CELEX: 51993PC0557
Language: de
Date: 1993-11-17
Title: Entwurf für eine Entschliessung des Rates zu einem Orientierungsrahmen für die Gemeinschaftspolitik im Bereich des Digitalfernsehens

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             KOM(93) 557endg.
                                             Brüssel, den 17. November 1993
                Mitteilung der Kommission an den Rat
                     und das Europäische Parlament
                            Digitalfemsehen
         Ein Orientierungsrahmen för die Gemeinschaftspolitik
                            Entwurf für eine
                        Entschliessung des Rates
                zu einem Orientierung*rahmen für die
         Gcmcinschaftspolitik im Bereich des Digitalfenrsehens
                    (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                                   INHALTSVERZEICHNIS
                                                         Seite
Einleitung                                                1
TEIL1 DAS POTENTIAL DES DIGITALFERNSEHENS                 4
1.1      Vorteile des Digitalfernsehens                   4
1.2      Die Digital fernsehkette                         5
1.2.1    Qucllcodicrung                                   5
                                                          5
1.2.2    Multiplcxcn
1.2.3    Kanalcodicrung und Modulation                    5
1.2.4    Zugangsbcrcchtigung                             -^
1.3      Das Dicnstpotcntinl                              6
1.4      Forschung und Entwicklung                        8
1.5      Normung                                         10
1.6      Aspekte der Implementierung                      H
1.6.1    Verfügbarkeit des Spektrums                     12
1.6.2    Zeitpläne                                       13
1.6.3    Der Entschcidungsprozcß der Gemeinschaft        14
TEIL 2 AKTIVITÄTEN IM BEREICH DES DIGITALFERNSEHENS:
         EUROPA, VEREINIGTE STAATEN UND JAPAN            15
2.1      Europa                                          15
2.1.1    Die European Digital Video Broadcasting Group   15
2.1.2    Die Arbeit der Digital Video Broadcasting Group  16
2.2      Vereinigte Staaten                              18
2.2.1    Satcllitcnfcrnsehen                              18
2.2.2    Terrestrisches Fernsehen                         18
2.3      Japan                                           20
 ---pagebreak---                                              - Il -
TEIL 3 ORIENTIERUNGSRAHMEN FÜR DIE GEMEINSCHAFTSPOLITIK          22
3.1    Grundsätze der Gemeinschaftspolitik                       22
3.1.1  Langfristige Perspektive                                  22
3.1.2  Kontinuierliche Forschung und Entwicklung                 23
3.1.3  Bedarfsgerechte Normen                                    23
3.1.4  Uneingeschränkte, offene Konsultationen                   24
3.1.5  Wahrnehmung der Interessen der Öffentlichkeit             24
3.2    Die midisten Schritte zur Entwicklung einer
       Gemt'iiisrliaftspolitik im Bereich des Digitalfernseheiis 25
3.2.1  Konsultation der Marktteilnehmer                          25
3.2.2  Forschung und Entwicklung                                 26
3.2.3  Normung                                                   27
3.2.4  Frcqucnzplanung und Implementierungsszcnaricn             27
3.2.5  Zusammenarbeit mit Drittländern                           27
3.2.6  Berichterstattung                                         27
3.3    Schlußfolgerung                                           28
ANHANG;     Entwurf einer Entschließung des Rates                29
 ---pagebreak--- Mit dieser Mitteilung wird der Aufforderung des Rates an die Kommission Eolge geleistet, einen
Bericht über das Digital fernsehen zu erstellen (Entschließung des Hates 'J3/( '2(19/01 vom 22 Juli
1993). Sie vermittelt einen Überblick über den derzeitigen Stand und die Entwicklung der
Technologie und prüft Aspekte der Umsetzung des technologischen Potentials in marktfähige
Produkte. Ferner werden die Tätigkeiten und Pläne beschrieben, die in Europa, den Vereinigten
Staaten und Japan zum Einsatz dieser neuen Technologie bereits existieren.
 Vor diesem Hintergrund wird ein Orientierungsrahmen für die entsprechende
(lemcinschaftspolitik vorgeschlagen. Damit soll ein Konsultationsprozeß eingeleitet werden, der
zu gegebener Zeit zu spezifischen politischen Gemeinschaftsmaßnahmen und Tätigkeiten m
diesem Bereich führen wird.
Die Erstellung dieser Mitteilung wurde weitgehend dadurch erleichtert, daß die Kommission
problemlosen Zugang zur Arbeit der European Group on Digital Video Broadcasting erhielt.
einem für alle diesbezüglichen Interessen repräsentativen Gremium.
EINLEITUNG
Es besteht kein Zweifel daran, daß die Bereitstellung von Fernschdienslcn derzeit weltweit und vor
allem in Europa einen grundlegenden Wandel durchläuft.
In den vergangenen fünf Jahren nahm die Zahl der Satellitcn-Fernschdicnste in Europa geradezu
explosionsartig zu; die Zahl der verkabelten europäischen Haushalte stieg auf ca. 35 Millionen an
Ferner wurden neue Dienste erprobt, unter anderem themenbezogene Sender, die z.B. ausschließlich
Filme, Sport-, Musiksendungen usw. ausstrahlen.
Der Wettbewerb in der Industrie hat sich in dieser Zeit verschärft. Die Dienste haben sich vermehrt,
aber die Rinschallquolcn sind nicht proportional dazu angestiegen Die Einnahmen aus Werbung
sind angesichts der europäischen Rezession knapp und die Lizenzgebühren werden gesenkt Man
sucht nach neuen Einnahmequellen, wobei der Schwerpunkt auf Abonnements und Diensten mit
sendungsabhängigen Gebühren liegt.
Gleichzeitig war eine Beschleunigung der technologischen Entwicklung in bezug auf das
Fcrnschangebot zu beobachten. Neue Dienste wie Brcitschirm-Fcrnschcn wurden in Europa
erstmals kommerziell angeboten, während sowohl in Europa als auch in Japan versuchsweise
hochauflösende Fcrnschdienstc eingeführt wurden.
Das stärkste Entwicklungspotential lag jedoch in dem raschen Fortschritt bei der Verbesserung
digitaler Kompressionstechniken. Das volldigitale Fernsehen bietet mittel- bis langfristig Aussicht
auf neue, flexible und kostenwirksame Fernsehdienste. Diese Technologie bietet nicht nur das
Potential an neuen Dienstangeboten, sondern kann auch die herkömmliche Rundfunklandschaft
durch ihre starke Konkurrenzfähigkeit gefährden, die einige Wirtschaftstcilnchmcr rascher zu
nutzen wissen als andere. Der Umfang des Entwicklungspotcntials gestattet es nicht, auch nur
annähernd präzise vorherzusagen, wie die Industrie in zehn Jahren strukturiert sein wird.
Das eigentliche Problem stellt sich daher weitaus komplexer dar als der bloße Bereich des
Digitalfernsehens, da die I laushalte mit dessen Einführung erstmals an ein breites digitalisiertes
Informationsgateway angeschlossen werden.
So wird die Digitaltcchnologie nicht nur das Fernsehen, sondern auch ein breites Spektrum
vorhandener und neuer audiovisueller und anderer Kommunikationsdienste von Grund auf
neugestalten. Bei einwandfreier Implementierung der künftigen globalen Informationsnetze werden
sie den problemlosen, flexiblen Zugang zu Informationen aller Art - seien es Bild, Ton, Text oder
Daten - ermöglichen. Das Fernsehen als Massenmedium kann den Trend zum Aufbau der künftigen
integrierten Breitbandkommunikation (IBC) beschleunigen und sie für jedermann in unmittelbare
Reichweite rücken.
 ---pagebreak--- Die wichtigsten Schlußfolgerungen der nachstehenden Analyse lassen sich wie folgt
zusammenfassen:
       Die Digitaltcchnologic bietet gegenüber der derzeitigen Analogtechnologie wesentliche
       potentielle Vorteile in bezug auf Dienstqualität, flexible Bereitstellung und effizientere
       Nutzung des Frequenzspektrums. Vor allem aber bietet das Digitalfcrnschen die Möglichkeit,
       die Implementierung globaler Netze mit einem breiten Spektrum an Informationsdiensten für
       den Verbraucher angemessen und flexibel zu beschleunigen.
       Die vollständige Umstellung vom derzeitigen Analogsystem auf ein Digitalsystcm ist ein
       langwieriger Vorgang, der sich möglicherweise über zwei Jahrzehnte erstrecken wird. Diese
       Umstellung bedarf der Organisation und Koordinierung, um die potentiellen Vorteile der
       Technologie in der Praxis voll auszuschöpfen. Einige Vorteile der neuen Technologie wird
       man erst gegen Ende der Übergangsphasc uneingeschränkt nutzen können. Bis dahin ist
       unbedingt zu vermeiden, daß verfrühte oder nicht durchdachte Implementierungen des
       Digitalfernschens auf dem Markt die spätere Einführung globalerer, höhcrentwickeltcr und
       kompatibler Lösungen erschweren oder gar verhindern und damit die künftige
       Marktentwicklung für das Fernsehen selbst und das globale Netz blockieren.
       Die Gemeinschaft sieht sich daher mit einem nicht unerheblichen politischen Dilemma
       konfrontiert: Kann man diese Umstellung ausschließlich dem Markt überlassen, wo die
       Zeiträume für Renditen wesentlich kürzer sind als die Zeit, die für die optimale Realisierung
       der Umstellung benötigt wird, oder sollte die Gemeinschaft eine längerfristige Perspektive der
       künftigen Globalnctze entwickeln und den Marktteilnehmern nahelegen, ihre Investitionen und
       Angebote mit dieser Vorstellung zu vereinbaren?
In den Schlußfolgerungen dieser Mitteilung werden daher zwei Probicmkrcisc aufgezeigt, mit denen
sich die Gemeinschaftspolitik befassen muß.
Der erste Problemkrcis umfaßt Gesichtspunkte, unter denen die Gemeinschaft eindeutig handeln
kann und muß, u.a.:
       Intensivierung und angemessene Koordinierung der Forschung und Entwicklung auf diesem
       Gebiet;
       Förderung der Normung von Digitalfernsehsystcmen einschließlich Digital-HDTV;
       Schutz der öffentlichen Belange durch Gewährleistung eines freien, lauteren Wettbewerbs und
       durch Verbraucherschutz;
       Fortsetzung des Dialogs mit Drittländern einschließlich der Vereinigten Staaten und Japans,
       um gemeinsame Merkmale der künftigen Fernschsystemc festzulegen und zu vereinbaren, die
       weltweit implementiert werden sollten.
Ein weiterer, möglicherweise weitaus wichtigerer Problemkrcis erfordert eine tiefgreifende
Diskussion der Frage, ob die Gemeinschaft über die Mittel verfügt, um die entsprechenden
Initiativen zu ergreifen. Dazu gehören u.a.:
       die Entwicklung einer langfristigen Perspektive für globale integrierte IBC-Nctze der Zukunft,
       die das Digitalfcrnschen umfassen, sich jedoch nicht darauf beschränken;
       die Entwicklung und Umsetzung kohärenter Strategien für die Umstellung vom derzeitigen
       Analogfcrnschcn auf das künftige Digitalsystcm. Hierzu gehört auch die notwendige
       Ncuplanung der entsprechenden Frequenzzuweisungen;
       die Frage, ob es sich empfiehlt, bestimmte Normen durch einen Rechtsakt der Gemeinschaft
       zwingend vorzuschreiben.
 ---pagebreak---                                                     3
 Ein weiterer Problemkrcis betrifft die Aufgaben im Zusammenhang mit der Einführung digitaler
 Vertciltcchniken. Hierfür haben die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten spezielle
 Rechtsvorschriften erlassen, z.B. die Richtlinie 89/552/EWG ("Fernsehen ohne Grenzen"), die
 heute eine wichtige Rolle bei der Wahrung öffentlicher Belange spielen und den rechtlichen Rahmen
 für das Rundfunkwesen in der Gemeinschaft abstecken. Diese Fragen sowie die Auswirkungen der
 Digitaltechnologie auf die Film- und Programmproduktion werden hier nicht erörtert. Sie werden
jedoch im Grünbuch über die Politik im audiovisuellen Bereich behandelt, das die Kommission
 1994 herauszugeben gedenkt.
 Der Rat und das Europäische Parlament werden ersucht, die obigen Fragen zu erörtern und
 Leitlinien für die künftige Entwicklung der Gemeinschaftspolitik in diesem Bereich vorzugeben.
 Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den anspruchsvolleren Zielen des zweiten Problcmkrcises,
wobei zu beachten ist, daß unsere Konkurrenten in industrialisierten Wcltrcgioncn wie Japan und
den Vereinigten Staaten bereits die Absicht hegen und über die notwendigen Mittel verfügen, sich
 für die längerfristige Perspektive zu entscheiden und sie konsequent in die Praxis umzusetzen.
 Der Entwurf einer Ratscntschlicßung, die auf diese Fragen eingeht, ist dieser Mitteilung beigefügt
 ---pagebreak--- TEIL 1            DAS POTENTIAL DES DIGITALFERNSEHENS
Die Digitalisicrung von Informationen ist im Zusammenhang mit modernen Computer- und
Telekommunikationssystcmen ein bekannter Vorgang. Auch bei den heutigen Fcmschsystcmcn wird
die Digitaltcchnik eingesetzt (im Studio und im Fernsehempfanger); jedoch erfolgt bei allen
derzeitigen Systemen die Übertragung des Programms "auf dem Luftweg" und über Kabcinetze bis
zum Zuschauer in Analogtechnik. Entwicklungen im Bereich der digitalen Kompressionstechniken
eröffnen nun die Möglichkeit des "volldigitalen" Fernsehens, bei dem das Signal über die komplette
Kette vom Studio bis zum Zuschauer digitalisiert wird.
