CELEX: 51980PC0237
Language: de
Date: 1980-05-12 00:00:00
Title: Entwurf einer EMPFEHLUNG DES RATES AN DIE MITGLIEDSTAATEN über die Verwertung von Papier- und Pappen- abfallen (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (80) 237
Vol. 1980/0074
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
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amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                       KOM(80)237 endg.
                                                       Brüssel - den 12 . Mai 1980
                                 Entwurf einer
                 EMPFEHLUNG DES RATES AN DIE MITGLIEDSTAATEN
                 über die Verwertung von Papier - und Pappen
                 abfallen
                     (von der Kommission dem Rat/vorgelegt^^
                                                ni                  n
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Einleitung
In dem Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz
1977-1981 , das durch eine Erklärung des Rats der Europäischen Gemeinschaften
und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten
vom 17 . Mai 1977 (1 ) genehmigt wurde, wird die Notwendigkeit einer "aktiven
Politik zur Abfallbekämpfung" hervorgehoben und es werden entsprechende
Prioritäten, darunter die Rückgewinnung von Papier- und Pappenabfällen ,
gesetzt . Dasv Programm betrifft die Verhinderung des Entstehens , die Sammlung
und Verwertung sowie die mögliche Wiederverwendung von Abfällen . Der zur
Unterstützung der Kommission bei einer EG-weiten Abfallbekämpfungspolitik ~
eingesetzte Ausschuss für Abfallwirtschaft (2 ) nahm sich vorrangig des Problems
der Verwertung von Papier- und Pappenabfälle an und verabschiedete auf der
Sitzung vom 4 . Oktober 1977 ein entsprechendes Arbeitsprogramm .
Wirtschaftliche Aspekte
1 . In der Antwort auf den Fragebogen der Kommission vom 14 . Juli 1978
      bezifferte der Europäische Verband der Zellstoff-, Papier- und Pappen-
      industrie ( CEPAC ) das jährliche Defizit der Gemeinschaft an Faserrohstoffen
      im Papiersektor ( Papier, Zellstoff , Holz und Altpapier ) für 1976 mit
      16 Millionen Tonnen jährlich ( umgerechnet in Tonnen Papieräquivalent )
      gegenüber einem Papier- und Pappeverbrauch von jährlich 30 Millionen
      Tonnen . Der Verbrauch von rund 30 Millionen Tonnen wurde somit nur durch
      14 Millionen Tonnen ( rund 45 % ) Fasern aus der Gemeinschaft gedeckt (3 ).,
      Von diesen 14 Millionen Tonnen stammen lediglich 5 Millionen Tonnen Holz-
      faser aus EG-Wäldern, während die verbleibenden 9 Millionen Tonnen
      verwertete Altpapierfasern sind; das entspricht einer Verwertungsquote
      von rund 32 % ( 4 ).
( 1 ) ABl . Nr . C 139 vom 13 . Juni 1977
 (2 ) ABl . Nr . L 115 vom 1 . Mai, 1976
 ( 3 ) Allerdings können auch in der Gemeinschaft verwertete Altfasern aus
                                                                    .      ■
         Drittländern eingeführt worden sein
 (4 ) Die Verwertungsquote ist das Verhältnis zwischen der Gesamttonnage
         des rückgeführten Altpapiers und dem sichtbaren Papier- und Pappeverbrauch
 ---pagebreak--- Geht man davorf aus , dass 1976 30 Millionen Tonnen verbraucht wurden und
rund 15 % zu Dauerartikeln verarbeitet werden oder verloren gehen <5
Millionen Tonnen), dann konnte theoretisch in der E6 . nahezu 25 Millionen
tonnen Altpapier verwertet werden . Derzeit werden aber nur etwa 10 Millionen
Tonnen rückgeführt . Noch werden rund 15 Millionen Tonnen, meist Hausmüll ,
als Abfall beseitigt . Somit verliert die europäische Wirtschaft den Rohstoff-
wört dieser 15 Millionen Tonnen . ( Setzt man die Beseitigungskosten mit rund
30 ERE je Tonne Hausmüll an, dann kostet die Beseitigung die Wirtschaft über
450 Millionen ERE jährlich an Abfallbeseitigungskosten ).
Im Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz wird
festgestellt , dass in der gesamten Gemeinschaft 1.700 Millionen Tonnen Müll
jährlich anfallen dürften . Die Gemeinschaft sollte daher eine aktive Politik
fördern, die das Abfallaufkommen eindämmt , z.B. durch
a . Verringerung der durch Abfallablagerung entstehenden Verschmutzung;
b . einen Beitrag zur harmonischen Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit     *
    gemäss den Zielen des EWG-Vertrags ; diese Entwicklung Itann von den
    gestiegenen Rohstoff kosten, der Versorgungsabhängigkeit der Gemeinschaft
    und langfristig von der zunehmenden Verknappung und damit einhergehenden
    Verteuerung bestimmter Rohstoffe nur gehemmt werden .
Es bleibt abzuwarten, ob und unter welchen Umständen die Ressourcen der
Gemeinschaft an Holz- und Altpapier eingesetzt und ausgeweitet werden
können . Aus den Prognosen der Food and Agricultural Organization der
Vereinten Nationen < FA0) und der Antwort des CEPAC auf den Fragebogen
der Kommission vom 14 . Juli 1978 geht hervor, dass sich mittel - und
langfristig bei der Aussenversorgung .Schwierigkeiten ergeben können .
Nach der günstigsten Projektion würde die Zel Istoff erzeugung der
skandinavischen Lander , Hauptlieferanten der EG, zwischen 1970 und dem
Jahre 2000 um 35 % bzw . rund 6 Millionen Tonnen steigen . Angesichts der
zunehmenden Integrierung in der skandinavischen Industrie werden diese
zusätzlichen Mengen vermutlich - in Form von Papier und nicht als Zellstoff
geliefert .
 ---pagebreak---                                                             • ·    +
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Die Prognosen für Südamerika hängen stark von der Entwicklung der Binnen­
nachfrage ab . Die verfügbare Menge an Zellstoff dürfte -jedoch vor 1990 nicht
mehr als 1 Mio t betragen . In Afrika wird nicht ausreichend investiert , so
idass kein entscheidender Einfluss auf die Versorgung der Gemeinschaft vor
2000 zu erwarten ist .
                                 •                              *      '
Die lieferungen aus asiatischen Ländern werden in der näheren Zukunft weit­
gehend für den Eigenbedarf eingesetzt , Überschüsse dürften unmittelbar nach
Japan gehen . Auch ist die Ausfuhrpolitik dieser Länder unvorhersehbar . Dem­
nach richtet sich der Blick der Gemeinschaft auf Nordamerika und vor allem
Kanada , die die Versorgung mit Einfuhrzellstoff für Europa zwischen dem
heutigen Zeitpunkt und dem Jahr 2000 sichern sollen . Die Lieferungen an die
Gemeinschaft stellen für Nordamerika im Verhältnis zu dessen Binnenmarkt nur
                                                  «
geringe Mengen dar, da sie nur 10 % des Ausstosses ausmachen ; für die EG-
Importe sind sie jedoch entscheidend, und ihre vorherrschende Stellung bei
der Versorgung der Gemeinschaftsmärkte wird noch wachsen . Die Ausfuhrpreise
und- mengen dieser Länder werden weitgehend von der Eigennachfrage bestimmt
und sind ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor /für den Gemeinschaftsmarkt .
Diese Abhängigkeit Europas von aussen und die Unsicherheit der Versorgung ,
aus Nichtmitgliedstaaten'machen es' für die EG um so dringender, eine eigene,
möglichst vollständige Ressourcenpolitik einzuführen , da die Zunahme der
Versorgung mit Zellstoff aus dem EG-Bereich lediglich ausreichen wird , das
künftige Defizit an Zellstoff auf dem gegenwärtigen Stand zu halten .
Eine eigene Ressourcenpolitik der EG sollte sich daher sowohl auf Zellstoff
als auch* auf Altpapier stützen . Parallel zu dieser Politik soll auch die
           /
Suche nach alternativen Verwendungen für Altpapier ausgedehnt werden ,
wodurch gleichzeitig mehr Stabilität auf den Altpapiermarkt gebracht wird . '
Allerdings dürfte die Papierherstellung sicherlich die wichtigste Verwendung
für Altpapier bleiben.                                            ■^
 ---pagebreak--- 4 . Die folgenden Überlegungen zur Lage auf dem Altpapiersektor lassen die
     Bedingungen und Grenzen des Altpapie'reinsatzes sowie die für eine etwaige
     Steigerung des Altpapierverbrauchs erforderlichen Massnahmen genauer
     erkennen .
     a ) Im Gegensatz zu Faserholz, das in* der Gemeinschaft bisher nur begrenzt
         eingesetzt wird, wird Altpapier bereits in bedeutendem Umfang verwendet ,
         und global dürfte die optimale Einsatzquote also schneller erreicht sein .
     b) Die allgemeine Entwicklung wird durch einen neuen Bericht der OECD ( 1 )
         bestätigt . Demnach war zwischen 1973 und 1974 ein anhaltender Anstieg
         des Altpapiereinsatzes zu verzeichnen , der 1974 / 75 erheblich nachliess und
         in den Jahren 75 / 76 wieder zunahm . Übrigens stieg in den Mitgliedstaaten
         ausser in den Niederlanden, Italien und in geringerem Umfang in der
         Bundesrepublik Deutschland die Nachfrage nach allen Sorten von Altpapier
         zwischen 1973 und 1976 nicht an .
         Zweifellos hat die Wirtschaftskrise mit den dabei getroffenen Sparmass-
         rtahmen vor =» llem im Verpackungsbereich das Wachstum beim Papier- und
         Pappeverbrauch abgeschwächt . Der Verbrauch erreichte 1978 kaum das Niveau
         von 1973 .
                                                i
     c ) Die Nachfrage nach Altpapier war zwischen 1973 und 1976 qualitätsabhängig .
         In den Sorten III (Altpapier der Spitzenqualität ) und IV ( Mischpapiere )
         sank die Nachfrage nahezu überall . Dagegen stieg die Nachfrage nach Sorte
         I , ( Zeitungen und Magazine ) und noch stärker nach Sorte II (Wellenpapier )
         in fast allen Mitgliedstaaten .
     d ) Allgemein dürfte der wachsende Einsatz von Altpapier fest bleiben , doch
         wird er wahrscheinlich unter den 12 bis 13 Millionen Tonnen Altpapier im
         Jahre 1980 liegen, die im Massus- Bericht ( 2 ), der sich auf eine durch­
         schnittliche Wachstumsrate von jährlich 5 % stützt , prognostiziert - werden .
         Der Grund dafür sind zahlreiche veränderte Faktoren im wirtschaftlichen
         Umfeld seit Beginn der Krise .
 (1 ) Struktur und Entwicklung von Angebot und Nachfrage für Altpapier unter­
       schiedlicher Güteklassen, OECD ( DSTI / IND / PP/ 78-01 ) vom 21 . März 1978, Seite 18
 <2 ) Altpapier in der EG, 1974
 ---pagebreak---      Insbesondere Liegt die Wachstumszunahme bei Altpapier angesichts der
     unmittelbaren Verbindung zwischen Verbrauch und verwerteten Mengen von
     Altpapier deutlich niedriger .                           • ' ~
e ) Bei künftigen gemeinschaftlichen Massnahmen sind Fragen der Faser-
     ressourcen und des Umweltschutzes zu berücksichtigen . Folgende vorrangige
     Massnahmen hinsichtlich der Nachfrage nach Altpapier sind denkbar :            -
     1 . . Die einzelnen Vorbereitungstechniken, insbesondere Entschwärzung und
            Dekontamination, sind zu verbessern, um Papiererzeugnisse herzustellen,
            die einen bestimmten Anteil an Altpapierfasern enthalten, die für den
            Verbraucher qualitäts- und preismässig wettbewerbsfähig sind . Auf
            diese Verbesserung zielt das Forschungsprogramm der Gemeinschaft ab (1 ).
     ii .   Die Behörden sollten angehalten werden, Umweltschutzpapier für Dienst-
            zwecke zu verwenden, d*s gleiche gilt im Hygiene- und Haushaltspapier-
            bereich . Diese Massnahme mag anfangs unbedeutend erscheinen, doch hätte
            sie sicher erhebliche Auswirkungen angesichts der Papiermengen , die bei
            den Behörden der Mitgliedstaaten und in der Kommission verbraucht werden .
     iii . Die verschiedenen Anforderungen an die einzelnen Papiererzeugnisse sind
            neu zu überprüfen , damit die Papier- und Pappequalität bei der Herstellung
                                                                       /
          . an die Nutzung bestens angepasst ist . So liesse sich eventuell mehr Alt­
            papier einsetzen , während gleichzeitig die Investitions- und Betriebs­
            kosten gesenkt würden , da bestimmte Produktionsphasen wie das Bleichen
            unnötig werden könnten .   1                 :
     Dieses Vorgehen ist mit zwei Massnahmen zu flankieren :
     - Die Öffentlichkeit ist über den Nutzen und die Verfügbarkeit von
        Umweltschutzpapier stärker aufzuklären;
     - zwischen der Papierindustrie, den Papierverbrauchern , dem Altpapier-
        handel und den Behörden sind Beratungsverfahren einzurichten, sofern
        diese nicht bereits bestehen .
 <*») ALH . Nr . L 107 vom 21 . April 197S
 ---pagebreak--- 5 . Somit bleibt festzuhalten :
    - Jede wiederverwertete Tonne Altpapier ermöglicht 'eine erhebliche Ein­
       sparung an Holz , da rund gerechnet für jede Tonne chemischen Zellstoff
     • 3,5 Tonnen Holz nötig sind . ( Dies trifft auch dann zu, wenn ein grösserer
    . Einsatz von Holzschliff im Interesse einer gesunden Bewirtschaftung der
       Forstbeständen wünschenswert erscheint );
 *
    - die Verwendung verwerteter Fasern kann weniger umweltbelastend als der
       Einsatz von Zellstoff sein (wenn man den Verarbeitungsprozess betrachtet ).
       Probleme ergeben sich allerdings bei der Beseitigung des bei der
       Entschwärzung anfallenden Schlamms ;
    - erfahrungsgemäss fassen sich durch den Einsatz von Altpapier anstelle "
       frischen einheimischen Zellstoffs im gesamten Herstellungskreislauf
       erhebliche Energiemengen einsparen .
Internationale Aktion         ,.
                                                         /
Auch andere interessierte internationale Organisationen haben sich mit dem
Problem befasst . Die Gruppe für die Abfallwirtschaft der OECD verfolgte
ähnliche Ziele und stellt derzeit eine Empfehlung fertig, die an den Umwelt-
ausschuss weitergeleitet wird . Die Zielsetzungen der OECD-Empfehlung entsprechen
grundsätzlich dem vorliegenden Empfehlungsentwurf .
Aktion der Fnropäi sehen Gemeinschaften
Im Jahre 1975 erliess der Rat die Richtlinie über Abfälle (75 /442 / EWG ), die
die Grundlage für die Beseitigung, die Verwertung und die Wiederverwendung von
Abfällen darstellt und die Mitgliedstaat.en für Massnahmen zur Förderung dieser
î tflr
Der Ausschuss für Abfallwirtschaft , der 1976 eingesetzt wurde und der Kommission
als Beratungsgremium auf höchster Ebene dienen soll, hat bereits als erstes
vorrangiges Thema die Verwertung von Papier- und Pappenabfällen sowie ein
entsprechendes Arbeitsprogramm genehmigt ; er unterstützt die Grundsätze und
 ---pagebreak---   Kurze Zusammenfassung der Lage in den Mitgliedstaaterv
  Belgien : Hier besteht eine Empfehlung, mehr Umweltschutzpapier und -pappe im
                            s
  öffentlichen Dienst zu verwenden, doch sind die bestehenden Anforderungen zu
  uberarbeiten, bevor greifbare Resultate möglich sind . Eine gesetzliche
. Vorschrift über die Kennzeichnung besteht nicht .
       V
  Dänemark : Die Behörden sind verpf lichtet , soweit wie möglich papier zu
  verwenden . Eine gesetzliche Vorschrift über die Kennzeichnung besteht nicht ,
  Bundesrepublik Deutschland : Bisher sind die öffentlichen Diensten nicht ver­
  pflichtet , UWS-Papier und -pappe zu verwenden , doch wird die Möglichkeit
  geprüft , die Anforderungen zu senken, so dass mehr verwertete Erzeugnisse
  Verwendung finden können . ( Das Innenministerium versucht soviel UWS-Papier
  wie möglich einzusetzen ).
                                                         % • ••
  Frankrei ch : Dieses Land betreibt eine aktive Politik, um die Papierabfälle
  zu verwerten und stärker wiederzuverwenden . Über den Interventionsfonds zur
  Verbesserung der Natur und der Umwelt < FIANE ) hat das Industrieministerium
  3,8 Millionen zur Förderung der Altpapierverwertung bereitgestellt . Im
  Jahre 1978 nahmen die Massnahmen zur verstärken Verwertung und Wieder­
  verwendung von Altpapier deutlich zu :
  a . höhere Mittelausstattung für die Altpapierverwertung;'
  b. die Kapazität der Entschwärzungsanlagen stieg von 10.000 auf 20.000
      Tonnen jährlich . Ziel ist es , 100.000. Tonnen jährlich zu erreichen ;
  c . Schaffung von Absatzmöglichkeiten für UWS-Papier zu benutzen, sowie
      durch Vereinbarungen mit der Industrie , die feststellen soll , wie weit
      verwertete Fasern einsatzfähig sind . Seit dem 1 . Januar 1978 wird das
      Journal Officiel der französischen Regierung auf . UWS-Papier gedruckt .
 ---pagebreak---                                            • '    ' v• A
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Irland : Bisher geschah nichts .
Italien : Die Behörden werden angehalten, Umweltschutzpapier und -pappe zu
verwenden .                                                                       ,
Luxemburg : Allen öffentlichen Dienststellen wird empfohlen , UWS-Papier " soweit
wie möglich " für die Reproduktion und das Fotokopieren zu bestellen und zu
verwenden .
Niederlande : Die Behörden sind nicht verpflichtet , UWS-Papier und UWS-Pappe
zu verwenden .
Vereinigtes Königreich : Eine Verpflichtung besteht nicht , doch gibt die zu­
ständige Dienststelle für den Papier- une Pappeneinkauf der Zentralregierung
einen gewissen Vorzug Erzeugnissen, die Altpapier enthalten, und das technische
Personal der Behörden arbeitet mit der Papierindustrie gemeinsam an der Ent­
wicklung von Anforderungen, damit Erzeugnisse, die verwertete Fasern enthalten,
verstärkt verwendet werden können .                                        "
 Sch lussfolgerung
 Diese Empfehlung erfasst drei unterschiedliche Aspekte des Problems der
 Verwertung von Fapier- und Pappenabfällen . Einmal sollen die Aufgaben über­
 nommen werden , die im Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für
 den Umweltschutz festgelegt sind . Zweitens ist sie eine logische Fortsetzung
 der mit der Richtlinie über Abfälle (75 / 442 / EWG ) eingeleiteten Aktion, weil
 sie die allgemeinen politischen Ziele konkret umsetzt . Schliesslich wird
 festgestellt , dass bedeutende und schwierige wirtschaftliche Probleme zu
 lösen sind . Aufgrund der beschriebenen Problemstellung und der heterogenen
 Lösung des Problems in den Mitgliedstaaten wird, ohne jedoch den der Kommission späte
 sinnvoll oder erforderlich erscheinenden förmlichen Vorschläge vorgreifen zu
 wollen, vorgeschlagen, der Rat solle eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten in dem
 Sinne richten, da ^ sie ihren künftigen einzelstaatlichen Aktionen auf diesem Gebiet di
 hier dargelegten Zielsetzungen und Grundsätze zugrunde                 legen .
 ---pagebreak--- Nach Auffassung der Kommission ist eine . Empfehlung des Rates die beste Gegenmassnahme
                                                        i
zu den beschriebenen Problemen . Damit wird schnell auf eine bestimmte Situation
reagiert , gleichzeitig unterstützen die meisten Mitgliedstaaten und der
Ausschuss für Abfallwirtschaft diese Aktion . Sollte der Empfehlungsentwurf des Rates
die angestrebten Ziele offensichtlich nicht erreichen, wird die Kommission
gegebenenfalls weitere Vorschläge vorlegen .                         -
 ---pagebreak---                       •                 ENTWURF                         •
EMPFEHLUNG       DES RÄTES     AN DIE MXTGLIEDSTAATEN OBER DIE VERWERTUNG VON
PAPIER- UND PAPPEN AB FALLEN ' "                      '    ' . . .. . . ' • •>
                                                        '■         • *
DER RAT             DER EUROPAISCHEN . GEMEINSCHAFTEN
      /                                                       * ',
      *-                                 . / '
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der . Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft
und insbesondere Artikel 235 ;                                                 •
nach Kenntnisnahme des Empfehlungsentwurfs der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlament ,
nach Stellungnahme des Wi rtschafts- und Sozialausschusses ,
 in Erwägung nachstehender Gründe :
 In der EntSchliessung des Rates der Europäischen Gemeinschaften und der im
 Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 17 . Mai
1977 über die Fortsetzung um Durchführung einer Politik und eines Aktions-
programms für den Umweltschutz der Europäischen Gemeinschaften wird zu Fragen
der Abfallbewirtschaftung u.a . den Papierabfällen Vorrang eingeräumt »
 In Artikel 3 Absatz 1 der Richtlinie , 75 /442 / EWG des Rates vom 15 . Juli 1975
 über Abfälle (1 ) heisst es : " Die Mitgliedstaaten treffen die geeigneten Mass-
nahmen, um die Einschränkung der Abfallbildung, die Verwertung und Umwandlung
von Abfällen, die Gewinnung von Rohstoffen und gegebenenfalls von Energie
 sowie alle anderen Verfahren zur Wiederverwendung von Abfällen zu fördern ."
    \                      .                                                '
 Papierabfälle stellen einen erheblichen Anteil am Stadtmüll und sind als
 wertvoller Sekundärrohstoff für die Herstellung bestimmter Papier- und
 Pappenerzeugnisse technisch verwertbar .
 Die Herstellung von Papier und Pappe unter Einsatz von Altfasern verbraucht
 weniger Energie und kann umweltfreundlicher sein als bei Verwendung frischer
 Rohstoffe .
 <1 > ABl . Nr . L 194 von 25 . Juli 1975
 ---pagebreak--- Die Gemeinschaft hat « inen Fehlbedarf an Rohstoffen zur Herstellung von Papier
und Pappe (über 50 %>, der durch Einfuhr'aus Drittländern ausgeglichen werden
                                                      •  .*   N
muss .
EMPFIEHLT den Mitgliedstaaten, Politiken zu formulieren und durchzusetzen,
mit denen die Verwendung von Umweltschutzpapier und -pappe gefördert wird .
 Insbesondere sollten sie :
- Die Verwendung von Altpapier und -pappe bzw . UWS-Papier und UWS-Pappe
   insbesondere in staatlichen Verwaltungen , öffentlichen Gremien und
   amtlichen Stellen unterstützen, die beispielgebend sein können;
- soweit wie möglich die Verwendung von Umweltschutzpapier und -pappe fördern,
   die einen hohen Anteil an gemischtem Altpapier enthalten ;
- unter Berücksichtigung der neuesten technischen Fortschritte die bestehenden
   Anforderungen für Papiererzeugnisse neu überprüfen, die die Verwendung von
   Umweltschutzpapier verhindern, sofern das Erzeugnis nicht verwendungs-
   spezifische Anforderungen erfüllen muss ;
- Programme zur Aufklärung der Verbraucher und Hersteller durchführen, damit
   Papier- und Pappenerzeugnisse aus Altfasern verstärkt verwendet werden ;
- Verwendungsmöglichkeiten für Altpapier in anderen Bereichen als der Papier-
   und Pappeherstellung suchen und fördern .