CELEX: 51997PC0347
Language: de
Date: 1997-07-23
Title: Geänderter Vorschlag für einen Beschluß des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einführung des Gemeinschaftlichen Aktionsprogramms "Europäischer Freiwilligendienst für Jugendliche"

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             Brüssel, den 23.07.1997
                                             KOM(97) 347 endg.
                                             96/0318 (COD)
        GEÄNDERTER VORSCHLAG FÜR EINEN
BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES
                               RATES
    zur Einführung des Gemeinschaftlichen Aktionsprogramms
        "Europäischer Freiwilligendienst für Jugendliche"
              (gemäß Artikel 189 a, Absatz 2 des EG-Vertrages
                      von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                          BEGRÜNDÜNG
 Im Anschluß an die Stellungnahme des Europäischen Parlaments vom 12. Juni 1997 legt die
 Kommission dem Rat gemäß Artikel 189a Absatz 2 EG-Vertrag einen geänderten Vorschlag fur
 einen Beschluß vor. Generell beinhaltet der geänderte Vorschlag der Kommission denselben
 Aufbau und dieselben Ziele wie der ursprüngliche Vorschlag, arbeitet aber eine Reihe von
 Aspekten sorgfältiger aus. Der Text umfaßt in erster Linie zwei Arten von Änderungen:
 -     eine erste Gruppe von Änderungen liefert zusätzliche und nützliche Informationen sowie
       Erläuterungen zum ursprünglichen Vorschlag;
-      eine zweite Gruppe von Änderungen verbessert den Vorschlag insofern, als sie genauere
       Angaben zu der Zusammenarbeit mit den Drittländern liefert und mehr Flexibilität in
       bezug auf die zugelassene Altersgruppe einführt.
Von den 40 Änderungsvorschlägen des Europäischen Parlaments wurden 22 ganz oder teilweise
zurückgewiesen und 18 wurden angenommen (von denen 14 leicht geändert wurden).
Die Kommission hat den Grundsatz der Festlegung eines gemeinsamen Statuts für die jungen
Freiwilligen sowie der Koordinierung der steuerrechtlichen Regelungen und der
Sozialversicherungssysteme ebensowenig gebilligt wie den Grundsatz der Integration der
nationalen Zivildienste in den Europäischen Freiwilligendienst, womit sie dem
Subsidiaritätsprinzip Rechnung trägt.
Die Kommission ist sich zwar des vom Europäischen Parlament vorgeschlagenen Betrags sehr
wohl bewußt, hat aber die Erhöhung der Dotierung für die ersten beiden Jahre der
Programmdurchführung nur insofern genehmigt, als sie die derzeitigen finanziellen Prognosen
zu berücksichtigen hat.
Hinsichtlich der Komitologie hat die Kommission den Vorschlag der Einsetzung eines
beratenden Ausschusses nicht gebilligt, da sich ihrer Ansicht nach bisher ein gemischter
Ausschuß für diesen Programmtypus als angemessen erwiesen hat. Ebenso hat sie andere
Änderungen, die die Prozeduren des Ausschusses betreffen und die nicht im Beschluß vom
13. Juli 1987 aufgeführt sind, nicht genehmigt. Die Kommission erfüllt zwar alle im Rahmen
des modus vivendi eingegangenen Verpflichtungen, hält sich aber genau an den Wortlaut des
Beschlusses.
Die Kommission hat folgende Grundsätze gebilligt: die Entwicklung einer auf Zusammenarbeit
ausgerichteten Jugendpolitik, die Übermittlung - vor dem 31. Dezember 1997 - eines Berichts
mit ihren Überlegungen über die Grundzüge der Jugendpolitik im Hinblick auf das Jahr 2000,
die Bedeutung der Kohärenz und Koordination mit dem Programm "Jugend für Europa", die
Teilnahme junger Staatsbürger aus Drittländern an den Tätigkeiten des Programms sowohl in
ihrem Ursprungsland als auch innerhalb der Europäischen Union sowie die Berücksichtigung
einiger spezifischer Aspekte des Freiwilligendiensts in den Entwicklungsländern, die
Bedeutung von sprachlichen und kulturellen Vorbereitungsmaßnahmen, eine angemessene
Unterrichtung und Sensibilisierung der Freiwilligen über ihre Rechte und Pflichten und eine
gewisse Flexibilität hinsichtlich des Höchstalters für eine Teilnahme am Programm. Sie hat die
Änderungsvorschläge, die die genannten Aspekte betreffen, leicht abgeändert.
                                                 X
 ---pagebreak---         GEÄNDERTER VORSCHLAG FÜR EINEN
BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES
                               RATES
    zur Einführung des Gemeinschaftlichen Aktionsprogramms
        "Europäischer Freiwilligendienst für Jugendliche"
              (gemäß Artikel 189 a, Absatz 2 des EG-Vertrages
                      von der Kommission vorgelegt)
                                    n
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission      Nach der Stellungnahme des EP vom
                                              12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 VORSCHLAG FUR EINEN BESCHLUSS
  DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
              UND DES RATES
  zur Einführung des Gemeinschaftlichen
     Aktionsprogramms '.'Europäischer
     Freiwilligendienst für Jugendliche"
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT
UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN
UNION -
1. gestützt auf den Vertrag zur Gründung der
Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 126,
2. auf Vorschlag der Kommission,
3. nach Stellungnahme des Wirtschafts- und
Sozialausschusses,
4. nach Stellungnahme des Ausschusses der
Regionen,
gemäß dem Verfahren des Artikels 189b des
Vertrages,
in Erwägung nachstehender Gründe:
1. Der Europäische Rat von Essen (9.-10.
Dezember 1994) und der Europäische Rat von
Cannes (26.-27. Juni 1995) betonten die
Notwendigkeit, neue Aktionen zur Förderung
der sozialen und beruflichen Integration
Jugendlicher in Europa zu unternehmen.
2. In den Schlußfolgerungen des Europäischen
Rates von Florenz (21.-22. Juni 1996) wurde
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission                        Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                                12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
die     Wichtigkeit         einer        erleichterten
Eingliederung        Jugendlicher          in      das
Erwerbsleben hervorgehoben und in diesem
Zusammenhang die Idee eines europäischen
Freiwilligendienstes       mit       Interesse     zur
Kenntnis genommen.
3. Der Rat hatte die Kommission aufgefordert,
konkrete Maßnahmen zur Erleichterung der-
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im
Bereich des Freiwilligendienstes vorzu-
schlagen.
4. Der Rat unterstreicht in seiner
Entschließung vom 5. Oktober 1995 über die
Zusammenarbeit          mit      Drittländern        in
Jugendfragen, daß es die Zusammenarbeit mit
den Drittländern, mit denen die Gemeinschaft
Assoziierungs- bzw. Kooperationsabkommen
geschlossen hat, vor allem im Bereich des
Freiwilligendienstes zu verstärken gilt.
5. Der Europäische Rat vom 25. und 26. Juni
1984 hatte von den Mitgliedstaaten verlangt,
die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um
Jugendliche zur Teilnahme an von der
Gemeinschaft über ihre Grenzen hinaus
organisierten Projekten zu ermutigen, und den
Mitgliedstaaten empfohlen, die Einfuhrung
des sozialen Schutzes für Freiwillige im
Entwicklungsdienst bzw. die Beseitigung von
Versäumnissen in diesem Bereich zu einem
der Ziele ihrer Sozialpolitik zu machen.
6. Das' Parlament hat ebenfalls mehrfach
seinen Willen zur Unterstützung für den
Aufbau      eines     Freiwilligendienstes         auf
Gemeinschaftsebene bekundet, insbesondere
in seiner Entschließung vom 22. September
1995 über die Schaffung eines europäischen
        Schlußfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Jugendfragen vom 30. November über die
        Förderung von Praktika für Jugendliche im Rahmen einesfreiwilligenDienstes, ABl. Nr. C348 vom 9.12.94.
        Entschließung des Rates vom 5. Oktober 1995 über die Zusammenarbeit mit Drittländern in Jugendfragen (ABI.
        Nr. C296vom 10.11.1995)
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                     12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
Zivildienstes .
                                                6a Die auf Zusammenarbeit ausgerichtete
                                                Politik im Jugendbereich als Bereich
                                                informeller Bildung ergänzt heute die im
                                                Vertrag verankerte Bildungspolitik und muß
                                                ausgebaut werden.
7.     Tätigkeiten       im      Rahmen  eines
Freiwilligendienstes gibt es auch auf
vielfaltige Art und Weise in mehreren
Mitgliedstaaten, und eine ganze Reihe von
Nichtregierungsorganisationen sind in diesem
Bereich tätig.
8.. Trotz-       dieser      Erfahrungen  sind
grenzüberschreitende           Aktionen     des
Freiwilligendienstes nach wie vor begrenzt.
9. Es sollten neue Möglichkeiten für die
Weitergabe und die Umsetzung von
Erfahrungen und bewährten Praktiken
geschaffen     sowie die Bildung neuer
Partnerschaften gefördert werden.
10. Eine Pilotaktion wurde im Januar 1996       10. Eine Pilotaktion wurde im Januar 1996
eingeleitet und wird nunmehr fortgeführt, um    eingeleitet und wird nunmehr fortgeführt, um
insbesondere die Modalitäten für eine           insbesondere die Modalitäten für eine
dezentrale Durchfuhrung von langfristigen       dezentrale Durchfuhrung von langfristigen
Tätigkeiten des Freiwilligendienstes im         Tätigkeiten des Freiwilligendienstes im
Hinblick auf das künftige Mehrjahres-           Hinblick auf das künftige Mehrjahres-
programm zu erproben. In einem ersten           programm zu erproben. In einem ersten
Zwischenbericht über die Umsetzung dieser       Zwischenbericht über die Umsetzung dieser
Aktion werden die ersten Ergebnisse der         Aktion werden die ersten Ergebnisse der
Pilotaktion dargelegt.                          Pilotaktion dargelegt, die auf der Grundlage
                                                der für das Jahr 1996 hierfür speziell
                                                eingerichteten Haushaltslinie durchgeführt
                                                wurde.
11. Eine Ex-ante-Evaluierung in bezug auf ein
Melirjahresprogramm des Freiwilligendienstes
ist nach den von der Kommission für die
zweite Phase des Programms SEM 2000
(Wirtschaftliche und effiziente Haushaltsfüh-
         B4- 1127/95 (PE 193.734).
 ---pagebreak---    Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                      12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 rung) entwickelten Grundsätzen unabhängig
 durchgeführt worden.
 12. Ausgehend von dem ersten Zwischen-
 bericht und der Ex-ante-Evaluierung ist es
 bereits jetzt möglich, die rechtliche und
 finanzielle Struktur des Programms sowie den
 Rahmen für sein verwaltungstechnisches
 Management festzulegen. Die Kommission
wird die Zwischenergebnisse der Pilotaktion
 (zweiter Bericht) und - sobald sie feststehen -
die endgültigen Ergebnisse bei den Bera-
tungen, die im Rahmen des Mitentscheidungs-
verfahrens über den Beschlußvorschlag
stattfinden,     voll    berücksichtigen    und
gegebenenfalls Änderungsvorschläge zu ihrem
eigenen Text, insbesondere hinsichtlich der
Tätigkeiten in Drittländern, unterbreiten.
 13. Der Weiterentwicklung des Freiwilligen- 13. Der grenzüberschreitenden Mobilität der
dienstes steht eine Reihe rechtlicher Jugendlichen stehen größere rechtliche
Hindernisse entgegen.                            Hindemisse entgegen. Diese Hindemisse
                                                 können insbesondere durch Maßnahmen
                                                 beseitigt werden., die auf nationaler Ebene im
                                                 Bereich der Sozialversicherung und der für die
                                                 Aufwandsentschädigungen                    und
                                                 Kostenübernahmen geltenden steuerrecht-
                                                 liehen Regelungen letroffen werden, auf die
                                                 diese Jugendlichen während der Dauer ihres
                                                 Dienstes    für    ihre    Reisekosten.    ihre
                                                 Unterbringung oder ihren Lebensunterhalt
                                                 Anspruch haben, ebenso durch eine verstärkte
                                                 Zusammenarbeit-*          zwischen         den
                                                 Mitgliedstaaten.
14. Daher wird mit diesem Beschluß ein
gemeinschaftlicher Ralimen geschaffen, der
darauf ausgerichtet ist, diese Hemmnisse zu
überwinden und die Entwicklung grenzüber-
schreitender Tätigkeiten des Freiwilligen-
dienstes zu erleichtern.
15. Die Teilnahme junger Menschen an             15. Die Teilnahme junger Menschen an
        SEK (95) 1814/5
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                     12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
Tätigkeiten des Freiwilligendienstes stellt für Tätigkeiten des Freiwilligendienstes stellt für
diese eine Bildungserfahrung dar, die sie auf diese eine Bildungserfahrung dar, die sie auf
eine aktive Rolle in der Gesellschaft eine aktive Rolle in der Gesellschaft
vorbereiten soll.                                vorbereiten und das Bewußtsein einer echten
                                                 europäischen Staatsbürgerschaft fördern soll.
                                                 15a Die Schaffung eines Europäischen
                                                 Freiwilligendienstes muß im Einklang stehen
                                                 mit den anderen Gemeinschaftsaktionen
                                                 zugunsten- der Jugend, die vor allem im
                                                 Rahmen des Programms "Jugend für Europa"
                                                 entwickelt wurden. Folglich -muß auf ihre
                                                 Komplementarität geachtet werden.
16.- Es kommt darauf an, die Beziehungen
zwischen den mit diesem Programm
durchgeführten Aktionen und denjenigen
Maßnahmen zu intensivieren, die im Rahmen
der Sozialpolitik - insbesondere die vom
Europäischen Sozialfonds geförderten Inter-
ventionen für die Ausbildung Jugendlicher
und ihren Zugang zur Beschäftigung
(Mainstream und         Gemeinschaftsinitiative
Employment-Youthstart) -, der Bekämpfung
von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
sowie der Zusammenarbeit mit Drittländern
ergriffen werden.
17. Zur Erleichterung dieser Übernahme einer
aktiven Rolle in der Gesellschaft ist die
Herstellung       ergänzender     Beziehungen
zwischen dem Europäischen Freiwilligen-
dienst und den lokalen Beschäftigungsinitia-
tiven anzustreben.
18. Der Freiwilligendienst kann dazu
beitragen, daß neue soziale Bedürfnisse
befriedigt werden können, und zugleich einen
Weg für die Erschließung neuer Tätigkeiten
und Berufe weisen.
 19. Die Teilnahme an den Aktionen des
Freiwilligendienstes, wie sie mit vorliegendem
Beschluß      angestrebt     werden,     erfolgt
ausschließlich auf freiwilliger Grundlage, und
es handelt sich um Tätigkeiten ohne
 ---pagebreak---    Anfanglicher Vorschlag der Kommission            Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                     12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 Erwerbszweck, bei denen das Verhältnis
 Freiwilliger/Aufnahmeprojekt keinesfalls mit
 dem Verhältnis Arbeitnehmer/Arbeitgeber
 gleichzusetzen ist.
 20. Die an diesem Programm teilnehmenden
jungen Freiwilligen verfügen über die
notwendigen Unterhaltsmittel, so daß das
Aufnahmeland nicht für sie aufzukommen hat.
21. Die Tätigkeiten im Rahmen des               21. Die Tätigkeiten im Rahmen des
Europäischen Freiwilligendienstes treten nicht  Europäischen Freiwilligendienstes treten nicht
an die Stelle des Wehrdienstes, von             an die Stelle des Wehrdienstes, von
Ersatzdiensten - insbesondere für Wehrdienst-   Ersatzdiensten - insbesondere für Wehrdienst-
verweigerer aus Gewissensgründen - oder des     verweigerer aus Gewissensgründen - oder des
obligatorischen Zivildienstes, wie sie in den   obligatorischen Zivildienstes, wie sie in den
Mitgliedstaaten existieren. Desgleichen sind    Mitgliedstaaten existieren, und dürfen nicht
sie kein Ersatz für mögliche oder bereits       mögliche oder bereits bestehende bezahlte
bestehende bezahlte Arbeitsverhältnisse.        Arbeitsverhältnisse einschränken oder an
                                                deren Stelle treten.
22. Die Antragstellung auf Teilnahme am
Europäischen Freiwilligendienst steht ohne
jede Diskriminierung allen jungen Menschen
offen, die ihren Wohnsitz in einem
Mitgliedstaat haben.
23. Desgleichen kommt es darauf an, jungen
Staatsangehörigen von Drittländern, die in
einem der Mitgliedstaaten ihren legalen
Wohnsitz haben, die Teilnahme am
Europäischen         Freiwilligendienst      zu
erleichtern.
24. Es ist notwendig, sich bei der Umsetzung
dieses "Programms auf dezentrale Strukturen
zu stützen, die von den Mitgliedstaaten in
enger Zusammenarbeit mit den für Jugend-
fragen zuständigen nationalen Behörden zu
benennen sind, damit gewährleistet ist, daß die
Gemeinschaftsaktion unter Einhaltung des
Subsidiaritätsprinzips nach Maßgabe von
Artikel 3b EG-Vertrag die einzelstaatlichen
Aktivitäten unterstützt und ergänzt.
25. In ihrer Mitteilung vom 13. Juni 1995 über
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission               Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                        12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
"Eine Europäische Strategie zur Förderung
lokaler Entwicklungs- und Beschäftigungs-
initiativen" weist die Kommission darauf hin,
daß      in der      gesamten      Europäischen
Gemeinschaft die lokalen Entwicklungs- und
Beschäftigungsinitiativen ßtändig zunehmen,
was darauf schließen läßt, daß sie den
gegenwärtigen Erfordernissen in hohem Maße
entsprechen.
26. Die Tätigkeiten im Rahmen des
Europäischen Freiwilligendienstes gehen die
örtlichen und regionalen Behörden unmittelbar
an, da sie bei der direkten Unterstützung der
Projekte, aber auch beim Aufbau einer
Nahinformation und bei der Begleitung der
Jugendlichen nach Ableistung ihres Dienstes
bestimmte Aufgaben zu übernehmen haben.
27. Eine wichtige Rolle beim Aufbau eines
Europäischen Freiwilligendienstes fällt den
Sozialpartnern zu, nicht nur, damit jede
Ersatztätigkeit für mögliche oder bereits
bestehende Arbeitsplätze         ausgeschlossen
werden kann, sondern auch hinsichtlich der
Nutzung der gewonnenen Erfahrungen: hier
können sie einen Beitrag dazu leisten, es den
Jugendlichen zu ermöglichen, eine aktive
Rolle in der Gesellschaft zu spielen.
                                                  27a Eine wichtige Rolle fällt auch den
                                                  Wohlfahrtsverbänden zu. damit Jugendliche
                                                  mit größeren Schwierigkeiten an einschlägigen
                                                  Programmen teilnehmen können.
                                                  27b Es ist für eine ständige Begleitung zu
                                                  sorgen, die der Auffassung der Sozialpartner
                                                  und der Wohlfahrtsverbände voll Rechnung
                                                  trägt.
                                                  27c Die Kommission und die Mitgliedstaaten
                                                  sorgen für die Förderung der Zusammenarbeit
                                                  mit den Nichtregierungsorganisationen der
                                                  Zivilgesellschaft, die im Jugendbereich und in
         KOM(95)273.
                                                10
 ---pagebreak---    Anfänglicher Vorschlag der Kommission                    Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                             12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
                                                        den Bereichen Soziales. Umwelt. Kultur und
                                                        Bekämpfung der verschiedenen Formen der
                                                        Ausgrenzung tätig sind.
 28. Das Abkommen über den .Europäischen
 Wirtschaftsraum10 sieht eine erweiterte
Zusammenarbeit im Bereich allgemeine und
 berufliche Bildung und Jugend zwischen der
Europäischen Gemeinschaft                 und ihren
Mitgliedstaaten einerseits und den Ländern der
Europäischen Freihandelsassoziation und des
Europäischen Wirtschaftsraums andererseits
vor. In Artikel 4 des Protokolls 31 ist
festgelegt, daß sich die EFTA-Staaten und die
EWR-Staaten ab 1. Januar 1995 an allen
bereits in Kraft befindlichen bzw. angenom-
menen Programmen der Gemeinschaft im
Bereich allgemeine und berufliche Bildung
und Jugend beteiligen.
29.      Das        Programm           "Europäischer
Freiwilligendienst für Jugendliche" steht den
assoziierten Länden Mittel - und Osteuropas
(MOEL) zur Teilnahme offen, und zwar
gemäß den Bedigungen der Europa-
Abkommen          oder      der       entsprechenden
Zusatzprotokolle über die Mitwirkung an
Gemeinschaftsprogrammen, die mit diesen
Länden vereinbart wurden bzw. noch zu
vereinvaren sind. Das Programm steht Zypern
und Malta auf der Grundlage von zusätzlichen
Finanzmitteln und nach den gleichen Regeln,
wie sie auf die EFTA-Staaten angewendet
werden, sowie nach mit diesen Länden zu
Verfaliren zur Teilnahme offen.
                                                       29a      Der     Erwerb      einer     aktiven
                                                       Unionsbürgerschaft sowie einer Bildungs-
                                                       erfahrung einerseits und der Beitrag der
                                                       Jugendlichen zur Kooperation zwischen der
                                                       Europäischen      Gemeinschaft     und     den
                                                       Drittländern andererseits sind wichtige Ziele
                                                       des Programms "Europäischer Freiwilligen-
                                                       dienst für Jugendliche".
   10
        ABI. Nr. LI vom 3.1.94, S. 3.
                                                     11
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission              Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                      12, Juni 1997 geänderter Vorschlag
                                                 29b Die Qualität des Freiwilligendienstes wird
                                                 erheblich von den sprachlichen und kulturellen
                                                 Vorbereitungsmaßnahmen abhängen.
 30.       Die       Assoziierungs-        und
Kooperationsabkommen sehen die Möglich-
keit des Austauschs von Jugendlichen vor.
 31. Mit diesem Rechtsakt wird für die gesamte
Laufzeit des Programms eine Dotierung
festgelegt, die gemäß Punkt 1 der Erklärung
des Europäischen Parlaments, des Rates und
der Kommission vom 6. März 1995 vorrangig
den Bezug für die Haushaltsbehörde beim
jährlichen Haushaltsverfahren darstellt.
32. Die finanziellen Prognosen der Gemein-
schaft gelten bis 1999 und müssen für den
Zeitraum danach überprüft werden.
                                                 32a Im Hinblick auf den Abschluß der dritten
                                                 Phase des Programms "Jugend für Europa" am
                                                 31. Dezember 1999 und der ersten Durchfüh-
                                                 rungsphase der Pilotaktion "Europäischer
                                                 Frei willigendienst für Jugendliche" legt die
                                                 Kommission dem Europäischen Parlament
                                                 und dem Rat - vor dem 31. Dezember 1997 -
                                                 einen Bericht mit ihren Überlegungen über die
                                                 "Grundzüge der europäischen Jugendpolitik
                                                 im Hinblick auf das Jahr 2000" vor.
33. Eine Vereinbarung über einen modus
vivendi' zwischen        dem     Europäischen
Parlament, dem Rat und der Kommission zu
den Durchführungsmaßnahmen für Rechts-
akte, die nach dem in Artikel 189b EG-Vertrag
beschriebenen      Verfahren     angenommen
wurden, ist am 20. Dezember 1994 zustande
gekommen -
BESCHLIESSEN:
                   Artikel 1
                                               12
 ---pagebreak---    Anfanglicher Vorschlag der Kommission               Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                        12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 Einführung des Programms "Europäischer
      Freiwilligendienst für Jugendliche"
 1. Mit diesem Beschluß wird das
 Gemeinschaftliche Aktionsprogramm "Euro-
päischer Freiwilligendienst für Jugendliche"
eingeführt, wie im Anhang dargelegt; es wird
im folgenden "Programm" genannt und betrifft
die Tätigkeiten im Rahmen des Europäischen.
Freiwilligendienstes für Jugendliche innerhalb
der Gemeinschaft und in Drittländern.
Das Programm wird für den Zeitraum vom
 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2002 ange-
nommen.
2.     Dieses    Programm      entspricht der      2. Dieses Programm             entspricht    der
allgemeinen       Zielsetzung      einer     auf   allgemeinen       Zielsetzung      einer     auf
Zusammenarbeit ausgerichteten Jugendpolitik,       Zusammenarbeit ausgerichteten Jugendpolitik,
wie sie im Programm Jugend für Europa              wie sie im Programm Jugend für Europa
(Artikel 1 Absatz 2) festgelegt ist. Es ist dazu   (Artikel 1 Absatz 2) festgelegt ist. Es ist dazu
bestimmt, unter Wahrung der Chancengleich-         bestimmt, unter Wahrung der Chancengleich-
heit von Männern und Frauen die Mobilität          heit von Männern und Frauen die Mobilität
der europäischen Jugendlichen im Rahmen            der europäischen Jugendlichen im Rahmen
einer aktiven Unionsbürgerschaft zu fördern,       einer aktiven Unionsbürgerschaft zu fördern,
den jungen Menschen das Erwerben einer             den jungen Menschen das Erwerben einer
Bildungserfahrung in verschiedenen Bereichen       Bildungserfahrung in verschiedenen Bereichen
zu ermöglichen sowie ihren tatkräftigen            zu ermöglichen sowie ihren tatkräftigen
Beitrag zum Dienst am europäischen                 Beitrag zu den Idealen der Demokratie, der
Aufbauwerk und zur Kooperation zwischen            Toleranz und des Zusammenhalts des
der Europäischen Gemeinschaft und den              europäischen     Aufbauwerks       sowie     zur
Drittländern durch Ausübung gemeinnütziger         Kooperation zwischen der Europäischen
grenzüberschreitender Tätigkeiten zu unter-        Union und den Drittländern durch Ausübung
stützen.                                           gemeinnütziger grenzüberschreitender Tätig-
                                                   keiten zu unterstützen.
                   Artikel 2
            Rahmen - Ziele - Mittel
1. Dieses auf einer verstärkten Zusammen-
arbeit zwischen den Mitgliedstaaten beruhende
Programm bietet jungen Europäern eine
anerkannte ländefübergreifende Bildung, die
ihnen sowohl den Erwerb von Fähigkeiten und
Fertigkeiten als auch die Wahrnehmung einer
verantwortungsbewußten Unionsbürgerschaft
                                                 13
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission       Nach der Stellungnahme des EP vom
                                               12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
ermöglichen soll mit dem Ziel, ihnen eine
aktive Rolle in der Gesellschaft zu
ermöglichen.
2. Entsprechend dem in Artikel. 1 dargelegten
allgemeinen Ziel werden mit dem Programm
folgende spezifische Ziele verfolgt:
a) verstärkte Teilnahme von Jugendlichen mit
Wohnsitz in einem Mitgliedstaat an -
langfristigen     oder      kurzfristigen   -
grenzüberschreitenden Tätigkeiten im Dienste
der Allgemeinheit innerhalb der Gemeinschaft
und in den Drittländern;
b) Förderung einer anerkannten Bildungs-
erfahrung auf europäischer Ebene;
c) Förderung von Eigeninitiative und
Unternehmergeist der Jugendlichen, um ihre
aktive Rolle in der Gesellschaft sowie ihren
Beitrag zur Entwicklung der Programmziele
zu fordern;
d) Förderung des Zugangs zum Programm für
alle Jugendlichen;
3. Zu diesem Zweck und entsprechend dem in
Artikel 1 dargelegten allgemeinen Ziel sowie
den in Absatz 2 aufgeführten spezifischen
Zielen sind die Aktionen dieses Programms
auf folgende Schwerpunktbereiche ausgerich-
tet:
a) Unterstützung von - langfristigen oder
kurzfristigen - grenzüberschreitenden gemein-
nützigen      Tätigkeiten     innerhalb   der
Gemeinschaft und in den Drittländern;
b) Unterstützung von Netzwerken innovativer
Initiativen, insbesondere im sozialen Bereich
 sowie in den Bereichen Umwelt, Kultur und
 Bekämpfung der verschiedenen Formen von
 Ausgrenzung;
 c) Unterstützung von Projekten, die den
 ---pagebreak---    Anfanglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                      12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
jungen Freiwilligen die Nutzung der
 erworbenen Erfahrungen ermöglichen und auf
 ihre zweckentsprechende Begleitung abzielen;
 d) Entwicklung und Unterstützung der            d) Entwicklung und Unterstützung der
 Vorbereitung (vor allem in sprachlicher und     Vorbereitung (vor allem in sprachlicher und
 interkultureller Hinsicht) und der Anleitung    interkultureller Hinsicht) und der Anleitung
 der jungen Freiwilligen - insbesondere für      der jungen Freiwilligen, der pädagogischen
 Einsätze von längerer Dauer zu der              Betreuer und der Leiter europäischer Projekte,
 pädagogischen Betreuer und der Leiter           um den jungen Freiwilligen die Möglichkeit
 europäischer Projekte, um den jungen            zu bieten, an qualitativ anspruchsvollen
 Freiwilligen die Möglichkeit zu bieten, an      Aktionen, die den Programmzielen ent-
 qualitativ anspruchsvollen Aktionen, die den    sprechen, teilzunehmen;
 Programmzielen entsprechen, teilzunehmen;
 e) Sicherung der Qualität sämtlicher
 Aktivitäten des Programms und Unterstützung
 der Herausbildung         ihrer  europäischen
 Dimension; Beitrag zur Zusammenarbeit in
Jugendfragen      durch Unterstützung der
Bemühungen der Mitgliedstaaten um die
Verbesserung der Dienstleistungen und
Maßnahmen zugunsten des Europäischen
Freiwilligendienstes, u. a. mit Hilfe von
Aktionen, die den Jugendlichen Informationen
zu den Programmzielen vermitteln sollen,
sowie durch Untersuchungen und eine
ständige Bewertung, die ermöglichen, die
Abwicklung des Programms und dessen
Leitlinien dem Bedarf der Zielgruppen
anzupassen.
                    Artikel 3
           Finanzielle Bestimmungen
1. Die Gesamtdotierung für die Durclrführung
dieses Programms wird für den Zeitraum
1998-1999 auf 60 Mio. ECU festgesetzt; sie
entspricht damit den derzeitigen Finanz-
perspektiven. Zur Festlegung der für die
letzten drei Jahre des Programms (2000-2002)
bereitzustellenden     Finanzmittel    werden
entsprechend den Bestimmungen in Artikel 10
Vorschläge erarbeitet.
                                              15
 ---pagebreak---    Anfanglicher Vorschlag der Kommission         Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                  12t Juni 1997 geänderter Vorschlag
 2. Die jährlichen Mittel werden von der
 Haushaltsbehörde innerhalb der Finanz-
 perspektiven bewilligt.
                   Artikel 4
     Positive Aktion zur Erleichterung des
            Zugangs zum Programm
 1. Besondere Beachtung gilt dem Zugang aller
 Jugendlichen, ohne jedwede Diskriminierung,
zu den Aktivitäten des Programms.
2. Die Kommission und die Mitgliedstaaten
tragen dafür Sorge, daß man sich besonders
um diejenigen Jugendlichen bemüht, denen
die Teilnahme an den Aktionsprogrammen auf
gemeinschaftlicher     wie auf nationaler,
regionaler oder, lokaler Ebene aus kulturell,
sozial,     physisch,    ökonomisch      oder
geographisch bedingten Gründen am meisten
Schwierigkeiten bereitet. Diese besonderen
Bemühungen sollen zu den Schwierigkeiten
der jeweiligen Zielgruppe im richtigen
Verhältnis stehen.
                   Artikel 5
      Teilnahme der assoziierten Länder
Dieses Programm steht den assoziierten
Ländern Mittel- und Osteuropas (MOEL) zur
Teilnahme offen, und zwar gemäß den
Bedingungen der europäischen Abkommen
oder der entsprechenden Zusatzprotokolle über
die Mitwirkung an Gemeinschaftsprogram-
men, die mit diesen Ländern vereinbart
wurden bzw. noch zu vereinbaren sind. Das
Programm steht Zypern und Malta auf der
Grundlage zusätzlicher Finanzmittel und nach
den gleichen Regeln, wie sie auf die EFTA-
Staaten angewendet werden, sowie nach mit
diesen Ländern zu vereinbarenden Verfahren
zur Teilnahme offen.
                                              16
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission                Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                         12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
                     Artikel 6
           Beziehungen zu anderen
         Gemeinschaftsaktionen und
    Zusammenarbeit mit den zuständigen
       internationalen Organisationen
 1. Die Kommission und die Mitgliedstaaten          1. Die Kommission und die Mitgliedstaaten
sorgen für die Komplementarität und die            sorgen für die Komplementarität und die
Kompatibilität des Programms mit den               Kompatibilität - auch betreffend den Haus-
übrigen jugendpolitischen Aktionen in den          halt - des Programms mit den übrigen jugend-
Mitgliedstaaten und in der Gemeinschaft.           politischen Aktionen in den Mitgliedstaaten
                                                   und in der Gemeinschaft. In diesem Kontext
                                                   können die interessierten Mitgliedstaaten
                                                   Modalitäten prüfen, die es jungen Staats-
                                                   bürgern aus Drittländern ermöglichen, an den
                                                   Tätigkeiten dieses Programms sowohl in
                                                   ihrem Ursprungsland als auch innerhalb der
                                                   Europäischen Gemeinschaft teilzunehmen.
2. Sie fördern die Zusammenarbeit im
Zusammenhang mit diesem Programm, um
die Komplementarität der Aktion mit den
zuständigen internationalen Organisationen,
insbesondere mit dem Europarat, zu
ermöglichen.
                    Artikel 7
  Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten
1. Die Kommission und die Mitgliedstaaten          1. Die Kommission und die Mitgliedstaaten
ergreifen die erforderlichen Maßnalimen für        ergreifen die erforderlichen Maßnahmen für
den Ausbau von Strukturen auf europäischer,        den Ausbau von Strukturen auf europäischer,
einzelsfaatlicher, regionaler und lokaler Ebene,   einzelstaatlicher, regionaler und lokaler Ebene,
um die Programmziele zu realisieren, den           um die Programmziele zu realisieren, den
Zugang zum Programm für die Jugendlichen           Zugang zum Programm für die Jugendlichen
und die übrigen Partner auf lokaler Ebene zu       und die übrigen Partner auf lokaler Ebene zu
erleichtem, die Evaluierung und die                erleichtem, die Evaluierung und die
Begleitung der im Programm vorgesehenen            Begleitung der im Programm vorgesehenen
Maßnahmen abzusichern und um die                   Maßnahmen abzusichern und um die
Abstimmungs- und Auswahlmechanismen zur            Abstimmungs- und Auswahlmechanismen zur
Anwendung zu bringen.                              Anwendung zu bringen. Sie tragen dafür
                                                   Sorge, daß eine angemessene Unterrichtung
                                                   und Sensibilisierung der Freiwilligen über ihre
                                                   Rechte und Pflichten auf europäischer.
                                                 17
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                     12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
                                               einzelstaatlicher und lokaler Ebene gewähr-
                                               leistet sind und tragen aktiv zur Komplemen-
                                               tarität zwischen den grenzüberschreitenden
                                               Aktivitäten und den Aktionen der nationalen
                                               Freiwilligendienste bei.
2. Jeder Mitgliedstaat bemüht sich, die
erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um den
Jugendlichen eine ungehinderte Teilnahme am
Programm zu ermöglichen, vor allem hinsicht-
lich der Bewilligung eines Aufenthaltsrechts
in dem aufnehmenden Mitgliedstaat für die
Dauer des Freiwilligendienstes und in bezug
auf die Aufrechterhaltung ihrer Rechte ins-
besondere im Bereich der Sozialversicherung.
                   Artikel 8
                Anerkennung
Die jungen Freiwilligen erhalten eine von der
Kommission in Zusammenarbeit mit den
Mitgliedstaaten ausgefertigte Bescheinigung
über ihre Teilnahme am Europäischen
Freiwilligendienst und über die in dieser Zeit
von ihnen erworbenen Fähigkeiten und
gewonnenen Erfahrungen.
                   Artikel 9
                   Ausschuß
 1. Die Kommission setzt dieses Programm
 entsprechend dem vorliegenden Beschluß um.
 2. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe wird die
 Kommission von einem Ausschuß unterstützt,
 der aus zwei Vertretern je Mitgliedstaat
 gebildet wird und in dem der Vertreter der
 Kommission den Vorsitz führt.
 3. Der Vertreter der Kommission unterbreitet
 dem Ausschuß nach dem in Absatz 4
 vorgesehenen Verfahren einen Maßnahmen-
 entwurf zu folgenden Punkten:
 ---pagebreak---    Anfänglicher Vorschlag der Kommission        Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                 12, Juni 1997 geänderter Vorschlag
 - Geschäftsordnung des Ausschusses;
 - Jahresarbeitsplan für die Durchführung der
 Programmaktionen;
 - generelle Ausgewogenheit der einzelnen
 Teilbereiche des Programms;
 - Kriterien für die in Richtwerten festzule-
 gende Umlage der Geldmittel auf die
 Mitgliedstaaten;
 - Kontroll- und Evaluierungsmodalitäten für
 dieses Programm.
 4. Der Ausschuß gibt zu Maßnahmen-
 entwürfen gemäß Absatz 3 innerhalb einer
 Frist, die der Vorsitzende nach Dringlichkeit
 der jeweiligen Frage festsetzen kann, seine
 Stellungnahme ab. Die Stellungnahme wird
 mit     der Mehrheit      seiner  Mitglieder
 beschlossen, wie es in Artikel 148 Absatz 2
 EG-Vertrag für das Zustandekommen von
 Beschlüssen des Rates auf Vorschlag der
 Kommission vorgesehen ist. Bei den
Abstimmungen im Ausschuß werden die
 Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten
nach Maßgabe des genannten Artikels
gewichtet. Der Vorsitzende nimmt an der
Abstimmung nicht teil.
Die Kommission erläßt Maßnahmen, die
unmittelbar gelten. Wenn diese allerdings
nicht der vom Ausschuß abgegebenen
Stellungnahme entsprechen, teilt sie dies
unverzüglich dem Rat mit. In diesem Fall:
a) kann die Kommission die Anwendung der
von ihr beschlossenen Maßnahmen um einen
Zeitraum von zwei Monaten, gerechnet ab
Datum der Mitteilung, verschieben;
b) kann der Rat, der mit qualifizierter
Mehrheit entscheidet, innerhalb der in
Buchstabe a vorgesehenen Frist einen anders-
lautenden Beschluß fassen.
                                             19
 ---pagebreak---   Anfanglicher Vorschlag der Kommission            Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                    12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
5. Darüber hinaus kann sich die Kommission
mit dem Ausschuß über alle sonstigen Fragen
zur Durchführung dieses Programms beraten.
6. Der Vertreter der Kommission legt dem
Ausschuß einen Entwurf für die zu treffenden
Maßnahmen vor. Der Ausschuß gibt innerhalb
einer Frist, die der Vorsitzende nach
Dringlichkeit der jeweiligen Frage festsetzen
kann, gegebenenfalls         im    Wege der
Abstimmung, seine Stellungnahme zu diesem
Entwurf ab.
Die Stellungnahme wird in das Protokoll
aufgenommen.        Außerdem       hat    jeder
Mitgliedstaat das Recht, die Aufnahme seiner
Position dazu in das Protokoll zu verlangen.
Die Kommission berücksichtigt weitestgehend
die vom Ausschuß abgegebene Stellung-
nahme. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber,
inwieweit sie diese Stellungnahme berück-
sichtigt hat.
                   Artikel 10
Begleitung und Evaluierung
1. Mit Beginn der Umsetzung dieses
Beschlusses trifft die Kommission die
notwendigen Maßnalimen zur Absicherung
der Begleitung und ständigen Evaluierung des
Programms unter Beachtung des in Artikel 1
genannten Hauptziels, der im Anhang
dargelegten      spezifischen     Ziele,    der
Bestimmungen        nach     Artikel 4   sowie
gegebenenfalls der Hinweise des gemäß
Artikel 9 errichteten Ausschusses.
2. Im Laufe des zweiten Jahres der
Durchführung dieses Programms legt die
Kommission dem Europäischen Parlament
und dem Rat einen Evaluierungsbericht vor,
der dazu dienen soll, gegebenenfalls neue
Durchführungsleitlinien     und -modalitäten
sowie       eine     neue     Dotierung     mit
                                                20
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                     12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
Haushaltsmitteln für die          letzten    drei
Programmjahre festzulegen.
3. Ausgehend von dem in Absatz 2 genannten
Evaluierungsbericht und den möglicherweise
von      der    Kommission         unterbreiteten
Vorschlägen erwägen das Europäische
Parlament und der Rat die Möglichkeit, dieses
Programm abzuändern, bestimmte Aktionen
zu erweitem oder weitere vorzusehen.
                  Artikeln
Dieser Beschluß tritt am Tage seiner
Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.
      den
Für das Europäische Parlament Für den Rat
Der Präsident                  Der Präsident
                  ANHANG
Um die Mobilität von Jugendlichen im
Rahmen einer aktiven Unionsbürgerschaft und
ihre konkrete Mitwirkung an der Heraus-
bildung einer europäischen Solidarität sowie
ihre aktive Rolle in der Gesellschaft zu
fördern, ist die Gemeinschaft bestrebt,
Tätigkeiten des Europäischen Freiwilligen-
dienstes innerhalb der Gemeinschaft und in
Drittländern, Vorhaben für die Begleitung
solcher" Tätigkeiten        sowie      Aktionen
europäischer Zusammenarbeit zur Sicherung
ihrer Qualität und zur Entwicklung ihrer
europäischen Dimension zu unterstützen.
Die Gemeinschaftsaktion stützt sich dabei auf
folgende grundlegende Prinzipien:
- Partnerschaften auf lokaler Ebene zwischen
den     verschiedenen      öffentlichen/privaten
Akteuren, die mit der Eingliederung
Jugendlicher in die Gesellschaft befaßt sind;
                                                 21
 ---pagebreak---   Anfanglicher Vorschlag der Kommission               Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                       12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
-      länderübergreifende      Partnerschaften
zwischen den - von den Mitgliedstaaten und
der Kommission anerkannten - Aufnahmepro-
jekten und den Entsendeprojekten;
- Garantien im Hinblick auf die Vorbereitung
und Anleitung der jungen Freiwilligen sowie
in bezug auf materielle Bedingungen,
Versicherungen und sozialen Schutz;
- Einsatz von Mentoren innerhalb der
Aufnahmeprojekte, denen eine maßgebliche
Rolle nicht nur bei der Anleitung der jungen
Freiwilligen,     sondern   auch     bei   der
Anerkennung der erworbenen Fähigkeiten und
bei der Vorbereitung der Nutzung der
Erfahrungen zukommt;
- gültige Anerkennung der Ausbildungs-
erfahrung;
- Begleitung der jungen Freiwilligen und
Nutzung der erworbenen Fähigkeiten.
Zu diesem Zweck führt die Europäische
Gemeinschaft das vorliegende Programm
durch. Es umfaßt fünf Teilbereiche, die
miteinander in Zusammenhang stehen und
hinreichend flexibel sind, so daß den
Bedürfnissen der teilnehmenden Jugendlichen
optimal Rechnung getragen werden kann.
TEILBEREICH 1 INNERHALB                  DER
GEMEINSCHAFT
 1. Die Gemeinschaft fordert grenzüberschrei-     1. Die Gemeinschaft fördert grenzüberschrei-
tende Projekte von längerer Dauer (im Prinzip    tende Projekte von längerer Dauer (im Prinzip
6 Monate bis 1 Jahr) und von kürzerer Dauer      6 Monate bis 1 Jahr) und von kürzerer Dauer
(im Prinzip 3 Wochen bis 3 Monate), mit          (im Prinzip 3 Wochen bis 3 Monate), mit
denen in einem Mitgliedstaat ansässigen          denen in einem Mitgliedstaat ansässigen
Jugendlichen von 18 bis 25 Jahren die            Jugendlichen hauptsächlich von 18 bis 25
Möglichkeit geboten werden soll, aktiv an        Jahren - jedoch mit der Möglichkeit, in
Tätigkeiten teilzunehmen, die zur Erfüllung      einigen ausreichend begründeten Ausnahme-
gesellschaftlicher    Bedürfnisse     in   den   fällen Bewerbungen von jungen Menschen
verschiedensten Bereichen (Soziales, Umwelt,     zuzulassen, die über diesem Höchstalter
                                               22
 ---pagebreak---    Anfanglicher Vorschlag der Kommission               Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                        12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 Kultur usw.) beitragen und geeignet sind, sich    liegen - die Möglichkeit geboten werden soll,
 direkt auf das Wohl der Bevölkerung in den       aktiv an Tätigkeiten teilzunehmen, die zur
 aufnehmenden      Gemeinden       auszuwirken.   Erfüllung gesellschaftlicher Bedürfnisse in den
 Diese Projekte haben zum Ziel, den               verschiedensten Bereichen (Soziales, Umwelt,
 Jugendlichen in der Gemeinschaft eine            Kultur usw.) beitragen und geeignet sind, sich
 Bildungserfahrung zu vermitteln, sie mit         direkt auf das Wohl der Bevölkerung in den
 anderen Kulturen in Berührung zu bringen und     aufnehmenden       Gemeinden      auszuwirken.
 sie in interkulturellem Rahmen mit neuen         Diese Projekte haben zum Ziel, den
 Ideen und Vorhaben vertraut zu machen.           Jugendlichen in der Gemeinschaft eine
                                                  Bildungserfahrung zu vermitteln, sie mit
                                                  anderen Kulturen in Berührung zu bringen und
                                                  sie in interkulturellem Rahmen mit neuen
                                                  Ideen und Vorhaben vertraut zu machen.
2. Die für diesen Teilbereich gewährte Beihilfe
darf 50 % der angegebenen Gesamtausgaben
vorbehaltlich Punkt 3 nicht überschreiten.
3. In Übereinstimmung mit Artikel 4 Absatz 2
des Beschlusses sind besondere Anstren-
gungen zu unternehmen, um Jugendlichen, die
kulturell, sozial, wirtschaftlich, physisch,
psychisch oder geographisch bedingt mit
Schwierigkeiten zu kämpfen haben, den
Zugang zu erleichtem. Die Bemühungen
müssen den jeweiligen Schwierigkeiten
angemessen sein, die diese Zielgruppe bei der
Teilnahme an bestehenden Aktionsprogram-
men hat. Unter diesen Voraussetzungen
besteht auch die Möglichkeit, finanzielle
Beihilfen in einer über die in Punkt 2
vorgesehenen 50 % hinausgehenden Höhe zu
gewähren oder, falls nötig, weitere Tätigkeiten
zu fördern, die geeignet sind, die Teilnahme
dieser " Zielgruppe zu erleichtem, wozu
Maßnalimen der Vorbereitung und der
Nachbereitung gehören.
4. Beihilfen werden gewährt für:
Langfristige Tätigkeiten
5. Bei den langfristigen Tätigkeiten liegt das
Schwergewicht auf der Anerkennung der
Erfahrung, die im Rahmen von Projekten des
Europäischen Freiwill igendienstes erworben
                                               23
 ---pagebreak---   Anfanglicher Vorschlag der Kommission            Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                    12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
wird, sowie auf der Nachbereitung der
Tätigkeiten für die Jugendlichen.
6. Die Gemeinschaft trägt Sorge für die
europaweit geltende Anerkennung der im
Verlauf dieser Bildungserfahrung erworbenen
Fähigkeiten und für die Begleitung der jungen
Freiwilligen     nach     Beendigung     dieser
Tätigkeiten.
Aktionen der Vorbereitung und Begleitung
7. Aktionen (vor allem sprachlicher und
interkultureller Art) mit dem Ziel, den
Tätigkeiten     eine    stärkere    europäische
Dimension zu verleihen, die längerfristig
eingesetzten jungen Freiwilligen vor ihrer
Abreise einzuweisen, ihre Eingliederung
während der Tätigkeiten sowie nach Abschluß
des Europäischen Freiwilligendienstes zu
fördern.
8. Aktionen (insbesondere Ausbildung von
Fähigkeiten zur Projekterarbeitung) mit dem
Ziel, die Entstehung von Projekten zur
Begleitung der jungen Freiwilligen nach
Ableistung ihres Europäischen Freiwilligen-
dienstes zu fördern.
Kurzfristige Tätigkeiten
9. Die Gemeinschaft unterstützt grenzüber-
schreitende Projekte von kurzer Dauer, die
darauf abzielen, junge Menschen für die
möglichen Auswirkungen entsprechender
Tätigkeiten auf ihr eigenes Leben zu
sensibilisieren und darüber hinaus allen
Beteiligten das Konzept der aktiven
Unionsbürgerschaft nahezubringen.
10. Solche Projekte betreffen in erster Linie
Jugendgruppen.       Die     Förderung    einer
individuellen     Mitwirkung       an    einem
Aufnahmeprojekt kann je nach Laufzeit und
Art des Projekts bzw. entsprechend den
Voraussetzungen des jungen Freiwilligen in
                                                24
 ---pagebreak---    Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                      12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 Aussicht genommen werden.
TEILBEREICH 2 DRITTLÄNDER
 1. Die Gemeinschaft fördert grenzüberschrei-    1. Die Gemeinschaft fördert grenzüberschrei-
tende Projekte von längerer Dauer (im Prinzip   tende Projekte von längerer Dauer (im Prinzip
6 Monate bis 1 Jahr) und von kürzerer Dauer     6 Monate bis 1 Jahr) und von kürzerer Dauer
(im Prinzip 3 Wochen bis 3 Monate), mit         (im Prinzip 3 Wochen bis 3 Monate), mit
denen Jugendlichen von 18 bis 25 Jahren, die    denen Jugendlichen - hauptsächlich von 18
in einem Mitgliedstaat ihren Wohnsitz haben,    bis 25 Jahren, jedoch mit der Möglichkeit, in
die Möglichkeit geboten werden soll, in         einigen ausreichend begründeten Ausnahme-
Drittländern aktiv an Tätigkeiten teilzu-       fällen Bewerbungen von jungen Menschen
nehmen, die zur Erfüllung von Bedürfhissen      zuzulassen, die über diesem Höchstalter
der Gesellschaft in den verschiedensten         liegen - die in einem Mitgliedstaat ihren
Bereichen (Soziales, Umwelt, Kultur usw.)       Wohnsitz haben, die Möglichkeit geboten
beitragen und geeignet sind, direkte            werden soll, in Drittländern aktiv an
Auswirkungen auf das Wohl der Bevölkerung       Tätigkeiten teilzunehmen, die zur Erfüllung
in den aufnehmenden Gemeinden zu haben.         von Bedürfhissen der Gesellschaft in den
Diese Projekte haben zürn Ziel, den             verschiedensten Bereichen (Soziales, Umwelt,.
Jugendlichen in der Gemeinschaft eine           Kultur usw.) beitragen und geeignet sind,
BildungserfarüTjng zu vermitteln, sie mit       direkte Auswirkungen auf das Wohl der
anderen Kulülien in Berührung zu bringen und    Bevölkerung       in    den       aufnehmenden
sie im Kontext einer interkulturellen           Gemeinden zu haben. Diese Projekte haben
Zivilgesellschaft an neue Ideen und Vorhaben    zum Ziel, den Jugendlichen in der
heranzuführen.                                  Gemeinschaft eine Bildungserfahrung zu
                                                vermitteln, sie mit anderen Kulturen in
                                               Berührung zu bringen und sie im Kontext
                                               einer interkulturellen Zivilgesellschaft an neue
                                               Ideen und Vorhaben heranzuführen.
                                                la Was speziell die Tätigkeiten des
                                               Freiwilligendienstes in den Entwicklungs-
                                               ländern angeht, so wird die Gemeinschaft
                                               Aktivitäten unterstützen, die mit den Zielen
                                               und dem Anwendungsbereich der Zusammen-
                                               arbeit der Europäischen Union mit den
                                               Entwicklungsländern, wie sie in den einschlä-
                                               gigen Übereinkommen. Abkommen und
                                               Verordnungen zur Zusammenarbeit festgelegt
                                               sind, in Einklang stehen. Diese Tätigkeiten
                                               können Freiwilligen über das Alter von 25
                                               Jahren hinaus offenstehen, wenn die Projekte
                                               tatsächlich eine Weitergabe von Know-how an
                                               die betreffenden Länder bewirken oder wenn
                                               dies besondere Gegebenheiten rechtfertigen.
                                             25
 ---pagebreak---    Anfanglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP von?
                                                      12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
                                                 Langfristige Projekte können in Ausnahme-
                                                 fällen auf zwei Jahre ausgedehnt werden.
2. Die für diesen Teilbereich bewilligten
Mittel decken grundsätzlich die Kosten ab, die
im Zusammenhang mit den Tätigkeiten der in
den Mitgliedstaaten ansässigen Jugendlichen
entstehen.
3. Beihilfen werden gewährt für:
Langfristige Tätigkeiten
4. Bei den langfristigen Tätigkeiten liegt das
Schwergewicht auf der Anerkennung der
Erfahrung, die im Rahmen von Projekten des
Europäischen Freiwilligendienstes erworben
wird, sowie auf der Nachbereitung der
Tätigkeiten für die Jugendlichen.
5. Die Gemeinschaft trägt Sorge für die
europaweit geltende Anerkennung der im
Verlauf dieser Bildungserfahrung erworbenen
Fähigkeiten und für die Begleitung der jungen
Freiwilligen      nach    Beendigung     dieser
Tätigkeiten.
Aktionen der Vorbereitung und Betreuung
6. Aktionen, mit denen die notwendigen
Grundlagen gelegt bzw. gefestigt werden
können, um grenzüberschreitende Projekte im
Ralimen des Europäischen Freiwilligen-
dienstes in den Drittländern zu entwickeln,
wobei insbesondere langfristige Tätigkeiten
anzustreben sind.
 7. Aktionen (vor allem sprachlicher und
 interkultureller Art) mit dem Ziel, den
Tätigkeiten      eine   stärkere   europäische
 Dimension zu verleihen, die längerfristig
 eingesetzten jungen Freiwilligen vor ilirer
 Abreise einzuweisen, ihre Eingliederung
 während der Tätigkeiten sowie nach
 Ableistung des Europäischen Freiwilligen-
 dienstes zu fördern.
                                                26
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission           Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                   12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
8. Aktionen (insbesondere Ausbildung von
Fähigkeiten zur Projekterarbeitung) mit dem
Ziel, die Entstehung von Projekten zur
Begleitung der jungen Freiwilligen nach
Ableistung ihres Europäischen Freiwilligen-
dienstes zu fördern.
Kurzfristige Tätigkeitelt
9. Die Gemeinschaft unterstützt grenzüber-
schreitende Projekte von kurzer Dauer, die
darauf abzielen, junge Menschen für die
möglichen Auswirkungen entsprechender
Tätigkeiten auf ihr eigenes Leben zu
sensibilisieren und darüber hinaus allen
Beteiligten das Konzept der aktiven
Unionsbürgerschaft nahezubringen.
10. Solche Projekte betreffen in erster Linie
Jugendgruppen.       Die     Förderung   einer
individuellen     Mitwirkung       an   einem
Aufnalimeprojekt kann je nach Laufzeit und
Art des Projekts bzw. entsprechend den
Voraussetzungen des jungen Freiwilligen in
Aussicht genommen werden.
TEILBEREICH 3 INNOVATIVE NETZ-
WERKE
1. Beihilfen werden Aktionen innovativer
Netzwerke insbesondere in den Bereichen
Soziales,     Umweltschutz,      Kultur    und
Bekämpfung der verschiedenen Formen von
Ausgrenzung gewährt.
2. Die Förderung betrifft sowohl innovative
Netzwerke von Initiativen innerhalb der
Gemeinschaft als auch mit Drittländern.
3. Mit der Unterstützung solcher innovativen
Netzwerke soll zum einen die Entwicklung der
eigentlichen Tätigkeiten des Europäischen
Freiwilligendienstes,     die    von    diesen
Netzwerken organisiert werden, zum anderen
die Einbringung der Dimension des
                                               27
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission           Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                   12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
Europäischen Freiwilligendienstes in diese
Netzwerke gewährleistet werden.
TEILBEREICH 4 FÖRDERUNG VON
EIGENINITIATIVE           UND       UNTER-
NEHMERGEIST
1. Beihilfen können für Projekte gewährt
werden, die zum Zweck haben, die im
Rahmen des Europäischen Freiwilligen-
dienstes von den Jugendlichen erworbenen
Erfahrungen     einer konkreten Nutzung
zuzuführen und somit deren Eingliederung in
das Erwerbsleben zu erleichtem.
2. Diese Förderung soll den jungen
Freiwilligen helfen, Eigeninitiative und
Unternehmergeist auszuprägen, indem ihnen
ermöglicht wird:
- Projekte für eine ergänzende Ausbildung in
Angriff zu nehmen;
- Initiativen des Freiwilligendienstes in
Weiterführung der bereits erbrachten Tätigkeit
zu entwickeln;
- eine Erwerbstätigkeit, darunter Existenz-
gründungen, aufzunehmen.
3. Eine besondere Beachtung muß dabei der
Gewinnung von (öffentlichen und/oder
privaten) Partnern für diese Projekte
zukommen, damit die jungen Menschen in
ihren Bemühungen um Integration in das
Erwerbsleben unterstützt werden, ilinen
Hilfestellung gegeben wird und sie im
Ralimen von Patenschaften betreut werden.
TEILBEREICH 5 ERGÄNZENDE MASS-
NAHMEN
 5.1 Vorbereitung und Betreuung
                                               28
 ---pagebreak---   Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                     12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 1. Abgesehen von den eigentlichen Tätigkeiten
des    Freiwilligendienstes     werden     auch
Beihilfen für Aktionen gewährt, die auf die
Förderung der praktischen Mitarbeit von
pädagogischen Betreuem und. Leitern der
europäischen Projekte ausgerichtet sind.
Derartige Aktionen betreffen geförderte
Tätigkeiten sowohl innerhalb der Gemein-
schaft als auch in den 'Drittländern. Sie sollen
einerseits die inhaltliche Qualität der
Bildungserfahrung gewährleisten und anderer-
seits zur Entwicklung von Anerkennungs-
methoden beitragen.
2. Unter pädagogischen Betreuem sind
Personen zu verstehen, die innerhalb der
Aufnahmeprojekte als Mentoren der jungen
Freiwilligen während der Ausübung der
Tätigkeiten des Europäischen Freiwilligen-
dienstes     fungieren,     desgleichen      die
Bezugspersonen für die jungen Freiwilligen
und die Projekte in den Vermittlungs-
einrichtungen auf zentraler, regionaler oder
lokaler Ebene.
Besondere Aufmerksamkeit ist Projekten zu
schenken, die mit grenzüberschreitenden
Tätigkeiten keine oder nur wenig Erfahrung
haben.
Pädagogische Betreuer
3. Tätigkeiten zur Vorbereitung und Unter-
stützung der Personen, die als pädagogische
Betreuer für die Begleitung und Anleitung der
jungen- Freiwilligen im Rahmen einer
länderübergreifenden Aktion des Freiwilligen-
dienstes verantwortlich sind.
Leiter europäischer Projekte
4. Tätigkeiten zur Befähigung der Leiter
europäischer Projekte für die einwandfreie
Ausführung ilirer administrativen Aufgaben in
europäischem Rahmen (finanz- und verwal-
tungstechnische Planung und Bearbeitung
 europäischer Projekte, rechtliche Aspekte
                                                 29
 ---pagebreak---    Anfänglicher Vorschlag der Kommission             Nach der Stellungnahme des EP vom
                                                      12. Juni 1997 geänderter Vorschlag
 usw.).
 5.2 Partnerschaften
 1. Die Gemeinschaft fördert Tätigkeiten, die
 darauf abzielen, Partnerschaften auf lokaler/re-
 gionaler/nationaler Ebene - zwischen öffent-
 lichen und privaten Akteuren - anzuregen,
 deren Schwerpunktbereich der Europäische
 Freiwilligendienst für Jugendliche ist und die
 eine Perspektive als grenzüberschreitende
 Partnerschaften haben.
2. Beihilfen werden gewährt für Tätigkeiten,
mit denen die Schaffung grenzüberschrei-
tender Partnerschaften zwischen lokalen/regio-
nalen/nationalen Partnern erleichtert oder
gefordert werden soll, die im Rahmen des
vorliegenden Programms entweder innerhalb
der Gemeinschaft oder in den Drittländern
zusammen tätig werden wollen.
3. Besondere        Beachtung      ist      lokalen
Projekten/Initiativen beizumessen, die keine
oder nur wenig Erfalirungen/Kontaktmöglich-
keiten auf europäischer Ebene haben.
5.3 Information, Studien und Evaluierung
 1. Unterstützung von Tätigkeiten, mit denen
die Einrichtung von Instrumentarien zur
Sensibilisierung. Information und Beratung
auf lokaler, regionaler, nationaler und
transnationaler Ebene angestrebt wird, um
damit der Zielsetzung des Programms zu
dienen und sie zu fördern.
2. Was insbesondere Studien und Evaluierung
im Zusammenhang mit der Zielsetzung des
Programms       anbelangt,     so      legt     die
Gemeinschaft in ihren Bemühungen den
Schwerpunkt auf die Analyse und die Verbrei-
tung von Daten sowie auf die Förderung der
gemeinschaftsweiten Kooperation in diesem
Bereich. In Zusammenarbeit mit den
Mitgliedstaaten trägt die Kommission Sorge
für die begleitende Betreuung und die
kontinuierliche Evaluierung dieses Programms
mit dem Ziel, es gegebenenfalls den sich im
Verlauf der Durchführung herausbildenden
Erfordernissen anzupassen.
                                                  Zo
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                       KOM(97) 347 endg.
                                          DOKUMENTE
DE                                                            16 06 05 04
                                    Katalognummer : CB-CO-97-338-DE-C
                                                            ISBN 92-78-21969-X
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                            31