CELEX: 51977FC0536
Language: de
Date: 2007-02-16
Title: Vorschlag für eine Richtlinie …/…/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom […] über Umsturzvorrichtungen für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen auf Rädern (kodifizierte Fassung)

DE

|[pic]                     |KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN                                                                       |

                                        Brüssel, den
                                        KOM(2007)

                                                                Vorschlag für eine

                                           RICHTLINIE …/…/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES

                                                                     vom […]

                               über Umsturzvorrichtungen für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen auf Rädern

                                                              (kodifizierte Fassung)

                                                                    BEGRÜNDUNG

1.    Im Zusammenhang mit dem "Europa der Bürger" ist es ein wichtiges Anliegen  der  Kommission,  das  Gemeinschaftsrecht  zu  vereinfachen  und
       klarer zu gestalten, damit es für den Bürger besser verständlich und zugänglich wird und er die spezifischen Rechte, die es ihm zuerkennt,
       besser in Anspruch nehmen kann.

       Dieses Ziel lässt sich so lange nicht erreichen, wie zahlreiche Vorschriften, die mehrfach und oftmals in  wesentlichen  Punkten  geändert
       wurden, in verschiedenen Rechtsakten, vom ursprünglichen Rechtsakt bis zu dessen letzter geänderter Fassung, verstreut sind und  es  einer
       aufwendigen Suche und eines Vergleichs vieler Rechtsakte bedarf, um die jeweils geltenden Vorschriften zu ermitteln.

       Soll das Gemeinschaftsrecht verständlich und transparent sein, müssen häufig geänderte Rechtsakte also kodifiziert werden.

2.    Die Kommission hat daher mit Beschluss vom 1. April 1987[1] ihre Dienststellen angewiesen, alle  Rechtsakte  spätestens  nach  der  zehnten
       Änderung zu kodifizieren. Dabei hat sie jedoch betont, dass es sich um eine Mindestanforderung handelt, denn im Interesse der Klarheit und
       des guten Verständnisses der Gemeinschaftsvorschriften sollten  die  Dienststellen  bemüht  sein,  die  in  ihre  Zuständigkeit  fallenden
       Rechtsakte in kürzeren Abständen zu kodifizieren.

3.    Der Europäische Rat von Edinburgh hat sich im Dezember 1992 in seinen Schlussfolgerungen ebenfalls in  diesem  Sinne  geäußert[2]  und  die
       Bedeutung der Kodifizierung unterstrichen, da sie  hinsichtlich  der  Frage,  welches  Recht  zu  einem  bestimmten  Zeitpunkt  auf  einen
       spezifischen Gegenstand anwendbar ist, Rechtssicherheit biete.

       Bei der Kodifizierung ist das übliche Rechtsetzungsverfahren der Gemeinschaft uneingeschränkt einzuhalten.

       Da an den zu kodifizierenden Rechtsakten keine materiell-inhaltlichen Änderungen vorgenommen werden dürfen,  haben  sich  das  Europäische
       Parlament, der Rat und die Kommission in der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 20. Dezember 1994 auf ein beschleunigtes Verfahren für
       die rasche Annahme kodifizierter Rechtsakte geeinigt.

4.    Mit dem vorliegenden Vorschlag soll die Richtlinie 77/536/EWG des Rates vom  28. Juni  1977  zur  Angleichung  der  Rechtsvorschriften  der
       Mitgliedstaaten über Umsturzvorrichtungen für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen  auf  Rädern[3]  kodifiziert  werden.  Die  neue
       Richtlinie ersetzt die verschiedenen Rechtsakte, die Gegenstand der Kodifizierung sind[4]. Der Vorschlag behält den materiellen Inhalt der
       kodifizierten Rechtsakte vollständig bei und beschränkt sich darauf, sie in einem  Rechtsakt  zu  vereinen,  wobei  nur  insoweit  formale
       Änderungen vorgenommen werden, als diese aufgrund der Kodifizierung selbst erforderlich sind.

5.    Der Kodifizierungsvorschlag wurde auf der Grundlage einer  vorläufigen  konsolidierten  Fassung  der  Richtlinie  77/536/EWG  und  der  sie
       ändernden Rechtsakte ausgearbeitet. Diese konsolidierte Fassung war  zuvor  vom  Amt  für  amtliche  Veröffentlichungen  der  Europäischen
       Gemeinschaften mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems in allen Amtssprachen erstellt worden. Wenn die Artikel  neu  nummeriert  wurden,
       werden  die  alte  und  die  neue  Nummerierung  einander  in  der  Entsprechungstabelle  in  Anhang  XI  der   kodifizierten   Richtlinie
       gegenübergestellt.

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

                                                                Vorschlag für eine

                                           RICHTLINIE …/…/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES

                                                                     vom […]

                               über Umsturzvorrichtungen für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen auf Rädern

                                                         (Text von Bedeutung für den EWR)

DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel Ö 95 Õ,

auf Vorschlag der Kommission,

nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses[5],

gemäß dem Verfahren des Artikels 251 EG-Vertrag[6],

in Erwägung nachstehender Gründe:

                                            ê 

(1)   Die Richtlinie 77/536/EWG des Rates vom 28. Juni 1977 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über  Umsturzvorrichtungen
      für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen auf Rädern[7] hat technische Vorschriften über das Design und die Beschaffenheit von  land-
      oder forstwirtschaftlichen Zugmaschinen in Bezug auf Umsturzvorrichtungen festgelegt. Diese  technischen  Vorschriften  dienten  dazu,  die
      Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten anzunähern,  um  für  jede  Zugmaschine  die  Anwendung  des  EG-Typgenehmigungsverfahrens,  welches
      Gegenstand der Richtlinie 2003/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 über  die  Typgenehmigung  für  land-  oder
      forstwirtschaftliche Zugmaschinen, ihre Anhänger und die von ihnen gezogenen auswechselbaren Maschinen  sowie  für  Systeme,  Bauteile  und
      selbstständige technische Einheiten dieser Fahrzeuge und zur Aufhebung der Richtlinie 74/150/EWG[8] ist,  zu  ermöglichen.  Die  Richtlinie
      77/536/EWG ist mehrfach und in wesentlichen Punkten geändert worden[9]. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Klarheit empfiehlt  es  sich,
      die genannte Richtlinie zu kodifizieren.

                                            ê 77/536/EWG Erwägungsgrund (2) (angepasst)

(2)    Ö Bei  dieser  Richtlinie  handelt  es  sich  um  eine  Einzelrichtlinie  des   durch   die   Richtlinie   2003/37/EG   vorgesehenen   EG-
      Typgenehmigungssystems. Daher finden die in der Richtlinie 2003/37/EG  festgelegten  Bestimmungen  über  land-  oder  forstwirtschaftlichen
      Zugmaschinen und die von und die von ihnen gezogenen auswechselbaren Maschinen sowie für Systeme, Bauteile  und  selbstständige  technische
      Einheiten dieser Fahrzeuge auf diese Richtlinie Anwendung. Õ

                                            ê 

(3)   Die Richtlinie sollte die Verpflichtung der Mitgliedstaaten hinsichtlich der Fristen zur Umsetzung in innerstaatliches Recht  und  für  die
      Anwendung der in Anhang X Teil C aufgeführten Richtlinien unberührt lassen —

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

HABEN FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:

                                                                    Artikel 1

(1) Die EG-Bauartgenehmigung für  jeden  Typ  einer  Umsturzschutzvorrichtung  und  ihre  Befestigung  an  der  Zugmaschine,  der  den  Bau-  und
Prüfvorschriften der Anhänge I bis V entspricht, wird von den einzelnen Mitgliedstaaten erteilt.

(2) Der Mitgliedstaat, der die EG-Bauartgenehmigung erteilt hat, trifft — erforderlichenfalls in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden  der
übrigen Mitgliedstaaten — die gebotenen Maßnahmen, um die Übereinstimmung der Produktion mit dem genehmigten Typ soweit notwendig zu  überwachen.
Die Überwachung beschränkt sich auf Stichproben.

                                                                    Artikel 2

Die Mitgliedstaaten weisen dem Hersteller einer Zugmaschine, dem Hersteller einer Umsturzschutzvorrichtung  oder  ihren  jeweiligen  Beauftragten
für jeden Typ einer Umsturzschutzvorrichtung sowie ihre Befestigung an der Zugmaschine, für den  sie  nach  Artikel  1  die  EG-Bauartgenehmigung
erteilen, ein EG-Genehmigungszeichen nach dem Muster des Anhangs VI zu.

Die Mitgliedstaaten treffen alle zweckdienlichen Maßnahmen, um die Verwendung von Genehmigungszeichen zu verhindern, die  zu  einer  Verwechslung
zwischen Vorrichtungen eines Typs, für den eine EG-Bauartgenehmigung nach Artikel 1 erteilt wurde, und anderen Vorrichtungen führen können.

                                                                    Artikel 3

(1) Die Mitgliedstaaten dürfen das Inverkehrbringen von Umsturzschutzvorrichtungen und ihrer Befestigung an der  Zugmaschine  nicht  wegen  ihrer
Bauweise verbieten, wenn sie mit dem EG-Genehmigungszeichen versehen sind.

(2) Ein Mitgliedstaat darf jedoch das Inverkehrbringen von Vorrichtungen, die mit dem EG-Genehmigungszeichen versehen sind, verbieten,  wenn  sie
systematisch nicht mit dem Typ übereinstimmen, für den die EG-Bauartgenehmigung erteilt wurde.

Dieser Mitgliedstaat unterrichtet unverzüglich die übrigen Mitgliedstaaten und die Kommission von den getroffenen Maßnahmen und  begründet  dabei
seinen Beschluss.

                                                                    Artikel 4

Die zuständigen Behörden der einzelnen Mitgliedstaaten übermitteln den zuständigen Behörden der anderen Mitgliedstaaten binnen eines Monats  eine
Abschrift der EG-Bauartgenehmigungsbögen nach dem Muster des  Anhangs  VII  für  jeden  Typ  einer  Umsturzschutzvorrichtung,  für  den  sie  die
Bauartgenehmigung erteilen oder versagen.

                                                                    Artikel 5

(1) Stellt der Mitgliedstaat, der die EG-Bauartgenehmigung erteilt  hat,  fest,  dass  mehrere  mit  demselben  EG-Genehmigungszeichen  versehene
Umsturzschutzvorrichtungen und ihre Befestigung an der Zugmaschine nicht mit dem Typ übereinstimmen, für den  er  die  Bauartgenehmigung  erteilt
hat, so trifft er die notwendigen Maßnahmen, um die Übereinstimmung der Produktion mit  dem  genehmigten  Typ  sicherzustellen.  Die  zuständigen
Behörden dieses Mitgliedstaats unterrichten die zuständigen  Behörden  der  anderen  Mitgliedstaaten  von  den  getroffenen  Maßnahmen,  die  bei
erheblicher und wiederholter Nichtübereinstimmung bis zum Entzug der EG-Bauartgenehmigung gehen  können.  Diese  Behörden  treffen  die  gleichen
Maßnahmen, wenn sie von den zuständigen Behörden eines anderen Mitgliedstaats von einer derartigen Nichtübereinstimmung unterrichtet werden.

(2) Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten unterrichten  sich  gegenseitig  binnen  eines  Monats  über  den  Entzug  einer  erteilten  EG-
Bauartgenehmigung und die Gründe hierfür.

                                                                    Artikel 6

Jede Verfügung auf Grund der zur Durchführung dieser Richtlinie  erlassenen  Vorschriften,  durch  die  eine  EG-Bauartgenehmigung  versagt  oder
entzogen oder das Inverkehrbringen oder die Benutzung verboten wird, ist genau zu begründen. Sie ist den Betroffenen  unter  Angabe  der  in  den
Mitgliedstaaten nach dem geltenden Recht vorgesehenen Rechtsmittel und der Rechtsmittelfristen zuzustellen.

                                                                    Artikel 7

Die Mitgliedstaaten dürfen die Ö EG-Typgenehmigung Õ oder die Betriebserlaubnis mit nationaler Geltung  für  eine  Zugmaschine  nicht  wegen  der
Umsturzschutzvorrichtungen sowie ihrer Befestigung an der Zugmaschine versagen, wenn  diese  mit  dem  EG-Genehmigungszeichen  versehen  und  die
Vorschriften des Anhangs VIII eingehalten worden sind.

                                                                    Artikel 8

Die  Mitgliedstaaten  dürfen  den  Verkauf,  die  Zulassung,  die  Inbetriebnahme  oder  die  Benutzung  einer  Zugmaschine   nicht   wegen   der
Umsturzschutzvorrichtungen sowie ihrer Befestigung an der  Zugmaschine  versagen  oder  verbieten,  wenn  diese  mit  dem  EG-Genehmigungszeichen
versehen und die Vorschriften des Anhangs VIII eingehalten worden sind.

                                                                    Artikel 9

Diese Richtlinie gilt für Zugmaschinen im Sinne des Artikels 2 Buchstabe j der Richtlinie 2003/37/EG mit folgenden Merkmalen:

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)
                                            è1 89/680/EWG Art. 1

a)    Bodenfreiheit: höchstens 1 000 mm;

b)    feststehende oder einstellbare Spurweite einer der Treibachsen: 1 150 mm oder mehr;

c)    Möglichkeit, mit einer Mehrpunkt-Anbauvorrichtung für Anbaugeräte und mit einer Zugvorrichtung ausgerüstet zu werden;

d)    è1 Masse zwischen 1,5 und 6 Tonnen ç, entsprechend dem Leergewicht der Zugmaschine im Sinne des Anhangs I — 2.4 der Richtlinie  2003/37/EG,
       einschließlich der angebauten Umsturzschutzvorrichtung und der vom Hersteller empfohlenen Reifen größter Abmessung.

                                                                    Artikel 10

Jede Zugmaschine nach Artikel 9 muss im Hinblick auf die Erteilung der EG-Betriebserlaubnis mit  einer  den  Anhängen  I  bis  IV  entsprechenden
Umsturzschutzvorrichtung ausgerüstet sein.

                                                                    Artikel 11

Änderungen, die zur Anpassung der Anhänge Ö I bis IX der vorliegenden Richtlinie Õ an den technischen Fortschritt  notwendig  sind,  werden  nach
dem Verfahren des Artikels 20 Ö Absatz 2 Õ der Richtlinie 2003/37/EG erlassen.

                                                                    Artikel 12

Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, dass der Kommission der Wortlaut der wichtigsten innerstaatlichen  Rechtsvorschriften  übermittelt  wird,
die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.

                                            ê 

                                                                    Artikel 13

Die Richtlinie 77/536/EWG, in der Fassung der in Anhang X aufgeführten  Richtlinien,  wird  unbeschadet  der  Verpflichtung  der  Mitgliedstaaten
hinsichtlich der in Anhang X Teil C genannten Fristen für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und der Anwendungsfristen aufgehoben.

Bezugnahmen auf die aufgehobene Richtlinie gelten als Bezugnahmen auf die vorliegende Richtlinie und sind nach Maßgabe  der  Entsprechungstabelle
in Anhang XI zu lesen.

                                                                    Artikel 14

Diese Richtlinie tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Sie gilt ab […]

                                            ê 77/536/EWG Art. 13

                                                                    Artikel 15

Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.

Geschehen zu Brüssel am […]

In Namen des Europäischen Parlaments    Im Namen des Rates
Der Präsident    Der Präsident
[…]   […]

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

                                                                LISTE DER ANHÄNGE

|ANHANG I                           |Bedingungen für die Erteilung der EG-Bauartgenehmigung                                                |
|ANHANG II                          |Bedingungen für die Prüfung der Festigkeit von Umsturzschutzvorrichtungen und ihrer Befestigung an der|
|                                   |Zugmaschine                                                                                           |
|ANHANG III                         |Prüfverfahren                                                                                         |
|ANHANG IV                          |Abbildungen                                                                                           |
|ANHANG V                           |Muster eines Prüfberichts                                                                             |
|ANHANG VI                          |Kennzeichnung                                                                                         |
|ANHANG VII                         |Muster eines EG-Bauartgenehmigungsbogens                                                              |
|ANHANG VIII                        |Bedingungen für die Erteilung der Ö EG-Typgenehmigung Õ                                               |
|ANHANG IX                          |Muster eines Anhangs zum Ö EG-Typgenehmigungsbogen Õ für einen Zugmaschinentyp betreffend die         |
|                                   |Festigkeit der Umsturzschutzvorrichtung (Sicherheitsrahmen/Sicherheitsführerhaus) und ihrer           |
|                                   |Befestigung an der Zugmaschine.                                                                       |
|Ö ANHANG X Õ                       |Ö Teil A: Aufgehobene Richtlinie mit ihren nachfolgenden Änderungen                                   |
|                                   |Teil B: Nachfolgende ändernde, nicht aufgehobene Rechtsakte                                           |
|                                   |Teil C : Fristen für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und Anwendungsfristen Õ                  |
|Ö ANHANG XI Õ                      |Ö Entsprechungstabelle Õ                                                                              |

                                                                  _____________

                                                                     ANHANG I

                                             BEDINGUNGEN FÜR DIE ERTEILUNG EINER EG-BAUARTGENEHMIGUNG

1.    BEGRIFFSBESTIMMUNG

1.1.  Umsturzschutzvorrichtung (Sicherheitsführerhaus/Sicherheitsrahmen) ist eine  Vorrichtung  an  einer  Zugmaschine,  die  hauptsächlich  dazu
       dient, den Führer der Zugmaschine vor den Gefahren zu schützen, die durch Umstürzen der  Zugmaschine  bei  normaler  Verwendung  auftreten
       können.

1.2.  Vorrichtungen nach 1.1 werden dadurch gekennzeichnet, dass sie im Falle des Umstürzens der Zugmaschine eine ausreichend große  Freiraumzone
       haben, um den Führer zu schützen.

2.    ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

2.1.  Die Umsturzschutzvorrichtungen und ihre Befestigung an der Zugmaschine müssen so  beschaffen  sein,  dass  ihr  Hauptzweck  nach  Nummer  1
       erfüllt wird.

2.2.  Die Einhaltung dieser Vorschrift wird mittels einer der beiden in Anhang III beschriebenen Prüfmethoden kontrolliert. Die Prüfmethode  wird
       nach Maßgabe der Masse der Zugmaschine an Hand folgender Kriterien gewählt:

         – Prüfmethode gemäß Anhang III Teil B: alle Zugmaschinen, deren Masse zwischen den Grenzwerten des Artikels 9 liegt;

         – Prüfmethode gemäß Anhang III Teil A: alle Zugmaschinen, deren Masse größer ist als 1,5 t, aber 3,5 t nicht überschreitet;

                                            ê 1999/55/EG Art. 1 u. Anhang Nummer 1

         – für Zugmaschinen mit reversiblem Führerstand (mit reversiblem Sitz und  Lenkrad),  oder  die  mit  zusätzlichen  Sitzen  ausgestattet
           werden können, gilt ausschließlich die in Anhang III Teil B beschriebene Prüfmethode.

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

3.    ANTRAG AUF ERTEILUNG EINER EG-BAUARTGENEHMIGUNG

3.1.  Der Antrag auf Erteilung einer EG-Bauartgenehmigung betreffend die Festigkeit der Umsturzschutzvorrichtung und  ihrer  Befestigung  an  der
       Zugmaschine ist vom Hersteller der Zugmaschine, vom Hersteller der Umsturzschutzvorrichtung oder ihren jeweiligen Beauftragten zu stellen.

3.2.  Dem Antrag sind folgende Unterlagen in dreifacher Ausfertigung und nachstehende Angaben beizufügen:

         – Zeichnung der Umsturzschutzvorrichtung mit Angabe des Maßstabs oder der Hauptabmessungen. In dieser Zeichnung muss  insbesondere  die
           Befestigung im Detail dargestellt sein.

         – Fotos von der Seite und von hinten, mit Einzelheiten der Befestigung.

         – Kurze Beschreibung der Umsturzschutzvorrichtung mit folgenden Angaben:  Bauart,  Art  der  Befestigung  an  der  Zugmaschine,  soweit
           erforderlich Einzelheiten der Verkleidung, Einstieg- und Notausstiegmöglichkeiten, Einzelheiten  der  Innenpolsterung,  Vorrichtungen
           gegen Weiterrollen der Zugmaschine und Einzelheiten des Heiz- und des Lüftungssystems.

         – Angaben über die für die tragenden Bauelemente der Umsturzschutzvorrichtung und der Befestigung verwendeten Werkstoffe  (vgl.  Anhang
           V).

3.3.  Dem für die Durchführung der Bauartgenehmigungsprüfung zuständigen technischen Dienst ist eine für den  Zugmaschinentyp,  für  den  die  zu
       genehmigende  Umsturzschutzvorrichtung  bestimmt  ist,  repräsentative   Zugmaschine   vorzuführen.   An   diese   Zugmaschine   ist   die
       Umsturzschutzvorrichtung angebaut.

3.4.  Der Inhaber einer EG-Bauartgenehmigung kann beantragen, dass diese auf andere Zugmaschinentypen erweitert wird. Die  zuständigen  Behörden,
       die die erste EG-Bauartgenehmigung erteilt haben, gewähren die beantragte Erweiterung, wenn die genehmigte Umsturzschutzvorrichtung  sowie
       der (die) Zugmaschinentyp(en), für den  (die)  die  Erweiterung  der  ursprünglichen  EG-Bauartgenehmigung  beantragt  wird,  nachstehende
       Bedingungen erfüllt (erfüllen):

         – Die Masse der Zugmaschine ohne Ballast gemäß Anhang II — 1.3 überschreitet die für die Prüfung verwendete Bezugsmasse um  nicht  mehr
           als 5 %.

         – Die Art der Befestigung ist gleich und die Anbaupunkte an der Zugmaschine sind gleich.

         – Bauteile wie Kotflügel und Motorhauben, die als Abstützung für die Umsturzschutzvorrichtung dienen können, sind gleich.

         – Die Anordnung des Sitzes ist nicht geändert worden.

4.    AUFSCHRIFTEN

4.1.  Jede Umsturzschutzvorrichtung, die dem Typ entspricht, für den eine EG-Bauartgenehmigung erteilt wurde,  muss  mit  folgenden  Aufschriften
       versehen sein:

4.1.1.      Fabrik- oder Handelsmarke;

4.1.2.      EG-Genehmigungszeichen nach dem Muster des Anhangs VI;

4.1.3.      Seriennummer der Umsturzschutzvorrichtung;

4.1.4.      Zugmaschinenmarke und -typ(en), für den (die) die Umsturzschutzvorrichtung bestimmt ist.

4.2.  Alle diese Angaben sind auf einem Schild zu vermerken.

4.3.  Die Angaben müssen sichtbar, leserlich und dauerhaft angebracht sein.

                                                                  _____________

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                BEDINGUNGEN FÜR DIE PRÜFUNG DER FESTIGKEIT VON UMSTURZSCHUTZVORRICHTUNGEN UND IHRER BEFESTIGUNG AN DER ZUGMASCHINE

1.    ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

1.1.  Zweck der Prüfung

       Zweck  der  Prüfungen,  die  mit  Spezialvorrichtungen  durchgeführt  werden,  ist  es,  die  Belastungen   zu   simulieren,   denen   die
       Umsturzschutzvorrichtung beim Umstürzen der  Zugmaschine  ausgesetzt  ist.  Diese  in  Anhang  III  beschriebenen  Prüfungen  sollen  eine
       Beurteilung der Festigkeit der Umsturzschutzvorrichtung sowie ihrer Befestigung an der Zugmaschine ermöglichen.

1.2.  Vorbereitung der Prüfung

1.2.1.      Für die Prüfung muss die Umsturzschutzvorrichtung an eine Zugmaschine des Typs angebaut sein, für den sie konstruiert ist.  Sie  muss
       entsprechend den Vorschriften des Herstellers der Zugmaschine und/oder des Herstellers der Umsturzschutzvorrichtung angebaut sein.

