CELEX: 51972PC1138
Language: de
Date: 1972-09-26
Title: Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Festsetzung des Marktrichtpreises des Interventionspreises für Olivenöl für das Wirtschaftsjahr 1972/1973#Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES über die Beihilfe für Olivenöl#Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Änderung von Artikel 10 der Verordnung Nr. 136/66/EWG in bezug auf die Beihilfe für Olivenöl#BERICHT über die Entwicklung der Marktlage bei Olivenöl in Italien vom Wirtschaftsjahr 1966/67 bis zum Wirtschaftsjahr 1970/1971 (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (72) 1138
Vol. 1972/0144
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                         KOM(72)1138 endg.
                                                         Brüssel , den 26 . September 1972
                                 Vorschlag einer
                             VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
    zur Festsetzung des Marktrichtpreises des Interventionspreises für Oli­
                    venöl für das Wirtschaftsjahr 1972/1973
                                  Vorschlag einer
                             VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
                          über die Beihilfe für Olivenöl
                                  Vorschlag einer
                             VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
    zur Änderung von Artikel 10 der Verordnung Nr . 136/66 /EWG in bezug auf
                           die Beihilfe für     Olivenöl
                                   BERICHT
   über die Entwicklung der Marktlage bei Olivenöl in Italien vom Wirt­
                    schaftsjahr 1966/67 bis zum Wirtschaftsjahr 1970/1971
                           ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
    K0M( 72 ) 1138 endg .
 ---pagebreak---                               DARLECTJITO DER GRUNDE
Marktricfrtpreis
1 « Gemäss Artikel 6 der Verordnung Kr « 136/66/EWG wird der Marktriehtpreis
     so festgesetzt , dass die Olivenölerzetigung unter Berücksichtigung der
     Preise der konkurrierenden Erzeugnisse und insbesondere ihrer voraus­
     sichtlichen Entwicklung wahrend des Wirtschaftsjahres normal abgesetzt
     werden kann .
     Gleichzeitig sind auch die monatlichen Zuschläge auf den Olivenölpreis
     zu berücksichtigen»
                                                              * '              f
     Dabei wurde der Ausdruck "normaler Absatz der Erzeugung" von Kommission
     und Rat stets dahingehend interpretiert , dass damit die Aufrecht erhaltung
     des Öliveribrauchs in der Gemeinschaft gemeint sei »
S r 'Ôli'vènc-lvôrbrauch
     Aus dem von der Kommission gleichzeitig mit diesem Vorschlag vorgelegten
     Bericht "Die Entwicklung der Situation des Olivenolmarktes in Italien
 'vom Wirtschaftsjahr 1966/67 bis zum Wirtschaftsjahr 1970/71" geht hervor ,
     dass wahrend des beobachteten Zeitraums die Verbrauchsentwickles in
     Italien in Grenzen verlaufen ist , die für ein Erzeugnis dieser Art als
     normal gelten können^ wenn, man die demographische Entwiclung und die Erhö­
     hung des Lebensstandards der italienischen Bevölkerung berücksichtigt »
     Daraus kann geschlossen werden, dass mit der vom Rat seit der Errichtung
     der gemeinsamen Markt Organisation für Olivenöl befolgten Preispolitik
     das in der Verordnung Nr . 136/66/ZVJG genannte Ziel des normalen Absatzes
     der Erzeugung erreicht werden konnte «
3 » Saat enöl
     a) Produkt ionsaussichten
         Bei Rapssaaten dürften die weltweit verfügbaren Mengen im Jahre 1972/73
         nicht wesentlich von denen des Jahre3 1971/72 abweichen. Die ersten
         Schätzungen der Ernte 1972 in der Gemeinschaft weisen auf eine Erzeugung
      • hin, die nur wenig über der des letzten Wirtschaftsjahres liegen dürft
       • Dagegen wird für Kanada , Haupterzeuger– und Ausfuhrland der Welt , eine
         erheblich niedrigere Ernte als die des Vorjahres vorausgesagt « Deshalb
         dürften in diesem Land trotz der erheblichen Lagerbestande die
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    verfügbaren Mengen nicht über denen: i des Jahres 1971/72 liegen. Für die
    Gesamtheit der übrigen Erzeugerländer dürfte verfügbare Gesamtmenge nicht
    zu sehr von der des Vorjahres abweichen *
    Bei Soja dürfte die Erzeugung in den Vereinigten Staaten und in Brasilien
    über der des Vorjahres liegen« Die voraussichtliche Zunahme belauft sich auf
    bei rund 4 »000 «000 Tonnen « Jedoch scheint es , dass nicht die Gesamtheit
    dieser zusätzlichen Mengen auf den Weltmarkt kommen wird « Tatsächlich ist
    ein Teil dieser für die Ausfuhr der Vereinigten Staaten zur Verfügung siehenden
    Mengen bereits von der UDSSR gekauft worden , die normalerweise nicht zu dem
    Einfuhrländern zählt «
    Die Ernteprognosen bei Sonnenb lumenkernen weisen auf eine im Durchschnitt
    unter der des Vorjahres liegenden Erzeugung hin«
    Jedoch sind für die UDSSR , dem Häupter? eugerland , die Sonneriblumenanbauflachen
    noch nicht bekannt ; zu fragen ist auch , ob die schlechten klimatischer:
    Verhältnisse , die sich nachteilig auf die russiche GetreideBrzeugung
    ausgewirkt haben , nicht auch die Sonnenblumenerzeugung beeinträchtigt haben .
    Bei den Prognosen für Erdnusskerne seigt sich ein erheblicher Rückgang der
    Erzeugurg in Senegal un Nigeria ; darüberhinaus ist in Indien , einem Land ,
    des normalerweise nicht ausführt , das aber einen starken Erdnußsverbrauch hat ,
    mit einem Rückgang der Ernte um mindestens 25/5 im Vergleich zu der Vorjahresernte
    zu rechnen » Daher stellt ^ ich hier das Froblem dieses Defizit zu decken«
    Abschliessend, dürfte die voraussichtliche Zunahme der für den Export
    verfügbaren Mengen an Soja^-, Palm– und Kopraöl den Rückgang der Erdnussproduktion
    ausgleichen « Die Situation bei Sonnenblumen ist wie in jedem Wirtschaftsjahr
    schwierig abzuschätzen.
b ) Preisentwicklurig -
    Für die vorangegangenen Vermählettmgs jähre bestimmte der Rat dass sas Proisverhaltnis
zwischen Olivenöl und Saatenöl 2,20:1 betragen sollte «
    Für das laufende Wirtschaftsjahr hat der Rat unter Berücksichtigung dieses
    Verhältnisses einen Markt rieht preis für Olivenöl ausgehend von der Annahme
    festgesetzt , dass der Ölsaatenpreis auf dem italienischen Markt bei rund
    35,80 Rs /lOO kg liegen dürfte . Die Preisentwicklung bei Saatenöl in den
    ersten neun Monaten des laufenden Vermarktungs jahres führte zu Preisen, die im
    Durchschnitt bei rund 35 ',50 RE/ xOO kg« lagen« Seit Anfang 197^ jedoch gingen
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                                                                          «
    die Preise für diese Öle nach unten und,. Jagen im Juni un Juli "bei rund
    32 BE/lOO kg« Dieser Preisverfall "bei. "Pehlens . einer echten Überschusssituatior*
    scheint zum Teil auf konjunkturelle Erscheinungen wie die internationale ,
    WahrungsSituation und die Feindseligkeiten zwischen Indien und Pakistan
    zurückzuführen zu sein, die . sich nachteilig auf die amerikanischen Verkäufe
    nach diesen Ländern ausgewirkt haben, zum Teil schiint er aber auch
    langfristiger Gründe zu haben, wie die erhebliche Steigerung der weltweiten
    Nachfrage nach Ölkuchen, der keine entsprechende Steigerung der Nachfrage
    nach dem gleichzeitig erzeugten Öl folgte , sowie der schärfere Wettbewerb
    zwischen den Ölmühlen in der Gemeinschaft infolge der gestiegenen Ölmühlen-
    kapazitäten»
    Unter diesen Umständen dürfte trotz der Schwierigkeiten einer Prognose
    angenommen werden kennen, dass der Durchschnittspreis für Saatenol in Italien
    ungefähr gleich hoch sein dürfte (36 HE), wie der den der Rat für die
    Festlegung des Marktrichtpreises für Olivenöl für das Wirtschaftsjahr 197l/72
    zugrunde gelegt hat «
4 « Preisentwicklung bei Olivenffl         ...
    Normalerweise ist die Preisentwicklung bei Olivenöl bei der Festsetzung des
    Marktrichtpreises nicht zu berücksichtigen.
