CELEX: 62008TJ0490
Language: de
Date: 2010-06-22 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts (Zweite Kammer) vom 22. Juni  2010. # CM Capital Markets Holding, SA gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Gemeinschaftsmarke - Widerspruchsverfahren - Anmeldung der Gemeinschaftsbildmarke CARBON CAPITAL MARKETS Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance - Ältere Gemeinschaftsbildmarke und ältere nationale Bildmarke CM Capital Markets - Relatives Eintragungshindernis - Keine Verwechslungsgefahr - Keine Zeichenähnlichkeit - Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung (EG) Nr. 40/94 (jetzt Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung [EG] Nr. 207/2009). # Rechtssache T-490/08.

Rechtssache T-490/08
      CM Capital Markets Holding, SA
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
      „Gemeinschaftsmarke – Widerspruchsverfahren – Anmeldung der Gemeinschaftsbildmarke CARBON CAPITAL MARKETS Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance – Ältere Gemeinschaftsbildmarke und ältere nationale Bildmarke CM Capital Markets – Relatives Eintragungshindernis – Keine Verwechslungsgefahr – Keine Zeichenähnlichkeit – Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung (EG) Nr. 40/94 (jetzt Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung [EG] Nr. 207/2009)“
      Leitsätze des Urteils
      Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Relative Eintragungshindernisse – Widerspruch des Inhabers
            einer für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen eingetragenen identischen oder ähnlichen älteren Marke – Gefahr
            der Verwechslung mit der älteren Marke
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Art. 8 Abs. 1 Buchst. b)
      Für das relevante Publikum sehr aufmerksamer, gut informierter und mit den englischen Grundbegriffen des Finanzbereichs vertrauter
         Verbraucher im gesamten Gemeinschaftsgebiet besteht keine Verwechslungsgefahr im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung
         Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke zwischen dem als Gemeinschaftsmarke für „Finanzdienstleistungen; Warenhandel; Dienstleistungen
         eines Warenmaklers; Finanzierung von Handelswaren; Investitionen in Handelswaren; Dienstleistungen in Bezug auf den Warenhandel;
         Bereitstellung von Preisinformationen für Handelswaren; Investmentgeschäfte; Investment-Dienstleistungen; Dienstleistungen
         in Bezug auf den Emissionshandel; Handel mit Optionen; Emissionshandel; Handel mit Anteilspapieren; Aktienhandel; Dienstleistungen
         eines Warenmaklers; Risikomanagement; Finanzierung von Akquisitionen; Information und Beratung in Bezug auf Emissionshandel“
         der Klasse 36 des Nizzaer Abkommens angemeldeten Bildzeichen CARBON CAPITAL MARKETS Emissions Compliance Solutions & Carbon
         Finance und dem Bildzeichen CM Capital Markets, das als ältere Gemeinschaftsmarke für Dienstleistungen der Klassen 35, 36
         und 42 und als ältere spanische Marke für Dienstleistungen der Klasse 36 eingetragen ist.
      
      Da insbesondere die von den älteren Marken erfassten Dienstleistungen in Klasse 36 des Nizzaer Abkommens dasselbe Dienstleistungsspektrum
         des Finanzsektors umschließen wie die für die Anmeldemarke beanspruchten Dienstleistungen derselben Klasse, sind die in Rede
         stehenden Dienstleistungen identisch. Dagegen sind die in Rede stehenden Zeichen verschieden. Die in dem von den fraglichen
         Zeichen hervorgerufenen Gesamteindruck bestehenden bildlichen und begrifflichen Unterschiede reichen nämlich aus, um ihre
         geringe klangliche Ähnlichkeit zu neutralisieren, zumal die maßgeblichen Verkehrskreise im vorliegenden Fall sehr aufmerksam
         und gut informiert sind. Im Hinblick auf die fehlende Ähnlichkeit zwischen den in Rede stehenden Zeichen besteht trotz der
         Identität der erfassten Dienstleistungen keine unmittelbare Verwechslungsgefahr zwischen der angemeldeten Marke und den älteren
         Marken. 
      
      (vgl. Randnrn. 33-34, 63, 66)
URTEIL DES GERICHTS (Zweite Kammer)
      22. Juni 2010(*)
      
      „Gemeinschaftsmarke – Widerspruchsverfahren – Anmeldung der Gemeinschaftsbildmarke CARBON CAPITAL MARKETS Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance – Ältere Gemeinschaftsbildmarke und ältere nationale Bildmarke CM Capital Markets – Relatives Eintragungshindernis – Keine Verwechslungsgefahr – Keine Zeichenähnlichkeit – Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung (EG) Nr. 40/94 (jetzt Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung [EG] Nr. 207/2009)“
      In der Rechtssache T‑490/08
      CM Capital Markets Holding, SA mit Sitz in Madrid (Spanien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte T. Villate Consonni und J. Calderón Chavero,
      
      Klägerin,
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch J. Crespo Carrillo als Bevollmächtigten,
      
      Beklagter,
      andere Beteiligte im Verfahren vor der Beschwerdekammer:
      Carbon Capital Markets Ltd mit Sitz in Oxford (Vereinigtes Königreich), Prozessbevollmächtigter: E. Hardcastle, Solicitor,
      
      betreffend eine Klage gegen die Entscheidung der Ersten Beschwerdekammer des HABM vom 3. September 2008 (Sache R 16/2008‑1)
         zu einem Widerspruchsverfahren zwischen der CM Capital Markets Holding, SA und der Carbon Capital Markets Ltd 
      
      erlässt
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung der Präsidentin I. Pelikánová sowie der Richterin K. Jürimäe (Berichterstatterin) und des Richters S. Soldevila
         Fragoso,
      
      Kanzler: E. Coulon,
      aufgrund der am 17. November 2008 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klageschrift, 
      aufgrund der am 12. Mai 2009 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung des HABM,
      aufgrund der am 1. Mai 2009 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung der Streithelferin, 
      aufgrund des Umstands, dass keiner der Verfahrensbeteiligten binnen der Frist von einem Monat nach der Mitteilung, dass das
         schriftliche Verfahren abgeschlossen ist, die Anberaumung einer mündlichen Verhandlung beantragt hat, und des daher auf Bericht
         der Berichterstatterin gemäß Art. 135a der Verfahrensordnung des Gerichts ergangenen Beschlusses, ohne mündliche Verhandlung
         zu entscheiden,
      
      folgendes
      Urteil
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1        Am 9. Juni 2005 meldete die Streithelferin, die Carbon Capital Markets Ltd, gemäß der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates
         vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1) in geänderter Fassung (ersetzt durch die Verordnung
         [EG] Nr. 207/2009 des Rates vom 26. Februar 2009 über die Gemeinschaftsmarke [ABl. L 78, S. 1]) beim Harmonisierungsamt für
         den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM) eine Gemeinschaftsmarke an.
      
      2        Bei der angemeldeten Marke handelt es sich um das nachstehend wiedergegebene Bildzeichen:
      
      
      3        Die Anmeldung umfasste folgende Dienstleistungen der Klasse 36 im Sinne des Abkommens von Nizza über die internationale Klassifikation
         von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken vom 15. Juni 1957 in revidierter und geänderter Fassung: „Finanzdienstleistungen;
         Warenhandel; Dienstleistungen eines Warenmaklers; Finanzierung von Handelswaren; Investitionen in Handelswaren; Dienstleistungen
         in Bezug auf den Warenhandel; Bereitstellung von Preisinformationen für Handelswaren; Investmentgeschäfte; Investment-Dienstleistungen;
         Dienstleistungen in Bezug auf den Emissionshandel; Handel mit Optionen; Emissionshandel; Handel mit Anteilspapieren; Aktienhandel;
         Dienstleistungen eines Warenmaklers; Risikomanagement; Finanzierung von Akquisitionen; Information und Beratung in Bezug auf
         Emissionshandel“.
      
      4        Die Gemeinschaftsmarkenanmeldung wurde am 12. Dezember 2005 im Blatt für Gemeinschaftsmarken Nr. 50/2005 veröffentlicht. 
      
      5        Am 10. März 2006 erhob die Klägerin, die CM Capital Markets Holding, SA, nach Art. 42 der Verordnung Nr. 40/94 (jetzt Art. 41
         der Verordnung Nr. 207/2009) Widerspruch gegen die Eintragung der angemeldeten Marke für die oben in Randnr. 3 genannten Dienstleistungen.
         
      
      6        Der Widerspruch stützte sich auf zwei Eintragungen (im Folgenden: ältere Marken) des nachfolgend wiedergegebenen Bildzeichens
         mit den Farben Blau und Grau:
      
      
      7        Dieses Zeichen ist Gegenstand
      
      –        erstens der Gemeinschaftsmarkeneintragung Nr. 3409281 vom 6. Juli 2005 für die folgenden Dienstleistungen der Klassen 35,
         36 und 42 im Sinne des Abkommens von Nizza: 
      
      –        Klasse 35: „Kosten-Preis-Analysen; Beratung bei Organisation und Führung von Unternehmen; Hilfe bei der Führung von Industriebetrieben;
         Unternehmensberatung, Beratung bei der Personalauswahl und beim Personalmanagement; Buchhaltung; Erstellung von Steuererklärungen;
         statistische Informationen; Marktforschung“;
      
      –        Klasse 36: „Dienstleistungen eines Aktuars; Verwaltung von Finanzmitteln; Forderungs- und Mietinkassobüros; Finanzanalysen;
         Börsengeschäfte; Ausgabe von Wertpapieren; Erstellung von Steuer- und Finanzschätzungen; Erstellen von Steuergutachten und
         ‑schätzungen; Dienstleistungen von Investmentfonds und von Holdinggesellschaften; Finanzdienstleistungen, Geld- und Börsengeschäfte;
         Kapitalanlagen und -investitionen; Wechselkursnotierungen und Börsenkursnotierungen“;
      
      –        Klasse 42: „Industrielle Analyse- und Forschungsdienstleistungen; Entwurf und Entwicklung von Computern; Beratung auf dem
         Gebiet der Erstellung von Programmen für die Datenverarbeitung; Studien, Analysen, Ausarbeitung von Projekten bezüglich Software
         und Datenverarbeitungssysteme; EDV-Beratung, Vermietung von Computern; von Computersoftware; Entwurf und Erstellung von Websites;
         wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen und Forschungsarbeiten und diesbezügliche Designerdienstleistungen;
         industrielle Analyse- und Forschungsdienstleistungen; Rechtsberatung und -vertretung“;
      
      –        zweitens der spanischen Eintragung Nr. 2381503 vom 5. Oktober 2001 für die folgenden Dienstleistungen der Klasse 36 im Sinne
         des Abkommens von Nizza: „Finanzdienstleistungen und Geldumtauschdienste“.
      
      8        Der Widerspruch war auf alle von den älteren Marken umfassten Dienstleistungen gestützt.
      
      9        Für diesen Widerspruch wurde der in Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 (jetzt Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung
         Nr. 207/2009) genannte Grund angeführt. 
      
      10      Am 30. Oktober 2007 wies die Widerspruchsabteilung des HABM den Widerspruch im Wesentlichen mit der Feststellung zurück, dass
         keine Verwechslungsgefahr zwischen den fraglichen Zeichen bestehe.
      
      11      Am 17. Dezember 2007 legte die Klägerin nach den Art. 57 bis 62 der Verordnung Nr. 40/94 (jetzt Art. 58 bis 64 der Verordnung
         Nr. 207/2009) beim HABM Beschwerde gegen die Entscheidung der Widerspruchsabteilung ein. 
      
      12      Mit Entscheidung vom 3. September 2008 (im Folgenden: angefochtene Entscheidung) wies die Erste Beschwerdekammer des HABM
         die Beschwerde zurück. Insbesondere führte sie in Randnr. 22 der angefochtenen Entscheidung aus, dass die von den in Rede
         stehenden Marken beanspruchten Dienstleistungen zwar „im Wesentlichen dieselben“ seien, diese Marken jedoch unter Berücksichtigung
         der Tatsache, dass der Ausdruck „Capital Markets“ für Dienstleistungen des Finanzsektors generisch sei, der geringen originären
         Unterscheidungskraft der älteren Marken und der Tatsache, dass die maßgeblichen Verkehrskreise sehr aufmerksam und gut informiert
         seien, keinen für das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr zwischen ihnen hinreichenden Ähnlichkeitsgrad aufwiesen.
      
