CELEX: 31993D0009
Language: de
Date: 1992-09-30 00:00:00
Title: 93/9/EWG: Entscheidung der Kommission vom 30. September 1992 zur Feststellung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (IV/M.214 - Du Pont/ICI) (Nur der englische Text ist verbindlich)

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31993D0009

93/9/EWG: Entscheidung der Kommission vom 30. September 1992 zur Feststellung der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (IV/M.214 - Du Pont/ICI) (Nur der englische Text ist verbindlich)  

Amtsblatt Nr. L 007 vom 13/01/1993 S. 0013 - 0024

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 30. September 1992 zur Feststellung  der Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (IV/M.214 - Du Pont/ICI) (Nur  der englische Text ist verbindlich)(93/9/EWG)DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN  - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates vom 21. Dezember 1989 über die Kontrolle  von Unternehmenszusammenschlüssen  (1), insbesondere auf Artikel 8 Absatz 2, gestützt auf den Beschluß der Kommission vom 3. Juni 1992, in dieser Sache ein Verfahren  einzuleiten  (2), nachdem den beteiligten Unternehmen Gelegenheit gegeben wurde, ihre Stellungnahmen zu den von der  Kommission vorgebrachten Beanstandungen abzugeben, gestützt auf die Stellungnahme des Beratenden Ausschusses für Unternehmenszusammenschlüsse  (3), in Erwägung nachstehender Gründe:I.  HINTERGRUNDDas Verfahren(1)  Dieses Verfahren betrifft den  beabsichtigten Erwerb des gesamten internationalen Nylonfasergeschäfts der Imperial Chemical  Industries plc (ICI) durch die E.I. du Pont de Nemours and Company (Du Pont), der gemäß Artikel 4  der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 (nachstehend "die Verordnung") angemeldet wurde. (2)  Die Kommission hat am 20. Mai 1992 beschlossen, daß der Vollzug des Zusammenschlusses  ausgesetzt bleibt, und am 3. Juni 1992 in dieser Sache das Verfahren gemäß Artikel 6 Absatz 1  Buchstabe c) der Verordnung eingeleitet.Die Parteien(3)  Du Pont ist ein US-amerikanischer  Konzern mit internationalen Tätigkeiten vor allem in der Chemie- und in der Erdölindustrie. Der  Konzern erzielte 1991 einen weltweiten Umsatz von rund 31 Milliarden ECU, von denen etwa 30  % auf  den Verkauf von Polymeren und Fasern entfielen. Der Gesamtumsatz von Du Pont in der Europäischen  Gemeinschaft belief sich 1991 auf 9 Milliarden ECU. (4)  ICI ist ein im Vereinigten Königreich gelegener Konzern mit internationalen Tätigkeiten vor  allem in der Chemieindustrie und verwandten Industriezweigen. Der Konzern erzielte 1991 einen  weltweiten Umsatz von rund 18 Milliarden ECU, von denen etwa 800 Millionen ECU auf Nylonfasern  entfielen.II.  DER ZUSAMMENSCHLUSS(5)  Der Erwerb des Nylonfasergeschäfts von ICI durch Du Pont  stellt einen Zusammenschluß im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 der Verordnung dar.III.   GEMEINSCHAFTSWEITE BEDEUTUNG(6)  Der weltweite Gesamtumsatz von Du Pont und des  Nylonfasergeschäfts von ICI, das Gegenstand des Zusammenschlußvorhabens ist, betrug 1991 mehr als 5  Milliarden ECU. Sowohl Du Pont als auch das Nylongeschäft von ICI erwirtschaften einen  gemeinschaftsweiten Umsatz von mehr als 250 Millionen ECU, und sie haben nicht mehr als zwei  Drittel dieses Umsatzes in einem und demselben Mitgliedstaat erzielt. Dem Zusammenschluß kommt  demnach eine gemeinschaftsweite Bedeutung im Sinne des Artikels 1 Absatz 2 der Verordnung zu.IV.   BEURTEILUNG NACH ARTIKEL 2 DER VERORDNUNG1.  Die Struktur der Nylonindustrie(7)  Nylon (auch  unter dem Namen Polyamid bekannt) ist das Ergebnis verschiedener chemischer Verfahren. Die  Nylonfaser wird in drei Produktionsschritten hergestellt: -  Der erste Schritt umfasst die Produktion des Rohstoffes, also die Produktion von Caprolaktam für  die sogenannte Nylon-6-Route und von Nylonsalz (Hexamethylendiaminadipat) für die sogenannte  Nylon-6.6-Route. Caprolaktam und Nylonsalz werden in einer Produktionskette durch Verarbeitung und  Vermischung verschiedener Zwischenstoffe hergestellt. Die wichtigsten Nylon-Zwischenstoffe für  Nylon-6.6 sind Adiponitril (ADN) und Hexamethylendiamin (HMD). -  Der zweite Schritt umfasst die Polymerisierung (Bildung langer Molekularketten) des Rohstoffes  zur Herstellung einer Paste (geschmolzenes Polymer), die gekühlt und dann in Chips  (Polymergranulat) geschnitten wird. -  Beim dritten Produktionsschritt werden die Chips erneut geschmolzen und aus dem geschmolzenen  Polymer entweder Filamentgarn (endlose Filamentgarne, die unter der Abkürzung BCF - bulked  continuous filaments yarn - bekannt sind) oder Stapelfasern hergestellt. (8)  Auf den einzelnen Produktionsstufen sind verschiedene Unternehmen tätig. Manche Unternehmen  sind auf allen Stufen präsent (die integrierten Unternehmen). In Europa gibt es nur die drei  integrierten Unternehmen ICI, Du Pont und die französische Gesellschaft Rhône-Poulenc, die alle  über grosse petrochemische Produktionsbetriebe verfügen  (1). Andere Petrochemieunternehmen wie das  deutsche Unternehmen BASF sind nur auf den ersten beiden Produktionsstufen - Herstellung von  Caprolaktam oder Nylonsalz und Polymerisierung - tätig. Manche Unternehmen sind lediglich auf den letzten beiden Produktionsstufen - Polymerisierung und  Faserproduktion - tätig. Diese Unternehmen, wie die italienischen Hersteller SNIA, Radici und  Aquafil, müssen die Rohstoffe Caprolaktam oder Nylonsalz kaufen. Eine dritte Gruppe von Unternehmen kauft Polymer, um damit lediglich Fasern herzustellen. Diese  Unternehmen sind entweder in bestimmten Marktnischen spezialisiert oder kleine Unternehmen, die vor  allem Commodity-Fasern und insbesondere Textilfasern herstellen. Ein europäischer Teppichhersteller, Beaulieu (der weltweit zweitgrösste Teppichhersteller),  produziert auch Nylonfasern für den Eigenbedarf. Er ist allerdings nicht in der Lage, sämtliche  Nylonfaserarten herzustellen, die er benötigt  (2). (9)  Der Verbrauch von Nylonfasern ist bis in die siebziger Jahre rasch gestiegen, danach aber -  zumindest in Europa - zurückgegangen. Die Gesamtnachfrage nach Nylon ist in den letzten Jahren um  etwa 3  % jährlich gestiegen. Es wird damit gerechnet, daß sie sich in den nächsten zehn Jahren in  demselben Umfang fortentwickeln wird. Mit dem niedrigsten Wachstum (2 bis 3  %) wird in  Nordamerika, mit dem höchsten Wachstum (4 bis 5  %) im Raum des asiatischen Pazifiks gerechnet,  während in Europa mit einem Wachstum von etwa 3 bis 4  % gerechnet wird. In der europäischen Nylonindustrie herrschen im Bereich der Nylonfaserproduktion seit einiger Zeit  Überkapazitäten, die sich auf die Rentabilität der meisten Unternehmen ausgewirkt haben.2.  Die  sachlich relevanten Märkte(10)  Der geplante Zusammenschluß wirkt sich unmittelbar auf die  verschiedenen Verwendungszwecke von Nylonfasern aus, die zur Folge haben, daß für die einzelnen  Nylonfasersorten unterschiedliche relevante Märkte bestehen. Die Nylonfasern lassen sich nach ihrem Einsatzbereich in folgende Hauptgruppen einteilen: -  Fasern für textile Zwecke, -  Fasern für Bodenbeläge (Teppiche), -  Fasern für industrielle Zwecke. Sowohl Du Pont als auch ICI sind aktive Wettbewerber auf dem EG-Markt für Teppichfasern und  Industriegarne. ICI ist ausserdem im textilen Einsatzbereich tätig, während Du Pont mit seinen  Lycra-Produkten der Hauptlieferant auf dem Nachbarmarkt für Elastanfasern ist. ICI erzielte 1991 in der Europäischen Gemeinschaft mit textilen Nylonfasern einen Umsatz von rund [   .  .  .  ]  (*)  (1) Millionen ECU, mit Nylonteppichfasern einen Umsatz von rund [  .  .  .  ]   (2) Millionen ECU und mit Industriefasern einen Umsatz von rund [  .  .  .  ]  (3) Millionen ECU.  Du Pont erzielte einen Umsatz von rund [  .  .  .  ]  (4) Millionen ECU mit Nylonteppichfasern und  von rund [  .  .  .  ]  (5) Millionen ECU mit Industriefasern. Du Pont hatte nur geringfügige  Umsätze mit textilen Nylonfasern, da das Unternehmen über keine in der Europäischen Gemeinschaft  gelegene Produktion verfügt. Die übrigen Umsätze von Du Pont und ICI im Nylonbereich entfielen in  der Europäischen Gemeinschaft im wesentlichen auf Industrieharze (Du Pont rund [  .  .  .  ]  (6)  Millionen ECU, ICI rund [  .  .  .  ]  (7) Millionen ECU). Du Ponts weltweiter Umsatz im Nylonbereich betrug rund [  .  .  .  ]  (8) Millionen ECU, von denen  rund [  .  .  .  ]  (9) Millionen ECU auf Westeuropa entfielen. (11)  Für die Fasern dieser Haupteinsatzbereiche bestehen eigenständige Märkte. Während die  Nylonpolymere, die zur Herstellung der verschiedenen Nylonfasersorten verwendet werden, sich im  wesentlichen ähneln, unterscheiden sich die Fasern entsprechend ihrem Verwendungszweck ganz  erheblich in bezug auf ihre physikalischen Eigenschaften wie Gewicht, Dichte, Weichheit,  Strapazierfähigkeit, Verschleißwiderstand usw. Eine Nylonteppichfaser eignet sich beispielsweise  nicht für einen textilen Verwendungszweck, ebensowenig wie sich ein Textilgarn für einen typisch  industriellen Verwendungszweck eignet. Diese Unterschiede werden am Decitex  (10) der entsprechend  ihrem Verwendungszweck wichtigsten Nylonfasersorten deutlich: -  Textilfaser 10-150, -  Teppichfaser 700-2  000, -  Industriefaser 1  000-2  000. Abgesehen von unterschiedlichen Decitexen lässt sich das Nylonpolymer ausserdem verändern, um  besondere Fasereigenschaften für einen bestimmten Einsatzbereich zu entwickeln. Wegen der Decitex-Unterschiede und der anderen für den jeweiligen Einsatzbereich erforderlichen  besonderen Eigenschaften werden die verschiedenen Fasersorten nicht auf denselben  Produktionsanlagen herstellt. (12)  Im vorliegenden Fall braucht nicht entschieden zu werden, ob sachlich relevante Märkte für  textile Nylonfasern oder für einen spezifischen Verwendungszweck innerhalb des Textilbereichs  bestehen. Es besteht keine horizontale Überschneidung zwischen Du Pont und ICI für diese Produkte,  und durch den Erwerb des textilen Nylonfasergeschäfts der ICI durch Du Pont wird keine  beherrschende Stellung begründet oder verstärkt, durch die ein wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen  Markt oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindert würde. (13)  In ähnlicher Weise führt der Zusammenschluß nicht zur Entstehung oder Verstärkung einer  beherrschenden Stellung im Bereich der industriellen Nylonfasern. Die Frage, ob es einen oder  mehrere sachlich relevante Märkte für Nylonfasern in den verschiedenen industriellen  Einsatzbereichen gibt, kann daher offenbleiben. Nylonteppichfasern (14)  Es besteht ein sachlich relevanter Markt für sämtliche Nylonteppichfasern, auf dem die  verschiedenen Nylonfasersorten miteinander konkurrieren. Der Umsatz, den ICI auf diesem Markt in  der Europäischen Gemeinschaft erzielt, entspricht rund 20  % seines weltweiten Gesamtumsatzes im  Nylonbereich. Andere Fasern, die zur Herstellung von Teppichen benützt werden, wie Polypropylen, Wolle, Polyester  und Acryl, werden von den Teppichherstellern als nicht in erheblichen Umfange austauschbar oder  substituierbar mit Nylonfasern angesehen im Hinblick auf ihre Eigenschaften, ihren Preis und ihren  Verwendungszweck im Herstellungsprozeß. Nylonfasern, die sowohl in der Nylon-6-Route als auch in der Nylon-6.6-Route hergestellt werden,  sind in der Teppichproduktion weitgehend austauschbar. Nylon 6 und Nylon 6.6 sind zwei  unterschiedliche chemische Nylonsorten, die mit unterschiedlichen Rohstoffen und nach einem  unterschiedlichen Verfahren hergestellt werden. Die Hersteller produzieren im allgemeinen eine der  beiden Sorten, aber nicht beide. Sowohl Du Pont als auch ICI stellen Nylon 6.6 her. Die beiden Nylonsorten unterscheiden sich vor allem in bezug auf Temperaturwiderstand,  Oberflächenwirkung, Wiedererholvermögen und, bis zu einem gewissen Grade, Färbbarkeit bei niedriger  Temperatur. Diese verschiedenen Merkmale sind aber bei der Verwendung der beiden Fasersorten zur  Herstellung von Teppichen aus technischer Sicht weniger relevant als in anderen Einsatzbereichen.  Trotz eines geringen Preisunterschieds zwischen beiden Nylonfasersorten (die Nylonteppichfaser 6.6  ist etwa 5  % teurer als die Nylonteppichfaser 6) und gewisser Umstellungskosten beim Wechsel von  der einen auf die andere Sorte (z.  B. weil die Färbeverfahren umgestellt werden müssen) sind beide  Fasersorten nach Ansicht der Teppichindustrie in erheblichem Umfang austauschbar. (15)  Bei Nylon-6- und Nylon-6.6-Fasern werden zwei unterschiedliche Fasersorten in der  Teppichproduktion verwendet, nämlich Stapelfasern und "bulked continuous filament" (BCF)-Fasern. Filamentgarne werden in einem Schmelz-Spinnprozeß in "endloser" Länge hergestellt und aufgespult an  die Teppichhersteller verkauft. Stapelfasern werden nach demselben Verfahren hergestellt, wobei  aber die Filamente in relativ kurze Stücke geschnitten und als Ballen für den Versand fertig  gemacht werden. Um für die Teppichherstellung einsatzfähig zu sein, müssen Stapelfasern allerdings  in einem weiteren Verarbeitungsschritt, der von spezialisierten Spinnunternehmen durchgeführt wird,  zu Garnen gesponnen werden. Die Teppichhersteller zahlen für vergleichbare BCF-Fasern und  gesponnene Stapelfasern im wesentlichen denselben Preis. Wegen des einfacheren ersten  Produktionsprozesses verkaufen die Faserhersteller Stapelfasern an die Spinnereiindustrie zu  Preisen, die generell unter dem Preis für BCF-Fasern liegen. Die BCF-Fasern werden unmittelbar an  die Teppichhersteller verkauft, da sie sofort einsatzfähig sind. Langjährige Erfahrungen und die bestehenden Produktionsanlagen haben dazu geführt, daß die  Teppichhersteller entweder BCF-Fasern oder Stapelfasern in gewissem Masse bevorzugen. Die  Unterschiede zwischen BCF- und Stapelfasern sind aber inzwischen nicht mehr so groß, weil die  BCF-Garne aufgrund technischer Verbesserungen gleichmässiger geworden sind. Die meisten  Teppichsorten können heutzutage sowohl mit BCF- als auch mit Stapelfasern hergestellt werden. Bei  einigen Teppichsorten allerdings, z.  B. bei soliden Veloursteppichen, kann die BCF-Faser wegen  fehlender Gleichmässigkeit mit der Stapelfaser immer noch nicht voll konkurrieren. In diesen Fällen  wird letztere bevorzugt. Aus den vorerwähnten Gründen wird die Auffassung vertreten, daß die Nylonstapelfaser und die  BCF-Faser im Bereich der Teppichproduktion zum selben sachlich relevanten Markt gehören. (16)  Du Pont hat in seiner Anmeldung vorgebracht, daß Polypropylenteppichfasern als substituierbar  für Nylonteppichfasern angesehen werden sollten. Die Untersuchungen der Kommission haben jedoch zu  dem Ergebnis geführt, daß Polypropylenfasern für die Teppichhersteller Nylonfasern nicht in  erheblichem Umfang ersetzen können. (17)  Die Hauptgründe für die Verwendung von Nylonteppichfasern liegen in ihren physikalischen  Eigenschaften im Vergleich zu denen anderer Fasern. Nylonfasern bieten dem Hersteller im  Fertigungsprozeß und dem Endverbraucher aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit besondere Vorteile. Nylonfasern zeichnen sich vor allem durch folgendes aus: -  Färbbarkeit, -  geringe Oberflächenveränderung, -  hervorragendes Wiedererholvermögen und höchster Verschleißwiderstand, -  gute Flammschutzeigenschaften. (18)  Im Gegensatz zur Polypropylenfaser kann die Nylonteppichfaser während des  Teppichfertigungsprozesses sowohl gefärbt als auch bedruckt werden. Auf diese Weise können  beispielsweise grosse Mengen ungefärbter Teppiche hergestellt und anschließend nach dem Wunsch des  Kunden gefärbt werden. Hierdurch sind im Produktionsbereich, in der Vorratshaltung und im Vertrieb  grosse Flexibilität und Effizienz möglich. Wegen der besonderen Färbemöglichkeiten von Polyamid  können Nylonteppichfasern ausserdem während des Fertigungsprozesses mit verschiedenen Farben  bedruckt werden, was eine unbeschränkte Mustervielfalt zur Folge hat. Diese Vorteile sind besonders  wichtig bei der Produktion von getufteten Teppichen, der am meisten produzierten Teppichsorte. Die  Farb- und die Mustergebung sind die wichtigsten Parameter für die Teppichhersteller, um ihre  Erzeugnisse von den anderen unterscheidungsfähig zu machen. Die Färbbarkeit von Nylonfasern hat erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft eines  Teppichherstellers. Sie ermöglicht dem Hersteller, die Wertschöpfung beim Färben und Bedrucken zu  bestimmen, welche die wesentlichen Mittel zur Produktdifferenzierung sind. Die Wertschöpfung in den  Produktionsstufen Färben und/oder Bedrucken ist wesentlich grösser als in den Produktionsstufen  Tuften oder Teppichkonstruktion. Selbst für einen einfachen einfarbigen getufteten Teppich sind zum  Beispiel die Kosten für das Färben um zwei Drittel höher als die Kosten für das Tuften, wie sich  aus den Schätzungen von Du Pont ergibt. Wird ein Muster produziert, besteht in dieser  Produktionsstufe eine weitere erhebliche Wertschöpfung, da dies wesentlich komplizierter ist als  einfarbiges Färben. Die Effizienz in der Vorratshaltung und im Vertrieb im Hinblick auf die Färbbarkeit von  Nylonteppichfasern rührt von der Möglichkeit her, lediglich ungefärbte (weisse) Fasern auf Vorrat zu  lagern, anstelle von Hunderten möglicher Farbvarianten, und/oder der Möglichkeit, ungefärbte  Teppiche auf Vorrat zu lagern, die dann den Aufträgen entsprechend gefärbt oder bedruckt werden,  anstelle der Lagerung der vollständigen Produktpalette der angebotenen Teppiche. Dies ermöglicht  dem Hersteller schnell ("just in time") auf spezifische Aufträge zu reagieren, ohne daß hohe  Lagerkosten anfallen. Dies erlaubt ein erheblich "schlankeres" Vertriebssystem mit kurzen  Lieferfristen. Die Polypropylen-Teppichfaser ist nur in einem vorgefärbten Zustand verwendbar, da die Farbe nur  dem geschmolzenen Polymer während der Faserproduktion zugesetzt werden kann. Sobald die Faser  hergestellt ist, kann sie wegen ihrer chemischen Eigenschaften nicht weiter gefärbt werden. (19)  Nylonfasern werden auch wegen ihrer anderen besonderen Merkmale, die das Aussehen und die  Strapazierfähigkeit des Enderzeugnisses ausmachen, für höhere Teppichqualitäten verwendet.  Nylonteppichfasern werden den höchsten Anforderungen an Leistung und Aussehen gerecht. Deswegen  vertreten die Teppichhersteller die Auffassung, daß Nylonfasern von allen Teppichfasern in den  mittel- bis hochpreisigen Teppichqualitäten das beste Leistungs/Kosten-Verhältnis aufweisen. (20)  Wegen ihres hohen Verschleißwiderstands und hervorragenden Wiedererholvermögens halten  Nylonteppiche im allgemeinen besser und länger als Polypropylenteppiche. Im Objektbereich ist es in  den meisten Einsatzbereichen wichtig, strapazierfähige Teppiche, die den Entflammbarkeitskriterien  entsprechen, zu benutzen. Wegen der diesbezueglichen Merkmale der Nylonfaser im Vergleich zur  Polypropylenfaser sind Nylonfasern für den grössten Teil des Objektbereichs in der Europäischen  Gemeinschaft die bevorzugte Faser. (21)  Fast alle Teppichhersteller, die auf das Auskunftsverlangen der Kommission geantwortet haben,  stellen fest, daß Nylonteppichfasern überhaupt nicht oder nur in begrenzten Umfang durch  Polypropylen- oder andere Teppichfasern ersetzt werden können (21 von 23 Herstellern, von zwei  weiteren Herstellern keine klare Aussage). Eine grosse Zahl dieser Hersteller, an die sich die  Kommission gewandt hat, stellt sowohl Nylon- als auch Polypropylenteppiche her, und sie erklären,  daß die beiden Fasern aufgrund ihrer besonderen Merkmale für bestimmte Segmente des Teppichmarkts  bestimmt sind (Nylonfasern werden z.  B. unter anderem für den Objektbereich und für bedruckte  Teppiche, Polypropylenfasern werden am unteren Ende des Teppichmarkts für den Wohnbereich  verwendet). (22)  Die überwältigende Mehrheit der angesprochenen Teppichhersteller hält es nicht für möglich,  ihren gegenwärtigen und vorauszusehenden Gebrauch von Nylonfasern durch Polypropylenfasern zu  ersetzen. Hierfür werden folgende Gründe genannt: -  Würden lediglich Polypropylenfasern verwendet, könnten die Hersteller keine ausreichende  Produktpalette anbieten; -  würde auf die Verwendung von Nylonfasern verzichtet, würden die Hersteller die Marktsegmente  verlieren, wo die höchste Wertschöpfung erzielt wird; -  die hohen Investitionen in Färbe- und Bedruckungsanlagen könnten nicht rentabilisiert werden,  weil diese Anlagen nicht für Polypropylenfasern, die nicht färbbar sind, eingesetzt werden können; -  die Produktionskosten würden durch den Wegfall der Flexibilität bei der Fertigung steigen. Da  Nylonfasern in ungefärbtem Zustand hergestellt und anschließend auf Wunsch gefärbt und bedruckt  werden können, ist eine mit Polypropylenfasern unerreichbare hohe Produktivität möglich; -  wegen der unterschiedlichen Färbemöglichkeiten würden die Lagerkosten steigen. Da  Polypropylenfasern vorgefärbt werden, müsste eine ganze Palette an Farben gelagert werden. Lediglich drei aller kontaktierten Teppichhersteller erklären, daß sie keine technischen  Schwierigkeiten haben würden, die gegenwärtigen Nylonfasern durch Polypropylenfasern zu ersetzen.  Zwei von ihnen stellen allerdings fest, daß sich hierdurch ihre gegenwärtige Produktpalette  wesentlich verändern würde. (23)  Die Teppichhersteller sind also im allgemeinen nicht in der Lage, bei wesentlichen  Veränderungen der Lieferbedingungen von Nylon- auf Polypropylenfasern oder umgekehrt von  Polypropylen- auf Nylonfasern umzusteigen. Damit zwei Erzeugnisse als substituierbare angesehen  werden können, muß es für den Direktabnehmer eine realistische und rationale Möglichkeit sein, auf  beispielsweise einen erheblichen Preisanstieg des einen Erzeugnisses dadurch zu reagieren, daß er  sich in relativ kurzer Zeit auf das andere Erzeugnis umstellt.Jedes Erzeugnis muß also aus  wirtschaftlicher und technischer Sicht eine vernünftige Alternative zum anderen Erzeugnis  darstellen. Gewerbliche Abnehmer werden in der Regel eine objektive Bewertung der  Austauschmöglichkeiten vornehmen. Im vorliegenden Fall z.  B. stellen sich die Teppichhersteller in verhältnismässig kurzer Zeit von  der Verwendung der Nylonstapelfasern auf BCF-Nylonfasern und von Fasern der Nylon-6-Route auf  Fasern der Nylon-6.6-Route um. Sie wechseln aber nicht zwischen Nylon- und Polypropylenfasern hin  und her. (24)  Zwischen Nylonfasern und Polypropylenfasern bestehen im allgemeinen grosse Preisunterschiede.  Eine normale durchschnittliche Nylonfaser kostet fast das Doppelte einer normalen Polypropylenfaser  (das Preisverhältnis zwischen Polypropylen- und Nylonfaser belief sich nach den Zahlen für 1991 auf  rund 1:  2,13; das Verhältnis war 1987 1:  1,87). Trotz dieses Preisunterschieds ist die Nylonfaser die bis heute meistverwendete Faser in der  Teppichfertigung. Für die Teppichhersteller machen die Faserkosten im allgemeinen 25 bis 40  % des  Teppichpreises ab Werk aus. Angesichts dieser hohen Faserkosten lässt sich die Tatsache, daß  Nylonfasern nicht durch Polypropylenfasern verdrängt worden sind, also nur damit erklären, daß die  beiden Fasern aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften nicht austauschbar sind. (25)  Polypropylenfasern sind seit den frühen siebziger Jahren auf dem Markt. Man hätte also damit  rechnen können, daß Polypropylenfasern schon längt in erheblichem Umfang an die Stelle der  Nylonfasern getreten wären, wäre dies möglich oder rationell gewesen. Die Feststellung, daß die Polypropylenfaser die Nylonfaser nicht ersetzt hat, bestätigt eine  eingehende Untersuchung der Entwicklung der Verwendung verschiedener Fasern in der Geschichte der  Teppichfertigung. Der Einsatz von Polypropylenfasern ist gegenüber sämtlichen Teppichfasern in den  letzten zwanzig Jahren, in denen der gesamte Teppichmarkt steigende Umsätze erzielt hat, um rund 36   % gestiegen. Nylonfasern hingegen, die in den frühen siebziger Jahren mit etwa 40  % am gesamten  Teppichfaserverbrauch beteiligt waren, sind anteilmässig tatsächlich bis 1979 auf 49  % gestiegen.  Anschließend ist der Gesamtanteil der Nylonfasern bis 1984 auf 41  % zurückgegangen. Danach hat  sich der Nylonanteil fast ständig auf diesem Niveau gehalten (bei einem Rückgang von 1,4  % in der  Zeit von 1984 bis 1990). Menge (in Kilotonnen) und Anteil in % am gesamten Faserverbrauch>PLATZ FÜR EINE TABELLE> (26)  Der  Gesamteinsatz von Teppichfasern ist in den letzten 15 Jahren erheblich gestiegen. Während dieses  Zeitraums war die Nylonfaser die meistverwendete Faser. Von rund 170 Kilotonnen in den frühen  siebziger Jahren stieg ihre Verwendung auf rund 240 Kilotonnen im Jahr 1990. Zwischen 1984 und  1990, als sich der Anteil der Nylonfaser am gesamten Fasereinsatz kaum verändert hat, ist der  Nylonfaserverbrauch um etwa 23  % auf rund 195 Kilotonnen gestiegen. (27)  In den letzten 15 Jahren hat gleichwohl die Polypropylenfaser den Gesamtanteil sämtlicher  anderen in der Teppichfertigung verwendeten Fasern ausgehöhlt, obwohl sich diese Entwicklung seit  1984 in allen Segmenten erheblich verlangsamt. Generell wird damit gerechnet, daß sich die  tendenzielle Entwicklung bei der Verwendung der verschiedenen Teppichfasern, die von 1984 bis 1990  beobachtet wurde, in absehbarer Zukunft fortsetzt. Den Schätzungen der Parteien zufolge wird der  Verbrauch von Polypropylenfasern jährlich um etwa [  .  .  .  ]  %  (1) steigen, während der  Nylonfaserverbrauch bis 1995 um jährlich [  .  .  .  ]  %  (1) zunehmen wird. Mit einer bedeutenden  Umstellung von Nylonfasern auf Polypropylenfasern wird daher nicht gerechnet. (28)  Die allgemeine Entwicklung der Preise in der Europäischen Gemeinschaft von Nylon- und  Polypropylenfasern für die Teppichherstellung in den vergangenen fünf Jahren wurde überprüft. Es  gibt kein Anzeichen dafür, daß der Preis von Polypropylenfasern einen spürbaren Einfluß auf den  Preis für Nylonfasern ausübt. Während der letzten fünf Jahre ist der Preis der Polypropylenfasern  für Teppiche nominal um 10 bis 11  % gefallen, während der Preis für Nylonteppichfasern in  demselben Zeitraum nominal um 3 bis 4  % gestiegen ist. Da in diesem Zeitraum der Anteil von  Nylonfasern am gesamten Teppichfaserverbrauch weitgehend gleichgeblieben ist, kann man diesen  Zahlen keine spürbare positive Kreuzpreiselastizität zwischen Nylon- und Polypropylenteppichfasern  entnehmen. Die vergleichende Analyse der Preisentwicklung von Nylon- und Polypropylenteppichfasern beruht auf  den Durchschnittspreisen der hauptsächlichen Faserhersteller. Sowohl Nylon- als auch  Polypropylenteppichfasern sind eher differenzierte Produkte als homogene Produkte. Eine derartige  Analyse kann daher nicht zu einer präzisen Messung der Kreuzpreiselastizität führen, da der  Durchschnittspreis zu einem gewissen Maß von dem Produktmix der verkauften Waren abhängt. Die  Zahlenangaben zeigen gleichwohl eine Tendenz an. Weiterhin ist es der Zweck der Berechnung, die  Dynamik eines Wettbewerbs zwischen Nylon- und Polypropylenteppichfasern aufzuzeigen. Beide  Faserarten werden laufend verändert und verbessert. Der Produktmix ändert sich daher im Lauf der  Zeit. Jeder Vergleich der Preisentwicklung muß diese Dynamik widerspiegeln.3.  Räumlich relevanter  Markt(29)  Der räumlich relevante Markt für Nylonteppichfasern ist der Markt der Gemeinschaft. Die Teppichhersteller in der Europäischen Gemeinschaft sind in Belgien, Deutschland, dem  Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Frankreich konzentriert. Hersteller von  Nylonteppichfasern gibt es im wesentlichen in Deutschland (Du Pont, ICI, Akzo), dem Vereinigten  Königreich (ICI), Frankreich (Rhône-Poulenc) und Norditalien (SNIA, Radici, Aquafil). Die  Teppichhersteller kaufen und die Faserproduzenten verkaufen in der gesamten Europäischen  Gemeinschaft. Du Pont und ICI, zum Beispiel, verkaufen ihre Teppichfasern in allen  EG-Mitgliedstaaten, in denen Teppiche produziert werden. Alle Faseranbieter verkaufen an  Teppichhersteller in den fünf wichtigsten Mitgliedstaaten für die Teppichproduktion (auf diese  Staaten entfallen rund 90  % des gesamten Verbrauchs von Nylonteppichfasern in der Europäischen  Gemeinschaft). Auf der anderen Seite geht aus den Marktgegebenheiten hervor, daß der relevante Markt auf die  Gemeinschaft beschränkt ist. Die Einfuhren sind mit weniger als 10  % geringfügig, was auch auf die  Ausfuhren zutrifft, so daß zwischen dem Markt der Gemeinschaft, dem nordamerikanischen Markt und  dem fernöstlichen Markt nur eine geringfügige gegenseitige Marktdurchdringung vorhanden ist. Im  vergangenen Jahrzehnt haben sich diese Verhaltensmuster bei der Einfuhr und der Ausfuhr nur  unerheblich geändert. Es gibt auch keine Anhaltspunkte dafür, daß sich dieser Zustand in absehbarer  Zukunft ändern wird. Der wichtigste Grund für diese geringfügige gegenseitige Durchdringung ist darin zu sehen, daß  zwischen den Faserherstellern und ihren Abnehmern enge Beziehungen gepflegt werden müssen. Dieser  Sachverhalt erklärt sich aus der für die Teppichhersteller erforderlichen Bezugssicherheit und der  engen praktischen Zusammenarbeit zwischen Faser- und Teppichherstellern bei der Entwicklung neuer  Fasern und Teppiche. Ins Gewicht fallen ferner auch die zusätzlichen Kosten für den  Überseetransport und der 9-%-Einfuhrzoll der Gemeinschaft.4.  Struktur der Nylonmärkte(30)  Im  vergangenen Jahrzehnt war in der Nylonindustrie der Gemeinschaft oder auf einem einzelnen  Nylonfasermarkt kein Zutritt eines grösseren Herstellers zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum haben  einige Hersteller den Markt verlassen oder sind in grösseren Konzernen aufgegangen. 4.1.  Nylonteppichfasern: Wettbewerber und Marktanteile (31)  Die Wettbewerber am Teppich-Nylonfasermarkt haben in den vergangenen drei Jahren in der  Gemeinschaft folgende am Umsatzwert gemessenen Marktanteile erzielt  (1):>PLATZ FÜR EINE TABELLE> In einem Markt, in dem die Produkte in Preis und Qualität differenziert sind, ist die angemessene  Methode der Marktanteilsberechnung die Berechnung auf der Grundlage der wertmässigen und nicht der  mengenmässigen Umsätze. Auf diese Weise wird hochwertigen Artikeln die richtige Gewichtung gegenüber  Artikeln von geringerem Wert gegeben. Eine Berechnung auf der Grundlage von verkauften Mengen würde  nicht die wirkliche Marktstellung der Wettbewerber wiedergeben. Auch wenn dies ein relevanter Faktor in der Beurteilung der Marktmacht ist, würde es ferner  unrichtig sein, die für den Eigenbedarf bestimmte Erzeugung in die Marktanteilsberechnung mit  einzuschließen, da die entsprechenden Mengen nicht auf dem Markt verfügbar sind. Im vorliegenden  Fall können etwa die anderen Teppichhersteller keine Nylonteppichfasern von dem  rückwärtsintegrierten Teppichhersteller Beaulieu beziehen. Die für den Eigenbedarf bestimmte  Erzeugung von Beaulieu ist daher aus den oben angegebenen Zahlen ausgeschlossen. Der Teppich-Nylonfasermarkt erreichte im Jahr 1991 in der Gemeinschaft einen Umfang von rund 750  Millionen ECU.5.  Auswirkungen des Zusammenschlusses5.1.  Position von Du Pont nach dem  Zusammenschluß (32)  Mit dem Erwerb des Nylongeschäfts von ICI würde sich der Marktanteil von Du Pont in der  Gemeinschaft von rund [  .  .  .  ]  %  (1) im Jahr 1991 auf 43  % erhöhen. Dieser Marktanteil ist  ungefähr zweimal so hoch wie der des nächstfolgenden Wettbewerbers Rhône-Poulenc/SNIA. Die übrigen  Wettbewerber haben sämtlich geringere Marktanteile. In den letzten drei Jahren ist der Marktanteil  von Du Pont um [  .  .  .  ]  %  (2) und der von ICI um [  .  .  .  ]  %  (2) zurückgegangen. Es  kann nicht ausgeschlossen werden, daß dieser Verlust an Marktanteilen sich nach dem Zusammenschluß  fortsetzen wird. (33)  Du Pont und ICI sind die führenden Unternehmen sowohl hinsichtlich der Qualität ihrer  Erzeugnisse als auch des technischen Entwicklungsstands. ICI hat mit seinem Forschungsprogramm eine  weltweit führende Palette an Teppichgarnen und -fasern entwickelt, die den Teppichherstellern  beträchtliche Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich Dezitex, Glanzfarben, Querschnitten und  Färbungsvarianten anbietet. Sowohl bei ICI als auch bei Du Pont ist die technische Unterstützung  Bestandteil der allgemeinen Entwicklungstätigkeit. Beide Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, daß  sie in einem grösseren Ausmaß als ihre Wettbewerber mit den Herstellern und dem Groß- und  Einzelhandel zusammenarbeiten. Zu dieser technischen Zusammenarbeit zählen unter anderem die  gemeinsame Entwicklung neuer Fasern und Teppiche und die Erprobung neuer Fertigungsverfahren. Sowohl bei Du Pont als auch bei ICI ist der Umfang von Forschung und Entwicklung höher als im  Durchschnitt der Nylonhersteller. So wendet Du Pont rund [  .  .  .  ]  %  (3) seines Umsatzes für  Produktentwicklung und weitere [  .  .  .  ]  (3) bis [  .  .  .  ]  (3)  % für technische  Dienstleistungen an die Kunden zur Produktverbesserung und -differenzierung auf. (34)  Du Pont wie auch ICI haben als Absatzschwerpunkt hochwertige Spitzenfasern anstelle des  Massengeschäfts. Sie sind in diesem Industriezweig die hauptsächlichen Wettbewerber, die  Markenprodukte beim Einzelhandel und den Endverbrauchern z.  B. über landesweite Werbekampagnen  vermarkten. [  .  .  .  ]  (4). Insgesamt ist ICI Du Ponts engster Wettbewerber. Beide bieten eine  Vielzahl differenzierter Produkte an. ICI war in der Vergangenheit gegenüber Du Pont die am meisten  in Frage kommende Wettbewerbsquelle hinsichlich Produktqualität und Innovation. (35)  Sowohl Du Pont als auch ICI sind integrierte Faserhersteller, d.  h. sie besetzen sämtliche  Glieder in der Kette zur Herstellung von Nylonfasern von den Ausgangsstoffen bis zur eigentlichen  Faser. Aus den Zahlenangaben von Du Pont geht hervor, daß ein integrierter Hersteller über  Wettbewerbsvorteile verfügt. Mit dem Erwerb von ICI könnte Du Pont seinen Bedarf an Adipinsäure  intern decken und damit seine Kostenstruktur verbessern. Du Pont ist der Hersteller mit den weltweit niedrigsten Kosten, was sich aus dem Umfang seiner  Produktion insbesondere in den Vereinigten Staaten und aus der Tatsache erklärt, daß es durch den  Einsatz von Butadien das kostengünstigste geschützte Verfahren anwenden kann. (36)  Die Stellung von Du Pont auf dem Teppich-Nylonfasermarkt der Gemeinschaft nach dem  vorgesehenen Zusammenschluß muß im Rahmen seiner weltweiten Stellung in der Nylonindustrie  beurteilt werden. Du Pont zählt weltweit zu den grössten Chemieunternehmen. Die Nylon-Produktionsstätten von Du Pont  in den verschiedenen Teilen der Welt können auf seine umfangreiche Forschungs- und  Entwicklungstätigkeiten in den Vereinigten Staaten zurückgreifen. (37)  Du Pont ist nach allem bereits ein starker Wettbewerber auf dem EG-Markt für  Nylonteppichfasern und würde durch den Erwerb des Nylongeschäfts von ICI weiter verstärkt.5.2.   Stellung der Wettbewerber (38)  Der wichtigste Wettbewerber von Du Pont und ICI auf dem Teppich-Nylonfasermarkt ist bislang  Rhône-Poulenc. Rhône-Poulenc und das italienische Tochterunternehmen von Fiat, SNIA, haben kürzlich  eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der sie ihre Geschäfte im Bereich der Teppichnylonfasern in  einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenlegen wollen. Beide Unternehmen hielten diese Vereinbarung  für erforderlich, um eine wettbewerbsfähigere Marktgrösse erlangen zu können. Die zusammengefasste Produktpalette von Rhône-Poulenc/SNIA ist nicht so weit wie diejenige von Du  Pont/ICI. Dies liegt vor allem daran, daß Rhône-Poulenc und SNIA in der Vergangenheit relativ  begrenztere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hatten. Rhône-Poulenc/SNIA verfolgt nunmehr  jedoch die Strategie, sein künftiges Wachstum auf höhere Segmente des Marktes zu konzentrieren. Das  Gemeinschaftsunternehmen wird eine verbesserte Absatzbasis gewährleisten, um diese Entwicklung zu  verwirklichen. Das zusammengefasste Geschäft von Rhône-Poulenc/SNIA kann ein höheres Maß an Investitionen  rechtfertigen, als dies in der Vergangenheit für jeden der beiden Partner allein möglich war. Es  dürfte gleichwohl eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen, um auf diesem Weg die bestehende  Produktpalette wesentlich zu erweitern. Rhône-Poulenc ist ferner ebenfalls ein voll integrierter Hersteller von Nylonfasern, der auf der  Grundlage der Butadien-Route, welche die preiswerteste ist, arbeitet. Rhône-Poulenc produziert  seinen gesamten Bedarf an Adiponitril in einem 50:  50 Gemeinschaftsunternehmen mit Du Pont.  Ungeachtet der Bedeutung von Adiponitril in der Produktionskette für Nylon bestehen keine  Anzeichen, daß diese Kooperation zwischen Rhône-Poulenc und Du Pont in nennenswertem Ausmaß das  Wettbewerbsverhalten von Rhône-Poulenc gegenüber Du Pont beeinflusst hat. (39)  Es gibt drei andere wichtige Wettbewerber, die jeweils zur Zeit einen Marktanteil von rund 10   % auf dem EG-Markt für Nylonteppichfasern innehaben. Das italienische Unternehmen Aquafil ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Sein  Marktanteil erhöhte sich in den letzten drei Jahren um ein Drittel. Ein breiter Anteil seiner  Verkäufe entfällt auf Fasern von hoher Qualität. Ein anderes italienisches Unternehmen, Radici, ist ein Anbieter von Commodity-Fasern. Seine Umsätze  und sein Marktanteil haben sich ebenfalls während der letzten drei Jahre erhöht. Das holländische Unternehmen Akzo, eines der grössten Chemieunternehmen in der Europäischen  Gemeinschaft, hat sich darauf spezialisiert, feine Garne von hoher Qualität am oberen Ende des  Marktes zu vertreiben. Es hat seinen Marktanteil in diesem Segment gehalten. (40)  Es besteht eine gewisse Einfuhrdurchdringung durch den US-amerikanischen Nylonproduzenten  Allied Signal, der einen Marktanteil von weniger als 5  % hält. Es bestehen jedoch keine Anzeichen  dafür, daß die anderen grossen US-Nylonproduzenten beabsichtigen, in absehbarer Zukunft in die  Europäische Gemeinschaft zu exportieren. (41)  Generell wird das gesamte Spektrum der von Du Pont und ICI angebotenen Fasern von den übrigen  Wettbewerbern derzeit nicht abgedeckt. Es ist auch nicht zu erwarten, daß diese kurz- bis  mittelfristig eine wesentlich breitere Produktpalette hochwertiger Fasern in sämtlichen  Marktsegmenten entwickeln können. Die Produktpalette, die gegenwärtig von Du Pont und ICI angeboten  werden kann, ist über einen langen Zeitraum hin aufgebaut worden. Sie ist das Ergebnis von  Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die durch die breite Absatzbasis beider Unternehmen zu  rechtfertigen waren. Produktdifferenzierung ist ein wesentliches Wettbewerbselement in diesem Markt. Die Existenz und  Fortentwicklung einer grossen Vielfalt von Nylonfasern ist für die Teppichhersteller in der  Gemeinschaft von grosser Bedeutung, da dieser Faktor sie in die Lage versetzt, ihre Produkte  ebenfalls zu differenzieren. Der Erfolg der Teppichhersteller in der Gemeinschaft hängt, zumindest  im mittleren und höheren Marktsegment, von ihrer Fähigkeit ab, eine breite Palette  unterschiedlicher Erzeugnisse anzubieten. 5.3.  Stellung der Abnehmer (42)  Bei den Abnehmern handelt es sich um die europäischen Teppichhersteller. Es gibt eine Gruppe  grosser Unternehmen. Das grösste Unternehmen, Beaulieu, das in Belgien ansässig ist, erzielte 1990  einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden ECU. Es gibt drei Teppichhersteller in der Europäischen  Gemeinschaft in der Grössenordnung von 250 Millionen ECU bis 350 Millionen ECU Umsatz im Jahr 1990.  Es gibt elf Hersteller in der Grössenordnung von 100 Millionen ECU bis 250 Millionen ECU. Die  restlichen Teppichhersteller sind kleine und mittlere Unternehmen. (43)  Wenn ein Teppichhersteller eine bestimmte Faser für einen bestimmten Teppich in einer  Kollektion ausgewählt hat, ist dieser Hersteller in einem gewissen Ausmaß an diese Faser zumindest  für die Laufzeit der Kollektion gebunden. Die Aufwendungen für die Einführung einer neuen Teppichkollektion, einschließlich Entwurf,  Erstellung und Verteilung von Musterbüchern an den Einzelhandel sowie Werbemaßnahmen, ist für die  Hersteller ein erheblicher Kostenfaktor. Der Produktionszyklus einer neuen Teppichkollektion  beträgt zwischen drei und sieben Jahren. Die Herstellung eines Teppichs hängt von den technischen  Eigenschaften und Merkmalen der jeweiligen Faser ab. Der Hersteller muß ein und dieselbe Faser  verwenden, wenn er dieselbe Teppichqualität wie in den Musterbüchern anbieten will. Die Wahl einer bestimmten Faser und eines bestimmten Anbieters ist daher eine wesentliche  Entscheidung für einen Teppichhersteller. Die Hersteller verfolgen daher die Strategie, so viele  Lieferquellen wie möglich zu haben. Es kann erwartet werden, daß dies auch nach dem geplanten  Zusammenschluß weiterhin gelten wird, da es nicht im Interesse eines Herstellers liegt, in  Abhängigkeit von einem Lieferanten zu geraten. Es könnte daher im Zeitablauf einen Anreiz geben,  daß Hersteller, die gegenwärtig sowohl von Du Pont als auch von ICI beziehen, einen Teil dieser  Bezuege auf einen anderen Anbieter verlagern. (44)  Die Parteien haben auch geltend gemacht, daß es den Teppichherstellern offenstuende, selbst in  die Nylonfaserherstellung einzusteigen, um so als Hersteller und Abnehmer einen Druck auf den Markt  ausüben zu können. Bisher verfügen von den Teppichherstellern in der Gemeinschaft lediglich  Beaulieu und ITC über eine vorgelagerte Nylonfaserherstellung. Beaulieu ist mit Abstand der grösste  europäische Teppichhersteller. Der einzige andere Teppichhersteller unter den grossen Produzenten in der Europäischen Gemeinschaft,  der sich entschlossen hat, eine Produktionsanlage für Fasern zur Deckung eines Eigenbedarfs zu  installieren, ist die belgische Balta/ITC-Gruppe. Diese Produktionsanlage wurde 1984 installiert  und läuft mittlerweile mit voller Kapazität. Obgleich die anderen angesprochenen Teppichhersteller gegenwärtig keine Pläne haben, eigene  Produktionsanlagen für Fasern zu installieren, kann diese Möglichkeit mittel- bis langfristig nicht  ausgeschlossen werden. 5.4.  Von anderen Fasern auf der Einzelhandelsstufe mittelbar ausgehender Wettbewerbsdruck (45)  Mit der vorgesehenen Übernahme würde Du Pont eine starke Stellung auf dem Markt für  Teppich-Nylonfasern erlangen. Gleichwohl besteht ein mittelbarer Wettbewerbsdruck auf Du Pont - wie  auf alle Nylonfaserhersteller -, der von dem Einzelhandelspreis für Teppiche aus anderen Fasern,  insbesondere Polypropylenfasern, ausgeht. (46)  Insbesondere für den Kunden, der Heimware kauft, ist es schwierig, zwischen  Polypropylenteppichen und Nylonteppichen zu unterscheiden. Die Endabnehmer treffen ihre  Kaufentscheidung bei Teppichen auf der Grundlage von vier hauptsächlichen Kriterien: Preis,  Farbe/Design, Verwendungszweck und Qualität. Der Preis ist gleichwohl im allgemeinen der wichtigste  Faktor. Bei Teppichböden bestehen beträchtliche Preisunterschiede. Die Preise für Nylon- und  Polypropylenteppiche lassen sich jedoch in Gruppen unterteilen. Hierbei bestehen gewisse  Abweichungen zwischen den Mitgliedstaaten. Polypropylenteppiche wurden bislang überwiegend in der  untersten Preiskategorie verkauft. Dieser Gruppe gehören auch die billigsten Nylonteppiche an. In  der mittleren Preiskategorie wurden überwiegend Nylonteppiche verkauft, aber Polypropylenteppiche  erzielen gegenwärtig einen gewissen Einbruch in diese Gruppe. In der höheren Preiskategorie wurden  in der Vergangenheit nur sehr wenig Polypropylenteppiche verkauft. Es besteht daher ein direkter Wettbewerb zwischen Polypropylenteppichen und Nylonteppichen in den  Hauptsegmenten des Gesamtteppichmarkts. Dieser Grad von Überschneidung auf der Einzelhandelsebene  hat einen erheblichen mittelbaren Wettbewerbsdruck auf die Preise für Teppichfasern zur Folge.  Dieser mittelbare Druck bedeutet eine spürbare Einschränkung des wettbewerblichen  Verhaltensspielraums der Anbieter von Nylonfasern. 5.5.  Auswirkungen des beabsichtigten Zusammenschlusses auf den Markt für Nylonteppichfasern (47)  Der Markt für Nylonteppichfasern in der Europäischen Gemeinschaft ist derzeit durch wirksamen  Wettbewerb nicht nur hinsichtlich der Preise, sondern insbesondere auch der Qualität und Innovation  gekennzeichnet. Mit dem beabsichtigten Erwerb des Nylongeschäfts von ICI wird Du Pont der stärkste  Anbieter auf diesem Markt sein. Die Position der verbleibenden Wettbewerber, die Möglichkeiten der  Teppichhersteller, ihren Lieferanten mit der Zeit zu wechseln, zusammen mit dem erheblichen  mittelbaren Wettbewerbsdruck von Polypropylenteppichen auf der Einzelhandelsebene ergeben zwar eine  gewisse Einschränkung des Verhaltenspielraums von Du Pont; gleichwohl führt die Verstärkung der  Marktstellung von Du Pont in dem EG-Markt für Nylonteppichfasern zu einer erheblichen Verringerung  des Wettbewerbs, insbesondere im Hinblick auf den Wettbewerb in der Produktentwicklung. Die  Produktdifferenzierung, die eine Folge ständiger Innovation ist, stellt eine der treibenden Kräfte  dieses Marktes dar. Der Wettbewerb zwischen Du Pont und ICI in der Produktentwicklung war in der  Vergangenheit innerhalb der Europäischen Gemeinschaft eine wesentliche Quelle für Innovation.  Deshalb erscheint die Annahme berechtigt, daß die Position von Du Pont so beschaffen sein würde,  daß dieses Unternehmen in die Lage versetzt wird, sich unabhängig gegenüber seinen Wettbewerbern  und Abnehmern zu verhalten. (48)  Du Pont hat die in dieser Hinsicht bestehenden Bedenken der Kommission zur Kenntnis genommen  und ist unter Änderung des ursprünglichen Zusammenschlußvorhabens gegenüber der Kommission die  folgenden Verpflichtungen eingegangen, um den genannten Bedenken zu begegnen: "Du Pont erklärt sich bereit, so bald wie möglich nach dem Vollzug des Zusammenschlusses, in jedem  Fall jedoch innerhalb von 30 Tagen nach dem Vollzug, mit interessierten Dritten Verhandlungen mit  dem Ziel des Abschlusses der nachfolgend beschriebenen Vereinbarungen aufzunehmen und so bald wie  möglich, jedoch nicht später als [  .  .  .]  (1) nach dem Vollzug abzuschließen. Diese Fristen  können mit dem Einverständnis der Kommission verlängert werden. 1.  Du Pont wird einem Dritten eine Produktionskapazität von bis zu 12 Kilotonnen für  Nylon-Stapelfasern vorbehalten, die einen Querschnitt aller von ICI derzeit hergestellten Fasern  darstellt. Um eine Verbesserung des Wettbewerbs sicherzustellen, muß ein derartiger Dritter ein  Anbieter von Nylonfasern und darf kein Teppichhersteller sein. 2.  Du Pont wird bis zu 12 Kilotonnen Nylon-Stapelfasern pro Jahr nach Spezifikation des Dritten  für die Dauer von fünf Jahren, verlängerbar nach Maßgabe des Dritten, herstellen. Die Fasern werden  an dem Herstellungsort dem Dritten zur Verfügung gestellt, der seinen Bedürfnissen am ehesten  entspricht. Der Preis für die bereitgestellte Faser wird ermittelt auf der Grundlage des  Polymerpreises zuzueglich eines Faserverarbeitungszuschlags, wie zwischen Du Pont und dem Dritten  vereinbart. Der Preis wird auf der Grundlage des 'Nimm-oder-zahle-Prinzips' (take or pay  principle), wie es für vergleichbare Industrielieferverträge üblich ist, festgestellt. 3.  Du Pont wird zu Bedingungen, wie zwischen Du Pont und dem Dritten vereinbart, diesem eine  eigenständige Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für Teppiche zur Verfügung stellen, die  qualitativ den gegenwärtig in Östringen und Genf bestehenden Einrichtungen entspricht und dem  erworbenen Unternehmensteil angemessen ist. Diese FuE-Einrichtung, die mit qualifiziertem Personal  ausgestattet sein wird, das sich zumindest zur Hälfte aus der ICI-Einrichtung in Östringen  rekrutiert, wird an einem von dem Dritten bestimmten Ort errichtet. Du Pont wird zu Bedingungen,  wie zwischen Du Pont und dem Dritten vereinbart, alle zumutbaren Schritte unternehmen, um das  entsprechende Personal von ICI darin zu bestärken, eine Beschäftigung bei dem Dritten aufzunehmen. 4.  Du Pont wird zu Bedingungen, wie zwischen Du Pont und dem Dritten vereinbart, alle zumutbaren  Schritte unternehmen, um das qualifizierte Verkaufspersonal, das mit dem Geschäft des übertragenen  Unternehmensteils vertraut ist, darin zu bestärken, eine Beschäftigung bei dem Dritten  aufzunehmen. 5.  Du Pont wird zu Bedingungen, wie zwischen Du Pont und dem Dritten vereinbart, diesem ICIs  Warenzeichen 'Timbrelle' exklusiv lizenzieren oder übertragen. Jede Streitigkeit zwischen du Pont und dem Dritten, die sich etwa aus der Durchführung dieser  Zusage ergibt, wird einem unabhängigen Schiedsgericht vorgelegt, auf das sich Du Pont und der  Dritte geeinigt haben." Diese Verpflichtungen wurden von der Kommission bei der Beurteilung der Auswirkungen des  beabsichtigten Zusammenschlusses berücksichtigt. Die Verpflichtungen werden eine dritte Partei  umgehend in die Lage versetzen, ICI als einen Anbieter von Fasern hoher Qualität teilweise zu  ersetzen als Folge der Übertragung des Gegenwerts [  .  .  .]  (2) von ICIs Produktion an  Stapelfasern in seiner hauptsächlichen Produktionseinrichtung für Nylonteppichfasern, die sich in  Östringen, Deutschland, befindet. Diese dritte Partei wird in der Lage sein, diese Position in dem  Marktsegment, das das Du Pont nächstgelegene ist, durch die Forschungs- und  Entwicklungseinrichtungen und die entsprechende Sachkenntnis aufrechtzuerhalten, die auf die dritte  Partei übertragen werden. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit der dritten Partei insbesondere im  Hinblick auf ihre Produktpalette und ihre künftige Produktentwicklung erheblich verbessert. Diese  Verpflichtungen verringern daher erheblich die Wahrscheinlichkeit, daß Du Pont in die Lage versetzt  werden könnte, den Stand der Produktentwicklung und Innovation in dem Markt zu  bestimmen.SCHLUSSFOLGERUNG(49)  Der beabsichtigte Zusammenschluß in der durch den Einschluß der  Verpflichtungen veränderten Form wird aus den dargelegten Gründen nicht zur Entstehung oder  Verstärkung einer beherrschenden Stellung auf dem EG-Markt für Nylonteppichfasern führen, durch die  ein wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen Markt im Sinne von Artikel 2 Absatz 3 der  Fusionskontrollverordnung erheblich behindert würde  - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:Artikel 1Der vorgesehene Erwerb des  Nylonfasergeschäfts von ICI durch Du Pont wird für mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar  erklärt.Artikel 2Diese Entscheidung ergeht unter der Auflage, daß Du Pont die Verpflichtungen  erfuellt, die das Unternehmen gegenüber der Kommission eingegangen ist.Artikel 3Diese Entscheidung  ist an E.I. du Pont de Nemours and Company, c/o Cleary, Gottlieb, Steen & Hamilton, Rü de la Loi 23, B-1040Brüssel, gerichtet. Brüssel, den 30. September 1992 Für die Kommission Leon BRITTAN Vizepräsident(1) Genaue Zahl gestrichen; weniger als 3  %. (1)  Die gesamte Produktion in der Europäischen Gemeinschaft betrug 1991 rund 250 kt. Die Kapazität  wird auf rund 320 kt geschätzt, wobei die Kapazitätsauslastung für alle Hersteller ähnlich ist. (1)  Genaue Zahl gestrichen; zwischen 20 und 25  %. (2)  Genau Zahl gestrichen; weniger als 5  %. (3)  Genaue Zahl gestrichen. (4)  Gestrichen (Geschäftsgeheimnis). (1)  Genaues Datum gestrichen. (2)  Genaue Zahl gestrichen; etwa die Hälfte.