CELEX: 31991D0479
Language: de
Date: 1991-07-29 00:00:00
Title: 91/479/EWG: Entscheidung der Kommission vom 29. Juli 1991 über die Tiergesundheitsanforderungen und Veterinärbescheinigung für die Einfuhr von gefrorenem Rindersperma aus den Vereinigten Staaten von Amerika

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91/479/EWG: Entscheidung der Kommission vom 29. Juli 1991 über die Tiergesundheitsanforderungen und Veterinärbescheinigung für die Einfuhr von gefrorenem Rindersperma aus den Vereinigten Staaten von Amerika  

Amtsblatt Nr. L 258 vom 16/09/1991 S. 0001 - 0017

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29. Juli 1991 über die  Tiergesundheitsanforderungen und Veterinärbescheinigung für die Einfuhr von gefrorenem Rindersperma  aus den Vereinigten Staaten von Amerika (91/479/EWG) DIE KOMMISSION DER  EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, gestützt auf die Richtlinie 88/407/EWG des Rates vom 14. Juni 1988 zur Festlegung der  tierseuchenrechtlichen Anforderungen an den innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit gefrorenem  Samen von Rindern und an dessen Einfuhr (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 90/425/EWG (2),  insbesondere auf Artikel 10 und 11, in Erwägung nachstehender Gründe: Die Vereinigten Staaten von Amerika sind in der Entscheidung 90/14/EWG der Kommission vom 20.  Dezember 1989 über die Liste der Drittländer, aus denen die Mitgliedstaaten die Einfuhr von  gefrorenem Rindersamen zulassen (3), aufgeführt. Die Tiergesundheitslage in den Vereinigten Staaten von Amerika ist offensichtlich gut und wird in  bezug auf Krankheiten, die durch Sperma übertragbar sind, von einwandfrei strukturierten und  organisierten Veterinärdienststellen kontrolliert. Die zuständigen Veterinärbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika haben bestätigt, daß die  Vereinigten Staaten mindestens 12 Monate frei waren von Rinderpest, Maulund Klauenseuche und  infektiöser Rinderpleuropneumonie und daß in diesem Zeitraum gegen keine dieser Seuchen geimpft  wurde. Die zuständigen Veterinärbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika haben sich verpflichtet, die  Bestätigung des Auftretens einer der obengenannten Seuchen/Krankheiten oder von Blauzungenkrankheit  oder epizootischer hämorrhagischer Krankheit bzw. jede Änderung der jeweiligen Impfmaßnahmen gegen  diese Krankheiten fernschriftlich innerhalb von 24 Stunden oder, wenn es sich um einen Vorschlag  zur Änderung der Vorschriften handelt, die die Vereinigten Staaten von Amerika auf die Einfuhr von  Haustieren, Samen oder Embryonen anwenden, innerhalb eines angemessenen Zeitraums mitzuteilen. Die zuständigen Veterinärbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika schreiben bezueglich der  bovinen Tuberkulose und Brucellose Tiergesundheitsgarantien vor, die den innerhalb der Gemeinschaft  anwendbaren entsprechen. Die zuständigen Veterinärbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika haben sich verpflichtet, die  Ausstellung der in dieser Entscheidung vorgesehenen Bescheinigungen amtlich zu überwachen und dafür  Sorge zu tragen, daß alle wesentlichen, der Bescheinigung zugrunde liegenden Atteste, Abweichungen  und Laborergebnisse nach dem Versand des entsprechenden Spermas noch mindestens 12 Monate lang  amtlich verwahrt werden. Die zuständigen Veterinärbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika haben sich verpflichtet,  Besamungsstationen für die Ausfuhr von Rindersperma in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft  gemäß Artikel 9 der Richtlinie 88/407/EWG amtlich zuzulassen. Die zuständigen Veterinärbehörden der Vereinigten Staaten von Amerika haben sich verpflichtet, die  Zeitpunkte zu bestimmen und der Kommission der Europäischen Gemeinschaften unverzueglich  mitzuteilen, zu denen, bezueglich der einzelnen zugelassenen Besamungsstationen, die für die  Übertragung der Blauzungenkrankheit und der epizootischen hämorrhagischen Krankheit der Hirsche  (EHD) verantwortlichen Kulikoidenarten ihre Aktivität einstellen bzw. wiederaufnehmen. Die Tiergesundheitsanforderungen und die entsprechende Veterinärbescheinigung sind der  Tiergesundheitslage des erwähnten Drittlandes anzupassen. Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen  Veterinärausschusses - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN: Artikel 1 (1) Bis zum 31. Dezember 1992 können die Mitgliedstaaten die  Genehmigung für den Import von Rindersperma aus den Vereinigten Staaten von Amerika erteilen, wenn  das Sperma von Bullen gewonnen wurde, bei deren Untersuchung gemäß Anhang I A zu dieser  Entscheidung auf Blauzungenkrankheit oder epizootische hämorrhagische Krankheit der Hirsche (EHD)  andere als negative Testergebnisse erzielt wurden, sofern die Bedingungen der Anhänge II A und II B  eingehalten und ein innergemeinschaftlicher Handel mit diesem Sperma sicher ausgeschlossen wird.  Die Kommission wird diese Maßnahmen vor dem oben angegebenen Datum überprüfen. (2) Die Mitgliedstaaten genehmigen den Import von Rindersperma aus den Vereinigten Staaten von  Amerika, das den Anforderungen entspricht, die in den Tiergesundheitsbescheinigungen nach Anhang I  A und, wo relevant, nach Anhang I B ausgewiesen sind. Artikel 2 Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet. Brüssel, den 29. Juli 1991 Für die Kommission Ray Mac SHARRY Mitglied der Kommission (1) ABl. Nr. L 194 vom 22. 7. 1988, S. 10.  (2) ABl. Nr. L 224 vom 18. 8. 1990, S. 29.  (3) ABl. Nr. L 8 vom 11. 1. 1990, S. 71.   ANHANG I A TIERGESUNDHEITSBESCHEINIGUNG für die Einfuhr von Rindersperma aus den  Vereinigten Staaten von Amerika Bescheinigung Nr.: . Land, in dem das Sperma gewonnen wurde: Vereinigte Staaten von Amerika Zuständige Behörde: US Landwirtschaftsministerium - APHIS I. Identifizierung des Spermas >PLATZ FÜR EINE TABELLE>II. Herkunft  des Spermas >PLATZ FÜR EINE TABELLE> III. Bestimmungsort des Spermas >PLATZ FÜR EINE TABELLE> IV. Angaben zum Gesundheitszustand Ich, der unterzeichnete amtliche Tierarzt  ("federal veterinarian"), bescheinige, daß folgende Anforderungen erfuellt sind: 1. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren während eines Zeitraums von mindestens 12 Monaten von  der ersten bis einschließlich 30 Tage nach der letzten Gewinnung oben bezeichneter Spermaportionen  nachweislich frei von Rinderpest. 2. Die zugelassene Besamungsstation, in der das vorgenannte Sperma gewonnen wurde, erfuellt folgende  Anforderungen: a) Die Zulassung für den Export von Rindersperma in die Europäische Gemeinschaft wurde von der  Bundesveterinärbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika in Übereinstimmung mit allen  Anforderungen dieses Punktes erstellt. b) Sie liegt im Mittelpunkt eines Gebiets mit einem Radius von 50 km, in dem während eines  Zeitraums, der mindestens drei Monate vor der ersten Gewinnung des vorgenannten Spermas beginnt und  30 Tage nach der letzten Gewinnung endet, kein Fall von Maul- und Klauenseuche, infektiöser  Rinderpleuropneumonie und vesikulärer Stomatitis aufgetreten ist. c) Sie war während eines Zeitraums, der mindestens drei Monate vor der ersten Gewinnung des  vorgenannten Spermas beginnt und 30 Tage nach der letzten Gewinnung endet, nachweislich frei von  Maul- und Klauenseuche und Brucellose. d) Sie war während eines Zeitraums, der mindestens 30 Tage vor der ersten Gewinnung des  vorgenannten Spermas beginnt und 30 Tage nach der letzten Gewinnung endet, frei von Tollwut,  Milzbrand, Tuberkulose, enzootischer Rinderleukose sowie frei von Symptomen einer Infektion durch  Trichomonas fötus, Campylobacter fötus und Leptospiren der Serotypen canicola, grippotyphosa,  pomona, hardjo und icterohämorrhagica. e) Sie wird von einem amtlichen Tierarzt (federal veterinarian) mindestens zweimal jährlich  kontrolliert; dabei werden sämtliche Umstände in bezug auf die in dieser Bescheinigung gestellten  Anforderungen geprüft und bestätigt. f) Sie unterliegt der ständigen Überwachung durch einen Stationstierarzt ("Centre veterinarian"),  insbesondere bezueglich nachstehender Anforderungen: i) Die Tiere dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Stationstierarztes in die Station  eingestellt werden; sämtliche Ein- und Abgänge sind zu registrieren; ii) es ist ein Register mit Angaben über die Rasse, das Geburtsdatum, die Identifizierung und den  Gesundheitszustand aller in der Station befindlichen Rinder sowie über alle in der Station  durchgeführten diagnostischen Untersuchungen und deren Ergebnisse, Behandlungen und Vaccinierungen  zu führen; iii) der Zugang Unbefugter ist zu verhindern; Besucher müssen die vom Stationstierarzt festgelegten  Bedingungen einhalten; iv) es sind technisch qualifizierte Fachkräfte mit entsprechender Ausbildung in den zur Verhütung  der Verbreitung von Seuchen unerläßlichen Desinfektionstechniken und hygienischen Arbeitsmethoden  beschäftigt. g) Die Station darf ausser Rindern nur solche Nutztiere aufnehmen, die für den planmässigen Betrieb  unbedingt erforderlich sind, keine Infektionsgefahr für die Rinder darstellen und den vom  Stationstierarzt festgelegten Anforderungen entsprechen. h) Die Station genügt folgenden baulichen Anforderungen: i) Die Stallungen sind von den Spermaaufbereitungs- und -lagerräumen räumlich getrennt, die  ihrerseits ebenfalls räumlich voneinander abgegrenzt sind; ii) es ist eine Isolierstation vorhanden für kranke Tiere; iii) es sind Räumlichkeiten für die Spermagewinnung, einschließlich eines separaten Raums für das  Reinigen und Desinfizieren bzw. Sterilisieren des Arbeitsgeräts, vorhanden; iv) es sind ein Raum für die Spermaaufbereitung (Spermalabor) und ein Raum für die Spermalagerung  (Spermadepot) vorhanden (die sich nicht unbedingt am gleichen Ort befinden müssen); v) jeglicher Kontakt mit externen Viehbeständen ist ausgeschlossen; vi) die Besamungsstation ist insgesamt leicht zu reinigen und zu desinfizieren. Sind die vorgenannten Anforderungen erfuellt, so kann eine zugelassene Besamungsstation ein  Betriebsgelände mit einer oder mehreren anderen Besamungsstationen teilen. 3. Die während des Zeitraums der Spermagewinnung und -lagerung in der zugelassenen Besamungsstation  eingestellten Bullen erfuellen folgende Anforderungen: a) Sie befanden sich seit dem 1. Januar 1990 ununterbrochen in der Station und wurden seit ihrer  Aufnahme allen Untersuchungen mit dem jeweils vorgeschriebenen Testergebnis gemäß Buchstabe d)  unterzogen, oder b) sie wurden aus einer zugelassenen Besamungsstation - in einem zuvor gründlich gereinigten und  desinfizierten Transportmittel - transportiert, ohne mit Tieren mit niedrigerem Gesundheitsstatus  in Berührung gekommen zu sein, oder c) sie wurden auf Anordnung des Stationstierarztes in die Station aufgenommen und zeigen keine  klinischen Krankheitssymptome: i) Sie stammen aus Beständen, die von der Bundesveterinärbehörde als tuberkulosefrei anerkannt  wurden bzw. die sich in anerkannt tuberkulosefreien Gebieten, entsprechend der Definition der  Bundesveterinärbehörde abgegrenzt, befanden, und wurden zu keiner Zeit in Beständen mit niedrigerem  Gesundheitsstatus gehalten; ii) sie stammen aus Beständen, die von der Bundesveterinärbehörde als brucellosefrei anerkannt  wurden bzw. die sich in brucellosefreien Gebieten "claß free" oder in Gebieten der Klasse A  ("claß A"), entsprechend der Definition der Bundesveterinärbehörde abgegrenzt, befanden, und  wurden zu keiner Zeit in Beständen mit niedrigerem Gesundheitsstatus gehalten; iii) - sie stammen aus Beständen, die seit mindestens drei Jahren frei von enzootischer  Rinderleukose waren, oder - sie stammen von Mutterkühen, die binnen 30 Tagen vor der Einstellung ihrer Nachkommen in die  Isolierstation auf eine serologische Untersuchung gemäß Anhang G der Richtlinie 64/432/EWG auf  enzootische Rinderleukose negativ reagiert haben, oder - sie wurden im Alter von unter zwei Jahren in die zugelassene Besamungsstation eingestellt und  haben bei einer nach Erreichen des zweiten Lebensjahres, gemäß Anhang G der Richtlinie 64/432/EWG  durchgeführten serologischen Untersuchung auf Rinderleukose negativ reagiert; iv) sie wurden innerhalb von 30 Tagen vor der Einstellung in die zugelassene Isolierstation  folgenden Untersuchungen mit jeweils negativem Testergebnis unterzogen: - USDA (United States Department of Agriculture) - Tuberkulin-Schwanzfaltenprobe, - USDA-Standardröhrchentest ("standard tube test") auf Brucellose mit negativem Testergebnis bei  weniger als 30 IE Agglutination/ml sowie Komplementbindungstest (CFT) mit einem Brucella-Ergebnis  von weniger als 20 EG-Einheiten/ml (20 ICFT-Einheiten), - serologische Untersuchung auf enzootische Rinderleukose nach dem Verfahren des Anhangs G der  Richtlinie 64/432/EWG, - Serumneutralisationstest oder ELISA zum Nachweis von Serumantikörpern gegen das Virus der  infektiösen bovinen Rhinotracheitis/infektiösen pustulösen Vulvovaginitis, - Virusisolationstest auf bovine Virusdiarrhö mittels Blutproben in empfänglichen Zellkulturen mit  anschließendem Fluoreszenzantikörpertest bzw. Immunperoxidasetest, wobei der Test bei Bullen, die  bei ihrer Einstellung in die Besamungsstation unter sechs Monate alt waren, erst nach Erreichen des  sechsten Lebensmonats durchgeführt wurde. Nachfolgend aufgeführte Untersuchungen wurden mit jeweils negativem Testergebnis durchgeführt: - Blocking ELISA auf Blauzungenkrankheit unter Verwendung eines gruppenspezifischen monoklonalen  Antikörpers gemäß Anhang IV A der Entscheidung 91/479/EWG der Kommission, - Agargel-Immunodiffusionstest auf alle in den Vereinigten Staaten von Amerika nachweislich  vorkommenden Serotypen der epizootischen hämorrhagischen Krankheit der Hirsche (EHD) gemäß Anhang  IV B der Entscheidung 91/479/EWG der Kommission. Ausgenommen davon sind Fälle, in denen sich diese Bescheinigung auf Sperma bezieht, das vor dem 1.  Januar 1993 gewonnen und versandt wurde und in der das importierende Mitgliedsland schriftlich  bestätigt hat, daß es gemäß Absatz 1 des Artikels 1 der Entscheidung 91/479/EWG der Kommission  verfährt, der diese Bescheinigung als Anhang beigefügt ist. Dabei wird davon ausgegangen, daß die vorgenannten Untersuchungen ganz oder teilweise während des  Aufenthaltes des Tieres in der amtlich zugelassenen Isolierstation durchgeführt werden konnten und  daß im Fall eines nicht negativen Testergebnisses die Isolationsfrist von 30 Tagen für die anderen  Bullen in der Isolierstation erst zu laufen beginnt, nachdem das betroffene Tier die Station  verlassen hat, und daß der Status der Tuberkulose- bzw. Brucellosefreiheit der Station  gegebenenfalls wiederhergestellt