1.2.2.      Die Zugmaschine muss zur Prüfung mit allen Bauelementen der  serienmäßigen  Ausführung  versehen  sein,  welche  die  Festigkeit  der
       Umsturzschutzvorrichtung beeinflussen und zur Durchführung der Festigkeitsprüfung erforderlich sein können.

      Teile der Zugmaschine, welche die Freiraumzone beeinträchtigen können, müssen ebenfalls angebracht sein, damit geprüft werden kann, ob  die
       Voraussetzungen des Anhangs II — 4.1 erfüllt werden.

1.2.3.      Die Prüfungen werden bei stehender Zugmaschine durchgeführt.

1.3.  Masse der Zugmaschine

      Die für die Berechnung der Fallhöhe des Pendelgewichts und der Drucklast in den Formeln verwendete Masse W (siehe Anhang  III  Teil  A  und
       Teil B ist mindestens gleich dem Gewicht nach der Definition des Anhangs I —  2.4  der  Richtlinie 2003/37/EG  (d.h.  ohne  Sonderzubehör,
       jedoch mit Kühlflüssigkeit, Schmier-mittel, Kraftstoff, Werkzeug und Fahrer) abzüglich 75 kg, zuzüglich  Umsturzschutz-vorrichtung.  Nicht
       berücksichtigt werden etwaige zusätzliche Belastungsgewichte vorn und hinten, Reifenballast, angebaute Geräte, angebaute Ausrüstungen oder
       sonstiges Zubehör.

2.    PRÜFEINRICHTUNGEN

2.1.  Pendelgewicht

2.1.1.      Ein Pendelgewicht wird bifilar an zwei Punkten aufgehängt, die sich  mindestens  in  6 m  Höhe  über  dem  Boden  befinden.  Es  sind
       Einrichtungen vorzusehen, um die Fallhöhe des Gewichts und den  Winkel  zwischen  Gewicht  und  Halteketten  bzw.  Halteseilen  unabhängig
       voneinander einstellen zu können.

2.1.2.      Das Pendelgewicht muß 2 000 ± 20 kg ohne Halteketten oder -seile wiegen, die ihrerseits nicht schwerer sein dürfen als  100  kg.  Die
       Seitenlängen der Aufschlagfläche müssen 680 ± 20 mm betragen (siehe Anhang IV Abbildung 4). Das Gewicht ist so  mit  Material  zu  füllen,
       dass die Lage seines Schwerpunktes unverändert bleibt.

2.1.3.      Es sind Einrichtungen vorzusehen, mit denen das Gewicht nach hinten gezogen werden kann, um auf einer für jede  Prüfung  festgelegten
       Höhe als Pendel zu wirken. Eine Schnellauslöseeinrichtung muss ermöglichen,  das  Gewicht  für  seinen  Fall  freizugeben,  ohne  dass  es
       irgendeine Schwenkbewegung gegenüber den Halteketten bzw. Halteseilen ausführt.

2.2.  Halterung des Pendels

      Die Drehpunkte des Pendels sind so starr zu befestigen, dass sie sich in keiner Richtung um mehr als 1 % der Fallhöhe verschieben können.

2.3.  Verankerung

2.3.1.      Die Zugmaschine wird mit Hilfe von Befestigungs- und Spannvorrichtungen an Bodenschienen verspannt,  die  starr  auf  einer  stabilen
       Betonbodenplatte befestigt sind. Der Abstand der Schienen ist so zu wählen, dass die Zugmaschine in der aus Anhang IV Abbildungen 5, 6 und
       7 ersichtlichen Weise verspannt werden kann. Die Räder der Zugmaschine sowie die zur Abstützung der Achsen verwendeten  Widerlager  stehen
       bei jeder Prüfung auf der stabilen Bodenplatte auf.

2.3.2.      Abgesehen von der Spannvorrichtung und der Befestigung an den Bodenschienen umfasst die  Verankerung  Drahtseile,  deren  Abmessungen
       den Vorschriften entsprechen.

      Die Drahtseile sind Rundlitzenseile mit Hanfseele, Bauart 6 × 19, nach ISO 2408. Der Nenndurchmesser der Drahtseile ist 13 mm.

2.3.3.      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung ist der zentrale Gelenkpunkt in geeigneter Weise für die Schläge von vorn, von hinten und  von  den
       Seiten sowie für die Druckprüfungen abzustützen und zu verankern und für den seitlichen  Schlag  zusätzlich  von  der  Seite  abzustützen.
       Vorder- und Hinterräder brauchen nicht unbedingt zu fluchten, wenn dies die Anbringung geeigneter Spannkabel erleichtert.

2.4.  Kantholz zum Blockieren der Räder

2.4.1.      Zum Blockieren der Räder bei der seitlichen Schlagprüfung nach Anhang IV Abbildung 7 wird ein Kantholz verwendet.

2.4.2.      Hierfür wird ein Balken aus weichem Holz von etwa 150 × 150 mm Querschnitt zum Abstützen der  Reifen  an  der  der  Aufschlagrichtung
       entgegengesetzten Seite am Boden befestigt (siehe Anhang IV Abbildungen 5, 6 und 7).

2.5.  Abstützung und Verankerungen bei Zugmaschinen mit Knicklenkung

2.5.1.      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung sind zusätzliche Verankerungen und Abstützungen vorzusehen.  Sie  sollen  sicherstellen,  dass  der
       Teil der Zugmaschine, an dem die Umsturzschutzvorrichtung befestigt ist, in ähnlicher Weise  beansprucht  wird  wie  Zugmaschinen  starrer
       Bauweise.

2.5.2.      Für die Schlag- und Druckprüfungen werden zusätzliche Einzelheiten in Anhang III angegeben.

2.6.  Vorrichtung für die Druckprüfung

      Mit einer Vorrichtung nach Anhang IV Abbildung 8 muss es möglich sein, eine nach abwärts gerichtete Kraft auf die  Umsturzschutzvorrichtung
       über einen ca. 250 mm breiten steifen Balken auszuüben, der mit der Belastungsvorrichtung über Kardangelenke verbunden ist. Die Achsen der
       Zugmaschine sind so abzustützen, dass die Reifen der Zugmaschine die Drucklast nicht zu tragen haben.

2.7.  Messvorrichtungen

2.7.1.      Für die in Anhang III Teile A und B vorgesehenen Prüfungen ist eine Messeinrichtung zu verwenden, bei der ein  beweglicher  Ring  auf
       einer horizontalen Stange mit Schiebesitz befestigt ist, um auf diese Weise die Differenz zwischen der größten augenblicklichen Verformung
       und der bleibenden Verformung bei der seitlichen Schlagprüfung zu messen.

2.7.2.      Bei den in Anhang III Teil A vorgesehenen Prüfungen werden Messungen vorgenommen, um nach erfolgter  Laborprüfung  festzustellen,  ob
       irgendein Teil der Umsturzschutzvorrichtung in die Freiraumzone nach Anhang III Teil A Nummer 2 eingedrungen ist.

2.7.3.      Für die in Anhang III Teil B vorgesehenen Prüfungen  sind  Einrichtungen  vorzusehen,  die  eine  fotografische  Apparatur  enthalten
       können, um nach erfolgter Laborprüfung feststellen zu können, ob während der Prüfungen irgendein Teil der Umsturzschutzvorrichtung in  die
       Freiraumzone nach Anhang III Teil B Nummer 2 eingedrungen oder mit ihr in Berührung gekommen ist.

2.8.  Messtoleranzen

      Bei den Messungen, die bei den Prüfungen durchgeführt werden, sind folgende Toleranzen einzuhalten:

2.8.1.      Bei der Prüfung  vorgenommene  Längenmessung  (mit  Ausnahme  von  2.8.2),  der  Abmessungen  der  Umsturzschutzvorrichtung  und  der
       Zugmaschine, der Freiraumzone und der Reifeneindrückung beim Verankern der Zugmaschine für den Schlagversuch: ± 3 mm.

2.8.2.      Fallhöhe des Gewichts für die Schlagprüfung: ± 6 mm.

2.8.3.      Masse der Zugmaschine: ± 20 kg.

2.8.4.      Belastung bei der Druckprüfung: ± 2 %.

2.8.5.      Winkel der Halteketten bzw. Halteseile des Gewichts am Aufschlagpunkt: ± 2°.

3.    PRÜFUNGEN

3.1.  Allgemeine Bestimmungen

3.1.1.      Ablauf der Prüfungen

3.1.1.1.    Es werden folgende Prüfungen in der nachstehend angegebenen Reihenfolge durchgeführt. In  der  rechten  Spalte  ist  vermerkt,  unter
       welchen Nummern des Anhangs III Teile A und B die einzelnen Prüfungen beschrieben werden.

|1. Schlag von hinten                                                   |1.1,                                                |
|2. Druckprüfung hinten                                                 |1.4,                                                |
|3. Schlag von vorn                                                     |1.2,                                                |
|4. Seitlicher Schlag                                                   |1.3,                                                |
|5. Druckprüfung vorn                                                   |1.5.                                                |

3.1.1.2.    Wenn während der Prüfung ein Teil oder mehrere Teile der Verankerung verschoben werden oder brechen, ist die Prüfung zu wiederholen.

3.1.1.3.    Während der Prüfung dürfen weder an der Zugmaschine noch an der Umsturzschutzvorrichtung Reparaturen oder Nachstellungen  vorgenommen
       werden.

3.1.1.4.    Während der Prüfung befindet sich der Schalthebel der Zugmaschine in Nullstellung, und die Bremsen sind gelöst.

                                            ê 1999/55/EG Art. 1 u. Anhang Nummer 2

3.1.1.5.    Im Fall einer Zugmaschine mit reversiblem Führerstand (mit reversiblem Sitz und Lenkrad) wird der erste Schlag in  Längsrichtung  auf
       das schwerere Ende (mit über 50 % der Masse der Zugmaschine) aufgebracht, gefolgt von einer Druckprüfung des gleichen  Endes.  Der  zweite
       Schlag wird auf das leichtere Ende und der dritte Schlag seitlich aufgebracht. Schließlich erfolgt eine Druckprüfung des leichteren Endes.

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

3.1.2.      Spurweite

      Die Spurweite der Hinterräder ist so zu wählen, dass die Umsturzschutzvorrichtung bei  den  Prüfungen  möglichst  nicht  durch  die  Reifen
       abgestützt wird.

3.1.3.      Abbau der Teile, die keine Gefahr darstellen können

      Alle Teile der Zugmaschine und der Umsturzschutzvorrichtung, die als in sich geschlossene Einheit einen Schutz für den  Fahrer  darstellen,
       einschließlich der Wetterschutzvorrichtung, sind mit der Zugmaschine, die der Prüfung unterzogen wird, vorzuführen. Es ist zulässig, Front-
        Ö , Õ Seiten Ö - und Rückscheiben Õ aus Sicherheitsglas oder  glasähnlichen  Stoffen  zu  demontieren;  auch  alle  abnehmbaren  Platten,
       Ausrüstungsteile, Zubehörteile und dergleichen können demontiert werden, sofern sie  nicht  zur  Festigkeit  beitragen  und  bei  etwaigem
       Umstürzen der Zugmaschine keine Gefahr darstellen können.

3.1.4.      Schlagrichtung

      Der seitliche Schlag wird gegen die Seite der Zugmaschine geführt, an der mit der größten Verformung zu rechnen ist. Der Schlag von  hinten
       wird gegen die Ecke geführt, die am weitesten von der seitlichen Aufschlagstelle entfernt ist, der Schlag von vorn gegen die Ecke, die der
       seitlichen Aufschlagstelle am nächsten liegt.

