CELEX: C1999/366/20
Language: de
Date: 1999-12-18 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Sechste Kammer) vom 29. September 1999 in der Rechtssache C-56/98 (Vorabentscheidungsersuchen des Supremo Tribunal Administrativo): Modelo SGPS SA gegen Director-Geral dos Registos e Notariado (Richtlinie 69/335/EWG - Indirekte Steuern auf die Ansammlung von Kapital - Gebühren für die notarielle Beurkundung einer Kapitalerhöhung, einer Änderung der Firma und einer Verlegung des Sitzes einer Kapitalgesellschaft)

18.12.1999              DE                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          C 366/13
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                    gezeichneten Nennkapital steigt, stellt keine Abgabe mit Gebüh-
                                                                            rencharakter im Sinne des Artikels 12 Absatz 1 Buchstabe e der
                         (Sechste Kammer)                                   Richtlinie 69/335 in der Fassung der Richtlinie 85/303 dar.
                                                                        4. Artikel 10 der Richtlinie 69/335 in der Fassung der Richtlinie
                    vom 29. September 1999                                  85/303 begründet Rechte, auf die sich der einzelne vor den
                                                                            nationalen Gerichten berufen kann.
in der Rechtssache C-56/98 (Vorabentscheidungsersuchen
des Supremo Tribunal Administrativo): Modelo SGPS SA
     gegen Director-Geral dos Registos e Notariado (1)                  (1) ABl. C 113 vom 11.4.1998.
(Richtlinie 69/335/EWG — Indirekte Steuern auf die An-
sammlung von Kapital — Gebühren für die notarielle
Beurkundung einer Kapitalerhöhung, einer Änderung der
Firma und einer Verlegung des Sitzes einer Kapitalgesell-
                                schaft)
                                                                                       URTEIL DES GERICHTSHOFES
                           (1999/C 366/20)
                                                                                                (Sechste Kammer)
                  (Verfahrenssprache: Portugiesisch)                                          vom 5. Oktober 1999
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der  in der Rechtssache C-179/95: Königreich Spanien gegen
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)                               Rat der Europäischen Union(1)
                                                                        (Fischerei — Regelung zur Begrenzung der Fangmöglichkei-
In der Rechtssache C-56/98 betreffend ein dem Gerichtshof
                                                                        ten und ihrer Aufteilung zwischen den Mitgliedstaaten —
nach Artikel 177 EG-Vertrag (jetzt Artikel 234 EG) vom
                                                                               Austausch von Fangquoten — Nichtigerklärung)
portugiesischen Supremo Tribunal Administrativo in dem
bei diesem anhängigen Rechtsstreit Modelo SGPS SA gegen
Director-Geral dos Registos e Notariado, Streithelfer: Ministério                                (1999/C 366/21)
Público, vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die
Auslegung des Artikels 4 Absatz 3 sowie der Artikel 10 und
12 Absatz 1 Buchstabe e der Richtlinie 69/335/EWG des Rates                                 (Verfahrenssprache: Spanisch)
vom 17. Juli 1969 betreffend die indirekten Steuern auf die
Ansammlung von Kapital (ABl. L 249, S. 25) in der Fassung
der Richtlinie 85/303/EWG des Rates vom 10. Juni 1985 (ABl.             (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
L 156, S. 23) hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter                          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
Mitwirkung des Kammerpräsidenten P. J. G. Kapteyn sowie
der Richter J. L. Murray und H. Ragnemalm (Berichterstatter)            In der Rechtssache C-179/95, Königreich Spanien (Be-
— Generalanwalt: G. Cosmas; Kanzler: L. Hewlett, Verwal-                vollmächtigte: A. Navarro González und Abogado del Estado
tungsrätin — am 29. September 1999 ein Urteil mit folgendem             R. Silva de Lapuerta) gegen Rat der Europäischen Union,
Tenor erlassen:                                                         (Bevollmächtigte: J. Carbery und G.-L. Ramos Ruano), unter-
                                                                        stützt durch Kommission der Europäischen Gemeinschaften
1. Die Gebühren für die notarielle Beurkundung eines unter die          (Bevollmächtigte: T. Van Rijn und B. Vilá Costa) wegen Nichtig-
    Richtlinie 69/335/EWG des Rates vom 17. Juli 1969 betreffend        erklärung des Anhangs IV Nummer 1, 1.1, Absatz 2 Ziffer i
    die indirekten Steuern auf die Ansammlung von Kapital in der        letzter Halbsatz der Verordnung (EG) Nr. 685/95 des Rates
    Fassung der Richtlinie 85/303/EWG des Rates vom 10. Juni            vom 27. März 1995 zur Steuerung des Fischereiaufwands
    1985 fallenden Rechtsgeschäfts sind in einem Rechtssystem, in       in bestimmten Fanggebieten und in bezug auf bestimmte
    dem der Notar Beamter ist und ein Teil dieser Gebühren dem          Fischereiressourcen der Gemeinschaft (ABl. L 71, S. 5) und des
    Staat für die Finanzierung seiner Aufgaben zufließt, als Steuer     Anhangs I, fünfter Abschnitt: Sardelle, der Verordnung (EG)
    im Sinne der Richtlinie anzusehen.                                  Nr. 746/95 des Rates vom 31. März 1995 zur Änderung der
                                                                        Verordnung (EG) Nr. 3362/94 zur Festlegung der zulässigen
2. Die Gebühren für die notarielle Beurkundung der Erhöhung des         Gesamtfangmengen und entsprechender Fangbedingungen für
    Kapitals sowie der Änderung der Firma und der Verlegung des        bestimmte Fischbestände oder -bestandsgruppen für 1995
    Sitzes einer Kapitalgesellschaft sind nach Artikel 10 Buchstabe c   (ABl. L 74, S. 1), hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter
    der Richtlinie 69/335 in der Fassung der Richtlinie 85/303          Mitwirkung des Präsidenten der Zweiten Kammer G. Hirsch in
    grundsätzlich verboten, wenn sie eine Steuer im Sinne dieser        Wahrnehmung der Aufgaben des Präsidenten der Sechsten
    Richtlinie darstellen.                                              Kammer (Berichterstatter) sowie der Richter J. L. Murray und
                                                                        H. Ragnemalm — Generalanwalt: S. Alber; Kanzler: D. Louter-
3. Eine Abgabe für die notarielle Beurkundung der Erhöhung des          man-Hubeau, Hauptverwaltungsrätin — am 5. Oktober 1999
    Kapitals sowie der Änderung der Firma und der Verlegung des        ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
    Sitzes einer Kapitalgesellschaft, wie die im Ausgangsverfahren
    streitigen Gebühren, die ohne Obergrenze proportional zu dem        1. Die Klage wird abgewiesen.