CELEX: 51985PC0391
Language: de
Date: 1985-07-24
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES ZUR ANNAHME VON MEHRJAEHRIGEN F&E-PROGRAMMEN AUF DEM GEBIET DER UMWELT ( 1986-1990 )

25. 11. 85                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 301/1
                                                                II
                                                   (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                   KOMMISSION
           Vorschlag für einen Beschluß des Rates zur Annahme von drei mehrjährigen Forschungs-
                      und Entwicklungsprogrammen auf dem Gebiet der Umwelt (1986—1990)
                                                I. Umweltschutz
                                               II. Klimatologie
                                              III. Größere technologische Risiken
                                                       KOM(85) 391 endg.
                               (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 1. August 1985)
                                                          (85/C 301/01)
                                                             INHALT
           Vorschlag für einen Beschluß des Rates zur Annahme von drei mehrjährigen Forschungs- und Entwick-
           lungsprogrammen auf dem Gebiet der Umwelt (1986—1990)                                              1
             I. Umweltschutz                                                                                  5
            II. Klimatologie                                                                                  6
           III. Größere technologische Risiken                                                                7
           Vorschlag eines Beschlusses des Rates                                                              9
           AUSFÜHRLICHE VORSCHLÄGE:
           TEIL I:           Umweltschutz                                                                    10
           — Anhang IA: Wissenschaftlicher Inhalt des Programms                                              21
           — Anhang IB: Wissenschaftliches Programm der Konzertierten Aktionen                               26
           — Anhang II:      Liste der Veröffentlichungen                                                    29
           — Anhang III: Stellungnahme des Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsäusschusses (BVKA)      33
           TEIL II:          Klimatologie                                                                    35
           — Anhang:         Stellungnahme des Beratenden Verwaltungs-und Koordinierungsausschusses (BVKA)   43
           TEIL III:         Größere technologische Risiken                                                  45
           — Anhang A:       Kurze Darstellung der Forschungsbereiche von Sektor A                           53
           — Anhang B:       Stellungnahme des Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschusses (BVKA)  59
 ---pagebreak--- Nr. C 301/2                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     25. 11. 85
A. Einleitung                                               Die nachstehenden Vorschläge streben eine Fortsetzung
                                                            dieser Forschungstätigkeiten und ihre Definition für den
                                                            Zeitraum 1986—1990 an, unter Berücksichtigung
Der Umweltschutz ist heute Gegenstand nationaler und
internationaler Politiken in der ganzen Welt. Während      — neuer Forschungsbedürfnisse, die aus der Entwick-
es ursprünglich hauptsächlich darum ging, die Men-               lung der Umweltpolitik der Europäischen Gemein-
schen vor Umweltverschmutzung zu schützen und die                schaft und anderer sektoraler Politiken, die sich mit
natürliche Fauna und Flora zu erhalten, ist man sich in          Umweltproblemen befassen, wie beispielsweise auf
den letzten Jahren darüber klar geworden, daß sich die           den Gebieten der sauren Deposition, der giftigen
langfristige Wirtschaftsentwicklung auf die Erhaltung            und gefährlichen Abfälle, des Bodenschutzes und
der Umweltressourcen stützt.                                     der Zunahme des C0 2 -Gehalts in der Atmosphäre,
                                                                 abgeleitet werden,
Die internationale Dimension der Umweltschutzproble-       — der Neudefinition der FuE-Politik der Gemeinschaf-
me wird generell anerkannt. Es wird ferner zugegeben,            ten, wie sie im F, EuD-Rahmenprogramm niederge-
daß Wissenschaft und Technologie dazu beitragen kön-             legt sind, das das Konzept von Forschungsak-
nen, die Lücke zwischen Wirtschafts- und Umweltpoli-             tionsprogrammen einführt.
tik zu schließen, indem sie einerseits eine gesunde
Grundlage für Umweltregelungen und andererseits die         Sie sind Bestandteil des Forschüngsaktionsprogramms
technischen Mittel bereitstellen, um Umweltschäden zu       (FAP) Umweltschutz (*).
korrigieren oder zu vermeiden. Hochgesteckte Ziele für
die Umwelt können tatsächlich einen Ansporn für die
technische Innovation darstellen und könnten zur Er-
haltung von Energie und Rohstoffen beitragen.               B. Die Umweltpolitik            der Europäischen       Gemein-
                                                                schaften
Eine Zusammenarbeit der Gemeinschaft auf dem Gebiet
der Umweltforschung ist daher besonders angebracht,         Die Umweltpolitik der Gemeinschaft wurde 1973 in
da sie auf eine gemeinsame Politik ausgerichtet ist, die    einem ersten Aktionsprogramm für den Umwelt-
im wesentlichen grenzüberschreitende Probleme behan-        schutz (!) definiert und 1977 (2) bestätigt und auf den
delt, zu deren Lösung zwei wichtige Instrumente beitra-     neuesten Stand gebracht. Eine weitere Revision dieser
gen, d. h. gemeinsame Verwaltungsmaßnahmen, wie             Politik führte zu einer Entschließung des Rates vom 7.
z.B. Normen, und Anreize für die Entwicklung von            Februar 1983 zur Fortschreibung und Durchführung
Technologien.                                               einer Umweltpolitik und eines Aktionsprogramms der
                                                            Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz
                                                            (1982—1986) (3), in der eine Reihe prioritärer Aktionen
Die Europäische Gemeinschaft arbeitet seit 1972 in der      festgelegt wurde.
Umweltforschung, ursprünglich im Rahmen von COST
und anschließend durch Programme, die entweder in
der Gemeinsamen Forschungsstelle oder durch Ver-            Selbstverständlich muß die Umweltforschung auf die
tragsprogramme auf der Basis der Kostenteilung und          Ziele der Umweltpolitik der Gemeinschaft abgestimmt
konzertierte Aktionen durchgeführt wurden.                  sein, da die Forschungsbedürfnisse direkt davon abge-
                                                            leitet werden, und zwar nicht nur für die kurzfristigen,
                                                            sondern auch die vorhersehbaren mittel- und langfristi-
1981 wurden diese Programme, mit Ausnahme des Pro-          gen Ziele. Daher wird Nachdruck darauf gelegt, die
gramms der GFS, in einem sektoriellen FuE-Programm          Verbindungen zu dieser Politik zu vertiefen, die durch
(1981—1985) auf dem Gebiet der Umwelt (Umwelt-              das Aktionsprogramm für den Umweltschutz realisiert
schutz und Klimatologie) zusammengefaßt.                    wird, das im wesentlichen aus einer Bestandsaufnahme
                                                            der auf Gemeinschaftsebene festgestellten Umwelt-
Sie erbrachten eine große Zahl von Ergebnissen, die         (*) Der Begriff „Aktionsprogramm" wird gegenwärtig in ver-
sowohl vom wissenschaftlichen als auch vom prakti-              schiedenen Zusammenhängen verwendet. In diesem Doku-
schen Standpunkt her wertvoll sind, wie aus dem Be-             ment wird folgende Terminologie verwenden
richt des unabhängigen Gremiums hervorgeht, das das             — „Aktionsprogramm        für den Umweltschutz"      ist das
Programm Umweltschutz bewertet. Ergebnisse der Ge-                  Rechtsinstrument (Entschließung des Rates), in dem die
meinschaftsforschung sind Gegenstand zahlreicher Ver-               Umweltpolitik der Europäischen Gemeinschaften festge-
öffentlichungen in internationalen wissenschaftlichen               legt ist;
Zeitschriften. Wenn immer angebracht, gab die Kom-              — „Forschungsaktionsprogramm         Umwelt" ist ein Instru-
mission selbst einschlägige Berichte heraus, die eine               ment für die Verwaltung und Koordinierung verschiede-
weite Verbreitung erhielten. Das Umweltforschungs-                  ner FuE-Programme (GFS, Vertragsforschung, konzertier-
programm trug wesentlich zu den wissenschaftlichen                  te Aktionen) auf dem Gebiet der Umwelt durch die Kom-
Grundlagen verschiedener Gemeinschaftsrichtlinien bei               mission. Zur besseren Unterscheidung wird die Abkür-
bzw. zu entsprechenden Vorschlägen, die zur Zeit vom                zung „FAP Umwelt" verwendet.
Rat behandelt werden. Spezifische Einzelheiten sind in     (!) ABl. Nr. C 112 vom 20. 12. 1973, S. 1.
den Vorschlägen für die einzelnen Programme ent-           (2) ABl. Nr. C 139 vom 13. 6. 1977, S. 1.
halten.                                                    (3) ABl. N r . C 46 vom 17. 2. 1983, S. 1.
 ---pagebreak---  25. 11. 85                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 301/3
 schutzprobleme und einer Aufstellung von zu ihrer Lö-          die zugehörigen wissenschaftlichen und technischen
 sung geplanten Gemeinschaftsaktionen besteht.                  Ziele festgelegt. Dieinachfolgenden Vorschläge finden
                                                                ihre Rechtfertigung im wesentlichen in der Option.
 Die Hauptziele der Umweltforschung der Gemeinschaft
 sind:
                                                                Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen:
— Schaffung einer wissenschaftlichen Grundlage für
     die Durchführung der Umweltpolitik der Gemein-             — Verbesserung der Sicherheit und Schutz der Gesund-
     schaft,                                                         heit,
— Förderung langfristiger Grundlagenforschung über              — Umweltschutz.
     wichtige Umweltprobleme,
— Koordinierung einschlägiger einzelstaatlicher For-            Sie leisten ebenso wesentliche Beiträge zu allen anderen
     schungsarbeiten auf ausgewählten und geeigneten            Optionen. Obgleich es schwierig und bis zu einem ge-
     Gebieten.                                                  wissen Grad willkürlich ist, den relativen Beitrag der
                                                                vorgeschlagenen Programme zu den verschiedenen Op-
Eine mehr spezifische Definition dieser und anderer             tionen des Rahmenprogramms mengenmäßig ab-
Ziele ist in den einzelnen Programmvorschlägen ent-             zuschätzen, wird von etwa folgender Verteilung ausge-
 halten.                                                        gangen:
In diesem Zusammenhang entsprechen die vorgeschla-
genen Programme den Zielen des Aktionsprogramms                                                     Geschätzte Beitrage in %
für den Umweltschutz wie folgt:
— Das Programm Umweltschutz bezieht sich auf die                                                                  Grö-
     meisten kurz- und mittelfristigen Ziele des Ak-                                                                       Gesam-
                                                                     Gemeinschaftsoptionen                        tech-
     tionsprogramms, soweit Forschungsbedarf besteht;                                         Umwelt-
                                                                                               schutz tologie               Pro-
                                                                                                                    lo-    gramm
— das Programm Klimatologie erstreckt sich auf die                                                               gische
     Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf das                                                               Risiken
     Klima, wie zum Beispiel ein erhöhter C0 2 -Gehalt
     als Folge von Verbrennung fossiler Brennstoffe und         Förderung der       landwirt-
     Entwaldung, und die Auswirkung des Klimas auf              schaftlichen   Wettbewerbs-
     natürliche Ressourcen, wie im Aktionsprogramm              fähigkeit                        10      20         —       10
     für den Umweltschutz aufgeführt;
                                                                Förderung der industriellen
                                                                Wettbewerbsfähigkeit             10      —          20      10
— das Programm über größere technologische Risiken
     behandelt in erster Linie Fragen, die der Richtlinie       Verbesserung der Bewirt-
     über die Gefahren schwerer Unfälle bei bestimmten          schaftung der Rohstoffe           5      —          —        2,5
     Industrietätigkeiten zugrundeliegen.                       Verbesserte Bewirtschaftung
                                                                der Energieressourcen             5      —          —        2,5
Wie oben erwähnt, setzt das Aktionsprogramm Um-
                                                                Verstärkung   der   Entwick-
weltschutz eine Reihe von Prioritäten fest. Daher wird
Nachdruck auf die entsprechenden Themen im For-
                                                                lungshilfe                      —        20         —        5
schungsprogramm gelegt und in den Vorschlägen an                Verbesserung der Lebens-
geeigneter Stelle darauf verwiesen.                             und Arbeitsbedingungen           70      60         80      70
Ferner berücksichtigt das Forschungsprogramm die
Fortschreibung des Aktionsprogramms für den Um-
weltschutz für den Zeitraum 1987—1990, die gegenwär-            Die Entschließung über das Rahmenprogramm führt
tig vorbereitet wird.                                           vier Auswahlkriterien auf, die bei der Defintion der
                                                                spezifischen FuE-Programme der Gemeinschaft zu be-
                                                                rücksichtigen sind; drei dieser Kriterien treffen aus fol-
                                                                genden Gründen auf die vorgeschlagenen Programme
C. Das Rahmenprogramm der Gemeinschaft im Be-                   zu:
    reich Forschung, Entwicklung und Demonstration
                                                                — in Anbetracht der Regelungsbefugnis der Gemein-
                                                                    schaft in Fragen des Umweltschutzes werden ge-
In der Entschließung des Rates vom 25. Juli 1983 über               meinsame Forschungstätigkeiten als Hintergrund
Rahmenprogramme für die Tätigkeiten der Gemein-                     für die Gemeinschaftsregelungen offensichtlich fi-
schaft im Bereich Forschung, Entwicklung und De-                    nanzielle Vorteile bieten;
monstration und über das erste Rahmenprogramm
1984—1987 (*) sind sieben Gemeinschaftsaktionen und
                                                                — viele Umweltprobleme sind grenzüberschreitender
                                                                    Art und erfordern daher Forschungen in geogra-
(') ABl. Nr. C 208 vom 4. 8. 1983, S. 1.                            phischen Großräumen;
 ---pagebreak--- Nr. C 301/4                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              25. 11. 85
— die Auswirkungen der Umweltregelung für den Frei-              E. Durchführung
     handel mit Erzeugnissen fordern die Aufstellung
     einheitlicher Normen, gemeinsamer Bewertungsver-
     fahren usw., für die die vorgeschlagenen Programme          Die Programme werden wie folgt umgesetzt:
     eine wissenschaftliche Basis erarbeiten werden.
                                                                 a) Kostenteilungsverträge mit Forschungsorganisatio-
                                                                     nen, Universitäten und der Industrie; bevorzugt wer-
                                                                     den transnationale Vorhaben, die entweder unter
D. Das Forschungsaktionsprogramm Umwelt (FAP)                        einem einzigen Vertrag oder mehreren miteinander
                                                                     zusammenhängenden Verträgen durchgeführt wer-
                                                                     den können. Die Aufforderung zur Einreichung von
In ihrem Vorschlag für das Rahmenprogramm (!) er-
                                                                     Vorschlägen wird die Ziele der einzelnen Vorhaben,
klärte die Kommission ihre Absicht, das Konzept von
                                                                     die sich jeweils auf einen der Forschungsbereiche
Forschungsaktionsprogrammen als Werkzeug zur bes-
                                                                     und eines der Themen in den Programmvorschlägen
seren Abwicklung ihrer spezifischen F, EuD-Programme
                                                                     bezieht, so genau wie möglich festlegen. Ein Teil der
anzuwenden.
                                                                     Mittel wird jedoch einzeln vorgelegten innovativen
                                                                     Vorschlägen vorbehalten;
Das FAP Umwelt umfaßt folgende Vorschläge für FuE-
Programme:                                                       b) Koordinierung, entweder über konzertierte Aktio-
— Umweltschutz (Vertragsforschung, konzertierte Ak-                  nen, insbesondere wenn auf einzelstaatlicher Ebene
     tionen und Koordinierung),                                      bereits bedeutende Forschungen durchgeführt wer-
                                                                     den, oder durch Ad-hoc-Vereinbarungen mit For-
— Klimatologie (Vertragsforschung und Koordinie-                     schungseinrichtungen in den Mitgliedstaaten, so-
     rung),                                                          weit sich daraus Vorteile für die Gemeinschaftsfor-
                                                                     schung ergeben;
— größere technologische Risiken (Vertragsforschung
     und Koordinierung)                                          c) „katalytische" Aktivitäten, die aus Workshops, Be-
                                                                     wertungsstudien, usw., bestehen;
zusammen mit den einschlägigen Abschnitten des Pro-
gramms der GFS (1984—1987)                                       d) Ausbildungsaktivitäten (Stipendien vor und nach
                                                                     dem Doktorat, Austausch von Wissenschaftlern,
— Umweltschutz,                                                      usw.).
— industrielles Risiko,
                                                                 Der Natur der Programme entsprechend wird eine inter-
— Fernerkundung.                                                 nationale Zusammenarbeit angestrebt, insbesondere im
                                                                 Rahmen von COST.
Mit den vorliegenden Vorschlägen sollen die verschiede-
nen Teile des FAP Umwelt besser aufeinander ab-                 Die Kommission wird die Programme mit Hilfe des
gestimmt werden; so soll beispielsweise der Vorschlag           Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschus-
für das FuE-Programm über Umweltschutz zu dem ein-              ses (BVKA) „Umweltschutz und Klimatologie" ab-
schlägigen Programm der GFS passen und durch Teile              wickeln.
der Fernerkundungstätigkeit der GFS ergänzt werden,
die weniger einem Ziel entsprechen, sondern vielmehr
der Anwendung einer neuen Technik auf verschiedene
Umwelt- und Agrarprobleme. Die neue Aktion über
größere technologische Risiken ergänzt und verstärkt             F. Mittel und Personal
das GFS-Programm über industrielle Risiken.
                                                                 Für einen Fünfjahres-Zeitraum (1986—1990) werden
Die Forschungstätigkeiten im Rahmen des FAP Umwelt               folgende finanzielle Mittel angefordert:
werden ergänzt durch ein Demonstrationsprogramm,
das in der Verordnung des Rates vom 28. Juni 1984                — Umweltschutz (Vertragsforschung,
über gemeinschaftliche Umweltaktionen, hauptsächlich                 konzertierte Aktionen und Koordi-
auf dem Gebeit der „sauberen Technologien" (2), defi-                nierung)                               65 Mill. ECU
niert ist.
                                                                — Klimatologie (Vertragsforschung
Es bestehen ferner enge Verbindungen zu anderen For-                 und Koordinierung)                     25 Mill. ECU
schungsprogrammen, insbesondere zum FuE-Pro-
                                                                — größere technische Risiken (Ver-
gramm „Recycling von Abfällen", das Teil des FAP
                                                                     tragsforschung und Koordinie-
„Rohstoffe und neue Werkstoffe" bildet.
                                                                     rung)                                  15 Mill. ECU
Die Ziele, Rechtfertigungen und wissenschaftlich-tech-                                                     105 Mill. ECU
nischen Inhalte der drei Programme sind nachstehend
zusammengefaßt.                                                  Diese Mittel berücksichtigen
(J) KOM(83) 260 endg.                                                die Erweiterung der Gemeinschaft mit Wirkung von
(2) ABl. Nr. L 176 vom 3. 7. 1984, S. 1.                             1986,
 ---pagebreak---   25.11.85                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 301/5
 — die Einbeziehung von Ausbildungsaktivitäten, die,                    G. Zusammenfassende        Darstellung der drei Pro-
      bisher aus einem spezifischen Etat finanziert                          gramme
      wurden.
  Für das Umweltschutzprogramm sind darüber hinaus                                         I. UMWELTSCHUTZ
  keine nennenswerten realen Mittelerhöhungen vorgese-
  hen, bezogen auf die Zuwendungen für den Zeitraum
  1984—1985 (nach der Revision des dritten Programms),                  Der Vorschlag betrifft das vierte FuE-Programm der
  obwohl neue Aktivitäten eingeführt wurden. Dies kann                  Gemeinschaft auf dem Gebiet des Umweltschutzes
  nur durch Verlagerung der Schwerpunkte in einigen                     (1986—1990) im Bereich der Vertragsforschung und
  Bereichen von Vertragsforschung zu Koordinierung und                  konzertierten Aktionen. Das vorgeschlagene Programm
  konzertierten Aktionen erreicht werden, was allerdings                stellt eine logische Fortschreibung des derzeitigen Pro-
  eine geringfügige Erhöhung des Personals erfordert.                   gramms (1981—1985) dar und berücksichtigt neuen
                                                                        Forschungsbedarf, der nach einer sorgfältigen Analyse
                                                                        der Ergebnisse der vorangegangenen Programme und
  Für das Klimatologieprogramm tragen die Mittelanfor-                  den aus der Umweltpolitik der Gemeinschaft abgeleite-
  derungen, neben den oben erwähnten Gründen, den                       ten Erfordernissen ermittelt wurde.
  Kosten Rechnung, die aus der Erhöhung der Kapazität
  für Modellrechnungen im Hinblick auf jahreszeitliche
  Vorhersage (drei bis sechs Monate) des europäischen                   Das Programm bildet den Kern des FAP Umwelt und
  Klimas, aus der Analyse und Anwendung von Satelliten-                 ist eng mit der Umweltforschung der Gemeinsamen
  messungen und aus der verstärkten Erforschung von                     Forschungsstelle verknüpft sowie mit anderen For-
 klimatischen Auswirkungen des C02-Anstiegs er-                         schungsprogrammen der Gemeinschaft (Klimatologie,
 wachsen.                                                               Recycling von Abfällen usw.).
 Die Mittelanforderungen für das Programm über größe-                   Das Hauptziel des Programms besteht darin, eine wis-
  re technologische Risiken decken lediglich anfängliche                senschaftliche Grundlage für die Durchführung der Um-
 Aktivitäten. Das Programm spricht als solches zahlrei-                 weltpolitik der Gemeinschaft (Aktionsprogramm Um-
 che wissenschaftliche, technologische, rechtliche und                  weltschutz) zu schaffen, und zwar durch Bereitstellung
 politische Probleme an. Einschlägige experimentelle Ar-                der kurz- und mittelfristig dafür notwendigen spezi-
 beiten und Modellrechnungen, naturgemäß teuer und                      fischen Kenntnisse. Das Programm befaßt sich jedoch
 diversifiziert, stellen einen Großteil der Aktivitäten dar.            auch mit längerfristigen Umweltproblemen im Hinblick
                                                                        auf die Entwicklung verhütender und antizipierender
                                                                        Politiken. Nachdruck liegt auf der Koordinierung der
 Struktur und Mittel des gesamten FAP Umwelt sind in                    einzelstaatlichen Forschungstätigkeiten auf Gemein-
 der nachstehenden Tabelle aufgeführt:                                  schaftsebene durch die Förderung gemeinsamer Vorha-
                                                                        ben und Durchführung konzertierter Aktionen und we-
                                             Konzertierte     GFS       niger formellen Formen der Zusammenarbeit. Ein wei-
                             Vertrags-
                             forschung
                                              Aktionen       1984—      teres Ziel des Programms ist die Förderung der Ausbil-
                                             1986—1990       1987(2)    dung in den Umweltwissenschaften.
 Umweltschutz            60,45 (43,3)(!) 4,55 (3,2) (1)      48,2(3)    Das Programm wird maßgeblich zu den meisten ande-
 Klimatologie            25,0      (8,0) (!)                            ren Zielen der Gemeinschafts-FuE beitragen, wie sie im
 Fernerkundung                                               29,0(3)    F, EuD-Rahmenprogramm definiert sind.
 Industrielle Risiken
 (größere technologi-                                                   Das Programm umfaßt Forschungsarbeiten über folgen-
 sche Risiken)            15,0       (OK1)                   21,5(3)    de Themen:
                                                                        — Gesundheitliche Auswirkungen von Schadstoffen;
                                                                        — Ökologische Auswirkungen von Schadstoffen, d. h.
 Zur Abwicklung der neuen Programme werden 27 Per-                          Auswirkungen auf nichtmenschliche Objekte;
 sonen beantragt und zwar
                                                                        — Bewertung von Chemikalien, insbesondere Verbes-
— Umweltschutz                                            17 (13)(2)        serung der Prüfmethodologie;
— Klimatologie                                             6     (3)(1) — Luftqualität, einschließlich der Auswirkungen von
— größere technologische Risiken                           4 (OK )   1      Luftverschmutzung auf terrestrische (z.B. Wälder)
                                                                            und aquatische Ökosysteme;
                                                        27
                                                                        — Wasserqualität mit dem Ziel des Schutzes der Bin-
                                                                            nengewässer, der Flußmündungsgebiete und der
                                                                            Meeresumwelt;
(!) Entsprechende Ausgaben für 1981—1985.
(2) Verabschiedetes Programm.                                           — Bodenqualität im Hinblick auf ein integriertes Kon-
(3) ECU 1983.                                                               zept zum Schutz des Bodens;
 ---pagebreak--- Nr. C 301/6                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              25. 11. 85
— Lärmforschung;                                           Als eine der wichtigsten Komponenten der Umgebung
                                                           des Menschen ist Klima der Faktor, von dem die Quali-
— Ökosystemforschung, hauptsächlich im Hinblick            tät und Menge unserer Wasserressourcen, unserer Ern-
    auf den Erwerb von Grundkenntnissen über die           ten, unseres Bedarfs an Energie und Unterkunft schließ-
    Dynamik von Ökosystemen und ihre Verwundbar-           lich abhängig sind. Daher braucht die wirtschaftliche
    keit;                                                  Bedeutung aller Kenntnisse über das Klima nicht mehr
— Abfallforschung mit Nachdruck auf der Behandlung         betont zu werden. Als variables Element kann Klima
    toxischer und gefährlicher Abfälle und der Wieder-     durch Erhöhung des CCyGehalts in der Luft größere
    verwertung;                                            Veränderungen hervorrufen, hauptsächlich aufgrund
                                                           der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Daher besteht die
— Verringerung der Verschmutzung durch ,saubere"           dringende Notwendigkeit, unser Verständnis für das
    und fortgeschrittene emissionsmindernde Technolo-      Klima und die Reaktion unserer Ressourcen auf jede
    gien.                                                  Klimaveränderung zu verbessern.
Das Programm wird zum Teil durch Vertragsforschung         Wie aus dem ersten Programm hervorging, braucht die
und Koordinierung, zum Teil durch konzertierte Aktio-      komplexe und grenzüberschreitende Art der klima-
nen durchgeführt. Neben der Fortsetzung der fünf be-       tischen Probleme ein fachübergreifendes Konzept und
stehenden konzertierten Aktionen:                          internationale Zusammenarbeit, wie nur ein Gemein-
                                                           schaftsprogramm sie sicherstellen kann.
— physikalisch-chemisches Verhalten atmosphärischer
    Schadstoffe,
                                                           Eines der wichtigsten Ergebnisse des europäischen Pro-
— Auswirkungen der Luftverschmutzung          auf   ter-   gramms wäre daher eine unabhängige europäische Stel-
    restrische und aquatische Ökosysteme,                  lungnahme über die schwerwiegenden Probleme unseres
                                                           Jahrhunderts, die durch das Klima und seine Wechsel-
— organische Mikroschadstoffe       in der aquatischen     wirkung mit dem Menschen entstanden sind.
    Umwelt,
— Behandlung und Verwendung von Klärschlamm,               Das Programm besteht aus folgenden drei Forschungs-
                                                           bereichen:
— küstennahe benthonische Ökosysteme,
werden zwei neue konzertierte Aktionen vorgeschlagen:      1. PHYSIKALISCHE GRUNDLAGEN DES KLIMAS
— Luftqualität in Innenräumen und ihre Auswirkung
    auf den Menschen,                                          1.1. Frühere Klimabedingungen        und Klimaände-
                                                                    rung.
— Vogelschutz.
                                                               1.2. Klimatologisch signifikante Prozesse.
Das Programm bietet ferner die Möglichkeit, die Labor-
                                                               1.3. Modellierung und Vorhersage europäischer Kli-
und Feldforschungen auf die Bewertung und Beurtei-
                                                                    mabedingungen innerhalb eines globalen Rah-
lung auszudehnen, wobei die Schaffung einer konsoli-
                                                                    mens.
dierten wissenschaftlichen Basis der Rechtsvorschriften
und des Umweltmanagements angestrebt wird.                     1.4. Jahreszeitliche (drei bis sechs Monate) Vorher-
                                                                    sage von Elementen des europäischen Klimas.
Der Vorschlag sieht auch vor, interessierte Nicht-Mit-
gliedstaaten zu assoziieren, insbesondere im Rahmen
von COST.                                                  2. KLIMAEMPFINDLICHKEIT
Die Mittel zur Durchführung des Programms werden               Priorität wird Studien über die möglichen Auswir-
für den fünfjährigen Zeitraum auf 65 Millionen ECU             kungen menschlicher Einflüsse und insbesondere
veranschlagt, von denen 4,55 Millionen ECU für die             über das europäische Klima beigemessen.
Durchführung konzertierter Aktionen vorgesehen sind.
Zur Durchführung sind insgesamt 17 Personen (10 A,             2.1. Klimatische Auswirkungen von Veränderungen
2 B, 5 C) notwendig.                                                der atmosphärischen Zusammensetzung, insbe-
                                                                    sondere eines höheren Kohlendioxidgehalts.
                                                               2.2. Klimatische Auswirkungen von Veränderungen
                   II. KLIMATOLOGIE                                 der Land-Oberflächen-Eigenschaften.
                                                               2.3. Frühzeitige Erkennung einer Klimaänderung.
Die Fortsetzung des Ersten Klimatologie-Programms
(1981—1985) des Forschungsaktionsprogramms „Um-
weltschutz" in ein zweites Programm (1986—1990)            3. KLIMAAUSWIRKUNGEN
wird als Komponente der Umweltpolitik der Europäi-
schen Gemeinschaften vorgeschlagen, für die die                3.1. Auswirkungen von Klimawechsel oder -Verän-
langfristige Verfügbarkeit und rationelle Bewirtschaf-              derlichkeit auf Landressourcen, einschließlich
tung klimaabhängiger Ressourcen ein erklärtes Ziel                  Boden und Ökosysteme, unter besonderer Be-
bildet.                                                             rücksichtigung der Verwüstungsprobleme.
 ---pagebreak---  25.11.85                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                         Nr. C 301/7
    3.2. Auswirkungen von Klimawechsel oder -Verän-           FAP Umweltschutz), Tätigkeiten anderer Generaldirek-
         derlichkeit auf die europäischen Wasserressour-      tionen und Informationsaustauschsysteme umfaßt. Es
         cen, einschließlich der Erstellung klimagestützer    wird einigen Optionen und Zielen des Rahmenpro-
         Modelle für ihre Bewertung und Vorhersage.           gramms über Lebens- und Arbeitsqualität, industrielle
                                                              Wettbewerbsfähigkeit und die Bewirtschaftung von
    3.3. Photosynthetische Reaktion der europäischen          Energieressourcen gerecht.
         Vegetation auf einen erhöhten Kohlendioxidge-
         halt in der Luft.                                    Die drei sektoralen Ziele des Programms sind: Verbesse-
                                                              rung der wissenschaftlichen Grundlagen der Risikoana-
    3.4. Auswirkungen von Klimawechsel oder -Verän-           lyse; Verbesserung oder Ersatz gefährlicher Prozesse/
         derlichkeit auf Meeresressourcen und Fischerei.      Technologien; Berücksichtigung des menschlich/geo-
                                                              graphischen Kontextes und der Wahrscheinlichkeit von
    3.5. Anwendung klimatischer Kenntnisse auf eine           Katastrophen. Dementsprechend ist der wissenschaftli-
         bessere Bewirtschaftung von Land- und Wasser-        che und technische Gehalt wie folgt:
         ressourcen.
    3.6. Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen kli-          Sektor A — Physikalische und chemische Phänomene
         matologischer Anomalien und extremer oder                            und Abmilderung der Folgen von Unfäl-
         plötzlicher Ereignisse, im Hinblick auf eine Ver-                    len, einschließlich:
         ringerung der menschlichen und materiellen
         Verluste.                                            — Quellenaspekte;
                                                              — Verbreitung von schweren/kalten Wolken in der
Neben der Vertragsforschung umfaßt das Programm                   Luft;
Arbeiten zur Koordinierung der laufenden For-
schungstätigkeiten in den Mitgliedstaaten der Europäi-        — Verbrennung von leichtentzündlichen/explosiven
schen Gemeinschaft.                                               Wolken;
                                                              — Druckwellenausbreitung von Wechselwirkungen;
Für den Fünfjahreszeitraum sind EG-Mittel in Höhe                 Projektile; begrenzte Explosionen;
von 25 Millionen ECU und ein Personalbedarf von
sechs Personen notwendig.                                     — Katastrophenbrände; Feuerbälle, Feuersbrünste;
                                                              — Durchgehreaktionen;
                                                              — Verbreitung toxischer Stoffe; ausschließlich Toxi-
III. GRÖSSERE TECHNOLOGISCHE RISIKEN                              kologie;
                                                              — Staubexplosionen, Physik und Druckentlastung.
Dieses neue Programm konzentriert sich auf das Ver-
ständnis, die Verhütung und Abmilderung schwerer              Die aufgeführten Bereiche sind eng miteinander ver-
industrieller und transportbedingter Unfälle chemischen       knüpft und erfordern umfassende Experimente, Simula-
und petrochemischen Ursprungs, wie sie in letzter Zeit        tionen in verkleinertem Maßstab und theoretische Mo-
in Bantry Bay, Mexico City, Bhopal usw. aufgetreten           delle. Sektor A wird hohe erste Priorität beigemessen,
sind. In den meisten Fällen geht es um große Mengen           da die Probleme gut identifiziert sind.
leichtentzündlicher, sehr reaktiver oder toxischer Stoffe.
Andere größere Risiken (natürlich/ökologisch, hoch-
explosive Stoffe) oder sonstige gefährliche Tätigkeiten       Sektor B — Technologische Aspekte, einschließlich:
(Bergbau, Personenverkehr, Kernenergie) sind nicht be-
rücksichtigt.                                                 — Sicherheit und Zuverlässigkeit vorhandener Tech-
                                                                  nologien, ihre Verbesserung;
Ein gemeinschaftliches Konzept für Forschungsarbeiten         — alternative, sicherere Technologien und Prozesse;
und Regelung auf diesem Gebiet ist aus verschiedenen
wichtigen Gründen notwendig. Die beträchtlichen Pro-          — Instrumentierung zur Erfassung/Abmilderung von
bleme betreffen den gesamten europäischen/petroche-               Situationen mit hohem Risiko.
mischen Sektor und weisen grenzüberschreitende
Aspekte auf. Die Forschungsarbeiten sind komplex und          Sektor B setzt eine entscheidende industrielle Beteili-
kostspielig und erfordern eine Zusammenlegung von             gung voraus.
Sachkenntnis und Ressourcen. Gemeinsame, gegenseitig
anerkannte Vorhersage- oder Regelungswerkzeuge zur
Verhütung und Abmilderung größerer technologischer            Sektor C — Bewertung und Management von Risi-
Risiken sind das Endziel bei der Durchführung der                            ken, einschließlich:
Richtlinie des Rates „über die Gefahren schwerer Unfäl-       — Risikoanalyse und Unfallverhütung: Risikokar-
le bei bestimmten Industrietätigkeiten".                          tographie, Risikoanhäufung; Kosten/Nutzen-Ver-
                                                                  hältnis von Sicherheit in komplexen Systemen;
Das Programm stellt ein Element dieses breiten Gemein-            menschliche Faktoren; Risikoerfassung; Entwick-
schaftskonzepts dar, das die Forschungsarbeiten in der            lung von Expertensystemen; Wahrscheinlichkeits-
GFS (Sektor der industriellen Risiken, im Rahmen des              analyse;
 ---pagebreak--- Nr. C 301/8                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            25. 11. 85
— Unfallmanagement: Maßnahmen im Notfall; Bevöl-          gefährlicher Stoffe; gefährliche Produktionszyklen
    kerungsverhalten; Notfallplanung.                     (Pestizide) mit hochtoxischen Stoffen.
                                                          Die Durchführung erfolgt im Wege von Kostenteilungs-
                                                          verträgen, mit Nachdruck auf: grenzübergreifende Vor-
Mehrere „sektorenübergreifende Studien", die als erste    haben; sektorenübergreifende Studien; Koordinierungs-
in Angriff genommen werden sollen, werden die Verbin-     aktionen.
dungen und Verknüpfungen zwischen den Sektoren
feststellen und die Forschungsoptionen und die The-       Für den fünfjährigen Zeitplan sind Mittel in Höhe von
menauswahl in den Sektoren B und C lenken. Als ein-       15 Millionen ECU und ein Verwaltungspersonal von
schlägige Themen kommen in Frage: Transport loser         vier Personen vorgesehen.
 ---pagebreak---  25. 11. 85                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 301/9
              Vorschlag für einen Beschluß des Rates zur Annahme von mehrjährigen Forschungs- und
                          Entwicklungsprogrammen auf dem Gebiet der Umwelt (1986—1990)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN-                       Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For-
                                                                schung (CREST) hat eine Stellungnahme zum Vor-
                                                                schlag der Kommission abgegeben-
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-
 schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-
 kel 235,
                                                                BESCHLIESST:
 auf Vorschlag der Kommission,
 nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                                       Artikel 1
 nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-             (1) Die im Anhang beschriebenen Programme der Eu-
 schusses,                                                      ropäischen Wirtschaftsgemeinschaft für Forschung und
                                                                Entwicklung auf dem Gebiet der Umwelt in den Berei-
 in Erwägung nachstehender Gründe:                              chen Umweltschutz, Klimatologie und Größere techno-
                                                                logische Risiken werden für einen Zeitraum von fünf
                                                                Jahren mit Wirkung vom 1. Januar 1986 genehmigt.
 In Artikel 2 des Vertrages wird der Gemeinschaft unter
 anderem die Aufgabe übertragen, innerhalb der Ge-
 meinschaft eine ausgewogene Wirtschaftsausweitung              (2) Die Programme umfassen Arbeiten, die als Ver-
 und eine beschleunigte Hebung der Lebenshaltung zu             tragsforschung auf der Basis der Kostenteilung durchge-
 fördern.                                                       führt werden, konzertierte Aktionen und Koordinie-
                                                                rungs- und Ausbildungstätigkeiten, wie im Anhang be-
                                                                schrieben.
Am 7. Februar 1983 hat der Rat eine Entschließung zur
Fortschreibung und Durchführung einer Umweltpolitik
und eines Aktionsprogramms der Europäischen Ge-
 meinschaften für den Umweltschutz (1982—1986) (*)                                     Artikel 2
angenommen.
                                                                Die zur Durchführung der Programme erforderlichen
Darin erklärt der Rat, daß die harmonische Entwick-             Mittel werden auf 105 Millionen ECU veranschlagt,
 lung des Wirtschaftslebens und eine beständige und             einschließlich der Personalausgaben für 27 Personen.
 ausgewogene Wirtschaftsausweitung nicht ohne mög-              Davon entfallen auf
lichst schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen
denkbar ist, die eine der grundlegenden Aufgaben der           — Umweltschutz: 65 Mill. ECU, 17 Personen;
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft darstellt.
                                                               — Klimatologie: 25 Mill. ECU, 6 Personen;
Der Europäische Rat hat auf seiner Tagung in Stuttgart
vom 17. bis 19. Juni 1983 betont, dass es dringend             — Größere technologische Risiken: 15 Mill. ECU, 4
notwendig ist, den Kampf gegen die Umweltverschmut-                 Personen.
zung auf einzelstaatlicher, gemeinschaftlicher und inter-
nationaler Ebene zu beschleunigen und energischer zu
führen.                                                                                Artikel 3
Mit seiner Entschließung vom 25. Juli 1983 hat der Rat         Das Programm wird im Laufe des dritten Jahres über-
ein erstes Rahmenprogramm für die Tätigkeiten der              prüft. Diese Überprüfung kann nach den einschlägigen
Gemeinschaft im Bereich Forschung, Entwicklung und             Verfahren zu einer Revision des Programms zum Beginn
Demonstration (2) angenommen.                                  des vierten Jahres führen, nachdem der in Artikel 4
                                                               genannte Ausschuß konsultiert wurde. Der Rat und das
Die Forschungsarbeiten der Gemeinschaft auf dem Ge-            Europäische Parlament werden über die Ergebnisse der
biet der Umwelt und der Klimatologie haben wirksam             Überprüfung unterrichtet.
zur Durchführung der Politik und des Aktionspro-
gramms für die Umwelt beigetragen und werden dies
auch weiterhin tun.
                                                                                       Artikel 4
Im Vertrag sind keine besonderen Aktionsbefugnisse zu
diesem Zweck vorgesehen.                                       Die Kommission ist für die Durchführung der Program-
                                                               me verantwortlich. Sie wird in ihren Aufgaben vom
(!) ABl. Nr. C 46 vom 17. 2. 1983, S. 1.                       Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß
(2) ABl. Nr. C 208 vom 4. 8. 1983, S. 1.                       (BVKA) „Umweltschutz und Klimatologie" unterstützt.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/10                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   25. 11. 85
Das Aufgabengebiet und die Zusammensetzung dieses                     Sie veröffentlicht diesen Bericht sechs Monate nach
Ausschusses entsprechen dem Beschluß 84/338/Eura-                     seiner Übermittlung an die Mitgliedstaaten, sofern kein
tom, EGKS, EWG des Rates vom 29. Juni 1984 über                       Mitgliedstaat Einwände erhebt. In letzterem Fall wird
die Verwaltungs- und Koordinierungsstrukturen und                     der Bericht im Einvernehmen mit dem genannten Aus-
-verfahren der Forschungs-, Entwicklungs- und De-                     schuß nur an solche Einrichtungen und Unternehmen
monstrationstätigkeiten der Gemeinschaft (1).                         verteilt, die darum bitten und deren Forschungs- und
                                                                      Produktionsarbeiten den Zugang zu den Forschungser-
                                                                      gebnissen aus den konzertierten Aktionen rechtfertigen.
                          Artikel 5                                   Die Kommission trifft geeignete Vorkehrungen, damit
                                                                      der Bericht vertraulich bleibt und nicht an Dritte weiter-
                                                                      gegeben wird.
(1) Im Rahmen der konzertierten Aktionen, gemäß
einem von der Kommission nach Anhörung des in Arti-
kel 4 genannten Ausschusses festzulegenden Verfahren,
tauschen die beteiligten Mitgliedstaaten und die Ge-
meinschaft regelmäßig alle nützlichen Informationen
über die Durchführung der unter solche Tätigkeiten
fallenden Forschungsarbeiten aus.                                                               Artikel 6
Die beteiligten Mitgliedstaaten liefern der Kommission
alle einschlägigen Informationen für Koordinierungs-                   (1) Gemäß Artikel 228 des Vertrages kann der Rat
zwecke. Sie bemühen sich ferner darum, der Kommis-                    Abkommen mit dritten Staaten schließen, insbesondere
sion Informationen über ähnliche von nicht ihnen unter-               mit solchen, die an der europäischen Zusammenarbeit
stehenden Gremien geplante oder durchgeführte For-                    auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen
schungen zu liefern.                                                  Forschung (COST) mitwirken, um sie vollständig oder
                                                                      teilweise an diesen Programmen zu beteiligen.
Auf Verlangen des betreffenden Mitgliedstaats werden
die Informationen vertraulich behandelt.                               (2) Die Kommission wird ermächtigt, die in Absatz 1
                                                                      genannten Abkommen auszuhandeln.
(2) Nach Abschluß des Programms übermittelt die
Kommission nach Anhörung des in Artikel 4 genannten                    Die Abkommen mit den an COST beteiligten Drittstaa-
Ausschusses den Mitgliedstaaten und dem Europäi-                       ten sind in Übereinstimmung mit den Schlußfolgerun-
schen Parlament einen zusammenfassenden Bericht über                  gen des Rates vom 18. Juli 1978 über die europäische
die Durchführung und Ergebnisse der konzertierten Ak-                  Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wissenschaft und
tionen.                                                                Technologie (COST) (x) auszuhandeln.
(!) ABl. Nr. L 177 vom 4. 7. 1984, S. 25.                              (!) ABl. Nr. C 100 vom 21. 4. 1979, S. 1.
                                                              ANHANG
                                                                 TEILI
                                                         UMWELTSCHUTZ
             Wissenschaftlicher Inhalt des Programms
               1. Auswirkungen von Schadstoffen auf die Gesundheit
                  — Chronische und Spätwirkungen bei niedrigem Belastungsgrad und Frühindikatoren für die Auswir-
                     kungen auf die Gesundheit
                  — Epidemiologie und Trends der Belastung
               2. Ökologische Auswirkungen von Schadstoffen
                  — Auswirkungen auf empfindlich reagierende Schlüssel-Arten
                  — Auswirkungen auf Ökosysteme
               3. Bewertung chemischer Substanzen
                  —   Entwicklung und Bewertung von Prüfverfahren
                  —   Ersatz von Wirbeltieren für Toxizitätstests
                  —   Struktur/Aktivitäts-Beziehungen (SAR)
                  —   Bewertung von Chemikalien
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 301/11
            4.    Luftqualität
                — Analyse, Quellen, Transport, Umwandlung und Deposition von Schadstoffen
                — Auswirkungen der Luftverunreinigung auf die natürliche Umwelt
                —: Auswirkungen der Luftverunreinigung auf Baumaterialien
                — Chemie der Stratosphäre
                — Fernerkundungstechniken
                — Luftqualität in Innenräumen
             5. Wasserqualität
                — Analyseverfahren
                — Biotischer und abiotischer Abbau von Schadstoffen
                — Eutrophierung
                — Fernerkundungstechniken
             6. Bodenqualität
                — Analyseverfahren
                — Verhalten von Schadstoffen im Boden
                — Wirkungen von Schadstoffen im Boden
                — Auswirkungen land- und forstwirtschaftlicher Praktiken auf die Bodenqulität
            7.    Lärmforschung
                — Auswirkungen von Lärm auf das Kreislaufsystem
                — Vergleich zwischen den Wirkungen von Impulslärm und Dauerlärm
                — Synergismus zwischen Lärm und Schwingungen
             8.   Ökosystemforschung
                — Grundlagenforschung über das Funktionieren von Ökosystemen
                — Auswirkungen landwirtschaftlicher Praktiken und der Urbanisierung auf Ökosysteme; Einbuße an
                     genetischer Vielfalt
                — Umweltbezogene Ozeanographie
                — Biogeochemische Kreisläufe
                — Schutz der Tier- und Pflanzenwelt
             9.   Abfallforschung
                — Abfallbewirtschaftung
                — Organische Abfälle
                — Giftige und gefährliche Abfälle
                — Aufgelassene Deponien
           10. Reduzierung von Schadstoffemissionen
                — Fortschrittliche Techniken der Emissionsminderung
                — „Saubere" Technologien
           11. Wissenschaftliche Grundlagen für die Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des Umweltschutzes
           Konzertierte Aktionen
           Auf folgenden Gebieten werden im Rahmen des wissenschaftlichen Programms konzertierte Aktionen durchge-
           führt:
           1. Auswirkungen der Luftverschmutzung auf terrestrische und aquatische Ökosysteme;
           2. physikalisch-chemisches Verhalten atmosphärischer Schadstoffe;
           3. organische Mikroschadstoffe in der aquatischen Umwelt;
           4. Behandlung und Verwendung von Klärschlamm und von flüssigen Abfällen aus der Landwirtschaft;
           5. küstennahe benthonische Ökosysteme;
           6. Luftqualität in Innenräumen und ihre Wirkung auf den Menschen;
           7. Vogelschutz.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/12                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      25.11.85
                                                            TEIL II
                                                       KLIMATOLOGIE
           Wissenschaftlicher Inhalt des Programms
           1. DIE PHYSIKALISCHE GUNDLAGE VON KLIMA
              1.1. Frühere Klimabedingungen und Klimaänderung.
              1.2. Klimatologisch signifikante Prozesse.
              1.3. Modellierung und Klima vorhersage für Europa innerhalb eines globalen Rahmens.
              1.4. Untersuchungen über die Durchführbarkeit der Jahreszeitlichen Vorhersage (drei bis sechs Monate)
                    des Klimas in Europa.
           2. KLIMAEMPFINDLICHKEIT
              2.1. Veränderungen in der atmosphärischen Zusammensetzung.
                   2.1.1. Klimatische Auswirkung eines höheren C0 2 -Gehalts.
                   2.1.2. Für die Klima vorhersage wichtige Aspekte des globalen Kohlenstoffzyklus.
                    2.1.3. Klimatische Auswirkungen anderer Spurengase und Teilchen.
              2.2. Klimatische Auswirkung von Veränderungen in den Eigenschaften der Landoberfläche.
              2.3. Frühzeitige Erkennung einer Klimaänderung (Identifizierung und Überwachung von Parametern, die
                    als Frühindikatoren für Klimawechsel verwendet werden könnten. Verbesserung von Techniken zur
                    Erfassung des Signals über dem Geräuschpegel).
           3. KLIMATISCHE AUSWIRKUNGEN
              3.1. Auswirkungen des Klimawechsels oder der Veränderlichkeit auf Landressourcen, einschließlich
                    Boden, und auf Ökosysteme, unter besonderer Berücksichtigung der Verwüstungsprobleme.
              3.2. Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf europäische Wasserressourcen, einschließlich der
                   Entwicklung klimagestützter Modelle für ihre Bewertung und Vorhersage.
              3.3. Die photosynthetische Reaktion der europäischen Vegetation auf einen erhöhten CGyGehalt in der
                    Luft im Zusammenhang mit einem Klimawechsel.
              3.4. Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf Seeressourcen und Fischerei.
              3.5. Anwendung klimatischer Kenntnisse zur besseren Bewirtschaftung der Land- und Wasserressourcen.
              3.6. Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen klimatologischer Anomalien und extremer oder plötzli-
                    cher Ereignisse zur Verringerung menschlicher und materieller Verluste.
                                                            TEIL III
                                           GRÖSSERE TECHNOLOGISCHE.RISIKEN
           Wissenschaftlicher Inhalt des Programms
           A. Physikalische und chemische Phänomene und Eingrenzung der Folgen von Unfällen
              A.l. Quellterm: Phänomenologie, Freisetzungsmodelle der Emission, ihr Einfluß auf die frühen Stadien
                     der Ausbreitung;
              A.2. Verbreitung: atmosphärische Advektion, Ausbreitung und Abscheidung, mit Nachdruck auf
                     schwere/kalte Gase, Nebel und Aerosolen;
              A.3. Verbrennung: leicht entzündliche Wolken und Nebel, einschließlich Flächenbrand, Deflagration,
                     Übergang von Deflagration zur Detonation und Detonation (unbegrenzte/teilbegrenzte Geometrien);
              A.4. Druckwellenbildung, -ausbreitung, Wechselwirkung mit Strukturen; Erzeugung von Projektilen;
                     begrenzte Explosionen und ihre Druckentlastung;
              A.5. Katastrophenfeuer: Brand von Flüssigkeitsoberflächen, Fackeln und Feuerbälle; hochreaktive Stoffe;
                     Feuersbrünste;
              A.6. Durchgehreaktionen:    Thermodynamik, Hydrodynamik, Druckentlastung;
              A.7. Toxische Stoffe: Verbreitung in der Luft, Synergien; ausschließlich Toxikologie;
              A.8. Staubexplosionen:    Phänomenologie und Druckenlastung.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 301/13
           B. Technologische     Aspekte
              B.l. Sicherheit und Zuverlässigkeit vorhandener Technologien und ihre Verbesserung;
               B.2. Alternative Technologien und Prozesse, die die Sicherheit der Prozesse, Anlagen und Produktionszy-
                     klen erhöhen könnten;
              B.3. Instrumentierung    zur Erfassung und Abmilderung von Situationen mit hohem Risiko.
           C. Bewertung und Management von Risiken
              C.l. Risikofeststellung und -kartographie, Risikoanhäufung, Empfindlichkeit komplexer industrieller/
                     städtischer Systeme;
              C.2. Sicherheit und Zuverlässigkeit komplexer industrieller Systeme, Kosten/Nutzen-Verhältnis von
                    Sicherheits-/Abmilderungsgeräten;
              C.3. menschliche Faktoren, Wechselwirkung Mensch/Maschine;
              C.4. Risikoerkennung durch die Öffentlichkeit, zulässiges Risikoniveau;
              G.5. Entwicklung von „Expertensystemen" (an Datenbanken angeschlossen) zur Risiköbewertung und
                    zum Unfallmanagement;
              C.6. probabilistisches Konzept für die Analyse und Simulation größerer Unfallszenarios mit Nachdruck
                    auf gefährliche Tranporte;
              C.7. Entscheidungsfindung und Gegenmaßnahmen in einer Notlage, Notfallplanung;
              C.8. Verhalten der Bevölkerung in einem Notfall.
           Geeignete sektorenübergreifende Studien, die ohne Verzug in Auftrag gegeben werden sollten, werden die
           Wechselwirkungen und die prioritären Fragen identifizieren, die die Auswahl der Themen und die Durchfüh-
           rung auf den Sektoren B und C beeinflussen können.
                                                                                      J
 ---pagebreak--- Nr. C 301/14                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 25. 11. 85
                                                           TEILI
              Vorschlag für ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm auf dem Gebiet des Umweltschut-
                        zes (1986—1990) als Teil des Forschungsaktionsprogramms (FAP) Umwelt
A. EINLEITUNG                                                             jekte in engem Zusammenhang mit den Ge-
                                                                          meinschaftsprogrammen neu definiert.
Dieser Vorschlag betrifft ein neues FuE-Programm auf                      Im Jahr 1981 wurde das dritte Umweltfor-
dem Gebiet des Umweltschutzes für den Zeitraum                            schungsprogramm (1981—1985) angenom-
 1986—1990. Es ist das vierte Gemeinschaftsprogramm
                                                                          men, das erstmalig sowohl Vertragsforschung
im Rahmen der Vertragsforschung und der Konzertier-
                                                                          als auch Konzertierte Aktionen vereinigte, wo-
ten Aktionen (1. Programm: 1973—1975, 2. Programm:
 1976—1980, 3. Programm: 1981—1985) und ist die                           bei die Assoziation von Nichtmitgliedstaaten
logische Fortführung seiner Vorgänger.                                    der Gemeinschaft gewährleistet wurde.
                                                                          Mit der Vorlage des Rahmenprogramms im
Das Programm ist als integraler Teil des Forschungsak-                    Jahr 1983 (siehe unten) wurde das Konzept der
tionsprogramms (FAP) Umwelt zu sehen, das im Sinne                        Forschungsaktionsprogramme (FAPs) einge-
der Entschließung des Rates vom 25. Juli 1983 über                        führt, das eine engere Verbindung zwischen
Rahmenprogramme für die F, EuD der Gemeinschaft                           der Vertragsforschung und den Konzertierten
 (1984—1987) (*) Forschung in vier verschiedenen Sekto-                   Aktionen einerseits und der Forschung der GFS
ren umfaßt, nämlich                                                       andererseits erlaubt, auch wenn diese Program-
— Umweltschutz,                                                           me aus juristischen Gründen auf separaten
                                                                          Ratsbeschlüssen beruhen.
— Klimatologie,
                                                                          Der vorliegende Vorschlag ist eine logische
— industrielle Risiken,                                                   Fortsetzung des dritten Umweltforschungspro-
                                                                          gramms (1981—1985), das im Jahr 1981 ange-
— Fernerkundung,                                                          nommen wurde (3), 1983/84 überarbeitet und
                                                                          formell durch einen Ratsbeschluß aus dem Jahr
die entweder als Teil des GFS-Programms 1984—                             1984 (4) revidiert wurcie.
 1987 (2) oder mittels Vertragsforschung und Konzertier-
ten Aktionen durchgeführt wird.
                                                                     1.2. Zielsetzungen       des      Umweltforschungspro-
                                                                          gramms
B. BEGRÜNDUNG UND ZIELE
                                                                          Bei der Ausarbeitung des letzten (dritten) Um-
                                                                          weltforschungsprogramms wurden drei Haupt-
     Umweltforschung der Gemeinschaft: Geschichte,                        ziele festgelegt, die immer noch gültig sind. Es
     Zielsetzungen und Ergebnisse                                         sollen
                                                                          — wissenschaftliche und technische Daten
     1.1. Entwicklung der Utnweltforschung der Ge-                            erarbeitet werden, die für die Umsetzung
           meinschaft                                                         der Umweltschutzpolitik der Gemeinschaft
                                                                               (Umweltaktionsprogramm, siehe unten)
          Parallel zur Festlegung und Fortschreibung der                      notwendig sind;
          gemeinschaftlichen Umweltpolitik (siehe un-
                                                                          — längerfristige Umweltprobleme aufgegrif-
           ten) hat sich die Umweltforschung der Gemein-
                                                                              fen werden, um dadurch die Entwicklung
           schaft von ihrem bescheidenen Start im Jahr
                                                                              präventiver und vorausschauender Maß-
           1971 zu einer wichtigen Forschungsaktivität
                                                                              nahmen zu ermöglichen. Dabei sollen die
           entwickelt. Auf drei COST-Abkommen, die im
                                                                              umweltrelevanten Trends berücksichtigt
          Jahr 1971 unterzeichnet wurden, folgten 1973
                                                                              und ferner Möglichkeiten geschaffen wer-
          das erste und 1976 das zweite Vertragsfor-
                                                                              den, die Wirksamkeit der gegenwärtigen
           schungsprogramm.
                                                                              Umweltschutzpolitik zu bewerten;
           Die Umweltforschung wurde in den frühen                        — die einzelstaatlichen Forschungsanstren-
           siebziger Jahren in das GFS-Programm aufge-                        gungen auf dem Gebiet des Umweltschutzes
           nommen und schrittweise erweitert. Im Verlauf                      auf Gemeinschaftsebene verstärkt koordi-
          der siebziger Jahre wurden etliche COST-Pro-                        niert werden, um den Gesamterfolg zu stei-
(!) ABl. Nr. C 208 vom 4. 8. 1983, S. 1.                        (3) ABl. Nr. L 101 vom 11. 4. 1981, S. 1.
(2) ABl. Nr. L 3 vom 5. 1. 1984, S. 21.                         (4) ABl. Nr. L 71 vom 14. 3. 1984, S. 13.
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             gern. Dies soll dadurch erreicht werden,                bewertet hat (siehe unten), generell aufgefor-
             daß gemeinsame Vorhaben bevorzugt ge-                   dert, die Programmergebnisse so aufzubereiten,
             fördert werden, Doppelarbeit vermieden                  daß die unmittelbar für die Gesetzgebung ge-
             wird und Forschungslücken aufgezeigt                    nutzt werden können. Der wissenschaftliche
             werden.                                                 Sachverstand, der mit dem des Programms ver-
                                                                     bunden ist, kann zur Erreichung dieses Ziels in
                                                                     hervorragender Weise genutzt werden.
         Im Lichte der im Rahmenprogramm definierten
         FuE-Politik der Gemeinschaft und der Bewer-
         tung der Ergebnisse früherer Programme ist es               Die Ausbildung von Wissenschaftlern, insbe-
         notwendig, die genannten Zielsetzungen durch                sondere durch die Förderung von übernationa-
         drei weitere zu ergänzen:                                    lem Austausch, wurde von der Kommission
                                                                     stets als Verpflichtung betrachtet. Bisher als
         — Förderung der industriellen Wettbewerbs-                  eine eigenständige Aktivität betrieben, soll die-
             fähigkeit;                                               se nun in die speziellen Forschungsprogramme
         — Aufbereitung und Bewertung von For-                        eingegliedert werden, wo immer dies sinnvoll
             schungsergebnissen auf dem Gebiet des                    ist.
             Umweltschutzes, so daß sie für Belange der
             Umweltgesetzgebung und des Umweltma-
             nagements nutzbar werden;                          1.3. Ergebnisse der Umweltforschung          der   Gemein-
         — Förderung der Ausbildung im Bereich der                   schaft
             Umweltwissenschaften.
                                                                     Es ist weithin anerkannt, daß die Umweltfor-
         Diese ergänzenden Zielsetzungen lassen sich                  schungsprogramme in bedeutsamer Weise zum
         folgendermaßen begründen:                                    derzeitigen Kenntnisstand in den Umweltwis-
         Emissionsminderungen, Abfallbeseitigung, das                 senschaften beigetragen haben. Viele Ergebnis-
         Testen von Chemikalien und Produkten, usw.,                  se dieser Forschung wurden in die Praxis umge-
         entwickeln sich zunehmend zu einem bedeutsa-                 setzt oder wurden für die Vorbereitung der
         men ökonomischen Faktor für die Industrie.                   Umweltgesetzgebung der Gemeinschaft ver-
                                                                     wendet. Diese Erfolge sind hinreichend doku-
         Hier sei nur erwähnt, daß eine Reihe von Pro-
                                                                     mentiert.
         zessen, wie beispielsweise die Reinigung der
         Abgase von Stickoxyden oder die katalytische
         Umwandlung von Autoabgasen, hauptsächlich                    Zusammenfassungen über ausgewählte Ergeb-
         auf importierten Technologien beruhen. Jede                  nisse sind enthalten in allgemeinen Übersichts-
         Entwicklung, die den wirtschaftlichen Nutzen                 berichten über die Forschung (*) und die Um-
         von Techniken zur Bekämpfung von Umwelt-                     weltpolitik (2) der Gemeinschaft.
         verschmutzung bzw. die Akzeptanz von um-
         weltfreundlichen Produkten erhöht, trägt ge-                 Im Anhang II findet sich eine Liste über die
         wiß dazu bei, die Konkurrenzfähigkeit der eu-                Veröffentlichungen der Kommission, die ent-
         ropäischen Industrie zu steigern. Ebenso trägt               weder die Ergebnisse zusammenfassen oder,
         die Erstellung von Kosten/Nutzen-Abschätzun-                 über die in ihnen enthaltenen Literaturhinwei-
         gen bezüglich der Wahl der gesetzgeberischen                 se, auf spezielle Publikationen über die inner-
         Maßnahmen zu diesem Ziel bei.                                halb des Programms geförderte Forschung ver-
                                                                      weisen.
         Seitdem die Umweltpolitik der Gemeinschaft
         im Jahr 1973 begründet wurde, wurde eine
         Vielzahl von Daten über die Umweltauswir-                    Soweit es die Vertragsforschung betrifft, wur-
         kungen von zahlreichen Schadstoffen gesam-                   den die Vertragnehmer aufgefordert, ihre Er-
         melt, aber ein Großteil der vorhandenen Infor-               gebnisse in der freien Literatur zu publizieren,
         mationen muß noch von qualifizierten Exper-                  um deren weite Verbreitung zu gewährleisten.
         ten so aufgearbeitet werden, daß sie für gesetz-             Die in mehreren Bänden von der Kommission
         geberische Zwecke verwendbar werden. Von                     veröffentlichten Kurzberichte über die For-
         wenigen Ausnahmen abgesehen bezieht die                      schungsverträge enthalten ebenfalls umfassen-
         Chemikaliengesetzgebung der Gemeinschaft                     de Veröffentlichungshinweise (siehe Anhang
         nur solche Stoffe ein, die neu auf den Markt                •II).
         gebracht werden. Es besteht daher ein Bedarf,
         das Datenmaterial über die enorme Anzahl von                 Auf geeigneten Gebieten wurden kritische Syn-
         „alten" Chemikalien kritisch zu bewerten, da                 theseberichte zu Forschungen der Gemein-
         die vorhandenen Kenntnisse entweder lücken-                  schaft zusammengestellt (z.B. epidemiologische
         haft sind oder aber widersprüchliche Angaben                 Erhebungen über die Wirkungen von Luft-
         vorliegen. Diese Bewertung soll auch im Hin-
         blick darauf durchgeführt werden, Prioritäten
         für zukünftige Untersuchungen von Chemika-
                                                           (') La politique communautaire de la recherche et la technologie;
         lien festzulegen. Darüber hinaus wurde die
                                                               ses developpements jusqu'en 1984, EUR 9229, im Druck.
         Kommission von der Expertengruppe, die die        (2) Zehn Jahre Umweltpolitik der Europäischen Gemeinschaft,
         Ergebnisse der vorausgegangenen Programme             März 1984.
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        Schadstoffen; Zwischenbericht über das ILE-                       re hat wesentlich zu der wissenschaftlichen
        Projekt, der gemeinsam mit der GFS angefertigt                    Grundlage für die bereits erlassenen oder
        wurde).                                                           vorgeschlagenen Maßnahmen auf dem Ge-
                                                                          biet der Kontrolle von Luftverschmutzung
        Die Ergebnisse der Konzertierten Aktionen                         beigetragen.
        wurden jeweils in unterschiedlicher Breite dar-
        gestellt:                                                     Zur Zeit werden das zweite Programm
        — es wurden in regelmäßigen Abständen Tä-                      (1976—1980) und die erste Phase des dritten
             tigkeitsberichte herausgegeben, die die we-              Programms (1981—1983), gemeinsam mit den
             sentlichen Resultate in komprimierter Form               relevanten Aktivitäten der GFS, von einer un-
             enthalten;                                               abhängigen Gruppe hochrangiger Wissen-
                                                                      schaftler bewertet. Ihr Bericht wird Mitte 1985
        — es wurden zahlreiche „Europäische Sympo-                    zur Verfügung stehen.
             sia" und Workshops zu speziellen Fra-
             gestellungen veranstaltet. Die Tagungsbe-
             richte dieser Veranstaltungen wurden
             publiziert und so den Wissenschaftlern und     2. FuE zur Unterstützung des Umweltaktionspro-
             dem Gesetzgeber verfügbar gemacht.                  gramms
        Zusätzlich zu den im direkten Zusammenhang               Bei der Ausarbeitung ihres Programmvorschlags ließ
        mit dem Programm stehenden Tagungen wur-                 sich die Kommission in der Hauptsache von der
        den von der Kommission viele für ein breiteres           aktualisierten Version des Umweltaktionspro-
        Publikum zugängliche Konferenzen ausgerich-              gramms leiten,, die 1983 vom Rat gebilligt wurde
        tet. Dies geschah entweder in alleiniger Verant-         (Entschließung des Rates der Europäischen Gemein-
        wortung der Kommission oder gemeinsam mit                schaften und der an der Ratstagung vom 7. Februar
        anderen Institutionen. Zu diesen Tagungen                1983 über die Fortsetzung und Durchführung einer
        wurden gezielt Vertragspartner eingeladen, um            europäischen gemeinschaftlichen Politik und eines
        über die Forschungsergebnisse der Gemein-                Aktionsprogramms auf dem Gebiet des Umwelt-
        schaft zu berichten. Hauptziele dieser Konfe-            schutzes (1982—1986) teilnehmenden Vertreter der
        renzen waren, die Ausrichtung der Forschung              Regierunger der Mitgliedstaaten) {l).
        der Gemeinschaft genauer zu bestimmen und
        prioritäre Bereiche zu ermitteln (z.B. Saubere
        Technologien, 1980; Saure Niederschläge,                 In der im Anhang gegebenen Inhaltsbeschreibung
        1983; Umwelt und Chemie in der Landwirt-                 des Programms wird auf die einschlägigen Kapitel
        schaft, 1984).                                           des dritten Umweltaktionsprogramms und auf die in
                                                                 der Entschließung des Rates genannten Prioritäten
                                                                 Bezug genommen; diese sind:
        Wie die Forschungsergebnisse für gesetzgebe-
        rische Zwecke verwendet wurden, mögen die                a) Integration der Umweltdimension in die übrigen
        folgenden wenigen Beispiele zeigen:                          Politiken;
        — zahlreiche Datensätze über die Wirkung der             b) Verfahren zur Beurteilung von Auswirkungen
             verschiedensten Schadstoffe auf die Ge-                 auf die Umwelt;
              sundheit und die Umwelt wurden von der
              Kommission als Grundlage für Vorschläge            c) Verminderung der Verschmutzung und Belästi-
             von Qualitätskriterien für bestimmte Sub-               gung, wenn möglich an der Quelle, im Rahmen
              stanzen (z.B. Schwermetalle, organische                eines Vorgehens, das die Verbreitung der Ver-
             Schadstoffe) verwendet;                                 schmutzung von einem Umweltmedium in ande-
                                                                     re verhindern soll, und zwar auf folgenden Ge-
        — eine Reihe von Tests zur Chemikalienbe-                    bieten:
              wertung, die im Rahmen des Programms
              entwickelt bzw. auf ihre Aussagekraft hin              — Bekämpfung der Luftverschmutzung,
              überprüft wurden, haben bereits Eingang
              gefunden in die Testprotokolle im Anhang               — Bekämpfung der Verschmutzung der Binnen-
              zur Richtlinie 67/548/EWG (Grundstufe,                      gewässer und des Meeres,
              Stufen 1 und 2) oder wurden für sie vorge-
              schlagen. Gleiches gilt auch für andere                — Bekämpfung der Bodenverschmutzung;
              Richtlinien;
                                                                  d) Umweltschutz im Mittelmeerraum, durch die
        — die Forschungsergebnisse über Klär-                         besondere Berücksichtigung seiner spezifischen
             schlamm lieferten die hauptsächliche wis-                Aspekte bei der Konkretisierung des Aktions-
             senschaftliche Grundlage für die vorge-                  programms;
             schlagene Richtlinie über die Verwendung
             von Klärschlamm in der Landwirtschaft;               e) Lärmbelästigung, insbesondere durch Verkehrs-
                                                                      mittel;
        — die Aufklärung der Umwandlungsmecha-
              nismen von Schadstoffen in der Atmosphä-       (!) ABl. Nr. C 46 vom 17. 2. 1983, S. 1.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 301/17
    f) Bekämpfung der grenzüberschreitenden Ver-                Insbesondere wird in diesem Vorschlag vor allem
        schmutzung;                                             dem einschlägigen Kapitel (6.2) des Rahmenpro-
                                                                gramms (*) sowie dem „Plan by Objective Protection
    g) gefährliche chemische Stoffe      und Zuberei-           of the Environment and Prevention of Health Ha-
        tungen;                                                 zards" (2) Rechnung getragen. In letztgenanntem
                                                                Dokument, das wärhend der Vorbereitungsphase
    h) Abfallwirtschaft, einschließlich der Aufberei-           des Rahmenprogramms erarbeitet wurde, wird der
        tung, Rückgewinnung und Verwertung insbe-               Versuch unternommen, die EG-Umweltforschung
        sondere toxischer und gefährlicher Abfälle;            vor dem allgemeinen Hintergrund der Forschung in
                                                               Europa und in Übersee darzustellen.
    i) Förderung der Entwicklung umweltfreundlicher
        („sauberer") Technologien;                             Auf den vorliegenden Programmvorschlag treffen
    j) Schutz der in bezug auf die Umwelt besonders            drei der vier Auswahlkriterien für FuE-Programme
        anfälligen Gebiete von gemeinschaftlicher Be-           der Gemeinschaft zu:
        deutung;                                               — finanzielle Vorteile aus gemeinsamen For-
                                                                    schungsanstrengungen im Hinblick auf ihren
    k) Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern in                    Beitrag zur Gesetzgebung der Gemeinschaft im
        Umweltfragen.                                               Rahmen ihres diesbezüglichen Auftrags auf dem
                                                                    Umweltsektor;
    Es ist hervorzuheben, daß in der obengenannten
    Entschließung besonders auf die Notwendigkeit ei-          — Forschung, die sich über geographische Groß-
    ner eingehenden Forschung hingewiesen wird, ehe                 räume erstreckt, im Hinblick auf die grenzüber-
    dem Rat Vorschläge für Verordnungen zugeleitet                  schreitende Bedeutung der Umweltverschmut-
    werden.                                                         zung;
    In diesem Vorschlag ist auch der Forschungsbedarf          — Forschung, die die Geschlossenheit des Gemein-
    berücksichtigt, der sich aus der Durchführung der               samen Marktes fördert und zur Einführung ein-
    verschiedenen Einzelrichtlinien des Rates ergibt, die           heitlicher Standards führt, begründet durch die
    in den vergangenen Jahren verabschiedet worden                  Auswirkung der Umweltpolitik der Gemein-
    sind oder derzeit im Rat erörtert werden.                       schaft auf den freien Handel (Handelsbeschrän-
                                                                    kungen für Produkte, gemeinsame Bewertungs-
    Anstrengungen wurden unternommen, den zukünf-                   verfahren, usw.).
    tigen Forschungsbedarf zu berücksichtigen, der sich
    aus dem neuen Umweltaktionsprogramm (1988—
    1991) ergeben wird, das z.Z. vorbereitet wird, wie
    beispielsweise Forschungen zu einem Bodenschutz-       C. FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE               UND      WISSEN-
    konzept.                                                   SCHAFTLICHER INHALT DES PROGRAMMS
3. Umweltforschung und das Rahmenprogramm                   1. Forschungsschwerpunkte
    Was die allgemeine Forschungspolitik der Gemein-           Die Umweltforschung umfaßt im allgemeinen ein
    schaften anbelangt, wurde bei der Ausarbeitung die-         äußerst weites Feld von Aktivitäten, die auch solche
    ses Dokuments der Entschließung des Rates vom               von nur lokaler Bedeutung einschließen. Es wurde
    25. Juli 1983 über die Rahmenprogramme für For-            daher besonderes Augenmerk darauf gelegt, die
    schungs-, Entwicklungs- und Demonstrationstätig-           Prioritäten auf solche Probleme zu lenken, die un-
    keiten der Gemeinschaft und das erste Rahmenpro-            zweifelhaft von allgemeiner Bedeutung für die Ge-
    gramm (1984—1987) voll Rechnung getragen, in                meinschaft sind. Das wesentliche Kriterium für die
    der der Umweltschutz unter den wissenschaftlichen          Auswahl der Forschungsschwerpunkte lag auf den
    und technischen Zielen aufgeführt ist, die in die          Anforderungen aus der Umweltpolitik der Gemein-
    Option „Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbe-            schaft (Umweltaktionsprogramm).
    dingungen" fallen. Die Beiträge zu allen anderen
    Optionen, insbesondere jedoch zur
                                                               Darüber hinaus kann sich die Kommission bei der
    — Förderung der industriellen Wettbewerbsfähig-            Auswahl von Prioritäten nicht dem aktuellen öffent-
        keit,                                                  lichen Druck gegenüber Umweltproblemen ver-
                                                               schließen, wie er sich beispielsweise gegenüber sau-
    — Verbesserung der Bewirtschaftung der Roh-                ren Niederschlägen, dem Waldsterben, der Beseiti-
        stoffe,
    — Förderung der landwirtschaftlichen        Wettbe-
        werbsfähigkeit
                                                           (j) Dok. KOM(83) 260 endg.
    werden voll anerkannt.                                 (2) Dok. XII/35/82, Januar 1983.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/18                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             25. 11. 85
    gung von toxischen und gefährlichen Abfällen, dem            ihre Beteiligung an den weiteren Arbeiten im An-
    Bodenschutz, usw. äußert. Verschiedene Entschlie-            schluß an das Versailler Gipfeltreffen der Staats-
    ßungen des Europäischen Parlaments zu diesen The-            und Regierungschefs und der Vertreter der Europäi-
    men wurden besonders in Betracht gezogen. Eine               schen Gemeinschaften von 1982 sowie des Londoner
    Reihe von ihnen enthalten eindringliche Empfehlun-           Gipfels zu erfüllen; auf letztgenanntem Treffen wur-
    gen, die Forschungsanstrengungen in diesen Berei-            de der Umweltschutz als ein Hauptpunkt der Zu-
    chen zu steigern.                                            sammenarbeit bezeichnet. Die Arbeitsgruppe Tech-
                                                                 nologie, Wachstum und Beschäftigung, die als Reak-
    Zahlreiche von der Kommission in alleiniger Ver-             tion auf die Erklärungen dieser Gipfeltreffen einge-
    antwortung oder in Kooperation mit anderen Insti-            setzt wurde, betonte die Wichtigkeit des Programms
    tutionen veranstaltete Symposien oder Workshops              der Gemeinschaft und empfahl die folgenden For-
    (siehe Anhang II) haben wesentliche Beiträge zur             schungsschwerpunkte, die zum größten Teil mit
    Formulierung des Programms geliefert. Normaler-              denen des Forschungsaktionsprogramms Umwelt
    weise wurden herausragende Persönlichkeiten damit            identisch sind:
    betraut, die Schlußfolgerungen dieser Konferenzen
    zu ziehen, wobei besonderes Augenmerk auf die                — Luftverunreinigung,
    Forschungsprioritäten gelegt wurde. Die wichtig-
    sten Konferenzen waren:                                      — toxische und radioaktive Abfälle,
    — Saubere Technologien, Den Haag, November                   — Meeresverschmutzung,
         1980;                                                   — Kontamination der Böden und Wasserver-
    — Saure Niederschläge — eine Herausforderung                       schmutzung,
         für Europa, Karlsruhe, September 1983;                  — angepaßte landwirtschaftliche Bodennutzung,
    — Umwelt und Chemie in der Landwirtschaft,                   — klimatische Veränderungen.
         Dublin, Oktober 1984.
                                                                  Unter Beteiligung der offiziellen Beratungsgremien
    Die Kommission beteiligte sich auch an der Ausrich-          sowie nach zahlreichen informellen Kontakten mit
    tung der „Conference on Environmental Research               den Mitgliedstaaten analysierten die Dienststellen
    and Management Priorities for the 1980's", die von            der Kommission die nationalen Umweltforschungs-
    der Schwedischen Akademie der Wissenschaften                  programme, einschließlich ihrer Finanzausstattung,
    1982 in Rättvik organisiert wurde. Diese Konferenz            um Doppelarbeiten zu vermeiden, jene Bereiche her-
    hatte sich zum Ziel gesetzt, die zukünftigen For-             auszufiltern, die einer besonderen Beteiligung der
    schungsschwerpunkte herauszuarbeiten. Von den                 Gemeinschaftsforschung bedürfen und um die Mög-
    dort genannten Prioritäten bezieht sich dieser                lichkeiten für eine effektive Koordination (z.B. über
    Programmvorschlag insbesondere auf:                           Konzertierte Aktionen) auszuloten.
    — Verminderung der biologischen Vielfalt;
                                                                  Der Beratende Programmausschuß Umwelt gab
    — saure Niederschläge;                                        1984 Empfehlungen für die Festlegung von For-
                                                                  schungsprioritäten. Diese Diskussionen wurden
    — Auswirkungen von gefährlichen Stoffen auf                  fortgesetzt durch den kürzlich eingesetzten Beraten-
         Ökosysteme und den Menschen;                            den Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß
                                                                  (BVKA) auf dem Gebiet der Umwelt und Klimatolo-
    — Auswirkungen der Urbanisierung;                            gie, der am 19. März 1985 eine formale Stellungnah-
                                                                  me zum Programmentwurf abgegeben hat (Anhang
     (die weiteren Prioritäten betreffen hauptsächlich die        III).
    Klimatologie und Probleme der Entwicklungs-
    länder).
                                                                  Der wissenschaftliche Inhalt des Programms ist in
                                                                  Anhang I dargestellt, eine Einführung dazu findet
    Intensive interne Diskussionen zwischen den Dienst-           sich im folgenden Abschnitt. Der Programmentwurf
    stellen der Kommission über saure Niederschläge               stellt eine ausgewogene Schlußfolgerung aus den
    und die Wirkungen von Luftschadstoffen im Hin-                oben ausgeführten Überlegungen dar.
    blick auf die Vorbereitung von gesetzgeberischen
    Maßnahmen und dem daraus abgeleiteten For-
                                                                  Die jeweils am besten geeigneten Wege zur Durch-
    schungsbedarf führten zur Abfassung eines speziel-
                                                                  führung des Programms sind ebenfalls angegeben.
    len Berichtes (1).
    Mit diesem Programmvorschlag wird auch versucht,
    die Bedürfnisse der Gemeinschaft im Hinblick auf
                                                              2. Wissenschaftlicher Inhalt des Programms
(') Report on the actions of the Commission of the European
    Economic Community on acid deposition, Doc. XI/886/84,       Aufgrund der Erfahrungen aus den vorangegange-
    December 1984.                                               nen Programmen, die nur in sehr breite Themenbe-
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 301/19
    reiche untergliedert waren, wird für das vierte Pro-       Der Bereich 8 soll einen besseren Einblick in die
    gramm eine feinere Untergliederung in die folgenden        Funktionsweise von Ökosystemen erlauben, was für
    elf Bereiche vorgeschlagen, die exakter umrissen           einen langfristig angelegten sinnvollen Umwelt-
    und logischer aufgebaut sind:                              schutz unumgänglich ist.
      1. Auswirkungen von Schadstoffen auf die Ge-             Die Bereiche 9 und 10 konzentrieren sich auf techno-
          sundheit,                                            logische Forschung, die dazu dient, wirksamere Ver-
      2. ökologische Auswirkungen von Schadstoffen,            fahren zur Verminderung von Emissionen zu ent-
                                                               wickeln.
      3. Bewertung chemischer Substanzen,
      4. Luftqualität,                                         Der Bereich 11 umfaßt jene Aktivitäten, die eine
                                                               bessere Verwendung der Forschungsergebnisse in
      5. Wasserqualität,                                       der Gesetzgebung und im Umweltmanagement er-
                                                               lauben bzw. eine Verbindung zu anderen wissen-
      6. Bodenqualität,                                        schaftlichen Disziplinien (Ökonomie, Soziologie)
      7. Lärmforschung,                                        herstellen, die von besonderer Bedeutung für die
                                                               Durchführung des Umweltaktionsprogramms sind.
      8. Ökosystemforschung,
                                                               Bezüglich der Aufteilung der verfügbaren Finanz-
      9. Abfallforschung,                                      mittel auf die genannten Forschungsbereiche sowie
    10. Reduzierung von Schadstoffen,                          der Forschungsprioritäten innerhalb jedes Bereiches
                                                               wird die Kommission den Beratenden Verwaltungs-
    11. wissenschaftliche Grundlagen der Umweltge-             und Koordinierungsausschuß (BVKA) „Umwelt
          setzgebung und des Umweltmanagements.                und Klimatologie" konsultieren.
    Im Anhang IA wird jeder dieser Bereiche eingehend
    beschrieben.
    Der Anhang IB erläutert den Inhalt der formalen        D. ART DER DURCHFÜHRUNG
    Konzertierten Aktionen. Sie bedürfen im Hinblick
    auf die mögliche Beteiligung von Nichtmitgliedstaa-
    ten im Rahmen der COST-Abkommen einer aus-             Es wird vorgeschlagen, „katalytische Aktivitäten" als
    führlicheren Darstellung. Der wissenschaftliche In-    einen weiteren Tätigkeitstypus einzuführen, der die
   halt dieser Konzertierten Aktionen wurde erst 1983      Vertragsforschung und die formalen Konzertierten Ak-
   im Verlaufe der Revision des 3. Umweltforschungs-       tionen ergänzt, um mehr Flexibilität gegenüber solchen
   programms neugefaßt. Es erscheint daher nicht not-      Fragestellungen zu erreichen, die sich während der
   wendig, ihn derzeit erneut zu überarbeiten.             Durchführung des Programms neu ergeben. Weiterhin
                                                           wird angestrebt, Ausbildungsaktivitäten mit aufzu-
                                                           nehmen.
   Die vorgeschlagene Untergliederung des wissen-
   schaftlichen Programminhalts entspricht bestens
   den Anforderungen des Umweltaktionsprogramms            Das Programm soll also zukünftig folgende Möglichkei-
   und vereinfacht die praktische Durchführung des         ten berücksichtigen:
   Programms, insbesondere im Hinblick auf die For-
   mulierung der exakt umrissenen Ausschreibungen
                                                           a) Vertragsforschung
   zur Einreichung von Forschungsvorschlägen.
   Die Bereiche 1 und 2 betreffen die Ermittlung von           Forschungsverträge auf Kostenteilungsbasis sollen
   Expositions/Wirkungs-Beziehungen (Kriterien) für            abgeschlossen werden in solchen Bereichen, die für
   Schadstoffe im Sinne des ersten Umweltak-                   die Umweltpolitik, wie sie im Umweltak-
   tionsprogramms, im Hinblick auf die Gemein-                 tionsprogramm definiert ist, von unmittelbarer Be-
   schaftsgesetzgebung zu einzelnen Schadstoffen. Im           deutung sind, um innerhalb vernünftiger Fristen die
   Verhältnis zu den vorangegangenen Programmen                für seine Durchführung erforderlichen Kenntnisse
   sollen die Aufwendungen in diesen Bereichen redu-           zu gewinnen.
   ziert werden.
                                                               Die Vorhaben werden normalerweise aufgrund ge-
   Der Bereich 3 steht hauptsächlich im Zusammen-              nau definierter Ausschreibungen zur Einreichung
   hang mit dem Testen und Bewerten von Chemika-               von Vorschlägen ausgewählt, die so gestaffelt wer-
   lien, wobei besonders die Entwicklung von Metho-            den, daß eine gewisse Kontinuität der Arbeiten der
   den im Vordergrund steht.                                   Kommissionsdienststellen und der beratenden Gre-
                                                               mien gewährleistet ist.
   Die Bereiche 4, 5 und 6 tragen dazu bei, die Kennt-
   nisse zum Schutz der Umweltmedien Boden, Wasser         b) Koordination und Konzertierte Aktionen
   und Luft zu verbessern.
                                                               In geeigneten Bereichen, besonders aber dort, wo
   Der Bereich 7 befaßt sich mit der Lärmforschung.            die Forschungsthematik längerfristige Arbeiten er-
 ---pagebreak--- Nr. C 301/20                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              25. 11. 85
   fordert, sollte die Forschung in Form formaler Kon-        d)     Ausbildungsaktivitäten
   zertierter Aktionen durchgeführt werden. Diese Ak-
   tionen sollten für ihre Durchführung spezifische
   Haushaltsmittel zugewiesen bekommen. In den Be-                 Diese Aktivitäten sollen den länderübergreifenden
   schluß des Rates sollte, wie in der Vergangenheit,              Austausch von am Programm beteiligten Wissen-
                                                                   schaftlern unterstützen. Sofern dies angemessen er-
   eine Verpflichtung für die Mitgliedstaaten aufge-
                                                                   scheint, sollen auch Ausbildungskurse auf bestimm-
   nommen werden, sachdienliche einzelstaatliche For-
                                                                   ten Forschungsgebieten durchgeführt werden.
    schungsarbeiten in den Koordinationsprozeß einzu-
    beziehen. In der Regel sollten derartige Aktionen
    für die Kooperation mit Nichtmitgliedstaaten im           Der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsaus-
    Rahmen von COST offenstehen.                              schuß (BVKA) „Umwelt und Klimatologie" wird die
                                                              Kommission von Fall zu Fall hinsichtlich der zweckmä-
    Konzertierte Aktionen können durch Vertragsfor-           ßigen Wege zur Durchführung des Programms beraten.
    schung ergänzt werden, vorausgesetzt, daß die zu
    finanzierenden Vorhaben echte Forschungslücken
    füllen. Derartige Vorhaben sind in Zusammenarbeit
    mit den Mitgliedstaaten zu identifizieren.
                                                              E. MITTEL- UND PERSONALBEDARF
    In Bereichen, die aufgrund ihres Umfangs oder ihrer
    Beschaffenheit nicht die Aufnahme formaler Kon-           Für die FünfJahresperiode (1986—1990) wird der Fi-
    zertierter Aktionen rechtfertigen, sollen diese durch     nanzbedarf für die Durchführung des Programms auf 65
    eine flexible Koordinierung der nationalen For-           Millionen ECU veranschlagt, von denen 4,55 Millionen
    schung ergänzt werden, wenn sich daraus Vorteile          ECU auf die Durchführung von sieben Konzertierten
    für die Gemeinschaft ergeben.                             Aktionen entfallen.
c) Katalytische Aktivitäten                                   Dieser Finanzbedarf stellt eine geringe reale Erhöhung
                                                              gegenüber dem derzeitigen Finanzvolumen dar, bezogen
                                                              auf die jährlichen Zuweisungen zum dritten Umweltfor-
    Eine Reihe der Programmbereiche konnte bislang            schungsprogramm (Unterprogramm Umweltschutz)
    nicht in der am besten geeigneten Weise betreut           nach der Programmrevision im Jahr 1984.
    werden, da die verfügbaren Möglichkeiten (Ver-
    tragsforschung und Konzertierte Aktionen) zu unbe-
    weglich waren. Es handelt sich dabei unter anderem        Diese Erhöhung ist begründet in
    um
                                                              — einer Verlagerung der Forschungsschwerpunkte in
    — die Bewertung chemischer Stoffe,                             Richtung auf kostenintensivere technische Diszipli-
                                                                   nen (Abfallforschung, Technologien zur Emis-
    — die benutzerfreundliche Aufbereitung der Kennt-
                                                                   sionsminderung, saubere Technologien);
         nisse,
    — soziologische und wirtschaftliche Aspekte des           — der Aufnahme von zwei neuen Konzertierten Ak-
         Umweltschutzes.                                           tionen;
    Solche „katalytischen Aktivitäten" sollten daher          — der Erweiterung der Gemeinschaft um zwei neue
    zum Beispiel ermöglichen:                                      Mitgliedstaaten ab 1986, die die Zuweisung zusätzli-
                                                                   cher Mittel zur Förderung der Forschung in diesen
    — die Einsetzung von „Panels" für die Bewertung                Ländern notwendig macht;
         von Chemikalien und die Erstellung von Synthe-
         seberichten zu spezifischen aus dem Ak-              — der Eingliederung von Ausbildungsaktivitäten, die
         tionsprogramm abgeleiteten Problemstellungen;             bislang aus einem gesonderten Budget bestritten
                                                                   wurden.
    — die Ausrichtung von Workshops (auch unter
         Beteiligung von Wissenschaftlern aus Nicht-
         mitgliedstaaten) und die Zusammenstellung und        Für die Durchführung des Programms ist insgesamt ein
         Bewertung der daraus resultierenden Ergebnisse,      Personalbedarf von 17 Personen notwendig. Dies ist ein
         was in der Regel qualifizierten Wissenschaftlern     Zuwachs um vier Personen, der begründet ist in den
         übertragen werden soll;                              zusätzlichen Konzertierten Aktionen und in der Über-
                                                              nahme neuer Aufgaben, insbesondere der wissenschaft-
    — die Vergabe kleinerer (gewöhnlich vollbezahlter)        lichen Betreuung einer Reihe katalytischer Aktivitäten
         Verträge zur Behandlung spezieller Fragestellun-     und der Koordination nationaler Forschung, die nicht
         gen hauptsächlich aus den Randgebieten, wie          in die formalen Konzertierten Aktionen eingegliedert
         z.B. die soziologischen und wirtschaftlichen         ist. Der allgemeine Trend, die Vertragsforschung zu
         Aspekte des Umweltschutzes.                          reduzieren zugunsten der Ausweitung von Konzertier-
                                                              ten Aktionen und der Koordination nationaler For-
    Beispiele für solche „katalytischen Aktivitäten" sind     schung auf geeigneten Gebieten, muß den Personalbe-
    im Anhang IA unter den jeweiligen Programmberei-          darf für die Durchführung des Programms notwendiger-
    chen aufgeführt.                                          weise steigern.
 ---pagebreak--- 25. II. 85                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 301/21
                                                       ANHANG      IA
                                    WISSENSCHAFTLICHER INHALT DES PROGRAMMS
                Auswirkungen von Schadstoffen    Dieser Bereich umfaßt die Wirkungen von Schadstoffen aller Um-
                auf die Gesundheit               weltmedien auf die Gesundheit.
           1.1. Chronische und Spätwirkungen bei Angesichts der in jüngerer Zeit erworbenen umfangreichen Kennt-
                niedrigem Belastungsgrad     und nisse ist geplant, die Forschungsbemühungen (hauptsächlich Ver-
                Frühindikatoren für die Auswir-  tragsforschung bzw., wo immer möglich, katalytische Aktivitäten)
                kungen auf die Gesundheit        auf eine Reihe von Fragen zu beschränken, die sich insbesondere auf
                                                 die Exposition unter Umweltbedingungen erstrecken, d.h. geringe
                                                 Belastungsgrade über lange Zeit, wie
                                                 — Wirkung von Blei auf das zentrale Nervensystem und das
                                                     Lernvermögen,'
                                                 — Wirkung bestimmter Metalle und organischer Schadstoffe auf
                                                     spezifische Organe, beispielsweise Wirkungen von Cd auf die
                                                     Nierenfunktion,
                                                 — Identifizierung subklinischer Effekte und von „Frühindikato-
                                                     ren" der Belastung,
                                                 — Risiko der Krebsauslösung durch Schadstoffe, beispielsweise
                                                     durch organische Bestandteile in Diesel-Abgasen, Lösungsmit-
                                                     tel, chemische Erzeugnisse für die Landwirtschaft (z.B. Äthylen-
                                                     dibromid, EDB),
                                                 — Wirkungen auf molekularer Ebene.
           1.2. Epidemiologie und Trends der Be- Die epidemiologische Forschung sollte angesichts ihrer Langzeitna-
                lastung                          tur im wesentlichen als katalytische Aktivität gefördert werden,
                                                 beispielsweise durch Beiträge zur Planung und Koordination der
                                                 einschlägigen Untersuchungen, jedoch nicht zu den Kosten der
                                                 Durchführung. Beispiel: Überwachung des Sinkens des Bleigehalts
                                                 des Blutes nach dem Inkrafttreten der entsprechenden Vorschriften
                                                 (Verminderung bzw. Eliminierung von Blei in Treibstoffen).
                ökologische    Auswirkungen  von Dieser Bereich, der im wesentlichen als Vertragsforschung durchge-
                Schadstoffen                     führt werden soll, umfaßt die Wirkungen einzelner (organischer
                                                 und anorganischer) Schadstoffe auf alle nichtmenschlichen Orga-
                                                 nismen in allen Umweltmedien (marine, aquatische und ter-
                                                 restrische Umwelt), um die Erarbeitung von Qualitätszielen zu
                                                 unterstützen. Folglich ist geplant, die Forschungen — zumindest,
                                                 soweit die aquatische Umwelt betroffen ist — hauptsächlich auf
                                                 die Substanzen zu beschränken, die in der Prioritätenliste zur
                                                 Richtlinie 76/464/EWG des Rates (ABl. Nr. C 176 vom 14. 7.
                                                 1983) aufgeführt sind. Der Schwerpunkt soll auf den Auswirkungen
                                                 niedriger Konzentrationen liegen. Bereits unter Gemeinschaftsrege-
                                                 lungen fallende Chemikalien sind von der Forschungsförderung
                                                 ausgeschlossen. Wirkungen, die vom Zusammenwirken mehrerer
                                                 Substanzen ausgehen, werden in den Bereichen 4,5 und 6 behandelt.
           2.1. Auswirkungen auf empfindlich re- In begrenztem Umfang sollen Labor- und Felduntersuchungen
                agierende Schlüssel-Arten        (durch Vertragsforschung) über empfindlich reagierende Schlüs-
                                                 selspezies finanziert werden, und zwar im Hinblick auf ihre Ver-
                                                 wendung als Bioindikatoren bzw. zur Aufstellung von Verschmut-
                                                 zungsindizes.
           2.2. Auswirkungen auf Ökosysteme      Der Schwerpunkt soll auf den Gesamtwirkungen auf der Ebene der
                                                 Ökosysteme liegen, die durch Felduntersuchungen, Modellöko-
                                                 systeme bzw. Mikrokosmen erforscht werden sollen.
                Bewertung chemischer Substanzen  Die Forschung in diesem Bereich betrifft unmittelbar die geltenden
                                                 Vorschriften der Gemeinschaft für gefährliche Stoffe, insbesondere
                  Aktionsprogramm Umwelt:        die sechste Änderung der Richtlinie 67/548/EWG des Rates sowie
                  Kapitel 22, Programmpunkt mit  die geplanten künftigen Initiativen zu bereits auf dem Markt befind-
                  Priorität                      lichen Chemikalien.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/22                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           25. 11. 85
           3.1. Entwicklung und Bewertung von Die Forschung soll auf Prüfsysteme begrenzt werden, die für die
                Prüfverfahren                        Aufnahme in den Anhang VIII der Richtlinie 67/548/EWG (Stufen
                                                     1 und 2) in Frage kommen, sowie auf die für die Interpretation der
                                                     Prüfergebnisse erforderlichen Untersuchungen (beispielsweise zu
                                                     mechanistischen und quantitativen Aspekten der Mutagenitäts-
                                                     und Karzinogenitätsprüfung, was den Vergleich zwischen der Kon-
                                                     zentration in vitro und der Dosis in vivo gestatten soll, sowie Tests
                                                     zur Erfassung epigenetischer Karzinogene, usw.), die hauptsächlich
                                                     durch Vertragsforschung durchgeführt werden sollen.
           3.2. Ersatz von Wirbeltieren für Toxizi- Es ist zu erwarten, daß einige der Prüfverfahren, die bereits in der
                tätstests                            sechsten Änderung der Richtlinie 76/548/EWG und in anderen
                                                     Gemeinschaftsbestimmungen spezifiziert sind, durch solche ersetzt
                                                     werden müssen, bei denen keine oder erheblich weniger Ver-
                                                     suchstiere verwendet werden. Auf diesem Gebiet soll Vertrags-
                                                     forschung gefördert werden, und zwar soweit sie Aspekte des
                                                     Biotechnologie-Programms der Gemeinschaft ergänzt.
           3.3. Struktur/ Aktivitäts-Beziehungen     Struktur/Aktivitätsbeziehungen sind von zunehmender Wichtigkeit
                 (SAR)                               für die Bewertung von Chemikalien und für die Auswahl bereits
                                                     vorhandener Chemikalien zu Test- und Bewertungszwecken. Dieses
                                                     Thema soll im Rahmen katalytischer Aktivitäten behandelt
                                                     werden.
           3.4. Bewertung von Chemikalien            Es wird für notwendig erachtet, daß im Rahmen des Umweltfor-
                                                     schungsprogramms eine Möglichkeit geschaffen wird, von kompe-
                                                     tenten Wissenschaftlern Berichte, Bewertungen usw. zur Einschät-
                                                     zung von wichtigen Umweltchemikalien erstellen zu lassen, beson-
                                                     ders im Hinblick auf die benutzerfreundliche Zusammenstellung
                                                     von in Rahmen des Programms erhaltenen Kenntnissen. Dieses
                                                     Thema soll ausschließlich in Form katalytischer Aktivitäten (wie
                                                     Panels, kleine vollbezahlte Verträge) behandelt werden.
          4.     Luftqualität                        Dieser Bereich wird im Hinblick auf die derzeitigen gesetzgebe-
                                                     rischen Maßnahmen einer der wichtigsten des Programms sein. In
                   Aktionsprogramm Umwelt:           den letzten Jahren wurden dramatische Auswirkungen auf ter-
                   Kapitel 21, Programmpunkt mit     restrische Ökosysteme (insbesondere auf Wälder) und auf aqua-
                   Priorität                         tische Ökosysteme beobachtet, die die Öffentlichkeit äußerst beun-
                                                     ruhigt haben. Diese Auswirkungen werden, zumindest zum Teil,
                                                     Luftschadstoffen und ihren Reaktionsprodukten zugeschrieben,
                                                     wenn auch die genauen Mechanismen und Wechselwirkungen mit
                                                     anderen Umweltfaktoren noch viel zu wenig bekannt sind. Zur
                                                     Klärung dieser Phänomene sind sofort erhebliche Forschungsan-
                                                     strengungen notwendig. Besorgnisse ähnlicher Art wurden auch
                                                     hinsichtlich der Auswirkungen der Luftschadstoffe auf Gebäude
                                                     und Denkmäler geäußert (siehe auch Forschungsbereich 8, insbe-
                                                     sondere 8.4).
          4.1.  Analyse, Quellen, Transport, Um- Hauptsächlich auf dem Wege Konzertierter Aktionen (Weiterfüh-
                wandlung und Deposition von rung von COST 611, vgl. Anhang IB) mit ergänzender Vertrags-
                Schadstoffen                        forschung zur Ausfüllung von Lücken in der nationalen Forschung.
          4.2.  Auswirkungen der Luftverunreini- Die Forschung erstreckt sich auf Wirkungen auf
                gung auf die natürliche Umwelt
                                                    — terrestrische Ökosysteme, insbesondere auf Wälder,
                                                    — aquatische Ökosysteme und Feuchtgebiete,
                                                    — landwirtschaftliche Produktivität
                                                    und wird im Wege einer Kombination von Vertragsforschung und
                                                    Konzertierter Aktion durchgeführt (Fortsetzung von COST 612,
                                                    siehe Anhang IB).
          4.3.  Auswirkungen der Luftverunreini- Die Vertragsforschung wird im wesentlichen begrenzt auf Untersu-
                gung auf Baumaterialien             chungen zu Mechanismen der Zerstörung von Baumaterialien von
                                                    historischen Gebäuden und Denkmälern sowie auf grundlegende
                                                    Aspekte ihrer Erhaltung.
          4.4.  Chemie der Stratosphäre             Die Weiterführung der gegenwärtigen Tätigkeiten soll im wesentli-
                                                    chen im Wege katalytischer Aktivitäten erfolgen (Panels, Work-
                                                    shops), wobei jedoch die Förderung einiger ausgewählter Verträge
                                                    nicht ausgeschlossen sein soll. Der Schwerpunkt wird auf dem
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 301/23
                                                   Austausch mit der Troposphäre und der Rolle der Stratosphäre als
                                                   Senke für Schadstoffe der Troposphäre (beispielsweise N 2 0) liegen
                                                    (siehe auch 8.4, Biogeochemische Kreisläufe).
           4.5.  Fernerkundungstechniken           Überwiegend katalytische Tätigkeiten (Durchführung von Meß-
                                                   kampagnen und Prüfung neu entwickelter Instrumente).
           4.6.  Luftqualität in Innenräumen       Ausschließlich Konzertierte Aktion in Ergänzung der Tätigkeiten
                                                   der GFS (sie Anhang IB).
                Wasserqualität                     Die Forschungen dieses Bereiches umfassen die Süßwasserumwelt,
                                                   Flußmündungsgebiete und die Meeresumwelt. (Die Arbeiten zur
                  Aktionsprogramm Umwelt:          Grundwasserqualität werden im Zusammenhang mit dem For-
                  Kapitel 16, Programmpunkt mit    schungsbereich 6 behandelt.)
                  Priorität
           5.1.  Analyseverfahren                  Entwicklung von Analyseverfahren mit Schwerpunkt auf organi-
                                                   schen Verbindungen, die in die Richtlinie 76/464/EWG aufgenom-
                                                   men werden könnten. Dieses Thema soll ausschließlich im Wege
                                                   Konzertierter Aktionen durchgeführt werden (Weiterführung von
                                                   COST 641, siehe Anhang IB).
           5.2.  Biotischer und abiotischer Abbau Hauptsächlich als Konzertierte Aktion im Rahmen der Weiterfüh-
                 von Schadstoffen                   rung von COST 641 mit ergänzender Vertragsforschung, vor allem
                                                    im Hinblick auf die Mechanismen des abiotischen Abbaus, insbe-
                                                    sondere durch photochemische Prozesse.
           5.3.  Eutrophierung                     In diesem Bereich liegen zwar bereits beachtliche Kenntnisse vor,
                                                   doch können einige spezifische Probleme, insbesondere aus den
                                                   Küsten- und Flußmündungsbereichen Gegenstand von Forschungs-
                                                   verträgen und/oder der Bewertungen von Methoden zur Abhilfe
           5.4.  Fernerkundungstechniken           Katalytische Aktivitäten (beispielsweise Durchführung von Kam-
                                                   pagnen zum Vergleich von Meßmethoden) zur Unterstützung des
                                                   GFS-Programms.
                Bodenqualität                      Die Besorgnis über die Verschlechterung der Bodenqualität, die
                                                   Ansammlung von Schadstoffen im Boden und ihre Verlagerung
                  Aktionsprogramm Umwelt:          ins Grundwasser und in Nahrungsmittel wächst, was erhebliche
                  Kapitel 26 u.a., Programm-       Forschungsbemühungen in diesem Bereich rechtfertigt, die noch
                  punkt mit Priorität              ergänzt werden soll durch spezielle Forschungsarbeiten auf dem
                                                   Gebiet der Abfallbeseitigung (siehe Bereich 9).
           6.1.  Analyseverfahren                  Ausschließlich als Teil einer Konzertierten Aktion (Weiterverfol-
                                                   gung von COST 681, siehe Anhang IB) mit Schwerpunkt Fragestel-
                                                   lungen, die sich aus dem Anhang IIb der (z.Z. im Rat erörterten)
                                                   Klärschlammrichtlinie ergeben, wobei mögliche künftige Erweite-
                                                   rungen dieser Richtlinie berücksichtigt werden (insbesondere in
                                                   bezug auf organische Schadstoffe).
           6.2. Verhalten    von Schadstoffen   im In diesem Bereich gibt es noch erhebliche Kenntnislücken. Sie
                Boden                               betreffen
                                                   — die Mobilität von Schadstoffen (Metalle und organische
                                                        Schadstoffe) sowie ihre Verlagerung ins Grundwasser,
                                                   — den Grad der Verfügbarkeit von Schadstoffen für Pflanzen in
                                                        Abhängigkeit von Bodentyp und Anbau,
                                                   — den Abbau organischer Schadstoffe.
                                                   Zur Klärung aller dieser Fragen sind noch erhebliche Forschungsbe-
                                                   mühungen erforderlich, die auf dem Wege von Vertragsforschun-
                                                   gen durchgeführt werden sollen.
           6.3. Wirkungen von Schadstoffen im Durch Vertragsforschung sollen in diesem Bereich die Wirkungen
                Boden                              von Schadstoffen und in der Landwirtschaft eingesetzter Chemika-
                                                   lien auf Bodenorganismen untersucht werden.
           6.4. Auswirkungen land- und forstwirt- In begrenztem Umfang sollen die Auswirkungen land- und forst-
                schaftlicher Praktiken auf die Bo- wirtschaftlicher Praktiken (Anbautechniken und -management,
                denqualität                        Überdüngung) auf die Boden- und Wasserqualität untersucht wer-
 ---pagebreak--- N r . C 301/24                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          2 5 . 1 1 . 85
                                                       den, einschließlich spezieller Fragestellungen zur Erosion infolge
                                                       menschlicher Tätigkeit, soweit sie nicht vom Klimatolo-
                                                       gieprogramm abgedeckt werden (Vertragsforschung).
                   Lärmforschung                       In diesem Bereich ist im wesentlichen eine Fortsetzung der laufen-
                                                       den Tätigkeiten vorgesehen, wobei die Prioritäten berücksichtigt
                     Aktionsprogramm Umwelt:           werden, die während der beiden letzten Kongresse zum Thema
                     Kapitel 23, Programmpunkt mit     „Noise, a public health problem" der International Commission
                     Priorität                         on the Biological Effects of Noise (ICBEN) in Freiburg (1978) und
                                                       in Turin (1983) sowie von der Beratergruppe der KEG über Lärm
                                                       aufgestellt wurden.
             7.1.  Auswirkungen von Lärm auf das Es müssen noch die Risikogruppen identifiziert werden und die
                   Kreislaufsystem                     quantitativen Beziehungen zwischen dem Lärmpegel zu Hause,
                                                       während Freizeitaktivitäten und während der Arbeit einerseits und
                                                       der gesundheitlichen Faktoren anderseits hergestellt werden. Die
                                                       in den Mitgliedstaaten durchgeführten epidemiologischen Longitu-
                                                       dinalstudien über ischämische Herzerkrankungen infolge von Lärm
                                                       sollen auf EG-Ebene koordiniert werden.
             7.2.  Vergleich zwischen den Wirkungen Im Sinne der in vielen Ländern geltenden ISO-Norm 1996 sind
                   von Impulslärm und Dauerlärm        Impulslärmquellen von den übrigen Lärmquellen in der Umwelt
                                                       getrennt zu behandeln. Diese Unterscheidung schafft viele Schwie-
                                                       rigkeiten. Es ist im einzelnen zu erforschen, wie die Impulskompo-
                                                       nente des Lärms in der Umwelt, insbesondere als eine Funktion
                                                       des gesamten Lärmpegels, berücksichtigt werden kann.
             7.3.  Synergismus zwischen Lärm und Fahrer und Fahrgäste von Zügen, Bussen und Kraftwagen sind
                   Schwingungen                        einer Kombination von Lärm und Schwingungen unterworfen,
                                                       die für sich genommen, eine Reihe von Wirkungen haben. Die
                                                       Kombination von Lärm und Schwingungen bei besonders niedrigen
                                                       Frequenzen, die denen der inneren Organe des menschlichen Kör-
                                                       pers entsprechen, könnten zu verstärkten Reaktionen führen, die
                                                       sich insbesondere auf die Wachsamkeit der Fahrer auswirken. Diese
                                                       synergistische Wirkung ist unter Laborbedingungen zu erforschen.
             8.     Ökosystemforschung                 Ein erhebliches Wissen hat sich über zahlreiche Probleme im Zu-
                                                       sammenhang mit einzelnen Schadstoffen angesammelt. Der derzei-
                                                       tige Trend der Umweltforschung geht jedoch in Richtung auf eine
                                                       allgemeinere und disziplinübergreifende Vorgehensweise, die auf
                                                       ein besseres Verständnis der Stabilität (bzw. Anfälligkeit) der Öko-
                                                       systeme und die Auswirkung einer Kombination von Faktoren
                                                       auf das ökologische Gleichgewicht sowie das der verschiedenen
                                                       Umweltkompartimente abzielt. Während des vierten Programms
                                                       sollen derartige Konzepte schrittweise eingeführt werden.
               .1. Grundlagenforschung über das Es ist geplant, die Konzertierte Aktion COST 471 von einer „base-
                   Funktionieren von Ökosystemen       line" Studie schrittweise in eine umfassendere Erforschung der
                                                       küstennahen Ökosysteme auszuweiten. Ein weiteres Beispiel ist
                                                       die Forschung zur Charakterisierung einer Reihe von typischen
                                                       europäischen Waldökosystemen, unter besonderer Berücksichti-
                                                       gung ihrer Resistenz gegenüber den Auswirkungen saurer Deposi-
                                                       tionen. Die Forschung in diese Richtung soll zunächst (zusätzlich zu
                                                       der oben genannten Konzertierten Aktion) mit Hilfe katalytischer
                                                       Aktivitäten (Panels, Workshops usw.) durchgeführt werden, was
                                                       jedoch einige ausgewählte Verträge nicht ausschließt.
             8.2.  Auswirkungen der landwirtschaft-    Die raschen Veränderungen in den landwirtschaftlichen Anbaume-
                   lichen Praktiken und der Urbanisie- thoden sowie die Urbanisierung und andere menschliche Aktivitä-
                   rung auf Ökosysteme; Einbuße an     ten (z.B. Tourismus) haben zu Störungen der Ökosysteme und zum
                   genetischer Vielfalt                Verlust von Arten geführt. Die damit zusammenhängende Einbuße
                                                       an genetischer Vielfalt gibt Anlaß zu steigender Besorgnis (zweite
                                                       von zehn Prioritäten, die auf der Konferenz „Environmental
                                                       Research and Management Priorities", in Rättvik, 1982, identifi-
                                                       ziert wurden). Dieses Thema soll hauptsächlich durch katalytische
                                                       Aktivitäten abgedeckt werden.
             8.3.  Umweltbezogene Ozeanographie        Neben dem Boden sind das Meer und die Ästuare die einzige
                                                       bedeutende Senke für persistente Schadstoffe, über deren Verbleib
                                                       nur wenig bekannt ist. Insbesondere die Prozesse der Sedimentation
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 301/25
                                                     und der Mitfällung bedürfen eines eingehenden Studiums vor allem
                                                     bezüglich der Abschätzung des Potentials zur Schadstoffimmobili-
                                                     sierung, insbesondere der Schwermetalle. Katalytische Aktivitäten
                                                     sollen durch begrenzte Vertragsforschung ergänzt werden (Verbin-
                                                     dung zu 8.4: Biogeochemische Kreisläufe).
           8.4.  Biogeochemische Kreisläufe          Die Diskussion über die saure Deposition gab diesem Bereich einen
                                                     neuen Impuls, da jede fundierte Strategie zur Wiederherstellung
                                                     und Stabilisierung von Ökosystemen ohne eine gründliche Kenntnis
                                                     der natürlichen Kreisläufe von Schwefel und Stickstoff unmöglich
                                                     ist. In die Vertragsforschung soll auch der Phosphor einbezogen
                                                     werden. Der Kohlenstoffkreislauf wird hingegen im Rahmen des
                                                     Klimatologieprogramms behandelt.
           8.5.  Schutz der Tier- und Pflanzenwelt   Die ornithologische Forschung zur Unterstützung der Gemein-
                                                     schaftsregelung soll im wesentlichen im Rahmen einer Konzertier-
                   Aktionsprogramm Umwelt:           ten Aktion (siehe Anhang IB) erfolgen, während einige spezifische
                   Kapitel 27, Programmpunkt mit     Fragen (Meeressäugetiere, Reptilien und Amphibien), die sich aus
                   Priorität                         der Umweltgesetzgebung der Gemeinschaft ergeben (z.B. Ak-
                                                     tionsplan Mittelmeer), der Vertragsforschung bedürfen.
           9.     Abfallforschung                    Dieser Bereich soll im Rahmen des vierten Programms angesichts
                                                     der wachsenden Beunruhigung über die Langzeitwirkungen der
                   Aktionsprogramm Umwelt:           Ablagerung von Abfällen auf Böden und wasserführende Schichten
                   Kapitel 24 und 29, Programm-      und die vielfachen Gesundheitsprobleme, die sich aus der unsachge-
                   punkt mit Priorität               mäßen Abfallbeseitigung ergeben, besondere Beachtung finden. Als
                                                     allgemeine Regel soll in dieser Forschung der Schwerpunkt auf die
                                                     Möglichkeiten der Wiederverwendung von Abfällen anstelle einer
                                                     Abfallbeseitigung gelegt werden. Überlappungen mit dem ergän-
                                                     zenden FuE-Programm „Wiederverwendung von Haus- und In-
                                                     dustrieabfällen" werden vermieden. Soweit zweckmäßig sollen For-
                                                     schungsarbeiten zu biotechnologischen Verfahren der Abfallbe-
                                                     handlung in enger Koordination mit dem FuE-Programm Biotech-
                                                     nologie berücksichtigt werden.
           9.1.   Abfallbewirtschaftung              Katalytische Aktivitäten sind für eine Reihe allgemeiner Aspekte,
                                                     wie Abfallcharakterisierung und -klassifizierung, vorgesehen.
           9.2.  Organische Abfälle                  Die Forschungen über Schlämme und Gülle werden in Form einer
                                                     Konzertierten Aktion (COST 681, siehe Anhang IB) fortgesetzt.
                                                     Die Abgrenzung zum Recycling-Programm bezüglich anderer orga-
                                                     nischer Abfälle wird genau festgelegt.
           9.3.  Giftige und gefährliche Abfälle     Bei der Vertragsforschung soll besonderes Gewicht auf nachstehen-
                                                     de Themen gelegt werden:
                                                     — spezielle Behandlung giftiger Industrieabfälle (z.B. Lösungsmit-
                                                          tel, Anlaßbäder, Rückstände aus der elektrolytischen Oberflä-
                                                          chenbehandlung, chemische Abfälle),
                                                     — Verfestigung der Abfälle vor ihrer Beseitigung,
                                                     — spezifische Recyclingverfahren (z.B. Rückgewinnung von Koh-
                                                          lenwasserstoffen aus Schneidölen).
           9.4.  Aufgelassene Deponien               Besondere Forschungsanstrengungen sind notwendig in Form von
                                                     Forschungsverträgen auf dem Gebiet der Überwachung aufgelasse-
                                                     ner Mülldeponien und, nach Möglichkeit, ihrer Sanierung.
           10.   Reduzierung von Schadstoffemis- Die Forschungen in diesem Bereich erfordern erhebliche Zuwen-
                 sionen                              düngen und könnten neben Vertragsforschung im Labormaßstab
                                                     auch Verfahrensentwicklung im halbtechnischen Maßstab in ausge-
                   Aktionsprogramm Umwelt:           wählten Bereichen umfassen.
                   Kapitel 25 und 30, Programm-
                   punkt mit Priorität
           10.1. Fortschrittliche   Techniken    der In ausgewählten Bereichen der Bekämpfung von Luft- und Wasser-
                 Emissionsminderung                  verschmutzung soll Vertragsforschung zur Entwicklung neuer, ver-
                                                     besserter bzw. kostengünstiger Technologien gefördert werden,
                                                     einschließlich der rechnerunterstützten Automatisierung bzw. Op-
                                                     timierung von Behandlungsprozessen, im Hinblick auf die Energie-
                                                     einsparung.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/26                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         25. 11. 85
           10.2. „Saubere" Technologien               Diejenigen Arbeiten im Rahmen des dritten Programms sollen
                                                      fortgeführt werden, die auf die Entwicklung von Technologien
                                                      abzielen, die so ausgelegt sind, daß bestimmte Verunreinigungs-
                                                      und Abfallarten vermieden bzw. vermindert und erhebliche Ener-
                                                      gie- und Rohstoffeinsparungen im Sinne der Schlußfolgerungen des
                                                      EG-Symposiums „Clean Technologies" vom November 1980 in
                                                      Den Haag, erzielt werden. Wie im dritten Programm erhalten
                                                      nachstehende Industriebereiche Priorität:
                                                      — Chemische Industrie,
                                                      — Glas und Keramik,
                                                      — Zellstoff und Papier,
                                                      — Metallurgie,
                                                      — Metallverarbeitung und -beschichtung,
                                                      — Lebensmittel und Futtermittel,
                                                      — Gerberei.
                                                      Die Forschung auf diesem Gebiet wird ergänzt durch das laufende
                                                      Demonstrationsprogramm der Gemeinschaft.
           11.   Wissenschaftliche Grundlagen für Katalytische Aktivitäten (Reviews, Workshops, Panels usw.) sollen
                 die Rechtsvorschriften auf dem Ge- die im Rahmen des Programms erarbeiteten Kenntnisse (unter
                 biet des Umweltschutzes              Berücksichtigung ergänzender Informationen) für gesetzgeberische
                                                      Maßnahmen nutzbar machen. Die wissenschaftliche Kompetenz,
                                                      die den vertragnehmenden bzw. den im Rahmen der Konzertierten
                                                      Aktionen mit dem Programm assoziierten Instituten zur Verfügung
                                                      steht, soll dafür gewonnen werden, die Forschungsergebnisse be-
                                                      nutzerfreuridlich aufzuarbeiten. Die soziologischen und wirtschaft-
                                                      lichen Aspekte der Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des Umwelt-
                                                      schutzes sollen gebührend berücksichtig werden.
                                                            ANHANG 1B
                         WISSENSCHAFTLICHES PROGRAMM DER KONZERTIERTEN AKTIONEN
           1. Physikalisch-chemisches Verhalten atmosphärischer Schadstoffe (COST 611)
               a) Verbesserung und Standardisierung der analytischen Verfahren, insbesondere für NO , Kohlenwas-
                   serstoffe und photochemische Oxidantien;
               b) Aufklärung von Mechanismen und Geschwindigkeitskonstanten der Reaktionen zwischen atmosphä-
                   rischen Schadstoffen und deren Reaktionen mit den natürlichen atmosphärischen Bestandteilen,
                   insbesondere in flüssiger Phase, einschließlich der Oxidations- und Abbauchemie von spezifischen
                   atmosphärischen Schadstoffen in Süß- und Seewasser, Reaktionen mit Bestandteilen des Bodens sowie
                   die Erforschung katalytischer Prozesse der chemischen Reaktionen in Wolken und in Regenwasser;
               c) Untersuchung der physikalisch-chemischen Vorgänge, die zur Teilchenbildung führen, Charakterisie-
                   rung der chemischen und physikalischen Eigenschaften sehr feiner Aerosole sowie Bestimmung der
                   chemischen Zusammensetzung von Aerosolen;
               d) Identifizierung und Quantifizierung von Quellen und Senken verschiedener Schadstoffe, insbesondere
                   bei Stickoxiden;
               e) Untersuchung der zu „sauren Niederschlägen" führenden Phänomene unter besonderer Beachtung
                   von:
                   — Umwandlung, Transport und Ablagerung (trocken und feucht) von S 0 2 , N O x und Aerosolteilchen,
                   — Trendanalyse von Daten über die Chemie saurer Niederschläge,
                   — Chemismus von N O x in Wolkentröpfchen sowie die chemische Zusammensetzung von Wolken
                        und Regenwasser,
                   — trockene Ablagerung von N O x und H N 0 3 ,
                   — die Bedeutung von Oxidationsmitteln wie OH, H 0 2 , H 2 0 2 ,
                   — physikalisch-chemische Umwandlung von Schadstoffen aus der Luft nach der Ablagerung, insbe-
                        sondere in stehenden Gewässern und im Boden,
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 301/27
                  — analytische Verfahren zur Messung von Ammoniak und Wasserstoffperoxid in gasförmiger und
                      in flüssiger Form bei niedrigen Konzentrationen,
                  — analytische Verfahren zur Bestimmung des Säuregehalts von Aerosolen;
              f)  Entwicklung von Modellen zur Chemie der Atmosphäre in bezug zu photochemischer Verschmutzung
                  und sauren Niederschlägen; Koordinierung zwischen Feldforschung und mathematischer Disziplin im
                  Hinblick auf die Quantifizierung der Beziehungen zwischen Quellen und Senken mit Schwerpunkten
                  auf der modellmäßigen Erfassung von Emissionen, Umwandlung, Transport und Deposition von
                  primären bzw. sekundären Schadstoffen;
              g) Ausarbeitung von Testprotokollen zur Vorhersage des abiotischen Abbaus von chemischen Stoffen,
                  insbesondere persistenter Verbindungen.
           2. Auswirkungen der Luftverschmutzung auf terrestrische und aquatische Ökosysteme (COST 612)
               a) Direkte Auswirkungen von Schadstoffen aus der Luft (S0 2 , N O x , HCl, Ozon, photochemische
                  Oxidantien und die aus den entsprechenden chemischen Reaktionen in der Luft entstehenden Stoffe)
                  auf Pflanzen und terrestrische Ökosysteme;
              b) indirekte Auswirkungen der genannten Schadstoffe aus der Luft auf Pflanzen und terrestrische
                  Ökosysteme, d.h. durch die Übersäuerung des Bodens und die Mobilisierung phytotoxischer Elemente;
              c) Zusammenhänge zwischen den Auswirkungen von Schadstoffen aus der Luft und anderen Faktoren,
                  die mit den beobachteten schwerwiegenden Schädigungen von terrestrischen Ökosystemen im Zusam-
                  menhang stehen, insbesondere in Wäldern, wie zum Beispiel Trockenheit, Pflanzenkrankheiten,
                  Pilzbefall und Schädlingsbefall;
              d) Wirkungen von Luftschadstoffen und ihrer Reaktionsprodukte auf Nutzpflanzen, insbesondere im
                  Hinblick auf Ertragsminderung;
              e) Auswirkungen von Schadstoffen aus der Luft und deren Reaktionsprodukten auf aquatische Ökosyste-
                  me (Verringerung des Fischbestandes und anderer im Wasser lebenden Organismen aufgrund von
                  Übersäuerung und Mobilisierung von Spurenelementen).
           3. Organische Mikroschadstoffe in der aquatischen Umwelt (COST 641)
              a) Analytische Methoden und Datenverarbeitung auf folgenden Gebieten:
                  — grundlegende Analyseverfahren, einschließlich Probeentnahme und Behandlung der Proben,
                      Gaschromatographie, Hochdruckflüssigkeitschromatographie, Massenspektrometrie,
                  — besondere analytische Probleme, insbesondere Analyse ausgewählter Verbindungsklassen, d.h.
                      insbesondere Stoffe, die voraussichtlich in den Bestimmungen der Richtlinie 76/464/EWG erfaßt
                      werden, sowie Chlorparaffine, Tenside, optische Aufheller, metallorganische Verbindungen und
                      organische Phosphorverbindungen,
                  — Erfassung und Behandlung der analytischen Daten;
              b) physikalisch-chemisches Verhalten organischer Mikroschadstoffe in der aquatischen Umwelt:
                  — Verteilungs- und Transportmechanismen,
                  — Beziehungen zwischen Struktur und Aktivität,
                  — biologische Verfügbarkeit und biologische Anreicherung;
              c) Umwandlungsreaktionen in der aquatischen Umwelt:
                  — chemische und photochemische Reaktionen,
                  — biologische Umwandlungen;
              d) Verhalten und Umwandlung organischer Mikroschadstoffe in Wasseraufbereitungsverfahren:
                  — Infiltrierung,
                  — Aufbereitung von Abwässern,
                  — Aufbereitung von Trinkwasser (einschliesslich Haloformbildung).
           4. Behandlung und Verwendung von organischem Schlamm und von flüssigen Abfällen aus der Landwirt-
              schaft (COST 681)
              a) Aufbereitung von Klärschlamm und landwirtschaftlichen Abfällen:
                  — weitere Verbesserung herkömmlicher Aufbereitungsverfahren, insbesondere unter Berücksichti-
                      gung der entsprechenden wirtschaftlichen Aspekte sowie Verbesserung der Verfahren zu Erzeugung
                      von Brennstoffen aus Klärschlamm und Stalldung,
                  — Untersuchung von besonders auf kleine Kläranlagen zugeschnittenen Techniken und Verfahren
                      zur Entfernung von Schwermetallen an deren Quellen;
 ---pagebreak--- Nr. C 301/28                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    25. 11. 85
              b) Analyse von Klärschlamm und Rückständen:
                  — Entwicklung und Standardisierung von wirtschaftlichen Multielementverfahren zur Analyse von
                      Spurenelementen in Klärschlamm, Böden und Pflanzen sowie zur Analyse organischer Schadstoffe;
              c) hygienische Aspekte der Aufbereitung und Verwendung von Klärschlamm:
                  — Erarbeitung und Verbesserung von Verfahren zur Erfassung und Identifizierung von Bakterien,
                      Viren und anderen Pathogenen sowie die Untersuchung ihres Überlebens- und Verunreinigungspo-
                      tentials,
                  — Untersuchungen über die Wirksamkeit möglicher Verfahren zur Entkeimung, Bestimmung von
                      „Indikatororganismen";
              d) Belästigungen:
                   — Charakterisierung der entstehenden Geruchsbelästigungen und entsprechende Emissionskontrolle;
              e) Auswirkungen des Aufbringens von Klärschlamm und Stalldung:
                   — langfristige Feldversusche bezüglich der Akkumulierung von Schwermetallen und deren Aufnahme
                      durch Nutzpflanzen sowie die Weiterleitung von Schadstoffen über den Boden in die Pflanzen;
                      Beurteilung verschiedener Anwendungsmethoden unter besonderer Berücksichtigung von Grund-
                       und Oberflächenwasserverschmutzung;
              f)   Verbesserung der Verwendung von Klärschlamm und Stalldung auf dem Land:
                   — langfristige Feldversuche über den Düngewert und die Bodenverbesserungseigenschaften von
                       Klärschlamm und Stalldung,
                   — Verbesserung der Aufbereitungsverfahren und der Aufbringungsgeräte im Hinblick auf die optimale
                       Verwendung auf landwirtschaftlich genutztem Land,
                   — Untersuchung des Wertes der bei den Aufbereitungsverfahren gewonnenen Rückstände für die
                       Landwirtschaft,
                   — Verwendung von Klärschlamm und seinen Nebenerzeugnissen für die Urbarmachung von Land
                       und für bestimmte Nutzpflanzen (z.B. Biomasse-Erzeugung).
           5. Küstennahe benthonische Ökosysteme (COST 647)
              Durchführung von „baseline-studies" für ausgewählte Arten in bislang ungestörten Lebensbereichen an
              den Küsten der europäischen Nordsee und des Atlantiks, des Mittelmeers und der Ostsee in den folgenden
              Lebensräumen:
              — Sedimente im Subtidenbereich,
              — Sedimente im Tidenbereich,
              — Felsen im Subtidenbereich,
              — Felsen im Tidenbereich.
              Beurteilung der jeweiligen Bedeutung von:
              — örtlichen physikalischen Faktoren,
              — biologischen Wechselwirkungen,
              — klimatischen und hydrographischen Faktoren
              auf die Populationsdynamik von ausgewählten Organismen in küstennahen benthonischen Ökosystemen.
              Das Programm soll schrittweise zu einer umfassenden Erforschung der Dynamik von Küstenökosystemen
              einschließlich Modellentwicklungen ausgebaut werden.
           6. Luftqualität in Räumen und ihre Auswirkung auf den Menschen
              Untersuchungen über eine Anzahl von Schadstoffen und Schadstoffklassen in Räumen, insbesondere N 0 2 ,
              RSP (Schwebeteilchen, die eingeatmet werden können), Formaldehyd, organische Stoffe, Allergene, CO,
              S0 2 , Asbest und andere Mineralfasern, einschließlich:
              a) Bestimmung und Beurteilung der Auswirkung auf den Menschen:
                  — Entwicklung von Modellen,
                  — Bestimmungen der Intensität von Schadstoffquellen,
                  — Bestimmungen des Verhältnisses von Infiltration und Frischluftzufuhr,
                  — Meßverfahren für Felduntersuchungen:
                       — Stichprobenverfahren,
                       — zeitintegrierte Probenahme,
                       — kontinuierliche Überwachung,
                       — Schadstoffeinfluß auf das Individuum und die Gesamtbevölkerung,
                       — biologische Überwachung;
 ---pagebreak--- 25.11.85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        Nr. C 301/29
             b) Messungen der Auswirkungen auf die Gesundheit:
                  — Kontrollstudien an Menschen, die Schadstoffen ausgesetzt sind,
                  — Erarbeitung eines Konzepts für Regeluntersuchungen,
                  — epidemiologische Untersuchungen;
             c) Erfassung von Daten über die Einwirkung von Schadstoffen auf Menschen und die entsprechenden
                  Auswirkungen auf ihre Gesundheit.
         7. Vogelschutz
             a) Habitatauswahl der Vögel und Brutdichte;
             b) Wanderung von Sperlingsvögeln;
             c) Zählung von Wasservögeln gemäß Anhang V der Richtlinie über die Erhaltung der wildlebenden
                  Vogelarten (l);                                                                                    •
             d) lebenswichtige Bedingungen für Vogelarten in bedrohten Lebensbereichen (insbesondere Küsten- und
                  andere Feuchtgebiete, Niedergehölze usw.);
             e) Bedürfnisse für den Lebensbereich und notwendige biologische Gegebenheiten gefährdeter oder vom
                  Aussterben bedrohter Vogelarten;
             f)   Erfassung und Zusammenstellung der Forschungsergebnisse über Vogelschutz und Überwirite-
                  rungsplätze in Afrika; Auswertung der bereits zur Verfügung stehenden Informationen.
         (!) ABl. Nr. L 103 vom 25. 4. 1979.
                                                             BIJLAGE II
                                   R&D PROGRAMME ENVIRONMENTAL PROTECTION
                                           List of reports published by the Commission (*)
                                                              1975-1985
          A) GENERAL REPORTS
              1) Final reports on research sponsored under the first Environmental Research Programme (1973-75),
                  EUR 5970, 1978 (in series 'Environment and Quality of Life')
             2) Second Environmental Research Programme 1976-80, reports on research sponsored under the first
                  phase 1976-78, EUR 6388, 1980 (in series 'Environment and Quality of Life')
              3) Environmental Research Programme 1976-80, report on the first phase 1976-78, EUR 6145, 1979 (in
                  series 'Environment and Quality of Life')
             4) Second Environmental Research Programme 1976-80, reports on research sponsored under the second
                  phase 1979-80, EUR 7884 EN, 1981 (in series 'Environment and Quality of Life')
          B) SPECIFIC REPORTS AND PROCEEDINGS OF CONFERENCES ORGANIZED OR CO-ORGANIZED
             BY THE COMMISSION WITHIN THE ENVIRONMENT RESEARCH PROGRAMME (2)
                1) Water Purification in the EEC; a State-of-the-Art Review, report prepared by Water Research Centre
                   on behalf of the Commission, Pergamon Press, Oxford, 1977
                2) Tests for Ecological Effects of Chemicals, Proceedings of a Research Seminar jointly organized by
                   the Commission of the European Communities and the Umweltbundesamt in Berlin, 7-9 December
                    1977, Erich Schmidt Verlag Berlin, 1978 (UBA-Bericht 10/78)
         (') This list cannot give reference to the numerous publications prepared by scientific institutes under contract
             and submitted to scientific Journals. Bibliographies for each contract are contained in the general reports
             1, 2 and 4.
         (2) Proceedings of Conferences organized within Concerted Actions are listed separately.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/30                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        25. 11. 85
                  3) Trace Metals, Exposure and Health Effects, Proceedings of a Research Seminar held in Guildford,
                     10-13 July 1978, edited by E. DI FERRANTE, Pergamon Press Oxford, 1979 EUR 6389
                  4) Clean Technologies, Proceedings of the European Symposium held in The Hague, 4-7 November
                     1980 (jointly organized by the Commission of the European Communities and the Ministry of Health
                     and Environmental Protection, The Netherlands), edited by H. O T T and F. VAN DEN AKKER,
                     EUR 7108, 1983 (in series 'Environment and Quality of Life')
                  5) Proceedings of the first Conference on the scientific bases for environmental regulatory actions:
                     prevention of pollution by substances derived from wastes, held in Rome, 11-12 May 1981, CNR
                     IRSA, Rome, 1984
                  6) Proceedings of the second Conference on the scientific bases for environmental regulatory actions:
                     health-environment, held in Evry (France), 14-16 December 1981, edited by E. DI FERRANTE, EUR
                     7952, 1982 (in series 'Environment and Quality of Life')
                  7) Proceedings of the Symposium 'Acid Depostion — A Challenge for Europe', Karlsruhe, 19-21
                     September 1983 (jointly organized by the Commission of the European Communities and Kernfor-
                     schungszentrum Karlsruhe), edited by H. O T T and H. STANGL, preliminary edition 1983) (final
                     edition in print)
                  8) Screening Tests in Chemical Carcinogenesis, Proceedings of a Workshop organized by IARC and the
                     Commission of the European Communities in Brüssels, 9-12 June 1975, edited by R. MONTESANO,
                     H. BARTSCH and L. TOMATIS, Lyon, 1976 (Joint IARC/CEC publication)
                  9) Molecular and Cellular Aspects of Carcinogen Screening Tests, Proceedings of a meeting organized
                     by IARC and the Commission of the European Communities in Hannover, 4-9 June 1979, edited by
                     R. MONTESANO, H. BARTSCH and L. TOMATIS, Lyon, 1980 (Joint IARC/CEC publication) (J)
                10) Host Factors in Human Carcinogenesis, Proceedings of a Symposium organized by IARC, the
                     Commission of the European Communities, the Greek Ministry of Social Services, the Greek Ministry
                     of Civilization and Science and the Hellenic Cancer Society in Cape Sounion, 8-11 June 1981, edited
                     by H. BARTSCH and B. ARMSTRONG, Lyon, 1982 (Joint IARC/CEC publication)
                11) Evaluation of the Effects of Chlorofluorocarbons on Atmospheric Ozone, report on a Workshop
                     held in Brüssels, 13-15 January 1981, edited by A. GHAZI, 1981 (available on request)
                12) Nickel in the Human Environment, Proceedings of an international Symposium held in Lyon, 8-11
                     March 1983 (jointly organized by CEC, IARC, IPCS, ILO and the Ministry of the Environment of
                     France), EUR 9163, Lyon, 1984 (Joint IARC/CEC publication)
                13) Measurement of air pollution at Drax during the 1976 CEC remote sensing campaign, prepared by
                     R.A. SCRIVEN (CEGB), EUR 6420, 1979 (in series 'Environment and Quality of Life') (2)
                14) Proceedings of the World Symposium on Asbestos, jointly organized by the Commission of the
                     European Communities, the Government of Canadaand the Government of Quebec, 25-27 May
                     1982, Montreal, 1982
                15) Shorebirds and Large Waterbirds Conservation, Proceedings of two Workshops held in Durham
                     (United Kingdom), 17-18 September 1983, edited by P.R. EVANS, H. HAFNER and P. L'HERMITE,
                     Brüssels, 1984 (available on request)
                16) Report on the EC epidemiological survey on the relationship between air pollution on respiratory
                     health in primary school children, edited by C. DU V. FLORY, A.V. SWAN, R. VAN DER LENDE,
                     W.W. HOLLAND, A. BERLIN and E. DI FERRANTE, Brüssels, 1983 (available on request)
                17) Cadmium in the European Communities: a prospective assessment of sources, human exposure and
                     environmental impact, report prepared by M. HUTTON for the Commission of the European
                     Communities, published as MARC-Report No. 26, 1982
                18) Cadmium Exposure and Indicators of Kidney Function, report prepared by M. HUTTON for the
                     Commission of the European Communities, published as MARC-Report No. 29, 1983
                19) Stratosphere, Proceedings of a working party meeting held in Brüssels on 18 May 1984, edited by A.
                     GHAZI, 1984 (available on request) (3)
                20) Proceedings of the European Symposium on Environment and Chemicals in Agriculture, Dublin, 15-
                     17 October 1984, jointly organized by the Commission of the European Communities and the Irish
                     Government, edited by P. WINTERINGHAM, 1985 (in print)
                21) Atmospheric Ozone, Proceedings of a Symposium held in Halkidiki (Greece), 3-7 September 1984,
                     edited by C S . ZERFOS and A. GHAZI, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1985, EUR 9574
            (*) The reports of ad hoc working groups presented to this meeting are published under the title 'Long-Term
                 and Short-Term Screening Assays for Carcinogens: A Critical Appraisal' as Supplement 2 to the IARC
                 Monographs, Lyon, 1980.
            (2) The results of other CEC remote sensing campaigns are published in scientific Journals or by the co-
                 organizers; a complete list of these reports is available.
            (3) Comprises also work funded under the Climatology Programme.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 301/31
            C) REPORT AND PUBLICATIONS GENERATED WITHIN THE CONCERTED ACTIONS
                C.I)  Physico-Chemical Behaviour of Atmospheric Pollutants (COST 61a) (*)
                      a) Executive Reports (2)
                          1) Final Report of the Management Committe of COST Project 61a 'Physico-Chemical
                              Behaviour of S 0 2 in the Atmosphere', Brüssels 1977 (also available in DE and FR)
                         2) Activity report of the Community-COST Concertation Committee covering the period
                              October 1978-December 1980 (also available in DE and FR)
                         3) Activity report of the Community-COST Concertation Committee covering the period
                              January-December 1981 (also available in DE and FR)
                         4) Final activity report of the Community-COST Concertation Committee for the period
                              1978-1983
                      b) Proceedings of Conferences and Other Publications
                          1) Proceedings of the First European Symposium 'Physico-Chemical Behaviour of Atmospheric
                              Pollutants', Ispra, 16-18 October 1979, edited by B. VERSINO and H. O T T , EUR 6621,
                              Brussels/Luxembourg, 1980
                         2) Proceedings of the Second European Symposium 'Physico-Chemical Behaviour of Atmos-
                              pheric Pollutants', Varese, 29 September - 1 October 1981, edited by B. VERSINO and H.
                              OTT, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1982, EUR 7624
                         3) Acid Deposition, Proceedings of a CEC-Workshop, Berlin, 9 September 1982, edited by S.
                              BEILKE and A.J. ELSHOUT, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1983, EUR 8307
                         4) Proceedings of the Third European Symposium 'Physico-Chemical Behaviour of Atmos-
                              pheric Pollutants', Varese, 10-12 April 1984, edited by B. VERSINO and G. ANGELETTI,
                              D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1984, EUR 9436
                         5) Oxidation reactions in the troposphere, Proceedings of a CEC Workshop held in Orleans,
                              30-31 October 1984 (available on request)
                C.II) Analysis of Organic Micropollutants in Water (COST 64b)
                      a) Executive Reports (3)
                          1) Sumrnary report on COST Project 64b 'Analysis of Organic Micropollutants in Water' and
                               third report of the Management Committee for the year ending 31 October 1975, Brüssels,
                               1976 (also available in DE and FR)
                          2) Activity report of the Community-COST Concertation Committee covering the period
                               October 1978-December 1981, Brüssels, 1982 (also available in DE and FR)
                          3) Sumrnary report (1978-1983) and activity report of the Community-COST Concertation
                               Committees covering the period January 1982 - December 1983, Brüssels, 1984 (also
                              ,available in DE and FR)
                      b) Proceedings of Conferences and Other Reports
                          1) Proceedings of the First European Symposium 'Analysis of Organic Micropollutants in
                               Water', held in Berlin, 11-13 December 1979, Brüssels, 1982 (available on request)
                          2) Proceedings of the Second European Symposium 'Analysis of Organic Micropollutants in
                               Water', held in Killarney (Ireland), 17-19 November 1981, edited by G. ANGELETTI and
                               A. BJ0RSETH, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1982, (EUR 7623)
                          3) Proceedings of the Third European Symposium 'Analysis of Organic Micropollutants in
                               Water', held in Oslo, 19-21 September 1983, edited by G. ANGELETTI and A. BJ0RSETH,
                               D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1984, EUR 8518
           (*) From 1972 to 1976, this project was implemented under the title 'Physico-Chemical Behaviour of S 0 2 in
               the Atmosphere'.
           (2) These reports contain a comprehensive list of internal reports available on request.
           (3) These reports contain a comprehensive list of international reports available on request.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/32                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        25. 11. 85
                           4) A comprehensive list of polluting substances which have been identified in various fresh
                                waters, effluent discharges, aquatic animals and plants, and bottom Sediments, fourth
                               edition, four volumes, Brüssels, 1984, compiled by Water Research Centre, Stevenage
                                (available on request) (J)
                           5) Behaviour and transformation of organic micropollutants in water treatment processes,'
                               Proceedings of a CEC Workshop held in Barcelona, 19-20 November 1984 (available on
                                request)
                           6) Methodologies for the analysis of organic micropollutants in the aquatic environment,
                               Proceedings of a CEC Workshop held in Ghent, 27-29 November 1984 (in print)
                CHI) Treatment and use of sewage sludge (COST 68) (2)
                        a) Executive Reports (3)
                            1) Final report of the Management Committee on COST Project 68 'Sewage Sludge Processing',
                                1972-1975, Brüssels, 1975 (available on request)
                           2) Final report of the Community COST Concertation Committee covering the period 1976-
                                1980, Brüssels, 1981 (available on request)
                               — Part I:     General Report (also available in FR and DE)
                               — Part II: Scientific Report
                               — Part III: Technical Annexes
                           3) Activity report of the Community-COST Concertation Committee covering the period
                               October 1980 - June 1982, Brüssels, 1982 (available on request)
                           4) Final report of the Community-COST Concertation Committee covering the period 1981-
                                1983, Brüssels, 1984 (available on request)
                               — Part I: General Report (also available in FR and DE)
                               — Part II: Scientific Report
                        b) Proceedings of Conferences
                             1) Treatment and Use of Sewage Sludge, Proceedings of a CEC Symposium held in Cadarache,
                                 13-15 February 1979, edited by D. ALEXANDRE and H. OTT, Brüssels 1980 (available
                                 on request)
                             2) Phosphorus in Sewage Sludge and Animal Waste Slurries, Proceedings of a CEC Seminar
                                 held in Groningen, 12-13 June 1980, edited by T.W.G. HUCKER and G. CATROUX, D.
                                 Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1981, EUR 7112
                             3) Copper in Animal Wastes and Sewage Sludge, Proceedings of a, CEC Workshop held in
                                 Bordeaux, 8-10 October 1980, edited by P. L'HERMITE and J. DEHANDTSCHUTTER,
                                 D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1981, EUR 7196
                             4) Characterization, Treatment and Use of Sewage Sludge, Proceedings of the Second
                                 European Symposium held in Vienna, 21-23 October 1980, edited by P. L'HERMITE and
                                 H. O T T , D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1981, EUR 7076
                             5) The Influence of Sewage Sludge Application on Physical and Biological Properties of Soils,
                                 Proceedings of a CEC seminar held in Mimich, 23-24 June 1981, edited by G. CATROUX,
                                 P. L'HERMITE and E. SUESS, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1982, EUR
                                 8023
                             6) Disinfection of Sewage Sludge: Technical, Economic and Microbiological Aspects, Pro-
                                 ceedings of a CEC Workshop held in Zürich, 11-12 May 1982, edited by A.M. BRUCE,
                                 A.H. HAVELAAR and P. L'HERMITE, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1982,
                                 EUR 8024
                             7) Environmental Effects of Organic and Inorganic Contaminants in Sewage Sludge, Proceed-
                                 ings of a CEC seminar held in Stevenage, 25-26 May 1982, edited by R.D. DAVIS, T.W.G.
                                 HUCKER and P. L'HERMITE, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1983, EUR
                                 8022
           (!) Ist edition, 1974;
               2nd edition, 1976;
               3rd edition, two volumes, 1979 (all out of print).
            2
           ( ) From 1972 to 1984, this project was implemented under the title 'Sewage Sludge Processing'.
           (3) These reports comprise a comprehensive list of internal reports available on request.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 301/33
                             8) Nitrogen and Phosphorus Value of Sewage Sludges; State of knowledge and practical
                                recommendations, Brüssels, 1982 (available on request)
                             9) Utilisation of Sewage Sludge on Land: Rates of Application and Long-Term Effects of
                                Metals, Proceedings of a CEC Seminar held in Uppsala, 7-8 June 1983, edited by S.
                                BERGLUND, R.D. DAVIS and P. L'HERMITE, D. Reidel Publishing Company, Dor-
                                drecht, 1984, EUR 8822
                           10) Methods of Characterisation of Sewage Sludges, Proceedings of a CEC Workshop held in
                                Dublin, 6 July 1983, edited by T.J. CASEY, P. L'HERMITE and P.J. NEWMAN, D.
                                Reidel Publishing Company, Dordrecht, 1984, EUR 9171
                           11) Processing and Use of Sewage Sludge, Proceedings of the Third European Symposium
                                held in Brighton, 27-29 September 1983, edited by P. L'HERMITE and H. O T T , D. Reidel
                                Publishing Company, Dordrecht, 1984, EUR 9129
                           12) Chemical Methods for Assessing Bio-available Metals in Sludge and Soils. Proceedings of
                                a Seminar held at Münster (FRG) on 11-13 April 1984, edited by R. LESCHBER, R.D.
                                DAVIS and P. L'HERMITE, Elsevier Applied Science Publishers Ltd. (in print)
                           13) Inactivation of Micro-organisms in Sewage Sludge by Stabilisation Processes. Proceedings
                                of a round-table held at Stuttgart-Hohenheim (FRG) on 8-10 October 1984, edited by D.
                                STRAUCH, A.H. HAVELAAR and P. L'HERMITE, Elsevier Applied Science Publishers
                                Ltd. (in print)
                           14) Long-term Effects of Sewage Sludge and Farm Slurries Applications. Proceedings of a
                                round-table held at Pisa (I) on 25-27 September 1984, edited by J.H. WILLIAM, G. GUIDI
                                and P. L'HERMITE, Elsevier Applied Science Publishers Ltd. (in print)
               C.IV) Coastal Benthic Ecology (COST 47)
                       1) Activity report of the Management Committee for the period April 1979-March 1983, Brüssels
                           1983 (available on request)
                       2) COST 47 Newsletter (Nos. 1, 2, 3 and 4), published by the National Board for Science and
                           Technology, Dublin, Ireland
                       3) Final report of the Management Committee on COST Project 47, Coastal Benthic Ecology,
                           (in print).
                                                              ANHANG     III
                                                         STELLUNGNAHME
           des Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschusses (BVKA) Umwelt und Klimatologie zum Entwurf
                       des Vorschlags für ein FuE-Programm auf dem Gebiet des Umweltschutzes (1986—1990)
            1. Der BVKA diskutierte den Vorschlagsentwurf für ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm auf dem
                Gebiet des Umwelschutzes (1986—1990) (Dok. XII/ENV/50/84). Bei der Formulierung der Stellungnahme
                wurden die Ansichten einbezogen, die bereits im ACPM Umweltforschung und im CREST Unterausschuß
                Umwelt zum Ausdruck gebracht wurden.
            2. Der Ausschuß erkennt den bedeutsamen Beitrag der vorausgegangenen Programme an und betont
                angesichts der derzeitigen Besorgnis über Umweltprobleme den weiteren Bedarf für ein Gemeinschaftspro-
                gramm für die Umweltforschung. Die Anmerkungen und Empfehlungen zu spezifischen Aspekten des
                Vorschlags sind im folgenden dargestellt.
           Zielsetzungen
            3. Der BVKA unterstützt die Absichten und Ziele des vorgeschlagenen Programms, das erarbeitet worden
                ist, die Umweltpolitik der Gemeinschaft und im besonderen ihre Umweltaktionsprogramme durch FuE-
                Maßnahmen zu unterstützen. Das Programm sollte ebenfalls eine Grundlage bieten für die Entwicklung
                vorausschauender und vorbeugender Politiken.
            4. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß das vorgeschlagene Programm zu einer Reihe von wissenschaftlichen
                und technischen Zielsetzungen der Gemeinschaft beiträgt, die im Rahmenprogramm aufgeführt sind,
                insbesondere die „Verbesserung der Sicherheit und der Schutz der Gesundheit" sowie der „Schutz der
                Umwelt und die Vorbeugung von Verschmutzung". Der Ausschuß unterstreicht die Notwendigkeit, die
                Koordination mit den relevanten Aktivitäten und Programmen in den Generaldirektionen V, VI und XI
                in enger Zusammenarbeit mit dem BVKA Umwelt und Klimatologie zu gewährleisten.
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           Durchführungsweise des Programms
            5. Der Ausschuß unterstützt die drei vorgeschlagenen Aktivitäten (Vertragsforschung, Konzertierte Aktio-
               nen und Katalytische Aktivitäten) zur Verwirklichung des Programms und begrüßt die Einführung der
               letztgenannten (katalytische Aktivitäten), um so eine zusätzliche Flexibilität bei seiner Durchführung zu
               schaffen.
            6. Der Ausschuß drängt auf eine sorgfältige Überprüfung der Ausgewogenheit zwischen diesen drei Aktivitä-
               ten und erwartet, daß sowohl zwischen ihnen als auch zu den betreffenden Bereichen des FuE-Programms
               der Gemeinsamen Forschungsstelle in Ispra eine enge Verbindung hergestellt wird. Er empfiehlt weiterhin,
               daß die Aufteilung der Finanzmittel zwischen den Forschungsbereichen durch die Kommission in enger
               Zusammenarbeit mit dem Ausschuß beschlossen wird.
            7. Was die Vertragsforschung anbelangt, fordert der Ausschuß mit Nachdruck die Vereinfachung der
               Verfahren zur Auswahl und technischen und wissenschaftlichen Betreuung der Forschungsprojekte, um
               den Arbeitsaufwand der Kommission und des Ausschusses zu erleichtern.
            8. Im allgemeinen ist der Ausschuß der Ansicht, daß, sofern angemessen, der Einsatz von Konzertierten
               Aktionen ermutigt werden sollte. Außerdem sollte im Rahmen des vorgeschlagenen Programms die
               Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Institute der Gemeinschaft gefördert werden, insbesondere
               durch die Anregung gemeinsamer Projekte, den Austausch von Wissenschaftlern und die Organisation
               wissenschaftlicher Tagungen.
            9. Der BVKA empfiehlt eine weitere Verbesserung der Berichterstattung über jegliche Art der Umweltfor-
               schung und -entwicklung auf Gemeinschaftsebene.
           Wissenschaftlicher Inhalt
           10. Der BVKA ist mit dem Inhalt des vorgeschlagenen Programms einverstanden. Er schlägt vor, daß
               innerhalb jedes Forschungsbereichs die Prioritäten für die Umwelt- und Entwicklungsforschung auf EG-
               Ebene von der Kommission, in enger Zusammenarbeit mit dem Ausschuß, sorgfältig überprüft werden
               sollten. Dabei sollten die verfügbaren Finanzmittel und Arbeitskräfte, die wissenschaftlichen und techni-
               schen Kapazitäten innerhalb der Gemeinschaft sowie die Möglichkeiten für eine effektive Koordination
               in Betracht gezogen werden.
           11. Der BVKA erkennt an, daß die Unterschiede wissenschaftlicher, technischer und wirtschaftlicher Kapazi-
               täten innerhalb der Gemeinschaft mit in Betracht gezogen werden sollten. Insbesondere wird die
               Kommission aufgefordert, Ausbildung im Rahmen der Notwendigkeiten des vorgeschlagenen FuE-
               Programms zu fördern.
           12. Der BVKA ist über die derzeit laufende Programmbewertung durch unabhängige Experten unterrichtet.
               Er dringt bei der Kommission darauf, in Zusammenarbeit mit dem Ausschuß die Ergebnisse dieser
               Bewertung in geeigneter Weise bei der Vorbereitung und Durchführung zukünftiger Umweltforschung
               zu berücksichtigen.
           Finanzmittel und Mitarbeiter
           13. Das vorgeschlagene Programm stellt eine reale, aber realistische Steigerung des Umfangs des Forschungs-
               und Entwicklungsprogramms der EG auf dem Gebiet der Umwelt dar. Diese Steigerung ist notwendig,
               um den Anforderungen des Umweltaktionsprogramms gerecht zu werden.
           14. Um die genannten Ziele zu erreichen, erkennt der BVKA den Bedarf für die Zuweisung angemessener
               finanzieller Mittel und einer ausreichenden Anzahl von Mitarbeitern an; d.h. eine reale Anhebung
               gegenüber dem dritten FuE-Programm Umwelt ist notwendig. Die Delegation des Vereinigten Königreichs
               behält sich ihre Position zu diesem letzten Punkt vor.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 301/35
                                                           TEIL II
              Vorschlag für ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm auf dem Gebiet der Klimatologie
                           (1986—1990) als Teil des Forschungsaktionsprogramms „Umwelt"
A. DAS FuE-PROGRAMM „KLIMATOLOGIE"                                     läoklimatische      Forschung    und     Modelle
                                                                       (PRAM), Brüssel, Dezember 1982; ii) Sympo-
                                                                       sium über Wechselbeziehungen zwischen Klima
1. Einleitung: Das erste Klimatologie-Programm der                     und Biosphäre, Osnabrück, März 1983; iii) Sym-
    Kommission der Europäischen Gemeinschaften                         posium über die Desertifikation in Europäischen
    (KEG)                                                              Ländern, Mitilini, April 1984.
    Das vorgeschlagene Programm soll das erste For-                    Drei Lehrgänge der Internationalen Schule für
    schungsprogramm „Klimatologie" fortführen, das                     Klimatologie (Zentrum für wissenschaftliche
    als sektorales Forschungs- und Entwicklungspro-                    Kultur, Erice, Sizilien) wurden von der Kommis-
    gramm auf dem Gebiet der Umwelt (1981 bis 1985)                    sion unterstützt, wobei die Dozenten in der
    am 3. März 1981 vom Rat beschlossen wurde. Das                     Hauptsache unter den Forschern ausgewählt
    erste Programm hatte folgenden Inhalt:                             wurden, die entweder als Mitglieder des Beraten-
                                                                       den Programmausschusses oder als Ver-
                                                                       tragspartner im Rahmen des Klimatologie-Pro-
    Forschungsbereich    1: Verständnis der     klimatischen           gramms der EG mitwirken. Der dritte Lehrgang
    Prozesse                                                           wurde von einem Mitglied der Klimatologie-
                                                                       Gruppe der KEG geleitet.
    1.1. Rekonstruktion früherer Klimabedingungen.
          Erfassung und Analyse von: a) natürlichen Da-                  i) Lehrgang über Climatic Variations, Facts
          ten; b) Beobachtung und sonstigen histori-                        and Theories, März 1980;
          schen Aufzeichnungen;
                                                                        ii) Lehrgang über Carbon Dioxide and Climate,
    1.2. Erstellung von Klimamodellen und           Klima-                  Juli 1982;
          vorhersage.
                                                                       iii) Lehrgang über Climatic Aspects of Desertifi-
                                                                            cation, Oktober 1983.
    Forschungsbereich    2: Interaktion    Mensch/Klima
    2.1. Klimaschwankungen und europäische Res-
          sourcen: a) Auswirkungen auf landwirtschaft-             c) Veröffentlichungen: Neben den Veröffentlichun-
          liche Ressourcen und Wasserressourcen; b) Be-                gen von Ergebnissen der Forschungsverträge in
          wertung der Gefahr klimatischer Katastro-                    internationalen Fachzeitschriften sind folgende
          phen; c) Auswirkungen auf den Energiebedarf,                 Bücher erschienen oder in Vorbereitung: i) The
          den Verbrauch und die Produktion von                         Climate of Europe, Past, Present and Future, H.
          Energie;                                                     Flohn und R. Fantechi, Reidel 1984; ii) Interac-
                                                                       tions between Climate and Biosphere, (Hrsg.)
    2.2. Beeinflussung des Klimas durch den Menschen:                  H. Lieth, R. Fantechi und H. Schnitzler, Swets
          a) chemische Verschmutzung der Atmosphäre                    und Zeitlinger 1984; iii) Palaeoclimatic Re-
          mit besonderer Berücksichtigung der Akkumu-                  search and Models, (Hrsg.) A. Ghazi, Reidel
          lation von Kohlendioxid; %b) Freisetzung von                 1983; iv) Proceedings of a working-party
          Energie.                                                     meeting „Stratosphere", KEG-Bericht, Heraus-
                                                                       geber: A. Ghazi, 1984; v) Climatic Aspects of
    Zur Durchführung des ersten Programms können                       Desertification, Herausgeber: R. Fantechi, J.P.
    folgende Fakten und Zahlen genannt werden:                         Van Ypersele und A. Longhetto (in Vorberei-
                                                                       tung);     vi) Desertification   in     European
    a) Verträge: Insgesamt wurden 115 Verträge unter-                  Countries, Herausgeber: R. Fantechi und N.
        zeichnet. Die Kommission der EG hat zu den                     Margaris (in Vorbereitung); vii) Verschiedene
        Gesamtkosten der einzelnen Verträge im Mittel                  Sitzungsberichte der Kontaktgruppe.
        einen Beitrag von 30 % geleistet.
    b) Sitzungen: Abgesehen von dem Übersichtssym-                 Zur Ermittlung des Standes der Technik im Zusam-
        posium, auf das wir später zurückkommen wer-               menhang mit der Durchführung des ersten Pro-
        den, und von den Sitzungen der Kontaktgruppen              gramms wurde vom 2. bis 5. Oktober 1984 ein
        (Erstellung von Klimamodellen, Rekonstruktion              Übersichtssymposium in Sophia Antipolis, Frank-
        früherer Klimabedingungen, anthropogene Kli-               reich, abgehalten. Es befaßte sich vor allem mit der
        mastörungen, Auswirkungen des Klimas) wur-                 Vorstellung und Erörterung von Punkten, die als
        den folgende Sondertagungen veranstaltet, un-              Höhepunkte des Programms angesehen wurden,
        terstützt oder gefördert: i) Workshop über Pa-             doch lagen Ergebnisse aller Verträge in Form von
 ---pagebreak---  Nr. C 301/36                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschäften                                     25.11.85
     Kurzberichten (*) vor. Die Tagungsreferate des                  des Eisvorstoßes ermittelt; verschiedene Aspekte des
     Symposiums werden in Kürze als Buch veröffent-                  globalen Köhlenstoffzyklus und der Mechanismen
     licht. Die Dienststellen der Kommission hatten, un-             des Kohlenstoffaustauschs zwischen verschiedenen
     terstützt durch den Beratenden Programmausschuß                 Teilsystemen wurden untersucht. Die Notwendig-
     Klimatologie, eine Reihe von Berichterstattern aus-             keit kontinuierlicher gemeinsamer Forschungsarbei-
     gewählt. Aufgrund der darin enthaltenen Bewertung               ten wurde bei diesem Forschungsbereich, der an
     ist die Fortführung des Programms Klimatologie                  einem Schnittpunkt aller anderen Bereiche liegt, er-
     vollauf gerechtfertigt.                                         kannt. Das erste Programm erwies sich auch als
                                                                     vielversprechend in bezug auf Untersuchungen über
                                                                     die Auswirkungen auf Landwirtschaft, Hydrologie
     Wenn man die verschiedenen Berichte zugrundelegt,               und Energie und als erfolgreich bei der Sammlung,
     scheint es vor allem, daß das EG-Programm —                     Erstellung und Erprobung entsprechender Modelle.
     neben spezifischen Forschungsergebnissen — auch                 Eine weitere Zusammenarbeit im Rahmen eines
     die besonders nützliche Funktion erfüllt hat, Kon-              fortgeführten KEG-Programms wird empfohlen, um
     takte zwischen europäischen Klimatologen herzu-                 die Ergebnisse der Untersuchungen über die Auswir-
     stellen und einen Informationsfluß zwischen ihnen               kungen des Klimas so bald wie möglich als Werk-
     zu fördern, so daß sie sich einen Einblick in die               zeuge für den europäischen Beschlußfassungsprozeß
     anderswo in Europa durchgeführten Arbeiten ver-                 einsetzen zu können und damit anzuerkennen, daß
     schaffen konnten und Gelegenheit zum Vergleich                  diese Untersuchungen erfolgreich in das Klimatolo-
     ihrer Ergebnisse erhielten. Es wurde anerkannt, daß             gie-Programm der KEG einbezogen wurden.
     die Wissenschaftler vor allem im Bereich der Klima-
     modellierung — in dem es außerordentlich schwie-
     rig ist, Mechanismen mit normalen wissenschaftli-
     chen Verfahren zu untersuchen, da das Klima selbst         2. Vorgeschichte und Begründung
     weder experimentell noch im Laboratorium ange-
     messen dargestellt werden kann — sehr viel aus                  Die für das erste Programm vorgelegte Begründung
     dem eingehenden Ringvergleich von unabhängig                    bleibt gültig, soll aber anhand der erzielten Ergeb-
     voneinander erzielten Versuchsergebnissen lernen                nisse und der Notwendigkeiten, die sich zwischen-
     können. Die zwischen Modellerstellern und Pa-                   zeitlich ergeben haben, ausgeweitet werden.
     läoklimatologen geknüpften Kontakte im Rahmen
     des KEG-Programms haben sich bereits als nützlich               Wenn man alle Komponenten der menschlichen
     erwiesen: den Paläoklimatologen ist die Möglichkeit             Umwelt betrachtet, kann man mit Bestimmtheit sa-
     einer Auswertung ihrer Beobachtungen mit Hilfe                  gen, daß das Klima (*) die wichtigste oder zumindest
     von Modellen stärker zum Bewußtsein gekommen                    eine der wichtigsten Komponenten ist. Es ist auf
     und die Modellersteller haben im Rahmen dieser                  alle Fälle die Komponente, von der unsere Gesund-
     Zusammenarbeit Erfahrungen über frühere Klima-                  heit und unser Wohlbefinden, der Umfang unserer
     zustände gesammelt, deren Simulation zusätzliche                Wasserressourcen, die Qualität und Höhe unserer
     Beispiele für die Anwendbarkeit ihrer Modelle lie-              Ernten und unsere Bedürfnisse in bezug auf Energie
     fern.                                                           und Obdach weitgehend abhängen.
                                                                     Das Klima ist seinem Wesen nach variabel, und man
     Im Hinblick auf die Vorhersage von Klimabedin-                  weiß, daß natürliche Klimaschwankungen in der
     gungen bei einer hohen CCK-Konzentration in der                 Vergangenheit einen ausschlaggebenden Einfluß auf
     Atmosphäre hat vor allem die Arbeit von Mitchell                menschliche Zivilisationen hatten und sich auch
     (BMO) Daten zur Bewertung der Auswirkungen auf                  noch in jüngster Zeit in Dürreperioden, schlechten
     das Klima geliefert.
                                                                (*) Das Klimasystem umfaßt die Bereiche Atmosphäre, Ozean,
                                                                    Treib- und Inlandeis, Boden und Vegetation. All diese Teil-
     Bei der paläoklimatischen Forschung hat sich ein               systeme variieren aufgrund verschiedener Zeitskalen und ste-
     hohes Maß an Komplementarität zwischen verschie-               hen in komplexen Wechselbeziehungen, die ihre jeweiligen
     denen Techniken ergeben, die im Rahmen des KEG-                Bewegungen und Variationen zum Teil dämpfen und zum
     Programms verglichen werden konnten. Aufgrund                  Teil verstärken. Insofern ist das Klimasystem als Ganzes in
     der vorhandenen Fachkenntnisse und Erfahrungen                 der Lage, Fluktuationen in bezug auf viele Zeitskalen zu
     dürfte es nunmehr vor allem möglich sein, ein großes           durchlaufen und kann sich, da sich diese Perioden auf 10 _ 1
                                                                    bis 109 Jahre erstrecken, nie im Gleichgewicht befinden.
     Forschungsprogramm über die Dynamik des letzten
                                                                    Klima und Wetter stehen in der Atmosphäre in Verbindung
     Glazial/Interglazial Zyklus unter Mitwirkung von               durch eine in komplexer Wechselbeziehung befindliche Hier-
     Modellerstellern aufzustellen. Im Zusammenhang                 archie von Prozessen, die von kleinen Schönwetterwolken
     mit anthropogenen Klimastörungen (C02-Frage)                   bis zu voll ausgebildeten Wirbelstürmen und Zyklonen in
     wurden signifikante Ergebnisse über den vorin-                 mittleren Breiten reichen. Dieses schnellebige System ist je-
     dustriellen CO^-Pegel erzielt; ein geringer C0 2 -Ge-          doch nur ein Teil des umfassenderen und sehr viel komplexe-
     halt wurde im Zusammenhang mit dem Maximum                     ren Klimasystems.
                                                                    Das Klima der Atmosphäre kann als die statistische Beschrei-
                                                                    bung des Zustands (Temperatur, Druck, Bewölkung, Nieder-
                                                                    schlag, Wind) der Atmosphäre an einem bestimmten Ort über
                                                                    einen bestimmten Zeitraum (in der Regel ein Monat oder
                                                                    länger) angesehen werden, wobei die Daten über die Ozeane,
                                                                    die Biosphäre und die Landoberfläche als Grenzbedingungen
(*) Eine baldige Veröffentlichung als EUR-Bericht ist geplant.      angesehen werden.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                            Amtsblatt der Europäisch!  Gemeinschaften                         Nr. C 301/37
    Ernten, Überschwemmungen und anderen Extrem-                Niederschläge sind ja die wichtigste Quelle unserer
    fällen und Katastrophen stark bemerkbar machten.            gesamten Frischwasserversorgung. Die Planung von
    Es gibt zur Zeit keine allgemein anerkannte Erklä-          Wasserressourcen für ein künftiges Klimasystem
    rung für diese Fluktuationen und keine zuverlässige         wird weitgehend von Veränderungen in der räumli-
    empirische oder theoretische Methode für deren              chen und zeitlichen Verteilung der Niederschläge
    Vorhersage. Auch die Auswirkungen der sich aus-             und der Bodenfeuchtigkeit abhängen, wie wir sie
    weitenden Aktivitäten des Menschen auf das Klima,           von einer wärmeren Erde erwarten dürfen.
    stellen eine potentiell schwerwiegende Gefahr dar,
    die noch nicht genau beurteilt werden kann.
                                                                Die Klimaforschung ist auch aufgrund der Tatsache
                                                                gerechtfertigt, daß unsere Gesellschaft infolge der
    Dies gilt besonders heute für die vielfältigen Proble-      zunehmenden Bevölkerungsdichte und Komplexität
    me, die auf die zunehmende Konzentration von                der gesellschaftlichen Strukturen und der demzufol-
    Kohlendioxid in der Atmosphäre, vor allem infolge           ge größeren Inanspruchnahme von klimaabhängi-
    der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der gleich-        gen Ressourcen in zunehmendem Maße gegen
    zeitigen Rodung großer Waldflächen zurückzufüh-             Extremfälle wie Dürreperioden oder schwere Stür-
    ren sind. Die Kohlendioxidfrage kann wohl als die           me — mit allen ihren Folgen, wie z.B. Wind- oder
    entscheidende Umweltfrage dieses und des nächsten           Wassererosion        von     Böden,     Waldbrände,
    Jahrhunderts bezeichnet werden. Zum ersten Mal              Erschöpfung von Wasservorräten und zunehmender
    scheint der Mensch in der Lage zu sein, seine Um-           Bedarf an Rieselwasser, Auftreten von Über-
    welt drastisch zu verändern; die Folgen davon kön-          schwemmungen usw. — anfällig ist. Selbst weniger
    nen so weitreichend sein, daß irreversible Einbrüche        drastische Vorkommnisse, die von den vorstehend
    nicht nur in das bisher bekannte natürliche Gleich-         genannten Störungen abhängen, würden — vor al-
    gewicht, sondern auch in wirtschaftliche und soziale        lem aufgrund ihres Auftretens während der Saat-,
    Strukturen verursacht werden. Die Bedrohung ist             Wachstums- und Ernteperioden — Anlaß zur Be-
    reell und ernst zu nehmen und zweifellos sind um-           sorgnis geben.
    fangreiche Forschungsarbeiten erforderlich, um zu-
    mindest einen gewissen Grad der Vorbereitung auf
    eine Situation zu erreichen, die als eine unvermeidli-
    che Veränderung erscheint. Wir können zumindest             In den letzten Jahren ist es zu vielen dieser klima-
    hoffen, daß es uns gelingen wird, einige der vorgese-       tischen Extreme gekommen, deren wirtschaftliche
    henen Folgen abzuwenden.                                    und soziale Auswirkungen mitunter ziemlich
                                                                drastisch waren: so häuften sich beispielsweise 1972
                                                                klimatisch bedingte Verknappungen in verschiede-
    Die bedrohlichsten Folgen sind dabei diejenigen, die        nen Produktionsbereichen. Ein Defizit in der globa-
    von Störungen der Temperatur und Nieder-                    len Getreideerzeugung von einigen Prozent führte
    schlagsmuster abhängen; sie könnten einem im Rah-           zu einem Preisanstieg um einen Faktor 3 (H. Flohn
    men des ersten Programms Klimatologie entwickel-            in Climatic Variations and Variability, erster Lehr-
    ten Modell zufolge zu einer sich über das ganze Jahr        gang der Internationalen Schule für Klimatologie,
    erstreckenden Erhöhung der Oberflächentempera-              Erice, 1980; Verlag Reidel, 1981). Der Hungertod
    tur in der Europäischen Gemeinschaft — mit einem            von Millionen Menschen in Entwicklungsländern
    Rückgang des Niederschlags in Südeuropa und einer           ist ein Beispiel für die Art Tragödie, die durch
    Zunahme in Nordeuropa — führen. Die Lando-                  ein Mißmanagement der Ressourcen, gekoppelt mit
    berfläche würde im Sommer in der gesamten euro-             widrigen Klimabedingungen, verursacht werden
    päischen Gemeinschaft trockener sein. Wenn sich             kann. Aus diesen Gründen hielt man es für notwen-
    diese Ergebnisse durch weitere Forschungsarbeiten           dig, die Leistungsfähigkeit existierender euro-
    bestätigen sollten, wäre die Gefahr für die europäi-        päischer Klimamodelle zu verstärken, um eine Vor-
    schen Böden, landwirtschaftlichen Ressourcen und            hersagbarkeit des europäischen Klimas in bezug auf
    Wasserressourcen offensichtlich.                            die Jahreszeiten (drei bis sechs Monate) zu errei-
                                                                chen. Ein solches Programm sollte die Werkzeuge
                                                                liefern, die wir für Prognosen benötigen, die für
                                                                richtungsweisende Entscheidungen im Hinblick auf
    Der Wasserkreislauf ist effektiv eine wichtige Kom-         das ordnungsgemäße Management unserer Land-
    ponente des Klimasystems, die ausschlaggebend für           und Wasserressourcen erforderlich sind.
    die regionale Verfügbarkeit von Wasser ist: Nieder-
    schlag und Speicherung der Bodenfeuchte leisten
    einen Beitrag zur Wasserversorgung, während Ver-
    dunstung, Transpiration und Abfluß eine entspre-            Klimaänderungen sind daher nicht nur ein rein aka-
    chende Verminderung darstellen.                             demisches Thema: die zwingendsten Gründe für
                                                                ihre Untersuchung sind in dem wachsenden Bewußt-
                                                                sein zu sehen, daß nicht nur unsere klimaabhängigen
    Die auf eine Klimaänderung zurückzuführende Ver-            Ressourcen, sondern auch unsere wirtschaftlichen
    änderung des Niederschlags ist ein Schlüsselelement         und gesellschaftlichen Strukturen weitgehend durch
    bei der Untersuchung potentieller Auswirkungen              das Klima beeinflußt werden, während die Aktivitä-
    des Klimas auf die Wasserversorgung und damit               ten des Menschen selbst einen Beitrag zur Instabili-
    auch auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die            tät des Klimas, möglicherweise in unerwünschte
 ---pagebreak--- Nr. C 301/38                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              25. 11. 85
     Richtungen, leisten können. Eben dieses Bewußtsein                  schungsarbeiten auf einem Gebiet von wachsender
     stand Pate bei dem Weltklimaprogramm und hat                        Bedeutung und Dringlichkeit — optimal zu nutzen.
     zu verstärkten Bemühungen in der weltweiten Kli-                    Das Programm hat die zweckmäßigste Funktion
     maforschung geführt.                                                erfüllt Kontakte zwischen europäischen Klimatolo-
                                                                         gen zu knüpfen und den Informationsaustausch zu
                                                                         fördern, so daß sie sich ein Bild über Arbeiten
     Die kritische Bedeutung des Klimas muß vor allem                    machen können, die an anderer Stelle in Europa
     für die EG-Länder herausgestellt werden, die sowohl                 durchgeführt werden. Eine fruchtbare Zusammen-
     wirtschaftlich als auch politisch in enger Wechselbe-               arbeit, die vorher nicht existierte, wurde zwischen
     ziehung stehen und regionalen Klimabedingungen                      Modellierern und Paläoklimatologen, zwischen
     unterliegen, die sich über politische Grenzen hinweg                Wissenschaftlern, die sich mit Klimaauswirkungen
     erstrecken. So könnte jede größere Auswirkung,                      befassen, und Modellierern, sowie zwischen Theo-
     ob es sich nun um die Variabilität des Klimas in                    retikern und mit der Datensammlung und -anwen-
     Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen oder von                    dung beschäftigten Experten hergestellt. Die Fort-
     menschlichen Tätigkeiten handelt, nie auf ein einzi-                setzung solcher Zusammenarbeit ist von Spitzenkli-
     ges europäisches Land begrenzt werden. In diesem                    matologen in Europa als notwendig erkannt wor-
     Zusammenhang kann man ferner feststellen, daß                       den, falls ihre Arbeit zwecks eines besseren Ver-
     sich die EG-Länder auf ein Gebiet erstrecken, das                   ständnisses des Klimas als zuverlässiges Instrument
     die idealen Dimensionen für die Untersuchung re-                    für Entscheidungen über klimaabhängige Ressour-
     gionaler Auswirkungen — im Unterschied zu loka-                     cen benutzt werden sollte.
     len oder mikroklimatischen und globalen Effekten
     — besitzt. Es ist daher angemessen, daß wir inner-
                                                                         Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die durch
     halb des umfassenderen internationalen Rahmens
                                                                         die Verstärkung und Erweiterung der derzeitigen
     als Beitrag zu den Gesamtbemühungen, über ein
                                                                         Bemühungen gebotenen zahlreichen Möglichkeiten
     europäisches Programm im Geiste der feierlichen
                                                                         zu nutzen und damit den für ihre Durchführung
     Erklärung der Weltklimakonferenz mit einem stark
                                                                         erforderlichen zusätzlichen Aufwand zu rechtfer-
     anwendungsorientierten Charakter verfügen, der
                                                                         tigen.
     auf ein besseres Verständnis und ein besseres Mana-
     gement unserer klimaabhängigen Ressourcen ausge-
     richtet ist.                                                        Eines der Hauptergebnisse wäre u.a. die Erreichung
                                                                         einer unabhängigen europäischen Stellungnahme zu
                                                                         den schwerwiegenden Problemen, die sich für unsere
     Die Ausweitung des ersten Programms auf den für                     Zeit durch das Klima und dessen Wechselbeziehun-
     das neue Programm erforderlichen Umfang ist somit                   gen mit dem Menschen stellen.
     in tatsächlichen Erfordernissen begründet und zielt
     darauf ab, die lebenswichtigen Herausforderungen
     anzunehmen, die die Zukunft für uns bereithält (*).                 In bezug auf das erste   Rahmenprogramm der Ge-
                                                                         meinschaftsforschung     betrifft das Klimatologie-
                                                                         Programm unmittelbar     die folgenden wissenschaft-
     Die Klimaforschung ist ihrer Natur nach ein Be-                     lichen und technischen   Zielsetzungen:
     reich, in dem koordinierte, faGhübergreifende und
     problemorientierte Aktivitäten am dringendsten be-                  1. Förderung der landwirtschaftlichen       Konkur-
     nötigt werden und am wirksamsten sind. Das EG-                          renzfähigkeit (30%),
     Programm hat seine Fähigkeit unter Beweis gestellt,
     die besten in jeder Disziplin verfügbaren Fachleute                 2. Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingun-
     zusammenzuführen und damit ihr Wissen und ihre                          gen (70%).
     Erfahrung — neben der Unterstützung der derzeiti-
     gen Anstrengungen und der Stimulierung neuer For-
                                                                      3. Zielsetzungen des Programms
(J) Der Sachgebietsbericht VI, „World Climate and Climate                Dieses Programm soll sich ebenso wie das erste
    Change" (TGE ENV 9), Hrsg. Arbeitsgruppe über Technolo-              Programm mit einer Reihe grundlegender Fragen
    gie, Wachstum und Beschäftigung, etabliert während des Ver-          befassen, die das korrekte Verständnis unserer kli-
    sailler Gipfels, 4. bis 6. Juni 1982, stellt fest, „zum Beispiel,    matischen Umwelt und das Management unserer
    die Bestimmung des Effekts der C02-Zunahme erfordert den             klimaabhängigen Ressourcen betreffen.
    Einsatz von Paläoklimatologen, Glaziologen, Biologen, Che-
    mikern, Meteorologen, Ozeanographen, Agrarwissenschaft-              1. Wie funktioniert das Klimasystem? Wie hat es
    lern, Wirtschaftswissenschaftlern, usw." und „der Austausch              sich in der Vergangenheit entwickelt und wie
    von Wissenschaftlern, Daten und der Ringvergleich von Er-                wird es sich in Zukunft entwickeln?
    gebnissen zwischen verschiedenen Ländern sollte zwecks Ent-
    wicklung neuer Ideen gefördert werden" und „angesichts der
    Tatsache, daß ein volles Verständnis der Klimaänderung und           2. Von welchen Faktoren hängen Klimaänderun-
    seiner Auswirkung wichtig für das Wohlbefinden der Natio-                gen ab? Wie reagiert das System auf verschiedene
    nen sei, ist es notwendig zu akzeptieren, daß die Erreichung             Belastungsfaktoren und vor allem auf die Folgen
    eines solchen Grades des Verständnisses die Bereitstellung von           bestimmter menschlicher Tätigkeiten?
    beachtlichen Mitteln für einen längeren Zeitraum erfordert,
    damit notwendige Projekte aufbereitet werden können (Teil            3. Wie können Klimaänderungen — vor allem was
    37-39)".                                                                 Europa betrifft — unsere grundlegenden Res-
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 301/39
         sourcen — Wasser, Boden,       Vegetation, Nah-               gen ergeben, eingehender und in größerem Maß-
         rungsmittel — beeinflussen?    Wie können diese               stab zu untersuchen. Zu diesen Problemen ge-
         klimatischen Auswirkungen       im Hinblick auf               hört die zunehmende Anfälligkeit bestimmter
         eine vorteilhafte Planung in   Zukunft bewertet               Bereiche gegenüber klimatischen Faktoren, die
         werden?                                                       zur Aridität und zum Verlust der Vegetation, zu
                                                                       Waldbränden, Überschwemmungen und Erdrut-
                                                                       schen sowie zur Wasser- und Winderosion von
    Auf dieser Grundlage wurden drei Forschungsberei-
                                                                       Böden usw. führen können.
    che festgelegt:
    1. Physikalische Grundlage des Klimas;                        iii) Die Notwendigkeit einer Nutzung der Möglich-
                                                                       keiten der Analyse und Anwendungen von Satel-
    2. Klimaempfindlichkeit; '                                         litendaten, die sich im ersten Programm infolge
                                                                       der zur Verfügung stehenden geringen Haus-
    3. Auswirkungen des Klimas.
                                                                       haltsmittel als unmöglich erwies, wird immer
                                                                       zwingender. Die Kommission ist bereits von
    Eine Beschreibung dieser Forschungsbereiche ist im                 mehreren Seiten um eine Zusammenarbeit in
                                                 v
    folgenden Abschnitt enthalten.                                     diesem Bereich ersucht worden. Eigenschaften
                                                                       der Weltmeere und Landoberfläche, die am be-
    Im Vergleich zum ersten Programm, das im wesent-                   sten durch die Erfassung von Satellitendaten
    lichen als Pilotprogramm konzipiert war, zeichnen                  und -bildern untersucht werden, kommt wach-
    sich die jetzigen Vorschläge durch eine signifikante               sende Bedeutung im Hinblick auf die Erstellung
    Erweiterung der verschiedenen Forschungsthemen                     von Klimamodellen und die Prognose von Res-
    und -ziele aus:                                                    sourcen zu.
      i) Die zunehmende Bedeutung einer Verbesserung
                                                                  iv) Die Tatsache, daß Europa selbst an der Grenze
         unserer Kenntnis der Klimageschichte — vor
                                                                       zum nördlichen - Wüstengürtel der Erde liegt,
         allem was die Beziehung zwischen Klima und
                                                                       sollte unser Anliegen beflügeln. Die Wüstengür-
         Biosphärebedingungen angeht — wurde er-
                                                                       tel liegen unter den beiden großen Senkungsgür-
         kannt.
                                                                       teln unserer Erdkugel, und die derzeitigen Zirku-
         Ein solches Verständnis würde unsere Kapazität                lationsmuster der Atmosphäre haben zur Folge,
         zur Vorhersage künftiger Situationen, vor allem               daß diese Gürtel in den subtropischen Breiten
         was die Beziehungen Klima—Vegetation (vor                     liegen. Im Hinblick auf einen durch die zuneh-
         allem Klima—Entwaldung),' Klima—Wasserres-                    mende Konzentration von atmosphärischem
         sourcen und Klima—Bodenbedingungen be-                        C O , verursachten Klimaumschwung besteht die
         trifft, verbessern.                                           Gefahr einer Verlagerung des nächstgelegenen
                                                                       Wüstengürtels in nördliche Richtung; sie sollte
         Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Zu-                daher genauestens untersucht werden.
         sammenarbeit zwischen Paläoklimatologen und
         Erstellern von Klimamodellen bei gleichzeitiger
         Erhöhung der Leistung und Ausweitung des An-             Das Programm würde eine doppelte Struktur haben:
         wendungsbereichs der derzeitigen Bemühungen              i) eine durch die drei nachstehend beschriebenen
         im Bereich der Modellerstellung zu verstärken.           Forschungsbereiche definierte konzeptuelle       Struktur
                                                                  als Grundlage für die Beurteilung der Bedeutung
     ii) Angesichts der Bedeutung von Klimamodellen               von Forschungsvorhaben für das Programm; ii) ei-
         für die Vorhersage künftiger Bedingungen soll-           ne operationeile Struktur, die vor allem durch die
         ten erheblich größere Anstrengungen unternom-            Bedingung definiert wird, daß die Vorhaben mög-
         men werden, um unsere Kapazitäten für die                lichst kooperativer Natur sein sollten. Dabei geht
         Modellerstellung zu verbessern. In diesem Zu-            man davon aus, daß ein zweites Klimatolo-
         sammenhang wurde anerkannt, daß es wichtig               gieprogramm ausdrücklich auf Vorhaben basieren
         ist, nicht nur die bestehenden Modelle zu verbes-        sollte, an denen mehr als ein Mitgliedstaat beteiligt
         sern, sondern auch Ringvergleiche mit Modellen           ist.
         auf europäischer und weltweiter Ebene anzu-
         stellen.
         So wurde insbesondere anerkannt, daß es für          4. Die konzeptuelle Struktur des Programms
         die europäischen Wissenschaftler an der Zeit ist,
         die Möglichkeit einer jahreszeitlichen Prognose
         (drei bis sechs Monate) von Elementen des euro-         4.1. Forschungsbereich      1: Physikalische    Grundlage
         päischen Klimas zu untersuchen. Alle diese Be-          des Klimas
         mühungen sollen erprobte Konzepte liefern, die
         für richtungsweisende Entscheidungen und das
         Management von Ressourcen verwendet werden                      Das globale Klimasystem umfaßt die Atmo-
         könnten.                                                        sphäre, die Weltmeere, die Schnee- und Eismas-
                                                                         sen, die Landoberflächen und die Biosphäre.
         Damit wäre es möglich, Probleme, die sich aus                   Trotz der Komplexität des Systems ist es von
         möglichen Klimaänderungen oder -Schwankun-                      entscheidender Bedeutung, daß man seinen
 ---pagebreak--- Nr. C 301/40                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 25. 11. 85
          Mechanismus versteht. Vor allem mit Hilfe                    reszeitlichen (drei bis sechs Monate) Prognose
          neuer empirischer und theoretischer Konzepte,                europäischer Klimafaktoren. Diese Arbeiten
          die den Einsatz der Fernerkundung durch Satel-               sollten darauf abgestellt sein, Konzepte bereit-
          liten und die computergestützte mathematische                zustellen, die für grundsätzliche Entscheidun-
          Modellierung beinhalten, wurden bereits be-                  gen und das Management von Ressourcen ver-
          trächtliche Fortschritte in dieser Richtung er-              wendet werden können.
          zielt.
                                                                       Für diesen Forschungsbereich wird daher fol-
          Eine der Möglichkeiten, um einen Einblick zu                 gende Struktur vorgeschlagen:
          erhalten, wie der Mechanismus funktioniert,
          bestünde darin, zu verstehen, wie sich das Kli-              4.1.1. Frühere Klimabedingungen und Kli-
          ma in der Vergangenheit verändert hat. Unter-                         maänderungen
          suchungen früherer Klimaänderungen liefern
          wertvolle Informationen über die Wechselbe-                           Koordinierte Untersuchungen, an denen
          ziehungen zwischen Atmosphäre, Weltmeeren,                            Paläoklimatologen und Ersteller von
          Eismassen und Landoberflächen. Die Reaktion                           Klimamodellen mitwirken, oder Unter-
          des Klimasystems auf Belastungsfaktoren wie                           suchungen, die eine quantitative Bewer-
          Veränderungen in dem Bahnparametern der                               tung der in Modellen einsetzbaren pa-
          Erde könnte ebenfalls untersucht werden.                              läoklimatologischen Parameter anstre-
                                                                                ben, werden gefördert.
          Untersuchungen über die grundlegenden physi-                 4.1.2. Klimatologisch signifikante Prozesse
          kalischen und chemischen Vorgänge, die das                            Die Untersuchungen sollten darauf ab-
          Klima beeinflussen, sind ferner erforderlich,                         gestellt sein, die physikalische Formulie-
          um dieses zu verstehen und seine Entwicklung                          rung von Prozessen — zur Einbeziehung
          vorherzusagen. Untersuchungen über diese                              in möglichst vollständige 3D-Modelle
          Vorgänge sollten daher darauf abzielen, die                           — als Grundlage für Arbeiten in allen
          physikalische Formulierung und Parametrisie-                          drei Forschungsbereichen zu verbes-
          rung in Klimamodellen zu verbessern.                                  sern. Betroffen sind mit der Land-
                                                                                oberfläche verbundene Prozesse, ozea-
                                                                                nische Prozesse, biogeochemische Kreis-
          Die Erstellung von Modellen und Vorhersagen                           läufe, Wolken und damit zusammen-
          über Klimaänderungen sind, vor allem was Eu-                          hängende Strahlungsprozesse, Aeroso-
          ropa betrifft, immer dringender. Dies gilt vor                        le, die Beziehung Sonne/Erde und die
          allem seitdem man weiß, daß anthropogene                              Kryosphäre. Klimatologische Anwen-
          Aktivitäten solche Veränderungen bewirken                             dungen von Satellitendatenanalyse sind
          oder beschleunigen können. Es sollten daher                           in diesem Programmpunkt enthalten.
          Modelle entwickelt und eingesetzt werden, um
          genaue Prognosen sowohl natürlicher als auch
          unbeabsichtigter Klimaänderungen zu liefern,                 4.1.3. Modellierung und Vorhersage euro-
          indem möglichst viele Systemkomponenten                               päischer Klimabedingungen innerhalb
          und Rückkopplungsprozesse in realistischer                            eines globalen Rahmens
          Weise einbezogen werden.                                              Klimaschwankungen zwischen aufein-
                                                                                anderfolgenden Jahren sowie „Telecon-
                                                                                nections" werden vorrangig behandelt.
           Ein Teil der Anstrengungen sollte sich mit Un-                       Untersuchungen modellhafter Ring-
           tersuchungen über die Klimaschwankungen                              vergleiche sollen unterstützt werden.
           zwischen aufeinanderfolgenden Jahren und mit
           „Teleconnections" (x) befassen. Das durch die-              4.1.4. Prognose europäischer Klimaprozesse
           se Art von Untersuchungen erzielte Verständnis
           wird ein notwendiges Fundament für die                               Untersuchungen über die Durchführ-
           langfristige Simulierung und Vohersage des eu-                       barkeit der jahreszeitlichen Prognose
           ropäischen Klimas über längere Zeiträume und                         (drei bis sechs Monate) europäischer
           für Untersuchungen über die Sensibilität des                         Klimaelemente sollen gefördert werden.
           Klimas sein.
           Ein wichtiges Ziel ist die Entwicklung von Mo-
           dellen für die Klimasimulation und -prognose,          4.2. Forschungsbereich 11: Klimaempfindlichkeit
           die in der Lage sind, Vorhersagen für das euro-
           päische Klima zu machen. Untersucht werden
           sollte insbesondere die Möglichkeit einer jah-              Das Leben auf der Erde hängt in entscheiden-
                                                                       dem Maße von Klimafaktoren wie Nieder-
                                                                        schlag, Temperatur und Sonnenlicht ab, die mit
(!) Die räumlichen Kohärenzen, die klimatische Anomalien an             unseren grundlegenden Ressourcen — Boden,
    verschiedenen Orten steuern. Diese Anomalien sind daher             Luft, Wasser und Biomasse — in Wechselbezie-
    nicht willkürlich verteilt.                                         hung stehen.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 301/41
         Für die Untersuchung der langfristigen Sensibi-                        eine Klimaänderung verwendet werden
         lität des Klimas müssen Änderungen in all die-                         könnten. Verbesserung von Verfahren
         sen Klimafaktoren in Betracht gezogen werden.                          zum Nachweis des Signal-Rausch-Ver-
         Die Schwankungen des atmosphärischen Kli-                              hältnisses).
         mas können über Jahre und Jahrzehnte hinweg
         nur dann vollauf verstanden werden, wenn die
         gekoppelte Dynamik von Weltmeeren und Glo-              4.3. Forschungsbereich III: Auswirkungen           des
         balatmosphäre und deren Wechselbeziehungen                   Klimas
         mit terrestrischen Ökosystemen angemessen
         beschrieben wird. *                                           Im Forschungsbereich II war festgestellt wor-
                                                                       den, daß das Leben auf der Erde in entscheiden-
         Es besteht kein Zweifel daran, daß sich durch                 dem Maße vom Klima abhängt. Deshalb müs-
         die Zunahme des Kohlendioxids in der Atmo-                    sen Untersuchungen über die langfristige Sensi-
         sphäre und die mögliche Reaktion des Klimas                   bilität des Klimas gegenüber verschiedenen ex-
         der Erde auf diesen Anstieg die bedeutendsten                 ternen Faktoren in Betracht gezogen werden,
         Probleme in bezug auf das Klima ergeben. Eine                 die Veränderungen in den wichtigen klima-
         angemessene Forschungsstrategie sollte auch                   tischen Parametern implizieren.
         die Untersuchung der Strahlungswirkungen an-
         derer potentiell aktiver Spurengase (zum Bei-                 Die Auswirkungen, die diese Veränderungen
         spiel H 2 0 , CH 4 , 0 3 ) und Aerosole umfassen              auf so lebenswichtige Ressourcen wie Boden,
         und auch Aspekte des globalen Koh-                            Wasser und Vegetation haben könnten, verdie-
         lenstoffkreislaufs sowie Veränderungen in Fak-                nen im Gegenteil unsere volle Aufmerksamkeit,
         toren der Landoberflächen gebührend berück-                   um die erforderlichen Vorbereitungen für jede
         sichtigen. Darüber hinaus sollten die für die                 Änderung zu treffen, die das Klima für uns
         obengenannten signifikanten klimatologischen                  bereithalten kann.
         Prozesse (3.1.2) belangreichen Daten kontinu-
         ierlich bewertet und mit den Sensibilitätsunter-              Der Ernst des Problems ist leicht zu begreifen,
         suchungen von Modellen verglichen werden.                     wenn man davon ausgeht, daß beispielsweise
                                                                       der Wasserkreislauf ein entscheidender Be-
        Auf diese Weise ist ein ausgewogenes Konzept                   standteil des Klimamechanismus ist und daß
         auf der Grundlage von Untersuchungen über                     jede Störung des Wasserkreislaufs unsere einzi-
        die Erstellung von Modellen, Überwachung                      ge Quelle des Frischwassers und damit die Was-
         und Diagnose zu entwickeln, um den Weg für                    serressourcen und die Landwirtschaft ganzer
        eine frühzeitige und zuverlässige Erkennung                   Regionen tangieren würde. Solche Störungen
        von Klimaänderung zu bereiten.                                wären für Europa mit seinen südlich gelegenen
                                                                      semi-ariden Ländern, in denen das Klima schon
        In diesem Zusammenhang sollte Untersuchun-                    jetzt ein Problem ist, vom großer Bedeutung.
        gen, die sich mit den möglichen Auswirkungen
        menschlicher Eingriffe — vor allem auf die                    Drei zeitliche und räumliche Skalen sind in
        europäischen Klimabedingungen — befassen,                     diesem Zusammenhang in Betracht zu ziehen:
        der Vorrang eingeräumt werden. Folgende
        Punkte werden für diesen Forschungsbereich                    1. Langfristige Änderungen: die Reaktion auf
        als notwendig angesehen.                                           globale langfristige Klimaänderungen, wie
                                                                           sie sich aus natürlichen oder durch Eingriffe
                                                                           des Menschen bewirkte Faktoren (CGyAk-
        4.2.1. Änderungen in der Zusammensetzung                           kumulation, Energiepolitik, Entwarnung
                 der Atmosphäre                                            usw.) ergeben.
                   i) Klimatische Auswirkungen einer
                                                                      2. Mittelfristige Schwankungen: regionale
                      höheren C02-Konzentration;
                                                                           Reaktionen auf mittelfristige Klimavorgän-
                  ii) Aspekte des globalen Kohlen-                         ge wie z.B. Dürren oder strenge Kälte —
                      stoffkreislaufs, die für die Klima-                  oder Hitzeperioden.
                      vorhersage von Bedeutung sind;
                                                                      3. Kurzfristige Vorgänge: Reaktionen auf
                 iii) Klimatische Auswirkungen sonsti-                     extreme Phänomene, wie schwere Stürme
                      ger Spurengase und Teilchen.                         und Überschwemmungen, die sich nicht be-
                                                                           sonders häufig ereignen, aber eine große
        4.2.2. Klimatische Auswirkungen von Verän-                         Intensität erreichen.
                 derungen in den Eigenschaften der
                 Landoberfläche                                       Die in diesem Bereich durchgeführten For-
                                                                      schungsarbeiten sollten demzufolge als Aus-
        4.2.3. Frühzeitige Erkennung einer Klimaän-                   gangspunkt für grundsätzliche Entscheidungen
                 derung                                               und Strategien im Hinblick auf die allgemeine
                                                                      Vorbereitung auf die erwähnten Veränderun-
                 (Identifikation und Untersuchung von                 gen, Schwankungen und Gefahren verwendet
                 Parametern, die als Frühindikatoren für              werden.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/42                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                25. 11. 85
        Die Bemühungen um die Entwicklung einer                            mehr als einem Mitgliedstaat der EG gehö-
        geeigneten Methodologie zur Bewertung der                          ren, ohne jedoch auszuschließen, daß einige
        Auswirkungen des Klimas sollten daher fortge-                      zum gleichen Mitgliedstaat gehören
        setzt werden.                                                      können.
        Im Hinblick auf die Erreichung dieser Ziele                    ii) Die Forschungsverträge sollten spezielle
        sollten sich die Forschungsarbeiten im Rahmen                      Vorschriften zur Stimulierung des europäi-
        dieses Bereichs mit den Auswirkungen von Ver-                      schen Wissenschaftspotentials durch ver-
        änderungen des Klimasystems oder eines seiner                      schiedene Mittel enthalten: a) Austausch
        Bestandteile auf die europäischen Land- und                        von Forschern zwischen Institutionen, die
        Wasserressourcen sowie die Nahrungsmit-                            im Rahmen des gleichen Vorhabens zusam-
        telproduktion befassen. Der Vorrang würde                          menarbeiten; b) Mitwirkung an Vorhaben
        Untersuchungen eingeräumt, die sich auf gut                        von Wissenschaftlern, die zu Forschungs-
        dokumentierte Auswirkungen in der Vergan-                          institutionen gehören, welche im Rahmen
        genheit und die Reaktion auf die Zunahme der                       des Forschungsprogramms Klimatologie
        C 0 2 stützen.                                                     der KEG keine Mittel erhalten, aber im
                                                                           Rahmen der vorstehend beschriebenen
                                                                           Koordinierimgsaktion als zuverlässig be-
        In diesem Bereich sollten folgende For-                            trachtet werden; c) Aus- und Fortbildung
        schungspunkte in Betracht gezogen werden:                          von Fächern vor und nach dem Hochschul-
                                                                           abschluß.
        4.3.1. Auswirkungen von Klimaänderungen
                 oder -Variabilität auf Landressourcen
                 einschließlich Boden und Ökosystemen                 iii) Die Vertragsforschung sollte dazu genutzt
                 mit spezieller Beachtung von Ver-                         werden, laufende Forschungsaktivitäten
                 wüstungsproblemen.                                        mit Mitgliedstaaten zu koordinieren, die
                                                                        - das Erreichen einer engen Zusammenarbeit
        4.3.2. Auswirkungen von Klimaänderungen                            auch zwischen Forschungsinstitutionen zu-
                 oder -Variabilität auf europäische Was-                   lassen, die keine Mittel aus dem Programm
                 serressourcen einschließlich der Ent-                     erhalten.
                 wicklung klimagestützter Modelle für
                 deren Bewertung und Prognose.                        iv) Mit Unterstützung des Beratenden Verwal-
                                                                           tungs- und Koordinierungsausschusses soll-
        4.3.3. Reaktion der europäischen Vegetation                        ten folgende Aktivitäten durchgeführt
                 auf eine Zunahme des atmosphärischen                      werden:
                 C 0 2 im Rahmen einer Klimaänderung.
                                                                           a) fachübergreifende Sachverständigensit-
        4.3.4. Auswirkungen von Klimaänderungen                                zungen, auf denen spezifische Probleme
                                                                               von besonderer Bedeutung geprüft und
                 oder -Variabilität auf die Meeresschätze
                                                                               erörtert werden sollen;
                 und den Fischfang.
                                                                           b) Lehrgänge über ausgewählte klimatolo-
        4.3.5. Anwendung der Kenntnisse über das                               gische oder klimabezogene Probleme,
                 Klima auf ein besseres Management                             die turnusmäßig in verschiedenen an
                 von Land- und Wasserressourcen.                               dem Programm beteiligten Forschungs-
                                                                               organisationen abgehalten werden
        4.3.6. Ursachen, Mechanismen und Auswir-                               sollten;
                 kungen klimatologischer Anomalien
                 und extremer oder abrupter Vorkomm-                       c) Veröffentlichung einer Reihe von Be-
                 nisse mit dem Ziel einer Verringerung                         richten, die sich mit wichtigen klimabe-
                 von Personen- und Sachschäden.                                zogenen Problemen befassen, vor allem
                                                                               als Ergebnis von a) und b).
                                                                 5.2. Verwaltung und Finanzierung des Programms
5. Die operationelle Struktur des Programms
                                                                      Das Programm wird von den Dienststellen der
   5.1. Durchführung                                                  Kommission mit Unterstützung des Beratenden
                                                                      Verwaltungs- und Koordinierungsausschusses
                                                                      Umwelt und Klimatologie abgewickelt.
        Das Programm wird im Rahmen einer indirek-
        ten Kostenteilungsaktion mit privaten und öf-                 Die Verteilung der Mittel zwischen verschiede-
        fentlichen Forschungsinstitutionen in den Mit-                nen Forschungsbereichen soll durch die Kom-
        gliedstaaten durchgeführt.                                    mission in Absprache mit dem Beratenden Ver-
                                                                      waltungs- und Koordinierungsausschuß vorge-
          i) Die für eine Finanzierung in Frage kom-                  nommen werden. Ein geringer Teil von ca. 5 %
             menden Foschungsvorhaben sollten auf ei-                 der Haushaltsmittel sollte für obengenannte
             ner Koordinierung zwischen verschiedenen                 Koordination, Aus- und Fortbildungsaktivitä-
             Forschungsinstitutionen basieren, die zu                 ten verwendet werden.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr. C 301/43
         In Anbetracht des grenzüberschreitenden Cha-                         — die Hinzunahme der Ausbildungsaktivitä-
         rakters der Klimaprobleme werden Vorkehrun-                               ten, die bisher aus anderem Budget finan-
         gen getroffen^ um den COST-Ländern eine                                   ziert wurden,
         Teilnahme an dem Forschungsprogramm zu                               — die Notwendigkeit, unsere Modellierungs-
         ermöglichen.                                                              fähigkeit durch Modellerweiterung und
                                                                                   -ringvergleich zu verbessern,
         Für die gesamte fünfjährige Laufzeit (1986-
         1990) sind finanzielle Mittel in Höhe von 25                         — den geplanten Versuch der Vorhersage vom
         Millionen ECU und ein Personalbestand von                                 europäischen Klima auf jahreszeitliche Ska-
         sechs Bediensteten notwendig.                                             la (drei bis sechs Monate),
                                                                              — die Analyse und Anwendung von Satelliten-
                                                                                   daten,
         Diese Mittel und das Personal repräsentieren
         eine Zunahme gegenüber dem ersten Pi-                                — die Verstärkung der Forschungsaktivitäten
         lotprogramm. Eine solche Zunahme ist ge-                                  in dem Bereich des klimatischen Effekts
         rechtfertigt durch:                                                       einer C0 2 -Zunahme und die resultierenden
                                                                                   Auswirkungen über Land- und Wasserres-
         — die Erweiterung der Gemeinschaft ab 1986,                               sourcen.
                                                             ANHANG
                                                        STELLUNGNAHME
            ausgedrückt durch den Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß (BVKA) Umwelt und Klima-
                    tologie zum Programmvorschlag für ein FuE-Programm des Bereiches Klimatologie (1986-1990)
             1. Der BVKA diskutierte den Vorschlagsentwurf für eine Ratsentscheidung über ein Forschungs- und
                 Entwicklungsprogramm auf dem Gebiet der Klimatologie. Bei der Formulierung dieser Stellungnahme
                 wurde die Tatsache in Betracht gezogen, daß der Inhalt in enger Zusammenarbeit mit dem BPA
                 Klimatologie entworfen wurde. Dieser Ausschuß (BPA) wurde zwecks Beratung der Kommission bei der
                 Ausführung des ersten Forschungsprogramms Klimatologie (1981—1985) eingerichtet.
             2. Gemäß nachstehender Bemerkungen wird der Programmvorschlag aufgrund der Bedeutung des Klimas
                 und seiner möglichen Veränderungen durch menschliche Aktivitäten und seines übernationalen Charak-
                 ters von dem BVKA gutgeheißen, wozu er aufgrund erfolgreicher Ergebnisse des ersten Programms im
                 Hinblick auf wissenschaftliche Resultate sowie Entwicklung der europäischen Zusammenarbeit ermutigt
                 wurde.
            Zielsetzungen
             3. Der BVKA bekräftigt die Absichten und Ziele des vorgeschlagenen Programms, das erarbeitet wurde,
                 die Umweltpolitik der Gemeinschaften und im besonderen ihre Aktionsprogramme auf dem Gebiet der
                 Umwelt durch FuE-Maßnahmen zu fördern.
             4. Der Ausschuß ist ebenso der Meinung, daß das vorgeschlagene Programm zu einer Anzahl der wissen-
                 schaftlichen und technischen Zielsetzungen der Gemeinschaften beiträgt, die im Rahmenprogramm
                 insbesondere bezüglich der „Verbesserung von Sicherheit und Schutz der Gesundheit" und dem „Schutz
                 der Umwelt und der Vorbeugung von Risiken" definiert sind. Der Ausschuß begrüßt es, daß relevante
                 Forschungserfordernisse des Agrarbereichs berücksichtigt und mit dem Agrarforschungsprogramm koor-
                 diniert werden sollen.
            Wissenschaftlicher Inhalt
             5. Der Ausschuß stimmt mit dem wissenschaftlichen Inhalt des vorgeschlagenen Programms überein. Dieser
                 spiegelt die in der gesamten Gemeinschaft bestehende Sorge über Umweltprobleme wider, etwa solche,
                 wie sie durch Zunahme des atmosphärischen C 0 2 aufgeworfen worden sind. Die Klimaforschung kann
                 in wirkungsvoller Weise zu der Lösung solcher Probleme beitragen. Die Reichweite des vorgeschlagenen
                 Programms stimmt großenteils mit den Zielen des Rahmenprogramms überein.
                 Um diese Ziele zu erreichen, begrüßt der BVKA die Erweiterung des derzeitigen Programms. Im
                 besonderen das Folgende:
                   i) die engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen des Programms (z.B. Paläoklimatologie
                      und Klimamodellierung) sowie zwischen Gruppen verschiedener Mitgliedstaaten;
 ---pagebreak--- Nr. C 301/44                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     25. 11. 85
                 ii) die Anwendung moderner Techniken (Satellitendatenanalyse, gegenseitiger Modellvergleich, Versuch
                     der Vorhersage des europäischen Klimas auf jahreszeitlicher Basis);
                iii) die Anwendung der Klimadaten für die Vorhersage und Verhinderung von Klima-Extremitäten und
                     plötzlicher Ereignisse);
                iv) die Studie der Verwüstungsprozesse in europäischen Ländern und der klimainduzierten Naturka-
                     tastrophen.
               Der Ausschuß ist der Meinung, daß die Verteilung der Mittel zwischen verschiedenen Forschungsberei-
               chen durch die Kommission in Absprache mit ihm vorgenommen werden soll.
            6. Der Ausschuß ist sich bewußt, daß die Unterschiede bezüglich der wissenschaftlichen, technischen und
                wirtschaftlichen Kapazitäten und Erfordernisse innerhalb der Gemeinschaft in Betracht gezogen werden
                sollten.
            7. Der BVKA unterstützt die Weiterentwicklung vorrausschauender und vorbeugender Umweltpolitiken
                und vertritt die Ansicht, daß FuE-Aktivitäten auf EG-Ebene auf dem Gebiet der Klimatologie eine
                Grundlage hierzu bieten sollten.
           Ausführung des Programms
            8. Der Ausschuß bekräftigt die vorgeschlagenen Wege zur Programmausführung, insbesondere, daß die
                Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Instituten der Mitgliedstaaten durch gemeinsame Projekte,
                Austausch der Forscher und durch wissenschaftliche Tagungen verstärkt werden soll.
            9. Der Ausschuß ist der Meinung, daß Ausbildungsaktivitäten, wann immer möglich, gefördert werden
                sollten. Ferner schlägt er vor, daß das Berichten über die Ergebnisse verbessert werden soll.
           Mittel und Personal
           10. Der Vorschlag stellt ein realistisches Programm der EG-Klimaforschung dar, wobei die entsprechenden
               Erfordernisse und Möglichkeiten berücksichtigt worden sind.
                Der BVKA erkennt die Notwendigkeit der Bereitstellung von Finanzmitteln und Personal in angemessener
                Höhe an. Er ist sich bewußt, daß dies eine reale Zunahme der Mittel gegenüber dem ersten Klimatologie-
                Programm erfordert. Die britische Delegation kann zu dem letztgenannten Punkt keine Stellung nehmen.
                Die deutsche Delegation hält das Programm für notwendig und unverzichtbar, kann aber zu den
                finanziellen Fragen keine Stellung nehmen.
                                                                           i
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 301/45
                                                              TEIL III
              Vorschlag für ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm auf dem Gebiet größerer technolo-
                gischer Risiken als Teil des Forschungsaktionsprogramms 1986—1990 über Umweltschutz
I. EINLEITUNG                                                             des Konzept des gleichen Risikos. Statistisch gese-
                                                                          hen entstehen die Gefahren für die Öffentlichkeit
                                                                          insgesamt in erster Linie aus großen Mengen leicht
1.1. Dieses Dokument umreißt die Begründung und den                       entzündlicher und toxischer Stoffe, und vor allem
      Inhalt eines Forschungsprogramms über größere                       durch deren Transport und Lagerung. Typische
      technologische Risiken (l) auf der Basis der Kosten-                Gefahrenzonen liegen im Bereich von einigen km.
      teilung, das im Zeitraum von 1986—1990 als Teil
      des Forschungsaktionsprogramms über Umwelt-
      schutz durchgeführt werden soll.                               1,3. Eine Reihe anderer, mitunter vergleichbarer oder
                                                                          umfangreicherer Fragen wird hier aus Gründen der
      Dieses Kostenteilungsprogramm gibt nicht vor, das                   Konsequenz der vorgeschlagenen Arbeiten oder
      gesamte Spektrum industrieller Risiken oder der                     weil sie eigenen Kontrollformen unterliegen, nicht
      Forschungstätigkeiten über die Verhütung von                        behandelt. Zum Beispiel:
      Verlusten zu erfassen. Vielmehr wird die Aufmerk-
      samkeit auf Kategorien vergleichsweise seltener,                    — natürliche/ökologische Unglücke; Kernenergie;
      aber äußerst signifikanter Unfälle (was den Verlust                     Bergbautätigkeiten;
      von Leben, materielle Schäden oder Umweltschä-
      den anbelangt) konzentriert, die bei verschiedenen                  — hochverdichtete Explosivstoffe für militärische
      transport-, energieabhängigen oder bei Prozeßtä-                        Zwecke;
      tigkeiten auftreten können. Ein ähnliches Konzept
      gibt es in den Mitgliedstaaten, in denen schon                      — Personenverkehr;
      geeignete Gremien bestehen, die sich insbesondere
      mit der Frage der größeren Risiken befassen.                        — bis zu einem gewissen Maße eine Reihe von
                                                                              Industrievorfällen geringerer Wirkung bzw. die
                                                                              nicht bis zu größeren Proportionen eskalieren
1.2. Größere Risiken sind meist chemischen und petro-                         können.
      chemischen Ursprungs und hängen z.B. zusammen
      mit:
                                                                          Für die letztere Kategorie fallen jedoch häufig
                                                                          Kenntnisse und Methodologien aus den vorge-
      — großen Mengen leicht entzündlicher/explosiver
                                                                          schlagenen Forschungsarbeiten über größere Risi-
          Stoffe, insbesondere gewöhnliche Kohlenwas-
                                                                          ken an, so daß nicht immer eine strenge Grenzlinie
          serstoffe und Derivate;
                                                                          gezogen werden sollte. Ebenso könnten auch einige
                                                                          auf anderen Forschungsgebieten entwickelte Me-
      — großen Mengen unstabiler oder sehr reaktiver
                                                                          thodologien (nukleare Sicherheit, Ausbreitung von
          Stoffe (einige Nitrate, flüssiger Wasserstoff und
                                                                          Schadstoffen in der Atmosphäre, Toxikologie
          Sauerstoff);                                                    usw.) durchaus von Nutzen sein, ebenso wie mit-
                                                                          unter fachübergreifende Studien notwendig sind.
      — großen Mengen gewöhnlicher toxischer Che-
          mikalien, die in Prozeßindustrien verbraucht
          werden oder vorkommen (Chlor, Ammoniak                     1.4. Ein zweiter Leitgrunddsatz beschränkt jedoch die
          und viele unbedeutendere Stoffe);                               Zahl und Art der Forschungsbereiche, die mit Er-
                                                                          folg im Rahmen eines Kostenteilungsschemas be-
      — kleinen Mengen sehr toxischer und chemisch                        handelt werden können. Forschungsarbeiten auf
          unveränderlicher Chemikalien.                                   der Basis der Kostenteilung bestehen aus sektora-
                                                                          len Gruppierungen einer jeweils finiten Anzahl von
      In diesem Sinne wurde die EG-Richtlinie des Ra-                     Vorhaben, einer Zusammenlegung von Know-
      tes^) „über die Gefahren schwerer Unfälle bei                       how, (häufig vorhandenen) Einrichtungen und
      bestimmten Industrietätigkeiten" konzipiert, in de-                 schließlich Ergebnissen. Die nachstehend vorge-
      ren Anhängen Prozeßtätigkeiten und vor allem                        schlagenen Bereiche für Kostenteilungsarbeiten
      Stoffe aufgeführt sind, mit entsprechenden Höchst-                  konzentrieren sich auf gut definierte Probleme und
      mengen, auf die sich die Auflagen beziehen. Solche                  Situationen und demzufolge potentielle Vorhaben.
      Schwellenwerte erstrecken sich auf ein annähern-
                                                                          Diese Vorhaben erstrecken sich im allgemeinen auf
    Der Begriff „industrielles Risiko" wird z.B. auch mit Bezug           weitgehend experimentelle Arbeiten, physikalische
    auf bestimmte Tätigkeiten der Gemeinsamen Forschungsstelle            Modelle oder technische Arbeiten und erfordern
    verwendet, doch hat er dort eine umfassendere Bedeutung.              häufig komplizierte und kostspielige experimentel-
    ABl. Nr. L 230 vom 5. 8. 1982, S. 1, nachstehend als „die             le Validationen oder Simulationen, die eine Zu-
    Richtlinie" bezeichnet.                                               sammenlegung der Ressourcen und Ergebnisse auf
 ---pagebreak--- Nr. C 301/46                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         25. 11. 85
        EG-Ebene rechtfertigen. Andere behandeln ge-                 dert hinein eine ausführliche Liste von Fall-
        meinsame Probleme des Risikomanagement und                   geschichten genannt werden, die sich (in abneh-
        der Risiko-Akzeptanz. Alle sind für gemeinsame               mender Reihenfolge) auf Transport-, Lagerungs-
        Unternehmungen, Zusammenarbeit der Forscher                  und Fertigungsanlagenunglücke beziehen.
        und sorgfältigen Austausch neuester wissenschaft-
        licher und Verwaltungsinformation innerhalb der              Es ist eine Tatsache, daß sich die Industrie prak-
        Gemeinschaft gut geeignet.                                   tisch täglich um Betriebssicherheit und die Kon-
                                                                     trolle und Eingrenzung von Unfällen bemüht; es
                                                                     sollte auf keinen Fall behauptet werden, daß es
 1.5. Der vorliegende Vorschlag für ein Forschungspro-
                                                                     sich hier um gewissenlose Praktiken handelt. Das
       gramm auf der Basis der Kostenteilung behandelt
                                                                     Problem liegt vielmehr in der Allgegenwart des
        in diesem Stadium eine begrenzte Gruppe hoch
        signifikanter Fragen. Andere einschlägige Aspekte            chemisch-petrochemischen Risikos und seiner hi-
        werden bereits in dem'laufenden Forschungspro-               storisch bedingten Nähe zu bevölkerten Gebieten
       gramm der direkten Aktion über „industrielle Risi-            und Transportverbindungen, die die Unfallfolgen
       ken" der Gemeinsamen Forschungsstelle berück-                 potentiell noch vergrößern.
        sichtigt bzw. bei Arbeiten anderer Generaldirektio-
        nen der Kommission und auch in konzertierten/         11.2. Zweifellos könnte und kann die derzeitige Stan-
       katalytischen Aktionen, wie nachstehend deutlich              dort-oder Transportsituation nicht innerhalb sehr
       wird. Es sollte nämlich betont werden, daß die                kurzer Zeit verbessert werden, während die poten-
       Verhütung von Verlusten und die Förderung der                 tiellen Probleme zusammen mit der „Größe" der
       Sicherheit ein sehr umfassendes Gebiet ist und eine           Transportmittel, der Lager und Anlagen und der
       Reihe von Konzepten erfordert.                                enormen Diversifizierung der Derivate zugenom-
                                                                     men haben. Verbesserungen sind jedoch ständig an
       Diese Konzepte bilden ein kohärentes Ganzes, und              verschiedenen Fronten möglich:
       dieser Vorschlag auf der Basis der Kostenteilung
       sollte nicht getrennt betrachtet werden: Er stellt            — Verhütung durch geeignete Auslegung, War-
       nämlich nur eine Komponente eines umfassende-                      tung, Wahl alternativer Prozesse, Transportre-
       ren Gesamtkonzepts der Gemeinschaft zur Frage                      gelungen usw.,
       größerer Risiken dar. Gemeinsame Leitlinien erge-             — Eingrenzung durch geeignete eingebaute Ge-
       ben sich aus:                                                      genmaßnahmen und Eventualfall- bzw.
                                                                          Notstandsplanung,
       — den Optionen und Zielen des Rahmenpro-
            gramms;                                                  — Sicherheitsprüfung und geeignete Standorte
                                                                          und Überwachung von Anlagen und Endge-
       — den Auflagen der Richtlinie;                                     räten.
       — der Integration von Forschungstätigkeiten in
            einem      einzigen      Forschungsaktionspro-           Diese erfordern wiederum begründete Kenntnisse
            gramm (*) über Umweltschutz, bzw. den Sektor             über geeignete Bewertungen und Vorhersagen je-
            größere Risiken/industrielle Risiken.                    des größeren Schadenspotentials und dementspre-
                                                                     chend etwaige Entscheidungen.
       Letzterer ist hier von besonderer Bedeutung, da er
       eine optimale Verteilung der Anstrengungen und         11.3. Man kann nur die enorme Komplexität und die
       Ressourcen auf die verschiedenen Tätigkeitsberei-             vielfältigen Aspekte der meisten hier behandelten
       che zuläßt, unter Berücksichtigung der besten vor-            Phänomene und demzufolge den rudimentären
       handenen Kompetenzen und bei gleichzeitiger                   Stand der meisten gegenwärtigen Kenntnisse beto-
       Wahrung des Nutzens der Integration. Daher wird               nen. Diese Komplexität ist konkret und materiell
       auch zwangsläufig nachstehend häufig (z.B. unter              und nicht einfach auf die offensichtliche Vielfalt
       C: Bewertung und Management von Risiken) auf                  von Unfallumständen und -entwicklung (*) zurück-
       gegenwärtig in der GFS und anderwärtig behandel-              zuführen, die entsprechend berücksichtigt werden
       te Themen verwiesen.                                          müssen. Ein Grund dafür liegt darin, daß die
                                                                     zugrundeliegenden Prozesse häufig durch offen-
                                                                     sichtlich unbedeutendere und mit beträchtlicher
II. BEGRÜNDUNG                                                       „Veränderlichkeit" belastete Faktoren stark beein-
                                                                     flußt werden können.
II. 1. Mehrere Katastrophen in der letzten Zeit (Cuba-
       tao, Mexiko City, Bhopal) haben erneut das Risi-              Eine Reihe von Forschungsarbeiten wurde mitun-
       kopotential von großen Mengen von Kraftstoffen                ter über viele Jahre hin einigen dieser Probleme
       und Chemikalien deutlich gemacht. Das Problem                 gewidmet. In letzterer Zeit wird einigen nachste-
       ist nicht neu, und es könnte bis ins letzte Jahrhun-          hend unter Sektor A vorgeschlagenen Bereichen
(J) Die Abkürzungen FAP (für Forschungsaktionsprogramm) und
    GFS (für Gemeinsame Forschungsstelle) werden nachstehend   (*) Sprichwörtlich ist jeder Unfall ein einzigartiges Ereignis (wenn
    wiederholt benutzt.                                            auch mit Muster).
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 301/47
        mehr Aufmerksamkeit beigemessen, wobei Fort-                  table Sicherheitsphilosophie würde fühlbare Er-
        schritte im einzelnen erzielt wurden (d.h. mit Bezug          gebnisse für die Auslegung und den Betrieb gefähr-
        auf spezifische Aspekte oder experimentelle Bedin-            licher Anlagen mit sich bringen.
        gungen), aber die Kenntnisse bleiben häufig noch
        zu fragmentarisch für qualifizierte Gesamtvorher-
        sagen. Ähnlich würde das „Lernen aus Präzedenz-         11.6. Die quantitative Bewertung einzelner gefährlicher
        fällen" nur begrenzt helfen: die Anzahl der re-               Objekte läßt sich jedoch nicht völlig von ihrem
        gistrierten und auch ausreichend dokumentierten               menschlichen und geographischen Kontext, noch
        größeren Unfälle ist gering, die Vielfalt denkbarer           von der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit vor-
        Unfälle jedoch endlos.                                        hergesagter Ereignisse trennen. Daher werden auch
                                                                      beträchtliche Forschungsanstrengungen auf fol-
                                                                      gende Themen gerichtet:
 11.4. Die Formulierung und Durchführung der Richtli-                 — die menschlichen Aspekte im allgemeinen, sei
        nie, ihre Aufnahme in die einzelstaatlichen Rechts-               es nun Anlagen- oder Speditionspersonal oder
        vorschriften, wird jetzt zu einer systematischen                  die Öffentlichkeit insgesamt;
        Sicherheitsbewertung einer großen Zähl sogenann-
        ter „möglicherweise gefährlicher industrieller Ob-            — globale Standort- und Transportfragen;
        jekte" (trotz einschlägiger Größenordnung) füh-
        ren. Dies gilt sowohl für feste Anlagen (Fertigungs-          — Wahrscheinlichkeitskonzepte.
        anlagen, Lagerhäuser, Umschlagsplätze) als auch
        für mobile Teile (Eisenbahn- und Straßentankwa-               In diesem Zusammenhang werden häufig weiter-
        gen, Tankschiffe), doch sind die Vorhersage- und              reichende Probleme angesprochen, die Schnittstel-
        Bewertungsmethodologien im Grunde die gleichen.               len mit politischen oder verwaltungstechnischen
                                                                      Problemen sowie mit einer Reihe von Ergebnissen
                                                                      bilden. Einige herausragende Fragen sind nachste-
        Künftige Bewertungen werden daher bessere be-                 hend unter Sektor C aufgeführt, doch ist die Liste
       gründete Methodologien und Datenbasen erfor-                   nicht erschöpfend. Es ist festzustellen, daß einige
       dern, und ein gemeinsames Konzept der Risikoana-               auch zu den Programmthemen der GFS „In-
       lyse nach den gemeinsamen Auflagen der Richtlinie              dustrielle Risiken" gehören und daß die Arbeiten
       ist erwünscht. Unter diesem Titel strebt die For-              in das FAP Umweltschutz aufgenommen werden.
       schung hauptsächlich ein besseres praktisches Ver-
       ständnis, Modelle und Simulation in determi-
       nistischer Weise an, und das Konzept der Kosten-
                                                                11.7. Einige weiterreichende Probleme sind jedoch nicht
       teilung ist hervorragend geeignet, schon wegen der
                                                                      auf den Inhalt (oder Sinn) eines gegebenen Sektors
       in den Mitgliedstaaten vorhandenen Fachkenntnis-
                                                                      zu beschränken und erfordern ein integriertes Kon-
       se und Einrichtungen und der Kosten und Kom-
                                                                      zept, das möglicherweise alle drei Themen
       plexität solcher Forschungsarbeiten. Die unter Sek-
                                                                      überspannt. Sektorübergreifende Studien über eini-
       tor A genannten Bereiche illustrieren ihre wichtig-
                                                                      ge einschlägige Themen, die zu Beginn des Pro-
       sten Aspekte und Fragen.
                                                                      gramms in Angriff genommen werden müssen,
                                                                      werden ihre wechselseitige Abhängigkeit aufzei-
                                                                      gen. Sie sollten die Forschungsoptionen und die
                                                                      Auswahl prioritärer Themen auf den Sektoren B
II.5. Die Bewertung gefährlicher Anlagen und Tanker                   und C bestimmen.
       führt ganz natürlich zu der Suche nach einer Ver-
       besserung oder einem Ersatz von Prozessen, Tech-
       nologien und eingebauten Einrichtungen. Solche           II.8. Ein Gemeinschaftskonzept für die Frage der größe-
       technologischen Forschungsarbeiten, die nachste-               ren Risiken wird aus mehreren wichtigen Gründen
       hend unter Sektor B dargestellt sind, eignen sich              sehr befürwortet:
       aus Gründen der industriellen Vertraulichkeit nicht
       immer für ein Gemeinschaftskonzept. Aspekte von                — Die Probleme sind beträchtlich und äußerst
      gemeinsamem Interesse sowie Sicherheitsverbesse-                    vielfältig, werden aber vom gesamten europäi-
       rungen können jedoch selbstverständlich auf der                    schen chemischen/petrochemischen Sektor ge-
      Basis der Kostenteilung zusammen mit der Indu-                      teilt. Häufig weisen auch die Fragen der indu-
      strie im allgemeinen behandelt werden.                              striellen Sicherheit grenzübergreifende Aspekte
                                                                          auf (z.B. mit Bezug auf die Ausfuhr von Anla-
                                                                          gen und Prozessen oder den Transport gefährli-
       Ein weiterer, nicht sofort offensichtlicher Vorteil                cher Stoffe), von denen einige unter die größe-
       kann darin liegen, daß die Bedingungen für die auf                 ren Risiken fallen und ein konzertiertes Kon-
       die unzulänglichen Kenntnisse zurückzuführende,                    zept verdienen.
       aus Sicherheitsgründen übertrieben konservative
       Auslegung der Anlagen oder eingebauten Geräte                  — Die erforderlichen Forschungsarbeiten sind da-
       abgemildert werden. Solche überkonservativen Lö-                   her entsprechend unterschiedlich und können
       sungsansätze sind nicht nur kostspielig, sondern                   häufig sehr kompliziert und kostspielig sein.
       mitunter sogar unproduktiv, und ein konzertiertes                  Experimente, Simulationen, einige technische
       Konzept im Hinblick auf eine gegenseitig akzep-                    Entwicklungen verlangen spezifische Instru-
 ---pagebreak--- Nr. C 301/48                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               25. 11. 85
          mente, Ausstattung, Standorte und geeignetes                   muß) mit sich, sondern würden auch auf lange
          Know-how. Für entsprechende Extrapolierung                     Sicht zu einer lähmenden öffentlichen Abnei-
          sind mitunter sorgfältig ausgearbeitete und um-                gung gegen solche industriellen Tätigkeiten in
          fangreiche Feldversuche notwendig (mit der                     ihrer Nachbarschaft führen.
          neuen Tendenz zu gemeinsamen Vorhaben
          oder Unterstützung durch mehrere Sponsors
          aus offensichtlichen Kostengründen). Modelle
          für komplexe Situationen ode/ Systeme können
          computerintensiv und auch kostspielig sein.         III. STRUKTUR
      — Der Endzweck besteht darin, über besser abge-         III. 1. Im Rahmen des RAP Umweltschutz will die Kom-
          sicherte Werkzeuge zu verfügen, sei es für die              mission umfassende und integrierte Forschungs-
          Vorhersage oder eventuelle Regelungen. Die                  arbeiten der Gemeinschaft über größere Risiken/
          Hauptforschungssektoren (A, B, C) werden                    industrielle Risiken fördern. Diese — zum Teil
          nachstehend kurz dargestellt. Sie sind unter-               neue — Tätigkeit würde durch direkte Aktionen,
          schiedlich, aber jeder ist auf dieses Ziel ausge-           Aktionen auf der Basis der Kostenteilung und
          richtet, und sie erfordern ein gemeinsames                  konzertierte/katalytische Aktionen, auch in Zu-
          Konzept: Nur so können verbesserte gemeinsa-                sammenarbeit mit anderen Generaldirektionen
          me, gegenseitig anerkannte Werkzeuge für die                der Kommission durchgeführt. Sie müßte natür-
          Kontrolle und Eingrenzung größerer Risiken                  lich angesichts der Größenordnung und Komple-
          verfügbar werden.                                           xität der anstehenden Probleme relativ langfristig
                                                                      angesetzt werden, da die meisten davon, ungeach-
                                                                      tet der Modalitäten, innerhalb eines Mehrjahres-
      Dies sind wichtige zwingende Gründe für eine Zu-                programms nicht vollständig gelöst werden
      sammenlegung der Ressourcen und des Know-how                    können.
      und die Vermeidung von Doppelarbeit auf einem
      zwar umfassenden Gebiet, in dem es jedoch weitge-       III.2. Es wird darauf hingewiesen, daß aus bekannten
      hend an echter kommerzieller Motivierung man-                   Zeitgründen der Bereich „direkte Aktion" dieser
      gelt. In den Mitgliedstaaten gibt es ein hervorra-              Forschungsarbeiten bereits zur Erkundung in das
      gendes Know-how über praktisch jedes hier vorge-                Mehrjahresprogramm der GFS 1984-1987 (*) als
      schlagene Thema und viele andere, doch ist dieses               ein neues Kapitel „Industrielles Risiko" aufge-
      über viele Organisationen, Einrichtungen und In-                nommen wurde. Die darin unter Unfallverhütung
      dustrien verstreut, so daß die Notwendigkeit einer              oder Unfalleingrenzung und- management enthal-
      verstärkten und verbesserten'gemeinschaftsweiten                tenen Themen nutzen weitgehend die früher auf
      Kommunikation und Zusammenarbeit unbestreit-                    dem Gebiet der nuklearen Sicherheit und Zuver-
      bar ist, deren Förderung einen der Hauptzwecke                  lässigkeit gewonnenen Kompetenzen und ergän-
      dieses Programms bilden sollte.                                 zen im wesentlichen die nachstehend vorgeschla-
                                                                      genen Themen, wenn auch mit Punkten von ge-
                                                                      meinsamem Interesse und unter Berücksichtigung
                                                                      der Entwicklung solcher Forschungstätigkeiten.
II.9. Schließlich entsprechen die vorgeschlagenen For-
      schungsarbeiten über größere Risiken hauptsäch-                 In der GFS sind gegenwärtig folgende Bereiche in
      lich den folgenden Aktionen und Zielen des Rah-                 Bearbeitung:
      menprogramms 1984—1987, die hier kurz rekapi-
      tuliert werden:
                                                                      Unfallverhütung
      — Lebens- und Arbeitsqualität durch Sicherstel-                 — Sicherheit und Zuverlässigkeit industrieller
          lung eines besseren Schutzes der Bevölkerung                    Systeme, einschließlich der Harmonisierung
          insgesamt gegen unerwünschte Folgen in-                         probabilistischer Risikobewertungsverfahren,
          dustrieller und Transporttätigkeiten in großem                  technische Unterstützung für EUREDATA
          Maßstab und sicherer Arbeitsbedingungen für                     und mit Bezug auf die Richtlinie die Entwick-
          die dort Beschäftigten. Weit über 1,5 Millionen                 lung eines größeren Unfallmeldesystems (Da-
          Menschen arbeiten allein in der chemischen                      tenbank);
          Industrie in der EG und sind dort den verschie-
          densten Risiken ausgesetzt. Weitere Millionen               — strukturelle Sicherheit und . Zuverlässigkeit,
          arbeiten oder wohnen in der Nachbarschaft                       einschließlich der Bewertung der Sicherheits-
          offensichtlich gefährlicher Anlagen oder Trans-                 spannen von (gealterten) Sicherheitssystemen,
          porte.                                                          Restlebensdauerschätzungen und die Bewer-
                                                                          tung von Inspektionstechniken;
      — Industrielle Wettbewerbsfähigkeit durch die                   — Management des industriellen Risikos, ein-
          Entwicklung sicherer Prozesse und Anlagen                       schließlich der systematischen Bewertung von
          und die Anwendung begründeter Standort-
          oder Transportkriterien. Wiederholte Ka-
          tastrophen bringen nicht nur enorme wirt-
          schaftliche Verluste (ganz gleich, wer sie tragen    (!) ABl. Nr. L 3 vom 5. 1. 1984, S. 21.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 301/49
            Vorschriften über industrielle Risiken und se-              Risiken/industrielle Risiken erwähnt werden.
            quentiellen Computermodellen für die Bewirt-                Zum Beispiel:
            schaftung gefährlicher Stoffe.
                                                                        — die Durchführung und Fortschreibung der
                                                                            Richtlinie (GD XI);
       Überwachung und Management der Unfälle                           — die Konzertierte Aktion über die Wechselwir-
                                                                            kung Mensch/Maschine sowie menschlicher
                                                                            Irrtum und Risikobewertung (COST A 1,
       — Verbreitung und Verbleib von Chemikalien,                          GDV);
            mit Bezug auf die Bewertung des Stands der
            Technik und die Durchführung bestimmter
                                                                        — Brand- und Feuersicherheit (GD III);
            Fernerkundungstechniken;
       — Notstandspläne, einschließlich eines Informa-                  — das Informationsaustauschsystem ESRA (Eu-
            tionszentrums über Notstandspraktiken und                       ropean Safety and Reliability Association).
            Systeme zum Austausch von Information;
                                                                        Es ist der Zweck des Rahmenprogramms, solche
       — Durchgehreaktionen mit Bezug auf die Bewer-
                                                                        miteinander verknüpften Tätigkeiten unter einem
            tung des Stands der Technik und voraussicht-
                                                                        gemeinsamen Rahmen zu vereinen und die erfor-
            liche Tätigkeiten.
                                                                        derlichen Verbindungen zu fördern und Doppel-
                                                                        arbeit zu vermeiden.
       Diese Tätigkeiten sind im einzelnen in einschlägi-
       gen GFS-Dokumenten beschrieben (1). Obwohl es
       sich um ergänzende Arbeiten handelt, unterschei-          III.5. Der im Rahmen der Kostenteilung durchgeführte
       det sich ihre Durchführung relativ stark von der-                Teil des Programms legt großen Nachdruck auf
       jenigen des Programms auf der Basis der Kosten-                  die Gebiete und Themen von deutlichem experi-
       teilung!, da es sich im wesentlichen um interne                  mentellen, technologischen und fortgeschrittenen
       Arbeiten in der Forschungsstelle Ispra handelt.                  theoretischen Inhalt, die im allgemeinen zu relativ
                                                                        großen Vorhaben führen und spezialisiertes
                                                                        Know-how, Einrichtungen, Standorte/Stationen
III.3. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß das Pro-                  usw. erfordern. In letzteren ist, wie bereits gesagt,
       gramm über nukleare Sicherheit auf der Basis der                 in den Mitgliedstaaten eine hohe Qualifikation
       Kostenteilung von 1979/1983 einen Bereich über                   vorhanden, und ein wichtiges Ziel des Programms
        „den Schutz von Kernanlagen gegen externe Gas-                  besteht darin, deren koordinierten Vorteil zu nut-
       wolkenexplosionen" aufwies, innerhalb dessen                     zen, so daß Forscher und Teams eng miteinander
       relativ bedeutende Forschungsarbeiten über Ver-                  zusammenarbeiten können. Ferner wird eine
       breitung, Verbrennung und Druckwellenaus-                        begrenzte Anzahl einschlägiger sogenannter „sek-
       breitung/Wechselwirkungsaspekte von dichten                      torenübergreifender" Themen zur Untersuchung
       Gaswolkenexplosionen durchgeführt wurden, die                    vorgeschlagen, die Licht auf die größeren Fragen
        auch die Zweckmäßigkeit des Konzepts der                        und eine Rückkoppelung zu an anderer Stelle
        Kostenteilung demonstrierten. Dieser Vorschlag                  getrennt untersuchten Aspekten aufnehmen. Sol-
        „größere technologische Risiken" stellt in mehre-               che frühzeitig durchzuführenden Studien werden
        rer Hinsicht eine Fortsetzung dar und macht sich                zur ausführlichen Formulierung und Auswahl von
       die erworbenen Kenntnisse und Ratschläge zu-                     vorrangigen Themen auf den drei Sektoren, insbe-
        nutze. Er umfaßt ferner unter Sektor A andere                   sondere dem Sektor C, der auch politische und
        signifikante Themen als die der Dampfwolken-                    rechtliche Aspekte behandelt, beitragen.
        explosionen, die sich auf größere Risiken ähnli-
        cher Größenordnung beziehen und Forschungsar-
        beiten vergleichbarer Art, die eng miteinander                  Drei Sektoren werden dargestellt:
        verknüpft sind, erfordern.
                                                                               Phänomene und Eingrenzung, konzentriert
                                                                               auf physikalisches Verständnis/Experi-
III.4. Schließlich müssen die verschiedenen Kommis-                            mente, Simulationen und Modellerstel-
       sionstätigkeiten mit Bezug auf das Thema größere                        lung.
                                                                               Technologische Aspekte mit Nachdruck
                                                                               auf sicheren und alternativen Prozessen/
                                                                               Technologien und sicherheitsbezogener
                                                                               Instrumentation.
(]) Programm-Fortschrittsbericht „Industrielles Risiko", Januar-
    Juni 1984, Mitteilung — Kategorie 1.6 Nr. 4159. Programm-           C — Bewertung und Überwachung von Risiko,
    Fortschrittsbericht „Industrielles Risiko", Juni-Dezember                  einschließlich der Aspekte vor und nach
    1984, Mitteilung — Kategorie 1.8 Nr. 4179.                                 Unfällen.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/50                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              25. 11. 85
IV. INHALT DES VORGESSCHLAGENEN PROGRAMMS                         A.7. Toxische Stoffe: Verbreitung in der Luft,
                                                                          Synergien; ausschließllich Toxikologie;
     SEKTOR A: PHÄNOMENE UND EINGRENZUNG
                                                                  A.8. Staubexplosionen: Phänomenologie und
IV.1. Berücksichtigung der potentiellen Quellen grö-                     Schutzmaßnahmen (Druckentlastung);
       ßerer Risiken, wie sie unter 1.2 dargelegt sind            Es wird ernqut betont, daß diese Bereiche eng
       und der relativen Bedürfnisse der Risiko-analy-            miteinander verknüpft und voneinander abhän-
       se-Disziplin, unter Einbeziehung von bekanntem             gig sind und ebenfalls sehr ähnliche Sachkennt-
       Know-how in den Mitgliedstaaten und derzeiti-              nis, Methoden, Ausrüstung und Anlagen erfor-
       ger anderer Kommissionstätigkeiten, die zu einer           dern. In der Praxis stellt Sektor A ein kohärentes
       begrenzten Liste möglicher Forschungsbereiche              Arbeitsschema dar, dem im vorgeschlagenen
       geführt haben. Die Einstufung ist nicht fachbe-            Programm erste Priorität beigemessen wird. Da
       reichsbezogen, noch auf eine Klassifizierung in-           die Fragen und die Arbeitsthemen auf diesem
       dustrieller Tätigkeiten/Prozesse gerichtet, son-           Sektor relativ gut identifiziert sind, enthält An-
       dern eher phänomenologisch. Demzufolge sind                hang A eine ausführliche Darstellung.
       bestimmte Forschungsbereiche von gemeinsa-
       mem Belang für eine Reihe von Risiken (at-
       mosphärische Ausbreitung z.B. ist für die Ent-
                                                                   SEKTOR B: TECHNOLOGISCHE ASPEKTE
       wicklung und die Verbreitung vieler Risiken von
       zentraler Bedeutung), und bestimmte For-             IV.4. Die Untersuchung der Ursachen von Unfällen,
       schungsthemen (Mehrphasenstrom, Druckwel-                  insbesondere Quellterm und Durchgehaspekte
       lenbelastung, Druckentlastüng) treffen auf meh-            unter A.l und A.6, führen ganz logisch zur Suche
       rere Bereiche zu. Dies wird in der Abbildung in            nach
       Anhang A illustriert.
                                                                  — jeder möglichen Verbesserung der eigentli-
IV.2. In praktisch allen Fällen sind gefährliche Stoffe               chen Sicherheit von Anlagen, Prozessen und
       abgegrenzt, und das Risiko ergibt sich aus dem                 Transportbehältern;
       durch Unfall verursachten Bruch von Behältern.             — der rechtzeitigen Erfassung und Eingrenzung
       Das darauf folgende Unfallszenario geht im all-                potentiell gefährlicher Situationen oder Be-
       gemeinen schrittweise vor sich, zumindest in                   dingungen.
       der Konzeption, und die Identifizierung solcher
       Schritte erleichtert einen Konsens über die Ein-    IV.5. Forschungsarbeiten über diese Aspekte sind in
       stufung von Forschungsthemen. Es wird erneut               einem gewissen Maße mehr artikel- oder pro-
       darauf hingewiesen, daß bei den hier geplanten             zeßspezifisch als unter A und erfordern entspre-
       künftigen Arbeiten Nachdruck auf dem physika-              chende Untersuchung der technischen Konzep-
       lischen Verständnis, der Simulation und der Mo-            tion und betrieblichen Merkmale. Daher müßten
       dellerstellung liegt.                                      bestimmte wichtige Themen der Industrie-/
                                                                  Transportsicherheitsforschung und -entwick-
IV.3. Die in diesem Stadium vorgeschlagenen Bereiche              lung durch geeignete Vorhaben mit der Industrie
       sind:                                                      auf der Basis der Kostenteilung gefördert und
                                                                  unterstützt werden. Anerkanntermaßen könnten
       A.l. Quellterm:          Phänomenologie/Freiset-           nicht alle solche Aspekte aus Gründen der indu-
             zungsmodelle, ihr Einfluß auf die früheren           striellen Vertraulichkeit oder wegen der Vielzahl
             Stadien der Verbreitung;                             der Fälle behandelt werden, so daß sich eine
       A.2. Verbreitung: Atmosphärische Advektion,                natürliche Auswahl ergeben wird.
             Ausbreitung und Abscheidung mit Nach-
             druck auf dichten/kalten Gasen, Nebel         IV.6. Die zur weiteren Erforschung vorgeschlagenen
             und Aerosolen;                                       umfassenden Bereiche oder Themen sind in die-
       A.3. Verbrennung: Leicht entzündliche Wol-                 sem Stadium:
             ken und Nebel, die Flächenbrand,                     B.l. Sicherheit und Zuverlässigkeit vorhande-
             Deflagration, Übergang von Deflagration                      ner Technologien im Hinblick auf ihre
             zu      Detonation     und     Detonation                   Verbesserung durch geeignete Auslegung,
              (unbegrenzte/zum Teil begrenzte Situatio-                  Betriebsbedingungen, Layout/Standort,
             nen) umfassen;                                               Kontrolle/Fehlererfassung,      eingebaute
       A.4. Drucnwelienbildung:           Druckwellen-                   Gegenmaßnahmen/Entlastungs- und Mil-
             ausbreitung, Wechselwirkung mit Struk-                      derungseinrichtungen usw. Dies kann
             turen; Erzeugung von           Projektilen;                 Anlagen/Anlagenteile, Lagerräume, Be-
             begrenzte Explosionen und ihre Druckent-                    hältnisse, wenn auch einschlägiger Größe
             lastung;                                                    oder die hochgefährliche Stoffe enthalten,
                                                                         betreffen.
       A.5. Katastrophenfeuer: Brand von Flüssig-
             keitsoberflächen, Fackeln und Feuerbälle;            B.2. Alternative Technologien und Prozesse im
             hochreaktive Stoffe; Feuersbrünste;                         Hinblick auf den Ersatz besonders gefähr-
                                                                         licher Produkte/Zwischenprodukte, Pro-
       A.6. Durchgehreaktionen: Merkmale von Ge-                         zesse und Anlagenmerkmale und allgemei-
             samtinteresse (Thermodynamik, Hydro-                        ner gesagt die Reduzierung vorübergehen-
             dynamik, Druckentlastung);                                  der Vorräte, Druck, Temperaturen usw.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 301/51
               Wiederum wird eine Auswahl nötig sein,                Zur Erfüllung solcher Aufgaben sind recht häu-
               unterstützt zum Beispiel durch die Analyse            fig Kenntnisse und Bewertungswerkzeuge not-
               bestimmter Sequenzen der Rohstoff-                    wendig, die aus FuE der Sektoren A und B
               beschaffung und Lagerung, Umwandlung,                 abgeleitet sind. Allerdings lassen sich einige wei-
               Konditionierung und des Transports der                tere Fragen bzw. einige soziale Aspekte nicht
               Endprodukte.                                          einfach auf das elementare „Schritt für Schritt"-
                                                                     oder „Fall für Fall" -Konzept reduzieren. Des-
        B.3. Instrumentierung: Das Ziel wäre die Ent-                halb sind auch „sektorübergreifende Studien"
               wicklung von Systemen und Erfassungsge-               notwendig, die künftige Entwicklungen lenken
               räten für Situationen/Stoffe mit hohem                würden.
               Risiko und die Untersuchung ihrer mögli-
               chen Kopplung an Reduktionsgeräte.
                                                             IV.9. Eine große Vielzahl von Themen könnte hier
                                                                     aufgeführt werden (und es könnte sich daraus
IV.7. Die Art der unter Sektor B durchgeführten For-                 eine sehr andere Gewichtung des Programms
        schungsarbeiten ist relativ ähnlich wie bei                  ergeben). Vorbehaltlich der Prioritäten, die sich
        Sektor A: beide konzentrieren sich auf gut defi-             aus den zunächst durchzuführenden sektorüber-
        nierte Aspekte, Merkmale, Anlagenelemente                    greifenden Studien ergeben, sind einige einschlä-
        usw. und streben eine mengenmäßige Vorhersa-                 gige Themen unter Risikoanalyse und Unfall-
        ge an. Sektor B liegt der chemisch-technischen               verhütung oder Unfallmanagement aufgeführt,
        Disziplin und der tatsächlichen Anlagenausle-                doch ist die Liste nicht zwangsläufig
        gung bzw. dem Anlagenbetrieb jedoch näher.                   erschöpfend. Im Konzept beziehen sich einige
                                                                     von ihnen eher auf den Teil des Programms
                                                                     direkte Aktion, der unter III.2 dargestellt ist,
        Als erste Priorität werden zunächst Erhebungen
                                                                     jedoch nicht ausschließlich ergänzende oder ge-
        notwendig sein:                                              meinsame Unternehmen. Es wird ferner festge-
                                                                     stellt, daß Sektor C wahrscheinlich evolutiv sein
        a) um den (sonst umfassenden) Geltungsbe-                    soll, zusammen mit der Durchführung der- Richt-
            reich möglicher Forschungs- bzw. techni-                 linie, dem Entstehen eines Bedarfs an Vorschrif-
            schen Themen auf diejenigen von gemeinsa-                ten und der voraussichtlichen Verstärkung und
            mem Interesse einzugrenzen und nicht durch               Diversifizierung der Forschungsarbeiten über
            Überlegungen industrieller Vertraulichkeit               größere Risiken.
            behindert zu sein;
        b) um die Suche nach möglichen industriellen
            Partnerschaften (z. B. durch das Verfahren       IV. 10. Einschlägige Themen für die Fragen der größe-
            des „Ausdrucks von Interesse") zu verbes-                ren Risiken sind in diesem Stadium:
            sern;
        und diese Tätigkeiten, sowie die obengenannten
                                                                     Risikoanalyse und Unfallverhütung
        „sektorübergreifenden" Studien bilden einen
        wesentlichen      Bestandteil    der    rationalen
        Programmvorbereitung auf diesem Sektor.                      C.l. Risikofeststellung und -aufzeichnung, Ri-
                                                                             sikoanhäufung, Empfindlichkeit komple-
                                                                             xer industrieller/städtischer Systeme;
                                                                     C.2. Sicherheit und Zuverlässigkeit komplexer
 SEKTOR C: RISIKOBEWERTUNG UND -MANAGEMENT
                                                                             industrieller Systeme, Kosten/Nutzen-
                                                                             Verhältnis von Sicherheits-/Abmilde-
IV.8. Während Sektor A hauptsächlich die grundle-                            rungsgeräten;
        gende phänomenologische und quantitative Ri-
        sikoanalyse und Sektor B die vorhandenen oder                C.3. menschliche Faktoren, Wechselwirkung
        alternativen Technologien behandelten, befaßt                        Mensch/Maschine (auch COST A 1);
        sich Sektor C mit umfassenderen Fragen: in er-
        ster Linie die Auswirkungen einer enormen und                C.4. Risikoerkennung durch die Öffentlichkeit,
        diversifizierten Industrietätigkeit auf den Men-                     zulässiges Risikoniveau;
        schen und seine Umwelt, wenn auch immer im
        Kontext mit den sich, daraus ergebenden größe-
        ren Risiken. Daher liegt dieser Teil des Pro-                C.5. Entwicklung von „Expertensystemen" (an
        gramms selbstverständlich der Politik und den                        Datenbanken angeschlossen) zur Risiko-
        Rechtsvorschriften am nächsten und gibt Ant-                         bewertung und zum Unfallmanagement;
        worten auf einige Besorgnisse der Behörden in
        den Mitgliedstaaten, die für den Schutz der Be-              C.6. probabilistisches Konzept für die Analyse
        völkerung und der Siedlungen und die Sicherheit                      und Simulation größerer Unfallszenarios,
        der Standorte, Industriekomplexe, Transport-                         mit Nachdruck auf gefährlichen Trans-
        verbindungen usw. verantwortlich sind.                               porten.
 ---pagebreak--- Nr. C 301/52                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             25. 11. 85
        Unfallmanagement                                           — auf den Sektoren B und C Leitlinien zur
                                                                        Feststellung mehrerer Forschungsoptionen
        C.7. Entscheidungsfindung und Gegenmaß-                         und zur Wahl ausführlicher Forschungsthe-
                nahmen in einer Notlage, Notfallplanung;                men bieten.
        C.8. Verhalten der Bevölkerung in einem Not-
                fall.
                                                            V. DURCHFÜHRUNG
        Sektorübergreifende Studien                         V.l. Dieses Programm auf der Basis der Kostenteilung
                                                                  würde in erster Linie durch Forschungsverträge
IV.ll. Die vorstehenden drei Forschungssektoren sind              mit öffentlichen und privaten Forschungseinrich-
        unterschiedlicher Art und erfordern jeweils spe-          tungen in den Mitgliedstaaten im Anschluß an
        zifisches Know-how, wie beschrieben. Das hat              eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlä-
        die entsprechende Gruppierung der Forschungs-             gen durchgeführt. Es sollte eine bedeutende Betei-
        themen begründet. Jedoch können nicht alle Fra-           ligung industrieller Forschungsteams angestrebt
        gen der Forschungsarbeiten über größere Risi-             werden. Auch soll Nachdruck auf grenzübergrei-
        ken und der Rechtsvorschriften so eingestuft              fende Unternehmungen gelegt werden, an denen
        und behandelt werden, und umfassende Fragen               mehrere Teams beteiligt sind.
        erfordern ein stärker integriertes Konzept.
                                                                  Die Programmabwicklung durch die Dienststellen
IV. 12. „Sektorübergreifende" Studien wurden vorge-               der Kommision würde vom Beratenden Verwal-
        schlagen, um diese Verbindung der Forschungs-             tungs- und Koordinierungsausschuß (BVKA) in
        sektoren darzustellen. Ihr Leitthema kann die             seiner entsprechend spezialisierten Konfiguration
        fachübergreifende Prüfung eines besonders be-             unterstützt.
        sorgniserregenden Risikos bzw. Stoffes oder
        Prozesses sein oder die Gesamtprüfung einer          V.2. Vorher müßten mit starker wissenschaftlicher
        wichtigen gefährlichen Tätigkeit, beispielsweise          und technischer Unterstützung von Sachverstän-
        eines Produktionszyklus oder einer Transport-             digen der Mitgliedstaaten die Bereiche und Inhal-
        und Lagerungsart. Beispiele sind, nicht begren-           te in einigen Aspekten näher präzisiert werden.
        zend:                                                     Eine solche auf die Zukunft ausgerichtete Vorbe-
                                                                  reitung wird für nützlich und notwendig angese-
        — Produktion, Verbrauch an Ort und Stelle                 hen, da:
             und Lieferung von Chlor an andere Stand-
             orte;                                                — größere gemeinsame Unternehmungen lang-
                                                                       wierige Vorarbeiten erfordern;
        — See- und Landtransport von großen Mengen
             gefählicher Stoffe;                                  — aufgegliederte interessante Vorhaben auf die
        — Produktion, vorübergehende Zwischenlage-                     Arbeitsbelastung und Vorausschätzungen der
             rung und Umwandlung hochtoxischer Stoffe                  betreffenden Einrichtungen abgestimmt sein
             in einem Produktionszyklus (z. B. Pestizide);             müssen.
        — Synergien und Domino-Wirkung bei größe-            V.3. Ein fruchtbare Durchführung erfordert regelmä-
             ren Unfällen oder deren Aspekten.                     ßige Sitzungen spezialisierter Gruppen von Sach-
                                                                   verständigen und Vertragspartnern, die dem
IV. 13. Die begründete Auswahl einiger weniger integra-            BVKA Bericht erstatten. Eine Vielzahl ergänzen-
        ler Systeme sollte frühzeitig bei der Programm-            der Tätigkeiten und Initiativen: einschlägige
        durchführung erfolgen. Solche Studien würden               Workshops, Ausschußsitzungen, Kurse, Unter-
        auch                                                       stützung von Forschern usw. bildet ebenfalls ei-
        — die verschiedenen Konzepte bis hin zur Be-               nen wesentlichen Bestandteil der Durchführung
             wertung von Risiken und der sich daraus               und Koordinierung. Kompetentes Personal der
             ergebenden Entscheidungsfindung         illu-         GFS wird an diesen Tätigkeiten im Rahmen des
             strieren;                                             FAP beteiligt.
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr. C 301/53
                                                               ANHANG A
                             KURZE DARSTELLUNG DER FORSCHUNGSBEREICHE VON SEKTOR A
            A.l. Quellterm
                  Nach dem Bruch eines Behälters wird der gefährliche Stoff in die unmittelbare Nachbarschaft freigesetzt.
                  Quellterm bezeichnet die Art der Emission: chemikalisch, physikalisch, sowie ihre Geschwindigkeit:
                  sehr kurz, zeitlich variabel, verlängert, als Eingaben für den nächsten Schritt.
                  Die Verfassung und Menge des ursprünglichen Lagerbestandes können sehr unterschiedlich sein:
                  flüssiges Druckgas; gekühltes Flüssiggas; Druckgas; flüchtige Flüssigkeit; mitgerissenes toxisches Mate-
                  rial usw. Der Druck ist häufig ausschlaggebend.
                  Wichtige Themen (oder physikalische Situationen), die zur Untersuchung anstehen, sind in dieser
                  Reihenfolge:
                  — Freisetzung von brennender Flüssigkeit in flüssigem oder gasförmigem Aggregatzustand, auch durch
                       direktes Behälterversagen;
                  — Freisetzung von brennender Flüssigkeit aus Rohrleitungen, Rohrleitungsbruch;
                 — Freisetzung turbulenter Strahlen, Mitreißen von Luft und Strahlverdünnung;
                 — Auslaufen von gekühltem Flüssiggas und Kältemischungen, Verdunstung auf festen/flüssigen
                       Substraten, Pfützenausbreitung/Verdunstung, rasche Phasenübergänge;
                 — Druckgasfreisetzung, plötzliche Wolkenbildung;
                 — Auslaufen flüchtiger Flüssigkeit und Verdunstung;
                 — Freisetzung toxischen Rauchs, hochtoxischer und chemisch unveränderlicher Stoffe in großen
                       Mengen.
                  Insgesamt wird dem Quelltermbereich nach Expertenmeinung im allgemeinen sehr hohe Priorität
                 beigemessen. Eine gewisse interne Priorität kann den ersten vier Themen zukommen, da noch Unsicher-
                 heit über ihre physikalische Modellfestlegung herrscht und wegen der großen Bedeutung der
                 Lagerbestände/Freisetzungen bei tatsächlichen schweren Unfallsituationen.
            A.2. Verbreitung
                 Diese betrifft die atmosphärische Advektion und turbulente Ausbreitung von dichtem Gas/Nebelstrahlen
                 und Rauchfahnen (erzeugt unter IV. 1). Fast alle Stoffe von Interesse sind zunächst dichter als Luft.
                 Situationen und notwendige Vorhersagen fallen unter zwei einander überschneidende Gruppen:
                 — leicht entzündlich: Konzentrationsgrenzen (LFL - HFL) von einigen Prozenten, nur in den frühen
                      Stadien der Verbreitung;
                 — toxisch: untere Konzentrationsgrenzen im ppm-Bereich( 1 ), ein hohes Maß an passiver Verdünnung
                      ist zu berücksichtigen (unter IV.7).
                 Die Forschungsarbeiten sind dreispurig:
                 — Modellerstellung: Vom ganz einfachen Gausschen und „Kasten"-(Eingabe-Ausgabe-)Modellen über
                      Zwischenmodelle (flache Schicht) bis zu hochkomplexen zeitabhängigen 2D/3D-Modellen, die
                      Gleichungen für turbulente Strömung und erhaltungsbezogene Gleichungen lösen. Derzeit liegt der
                      Nachdruck auf:
                      Validation der einfacheren (Kasten-, Zwischen-)Modelle mit jetzt verfügbaren Daten aus Feldversu-
                      chen, die sich indessen auf idealisierte Bedingungen beziehen; gegebenenfalls Ausdehnung dieser
                      einfacheren Modelle auf mehr realistische Bedingungen (von Wärme/Feuchtigkeitsübergang, mögli-
                      cherweise Boden/Hindernisse); genauere Berücksichtigung der komplizierten Aspekte der Verursa-
                      chung von Turbulenzen, Mitreißen/Abscheidung, sich daraus ergebende Verdünnung durch Luft
                      auch in numerischen 2D/3D-Modellen. Letztere setzen fortgeschrittene numerische Lösungsmetho-
                      den voraus.
                 — Feldversuche und Versuche in kleinerem Maßstab: Diese dokumentieren entweder in reduziertem
                      Maßstab ein postuliertes Überfließen oder liefern unter gut kontrollierten Bedingungen eine zuverläs-
                      sige Datenbasis für Modellvalidationen. Größenordnungsargumente sind hier zentral (und einschrän-
                      kend) bei der Definition der Testmatrix.
           (*) Für schwerwiegende Beschwerden oder fortgesetzte Belastung. Momentan-Lethalgrenzwerte sind eher im
               Bereich 103 ppm. Siehe auch die unter A.7 genannten Unsicherheiten.
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                      Freisetzungen über flachem Boden/auf See wurden durchgeführt und dokumentiert (Thorrey Island,
                      Maplin Sands). Die Aufmerksamkeit konzentriert sich jetzt auf:
                      kontinuierliche Rauchfahnen über nicht idealem Boden;
                      Wärme/Feuchtigkeitsübertragung, Aerosolwolken;
                      Übergang zum passiven Mitreißen;
                      Schlängeln und Veränderlichkeit.
                      Erzwungene Verdünnung durch Wasservorhang, eine Abmilderungsvorrichtung bildet ebenfalls
                      konzeptionsmäßig Teil dieses Themas und trifft ebenso auf nachstehenden Absatz A.7 zu.
                 — Simulationen im reduzierten Maßstab in Wind- oder Wassertunneln. Beträchtliches Know-how,
                      ausgezeichnete Anlagen stehen ebenso zur Verfügung wie ausgeklügelte Techniken: schichtweise
                      aufgebaute Tunnel, Lasergeschwindigkeitsmessung/Tomographie, digitale Bildverarbeitung wurden
                      kürzlich entwickelt.
                      Unter diesem Thema kann eine Reihe von Vorhaben in Betracht gezogen werden, zu denen
                      auch die digitale Bildverarbeitung von Photo/Videoaufzeichnungen aus Feldversuchen gehören (die
                      Technik ist allgemein bekannt). Das längerfristige Ziel ist die Validation des Wind/Wassertunnels
                      als bequeme Alternative für Feldversuche im Hinblick auf Standortstudien.
           A.3. Verbrennung
                 Dazu gehören Deflagration (meistens laminare Flammen) und Detonation (Überschallwellenfront),
                 die grundlegend unterschiedlich sind, sowie die vielen Mechanismen und Situationen, die zu einer
                 Flammenbeschleunigung und dem Übergang von Deflagration zur Detonation in einer Gas-(oder
                 Nebel-)Wolke führen.
                 Die Phänomenologie        der Verbrennung ist äußerst komplex und wird durch viele Nebenfaktoren
                 beeinflußt. Die Arbeiten sind weitgehend experimentell, vom Labor- über den Mittelmaßstab zu
                 Feldversuchen. Es werden hauptsächlich folgende Themen untersucht:
                 — unter Detonation: Direkte Auslösung durch Funken/Ladungen; Entzündung durch Strahlen von
                      heißen Verbrennungsprodukten; Stoßwellenauslösung und Übergang vom planaren zum sphärischen
                      Bereich; Detonation von Nebel, Schaum usw.
                 — Unter Deflagration: Spontane Flammenbeschleunigung in unbegrenzten (Wolke) oder begrenzten
                      (Rohr, Gasse) Situationen; Einfluß von Hindernissen und Einschnürung und/oder Abgrenzung;
                      Beschleunigung durch Konzentrationsgradienten/Schwankungen (unbegrenzte Wolke); Auswirkung
                      der Wolkenform und des Zündstandorts (Kante/Zentral); Verstärkung durch Entzündung mit
                      Strahlen; Auswirkungen von Schwebestaub/Aerosolen.
                 Auf diesem Gebiet sind noch viele Arbeiten zu erledigen, die eine Stärke des vorgeschlagenen Programms
                 darstellen sollten. Die zur Druckwellenverstärkung führenden Mechanismen sind relativ gut bekannt,
                 und Skalierungsgesetze wurden mitunder für spezifische Konfigurationen davon abgeleitet. Überprüfun-
                 gen im großen Maßstab sind jedoch häufig noch notwendig. Dies betrifft in etwa folgender Prioritätsrei-
                 henfolge: Entzündung durch Strahlen; Gasse/Rohrleitungsabgrenzung; wiederholte Hindernisse mit
                 unterschiedlicher Abgrenzung; starke Turbulenz; Schwebestaub/Aerosole.
                 Modellerstellung ist zwangläufig begrenzt auf „idealisierte", im allgemeinen lD-2D-Geometrien. Die
                 einfacheren Modelle (akustisch, selbstähnlich, Kolben usw.) lösen im wesenlichen die Stromdynamik,
                 doch muß die Flammenspur oder die Verbrennungsgeschwindigkeit vorausgezetzt werden. Einige
                 hochkomplexe Kodes geben eine turbulente Brennsubroutine ein. Die Lösung des gesamten Problems,
                 Kopplung des (tatsächlich interaktiven) Stroms und der verbrennungskinetischen Aspekte liegt weitge-
                 hend jenseits der derzeitigen Möglichkeiten, doch wird Nachdruck auf bessere Untermodelle von
                 Turbulenzen, turbulenter Verbrennung und Flammeneingrenzungsprozessen gelegt.
           A.4. Druckwelle und ähnliche Themen
                 Eine Wolkenexplosion verursacht eine Luftdruckwelle, deren anfängliche Größe und Form durch die
                 Verbrennungsart bestimmt sind: langsame Deflagration (allmähliches Ansteigen des Unterschalldrucks
                 und der Luftverdünnung), schnelle/beschleunigte Deflagration (ein großer Stoß, gefolgt von einer
                 allmählichen Dekompression), Detonation (ein starker Stoß hoher Amplitude). Dieser Druckimpuls
                 fällt und wird steiler während des Weiterlaufens und wird zum Schallstoß. So beeinflußt die Ausbreitung
                 selbst die Belastung und Reaktion (l) belasteter Strukturen.
           (J) Es wird bemerkt, daß die Reaktion der Strukturen Teil der gegenwärtigen GFS-Tätigkeiten ist.
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                Es gibt verschiedene Konzepte für das Problem:
                — Korrelationen durch empirische Skalierungsgesetze und TNT-Äquivalenzen, unbefriedigend bei
                    ausgedehnten Wolkenexplosionen.
                — Modellerstellung: Einfache akustische, lineare Annäherung; isentropische Annäherung (die das
                    Problem auf eine nicht-lineare potentielle Gleichung reduziert); numerische Lösung der vollständigen
                    Euler-Gleichungen, allgemein beschränkt auf 1D/2D aus computerbedingten Gründen. Für alle muß
                    der Impuls Eingabe sein und hängt maßgeblich von obigem A.3 ab.
                — Experimente: Modelle in kleinem Maßstab werden Druckwellen ausgesetzt (Stoßrohr, Punktladun-
                    gen, explodierende Ballons); Simulation durch die „Wassertisch"-Technik (eine entsprechende
                    hydraulische Druckwelle); Druckwellenbelastung typischer Strukturelemente in größerem Maßstab.
                    Anschließend Schadenanalyse von Unfall-/Kriegsunterlagen, die verschiedenen Korrelationen
                    zugrunde liegen.
                Nachdruck wird auf die letzten beiden Konzepte gelegt. Anforderungen mit Bezug auf die Modellerstel-
                lung sind: bessere Vorschriften für den Druckimpuls (von obigem Kapitel abgeleitet); bessere Beschrei-
                bung und numerische Behandlung (Isentropie, adaptive Gitter usw.). Die Experimente umfassen realisti-
                sche Deflagrationswellen und nicht unendlich starre Strukturen.
                Zwei sehr relevante Themen hängen mit diesem Forschungsbereich zusammen:
                a) Die Untersuchung großer explodierender Gefäße einschließlich: direkte Druckwellenerzeugung;
                    primäre und sekundäre Projektile, ihre Flugbahn/Verteilung/Anprall; duktiler Bruch von feuer-
                    umschlossenen Behältern und BL£VE-(boiling liquid expanding vapour explosion)-Unfälle; letzteres
                    bezieht sich auf A.5.
                b) Die Untersuchung von internen Gas/Dampfexplosionen in großen Umschließungen. Diese Forschung
                    weist Gemeinsamkeiten mit A.3 (Flammenbeschleunigung in abgegrenzten Situationen oder Aus-
                    strahler) und A.8 (Entlüftung, die für das Problem der Eingrenzung interner Explosionen von
                    zentraler Bedeutung ist) auf.
           A.5.  Katastrophenfeuer
                Per Definition sehr rasche und vollständig unkontrollierbare Entwicklung: Rohrleitungsfackel, Gaswol-
                kenfeuer, Feuersbrunst in einer sehr reaktiven Umgebung, von Feuer umschlossener Behälter BLEVE,
                gefolgt von Feuerballbildung. Neben dem unentrinnbaren Eingeschlossensein ist die Gefahr hier entfernte
                'Wärmestrahlung, die zu vewerten ist. Arbeiten sind haptsächlich experimenteller Art und umfassen:
                — Behälter-(Behältergruben-) und Kanalfeuer, auch über Wasser; ihre Entwicklung;
                — brennende Dampfwolken über Land und Wasser;
                — turbulente Fackelflammen;
                — Feuerballbildung, Anheben und Abklingen nach einem BLEVE.
                Diese entsprechen den klassischen Unfallsitutionen. Stoffe von erstrangigem Interesse sind LNG, LPG,
                Äthylen, Propylen usw. Nicht alle Themen müssen jedoch eingehend behandelt werden, da relativ
                ausführliche Informationen bereits oüber große LNG/LPG-Brände in einschlägigen Konfigurationen
                bestehen. Weniger vielleicht über andere Stoffe oder große Fackeln/BLEVE/Entstehen von Feuerbällen.
                Dieser Bereich sollte auch Arbeiten über folgende Themen umfassen:
                — Eingrenzung durch Wasser/Dampfvorhänge, die die Wolke zwangsverdünnen;
                — Verhalten von feuerumschlossenen Behältern und Strukturelementen;
                — Entwicklung von dadurch entstandenem schädlichem Rauch;
                — die Gefahren reaktiver Lagerbestände (einige Nitrate, flüssiges 0 2 ) ;
                — möglicherweise Kriterium von Strahlungsschäden auf eine bestimmte Entfernung.
           A.6. Durchgehreaktionen
                Jede exotherme Reaktion kann divergieren durch den Verlust der Temperaturkontrolle oder Ketten-
                verzweigung. Die Folge ist ein Reaktorbehälterversagen und Ausfließen seines Inhalts, wenn nicht eine
                entsprechende und sichere Druckentlastung vorgesehen ist. Die Industrie mißt dem Durchgehpotential
                beträchtliche Aufmerksamkeit bei.
                Die Forschungsarbeiten folgen mehreren Linien:
                — Feststellung der Durchgehkandidaten, ihre Kinetik;
                — Stabilitätsanalysen mit Bezug auf die (T, P) Entwicklung im Reaktorbehälter;
 ---pagebreak--- Nr. C 301/56                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       25. 11. 85
                — Phänomenologie und Vorhersage der Druckentlastung, auch gekoppelt an die Reaktionsdynamik;
                — Verbreitung nach dem Behälterversagen oder der Bruchscheiben-/Schorsteinentlüftung;
                — alternative, weniger empfindliche Prozeßwege; Verringerung der reaktiven Lagerbestände.
                Gemeinsame Grundlagenforschungen schließen schon allein wegen der Zahl oder der Vertraulichkeit
                weitgehend produkt- oder prozeßspezifische Untersuchungen aus. Sie wurden sich auf die allgemeineren
                Merkmale der Divergenz, Druckentlastung und Verbreitung konzentrieren.
                Druckentlastung kommt oft von einer heißen, unter Druck befindlichen Flüssigphase, und es besteht
                eindeutig eine Verbindung zu den Zweiphasenströmungsuntersuchungen von A.l oben. Es müssen
                jedoch sogar noch komplizierte Fälle behandelt werden: blasenbildende Strömung, Schaum, zähflüssige
                Stoffe, transiente Reaktionsströme usw. Das gleiche gilt für die Entlüftung aus der Gasphase unter
                Berücksichtigung des Mitreißens flüssiger Tropfen/Kugeln. Dies wären wichtige Themen für die
                Untersuchung.
                Das wichtige Thema alternativer sicherer Technologien/Prozesse fält unter obiges Kapitel B.2. Andere
                erwähnte Aspekte können ergänzende Informationsaustauschsysteme erfordern (z.B. thematische Sitzun-
                gen, Ausschuß-Sitzungen usw.). Es wird vermerkt, daß Dokumentationsarbeiten in der GFS eingeleitet
                wurden und daß man sich auf diesem Gebiet insbesondere um ergänzende Arbeiten zwischen den
                direkten Aktionen und den Aktionen auf der Basis der Kostenteilung bemühen wird.
           A.7. Toxische Stoffe
                An erster Stelle stehen natürlich Chlor und Ammoniak, die jährlich in Megatonnen in der EG hergestellt
                und transportiert werden, aber auch Zwischenprodukte und Rohstoffe: Phosgen, Acrylnitril, S0 2 /SH 2
                und viele andere in geringeren Mengen.
                Die Forschungen über toxische Stoffe folgen zwei breiten und klar unterschiedenen Linien:
                — Verbreitung: Stoffe von Interesse sind im allgemeinen dichter als Luft oder benehmen sich so, wie
                    z.B. Ammoniaknebel. Korrelativ: Eingrenzung durch Schäume, die das Verdunsten hemmen oder
                    Wasser/Dampfvorhänge, die die Verdünnung fördern.
                — Toxikologie: Tiertests für LC50/LD50 und entsprechende Grenzwerte; einige Kriegsunterlagen über
                    Chlor und Phosgen; Probitkonzpt.             •,
                Forschungsarbeiten über den zweiten Punkt sind im Rahmen dieser Programmskizze nicht vorgeschlagen,
                da eine vollkommen andere Spezialisierung des Rests von Sektor A notwendig wäre. Man mag zur
                Kenntnis nehmen, daß noch beträchtliche Unsicherheiten bestehen und daß Neubewertungen der
                vorhandenen Daten durch spezialisierte Gremien erfolgen, die sorgfältig beobachtet werden.
                Der erste Punkt bezieht sich deutlich auf A.l und A.2. Doch gibt es sehr viel weniger Kenntnisse als
                für leicht entzündliche Stoffe, da:
                a) toxische Stoffe bei erheblich größerer Verdünnung (und Rückenwindentfernung) gefährlich sind,
                    und dies im Feld sehr schwierig zu untersuchen ist;
                b) Cl 2 und N H 3 schweres oder passives/leichtes Verhalten aufweisen können, das von der Verdünnung
                    und anderen Faktoren abhängt (z.B. Tröpfchenmitreißen für N H 3 oder Überfließtemperatur), so
                    daß eine genaue Kenntnis der Quelltermbedingungen notwendig ist, um das Wolkenverhalten richtig
                    vorherzusagen.
                Experimentelle Beweise sind relativ begrenzt. Für Cl 2 stammen die offenen Daten entweder aus früheren
                Kriegsunterlagen oder aus Eingrenzungstests im begrenzten Maßstab mit eindämmendem Schaum
                oder Wasservorhängen. Für N H 3 wurden siedende Strahlen und Freisetzungen auf Land/Wasser in
                gemäßigtem Maßstab untersucht, und erst kürzlich wurden in den USA große Freisetzungen auf dem
                Land durchgeführt (Lawrence Livermore, auch mit N 2 0 4 ) , doch stehen in diesem Stadium noch keine
                ausführlichen Daten zur Verfügung.
                Wichtige Fragen über die Verbreitung großer Mengen toxischer Stoffe sind:
                — der Übergang vom dichten zum passiven Verhalten;
                — Vorhersagen der Isokonzentrationsprofile bei niedrigen Konzentrationswerten;
                — „Veränderlichkeit" und der Einfluß des Schlängeins und der Konzentrationsschwankungen auf die
                    Belastungswerte an der Wolkenkante und auf die Dosisschätzungen.
                Auch mit Bezug auf mehr praktische Aspekte:
                — erzwungene Verdünnung durch Wasservorhänge, Sprühen usw. (auch in bezug auf A.2);
                — Eingrenzung durch Schaum und Pulver;
                — Alarmsensoren und Echtzeit-Vorhersagesystem (auch obiger Bereich B.3).
 ---pagebreak--- 25. 11. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 301/57
                Es wird vermerkt, daß die Feldstudie von vorübergehenden niedrigen Konzentrationen zunächst die
                Entwicklung entsprechender Meßgeräte/Spurenelemente verlangt. Einige parallele Entwicklungen wären
                auch für Windtunnel-Simulationen der Verbreitung bei solchen niedrigen Konzentrationen erforderlich.
                Die Modelle sollten auf die gleichen Aspekte ausgedehnt werden, da sich die derzeitigen Modelle für
                schweres Gas mehr auf das Nahfeld konzentrieren, oder sich auf einfache Gaussche-Vorraussetzungen
                im Fernfeld verlassen. Fortgeschrittene Behandlungen auf dem Gebiet der Modelle für die Luftverschmut-
                zung könnten als Leitlinie dienen.
                Akut toxische und chemisch unveränderliche Chemikalien sind also getrennt zu behandeln, obwohl sie
                durchaus für die Durchführung der Richtlinie über größere Risiken relevant sind. Die Forschungsarbeiten
                beziehen sich hier auf den Quellterm (A.l) und die Nahfeldverbreitung, sowie auf Durchgehreaktionen
                (A.6), und das Hauptinteresse liegt wahrscheinlich bei der Aerosolwanderung und deren Niederschlag.
                Es wird vermerkt, daß einschlägige Informationen aus den Forschungen über den nuklearen „Quellterm"
                hervorgehen werden, bei denen Aerosol-/Dampfwanderung, Entkommen und Abscheidung ein wichtiges
                Thema sind (auch bei der GFS). Mehr „praktische" Aspekte können auch im Rahmen des Unfallmanage-
                ment behandelt werden, Sektor C oben (z.B. Maßnahmen nach Unfällen, Dekontamination des Gebietes
                usw.).
           A.8. Staubexplosionen
                Staubexplosionen treten relativ häufig auf, und fast jeder organisch/metallisch verbreitete Schwebestaub
                kann einen Deflagrationsprozeß aufrechterhalten. Flammenbeschleunigung und Übergang zu vernichten-
                der Detonation werden in eingegrenzten Situationen festgestellt (Bergwerksgalerien, Getreideheber-
                schacht usw.). Staubexplosionen sind jedoch immer intern und begrenzt; hauptsächlich anfällig dafür
                sind Getreidesilos/Getreideheber, Mehl/Tierfutter/Zuckerfabriken usw. Ein größeres Gefahrenpotential
                ist vielleicht fraglich, doch können die Todesfälle/Verletzten und die wirtschaftlichen Verluste sehr
                hoch sein. Staubgefahren sind wirklich überall zu finden, nicht nur in der Herstellungsindustrie und im
                Bergbau, sondern bei vielen land- oder forstwirtschaftlichen Verarbeitungstätigkeiten oder Transporten.
                Bisher zerfielen die meisten Forschungsarbeiten in zwei Kategorien:
                — Laborversuche von geeigneten Stäuben mit genormten Geräten, um gleichgenormte Eigenschaften
                    festzustellen (Explosivkonzentration, Zündenergie/Temperatur, Höchstdruck/Geschwindigkeit des
                    Druckanstiegs).
                — Druckentlastung durch geeignete Klappen/Durchbruchwände und die Validation empirischer Skalie-
                     rungsgesetze, Nomographen usw.
                Es wird nicht vorgeschlagen, das erste Thema zu behandeln: eine Routineprüfung, die kompetent von
                spezialisierten Laboratorien durchgeführt wird. Ebenso sollten auch Eigenschaften- oder Unfalldaten-
                banken gegebenenfalls von der GFS unter „Industrielles Risiko" behandelt werden.
                Das zweite Thema gab Anlaß zu interessanten mittelmaßstäblichen und vollmaßstäblichen Prüfungen
                (bis hin zu kleinen Silogrößen), die jedoch zum Teil noch ergänzt werden müssen und von geeigneten
                Vorhaben unter Kostenbeteiligung unterstützt werdeli sollten.
                Wenig bekannt ist die Physik der Staubexplosionen: Verbrennungsprozeß und seine Ausbreitung; Einfluß
                von Turbulenz/Strahlungsvorwärmung/volumetrische Verbrennung; Detonationsprozesse. Man nimmt
                an, daß etwa die gleichen Prozesse vor sich gehen wie bei entzündlichen Gasen (A.3); die vorhandenen
                Unterlagen sind viel gröber. Der Grund dafür ist auch, daß explosiver Schwebestaub undurchsichtig
                ist und eine optische Aufzeichnung verhindert. Die Instrumente müssen entwickelt oder von den
                Gasexplosionsarbeiten übernommen werden, damit Fortschritte erzielt werden können (schnelle Ionen-
                meßelektroden, Dopplerlotapparat, infrarote Meßfühler usw.).
                Viele Arbeiten bleiben noch zu erledigen, bevor ein genügendes Verständnis erreicht wird, und hier
                liegt ein fast vollkommen zur Untersuchung offenstehendes Gebiet, wobei Leitlinien in vieler Hinsicht
                durch die kürzlichen Fortschritte in der Forschung über Gasexplosionen, wie unter A.3 beschrieben, zu
                erhalten sind.
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             TOXISCHE                  LEICHTENTZÜNDLICHE                      DURCHGEH-
              STOFFE                    UND SEHR REAKTIVE                      REAKTIONEN
                                              STOFFE
                                                             I                    I
                                                                                EIN- UND
                          QUELLTERM EINGABEN                                  MEHRPHASEN
                                                                          STROMUNGSSTUDIEN
                        VERBREITUNG IN DER LUFT
                  FLÜSSIG       WOLKE       FEUERSBRUNST     -
                                                                                 STAUB-
                                                                              EXPLOSIONEN
                            KATASTROPHENFEUER
                                               BRENN-
                                              PROZESSE
                        BLEVE                            EXPLOSIVE
                     FEUERBÄLLE                        VERBRENNUNG
              STRAHLUNG ODER
               VERSCHLINGEN
    BELASTUNG VON              ^-               DRUCKWELLE         DRUCKENTLASTUNGS- ^ -
    MENSCHEN,STRUKTUREN                          PROJEKTILE             STUDIEN
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                                                            ANHANGB
                                                         STELLUNGNAHME
            des Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschusses (BVKA) Umweltschutz und Klimatologie über
            den Vorschlag eines Forschungsprogramms auf der Basis der Kostenteilung über größere technologische
                                                               Risiken
            1. Der BVKA hat den Entwurf eines Vorschlags der Kommission für ein MehrJahresprogramm auf der Basis
                der Kostenteilung auf dem Gebiet der größeren technologischen Risiken (gemäß der EG-Richtlinie des
                Rates über die Gefahren schwerer Unfälle (J)) (Dok. XII/CGC/85/2/4 Rev. 2) erörtert. Der BVKA nahm
                ferner die von der Kommission gelieferten Zusatzdokumente zur Kenntnis.
            2. Der BVKA gelangt zu dem Schluß, daß dieser Vorschlag über größere technologische Risiken im Rahmen
                des Forschungsaktionsprogramms (FAP) Umweltschutz die derzeitigen Tätigkeiten der Gemeinsamen
                Forschungsstelle (2) über „industrielles Risiko" ergänzt und verstärkt, die sich insbesondere mit den
                Aspekten der technologischen Risiken befassen, einschließlich:
                — industrielle Systemsicherheit und Zuverlässigkeit, strukturelle Sicherheit und Zuverlässigkeit, Manage-
                    ment industrieller Risiken;
                — Verbreitung und Verbleib durch Unfall freigesetzter Chemikalien, Notstandspläne, Schutz vor Durch-
                    gehreaktionen.
            Begründung und Ziele
            3. Der BVKA schließt sich der Begründung und den Zielen des vorgeschlagenen Forschungsprogramms auf
                der Basis der Kostenteilung an, wie sie im Entwurf eines Vorschlags XH/CGC/85/2/4 Rev. 2 und den
                beigefügten Dokumenten dargestellt sind.
                Der BVKA erkennt die Bedeutung einer Verringerung der Risiken und der Folgen von Katastrophen
                (wie in Cubatao, Mexiko, Bhopal) und die Notwendigkeit hochwertiger Forschungsanstrengüngen an,
                insbesondere was die vielen Risikoanalysetätigkeiten anbelangt, die die Fortschreibung und Durchführung
                der Richtlinie nach sich ziehen werden.
            4. Der BVKA vertritt die Auffassung, daß Forschungen auf Gemeinschaftsebene auf diesem Gebiet notwendig
                sind, um aufeinander abgestimmte Methodologien und Normen zu entwickeln und zu harmonisieren,
                vorhandenes Know-how und vorhandene Einrichtungen zu nutzen und gemeinsame Unternehmungen zu
                fördern. Sie könnten auch anderweitig entwickelte Methodologien nutzen.
            5. Der BVKA meint, daß das vorgeschlagene Programm zu folgenden Ergebnissen führen sollte:
                — eine realistischere Risikobeurteilung,
                — Feststellung von Schwachpunkten, Unsicherheiten und Lücken in den Kenntnissen,
                — Entwicklung geeigneter Technologien zur Verringerung der Risiken,
                — bessere Information über Standortplanung,
                wodurch die Sicherheit industrieller Anlagen und Prozesse sowie des Transports und der Lagerung
                gefährlicher Stoffe erheblich erhöht werden könnte.
            6. Der BVKA vertritt die Auffassung, daß das vorgeschlagene Forschungsprogramm auf der Basis der
                Kostenteilung mehreren der im Rahmenprogramm 1984-1987 genannten Ziele der Gemeinschaft entspricht,
                insbesondere
               — Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz,
               — Umweltschutz und Verhütung von Risiken,
               — Verbesserung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit.
           (J) ABl. Nr. L 230 vom 5. 8. 1982, S. 1.
           (2) Richlinie des Rates vom 20. 12. 1983.
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           Wissenschaftlicher und technischer Inhalt
           7. Der BVKA stimmt den wichtigsten Fragen und Forschungsbereichen im Programmvorschlag zu:
              — Sektor A: physikalische und chemische Phänomene und Eingrenzung der Folgen von Unfällen;
              — Sektor B: Sicherheit und Zuverlässigkeit vorhandener und alternativer Technologien und Geräte-
                  entwicklung;
              — Sektor C: Bewertung und Management von Risiken.
              Der BVKA ist der Ansicht, daß diese einige grundlegende Erfordernisse der Forschung über größere
              technologische Risiken erfüllen, einschließlich der wichtigsten wissenschaftlichen, technischen und sozialen
              Fragen.
              Ferner hält es der BVKA für wesentlich, ein intergriertes Konzept für die Risikobewertung zu entwickeln
              und schlägt vor, dies durch sektorenübergreifende Untersuchungen beispielhafter Tätigkeiten zu erreichen.
              Solche Untersuchungen würden verschiedene Konzepte für die Risikobewertung und die Entscheidungspro-
              zesse aufgrund dieser Bewertungen hervorheben. Seines Erachtens sollte zunächst Sektor A Priorität
              erhalten, da dort Informationen über noch bestehende Unsicherheiten vorliegen. Die Tätigkeiten auf den
              Sektoren B und C, die sich insbesondere auf sektorenübergreifende Studien stützen, sollen dann später
              berücksichtigt werden.
           8. Der BVKA glaubt, daß das vorgeschlagene Programm für eine koordinierte Durchführung im Wege
              von Verträgen auf der Basis der Kostenteilung mit Forschungseinrichtungen und Industrien in den
              Mitgliedstaaten und durch gemeinsame Vorhaben, mit denen einzigartige Einrichtungen genutzt werden
              können, gut geeignet ist.
              Der BVKA stimmt der vorgeschlagenen Durchführung zu und stellt ferner fest, daß:
              — eine enge Zusammenarbeit der interessierten wissenschaftlichen und industriellen Gruppen in den
                  Mitgliedstaaten beabsichtigt ist;
              — einschlägige ergänzende Initiativen und „katalytische Tätigkeiten" zur Förderung des Informations-
                  austauschs, der Ausbildung, der Verbreitung der Ergebnisse ebenfalls vorgeschlagen sind.
           Mittelausstattung und Personal
           9. Zur Erreichung dieser Ziele besteht nach Auffassung des BVKA ein Bedarf an entsprechenden Mitteln
              und Personal.
              Die griechische und italienische Delegation unterstützen den Text dieser Stellungnahme voll und ganz,
              möchten jedoch betonen, daß die Finanzierung des vorgeschlagenen Programms nicht zu einer Verringe-
              rung der Forschungsmittel für andere Arten von Umweltproblemen führen sollte.