CELEX: C2007/096/16
Language: de
Date: 2007-04-28 00:00:00
Title: Rechtssache C-356/05: Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 19. April 2007 (Vorabentscheidungsersuchen des High Court of Ireland — Irland) — Elaine Farrell/Alan Whitty, Minister for the Environment, Irland, Attorney General und Motor Insurers Bureau of Ireland (MIBI) (Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung — Richtlinien 72/166/EWG, 84/5/EWG und 90/232/EWG — Den Insassen eines Fahrzeugs entstandene Schäden — Für die Beförderung von Insassen nicht eingerichteter Teil eines Fahrzeugs)

28.4.2007   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 96/10
            
         Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 19. April 2007 (Vorabentscheidungsersuchen des High Court of Ireland — Irland) — Elaine Farrell/Alan Whitty, Minister for the Environment, Irland, Attorney General und Motor Insurers Bureau of Ireland (MIBI)
   (Rechtssache C-356/05) (1)
   
   (Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung - Richtlinien 72/166/EWG, 84/5/EWG und 90/232/EWG - Den Insassen eines Fahrzeugs entstandene Schäden - Für die Beförderung von Insassen nicht eingerichteter Teil eines Fahrzeugs)
   (2007/C 96/16)
   Verfahrenssprache: Englisch
   Vorlegendes Gericht
   High Court of Ireland
   Parteien des Ausgangsverfahrens
   
      Klägerin: Elaine Farrell
   
      Beklagte: Alan Whitty, Minister for the Environment, Irland, Attorney General und Motor Insurers Bureau of Ireland (MIBI)
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen des High Court (Irland) — Auslegung von Art. 1 der Dritten Richtlinie 90/232/EWG des Rates vom 14. Mai 1990 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung (ABl. L 129, S. 33 ff) — Personen, die in dem Teil eines Kraftfahrzeugs fahren, der nicht mit Sitzplätzen für Mitfahrer konstruiert und gebaut ist — Nationale Gesetzgebung, die keine Versicherung zur Absicherung derartiger Personen im Fall eines Unfalls vorschreibt
   Tenor
   
               1.
            
            
               Art. 1 der Dritten Richtlinie 90/232/EWG des Rates vom 14. Mai 1990 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung entgegensteht, nach der die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung die Haftung für Personenschäden von Einzelpersonen nicht deckt, die in einem Teil eines Kraftfahrzeugs mitfahren, der mit Sitzgelegenheiten für Mitfahrer weder konstruiert noch gebaut ist.
            
         
               2.
            
            
               Art. 1 der Dritten Richtlinie 90/232 erfüllt alle Voraussetzungen, um unmittelbare Wirkung zu entfalten, und verleiht demzufolge Einzelpersonen Rechte, auf die sie sich vor den nationalen Gerichten berufen können. Es obliegt jedoch dem nationalen Gericht, zu prüfen, ob diese Vorschrift gegenüber einer Einrichtung wie dem Motor Insurers Bureau of Ireland (MIBI) geltend gemacht werden kann.
            
         
      (1)  ABl. C 315 vom 10.12.2005.