CELEX: 51983PC0350(03)
Language: de
Date: 1983-06-20
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES ZUR ANNAHME EINES MEHRJAEHRIGEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROGRAMMS FUER DIE EUROPAEISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT ZUR ANWENDUNG NEUER TECHNOLOGIEN

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (83) 350
Vol. 1983/0139
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                     KOM(83) 350 endg.
                                     Brüssel, den 20. Juni 1983
                VORSCHLAG FUR EINEN BESCHLUSS DES RATES
        über ein Mehrjahres-Forschungs- und Entwicklungsprogramm
        der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet
                der technologischen Grundlagenforschung
                 VORSCHLAG FUR EINEN BESCHLUSS DES RATES
      zur Annahme eines mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungs-
       programms für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft zur
                       Anwendung neuer Technologien
                  (von der Kommission dem Rat vorgelegt)
                                    2 ?
                                   Sort1 d  s
                                          ~ _ecretar/al
                                                        .
                                         Gener4 /
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                        KOM(83) 350 endg.
                                        Brüssel, den 20. Juni 1983
                    VORSCHLAG FUR EINEN BESCHLUSS DES RATES
            über ein Mehrjahres-Forschungs- und Entwicklungsprogramm
            der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet
                     der technologischen Grundlagenforschung
                     VORSCHLAG FUR EINEN BESCHLUSS DES RATES
          zur Annahme eines mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungs-
           programms für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft zur
                           Anwendung neuer Technologien
                      (von der Kommission dem Rat vorgelegt)
 KOM(83) 350 endg.
 ---pagebreak---                              INHALTSVERZEICHNIS
                                                                    Seite
FORSCHUNGSAKTIONSPROGRAMM INDUSTRIE-TECHNOLOGIE
    I. Zfel                                                           1
   II. Inhalt                                                         2
 III. Aufgaben der Gemeinschaft                                       3
   IV. Abwicklung des Aktionsprogramms                                6
    V. Bekundungen von Interesse und Einreichung von Vorschläge        9
   VI. Kleine und mittlere Unternehmen                               10
  VII. Allgemeines                                                   11
 Anlage I - KURZE BESCHREIBUNG DER BESTEHENDER UNTERPROGRAMME         13
 Ar.La~ II - TECHNOLOGISCHE GRUNDLAGENFORSCHUNG - PROGRAMMV0RSCHLAG
     I. Einleitung                                                    29
    II. Die Rolle der Gemeinschaft                                    31
  III. Verwaltung des Programms                                        33
        1:
    IV. Ausserung von Interesse und Ausschreibung                      36
     V. Kleine und mittlere Unternehmen                                36
    VI. Technischer Inhalt des Programms                               38
   VII. Finanzierung des Programms und Personalbedarf                  58
  VIII. Allgemeines                                                    60
         Vorschlag für einen Beschluss des Rates                       62
         Anhang                                                         65
 ---pagebreak---                                                         Seite
Anlage III - Anwendung neuer Technologien (Bekleidungs-
              industrie) - Programmvorschlag
    I. Einleitung                                         69
   II. Die Rolle der Gemeinschaft                         71
  III. Programmabwicklung                                 72
   IV. Bekundungen von Interesse und Ausschreibungen     76
    V. Kleine und mittlere Unternehmen                    77
   VI. Technischer Inhalt des Programms                  78
  VII. Finanz- und Personalbedarf                         83
 VIII. Allgemeines                                       85
       Vorschlag für einen Beschluss des Rates           87
       Anhang                                            90
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                 FORSCHUNGSAKTIONSPROGRAMM INDUSTRIE-TECHNOLOGIE
I. Ziel
1. High-Tech-Industrien (Informatik, Biotechnologie) werden sicher künftig
    in der Gemeinschaft eine grosse Rolle spielen     und einen höheren Rang
    einnehmen als heute. Die anderen Industriezweige werden jedoch in abseh-
    barer Zeit immer noch einen wesentlichen Beitrag zum Sozialprodukt der
    Gemeinschaft Leisten. Ihnen kommt demnach auch weiterhin eine grosse Be-
    deutung für die Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Probleme der
    Gemeinschaft zu. Ihre Yettbewerbsfähigkeit zu verbessern, muss daher ein
    wesentliches Ziel für die Forschungs- und Entwicklungspolitik der Gemein-
    schaft sein und steht daher im Mittelpunkt des Rahmenprogramms.
 z.  Das Forschungsaktionsprogramm Industrie-Technologie dient der Verwirk-
     lichung der entsprechende Zeitvorstellungen des Rahmenprogramms. Es ver-
     sucht die Frage zu beantworten, wie die Gemeinschaft mit der Unterstüt-
     zung von Forschung und Entwicklung Handelshemmnisse aus     räumen und die
     Technologieforschung (an der Nahtstelle zwischen Grundlagenforschung und
     Produktenentwicklung) vor der Markteinführung fördern kann. Die Haupt-
     verantwortung hierfür muss allerdings die Industrie selbst trägen.
 3. Diese grundsätzlichen Oberlegungen führten zur Vorlage zweier neuer Ein-
     zelprogramme, von denen das eine der technologischen Grundlagenforschung
      (Anlage II) gilt und das andere der Anwendung neuer Technologien (Anlage
      III).
  4. Wenn wir die Frage stellen, wo die Prioritäten des Forschungsprogramms
      liegen, dann richtet sich der Wert der Gemeinschaftsinitiativen nicht
      nur nach deren Beitrag zu den grundsätzlichen Problemen der europäischen
      Forschung und Entwicklung und deren Anwendung in der Industrie, sondern
      auch nach allgemeinen Oberlegungen wirtschaftlicher und sozialer Art,
      einschiesslich solcher, welche sich auf die Arbeitsbedingungen, auf Gesund-
      heit und Sicherheit beziehen,wozu insbesondere die Strategischen Oberlegungen
      der Industrien gehören. Wenn Durchbrüche in der Technik voll genutzt werden
      sollen, dann müssen auch für andere Problemen, zum Beispiel die Industrie-
      strategie, neue
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    Lasungen gefunden werden. Die Forschung und Entwicklung kann der euro-
    plischen Industrie helfen, ihre Probleme zu Lösen, allein ist sie dazu aber
    nicht in der Lage.
II. Inhalt
 5. Dieses Aktionsprogramm für Industrie-Technologie fasst in einem gemein-
    samen Organisationsrahmen eine Reihe laufender und geplanter FuE-Aktivi-
    täten zusammen, die in erster Linie der Verbesserung der Wettbewerbsfähig-
    keit solcher Industrien dienen, die nicht mit technischen Spitzenleistungen
    aufzuwarten vermögen. Das Hauptprogramm, ; mit seinen Einzelprogrammen
    (bereits bestehend oder erst geplant) sieht folgendermassen aus (1):
    a) Abbau von Handelsschranken
    1. BCR (bestehendes Programm mit GFZ-Beteiligung)
    2. Nukleare Messtechnik (bestehendes Programm, Geel)
    b) Branchenübergreifende Forschung: Technologien, die für mehrere
        Industriezweige interessant sein könnten
    1. Technologische Grundlagenforschung (Programmvorschlag Liegt bei)
    2. Hochwarmfeste Werkstoffe (laufendes Programm, GFZ Petten)
    3. COST (laufende und geplant    Vorhaben)
    c) Anwendung neuer Technologien in einzelnen Industriezweigen
    1. Textilindustrie (bestehendes Programm)
    2. Forschung für die Stahlindustrie (bestehendes EGKS-Programm)
    3. Anwendung neuer Technologien - Bekleidungsindustrie (Programmvor-
        schlag Liegt bei)
    d) Pilotprojekte, d.h. Nachweis der technischen Durchführbarkeit und wirt-
        schaftlichen Verwe~tbarkeit mit einer Anlage im grosstechnischen Massstab
        unter der Vorausselzing, dass die unmittelbar am Projekt beteiligten Fir-
        men keine ausschliesslichen Vorteile erlangen.
    1. Pilotprojekte für die Stahlindustrie (neues EGKS-Programm)
    2. Pilotprojekte für technologische Grundlagenforschung in der Bekleidungs-
        industrie (Programmvorschlage Liegt bei).
    (1) Kurze Inhaltangabe der Einzelprogramme in Anlage I.
 ---pagebreak---   6. Abgesehen von den oben aufgeführten Forschungsprogrammen will die Kom-
     mission aber auch1 im Rahmen des Aktionsprogramms, in enger Zusammenarbeit
     mit der Industrie Situationsanalysen und Fallstudien erarbeiten. Hierzu
     bedarf es einer unmittelbaren, tatkräftigen Mitarbeit einer Reihe von
      Unternehmen in ausgewählten Bereichen der Industrie wobei aniern Unternehmen
     ein schneller Zugriff zu den Ergebnisse der Studien zu ge-wähnleisten ist.
      Die Untersuchungen
     sollen Aufschluss darüber geben, welche neuen Technologien sich in einem
     Wirtschaftszweig erfolgreich einsetzen lassen und wie sie sich auf die
     Produktivität des Industriezweiges in der Produktion, in der Unternehmen
     führung und der Absatzpolitik auswirken. Für das Aktionsprogramm ist we-
     sentlich, dass geklärt wird, in welchem Umfang anwendungsbezogene       Forschung
     und Entwisklung      die Wettbewerbsfähigkeit eines Industrie.,,.zweigs verbes-
     sern kann und ob die Gemeinschaft die FuE-Arbeit finanziell unterstützen
     und koordinieren soll. Ausgangspunkt ist eine Bewertung der gegenwärtigen
     und der künftigen wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung des Wirtschafts-
     zweiges und dessen internationaler Wettbewerbsfähigkeit, die Beantwortung
     von Fragen der Industriepolitik mithin.
III. Aufgaben der Gemeinschaft
  7. Technologie-Forschung ist notwendig, wenn ein Unternehmen wettbewerbsfähig
      bleiben will; die Verantwortung hierfür hat grundsätzlich das Unternehmen
      selbst zu tragen. Grundsätzlich sollte ein Unternehmen voll verantwortlich
      dafür sein, ob es im eigenen Haus Forschung betreiben, andere Stellen damit
      beauftragen sich die Technologie über Lizenzverträge oder auf anderem Wege
      beschaffen will.
  8. Dies gilt zwar grundsätzlich für die FuE-Politik der Gemeinschaft gegen-
      über dem FuE-Bedarf von Unternehmen, die neue Produkte und Verfahren auf
      den Markt bringen wollen, die Längerfristige Technologieforschung in
      Europa steht jedoch gewissen Problemen gegenüber :
      - Die Längerfristige Technologieforschung ist vergleichsweise teuer-
         was in der Natur   der Sache Liegt - und bringt ihr Geld nur langsam
         wieder herein. Oft ist hierzu ein mehrere sereiche übergreifendes
         Fachwissen erforderlich, das ein einzelnes Unternehmen nicht hat, mög-
         licherweise auch nicht einmal die Branche besitzt, in der die neue
         Technologie gebraucht wird. Die Informationsübermittlung zwischen denjenigen,
        die Endprodukte unter Verwendung der Forschungsergebnisse herstellen oder ver-
        kaufen, und denjenigen welche ~ie Forschung durchführten ist oft mangelhaft
        Und fehlt manchmal sogar völlig.Da_die Technologien über viele Gemeinschafts-
      länder weit verstreut sind, ist das Eraebnis oft enttäuschend, wenn es an der
        Koordinierung innerhalb der Branche oder zwischen mehreren Branchen fehlt,
         und manche Arbeit wird aleich mehrmals gemacht.
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    In anderen Worten, die nötigen und in der Gemeinschaft vorhandenen
    Kompetenzen werden nicht so straff zusammengefasst, wie es nötig wäre,
    um zu praktisch verwertbaren Ergebnissen zu gelangen.
  - In Europa war es bisher besonders schwer, Hochschulforschung und Indus-
    trieforschung zusammenzubringen. Obwohl sich hier inzwischen manches
    gebessert hat, ging die Entwicklung doch nicht schnell und nicht weit
    genaug, und es   ist sehr selten, dass sich eine Hochschule des Landes A
    mit der Industrie des Landes B zusammentut.
  - Viele Gemeinschaftländer unterstützen die FuE-Arbeit der Industrie, die
    eine   mehr, die anderen weniger, und erientieren sich dabei allein an
    den Landesverhältnissen. Die Forschungsergebnisse kommen dann auch nur
    Landesfirmen zugute, sie stärken also nicht die Wettbewerbsfähigkeit der
    Industrie der Gemeinschaft als Ganzes gegenüber den anderen Handelspar-
    tnern draussen. Darüber hinaus ist die nationale Forschungsförderung meist
    nicht koordiniert so   dass sich die Arbeit oft überschneidet oder in
    einem anderen Land ein zweites Mal getan wird.
 9. Hierbei ist zu bedenken, dass die beiden wichtigsten Handelspartner der
    Gemeinschaft, die Vereinigten Staaten und Japan, FuE-Förderung aus Haus-
    haltsmitteln der Zentralregierung betreiben, die unmittelbar der Wirt-
    schaft des eigenen Landes zugute kommen sollen. Wie in den Zwei Vor-
    schlägen für neue Einzelprogramme näher erklärt wird, fliessen der
    FuE-Arbeit der amerikanischen und der japanischen Industrie sehr viel
    Staatsgelder zu: vielfach werden die Programme zu 100% aus Haushalt-
    mitteln der Zentralregierung finanziert. Ausserdem ist die Forschung
    in diesen Ländern meist gut koordiniert, was die Erfolgsaussichten
    verbessert und eine Gewähr dafür bietet, dass die Ergebnisse von der
    Industrie dieser Länder gut verwertet werden.
10. Ziel der Gemeinschaft muss es nun sein, diese Schwachstellen auszu-
    räumen Massgeblich   hierfür waren folgende Dberlegungen :
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 - Die Gemeinschaft sollte nur Technologie vor der Markteinführung
    fördern, d.h. die Forschung sollte nur so weit gehen, dass die Er-
    gebnisse von mehreren, miteinander konkurrierenden Unternehmen für
    die Produktentwicklung und die Markteinführung genutzt werden können.
    Harmonisierung und Standardisierung sind hier wichtig.
 - Dje Gemeinschaft sollte nur solche Vorhaben in Angriff nehmen, für
    die es in der Gemeinschaft genügend Talent und Kapital gibt und die
    einen "Mehrwert" schaffen.
 - Die Gemeinschaft sollte auch von Anfang an den Markt einbeziehen und
    an die wirtschaftliche Verwertbarkeit denken, bevor ein Vorhaben an-
     läuft; in anderen Worten, es soll nur solche Forschung betrieben werden,
    die die Industrie wirklich braucht, 2.ber ohne finanzielle Unterstützung
    nicht in Angriff nehmen kann.
  - Dass es mit einem Wirtschaftszweig bergab geht, ist an sich noch kein
    Grund    für die Gemeinschaft, ihm unter die Arme zu greifen. Die Gemein-
     schaft sollte sich daher auf solche Gebiete konzentrieren, auf denen tech-
     nisch und wirtschaftliche-soziale Faktoren eine wesentliche Verbesserung
    der Produktivität oder der Wettbewerbsfähigkeit möglich erscheinen Lassen,
     wo die Industrie oder das Land aber nicht genügend Mittel aufbringen
    kann.
  - Die Gemeinschaft sollte nicht nur das Geld für die Forschung geben,
     sondern als Katalysator wirken, sich auf ausgewählte Vorhaben konzen-
     trieren, die von vielen Unternehmen verwertet werden können und für
     einen vergleichweise geringen Mitteleinsatz einen grossen Multiplikotor
     Effekt hervorbringen C"Seed Money").
11. Wenn die Gemeinschaft auf allen Stufen ihre Aufgaben richtig wahrnehmen
     soll, dann müssen diese Oberlegungen zur Rolle der Gemeinschaft auch in
     den Kriterien für die Bewertung der Prioritäten der einzelnen Forschungs-
     vorhaben zum Ausdruck kommen. Besonders wichtig ist hie~ dass solche Vor-
    haben Vorrang erhalten,die deutlich erkennen Lassen, dass die Industrie
     einen erheblichen Eigenbeitrag Leistet und dass mindestens in zwei Mitglied-
    staaten ein reeller Bedarf an der entsprechenden Technologie besteht der sieh
    durch grenzüberschreitende kooperative Plannung, Finanzierung und Auswer-
    tung ausdrückt.
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  12. Wie stark die Regierungen die Technologie-Forschung fördern sollten,
        hängt von den Landesverhältnissen ab. Im Beratenden Verwaltungs- und
        Koordinierungsausschuss für industrielle Technologie werden ständig
        die Aktivitäten der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten aufeinander
        abgestimmt werden müssen, um unnötige Oberschneidungen zu vermeiden.
        Die Regierungen sollten wesentlich dazu beitragen,dass auch die In-
       dustrie mitmacht, vor allem kleinere und mittlere Unternehmen.
  13. Internationale Zusammenarbeit, d.h. Zusammenarbeit mit der Forschung
       in Ländern, die nicht der EWG angehören,gibt es bereits in vielen
       Programmen (COST, EGKS-Arbeits-gruppen usw.). Wo ein gemeinsames In-
       teresse besteht, sollte sich die Gemeinschaft einer internationalen
       Zusammenarbeit gegenüber von Fall zu Fall aufgeschlossen zeigen, dabei
       aber auch berücksichtigen, dass die neuen Programme auf die Förderung
      der Wettbewerbsfähigkeit der EG-Industrie abgestellt sind und spezielle
       Probleme der Forschung und Entwicklung in der Gemeinschaft aufgreifen.
 IV. Abwicklung des Aktionsprogramms
 14. Welche Regeln für die Abwicklung der verschiedenen Einzelprpgramme des
      Aktionsprogramms gelten, wird im Folgenden noch dargelegt. Wegen der
      unterschiedlichen Lösungen, die hier gefunden wurden (z.B. Stahlforschung)*
      sind diese Regeln sehr allgemein gehalten, lassen sich nicht in vollem Umfang
      auf sämtliche Einzelprogramme anwenden. Sie sind in erster Linie Leit-
      sätze, die den· besonderen Verhältnissen jedes Teilprogramms angepasst
      werden müssen, auf jeden Fall aber der Industrie den Zugang erleichtern
     und eine volle Beteiligung an dem gesamten Programm sicherstellen sollen.
     A0 Art der Gemeinschaftsmassnahmen
15. Die Forschungsvorhaben werden meist in Form von Kostenbeteiligungsver-
     trägen oder eine- konzertierten Aktion verwirklicht. Kostenbeteiligungs-
     verträge kann es für Pilotprojekte und Demonstrationsvorhaben    geben.
     Konzertierte Aktionen sind vor allem dann denkbar, wenn ein Vorhaben,
    das staatlich gefördert oder frei finanziert wird, bereits angelaufen
    ist und sich die Aufgabe der Kommission darauf beschränkt, die Koordinierung
    * und Arbeiten in der GFS
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    der Arbeit zu übernehmen und die Gemeinschaft nur die Kosten der Koor-
    dinierung tr~gt. In einigen Fällen, in denen klar ist, dass mehr als
    eine blosse Koordinierung gebraucht wird, sollte auch in gewissem Um-
     fang die Bereitstellung von Mitteln für die eigentliche Forschungsarbeit
     in Erwägung gezogen werden; hierzu wäre dann der Beratende Ausschuss
     zu hören.
      Zu§ätzlich wäre auch, falls zwefckmassig die gemeinsame Forschungsst~le
      an den Arbeiten zu beteiligen als Ergänzung anderer Aktionen dieses
      Aktionsprogramms. Dieser Beitrag müsste jedoch entsprechend da, üblichen
      Verfahrensregelen die auf die GFS anwendbar sind, genehmigt, finanziert
      und verwaltet werden.
    B0 Ausarbeitung, Abwicklung und Bewertung der Programme
16. Ein Beratender Ausschuss für Industrietechnologien unterstützt die Kom-
    mission bei der Auswahl und Vorbereitung von Forschungs-, Entwicklungs-
    und Demonstrationsvorhaben und der Abwicklung und Koordinierung der
    Technologie-Programme.
17. Da viele der Programme stark industrie-orientiert sein werden, will
    die Kommission mit der Industrie und gegebenenfalls mit Universitäten
    und Forschungsinstituten ins Gespräch kommen und sich bei der Ausarbei-
    tung und Abwicklung der Programme beraten lassen. Derartige Konsulta-
    tionen könnten auch nützlich sein, um den Ergebnissen eine;zusätzliche
    Verbreitunn zu sichern.
    Die Bewertung der Programme erfolgt nach dem Gemeinschaftlichen Aktions-
    plan für die Bewertung von Forschungs- und Entwicklungsprogrammen der
    Gemeinschaft (KOM(83)1).
    c0 Teilnehmer und Vorhaben
18. An den Forschungsvorhaben können sich Industrieunternehmen, Forschungs-
    institute und Hochschulen der Gemeinschaft beteiligen. Forschungsinsti-
    tute und Universitäten sollten sich gewöhnlich nur zusammen mit Industrieun-
    ternehmen beteiligen, die einen grösseren Teil der Kosten übernehmen oder
    sich in anderer Form beteiligen.
    Vorhaben von Teilnehmern aus mehr als einem Mitgliedstaat werden bevor-
    zugt.
    Die Vortlaben sollten breit genug -sein, um 11 krit-i sehe" Forschungsergeb-
    nisse und eine optimale Wirkung zu sichern.
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      D° Finanzierung
 19. Die Gemeinschaft sollte sich    in der Regel mit nicht mehr als 50%
      an den Kosten des Vorhabens beteiligen. Der Rest wäre von den an dem
      Vorhaben beteiligten Industrieunternehmen. aufzubringen, und ist für
      jedes Vorhaben einzeln nach dessen Inhalt, der Übereinstimmung mit den
     Auswahlkriterien und der Risikobeteiligung des Antragstellers festzu-
      legen.
     Die Kommission wird auch alle anderen Beiträge gebührend berücksich-
     tigen, so dass in der Regel weder wie Gemeinschaft, noch der Mitglied-
     staat mehr als 50% der Gesamtkosten zu tragen haben. Für Demonstrations-
     vorhaben, die wirtschaftlich verwertbare Ergebnisse bringen, sind bis
     zu 50% des Zuschusses zurückzuzahlen.
     E0 Zugang zu den Ergebnisse und Verwertung; Publizität
20. Die Regeln für den Zugang zu den Ergebnissen und deren Verwertung müssen
     so klar wie möglich sein, um die Industrie nicht von einer Beteiligung
     abzuhalten. Insbesondere müssen Für die neuen Programme im Rahmen des
     Aktionsprogramms für Industrie-Technologie die alten Verfahren überar-
    beitet werden, da die Forschung zwar nicht bis zur Marktreife führt,
    die Ergebnisse meist aber wirtschaftlich verwertbar sind. Die Lösung
    die hier gefunden wird, muss eine Interessenabwägung vornehmen zwischen
    den Interessen des Erfinders und der Forderung nach freiem Zugang für
    andere Unternehmen aus der Gemeinschaft.
21. Ein Vertragsmuster ist in Arbeit; unter Mithilfe der Industrie
    (CORDI-Ausschuss). Das Muster wird auch im Beratenden Ausschuss disku-
    tiert werden. Die Grundsätze sollen folgendermassen aussehen :
    a) Gewerbliche Schutzrechte zur Verwertung der Ergebnisse erhält zu-
        nächst der Vertragspartner, der die Erfinderung gemacht bat.
    b) vorrangigen Zugang zu "Vordergrund Informationen" (aus dem Vertrag)
        und "Vordergrund-Patenten" (aus dem Vertrag) erhalten zu vernünfigen
        Bedingungen und unter Wahrung einer abgestuften Priorität :
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    - andere Teilnehmer des Einzelprogramms, falls für die Erfüllung
       des eignen Vertrags erforderlich,
    - andere Teilnehmer des Einzelprogramms,
        andere Unternehmen in der Gemeinschaft, wenn deren eigene
        FuE-Ergebnisse sonst nicht angewendet werden können,
    - andere Unternehmen in der Gemeinschaft.
    Die Kommission sit, was in diesem Programm besonders wichtig ist,
    darüber hinaus verantwortlich dafür, dass die Ergebnisse angemessen
    und zum Nutzen der gesamten Gemeinschaft und ihrer Industrie in ver-
    nünftiger Zeiträumen ausgewertet werden. Die Vertragsbedingungen,
    mit denen dies Sicherzustellen ist, werden sich aus den im Dokument
    COM(83)18 dargelegten Prinzipien ableiten.
22. Wo es um Pilot- oder Demonstrationsvorhaben geht, sollte der Auftrag-
    nehmer anderen Unternehmen in der Gemeinschaft 1n jedem Fall zeigen
    müssen, wie die zum Vorhaben gehörigen Anlagen arbeiten. Sollten
     jedoch wirtschaftliche Interessen oder der Erfolg des Vorhabens auf
     dem Spiel stehen, kann der Auftragnehmer Besucher abweisen oder im
     Einvernehmen mit der Kommission ein "Eintrittsgeld" erheben. Hierüber
     laufen noch Gespräche mit der Industrie.
23. Eine ausrechende Publizität, die den wirtschaftlichen Interessen
     nicht schadet, sollte sichergestellt werden. Es wird festzulegen
     sein, wte eine systematische regelmässige Berichterstattung über
     die laufende Arbeit Interessenten zugänglich gemacht werden kann.
     Ober die Verfahren wird mit dem Beratenden Ausschuss und der Industrie
      zu sprechen sein, wenn die einzelnen Programme   behandelt werden.
  V. Bekundungen von Intresse und Einreichung von Vorschlägen
 24. Die Kommission hat volles Verständnis dafür, dass der Personal- und
      Kostenaufwand für die vollständige Ausarbeitung von Forschungsvor-
      schlägen ohne Garantie dafür, dass die Vorschläge auch angenommen
      werden, es oft schwer machen, sich an FuE-Programmen der Gemeinschaft
      zu beteiligen, vor allem wenn es sich um kleine oder mittlere Unter-
      nehmen handelt.
 ---pagebreak---                             - 10 -
    Dies ist der Hauptgrund für die Veranstaltung einer Aktion "Bekun-
    dung von Interesse" welche den einzelnen Firmen den Zugang erleich-
    tern soll.
    Die Aufforderung, "Bekundungen von Interesse" zu unterbreiten, wird
    erfolgen, sobald die neuen Programmvorschläge dem Ministerrat vor-
    liegen. Unternehmen, die der Kommission darauf antworten und eine
    kurze Projekt beschreibung einschicken, können dann von der Kommis-
    sion erfahren, ob ihr Projekt gefördert werden kann, und von der
    Kommission eine Hilfestellung bei der Bildung internationaler Arbeits-
    gruppen erbitten. Die "Bekundungen von Interesse" geöen au.eh Ausschuss
    darüber, wo die Industrie ihr Prioritäten sieht, und zeigen, dass eine
     Unternehmensleitung ein echtes Interesse an einem Programm hat, so dass
     ein Programm, wenn es erst vom Rat genehmigt worden ist, rasch anlaufen
     kann.
25. Die Aufforderung zur "Bekundung von Interesse" ist kein Ersatz für
     eine offizielle Aufforderung zur Abgabe von Vorschlägen; hierzu kommt
     es, sobald das Programm vom Rat angenommen worden ist. Die dann ein-
     gehenden Vorschläge werden aber voraussichtlich zu einem guten
     Teil von den Arbeitsgemeinschaften kommen, die bis dahin gebildet
     worden sind.
VI. Kleine und mittlere Unternehmen
26. Es sollten möglichst viele kleine und mittlere Unternehmen an den
     Einzelprogrammen mitwirken, einmal wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeu-
     tung, dann aber auch wegen ihres Gewichts für die Schaffung neuer
     Arbeitsplätze. Für die besondere Berücksichtigung dieser Unternehmen
     sprechen folgende Gründe :
     - Kleine und mittlere Unternehmen können neuen Technologien in der
        Anlaufzeit am besten verwerten und auch die Entwicklungsarbeit und
        Markteinführung am schnellsten hinter sich bringen.
      - Die Unternehmer sind hier oft besonders dynamisch und auch bereit,
        Risiken zu übernehmen.
 ---pagebreak---                              - 11 -
  27. Allerdings ist es oft schwierig, wie die Erfahrung in den Mit-
       gliedstaaten gezeigt hat, solche Unternehmen zu einer Mit~rbeit
       zu bewegen.
  28. Ob kleine und mittlere Unternehmen mitmachen können und, wenn ja,
       in welchem Umfang, hängt auch stark von der Art der Einzelprogramme
       ab. Die folgenden Mittel und Wege können ihnen den Zugang leichter
       machen, wobei die Erfahrung zeigen muss, was am zweckmässigsten
       ist :
       - Sicherung der Mitarbeit grosser Unternehmen, die bereits Teilauf-
          träge an kleine und mittlere Unternehmen weiterreichen oder deren
          Produkte vermarkten.
       - Sicherung der Beteiligung kooperativer oder kollektiver
          Organisationen, denen kleine und mittlere Unternehmen als Mit-
          glieder angehören (die Forschungsinstitute können dann entweder
          im Auftrag dieser Unternehmen forschen oder Unternehmen namhaft
          machen, die bereit wären, selbst zu forschen).
       - Beteiligung von Hochschulen, die bereits an Problemen arbeiten,
          für die sich kleine und mittlere Unternehmen interessieren, oder
          Aufnahme von Kontakten zu solchen Hochschulen.
       - Umfragen bei Wirtschaftsverbänden, Handelskammern, Regierungsbe-
          hörden usw.
Vt-I'  Allgemeines
   29. Die Notwendigkeit verstärkter, wirksamerer langfristig angelegter
        Forschung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
        Industrie ist, wie allgemein anerkannt wird, von entscheidender
        Bedeutung für das künftige wirtschaftliche und soziale Wohlergehen
       der Gemeinschaft. Das Aktionsprogramm allein kann diese Aufgabe
        nicht erfüllen, wohl aber durch eine finanzielle Förderung eine
        Koordinierung der Industrieforschung erleichtern, die zur Errei-
        chung dieses Zieles beitragen wird. Ohne eine Beteiligung der Ge-
        meinschaft werden die nötigen Anstrengungen kaum unternommen wer-
        den, oder erst dann, wenn es zu spät ist.
 ---pagebreak---                           - 12 -
30. Die Kommission ist sich im Klaren darüber, dass die Zusammenarbeit
    in Forschung und Entwicklung nicht durch unnötigen Formalismus
    erschwert werden darf (Beispiel : Wettbewerbsrecht), und beschäf-
    tigt sich eingehend zur Zeit mit dieser Frage.
31. Mit dem Aktionsprogramm sollen nicht~ross-Forschungsprojekte in
    Gang gesetzt werden. Wohl aber soll es der Gemeinschaft eine klare
    Aufgabe stellen : der Industrie helfen, eine Lösung für Probleme
    zu finden, deren Ursachen weit in die Vergangenheit zurückreichen.
    Mit wachsender Erfahrung wird die Gemeinschaft aus dem Aktionspro-
    gramm aber auch aus anderen FuE-Programmen, die für die Industrie
    von Intresse sind, soviel Lernen, dass sie eine Feinabstimmung zur
    Erzielung eines optimalen Wirkungsgrades vornehmen kann. Der Ein-
    satz von Steuergeldern und eine organisatorische Beteiligung kann,
    also niedrig gehalten werden und die Gemeinschaft sich auf das be-
    schränken,   was angesichts der Finanzkraft der Industrie und der
    Entwicklung ausserhalb der Gemeinschaft erforderlich ist.
32. Der Rat wird um Zustimmung zu den hier vorgetragenen Rahmen-
    vorstellungen und den beiden beiliegenden Programmvorschlägen ge-
    beten.
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                                                            Anlage I
            KURZE BESCHREIBUNG DER BESTEHENDEN UNTERPROGRAMME
                  Referenzbüro der Gemeinschaft CRBG)
   Ziel des Unterprogramms "Referenzbüro der Gemeinschaft" ist die
   Verbesserung der Messgenauigkeit und damit die Harmonisierung der Mess-
   ergebnisse in der Gemeinschaft. Sein Bereich umfasst Metrologie, ana-
   lytische Chemie und technische Messungen. Gegenstand der Arbeiten sind
   Probleme von wirtschaftlicher, kommerzieller oder industrieller Be-
   deutung auf Gemeinschaftsebene, wobei das Referenzbüro der Gemeinschaft
   den Charakter eines öffentlichen Dienstes erhält.
   Die vom Programm erzielten Verbesserungen werden erreicht durch:
   - Vergleiche, d.h. Ringversuche, bei denen mehrere hochqualifizierte
       Labors ihre Ergebnisse vergleichen, die Ursachen der Abweichungen
        erörtern und die Möglichkeiten, die festgestellten Fehlerquellen
        auszuschalten, untersuchen;
    - Ausarbeitung metrologischer Transferstandards oder ähnlicher Referenz-
        materialien, um allen anderen Benutzern in der Gemeinschaft die
        Möglichkeit zu geben, ihre Messungen durch genauere Eichung ihrer
        Ausrüstungen und Methodik zu vereinheitlichen.
    Genauigkeit kann nur durch Vergleiche nachgewiesen werden, weshalb das
     Programm im wesentlichen auf Zusammenarbeit beruht. Labors aus allen
     Mitgliedstaaten mit ausreichenden Fachkenntnissen sind zur Teilnahme
     aufgerufen. Zur Teilnahme berechtigt sind ausserdem alle Labors der
     Gemeinsamen Forschungsstelle.
     Messungen werden von zahlreichen verschiedenen Labors vorgenommen und
     erfordern geeignete stabile und zuverlässige Instrumente oder aber
     stabile und homogene Stoffproben. und Substanzen. Ihre Bereitstellung ist
      ein weiteres Ziel des Programms.
      Vorrangige Bereiche des RBG-Programms, das im Rahmen einer indirekten
      Aktion durchgeführt wird, sind
      - mechanische Metrologie,
      - optische Metrologie,
      ~  Temperaturmetrologie
1)
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 - elektrische Metrologie,
 - Durchflussmessung,
 - Umweltanalysen,
 - Nahrungsmittelanalysen,
- Metall- und Rohstoffanalysen,
 - Messungen der mechanischen Eigenschaften von Stoffen,
 - biomedizinische Analysen.
 Dieses Programm ist so flexibel, dass es nicht vorhergesehenen
 Erfordernissen angepasst werden kann. Es kann ausserdem veränderten
 Bedürfnissen oder Anforderungen der übrigen Generaldirektionen der
 Kommission angepasst werden (GD III, VI, XI).
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                          Kernmessungen
Für das Unterprogramm "Referenzmessungen und Referenzmaterialien" ist
die Anstalt Geel der Gemeinsamen Forschungsstelle (CBNM) zuständig. Der
grösste Teil der Arbeiten wird im CBNM durchgeführt; es besteht aber
eine Zusammenarbeit mit den Labors der Mitgliedstaaten, und zu einigen
Fragen wird die Hilfe von Labors der Mitgliedstaaten entweder in Form
gegenseitiger Mitarbeit oder durch Vertragsforschung eingeholt. Die
meisten Arbeiten verfolgen das Ziel, die Kernindustrie zu unterstützen,
ein wichtiger Teil befasst sich aber auch mit nichtnuklearen Anwendungen.
Wie aus der Bezeichnung erkennbar ist, gehört das Unterprogramm in den
Fachbereich der Messwissenschaft, und zwar insbesondere der Wissenschaft
der genauen Messungen mit klar definierten Fehlern, und es wird besonderer
Wert darauf gelegt, dass Standards und Referenzen von einem Zentraldienst
ausgegeben werden.
Ziele dieses Unterprogramms sind:
(a) Erarbeitung von Basisdaten über Neutronenwirkungsquerschnitte mit
    der erforderlichen Genauigkeit, um zahlreiche Aspekte zur Optimierung
    der Konstruktion und des Betriebs von Kernspaltungsreaktoren und
    den dazugehörigen Industrieprozessen zu verstehen und um die techno-
    logische Entwicklung der Fusionsreaktoren zu fördern.
(b) Bereitstellung spezieller Referenzmaterialien für die Kernindustrie,
    insbesondere für analytische Messungen im Kernbrennstoffzyklus, für
    die Messung der in-pile-Neutronendosis und der radioaktiven Umwelt-
    belastungen infolge der Nutzung der Kernkraft durch den Menschen.
(c) Anwendung von Kernmesstechniken, um Referenzen bei (1) der
    Messung von Metallspuren in biologischen Stoffen auszuarbeiten und
    zu kennzeichnen und damit die Auswirkungen von Umweltspuren auf
    die Gesundheit zu verstehen, und (2) bei der An~tyse der Oberfläche
    von Stoffen, die für die Halbleiterindustrie, für die chemische
    Industrie und die metallverarbeitende Industrie von wachsender
    Bedeutung sind.
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(d) Direkte Unterstützung des Programms des Referenzbüros der
    Gemeinschaft bei der Vorbereitung, Vorbehandlung, Probenahme
    und Konservierung einiger nichtnuklearer Referenzstoffe.
(e) Entwicklung und Anwendung von Kerntechniken bei der Metrologie des
    Kernzerfalls (wichtige Aktinidisotopen im Brennstoffzyklus, Isotopen
     in der Medizin  usw.), für die Metrologie des Neutronenflusses und
     der Neutronendosis (besonders die auf den Menschen abgestrahlte
     Dosis) und der Messung von Spurenunreinheiten in der Atmosphäre.
(f) Beitrag, wo möglich, zur besseren Messung grundsätzlicher Konstanten,
     insbesondere zur Messung des Atomgewichts von Silikon, das wiederum
     zu einem genaueren Wert der Avogadro-Konstanten führt.
(g) Direkte Unterstützung des Euratom-Sicherheitsbüros durch Verifizie-
     rungsanalysen von Sicherheitsproben.
Das Unterprogramm ist im wesentlichen eine Fortschreibung des GFS-
programms für Kernmessungen 1980-83,      dem einige Punkte aus anderen
Programmen hinzugefügt wurden, z.B. analytische Messungen für das
Sicherheitsbüro, damit es nun allein in die Zuständigkeit der Anstalt
Geel fällt. Das Unterprogramm wurde ausserdem von Spalt- auf Fusions-
reaktoren ausgerichtet, und etwa 15 % der Arbeiten befassen sich nun
mit Nichtnuklearfragen.
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                      Hochtemperaturwerkstoffe
Mit dem Unterprogramm Hochtemperaturwerkstoffe soll der Bedarf an Bau-
stoffen für langfristigen Einsatz in aggressiven Umgebungen mit hoher
Temperatur gedeckt werden, insbesondere in den kritischen Bereichen wichtiger
Industrieprozesse. Es bietet damit eine wissenschaftliche Dienstleistung,
die sich mit Informationen, Datenverarbeitung und direkten Forschungs-
programmen über Werkstoffe befasst und die Entwicklung verbesserter
ingenieurtechnischer Stoffe und Bestandteile fördert.
Ziele dieses Unterprogramms sind:
- Entwicklung neuer und verbesserter Werkstoffe insbesondere für den
    Betrieb in der Umgebung industrieller Prozesse,
- Kennzeichnung der Eigenschaften von Werkstoffen und Bestandteilen,
- Erzeugung und Verarbeitung von Werkstoffen,
- Entwicklung von Prototyp-Bestandteilen,
- Formung von Bestandteilen durch Zerspanen und andere Verfahren,
- Verbindungstechnologie,
- Konstruktion und Lebensdauervorausschätzung,
 - Fehleranalyse/Betriebserfahrung.
 Hauptgewicht Liegt dabei auf Hochtemperaturwerkstoffen wie Metall-
  legierungen, Oberzügen, technischer Keramik, feuerfesten Stoffen und
 Bestandteilen.
  Die wichtigste wirtschaftliche Bedeutung der technologischen Entwick-
  lungen auf dem Gebiet der Hochtemperaturwerkstoffe liegt darin, dass sie
  folgende Anforderungen erfüllen:
  - erhöhte Leistungsstärke infolge höherer Prozesstemperaturen,
  - verbesserte Zuverlässigkeit und damit Verringerung von Stillegungen,
  - Sicherheit sowohl für das technische Personal wie die Bevölkerung,
  - Längere Konstruktionsdauer und damit Verteilung der Kapitalanforderungen,
  - Toleranz der immer ätzenderen Umweltbedingungen infolge der Verwendung
     niedriggradiger Erdöle.
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Mit zahlreichen einzelstaatlichen und industriellen Organisationen,
die sich in folgende Kategorien einteilen lassen, wird zusammenge-
arbeitet:
- Forschungsabteilungen von Werkstoffherstellern zur Optimierung der
  Eigenschaften,
- Anlagenkonstruktion und Prozessentwicklungsorganisationen zur
  Auswahl von Werkstoffen,
- Konstrukteure und Betriebspersonal der Anlagen für die Arbeit über
  Werkstoffe und die genannten Aspekte,
- Forschungsinstitutionen und Universitäten für die Kenntnisse der
  Mechanik.
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Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen
                               Forschung
                            (C0ST) Aktionen
C0ST 501 - Vorhaben über Hochtemperaturwerkstoffe für durch fossile Brennstoffe
gespeiste herkömmliche Systeme der Energieerzeugung und - umwandlung
Hauptziel der Aktion ist die Förderung und Koordinierung der Forschung
durch konzertierte Aktionen der Teilnehmer mit dem Ziel
- die Eigenschaften und Abschätzung der Stoffe für den langwährenden
    Einsatz bei hohen Temperaturen in Anlagen zur Energieumwandlung und -erzeugung
    .und in Anlagen, die die Umwandlungserzeugnisse verwenden, sowie in
   anderen fortgeschrittenen Systemen zu verbessern;
- neue Methoden für die Verarbeitung von Werkstoffen auszuarbeiten, um ihre
   ökonomische Verwendung zu gewährleisten;
- die Möglichkeit zu untersuchen, die sich durch alternative Werkstoffe für
    die herkömmlichen Hochtemperaturlegierungen ergeben.
 Die Ergebnisse dieser Arbeiten sollen dazu beitragen:
 (1) die Brennstoffausbeute zu erhöhen (Erdöl, Kohle, Kombination von Kohle
       und Erdöl, Holzkohle, Torf usw.);
 (2) eine bessere Leistung und Wirtschaftlichkeit der Anlagen und Aus-
       rüstungen zu schaffen;
 (3) eine wirtschaftlichere Nutzung der Werkstoffe insbesondere im Hinblick
       auf die Erhaltung strategischer Teile und auf die Rückgewinnung zu
       ermöglichen;
 (4) die Dberwachung der Verschmutzung zu verbessern.
 C0ST 502 - Vorhaben über Korrosion in der Bauindustrie
  Hauptziel der Aktion ist die Förderung und Koordinierung der in Zusammen-
  arbeit durchgeführten Forschung für eine effizientere Nutzung der Werkstoffe
  in der Bauindustrie und die Verringerung der durch Korrosion verursachten
  Schäden.
  Dabei werden im einzelnen folgende Ziele verfolgt:
  - Anwendung neuer Methoden in der Korrosionsforschung und Korrosionsverhütung;
  - bessere Ausnutzung der Festigkeit von Werkstoffen durch Umgehung von
     Korrosionsproblemen, die oft bei stark beanspruchten Werkstoffen auftreten;
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   Einführung neuer Technologien oder Prozesse in den Fällen, wo die Meisterung
   der Korrosionsprobleme Hauptproblem war;
- Verhütungsmassnahmen gegen die verstärkte Korrosionsanfälligkeit unter
   verschiedenartigen Umwelt. bedingungen in der Luft, im Wasser und im
   Boden;
- Entwicklung und Prüfung neuer Werkstoffe und Schutzmethoden.
C0ST 503 - Vorhaben über Pulver-Metallurgie
Hauptziel dieses Vorhabens ist die Förderung und Koordinierung der in Zusammen-
arbeit durchgeführten Forschungsarbeiten zur Erhaltung und Verbesserung der
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Pulvermetallindustrie durch Steigerung
der technischen Möglichkeiten der Pulververarbeitung.
 Spezifische Forschungsbereiche sind dabei:
 (1) Herstellung und Kennzeichnung der Metallpulver,
 (2) Pulververdichtung,
 (3) Sinterung,
 (4) Sprühgiessen von Stählen mit Warmverdichtung insbesondere für
      Schneidwerkzeuge,
 (5) Qualitätsüberwachung,
 (6) Ausarbeitung von Leitlinien für die Konstruktion von mit Hilfe der
     Pulvermetallurgie hergestellten Teilen,
 (7) Verbesserung der Produkteigenschaften.
 C0ST 504 - Vorhaben über Giessereitechnologie
 Hauptziel dieses Vorhaberisist die Förderung und Koordinierung der in Zusammen-
 arbeit durchgeführten Forschungsarbeiten zur Förderung der Verwendung
 neuer Giesstechniken zur Herstellung von Erzeugnissen besserer Qualität und
 zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.
 ---pagebreak---                                 - 21 -
     Spezifische Forschungsbereiche sind dabei:
(1) Direktgiessen von Halbfertigerzeugnissen nahe an das Endformat
     aus Metallegierungen mit Schmelzpunkten Über 1000°C einschliesslich
     Stählen (insbesondere rostfreiem Stahl)
(2) Verbesserung der Produktivität und Qualität von Formgussteilen (S.G.
      Eisen), Stahl und NE-Giessen
(3) Einfluss metallurgischer Faktoren (insbesondere Reinheit) von primären
      und sekundären Aluminiumlegierungen auf die Giesstechnologie und die
      Eigenschaften der Gussstücke.
COST 505 - Vorhaben Über Werkstoffe für Gasturbinen
       Hauptziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Leistungsfähigkeit
  und der Zuverlässigkeit von Gasturbinen durch eine verbesserte Kenntnis
  des Werkstoffverhaltens in den betriebsspezifischen Bedingungen.
       Die technischen Ziele dieses Vorhabens sind:
       Verbesserung des Wirkungsgrades von Turbinenbestandteilen;
       die Gewährleistung dafür, dass Werkstoffe mit entsprechender Leistungs-
        stärke für neue Bedürfnisse der Industrie zur Verfügung stehen;
        die Bereitstellung einer verbesserten Grundlage zur Abschätzung der
        weiteren Lebensdauer bei auf herkömmlichem Wege konzipierten Tur-
        binenausrüstungen.
        Die Forschungsarbeiten befassen sich insbesondere mit folgenden Themen:
   (1) Auswirkungen der Umwelt auf die Eigenschaften
   (2) Bruchmechanik
   (3) Korrosion-Erosion und Aufschweisswerkstoffe
   (4) Verbolzungswerkstoffe
   (5) Abschätzung der Restlebensdauer
   (6) Auswirkungen des Schweissens und Spannungsentlastung
   (7) erhöhte Zuverlässigkeit der Bauteile
   (8) Hochtemperatureigenschaften
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                            Textilien
        Hauptziel des  Unterprogramms Textilien ist die Aufrechterhaltung und
 Erweiterung des industriellen und kommerziellen Potentials der Textil-
 und Bekleidungsindustrie in der Gemeinschaft. Da ihre Position auf dem Welt-
 markt nur verteidigt werden kann, wenn gemeinsame Bemühungen zur techni-
 schen Innovation unternommen werden, ist diese Innovation das Forschungs-
 ziel des Unterprogramms. Das Programm besteht aus vier Abschnitten:
  (a) Physiologie und Konfektionierung von Bekleidung
      Der erste Teil des Programms, der sich insbesondere mit dem Komfort
      der Kleidungsstücke befasst, ist eng mit der Textilindustrie verbunden.
      Es wird u.a. beabsichtigt, gemeinschaftsweit ein harmonisiertes Grössen-
      system einzuführen, um den innergemeinschaftlichen Handel zu erleichtern.
 (b) Qualität von gewirkten Stoffen und Wirkwaren
      Hierbei wird das Ziel verfolgt, eine grossere Formstabilität sowohl
      von gewirkten Stoffen wie von Wirkwaren zu erreichen. Dabei soll die
      Wettbewerbsfähigkeit durch ein gÜnstiger~Preis/Qualität-Verhältnis
      gesteigert werden. Das erfordert aber gleichzeitig eine grössere
      Flexibilität und die Möglichkeit, rascher auf Marktfluktuationen zu
      reagieren, und beide Aspekte sollten sich aus dem Programm ergeben.
(c)   Anwendung neuer Spinnerei-Technologie in der Wollindustrie
      Der europäische Wollsektor verfügt mit seinen 300.000 Beschäftigten
      bereits Über ein erhebliches technologisches Know-how. Er produziert
      etwas mehr als die Hälfte der Weltproduktion an Kamm- und Streichgarn.
      Das Unterprogramm verfolgt daher das Ziel, diese wertvollen Kenntnisse
      und Erfahrungen zu bewahren und weiter auszubauen.