3.1.5.      Reifendruck und Reifenverformung

      Die Reifen dürfen keinen Wasserballast enthalten. Die  Fülldrücke  und  die  Verformungen  der  Reifen,  die  bei  den  Einzelprüfungen  zu
       blockieren sind, müssen mit den in der folgenden Tabelle angegebenen Werten übereinstimmen:

|                                    |Reifendruck (bar)                                        |Verformung (mm)              |
|                                    |Radialreifen                |Diagonalreifen              |vorn         |hinten         |
|                                    |vorn         |hinten        |vorn         |hinten        |             |               |
|Zugmaschine mit vier Treibrädern,   |1,20         |1,20          |1,00         |1,00          |25           |25             |
|Vorder- und Hinterräder gleiche     |             |              |             |              |             |               |
|Abmessungen                         |             |              |             |              |             |               |
|Zugmaschine mit vier Treibrädern,   |1,80         |1,20          |1,50         |1,00          |20           |25             |
|Vorderräder kleiner als Hinterräder |             |              |             |              |             |               |
|Zugmaschinen mit zwei Treibrädern   |2,40         |1,20          |2,00         |1,00          |15           |25             |

4.    AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE

4.1.  Eine zur Erteilung einer EG-Bauartgenehmigung vorgeführte Umsturzschutzvorrichtung gilt hinsichtlich der Festigkeit als  zufriedenstellend,
       wenn die nachstehenden Bedingungen erfüllt sind:

                                            ê 77/536/EWG

4.1.1.      Es dürfen keinerlei Brüche oder Risse im Sinne der Nummer 3.1 des Anhangs III Teile A und B aufgetreten sein.

4.1.2.      Bei den Prüfungen nach Anhang III  Teil  A  darf  kein  Teil  der  Freiraumzone  über  die  Schutzzone  der  Umsturzschutzvorrichtung
       hinaustreten.

      Bei den Prüfungen nach Anhang III Teil B darf die Umsturzschutzvorrichtung bei keiner der Schlag- oder Druckprüfungen  in  einen  Teil  der
       Freiraumzone eindringen, auch darf kein Teil der Freiraumzone über die Schutzzone der Umsturzschutz-vorrichtung hinaustreten (vgl.  Anhang
       III Teil B Nummer 3.2).

4.1.3.      Bei den Prüfungen nach Anhang III Teil A darf die gemäß Anhang III Teil  A  Nummer  3.3  gemessene  Differenz  zwischen  der  größten
       augenblicklichen Verformung und der bleibenden Verformung 15 cm nicht überschreiten.

      Bei den Prüfungen nach Anhang III Teil B darf bei der seitlichen Schlagprüfung die gemäß Anhang III Teil B Nummer 3.3  gemessene  Differenz
       zwischen der größten augenblicklichen Verformung und der bleibenden Verformung 25 cm nicht überschreiten.

4.2.  Der Führer darf durch keinerlei sonstige Ausrüstung besonders  gefährdet  werden,  beispielsweise  durch  Glas,  dessen  Bruch  gefährliche
       Splitter bildet, durch unzureichende Polsterung der Innenseite des Daches des Führerhauses oder an Stellen, an denen der Kopf des  Führers
       anschlagen kann.

5.    PRÜFBERICHT

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

5.1.  Der Prüfbericht ist dem EG-Bauartgenehmigungsbogen nach Anhang VII beizufügen. Aufbau  und  Inhalt  des  Prüfberichts  sind  aus  Anhang  V
       ersichtlich. Der Prüfbericht muss folgende Angaben enthalten:

                                            ê 77/536/EWG

5.1.1.      Eine allgemeine Beschreibung der Form und der  Konstruktion  der  Umsturzschutzvorrichtung  einschließlich  der  Werkstoffe  und  der
       Befestigung; Außenabmessungen der Zugmaschine mit angebauter Umsturzschutzvorrichtung;  wichtigste  Innenabmessungen;  Mindestabstand  vom
       Lenkrad;  seitlicher  Abstand  zwischen  dem  Lenkrad  und  den  Seitenwänden  der  Umsturzschutzvorrichtung;  Abstand  des   Daches   der
       Umsturzschutzvorrichtung vom Sitz bzw. vom Sitzbezugspunkt und von den Fußrasten, falls vorhanden; Einzelheiten  betreffend  den  normalen
       Ein- und Ausstieg und die von  der  Umsturzschutzvorrichtung  bedingten  Möglichkeiten  des  Notaus-stiegs;  Einzelheiten  des  Heiz-  und
       gegebenenfalls des Lüftungssystems.

5.1.2.      Einzelheiten über etwaige Sondervorrichtungen, z. B. Sicherung gegen Weiterrollen des Schleppers.

5.1.3.      Eine kurze Beschreibung der Innenpolsterung, durch die die Gefahr von Kopf- und Schulterverletzungen  weitestmöglich  verringert  und
       der Lärm gedämpft werden soll.

5.1.4.      Angabe der Art der Windschutzscheibe und des für sie verwendeten Materials.

5.2.  Im Prüfbericht ist genau anzugeben, welcher Zugmaschinentyp  (Fabrikmarke,  Typ  und  handelsübliche  Benennung  usw.)  für  die  Prüfungen
       verwendet worden ist und für welche Typen die Umsturzschutzvorrichtung bestimmt ist.

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

5.3.  Im Falle der Erweiterung der EG-Bauartgenehmigung auf andere  Zugmaschinentypen  ist  in  den  Prüfbericht  ein  genauer  Hinweis  auf  die
       ursprüngliche EG-Bauartgenehmigung aufzunehmen, und es sind präzise Angaben hinsichtlich der Vorschriften des Anhangs I — 3.4 zu machen.

                                                                  _____________

                                            ê 77/536/EWG
                                            è1 1999/55/EG Art. 1 u. Anhang Nummer 3 Buchstabe a)

                                                                    ANHANG III

                                                                  PRÜFVERFAHREN

                                                                A — PRÜFMETHODE I

1.    SCHLAG- UND DRUCKPRÜFUNGEN

1.1.  Schlag von hinten

1.1.1.      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Fallgewicht so aufzustellen, dass es zu dem Zeitpunkt auf die  Umsturzschutzvorrichtung  auftrifft,
       zu dem die Aufschlagstelle des Gewichts mit den Halteketten bzw. Halteseilen einen Winkel von 20° mit der Senkrechten bildet, es sei denn,
       dass die Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle mit der Senkrechten während der  Verformung  einen  größeren  Winkel  bildet.  In
       diesem Fall muss die Aufschlagfläche des Gewichts mit der Aufschlagfläche  an  der  Umsturzschutzvorrichtung  zum  Zeitpunkt  der  größten
       Verformung durch eine Zusatzeinrichtung parallel ausgerichtet werden, wobei die Ketten oder Seile einen Winkel von 20° mit der Senkrechten
       bilden. Es sind Vorkehrungen zu treffen, die der Tendenz des Gewichts entgegenwirken, sich um den Aufschlagpunkt zu drehen. Der  Ruhepunkt
       des Gewichts vor dem Auslösen ist so zu wählen, dass die Bahnkurve seines Schwerpunkts durch den Aufschlagpunkt verläuft.

      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei etwaigem Umstürzen der Zugmaschine nach  rückwärts  den
       Boden zuerst berühren würde, normalerweise also der obere Rand. Der Schwerpunkt des Gewichts muss in Ruhestellung ein Sechstel der  oberen
       Breite der Umsturzschutzvorrichtung einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur Mittelebene der Zugmaschine verläuft und die
       Außenseite des oberen Teils der Umsturzschutzvorrichtung berührt.

      Besitzt jedoch die Umsturzschutzvorrichtung eine Abrundung, deren Krümmung über mehr als  ein  Sechstel  der  oberen  Breite  einwärts  von
       dieser Vertikalebene reicht, so  muss  der  Schlag  am  inneren  Ende  dieser  Abrundung  auftreffen,  d.h.  an  dem  Punkt,  an  dem  die
       Abrundungskrümmung tangential zu einer Linie verläuft, die rechtwinkelig zur Mittelebene der Zugmaschine liegt (siehe Anhang IV  Abbildung
       9).

      Falls ein hervorstehendes Bauteil eine für den Aufschlag des Gewichts ungeeignete Fläche darstellt,  so  ist  eine  Stahlplatte  geeigneter
       Dicke und Breite und von etwa 300 mm Länge so an dem Bauteil zu befestigen, dass dadurch die Festigkeit der Umsturzschutzvorrichtung nicht
       beeinflusst wird.

1.1.2.      Zugmaschinen starrer Bauweise werden mit Halteseilen am Boden verankert. Die Befestigungspunkte für die Halteseile sollen  etwa  2  m
       hinter der Hinterachse und 1,5 m vor der Vorderachse liegen. Sie sollen  entweder  in  der  Ebene  liegen,  in  der  der  Schwerpunkt  des
       Pendelgewichts schwingt, oder aber eine der Verankerungen muss eine resultierende Kraft in dieser Ebene ergeben (siehe Anhang IV Abbildung
       5).

      Die Halteseile sind so zu verspannen, dass die Verformungen  der  Vorder-  und  Hinterreifen  Anhang  II  —  3.1.5  entsprechen.  Nach  dem
       Verspannen der Halteseile ist ein Kantholz von 150 × 150 mm Querschnitt an der Vorderseite der Hinterräder so am Boden zu befestigen, dass
       es an den Reifen fest anliegt.

1.1.3.      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung werden beide Achsen  am  Boden  verankert.  Die  Achse  des  Teils  der  Zugmaschine,  an  den  die
       Umsturzschutzvorrichtung angebaut ist, ist so zu verspannen, wie in Anhang IV Abbildung 5 für die Hinterachse angegeben.  Der  Gelenkpunkt
       wird mittels eines Kantholzes von 100 × 100 mm Querschnitt abgestützt und mit Halteseilen zu den Bodenhalterungen verspannt.

1.1.4.      Das Fallgewicht wird nach hinten gezogen, bis die Höhe seines Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt nachstehender Formel entspricht:

                                                                H = 125 + 0,020 W,

      worin H die Fallhöhe des Pendels in mm und W die Masse der Zugmaschine gemäß Anhang II — 1.3 sind.

      Das Fallgewicht wird losgelassen, so dass es gegen die Umsturzschutzvorrichtung schlägt.

1.2.  Schlag von vorn

1.2.1.      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Fallgewicht so aufzustellen, dass es zu dem Zeitpunkt auf die  Umsturzschutzvorrichtung  auftrifft,
       zu dem die Aufschlagstelle des Gewichts mit den Halteketten bzw. Halteseilen einen Winkel von 20° mit der Senkrechten bildet, es sei denn,
       dass die Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle mit der Senkrechten während der  Verformung  einen  größeren  Winkel  bildet.  In
       diesem Fall muss die Aufschlagfläche des Gewichts mit der Aufschlagfläche an der  Umsturzschutzvorrichtung  durch  eine  Zusatzeinrichtung
       parallel ausgerichtet werden, wobei die Ketten oder Seile in einem Winkel von 20° mit der Senkrechten verbleiben. Es sind Vorkehrungen  zu
       treffen, die der Tendenz des Gewichts entgegenwirken, sich um den Aufschlagpunkt zu drehen. Der Ruhepunkt des Gewichts  vor  dem  Auslösen
       ist so zu wählen, dass die Bahnkurve seines Schwerpunktes durch den Aufschlagpunkt verläuft.

      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei etwaigem Umstürzen der Zugmaschine  seitwärts  bei  der
       Vorwärtsfahrt den Boden zuerst berühren würde, normalerweise also die vordere obere Ecke. Der Schwerpunkt des Gewichts darf nicht mehr als
       80 mm einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur Mittelebene der Zugmaschine verläuft und die Außenseite des  oberen  Teils
       der Umsturzschutzvorrichtung berührt.

      Besitzt jedoch die Umsturzschutzvorrichtung eine Abrundung, deren Krümmung über mehr als 80 mm einwärts von  dieser  Vertikalebene  reicht,
       so muss der Schlag am inneren Ende dieser Abrundung auftreffen, d.h. an dem Punkt, an dem die Abrundungskrümmung tangential zu einer Linie
       verläuft, die rechtwinkelig zur Mittelebene der Zugmaschine liegt (siehe Anhang IV Abbildung 9).

1.2.2.      Zugmaschinen starrer Bauweise werden wie nach Anhang IV Abbildung 6 am Boden verankert. Die  Befestigungspunkte  für  die  Halteseile
       sollen etwa 2 m hinter der Hinterachse und 1,5 m vor der Vorderachse liegen.

