CELEX: 51990PC0475
Language: de
Date: 1990-11-07
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES ZUR DURCHFUEHRUNG DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS TEDIS ( TRADE ELECTRONIC DATA INTERCHANGE SYSTEMS )

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                           K0M(90) 475 endg.
                                           Brüssel, den 7. November 1990
               MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DEN RAT
              ZUM ELEKTRONISCHEN DATENAUSTAUSCH (EDI)
                       ÜBER TELEMATIKDIENSTE
                        Vorschlag für einen
                        BESCHLUSS DES RATES
      ZUR DURCHFÜHRUNG DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS TED IS
            (TRADE ELECTRONIC DATA INTERCHANGE SYSTEMS)
                   (von der Kommission vorgelegt)
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                                          BEGRÜNDUNG
Der ungehinderte Informations- und Datenfluß in der Wirtschaft und zwischen den
Mitgliedstaaten ist eine unabdingbare Voraussetzung für den freien Verkehr von Waren
und Dienstleistungen sowie für die Entwicklung einer Zusammenarbeit zwischen privaten
und/oder öffentlichen Unternehmen auf europäischer Ebene.
Ausgehend von den Ergebnissen der ersten Phase des Programms TEDIS^ ' konnten die
notwendigen Leitlinien für die Fortsetzung der bereits durchgeführten Aktionen und für
deren Ausbau definiert werden.
In der vorliegenden Mitteilung werden Ziele und Inhalt der zweiten Phase des Programms
TEDIS beschrieben, mit der die erste Programmphase fortgeschrieben wird: aufbauend auf
ihren Ergebnissen werden die bereits durchgeführten Arbeiten vertieft und der
Tätigkeitsbereich ausgeweitet.
Die zweite Phase des Programms TEDIS soll insbesondere sicherstellen, daß
- die Einrichtung von Systemen für den elektronischen Datenaustausch (EDI) in der
    Gemeinschaft optimal verläuft,
- die Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, die für diese Optimierung auf
    Gemeinschaftsebene erforderlich sind.
DDer vorliegenden Mitteilung an den Rat ist ein Vorschlag für einen Beschluß des Rates
zur Durchführung der zweiten Phase des Programms TEDIS zum elektronischen
Datenaustausch (EDI) über Telematikdienste beigefügt.
(l)   Beschluß 87/499/EWG - ABl. Nr. L 285 vom 8.10.1987
      Tätigkeitsbericht: Dok. KOM(90)361 endg. vom 25.07.1990
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                                        INHALT
Zusammenfassung der Mitteilung
EINLEITUNG: Bedeutung von EDI für den Raum ohne Binnengrenzen
A.  RÜCKBLICK
    - Vorgeschichte
    - Erste Phase (1988-1989) des Programms TEDIS
    - Arbeitsbereiche
B.  ZIELE DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS TEDIS
C.  INHALT DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS TEDIS
    - Integration
       * Normung der EDI-Nachrichten
       * Spezifische Erfordernisse des EDI im Bereich der Telekommunikation
       * Rechtliche Aspekte von EDI
       * Sicherheit der EDI-Nachrichten
       * Sektorale und sektorübergreifende EDI-Vorhaben
    - Auswirkung von EDI auf die Unternehmensführung / Wirtschaftliche und soziale
       Auswirkungen von EDI
    - Sensibilisierung
                                          0O0
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                       ZUSAMMENFASSUNG DER MITTEILUNG
Die erste Phase des Programms TEDIS (Trade Electronic Data Interchange Systems) geht
auf die Jahre 1988 und 1989 zurück. Der vollständige Tätigkeitsbericht über diese erste
Phase bildet ein separates Dokument (Dok. KOM(90)361 endg.).
Gegenstand des Programms TEDIS ist eine spezifische Kategorie des elektronischen
Datenaustauschs: die elektronische Übertragung von "Formularen" in Handel und
Verwaltung zwischen Computersystemen.
In dieser Mitteilung werden Ziele und Inhalt der zweiten Phase des Programms TEDIS
beschrieben. Ein Vorschlag für einen Beschluß des Rates ist ebenfalls beigefügt. Mit dieser
zweiten Phase wird die erste Programmphase fortgeschrieben: aufbauend auf ihren
Ergebnissen werden die bereits durchgeführten Arbeiten vertieft und der Tätigkeitsbereich
ausgeweitet.
Im engeren Sinne soll die zweite Phase des Programms TEDIS gewährleisten, daß die
Einrichtung von Systemen für den elektronischen Datenaustausch (EDI) in der
Gemeinschaft optimal verläuft, daß dabei die sozio-ökonomische Bedeutung dieser
Systeme berücksichtigt wird und daß die erforderlichen Mittel auf Gemeinschaftsebene
bereitgestellt werden.
Die Bemühungen werden sich daher auf folgende Maßnahmen konzentrieren:
- Sektorübergreifende Integration der Arbeiten in den Mitgliedstaaten zur Entwicklung
  und zum Einsatz von EDI-Systemen,
- Prüfung der Auswirkungen von EDI auf die Unternehmensführung im öffentlichen und
  privaten Sektor sowie der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von EDI,
- Sensibilisierung der potentiellen Anwender von EDI-Systemen, insbesondere der KMU,
  sowie der europäischen Anbieter von Hardware, Software und Dienstleistungen.
Zur Durchführung der oben beschriebenen Maßnahmen werden für einen Zeitraum von 36
Monaten (1. Juli 1991 - 30. Juni 1994) vorraussichtlich Mittel in Höhe von 31,5 Mio. ECU
benötigt.
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EINLEITUNG: Bedeutung von EDI Tür den Raum ohne Binnengrenzen
Die schrittweise Vollendung des Raums ohne Binnengrenzen bis zum 31. Dezember 1992
verlangt, daß alle öffentlichen und privaten Akteure der europäischen Wirtschaft beim
Informationsaustausch die Geschwindigkeit, Vereinfachung und Systematisierung erzielen, die
ihren Tätigkeiten am förderlichsten ist.
Die neue Dimension des Marktes ist nicht allein geographisch, denn sie bringt auch eine größere
Vielfalt in Handel und Verwaltung mit sich (Sprachen, Verwaltungs- und Handelspraktiken), die
von den Akteuren so bald wie möglich mit den modernsten und wirksamsten Mitteln integriert
werden muß.
Neben einer Verkürzung der Datenübermittlungszeiten verlangt der Raum ohne Grenzen die
Sicherheit der Daten sowie die Gewährleistung, daß sie von allen Teilnehmern in der gleichen
Art und Weise verstanden und akzeptiert werden.
Aufgrund der technischen Entwicklung wird der Einsatz des elektronischen Datenaustauschs in
Handel und Verwaltung zu einem selbstverständlichen und grundlegenden Erfordernis, dessen
Bedeutung ständig wächst.
Für das Funktionieren des Binnenmarktes ist es wichtig, daß bei der Entwicklung dieses
Datenaustauschs Hemmnisse abgebaut werden, die auf Lücken bei der Normung der
Nachrichten, der Kommunikationsfähigkeit der Netze, der Rechtsgültigkeit und der
Datensicherheit zurückzuführen sind.
Diese dringende Aufgabe, die bereits in der ersten Phase des Programms TEDIS in Angriff
genommen wurde, fügt sich in den Kontext der Entwicklung einer europäischen Infrastruktur ein,
für die sich der Europäischen Rat am 8.-9. Dezember 1989 in Straßburg ausgesprochen hat.
Dieses Ziel ist vom Europäischen Rat in Dublin am 26. Juni 1990 und vom Rat in seiner
Entschließung vom 22. Januar 1990 erneut bekräftigt worden. Dies wird in der jetzt
vorgeschlagenen zweiten Phase des Programms ausdrücklich berücksichtigt.