Diese Mitteilung befaßt sich zwar hauptsächlich mit dem Digitalfcrnschen, doch sollte von Anfang
an daraufhingewiesen werden, daß das Fernsehen nur einer der "Informationsdienste" ist, die von
der Digitaltechnologie beeinflußt werden. Es ist kaum übertrieben zu sagen, daß wir an der
Schwelle einer neuen Revolution im Kommunikationssektor stehen und die Digitaltechnologie die
Umstellung auf globale Informationsnetze ermöglicht, in denen Informationen jeglicher Art -
Bewegt- oder Standbilder, Ton, Text, Daten - in flexibler Form breiten Kreisen zur Verfügung
gestellt werden.
Das Fernsehen ist ein Massenmarktphänomen; die weite Verbreitung des Digitalfemsehcns kann die
revolutionäre Entwicklung zu den IBC-Netzen der Zukunft beschleunigen.
1.1   Vorteile des Digitalfernsehens
Zu den maßgebenden potentiellen Vorteilen einwandfrei implementierter Digitalfernsehsystem
gehören u.a.:
      Interoperabilität der Dienste. Ein einwandfrei implementiertes Digitalfernsehsystem könnte
      das problemlose Zusammenwirken von Fernsehempfängern, multimedialen Arbeitsplätzen.
      PCs und sonstigen Informationsgeräten ermöglichen und damit den flexiblen Zugang zu einer
      breiten Palette von Informationsdiensten gestatten;
      scharfe Bilder und reine Tonqualität;
      effiziente Nutzung des Frequenzspektrums - ein möglicherweise entscheidender Vorteil, da
      das Spektrum eine begrenzte, wertvolle und äußerst begehrte natürliche Ressource ist.
      Berechnungen haben ergeben, daß mit Digitaltcchniken bei einwandfreier Planung die
      Effizienz der Spektrumsausnutzung um das 30- bis 40fache gesteigert werden kann;
      flexible Bereitstellung von Fernsehdiensten. Mit Digitaltechniken läßt sich die
      Dienstkonfigurationflexibelanpassen, so daß verschiedenen Kundenbedürfnissen
      wunschgerecht entsprochen werden kann. Denn die für das Digitalfcrnschen entwickelten
      Übertragungssystcmc mit hoher Bitrate könnten auch Digitaldaten für zahlreiche andere
      Anwendungen übermitteln und damit den "diensteintegrierenden Digitalrundfunk" (Integrated
      Service Digital Broadcasting - ISDB) ermöglichen;
      Kostenaspekte. Die Erfahrung zeigt, daß Massenproduktion und höhere Integration der
      Schaltkreise im Laufe der Zeit zu drastischen Senkungen der Stückkosten führen. Auf einem
      ausgereiften Markt für Digitalfcrnschen besteht daher - wie in der Computcrindustrie - die
      Aussicht auf hochentwickelte Leistungsmerk ma le bei relativ niedrigen Kosten.
Die vorstehend aufgeführten Vorteile sind als potentielle Vorteile zu betrachten. Um sie in der
Praxis wahrzunehmen, sind bedeutende Hindernisse zu überwinden. Wir müssen zwischen Praxis
und Theorie unterscheiden und berücksichtigen, daß verschiedene - teilweise recht lange -
Zeithorizonte existieren, ehe Möglichkeiten Wirklichkeit werden; insgesamt sind jedoch die
aufgezeigten Vorteile so entscheidend, daß durchgreifende Maßnahmen zur ihrer Realisierung
vollauf gerechtfertigt sind.
 ---pagebreak---  1.2 Die Digitnlfernschkelte
Zum besseren Verständnis der nachstehenden Ausführungen ist an dieser Stelle eine
Kurzbeschreibung der digitalen Femsehkette erforderlich. Nähere Einzelheiten sind der Beilage zu
dieser Mitteilung zu entnehmen.
Bei der Beschreibung von Fernsehsystemen ist die digitale von der analogen Umgebung zu
unterscheiden. Analoge Fernsehsysteme waren anwendungsspezifisch ausgerichtet (z.B. 625
Zeilen), während die digitale Umgebung generisch angelegt ist und sich gleichzeitig für mehrere
Dienste eignet, von denen das Fernsehen nur einer ist. So ist die digitale Umgebung grundsätzlich
modular aufgebaut, wobei unterschiedliche Dienste je nach Bedarf verschiedene Standard-
Modulkonfigurationcn nutzen. Dieses Konzept unterstützt die Interoperabilität zwischen
verschiedenen Dienstfunktionen, was, wie bereits erwähnt, einen wesentlichen Vorteil der
Digitaltechnologie darstellt,
Abbildung 1 enthält ein Blockdiagramm der Bestandteile eines digitalen Fcrnschsystcms und ihrer
Wechselwirkungen.
Die einzelnen Glieder der Kette werden nachstehend kurz beschrieben.
 1.2.1 Qucllcodicrung
Der Informationsgehalt eines unaufbereiteten digitalen Bildsignals ist naturgemäß zu groß, um ihn
über einen normalen Fcmschkanal zu senden. Quellcodierung ist der Vorgang, bei dem der
Bitstrom mit den Bildinformationen so komprimiert wird (d.h. die Zahl der pro Sekunde zu
sendenden Bits wird reduziert), daß keine wichtigen Informationen verloren gehen und das Bild
beim Empfanger in allen wesentlichen Einzelheiten ohne unzumutbare Verschlechterung wieder
zusammengesetzt werden kann. In gleicher Weise lassen sich digitale Daten, die ein oder mehrere
Tonsignale darstellen, sowie anderweitige Daten komprimieren,
 1.2.2 Multiplexcn
Als Multiplexcn bezeichnet man den Vorgang, bei dem verschiedene Komponenten eines
Fernsehprogramms (z.B. Bild, verschiedene Tonkanäle, zugehörige Daten usw.) zu einem einzigen
Bitstrom zusammengefaßt werden. In gleicher Weise lassen sich verschiedene Fernsehprogramme
gleichzeitig über einen einzigen Fcmschkanal transportieren.
 1.2.3 Kanalcodierung und Modulation
Bei der Digital Übertragung ist es wichtig, einen Schutz gegen Verlust oder Verstümmelung der
Daten vorzusehen, indem von diesen abgeleitete Daten absichtlich in das Multiplexsignal
aufgenommen werden; dieser Vorgang wird als Kanalcodierung bezeichnet.
Um die Multiplexinformationen auszustrahlen, müssen sie auf ein oder mehrere Trägersignale mit
den erforderlichen Ausbreitungsmerkmalen gelegt werden. Dieser Vorgang wird als Modulation
bezeichnet.
1.2.4 Zuganqshcrcchtiming
Mit Hilfe von Zugangsbcrcchtigungssystemcn können die Rundfunksender ermitteln, welche
potentiellen Zuschauer das Programm empfangen können, insbesondere wenn für den Dienst
Gebühren erhoben werden. In der Praxis umfaßt ein Zugangsberechtigungssystem die
Signal verwürfe lung; Vcrschlüsssclungstechniken; ein Teilnehmcrmanagcmentzcntrum - das für die
kommerziellen Aspekte des Systems zuständig ist, z.B. Werbung, Tarife und Bearbeitung \on
Genchmigungsanträgen; und ein Teilnehmer-Schnittstcllengcrät, das gelegentlich mit Chip-Karten
funktioniert.
 ---pagebreak--- Abbildung I zeigt ein Blockdiagramm der verschiedenen Elemente (und ihrer Wechselwirkungen)
des Teils eines digitalen Fernsehsystems, in dem die Signale für die Übertragung aufbereitet
werden.
                                                   Access-control
                                                     Information
      Video
      signal        Video
    IHDTV or
                     source
                     en Hing
    otherwise)
                                                    Source        Programme
                                               _bJ Error            multiplex
                                       Comp-
                                                  Correction
                                       onent
                                       Multi-
      Audio         Audio
                                       plex                         Channel
      signals       source                                                        to transmitter
                    coding                                         curiiny &
                                                                   modulation
      Associated data
      Additional programme(s) - if any
                        Abbildung 1 : Basisdiagramm eines Digitalfernsehsystems
1.3    Das Dieiistpotcntial
Das Konzept ties Digitalfemsehcns, über das derzeit in Europa diskutiert wird, berücksichtigt, daß
gegebenenfalls verschiedene Ausbaustufen der Fcrnschdicnstc verlangt werden, die flexibel
bereitzustellen sind. (vgl. Punkt 2.1 zur Arbeit der European Digital Video Broadcasting Group.)
Ein Klassifizierungssystem (von mehreren möglichen) unterscheidet verschiedene
Bildauflösungsgrade:
       Hochauflösendes Fernsehen (HDTV - High Definition Television) mit ortsfesten Antennen
       und einer Bildqualität, die annähernd fünfmal so hoch ist wie die der derzeit igen Systeme PAI
       und SECAM.
       Stark auflösendes Fernsehen (EDTV - Extended Definition Television) mit ortsfesten
       Antennen und einer Bildqualität, die annähernd das Zweifache der derzeitigen Systeme
       beträgt.
       Normal auflösendes Fernsehen (SDTV - Standard Definition Television) mit einer
       Bildqualität, die der unserer heutigen Systeme entspricht, sowohl für portable Empfänger als
       auch für ortsfeste Antennen.
       Begrenzt auflösendes Fernsehen (LDTV - Limited Definition Television) für mobile
       Empfanger mit einer Bildqualität von ca. 25 % der heutigen Fernsehsysteme.
 ---pagebreak---  Die angesprochene Flexibilität bezieht sich auf die Möglichkeit, die verfügbare Bitrate zwischen
verschiedenen Dienstoptionen programmweise zu rekonfigurieren, um unterschiedlichen
Anforderungen der Zuschauer gerecht zu werden.
 Eine Möglichkeit zur Erreichung dieser Flexibilität besteht in einem sogenannten hierarchischen
System. Dabei wird ein einziger Bitstrom übertragen, in den Informationen für sämtliche
 Dienstoptionen und Robustheitsgrade eingebettet sind.
Abbildung 2 zeigt eine Kombination möglicher Optionen für einen einzigen Satellitcnkanal, um zu
veranschaulichen, was ein hierarchisches System und Dicnstmultiplexen in der Praxis für die
 Bereitstellung des Dienstes bedeuten können.
                                  Can be reconfigured to        Can be reconfigured to
                                                                                               | SOry etjhT
                                                         KDTV
                    I HDTV I
                                                          ("nur
                        two
                    f iinfv'l                            KIJTV
                        IDC                               lluee
                    [ ~HDTV 1                                                                   1 SDTV(ou7~)
                        une
                                                         i:mv
                                                           I wo
                                                                                                f SDTV three")
                                                                                               [ snrviwrT]
                                                                                               [ SOtVoiV
                                                                                    N 11 OllliM COIIll>IIUIHi|Ui, IIK'lllibllt!
                                                                                         eg l.DTV sei vices, will W
                                                                                         pOnülltc
                   Abbildung 2: Optionen eines digitalen Satelliten-Fcrnsehdicnstcs
                                          (Vorschlag der WGDTB)
In dieser Kombination kann jeder Satcllitenkanal entweder ein HDTV- und ein weiteres EDTV-
Programm oder acht SDTV-Programme usw. oder jegliche gleichwertige Kombination übertragen.
Ein HDTV-Gerät könnte jedes dieser Programme auf dem entsprechenden Qualitätsnivcau
empfangen. Ein EDTV-Gerät könnte das HDTV-Programm in EDTV-Qualität oder jedes beliebige
der acht SD TV- Programme (in SDTV-Qualität) empfangen. Der terrestrische Rundfunk unterliegt
in der Regel stärkeren Sachzwängcn; in Abbildung 3 sind jedoch mögliche Dienstoptionen für einen
terrestrischen Kanal dargestellt, die derzeit geprüft werden.
 ---pagebreak---                    Abbildung 3: Optionen eines terrestrischen Digitalfcrnschdicnstcs
                                      (Vorschlag der WGDTB)
Diesem Beispiel entsprechend kann jeder terrestrische Kanal ein HDTV-Programm übertragen, das
sich auch an einem EDTV-Gerät in EDTV-Qualität oder an einem portablen Gerät in SDTV-
Qualität empfangen läßt. Eine Alternative dazu wäre die Übertragung zweier EDTV-Programmc.
die an EDTV- und HDTV-Geräten in EDTV-Qualität und an portablen Geräten in SDTV-Qualität
empfangen werden können.
Nähere Einzelheiten sind der Beilage zu dieser Mitteilung zu entnehmen. I lier sei lediglich auf die
Möglichkeit hingewiesen, Digitalfernsehsysteme so auszulegen, daß sie überaus flexibel auf
vielfältige Anforderungen des Marktes reagieren können. Die Bereitstellung derartiger Systeme
erfordert jedoch noch weitere Forschungs-, Entwicklungs- und Nornumgsarbeiteii Bis dahin muß
gewährleistet sein, daß die ersten Digitalfernsehsystcmc, die auf den Markt gelangen, nicht die
künftige Implementierung kompatibler, höhcrentwickclter Systeme ausschließen.
1.4    Forschung und Entwicklung
Seit einigen Jahren laufen in Europa etliche bedeutende FuE-Projektc zum Digitalfcrnschen auf
Landesebene bzw. in internationaler Zusammenarbeit.
Auf Landesebene befassen sich das schwedische Projekt HD-DI VINE und das deutsche Projekt
HDTV-T mit terrestrischem HDTV. Das britische Projekt SPECTRE und das französische
Projekt STERNE fuhren Arbeiten zum terrestrischen Fernsehen in herkömmlicher Qualität durch.