      Die Halteseile sind so zu verspannen, dass die Verformungen  der  Vorder-  und  Hinterreifen  den  Vorschriften  des  Anhangs  II  —  3.1.5
       entsprechen. Nach dem Verspannen der Halteseile ist ein Kantholz von etwa 150 × 150 mm Querschnitt an der Hinterseite der  Hinterräder  so
       am Boden zu befestigen, dass es an den Reifen fest anliegt.

1.2.3.      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung werden beide Achsen  am  Boden  verankert.  Die  Achse  des  Teils  der  Zugmaschine,  an  den  die
       Umsturzschutzvorrichtung angebaut ist, ist so zu verspannen, wie in Anhang IV Abbildung 6 für die Vorderachse angegeben.  Der  Gelenkpunkt
       wird mittels eines Kantholzes von etwa 100 × 100 mm Querschnitt abgestützt und mit Halteseilen zu den Bodenhalterungen verspannt.

1.2.4.      Das Fallgewicht wird nach hinten gezogen, bis die Höhe seines Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt nachstehender Formel entspricht:

                                                                H = 125 + 0,020 W.

1.3.  Seitlicher Schlag

1.3.1.      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Fallgewicht so aufzustellen, dass es zu dem Zeitpunkt auf die  Umsturzschutzvorrichtung  auftrifft,
       zu dem die  Aufschlagstelle  des  Gewichts  mit  den  Halteketten  bzw.  Halteseilen  eine  Senkrechte  bildet,  es  sei  denn,  dass  die
       Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle während der Verformung nicht senkrecht steht. In diesem Fall muss die Aufschlagfläche  des
       Gewichts mit der Aufschlagfläche an der Umsturzschutzvorrichtung  zum  Zeitpunkt  der  größten  Verformung  durch  eine  Zusatzeinrichtung
       parallel ausgerichtet werden; die Halteketten bzw. Halteseile bleiben dabei senkrecht. Der Ruhepunkt des Gewichts vor dem Auslösen ist  so
       zu wählen, dass die Bahnkurve seines Schwerpunkts durch den Aufschlagpunkt verläuft.

      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei etwaigem Umstürzen der Zugmaschine nach der  Seite  den
       Boden zuerst berühren würde, normalerweise also der  obere  Rand.  Wenn  nicht  mit  Sicherheit  feststeht,  dass  auf  dieser  Kante  der
       Umsturzschutzvorrichtung kein anderes Element den Boden zuerst berührt, wird der Aufschlagpunkt  in  der  Querebene  festgelegt,  die  zur
       Längsmittelebene der Zugmaschine rechtwinkelig verläuft und durch die Mitte des Fahrersitzes geht, wenn dieser  in  seiner  Mittelstellung
       steht. Es sind Vorkehrungen zu treffen, die der Tendenz des Gewichts entgegenwirken, sich um den Aufschlagpunkt zu drehen.

1.3.2.      Bei Zugmaschinen starrer Bauweise ist die Achse, die gegenüber der Umsturzschutzvorrichtung starr ist, auf der  Seite  zu  verankern,
       gegen die der Schlag auf die Umsturzschutzvorrichtung geführt wird. Bei Zugmaschinen mit  zwei  Treibrädern  ist  dies  normalerweise  die
       Hinterachse; der Versuchsaufbau ist aus Anhang IV Abbildung 7 ersichtlich. Die beiden Spannseile werden über die Achse  von  zwei  Punkten
       aus geführt, die unmittelbar darunter liegen, und zwar eines davon zu einem Punkt, der etwa 1,5 m vor  der  Achse,  das  andere  zu  einem
       Punkt, der etwa 1,5 m hinter der Achse  liegt.  Diese  Verankerungen  werden  so  verspannt,  dass  die  Verformung  des  Reifens  an  der
       Verankerungsstelle Anhang II — 3.1.5 entspricht.  Nach  dem  Verspannen  der  Seile  ist  eine  Abfangstrebe  gegen  das  dem  Fallgewicht
       gegenüberliegende Rad schräg anzusetzen und so am Boden zu befestigen, dass sie das Rad beim  Aufschlag  wie  in  Anhang  IV  Abbildung  7
       angegeben sichert. Die Länge dieser Abfangstrebe ist so zu wählen, dass sie beim Anliegen am Rad  einen  Winkel  von  30°  ±  3°  mit  der
       Horizontalen bildet. Ihre Länge muss das 20- bis 25fache der Höhe betragen, ihre Breite das 2- bis 3fache  der  Höhe.  Die  beiden  Achsen
       müssen gegen seitliche Bewegungen durch ein am Boden  befestigtes  Kantholz  an  der  Außenseite  des  Rades  gesichert  werden,  das  der
       Aufschlagseite gegenüberliegt.

1.3.3.      Zugmaschinen mit Knicklenkung sind so am Boden zu verankern, dass der Teil der  Zugmaschine,  auf  dem  die  Umsturzschutzvorrichtung
       befestigt ist, starr wie eine Zugmaschine starrer Bauweise am Boden verankert wird.

      Beide Achsen der Zugmaschinen mit Knicklenkung werden am  Boden  verankert.  Achse  und  Räder  des  Teils  der  Zugmaschine,  an  den  die
       Umsturzschutzvorrichtung angebaut ist, werden nach Anhang IV Abbildung 7 verspannt und abgestützt. Der Gelenkpunkt wird mit einem Kantholz
       von mindestens 100 × 100 mm Querschnitt abgestützt und an den Bodenhalterungen verspannt. Zusätzlich wird der Gelenkpunkt mit einer Strebe
       gegen den Boden abgestützt, die so anzuordnen ist, dass die Abstützwirkung etwa die gleiche ist wie bei den Hinterrädern einer Zugmaschine
       starrer Bauweise.

1.3.4.      Das Fallgewicht wird so weit nach hinten gezogen, bis die  Höhe  seines  Schwerpunktes  gegenüber  dem  Aufschlagpunkt  nachstehender
       Formel entspricht:

                                                                H = 125 + 0,150 W.

1.4.  Druckprüfung hinten

      Die Zugmaschine wird in die in Anhang II — 2.6 beschriebene und in Anhang IV Abbildungen  8  und  10  dargestellte  Versuchsvorrichtung  so
       eingefahren, dass die Hinterkante des Druckbalkens über dem hintersten tragenden Teil der Umsturz-schutzvorrichtung zu  liegen  kommt  und
       die Längsmittelebene der Zugmaschine in der Mitte zwischen den beiden Lastangriffspunkten des Druckbalkens liegt.

      Die Achsen sind durch Widerlager so abzustützen, dass die Reifen die Drucklast nicht zu tragen haben. Als Belastung ist  das  Doppelte  der
       Masse der Zugmaschine nach Anhang II — 1.3 anzuwenden. Dabei kann es erforderlich sein, das Vorderteil der Zugmaschine zu verankern.

1.5.  Druckprüfung vorn

1.5.1.      Die Druckprüfung vorn wird in derselben Weise wie die Druckprüfung hinten  ausgeführt,  jedoch  kommt  hierbei  die  Vorderkante  des
       Druckbalkens über dem vordersten oberen Teil der Umsturzschutzvorrichtung zu liegen.

1.5.2.      Kann das Vorderteil des Daches der Umsturzschutzvorrichtung die volle Druckbelastung nicht  aufnehmen,  so  wird  die  Kraft  solange
       angewendet, bis das Dach so weit verformt ist, dass es in die Ebene fällt, die das Oberteil der Umsturzschutz-vorrichtung  mit  demjenigen
       Vorderteil der Zugmaschine verbindet, der imstande ist, die Masse der  umgestürzten  Zugmaschine  aufzunehmen.  Die  Belastung  wird  dann
       aufgehoben und die Zugmaschine erneut so aufgestellt, dass sich der Druckbalken über dem Punkt der Umsturzschutzvorrichtung befindet,  der
       dann die Last des hinteren Teils der völlig umgestürzten Zugmaschine aufnehmen würde, wie dies in Anhang IV Abbildung 10 dargestellt  ist,
       worauf wiederum die volle Belastung aufgebracht wird.

2.    FREIRAUMZONE

2.1.  Die Freiraumzone wird, wenn die Zugmaschine auf einer horizontalen Fläche steht, durch folgende Ebenen begrenzt:

         – eine Horizontalebene 95 cm über dem belasteten Sitz;

         – eine Vertikalebene rechtwinkelig zur Mittelebene der Zugmaschine, 10 cm hinter der Rückenlehne;

         – eine Vertikalebene parallel zur Mittelebene der Zugmaschine, 25 cm links vom Sitzmittelpunkt;

         – eine Vertikalebene parallel zur Mittelebene der Zugmaschine, 25 cm rechts vom Sitzmittelpunkt;

         – eine geneigte Ebene, in der eine waagerechte Linie senkrecht zur Mittelebene der Zugmaschine verläuft, und zwar in 95  cm  Höhe  über
           dem belasteten Sitz und in 45 cm Entfernung vor der Sitzrückenlehne zuzüglich des normalen horizontalen Verstellbereiches des Sitzes.
           Diese geneigte Ebene verläuft vor dem Kranz des Lenkrades und nähert sich diesem bis auf 4 cm Abstand.

2.2.  Die Stellung der Rückenlehne des Sitzes ist ohne Berücksichtigung einer  etwaigen  Polsterung  festzulegen.  Der  Sitz  muss  sich  in  der
       hintersten normalen Stellung für einen sitzenden Führer befinden, sowie in der höchsten Stellung, wenn diese unabhängig  verstellbar  ist.
       Ist der Sitz verstellbar, so ist er in die mittlere Stellung zu bringen und mit einer Masse von 75 kg zu belasten.

3.    MESSUNGEN

3.1.  Brüche und Risse

      Nach jeder Prüfung sind die tragenden Bauelemente, Verbindungen und Befestigungsteile an der  Zugmaschine  einer  Sichtprüfung  auf  Brüche
       oder Risse zu unterziehen, wobei jedoch kleine Risse an unbedeutenden Teilen nicht berücksichtigt zu werden brauchen.

3.2.  Freiraumzone

3.2.1.      Nach jeder Prüfung ist zu überprüfen, ob Teile der Umsturzschutzvorrichtung in die Freiraumzone um  den  Führersitz  gemäß  Nummer  2
       eingetreten sind.

3.2.2.      Außerdem ist zu überprüfen, ob die Freiraumzone an irgendeiner Stelle über die Schutzzone der  Umsturzschutzvorrichtung  hinaustritt.
       Dabei wird angenommen, dass dieser Fall dann vorliegt, wenn ein Teil der Freiraumzone nach dem Umstürzen der Zugmaschine nach  der  Seite,
       gegen die der Schlag geführt worden ist, mit dem Boden in Berührung kommen würde. Bei dieser Prüfung werden die  vom  Hersteller  für  die
       Reifen und die Spurweite angegebenen kleinsten Werte berücksichtigt.

3.3.  Größte augenblickliche Verformung

      Bei der seitlichen Schlagprüfung ist die Differenz zwischen der größten augenblicklichen Verformung und der bleibenden  Verformung  in  950
       mm Höhe über dem belasteten Sitz zu messen. Ein Ende der Stange nach Anhang II — 2.7.1 wird am oberen  Teil  der  Umsturzschutzvorrichtung
       befestigt, und das andere Ende läuft durch ein Loch der senkrechten Schiene. Die Stellung des Ringes auf der Stange nach dem  Schlag  gibt
       die größte augenblickliche Verformung an.

3.4.  Bleibende Verformung

      Nach der letzten Druckprüfung wird die bleibende Verformung der Umsturzschutz-vorrichtung ermittelt. Zu diesem Zweck wird vor  der  Prüfung
       die Lage der wesentlichen Teile der Umsturzschutzvorrichtung gegenüber dem Sitz festgestellt.