    Jedoch lagen während des laufenden Vermarktungjahres die OlivenSlpreise auf
    dem Weltmarkt wegen der geringen verfügbaren Mengen und einer gewissen
    Spekulation seit Marz über dem Schwellenpreis •
    Der cif-Preis lag im Durchschnitt um 1,8 KS/lOO kg über dem Schwellenpreis *
    Anfang September 1972 betrug der Mehrpreis 2,8 EE . Bei klarem Öl lag die
    Überschreitung unter Berücksichtigung der Qualität sunierschiede bei 5»5 EE»
    Diese Situation hat während des laufenden Wirtschaftsjahres insbesondere auf
    dem Gemeinschaftsmarkt zu ständig steigenden OlivenSlpreisengeführt , die bei
    allen Qualitäten den Marktrichtpreis überstiegen haben ( für reines Öl , der
    vorwiegend vermarkteten Qualität , lagen die Erzeugerpreise in Italien wahrend
    der ersten neun Monate des laufenden Vermarktungs jahres im Durchschnitt um
    1,5 RE/lOO kg Über dem für diese Qualität geltenden Marktrichtpreis® Im Juli
    betrug der Abstand 3 »5 HE/lOO kg#
                            >
 ---pagebreak---     Unter Berücksichtigung der italienischen Produkt ionsprognosen für das nächste
    Hirt schaft jähr , die auf eine sicherlich unter dem Durchschnitt liegende Ernte
    hinweisen , sowie den Weltmarktprognosen, wonach die für die Ausfuhr zur
    Verfügung stehenden Mengen Olivenöl insgesamt kaum höher als die des laufen­
    den Wirt schaftdjähre s sein dürften, ist nicht zu erwarten, dass die Preise
    auf dem Weltmarkt und in der Gemeinschaft gegenüber den derzeitigen Preisen
    wesentlich zurückgehen konnten «
5 * Schlujssfol^erung
    Unter diesen Umstanden würde en Vorschlag, der auf die Beibehaltung des
    Freisverhältnisses von 2,20:1 zwischen Olivenöl und Saatenöl abzielte , zu
    einem Marktrichtpreis führen , der niedriger wäre als der infolge der
    Weltmarkt Situation auf dem Gemeinschaft smarlct zu erwartende Preis «
    Eine solche Situation scheint mit den Zielsetzungen der Gemeinsamen
    Markt Organisation unvereinbar und würde auf eine Belohnung der über dem
    Erzeugerrichtpreis produzierenden Erzeuger hinauslaufen»
    Deshalb sieht sich die Kommission trotz der Tatsache , dass eine Erhöhung des
    Äbstandes Folgen für die Höhe des Verbrauchs haben kann, gezwungen für das
    Wirtschaftsjahr 1972/1973 eine Erhöhung des Marktrichtpreises für Olivenöl
    um 4 RE/lOO kg vorzuschlagen»
6 » Finanzielle Auswirkungen
    Die Festsetzung des Marktriehtpreis es hat finanzielle Rückwirkungen auf
    – die Höhe der gemäss Artikel 10 der Verordnung Nr« 136/66/EWG gewährten
       Beihilfe ;
    – die Höhe der Ausfuhrerstattungen«
    a ) die Höhe der Beihilfe ist gleich der Differenz zwischen dem Erzeuger–
        richtpreis und dem Karktrichtpreis « Eine Gegenüberstellung der für die
        Berechnung der Beihilfe im Wirtschafts jähr 1972/73 bestimmenden Faktoren
        mit denen des Jahres 197l/72 ergibt folgendes Bilds
                                                             in RE/lOO kg
                                          Wirtschafts jahr         Wirt schaft s jahr
                                            1971/1972                  1972 /1973
         Erzeugerrichtpreis                  118,75               124,70 ( festgesetzt
                                                                  durch Verordnung (EWG )
                                                                  Hr . 800/72 )
         Marktrichtpreis                                           19,60 ( Vorschlag)
         Beihilfe                             43,15                45,1p
 ---pagebreak---                                             - 5 -
     Ausgehend von einer Durchschnittserzeugung von 450*00 "t wurden sich die
     Beihilfe ausgaben für das Wirtschaftsjahr 1972/73 auf 203 Mio « HE
     (450 «.000 x 451 KE ) belaufen, was , berechnet für die gleiche Menge Öl , .
     Mehrausgaben von 9 Mio » RS gegenüber den Beihilfeausgabel für das Wirtschafts­
     jahr 1971/72 bedeuten würde . Diese Kosten wären bei Posten 631 des
     Haushaltsplans der Europäischen Gemeinschaften zu verbuchen«
b ) Der Olivenölpreis auf dem Gemeinschaftsmarkt ist einer der wesentlichen
     Faktoren für die Festsetzung der Ausfuhrerstattung» Eine Erhöhung dieses
     Preises kann daher zu. einer gewissen Anhebung der Erstattung führen»
     Auf der Basis der in der Vergangenheit ausgeführten Mengen ist mit 7einem
     Austieg der Ausgaben für die Erstattungen für das Wirtschaftsjahr 1972/73
     gegenüber denen des Wirtschafts jahres 197 lA^       rund 400.000 RE zu rechnen
     (Haushaltsplan der Gemeinschaften, Posten 630)#
B. Interventionspreis
                                             der
  l*Da die Faktoren, die zur Festsetzung/Differenz zwischen Markfcrichtpreis und
     Interventionspreis benutzt wurden, keine wesentlichen Änderung erfahren haben,
     wird vorgeschlagen , diese Differenz bei 7j25 KS/lOO kg zu belassen/
  2 » Finanzielle Auswirkung
      Da für das Wirtschaftsjahr 1972/73 keine Intervent ionsmassnahsnen zu erwar­
      ten sind , hat dieser Vorschlag in der Praxis keine finanzielle Folgen»
 ---pagebreak---                                        Verschlaf? einer
                              '    V320IÍETUÍIG ( EI/G ) EES HITES
z'.ir Festsetzung des Marktrichtpreises des Intervent iorurpreises für Olivenöl
f'ir das Wirtschaftsjahr 1972 /1973 »
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
insbesondere au Artikel 43 ,
gestützt auf die Verordnung Nr« 136/66/EWG des Rates vom 22 « September 1966
Eber die Errichtung einer gemeinsamen Markt Organisation für Fette ( l ) , zuletzt
geändert durch die Verordnung (EWG ) Kr »                 ( 2 ), insbesondere auf Artikel
4 Absatz 1 ,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
Der Marktrichtpreis und der Interventionspreis müssen nach den in den Artikel
4 , 6 und 7 der Verordnung Kr » 136/66/EWG vorgesehenen Kriterien für eine
bestimmte Standardqualität festgesetzt werden»                                    .
Die Gründe , die im vergangenen Wirtschaftsjahr zur Festsetzung der Standard-
qualität geführt haben, bestehen weiterhin ; es ist daher angebracht , diese
Qualität unverändert beizubehalten »
Die Anwendung dieser Kriterien führt dazu, den Markt richtpreis und den
Intervent ionspreis hoher festzusetzen als fitr das vergangene Wirtschaftsjahr -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                    Artikel 1
Für das Wirtschaftsjahr 1972/1973 werden für 01iven"l folgende Preise
festgesetzt :
 U ) AD1 » Nr . 172 vom 30*9.1966 , S » 3025/66
 (2 ) ABl ,
 ---pagebreak--- a) ïîarktriktrichtpreis :
     75 f 60 Rechnungseinheiten je 100 Kilogramm ,
b ) Interventionspreis :
     72,35 Rechnungseinheiten je 100 Kilogramm .
                                       Artikel 2
Die in Artikel 1 genannten Preise betreffen mittelfeines Jungfernol , dessen
Gehalt an freien Fettsauren , ausgedruckt in Ölsäure , 3 Gramm auf 100 Gramm
beträgt »
                                       Artikel 3
Diese Verordnung tritt am 1 » November 1972 in Kraft »
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Mitgliedstaat »
Brüssel , den»»».                                    Im Hamen des Rates
(TTABI . ER , 172 vxa 30.9.1966, S. 302 S /66.
( 2 ) AB1 . Nr . L 165 vom 21*7.1972 . S. 1 .
 ---pagebreak---                                     BEGRÜNDUNG
  Das Beihilfesystem für Olivenöl betrifft zwei Mitgliedstaaten : Italien und
  Prankreich .  Von diesen zwei Ländern erzeugt Italien 99    des in der Gemein­
  schaft erzeugten Olivenöls .
  Die durch das augenblickliche System zur Gewährung der Beihilfe gestellten
  Probleme sind in Italien und Frankreich nicht dieselben .   Es scheint aber
  dennoch logisch das Funktionieren dieses Systems unter Berücksichtigung der
  Schwierigkeiten die in Italien auftreten ? zu uniersuchen .
  Das Beihilfesystem kann wie folgt zusammengefaßt werden :
  – jeder Erzeuger legt über die tx-agenden Olivenbäume eine Anbauerklärung vor
  sowie einen Beihilfeantrag nach der Ernte unter Angabe der erzeugten Oliven-
  öLuenge ,
  – die in dem Beihilfeantrag angegebene Menge wird zunächst mit der Menge ver­
    glichen , die aus der Buchhaltung der Ölmühlen hervorgeht ,
  – anschließend wird diese Menge mit derjenigen verglichen , die sich aus der
    Anwendung eines für die in der Anbauerklärung angegebenen Olivenbäume Richt-
    ertrages ergibt , der für Olivenbäume in homogenen Erzeugungsgebieten er­
    stellt wird.   Übersteigt die im Antrag angebene Menge die so errechnete
    Menge so wird die beihilfeberechtigte Menge von den von den Mitgliedstaaten
    beauftragten Dienststellen festgesetzt ,
  Die im augenblicklichen System anliegenden Probleme sind im Einzelnen im
. "Bericht über die Entwicklung des Olivenölmarktes in Italien in den Wirtschafts­
  jahren 1965/67 - 197C/71"widergegeben , der mit dem vorliegenden Vorschlag vor­
  gelegt wird .
  Diese haben dazu geführt , daß
  – eine bedeutende Verzögerung in der Bearbeitung der Beihilfeanträge durch die
    italienische Verwaltung entstand . Diese Verzögerung ist auf die große Anzahl
    von Anträgen sowie der Kompliziertheit der für jeden Antrag durchzuführenden
    Kontrollen zurückzuführen ,
  – infolgedessen ebenfalls eine Verzögerung von etwa durchsehnittlich 18 Monaten
    in der Auszahlung dar Beihilfe an die Beihilfeberechtigtsn entstand ,
  – die italienische Verwaltung eine zufriedenstellende Überprüfung der Bei-
    hilfeanträge trotz aller vorgesehenen komplizierten Kontrollen nicht gewähr­
    leisten konnte .
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4 . Das korrekte Funktionieren des in Kraft befindlichen Systems hängt vor allem
    von der Möglichkeit der italienischen Dienststellen ab eine zufriedenstellende
    Kontrolle der Buchführung der Ölmühlen durchzuführen .    Aufgrund der gemachten
    Erfahrung "besteht aber Zweifel , daß dieses Ziel erreicht werden kaiin»
5 . Es ist daher besser auf eine Kontrolle der Ölmühlen zu verzichten , wenigstens
    was die gemeinschaftliche Regelung anbelangt .   Dagegen scheint es angebracht
    die Anbauerklärungen und die Richterträge als Grundlage zu nehmen , da die
    Genauigkeit der Anbauerklärung reibst nach ihrer Einreichung überprüft werden
    kann .   Hinsichtlich der Richterträge von homogenen Anbaugebieten , ist darauf
    hinzuweisen , daß diese die besseren Erzeuger benachteiligen und die schlechteren
    Erzeuger bevorteilen.    Gie gewährleisten jedoch , daß die Gesamte , au gewährende
    Beihilfe der tatsächlichen Produktion entspricht .
    In dieser Regelung wird die Vorlage eines Beihilfeantrages überflüssig.
    Damit die Richterträge nach gleichen Kriterien in der Gemeinschaft erstellt
                                                           von dem Mitgliedstaste
    werden ist es angebracht , diese nach Anhörung der augenblicklich/ mit deren
    Festsetzung beauftragten Dienststellen nach dem Verwaltungsausschußverfahren
    festzusetzen .
