CELEX: 31998S0962
Language: de
Date: 1998-05-07 00:00:00
Title: Entscheidung Nr. 962/98/EGKS der Kommission vom 7. Mai 1998 zur Aufhebung der Entscheidungen Nr. 1751/94/EGKS und Nr. 55/96/EGKS hinsichtlich der Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in Brasilien, der Tschechischen Republik, Polen, Rußland und der Ukraine

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31998S0962

Entscheidung Nr. 962/98/EGKS der Kommission vom 7. Mai 1998 zur Aufhebung der Entscheidungen Nr. 1751/94/EGKS und Nr. 55/96/EGKS hinsichtlich der Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in Brasilien, der Tschechischen Republik, Polen, Rußland und der Ukraine  

Amtsblatt Nr. L 135 vom 08/05/1998 S. 0007 - 0017

ENTSCHEIDUNG Nr. 962/98/EGKS DER KOMMISSION vom 7. Mai 1998 zur Aufhebung der Entscheidungen Nr. 1751/94/EGKS und Nr. 55/96/EGKS hinsichtlich der Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in Brasilien, der Tschechischen Republik, Polen, Rußland und der Ukraine DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -gestützt auf den Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl,gestützt auf die Entscheidung Nr. 2277/96/EGKS der Kommission vom 28. November 1996 über den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl gehörenden Ländern (1), insbesondere auf Artikel 9,nach Konsultation des Beratenden Ausschusses,in Erwägung nachstehender Gründe:A. VERFAHREN (1) Im Juli 1994 führte die Kommission mit der Entscheidung Nr. 1751/94/EGKS (2) einen endgültigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in Brasilien, Polen, Rußland und der Ukraine in die Gemeinschaft ein. Der Zoll entsprach der Differenz zwischen dem Preis von 149 ECU/T und dem Wert frei Grenze der Gemeinschaft, sofern dieser niedriger war.(2) Im Januar 1996 führte die Kommission mit der Entscheidung Nr. 55/96/EGKS (3) einen endgültigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in der Tschechischen Republik in die Gemeinschaft ein und nahm das Verpflichtungsangebot eines bestimmten Ausführers an. Der Zoll entsprach der vorgenannten Differenz.(3) In Randnummer 14 der Entscheidung Nr. 1751/94/EGKS und Randnummer 52 der Entscheidung Nr. 55/96/EGKS wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, angesichts der raschen Entwicklung der Marktsituation bei der betroffenen Ware und des Interesses der Gemeinschaft an der Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit der Abnehmer der betroffenen Ware die weitere Entwicklung und mögliche negative Auswirkungen auf die Abnehmer zu überwachen und die Antidumpingmaßnahmen zu überprüfen, sofern die Marktsituation dies rechtfertigen sollte.B. ÜBERPRÜFUNG (4) Aufgrund eines offensichtlichen Anstiegs der Ausfuhrpreise, der sich möglicherweise auf die Dumpingspanne und die Marktsituation in der Gemeinschaft auswirkt, veröffentlichte die Kommission am 10. April 1996 in einer Bekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften (4) ihren Beschluß, von sich aus eine Interimsüberprüfung gemäß Artikel 11 Absatz 3 der Entscheidung Nr. 2277/96/EGKS (nachfolgend "Grundentscheidung" genannt) einzuleiten.(5) Die Kommission unterrichtete offiziell den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, die bekanntermaßen betroffenen Ausführer/Hersteller, Einführer und gewerblichen Abnehmer, deren Verbände sowie die Vertreter der Ausfuhrländer. Alle unmittelbar betroffenen Parteien erhielten Gelegenheit, innerhalb der in der Bekanntmachung über die Einleitung der Überprüfung festgelegten Frist ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen.(6) Angesichts der Vielzahl der Ausführer/Hersteller in Brasilien beschloß die Kommission gemäß Artikel 17 der Grundentscheidung, für dieses Land bei der Dumpinguntersuchung Stichprobenverfahren anzuwenden. Zu diesem Zweck nahm die Kommission Kontakt mit allen aus dem vorausgegangenen Antidumpingverfahren bekannten brasilianischen Ausführern/Herstellern sowie deren Verband auf. Sie wählte diejenigen zur Mitarbeit bereiten Parteien aus, deren Ausfuhren in die Gemeinschaft im Jahr 1995 nach eigenen Angaben am umfangreichsten waren. Somit wurden von den 16 Unternehmen, die geantwortet hatten, zunächst sechs Ausführer/Hersteller für die Stichprobe berücksichtigt. Die interessierten Parteien nahmen nicht zu der vorgeschlagenen Stichprobe Stellung, die somit unverändert beibehalten wurde. Auf die letztlich in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen entfiel 1995 ein erheblicher Teil der gesamten Ausfuhren in die Gemeinschaft.(7) Die Kommission sandte allen ausgewählten Parteien in Brasilien sowie allen bekanntermaßen betroffenen Parteien in den übrigen von der Untersuchung betroffenen Ausfuhrländern sowie in der Gemeinschaft Fragebogen zu. Die ausgewählten brasilianischen Unternehmen, zwei polnische Ausführer/Hersteller, ein tschechischer Ausführer/Hersteller, zwei Gemeinschaftshersteller, drei unabhängige Einführer, sechs gewerbliche Abnehmer in der Gemeinschaft und zwei Verbände von gewerblichen Abnehmern in der Gemeinschaft antworteten. Russische oder ukrainische Ausführer/Hersteller arbeiteten nicht an der Untersuchung mit.