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A.  RUCKBLICK
    Vorgeschichte
1.  Am 5. Oktober 1987 beschloß der Ministerrat, ein Gemeinschaftsprpcramm betreffend den
    elektronischen Datentransfer für kommerzielle Zwecke (TEDIS)t1' einzuführen, das zur
    Koordinierung des elektronischen Datentransfers für kommerzielle Zwecke in der
    Gemeinschaft und zur Sensibilisierung der potentiellen Anwender sowie Anbieter von
    Hardware und Software auf diesem Gebiet beitragen soll.
    Das Programm TEDIS hatte zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren und einen
    Mittelumfang von 5,3 Mio. ECU. Es trat am 1. Januar 1988 in Kraft.
    Am 5. April 1989 änderte die Kommission ihren ursprünglichen Beschluß und gestattete
    auch die Beteiligung von Drittländern, insbesondere von EFTA-Ländern, am Programm
    TEDISv2) und ermächtigte die Kommission, mit diesem Ländern entsprechende
    Abkommen auszuhandeln.
    Der Rat billigte diese Abkommen am 21. Dezember 1989'3'.
    Erste Phase (1988-1989) des Programms TEDIS
2.  Der vollständige Tätigkeitsbericht über die erste Phase des Programms TEDIS ist im
    Dokument KOM(90)361 endg. niedergelegt. Nachfolgend werden die wichtigsten
    Schlußfolgerungen dieses Berichts zusammengefaßt.
    Die Koordinierung des elektronischen Datentransfers (EDI - Echanges de Données
    Informatisées) in der Gemeinschaft erstreckte sich auf folgende sechs Bereiche:
    . Automobilbranche (ODETTE)
    . Chemische Industrie (CEFIC-EDI)
    . Elektronik- und Computerindustrie (EDIFICE)
    . Vertrieb und Einzelhandel (EAN-EDI)
    . Rückversicherung (RINET)
    . Transport (TEDIS-Transportgruppe).
    Das Programm TEDIS hat durch Unterstützung der Einführung der internationalen Norm
    EDIFACT (Electronic Data Interchange For Administration, (Commerce and Transport)
    wesentlich zur Vereinheitlichung der verwendeten Normen beigetragen. Die Kommission
    übernahm die Aufgaben des Sekretariats des EDIFACT Board, und die Ergebnisse des
    Programmes gestatteten es der Gemeinschaft, sich aktiv an den Arbeiten des EDIFACT
    Board für Westeuropa zu beteiligen.
    Mit Hilfe des Programms TEDIS konnten außerdem die Anforderungen der Anwender
    elektronischer Datentransfersysteme im Bereich der Telekommunikation ermittelt werden.
    EDI stellt neue Anforderungen an bestehende Netze. Es verlangt vor allem deren
    Kommunikationsfähigkeit.
(1)  Beschluß 87/499/EWG - ABl. Nr. L 285 vom 8.10.1987
(2)  Beschluß 89/241/EWG - ABl. Nr. L 97 vom 11.04.1989
(3)  Beschlüsse 89/689/EWG (Österreich), 89/690/EWG (Finnland), 89/691/EWG (Island), 89/692/EWG
     (Norwegen), 89/693/EWG (Schweden), 89/694/EWG (Schweiz) - ABl. Nr. L 400 vom 30.12.1989
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    Das Programm TEDIS hat dazu beigetragen, die in den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften
    und Regelungen vorgesehenen Rechtsverpflichtungen zu identifizieren, die für EDI
    hinderlich sein könnten.
    TEDIS hat ferner den Anstoß zu mehreren Studien und Sensibilisierungsaktionen für die
    Datensicherheit von EDI gegeben.
    Allgemein konnten im Rahmen von TEDIS Informations- und Sensibilisierungsaktionen bei
    den Benutzern durchgeführt werden. Insbesondere sind hier zu nennen: eine Umfrage über
    EDI-Kenntnisse          und       die Anwendung              von      EDI,     Veröffentlichung         eines
    Einführungshandbuchs für die Anwendung von EDI, Produktion von Videocassetten usw.
    Im Hinblick auf eine intensivere Beteiligung der KMU wurden Pilotanwendungen in Form
    von zwölf Vorhaben gestartet und koordiniert.
    Arbeitsbereiche
    Das Programm TEDIS betrifft eine sehr spezifische Kategorie des elektronischen
    Datentransfers.
    Zum einen geht es um den elektronischen Transfer von "Formularen" (im Gegensatz zu frei
    formuliertem Text) insbesondere aus dem Bereich Handel (Rechnung, Lieferschein,
    Zahlungsauftrag, Transportschein usw.). Diese Dokumente sind so strukturiert, daß die
    Stelle, an der sich die Daten im Formular befinden, genauso wichtig ist wie die Daten selbst.
    Auf viele Verwaltungsunterlagen trifft das ebenfalls zu (Zollerklärung, Datenaustausch über
    Mehrwert- und Verbrauchssteuer, usw.).
    Zum anderen geht es um den elektronischen Datenaustausch zwischen
    Computersystemen™'. Diese nach Normen formatierten Daten bilden die EDI-
    Nachrichten^ '. Ihre Struktur entspricht in Vokabular und Syntax internationalen Normen.
    Diese Normen sind jetzt unter dem Namen EDIFACT (Electronic Data Interchange for
    Administration, Commerce and Transport) bekannt.
    Synergien mit anderen Initiativen auf Gemeinschaftsebene
    Die Tätigkeiten im Rahmen des Programms TEDIS werden in Abstimmung mit den in der
    Gemeinschaft bestehenden oder geplanten Politiken und Aktionen auf dem Gebiet des
    Fernmeldewesens, des Informationsmarktes, der Sicherheit von Datensystemen, der
    Normung und vor allem mit dem CADDIA-Programm und dem C.D.-Projekt durchgeführt,
    um die erforderliche Synergie mit den spezifischen Erfordernissen des elektronischen
    Datentransfers sicherzustellen.
(4)  Schematisch können drei Typen des elektronischen Datentransfers unterschieden werden, wobei der Unterschied
     im Standardisierungsgrad des Inhalts der übermittelten Nachricht liegt. Der Datentransfer (EDI) verlangt eine
     Strukturierung und folglich eine sehr hohe Standardisierung (EDIFACT-Normen). Beim elektronischen Transfer
     frei formulierter Texte verlangt der elektronische Datentransfer genormte Angaben zur logischen Abfolge und
     Aufmachung der Dokumente (ODANormen). Die Übermittlung von Nachrichten macht im Gegensatz dazu für
     den Inhalt keine Regeln erforderlich.
(5)  EDI-NACHRICHT: Gesamtheit der Daten (aus Handel, Verwaltung, Technik usw.), deren Struktur oder
     Ordnung auf Normen beruht, die von einer anerkannten Stelle genehmigt wurden. Diese Daten sind zur
     elektronischen Übermittlung bestimmt; ihre Form gestattet die Lektüre und Verarbeitung auf einem Computer
     sowie eine unzweideutige Interpretation.
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B. ZIELE DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS TEDIS
5. In der zweiten Phase des Programms TEDIS werden drei Ziele angestrebt:
   - sektorübergreifende Integration der Arbeiten in den Mitgliedstaaten zur Entwicklung und
      zum Einsatz von EDI-Systemen,
   - Untersuchung der Auswirkungen von EDI auf die Führung öffentlicher und privater
      Unternehmen sowie wirtschaftliche und soziale Auswirkungen von EDI,
   - Sensibilisierung potentieller Anwender von EDI-Systemen, insbesondere der KMU,
      sowie der europäischen Anbieter von Hardware, Software und Dienstleistungen.
