CELEX: 51988PC0529
Language: de
Date: 1988-10-17
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 805/68 über die gemeinsame Marktorganisation für Rindfleisch und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1302/73#Vorschlag für eine VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1357/80 zur Einführung einer Prämienregelung für die Erhaltung des Mutterkuhbestandes und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1199/82#Vorschlag für eine VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 468/87 mit allgemeinen Bestimmungen zur Regelung der Sonderprämie für Rindfleischerzeuger#(von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 529
Vol. 1988/0185
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
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on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
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Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                    KOM(88 ) 529 endg .
                                                    Brüssel , den 4 . November 1988
                            Vorschlag für eine
                        VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
    zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 über die gemeinsame
         Marktorganisation für Rindfleisch und zur Aufhebung der
                       Verordnung ( EWG ) Nr . 1302 / 73
                            Vorschlag für eine
                        VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
   zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 1357/ 80 zur Einführung einer
    Prämienregelung für die Erhaltung des Mutterkuhbestandes und zur
                Aufhebung der Verordnung ( EWG ) Nr . 1199 /82
                            Vorschlag für eine
                        VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
      zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 468 / 87 mit allgemeinen
   Bestimmungen zur Regelung der Sonderprämie für Rindfleischerzeuger
                      (von der
                            derKommission
                                Kommission vorgelegt
                                             vorgelegt ))
                      uP                      S)
                                 ÏÙ j
 ---pagebreak---              >
                           REFORM DER GEMEINSAMEN MARKTORGANISATION
                               FÜR RINDFLEISCH AB 1 . JANUAR 1989
                                          BEGRÜNDUNG
Im Rindfleischsektor übersteigt seit 10 Jahren die Erzeugung strukturelle den
Verbrauch . Ferner ist der Erzeugungsumfang einer zyklischen Entwicklung
unterworfen , deren letzter Höhepunkt im Jahre 1984 lag . Dieser Zyklus wurde
seither gestört , da durch die Schlachtung von Kühen infolge der Einführung der
Milchquotenregelung jährlich 150.000 bis 300.000 t Rindfleisch zusätzlich
anfielen . Trotz bedeutender Ausfuhren , die 1986 über 1 Mio t hinausgingen ,
mussten umfangreiche Interventionsankäufe von 500.000 t jährlich getätigt
werden , ohne dass hierdurch die Marktpreise auf dem gewünschten Niveau
gehalten werden konnten .
Diese Situation veranlasste die Kommission , dem Rat Ende 1985 ein dem
Rindfleischsektor gewidmetes Memorandum vorzulegen , aufgrund dessen der Rat
Ende 1986 beschloss , für die Dauer eines am 31.12.1988 auslaufenden
Übergangszeitraums wesentliche Änderungen an der GMO für Rindfleisch
vorzunehmen . Im Rahmen dieser Änderungen wurde
- der Interventionsankauf weniger attraktiv gemacht , insbesondere durch
     Festsetzung eines Ankaufspreises unter dem Interventionspreis ;
- eine neue direkte Erzeugerprämie für männliche Jungrinder eingeführt .
Die im Übergangszeitraum gemachten Erfahrungen haben gezeigt , dass die so
funktionierende Intervention auch nach der Preissenkung noch ein kostspieliges
und wenig wirksames Instrument darstellt , durch das sich die Preisentwicklung
nicht nachhaltig beeinflussen lässt .
Ende 1988 /Anfang 1989 geht die zusätzliche Schlachtung von Milchkühen ihrem
Ende entgegen , so dass kurzfristig ein besseres Gleichgewicht zwischen
Erzeugung und Verbrauch zu erwarten ist . Allerdings entwickelt sich derzeit
auch eine Ersatzerzeugung ( Färsen und Mutterkühe ). Ferner weitet sich die
 Jungbullenzucht in einigen Gebieten der Gemeinschaft noch aus . Durch diese
*•' !■> * : ■ 1 g könnte die Erzeugung mittelfristig erneut einen Stand erreichen .
                   lb r  b-m V   ' . » Ht
                                                                                    Z
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Angesichts dieser Lage ist es notwendig , in der Zeit nach dem
Übergangszeitraum den mit den Beschlüssen des Rates vom Dezember 1986 bereits
eingeschlagenen Weg fortzusetzen . Die Kommission schlägt daher für den
Zeitraum nach dem 31.12.1988 folgendes vor :
- Massnahmen zur Verringerung der Interventionsankäufe und zur Steigerung von
   deren Wirksamkeit ;
- Verstärkung der bestehenden direkten Erzeugerbeihilfen der Gemeinschaft .
I.   Öffentliche Intervention
     a ) Einleitung
         Insbesondere wegen des Rückgangs der Marktpreise gegenüber unverändert
         hohen öffentlichen Ankaufspreisen verlor die Intervention in den
         letzten Jahren zunehmend ihre ursprüngliche Funktion als Sicherheits ¬
         netz und entwickelte sich zu einem eigenen Absatzmarkt . Die Erzeugung
         richtete sich immer weniger nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten
         und führte zu einem starken Anstieg der Interventionskäufe ,
         insbesondere durch die Zunahme teilweise bodenunabhängige Haltungs ¬
         formen . Diese Entwicklung verschärfte sich in den letzten Jahren durch
         die hohen Abschlachtungen infolge der Einführung der Milchquoten und
         wurde durch den Rückgang der Futtermittelpreise noch weiter begünstigt .
         So sind die jährlichen Interventionsmengen , die bis 1982 deutlich unter
         300.000 t lagen , laufend gestiegen . Zwischen 1983 und 1985 beliefen sie
         sich auf etwa 450.000 t , um 1986 ( 578.000 t ) und 1987 ( 537.000 t ) mit
         wöchentlich über 10.000 t die Grenze von 500.000 t zu überschreiten .
         Trotz dieser Rekordmengen konnte die Intervention den Rückgang der
         Marktpreise nicht einmal bei den angekauften Erzeugnissen auf halten .
         Die erheblichen Ausgaben für die teuren Ankäufe und die Auslagerung zu
         stark reduzierten Preisen blieben somit ohne jede Auswirkung auf die
         Erzeugereinkommen , verursachten jedoch eine Verdoppelung der
         Haushaltsmittel für Rindfleisch innerhalb drei Jahren von 1983 bis I98r.-.
                                                                                    3
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      b ) Übergangsregelung
          Aufgrund dieser Lage sah sich der Rat im Dezember 1986 veranlasst , mit
          einer deutlichen Senkung der Stützungspreise für die Zeit vom 6 . April
          1987 bis zum 31 . Dezember 1988 von den Bestimmungen der Grundverordnung
          ( EWG ) Nr . 805 / 68 abzuweichen , um die Interventionsmengen zu senken .
          Insbesondere wegen der Auswirkungen der Massnahmen im Milchsektor auf
          den Rindfleischmarkt erschien eine zeitweilige Regelung besser geeignet
          als eine dauerhafte Änderung der gemeinsamen Marktorganisation , wobei
          die Kommission jedoch bei ihrer Forderung einer grundlegenden Reform
          auf längere Sicht blieb .
          Trotz der Senkung der Ankaufspreise um etwa 15% konnten die
          Interventions - lieferungen mit dieser Übergangs rege lung jedoch nicht
          eingedämmt werden , denn die käufe lagen 1987 nur knapp unter der
          Rekordhöhe des Vorjahres . Die damals bestehenden aussergewöhnlichen
          Absatzmöglichkeiten haben sich letztes Jahr nicht wiederholt , und die
          weit über die Verkäufe hinausgehenden hohen Ankaufsmengen führten 1987
          zu einer besorgnis - erregenden Wiederauffüllung der Bestände um ein
          Drittel ( 776.000 t zum 31.12.1987 , gegenüber 570.000 t zum 1.1.1987 ).
          Trotz der vorgezogenen Umstellung von Hintervierteln auf Vorderviertel
          Ende Dezember 1987 zur Senkung der Interventionsmengen beliefen sich
          die Ankäufe ab dem zweiten Vierteljahr 1988 erneut auf etwa 10.000 t
          pro Woche , während die Marktnotierungen infolge der hohen Preise für
          weibliche Tiere seit Beginn des Jahres deutlich nach oben zeigten und
          der Markt nahezu wieder sein Gleichgewicht gefunden hat . Auch die
          seither vorgenommenen kleineren Änderungen bei der Berechnungsweise der
          Stützungspreise ab Wirtschaftsjahr 1988 / 89 , die unter bestimmten
          Marktpreisbedingungen die beiden Klauseln zur Erhöhung der
          Ankaufspreise ausser Kraft setzten , zeigten kaum einen spürbaren
          Einfluss auf die Interventionsmengen . So beliefen sich die Ankäufe Ende
          August 1988 auf 300.000 t ( 1 ), für den vollen Zwölfmonatszeitraum sind
          knapp 500.000 t zu erwarten .
( 1 ) Die unverkauften Bestände wurden zu diesem Zeitpunkt auf 700.000 t
      veranschlagt .
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c ) Vorgeschlagene_Ref orm
    Angesichts der übermässigen Kosten dieser Regelung , ihrer zweifelhaften
    Wirkung und der notwendigen Einhaltung der Haushaltsdisziplin ist eine
    unbegrenzte Interventin von Rindfleisch künftig nicht mehr möglich ,
    nachdem bei allen anderen Erzeugnissen Stabilisierungsmechanismen zur
    Eindämmung der Ausgaben, wirksam sind . Die Reform muss den doppelten
    Markt beseitigen , bei dem die Intervention eine eigenständige
    Absatzmöglichkeit ausserhalb normaler Marktgesetze bildete , und dieser
    ihre Funktion als Sicherheitsnetz zurückgeben , indem nur noch gezielte
    Stützungskäufe für begrenzte Mengen und Qualitäten vorgenommen werden .
    Die Preispolitik ist infolgedessen durch eine Beschränkung der
    Interventionsmengen zu ergänzen . Dabei könnte an die Festsetzung
    einzelstaatlicher Quoten gedacht werden . Eine solche Lösung würde zu
    einer Neuverteilung der Ankaufsmengen führen , die auf der Grundlage der
    Ankäufe der vorhergehenden Jahre ausserhalb eigentlicher
    Marktverwaltungs-Gesichtspunkte auf politischer Ebene auszuhandeln
    wäre . Für die Kommission kommt ein solcher Ansatz nicht in Betracht , da
    er zu einer Renationalisierung des Rindfleischmarkts führen würde . Sie
    befürwortet 'hingegen die Ablösung der ständigen Intervention durch eine
    Regelung periodischer , gegebenenfalls saisonal abgestimmter Ankäufe in
    einem oder mehreren Mitgliedstaaten je nach Marktlage innerhalb einer
    Gesamtmenge unter Festsetzung der Ankaufspreise im Wege der
    Ausschreibung , wie dies bereits bei der Intervention von Butter
    geschieht .
    Bisher galt für die Intervention von Rindfleisch folgende Regelung :
    -  Der Ankauf wird eröffnet , wenn der Marktpreis der Gemeinschaft unter
       91% des Interventionspreises für die interventionsfähigen
       Erzeugnisse liegt ; Ankäufe sind nur in den Mitgliedstaaten und bei
       den Erzeugnissen erlaubt , deren Marktpreis unter 87% des
       Interventionspreises liegt .
                                                                              У
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 -  Der Ankaufspreis für die einzelnen Erzeugnisse entspricht d n
    Durchschnitt der Marktpreise in dem Mitgliedstaat , in dem der Ankauf
    erlaubt ist ; liegt dieser Preis zwischen 82 und 78% des
    Interventionspreises , so kann er um 2,5% und unter 78% um bis zu 4%
   des Interventionspreises erhöht werden .
Für die Eröffnung der Ankäufe im Wege der Ausschreibung wird mit
Rücksicht auf die Erfahrung und das Preisniveau der beiden letzten
Jahre vorgeschlagen , entsprechend dem Ziel einer Senkung der
Ankaufsmengen die Auslösungsschwellen auf 88 bis 84% herabzusetzen .
Ferner ist bei den Regeln für die Aussetzung und die Wiedereröffnung
die Intervention die Möglichkeit vorzusehen , die Ausschreibungen
auszusetzen , wenn die Ankäufe nicht mehr angebracht erscheinen .
Um eine ausgewogene Durchführung dieser Regelung in der Gemeinschaft zu
gewährleisten , sollten die Ankaufspreise und die zur Intervention
angenommenen Mengen entsprechend den Marktpreisfeststellungen nach
Mitgliedstaaten differenziert werden können . Ferner ist bei der
Festlegung des Lastenheftes der gleiche Zugang zu den Ausschreibungen
für alle Interessenten sicherzustellen . In den Durchführungsbestim¬
mungen ist ausserdem eine Klausel vorzusehen , um eine rückläufige
Marktpreisspirale zu vermeiden , beispielsweise wenn zu niedrige
Angebote angenommen würden .
Die Ankäufe sollten in ihrem Umfang 200.000 t jährlich nicht
überschreiten . Im Jahresverlauf könnten die Interventionsmengen
schwanken , da die Herbstmonate meist eine stärkere Marktstützung
erfordern . Hierzu bliebe auch weiterhin die Möglichkeit bestehen , neben
den öffentlichen Ankäufen auf die private Lagerhaltung zurückzugreifen .
Darüber hinaus sollte es der Kommission ermöglicht werden , im Falle
einer anormalen Marktlage zusätzliche Mengen anzukaufen .
Um die Ankaufsmengen einzudämmen , wurde bei der bisherigen
Dauerintervention die Zahl der angekauften Erzeugnisse stark
eingeschränkt und auf Vorder - bzw . Hinterviertel begrenzt ; dies führte
zu Absatzproblemen bei den von der Intervention ausgeschlossenen
Teilstücken . Die Beschränkung der Interventionsmenge auf höchstens
200.000 t liesse als positive Wirkung der Reform den Ankauf ganzer
Rinderhälften zu .
                                                                          C
 ---pagebreak--- II . Prämienregelungen
      Derzeit gibt es vier verschiedene Prämienregelungen für Rindfleisch :
     a ) die Kalbungsprämie , die nur in Italien , Irland und Nordirland angewandt
         wird ; '
     b ) die Schlachtprämie für bestimmte ausgewachsene Schlachtrinder
         ("variable Prämie "), die nur das Vereinigte Königreich anwendet ;
     c ) die in allen Mitgliedstaaten angewandte Prämie zur Erhaltung der
         Mutterkuhbestände ;
     d ) die Sonderprämie für Rindfleischerzeuger , die ausschliesslich für
         ausgewachsene männliche Rinder gewährt und in allen Mitgliedstaaten
         ausser dem Vereinigten Königreich und Italien angewandt wird .
     Die Prämienregelungen nach a ), b ) und d ) laufen am 31 . Dezember 1988 aus .
     a ) Die Kalbungs prämie wurde zuerst 1973 eingeführt , um den Rückgang der
         Rinderbestände in Italien aufzuhalten . Sie wurde danach jedes Jahr
         verlängert und auf Griechenland ( bis zum 5 . April 1987 ), Irland und
         Nordirland ausgedehnt . Der Prämiensatz beträgt derzeit 9 ECU pro Kalb ,
         der in Italien durch eine einzelstaatliche Prämie bis zu 23 ECU pro
         Kalb ergänzt werden darf . Seit Einführung der Prämie hat sich die
         Marktlage deutlich verändert . Ausserdem gilt die Prämie auch für
         Milchkuhbestände , was angesichts der Einführung der Milchquotenregelung
         einen widersinnigen Anreis darstellt . Mit Rücksicht auf die von der
         Kommission vorgeschlagenen Änderungen bei der Sonderprämie und der
         Mutterkuhprämie ist es angezeigt , die Kalbungsprämie nicht zu
         verlängern .
     b ) Die variable Prämie wird seit 1974 im Vereinigten Königreich angewandt .
         Die Prämie beträgt höchstens 65 ECU pro ausgewachsenes Rind und wird zu
         40% vom EAGFL finanziert . Diese auf der Handelsstufe gewährte Prämie
         erfordert eine Wiedereinziehung ("Clawback ") bei der Ausfuhr in
         Drittländer oder beim Versand von Tieren , Fleisch und Zubereitungen in
         andere Mitgliedstaaten . In ihrem Bericht über die Anwendung dieser
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     Prämie ( Dok . K0M(85 ) 127 endg .) verweist die Kommission auf dr
     Probleme des Bestehens zweier verschiedener Regelungen in der
    Gemeinschaft und der diesbezüglichen Schwierigkeiten aufgrund der
    unterschiedlichen Stützung der Erzeuger in einem Mitgliedstaat
    gegenüber der übrigen Gemeinschaft . Ferner wird die Wiedereinziehung
    der Prämie mit der Vollendung des Binnemarktes unmöglich . Unter
    weiterer Berücksichtigung der vorgeschlagenen Änderungen und
    Verbesserungen bei den anderen Prämienregelungen schlägt die Kommission
    daher vor , die variable Schlachtprämie nicht zu verlängern .
c ) Die Prämie zur Erhaltung der Mutterkuhbestände wurde 1980 mit der
    Verordnung ( EWG ) Nr . 1357 /80 des Rates eingeführt . Diese häufig
    zusammen mit anderen Strukturbeihilfen der Gemeinschaft gewährte Prämie
    trägt bedeutend zum Einkommen der betreffenden Erzeuger bei . Sie
    unterstützt die Erzeugung von hochwertigem Rindfleisch , die häufig in
    den Berggebieten und benachteiligten Gebieten der Gemeinschaft unter
    verhältnismässig extensiver Nutzung von Dauerweiden erfolgt .
    Die Prämienregelung ist wie folgt geregelt :
    -   der Erzeuger muss die prämienfähigen Tiere mindestens sechs Monate
        auf seinem Betrieb halten ;
    -   die Kühe müssen einer Fleischrasse angehören oder aus einer Kreuzung
        mit einer dieser Rassen stammen ;
    -   der Prämienempfänger darf weder Milch noch Milcherzeugnisse liefern ;
    -   der Empfänger muss Haupterwerbslandwirt sein ;
    -   vom 6 . April 1987 bis zum 31 . Dezember 1988 wurde der Prämiensatz
        von 15 auf 25 ECU pro Kuh erhöht ;
    -   im Wirtschaftsjahr 1987 / 88 wurde die Prämie für über 6 Millionen
        Kühe gewährt , die Ausgaben für 1988 werden auf 175 Mio ECU
        veranschlagt .
                                                                              8
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     Nach Auffassung der Kommission bildet die Prämie zur Erhaltung der
     Mutterkuhbestände in ihrer derzeitigen Form ein wirksames Instrument
     zur Stützung der spezialisierten Erzeugung von hochwertigem Rindfleisch
     und sollte daher in den kommenden Jahren beibehalten werden . Für den
     Zeitraum ab 1 . Januar 1989 wird eine Stärkung dieser Regelung durch die
    Anhebung des Prämiensatzes auf 40 ECU pro Kuh vorgeschlagen .
    Die derzeitige Regelung ( VO 1357 / 80 Art . 3 Abs . 2 ) räumt den
    Mitgliedstaaten die Möglichkeit ein , eine Zusatzprämie von 25 ECU pro
    Kuh zu gewähren . Die Kommission beabsichtigt keine Änderung dieser
    Bestimmung . Im Falle Griechenlands , Irlands und Nordirlands werden seit
    mehreren Jahren und noch bis zum 31.12.1988            20 ECU dieser Zusatzprämie
    vom EAGFL übernommen . Angesichts der besonderen Situation in den
    genannten Ländern schlägt die Kommission vor , diesen spezifischen
    Finanzierungsbeitrag fortzuführen , ihn jedoch auf 10 ECU zu
    beschränken , damit die Beträge zwischen den Mitgliedstaaten nicht zu
    sehr auseinanderklaffen .
d ) Die Sonderprämie für männliche Rinder wurde mit Wirkung vom 6 . April
    1987 als ergänzende , direkte Stützung der Erzeuger junger männlicher
    Rinder eingeführt , um insbesondere die Auswirkungen der Anpassung der
    Interventionsregelung teilweise auszugleichen ( Art . 4a der Verordnung
    ( EWG ) Nr . 805 / 68 - Verordnung ( EWG ) Nr . 468 / 87 ).
    Wichtigste Bestimmungen dieser Regelung :
    -   Die Prämiengewährung beschränkt sich auf die im Betrieb gehaltenen
        ersten 50 männlichen Rinder , die prämienfähigen Tiere müssen
        mindestens neun Monate alt sein , und die Prämie wird nur einmal pro
        Tier gewährt .
    -   Die Prämie wird dem Erzeuger direkt für die auf seinem
        Erzeugerbetrieb gemästeten Tiere gewährt ; ausnahmsweise ist die
        Gewährung bei der Schlachtung möglich .
    - Die Prämie wird in allen Mitgliedstaaten ausser dem Vereinigten
        Königreich ( variable Prämie ) und Italien ( Kalbungsprämie ) gewährt .
        Der Prämiensatz beträgt 25 ECU pr . Tier , in Irland jedoch nur
        18 ECU . da dort au . h cf   1 , i' .           ..    ■ ndt wird .
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    1987 wurde die Prämie für 5 Millionen Tiere gewährt und erforderte
   demnach Ausgaben von 125 Mio DM .
Die Einführung und Anwendung dieser neuen Prämie stellte die
betreffenden Mitgliedstaaten vor keine grösseren Probleme . Die
Durchführungsverordnung ist verhältnismässig weit gefasst und lässt den
einzelstaatlichen Behörden einen ziemlich grossen Spielraum bei der
praktischen Anwendung . Da die Prämie nur einmal pro Tiere gewährt
werden darf , kommt der Identifizierung der prämienfähigen Tiere eine
entscheidende Funktion bei der Durchführung der Regelung zu .
Acht der neun Mitgliedstaaten , die diese Sonderprämie anwenden ,
gewähren sie für die lebenden Tiere auf dem Landwirtschaftsbetrieb . Nur
die Niederlande machen von Artikel 4 der Verordnung ( EWG ) Nr . 468 / 87
Gebrauch und gewähren die Prämie bei der Schlachtung der Tiere .
Aufgrund ihrer anderen Vorschläge zur Anpassung der
Interventionsregelung schlägt die Kommission die Verlängerung der
Sonderprämie bei gleichzeitiger Anhebung des Prämiensatzes von 25 auf
40 ECU vor . Um zu einer allgemeinen Anwendung dieser Prämie in allen
Mitgliedstaaten zu gelangen und der hiermit verbundenen gesteigerten
Durchschnittsgrösse der betreffenden Betriebe Rechnung zu tragen , wird
ferner vorgeschlagen , die prämienfähige Höchstzahl Tiere pro Betrieb
von 50 auf 75 zu erhöhen .
                                                                          ■Ac
 ---pagebreak---                                                 VORSCHLAG
                        VERORDNUNG ( EWG )                     DES RATES
           zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 über die gemeinsame
          Marktorganisation für Rindfleisch und zur Aufhebung der Verordnung
                                        ( EWG ) Nr . 1302 / 73
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
insbesondere auf Artikel 43 ,
auf Vorschlag der Kommission
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
In Artikel 6 der Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 des Rates vom 27 . Juni 1968 über
die gemeinsame Marktorganisation für Rindfleisch ( 1 ), zuletzt geändert durch
die Verordnung ( EWG ) Nr . 2248 / 88 ( 2 ), ist der öffentliche Ankauf als
Haupt ins trument der Marktstützung für Rindfleisch vorgesehen . Mit Artikel 6a
der Verordnung wurde eine einstweilige Regelung für die Zeit vom 6 . April 1987
bis zum 31 . Dezember 1988 getroffen , um die Inanspruchnahme der Intervention
zu verringern und dieser ihre ursprüngliche Funktion als Sicherheitsnetz
zurückzugeben . Diese Bestimmungen reichten jedoch nicht aus , um die zur
Intervention gelieferten Mengen zu begrenzen , insbesondere wegen des
automatischen Interventionsmechanismus und der Berechnungsweise der
Ankaufspreise , die zu umfangreichen Lieferungen zu einem über dem Marktniveau
liegenden Preis führten . Die Erzeugungsaussichten machen ferner einen Rückgang
der Interventionslieferungen sehr unwahrscheinlich . Daher erscheint es
notwendig , die bereits unternommenen Bemühungen zur Sanierung dieses Sektors
festzusetzen , indem die Intervention noch restriktiver gehandhabt wird .
( 1 ) ABI . Nr . L 148 vom 28 . 6 . 1 -> . *> .
( 2 ) ABI . Nr . L 198 vom 26.7 .
                                                                                    λ\
 ---pagebreak---                                              2
 Infolgedessen sind zwar die Bedingungen für die Auslösung der Intervention im
 Zusammenhang mit dem Marktpreisniveau in der Gemeinschaft und den
Mitgliedstaaten unter Anpassung der Auslösungsschwellen beizubehalten ; daneben
 ist künftig aber auch eine Kontrolle der angekauften Mengen mittels einer
jährlichen Höchstmenge vorzusehen , die nur im Falle einer anormalen
Marktsituation überschritten werden darf ; ausserdem sollte vor der Anwendung
der Interventionsregelung die Notwendigkeit einer angemessenen Marktstützung
vor allem aufgrund der saisonalen Entwicklung der Erzeugung geprüft werden .
Dazu erscheint ein Ausschreibungsverfahren angebracht , in dessen Rahmen die
Ankaufspreise und -mengen auf der Grundlage der eingegangenen Angebote
festgesetzt werden .
Der Rindfleischmarkt ist durch starke Unterschiede des Preisniveaus und der
Produktionsbedingungen zwischen den Mitgliedstaaten gekennzeichnet . Daher kann
es notwendig werden , die Ankaufsmengen und -preise nach Mitgliedstaaten oder
Gebieten von Mitgliedstaaten festzusetzen .
Wegen der Änderung der Interventionsregelung ist die Sonderprämienregelung
nach Artikel 4a der Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 , die sich als wirksames
Instrument zur Stützung der Erzeugereinkommen erwiesen hat , über den 31 .
Dezember 1988 hinaus beizubehalten und auf die Mitgliedstäaten auszudehnen , in
denen bis zu diesem Zeitpunkt die Kalbungsprämie und die variable
Schlachtprämie galten .
Die Änderung der Interventionsregelung erfordert ferner die Aufhebung der
Verordnung ( EWG ) Nr . 1302 / 73 des Rates vom 15 . Mai 1973 zur Festlegung der
allgemeinen Regeln für die Interventionen bei Rindfleisch ( 3 ), zuletzt
geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 427 / 77 ( 4 ) -
( 1 ) ABI . Nr . L 132 vom 19.5.1973 , S. 1
( 2 ) ABI . Nr . L 61 vom 5.3.1977 , S. ' (>
                                                                                 Al
 ---pagebreak--- HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                         Artikel 1
Die Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 wird wie folgt geändert :
1.   In Artikel 4a
    -   erhält Absatz 1 Unterabsatz 1 folgende Fassung :
        "1 . Die Rindfleischerzeuger können für eine bestimmte Anzahl und
             bestimmte Kategorien in ihrem Betrieb gehaltener Tiere eine
             Sonderpämie erhalten .";
    -   wird Absatz 2 gestrichen ;
    -   wird Absatz 3 zu Absatz 2 und Absatz 4 zu Absatz 3 .
2.  Artikel 6 erhält folgende Fassung :
                                        " Artikel 6
1.  Wenn die Bedingungen nach Absatz 2 erfüllt sind , kann der Ankauf einer
    oder mehrerer Kategorien , Qualitäten oder Qualitätsklassen von frischem
    oder gekühltem Fleisch der Unterpositionen 0201 10 und 0201 20 11 bis
    0201 20 59 der Kombinierten Nomenklatur durch die Interventionsstellen in
    einem oder mehreren Mitgliedstaaten oder Gebieten von Mitgliedstaaten im
    Wege von Ausschreibungen beschlossen werden , die im Hinblick auf eine
    angemessene Marktstützung unter Berücksichtigung der saisonalen
    Entwicklung der Schlachtungen eröffnet werden . Diese Ankäufe dürfen eine
    jährliche Höchstmenge von 200.000 t für die ganze Gemeinschaft nicht
    überschreiten .
2.  Die Ausschreibungen können für jede interventionsfähige Qualität oder
    Qualitätsklasse nach dem Verfahren von Absatz 6 eröffnet werden , wenn in
 ---pagebreak---                                        - 4 -
    einem Mitgliedstaat oder Gebiet eines Mitgliedstaats während mindestens
    zwei aufeinanderfolgenden Wochen die beiden folgenden Voraussetzungen
    gleichzeitig erfüllt sind :
    -   der aufgrund des Gemeinschaftlichen Handelsklassenschema für
        Schlachtkörper ausgewachsener Rinder festgestellte durchschnittliche
       Marktpreis in der Gemeinschaft liegt unter 88% des Interventionspreises ;
   -   der aufgrund des Gemeinschaftlichen Handelsklassenschemas festgestellte
       durchschnittliche Marktpreis in dem Mitgliedstaat oder Gebiet eines
       Mitgliedstaats liegt unter 84% des Interventionspreises .
3. Die Aussetzung der Ausschreibungen für eine oder mehrere Qualitäten oder
   Qualitätsklassen wird beschlosssen , wenn eine der drei folgenden
   Situationen eintritt :
       die Höchstmenge nach Absatz 1 ist erreicht ;
   -   die beiden Voraussetzungen nach Absatz 2 erster und zweiter
       Gedankenstrich sind während zwei aufeinanderfolgenden Wochen nicht mehr
       gleichzeitig erfüllt ;
   -   die Interventionskäufe sind unter Berücksichtigung der in Absatz 1
       genannten Kriterien nicht mehr angebracht .
4. Ist die in Absatz 1 genannte Höchstmenge erreicht , so können in dem
   Mitgliedstaat oder Gebiet eines Mitgliedstaats die Ausschreibungen nach
   dem Verfahren von Absatz 6 erneut eröffnet werden , wenn eine der beiden
   folgenden Situationen eintritt :
   -  die Voraussetzungen nach Absatz 2 sind erfüllt , und es werden
      aussergewöhnliche Umstände festgestellt ;
 ---pagebreak---                                        - 5 -
    -  der aufgrund des gemeinschaftlichen Handelsklassenschemas für
       Schlachtkörper ausgewachsener Rinder festgestellte durchschnittliche
       Marktpreis in der Gemeinschaft und der aufgrund des gemeinschaftlichen
       Handelsklassenschemas festgestellte betreffende durchschnittliche
       Marktpreis liegen während zwei aufeinanderfolgenden Wochen unter 84%
       bzw . 80% des Interventionspreises .
5. Für jede interventionsfähige Qualität oder Qualitätsklasse werden die
   Ankaufspreise sowie die zur Intervention angenommenen Mengen im Wege der
   Ausschreibung bestimmt und können entsprechend den festgestellten
   durchschnittlichen Marktpreisen nach Mitgliedstaaten oder Gebieten von
   Mitgliedstaaten festgesetzt werden .
   Die Ausschreibungen müssen gleichen Zugang für alle Interessenten
   gewährleisten . Sie werden auf der Grundlage eines noch festzulegenden
   Lastenheftes eröffnet .
6. Nach dem Verfahren von Artikel 27 werden
   -  die Kategorien , Qualitäten oder Qualitätsklassen der interventions ¬
      fähigen Erzeugnisse festgelegt ,
      die Eröffnung oder Wiedereröffnung der Ausschreibungen sowie deren
      Aussetzung in dem in Absatz 3 dritter Gedankenstrich genannten Fall
      beschlossen ,
   - die Ankaufspreise sowie die zur Intervention angenommenen Mengen
      festgesetzt ,
   -  die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel erlassen , insbesondere
      zur Vermeidung einer rückläufigen Marktpreisspirale .
   In den in Absatz 3 erster und zweiter Gedankenstrich genannten Fällen wird
   die Aussetzung der Ausschreibungen von der Kommission beschlossen.”
 ---pagebreak---                                              6
                                         Artikel 2
Die Verordnung ( EWG ) Nr . 1302 / 73 wird aufgehoben .
                                         Artikel 3
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt
der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Sie gilt ab 1 . Januar 1989 .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brüssel am                             Im Namen des Rates
                                                                               Ab
 ---pagebreak---                                            VORSCHLAG
                         VERORDNUNG ( EWG )              . DES RATES
          zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 1357 / 80 zur Einführung einer
           Prämienregelung für die Erhaltung des Mutterkuhbestandes und zur
                         Aufhebung der Verordnung ( EWG ) Nr . 1199 / 82
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
insbesondere auf Artikel 43 ,
auf Vorschlag der Kommission
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Die Prämiensätze nach der Verordnung ( EWG ) Nr . 1357 / 80 des Rates vom 5 . Juni
1980 ( 1 ), zuletzt geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 467 / 87 ( 2 ), und der
Verordnung 1199 / 82 des Rates vom 18 . Mai 1982 über die Gewährung einer
Zusatzprämie für die Erhaltung des Mutterkuhbestandes in Irland und in
Nordirland ( 3 ), zuletzt geändert durch die Verordnung ( EWG ) Nr . 467 / 87 , gelten
bis zum 31 . September 1988 . Um die Gleichbehandlung aller für das
Wirtschaftsjahr 1988 / 89 gestellten Anträge sicherzustellen , sind diese Sätze
auf die im Monat Januar 1989 gestellten Prämienanträge anzuwenden .
Für den Zeitraum ab 4 . Februar 1989 ist der Satz der Prämie gemäss Verordnung
( EWG ) Nr . 1357 / 80 festzusetzen .
In Griechenland , Irland und Nordirland besteht weiterhin die besondere
Wirtschaftslage , die zur Einführung der Zusatzprämie geführt hat . Die
Zusatzprämie ist daher grundsätzlich beizubehalten . Der Gemeinschaftsanteil an
deren Finanzierung ist ab 1 . Februar 1989 neu festzusetzen . Im Hinblick auf
eine Vereinfachung sind die diesbezüglichen Bestimmungen in der Verordnung
( EWG ) Nr . 1357 / 80 zusammenzufassen . Daher ist die Verordnung ( EWG ) Nr . 1199 / 82
aufzuheben -
( 1 ) ABI . Nr . L 140 vom 28.6.1980 , s . 24
( 2 ) ABI . Nr . L 48 vom 17.2.1987 , S. 1
( 3 ) ABI . Nr . L 140 vom 20.8.1982 , S. <<i
 ---pagebreak---                                               2
 HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                         Artikel 1
Die bis 31 . Dezember 1988 geltenden Prämiensätze nach Artikel 3 Absatz 1 der
Verordnung ( EWG ) Nr . 1357 / 80 und Artikel 1 der Verordnung ( EWG ) Nr . 1199 / 82
sind auf die im Monat Januar 1989 gestellten Anträge anwendbar .
                                         Artikel 2
Artikel 3 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Verordnung ( EWG ) Nr . 1357 / 80 erhält
folgende Fassung :                                                        '
" Der Prämiensatz beträgt 40 ECU je Mutterkuh , die der Erzeuger am Tag der
Antragstellung erhält ."
                                         Artikel 3
Artikel 3 Absatz 2 wird durch folgenden Unterabsatz ergänzt :
" Falls Griechenland , Irland und Nordirland von der Ermächtigung nach
vorhergehendem Unterabsatz Gebrauch machen , werden die ersten 10 ECU der an
die Erzeuger gewährten Zusatzprämie je Kuh vom EAGFL , Abteilung Garantie ,
f inanziert . "
                                         Artikel 4
Die Verordnung ( EWG ) Nr . 1199 / 82 wird aufgehoben .
                                         Artikel 5
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Die Artikel 2 , 3 und 4 gelten mit Wirkung vom 1 . Februar 1989 .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu                                        Im Namen des Rates
                                                                                      AÎ
 ---pagebreak---                                             VORSCHLAG
                      VERORDNUNG ( EWG ) .                     DES RATES
             zur Änderung der Verordnung ( EWG ) Nr . 468 / 87 mit allgemeinen
          Bestimmungen zur Regelung der Sonderprämie für Rindfleischerzeuger
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
gestützt auf die Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 des Rates vom 27 . Juni 1968 über
die gemeinsame Marktorganisation für Rindfleisch ( 1 ), zuletzt geändert durch
die Verordnung ( EWG ) Nr .            / 88 ( 2 ), insbesondere auf Artikel 4a ,
auf Vorschlag der Kommission ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Um die Auswirkungen der Anpassung der Interventionsregelung nach Artikel 6 der
Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68 auszugleichen , ist der Satz der Sonderprämie für
Rindfleischerzeuger nach Artikel 4a der Verordnung sowie die Anzahl
prämienfähiger Tiere pro Betrieb anzuheben .
Ab 1 . Januar 1989 ist die mit Artikel 4a der Verordnung ( EWG ) Nr . 805 / 68
eingeführte Sonderprämie für Rindfleischerzeuger in allen Mitgliedstaaten
anwendbar .
Die Verordnung ( EWG ) Nr . 1346 / 86 des Rates vom 6 . Mai 1986 über die Gewährung
einer Kalbungsprämie in Irland , Italien und Nordirland sowie die Gewährung
einer zusätzlichen einzelstaatlichen Prämie in Italien ( 3 ), zuletzt geändert
durch die Verordnung ( EWG )    Nr . 467 / 87 ( 4 ), läuft am 31 . Dezember 1988 aus .
Daher sind der verringerte      Satz für die Sonderprämie und die Ausnahme gemäss
Artikel 2 Absätze 2 bzw . 3     der Verordnung ( EWG ) Nr . 468 / 87            vom
10 . Februar 1987 ( 5 ) nicht   mehr gerechtfertigt -
( 1 ) ABI . Nr . L 148 vom 28.6.1968 , S. 24
( 2 ) ABI . Nr . L
( 3 ) ABI . Nr . L 119 vom 8.5.1986 , S. 39
( 4 ) ABI . Nr . L 48 vom 17.2.1987 , S. 1
( 5 ) ABI . Nr . L 48 vom 17.2.1987 , S. 4
 ---pagebreak---                                              2
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                         Artikel 1
Die Verordnung ( EWG ) Nr . 468 / 87 wird wie folgt geändert :
In Artikel 2
    wird in Absatz 1 die Zahl " 50 " durch " 75 " ersetzt ;
-   erhält Absatz 2 Unterabsatz 1 folgende Fassung :
    "2 .  Der Prämiensatz beträgt 40 ECU je männliches Rind .";
-   wird Absatz 3 aufgehoben .
                                         Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Sie gilt mit Wirkung vom 1 . Januar 1989 .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu                                        Im Namen des Rates
 ---pagebreak---                          FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES VORSCHLAGS
                                    ZUR REFORM DER GMO
                                      FÜR RINDFLEISCH
                                        AB 1.1.1989
EINLEITUNG
Die nachstehenden finanziellen Auswirkungen entsprechen den revidierten
Hypothesen für das Haushaltsjahr 1989 . Diese Revision betrifft im wesentlichen
die jetzt auf 300.000 t veranschlagten Interventionsmegen , gegenüber 200.000 t
im Haushaltsentwurf .
Diese Höherveranschlagung der Interventionskäufe wird erforderlich , weil die
Ankaufsmengen im Jahr 1988 trotz der vom Rat beschlossenen Verringerung des
Interventionsanreizes wieder sehr hoch ausfielen . Der Haushaltsentwurf 1989 ,
der aufgrund dieses Beschlusses von niedrigeren Interventionskäufen ausging ,
wird daher revidiert werden müssen , um der Realität besser Rechnung zu tragen .
GEPLANTE MASSNAHMEN
I.   Öffentliche Intervention
     a ) Höchstgrenze von 200.000 t für die angekauften Mengen .
     b ) Auslösung des Ankaufs einer interventionsfähigen Qualität in einem
         Mitgliedstaat , wenn
         - der Marktpreis in der Gemeinschaft unter 88% des Interventions ¬
            preises liegt ,
         - der Marktpreis in dem Mitgliedstaat unter 84% des Interventions-
  '         preises liegt .
     c ) Festsetzung der Ankaufspreise im Wege der Ausschreibung .
     d ) Möglichkeit des Ankaufs halber Schlachtkörper statt Vorder- und
         Hintervierteln .
II . Pramienregelung
     a ) Keine weitere Verlängerung der Kalbungsprämie .
     b ) Keine weitere Verlängerung der variablen Schlachtprämie .
     c ) Anhebung der Prämie zur Erhaltung der Mutterkuhbestände von 25 auf
         40 ECU / Tier .
     d ) Senkung des EAGFL-Anteils der Zusatzprämie in Irland , Nordirland und
         Griechenland von 20 auf 10 ECU / Tier .
     e ) Anhebung der Sonderprämie für männliche Tiere von 25 auf 40 ECU / Tier ;
         Erhöhung der Höchstzahl prämienfähiger Tiere pro Betrieb von 50 auf 75 ;
         Ausdehnung der Sonderprämienregelung auf Italien und das Vereinigte
         Königreich .
 ---pagebreak---                                               2
FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN ( Berechnung für 1989 auf der Basis von 9,5 Monaten )
I.    Intervention
      a ) Begrenzung der Ankäufe auf 200.000 t und Änderung der Auslösungs ¬
          schwellen .
          Diese Massnahme wird zu einer Verringerung der Interventionskäufe um
          100.000 t mit folgenden Auswirkungen führen :
                                                                   Mio ECU
                                           Auswirkungen        Auswirkungen
                                          über 12 Monate         für 1989
            Technische Kosten                   - 16               - 10
            Finanzierungskosten                 -   2              -   1
            Verlust beim Verkauf                + 13 ( 1 )         +   2 (1)
            Wertberichtigung beim
            Ankauf                              - 202              - 152
                 INSGESAMT                      - 207              - 161 ( 2 )
      c ) Festsetzung der Ankaufspreise durch Ausschreibung .
          Unter der Hypothese , dass sich der Ankaufspreis im neuen Verfahren
          gegenüber der derzeitigen Situation um 10% senkt , ergeben sich
          folgende finanzielle Auswirkungen :
                                                                   Mio ECU
                                           Auswirkungen        Auswirkungen
                                          über 12 Monate         für 1989
            Technische Kosten                       _                  –
            Finanz ierungskos ten               -   1              - 1
            Verlust beim Verkauf                - 17               - 11
            Wertberichtigung beim
            Ankauf                              - 46               - 32
                INSGESAMT                       - 64               - 44
      d ) Möglichkeit des Ankaufs halber Schlachtkörper .
          Für einen Zwo lfmonats zeit raum wird die Hypothese des Ankaufs von
          Voder- und Hintervierteln zu jeweils 50% zugrunde gelegt . Diese
          entspricht dem Ankauf halber Schlachtkörper . Die Massnahme kann
          infolgedessen als haushaltsneutral betrachtet werden .
( 1 ) Die Wertberichtigung zum Zeitpunkt des Interventionsankaufs führt zu
      einer Senkung des Durchschnittswerts der Gesamtbestände . Niedrigere
      Ankaufsmengen bedeuten eine geringere Senkung des Durchschnittswerts
      der Bestände und somit eine Erhöhung des Einheitsverlustes beim Absatz .
( 2 ) Minderausgaben nach Berichtigung eines Haushalts 1989 , in dem noch von
       Interventionsankäufen im Umfang von 300.000 t ausgegangen wird .
                                                                               22.
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         Im Haushaltsjahr 1989 würden dagegen hauptsächlich die Ankäufe von
         Hintervierteln verringert - unter der Hypothese des Ankaufs von
         Vordervierteln bis zum 1.1.1989 und von halben Schlachtkörpern nach
         diesem Zeitpunkt .
                                                                  Mio ECU
         :                            :  Auswirkungen     :   Auswirkungen      :
         :                            : über 12 Monate    :     für 1989        :
         : Ankauf halber              :                   :
         : Schlachtkörper             :          -        :       - 54          :
    Prämienregelung
    a ) Keine weitere Verlängerung der Kalbungsprämie .
        Auswirkung über 12 Monate :
        4,7 Mio Tiere x 9 ECU / Tier x 1,064 (*) =                   -   45 Mio ECU
        Auswirkung für 1989 :
        Da für 1989 von keiner weiteren Verlängerung der
        Kalbungsprämie ausgegangen wurde , ergeben sich für
        dieses Haushaltsjahr keine finanziellen Auswirkungen .
    b ) Keine weitere Verlängerung der variablen Schlachtprämie .
        Auswirkung über 12 Monate :
        3,0 Mio Tiere x 65 ECU / Tier x 40% x 1,081 =                    84 Mio ECU
        Minderauf kommen aus " Claw-back "            =              +    4 Mio ECU
                                                        INSGESAMT        80 Mio ECU
        Auswirkung für 1989 :
        Da für 1989 von keiner weiteren Verlängerung der
        variablen Prämie ausgegangen wurde , ergeben sich
        für dieses Haushaltsjahr keine finanziellen
        Auswirkungen .
    c ) Erhöhung der Prämie zur Erhaltung der Mutterkuhbestände .
        Auswirkung über 12 Monate :
        6,5 Mió Tiere x 15 ECU / Tier x 1,077 (*) =                  + 105 Mio ECU
        Auswirkung für 1989 :                                        +   71 Mio ECU
        Für das Haushaltsjahr 1989 werden die finanziellen
        Auswirkungen wegen der Zahlungsverzögerungen auf etwa
        zwei Drittel des Zwölfmonatsbetrags veranschlagt .
    d ) Senkung des Anteils des EAGFL an der einzelstaatlichen
        Zusatzprämie für Mutterkühe in Irland , Nordirland und
        Griechenland .
        Auswirkung über 12 Monate :
        0,7 Mio Tiere x 10 ECU x 1,056 (*) =                              7 Mio ECU
        Auswirkung für 1989 :
        Für das Haushaltsjahr 1989 werden die finanziellen                5 Mio ECU
        Auswirkungen wegen der Zahlungsverzögerungen auf etwa
        zwei DritU'l des hwölfmonatsbetrags veranschlagt .
(*) Doppelter Umrechnungskurs
                                                                                    <?3
 ---pagebreak---       e ) Änderung der Sonderprämienregelung für männliche Rinder .
          Auswirkung über 12 Monate :
          -  Erhöhung der Prämie von 25 auf 40 ECU / Tier in den
             Ländern , die bereits diese Prämie anwenden ( 1 ),
             und von 18 auf 40 ECU in Irland
             4,2 Mio Tiere x 15 ECU / Tier x 1,077 (*) =         + 68 Mio ECU
             0,7 Mio Tiere x 22 ECU / Tier x 1,089 (*) =         + 17 Mio ECU
                                                                 + 85 Mio ECU
          -  Erhöhung der Höchstgrenze von 50 auf 75 Tiere
             pro . Betrieb
             0,6 Mió Tiere x 40 ECU / Tier x 1,079 (*) =         + 26 Mio ECU
          -  Erweiterung der Regelung auf Italien und das
             Vereinigte Königreich
             3,0 Mio Tiere x 40 ECU / Tier x 1,070 (*) =         + 128 Mio ECU
                              Insgesamt iiber 12 Monate :        + 239 Mio ECU
          Auswirkung für 1989 :
          Für das Haushaltsjahr 1989 werden die finanziellen Auswirkungen wegen
          der Zahlungsverzögerungen und der Einführung der Regelung in Italien
          und im Vereinigten Königreich auf etwa 50% des Zwölfmonatsbetrags
          veranschlagt .
( 1 ) Alle Mitgliedstaaten ausser Vereingtes Königreich , Italien und Irland .
(*) Doppelter Umrechnungskurs .
 ---pagebreak---                                              5
Die nachstehende Tabelle fasst die finanziellen Auswirkungen der vorgeschla¬
genen Massnahmen über 12 Monate und für das Haushaltsjahr 1989 zusammen .
               Finanzielle Auswirkungen der Reform der GMO für Rindfleisch
                                    ab 1 . Januar 1989
                                                                            Mio ECU
      Vorgeschlagene Massnahmen                                12 Monate     1989
   I.    INTERVENTION
  a ) Begrenzung der Ankäufe auf 200.000 t                   )           )
                                                             )           )
  b ) Geänderte Auslösungsschwelle für                       )   - 207   )    - 161
       Interventionskäuf e                                   )           )
  c ) Festsetzung des Ankaufspreises durch
       Ausschreibung                                             -   64       -    44
  d ) Möglichkeit des Ankaufs halber Schlachtkörper                p·m·       -    54
       INTERVENTION    INSGESAMT                                 - 271        - 259
  II . PRÄMIENREGELUNG
  a ) Keine weitere Verlängerung der Kalbungsprämie              -   45    p.m . ( 1 )
  b ) Keine weitere Verlängerung der variablen
       Schlacht prämie                                           -   80    p.m . ( 1 )
  c ) Erhöhung der Prämie zur Erhaltung der
       Mut ter kuhbestände                                       + 105        +    71
  d ) Senkung des EAGFL-Anteils an der einzelstaat-
       liehen Zusatzprämie in Irland , Nordirland und
       Griechenland                                                   7              5
  e ) Änderungen der Sonderprämienregelung für
       männliche Rinder                                          + 239        + 117
       PRÄMIEN INSGESAMT                                         + 212        + 183
       AUSWIRKUNG INSGESAMT                                      -   59       -    76
(1)    Im Haushaltsentwurf wird von keiner weiteren Verlängerung dieser Prämien
       ausgegangen .
                                                                                       2f