                                                                B — PRÜFMETHODE II

1.    SCHLAG- UND DRUCKPRÜFUNGEN

1.1.  Schlag von hinten

1.1.1.      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Fallgewicht so aufzustellen, dass es zu dem Zeitpunkt auf die  Umsturzschutzvorrichtung  auftrifft,
       zu dem die Aufschlagstelle des Gewichts mit den Halteketten bzw. Halteseilen einen Winkel von 20° mit der Senkrechten bildet, es sei denn,
       dass die Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle mit der Senkrechten während der  Verformung  einen  größeren  Winkel  bildet.  In
       diesem Fall muss die Aufschlagfläche des Gewichts mit der Aufschlagfläche  an  der  Umsturzschutzvorrichtung  zum  Zeitpunkt  der  größten
       Verformung durch eine Zusatzeinrichtung parallel ausgerichtet werden, wobei die Ketten oder Seile einen Winkel von 20° mit der Senkrechten
       bilden. Es sind Vorkehrungen zu treffen, die der Tendenz des Gewichts entgegenwirken, sich um den Aufschlagpunkt zu drehen. Der  Ruhepunkt
       des Gewichts vor dem Auslösen ist so zu wählen, dass die Bahnkurve seines Schwerpunkts durch den Aufschlagpunkt verläuft.

      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei etwaigem Umstürzen  der  Zugmaschine  nach  hinten  den
       Boden zuerst berühren würde, normalerweise also der obere Rand. Der Schwerpunkt des Gewichts muss in Ruhestellung ein Sechstel der  oberen
       Breite der Umsturzschutzvorrichtung einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur Mittelebene der Zugmaschine verläuft und die
       Außenseite des oberen Teils der Umsturzschutzvorrichtung berührt.

      Besitzt jedoch die Umsturzschutzvorrichtung eine Abrundung, deren Krümmung über mehr als  ein  Sechstel  der  oberen  Breite  einwärts  von
       dieser Vertikalebene reicht, so muss der  Schlag  am  inneren  Ende  dieser  Abrundung  auftreffen,  d.  h.  an  dem  Punkt,  an  dem  die
       Abrundungskrümmung tangential zu einer Linie verläuft, die rechtwinkelig zur Mittelebene der Zugmaschine liegt (siehe Anhang IV  Abbildung
       9).

      Falls ein hervorstehendes Bauteil eine für den Aufschlag des Gewichts ungeeignete Fläche darstellt,  so  ist  eine  Stahlplatte  geeigneter
       Dicke und Breite und von etwa 300 mm Länge so an dem Bauteil zu befestigen, dass dadurch die Festigkeit der Umsturzschutzvorrichtung nicht
       beeinflusst wird.

1.1.2.      Zugmaschinen starrer Bauweise werden mit Halteseilen am Boden verankert. Die Befestigungspunkte für die Halteseile sollen  etwa  2  m
       hinter der Hinterachse und 1,5 m vor der Vorderachse liegen. Sie sollen  entweder  in  der  Ebene  liegen,  in  der  der  Schwerpunkt  des
       Pendelgewichts schwingt, oder aber eine der Verankerungen muss eine resultierende Kraft in dieser Ebene ergeben (siehe Anhang IV Abbildung
       5).

      Die Halteseile sind so zu verspannen, dass die Verformungen  der  Vorder-  und  Hinterreifen  Anhang  II  —  3.1.5  entsprechen.  Nach  dem
       Verspannen der Halteseile ist ein Kantholz von 150 × 150 mm Querschnitt an der Vorderseite der Hinterräder so am Boden zu befestigen, dass
       es an den Reifen fest anliegt.

1.1.3.      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung werden beide Achsen  am  Boden  verankert.  Die  Achse  des  Teils  der  Zugmaschine,  an  den  die
       Umsturzschutzvorrichtung angebaut ist, ist so zu verspannen, wie in Anhang IV Abbildung 5 für die Hinterachse angegeben.  Der  Gelenkpunkt
       wird mittels eines Kantholzes von mindestens 100 × 100 mm Querschnitt abgestützt und mit Halteseilen zu den Bodenhalterungen verspannt.

1.1.4.      Das Fallgewicht wird nach hinten gezogen, bis die Höhe seines Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt nachstehender Formel entspricht:

                                                 H = 2,165 × 10−8 × WL2 oder H = 5,73 × 10−2 × I,

      worin

       H    =     die Fallhöhe des Pendels in Millimetern,

       W    =     die Masse der Zugmaschine gemäß Anhang II Punkt 1.3,

       L    =     der größte Radstand der Zugmaschine in Millimetern,

       I    =     das Trägheitsmoment um die Hinterachse der Zugmaschine ohne Hinterräder in kgm2 sind.

      Das Fallgewicht wird losgelassen, so dass es gegen die Umsturzschutzvorrichtung schlägt.

1.1.5.      Ein Schlag von hinten wird nicht durchgeführt im Falle einer Zugmaschine, bei der mindestens 50 % der Masse im Sinne des  Anhangs  II
       Punkt 1.3 auf der Vorderachse aufliegen.

1.2.  Schlag von vorn

1.2.1.      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Fallgewicht so aufzustellen, dass es zu dem Zeitpunkt auf die  Umsturzschutzvorrichtung  auftrifft,
       zu dem die Aufschlagstelle des Gewichts mit den Halteketten bzw. Halteseilen einen Winkel von 20° mit der Senkrechten bildet, es sei denn,
       dass die Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle mit der Senkrechten während der  Verformung  einen  größeren  Winkel  bildet.  In
       diesem Fall muss die Aufschlagfläche des Gewichts mit der Aufschlagfläche an der  Umsturzschutzvorrichtung  durch  eine  Zusatzeinrichtung
       parallel ausgerichtet werden, wobei die Ketten oder Seile in einem Winkel von 20° mit der Senkrechten verbleiben. Es sind Vorkehrungen  zu
       treffen, die der Tendenz des Gewichts entgegenwirken, sich um den Aufschlagpunkt zu drehen. Der Ruhepunkt des Gewichts  vor  dem  Auslösen
       ist so zu wählen, dass die Bahnkurve seines Schwerpunkts durch den Aufschlagpunkt verläuft.

      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei etwaigem Umstürzen der Zugmaschine  seitwärts  bei  der
       Vorwärtsfahrt den Boden zuerst berühren würde, normalerweise also die vordere obere Ecke. Der Schwerpunkt des Gewichts darf nicht mehr als
       80 mm einwärts von einer Vertikalebene liegen, die parallel zur Mittelebene der Zugmaschine verläuft und die Außenseite des  oberen  Teils
       der Umsturzschutzvorrichtung berührt.

      Besitzt jedoch die Umsturzschutzvorrichtung eine Abrundung, deren Krümmung über mehr als 80 mm einwärts von  dieser  Vertikalebene  reicht,
       so muss der Schlag am inneren Ende dieser Abrundung auftreffen, d. h. an dem Punkt, an dem  die  Abrundungskrümmung  tangential  zu  einer
       Linie verläuft, die rechtwinkelig zur Mittelebene der Zugmaschine liegt (siehe Anhang IV Abbildung 9).

1.2.2.      Zugmaschinen starrer Bauweise werden nach Anhang IV Abbildung 6 am Boden verankert. Die Befestigungspunkte für die Halteseile  sollen
       etwa 2 m hinter der Hinterachse und 1,5 m vor der Vorderachse liegen.

      Die Halteseile sind so zu verspannen, dass die Verformungen  der  Vorder-  und  Hinterreifen  den  Vorschriften  des  Anhangs  II  —  3.1.5
       entsprechen. Nach dem Verspannen der Halteseile ist ein Kantholz von 150 × 150 mm Querschnitt an der Hinterseite  der  Hinterräder  so  am
       Boden zu befestigen, daß es an den Reifen fest anliegt.

1.2.3.      Bei Zugmaschinen mit Knicklenkung werden beide Achsen  am  Boden  verankert.  Die  Achse  des  Teils  der  Zugmaschine,  an  den  die
       Umsturzschutzvorrichtung angebracht ist, ist so zu verspannen, wie in Anhang IV Abbildung 6 für die Vorderachse angegeben. Der Gelenkpunkt
       wird mittels eines Kantholzes von mindestens 100 × 100 mm Querschnitt abgestützt und mit Halteseilen zu den Bodenhalterungen verspannt.

1.2.4 Das Fallgewicht wird nach hinten gezogen, bis die Höhe seines Schwerpunkts über dem Aufschlagpunkt nachstehender Formel entspricht:

                                                                H = 125 + 0,020 W.

1.3.  Seitlicher Schlag

1.3.1.      Die Zugmaschine ist gegenüber dem Fallgewicht so aufzustellen, dass es zu dem Zeitpunkt auf die  Umsturzschutzvorrichtung  auftrifft,
       zu dem die  Aufschlagstelle  des  Gewichts  mit  den  Halteketten  bzw.  Halteseilen  eine  Senkrechte  bildet,  es  sei  denn,  dass  die
       Umsturzschutzvorrichtung an der Aufschlagstelle während der Verformung nicht senkrecht steht. In diesem Fall muss die Aufschlagfläche  des
       Gewichts mit der Aufschlagfläche an der Umsturzschutzvorrichtung  zum  Zeitpunkt  der  größten  Verformung  durch  eine  Zusatzeinrichtung
       parallel ausgerichtet werden; die Halteketten bzw. Halteseile bleiben dabei senkrecht. Der Ruhepunkt des Gewichts vor dem Auslösen ist  so
       zu wählen, dass die Bahnkurve seines Schwerpunktes durch den Aufschlagpunkt verläuft.

      Als Aufschlagpunkt an der Umsturzschutzvorrichtung ist ein Punkt zu wählen, der bei etwaigem Umstürzen der Zugmaschine nach der  Seite  den
       Boden zuerst berühren würde, normalerweise also der  obere  Rand.  Wenn  nicht  mit  Sicherheit  feststeht,  dass  auf  dieser  Kante  der
       Umsturzschutzvorrichtung kein anderes Element den Boden zuerst berührt, wird der Aufschlagpunkt  in  der  Querebene  festgelegt,  die  zur
       Längsmittelebene der Zugmaschine rechtwinkelig verläuft und durch die Mitte des Fahrersitzes geht, wenn dieser  in  seiner  Mittelstellung
       steht. Es sind Vorkehrungen zu treffen, die der Tendenz des Gewichts entgegenwirken, sich um den Aufschlagpunkt zu drehen.è1 Im Fall einer
       Zugmaschine mit reversiblem Führerstand (mit reversiblem Sitz und Lenkrad) wird der Aufschlagpunkt definiert durch die  Schnittstelle  der
       Mittelebene der Zugmaschine mit einer senkrecht dazu verlaufenden Ebene auf einer Geraden, die durch einen von  den  beiden  Bezugspunkten
       des Sitzes gleich weit entfernten Punkt verläuft. ç

1.3.2.      Bei Zugmaschinen starrer Bauweise ist die Achse, die gegenüber der Umsturzschutzvorrichtung starr ist, auf der  Seite  zu  verankern,
       gegen die der Schlag auf die Umsturzschutzvorrichtung geführt wird. Bei Zugmaschinen mit  zwei  Treibrädern  ist  dies  normalerweise  die
       Hinterachse; der Versuchsaufbau ist aus Anhang IV Abbildung 7 ersichtlich. Die beiden Spannseile werden über die Achse  von  zwei  Punkten
       aus geführt, die unmittelbar darunter liegen, und zwar eines davon zu einem Punkt, der etwa 1,5 m vor  der  Achse,  das  andere  zu  einem
       Punkt, der etwa 1,5 m hinter der Achse  liegt.  Diese  Verankerungen  werden  so  verspannt,  dass  die  Verformung  des  Reifens  an  der
       Verankerungsstelle Anhang II — 3.1.5 entspricht.  Nach  dem  Verspannen  der  Seile  ist  eine  Abfangstrebe  gegen  das  dem  Fallgewicht
       gegenüberliegende Rad schräg anzusetzen und so am Boden zu befestigen, dass sie das Rad beim  Aufschlag  wie  in  Anhang  IV  Abbildung  7
       angegeben sichert. Die Länge dieser Abfangstrebe ist so zu wählen, daß sie beim Anliegen am  Rad  einen  Winkel  von  30°  ±  3°  mit  der
       Horizontalen bildet. Ihre Länge muss das 20- bis 25fache der Höhe betragen, ihre Breite das 2- bis 3fache  der  Höhe.  Die  beiden  Achsen
       müssen gegen seitliche Bewegungen durch ein am Boden  befestigtes  Kantholz  an  der  Außenseite  des  Rades  gesichert  werden,  das  der
       Aufschlagseite gegenüberliegt.

1.3.3.      Zugmaschinen mit Knicklenkung sind so am Boden zu verankern, dass der Teil der  Zugmaschine,  auf  dem  die  Umsturzschutzvorrichtung
       befestigt ist, starr wie eine Zugmaschine starrer Bauweise am Boden verankert wird.

      Beide Achsen der Zugmaschinen mit Knicklenkung werden am  Boden  verankert.  Achse  und  Räder  des  Teils  der  Zugmaschine,  an  den  die
       Umsturzschutzvorrichtung angebaut ist, werden nach Anhang IV Abbildung 7 verspannt und abgestützt. Der Gelenkpunkt wird mit einem Kantholz
       von mindestens 100 × 100 mm Querschnitt abgestützt und an den Bodenhalterungen verspannt. Zusätzlich wird der Gelenkpunkt mit einer Strebe
       gegen den Boden abgestützt, die so anzuordnen ist, dass die Abstützwirkung etwa die gleiche ist wie bei den Hinterrädern einer Zugmaschine
       starrer Bauweise.

1.3.4.      Das Fallgewicht wird so weit nach hinten gezogen, bis die Höhe seines Schwerpunkts gegenüber dem Aufschlagpunkt nachstehender  Formel
       entspricht:

                                                                H = 125 + 0,150 W.

1.4.  Druckprüfung hinten

      Die Zugmaschine wird in die in Anhang II — 2.6 beschriebene und in Anhang IV Abbildungen  8  und  10  dargestellte  Versuchsvorrichtung  so
       eingefahren, dass die Hinterkante des Druckbalkens über dem hintersten tragenden Teil der Umsturz-schutzvorrichtung zu  liegen  kommt  und
       die Längsmittelebene der Zugmaschine in der Mitte zwischen den beiden Lastangriffspunkten des Druckbalkens liegt.

      Die Achsen sind durch Widerlager so abzustützen, dass die Reifen die Drucklast nicht zu tragen haben. Als Belastung ist  das  Doppelte  der
       Masse der Zugmaschine nach Anhang II — 1.3 anzuwenden. Dabei kann es erforderlich sein, das Vorderteil der Zugmaschine zu verankern.

1.5.  Druckprüfung vorn

1.5.1.      Die Druckprüfung vorn wird in derselben Weise wie die Druckprüfung hinten  ausgeführt,  jedoch  kommt  hierbei  die  Vorderkante  des
       Druckbalkens über dem vordersten oberen Teil der Umsturzschutzvorrichtung zu liegen.

1.5.2.      Kann das Vorderteil des Daches der Umsturzschutzvorrichtung die volle Druckbelastung nicht  aufnehmen,  so  wird  die  Kraft  solange
       angewendet, bis das Dach so weit verformt ist, dass es in die Ebene fällt; die das Oberteil der  Umsturzschutzvorrichtung  mit  demjenigen
       Vorderteil der Zugmaschine verbindet, der imstande ist, die Masse der  umgestürzten  Zugmaschine  aufzunehmen.  Die  Belastung  wird  dann
       aufgehoben und die Zugmaschine erneut so aufgestellt, dass sich der Druckbalken über dem Punkt der Umsturzvorrichtung befindet,  der  dann
       die Last des hinteren Teils der völlig umgestürzten Zugmaschine aufnehmen würde, wie dies in  Anhang  IV  Abbildung  10  dargestellt  ist,
       worauf wiederum die volle Belastung aufgebracht wird.

2.    FREIRAUMZONE

2.1.  Die Freiraumzone ist in Anhang IV Abbildung 3 dargestellt; sie wird gegenüber einer senkrechten Bezugsebene festgelegt, die im  Allgemeinen
       die Längsmittelebene der Zugmaschine ist und durch den Sitzbezugspunkt gemäß 2.3 sowie durch die Mitte des  Lenkrades  verläuft.  Es  wird
       angenommen, dass sich diese Bezugsebene bei Stößen horizontal mit dem Sitz  und  dem  Lenkrad  verschiebt,  jedoch  in  ihrer  senkrechten
       Stellung vom Boden der Zugmaschine bzw. der Umsturzschutzvorrichtung verbleibt, wenn  die  Umsturzschutzvorrichtung  elastisch  aufgehängt
       ist.

      Ist das Lenkrad verstellbar, so muss es sich in der Stellung für normales Fahren für einen sitzenden Fahrer befinden.

2.2.  Die Freiraumzone wird wie folgt begrenzt:

2.2.1.      durch zwei Vertikalebenen 250 mm beiderseits der Bezugsebene bis in 300 mm Höhe über dem Sitzbezugspunkt;

2.2.2.      durch zwei parallele Ebenen, die sich von der Oberkante der  Ebene  (2.2.1)  bis  zu  einer  maximalen  Höhe  von  900  mm  über  den
       Sitzbezugspunkt erstrecken und so geneigt sind, dass der oberste Punkt der Ebene auf der Seite, gegen die  der  seitliche  Schlag  geführt
       wird, mindestens 100 mm von der Bezugsebene entfernt ist;

2.2.3.      durch eine Horizontalebene in 900 mm Höhe über dem Sitzbezugspunkt;

2.2.4 durch eine geneigte Ebene rechtwinkelig zur Bezugsebene, die von einem Punkt in 900 mm  Höhe  über  dem  Sitzbezugspunkt  ausgeht  und  den
       hintersten Teil der Sitzkonstruktion mit der Aufhängung einschließt;

2.2.5.      durch eine Vertikalebene rechtwinkelig zur Bezugsebene, die sich nach unten zur Horizontalebene durch den Sitzbezugspunkt erstreckt;

2.2.6 durch eine gekrümmte Fläche rechtwinkelig zur Bezugsebene, mit einem Radius von 120 mm, die sich tangential  an  die  in  2.2.3  und  2.2.4
       genannten Ebenen anschließt;

2.2.7.      durch eine gekrümmte Fläche rechtwinkelig zur Bezugsebene, mit einem  Radius  von  900  mm,  die  sich  vorn  in  400  mm  Entfernung
       tangential an die in 2.2.3 genannte Ebene anschließt und hinten in 150 mm Abstand vor dem Sitzbezugspunkt endet;

2.2.8.      durch eine geneigte Ebene rechtwinkelig zur Bezugsebene, die sich an die Vorderkante der in 2.2.7 genannten Fläche anschließt und  in
       40 mm Abstand vom Lenkrad verläuft. Ist das Lenkrad überhöht angeordnet, so wird diese Ebene durch eine Tangentialebene an  die  gekrümmte
       in 2.2.7 genannte Fläche ersetzt;

2.2.9 durch eine Vertikalebene rechtwinkelig zur Bezugsebene in 40 mm Abstand vor dem Lenkrad;

2.2.10.     durch eine Horizontalebene durch den Sitzbezugspunkt;

                                            ê 1999/55/EG Art. 1 u. Anhang Nummer 3 Buchstabe b)

2.2.11.     bei einer Zugmaschine mit reversiblem Führerstand (mit reversiblem Sitz und  Lenkrad)  gilt  als  Freiraumzone  die  Kombination  der
       beiden Freiraumzonen, die sich aus den beiden unterschiedlichen Positionen des Lenkrads und des Sitzes ergeben;

2.2.12.     bei einer Zugmaschine, die mit zusätzlichen Sitzen ausgestattet werden kann, wird  bei  den  Prüfungen  die  Kombination  der  beiden
       Freiraumzonen verwendet, die sich aus den Sitzbezugspunkten aller möglichen Sitzpositionen ergibt. Die Schutzvorrichtung darf nicht in das
       Innere der kombinierten Freiraumzone eindringen, die sich aus diesen unterschiedlichen Sitzbezugspunkten ergibt;

2.2.13.     wird nach stattgefundener Prüfung eine neue Sitzposition vorgeschlagen, ist  anhand  von  Berechnungen  zu  bestimmen,  ob  sich  die
       Freiraumzone um den neuen Sitzbezugspunkt innerhalb des vorher festgelegten Raums befindet. Ist  dies  nicht  der  Fall,  muss  eine  neue
       Prüfung durchgeführt werden.

                                            ê 77/536/EWG

2.3.  Sitzstellung und Sitzbezugspunkt

2.3.1.      Für die Bestimmung der Freiraumzone  nach  2.1  muss  sich  der  Sitz  in  der  hintersten  Stellung  eines  beliebigen  horizontalen
       Einstellbereichs  befinden.  Der  Sitz  ist  auf  die  Mitte   des   Höhenverstellbereichs   einzustellen,   wenn   Höheneinstellung   und
       Horizontaleinstellung voneinander unabhängig sind.

      Den Bezugspunkt erhält man durch Verwendung des in Anhang IV Abbildungen 1 und 2 dargestellten Gestells, das die Sitzbelastung durch  einen
       menschlichen Körper simuliert. Das Gestell besteht aus einer Sitzpfanne und aus zwei Brettern für die Rückenpartie. Das untere  Brett  der
       Rückenstütze ist in der Gegend des Sitzbeins (A) und der Lenden (B) gelenkig angeschlossen, das Gelenk (B) ist höhenverstellbar.

2.3.2.      Als Bezugspunkt gilt der Punkt in der Längsmittelebene des  Sitzes,  in  dem  sich  die  Tangentialebene  an  den  unteren  Teil  der
       Rückenstütze mit einer Horizontalebene schneidet, die ihrerseits die Unterseite der  Sitzpfanne  im  Abstand  von  150  mm  vor  der  oben
       erwähnten Tangentialebene durchstößt.

2.3.3.      Ist die Sitzaufhängung mit einer Vorrichtung zur Anpassung an das Fahrergewicht versehen, so muss der  Sitz  so  eingestellt  werden,
       dass er sich in der Mitte des Schwingbereichs befindet.

      Das Gestell wird auf den Sitz aufgesetzt und mit einem Druck von 550 N an einem Punkt belastet, der 50 mm vor dem  Gelenk  (A)  liegt,  und
       die beiden Bretter der Rückenstütze werden leicht tangential gegen die Rückenlehne gedrückt.

2.3.4.      Ist es nicht möglich, eine Tangente an den unteren Teil der Rückenstütze (unterhalb und oberhalb  der  Lenden)  festzulegen,  so  ist
       folgendermaßen vorzugehen:

2.3.4.1.    Wenn im Bereich unterhalb der Lenden keine Tangente  möglich  ist:  Das  untere  Brett  der  Rückenstütze  wird  vertikal  gegen  die
       Rückenlehne angedrückt.

2.3.4.2.    Wenn keine Tangente oberhalb der Lenden möglich  ist:  Das  Gelenk  (B)  wird  auf  eine  Höhe  eingestellt,  die  230  mm  über  dem
       Sitzbezugspunkt liegt, wenn der untere Teil der Rückenstütze vertikal steht. Dann  werden  die  beiden  Bretter  der  Rückenstütze  leicht
       tangential gegen die Rückenlehne gedrückt.

3.    MESSUNGEN

3.1.  Brüche und Risse

      Nach jeder Prüfung sind die tragenden Bauelemente, Verbindungen  und  Befesti-gungsteile  einer  Sichtprüfung  auf  Brüche  oder  Risse  zu
       unterziehen, wobei jedoch kleine Risse an unbedeutenden Teilen nicht berücksichtigt zu werden brauchen.

3.2.  Freiraumzone

3.2.1.      Bei jeder Prüfung ist zu überprüfen, ob Teile der Umsturzschutzvorrichtung in die Freiraumzone um den Führersitz gemäß  2.1  und  2.2
       eingetreten sind.

