CELEX: 52010PC0510
Language: de
Date: 2010-09-27
Title: Proposition de DIRECTIVE DU PARLEMENT EUROPÉEN ET DU CONSEIL relative aux dispositifs de protection, montés à l'arrière, en cas de renversement des tracteurs agricoles et forestiers à roues, à voie étroite

DE
DE    DE
 ---pagebreak---              EUROPÄISCHE KOMMISSION
                                              Brüssel, den 27.9.2010
                                              KOM(2010) 510 endgültig
                                              2010/0264 (COD)
                               Vorschlag für eine
   RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
      über hinten angebrachte Umsturzschutzvorrichtungen an land- und
          forstwirtschaftlichen Schmalspurzugmaschinen auf Rädern
                              (Kodifizierter Text)
                      (Text von Bedeutung für den EWR)
DE                                                                    DE
 ---pagebreak---                                          BEGRÜNDUNG
   1.  Im Zusammenhang mit dem „Europa der Bürger“ ist es ein wichtiges Anliegen der
       Kommission, das Recht der Union zu vereinfachen und klarer zu gestalten, damit es
       für den Bürger besser verständlich und zugänglich wird und er die spezifischen
       Rechte, die es ihm zuerkennt, besser in Anspruch nehmen kann.
       Dieses Ziel lässt sich so lange nicht erreichen, wie zahlreiche Vorschriften, die
       mehrfach und oftmals in wesentlichen Punkten geändert wurden, in verschiedenen
       Rechtsakten, vom ursprünglichen Rechtsakt bis zu dessen letzter geänderter Fassung,
       verstreut sind und es einer aufwendigen Suche und eines Vergleichs vieler
       Rechtsakte bedarf, um die jeweils geltenden Vorschriften zu ermitteln.
       Soll das Recht verständlich und transparent sein, müssen häufig geänderte
       Rechtsakte also kodifiziert werden.
   2.  Die Kommission hat mit Beschluss vom 1. April 19871 ihre Dienststellen ange-
       wiesen, alle Rechtsakte spätestens nach der zehnten Änderung zu kodifizieren. Dabei
       hat sie jedoch betont, dass es sich um eine Mindestanforderung handelt, denn im
       Interesse der Klarheit und des guten Verständnisses der Vorschriften sollten die
       Dienststellen bemüht sein, die in ihre Zuständigkeit fallenden Rechtsakte in kürzeren
       Abständen zu kodifizieren.
   3.  Der Europäische Rat von Edinburgh hat sich im Dezember 1992 in seinen Schluss-
       folgerungen ebenfalls in diesem Sinne geäußert2 und die Bedeutung der Kodifizie-
       rung unterstrichen, da sie hinsichtlich der Frage, welches Recht zu einem bestimmten
       Zeitpunkt auf einen spezifischen Gegenstand anwendbar ist, Rechtssicherheit biete.
       Bei der Kodifizierung ist das übliche Verfahren zum Erlass von Rechtsakten der
       Union uneingeschränkt einzuhalten.
       Da an den zu kodifizierenden Rechtsakten keine materiell-inhaltlichen Änderungen
       vorgenommen werden dürfen, haben sich das Europäische Parlament, der Rat und
       die Kommission in der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 20. Dezember 1994
       auf ein beschleunigtes Verfahren für die rasche Annahme kodifizierter Rechtsakte
       geeinigt.
   4.  Mit dem vorliegenden Vorschlag soll die Richtlinie 86/298/EWG des Rates vom
       vom 26. Mai 1986 über hinten angebrachte Umsturzschutzvorrichtungen an land-
       und forstwirtschaftlichen Schmalspurzugmaschinen auf Rädern3 kodifiziert werden.
       Die neue Richtlinie ersetzt die verschiedenen Rechtsakte, die Gegenstand der
       Kodifizierung sind4. Der Vorschlag behält den materiellen Inhalt der kodifizierten
       Rechtsakte vollständig bei und beschränkt sich darauf, sie in einem Rechtsakt zu
       vereinen, wobei nur insoweit formale Änderungen vorgenommen werden, als diese
       aufgrund der Kodifizierung selbst erforderlich sind.
   1
      KOM(87) 868 PV.
   2
      Siehe Anhang 3 zu Teil A dieser Schlussfolgerungen.
   3
      Durchgeführt im Einklang mit der Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den
      Rat — Kodifizierung des Acquis communautaire, KOM(2001) 645 endgültig.
   4
      Anhang VII Teil A dieses Vorschlags.
DE                                                 2                                                  DE
 ---pagebreak---    5. Der Kodifizierungsvorschlag wurde auf der Grundlage einer vorläufigen konsoli-
      dierten Fassung der Richtlinie 86/298/EWG und der sie ändernden Rechtsakte
      ausgearbeitet. Diese konsolidierte Fassung war zuvor vom Amt für Veröffentlichun-
      gen der Europäischen Union mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems in
      22 Amtssprachen erstellt worden. Wenn die Artikel neu nummeriert wurden, werden
      die alte und die neue Nummerierung einander in der Entsprechungstabelle in
      Anhang VIII der kodifizierten Richtlinie gegenübergestellt.
DE                                         3                                            DE
 ---pagebreak---                                                                   86/298/EWG (angepasst)
                                                           2010/0264 (COD)
                                            Vorschlag für eine
          RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
               über hinten angebrachte Umsturzschutzvorrichtungen an land- und
                    forstwirtschaftlichen Schmalspurzugmaschinen auf Rädern
                                           (Kodifizierter Text)
                                  (Text von Bedeutung für den EWR)
   DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf
   Artikel ⌦ 114 ⌫,
   auf Vorschlag der Europäischen Kommission,
   nach Zuleitung des Entwurfs des Gesetzgebungsakts an die nationalen Parlamente,
   nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses5,
   gemäß dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)    Die Richtlinie 86/298/EWG des Rates vom 26. Mai 1986 über hinten angebrachte
          Umsturzschutzvorrichtungen an land- und forstwirtschaftlichen Schmalspurzug-
          maschinen auf Rädern6 ist mehrfach und in wesentlichen Punkten geändert worden7.
          Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Klarheit empfiehlt es sich, die genannte
          Richtlinie zu kodifizieren.
                                                                  86/298/EWG
                                                                Erwägungsgrund (1) (angepasst)
   (2)    ⌦ Bei der Richtlinie handelt es sich um eine Einzelrichtlinie des durch die
          Richtlinie 74/150/EWG des Rates, ersetzt durch die Richtlinie 2003/37/EG des
          Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 über die Typgenehmigung
   5
           ABl. C […] vom […], S. […].
   6
           ABl. L 186 vom 8.7.1986, S. 26.
   7
           Siehe Anhang VII Teil A.
DE                                                  4                                          DE
 ---pagebreak---           für land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen, ihre Anhänger und die von ihnen
          gezogenen auswechselbaren Maschinen sowie für Systeme, Bauteile und
          selbstständige technische Einheiten dieser Fahrzeuge und zur Aufhebung der
          Richtlinie 74/150/EWG8 vorgesehenen EG-Typgenehmigungssystems; sie enthält
          technische Vorschriften über das Design und die Beschaffenheit von land- und
          forstwirtschaftlichen Zugmaschinen auf Rädern im Hinblick auf hinten angebrachte
          Umsturzschutzvorrichtungen. Diese technischen Vorschriften betreffen die
          Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten, um die Anwendung des
          EG-Typgenehmigungsverfahrens, das durch die Richtlinie 2003/37/EG vorgesehen
          wurde, für jeden Zugmaschinentyp zu ermöglichen. Daher finden die in der
          Richtlinie 2003/37/EG festgelegten Bestimmungen über land- oder forstwirtschaft-
          liche Zugmaschinen, ihre Anhänger und die von ihnen gezogenen auswechselbaren
          Maschinen sowie über Systeme, Bauteile und selbstständige technische Einheiten auf
          die vorliegende Anwendung. ⌫
   (3)    Diese Richtlinie sollte die Verpflichtung der Mitgliedstaaten hinsichtlich der Fristen
          für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und für die Anwendung der in
          Anhang VII Teil B aufgeführten Richtlinien unberührt lassen —
                                                                  86/298/EWG (angepasst)
   HABEN FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
                                              Artikel 1
   Diese Richtlinie gilt für Zugmaschinen im Sinne des Artikels ⌦ 2 Buchstabe j ⌫ der
   Richtlinie ⌦ 2003/37/EG ⌫ mit folgenden Merkmalen:
   a)       Bodenfreiheit von höchstens 600 mm unter dem niedrigsten Punkt der Vorder- bzw.
            der Hinterachse, einschließlich des Differentials;
                                                                  89/682/EWG Art. 1 Nr. 1
                                                               (angepasst)
   b)       feste oder einstellbare Mindestspurweite der mit den Reifen der größeren Abmessung
            versehenen Achse von weniger als 1 150 mm; ausgehend von der Annahme, dass die
            mit Reifen der größten Abmessung versehenen Achse auf eine Spurweite von
            höchstens 1 150 mm eingestellt worden ist, muss die Spurweite der anderen Achse so
            eingestellt werden können, dass die Außenkanten der Reifen mit der geringsten
            Abmessung die Außenkanten der Reifen an der anderen Achse nicht überragen
            ⌦ ; sind ⌫ beide Achsen mit Felgen und Reifen gleicher Abmessungen versehen,
            muss die feste oder einstellbare Spurweite der beiden Achsen unter 1 150 mm liegen;
   8
           ABl. L 171 vom 9.7.2003, S. 1.
DE                                                5                                              DE
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   c)       Masse von 600 kg oder mehr, entsprechend ⌦ der Leermasse ⌫ der Zugmaschine
            im Sinne ⌦ von Nummer 2.1 des Musters A in Anhang I ⌫ der
            Richtlinie 2003/37/EG, einschließlich der nach der vorliegenden Richtlinie ange-
            brachten Umsturzschutzvorrichtung und der Reifen mit der vom Hersteller
            empfohlenen größten Abmessung.
                                             Artikel 2
   (1) Die EG-Bauartgenehmigung für jeden Typ einer Umsturzschutzvorrichtung und ihre
   Befestigung an der Zugmaschine, der den Bau- und Prüfvorschriften der Anhänge I und II
   entspricht, wird von den einzelnen Mitgliedstaaten erteilt.
   (2) Der Mitgliedstaat, der die EG-Bauartgenehmigung erteilt hat, trifft — erforderlichenfalls
   in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der übrigen Mitgliedstaaten — die
   gebotenen Vorkehrungen, um die Übereinstimmung der Produktion mit dem genehmigten
   Typ, soweit notwendig, zu überwachen. Die Überwachung beschränkt sich auf Stichproben.
                                             Artikel 3
   Die Mitgliedstaaten weisen dem Hersteller einer Zugmaschine, dem Hersteller einer Umsturz-
   schutzvorrichtung oder ihren jeweiligen Beauftragten für jeden Typ einer Umsturzschutz-
   vorrichtung und ihre Befestigung an der Zugmaschine, für die sie nach Artikel 2 die
   EG-Bauartgenehmigung erteilen, ein EG-Genehmigungszeichen nach dem ⌦ Beispiel ⌫
   des Anhangs III zu.
   Die Mitgliedstaaten treffen alle zweckdienlichen Maßnahmen, um die Verwendung von
   Genehmigungszeichen zu verhindern, die zu einer Verwechslung zwischen Vorrichtungen
   eines Typs, für den eine EG-Bauartgenehmigung nach Artikel 2 erteilt wurde, und anderen
   Vorrichtungen führen können.
                                             Artikel 4
   Die Mitgliedstaaten dürfen das Inverkehrbringen von Umsturzschutzvorrichtungen und ihrer
   Befestigung an der Zugmaschine nicht wegen ihrer Bauweise verbieten, wenn sie mit dem
   EG-Genehmigungszeichen versehen sind.
   ⌦ Jedoch darf ein Mitgliedstaat ⌫ das Inverkehrbringen von Vorrichtungen, die mit dem
   EG-Genehmigungszeichen versehen sind, verbieten, wenn sie systematisch nicht mit dem Typ
   übereinstimmen, für den die EG-Bauartgenehmigung erteilt wurde.
   Dieser Mitgliedstaat unterrichtet unverzüglich die übrigen Mitgliedstaaten und die
   Kommission von den getroffenen Maßnahmen und begründet dabei seinen Beschluss.
DE                                               6                                               DE
 ---pagebreak---                                                Artikel 5
   Die zuständigen Behörden der einzelnen Mitgliedstaaten übermitteln den zuständigen
   Behörden der anderen Mitgliedstaaten binnen eines Monats eine Abschrift des EG-Bauart-
   genehmigungsbogens ⌦ dessen Muster in Anhang IV enthalten ist ⌫ für jeden Typ einer
   Umsturzschutzvorrichtung, für den sie die Bauartgenehmigung erteilen oder versagen.
                                               Artikel 6
   (1) Stellt der Mitgliedstaat, der die EG-Bauartgenehmigung erteilt hat, fest, dass mehrere mit
   demselben EG-Genehmigungszeichen versehene Umsturzschutzvorrichtungen und ihre
   Befestigung an der Zugmaschine nicht mit dem Typ übereinstimmen, für den er die Bauart-
   genehmigung erteilt hat, so trifft er die notwendigen Maßnahmen, um die Übereinstimmung
   der Produktion mit dem genehmigten Typ sicherzustellen.
   Die zuständigen Behörden dieses Mitgliedstaats unterrichten die zuständigen Behörden der
   anderen Mitgliedstaaten von den getroffenen Maßnahmen, die bei erheblicher und
   wiederholter Nichtübereinstimmung bis zum Entzug der EWG-Bauartgenehmigung gehen
   können.
   Diese Behörden treffen die gleichen Maßnahmen, wenn sie von den zuständigen Behörden
   eines anderen Mitgliedstaats von einer derartigen Nichtübereinstimmung unterrichtet werden.
   (2) Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten unterrichten sich gegenseitig binnen eines
   Monats über den Entzug einer erteilten EG-Bauartgenehmigung unter Angabe der Gründe.
                                               Artikel 7
   Jede Verfügung aufgrund der zur Durchführung dieser Richtlinie erlassenen Vorschriften,
   durch die eine EG-Bauartgenehmigung versagt oder entzogen oder das Inverkehrbringen oder
   die Benutzung verboten wird, ist genau zu begründen.
   Sie ist den Betroffenen unter Angabe der in den Mitgliedstaaten nach dem geltenden Recht
   vorgesehenen Rechtsmittel und der Rechtsmittelfristen zuzustellen.
                                               Artikel 8
                                                                 2000/19/EG Art. 2 (angepasst)
   (1) ⌦ Wenn die Zugmaschinen die Vorschriften dieser Richtlinie erfüllen, ⌫ dürfen die
   Mitgliedstaaten
   a)        weder für einen Zugmaschinentyp die Erteilung der EG-Typgenehmigung oder die
             Betriebserlaubnis mit nationaler Geltung verweigern;
   b)        noch das erstmalige Inverkehrbringen der Zugmaschinen verbieten.
   2) Die Mitgliedstaaten dürfen die Betriebserlaubnis mit nationaler Geltung für einen
   Zugmaschinentyp verweigern, wenn dieser die Vorschriften dieser Richtlinie nicht erfüllt.
DE                                                 7                                              DE
 ---pagebreak---                                                                   86/298/EWG (angepasst)
                                              Artikel 9
   Die Mitgliedstaaten dürfen ⌦ die Zulassung oder ⌫ den Verkauf oder die Benutzung einer
   Zugmaschine nicht wegen der Umsturzschutzvorrichtungen sowie ihrer Befestigung an der
   Zugmaschine versagen oder verbieten, wenn diese mit dem EG-Genehmigungszeichen
   versehen und die Vorschriften des Anhangs V eingehalten worden sind.
                                                                  86/298/EWG
                                             Artikel 10
   Diese Richtlinie berührt nicht die Möglichkeit der Mitgliedstaaten, unter Wahrung der
   Bestimmungen des Vertrages Erfordernisse vorzuschreiben, die sie zur Sicherung des
   Schutzes der Arbeitnehmer beim Einsatz der Zugmaschinen für erforderlich halten, sofern
   dies keine Änderungen an der Umsturzschutzvorrichtung in Bezug auf die Spezifikationen
   dieser Richtlinie erfordert.
                                                                  86/298/EWG (angepasst)
                                             Artikel 11
   (1) Im Rahmen der EG-Typgenehmigung muss jede Zugmaschine im Sinne des Artikels 1 mit
   einer Umsturzschutzvorrichtung versehen sein.
   (2) Soweit es sich nicht um eine Schutzvorrichtung mit zwei Pfosten, die vor dem Führersitz
   angebracht ist, handelt, ⌦ hat ⌫ die in Absatz 1 genannte Schutzvorrichtung den
   Vorschriften der Anhänge I und II dieser Richtlinie, ⌦ oder der Anhänge I bis IV ⌫ der
   Richtlinie 2009/57/EG9 oder der Richtlinie 2009/75/EG10 des Europäischen Parlaments und
   des Rates ⌦ zu ⌫ entsprechen.
                                             Artikel 12
   ⌦ Die ⌫ Änderungen, die zur Anpassung der Anhänge ⌦ I bis VI dieser Richtlinie ⌫ an
   den technischen Fortschritt notwendig sind, werden nach dem ⌦ in Artikel 20 Absatz 2 der
   Richtlinie 2003/37/EG genannten ⌫ Verfahren erlassen.
                                             Artikel 13
   Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den Wortlaut der wichtigsten innerstaatlichen
   Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.
   9
           ABl. L 261 vom 3.1.0.2009, S. 1.
   10
           ABl. L 261 vom 3.10.2009, S. 40.
DE                                                8                                            DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 14
   Die Richtlinie 86/298/EWG, in der Fassung der in Anhang VII Teil A aufgeführten Rechts-
   akte, wird unbeschadet der Verpflichtung der Mitgliedstaaten hinsichtlich der in Anhang VII
   Teil B genannten Fristen für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und für die Anwendung
   aufgehoben.
   Bezugnahmen auf die aufgehobene Richtlinie gelten als Bezugnahmen auf die vorliegende
   Richtlinie und sind nach Maßgabe der Entsprechungstabelle in Anhang VIII zu lesen.
                                              Artikel 15
   Diese Richtlinie tritt am 1. Mai 2011 in Kraft.
                                                                 86/298/EWG
                                              Artikel 16
   Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
   Geschehen zu […] am [...]
   In Namen des Europäischen Parlaments                   Im Namen des Rates
   Der Präsident                                          Der Präsident
   [...]                                                  [...]
DE                                                 9                                           DE
 ---pagebreak---                                                        86/298/EWG (angepasst)
                             LISTE DER ANHÄNGE
   ANHANG I        Bedingungen für die Erteilung der EG-Bauartgenehmigung
   ANHANG II       Technische Anforderungen
   ANHANG III      Kennzeichnung
   ANHANG IV       Muster eines EG-Bauartgenehmigungsbogens
   ANHANG V        Bedingungen für die Erteilung der EG-Typgenehmigung
   ANHANG VI       Muster eines Anhangs zum EWG-Typgenehmigungsbogen für einen
                   Zugmaschinentyp betreffend die Festigkeit der Schutzvorrichtung und
                   ihrer Befestigung an der Zugmaschine
   ⌦ Anhang VII ⌫  ⌦ Teil A: Aufgehobene Richtlinie mit Liste ihrer nachfolgenden
                   Änderungen ⌫
                   ⌦ Teil B: Fristen für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und für
                   die Anwendung ⌫
   ⌦ Anhang VIII ⌫ ⌦ Entsprechungstabelle ⌫
                                  _____________
DE                                       10                                              DE
 ---pagebreak---                                                ANHANG I
      BEDINGUNGEN FÜR DIE ERTEILUNG EINER EG-BAUARTGENEHMIGUNG
                                                                    2010/22/EU Art. 2 und
                                                                  Anhang II, Nr. 1
   1.      Es gelten die folgenden Begriffsbestimmungen und Bestimmungen von Punkt 1 des
           Kodex 711 des OECD-Beschlusses C(2008) 128 vom Oktober 2008, mit Ausnahme
           von Punkt 1.1 „Land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen“:
   „1.     Begriffsbestimmungen
   1.1     [entfällt]
   1.2     Umsturzschutzvorrichtung
           Eine Umsturzschutzvorrichtung (Sicherheitsführerhaus/Sicherheitsrahmen), nach-
           stehend „Schutzvorrichtung“ genannt, ist eine Vorrichtung an einer Zugmaschine,
           die dazu dient, den Fahrzeugführer vor den Gefahren zu schützen, die durch
           Umstürzen der Zugmaschine bei normaler Verwendung auftreten können.
           Umsturzschutzvorrichtungen verfügen über eine Freiraumzone, deren Größe den
           Fahrzeugführer schützt, wenn dieser sich in der Sitzposition entweder innerhalb des
           Schutzaufbaus befindet oder innerhalb eines Raumes, der begrenzt ist durch eine
           Reihe gerader Linien, die von den Außenkanten der Schutzvorrichtung zu jedem
           möglicherweise mit dem Boden in Berührung kommenden Teil der Zugmaschine
           verlaufen, das im Falle eines Überrollens die Zugmaschine abstützen kann.
   1.3     Spurweite
   1.3.1   Vorläufige Begriffsbestimmungen: Radmittelebene
           Die Radmittelebene liegt in der Mitte zwischen den beiden Ebenen, die an den
           Außenkanten der Felgen anliegen.
   1.3.2   Begriffsbestimmung für Spurweite
           Die durch die Radachse verlaufende Ebene schneidet die Radmittelebene in einer
           Linie, die an einem bestimmten Punkt auf die Aufstandsfläche trifft. Werden die so
           definierten Punkte der Räder einer Achse der Zugmaschine mit A und B bezeichnet,
           so ist die Spurweite der Abstand zwischen den Punkten A und B. Diese Definition
           von Spurweite gilt für Vorder- und Hinterachse gleichermaßen. Bei Zwillings-
           bereifung ist die Spurweite der Abstand zwischen den Mittelebenen der Reifenpaare.
   11
         OECD-Kodex für amtliche Prüfungen der hinteren Umsturzschutzvorrichtungen land- oder
         forstwirtschaftlicher Schmalspurzugmaschinen auf Rädern.
DE                                                  11                                         DE
 ---pagebreak---    1.3.3   Zusätzliche Begriffsbestimmung: Mittelebene der Zugmaschine
           Die äußerste Lage der Punkte A und B der Hinterachse der Zugmaschine stellen den
           größtmöglichen Wert für die Spurweite dar. Die vertikale Ebene, die rechtwinklig zu
           der durch die Punkte A und B beschriebenen Linie durch deren Mittelpunkt verläuft,
           ist die Mittelebene der Zugmaschine.
   1.4     Radstand
           Der Radstand ist der Abstand der zwei vertikalen Ebenen, die die beiden durch die
           Punkte A und B beschriebenen Linien, jeweils für die Vorder- und die Hinterräder,
           wie in 1.3. definiert, durchlaufen.
   1.5     Bestimmung des Sitz-Index-Punktes; Sitzeinstellung für Prüfzwecke
   1.5.1   Sitz-Index-Punkt (SIP)12
           Der Sitz-Index-Punkt ist gemäß ISO 5353:1995 zu bestimmen
   1.5.2   Anbringungsstelle des Sitzes und Sitzeinstellung für Prüfzwecke
   1.5.2.1 Ist die Neigung der Sitzlehne und der Sitzschale verstellbar, so sind diese so
           einzustellen, dass sich der Sitz-Index-Punkt in der höchsten hinteren Stellung
           befindet;
   1.5.2.2 ist der Sitz mit einer Federung ausgestattet, ist er in der Mitte des Schwingungs-
           bereiches festzustellen, sofern der Sitzhersteller nicht eindeutig etwas anderes angibt;
   1.5.2.3 ist der Sitz nur in der Längsrichtung und in der Höhe verstellbar, so muss die durch
           den Sitz-Index-Punkt verlaufende Längsachse parallel zu der durch den Mittelpunkt
           des Lenkrads verlaufenden senkrechten Längsebene der Zugmaschine sein und darf
           nicht mehr als 100 mm von dieser Längsebene entfernt verlaufen.
   1.6     Freiraumzone
   1.6.1   Bezugsebene
                                                                        2010/22/EU Art. 2 und Anh. II
                                                                      Nr. 1 (angepasst)
           Die Freiraumzone ist in den Abbildungen 7.1 und 7.2 dargestellt. Die Freiraumzone
           wird gegenüber der Bezugsebene und dem Sitz-Index-Punkt (SIP) festgelegt. Die
           Bezugsebene ist eine vertikale Ebene, die im Allgemeinen längs der Zugmaschine
           durch den Sitz-Index-Punkt sowie durch die Mitte des Lenkrades verläuft. Die
           Bezugsebene ist in der Regel mit der Längsmittelebene der Zugmaschine identisch.
           Es wird angenommen, dass sich diese Bezugsebene bei Belastung horizontal mit dem
   12
          Für Erweiterungsprüfungen, durch die Prüfprotokolle untersucht werden, in denen ursprünglich der
          Sitzbezugspunkt verwendet wurde, sind die erforderlichen Messungen unter Verwendung des
          Sitzbezugspunktes statt des Sitz-Index-Punktes durchzuführen und die Verwendung des
          Sitzbezugspunktes ist deutlich anzuzeigen (siehe Anhang 1).
DE                                                      12                                                 DE
 ---pagebreak---             Sitz und dem Lenkrad verschiebt, jedoch in ihrer senkrechten Stellung in Bezug auf
            die Zugmaschine bzw. den Boden der Überrollschutzvorrichtung verbleibt. Die
            Freiraumzone ist gemäß ⌦ Nummern ⌫ 1.6.2 und 1.6.3 definiert.
   1.6.2    Bestimmung der Freiraumzone für Zugmaschinen mit nicht umkehrbarem Sitz.
            Die Freiraumzone für Zugmaschinen mit nicht umkehrbarem Sitz ist in den
            Nummern 1.6.2.1 bis 1.6.2.13 definiert (siehe unten); sie wird von folgenden Ebenen
            begrenzt, wobei sich die Zugmaschine auf einer horizontalen Fläche befindet und der
            Sitz, falls verstellbar, in der höchsten hinteren Stellung13 ist und das Lenkrad, falls
            verstellbar, in mittlerer Stellung für einen sitzenden Fahrer eingestellt ist:
   1.6.2.1. einer horizontalen Ebene A1 B1 B2 A2, (810 + av) mm über dem Sitz-Index-Punkt
            (SIP), wobei die Linie B1B2 (ah-10) mm hinter dem SIP verläuft;
   1.6.2.2. einer geneigten Ebene H1 H2 G2 G1, die sich rechtwinklig zur Bezugsebene
            anschließt und die einen 150 mm hinter der Linie B1B2 liegenden Punkt und den
            hintersten Punkt der Sitzrückenlehne einschließt;
   1.6.2.3. einer zylindrischen Fläche A1 A2 H2 H1, die sich rechtwinklig zur Bezugsebene mit
            einem Radius von 120 mm tangential an die in Nummern 1.6.2.1 und 1.6.2.2
            definierten Ebenen anschließt;
   1.6.2.4. einer zylindrischen Fläche B1 C1 C2 B2, die sich rechtwinklig zur Bezugsebene mit
            einem Radius von 900 mm vorn in 400 mm Entfernung tangential an die in Nummer
            1.6.2.1 genannte Ebene entlang der Linie B1B2 anschließt;
   1.6.2.5. einer geneigten Ebene C1 D1 D2 C2, rechtwinklig zur Bezugsebene, die sich an die in
            Nummer 1.6.2.4 definierte Fläche anschließt und in 40 mm Abstand von der äußeren
            Vorderkante des Lenkrads verläuft. Ist das Lenkrad überhöht angeordnet, erstreckt
            sich diese Ebene tangential von der Linie B1B2 nach vorne bis an die in
            Nummer 1.6.2.4 definierte Fläche;
   1.6.2.6. einer vertikalen Ebene D1 K1 E1 E2 K2 D2, rechtwinklig zur Bezugsebene, in 40 mm
            Abstand vor der äußeren Kante des Lenkrads;
   1.6.2.7. einer horizontalen Ebene E1 F1 P1 N1 N2 P2 F2 E2, die (90-av) mm unter dem Sitz-
            Index-Punkt (SIP) verläuft;
   1.6.2.8. einer Fläche G1 L1 M1 N1 N2 M2 L2 G2, die gegebenenfalls von der unteren
            Begrenzung der in Nummer 1.6.2.2 definierten Ebene bis zu der in Nummer 1.6.2.7
            definierten horizontalen Ebene gekrümmt ist, rechtwinklig zur Bezugsebene verläuft
            und über die ganze Länge in Berührung mit der Sitzrückenlehne ist;
   13
           Hinweis für Nutzer: Der Sitz-Index-Punkt wird gemäß ISO 5353 bestimmt und stellt in Bezug auf die
           Zugmaschine einen festen Punkt dar, der sich nicht bewegt, wenn der Sitz in einer anderen als der
           mittleren Stellung eingestellt wird. Zur Bestimmung der Freiraumzone ist der Sitz in die höchste hintere
           Stellung zu bringen.
DE                                                        13                                                        DE
 ---pagebreak---    1.6.2.9. zwei vertikalen Ebenen K1 I1 F1 E1 und K2 I2 F2 E2, parallel zur Bezugsebene,
             250 mm beiderseits der Bezugsebene bis in 300 mm Höhe über der in
             Nummer 1.6.2.7 definierten Ebene;
   1.6.2.10. zwei geneigten und parallelen Ebenen A1 B1 C1 D1 K1 I1 L1 G1 H1 und A2 B2 C2 D2
             K2 I2 L2 G2 H2, die von der Oberkante der in Nummer 1.6.2.9 definierten Ebenen bis
             zu der in Nummer 1.6.2.1 definierten horizontalen Ebene verlaufen und auf der Seite,
             gegen die der Druck geführt wird, mindestens 100 mm von der Bezugsebene entfernt
             sind;
   1.6.2.11. zwei Ausschnitten der vertikalen Ebenen Q1 P1 N1 M1 und Q2 P2 N2 M2, parallel zur
             Bezugsebene, 200 mm beiderseits der Bezugsebene bis in 300 mm Höhe über der in
             Nummer 1.6.2.7 definierten horizontalen Ebene;
   1.6.2.12. zwei Ausschnitten I1 Q1 P1 F1 und I2 Q2 P2 F2 einer vertikalen Ebene, rechtwinklig
             zur Bezugsebene und (210-ah) vor dem Sitz-Index-Punkt verlaufend;
   1.6.2.13. zwei Ausschnitten I1 Q1 M1 L1 und I2 Q2 M2 L2I1 der horizontalen Ebene, in 300 mm
             Höhe über der in Nummer 1.6.2.7 definierten Ebene verlaufend.
                                                                 2010/22/EU Art. 2 und Anh. II
                                                              Nr. 1
   1.6.3     Bestimmung der Freiraumzone für Zugmaschinen mit umkehrbarem Sitz
             Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz und
             Lenkrad) besteht der Freiraum aus dem von den beiden Freiraumzonen umgebenen
             Bereich; die Freiraumzonen werden durch die beiden unterschiedlichen Stellungen
             des Lenkrads und des Sitzes bestimmt.
   1.6.4     Zusätzliche Sitze
   1.6.4.1 Bei einer Zugmaschine, die mit zusätzlichen Sitzen ausgestattet werden kann, wird
             bei den Prüfungen jener von beiden Freiraumzonen umgebene Bereich verwendet,
             der sich aus den Sitz-Index-Punkten aller möglichen Sitzpositionen ergibt. Die
             Schutzvorrichtung darf nicht Teil der größeren Freiraumzone sein, in der diese
             unterschiedlichen Sitz-Index-Punkte berücksichtigt sind.
   1.6.4.2 Wird nach der Prüfung eine neue Sitzposition vorgeschlagen, ist zu bestimmen, ob
             sich die Freiraumzone um den neuen Sitz-Index-Punkt innerhalb des vorher
             festgelegten Raums befindet. Ist dies nicht der Fall, muss eine neue Prüfung
             durchgeführt werden.
   1.7       Zulässige Messtoleranzen
             Längenmaße:                                                                ± 3 mm
             ausgenommen:
             – Reifenverformung:                                                        ± 1 mm
DE                                               14                                               DE
 ---pagebreak---        – Verformung der Schutzvorrichtung bei horizontalen Belastungen:         ± 1 mm
       – Fallhöhe des Pendelblocks:                                             ± 1 mm
       Massen:                                                                  ±1%
       Kräfte:                                                                  ±2%
       Winkel:                                                                  ±2°
   1.8 Symbole
         ah            (mm)            Hälfte der horizontalen Sitzeinstellung;
         av            (mm)            Hälfte der vertikalen Sitzeinstellung;
         B             (mm)            Mindestgesamtbreite der Zugmaschine;
         B6            (mm)            Größte Außenbreite der Schutzvorrichtung;
         D             (mm)            Verformung der Schutzvorrichtung am
                                       Aufschlagpunkt (dynamische Prüfungen) bzw.
                                       Verformung an der Stelle und in der Richtung
                                       der Belastung (statische Prüfungen);
         D'            (mm)            Verformung der Schutzvorrichtung für die
                                       errechnete erforderliche Energie;
         Ea            (J)             Absorbierte Verformungsenergie bei Wegnah-
                                       me der Belastung; der Bereich liegt innerhalb
                                       der Kurve F-D;
         Ei            (J)             Absorbierte Verformungsenergie; der Bereich
                                       liegt innerhalb der Kurve F-D;
         E'i           (J)             Nach einer zusätzlichen infolge von Brücken
                                       und Rissen vorgenommenen Belastungsprü-
                                       fung absorbierte Verformungsenergie;
         E''i          (J)             Während der Überlastprüfung absorbierte Ver-
                                       formungsenergie bei Wegnahme der Belastung
                                       vor der Prüfung mit Überlast; der Bereich liegt
                                       innerhalb der Kurve F-D;
         Eil           (J)             Bei Längsbelastung zu absorbierende Ein-
                                       gangsenergie;
         Eis           (J)             Bei seitlicher Belastung zu absorbierende Ein-
                                       gangsenergie;
DE                                       15                                            DE
 ---pagebreak---           F               (N)              Statische Belastungskraft;
          F'              (N)              Belastungskraft für errechnete erforderliche
                                           Energie entsprechend E'i;
          F-D                              Kraft/Verformungs-Schaubild;
          Fmax            (N)              Höchste statische Kraft während           der
                                           Belastung, Überlast nicht berücksichtigt;
          Fv              (N)              Vertikale Druckkraft;
          H               (mm)             Fallhöhe des Pendelblocks (dynamische Prü-
                                           fungen);
          H’              (mm)             Fallhöhe des Pendelblocks bei zusätzlicher
                                           Prüfung (dynamische Prüfungen);
          I               (kgm2)           Bezugsträgheitsmoment der Zugmaschine um
                                           die Achse der Hinterräder, unabhängig von der
                                           Masse der Hinterräder;
          L               (mm)             Bezugsradstand der Zugmaschine;
          M               (kg)             Bezugsmasse der Zugmaschine bei den
                                           Festigkeitsprüfungen entsprechend Anhang II
                                           Nummer 3 .1.1.4
   “
                                                            86/298/EWG
   2.   ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                                            86/298/EWG (angepasst)
   2.1. Die Schutzvorrichtungen und ihre Befestigung an der Zugmaschine müssen so
        beschaffen sein, dass ihr Hauptzweck nach Nummer 1 erfüllt wird.
   2.2. Diese Bedingung gilt als erfüllt, wenn die Vorschriften des Anhangs II eingehalten
        werden.
DE                                          16                                             DE
 ---pagebreak---    3.   ANTRAG AUF ERTEILUNG EINER EG-BAUARTGENEHMIGUNG
   3.1. Der Antrag auf Erteilung einer EG-Bauartgenehmigung betreffend die Festigkeit der
        Schutzvorrichtung und ihrer Befestigung an der Zugmaschine ist vom Hersteller der
        Zugmaschine, vom Hersteller der Schutzvorrichtung oder ihren jeweiligen
        Beauftragten zu stellen.
   3.2. Dem Antrag sind folgende Unterlagen in dreifacher Ausfertigung sowie
        nachstehende Angaben beizufügen:
        –     Maßstabgerechte Zeichnung der Schutzvorrichtung oder Zeichnung unter
              Angabe der Hauptabmessungen. In dieser Zeichnung muss insbesondere die
              Befestigung im Detail dargestellt sein;
        –     Fotos von der Seite und von hinten, mit Einzelheiten der Befestigung;
        –     kurze Beschreibung der Schutzvorrichtung mit folgenden Angaben: Bauart, Art
              der Befestigung an der Zugmaschine, soweit erforderlich Einzelheiten der
              Verkleidung, Einstieg- und Notausstiegmöglichkeiten, Einzelheiten der
              Innenpolsterung, Vorrichtungen gegen Weiterrollen der Zugmaschine und
              Einzelheiten des Heiz- und Lüftungssystems.
   3.3. Dem für die Durchführung der EG-Bauartgenehmigungsprüfung zuständigen techni-
        schen Dienst ist eine für den Zugmaschinentyp, für den die zu genehmigende
        Schutzvorrichtung bestimmt ist, repräsentative Zugmaschine vorzuführen. An diese
        Zugmaschine ist die Schutzvorrichtung angebaut.
   3.4. Der Inhaber einer EG-Bauartgenehmigung kann beantragen, dass diese auf andere
        Zugmaschinentypen erweitert wird. Die zuständigen Behörden, die die erste
        EG-Bauartgenehmigung erteilt haben, gewähren die beantragte Erweiterung, wenn
        die genehmigte Schutzvorrichtung sowie der (die) Zugmaschinentyp(en), für den
        (die) die Erweiterung der ursprünglichen EG-Bauartgenehmigung beantragt wird,
        nachstehende Bedingungen erfüllt (erfüllen):
        –     Die Masse der Zugmaschine ohne Ballast gemäß ⌦ Nummer 2.1 des
              Musters A in Anhang I der Richtlinie 2003/37/EG ⌫ überschreitet die für die
              Prüfung verwendete Bezugsmasse um nicht mehr als 5 %,
                                                            86/298/EWG
        –     der Radstand oder das Trägheitsmoment um die Hinterachse darf nicht höher
              sein als der Bezugsradstand oder das Bezugsträgheitsmoment,
        –     die Art der Befestigung ist gleich und die Anbaupunkte an der Zugmaschine
              sind gleich,
        –     Bauteile wie Kotflügel und Motorhauben, die als Abstützung für die
              Schutzvorrichtung dienen können, sind von gleicher Festigkeit und befinden
              sich — bezogen auf die Schutzvorrichtung — an gleicher Stelle,
DE                                           17                                           DE
 ---pagebreak---           –     die Anordnung und die wesentlichen Abmessungen des Sitzes und des
                Lenkrades in Bezug auf die Schutzvorrichtung sowie die Anordnung der als
                starr geltenden und zur Prüfung der Frage des Schutzes für den Freiraum
                heranzuziehenden Punkte gegenüber der Schutzvorrichtung müssen dergestalt
                sein, dass die Freiraumzone bei den einzelnen Prüfphasen ungeachtet der
                Verformungen durch die Vorrichtung erhalten bleibt.
   4.     AUFSCHRIFTEN
   4.1.   Jede Schutzvorrichtung, die dem Typ entspricht, für den eine EWG-Bauartgenehmi-
          gung erteilt wurde, muss mit folgenden Aufschriften versehen sein:
   4.1.1. Fabrik- oder Handelsmarke.
   4.1.2. EG-Genehmigungszeichen nach dem Muster des Anhangs III.
   4.1.3. Seriennummer der Schutzvorrichtungen.
   4.1.4. Zugmaschinenmarke und -typ(en), für den (die) die Schutzvorrichtung bestimmt ist.
   4.2.   Alle diese Angaben sind auf einem Schild zu vermerken.
   4.3.   Die Angaben müssen sichtbar, leserlich und dauerhaft angebracht sein.
                                        _____________
DE                                            18                                            DE
 ---pagebreak---                                                                 2010/22/EU Art. 2 und
                                                              Anhang II, Nr. 2 (angepasst)
                                              ANHANG II
                                      Technische Anforderungen
   Die technischen Anforderungen für die EG-Typgenehmigung von hinten angebrachten
   Umsturzschutzvorrichtungen an land- oder forstwirtschaftlichen Schmalspurzugmaschinen
   auf Rädern entsprechen denen von Punkt 3 des Kodex 7 des Beschlusses C(2008) 128 der
   OECD vom Oktober 2008, mit Ausnahme der Punkte 3.1.4 (Prüfprotokolle), 3.3.1
   (administrative Erweiterungen), 3.4 (Kennzeichnung) und 3.6 (Auslegung der Verankerung
   für Sicherheitsgurte) und haben folgenden Wortlaut:
   „3.       VORSCHRIFTEN UND HINWEISE
   3.1       Bedingungen für die Prüfung der Festigkeit von Schutzvorrichtungen und ihrer
             Befestigung an der Zugmaschine
   3.1.1     Allgemeine Vorschriften
   3.1.1.1 Zweck der Prüfung
             Zweck der mit Spezialvorrichtungen durchgeführten Prüfungen ist es, die
             Belastungen zu simulieren, denen die Schutzvorrichtung beim Umstürzen der
             Zugmaschine ausgesetzt ist. Diese Prüfungen sollen Aufschluss geben über die
             Festigkeit der Schutzvorrichtung, ihrer Befestigung an der Zugmaschine und
             sonstiger, die Prüfkraft übertragender Zugmaschinenbauteile.
   3.1.1.2 Prüfverfahren
             Die Prüfungen können nach dem dynamischen oder dem statischen Verfahren
             durchgeführt werden. Beide Verfahren sind gleichwertig.
   3.1.1.3 Allgemeine Regeln für die Vorbereitung der Prüfungen
   3.1.1.3.1 Die Schutzvorrichtung muss der Serienausführung entsprechen. Sie ist nach
             Empfehlung des Herstellers auf einer der Zugmaschinen zu befestigen, für die sie
             bestimmt ist.
             Hinweis: Eine vollständige Zugmaschine ist für die statische Prüfung nicht
             erforderlich; die Schutzvorrichtung und die Teile der für die Prüfungen benutzten
             Zugmaschine, an denen sie befestigt ist, müssen jedoch eine betriebsmäßige Einheit,
             im folgenden „Aufbau“ genannt, bilden.
   3.1.1.3.2 Die Zugmaschine (bzw. der Aufbau) ist sowohl zur statischen als auch zur
             dynamischen Prüfung mit allen für die Montage benötigen Bauelementen der
             serienmäßigen Ausführung zu versehen, die die Festigkeit der Schutzvorrichtung
             beeinflussen können oder die gegebenenfalls zur Durchführung der
             Festigkeitsprüfung erforderlich sind.
DE                                                 19                                            DE
 ---pagebreak---              Bauteile, die in der Freiraumzone eine Gefahr darstellen können, müssen ebenfalls an
             der Zugmaschine (bzw. dem Aufbau) vorhanden sein, damit geprüft werden kann, ob
             die Annahmekriterien nach 3.1.3 erfüllt sind. Alle Teile der Zugmaschine und der
             Schutzvorrichtung, einschließlich der Wetterschutzeinrichtung, sind mitzuliefern
             oder auf Plänen darzustellen.
   3.1.1.3.3 Für die Festigkeitsprüfungen sind alle abnehmbaren Verkleidungen und
             nichttragenden Teile zu entfernen, damit sie nicht die Festigkeit des Aufbaus
             verstärken können.
   3.1.1.3.4 Die Spurweite der Räder ist so einzustellen, dass die Schutzvorrichtung bei den
             Festigkeitsprüfungen möglichst nicht durch die Reifen abgestützt wird. Werden diese
             Prüfungen nach dem statischen Verfahren durchgeführt, können die Räder
             abmontiert werden.
   3.1.1.4 Bezugsmasse der Zugmaschine bei den Festigkeitsprüfungen
             Die in den Formeln zur Berechnung der Fallhöhe des Pendelblocks, der Energien und
             der Druckkräfte verwendete Bezugsmasse M ist mindestens gleich der Masse der
             Zugmaschine ohne Sonderausstattung, jedoch mit Kühlflüssigkeit, Schmiermittel,
             Kraftstoff und Werkzeug, zuzüglich der Schutzvorrichtung. Nicht zu berücksichtigen
             sind etwaige zusätzliche Front- oder Heckbelastungsgewichte, Reifenballast,
             Anbaugeräte oder sonstiges Sonderzubehör.
   3.1.2     Prüfungen
   3.1.2.1 Reihenfolge der Prüfungen
             Unbeschadet der in den Nummern 3.2.1.1.6, 3.2.1.1.7, 3.2.2.1.6 und 3.2.2.1.7
             erwähnten zusätzlichen Prüfungen werden die Prüfungen in dieser Reihenfolge
             durchgeführt:
             1)    Schlagprüfung (dynamisch) oder Belastungsprüfung (statisch) von hinten
                   (siehe Nummern 3.2.1.1.1 und 3.2.2.1.1);
             2)    Druckprüfung hinten (dynamisch            oder    statisch  Prüfung)   (siehe
                   Nummern 3.2.1.1.4 und 3.2.2.1.4);
             3)    Schlagprüfung (dynamisch) oder Belastungsprüfung (statisch) von vorn (siehe
                   Nummern 3.2.1.1.2 und 3.2.2.1.2);
             4)    Seitliche Schlagprüfung (dynamisch) oder seitliche Belastungsprüfung
                   (statisch) (siehe Nummern 3.2.1.1.3 und 3.2.2.1.3);
             5)    Druckprüfung vorn (dynamisch oder statisch) (siehe Nummern 3.2.1.1.5 und
                   3.2.2.1.5).
   3.1.2.2 Allgemeine Vorschriften
   3.1.2.2.1 Bricht oder bewegt sich ein Teil der Haltevorrichtung während einer Prüfung, so ist
             diese Prüfung zu wiederholen.
DE                                                20                                              DE
 ---pagebreak---    3.1.2.2 2 Während der Prüfungen dürfen an der Zugmaschine oder an der Schutzvorrichtung
             keine Reparaturen oder Einstellungen vorgenommen werden.
   3.1.2.2.3 Während der Prüfung befindet sich der Schalthebel der Zugmaschine in
             Leerlaufstellung, und die Bremsen sind gelöst.
   3.1.2.2.4 Sind die Räder der Zugmaschine gegen den Fahrzeugrahmen gefedert, so ist die
             Federung während der Prüfungen zu blockieren.
   3.1.2.2.5 Der erste Schlag von hinten (bei dynamischen Prüfungen) oder die erste Belastung
             von hinten (bei statischen Prüfungen) muss auf der Seite der Schutzvorrichtung
             erfolgen, auf der Schläge oder Belastungen nach Ansicht der für die Prüfung
             zuständigen technischen Dienste die ungünstigeren Auswirkungen haben. Der
             seitliche Schlag oder die seitliche Belastung beziehungsweise der Schlag und die
             Belastung von hinten sind auf beiden Seiten der Längsmittelebene der
             Schutzvorrichtung anzubringen. Der Schlag oder die Belastung von vorn sind auf
             derselben Seite der Längsmittelebene der Schutzvorrichtung anzubringen wie der
             seitliche Schlag oder die seitliche Belastung.
   3.1.3     Annahmekriterien
   3.1.3.1 Eine vorgeführte Schutzvorrichtung gilt hinsichtlich der Festigkeit als zufrieden-
             stellend, wenn die nachstehenden Bedingungen erfüllt sind:
   3.1.3.1.1 Nach jedem Teil der dynamischen Prüfung muss sie gemäß Nummer 3.2.1.2.1 frei
             von Rissen oder Brüchen sein. Ergeben sich bei der dynamischen Prüfung
             unannehmbare Risse oder Brüche, muss eine zusätzliche Schlag- oder Druckprüfung
             gemäß Nummer 3.2.1.1.6 oder 3.2.1.1.7 unmittelbar nach der Prüfung vorgenommen
             werden, die die Ursache für diese Risse oder Brüche war;
   3.1.3.1.2 in dem Augenblick der statischen Prüfung, in dem die erforderliche Energie bei jeder
             vorgeschriebenen waagerechten Belastungsprüfung oder der Überlastprüfung
             erreicht wird, muss die Kraft mehr als 0,8 F betragen;
   3.1.3.1.3 ergeben sich bei einer statischen Prüfung infolge der aufgewendeten Druckkraft
             Brüche oder Risse, muss eine zusätzliche Druckprüfung gemäß Nummer 3.2.2.1.7
             unmittelbar nach der Druckprüfung vorgenommen werden, die die Ursache für diese
             Brüche oder Risse war;
   3.1.3.1.4 kein Teil der Schutzvorrichtung darf während der Prüfungen, ausgenommen die
             Überlastprüfung, in die Freiraumzone gemäß Nummer 1.6 eindringen;
   3.1.3.1.5 während der Prüfungen, ausgenommen die Überlastprüfung, müssen gemäß
             Nummern 3.2.1.2.2 und 3.2.2.2.2 alle Teile der Freiraumzone innerhalb der
             Schutzvorrichtung liegen;
   3.1.3.1.6 während der Prüfungen darf keinerlei Druck von der Schutzvorrichtung auf die
             tragenden Teile des Sitzes ausgeübt werden;
   3.1.3.1.7 die gemäß Nummern 3.2.1.2.3 und 3.2.2.2.3 gemessene elastische Verformung muss
             unter 250 mm liegen.
DE                                                 21                                             DE
 ---pagebreak---    3.1.3.2 Von keinem Zubehörteil darf eine Gefahr für den Fahrer ausgehen. Es darf kein
             vorstehendes Teil oder Zubehörteil vorhanden sein, das bei Umsturz der
             Zugmaschine den Fahrer verletzen kann oder das ihn z. B. an den Füßen oder Beinen
             einklemmen kann, wenn es zu einer Verformung der Schutzvorrichtung kommt.
   3.1.4     [entfällt]
   3.1.5     Geräte und Vorrichtungen für dynamische Prüfungen
   3.1.5.1 Pendelgewicht
   3.1.5.1.1 Ein Gewicht wird als Pendel bifilar an zwei Punkten aufgehängt, die sich mindestens
             6 m über dem Boden befinden. Es sind Einrichtungen vorzusehen, mit denen die
             Fallhöhe des Gewichts und der Winkel zwischen Gewicht und Halteketten bzw.
             Halteseilen unabhängig voneinander eingestellt werden können.
   3.1.5.1.2 Das Pendelgewicht muss 2 000 ± 20 kg ohne Halteketten oder -seile wiegen, die
             ihrerseits nicht schwerer sein dürfen als 100 kg. Die Seitenlänge der Aufschlagfläche
             muss 680 ± 20 mm betragen (siehe Abbildung 7.3). Das Gewicht ist so mit Material
             zu füllen, dass sein Schwerpunkt sich nicht verschiebt und mit der geometrischen
             Mitte des Quaders zusammenfällt.
   3.1.5.1.3 Der Quader ist mit dem System zu verbinden, das es durch eine
             Schnellauslöseeinrichtung nach hinten zieht, die so konstruiert und angebracht ist,
             dass das Pendelgewicht freigegeben werden kann, ohne dass dadurch der Quader um
             seine Horizontalachse senkrecht zur Schwingungsebene des Pendels schwingt.
   3.1.5.2 Halterung des Pendels
             Die Drehpunkte des Pendels sind so starr zu befestigen, dass sie sich in keiner
             Richtung um mehr als 1 % der Fallhöhe verschieben können.
   3.1.5.3 Verankerungen
   3.1.5.3.1 Verankerungsschienen in der erforderlichen Spurweite und in einem Abstand, der für
             das Verankern der Zugmaschine in allen abgebildeten Fällen (siehe Abbildungen 7.4,
             7.5 und 7.6) erforderlich ist, sind an einer nicht nachgebenden Platte unter dem
             Pendel starr zu befestigen.
   3.1.5.3.2 Die Zugmaschine ist an den Schienen mit Drahtseilen mit Rundlitze und Faserkern,
             Bauart 6 x 19 gemäß ISO 2408:2004, Nenndurchmesser 13 mm, zu verankern. Die
             Metalllitzen müssen eine Mindestbruchfestigkeit von 1770 MPa aufweisen.
   3.1.5.3.3 Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung ist der zentrale Gelenkpunkt in geeigneter
             Weise für alle Prüfungen abzustützen und zu verankern und für den seitlichen Schlag
             zusätzlich von der Seite abzustützen. Vorder- und Hinterräder brauchen nicht
             unbedingt zu fluchten, wenn dies die geeignete Anbringung der Spannkabel
             erleichtert.
DE                                                 22                                              DE
 ---pagebreak---    3.1.5.4 Kantholz zum Blockieren der Räder
   3.1.5.4.1 Zum Blockieren der Räder bei den Schlagprüfungen wird ein Balken aus Weichholz
             mit einem Querschnitt von 150 mm mal 150 mm verwendet (siehe Abbildungen 7.4,
             7.5 und 7.6).
   3.1.5.4.2 Bei den seitlichen Schlagprüfungen wird zum Blockieren der Felge an der der
             Aufschlagrichtung entgegengesetzten Seite ein Balken aus Weichholz am Boden
             befestigt (siehe Abbildung 7.6).
   Abstützungen und Verankerungen für Zugmaschinen mit Knicklenkung
   3.1.5.5.1 Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung sind zusätzliche Abstützungen und Veran-
             kerungen vorzusehen. Sie sollen sicherstellen, dass der Teil der Zugmaschine, an
             dem die Umsturzschutzvorrichtung befestigt ist, in ähnlicher Weise beansprucht wird
             wie Zugmaschinen in starrer Bauweise.
   3.1.5.5.2 Weitere Einzelheiten zu den Schlag- und Druckprüfungen sind in Nummer 3.2.1.1
             angegeben.
   3.1.5.6 Reifendruck und Reifenverformung
   3.1.5.6.1 Die Zugmaschinenreifen dürfen keinen Flüssigkeitsballast haben; sie müssen auf den
             Druck aufgepumpt sein, den der Zugmaschinenhersteller für Feldarbeit angibt.
   3.1.5.6.2 Die Verankerungen müssen in jedem einzelnen Fall so gespannt werden, dass die
             Reifen eine Verformung von 12 % ihrer vor der Verspannung gemessenen
             Reifenwandhöhe (Abstand zwischen Boden und dem untersten Punkt der Felge)
             erfahren.
   3.1.5.7 Vorrichtung für die Druckprüfung
             Mit einer Vorrichtung gemäß Abbildung 7.7 muss es möglich sein, eine nach unten
             gerichtete Kraft auf die Umsturzschutzvorrichtung über einen ca. 250 mm breiten
             steifen Balken auszuüben, der mit der Belastungsvorrichtung über Kardangelenke
             verbunden ist. Die Achsen der Zugmaschine sind so abzustützen, dass die Reifen der
             Zugmaschine die Drucklast nicht zu tragen haben.
   3.1.5.8 Messvorrichtungen
             Folgende Messvorrichtungen werden benötigt:
   3.1.5.8.1 ein Gerät zur Messung der elastischen Verformung (Differenz zwischen der höchsten
             momentanen Verformung und der bleibenden Verformung, siehe Abbildung 7.8).
   3.1.5.8.2 Ein Gerät, mit dem überprüft werden kann, ob die Schutzvorrichtung nicht in die
             Freiraumzone eingedrungen ist und die Freiraumzone während der Prüfung innerhalb
             des Schutzbereiches der Schutzvorrichtung geblieben ist (siehe Nummer 3.2.2.2.2).
   3.1.6     Geräte und Vorrichtungen für statische Prüfungen
   3.1.6.1 Gerät für statische Prüfungen
   3.1.6.1.1 Das Gerät soll Zug- oder Druckbelastungen der Schutzvorrichtung ermöglichen.
DE                                               23                                              DE
 ---pagebreak---    3.1.6.1.2 Es ist dafür zu sorgen, dass die Belastung senkrecht zur Kraftrichtung gleichmäßig
             auf die gesamte Länge einer Gleitkufe verteilt wird, deren Länge ein ganzzähliges
             Vielfaches von 50 betragen und zwischen 250 mm und 700 mm liegen muss. Der
             Balken muss 150 mm hoch sein. Die mit der Schutzvorrichtung in Berührung
             kommenden Kanten des Balkens müssen mit einem Radius von höchstens 50 mm
             abgerundet sein.
   3.1.6.1.3 Das Lager muss jedem Winkel zur Belastungsrichtung angepasst werden können, so
             dass es bei Verformung der Schutzvorrichtung den Winkeländerungen der Last
             aufnehmenden Fläche der Schutzvorrichtung folgen kann.
   3.1.6.1.4 Kraftrichtung (Abweichung von der Waagerechten und von der Senkrechten):
             – bei Prüfungsbeginn, unbelastet: ± 2°;
             – bei Prüfung unter Last: 10° oberhalb der Waagerechten und 20° unterhalb der
                Waagerechten. Diese Abweichungen müssen so klein wie möglich gehalten
                werden.
   3.1.6.1.5 Die Verformungsgeschwindigkeit muss hinreichend langsam sein (weniger als
             5 mm/s), damit die Belastung zu jedem Zeitpunkt als statisch angesehen werden
             kann.
   3.1.6.2 Gerät zur Messung der von der Schutzvorrichtung absorbierten Energie
   3.1.6.2.1 Die Kraft/Verformungskurve ist aufzuzeichnen, um die von der Schutzvorrichtung
             absorbierte Energie zu ermitteln. Kraft und Verformung brauchen nicht an dem
             Punkt gemessen zu werden, an dem die Belastung an der Schutzvorrichtung
             aufgebracht wird. Kraft und Verformung sind jedoch gleichzeitig auf der gleichen
             Linie zu messen.
   3.1.6.2.2 Der Bezugspunkt der Verformungsmessungen ist so zu wählen, dass nur die von der
             Schutzvorrichtung und bestimmten Zugmaschinenteilen absorbierte Energie in die
             Berechnung eingeht. Die bei der Verformung und/oder dem Rutschen der
             Verankerung absorbierte Energie ist nicht zu berücksichtigen.
   3.1.6.3 Verankerung der Zugmaschine am Boden
   3.1.6.3.1 Verankerungsschienen sind in einem Abstand, der für das Verankern der
             Zugmaschine in allen abgebildeten Fällen erforderlich ist, an einer
             widerstandsfähigen Platte in der Nähe der Prüfvorrichtung starr zu befestigen.
   3.1.6.3.2 Die Zugmaschine ist an den Schienen durch geeignete Mittel (Platten, Keile,
             Drahtseile, Stützen usw.) zu verankern, so dass sie sich während der Prüfungen nicht
             bewegen kann. Dies ist während der Durchführung der Belastungen mit den üblichen
             Geräten zur Längenmessung zu kontrollieren.
             Bewegt sich die Zugmaschine, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen, es sei denn,
             das System zur Messung der Verformungen, die für die Auswertung der
             Kraft/Verformungskurve berücksichtigt wurden, ist an der Zugmaschine befestigt.
DE                                               24                                               DE
 ---pagebreak---    3.1.6.4 Vorrichtung für die Druckprüfung
             Mit einer Vorrichtung gemäß Abbildung 7.7 muss es möglich sein, eine nach unten
             gerichtete Kraft auf die Umsturzschutzvorrichtung über einen ca. 250 mm breiten
             steifen Balken auszuüben, der mit der Belastungsvorrichtung über Kardangelenke
             verbunden ist. Die Achsen der Zugmaschine sind so abzustützen, dass die Reifen der
             Zugmaschine die Drucklast nicht zu tragen haben.
   3.1.6.5 Sonstige Messgeräte
             Folgende Messgeräte werden ebenfalls benötigt:
   3.1.6.5.1 ein Gerät zur Messung der elastischen Verformung (Differenz zwischen der höchsten
             momentanen Verformung und der bleibenden Verformung, siehe Abbildung 7.8).
   3.1.6.5.2 ein Gerät, mit dem überprüft werden kann, ob die Schutzvorrichtung nicht in die
             Freiraumzone eingedrungen ist und die Freiraumzone während der Prüfung innerhalb
             des Schutzbereiches der Schutzvorrichtung geblieben ist (siehe Nummer 3.3.2.2.2).
   3.2       Prüfverfahren
   3.2.1     Dynamische Prüfverfahren
   3.2.1.1 Schlag- und Druckprüfungen
   3.2.1.1.1 Schlagprüfung hinten
   3.2.1.1.1.1      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Pendelgewicht so aufzustellen, dass das
             Pendelgewicht die Schutzeinrichtung trifft, wenn die Aufschlagfläche des Gewichts
             und die tragenden Ketten oder Drahtseile zur vertikalen Ebene in einem Winkel
             stehen, dessen Wert M/100 ist und höchstens 20° betragen darf. Dies gilt nicht, wenn
             die Schutzvorrichtung am Berührungspunkt während der Verformung in einem
             größeren Winkel zur vertikalen Ebene steht. In diesem Fall ist die Aufschlagfläche
             des Gewichts durch zusätzliche Mittel so einzustellen, dass die Fläche im
             Augenblick der größten Verformung am Aufschlagpunkt parallel zur Schutz-
             vorrichtung liegt, wobei die tragenden Ketten oder Drahtseile in dem oben
             angegebenen Winkel verbleiben.
             Das Pendelgewicht ist in der erforderlichen Höhe so aufzuhängen, dass es sich nicht
             um den Aufschlagpunkt dreht.
             Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der
             bei etwaigem Umstürzen der Zugmaschine nach rückwärts den Boden zuerst
             berühren würde, normalerweise also der obere Rand. Der Schwerpunkt des Gewichts
             muss in Ruhestellung ein Sechstel der oberen Breite der Umsturzschutzvorrichtung
             einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur Mittelebene der Zug-
             maschine verläuft und die Außenseite des oberen Teils der Umsturzschutz-
             vorrichtung berührt.
             Ist die Schutzvorrichtung am Aufschlagpunkt gekrümmt oder vorstehend, müssen
             Keile verwendet werden, mit deren Hilfe der Aufschlag dort angesetzt werden kann,
             ohne dadurch die Schutzvorrichtung zu verstärken.
DE                                               25                                               DE
 ---pagebreak---    3.2.1.1.1.2      Die Zugmaschine ist am Boden mit vier Drahtseilen zu verspannen, jeweils
             eines an jedem Ende der beiden Achsen gemäß Abbildung 7.4. Die vorderen und
             rückwärtigen Befestigungspunkte müssen so weit entfernt sein, dass die Drahtseile
             einen Winkel von weniger als 30° mit dem Boden bilden. Die rückwärtigen
             Verbindungen müssen außerdem so angebracht sein, dass der Konvergenzpunkt der
             beiden Drahtseile in der vertikalen Ebene liegt, auf der sich der Schwerpunkt des
             Blocks bewegt.
             Die Drahtseile müssen so gespannt sein, dass die Reifen die in Nummer 3.1.5.6.2
             genannten Verformungen erfahren. Nach dem Verspannen der Halteseile ist ein
             Kantholz an der Vorderseite der Hinterräder anzulegen und am Boden zu befestigen.
   3.2.1.1.1.3      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung ist der Gelenkpunkt außerdem durch ein
             Kantholz mit einem Querschnitt von mindestens 100 mm mal 100 mm abzustützen
             und fest am Boden zu verankern.
   3.2.1.1.1.4      Das Pendelgewicht wird nach rückwärts gezogen, bis sich die Höhe seines
             Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt befindet, der nach einer der nachstehenden
             Formeln bestimmt wird:
                                            H = 2,165 x 10-8 M L2
                                                     oder
                                               H = 5,73 x 10-2 I
             Dann wird das Pendelgewicht losgelassen, so dass es gegen die Schutzvorrichtung
             schlägt.
   3.2.1.1.1.5      Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
             und Lenkrad) ist die Höhe entweder:
                                               H = 25 + 0,07 M
             bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse ≤ 2 000 kg; oder
                                              H = 125 + 0,02 M
             bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse > 2 000 kg.
   3.2.1.1.2 Schlagprüfung vorn
   3.2.1.1.2.1      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Pendelgewicht so aufzustellen, dass das
             Pendelgewicht die Schutzvorrichtung trifft, wenn die Aufschlagfläche des Gewichts
             und die tragenden Ketten oder Drahtseile zur vertikalen Ebene A in einem Winkel
             stehen, dessen Wert mt/100 ist und höchstens 20° betragen darf. Dies gilt nicht, wenn
             die Schutzvorrichtung am Berührungspunkt während der Verformung in einem
             größeren Winkel zur vertikalen Ebene steht. In diesem Fall ist die Aufschlagfläche
             des Gewichts durch zusätzliche Mittel so einzustellen, dass die Fläche im
             Augenblick der größten Verformung am Aufschlagpunkt parallel zur Schutz-
             vorrichtung liegt, wobei die tragenden Ketten oder Drahtseile in dem oben
             angegebenen Winkel verbleiben.
DE                                               26                                                DE
 ---pagebreak---             Das Pendelgewicht ist in der erforderlichen Höhe so aufzuhängen, dass es sich nicht
            um den Aufschlagpunkt dreht.
            Als Aufschlagpunkt an der Umsturzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei
            etwaigem Umstürzen der Zugmaschine seitwärts bei der Vorwärtsfahrt den Boden
            zuerst berühren würde, normalerweise also die vordere obere Ecke. Der Schwerpunkt
            des Gewichts muss in Ruhestellung ein Sechstel der oberen Breite der
            Umsturzschutzvorrichtung einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur
            Mittelebene der Zugmaschine verläuft und die Außenseite des oberen Teils der
            Umsturzschutzvorrichtung berührt.
            Ist die Schutzvorrichtung am Aufschlagpunkt gekrümmt oder vorstehend, müssen
            Keile verwendet werden, mit deren Hilfe der Aufschlag dort angesetzt werden kann,
            ohne dadurch die Schutzvorrichtung zu verstärken.
   3.2.1.1.2.2     Die Zugmaschine ist am Boden mit vier Drahtseilen zu verspannen, jeweils
            eines an jedem Ende der beiden Achsen gemäß Abbildung 7.5. Die vorderen und
            rückwärtigen Befestigungspunkte müssen so weit entfernt sein, dass die Drahtseile
            einen Winkel von weniger als 30° mit dem Boden bilden. Die rückwärtigen
            Verbindungen müssen außerdem so angebracht sein, dass der Konvergenzpunkt der
            beiden Drahtseile in der vertikalen Ebene liegt, auf der sich der Schwerpunkt des
            Blocks bewegt.
            Die Drahtseile müssen so gespannt sein, dass die Reifen die in Nummer 3.1.5.6.2
            genannten Verformungen erfahren. Nach dem Verspannen der Halteseile ist ein
            Kantholz an der Hinterseite der Hinterräder anzulegen und am Boden zu befestigen.
   3.2.1.1.2.3     Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung ist der Gelenkpunkt außerdem durch ein
            Kantholz mit einem Querschnitt von mindestens 100 mm mal 100 mm abzustützen
            und fest am Boden zu verankern.
   3.2.1.1.2.4     Das Pendelgewicht wird nach rückwärts gezogen, bis sich die Höhe seines
            Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt befindet, der nach einer der nachstehenden
            Formeln entsprechend der Bezugsmasse der zu prüfenden kompletten Zugmaschine
            bestimmt wird:
                                              H = 25 + 0.07 M
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse ≤ 2 000 kg;
                                             H = 125 + 0.02 M
            bei einer Zugmaschine mit einer Masse > 2 000 kg.
            Dann wird das Pendelgewicht losgelassen, so dass es gegen die Schutzvorrichtung
            schlägt.
   3.2.1.1.2.5     Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
            und Lenkrad):
            – gilt die oben stehende Formel, wenn es sich bei der Schutzvorrichtung um einen
               hinten angebrachten Überrollbügel mit zwei Pfosten handelt;
DE                                               27                                             DE
 ---pagebreak---              – für andere Schutzvorrichtungsarten gilt als Höhe der höchste Wert, der sich aus
                der obigen Formel und den nachstehenden Formeln ergibt:
                                              H = 2,165 x 10-8 ML2
                                                      oder
                                               H = 0, 573 x 10-2 I
             Dann wird das Pendelgewicht losgelassen, so dass es gegen die Schutzvorrichtung
             schlägt.
   3.2.1.1.3 Schlagprüfung seitlich
   3.2.1.1.3.1      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Pendelgewicht so aufzustellen, dass das
             Pendelgewicht auf die Umsturzschutzvorrichtung auftrifft, wenn die Aufschlagfläche
             des Gewichts mit den Halteketten bzw. Halteseilen eine Senkrechte bildet, es sei
             denn, dass die Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle während der
             Verformung in einem kleineren Winkel als 20° zur vertikalen Ebene steht. In diesem
             Fall muss die Aufschlagfläche des Gewichts durch eine Zusatzeinrichtung parallel
             zur Aufschlagfläche an der Umsturzschutzvorrichtung im Augenblick der größten
             Verformung ausgerichtet werden; die Halteketten bzw. Halteseile bleiben dabei
             senkrecht.
   3.2.1.1.3.2      Das Pendelgewicht ist in der erforderlichen Höhe so aufzuhängen, dass es sich
             nicht um den Aufschlagpunkt dreht.
   3.2.1.1.3.3      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen,
             der bei Umsturz der Zugmaschine nach der Seite den Boden zuerst berühren würde,
             normalerweise also der obere Rand. Wenn nicht mit Sicherheit feststeht, dass auf
             dieser Kante der Umsturzschutzvorrichtung ein anderes Element den Boden zuerst
             berührt, wird der Aufschlagpunkt in der Querebene festgelegt, die zur
             Längsmittelebene rechtwinklig und 60 mm vor dem Sitz-Index-Punkt verläuft, wenn
             der Sitz sich in der Mitte des Längsverstellwegs befindet.
   3.2.1.1.3.4      Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
             und Lenkrad) wird der Aufschlagpunkt in der Querebene festgelegt, die zur
             Längsmittelebene rechtwinkelig verläuft und durch den Mittelpunkt des Abschnitts
             geht, in dem sich die beiden Sitz-Index-Punkte treffen, die durch Verbindung der
             beiden Sitzstellungen bestimmt werden. Bei Schutzvorrichtungen mit zwei Pfosten
             muss der Aufschlagpunkt an einem der beiden Pfosten liegen.
   3.2.1.1.3.5      Die Zugmaschinenräder auf der Aufschlagseite müssen am Boden mit
             Drahtseilen befestigt werden, die über die entsprechenden Enden der Vorder- und
             Hinterachsen verlaufen. Die Drahtseile müssen so gespannt sein, dass die Reifen die
             in 3.1.5.6.2 genannten Verformungen erfahren.
             Nach dem Anspannen der Seile ist ein Kantholz auf den Boden zu legen, auf der dem
             Schlag entgegengesetzten Seite gegen die Reifen zu drücken und dann am Boden zu
             befestigen. Wenn die Außenseiten der Vorder- und Hinterreifen nicht in der gleichen
             Ebene liegen, können zwei Kanthölzer erforderlich sein. Dann ist eine Stütze gemäß
             Abbildung 7.6 an der Felge des am stärksten belasteten Rades anzusetzen, das sich
DE                                                 28                                             DE
 ---pagebreak---             gegenüber dem Aufschlag befindet, fest gegen die Felge zu schieben und dann am
            Boden zu befestigen. Die Länge der Stütze ist so zu wählen, dass sie mit dem Boden
            einen Winkel von 30 ± 3° bildet, wenn sie an der Felge angesetzt ist. Außerdem muss
            ihre Breite möglichst zwischen 20- und 25-mal geringer als ihre Länge und zwei- bis
            dreimal kleiner sein als ihre Höhe. Die Stützen müssen an beiden Enden gemäß
            Abbildung 7.6 geformt sein.
   3.2.1.1.3.6     Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung ist der Gelenkpunkt außerdem durch ein
            Kantholz mit einem Querschnitt von mindestens 100 mm mal 100 mm und zusätzlich
            seitlich durch eine Vorrichtung ähnlich der Stütze, die das Hinterrad festhält,
            abzustützen (wie in Nummer 3.2.1.1.3.6). Der Gelenkpunkt ist dann fest am Boden
            zu verankern.
   3.2.1.1.3.7     Das Pendelgewicht wird nach rückwärts gezogen, bis sich die Höhe seines
            Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt befindet, der nach einer der nachstehenden
            Formeln entsprechend der Bezugsmasse der zu prüfenden kompletten Zugmaschine
            bestimmt wird:
                                              H = 25 + 0,20 M
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse ≤ 2 000 kg;
                                              H = 125 + 0,15 M
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse > 2 000 kg.
   3.2.1.1.3.8     Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
            und Lenkrad):
            – hat die gewählte Höhe den höchsten Wert, der sich aus der obigen Formel und den
               nachstehenden Formeln ergibt, wenn es sich bei der Schutzvorrichtung um einen
               hinten angebrachten Überrollbügel mit zwei Pfosten handelt:
                                       H = (25 + 0,20 M) (B6 + B) / 2B
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse ≤ 2 000 kg;
                                      H = (125 + 0,15 M) (B6 + B) / 2B
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse > 2 000 kg.
            – Für andere Schutzvorrichtungsarten hat die ausgewählte Höhe den höchsten Wert,
               der sich aus der obigen Formel und den nachstehenden Formeln ergibt:
                                              H = 25 + 0,20 M
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse ≤ 2 000 kg;
                                              H = 125 + 0,15 M
            bei einer Zugmaschine mit einer Bezugsmasse > 2 000 kg.
DE                                               29                                             DE
 ---pagebreak---              Dann wird das Pendelgewicht losgelassen, so dass es gegen die Schutzvorrichtung
             schlägt.
   3.2.1.1.4 Druckprüfung hinten
             Der Druckbalken ist über das hinterste tragende Teil der Schutzvorrichtung zu legen,
             die Resultierende aus den Druckkräften muss sich in der Mittelebene der
             Zugmaschine befinden. Eine Kraft Fv ist aufzubringen:
                                                   Fv = 20 M
             Die Kraft Fv ist nach dem Ende der mit bloßem Auge feststellbaren Bewegung der
             Umsturzschutzvorrichtung noch fünf Sekunden lang aufrechtzuerhalten.
             Hält der hintere Teil des Daches der Schutzvorrichtung der vollen Druckkraft nicht
             stand, so ist die Kraft so lange aufzubringen, bis die Verformung des Daches die
             Ebene erreicht, die den oberen Teil der Schutzvorrichtung mit dem Teil des
             Zugmaschinenhecks verbindet, der imstande ist, im Falle eines Überschlags die
             Zugmaschine abzustützen.
             Anschließend ist die Belastung aufzuheben und der Druckbalken wieder so in
             Position zu bringen, dass er sich oberhalb des Punktes der Schutzvorrichtung
             befindet, der bei einem vollständigen Überrollen die Zugmaschine abzustützen hätte.
             Es wird dann wieder die Druckkraft Fv aufgebracht.
   3.2.1.1.5 Druckprüfung vorn
             Der Druckbalken ist über das vorderste tragende Teil der Schutzvorrichtung zu
             legen, die Resultierende aus den Druckkräften muss sich in der Mittelebene der
             Zugmaschine befinden. Eine Kraft Fv ist aufzubringen:
                                                   Fv = 20 M
             Die Kraft Fv ist nach dem Ende der mit bloßem Auge feststellbaren Bewegung der
             Umsturzschutzvorrichtung noch fünf Sekunden lang aufrechtzuerhalten.
             Hält der Vorderteil des Daches der Schutzvorrichtung der vollen Druckkraft nicht
             stand, so ist die Kraft so lange aufzubringen, bis die Verformung des Daches die
             Ebene erreicht, die den oberen Teil der Schutzvorrichtung mit dem Vorderteil der
             Zugmaschine verbindet, der im Falle eines Überrollens die Zugmaschine abstützen
             kann.
             Anschließend ist die Belastung aufzuheben und der Druckbalken wieder so in
             Position zu bringen, dass er sich oberhalb des Punktes der Schutzvorrichtung, der bei
             einem vollständigen Überrollen die Zugmaschine abzustützen hätte, befindet. Es
             wird dann wieder die Druckkraft Fv aufgebracht.
DE                                                 30                                              DE
 ---pagebreak---    3.2.1.1.6 Zusätzliche Schlagprüfungen
             Entstehen bei einer Schlagprüfung Brüche oder Risse, die nicht vernachlässigbar
             sind, ist eine zweite ähnliche Schlagprüfung, jedoch mit einer Fallhöhe von
                                        H’ = (H x 10-1) (12 + 4a) (1 + 2a)-1
             unmittelbar nach der Schlagprüfung durchzuführen, die zu diesen Brüchen oder
             Rissen geführt hat, wobei „a“ das am Aufschlagpunkt ermittelte Verhältnis der
             bleibenden Verformung (Dp = permanent deformation) zur elastischen Verformung
             (De = elastic deformation) angibt:
                                                   a = Dp / De
             Die zusätzliche bleibende Verformung durch den zweiten Schlag darf 30 % der
             bleibenden Verformung durch den ersten Schlag nicht übersteigen.
             Um die zusätzliche Prüfung durchführen zu können, muss die elastische Verformung
             bei sämtlichen Schlagprüfungen gemessen werden.
   3.2.1.1.7 Zusätzliche Druckprüfungen
             Entstehen bei einer Druckprüfung erhebliche Brüche oder Risse, ist eine zweite
             ähnliche Druckprüfung, jedoch mit einer Kraft von 1,2 Fv, unmittelbar nach der
             Druckprüfung durchzuführen, die zu diesen Brüchen oder Rissen geführt hat.
   3.2.1.2 Erforderliche Messungen
   3.2.1.2.1 Brüche und Risse
             Nach jeder Prüfung sind die tragenden Teile, Verbindungen und Befestigungsteile
             einer Sichtprüfung auf Brüche oder Risse zu unterziehen, wobei jedoch kleine Risse
             an unbedeutenden Teilen nicht berücksichtigt zu werden brauchen.
             Risse, die durch die Kanten des Pendelgewichts verursacht wurden, können
             vernachlässigt werden.
   3.2.1.2.2 Eindringen in die Freiraumzone
             Bei jedem Versuch ist die Schutzvorrichtung daraufhin zu prüfen, ob Teile davon in
             die Freiraumzone um den Führersitz gemäß Nummer 1.6 eingedrungen sind.
             Außerdem darf die Freiraumzone nicht außerhalb der Schutzzone der Schutz-
             vorrichtung liegen. Dieser Fall liegt vor, wenn ein Teil der Freiraumzone nach dem
             Umstürzen der Zugmaschine nach der Seite, an der die Belastung aufgebracht wurde,
             mit dem Boden in Berührung kommen würde. Bei dieser Prüfung werden die vom
             Hersteller für Reifen und Spurweite angegebenen kleinsten Standardwerte zugrunde
             gelegt.
DE                                                 31                                           DE
 ---pagebreak---    3.2.1.2.3 Elastische Verformung (bei seitlichem Aufschlag)
             Die elastische Verformung ist (810 + av) mm über dem Sitz-Index-Punkt in einer
             vertikalen Ebene zu messen, die durch den Aufschlagpunkt führt. Für diese Messung
             sind Geräte nach Abbildung 7.8 zu verwenden.
   3.2.1.2.4 Bleibende Verformung
             Nach der letzten Druckprüfung wird die bleibende Verformung der
             Umsturzschutzvorrichtung ermittelt. Zu diesem Zweck wird vor der Prüfung die
             Lage der wesentlichen Teile der Umsturzschutzvorrichtung gegenüber dem Sitz-
             Index-Punkt festgestellt.
   3.2.2     Statische Prüfungen
   3.2.2.1 Belastungs- und Druckprüfungen
   3.2.2.1.1 Belastungsprüfung hinten
   3.2.2.1.1.1      Die Last ist waagerecht und parallel zur senkrechten Mittelebene der
             Zugmaschine aufzubringen.
             Die Last ist in dem Punkt an der Umsturzschutzvorrichtung einzuleiten, der bei
             rückwärtigem einem Überschlag voraussichtlich den Boden zuerst berührt,
             normalerweise die obere Kante. Die senkrechte Ebene, in der die Last eingeleitet
             wird, muss ein Drittel der äußeren Breite des oberen Teiles der Schutzvorrichtung
             von der Mittelebene entfernt sein.
             Ist die Schutzvorrichtung an diesem Punkt gekrümmt oder vorstehend, müssen Keile
             verwendet werden, mit deren Hilfe die Belastung dort angesetzt werden kann, ohne
             dadurch die Schutzvorrichtung zu verstärken.
   3.2.2.1.1.2      Der Aufbau ist gemäß der Beschreibung in Nummer 3.1.6.3 am Boden zu
             verankern.
   3.2.2.1.1.3      Die bei der Prüfung von der Schutzvorrichtung mindestens aufzunehmende
             Energie:
                                            Eil = 2,165 x 10-7 M L2
                                                       oder
                                                 Eil = 0,574 x I
   3.2.2.1.1.4      Bei Zugmaschinen mit umkehrbarem Fahrerplatz (Sitz und Lenkrad sind
             umkehrbar) muss die Energie dem höchsten Wert entsprechen, der sich aus der
             obigen Formel oder der nachstehenden Formel ergibt:
                                                Eil = 500 + 0,5 M
DE                                                  32                                         DE
 ---pagebreak---    3.2.2.1.2 Belastungsprüfung vorn
   3.2.2.1.2.1      Die Last ist waagerecht und parallel zur senkrechten Mittelebene der
             Zugmaschine aufzubringen. Als Lasteinleitungspunkt an der Umsturzvorrichtung ist
             der Punkt zu wählen, der bei einem Umsturz der Zugmaschine seitwärts bei
             Vorwärtsfahrt voraussichtlich den Boden zuerst berührt, normalerweise die vordere
             obere Ecke. Der Lasteinleitungspunkt muss ein Sechstel der oberen Breite der
             Umsturzschutzvorrichtung einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur
             Mittelebene der Zugmaschine verläuft und die Außenseite des oberen Teils der
             Umsturzschutzvorrichtung berührt.
             Ist die Schutzvorrichtung an diesem Punkt gekrümmt oder vorstehend, müssen Keile
             verwendet werden, mit deren Hilfe die Belastung dort angesetzt werden kann, ohne
             dadurch die Schutzvorrichtung zu verstärken.
   3.2.2.1.2.2      Der Aufbau ist gemäß der Beschreibung in Nummer 3.1.6.3 am Boden zu
             verankern.
   3.2.2.1.2.3      Die bei der Prüfung von der Schutzvorrichtung mindestens aufzunehmende
             Energie:
                                                Eil = 500 + 0,5 M
   3.2.2.1.2.4      Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
             und Lenkrad):
             – gilt ebenfalls die obige Formel, wenn es sich bei der Schutzvorrichtung um einen
                 hinten angebrachten Überrollbügel mit zwei Pfosten handelt;
             – für andere Schutzvorrichtungsarten muss die Energie dem höchsten Wert
                 entsprechen, der sich aus der obigen Formel oder den nachstehenden Formeln
                 ergibt:
                                             Eil = 2,165 x 10-7 ML2
                                                        oder
                                                   Eil = 0,574 I
   3.2.2.1.3        Belastungsprüfung seitlich
   3.2.2.1.3.1      Die seitliche Belastung erfolgt waagerecht und rechtwinklig zur senkrechten
             Mittelebene der Zugmaschine 60 mm vor dem Sitz-Index-Punkt, wenn der Sitz sich
             in der Mitte des Längsverstellwegs befindet. Die Last ist an dem Teil der
             Schutzvorrichtung einzuleiten, der bei einem seitlichem Umsturz voraussichtlich
             zuerst den Boden berührt, normalerweise die obere Kante.
   3.2.2.1.3.2      Der Aufbau ist gemäß der Beschreibung in Nummer 3.1.6.3 am Boden zu
             verankern.
   3.2.2.1.3.3      Die bei der Prüfung von der Schutzvorrichtung mindestens aufzunehmende
             Energie:
DE                                                  33                                          DE
 ---pagebreak---                                                   Eis = 1, 75 M
   3.2.2.1.3.4      Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
             und Lenkrad) muss der Lasteinleitungspunkt in der Querebene liegen, die zur
             Längsmittelebene rechtwinklig verläuft und durch den Mittelpunkt des Abschnitts
             geht, in dem sich die beiden Sitz-Index-Punkte treffen, die durch Verbindung der
             beiden Sitzstellungen bestimmt werden. Bei Schutzvorrichtungen mit zwei Pfosten
             muss sich der Angriffspunkt der Last an einem der beiden Pfosten befinden.
   3.2.2.1.3.5      Bei einer Zugmaschine mit umkehrbarem Führerstand (mit umkehrbarem Sitz
             und Lenkrad), deren Schutzvorrichtung aus einem hinten angebrachten Überrollbügel
             mit zwei Pfosten besteht, muss die Energie dem höchsten Wert entsprechen, der sich
             aus den nachstehenden Formeln ergibt:
                                                  Eis = 1,75 M
                                                       oder
                                           Eis = 1,75 M (B6 + B)/2B
   3.2.2.1.4 Druckprüfung hinten
             Es gelten die Bestimmungen von Nummer 3.2.1.1.4.
   3.2.2.1.5 Druckprüfung vorn
             Es gelten die Bestimmungen von Nummer 3.2.1.1.5.
   3.2.2.1.6 Zusätzliche Überlastprüfung (Abbildungen 7.9 bis 7.11)
             Die Überlastprüfung ist immer dann durchzuführen, wenn die Belastungskraft über
             die letzten 5 % der erreichten Verformung um mehr als 3 % abnimmt, nachdem die
             erforderliche Energie von der Schutzvorrichtung absorbiert ist (siehe
             Abbildung 7.10).
             Die Überlastprüfung besteht darin, die waagerechte Belastung in Schritten von 5 %
             der zu Beginn erforderlichen Energie bis zu einer zusätzlichen Energie von höchstens
             20 % fortzusetzen (siehe Abbildung 7.11).
             Die Überlastprüfung gilt als bestanden, wenn die Kraft nach einem der Schritte zur
             Erhöhung der erforderlichen Energie um 5 %, 10 % oder 15 % um weniger als 3 %
             abnimmt und die Kraft auch weiterhin über 0,8 Fmax beträgt.
             Die Überlastprüfung gilt als bestanden, wenn die Kraft, nachdem die
             Schutzvorrichtung 20 % der zusätzlichen Energie absorbiert hat, über 0,8 Fmax
             beträgt.
             Zusätzliche Brüche oder Risse und/oder das Eindringen der Schutzvorrichtung in die
             Freiraumzone oder der fehlende Schutz dieser Zone aufgrund einer elastischen
             Verformung sind während der Überlastprüfung zulässig. Nach dem Wegfall der
             Überlast darf die Schutzvorrichtung jedoch nicht in die Freiraumzone eindringen und
             die Zone muss vollständig geschützt sein.
DE                                                 34                                             DE
 ---pagebreak---    3.2.2.1.7 Zusätzliche Druckprüfungen
             Entstehen bei der Druckprüfung erhebliche Brüche oder Risse, ist eine zweite
             ähnliche Druckprüfung, jedoch mit einer Kraft von 1,2 Fv unmittelbar nach der
             Druckprüfung durchzuführen, die zu diesen Brüchen oder Rissen geführt hat.
   3.2.2.2 Erforderliche Messungen
   3.2.2.2.1 Brüche und Risse
             Nach jeder Prüfung sind die tragenden Teile, Verbindungen und Befestigungsteile
             einer Sichtprüfung auf Brüche oder Risse zu unterziehen, wobei jedoch kleine Risse
             an unbedeutenden Teilen nicht berücksichtigt zu werden brauchen.
   3.2.2.2.2 Eindringen in die Freiraumzone
             Bei jedem Versuch ist die Schutzvorrichtung daraufhin zu prüfen, ob Teile davon in
             die Freiraumzone gemäß Nummer 1.6 eingedrungen sind.
             Außerdem ist nachzuprüfen, ob sich ein Teil der Freiraumzone außerhalb der
             Schutzzone der Schutzvorrichtung befindet. Dieser Fall gilt dann als gegeben, wenn
             ein Teil der Freiraumzone bei Umstürzen der Zugmaschine nach der Seite, gegen die
             der Schlag geführt worden ist, mit dem ebenen Boden in Berührung kommen würde.
             Bei dieser Prüfung werden die vom Hersteller für die Reifen und die Spurweite
             angegebenen kleinsten Werte berücksichtigt.
   3.2.2.2.3 Elastische Verformung (bei seitlicher Belastung)
             Die elastische Verformung ist (810 + av) mm über dem Sitz-Index-Punkt in einer
             vertikalen Ebene zu messen, die durch den Aufschlagpunkt führt. Für diese Messung
             sind Geräte nach Abbildung 7.8 zu verwenden.
   3.2.2.2.4 Bleibende Verformung
             Nach der letzten Druckprüfung wird die bleibende Verformung der Umsturzschutz-
             vorrichtung ermittelt. Zu diesem Zweck wird vor der Prüfung die Lage der
             wesentlichen Teile der Umsturzschutzvorrichtung gegenüber dem Sitz-Index-Punkt
             festgestellt.
             Erweiterung auf andere Zugmaschinentypen
   3.3.1     (entfällt).
   3.3.2     Technische Erweiterung
             Wenn an einer Zugmaschine, einer Schutzvorrichtung oder der Art der Befestigung
             der Schutzvorrichtung an einer Zugmaschine technische Änderungen vorgenommen
             werden, kann die Prüfstelle, die die ursprüngliche Prüfung durchgeführt hat, in
             folgenden Fällen einen „Bericht über eine technische Erweiterung“ ausstellen:
DE                                                35                                            DE
 ---pagebreak---    3.3.2.1 Erweiterung der Ergebnisse der Bauteilprüfung auf andere Zugmaschinentypen
             Entsprechen die Umsturzschutzvorrichtung und die Zugmaschine den Bedingungen
             unter Nummern 3.3.2.1.1 bis 3.3.2.1.5, müssen die Schlag- und Druckprüfungen
             nicht an jedem Zugmaschinentyp durchgeführt werden.
   3.3.2.1.1 Die Vorrichtung ist identisch mit der geprüften Vorrichtung;
   3.3.2.1.2 die erforderliche Energie darf die für die ursprüngliche Prüfung berechnete Energie
             um nicht mehr als 5 % übersteigen;
   3.3.2.1.3 die Art der Befestigung ist gleich und die Anbaupunkte an der Zugmaschine sind
             gleich;
   3.3.2.1.4 Bauteile wie Kotflügel und Motorhauben,             die  als  Abstützung   für  die
             Schutzvorrichtung dienen können, sind gleich;
   3.3.2.1.5 die Anordnung und die wesentlichen Abmessungen des Sitzes innerhalb der
             Schutzvorrichtung sowie die Anordnung der Schutzvorrichtung an der Zugmaschine
             müssen dergestalt sein, dass die Freiraumzone bei allen Prüfungen ungeachtet der
             Verformungen der Schutzvorrichtung erhalten bleibt (um dies zu prüfen, werden die
             im Originalprüfbericht angegebenen Bezugswerte für die Freiraumzone verwendet,
             nämlich der Sitz-Bezugs-Punkt oder der Sitz-Index-Punkt).
   3.3.2.2 Erweiterung der Ergebnisse der Bauteilprüfung auf geänderte Schutzvorrichtungs-
             typen
             Sind die unter Nummer 3.3.2.1 genannten Bedingungen nicht erfüllt, kommt das
             nachstehende Verfahren zur Anwendung; es darf nicht angewendet werden, wenn die
             Art der Befestigung der Schutzvorrichtung an der Zugmaschine grundsätzlich anders
             ist (z. B. Gummiabstützung statt Aufhängeeinrichtung). Folgende Änderungen sind
             zulässig:
   3.3.2.2.1 Änderungen, die sich nicht auf die Ergebnisse der ursprünglichen Prüfung auswirken
             (z. B. Schweißbefestigung der Grundplatte eines Zubehörteils an einer unkritischen
             Stelle der Vorrichtung), das Hinzufügen von Sitzen mit einem anderen Sitz-Index-
             Punkt in der Schutzvorrichtung (sofern die Prüfung ergibt, dass die neue(n)
             Freiraumzone(n) bei sämtlichen Prüfungen innerhalb des Schutzbereichs der
             verformten Vorrichtung bleibt (bleiben)).
   3.3.2.2.2 Änderungen, die sich möglicherweise auf die Ergebnisse der ursprünglichen Prüfung
             auswirken, ohne jedoch die Zulässigkeit der Schutzvorrichtung in Frage zu stellen
             (z. B. Änderung eines tragenden Teils, Änderung der Art der Befestigung der
             Schutzvorrichtung an der Zugmaschine). Es kann eine Validierungsprüfung
             durchgeführt werden, deren Ergebnisse im Erweiterungsbericht anzugeben sind.
             Für diese Erweiterung der Typgenehmigung bestehen folgende Beschränkungen:
   3.3.2.2.2.1 Ohne Validierungsprüfung dürfen höchstens fünf Erweiterungen angenommen
             werden;
   3.3.2.2.2.2 die Ergebnisse der Validierungsprüfung werden für eine Erweiterung zugelassen,
             wenn alle Annahmekriterien des Kodex erfüllt sind und:
DE                                                36                                             DE
 ---pagebreak---              wenn die nach den einzelnen Schlagprüfungen gemessene Verformung nicht um
             mehr als ± 7 % von der im Originalprüfbericht in Bezug auf die einzelnen
             Schlagprüfungen angegebenen Verformung abweicht (bei dynamischer Prüfung);
             wenn die Kraft, die bei Erreichen der erforderlichen Energie bei den einzelnen
             waagerechten Belastungsprüfungen gemessen wurde, nicht um mehr als ± 7 % von
             der Kraft abweicht, die bei Erreichen der erforderlichen Energie bei der
             ursprünglichen Prüfung gemessen wurde, und wenn die Verformung14, die bei
             Erreichen der erforderlichen Energie bei den einzelnen waagerechten
             Belastungsprüfungen gemessen wurde, nicht um mehr als ± 7 % von der Verformung
             abweicht, die bei Erreichen der erforderlichen Energie bei der ursprünglichen
             Prüfung gemessen wurde (bei statischer Prüfung).
   3.3.2.2.2.3 In einem einzigen Erweiterungsbericht können mehrere Schutzvorrichtungs-
             änderungen zusammengefasst werden, wenn sie verschiedene Ausführungen
             derselben Schutzvorrichtung betreffen, in einem einzigen Erweiterungsbericht ist
             jedoch nur eine Validierungsprüfung zulässig. Die nicht geprüften Ausführungen
             sind in einem eigenen Abschnitt des Erweiterungsberichts zu beschreiben.
   3.3.2.2.3 Erhöhung der vom Hersteller angegebenen Bezugsmasse für eine bereits geprüfte
             Schutzvorrichtung: Will der Hersteller dieselbe Typgenehmigungsnummer beibe-
             halten, kann nach Durchführung einer Validierungsprüfung ein Erweiterungsbericht
             ausgestellt werden (die Beschränkung von ± 7 % gemäß Nummer 3.3.2.2.2.2 gilt in
             einem solchen Fall nicht).
   3.4       [Gegenstandslos]
   3.5       Verhalten von Umsturzschutzvorrichtungen bei niedrigen Temperaturen
   3.5.1     Wird eine Umsturzschutzvorrichtung als unempfindlich gegen Kaltversprödung
             deklariert, hat der Hersteller Angaben hierzu vorzulegen, die in den Bericht
             aufgenommen werden.
   3.5.2     Die nachstehenden Anforderungen und Verfahren stellen ab auf die Gewährleistung
             der Festigkeit und der Unempfindlichkeit gegen Kaltversprödung. Es wird empfoh-
             len, folgende Mindestanforderungen an die Werkstoffe zugrunde zu legen, wenn
             beurteilt wird, ob eine Umsturzschutzvorrichtung für den Einsatz bei tiefen Tempe-
             raturen geeignet ist, für den in einigen Ländern zusätzliche Anforderungen gelten:
   3.5.2.1 Schrauben und Muttern, die zur Befestigung der Umsturzschutzvorrichtung an der
             Zugmaschine und zur Verbindung von Bauteilen der Vorrichtung dienen, müssen
             nachweislich eine ausreichende Kaltzähigkeit besitzen.
   3.5.2.2 Alle bei der Herstellung von Bauteilen und Halterungen verwendeten Schweiß-
             elektroden müssen mit dem Material der Umsturzschutzvorrichtung gemäß
             Nummer 3.5.2.3 kompatibel sein.
   3.5.2.3 Die Stähle für tragende Teile der Umsturzschutzvorrichtung müssen nachweislich
             ausreichend zäh sein und mindestens die Anforderungen des Kerbschlag-
   14
           Bleibende und elastische Verformung, die bei Erreichen der erforderlichen Energie gemessen wird.
DE                                                      37                                                  DE
 ---pagebreak---            biegeversuchs nach Charpy (V-Kerbe) gemäß Tabelle 7.1 erfüllen. Stahlsorte und
           Stahlqualität werden gemäß ISO 630:1995 bestimmt.
           Stahl mit einer Walzdicke von weniger als 2,5 mm und einem Kohlenstoffgehalt
           unter 0,2 % gilt als geeignet.
           Tragende Teile der Umsturzschutzvorrichtung aus anderen Materialien als Stahl
           müssen eine vergleichbare Kaltzähigkeit aufweisen.
   3.5.2.4 Der Probekörper für den Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy (V-Kerbe) darf nicht
           kleiner sein als die höchste für das Material mögliche der in Tabelle 7.1 genannten
           Größen.
   3.5.2.5 Der Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy (V-Kerbe) erfolgt gemäß
           ASTM A 370-1979, außer bei Probekörpergrößen, die den in Tabelle 7.1 genannten
           Abmessungen entsprechen.
                                                        Tabelle 7.1
                                  Mindestschlagenergie, Charpy-Prüfung (V-Kerbe)
                   Probekörpergröße                Energie bei                  Energie bei
                                                     -30 °C                        -20 °C
                             mm                          J                           Jb)
                          10 x 10a)                     11                          27,5
                            10 x 9                      10                           25
                            10 x 8                      9,5                          24
                         10 x 7,5a)                     9,5                          24
                            10 x 7                       9                          22,5
                          10 x 6,7                      8,5                          21
                            10 x 6                       8                           20
                           10 x 5a)                     7,5                          19
                            10 x 4                       7                          17,5
                          10 x 3.5                       6                           15
                            10 x 3                       6                           15
                                     a)
                         10 x 2,5                       5,5                          14
           ________________________________
           a)
                    Bevorzugte Größen.
                    Der Probekörper darf nicht kleiner sein als die höchste für das Material mögliche bevorzugte
                    Größe.
           b)
                    Die erforderliche Energie bei-20 °C beträgt 2,5-mal den für-30 °C angegebenen Wert. Die
                    Größe der Schlagenergie wird auch von anderen Faktoren beeinflusst, nämlich von
                    Walzrichtung, Formänderungsfestigkeit, Kornorientierung und Schweißung Bei der Auswahl
                    und Verwendung von Stahl sind diese Faktoren zu beachten.
DE                                                      38                                                       DE
 ---pagebreak---    3.5.2.6 Alternativ zu diesem Verfahren kann beruhigter oder halbberuhigter Stahl verwendet
           werden, für den entsprechende Eigenschaften nachzuweisen sind. Stahlsorte und
           Stahlqualität werden gemäß ISO 630:1995 (Amd 1:2003) bestimmt.
   3.5.2.7 Verwendet werden längliche Proben, die vor der Formgebung oder dem Schweißen
           zur Verwendung in der Schutzvorrichtung aus Flachmaterial, Stäben oder Profilen
           entnommen sind. Die Proben von Stäben oder Profilen müssen aus der Mitte der
           Seite mit der größten Abmessung entnommen sein und dürfen keine Schweißnähte
           aufweisen.
   3.6     (Entfällt)
                                         Abbildung 7.1
                                        Freiraumzone
                      Abbildung 7.1.a                               Abbildung 7.1.b
                       Seitenansicht                                 Rückansicht
              Schnitt durch die Bezugsebene
                    Abmessungen in mm
DE                                            39                                              DE
 ---pagebreak---                                       Abbildung 7.1.c
                                       Draufsicht
   1 – Sitz-Index-Punkt                                        2 – Bezugsebene
                                      Abbildung 7.2.a
                   Freiraumzone für Zugmaschinen mit umkehrbarem Sitz:
                              Überrollbügel mit zwei Pfosten
DE                                          40                                 DE
 ---pagebreak---                       Abbildung 7.2.b
   Freiraumzone für Zugmaschinen mit umkehrbarem Sitz:
             andere Schutzvorrichtungstypen
DE                          41                         DE
 ---pagebreak---                                    Abbildung 7.3
                 Pendelgewicht mit Aufhängeketten und -drahtseilen
   Aufschlagfläche
                                                       Abmessungen in mm
       Stift zur Markierung
       des Schwerpunktes
DE                                      42                               DE
 ---pagebreak---                                         Abbildung 7.4
          Beispiel für die Verankerung der Zugmaschine (Schlagprüfung von hinten)
   2 Verankerungskabel                                        2 Verankerungskabel
                                        Kantholz
                                        Abbildung 7.5
          Beispiel für die Verankerung der Zugmaschine (Schlagprüfung von vorne)
DE                                            43                                  DE
 ---pagebreak---                                        Abbildung 7.6
   Beispiel für die Verankerung der Zugmaschine (seitliche Schlagprüfung)
                       An die         Felgenkontur
                       angepasst
    Abgeschrägtes Ende
                                                                               Vom Schlagkörper
                                                                               beschriebener Bogen;
                                                                               Schwerpunkt in Höhe
                                                                               des Aufschlag-
                                                                               punktes
                                                                     Verankerungskabel
                                                                     (siehe 6.6.3.)
                                       Weichholzbalken   Schlaffes Kabel
                            Stütze     150 x 150 mm      (optional)
                     Balken gegen die Seiten von Vorder- und Hinterrädern
                     feststellen, Stütze nach Verankerung gegen Felge verkeilen
                                       Abbildung 7.7
                    Beispiel einer Druckprüfungsvorrichtung
                                                                       Kardangelenke
         Kraft
                                                                    Kraft
                                                                     Doppeltwirkender
                                                                     Hydraulikzylinder
                                                                     Kardangelenke
                                    Abstützung unter den
                                    Vorder- und Hinterachsen
DE                                            44                                                    DE
 ---pagebreak---                                                 Abbildung 7.8
                   Beispiel eines Geräts zur Messung der elastischen Verformung
                                                                       An der Schutz-
                                                                       vorrichtung befestigte
                                                                       waagerechte Stange
                                                                       Senkrechte Stütze,
                                                                       die am Zug-
                                                                       maschinenaufbau
                                 Reibungsring                          oder am Boden der
                                                                       Schutzvorrichtung
                                                                       befestigt ist
   1 – Bleibende Verformung
   2 – Elastische Verformung
   3 – Gesamtverformung (bleibende + elastische Verformung)
DE                                                     45                                     DE
 ---pagebreak---                                                 Abbildung 7.9
                                         Kraft-Verformungskurve
                                  Überlastprüfung nicht erforderlich
                 Statische Kraft
                 Statische Kraft
                 während der Belastung
                 während der Belastung
                                                               Berechnete Grundenergie
                                                               Berechnete Grundenergie
                                                               (siehe Anmerkung2)
                                                               (siehe Anmerkung2)
                                                                       Verformung
                                                                      Verformung
   Anmerkungen:
   1.      Fa–Wert aufsuchen, der 0,95 D' entspricht.
   2.      Die Überlastprüfung ist nicht erforderlich, da Fa ≤ 1,03 F'.
DE                                                      46                             DE
 ---pagebreak---                                                 Abbildung 7.10
                                        Kraft-Verformungskurve
                                      Überlastprüfung erforderlich
            Statische Kraft
            während der Belastung
                                                     Berechnete Grundenergie
                                                     (siehe Anmerkung 2)
                                                          Energie um 5 % erhöht
                                                          (siehe Anmerkung 3)
                                                               Statische Kraft
                                                               während der Belastung
                                                            Verformung
   Anmerkungen:
   1.      Fa–Wert aufsuchen, der 0,95 D' entspricht.
   2.      Die Überlastprüfung ist erforderlich, da Fa > 1,03 F'.
   3.      Das Ergebnis der Überlastprüfung ist zufriedenstellend, da Fb > 0,97F' und Fb > 0,8Fmax.
DE                                                       47                                         DE
 ---pagebreak---                                                  Abbildung 7.11
                                         Kraft-Verformungs-Kurve
                                     Überlastprüfung ist fortzusetzen”
           Statische Kraft während der Belastung
                                                          Berechnete Grundenergie
                                                          siehe Anmerkung 2)
                                                               Energie um 5 % erhöht
                                                               (siehe Anmerkung 3)
                                                                     Energie um 10 % erhöht
                                                                     (siehe Anmerkung 4)
                                                                           Energie um 15 % erhöht
                                                                           (siehe Anmerkung 5)
                                                                                 Energie um 20 % erhöht
                                                                                 (siehe Anmerkungen 6 und 7)
                                                                                    Verformung
                                                       Überlastverformung
   Anmerkungen:
   1.      Fa–Wert aufsuchen, der 0,95 D' entspricht.
   2.      Die Überlastprüfung ist erforderlich, da Fa > 1,03 F'.
   3.      Fb < 0,97 F', daher ist eine weitere Überlastung erforderlich.
   4.      Fc < 0,97 Fb, daher ist eine weitere Überlastung erforderlich.
   5.      Fd < 0,97 Fc, daher ist eine weitere Überlastung erforderlich.
   6.      Das Ergebnis der Überlastprüfung ist zufriedenstellend, wenn Fe > 0,8 Fmax.
   7.      Wenn die Belastung zu einem beliebigen Zeitpunkt unter 0,8 Fmax.fällt, gilt die Prüfung als nicht
           bestanden.“
                                                 _____________
DE                                                       48                                                  DE
 ---pagebreak---                                                               86/298/EWG
                                         ANHANG III
                                      KENNZEICHNUNG
   Das EG-Genehmigungszeichen besteht aus:
                                                              2000/19/EG Art. 1 und Anhang
                                                            Nr. 4 (angepasst)
                                                              1 Beitrittsakte von 2003 Art. 20
                                                            und Anhang II Abschn. 1
                                                            Buchst. A Nr. 30, S. 62
                                                              2 2006/96/EG Art. 1 und
                                                            Anhang Nr. A.29
   –      einem den Kleinbuchstaben „e“ umgebenden Rechteck, gefolgt von der Kennziffer
          des Mitgliedstaats, der die EG-Typgenehmigung erteilt hat:
          1 für Deutschland, 2 für Frankreich, 3 für Italien, 4 für die Niederlande, 5 für
          Schweden, 6 für Belgien, 1 7 für Ungarn, 8 für die Tschechische Republik, 9 für
          Spanien, 11 für das Vereinigte Königreich, 12 für Österreich, 13 für Luxemburg,
          17 für Finnland, 18 für Dänemark,       2 19 für Rumänien         1 20 für Polen, 
          21 für Portugal, 23 für Griechenland, 24 für Irland, 1 26 für Slowenien, 27 für die
          Slowakei, 29 für Estland, 32 für Lettland, 2 34 für Bulgarien  36 für Litauen,
          ⌦ 49 ⌫ für Zypern, ⌦ 50 ⌫ für Malta, 
                                                              86/298/EWG
   –      einer EG-Prüfnummer an einer beliebigen Stelle unter und in der Nähe des
          Rechtecks, die der Nummer des EG-Bauartgenehmigungsbogens für den
          betreffenden Typ einer Schutzvorrichtung betreffend ihre Festigkeit sowie die
          Festigkeit ihrer Befestigung an der Zugmaschine entspricht,
   –      je nachdem, ob es sich um einen dynamischen (v) oder statischen (sv) Prüfversuch
          handelt, gefolgt von der Zahl 1, was bedeutet, dass es sich um einen Schutz-
          vorrichtungstyp im Sinne dieser Richtlinie handelt, der für eine Schmalspurzug-
          maschine bestimmt ist, und dessen obere Freiraumgrenze sich 900 mm über dem
          Sitzbezugspunkt befindet.
DE                                             49                                              DE
 ---pagebreak---                            Beispiel eines EG-Genehmigungszeichens
   Legende:
   Die Schutzvorrichtung mit dem oben angegebenen EG-Genehmigungszeichen ist eine des
   Typs mit hinten angebrachtem Überrollbügel, Überrollrahmen oder Schutzkabine; sie ist einem
   dynamischen Prüfversuch unterzogen worden und für eine Schmalspurzugmaschine (V1)
   bestimmt, für die in Frankreich (e2) unter der Nummer 431 eine EG-Bauartgenehmigung
   erteilt wurde.
                                         _____________
DE                                             50                                              DE
 ---pagebreak---                                                                         ANHANG IV
                      MUSTER EINES EG-BAUARTGENEHMIGUNGSBOGENS
                                                                                                                  86/298/EWG (angepasst)
                                                                                                                         Name der Behörde
         Angaben über die Erteilung, die Versagung, den Entzug der EG-Bauartgenehmigung oder die
      Erweiterung der EG-Bauartgenehmigungen eines bestimmten Typs einer Umsturzschutzvorrichtung
        (Überrollbügel, Überrollrahmen, Schutzkabine) hinsichtlich ihrer Festigkeit sowie der Festigkeit
                                                     ihrer Befestigung an der Zugmaschine
   EG-Bauartgenehmigung Nr.: .................................................................................... Erweiterung(1)
   1.         Fabrik- oder Handelsmarke und Typ der Schutzvorrichtung:
              ................................................................................................................................................................
   2.         Name und Anschrift des Herstellers der Schutzvorrichtung:
              ................................................................................................................................................................
   3.         Gegebenenfalls Name und Anschrift des Beauftragten des Herstellers der Schutzvorrichtung:
              ..................................................................................................................................................................
              ..................................................................................................................................................................
   4.         Fabrik- oder Handelsmarke, Typ und Handelsbezeichnung der Zugmaschine, für die die
              Schutzvorrichtung bestimmt ist:
              ..................................................................................................................................................................
              ..................................................................................................................................................................
   5.         Erweiterung der EG-Bauartgenehmigung auf Zugmaschinen folgender Typen und (gegebenenfalls)
              Handelsbezeichnungen:
              ..................................................................................................................................................................
              ..................................................................................................................................................................
   5.1.       Die Masse der Zugmaschine ohne Ballast entsprechend ⌦ Nummer 2.1 des Musters A in Anhang I
              der Richtlinie 2003/37/EG ⌫ überschreitet/überschreitet nicht(2) die bei der Prüfung verwendete
              Bezugsmasse um mehr als 5 %.
   5.2.       Die Befestigungsart und die Befestigungspunkte sind/sind nicht(2) gleich.
   5.3.       Alle Bauteile, die als Abstutzung für die Schutzvorrichtung dienen können, sind/sind nicht(2) gleich.
   6.         Zur Erteilung der EG-Bauartgenehmigung vorgeführt am:
              .................................................................................................................................................................
   7.         Prüfstelle:
              ..................................................................................................................................................................
   8.         Datum und Nummer des Prüfberichts:
              .................................................................................................................................................................
   9.         Datum der Erteilung/der Versagung/des Entzugs der EG-Bauartgenehmigung(2):
              ..................................................................................................................................................................
DE                                                                                 51                                                                                            DE
 ---pagebreak---    10.   Datum der Erweiterung der EG-Bauartgenehmigung/der Versagung/des Entzugs der Erweiterung der
         EG-Bauartgenehmigung(2):
         ..................................................................................................................................................................
   11.   Ort: .................................................................
   12.   Datum: ............................................................
   13.   Folgende Unterlagen mit der oben genannten Nummer der EG-Bauartgenehmigung sind beigefügt
         (z. B. Prüfbericht). Diese Angaben werden den zuständigen Stellen der übrigen Mitgliedstaaten nur
         auf ausdrücklichen Antrag zur Verfügung gestellt:
         .................................................................................................................................................................
   14.   Bemerkungen: .........................................................................................................................................
   15.   Unterschrift: .............................................................................................................................................
   (1)
       Gegebenenfalls angeben, ob es sich um eine erste, zweite usw. Erweiterung der ursprünglichen
       EG-Bauartgenehmigung handelt.
   (2)
       Nichtzutreffendes streichen.
                                                                 _____________
DE                                                                            52                                                                                            DE
 ---pagebreak---                                         ANHANG V
        BEDINGUNGEN FÜR DIE ERTEILUNG DER EG-TYPGENEHMIGUNG
   1.    Der Antrag auf Erteilung der EG-Typgenehmigung für einen Zugmaschinentyp in
         Bezug auf die Festigkeit der Umsturzschutzvorrichtung und ihrer Befestigung an der
         Zugmaschine wird vom Hersteller der Zugmaschine oder seines Beauftragten
         eingereicht.
   2.    Dem betreffenden technischen Dienst ist zur Erteilung der EG-Typgenehmigung ein
         repräsentativer Zugmaschinentyp mit einer Umsturzschutzvorrichtung und ihrer
         Befestigung vorzuführen, für die ordnungsgemäße Bauartgenehmigungen vorliegen.
   3.    Der betreffende technische Dienst prüft, ob der Typ der Schutzvorrichtung, für die
         eine EG-Bauartgenehmigung vorliegt, für den Zugmaschinentyp bestimmt ist, für
         den eine EG-Typgenehmigung beantragt wird. Er prüft insbesondere, ob die
         Befestigung der Schutzvorrichtung derjenigen entspricht, die bei der EG-Bauart-
         genehmigung geprüft wurde.
   4.    Der Inhaber der EG-Typgenehmigung kann beantragen, dass diese für andere
         Schutzvorrichtungstypen erweitert wird.
   5.    Die zuständigen      Behörden   gewähren    diese  Erweiterung   unter   folgenden
         Bedingungen:
   5.1.  Für den neuen Typ einer Umsturzschutzvorrichtung und ihrer Befestigung an der
         Zugmaschine liegt eine EG-Bauartgenehmigung vor.
   5.2.  Sie ist für den Zugmaschinentyp bestimmt, für den die Erweiterung der
         EG-Typgenehmigung beantragt wird.
   5.3.  Die Befestigung der Schutzvorrichtung an der Zugmaschine entspricht derjenigen,
         die bei Erteilung der EG-Bauartgenehmigung geprüft wurde.
   6.    Dem EG-Typgenehmigungsbogen wird bei jeder Erteilung oder Versagung einer
         Typgenehmigung oder ihrer Erweiterung ein Bogen entsprechend dem Muster des
         Anhangs VI beigefügt.
   7.    Wird der Antrag auf Erteilung einer EG-Typgenehmigung für einen Zugmaschinen-
         typ zur gleichen Zeit wie der Antrag auf Erteilung der EG-Bauartgenehmigung für
         einen bestimmten Typ einer Umsturzschutzvorrichtung für den Zugmaschinentyp
         eingereicht, für den eine EG-Typgenehmigung beantragt wird, so werden die
         Nummern 2 und 3 gegenstandslos.
                                       _____________
DE                                           53                                             DE
 ---pagebreak---                                                                                 ANHANG VI
                                                                                   MUSTER
                                                                                                                     Name der zuständigen Behörde
   ANHANG ZUM EG-TYPGENEHMIGUNGSBOGEN FÜR EINEN ZUGMASCHINENTYP BETREFFEND
   DIE FESTIGKEIT DER UMSTURZSCHUTZVORRICHTUNG (HINTEN ANGEBRACHTE ÜBERROLL-
   BUGEL, ÜBERROLLRAHMEN, SICHERHEITSKABINE) UND IHRER BEFESTIGUNG AN DER ZUG-
   MASCHINE
   Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 2003/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003
   über die Typgenehmigung für land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen, ihre Anhänger und die von ihnen
   gezogenen auswechselbaren Maschinen sowie für Systeme, Bauteile und selbstständige technische Einheiten
   dieser Fahrzeuge und zur Aufhebung der Richtlinie 74/150/EWG
   EG-Bauartgenehmigung Nr.: ..........................................................................................................
   .................................................................................................................................. Erweiterung(1)
   1.                 Fabrik- oder Handelsmarke der Zugmaschine: .............................................................
                      ........................................................................................................................................
   2.                 Zugmaschinentyp und Handelsbezeichnung: ...............................................................
   3.                 Name und Anschrift des Herstellers der Zugmaschine: ...............................................
                      .......................................................................................................................................
   4.                 Gegebenenfalls Name und Anschrift des Beauftragten: ..............................................
                      .......................................................................................................................................
   5.                 Fabrik- oder Handelsmarke und Typ der Schutzvorrichtung: .....................................
                      .......................................................................................................................................
   6.                 Erweiterung der EG-Typgenehmigung auf folgende(n) Schutzvorrichtungstyp/typen:
                      ........................................................................................................................................
   7.                 Zugmaschine zur EG-Typgenehmigungsprüfung vorgeführt am: .............................
                      .......................................................................................................................................
   8.                 Mit den Prüfungen für die EG-Typgenehmigung beauftragter technischer Dienst:
                      .......................................................................................................................................
   9.                 Datum des von diesem Dienst ausgestellten Prüfberichts: ...........................................
   10.                Nummer des von diesem Dienst ausgestellten Prüfberichts: ........................................
   11.                Die EG-Typgenehmigung betreffend die Festigkeit der Schutzvorrichtung und ihrer
                      Befestigung an der Zugmaschine wird erteilt/versagt(2):
DE                                                                                         54                                                                  DE
 ---pagebreak---    12.   Die Erweiterung der EG-Typgenehmigung betreffend die Festigkeit der Schutzvorrich
         tung sowie ihrer Befestigung wird erteilt/versagt(2):
   13.   Ort: ...............................................................................................................................
   14.   Datum: ..........................................................................................................................
   15.   Unterschrift: .................................................................................................................
   (1)
       Gegebenenfalls angeben, ob es sich um eine erste, zweite usw. Erweiterung der ursprünglichen
       EG-Typgenehmigung handelt.
   (2)
       Nichtzutreffendes streichen.
                                                               _____________
DE                                                                          55                                                                DE
 ---pagebreak---                                          ANHANG VII
                                            Teil A
               Aufgehobene Richtlinie mit Liste ihrer nachfolgenden Änderungen
                                       (gemäß Artikel 14)
   Richtlinie 86/298/EWG des Rates
   (ABl. L 186 vom 8.7.1986, S. 26)
      Richtlinie 89/682/EWG des Rates
      (ABl. L 398 vom 30.12.1989, S. 29)
      Nummer XI.C.II.5. von Anhang I zur
      Beitrittsakte von 1994
      (ABl. C 241 vom 29.8.1994, S. 193)
      Richtlinie 2000/19/EG der Kommission
      (ABl. L 94 vom 14.4.2000, S. 31)
      Nummer I.A.30 von Anhang II zur Beitrittsakte
      von 2003
      (ABl. L 236 vom 23.9.2003, S. 62)
      Richtlinie 2005/67/EG der Kommission
      (ABl. L 273 vom 19.10.2005, S. 17)
      Richtlinie 2006/96/EG der Kommission              Nur die Bezugnahme auf
      (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81)                Richtlinie 86/298/EWG in Artikel 1
                                                        und Nummer A.29 des Anhangs
      Richtlinie 2010/22/EU der Kommission              Nur Artikel 2 und Anhang II
      (ABl. L 91 vom 10.4.2010, S. 1)
DE                                            56                                           DE
 ---pagebreak---                                                         Teil B
           Fristen für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und für die Anwendung
                                                 (gemäß Artikel 14)
                Richtlinie                          Umsetzungsfrist                  Anwendungsfrist
   86/298/EWG                              2. Juni 1988
   89/682/EWG                              3. Januar 1991
   2000/19/EG                              30. Juni 2001(*)
   2005/67/EG                              31. Dezember 2005
   2006/96/EG                              1. Januar 2007
   2010/22/EU                              30.April 2011                       1. Mai 2011
   ______________________________
   (*)
              In Übereinstimmung mit Artikel 2 der Richtlinie 2000/19/EG:
              "(1)   Ab dem 1. Juli 2001 dürfen die Mitgliedstaaten
                     –      weder für einen Zugmaschinentyp die Erteilung der EG-Typgenehmigung oder die
                            Ausstellung des in Artikel 10 Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Richt-
                            linie 74/150/EWG vorgesehenen Dokuments oder die Betriebserlaubnis mit nationaler
                            Geltung verweigern, oder
                     –      noch das erstmalige Inverkehrbringen der Zugmaschinen verbieten,
                     wenn diese Zugmaschinen die Vorschriften der Richtlinie 86/298/EWG, in der Fassung der
                     vorliegenden Richtlinie, erfüllen.
              (2)    Ab dem 1. Januar 2002 dürfen die Mitgliedstaaten:
                     –      das in Artikel 10 Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Richtlinie 74/150/EWG vorge-
                            sehene Dokument für einen Zugmaschinentyp nicht mehr ausstellen, wenn dieser die
                            Vorschriften der Richtlinie 86/298/EWG, in der Fassung der vorliegenden Richtlinie,
                            nicht erfüllt,
                     –      die Betriebserlaubnis mit nationaler Geltung für einen Zugmaschinentyp verweigern,
                            wenn dieser die Vorschriften der Richtlinie 86/298/EWG, in der Fassung der
                            vorliegenden Richtlinie, nicht erfüllt."
                                                   _____________
DE                                                         57                                                   DE
 ---pagebreak---                                         ANHANG VIII
                                    ENTSPRECHUNGSTABELLE
        Richtlinie 86/298/EWG              Richtlinie 2000/19/EG          Vorliegende Richtlinie
   Artikel 1 einleitender Satz        —                              Artikel 1 einleitender Satz
   Artikel 1 erster Gedankenstrich    —                              Artikel 1 Buchstabe a
   Artikel 1 zweiter Gedankenstrich   —                              Artikel 1 Buchstabe b
   Artikel 1 dritter Gedankenstrich   —                              Artikel 1 Buchstabe c
   Artikel 2 bis 5                    —                              Artikel 2 bis 5
   Artikel 6 Absatz 1 Satz 1          —                              Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 1
   Artikel 6 Absatz 1 Satz 2          —                              Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2
   Artikel 6 Absatz 1 Satz 3          —                              Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 3
   Artikel 6 Absatz 2                 —                              Artikel 6 Absatz 2
   Artikel 7 Satz 1                   —                              Artikel 7 Absatz 1
   Artikel 7 Satz 2                   —                              Artikel 7 Absatz 2
   Artikel 8                          —                              —
   —                                  Artikel 2 Absatz 1 einleitende Artikel 8 Absatz 1 einleitende
                                      Worte                          Worte
   —                                  Artikel 2 Absatz 1 erster      Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe a
                                      Gedankenstrich
   —                                  Artikel 2 Absatz 1 zweiter     Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b
                                      Gedankenstrich
   —                                  Artikel 2 Absatz 2             Artikel 8 Absatz 2
   Artikel 9 bis 12                   —                              Artikel 9 bis 12
   Artikel 13                         —                              —
   Artikel 14 Absatz 1                —                              —
   Artikel 14 Absatz 2                —                              Artikel 13
   —                                  —                              Artikel 14 und 15
   Artikel 15                         —                              Artikel 16
   Anhänge I und II                   —                              Anhänge I und II
DE                                              58                                             DE
 ---pagebreak---    Anhang VI   —               Anhang III
   Anhang VII  —               Anhang IV
   Anhang VIII —               Anhang V
   Anhang IX   —               Anhang VI
   —           —               Anhang VII
   —           —               Anhang VIII
                 _____________
DE                    59                   DE