CELEX: C2003/101/22
Language: de
Date: 2003-04-26 00:00:00
Title: Beschluss des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 12. Februar 2003 in der Rechtssache C-23/02 (Vorabentscheidungsersuchen der Cour de cassation): Office national de l'emploi gegen Mohamed Alami (Artikel 104 § 3 der Verfahrensordnung — Kooperationsabkommen EWG-Marokko — Artikel 41 — Grundsatz der Nichtdiskriminierung im Bereich der sozialen Sicherheit — Tragweite — Leistung bei Arbeitslosigkeit)

26.4.2003              DE                           Amtsblatt der Europäischen Union                                               C 101/13
             BESCHLUSS DES GERICHTSHOFES                                            BESCHLUSS DES GERICHTSHOFES
                       (Zweite Kammer)                                                          (Erste Kammer)
                                                                                             vom 27. Februar 2003
                     vom 12. Februar 2003
                                                                       in der Rechtssache C-82/02 (Vorabentscheidungsersuchen
in der Rechtssache C-23/02 (Vorabentscheidungsersuchen                 des Hof van Cassatie): Agence maritime Lalemant NV
der Cour de cassation): Office national de l’emploi gegen              gegen Malzfabrik Tivoli GmbH, Malteurop GIE, Belgisch
                       Mohamed Alami ( 1)                              Interventie- en Restitutiebureau und Malzfabrik Tivoli
                                                                       GmbH gegen Belgisch Interventie- en Restitutiebureau (1)
(Artikel 104 § 3 der Verfahrensordnung — Kooperationsab-
kommen EWG-Marokko — Artikel 41 — Grundsatz der                        (Artikel 104 § 3 der Verfahrensordnung — Landwirtschaft
Nichtdiskriminierung im Bereich der sozialen Sicherheit —              — Ausfuhrerstattungen — Anspruchsvoraussetzungen —
           Tragweite — Leistung bei Arbeitslosigkeit)                  Austritt aus dem geografischen Gebiet der Gemeinschaft —
                                                                                                     Begriff)
                         (2003/C 101/22)                                                        (2003/C 101/23)
                  (Verfahrenssprache: Französisch)                                      (Verfahrenssprache: Niederländisch)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der   (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)                        Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
                                                                       In der Rechtssache C-82/02 betreffend ein dem Gerichtshof
In der Rechtssache C-23/02 betreffend ein dem Gerichtshof              nach Artikel 177 EG-Vertrag (jetzt Artikel 234 EG) vom
nach Artikel 234 EG von der Cour de cassation (Belgien) in             Hof van Cassatie (Belgien) in dem bei diesem anhängigen
dem bei dieser anhängigen Rechtsstreit Office national de              Rechtsstreitigkeiten Agence maritime Lalemant NV gegen
l’emploi gegen Mohamed Alami vorgelegtes Ersuchen um                   Malzfabrik Tivoli GmbH, Malteurop GIE, Belgisch Interventie-
Vorabentscheidung über die Auslegung des Artikels 41 des am            en Restitutiebureau und Malzfabrik Tivoli GmbH gegen Bel-
27. April 1976 in Rabat unterzeichneten und vom Rat mit der            gisch Interventie- en Restitutiebureau vorgelegtes Ersuchen um
Verordnung (EWG) Nr. 2211/78 vom 26. September 1978                    Vorabentscheidung über die Auslegung von Artikel 9 Absatz 1
(ABl. L 264, S. 1) im Namen der Gemeinschaft genehmigten               der Verordnung (EWG) Nr. 2730/79 der Kommission vom
Kooperationsabkommens zwischen der Europäischen Wirt-                  29. November 1979 über gemeinsame Durchführungsvor-
schaftsgemeinschaft und dem Königreich Marokko hat der                 schriften für Ausfuhrerstattungen bei landwirtschaftlichen Er-
Gerichtshof (Zweite Kammer) unter Mitwirkung des Kam-                  zeugnissen Absatz 1 der Verordnung (ABl. L 317, S. 1) in der
merpräsidenten R. Schintgen (Berichterstatter), des Richters           durch die Verordnung (EWG) Nr. 3826/85 der Kommission
V. Skouris und der Richterin N. Colneric — Generalanwalt:              vom 23. Dezember 1985 (ABl. L 371, S. 1) geänderten Fassung
S. Alber; Kanzler: R. Grass — am 12. Februar 2003 einen                hat der Gerichtshof (Erste Kammer) unter Mitwirkung des
Beschluss mit folgendem Tenor erlassen:                                Kammerpräsidenten M. Wathelet sowie der Richter P. Jann
                                                                       und A. Rosas (Berichterstatter) — Generalanwalt: F. G. Jacobs;
Artikel 41 Absatz 1 des am 27. April 1976 in Rabat unterzeichne-       Kanzler: R. Grass — am 27. Februar 2003 einen Beschluss mit
                                                                       folgendem Tenor erlassen:
ten und vom Rat mit der Verordnung (EWG) Nr. 2211/78 vom
26. September 1978 im Namen der Gemeinschaft genehmigten
Kooperationsabkommens zwischen der Europäischen Wirtschaftsge-         Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 2730/79 der
meinschaft und dem Königreich Marokko ist dahin auszulegen, dass       Kommission vom 29. November 1979 über gemeinsame Durchfüh-
er es einem Mitgliedstaat verwehrt, einem in seinem Hoheitsgebiet      rungsvorschriften für Ausfuhrerstattungen bei landwirtschaftlichen
wohnenden Arbeitnehmer marokkanischer Staatsangehörigkeit den          Erzeugnissen Absatz 1 der Verordnung in der durch die Verordnung
Anspruch auf eine den Grundbetrag der Arbeitslosenunterstützung        (EWG) Nr. 3826/85 der Kommission vom 23. Dezember 1985
erhöhende Alterszulage allein mit der Begründung zu versagen,          geänderten Fassung ist dahin auszulegen, dass sich die Wendung
dass kein internationales Übereinkommen die Berücksichtigung der       „geografisches Gebiet der Gemeinschaft“ auf einen physischen Begriff
Beschäftigungszeiten vorsehe, die der Betroffene in einem anderen      bezieht und dass die Voraussetzung, dass das Erzeugnis, für das
Mitgliedstaat zurückgelegt habe, während für Arbeitnehmer, die         Ausfuhrerstattungen beantragt worden sind, das geografische Gebiet
Staatsangehörige des Aufnahmemitgliedstaats sind, keine solche         der Gemeinschaft verlassen haben muss, weder durch die Unterstel-
Voraussetzung besteht.                                                 lung des Erzeugnisses unter zollamtliche Überwachung noch durch
                                                                       ihre Unterwerfung unter ein Zolllagerverfahren erfüllt ist.
( 1) ABl. C 97 vom 20.4.2002.
                                                                       (1 ) ABl. C 131 vom 1.6.2002.