3.2.2.      Außerdem ist zu überprüfen, ob die Freiraumzone an irgendeiner Stelle über die Schutzzone der  Umsturzschutzvorrichtung  hinaustritt.
       Dabei wird angenommen, dass dieser Fall dann vorliegt, wenn ein Teil der Freiraumzone nach dem Umstürzen der Zugmaschine nach  der  Seite,
       gegen die der Schlag geführt worden ist, mit dem Boden in Berührung kommen würde. Bei dieser Prüfung werden die  vom  Hersteller  für  die
       Reifen und die Spurweite angegebenen kleinsten Werte berücksichtigt.

3.3.  Größte augenblickliche Verformung

      Bei der seitlichen Schlagprüfung ist die Differenz zwischen der größten augenblicklichen Verformung und der bleibenden  Verformung  in  900
       mm Höhe und in 150 mm Entfernung vor dem Sitzbezugspunkt festzustellen. Ein Ende der Stange nach Anhang II — 2.7.1 wird am oberen Teil der
       Umsturzschutzvorrichtung befestigt, und das andere Ende läuft durch ein Loch der senkrechten Schiene.  Die  Stellung  des  Rings  auf  der
       Stange nach dem Schlag gibt die größte augenblickliche Verformung an.

3.4.  Bleibende Verformung

      Nach der letzten Druckprüfung wird die bleibende Verformung der Umsturzschutz-vorrichtung ermittelt. Zu diesem Zweck wird vor  der  Prüfung
       die Lage der wesentlichen Teile der Umsturzschutzvorrichtung gegenüber dem Sitzbezugspunkt festgestellt.

                                                                  _____________

                                                                    ANHANG IV

                                                                   ABBILDUNGEN

                                                                      [pic]

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                                                                      [pic]

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                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

                                                                    ANHANG VI

                                                                  KENNZEICHNUNG

Das EG-Genehmigungszeichen besteht aus einem Rechteck, in dessen Innenfeld der Buchstabe «e» und die Kennzahl des Mitgliedstaats stehen, der  die
Bauartgenehmigung erteilt hat:

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anhang I, S. 213

1     für Deutschland,

2     für Frankreich,

3     für Italien,

4     für die Niederlande,

                                            ê Beitrittsakte von 1994 Art. 29 u. Anhang I, S. 206

5     für Schweden;

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anhang I, S. 213

6     für Belgien,

                                            ê Beitrittsakte von 2003

7     für Ungarn,

8     für die Tschechische Republik,

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anhang I, S. 213

9     für Spanien,

11    für das Vereinigte Königreich,

                                            ê Beitrittsakte von 1994 Art. 29 u. Anh. I, S. 206

12    für Österreich,

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anhang I, S. 213

13    für Luxemburg,

                                            ê Beitrittsakte von 1994 Art. 29 u. Anh. I, S. 206

17    für Finnland,

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anhang I, S. 213

18    für Dänemark,

                                            ê Beitrittsakte von 2003

20    für Polen,

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anh. I, S. 213

21    für Portugal

                                            ê 87/354/EWG Art. 1 und Anhang Nummer 9 Buchstabe a)

23    für Griechenland,

                                            ê Beitrittsakte von 1985 Art. 26 u. Anhang I, S. 213

24    für Irland,

                                            ê Beitrittsakte von 2003

26    für Slowenien,

27    für die Slowakei,

29    für Estland,

32    für Lettland,

36    für Litauen,

49    für Zypern

50    für Malta

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

in der Nähe des Rechtecks steht an einer beliebigen Stelle eine EG-Genehmigungsnummer, die der Nummer  des  EG-Bauartgenehmigungsbogens  für  den
betreffenden Typ einer Umsturzschutzvorrichtung betreffend ihre Festigkeit sowie die Festigkeit ihrer Befestigung an der Zugmaschine entspricht.

                                                        Muster des EG-Genehmigungszeichens

                                                                      [pic]

|Legende:         |Die Umsturzschutzvorrichtung mit dem oben angegebenen EG-Genehmigungszeichen ist eine Vorrichtung, für die in           |
|                 |Deutschland (e 1) unter der Nummer 1471 eine EG-Bauartgenehmigung erteilt wurde.                                        |

                                                                  _____________

                                            ê 77/536/EWG

                                                                    ANHANG VII

                                                                      [pic]

                                                                  _____________

                                            ê 77/536/EWG (angepasst)

                                                                   ANHANG VIII

                                             BEDINGUNGEN FÜR DIE ERTEILUNG DER Ö EG-TYPGENEHMIGUNG Õ

1.    Der Antrag auf Erteilung der Ö EG-Typgenehmigung Õ für einen Zugmaschinentyp in Bezug auf die Festigkeit der  Umsturzschutzvorrichtung  und
       ihrer Befestigung an der Zugmaschine wird vom Hersteller der Zugmaschine oder seines Beauftragten eingereicht.

2.     Dem  betreffenden  technischen  Dienst  ist  zur  Erteilung  der  Ö Typgenehmigung Õ  ein  repräsentativer   Zugmaschinentyp   mit   einer
       Umsturzschutzvorrichtung und ihrer Befestigung vorzuführen, für die ordnungsgemäße Bauartgenehmigungen vorliegen.

3.    Der  betreffende  technische  Dienst  prüft,  ob  der  Typ  der  Schutzvorrichtung,  für  die  eine  Bauartgenehmigung  vorliegt,  für  den
       Zugmaschinentyp  bestimmt  ist,  für  den  eine  Betriebserlaubnis  beantragt  wird.  Sie  prüft  insbesondere,  ob  die  Befestigung  der
       Schutzvorrichtung derjenigen entspricht, die bei der EG-Bauartgenehmigung geprüft wurde.

4.    Der Inhaber der Ö EG-Typgenehmigung Õ kann beantragen, dass diese für andere Schutzvorrichtungstypen erweitert wird.

5.    Die zuständigen Behörden gewähren diese Erweiterung unter folgenden Bedingungen:

5.1.  für den neuen Typ einer Umsturzschutzvorrichtung und ihrer Befestigung an der Zugmaschine liegt eine EG-Bauartgenehmigung vor;

5.2.  sie ist für den Zugmaschinentyp bestimmt, für den die Erweiterung der Ö EG-Typgenehmigung Õ beantragt wird;

5.3.  die Befestigung der Schutzvorrichtung an der Zugmaschine entspricht derjenigen, die bei Erteilung der EG-Bauartgenehmigung geprüft wurde.

6.    Dem Ö EG-Typgenehmigungsbogen Õ wird bei  jeder  Erteilung  oder  Versagung  einer  Betriebserlaubnis  oder  ihrer  Erweiterung  ein  Bogen
       entsprechend dem Muster des Anhangs IX beigefügt.

7.    Wird der Antrag auf Erteilung einer Ö EG-Typgenehmigung Õ für einen Zugmaschinentyp zur gleichen Zeit wie der Antrag auf Erteilung der  EG-
       Bauartgenehmigung für einen bestimmten Typ einer  Umsturzschutzvorrichtung  für  den  Zugmaschinentyp  eingereicht,  für  den  eine  Ö EG-
       Typgenehmigung Õ beantragt wird, so werden die Prüfungen nach den Nummern 2 und 3 nicht durchgeführt.

                                                                  _____________

                                            ê 77/536/EWG

                                                                    ANHANG IX

                                                                      [pic]

                                                                  _____________

                                            é

                                                                     ANHANG X

                                                                      Teil A

                                            Aufgehobene Richtlinie mit ihren nachfolgenden Änderungen
                                                                (gemäß Artikel 13)

|Richtlinie 77/536/EWG des Rates                                            |                                                            |
|(ABl. L 220 vom 29.8.1977, S. 1)                                           |                                                            |
|Richtlinie 87/354/EWG des Rates                                              |nur hinsichtlich der im Anhang Nummer 9           |
|(ABl. L 192 vom 11.7.1987, S. 43)                                            |enthaltenen Verweisungen zur Richtlinie 77/536/EWG|
|Richtlinie 89/680/EWG des Rates                                              |                                                  |
|(ABl. L 398 vom 30.12.1989, S. 26)                                           |                                                  |
|Richtlinie 1999/55/EG der Kommission                                         |                                                  |
|(ABl. L 146 vom 11.6.1999, S. 28)                                            |                                                  |

                                                                      Teil B

Beitrittsakte von 1979

Beitrittsakte von 1985

Beitrittsakte von 1994

Beitrittsakte von 2003

                                                                      Teil C

                                    Fristen für die Umsetzung in innerstaatliches Recht und Anwendungsfristen
                                                                (gemäß Artikel 13)

|Richtlinie                                   |Frist für die Umsetzung                      |Datum der Anwendung                          |
|77/536/EWG                                   |29. Dezember 1978                            |—                                            |
|87/354/EWG                                   |31. Dezember 1987                            |—                                            |
|89/680/EWG                                   |3. Januar 1990                               |—                                            |
|1999/55/EG                                   |30. Juni 2000                                |1. Juli 2000(1)                              |

(1)   Gemäß Artikel 2 der Richtlinie 1999/55/EG:

„(1) Ab dem 1. Juli 2000 dürfen die Mitgliedstaaten

     – für einen Zugmaschinentyp weder die EG-Typgenehmigung oder die  Ausstellung  des  in  Artikel  10  Absatz  1  dritter  Gedankenstrich  der
       Richtlinie 74/150/EWG vorgesehenen Typgenehmigungsbogens oder die Betriebserlaubnis mit nationaler Geltung verweigern,

     – noch das erstmalige Inverkehrbringen der Zugmaschinen verbieten,

wenn die betreffenden Zugmaschinen die Vorschriften der Richtlinie 77/536/EWG, in der Fassung der vorliegenden Richtlinie, erfüllen.

(2) Ab dem 1. Januar 2001 dürfen die Mitgliedstaaten

     – den in Artikel 10 Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Richtlinie 74/150/EWG vorgesehenen Typgenehmigungsbogen  für  einen  Zugmaschinentyp
       nicht mehr ausstellen, wenn dieser die Vorschriften der Richtlinie 77/536/EWG, in der Fassung der vorliegenden Richtlinie, nicht erfüllt,

     – die Betriebserlaubnis mit  nationaler  Geltung  für  einen  Zugmaschinentyp  verweigern,  wenn  dieser  die  Vorschriften  der  Richtlinie
       77/536/EWG, in der Fassung der vorliegenden Richtlinie, nicht erfüllt.“

                                                                  _____________

                                                                    ANHANG XI

                                                               Entsprechungstabelle

|Richtlinie 77/536/EWG                                               |Vorliegende Richtlinie                                              |
|Artikel 1 bis 8                                                     |Artikel 1 bis 8                                                     |
|Artikel 9 erster bis vierter Gedankenstrich                         |Artikel 9 Buchstaben a bis d                                        |
|Artikel 10 und 11                                                   |Artikel 10 und 11                                                   |
|Artikel 12 Absatz 1                                                 |—                                                                   |
|Artikel 12 Absatz 2                                                 |Artikel 12                                                          |
|—                                                                   |Artikel 13                                                          |
|—                                                                   |Artikel 14                                                          |
|Artikel 13                                                          |Artikel 15                                                          |
|Anhänge I bis IX                                                    |Anhänge I bis IX                                                    |
|—                                                                   |Anhang X                                                            |
|—                                                                   |Anhang XI                                                           |

                                                                  _____________

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[1]   KOM(87) 868 PV.
[2]   Siehe Anhang 3 zu Teil A dieser Schlussfolgerungen.
[3]   Durchgeführt im Einklang mit der Mitteilung  der  Kommission  an  das  Europäische  Parlament  und  den  Rat  -  Kodifizierung  des  Acquis
      communautaire, KOM(2001) 645 endgültig.
[4]   Anhang X Teil A dieses Vorschlags.
[5]   ABl. C […] vom […], S. […].
[6]   ABl. C […] vom […], S. […].
[7]   ABl. L 220 vom 29.8.1977, S. 1. Richtlinie zuletzt geändert durch die Beitrittsakte von 2003.
[8]   ABl. L 171 vom 9.7.2003. Richtlinie zuletzt geändert durch Richtlinie 2005/13/EG der Kommission (ABL. L 55 vom 1.3.2005, S. 35).
[9]   Siehe Anhang X Teile A und B.

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…/…/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur An-