Auf internationaler Ebene befaßt sich das Gemeinschaftsprojekt RACE dTTb mit terrestrischem
und verkabeltem Digitalfcrnschen. Dieses Projekt kann die vorgenannten nationalen Projekte ganz,
oder teilweise integrieren und ihre Tragweite ausdehnen. Das Programm RACE II umfaßt zwei
satellitenorientierte (IID-SAT und FLASH-TV) und zwei kabelorientierte Projekte (FIRST und
BAI)
 ---pagebreak--- Unter der Schirmherrschaft von EUREKA, des Fomms für internationale Zusammenarbeit, laufen
das Projekt VADIS, das europäische Vorleistungen fur MPEG erbringt (Motion Picture Experts
Group der ISO - vgl. Punkt 1.5) und das Projekt EUREKA 256, das flexible digitale Codes
entwickelt hat. In Abbildung 4 sind die Bestandteile eines Digital fernsehsy stems dargestellt und die
entsprechenden europäischen FuE-Projekte aufgeführt.
Grundsätzlich läßt sich schlußfolgern, daß Europa mit seinen FuE-Tätigkeiten zum
Digitalfcrnschen eine gute Position belegt. Allerdings sind noch Weiterentwicklungen unter
folgenden drei Aspekten erforderlich:
i)          Die derzeitigen FuE-Projekte könnten besser koordiniert werden, um Überschneidungen
            zu beseitigen, Lücken aufzuzeigen und zu schließen und insgesamt die Kohärenz der
            Maßnahmen zu gewährleisten.
ii)         Einige, z.Zt. noch unberücksichtigten Bereiche sind dringend cinzubeziehen. Dazu
            gehören u.a. Aspekte des Satelliten-Digitalfcrnsehens (die Arbeiten in Europa
            konzentrierten sich bislang weitgehend auf den terrestrischen Rundfunk).
            Qucllcodicrung, Modulation und allgemeine Systemkonzepte für Satelliten sind ebenso
            zu untersuchen wie die Konvertierung von Satellitcndicnstcn in ein physisches Format,
            das für Kabcinetze geeignet ist. Diesem Bereich kommt besondere Bedeutung zu, da die
            ersten Digitalfcmsehdienstc in Europa voraussichtlich über Satelliten implementiert
            werden und die Zahl der an Kabcinetze angeschlossenen Haushalte diejenigen, die für
            den direkten Satcllitcncmpfang ausgerüstet sind, um das Dreifache übersteigt.
iü)   Die FuE muß sich nach und nach auf die praktischen Gegebenheiten ausrichten, die der
            Markteinführung zugrundeliegen. Wie tu Punkt l,<> ei läutert, weiden hier die gioßten
            Risikofaktoren für den Erfolg des Digitalfemsehcns in Europa liegen Sobald die
            Jmplemcntierungsszenarien und Umstellungsstrategien festliegen, sollte sieh die FuE
            über die generische Technologie hinaus auf spezifische Fragen der praktischen
            Markteinführung ausrichten.
                                        Fields of activity in the existing projects in Europe
             Monitoring and
              Maintenance
           Source Equipment
                                  ©      Frequency Spectrum y
                                                 Planning
                                                                         Home Equipment
                                                                           Receiver
                                                                               (Display Tech
                                                                           VCR-lnterface
                                                                                                                 Auxiliary Activities:
                                                                                                                 System Requirements
                                                                                                                 Test and Evaluation
             for Video. Audio, Oat«         Network Planning               Camcorder                             Hardware ( Prototype | Dev %
                                                                                                                 Rulabonship to Other Modules""
                                                                                                                 Relationship to International [k><1
                                                                                                                 Technical PuMications
            Baseband Coding               Channel Coding and
            Video                                Modulation             Distrib. Equipment                 L
                                           tor Terrestrial (and Cable)   Terrestrial Transmitter     [ (;i ,,, \
                                                                         Sateite
                                              SateWe (and Cable).
                                                                         Cable
                                                                                                     \        y
                                                                                                                      Relevant European
                                                                                                                      Projects:
                                              Multiplexing                                                            I ([V OIVINt"                      1
                                                                                                                      •"SPEC IRE
           Data
                                              on Baseband and/or          Point-to-Point Serv
                                0         ModLiated-Signal Level for                                                  STERNE
                 Joletext                                                     on Multiplex I I V P I                  HACEdTTb
                Cond. Access                 Hierarchical Systems or                                                  HDTV-T
                I leaders                    MiMcats Systems                                                          VADIS
                 Descriptors...                                                                                       FLASH-TV
           Point-to-Point Serv,
                                             •raiding
                                            Flexibilty
                                             Scalability
                                                                       QChannel Managern.
                                                                                                                      HD-SAT
                                                                                                                      Eureka EU-256
                                                                                                                       EBU Work Party R
                                                                                                                       EBU Work Party V
            on Baseband Level ((*>.*
                                                                        (Program) Multiplex                           (*) Moant Protect • t a k t i ca<*
                                                                                                                            Ol pen of th« p'obl*m
                            Abb. 4: Tätigkeitsbereiche derzeitiger europäischer Projekte
                                                  (Analyse der WGDTB)
 ---pagebreak---                                                      10
 1.5   Normung
Normung des Rundfunks ist notwendig, damit Signale und Programme ungehindert ausgetauscht
werden und die eingesetzten Anlagen sie erzeugen und empfangen können. Im Idealfall würden
generell gemeinsame Normen zugnindegelegt, könnten Programme ohne Konvertierung direkt m
einen anderen Teil (.1er Welt übertragen werden und wären Funk- und Fernsehsignale sowie
Empfänger austauschbar.
Dies ist zur Zeit leider nicht der Fall. Es gibt vier Farbfemsehsysteme (PAL, SECAM, MAC und
NTSC) mit zahlreichen inkompatiblen Varianten in verschiedenen Teilen der Welt, selbst innerhalb
der Gemeinschaft. Auch die Bänder des Frequenzspektrums sind in verschiedenen Teilen der Welt
unterschiedlich zugewiesen.
Es ist offensichtlich, daß bestimmte Aspekte des Rundfunks nach Möglichkeit genormt werden
sollten. Durch gemeinsame Signalformate lassen sieh bei der Geräteproduktion mengenbedingte
Rationalisierungscffekte erzielen und damit die Stückkosten senken. Werden keine Nonnen erstellt,
so kann dies zu Verwirrung beim Benutzer und mangelnder Investitionsbereitschaft führen und
damit die Marktentwicklung verzögern.
Andere argumentieren hingegen, daß Normen die technologische Entwicklung einfrieren und einen
raschen Fortschritt verhindern. Gelegentlich liegt es auch im gewerblichen Interesse des Betreibers,
hcrstcllcrspczifischc Systeme einzusetzen, die anderen Betreibern nicht zur Verfügung stehen.
Auf die politischen Aspekte der Rundfunknormung wird in Teil III dieser Mitteilung eingegangen;
dieser Abschnitt befaßt sich mit den auf weltweiter und regionaler Ebene zuständigen Gremien für
Rundfunknormung und ihren Zuständigkeitsbereichen.
Wie unter Punkt 1.2 erwähnt, sind digitale Fernschsystemc Kombinationen verschiedener
gencrischer Bausteine, mit deren Normung sich unterschiedliche Gremien auf weltweiter und
regionaler Ebene befassen. Sic arbeiten zwar unabhängig voneinander, unterhalten jedoch in der
Praxis nach Möglichkeit enge Beziehungen.
Auf weltweiter Ebene arbeitet ITU/RB (Radiocommunications Bureau of the International
Telecommunications Union) an der Normung im Bereich des Rundfunks. ITU/RB will
"Empfehlungen" erstellen, die als solche keine Rechtskraft besitzen. Beim Digitalfernsehen wird
ITU/RB voraussichtlich die Normung der Modulation und Kanalcodierung beeinflussen.
Ebenfalls auf Weltebene befassen sich die Internationale Normenorganisation (ISO) und die
Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC) mit der Normung von Geräten, Vcrbraucher-
und Industrieprodukten. Unter der Schirmherrschaft dieser beiden Organisationen wurde die
Arbeitsgruppe MPEG (Motion Picture Expert Group) gegründet, die Normen für Qucllcodicning
und Multiplex Vorgänge bei audiovisuellen Systemen erarbeitet. Sic hat bereits Videodienste in
VHS-Qualität (MPEG-1) und Audiodienstc in CD-Qualität genormt. Zur Zeit arbeitet sie an
Systemen mit höhcrentwickclten Video-Merkmalen, bis hin zum I IDTV. Die Gruppe erzielt äußerst
rasche Fortschritte, und man rechnet nun fest damit, daß eine grundlegende internationale Norm für
Digitalvidco, die MPEG-2, im November 1993 verabschiedet wird. Darüber hinaus erstellt die
Gruppe eine neue Norm, die MPEG-4 für die Codierung audiovisueller Programme mit niedriger
Bitratc; bis 1997 soll ein Normentwurf vorliegen, der sich für ein ganzes Spektrum neuer
Anwendungen eignet, u.a. für interaktive mobile Multimcdienkommunikation
Auf regionaler Ebene werden ETSI (Europäisches Institut fur Tclekommunikationsnormen) und der
Technische Ausschuß, der aus Vertretern des ETSI und der UER (Union Europäischer
Rundfunkorganisationen) besteht, Rundfunknormen für Europa festlegen. CENELEC
(Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung) arbeitet an der Normung von Verbraucher-
und Industrieanlagen und soll außerdem Normen für Zugangsberechtigungssysteme erstellen. In
Europa ist ferner die DVB (Digital Video Broadcasting Group, vgl. Teil II) intensiv mit der
Entwicklung von Spezifikationen beschäftigt, die den Normungsgremien zur Annahme als Nonnen
 ---pagebreak---                                                            11
vorgelegt werden sollen. Derzeit schlägt die DVB-Gruppe der UER und dem ETSI vor. das System
MPEG-2 als europäische Norm fur Quellcodierung und Multiplexcn zu übernehmen.
In Abbildung 5 sind die Gremien aufgeführt, die auf nationaler, europäischer und weltweiter Ebene
an der Entwicklung von Rundfunknormen arbeiten. Das gesamte System basiert auf formalisierten
Wechselbeziehungen zwischen diesen Gremien auf und zwischen den verschiedenen Ebenen. Die
Endergebnisse sind, wie vorstehend erläutert, nationale, europäische und weltweite Normen.
In den Vereinigten Staaten will die FCC (Federal Communications Commission) 1995 bzw. 1996
eine US-Norm für terrestrisches HDTV festlegen (vgl. Teil II). Zur Zeit werden bestimmte Aspekte
des Systems MPEG-2 in die Entwicklung des amerikanischen Systemdesigns einbezogen. Diese
erfolgt unter der Schirmherrschaft des Advanced Television Advisory Committee, der der FCC
voraussichtlich im kommenden Jahr eine Empfehlung unterbreiten wird.
         National     National                  Consumer           Telecoms                 Broadcasting
          level       Standards                 Electronics        Administrations/         Companies
        (Europe)      Bodies                    Companies          Operators
         European     CEN (non-         CFNFI FC          CI PT          ETSI       | l HU     I I «m/n
          level       electrical!       (electrical)    European         J I C I H U/1 IS'I     Technical
                                                          nadio                                Module
                                                          Office
         World       ISO (non-             IEC                                  ITU
         level       electrical!       (electrical)                  WARC         Radiocommunications
                      ISO/IEC J I ' C / W G M I ' E G                                    Riirraii
                      Abb. 5: Die führenden Gremien, die an der Rundfunknormung
                     auf nationaler, europäischer und weltweiter Ebene beteiligt sind
1.6 Aspekte der Implementierung
Zu Beginn dieser Mitteilung wurde auf die immensen potentiellen Vorteile einwandfrei
implementierter digitaler Fcrnschsystcmc hingewiesen. Auf die einwandfreie Implementierung wird
nun nochmals hingewiesen.
Die Erfahrung zeigt eindeutig, daß die bloße Existenz einer neuen Technologie noch nicht deren
Übernahme auf dem Markt gewährleistet. Und selbst wenn eine neue Technologie den Markt
beeinflußt, stellt man oft im nachhinein fest, daß es bessere Möglichkeiten für ihre Einführung
gegeben hätte.
Umfangreiche A u f g a b e n liegen vor uns, ehe d i g i t a l e Femsehsysteme tatsächlich a u f dem
europäischen M a r k t eingeführt u n d die potentiellen V o r t e i l e dieser neuen T e c h n o l o g i e in der Praxis
v o l l genutzt werden können.
Nachstehend werden einige der betreffenden Fragen zur Diskussion gestellt. Wir gehen davon aus.
daß die Mitgliedstaatcn hier - im Bereich der eigentlichen Implementierung - die tiefgreifendsten
Überlegungen anstellen möchten und Entscheidungen von größter Tragweite treffen müssen.
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 1.6,1 Verfügbarkeit des Spcktnims
 Diese Frage ist hauptsächlich für den terrestrischen Rundfunk von Bedeutung. Der
Satcllitcnrundfunk und die Verteilung über Kabcinetze sind davon weniger betroffen. Die derzeitige
Frcqucnzplanung in Europa ist in der Beilage erläutert. Hier werden lediglich zwei Aspekte
hervorgehoben. Zunächst steht nur eine geringe Frequenzkapazität für neue terrestrische
 Rundfunkdienste in Europa zur Verfügung; sodann ist die Frequenzplanung in den verschiedenen
Ländern überaus unterschiedlich: Beispielsweise sind in Italien die Kanäle in den VHS/UHF-
Bändcrn nahezu vollständig belegt, während die Situation in Skandinavien weniger kritisch ist.