6 . Das in dem vorliegenden Verordmngsentwurf vorgesehene neue System zur Ge­
    währung der Beihilfe erlaubt zu einem großen Teil die Schwierigkeiten des
    alten Systems zu beseitigen .   So dürfte durch die Vereinfachung des Systems
    die Auszahlung der Beihilfe in einem wesentlich kürzerem Zeitraum als bisher
    erfolgen .
    DurcljAie Verminderung der durchzuführenden Kontrollen, die sich nunmehr auf
    die Anbauerklärungen beschränken , dürfte das vorgeschlagene System außerdem
    eine wirksamere Kontrolle ermöglichen »
    Letztlich ist anzunehmen, dää die vorwiegend pauschale Methode dieses Systems
    analoge Probleme wie sie bisher , wie in dem oben beschriebenen Bericht , auf­
    traten in Zukunft vermeiden hilft ».
           1
7 . Das neue System hat eine Änderung von Artikel 10 der Verordnung Nr. 136/66/EVJG
    zur Folge , Diese Änderung ändert weder die Natur noch die Funktion der Bei­
    hilfe für Olivenöl .
 ---pagebreak---                              vorschlaf einer­
                                         ,. 1^3 3
                  alber die Beihilfe für Olivenöl
DER RAT HER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
Gestützt auf den Vertrag zur Srvladung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ;
gestützt auf die Verordnung Nr » 136/66/3WG des Rates vom 22 . September 1966
über die Errichtung einer gemeinsamen Markt Organisation für Pette ( l ) f zuletzt
geändert durch die Verordnung (EWG ) Nr»          (2 ) f insbesondere auf Artikel 10
Absatz 2 ,
gestützt auf die Verordnung Nr B 162/66/iHWG des Rates vom 27 * Oktober 1966 Über
den Handel mit Fetten zwischen der Gemeinschaft und Griechenland (3 ). insbeson­
dere auf Artikel 8 ,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe ;
Es müssen Grun&sät ze festgelegt Wörden, nach denen den Olivenbauern die in
Artikel 10 der Verordnung Nr» 136/66/sWG erwähnte Beihilfe vom Beginn des
Wirtschaftsjahres - 1972/1973 an gewahrt wird» Ferner sind Massnahmen zu treffen,
die gewahrleisten, dass diese Beihilfe nur für das Erzeugnis gew&hrt wird,
bei dem ein Anspruch besteht «
Um das Funktionieren des Beihilfesystems zu gewahrleisten , sollte die
Gewährung der Beihilfe in den Olivenaribaugebieten auf die Olivehbauern
beschränkt werden, die eine Anbauerklärung eingereicht haben» Demziifolge ist
es erforderlich ; für diese Erklärungen bestimmte Kir.destangab en vorzusehen«
V-) AElo Nr. 172 vom 30.9*1966 , S. 3025/66,
( 2 ) AB1 . Nr .
(3 ; AB1. Nr . 197 vom 29.10.1566 , S. 3393/66.
 ---pagebreak---  Die genannte Beihilfe ist für die Olivenbauern von grosser Bedeutung » Für die                              |
 Gemeinschaft stellt sie eine finanzielle Belastung dar,-. Um sicherzustellen,                              J
 dass die Beihilfe nur fiir das Erzeugnis gewahrt wird , "bei dem ein Anspruch darauf;
"besteht , wird eine sich auf e5.nen repräsentativen Prozentsatz der A nbauerklärun–
 gen erstreckende Kontrolle vorgesehen®
Es ift zweckmäesig, "bei der Festlegung der "belh.ilfefah.igen Menge des Öls                               j
 vorzugehen , dass die Kommission AusberichÄnat se für Oliven und Cl festsetzt «                           I
                                                                                                          I
 Zum gleichen Zweck wird die Beihilfe anband der Angaben in den Anbauerklärungen [
 festgesetzt                                                                                              !
 HAT FQLGEKDE VSROHDHITIJTT ERIASSEIT:              -                                                    1
                                                                                                         i
                                       Artikel 1
Die in Artikel 10 der Verordnung Er » 136/66/EVIG genannte Beihilfe wird mit                           !
Beginn des Wirtschaftsjahres 1972/73 für Olivenöl gewahrt , das den
Begriffsbestimmungen unter den Nummern 1 und 4 des Anhangs zur genannten                             !
 Verordnung entspricht »                                          '      ''■
                                                                                                   I
                                                                                                   t
                                       Art ikel ?                                                 !
Die Beihilfe wird in den Olivenanhaugebieten der Gemeinschaft Oliverbauern
 gewahrt »die die in Artikel 3 genannte Anbauerklarung vorgelegt haben«
                                                                       " •                       !
                                       Artikel 3 ■                                              j
 Oeder Olivenbauer reicht vor einem noch festzulegenden Zeitpunkt eine Anbau–                   j
 erklärung ein *, die neben sämtlichen         die Festsetzung der Beihilfe erforder– !,>
 liehen Angaben 'ober die Olivenbäume die Erklärung enthält , dass £r Aribauarbeitenj
 di-'xchfuhrt und regelmassig Oliven erntet «                                                 j
                                                                                             !
                                                                                             I
                                       Artikel 4                                            i
                                                                                            I
                                                                                            I
Die Erzeugermitgliedstaaten überprüfen an Ort und Stelle durch Stichproben die j
 Richtigkeit der Aribauerklärangen« ■                     ,                                !
                                       Artikel "5                              ■         I
                                                                                        !
                                                                             '          /
Jedes Jahr sind vor einem Zeitpunkt , der für jedes Olivenaribaugebiet je nach
Beginn der Olivenernte festzusetzen ist , Ausbeuterichtsätze für Oliven und Öl         i
nach einheitlichen Erzeugergebieten entsprechend dem Verfahren in Artikel 38          ;
der Verordnung Nr » 136/66/EWG und nach Anhörung der von den betreffenden
 ---pagebreak---                                       - 3 -
Kitgliedstaaten "bezeichneten      Stellen   , die mit der Zusammenstellung des
notwendigen Zahlenmaterials "beauftragt sind festzusetzen«
                                   ' Artikel 6
1 » Die Beihilfe wird von den Stellen gewahrt r die zu diesem Zweck von den".
    Erzeugerraitgliedstaafcen bezeichnet werden. Die Beihilfe wird dadurch
    festgesetzt , dass auf die Angaben der Anbauerklärtmgen der einzelnen
    Oliyeribauern die in Artikel 5 genannten Ausb eut er icht sät se angewendet
    werden «
2 « Zlir Festsetzung der Beihilfe werden nur ti"ag– une emtefähige Baume
    berücksichtigt y deren normalerweise zur Erzeugung von Öl dienende Oliven
    geerntet worden sind «
                                     Artikel 7
Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die von ihnen gemäss dieser
Verordnung erlassenen Bestimmungen vor Inkraftsetzung mit »
Wenn diese Bestimmungen nicht geeignet sind , die Erreichung der in dieser
Verordnung genannten Ziele zu ermöglichen , wird nach dem in Artikel 38 der
Verordnung Kr® 136/66/EWG vorgesehenen Verfahren (Iber die Änderungen entschieden,
die der betreffende Mitgliedstaat daran vorzunehmen hat .
                                     Artikel 8
Diese Verordnung tritt am 1 « November 1972 in Kraft «
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Mitgliedstaat •
Geschehen zu Brüssel am.t *«*.*«
                                                          In Namen des Rates
                                                            Der Präsident
 ---pagebreak---                                     Vorschlag einer
                               ^lOIÜJTÜNG ( ElTG ) DES P.'.TES
zur Änderung von Artikel 10 der Verordnung Nr . 136/66/EWG in bezug auf
die Beihilfe für Olivenöl
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsge­
meinschaft , insbesondere auf Artikel ^3 »
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Gemäss Artikel 10 der Verordnung Nr . 136/66/EWG des Rates vom 22 . Sep­
tember 1966 über die Errichtung einer gemeinsamen Marktordnung für Fette^^
                                                               (2)
zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Ilr . 15^7/72          , wird , wenn der
Erzeugerrichtpreis höher als der zu Beginn des Wirtschaftsjahres geltende
Marktrichtpreis ist , den Erzeugern von Olivenöl in der Gemeinschaft eine
Beihilfe in Höhe des Unterschieds zwischen beiden Preisen gewährt .
Das derzeit in der Geraeinschaft geltende Beihilf esystem hat in dem haupt­
sächlich betroffenen Mitgliedstaat Schwierigkeiten bei dor Anwendung her­
vorgerufen . Deshalb erscheint es zweckmässig , dieses System so zu ändern ,
dass es ordnungsgemäss angewendet werden kann -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
( 1 ) AB1 . Nr . 172 vom 30.9*1966 , S. 3025 /66 .
( 2 ) ABl . Nr . L 165 vom 21.7.1972 , S. 1 .
 ---pagebreak---                                     ~ 2 -
                                  Artikel 1
Artikel 10 der Verordnung Nr . 136,/66/EWG erhå'lt folgende Fassung:
" Artikel 10 ;
"1 » Ist der Erzeugerrichtpr'eis für OliveÄöl h'cher als der zu Beginn des
"    Wirtschaftsjahres geltende Marktrichtpreis , wird den Olivenbauern in
"    der Gemeinschaft eine Beihilfe in Höhe des Unterschieds zwischen
"    beiden Preisen gewährt »     •
"    Der Betrag der zu zahlenden Beihilfe wird jährlich unter Berücksich–
"    tigung des 01s , das aus in der Gemeinschaft erzeugten Oliven gewonnen
"    wird , festgesetzt . Die zu berücksichtigende Olmenge «fird pauschal
"    festgesetzt .
"2 . Die Grundsätze , nach denen die in Absatz 1 vorgesehene Beihilfe ge~
"    währt wird , werden vom Rat auf Vorschlag der Kommission nach dem Ab–
"    stimmungsverfahren des Artikels ^3 Absatz 2 des Vertrages festgelegt .
"    Nach dem gleichen Verfahren erlässt der Rat die Massnahmen , die eine
"    Kontrolle bei der Gewährung der Beihilfe gewährleisten sollen .
"3 » Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel werden nach dem Ver-
"    fahren des Artikels 38 erlassen ." ;
                                  Artikel 2
Diese Verordnung tritt am 1 , November 1972 in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittel­
bar in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brüssel am                                     Im Namen des Rates
                                                              Der Präsident
 ---pagebreak---                     BERICHT
über die Entwicklung der Marktlage "bei Olivenöl in Italien
vom Wirtschaftsjahr 1966/67 bis zum Wirtschaftsjahr 1970/l971 *
 ---pagebreak---                                                                 VI/3162/72-D
1 . In den Berichten für die Jahre 19^9 > 19?Q und 1971 über die Läge in der Land­
    wirtschaft in der EWG gab die Kommission an , noch nicht in der Lage zu sein ,
    Olivenölbilanzen in Italien vom Wirtschafts jähr 1967/68 an aufzustellen. Die
    Schwierigkeiten für die Kommission bestanden zunächst in der Verspätung , mit
    der einige Angaben , namentlich die 'auf die Erzeugung bezüglichen , verfügbar
    wurden , dann aber auch in dem Umstand , dass diese Angaben im Widerspruch zur
    Marktlage bei Olivenöl in Italien zu stehen scheinen , dessen Erzeugung und
    Verbrauch 99/« bzw. 9 &f° d-er Erzeugung und des Verbrauchs der Gemeinschaft von
    diesem Erzeugnis ausmachen ,
2 . Die Aufstellung gültiger Bilanzen ist bei Olivenöl besonders wichtig - nicht
    nur , weil solche Bilanzen ein unersetzliches Instrument' zur Kenntnis des
    Marktes darstellen , sondern vor allem auch , weil sie dadurch , dass sie die
    Beobachtung der Verbrauchsentwicklung gestatten , die Festsetzung des Richt­
    preises auf einer Höhe erlauben , die die Aufrechterhaltung des Olivenölver-
    brauchs in der Gemeinschaft gewährleistet .
    Ausserdem kann durch das Studium dor Bilanzen indirekt auch beurteilt werden ,
    ob die auf diesem Sektor eingeführte Beihilfenregelung , insbesondere in Bezug
    auf die Wirksamkeit der vorgesehenen Kontrollen , richtig funktioniert . .
3 . Wie in ihrem Bericht für 1971 angegeben , hat die Kommission die Präge der
    Erstellung von Olivenölbilanzen in Italien gründlich untersucht . Das Ergebnis
    dieser Untersuchung ist in der Anlage wie folgt beigefügt : die Bilanzen für
    die Wirtschaftsjahre 66/67 bis 70/71 und die wirtschaftlichen Betrachtungen ,
    die zur Aufstellung dieser Bilanzen geführt haben . In diesem Zusammenhang
    ist darauf hinzuweisen , dass die in der Anlage aufgeführten Angaben eine end­
    gültige Antwort auf sämtliche vorliegenden Fragen geben ; auch sollen zu ande­
    ren Zwecken erstellte Bilanzen nicht durch sie ersetzt werden . E3 handelt
    sich um eine Zusammenstellung aller verfügbaren wirtschaftlichen Faktoren
    und um den Versuch , aus ihnen die Lage so wirklichkeitsnah wie möglich darzu­
    stellen .
    Einige in der Bilanz erscheinende Zahlen , namentlich die die Vorräte und den
    Verbrauch betreffenden , enthalten - da auf einer Schätzung beruhend - eine
    gewisse Schätzungsspcnna und somit einen Unsicherheitsfaktor . Trotzdem ent~
    spricht nach Ansicht der Konimission die sich aus den Bilanzen ableitende Lage
    mit ausreichender Genauigkeit der wirklichen Marktlage und erlaubt daher das
    Ziehen bestimmter Rückschlüsse .
 ---pagebreak---                                           -3-                   \: T ' "! •  /  •»
4 * Aus den Angaben über die verfügbaren Mengen an Olivenöl in Italien für die
     einzelnen Wirtschaftsjahre von I9S6/67 bis I970/7I geht eine scheinbare Ver-
     brauchssteigerung um I76 . OOO Tonnen in vier Jahren hervor , was - bei Berück­
     sichtigung der Bevölkerungsentwicklung - einer pro-Kopf-Verbrauchssteigerung
    um 35ia entspräche . Eine derartige Zunahme erscheint kaum verständlich , da sie
     im Widerspruch zu den wirtschaftlichen Faktoren des Marktes steht .
    Ausserdem soll diese Zunahme zur selben Zeit stattgefunden haben wie die Ver–
     brauehssteigerung von 01 aus Ölsaaten , welcher aussergewöhnlich günstige Um­
     stände zugute gekommen sein sollen .
     Die Verbrauchssteigerung hätte also nicht ohne eine starke Snderung der Er-
    nährungsgewohnheiten der Italiener erfolgen können . Eine solche scheint aber
     in Italien trotz verbesserter Lebensverhältnisse nicht eingetreten zu sein .
5 . Andererseits lässt die Lage auf dem Olivenölmarkt , vor allem die Entwicklung
     der Preise und der Einfuhr , nicht den Schluds zu , dass sich die von einem
    ■Wirtschaftsjahr auf das nächste übertragenen Vooräte erhöht hätten . Es muss
     also angenommen werden , dass die Anga,bcn über die verfügbaren Olivenölmengen
    nicht der Wirklichkeit entsprechen . Da die Angaben über den Handelsverkehr
    nicht anzuzweifeln sind , bleibt zur Erklärung der Lage nur die Annahme übrig,
     dass ab den Wirtschaftsjahren 67/68 die Mengen , denen eine Beihilfeberechti-
     gung zuerkannt wurde und die bei der Ermittlung des Umfangs der Produktion
     zugrundegelegt wurden , grösser waren als die tatsächlich in Italien erzeugten
     Mengen .
6 . Dieser Schluss wird umso einleuchtender , wenn man sowohl die Entwicklung
     dieser Erzeugung als auch die durch die Gewährung und Kontrolle der Beihilfe
     für Olivenöl entstehenden Probleme untersucht .
7 . Für die Produkt ionsentWicklung scheinen sich aus einem Vergleich zwischen
     den Produktionsangaben für die Zeit von 1966/67 bis 1970/71            solchen
     für die vorhergehende Zeit nur schwer Schlüsse ziehen zu lassen , denn die
      ersteren ergeben sich aus den Mengen , denen eine Beihilfeberechtigung zuer­
     kannt wurde , die letzteren aus einer statistischen Schätzung. Dennoch ist
     interessant , dass das IHVAM (das Karktforschungsinstitut in Italien ) angibt ,
      dass die Erzeugung in drei Gebieten Italiens stärker zugenommen zu haben
      scheint als in den anderen .
 ---pagebreak---                                              -y4„-                VI/3I62/72 -D
     Die Erzeugung in Kalabrien , Basilicata und Sizilien hat demnach in den letzten
     10 Jahren um 93 "bzw . 60 "bzw. 55a zugenommen» Diese Zunahme entfällt in der
     Hauptsache auf für die Jahre 19 67 "bis 19 69 eingetragenen Erzeugungen . Nach An­
     sicht des IHVAM erklärt sich diese Zunehme nur teilweise aus Ertragssteigerungen
     und einer Vergrösserung der Anbauflächen.
 8 . Die Beihilferegelung, die seinerzeit verschiedentlich , hauptsächlich zur Fest­
     legung der notwendigen Kontrollen , geändert wurde , besteht in der Gewährung
     einer 3eihilfe an alle Erzeuger , die eine auf ihre im Ertrag stehenden Oliven–
     bäume bezügliche Anbauerklärung sowie einen Beihilfeantrag einreichen .
     Die im Beihilfeantrag angegebenen Mengen werden zunächst mit denen verglichen ,
     die in den 3üchern erscheinen , die die Verarbeitungsbetriebe führen müssen.
     Ausserdem werden sie vorglichen mit dem Ergebnis der Anwendung eines Richter-
     trages , der von ad hoc-Kommissionen für gleichartige Gebiete festgelegt wird ,
     auf die in der Anbauerklärung aufgeführten Olivenbäume .
 9 . Die der italienischen Regierung durch diese Regelung obliegenden Aufgaben sind
     erheblich . Praktisch hatte sich die Verwaltung in den letzten drei Wirtschafts­
     jahren mit Beihilfesnträgen zu befassen , deren Zahl durchschnittlich eine Million
     überstieg. Ausser den Anträgen musste die italienische Verwaltung auch die Rich­
     tigkeit der Bucfcführungsunterlagen in den Verarbeitungsbetrieben , deren Zahl
     sich auf fast 12.000 beläuft und deren oft handwerkliche Struktur und geogra­
     phische Lage erhebliche Behinderungen für eine wirklich seriöse Kontrolle dar­
     stellen , überprüfen. Seit- dem Wirtschaftsjahr 1968/69 hat die italienische Ver­
     waltung ausserdem stichprobenartig die Anbauerklärungen überprüfen müssen , deren
     Zahl im Prinzip gleich der Zahl der Anträge selbst ist .
10 . Diese Kontrollen scheinen ausserdem praktisoh nicht einmal die gewünschte Wirk­
     samkeit zu haben , denn der Termin für die Einreichung der Beihilfe antrage wird
      auf einen Zeitpunkt nach Beendigung der Ernte festgesetzt . Daraus ergibt sich ,
     dass die Prüfung der Anträge und somit auch die Kontrollen praktisch erst mehrere
     Monate nach Beendigung der Ernte beginnen , wenn das erzeugte Ol meist schon
     verkauft oder verbraucht ist .
 ---pagebreak---                                            - 5 -
     Aus dieser Lage brauchten sich keine schwerwiegenden Polgen zu ergebel , wenn
     die Lagerbuchführung der Verarbeutungsbetriebe regelmässig und wirksam kon~
     trolliert würde » Aus den oben erwähnten Gründen scheinen diese Kontrollen
     jedoch grosse Schwierigkeiten zu machen » Es ist hier auch zu verstärken ,
     dass die Schwierigkeiten einer Überwachung der Betriebe der Oliventrester-
     ölgewinnung , deren Zahl kaum mehr als 200 beträgt , die italienische Regierung
     veranlasst haben , für das Wirtschaftsjahr 1971/72 eine Pauschalierung der
     Beihilfe für Oliventresteröl zu verlangen »
11 » Infolgedessen besteht das einzig brauchbare Mittel , das die italienische
     Verwaltung zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit der Anträge anwenden kann,
     in einer Gegenüberstellung der im Antrag angegebenen Menge mit der Menge ,
     die sich bei Anwendung des "Richtertrages " auf die in der Anbauerklärung
     angegebenen Oliveribäume ergibt » Auf die Schwierigkeiten einer solches
     Verfahrens braucht nicht erst hingewiesen zu werden » Jedenfalls kann dabei
     nicht interveniert werden , wenn die im Antrag angegebene Menge den
     "Richtertrag" nicht übersteigt »
13 « Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich , dass die erstaunlichsten
     Beihilfeanträge für Menge , die die tatsächliche Erzeugung überstiegen ,
     eingereicht wurden und es der italienischen Verwaltung trotz zugegebenermassen
     grosser Anstrengungen , besonders seit dem Wirtschaftsjahr 1963/69 (als die
     Kontrollen zur Ablehnung von Anträgen für etwa 2,^.000 Tonnen und zur
     Zurückstellung weiterer Anträge für mehr als 15»000 Tonnen führten), noch
     nicht gelungen ist , alle Betrügereien aufzudecken.
13 » Auf Grund der vorstehenden Ausführungen glaubt die Kommission schliessen zu
     müssen, dass die tatsächliche Olivenölerzeugung in Italien in der Zeit
      zwischen den Wirtschaftsjahrenvon19o.7,/d8. bis 197Q/71 Fiebriger ws-r
                                           i03J. 1en3.scne vcrwaflung
                                                                             ^.ie
     Menge , der das Recht auf Beihilf zuerkannt wurde » Die Kommission gibt zu ,
     dass diese Lage zumindest teilweise eine Folge des gewählten Systems für
     die Gewährung und Kontrolle der Beihilfe für Olivenöl ist » Infolgedessen
      zieht sie aus der Lage die notwendigen Folgerungen* Sie sind Gegenstand
      ihrer diesbezüglichen Vorschläge für das Wirtschaftsjahr 1972/73 » die hier
      zusammen mit diesem Bericht vorgelegt werden »
 ---pagebreak---                             AIEANGE
  1»  Olivenolbilanz in Italien
 II.  Zur Aufstellung von Olivenölbilanzen in Italien herangezogene
      Paktoren
III . Entwicklung des Preisverhaltnisse 01iven'd1/Saatenö1 in den
      Wirt s chaft s jähren
 IV.  Auszug aus dem Jahrbuch der italienischen Landwirtschaft für das
      Jahr 1969 « veröffentlicht vom MEA
 ---pagebreak---                                            OlivenSIbilanz in Italien
                                                                                                          (in 1000 Tonnen)
Wirtschaftsjahr f     1      ΓΤ            3      ί    Λ              5   1            6 _            i
                                                                                                                   I          | Unterschied
                                                                                                                                 zwischen
                  vbrrft au   Erzeugung Netto-      Vorhandeue Vorrat am      Scheinbarer Ver-          Geschätzter Ver­
                                                                                                                                 6 lind 7
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                                                                             insgesamt    pro Kopf ; | insgesomt     pro Kopf
                  iahres                                         j anhres
                                                                                                      I          J
                                                                                                    I
 1966/67              32         350       83         465             15         450        0.44    j     450          8.44
 1967/68              15         574       50         639            110         529        9.85          450          8.38         79
 1968/69            110         431        85     I   626             65         561      10.38           470          8.69         91
 1969/70              65        491       118         674     ji      60         624      11.28            520         V*55         94
 1970/7X              60        440       186 - |i    686     |       60  Ii
                                                                          1
                                                                                 626      11.42    !       550        10.04         76
                                                 I1           t
                                                                          I
                                                                          (
                                                                                        :          I
 Quelle : AusarbeituEf; der Yl/s/*> •
 ---pagebreak--- II . Zur Aufstellur ? von Ol ivenolbi lenzen in Itnlien herangezogene Faktoren
     A. Allgemeine Bemerkungen
        Dieses Dokument bezieht . ß£ch p.uf die bei der Aufstellung von Olivenöl-»
        bilanzen für die Wirtschafts jähre 1966/67 bis 1970/71 ini Rahmen der Berichte
        über die Lage der Landwirtschaft in der EWG zugrunde zu legenden Paktoren
        und betrifft nicht Bilanzen , die zu anderen Zwecken aufgestellt werden .
        Posten bei der Aufstellung dieser Bilanzen sind die Vorräte zu Beginn des
        Wirtschaftsjahres , die Erzeugung , die Nettoeinfuhr , die vorhandene Menge ,
        die auf das nächste Wirtschaftsjahr zu übertragenden Vorräte und der
        Verbrauch ( s . Anlage i ).                      '
        Bei der Erzeugung ist grundsätzlich die Ölmenge heranzuziehen, der die
        italienische Verwaltung eine Beihilfeberechtigung zuerkannt hat . An diesen
        Mengen sind jedoch aus den nachstehend unter Punkt 2 angeführten Gründen
       gewisse Änderungen vorzunehmen .                                    '
        Bei den Vorräten zu Beginn des Wirfschafts jahres ist zu bedenken , dass zu
        Beginn des Wirtschaftsjahres 1966/67 Handel und Industrie die in ihrem
        Besitz befindlichen Vorräte deklariert hatten , um die bei dieser Gelegenheit
        vorgesehene Entschädigung zu erhalten . Diese Deklarationen bezogen sich auf
        Mengen über 500 kg. Für das Wirtschaftsjahr 1966/67 sind diese Mengen heran­
        zuziehen .
        Für die folgenden Wirtschaftsjahre wird zur Aufrechterhaltung der Vergleich -
        barkeit zwischen den Angaben in den verschiedenen Bilanzen der zu Beginn des
        Wirtschaftsjahres vorhandene Vorrat ermittelt , indem die in Partien von mehr
        als 500 kg bei Handel und Industrie vorhandenen geschätzten Mengen berück -
        sichtigt werden . Dieser Vorrat wird gegebenenfalls nach der geschätzten Ab­
        weichung der bei den Erzeugern eingelagerten Mengen in Verhältnis zu den bei
        denselben Erzeugern zu Beginn des Wirtschaftsjahres 1966/67 vorhandenen Mengen
        berichtigt . Dagegen wird angenommen , dass die Partien von weniger als 500 kg,
        die sich vor allem im Besitz des Einzelh?ndels befinden , von einem Wirtschafts­
        jahr zum anderen nicht bedeutend voneinander abweichen .
        Die Berücksichtigung obiger Elemente hat zur Folge , dass die ab 1966/67 er­
        stellten Bilanzen nur schwer mit den für frühere Wirtschaftsjahre aufgestellten
        vergleichbar sind , da die letzteren hauptsächlich auf einer statistischen
        Schätzung der Erzeugung basierten . Dennoch dürfte sich aus den neuen Elementen
        die Wirklichkeit auf dem Olivenölinarkt seit 1966 besser erfassen lassen , was
        für eine gute Führung der gemeinsamen Organisation dieses Marktes wesentlich ist .
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B. Die einzelnen Posten der Bilanz
   1 . Vorrat 7,m Beginn des Wirtschaftsjahres
       Für das Wirtschaftsjahr 1966/67 beträgt die zugrunde zu legende Menge , be­
       rechnet gemäß d.en Erläuterungen im Abschnitt "Allgemeine Bemerkungen",
       32.000 Tonnen . Diese Menge ist erheblich kleiner als die normalerweise
       benötigte , um d.en Anschluß zwischen zwei Wirtschaftsjahren herzustellen .
       Sie erklärt sich jedoch ö_urch den Umstand , dass der Handel wußte , dass
       die bevorstehende Einführung der gemeinsamen Harkt Organisation für Olivenöl
       zu einem spürbaren Preisrückgang auf dem Iferkt führen würde , während von
       der italienischen Regierung noch keine Sicherung hinsichtlich einer Ent -
       Schädigung der Betroffenen vorlag . Dass die Vorräte bei den Erzeugern höher
       waren eis normalerweise zu Beginn eines Wirtschaftsjahres , ist schwer vor­
       stellbar . Die Ernte 1965 war außerdem nicht besonders gut gewesen ( 450*000
       Tonnen nach statistischer Schätzung ), und zumindest ein Teil der Erzeuger
       kann nicht über die Folgen unterrichtet gewesen sein , die die Einführung
       einer geneinsamen Markt Organisation für Olivenöl für den Wert der Vorräte
       haben würde .
       Für die folgenden Wirtschaftsjahre ist jeweils die am Ende des vorhergehenden
       Wirtschaftsjahres vorhandene Menge anzusetzen ( s . nachstehend Punkt 4 )»
   2 . Erzeugung
       Die Erzeugung, der eine Beihilfe zuerkannt wurde , betrug 1 9 56/67 310.000
       Tonnen . Es mkß allerdings angenommen werden , dass verhältnismäßig viele Er­
       zeuger , insbesondere die kleinen , angesichts der Tatsache , dass es das erste
       Wirtschaftsjahr unter der gemeinsamen lferktorganisation für Olivenöl war ,
       nicht rechtzeitig und ausreichend über die Bestimmungen betreffend Olivenöl
       unterrichtet waren , um einen Beihilfeantrag zu stellen . Hierzu trug zweifel­
       los auch der Umstand bei , dass die gemeinschaftlichen und einzelstaatlichen
       Bestimmungen mit Verspätung erlassen wurden .
       Es ist festzustellen , dass die Beihilfeanträge in diesem ersten Wirtschafts­
       jahr die Zahl 900.000 erreichte?: im Vergleich zu mehr als durchschnittlich
       eine llillion in den drei letzten 1     schafts jähren .
       Für das Wirtschaftsjahr 1966/67 v/ .rlen die Anträge von den Ölerzeugern ein­
       gereicht , aber ohne Beschränkung       Zahl der Anträge je Antragsteller . Jetzt
       werden sie von den Olivenerzeuger.'', eingereicht , die zahlreicher sind als die
       Ölerzeuger , und mit Beschränkung .1er Zahl der Anträge a,uf einen je Antrag -
       steller .
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         Trotzdem können diese Unterschiede allein night genügen , um die Kluft
          zwischen den Mengen an gestellten Anträgen zu erklären .
         In Wirtschaftsjahr I966/67 "betrug die Durchschnittsölmenge je Antrag
          3,3 Zentner . Falls 100.000 oder 150.000 Erzeuger keinen Antrag gestellt haben ,
         können die nicht-deklarierten Mengen billigerweise auf 30.000 bis 45 « 000
         Tonnen geschätzt werden , was einer Durchs dnittsmenge von 3 Zentnern je Er -
         zeuger entspricht . Unter diesen Voraussetzungen dürfte eine Erzeugung von
         350.000 Tonnen der Wirklichkeit nahekommen . Diese Menge entspricht übrigens
         auch der zu jener Zeit vorgenommenen statistischen Schätzung des ISTAT .
