CELEX: 51990PC0673
Language: de
Date: 1990-12-14
Title: GEAENDERTER VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES UEBER EIN SPEZIFISCHES PROGRAMM FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH INDUSTRIELLE UND WERKSTOFFTECHNOLOGIEN ( 1990-1994 )

Nr. C 14/12                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  22. 1. 91
                                                               II
                                                   (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                 KOMMISSION
              Geänderter Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für For-
              schung und technologische Entwicklung im Bereich industrielle und Werkstofftechnologien
                                                        (1990—1994) (*)
                                              KOM(90) 673 endg. — SYN 261
              (Gemäß Artikel 149 Absatz 3 des EWG-Vertrags von der Kommission vorgelegt am 14. Dezember
                                                              1990)
                                                         (91/C 14/04)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                           Die gemeinsame Forschungsstelle trägt mit ihrem eige-
                                                                    nen Programm zur Durchführung der genannten Aktio-
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                 nen bei.
 schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel
 130q Absatz 2,                                                     Die EG und Europa in seiner Gesamtheit müssen unbe-
                                                                    dingt angemessen auf die Herausforderungen reagieren,
 auf Vorschlag der Kommission,                                      die sich im Bereich der innovativen industriellen und
                                                                    Werkstofftechnologien im internationalen Rahmen stel-
                                                                    len.
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,
 nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                 Eine Vorausschätzung der zur Durchführung dieses spe-
                                                                    zifischen Programms notwendigen finanziellen Mittel
 schusses,
                                                                    der Gemeinschaft ist erforderlich. Die endgültigen jährli-
                                                                    chen Beträge werden von der Haushaltsbehörde unter
 in Erwägung nachstehender Gründe:                                  Einhaltung der finanziellen Vorausschau für den Zeit-
                                                                    raum 1988—1992 im Anhang zur interinstitutionellen
 Mit Beschluß 90/221/Euratom, EWG (2) hat der Rat ein               Vereinbarung vom 29. Juni 1988 (3) und entsprechender
drittes gemeinschaftliches Rahmenprogamm im Bereich                 noch zu verabschiedender finanzieller Vorausschauen für
der Forschung und technologischen               Entwicklung          1993 und 1994 festgelegt.
(1990—1994) angenommen, das Maßnahmen vorsieht,
die zur Wiederbelebung der europäischen Fertigungsin-               In jedem einzelnen der strategischen Forschungsbereiche
dustrie beitragen, indem durch Forschungs- und Ent-                 des Rahmenprogramms ist spezifisch die Grundlagenfor-
wicklungsarbeiten ihre wissenschaftliche und technologi-            schung gemeinschaftsweit zu fördern.
sche Grundlage verbessert wird. Folglich soll zum einen
eine harmonische und umfassende Entwicklung der
zwölf Länder erreicht werden, damit das Ziel des wirt-              Zusätzlich zu dem spezifischen Programm „Mensch und
schaftlichen und sozialen Zusammenhalts verwirklicht                Mobilität" ist die Ausbildung von Wissenschaftlern in je-
werden kann; zum anderen sollen die Auswirkungen der                dem einzelnen der strategischen Forschungsbereiche des
Güterproduktion auf die Umwelt verringert werden. Die               Rahmenprogramms sicherzustellen.
vorliegende Entscheidung muß im Lichte der Begrün-
dung in der Präambel zu dem genannten Beschluß erge-                Die sozialen Auswirkungen des Programms sowie seine
hen.                                                                Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt sind
                                                                    von einem unabhängigen Gremium zu bewerten, und es
Gemäß Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchfüh-              ist eine Technologiefolgen- und Risikoabschätzung vor-
rung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Pro-                  zunehmen.
gramme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt
werden.
                                                                    Gemäß Artikel 4 und Anhang 1 des Beschlusses
                                                                    90/221/Euratom, EWG enthält der für das gesamte
                                                                    Rahmenprogramm als notwendig erachtete Betrag eine
(') ABl. Nr. C 174 vom 16. 7. 1990, S. 28.
(2) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.                           0) ABl. Nr. L 185 vom 15. 7. 1988, S. 33.
 ---pagebreak--- 22. 1. 91                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 14/13
Summe von 57 Millionen ECU für die zentralisierten              tung der Umweltverträglichkeitsnormen, dem Grundsatz
 Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Er-               des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts, dem
gebnisse, die proportional zu dem für jede Aktion vorge-        grenzüberschreitenden Charakter der Vorhaben, den
sehenen Betrag aufzuteilen ist. Der Umfang dieses spezi-       Vorhaben mit geringer Umweltbelastung sowie der Un-
fischen Programms innerhalb der Aktion „industrielle            terstützung für die kleinen und mittleren Unternehmen
und Werkstofftechnologien" führt zu einer Verringerung          besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
 der zur Durchführung dieses Programms erforderlichen
geschätzten Finanzmittel von 6,7 Millionen ECU für die
genannten zentralisierten Maßnahmen, um Artikel 130p            Erst aufgrund der bei der Durchführung des laufenden
Absatz 2 zweiter Satz des Vertrages einzuhalten.                Programms gewonnenen Erfahrungen kann die Kommis-
                                                                sion unter Inanspruchnahme der in den Artikeln 1301,
                                                                130m oder 130o des Vertrages vorgesehenen Möglich-
Wenn sich die EG der internationalen Herausforderung            keiten ergänzende Programmteile vorschlagen, über die
im Bereich der Wissenschaft und der Technologie wie im         der Rat beschließt, wenn sie zur Verwirklichung der
Bereich des Handels erfolgreich stellen will, reicht es         Programmziele gemäß den Bedingungen in Artikel 2 Ab-
nicht aus, wenn sie ausschließlich auf den derzeitigen          satz 2 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG beitragen.
