CELEX: 32015M7708
Language: de
Date: 2015-10-21 00:00:00
Title: Entscheidung der Kommission vom 21/10/2015 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall COMP/M.7708 - ALSO / PCF) gemäß der Verordnung (EG) Nr. 139/2004 des Rates (Nur der Deutsche Text ist verbindlich)

|[pic]                             |EUROPÄISCHE KOMMISSION                                                                                   |

Brüssel, 21.10.2015
C(2015) 7377 final

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                                        An den Anmelder

Betr.:      Sache M.7708 – ALSO/ PCF
           Beschluss der Kommission nach Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe b der  Verordnung  (EG)  Nr. 139/2004  des  Rates[1]  und  Artikel 57  des
           Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum[2]

Sehr geehrte Damen und Herren!

    0. Am 18. September 2015 ist  die  Anmeldung  eines  Zusammenschlusses  nach  Artikel 4  der  Fusionskontrollverordnung  bei  der  Kommission
       eingegangen. Danach ist Folgendes beabsichtigt: Die ALSO  Holding AG  („ALSO“,  Schweiz),  die  von  der  Droege  International  Group  AG
       („Droege“, Deutschland) kontrolliert wird, übernimmt im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Buchstabe b der Fusionskontrollverordnung durch  den
       Erwerb von Anteilen die Kontrolle über die Gesamtheit des Unternehmens PC Factory S.A. („PCF“, Polen) (im Folgenden „Zusammenschluss“)[3].
       ALSO wird im Folgenden auch als „Anmelder“ bezeichnet. ALSO und PCF werden zusammen als „beteiligte Unternehmen“ bezeichnet.

Die Beteiligten Unternehmen und das Vorhaben

    0. ALSO bietet IT- und Telekommunikationslösungen und -dienstleistungen für IT- und Telekommunikationseinzelhändler in Europa  an.  ALSO  ist
       Teil der Droege-Gruppe.

    0. Droege ist ein unabhängiges Beratungs- und Investmenthaus, das Management-Beratungsdienstleistungen anbietet und Mehrheitsbeteiligungen an
       Unternehmen aus den Bereichen Arzneimittel, Sicherheitssysteme und IKT-Vertrieb hält.

    0. PCF ist ein polnisches Unternehmen, das im IT-Großhandel tätig ist. In geringem Umfang ist PCF auch im Bereich der Montage von PCs und dem
       Verkauf von entsprechendem Zubehör tätig.  Ferner  erbringt  PCF  Konfigurationsleistungen  für  IT-Hardware,  Kundendienstleistungen  und
       produktspezifische Unterstützungsleistungen. PCF betreibt außerdem  eine  Interneteinzelhandelsplattform  für  IT-Produkte  (www.vobis.pl)
       sowie in Kooperation mit Samsung mehrere Einzelhandelsgeschäfte in Polen.

    0. Im Rahmen des Zusammenschlusses wird PCF im Wege einer Sacheinlage seinen Geschäftsbetrieb dem Unternehmen ALSO  Polska  übertragen.  Nach
       Abschluss des Zusammenschlusses wird  ALSO  mindestens  99,9 %  der  Anteile  an  ALSO Polska  halten  und  ALSO Polska  und  PCF  alleine
       kontrollieren.

    0.  Daher  handelt  es  sich  bei  dem  Rechtsgeschäft  um  einen  Zusammenschluss  im  Sinne  des  Artikels 3   Absatz 1   Buchstabe b   der
       Fusionskontrollverordnung.

Eu-weite Bedeutung

    0. Die beteiligten Unternehmen verfügen zusammen über einen weltweiten Gesamtumsatz von mehr als 5 Mrd. EUR[4] (ALSO  einschließlich  Droege:
       […] Mrd. EUR; PCF: […] Mio. EUR).  Jedes der beteiligten Unternehmen hat einen EU-weiten Gesamtumsatz  von  mehr  als  250 Mio. EUR  (ALSO
       einschließlich Droege: […] Mrd. EUR; PCF:  […] Mio. EUR),  aber  sie  erzielen  jeweils  nicht  mehr  als  zwei  Drittel  ihres  EU-weiten
       Gesamtumsatzes in ein und demselben Mitgliedstaat. Das Vorhaben hat  daher  EU-weite  Bedeutung  im  Sinne  des  Artikels 1  Absatz 2  der
       Fusionskontrollverordnung.

Marktabgrenzung

    0. Die Tätigkeiten der  beteiligten  Unternehmen  überschneiden  sich  auf  dem  Markt  für  den  Großhandel  mit  elektronischen  Produkten,
       einschließlich Produkten aus den Bereichen Informationstechnologie (IT), Unterhaltungselektronik und Telekommunikation.

1 Abgrenzung des sachlich relevanten Marktes

    0. Der Anmelder macht geltend,  dass  der  sachlich  relevante  Markt  die  Märkte  für  den  Großhandel  mit  IT-,  Telekommunikations-  und
       Unterhaltungselektronikprodukten umfassen sollte.

    0. In früheren Beschlüssen hat die Kommission einen gesonderten  Markt  für  den  Großhandel  mit  IT-Produkten  als  einen  dem  Handel  mit
       Elektronikprodukten untergeordneten Markt abgegrenzt.[5] Die Kommission hat den IT-Großhandel definiert als die  Lieferung  einer  breiten
       Palette von IT-Produkten durch viele IT-Hersteller und Softwareanbieter an eine große Anzahl von Wiederverkäufern und Einzelhändlern,  von
       denen keiner ein Endabnehmer ist.[6] Auch verwandte Dienstleistungen wie Kundendienst  sowie  Schulungen  und  Finanzdienstleistungen  für
       Kunden wurden als Teil dieses Marktes angesehen.[7] Die Kommission ließ offen, ob der Markt nach Segmenten (z. B. Speicherhardware oder IT-
       Zubehör) weiter unterteilt werden sollte, wobei die Marktuntersuchung im Rahmen eines früheren Beschlusses die Abgrenzung  eines  sachlich
       relevanten Marktes nach IT-Produktkategorien nicht stützte.[8] Die im gegenständlichen Fall durchgeführte Marktuntersuchung[9] erwies sich
       in diesem Punkt als nicht eindeutig.[10]

    0. In ihrem Beschluss in der Sache Arrow Electronics/Logix[11] ließ die Kommission offen, ob der Direktvertrieb in  den  sachlich  relevanten
       Markt aufgenommen werden sollte, wies jedoch darauf hin, dass die Marktuntersuchung gezeigt habe,  dass  direkte  und  indirekte  Verkäufe
       nicht vollständig austauschbar sind. Im gegenständlichen Fall, bejahten alle in der Marktuntersuchung  befragten  Marktteilnehmer,  Kunden
       wie Wettbewerber gleichermaßen, dass der Direktvertrieb der Hersteller Teil des relevanten Produktmarktes sein sollte.[12] Da unter keiner
       der möglichen Abgrenzungen wettbewerbliche Probleme auftreten, kann die genaue Abgrenzung in dieser Hinsicht jedoch offen bleiben.

    0. In ihrem Beschluss  in  der  Sache  Droege/Schindler/ALSO/Actebis[13]  ergab  die  auf  Deutschland  ausgerichtete  Marktuntersuchung  der
       Kommission, dass die meisten Hersteller von IT-Produkten und Lieferanten der Großhändler eigene direkte  Vertriebskanäle  haben,  die  sie
       parallel zum Vertrieb über Großhändler nutzen. Die Mehrheit der Hersteller von IT-Produkten, die sich an der  Marktuntersuchung  beteiligt
       haben, war der Auffassung, dass direkte Verkäufe von IT-Produkten durch die Hersteller Wettbewerbsdruck auf die indirekten Verkäufe  durch
       Großhändler ausüben.

    0. Die Kommission erwog auch gesonderte Märkte für den Großhandel mit Elektrogeräten oder Unterhaltungselektronikprodukten[14]  und  für  den
       Großhandel mit Telekommunikationsprodukten, einschließlich Festnetztelefonen und Mobiltelefonen und anderen vergleichbaren  Produkten  und
       Zubehörteilen.[15] In beiden Fällen hat die Kommission die genaue Abgrenzung des Marktes offengelassen.

    0. Im vorliegenden Fall kann die genaue Abgrenzung des sachlich  relevanten  Marktes  ebenfalls  offen  bleiben,  da  bei  keiner  plausiblen
       Marktabgrenzung wettbewerbsrechtliche Bedenken zu erwarten sind.

2 Abgrenzung des räumlich relevanten Marktes

    0. Der Anmelder vertritt den Standpunkt, dass sich der räumlich relevante Markt aufgrund des EWR-weiten Angebots und der EWR-weiten Nachfrage
       und der Möglichkeit für Großhändler, ihre in verschiedenen Mitgliedstaaten ansässigen Kunden von einem einzigen Standort aus zu beliefern,
       auf den EWR erstrecke. Darüber hinaus seien die Transportkosten niedrig und stellten kein Hindernis dar.

    0. In einem früheren Fall[16] vertrat die Kommission die Auffassung, dass der räumlich relevante Markt EU- oder EWR-weite  Ausdehnung  hatte,
       da die Produkte EU- oder EWR-weit erworben werden konnten, wies aber gleichzeitig auf die Bedeutung einer lokalen Präsenz hin,  um  Kunden
       zu erreichen und zu betreuen. Letztendlich wurde die genaue räumliche Marktabgrenzung jedoch offengelassen. In anderen Fällen vertrat  die
       Kommission die Ansicht, dass der räumlich relevante Markt nationale Ausdehnung haben könnte,[17] ließ  die  letztendliche  Abgrenzung  des
       räumlichen Marktes jedoch ebenfalls offen.

    0. Im vorliegenden Fall kann die genaue Abgrenzung des räumlich  relevanten  Marktes  ebenfalls  offen  bleiben,  da  bei  keiner  plausiblen
       Marktabgrenzung wettbewerbsrechtliche Bedenken zu erwarten sind.

Wettbewerbsrechtliche Würdigung

    0. Auf EWR-Ebene sind keine Märkte im Bereich des Großhandels mit IT-,  Telekommunikations-  und  Unterhaltungselektronikprodukten  betroffen
       (unabhängig  davon,  ob  der  Direktvertrieb  durch  Hersteller  berücksichtigt  wird;  bei   zusammengefasster   Betrachtung   der   IT-,
       Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikprodukte).

|2014          |Größe des          |Größe des             |Gemeinsamer Umsatz  |Gemeinsamer          |Gemeinsamer          |
|in Mio. EUR   |Gesamt-marktes     |Gesamt-marktes (nach  |ALSO und PCF        |Marktanteil ALSO und |Marktanteil ALSO und |
|              |(nach EITO/GfK)    |Gartner/GfK)          |                    |PCF (nach EITO/GfK)  |PCF (nach            |
|              |                   |                      |                    |                     |Gartner/GfK)         |
|EWR           |148 735            |133 315               |[…]                 |[0-5] %              |[0-5] %              |
|EU            |145 027            |130 273               |[…]                 |[0-5] %              |[0-5] %              |

    0. Auf nationaler Ebene übersteigt der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf dem Gesamtmarkt  für  IT-,  Telekommunikations-
       und Unterhaltungselektronikprodukte in keinem Land 20 %.[18]

    0. Bei Zugrundelegung nationaler Märkte für den Großhandel mit IT-Produkten (ohne  Telekommunikations-  und  Unterhaltungselektronikprodukte)
       und unter Ausklammerung des Direktvertriebs der Hersteller wären die Märkte in Litauen und Lettland als betroffen einzustufen.

    0. Wenn der Markt weiter nach Produktsegmenten unterteilt würde (auch hier unter Ausklammerung der Direktverkäufe durch Hersteller), so wären
       i) die Märkte für Speicherhardware in Litauen und Lettland und  ii) der Markt für IT-Zubehör in Lettland als betroffen einzustufen.[19]

    0. Nach den von den beteiligten Unternehmen vorgelegten Zahlen ergeben  sich  folgende  Marktanteile  beim  Großhandel  mit  IT-Produkten  in
       Litauen:

|Markt für IT-Produkte 2014 Litauen                              |                           |                            |
|                                                                |in Mio. EUR                |Marktanteil                 |
|ALSO                                                            |[…]                        |[20-30] %                   |
|PCF                                                             |[…]                        |[0-5] %                     |
|Zusammen                                                        |[…]                        |[20-30] %                   |
|ACC                                                             |[…]                        |[20-30] %                   |
|ABC Data                                                        |[…]                        |[10-20] %                   |
|TD Baltic                                                       |[…]                        |[10-20] %                   |
|AVAD                                                            |[…]                        |[5-10] %                    |
|ELKO                                                            |[…]                        |[5-10] %                    |
|ASBIS                                                           |[…]                        |[0-5] %                     |
|TVG                                                             |[…]                        |[0-5] %                     |
|Andere                                                          |[…]                        |[5-10] %                    |
|Insgesamt                                                       |[…]                        |100 %                       |

    0. Beim Großhandel mit IT-Produkten in Lettland ergeben sich für die beteiligten Unternehmen folgende Marktanteile:

|Markt für IT-Produkte 2014 Lettland                                                                                    |
|                                                |in Mio. EUR                        |Marktanteil                        |
|ALSO                                            |[…]                                |[30-40] %                          |
|PCF                                             |[…]                                |[0-5] %                            |
|Zusammen                                        |[…]                                |[30-40] %                          |
|ACC                                             |[…]                                |[20-30] %                          |
|ELKO                                            |[…]                                |[10-20] %                          |
|ABC                                             |[…]                                |[5-10] %                           |
|Asbis                                           |[…]                                |[5-10] %                           |
|AVAD                                            |[…]                                |[5-10] %                           |
|TD Baltic                                       |[…]                                |[5-10] %                           |
|TVG                                             |[…]                                |[5-10] %                           |
|Andere                                          |[…]                                |[5-10] %                           |
|Insgesamt                                       |[…]                                |100 %                              |

    0. Nach Auffassung der Kommission ist der Marktanteilszuwachs in beiden  Ländern  sehr  gering.  Er  beträgt  lediglich  [0-5] %  in  Litauen
       ([…] Mio. EUR; HHI-Delta: [0-50]) und [0-5] %  in  Lettland  ([…] Mio. EUR;  HHI-Delta:  [50-100]).  Ferner  gibt  es  eine  Vielzahl  von
       Wettbewerbern, die einen Marktanteil innehaben, der weitaus größer ist als der durch den Zusammenschluss bewirkte Marktanteilszuwachs. Die
       Kommission vertritt daher die Auffassung, dass der Zusammenschluss wahrscheinlich nicht zu einer Beeinträchtigung des  Wettbewerbs  führen
       wird.

    0. Aus den vorgenannten Gründen und unter Berücksichtigung aller verfügbaren Beweismittel vertritt die Kommission daher die Auffassung,  dass
       der Zusammenschluss in Bezug auf die Märkte für den Großhandel mit IT-Produkten in Litauen und in Lettland keinen  Anlass  zu  ernsthaften
       Bedenken hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit dem Binnenmarkt gibt.

    0. In Bezug auf den Markt für Speicherhardware in Litauen ergeben sich für die beteiligten Unternehmen folgende Marktanteile:

|Markt für Speicherhardware 2014 Litauen                                                                                |
|                                                |in Mio. EUR                        |Marktanteil                        |
|ALSO                                            |[…]                                |[10-20] %                          |
|PCF                                             |[…]                                |[0-5] %                            |
|Zusammen                                        |[…]                                |[20-30] %                          |
|ACC                                             |[…]                                |[20-30] %                          |
|TD Baltic                                       |[…]                                |[10-20] %                          |
|ELKO                                            |[…]                                |[10-20] %                          |
|ABC Data                                        |[…]                                |[10-20] %                          |
|ASBIS                                           |[…]                                |[5-10] %                           |
|Andere                                          |[…]                                |[5-10] %                           |
|Insgesamt                                       |[…]                                |100 %                              |

    0. Nach Auffassung der Kommission gibt es viele auf dem Markt tätige Wettbewerber, von  denen  drei  über  einen  Marktanteil  verfügen,  der
       genauso oder ähnlich groß ist wie der gemeinsame Marktanteil der  beteiligten  Unternehmen.  Ferner  liegt  der  aus  dem  Zusammenschluss
       resultierende Marktanteilszuwachs bei nur [0-5] %.

    0. Aus den vorgenannten Gründen und unter Berücksichtigung aller verfügbaren Beweismittel vertritt die Kommission daher die Auffassung,  dass
       der Zusammenschluss in Bezug auf den Markt für Speicherhardware in Litauen keinen  Anlass  zu  ernsthaften  Bedenken  hinsichtlich  seiner
       Vereinbarkeit mit dem Binnenmarkt gibt.

    0. In Bezug auf den Markt für Speicherhardware in Lettland ergeben sich für die  beteiligten  Unternehmen  und  deren  Wettbewerber  folgende
       Marktanteile:

|Markt für Speicherhardware 2014 Lettland                                                                               |
|                                                |in Mio. EUR                        |Marktanteil                        |
|ALSO                                            |[…]                                |[30-40] %                          |
|PCF                                             |[…]                                |[5-10] %                           |
|Zusammen                                        |[…]                                |[30-40] %                          |
|ACC                                             |[…]                                |[20-30] %                          |
|ELKO                                            |[…]                                |[10-20] %                          |
|ABC                                             |[…]                                |[5-10] %                           |
|Asbis                                           |[…]                                |[0-5] %                            |
|TD Baltic                                       |[…]                                |[5-10] %                           |
|Andere                                          |[…]                                |[0-5] %                            |
|Insgesamt                                       |[…]                                |100 %                              |

    0. Die Kommission ist der Auffassung, dass mehrere starke Wettbewerber (ACC ([20-30] %), ELKO ([10-20] %), ABC Data ([5-10] %) und  TD Baltic
       ([5-10] %)) auf diesem Markt tätig sind, von denen drei  Marktanteile  halten,  die  größer  oder  genauso  groß  sind  wie  der  aus  dem
       Zusammenschluss resultierende Marktanteilszuwachs.

    0. Die beteiligten Unternehmen machen ferner geltend, dass PCF in den Jahren 2012 und 2013 mit Speicherhardware keine Umsätze und  im  ersten
       Halbjahr 2015 auf diesem Markt mit nur einem einzigen Kunden einen Umsatz von nur […] EUR generiert habe. Der  relativ  große  Marktanteil
       von PCF 2014 sei auf ein Sonderangebot von PCF zurückzuführen, auf das die lettischen  Kunden  im  Jahr 2014  reagierten.  Die  Kommission
       vertritt die Auffassung ,  dass  PCFs  Marktanteil  von  [5-10]%  als  solcher  nicht  reicht,  die  tatsächliche  Marktposition  von  PCF
       widerzuspiegeln, weil es sich dabei um das Ergebnis einer bestimmten Preisstrategie in Bezug auf einen Markteintritt handeln  könnte;  PCF
       verfolgt keine eigene Geschäftsstrategie in Bezug auf Lettland, sondern konzentriert seine  Tätigkeiten  auf  Polen.[20]  Die  beteiligten
       Unternehmen bekräftigen ferner, dass der Direktvertrieb durch Hersteller berücksichtigt werden sollte und dass die Markteintrittsschranken
       auf diesem Markt niedrig seien.

    0. Darüber hinaus tragen die beteiligten Unternehmen vor, dass der  lettische  Markt  dem  Wettbewerbsdruck  von  Wettbewerbern  aus  anderen
       Mitgliedstaaten (insbesondere aus Litauen, da Lettland und Litauen traditionell enge Handelsbeziehungen unterhalten) ausgesetzt  sei  (die
       folgenden Wettbewerber seien in beiden Ländern tätig: ACC, TD Baltic, ASBIS, ELKO und ABC Data). Wenn  Lettland  und  Litauen  im  Bereich
       Speicherhardware zusammen betrachtet würden, betrage der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen bei einem Zuwachs von  [0-5] %
       im Jahr 2014 lediglich [20-30] %.

    0. Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass keine wettbewerbsrechtlichen  Bedenken  vorliegen.  Alle  befragten  Marktteilnehmer,  die  eine
       Meinung äußerten, erklärten, dass PCF kein unentbehrlicher Wettbewerber im lettischen Markt sei,[21] und dass sie andere  Lieferanten  für
       IT Produkte (inklusive Speicherhardware) als ALSO und PCF zur Verfügung hätten.[22] ALSO und PCF wurden gleichermaßen  von  den  befragten
       Marktteilnehmern nicht als enge Wettbewerber angesehen.[23] Nach der Auswirkung der Transaktion  befragt  erachteten  die  Marktteilnehmer
       diese als neutral in Hinblick auf ihre eigene Geschäftstätigkeit, die wettbewerbliche Situation  und  die  Preise  im  Großhandel  mit  IT
       Produkten, im Speziellen in Lettland und hinsichtlich der Produktkategorien „Speicherhardware“ und „IT Zubehör“.[24]

    0. Aus den vorgenannten Gründen und unter Berücksichtigung aller verfügbaren Beweismittel vertritt die Kommission daher die Auffassung,  dass
       der Zusammenschluss in Bezug auf den Markt für Speicherhardware in Lettland keinen Anlass  zu  ernsthaften  Bedenken  hinsichtlich  seiner
       Vereinbarkeit mit dem Binnenmarkt gibt.

    0. In Bezug auf den Markt für IT-Zubehör  in  Lettland  ergeben  sich  für  die  beteiligten  Unternehmen  und  deren  Wettbewerber  folgende
       Marktanteile:

|Markt für IT-Zubehör 2014 Lettland                                                                                     |
|                                                |in Mio. EUR                        |Marktanteil                        |
|ALSO                                            |[…]                                |[20-30] %                          |
|PCF                                             |[…]                                |[0-5] %                            |
|Zusammen                                        |[…]                                |[30-40] %                          |
|ACC                                             |[…]                                |[20-30] %                          |
|ELKO                                            |[…]                                |[20-30] %                          |
|ABC                                             |[…]                                |[10-20] %                          |
|Asbis                                           |[…]                                |[0-5] %                            |
|TD Baltic                                       |[…]                                |[0-5] %                            |
|Andere                                          |[…]                                |[0-5] %                            |
|Insgesamt                                       |[…]                                |100 %                              |

    0. Die Kommission stellt fest, dass die Marktanteile der beteiligten Unternehmen mit denen auf dem Gesamtmarkt für  IT-Produkte  vergleichbar
       sind. Der Zusammenschluss würde zu einem Marktanteilszuwachs von nur [0-5] % (HHI-Delta: [100-150]) führen.

    0. Aus den vorgenannten Gründen und unter Berücksichtigung aller verfügbaren Beweismittel vertritt die Kommission daher der Auffassung,  dass
       der Zusammenschluss in Bezug auf den Markt  für  IT-Zubehör  in  Lettland  keinen  Anlass  zu  ernsthaften  Bedenken  hinsichtlich  seiner
       Vereinbarkeit mit dem Binnenmarkt gibt.

Schlussfolgerung

    0. Aus diesen Gründen hat die Europäische Kommission beschlossen, keine Einwände gegen den angemeldeten Zusammenschluss zu  erheben  und  ihn
       für mit dem Binnenmarkt und dem EWR-Abkommen vereinbar zu erklären. Dieser  Beschluss  ergeht  nach  Artikel 6  Absatz 1  Buchstabe b  der
       Fusionskontrollverordnung und Artikel 57 des EWR-Abkommens.

