CELEX: 21989D1026(01)
Language: de
Date: 1989-08-30 00:00:00
Title: Beschluß Nr. 1/89 des Kooperationsrates EWG-Ägypten vom 30. August 1989 zur Änderung des Protokolls Nr. 2 über die Bestimmung des Begriffs "Waren mit Ursprung in" oder "Ursprungswaren" und über die Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltungen aufgrund der Einführung des Harmonisierten Systems

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21989D1026(01)

Beschluß Nr. 1/89 des Kooperationsrates EWG-Ägypten vom 30. August 1989 zur Änderung des Protokolls Nr. 2 über die Bestimmung des Begriffs "Waren mit Ursprung in" oder "Ursprungswaren" und über die Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltungen aufgrund der Einführung des Harmonisierten Systems  

Amtsblatt Nr. L 310 vom 26/10/1989 S. 0002 - 0003 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 15 S. 0120  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 15 S. 0120 

BESCHLUSS Nr. 1/89 DES KOOPERATIONSRATES EWG-AEGYPTEN vom  30. August 1989 zur Änderung des Protokolls Nr. 2 über die Bestimmung des Begriffs ,,Waren mit  Ursprung in'' oder ,,Ursprungswaren'' und über die Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltungen  aufgrund der Einführung des Harmonisierten Systems DER KOOPERATIONSRAT -  gestützt  auf das am 18. Januar 1977 unterzeichnete Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft und der Arabischen Republik Ägypten,  gestützt auf das Protokoll Nr. 2 über  die Bestimmung des Begriffs ,,Waren mit Ursprung in'' oder ,,Ursprungswaren'' und über die Methoden  der Zusammenarbeit der Verwaltungen, insbesondere auf Artikel 25,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Die in Protokoll Nr. 2 enthaltenen Ursprungsregeln beruhen auf der Nomenklatur des Rates für die  Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Zollwesens. Der Rat für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des  Zollwesens hat am 14. Juni 1983 das ,,Internationale Übereinkommen über das Harmonisierte System  zur Bezeichnung und Codierung der Waren'', nachstehend ,,Harmonisiertes System'' genannt,  angenommen. Am 1. Januar 1988 wurde das Harmonisierte System für den internationalen Handel  eingeführt. Daher sind die in Protokoll Nr. 2 enthaltenen Ursprungsregeln so anzupassen, daß sie  auf dem Harmonisierten System beruhen.  Anhand der Erfahrungen könnte die Darstellung der  Ursprungsregeln dadurch verbessert werden, daß sämtliche Ausnahmen von der Grundregel des Wechsels  der Tarifnummer in eine Liste aufgenommen und detaillierte Leitlinien für ihre Auslegung festgelegt  werden -  BESCHLIESST: Artikel 1 In Artikel 1 letzter Absatz des Protokolls Nr. 2  werden die Worte ,,in Liste C des Anhangs IV'' durch die Worte ,,in Anhang II'' ersetzt.  Artikel  2 Artikel 3 des Protokolls Nr. 2 erhält folgende Fassung:     ,,Artikel 3 (1)    Die in diesem  Protokoll verwendeten Begriffe ,Kapitel' und ,Position' bedeuten die Kapitel und die  (vierstelligen) Positionen der Nomenklatur des ,Harmonisierten Systems zur Bezeichnung und  Codierung der Waren' (nachstehend ,Harmonisiertes System' oder ,HS' genannt). Der Begriff  ,einreihen' bedeutet die Einreihung von Waren oder Vormaterialien in eine bestimmte Position.  (2)     Zur Anwendung des Artikels 1 gelten, unbeschadet der Absätze 3 und 4, Vormaterialien ohne  Ursprungseigenschaft als ausreichend be- oder verarbeitet, wenn die hergestellte Ware in eine  andere Position einzureihen ist als die Position, in die jedes einzelne bei der Herstellung  verwendete Vormaterial ohne Ursprungseigenschaft einzureihen ist.  (3)    Bei einer in den Spalten 1  und 2 der Liste des Anhangs III genannten Ware müssen anstelle der Regel des Absatzes 2 die für  diese Ware in der Spalte 3 vorgesehenen Bedingungen erfuellt werden.  (4)    Zur Anwendung von  Artikel 1 gelten ohne Rücksicht darauf, ob ein Wechsel der Position stattgefunden hat, folgende Be-  oder Verarbeitungen stets als nicht ausreichend, die Eigenschaft von Ursprungswaren zu verleihen: a)   Behandlungen, die dazu bestimmt sind, die Ware während des Transports oder der Lagerung in ihrem  Zustand zu erhalten (Lüften, Ausbreiten, Trocknen, Kühlen, Einlegen in Salzlake oder in Wasser mit  Schwefel oder mit einem Zusatz von anderen Stoffen, Entfernen verdorbener Teile und ähnliche  Behandlungen); b)einfaches Entstauben, Sieben, Aussondern, Einordnen, Sortieren (einschließlich des  Zusammenstellens von Waren zu Sortimenten), Waschen, Anstreichen, Zerschneiden; c)ii)  Auswechseln  von Umschließungen, Teilen oder Zusammenstellen von Packstücken; ii)einfaches Abfuellen in Flaschen,  Fläschchen, Säcke, Etuis, Schachteln, Befestigen auf Brettchen usw. sowie alle anderen einfachen  Behandlungen zur verkaufsmässigen Aufmachung; d)Anbringen von Warenmarken, Etiketten oder anderen  gleichartigen Unterscheidungszeichen auf Waren selbst oder auf ihren Umschließungen; e)einfaches  Mischen von Waren, auch verschiedener Arten, wenn ein oder mehrere Bestandteile der Mischung nicht  den in diesem Protokoll festgelegten Voraussetzungen entsprechen, um als Ursprungswaren zu gelten; f)einfaches Zusammenfügen von Teilen von Artikeln zu einem vollständigen  Artikel; g)Zusammentreffen von zwei oder mehr der unter den Buchstaben a) bis f) genannten  Behandlungen; h)Schlachten von Tieren.''.  Artikel 3 Artikel 4 des Protokolls Nr. 2 erhält folgende  Fassung:     ,,Artikel 4 (1)    Der Begriff ,Wert' in der Liste im Anhang III bedeutet den Zollwert  der verwendeten Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft zum Zeitpunkt ihrer Einfuhr oder, wenn der  Zollwert nicht bekannt ist und nicht festgestellt werden kann, den ersten feststellbaren Preis, der  im betreffenden Land für die Vormaterialien gezahlt wird. Wenn der Wert von verwendeten  Vormaterialien mit Ursprungseigenschaft bestimmt werden muß, ist dieser Absatz sinngemäß  anzuwenden.  (2)    Der Begriff ,Preis ab Werk' in der Liste im Anhang III bedeutet den Preis ab  Werk der hergestellten Ware, abzueglich aller interner Abgaben, die erstattet werden oder erstattet  werden können, wenn die hergestellte Ware ausgeführt wird.''.  Artikel 4 Artikel 6 des Protokolls  Nr. 2 wird wie folgt geändert: 1.  In Absatz 2 wird ,,Artikel 3 Absatz 3'' durch ,,Artikel 3 Absatz  4'' und die Worte ,,des Brüsseler Zolltarifschemas'' durch ,,des Harmonisierten Systems'' ersetzt.  2.Folgender Absatz wird angefügt:,, (4)    Warenzusammenstellungen im Sinne der Vorschrift 3 für die  Auslegung des Harmonisierten Systems gelten als Ursprungswaren, wenn alle Bestandteile, aus denen  sie bestehen, Ursprungswaren sind. Jedoch gilt eine Warenzusammenstellung, die aus Bestandteilen  mit Ursprungseigenschaft und aus Bestandteilen ohne Ursprungseigenschaft besteht, in ihrer  Gesamtheit als Ursprungsware, sofern der Wert der Bestandteile ohne Ursprungseigenschaft 15  % des  Preises ab Werk der Warenzusammenstellung nicht überschreitet.''.  Artikel 5 (1)    Die Anhänge I,  II und III zu diesem Beschluß ersetzen die Anhänge I, II, III und IV des Protokolls Nr. 2.  (2)     Die Anhänge V und VI werden neu numeriert mit IV und V.  Artikel 6 (1)    Waren, die vor dem 1.  Januar 1990 ausgeführt wurden und von einer Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 oder einem Formblatt  EUR. 2 begleitet sind, gelten als Ursprungswaren gemäß den am 1. Januar 1990 geltenden Regeln.  (2)    Warenverkehrsbescheinigungen EUR.1 oder Form- blätter EUR. 2, die vor dem 1. Januar 1990 gemäß  den vor diesem Zeitpunkt geltenden Regeln ausgestellt worden sind, sind bis 31. Mai 1990 gemäß den  bei ihrer Ausstellung geltenden Regeln anzunehmen.  (3)    Die Artikel 19 und 20 des Protokolls Nr.  2 gelten für Waren, die vor dem 1. Januar 1990 ausgeführt werden; Warenverkehrsbescheinigungen  dürfen nachträglich oder als Duplikate gemäß den vor diesem Zeitpunkt geltenden Regeln ausgestellt  werden.  Artikel 7 Der Beschluß Nr. 3/80 wird durch den vorliegenden Beschluß ersetzt.  Artikel 8 Dieser Beschluß gilt ab 1. Januar 1990. Geschehen zu Brüssel am 30. August  1989.  Im Namen des Kooperationsrates  Der Präsident  H. M. EL KAMEL        Gemeinsame Erklärung über die Überprüfung der Änderungen der Ursprungsregeln aufgrund der  Einführung des Harmonisierten Systems  Wenn aufgrund der Änderungen der Nomenklatur die  durch den Beschluß Nr. 1/89 eingeführten neuen Regeln eine Änderung des Inhalts einer Regel  bewirken, die vor dem Beschluß Nr. 1/89 bestand, und es sich herausstellt, daß diese Änderung eine  Situation schafft, die für die betreffenden Wirtschaftszweige von Nachteil ist, so wird auf Antrag  einer der Vertragsparteien bis zum 31. Dezember 1992 vom Kooperationsrat im Dringlichkeitsverfahren  geprüft, ob es erforderlich ist, den Inhalt der betreffenden Regel in der vor dem Beschluß Nr. 1/89  gültigen Form wiederherzustellen.  Auf jeden Fall hat der Kooperationsrat innerhalb von drei Monaten  nach Antragstellung seitens einer der Vertragsparteien zu beschließen, ob der Inhalt der  betreffenden Regel wiederherzustellen ist oder nicht.  Wird der Inhalt der betreffenden Regel  wiederhergestellt, so haben die Vertragsparteien auch den rechtlichen Rahmen zu liefern, um zu  gewährleisten, daß etwaige für die nach dem 1. Januar 1990 eingeführten Waren unberechtigt erhobene  Zölle erstattet werden können.        ANHANG I ERLÄUTERUNGEN Anmerkung 1 - zu den Artikeln 1 und 2:  Die Begriffe ,,die  Gemeinschaft'' und ,,Ägypten'' umfassen auch die Hoheitsgewässer der Mitgliedstaaten der  Gemeinschaft bzw. die Hoheitsgewässer Ägyptens. Die auf hoher See befindlichen Schiffe,  einschließlich der Fabrikschiffe, auf denen die durch Fischfang gewonnenen Waren be- oder  verarbeitet werden, gelten als Teil des Gebietes des Staates, zu dem sie gehören, wenn sie die in  Anmerkung 4 genannten Voraussetzungen erfuellen.  Anmerkung 2 - zu Artikel 1:  Die im Artikel 1 für  den Erwerb der Ursprungseigenschaft vorgesehenen Bedingungen müssen ohne Unterbrechung in der  Gemeinschaft oder in Ägypten erfuellt werden. Ursprungswaren, die aus der Gemeinschaft oder aus  Ägypten in ein anderes Land ausgeführt wurden, gelten bei ihrer Wiedereinfuhr als Waren ohne  Ursprungseigenschaft, es sei denn, es kann den Zollbehörden glaubhaft dargelegt werden, daß -  die  wiedereingeführten Waren dieselben wie die ausgeführten Waren sind und  -daß sie dort nur eine auf  die Erhaltung ihres Zustandes gerichtete Behandlung erfahren haben.  Anmerkung 3 - zu Artikel 1:  Bei  der Feststellung, ob eine Ware eine Ursprungsware der Gemeinschaft oder Ägyptens ist, wird nicht  geprüft, ob Energiestoffe, Einrichtungen, Maschinen und Werkzeuge, die zur Herstellung dieser Ware  verwendet wurden, ihren Ursprung in dritten Ländern haben.  Anmerkung 4 - zu Artikel 2 Buchstabe f):  Der Ausdruck ,,ihre Schiffe'' ist nur anwendbar auf Schiffe, -  die in einem Mitgliedstaat oder in  Ägypten eingetragen oder dort angemeldet sind; -die die Flagge eines Mitgliedstaats oder Ägyptens  führen; -die mindestens zur Hälfte Eigentum von Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten und Ägyptens  oder einer Gesellschaft sind, deren Hauptsitz in einem Mitgliedstaat oder in Ägypten gelegen ist  und bei welcher der oder die Geschäftsführer, der Vorsitzende des Vorstandes oder des Aufsichtsrats  und die Mehrheit der Mitglieder dieser Organe Staatsangehörige der Mitgliedstaaten oder Ägyptens  sind und im Falle von Personengesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung das  Gesellschaftskapital ausserdem mindestens zur Hälfte den Mitgliedstaaten oder Ägypten,  öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten oder Ägyptens  gehört; -deren Schiffsführung ausschließlich aus Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten oder Ägyptens  besteht; -deren Besatzung zu wenigstens 75  % aus Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten oder  Ägyptens besteht.  Anmerkung 5 - zu den Artikeln 2 und 3: 1.  Die maßgebende Einheit für die  Anwendung der Ursprungsregeln ist jede Ware, die als Grundlage für die Einreihung in die Position  des Harmonisierten Systems dient. Bei Warenzusammenstellungen, die gemäß der Allgemeinen Vorschrift  3 einzureihen sind, ist die maßgebende Einheit jede einzelne Ware der Warenzusammenstellung; dies  gilt auch für Warenzusammenstellungen der Positionen 6308, 8206 und 9605. Daraus ergibt sich, daß -  jede Gruppe oder Zusammenstellung von Waren, die nach dem Harmonisierten System in eine einzige  Position eingereiht wird, als Ganzes die maßgebende Einheit darstellt; -bei einer Sendung mit gleichen Waren, die in dieselbe Position des Harmonisierten Systems eingereiht werden, jede Ware  bei der Anwendung der Ursprungsregeln für sich betrachtet werden muß. 2.Wenn Umschließungen gemäß  der Allgemeinen Vorschrift 5 des Harmonisierten Systems wie die darin enthaltene Ware eingereiht  werden, werden sie auch für die Anwendung der Ursprungsregeln wie die Ware behandelt.       Anmerkung 6 - zu Artikel 3:  Die Einleitenden Bemerkungen zu Anhang III finden auch Anwendung auf  alle Waren, die unter Verwendung von Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft hergestellt werden,  und zwar auch dann, wenn diese nicht unter eine der in der Liste im Anhang III enthaltenen  besonderen Bedingungen fallen, sondern der Regel des Wechsels der Position gemäß Artikel 3 Absatz 1  unterliegen.  Anmerkung 7 - zu Artikel 4:  Als ,,Preis ab Werk'' gilt der Preis, der dem Hersteller  gezahlt wird, in dessen Unternehmen die letzte Be- oder Verarbeitung durchgeführt worden ist,  einschließlich des Wertes aller verwendeten Waren.  Als ,,Zollwert'' gilt der Wert, wie er in dem am  15. Dezember 1950 in Brüssel unterzeichneten Abkommen über den Zollwert der Waren festgelegt ist.         ANHANG II   >PLATZ FÜR EINE TABELLE>     ANHANG III  >PLATZ FÜR EINE TABELLE>