CELEX: 52012PC0634
Language: de
Date: 2012-11-05
Title: Vorschlag für eine DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG DES RATES zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Sämischleder mit Ursprung in der Volksrepublik China im Anschluss an eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1225/2009 des Rates

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		52012PC0634
		
			Vorschlag für eine DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG DES RATES zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Sämischleder mit Ursprung in der Volksrepublik China im Anschluss an eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1225/2009 des Rates /* COM/2012/0634 final - 2012/0300 (NLE) */
			
				
		
		
			
			   	BEGRÜNDUNG
1)           KONTEXT DES VORSCHLAGS
·      Gründe für den Vorschlag und Zielsetzung
Dieser Vorschlag betrifft die Anwendung der
Verordnung (EG) Nr. 1225/2009 des Rates vom 30. November 2009 über
den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft
gehörenden Ländern („Grundverordnung“) in Bezug auf die Überprüfung wegen des
bevorstehenden Außerkrafttretens („Auslaufüberprüfung“) des geltenden
Antidumpingzolls für Sämischleder mit Ursprung in der Volksrepublik China.
·      Allgemeiner Kontext
Dieser Vorschlag erfolgt im Rahmen der Anwendung
der Grundverordnung und ist das Ergebnis einer Untersuchung, die nach den
inhaltlichen und verfahrenstechnischen Anforderungen der Grundverordnung
durchgeführt wurde.
·      Bestehende Rechtsvorschriften auf diesem Gebiet
Mit der Verordnung (EG) Nr. 1338/2006 des
Rates (ABl. L 251 vom 14.9.2006, S. 1) wurde ein endgültiger
Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Sämischleder, die unter den KN-Codes
4114 10 10 und 4114 10 90 eingereiht werden, mit Ursprung
in der Volksrepublik China eingeführt.
·      Vereinbarkeit mit anderen Politikbereichen und Zielen der Union
Entfällt.
2)           ANHÖRUNG INTERESSIERTER PARTEIEN UND
FOLGENABSCHÄTZUNG
·      Anhörung interessierter Parteien
Die von dem Verfahren betroffenen interessierten
Parteien erhielten nach den Bestimmungen der Grundverordnung bereits während
der Untersuchung Gelegenheit, ihre Interessen zu vertreten.
·      Einholung und Nutzung von Expertenwissen
Externes Expertenwissen war nicht erforderlich.
·      Folgenabschätzung
Dieser Vorschlag resultiert aus der Anwendung der
Grundverordnung.
Die Grundverordnung sieht keine allgemeine
Folgenabschätzung vor, enthält jedoch eine abschließende Liste der zu prüfenden
Voraussetzungen.
3)           RECHTLICHE ASPEKTE
·      Zusammenfassung der vorgeschlagenen Maßnahme
Am 13. September 2011 leitete die Kommission
auf begründeten Antrag zweier Unionshersteller eine Auslaufüberprüfung des
geltenden Antidumpingzolls gegenüber den Einfuhren von Sämischleder mit
Ursprung in der Volksrepublik China ein.
Die Überprüfung ergab, dass im Falle eines
Außerkrafttretens der Antidumpingmaßnahmen das Dumping und eine Schädigung des
Wirtschaftszweigs der Union wahrscheinlich anhalten werden. Zudem zeigte sich,
dass die Aufrechterhaltung der Maßnahmen dem Interesse der Union nicht
zuwiderlaufen würde.
Daher wird dem Rat vorgeschlagen, den beigefügten
Vorschlag für eine Verordnung zur Aufrechterhaltung der geltenden Maßnahmen
anzunehmen; die Verordnung sollte spätestens am 12. Dezember 2012 im Amtsblatt
der Europäischen Union veröffentlicht werden.
·      Rechtsgrundlage
Verordnung (EG) Nr. 1225/2009 des Rates vom
30. November 2009 über den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur
Europäischen Gemeinschaft gehörenden Ländern.
·      Subsidiaritätsprinzip
Der Vorschlag fällt in die ausschließliche
Zuständigkeit der Europäischen Union. Daher findet das Subsidiaritätsprinzip
keine Anwendung.
·      Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
Der Vorschlag entspricht aus folgenden Gründen dem
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit:
Die Art der Maßnahme wird in der genannten
Grundverordnung beschrieben und lässt keinen Raum für einzelstaatliche
Entscheidungen.
Es sind keine Angaben darüber erforderlich, wie
dafür gesorgt wird, dass die finanzielle Belastung und der Verwaltungsaufwand
für die Union, die Regierungen der Mitgliedstaaten, die regionalen und lokalen
Behörden, die Wirtschaftsbeteiligten und die Bürger so gering wie möglich
gehalten werden und dass die Belastung in einem angemessenen Verhältnis zur
Zielsetzung des Vorschlags steht.
·      Wahl des Instruments
Vorgeschlagenes Instrument: Verordnung.
Andere Instrumente wären aus folgendem Grund nicht
angemessen:
Die Grundverordnung sieht keine Alternative vor.
4)           AUSWIRKUNGEN AUF DEN HAUSHALT
Der Vorschlag
hat keine Auswirkungen auf den Haushalt der Union.
2012/0300 (NLE)
Vorschlag für eine
DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG DES RATES
zur Einführung eines endgültigen
Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Sämischleder mit Ursprung in der
Volksrepublik China im Anschluss an eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11
Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1225/2009 des Rates
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION –
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise
der Europäischen Union,
gestützt auf die Verordnung (EG)
Nr. 1225/2009 des Rates vom 30. November 2009 über den Schutz gegen
gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft gehörenden Ländern[1] („Grundverordnung“),
insbesondere auf Artikel 9 Absatz 4 und Artikel 11
Absatz 2,
auf Vorschlag der Europäischen Kommission
(„Kommission“) nach Anhörung des Beratenden Ausschusses,
in Erwägung nachstehender Gründe:
A.        VERFAHREN
1.           Geltende Maßnahmen
(1)       Mit
der Verordnung (EG) Nr. 1338/2006[2] führte der
Rat im Anschluss an eine Antidumpinguntersuchung („Ausgangsuntersuchung“) einen
endgültigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Sämischleder, das derzeit
unter den KN‑Codes 4114 10 10 und 4114 10 90
eingereiht wird, mit Ursprung in der Volksrepublik China („VR China“ oder
„betroffenes Land“) ein („endgültige Antidumpingmaßnahmen“). Bei den Maßnahmen
handelte es sich um einen Wertzoll in Höhe von 58,9 %.
2.           Antrag auf Auslaufüberprüfung
(2)       Nach der Veröffentlichung
einer Bekanntmachung des bevorstehenden Außerkrafttretens[3] der geltenden endgültigen
Antidumpingmaßnahmen erhielt die Kommission am 14. Juni 2011 einen Antrag
auf Einleitung einer Auslaufüberprüfung dieser Maßnahmen nach Artikel 11
Absatz 2 der Grundverordnung. Der Antrag wurde von der UK Leather
Federation („Antragsteller“) im Namen von Herstellern eingereicht, auf die mehr
als 50 % der gesamten Sämischleder-Produktion des Wirtschaftszweigs der
Union entfällt.
(3)       Der Antrag wurde damit
begründet, dass beim Außerkrafttreten der Maßnahmen mit einem Anhalten des
Dumpings und einer Schädigung des Wirtschaftszweigs der Union zu rechnen sei.
3.           Einleitung einer
Auslaufüberprüfung
(4)       Die Kommission kam nach Anhörung
des Beratenden Ausschusses zu dem Schluss, dass genügend Beweise für die
Einleitung einer Auslaufüberprüfung vorlagen; daher leitete sie am
13. September 2011 im Wege einer im Amtsblatt der Europäischen Union
veröffentlichten Bekanntmachung[4]
(„Einleitungsbekanntmachung“) eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11
Absatz 2 der Grundverordnung ein.
4.           Untersuchung
4.1.        Untersuchungszeitraum der
Überprüfung und Bezugszeitraum
(5)       Die Untersuchung bezüglich
eines Anhaltens des Dumpings bezog sich auf den Zeitraum vom 1. Juli 2010
bis zum 30. Juni 2011 („Untersuchungszeitraum der Überprüfung“ oder
„UZÜ“). Die Untersuchung der Entwicklungen, die für die Beurteilung der
Wahrscheinlichkeit eines Anhaltens der Schädigung relevant sind, betraf den
Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum Ende des UZÜ („Bezugszeitraum“).
4.2.        Von der Untersuchung
betroffene Parteien
(6)       Die Kommission unterrichtete
den Antragsteller, andere ihr bekannte Unionshersteller, ausführende Hersteller
im betroffenen Land, unabhängige Einführer, bekanntermaßen betroffene Verwender
in der Union sowie die Vertreter des Ausfuhrlandes offiziell über die
Einleitung der Auslaufüberprüfung. Die interessierten Parteien erhielten
Gelegenheit, innerhalb der in der Einleitungsbekanntmachung gesetzten Frist ihren
Standpunkt schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen.
(7)       Angesichts der
offensichtlichen Vielzahl von Unionsherstellern, ausführenden Herstellern und
unabhängigen Einführern erschien es angezeigt, nach Artikel 17 der
Grundverordnung zu prüfen, ob mit einer Stichprobe gearbeitet werden sollte.
Damit die Kommission über die Notwendigkeit eines Stichprobenverfahrens
entscheiden und gegebenenfalls eine Stichprobe bilden konnte, wurden die
obengenannten Parteien nach Artikel 17 der Grundverordnung aufgefordert,
binnen 15 Tagen nach Einleitung der Überprüfung mit der Kommission Kontakt
aufzunehmen und ihr die in der Einleitungsbekanntmachung angeforderten
Informationen zu übermitteln.
(8)       Im Falle der Unionshersteller
wurde ein Stichprobenverfahren angewandt: Von drei der Kommission bekannten
Unionsherstellern wurden zwei Gruppen von Herstellern in die Stichprobe
einbezogen.
(9)       Mit sechs der Kommission
bekannten ausführenden Herstellern in der VR China wurde Kontakt
aufgenommen. Allerdings arbeitete keines dieser Unternehmen bei der
Untersuchung mit.
(10)     In der
Union wurden 35 unabhängige Einführer von Sämischleder ermittelt; sie
wurden gebeten, Informationen zur Stichprobenbildung zu liefern. Nur zwei
dieser Einführer meldeten sich und waren bereit, bei dieser Überprüfung
mitzuarbeiten. Folglich war für die unabhängigen Einführer keine
Stichprobenbildung erforderlich.
(11)     Die Kommission sandte allen
bekanntermaßen betroffenen Parteien und allen sonstigen Parteien, die sich
innerhalb der in der Einleitungsbekanntmachung gesetzten Fristen gemeldet
hatten, Fragebogen zu. Es gingen Antworten von den in die Stichprobe
einbezogenen Gruppen von Unionsherstellern und von zwei mitarbeitenden
unabhängigen Einführern ein. Keiner der ausführenden Hersteller in der
VR China arbeitete bei der Überprüfung mit und keine relevante
Verbraucherorganisation übermittelte der Kommission Informationen oder meldete
sich im Laufe der Untersuchung bei ihr.
(12)     Die Kommission holte alle
Informationen ein, die sie für die Ermittlung der Wahrscheinlichkeit eines
Anhaltens des Dumpings und einer dadurch verursachten Schädigung sowie für die
Untersuchung des Unionsinteresses benötigte, und überprüfte sie. Bei den
folgenden interessierten Parteien wurden Kontrollbesuche durchgeführt:
Unionshersteller
–              
Hutchings&Harding Ltd, Cambridge, Vereinigtes
Königreich, und
–              
Marocchinerie e Scamoscerie Italiane Spa, Turin,
Italien.
B.        BETROFFENE WARE UND
GLEICHARTIGE WARE
(13)     Gegenstand dieser Überprüfung
ist dieselbe Ware wie bei der Ausgangsuntersuchung, nämlich Sämischleder und
Neusämischleder, auch zugeschnitten, einschließlich Sämischleder und
Neusämischleder in getrocknetem Zustand (crust), mit Ursprung in der
Volksrepublik China („betroffene Ware“), das derzeit unter den KN-Codes 4114 10 10
und 4114 10 90 eingereiht wird.
(14)     Die Untersuchungsergebnisse
bestätigten, dass wie in der Ausgangsuntersuchung die betroffene Ware und die
in der VR China hergestellten und auf dem chinesischen Inlandsmarkt
verkauften Waren sowie die von den Unionsherstellern hergestellten und auf dem
Unionsmarkt verkauften Waren dieselben grundlegenden materiellen und
technischen Eigenschaften und dieselben Verwendungen aufweisen; daher werden
sie als gleichartige Waren im Sinne des Artikels 1 Absatz 4 der
Grundverordnung angesehen.
C.        WAHRSCHEINLICHKEIT EINES
ANHALTENS DES DUMPINGS
(15)     Nach Artikel 11
Absatz 2 der Grundverordnung wurde geprüft, ob im Falle des
Außerkrafttretens der geltenden Maßnahmen ein Anhalten des Dumpings
wahrscheinlich wäre.
1.           Vorbemerkungen
(16)     Wie in Erwägungsgrund 9
erläutert, arbeitete keiner der sechs ausführenden Hersteller in der
VR China, mit denen Kontakt aufgenommen wurde, bei der Untersuchung mit,
so dass sich die Feststellungen zur Wahrscheinlichkeit eines Anhaltens des Dumpings
nach Artikel 18 der Grundverordnung auf die verfügbaren Informationen
stützen mussten, insbesondere auf die vom Antragsteller vorgelegten
Informationen, einschließlich Informationen aus dem Überprüfungsantrag, sowie
auf Statistiken.
2.           Dumping der Einfuhren im UZÜ
2.1.        Vergleichsland
(17)     Nach Artikel 2
Absatz 7 Buchstabe a der Grundverordnung musste der Normalwert auf
der Grundlage des Preises oder des rechnerisch ermittelten Normalwerts in einem
geeigneten Drittland mit Marktwirtschaft („Vergleichsland“) ermittelt werden,
oder auf der Grundlage des Preises, zu dem die Ware aus dem Vergleichsland in
andere Länder, einschließlich der Union, verkauft wurde, oder – falls dies
nicht möglich ist – auf jeder anderen angemessenen Grundlage, einschließlich
des für die gleichartige Ware in der Union tatsächlich gezahlten oder zu
zahlenden Preises, der erforderlichenfalls um eine angemessene Gewinnspanne
gebührend berichtigt wird.
(18)     In der Ausgangsuntersuchung
waren die USA als Vergleichsland für die Ermittlung des Normalwerts
herangezogen worden. Der einzige Hersteller von Sämischleder, der zur Zeit der
Ausgangsuntersuchung in den USA tätig war, hat zwischenzeitlich seine
Produktionsstätte geschlossen. Seit der Schließung führt das Unternehmen sein
Sämischleder von einem Joint-Venture-Unternehmen in der Türkei ein. Da in den
USA Sämischleder nicht länger in bedeutenden Mengen hergestellt wird, wurden in
der Bekanntmachung der Einleitung dieser Überprüfung andere Länder wie
Neuseeland, die Türkei oder Indien als Vergleichsland in Erwägung gezogen. In
den potenziellen Vergleichsländern Indien, Türkei und Neuseeland wurde mit
Herstellern Kontakt aufgenommen, allerdings konnte keiner zur Mitarbeit bewegt
werden.
(19)     Da kein Hersteller in einem
Vergleichsland zur Mitarbeit bereit war, wurde der Normalwert auf der Grundlage
von Angaben zum Durchschnittspreis von Einfuhren aus Indien in die Union
ermittelt, die den Eurostat-Einfuhrstatistiken für den UZÜ zu entnehmen waren.
(Indien verzeichnet die höchsten Einfuhrmengen in die Union). Da die
ausführenden Hersteller in der VR China nicht zur Mitarbeit bereit waren,
wurde der Ausfuhrpreis auf der Grundlage von Angaben zum Durchschnittspreis der
Einfuhren aus der VR China in die Union ermittelt, die den Eurostat-Einfuhrstatistiken
für den UZÜ zu entnehmen waren. Auf dieser Grundlage wurde die Dumpingspanne
als Differenz zwischen dem Durchschnittspreis der Einfuhren aus Indien in die
Union (als Normalwert) und dem Durchschnittspreis der Einfuhren aus der
VR China (als Ausfuhrpreis) ermittelt. Die Dumpingberechnung ergab eine
Dumpingspanne von 64 %.
2.2.        Einfuhrentwicklung im Falle
einer Aufhebung der Maßnahmen
(20)     Außer dem Vorliegen von
Dumping im UZÜ wurde auch untersucht, ob im Falle einer Aufhebung der Maßnahmen
ein Anhalten des Dumpings wahrscheinlich wäre. Da kein ausführender Hersteller
in der VR China an dieser Untersuchung mitarbeitete, stützen sich die
folgenden Schlussfolgerungen nach Artikel 18 der Grundverordnung auf die
verfügbaren Informationen, d. h. auf Daten aus dem Überprüfungsantrag, auf
vom Antragsteller vorgelegte Daten sowie auf Eurostat-Daten.
(21)     Dabei wurden die folgenden
Aspekte analysiert: Entwicklung der Einfuhren aus der VR China, Produktion
und Kapazitätsreserven der ausführenden Hersteller und Attraktivität des
Unionsmarkts im Hinblick auf Preise und Mengen.
(22)     Wie in Erwägungsgrund 32
erläutert, ergibt der Vergleich der Preise der Einfuhren aus der VR China
im UZÜ mit den Preisen des Wirtschaftszweigs der Union eine erhebliche
Preisunterbietung (51,6 %). Für chinesische ausführende Hersteller hat der
Unionsmarkt nichts an Attraktivität eingebüßt, weder was die Preise noch was
die Mengen anbelangt. Diese Feststellung wird durch die Tatsache bekräftigt,
dass mit der Einführung von Maßnahmen die Einfuhren aus der VR China
zurückgingen und das Land infolgedessen über beträchtliche freie
Produktionskapazitäten verfügt. Bereits vor der Einführung von Maßnahmen hatte
die VR China ihren Anteil am Unionsmarkt für diese Ware von 10,7 % im
Jahr 2001 auf 31,7 % im Jahr 2004 verdreifacht. Im Übrigen liegen die
Preise der Ausfuhren aus der VR China in die Union immer noch über den
Preisen auf bestimmten Drittlandsmärkten, was den Unionsmarkt für die
chinesischen ausführenden Hersteller attraktiv macht.
(23)     Die vorstehende Analyse
belegt, dass chinesische Ausfuhren weiterhin zu gedumpten Preisen mit sehr
hohen Dumpingspannen auf den Unionsmarkt gelangten. Insbesondere in Anbetracht
der Analyse der Preisniveaus auf dem Unionsmarkt sowie angesichts der
verfügbaren Kapazitäten in der VR China kann der Schluss gezogen werden,
dass das Dumping bei einem Außerkrafttreten der Maßnahmen wahrscheinlich
anhalten wird.
D.        SCHÄDIGUNG
1.           Wirtschaftszweig der Union
(24)     Innerhalb
der Union wird die gleichartige Ware von drei Unternehmen(sgruppen)
hergestellt. Zwei dieser Unternehmen(sgruppen) werden durch den Antragsteller
vertreten; sie sind im Vereinigten Königreich und in Italien ansässig, wobei
die Verarbeitung zum Teil in Polen und Rumänien erfolgt. Ein dritter
Hersteller, der den Antrag unterstützt, ist in Italien ansässig. Alle übrigen
Sämischleder-Hersteller sollen Berichten zufolge ihre Produktionsstätten seit
Einführung der ursprünglichen Maßnahmen im Jahr 2006 geschlossen haben.
(25)     Die gesamte Unionsproduktion
im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 der Grundverordnung wurde auf der
Grundlage der Fragebogenantworten der in die Stichprobe einbezogenen
Unionshersteller und der grundlegenden Makrodaten ermittelt, die der dritte
Hersteller im Rahmen der Repräsentativitätsprüfung/im Vorfeld der
Stichprobenauswahl vorgelegt hatte. Diese Unternehmen werden als
Wirtschaftszweig der Union im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 und des
Artikels 5 Absatz 4 der Grundverordnung angesehen und nachstehend als
„Wirtschaftszweig der Union“ bezeichnet. Auf die beiden in die Stichprobe
einbezogenen Hersteller entfallen 80 % der Unionsproduktion.
(26)     Da die mikroökonomischen
Schadensindikatoren auf Daten von lediglich zwei Unternehmen gestützt sind,
werden sie in indexierter Form dargestellt, damit nach Artikel 19 der
Grundverordnung die Vertraulichkeit der Informationen gewahrt ist.
2.           Verbrauch auf dem Unionsmarkt
(27)     Der Unionsverbrauch wurde
anhand der Verkaufsmengen des Wirtschaftszweigs der Union auf dem Unionsmarkt
und anhand von Eurostat‑Einfuhrdaten ermittelt.
(28)     Im Übrigen sei darauf
hingewiesen, dass ab 2010 bedeutende Mengen an Niedrigpreisausfuhren von
Sämischleder über Spanien in die übrigen Länder der Union ausgeführt wurden
(rund 31 % gemessen am Marktanteil). Hierzu ist anzumerken, dass Spanien
nicht mehr über eine eigene Produktion der gleichartigen Ware verfügt und dass
die Verkäufe von Sämischleder aus Spanien in die übrigen Länder der Union die
Einfuhren übersteigen. Diese Mengen wurden zur Verbrauchszahl hinzugerechnet.
Von 2008 bis zum UZÜ stieg der Unionsverbrauch um 26 %, wobei der stärkste
Anstieg von 2009 bis 2010 zu verzeichnen war.
Tabelle 1
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Unionsverbrauch insgesamt (in 1 000 Quadratfuß) * || 22 107 || 22 300 || 28 434 || 27 827 
 Index (2008=100) || 100 || 101 || 129 || 126 
* Daten von Eurostat und aus
Fragebogenantworten
3.           Einfuhren aus der
VR China 
a) Menge und
Marktanteil
(29)     Nach Einführung der Maßnahmen
im Jahr 2006 ging die Menge der Einfuhren aus der VR China deutlich
zurück; mit einem Marktanteil von rund 4 % im UZÜ ist sie nach wie vor
eher gering. Gleichwohl stieg die Menge der Einfuhren mit Ursprung in der
VR China im Bezugszeitraum um 9 Prozentpunkte und erreichte im UZÜ
1 103 330 Quadratfuß. Allerdings nahmen die Einfuhren aus der
VR China nicht in demselben Maße zu wie der Unionsverbrauch; ihr
Marktanteil verringerte sich demnach im Bezugszeitraum.
Tabelle 2
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Einfuhren aus dem betroffenen Land (in 1 000 Quadratfuß)* || 1 010,00 || 786,67 || 883,33 || 1 103,33 
 Index (2008 = 100) || 100 || 78 || 87 || 109 
 Marktanteil der Einfuhren aus dem betroffenen Land * || 5 % || 4 % || 3 % || 4 % 
* Eurostat‑Daten
b) Preise
i) Preisentwicklung
(30)     Der Durchschnittspreis der
Einfuhren aus der VR China schwankte im Bezugszeitraum. Gegenüber 2008
stieg er 2009 zunächst an und fiel dann 2010 um 13 %, bevor er im UZÜ
wieder das Niveau von 2008 erreichte.
Tabelle 3
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Preis der Einfuhren aus dem betroffenen Land  (in EUR/Quadratfuß)* || 0,45 || 0,61 || 0,39 || 0,46 
 Index (2008=100) || 100 || 136 || 87 || 102 
* Eurostat‑Daten 
ii) Preisunterbietung
(31)     Für die Analyse der
Preisunterbietung wurden die gewogenen durchschnittlichen Verkaufspreise des
Wirtschaftszweigs der Union, die unabhängigen Abnehmern auf dem Unionsmarkt in
Rechnung gestellt wurden, mit den n gewogenen Durchschnittspreisen auf
CIF-Stufe verglichen, die Ausführer aus der VR China in Rechnung stellten.
Zu diesem Zweck wurden die Verkaufspreise des Wirtschaftzweigs der Union
insbesondere in Bezug auf Kreditkosten, Zustellungskosten, Verpackungskosten
und Provisionen berichtigt und auf die Stufe ab Werk gebracht. Die CIF-Preise
der Ausfuhren aus der VR China wurden von Eurostat eingeholt; alle Kosten
im Zusammenhang mit der Zollabfertigung, also Zoll sowie nach der Einfuhr
anfallende Kosten, wurden hinzugerechnet (Anlandepreis).
(32)     Der Vergleich ergab, dass im
UZÜ die Preise der Einfuhren der betroffenen Ware die Preise des
Wirtschaftszweigs der Union um rund 51,6 % unterboten.
4.           Wirtschaftliche Lage des
Wirtschaftszweigs der Union
(33)     Nach Artikel 3
Absatz 5 der Grundverordnung umfasste die Prüfung der Auswirkungen der
gedumpten Einfuhren auf den Wirtschaftszweig der Union eine Bewertung aller
wirtschaftlichen Faktoren und Indizes, die für die Lage des Wirtschaftszweigs
der Union im Bezugszeitraum relevant waren.
(34)     Für die Zwecke der
Schadensanalyse wurden die Schadensindikatoren auf den beiden folgenden Ebenen
untersucht:
–     
Die makroökonomischen Indikatoren (Produktion,
Produktionskapazität, Verkaufsmenge, Marktanteil, Wachstum, Beschäftigung,
Produktivität, durchschnittliche Preise je Einheit und Höhe der Dumpingspannen
sowie Erholung von früherem Dumping) wurden auf der Ebene des gesamten
Wirtschaftszweigs der Union beurteilt, und zwar auf der Grundlage der Angaben
in den vollständig beantworteten Fragebogen der in die Stichprobe einbezogenen
Unternehmen sowie der vom dritten Unionshersteller vorgelegten Makrodaten.
–     
Die Analyse mikroökonomischer Indikatoren
(Lagerbestände, Löhne, Rentabilität, Kapitalrendite, Cashflow,
Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten und Investitionen) erfolgte anhand der Angaben
aus den ordnungsgemäß überprüften Fragebogenantworten der in die Stichprobe
einbezogenen Unternehmen. Diese Angaben werden als repräsentativ für den
gesamten Wirtschaftszweig der Union angesehen. Da sich diese Indikatoren
lediglich auf zwei Unternehmen beziehen, können die absoluten Zahlen aus
Gründen der Vertraulichkeit nach Artikel 19 der Grundverordnung nicht
offen gelegt werden; stattdessen werden im Folgenden Indizes angegeben.
a) Makroökonomische Indikatoren
4.1.        Produktion
(35)     Ab 2008 ging die
Unionsproduktion kontinuierlich zurück und erreichte im UZÜ ihren um 12 %
unter dem Wert von 2008 liegenden Tiefstwert, obgleich der Verbrauch im
gleichen Zeitraum um 26 % stieg.
Tabelle 4
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Produktion (in 1 000 Quadratfuß)* || 7 659 || 7 223 || 7 100 || 6 753 
 Index (2008=100) || 100 || 94 || 93 || 88 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.2.        Produktionskapazität und
Kapazitätsauslastung
(36)     Die Produktionskapazität blieb
von 2008 bis zum UZÜ unverändert. Die Kapazitätsauslastung war 2008 bereits
niedrig, und der Produktionsrückgang von 2008 bis zum UZÜ führte zu einer
weiteren deutlichen Verringerung der Kapazitätsauslastung um
7 Prozentpunkte von 2008 bis zum UZÜ.
Tabelle 5
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Produktionskapazität (in 1 000 Quadratfuß)* || 13 290 || 13 290 || 13 290 || 13 290 
 Index (2008=100) || 100 || 100 || 100 || 100 
 Kapazitätsauslastung* || 58 % || 54 % || 53 % || 51 % 
 Index (2008=100) || 100 || 94 || 93 || 88 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.3.        Verkaufsmenge
(37)     Die Verkäufe des
Wirtschaftszweigs der Union auf dem Unionsmarkt an unabhängige Abnehmer stiegen
von 2008 bis 2009 um 5 % an, gingen 2010 um 2 % zurück und nahmen im
UZÜ erneut zu. Insgesamt stieg die Verkaufsmenge im Bezugszeitraum um 9 %.
Tabelle 6
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Union an unabhängige Abnehmer (in 1 000 Quadratfuß) * || 5 144 || 5 393 || 5 324 || 5 627 
 Index (2008=100) || 100 || 105 || 103 || 109 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.4.        Marktanteil
(38)     Von 2008 bis 2009 gelang es
dem Wirtschaftszweig der Union beim Marktanteil, der bereits 2008 mit 23 %
gering war, wieder knapp 1 % hinzuzugewinnen, bevor im UZÜ sein
Marktanteil dann um 4 Prozentpunkte auf lediglich 20 % zurückging.
Tabelle 7
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Union* || 23 % || 24 % || 19 % || 20 % 
 Index (2008=100) || 100 || 104 || 80 || 87 
* Daten von Eurostat und aus
Fragebogenantworten
4.5.        Wachstum
(39)     Im Zeitraum von 2008 bis zum
UZÜ, in dem der Unionsverbrauch um 26 % zunahm, stieg die Verkaufsmenge
der Unionshersteller auf dem Unionsmarkt lediglich um 9 % und ihr
Marktanteil ging um 3 Prozentpunkte zurück. Daraus wird der Schluss
gezogen, dass die Unionshersteller kaum vom Wachstum des Markts profitieren
konnten.
4.6.        Beschäftigung
(40)     Nach einem ersten deutlichen
Rückgang der Beschäftigung um 9 % von 2008 bis 2009 nahm die Beschäftigung
im Wirtschaftszweig der Union weiterhin ab. Von 74 Beschäftigten im Jahr 2008
blieben im UZÜ nur 59 Beschäftigte übrig, was einem Rückgang von insgesamt
19 % entspricht.
Tabelle 8
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Beschäftigung bezogen auf die betroffene Ware (in Personen)* || 74 || 67 || 62 || 59 
 Index (2008=100) || 100 || 91 || 84 || 81 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.7.        Produktivität
(41)     Die Produktivität der
Belegschaft des Wirtschaftszweigs der Union, gemessen am Output je
Beschäftigten pro Jahr, nahm von 2008 bis zum UZÜ um 9 % zu. Dieser
Zuwachs ist darauf zurückzuführen, dass die Beschäftigung rascher zurückging
als die Produktion.
Tabelle 9
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Produktivität (in Quadratfuß je Beschäftigten) || 104 031 || 107 536 || 114 512 || 113 655 
 Index (2008=100) || 100 || 103 || 110 || 109 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.8.        Verkaufspreise und Faktoren,
die die Inlandspreise beeinflussen
(42)     Die Verkaufspreise je Einheit
des Wirtschaftszweigs der Union blieben von 2008 bis zum UZÜ konstant. Wie oben
erwähnt, wurden die Preise des Wirtschaftszweigs der Union durch die Preise der
gedumpten Einfuhren aus der VR China deutlich unterboten. Die Kontinuität
beim Preisniveau ging allerdings auf Kosten des Marktanteils des
Wirtschaftszweigs der Union.
Tabelle 10
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Preis je Einheit auf dem Unionsmarkt (in EUR/Quadratfuß)* || 1,01 || 0,97 || 1,01 || 1,01 
 Index (2008=100) || 100 || 96 || 100 || 100 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.9.        Höhe der Dumpingspanne
(43)     Angesichts der Menge, des
Marktanteils und der Preise der Einfuhren aus der VR China können die
Auswirkungen der tatsächlichen Dumpingspanne auf den Wirtschaftszweig der Union
nicht als unerheblich angesehen werden.
4.10.      Erholung von früherem Dumping
(44)     Die oben untersuchten
Indikatoren zeigen, dass die wirtschaftliche und finanzielle Lage des
Wirtschaftszweigs der Union ungeachtet der Einführung der Antidumpingmaßnahmen
im Jahr 2006 ausgesprochen prekär und gefährdet blieb. Mithin war keine
wirkliche Erholung vom früheren Dumping festzustellen; es wird die Auffassung
vertreten, dass der Wirtschaftszweig der Union nach wie vor für die
schädigenden Auswirkungen gedumpter Einfuhren in die Union anfällig ist.
b) Mikroökonomische Indikatoren
4.11.      Lagerbestände
(45)     Die Schlussbestände des
Wirtschaftszweigs der Union nahmen von 2008 bis zum UZÜ mit 31 % deutlich
zu. Eine weitere Analyse ermöglichte es, die Einschätzung der Entwicklung über
die Zahl der Monatsproduktionen auf Lager zu verfeinern. So hielten die in die
Stichprobe einbezogenen Hersteller 2008 rund fünf Monatsproduktionen (43 %)
auf Lager, aufgrund des durch die gedumpten Einfuhren ausgeübten Drucks waren
sie jedoch gezwungen, ihre Lagerbestände im UZÜ auf mehr als sieben
Monatsproduktionen (63 % der Jahresgesamtproduktion) aufzustocken. Die
Schlussfolgerung, dass die Entwicklung der Lagerbestände auf eine schädigende
Lage hindeutet, wird deshalb bestätigt.
Tabelle 11
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Schlussbestände (in Quadratfuß)* || Vertrauliche Unternehmensdaten 
 Index (2008=100) || 100 || 116 || 135 || 131 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.12.      Löhne
(46)     Der Durchschnittslohn je
Beschäftigten blieb von 2008 bis 2009 sowie von 2010 bis zum UZÜ konstant. Der
deutliche Zuwachs um 20 % von 2009 bis 2010 ist darauf zurückzuführen,
dass die Arbeitskosten bei zwei der in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen
erheblich anstiegen, obwohl die Beschäftigung verringert wurde.
Tabelle 12
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Jährliche Arbeitskosten je Beschäftigten (in 1 000 EUR)* || Vertrauliche Unternehmensdaten 
 Index (2008=100) || 100 || 100 || 120 || 120 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.13.      Investitionen
(47)     Die jährlichen Investitionen
der in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen in die Produktion der
gleichartigen Ware waren hauptsächlich für die Wartung bestimmt; sie stiegen
von 2008 bis zum UZÜ um 21 % an. Der starke Anstieg von 2010 bis zum UZÜ
erklärt sich dadurch, dass eines der in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen
im Jahr 2011 einige Ausrüstungsgüter gekauft hat.
Tabelle 13
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Nettoinvestitionen (in EUR)* || Vertrauliche Unternehmensdaten 
 Index (2008=100) || 100 || 102 || 72 || 121 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.14.      Rentabilität und Kapitalrendite
(48)     Während des gesamten
Bezugszeitraums war der Wirtschaftszweig der Union in der Verlustzone. Von 2008
bis zum UZÜ haben sich die Verluste (sowohl in absoluten Zahlen als auch
ausgedrückt als Prozentsatz des Umsatzes) mehr als verdoppelt.
(49)     Entsprechend war auch die
Kapitalrendite (RoI) während des gesamten Bezugszeitraums negativ; von 2008 bis
zum UZÜ verschlechterte sie sich um ‑131 Prozentpunkte.
Tabelle 14
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Nettogewinn aus Verkäufen an unabhängige Abnehmer in der EU (in % des Nettoumsatzes)* || Vertrauliche Unternehmensdaten 
 Index (2008=100) || -100 || -95 || -73 || -203 
 RoI (Nettogewinn in % des Nettobuchwerts der Investitionen)* || Vertrauliche Unternehmensdaten 
 Index (2008=100) || -100 || -95 || -73 || -231 
* Daten aus Fragebogenantworten
4.15.      Cashflow und
Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten
(50)     Der Netto-Cashflow aus dem
operativen Geschäft blieb während des gesamten Bezugszeitraums negativ; von
2008 bis zum UZÜ verschlechterte er sich um nahezu ‑300 Prozentpunkte.
Tabelle 15
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Cashflow (in EUR)* || Vertrauliche Unternehmensdaten 
 Index (2008 = 100) || -100 || -115 || -77 || -398 
* Daten aus Fragebogenantworten
(51)     Es gab keine Hinweise darauf,
dass der Wirtschaftszweig der Union Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung
hatte.
c) Auswirkungen der gedumpten Einfuhren und
anderer Faktoren
4.16.      Auswirkungen der gedumpten
Einfuhren
(52)     Nach Einführung der Maßnahmen
gingen die Einfuhren aus der VR China deutlich zurück; nach wie vor ist
ihre Menge mit einem Marktanteil von rund 4 % im UZÜ eher gering. Der
Vergleich der Preise dieser Einfuhren mit den Preisen des Wirtschaftszweigs der
Union ergibt jedoch eine deutliche Preisunterbietung (51,6 %). Da es sich
bei Sämischleder um eine standardisierte Ware handelt und da die
Warendefinition sehr eng gefasst und die Qualität der chinesischen Waren mit
der Qualität europäischer Waren vergleichbar ist, sind der relativ geringe
Marktanteil der Einfuhren aus der VR China zusammen mit der deutlichen
Preisunterbietung ein Hinweis darauf, welch erhebliche Auswirkungen diese
Einfuhren auf die Lage des Wirtschaftszweigs der Union haben.
4.17.      Einfuhren aus anderen Ländern
(53)     Es sind erhebliche Einfuhren
aus Indien, der Türkei und Neuseeland und auch einige Einfuhren aus anderen
Ländern zu verzeichnen; auf diese Einfuhren zusammen entfiel im UZÜ ein
Marktanteil von 46 % (2008 waren es noch 60 %).
(54)     Aus Indien werden
beträchtliche Mengen eingeführt, ihr Marktanteil vergrößerte sich von 11 %
im Jahr 2008 auf 16 % im UZÜ. Die Durchschnittspreise der Einfuhren aus
Indien liegen etwas unter den Durchschnittspreisen der Unionshersteller.
Aufgrund der beträchtlichen Mengen und des Preisunterschieds vertritt die
Kommission die Auffassung, dass die Einfuhren aus Indien in gewissem Umfang zu
der negativen wirtschaftlichen Lage des Wirtschaftszweigs der Union beitragen.
Gleichzeitig ist anzumerken, dass die Preise der Einfuhren aus Indien um mehr
als 60 % über den Preisen der gedumpten Einfuhren aus der VR China
liegen. Infolgedessen wird die Auffassung vertreten, dass diese begrenzten
Auswirkungen auf die derzeitige Lage des Wirtschaftszweigs der Union – falls
die Maßnahmen aufgehoben würden und es erwartungsgemäß zu einem Anstieg der
gedumpten Einfuhren aus der VR China und damit zu einer weiteren
Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Union käme – aller
Wahrscheinlichkeit nach den ursächlichen Zusammenhang zwischen den gedumpten
Einfuhren und der Schädigung nicht aufheben würden.
Tabelle 16
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Einfuhren aus Indien (in 1 000 Quadratfuß)* || 2 330,00 || 2 123,33 || 4 276,67 || 4 436,67 
 Marktanteil der Einfuhren aus Indien* || 11 % || 10 % || 15 % || 16 % 
 Durchschnittspreis der Einfuhren aus Indien (in EUR/Quadratfuß) || 0,79 || 0,82 || 0,66 || 0,75 
* Daten von Eurostat und aus
Fragebogenantworten
(55)     Auch die Türkei führt
bedeutende Mengen aus; auf diese Mengen entfiel im UZÜ ein Marktanteil von
10 % (2008 waren es noch 18 %). Die Durchschnittspreise dieser
Einfuhren sind viel höher als die Preise für Sämischleder aus der
VR China; sie kommen dem Preisniveau des Wirtschaftszweigs der Union sehr
nahe. Aufgrund der rückläufigen Entwicklung der Einfuhren aus der Türkei und
ihrer relativ hohen Preise vertritt die Kommission die Auffassung, dass diese
Einfuhren – falls die Maßnahmen aufgehoben würden und es erwartungsgemäß zu
einem Anstieg der gedumpten Einfuhren aus der VR China und damit zu einer
weiteren Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Union käme – den
ursächlichen Zusammenhang zwischen den gedumpten Einfuhren und der Schädigung
nicht aufheben würden.
Tabelle 17
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Einfuhren aus der Türkei (in 1 000 Quadratfuß)* || 4 063,33 || 2 623,33 || 2 933,33 || 2 700,00 
 Marktanteil der Einfuhren aus der Türkei* || 18 % || 12 % || 10 % || 10 % 
 Durchschnittspreis der Einfuhren aus der Türkei (in EUR/Quadratfuß) || 0,77 || 0,89 || 1,05 || 1,20 
* Daten von Eurostat und aus
Fragebogenantworten
(56)     Auch aus Neuseeland werden
bedeutende Mengen eingeführt; auf diese Mengen entfiel im UZÜ ein Marktanteil
von 7 % (2008 waren es nur 3 %). Die Durchschnittspreise dieser
Einfuhren sind jedoch viel höher als die Preise für Sämischleder aus der
VR China; sie liegen sogar über dem Preisniveau des Wirtschaftszweigs der
Union. Aufgrund der relativ hohen Preise der Einfuhren aus Neuseeland vertritt
die Kommission die Auffassung, dass auch diese Einfuhren – falls die Maßnahmen
aufgehoben würden und es erwartungsgemäß zu einem Anstieg der gedumpten
Einfuhren aus der VR China und damit zu einer weiteren Verschlechterung
der Lage des Wirtschaftszweigs der Union käme – den ursächlichen Zusammenhang
zwischen den gedumpten Einfuhren und der Schädigung nicht aufheben würden.
Tabelle 18
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Einfuhren aus Neuseeland (in 1 000 Quadratfuß)* || 716,67 || 2 426,67 || 1 966,67 || 1 883,33 
 Marktanteil der Einfuhren aus Neuseeland* || 3 % || 11 % || 7 % || 7 % 
 Durchschnittspreis der Einfuhren aus Neuseeland (in EUR/Quadratfuß) || 1,29 || 1,43 || 1,43 || 1,48 
* Daten von Eurostat und aus
Fragebogenantworten
(57)     Auf die Einfuhren aus den übrigen
Ländern der Welt entfiel im UZÜ ein Marktanteil von 13 % (2008 waren es
noch 27 %). Die Durchschnittspreise dieser Einfuhren sind viel höher als
die Preise für Sämischleder aus der VR China; sie entsprechen in etwa dem
Preisniveau des Wirtschaftszweigs der Union. Aufgrund der rückläufigen
Entwicklung der Einfuhren aus den übrigen Ländern der Welt und ihrer relativ
hohen Preise im Vergleich zu den Preisen der Einfuhren von Sämischleder aus der
VR China, vertritt die Kommission die Auffassung, dass auch diese
Einfuhren – falls die Maßnahmen aufgehoben würden und es erwartungsgemäß zu
einem Anstieg der gedumpten Einfuhren aus der VR China und damit zu einer
weiteren Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Union käme – den
ursächlichen Zusammenhang zwischen den gedumpten Einfuhren und der Schädigung
nicht aufheben würden.
Tabelle 19
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Einfuhren aus den übrigen Ländern der Welt (in 1 000 Quadratfuß)* || 5 896 67 || 4 013,33 || 4 480,00 || 3 556,67 
 Marktanteil der Einfuhren aus den übrigen Ländern der Welt* || 27 % || 18 % || 16 % || 13 % 
 Durchschnittspreis der Einfuhren aus den übrigen Ländern der Welt (in EUR/Quadratfuß) || 0,63 || 0,84 || 0,81 || 0,84 
* Daten von Eurostat und aus
Fragebogenantworten
(58)     Auf die Einfuhren aus allen
übrigen Drittländern zusammen entfiel im UZÜ ein Marktanteil von 46 %
(2008 waren es noch 60 %). Die Durchschnittspreise dieser Einfuhren sind
viel höher als die Preise für Sämischleder aus der VR China; sie kommen
dem Preisniveau des Wirtschaftszweigs der Union sehr nahe. Aufgrund der
rückläufigen Entwicklung der Einfuhren aus Drittländern und ihrer relativ hohen
Preise vertritt die Kommission die Auffassung, dass auch diese Einfuhren
zusammen genommen – falls die Maßnahmen aufgehoben würden und es
erwartungsgemäß zu einem Anstieg der gedumpten Einfuhren aus der VR China
und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der
Union käme – den ursächlichen Zusammenhang zwischen den gedumpten Einfuhren und
der Schädigung nicht aufheben würden.
Tabelle 20
   || 2008 || 2009 || 2010 || UZÜ 
 Menge der Einfuhren aus anderen Ländern (in 1 000 Quadratfuß)* || 13 006,67 || 11 186,67 || 13 656,67 || 12 576,67 
 Index (2008=100) || 100 || 86 || 105 || 97 
 Marktanteil der Einfuhren aus anderen Ländern* || 60 % || 51 % || 49 % || 46 % 
   ||   ||   ||   ||   
 Durchschnittspreis der Einfuhren aus anderen Ländern (in EUR/Quadratfuß) || 0,74 || 0,98 || 0,91 || 0,98 
5.           Schlussfolgerung zur Lage des
Wirtschaftszweigs der Union 
(59)     In der Union sind nur noch
drei Hersteller (alle KMU) übrig geblieben. Alle übrigen
Sämischleder-Hersteller sollen Berichten zufolge ihre Produktionsstätten seit
Einführung der ursprünglichen Maßnahmen im Jahr 2006 geschlossen haben. Dies
kann als Folge des verstärkten Drucks gesehen werden, den die gedumpten
Einfuhren aus der VR China selbst bei steigendem Verbrauch auf den
Unionsmarkt ausübten.
(60)     Die Schadensanalyse zeigt,
dass sich die Lage des Wirtschaftszweigs der Union im Bezugszeitraum
verschlechterte. So ging insbesondere die Produktion um rund 12 % zurück;
die Verkäufe nahmen zwar leicht zu, doch der Zuwachs war geringer als der
Zuwachs beim Verbrauch, folglich ging der Marktanteil der Unionshersteller
zurück, und zwar um 3 Prozentpunkte.
(61)     Die Analyse der
mikroökonomischen Indikatoren ergibt, dass die Rentabilität, die Kapitalrendite
und der Cashflow des Wirtschaftszweigs der Union im gesamten Bezugszeitraum im
Minus blieben und sich zum UZÜ hin weiter verschlechterten.
(62)     Auch die Einfuhren aus Indien,
der Türkei, Neuseeland und den übrigen Ländern der Welt wurden analysiert. In
Bezug auf jeden einzelnen dieser Einfuhrströme sowie auf alle diese
Einfuhrströme zusammen genommen vertritt die Kommission die Auffassung, dass
sie – falls die Maßnahmen aufgehoben würden und es erwartungsgemäß zu einem
Anstieg der gedumpten Einfuhren aus der VR China und damit zu einer
weiteren Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Union käme – den
ursächlichen Zusammenhang zwischen den gedumpten Einfuhren und der Schädigung
nicht aufheben würden.
(63)     In Anbetracht des vorstehenden
Sachverhalts wird der Schluss gezogen, dass die bedeutende Schädigung des
Wirtschaftszweigs der Union im Sinne des Artikels 3 Absatz 5 der
Grundverordnung anhielt, dass seine Lage äußerst instabil und gefährdet ist,
und dass er weit hinter den Geschäftsergebnissen zurückbleibt, die zu erwarten
wären, wenn er sich von der in der Ausgangsuntersuchung festgestellten
Schädigung erholt hätte.
(64)     Des Weiteren wird der Schluss
gezogen, dass die prekäre Lage des Wirtschaftszweigs der Union hauptsächlich
durch die mengenmäßig zwar geringeren, aber anhaltenden gedumpten
Niedrigpreiseinfuhren aus der VR China verursacht wurde.
E.         WAHRSCHEINLICHKEIT EINES ANHALTENS DER SCHÄDIGUNG
1.           Auswirkungen der voraussichtlichen Einfuhrmengen und
Preise im Falle einer Aufhebung der Maßnahmen
(65)     Obschon die Einfuhrmengen aus
der VR China nach Einführung der Maßnahmen im Jahr 2006 deutlich
zurückgingen, vertritt die Kommission die Auffassung, dass das Land immer noch
über erhebliche Kapazitäten verfügt (siehe Erwägungsgrund 22). Bei einer
Aufhebung der Maßnahmen kann die Produktion dieser Kapazitätsreserven ohne
Weiteres auf den Unionsmarkt umgelenkt werden. 
(66)     Nach Auffassung der Kommission
wären die ausführenden Hersteller in der VR China bei einer Aufhebung der
Maßnahmen aller Wahrscheinlichkeit nach bestrebt, die in der Union verlorenen
Marktanteile wiederzugewinnen. Dass der Unionsmarkt aufgrund seines
Preisniveaus für die chinesischen Ausfuhren sehr attraktiv ist, wird durch die
erhebliche Preisunterbietung belegt, die bei der Untersuchung festgestellt wurde
(siehe Erwägungsgrund 22). 
2.           Schlussfolgerung zum Anhalten
der Schädigung
(67)     Auf dieser Grundlage wird der
Schluss gezogen, dass die Aufhebung der Maßnahmen gegenüber den Einfuhren aus
der VR China aller Wahrscheinlichkeit nach ein Anhalten der Schädigung des
Wirtschaftszweigs der Union zur Folge hätte.
F.         UNIONSINTERESSE
1.           Vorbemerkung
(68)     Nach Artikel 21 der
Grundverordnung wurde geprüft, ob die Aufrechterhaltung der geltenden
Antidumpingmaßnahmen dem Interesse der Union insgesamt zuwiderlaufen würde.
Dabei wurden alle auf dem Spiel stehenden Interessen berücksichtigt, d. h.
die des Wirtschaftszweigs der Union einerseits und die der Einführer und
Verwender andererseits.
(69)     Bekanntlich wurde in der
Ausgangsuntersuchung die Auffassung vertreten, dass die Einführung von
Maßnahmen dem Interesse der Union nicht zuwiderlaufen würde. Da es sich bei der jetzigen Untersuchung
zudem um eine Überprüfung handelt, wird eine Situation analysiert, in der
bereits Antidumpingmaßnahmen in Kraft sind; daher kann beurteilt werden, ob die
geltenden Antidumpingmaßnahmen die betroffenen Parteien unverhältnismäßig stark
beeinträchtigt haben. 
(70)     Auf dieser Grundlage prüfte
die Kommission, ob ungeachtet der Schlussfolgerungen zur Wahrscheinlichkeit
eines Anhaltens des schädigenden Dumpings der eindeutige Schluss gezogen werden
konnte, dass die Aufrechterhaltung von Maßnahmen in diesem besonderen Fall
nicht im Interesse der Union liegen würde. 
2.           Interesse des
Wirtschaftszweigs der Union
(71)     Der Wirtschaftszweig der Union,
der sich aus KMU zusammensetzt, verlor im Bezugszeitraum kontinuierlich
Marktanteile und erlitt eine bedeutende Schädigung. Falls die Maßnahmen
aufgehoben würden, wäre der Wirtschaftszweig der Union aller Wahrscheinlichkeit
nach in einer noch desolateren Lage.
3.           Interesse der Einführer 
(72)     Bei der Untersuchung
arbeiteten zwei unabhängige Einführer mit. Die Geschäftstätigkeiten im
Zusammenhang mit Sämischleder machen nur einen begrenzten Teil ihres jeweiligen
Umsatzes aus. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass eine Aufrechterhaltung
der Maßnahmen nennenswerte negative Auswirkungen auf ihre Tätigkeiten hätte. 
4.           Interesse der Verwender und
Verbraucher 
(73)     Wie bereits in der
Ausgangsuntersuchung nahmen innerhalb der in der Einleitungsbekanntmachung
gesetzten Frist weder Verwender- noch Verbraucherverbände Kontakt mit der
Kommission auf. Da in der Ausgangsuntersuchung die Auffassung vertreten wurde,
dass die fraglichen Maßnahmen die Interessen dieser Parteien nicht übermäßig
beeinträchtigen würden und angesichts der anhaltend mangelnden Bereitschaft
dieser Parteien zur Mitarbeit kann der Schluss gezogen werden, dass eine
Aufrechterhaltung der Maßnahmen ihre Interessen nicht beeinträchtigen würde. Da
bedeutende Einfuhren aus anderen Bezugsquellen zu Wettbewerbspreisen zur
Verfügung stehen ist sichergestellt, dass Verwender und Verbraucher auch
weiterhin unter verschiedenen Lieferanten eine große Auswahl der fraglichen
Ware zu vernünftigen Preisen haben.
5.           Fazit 
(74)     Angesichts der dargelegten
Faktoren wird der Schluss gezogen, dass keine zwingenden Gründe gegen die
Aufrechterhaltung der geltenden Antidumpingmaßnahmen sprechen. 
G.        ANTIDUMPINGMASSNAHMEN
(75)     Alle Parteien wurden über die
wesentlichen Tatsachen und Erwägungen unterrichtet, auf deren Grundlage
beabsichtigt wurde, die Aufrechterhaltung der geltenden Maßnahmen zu empfehlen.
Nach dieser Unterrichtung wurde ihnen ferner eine Frist zur Stellungnahme
eingeräumt. Die Stellungnahmen und Sachäußerungen wurden, soweit angezeigt,
gebührend berücksichtigt. 
(76)     Aus den dargelegten Gründen
sollten die Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Einfuhren von Sämischleder mit
Ursprung in der VR China nach Artikel 11 Absatz 2 der
Grundverordnung aufrechterhalten werden. Es sei daran erinnert, dass es sich bei
diesen Maßnahmen um einen Wertzoll in Höhe von 58,9 % handelt –
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
1.         Es wird ein endgültiger
Antidumpingzoll eingeführt auf die Einfuhren von Sämischleder und
Neusämischleder, auch zugeschnitten, einschließlich Sämischleder und
Neusämischleder in getrocknetem Zustand (crust), mit Ursprung in der
Volksrepublik China, das derzeit unter den KN-Codes 4114 10 10 und
4114 10 90 eingereiht wird.
2.         Der endgültige Antidumpingzollsatz
auf den Nettopreis frei Grenze der Union, unverzollt, der in Absatz 1
genannten Waren beträgt 58,9 %.
3.         Sofern nichts anderes bestimmt ist,
finden die geltenden Zollvorschriften Anwendung.
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer
Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren
Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am
                                                                       Im
Namen des Rates
                                                                       Der
Präsident
[1]               ABl. L 343 vom 22.12.2009, S. 51.
[2]               ABl. L 251 vom 14.9.2006, S. 1.
[3]               ABl. C 19 vom 20.1.2011, S. 9.
[4]               ABl. C 270 vom 13.9.2011, S. 6.