Konzentrationsprozeß unter den großen Unternehmen
vertraut, sondern sie muß vor allem das Entstehen eines
neuen und weitverzweigten Gefüges von kleinen und              Gemäß Artikel 130g des Vertrages gehört zu den Maß-
mittleren Industriebetrieben mit innovativem Charakter         nahmen der Gemeinschaft zur Verstärkung der wissen-
in ausgewogener Weise fördern; außerdem ist für die             schaftlichen und technischen Grundlagen der europäi-
Präsenz harmonischer Strukturen in den Bereichen For-          schen Industrie und zur Förderung der Entwicklung ih-
schung und technologische Entwicklung zu sorgen, wo-           rer Wettbewerbsfähigkeit die Förderung der Zusammen-
bei diese Strukturen zur Zusammenarbeit untereinander          arbeit auf dem Gebiet der FTE mit dritten Ländern und
auf der Grundlage einer Wechselbeziehung „Unterneh-            internationalen Organisationen; eine solche Zusammen-
men — Gebiet" in der Lage sein müssen.                         arbeit kann sich für die Entwicklung dieses Programms
                                                               als besonders fruchtbar erweisen.
Die Durchführung des vorliegenden Programms obliegt
der Kommission. Um dieser die Erfüllung ihrer Aufgabe          Es ist notwendig, wie in Anhang II des Beschlusses
zu erleichtern, sind die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5       90/221/Euratom, EWG vorgesehen, die technische
des Vertrages gehalten, ihr dafür jede erforderliche Hil-      Grundlagenforschung, die Einbeziehung der neuen
festellung zu gewähren, insbesondere im Rahmen eines           Technologien durch die industriellen Anwender und den
Ausschusses.                                                   Erwerb der für die Ausarbeitung von Normen und Ver-
                                                               haltenskodizes zur Erleichterung des Transfers dieser
                                                               Technologien erforderlichen Kenntnisse zu fördern.
Das vorliegende Programm wird hauptsächlich durch
Auswahl von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
durchgeführt, damit diesen eine Beteiligung der Gemein-        Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For-
schaft zugute kommt. Die Kommission hat dafür zu sor-          schung (CREST) ist gehört worden —
gen, daß solche Vorhaben auf dem üblichen Wege —
nämlich der im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaf-
 ten veröffentlichten Aufforderungen zur Einreichung von       HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Vorschlägen — vorgelegt werden. Ferner ist ein Sonder-
verfahren, das zwischen den Aufforderungen zur Einrei-
chung von Vorschlägen wirksam wird, im Hinblick auf                                     Artikel 1
die Wahrung einer gewissen Flexibilität vorzusehen, da-
                                                               Ein spezifisches Programm der Europäischen Wirt-
mit die Kommission angesichts der ständigen Weiterent-
                                                               schaftsgemeinschaft für Forschung und technologische
wicklung und des immer schnelleren wissenschaftlichen
                                                               Entwicklung im Bereich industrieller und Werkstofftech-
und technischen Fortschritts auch spontane Vorschläge
                                                               nologien gemäß Anhang I wird für den Zeitraum vom
berücksichtigen kann, die den Zielen des Programms
                                                               Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Entscheidung im
entsprechen.
                                                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bis zum 31.
                                                               Dezember 1994 beschlossen.
Die Unterstützung der internationalen Wettbewerbsfä-
higkeit der europäischen Industrie durch die Gemein-
schaftsprogramme über Forschung und technologische                                      Artikel 2
Entwicklung wird von einer Politik der Außenbeziehun-
                                                               (1)     Der Gesamtbetrag der Gemeinschaftsausgaben für
gen der Gemeinschaft begleitet, die auf dem Prinzip des
                                                               die Durchführung des den Gegenstand dieser Entschei-
„globalen Ausgleichs der Vorteile" begründet ist; die Be-
                                                               dung bildenden spezifischen Programms beträgt 748
teiligung europäischer Firmen, deren Eigentümer aus
                                                               Millionen ECU. Dieser Betrag enthält 670 Millionen
Nicht-Mitgliedstaaten stammen, geschieht ebenfalls im
                                                               ECU zur Durchführung der in dieser Entscheidung vor-
Lichte dieser Politik.
                                                               gesehenen Aktionen, und 78 Millionen ECU, die für Ak-
                                                               tivitäten bestimmt sind, mit denen die GFS zu diesem
Bei der Auswahl der im Rahmen des Programms durch-             Programm beitragen wird. Dies wird durch eine geson-
zuführenden Vorhaben ist dem Grundsatz der Einhal-             derte Entscheidung des Rates festgelegt.
 ---pagebreak--- Nr. C 14/14                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                22. 1.91
(2)     Von dem genannten Betrag von 670 Millionen            schließlich der Verbreitung, des Schutzes und der Ver-
ECU werden 6,7 Millionen ECU für die zentralisierte           wertung der Forschungsergebnisse gemäß den in Anwen-
Aktion der Verbreitung und Bewertung abgezogen. Der           dung von Artikel 130k Absatz 2 des Vertrages erlassenen
somit auf 663,3 Millionen ECU verminderte Betrag ent-         Vorschriften und gegebenenfalls der Ausbildungs- und
hält die Personalausgaben, die sich auf höchstens 3 %         Bewertungsverfahren.
belaufen dürfen.
                                                              (3)     Es wird beim Anlaufen des Programms ein Ar-
 (3)    Die vorläufige Aufschlüsselung dieser Mittel ist in   beitsprogramm festgelegt und regelmäßig überprüft, in
Anhang II festgelegt.                                         dem Ziele und Art der durchzuführenden Vorhaben so-
                                                              wie die entsprechenden finanziellen Bestimmungen ge-
                                                              nau festgelegt werden.
 (4)    Faßt der Rat einen Beschluß in Anwendung von
Artikel 1 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom,
EWG, so wird diese Entscheidung angepaßt, um jenem            Aufgrund der Arbeitsprogramme erstellt die Kommission
Beschluß Rechnung zu tragen.                                  Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen.
 (5)    Die Haushaltsbehörde entscheidet über die für je-     (4)     Die Informationsunterlagen zu den Aufforderun-
des Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden Mittel.             gen werden von der Kommission in allen Amtssprachen
                                                              der Gemeinschaft verteilt, um gleiche Teilnahmebedin-
                                                              gungen für die Unternehmen, Hochschulen und anderen
                         Artikel 3                            Forschungseinrichtungen der Mitgliedstaaten zu gewähr-
                                                              leisten.
Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sind
in Anhang III festgelegt.
                                                                                        Artikel 7
                         Artikel 4                            (1)     In den in Artikel 8 Absatz 1 genannten Fällen un-
Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft wird gemäß       terbreitet der Vertreter der Kommission dem Ausschuß
Anhang IV des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG fest-           einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Aus-
gelegt.                                                       schuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf inner-
                                                              halb einer Frist ab, die der Vorsitzende je nach Dring-
                                                              lichkeit der betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stel-
                         Artikel 5                            lungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Ar-
                                                              tikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die Annahme der
(1)     Im Jahr 1992 überprüft die Kommission das Pro-        vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden
gramm und legt dem Rat und dem Europäischen Parla-            Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im Aus-
ment einen Bericht über die Ergebnisse dieser Prüfung         schuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitglied-
vor, dem gegebenenfalls Änderungsvorschläge beigefügt         staaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der
sind.                                                         Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.
(2)     Nach Abschluß des Programms bewertet die
                                                              (2)    Die Kommission erläßt die beabsichtigten Maß-
Kommission die Ergebnisse. Sie übermittelt dem Rat und
                                                              nahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschus-
dem Europäischen Parlament einen entsprechenden Be-
                                                              ses übereinstimmen.
richt.
(3)     Die Berichte werden unter Berücksichtigung der in     (3)    Stimmen die beabsichtigten Maßnahmen mit der
Anhang I festgelegten Ziele und gemäß Artikel 2 Absatz        Stellungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt
                                                              keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission
4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG erstellt. In die-
                                                              dem Rat unverzüglich einen Vorschlag für die zu tref-
sen Berichten wird festgestellt, inwieweit die meßbare
                                                              fenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit qualifizier-
Durchführung des Programms mit den in Anhang II des
                                                              ter Mehrheit.
Beschlusses 90/221/Euratom, EWG festgelegten sechs
großen Zielen übereinstimmt.
                                                              (4)    Hat der Rat nach Ablauf eines Monats nach dem
                                                              Datum seiner Befassung keinen Beschluß gefaßt, so wer-
                         Artikel 6                            den die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommis-
(1)    Die Kommission sorgt für die Durchführung des          sion erlassen.
Programms. Sie wird dabei von einem Ausschuß —
nachstehend „Ausschuß" genannt — unterstützt, der
sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt                                   Artikel 8
und dessen Vorsitz der Vertreter der Kommission führt.        (1)    Das in Artikel 7 festgelegte Verfahren gilt für:
(2)    Die von der Kommission geschlossenen Verträge          — die Erstellung und Aktualisierung der in Artikel 6
regeln die Rechte und Pflichten aller Parteien, ein-              Absatz 3 genannten Arbeitsprogramme,
 ---pagebreak--- 22. 1.91                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 14/15
— die Bewertung der unter Ziffer 2 von Anhang III vor-                                   Artikel 9
    gesehenen Vorhaben sowie des veranschlagten Be-
                                                               Für die Durchführung des Programms können gegebe-
    trags des finanziellen Beitrags der Gemeinschaft, so-
                                                               nenfalls auch Zusatzprogramme im Sinne von Artikel
    weit diese Vorhaben dem Normalverfahren, das un-
                                                               1301, Beteiligungen im Sinne von Artikel 130m und ge-
    ter Ziffer 4 des Anhangs III vorgesehen ist, unter-
                                                               meinsame Unternehmen oder andere Strukturen im
    worfen werden und sofern dieser Betrag 5 Millionen
                                                               Sinne von Artikel 130o des Vertrages beschlossen wer-
    ECU überschreitet.
                                                               den.
— die Bewertung aller Vorhaben, die dem unter Ziffer 4
    des Anhangs III vorgesehenen Sonderverfahren un-                                    Artikel 10
    terworfen werden, sowie des veranschlagten Betrags         Sofern die Zusammenarbeit mit den Drittländern und
    des finanziellen Beitrags der Gemeinschaft,                mit internationalen Organisationen zur Erreichung der
                                                               Ziele des Programms die Eingehung rechtlicher Ver-
— die für die Bewertung des Programms zu treffenden            pflichtungen zwischen der Gemeinschaft und den betei-
    Maßnahmen.                                                 ligten dritten Parteien erfordert, ist die Kommission er-
                                                               mächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrages internatio-
                                                               nale Abkommen auszuhandeln, in denen die Modalitäten
(2)     Die Kommission kann den Ausschuß zu allen Fra-         dieser Zusammenarbeit festgelegt werden.
gen im Zusammenhang mit dem Anwendungsbereich des
Programms hören.
                                                               Vorrangig berücksichtigt werden die Zusammenarbeit
                                                               mit den EFTA-Staaten und europäischen Drittländern
(3)     Die Kommission unterrichtet den Ausschuß über:         entsprechend den zwischen dem Rat und dem Europäi-
                                                               schen Parlament vereinbarten Leitlinien, die während des
— den Fortgang des Programms,                                  Konzertierungsverfahrens vor Annahme des dritten Rah-
                                                               menprogramms ausgearbeitet wurden.
— die Entwürfe für die in Artikel 6 Absatz 3 vorgesehe-
                                                               Verhandlungen über solche internationale Abkommen
     nen Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlä-
                                                               können nur mit den Drittländern eingeleitet werden, die
    gen,
                                                               bereits ein Kooperationsabkommen mit der Gemein-
                                                               schaft unterzeichnet haben, in dem Forschung und tech-
— die unter Ziffer 2 des Anhangs III vorgesehenen, dem         nologische Entwicklung oder wissenschaftlicher Fort-
     Normalverfahren unterworfenen Vorhaben, bei de-           schritt als eines der Ziele der Zusammenarbeit ausdrück-
     nen die Beteiligung der Gemeinschaft unter 5 Millio-      lich genannt sind.
     nen ECU liegt, sowie die Ergebnisse ihrer Bewer-
     tung,
                                                               Die Entscheidung über den Abschluß dieser Abkommen
                                                               wird nach dem in Artikel 130q Absatz 2 des Vertrages
— die unter Ziffer 2 des Anhangs III vorgesehenen flan-        vorgesehenen Verfahren getroffen.
     kierenden Maßnahmen,
                                                                                         Artikel 11
— die unter Ziffer 2 des Anhangs III vorgesehenen kon-
     zertierten Aktionen.                                      Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
 ---pagebreak--- Nr. C 14/16                               Amtsblatt der Europäischen      Gemeinschaften                                22. 1. 91
                                                            ANHANG      I
                            WISSENSCHAFTLICHE U N D TECHNISCHE ZIELE U N D I N H A L T
            Die Richtlinien des dritten Rahmenprogramms, seine wissenschaftlich-technische Zielsetzung und Begrün-
            dung sind integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.
            Paragraph 1.2 des Anhangs II des Beschlusses 90/221 /Euratom, EWG über das gemeinschaftliche Rah-
            menprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990—1994), ohne die Be-
            stimmungen bezüglich der Aktionen Messen und Prüfen (die zu einem anderen spezifischen Programm
            gehören), ist ein gänzlicher Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.
            Die Umweltaspekte von Erzeugnissen und Verfahren und die Arbeitsumgebung wird als strategisches Ele-
            ment in alle Teile des Programms einbezogen. Das erfordert Verbindungen zu anderen Programmen über
            Umweltschutz, Gesundheit sowie Messungen und Prüfungen, um Fortschritte in der Risikobewertung und
            Toxikologie zu berücksichtigen.
            Es werden integrierte Tätigkeiten oder Vorhaben in bestimmten Bereichen finanziert, in denen eine Viel-
            zahl von Technologien konzentriert werden muß. Ein besonderes Beispiel stellt die spezifische Forschungs-
            aktion im Luftfahrtbereich dar — unter besonderer Berücksichtigung der logistischen Aspekte der Harmo-
            nisierung und Normung, Sicherheit und Umwelt.
            Den übrigen wichtigen integrierten Tätigkeiten oder Vorhaben, z. B. in den Bereichen Verkehr, Bauge-
            werbe, „saubere" Herstellungsmethoden, Bekleidung müßte eine Definitionsphase vorhergehen (wie dies
            für die Luftfahrt der Fall ist). Es muß insbesondere dafür gesorgt werden, daß aus den integrierten Tätig-
            keiten der größtmögliche Nutzen für die nicht einbezogenen Sektoren gewährleistet wird. Beziehungen zu
            den EUREKA-Vorhaben werden auf der Grundlage der Erfahrungen mit BRITE/EURAM bei der Ein-
            gliederung einiger Ergebnisse in EUREKA-Vorhaben ermutigt.
            Den Forschungsaktionen „Luftfahrt", die über das Instrument des „integrierten Vorhabens" durchgeführt
            werden, werden auf jährlicher Grundlage effektive Mittel zur Verfügung gestellt, die diejenigen nicht über-
            steigen, die durchschnittlich im Programm BRITE/EURAM ausgegeben werden.
            Auf der Grundlage und im Lichte der vorgenannten Elemente wird im folgenden der Inhalt des spezifi-
            schen Programms in vorläufiger Form und nicht erschöpfend beschrieben.
            In den ausgewählten Bereichen sollen die Forschungsanstrengungen im Verhältnis zum strategischen und
            wirtschaftlichen Interesse und ihrer voraussichtlichen Entwicklung stehen.
            Bereich 1: Werkstoffe — Rohstoffe
            Unter besonderer Berücksichtigung der Anmerkungen in Absatz 3 der Einleitung (wissenschaftliche und
            technische Ziele und Inhalt) besteht das Ziel darin, die Leistungsfähigkeit von Werkstoffen zu verbessern,
            und zwar zu Kosten, die eine wettbewerbsfähige industrielle Nutzung in einem breiten Fächer von Anwen-
            dungen zulassen und sich nicht auf einige wenige Hochleistungserzeugnisse beschränken. Die Forschungs-
            arbeiten, die auf eine kostengünstigere Verwendung von hochentwickelten Werkstoffen in einem breiten
            Fächer von Erzeugnissen und Anwendungen ausgerichtet sind, werden unter Berücksichtigung der Verbrei-
            tung dieser Werkstoffe über die ursprünglichen Anwendungsbereiche hinaus unterstützt. Nachdruck liegt
            auf der innovativen Verwendung von industriellen Mineralien, Metalien und Werkstoffen, einschließlich
            ihrer Exploration, Nutzung, Wiedergewinnung, Verarbeitung, Herstellung und Rückführung.
            Rohstoffe
            Hier geht es um die Verbesserung bestehender Verfahren und die Meisterung neuer und wettbewerbsfähi-
            ger Technologien.
            Die Forschungsarbeiten erstrecken sich auf die Entwicklung von Verfahren zur Prozeßanwendung und
            Erprobung von Technologien, wodurch Erträge verbessert, neue Bergwerke erschlossen und andere wirt-
            schaftlicher gemacht werden können.
 ---pagebreak--- 22. 1.91                               Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. C 14/17
         Besondere Aufmerksamkeit wird integrierten Techniken und Modellen zur Exploration von Erzlagerstätten
         und zur Nutzung und Verarbeitung von Mineralien und Gestein, insbesondere den Ressourcen komplexer
         Art beigemessen, die Grund- und strategische Metalle enthalten.
         Es werden Forschungsarbeiten im Hinblick auf ein besseres Verständnis der integrierten Systeme durchge-
         führt, um fortgeschrittene Explorationsverfahren für verborgene Lagerstätten zu unterstützen. Ferner wer-
         den Arbeiten über neue und verbesserte Bohrtechnologien zur kostensparenden Exploration und Gewin-
         nung durchgeführt; ein weiteres Ziel ist die Automatisierung von Extraktionsverfahren sowie der metallur-
         gischen/mineralogischen Behandlung (pro- und hydrometallurgische Verfahren). Außerdem sollten For-
         schungsarbeiten zur Verbesserung von Abbau- und Steinbruchtechnologien durchgeführt werden. Ein wei-
         terer Bereich, in dem Forschungsanstrengungen notwendig sind, ist die Herstellung von grundlegenden
         und strategischen Metallen, hochreinen Metallen, gebranntem Ton, Industriematerialien und Haustein.
         Forschungsarbeiten sollten schließlich auch in den Bereichen der chemisch-physikalischen und biologischen
         Trennungsverfahren durchgeführt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der pränormativen Forschung in
         bezug auf die Sicherheitsbedingungen am Arbeitsplatz und die Umweltauswirkungen der zu entwickelnden
         Gewinnungstechnologien.
         Rikkfiihrung
         Die Forschung umfaßt eine umfassende Analyse der Kreisläufe vom Rohstoff über das Endprodukt bis hin
         zur Rückführung; bei dieser Analyse werden wirtschaftliche und energiespezifische Aspekte berücksichtigt,
         gleichzeitig jedoch auch die Umweltproblematik. In die Analyse wird Industriemüll einbezogen.
         Hier geht es u. a. um eine Ausweitung des Anwendungsbereichs und die verstärkte Wirksamkeit der Rück-
         führungstechnologien. Die wirtschaftliche und strategische Besorgnis über den Verlust vieler wertvoller
         Metalle und Werkstoffe, einschließlich derjenigen, die knapp sind, wird möglichst gering gehalten. Die
         Umweltbelastung durch schädliche Abwässer wird verringert.
         Ein besonderes Ziel ist die Entwicklung neuer Verfahrenstechnologien als Antwort auf die Herausforde-
         rung der Nutzung von Rückständen, insbesondere Abfall und Schrott, die konventionelle sowie wertvolle
         und strategische Metalle enthalten und die aus den wichtigsten Zweigen der Fertigungsindustrie stammen,
         wie Elektronik, Elektromechanik, Kraftfahrzeuge, Luftfahrt, Metallurgie, Petrochemie, Baugewerbe usw.
         Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den komplexen Herausforderungen der Rückführung von Verbund-
         werkstoffen und fortgeschrittenen Werkstoffen.
         Forschungsarbeiten über Technologien zur physikalischen und/oder chemischen Behandlung von Rück-
         ständen, die Metalle enthalten, werden gefördert, um den Umfang und die Wirksamkeit der Rückführung
         zu steigern und die Verwendbarkeit rückgeführter Werkstoffe zu verstärken. Außerdem sind Forschungsar-
         beiten über Pyrometallurgie, Hydrometallurgie und Raffination vorgesehen, die sich bei der Verarbeitung
         komplexer Rückstände von Verbundwerkstoffen und anderen modernen Werkstoffen, Legierungen und
         aus vielen Elementen bestehendem Schrott anwenden lassen.
         Neue und verbesserte Werkstoffe und ihre Verarbeitung
         Hier ist das Ziel die Entwicklung von Werkstoffen und Verfahren, einschließlich konventioneller Massen-
         güterwerkstoffe mit besseren Eigenschaften und höherer Leistungsfähigkeit zu angemessenen Kosten; wei-
         tere Aspekte sind: fortgeschrittene Strukturwerkstoffe für Hochleistungssysteme, fortgeschrittene Funk-
         tionsmaterialien, Oberflächenbearbeitung und verwandte technologische Verfahren.
         Ferner sind Forschungsarbeiten mit folgenden Zielen zu fördern:
         — mehr Funktionen oder bessere Funktionsfähigkeit der Werkstoffe mittels besserer Entwicklungs- und
              Nutzungseigenschaften, einer genaueren Definition sowie einer angemessenen Anwendung, insbeson-
              dere durch die Entwicklung zuverlässiger Datenbanken;
         — die Entwicklung von fortgeschrittenen Werkstoffverbindungen, deren Forschungsthemen sich auf Fälle
              beziehen, in denen eine wirtschaftliche industrielle Anwendung absehbar ist.
         Auf dem Gebiet der konventionellen Massengüterwerkstoffe einschließlich der Werkstoffe für die Bauindu-
         strie wird den Herstellungs- und den Qualitätskontrolltechnologien, Verbesserungen in bezug auf neue
         Anwendungen und Werkstoffe sowie den Regeln für die Langzeitverhaltensvorhersage einschließlich der
         Zuverlässigkeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Es werden Methoden entwickelt, um die für das
         Design Verantwortlichen zu befähigen, von Beginn an der Akzeptanz für die Umwelt und die Verbraucher
         Rechnung zu tragen.
 ---pagebreak--- N r . C 14/18                              Amtsblatt der Europäischen       Gemeinschaften                               22. 1.91
              Die Forschungsarbeiten werden auf neue Entwicklungen oder radikale Neuerungen in fortgeschrittenen
              Werkstoffen für Anwendungen in der Spitzentechnologie ausgerichtet, die auch einen bedeutenden indi-
              rekten Nutzen für andere Industriebereiche haben können.
              Die Forschungsarbeiten beziehen sich auch auf den Einsatz fortgeschrittener Werkstoffe in einer breiten
              Palette von Produkten und Anwendungen.
              Besonderer Nachdruck wird auf die Entwicklung von Werkstoffen mit spezifizierten Eigenschaften gelegt,
              die Fortschritte im Verständnis der Strukturauswirkungen nutzen. Dabei geht es um Techniken zur kun-
              denspezifischen Fertigung von Werkstoffen, die zu einer Verbesserung der FuE-Wirksamkeit auf diesem
              Gebiet führen sollen.
              Im folgenden wird auf der Grundlage und unter Berücksichtigung der vorstehend aufgeführten Elemente
              eine vorläufige und keineswegs erschöpfende Übersicht über die in das Programm einzubeziehenden The-
              men gegeben.
              Bei den Metallwerkstoffen richten sich die Bemühungen auf die Erschließung neuerer Märkte für hochwer-
              tige Werkstoffe (z. B. besondere Ferrolegierungen und NE-Legierungen, Superlegierungen, intermetallische
              Verbindungen, hochschmelzende Metalle), die kundengerecht für komplexe Entwurfsspezifikationen und
              erschwerte Betriebsbedingungen angefertigt werden.
              In der technischen Keramik wird die Aufmerksamkeit auf eine bessere Kontrolle der Mikrostruktur und
              der Verfahrenstechnologien und die grundlegenden Probleme im Zusammenhang mit der Zuverlässigkeit
              und dem Sprödbruchverhalten gerichtet.
              Bei den Polymerwerkstoffen zielen die Forschungsarbeiten auf ein besseres Verständnis der Zusammen-
              hänge zwischen Struktur, Morphologie und Eigenschaften ab. Die Entwicklung neuer und verbesserter
              Verfahrenstechnologien für die Herstellung zuverlässiger Komponenten soll dazu dienen, die Anwendung
              dieser Kategorien von Werkstoffen auszuweiten. Insbesondere sind Forschungen darauf ausgerichtet, tech-
              nische Thermoplaste zu entwickeln, die ihre mechanischen Eigenschaften bei höheren Temperaturen behal-
              ten und die mit den kostengünstigeren thermischen Verfahren hergestellt werden können.
              Bei den Forschungsarbeiten über Verbundwerkstofftechnik werden die mit der Massenherstellung verbun-
              denen Probleme behandelt.
              Bei den Supraleitern besteht die Herausforderung darin, die maximale kritische Stromdichte und Leistungs-
              fähigkeit zu erhöhen, zusammen mit Fortschritten in den Anwendungstechnologien, einschließlich Produk-
              tion, Herstellung und Zuverlässigkeit der Kabel.
              Diese Arbeiten ergänzen das Kapitel „Rechnergestützte Fertigung (CIM)" des spezifischen Programms zur
              Informationstechnologie (IT) gemäß dem Beschluß 90/. . ./EWG, Euratom über die Fertigung von Werk-
              stoffen für spezielle IT-Anwendungen.
              Die Forschungsarbeiten beziehen sich auch auf die Untersuchung und Entwicklung neuer bioaktiver Werk-
              stoffe und neuer biomedizinischer Werkstoffe.
              Pränormative Arbeiten, die zur Beschleunigung der Anwendbarkeit neuer Werkstoffe notwendig sind, um-
              fassen Forschungsarbeiten bzgl. Klassifizierung und Charakterisierung, um die Leistungsfähigkeit festzule-
              gen und Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt möglichst gering zu halten.
              Bereich 2: Entwurf und Fertigung
              Jede Industrieproduktion ist Teil eines Systems, in dem die Bedürfnisse des Nutzers, der Entwurf, die
              Werkstoffe, die Produktionsanlagen und die Fertigung in Wechselwirkung zueinander stehen. Das System
              muß für jede gegebene Anwendung so optimiert werden, daß der für ein Erzeugnis geforderte Qualitäts-
              und Zuverlässigkeitsstandard zu Mindestkosten erreicht wird.
              Das Ziel ist es, die Fähigkeit der Industrie zu verbessern, Erzeugnisse zu entwerfen und herzustellen, die
              sowohl qualitativ hochwertig, wartungsfreundlich, sehr wettbewerbsfähig als auch umweltfreundlich und
              sozial akzeptabel sind.
              Diese Arbeiten ergänzen das Kapitel „Rechnergestützte Fertigung (CIM)" des spezifischen Programms zur
              Informationstechnologie (IT) gemäß dem Beschluß 90/. . ./EWG, Euratom über die Fertigung von Werk-
              stoffen für spezielle IT-Anwendungen.
 ---pagebreak--- 22. 1.91                               Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                     Nr. C 14/19
         Die Forschungen werden auf die Anwendung fortgeschrittener grundlegender Disziplinen wie Physik und
         Chemie, Mechanik, Optik, Akustik, Dynamik der flüssigen Körper, mathematische Modellierungen und
         Prozeßtechnik und ihre Einbeziehung in neue technologische Entwicklungen wie Optomatronik (Optik,
         Werkstoffe und Elektronik), Mechatronik (Maschinenbau, Datenverarbeitung und Elektronik), Mikrotech-
         nologie sowie Mikro- und Nanostrukturtechnik einschließlich Molekulartechnik ausgerichtet.
         Besonderes Augenmerk gilt der aktiven Einbeziehung von kleinen und mittleren Unternehmen mit ihrem
         besonderen Fachwissen und ihrer Rolle als Experimentierwerkstätten sowie der Modernisierung der her-
         kömmlichen Industrie.
         Entwurf
         Die Forschungsarbeiten bezüglich Design sind auf die Leistungsfähigkeit der Produkte, die Konzeptions-
         dauer, Fertigung und Folgekosten ausgerichtet. Dieses Konzept stellt eine Verbindung zwischen den Infor-
         mationsanforderungen im technischen Entwurfsprozeß (z. B. Ausgangs-Werkstoff, Fertigung und Funk-
         tion) und den organisatorischen Verfahren und den menschlichen Faktoren, die dem Prozeß zugrunde
         liegen, her. Diese Arbeit ergänzt das Konzept der Produktmodellierung, dem im Bereich der IT eine
         Spitzenrolle im Rahmen des im Beschluß 90/. . ./EWG vorgesehenen spezifischen Programms zu den In-
         formationstechnologien zukommt.
         Die Forschung umfaßt Ausfallarten und Fehleranalyse durch Modellierungstechniken unter Berücksichti-
         gung der Bruchmechanik, der Tribologie, der Dynamik flüssiger Körper, der Korrosionsanalyse usw. Die
         Durchführung dieser Entwurfskonzepte kann die Anpassung von Softwarewerkzeugen für spezifische An-
         wendungen erfordern.
         Die Forschungsarbeiten werden auf ein Design ausgerichtet, das eine einfache Fertigung, Qualitätskon-
         trolle, Wartung, Rückführung oder Wiederverwendung zwecks Reduzierung der Folgekosten sicherstellt.
         Forschungsarbeiten über eine bessere Modellierung/Simulation und Techniken zur raschen Prototypher-
         stellung mit breitem Anwendungsfeld unterstützen den technischen Entwurfsprozeß in bezug auf die Pro-
         duktvalidierung, Optimierung und Vorhersage des Betriebsverhaltens. In Würdigung der Vorteile der Ver-
         breitung optimaler Praktiken werden die Vorhaben — wo immer möglich — zum Entstehen und zur
         Entwicklung von Standards und einer guten Entwurfspraxis beitragen.
         Fertigung
         Forschungsarbeiten bezüglich Qualität der Fertigung beziehen sich auf die Anwendung wirksamer und
         kostengünstiger Fertigungsverfahren und die Einbeziehung anderer Aspekte, einschließlich der Entwurfs-
         schnittstelle, der Qualitätskontrolle, der Wartung der Anlagen und der Arbeitsumgebung.
         Besondere Aufmerksamkeit wird auf flexible Kleinserien- sowie auf Massenproduktionstechnologie gerich-
         tet, um einem entstehenden Bedarf an identischen technischen Produkten in großen Mengen nachzukom-
         men. Insbesondere geht es um die Anwendung geeigneter Werkstoffe und damit zusammenhängender
         Technologien, wie bei der Präzisionstechnik oder der Einbeziehung der Spezialwerkstoffe in eine Massen-
         produktionsumgebung sowie um Technologien zur Formung, Zerspanung und Zusammensetzung miniatu-
         risierter und/oder komplexer Komponenten.
         Die Forschungsarbeiten gelten der Anpassung erprobter CIM-Systeme auf den besonderen Bedarf der In-
         dustrie und zwar insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen.
         Es werden Forschungsarbeiten bezüglich Endform oder endformnahen Formgebungsprozessen unterstützt,
         um kostspielige und umweltbelastende Abfälle zu reduzieren.
         Im Rahmen der Forschungsarbeiten über Verfahrenstechnik werden integrierte Konzepte entwickelt. The-
         men für Untersuchungen könnten Prozeßmodellierung, Trennungstechnologie, Molekulartechnik, Kata-
         lyse- und Oberflächenwissenschaften und -technologie und chemische Sensoren umfassen. Grundlegende
         Forschungsarbeiten zum Mischen und Rühren, bzgl. Partikel- und Pulvertechnologie werden unterstützt,
         um ein besseres Verständnis zu entwickeln als es zur Zeit durch die derzeitigen empirischen Konzepte
         geboten wird. Die Forschung wird auch darauf ausgerichtet sein, ein Verständnis für die besonderen Pro-
         zesse als Grundlage für einen an kundenspezifischen Bedarf angepaßte Software zu liefern.
 ---pagebreak--- Nr. C 14/20                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   22. 1.91
                                                            ANHANG     II
                                   VORLÄUFIGE AUFSCHLÜSSELUNG DER AUSGABEN
            In Prozent für den Zeitraum 1990—1994:
            Bereich 1: Werkstoffe — Rohstoffe
            — Rohstoffe und Rückführung                             12
            — Werkstoffe                                            44
            Bereich 2: Entwurf und Fertigung                        44
            Die Aufschlüsselung zwischen verschiedenen Bereichen schließt die Möglichkeit nicht aus, daß Projekte
            mehrere Bereiche einschließen können.
            1. Ein Betrag entsprechend 10 % des Gesamtbetrags ist für Vorhaben zur Förderung der Grundlagenfor-
                schung zu verwenden, wobei diese Vorhaben eindeutig zu identifizieren sind.
            2. Ein Betrag entsprechend 2 % des Gesamtbetrags ist für Vorhaben zur Förderung der Ausbildung von
                Wissenschaftlern in den von diesem spezifischen Programm erfaßten Bereichen vorzusehen.
            3. Ein Betrag entsprechend 2 % des erforderlichen Gesamtbetrags ist für die Technologiefolgen- und Risi-
                koabschätzung zu verwenden; die Ergebnisse sind zusammen mit den Bewertungsberichten dem Parla-
                ment zu übermitteln.
            4. Ein Betrag entsprechend 2 % des Gesamtbetrags ist für die Unterstützung der Durchführbarkeitsstudien
                zugunsten der KMB vorzusehen.
                                                           ANHANG      III
            MODALITÄTEN DER D U R C H F Ü H R U N G DES PROGRAMMS U N D MASSNAHMEN ZUR VER-
                                    BREITUNG U N D VERWERTUNG DER ERGEBNISSE
             1. Die Kommission führt das Programm nach Maßgabe des in Anhang I festgelegten wissenschaftlichen
                und technischen Inhalts durch.
            2. Die Modalitäten der Durchführung des Programms gemäß Artikel 3 umfassen Vorhaben der Forschung
                und technologischen Entwicklung, flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen.
                Die Tätigkeiten der von der GFS ausgeführten direkten Forschung sind Gegenstand einer gesonderten
                Entscheidung des Rates.
                Die Vorhaben sind Gegenstand von Verträgen im Bereich der Forschung und technologischen Entwick-
                lung auf Kostenteilungsbasis.
                Mit den flankierenden Maßnahmen sollen die Mittel eingesetzt werden, die eine gute technische Durch-
                führung, Verwaltung und Bewertung des Programms sowie eine entsprechende Verbreitung und Zu-
                gänglichkeit der Ergebnisse, die Koordinierung, Ausbildung und Unterrichtung der Teilnehmer am Pro-
                gramm ermöglichen.
                Die konzertierten Aktionen sind die in Artikel 92 der Haushaltsordnung festgelegten.
 ---pagebreak--- 22. 1.91                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            N r . C 14/21
          3. Die Teilnehmer an den Vorhaben müssen natürliche oder juristische Personen mit Sitz in der Gemein-
             schaft (') sein, wie Hochschulen, Forschungsorganisationen und Industrieunternehmen, einschließlich
              kleiner und mittlerer Unternehmen oder ihrer Verbände, insbesondere Europäische Wirtschaftliche In-
              teressenvereinigungen (EWTV).
              Natürliche oder juristische Personen mit Sitz in den Ländern, die mit der Gemeinschaft Abkommen
              geschlossen haben, in denen eine Zusammenarbeit im wissenschaftlichen und technischen Bereich vorge-
              sehen ist, können an den im Rahmen dieses Programms durchgeführten Vorhaben auf der Grundlage
              des wechselseitigen Vorteils teilnehmen. Die ausgewählten Auftragnehmer werden nicht der im Rah-
              menprogramm vorgesehenen finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft teilhaftig. Sie leisten einen Bei-
              trag zu den allgemeinen Verwaltungskosten.
          4. Die Auswahl der Vorhaben erfolgt nach folgenden Prioritäten, wobei das erste Verfahren die Regel und
              das zweite die Ausnahme darstellt:
              Die Teilnehmer an den Vorhaben werden aufgrund des normalen Verfahrens der Aufforderung zur
              Einreichung von Vorschlägen (Artikel 6 Absatz 3) ausgewählt; diese Aufforderungen werden im Amts-
              blatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgegeben.
             Gemäß den zwischen dem Rat und dem Europäischen Parlament vereinbarten Leitlinien soll, soweit
              sonstige Kriterien wissenschaftlicher Güte erfüllt sind, im Falle von wissenschaftlich gleichwertigen Pro-
             jektvorschlägen solchen der Vorzug gegeben werden
               i) an deren Durchführung Teilnehmer in benachteiligten Regionen und/oder im industriellen Nieder-
                  gang befindlichen Regionen, wie in den Artikeln 8 und 9 der Verordnung (EWG) Nr. 2052/88 des
                  Rates definiert, mitwirken,
              ii) bei denen kleine und mittlere Unternehmen oder ihre Verbände beteiligt sind.
             Die Kommission entscheidet in jedem Fall, ob die Verwaltung des Programms oder von Teilen davon
             von Organisationen oder Institutionen außerhalb der Kommission durchgeführt werden kann ohne De-
             legierung ihrer Entscheidungsgewalt.
             Die Kommission kann auch nach einem Ausnahmeverfahren und unter den nachfolgend genannten Be-
             dingungen Vorschläge annehmen, wenn sie besonders vielversprechende und wichtige Beiträge aufgrund
             der Originalität des vorgeschlagenen Themas, der Neuartigkeit des wissenschaftlichen und technischen
             Konzepts und der Durchführungsmethodologie sind, wobei der individuelle Charakter des Antragstel-
             lers berücksichtigt wird.
             Eine befürwortende technische Bewertung derartiger Vorschläge allein ist für die Annahme eines Vor-
             habens nicht ausreichend; das Ausnahmeverfahren kommt nämlich nur zur Anwendung, wenn der Cha-
             rakter des jeweiligen Vorhabens entsprechend der obigen Definition das Vorgehen nach dem normalen
             Verfahren (Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen) nachweislich nicht rechtfertigt.
             Das Ausnahmeverfahren setzt nach der ersten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ein und
             muß vor dem normalen Verfahren durchgeführt werden, und zwar dergestalt, daß der für die finanzi-
             elle Beteiligung der Gemeinschaft an den im Normalverfahren ausgewählten Vorhaben verfügbare Be-
             trag genau festgelegt werden kann. Die Frist für das Ausnahmeverfahren wird jedes Jahr im Amtsblatt
             der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
             Die Kommission teilt der Haushaltsbehörde zusammen mit der Übermittlung des Haushaltsvorentwurfs
             mit, ob mit den im Haushaltsplan des vergangenen Jahres vorgesehenen Mitteln auch nach dem Sonder-
             verfahren ausgewählte Vorhaben finanziert wurden sowie die gewährten Beträge. Wenn sich diese Vor-
             haben auf mehrere Programme beziehen, teilt sie mit, welcher Ausschuß Unterstützung gewährt hat.
             Die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an allen im Ausnahmeverfahren ausgewählten
             Vorhaben wird jedes Jahr festgelegt, und zwar in Abhängigkeit von den nach besonders strengen tech-
             nischen Maßstäben ausgewählten Vorhaben. Auf keinen Fall darf dieser Betrag 10 % überschreiten; er
             kann jedes Jahr aufgrund der Erfahrungen überprüft werden.
         (') Zum Zweck, des vorliegenden Programms kann sich die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) mit Sitz
             in Genf, deren Einrichtungen sich größtenteils auf dem Hoheitsgebiet der Gemeinschaft befinden, an den Verträgen
             beteiligen.
 ---pagebreak--- Nr. C 14/22                              Amtsblatt der Europäischen     Gemeinschaften                               22. 1.91
               Es wird versuchsweise und partiell ein neues Verfahren der Auswahl unter den Vorhaben eingeführt.
               Die Ergebnisse dieses neuen Auswahlverfahrens werden in dem Bewertungsbericht geprüft, der zur
               Halbzeit des Programms erstellt wird.
               Die Kommission erstellt einen Leitfaden mit allen Vorschriften für das Ausnahmeverfahren, um voll-
               ständige Transparenz zu gewährleisten.
            5. Die Vorhaben müssen die Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz
               in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen.
            6. Die Kommission kann die Teilnehmer dazu ermutigen, beispielsweise für besonders große Vorhaben
               eine EWTV zu bilden oder sonstige Vereinbarungen zu treffen, die eine dezentralisierte, den Besonder-
               heiten des Vorhabens angepaßte Verwaltung ermöglichen.
            7. Die Verbreitung der bei der Abwicklung der Vorhaben erworbenen Kenntnisse erfolgt einerseits inner-
               halb des spezifischen Programms und andererseits in Übereinstimmung mit dem Beschluß gemäß Artikel
               4 dritter Absatz des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG.