CELEX: 51987PC0281
Language: de
Date: 1987-06-16
Title: VORSCHLAG EINER VERORDNUNG ( EURATOM ) DES RATES ZUR FESTLEGUNG VON HOECHSTGRENZEN DER RADIOAKTIVITAET IN NAHRUNGSMITTELN, FUTTERMITTELN UND TRINKWASSER IM FALLE ANOMALER RADIOAKTIVITAETSWERTE ODER EINES NUKLEAREN UNFALLS

Nr. C 174/6                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  2. 7. 87
                                                                II
                                                    (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                  KOMMISSION
              Vorschlag einer Verordnung (Euratom) des Rates zur Festlegung von Höchstgrenzen der
              Radioaktivität in Nahrungsmitteln, Futtermitteln und Trinkwasser im Falle anomaler Radioakti-
                                            vitätswerte oder eines nuklearen Unfalls
                                                       KOM(87) 281 endg.
                                    (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 16. Juni 1987)
                                                          (87/C 174/09)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                           schaftliche Erzeugnisse nur nach gemeinsamen Modalitä-
                                                                    ten in die Gemeinschaft verbracht werden, die die Ge-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro-                     sundheit der Bevölkerung schützen und gleichzeitig die
päischen Atomgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 31,             Einheit des Marktes erhalten und Verkehrsverlagerungen
                                                                    verhindern.
auf Vorschlag der Kommission, ausgearbeitet nach Stel-
lungnahme einer Gruppe von Persönlichkeiten, die vom                Es ist notwendig, ein dauerhaftes Verfahren zu bestim-
Ausschuß für Wissenschaft und Technik benannt wur-                  men, das es der Gemeinschaft ermöglicht, bei einem
den,                                                                nuklearen Unfall oder bei anderen Zwischenfällen, die
                                                                    zu einer erheblichen radioaktiven Kontamination von
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
                                                                    Nahrungsmitteln, Futtermitteln oder Trinkwasser führen,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                  zum Schutz der Bevölkerung Höchstgrenzen für die
schusses,                                                           radioaktive Kontamination festzulegen.
in Erwägung nächstehender Gründe:                                   Die Kommission wird bei nuklearen Unfällen und außer-
                                                                    ordentlich hohen Strahlungsniveaus gemäß der Entschei-
Gemäß Artikel 2 Buchstabe b) des Vertrages hat die                  dung des Rates über ein Gemeinschaftssystem für den
Gemeinschaft einheitliche Sicherheitsnormen für den Ge-             beschleunigten Informationsaustausch im Fall anomaler
sundheitsschutz der Bevölkerung und der Arbeitskräfte               Radioaktivitätswerte oder eines nuklearen Unfalls oder
aufzustellen und für ihre Anwendung zu sorgen, wie in               im Rahmen des Übereinkommens über die schnelle Un-
Titel Zwei, Kapitel III dieses Vertrages weiter ausgeführt          terrichtung bei nuklearen Unfällen vom 26. September
wird.                                                               1986 unterrichtet.
Am 2. Februar 1959 hat der Rat Richtlinien (*) zur Fest-            Die Kommission erläßt erforderlichenfalls eine Verord-
legung der Grundnormen erlassen, die durch die Richt-               nung, die die im voraus festgesetzten Höchstgrenzen zur
linie 80/836/Euratom des Rates (2), geändert durch                  Anwendung bringen.
Richtlinie 84/467/Euratom (3), ersetzt wurden. In Arti-
kel 45 dieser Richtlinie werden die Mitgliedstaaten auf-            Von den im Bereich des Strahlenschutzes gegenwärtig
gefordert, im Hinblick auf etwaige Unfälle Interven-                verfügbaren Daten können Referenzwerte abgeleitet
tionsschwellen vorzusehen.                                          werden und als Grundlage zur Festsetzung von Höchst-
                                                                    grenzen für Radioaktivität dienen. Diese Werte können
Nach dem Unfall im Kernkraftwerk von Tschernobyl am                 bei einem Unfall oder bei anderen Zwischenfällen, die zu
26. April 1986 haben sich beträchtliche Mengen radioak-             einer erheblichen radioaktiven Verseuchung von Nah-
tiver Elemente in der Atmosphäre verbreitet, die in eini-           rungsmitteln, Futtermitteln oder Trinkwasser führen,
gen europäischen Ländern zu einer vom gesundheitlichen              umgehend angewandt werden.
Standpunkt aus bedeutenden Kontamination von Nah-
rungsmitteln und Futtermitteln geführt haben.                       Derartige Höchstgrenzen für Radioaktivität wurden im
                                                                    Anschluß an ein internationales wissenschaftliches Semi-
Die Gemeinschaft hat vorläufige Maßnahmen, insbeson-                nar über Interventionsschwellen für Nahrungsmittel nach
dere die Verordnung (EWG) Nr. 1707/86 des Rates (4),                einem nuklearen Unfall, das vom 27. bis 30. April 1987
erlassen, um sicherzustellen, daß bestimmte landwirt-               von der Kommission in Luxemburg veranstaltet wurde,
                                                                    festgelegt.
O   ABl. Nr. 11 vom 20. 2. 1959, S. 221/59.
O   ABl. Nr. L 246 vom 17. 9. 1980, S. 1.                           Diese Werte berücksichtigen eingehend die neuesten, zur
(') ABl. Nr. L 265 vom 5. 10. 1984, S. 4.                           Zeit auf internationaler Ebene verfügbaren wissenschaft-
(4) ABl. Nr. L 146 vom 31. 5. 1986, S. 88.                          lichen Erkenntnisse; gleichzeitig tragen sie der Tatsache
 ---pagebreak--- 2.7.87                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 174/7
Rechnung, daß die Öffentlichkeit beruhigt werden und              verzüglich eine Verordnung, mit der die in Anhang I
eine Auseinanderentwicklung der Vorschriften auf inter-           festgelegten Höchstgrenzen anwendbar werden.
nationaler Ebene vermieden werden muß.
                                                                   (2)    Die Geltungsdauer der Verordnung gemäß Ab-
In solchen Situationen ist den obwaltenden besonderen             satz 1 darf drei Monate nicht überschreiten.
Bedingungen Rechnung zu tragen. Daher ist es notwen-
dig, ein Verfahren auszuarbeiten, welches die rasche                                       Artikel 3
Anpassung dieser im voraus festgesetzten Grenzen zu
Höchstgrenzen ermöglicht, die den Umständen jedes                 (1)     Unmittelbar nach Erlaß einer Verordnung gemäß
einzelnen nuklearen Unfalls oder jedes Zwischenfalls              Artikel 2 holt die Kommission die Stellungnahme der in
entsprechen, der zu einer erheblichen radioaktiven Kon-           Artikel 31 des Vertrages erwähnten Gruppe von Persön-
tamination von Nahrungsmitteln, Futtermitteln oder                lichkeiten (nachstehend als „Sachverständigengruppe"
Trinkwasser führt.                                                bezeichnet) zu der unter den gegebenen Umständen er-
                                                                  forderlichen weiteren Verordnung ein.
Der Erlaß einer Verordnung zur Festsetzung von
Höchstgrenzen würde die Einheit des gemeinsamen                   (2)     Bei der Konsultation der Sachverständigengruppe
Marktes wahren, Verkehrsverlagerungen innerhalb der               kann die Kommission eine Frist für die Abgabe der Stel-
Gemeinschaft vorbeugen und einzelstaatliche Verbote               lungnahme setzen. Am Schluß der Beratungen der
oder Beschränkungen gemäß Artikel 36 EWG-Vertrag                  Gruppe findet keine Abstimmung statt. Jedes Mitglied
ausschließen.                                                     der Gruppe kann jedoch verlangen, daß seine Meinung
                                                                  im Protokoll festgehalten wird.
Um die Anpassung von Höchstgrenzen zu erleichtern,
sollten Verfahren vorgesehen werden, die einerseits die                                    Artikel 4
Anhörung der Gruppe von Sachverständigen gemäß Arti-
                                                                  (1)     Die Kommission legt innerhalb eines Monats er-
kel 31 des Vertrages und andererseits eine enge Zusam-
                                                                  forderlichenfalls dem „Ad-hoc-Ausschuß für die radio-
menarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Ge-
                                                                  aktive Kontamination von Nahrungsmitteln" (nachste-
meinschaft innerhalb eines Verwaltungsausschusses                 hend „der Ausschuß" genannt) einen Entwurf einer Ver-
ermöglichen.                                                      ordnung vor, die die in Artikel 2 Absatz 1 genannte Ver-
                                                                  ordnung ersetzt. Der Ausschuß umfaßt Vertreter der
Die Einhaltung der Höchstgrenzen muß in geeigneter
                                                                  Mitgliedstaaten; den Vorsitz übernimmt ein Vertreter
Weise überwacht werden.                                           der Kommission.
Um die mit dieser Verordnung vorgesehenen Maßnah-
                                                                  (2)     Bei der Vorlage des in Absatz 1 genannten Ent-
men gegebenenfalls präzisieren und anpassen zu können,
                                                                  wurfs einer Verordnung berücksichtigt die Kommission
ist ein vereinfachtes Verfahren vorzusehen —                      die gemäß Artikel 30 und 31 des Vertrages festgelegten
                                                                  Grundnormen und insbesondere den Grundsatz, daß
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:                                 jede Strahlenexposition so niedrig wie vernünftigerweise
                                                                  erreichbar zu halten ist, wobei wirtschaftliche und so-
                          Artikel 1                               ziale Kriterien zu berücksichtigen sind.
(1)     Diese Verordnung legt das Verfahren zur Bestim-           (3)     Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem
mung der Höchstgrenzen für die radioaktive Kontamina-             Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende un-
tion von Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Futtermit-              ter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden
teln fest, die nach einem nuklearen Unfall oder einem             Frage festsetzen kann. Der Ausschuß entscheidet mit der
anderen Zwischenfall, der zu einer erheblichen radioak-           in Artikel 118 Absatz 2 des Euratom-Vertrages vorgese-
tiven Kontamination von Nahrungsmitteln, Futtermitteln            henen Mehrheit für Beschlüsse, die der Rat auf Vor-
oder Trinkwasser führen könnte oder geführt hat, auf              schlag der Kommission zu fassen hat. Bei der Abstim-
den Markt gelangen oder exportiert werden können.                 mung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter
                                                                  der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel ge-
(2)     Nahrungsmittel im Sinne dieser Verordnung sind            wogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung
Erzeugnisse, die entweder unmittelbar oder nach Verar-            nicht teil.
beitung für den menschlichen Verzehr geeignet sind.
Futtermittel sind Erzeugnisse, die nur für den tierischen         (4)     Die Kommission erläßt die Verordnung, die sofort
Verzehr geeignet sind.                                            anwendbar ist. Stimmt die Verordnung jedoch nicht mit
                                                                  der Stellungnahme des Ausschusses überein, so wird
                          Artikel 2                               diese dem Rat von der Kommission unverzüglich mitge-
                                                                  teilt. In diesem Fall kann die Kommission die Anwen-
(1)     Wird die Kommission gemäß dem von der Ent-                dung der von ihr beschlossenen Verordnung um höch-
scheidung des Rates Nr           vom          (beschleunigter     stens 15 Tage, gerechnet vom Datum dieser Mitteilung
Informationsaustausch) vorgesehenen Verfahren oder im             an, aussetzen.
Rahmen des Übereinkommens über die schnelle Unter-
richtung bei nuklearen Unfällen vom 26. September 1986            (5)     Der Rat kann mit qualifizierter Mehrheit inner-
über einen nuklearen Unfall oder einen anderen Zwi-               halb einer Frist von 15 Tagen einen anderen Beschluß
schenfall unterrichtet, so erläßt sie erforderlichenfalls un-     fassen.
 ---pagebreak--- Nr. C 174/8                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             2.7.87
                              Artikel 5                                        tel auf den Markt gelangen, wenn sie im Zollgebiet der
                                                                               Gemeinschaft einem Zollverfahren unterliegen, es sei
Jede in Artikel 4 genannte Verordnung ist befristet. Sie                       denn, sie befinden sich im Transitverfahren.
kann auf Antrag eines Mitgliedstaates oder auf Initiative
der Kommission gemäß den in Artikel 3 und 4 geregel-                           (2)     Jeder Mitgliedstaat übermittelt der Kommission
ten Verfahren überprüft werden.                                                alle Informationen hinsichtlich der Anwendung dieser
                                                                               Verordnung und teilt ihr insbesondere die Fälle mit, in
                              Artikel 6                                        denen die Höchstgrenzen nicht eingehalten worden sind.
                                                                               Die Kommission übermittelt diese Informationen den an-
(1)    Von Zeit zu Zeit konsultiert die Kommission die
                                                                               deren Mitgliedstaaten.
Sachverständigengruppe, um sicherzustellen, daß die in
Anhang I festgesetzten Höchstgrenzen sämtliche neu
verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksich-                                                       Artikel 8
tigen.                                                                         Die Durchführungsbestimmungen zu dieser Verordnung
(2)    Die in Anhang I festgesetzten Höchstgrenzen                             sowie gegebenenfalls die Änderungen der Liste der in
können nach dem in Artikel 31 des Vertrages festgeleg-                         Anhang II aufgeführten Nahrungsmittel von geringer
ten Verfahren auf Antrag eines Mitgliedstaates oder der                        Bedeutung werden nach dem Verfahren gemäß Artikel 4
Kommission überprüft oder ergänzt werden.                                      erlassen.
                              Artikel 7                                                                       Artikel 9
(1)    Nahrungsmittel oder Futtermittel, die nicht den                         Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröf-
Höchstgrenzen entsprechen, die in einer gemäß Artikel 2                        fentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
oder 4 erlassenen Verordnung festgelegt worden sind,                           in Kraft.
sind nicht auf den Markt zu bringen oder zu exportie-
ren. Für die Anwendung dieser Verordnung gilt, daß aus                         Diese Verordnung ist in allen Teilen verbindlich und gilt
Drittländern importierte Nahrungsmittel oder Futtermit-                        unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
                                                                     ANHANGP
                   HÖCHSTGRENZEN FÜR NAHRUNGSMITTEL, FUTTERMITTEL UND TRINKWASSER
                                                                 (Bq/kg oder Bq/1)
                                                                           Andere Nahrungs-
                                                              Milch-          mittel außer         Trinkwasser
                                                           produkte (')      Nahrungsmittel        und flüssige       Futtermittel
                                                                              von geringer2     Nahrungsmittel (3)
                                                                              Bedeutung ( )
             Jod- und Strontiumisotopen, ins-
             besondere 1-131, Sr-90                             500               3 000                400               - 0
             Alphateilchen emmittierende Plu-
             toniumisotope und Transpluto-
             niumelemente, insbesondere Pu-
             239, Am-241                                          20                 80                   10             -C)
             Alle übrigen Nuklide mit einer
             Halbwertzeit von mehr als 10
             Tagen, insbesondere Cs-134,
             Cs-137                                           1000                1 250                800               2 500
             (') Milchprodukte sind definiert als Milch der Tarifnummern 04.01 und 04.02 des Gemeinsamen Zolltarifs sowie Lebens-
                 mittel für die Ernährung speziell von Säuglingen während der ersten vier bis sechs Lebensmonate, die für sich genom-
                 men dem Nahrungsbedarf dieses Personenkreises genügen und in Packungen für den Einzelhandel dargeboten wer-
                 den, die eindeutig als „Zubereitung für Säuglinge" gekennzeichnet und ettikettiert sind.
              2
             ( ) Nahrungsmittel von geringer Bedeutung sind die in Anhang II aufgeführten Nahrungsmittel. Bei diesen Nahrungsmit-
                 teln ist für die Kontamination ein höchstzulässiger Wert annehmbar, der das Zehnfache der in dieser Spalte angegebe-
                 nen Werte beträgt.
              3
             ( ) Flüssige Nahrungsmittel gemäß Kapitel 20 und 22 des Gemeinsamen Zolltarifs.
             (4) Keine Werte für unmittelbare Anwendung.
 ---pagebreak--- 2.7. 87                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. C 174/9
                                            ANHANG      II
                       NAHRUNGSMITTEL VON GERINGER BEDEUTUNG
        Nummer des
        Gemeinsamen                                    Bezeichnung
          Zolltarifs
           07.01     Gemüse und Küchenkräuter, frisch oder gekühlt:
                     O. Kapern
           07.03     Gemüse und Küchenkräuter, zur vorläufigen Haltbarmachung in Salzlake oder in
                     Wasser mit einem Zusatz von anderen Stoffen eingelegt, jedoch nicht zum unmittel-
                     baren Genuß besonders zubereitet:
                     B. Kapern
         Kapitel 09  Kaffee, Tee, Mate und Gewürze
 ---pagebreak--- Nr. C 174/10                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   2. 7. 87
            ABGELEITETE REFERENZWERTE FÜR DIE NAHRUNGSMITTELKONTROLLE N A C H EINEM
                                                       NUKLEAREN UNFALL
            EMPFEHLUNG DER N A C H ARTIKEL 31 DES EURATOM-VERTRAGS EINGESETZTEN SACH-
                                                     VERSTÄNDIGENGRUPPE
             Einleitung
            Die frühere Empfehlung der Sachverständigengruppe vom 4. September 1986 ist von dieser in Anbetracht
            des Internationalen Wissenschaftlichen Seminars der KEG über „Foodstuffs Intervention Levels Following
            a Nuclear Accident", das vom 27. bis 30. April 1987 in Luxemburg stattfand, überprüft und berichtigt
            worden. Hier die berichtigten Empfehlungen.
            Grundsätzliche Überlegungen
            Die Radioaktivitätskontrolle von Nahrungsmitteln nach einer unfallbedingten Freisetzung radioaktiver
            Stoffe in die Umwelt schafft zwei sehr unterschiedliche Problembereiche. Der erste und dringendste betrifft
            die Verwendung von Nahrungsmitteln, die in der nahen Umgebung der Unfallstelle erzeugt und manchmal
            auch verzehrt werden. Entscheidungen müssen innerhalb von einem oder zwei Tagen nach dem Austreten
            der radioaktiven Stoffe getroffen werden, damit das betreffende Gebiet umgrenzt und für die Nahrungs-
            mittel Ersatz bereitgestellt werden kann. Die zweite Gruppe von Problemen betrifft die langfristige weit-
            räumige Verbreitung von Nahrungsmitteln aus dem betreffenden Gebiet wie auch die Verbreitung von
            Nahrungsmitteln aus größeren, weiter entfernten Gebieten, in denen zwar eine unmittelbare Kontrolle
            nicht nötwendig ist, aber doch eine meßbare Kontamination besteht. Auf Gemeinschaftsebene konzentriert
            sich das Interesse auf diesen zweiten Problembereich und auf den Weg, den solche Nahrungsmittel zwi-
            schen Mitgliedstaaten sowie zwischen der Gemeinschaft und anderen Ländern nehmen.
            Geht man von der konventionellen und vorsichtigen Annahme aus, daß jede Strahlendosis das Risiko von
            Langzeitfolgen beim Menschen erhöht, so ist der Verzehr von kontaminierten Nahrungsmitteln, unabhän-
            gig vom Ausmaß der Kontamination, mit einem gewissen Risiko verbunden. Daher ist es praktisch nicht
            möglich, Entscheidungen über die Nahrungsmittelkontrolle ausschließlich aufgrund von Überlegungen be-
            züglich des gesundheitlichen Risikos zu treffen. Obwohl die zuständigen Behörden bei allen ihren Ent-
            scheidungen das Ausmaß dieser Risiken und den finanziellen Aufwand sowie die durch jede Schutzmaß-
            nahme bedingten sozialen Spaltungen gegeneinander abzuwägen haben, ist es von grundlegender Wichtig-
            keit, das öffentliche Vertrauen in das gesamte Strahlenschutzsystem zu erhalten, in dessen Rahmen die
            Bevölkerung nur einer Strahlung ausgesetzt wird, die aufgrund der weitverbreiteten, nützlichen An-
            wendung von Strahlen und radioaktiven Stoffen vertretbar ist. Dieses Vertrauen wird gestärkt, wenn die
            Reaktion auf einen Unfall als angemessen betrachtet werden kann.
            Referenzwerte (RL)
            Es ist nicht zweckmäßig, für Notfallsituationen Werte festzulegen, da ein Notfall nur selten — wenn
            überhaupt — einer starren Regelung unterworfen werden kann. Es ist jedoch sehr sinnvoll, anhand der
            Grundnormen Referenzwerte festzulegen, unterhalb derer Maßnahmen mit großer Wahrscheinlichkeit
            nicht angemessen sind, während bei einer Überschreitung dieser Werte Maßnahmen ergriffen oder zumin-
            dest ernsthaft überlegt werden müssen. Der Referenzwert muß in einem bestimmten Verhältnis zur Strenge
            und Komplexität der Maßnahmen stehen — einfache Maßnahmen mit geringen sozialen Folgen sind bei
            einer niedrigen Strahlenexposition angemessen, während komplexe Maßnahmen nur bei hohen Exposi-
            tionswerten gerechtfertigt sind. In dem vorliegenden Bericht gehen die Sachverständigen davon aus, daß
            derartige Maßnahmen zur Überwachung der Verteilung und Einfuhr von Nahrungsmitteln in der Gemein-
            schaft notwendig sind. Diese Art von Maßnahmen sind schwierig, haben erhebliche soziale und wirtschaft-
            liche Auswirkungen und sind daher nur bei einem hohen Expositionswert gerechtfertigt.
            Die gewählten Referenzwerte sollten sich grundsätzlich auf die Dosis beziehen, die voraussichtlich wäh-
            rend der gesamten Lebenszeit durch die fortgesetzte Aufnahme eines einzigen Nahrungsmittels akkumu-
            liert wird. Nur dann läßt sich der Vorteil einer Dosisreduzierung durch Kontrolle des betreffenden Nah-
            rungsmittels mit den Kosten und Nachteilen der Kontrollaktion selbst vergleichen. Angesichts der Höhe
            der wahrscheinlich anzutreffenden Dosen und des Umfangs der notwendigen Maßnahmen, die voraussicht-
            lich nicht zu einer ernsthaften Nahrungsmittelverknappung auf nationaler oder gemeinschaftlicher Ebene
            führen dürften, ist es richtig, jedes Nahrungsmittel unabhängig von allen anderen zu behandeln.
            In der Praxis sind jedoch sehr viele Nahrungsmittel potentiell betroffen. Daher wäre es wünschenswert,
           wenn für die Entscheidung über mögliche Maßnahmen einfache und verständliche Regeln festgesetzt wür-
            den. Aus diesem Grund hat sich die Sachverständigengruppe entschlossen, für die wichtigsten Nahrungsbe-
            standteile Dosisreferenzwerte zu empfehlen und die entsprechenden abgeleiteten Nahrungsmittelwerte mit
            einer gewissen Vorsicht zu wählen, so daß es unwahrscheinlich ist, daß der Dosisreferenzwert zu verschie-
 ---pagebreak--- 2.7.87                               Amtsblatt der Europaischen Gemeinschaften                                    Nr. C 174/11
       denen Zeitpunkten nach dem Unfall durch irgendeine im Rahmen der Wahrscheinlichkeit liegende Kombi-
       nation von Kontaminierungen in verschiedenen Nahrungsmitteln überschritten wird. Dies bedeutet eine
       größere Einschränkung als das von der Internationalen Kommission für Strahlenschutz empfohlene Ver-
       fahren, aber eine geringere Einschränkung, als wenn man die Gesamtnahrungsaufnahme als einzige Ent-
       scheidungsbasis nähme. Außerdem hat die Gruppe beschlossen, die in einem Jahr aufgenommene Dosis als
       Grundlage für die Referenzwerte zu nehmen, da die Dosis im ersten Jahr größer ist als die in irgendeinem
       einzigen der folgenden Jahre akkumulierte Dosis.
       Die Empfehlungen beziehen sich auf die Situation, wie sie sich aus einem Unfall ergibt, unabhängig davon,
       ob es bereits vorher irgendwelche Strahlenquellen, einschließlich eines vorhergehenden Unfalls, gab. Daher
       können die Referenzwerte für alle Unfälle gleich sein. Davon ausgehend empfehlen die Sachverständigen,
       wie in dem Literaturhinweis 1 angegeben, die Annahme von zwei Dosisreferenzwerten, einem unteren
       Wert, unterhalb dessen Maßnahmen aus Strahlenschutzgründen mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht ge-
       rechtfertigt sind, und einem oberen Referenzwert, bei dem aus Gründen des Strahlenschutzes nahezu mit
       Sicherheit Maßnahmen in Angriff genommen worden sind.
       Für das erste Jahr nach einem Unfall schlagen die Sachverständigen für die einem Alter von 70 Jahren
       entsprechende effektive Folgeäquivalentdosis, die sich aus der Strahlenbelastung durch Nahrungsmittel er-
       gibt, einen unteren Referenzwert von 5 mSv vor. Der obere Referenzwert sollte bei 50 mSv liegen. Für den
       besonderen Fall der Jodisotopen, die fast ihre gesamte Dosis an die Schilddrüse abgeben, wird ein zusätzli-
       cher unterer Referenzwert von 50 mSv sowie ein entsprechender oberer Referenzwert von 500 mSv für die
       Schilddrüse empfohlen (Literaturhinweis 2). In allen Fällen beziehen sich die Werte auf die effektive Folge-
       äquivalentdosis, die sich aus der Nahrungsmittelaufnahme während des ganzen Jahres ergibt. In den dar-
       auffolgenden Jahren liegen die Kontaminationswerte niedriger, und es wird genügend Zeit sein, um im
       Bedarfsfall wirksame und wirtschaftliche Kontrollmaßnahmen zu veranlassen.
       Abgeleitete Referenzwerte (DRL)
       Die praktische Nahrungsmittelüberwachung muß von der Messung oder der Schätzung der Konzentration
       radioaktiver Stoffe in der Nahrung ausgehen. Sie kann nicht durch eine direkte Berechnung der Ver-
       braucherdosis erreicht werden. Daher ist es notwendig, von den Dosisreferenzwerten brauchbare Konzen-
       trationswerte abzuleiten. Die Werte, die in der Umgebung eines Unfalls zur Lagekontrolle in den ersten
       Wochen nach einem Unfall benutzt werden, werden abgeleitete Notfallreferenzwerte (DERL) genannt. Für
       die zur langfristigen Überwachung des Nahrungsmittelverkehrs dienenden Werte wurde in diesem Bericht
       der Ausdruck „abgeleiteter Referenzwert" (DRL) verwendet. Dieser Wert stellt in keiner Hinsicht eine
       Grenze dar. Die mit dem rechtmäßigen Eingreifen in den internationalen Handel verbundenen Probleme
       können es jedoch als notwendig erscheinen lassen, die Referenzwerte in die Gemeinschaftsvorschriften
       aufzunehmen. Wie eine erste Untersuchung über die von einer Arbeitsgruppe der W H O entwickelten und
       auf dem Luxemburger Seminar vorgestellten Verfahren zur Erzielung eines optimalen Schutzes zeigt,
       liegen die Werte, die von der nach Artikel 31 eingesetzten Sachverständigengruppe empfohlen werden, in
       der Nähe der durch das Optimierungsverfahren erreichten Zahlen. Die empfohlenen Werte reichen daher
       allein aus, und eine weitere Reduzierung ist nicht notwendig.
       Bei der Berechnung abgeleiteter Referenzwerte (DRL) in Nahrungsmitteln ergeben sich grundlegende Pro-
       bleme, da die unterschiedlichen Wege, auf denen die verschiedenen Nuklide in die Nahrung gelangen,
       zusammen mit den unterschiedlichsten Verteilungssystemen für die einzelnen Nahrungsmittel sowie den
       altersbedingten und örtlichen Verschiedenheiten in der Ernährung zu sehr komplizierten Verknüpfungen
       zwischen der Radioaktivität in einem einzelnen Nahrungsmittel und der sich aus der Nahrungsaufnahme
       ergebenden Personengesamtdosis führen. Wenn beabsichtigt ist, die mit allen Nahrungsmitteln aufgenom-
       mene Gesamtdosis zu begrenzen, sollte jedes einzelne Nahrungsmittel für jedes Nuklid einen anderen ab-
       geleiteten Referenzwert (DRL) haben. Ausgehend von der Radioaktivität in sämtlichen betroffenen Nah-
       rungsmitteln müssen dann für alle relevanten Nuklide für jede Gelegenheit und für jeden Ort Berechnun-
       gen durchgeführt werden. Dies kann in unmittelbarer Umgebung eines Unfalls, wo die Situation sich genau
       erfassen läßt, durchaus möglich sein, ist jedoch als Grundlage für Maßnahmen der Gemeinschaft nicht
       geeignet.
       Die Sachverständigengruppe hat daher für die wichtigsten Nahrungsbestandteile Vorschläge für drei Klas-
       sen von Radionukliden unterbreitet. Die Werte sind in der Tabelle aufgeführt. Sie wurden aufgrund typi-
       scher Ernährungsgewohnheiten in der Gemeinschaft festgelegt. Die Kontamination von Nahrungsmitteln
       nach einem Unfall ist je nach Zeit und Ort unterschiedlich, und die Annahmen, daß sich jemand ein ganzes
       Jahr lang nur von Nahrungsmitteln ernährt, deren Kontamination dem abgeleiteten Referenzwert ent-
       spricht, entbehrt jeder realistischen Grundlage. Daher ist die Gruppe davon ausgegangen, daß die Auf-
       nahme über ein ganzes Jahr höchstens 10 % der Dosis beträgt, die beim ständigen Verzehr eines Nah-
       rungsmittels aufgenommen wird, das mit dem für einen beliebigen Zeitpunkt und einen beliebigen Ort
       geltenden Höchstwert belastet ist. Die auf dem Luxemburger Seminar vorgelegten Daten und umfang-
       reiche Erkundigungen haben die Gruppe davon überzeugt, daß ein Wert von 10 % angemessen ist. Daher
       wurde dieser Wert auch bei der Berechnung der abgeleiteten Referenzwerte zugrunde gelegt.
 ---pagebreak---                                  Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften
Allerdings wird dieser Wert nicht mehr unter allen Umständen als vorsichtig genug betrachtet, um die mit
Nahrungsmitteln aller betroffenen Gruppen zusätzlich aufgenommenen Dosen abzudecken. Um diese zu
berücksichtigen, wurde auf alle Werte, die für die einzelnen der Gruppe Milcherzeugnisse, sonstige Haupt-
nahrungsmittel (Getreide, Obst und Gemüse, Fleisch) oder Trinkwasser (einschließlich Getränken) angehö-
renden Nahrungsmittel errechnet wurden, ein Reduktionsfaktor von 5 angewendet. Aufgrund der kurzen
Halbzeitwerte der relevanten Jodisotopen braucht dieser Faktor nicht wegen irgendwelcher Additivität auf
die für diese Nuklide errechneten Werte angewendet zu werden. Die Zahlen für die Strontiumisotope der
Nuklidgruppe „Jod und Strontium" enthalten dagegen die entsprechenden Reduktionsverfahren.
Im Hinblick auf die Summierung von Beiträgen verschiedener Radionuklide im Laufe der Nahrungskette
wurden folgende Punkte berücksichtigt:
— Bei der Bewertung jeder einzelnen Nuklidgruppe wurde von einem Vergleich zwischen der Gesamt-
    aktivität aller Nuklide einer Gruppe und dem für die empfindlichste Altersgruppe geltenden Grenzwert
    für das am stärksten radiotoxische Nuklid derselben Gruppe ausgegangen.
— Den Referenzwerten für Jodisotopen liegt die Schilddrüsendosis zugrunde. Ihr Anteil an der effektiven
    Äquivalentdosis ist daher gering.
— Es ist unwahrscheinlich, daß bei irgendeinem Unfall Nuklide der drei Gruppen gleichzeitig in beacht-
    licher Menge in der Nahrungskette vorhanden sind.
Aus diesen Gründen kommt die Gruppe zu dem Schluß, daß die Additivität der Beiträge der verschiedenen
Radionuklide dieser wie auch anderer Nuklidgruppen ausreichend berücksichtigt worden ist.
Die in der Tabelle aufgeführten Werte wurden aufgrund der Überlegung festgelegt, daß jede Nahrungsmit-
telgruppe und jede Nuklidgruppe getrennt von den anderen behandelt werden kann. Das Vorhandensein
verschiedener kontaminierter Nahrungsmittel oder Nuklide in mehr als einer Gruppe wurde bereits in aus-
reichendem Maße berücksichtigt.
Die Werte gelten für verbrauchsfertige Nahrungsmittel. In der Praxis dürften die Kontrollen wahrschein-
lich auf einer früheren Stufe durchgeführt werden, z. B. bei der Verarbeitung und dem Inverkehrbringen
landwirtschaftlicher Ausgangsstoffe. Die Verminderung der Radioaktivität infolge der Verarbeitung und
Zubereitung von Nahrungsmitteln wurde nicht berücksichtigt.
                                                    TABELLE
ABGELEITETE REFERENZWERTE («) FÜR DIE NAHRUNGSMITTELKONTROLLE                                          NACH
                                        EINEM NUKLEAREN UNFALL
                                                      (Bq/kg)
                                           Jod- und Strontiumisotope (2)
                                             insbesondere 1-131, Sr-90
       Milchprodukte (3)                  andere Hauptnahrungsmittel (4)                   Trinkwasser
               500                                     3 000                                   400
                         alphastrahlende Plutoniumisotope und Transplutoniumelemente (2)
                                          insbesondere Pu-239, AM-241
       Milchprodukte (3)                  andere Hauptnahrungsmittel (*)                   Trinkwasser
                20                                        80                                    10
                     alle anderen Nuklide mit einer Halbwertzeit von über zehn Tagen (2) (5)
                                           insbesondere Cs-134, Cs-137
       Milchprodukte (5)                  andere Hauptnahrungsmittel (4)                   Trinkwasser
             4 000                                     5 000                                   800
 ---pagebreak--- 2.7.87                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             Nr. C 174/13
       ANMERKUNGEN
       (') Die abgeleiteten Referenzwerte haben aligemeine Geltung. Sie basieren auf dem im Text erläuterten unteren Referenz-
           wert, d. h. auf einer effektiven Folgedosis von 5 mSv in einem Jahr und einer Folgeäquivalentdosis für die Schilddrüse
           von 50 mSv in einem Jahr. Auf den höheren Referenzwerten basierende Werte lägen um das Zehnfache höher.
       (2) Innerhalb jeder Nuklidgruppe beziehen sich die Werte auf die Gesamtaktivität aller Nuklide dieser Gruppe. Jede
           Gruppe kann daher völlig unabhängig von den anderen behandelt werden.
       (J) Die Milchprodukte schließen auch Frischmilch und rekonstituierte Milchgetränke oder -lebensmittel aus Milchpulver
           ein. Käse ist als eines der „anderen Hauptnahrungsmittel" zu betrachten.
       (4) Bei untergeordneten Nahrungsmitteln, z.B. Nahrungsmitteln mit einem jährlichen Verzehr von unter 10kg, sind
           zehnmal höhere Werte als für Hauptnahrungsmittel angemessen. Es ist nicht zu erwarten, daß für Erzeugnisse wie
           Gewürze und Gewürzmittel solche Beschränkungen notwendig werden.
       (') Kohlenstoff 14 und Tritium sind in dieser Gruppe nicht eingeschlossen, da bei irgendeinem vorhersehbaren Unfall ihr
           Anteil an den Dosen sehr gering ist.
       Literatur
       1. Commission of the European Communities. Radiological protection criteria for Controlling doses to the
           public in the event of accidental releases of radioactive material. V/5290/82 EN. CEC, Luxembourg,
           1982.
       2. International Commission on Radiological Protection. Publication 40. Protection of the Public in the
           Event of Major Radiation Accidents: Principles for Planning, Annais of the ICRP, Volume 14
           No 2 1984.