CELEX: 41992D0470
Language: de
Date: 1992-09-08 00:00:00
Title: 92/470/EGKS: Beschluß der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 8. September 1992 über bestimmte technische Einzelheiten in Verbindung mit der Durchführung des Beschlusses 92/285/EGKS zur Untersagung des Handels zwischen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und den Republiken Serbien und Montenegro

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41992D0470

92/470/EGKS: Beschluß der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 8. September 1992 über bestimmte technische Einzelheiten in Verbindung mit der Durchführung des Beschlusses 92/285/EGKS zur Untersagung des Handels zwischen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und den Republiken Serbien und Montenegro  

Amtsblatt Nr. L 266 vom 12/09/1992 S. 0029 - 0030

BESCHLUSS DER IM RAT VEREINIGTEN VERTRETER DER REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN  vom 8. September 1992  über bestimmte technische Einzelheiten in Verbindung mit der Durchführung des Beschlusses 92/285/EGKS zur Untersagung des Handels zwischen der  Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und den Republiken Serbien und Montenegro  (92/470/EGKS)  DIE IM RAT VEREINIGTEN VERTRETER DER REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT FÜR KOHLE UND STAHL -  in Erwägung nachstehender Gründe:  Am 1. Juni 1992 wurde der Beschluß 92/285/EGKS der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur Untersagung des Handels zwischen der Gemeinschaft und den Republiken Serbien und Montenegro (1) erlassen.  Es ist von äusserster Wichtigkeit, daß die effektive Anwendung des Embargos gegen die Republiken Serbien und Montenegro sichergestellt wird.  Daher ist es notwendig, eine hinreichend wirksame Kontrolle der Ausfuhren aus der Gemeinschaft auszuüben.  Durch diese Kontrolle soll sichergestellt werden, daß es bei Waren, die aus der Gemeinschaft in bestimmte an diese beiden Republiken angrenzende Republiken oder Gebiete ausgeführt werden, nicht zu einer Umlenkung kommt.  Die betreffenden Ausfuhren sind daher von vorherigen Ausfuhrgenehmigungen abhängig zu machen, die von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten in enger Zusammenarbeit mit den Behörden der einführenden Republik bzw. des einführenden Gebiets erteilt  werden -  im Einvernehmen mit der Kommission -  BESCHLIESSEN:  Artikel 1  Die Ausfuhr aller unter den EGKS-Vertrag fallenden Waren und Erzeugnisse mit Ursprung in oder Herkunft aus der Gemeinschaft in die Republik Bosnien-Herzegowina, die Republik Kroatien sowie das Gebiet der ehemaligen jugoslawischen Republik  Mazedonien wird von der Vorlage einer vorherigen Ausfuhrgenehmigung abhängig gemacht, die von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten erteilt wird.  Artikel 2  Die vorherige Ausfuhrgenehmigung wird unter der Voraussetzung erteilt, daß von den zuständigen Behörden der Republik Bosnien-Herzegowina, der Republik Kroatien oder des Gebiets der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, je nachdem  wohin die Waren eingeführt werden sollen, eine Einfuhrlizenz ausgestellt worden ist.  Es ist sicherzustellen, daß diese Behörden das Eintreffen der in der vorherigen Ausfuhrgenehmigung erfassten Waren bescheinigen.  Artikel 3  Die zur Durchführung des Artikels 2 erforderlichen Maßnahmen werden von der Kommission erlassen.  Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus den Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der  betreffenden Frage festsetzen kann.  Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des EWG-Vertrags für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im Ausschuß werden die Stimmen der  Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.  Die Kommission erlässt Maßnahmen, die unmittelbar gelten. Stimmen sie jedoch mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein, so werden diese Maßnahmen sofort von der Kommission dem Rat mitgeteilt. In diesem Fall gilt folgendes:  Die Kommission verschiebt die Durchführung der von ihr beschlossenen Maßnahmen um einen Zeitraum von 15 Tagen.  Der Rat kann innerhalb des in dem vorstehenden Absatz genannten Zeitraums mit qualifizierter Mehrheit einen anderslautenden Beschluß fassen.  Artikel 4  Die Verfahren der Artikel 1 und 2 gelten nicht für Ausfuhrgeschäfte,  a) die sich aus Verträgen oder Zusatzverträgen ergeben, die vor Inkrafttreten dieses Beschlusses geschlossen wurden, sofern ihre Ausführung vor diesem Zeitpunkt begonnen hat;  b) die Waren und Erzeugnisse zum Gegenstand haben, welche für grundlegende humanitäre Zwecke oder für Tätigkeiten bestimmt sind, die im Zusammenhang mit der UNPROFOR, der Jugoslawien-Konferenz oder der Überwachungsmission der Europäischen Gemeinschaft  stehen;  c) deren Wert weniger als 1 000 ECU beträgt.  Die Ausnahmeregelung nach Buchstabe a) endet am 1. November 1992.  Artikel 5  Dieser Beschluß tritt am Tag seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.  Er wird am siebten Tag nach seiner Veröffentlichung wirksam. Geschehen zu Brüssel am 8. September 1992 Der Präsident  N. LAMONT   (1) ABl. Nr. L 151 vom 3. 6. 1992, S. 20.