wurde; v) die Bullen haben nach Beendigung der Gesundheitstests gemäß Ziffer iv) in einer der  Isolationsfrist vorgestellten Quarantäne mindestens 30 Tage in einer amtlich zugelassenen  Isolierstation verbracht, die sich im Mittelpunkt eines Gebiets mit einem Radius von 10 km  befindet, in dem es am Tag ihrer Aufnahme keinen Fall von Maul- und Klauenseuche, Rinderpest,  infektiöser Pleuropneumonie der Rinder und vesikulärer Stomatitis gab und die zu diesem Zeitpunkt  seit mindestens drei Monaten frei von Maul- und Klauenseuche und Brucellose sowie seit mindestens  30 Tagen frei von Tollwut, Milzbrand, Tuberkulose und enzootischer Rinderleukose war; in der  Isolierstation wurden sie den folgenden Untersuchungen mit jeweils negativem Testergebnis  unterzogen: - USDA-serologischer-Standardröhrchentest ("standard tube test") auf Brucellose mit negativem  Testergebnis bei weniger als 30 IE Agglutination/ml sowie Komplementbindungstest mit einem  Brucella-Ergebnis von weniger als 20 EG-Einheiten/ml (20 ICFT-Einheiten), - entweder Immunofluoreszenzantikörpertest zum Antigennachweis oder direkter Erregernachweis durch  Kultur von Campylobacter fötus aus Präputialspülproben oder aus Spülproben der künstlichen  Vagina, - mikroskopische Untersuchungen und Kulturtest auf Trichomonas-fötus-Infektion aus  Präputialspülproben oder aus Spülproben der künstlichen Vagina, - Serumneutralisationstest oder ELISA zum Nachweis von Antikörpern geben das Virus der infektiösen  bovinen Rhinotracheitis/infektiösen pustulösen Vulvovaginitis. Bei einem nicht negativen Ergebnis beginnt die Isolationsfrist von 30 Tagen erst dann, wenn das  fragliche Tier die Station verlassen hat und wenn, gegebenenfalls beeinträchtigt, der  Brucellosestatus der Einrichtung wieder hergestellt ist. Zusätzlich müssen die Tiere in der Station im Abstand von 14 Tagen zweimal durch Injektion von 25  mg je kg Lebendgewicht Streptomyzin oder Dihydrostreptomyzin oder einer Mischung dieser beiden  Stoffe gegen Leptospirose behandelt worden sein; d) Die Bullen wurden mindestens einmal jährlich - mit jeweils negativem Ergebnis - folgenden  Untersuchungen unterzogen: i) USDA-Tuberkulin-Schwanzfaltenprobe, ii) USDA-Standardröhrchentest ("standard tube test") auf Brucellose mit negativem Testergebnis bei  weniger als 30 IE Agglutination/ml sowie Komplementbindungstest mit einem Brucella-Ergebnis von  weniger als 20 EG-Einheiten/ml (20 ICFT-Einheiten), iii) serologische Untersuchung auf enzootische Rinderleukose nach dem Verfahren des Anhangs G der  Richtlinie 64/432/EWG, iv) Serumneutralisationstest oder ELISA zum Ausschluß der infektiösen bovinen  Rhinotracheitis/infektiösen pustulösen Vulvovaginitis, sofern die zuständige Behörde des  Einfuhrmitgliedstaats schriftlich bestätigt hat, daß vor dem 31. Dezember 1992 gewonnenes Sperma  von Bullen, die auf einen dieser Tests positiv reagiert haben, akzeptiert werden kann, wenn es bei  einem Virusisolations- und/oder einem Inokulationstest in bezug auf die vorgenannten Krankheiten  negativ reagiert hat, in welchem Fall der Test am .......... im .......... Laboratorium  durchgeführt wurde, v) entweder Immunofluoreszenzantikörpertest zum Antigennachweis oder direkter Erregernachweis durch  Kultur von Campylobacter fötus aus Präputialspülproben oder aus Spülproben der künstlichen Vagina;  davon ausgenommen sind Bullen, die nicht zur Spermagewinnung genutzt werden, sofern der Test vor  Aufnahme der Spermagewinnung für diese Tiere nachgeholt wird, vi) serologische Untersuchung auf Leptospiren der Serotypen canicola, pomona, grippotyphosa, hardjo  und icterohämorrhagica und mindestens zweimal jährlich nachfolgende Untersuchungen mit jeweils  negativem Testergebnis: - Blocking ELISA auf Blauzungenkrankheit unter Verwendung eines gruppenspezifischen monoklonalen  Antikörpers gemäß Anhang IV A der Entscheidung 91/479/EWG der Kommission, - Agargel-Immunodiffusionstest auf alle in den USA nachgewiesenen Serotypen des Erregers der  epizootischen hämorrhagischen Krankheit der Hirsche (EHD) gemäß Anhang IV B der Entscheidung  91/479/EWG der Kommission. Davon ausgenommen sind Fälle, in denen sich die Bescheinigung auf Sperma bezieht, das vor dem 1.  Januar 1993 gewonnen und versandt wurde und in der das importierende Mitgliedsland schriftlich  bestätigt hat, daß es gemäß Absatz 1 Artikel 1 der Entscheidung 91/479/EWG der Kommission verfährt,  der diese Bescheinigung als Anhang beigefügt ist. Diese Untersuchungen (mit Ausnahme der Tuberkulinprobe) werden in einem von der  Bundesveterinärbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika zu diesem Zweck zugelassenen  Laboratorium durchgeführt. 4. Das vorgenannte Sperma - wird als "frei" von Blauzungenkrankheit entsprechend der Definition in Anhang II A zu der  Entscheidung 91/479/EWG der Kommission und insbesondere dem Punkt 5 derselben eingestuft (*) oder - wird als "untersucht" auf Blauzungenkrankheit entsprechend der Definition in Anhang II B zu der  Entscheidung 91/479/EWG der Kommission und insbesondere dem Punkt 2 eingestuft. Durch die  Veterinärbehörde des importierenden Mitgliedstaats wird schriftlich bestätigt, daß die Bedingungen  des Absatzes 1 von Artikel 1 dieser Entscheidung in Anspruch genommen werden (*), (*) Unzutreffendes streichen. a) wurde ohne Anwendung des Verfahrens der Elektro-Ejakulation bzw. Elektro-Stimulation von in  einer zugelassenen Besamungsstation eingestellten Bullen gewonnen, i) die sich während eines Zeitraums, der mindestens sechs Monate vor der ersten Gewinnung des  Spermas beginnt und mit dem Versandtag endet, ununterbrochen im Hoheitsgebiet der Vereinigten  Staaten von Amerika befanden; ii) die ausser dem schriftlich bestätigten Ausnahmefall gemäß Punkt 3 Buchstabe d) Ziffer iv) der  Entscheidung 91/479/EWG auf keinen der in dieser Bescheinigung genannten Tests positiv reagiert  haben; iii) die während ihres Aufenthalts in der zugelassenen Besamungsstation nicht zum natürlichen  Sprung eingesetzt wurden; iv) die vor der Spermagewinnung seit mindestens 30 Tagen ununterbrochen in der zugelassenen  Besamungsstation gehalten wurden; v) die während dieser Zeit keine klinischen Krankheitssymptome gezeigt haben; b) wurde in einer zugelassenen Besamungsstation aufbereitet, i) in der während des vorgesehenen Zeitraums der Spermagewinnung nur Sperma von Bullen aus  zugelassenen Besamungsstationen oder von Bullen mit gleichem Gesundheitsstatus wie Bullen aus  zugelassenen Besamungsstationen aufbereitet wurde. Im zweiten Fall sind folgende Anforderungen zu  erfuellen: Das Sperma wurde mit anderem Gerät und einer separaten Ausrüstung und zu anderen Zeiten  als das Sperma aus zugelassenen Besamungsstationen aufbereitet. Die Aufbereitungsanlage wurde vor  ihrer Wiederverwendung zur Aufbereitung von Sperma von Bullen in zugelassenen Besamungsstationen  gründlich gereinigt und desinfiziert; ii) unter hygienisch einwandfreien Bedingungen, wobei alle mit den Spenderbullen oder ihrem Sperma  in Berührung gekommenen Gegenstände und Geräte vor ihrer Wiederverwendung sachgemäß desinfiziert  bzw. sterilisiert wurden; iii) unter Verwendung von Zusatzstoffen, Verdünnungsmitteln und Streckmitteln, in denen jegliches  Material tierischer Herkunft aus Quellen bezogen wurde, die kein Gesundheitsrisiko für Tiere  darstellen oder vor Verwendung so behandelt wurden, daß ein derartiges Risiko ausgeschlossen  wurde. c) ihm wurden folgende Antibiotika in den für die richtige Spermakonzentration erforderlichen  Mengen zugefügt: nicht weniger als: - 500 IE/ml Streptomyzin, - 500 IE/ml Penizillin, - 150 ìg/ml Linkomyzin, - 300 ìg/ml Spektinomyzin, wobei es unmittelbar danach für mindestens 45 Minuten auf einer Temperatur von nicht weniger als 5  °C (41° Fahrenheit) gehalten wurde, oder nicht weniger als: - 50 ìg/ml Tylosin, - 250 ìg/ml Gentamyzin, - 150 ìg/ml Linkomyzin, - 300 ìg/ml Spektinomyzin, wobei der Kontakt zwischen dem Antibiotikum und dem unverdünnten Sperma mindestens 3 Minuten auf  der Mischtemperatur gehalten und das Sperma und die glycerinfreie Fraktion des Verdünnungsmittels  für mindestens zwei Stunden auf nicht weniger als 5 °C (41° Fahrenheit) gehalten wurden; d) das Sperma wurde in Einzelbehältnissen (Kunststoffröhrchen) gefuellt, auf denen jeweils der Tag  der Spermagewinnung, die Rasse und die Identität des Spenderbullen sowie Name und Anschrift der  zugelassenen Besamungsstation angegeben sind, wobei diese Informationen ganz oder teilweise in  Codeform angegeben werden können, wenn der zuständigen Behörde des Einfuhrmitgliedstaats der  Schlüssel zu diesem Code mitgeteilt wurde und die Kennzeichnung der einzelnen Behältnisse mit den  entsprechenden Angaben in dieser Bescheinigung eindeutig übereinstimmt; e) das Sperma wurde unter Verwendung von Kühlmitteln, die zuvor für kein anderes Erzeugnis  tierischen Ursprungs benutzt wurden, und unter stationstierärztlicher Überwachung in der  zugelassenen Besamungsstation mindestens 30 Tage vor dem Versand in Behältnissen gelagert, die  zuvor gründlich gereinigt und desinfiziert bzw. sterilisiert wurden; f) ist bei einem beliebigen Bullen der Station ein positives Ergebnis bei einer der Untersuchungen,  mit Ausnahme der in Artikel 1 Absatz 1 der Entscheidung 91/479/EWG der Kommission aufgeführten  Tests auf Blauzungenkrankheit oder epizootische hämorrhagische Krankheit der Hirsche (EHD) oder  eines Tests auf infektiöse bovine Rhinotrachitis/infektiöse pustulöse Vulvovaginitis, wofür eine  schriftliche Ausnahmegenehmigung gemäß Punkt 3 Buchstabe d) Ziffer iv) vorausgesetzt wird,  festgestellt worden, wird das Sperma vom Export ausgeschlossen, solange der Gesundheitszustand der  Station nicht wiederhergestellt ist. g) es wurde unter Verwendung von Kühlmitteln, die zuvor für kein anderes Erzeugnis tierischen  Ursprungs benutzt wurden, in zuvor gründlich gereinigten und desinfizierten bzw. sterilisierten  Behältnissen versandt, die vor ihrem Versand aus der zugelassenen Besamungsstation unter  amtstierärztlicher Überwachung verplombt wurden. >PLATZ FÜR EINE TABELLE> ANHANG II A Verfahren für die Einstufung von Rindersperma zur Ausfuhr aus den  Vereinigten Staaten von Amerika in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft als BTV-frei 1. Alle  Rinder in der zugelassenen Besamungsstation werden vor ihrer Einstellung und danach alle sechs  Monate gemäß den Protokollen in Anhang IV einem Blocking ELISA auf Antikörper gegen das  Blauzungenvirus (BTV) sowie einem AGID-Test auf Antikörper gegen sämtliche EHD-Virusstämme  unterzogen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika nachweislich vorkommen. 2. Ein Bulle, der auf den jüngsten Test gemäß Punkt 1 negativ reagiert hat, gilt im Sinne dieser  Entscheidung als serologisch negativ gegen das Blauzungenvirus, ausgenommen wenn bzw. bis das Blut  oder das Sperma des Bullen auf einen Test gemäß diesem Anhang oder gemäß Anhang III positiv  reagiert. 3. Als vektorfreie Saison in bezug auf eine zugelassene Besamungsstation gilt im Sinne dieser  Entscheidung der Zeitraum, der 21 Tage nach dem Termin, der von dem Landwirtschaftsministerium der  Vereinigten Staaten zu bestimmen und der Geschäftsführung der betreffenden zugelassenen  Besamungsstation sowie der Kommission der Europäischen Gemeinschaften unverzueglich mitzuteilen ist,  beginnt, an dem die für die Übertragung des Blauzungenvirus und des EHD-Virus verantwortlichen  Kulikoidenarten ihre Aktivität in der Region, in der die Station ansässig ist, einstellen, und der  21 Tage vor dem gleichermassen bestimmten und mitgeteilten Termin endet, an dem diese Kulikoiden  wieder aktiv werden. 4. Als Zeitraum der Spermagewinnung, d. h. Gewinnung von Sperma zur Ausfuhr in die Gemeinschaft,  gilt im Sinne dieser Entscheidung ein Zeitraum von nicht länger als drei Wochen, in denen das  Sperma gewonnen wird. Werden diese drei Wochen überschritten, so wird der Gesamtzeitraum der  Spermagewinnung in zwei oder mehr Gewinnungsphasen unterteilt, die maximal jeweils drei Wochen  betragen dürfen und die in bezug auf die Tests und Verfahren zur Ermittlung der in dieser  Entscheidung genannten Krankheiten Blauzungenkrankheit und EHD jeweils als ein separater  Gewinnungszeitraum angesehen werden. 5. Sperma, das in eine oder mehrere der nachstehenden Kategorien eingereiht werden kann, wird zum  Zweck der Ausfuhr in die Europäische Gemeinschaft als BTV-frei eingestuft: a) Sperma, das in der vektorfreien Saison von einem seronegativen Bullen gewonnen wurde, wenn eine  Blutprobe dieses Bullen, die 21 Tage nach Ablauf des Spermagewinnungszeitraums entnommen wurde, auf  einen ELISA-Test zur Ermittlung von BTV-Antikörpern und auf einen AGID-Test zur Ermittlung von  Antikörpern gegen sämtliche in den USA nachweislich vorkommenden EHD-Serotypen gemäß den  Protokollen in Anhang IV negativ reagiert hat; b) Sperma, das in einer anderen als der vektorfreien Saison von einem seronegativen Bullen gewonnen  wurde, wenn eine Blutprobe dieses Bullen, die 21 Tage nach Ablauf des Spermagewinnungszeitraums  entnommen wurde, auf einen ELISA-Test zur Ermittlung von BTV-Antikörpern und auf einen AGID-Test  zur Ermittlung von Antikörpern gegen sämtliche in den Vereinigten Staaten von Amerika nachweislich  vorkommenden EHD-Serotypen gemäß den Protokollen in Anhang IV negativ reagiert hat und wenn  Blutproben, die demselben Bullen an den Tagen der Gewinnung des ausfuhrbestimmten Spermas entnommen  wurden, im Rahmen der Virusisolierung gemäß Anhang III negativ reagiert haben.  ANHANG III Virusisolierung zur Ermittlung des Blauzungenvirus im Blut im Hinblick auf  die Ausfuhr von Rindersperma aus den Vereinigten Staaten von Amerika in die Europäische  Wirtschaftsgemeinschaft 1. An jedem Tag der Gewinnung des zur Ausfuhr bestimmten Spermas (in der  Regel zweimal wöchentlich) wird dem betreffenden Bullen Blut entnommen, das binnen 48 Stunden  subkutan und intradermal einem Schaf inokuliert wird; zuvor ist im Rahmen eines Blocking ELISA  sicherzustellen, daß das Blut seronegativ ist. 2. Über einen Zeitraum von drei Wochen, der am Tag der ersten Beimpfung gemäß Punkt 1 beginnt, wird  dem Schaf zweimal wöchentlich Blut für die Virusisolierung entnommen. 3. Mindestens sechs embryonierte elftägige vorbebrütete Hühnereier werden mit Bullen- und Schafblut  binnen 48 Stunden nach der jeweiligen Entnahme beimpft. 4. Sterben die Embryonen nicht bzw. binnen zwei Tagen nach der Beimpfung ohne besondere Läsionen  ab, so gilt das Testergebnis nach sieben Tagen als negativ. 5. Material eines zwischen zwei und sieben Tagen abgestorbenen Embryos wird auf embryonierte  elftägige vorbebrütete Hühnereier übertragen, wobei mindestens sechs Eier je abgestorbenes Embryo  verwendet werden. 6. Beträgt die Embryosterblichkeit infolge der Übertragung dieses Materials über 50%, so gilt das  Testergebnis als positiv. Im Zellkulturverfahren wird das Virus bzw. die Viren typendifferenziert,  um das Vorliegen des Blauzungenvirus zu bestätigen. 7. Über einen Zeitraum von drei Wochen wird dem Bullen zweimal wöchentlich und dem Schaf einmal  wöchentlich Serum entnommen, das im Rahmen des Blocking ELISA gemäß Anhang IV A, eines  Serumneutralisationstests auf BTV-Antikörper, des AGID-Tests gemäß Anhang IV B sowie eines  Serumneutralisationstests auf EHD-Virus-Antikörper untersucht wird. 8. 21 Tage nach der letzten Beimpfung mit dem Bullenblut wird das Schaf erneut einem Blocking ELISA  unterzogen. 9. Serokonversion bzw. ein vierfacher (oder grösserer) Anstieg des Antikörpertiters beim Bullen oder  beim Schaf lassen auf eine vorliegende oder noch nicht lange zurückliegende Infektion schließen; in  diesem Fall gilt das Testergebnis als positiv. 10. Am Ende des Entnahmezeitraums werden alle Proben zusammen serologisch untersucht. 11.Das Sperma wird erst zur Ausfuhr freigegeben, wenn alle Testergebnisse insgesamt negativ sind.    ANHANG IV A Protokoll für einen Blocking bzw. kompetitiven Enzym-Immuntest (ELISA) unter  Verwendung eines gruppenspezifischen monoklonalen Antikörpers zum Nachweis von BTV-Antikörpern  KOMPETITIVER ELISA ZUM BTV-ANTIKÖRPERNACHWEIS UNTER VERWENDUNG DES MONOKLONALEN ANTIKÖRPERS  3-17-A3 Mit diesem Test können Antikörper aller bekannten Serotypen des Blauzungenvirus (BTV) nachgewiesen  werden. Testprinzip ist die Unterbrechung der Reaktion zwischen BTV-Antigen und einem gruppenspezifischen  monoklonalen Antikörper (3-17-A3) durch Zugabe von Testserumverdünnungen. Antikörper gegen im  Testserum vorhandenes BTV blockieren die Reaktionsfähigkeit des monoklonalen Antikörpers (Mab) und  reduzieren nach Zusatz von Enzymsubstrat die voraussichtliche Farbenentwicklung. Materialien und Reagenzien 1. Flachgrundige Mikrotiterplatten. 2. Antigen: wie folgt zubereitet. 3. Blocking-Puffer: 5 % (w/v) "Marvel"-Milchpulver, 0,1 % (v/v) Tween-20 (als  Polyoxydethylensorbitonmonolauratsirup) in phosphatgepufferter Kochsalzlösung (PBS). 4. Monoklonaler Antikörper: 3-17-A3 (als aufschwimmende Hybridom-Gewebekultur), aufbewahrt bei  20  °C oder gefriergetrocknet, vor Verwendung mit Blocking-Puffer 1:50 verdünnt und gegen das  gruppenspezifische Polypeptid p7 gerichtet. 5. Konjugat: Kaninchen-Antimaus-Globulin (absorbiert und eluiert), zu Meerrettichperoxidase  konjugiert und bei 4 °C im Dunkeln aufbewahrt. 6. Substrat und Chromogen: 0,2 g o-Phenylendiamin (OPD), aufgelöst in einer Pufferlösung aus 2,553  g Zitronensäure und 4,574 g Dinatrium-Hydrogenorthophosphat und mit destilliertem Wasser auf 500 ml  aufgefuellt, in 25-ml-Aliquoten aufgeteilt und bei  20 °C im Dunkeln aufbewahrt, unter Zusatz von 12  ìl/25 ml Wasserstoffperoxyd (30 % w/v) unmittelbar vor der Verwendung. OPD mit Vorsicht handhaben - Gummihandschuhe tragen - mutagenverdächtig. 7. 1 Molar Schwefelsäure: 26,6 ml Säure, zugegeben zu 473,4 ml destilliertem Wasser. Vorsicht - stets Säure zu Wasser, niemals Wasser zur Säure geben. 8. Orbitalschüttler. 9. ELISA-Plattenleser (das Testergebnis kann visuell abgelesen werden). Testformat >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Testprotokoll Blindkontrolle Reihe 1 (A - H) ist eine Blindkontrolle, bestehend aus BTV-Antigen und Konjugat. Sie kann zur  Nichtanzeige des ELISA-Lesers verwendet werden. Mab-Kontrolle Reihe 2 (A - H) ist die monoklonale Antikörper-Kontrolle, bestehend aus BTV-Antigen, monoklonalem  Antikörper und Konjugat. Sie stellt eine Negativ-Kontrolle dar. Der Mittelwert der optischen Dichte  (OD) dieser Kontrollreihe entspricht dem Hemmungswert von 0 %. Positivkontrolle Reihe 3 (A - H) ist die Positivkontrolle, bestehend aus BTV-Antigen, BTV-positiven  Antiserumverdünnungen, Mab und Konjugat. Damit soll angezeigt werden, daß der Test sachgerecht  funktioniert, und ähnliche Hemmungsniveaus sollten von Test zu Test erzielt werden. Testseren  Im Testformat (siehe oben) können 18 Seren, verdünnt im Verhältnis 1:2, 1:4, 1:8 und 1:16,  getestet werden. So lässt sich der Titer von Antikörpern in den Testseren in etwa ermitteln. Die  Verdünnungsreihe könnte bis zu Serumverdünnungsendpunkttitern fortgesetzt werden. Alternativ  könnten bei grossangelegten serologischen Untersuchungen Seren einmal (1:4) oder zweimal (1:2 und  1:4) verdünnt im Rapid-screening-Testverfahren getestet werden. Verfahrensweise 1. BTV-Antigen zu vortitrierter Konzentration in PBS verdünnen, zusammengeballte Viren durch  akustisches Abscheiden kurz dispergieren (falls kein akustischer Abscheider vorhanden, kräftig  pipettieren) und 50 ìl in alle Mulden der ELISA-Platte geben. Zur Dispergierung des Antigens Platte  leicht antippen. 2. Bei 37 °C 60 Minuten auf einem Orbitalschüttler inkubieren. Platten dreimal durch Ausschwemmen  der Mulden mit nicht steriler PBS waschen und auf Löschpapier abtropfen lassen. 3. 50 ìl Blocking-Puffer in jede Mulde geben. Testseren und Positivserum in die entsprechenden  Mulden geben und über die Platte verteilt mit einer Mehrfach-Pipette verdünnen. Die Seren auf  keinen Fall in die Blindkontrolle oder die Mab-Kontrolle geben. 4. Unmittelbar nach Zugabe der Testseren Mab im Blocking-Puffer (zu vortitrierter Verdünnung)  verdünnen und 50 ìl in alle Mulden, ausgenommen der Blindkontrolle, geben. 5. Bei 37 °C 60 Minuten auf einem Orbitalschüttler inkubieren. Dreimal mit PBS waschen und  abtropfen lassen. 6. Kaninchen-Antimaus-Konzentrat in Blocking-Puffer 1:5 000 verdünnen und 50 ìl in alle Mulden  geben. 7. Bei 37 °C 60 Minuten auf einem Orbitalschüttler inkubieren. Dreimal mit PBS waschen und  abtropfen lassen. 8. OPD auftauen und unmittelbar vor der Verwendung 12 ìl 30%iges Wasserstoffperoxid zu je 25 ml OPD  geben. 50 ìl in alle Mulden geben. Farbe ungefähr 10 Minuten entwickeln lassen und Reaktion mit 1  Molar Schwefelsäure (50 ìl je Mulde) stoppen. Eine Färbung sollte sich in den Mab-Kontrollmulden  und in den Mulden mit Seren ohne BTV-Antikörper entwickeln. 9. Plattenergebnisse entweder visuell oder mittels eines spektralphotometrischen Lesers prüfen und  registrieren. Ergebnisanalyse Den OD-Mittelwert, der einem Hemmungswert von 0 % entspricht, anhand der Mab-Kontrollen berechnen.  Die OD-Werte der Testseren werden anhand folgender Formel in Hemmungsprozentwerten ausgedrückt: Hemmungsprozentwert = 100     OD in Anwesenheit des Testserums  OD in Abwesenheit des Testserums ×  100. Hemmungswerte von über 40 % bei einer Serumverdünnung von 1:4 gelten als positiv. Visülles Ablesen  ist möglich, da eine 40%ige Hemmung der niedrigste Wert ist, der mit blossem Auge problemlos  erfaßbar ist. Zubereitung des BTV-ELISA-Antigens  1. 10 Roux konfluierende BHK-21-Zellen dreimal mit serumfreiem Zellzuechtungsmedium nach Eagle  waschen und mit BTV-Serotyp 1 in vorgenanntem Medium infizieren.  2. Bei 37 °C inkubieren und täglich auf zytopathischen Effekt (cpe) prüfen.  3. Wird bei 80 bis 90 % der Zellschicht jedes Roux ein zytopathischer Effekt verzeichnet, das  Virus durch Losschütteln noch befestigter Zellen vom Glas ernten.  4. Die Zellen bis zur Pelletierung bei 2 000 bis 3 000 rpm zentrifugieren.  5. Die aufschwimmende Flüssigkeit abnehmen und die Zellen in ungefähr 30 ml PBS mit 1 % "Sarkosyl"  und 2 ml Phenolmethylsulphonylfluorid (Lysis-Puffer) erneut suspendieren. Eine eventuelle  Gelbildung kann durch Zugabe von mehr Lysis-Puffer reduziert werden. Anmerkung: Phenylmethylsulphonylfluorid ist schädlich - mit äusserster Vorsicht hantieren.  6. Die Zellen in 60 Sekunden mit einem Ultraschallprüfkopf bei 30 Mikron Amplitude trennen.  7. Bei 10 000 rpm 10 Minuten zentrifugieren.  8. Die aufschwimmende Flüssigkeit bei +4 °C aufbewahren und das verbleibende Zellpellet in 10 bis  20 ml Lysis-Puffer erneut suspendieren.  9. Insgesamt dreimal akustisch abscheiden und klären; dabei die aufschwimmende Flüssigkeit in  jeder Phase aufbewahren. 10. Die aufschwimmenden Flüssigkeiten poolen und bei 24 000 rpm 120 Minuten bei 4 °C über einem  5-ml-Kissen aus 40 % Sukrose (w/v in PBS) unter Verwendung von 30-ml-Beckmann-Zentrifugenröhrchen  und eines SW-28-Rotors zentrifugieren. 11. Die aufschwimmenden Flüssigkeiten abnehmen, die Röhrchen gründlich leeren und das Pellet durch  akustische Abscheidung in PBS erneut suspendieren. Das Antigen in Aliquoten bei  70 °C  aufbewahren. Titrierung des BTV-ELISA-Antigens Das BTV-ELISA-Antigen wird anhand des indirekten ELISA titriert. Zweifache Antigenverdünnungen  werden gegenüber einer konstanten Verdünnung (1:50) des monoklonalen Antikörpers 3-17-A3 titriert.  Das Protokoll ist wie folgt: Verfahrensweise: 1. BTV-Antigen in PBS über die Mikrotiterplatte verteilt in Zweifach-Verdünnungsreihen mit einer  Mehrfach-Pipette verdünnen (50 ìl/Mulde). 2. Eine Stunde bei 37 °C auf einem Orbitalschüttler inkubieren. 3. Platten dreimal mit PBS waschen. 4. 50 ìl monoklonalen Antikörper 3-17-A3 (verdünnt 1:50) in jede Mulde der Mikroleiterplatte  geben. 5. Eine Stunde bei 37 °C auf einem Orbitalschüttler inkubieren. 6. Platten dreimal mit PBS waschen. 7. 50 ìl Kaninchen-Antimaus-Globulin, zu Meerrettichperoxidase konjugiert und zu einer  vortitrierten optimalen Konzentration verdünnt, in jede Mulde der Mikrotiterplatte geben. 8. Eine Stunde bei 37 °C auf einem Orbitalschüttler inkubieren. 9. Substrat und Chromogen wie vorstehend beschrieben zugeben. Die Reaktion nach 10 Minuten durch  Zugabe von 1 Molar Schwefelsäure (50 ìl/Mulde) stoppen. Beim kompetitiven ELISA muß der monoklonale Antikörper überschüssig sein. Demnach wird eine  Antigenverdünnung gewählt, die auf die Titrationskurve fällt, die nach 10 Minuten ungefähr 0,8 OD  ergibt.