CELEX: 62008CB0207
Language: de
Date: 2008-07-11 00:00:00
Title: Rechtssache C-207/08: Beschluss des Gerichtshofs (Sechste Kammer) vom 11. Juli 2008 (Vorabentscheidungsersuchen des Panevėžio apygardos teismas (Republik Litauen)) — Strafverfahren gegen Edgar Babanov (Art. 104 § 3 Abs. 1 der Verfahrensordnung — Landwirtschaft — Freier Warenverkehr — Nationale Rechtsvorschriften, die den Anbau aller Hanfarten verbieten)

8.11.2008   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 285/15
            
         Beschluss des Gerichtshofs (Sechste Kammer) vom 11. Juli 2008 (Vorabentscheidungsersuchen des Panevėžio apygardos teismas (Republik Litauen)) — Strafverfahren gegen Edgar Babanov
   (Rechtssache C-207/08) (1)
   
   (Art. 104 § 3 Abs. 1 der Verfahrensordnung - Landwirtschaft - Freier Warenverkehr - Nationale Rechtsvorschriften, die den Anbau aller Hanfarten verbieten)
   (2008/C 285/24)
   Verfahrenssprache: Litauisch
   Vorlegendes Gericht
   Panevėžio apygardos teismas
   Beteiligter des Ausgangsverfahrens
   Edgar Babanov
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen — Panevėžio apygardos teismas — Vereinbarkeit nationaler Rechtsvorschriften, wonach der Anbau jeder Art von Hanf strafbar ist, mit dem Recht der Union — Möglichkeit eines Gerichts, die nationalen Rechtsvorschriften anzuwenden, wenn der Suchtstoffgehalt des Hanfs einen gewissen Schwellenwert nicht übersteigt
   Tenor
   
               1.
            
            
               Die Verordnung (EG) Nr. 1782/2003 des Rates vom 29. September 2003 mit gemeinsamen Regeln für Direktzahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und mit bestimmten Stützungsregelungen für Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 2019/93, (EG) Nr. 1452/2001, (EG) Nr. 1453/2001, (EG) Nr. 1454/2001, (EG) Nr. 1868/94, (EG) Nr. 1251/1999, (EG) Nr. 1254/1999, (EG) Nr. 1673/2000, (EWG) Nr. 2358/71 und (EG) Nr. 2529/2001 ist dahin auszulegen, dass sie nationalen Rechtsvorschriften entgegensteht, die den Anbau und den Besitz von Hanf, der zur Erzeugung des in dieser Verordnung genannten Faserhanfs bestimmt ist, verbieten.
            
         
               2.
            
            
               Das Gemeinschaftsrecht hindert das Gericht eines Mitgliedstaats daran, nationale Rechtsvorschriften anzuwenden, die unter Verstoß gegen die Verordnung Nr. 1782/2003 ein Verbot des Anbaus und des Besitzes von Hanf, der zur Erzeugung des in dieser Verordnung genannten Faserhanfs bestimmt ist, zur Folge haben.
            
         
      (1)  ABl. C 209 vom 15.8.2008.