CELEX: C1998/299/14
Language: de
Date: 1998-09-26 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES (Fünfte Kammer) vom 16. Juli 1998 in der Rechtssache C-287/96 (Vorabentscheidungsersuchen des Bundesfinanzhofs): Kyritzer Stärke GmbH gegen Hauptzollamt Potsdam (Landwirtschaft - Gemeinsame Marktorganisation - Produktionserstattungen - Regelung der Sicherheiten - Fristen - Hauptpflicht - Nebenpflicht)

C 299/8               DE                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    26.9.98
Schwierigkeiten, zu beurteilen, ob die betreffende Angabe              rechtskonform auszulegen, noch, sie in einer Situation,
irreführen kann, so verbietet das Gemeinschaftsrecht ihm               die nicht in den Anwendungsbereich des Gemein-
jedoch nicht, dies nach Maûgabe seines nationalen Rechts               schaftsrechts fällt, unangewendet zu lassen.
durch ein Sachverständigengutachten oder eine Verbrau-
cherbefragung zu ermitteln.                                       (1) ABl. C 269 vom 14.9.1996
(1) ABl. C 247 vom 24.8.1996.
                                                                                URTEIL DES GERICHTSHOFES
              URTEIL DES GERICHTSHOFES
                                                                                          (Fünfte Kammer)
                       vom 16. Juli 1998
                                                                                         vom 16. Juli 1998
in der Rechtssache C-264/96 (Vorabentscheidungsersuchen
des House of Lords): Imperial Chemical Industries plc             in der Rechtssache C-287/96 (Vorabentscheidungsersuchen
(ICI) gegen Kenneth Hall Colmer (HM Inspector of                  des Bundesfinanzhofs): Kyritzer Stärke GmbH gegen
                           Taxes) (1)                                               Hauptzollamt Potsdam (1)
(Niederlassungsrecht Ð Gesellschaftsteuer Ð Konzern-              (Landwirtschaft Ð Gemeinsame Marktorganisation Ð
interne Übertragung des Anspruchs auf eine Steuer-                Produktionserstattungen Ð Regelung der Sicherheiten Ð
ermäûigung für Geschäftsverluste von einer Gesellschaft                     Fristen Ð Hauptpflicht Ð Nebenpflicht)
auf eine andere Ð Voraussetzung bezüglich des Sitzes der
Konzerngesellschaften Ð Unterschiedliche Behandlung                                         (98/C 299/14)
  aufgrund des Sitzes Ð Pflichten des nationalen Gerichts)
                         (98/C 299/13)                                            (Verfahrenssprache: Deutsch)
                 (Verfahrenssprache: Englisch)
                                                                  In der Rechtssache C-287/96 betreffend ein dem Gerichts-
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung           hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Bundesfinanzhof
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des             (Deutschland) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit
                         Gerichtshofes)                           Kyritzer Stärke GmbH gegen Hauptzollamt Potsdam vor-
                                                                  gelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Ausle-
                                                                  gung der Verordnung (EWG) Nr. 2220/85 der Kommission
In der Rechtssache C-264/96 betreffend ein dem Gerichts-
                                                                  vom 22. Juli 1985 mit gemeinsamen Durchführungsbe-
hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom House of Lords
                                                                  stimmungen zur Regelung der Sicherheiten für landwirt-
(Vereinigtes Königreich) in dem bei diesem Gericht anhän-
                                                                  schaftliche Erzeugnisse (ABl. L 205 vom 3.8.1985, S. 5) in
gigen Rechtsstreit Imperial Chemical Industries plc (ICI)
                                                                  Verbindung mit der Verordnung (EWG) Nr. 1722/93 der
gegen Kenneth Hall Colmer (HM Inspector of Taxes) vor-
                                                                  Kommission vom 30. Juni 1993 mit Durchführungsbestim-
gelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Ausle-
                                                                  mungen zu den Verordnungen (EWG) Nr. 1766/92 und
gung der Artikel 5 und 52 EG-Vertrag, hat der Gerichtshof
                                                                  (EWG) Nr. 1418/76 des Rates hinsichtlich der Produk-
unter Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodríguez Igle-
                                                                  tionserstattungen für Getreide und Reis (ABl. L 159 vom
sias, der Kammerpräsidenten H. Ragnemalm, M. Wathelet
                                                                  1.7.1993, S. 112) hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer)
(Berichterstatter) und R. Schintgen sowie der Richter G. F.
                                                                  unter Mitwirkung des Präsidenten C. Gulmann sowie der
Mancini, J. C. Moitinho de Almeida, J. L. Murray,
                                                                  Richter M. Wathelet, D. A. O. Edward, P. Jann (Berichter-
D. A. O. Edward, P. Jann, L. Sevón und K. M. Ioannou Ð
                                                                  statter) und L. Sevón Ð Generalanwalt: P. LeÂger; Kanzler:
Generalanwalt: G. Tesauro; Kanzler: L. Hewlett Ð am
                                                                  L. Hewlett, Verwaltungsrätin Ð am 16. Juli 1998 ein
16. Juli 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
                                                                  Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
1. Artikel 52 EG-Vertrag steht nach Rechtsvorschriften
     eines Mitgliedstaats entgegen, die bei in diesem Mit-        Artikel 10 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1722/93
     gliedstaat ansässigen Gesellschaften, die zu einem Kon-      der Kommission vom 30. Juni 1993 mit Durchführungsbe-
     sortium gehören, über das ihnen eine Holdinggesell-          stimmungen zu den Verordnungen (EWG) Nr. 1766/92
     schaft gehört, und die von ihrer Niederlassungsfreiheit      und (EWG) Nr. 1418/76 des Rates hinsichtlich der Pro-
     Gebrauch machen, um über diese Holdinggesellschaft           duktionserstattungen für Getreide und Reis ist wie folgt
     Tochtergesellschaften in anderen Mitgliedstaaten zu          auszulegen:
     gründen, den Anspruch auf eine Steuerermäûigung an
     die Voraussetzung knüpfen, daû die Tätigkeit der Hol-
     dinggesellschaft ganz oder hauptsächlich im Halten           Ð Bei der durch diese Bestimmung vorgeschriebenen Ver-
     der Aktien von in dem betreffenden Mitgliedstaat                  wendung eines Erzeugnisses des KN-Codes 3505 10 50
     ansässigen Tochtergesellschaften besteht.                         handelt es sich um eine Hauptpflicht im Sinne von
                                                                       Artikel 20 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2220/
2. Unter Umständen wie denen des Ausgangsrechtsstreits                 85 der Kommission vom 22. Juli 1985 mit gemein-
     schreibt Artikel 5 EG-Vertrag dem nationalen Gericht              samen Durchführungsbestimmungen zur Regelung der
     weder vor, seine Rechtsvorschriften gemeinschafts-                Sicherheiten für landwirtschaftliche Erzeugnisse.
 ---pagebreak--- 26.9.98               DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 C 299/9
Ð Ihre Erfüllung ist spätestens innerhalb der durch              Dies setzt jedoch voraus,
     Artikel 28 dieser Verordnung gesetzten Fristen nachzu-
     weisen; andernfalls verfällt die Sicherheit nach Maû-
     gabe des Artikels 22 Absätze 1 und 2 dieser Verord-         Ð daû zunächst der gute Glaube des Empfängers nach-
     nung in voller Höhe.                                             gewiesen ist und
(1) ABl. C 318 vom 26.10.1996.                                   Ð daû insoweit die gleichen Voraussetzungen gelten wie
                                                                      bei der Rückforderung rein nationaler finanzieller
                                                                      Leistungen.
                                                                 (1) ABl. C 318 vom 26.10.1996.
              URTEIL DES GERICHTSHOFES
                       (Fünfte Kammer)
                       vom 16. Juli 1998
                                                                               URTEIL DES GERICHTSHOFES
in der Rechtssache C-298/96 (Vorabentscheidungsersuchen
des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main): Oelmühle                                   vom 16. Juli 1998
Hamburg AG und Jb. Schmidt Söhne GmbH & Co. KG                   in der Rechtssache C-355/96 (Vorabentscheidungsersuchen
 gegen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (1)        des Obersten Gerichtshofs): Silhouette International
                                                                 Schmied GmbH & Co. KG gegen Hartlauer Handelsgesell-
(Zu Unrecht gezahlte Gemeinschaftsbeihilfen Ð Rückfor-
                                                                                         schaft mbH (1)
derung Ð Anwendung des nationalen Rechts Ð Voraus-
                   setzungen und Grenzen)                        (Richtlinie 89/104/EWG Ð Erschöpfung des Marken-
                                                                 rechts Ð In der Gemeinschaft oder in einem Drittstaat in
                         (98/C 299/15)
                                                                                 den Verkehr gebrachte Ware)
                                                                                         (98/C 299/16)
                 (Verfahrenssprache: Deutsch)
                                                                                 (Verfahrenssprache: Deutsch)
In der Rechtssache C-298/96 betreffend ein dem Gerichts-
hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Verwaltungsgericht           In der Rechtssache C-355/96, betreffend ein dem Gerichts-
Frankfurt am Main (Deutschland) in den bei diesem                hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom österreichischen
anhängigen Rechtsstreitigkeiten Oelmühle Hamburg AG              Obersten Gerichtshof in dem bei diesem anhängigen
und Jb. Schmidt Söhne GmbH & Co. KG gegen Bundes-                Rechtsstreit Silhouette International Schmied GmbH &
anstalt für Landwirtschaft und Ernährung vorgelegtes             Co. KG gegen Hartlauer Handelsgesellschaft mbH vorge-
Ersuchen um Vorabentscheidung über die gemeinschafts-            legtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Auslegung
rechtlichen Grundsätze, die im Rahmen von Klagen natio-          von Artikel 7 der Ersten Richtlinie 89/104/EWG des Rates
naler Behörden auf Rückzahlung einer zu Unrecht gezahl-          vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvor-
ten Gemeinschaftsbeihilfe gelten, hat der Gerichtshof            schriften der Mitgliedstaaten über die Marken (ABL. L 40
(Fünfte Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsiden-             vom 11.2.1989, S. 1), in der Fassung des Abkommens
ten C. Gulmann sowie der Richter M. Wathelet, D. A. O.           über den Europäischen Wirtschaftsraum vom 2. Mai 1992
Edward, P. Jann (Berichterstatter) und L. Sevón Ð Gene-          (ABl. L 1 vom 3.1.1994, S. 3), hat der Gerichtshof unter
ralanwalt: P. LeÂger; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler     Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodríguez Iglesias, der
Ð am 16. Juli 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlas-         Kammerpräsidenten C. Gulmann (Berichterstatter), M.
sen:                                                             Wathelet und R. Schintgen sowie der Richter G. F. Man-
                                                                 cini, J. C. Moitinho de Almeida, J. L. Murray, D. A. O.
                                                                 Edward, P. Jann, L. Sevón und K. M. Ioannou Ð General-
Das Gemeinschaftsrecht steht grundsätzlich einer nationa-        anwalt: F. G. Jacobs; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanz-
len Regelung nicht entgegen, die den Ausschluû der Rück-         ler Ð am 16. Juli 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor
forderung zu Unrecht gezahlter Gemeinschaftsbeihilfen            erlassen:
zuläût und hierfür auf Kriterien wie den Wegfall der Berei-
cherung abstellt, wenn
                                                                 1. Nationale Rechtsvorschriften, die die Erschöpfung des
                                                                      Rechts aus einer Marke für Waren vorsehen, die vom
Ð der Empfänger bereits zum Zeitpunkt der Bewilligung                 Markeninhaber oder mit dessen Zustimmung unter
     der Beihilfe den sich daraus ergebenden Vermögensvor-            dieser Marke auûerhalb des Europäischen Wirtschafts-
     teil durch die Zahlung des nach Gemeinschaftsrecht               raums in den Verkehr gebracht worden sind, sind nicht
     vorgesehenen Richtpreises weitergegeben hat und                  mit Artikel 7 Absatz 1 der Ersten Richtlinie 89/104/
                                                                      EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Anglei-
                                                                      chung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über
Ð ein eventueller Regreûanspruch gegen seine Lieferanten              die Marken in der Fassung des EWR-Abkommens vom
     wertlos wäre.                                                    2. Mai 1992 vereinbar.