         Für die Wirtschafts jähre 1967/68 , 1968/69 und I969/7O belaufen sich - zur
         Zeit - die Mengen , für die eine Beihilfezahlung in Italien erfolgte , auf
         573*000 , 423.000 und 473.000 Tonnen . Sieht man von einigen verhältnismäßig
         geringen Mengen ab , die noch nicht definiert sind , und nimmt man an , dass
         50 dieser Mengen Beihilfe erhalten , so würde die Erzeugung , der für die
         betreffenden Wirtschaftsjahre eine Beihilfe zuerkannt würde , sich auf
         574.000 , 431*000 und 491.000 Tonnen belaufen .
         Für das Wirtschaftsjahr 1970/71 sind dagegen die Überprüfungen noch im
         Gange . Die Anträge bezogen sich auf etwa 459*000 Tonnen , wovon - am 30 . Juni
         1972 - etwa 265.000 Tonnen eine Beihilfezahlung erhielten . Legt man die
         Erfahrungen der vorhergehenden Wirtschaftsjahre zugrunde , so ist die Annahme
         berechtigt , dass 90 fo der noch zu definierenden Mengen die Beihilfe zuerkannt
         werden wird . Dann würde die Erzeugung auf der Grundlage der Beihilfegewähriuig
         440.000 Tonnen für das genannte Wirtschaftsjahr betragen haben .
3 . Kettoeinfuhr                                                         '
       . Zu diösem Punkt erübrigen sich Bemerkungen .            r
4 . Zu übertragende Vorräte
    a. Der vom Wirtschaftsjahr 1966/67 auf das folgende zu übertragende Vorrat
         kann auf 15.000 Tonnen   geschätzt werden .
         Diese Menge erscheint ,  obwohl sie weit unter der nötigen Mindestmenge liegt ,
         die zur Bedarfsdeckung   auf dem Markt in der Zeit zwischen zwei Wirtschafts­
         jahren gebraucht wird ,  durch den Umstand gerechtfertigt , dass sowohl die
         Aussicht auf eine reiche Ernte im Wirtschaftsjahr 1967/68 als auch der
         frühe Einsatz dieser Ernte Erzeuger wie auch Industrie und Handel ver -
         anlasst haben mögen , ihre Vorräte bis unter die Mengen anzugreifen , die
         sie normalerweise während der Übergangszeit halten.
 ---pagebreak--- b . Der vom Wirtschaftsjahr 1967/68 auf das nächste zu übertragende Vorrat ,
    war angesichts der großen Ernte 1967 sowie des stagnierenden Verbrauchs              |
    infolge der Verschlechterung' des Preisverhältnisses zwischen Olivenöl und !
    Saatenöl bedeutend größer als der des Vorjahres . Es sei daran erinnert ,          |
    dass die verschiedenen berufsständischen Verbände , die damals im Rahmen
    des Beratenden Ausschusses gehört wurden , abweichende Ansichten über die
    Höhe dieses Vorrats äußerten .
    So gaben Industrie und Handel als auf das Wirtschaftsjahr 196§/69 zu                j
    übertragende Menge 70-000 bis 100.000 Tonnen an . Die Erzeuger meinten dagegen,
    die Vorräte müßten auf 170.000 bis 200.000 Tonnen geschätzt werden.                 j
    Die Annahme der von den Erzeugern angegebenen Zahlen erscheint schwierig ,
    und zwar aus folgenden Hauptgründen:
    - obwohl der Rat für das Wirtschaftsjahr 1968/69 beschlossen hatte , den            j
      Marktrichtpreis für Olivenöl um 8 % zu senken, wurden zu Ende des Wirt -          j
      schaftsjahres 1967/68 doch nur 13.000 Tonnen zur Intervention angeboten, !
      als der vorgeschlagene Preis bekannt wurde ;                                    j
    - trotz stärkerer Nettoeinfuhr als im Vorjalir zeigten die Preise auf dem         j
      Markt der Gemeinschaft während des Wirtschaftsjahres 1968/69 eine klare         j
      Tendenz zur Festigkeit . Der Durchschnittspreis der Standardqualität auf
      der Erzeugerstufe lag leicht über dem Marktriehtpreis , der für Lampante-Öl
      auf derselben Stufe um 3 RE über dem für diese Qualität berechneten
      Interventionspreis .
    Diese Paktoren erscheinen unvereinbar mit dem Vorhandensein eines Vorrats
    zu Beginn des Wirtschaftsjahres , der dem Verbrauch von mehr als 5 Monaten
    entspricht .                                                                    !
    Dagegen kann bei Industrie und Handel ein Vorrat von 70.000 Tonnen ange -
 ' nommen werden , was einer größeren Menge entspricht , als in einem Normal jähr
    zur Sicherung des Anschlusses zwischen zwei Wirtschaftsjahren benötigt wird .
    Hierzu sind 13.000 bei der Intervention befindliche Tonnen zu addieren sowie
    die ölmenge , die die Erzeuger zusätzlich zu den üblichen Mengen bei sich be- j
    halten haben . Eine Erhöhung dieser Mengen dürfte den Gepflogenheiten in eine?;
    Jahr mit großer Ernte entsprechen . Wenn diese Erhöhung auch sehr schwer zu
    schätzen ist , so dürfte es doch nicht unbillig sein , hier 30.000 Tonnen
    anzusetzen , wa.s einer durchscnittlichen Erhöhung des zu übertragenden
    Vorrats um 30 kg je Erzeuger entspricht . Demnach dürfte ein zu übertragender j
    Vorrat Von 110.000 Tonnen der Wirklichkeit entsprochen haben .                j
 ---pagebreak--- Der vom Wirtschaftsjahr 1968/ 69 auf das folgende zu übertragende Vorrat
kann auf 65.000 Tonnen geschätzt werden . Denn die Erzeuger dürften nacfi
der Vorrat serhphung auf die gute Ernte 1967 /08 hin, wie man billigerweise
annehmen kann , wieder auf ihr normales Vorratsniveau zurückgegangen sein .
Ebenso ist anzunehmen , dass die im Besitz von Industrie und Handel be -
findliche ölmenge wieder auf ihr normales ITiveau zurückgegangen ist , die
auf 60=000 Tonnen geschätzt werden kann .
Als Bestätigung der Schätzung des auf das Wirtschaftsjahr I969/7O zu
übertragenden Vorräte ist zu vermerken , dass die Preise auf dem Markt
während dieses Wirtschaftsjahres weiter hoch lagen und für einige Qualitäten
wieder über den Marktrichtpreis hinausgingen . Außerdem stieg in diesem
Wirtschaftsjahr auch die Kettoeinfuhr ( 118.000 Tonnen ) trotz starker
Erzeugung ( 491.000 Tonnen ) sehr an . Diese Elemente scheinen ein gewisses
Ungenügen des Angebots in Verhältnis zur Nachfrage anzuzeigen und recht­
fertigen den Schluß , dass zu Beginn des Wirtschaftsjahres die Vorräte die
normalerweise notwendigen Mengen zur Sicherung des Anschlusses zwischen
zwei Wirtschaftsjahren nicht überstiegen haben können . Im übrigen ist zu
vermerken , dass die Vertreter von Handel und Industrie die Schätzung ihrer
Vorräte bestätigten . Zu diesen sind etwa 5 . 000 Tonnen hinzuzurechnen , die
sich damals , im Besitz der italienischen Interventionsstelle befanden .
Hinsichtlich des von 1969/70 auf das nächste VJirtschafts jähr zu über -
tragenden Vorrats erscheint es angesichts der Markt entWicklung in jenem
Wirtschaftsjahr - namentlich der Rekordhöhe der Einfuhr ( 186.000 Tonnen)
und der Stetigkeit der Preise ( der Preis für die Standardqualität lag .
durchschnittlich im 1 HE über dem Marktrichtpreis , während eiGh der Preis
für Lampante-Öl durchschnittlich in Höhe des für diese Sorte errechneten
Marktrichtpreises hielt ) - gerechtfertigt anzunehmen , dass die Vorräte bei
Industrie und Handel sich auf ihren normalen Umfang von 60.000 Tonnen
hielten .
Ganz ausgeschlossen ist übrigens , dass die allgemeine Wirtschaftslage in
Italien in jenem Wirtschafts jähr die Erzeuger zu einer Hortung ihres Öles
veranlasst hat , und zwar ganz abgesehen von Erwägungen über die Besonderheit
der ölwirtschaft , die die Erzeuger in den meisten Fällen zwingt , ihre Er -
zemgnisse so rasch wie möglich zu verkaufen , um die Mittel zur Bestreitung
der Kosten in die Hand zu bekommen , die der Olivenanbau mit sich bringt .
 ---pagebreak---     e . Hinsichtlich des Umfangs der zu Ende des Wirtschaftsjahres 1970/ 71 vor­
        handenen Vorräte kann , angesichts der starken Nachfrage nach Olivenöl im
        Wirtschafts jähr 1971/72 seitens des italienischen Ha-ndels , der trotz der
        sehr hohen - und übrigens ständig weiter steigenden - Preise zwischen
        dem 1 . November 1971 und dem 31»Juli 1972 Anträge auf Einfuhrlizenzen
        für etwa 68.000 Tonnen gestellt hat , billigerweise angenommen werden, dass
        die ölvorräte bei Handel und Industrie im Oktober 1971 höchstens so groß
        waren , wie zu Beginn des Wirtschaftsjahres , nämlich 60.000 Tonnen , und
        dass' auch die Vorräte bei den Erzeugern nicht höher als normal waren .
5 » Verbrauch
    Für eine richtige Schätzung des Olivenölverbrauchs dürfte es sich empfehlen ,
    einerseits die Paktoren zu untersuchen , die während der fünf in Frage stehdnden
    Wirtschaftsjahre den Verbrauch dieses Öls beeinflußt haben, andererseits aber
    auch den Olivenölverbrauch dem Fettverbrauch in Italien insgesamt gegenüber-
    zustellen .
    a . Verhältnis der Preise von Olivenöl und Saatenöl
        Der Olivenölverbrauch wird ohne Zweifel vom Preisverhältnis zwischen
        Olivenöl und Saatenöl beeinflußt . Der Rat hatte übrigens dieses Verhältnis
        auch besonders im Auge , als er den Ilarktrichtpreis festsetzte .
        Unter den Qualitäten der beiden in Frage stehenden ölarten scheinen das
        raffinierte Olivenöl und die erste Güteklasse von Saatenöl für eine Unter­
        suchung des Preisverhältnisses zwischen den beiden öl arten die repräsenta -
        tivsten zu sein .
        Die Entwicklung des Verhältnisses für die Wirtschaftsjahre 1966/67 bis .
