CELEX: 51983PC0261
Language: de
Date: 1983-05-03
Title: ENTWURF FUR EINEN BESCHLUSS DES AKP-EWG-AUSSCHUSSES FUR ZUSAMMENARBEIT IM ZOLLWESEN zur Abweichung von der Begriffsbestimmung "Ursprungswaren", um der besonderen Lage Malawis und Kenias in bezug auf bestimmte Angelgeräte (künstliche Fliegen zum Flugangeln) Rechnung zu tragen

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (83) 261
Vol. 1983/0111
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                       KOM(83) 261 endg.
                                       Brüssel, den 3. Mai 1983
   ENTWURF FUR EINEN BESCHLUSS DES AKP-EWG-AUSSCHUSSES FUR ZUSAMMENARBEIT
                                       IM ZOLLWESEN
      zur Abweichung von d e r B e g r i f f s b e s t i m m u n g "Ursprungswaren", um d e r
    besonderen Lage Malawis und K e n i a s i n bezug a u f bestimmte Angelgeräte
            (künstliche F l i e g e n zum F l u g a n g e l n ) Rechnung zu t r a g e n
  KOM(83) 261 endg.
 ---pagebreak---                                              BEGRÜNDUNG
Seit dem 1. Juni         1977 wurden Malawi und Kenia mehrmals Abweichungen
von den im Protokoll Nr. 1 zum Zweiten Abkommen von L o m e festgelegten
Ursprungsregein für künstliche Fliegen zum Flugangeln der                      Tarifnummer
97.07 des Gemeinsamen Zolltarifs g e w ä h r t .             Die letzte Malawi und Kenia
g e w ä h r t e Abweichung galt für ein Jahr und f i e l mit dem ersten Jahr der
Anwendung          des Abkommens               von Lome   II zusammen;    sie lief  am  31.
Dezember 1981 ab.
Aufgrund        der   vorgenannten            Abweichungen war    es diesen    AKP-Staaten
gestattet, Angelhaken mit Ursprung in dritten L ä n d e r n für die Herstellung
von künstlichen Fliegen zu verwenden, ohne die P r ä f e r e n z b e h a n d l u n g bei
der Einfuhr in die Gemeinschaft zu verlieren.
Seit    Ablauf      der  G ü l t i g k e i t dieser  Abweichung haben    die   AKP-Staaten
mehrfach         eine   Erneuerung            dieser  Abweichung    beantragt,   wobei  sie
argumentierten,         dass Malawi und Kenia sich bemüht hatten,               Angelhaken
mit Ursprung in der Gemeinschaft zu erhalten, dass jedoch die Kunden in
der EWG häufig Angelhaken mit Drittiandsursprung den Vorzug geben.
Es hat sich gezeigt, dass die Hersteiler von künstlichen Fliegen in Malawi
und Kenia Haken aus der E W G (insbesondere Norwegen)                      verwenden.    Es
wird geltend gemacht, dass es unmöglich ist, in allen F ä l l e n Haken                 mit
Gemeinschaftsursprung zu verwenden,                     da die meisten    Angeifiiegen  auf
Bestellung hergestellt werden und die Hersteller in Malawi und Kenia an
die von ihren Kunden in der Gemeinschaft gemachten Angaben betreffend
Markenbezeichnuing, Beschaffenheit, Typ und Grösse der zu verwendenden
Haken gebunden sind.
Ausserdem wird festgestellt, dass die Hersteller in der Gemeinschaft nicht
in der Lage sind, Malawi und Kenia alle für die Herstellung der zahlreichen
verschiedenen         Typen        von      künstlichen Fliegen  erforderlichen   Haken  zu
liefern.
 ---pagebreak---                                                        2
Ferner         kommt        hinzu, dass die Herstellung von künstlichen Fliegen                      zum
Angein sehr arbeitsintensiv ist und der Wertzuwachs                                in Malawi und Kenia
 70 % des Wertes der künstlichen Fliegen b e t r ä g t , während die Angelhaken
durchschnittlich 2 0 % des Wertes ausmachen.                                 Die Herstellungsbetriebe   -
von denen einer                mit   finanzieller     H i l f e der E W G errichtet wurde -           die
A r b e i t s p l ä t z e für    zahlreiche   k ö r p e r b e h i n d e r t e Personen bieten,   sind in
einer sehr schwachen finanziellen L a g e , die zum T e i l durch den steigenden
Wettbewerbsdruck aus L ä n d e r n des Fernen Ostens verursacht wird.
Im Hinblick auf das Vorstehende und angesichts der Tatsache, dass Malawi
und      Kenia           bereits   im   Rahmen         des      Abkommens           von  Lome   II  eine
Abweichung g e w ä h r t wurde, schlägt die Kommission vor, eine Abweichung
von den Ursprungsregeln f ü r künstliche Fliegen zum Flugangeln bis zum
Abiauf des Abkommens zu g e w ä h r e n .
 ---pagebreak---                           BESCHLUSS                         DES A K P - E W G -
               A U S S C H U S S E S F Ü R Z U S A M M E N A R B E I T IM Z O L L W E S E N
zur Abweichung von der Begriffsbestimmung "Ursprungswaren", um der
besonderen Lage Malawis und Kenias in bezug auf bestimmte A n g e l g e r ä t e
(künstliche Fliegen zum Flugangeln) Rechnung zu tragen.
D E R A U S S C H U S S F Ü R Z U S A M M E N A R B E I T IM Z O L L W E S E N ,
g e s t ü t z t auf das am 31. Oktober 1979 in L o m e unterzeichnete Zweite A K P -
E W G Abkommen (1), nachstehend "Abkommen" genannt,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Artikel 30 des Protokolls Nr. 1 des Abkommens über die Bestimmung des
Begriffs "Ursprungswaren" und über die Methoden der Zusammenarbeit der
Verwaltungen              sieht      vor,   dass   der   Ausschuss      für  Zusammenarbeit        im
Zoilwesen Abweichungen von den Ursprungsregeln beschiiessen kann, um
insbesondere die Entwicklung bestehender Industrien oder die Ansiedlung
neuer Industrien zu erleichtern.
 Die Staaten            in A f r i k a , im karibischen Raum und im pazifischen Ozean
 (AKP-Staaten) haben einen Antrag auf Abweichung von der im                                 Protokoll
 Nr. 1 enthaltenen Begriffsbestimmung zugunsten der in Malawi und Kenia
 hergestellten A n g e l g e r ä t e gestellt.
 Malawi und Kenia wurde vom 1. Januar 1981 bis zum 31. Dezember                                  1981
 eine         Abweichung             von     der    im    Protokoll       Nr.     1    festgesetzten
 Begriffsbestimmung                  für   Angelgerät     gewährt     und    die  Verwendung      von
 Angelhaken              ohne       Gemeinschaftsursprung          bei     der    Herstellung     von
 künstlichen Fliegen zum Flugangeln gestattet.
 Malawi und Kenia haben versucht, die durch das Kumuiierungssystem auf
 dem Gebiet des Ursprungs gebotenen M ö g l i c h k e i t e n bei dem Erwerb von
 Angelhaken mit               Ursprungseigenschaft          zu nutzen.        Bei   Nutzung    dieser
 Möglichkeiten             kann       jedoch   nur   ein   Teil  des für      die   Herstellung   von
 künstlichen Fliegen benötigten Bedarfs an Haken gedeckt werden.
  (1) A B l . L 347 vom 22.12.1980
 ---pagebreak---                                                           2
 Malawi           ist   einer      der      am     wenigsten     entwickelten     AKP-Staaten       und
 ausserdem ein A K P - B i n n e n s t a a t .         Gemäss A r t i k e l 30 des Protokolls Nr. 1
 sind bei Prüfung eines Antrags auf Abweichung solche Faktoren besonders
 zu berücksichtigen.
 Etwaige            Verkehrsverlagerungen              sind   zu    vermeiden;     dies   kann   durch
 Festsetzung eines H ö c h t s a n t e i l s f ü r die in der               Fertigware     enthaltenen
 T e i l e , die nicht Urpsrungswaren sind, erreicht werden.
 Unter          diesen      Umständen             ist  Malawi      und    Kenia    eine     zeitweilige
 Abweichung von der Begriffsbestimmung "Ursprungswaren" zu g e w ä h r e n .
 BESCHLIESST :
 Artikel 1
Abweichend              von    Protokoll         Nr.    1 des Abkommens g e l t e n d i e i n Malawi und Ke
hergestellten           A n g e i g e r ä t e der Tarifnummer        ex 97.07 des Gemeinsamen
Zolltarifs (künstliche Fliegen zum Flugangeln) als Ursprungswaren Malawis
oder        Kenias, sofern           der      Wert    der   bei  ihrer   Herstellung      verwendeten
Angelhaken             ohne    Ursprungseigenschaft             der  Tarifnummer       ex  97.07 des
Gemeinsamen               Zolltarifs          25    %    des    Wertes      der   Fertigware      nicht
überschreitet.
Artikel 2
Die zuständigen Behörden der Republik Malawi und der Republik Kenia
ü b e r m i t t e i n der Kommission v i e r t e l jährlich e i n e A u f s t e l l u n g über d i e Mengen,
für die aufgrund dieses Beschlusses Warenverkehrsbescheinigungen E U R . 1
ausgestellt worden sind.
Artikel 3
Die       AKP-Staaten,            die       Mitgliedstaaten      und   die   Gemeinschaft      treffen
jeweils         für    ihren      Bereich        die   zur   Durchführung       dieses Beschlusses
erforderlichen Massnahmen.
 ---pagebreak---                                      3
Artikel fr
Dieser Beschluss tritt am .... in K r a f t .
E r gilt vom 1. Mai 1983 bis zum 28. Februar 1985.
Geschehen zu Brüssel am
                                              Im Namen des Ausschusses für
                                              Zusammenarbeit im Zoliwesen
                                                        Die Präsidenten