                                             Für die Kommission
                                             (Unterzeichnet)
                                             Margrethe VESTAGER
                                             Mitglied der Kommission

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[1]   ABl. L 24 vom 29.1.2004, S. 1 („Fusionskontrollverordnung“). Mit Wirkung vom 1. Dezember 2009 wurden mit dem Vertrag über die  Arbeitsweise
     der Europäischen Union („AEUV“) einige Begriffe geändert. So wurde zum Beispiel „Gemeinschaft“ durch „Union“ und „Gemeinsamer  Markt“  durch
     „Binnenmarkt“ ersetzt. In diesem Beschluss wird durchgehend die Terminologie des AEUV verwendet.

[2]   ABl. L 1 vom 3.1.1994, S. 3 („EWR-Abkommen“).

[3]   Veröffentlichung im ABl. C 319 vom 26.9.2015, S. 7.

[4]   Umsatzberechnung nach Artikel 5 der Fusionskontrollverordnung und der Konsolidierten  Mitteilung  der  Kommission  zu  Zuständigkeitsfragen
    (ABl. C 95 vom 16.4.2008, S. 1).

[5]   M.6802 – Droege/Also-Actebis; M.5099 – Arrow Electronics/Logix; M.4868 – Avnet/Magirus EID.

[6]   M.5091 – Tech Data/Scribona, Erwägungsgrund 9.

[7]   M.3107 – Tech Data Corporation/Azlan Group plc, Erwägungsgrund 9.

[8]   M.5091 – Tech Data/Scribona, Erwägungsgrund 24.

[9]   Die Marktuntersuchung der Kommission bezieht sich auf Lettland.

[10]  Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Frage 3; Antworten auf Q2 – Fragebogen an Kunden, Frage 3.

[11]  M.5099 – Arrow Electronics/Logix.

[12]  Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Frage 5; Antworten auf Q2 – Fragebogen an Kunden, Frage 5.

[13]  M.5986 – Schindler/Droege/ALSO/Actebis.

[14]  M.4392 – DSGI/FR-INVEST/F-GROUP JV, Erwägungsgrund 15.

[15]  M.5303 – Arques/SHC, Erwägungsgründe 31 ff.

[16]  M.3107 – Tech Data Corporation/Azlan Group plc, Erwägungsgrund 14.

[17]  M.5099 – Arrow Electronics/Logix; M.4868 – Avnet/Magirus EID.

[18]  Der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen liegt in Estland bei [10-20] %, in Lettland bei [10-20] % und in  Litauen  bei  [10-
    20] %.

[19]   Die  beteiligten  Unternehmen  haben  ihren  Umsatz  folgenden  Produkten  der  Kategorie  „IT-Zubehör“  zugeordnet:  Prozessoren  (CPUs),
    Eingabegeräte (z. B. Computermäuse und Tastaturen), Grafik-/Videohardware, dynamische  Speicher,  Hauptplatinen,  Computergehäuse,  Scanner,
    Webcams, I/O-Controller, Heim-/AV-Geräte, Diktiergeräte, Speichercontroller, tragbare Ausgabegeräte, DVD-/Aufzeichnungsgeräte,  Whiteboards,
    Sicherheitsgeräte,  Taschenrechner  und  Ferngläser.  Die  Marktuntersuchung  hat  im  Wesentlichen  die  von  den  beteiligten  Unternehmen
    vorgeschlagene Marktabgrenzung bestätigt. Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Frage 4; Antworten auf Q2 – Fragebogen  an  Kunden,
    Frage 4.

[20]  Antwort der beteiligten Unternehmen auf das Auskunftsverlangen der Kommission vom 23. September 2015, Frage 2.

[21]  Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Frage 7; Antworten auf Q2 – Fragebogen an Kunden, Frage 7.
[22]  Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Frage 8; Antworten auf Q2 – Fragebogen an Kunden, Frage 8.
[23]  Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Fragen 9 und 10; Antworten auf Q2 – Fragebogen an Kunden, Fragen 9 und 10.
[24]  Antworten auf Q1 – Fragebogen an Wettbewerber, Frage 11; Antworten auf Q2 – Fragebogen an Kunden, Frage 11.

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                                                             FUSIONSKONTROLLVERFAHREN