        1970/71 ist in Anlage III dargestellt . Festzuhalten ist , dass das Verhältnis
        im Wirtschaftsjahr 1965/66 2,16:1 betrug. Aus den vorliegenden Angaben geht
        hervor , dass das Preisverhältnis Olivenöl/Saatenöl sich schon im Wirtschafts­
        jahr 1966/67 zu Ungunsten des Olivenöls zu verschieben begann . Dies ver -
         stärkte sich noch 1967/68 . Dies lag an einem erheblichen Rückgang der Preise
        für Saatenöl .
        Vom Wirtschaftsjahr I969/7O an entwickelte sich das Verhältnis dagegen zu
        Gunsten des Olivenöls . Dies lag an Anstieg der Preise für Saatenöl während
        des ganzen genannten Wirtschafts jahres und noch mehr im Wirtschafts jähr
        1970/71 .
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b . Fettverbrauch insgesamt
    Im untersuchten Zeitraum stieg der Fettverbrauch in Italien an . Dieser
    Anstieg hängt mit der Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bewohner
    sowie mit dem Rückgang der Preise für pflanzliche öle in Folge der Ein -
    führung der gemeinsamen Marktorganisation zusammen . Dieser Zunahme scheint
    jedoch nach Ansicht der Sachverständigen eine einschneidende Änderung der
    Ernährungsgewohnheiten der Italiener nicht zu entsprechen . Außerdem scheint
    die Elastizität der Nachfrage nach Fetten im Vergleich zur Verbesserung
    des Lebensstandards geringer zu sein als bei anderen Lebensmitteln . Man muß
    also annehmen , dass die besagte Zunahme weder sehr kräftig noch sehr plötz­
    lich war .                              '
c . Verbrauch an anderen Fetten als Olivenöl
    1 . Andere Fette als Saatenöl               ,
        Der Verbrauch an dieser! Fetten stieg von 209.000 Tonnen im Wi rt schafts-
        jahr 1966/67 auf 218.000 Tonnen im Wirtschaftsjahr 1967/68 , auf 237.000
        Tonnen 1968/69 und auf 238.000 Tonnen I969/7O an. Dabei darf jedoch nicht
        vergessen werden , dass diese Erzeugnisse (Butter , Margarine usw.) einen
        zweitrangigen Platz in der Ernährung der Italiener einnehmen.
    2 . Saatenol
        Der Verbrauch an Saatenol zur Ernährung in den zur Diskussion stehenden
        Wirt schafts jähren, wie er aus den vom Landwirtschaftsministerium ver -
        Öffentlichenten Bilanzen hervorgeht , war wie folgt :
              Wirtschaftsjahr           Gesamtverbrauch      pro-Kopf-Verbrauch
                 1966/67                   406.000                   7 , 61
                 1967/68                   440.000                   8,19
                 1968/69                   449-000                   8,31
                 1969/70                   457.000                   8,39
               . 1970/71                   480.000                   8,76
        Trotzdem ist zu vermerken , dass nach Ansicht der italienischen Industrie
        der Verbrauch im Wirtschaftsjahr 1970/71 niedriger war als in den
        amtlichen Statistiken ausgewiesen und 46O . OOO Tonnen nicht überschritt .
        Interessant ist , dass der Verbrauch an Saat.enöl in Italien offenbar um
        fast 100.000 Tonnen höher lag als der für 1965/66 ermittelte . Diese starke
        Zunahme ist die Folge eines erheblichen Absinkens des Saa,tenölpreises in
        Italien durch die Einführung der geineinsamen I!arkt Organisation . Aus den
        betreffenden Zahlen wird offenbar , dass die Höhe des Saatenölverbrauchs
        in Italien durch die Höhe des Verkaufspreises dieses Öls sowie durch das
        Preisverhältnis Olivenol/saat enö1 beeinflußt wurde .
 ---pagebreak---                                    - 8 -
d . Olivenôlverbrauch
    Untersucht man die Bilanz in der Anlage , deren einzelne Posten durch die
    vorstehend behandelten Punkte dieses Berichts gestützt werden , so gelangt
    man zu dem Schluß , dass der Olivenölverbrauch in Italien im Wirtschafts­
     jahr 1966/67 450-000 Tonnen betrug .
    Diese Zahl entspricht der Verbrauchsschätzung der italienischen Behörden
    für jenes Wirtschaftsjahr . Der Verbrauch ist um 37.000 Tonnen niedriger
    als der von denselben Behörden für das Wirtschaftsjahr 1965/66 geschätzte .
    Abgesehen davon , dass sich die Bilajizda,ten für 1965/66 und 1966/67 nur
    schwer vergleichen la.ssen , ist es nicht erstaunlich festzustellen , dass der
    01ivenölverbra.uch in Italien im Jahre 1966/67 eine gewisse Stagnation auf­
    weist , wenn man sich die starke Zunahme des Saatenölverbraoichs im nämlichen
    Wirtschaftsjahr vorstellt . Es zeigt sich außerdem , dass die Ausrichtung auf
    die neuen , durch die Einführung der gemeinsamen Ma.rktorgaziisa.tion bewirkten
    Preise auf der Einzelhandel sstiafe beim Saatenöl viel schneller ging als beim
    Olivenöl .
    Unter diesen Umständen kann der Verbrauch , wie er aus der Bilanz abzulesen
    ist , nicht in Fra^ge gestellt werden .
    Nachdem sich das Preisverhältnis 01ivenöl/Sa.atenöl noch weiter zu Ungunsten
    des Olivenöls verschoben haltte , konnte dessen Verbrauch vom Wirtschaftsjahr
    1967/68 an nur noch negativ beeinflusst werden . Dieser Gedaxikengang wird durch
    die Erklärungen der verschiedenen Berufsstände gestützt , die auf den Sitzungen
    des Beratenden Ausschusses für Fette den Rückgang des Verbrauchs von in Italien
    vermarktetem Olivenöl infolge des Rückgangs der Saatenölpreise bestätigen .
    Erhebiongen seitens spezialisierter Organe in Italien führten zu dem gleichen
    Schluß . Sine weitere Bestätigung stellt die verhältnismäßig starke Zunahme
    des Saatenölverbrauchs da.r .
    Andererseits ist der Gedanke nicht abwegig , da.ss die normalerweise zum Selbst-
    verbrauch durch d_en Erzeuger dienende Ölmenge axtgesichts der sehr großen Öl-
    erzeugung in demselben Wirtschafts jähr sich vorübergehend erhöhte . Unter diesen
    Umständen kajin höchstens angenommen werden , dass der Gesamtverbrauch an Oliven­
    öl gleich dem des Vorjahres war .
    Im Wirtschaftsjahr 1968/69 blieb das Verhältnis Olivenöl/Saatenöl ungünstig
    für da.s Olivenöl . Doch soll nach Ansicht der Berufsstände eine gewisse Be -
    lebung des Verbrauchs an vermarktetem Öl stattgefunden haben , hauptsächlich
    durch die psychologische Wirkung der vom Rat beschlossenen Senkung des liarkt-
    richtpreises . Berücksichtigt man , da.ss logischerweise angenommen werden kann ,
 ---pagebreak---                                     - 9 -
 dass der Selbstverbfnuch auf seinen normalen Umfang zurückkehrte , so kann
 eine Zunahme des Verbrauchs lim 20.000 Tonnen angenommen werden . Sie scheint
 auch mit einer Verlangsamung des Verbrauchszunahme bei Saatenöl übereinzu -
 stimmen .
Nachdem vom Wirtschaftsjahr I969/7O an das Preisverhältnis Olivenöl/Saatenöl
 sich zu Gunsten des Olivenöls verschob , kann eine stärkere Zunahme des Oliven-
ölverbrauchs angenommen werden .
Allerdings kann diese Zunahme nur in Grenzen gesehen werden angesichts der
obigen Ausführungen über die Gesamtentwicklung beim Fettverbrauch in Italien
und des Urastaüdes , dass der Verbrauch an Saatenöl nicht zurückgegangen ist .
Eine Zunahme des Olivenölverbrauchs um $0 . 000 Tonnen scheint sich mit den
vorstehend angeführten Faktoren zu vertragen .
Im Wirtschaftsjahr 1970/71 kann die Entwicklung des Preisverhältnisses zwischen
Olivenöl und Saatenöl die Zunahme des Olivenölverbrauchs nur begünstigt haben .
Berücksichtigt man die Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der tatsächlichen
Entwicklung des Saatenölverbrauchs , so läßt sich die Annahme einer Verbrauchs-
stogerung bei Olivenöl um 30.000 ohne weiteres vertreten .
Es läßt sich zusammenfassen , dass äime Erhöhung des Olivenölverbrauchs im
Bezugszeitraum um 100.000 Tonnen einer Zunahme; des pro-Kopf-Verbrauchs um
1,6 kg , d.h . um 19    in vier Jahren entspricht .
Der scheinbare Olivenölverbrauch in Italien , wie er sich aus dem Unterschied
zwischen vorhandener Menge und Vorrat am Ende d.es Wirtschaftsjahres ergibt
( s.Anlage I ), ergab dagegen eine Zunahme des pro-Kopf-Verbrauchs im Bezugs-
zeitraum um 3 kg bzw . 35 °1°* Eine derartige Steigerung läßt sich schwer mit
der oben beschriebenen Lage in Einklang bringen , vor allem , wenn gleichzeitig
mit der Steigerung auch eine Zunahme des Saatenölverbrauchs festzustellen ist .
Dieser Gesichtspunkt wird übrigens auch vom Istituto ITazionale di Econoinia
Agraria geteilt , wie aus Anlage IV ersichtlich ist .
 ---pagebreak---        III» J^twfcklurj? des PreisvBrhZl-tnisscs 01fcehZ^ihibK$l ~£n den Wirtschafte iahren
                                           1966/1967 bis I9707I9 /I
 I Wirtschaftsjahr          NOV.   DEZ » '     JA1T-   FEBR .    MARZ     AHIIL   MA.I    JUÎTX
                                                                                                   I
                                                                                                     JULI I AUGUST SEPT . [ OKT. n         1
   1966/67 Raffinier­ 93,860 89,440           85,968  86,141     85,200 I 84,920 85,544 86,920 85,661 85,960 87,141 87,552 86,942
   tes Olivenöl (OÖ )
   3aatenöl ( SÖ )        44,772 41,400      40.040   37,520    36,032 I 35,840 35 ?264  ! 35,680    34,320 33,840 33,240 32,448 36,700
  Verhältnis OÖ/SÖ         2,10    2.16                2 .30      2,36     2,37    2,4Q_    2,44      2,50    2,54  2.62     2.70   2.^6
                                                                                I                    -–    1I  " "
  1967/68 Raffinier­
  tes Olivenöl (OÖ ) 85,880 84,320           82,688   82,059    81,960    85,024 84,120 85,200 85,584 84,533 85,160       ! 84,352 84,240
  Saatenol ( SÔ )
  Verhältnis OÖ/SÖ
                          32,096 31,520
                           2,68    2,68
                                             30,368
                                               2,72
                                                      29,136
                                                       2,82
                                                                28,320
                                                                  2,89
                                                                          28,640 27,920 2?,540 2^,3^0 27,961 27 , 06$     J 27,008 28,832
                                           I
                                                                           2,97    3,013    3,08 3,02         3,03  3,15
                                                                                                                          ι
                                                                                                                             3.12
                                                                                                                              '■
                                                                                                                                    2.92
  I960/69 Raffinier-
 ■rfjuauiiinr il»  à «> \
 tes Olivenol (00 )       78,203 76,464      74,840   74,280    74,480    74,256 75,218 74,480 78,344 79,520 79,149 I 78,680 76,470
  Saaten^l ( SÖ )         26,160 25,888      26,160   28,800    29,200    28,640 28,000 27,021 27,024 27,200 28,320 31,952 27,864
 Verhältnis OÖ/SÖ          2,99                2,86    2,58       2.55     2,59    2,69     2,76      2.89    2,92  2,79     2.46   2.74
                                                                                                                                     * 1 1
                                                                                1
 1969/70 Raffinier­
 tes Olivenöl ( OÖ )      76,707 75,226      75,560   77,181    78,560    78,629 78,581 78,784 78,701 78,693 80,054 80,919 78,133
 Saatencîl ( SO )         34,139 34,880      35,500   36,760    37,120    39,040 39,520 40,320 40,896 40,960 40,960 40,960 38,423
   Verhältnis OÖ/sÖ        2j£L_ 2,16          2,13    2,10       2,12     2,01    1^99     1,95      1,92    1.92  1,94     1.97   2.03
Ij 070/V l Raffinier- 81,794 80,669          79,208   79,111    78,604    78,584 78,674 79,672 80,686 81,156 80,851 79,454 79,872
r ->e Olivenöl (OÖ )
jSc^tenöl (SÖ)            44,165 44,676      43,819   42,577    40,537    39,712 37,977 37,920 n.d. i 41,440 40,275 38,312 41,037
  ' rhSltnis OO/sÔ         1,85    1,81        1,81    1,86       1,94     1.98    2,07     2 . 10
                                                                                                            i
                                                                                                              l.?6  2,01     2^07 Ί|95
 ---pagebreak--- IV« Auszug aus den Jelirtuch der italienischen Landwirtschaft für das Jahr 1969 »
    veröffentlicht vom IN2A. ( Istituto Nazionale die Economia Agraria )
                         "           Oliven und Oliven- und Saatenöl
     Wenn die Sonderkultur Olivenanbau ihren Aufschwung nimmt , gehen die mit
     ihr zusammen angebauten anderen Kulturen zurück . Aus den Produktionser -
     gcbnissen , die in den letzten Jahren offiziell überprüft wurden , geht aber
     nicht hervor , dass der Rückgang der mitangebauten Kulturen sich auf den
     Umfang der Oliven- und Olivenölerzeugung ausgewirkt hätte . Die Olivener-
     zeugung betrug,- nachdem sie 1968 , d.h . in einem knappen Jahr , den Umfang
     des im Zeitraum 1959/63 ermittelten Durchschnitts erreicht hatte , im Jahre
     1969 24 Millionen Zentner , die nur vom Rekordjahr 1967 übertroffen wurden ,
     mit einer ölerzeugung von etwa 4 » 7 Millionen Zentnern. Damit war der öl -
     ertrag ira Verhältnis zu den verarbeiteten Oliven höher als 20 $ und gleich
     dem , der in den 3 vorhergehenden Wirtschaftsjahren erreicht wurde .
     Der Ölfruchtanbau durchlief somit eine "Glückssträhne", die vor wenigen
     Jahren nicht vorausgesehen werden konnte : in den letzten 3 Jahren ( 67/69 )
     erreichten Oliven- und Olivenölerzeugung durchschnittlich 23,5 Millionen
     Zentner Oliven und 4 » 6 Millionen Zentner öl im Vergleich zu 19 » 7 Millionen
     und 3 » 5 Millionen Zentner , die den Prodüktionsdurchschnitt der letzten 3 Jahre
     vor Einführung der Geneinschaft sregelung auf diesem Sektor ( 64/66 ) ausmachten .
     Es läßt sich nicht leugnen , dass sich Steigerungen in dieser Höhe mindestens
     teilweise durch die Anstrengungen der ölanbauer erklären lassen , ihre Anbau­
     flächen zu vergrößern , die Pflanzungen zu rationalisieren und die Anbau -
     technik zu verbessern, sowie durch die Bemühungen der ölhersteller , die .
     Leistung bei der industriellen Verarbeitung zu steigern.
   V So groß diese Fortschritte aber auch waren - sie reichen doch allein nicht
     aus , den Aufschwung der ölerzeugung in den letzten Jahren zu erklären , in
     Jahren in denen außerdem noch dem Wettbewerb der Saatenöle unter vollkommen
     neuen Bedingungen zu begegnen war .
 ---pagebreak---                                             - 2 J-
Wach der Speiseölbilanz , wie es sich aus den Schätzungen der Generaldirektion
für Ernährung des Landwirtschaftsministeriums ergibt ( s . Tabelle ), soll der
Gesamtinlandsverbrauch an Olivenöl und an Saatenöl innerhalb der letzten
3 Wirtschaftsjahre ( von 1966/67 bis 1968/69 ) von 8.126.000 Zentnern auf
9.569-000 , d.h . um I . 443 . OOO Zentner , gestiegen sein . Auf keinem anderen
Ernährungssektor ist eine derartige Steigerung festzustellen , nicht einmal
bei Rindfleisch , einem Sektor , auf dem die Elastizität in Verbindung mit der
Einkommensentwicklung deutlich höher liegt als die bei den Würzstoffen fest­
gestellte Elastizität .
Einem solchen "Boom" des Ölverbrauchs entspräche dann eine nicht weniger be -
trächtliche Steigerung bei der Vorratsbildung die in den letzten 3 Wirtschafts­
jahren von 838 . OOO Zentnern auf 2.502.000 Zentner , d.h . um 1.664-000 Zentner ,
zugenommen haben soll .
Dazu soll diese Zunahme sowohl des Verbrauchs als auch der Vorratsbildung
glatt dem Olivenöl zuzuschreiben sein im Gegensatz zu dem , was man erwarten
sollte .
Von der erwähnten Verbrauchssteigerung um 1 . 440 . 000 Zentner zwischen 1966/67
und 1968/69 ist in der Tat ein Anteil von 936.000 Zentnern ( 65 f°) dem Oliven-
ölverbrauch zuzuschreiben .
Dagegen soll bei der Zunahme der Vorräte allein das Olivenöl . der Anlass sein ,
da die Vorräte an Saatenölen keine bedeutenden Veränderungen erfahren haben
sollen .
Entwicklungen dieser Größenordnung können jedoch nur unter dem Druck von Fak­
toren erfolgen , die die ganze Marktstruktur tiefgreifend ändern . Hierzu ist
aber zu sagen , dass die in den löteten Jahren eingetretenen Änderungen des Öl-
marktes nicht so waren , dass tie das Auftreten derartiger Phänomene recht -
fertigen könnten . Die Änderungen hätten vielmehr gegenteilige Vorausschätzungen
gestattet . Außerdem hat sich das Preisverhältnis zwischen Olivenöl und Saaten-
öl - zumindest in den Wirtschaftsjahren 66/67 und 67/68 - in einem für den
Saatenölverbrauch günstigen Sinn entwickelt .
Und selbst , wenn man von den strukturellen Tendenzen des italienischen Marktes ,
die alle im Sinne einer Verbrauchssteigerung bei Saatenöl gehen , absieht , ist
festzustellen , dass die Änderungen der Preisregelung für Olivenöl im Jahre 1967
nicht die Ziele erreichten , die zu ihrer Begründung angeführt wurden .
 ---pagebreak---                                       3
Vielmohr sollen trotz der Senkung des Iflarktrichtpreises und der Erhöhung
der Beihilfe für Olivenöl die Großhandelspreise der einzelnen Olivenöl sorten
auf verschiedenen repräsentativen Orten im Jahre 1969 durch die Änderungen
der Preisregelung nicht spürbar beeinflußt worden sein . Und das trotz der
erheblichen Zunahme der Vorräte , die so auf den Merkt hätten drücken müssen ,
dass die Intervention hätte eingreifen müssen . Das alles ist nicht geschehen ,
und es hat sogar noch eine Einfuhr gegeben , die zu den höchsten gehört , die
in den letzten fünf Jahren festgestellt wurden .
All dies gibt Anlass zu der Annahme , dass die heute verfügbaren statistischen
Unterlagen aus verschiedenen Gründen schwer zu interpretieren und deshalb für
praktische Zwecke wenig brauchbar sind .
 ---pagebreak---                         Vorhandene Mengen und Verbrauch an pflanzlichem Speiseöl
                           ( vom 1 « Uovember bis zum 31 » Oktober , in 1000 Tonnen)
                                          ()lxvenol l )                   Saatenol             i
                                                                                                 |      Insgesamt             j
     Posten
                                 1966/67 l 1967/68        1968/69 Γ1966/67 | 1967/68  1968/69      1966/67 1967 / 681 1968/69
 I Vorrat zu Besinn des Wirt –
! schaftsjahres .               Γ 28             30        199        2A         53     47
                                                                                              Ί
                                                                                                     52        83       246
j Erzeugung.................         352        595        429        55         37     50          407       632       479
I Einfuhr .........                   83         67        101       367        383    406          450       451       506
J   Verfügbare Menge ••••••••        463        692        729       446        473    503          909     1.166     1.231
I Auêfuhr».                a.         13         17         15                    5     10           13        22        25
i Inlandsverbrauch für Er–
I nahrungs zwecke                    420        476        534       393        421    444          813       898       937
!     Verwendung.                    433        493        529       393        426    454          826       920       982
I Vorrat am Ende des Wirt-
I schaftsjahres ..         .          30        199        200        53         47     49           83       246       249
                                                                                                 1
    l ) einschliesslich OliventresterSl
    Quelle : Zusammenstellung des INEA auf der Grundlage von Daten des Landwirt Schaftsministeriums