CELEX: 31972R1020
Language: de
Date: 1972-05-18 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 1020/72 des Rates vom 18. Mai 1972 zur Festsetzung einer Übergangsvergütung für die am Ende des Wirtschaftsjahres 1971/1972 vorhandenen Bestände an Weichweizen, zur Brotherstellung geeignetem Roggen und Mais

19 . 5 . 72                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr . L 117/ 1
                                                              I
                                          (Veröffentlichungsbedürftige Rechtsakte)
                                  VERORDNUNG (EWG) Nr. 1020/72 DES RATES
                                                      vom 18 . Mai 1972
                zur Festsetzung einer Ubergangsvergütung für die am Ende des Wirtschaftsjahres
                1971 /1972 vorhandenen Bestände an Weichweizen, zur Brotherstellung geeignetem
                                                      Roggen und Mais
DER RAT DER EUROPAISCHEN                                          Im Hinblick auf das angestrebte Ziel ist für die am
GEMEINSCHAFTEN —                                                  Ende des Wirtschaftsjahres 1971/1972 vorhandenen
                                                                  Getreidebestände die in Artikel 9 der Verordnung
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro­                   Nr. 120/ 67/EWG vorgesehene Höchstvergütung zu
päischen Wirtschaftsgemeinschaft,                                 gewähren.
gestützt auf die Verordnung Nr. 120/67/EWG des                    Für Getreide, das 1972 in der Gemeinschaft geerntet
Rates vom 13 . Juni 1967 über die gemeinsame                      wurde und bei dem daher keine Erhöhung der Kosten
Marktorganisation für Getreide ( 1 ), zuletzt geändert            durch Lagerung eingetreten ist, kann keine Uber­
durch die Verordnung (EWG) Nr. 796/72 (2 ), insbe­                gangsvergütung gewährt werden ; wegen des Zusam­
sondere auf Artikel 9 Absätze 1 und 5 ,                           menhangs, der zwischen der Interventionsregelung
                                                                  und der Übergangsvergütung besteht, ist die Ver­
auf Vorschlag der Kommission,                                     gütung nur für Getreide zu gewähren, das gesund
in Erwägung nachstehender Gründe :                                und handelsüblich im Sinne der in Durchführung
                                                                  des Artikels 7 Absatz 5 der Verordnung Nr. 120/67/
Durch die in Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung Nr.                EWG erlassenen Vorschriften ist —
120/67/EWG vorgesehene Übergangsvergütung soll
vor allem vermieden werden, daß zu dem Zeitpunkt,
                                                                  HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
zu dem die monatlichen Zuschläge auf den Interven­
tionspreis nicht mehr angewandt werden, Getreide
in großen Mengen zur Intervention angeboten wird,                                       Artikel 1
während ein Großteil der Getreidevorräte vor der
neuen Ernte direkt auf dem Markt abgesetzt werden                 Für die am Ende des Wirtschaftsjahres 1971/ 1972 in
                                                                  der Gemeinschaft vorhandenen Bestände an Weich­
könnte ; da diese Situation lediglich bei den Bestän­
den an Weichweizen und an zur Brotherstellung                     weizen und an zur Brotherstellung geeignetem Roggen
geeignetem Roggen in bestimmten Gebieten der                      wird eine Übergangsvergütung gewährt.
Gemeinschaft eintreten kann, wird die Ubergangs­                  Die Vergütung beträgt bei Weichweizen 5,94 Rech­
vergütung nur für diese Getreidearten gewährt.                    nungseinheiten je Tonne und bei zur Brotherstellung
                                                                  geeignetem Roggen 3,25 Rechnungseinheiten je
Obwohl in der gesamten Gemeinschaft ein Zuschuß­                  Tonne .
bedarf an Mais besteht, muß damit gerechnet werden,
daß in einigen Gebieten gewisse Maismengen zur                                          Artikel 2
Intervention angeboten werden ; für diese Getreideart
ist deshalb ebenfalls eine Ubergangsvergütung festzu­             Die Übergangsvergütung, die gemäß Artikel 9 Absatz
setzen ; da sich die Vermarktung einer Ernte in der               2 der Verordnung Nr. 120/67/EWG für die am Ende
Regel über das Ende des Wirtschaftsjahres hinaus                  des Wirtschaftsjahres 1971 / 1972 in den Uberschußge­
erstreckt, ließe sich durch die Gewährung einer                   bieten vorhandenen Bestände an Mais zu gewähren
Übergangsvergütung vermeiden, daß die am Ende                     ist, beträgt 1,63 Rechnungseinheiten je Tonne.
des Wirtschaftsjahres normalerweise vorhandenen
größeren Lagerbestände in den letzten Monaten des                                       Artikel 3
Wirtschaftsjahres zur Intervention gelangen .
                                                                  Die in den Artikeln 1 und 2 genannten Ubergangs­
(!) ABl . Nr. 117 vom 19 . 6. 1967, S. 2269/67 .                  vergütungen werden nicht gewährt für Getreide aus
( 2 ) ABl . Nr. L 94 vom 21 . 4. 1972, S. 7.                      der Ernte 1972 oder für Getreide, das nicht die
 ---pagebreak--- Nr. L 117/2                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                        19 . 5 . 72
erforderliche Mindestqualität für die Intervention                              Artikel 4
hat und außerdem, soweit es den zur Brotherstellung
geeigneten Roggen betrifft, nicht die nach Artikel 7      Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffent­
Absatz 5 der Verordnung Nr. 120/67/EWG festgeleg­         lichung im Amtsblatt der Europäischen Gemein­
ten Bedingungen für die Zuschläge erfüllt.                schaften in Kraft.
             Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
             Mitgliedstaat.
             Geschehen zu Brüssel am 18 . Mai 1972 .
                                                                  Im Namen des Rates
                                                                      Der Präsident
                                                                        M. MART