Hier sei daran erinnert, daß die derzeitigen Frequenzzuweisungen langfristige Zusagen für Benutzer
und Betreiber implizieren. Es ist überaus schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, vorhandene
Femsehdienste von heute auf morgen einzustellen oder ihre technische Qualität maßgeblich zu
beeinträchtigen, um die Umstellung auf ein neues System zu realisieren. Die Umstellung son alten
auf neue Systeme erfordert lange Ubcrgangsphascn und kann in der Zwischenzeit kostspielige
Verfahren (in bezug auf Frequenznutzung und Finanzierung), z.B. Simultanausstrahlung
(simulcasting), erfordern. Der amerikanische Plan für terrestrisches HDTV sieht eine 15jährige
Phase der Simultanausstrahlung vor, che das NTSC-Systcm endgültig aus dem Verkehr gezogen
wird
Es wird mithin mindestens zwei Jahrzehnte dauern, bis die vollständige Umstellung vom Analog-
zum Digital fernsehen in den USA abgeschlossen sein wird. Ferner sei daraufhingewiesen, daß in
den USA weniger Sachzwänge in bezug auf die Frcqucnzplanung bestehen als in Europa
Als die derzeitigen Frequenzzuteilungen für terrestrische Femsehdienste in Europa vorgenommen
wurden, betrachtete man diese im wesentlichen als Öffentlichen Dienst und suchte daher zu
gewährleisten, daß praktisch die gesamte Bevölkerung die entsprechenden nationalen oder
regionalen Programme zur Zufriedenheit empfangen konnten. Angesichts der technischen
Einschränkungen der PAL- bzw. SECAM-Systcme sind hierfür nicht nur vernetzte
Hochlcistungsscndcr im Abstand von ca. 100 km erforderlich, sondern auch hunderte oder gar
tauscndc von Ballsendern niedriger Leistung, so daß für die Übertragung eines einzigen Programms
insgesamt etwa neun Kanäle benötigt werden. Da die derzeit zugewiesenen Bänder für terrestrische
Femsehdienste in Europa insgesamt höchstens elf VHS- und 48 UHF-Kanäle umfassen, können auf
dieser Basis maximal sechs nationale terrestrische Fernsehprogramme angeboten werden. In den
größeren europäischen Ländern belegt mindestens ein "regionales" Programm den Platz eines
potentiellen nationalen Netzes.
Anderswo, insbesondere in den Vereinigten Staaten, wurden die Frequenzen für terrestrische
Femsehdienste nach dem Konzept des "lokalen Marktes" zugeteilt: in jedem größeren
Ballungsgebiet werden die Zuteilungen für so viel Hochleistungssendcr wie möglich
zusammengefaßt, so daß mehrere "Stationen" mit ihrer jeweils eigenen Programmierung auf
gleicher Basis konkurrieren können, um den Markt zu bedienen. Ballsender werden hauptsächlich
cingesezt, um sicherzustellen, daß alle Stationen eines Marktes die gleiche Flächendeckung
erreichen.
Unter Punkt 1.1 wurde daraufhingewiesen, daß sich mit entsprechenden Digitaltcchnikcn eine
Effizienzstcigcrung um das 30- bis 40-fache bei der Nutzung des Spektrums erreichen ließe. Diese
enorme Steigemng setzt voraus, daß in Europa ein Modulationssystem wie z.B. COFDM eingesetzt
wird. Damit ließen sich "Monofrcquenznetze" (Single Frequency Networks - SFN) aufbauen und
wäre es mithin nicht mehr notwendig (wie zur Zeit üblich), in benachbarten Gebieten
unterschiedliche Frequenzen für denselben Dienst zu nutzen, wodurch das Spektrum wesentlich
stärker beanspmeht wird. Zu beachten ist, daß sich eine solche Effizienzstcigcrung nur erreichen
läßt, falls diese Monofrcquenznetze implementiert werden können und wenn die sehr lange
Übergangsphase abgeschlossen ist.
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 Dabei ist zu berücksichtigen, daß dieser SFN-Betrieb (der eine landes weite Flächendeckung mit bis
zu fünf digitalen Programmdiensten über einen einzigen der heutigen Kanäle ermöglicht) der
derzeitigen Praxis in Europa, nicht jedoch der der Vereinigten Staaten entspricht. Denn der SFN-
Bctricb ist mit dem herkömmlichen Konzept "lokaler Stationen" inkompatibel. Damit bestünde nur
begrenzt die Möglichkeit, daß COFDM in den Vereinigten Staaten übernommen wird.
Wie bereits erwähnt, ist das Problem der Frequenznutzung in erster Linie für den terrestrischen
Rundfunk relevant; bei Satelliten stellt sich die Frage wesentlich einfacher dar. Eine eindeutige
Folgeerscheinung ist jedoch, daß Satelliten-Fernsehdienstc dank der neuen Technologie einen
Wcttbcwcrbsvortcil genießen und die künftigen Implikationen für den terrestrischen Rundfunk zu
prüfen sind.
Aus der vorstehenden Analyse ergibt sich die Frage der mittel- bis langfristig optimalen Zuweisung
terrestrischer Frequenzen. Das Frequenzspektrum ist eine überaus wertvolle und begehrte
natürliche Ressource, und wenn die neue Technologie eine drastische EfTizienzstcigerung
ermöglicht, wird die Beibehaltung des derzeitigen Status quo mit der Zeit inakzeptabel
 Daraus ergeben sich als Schlußfolgerungen:
 *     die Kenntnis der angespannten und unausgeglichenen Lage in bezug auf die Frcqucnzplanung
       für das terrestrische Fernsehen in Europa;
*      die Erkenntnis, daß Digitaltechnologicn, insbesondere in Verbindung mit COFDM und
       Monofrequenznetzen, eine drastische EfTizicnzsteigcrung bei der Nutzung des
       Frequenzspektrums bewirken können;
 *     die Erkenntnis, daß der derzeitige Status quo in Zukunft nicht beibehalten werden kann:
 *     die Notwendigkeit, praktische, realisierbare Strategien für die Umstellung vom derzeitigen auf
      das künftige Frequenzplanungssystcm zu entwickeln. Hierzu müssen die Mitgliedstaaten und
      die Gemeinschaft die notwendigen Entscheidungen treffen und koordinieren, um die Vorteile
       der neuen Technologie in der Praxis zu gewährleisten.
 1.6.2 Zeitpläne
Aus den obigen Ausführungen ergibt sich eindeutig, daß die vollständige Einführung einer neuen
Netztechnologie wie der des terrestrischen Digitalrundfunks einen langen Planungshorizont
voraussetzt, vor allem wenn sie, wie erwähnt, in ein globales Informationsnetz einzubinden ist. das
zahlreiche verschiedene Dienste gleichzeitig ermöglicht. In Europa betätigen sich private Betreiber
in zunehmendem Maße auf dem Rundfünkmarkt. Die Zeithorizonte für die Kapital rcndite dieser
 Betreiber können jedoch kürzer sein. Dies kann bei der Planung zu einer angespannten Lage führen,
insbesondere wenn die frühzeitige Markteinfühmng neuer Systeme die spätere generelle Umstellung
auf das optimale Globalsystem erschwert oder gar verhindert.
Ein weiteres Problem ergibt sich aus der generellen Tendenz, abzuwarten, bis die endgültige
Technologie zur Verfügung steht, ehe Implcmcnticrungsentscheidungcn getroffen werden. Diese
Haltung basiert auf der irrigen Annahme, daß es diese "endgültige" Technologie jemals geben wird.
 Die Geschichte des technologischen Fortschritts zeigt vielmehr, daß mit der Zeit laufend
Verbesserungen vorgenommen werden. Jede Implcmenticrungsentscheidung setzt daher die
Akzeptanz von Kompromissen voraus, die vielleicht fünf Jahre später nicht mehr notwendig sein
werden. Nur deshalb kann man jedoch nicht ständig auf diese Verbesserungen warten: damit würde
man lediglich eine passive Haltung einnehmen und die greifbaren Vorteile ungenutzt lassen, die die
jeweils aktuelle Technik bietet.
 Dieser Umstand verleiht auch dem internationalen Schauplatz eine wichtige Dimension. Die
Geschichte des Fernsehens liefert zahlreiche Beispiele dafür, daß eine Welt region ein neues
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 Fcrnsehsystcm entwickelt und zu implementieren sucht, um drei oder vier Jahre später festzustellen.
daß eine andere Region weitere Verbesserungen einzuführen wünscht, woraufhin wiederum eine
dritte Region einige Jahre später für ein System optiert, das als noch höher entwickelt gilt. Dieser
Zyklus läßt sich nahezu unbegrenzt wiederholen. Die Technologie schreitet ständig voran, und es
gibt - aus der lokalen oder regionalen Perspektive - keinen zwingenden Grund, warum eine Region
technische Kompromisse akzeptieren sollte, die für ihre eigenen Zwecke überflüssig sind und für
die sie sich keineswegs entschieden hat, selbst wenn diese Kompromisse für die erste Region bei der
ursprünglichen Planung und Implementierung des Systems unerläßlich waren. Diese Dimension hat
in der Vergangenheit stets Probleme aufgeworfen und ist in letzter Zeit noch stärker ausgeprägt, so
daß sie die Entwicklung eines gemeinsamen globalen Konzepts des fortgeschrittenen Fernsehens zu
blockieren droht, das gleichzeitig in Europa, Japan und den USA akzeptiert würde.
Die Analyse dieses Abschnitts spricht für eine Gemeinschaftspolitik, die
*      eine realistische langfristige Perspektive des künftigen Bedarfs an fortgeschrittenen
      Femsehsystemen festlegt, um die wirtschaftlichen und staatlichen Strategien in diesem
      Bereich zu steuern;
*     durch internationale Verhandlungen den zyklischen Prozeß zu durchbrechen sucht, mit dem
      die drei Wcltrcgioncn bei ihrer Systemplanung gegenseitig "bockspringen".
 1.6.3 Der Entscheidungsprozcß der Gemeinschaft
Einige Aspekte des Femsehens werden stets ihren regionalen oder lokalen Charakter beibehalten.
Dennoch kann angesichts der europäischen Integration die Planung von Fcmschsystcmcn und -
netzen nicht länger ausschließlich auf Landesebene erfolgen. Der europäische Binnenmarkt mit
seinen Auswirkungen auf Fertigung und Dienste und die Möglichkeit, allen Europäern durch einen
europaweiten Rundfunk den Zugang zur kulturellen Vielfalt in der Gemeinschaft zu erleichtern,
erfordern dringend ein gemeinsames Konzept. Darüber hinaus kennt das Satellitenfernsehen keine
Grenzen; die terrestrische Frequenzplanung erfordert eine weitgehende grenzüberschreitende
Koordinierung zwischen den dicht besetzten Ländern der Gemeinschaft.
Daher weist die künftige Femsehplanung eine bedeutende europäische Dimension auf. Europa kann
sich die Kosten nicht leisten, die mit einem aufgesplitterten Konzept verbunden wären, das
Marktentwicklungen behindern und den Zugang zu gemeinschaftsweiten Informationsbeständen
und kulturellen Angeboten einschränken würde.
In der Praxis erweisen sich jedoch die Instrumente, die der Gemeinschaft zur Einführung neuer
Fernsehsysteme zur Verfügung stehen, als relativ ineffizient. Dies steht in scharfem Kontrast zur
Lage in den USA, wo die Federal Communication Commission die Implementierung mit wirksamen
ordnungspolitischen Mitteln durchsetzen kann, wozu u.a. verbindliche Normen und die Kontrolle
der Frequenzzuweisung (und -rücknahme) gehören. I lingegen ist das europäische konsensgestützte
Konzept gegenüber Angriffen durch einflußreiche Interessengruppen anfällig, die für sie nicht
unmittelbar vorteilhafte Kompromisse ablehnen.
Mit diesem Problem muß sich die Gemeinschaft auseinandersetzen. Ein schwacher
Entscheidungsprozeß könnte künftig entweder zu einer Aufsplitterung des Konzepts oder zu einer
passiven Haltung führen. In beiden Fällen könnten die potentiellen Vorteile der digitalen
Fernsehtechnologie entweder nicht erreicht oder ernsthaft in Frage gestellt werden.
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 TEIL 2            AKTIVITÄTEN IM BEREICH DES DIGITALFERNSEHENS: EUROPA,
                   VEREINIGTE STAATEN UND JAPAN
 Dieser Abschnitt erläutert die Plane der drei Regionen zur Einführung digitaler Femsehdienste und
 die entsprechenden Vorbereitungen.
 2.1    Europa
 Im vergangenen Jahrzehnt hat Europa die Entwicklung fortgeschrittener Femsehsysteme
 abgeschlossen, die auf der MAC-Technologie basieren: D2-MAC für 625 Zeilen im
 Bildscitcnvcrhältnis 4:3 und 16:9 sowie HD-MAC für HDTV-Dienste. Diese Systeme sind überaus
 leistungsfähig: D2-MAC befindet sich in der ersten Phase der kommerziellen Nutzung, und HD-
 MAC steht für Sender zur Verfügung, die in Kürze HDTV-Dienste anbieten möchten. Beide
 Systeme sind für Satelliten und Kabel ausgelegt.
 Der Rat hat mit seinen Beschlüssen 89/337/EWG, 89/630/EWG, 93/424/EWG und der Richtlinie
 92/38/EWG die Bedeutung des hochauflösenden Femsehens für die europäische Industrie,
 Fernsehsender und Zuschauer durchgehend bestätigt.
 Die Markteinfühmng wirtschaftlich rentabler HDTV-Dienste in Europa für Fernsehfunk und
andere Anwendungen bleibt nach wie vor ein Ziel der Gemeinschaftspolitik.
2.1.1 Die European Digital Video Broadcasting Group
Gegen Ende 1991 kamen Vertreter von Rundfunksendern, Industrieunternehmen und Regierungen
auf informeller Basis zusammen, um über das Potential und den Bedarf an digitalen terrestrischen
 Fcmschdicnstcn in Europa zu diskutieren. Die Kommission nahm schon zu einem frühen Zeitpunkt
an den Sitzungen der Gmppe teil, ennutigte sie in ihrer Arbeit und legte ihr nahe, sowohl ihren
Tätigkeitsbereich als auch ihre Mitgliedcrzahl zu erweitem. Im Sommer 1993 hatte die European
 Launching Group for Digital Video Broadcasting ihre Arbeit auf Satelliten und Kabel und ihre
Mitgliedcrzahl auf 30 bis 40 Organisationen ausgedehnt. Dazu gehören u.a.: öffentliche und private
Rundfunksender für terrestrisches und satellitcngcstütztes Fernsehen, Hersteller, Satelliten- und
Kabclbetreiber, Verwaltungen und europäische internationale Organisationen.