   Mit der zweiten Phase des Programms TEDIS wird das bisherige Programm
   fortgeschrieben: aufbauend auf seinen Ergebnissen werden die bereits durchgeführten
   Arbeiten vertieft und der Tätigkeitsbereich ausgeweitet.
C. INHALT DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS TEDIS
   Integration
6. Die wichtigste Aufgabe in der zweiten Phase des Programms TEDIS ist die Integration der
   EDI-Tätigkeiten unter Einbeziehung sowohl der vertikalen (sektoralen EDI-Vorhaben) als
   auch der horizontalen Maßnahmen.
   Die horizontalen Tätigkeiten betreffen Fragen, die fast bei allen sektoralen Vorhaben
   auftreten. Diese horizontalen Maßnahmen betreffen:
   *  Normung der EDI-Nachrichten
   *  Spezifische Erfordernisse von EDI im Bereich der Telekommunikation
   *  Rechtliche Aspekte von EDI
   *  Sicherheit der EDI-Nachrichten
   Zu diesen horizontalen Maßnahmen gehören konkrete und besondere Anwendungsfälle im
   spezifischen Bereich von EDI sowie allgemeinere Entwicklungen und Arbeiten. Diese
   Anwendungen erfordern oftmals eine eingehendere und detailliertere Behandlung von
   Aspekten, die im Rahmen der allgemeinen Ansätze nicht behandelt werden können. Sie
   werden in Abstimmung mit diesen allgemeinen Ansätzen weiterentwickelt.
   Normung der EDI-Nachrichten
7. Die internationale Normung ist eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren des
   elektronischen Datentransfers zwischen verschiedenen Industriebranchen, einzelstaatlichen
   Verwaltungen sowie verschiedenen Industriebranchen und Verwaltungen auf nationaler,
   europäischer oder internationaler Ebene.
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 8.  Die Normungsarbeiten in der ersten Phase des Programms TEDIS haben zur Entwicklung
     der internationalen Norm EDIFACT beigetragen. Ende 1989 befand sich erst ein Dutzend
     EDIFACT-Nachrichten^ in der Entwicklung und erst eine war ausgereift genug, um den
     Status einer "Empfehlung" der Vereinten Nationen zu erhalten.
 9.  In den kommenden Jahren wird die Zahl der den Anwendern zur Verfügung stehenden
     allgemeinen EDIFACT-Nachrichten ausgebaut werden, um eine kritische Masse zu
     erreichen, die mindestens 80 % der Anforderungen für den Austausch kommerzieller und
     administrativer Daten in Europa abdeckt. Diese kritische Masse kann mit etwa hundert
     EDIFACTNachrichten veranschlagt werden. Ferner ist es wichtig, die Arbeiten zur
     Entwicklung der internationalen Norm EDIFACT weiterhin zu unterstützen, insbesondere
     die des EDIFACTBoard für Westeuropa, sowie die dort stattfindenden Arbeiten zur
     Entwicklung von Nachrichten zu koordinieren und die notwendige technische Unterstützung
     für die Entwicklung der EDIFACT-Nachrichten zu leisten.
 10. Die Verwendung von EDIFACT-Nachrichten setzt die Bereitstellung gegeigneter Software
     voraus, die eine Konvertierung in den beiden Richtungen ermöglicht: EDIFACT-
     Nachrichten/Anwendungsdaten. Eine in der ersten Phase des Programms TEDIS
     angelaufene Studie wird es ermöglichen, die geeigneten Mittel zur Unterstützung der
     Entwicklung von Konvertierungssoftware gemäß den EDIFACT-Normen und -
     empfehlungen festzulegen.
 11. Es wird immer deutlicher, wie notwendig EDI-Nachrichten und die sogenannte
     Konvertierungssoftware auf der Grundlage der internationalen Norm EDIFACT sind. Eine
     Prüfung und Bestätigung der Konformität mit EDIFACT könnte dazu beitragen, die
     Anwendung von EDI zu verbreiten. Die Frage der Konformität von EDI-Nachrichten und
     Konvertierungssoftware mit EDIFACT wurde in der ersten Phase des Programms TEDIS
     kaum berührt. Sie muß in der zweiten Phase des Programms vertieft und in enger
     Anlehnung an das Programm CTS2a (Conformance Testing Services) gelöst werden. Ein
     Konformitätsverfahren wird ausgearbeitet und den zugelassenen Stellen zur Verfügung
     gestellt, um die Konformität mit der Norm EDIFACT zu bestätigen.
 12. Die derzeit vorhandenen EDI-Systeme betreffen im wesentlichen sogenannte "Briefkasten"-
     Anwendungen, bei denen die EDI-Nachrichten in elektronischen Dateien "abgelegt" werden
     und von den Adressaten nach Bedarf abgerufen werden können. Bestimmte EDI-Systeme
     sind jedoch erst mit Hilfe eines Dialogverfahrens möglich. Diese Systeme sind vor allem in
     Branchen wie dem Tourismus anzutreffen. Zu diesem Zweck muß die Norm EDIFACT an
     die interaktiven EDI-Anwendungen angepaßt werden.
 13. Es gibt in Europa betriebsreife EDI-Systeme auf der Grundlage von Eigentümernormen.
     Die vorgezogene Entwicklung von EDI-Nachrichten wird es erforderlich machen, daß eine
     Kompatibilität dieser Normen hergestellt wird. In diesem Zusammenhang werden
     Maßnahmen für den Übergang zu internationalen und insbesondere EDIFACT-Normen
     ausgearbeitet.
 14. In Nordamerika gilt die amerikanische Norm ANSI X12. In Anbetracht der Vielzahl von
     EDI-Systemen, die der Norm ANSI X12 entsprechen, und ihres potentiellen Einflusses auf
     ähnliche Entwicklungen nicht nur in Europa, sondern auch in Japan, Australien und
     Neuseeland wird ein Übereinkommen über die Modalitäten der Kompatibilität der
     amerikanischen Norm mit der Norm EDIFACT angestrebt.
(6)   EDIFACT-Nachricht: EDI-Nachricht entsprechend der internationalen Norm EDIFACT
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    Spezifische Erfordernisse von EDI im Bereich der Telekommunikation
15. Das optimale Funktionieren von EDI setzt die Kommunikationsfähigkeit der
    Datenübertragungsnetze und der digitalen diensteintegrierenden Netze (ISDN) in möglichst
    kurzer Frist voraus.
    Um die Verbindung der Datennetze zu erleichtern, wird die Entwicklung von Software und
    Ausrüstungen unterstützt, die die Verbundfähigkeit dieser Systeme gewährleisten. Zu
    diesem Zweck ist es vorgesehen, neue Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen zu
    veröffentlichen.
    Außerdem besteht keine europaweit zuständige Stelle für EDI, die dem Anwender als
    einheitlicher Ansprechpartner dienen könnte.
    Es ist geplant, eine kleine Zahl europaweiter Pilotdienste für EDI einzurichten, um die
    Anbieter von Diensten in dieser Richtung zu ermutigen und sie zu bewegen, die Dienste in
    Betrieb zu nehmen, wenn sie den Bedürfnissen der Anwender ausreichend genügen.
    Rechtliche Aspekte von EDI
16. Die rechtliche Stellung der EDI-Nachrichten, ihre vertragliche Gültigkeit und ihre
    Beweiskraft sind wesentliche Faktoren für die Entwicklung von EDI sowohl im privaten wie
    im öffentlichen Sektor. Es sollte das Nötige getan werden, um in jedem MitgÜedstaat zu
    gewährleisten, daß der Austausch von EDI-Daten rechtskräftig ist.
    In bestimmten Bereichen wie Transport, Zahlungsverkehr oder Konfliktregelung sind
    schriftliche Unterlagen erforderlich, was ein wesentliches Hindernis für die Entwicklung von
    EDI darstellt.
17. In der ersten Phase des Programms TEDIS wurden die rechtlichen Hemmnisse identifiziert,
    die der Entwicklung von EDI im Wege stehen. Sie sind insbesondere zurückzuführen auf:
    - die in einigen Rechtsbereichen bestehende und oft in den einzelnen Mitgliedstaaten
       unterschiedliche Verpflichtung, unterzeichnete schriftliche Dokumente zu erstellen,
       vorzulegen, zu übermitteln oder aufzubewahren,
    - der Flüchtigkeit der per EDI übermittelten Informationen und die damit verbundene
       Schwierigkeit, einen Beleg über die ausgetauschten Daten zu erstellen,
    - die Schwierigkeit, den Zeitpunkt und den Ort der über EDI durchgeführten Transaktion
       zu bestimmen.
18. Die Aktionen in der zweiten Phase des Programms TEDIS auf rechtlichem Gebiet werden
    direkt die Einführung des papierlosen Geschäftsverkehrs betreffen. In Fragen der
    rechtlichen Anerkennung wird die Abstimmung mit anderen allgemeineren Programmen,
    insbesondere mit dem Programm IMPACT, sichergestellt. Außerdem wird ein enger
    Kontakt zu den nationalen und internationalen Organisationen gewährleistet, die sich mit
    diesen Problemen befassen.
19. Die Analyse von Fragen des Vertragsabschlusses, der Haftung der Netzbetreiber, der
    Zertifizierungsstellen und ähnlicher Dienste (elektronisches Notariat) wird fortgesetzt. Der
    Harmonisierungs- oder Angleichungsbedarf auf rechtlichem Gebiet wird festgestellt.
20. Bis Ende 1991 wird ein Modellabkommen fertiggestellt, das als Vertragsrahmen für EDI
    dienen wird und auf den sich die europäischen Unternehmen und evtl. die Netzbetreiber
    beziehen können.
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21. Beträchtliche Probleme stellen sich im Hinblick auf den Nachweis und den rechtlichen Wert
    der EDI-Nachrichten sowie das Wegfallen der wesentlichen Dokumente des Handelsrechts
    wie z.B. Konnossemente für den Seeverkehr, Kreditbriefe usw.
    Diese Probleme müssen äußerst sorgfältig untersucht werden. Möglichst rasch sollte ein
    Diskussionspapier ausgearbeitet werden, um auf dessen Grundlage nach den geeigneten
    Konsultationen die entsprechenden Rechtsinstrumente zu entwickeln.
    Sicherheit der EDI-Nachrichten
22. Die kommerziellen und administrativen "Papierdokumente" sind im Rahmen der
    traditionellen Postdienste besonders wirksam geschützt. Die EDINachrichten müßten in
    ähnlicher Weise geschützt werden können wie ein Einschreibebrief mit
    Empfangsbestätigung. Die Entwicklung der EDINachrichten, die über die im allgemeinen
    offenen Telekommunikationsnetze laufen, stößt aufgrund des Sicherheitsproblems auf
    immer größere Hindernisse. Die EDI-Systeme betreffen definitionsgemäß die Beziehungen
    zwischen Unternehmen, was bedingt, daß die beteiligten Partner gleiches Vertrauen in die
    Sicherheit der von ihnen ausgetauschten Nachrichten haben müssen. Ein Unternehmen wird
    in Anbetracht aller damit verbundenen internen Auswirkungen nicht in ein EDI-System
    investieren, ohne sicher zu sein, daß es dieses System rasch und sicher auf alle seine Partner
    ausdehnen kann, deren Zahl ständig wächst und über deren Kommunikationssysteme ihm
    keine Einzelheiten bekannt sind.
    In der ersten Phase des Programms TEDIS wurden die Anforderungen für die Sicherheit
    der EDI-Nachrichten definiert. Dabei handelt es sich in der Hauptsache um:
    -  Anerkennung der Partner, die EDI-Nachrichten austauschen
    -  Unversehrtheit der EDI-Nachrichten,
    -  Nicht-Zurückweisung der EDI-Nachricht,
    -  Vertraulichkeit des Inhalts der EDI-Nachricht.
    Zur Zeit werden Arbeiten im weiteren Rahmen der Maßnahmen im Bereich der Sicherheit
    von Informationssystemen durchgeführt. Die in der zweiten Phase des Programms TEDIS
    vorgesehenen Arbeiten werden sich darauf stützen und sie an den speziellen Kontext der
    EDI-Nachrichten anpassen.
23. Die Maßnahmen werden sich darauf richten, die EDI-Nachricht selbst zu schützen und die
    Festlegung, Entwicklung und Verabschiedung technischer Normen für die Sicherheit der
    EDI-Nachrichten in einer Unternehmenskonfiguration zu fördern.
    Parallel zu diesen technischen Maßnahmen soll die Entwicklung besonderer Verfahren und
    Methoden für Revision und Unternehmensführung in Verbindung mit der Einführung und
    Anwendung eines sicheren EDI-Systems unterstützt und koordiniert werden.
    Sektorale und sektorübergreifende EDI-Vorhaben
24. Die Koordinierung sektoraler EDI-Vorhaben, die an Zahl ständig zunehmen, wird
    fortgesetzt und erweitert. Ein ständiges Inventar der bestehenden oder möglichen EDI-
    Vorhaben soll erstellt und fortgeschrieben werden.
25. Die Bemühungen werden sich darauf konzentrieren, zur sektoralen und geographischen
    Integration von EDI-Vorhaben mehrere sektorübergreifende Pilotvorhaben zu starten, die
    eine oder mehrere Industriebranchen, Behörden, Banken und Versicherungsgesellschaften
    einbeziehen und bei denen die internationalen Normen beachtet werden. Die
    einzelstaatlichen Behörden und die Organe der Gemeinschaft sollen aufgefordert werden,
    transnationale EDI-Systeme zu entwickeln, die im Rahmen des Programms TEDIS
    unterstützt und koordiniert werden.
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26. Um die bestehenden Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten bei der Anwendung von
    EDI abzubauen, wird in der zweiten Phase des Programms TEDIS die Förderung der EDI-
    Systeme und der geeigneten Mittel für eine einheitliche Verbreitung in Europa verstärkt.
27. Auch die Schnittstelle zur übrigen Welt wird berücksichtigt. Zwar haben die Industrieländer
    mit der Entwicklung von EDI-Systemen begonnen, in anderen Regionen ist das jedoch nicht
    der Fall. Es wird vor allem versucht werden, langfristige Maßnahmen zu identifizieren, die
    geeignet sind, den Aufbau und Anschluß von EDI-Systemen in den Mittelmeerländern sowie
    den Ländern Mittel- und Osteuropas zu stimulieren.
    Auswirkungen von EDI auf die Unternehmensführung / Wirtschaftliche und soziale
    Auswirkungen von EDI
28. 25% der Probleme beim Einsatz von EDI-Systemen in einem öffentlichen oder privaten
    Unternehmen sind technischer Natur. Die verbleibenden 75% sind im Managementbereich
    anzusiedeln. Die Führung eines Unternehmens auf der Grundlage von "Papierdokumenten"
    unterscheidet sich wesentlich von einer auf elektronischer Kommunikation aufbauenden
    Unternehmensführung.
29. Die Veränderung der Management- und Organisationsmethoden bei Einführung des
    Informationsaustauschs durch EDI-Nachrichten werden insbesondere am Fall der KMU
    identifiziert und analysiert.
    Nach dieser Analyse wird der Kosten-Nutzen-Bericht über die Einführung des EDI in
    öffentlichen oder privaten Branchen bewertet.
30. Ferner wird eine Studie durchgeführt, um ein allgemeines Modellkonzept für EDI zu
    erarbeiten. Aus diesem allgemeinen Modell werden die Methoden für die Konzipierung und
    Verwirklichung von EDI-Systemen analog zu den bestehenden Informatiksystemen
    abgeleitet.
    Sensibilisierung
31. Die Einrichtung eines EDI-Systems stellt für die meisten Unternehmen eine bedeutende
    Investition dar. Sensibilisierungsmaßnahmen im Bereich von EDI sind daher wichtig, um
    über die bestehenden Möglichkeiten aufzuklären. Übrigens verlangt EDI naturgemäß eine
    gleichzeitige    Installation   bei   den     Geschäftspartnern.    Auch     müssen      die
    Sensibilisierungsmaßnahmen im großen Maßstab durchgeführt werden und sich an alle
    Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und alle EFTA-Länder richten.
32. Eine Umfrage über die EDI-Kenntnisse und die Anwendung des EDI in Europa hat
    ergeben, daß es zweckmäßig ist, ein Netz nationaler Informations- und
    Sensibilisierungszentren einzurichten. Ein besonderes Anliegen bei der Schaffung dieser
    Zentren wird die Weitergabe von Informationen an die KMU sein.
33. Auch die Sensibilisierung von Anbietern von Hardware und Software soll verstärkt werden,
    und die Anwendung dieser Produkte und Dienstleistungen in öffentlichen und privaten
    Unternehmen soll gefördert werden. Besonderes Gewicht wird dabei die Ausbildung der
    Anwender erhalten.
34. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Initiativen der Gemeinschaft, die zur Verbreitung
    der Anwendung von EDI beitragen können - insbesondere mit dem Programm STAR - ist
    vorgesehen.
 ---pagebreak---                                         - 13 -
35. Zur Durchführung der beschriebenen Maßnahmen werden für einen Zeitraum von 36
     Monaten (1. Juli 1991-30. Juni 1994) folgende Mittel veranschlagt, die sich wie folgt
     verteilen:
                                     1991       1992       1993       1994
                                   <*1 07--                                   Insgesamt
   Integration
   . Normungsmaßnahmen                 500      1.000        800        300     2.600
   . Maßnahmen für die               2.700      2.700      2.250        250     7.900
     Kommunikationsfâhigkeit
     der EDI-Dienste
   . Rechtliche Maßnahmen              250         500       400        150     1.300
   . Sicherheit der                    250         500       400        150     1.300
     Nachrichten
   . Sektorale, sektorüber-
     greifende und transeuro-          250      3.000      6.750     4.500     14.500
     päische Vorhaben
  Maßnahmen auf dem Gebiet
  der Unternehmensführung                50        300       400        15.0      900
  Sensibilisierungsmaßnahmen           250         500       500        250     1.500
  Administrative und                   250         500       500        250     1.500
  technische Koordinierung
                    Insgesamt        4.500      9.000     12.000      6.000    31.500
                                      KECU      KECU       KECU      KECU       KECU
Die obigen Schätzungen dienen lediglich als Richtschnur, da die Mittel gemäß dem jährlichen
Haushaltsverfahren innerhalb der Höchstgrenzen festgelegt werden, die sich aus den aktuellen
und zukünftigen Vorausschauen ergeben.
 ---pagebreak---                                       - 14
                             Vorschlag für einen
                             BESCHLUSS DES RATES
          zur Durchführung der zweiten Phase des Programms TEDIS
                (Trade Electronic Data Interchange Systems)
DER RAT DER EUROPA ISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestutzt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsge-
meinschaft» Insbesondere auf Artikel 235,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Par laments*1),
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses*2),
In Erwägung nachstehender Gründe:
Aufgabe der Gemeinschaft       Ist es   insbesondere, durch die Errichtung
eines   Gemeinsamen    Marktes    und   die   schrittweise   Annäherung   der
Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten eine harmonische Entwicklung des
Wirtschaftslebens    innerhalb der Gemeinschaft und engere Beziehungen
zwischen    den   Staaten    zu   fördern,   die   In  dieser   Gemeinschaft
zusammengeschlossen sind.
Das Weißbuch    der Kommission über die Vollendung         des Binnenmarktes
unterstreicht      die     Bedeutung,     die    der    Entwicklung     neuer
grenzüberschreitender Dienste von nun an zukommt und den Beitrag, den
die auf den gemeinsamen Normen basierenden Telekommunikationsnetze zur
Verwirklichung    eines   von   Behinderungen   freien  Gemeinschaftsmarktes
 leisten.
Der elektronische Datenaustausch (EDI) kann einen wachsenden Beitrag
zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen
 im Produkt Ions- und Dienst leistungsbereIch leisten.
(7)    AB I
(2)    ABI...
 ---pagebreak---                                          - 15
Zur   Zelt   beobachtet    man   eine    rasche    Entwicklung     öffentlicher   und
privater      Initiativen,     die     das    Ziel     haben,    Systeme   für    den
elektronischen Transfer nichtkompatibler             kommerzieller    Daten auf der
Ebene      eines      Unternehmens,        einer      Unternehmensgruppe,       eines
Tätigkeitsbereichs,      sowie    auf   einzelstaatiicher      und   internationaler
Ebene In Dienst zu stellen.
Auf dem Gebiet des elektronischen Transfers kommerzieller Daten besteht
die Gefahr, daß die Verschiedenartigkeit und Zersplitterung der auf der
Ebene eines Landes - oder generell auf der Ebene eines Unternehmens,
einer Unternehmensgruppe oder eines Tätigkeitsbereichs - durchgeführten
Aktionen zum Aufbau nichtkompatibler und nicht kommunizierender Systeme
führen und die Lieferanten von Ausrüstungen und Dienstleistungen sowie
die Benutzer daran hindern, die durch die Entwicklung der neuen Systeme
für   den   elektronischen      Datentransfer      gebotenen    Möglichkeiten    voll
auszuschöpfen.
Im Geiste der Entschließung des Rates vom 22. Januar                  1990 über die
europäische      Infrastruktur*3)      und   der    Schlußfolgerungen     des   Euro-
päischen Rates von Straßburg und Dublin verlangt das gute Funktionieren
des Binnenmarktes, daß die auf diesem Markt                tätigen Unternehmen und
Behörden die für ihre Tätigkeiten und Aufgaben benötigten Informationen
mit  Hilfe kompatibler      Systeme austauschen können, die es gestatten,
eine echte europäische Infrastruktur für den Datenaustausch aufzubauen.
Die während der ersten Phase des Programms TEDIS (1988-1989), das durch
den Beschluß Nr. 87/499/EWG des Rates* 4 ) eingeführt                wurde, auf dem
Gebiet    des   elektronischen     Datenaustauschs       (EDI)  bereits   begonnenen
Arbeiten       lassen    bereits      Ansätze      einer     solchen    europäischen
 Infrastruktur erkennen - unter der Voraussetzung, daß diese Arbeiten In
der zweiten Phase dieses Programms ausgebaut und erweitert werden.
(3)    ABI. Nr. C 27 vom 6. 2.1990, S. 8
(4)    ABI. Nr. L 285 vom 8.10.1987, S. 35
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Mit   Beschluß    89/241/EWG     änderte   der   Rat    am  S.April     1989  seinen
ursprünglichen Beschluß zur Einführung des Programms TEDIS und gestat-
tete die Beteiligung von Drittländern, Insbesondere der EFTA-Länder, am
Programm    TEDIS* 5 ) und ermächtigte       die Kommission      gemäß Artikel   228
EWG-Vertrag, entsprechende Abkommen mit den EFTA-Ländern auszuhandeln.
Durch    die   Beschlüsse      89/689/EWG* 6 ),   89/690/EWG* 7 ),    89/691/EWG* 8 ),
89/692/EWG* 9 ), 89/693/EWG* 10 ) und 89/694/EWG*11>           wurden   entsprechen-
de   Abkommen    über    den   elektronischen     Transfer     kommerzieller   Daten
zwischen     der   Europäischen     Gemeinschaft     und    Österreich,    Finnland,
 Island, Norwegen, Schweden und der Schweiz geschlossen.
 Im  Vertrag    sind    außer   in Artikel     235   die   hierfür    erforderlichen
Befugnisse nicht vorgesehen -
BESCHLIESST:
                                      Artikel 1
Es wird     eine   zweite    Phase   des Gemeinschaftsprogramms        TEDIS  (Trade
Electronic     Data    Interchange   Systems) für      den   elektronischen   Daten-
 transfer   (EDI) in Handel, Industrie und Verwaltung eingeführt, nach-
stehend    "Programm" genannt. Das Programm wird unter              den  nachfolgend
beschriebenen Voraussetzungen durchgeführt. Es erstreckt sich auf einen
 Zeitraum von 36 Monaten ab dem Inkrafttreten dieses Beschlusses.
 (5)    ABI.  Nr.  L   97  vom  11. 4.1989,   S. 46
 (6)    ABI.  Nr.  L  400  vom  30.12.1989,   S. 1
 (7)    ABI.  Nr.  L  400  vom  30.12.1989,   S. 6
 (8)    ABI.  Nr.  L  400  vom  30.12.1989,   S. 11
 (9)    ABI.  Nr.  L  400  vom  30.12.1989,   S. 16
 (10)   ABI.  Nr.  L  400  vom  30.12.1989,   S. 21
 (11)   ABI.  Nr.  L  400  vom  30.12.1989,   S. 26
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                                   Artikel 2
Das Programm soll gewährleisten, daß die Einrichtung von Systemen für
den elektronischen Datentransfer      In der Gemeinschaft    in Anbetracht der
sozIo-ökonomIsehen Bedeutung solcher Systeme optimal abläuft und daß
die notwendigen Mittel für einen solchen optimalen Ablauf auf Gemein-
schaftsebene bereitgestellt werden.
                                   Artikel 3
Zur  Erreichung    der   in Artikel    2  genannten   Ziele   werden   folgende
Maßnahmen durchgeführt:
. Normungsmaßnahmen
. Maßnahmen zugunsten der Kommunikationsfähigkeit von EDI-Diensten
. Maßnahmen zu rechtlichen Aspekten von EDI
. Maßnahmen zur Sicherheit der Nachrichten
. Sektorübergreifende und transeuropäische Vorhaben
. Analyse der Auswirkungen von EDI auf die Unternehmensführung
. Sens Ib111 s Ierungsmaßnahmen
                                   Artikel 4
Das Programm wird In Abstimmung mit den In der Gemeinschaft bestehenden
oder geplanten Politiken und Aktionen auf dem Gebiet            des Fernmelde-
wesens,   des    Informationsmarktes,    der  Sicherheit    von   Informations-
systemen, der Normung und vor allem mit dem CADDIA-Programm und dem CD-
Projekt  durchgeführt,     um die erforderliche Synergie mit        den   spezi-
fischen   Erfordernissen     des  elektronischen    Datentransfers    s Icherzu-
stellen.
                                   Artikel 5
Die zum Programm gehörenden Verträge werden mit Unternehmen, einschl.
der KMU, mit Forschungsanstalten und anderen         In der Gemeinschaft, In
den  EFTA-Ländern oder      Drittländern, mit   denen   die Gemeinschaft     ein
Abkommen   über die Beteiligung an diesem Programm         abgeschlossen    hat,
ansässigen Organisationen abgewickelt.
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                                  Artikel 6
1.   Die Gemeinschaft    leistet im Rahmen der Im Gesamthaushaltsplan der
      Europäischen  Gemeinschaften    jährlich   vorgesehenen  Mittel   einen
     Beitrag zur Durchführung des Programms.
2.    Der Betrag, der    Im Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemein-
      schaften einzusetzen Ist, wird Jährlich von der Haushaltsbehörde
      beschlossen.
                                  Artikel 7
Die Kommission sorgt dafür, daß das Programm ordnungsgemäß durchgeführt
wird, und ergreift die für seine Durchführung vorgesehenen Maßnahmen.
                                  Artikel 8
Am Ende des Programms TEDIS legt die Kommission dem Rat, dem Parlament
und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß einen Abschlußbericht vor, In
dem unabhängige Sachverständige anhand der Kriterien und Anhaltspunkte
gemäß   dem  Anhang   zu   diesem   Beschluß   den   Realisierungsstand   der
einzelnen für dieses Programm festgesetzten Ziele bewerten.
                                  Artikel 9
Dieser Beschluß wird am 1. Juli 1991 wirksam.
Geschehen zu Brüssel am                             Im Namen des Rates
                                                    Der Präsident
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                                    ANHANG
         Leitlinien für die Bewertung des Realisierungsstandes
                       der Ziele des Programms TEDIS
Zur Realisierung der In Artikel 2 genannten Ziele werden verschiedene
in Artikel 3 genannte Aktionen und Vorhaben durchgeführt. Der Erfolg
bei der Durchführung dieser Aktionen und Vorhaben muß also bewertet
werden.
1.   Bei  den Normunasarbelten muß der        Einfluß des Programms TEDIS
     bewertet werden:
     a)     Im Hinblick auf die Anwendung der Norm EDIFACT            in West-
            europa,
     b)     im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Kohvertlerungssoftware
            sowie ihre Konformität mit der Internationalen Norm EDIFACT.
2.   Bei  den Aktionen zur Verbundfählakeit der EDI-Dlenste muß die
     Auswirkung    des Programms TEDIS      auf  die   Interoperabilität    der
     Datennetze und die Bereitstellung von europaweiten EDI-Diensten
     bewertet werden.
3.   Bei den rechtlichen Aspekten muß geprüft werden, In welchem Maße
     die Aktionen Im Rahmen des Programms TEDIS dazu beigetragen haben,
     in allen Mitgliedstaaten die Rechtsgültigkeit des EDI-Datenaus-
     tauschs zu gewährleisten, und inwiefern sie die Einführung des
     "papier losen Geschäftsverkehrs" gefördert haben.
4.   Bei  den Maßnahmen zur Sicherheit der Nachrichten muß bewertet
     werden, In welchem Maß das Programm TEDIS zum Schutz der EDI-
     Nachricht selbst und zur Sicherheit der EDI-Nachrichten in einer
     zwischenbetrieblichen Umgebung beigetragen hat.
5.   Bei   den   sektorüberoreIfenden     und   europaweiten    Vorhaben    muß
     bewertet    werden,     in   welchem    Maß   die    Unterstützung     für
     sektorübergreifende        Pilotvorhaben      zur     sektoralen       und
     geographischen Integration der EDI-Vorhaben beigetragen hat.
6.   Bei  den Maßnahmen     zur Unternehmensführung     muß der Nutzen der
     Studien   und   Analysen   im Rahmen    des  Programms   TEDIS   bewertet
     werden, um die Auswirkungen von EDI auf die Unternehmensführung
     sowie   die wirtschaftlichen und       sozialen   Auswirkungen    von EDI
     festzustellen.
7.   Bei den SenslbllIsierunqsmaßnahmen muß die Auswirkung der Aktionen
     Im Rahmen    des Programms TEDIS auf        die Anwendung    von   EDI  in
     Westeuropa bewertet werden.
 ---pagebreak---                                     - 20 -
   FRAGEBOGEN FÜR VORSCHLÄGE ZU MEHRJAHRES-PROGRAMMEN
BETREFF: VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES ZUR
            DURCHFÜHRUNG DER ZWEITEN PHASE DES PROGRAMMS
            TEDIS (TRADE ELECTRONIC DATA INTERCHANGE SYSTEMS)
1. Vorstellung des Programms
   1.1   Durchzuführende Aktionen und ihre zeitliche Staffelung
         Allgemein haben die durchzuführenden Aktionen zum Ziel, die koordinierte
         Einführung von Systemen zum elektronischen Datenaustausch (EDI) in der
         europäischen Gemeinschaft sicherzustellen. Diese Aktionen betreffen:
         -  Standardisierung von EDI-Nachrichten
         -  Kommunikationsfähigkeit der EDI-Dienste
         -  rechtliche Aspekte von EDI
         -  Sicherheit der EDI-Nachrichten
         -  Durchführung von branchenübergreifenden und transeuropäischen Projekten
         -  Auswirkungen von EDI auf die Unternehmensführung
         -  Sensibilisierung der Anwender sowie der Hard- und Softwareanbieter.
         Diese Aktionen müssen parallel durchgeführt werden, damit kein plötzlich
         auftretendes spezielles Problem aus sich heraus die Entwicklung von EDI in
         Europa verhindert. Die Koordinierung all dieser Aktionen muß in einer
         kontinuierlichen Weise geschehen und ihre Integration permanent
         sichergestellt werden.
   1.2   Für die verschiedenen Aktionen vorgesehene Finanzbeträge
                                                        MioECU
         Integration
         . Normungsmaßnahmen                             2,6
         . Maßnahmen für die
           Kommunikationsfähigkeit
           der EDI-Dienste                               7,9
         . Rechtliche Maßnahmen                           1,3
         . Sicherheit der Nachrichten                     1,3
         . Sektorale, sektorübergreifende
           und transeuropäische Vorhaben                14,5
         Maßnahmen auf dem Gebiet der
         Unternehmensführung                             0,9
         Sensibilisierungsmaßnahmen                      1,5
         Administrative und technische                   1.5
         Koordinierung
                           Total                        31,5
 ---pagebreak---                                      - 21 -
    1.3   Zu erreichende Ziele
          - Einrichtung von Systemen für den elektronischen Datenaustausch (EDI) in
             der Gemeinschaft in optimaler Weise und in Anbetracht der sozio-
             ökonomischen Bedeutung solcher Systeme.
          - Bereitstellung der notwendigen Mittel für einen solchen optimalen Ablauf
             auf Gemeinschaftsebene.
    1.4   Für die Auswertung der Ergebnisse vorgesehene Instrumente
          Für jede einzelne der unter obengenanntem Punkt 1.1 aufgeführten Aktionen
          wird eine Gruppe von Sachverständigen eingerichtet werden.
          Diese Sachverständigen geben ihre Stellungnahmen ab sowohl hinsichtlich der
          Ergebnisse der Aktionen als auch deren Orientierung.
          Bei Abschluß des Programms wird, wie im Artikel 9 des Beschlußvorschlags
          vorgesehen ist, eine Auswertung durch unabhängige Sachverständige
          stattfinden.
    1.5   Einfügung des Programmvorhabens in die bestehenden Politiken
          Das Programmvorhaben fügt sich aktuell ein sowohl in die
          Standardisierungspolitik im Bereich der Informationstechnologie als auch in die
          Telekommunikationspolitik.
          Will man nicht Gefahr laufen, jeglichen Nutzen aus dem elektronischen
          Datenaustausch zwischen privaten oder öffentlichen Unternehmen zu verlieren,
          muß EDI sich in der Tat auf internationale und europäische Normen stützen.
          Darüberhinaus kann davon ausgegangen werden, daß EDI in absehbarer Zeit
          ein bedeutsames Volumen an Transaktionen generiert, die ohne jede
          Beschränkung       verbunden        mit      welchem       Netzwerk       oder
          Telekommunikationsdienst auch immer befördert werden müssen.
    1.6   Vorrangiger Charakter des geplanten Vorhabens
          EDI ist mit Sicherheit ein geeignetes Hilfsmittel, um die Realisierung des
          einheitlichen Binnenmarktes zu erleichtern. EDI kann einen wirksamen Beitrag
          leisten zum Abbau physischer und technischer Schranken.
          Folglich sind alle Maßnahmen in der kürzest möglichen Zeit in die Tat
          umzusetzen, damit in 1993 die ersten Ergebnisse verfügbar sein werden.
2. Zweckmäßigkeit der Durchführung eines Programmes
   Die unter obengenanntem Punkt 1.1 in Frage kommenden Maßnahmen werden in
   kontinuierlicher Weise über mehrere Jahre ablaufen und erfordern die aktive
   Teilnahme von privaten und öffentlichen Unternehmen, die ihrerseits wiederum über
   mehrere Jahre hinweg die Verfügbarkeit der notwendigen Mittel für einen
   zufriedenstellenden Ablauf dieser Aktionen einplanen müssen. Dies gilt insbesondere
   für die Entwicklungen, die die Schaffung von EDI angemessenen
   Telekommunikationsmitteln betreffen, sowie die branchenübergreifenden und
   transeuropäischen Projekte, die eine Planung über mehrere Jahre erfordern.
 ---pagebreak---                                    - 22 -
3. Finanzielle Bedeutung des Programms
   3.1  Gesamtbetrag und voraussichtliche Fälligkeit
        Gesamtbetrag: 31,5 MioECU
        Voraussichtlicher Fälligkeitsplan:
         1991       1992       1993        1994
         4,5         9         12           6    MioECU
        Eine eventuelle Verschiebung            des Fälligkeitsplans      könnte den
        zufriedenstellenden Ablauf der Aktionen gefährden, da diese über die ganze
        Dauer ihrer Entwicklung hinweg vollkommen integriert sein müssen.
   3.2  Höhe der Ausgaben im Vergleich zu vorangegangenen Aktionen
        Die erste Phase des Programms TEDIS, die im Laufe der Jahre 1988-1989
        verwirklicht wurde, verfügte über ein Gesamtvolumen von 5,3 MioECU. Das
        Jahr 1990 war ein Jahr der Überprüfung und der Vorbereitung, gestützt auf die
        Ergebnisse der ersten Phase.
   3.3  Finanzielle Merkmale
        Was die Aktionen betrifft, die sich auf die Kommunikationsfähigkeit der EDI-
        Dienste sowie auf die branchenbezogenen, branchenübergreifenden und
        transeuropäischen Projekte beziehen (22,4 MioECU), so bewegt sich die
        Finanzierung durch die Gemeinschaft im Rahmen von 30 - 50 %.
        Was die anderen Aktivitäten angeht (9,1 MioECU), so beträgt die Finanzierung
        überwiegend 100 %.
        Die Länder der EFTA nehmen am Programm TEDIS teil und leisten sowohl
        arbeitskräftemäßig als auch finanziell einen Beitrag (in der ersten Phase 14 %
        bei den Projekten, an denen sie teilnahmen).
   3.4  Keine teilweise     Rückvergütung      der   finanziellen  Unterstützung   der
        Gemeinschaft
   3.5  Einbindung in die Finanzplanung der GD
        Programm vorgesehen; Höhe und Fälligkeiten leicht niedriger zum Planansatz,
        der im Zuge der Vorbereitung der Revision der Finanzplanung gemacht wurde.
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                                              FINANZBOGEN
1. HAUSHALTSLINIE UND TITEL
   Teileinzelplan 5, Posten B5-4023
   Zweite Phase des TEDIS-Programms (Trade Electronic Data Interchange Systems)
2. RECHTSGRUNDLAGE
   - Artikel 235 EWG-Vertrag
3. ZIELE UND BESCHREIBUNG
   Es gibt drei Hauptziele für die zweite Phase von TEDIS:
   - sektorübergreifende Integration der Arbeiten in den Mitgliedstaaten zur Entwicklung und
      zum Einsatz von EDI-Systemen,
   - Untersuchung der Auswirkungen von EDI auf die Führung öffentlicher und privater
      Unternehmen sowie wirtschaftliche und soziale Auswirkungen von EDI,
   - Sensibilisierung potentieller Anwender von EDI-Systemen, insbesondere der KMU, sowie
      der europäischen Anbieter von Hardware, Software und Dienstleistungen.
   Die zweite Phase von TEDIS erfolgt direkt aus der ersten; sie setzt an den bereits
   gemachten Fortschritten an und weitet den Umfang der Aktivitäten aus.
4. FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN
   Betrag in MioECU: 31.5
   Die ansatzweise interne Aufteilung der 31.5 MioECU für die Implementierung des
   Programms ist nachstehend aufgeführt.
                                                                                        MioECU
   Integration
   . Normungsmaßnahmen                                                                   2.6
   . Maßnahmen für die Kommunikationsfähigkeit
     der EDI-Dienste                                                                     7.9
   . Rechtliche Maßnahmen                                                                1.3
   . Sicherheit der Nachrichten                                                          1.3
   . Sektorale, sektorübergreifende und
     transeuropäische Vorhaben                                                          14.5
   Maßnahmen auf dem Gebiet der
   Unternehmensführung                                                                   0.9
   Sensibilisierungsmaßnahmen                                                            1.5
   Administrative und technische
   Koordinierung^ '                                                                      1.5
                                                                     Insgesamt          31.5
O    Die Höhe der Verwaltungsausgaben, die über die Haushaltslinie B5-4023 abgerechnet werden kann, wird von der
     Kommission auf jährlicher Basis in Übereinstimmung mit den Minibudget-Richtlinien vom 22.05.90 festgelegt.
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Mehrjahres-Fälligkeitspläne (ansatzweise)
Verpflichtungsermächtigungen
in MioECU                      1991      1992     1993       1994       Insgesamt
                               4.5                12                    31.5
Zahlungsermächtigungen
in MioECU                      1991      1992     1993       1994       Total
                                                   8.5       16         31.5
  1994 und folgende Jahre
AUSWIRKUNGEN AUF AUSGABEN
Die erforderlichen Mittelzuweisungen, um den Beitrag der Gemeinschaft abzudecken, sind
in den Gesamthaushalt des Zeitraumes 1991-1994 aufzunehmen.
AUSWIRKUNGEN AUF EINNAHMEN
Die Beiträge von Vertragspartnern aus Drittländern zu den Verwaltungskosten des
Programms werden wiederverwendet gemäß Artikel 27.2 der Finanzrichtlinien vom 21.
Dezember 1977, zuletzt abgeändert durch die Richtlinie 610/90 vom 13. März 1990.
Insbesondere leisten die EFTA-Länder, die am TEDIS-Programm teilnehmen, einen
Beitrag in Form von menschlicher Arbeitskraft und finanziellen Mitteln (in Phase 1 14% bei
den Projekten, an denen sie beteiligt waren).
ART DER KONTROLLE
Wissenschaftliche und technische Kontrolle durch Beamte der Kommission, gegebenenfalls
unterstützt durch unabhängige Sachverständige.
Administrative Kontrolle durch die Verwaltungsdienste der Generaldirektion, die für die
Durchführung des Programms verantwortlich ist, sowie durch die Generaldirektionen XIX
und XX.
Rechnungsprüfung durch den Rechnungshof in Übereinstimmung mit dem EWG-Vertrag.
In Übereinstimmung mit Artikel 2 der Finanzrichtlinien wird die Anwendung der
Mittelzuweisungen Gegenstand von Kosten-Wirksamkeits-Analysen sein und die
Realisierung quantifizierter Ziele wird überwacht werden.
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                                       EINFLUSS AUF KMU
Mögliche Auswirkungen          der vorgeschlagenen Aktionen auf kleine und         mittlere
Unternehmen
Die Mitteilung der Kommission an den Rat zum elektronischen Datenaustausch (EDI)
über Telematikdienste sowie der Vorschlag für einen Beschluß des Rates zur
Durchführung der zweiten Phase des Programms TEDIS (Trade Electronic Data
Interchange Systems) sind für die kleinen und mittleren Unternehmen in mehrfacher
Hinsicht von Interesse.
1.    Im Verlauf der ersten Phase des Programms TEDIS (1988-1989) <" wurde dem Fall
      der kleinen und mittleren Unternehmen schon ganz spezielle Aufmerksamkeit zuteil
      mit dem Ziel, ihnen auf gleicher Stufe wie den Großunternehmen die Teilnahme bei
      der Entwicklung und dem Einsatz von EDI-Systemen zu ermöglichen. Hierzu wurden
      zwölf Pilotprojekte unter expliziter Einbeziehung von kleinen und mittleren
      Unternehmen eingeführt und koordiniert. Die Ergebnisse dieser Projekte erlauben
      jetzt, die speziellen Bedürfnisse der KMU im Rahmen der Entwicklung von EDI
      besser einzukreisen. Der Tätigkeitsbericht des Programms TEDIS (1988-1989) <2>
      führt die unterschiedlichen Aktionen auf, die im Rahmen dieses Programms
      durchgeführt wurden, insbesondere die kleine und mittlere Unternehmen betreffen.
2.    Durch die sogenannten horizontalen Aktionen, bezogen auf die Standardisierung der
      EDI Nachrichten, auf die spezifischen Anforderungen im Bereich der
      Telekommunikation, auf rechtliche Aspekte von EDI sowie auf die Sicherheit von
      EDI Nachrichten, wird die zweite Phase des Programms TEDIS eine wertvolle Hilfe
      für die KMU darstellen, die selbst ihrer Natur entsprechend weder menschliche noch
      finanzielle oder materielle Mittel besitzen, um derartige Probleme auf
      Gemeinschaftsebene oder auf internationaler Ebene angehen zu können.
3.    Die Einführung von EDI innerhalb eines Unternehmens bedeutet eine Veränderung
      der Führungs- und Organisationsmethoden. Eines der Ziele der zweiten Phase des
      Programms TEDIS ist insbesondere darauf gerichtet, den Einfluß von EDI auf die
      Unternehmensführung sowie die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von
      EDI zu untersuchen. Hierzu werden die Veränderungen bei Methoden der Führung
      und der Organisation, die sich aus der Einführung eines Informationsaustauschs in
      Form von EDI-Nachrichten ergeben, identifiziert und analysiert, speziell auf den Fall
      der KMU bezogen.
4.    Von Natur aus erfordert die Nutzung von EDI einen gleichzeitigen Einsatz bei allen
      Handelspartnern. Die Stellung, die kleine und mittlere Unternehmen in der Kette der
      Handelsbeziehungen einnehmen, ist bedeutend. Die kleinen und mittleren
      Unternehmen         werden         deshalb      die bevorzugte   Zielgruppe       für
      Sensibilisierungsaktionen sein, die im Rahmen der zweiten Phase des Programms
      TEDIS durchgeführt werden.
<n Beschluß 87/499/EWG - ABl. Nr. L 285 vom 8.10.1987
<2> Dok. KOM(90)361 endg.
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                                                           K U M ( 9 Ü ) 4 7 5 t?ndg.
                                                     DOKUMENTE
BS                                                                                      16
                                 Katalognummer : CB-CO-90-548-DE-C
                                                            ISBN 92-77-65510-0
VERKAUFSPREIS             bk AH Sr.itft«: 3.50 ECTJ    pro 10 WviLcic Gotten: 1,25 ECU
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg