CELEX: 52003XG0131(01)
Language: de
Date: 2002-12-19 00:00:00
Title: Rechtsakt des Rates vom 19. Dezember 2002 zur Änderung des Statuts der Bediensteten von Europol

Avis juridique important

|

52003XG0131(01)

Rechtsakt des Rates vom 19. Dezember 2002 zur Änderung des Statuts der Bediensteten von Europol  

Amtsblatt Nr. C 024 vom 31/01/2003 S. 0001 - 0008

Rechtsakt des Ratesvom 19. Dezember 2002zur Änderung des Statuts der Bediensteten von Europol(2003/C 24/01)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf das Übereinkommen über die Errichtung eines Europäischen Polizeiamts (Europol-Übereinkommen)(1), insbesondere auf Artikel 30 Absatz 3,auf Initiative des Königreichs Belgien, des Großherzogtums Luxemburg und des Königreichs der Niederlande,nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,nach Stellungnahme des Verwaltungsrates von Europol -in Erwägung nachstehender Gründe:(1) Es ist wünschenswert, das mit dem Rechtsakt des Rates vom 3. Dezember 1998(2) festgelegte Statut der Bediensteten von Europol (nachstehend als "Statut" bezeichnet) zu ändern, um insbesondere die Verfahren zur Ernennung des Direktors und der stellvertretenden Direktoren sowie die Ausübung anderer Befugnisse ihnen gegenüber durch die zur Ernennung befugte Behörde festzulegen.(2) Es ist Aufgabe des Rates, einstimmig die Beschäftigungsbedingungen der Bediensteten von Europol und spätere Änderungen dazu im Einzelnen zu regeln -HAT FOLGENDEN RECHTSAKT ANGENOMMEN:Artikel 1Das Statut wird wie folgt geändert:1. Artikel 1 Absatz 2 erhält folgende Fassung:"2. Unbeschadet des Europol-Übereinkommens gilt dieses Statut auch für den Direktor und die stellvertretenden Direktoren von Europol, vorbehaltlich anders lautender Bestimmungen in Anhang 8, der die Sondervorschriften über den Direktor und die stellvertretenden Direktoren enthält."2. Anhang 8 erhält folgende Fassung(3):"ANHANG 8Sondervorschriften über den Direktor und die stellvertretenden DirektorenINHALTSVERZEICHNIS>PLATZ FÜR EINE TABELLE>KAPITEL 1AUSWAHLVERFAHRENArtikel 1Die Stellungnahme des Verwaltungsrates zur Ernennung des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors, die dem Rat nach Artikel 29 Absatz 1 des Europol-Übereinkommens vorzulegen ist, wird nach den Bestimmungen dieses Kapitels ausgearbeitet.Artikel 2(1) Das Auswahlverfahren für den Dienstposten des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors von Europol soll Europol die Mitarbeit von Personen sichern, die in Bezug auf Befähigung, Leistung und Integrität höchsten Ansprüchen genügen.(2) Bei dem Auswahlverfahren sind die in Artikel 24 Absatz 1 des Statuts verankerten Grundsätze umfassend einzuhalten.Artikel 3(1) Der Dienstposten des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors von Europol gilt für die Zwecke der Anwendung der Bestimmungen dieses Kapitels jeweils zu den folgenden Zeitpunkten als frei:- ab Beginn des neunten Monats vor Ablauf der Amtsperiode des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors;- bei Eingang eines Entlassungsantrags des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors gemäß Artikel 14 beim Rat;- im Fall einer Verfügung des Rates über die Entlassung von Amts wegen gemäß Artikel 15;- im Fall einer Verfügung des Rates über die Stellenenthebung aus dienstlichen Gründen gemäß Artikel 16;- im Fall einer Verfügung des Rates über die Entlassung gemäß Artikel 17;- ab Beginn des neunten Monats vor dem Tag, an dem der Direktor oder der stellvertretende Direktor das 65. Lebensjahr vollendet.- bei Tod des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors.(2) Für jeden zu besetzenden Dienstposten nimmt der Verwaltungsrat eine Ausschreibung vor, in der im Einzelnen die Art des Dienstpostens, einschließlich der Bezüge, der zu erfuellenden Aufgaben und der erforderlichen Eignung, Befähigung und Erfahrung, beschrieben wird.In der Ausschreibung wird darauf hingewiesen, dass die Bewerber die Bewerbungen beim Vorsitzenden des Verwaltungsrates binnen 60 Tagen nach Veröffentlichung der offiziellen Ausschreibung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften gemäß Unterabsatz 1 schriftlich einreichen und mit einem Lebenslauf versehen müssen.Die Ausschreibung enthält auch Informationen über die Sicherheitsüberprüfung, der sich der erfolgreiche Bewerber gemäß den Geheimschutzregelungen auf der Grundlage von Artikel 31 des Europol-Übereinkommens zu unterziehen hat.Artikel 4(1) Der Verwaltungsrat veranlasst die Veröffentlichung der Ausschreibung gemäß Artikel 3 Absatz 2 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften und in anderen Medien, einschließlich überregionaler Tageszeitungen und Fachzeitschriften, mit weitestmöglicher Verbreitung in allen Mitgliedstaaten.(2) Europol unterrichtet die nationalen Europol-Stellen über einen zu besetzenden Dienstposten des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors. Die nationalen Stellen geben diese Information an die einschlägigen Einrichtungen im jeweiligen Mitgliedstaat weiter. Die zuständigen nationalen Behörden haben sicherzustellen, dass diese Information die Einrichtungen und alle möglicherweise interessierten Beschäftigten erreicht.(3) Bei allen zu besetzenden Dienstposten werden interne und externe Bewerbungen berücksichtigt.(4) Die Bewerber erhalten von Europol eine Empfangsbestätigung.(5) Europol unterrichtet die nationalen Europol-Stellen über alle eingegangenen Bewerbungen, damit die Mitgliedstaaten über die nationalen Stellen oder auf anderem Wege dem Verwaltungsrat eine Stellungnahme zu den Bewerbern übermitteln können. Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten behandeln die erhaltenen Informationen höchst vertraulich.(6) Als Teil des Zulassungsverfahrens ist mittels Unterlagen vonseiten des betreffenden Mitgliedstaates der Nachweis darüber zu erbringen, dass die Bewerber den sittlichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Eignung für die Bekleidung des zu besetzenden Dienstpostens genügen.Artikel 5(1) Der Verwaltungsrat setzt einen Auswahlausschuss (nachstehend "Ausschuss" genannt) ein; dieser arbeitet die dem Rat nach Artikel 29 Absatz 1 des Europol-Übereinkommens vorzulegende Stellungnahme des Verwaltungsrates aus. Der Ausschuss trifft eine erste Auswahl unter den eingegangenen Bewerbungen.(2) Handelt es sich um den Dienstposten eines stellvertretenden Direktors, so gehört der Direktor oder eine von ihm bevollmächtigte Person dem Ausschuss an. Zudem entsenden vier hierzu vom Verwaltungsrat per Los bestimmte Mitgliedstaaten einen Vertreter in den Ausschuss.(3) Handelt es sich um den Dienstposten des Direktors, so entsenden fünf hierzu vom Verwaltungsrat per Los bestimmte Mitgliedstaaten einen Vertreter in den Ausschuss.(4) Die nach den Absätzen 2 und 3 entsandten Mitglieder sind bis zum Abschluss des Auswahlverfahrens für den Ausschuss tätig.(5) Wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass zwischen einem Mitglied des Ausschusses und einem der Bewerber um den Dienstposten eine persönliche Beziehung besteht, stellt dieses Mitglied seine Mitwirkung an dem Auswahlverfahren ein. In einem solchen Fall schlägt der Mitgliedstaat, der dieses Mitglied entsandt hat, dem Verwaltungsrat die Ablösung des Mitglieds vor und entsendet einen anderen Vertreter als Mitglied in den Ausschuss.(6) Das Sekretariat des Verwaltungsrates nimmt die Sekretariatsgeschäfte des Ausschusses wahr.Artikel 6(1) In seiner ersten Sitzung ernennt der Ausschuss eines seiner Mitglieder zum Vorsitzenden.(2) Der Ausschuss kann zur Durchführung seiner Aufgaben die Unterstützung eines oder mehrerer Beisitzer beantragen. Diese Anträge sind an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates zu richten, der darüber befindet. Die Beisitzer haben nicht den Status von Mitgliedern des Ausschusses.(3) Die Aufgaben des Ausschusses umfassen Folgendes:a) Durchführung einer ersten Beurteilung der Bewerber auf der Grundlage ihrer fachlichen Qualifikationen, Kenntnisse und Fertigkeiten sowie Berufserfahrung;b) Durchführung von Vorstellungsgesprächen mit den Bewerbern;c) Berichterstattung an den Verwaltungsrat.Artikel 7(1) Der Verwaltungsrat kann, sofern er dies für erforderlich hält, ein auf den betreffenden Dienstposten bezogenes Prüfungsverfahren ausrichten. Der Verwaltungsrat entscheidet über die jeweiligen Erfordernisse.In diesem Fall wird das Prüfungsverfahren vom Ausschuss durchgeführt, um die spezifischen Qualifikationen und Fachkenntnisse der Bewerber für den betreffenden Dienstposten zu prüfen.(2) Der Ausschuss lädt alle Bewerber, deren Bewerbung zulässig ist und die die in der Ausschreibung festgelegten Bedingungen erfuellen, zu einem Vorstellungsgespräch ein, um zu prüfen, ob sie über die geforderten Qualifikationen, Kenntnisse und Fertigkeiten sowie Berufserfahrung verfügen und sich für die Wahrnehmung der mit dem zu besetzenden Posten verbundenen Aufgaben eignen. Diese Vorstellungsgespräche dienen auch dazu, die Kenntnisse der Bewerber in den Amtssprachen der Organe der Europäischen Union im Hinblick auf Artikel 30 Absatz 2 des Europol-Übereinkommens und Artikel 1 dieses Anhangs zu prüfen.(3) Sofern es vom Ausschuss für erforderlich erachtet wird, kann eine zweite Runde von Vorstellungsgesprächen mit allen oder einigen der Bewerber durchgeführt werden.Artikel 8Die Prüfungen und die Vorstellungsgespräche finden in Den Haag statt. Die Reise-, Verpflegungs- und Unterbringungskosten werden den Bewerbern, den Mitgliedern des Ausschusses und den Beisitzern nach Anhang 5 des Statuts erstattet.Artikel 9Nach Abschluss der Vorstellungsgespräche erstellt der Ausschuss einen ordnungsgemäß zu begründenden Bericht über die eingegangenen Bewerbungen und das von ihm angewandte Verfahren. Der Ausschuss entscheidet bei der Erstellung des Berichts mit einfacher Mehrheit. Der Bericht zusammen mit den Lebensläufen der Bewerber, deren Bewerbung zulässig ist und die die in der Ausschreibung festgelegten Voraussetzungen erfuellen, wird dem Verwaltungsrat so rasch wie möglich nach Abschluss der Vorstellungsgespräche übermittelt.Artikel 10(1) Der Verwaltungsrat erstellt auf der Grundlage des Berichts des Ausschusses und etwaiger sonstiger Informationen, um die er den Ausschuss ersuchen könnte, eine dem Rat zu unterbreitende Stellungnahme.(2) Der Verwaltungsrat kann vor der Ausarbeitung der Stellungnahme einige oder alle Bewerber anhören, wenn er dies für erforderlich hält. Befindet sich eines der Mitglieder des Verwaltungsrates auch auf der Bewerberliste, so nimmt es nicht an der Ausarbeitung der Stellungnahme des Verwaltungsrates teil.(3) In seiner Stellungnahme unterbreitet der Verwaltungsrat das vollständige Verzeichnis der Bewerber, wobei er aus deren Reihe eine begrenzte Liste der geeignetsten Bewerber erstellt und die vollständigen Bewerbungsunterlagen jedes einzelnen dieser Bewerber beifügt.(4) Der Verwaltungsrat vergewissert sich, dass die Bewerber auf der begrenzten Liste die Einstellungsbedingungen nach Artikel 24 Absatz 2 Buchstabe d) und Artikel 24 Absatz 3 des Statuts erfuellen.(5) Der Vorsitzende des Verwaltungsrates übermittelt dem Rat die Stellungnahme des Verwaltungsrates, damit der Rat auf der Grundlage sämtlicher sachdienlicher Informationen seinen Beschluss nach Artikel 29 Absatz 1 des Europol-Übereinkommens fassen kann.Artikel 11Die Mitglieder des Ausschusses, die Beisitzer sowie die Mitglieder des Verwaltungsrates und die beteiligten Europol-Bediensteten behandeln Angaben zu den Bewerbern und den Ergebnissen des Auswahlverfahrens höchst vertraulich.Artikel 12Kann die Amtszeit des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors nach Artikel 29 Absätze 1 oder 2 des Europol-Übereinkommens verlängert werden, so kann der Verwaltungsrat mit der Mehrheit der Stimmen beschließen, von dem in diesem Kapitel festgelegten Verfahren abzuweichen. In diesen Fällen erstellt der Verwaltungsrat spätestens zwölf Monate vor Ablauf der Amtszeit eine Stellungnahme, in der er dem Rat die Verlängerung der Amtszeit empfiehlt. Beschließt der Rat, die Amtszeit nicht zu verlängern, oder trifft der Rat binnen drei Monaten nach Eingang der Stellungnahme des Verwaltungsrates keine Entscheidung zu diesem Punkt, so findet das Verfahren nach diesem Kapitel Anwendung.KAPITEL 2ENDGÜLTIGES AUSSCHEIDEN AUS DEM DIENSTArtikel 13Der Direktor oder ein stellvertretender Direktor von Europol scheidet endgültig aus dem Dienst aus durch:a) Entlassung auf Antrag;b) Entlassung von Amts wegen;c) Stellenenthebung im Interesse Europols;d) Entlassung infolge eines Disziplinarverfahrens;e) Versetzung in den Ruhestand oderf) Tod.Abschnitt 1Entlassung auf AntragArtikel 14(1) Beantragt ein Direktor oder ein stellvertretender Direktor seine Entlassung vor Ablauf der Amtszeit, so bringt er schriftlich seinen unmissverständlichen Willen zum Ausdruck, aus dem Dienst bei Europol auszuscheiden, und schlägt den Zeitpunkt vor, zu dem seine Entlassung wirksam wird. Der Entlassungsantrag ist an den Vorsitzenden des Rates mit Abschrift an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates zu richten.(2) Der Rat erlässt die Verfügung, mit der er die Entlassung bestätigt, innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach Empfang des Entlassungsantrags. Der Rat kann die Entlassung verweigern, wenn zum Zeitpunkt des Eingangs des Entlassungsantrags ein Disziplinarverfahren gegen die betreffende Person läuft oder innerhalb der darauf folgenden 60 Tage eingeleitet wird.(3) Die Entlassung wird zu dem vom Rat festgesetzten Zeitpunkt wirksam. Dieser Zeitpunkt darf nicht später als drei Monate nach dem Zeitpunkt liegen, den die betreffende Person in ihrem Entlassungsantrag vorgeschlagen hat. Der Rat kann jedoch verfügen, dass die Entlassung nicht wirksam wird, bevor der Nachfolger seinen Dienst angetreten hat, falls dies für das reibungslose Funktionieren Europols erforderlich ist.Abschnitt 2Entlassung von Amts wegenArtikel 15Das Dienstverhältnis des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors kann vom Rat auf Ersuchen des Verwaltungsrates ohne Ankündigung beendet werden, sofern die in Artikel 95 Buchstabe b) oder c) des Statuts genannten Bedingungen erfuellt sind.Abschnitt 3Stellenenthebung im Interesse EuropolsArtikel 161. Der Direktor oder ein stellvertretender Direktor kann im Interesse Europols durch Verfügung des Rates entlassen werden. Bevor der Rat eine solche Verfügung mit Zweidrittelmehrheit erlässt, holt er den Standpunkt des Verwaltungsrates ein und hört die betreffende Person an. Diese Stellenenthebung ist keine Disziplinarmaßnahme.2. Der seiner Stelle enthobene Direktor oder stellvertretende Direktor erhält bis zum vorgesehenen Ende der Amtszeit folgende Vergütung:a) für die Dauer von drei Monaten eine seinem Grundgehalt entsprechende monatliche Vergütung;b) vom vierten bis zum sechsten Monat eine monatliche Vergütung in Höhe von 85 v. H. seines Grundgehalts;c) danach eine monatliche Vergütung in Höhe von 70 v. H. des Grundgehalts.(3) Für die Dauer des Anspruchs auf die Vergütung hat der Direktor oder der stellvertretende Direktor keinen Anspruch auf das in Artikel 59 des Statuts vorgesehene monatliche Arbeitslosengeld. Hat der Direktor oder stellvertretende Direktor nach Ablauf dieser Zeitspanne Anspruch auf Arbeitslosengeld nach Artikel 59 des Statuts, so wird die Dauer des Anspruchs auf die Vergütung nach Absatz 2 von der Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld in Abzug gebracht.(4) Die Einkünfte der betroffenen Personen aus einer neuen Tätigkeit oder einer Altersrente gemäß Artikel 72 des Statuts während der Zeit, in der sie eine Vergütung gemäß Absatz 2 erhalten, werden von der dort vorgesehenen Vergütung in Abzug gebracht, wenn diese Einkünfte und die Vergütung zusammen die letzten Gesamtdienstbezüge des Bediensteten übersteigen, die auf der Grundlage der am ersten Tag desjenigen Monats geltenden Gehaltstabelle festgelegt werden, für den die Vergütung zu ermitteln ist. Die betroffene Person hat die schriftlichen Nachweise zu erbringen, die verlangt werden können, und Europol jeden Umstand mitzuteilen, der zu einer Änderung ihrer Versorgungsansprüche führen könnte.(5) Für die Dauer des Anspruchs auf die Vergütung hat die betroffene Person für sich selbst und für die mitversicherten Personen Anspruch auf Leistungen im Rahmen der in Artikel 56 Absatz 1 des Statuts vorgesehenen Krankenfürsorge, unter der Voraussetzung, dass sie den entsprechenden Beitrag entrichtet, der nach der in Absatz 2 des vorliegenden Artikels genannten Vergütung berechnet wird, und dass sie von keiner anderen öffentlichen Krankheitsfürsorge gegen dasselbe Risiko abgesichert werden kann.(6) Nach Ablauf der in Absatz 5 genannten Zeitspanne findet Artikel 56 Absatz 2 des Statuts entsprechend Anwendung.Abschnitt 4Entlassung infolge eines DisziplinarverfahrensArtikel 17Das Dienstverhältnis kann nach Abschluss des in Kapitel 3 vorgesehenen Disziplinarverfahrens vom Rat gemäß Artikel 29 Absatz 6 des Europol-Übereinkommens aus disziplinarischen Gründen beendet werden, wenn der Direktor oder ein stellvertretender Direktor vorsätzlich oder fahrlässig seine Pflichten gröblich verletzt hat.Abschnitt 5Versetzung in den RuhestandArtikel 18Das Dienstverhältnis des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors endet am letzten Tag des Monats, in dem die betreffende Person das 65. Lebensjahr vollendet hat.KAPITEL 3DISZIPLINARVERFAHRENAbschnitt 1DisziplinarmaßnahmenArtikel 19(1) Gegen den Direktor oder einen stellvertretenden Direktor, der vorsätzlich oder fahrlässig die ihm durch dieses Statut oder das Europol-Übereinkommen auferlegten Pflichten verletzt, kann eine Disziplinarstrafe verhängt werden.Zu diesen Pflichtverletzungen gehört unter anderem der Fall, dass der Direktor oder stellvertretende Direktor nachweislich vorsätzlich falsche Angaben hinsichtlich seiner beruflichen Fähigkeiten oder der in Artikel 24 Absatz 2 des Statuts genannten Voraussetzungen gemacht hat, sofern diese falschen Angaben für seine Einstellung von entscheidender Bedeutung waren.(2) Disziplinarmaßnahmen sind:a) schriftliche Verwarnung,b) Verweis,c) Kürzung des monatlichen Grundgehalts um bis zu 25 v. H. für eine Dauer bis zu sechs Monaten,d) Entfernung aus dem Dienst, gegebenenfalls unter Kürzung oder Aberkennung des Anspruchs auf Altersruhegehalt, wobei sich die Auswirkungen dieser Strafe nicht auf die dem Direktor oder stellvertretenden Direktor gegenüber anspruchsberechtigten Personen erstrecken dürfen.(3) Artikel 88 Absätze 3 bis 6 des Statuts finden im Falle eines Disziplinarverfahrens gegen den Direktor oder einen stellvertretenden Direktor Anwendung.Artikel 20(1) Der Direktor kann eine schriftliche Verwarnung oder einen Verweis gegenüber einem stellvertretenden Direktor von sich aus ohne Anhörung eines Disziplinarrats aussprechen. Die betroffene Person ist hiervon schriftlich in Kenntnis zu setzen und vom Direktor vorher zu hören.(2) Der Verwaltungsrat kann eine schriftliche Verwarnung oder einen Verweis gegenüber dem Direktor von sich aus ohne Anhörung eines Disziplinarrats aussprechen. Die betroffene Person ist hiervon schriftlich in Kenntnis zu setzen und vom Verwaltungsrat vorher zu hören.Artikel 21Wird dem Direktor oder einem stellvertretenden Direktor eine schwere Verfehlung zur Last gelegt, sei es, dass es sich um einen Verstoß gegen seine Dienstpflichten oder um einen Rechtsverstoß handelt, so kann er vom Verwaltungsrat, der ihm zuvor die Gelegenheit geben muss, seinen Standpunkt darzulegen, durch einen Beschluss mit Zweidrittelmehrheit nach Maßgabe des Artikels 90 des Statuts der Bediensteten mit sofortiger Wirkung vorläufig seines Dienstes enthoben werden. Der Beschluss des Verwaltungsrats ist ordnungsgemäß schriftlich zu begründen.Abschnitt 2Besondere Bestimmungen für den Fall des Artikels 29 Absatz 6 des Europol-ÜbereinkommensArtikel 22(1) Unbeschadet des Artikels 20 kann der Rat nach Abschluss des in diesem Abschnitt geregelten Disziplinarverfahrens eine der in Artikel 19 Absatz 2 genannten Disziplinarmaßnahmen beschließen.(2) Ein Disziplinarverfahren wird nach Anhörung der betroffenen Person durch einen vom Verwaltungsrat auf eigene Veranlassung gefassten Beschluss eingeleitet.(3) Der Verwaltungsrat setzt einen Disziplinarrat ein. Dieser bereitet die Stellungnahme des Verwaltungsrats zu der Frage vor, ob dem Rat gemäß Artikel 29 Absatz 6 des Europol-Übereinkommens Disziplinarmaßnahmen nach Artikel 19 Absatz 2 vorzuschlagen sind.(4) Der Disziplinarrat setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: einem Vertreter des Mitgliedstaats, der den Vorsitz im Verwaltungsrat zu dem Zeitpunkt geführt hat, als der Verwaltungsrat den in Absatz 2 genannten Beschluss gefasst hat, einem Vertreter des Mitgliedstaats, der den Vorsitz unmittelbar zuvor geführt hat, einem Vertreter des Mitgliedstaats, der den Vorsitz unmittelbar danach führen wird, und Vertretern zweier weiterer Mitgliedstaaten, die durch Los bestimmt werden. Der Dienstgrad bzw. die dienstliche Stellung der Vertreter liegt über dem des betroffenen Direktors bzw. stellvertretenden Direktors oder ist ihm vergleichbar, und ein Vertreter kann nicht zugleich Mitglied des Verwaltungsrats sein. Sie sollten möglichst Erfahrung mit der Durchführung von Disziplinarverfahren haben.(5) Wer den Vorsitz im Disziplinarrat führt, wird ebenfalls durch Los vom Verwaltungsrat entschieden; hierbei kann es sich jedoch nicht um den Vertreter des den Vorsitz innehabenden Mitgliedstaats handeln.(6) Innerhalb von fünf Tagen nach Bildung des Disziplinarrats kann der beschuldigte Direktor bzw. stellvertretende Direktor ein Mitglied des Disziplinarrats wegen Befangenheit ablehnen.Innerhalb der gleichen Frist können die Mitglieder des Disziplinarrats berechtigte Gründe für ihre eigene Ablehnung vortragen.Beschließt der Verwaltungsrat, die Ablehnung wegen Befangenheit zu bestätigen oder dem Antrag auf Ablehnung stattzugeben, so nimmt er gegebenenfalls zur Ergänzung des Disziplinarrats eine weitere Auslosung vor, wobei er darauf achtet, dass dem Verwaltungsrat nicht mehr als ein Vertreter pro Mitgliedstaat angehört.(7) Die gemäß Absatz 4 oder 6 bezeichneten Mitglieder des Disziplinarrats kommen ihrer Aufgabe als Mitglieder dieses Rates so lange nach, bis die Aufgaben des Disziplinarrats im Rahmen des Disziplinarverfahrens abgeschlossen sind.(8) Wenn im Verlauf des Disziplinarverfahrens jedoch Grund zur Annahme besteht, dass eine persönliche Beziehung zwischen einem Mitglied des Disziplinarrats und dem beschuldigten Direktor bzw. stellvertretenden Direktor besteht oder dass er physisch nicht in der Lage ist, sein Amt auszuüben, stellt dieses Mitglied seine Mitwirkung an dem Disziplinarverfahren ein. In einem solchen Fall schlägt der Mitgliedstaat, der das Mitglied entsandt hat, dem Verwaltungsrat die Ablösung des Mitglieds vor und entsendet einen anderen Vertreter in den Disziplinarrat.(9) Die Mitglieder des Disziplinarrats üben ihren Auftrag in voller Unabhängigkeit aus. Die Arbeiten des Disziplinarrats sind geheim.(10) Das Sekretariat des Verwaltungsrats übernimmt die Sekretariatsgeschäfte des Disziplinarrats.Artikel 23(1) Der Verwaltungsrat legt dem Disziplinarrat einen Bericht vor, in dem die in Frage stehenden Handlungen und etwaige Tatumstände eindeutig anzugeben sind.(2) Der Verwaltungsrat ernennt eine Person, die ihn im Disziplinarverfahren vertritt. Sie darf nicht Mitglied des Disziplinarrates sein.(3) Der Bericht nach Absatz 1 ist dem Vorsitzenden des Disziplinarrats zu übermitteln, der ihn den Mitgliedern dieses Rates und dem beschuldigten Direktor bzw. stellvertretenden Direktor zur Kenntnis bringt.(4) Nach Erhalt des Berichtes ist der beschuldigte Direktor bzw. stellvertretende Direktor berechtigt, seine vollständige Personalakte einzusehen und von allen Verfahrensunterlagen Abschriften zu nehmen.Artikel 24In der ersten Sitzung des Disziplinarrats wird ein Mitglied beauftragt, über den gesamten Disziplinarfall Bericht zu erstatten.Artikel 25(1) Zur Vorbereitung der Verteidigung steht dem beschuldigten Direktor bzw. stellvertretenden Direktor ab dem Zeitpunkt des Erhalts des Berichtes, mit dem das Disziplinarverfahren eröffnet wird, eine Frist von mindestens 15 Tagen zur Verfügung.(2) Der Direktor oder stellvertretende Direktor kann sich vor dem Disziplinarrat schriftlich oder mündlich äußern, Zeugen benennen und sich des Beistands eines von ihm gewählten Verteidigers bedienen.Artikel 26Das Recht, Zeugen zu benennen, steht auch dem Verwaltungsrat zu.Artikel 27(1) Sind nach Auffassung des Disziplinarrats die in Frage stehenden Handlungen oder die Tatumstände nicht genügend geklärt, so kann er Ermittlungen anordnen, bei denen den Beteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Gegenäußerung zur Stellungnahme der anderen Seite gegeben wird.(2) Die Ermittlungen sind vom Berichterstatter durchzuführen. Für die Zwecke der Ermittlungen kann der Disziplinarrat die Vorlage oder Aushändigung sämtlicher Unterlagen verlangen, die sich auf den anhängigen Disziplinarfall beziehen.Artikel 28Aufgrund der ihm vorgelegten Unterlagen und unter Berücksichtigung der etwaigen schriftlichen oder mündlichen Erklärungen des Direktors oder des betroffenen stellvertretenden Direktors und der Zeugen sowie aufgrund der Ergebnisse der gegebenenfalls angestellten Ermittlungen gibt der Disziplinarrat mit Stimmenmehrheit eine ordnungsgemäß begründete Stellungnahme darüber ab, welche Disziplinarstrafe seiner Auffassung nach den zur Last gelegten Handlungen angemessen ist; der Disziplinarrat leitet dem Verwaltungsrat und dem Direktor bzw. dem betroffenen stellvertretenden Direktor die Stellungnahme innerhalb eines Monats ab dem Tage, an dem der Fall bei ihm anhängig geworden ist, zu. Die Frist beträgt drei Monate, wenn der Disziplinarrat die Durchführung von Ermittlungen veranlasst hat.Artikel 29(1) Das Sekretariat führt über die Sitzungen des Disziplinarrats ein Protokoll.(2) Die Zeugen unterschreiben das Protokoll über ihre Aussagen.(3) Die ordnungsgemäß begründete Stellungnahme gemäß Artikel 28 ist von sämtlichen Mitgliedern des Disziplinarrats zu unterschreiben.Artikel 30Wird im Disziplinarverfahren auf eine der Maßnahmen nach Artikel 19 Absatz 2 Buchstabe c) oder d) erkannt, so hat der Direktor bzw. stellvertretende Direktor die von ihm im Laufe des Verfahrens verursachten Kosten, insbesondere die Gebühren für einen Verteidiger, zu tragen.Artikel 31(1) Nach Erhalt des Berichts des Disziplinarrats beschließt der Verwaltungsrat, ob dem Rat eine Stellungnahme nach Artikel 29 Absatz 6 des Europol-Übereinkommens vorzulegen ist, und gibt gegebenenfalls eine ordnungsgemäß begründete Stellungnahme darüber ab, welche Disziplinarstrafe nach Artikel 19 Absatz 2 seiner Auffassung nach den zur Last gelegten Handlungen angemessen ist.(2) Der Verwaltungsrat fasst den Beschluss nach Absatz 1 so rasch wie möglich. Vor Ausarbeitung seiner Stellungnahme gibt er dem betroffenen Direktor bzw. stellvertretenden Direktor Gelegenheit zur Stellungnahme.(3) Der Vorsitzende des Verwaltungsrats übermittelt dessen Stellungnahme nach Artikel 29 Absatz 6 des Europol-Übereinkommens dem Rat und leitet dem beschuldigten Direktor bzw. stellvertretenden Direktor eine Abschrift zu.(4) Beschließt der Verwaltungsrat, dass dem Rat keine Stellungnahme nach Artikel 29 Absatz 6 des Europol-Übereinkommens zu übermitteln ist, so hat er nach Artikel 20 das Recht, eine schriftliche Verwarnung oder einen Verweis zu erteilen.Artikel 32(1) Nach Erhalt der Stellungnahme des Verwaltungsrats beschließt der Rat gemäß Artikel 29 Absatz 6 des Europol-Übereinkommens, nachdem er dem Direktor bzw. stellvertretenden Direktor die Gelegenheit gegeben hat, seinen Standpunkt darzulegen, ob eine Disziplinarmaßnahme zu verhängen ist.(2) Beschließt der Rat, dass eine Disziplinarmaßnahme nach Artikel 19 Absatz 2 zu verhängen ist, so gibt er in seinem Beschluss die genaue Art der Maßnahme und den Zeitpunkt an, ab dem die Maßnahme verhängt wird. Der Beschluss ist ordnungsgemäß zu begründen und der betroffenen Person sowie Europol mitzuteilen.(3) Der Rat fasst den Beschluss nach Absatz 1 ohne unangemessene Verzögerung.Artikel 33(1) Aufgrund neuer Tatsachen, die durch schlüssige Beweisunterlagen erhärtet sind, kann das Disziplinarverfahren auf Antrag des betroffenen Direktors bzw. stellvertretenden Direktors wieder aufgenommen werden.(2) Ist die endgültige Disziplinarmaßnahme vom Direktor getroffen worden, so ist der Antrag bei diesem zu stellen. Der Direktor entscheidet, ob dem Antrag des stellvertretenden Direktors stattgegeben wird.(3) Ist die endgültige Disziplinarmaßnahme vom Verwaltungsrat getroffen worden, so ist der Antrag bei diesem zu stellen. Der Verwaltungsrat entscheidet, ob dem Antrag des Direktors bzw. stellvertretenden Direktors stattgegeben wird.(4) Ist die endgültige Disziplinarmaßnahme vom Rat getroffen worden, so ist der Antrag beim Verwaltungsrat zu stellen. Der Verwaltungsrat entscheidet, ob er dem Rat eine Stellungnahme vorlegt, in der er ihm empfiehlt, dem Antrag des Direktors bzw. stellvertretenden Direktors stattzugeben.KAPITEL 4BESCHWERDEWEG UND RECHTSSCHUTZArtikel 34(1) Beschwerden des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors nach Artikel 92 Absatz 2 des Statuts der Bediensteten sind an die Stelle zu richten und von ihr zu bearbeiten, die die endgültige Entscheidung in der Angelegenheit getroffen hat.(2) Klagen des Direktors oder eines stellvertretenden Direktors beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften nach Artikel 93 des Statuts der Bediensteten sind nur zulässig, wenn bei der Stelle, die die endgültige Entscheidung in der Angelegenheit getroffen hat, zuvor eine Beschwerde nach Absatz 1 eingereicht und diese Beschwerde ausdrücklich oder stillschweigend abgelehnt wurde. Die betroffene Person kann jedoch nach Einreichung einer Beschwerde gemäß Absatz 1 unverzüglich Klage beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften erheben, wenn die Voraussetzungen nach Artikel 93 Absatz 4 des Statuts der Bediensteten gegeben sind.KAPITEL 5BESONDERE BESTIMMUNGEN BETREFFEND DEN DIREKTORArtikel 35(1) Wenn der Direktor ein ihm nach dem Personalstatut zustehendes Recht für sich in Anspruch nehmen will, und die Befugnis, die entsprechende Entscheidung zu treffen, durch das Statut der Bediensteten dem Direktor übertragen worden ist, unterrichtet er den Vorsitzenden des Verwaltungsrats hiervon. In solchen Fällen kann der Vorsitzende beschließen, den Fall zur endgültigen Entscheidung dem Verwaltungsrat vorzulegen.(2) Ist der Direktor vorübergehend für mehr als einen Monat nicht in der Lage, seine Aufgaben wahrzunehmen, oder ist die Stelle des Direktors nicht besetzt, so werden seine Aufgaben von einem stellvertretenden Direktor wahrgenommen. Der Verwaltungsrat gibt zu diesem Zweck nach jeder neuen Ernennung eines stellvertretenden Direktors an, in welcher Reihenfolge die stellvertretenden Direktoren den Direktor vertreten."Artikel 2Dieser Rechtsakt tritt am Tag nach seiner Annahme in Kraft.Artikel 3Dieser Rechtsakt wird im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.Geschehen zu Brüssel am 19. Dezember 2002.Im Namen des RatesDer PräsidentL. Espersen(1) ABl. C 316 vom 27.11.1995, S. 2.(2) ABl. C 26 vom 30.1.1999, S. 23. Zuletzt geändert durch Beschluss des Rates vom 13. Juni 2002 (ABl. C 150 vom 22.6.2002, S. 2).(3) Die Steuerbestimmungen des ursprünglichen Anhangs 8 des Rechtsakts des Rates vom 3. Dezember 1998 werden von dem Beschluss des Europol-Verwaltungsrates vom 16. November 1999 (ABl. C 65 vom 28.2.2001, S. 6) umfasst: