CELEX: 51991PC0330
Language: de
Date: 1991-09-18
Title: GEAENDERTER VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES UEBER EIN SPEZIFISCHES PROGRAMM FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH DER NUKLEAREN SICHERHEIT BEI DER KERNSPALTUNG ( 1991-1994 )

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             KOM(91)330   endg.
                                             Brüssel, den    ig September 1991
                    Geänderter Vorschlag für einen
                           BESÇHLUSS PES RATES
                      über ein spezifisches Programm für
                  Forschung und technologische Entwicklung
           im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung
                                 (1991-1994)
          (gemäß Artikel 149 Paragraph 3 des EWG-Vertrags
                     von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                   Geänderter Vorschlag für eine Entscheidung des Rates
                            über ein spezifisches Programm für
                        Forschung und technologische Entwicklung
          im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung (1991-1994)
                                       Begründung
 Anläßlich der Prüfung des Vorschlags der Kommission über ein spezifisches Programm
 für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der Umwelt (1990-1994) hat
 der Rat beschossen, daß der für die Durchführung dieses Programms veranschlagte
 Betrag der Gemeinschaftsausgaben von 260 Mio.ECU auf 264 Mio.ECU aufgestockt
 werden müsse. Daher beläuft sich der in der Haushaltslinie Umwelt des
 Rahmenprogramms verfügbare Betrag für den Bereich Umwelt des nächsten
 Mehrjahresprogramms (1992-1994) der GFS auf 150 Mio.ECU anstelle der von der
 Kommission vorgeschlagenen 154 Mio.ECU.
 Unter diesen Umständen und im Hinblick auf die Wahrung des allgemeinen
 Gleichgewichts der Aktionen des dritten Rahmenprogramms 1990-1994 zwischen den auf
 550 Mio.ECU veranschlagten Aktionen der GFS und den Aktionen auf
 Kostenteilungsbasis ohne Überschreitung der vorgesehenen Mittel ist es notwendig, den
 zur Durchführung des spezifischen Programms "Nukleare Sicherheit bei der
 Kernspaltung" veranschlagten Betrag der Gemeinschaftsausgaben um 4 Mio.ECU zu
 verringern und den Betrag für die kerntechnischen Tätigkeiten des nächsten
 Mehrjahresprogramms der GFS von 162 Mio.ECU auf 166 Mio.ECU zu erhöhen. Die
 4 Mio.ECU der Haushaltslinie Umwelt des Rahmenprogramms waren ursprünglich der
 GFS zugewiesen worden, um einen gleichwertigen Betrag für Aktionen auf
 Kostenteilungsbasis über die Sicherheit der Kernspaltung freizusetzen.
 Unabhängig von diesem budgetären Aspekt berücksichtigt der geänderte Vorschlag über
ein spezifisches Programm "Nukleare Sicherheit bei der Kernspaltung" die folgenden
Faktoren:
     die Schlußfolgerungen der Vorsitzenden der drei Institutionen vom 17. April 1991
    betreffend die spezifischen Forschungsprogramme des 3. Rahmenprogramms
    die Änderungen des Europäischen Parlaments, die die Kommission am 12. Juli
    anlässlich der Prüfung des ursprünglichen Kommissionsvorschlags angenommen hat
    die Schlußfolgerungen der Beratungen des Rates anlässlich der Prüfung der fünf
    ersten Programmvorschläge des 3. Rahmenprogramms.
Diese Anpassungen ändern nicht die Ziele und den Inhalt des ursprünglichen Vorschlags
der Kommission (KOM(90)343). Die Kommission ist der Meinung, dass sie in der Lage
sein v-'iru, unter Beibehaltung der Aufschlüsselung der Mittelzuweisungen auf
Strahlen: "l'vfz ^nJ Reaktorsicherheit die Kohärenz ihrer Aktion zu erhalten. Jedoch
erkennt sie, dass die Verringerung der verfügbaren Mittel eine Verstärkung der dieser
                                                                                       /( ol
 ---pagebreak--- Aktion zuzu.vcisenden Mittel anlässlich der Revision des Rahmenprogramms noch
dringlicher macht.
                                                                              / *>
 ---pagebreak---                                               2-
                                          INHALT
                                                        Seite
Geänderter Vorschlag für eine Entscheidung des Rates
über ein spezifisches Programm für Forschung
und technologische Entwicklung im Bereich der nuklearen
Sicherheit bei der Kernspaltung (1991-1994)
ANHANG I
Wissenschaftliche und technische Ziele und Inhalt
ANHANG II                                                14
Vorläufige Aufschlüsselung der Mittelzuweisungen
ANHANG III                                               15
Modalitäten der Durchführung des Programms und
Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse
 ---pagebreak---                                  Geänderter Vorschlag für eine
                               ENTSCHEIDUNG DES RATES
 über ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der
 nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung (1991-1994)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft, insbesondere auf
 Artikel 7,
 auf Vorschlag der Kommission1, die den Ausschuß für Wissenschaft und Technik angehört
 hat,
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament2,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses3
1
      ABl. Nr. C ...
2
     ABl. Nr. C ...
3
     ABI. Nr. C ...
 ---pagebreak---  in Erwägung nachstehender Gründe:
 Mit Beschluß 90/221/Euratom, EWG4 hat der Rat ein drittes gemeinschaftliches
 Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990-1994)
 angenommen, in dem insbesondere die auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit bei der
 Kernspaltung durchzuführenden Aktionen umrissen sind. Die vorliegende Entscheidung muß
 ira Lichte der Begründung in der Präambel zu dem genannten Beschluss ergehen.
Für unter den EAG Vertrag fallende Massnahmen, sieht Artikel 2 des Beschlusses
90/221/Euratom, EWG vor, daß das dritte Rahmenprogramm mit Hilfe von Programmen
durchgeführt wird, die gemäß Artikel 7 des genannten Vertrags verabschiedet werden.
Die Gemeinsame Forschungsstelle trägt mit ihrem eigenen Programm zur Durchführung der
genannten Maßnahmen bei.
Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG enthält der für das
gesamte Rahmenprogramm als notwendig erachtete Betrag eine Summe von 57 Mio. ECU für
die zentralisierten Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung, die proportional zu dem für
jedes spezifisches Programm vorgesehenen Betrag aufzuteilen ist.
Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung
muß gemeinschaftsweit gefördert werden.
Über das spezifische Programm "Mensch und Mobilität" hinaus könnte es erforderlich sein, die
Ausbildung des Forschungspersonals im Zusammenhang mit diesem Programm zu fördern.
Es erscheint wünschenswert, im Rahmen dieses Programms eine Bewertung der
wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sowie der möglichen technologischen Risiken
vornehmen zu lassen.
Der Beschluß 90/221/Euratom, EWG sieht als besonderes Ziel der gemeinschaftlichen
Forschung die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der
     ABl. Nr. L 177 vom 8.5.1990 S.28
 ---pagebreak---                                                -5-
europäischen Industrie vor sowie die Unterstützung der Industrie, um sie auf internationaler
Ebene wettbewerbsfähiger zu machen. Danach ist eine Gemeinschaftsaktion dann
gerechtfertigt, wenn sie unter Beachtung des Strebens nach wissenschaftlicher und technischer
Qualität unter anderem zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der
Gemeinschaft und zur Förderung ihrer harmonischen Entwicklung in allen Bereichen beiträgt.
Das Programm für Forschung im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung soll
zur Erreichung dieser Ziele beitragen.
Der Aufbau einer Zusammenarbeit in der Forschung und der technologischen Entwicklung
mit Drittländern, in erster Linie mit Mitgliedern von COST und den Ländern Osteuropas und
mit internationalen Organisationen, kann sich für die Entwicklung des vorliegenden
Programms als besonders nutzbringend erweisen.
Es ist notwendig, wie in Anhang II des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG vorgesehen, einen
harmonisierten Ansatz zur nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung zu fördern, indem alle
beteiligten Stellen einbezogen werden, so daß die vorwettbewerbliche Dimension der
Forschung, insbesondere im Bereich des Strahlenschutzes und der Reaktorsicherheit verstärkt
wird.
 ---pagebreak--- HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                            Artikel 1
 1. Ein spezifisches Programm der Europäischen Atomgemeinschaft für Forschung und
    technologische Entwicklung im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung
    gemäß Anhang I wird für den Zeitraum vom ...bis zum 31. Dezember 1994 beschlossen.
                                            Artikel 2
 1. Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel betragen
    32,67 Millionen ECU, einschließlich der Personal- und Verwaltungsausgaben in Höhe von
    6,2 MIO.ECU.
2. Eine vorläufige Ausschlüsselung dieser Mittel ist in Anhang II festgelegt.
3. Faßt der Rat einen Beschluß nach Artikel 1 Absatz 4 des Beschlussses 90/221/Euratom,
    EWG, so wird die vorliegende Entscheidung entsprechend angepaßt.
                                            Artikel 3
    Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sowie die Höhe der finanziellen
    Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang III festgelegt.
                                            Artikel 4
1. Die Kommission überprüft das Programm im zweiten Jahr der Durchführung und
    übermittelt dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über die Ergebnisse
    dieser Prüfung, dem erforderlichenfalls Änderungsvorschläge beigefügt werden.
2. Nach Abschluß des Programms läßt die Kommission die Ergebnisse durch eine Gruppe
    von unabhängigen Sachverständigen bewerten. Der Bericht dieser Gruppe wird zusammen
    mit den Bemerkungen der Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat
    vorgelegt.
 ---pagebreak---                                              -7-
3. Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Berichte werden unter Berücksichtigung der in
    Anhang I der vorliegenden Entscheidung festgelegten Ziele gemäß Artikel 2 Absatz 4 des
    Beschlusses 90/221/Euratom, EWG erstellt.
                                          Artikel 5
   Um die Kommission bei der Durchführung des Programms zu unterstützen wird ein
   Beratender Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß (BVKA) für nukleare Sicherheit
   bei der Kernspaltung eingesetzt. Artikel 2 bis 6 der Ratsentscheidung 84/338/EURATOM,
   CECA CEE5 kommen zur Anwendung.
                                          Artikel 6
   Die Kommission ist ermächtigt, gemäß Artikel 101 Absatz 2 des Vertrags Verhandlungen
   über internationale Abkommen mit dritten Ländern, die dem COST angehören, zu führen,
   darunter im besonderen mit den Mitgliedstaaten der EFTA und mit den Ländern Mittel-
   und Osteuropas, um diese Länder ganz oder teilweise an dem Porgramm zu beteiligen.
                                          Artikel 7
   Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
   Geschehen zu Brüssel am                                Im Namen des Rates
                                                          Der Präsident
   AB!. N-. 1 ' r7 veil <17.1984, S. 25.
 ---pagebreak---                                          ANHANG          I
             WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE ZIELE UND INHALT
 Die Richtlinien des dritten Rahmenprogramms, seine wissenschaftlich-technische Zielsetzung
 und Begründung sind integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.
 Absatz 5B im Anhang II des Rahmenprogramms ist integraler Bestandteü des vorliegenden
 spezifischen Programms. Dort wird erläutert, dass das globale Ziel der Gemeinschafts-
 massnahmen, sowohl im Bereich der technischen Vorschriften als auch im Bereich der
 Forschung darin besteht, zu einer sicheren Nutzung der Kernenergie beizutragen. Diese
 Massnahmen müssen daher sämtliche Sicherheitsprobleme einbeziehen und alle
 Gesichtspunkte der Kernkraftwerke und des Brennstoffkreislaufs erfassen. Dies schliesst die
 Probleme des Umgangs mit Abfällen, radioaktiven Stoffen und Spaltstoffen (insbesondere
 Plutonium) sowie Transport und Lagerung dieser Stoffe, die Stillegung kerntechnischer
 Anlagen und die Unfallgefahren mit Freisetzung radioaktiver Stoffe unter Berücksichtigung
 bereits genehmigter Programme und sonstiger Massnahmen in diesem Bereich ein.
Auf der Grundlage und im Lichte der vorgenannten Elemente wird im Folgenden der Inhalt
des spezifischen Programms analytisch beschrieben.
 Bereich 1. Strahlenschutz
Ziel ist die Bereitstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine objektive Einschätzung
der Strahlenwirkungen und -risiken sowie der Methoden zur Optimierung des
Strahlenschutzes. Es werden Forschungen zur Abgrenzung des Expositionsausmaßes und ihrer
Erscheinungsformen aus natürlichen, medizinischen und industriellen Quellen, zur
Untersuchung der gesundheitlichen Folgen einschließlich der Behandlung einer übermäßigen
Exposition und zur vergleichenden und quantitativen Abschätzung der Gefahren der Strahlung
für den Menschen und seine Umwelt durchgeführt.
 ---pagebreak--- Die durch diese Maßnahmen erzielten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eine
Voraussetzung für die laufende Aktualisierung der "Grundnormen für den Gesundheitsschutz
der Bevölkerung und der Arbeitskräfte gegen die Gefahren ionisierender Strahlungen"6 und
liefern den wissenschaftlichen Hintergrund für die Weiterentwicklung der
Strahlenschutzkonzepte und -praktiken. Sie sollen außerdem die technischen und rechtlichen
Aspekte des Sachwissens auf dem Gebiet des Strahlenschutzes wahren und verbessern und es
den einschlägigen Stellen erlauben, die Auswirkungen langfristiger energiepolitischer
Strategien auf den Menschen und seine Umwelt zu beurteilen, normale Betriebs- und
Notfallsituationen und die Entsorgung der Abfalle zu beherrschen und die Öffentlichkeit
objektiv über die Risiken und Vorteile der Strahlung zu unterrichten.
Es werden Themen im Zusammenhang mit der Besorgnis über die Strahlung und ihre
Auswirkungen angesprochen, die durch den Unfall von Tschernobyl und neuere Informationen
über Risikoabschätzungen und das Ausmaß der Exposition aus natürlichen, medizinischen und
industriellen Quellen hervorgehoben wurden. Die Forschung zielt darauf ab, in diesem immer
komplexer werdenden Bereich die Unsicherheit über die Risikoabschätzung bei niedrigen
Dosen/niedriger Dosisleistung zu verringern, indem die durch zahlreiche experimentelle
Konzepte erzielten Informationen mit denen der Epidemiologie verknüpft werden.
Eine Abschätzung der Gefahren des Radons in Wohnungen soll zur Entwicklung wirksamer
und dauerhafter Gegenmaßnahmen beitragen, und zwar durch Vorschlag von Verzeichnissen
der Stoffe, die im Bauwesen nicht verwendet werden dürfen, und durch Auflistung von
gefährdeten Gebieten. Es werden Forschungsarbeiten über Optimierungsverfahren zur
Reduzierung der Exposition der Patienten durch diagnostische Röntgenuntersuchungen
durchgeführt. Ferner sollen Verwaltungsverfahren entwickelt werden, die sich auf genauere
wissenschaftliche Informationen stützen, um den Strahlenschutz am Arbeitsplatz zu
optimieren.
Es werden wissenschaftliche Verfahren zur Echtzeilabschätzung der Folgen nuklearer Notfälle
und zur Verbesserung der Einsatzplanung entwickelt, damit die wirksamsten
Gegenmaßnahmen getroffen werden können, um die Übertragung der radioaktiven
    ABl. Nr. !. Z'rx vom 17.9.1980, S. 1.
         AB: î>. I. ?65, vom 5.10.1984, S. 4.
 ---pagebreak---                                               10-
Kontamination auf den Menschen zu verringern und die Opfer von Strahlenunfällen zu
behandeln.
Die Lösung der damit verbundenen komplexen Probleme macht es erforderlich, daß
Informationen aus unterschiedlichen Bereichen in einen multidisziplinären Ansatz einbezogen
werden, wobei folgende Themen behandelt werden:
Strahlen- und Radioaktivitätsexposition des Menschen
Ziel ist die Entwicklung von Verfahren zur empfindlichen und zuverlässigen Messung der
Strahlendosen und zur Festlegung des kritischen Pfads der Radioaktivität in der Umwelt und
möglicher Strategien zur Verhinderung des Transfers von Radionukliden auf den Menschen.
Die Messung der Strahlendosen und ihre Interpretation wird durch die Einführung der neuen
dosimetrischen Werte und die Entwicklung besserer Verfahren und Geräte zur Personen- und
Unfalldosimetrie verbessert. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Exposition der
inkorporierten Radionuklide geschenkt.
Das Verhalten der Radionuklide in der Umwelt wird mit Schwerpunkt auf natürlichen und
langlebigen künstlichen Radionukliden untersucht, die sich in natürlichen und halbnatürlichen
Ökosystemen ansammeln oder chemische und biologische Veränderungen erfahren können.
Ferner werden Gegenmaßnahmen zur Verminderung der Folgen der radioaktiven
Kontamination der Umwelt und des Menschen untersucht.
Folgen der Strahlenexposition beim Menschen: Abschätzung,        Verhütung und    Behandlung
Ziel ist die Bestimmung der quantitativen Auswirkungen bei niedrigen Dosen/niedriger
Dosisleistung (stochastische Strahlenwirkungen), die Entwicklung von Möglichkeiten zur
Erkennung und Behandlung der Folgen von Strahlenunfällen (nr'chtstochastischc Wirkungen)
und die Abschätzung der Auswirkungen auf den Organismus im 3ntwicklungsstadiurn.
Auf der Grundlage der Mikrodosimetrie, biophysikalischer Modellierung, Molekular-Zell- und
Tieruntersuchungen und der Epidemiologie werden konzertierte Lösungswege eingeschlagen,
um die betreffenden Mechanismen zu verstehen und die Gefahren für strahleninduzicrten
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 Krebs und genetische Schäden beim Menschen abzuschätzen; zu diesem Zweck werden in
 Verleichsgebieten Stichproben und epidemiologische Auswertungen vorgenommen.
 Das wird die Interpretierung epidemiologischer Daten des Menschen und deren Extrapolation
 auf niedrige Dosen/niedrige Dosisleistung entscheidend unterstützen.
 Die Diagnose und Behandlung von Unfallfolgen nach Ganzkörper- oder lokaler externer
 Exposition oder interner Kontamination mit Radionukliden werden durch die Untersuchung
 ihrer Pathagonese und den Einsatz neuer molekularer und zellularer Techniken verbessert.
 Bei Untersuchungen über Organismen im Entwicklungsstadium liegt der Schwerpunkt auf
Gehirnschäden nach einer Bestrahlung in utero, der Induktion von strahleninduziertem Krebs
und dem Transfer von Radionukliden im Fötus, sowie im Säuglingsalter und in der Kindheit.
Risiken und Bewältigung der Strahlenexposition
Ziel ist die Abschätzung der allgemeinen Risiken der menschlichen Strahlenexposition und die
Bereitstellung von Methoden zur Optimierung und Bewältigung des Strahlenschutzes unter
normalen und Unfallbedingungen.
Informationen über die Belastung des Menschen durch natürliche, medizinische und
industrielle Quellen werden systematisch gesammelt; epidemiologischen Studien, einschließlich
derer über die Exposition am Arbeitsplatz oder bei verstärkter natürlicher Radioaktivität wird
besonderes Gewicht beigemessen. Untersucht werden Faktoren, die die Radonexposition in
Wohnungen beeinflussen und mögliche Gegenmaßnahmen. Die relative Bedeutung der
Strahlenrisiken wird durch den Vergleich mit anderen Risiken herausgestellt.
Die Optimierung des Strahlenschutzes unter normalen und Unfallbedingungen wird im
Hinblick auf die Einhaltung der neuen Schutznormen untersucht. Modelle für
Strahlenunfallfolgen und Noteinsatzverfahren werden weiter entwickelt. Die Optimierung der
Exposition bei der medizinischen Diagnostik wird durch die Entwicklung von
Qualitätssicherungsmessungen für die Bildqualität und Analysen der Risiken und Vorteile der
verschiedenen Verfahren erreicht.
 ---pagebreak---                                                   -12-
     Bereich 2. Reaktorsicherheit
     Gesamtziel dieser neuen Aktion ist es dazu beizutragen, die Erfordeai^e festzustellen, um
     die Sicherheitsanforderungen für künftige Generationen von Kernkraftwerken zu
     gewährleisten und das Vertrauen in Sicherheitsanalysen durch Maßnahmen zur Förderung «. i
     Konzertierung aller zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft zu stärken,
     unabhängig davon, ob sie über ein Kernenergieprogramm verfügen oder nicht.
     Die vorgesehenen Arbeiten werden zur Abschätzung der mit der Konzeption und dem Betrieb
    verbundenen Sicherheitsreserven und zum Aufbau von Vertrauen in die Vollständigkeit der
     Sicherheitsanalysen und die Zuverlässigkeit der mit der Unfalibewältigung verbundenen
     Komponenten beitragen. Sie werden einen Bezugspunkt für Initiativen in der Gemeinschaft
     und eine Grundlage für mögliche, weitergehende Gemeinschaftsaktionen darstellen.
    Ausgewählte Schlüsselthemen über die Sicherheit in Verbindung mit künftigen
    Kernkraftwerken werden unter besonderer Berücksichtigung der passiven Technologie
    behandelt. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt auch auf dem sicheren Einschluß der
rv; Radioaktivität unter ernsten Unfallbedingungen und wird vor allem die Leichtwasserreaktoren
    berücksichtigen, die in der Gemeinschaft, in den übrigen Ländern Europas und in der
    restlichen Welt am weitesten verbreitet sind. Darüber hinaus wird, unter dem Blickwinkel der
    Sicherheit in dem Auslegung, für die neuen Reaktortypen, künftige oder solche, die in der
    Entwicklung sind und zu denen gehören, die in der Zeit bis zum Ende des Jahrhunderts
    verwirklicht werden können, ein gewisser Beitrag geleistet.
    Die konzertierte Aktion auf Gemeinschaftsebene umfaßt Studien, Vergleiche von Methoden
    und Werkzeugen, wie die probabilistische Sicherheitsanalyse, die Validierung von
    Rechenprogrammen mittels experimenteller Ergebnisse, und gemeinsame Bewertungen von
    Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Nach Prüfung der potentiellen Herausforderungen, die
    die Einschließung im Falle von schweren Unfällen darstellen, und deren Auswirkungen auf die
    Leistungsfähigkeit der Sicherhcitshülle werden die wichtigsten Fragen im Rahmen der drei
    folgenden Hauptthemen untersucht:                                                         %
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 Untersuchung des Störfallverlaufs
Die Phänomenologie schwerer Unfälle und ihrer Folgen für die Sicherheitshülle wird unter
Berücksichtigung der auftretenden Phänomene innerhalb des Druckbehälters in Hinblik auf
die Belastung der Sicherheitshülle und außerhalb des Druckbehälters untersucht Bei dieser
Untersuchung werden insbesondere folgende Themen behandelt: Wasserstoffphänomene und
deren Modellierung, Detektion und Überwachung, Spaltproduktverhalten, Kühlfähigkeit von
Korium, Dampfexplosion und Wechselwirkung zwischen Korium und Beton.
 Verhalten und Eignungsnachweis des        Containment-Systems
Die Forschung betrifft die Unversehrtheit des Containment-Systems (Lüftung, seismische und
andere äußere Einflüsse, altersbedingter Qualitätsverlust der Leckdichtigkeit), Modell- und
Ausfallartanalysen (Material- und Strukturverhalten, zum Beispiel vorgespannter Beton) und
die Eignung von Sicherheitsreserven für Containment-Strukturen, Ausrüstungen und
elektronische Systeme angesichts schwerer Unfälle.
Unfallbewältigung und Überwachung
Die Forschung konzentriert sich auf die Mensch-Maschine-Schnittstelle (rechnergestützte
Hilfen für Betriebspersonal, das sich mit komplexen Verfahren und außergewöhnlichen
Situationen befaßt: Zum Beispiel Erkennung von Abweichungen und deren Diagnose,
Behandlung von unvollständigen oder irreführenden Informationen) und auf
Interventionsstrategien und Unfallabschwächung.
 ---pagebreak---                                              14-
                                     ANHANG          H
          VORLÄUFIGE AUFSCHLÜSSELUNG DER MTTTELZUWEISUNGEN
Gebiet                                       Aufschlüsselung
                                      (in % von 32,67 Mio.ECU) * 2
Gebiet 1. Strahlenschutz                       78 - 79
Gebiet 2. Reaktorsicherheit                    21-22
Die Aufschlüsselung zwischen den verschiedenen Bereichen schließt die Möglichkeit nicht aus,
daß Projekte mehrere Bereiche abdecken.
   Mindestens 15% des Gesamtbetrags werden der Grundlagenforschung und 2% der
   Ausbildung zugewiesen.
2
   Ein zusätzlicher Betrag in Höhe von 166 Mio.ECU ist für die Forschungstätigkeit der GFS
   auf dem Gebiet der nukleren Sicherheit bei der Kernspaltung bestimmt; darin
   eingeschlossen sind 1,6 Mio.ECU für den Beitrag der GFS zur zentralisierten
   Verbreitungstätigkeit im Rahmen dieses spezifischen Programms. Ein Betrag in Höhe von
   0,33 Mio.ECU, der nicht in den 32,67 Mio.ECU enthalten ist, wird als Beitrag des
   spezifischen Programms auf dem Gebiet der nukleren Sicherheit bei der Kernspaltung für
   die zentralisierte Maßnahme zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse
   bereitgestellt.
 ---pagebreak---                                             -15
                                    ANHANG            DI
             EINZELHEITEN DER DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS
1. Die Kommission führt das Programm unter Zugrundelegung der Ziele und des
   wissenschaftlichen und technischen Inhalts durch, die in Anhang I festgelegt sind.
2. Die Einzelheiten der Durchführung des Programms gemäss Artikel 3 umfassen Vorhaben
   zur Forschung und technologischen Entwicklung, flankierende Massnahmen und
   konzertierte Aktionen.
        Forschungsvorhaben
        Für die Vorhaben werden Verträge zur Forschung und technologischen Entwicklung
        auf Kostenteilungsbasis abgeschlossen. Bei Auswahl der Vorhaben sind die in Anhang
        III des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG aufgeführten Kriterien sowie die in
        Anhang I der vorliegenden Entscheidung enthaltenen Ziele berücksichtigt.
        Für die Aktionen auf Kostenteilungsbasis beträgt die Beteiligung der Gemeinschaft in
        der Regel nicht mehr als 50%. Universitäten und andere Forschungszentren, die sich
        an Aktionen auf Kostenteilungsbasis beteiligen, können für jedes Vorhaben eine
        Finanzierung von 50% der Gesamtausgaben oder eine Finanzierung von 100% der
        zusätzlichen Grenzkosten beantragen.
        Die Forschungsaktionen auf Kostenteilungsbasis sind von Teilnehmern mit Sitz in der
        Gemeinschaft durchzuführen. Vorhaben, an denen beispielsweise Universitäten,
        Forschungsorganisationen und Firmen, einschliesslich kleiner und mittlerer
        Unternehmen, teilnehmen können, müssen im allgemeinen die Teilnahme von
        mindestens zwei Partnern vorsehen, die voneinander unabhängig und in mindestens
        zwei Mitgliedstaatcn niedergelassen sind. Die Verträge für die Forschungsaktionen
        auf Kostenteilungsbasis werden in der Regel im Anschluss an ein Auswahlverfahren
        abgeschlossen, das auf Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen beruht, die
        im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften        veröffentlicht wurden.
 ---pagebreak---                                               -16
        Die Kommission veröffentlicht ein Vademekum, in dem alle für die Auswahl der
        Vorhaben geltenden Regelungen präzisiert werden, damit völlige Transparenz
        gewährleistet ist.
        Flankierende Maßnahmen
        Die flankierenden Massnahmen umfassen
                  die Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen
                  Konferenzen;
                  eine interne Koordinierung durch die Einsetzung integrierender Gruppen;
                  eine hochspezialisierte Ausbildung, wobei der Schwerpunkt auf die
                  Interdisziplinarität gelegt wird;
                  die Förderung der Verwertung der Ergebnisse;
                  die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der
                  Funktionsweise der Vorhaben und des Programms.
        Konzertierte Aktionen
        Bestandteil der konzertierten Aktionen sind die Bemühungen der Gemeinschaft um
        eine Koordinierung der einzelnen in den Mitgliedstaaten durchgeführten
        Forschungsaktionen. Die Kostenbeteiligung kann bis zu 100% der
        Konzertierungskosten betragen.
3. Die Verbreitung der Kenntnisse, die im Rahmen der Durchführung der Vorhaben
   gewonnen werden, erfolgt zum einen innerhalb des spezifischen Programms und zum
   anderen im Wege einer zentralisierten Maßnahme gemäß dem in Artikel 4 Absatz 3 des
   Beschlusses 90/221/Euratom, EWG genannten Beschluß.
 ---pagebreak---                                                  1
                                       FINANCIAL STATEMENT
 1. BUDGET HEADING AND TITLE
Part B of the general budget
 Subsection 5, Item 2
Specific programme of Community RTD activities in the field of nuclear fission
 safety 1991-1994.
2. LEGAL BASE
Article 7 of the Treaty establishing the EAEC.
 3. OBJECTIVES AND DESCRIPTION
See Annex I of the proposal.
4. FINANCIAL IMPLICATIONS
Amounts deemed necessary in MIO ECU :
     Programme implementation                                          32.57
     Centralised action for dissemination and exploitation             0.33
     TOTAL                                                       33 '
The indicative operational           breakdown of the 32.67 MIO ECU for the programme
implementation is given in Annex II of the proposal.
'cxfl'.Kli::-! .'"-f .! ! : \ ; : ics t 166 MIO ifcr J
 ---pagebreak---          Indicative multiannual schedule (in MIO ECU)
                             1991       1992       1993    1994*         TOTAL
       Commitments            1,545    24.1°5       ö,93    0
   32.67
       Payments               0,891      5,4 70    15,309  11          32.67
The definitive yearly amounts will be determined by the budgetary authority
in accordance with the financial perspectives for the period 1990-1992
(annexed to the Interinstitutional Agreement of 29 June 1984) and with
subsequent financial perspectives which mav be adopted for 1993 and 1994.
5. STAFF AND ADMINISTRATIVE EXPENDITURE
In Addition to the principal means of action which are contracts (annex III)
the above amounts include programme-related staff and administrative
expenditure estimated at no more than 6,2 MIO ECU.
The expenditure on staff will not exceed 19% of the amount deemed necessary
for the programme implementation.   This implies a maximum of 25 statutory
posts (A, 3 and/or C) at any given time during the life of the programme.
The infrastructure costs related to statutory staff will be borne by Part A
of the budget.
6. IMPLICATIONS FOR REVENUE
The contributions bv third country contractors towards the cost of
administration of the programme will be reused pursuant to articles 27.2 and
9d of the Financial Régulâtion*.
    for th<> payment appropriations : 1°°-; a:id beyond
                                                                               fl
 ---pagebreak--- 7. TYPES OF CONTROL
Control will be exercised by:
   the services of the DG responsible for the execution of the programme,
   advised by the management and coordination committee refered to in article
   6
   the Commission's Financial Controller.
In accordance with Article 2 of the Financial Regulation3, the use of
appropriations will be subject to analyses of cost-effectiveness and the
realisation of quantified objectives will be monitored.
External audit may be carried out by the Court of Auditors in accordance with
the Treaty.
     I-inamidJ Regulation of 2: December   I4»"/'/, as last amended uv Regulation
        olO «o of March 1«0().
 ---pagebreak---                                                                            4
                   STATEMENT OF IMPACT ON COMPETITIVENESS AND EMPLOYMENT
   1. The main reason for introducing the measure
  The Programme aims to foster a harmonized approach to safety by bringing
  together all the parties involved thus reinforcing the pre-normative
  dimension of research. The present proposal consists of two areas:
       -   Radiation Protection,
      -    Reactor Safety.
  2. Features of the businesses in question
  The programme is essentially a research and technical development programme
  aiming to improve radiation protection and reactor safety. It addresses
  itself mainly to research institutions, universities and businesses involved
  in the nuclear field.
  3• Obligations imposed directly on businesses
 The same obligations are imposed on all institutions participating in the
  programme including: conformity of the proposed research with the technical
 annex of the project, transnational co-operation, free site-access to
 Commission agents, participation in seminars and meeting of contractors
 organized by the Commission, and annual reports of activities and results.
 4 • J.Ddj roc t oblj^ati oiis likely to be imposed on business by national,
      r.9.9ionaj__or_ local authorities
 None are envisaged
 5. Special p r o v i s i o n s   ia respec ! of SMI s
The propos.-)! will h a w          no direct                    i m p l i c a t i o n s for small and m e d i u m
on', crp,'.-; s«'-  h'owow: -      sow       of         the exporter, a c t i o n s ma s lead to the
•- '•    !•'.'•       • ••     '.     ' ' . ! : ' • : . < • ' : : a f ; f - : IN ', : c ! i c o ; j ! o1 Ix • « •'• > !;.< < •<I ov s,r:ia ! . and
                                                                                                                                                   I e?
 ---pagebreak--- 6- Likely effects on :
a)    The competitiveness of business
This research programme will have no direct immediate effect on
competitiveness. Harmonized approaches in nuclear safety, the final goal of
the research and technical development, constitute, however, a prerequisite
for an open market in the nuclear industry.
b) Employment
As the research is precompetitive. and to a large extent long-term research
and is not specifically aimed at industry, the impact on employment is
impossible to evaluate with any degree of confidence.
There is certainly a positive effect on the maintenance and recruitment of
research staff directly involved in projects funded by the programme.
7. Consultation of representative organisations
The Scientific and Technical Committee which includes high level
representatives of the nuclear industry has expressed a positive opinion on
the proposal.
                                                                            2/
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                           KOM{91)330endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             15
                                  Katalognummer : CB-CO-91-381-DE-C
                                                           ISBN 92-77-75578-4
Amt rür amtliche: Veröffentlichungen fc Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg