CELEX: 32002R0346
Language: de
Date: 2002-02-25
Title: Verordnung (EG) Nr. 346/2002 der Kommission vom 25. Februar 2002 zur Eröffnung der Dringlichkeitsdestillation gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 des Rates für Tafelweine in Italien

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32002R0346

Verordnung (EG) Nr. 346/2002 der Kommission vom 25. Februar 2002 zur Eröffnung der Dringlichkeitsdestillation gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 des Rates für Tafelweine in Italien  

Amtsblatt Nr. L 055 vom 26/02/2002 S. 0012 - 0013

Verordnung (EG) Nr. 346/2002 der Kommissionvom 25. Februar 2002zur Eröffnung der Dringlichkeitsdestillation gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 des Rates für Tafelweine in ItalienDIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 des Rates vom 17. Mai 1999 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2585/2001(2), insbesondere auf die Artikel 30 und 33,in Erwägung nachstehender Gründe:(1) Gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 kann für den Fall einer außergewöhnlichen Marktstörung infolge von erheblichen Überschüssen eine Dringlichkeitsdestillation durchgeführt werden. Diese Maßnahme kann auf bestimmte Weinkategorien oder Erzeugungsgebiete beschränkt und auf Antrag des betreffenden Mitgliedstaats auch auf Qualitätswein b. A. angewendet werden.(2) Die italienische Regierung hat mit Schreiben vom 17. Januar 2002 beantragt, eine Dringlichkeitsdestillation für in ihrem Hoheitsgebiet erzeugte Tafelweine zu eröffnen. Ergänzende Informationen sind am 31. Januar 2002 übermittelt worden.(3) Italien hat in den Wirtschaftsjahren 1998/99 bis 2000/01 eine hohe Tafelweinerzeugung verzeichnet (43,92 Millionen Hektoliter, 45,2 Millionen Hektoliter bzw. 41,2 Millionen Hektoliter). Die letzten Produktionsvorausschätzungen für das Wirtschaftsjahr 2001/02 lassen eine Tafelweinerzeugung von 38,7 Millionen Hektolitern erkennen.(4) Es haben sich erhebliche Tafelweinbestände angehäuft. Sie beliefen sich zu Beginn des Wirtschaftsjahres 1998/99 auf 18,3 Millionen Hektoliter, sind zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2000/01 auf 22,5 Millionen Hektoliter angestiegen und haben am 31. Juli 2001 24 Millionen Hektoliter erreicht.(5) Hierzu kommen noch Veränderungen beim Außenhandel. Infolge hoher Ernten in bestimmten anderen Mitgliedstaaten während des laufenden Wirtschaftsjahres sind die Tafelweineinfuhren angestiegen.(6) Diese Lage hat sich ungünstig auf die Preisentwicklung ausgewirkt, da die Preise seit Beginn des Wirtschaftsjahres 1999/2000 durchschnittlich um rund 11 % bei Rotwein und 14 % bei Weißwein gesunken sind. Außerdem haben sich die Preise je nach Region sehr unterschiedlich entwickelt und liegen in einigen Regionen unter den Durchschnittspreisen.(7) Die im Wirtschaftsjahr 2000/01 beschlossene Dringlichkeitsdestillation hat sich zweifellos günstig auf die Preise ausgewirkt, indem die Notierungen während eines bestimmten Zeitraums stabilisiert wurden, sie hat sich jedoch angesichts der erheblichen Zunahme der Bestände, die den Markt belasten und eine Marktsanierung verhindern, als unzureichend erwiesen.(8) Um diesen negativen Trend bei den Preisen und Verkäufen umzukehren, ist es daher notwendig, die Tafelweinbestände auf ein Niveau zu verringern, das als normal betrachtet werden kann, um den Marktbedarf zu decken und so der schwierigen Marktlage abzuhelfen. In Anbetracht der Entwicklung dieser Bestände in den letzten zwei Jahren müssen sie auf ein vernünftiges Niveau gesenkt werden, das dem Bedarf entspricht, um einen normaleren Verbrauch zu decken.(9) Da die Kriterien des Artikels 30 Absatz 5 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 erfuellt sind, sollte eine Dringlichkeitsdestillation für eine Hoechstmenge von 4 Millionen Hektolitern Tafelwein ausgelöst werden. Die Maßnahme wird im Hinblick auf maximale Wirksamkeit für einen befristeten Zeitraum eröffnet. Es ist nicht zweckmäßig, eine destillierbare Hoechstmenge je Erzeuger festzusetzen, da der Umfang der gelagerten Weinmengen je nach Erzeuger sehr unterschiedlich sein kann und eher vom jeweiligen Absatz als von der Jahreserzeugung der einzelnen Erzeuger abhängig ist.(10) Für diese Maßnahme ist der Mechanismus gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1623/2000 der Kommission vom 25. Juli 2000 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein bezüglich der Marktmechanismen(3), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2464/2001(4), vorzusehen. Zusätzlich zu den Artikeln der vorgenannten Verordnung, die sich auf die Destillationsmaßnahme gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 beziehen, gelten andere Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 1623/2000, insbesondere diejenigen über die Lieferung von Alkohol an die Interventionsstelle und über die Zahlung eines Vorschusses.(11) Der Ankaufspreis, den die Brennerei dem Erzeuger zu zahlen hat, ist so festzusetzen, dass die Erzeuger die mit dieser Maßnahme gebotene Möglichkeit in Anspruch nehmen und die Probleme somit gelöst werden können. Andererseits ist es nicht zweckmäßig, diesen Preis auf einer Höhe festzusetzen, die der Anwendung der Destillationsmaßnahme gemäß Artikel 29 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 abträglich wäre.(12) Um Störungen des Trinkalkoholmarktes, der in erster Linie aus der Destillation gemäß Artikel 29 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 versorgt wird, zu vermeiden, darf bei der Dringlichkeitsdestillation nur Rohalkohol oder neutraler Alkohol erzeugt werden, der ausschließlich an die Interventionsstelle zu liefern ist.(13) Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Wein -HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:Artikel 1Die Dringlichkeitsdestillation gemäß Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 wird für eine Hoechstmenge von 4 Millionen Hektolitern Tafelwein in Italien eröffnet.Artikel 2Zusätzlich zu den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 1623/2000, die sich auf Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 beziehen, gelten für die in der vorliegenden Verordnung vorgesehene Maßnahme auch folgende Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 1623/2000:- die Bestimmungen von Artikel 62 Absatz 5 über die Zahlung des Preises durch die Interventionsstelle gemäß Artikel 6 Absatz 2,- die Bestimmungen der Artikel 66 und 67 über den Vorschuss gemäß Artikel 6 Absatz 2.Artikel 3Jeder Erzeuger kann zwischen dem 4. und 22. März 2002 einen Vertrag gemäß Artikel 65 der Verordnung (EG) Nr. 1623/2000 abschließen. Dem Vertrag ist der Nachweis über die Leistung einer Sicherheit von 5 EUR je Hektoliter beizufügen. Die Verträge sind nicht übertragbar.Artikel 4(1) Der Mitgliedstaat setzt den Kürzungssatz fest, der auf die genannten Verträge anzuwenden ist, wenn das Gesamtvolumen der eingereichten Verträge das in Artikel 1 festgesetzte Volumen übersteigt.(2) Der Mitgliedstaat trifft die notwendigen Verwaltungsmaßnahmen, um spätestens zum 10. Mai 2002 die genannten Verträge mit Angabe des angewandten Kürzungssatzes und der je Vertrag zugelassenen Weinmenge sowie der Möglichkeit der Vertragsauflösung durch den Erzeuger im Fall einer Kürzung zu genehmigen. Der Mitgliedstaat teilt der Kommission vor dem 31. Mai 2002 die in den genehmigten Verträgen angegebenen Weinmengen mit.(3) Der Wein wird spätestens am 31. Juli 2002 an die Brennereien geliefert. Der erzeugte Alkohol kann bis spätestens 31. Dezember 2002 an die Interventionsstelle geliefert werden.(4) Die Sicherheit wird anteilig für die gelieferten Mengen freigegeben, wenn der Erzeuger den Nachweis für die Lieferung an die Brennerei erbringt.(5) Findet innerhalb der festgesetzten Fristen keine Lieferung statt, so verfällt die Sicherheit.(6) Der Mitgliedstaat kann die Zahl der Verträge begrenzen, die ein Erzeuger für die betreffende Destillationsmaßnahme abschließen kann.Artikel 5Der Mindestankaufspreis für den gemäß der vorliegenden Verordnung zur Destillation gelieferten Wein beträgt 1,914 EUR je % vol und Hektoliter.Artikel 6(1) Die Brennerei liefert das aus der Destillation hervorgegangene Erzeugnis an die Interventionsstelle. Dieses Erzeugnis hat einen Alkoholgehalt von mindestens 92 % vol.(2) Die Interventionsstelle zahlt der Brennerei für den gelieferten Rohalkohol einen Preis von 2,2812 EUR je % vol und Hektoliter. Die Brennerei kann einen Vorschuss auf diesen Betrag in Höhe von 1,1222 EUR je % vol und Hektoliter erhalten. In diesem Fall wird der tatsächlich gezahlte Preis um den Betrag des Vorschusses gekürzt.Artikel 7Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.Sie gilt ab 4. März 2002.Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.Brüssel, den 25. Februar 2002Für die KommissionFranz FischlerMitglied der Kommission(1) ABl. L 179 vom 14.7.1999, S. 1.(2) ABl. L 345 vom 29.12.2001, S. 10.(3) ABl. L 194 vom 31.7.2000, S. 45.(4) ABl. L 331 vom 15.12.2001, S. 25.