 ---pagebreak---                                - 23 -
 (d) Aufwertung von Leinen
      Es geht hierbei um die Ausnutzung einer natürlichen Faser von hoher
     Qualität, deren Vorteil darin besteht, dass sie in der Gemeinschaft
      hergestellt wird.
     Ausgehend von tauglichen Gemischen aus Leinen, Baumwolle und Kunst-
     fasern Lassen sich neue Stoffarten herstellen. Zu diesem Zweck muss
     das gesamte Leinenerzeugungsverfahren modernisiert werden, vom Anbau
     bis zum Endprodukt. Ziel der Forschung, die   in zahlreichen verschie-
     denen Labors betrieben wird, ist die Verbesserung der Beständigkeit
     und der Qualität von Leinenhaltigen Erzeugnissen in allen Produktions-
    phasen: Rotten, Hecheln, Streichen, Spinnen, Weben, Färben usw. Zusätz-
     lich dazu müssen die Endprodukte im Hinblick auf ihre Verwendung aufge-
    wertet werden: Bekleidung, Innendekoration usw.
    Die Ergebnisse der Forschung werden so weit wie möglich    verbreitet,
um die praktische Anwendung und Ausnutzung der Ergebnisse zum Nutzen der
europäischen Textilindustrie zu erleichtern.
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                       Stahlforschung
    Das Unterprogramm Stahlforschung trägt dazu bei, die gemeinschaft-
lichen Forschungsanforderungen in den prozessorientierten und produkt-
orientierten Technologiebereichen mit dem Ziel der Stärkung der inter-
nationalen Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie der Gemeinschaft zu
erfüllen. Dabei liegt die Priorität auf den angewandten Problemen mit
kurz- bis mittelfristigen Zielen, soweit die Möglichkeit gegeben ist,
die/Produktionskosten zu senken und die Produktivität zu steigern, die
Produktqualität zu verbessern und die Verwendung von Stahl als ingenieur-
technischen und strukturellen Werkstoff zu fördern.
     Die wissenschaftlich-technische Forschung in diesem Unterprogramm kann
in die folgenden fünf Hauptbereiche unterteilt werden:
(i)   Reduktion von Eisenerzen
      Zwei der wichtigsten Bereiche sind dabei der Betrieb des Hochofens,
zur Steigerung der Produktivität als auch zur Verbesserung der Nutzung
der Rohstoffe, und die Senkung der Energiekosten. Da die Energiekosten
etwa ein Drittel der Gesamtkosten der Eisenerzeugung ausmachen, gibt es
eine breite Marge für erhebliche Einsparungen.
(ii) Stahlerzeugung
      Ein grosser Teil der Arbeiten im Zusammenhang mit der Stahlerzeugung be-
fassen sich mit den Stranggussverfahren, wobei die Hauptziele darin liegen,
die Oberflächen- und die innere Qualität der Gusserzeugnisse zu verbessern
und die Kontroll- und Betriebsleistung der Gussmaschinen zu erhöhen. Er-
hebliche Energieeinsparungen können mit der verringerten Anzahl derbe-
teiligten Prozessschritte erzielt werden. Die Vorhaben dienen auch zur
Senkung   der Betriebskosten beim Lichtbogenverfahren, wobei fortgeschrit-
tene feuerfeste Werkstoffe entwickelt und langfristige grundsätzliche
Studien der thermochemischen Eigenschaften der stahlerzeugenden Werk-
stoffe durchgeführt werden.
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(iii) Walzen und mechanische Arbeiten
      Die Forschung Über Walzwerke reicht von der Entwicklung energie-
sparender Massnahmen in Blocknachwarmöfen bis zu Studien Über die Senkung
der Wartungskosten von Walzwerken durch die Verlängerung der Leistungs-
dauer der Walzen. Im Bereich des Warmwalzens spiegeln die Forschungsthemen
das Interesse an einer Optimierung der Stahleigenschaften durch die kon-
trollierte Formveränderung und durch Kühltechniken wider, während Ver-
besserungen in der Formüberwachung Kernpunkte der Anstrengungen im Bereich
der Kaltverformung sind.
(iv)    Messungen und Analysen
      Ein grosser Teil der Forschungsarbeiten Über Messungen und Analysen
befasst sich mit der Qualitätsbeurteilung und Prüfung, insbesondere bei
erhöhten Temperaturen. So macht auch die Forderung nach höheren Standards
 bei der Formgenauigkeit und der Oberflächenqualität von Walzerzeugnissen
 die Entwicklung fortgeschrittener Ueberwachungs- und Kontrollmethoden
 erforderlich. Im Bereich der chemischen Analysen werden Forschungs-
 arbeiten unternommen, um die Genauigkeit und die Geschwindigkeit der
 Analysetechniken für Prozesssteuerungsverfahren in verschiedenen Phasen
 der Eisen- und Stahlerzeugung zu verbessern.
 (v)   Gebrauchseigenschaften und Anwendungstechnik
       Im Bereich der Gebrauchseigenschaften und Anwendungstechnik von
 Stählen, der etwa ein Drittel des Gesamtprogramms ausmacht, besteht ein
 ständiger Bedarf an erweiterten technischen Kenntnissen der Schweissbar-
 keit, der Korrosion und der Schutzmethoden, der Brucheigenschaften, der
  Formgebung und der Hochtemperatureigenschaften.
       Spezifischere Forschungsarbeiten umfassen Untersuchungen an Stählen
  für Offshore-Gerüste und Gas-Pipelines, zur Energieerzeugung und für den
  KFZ-Bereich. ALL diesen Bereichen gemeinsam ist das Ziel, bestehende
  Stahlmärkte zu schützen und zu stärken und neue zu eröffnen, wobei die
  Betonung auf der Herstellung komplizierterer Erzeugnisse mit höherem
  Mehrwert Liegt.
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                     Pilotvorhaben in der Stahlindustrie
        Zusätzlich zu den technischen Forschungsaktivitäten besteht parallel
  ein wachsender Bedarf an der Feststellung der Durchführbarkeit von Inno-
  vationstechnologien mit Hilfe von Pilot- und/oder Demonstrationsvorhaben
  bis hin zur Frage der Durchführung. Der Bedarf besteht insbesondere in der
  Eisen- und Stahlindustrie, da das Innovationspotential durch die Schrumpfung
  der finanziellen Mittel erheblich geschwächt wurde. In der europäischen
  Stahlindustrie wurden im laufe der Jahre zahlreiche brauchbare neue Ver-
  fahren und Technologien entwickelt, sie blieben aber industriell ungenutzt.
  Das ist in weitem Masse auf die hohen Kosten der industriellen Entwicklung,
  auf hohe Kapitalinvestitionen, auf Mangel an entsprechenden Mitteln und
  auf das technische Risiko zurückzuführen.
       Im Rahmen dieses Unterprogramms kann die Kommission daher finan-
  zielle Beihilfen für Pilot- und Demonstrationsvorhaben in der Eisen- und
  Stahlindustrie gewähren, die den Uebergang zur industriellen und zur
  kommerziellen Nutzung von Produktionstechniken, Prozessen und Anlagen und
  Erzeugnissen gestatten, die als solche oder in ihren Anwendungen innova-
 torisch sind und bei denen zur Feststellung der technischen und/oder
 kommerziellen Durchführbarkeit höhere Kapitalaufwendungen erforderlich
 sind.
       Studien und Forschungsarbeiten mussen im voraus die Aussicht der
 wirtschaftlichen Durchführbarkeit der Vorhaben nachweisen.
       Die Pilotphase ist durch die Konstruktion, den Betrieb und die Ent-
 wicklung einer Anlage mit entsprechender Kapazität zur Verwendung aus-
 reichend grosser Komponenten gekennzeichnet, um die Durchführbarkeit
 der theoretischen oder im Labor erarbeiteten Konzepte zu erweisen und/oder
die Zuverlässigkeit der technischen und wirtschaftlichen Daten zu steigern,
damit die Demonstrationsphase eingeleitet werden kann und in einigen Fällen
die industrielle und/oder kommerzielle Phase.
      Die Demonstrationsphase ist durch die Konstruktion und/oder den Betrieb
einer im Industriemassstab arbeitenden Anlage gekennzeichnet, in der alle
technischen und wirtschaftlichen Daten zusammengestellt werden können, damit
mit dem geringstmÖglichen Risiko die kommerzielle und/oder industrielle
Nutzung der Technologie eingeleitet werden kann.
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       Jedes Unternehmen, jedes Forschungsinstitut oder jede andere Stelle,
die sich mit der Eisen- und Stahlverarbeitung befasst und auf dem Hoheits-
gebiet der Mitgliedstaaten tätig ist, kann Anträge auf finanzielle Bei-
hilfen im Rahmen dieses Unterprogramms an die Kommission richten. Alle
Vorhaben müssen sich auf die Durchführung neuer Techniken oder Tech-
nologien mit folgendem(n) Ziel(en) beziehen: Reduzierung der Produktions-
und Betriebskosten, Verbesserung der Produktivität der Anlage, höhere
Qualität der Erzeugnisse, Verringerung der Kapitalkosten der Anlage, Ent-
wicklung neuer Verfahren oder neuer Produktionseinrichtungen, Verbes-
serung der Betriebseigenschaften oder Erweiterung der Produktanwendungen.
      Ausserdem sind folgende Auflagen zu erfüllen:
      - sie mussen sich auf industrielle Pilotanlagen oder Demonstrations-
         anlagen beziehen,
      - sie müssen Techniken oder Verfahren anwenden, die als solche oder
         in ihrer Anwendung innovatorisch sind,
      - sie müssen die Gewähr auf technische und wirtschaftliche Zuver-
         lässigkeit, die aus Forschungsergebnissen abzuleiten ist, geben,
     - sie müssen für die Gemeinschaft wertvoll sein.
      Die Vorhaben können sich im einzelnen auf folgende Bereiche beziehen:
     - Sintern und Pelletisieren
        Verwendung von Kohle und Kohleerzeugnissen in der Stahlindustrie
     - Hochöfen und Direktreduktion
     - Sauerstoff- und elektrische Stahlerzeugung
     - Giessen und Erstarren
     - Stahlbearbeitung (Warm- und Kaltwalzen)
     - Behandlung von Halbfertig- und Fertigprodukten und Nebenprodukten
     - Verwendung und Förderung von Stahl.
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                         DIE UNTERPROGRAMME DES FORSCHUNGSAKTIONSPROGRAMMS
                                        INDUSTRIETECHNOLOGIE
 PROGRAMM                                             DAUER            BUDGET (MioECU)
 Referenzbüro der Gemeinschaft (AFP)              1983-1987                 25.0
 Kernmessungen (GFS)                              1984-1987                  63.9
 Hochtemperaturwerkstoffe (GFS)                   1984-1987                  28.4
 COST 501                                         1982 •••
 COST 502,503,504,505                             1983 •••
 Textilien (AFP)                                  1981-1984                   3.9
 Stahlforschung (EGKS)                             jährliche Haushalt-
                                                   ansätze
 Pilotvorhaben in der Stahlindustrie (EGKS)        1983-1987                 50.0
 Technische Grundlagenforschung (AFP)              1984-1987                135.0
 Anwendung neuer Technologien (AFP)                1984-1987                 35.0
  AFP   Kostenteilungsaktionen
  GFS   Gemeinsame Forschungsstelle
EGKS    Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
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                                                          ANLAGE II
   TECHNOLOGISCHE GRUNDLAGENFORSCHUNG - PROGRAMMVORSCHLAG
   I. Einleitung
   Die technoloaische r,r11nrll?genforschung (Basic Technological Research - BTR)
   ist der Forschungsbereich, der auf Fortschritte im Stand der Technik derjenigen
   grundlegenden Technologien ausgerichtet ist, die die Industrie zur Entwicklung
   wettbewerbsfähiger Erzeugnisse und Verfahren der Zukunft verwenden kann.
   Zwischen langf~ist~ger Grundlagenforschung und kurzfristiger technischer
   FuE gelegen, ist die BTR im wesentlichen eine langfristige
   technische forschung im vorwettbewerblichen Stadium, d.h. die aus der BTR
   hervorgegangenen fortgeschrittenen Technologien bedürfen weiterer indus-
   trieller FuE, bevor sie erfolgreich in absatzfähige Erzeugnisse oder Ver-
   fahren aufgenommen werden können. BTR ist besonders deswegen wichtig,
   weil ihre Ergebnisse Anwendungen auf einer Reihe industrieller Sektoren
   mit sich bringen und somit zu einer verstärkte     Wettbewerbsfähigkeit der
   Industrie insgesamt führen können. Sie ist voll in die Option des Rahmen-
   programms zur Förderung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit eingebet-
   tet und erstreckt sich auf Bereiche wie Zuverlässigkeit, Verschleiß,
   Abnutzung, Lasertechnologie, Polymere und andere neue Werkstoffe, Oberflächen
   wissenschaft und - technologie, Membranwissenschaft und - technologie,
   neue Prüfverfahren, Verbindungstechniken, CAD/CAM und Katalyse.
2. Obgleich dank der BTR die zur Sicherstellung der industriellen Wettbewerbs-
   fähigkeit in den nächsten Jahrzehnten notwendigen Technologien entwickelt
   werden können, wird diese in den wichtigsten Forschungszentren Europas
   mehr oder weniger vernachlässigt. Auf der einen Seite war und ist die
   Grundlagenforschung, die immer noch auf einem hohen Standard steht, das
   Hauptt~igkeitsfeld     der Forschung an den Universitäten, w~hrend die
   BTR für viele Universitäten häufig als zu technologisch oder zu angewandt
   angesehen wird. Auf der anderen Seiten neigten Industrie -Unternehmen dazu,
   ihre FuE-Tätigheiten auf Arbeiten zu konzentrieren die voraussichtlich in
   wenigen Jahren kommerziel einträgliche Erzeugnisse hervorbringen würden.
   Das war hauptsächlich auf den ständigen Druck durch Probleme der Brutto-
   ertragsziffern und die zunehmende Konkurrenz auf den Märkten zurückzu-
   führen.
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3. Zudem hat es sich in Europa immer wieder als besonders schwierig erwiesen,
   die Forschungskapazitäten der Universität und der Industrie zusammenzu-
   bringen. Wenngleich gewisse Fortschritte in dieser Richtung erzielt wur-
   den, so gingen sie dennoch nicht weit oder rasch genug, und eine Zusammen-
   arbeit zwischen einem akademischen Institut in einem Mitgliedstaat und
   der Industrie in einem anderen ist immer noch sehr ungewöhnlich. Das hat
   zur Folge, daß es signifikante Forschungsergebnisse entweder nicht gibt
   oder die Industrie der Gemeinschaft sie nicht ensprechend in die Praxis
   Übertrizjt.
4. Ferner muß darauf hingewiesen werden, daß die technologische Grundlagen-
   forschung als solche häufig die Kapazität   einzelner Forschungszentren
   und in jedem Fall die Mittel kleiner und mittlerer Unternehmen übersteigt.
   Beispielsweise erfordert sie häufig   Kenntnisse aus zwei oder mehreren
   wissenschaftlichen Fachgebieten sowie im allgemeinen auch technische
   Fähigkeiten aus mehr als einem Industriesektor. Daher sind die vorhan-
   denen Forschungsanstrengungen auf diesem Gebiet meist nicht ausreichend,
   d.h. sie berücksichtigen nur ungenügend die verschiedenen notwendigen
   Kompetenzen, um Ergebnisse von praktischem Nutzen für die Industrie zu
   erzielen.
5. Die Vereinigten Staaten und Japan haben seit Jahren ihre Bedeutung als
   Teil der technologischen Grundlage für die nächste Generation von Er-
   zeugnissen erkannt,die aus Quellen der Zentralregierung zur Verfügung
   stehenden Mittel erhöht und umfangreiche Forschungsanstrengungen auf
   diesem Gebiet konzentriert. Die staatliche Unterstützung der USA für
   industrielle FuE dieser Art beläuft sich nunmehr auf mehrere 100 Mil-
    lionen Dollar im Jahr; MITI in Japan gewährt eine ähnliche Unterstüt-
   zung in Höhe von etwa 50 bis 100 Millionen Dollar im Jahr, mit stei-
   gender Tendenz. Die Forschungsanstrengungen in diesen Ländern sind zu-
   dem im allgemeinen sehr gut koordiniert. In Japan findet zum Beispiel
   ein g,roßer Teil dieser Arbeiten im Rahmen eines Programms
    "Forschungs- und  Entwicklungsvorhaben der Grundlagentechnologie für
    künftige Industrien" statt.
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6. So mangelt es der BTR trotz ihrer Bedeutunq für die eurooäische industrielle
    Wettbewerbsfähigkeit nicht nur maßgeblich an Einfluss in den vorh~ndenen
    Zentren der Gemeinschaftsforschung, sondern sie muß sich auch gegen
    erhebliche Hindernisse durch fehlende geeignete gemeinsame Anstrengun-
    gen durchsetzen.
7. Um ein BTR-Programm zu zchaffen, das den tatsächlichen Bedürfnissen der
    Gemeinschaftsindustrie gerecht wird, hat die Kommission eigene Unter-
    suchungen durchgeführ~ die Stellungnahme des Beratenden Ausschusses für
    industrielle Forschung und Entwicklung (CORDI) eingeholt, und informelle
    Kontakte mit Verbänden und einzelnen Sachverständigen und Unternehmen
    aufgenommen (große und auch einige kleine und mittlere Unternehmen).
    Daraus ergaben sich wertvolle Hinweise für geeignete Prioritäten eines
    BTR Programms   der Gemeinschaft.
    II. Die Rolle der Gemeinschaft
 8. Das vorgeschlagene Programm sollte eine katalysierende oder stimulierende
    Wirkung auf den Forschungsprozeß und auf die Wettbewerbsfähigkeit der Ge-
    meinschaftsindustrie ausüben, damit sich Forschungen dieser Art selbst
    tragen. Die Koordinierung von Aktionen im Rahmen des Programms sollte dafür
    Sorge tragen, daß die vorhandenen Ressourcen wirksamer genutzt werden
    durch Vermeidung von Überschneidungen und eine verstärkte Zusammenarbeit·
    zwecks besserer künftiger Fortschritte bei den einande- ergänzenden aber
    zur Zeit noch getrennt durchgeführten Arbeiten.
 9. Die Forschungen mussen so ausgerichtet sein, daß sie den Industrien
     in der Gemeinschaft zugute kommen, die zwar gesund, aber durch die Kon-
     kurrenz von außerhalb der Gemeinschaft gefährdet sind und deren Zukunft
    von einer Reihe von Faktoren abhängig   ist, einschließlich der Ein-
    führung neuer Technologien, die dazu beitragen können, ihre Wettbewerbs-
    fähigkeit zu verbessern.
10. Das Programm soll nicht einfach Forschungen in der europäischen Industrie
     finanziell unterstützen, sondern hauptsächlich   die Faktoren einer euro-
    päischen Dimension ansprechen, die zu ier derzeitigen Lage·geföhrt ·haben.
 ---pagebreak---                                         - 32 -
     Dementsprechend ist das Programm darauf ausgerichtet vorwettbewerbliche
      Forschungen zu stimulieren, die nicht von der Industrie selbst durchge-
     führt werden.
     Sein Ziel ist
     - ein bessere Koordinierung der gegenwärtig unabhängig in mehreren
        Mitgliedstaaten von der Industrie und anderen Organisationen durchge-
        führten Arbeiten;
     - die Förderung einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen ver-
        schiedenen Industriesektoren und zwischen der Industrie und der Univer-
        sität.
     Besondere Aufmerksamkeit wird der Beteiligung von kleinen und mittleren
     Unternehmen beigemessen (siehe V).
11. Die für die einzelnen Programmthemen vorgeschlagenen Beträge spiegeln
     die obigen Grundsätze wider. Sie sind relativ gering und werden als Mini-
     mum angesehen, um die Forschungsziele zu erreichen.
     Beziehung zu einzelstaatlichen Programmen
12. Diskussionen mit der Industrie, mit akademischen Sachverständigen und na-
    tionalen Beamten haben gezeigt, daß auf einer Reihe von    BTR-Bereichen und
     in verschiedenen Gemeinschaftsländern einschlägige Arbeiten durchgeführt
    werden. So gibt es beispielsweise in Deutschland Programme auf dem Gebiet
    der Korrosion und Membrantechnologie, und ein Programm Über Polymere be-
    findet sich in Vorbereitung. Im Vereinigten Königreich Laufen eine Reihe
    von Tätigkeiten (alle in relativ kleinem Maßstab) auf allen in diesem
    Programm erfaßten     Gebieten, die vom Science and Engineering Research
    Council sowie zum Teil vom Industrieministerium des Vereinigten Königreichs
    unterstützt werden.
    In den Niederlanden sind Arbeiten auf dem Gebiet der Polymere und Verbund-
    werkstoffe geplant. In Frankreich sind ausgedehnte Programme auf dem Ge-
    biet der Werkstoffe und bestimmter Fertigungsverfahren geplant. Bei der
    Ausarbeitung des BTR-Programms wurde versucht,soweit wie möglich
    Bereiche zu vermeiden, die schon in einzelstaatlichen Programmen erfaßt
    sind. Allerdings stehen nicht immer alle Informationen Über unterstützte
    industrielle Forschungsvorhaben zur Verfügung.
 ---pagebreak---                                  - 33 -
13. Dabei wird wie folgt vorgegangen
    - Themen, die eindeutig Bestandteil eines einzelstaatlichen Programms
      bilden, werden vermieden, außer wenn (wie in einigen Ländern die ein-
      zelstaatlichen Behörden mitgeteilt haben, daß sie bereit sind, ihre
      einzelstaatlichen Programme in ein Gemeinschaftsprogram zu integrieren
      und/oder ihre Programme zur Ergänzung der BTR-Arbeiten anzupassen;
    - Die AUßerungen von Interesse an den BTR-Forschungsvorhaben werden
      Hinweise für eine weitere Abgrenzung der Bereiche Liefern, die im
      Programm erfaßt werden sollen, wodurch gleichzeitig Überschneidungen
      vermieden werden;
    - Bei der Bewertung der Forschungsvorschläge werden die dazu herange-
      zogenen Sachverständigen und der Beratende Verwaltungs- und Koordi-
      nierungsausschuß (BVKA) (siehe Absatz 15) aufgefordert anzugeben, wo
      die Vorschl~ge eine Überschneidung mit einzelstaatlichen Arbeiten
      zu sein scheinen;
      Stellt sich dabei heraus daß eine Überschneidung mit einzelstaatlichen
      Tätigkeiten in irgendeinem Bereich des Programms vorkommt, werden kon-
      zentierte Aktionen eingeleitet, gegenenfalls mit einer höheren finan-
      ziellen Beteiligung als es normalerweise der Fall wäre.
      III. Verwaltung des Programms
      A. Art der Gemeinschaftsaktionen
  14. Die Vorhaben im Rahmen des BTR-Programms werden durch Verträge auf der
      Basis der Kostenteilung (einschließlich Pilot- und Demonstrationsvor-
      haben) und konzertierte Aktionen durchgeführt. Sie sind unterschiedlich
      groß, doch eine Lösung der Probleme von industriellem Interesse ist nur
      durch Unterstützung ~on relativ umfangreichen Vorhaben zu erreichen.
      Dies setzt voraus, daß im durchschnittlichen Vorhaben drei oder vier voll-
      zeitig Beschäftigte Forscher oder gleichwertiges Personal drei bis vier
      Jahre Lang mit entsprechender Unterstützung eingesetzt werden. Da die
      Kosten ähnlicher Forschungen zur Zeit in Europa bei etwa 100.000 ECU
      Mann/Jahr liegen, bedeutet dies Ausgaben in Höhe von 900.000 ECU bis
      1,6 MioECU für ein typisches Vorhaben.
 ---pagebreak---                               - 34 -
    B. Verwaltung und Bewertung
15. Der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß (BVKA) - Indus-
    trielle Technologien - unterstützt die Kommission bei der Verwaltung
    des Programms, der Prüfung der Forschungsvorschläge und der Über-
    wachung der laufenden Arbeiten, schlägt Änderungen des Programms vor
    und berät generell die Kommission bei der Verwaltung der Arbeiten.
    Da dieses Programm jedoch stark industrieorientiert ist, wird die
    Kommission auch Konsultationen mit der Industrie und ggf. mit akade-
    mischen Forschungseinrichtungen aufnehmen, um ihre Beteiligung und die
    Nutzung ihrer techni sehen Sachkenntnis      im Programm sicherzustellen,
    insbesondere bei der Verwaltung und etwaigen Anpassungen des Programms.
16. Das Programm wird nach dem "Gemeinschaftlichen Aktionsplan betreffend
    die Bewertung von Forschungs- und Entwicklungsprogrammen der Gemein-
    schaft" (KOM(83)1) beurteilt. Bei der Bildung der Bewertungsgremien
    soll dafür gesorgt werden, daß eine entsprechende Vertretung der In-
    dustrie-interessen sichergestellt wird.
     C. Teilnehmer und Vorlagen
    --------------
17. Die Teilnehmer an einem Vorhaben können Industriefirmen, Forschungs-
    institute und Universitäten in der Gemeinschaft sein. In der Regel
    sollte der Hauptvertragsnehmer oder Leiter einer Vorhabenspartnerschaft
    oder eine; Konsortiums ein Industrie__A,Jnternehmen sein, das großes In-
    teresse an den voraussichtlichen Ergebnissen hat. Besondere Aufmerk-
    samkeit wird einer geeigneten Beteiligung kleiner und mittlerer Unter-
    nehmen beigemessen (siehe V).
18. Vorrang wird denjenigen Vorhaben eingeräumt, die von Beteiligten aus
    mehr als einem Mitgliedstaat durchgeführt werden.
     D. Finanzielle Unterstützung
    ---------------
19. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sollte in der Regel 50%
    der Gesamtkosten des Vorhabens nicht Überschreiten, un der Rest müßte
    von an dem Vorhaben beteiligten Industrieunternehmen bereitgestellt
     werden. Die Höhe der finanziellen Unterstützung der Gemeinschaft wird
 ---pagebreak---                                     - 35 -
    für jedes Vorhaben nach seinen Merkmalen, den Auswahlkriterien und
    dem von den Antragstellern eingegangenen Risiko beschlossen. Die
    Kommission berücksichtigt alle anderen erhaltenen oder zu erwartenden
    Beihilfen, so daß die Gesamtbeträge der einzelstaatlichen oder Gemein-
    schaftsunterstützung in der Regel 50% der Gesamtkosten nicht Über-
    schreiten. Bei Demonstrationsvorhaben sind höchtens 50% des Darlehens
    im Falle einer kommerziellen Nutzung zurückzuerstatten.
20. Sofern bereits mit einzelstaatlichen oder privaten Mitteln unter-
    stützte Arbeiten Laufen, kann sich die Rolle der Kommission auf die
    Organisation der Koordinierung und die finanzielle Unterstützung
    der Gemeinschaft beschränken, die nur zur Deckung der Kosten einer
     solchen        Koordinierung gewährt wird. Stellt sich jedoch heraus, daß
     strategisch wichtige Arbeiten mehr als eine einfache Koordinierung
     erfordern, könnte die Kommission in Abstimmung mit dem BVKA eine
     höhere Unterstützung durch die Gemeinschaft in Betracht ziehen.
     E. Verbreitung von Informationen, Zugang zu den Ergebnissen und ihre
         _!:!_u.!_z~n~
21. Die Regeln für die Verbreitung von Informationen, den Zugang zu den
     Ergebnissen sowie ihre Nutzung folgen den im Dokument Über das Aktions-
     programm dargelegten Grundsätzen. Da das BTR-Programm jedoch eine große
      Zahl nicht nur technischer Themen, sondern auch im Bereich der Grund-
      lagenforschung bis hin zu Demonstrationsvorhaben umfaßt, müssen die
      genauen Regeln von Fall zu Fall auf die rechtlichen Vorsthffften und
      Bedingungen in den einzelnen Verträgen abgestimmt werden. Ein weiterer
      spezifischer Aspekt des BTR-Programms Liegt darin, daß die Vorhaben
      miteinander verflochten sind, und zwar nicht nur innerhalb eines
      Forschungsbereichs wie der Katalyse, sondern auch Vorhaben verschie-
      dener Bereiche. So könnten z.B. die Ergebnisse der Arbeiten Über Ober-
      flächentechnologie auf bestimmte Probleme im Bereich Verschleiß ange-
      wendet werden. In solchen Fällen sollten die aus einigen Vorhaben gewon-
      nenen Vordergrundkenntnisse zu vernünftigen Bedingungen zugänglich
      gemacht werden, damit aus anderen Vorhaben, die solche Informationen
      brauchen, rascher bessere Ergebnisse erzielt werden können.
 ---pagebreak---                                  - 36 -
      IV. Äußerung von_Interesse und_Ausschreibung
 22. Unternehmen und Forschungsorganisationen sind aufgefordet ihr Interesse
      zu äußern. Damit verpflichten sie sich in keiner Weise, sollen jedoch
      folgende Informationen Liefern :
      - Identität der Organisation und Informationen darüber, wer an der
        Forschung beteiligt würde;
     - eine kurze Beschreibung des vorgeschlagenen   Vorhabens und der ange-
        strebten technischen Zielen;
     - vorgeschlagene Dauer der Arbeiten und Etat;
     - erste Angaben Über Organisatione, die sich beteiligen könnten;
     - gegebenenfalls eine Bitte an die Kommission, die obigen Informationen
        bei anderen Stellen in Umlauf zu setzen die ein Interesse an ähnlichen
        Arbeiten haben und an einem Vorhaben mitarbeiten möchten.
23. Die Kommission prüft die Äußerungen von Interesse zusammen mit dem BVKA.
     Aufgrund der eingegangenen Reaktionen wird die Kommission Gruppen poten-
     tieller Teilnehmer einberufen, um Zusammenarbeitsabkommen zu fördern.
24. Nach Billigung des BTR-Programms durch den Rat wird die Kommission eine
     formelle Ausschreibung veröffentlichen. Es kann davon ausgegangen werden,
     daß vor alle"m die Gruppen von Organisationen Vorschläge einreichen
     werden, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind und Sich-schon
     bei den v rherigen Kontakten gebildet haben.
    V. Kleine und mittlere Unternehmen
25. Da ein großer Teil der vorgeschlagenen Arbeiten für die kleinen und
    mittleren Unternehmen unmittelbar von Interesse oder Nutzen sein dürfte,
    sollten sie soweit wie möglich an der Durchführung des Programms betei-
    ligt werden. Auf jeden Fall werden sie dazu ermutigt, Forschungsvor-
    schläge vorzulegen und sich aktiv an den Forschungen zu beteiligen und/
    oder einen finanziellen Beitrag zu Forschungsarbeiten zu Leisten, die
    für sie von Interesse sind und die an anderer Stell durchgeführt werden.
    Bei der Auswahl der Forschungsvorschläge werden diejenigen, an denen
    kleine und mittlere Unternehmen beteiligt sind, aus folgenden   Gründen
    besonders aufmerksam geprüft :
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    - Einige der Industrien, denen dieses Programm zugute kommen soll,
      bestehen weitgehend aus kleinen und mittleren Unternehmen;
       kleine und mittlere Unternehmen sind häufig am besten geeignet, eine
      neue Technologie im Frühstadium anzuwenden, und am ehesten in der
      Lage, die technische Entwicklung zu vervollständigen und die neuen
       Erzeugnisse zu vermarkten;
    - die Leitung der kleinen und mittleren Unternehmen ist meist dynamischer
      und eher bereit, eine unsichere Entwicklung in Kauf zu nehmen als
      viele größere Unternehmen.
26. Einige Forschungsbereiche - Verschleiß und Abnutzung, Oberflächenwis-
    senschaft und -technologie, Lasertechnologie, Verbindungstechniken,
    CAD/CAM und Membranwissenschaft und -technologie-bieten kleinen und
    mittleren Unternehmen Gelegenheit, eine wichtige Rolle zu spielen.
    Hier soll einer ausreichenden Beteiligung der kleinen und mittleren
    Unternehmen besondere Aufmerksamkeit beigemessen werden.
27. Wie schon im Hauptdokument beschrieben, ist die Beteiligung kleiner
    und mittlerer Unternehmen häufig schwierig. Folgende Mechanismen soll-
    ten sie dazu ermutigen. Nur die Erfahrung kann zeigen welche Mittel
    und Wege am besten geeignet sind :
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           Viele kleine und mittlere Unternehmen sind Mitglieder von gemeinschaft-
           lichen oder kollektiven            Organisationen, die es in einer
           Reihe von Mitgliedstaaten gibt. Diese Organisationen können für die
           kleinen und mittleren Unternehmen selbst Forschungen im Rahmen des
           Programms durchführen oder dabei helfen, die kleinen und mittleren
           Unternehmen festzustellen, die an einer Beteiligung interessiert wären;
           Grösseren Firmen, die normalerweise kleine und mittlere Unternehmen
           als Untervertragsnehmer verwenden oder ihre Erzeugnisse vermarkten,
           können diese auf das Programm aufmerksam machen oder sie als For-
           schungspartner hinzuziehen;
            Universitäten, die sich bereit mit den Problemen der kleinen und
           mittleren Unternehmen befassen, können diese Unternehmen als Gruppe
           dazu veranlassen,gemeinsame Vorschläge vorzulegen;
           Handelsverbände, Handelskammern, regionale Büros von Ministerialabtei-
           lungen, die für Forschung und Entwicklung verantwortlich sind, und
           andere lokale Körperschaften, die Über die Regierung oder industrielle
           Kanäle angesprochen werden können, können kleine Firmen feststellen,
           die ein Interesse an den im Programm enthaltenen Forschungsbereichen
           haben.
           Die Aeusserungen von Interesse stellen einen wesentlichen Beitrag zur
    Förderung der Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen und zur
    Gruppenbildung dar.
    VI.    Technischer Inhalt des Programms
28.        Die Untersuchungen der Kommission und ihre Kontakte mit Industrie-
    vertretern haben ergeben, dass weitgehend Uebereinstimmung Über die Bereiche
    der technologischen Grundlagenforschung herrscht, die für die Gemeinschafts-
    aktion wesentlich sind. Ferner wird allgemein anerkannt, dass Entwicklungen
    in diesen Bereichen wichtig sind, wenn die Industrie in der Gemeinschaft
    ihre Wettbewerbsfähigkeit wiedergewinnen und damit ihren Anteil am inter-
    nationalen Markt wahrnehmen soll. Es wurden Gebiete ausgewählt, die folgenden
    Kriterien entsprechen:
    1) Sie sind nicht ausreichend durch private Forschung, einzelstaatliche Pro-
        gramme oder andere Gemeinschaftsprogramme erfasst.
 ---pagebreak---                                      - 39 -
    2) Die zu erwartenden Forschungsergebnisse sind von Interesse für Anwendungen in
        einer Reihe wichtiger Gemeinschaftsindustrien, die sie auch fördern sollen.
        Es handelt sich vorwiegend um Fertigungsindustrien, die bisher eine wichtige
        Grundlage für die wirtschaftliche Stärke der Gemeinschaft bildeten und dies
        auch in Zukunft sein sollen.
    3) Die Forschung ist fachübergreifend - die Arbeiten sollen zu einem besseren
        Verständnis der Grundsätze beitragen und eine fortgeschrittene integrierte
        Anwendung von Physik, Chemie und Technik sicherstellen. Diese Arbeiten werden die
        Forschungsbereiche anderer FuE-Programme der Gemeinschaft ergänzen, insbesondere
        die schon laufenden Programme ESPRIT (Informationstechnologie) und Biotechnologie
    4) Die Bereiche eignen sich für gemeinsame Vorhaben, an denen sich verschiedene
        Firmen oder Forschungsinstitute (privat, staatlich und Universität) beteiligen.
        Eine solche Zusammenarbeit ist aufgrund der fachübergreifenden Themen notwendig,
        aber auch deswegen erwünscht, weil eines der Hauptziele des Programms die
        Förderung gemeinsamer Forschungsanstrengungen innerhalb der Gemeinschaft ist.
    5) Die potentiellen industriellen Anwendungen der Forschung verstehen sich von
        selbst, doch ist die Forschung selbst vorwettbewerblich, d.h. selbst nach
        erfolgreichem Abschluss der Forschungen sind weitere FuE-Arbeiten notwendig,
        die die Industrie selbst finanzieren muss, bevor die Ergebnisse erfolgreich
        in marktfähige Erzeugnisse oder Verfahren aufgenommen werden können. Die
        Arbeiten sollen daher als Stimulierung dienen und die interessierten Industrie-
        firmen in eine technologisch bessere Lage versetzen, insbesondere im Ver-
         hältnis zu ihren nordamerikanischen und japanischen Konkurrenten, doch müssen
        erstere selbst dafür sorgen, dass die neue Technologie anschliessend in
        wettbewerbsfähige Erzeugnisse Übertragen wird.
     6) Die Forschungen können vor allem      technologische  Durchbrüche in der in-
        dustriellen Produktivität, der Produktzuverlässigkeit, der Originalität des
         Designs und der Gesamtqualität herbeiführen, die jede für sich schon einen
         Schlüssel zu grösserer Wettbewerbsfähigkeit bilden.
29.      Die Industrie hat bereits Interesse an solchen gemeinsamen Forschungsarbeiten
     Über   diese Bereiche gezeigt, wenn eine gewisse finanzielle Unterstützung be-
     reitgestellt werden kann. Eine solche Zusammenarbeit und staatliche Unterstützung
     würden insbesondere aus folgenden Gründen begrüsst werden:
         Die Arbeiten gelten als zu spekulativ oder das Problem sei so vielen verschie-
         denen Erzeugnissen gemeinsam, dass ein Unternehmen allein die Belastung nicht
         tragen könne, es jedoch für höchst interessant halten würde, wenn die Ri-
         siken auf mehrere Unternehmen und Öffentliche Einrichtungen verteilt würden;
         Die Ergebnisse können für die Entwicklung der Produktlinie eines Unter-
         nehmens wichtig sein, wenngleich die erforderliche Technologie oder ein Teil
         davon nicht im Unternehmen selbst erarbeitet wurde.
 ---pagebreak---                                   - 40 -
30.       Die nachstehenden Abschnitte enthalten eine kurze Erläuterung der wich-
    tigsten Aspekte und der Industriebedürfnisse an Arbeiten auf den einzelnen
    ausgewählten Forschungsbereichen. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden,
    dass alle Bereiche und die Forschungsthemen in den einzelnen Bereichen einer
    sorgfältigen Auswahl und Definition der Forschungsprioritäten unterzogen
    wurden. Die Bereiche sind in vieler Hinsicht miteinander verknüpft und bilden
    sozusagen eine überschaubare Einheit für dieses BTR-Programm.
    1)    Zuverlässigkeit, Verschleiss und Abnutzung
31.       Wenn die Zuverlässigkeit der europäischen Erzeugnisse verbessert wird,
    dürfte ein grosser Teil der Industrie der Gemeinschaft besonders von der
    japanischen Konkurrenz weniger zu befürchten haben. Ganz gleich ob es sich
    um ein Auto, ein Haushaltsgerät oder einen automatisierten kontinierlichen
    Fertigungsprozess handelt, der heutige Verbraucher verlangt beim Kauf in
    erster Linie Zuverlässigkeit. Die Technologie der Gemeinschaftsindustrie
    hat im allgemeinen mit den Verbraucherbedürfnissen Schritt gehalten, vor
    allem bei leichteren und stärkeren Werkstoffen, doch ist die Technologie
    zur gleichzeitigen Sicherstellung der Zuverlässigkeit zurückgeblieben und
    ein schwacher Punkt für die Fähigkeit der Industrie geworden, wettbewerbs-
    fähige Erzeugnisse auf den Markt zu bringen. Daher sind grössere Forschungen
    notwendig, um die Gesamtleistung bei Komponenten-, System- und Werkstoff-
    zuverlässigkeit zu verbessern.
32. Zuverlässigere Erzeugnisse können nur dann hergestellt werden, wenn zunächst
    befriedigende Methoden zur Bewertung der wahrscheinlichen Lebensdauer von
    Maschinen und Komponenten sowie zur Vorhersage der voraussichtlichen Zeit
    und Art des Versagers entwickelt werden. Solche Vorhersageverfahren sind so-
    wohl in der Erzeugnisentwic~lungsphase als auch während der Inspektion bei
    der Herstellung und während der Standzeit der Fertigerzeugnisse notwendig.
33.       Zur Erhöhung der Erzeugniszuverlässigkeit mussen bestimmte Teilfor-
    schungsthemen gefördert werden. Da beispielsweise Verschleiss einen grund-
     legenden Faktor für den Betrieb, die Sicherheit und Zuverlässigkeit tech-
    nischer Systeme darstellt, müssen die Verschleissprobleme in Angriff genommen
    werden. So sind insbesondere konzentrierte Forschungen auf dem Gebiet der
    Tribologie - die Wissenschaft und Technologie einander beeinflussender Ober-
    flächen in relativer Bewegung - und der damit verbundenen Techniken und Prak-
    tiken notwendig. Durch Fortschritte in der Tribologie können nicht nur
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    wettbewerbsfähigere Erzeugnisse hergestellt werden (insbesondere wenn Ver-
    schleiss der Hauptfaktor ist, der die Standzeit begrenzt), sondern sie können
    auch die aus Verschleiss entstandenen wirtschaftlichen Verluste verringern,
    die z.Zt. in den Industrieländern auf ein bis zwei Prozent des BSP geschätzt
    werden. Obgleich ein hoher Anteil dieses Verlustes unvermeidlich sein mag,
    ist der Gesamtmassstab so hoch, dass selbst Einsparungen von 10% durch BTR
    einen bedeutenden Fortschritt darstellen würden.
34.       Die Technologie tribologischer Systeme ist heute weitgehend empirisch
    begründet. Die Forschungen werden daher auf die Herstellung von Beziehungen
    zwischen Materialeigenschaften und Betriebsanforderungen ausgerichtet sein.
    Besonders zu berücksichtigen sind dabei die Bereiche mit hohen Abrieb-
    bedingungen, d.h. spanabhebende Bearbeitung (besonders stark in hochauto-
    matisierten Roboter-Fertigungsstrassen, bei denen Toleranzverlust oder
    Komponentenversagen schwerwiegende Folgen haben, Wellenlager in schmutziger
    Umgebung, Abriebverschleiss durch Flüssigkeiten (Pumpen und Flügelräder)
    und Verschleiss durch hohe Temperaturen und in Turbinenanwendungen.
35.       In den meisten Fällen mit Vollschmierung oder Grenzschmierung wird die
     Entwicklung im allgemeinen durch Ermüdung, Abrieb und Festfressen beein-
     trächtigt. Die Forschungen werden daher auf eine Verringerung des Verschleisses
     an Triebwerken, Kolben, Radiallagern und Rollen- und Kugellagersystemen sowie
     in kontinuierlich variablen Uebertragungsgeräten ausgerichtet (der begrenzende
     Faktor ist ein niedriger Reibungskoeffizient von etwa 10%). Angestrebt wird
     eine Verbesserung von 30 - 100%, die auch grössere potentielle Vorteile,
     insbesondere für die Kraftfahrzeug- und Schnelldiesellastwagen- und Bus-
     industrien mit sich bringen dürfte.
36.       Bruchmechanik ist ebenfalls ein wichtiger Begriff bei der Untersuchung
     von Verschleiss und Sicherheit mechanisch beanspruchter Komponenten. Sie
     befasst sich mit der Untersuchung - auf der Basis vorhandener Fehler in
     Komponenten - der Bedingungen, unter denen sich Risse ausbreiten und zum
     Bruch führen.   Bruchmechanik geht von der realistischen Voraussetzung aus,
     dass es praktisch unmöglich ist, alle Schäden im laufe einer bestimmten
     Standzeit zu vermeiden. Sie verursacht daher absichtlich dynamische Fehler,
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     wobei diese jedoch nicht die Ursache für ein vollständiges Versagen des
     Werkstoffs, der Komponenten oder Strukturen werden dürfen. Mit Hilfe der
     Bruchmechanik könnten Sicherheitsbewertungen von Komponenten in grösseren
     Bereichen der Technik durchgeführt werden, die eine optimale Werkstoff-
     nutzung erleichtern sowie eine Ueberkonzeption vermeiden (besonders wichtig
     bei der Einführung neuer Werkstoffe). Aehnliche in der Gemeinsamen Forschungs-
     stelle durchgeführte Arbeiten sowie die im Rahmen des vorgeschlagenen gemein-
     schaftlichen FuE-Programmes Über Kernreaktorsicherheit erforderlichen Ar-
     beiten werden dabei berücksichtigt.
37.        Auf allen Gebieten der Technologie unterliegen Maschinenkomponenten,
     Systeme und Anlagen Dauerschwingungsspannungen, die beispielsweise die Form
     wechselnder mechanischer oder Wärmespannungen annehmen können. Unter diesen
     Umständen sind die unter statischer Belastung ermittelten Werkstoffestigkeits-
     daten im allgemänen nicht mehr gültig. In anderen Worten können Dauer-
     schwingspannungen ausgesetzte Komponenten bei einer Beanspruchungshöhe
     weit unter ihrer nominellen statischen Festigkeit durch Ermüdung versagen.
38.       Die grosse Bedeutung der Ermüdung im Verhältnis zur Standzeit in-
     dustrieller Erzeugnisse ergibt sich aus der Tatsache, dass das Ermüdungs-
     versagen für 95% aller Bruchschäden aufkommt. Die in diesem Bereich
    durchzuführenden Forschungen sind daher auf die Entwicklung von Massnahmen
    zur Verhütung von Ermüdungsschäden und damit zur Erhöhung der Zuverlässig-
     keit und Sicherheit industrieller Erzeugnisse ausgerichtet. Die Forschungs-
    arbeiten sollen sich auf die neueren Werkstoffe und Komponenten konzentrieren,
    die viel höhere Belastungen aushalten und jetzt in der Technik immer mehr
    verwendet werden.
39.       Werkstoffabnutzung beeinträchtigt ebenfalls schwerwiegend die Erzeug-
    niszuverlässigkeit und -standzeit, wobei Korrosion eines der am häufigsten
    genannten Probleme darstellt, für das auf diesem Gebiet Abhilfe geschaffen
    werden muss. Neben der Tatsache, dass durch Forschungen ein bedeutender
    Teil der wirtschaftlichen Verluste durch Korrosion vermieden werden kann, die
    jetzt auf zwischen 2 und 4% des BIP in den industrialisierten Ländern
    geschätzt wird, können sie auch dazu beitragen, die spezifischen Korrosions-
    probleme zu Lösen, die generell als Bremse für weitere Entwicklungen in meh-
    reren Industriebranchen und Technologien angesehen werden.
 ---pagebreak---                                   - 43.-
40.       Die Arbeiten werden so geplant, dass ähnliche derzeit im Rahmen des
    EGKS-Vertrags, der Zusammenarbeit COST und in der Gemeinsamen Forschungs-
    stelle laufende Arbeiten voll mit einbezogen werden können. Ebenso werden
    derzeit in Arbeit befindliche einzelstaatliche Programme berücksichtigt.
    Die Arbeiten erstrecken sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Werk-
    stoffen mit erhöhter Korrosionsfestigkeit zur Verwendung in aggressiven Medien,
     Forschungen Über Wasserstoffversprödung und Techniken für einen verbesserten
    zeitweiligen und ständigen Korrosionsschutz.
41.       Ein weiteres Gebiet von beträchtlicher und wachsender wirtschaftlicher
    Bedeutung in diesem Forschungsbereich ist die Biokompatibilität und die
    biologische Abnutzung von Werkstoffen. Betrachtet man vor allem die steigende
    Nachfrage nach künstlichen menschlichen Körperteilen, so besteht ein echter
    Bedarf an der Entwicklung von Werkstoffen, die sowohl mit den wichtigsten
    degenerativen Wirkungen der chemischen Prozesse im Körper kompatibel sind als
    auch ihnen standhalten.   Abgesehen davon besteht ein Bedarf an Arbeiten Über
    die mikrobiologische Abnutzung von technischen Werkstoffen. Dieser Punkt
    wurde ebenfalls in das Programm aufgenommen.
    2) Oberflächenwissenschaft und -technologie
42.       Forschungen Über Oberflächeneigenschaften werden neuerdings auf mehreren
    Industriesektoren immer wichtiger, vor allem wegen des zunehmenden Bedarfs
    an funktionellen technischen Oberflächen, der Notwendigkeit einer rationellen
    Nutzung von Werkstoffen und der Energieeinsparung sowie der Notwendigkeit,
    die Standzeit und den Schutz der Komponenten gegen Abnutzungsprozess wie
    Korrosion, Verschleiss usw., wie oben erwähnt, zu verbessern.
42.       Aus diesen Gründen werden technische Oberflächenprozesse zunehmend
    in verschiedenen Industriezweigen angewendet und beeinflussen die Funktion,
    Qualität und Zuverlässigkeit industrieller Erzeugnisse. Vom Standpunkt des
    Benutzers sind Eigenschaften wie nicht vorhandene Porosität, niedrige Ein-
    heitskosten, Lokale Anwendbarkeit, zuverlässige Kontrolle der Auswirkung
    einer Behandlung auf andere Werkstoff- und Komponenteneigenschaften usw.
    von besonderer Bedeutung.
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44.       Neuere Ergebnisse der physikalisch-chemischen Forschung zeigen, dass
    vielversprechende Möglichkeiten für Verfahren bestehen, die moderne Hilfen
    wie Hochvakuumtechnologie und Plasmatechnik anwenden. Von besonderer
    Bedeutung ist die Lokale Verbesserung von Komponenteneigenschaften durch
    neue Oberflächenverfahrenstechniken. Ausserdem sind Anstrengungen notwendig,
    um bekannte Oberflächentechnologien weiterzuentwickeln und die Forschung
    zu industrieller Reife zu bringen. Einen wichtigen Aspekt stellt in diesem
    Zusammenhang die technische Forschung im Hinblick auf die Uebertragung von
    Laboratoriumsverfahren, insbesondere solche mit Hochvakuum, auf die indu-
    strielle Phase und schliesslich auf die Prozesse an Fertigungsstrassen dar.
    3) Anwendungen der Lasertechnologie zusammen mit anderen neuen Verfahren der
        Metallverformung
45.       Die potentiellen Anwendungen von Leistungslasern in der maschinellen
    Fertigung sind zahlreich und in Europa noch längst nicht voll erforscht oder
    genutzt. Die begrenzte Anwendung in Europa ist einfach auf einen Mangel
    an ausreichender Forschung und demzufolge Kenntnis der einschlägigen grund-
    legenden Phänomene zurückzuführen, vor allem aufgrund der Tatsache, dass die
    überhaupt vorhandenen Forschungen verstreut, unkoordiniert und in den
    meisten Fällen ungenügend sind. Demgegenüber hat MITI in Japan berei~ ein
    ?-jähriges Programm im Rahmen eines Vorhabens Über flexible Fertigungssysteme
    aufgenommen. Dieses Programm verfügt Über einen Etat von etwa SO Mio ECU
    und auf die Mitarbeit von etwa 20 Unternehmen. In den Vereinigten Staaten
    hat Batelle-Columbus vor kurzem eine grössere Forschungsanlage gebaut, um die
    Industrie bei der Anwendung der Lasertechnologie zu unterstützen.
46.       In Anbetracht der geplanten jährlichen Wachstumsrate vieler Anwendungen
    der Lasertechnologie (30% im Falle von "Laser-Schmieden" am Fliessband)
    und der zahlreichen Sektoren, denen diese Technolgie nützen kann (z.B. Kraft-
    fahrzeuge, Maschinenbau, Luftfahrt, medizinische Ausrüstung und Elektronik-
    industrie), ist es unbedingt notwendig, dass Europa auf diesem Gebiet
    tätig wird.
 ---pagebreak---                                    - 45.-
47.      Leistungslaser werden bereits zum Teil beim Schneiden, Bohren, Schweissen
    und bei der Oberflächenbehandlung verwendet. Die Vorteile der Lasertechnologie
    liegen darin, dass sie ohne grosse Schwierigkeiten in vorhandene Fertigungs-
    strassen einrezogen werden kann. Bei der spanabhebenden Bearbeitung ist
    das Verfahren in kleinen Serien vorteilhaft. Die Lasertechnologie ist ferner
    gut geeignet, Lokal die Oberflächeneigenschaften von Komponenten zu ändern.
48.       Die FuE-Arbeiten im Programm werden darauf ausgerichtet, ein besseres
    Verständnis und eine bessere Kontrolle der Wechselwirkung zwischen Laser-
    strahlen und Metallen und Nichtmetallen und damit eine bessere und wirtschaft-
    lichere Nutzung besonders vom technischen Standpunkt zu erreichen. Insbesondere
    geht es hier um die Verarbeitung von Kupfer-und Aluminiumwerkstoffen. Ausser-
    dem werden Arbeiten zur Ermittlung der Lebensfähigkeit von Laserverfahren
    in der Industrie gefördert; besondere Aufmerksamkeit gilt zweifellos der
    Sicherheit der Verfahren zur Anwendung von Laserstrahlen an Fertigungsstrassen.
49.       Nicht unmittelbar mit der Anwendung von Laserstrahlen verknüpft, aber
    von ähnlicher wirtschaftlicher Bedeutung und mit ähnlich breiter Anwendung sind
    eine Reihe neu entstandener Technologien für die     Metallverformung. Besonders
    interessant ist die Pulvermetallurgie für die nahezu netzförmige Herstellung
    von Komponenten aus einer Reihe von Werkstoffen. Fortschritte in dieser
    Technologie können zu erheblichen Energie- und Rohstoffeinsparungen führen
    sowie zu bedeutend besseren mechanischen und anderen technologischen Eigen-
    schaften der Komponentenwerkstoffe als Felge der durch diese Technologie
    erzielten homogenen Korngefüge.
50.       In diesem Bereich werden die Arbeiten auf die Herstellung, das Pressen
    und Sintern von Pulver ausgerichtet, wobei feuerfesten     Metallen besondere
    Aufmerksamkeit beigemessen wird. Für die Herstellung von Komponenten für
    künftige Gasturbinen ist die Weiterentwicklung des heissen isostatischen
    Pressens notwendig, eine in den USA und in Japan bereits fortgeschrittene
    Technologie. Der Mangel an grundlegenden Kenntnissen in der Gemeinschaft
    führt bereits zu Schwierigkeiten,     beipielsweise beim Schweissen von
    Turbinenkomponenten. Die gleiche Situation könnte sich beim heissen iso-
    statischen Pressen ergeben, einer Technik, die zur Herstellung von Werk-
    stoffen für die künftigen keramischen Gasturbinen benutzt wird. Unnötige Ueber-
    schneidungen mit den Arbeiten im Rahmen des COST 503-programms werden ver-
    mieden.
 ---pagebreak---                                     - 46 -
     4)    Verbindungstechniken
51.         Die meisten heutigen Fertigerzeugnisse bestehen aus verschiedenen
     Werkstoffen, die unter Anwendung althergebrachter Techniken oder moderner
     Varianten dieser Techniken zusammengefügt wurden. Mit der Einführung neuer
     Fertigungsverfahren, einschliesslich Robotern, Automatisierung und kon-
     tinuierlichen Prozessen, sind jedoch grössere Veränderungen an den vorhan-
     denen Verbindungstechniken notwendig. Ausserdem besteht ein wachsender
     Bedarf an einer höheren Zuverlässigkeit verbundener Teile sowie an einer
      rationelleren Verwendung von Verbundwerkstoffen zwecks Energieeinsparung.
     Umfassende Forschungen sind daher notwendig, um diesen Anforderungen gerecht
      zu werden, wenn auch der potentielle Nutzen zahlreichen Industrien zugute
      kommen wird.
52.         Die wichtigsten Verbindungstechniken sind heute Schweissen, Verbindung
      unter Verwendung von Bindemitteln oder Kombinationen der beiden. Probleme
      tauchen insbesondere dort auf, wo Werkstoffe verschiedener Art zusammengefügt
      werden müssen, z.B. eisenhaltige und NE-Metalle, Metallemit Polymeren
      und Kompositwerkstoffe, Metalle mit Keramik usw •• Bei zunehmender Verwendung
      von nur schwer mit Schmelztechniken zu schweissenden Werkstoffen wird die
      Entwicklung von Schweisstechniken in der festen Phase (Diffusionsschweiss-
      verbindungen, Reibungsschweissen) in den kommenden Jahren unabdinglich
       werden.
 53.         Mehr FuE-Bemühungen sind auch auf dem Gebiet der Weiterentwicklung
       kostengünstiger automatisierter Schweisstechniken unter Anwendung von Mikro-
       prozessoren notwendig, die sowohl eine höhere Produktivität als auch eine
       konstant höhere Produktqualität mit sich bringen sollten. Zu diesen For-
       schungen gehören die Entwicklung von Messfühlern und anpassbaren Kontroll-
       systemen. In Japan wird diesen Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit bei-
       gemessen.
 54.         Elektronenstrahlschweissen war ursprünglich eine europäische Entwick-
       lung aus den späten fünfziger Jahren, doch hat Japan auf mehreren Anwendungs-
       bereichen die Führung übernommen, einschliesslich Dampfturbinenkomponenten,
       Druckgefässhauptleitungen und Rundnähte sowie Kernreaktorkomponenten. Die
       erfolgreiche Anwendung hochleistungsfähiger Elektronenstrahlschweiss-Verfahren
       wird aufgrund der Tatsache zu bedeutenden wirtschaftlichen Vorteilen führen,
       dass die Schweissnaht in einer Lage fertiggestellt wird (bei Stahldicken
        bis zu 250 mm), verglichen   mit dem Lichtbogenmehrlagenschweissen (bei
        Stahldicken bis zu 6 mm in einer Lage), kein FÜLLmaterial verwendet wird, die 
        Werkstückverzerrung gering ist und die Energieanforderungen stark gesenkt we~I
 ---pagebreak---                                    - 47  ~
55.        Verbindungen mit Bindemitteln werden bereits routinemässig in der Luft-
     fahrtindustrie angewendet, doch erfordert ihre Anwendung auf Fertigungs-
     strassen hohen Geschwindigkeit (z.B. Kraftfahrzeugindustrie) noch die Lösung
     grundsätzlicher Probleme in der Produktionstechnologie ~ahtverhalten, Prüfung
     von Verbindungen, Zustand der zu verbindenden Oberflächen).
     5) Neue Prüfverfahren, einschliesslich zerstörungsfreie    Prüfung, on-line-
         Prüfung und rechnergestützte   Prüfung
56.        Grössere Zuverlässigkeit, bessere Qualität und Lebensdauer der Gemein-
     schaftserzeugnisse sind durch die obigen Forschungen Über Erzeugnisverschleiss
     und -abnutzung zu erreichen, doch bedarf es noch bedeutender Fortschritte
     in der Produktprüftechnologie, damit diese Aspekte ein konstanter und aner-
     kannter Bestandteil unserer Erzeugnisse werden.
57.        Wie bei der medizinischen Diagnose, zielt die zerstörungsfreie Prüfung
     darauf ab, Fehler in Erzeugnissen bereits im frühen Stadium aufzudecken, um
     mögliche Gefahren eines späteren Versagens zu verhüten.
58.        Ein besonderes Problem bildet die Entwicklung von Verfahren zur Prüfung
     der Produktqualität durch vollautomatische Prüfung der Komponenten, vor
     allem während der Herstellungs- und Vorverbindungsstadien des Fertigungs-
     prozesses. Stichprobenprüfungen der Komponentenqualität reichen nicht mehr
     aus, noch wird die Komponentenqualität dadurch sichergestellt, dass das
     fertiggestellte und verbundene Erzeugnis funktioniert. Verbesserte Qualitäts-
     prüfung erfordert jedoch die Aufnahme neuer Verfahren (z.B. verbesserte
     zerstörungsfreie Prüfung) und Anwendungsmittel (z.B. die computergestützte
     Prozesssteuerung im Rahmen eines vollintegrierten Prüf- und Korrektursystems
     an der Fertigungsstrasse), für die insgesamt erhebliche neue Forschungs-
     anstrengungen notwendig sind.
 59.       Die verschiedenen für Forschungen auf diesem Gebiet ausgewählten Themen
     gehören unmittelbar zu den Themen im Bereich der Zuverlässigkeit (Verschleiss
     und Abnutzung), Polymere und    Kompositwerkstoffe, Lasertechnobgie, Ober-
      flächenwissenschaft und Verbindungsverfahren.
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60.       Funktionsbezogene Prüfverfahren für Werkstoffabnutzungsprozesse mussen
    wegen der immer noch steigenden Qualitätsanforderungen weiterentwickelt wer-
    den. Nachdruck wird auf    WasserstoffversprÖdung, Bruchmechanik, Reibverschleiss
     und Reibverschleissermüdung unter Bezugnahme auf die Funktionsbedingungen
     während der Standzeit, Messung und Prüfung tribologischer Schäden und Prüf-
     verfahren für die biologische Abnutzung gelegt.
61.        Zerstörungsfreie Prüfverfahren (Schallemissionsanalyse, Ultraschall-
     spektroskopie, Wirbelstromprüfung usw.) mussen insbesondere wegen der gleich-
     zeitigen oder anschliessenden Anwendung in der computerintegrierten Fertigung
     in grossem Massstab, d.h. Entwicklung computergestützter On-line-PrÜfung,
     weiterentwickelt werden. Dabei wird auch die zerstörungsfreie Prüfung von
     Gebäuden, Brücken und anderen Konstruktionen berücksichtigt. Diese Arbeiten
     werden eng mit bestimmten Arbeiten im Rahmen des ESPRIT-Programms auf dem
     Gebiet der rechnerintegrierten Fertigung abgestimmt.
62.        Ein wesentliches Kriterium bei der Bewertung der Qualität und Zuver-
     lässigkeit von Industrieerzeugnissen ist ihre Standzeit. Kenntnisse Über
     Spannungen unter Betriebsbedingungen bilden eine kritische Voraussetzung für
     die rationelle Nutzung der Werkstoffe und den optimalen Einsatz von Kompo-
     nenten und Konstruktionen, und sind notwendig, wenn die Wettbewerbsfähigkeit
     erhalten und ein "Ueberdesign" vermieden werden sollen. Ferner sind Forschungen
     Über Messfühler und Spannungsüberwachungsgeräte und Prüfverfahren für Werk-
     stoffe und Komponenten unter Betriebsbeanspruchung oder ihre Simulierung
     erforderlich.
     6)    CAD/CAM und mathematische Modelle
 63.        Rechnerunterstützte Konstruktion (CAD) ist ein wichtiges Werkzeug, um
     sowohl die Erzeugnisqualität zu verbessern als auch Werkstoffe durch bessere
     Konzeption und Verwendung einzusparen. Ausserdem müssen mit dem raschen
     Uebergang von arbeitskräfteintensiven zu hochautomatisierten und robotisierten
     Produktionsprozessen die Erzeugnisse neu konzipiert werden, damit Merkmale
     hinzukommen, die eine bestmögliche Nutzung der neuen Produktionsprozesse
     sicherstellen. Rechnerunterstützte Konstruktion kann in dieser Beziehung
     ebenfalls eine wichtige Hilfe darstellen.
 ---pagebreak---                                    - 49 -
64.        Rechnergestützte Fertigung (CAM) stellt selbst einen wichtigen Teil des
     Trends zur stärker automatisierten Fertigungsstrasse dar. Sie ermöglichst eine
     bessere Kontrolle des Produktionsprozesses und sollte Erzeugnisse mit höherer
     und geeigneter Qualität und Zuverlässigkeit mit sich bringen.
65.        CAD und CAM waren Gegenstand umfangreicher Arbeiten in den Mitglied-
     staaten der Gemeinschaft, doch wur~n in den USA und in Japan FuE so stark
     aus Regierungsmitteln unterstützt, dass Europa jetzt im allgemeinen weit
     hinter den besten Praktiken in der Welt zurückliegt.
66.        Es sollte darauf hingewiesen werden, dass im Rahmen des BTA-Programms
     das Forschungsziel Über diese Themennicht Fortschritte in der CAD/CAM-Tech-
     nologie selbst sind, sondern vielmehr eine Aenderung der CAD/CAM-Techniken,
     um sie für relativ einfache Produktionsprozesse in den Herstellungsindustrien
     anwendbar zu machen (z.B.Werkzeugmaschinen, Schiffbau, Polymer- und Gesenk-
     schmiedeindustrien) und insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen.
     Die fortgeschritteneren Anwendungen der CAD/CAM-Technologie gehören inden
     Rahmen der ESPRIT- und Mikroelektronikprogramme.
 67.       Zwecks wirksamer Anwendung von CAD   und CAM in den modernen Produktions-
     prozessen bedarf es eines grösseren Verständnisses der verschiedenen Aspekte
     dieser Produktionsprozesse - das durch die Entwicklung mathematischer Modelle
      geliefert werden kann. Die Arbeiten auf diesem Gebiet werden auf die
      Bereitstellung von Modellen für viele Industrien und für kleine und grosse
      Produktionsanlagen ausgerichtet. Das Hauptziel besteht darin, die Anwendung
      von CAD und CAM und der mathematischen Modelle in finanzielle Reichweite der
      kleinen und mittleren Unternehmen zu bringen.
      7) Polymere, Kompositwerkstoffe und andere neue Werkstoffe
 68.        Polymere werden immer wichtiger, da sie seltene Werkstoffe ersetzen
      können und ihre bedeutenden mechanischen Eigenschaften (z.B. Leichtigkeit,
      Korrosionsfestigkeit, einfache Formbarkeit) Anlass zu zahlreichen Anwendungen
      in der Verfahrenstechnik geben.
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69. Die Kommission war immer wieder darauf hingewiesen worden, daß die
     Zukunft der Gemeinschaftsindustrie weitgehend von ihrer Fähigkeit
     abhängt, Polymere mit verbesserten besonderen technologischen Eigen-
     schaften herzustellen (z.B. verbesserte Festigkeit und Stabilität);
     diese Fähigkeit ist aber gleich doppelt bedroht. Einerseits befinden
     sich bereits qualitativ hochwertige Polymere aus den USA und Japan
     auf dem Markt, womit folglich bereits ein technologischer  Rückstand
     besteht, der erst aufgeholt werden muß. Andererseits erzeugen
     die Osteuropäer und die Ölfürderländer billige Polymere in Standard-
     qualität für die Üblichen Anwendungen. Daher besteht ein erheblicher
     leistungshemmender Faktor, sich in irgendeiner Richtung noch weiter
     zu bemühen; die beste MÜglichkeit zur Überwindung wäre eine Gemein-
     schaftsunterstützung.
70. Die Polymerforschung in diesem Programm verfolgt folgende Ziele :
    - LÜsung der Probleme bei ihrer heutigen Verwendung in Erzeugnissen, vor allem
       hinsichtlich der langristigen Stabilität, der Feuerstandfestigkeit,
       der mechanischen Festigkeit, Giftigkeit sowie die Verbindung von
       Polymeren   untereinander oder mit anderen Werkstoffen.
    - Die Erkennung neuen Bedarfs, vor allem bei medizinischen Anwendungen
       (Prothesen, Organersatz usw.), in der Landwirtschaft (z.B. neue Tech-
       niken zur Überwachung von Krankheiten und Seuchen) sowei bei den Kom-
       munikations- und Elektroniktechnologien (beispielsweise leitfähige
       Polymere).
    - Unerläßliche Erzielung hÜher Produktivität bei der Umwandlung der
       Werkstoffe.
 71. Verbundwerkstoffe, die Multiphasenwerkstoffe mit den wesentlichen
       Eigenschaften und Vorteilen mehrerer "herkÜmmlicher" Werkstoffe sind,
       wie Gummi, Glas oder Metalle, sind ebenfalls zu entwickeln, um den
       Anforderungen der Verbraucher in der Zukunft gerecht zu werden. Ver-
      bundwerkstoffe finden immer bei der Verfolgung eines bestimmten tech-
      nologischen Ziels Verwendung; zur Verbesserung der Leistungskurve im
      Vergleich mit dem Einsatz eines Einfachwerkstoffes (z.B. hinsichtlich
      der mechanischen, optischen und thermochemischen Eingenschaften).
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    Nur durch Entwicklung von Verbundwerkstoffen können viele wichtige
    Erzeugnisse und Bestandteile hinsichtlich Verschleißfestigkeit,
    Festigkeit, Gewicht und Isoliereigenschaften verbessert werden. Besondere,
    maßgeschneiderte Verbundwerkstoffe sind die Antwort auf eine wachsende
    Nachfrage vor allem nach leichteren und festeren Werkstoffen.
72. Forschungen auf dem Gebiet der Verbundwerkstoffe betreffen die Entwicklung
    neuer Verbundwerkstoffe mit besonderen mechanischen und physikalischen
    ~.genschaften, kostengünstige Herstellungstechnologien so~e geeignete Ver-
    bindungstechniken. Die Kennzeichnung grundlegender physikalischer Eigen-
    schaften im Zusammenhang mit den Endverbrauchera0Rendungen ist ebenfalls
    erforderlich, um Kenntnisse Über das Verhältnis zwischen Struktur und
    Eigenschaften zu gewinnen. Weitere Forschungen sind Über neue Werkstoffe
    mit besonderen elektrischen, magnetischenso~e opto-elektronischen Eigen-
    schaften erforderlich, insbesondere für Sonderanwendungen im Elektro-
    maschinenbau.
73. Im Ausland wird auch ein erheblicher Forschungsaufwand in dem Bereich
    Makromolekularchemie, Polymere und Verbund...;werkstoffe betrieben. In den
    USA ist dies im Rhamen einer Zusammenarbeit zwischen Universitäten und
    Industrie im kooperativen Forschuoqsproqramm (UICR) der National Science Foun-
    dation sowie im Rahmen anderer Programme der Fall.In Japan unterstützt das MITI
    Forschungen über Polymere und Verbundwerkstoffe im Rahmen seines "Forschung-und
    Entwicklungsvorhabens über die Grundlagentechnologie für künftige Industrien".
    8) Membranwissenschaft und -technologie sowie Probleme der Elektrochemie
74. Die Fähigkeit,      toffe voneinander wirtschaftlich trennen zu können,
    ist äußerst wichtig und häufig der begrenzende Leistungsfaktor in großmass-
    stäblichen Industrieverfahren. Gleichzeitig wurden durch steigende Kosten
    für Energie und Rohstoffe zahlreiche vorhandene Verfahren, insbesondere
    Trennungsverfahren, immer weniger interessant, wodurch neue Verfahren
    an die Verä·nderungen in der Energie- und Nachschubversorgung und bei
    den Herstellungsanforderungen angepaßt werden müssen. Diesen Anforde-
    rungen entsprechen Trennungsverfahren mit Hilfe    von Membranen.
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 75. Grundsätzlich ist die Membranwissenschaft recht einfach, da es sich um
       die physikalische Trennung spezifischer Verbindungen von flüssigen oder
       gasförmigen Mischungen handelt, doch kompliziert ist die erforderliche
       Technologie zur Umsetzung der Wissenschaft in praktische Industriean-
       wendung; dafür sind Bemühungen im Großmas~tab ünd koordinierte Arbeiten
       notwendig, wie sie bisher in EUropa noch nicht erfolgreich durchgeführt
       wurden. zweifellos gab es in der europäischen Grundlagenforschung in den
       letzten zwei  Jahrzehnten zahlreiche Entwicklungen in der Membranwissen-
       schaft und -technologie,die zahlreiche Anwendungen in Industrie und
      Medizin versprachen; die technologische Entwicklung und die Kommerziali-
      sierung dieser Bemühungen aber konzentrierten    sich weitgehend in den
      USA and seit neuestem auch in Japan, ~il sich diese verstärkt um FuE
      in diesen Bereichen bemühen (10% der gesamten japanischen Mittel für
      das MITI-Programm Üb~r    Grundlagentechnologien für künftige Industrien
      oder rund SO MioECU bis 1990).
76. Dennoch ist das Potential in der Membrantechnologie noch keineswegs voll
      entwickelt, was auch in den FAST-Studien zum Ausdruck kam. Die Jahres-
     verkäufe von sämtlichen Membrantrennungssystemen, die es vor rund 30
      Jahren fast gar nicht gab, betragen nun 500 MioECU; nach den heutigen
     Prognosen dürften die Verkäufe noch um das Fünfzehnfache steigen. Viele
      Entwicklungen werden zum teilweisen Ersatz vorhandener Trennungstech-
     niken dienen und somit neue Möglichkeiten für Konstruktionsfirmen
     eröffnen.
77. Probleme bestehen sowohl hinsichtlich der Verfügbarkeit geeigneter, stand-
     fester Werkstoffe zur Herstellung von Membranen als auch im Bereich der
     Industrieanwendung von Membranen; daher richten sich die Forschungsar-
    beiten in diesem Programm auf folgende Schwerpunkte :
    - Entwicklung neuer Membranwerkstoffe einschließlich Keramik.
    - Trennung von Gasen in ihre Bestandteile, z.B. Sauerstoff von Stickstoff
        und Erdgas, saure Bestandteile aus Abgasen.
    - Trennung durch Pervaporation kleinerer Mengen organischer Verbindungen
        in Wasser, geringer Mengen von Wasser in organischer Flüs~i~keiten sowie
        organischer Flüssigkeitsgemische aliphatischer/aromatischer Art.
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      - Trennverfahren under Einsatz flüssiger Membranen (Emulsionsart oder
         fixierte Flüssigkeit) zur Abwasserreinigung ul"'r.l'in der Hydrometallurgie.
      - Trennung durch Umkehrosmose und Ultrafiltrierung einer gelösten Mischung
         in Wasser unter Verwendung einer stetigen Membransäule, mit besonderem
        Schwerpunkt auf dem Bewuchsproblem.
 78. Einige der grundlegenden Vorgänge bei der Membrantechnologie gelten auch
      für bestimmte Probleme der angewandten Elektrochemie. Dies ist ein wich-
      tiges Verfahren in der NE-Metallindustrie. Besonders bedeutsam sind irre-
      versible Erscheinungen bei Anodensystemen sowie die Elektrolysetechnolo-
      gie mit Schmelzsalzen. Deshalb wurden diese Fragen auch in das Programm
      aufgenommen.
      9. Katalyse und Teilchentechnologie
     ------------------
79. Die meisten der für dieses BTR-Programm vorgeschlagenen Forschungsvorhaben
      kommen zahlreichen Industriezweigen zugute. Die Kommission schlägt jedoch
     auch die Aufnahme des Sonderbereichs Forschungen Über Verfahrenstechnik
     vor, auch wenn die Hauptanwendungen sich zumeist auf die chemische Fertig-
     ung beziehen. Dabei geht es um Katalyseverfahren oder die Eigenschaften
     von Stoffen, die chemische Reaktionen erleichtern, ohne selbst dabei ver-
     braucht , zu- werden. Se lbstverständ lieh ist die Katalyse auch allgemein hin-
     si cht l i nch der Verringerung der Umweltverschmutzung von Bedeutung;
     außerdem braucht Sie die Industrie zur Senkung ihrer Emissionen.
80. Obwohl die Katalyse vor allem in der chemischen und ihr verwandten Indus-
     trien Anwendung findet, ist sie allgemein verbreitet; sie ist ein wirt-
     schaftlich derart bedeutender Industriesektor, daß sie besondere Beach-
     tung verdient; rund 90% aller chemischen Erzeugnisse der Industrie werden
     Über einen oder mehrere katalytische Verfahrensschritte hergestellt.
81. Zur Förderung der Katalyseforschung         haben sowohl die USA als auch
     Japan umfangreiche Programme gestartet. Die staatliche Finanzierung wird
     in den USA auf 20 - 25 MioECU jährlich, in Japan auf rund 5 MioECU jährlich
     geschätzt. Für den Markt besteht jedoch ein erhebliches Potential. Nach
     Schätzungen wurden in den USA allein in der Erdöl-, Chemie- und Kfz.-
     Industrie 1980 Katalysatoren im Wert von 1,36 Milliarden US-Dollar einge-
    setzt. Man rechnet mit einer Wachstumsrate von rund 3,5 % jährlich.
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82. Nach den FAST-Empfehlungen beabsichtigt die Gemeinschaft vor allem,
     Über ihre Forschung neue Katalysatoren hoher Spezifität zur Herstellung
     von Feinchemikalien zu entwickeln.
83. Diese neuen Katalysatoren bieten folgende wichtigen Vorteile :
     - bessere Rohstoffnutzung (Vorräte), da weniger Werkstoffe zur Herstellung
        unerwünschter Nebenerzeugnisse verwendet werden;
        die Trennung der Nebenerzeugnisse ist wegen des geringeren Bedarfs
        an Zeit, Kapital (Trennungsanlagen) und Energie kostengünstiger;
    - die Inaktivierung der Katalysatoren duch Nebenerzeugnisse Läßt sich
        erheblich senken und führt zu einer Längeren Lebensdauer der teuren
        Katalysatoren; daraus folgt ein geringerer Verbrauch teurer Werkstoffe
        (Iridium, Platin usw.), die in den Katalysatoren enthalten sind.
84. Folgende Bereiche sollen vor allem erforscht werden
     1. Der Einsatz von Zeolithen als Katalysatoren bei Anwendungen außerhalb
         der Petrochemie. Hauptstudiengebiet ist die Entwicklung von Zeolithen
         für formselektive Katalyse. Grundwissen ist in Europa bereits aus-
         reichend vorhanden, doch muß die Forschung Über Anwendungen gefördert
         werden.
    2. Auch Über homogene Katalyse besitzen wir ausreichende Kenntnisse, doch
         fehlt es auch hier wieder an den Anwendungen. Der Vorteil homogener
         Katalyse Liegt in der oft möglichen höheren Selektivität. Die Forschung
         betrifft Katalysatoren unter Einsatz von Palladium und der Nichtedel-
         metalle wie Kobalt, Molybdän, Vanadium und Mangan zur Anwendung in Oxi-
         dationsreaktionen.
    3. Die katalytische Reinigung von Industrieabwässern ist ein wichtiges
         Thema hinsichtlich der Bekämpfung des sauren Regens. Hauptschwerpunkt
         der Forschung is die Beseitigung der Abgase, die so 2 und NOx enthalten.
  85. Ein weiterer wichtiger Trend bei der Katalyse ist die Entwicklung und
       Anwendung fixierter Enzyme als Industriekatalysatoren; diese Arbeiten
       sind jedoch nicht in das ProgramMaufgenommen worden, da sie bereits
       zum FuE-Programm der Gemeinschaft Über Biotechnologie gehören.
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86. Das Verständnis des Teilchenverhaltens ist ein wichtiger Aspekt bei
    zahlreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Katalyse, wird jedoch nicht
    vorgeschlagen, um die Arbeiten Über Teilchentechnologie im Programm
    auf katalytische Fragen zu begrenzen. Von Bedeutung ist die Teilchen-
    technologie in zahlreichen Industriesektoren, vor allem in der Ver-
    arbeitungs- und Anlagenlieferungsindustrie. Verhältnismäßig wenig ist
    Über das Verhalten uniden Transport von Teilchen bekannt, wodurch
    erhebliche Verluste an Rohstoffen und Energie auftreten.
    Beziehungen zwisc~en_ BTR-Programm und anderen FuE-Programmen der
    Gemeinschaft
87. Allgemeine Forschungsthemen aus verschiedenen FuE-Programmen der Ge-
    meinschaft, die bereits bestehen oder vorgeschlagenen sind, sind auch
    im BTR-Programm enthalten. Dennoch ermöglichen die unterschiedlichen
    spezifischen Forschungsziele von BTR und der anderen Programme eine
    allgemeine Behandlung dieser Themen; gute innere Koordinierung muß
    gewährleisten, daß unnötige Doppelarbeit vermieden wird und sich die
    spezifischen Arbeiten an diesen Themen in den einzelnen Programmen
    soweit wie möglich ergänzen~ Diese Koordinierung funktioniert bereits
    gut, wie sich am Beispiel der heutigen Keramikforschung feststellen
    Läßt. Keramik wird unter den Themen Rohstoffe, Energieeinsparung und
    den Programmen der GFS Petten behandelt, jedoch immer mit ergänzenden
    Forschungszielen.
88. In den nachstehenden Abschnitten werden die Verbindungen zwischen dem
    BTR-Programm und den Übrigen FuE-Programmen der Gemeinschaft aufge-
    zeigt, in denen es möglicherweise zu Doppelarbeit kommen könnte.
    - Stimulierung
89. Das Stimulierungsprogramm dient der Förderung der Grundlagen-
    forschung in verschiedenen, zukunftsträchtigen Bereichen, die noch
    weit von einer industriemäßigen Anwendung entfernt sind. Entsprechende
    Arbeiten im BTR-Programm könnten die Bereiche Katalyse, Membranen, Kleb-
    stoffe, Polymere betreffen, doch gilt die Förderung Lediglich den grund-
    legenden Aspekten dieser Themen und wird nicht unter dem Gesichtspunkt
    besonderer Industrieanwendungen betrieben. Andererseits ist diese Aus-
    richtung ein zentrales Thema des BTR-Programms.
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    -_Biotechnologie
90.  Die  Programme Über Biotechnologie und   BTR enthalten des Thema Kata-
    lyse, doch könnte sich Doppelarbeit Lediglich bei der Enzymkatalyse
    ergeben. Weil dieses besondere Thema bekanntlich im Biotechnologiepro-
    gramm enthalten ist, wird es im BTR-Programm nicht wieder aufgenommen.
    Allerdings ist beabsichtigt, eine enge Verbindung zwischen dem Bio-
    technologieprogramm und Arbeiten an den Katalysevorhaben im BTR-Pro-
    gramm aufrechtzuerhalten, damit ein gegenseitiger fruchtbarer Gedan-
    kenaustausch erfolgen kann.
    - Umwelt
    --------
91. Das Umweltprogramm im Zusammenhang mit sauberen Technologien kann sich
    in gewisser Weise mit einem Aspekt der Katalysearbeiten im BTR-Programm,
    der katalytischen Reinigung von Industrieabwässern und -abgasen, Über-
    lappen. Die Arbeiten des BTR in diesem Bereich sollen daher in enger
    Zusammenarbeit mit dem Umwefprogramm aufgebaut werden, damit gegen-
    seitig bei Forschungsergebnissen Vorteile erzielt werden können.
    -_EnergieeinsearungL_Stahl_und_Kernreaktorsicherheit
92. Forschungsthemen im BTR-Programm können sich in gewisser Weise mit
    Themen im Rahmen der FuE-Programme Über b~ergieeinsparung, Stahl und
    Kernreaktorsicherheit Überschneiden; allerdings sind bei diesen die Forschungs-
    ziele immer speziell auf ein Gesamtziel des Einzelprogramms ausgerichtet, das
    heisst,auf die Lösung besonderer praktischer Probleme im Zusammenhang mit neuen
    und alternativen Energiequellen,der Stahlzeugung sowie den Bau von Kernreakto~
    ren begrenzt. Die Arbeiten im BTR-Programm sind weitgehend auf das Erweitern
    vorhandener Grundkenntisse über diese Themen ausgerichtet, um möglichst
    weitreichende Industrieanwendung zu erzielen.
    - Rohstoffe
    -----------
93. Das Unterprogramm Substitution innerhalb des heutigen Rohstoffprogramms
    könnte zu Überschneidungen mit den BTR-Arbeiten in den Bereichen der
    Substitution von Werkstoffen zur Oberflächenbehandlung und für Überzugs-
    schichten (verschl~iß- und korrosionsfeste Überzüg~) sowie in geringe-
    rem Maße bei der Substitution von Schneid- und Spanwerkzeugen führen.
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94. In all diesen Bereichen im Rohstoffprogramm ist das Ziel weiterhin
     der Einsatz verschiedener, kostengünstigerer Rohstoffe, die möglichst
     auch leichter verfügbar sind; im BTR-Programm Liegt dagegen das Haupt-
     ziel meist auf der Verbesserung der Eigenschaften und Techniken in
     diesem Bereich.
95. Sowohl im Esprit-Programm als auch im BTR-Programm erfolgen Arbeiten
     Über CAD/CAM, dennoch gibt es keine Überschneidungen, weil sich die
      BTR-Arbeiten ausschließlich auf die Anwendung von CAD/CAM-Konzep-
      tionen auf einfachere Anwendungen in den herkömmlichen Industrien
      beschränken.
      - C0ST
 96. In verschiedene C0ST-Aktivitäten werden Themen aus dem BTR-Bereich
      behandelt, vor allem Korrosion in der Bauindustrie (C0ST 502),
       Pulvermetallurgie (C0ST 503) sowie Werkstoffe für Dampfturbinen
       (C0ST 505). Die Koordinierung erfolgt im Rahmen des Forschungsak-
       tionprogramms.
       -_Gemeinsame_Forschung~stelle
 97. Die Arbeiten der Gemeinsamen Forschungsstelle auf dem Gebiet der Werk-
        stoffkunde (insbesondere Hochtemperaturwerkstoffe) sowie der Werkstoff-
        prüfung können erheblich zum Erfolg des BTR-Programms beitragen.
  98. Grundsätzlich sind die Forschungsziele der verschiedenen Programme
        durchaus unterschiedlich, auch wenn Überscheidungen bei den einzelnen
        FuE-Programmen der Gemeinschaft bestehen; meist erfolgt das BTR-Programm
        umfangreichere Zielsetzungen, die mehr auf die Industrie ausgerichtet
        sind als bei den anderen Programmen. Ein sorgfältiger Gedanken- und
         Informationsaustausch dürfte unnötige Doppelarbeit vermeiden helfen;
        noch schlimmer wäre die Ablehnung eines guten Vorschlags im Rahmen
         eines der möglichen Programme aufgrund der Annahme, er würde in einem
         anderen Programm angenommen. Die Erfahrung zeigt, daß solche Koordi-
         nierung möglich ist; die Einführung des Aktionsprogramms wird die
         Situation weiter verbessern:
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     VII. Finanzierung des Programms und Personalbedarf
 99. Der veranschlagte Mittelbedarf für die verschiedenen Unterbereiche
     ist das für notwendig erachtete Minimum, um das Niveau der Forschungs-
     arbeiten überall in der Gemeinschaft Über den unteren kritischen Punkt
     hinauszubringen und somit einen sinnvollen und spürb~~en Einfluß auf
     die jeweiligen Technologien zu gewährleisten. Anfangs wird ein Teil
     der Mittel (15 Millionen ECU) nicht für einen speziellen Bereich
     bereitgestellt.
     Die Aussagen Über bestimmte Interessengebiete dürften einen deutlichen
     Hinweis auf prioritäre Vorhaben innerhalb der verschiedenen Unterbe-
     reiche und deren Kosten Liefern, womit sich anschließend die sinn-
     vollste Verteilung der Mittel ergibt.
100. Das vorgeschlagene Programmläuft Über vier Jahre, doch ist selbstver-
     ständlich, dass bestimmte Forschungsziele innerhalb dieser vier Jahre
     erreichbar sind, während für andere ein größerer Zeitraum erforder-
     lich ist. Daher ist beabsichtigt, das Programm in Form eines Vier-
      jahres-Turnusprogramms abzuwickeln, wobei es Ende jeden Jahres über-
     prüft und eventuell geändert wird.
101. Die nach der ersten amtlichen Ausschreibung vergebenen Verträge werden
     rund die Hälf~ der vermutlich insgesamt erforderlichen Gemeinschafts-
     mittel binden. Die verbleibende Hälte bleibt in Reserve und soll im
     Bedarfsfall zur ergänzenden Finanzierung der Vorhaben dienen, die
     besonders vielversprechend erscheinen, sowie zur Unterstützung von
     Verträgen verwendet werden, die nach einer zweiten Ausschreibung
     nach einer Überprüfung zur Mitte   seiner Laufzeit vergeben werden.
102. Als Gesamtkosten des Programms werden 270 MioECU veranschlagt, wovon
     die Gemeinschaft rund 50% zu tragen hat. Die Gemeinschaftsmittel be-
      tragen für jeden ausgewählten Forschungsbereich;
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     1) Zuverlässigkeit, Verscht.ei ß und Abnutzung          20 Millionen ECU
     2) Oberflächenkunde und Technologie                     10 MioECU
     3) Anwendungen der Lasertechnologie zusammen mit
        anderen neuen Methoden der Metallbearbeitung und
        -formgebung                                          15 MioECU
     4) Verbindungtechniken                                  10 MioECU
     5) Neue Prüfmethoden einschließlich zerstörungs-
        freie Prüfversuche, on-line Prüfung sowie rech-
        ner-'llnterstütztes Prüfen                           15 MioECU
     6) CAD/CAM und mathematische Modelle                    10 MioECU
     7) Polymere, Verbundwerkstoffe und andere neue
        Werkstoffe                                           20 MioECU
     8) Membrankunde und Technologie                         10 MioECU
     9) Katalyse und Teilchentechnologie                     10 MioECU
    10) Nicht gebundene Mittel                               15 MioECU
                                           Ingesamt         135 MioECU
     Personalbedarf der Kommission
103. Beim Personalbedarf ist festzuhalten, daß es sich um ein neues
     Programm handelt, das kein bereits bestehendes Programm ersetzt oder
     fortsetzt, weshalb auch kein Kern von Dauerpersonal bereitsteht, auf
     dem man aufbauen könnte. Die K,ommission rechnet damit, mindestens 26
     Personen für die ordnungsgemäße Abwicklung dieses Programms einstel-
     len zu müssen. Diese Zahl ist die untere Grenze, weil damit nur Perso-
     nal für die wissenschaftlichen Fachbereiche und den technischen Bedarf
     der oben genannten Hauptforschungsbereiche bereitsteht. Meist werden
     kurzfristige Verträge abgeschlossen, die also hÖchtens die Zeitdauer
     des Programms abdecken, damit zeitgemäßes technisches Wissen der
     Sachverständigen gewährleistet ist, die grundsätzlich nach Auslaufen
     ihrer Verträge in ihre Heimatländer zurückkehren sollen. Gebraucht
     wird vor allem folgendes Personal :
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     Laufbahn A      15 (jeweils zwei Personen für die fünf größten
                         Forschungsbereiche, eine Person für die Übrigen
                         vier Forschungsbereiche, sowie eine zuständige Person
                                   . für die Vertragsaushandlung usw.)
     Laufbahn B        3 (Hilfspersonal im Üblichen Verhältnis zum A-Personal)
     Laufbahn C        8
     Insgesamt       26
     VIII. Allgemeines
104. Hauptziel dieses Programms ist die Förderung der kooperativen     techno-
     logischen Grundlagenforschung in einem Maßstab, der zur Steigerung
     der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ausreicht. Dieses
     Ziel muß man sich immer vor Augen halten; alle Entscheidungen in sämt-
     lichen Phasen des Programmes müssen davon abhängen. Forschungsvor-
     schläge mit akademischer Bedeutung, hinter denen jedoch nicht potentiell
     wichtige oder weitreichende Industrieanwendungen stehen, werden zurück-
     gewiesen.
105. Hier ist hervorzuheben, daß die Förderung technologischer Forschung
     allein nicht die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemein-
     schaftsindustrie bewirken kann. Die technologische Forschung ist Ledig-
     lich ein Faktor unter vielen, die eine wettbewerbsfähige Industrie
     schaffen; das BTR-Programm kann nur wirksam sein, wenn gleichzeitig
     die richtige industrielle, wirtschaftliche und soziale Umgebung ge-
     schaffen wird. Nach Auffassung der Kommission ist jedoch die Förderung
     von BTR und besonders eine Kooperation auf Gemeinschaftsgrundlage eine
     wichtige Voraussetzung für den Aufschwung in der Gemeinschaftsindustrie.
     Ohne die Einführung neuer Technologien, die Über BTR zu entwickeln
     sind, sehen sich zahlreiche Gemeinschaftsindustrien bereits heute
     ernsthaften Problemen, vor allem von ihren US- und japanischen Wett-
     bewerbern, gegenüber und können kurzfristig nicht überleben; langfristig
     gilt dies auch für Industriezweige, denen es anscheinend noch gut geht.
     Außerdem können die neuen Technologien selbst und der Zugriff auf sie
     durch Klein,- Mittel- und Großbetriebe, die innovieren, auch Stimulanz
 ---pagebreak---                                - 61 -
     für mehr Unternehmungsgeist und  größere Stabilität sein, die für das
     Wachstum und das dauerende Wohlbefinden der Gemeinschaftsindustrie
     erforderlich sind.
106. Bei der Auswahl der Forschungsthemen hat die Industrie weitgehend mit-
     geholfen, doch werden Forschungsvorschläge nur unterstützt, wenn sich
     die Industrie selbst Über eine erhebliche Finanzbeteiligung engagiert,
     weiterhin mit Rat und Tat für die Abwicklung des Programms zur Seite
     steht und allgemein wachsendes Interesse am Erfolg des Programms an
     den Tag Legt. Die Kommission wird insbesondere auf den Willen der
     Industrie achten, die Arbeiten mit rein privaten Mitteln durchzu-
     führen und dabei den Geist des Wettbewerbs aufrecht zu erhalten, sobald
     die vorausgehenden Arbeiten am Programm abgeschlossen sind.
 ---pagebreak---                                - 62
                       VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES
              Über ein Mehrjahres-Forschungs- und Entwicklungsprogramm
                      der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
               auf dem Gebiet der technologischen Grundlagenforschung
    DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
   gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschafts-
   gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 235,
   auf Vorschlag der Kommission,
   nach Stellungnahme des Europäischen Parlements (1)
  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (2),
   in Erwägung nachstehender Gründe :
  Gemäß Artikel 2 des Vertrages ist es unter anderem Aufgabe der Ge-
  meinschaft, eine harmonische Entwicklung des Wirtschaftslebens inner-
  halb der Gemeinschaft, eine beständige und ausgewogene Wirtschaft-
  ausweitung sowie eine beschleunigte Hebung der Lebenshaltung zu
  fordern.
  Die technologische Grundlagenforschung trägt zur Erreichung dieser
  Ziele bei •
Sie ist auf den Bedarf zahlreicher, für die Gemeinschaft wirtschaftlich
  wichtiger Industriezweige augerichtet.
  Zu den wichtigsten Zielen des Rahmenprogramms gehört die Förderung
 der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.
 ---pagebreak---                                   :- 63 - -
Die gemeinsame Durchführung indirekter und konzertierter Aktionen auf
dem Gebiet der technologischen Grundlagenforschung wäre ein wichtiger
Beitrag zur Verwirklichung dieses Ziels.
Das    Forschungsaktionsprogramm Industrietechnologien enthält bereits
zahlreiche nützliche Forschungsprogramme für die europäische Industrie,
doch fehlt ein sektor- und fachübergreifendes Programm zur technolo~
gischen Grundlagenforschung.
 Im Vertrag sind die besonderen Befugnisse für entsprechende Maßnahmen
nicht vorgesehen -
 BESCHLIESST
                                         Artikel 1
 1.Das   im Anhang., beschriebene    Forschungs- und Entwicklungsprogramm der
     Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet der Grundlagen-
     technologie wird für einen Zeitraum von vier Jahren, beginnend mit
     dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt
     der Europäischen Gemeinschaften, angenommen.
  2. Das Programm wird in Form von Vertragsforschung und als konzertierte
     Aktion abgewickelt.
     Die Arbeit erfolgt Über Kostenteilungsverträge, die mit geeigneten
     Industrieorganisationen,Forschungslabors oder Universitätsinstituten
     bzw. mehreren dieser Stellen abgeschlossen werden.
     Bei den konzertierten Aktionen werden die Forschungstätigkeiten,
     die Teil bestehender Forschungsprogramme in den Mitgliedstaaten und
     möglicherweise in der Gemeinschaft sind, auf Gemeinschaftsebene
      koordiniert.
      Vorhaben mit Teilnehmern aus mehr als einem Mitgliedstaat, von denen
      mindestens einer eine Industrieorganisation ist, werden vorrangig
      behandelt.
 ---pagebreak---                                    - 64 -
                                         Artikel 2
   Die f~r die Durchführung des Programms erforderlichen Mittelzuweisungen,
   die auf 135 Millionen ECU veranschlagt werden und Personalausgaben für
   26 Bedienstete enthalten, werden in den Haushaltsplan der Europäischen
   Gemeinschaften eingesetzt. Alle Zahlenangaben sind vorläufig.
                                         Artikel 3
   Das Program wird im zweiten Jahr überprüft. Diese Überprüfung kann in
  Übereinstimmung mit dem entsprechenden Verfahren zu einer Revision des
  Programms führen, die im dritten Jahr in Kraft tritt.
                                         Artikel 4
  Die Kommission ist für die Durchführung des Programms hinsichtlich der
  Vertragsforschung sowie für die Koordinierung hinsichtlich der konzer-
            Aktionen zuständig.
  Im Rahmen des Programms trifft sie Entscheidungen über die genaue Durch-
  führung, vor allem bezüglich   der Verteilung der Arbeit auf Vertragsfor-
  schung und   konzertierte Aktionen sowie des Beginns von konzertierten
  Aktionen.
                                         Artikel 5
  Unterstützt wird die Kommission bei den in Artikel 4 genannten Aufgaben
 durch den mit Beschluss ••• / ••• : •••  des Rates eingesetzten Beratenden
 Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss (Industrietechnologien (BVKA).
                                         Artikel 6
 In Übereinstimmung mit einem von der Kommission festzulegenden Verfahren
 tauschen die teilnehmenden Mitgliedstaaten und die Gemeinschaft nach An-
 hörung des BVKAhinsichtlich der konzertierten      Aktionen alle brauchbaren
 Informationen über die Durchführung der Forschungsarbeiten im Rahmen dieser
Tätigkeiten aus.
Die teilnehmenden Mitgliedstaaten teilen d~r Kommission alle für die Koordinie-
rung wichtigen Informationen mit. Ausserdem bemühen sie sich, der Kommission
Informationen über ähnliche, geplante oder durchgeführte Arbeiten von nicht
dem Staat unterstehenden Stellen zu liefern.
Alle Angaben werden auf Wunsch des Mitgliedstaats vertraulich behandelt.
 ---pagebreak---                                 - 65 -
                                       ANHANG
Das Programm umfasst neun wichtige Forschungsbereiche
1. Zuverlässigkeit, Verschleiss und Abnutzung
a) Methoden zur Vorhersage der Nutzungsdauer und zur Fehlerfeststellung
   in Maschinenbauwerkstoffen, Bauteilen und Aufbauten.
b) Verschleissfestigkeit von Werkstoffen zum Einsatz in schleifendem, ab-
   nützendem und korrosivem Milieu und unter anderen ungünstigen Voraus-
   setzungen sowie tribologische Faktoren bei der spanlosen und der span-
   abhebenden Formgebung von Werkstoffen.
c) Verbesserte Lagerwerkstoffe und -systeme hinsichtlich Ermüdung, Fressen
   und Kavitationsschaden.
d) Bruchmechanik bei Maschinenbauwerkstoffen und Bauteilen, einschliesslich
   instabiler Brüche , Ermüdung, Kriechen sowie Auswirkungen der Korrosion
   auf instabile und Ermüdungsbrüche.
e) Ermüdung von Maschinenbauwerkstoffen und Bauteilen als Ergebnis der an-
   gewandten zyklischen Belastungen, der Zusammensetzung der Werkstoffe sowie
   Behandlung und Qualität der Herstellungsverfahren. Verhältnis der Werk-
   stoffeigenschaften zum Konstruktions-Ermüdungsverhalten.
f) Korrosionsfestigkeit und Korrosionsschutz von Maschinenbauwerkstoffen und
   Bauteilen in aggressivem Milieu und anderen ungünstig~n Bedingungen sowie
   Wasserstoffversprödung im Zusammenhang mit Korrosionsvorgängen.
g) Mikrobiologische Abnutzung von Maschinenbauwer.kstoffen.
h) Biokompatibilität von Werkstoffen zum Einsatz in Transplantaten und beim
   Organaustausch.
2. Oberflächenkunde und technologie
a) Technologien der Oberflächenbehandlung und des Oberflächenüberzugs zur
   Veränderung der physikalischen und mechanischen Eigenschaften von Werk-
   stoffen, Bauteilen und Aufbauten.
b) Einsatz von Verfahren, die im Labormassstab  fertig sind, in Produktions-
   linien.
c) Oberflächeneigenschaften und Erscheinungen an Schnittstellen.
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 3. Lasertechnologie und ihre Anwendungen, sowie andere neue Methoden der
    Metallbearbeitung und-formgebung
 a) Entwicklung und Einsatz hochleistungsfähiger Laser für Werkstoffbearbeitung
    einschliesslich der Wechselwirkung zwischen Laserstrahlen und Werkstoffen.
b) Sicherheit und Arbeitsverfahren für den Einsatz von Lasern ·in Produktions-
     linien.
c) Fast-Netzformfertigungstechnologie, insbesondere Pulvermetallurgie.
4. Verbindungstechniken
a) Neue oder verbesserte Schweisstechniken,einschliesslich Elektronenstrahl,
    Diffusions- und Friktionsschweissen.
b) Kostengünstiges automatisches Schweissen, einschliesslich Sensoren und
    anpassungsfähige Steuerungssysteme.
c) Neue oder verbesserte Kleb~, Löt- und Hartlöttechniken und ihre Anpassung
    zum Einsatz in der Massenfertigung. Verbindung neuer und ungleicher Werk-
    stoffe.
5. Neue Prüfmethoden einschliesslich des zerstörungsfreien Prüfens, on-line-
    Prüfens und des rechnerunterstüt?ten Prüfens
a) Funktionsabhängige Techniken zur Messung und Prüfung von Werkstoffabnut-
    zungsvorgängen, einschliesslich Korrosion~ Verschleiss, Bruch und Rissbil-
    dungsvorgängen sowie biologisch verursachter Schäden.
b) Zerstörungsfreie Prüftechniken zur Prüfung, Entdeckung und Darstellung von
    Schäden und Beanspruchungen in Werkstoffen, Bauteilen und Aufbauten.
c) Rechnerunterstützte Prüftechniken und -systeme, insbesondere zum Einsatz
    in der rechnergestützten Fertigung.
d) Prüfmethoden für Werkstoffe, Bauteile und Aufbauten unter Betriebsbe-
    lastungen einschliesslich Simulierung.
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6. CAD/CAM und mathematische Modelle
a) CAD/CAM-Techniken für Herstellungsverfahren in verarbeitenden Industrien
    ausserhalb des Elektronikbereichs, insbesondere kostengünstige Techniken
    für Klein- und Mittelbetriebe (KMB).
b) Mathematische Modelle der Fertigungsverfahrungen und-erscheinungen einschliess-
    lich Modellen für flexible Fertigungssysteme für KMB.
7. Polymere, Verbundwerkstoffe und andere neue Werkstoffe
a) Polymere und Verbundwerkstoffe mit besonderen, verbesserten physikalischen
    und mechanischen Eigenschaften sowie Stabilität für umfangreichere Anwen-
    dungen im Maschinenbau sowie in der Medizin und Landwirtschaft.
b) Kostengünstige Erzeugung, Umwandlung und Verbindungstechniken für Polymere
    und Verbundwerkstoffe.
c) Klebmechanismen und Wechselwirkungen an den Komponentenschnittstellen der
     Verbundwerkstoffe.
d) Werkstoffe mit besonderen elektrischen, magnetischen und opto-elektronischen
     Eigenschaften zum Einsatz bei verschiedenen Maschinenbauanwendungen.
     N.B.   Spezielle Anwendungen von Verbundwerkstoffen, besonders irl\Bereich
            des Verkehrswesen sollen durch ein weiteres Programm für neuartige
            Werkstoffe abgedeckt werden.
 8. Membranwissenschaft und Technologie sowie Probleme der Elektrochemie
 a) Anwendung von Membranen bei kontinuierlichen Trennungsverfahren, insbe-
     sondere die Anwendung der Umkehrosmose, Ultrafiltrierung, Mikrofiltrierung
     und Dialyse für Prozessströme.
 b) Industriemässige Anwendungen der Gastrennung durch Membranen einschliess-
     lich der Sauerstoffanreicherung der Luft, Trennung saurer Gasbestandteile
     in Abgasen und Erdgas, Trennung bei Erdgas und Industrieprozessgasen.
 c) Trennung flüssiger Gemische durch Verdunstung über eine Membran einschliess-
     lich der Entfernung von Wasser aus organischen Flüssigkeiten, Trennung aro-
     matischer/a~fatischer Flüssigkeitsgemische und Entfernung organischer Be-
     standteile aus Wasser.
 ---pagebreak---                                 - 68 -
d) Neue Membranwerkstoffe einschliesslich Keramik, für Industrie und Medizin.
e) Bewuchs und Verhinderung von Bewuchs der Membranen.
f) Irreversible Erscheinungen an Anodensystemen bei der elektrolytischen
   Extraktion von Nichteisenmetallen.
g) Technologie der Schmelzsalzelektrolyse für die Nichteisenmetallurgie.
9. Katalyse und Teilchentechnologie
a) Zeolithe als Katalysatoren in der organischen Chemie, einschliesslich ihrer
   Herstellung, Kennzeichnung und Formung sowie Anwendung der formabhängigen
   Katalyse.
b) Industriemässige homogene Katalyse, insbesondere für Oxidationsreaktionen.
c) Katalytische Reinigung von Industrieabwässern und -abgasen, einschliesslich
   der Beseitigung von so   und NOx.
                          2
d) Teilchentechnologie, insbesondere die Herstellung von Teilchen, Teilchen-
   verunreinigung und Konstruktion von Ausrüstungen.
 ---pagebreak---                            - 69 -
                                                           Anlage III
Anwendung neuer Technologien (Bekleidungsindustrie)
              Programmvorschlag
I. Einleitung
   1. Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der EG-Industrie hängt weit-
      gehend von der Entwicklung der in Anlage II beschriebenen grundlegen-
      den Technologien ab. Diese Technologien werden dann eine breite Gr.und-
           y
      Lage, auf der die Industrie neue Produkte und Verfahren entwickeln
      kann, die vermutlich i~ laufe des nächsten Jahrzehnts und wahrschein-
      lich über das Ende des Jahrhunderts
      fragt sein werden. Aber die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie hängt
      auch davon ab, inwieweit es den einzelnen Unternehmen und Industrie-
      zweigen gelingt, erfolgreich neue Technologien aus anderen Bereichen
      ihren besonderen Erfordernissen anzupassen, so dass sie auch erfolg-
      reich von kleinen und mittleren Unternehmen eingesetzt werden können.
   2. Im Vergleich zu anderen Industrieländern ist die Zusammenführung von
      Technologien aus verschiedenen Wirtschaftszweigen zum Nutzen einer
      einzelnen Branche in Europa noch recht unterentwickelt, zumindest
      soweit es um eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit geht. Eine
      solche Kooperation ist jedoch wesentlich, wenn das technologische
      Potential Europas optimal genutzt werden soll. Die Anstrengungen
      müssen sich auf diejenigen Bereiche der Industrie in der Gemein-
      schaft richten, die sich durch die Zufuhr von Spitzentechnologien
      verändern Lassen und dann in der Lage wären, sich auch ohne Schutz-
      massnahmen gegenüber ausländischer Konkurrenz zu halten.
   3. Formen und Möglichkeiten einer Förderung    branchen- und
      grenzübergreifende   Zusammenarbeit vor Erreichen·der Marktreife
      Lassen sich nur abmessen, wenn ein Versuch unternommen wird,
      ein Modell für eine disziplin- und grenzübergreifenden Forschung
      zur Anwendung neuer Technologien zu schaffen, die von ~01rPrPn
      Industriezweigen der Gemeinschaft genutzt werden können, von
 ---pagebreak---                           - 70 -
   den Lieferanten der neuen Technologie (Mikroelektronik und
   Maschinenbau) sowohl wie von den Anwendern.
4. Die Bekleidungsindustrie (hier einschliesslich Wirkwaren) ist
   als Testsektor für dieses Programm gewählt worden wegen ihrer
   wirtschaftlichen Bedeutung, aber auch weil hier die echte
   Möglichkeit besteht, die Schrumpfungstendenzen der letzten Jahre
   durch Ausnutzung des technologischen Fortschritts umzukehren,
   und weil ihr Bedarf an neuer Technologie zur Verbesserung der
   Wettbewerbsfähigkeit typisch ist für eine ganze Reihe von pro-
   duzierenden Industrien der Gemeinschaft.
5. Die Bekleidungsindustrie beschäftigt heute in der Gemeinschaft
   über 850.000 Arbeitskräfte; weitere 1,2 Millionen arbeiten in
   der Textilindustrie, deren Existenz weitgehend von der Beklei-
   dungsindustrie abhängt. Zusammen beschäftigen diese Unternehmen
   8 % der Industriearbeiter in der Gemeinschaft. 6,4 % der Wert-
   schöpfung der Industrie und 6 % der Industrieausfuhren der Ge-
   meinschaft gehen auf ihr Konto. Die Bekleidungsindustrie hat
   also ein erhebliches wirtschaftliches Gewicht. Seit 1975 ist ihr
   Umsatz aber real stark zurückgegangen; die Beschäftigtenzahl
   sank um 26 %. Und wenn nicht schnell Mittel zur Verbesserung
   der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz in Fernost
   gefunden werden, dann kann es leicht mit der Bekleidungsindustrie
   in der Gemeinschaft in naher Zukunft noch schneller bergab gehen.
   Dann sind auch die abhängigen Arbeitsplätze und Betriebe direkt
   und indirekt ernstlich gefährdet. Nur eine wettbewerbsfähige
   Branche kann eine Beschäftigungsgarantie abgeben.
6. Es darf nicht übersehen werden, dass auch die Konkurrenz der
   Branche in anderen Ländern ihre FuE-Programme hat. In Japan
   gibt es beispielsweise ein Forschungsprogramm, für das 80 Mio ECU
 ---pagebreak---                              - 71 -
       aus MITI-Mitteln bereitgestellt wurden, um voll..-.automatisierte
       Konfektionssysteme zu entwickeln. Auch in Schweden und in den
       Vereinigten Staaten wird hieran gearbeitet.
    7. In den folgenden Abschnitten wird auf den technischen und
       organisatorischen Inhalt des Programms eingegangen; das Pro-
       gramm selbst entstand in enger Zusammenarbeit mit der Industrie
       und anderen Sachverständigen.
II. Die Rolle der Gemeinschaft
    8. Das vorgeschlagene Programm soll als Katalysator für eine dis-
       ziplinübergreifende, kooperative Forschung dienen. Deren Ziel
       ist der Einsatz neuer Technologien zu einer entscheidenden
       Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Bekleidungsindustrie
       in der Gemeinschaft. Sie soll ein Arbeitsmodell für eine sektor-
       und grenzübergreifende Zusammenarbeit schaffen und ist ein inte-
       grierender Bestandteil der Option "Verbesserung der Wettbewerbs-
       fähigkeit der Industrie" des Rahmenprogramms.
    9. Das Programm ist nicht auf eine Subventionierung der Forschung
        in der Bekleidungsindustrie abgestellt. Die Forschung ist im
       wesentlichen     . Sache der Industrie. Das Programm setzt da
       den Hebel an, wo Europa im Rückstand ist: in der sektor- und
       grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Das Programm soll sicher-
        stellen, dass das technologische Potential Europas voll ausge-
        schöpft wird und die vorhandenen Ressourcen besser genutzt werden;
        dies soll dadurch erreicht werden, dass Oberschneidungen abge-
        baut werden und einander ergänzende, aber zur Zeit getrennte
        Einzelaktionen zusammengebracht werden, um die Entwicklung besser
        vorantreiben zu können.
        Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Beteiligung kleiner und
        mittlerer Unternehmen (siehe Abschnitt V).
 ---pagebreak---                                  - 72 -
      10. Abtstimmung mit einzelstaatlichen Programmen
           Förderprogramme gibt es bereits - zum Teil allerdings erst im
           Planungsstadium - in Frankreich, in der Bundesrepublik, den
           Niederlanden und im Vereinigten Königreich.
          Vorhaben, die bereits in einem Mitgliedstaat laufen, werden
          natürlich nicht dupliziert. Sie können jedoch in den Rahmen
          des Programms einbezogen werden, wenn hierüber eine geeignete
          Vereinbarung zustande kommt.
          "Bekundungen von Interesse" und die Anhörung des Beratenden
          Ausschusses (BVKA) werden dafür sorgen, dass es keine Dber-
          schneidungen gibt.
III. Programmabwicklung
     A. Art der Gemeinschaftsmassnahmen
     11. Für die Programmvorhaben werden Kostenbeteiligungsverträge ab-
         geschlossen.
          Weil das Programm die Anwendung neuer Technologien zum Gegen-
         stand hat, wird die Forschung in den meisten Fällen bis zu
         Pilot- und Demonstrationsvorhaben getrieben, um die neuen Tech-
         nologien in grosstechnischem Masstab zu demonstrieren. Diese
         Pilotprojekte sind deswegen so wichtig, weil sie erstens eine
         Bewertung der praktischen Durchführbarkeit der neuen Technolo-
         gien und andere   Aspekte des Produktionsprozesses erleichtern
         und zweitens der Industrie und vor allem den kleinen und mittle-
         ren Unternehmen Gelegenheit geben, die zu erwartenden Kosten und
         Produktivitätsgewinne der neuen Technologien zu berechnen.
 ---pagebreak---                          - 73 -
    Da das Programm auf einen entscheidenden Durchbruch in der
    Produktivität abgestellt ist, werden die einzelnen Vorhaben
    meist ziemlich breit und disziplinübergreifend angelegt sein.
    Die einzelnen Vorhaben müssen auch in ein Rahmenkonzept passen,
    da Alleingänge der Sache eher schaden, wenn sie nur Probleme
    verschieben oder neue an anderer Stelle schaffen.
B. Organisation und Bewertung
12. Der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss für
    Industrie-Technologie wird der Kommission bei der Prüfung der
    Vorhaben und der Beobachtung des Arbeitsablaufs helfen, Pro-
    grammänderungen vorzuschlagen und die Kommission in organisa-
    torischen Fragen zu beraten. Da dieses Programm jedoch stark
    industrieorientiert ist, wird die Kommission auch mit der
    Industrie Verbindung aufnehmen, gegebenenfalls auch mit Uni-
    versitäten und Forschungsinstituten, um deren Sachverstand in
    das Programm mit einzubringen, insbesondere für die Programm-
    abwicklung und mögliche Programmänderungen.
    Die Bekleidungsindustrie und andere Industrien - Maschinenbau
    und EDV-Technik - sollen zu den Gesprächen hinzugezogen werden,
    soweit das Programm für deren Bereich wichtig sind.
13. Die Bewertung des Programms erfolgt nach dem gemeinschaftlichen
    Aktionsplan für die Bewertung von Forschungs- und Entwicklungs-
    programmen der Gemeinschaft (Dok. KOM(83) 1 endg.).
 ---pagebreak---                              - 74 -
  C. Teilnehmer und Vorhaben
  14. An einem Vorhaben können sich Industrieunternehmen, Forschungs-
        institute und Hochschulen der Gemeinschaft beteiligen. In der
       Regel wird der Hauptauftragnehmer oder Leiter einer Arbeitsge-
       meinschaft oder eines Konsortiums ein Industrieunternehmen sein,
       das ein starkes Interesse an den zu erwartenden Ergebnissen
       hat. Besonderer Wert wird dabei auf eine Beteiligung von
       kleinen und mittleren Unternehmen gelegt (siehe Abschnitt V).
 15. Priorität erhalten Vorhaben, die von Teilnehmern aus verschie-
       denen Mitgliedstaaten unternommen werden. Nur in wenigen Ländern
       ist die ganze Spanne der nötigen Technologien vorhanden.
 D. Finanzhilfen
 16. Die Gemeinschaft wird sich in der Regel an einem Vorhaben mit
      nicht mehr als 50 % beteiligen, den Rest werden die an dem
      Vorhaben beteiligten Unternehmen aufbringen müssen. Die Höhe
      der Finanzhilfe wird für jedes Vorhaben einzeln nach dessen
      Inhalt, der Obereinstimmung mit den Auswahlkriterien und dem
      Risiko, das der Antragsteller übernimmt, festgesetzt. Die
      Kommission berücksichtigt auch, ob das Vorhaben von anderer
      Seite unterstützt wird oder eine Unterstützung zu erwarten
      ist, so dass die Gemeinschaft oder ein Mitgliedstaat in der
      Regel nicht mehr als 50 % der Gesamtkosten zu tragen haben
      wird. Bei Demonstrationsvorhaben sind bis zu SO% des Zuschusses
      zurückzuzahlen sobald ein wirtschaftlicher Nutzen erzielt wird.
E. Auswahlkriterien
17. Die Auswahlkriterien für die einzelnen Vorhaben müssen zum
     Ausdruck bringen, dass ein Vorhaben auf Gemeinschaftsebene
     angepackt werden muss um sicherzustellen, dass es eine inner-
     gemeinschaftliche kooperative Forschung fördert. Neben diesen
     grundsätzlichen Voraussetzungen (siehe C und D) und dem
     technischen Gehalt des Programmes gelten folgende Auswahl-
     kriterien:
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  1) das Forschungsthema darf nicht bereits von anderen Gemein-
      schaftsprogrammen, der Privatwirtschaft oder staatlichen
       Forschungsprogrammen abgedeckt werden;
  2) die Forschung muss interdisziplinär sein und zu einer besseren
      grenzübergreifenden Zusammenarbeit beitragen;
   3) die Anwendungsmöglichkeiten für die Industrie müssen klar
       erkennbar sein; die Forschungsarbeit muss aber noch vor der
       Marktreife liegen, d.h.selbst bei einem erfolgreichen Abschluss
       muss noch weitere   F&E-Arbeit geleistet werden, für die von der
       Industrie eigene Mittel aufzubringen sind, bevor die Ergebnisse
       mit Erfolg in marktfähige Produkte oder Verfahren umgesetzt
       werden können;
   4) die Forschung muss einen technologischen Durchbruch in Form
       einer Produktivitätsverbesserung, zuverlässigeren Produkten,
       neuen Konstruktionsideen und generell einer Qualitätsverbesserung
       ermöglichen, da jeder dieser Faktoren für sich den Schlüssel
       zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit liefert;
   5) die Vorhaben sollen vom technischen Gehalt her in eine
       Rahmenkonzeption passen.
F. Verbreitung der Kenntnisse, Zugang zu den Forschungsergebnissen,
    Verwertung
19. Die Grundsätze für die Verbreitung der Kenntnisse, deren Zu-
     gänglichkeit und Verwertung sind im Aktionsprogramm enthalten.
     Da das Programm für die Bekleidungsindustrie eine weite Spanne
     technischer Themen umfasst und möglicherweise nicht alle
     Vorhaben bis zur Demonstrationsphase gedeihen werden, müssten
     die Grundsätze von Fall zu Fall der rechtlichen Ausgestaltung
     und dem Inhalt der einzelnen Forschungsverträge angepasst
     werden.
 ---pagebreak---                            - 76 -
 IV. Bekundungen von Interesse und Ausschreibungen
19. Unternehmen und Forschungsinstitute werden zur Zeit aufge-
      fordert, ihr Interesse an einer eventuellen Mitarbeit zu
     bekunden. Potentielle Interessenten brauchen sich noch nicht
     festzulegen, sollten aber folgende Angaben machen:
     - wer sich interessiert und wer die Forschung übernehmen würde,
     - was mit dem Vorhaben technisch erreicht werden soll,
     - wie lange die Arbeit voraussichtlich dauern und was sie
        kosten wird,
     - welche anderen Stellen unter Umständen mitarbeiten würden,
     - gegebenenfalls ob die Kommission die Informationen an
        andere Stellen, die sich für eine ähnliche Arbeit interessieren
        und unter Umständen an dem Vorhaben mitarbeiten würden,
        weiterleiten kann.
20. Die "Bekundungen von Interesse" werden von der Kommission nach
     Konsultation des Beratenden Ausschusses BVKA geprüft. Auf
     Grundlage dieser Auswertung wird die Kommission Gruppen
     potentieller leilnehmer zu gemeinsamen Besprechungen einladen,
     auf denen versucht werden soll, zu einer Vereinbarung über eine
     Zusammenarbeit zu gelangen.
21. Wenn der Rat dem Programm zugestimmt hat, wird die Kommission
     eine offizielle Ausschreibung veranstalten. Sie rechnet damit,
     dass ein grosser Teil der dann eingehenden Vorschläge von
     Arbeitsgruppen kommen wird, die sich schon bei den vorherigen
     Konsultationen gebildet haben.
 ---pagebreak---                              - 77 -
V. Kleine und mittlere Unternehmen
   22. Da ein grosser Teil der Vorschläge voraussichtlich von unmittel-
       barem Interesse oder Nutzen für kleinere und mittlere Unternehmen
       sein wird, sollten sie auch soweit wie möglich in die Programm-
       durchführung einbezogen werden. Diese Unternehmen sollten in
       jeder denkbaren Weise ermutigt werden, Forschungsvorschläge
       einzureichen und sich aktiv an der Forschung zu beteiligen
       und/oder zu Forschungsvorhaben anderer Stellen finanziell
       beizutragen.
   23. Wie an anderer Stelle dargelegt wurde, ist es oft schwer,
       mittelständische Unternehmen für eine Mitarbeit zu gewinnen.
       Um ihnen eine Beteiligung zu erleichtern, wären verschiedene
       Lösungen denkbar - welche hierfür am besten geeignet sind,
        wird allerdings erst die Erfahrung zeigen:
       - Viele kleine und mittlere Unternehmen sind Mitglieder koopera-
          tiver oder kollektiver            Organisationen, die es in
          einer Reihe von Mitgliedstaaten gibt. Diese Forschungs-
          stellen können entweder selbst für kleine und mittlere Unter-
          nehmen im Rahmen des Programmes Forschung betreiben oder
          einzelne Unternehmen nennen, die zu einer Beteiligung bereit
          wären.
        - Grössere Unternehmen, die meist kleinere Unternehmen als
          Zulieferer haben oder deren Produkte vertreiben, können diese
          auf das Programm aufmerksam machen oder als Forschungspartner
          einschalten.
        - Universitäten, die bereits an Problemen arbeiten, die
           kleine und mittlere Unternehmen interessieren, können
           diese zur Bildung von Arbeitsgemeinschaften zur gemeinsamen
           Unterbreitung von Vorschlägen veranlassen.
        - Wirtschaftsverbände, Handelskammern, regionale Aussenstellen
           von Ministerien, die mit Forschung und Entwicklung zu tun
           haben sowie Lokale Behörden können über die Regierung und
           die Wirtschaftsverbände angesprochen werden, damit sie kleine
           Unternehmen, die an den im Forschungsprogramm enthaltenen
           Fragen Interesse haben, ausfindig machen.
 ---pagebreak---                              - 78 -
    24. Dieser Weg kann wesentlich dazu beitragen, dass kleine
        und mittlere Unternehmen sich an dem Forschungsprogramm be-
        teiligen und sich hierfür zu Arbeitsgemeinschaften zusammen-
        schliessen.
VI. Technischer Gehalt des Programmes
    25. Im Auftrag der Kommission hat die Firma Kurt Salmen Associates
        einen Bericht über das technische Niveau der europäischen
        Bekleidungsindustrie von heute ausgearbeitet. Sie gelangte dabei
        zu dem Ergebnis, das, weitgehend auch die Zustimmung der Industrie
        fand, dass die Industrie neue Technologien braucht, nicht nur
        zur Modernisierung von Produktionsabläufen (insbesondere Dber-
        gang auf volle Automatisierung) sondern auch zur Verbesserung
        des Führungsstils und Koordinierung von Produktionsabläufen
        (insbesondere stärkerer Einsatz von EDV). In dem Bericht werden
        verschiedene Forschungsgebiete genannt, die zu einer entscheidenden
        Verbesserung der Produktivität beitragen könnten.
    26. Zwischen Vertretern der Bekleidungsindustrie (grossen und
        mittelgrossen Unternehmen und Verbänden, die die Interessen
        kleiner Firmen vertreten) und Herstellern von EDV-Anlagen, Robotern
        und Spezialmaschinen für die Bekleidungsindustrie fand ein
        konstruktiver Dialog statt, an dem sich auch Hochschulvertreter,
        die ein besonderes Interesse an der Anwendung neuer Technolo-
        gien haben, beteiligten.
    27. In diesem Gespräch sollte die heutige Lage der Bekleidungs-
        industrie der Gemeinschaft klargestellt werden, was sie braucht
        und welche Arten von Technologie ihren Bedürfnissen angemessen
        sind. Zu dem letzten Punkt kam wertvoller Rat nicht nur von
 ---pagebreak---                          - 79 -
    Technikern aus den verschiedenen Fachbereichen, sondern auch
    von mehreren Grossunternehmen des Textileinzelhandels, die
    beträchtliche Erfahrung in der Beratung ihrer Lieferanten (oft
    kleine und mittlere Unternehmen) haben, wenn es darum geht, den
    Schnitt und die Qualität der Ware durch Einsatz von Techniken
    zu verbessern.Die Kommission hat daher den Eindruck,dass die
    Beratungsergebnisse die Ansicht von echten Kennern der
    Materie widerspiegeln.
28. In der Diskussion wurde deutlich:
    - Die Bekleidungsindustrie der Gemeinschaft arbeitet kaum
      mit fortgeschrittener Technologie. Seit der Erfindung der
      Nähmaschine und deren Ausstattung mit einem Elektromotor
      hat es keine grundlegenden technischen Neuerungen mehr
      gegeben.
       Die Maschinenbaufirmen denken hauptsächlich daran, wie sie
       ihre Maschinen verbessern können, statt neue Maschinen
      oder Herstellungsverfahren zu ~ntwickeln. So sind die Näh-
      maschinen schneller und zuverlässiger geworden, aber wenig
       wurde unternommen, die Zwischenarbeitsgänge zu beschleunigen.
    - Unrationell ist die viele Zeit, die mit dem Manipulieren der
       Stoffe am Arbeitsplatz vergeudet wird; die meisten Arbeits-
      gänge werden hier noch von Hand ausgeführt._
    - Die meisten Konfektionsbetriebe sind klein und haben weder
       das Kapital noch den technischen Sachverstand für eine
       durchgreifende Modernisierung mit einem F&E-Programm.
    - Da viele Unternehmen klein sind, müssen die neuen Techno-
       logien, die das Programm hervorbringt, auch für Kleinbe-
       triebe geeignet sein.
 ---pagebreak---                          - 80 -
    - Am erfolgreichsten sind heute solche Firmen, die flexibel
      arbeiten und ihre Produktion schnell der Nachfrage und dem
      Wandel der Mode anpassen können.
Forschungsgebiete
29.In den Gesprächen, die die Kommission geführt hatte,
   zeichneten sich drei Forschungsgebiete ab, an denen die
   Industrie ein Interesse hat. Diese sind:
   1) Materialförderung,
   2) Nähvorgänge,
   3) Alternative Herstellungsverfahren und deren Integrierung.
Materialförderung
30.Zur Verbesserung der Produktivität in der Bekleidungsindustrie
   der Gemeinschaft ist die Erforschung besserer Verfahren für
   die Stoff-Förderung vielleicht am wichtigsten. 90 % ihrer
   Arbeitszeit verwendet die Näherin tjegenwärtig darauf, den
   Stoff und Teile des Kleidungsstückes in die Nähmaschine ein-
   zuführen, herauszunehmen und der nächsten Verarbeitungsstufe
   zuzuführen.
31.Forschungsarbeiten sind notwendig auf dem Gebiet von Robotern
   und/oder optischen Erkennungsgeräten, die die verschiedenen
   Stoffarten erkennen, trennen, aufnehmen, drehen und in die
   Nähmaschine einführen können sowie Teile zur Weiterverarbeitung
   weiterreichen (oft auch wenden). Dabei geht es vor allem um
   die Frage, wie diese technischen Hilfsmittel so empfindlich
   gemacht werden können, dass sie mit Stoff umgehen können,
 ---pagebreak---                          - 81 -
    da dieser ja nicht steif ist. Roboter, die mit Metallfolien
    umgehen können, sind nicht ohne weiteres auch für Stoff ge-
    eignet; sie müssten ganz neu angepasst werden.
Nähtechnik
32. Eines der ersten Ziele des Programmes ist eine entscheidende
    Produktivitäts- und Qualitätsverbesserung am Näharbeitsplatz.
    In den meisten Betrieben der Bekleidungsindustrie Läuft die
    Nähmaschine nur einen Bruchteil der Arbeitszeit.
33. Ansatzpunkte für die Forschung bietet die Entwicklung von
    Mehrzweck-Nähköpfen und neuartiger Steppstiche, die nur von
    einer Seite ausgehen, sowie neuer Verfahren für automatisches
    Umspulen und Wiedereinfädeln, für Nähen festliegender Stoff-
    bahnen und dreidimensionales Nähen.
34. In vielen Fällen wäre auch eine umfassende Reorganisation
    der Näharbeitsplätze angebracht, um die Arbeit weniger be-
    schwerlich zu gestalten und die Leistung besser unter Kontrolle
    zu bringen. Technisch besteht durchaus die Möglichkeit,
    mehrere Maschinen von einer Arbeitskraft bedienen zu lassen.
    Heute kommt fast überall in der Bekleidungsindustrie auf eine
    Maschine eine Arbeitskraft.
Alternati~e_Herstellun9sverfahren_und_deren_Inte9rierun9
35. Klare Vorstellungen gibt es zwar noch nicht, aber allgmein
    besteht die Auffassung, dass die Erforschung alternativer
    Herstellungsverfahren ein lohnendes Forschungsobjekt wäre.
    Zu denken wäre an eine Reorganisation des gesamten Herstellungs-
    verfahrens oder gewisser Bereiche, z. B. die Entwicklung
    einer neuen Nähtetechnik. Interessant wäre auch die Erforschung
 ---pagebreak---                           - 82 -
     alternativer Verfahren für die Entwurfsarbeit und die
     Herstellung der Vorlagen für eine automatisierte Fertigung
     nach Computervorgaben. Die Bekleidungsindustrie würde
     hierdurch wesentlich an Flexibilität gewinnen.
 36. Soblad die ersten Ergebnisse aus den oben genannten Forschungs-
     gebieten vorliegen, müsste auch untersucht werden, wie die
     neuen Materialförder- und Nähanlagen und/oder alternativen
     Herstellungsverfahren in einer Weise integriert werden
     können, die den Betrieb insgesamt leistungsfähiger macht.
    Hier sollte man sich zunächst darauf konzentrieren, schrittweise
    die Herstellungsverfahren zu integrieren und erst in einem späteren
    Stadium eine volle System-Integrierung - volle Sequenz-Automatisie-
    rung - anzustreben. Angesichts der weiten Spanne verschiedener
    Produktionsstrukturen, Betriebsgrössen und speziellen Erfordernisse
    der europäischen Konfektionsunternehmen wird es   keine universale
    technisch-organisatorische Lösung geben. Auf der anderen Seite wurde
    ein Durchbruch auf dem einen oder anderen Forschungsgebiet oder ein
    Vorstoss in Richtung auf einen integrierten Produktionsbetrieb,
    auc wenn er keine volle System-Integrierung bringt, der Industrie
    doch unmitteller von Gewinn sein; profitieren würden vor allem viele
    kleine und mittlere Unternehmen.
37. Die Kommission erwartet, dass auf allen Forschungsgebieten der Ein-
    satz der Mikroelektronik und rechnergesteuerte Systeme im MittelpunKt
    stehen wird.    Dies gilt vor allem für die Integrierung von Herstel-
    lungsverfahren, aber auch für neue Entwurfsverfahren,·
    die Verbesserung des Materialförderung und der Ausstattung der
    Näharbeitsplätze.
 ---pagebreak---                                - 83 -
          Der Einsatz der Computer-Technologie ermöglicht der
          Bekleidungsindustrie aber auch, wesentlich schneller auf
          die Marktnachfrage zu reagieren und damit einen Vorsprung
          vor der Konkurrenz zu gewinnen, was besonders für kleine
          und mittlere Unternehmen wichtig ist.
     Abstimmung mit anderen F&E-Programmen der Gemeinschaft
     38. ESPRIT und BTR
          Obgleich sowohl im ESPRIT- wie im BTR-Programm an CAD/CAM •
          gearbeitet wird, gibt es keine Oberschneidung, da sich
          das Programm für die Bekleidungsindustrie auf diesen
          Bereich beschränkt.
     39. Zweites_F&E-Pro9ramm_Textil_und_Bekleidun9
          Dieses Programm hat zwar andere Ziele, vereinzelt könnte
          es aber Oberschneidungen geben. Da beide Programme unter
          dem gleichen Aktionsprogramm Laufen, wird sich unnötige
          Doppelarbeit Leicht verhindern Lassen.
VII. Finanz- und Personalbedarf
     40. Die vorgeschlagenen finanziellen Mittel zur Durchführung
          des Programmes liegen an der unteren Grenze dessen, was
          für eine spürbare Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit
          der EG-Bekleidungsindustrie erforderlich ist.
 ---pagebreak---                           - 84 -
  41. Für das Programm wird eine Laufzeit von zunächst vier
      Jahren vorgeschlagen. Einige der Forschungsziele werden
      sich natürlich in dieser Zeit erreichen Lassen, andere
      aber vermutlich nicht. Es besteht daher die Absicht, das
      Programm jeweils zum Jahresende zu überprüfen und gegebenen-
      fallszu ändern und dann wieder für vier Jahre Laufen zu
      Lassen.
  42. Die Kosten des Programmes sind auf 70 Millionen ECU ver-
      anschlagt worden, wovon die Gemeinschaft etwa 50% tragen
      würde (35 Millionen ECU) •
•
      Je 25 % entfallen auf vier Schwerpunktbereiche:
      - Materialförderung,
      - Nähvorgänge,
      - alternative Verfahren und Integrierung,
      - Pilotprojekte.
       In diesem Stadium erfolgt aber noch keine Festlegung.
       Auch während der Laufzeit des Programmes sollt flexibel
       verfahren werden. Erfolge in der Anlaufzeit werden
       darüber entscheiden, ob neue Projekte aufgelegt oder mehr
       Mittel in bestimmte Projekte geleitet werden müssen. Es
       ist auch zu erwarten, dass später mehr Mittel in die
       Pilotprojekte gesteckt werden müssen.
 ---pagebreak---                                - 85 -
     Personalbedarf der Kommission
     43.Die Kommission rechnet damit, dass für die Programmab-
         wicklung mindestens sieben Kräfte eingestellt werden
         müssen. Diese Zahl ist als ein Minimum anzusehen, da sie
         auf der Annahme beruht, dass die Mitarbeiter des BTR-
         Programmes in gewissem Umfang organisatorisch-technische
          Hilfe leisten können. Die Verträge würden nur eine kurze
          Zeitspanne umfassen, höchstens die Laufzeit des Programmes.
          Der Personalbedarf beträgt:
          Laufbahngruppe A      4 Personen mit Fachkenntnissen in
                                  Robotik, Informatik, Konfektion und
                                  Materialförderung
          Laufbahngruppe 8      1
                                  Hilfskräfte im Üblichen Verhältnis
                                  zum Personal der Gruppe A
          Laufbahngruppe C      2
          insgesamt             7
VIII. Allgemeines
      44. Das zentrale Ziel dieses Programmes ist die Förderung
           einer disziplinübergreifenden, kooperativen Forschung für
           die Anwendung neuer Technologien zur Verbesserung der Wett-
           bewerbsfähigkeit der Bekleidungsindustrie in der Europäischen
           Gemeinschaft. Doch kann hierbei auch ein praktisches
           Arbeitsmodell für die Abwicklung einer Forschungsarbeit
           entwickelt werden, das sich später in anderen Industrien
           verwenden Lässt, die ebenfalls auf neue Technologien ange-
           wiesen sind, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
            Diese beiden Ziele müssen, solange das Programm Läuft,
            im Auge behalten          und bei allen Entscheidungen:1 berück-
            'sichtigt werden.
 ---pagebreak---                          - 86 -
45. Die Kommission erwartet von der Industrie eine tat-
    kräftige Unterstützung in allen Phasen des Programmes,
    insbesondere in Form einer Beteiligung an der Finanzierung
    und in der Beratung bei der Programmabwicklung. Die
    Gemeinschaft kann eine gewisse finanzielle Unterstützung
    und Koordinierungshilfe bieten, es liegt aber an der
    Industrie, ob das Programm ein Erfolg wird.
 ---pagebreak---                         - 87 -
      VORSCHLAG FOR EINEN BESCHLUSS DES RATES
zur Annahme eines mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungs-
    programms für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft zur
    Anwendung neuer Technologien
    Der Rat der Europäischen Gemeinschaften -
    gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
    Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 235,
    auf Vorschl,cl-g der Kommission,
    nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (1),
    nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,
    in Erwägung nachstehender Gründe:
    Artikel 2 des Vertrages überträgt der Gemeinschaft die Auf-
    gabe, innerhalb der Gemeinschaft eine harmonische Entwick-
     lung des Wirtschaftslebens, eine beständige und ausgewogene
    Wirtschaftsausweitung und eine beschleunigte Hebung des
    Lebensstandards zu fördern.
     Die Erforschung von Anwendungsmöglichkeiten neuer Technoio-
     gien dient diesen Zielen.
     Um die wirtschaftlichen Vorteile des Gemeinsamen Marktes
     voll ausschöpfen zu können, ist es nötig, die Anwendung
     neuer Technologien innerhalb der Gemeinschaft stärker zu
     fördern. Desgleichen müssen Technologien aus einer Vielzahl
 ---pagebreak---                   - 88 -
von Industriezweigen zum Nutzen bestimmter Industrie-
zweige zus-ammengetragen werden. Die Anwendung neuer Tech-
nologien sollte so gefördert werden, daß sie besonders
kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommt.
Zu den Zielen des Rahmenprogramms gehört auch die Förderung
der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Industrie.
             aktions
Das Forschungsprogramm für Industrie-Technologie enthält
eine Reihe von Forschungsprogrammen, die für die europäische
Industrie von Wert sind, aber noch kein Programm, das Tech-
nologien aus einer Reihe verschiedener Bereiche zum Nutzen
bestimmter Industriezweige zusammenträgt.
Besonders geeignet für ein erstes FuE-Versuchsprogramm der
Gemeinschaft zur Anwendung neuer Technologien ist natur-
gemäß und ihrer Wirtschaftslage nach die Bekleidungsin-
dustrie.
Der Vertrag enthält hierfür keine besonderen Handlungs-
befugnisse.
BESCHLIESST:
                     Artikel 1
 1.   Ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Euro-
      päischen Wirtschaftsgemeinschaft für die Anwendung
      neuer Technologien wird hiermit entsprechend der Be-
      schreibung im Anhang für einen Zeitraum von vier
      Jahren, beginnend mit der Veröffentlichung dieses Be-
     schlusses im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
     angenommen.
 2.   Die Ausführung geschieht über Forschungsverträge.
 ---pagebreak---                                  - 89 -
Ueber die Ausführung werden mit Wirtschaftsverbänden, Forschungs-
instituten oder Hochschulinstituten oder Zusammenschlüssen aus
diesen Kostenbeteiligungsverträge abgeschlossen.
Bevorzugt werden Vorhaben, deren Teilnehmer aus mehr als einem
Mitgliedstaat kommen, wenn mindestens einer von Ihnen ein
Wirtschaftsverband 1st.
                                  Artikel 2
 Die für die Durchführung des Programms erforderlichen Mittel, die
 auf 35 Millionen ECUveranschlagt worden sind, die Personalkosten
 für sieben Mitarbeiter einbegriffen, sind in den Haushalt der
 Europäischen Gemeinschaften einzustellen. Alle Zahlenangaben sind
vorläufig.
                                  Artikel 3
 Das Programm wird im zweiten Jahr überprüft.        Die Ueberprüfung kann
 nach einem geeigneten Verfahren zu einer Revision des Programms führen,
 die im dritten Jahr wirksam wird.
                                  Artikel 4
  Zuständig für die Ausführung des Programms ist die Kommission.       Sie
  entscheidet im Rahmen des Programms Über die Einzelheiten der
  Durchführung, insbesondere die Aufteilung der Arbeit.
                                  Artikel 5
  Unterstützt wird die Kommission bei den Artikel 4 genannten Aufgaben durch
  den mit  . Beschluss  •••• / •••• / •••••• des Rates eingesetzten Beratenden
  Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss (Industrietechnologien)(BVKA).
 ---pagebreak---                                     - 90 -                       Anhang
          GEMEINSCHAFTSPROGRAMM FÜR DIE ANWENDUNG NEUER TECHNOLOGIEN
                             BEKLEIDUNGSINDUSTRIE
 Für die Durchführung des Programms wird voraussichtlich ein Betrag von
35 MioEcu gebraucht.     Das Programm umfasst vier Bereiche. Für jede Art
von Bekleidung - von einfachem Unterzeug bis zu aufwendiger Oberbekleidung -
sind Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in diesen Bereichen möglich.
In Betrachtkommen Stoffe aller Art, Web- wie Wirkwaren.
1. Materialförderung
Weiterleitung einzelner Stoffteile oder Teile eines Kleidungsstückes zum
nächsten Nähplatz in der richtigen Zahl und Geschwindigkeit zur Optimierung
der Produktion.    In Betracht kommt Forschungs- und Entwicklungsarbeit für :
a) Mechanische Fördersysteme: Bänder, Schienen, Ketten, Seile usw. auf
    denen Teile einzeln oder stapelweise befördert werden,
b) Steuersysteme mit ständiger Rückkoppelung, die den Materialfluss
    Überwachen und steuern,
c) ferngesteuerte oder vorprogrammierte Förderwagen,
d) Sammelvorrichtungen, die Teile aus mehreren Bahnen stapeln und der
    nächsten Verarbeitungsstufe zuführen,
e) Vorrichtungen zum zusammen Legen und umdrehen von Stapeln, z.B. die
    ein Stoffstück umdrehen und auf ein anderes zum Vernähen Legen können,
f) vollständige Greif- und Legevorrichtungen, die Arbeitsgänge bewältigen,
    für die heute noch der M~nsch gebraucht wird, z.B.
 ---pagebreak---                                  - 91 -
•  Erkennen von zwei oder mehr Stücken oder Teilen,
•  Aufnehmen der Stücke,
•   sie in eine bestimmte Richtung drehen,
•   sie aufeinanderlegen,
•   den Stapel aufnehmen fassen und sorgen, dass er sauber gestapelt ist,
•   den Stapel in Nähstellung bringen,
•   das fertig genähte Teil herausnehmen und der nächsten Förderstelle zuführen.
g).Vereinfachte Greif- und Legevorrichtungen für nur einen Stoff, .zum Beispiel
      zum Saumnähen,
h) verschiedene Zusatzvorrichtungen zu den oben genannten Anlagen
• Erkennungsgeräte, die ein Teil erkennen,
. Kennzeichnungsverfahren, die eine Erkennung erleichtern,
    Greifvorrichtungen, Nadeln, Saugwirkung, Magnete usw.,
    Stapelvorrichtungen, um zwei oder mehr Stoffe in einer bestimmten
    Weise und Richtung aufeinanderlegen,
 i) Roboter mit Greif- und Legetechnik aber breiterem Anwendungsbereich in der
     Weise, dass sie eine bestimmte Reihenfolge von Arbeitsgängen Lernen und sich
     in allen drei Dimensionen bewegen können.
 2. Nähtechnik
 Hierzu gehört Forschungs- und Entwicklungsarbeit für :
 a) über die bestehenden Anwendungsmöglichkeiten hinaus programmierbare
       Nähfolgen,
 b) Arbeit an Nähautomaten für Teile-Stapel einschliesslich Beschickungsauto-
       maten,
 c) austauschbare Nähmaschinen-Oberteile und Mehrzweck-Nähvorrichtungen,
 d) bewegliche Oberteile,
 e) dreidimensionales Nähen,
  f)   Stepp-Technologie, neue Steppverfahren, die ein zusammennähen von nur
       einer Seite aus ermöglichen,
 g) Nähplatz-Organisation einschliesslich
 ---pagebreak---                                    - 92 -
      Bedienung mehrerer Maschinen durch eine Arbeitskraft :
      jede Maschine führt die gleichen Arbeitsgänge aus mit einem Stapel von
      Teilen, der Mensch stellt nur das richtige Programm für jede Maschine ein,
   - eine Arbeitskraft steuert mehrere Maschinen, von denen jede eine folge
      von Arbeitsgängen verrichtet.
3. Alternative Verfahren und Integrierung
   Auf diesem weiten Gebiet gibt es verschiedene Bereiche met einem besonderen
   Forschungs- und Entwicklungsbedarf :
   a) Herstellung fertiger Muster anhand von Zeichnungen oäer nach Angaben des
       Entwurfsbüros durch Einsatz von Mtkroprozessoren einschliesslich Musterab-
       wandlungen für verschiedene Grössen,
   b) Organisation des Herstellungsprozesses, insbesondere Einführung rechner-
       gestützter Herstellungsverfahren,
    c) Forschung und Entwicklung auf Gebieten, die oben nicht besonders genannt
        wurden, wie Zuschneiden, Fertigmachen und Verpacken, soweit eine Weiterent-
        wicklung erforderlich ist, um den Schritt zur Vollautomatisierung wagen
        zu können. Verfahren, bei denen der Stoff Länger am Satten bleibt, führen
        zu Zeitverlusten beim Zuschneiden,
   d) Arbeit an der Integrierung von Modulen zu vollautomatisierten Systemen
   e) Alternativen zum Nähen, um Stoffe miteinander zu verbinden.
4. Pilot- und Demonstrationsvorhaben
    a) Erprobung neuer Verfahren im grosstechnischen Massstab zur Demonstrierung
        der wirtschaftlichen Durchführbarkeit unter typischen Betriebsbedingungen,
    b) Vorführung vollständiger Systeme mit unterschiedlichem Automatisierungs-
        grad und Einsatz von Robotern.