(8) Die Kommission überprüfte alle für die Dumping- und Schadensermittlung für notwendig erachteten Informationen und führte Kontrollbesuche in den Betrieben der folgenden Unternehmen durch:a) Gemeinschaftshersteller - DK Recycling und Roheisen GmbH, Duisburg (Deutschland),- Servola S.p.A., Triest (Italien).b) Ausführer/Hersteller Brasilien: - Calsete, Sete Lagoas,- Plantar Siderúrgica S.A., Sete Lagoas,- Sicafe, Sete Lagoas,- Siderúrgica Ita-Min Ltda, Sete Lagoas;Polen: - Zaklad Wielkopiecowy S.P., Szczecin,- Huta Szczecin S.A., Szczecin;Tschechische Republik: - Vítkovice a.s., Ostrava.c) Unabhängiger Einführer - Frank & Schulte GmbH, Essen (Deutschland).d) Gewerbliche Abnehmer in der Gemeinschaft - Compagnie Française des Fontes en Coquille, Rochefort (Frankreich),- La Fonte Ardennaise, Vivier-au-Court (Frankreich),- Starkey's Technicast Ltd, Hull (Vereinigtes Königreich).(9) Die Dumpinguntersuchung betraf den Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis zum 31. März 1996 (nachfolgend "Untersuchungszeitraum" genannt) und die Schadensuntersuchung den Zeitraum von 1992 bis zum Ende des Untersuchungszeitraums.C. WARE UND GLEICHARTIGE WARE (10) Die Überprüfung betrifft die gleiche Ware wie die vorausgegangenen Untersuchungen, d. h. nichtlegiertes Roheisen mit einem Phosphorgehalt von 0,5 GHT oder weniger, das derzeit dem KN-Code 7201 10 19 zugewiesen wird (mit einem Mangangehalt von 0,4 GHT oder mehr und einem Siliciumgehalt von mehr als 1 GHT), d. h. sogenanntes Hämatit-Roheisen.Hämatit-Roheisen wird zur Herstellung von Schuppengraphitguß (Grauguß) verwendet, der insbesondere für hochwertige Maschinen und Werkzeugmaschinenteile wie auch für Gußteile, die Hitze und chemischen Druck aushalten müssen, benötigt wird.(11) Die Kommission stellte fest, daß das vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hergestellte und verkaufte Hämatit-Roheisen die gleichen grundlegenden physikalischen, chemischen und technischen Eigenschaften sowie die gleichen grundlegenden Verwendungen hat wie das aus den betroffenen Ländern eingeführte Hämatit-Roheisen. Auch das auf den Inlandsmärkten in Brasilien, Polen und der Tschechischen Republik verkaufte Hämatit-Roheisen und das aus den fünf betroffenen Ländern in die Gemeinschaft ausgeführte Hämatit-Roheisen hat die gleichen physikalischen, chemischen und technischen Eigenschaften sowie Verwendungen. Daher wurde der Schluß gezogen, daß das in den betroffenen Ausfuhrländern hergestellte und verkaufte Hämatit-Roheisen dem aus diesen Ländern in die Gemeinschaft ausgeführten bzw. dem in der Gemeinschaft hergestellten und verkauften Hämatit-Roheisen gleichartig im Sinne des Artikels 1 Absatz 4 der Grundentscheidung ist.D. DUMPING 1. Normalwert a) Brasilien (12) Wie unter Randnummer 6 dargelegt, wurde der Normalwert anhand einer Stichprobe ermittelt. Ein Unternehmen, das ursprünglich in die insgesamt sechs Unternehmen umfassende Stichprobe einbezogen worden war, unterließ es, wesentliche Angaben zu übermitteln. Dieses Unternehmen wurde daher aus der Stichprobe ausgeschlossen und als nicht zur Mitarbeit bereite Partei angesehen.(13) Im Verlauf der Untersuchung stellte sich heraus, daß ein in die Stichprobe einbezogenes Unternehmen eng mit einem anderen Unternehmen verbunden war, das die betroffene Ware ebenfalls herstellte und verkaufte und ursprünglich nicht in die Stichprobe einbezogen worden war. Um die Umgehung etwaiger Antidumpingmaßnahmen zu verhindern, wurde dieses geschäftlich verbundene Unternehmen daher letztlich in die Stichprobe einbezogen, die sich folglich aus sechs Unternehmen zusammensetzte.(14) Zur Ermittlung des Normalwertes prüfte die Kommission, ob die Inlandsverkäufe aller ausgewählten Ausführer/Hersteller gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Grundentscheidung repräsentativ waren. Dabei wurde festgestellt, daß fünf brasilianische Ausführer/Hersteller die betroffene Ware auf dem Inlandsmarkt insgesamt in Mengen verkauften, die 5 % oder mehr der Ausfuhren in die Gemeinschaft ausmachten.(15) Bei diesen fünf Ausführern/Herstellern wurde sodann geprüft, ob es sich bei ihren Inlandsverkäufen um Geschäfte im normalen Handelsverkehr im Sinne des Artikels 2 Absatz 4 der Grundentscheidung handelte. War der gewogene durchschnittliche Verkaufspreis mindestens so hoch wie die gewogenen durchschnittlichen Stückkosten und entfielen auf die Verkäufe unter Stückkosten mengenmäßig gesehen weniger als 20 % der zur Bestimmung des Normalwertes herangezogenen Verkäufe, so wurden alle Verkäufe als Geschäfte im normalen Handelsverkehr angesehen, so daß der Normalwert anhand der tatsächlich gezahlten gewogenen durchschnittlichen Preise bei sämtlichen Inlandsverkäufen ermittelt wurde. War der gewogene durchschnittliche Verkaufspreis niedriger als die gewogenen durchschnittlichen Stückkosten und entfielen auf die Verlustverkäufe 20 % oder mehr der zur Bestimmung des Normalwertes herangezogenen Verkäufe, so wurde der Normalwert ausschließlich anhand der tatsächlich gezahlten gewogenen durchschnittlichen Preise bei den gewinnbringenden Inlandsverkäufen bestimmt, sofern auf letztere mindestens 10 % der Inlandsverkäufe entfielen.(16) Der verbleibende brasilianische Ausführer/Hersteller in der Stichprobe verkaufte die betroffene Ware im Untersuchungszeitraum nicht auf dem Inlandsmarkt. Daher wurde der Normalwert für dieses Unternehmen gemäß Artikel 2 Absatz 1 der Grundentscheidung anhand der gewogenen durchschnittlichen Inlandspreise ermittelt, die von den übrigen fünf Ausführern/Herstellern in Rechnung gestellt und zur Ermittlung ihres Normalwertes herangezogen wurden.b) Rußland und Ukraine Vergleichsland (17) Da es sich bei Rußland und der Ukraine um Länder ohne Marktwirtschaft handelt, mußte gemäß Artikel 2 Absatz 7 der Grundentscheidung für die Ermittlung des Normalwertes ein Vergleichsland mit Marktwirtschaft ausgewählt werden. Als angemessenes Vergleichsland wurde Brasilien vorgeschlagen, da dort die Lage im Hinblick auf den Rohstoffzugang und die Energieversorgung ähnlich ist. Außerdem ist der brasilianische Inlandsmarkt mengenmäßig gesehen ausreichend repräsentativ. Aufgrund der Vielzahl der tätigen Unternehmen ist auch ein ausreichender Wettbewerb auf dem brasilianischen Markt gewährleistet. Außerdem wurde berücksichtigt, daß Brasilien bereits in der ursprünglichen Antidumpinguntersuchung als Vergleichsland herangezogen worden war. Die interessierten Parteien in Rußland und der Ukraine nahmen nicht zur Wahl Brasiliens als Vergleichsland Stellung.Inlandsverkäufe (18) Die Untersuchung ergab, daß die zur Mitarbeit bereiten Unternehmen im Vergleichsland die betroffene Ware gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Grundentscheidung in ausreichenden Mengen im normalen Handelsverkehr auf dem Inlandsmarkt verkauften. Der Normalwert für Rußland und die Ukraine wurde daher anhand der tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preise beim Verkauf der betroffenen Ware im Vergleichsland Brasilien (siehe Randnummer 15) ermittelt.c) Polen (19) Zur Ermittlung des Normalwertes führte die Kommission die unter Randnummer 14 beschriebene Analyse durch. Beide polnischen Ausführer/Hersteller verkauften die betroffene Ware auf dem Inlandsmarkt insgesamt in Mengen, die mindestens 5 % der Ausfuhren in die Gemeinschaft erreichten.(20) Danach wurde geprüft, ob es sich bei diesen Inlandsverkäufen um Geschäfte im normalen Handelsverkehr gemäß Artikel 2 Absatz 4 der Grundentscheidung handelte. Bei einem der Ausführer/Hersteller entfielen auf die gewinnbringenden Inlandsverkäufe weniger als 10 % der gesamten Inlandsverkäufe, so daß diese keine ausreichende Grundlage für die Ermittlung des Normalwertes bildeten. Daher erschien es angemessen, den Normalwert gemäß Artikel 2 Absatz 3 der Grundentscheidung durch Addition der Herstellkosten der betroffenen Ware und eines angemessenen Betrags für die Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten sowie für Gewinne (berechnet anhand der gewinnbringenden Verkäufe) rechnerisch zu ermitteln.(21) Die Kostenangaben des zweiten Ausführers/Herstellers wurden nicht als zuverlässig angesehen, da insbesondere die Zuordnung bestimmter Sonderkosten nicht ausreichend begründet wurde; daher wurden diese Angaben nicht berücksichtigt. Zur Prüfung der Frage, ob die Verkäufe dieses Ausführers/Herstellers gewinnbringend waren, verglich die Kommission dessen inländische Verkaufspreise mit den Stückkosten des ersten Ausführers/Herstellers, da beide Ausführer/Hersteller die gleichen Betriebsanlagen nutzten. Auf dieser Grundlage wurde festgestellt, daß die betroffene Ware auf dem Inlandsmarkt in ausreichenden Mengen im normalen Handelsverkehr verkauft wurde, so daß der Normalwert anhand der tatsächlich gezahlten gewogenen durchschnittlichen Preise bei sämtlichen Inlandsverkäufen bestimmt wurde.d) Tschechische Republik (22) Zur Ermittlung des Normalwertes führte die Kommission die unter den Randnummern 14 und 15 beschriebene Analyse durch. Der einzige zur Mitarbeit bereite tschechische Ausführer/Hersteller verkaufte die betroffene Ware auf dem Inlandsmarkt insgesamt in Mengen, die mehr als 5 % seiner Ausfuhren in die Gemeinschaft ausmachten. Auf seine Verlustverkäufe entfielen mehr als 20 % der zur Ermittlung des Normalwertes herangezogenen Verkäufe. Daher wurde der Normalwert anhand der tatsächlich gezahlten gewogenen durchschnittlichen Preise der verbleibenden gewinnbringenden Inlandsverkäufe bestimmt, auf die mehr als 10 % der Inlandsverkäufe der betroffenen Ware entfielen.2. Ausfuhrpreis a) Brasilien, Polen, Tschechische Republik (23) Alle zur Mitarbeit bereiten Ausführer/Hersteller in Brasilien, Polen und der Tschechischen Republik wickelten ihre Exportverkäufe in die Gemeinschaft direkt mit unabhängigen Einführern ab, so daß die Ausfuhrpreise gemäß Artikel 2 Absatz 8 der Grundentscheidung anhand der von diesen unabhängigen Einführern tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preise ermittelt wurden.b) Rußland und Ukraine (24) Da keines der betroffenen Unternehmen in Rußland und der Ukraine an dem Verfahren mitarbeitete (siehe Randnummer 7), wurden die Ausfuhrpreise gemäß Artikel 18 der Grundentscheidung anhand der verfügbaren Informationen ermittelt. Mangels anderer Informationen wurde die Auffassung vertreten, daß die Eurostat-Angaben die geeignete Grundlage für die Ermittlung der Ausfuhrpreise bildeten.3. Vergleich a) Brasilien (25) Im Interesse eines fairen Vergleichs des Normalwertes mit den Ausfuhrpreisen der in der Stichprobe einbezogenen Unternehmen wurden gemäß Artikel 2 Absatz 10 der Grundentscheidung auf Antrag gebührende Berichtigungen für Unterschiede vorgenommen, die nachweislich die Vergleichbarkeit der Preise beeinflußten. Die Berichtigungen betrafen Unterschiede bei den Transport-, Versicherungs-, Bereitstellungs-, Verlade-, Neben- und Kreditkosten sowie den Provisionen.b) Rußland und Ukraine (26) Gemäß Artikel 2 Absatz 10 der Grundentscheidung wurden die vorliegenden russischen und ukrainischen Ausfuhrpreise auf der Stufe cif frei Grenze der Gemeinschaft durch Berichtigungen auf die Stufe fob Staatsgrenze gebracht. Diese Berichtigungen spiegeln die durchschnittlichen Versand- und Versicherungskosten beim Transport der betroffenen Ware von der Grenze der betroffenen Länder zur Grenze der Gemeinschaft angemessen wider.c) Polen (27) Im Interesse eines fairen Vergleichs des Normalwertes mit den Ausfuhrpreisen der zur Mitarbeit bereiten Unternehmen wurden auf Antrag gemäß Artikel 2 Absatz 10 der Grundentscheidung gebührende Berichtigungen für Unterschiede vorgenommen, die nachweislich die Vergleichbarkeit der Preise beeinflußten. Diese Berichtigungen betrafen Unterschiede bei den Transport-, Versicherungs-, Bereitstellungs-, Verlade-, Neben- und Kreditkosten.d) Tschechische Republik (28) Im Interesse eines fairen Vergleichs des Normalwertes mit den Ausfuhrpreisen des zur Mitarbeit bereiten Unternehmens wurden gemäß Artikel 2 Absatz 10 der Grundentscheidung auf Antrag gebührende Berichtigungen für Unterschiede vorgenommen, die nachweislich die Vergleichbarkeit der Preise beeinflußten. Diese Berichtigungen betrafen Unterschiede bei den Kreditkosten.4. Dumpingspanne a) Brasilien (29) In der Regel verglich die Kommission die gewogenen durchschnittlichen Normalwerte mit den gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreisen der Ausführer/Hersteller.Bei drei brasilianischen Unternehmen wurde der gewogene durchschnittliche Normalwert jedoch gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundentscheidung mit den Preisen der einzelnen Ausfuhrgeschäfte in die Gemeinschaft verglichen, da die Ausfuhrpreise nach den Feststellungen der Kommission je nach Verkaufszeitraum erheblich voneinander abwichen. Daher hätte der Vergleich der gewogenen durchschnittlichen Normalwerte mit den gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreisen die Dumpingpraktiken nicht in vollem Umfang widergespiegelt.Die endgültigen Dumpingspannen der in die Stichprobe einbezogenen kooperierenden brasilianischen Ausführer/Hersteller, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft, erreichen folgende Werte:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(30) Wie unter Randnummer 13 dargelegt, wurde im Verlauf der Untersuchung festgestellt, daß ein Unternehmen der Stichprobe eng mit einem anderen Unternehmen verbunden war, das die betroffene Ware ebenfalls herstellte und verkaufte. Das erstgenannte Unternehmen hielt fast die Hälfte der Anteile an dem zweiten Unternehmen, und beide Unternehmen hatten gemeinsame Direktoren und nutzten die selben Vertriebskanäle. Aufgrund dieser engen Verbindung zwischen den beiden Unternehmen wäre im Fall der Festsetzung zweier unterschiedlicher Dumpingspannen die Gefahr groß gewesen, daß etwaige Antidumpingmaßnahmen umgangen werden, indem die Ausfuhren in die Gemeinschaft über das Unternehmen mit der niedrigeren Dumpingspanne gelenkt werden. Daher wurde der Schluß gezogen, daß für die beiden Unternehmen anhand ihrer gewogenen durchschnittlichen Dumpingspanne eine einzige Dumpingspanne festgesetzt werden sollte.(31) Die Dumpingspanne für die brasilianischen Unternehmen, die zur Mitarbeit an der Untersuchung der Kommission bereit waren, aber nicht in die Stichprobe einbezogen wurden, wurde gemäß Artikel 9 Absatz 6 der Grundentscheidung anhand der gewogenen durchschnittlichen Dumpingspanne der Unternehmen der Stichprobe ermittelt, wobei Dumpingspannen in Höhe von 0 % bzw. geringfügige Dumpingspannen nicht berücksichtigt wurden. Für die nachstehend genannten Unternehmen ergab sich daher eine Dumpingspanne von 4,2 %, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft:- Siderúrgica Alterosa Ltda,- Insivi,- Interlagos Siderúrgia Ltda,- Companhia Siderúrgica Lagoa da Prata,- Metalsider Ltda,- Companhia Siderúrgica Pitangui,- Siderpa,- Siderúrgica Valinho S.A.,- Siderúrgica União Bondespachense,- Viena Siderúrgica do Maranhão S.A.(32) Die Dumpingspanne für die nicht zur Mitarbeit bereiten Unternehmen einschließlich des unter Randnummer 12 genannten Unternehmens wurde gemäß Artikel 18 der Grundentscheidung anhand der verfügbaren Informationen ermittelt. Da ein Vergleich der Eurostat-Statistiken mit den Angaben aller zur Mitarbeit bereiten brasilianischen Ausführer/Hersteller über die Ausfuhren in die Gemeinschaft auf ein sehr hohes Maß an Mitarbeit hindeutete, kam die Kommission zu dem Ergebnis, daß die Untersuchungsergebnisse die besten verfügbaren Informationen darstellten und daß es am angemessensten war, zu diesem Zweck die höchste Dumpingspanne zugrunde zu legen, die bei einem in die Stichprobe einbezogenen Ausführer/Hersteller festgestellt wurde, da es keinen Grund zu der Annahme gab, daß die Dumpingspanne eines nicht zur Mitarbeit bereiten Ausführers/Herstellers niedriger gewesen sein könnte. Dies wurde auch für notwendig erachtet, um die Ablehnung der Mitarbeit nicht zu belohnen. Daher wurde für die nicht zur Mitarbeit bereiten Ausführer/Hersteller in Brasilien eine Dumpingspanne von 6,5 %, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft, zugrunde gelegt.b) Rußland und Ukraine (33) Gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundentscheidung wurde der gewogene durchschnittliche Normalwert für Brasilien mit dem obengenannten gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreis Rußlands und der Ukraine verglichen.Dabei ergaben sich für Rußland und die Ukraine Dumpingspannen von 2,6 bzw. 4 %, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft.c) Polen (34) Die Kommission verglich die gewogenen durchschnittlichen Normalwerte gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundentscheidung mit den gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreisen der Ausführer/Hersteller.Zwei zur Mitarbeit bereite polnische Unternehmen, Zaklad Wielkopiecowy Szczecin SP. Z.O.O. und Huta Szczecin S.A., behaupteten, sie würden zwei unabhängige Einheiten bilden. Die Untersuchung ergab jedoch, daß sie eng miteinander verbunden sind, da sie gemeinsame Manager, Arbeitnehmer, Betriebsstätten und Büros haben und eines der Unternehmen fast die Hälfte der Anteile des anderen Unternehmens hält. Aufgrund dieser engen Verbindung wäre im Fall der Ermittlung zweier unterschiedlicher Dumpingspannen die Gefahr groß gewesen, daß die Antidumpingmaßnahmen umgangen werden, indem die Ausfuhren in die Gemeinschaft über das Unternehmen mit der niedrigeren Dumpingspanne gelenkt werden. Daher wurde der Schluß gezogen, daß für diese beiden Unternehmen anhand ihrer gewogenen durchschnittlichen Dumpingspanne nur eine einzige Dumpingspanne festgesetzt werden sollte. Diese endgültige Dumpingspanne, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft, erreicht folgende Werte:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(35) Für die polnischen Ausführer, die weder den Fragebogen der Kommission beantworteten noch sich in anderer Weise meldeten, wurde die Dumpingspanne gemäß Artikel 18 Absatz 1 der Grundentscheidung anhand der verfügbaren Informationen ermittelt. Da ein Vergleich der Eurostat-Statistiken mit den Angaben der zur Mitarbeit bereiten polnischen Ausführer/Hersteller über die Ausfuhren in die Gemeinschaft auf ein sehr hohes Maß an Mitarbeit hindeutete, kam die Kommission im Einklang mit dem unter Randnummer 31 beschriebenen Ansatz zu dem Ergebnis, daß für die nicht zur Mitarbeit bereiten Unternehmen die Dumpingspanne der zur Mitarbeit bereiten Unternehmen am angemessensten ist. Daher wurde für die nicht zur Mitarbeit bereiten Ausführer/Hersteller in Polen eine Dumpingspanne von 12,8 %, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft, zugrunde gelegt.d) Tschechische Republik (36) Gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundentscheidung wurde der gewogene durchschnittliche Normalwert mit den Preisen der einzelnen Ausfuhrgeschäfte in die Gemeinschaft verglichen, da die Ausfuhrpreise je nach Gebiet erheblich voneinander abwichen. Daher hätte ein Vergleich der gewogenen durchschnittlichen Normalwerte mit den gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreisen die Dumpingpraktiken nicht in vollem Umfang widergespiegelt.Die endgültige Dumpingspanne für den einzigen zur Mitarbeit bereiten Ausführer in der Tschechischen Republik, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft, erreicht folgenden Wert:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(37) Für die tschechischen Ausführer, die weder den Fragebogen der Kommission beantworteten noch sich in anderer Weise meldeten, wurde die Dumpingspanne gemäß Artikel 18 Absatz 1 der Grundentscheidung anhand der verfügbaren Informationen ermittelt. Da ein Vergleich der Eurostat-Statistiken mit den Angaben des zur Mitarbeit bereiten tschechischen Ausführers über die Ausfuhren in die Gemeinschaft auf ein sehr hohes Maß an Mitarbeit hindeutete, kam die Kommission im Einklang mit dem unter Randnummer 31 beschriebenen Ansatz zu dem Ergebnis, daß für die nicht zur Mitarbeit bereiten Unternehmen die Dumpingspanne des zur Mitarbeit bereiten Unternehmens am angemessensten ist. Daher wurde für die nicht zur Mitarbeit bereiten Ausführer/Hersteller in der Tschechischen Republik eine Dumpingspanne von 7,4 %, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Preises frei Grenze der Gemeinschaft, zugrunde gelegt.E. WIRTSCHAFTSZWEIG DER GEMEINSCHAFT (38) Alle Gemeinschaftshersteller übermittelten der Kommission nach entsprechender Aufforderung Informationen. Somit bilden die zur Mitarbeit bereiten Hersteller den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 der Grundentscheidung.F. SCHÄDIGUNG 1. Vorbemerkungen (39) Bei der Schadensermittlung im Rahmen dieser Überprüfung prüfte die Kommission Angaben über die Zeit von 1992 bis zum 31. März 1996. Da sich der Untersuchungszeitraum auf 15 Monate erstreckte (1. Januar 1995 bis 31. März 1996), rechnete die Kommission die entsprechenden Angaben im Interesse eines fairen Vergleichs auf einen Zwölfmonatszeitraum um. Geographisch erstreckte sich die Untersuchung auf die Fünfzehnergemeinschaft. Allerdings ist darauf hinzuweisen, daß die Angaben über bestimmte Schadensindikatoren (z. B. Verbrauch und Marktanteil) in der Zeit vor 1995 für die drei neuen Mitgliedstaaten (Österreich, Finnland und Schweden) extrapoliert wurden.2. Kumulierung (40) Die Kommission prüfte, ob die Einfuhren von Hämatit-Roheisen aus Brasilien, Polen, Rußland, der Ukraine und der Tschechischen Republik gemäß Artikel 3 Absatz 4 der Grundentscheidung kumuliert bewertet werden sollten.(41) Die Kommission vertrat die Auffassung, daß alle in Artikel 3 Absatz 4 der Grundentscheidung aufgeführten Voraussetzungen für die Kumulierung der Einfuhren aus den fünf betroffenen Ländern erfuellt waren, das heißt, daß die Dumpingspanne jedes einzelnen Ausfuhrlandes nicht geringfügig war, daß die Einfuhren aus jedem Land nicht unerheblich waren und daß eine kumulative Beurteilung der Auswirkungen der Einfuhren angesichts des Wettbewerbs zwischen den eingeführten Waren und der gleichartigen Gemeinschaftsware angemessen war. Die Kommission kam zu dem Schluß, daß sich das Hämatit-Roheisen mit Ursprung in den fünf betroffenen Ländern in jeder Hinsicht ähnelt, austauschbar ist und in der Gemeinschaft über ähnliche Vertriebskanäle und unter ähnlichen Geschäftsbedingungen vermarktet wird wie die in der Gemeinschaft hergestellte und verkaufte Ware. Daher wird die Auffassung vertreten, daß das eingeführte Hämatit-Roheisen sowohl untereinander als auch mit dem in der Gemeinschaft hergestellten und verkauften Hämatit-Roheisen konkurriert.Daher wurden die Einfuhren aus den fünf betroffenen Ländern kumulativ beurteilt.3. Gemeinschaftsverbrauch (42) Der sichtbare Gemeinschaftsverbrauch wurde durch Addition der Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt und der Einfuhren aus sämtlichen Drittländern in die Gemeinschaft ermittelt. Danach erhöhte sich der Verbrauch zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum von 826 961 Tonnen auf 989 622 Tonnen, doch war die Entwicklung von Jahr zu Jahr uneinheitlich.4. Volumen und Marktanteile der gedumpten Einfuhren (43) Die gedumpten Einfuhren aus allen betroffenen Ländern erhöhten sich zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum erheblich, und zwar von 441 226 Tonnen auf 746 251 Tonnen.(44) In den Eurostat-Angaben, auf die sich diese Feststellungen stützen, wurde bis Anfang 1993 nicht zwischen den Einfuhren aus der Tschechischen Republik und denjenigen aus der Slowakischen Republik unterschieden. Den vorliegenden Informationen ist jedoch zu entnehmen, daß es in der Slowakischen Republik keinen Ausführer/Hersteller von Roheisen gibt.Außerdem wurde in den Eurostat-Angaben erst ab 1992 genau zwischen den Einfuhren aus den Ländern auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR unterschieden.(45) Der Marktanteil der gedumpten Einfuhren aus allen betroffenen Ländern erhöhte sich von 53 % im Jahr 1992 auf 75 % im Untersuchungszeitraum.5. Preise der gedumpten Einfuhren (46) Die gewogenen durchschnittlichen cif-Preise aller Einfuhren erhöhten sich zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum. Die cif-Preise der Einfuhren aus Brasilien und der Ukraine waren nach der Einführung der vorläufigen Maßnahmen im Januar 1994 höher als der Mindestpreis von 149 ECU/t. Die Preise der Einfuhren aus Polen waren 1994 niedriger als dieser Mindestpreis, erhöhten sich danach aber deutlich. Auch die Preise der Einfuhren aus Rußland waren 1994 niedriger als der Mindestpreis, stiegen danach aber ebenfalls. Im Fall der Tschechischen Republik wurden erst im Januar 1996 endgültige Maßnahmen eingeführt und ein Verpflichtungsangebot eines bestimmten Ausführers/Herstellers angenommen, wobei der Mindestpreis (149 ECU/t) zugrunde gelegt wurde. Somit waren die Maßnahmen betreffend die Tschechische Republik am Ende des Untersuchungszeitraums dieser Überprüfung (31. März 1996) erst seit weniger als drei Monaten in Kraft.(47) Zur Prüfung der Frage, ob die Ausführer/Hersteller die Preise der Gemeinschaftshersteller unterboten, verglich die Kommission die gewogenen Durchschnittspreise der Gemeinschaftshersteller auf dem Gemeinschaftsmarkt mit den vergleichbaren gewogenen Durchschnittspreisen aller Ausfuhrländer auf einer vergleichbaren Handelsstufe, d. h. auf der Stufe ab Lager des Einführers/Herstellers bzw. ab Werk des Gemeinschaftsherstellers, verzollt, wobei anhand der verfügbaren Informationen eine Berichtigung für die nach der Einfuhr verzeichneten Kosten und Gewinne vorgenommen wurde. Im Fall der Gemeinschaftshersteller wurden die Preise herangezogen, die unabhängigen Abnehmern in Rechnung gestellt und gegebenenfalls auf die Stufe ab Werk gebracht wurden.(48) Dieser Vergleich ergab für die einzelnen betroffenen Länder folgende Preisunterbietungsspannen im Untersuchungszeitraum:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>6. Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft Vorbemerkungen (49) Während der Antidumpinguntersuchung, die zur Einführung von Antidumpingzöllen auf die Einfuhren der betroffenen Ware mit Ursprung in Brasilien, Polen, Rußland und der Ukraine führte, waren sieben Gemeinschaftshersteller auf dem Markt tätig. Seit 1993 stellten fünf dieser Hersteller ihre Produktion ein.Bei vier dieser fünf Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich um große Stahlhersteller, für die die Produktion von Hämatit-Roheisen nur von ganz untergeordneter Bedeutung war. Im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen beschlossen diese Unternehmen, sich auf ihre Haupterzeugnisse zu konzentrieren und die Produktion von Hämatit-Roheisen einzustellen. Bei dem fünften Unternehmen entfielen 33 % seiner Gesamtproduktion auf die betroffene Ware und 67 % auf Ferromangan (für dessen Herstellung der selbe Hochofen verwendet wird). Die Einstellung der Produktion war vor allem auf den Beschluß des Unternehmens zurückzuführen, Ferromangan aus anderen Quellen zu beziehen und daher den Hochofen nicht länger zu betreiben.Daher verblieben am Ende des Untersuchungszeitraums der Überprüfung nur noch zwei Gemeinschaftshersteller, von denen einer während des Bezugszeitraums (1992 bis September 1995) größtenteils unter Insolvenzverwaltung stand und effektiv zahlungsunfähig war. Das zweite Unternehmen befand sich in einer besseren finanziellen Lage, verzeichnete jedoch dennoch Verluste.(50) Aufgrund dieser Situation wird nachstehend bei den Schadensindikatoren getrennt auf die Gemeinschaftshersteller insgesamt und auf die beiden verbleibenden Gemeinschaftshersteller eingegangen.Produktion (51) Die Produktion der betroffenen Ware verringerte sich insgesamt von 443 724 Tonnen im Jahr 1992 auf 297 527 Tonnen im Jahr 1994 und 238 154 Tonnen im Untersuchungszeitraum, was einem Rückgang um 46 % im Bezugszeitraum insgesamt und einem Rückgang um 20 % zwischen 1994 und dem Untersuchungszeitraum entspricht. Dabei ist zu berücksichtigen, daß fünf Gemeinschaftshersteller ihre Produktion einstellten.(52) Die Produktion der beiden verbleibenden Gemeinschaftshersteller verringerte sich von 273 187 Tonnen im Jahr 1992 auf 253 527 Tonnen im Jahr 1994 und 232 314 Tonnen im Untersuchungszeitraum, was einem Rückgang von 15 % im Bezugszeitraum insgesamt und einem Rückgang um 8 % zwischen 1994 und dem Untersuchungszeitraum entspricht. Hier ist darauf hinzuweisen, daß das Unternehmen, das unter Insolvenzverwaltung stand, die betroffene Ware in den ersten neun Monaten des Untersuchungszeitraums nicht herstellte.Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft (53) Die Verkäufe sämtlicher Gemeinschaftshersteller auf dem Gemeinschaftsmarkt verringerten sich von 363 882 Tonnen im Jahr 1992 auf 269 867 Tonnen im Jahr 1994 und 219 693 Tonnen im Untersuchungszeitraum, während die Verkäufe der beiden verbleibenden Gemeinschaftshersteller von 246 476 Tonnen im Jahr 1992 auf 230 867 Tonnen im Jahr 1994 und 201 673 Tonnen im Untersuchungszeitraum zurückgingen.Marktanteil (54) Der Vergleich der Verkäufe mit dem sichtbaren Gemeinschaftsverbrauch zeigt, daß sich der Marktanteil der Gemeinschaftshersteller im Bezugszeitraum verringerte, und zwar von 44 % im Jahr 1992 auf 27 % im Jahr 1994 und 22 % im Untersuchungszeitraum. Der Marktanteil der beiden verbleibenden Hersteller ging von 30 % im Jahr 1992 auf 23 % im Jahr 1994 und 20 % im Untersuchungszeitraum zurück.Kapazität, Kapazitätsauslastung (55) Aufgrund der Betriebsstillegungen verringerte sich die gesamte Produktionskapazität im Bezugszeitraum um 45 % von 1 817 000 Tonnen auf 991 334 Tonnen. Die Kapazität der beiden verbleibenden Hersteller belief sich konstant auf 890 000 Tonnen.(56) Die Kapazitätsauslastung ist aufgrund der Betriebsstillegungen und der besonderen Lage des Herstellers unter Insolvenzverwaltung als Schadensindikator nicht sehr aussagekräftig.Lagerbestände (57) Die Lagerbestände der Gemeinschaftshersteller verringerten sich von 151 485 Tonnen im Jahr 1992 auf 33 207 Tonnen im Untersuchungszeitraum. Aufgrund der Betriebsstillegungen und der damit einhergehenden Auflösung der Lagerbestände sind diese Daten jedoch nicht aussagekräftig. Die Lagerbestände der beiden verbleibenden Hersteller verringerten sich im Bezugszeitraum von 43 417 Tonnen auf 33 207 Tonnen. Der unter Insolvenzverwaltung stehende Hersteller, der die Produktion eingestellt hatte, verkaufte die betroffene Ware im Untersuchungszeitraum mehrere Monate aus Lagerbeständen.Preisentwicklung (58) Die Verkaufspreise der betroffenen Ware im gesamten Bezugszeitraum liegen nur für die beiden verbleibenden Gemeinschaftshersteller vor. Danach verringerte sich der gewogene durchschnittliche Verkaufspreis in der Gemeinschaft von 167 ECU/t im Jahr 1992 auf 144 ECU/t im Jahr 1993 und stieg dann nach der Einführung der Antidumpingmaßnahmen auf 158 ECU/t im Jahr 1994 und 174 ECU/t im Untersuchungszeitraum. Dies entspricht einem Preisanstieg um 4 % zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum und um 21 % zwischen 1993 und dem Untersuchungszeitraum.Rentabilität (59) Angaben über die Rentabilität liegen nur für die beiden verbleibenden Unternehmen vor. Diese Unternehmen verzeichneten im Bezugszeitraum Verluste, die sich allerdings verringerten. Die gewogenen durchschnittlichen Verluste beliefen sich 1992 auf 36 % des Umsatzes, 1994 auf 19 % und im Untersuchungszeitraum auf 7 %.Beschäftigung (60) Die Zahl der Beschäftigten bei den beiden verbleibenden Unternehmen verringerte sich zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum um 14 % von 444 auf 384.Schlußfolgerung zur Schädigung (61) Die Untersuchung ergab, daß der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft trotz der Einführung der Antidumpingmaßnahmen Betriebe stillegte (was allerdings in erster Linie auf andere Gründe als die gedumpten Einfuhren zurückzuführen war) und einen Produktions- und Verkaufsrückgang sowie Marktanteileinbußen verzeichnete. Dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft gelang es nicht, wieder die Gewinnzone zu erreichen.G. SCHADENSURSACHE 1. Vorbemerkung (62) In den Entscheidungen Nr. 1751/94/EGKS und Nr. 55/96/EGKS hatte die Kommission festgestellt, daß die gedumpten Einfuhren mit Ursprung in Brasilien, Polen, Rußland, der Ukraine und der Tschechischen Republik eine bedeutende Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verursacht hatten. Im Rahmen dieser Überprüfung sollte ermittelt werden, ob die betroffenen Einfuhren weiterhin eine solche Schädigung verursachten.2. Auswirkungen der gedumpten Einfuhren (63) Zwar war zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum ein deutlicher Anstieg des Volumens und des Marktanteils der Einfuhren aus den betroffenen Ländern zu beobachten, doch erhöhten sich die Preise dieser Einfuhren nach der Einführung der Antidumpingmaßnahmen im Jahr 1994 im allgemeinen beträchtlich, so daß sie über dem Mindestpreis lagen.(64) Die Nachfrage in der Gemeinschaft ist seit jeher deutlich größer als die Produktionskapazität der Gemeinschaftshersteller. Vor den Betriebsstillegungen konnten die Gemeinschaftshersteller bestenfalls 45 % bis 50 % der Nachfrage decken. Daher waren die Gemeinschaftshersteller weniger über das Volumen und den Marktanteil der Einfuhren aus den betroffenen Ländern besorgt als vielmehr über deren Preise.(65) Die Zusammensetzung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft änderte sich im Bezugszeitraum, da fünf Hersteller die Produktion der betroffenen Ware seit 1993 einstellten. Der Beschluß dieser Unternehmen, die Produktion der betroffenen Ware einzustellen, wurde zwar möglicherweise durch den Preis der Einfuhren von Hämatit-Roheisen beeinflußt, war jedoch nicht in erster Linie auf diese Einfuhren zurückzuführen.(66) Die Herstellung von Hämatit-Roheisen ist die Haupteinnahmequelle für die beiden verbleibenden Gemeinschaftshersteller. Bekanntlich ergab die Untersuchung, daß eines dieser Unternehmen während des Bezugszeitraums größtenteils unter Insolvenzverwaltung stand und effektiv zahlungsunfähig war. Dieses Unternehmen stellte die Produktion der betroffenen Ware im Januar 1995 für neun Monate ein.Das zweite Unternehmen befand sich zwar in einer besseren finanziellen Lage, verzeichnete aber im Bezugszeitraum dennoch Verluste, was in erster Linie auf die sehr hohen Sozialkosten im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen war. Eine Neuberechnung der Rentabilität ohne Berücksichtigung dieser Sozialkosten zeigte, daß dieses Unternehmen zwar 1992 und 1993 Verluste verzeichnete, 1994, 1995 und im Untersuchungszeitraum jedoch bescheidene Gewinne erwirtschaftete.3. Schlußfolgerung (67) Im Verlauf der Überprüfung stellte die Kommission somit fest, daß sich die Zusammensetzung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft deutlich änderte, da es nur noch zwei Hersteller von Hämatit-Roheisen gibt. Außerdem zeigte die Untersuchung, daß die verbleibenden Hersteller vor und während des Bezugszeitraums mit Schwierigkeiten konfrontiert waren und weiterhin Verluste verzeichneten, auch wenn diese rückläufig waren. Dabei handelte es sich jedoch um Strukturprobleme, die nicht mit den gedumpten Einfuhren im Zusammenhang standen. Trotz eines deutlichen Anstiegs der Preise der Einfuhren nach der Einführung der Antidumpingmaßnahmen mußte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft weiterhin mit Schwierigkeiten kämpfen.(68) Daher wird der Schluß gezogen, daß die gedumpten Einfuhren nicht nennenswert zur Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beitrugen, die weitgehend auf andere Faktoren als die Einfuhren aus den betroffenen Ländern zurückzuführen ist.H. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT 1. Vorbemerkungen (69) Die Kommission prüfte, ob die Aufrechterhaltung der Maßnahmen oder aber ihre Änderung bzw. Aufhebung im Interesse der Gemeinschaft liegt.(70) Dazu sandte die Kommission allen bekanntermaßen betroffenen Parteien einschließlich des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, der Einführer/Händler und der gewerblichen Abnehmer Fragebogen zu. Sie erhielt nur in begrenztem Umfang Antworten von den Abnehmern sowie von den Einführern/Händlern der betroffenen Ware.2. Interesse des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft a) Natur und Struktur des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft (71) Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft verarbeitet im wesentlichen den Rohstoff (normalerweise Eisenerz und Koks) in einem Hochofen bei Temperaturen von über 1 000 °C zu Hämatit-Roheisen. Das fluessige Eisen wird anschließend zu Masseln gegossen, gekühlt, eingelagert und danach verkauft. Bei Hämatit-Roheisen handelt es sich um ein grundlegendes, technologisch einfaches Eisenerzeugnis, das als Rohstoff zur Herstellung von Grauguß verwendet wird.(72) Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft setzt sich aus zwei Unternehmen zusammen, von denen das eine im Nordosten Italiens und das andere im Nordwesten Deutschlands angesiedelt ist. Bei beiden Unternehmen handelt es sich um relativ kleine Betriebe, die im Untersuchungszeitraum insgesamt 393 Personen beschäftigten. Hämatit-Roheisen ist das wichtigste Erzeugnis dieser Unternehmen: Auf dieses Roheisen entfielen im Untersuchungszeitraum jeweils rund 85 % des Umsatzes der Unternehmen.(73) Die Gesamtproduktion der betroffenen Ware im Untersuchungszeitraum belief sich auf rund 230 000 Tonnen, die fast ausschließlich auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauft wurden. Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft kann bestenfalls rund 30 % der Nachfrage in der Gemeinschaft decken.b) Auswirkungen der Aufrechterhaltung bzw. der Aufhebung der Maßnahmen (74) Die Untersuchung ergab, daß es aufgrund der Natur der Schwierigkeiten der Gemeinschaftshersteller unwahrscheinlich ist, daß der Wirtschaftszweig von diesen Maßnahmen profitieren wird.(75) Außerdem ist zu betonen, daß die Unternehmen, die zuvor die Produktion von Roheisen eingestellt hatten, trotz der Einführung der Antidumpingmaßnahmen und der anschließenden deutlichen Preiserhöhung diese Produktion nicht wiederaufnahmen.3. Interessen der anderen Parteien (76) Aufgrund dieser Schlußfolgerungen erscheint es nicht notwendig, die Auswirkungen der Maßnahmen auf die anderen interessierten Parteien zu prüfen.I. SCHLUSSFOLGERUNG (77) Aufgrund der Feststellungen zur Schädigung, zur Schadensursache und zum Interesse der Gemeinschaft sollte das Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in Brasilien, der Tschechischen Republik, Polen, Rußland und der Ukraine eingestellt werden, und die Maßnahmen sollten aufgehoben werden -HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:Artikel 1 Das Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von Hämatit-Roheisen mit Ursprung in Brasilien, der Tschechischen Republik, Polen, Rußland und der Ukraine wird eingestellt.Artikel 2 Die Entscheidungen Nr. 1751/94/EGKS und Nr. 55/96/EGKS werden aufgehoben.Artikel 3 Diese Entscheidung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.Diese Entscheidung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.Brüssel, den 7. Mai 1998Für die KommissionLeon BRITTANVizepräsident(1) ABl. L 308 vom 29. 11. 1996, S. 11.(2) ABl. L 182 vom 16. 7. 1994, S. 37.(3) ABl. L 12 vom 17. 1. 1996, S. 5.(4) ABl. C 104 vom 10. 4. 1996, S. 11.