Diese Gruppe legte ihre Ziele und Arbeitsmethoden in einer gemeinsamen Absichtserklärung fest.
Die Absichtserklärung (vgl. Beilage) liegt zur Unterzeichnung aus und wurde bereits von 85
Organisationen unterzeichnet, die ebenfalls in der Beilage aufgeführt sind. Die Gmppe hat damit
den Übergang von einer informellen Vereinigung zu einem offiziellen Gremium vollzogen, das sich
European Digital Video Broadcasting Project nennt.
Ziel der Gmppe ist es gemäß Artikel 1 der Absichtserklärung,
in Europa die Voraussetzungen für die harmonische, marktorientiertc Entwicklung des
Digitalfemsehcns über Kabel-, Satelliten- und terrestrischen Rundfunk zu schaffen.
Hierzu soll
       die Festlegung technischer Normen für Digitalfcrnschen und deren breite Nutzung und
       Übernahme gefördert werden;
       die Einführung neuer Fernsehdienste aufgrund dieser Normen erleichtert werden, wozu auch
       Studien über untergeordnete Fragen wie Frcquenzplanung und Zugangsberechtigung gehören;
       eine möglichst enge Koordinierung zwischen der vorwettbcwerblichen FuE und der Normung
       gefördert werden.
Jede europäische Organisation, die den Zielen der Gmppe zustimmt und zu ihrer Arbeit beizutragen
bereit ist, kann der Vereinigung beitreten.
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Die Organisation ist wie folgt aufgebaut:
      General Assembly (alle Mitglieder)
      Steering Board mit bis zu 34 gewählten Mitgliedern
      Technical Module
      Satellite/Cable Commercial Module
      Terrestrial Commercial Module
      Ad-hoc-Group on Conditional Access
2.1.2 Die Arbeit der Digital Video Broadcasting Group
Im ersten Jahr ihres Bestehens widmete die Launching Group ihre Aufmerksamkeit den
Perspektiven für terrestrisches Digitalfcrnschen. Das Technical Module das sich zum damaligen
Zeitpunkt Working Group on Digital Television Broadcasting (WGDTB) nannte - wurde
beauftragt, einen umfassenden Bericht hierzu zu erstellen. Dieser Bericht war im November 1992
abgeschlossen und ist der Beilage zu dieser Mitteilung zu entnehmen.
Nachdem zwei führende Satcllitcn-Fcrnsehorganisationcn (News International und Canal * ) ihre
Absicht angekündigt hatten, ab der zweiten Hälfte 1994 gebührenpflichtige Fernsehdienste über
Satelliten mit Hilfe der digitalen Komprcssionstechnologic bereitzustellen, konzentrierte sich das
Technical Module auf Satelliten- und Kabclaspckte.
Die Arbeit des Technical Module schritt rasch voran und hat bereits umfassende Ergebnisse
geliefert. Es hat
*     die derzeitigen europäischen FuE-Arbeiten analysiert und dem Systembedarf
      gegenübergestellt (s. Abb. 4) sowie Lücken in den FuE-Maßnahmcn aufgezeigt:
*     mögliche Einsatzbcrcichc für Digitalfcrnschen in Europa aufgezeigt (s. Abb. 6)
                            Field of application for digital television broadcasting
                                               broadcasting (DTVB)
                                                  Received service quality / resolution
                    Transmission                                                                  Receiving
                          medium    HDTV           EDTV                    SDTV         l.DT\          com lu ion
                         Satellite
                                     •             •                         II          B
                                                                                                  SI4IIOI 1,11V
                                                                                                     ( Distil
                          Cable
                                     III 1         •                         111          ilili;
                                                                                                  Stal 101 uiiy
                                                                                                   tCablo
                   Terrestrial
                      transmitters   1111          •                         D
                                                                               t
                                                                                         D
                                                                                                  Stationary
                                                                                                  (Rooftop)
            N.B.:
            MI'EO-2 is assumed
                                                                            •            D
                                                                                            I1    Portable
                                                                                                 (Stub acr ml)
                                                                                                  Mobile
            to be used for
            source coding and
            multiplexing
                                                                                         11 t
                                                                                                 K'.ir aen.ili
            Satellite and cable
            limy carry inter-
           active services                          Requirements m Europe:
                                   Abb. 6: Einsatzbcrcichc des Digitalfemsehcns
                                              (Analyse dei WGDTB)
 ---pagebreak---                                                                  17
 *          mögliche Systcmkonfigurationcn für die flexible Bereitstellung digitaler Femsehdienste in
            Europa aufgezeigt, sowohl über Satelliten (s. Abb. 3) als auch über terrestrische Sender (s.
            Abb. 4);
*           einen vorläufigen Zeitplan für die Einführung des Digitalfemsehcns in Europa aufgestellt (s.
            Abb. 7).
                                            Provisional timeseale for DTVB in Europe
   WGDTB                               1992       1993        1994        1995     1996      1997  199S
 Service definilipn ( wqpTB)
     • Satellite, cable               —
     - Terrestrial, cable             —
 Source coding and
        multiplexing (MPF.Q)
     - KDTV, SDTV, IDTV                 —
     -HDTV                            _
 Çhannçl_ç_odjrig. modulation
     etc,
     -Satellite, cable (...?...)      _
     - Terrestrial, cable (WODTH) —
                                                           *?
 .System completion OYGD'.ITJ '.')
   - Satellite, cable w/o I ID TV
   - Satellite, cable incl. III)TV                                    ••?
   - Terrestrial, cable
 Standardization (J It; KM 1J/K LSI)
     - Satellite, cable w/o I ID IV
     - .Satellite, cable incl. I IDTV
     - Terrestrial, cable
equipment design (Industry)
     - Satellite, cable w/o I IDTV
     - Satellite, cable incl. I IDTV
     - Terrestrial, cable
Serviçe_rea<JxJojslart
   - Satellite, cable w/o HDTV
   - Satellite, cable incl. HDTV
   - Terrestrial, cable
                                                                                          •?
                            Abb. 7: Vorläufiger Zeitplan für die Einfuhrung des Digitalfemsehcns
                                                in Europa (Analyse der WGDTB)
Hier sei daraufhingewiesen, daß über die vorstehend erläuterten Perspektiven noch keine
endgültige Entscheidung getroffen wurde. Sic werden hier berücksichtigt, um den Stand der
Überlegungen zu diesen Fragen bei der European Digital Video Broadcasting Group zu
veranschaulichen und dienen als Anstoß für die Diskussionen, die mit dieser Mitteilung eingeleitet
werden sollen.
Ferner hat das Technical Module in letzter Zeit die maßgebenden Entwicklungen bei der M FEG
verfolgt. Es hat zusammen mit anderen beteiligten Gremien wie etwa der UER/ETSIJCT die
europäischen Vorarbeiten zur Festlegung der gmndlegendcn MPEG-2 Videonorm koordiniert. Es
erbringt technische Vorleistungen in Form von Spezifikationen an ETSI, um zur Festlegung einer
europäischen Norm für Quellcodierung und Multiplexen beizutragen, die auf den MPEG-2-
Arbeitcn basieren.
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Das Satellite and Cable Commercial Module und das Terrestrial Commercial Module haben ihre
Arbeit vor kurzem aufgenommen. Sie konzentrieren sich auf alle nichttcchnischen Aspekte der
erfolgreichen Einführung des Digitalfemsehcns über diese Medien. Diesen Gruppen gehören
leitende Angestellte aller Unterzeichner der Absichtserklärung an, die umfangreiche Mittel in die
Implementierung dieser Dienste und Produkte investieren. Sic legen die Dienstanforderungen,
Prioritäten und Zeitpläne fur das Technical Module fest, das diese dann in technische
Spezifikationen umsetzt.
Auf diese Weise lassen sich die vorstehend aufgeführten Dienstanforderungen,
Systcmkonfigurationcn und Zeithorizonte künftig modifizieren oder bestätigen.
Die Conditional Access Ad Hoc Group soll, falls möglich, eine Einigung über gemeinsame
europäische Zugangsbcrcchtigungssystcmc herbeiführen.
Die Arbeit der European Digital Video Broadcasting Group ist insofern "marktorientiert", als die
Dienstanforderungen, Prioritäten und Zeithorizontc von den Wirtschaftstcilnchmcm bestimmt
werden, die digitale Femsehdienste in Europa anzubieten beabsichtigen.
2.2    Vereinigte Staaten
In den Vereinigten Staaten wurde der Einführung des terrestrischen Digitalfemsehcns zwar große
Aufmerksamkeit gewidmet; jedoch wird das erste Medium, bei dem Digitaltechniken eingesetzt
werden, voraussichtlich ebenso wie in Europa der Satellit sein.
2.2.1 Satel 1 iten fernsehen
Hughes Aircraft Company hat ihre Absicht angekündigt, ab Anfang 1994 einen
Satellitenfemsehdienst in den USA anzubieten. Vorgesehen sind bis zu 150 verschiedene Dienste,
d.h. Filme, die bedarfsgerecht ausgestrahlt werden (jeder Film wird in kurzen Zeitabständen auf
anderen Kanälen wiederholt, so daß der Zuschauer den Zeitpunkt wählen kann), Sportsendungen,
allgemeine Programme und Sonderprogramme.
Das System basiert auf digitalen Kompressionstechniken nach dem MPEG-Konzept. Inwieweit es
mit der noch in der Entwicklung stehenden MPEG-2-Videonorm kompatibel ist, steht noch nicht
fest.
2.2.2 Terrestrisches Fernsehen
 Die Federal Communications Commission (FCC) regelt das Rundfunkwesen in den USA
entsprechend dem Communications Act im Interesse der Öffentlichkeit. Sic erstellt Normen und
erteilt Lizenzen nach offiziellen festen Regeln. Sic übt ihre Tätigkeit öffentlich und in bestimmten
Zeitabständen aus; von allen interessierten Parteien gehen Stellungnahmen ein. Seit 1987 wird nach
diesen Regeln eine Norm für terrestrisches HDTV entwickelt.
 Die FCC hat einen Beratenden Ausschuß - ACATS (Advisory Committee on Advanced Television
 Service) - benannt, der sie dabei unterstützen soll. Er unterbreitet der FCC Empfehlungen, die
daraufhin ihre Entscheidung trifft. Sie kann diese Empfehlungen ganz oder teilweise ablehnen.
 Die Arbeit der FCC betrifft ausschließlich terrestrische Rundfunksysteme, nicht aber Satellitcn-
oder Kabclsystcmc bzw. Leistungsnormen für Anlagen.
 Der ACATS ersuchte interessierte Organisationen, hochentwickelte Femsehsysteme als Basis für
die künftige Norm vorzuschlagen. Diese Systeme sollten hardwaremäßig komplett getestet werden
 Hierzu wurden Prüfstcllen eingerichtet.
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 Sechs vorgeschlagene Systeme wurden getestet. Daraufhin blieben Anfang 1993, als ein
 NormcnvorsChlag ausgewählt werden sollte, vier volldigitale Systeme in der engeren Auswahl,
 wobei es jedoch keinen eindeutigen Sieger gab. Die vier verbleibenden Besverbcr einigten, sich daher
 mit Zuspruch des ACATS darauf, ein "Konsortium" zu bilden, um die endgültigen Spezifikationen
 Cur eine Norm zu entwickeln. Mitglieder dieses "Konsortiums" sind: North American Philips,
 Thomson Consumer Electronics, Zenith, General Instruments, AT&T und das Massachusctss
 Institute of Technology (MIT). Im Sommer 1993 waren einige Parameter ihres Systems (vorläufig)
 festgelegt, andere waren noch ungeklärt. Die wichtigsten Elemente sind nachstehend aufgeführt:
 i)     Abtastformatc
 Sechs Formate werden angegeben:
  1050/1:1/30, 24
 787.5/1:1/60,30,24
  1050/2:1/60,
 wobei die erste Zahl die Zeilen angibt, die zweite entweder kontinuierlich (1:1) oder verschachtelt
 (2:1) ist und die dritte für die Rahmen pro Sekunde steht.
 Progressives Abtasten wurde von den Amerikanern im Hinblick auf die Interoperabilität mit
anderen Medien als besonders wichtig erachtet. Aus demselben Grund entschied man sich für
eckige Pixel.
 ii)    Videokompression
 Das Konsortium wird die MPEG-2-"Syntax" mit zusätzlichen Merkmalen verwenden, über die
derzeit diskutiert wird.
iii)    Übertraining
Schließlich mußte sich das "Konsortium" für eines von vier Übertragungssystemen entscheiden (zu
denen das von den Europäern befürwortete COFDM derzeit nicht gehört). Gegebenenfalls werden
diese Systeme einem Aus wähl verfahren unterzogen.
iv)    Ton
Das Konsortium muß sich für eines von drei Tonsystemen entscheiden.
Nach der Auswahl der endgültigen Parameter, die fur den Herbst 1993 vorgesehen ist, muß das
System gebaut und getestet werden. Falls die Tests erfolgreich ausfallen und keine Ncukonstniktion
und erneute Prüfungen erforderlich sind, könnte dieser Vorgang neun Monate dauern. Somit könnte
Mitte 1994 eine Spezifikation vorliegen, die der ACATS der FCC als Norm vorschlagen kann.
Dann tritt die FCC in Aktion und leitet ihr eigenes, offizielles offenes Konsultationsverfahren zu
dem Normcnvorschlag ein, das in der Regel ein Jahr dauert; in diesem Fall könnte die FCC Mitte
1995 eine Norm für fortgeschrittenes terrestrisches Fernsehen vorgeben. Angesichts der
Komplexität der technischen und politischen Vorgänge wäre es jedoch nicht überraschend, wenn
sich das gesamte Verfahren (vorausgesetzt, es ist tatsächlich erfolgreich) um ca. 1 Jahr verschieben
würde und erst gegen Mitte 1996 abgeschlossen wäre.
Unabhängig von der Arbeit des ACATS hat die FCC einige wichtige Entscheidungen getroffen:
*      Das neue System muß mit 6 MHz-Kanülen arbeiten (in Europa beträgt der Kanalabstand
       normalerweise 7 oder 8 MHz).
*      Der neue Dienst wird simultan zu den derzeitigen NTSC-Diensten betrieben.
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*      Nach Festlegung der Norm (1995/96) haben die Sender drei Jahre Zeit, um eine Lizenz fur
      den neuen Dienst zu beantragen. Falls die Lizenz gewährt wird, werden ihnen zusätzlich 6
       MHz pro Programm zugeteilt.
*      Ein Zeitraum von weiteren drei Jahren (d.h. bis zum Jahr 2001/2002) ist vorgesehen, um
       Netze und Studios mit der neuen Technologie auszustatten.
•      Nach weiteren fünfzehn Jahren (d.h. 2016/2017) soll das NTSC-System aus dem Verkehr
      gezogen werden, so daß das gesamte terrestrische Fcmschnctz der USA digital ausgelegt ist.
Unabhängig von der technischen Konzeption des von den Amerikanern gewählten Systems verdient
der Vorgang als solcher Beachtung. Die USA haben ein klares Ziel vor Augen und verfügen über
die notwendigen Mittel fur dessen Verwirklichung: durchgehende Ablösung des derzeitigen
analogen Fcrnschsystcms durch ein neues Digitalsystcm über einen Zeitraum von ca. zwei
Jahrzehnten. Die Strategie zur Umstellung vom derzeitigen auf das künftige System ist klar
definiert und glaubwürdig. Die zuständige Organisation - die FCC - ist ein offizielles Gremium mit
weitgehenden Befugnissen, das unabhängig vom industriellen und politischen System arbeitet und
Zeithorizonte sowie Ziele vorgeben kann und wird, auf die die Wirtschaftsteiinchmcr reagieren. Sie
ist keinem wirtschaftlichen oder anderweitigen Sektor, sondern ausschließlich der Öffentlichkeit
verpflichtet.
Wenngleich das FCC-Verfahren offen ist und viele Konsultationen beinhaltet, läßt es sich doch als
"Top-down-Konzcpt" definieren, das im Gegensatz zu dem "Bottom-up-Konzcpt" Europas einen
langfristigen Zeithorizont vorsieht. Die FCC muß zwar die Ansichten der Marktteilnehmer voll
berücksichtigen, dennoch läßt sich das amerikanische Verfahren nicht als "marktorientiert" im
Sinne von Punkt 2.1.2 bezeichnen.
2.3 Japan
Japan war die erste Region der Welt, die ein HDTV-System (zumindest als vorkommcrziclles
System) konstruierte und implementierte. Zur Zeit wird in Japan täglich acht Stunden über das
Satcllitcnsystcm MUSE gesendet. Die Fernsehempfänger sind jedoch nach wie vor sehr kostspielig,
und es steht nicht fest, ob das System in Japan - ganz zu schweigen von anderen Regionen - ein
kommerzieller Erfolg wird.
Im terrestrischen Netz werden nun schärfere 4:3-Bilder mit dem Clcarvision-System erzeugt, das
eine bessere Verarbeitung durch den Empfänger und eine leistungsfähigere Signalverarbcituug im
Studio ermöglicht. Angesichts der hohen Empfängei kosten blieb der Umsatz jedoch schwach. Fur
1993/1994 ist ein verbesserter NTSC-Breitschirmdienst (EDTV) vorgesehen. Aus mehreren
Gründen waren die Japaner bei der Festlegung von Terminen fur Entwicklungen im Bereich des
Digitalfemsehcns vorsichtig:
*     Sie nehmen an, daß das MUSE-Systcm mit der derzeit verfügbaren Technologie einen
      angemessenen HDTV-Dienst ermöglicht und für eine gewisse Zeit cinsatzfahig ist, che es von
      einer anderen Technologie abgelöst wird.
*     Die Implementierung terrestrischer Digitalsysteme wirft in Japan aufgrund der
      Frcquenzplanung, die sich dort schwieriger als in Europa und wesentlich problematischer als
      in den Vereinigten Staaten darstellt, gravierende praktische Probleme auf.
*     Man glaubt, daß die Digitaltcchnologic ein umfangreiches Potential für die Zukunft bietet und
      es verfrüht sei, sich unverzüglich in die Festlegung von Normen zu stürzen, während dieses
      Potential noch weitgehend zu erforschen ist.
Zu beachten ist, daß die Japaner die Digitaltechnologie ausgezeichnet beherrschen, und es würde
nicht überraschen, wenn ihre Forschungsarbeiten zu bahnbrechenden neuen Konzepten auf diesem
Gebiet führen.
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Das japanische Ministerium für Post und Telekommunikation hat kürzlich die Bildung einer neuen
Studiengruppe angekündigt, die den Bedarf und das Potential an neuen Digitaltechnologicn für
künftige Rundfunksystcmc prüfen soll. Die Studie befaßt sich mit der Femschübertragung über
Satelliten, terrestrische Sender und Kabel. Als Zeithorizont werden die kommenden zwanzig Jahre
genannt. Die Gmppe wurde am 26. Mai 1993 eingesetzt und wird dem Ministerium in einem Jahr
über ihre Erkenntnisse berichten.
Den Ergebnissen dieser Studie sieht man mit Interesse entgegen.
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 FEIL 3           ORIENTIERUNGSRAHMEN FÜR DIE C.EMEINSC IIAFTSPOLITIK
Aus der vorstehenden Analyse ergibt sich, daß
*     die Digitaltcchnologie gegenüber der derzeitigen Analogtechnik wesentliche potentielle
      Vorteile in bezug auf Dienstqualität, flexible Bereitstellung und effiziente Nutzung des
      Frequenzspektrums bietet und das Digitalfemsehen die Implementierung globaler
      Informationsnetze beschleunigen kann, die eine breite Palette von Informationsdiensten in
      angemessener, flexibler Weise bereitstellen;
*     die vollständige Umstellung vom derzeitigen Analog- auf ein Digitalsystem ein langwieriger
      Prozeß ist, der sich möglicherweise über zwei Jahrzehnte erstrecken wird;
*     diese Umstellung zu organisieren und koordinieren ist, um die potentiellen Vorteile der
      Technologie in die Praxis umzusetzen. Einige Vorteile der neuen Technologie wird man erst
      gegen Ende der Übergangsphasc voll nutzen können. Bis dahin ist unbedingt zu vermeiden,
      daß verfrühte Implementierungen des Digitalfemsehcns auf dem Markt die spatere Einführung
      globalerer, höherentwickcltcr und kompatibler Lösungen erschweren oder gar verhindern und
      damit die künftige Marktentwicklung für das Fernsehen selbst und das globale Netz
      blockieren.
Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse werden folgende Grundsätze für die
Gemeinschaftspolitik auf diesem Gebiet vorgeschlagen:
3.1 Grundsätze der Gemeinschaftspolitik
Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen:
3.1.1 Langfristige Perspektive
Es wurde konsequent daraufhingewiesen, daß sich die Vorteile der neuen Technologie in der Praxis
nur dann voll ausschöpfen lassen, wenn die langjährige Umstellung vom heutigen Analogsystem auf
das volldigitale System von morgen in optimaler Weise erfolgt. Dies setzt nicht nur eine langfristige
Perspektive der endgültigen Realisierung voraus, sondern auch die Bereitschaft und die Mittel zur
Planung und Durchfuhrung einer konsequenten Strategie für die Umstellung von der heutigen auf
die künftige Situation.
Die Perspektive darf sich jedoch nicht ausschließlich auf das Fernsehen beschränken, das nur einer
von mehreren dialogfahigen Informationsdiensten im künftigen Globalnctz sein wird, sondern muß
auch die Anforderungen an die optimale Realisierung dieses Netzes selbst berücksichtigen
Hierbei spielen folgende Faktoren eine entscheidende Rolle:
*     Eine Systemkonzeption und -auslcgung, die es gestattet, alle potentiellen Formen von
      Multimcdicndienstcn - mobiles, portables, normal-, stark- und hochau(lösendes Fernsehen -
      sowie die problemlose Interoperabilität mit anderen Informationsdiensten flexibel, kohärent,
      kompatibel und nachfragegerecht zu realisieren.
*     Die nachfragegerechte kommerzielle Einführung des HDTV in Europa ist und bleibt ein Ziel
      der Gemeinschaftspolitik. Mithin sind die Anforderungen des HDTV von Anfang an zu
      berücksichtigen, selbst wenn sie im Vergleich zu anderen Diensten anspruchsvoller sind
      Daher sind die notwendige FuE, die Erstellung von Spezifikationen und Normungsarbeiten zu
      beschleunigen, damit ein HDTV-System zur Verfügung steht, wenn es verlangt wird und erste
      Implementierungen digitaler Femsehdienste mit niedrigerer Auflösung so spezifiziert werden,
      daß sie mit dem endgültigen HDTV-System kompatibel sind
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 *      Eine klare Vorstellung davon, wie das Spektrum optimal neu zugewiesen werden kann, um die
       Vorteile der neuen Technologie zu nutzen. In diesem Zusammenhang müssen die
       Mitgliedstaaten und die Gemeinschaft vor allem Überlegungen zur optimalen Nutzung des
       terrestrischen Spektrums anstellen. Dabei ist nicht auszuschließen, daß im Vergleich zur
       derzeitigen Frequenzplanung ein radikales Umdenken notwendig ist.
 *      Die Entwicklung von Strategien für den Übergang von der derzeitigen zur künftigen Situation
       Wenn die Wahl der optimalen Strategie (unter Berücksichtigung der
       Gcmcinschaftsdimcnsion) getroffen wurde, sollte diese gcmcinschaftswcit kohärent
       durchgeführt werden. Dies wird kaum eine leichte und billige Aufgabe sein Der Preis für ein
       Fehlschlagen der Aktion oder eine unangemessene Aktion wäre, daß sich die Vorteile der
       neuen Technologie in der Praxis nicht voll ausschöpfen lassen. Dies könnte bedeuten, daß das
       begehrte Frequenzspektrum nicht effizient genug genutzt wird.
 Den Marktteilnehmern kommt bei der Einführung neuer Dienste eine entscheidende Rolle zu. Wie
 bereits erwähnt, können sie jedoch allein die einwandfreie Implementierung der künftigen
Globalnetzc nicht gewährleisten, da ihre Rentabilitätsspanne wesentlich kürzer ist als die für eine
optimale Implementierung benötigte Zeit.
 Darüber sind sich die japanischen Planer, aber auch die amerikanischen Behörden mittlerweile im
klaren geworden.
 Die Gemeinschaft steht daher vor einer bedeutenden politischen Entscheidung: Die Frage ist. ob die
 Marktteilnehmer diese neue Technologie allein in die Praxis umsetzen sollen oder ob eine
langfristige Perspektive des künftigen Globalnetzcs entwickelt und den Marktteilnehmern
nahegelegt wird, Dienste anzubieten, die dieser Vorstellung entsprechen.
3.1.2 Kontinuierliche Forschung und Entwicklung
Obwohl gerade erst mit der Digitalisierung des Rundfunks begonnen wird, ist man bereits so weit
vorangeschritten, daß die Einführung des Digitalfemsehens in kommerzieller Hinsicht interessant
wird. Die Technologie in diesem Bereich hat sich in der jüngsten Vergangenheit rasch
weiterentwickelt, wird jedoch im Verlauf der Implementierung noch weitere wesentliche
Fortschritte erzielen. Der Unterstützung der FuE auf cinzclstaatlichcr und auf Gemeinschaftsebene
kommt weiterhin entscheidende Bedeutung zu, damit den Marktteilnehmern die neuesten
technischen Optionen zur Verfügung stehen, wenn sie ihre ImpJcmentierungsentscheidungcn treffen
müssen.
Spezifische Aspekte, die bereits in Punkt 1.4 angesprochen wurden, sind in diesem Zusammenhang:
*      Verbesserte Koordinicmng laufender nationaler und internationaler FuE-Projekte in Europa,
       um Überschneidungen zu vermeiden, Lücken zu füllen und die Maßnahmen insgesamt
       kohärent zu gestalten.
*      Schließen bereits aufgezeigter Lücken unter Berücksichtigung des digitalen
       Satellitenrundfunks (Quellcodierung, Modulation, allgemeine Systemkonzepte) und der
       Umsetzung von Satellitendiensten in ein physisches Format für Kabcinetze.
*      Schrittweise Ausrichtung der FuE-Maßnahmen auf Aspekte der Marktcinführungsstratcgien,
      sobald diese festgelegt und entsprechende Umstellungsstratcgicn definiert wurden.
3.1.3 Bedarfsgerechte Normen
Gemeinsame Rundfunknormen kommen - zumindest langfristig - allen Beteiligten zugute. Die
Hersteller profitieren von gemeinsamen Normen, da sie mengenbedingte RationalisieningsefTektc
ermöglichen. Die Sender profitieren von gemeinsamen Normen, da sie Aussicht auf einen großen
homogenen Markt für ihre Dienste bieten. Die Programmproduzenten profitieren, da sie auf diese
Weise Konvcrticmngskostcn für ihre Programme vermeiden. Und die Verbraucher dies ist
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vermutlich der wichtigste Aspekt - profitieren von den niedrigeren Gcrätckostcn und dem breiten
Zugang zu Diensten. Die Tatsache, daß der Verbraucher nicht durch verschiedene Nonnen scrwirrt
wird und Investitionsbcrcitschaft an den Tag legt, wirkt sich auf die gesamte Kette positiv aus und
schließt damit den Kreis.
Dies ist der Idcalfall, der in der Praxis, insbesondere im internationalen Kontext, nicht immer
gegeben ist.
Auf europäischer Ebene ist das Problem gemeinsamer Systeme eindeutig unlösbar. Auf
internationaler Ebene wird die weitestgehende Vereinheitlichung von zwangläufig abweichenden
Systemen angesichts der Vorteile, die sie bietet, zum erklärten Ziel der internationalen
Zusammenarbeit.
Ein überaus positiver Aspekt der weltweiten Normungstätigkeiten auf diesem Gebiet ist der rasche
Fortschritt und Erfolg, der bislang mit der MPEG erzielt wurde. Die neue MPEG-2-Videonorm, die
in Kürze verabschiedet werden soll, dürfte sich als gute Basis für die europäischen Anforderungen
an Qucllcodicrung und Multiplexcn erweisen. Sie bietet femer die Möglichkeit einer weitgehenden
Vereinheitlichung der europäischen Systeme und derer, die in anderen Teilen der Welt eingeführt
werden. Wesentliche Kostensenkungen würden sich aus MPEG-Standardchips ergeben, die von
verschiedenen Herstellern serienmäßig produziert werden.
Soll die MPEG-2 die Basis für künftige europäische Dienstkonzepte bilden, müssen erste Angebote
auf dem europäischen Markt mit diesem Konzept voll kompatibel sein.
Außer Qucllcodicrung und Multiplexcn sind auch die Aspekte Kanalcodicrung und Modulation zu
behandeln. Hierbei ist die Kompatibilität der Dienste in den drei Übcrtragungssystcmen
(terrestrische Sender, Satelliten und Kabel) zu berücksichtigen, um zu gewährleisten, daß die
Zuschauer an ihrem Wohnort mit ein und demselben Empfanger alle Dienste in Anspruch nehmen
können, die über das dort verfügbare System bereitgestellt werden. In Europa wird dem Aufbau
von terrestrischen Monofrcquenznetzen und Mobilfunkdiensten nun noch größere Bedeutung
beigemessen. Das COFDM-Modulationssystem kann in dieser Hinsicht äußerst hilfreich sein.
Schließlich muß die umstrittene Frage, ob gemeinsame europäische Zugangsbercchtigungssystcme
entwickelt werden sollen, angegangen und sobald wie möglich gelöst werden.
3.1.4 Uneingeschränkte, offene Konsultationen
Die Bereitstellung fortgeschrittener Femsehdienste ist ein marktwirtschaftliches Phänomen, das in
einen ordnungspolitischen Rahmen eingebettet ist. Diese Dienste werden in der Regel nur
bereitgestellt, wenn sich die Marktteilnehmer, die in die Systementwicklung investieren und das
Risiko des Dienstangebots auf sich nehmen, dafür entscheiden. Das ordnungspolitischc Umfeld der
Normen und Frequenzzuweisungen ist jedoch ein entscheidender Faktor, der in gewissem Maße die
Aktionsfreiheit der Dicnsterbringer begrenzt. Ein möglichst intensiver Dialog ist daher sowohl für
Dicnstcrbringcr als auch für die Aufsichtsbehörden äußerst wichtig, damit sie sich über ihre
einzelnen und gemeinsamen Zuständigkeiten voll im klaren sind und diese im Interesse einer
harmonischen Marktentwicklung abstimmen.
3.1.5 Wahrnehmung der Interessen der Öffentlichkeit
Die Gemeinschaft und die Mitglicdstaatcn sind stets verpflichtet, die Interessen der Öffentlichkeit
gegen Bedrohungen durch einflußreiche industrielle und kommerzielle Interessengruppen zu
schützen. Vcrbrauchcrschutz und Gewährleistung eines lauteren Wettbewerbs sind Eckpfeiler der
nationalen und europäischen Politik generell und auch für den hier behandelten Bereich besonders
relevant.
In einer Phase der zunehmenden Medienkonzentration sollte auch gewährleistet sein, daß alle
Sender Zugang zu digitalen Rundftinktechnologien erhalten und keine Hindernisse für neue
Marktteilnehmer bestehen. Im Hinblick auf einen offenen Markt sollte verhindert werden, daß die
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Medien restriktive Praktiken verfolgen, um sich mit ihren eigenen Technologien durchzusetzen bzw
den Wettbewerb durch konkurrierende Fernsehprogramme einzuschränken.
3.2    Die nächsten Schritte zur Entwicklung einer Gemeinschaftspolitik im Bereich des
       Digitalfernsehens
Zahlreiche Überlegungen und Tätigkeiten in Europa betreffen derzeit den Bereich des
Digitalfemsehcns. Das Potential der neuen Technologie, die damit verbundenen Sachzwänge und
grundlegenden Anforderungen für die künftige Nutzung dieses Potentials zeichnen sich deutlicher
ab. Allerdings sind diese Überlegungen noch nicht so weit ausgereift, daß man zum gegenwärtigen
Zeitpunkt endgültige Vorschläge für die langfristige Gemeinschaftspolitik unterbreiten könnte. Im
Gegenteil, es empfiehlt sich nicht, schon jetzt neue gemeinschaftliche Rechtsvorschriften für dieses
Gebiet vorzuschlagen.
Dies ist nicht die Absicht der vorliegenden Mitteilung. Sie will vielmehr
*      über die Entwicklungen der Technologie und des technologischen Potentials berichten,
*      über die Tätigkeiten in Europa und in anderen Teilen der Welt berichten,
*      mögliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Gemeinschaftspolitik vorschlagen.
Nachdem im letzten Abschnitt die möglichen Grundlagen der entsprechenden Gemeinschaftspolitik
erläutert wurden, wird in diesem Kapitel auf die Aktionen und die Initiativen eingegangen, die in
unmittelbarer Zukunft - d.h. in den kommenden ein bis zwei Jahren - erforderlich sind.
3.2.1 Konsultation der Marktteilnehmer
Die Marktteilnehmer dieser Branche (öffentliche und private Sender, Hersteller, Betreiber von
Kabel-, Satelliten- und terrestrischen Telekom-Systemen) werden die künftige Entwicklung
fortgeschrittener Femsehsysteme in Europa entscheidend beeinflussen. Ihre kommerziellen Pläne
und Ambitionen, ihr Technologiebedarf, ihre gegenseitige Abhängigkeit und ihre Ansichten zu
entsprechenden Rechtsvorschriften der Mitglicdstaatcn und der Gemeinschaft sind wichtige
Faktoren für die Gemeinschaftspolitik.
Die European Digital Video Broadcasting Group bildet nun ein offenes Konsultationsforum, in dem
diese Marktteilnehmer ihre Meinung äußern und zusammen auf gemeinsame Ziele hinarbeiten
können. Die Kommission hält dies für eine positive Entwicklung und wird diese Tätigkeit weiterhin
unterstützen. Die Entscheidung der Gmppe, der Kommission ihre Überlegungen und
Arbeitsergebnisse als Vorleistung für die Festlegung der Gemeinschaftspolitik zur Verfügung zu
stellen, ist zu begrüßen.
Gleichzeitig ist die Gmppe ein unabhängiges Gremium, und eben darin liegt ihre Stärke. Daher
empfiehlt es sich, daß die Kommission die Absichtserklärung unterzeichnet und damit beitritt.
Die Kommission wird jedoch die Beratungen der Gmppe aufmerksam verfolgen und hierzu
Vertreter in das Steering Board und die verschiedenen Arbeits- und Ad-hoe-Gruppen entsenden.
Die Kommission sieht den Ergebnissen, die die Gruppe im kommenden Jahr in bezug auf
Dienstanforderungcn, Systemkonfigurationen und Zeithorizonte erarbeiten wird, mit Interesse
entgegen. Soweit dabei ein Konsens zwischen den betreffenden Marktteilnehmern erzielt wird, der
mit der notwendigen langfristigen Perspekte vereinbar ist und nicht mit den Interessen der
Öffentlichkeit kollidiert, wird die Kommission dies gmndsätzlich als positive Vorleistung für die
Festlegung der Gemeinschaftspolitik betrachten.
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 Die Verbraucher (Zuschauer) sind natürlich wichtige Partner der Hersteller, Bei der Entwicklung
 und Einführung digitaler Femsehsysteme sollten vor allem ihre Ansichten berücksichtigt werden
 Die Anwesenheit von Vcrbrauchervcrtretem, möglicherweise mit Beobachterstatus, bei den
 Beratungen der European Group on Digital Video Broadcasting würde es gestatten, ihnen einerseits
 einschlägigen Informationen und Erläutemngen zu vermitteln und andererseits ihre Beiträge zur
 Kenntnis zu nehmen.
 Unabhängig von den vorstehenden Überlegungen wird die Kommission stets ein offenes Ohr für die
 Ansichten aller Gremien haben, die ein berechtigtes Interesse in diesem Bereich vertreten, und ihre
 Stellungnahmen gegebenenfalls bei der Ausarbeitung ihrer Vorschläge für politische Maßnahmen
berücksichtigen.
 3.2.2    Forschung und Entwicklung
 Mit den FuE-Tätigkeitcn des Vierten Rahmenprogramms wird gewährleistet, daß alle notwendigen
 Bausteine der Technologie zur Verfügung stehen, die die Planung der langfristigen Strategie für
 Multimcdiensystcme und -dienstc erfordert.
Ziel der FuE-Arbcitcn ist die Integration von Breitbanddiensten einschließlich terrestrischer, kabel-
und satellitcngestütztcr Femschvcrteildicnste - mit öffentlich vermittelten digitalen Diensten (ISDN
und GSM) im Hinblick auf interaktive Multimedicndienste.
Vor allem im Bereich des Rundfunks gilt es, das Frequenzspektrum effizienter zu nutzen, die Zahl
der Kanäle zu erhöhen, die Dicnstqualität sämtlicher Fcmschvcrtcilnctze zu verbessern und
Technologien für die flexible Nutzung der digitalen Videokommunikation (einschließlich
ultrahochauflösendcr Videodienste) für verschiedene Anwendungszwecke zu verbessern.
Die sich weltweit abzeichnende Perspektive der "Faser bis zum Teilnehmer" sowie der mobile und
portable Empfang audiovisueller Dienste stellen ein umfangreiches Potential für die Einftihrung von
Multimcdicndicnstcn in Aussicht. Weitere Forschungstätigkeiten sind dem interaktiven Fernsehen,
der zweiten Generation von Codiertechniken für Anwendungen mit sehr niedriger Bitratc (z.B.
Mobilvideokommunikation) und dem höchstauflösenden Fernsehen gewidmet. Fernziele sind ein
intelligentes Hcimtcrminal (Telecomputer), die Einführung elektronischer Zeitungen (über Abfrage-
oder Rundfunk-Funktionen, Flachbildschirme, die den Weg zum HDTV und zum Empfang von
3D-Bildcm eröffnen, Vcrarbeitungs- und Anzeigetechniken für innovative Anwendungen wie
Telepräscnz und fortgeschrittene Mensch-Maschine-Interaktion.
Ferner werden Digitaltcchnologien für die kostenwirksame Übertragung und den Empfang von
Bildern mit unterschiedlicher Auflösung auf Breitschirmen und tragbaren Empfängern in einer
kohärenten digitalen Bildhierarchie entwickelt. Ein flexibles Mulitplexschema wird verschiedene
Konfigurationen von Bild- und Tonströmen innerhalb eines Kanals, die Zugriffskontrolle auf
Programm- und Kanalebene sowie die effizientere Nutzung des Frequenzspektmms ermöglichen.
Die technologischen Entwicklungen umfassen: die Entwicklung von Systemen zur effizienten
Frequenzzuweisung; multimediale Kommunikationsarchitckturcn; interoperable
Quellcodierungssysteme für Speicherung, Übertragung und Anzeige; gemeinsame
Kanalcodiemngs- und Modulationstechniken für Digitalübertragung sowie hochentwickelte
Betriebssysteme für die Verwaltung multimedialer Objekte.
Die Arbeiten beinhalten ferner die Entwicklung modemer Bildkompressionssysteme für die
Kommunikation von Medien in begrenzten Bandbreiten sowie Bildanalyse, -interpretation und -
gencricrung für neue Dienste, z.B. 3D-Videokommunikation und "virtuelle Präsenz". Vorgesehen
sind ferner die Entwicklung von Stereo- und 3D-Darstellungstcchnologicn; fortgeschrittene
Bildcrfassung, -aufbercitung, -speichcrung und -wiedergäbe; sowie Dialogtechniken wie z.B.
Markieren und Gestenerkennung.
Die Ergebnisse dieser vorwcttbewcrblichcn Zusammenarbeit werden einen wesentlichen Beitrag zu
gemeinsamen Funktionsspezifikationen und Normen leisten, insbesondere was Protokolle für
Multimedienkommunikation und Bildcodierung betrifft, und die mengenbedingten
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 RationalisicmngscfTektc ermöglichen, auf die die Industrie angewiesen ist, um auf dem Weltmarkt
wettbewerbsfähig zu bleiben.
3.2.3 Normung
Die Kommission wird die Arbeit der europäischen und internationalen Normungsgremien auf
diesem Gebiet aufmerksam verfolgen. Sie wird bei Bedarf die europäischen Vorleistungen für die
internationalen Normungsgremien koordinieren. Außerdem werden die Arbeitsergebnisse der
Digital Video Broadcasting Group beobachtet, sofern ihre Entscheidungen zu Spezifikationen
führen, die für den Normungsprozeß verwertbar sind. Sobald ein Bestandteil des künftigen Systems
normungsbercit ist, wird die Kommission die Unterstützung dieses Vorgangs erwägen und einem
entsprechenden Normungsgremium hierfür einen Auftrag erteilen. Dieser Normungsprozeß ist
natürlich von der Rechtsetzung zu unterscheiden, die die Erfüllung einer bestimmten Norm unter
bestimmten Bedingungen auf Gcmcinschaftscbcnc vorschreibt.
Als besonders dringend erweist sich - bei einem Zeithorizont von einigen Monaten - die Frage des
Satcllitcn-Digitalfcmsehens. Wie bereits erwähnt, beabsichtigen einige führende gebührenpflichtige
Satcllitcnscndcr, ab der zweiten Hälfte 1994 Dienste mit digitalen Kompressionstechniken
anzubieten. Um die künftige Entwicklung des Marktes für Digitalfcrnschen zu gewährleisten, ist es
überaus wichtig, bei diesen ersten Angeboten genormte Systeme zu verwenden; die Nonnen müssen
mit den künftigen globalen, höherentwickeltcn Systemen aufwärtskompatibcl sein. Die Kommission
wird diese Entwicklung in den kommenden Monaten besonders aufmerksam verfolgen und bei
Bedarf weiterhin Normungsaufträge erteilen.
Auch die Fortschritte der Digital Video Broadcasting Group zu einem gemeinsamen Konzept für
die Zugangsberechtigung wird die Kommission aufmerksam beobachten und daraufhinwirken, daß
etwaige Ergebnisse den Interessen der breiten Öffentlichkeit Rechnung tragen. Die
Gemeinschaftspolitik auf diesem Gebiet sollte auf die Sicherstcllung eines lauteren, offenen
Wettbewerbs einerseits und auf den Schutz der Verbraucherintercsscn andererseits abzielen. Hierzu
sollte eine Zugangsberechtigungsumgebung geschaffen werden, die neuen Marktteilnehmern den
Zugang zum gebührenpflichtigen Femsehen erleichtert und gewährleistet, daß der Zuschauer nicht
mehrere "Boxen" erwerben muß, um verschiedene Dienste in Anspruch zu nehmen. In der Praxis
würde eine solche Umgebung eine relativ weitgehende Kompatibilität zwischen den
Zugangsbcrcchtigungssystcmen auf den europäischen Märkten erfordern.
Mit dem Wachstum des Marktes für Abonnementfernschcn breitet sich auch die Piraterie bei
Zugangsbcrcchtigungssystcmen aus. Um dieses Phänomen zu bekämpfen, sollte die
Gemeinschaftspolitik bestrebt sein, die einzelstaatlichen Rechtsvorschriften gegen das Piratcntum
zu harmonisieren.
3.2.4 Frcqucnzplanung und Implcmentierungsszenaricn
Die Kommission wird einen Dialog mit und zwischen den Mitglicdstaaten in bezug auf künftige
Anforderungen an die Frcqucnzplanung für digitale Rundfunk- und zugehörige Dienste einleiten.
In diesem Zusammenhang werden ferner die Implementierungsstratcgicn einschließlich der
Umstellungsstrategien mit den Mitgliedstaaten erörtert. Damit soll aus der langfristigen Perspektive
ein wichtiger Beitrag für das künftige europäische Digitalfcrnschen geleistet werden.
3.2.5 Zusammenarbeit mit Drittländern
Die Kommission gedenkt einen Dialog mit den Vereinigten Staaten und Japan einzuleiten, um die
Kompatibilität der Systeme in den drei Regionen so weit wie möglich zu gewährleisten, sofern dies
angesichts der unterschiedlichen Anforderungen, Zeithorizonte, infrastrukturbedingten und
sonstigen Sachzwänge in diesen Regionen in der Praxis möglich ist.
3.2.6 Berichterstattung
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Die Kommission beabsichtigt, den Rat und das Europäische Parlament über die laufenden
Entwicklungen auf diesem Gebiet zu informieren. Hierzu wird sie dem Rat, dem Europäischen
Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß bis Ende 1994 über die Entwicklungen
Bericht erstatten und gegebenenfalls Vorschläge für notwendige Gcincinschaftsinitialiven
unterbreiten.
3.3    Schlußfolgerung
Abschließend läßt sich sagen, daß die vorstehende Analyse zwei Problcmkrcise ergeben hat, mit
denen sich die Gemeinschaftspolitik befassen muß.
Der erste Problemkrcis umfaßt Gesichtspunkte, unter denen die Gemeinschaft eindeutig handeln
kann und muß, u.a.:
       Intensivierung und angemessene Koordinierung der Forschung und Entwicklung auf diesem
       Gebiet;
       Förderung der Normung von Digitalfernsehsystcmen einschließlich Digital-HDTV;
       Schutz der öffentlichen Belange durch Gewährleistung eines freien, lauteren Wettbewerbs und
       durch Vcrbrauchcrschutz;
       Fortsetzung des Dialogs mit Drittländern einschließlich der Vereinigten Staaten und Japans,
       um gemeinsame Merkmale der künftigen Femsehsysteme festzulegen und zu vereinbaren, die
       weltweit implementiert werden sollten.
Ein weiterer, möglicherweise weitaus wichtigerer Problemkrcis erfordert eine tiefgreifende
Diskussion der Frage, ob die Gemeinschaft über die Mittel verfügt, um die entsprechenden
Initiativen zu ergreifen. Dazu gehören u.a.:
       die Entwicklung einer langfristigen Perspektive für globale integrierte IBC-Netze der Zukunft,
      die das Digitalfemschen umfassen, sich jedoch nicht darauf beschränken:
      die Entwicklung und Umsetzung kohärenter Strategien für die Umstellung vom derzeitigen
      Analogfemsehen auf das künftige Digitalsystcm. Hierzu gehört auch die notwendige
      Ncuplanung der entsprechenden Frequenzzuweisungen;
      die Frage, ob es sich empfiehlt, bestimmte Normen durch einen Rechtsakt der Gemeinschaft
       zwingend vorzuschreiben.
Der Rat wird ersucht, die obigen Fragen zu erörtern und Leitlinien für die künftige I'litwicklung der
Gemeinschaftspolitik in diesem Bereich vorzugeben.
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                      ENTWURF EINER ENTSCHLIESSUNG DES RATES
                     zu einem Orientierungsrahmen für die Gemeinschaftspolitik
                                   im Bereich des Digitalfcrnsehens
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Mit den Beschlüssen 89/337/EWG, 89/630/EWG, 93/424/EWG und der Richtlinie 92/38/EWG
des Rates hat die Gemeinschaft die strategische Bedeutung des fortgeschrittenen und
hochauflösenden Fernsehens für die Unterhaltungsclektronik- und die Film- und Fernsehindustrie
Europas anerkannt und den strategischen Rahmen für die Einfuhrung des fortgeschrittenen und
hochauflösenden Femsehens in Europa abgesteckt.
In seiner Entschließung 93/C209/01 fordert der Rat die Kommission auf, ihm eine Mitteilung zum
Digitalfernschcn vorzulegen.
Am ... unterbreitete die Kommission dem Rat eine Mitteilung mit dem Titel "Digitalfcrnschen - ein
Qricnticrungsrahmen für die Gemeinschaftspolitik".
Die Digitaltcchnologie bietet wesentliche Vorteile für die Zukunft des Fernsehens und die künftigen
"elektronischen Schnellstraßen".
Diese Vorteile lassen sich am besten nutzen, wenn von Anfang an ein systematisches Konzept
verfolgt wird, das auf einer langfristigen Perspektive basiert.
Gemeinsame Normen sind eine wesentliche Voraussetzung für dieses systematische Konzept.
Zugangsberechtigung ist ein wichtiger Faktor für die Erbringer und Verbraucher von
Abonncmentfcmschdicnstcn; die diesbezügliche Gemeinschaftspolitik sollte betrebt sein, einen
lauteren, offenen Wettbewerb zu gewährleisten, die Interessen der Verbraucher zu schützen und die
Möglichkeit des Piratcntums auf ein Minimum zu begrenzen.
Die entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Gemeinschaft sowie Studien über
Frequenzzuweisung und Implementierungsszcnaricn sollten intensiviert werden.
An der digitalen Fcrnschtcchnologic wird in allen Teilen der Welt gearbeitet; daher ist eine
größtmögliche Kompatibilität der Systeme in verschiedenen Regionen der Welt wünschenswert-
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VER TRI IT FOLGENDE AUFFASSUNG:
1.   Die Digitaltcchnologic bietet wesentliche Vorteile für die Zukunft des Fernsehens und im
     weiteren Sinne für die künftigen elektronischen Schnellstraßen bzw. die integrierte
     Breitbandkommunikation, für die das Digitalfcrnschen eine treibende Kraft darstellen kann;
2.   diese potentiellen Vorteile lassen sich in der Praxis nur dann voll ausschöpfen, wenn die
     Markteinfühmng nach einem System erfolgt, das die stufenweise und reibungslose
     Entwicklung des Marktes zu neuen, höherentwickelten und kompatiblen Diensten erleichtert
     und nicht verzögert;
3.   eine wesentliche Voraussetzung für diese systematische Marktentwicklung ist die Übernahme
     gemeinsamer Normen, die kurzfristig die notwendige Markttransparenz für Hersteller und
     Verbraucher bei der Einführung erster Digital femsehdienste gewährleistet, aber auch das
     Potential für die spätere marktgerechte, reibungslose Umstellung auf neue, höhercntwickelte
     Dienste einschließlich des hochauflösenden Fernsehens bietet;
ERKLÄRT*,)
1. daß dieses Ziel der systematischen Marktentwicklung vorzugsweise durch Herbeiführung eines
   Konsenses aller betroffenen Wirtschaftsteiinchmcr erreicht werden sollte und er
   diesbezüglichen freiwilligen Vereinbamngcn der Beteiligten erwartungsvoll entgegensieht:
2.   sich bereit, bei Bedarf ordnungspolitische Maßnahmen zu treffen, um die Verwirklichung
     dieses Ziels und den Schutz besagter Interessen zu fordern, wenn
     i)    kein entsprechender Konsens der Wirtschaftsteiinchmcr erreicht wird, der die
           systematische Marktentwicklung gewährleistet
     und/oder
     ii)   der lautere, offene Wettbewerb, der Verbraucherschutz oder sonstige wesentliche
           Interessen der Öffentlichkeit es erfordern;
VERTRITT FOLGENDE ANSICHT:
1.   Die Zugangsberechtigung ist ein wesentlicher Faktor für Erbringer und Empfänger
    gebührenpflichtiger Femsehdienste;
2. die Gemeinschaftspolitik in diesem Bereich sollte den lauteren, offenen Wettbewerb
   gewährleisten, die Verbraucherintercsscn schützen und die Möglichkeit des Piratentunis auf ein
   Minimum begrenzen. Hierzu sollte eine Zugangsberechtigungsumgebung geschaffen werden,
   die neuen Marktteilnehmern den Zugang zum Abonnement fernsehen erleichtert und
   gewährleistet, daß der Zuschauer nicht mehrere "Boxen" erwerben muß, um verschiedene
   Dienste in Anspmch zu nehmen. In der Praxis ließe sich eine solche Umgebung durch ein
   Zugangsberechtigungssystem erreichen, das hinreichend "offen" ist, um allen konkurrierenden
   Diensterbringern einen angemessenen Zugang zu gewähren, und das genormte
   Kundenschnittstellen umfaßt. Dieses System müßte femer genügend Sicherheit bieten, um die
   Möglichkeit des Piratentums auf ein Minimum zu begrenzen;
BEGRÜSST DIE ABSICHT DER KOMMISSION,
I.  mit dem vierten Rahmenprogramm FuE-Tätigkcitcn in den entsprechenden Bereichen
    vorzuschlagen, um sicherzustellen, daß alle notwendigen Bausteine der Technologie zur
    Verfügung stehen, die die Planung der langfristigen Strategie für Multimedicnsystcme und -
    dienste erfordert;
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2. die Normung des Digitalfemsehcns durch Aufträge an europäische Normungsgremicn zu
   fördern;
3. die Entwicklung von Implementicmngsszenaricn unter Mitwirkung der Marktteilnehmer und
   einzelstaatlichen Verwaltungen zu fördern, wobei die notwendigen Maßnahmen zu treffen
   sind, um den reibungslosen Übergang vom derzeitigen Analog- bis zum volldigitalcn
   Fernsehen zu gewährleisten;
4. mit den entsprechenden Behörden der Mitglicdstaaten Gespräche über Fragen der
   Frequenzzuweisung für den Digitalrundfunk einzuleiten, um ein gemcinschaftswcitcs Konzept
   der optimalen Nutzung des Frequenzspektrums zu entwickeln, das eine wertvolle natürliche
   Ressource ist;
5. mit Drittländern einschließlich der Vereinigten Staaten und Japans einen Dialog zu führen, um
   gemeinsame Merkmale der künftigen Femsehsysteme festzulegen und zu vereinbaren, die
   weltweit zu implementieren sind;
FORDERT DIE KOMMISSION AUF,
1. nach der Konsultation der Marktteilnehmer und einzelstaatlichen Behörden zur Entwicklung
   der Implementicmngsszenaricn und zur Frequenzzuweisung dem Rat über das Ergebnis zu
   berichten und gegebenenfalls erforderliche Aktionsvorschläge zu unterbreiten;
2. alle technologischen und marktwirtschaftlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem
   Digital fernsehen aufmerksam zu verfolgen und dem Rat hierüber so bald wie nötig und
   sinnvoll, in jedem Fall aber bis zum 1. Juli 1995, zu berichten und gegebenenfalls notwendige
   Aktionsvorschläge zu unterbreiten.
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                                                                    ISSN 0254-1467
                                                          KOM(93) 657 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             15
                                 Katalognummer : CB-CO-93-595-DE-C
                                                           ISBN 92-77-60790-4
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg