s m a r k t , vermehrt auf Kostenteilungsbasis durchgeführt, u n d die Verfahren f ü r die D u r c h f ü h ­
                  r u n g vertikaler Maßnahmen, werden so verbessert, d a ß die Belange aller Arten v o n Ma rkt t e i l ne hme rn
                  berücksichtigt w e r d e n u n d d a ß sie sich in größerem U m f a n g u n d leichter a m P r o g r a m m beteiligen
                  können.
           3 . D i e Durchführungsmodalitäten entsprechen den Verwaltungsverfahren der Kommission u n d den F o r d e r u n ­
                  gen n a c h größtmöglicher W i r k u n g u n d Effizienz, nach Gleichbehandlung u n d n a c h Objektivität. Sie w e r d e n
                  s o gestaltet, d a ß sie nicht zu Wettbewerbsverzerrungen f ü h r e n , u n d sie werden d e n spezifischen Zielen der
                  einzelnen Aktionslinien angepaßt.
           4 . Projektteilnehmer müssen in der Gemeinschaft ansässige natürliche o d e r juristische Personen o d e r
                  Zusammenschlüsse natürlicher o d e r juristischer Personen, insbesondere Europäische Wirtschaftliche
                  Interessen Vereinigungen (EWIV) sein.
                  Natürliche oder juristische Personen a u s L ä n d e r n , die m i t der Gemeinschaft A b k o m m e n geschlossen h a b e n ,
                  die eine Kooperation im R a h m e n des Programm s I M P A C T vorsehen, k ö n n e n sich u n t e r der Voraussetzung
                  des beiderseitigen N u t z e n s a n Projekten dieses P r o g r a m m s beteiligen. Sie erhalten jedoch keine finanzielle
                  Unterstützung v o n d e r Gemeinschaft u n d haben einen Teil der allgemeinen Verwaltungskosten zu
                  ubern ehmen.
 ---pagebreak--- Nr. C 53/70                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             28. 2. 9 1
             5 . Die Auswahl der zu fördernden Pilot- und Demonstrationsprojekte erfolgt in der Regel im Rahmen eines
                 üblichen Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen, der im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                 veröffentlicht wird. Die dabei anzuwendenden Verfahren werden speziell auf die jeweiligen Sachbereiche
                 zugeschnitten. Die zu erreichenden Ziele werden in Arbeitsplänen festgelegt, die in enger Zusammenarbeit
                 mit den Marktteilnehmern und dem Programmausschuß ausgearbeitet werden.
                 Wesentliches Kriterium f ü r die Förderungswürdigkeit eingereichter Projektvorschläge ist ihre Eignung, den
                 M a r k t zu erweitern, ohne ihn zu verzerren. Für die Beteiligung von K M U u n d benachteiligten Regionen sowie
                 f ü r den Transfer von Know-how werden zusätzliche Anreize geschaffen.
             6 . Z u r Anregung europäischer Partnerschaften, vor allem mit Beteiligung von K M U u n d Organisationen in
                 benachteiligten Regionen oder f ü r Sondierungsvorhaben in verschiedenen Segmenten des Informations­
                 marktes, kann die Kommission auch ein flexibleres Förderungsverfahren als den Aufruf zur Einreichung von
                 Vorschlägen einsetzen. Ein solches Verfahren könnte ständig durchgeführt werden.
             7 . Die Kommission trifft Regelungen, die es in Ausnahmefällen ermöglichen, spontane Projektvorschläge zu
                 berücksichtigen, die nicht im Rahmen eines üblichen Aufrufs zu Vorschlägen eingereicht werden können,
                 wenn sie f ü r die Entwicklung des Informationsmarktes vielversprechend sind, hohes Innovationspotential
                 besitzen oder den Einsatz einer außergewöhnlichen Technologie oder Methode vorsehen. Auch hier müssen
                 Marktverzerrungen vermieden werden.
             8. Die unter den Ziffern 6 und 7 genannten Verfahren werden in Abstimmung mit dem Programmausschuß und
                 entsprechend der Haushaltsordnung der Kommission durchgeführt. Sie werden jährlich im Amtsblatt
                 bekanntgemacht.
             9 . Projekte, die im Rahmen von Studien- und Dienstleistungsverträgen vollständig von der Kommission
                 finanziert werden, werden nach den Bestimmungen der Haushaltsordnung der Kommission ausgeschrieben.
                 Transparenz soll dadurch erzielt werden, d a ß das Arbeitsprogramm regelmäßig veröffentlicht u n d an
                 Wirtschaftsverbände und andere Körperschaften versandt wird.
            10. Im Rahmen der Programmdurchführung wird die Kommission auch Maßnahmen durchführen, die die
                 Erreichung der allgemeinen Programmziele und der spezifischen Ziele der einzelnen Aktionslinien
                 sicherstellen sollen. Solche Maßnahmen sind Workshops, Seminare, Konferenzen, Studien, Sensibilisie-
                 rungskampagnen, Schulungskurse, Unterstützung von Joint-ventures, Unterstützung nationaler Verbin­
                 dungsstellen und die gezielte Unterstützung der Informationsmarktentwicklung in benachteiligten.
                 Regionen.