       Anträge der Verfahrensbeteiligten
      13      Die Klägerin beantragt,
      
      –        die angefochtene Entscheidung aufzuheben und damit die Eintragung der angemeldeten Marke insgesamt abzulehnen;
      –        ihrem Vorbringen stattzugeben;
      –        dem HABM die Kosten aufzuerlegen. 
      14      Das HABM beantragt,
      
      –        die Klage abzuweisen;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen. 
      15      Die Streithelferin beantragt, 
      
      –        die angefochtene Entscheidung zu bestätigen und damit die Eintragung der angemeldeten Marke insgesamt zuzulassen;
      –        ihrem Vorbringen stattzugeben;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen. 
       Rechtliche Würdigung
      16      Die Klägerin stützt sich auf einen einzigen Klagegrund, mit dem sie einen Verstoß gegen Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung
         Nr. 40/94 geltend macht. 
      
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      17      Die Klägerin bringt im Wesentlichen vor, die Beschwerdekammer sei zu Unrecht zu dem Ergebnis gelangt, dass keine Verwechslungsgefahr
         zwischen den fraglichen Marken bestehe.
      
      18      Erstens seien die von den Marken umfassten Dienstleistungen identisch, wie die Beschwerdekammer festgestellt habe.
      
      19      Zweitens seien die in Rede stehenden Marken „beinahe identisch“.
      
      20      Drei in der angemeldeten Marke enthaltene Wörter, nämlich „Carbon“, „Capital“ und „Markets“, und der in den älteren Marken
         enthaltene Buchstabe „C“ sowie die beiden in ihnen enthaltenen Wörter, nämlich „Capital“ und „Markets“, stellten die dominierenden
         Bestandteile innerhalb dieser Marken dar. Die fraglichen Zeichen hätten die beiden Wörter „Capital“ und „Markets“ gemeinsam.
         Zudem sei der in den älteren Marken enthaltene Buchstabe „C“ der Anfangsbuchstabe des in der angemeldeten Marke vorkommenden
         Wortes „Carbon“, auf das er auch hinweise. Die fraglichen Marken bezeichneten und schützten nämlich Dienstleistungen in Bezug
         auf die Kohlendioxidmärkte, die von den in Rede stehenden Unternehmen vermarktet würden.
      
      21      Aus der Entscheidungspraxis des HABM und der Rechtsprechung gehe insoweit hervor, dass der Verbraucher eine komplexe Marke
         anhand ihres Wortbestandteils und nicht ihres – im vorliegenden Fall zu vernachlässigenden – Bildbestandteils identifiziere
         und im Gedächtnis behielte, und dass komplexe Marken identisch seien, wenn sie identische Wortbestandteile enthielten. Zum
         einen sei festzuhalten, dass, wie die Widerspruchsabteilung des HABM in mehreren Fällen festgestellt habe, in denen sie schließlich
         eine Verwechslungsgefahr angenommen habe, die Wortbestandteile der in Rede stehenden Marken „zu mehr als 70 % übereinstimmten“.
         Zum anderen reichten die zwischen den fraglichen Marken bestehenden bildlichen Unterschiede nicht aus, um eine Verwechslungsgefahr
         zu vermeiden. Der Bildbestandteil sowie der Wortbestandteil „Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance“ in der angemeldeten
         Marke seien zu vernachlässigen.
      
      22      Drittens habe die Beschwerdekammer nicht gemäß der Rechtsprechung „der Tatsache hinreichend Beachtung geschenkt, dass in Fällen,
         in denen die Dienstleistungen identisch [seien], die Grenzlinie und die Unterscheidung zwischen den [fraglichen] Marken klar
         und unmittelbar sein [müssten]“. Insoweit gehe aus der Rechtsprechung zum einen hervor, dass sich einem Durchschnittsverbraucher
         nur selten die Möglichkeit biete, verschiedene Marken unmittelbar miteinander zu vergleichen, und er sich daher auf das unvollkommene
         Bild verlassen müsse, das er von ihnen im Gedächtnis behalten habe, und dass ein solcher Verbraucher über keine speziellen
         technischen Kenntnisse verfüge und auch kein Fachmann sei. Die Beschwerdekammer hätte daher gemäß den Ausführungen des Gerichts
         in seinem Urteil vom 23. Oktober 2002, Oberhauser/HABM – Petit Liberto (Fifties) (T‑104/01, Slg. 2002, II‑4359, Randnr. 50),
         im vorliegenden Fall feststellen müssen, dass die „Identität zwischen den von den fraglichen Marken umfassten Dienstleistungen
         notwendig eine Abschwächung der etwaigen Unterschiede zwischen den fraglichen Zeichen [bewirke]“.
      
      23      Viertens sei die Assoziationsgefahr zwischen den in Rede stehenden Marken zu berücksichtigen, da sehr wahrscheinlich sei,
         dass der mit den älteren Marken und ihrer betrieblichen Herkunft vertraute Verbraucher sie mit der angemeldeten Marke gedanklich
         in Verbindung bringe.
      
      24      Das HABM und die Streithelferin treten dem Vorbringen der Klägerin entgegen. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      25      Nach Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 ist die angemeldete Marke auf Widerspruch des Inhabers einer älteren
         Marke von der Eintragung ausgeschlossen, wenn wegen ihrer Identität oder Ähnlichkeit mit der älteren Marke und der Identität
         oder Ähnlichkeit der durch die beiden Marken erfassten Waren oder Dienstleistungen für das Publikum die Gefahr von Verwechslungen
         in dem Gebiet besteht, in dem die ältere Marke Schutz genießt. Dabei schließt die Gefahr von Verwechslungen die Gefahr ein,
         dass die Marke mit der älteren Marke gedanklich in Verbindung gebracht wird. Nach Art. 8 Abs. 2 Buchst. a Ziff. i und ii der
         Verordnung Nr. 40/94 (jetzt Art. 8 Abs. 2 Buchst. a Ziff. i und ii der Verordnung Nr. 207/2009) sind „ältere Marken“ auch
         die in einem Mitgliedstaat und in der Gemeinschaft eingetragenen Marken mit einem früheren Anmeldetag als dem Tag der Anmeldung
         der Gemeinschaftsmarke.
      
      26      Nach ständiger Rechtsprechung liegt Verwechslungsgefahr dann vor, wenn das Publikum glauben könnte, dass die betreffenden
         Waren oder Dienstleistungen aus demselben Unternehmen oder aus wirtschaftlich miteinander verbundenen Unternehmen stammen.
         Nach dieser Rechtsprechung ist das Vorliegen von Verwechslungsgefahr entsprechend der Wahrnehmung der maßgeblichen Verkehrskreise
         von den in Rede stehenden Zeichen und Waren oder Dienstleistungen umfassend und unter Berücksichtigung aller maßgeblichen
         Umstände des Einzelfalls, insbesondere der Wechselbeziehung zwischen der Ähnlichkeit der Zeichen und der Ähnlichkeit der damit
         gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen, zu beurteilen (vgl. Urteil des Gerichts vom 9. Juli 2003, Laboratorios RTB/HABM
         – Giorgio Beverly Hills [GIORGIO BEVERLY HILLS], T‑162/01, Slg. 2003, II‑2821, Randnrn. 30 bis 33 und die dort angeführte
         Rechtsprechung).
      
      27      Der vorliegende Fall ist im Licht dieser Rechtsprechung zu prüfen. 
      
       Zu den maßgeblichen Verkehrskreisen
      28      Bei der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr ist nach der Rechtsprechung auf einen normal informierten und angemessen
         aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher der betreffenden Waren abzustellen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
         die Aufmerksamkeit des Durchschnittsverbrauchers je nach Art der Waren oder Dienstleistungen unterschiedlich hoch sein kann
         (vgl. Urteil des Gerichts vom 13. Februar 2007, Mundipharma/HABM – Altana Pharma [RESPICUR], T‑256/04, Slg. 2007, II‑449,
         Randnr. 42 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      29      Erstens ist im vorliegenden Fall zwischen den Verfahrensbeteiligten unstreitig, dass die Beschwerdekammer angesichts der Tatsache,
         dass es sich bei den älteren Marken um eine Gemeinschaftsmarke und eine spanische Marke handelt, in Randnr. 12 der angefochtenen
         Entscheidung zu Recht festgestellt hat, dass auf die Wahrnehmung der fraglichen Marken durch den Nachfrager der Dienstleistungen
         im gesamten Gemeinschaftsgebiet abzustellen ist (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 22. März 2007, Brinkmann/HABM
         – Terra Networks [Terranus], T‑322/05, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnrn. 29 und 30).
      
      30      Zweitens ist die Beschwerdekammer ebenfalls in Randnr. 12 der angefochtenen Entscheidung zu dem Ergebnis gelangt, dass die
         maßgeblichen Verkehrskreise „sehr aufmerksam und gut informiert“ seien, nachdem sie festgestellt hatte, dass „die älteren
         Marken Dienstleistungen kennzeichnen, die sich an eine spezialisierte Personengruppe – insbesondere Experten, Makler und andere
         auf den Finanz- und Kapitalmärkten tätige Personen – richten, und [dass] sich die von der angemeldeten Marke beanspruchten
         Dienstleistungen an dieselben Verkehrskreise richten“.
      
      31      Zwar hat die Klägerin in ihren Schriftsätzen ausdrücklich Bezug auf eine Rechtsprechung genommen, nach der ein Durchschnittsverbraucher
         über keine speziellen technischen Kenntnisse verfügt und auch kein Fachmann ist, jedoch hat sie nicht ausdrücklich geltend
         gemacht, dass die Beschwerdekammer bei der Bestimmung der maßgeblichen Verkehrskreise einen Beurteilungsfehler begangen hat.
         Zudem bringt die Klägerin kein Argument oder Beweiselement vor, um darzutun, dass die Nutzer der in Rede stehenden Dienstleistungen,
         angenommen, dass es sich bei ihnen um Endverbraucher und nicht nur um Fachleute handelt, unter Berücksichtigung der Art der
         von den in Rede stehenden Marken beanspruchten Finanzdienstleistungen nicht, wie die Beschwerdekammer festgestellt hat, sehr
         aufmerksam und gut informiert sind. Die Beurteilung der Beschwerdekammer kann daher in dieser Hinsicht nicht in Frage gestellt
         werden.
      
      32      Drittens ist angesichts der Tatsache, dass die maßgeblichen Verkehrskreise sehr aufmerksam und gut informiert sind, festzustellen,
         dass die Beschwerdekammer in Randnr. 17 der angefochtenen Entscheidung zu Recht festgestellt hat, dass sie mit den englischen
         Grundbegriffen des Finanzbereichs vertraut sind, was von den Verfahrensbeteiligten nicht bestritten wird.
      
      33      Nach alledem ist davon auszugehen, dass sich die maßgeblichen Verkehrskreise aus Verbrauchern auf dem gesamten Gemeinschaftsgebiet
         zusammensetzen, die sehr aufmerksam, gut informiert und mit den englischen Grundbegriffen des Finanzbereichs vertraut sind.
         
      
       Zum Vergleich der Dienstleistungen
      34      Die Verfahrensbeteiligten bestreiten nicht, dass die Beschwerdekammer in Randnr. 22 der angefochtenen Entscheidung zu Recht
         festgestellt hat, dass „die fraglichen Dienstleistungen im Wesentlichen dieselben“ sind. Da nämlich insbesondere die von den
         älteren Marken erfassten Dienstleistungen in Klasse 36 des Nizzaer Abkommens dasselbe Dienstleistungsspektrum des Finanzsektors
         umschließen wie die für die Anmeldemarke beanspruchten Dienstleistungen derselben Klasse, ist zu konstatieren, dass die in
         Rede stehenden Dienstleistungen identisch sind (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 18. April 2007, House of Donuts/HABM
         – Panrico [House of donuts], T‑333/04 und T‑334/04, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 41).
      
       Zum Zeichenvergleich
      35      Bei der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr ist hinsichtlich der Ähnlichkeit der betreffenden Marken in Bild,
         Klang oder Bedeutung auf den von ihnen hervorgerufenen Gesamteindruck abzustellen, wobei insbesondere ihre unterscheidungskräftigen
         und dominierenden Elemente zu berücksichtigen sind (vgl. Urteil des Gerichts vom 14. Oktober 2003, Phillips-Van Heusen/HABM
         – Pash Textilvertrieb und Einzelhandel [BASS], T‑292/01, Slg. 2003, II‑4335, Randnr. 47 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      36      Bei der Prüfung des Vorliegens einer Verwechslungsgefahr bedeutet die Beurteilung der Ähnlichkeit zweier Marken nicht, dass
         nur ein Bestandteil einer komplexen Marke zu berücksichtigen und mit einer anderen Marke zu vergleichen wäre. Vielmehr sind
         die fraglichen Marken jeweils als Ganzes miteinander zu vergleichen, was nicht ausschließt, dass unter Umständen ein oder
         mehrere Bestandteile einer komplexen Marke für den durch die Marke im Gedächtnis der maßgeblichen Verkehrskreise hervorgerufenen
         Gesamteindruck prägend sein können (vgl. Urteil des Gerichtshofs vom 12. Juni 2007, HABM/Shaker, C‑334/05 P, Slg. 2007, I‑4529,
         Randnr. 41 und die dort angeführte Rechtsprechung). Es kann nur dann für die Beurteilung der Ähnlichkeit allein auf den dominierenden
         Bestandteil ankommen, wenn alle anderen Markenbestandteile zu vernachlässigen sind (Urteile des Gerichtshofs HABM/Shaker,
         Randnr. 42, und vom 20. September 2007, Nestlé/HABM, C‑193/06 P, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 42).
         Das kann insbesondere dann der Fall sein, wenn schon dieser Bestandteil allein geeignet ist, das Bild dieser Marke, das die
         angesprochenen Verkehrskreise im Gedächtnis behalten, so zu prägen, dass alle übrigen Bestandteile der Marke in dem durch
         diese hervorgerufenen Gesamteindruck zu vernachlässigen sind (Urteil Nestlé/HABM, Randnr. 43).
      
      37      Erstens ist, was die möglicherweise dominierenden Bestandteile der in Rede stehenden Marken angeht, im vorliegenden Fall festzustellen,
         dass, während die Klägerin geltend macht, die Wortelemente „Carbon“, „Capital“ und „Markets“ der angemeldeten Marke und „C“,
         „Capital“ und „Markets“ der älteren Marken seien die dominierenden Bestandteile der fraglichen Zeichen und der Bildbestandteil
         sowie die Wendung „Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance“ seien zu vernachlässigen, die Beschwerdekammer in der
         angefochtenen Entscheidung nicht erwähnt hat, sie sehe bestimmte Bestandteile der fraglichen Marken als dominierend an. Vielmehr
         hat sie in Randnr. 17 der angefochtenen Entscheidung ausdrücklich ausgeschlossen, dass die Begriffe „Capital“ und „Markets“
         im Rahmen des Vergleichs der fraglichen Zeichen einen „entscheidenden Faktor“ darstellen könnten. Hierzu hat die Beschwerdekammer
         im Wesentlichen ausgeführt, dass die Begriffe „Capital“ und „Markets“ generische Begriffe auf dem Finanzsektor seien, und
         dass zudem die angesprochenen Verkehrskreise einen beschreibenden Bestandteil einer komplexen Marke im Allgemeinen nicht als
         unterscheidungskräftigen und den von dieser Marke hervorgerufenen Gesamteindruck dominierenden Bestandteil ansähen.
      
      38      Erstens ist festzustellen, dass die angemeldete Marke aus einem Bildbestandteil, der aus zwei einander kreuzenden Ringen besteht,
         und dem rechts davon stehenden, über dem Wortbestandteil „Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance“ platzierten Wortbestandteil
         „Carbon Capital Markets“ zusammengesetzt ist.
      
      39      In Bezug auf den Wortbestandteil „Carbon Capital Markets“ ist zunächst festzustellen, dass Bestandteilen einer Marke, die
         für die Waren oder Dienstleistungen, für die die Marke eingetragen ist, beschreibend sind, nur eine geringe bzw. sehr geringe
         Unterscheidungskraft zuerkannt werden kann (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichts vom 12. September 2007, Koipe/HABM –
         Aceites del Sur [La Española], T‑363/04, Slg. 2007, II‑3355, Randnr. 92, und vom 13. Dezember 2007, Cabrera Sánchez/HABM –
         Industrias Cárnicas Valle [el charcutero artesano], T‑242/06, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 52 und
         die dort angeführte Rechtsprechung). Aufgrund ihrer geringen bzw. sehr geringen Unterscheidungskraft werden beschreibende
         Bestandteile einer Marke im Allgemeinen vom Publikum nicht als den von dieser Marke hervorgerufenen Gesamteindruck dominierend
         angesehen, sofern sie sich nicht insbesondere durch ihre Position im Zeichen oder ihre Größe der Wahrnehmung des Verbrauchers
         aufdrängen und seinem Gedächtnis einprägen können (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichts el charcutero artesano, Randnr.
         53 und die dort angeführte Rechtsprechung, und vom 12. November 2008, Shaker/HABM – Limiñana y Botella [Limoncello della Costiera
         Amalfitana shaker], T‑7/04, Slg. 2008, II‑3085, Randnr. 44 und die dort angeführte Rechtsprechung). Dies bedeutet allerdings
         nicht, dass die beschreibenden Bestandteile einer Marke in dem von dieser hervorgerufenen Gesamteindruck notwendigerweise
         zu vernachlässigen sind. In dieser Hinsicht ist insbesondere zu prüfen, ob andere Bestandteile der Marke allein geeignet sind,
         deren Bild, das die angesprochenen Verkehrskreise im Gedächtnis behalten, zu prägen (siehe oben, Randnr. 36).
      
      40      Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass der Ausdruck „Capital Markets“ für alle Dienstleistungen beschreibend ist, die
         mit der angemeldeten Marke geschützt werden sollen, und dass der Begriff „Carbon“ auf einen Teil dieser Dienstleistungen,
         wie die mit dem „Emissionshandel“ verbundenen Dienstleistungen, hinweist und von den maßgeblichen Verkehrskreisen, die sehr
         aufmerksam und gut informiert sind, dahin verstanden wird, dass er sich auf im Zusammenhang mit Kohlendioxidemissionen stehende
         Finanzdienstleistungen bezieht. Außerdem bildet der Ausdruck „Carbon Capital Markets“ eine zusammenhängende syntaktische Einheit,
         die vom maßgeblichen Publikum im Sinne von „Kapitalmärkte auf dem Kohlenstoffsektor“ verstanden wird.
      
      41      Der Ausdruck „Carbon Capital Markets“ kann deshalb entgegen dem Vorbringen der Klägerin nicht als dominierender Bestandteil
         der angemeldeten Marke angesehen werden.
      
      42      In Bezug auf den Bildbestandteil und den Wortbestandteil „Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance“ ist festzustellen,
         dass sie entgegen den Ausführungen der Klägerin nicht als zu vernachlässigen angesehen werden können. Der Bildbestandteil
         der angemeldeten Marke hat zwar einen offensichtlich dekorativen Charakter, steht jedoch am Anfang des Zeichens und ist somit
         unmittelbar wahrnehmbar. Ferner ist der Ausdruck „Emissions Compliance Solutions & Carbon Finance“, den die maßgeblichen Verkehrskreise
         im Sinne von „Lösungen auf dem Gebiet der Einhaltung von Emissionsvorschriften und Finanzierung auf dem Kohlenstoffsektor“
         verstehen werden, zwar in nicht ohne Weiteres lesbaren kleinen Lettern geschrieben, doch entspricht seine Länge innerhalb
         des Zeichens der des Ausdrucks „Carbon Capital Markets“, dessen Bedeutung damit klargestellt wird.
      
      43      Daher können weder der Bildbestandteil noch die Wortbestandteile der angemeldeten Marke als dominierend oder zu vernachlässigen
         angesehen werden. Somit ist auf den von der angemeldeten Marke hervorgerufenen Gesamteindruck abzustellen (vgl. in diesem
         Sinne Urteil des Gerichts vom 11. Dezember 2008, Tomorrow Focus/HABM – Information Builders [Tomorrow Focus], T‑90/06, nicht
         in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 29).
      
      44      Zweitens ist zu den älteren Marken festzustellen, dass sie sich, wie die Beschwerdekammer in Randnr. 18 der angefochtenen
         Entscheidung zutreffend ausgeführt hat, zum einen aus einem Bildelement, bestehend aus einem rechteckigen Rahmen, in dem der
         Großbuchstabe „C“ und eine Wellenlinie, die nach Ansicht der Beschwerdekammer als phantasievoller Buchstabe „M“ wahrgenommen
         werden kann, untereinander angeordnet sind, und zum anderen dem mit Ausnahme der Initialen in Kleinbuchstaben geschriebenen
         Ausdruck „Capital Markets“, der zentriert unter diesem Bildbestandteil angeordnet ist, zusammensetzen. Das Wort „Capital“
         ist in demselben Grau gestaltet wie der Buchstabe „C“ des Bildbestandteils, während das Wort „Markets“ von derselben blauen
         Farbe ist wie die Wellenlinie.
      
      45      In diesem Zusammenhang ist das Vorbringen der Klägerin zurückzuweisen, wonach die maßgeblichen Verkehrskreise den Wortbestandteilen
         einer komplexen Marke eine größere Bedeutung beimessen als den Bildbestandteilen, so dass die älteren Marken durch den Buchstaben
         „C“ und die Wortbestandteile „Capital“ und „Markets“ dominiert würden.
      
      46      Zum einen ist nämlich in Bezug auf den Bildbestandteil der älteren Marken festzustellen, dass der Buchstabe „C“ oder gegebenenfalls,
         unter der Annahme, dass die maßgeblichen Verkehrskreise den phantasievollen Buchstaben „M“ nicht als einfache Wellenlinie
         wahrnehmen, die Buchstaben „C“ und „M“ eine untrennbare bildliche Einheit mit dem sie umgebenden rechteckigen Rahmen bilden.
         Der Bildbestandteil in seiner Gesamtheit ist also, wie die Beschwerdekammer in Randnr. 18 der angefochtenen Entscheidung zu
         Recht festgestellt hat, aufgrund seiner besonderen Gestaltung geeignet, die Aufmerksamkeit der maßgeblichen Verkehrskreise
         in besonderem Maße anzuziehen, und nicht der Buchstabe „C“ bzw. die Buchstaben „C“ und „M“ allein.
      
      47      Zum anderen ist zum Wortbestandteil der älteren Marken festzustellen, dass, wie in der vorstehenden Randnr. 40 in Bezug auf
         die angemeldete Marke ausgeführt worden ist, der für die von den älteren Marken beanspruchten Dienstleistungen beschreibende
         Ausdruck „Capital Markets“ den von den älteren Marken hervorgerufenen Gesamteindruck zwar grundsätzlich nicht prägen kann,
         aber trotzdem einen relevanten Gesichtspunkt für den Vergleich der in Rede stehenden Zeichen darstellt, u. a. weil er innerhalb
         der älteren Marken optisch einen ebenso großen Platz einnimmt wie das Bildelement. 
      
      48      Nach den vorstehenden Ausführungen ist also festzustellen, dass die angemeldete Marke und die älteren Marken unter Berücksichtigung
         des Gesamteindrucks, der von ihren Bild- und Wortbestandteilen hervorgerufen wird, von denen keiner als dominierend oder zu
         vernachlässigen anzusehen ist, in bildlicher, klanglicher und begrifflicher Hinsicht miteinander zu vergleichen sind, und
         nicht allein im Hinblick auf ihre Wortbestandteile, wie die Klägerin zu Unrecht geltend macht.
      
      49      Zweitens ist, was den bildlichen Vergleich der in Rede stehenden Marken angeht, festzustellen, dass diese Marken zwar, wie
         die Klägerin angemerkt hat, die Wortbestandteile „Capital“ und „Markets“ gemeinsam haben, dass aber ihre bildliche Gestaltung
         verschieden ist, wie die Beschwerdekammer in Randnr. 18 der angefochtenen Entscheidung zu Recht festgestellt hat.
      
      50      Während nämlich der Bildbestandteil der angemeldeten Marke zum einen dem Ausdruck „Carbon Capital Markets“, der rechts von
         ihm erscheint und in grauen Großbuchstaben geschrieben ist, und zum anderen dem Ausdruck „Emissions Compliance Solutions &
         Carbon Finance“ vorausgeht, ist der Bildbestandteil der älteren Marken unter dem Wortbestandteil „Capital Markets“ platziert,
         so dass die Wort- und Bildbestandteile der älteren Marken eine Bildgesamtheit formen, die von der der angemeldeten Marke verschieden
         ist. Außerdem wird der visuelle Unterschied zwischen den fraglichen Marken nicht nur durch die Tatsache hervorgehoben, dass
         der Bildbestandteil der angemeldeten Marke einerseits und der Buchstabe „C“ oder gegebenenfalls die Buchstaben „C“ und „M“
         im Bildbestandteil der älteren Marken andererseits am Anfang dieser Zeichen stehen, sondern auch dadurch, dass die Begriffe
         „Capital“ und „Markets“, die die einzigen gemeinsamen Bestandteile der fraglichen Zeichen sind, in unterschiedlichen Farben
         und Schrifttypen geschrieben sind.
      
      51      Folglich ist festzustellen, dass die in Rede stehenden Marken entgegen dem Vorbringen der Klägerin bei umfassender Beurteilung
         bildlich nicht ähnlich sind.
      
      52      Drittens hat die Beschwerdekammer, was den klanglichen Vergleich der in Rede stehenden Marken betrifft, in Randnr. 19 der
         angefochtenen Entscheidung festgestellt, dass diese Marken trotz der Unterschiede, die sich daraus ergäben, dass die älteren
         Marken als aus einem Phonem und fünf Silben bestehend aufgefasst würden, während die angemeldete Marke sieben Silben habe,
         aufgrund des in beiden Marken enthaltenen Ausdrucks „Capital Markets“ eine gewisse Ähnlichkeit aufwiesen. 
      
      53      Die Klägerin tritt dieser Beurteilung der Beschwerdekammer entgegen und macht geltend, die in Rede stehenden Marken seien
         „quasi identisch“, da der einzige Unterschied zwischen ihnen sich daraus ergebe, dass die älteren Marken den Buchstaben „C“
         enthielten, die angemeldete Marke dagegen das Wort „Carbon“.
      
      54      Zwar sind die fünf Silben des Ausdrucks „Capital Markets“ in den fraglichen Marken identisch und erscheinen in derselben Reihenfolge,
         jedoch unterscheiden sich die fraglichen Marken, abgesehen von der Tatsache, dass die angemeldete Marke den Ausdruck „Emissions
         Compliance Solutions & Carbon Finance“ enthält, der in den älteren Marken nicht vorkommt, auch dadurch, dass die angemeldete
         Marke neben den Silben, die die älteren Marken bilden, zwei weitere Silben enthält, nämlich „car“ und „bon“, dass diese beiden
         Silben einen anderen Klang haben als der Buchstabe „C“ oder gegebenenfalls die Buchstaben „C“ und „M“ in den älteren Marken
         und dass diese klanglichen Unterschiede bei der Aussprache der in Rede stehenden Marken unmittelbar wahrnehmbar sind.
      
      55      In diesem Zusammenhang ist das Vorbringen der Klägerin zurückzuweisen, aus der von ihr angeführten Rechtsprechung und der
         Entscheidungspraxis des HABM gehe hervor, dass komplexe Marken identisch seien, wenn sie identische Wortbestandteile enthielten.
         Jedenfalls wäre nämlich dieser Grundsatz im vorliegenden Fall nicht anwendbar, da, wie vorstehend in Randnr. 54 ausgeführt
         worden ist, ein Teil der Wortbestandteile der in Rede stehenden Marken nicht identisch ist und die fraglichen Wortbestandteile
         im von diesen Marken hervorgerufenen Gesamteindruck keinesfalls zu vernachlässigen sind. 
      
      56      Somit hat die Beschwerdekammer entgegen dem Vorbringen der Klägerin keinen Fehler begangen, indem sie festgestellt hat, dass
         die in Rede stehenden Marken bei umfassender Beurteilung nur eine gewisse klangliche Ähnlichkeit aufwiesen.
      
      57      Viertens hat die Beschwerdekammer in Bezug auf den begrifflichen Vergleich der in Rede stehenden Marken in Randnr. 20 der
         angefochtenen Entscheidung festgestellt, dass diese unterschiedliche Bedeutungen hätten, da der Buchstabe „C“ in den älteren
         Marken nicht als Abkürzung des in der angemeldeten Marke enthaltenen Begriffs „Carbon“ angesehen werden könne, sondern vielmehr
         als Abkürzung des in den älteren Marken enthaltenen Wortes „Capital“, wie auch der phantasievolle Buchstabe „M“ als Abkürzung
         des Wortes „Markets“ aufgefasst werde.
      
      58      Die Klägerin tritt dieser Beurteilung der Beschwerdekammer entgegen und macht geltend, dass die in Rede stehenden Marken dieselbe
         Bedeutung hätten, da der Buchstabe „C“ in den älteren Marken dahin verstanden werden müsse, dass er auf den in der angemeldeten
         Marke ausdrücklich genannten Begriff „Carbon“ Bezug nehme. Der in den älteren Marken enthaltene Buchstabe „C“ weise auf das
         Wort „Carbon“ hin, da die fraglichen Marken dieselben Dienstleistungen in Bezug auf die Kohlendioxidmärkte schützten, die
         von den in Rede stehenden Unternehmen vermarktet würden.
      
      59      Hierzu ist zunächst festzustellen, dass die maßgeblichen Verkehrskreise, die sich aus sehr aufmerksamen, gut informierten
         und mit den englischen Grundbegriffen des Finanzbereichs vertrauten Verbrauchern zusammensetzen, der Bedeutung der Begriffe
         „Carbon“ und „Markets“, die für diese Dienstleistungen beschreibend sind und es nicht erlauben, die betriebliche Herkunft
         der in Rede stehenden Marken festzustellen, nur eine sehr geringe Bedeutung beimessen werden.
      
      60      Außerdem gibt es nicht nur eine sehr große Zahl von Wörtern, die mit dem Buchstaben „C“ beginnen, wie die Beschwerdekammer
         in Randnr. 20 der angefochtenen Entscheidung zu Recht festgestellt hat, sondern die maßgeblichen Verkehrskreise werden diesen
         Buchstaben so auffassen, dass er eher auf das Wort „Capital“ als auf das Wort „Carbon“ bezogen ist. In den älteren Marken
         steht der Buchstabe „C“ nämlich über dem Wort „Capital“, ist in derselben Farbe geschrieben und erscheint in derselben Schriftart
         und Größe wie dieses Wort, so dass die maßgeblichen Verkehrskreise den Buchstaben „C“ als Hinweis auf das Wort „Capital“ wahrnehmen
         können. Diese Feststellung wird durch den Umstand gestützt, dass, falls die Wellenlinie als phantasievoller Buchstabe „M“
         aufgefasst würde, die Buchstaben „C“ und „M“ entweder jeweils als Anfangsbuchstabe der in denselben Farben geschriebenen Wörter
         „Capital“ bzw. „Markets“ oder, wie das HABM bemerkt hat, als Abkürzung der Firmenbezeichnung der Klägerin aufgefasst werden
         könnten.
      
      61      Ferner vermag die Tatsache, dass mit den in Rede stehenden Marken identische Dienstleistungen gekennzeichnet werden, entgegen
         dem Vorbringen der Klägerin nicht die Schlussfolgerung in Frage zu stellen (siehe oben, Randnr. 60), dass nicht anzunehmen
         ist, dass die maßgeblichen Verkehrskreise im vorliegenden Fall zwischen dem in den älteren Marken enthaltenen Buchstaben „C“
         und dem in der angemeldeten Marke enthaltenen Wort „Carbon“ eine Verbindung herstellen werden. 
      
      62      Daher ist mit der Beschwerdekammer festzustellen, dass die in Rede stehenden Marken auf unterschiedliche Bedeutungen hinweisen,
         und dass sie bei umfassender Beurteilung in begrifflicher Hinsicht nicht ähnlich sind.
      
      63      Nach alledem sind, wie die Beschwerdekammer in Randnr. 21 der angefochtenen Entscheidung zu Recht festgestellt hat, die in
         Rede stehenden Zeichen entgegen dem Vorbringen der Klägerin verschieden. Die in dem von den fraglichen Zeichen hervorgerufenen
         Gesamteindruck bestehenden bildlichen und begrifflichen Unterschiede reichen nämlich aus, um ihre geringe klangliche Ähnlichkeit
         zu neutralisieren, zumal die maßgeblichen Verkehrskreise im vorliegenden Fall sehr aufmerksam und gut informiert sind.
      
       Zur Verwechslungsgefahr
      64      Die Beschwerdekammer hat in Randnr. 22 der angefochtenen Entscheidung die Auffassung vertreten, dass trotz der Identität der
         von den fraglichen Marken erfassten Dienstleistungen keine für die Annahme einer Verwechslungsgefahr hinreichende Ähnlichkeit
         zwischen ihnen vorliege, da der Ausdruck „Capital Markets“ für Dienstleistungen auf dem Finanzsektor beschreibend sei, die
         maßgeblichen Verkehrskreise sehr aufmerksam und gut informiert seien und die älteren Marken nur eine geringe originäre Unterscheidungskraft
         aufwiesen.
      
      65      Die Klägerin wirft der Beschwerdekammer im Wesentlichen vor, das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr verneint zu haben, obwohl
         nach der Rechtsprechung die Identität zwischen den von den fraglichen Marken erfassten Dienstleistungen notwendig eine Abschwächung
         der etwaigen Unterschiede zwischen den fraglichen Zeichen bewirke.
      
      66      Hierzu ist im Hinblick auf die fehlende Ähnlichkeit zwischen den in Rede stehenden Zeichen (siehe oben, Randnr. 63) festzustellen,
         dass die Beschwerdekammer zu Recht zu der Auffassung gelangt ist, dass trotz der Identität der erfassten Dienstleistungen
         keine unmittelbare Verwechslungsgefahr zwischen der angemeldeten Marke und den älteren Marken besteht. Das Fehlen der Ähnlichkeit
         der fraglichen Zeichen kann nämlich im Rahmen der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr nicht dadurch kompensiert
         werden, dass die erfassten Dienstleistungen identisch sind (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 12. Februar 2009,
         Lee/DE/HABM – Cooperativa italiana di ristorazione [PIAZZA del SOLE], T‑265/06, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht,
         Randnr. 56).
      
      67      Darüber hinaus ist, soweit die Klägerin behauptet, dass zwischen den in Rede stehenden Marken eine Assoziierungsgefahr bestehe,
         weil ein bereits mit den älteren Marken und deren betrieblicher Herkunft vertrauter Verbraucher diese Marken mit hoher Wahrscheinlichkeit
         mit der angemeldeten Marke gedanklich in Verbindung bringen werde, ein solches Vorbringen zurückzuweisen, da, wie vorstehend
         in Randnr. 63 festgestellt worden ist, die fraglichen Zeichen verschieden sind (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom
         18. Dezember 2008, Torres/HABM – Bodegas Peñalba López [Torre Albéniz], T‑287/06, Slg. 2008, II‑3817, Randnr. 81).
      
      68      Im Licht aller vorstehenden Erwägungen ist der einzige von der Klägerin geltend gemachte Klagegrund als unbegründet zurückzuweisen.
         
      
      69      Nach alledem ist die Klage abzuweisen. 
      
       Kosten
      70      Nach Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen.
         Da die Klägerin unterlegen ist, sind ihr gemäß den Anträgen des HABM und der Streithelferin die Kosten aufzuerlegen. 
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen. 
      2.      Die CM Capital Markets Holding, SA trägt die Kosten.
      
               Pelikánová 
            
            
                Jürimäe 
            
            
                Soldevila Fragoso
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 22. Juni 2010.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Englisch.