CELEX: 51987PC0491(03)
Language: de
Date: 1987-10-26
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES UEBER EIN VON DER GEMEINSAMEN FORSCHUNGSSTELLE FUER DIE EUROPAEISCHE ATOMENERGIEGEMEINSCHAFT DURCHZUFUEHRENDES ERGAENZENDES FORSCHUNGSPROGRAMM

Nr. C 137/4                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    27. 5. 88
                           Artikel 3                                    und dem Europäischen Parlament die Ergebnisse einer
                                                                       von ihr vorgenommenen Bewertung. Die Ergebnisse die-
Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der Gemeinsamen
                                                                        ser Bewertung müssen unter allen Umständen bis Ende
Forschungsstelle (GFS) unterstützt wird, sorgt für die
                                                                        1991 vorliegen.
Durchführung des Programms und nimmt dabei die Mit-
tel der GFS in Anspruch.                                                                          Artikel 5
                           Artikel 4                                    Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der GFS unter-
                                                                       stützt wird, legt dem Rat und dem Europäischen Parla-
Nachdem die Kommission die Stellungnahme des Auf-                       ment alljährlich einen Bericht über die Durchführung des
sichtsrats der GFS eingeholt hat, unterbreitet sie dem Rat              Programms vor.
                                                             ANHANG       A
                         Die spezifischen Forschungsprogramme (Euratom) der Gemeinsamen Forschungsstelle
                                                   Indikative Aufteilung der Mittel
                                                      (Mittel in Millionen ECU)
              1. Lebensqualität
                 1.2. Strahlenschutz:                                                                   2,8
                      — Strahlenschutzbewertung und -Überwachung                                                  2,8
              3. Modernisierung von Industriezweigen
                 3.4. Technische Normen, Meßmethoden und Referenzmaterialien:                         75,6
                      — Kernmessungen und Referenzmaterialien                                                    75,6
              5. Energie
                 5.1. Kernspaltung: Nukleare Sicherheit:                                             309,9
                      — Reaktorsicherheit                                                                       147,9
                      — Bewirtschaftung radioaktiver Abfälle                                                     48,5
                      — Sicherheitsüberwachung und Bewirtschaftung von spaltbarem
                          Material                                                                               44,5
                      — Kernbrennstoffe und Aktinidenforschung                                                   69,0
                 5.2. Kontrollierte thermonukleare Fusion:                                            60,0
                      — Fusionstechnologie und -Sicherheit                                                       60,0
                                                                                         Insgesamt   448,3
              Vorschlag für einen Beschluß des Rates über ein von der Gemeinsamen Forschungsstelle für die
                    Europäische Atomgemeinschaft durchzuführendes ergänzendes Forschungsprogramm
                                                       KOM(87)     491 endg.12
                                (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 29. Oktober 1987)
                                                            (88/C 137/04)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                              nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-
                                                                       nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schen Atomgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 7,
                                                                       schusses,
auf Vorschlag der Kommission, die den Ausschuß für
Wissenschaft und Technik angehört hat,                                 in Erwägung nachstehender Gründe:
 ---pagebreak--- 27. 5. 88                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 137/5
Im Rahmen der gemeinsamen Wissenschafts- und Tech-                    lich der Personalausgaben für einen Personalbestand von
nologiepolitik sind die Forschungsprogramme ein wichti-               82 Bediensteten auf 71,5 Millionen ECU.
ger Beitrag der Europäischen Atomgemeinschaft zur Si-
cherheit und zur Entwicklung der Kernenergie sowie zur                Die indikative Aufteilung dieser Mittel ist in Anhang A
Aneignung und Verbreitung von Wissen auf dem Kern-                    aufgeführt.
gebiet —
                                                                                                 Artikel 3
BESCHLIESST:
                                                                      Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der Gemeinsamen
                           Artikel 1                                  Forschungsstelle (GFS) unterstützt wird, sorgt für die
                                                                      Durchführung des Programms und nimmt dabei die Mit-
Mit Wirkung vom 1. Januar 1988 wird für die Dauer
                                                                      tel der GFS in Anspruch.
von vier Jahren das Ergänzungsprogramm über den Be-
trieb des Hochflußreaktors (HFR), (nachstehend „Pro-
gramm" genannt) aufgestellt.                                                                     Artikel 4
                           Artikel 2                                  Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der GFS unter-
                                                                      stützt wird, legt dem Rat und dem Europäischen Parla-
Die für die Durchführung des Programms für erforder-                  ment alljährlich einen Bericht über die Durchführung des
lich gehaltenen Mittelbindungen belaufen sich einschließ-             Programms vor.
                                                            ANHANG      A
                                             Indikative Aufteilung der Mittel des HFR
             Die Mittel für das Ergänzungsprogramm beruhen auf folgendem Aufteilungsschlüssel:
                  Bundesrepublik Deutschland: 50 %
                  Niederlande: 50 °/o.
                  Außerdem sind für das Ergänzungsprogramm in Zusammenhang mit Arbeiten, die im Rahmen der
                  spezifischen Programme der GFS durchgeführt werden, oder im Zusammenhang mit Arbeiten für
                  Dritte noch weitere Finanzmittel vorgesehen.
             Die indikative Aufteilung ist wie folgt:
                  Ergänzungsprogramm:                                                                78 Millionen ECU
                  — Bundesrepublik Deutschland                                39,0 Millionen ECU
                  — Niederlande                                               32,5 Millionen ECU
                                                     Insgesamt (in Mitteln)   71,5 Millionen ECU
                  — Niederlande (in Naturalien und Dienstleistungen)           6,5 Millionen ECU
                  Spezifische Programme der GFS und Dritte (geschätzte
                  Mittel)                                                                            12 Millionen ECU
                                                                                         Insgesamt   90 Millionen ECU
 ---pagebreak--- N r . C 137/6                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    27. 5. 88
                                                                ANHANG     I
              WISSENSCHAFTLICHE U N D T E C H N I S C H E ORIENTIERUNGEN FÜR DIE SPEZIFISCHEN
              PROGRAMME UND UNTERSTÜTZENDEN TÄTIGKEITEN DER GEMEINSAMEN FOR-
                                                           SCHUNGSSTELLE
              Dieser Anhang enthält eine Beschreibung der spezifischen Programme der GFS und eine Übersicht über
              die von der GFS den Dienststellen der Kommission zu leistende wissenschaftliche und technische Unter-
              stützung.
              1.    Die spezifischen Forschungsprogramme der GFS (1988—1991)
                    Die spezifischen Mehrjahres-Forschungsprogramme der GFS werden gemäß den wissenschaftlichen
                    und technischen Orientierungen durchgeführt, die im folgenden beschrieben sind und den Rahmen für
                    mögliche künftige GFS-Aktivitäten bilden. Sie werden nach Diskussionen mit den Nutzern/Kunden
                    genauer definiert.
                    Diese spezifischen Forschungsprogramme wurden nach sorgfältiger Prüfung des Bedarfs an Gemein-
                    schaftsforschung aufgestellt; diese Analyse hat zu dem bereits erwähnten Schluß geführt, daß die GFS
                    entsprechend ihrer institutionellen Rolle und ihren wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten
                   Arbeiten über eine Anzahl Themen durchführen sollte, als da sind:
                   — Beitrag zur Verwirklichung des großen Binnenmarktes der Gemeinschaft;
                   — Erhöhung der Sicherheit, Unfallverhütung und Verringerung von Unfallfolgen;
                   — Überwachung und Schutz der Umwelt.
              1.1. Unter dem Thema „Beitrag zur Verwirklichung des großen Binnenmarktes der Gemeinschaft" und
                   damit zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit werden Untersuchungen zur Entwicklung
                   von Meßmethoden und Referenzmaterialien sowie die Arbeiten über fortgeschrittene Werkstoffe zu-
                   sammengefaßt.
                   Die Forschungen auf dem Gebiet der Entwicklung von Meßmethoden und Referenzmaterialien um-
                   fassen Studien über Messungen und Referenzmaterialien, Studien über Referenzmethoden zur Zuver-
                   lässigkeitsbewertung von Strukturen und Arbeiten über Referenzmethoden für nichtnukleare Energien.
                   Die Arbeiten über Kernmessungen und Referenzmaterialien in der Forschungsanstalt Geel werden sich
                   weiterhin nach den in den Gemeinschaftsprogrammen (Fusionsprogramme der Gemeinschaft) und von
                   den nationalen und internationalen (OECD-NEA, IAEO) Gremien definierten Bedürfnissen richten
                   sowie nach Forderungen der Industrie, von Forschungsinstituten und medizinischen Organisationen in
                   der Gemeinschaft. Die Arbeiten über Referenzmaterialien schließen außerdem einen Vergleich der
                   Ergebnisse mit nationalen Instituten und Industrien ein. Die Datenmessungen im Bereich der
                   Fusionstechnologie werden wahrscheinlich parallel zur traditionellen Arbeit im Kernspaltungsbereich
                   zunehmen.
                   Die Konditionierung, Lagerung und Verteilung nichtnuklearer Referenzmaterialien an die Kunden
                   stellen eine direkte Unterstützung des Referenzbüros der Gemeinschaft (BCR) dar und werden in den
                   kommenden Jahren im Rahmen einer besonderen Vereinbarung mit dem Referenzbüro fortgesetzt.
                   Die geplanten Forschungsarbeiten über Referenzmethoden für die Zuverlässigkeitsbewertung von
                   Strukturen (Gebäude und Industrieanlagen) sollen zu einem besseren Verständnis des Verhaltens von
                   Strukturen beitragen, die starker Belastung ausgesetzt sind. Bekannte Techniken und physikalische
                   Methoden werden zur zerstörungsfreien Bestimmung von Schäden und zur Bewertung dynamischer
                   Eigenschaften der Werkstoffe eingesetzt. Das Ziel ist eine Verbesserung von Modellen zur Vorhersage
                   der Zuverlässigkeit im Laufe des Betriebs und der Lebenserwartung einzelner Komponenten und ihres
                   Verhaltens in großen komplexen Strukturen.
                   Die Untersuchung des nichtlinearen Verhaltens von Strukturen und mechanischen Systemen, die star-
                   ker dynamischer Belastung ausgesetzt sind, wird fortgesetzt und ausgeweitet.
                   Dies wird die Formulierung verbesserter Konstruktionsspezifikationen und einer verbesserten Zuver-
                   lässigkeitsbewertung auf so unterschiedlichen Gebieten wie Tiefbau, Maschinenbau, Kerntechnik, che-
                   mische Verfahrenstechnik und Küsten- und Offshore-Technik ermöglichen; das Endziel dieser Arbei-
                   ten ist die Erhöhung der Sicherheit und die kostenwirksame Konstruktion von Bauten und mechani-
                   schen Systemen.
                   Um dies zu erreichen, soll die in der Gemeinschaft vorhandene Erprobungskapazität durch den Bau
                   einer Reaktionswand zur statischen, zyklischen und pseudodynamischen Prüfung voll- und großmaß-
                   stäblicher Strukturmodelle in der Forschungsanstalt Ispra ergänzt werden.
 ---pagebreak--- 27. 5. 88                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 137/7
               Diese Forschungstätigkeit wird durch eine Nutzergruppe von Experten aus nationalen Instituten koor-
               diniert, die die GFS bei der Wahl der vorrangig zu behandelnden Probleme und bei der Verbreitung
               der Ergebnisse unterstützen wird.
               Vorgesehen ist, daß die anderen Arbeiten über Meßmethoden zur Leistungsfähigkeit von Solarsyste-
               men mittels ESTI, einer Spezialanlage in Ispra, parallel mit dem Betrieb dieser Anlage für externe
               Bedürfnisse durchgeführt werden.
               Arbeiten zu Untersuchungen über und zur Entwicklung von fortgeschrittenen Werkstoffen werden in
               Petten und Ispra durchgeführt.
               Zu den in der Forschungsanstalt Petten vorgesehenen Arbeiten, die größtenteils eine Erweiterung der
               derzeitigen Tätigkeiten darstellen, gehört die Untersuchung der mechanischen Eigenschaften und der
               Korrosion von Konstruktionsstählen und Legierungen bei hohen Temperaturen unter simulierten Ar-
               beitsbedingungen, die Untersuchung von Legierungsbestandteilen unter komplexen Kriechbedingun-
               gen und das Verhalten von Hochtemperaturkeramiken und Verbundwerkstoffen unter korrosiven Be-
               dingungen. Die Datenbank für Hochtemperaturwerkstoffe wird im Hinblick auf eine rasche Erweite-
               rung des industriellen Einsatzbereiches auf andere Materialsysteme, einschließlich Keramiken, ausge-
               dehnt. Das Informationszentrum für Hochtemperaturwerkstoffe wird eine frühzeitige Verbreitung der
               Ergebnisse und Daten an potentielle Benutzer sicherstellen und als ständiges Verbindungsglied zur
               Industrie fungieren.
               Die Tätigkeiten der Forschungsanstalt Ispra werden sich auf die Bewertung der Eigenschaften und
               Leistungen verbesserter konventioneller Werkstoffe sowie fortgeschrittener Struktur- und Funktions-
               werkstoffe (wie Sonderstähle, intermetallische Verbindungen, Verbundwerkstoffe und Keramiken) er-
               strecken.
               Geplant sind ein Vorhaben zur Bestimmung der strukturellen und chemischen Merkmale supraleiten-
               der keramischer Hochtemperaturwerkstoffe sowie Arbeiten über die chemische und mikrostrukturelle
               Modulation von Metall- und Keramikflächen durch Ionen- und Laserstrahlbehandlung.
          1.2. Unter dem Titel „Erhöhung der Sicherheit, Unfallverhütung und Verringerung von Unfallfolgen"
               wird sich die GFS auf folgende Aktivitäten konzentrieren:
               — Sicherheit der Kernspaltung, d. h. Reaktorsicherheit, Spaltstoffflußkontrolle, Endlagerung radioak-
                    tiver Abfälle, Aktinidenforschung und Sicherheit von Kernbrennstoffen;
               — sicherheitsrelevante Aspekte der Fusionstechnologie;
               — Sicherheit herkömmlicher industrieller Tätigkeiten, insbesondere die Bewertung und Verhütung
                    industrieller Risiken.
               Auf dem Gebiet der Sicherheit der Kernspaltung werden die Arbeiten zur Reaktorsicherheit weiterhin
               eine wichtige Rolle spielen, jedoch schwerpunktmäßig unter Berücksichtigung der Ausgereiftheit der
               Kerntechnologie und der aus den Entwicklungen und Ereignissen der letzten Zeit, wie zum Beispiel
               dem Reaktorunfall von Tschernobyl, gewonnenen Erfahrungen. Die Forschungen werden sich im In-
               teresse der Öffentlichkeit, der Atomindustrie und der Kontrollbehörden auf Unfallverhütung und Un-
               fallanalyse, Kontrolle und Verringerung der Unfallfolgen konzentrieren. Die Erfordernisse werden in
               engem Einvernehmen mit den genannten Interessengruppen formuliert werden. Im Vergleich zum
               Programm 1984—1987 werden die auf die Reaktorsicherheit bezogenen Aktivitäten reduziert werden.
               Alle Arbeiten werden in intensiver Zusammenarbeit mit nationalen Laboratorien, Industriekreisen und
               Kontrollbehörden durchgeführt.
               Die Unfälle von Three Mile Island (USA) und Tschernobyl (UdSSR) haben gezeigt, wie notwendig es
               ist, Einigkeit über die Bestimmung der Menge und Art der Spaltprodukte (Quellterm) zu erzielen, die
               im Falle eines hypothetischen Berstens des Reaktorsicherheitsbehälters in die Umgebung freigesetzt
               werden können.
               Die Kommission beabsichtigt, einen wesentlichen Beitrag zur Lösung dieses Problems durch Kosten-
               teilungsverträge zu leisten, in deren Rahmen Demonstrationsversuche innerhalb des Reaktors im fran-
               zösischen Phebus-Reaktor vorgenommen werden, und interessierte Organisationen in der Gemein-
               schaft sind aufgefordert worden, sich an der Entwicklung und Bewertung von Kodes zu beteiligen.
               Die Forschungen über die Sicherheit der Bewirtschaftung radioaktiver Abfälle werden im Rahmen
               eines Aktionsplans 1980—1992 der Gemeinschaft durchgeführt. Auf diesem Gebiet wird die GFS wei-
               terhin Studien über alternative Abfallbewirtschnftungsstrategien durchführen und wird auch fortge-
               schrittene Studien über die langfristigen Risiken der geologischen Endlagerung unternehmen. Diese
               Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit nationalen Laboratorien und Industrien durchgeführt,
               und sie werden dank der PETRA-Anlage für die Beurteilung und Behandlung radioaktiver Abfälle
               einen neuen Anstoß erhalten. Die Orientierungen für diese Anlage werden durch die Interessen der
               künftigen Kunden einschließlich derjenigen aus der Industrie bestimmt.
               Die Arbeiten zur Spaltstoffflußkontrolle (Sicherheitsüberwachung) entsprechen einer klaren Verpflich-
               tung der Gemeinschaft, Sicherheitsgarantien in den Euratom-Vertrag, den Nichtverbreitungsvertrag
               und in die Verträge zur Lieferung von Spaltmaterial einzubauen. Es ist nicht Aufgabe der GFS, die
 ---pagebreak--- Nr. C 137/8                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    27. 5. 88
                  Sicherheitsüberwachung nach Maßgabe des Euratom-Vertrags vorzunehmen; damit ist eine andere
                  Generaldirektion (die Generaldirektion Energie) betraut, aber die GFS leistet dieser Generaldirektion
                  wesentliche technische Unterstützung und sorgt durch ihre fortgeschrittenen Forschungen für die er-
                  forderliche wissenschaftliche Basis. Diese Aktivitäten werden im Zusammenhang mit der IAEO und
                  dem amerikanischen Energieministerium durchgeführt. Die PERLA-Anlage (PERformance and Trai-
                  ning LAboratory) in Ispra stellt für diese Arbeit ein wichtiges Hilfsmittel dar.
                  Die Grundlagenforschung über Aktinide wird in der GFS-Anstalt Karlsruhe durchgeführt; die Arbei-
                  ten führten zu engen Kontakten mit vielen Laboratorien, die sich nicht nur auf akademische Kreise
                  beschränken. Hand in Hand mit dieser Forschung gehen die Arbeiten zur Sicherheit des Kernbrenn-
                  stoffkreislaufs, einschließlich der Arbeiten über Aktinidenbildung und Transmutationsstudien sowie die
                 Arbeiten über die Sicherheit von Kernbrennstoffen. Letztere haben bereits zu intensiven Kontakten
                  und zur Zusammenarbeit mit der Industrie und mit nationalen Forschungslaboratorien überall in der
                  Gemeinschaft geführt.
                  Die Erforschung sicherheitsbezogener Aspekte der thermonuklearen Fusion wird zugunsten der euro-
                 päischen Fusionsgemeinschaft weitergeführt werden, und zu diesem Zweck wird ein großer Teil der
                  Ispra-Forschung schwerpunktmäßig in die für den NET (Next European Torus) vorgesehenen Arbei-
                 ten eingehen. Untersuchungen über Sicherheit und Umweltschutz werden diese Forschung vervollstän-
                 digen. Der Bau des Laboratoriums für die Tritiumbehandlung wird in Übereinstimmung mit der für
                 diese Einrichtung bereits ausgearbeiteten Planung weitergeführt.
                 Die Forschungen über die Sicherheit industrieller Tätigkeiten wurden in dem laufenden GFS-Mehr-
                 jahresprogramm eingeleitet und befassen sich mit den Risiken herkömmlicher Industriezweige wie der
                 Verarbeitungs- und der Energieumwandlungsindustrie. Verschiedene größere Unfälle in der Welt ha-
                 ben jetzt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit gelenkt, eine schärfere Kon-
                 trolle über Arbeitsvorgänge auszuüben, die ein potentielles Gesundheits- und Umweltrisiko darstellen,
                  und die Gemeinschaft hat hierauf durch Erlaß neuer Richtlinien reagiert. Daß diese Notwendigkeit
                 weiterhin besteht, ist offensichtlich. Die Ziele der GFS-Arbeiten waren und werden auch weiterhin für
                 die Industrie und für die Gemeinschaftspolitik hinsichtlich größerer Gefahrenquellen von Bedeutung
                 sein; dies gilt insbesondere für die Erarbeitung von Rechtsvorschriften durch die Generaldirektion
                 Umwelt, Verbraucherschutz und nukleare Sicherheit.
            1.3. Unter dem Thema „Überwachung und Schutz der Umwelt" sollten folgende Bereiche untersucht wer-
                 den:
                 — Forschung im Zusammenhang mit dem Umweltschutz gemäß dem 4. Aktionsplan der Gemein-
                      schaft;
                 — Anwendung von Fernerkundungstechniken;
                 — Forschung im Zusammenhang mit radiologischer Überwachung.
                 Die mit dem Umweltschutz zusammenhängenden Aktivitäten befassen sich mit Umweltchemikalien,
                 Luftverschmutzung, Wasserqualität und chemischen Abfällen. Das Projekt ,,Umweltchemikalien" be-
                 faßt sich mit der ständigen Aktualisierung der ECDIN-Datenbank über Chemikalien, die einen schäd-
                 lichen Einfluß auf die Umwelt ausüben. Dieses Projekt sieht ebenfalls Forschungen vor, die sich mit
                 der Luftverschmutzung durch den Ausstoß chemischer Produkte in die Atmosphäre und innerhalb von
                 geschlossenen Räumen befassen. Außerdem sollen die toxischen Einflüsse von Metallspuren untersucht
                 werden.
                 Bei der Luftverschmutzung liegt der Forschungsschwerpunkt auf der Chemie der Luftschadstoffe, der
                 Beurteilung von Methodologien zur Messung von Luftschadstoffen, auf Feldstudien der Schadstoff-
                 Massenbilanz und des Schadstofftransports sowie auf der Vorhersage spezifischer Aspekte von Klima-
                 änderungen infolge des Ansteigens des CG* -Gehalts in der Atmosphäre. Das Projekt „Wasserqualität"
                 befaßt sich mit Bioindikatoren, ökotoxikologischen Wirkungen und der Verteilung von Spurenelemen-
                 ten in wässrigen Ökosystemen.
                 Die Notwendigkeit zur Errichtung eines ökotoxikologischen Referenz-Laboratoriums wird untersucht
                 werden. Das Projekt „Chemische Abfälle" beinhaltet Migrationsstudien an anorganischen und organi-
                 schen Schadstoffen aus Mülldeponien und untersucht ihre möglichen Auswirkungen auf die Umwelt;
                 es erstreckt sich auch auf die Entwicklung eines Systems zur Unterstützung der Bewirtschaftung hoch-
                 giftiger Abfälle.
                 Das Programm über Fernerkundung aus dem Weltraum wird sich mit den Anwendungsmöglichkeiten
                 herkömmlicher Fernerkundungstechniken in ausgewählten Bereichen und mit der Entwicklung des
                 Einsatzes neuer, fortgeschrittener Techniken befassen.
                 Die Anwendung herkömmlicher Fernerkundungstechniken wird sich nach dem von den Nutzern gel-
                 tend gemachten Bedarf richten. Abgesehen von einer besonderen Aktion für die europäische landwirt-
                 schaftliche Produktion, die auf Initiative der DG VI und des SAEG von 1987 an gestartet wurde,
                 würden die Arbeiten über die Anwendung von Fernerkundungstechniken auf dem Gebiet der Land-
                 nutzung den Einsatz für benachteiligte Gebiete in Europa und für die Bewirtschaftung der Landres-
                 sourcen in afrikanischen Regionen einschließen. An neuen Anwendungsmöglichkeiten könnte die Pro-
 ---pagebreak--- 27. 5. 88                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 137/9
               spektierung von Bodenschätzen hinzukommen. Bei der Meeresforschung wird der Schwerpunkt wei-
               terhin auf Methoden zur Überwachung der Meeresverschmutzung, der Küstenverschmutzung und der
               Fischbestände liegen, wobei Kampagnen mit nationalen Laboratorien und mit den als vorrangige Nut-
               zer auftretenden Generaldirektionen I und XI sowie auf Anfrage der GD XIV durchgeführt werden.
               Dabei könnten auch Studien über die Wechselwirkung Luft/Meer vorgenommen werden.
               Der Ausbau des Einsatzes von fortgeschritteneren Fernerkundungstechniken wird sich auf Mirkowel-
               len- und Laser-Fluoreszenz-Techniken konzentrieren. Experimentelle Messungen werden im Zusam-
               menhang mit der Europäischen Raumfahrt-Organisation durchgeführt, um so die Auswertung von
               Daten zu fördern, die von dem ersten europäischen Fernerkundungssatelliten ERS 1 geliefert wurden.
               Die mit radiologischer Überwachung zusammenhängenden Aktivitäten beruhen auf den Spezifikatio-
               nen des Euratom-Vertrags (Kapitel III) und werden eine Datenbank mit Informationen über das Um-
               weltverhalten und die biologischen Wirkungen von Radionukliden sowie die Entwicklung mathemati-
               scher Modelle zur Berechnung der Verteilung der durch einen kerntechnischen Unfall freiwerdenden
               Radionuklide umfassen. Diese Aktivitäten werden 1988 als wissenschaftliche Dienstleistung der GD V
               ausgeführt. Sie tragen damit ähnlichen Entwicklungen Rechnung, die einige spezialisierte Agenturen
               der U N O , z. B. die IAEO und die Weltorganisation für Meteorologie (WOM), aufgebaut haben.
          2.   Wissenschaftliche und technische Unterstützung der Kommission durch die Gemeinsame Forschungs-
               stelle
               Ein bedeutender Teil der Kompetenzen der GFS betrifft die verschiedenen sektoralen Politiken der
               Kommission; hier kann die GFS in größerem Umfang als bisher den für diese Politiken zuständigen
               Dienststellen der Kommission wissenschaftlich-technische Unterstützung leisten. Derartige Tätigkeiten
               werden nach dem Vertragsgeber/Vertragsnehmer-Prinzip ausgeführt. Bereits einwandfrei festgelegte
               Aktivitäten werden nachstehend kurz zusammengefaßt.
          2.1. Unterstützung der Überwachung durch Fernerkundung in Entwicklungsländern (GD I und VIII)
               Diese wissenschaftlich-technische Unterstützung durch die GFS wird im wesentlichen aus zwei Aktio-
               nen bestehen:
               — Überwachung erneuerbarer Landressourcen in Ländern der Sahelzone
                    Dies betrifft die Entwicklung und Demonstration von Methodologien, bei denen durch Fernerkun-
                    dung aus dem Weltraum gewonnene Daten eingesetzt werden zur
                   — Überwachung des Regenfeldbaus (Nahrungsmittelressourcen);
                   — Überwachung hydrologischer Ressourcen;
                   — Überwachung der Umweltschäden.
                    Diese drei Themen sind eng miteinander verbunden, da sie alle auf der Studie der Vegetations-
                    dynamik auf regionaler Ebene aufbauen können. Ein wesentlicher Aspekt dieses Vorhabens wird
                    während der nächsten vier Jahre die systematische Auswertung von NOAA-AVHRR-Archivdaten
                    sein; dies wird die Erstellung eines historischen Datensatzes (von 1981—1986) der Vegetationsin-
                    dizes ermöglichen, der die wesentliche Bezugsquelle für die Analyse der Vegetationsdynamik sein
                   wird. Das Vorhaben erfordert enge Kontakte zu afrikanischen Behörden und häufige Arbeiten
                    „vor Ort".
               — Untersuchung der aufsteigenden Meeresströmungen an den nordafrikanischen Küsten
                    Diese Studie geht auf eine Anfrage der marokkanischen Behörden zurück, die über die GD I um
                    Hilfe bei der Erforschung der Dynamik der aufsteigenden Meeresströmungen entlang ihrer Küste
                   gebeten haben, da dieses Problem beträchtliche Auswirkungen auf den Fischfang hat.
                    Die Studie ist auch für die europäische Fischerei von Bedeutung und kann an die Bedürfnisse und
                    Interessen der GD XIV angepaßt werden.
          2.2. Unterstützung der Gesundheits-, Hygiene- und Sicherheitspolitik (GD V)
               Die Unterstützung der GD V ist auf zweierlei Aktivitäten ausgerichtet. Die erste bezieht sich auf die
               Sicherheit am Arbeitsplatz, die zweite betrifft die Radioaktivität der Umwelt.
               — Sicherheit am Arbeitsplatz
                   Zu den Arbeiten gehören insbesondere die Erfassung der Atemschutzmittel, die Dialyse und die
                   Verteilung toxischer Metalle im Körper, die Erstellung von Monographien über die biologische
                   Überwachung, die Benutzung von ECDIN usw. (Es handelt sich im wesentlichen um die wissen-
                   schaftlich-technische Unterstützung der Tätigkeiten des Ausschusses für Gesundheit, Hygiene und
                   Sicherheit.)
 ---pagebreak--- Nr. C 137/10                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         17. 5. 88
                 — Radioaktivität in der Umwelt
                     Die Arbeiten werden in einer ersten Phase folgende Punkte umfassen:
                     — Erstellung einer Datenbank über Radioaktivität in der Umwelt;
                     — Entwicklung und Auswertung von Meso-Scale-Transportmodellen und Modellen zur Bewer-
                          tung der Umweltschädigung;
                     — Entwicklung von Verfahren zur Echtzeit-Datenerfassung über die Radioaktivität in der Luft.
                          Diese Tätigkeiten könnten, wenn dies verlangt wird, auf Gemeinschaftsebene zur Entwicklung
                          eines Warnsystems für Radioaktivität führen.
                     Es ist zu bemerken, daß auch einige spezialisierte Agenturen der U N O z. B. die IAEO und die
                     W O M , die Initiative in diesem Bereich ergriffen haben; entsprechende Kontakte wurden im Hin-
                     blick auf eine eventuelle Zusammenarbeit aufgenommen und weiter fortgeführt.
           2.3. Wissenschaftlich-technische Unterstützung für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) (Fernerkundung für die
                 Landwirtschaft - GD VI-SAEG)
                 Mit Hilfe der neuen Techniken der Fernerkundung aus dem Weltraum können die statistischen Infor-
                 mationen für die Landwirtschaft verbessert werden; d. h., mit geringem Kostenaufwand könnten
                 Wirksamkeit und Schnelligkeit in bestimmten Bereichen der gemeinschaftlichen landwirtschaftlichen
                 Statistiken erhöht werden. Dies betrifft die Aufstellung von Ernteverzeichnissen, die Abschätzung der
                 Erträge (mit Hilfe der Vegetationsindizes), die Erfassung aller Elemente zur Wettervorhersage und
                 die Sammlung von Daten zur Erntevorhersage.
                 Um eine schnelle Verbesserung zu erreichen, errichtet die Gemeinschaft z. B. ein Forschungs- und
                 Entwicklungsprojekt, um die Fernerkundung auch in das statistische System der EG für die Landwirt-
                 schaft (SAEG) einzuführen und so eine Unterstützung der Landwirtschaftspolitik der Gemeinschaft zu
                 liefern.
           2.4. Wissenschaftlich-technische Unterstützung der Umweltschutzpolitik (GD XI)
                 Die Umweltschutzaktivitäten der GFS sind von Bedeutung für die Durchsetzung der EG-Politik im
                 Bereich der Umwelt und der größeren technologischen Risiken, wie sie im 4. Umweltaktionsplan
                 1987—1991 festgelegt ist. Die Unterstützung der GD XI umfaßt folgende Aktivitäten:
                 — Vergleich und Bewertung von Methoden für die Messung von Luftschadstoffen durch Erweiterung
                     des aktuellen Tätigkeitsbereichs des GFS-Zentrallaboratoriums;
                 — Vergleich analytischer Methoden für chemische Abfälle; Entwicklung von Systemen zur Vermin-
                     derung der Folgen von Chemieunfällen;
                 — Unterstützung bei der Durchführung von EG-Richtlinien über Süßwasserqualität: Ökotoxikologi-
                      sche Wirkungen, biologische Qualität des Wassers, Trinkwasserparameter;
                 — Im Rahmen der EG-Richtlinie über „Größere Unfallrisiken bestimmter industrieller Tätigkeiten"
                     Weiterentwicklung und Anwendung des Berichtssystems über größere Unfälle (MARS), einer Da-
                     tenbank über größere Unfälle; Beiträge zur Harmonisierung von Methodologien zur Risikoanalyse
                      und zur Vereinheitlichung der Notfallplanung.
           2.5. Wissenschaftlich-technische Unterstützung des Referenzbüros der Gemeinschaft (GD XII)
                 Die Konditionierung, Lagerung und Verteilung nichtnuklearer Referenzmaterialien an den Kunden ist
                 eine direkte Unterstützung des BCR (Referenzbüro der Gemeinschaft). Diese Tätigkeiten werden in
                 den nächsten Jahren aufgrund einer Sondervereinbarung fortgesetzt ( l ).
           2.6. Wissenschaftlich-technische Unterstützung der Direktion für nukleare Sicherheitsüberwachung (GD       XVII)
                 Die Unterstützung der Euratom-Direktion für nukleare Sicherheitsüberwachung durch die GFS be-
                 zieht sich auf die Lösung technischer Probleme und umfaßt mehrere Aufgaben, die von der Aufsichts-
                 behörde festgelegt wurden:
                 — Entwicklung, Feldprüfung, Kalibrierung und Instandhaltung der von der Aufsichtsbehörde gelie-
                      ferten Instrumente;
                 — Veranstaltung ausführlicher Ausbildungslehrgänge (ca. 15 pro Jahr) für die Inspektoren der Sicher-
                      heitsüberwachung;
           (') Siehe KOM(87) 444 ende. — Vorschlag einer Verordnung (EWG) des Rates über das Forschungs- und Entwicklungs-
               programm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Bereich der angewandten Metrologie und chemischen Analy-
               sen (1988—1991) (Referenzbüro der Gemeinschaft).
 ---pagebreak--- 27. 5. 88                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 137/11
               — Verwaltung und Auswertung von Daten und ihre Übermittlung an die Zentralverwaltung.
               Dazu kommen noch zwei Dienstleistungen:
               — Die chemische Analyse von Proben, die von den Inspektoren in den verschiedenen Teilen des
                   Brennstoffkreislaufs entnommen wurden;
               — Förderung des Gesundheitsschutzes, wobei die GFS den in den Nuklearanlagen arbeitenden In-
                   spektoren Unterstützung und Ausbildung auf dem Gebiet des Strahlenschutzes gewährt.
          2.7. Unterstützung für neue Energien (GD XVII)
               Die GFS gibt wissenschaftliche und technische Unterstützung für die Initiativen der GD XVII auf dem
               Gebiet neuer und erneuerbarer Energien. Zu dieser Tätigkeit gehören insbesondere folgende Arbeiten:
               — Unterstützung des Energiebus-Programms;
               — Erarbeitung von Normen für den Betrieb von Solaranlagen, die in Demonstrationsvorhaben einge-
                   setzt werden; Auswertung aller Ergebnisse dieser Vorhaben;
               — Erstellung eines Informations- und Analyse-Zentrums in Verbindung mit Resultaten von Demon-
                   strationsprojekten.
               Zusätzlich wird die GFS zu den wissenschaftlichen Überlegungen beitragen, die die Nutzung neuer
               und erneuerbarer Energien betreffen; eine Verstärkung dieser wissenschaftlichen und technischen Un-
               terstützung wird geprüft.
          2.8. Andere unterstützende Tätigkeiten der GFS
               Andere Aktivitäten der GFS werden an das Vertragsgeber/Vertragsnehmer-Prinzip zur Unterstützung
               der sektoralen Politiken der Kommission angepaßt. Zu den bereits festgelegten Aktivitäten zählen:
               — die Unterstützung der nuklearen Sicherheitsüberwachung der IAEO — technische Zusammen-
                   arbeit ( G D I ) ;
               — die Unterstützung der GAP (Laboratorium zur Weinkontrolle) — GD VI;
               — die Unterstützung der GAP (integrierte Aktion zum Pflanzenschutz) — GD VI;
               — die Unterstützung der Verkehrspolitik der Kommission — GD VII;
               — die Unterstützung bei der Entwicklung europäischer industrieller Referenzmethoden — GD III;
               — die Unterstützung der Regionalpolitik (GD XVI) mit Hilfe der Fernerkundung aus dem Welt-
                   raum;
               — die Unterstützung der GD XXI, Zollunion und indirekte Steuern;
               — die allgemeine Unterstützung (Generalsekretariat/GD V / G D XI) — Zusammenarbeit und gegen-
                   seitige Hilfe im Katastrophenfall.
               In weiteren Diskussionen werden GFS-Aktivitäten erörtert, die zu einer regelmäßigen wissenschaft-
               lich/technischen Unterstützug der sektoralen Politiken der Kommission führen sollen. Weiter ausge-
               baut werden könnte die technische Unterstützung der GFS für die Verhinderung und Aufdeckung von
               Betrug.
               Außerdem wird die GFS in unterschiedlichen Bereichen vorübergehend wissenschaftlich/technische
               Unterstützung gewähren, die in in den Jahresplan der GFS-Aktivitäten aufgenommen wird.
               Alle diese Tätgkeiten werden im jährlichen Tätigkeitsschema der GFS beschrieben.
               Die Zusammenarbeit mit der GD XIII und der Task Force „Kleine und mittlere Unternehmen" im
               Hinblick auf die Auswertung der Forschungsergebnisse der GFS sollte besonders erwähnt werden. In
               der Tat werden, mehr noch als in der Vergangenheit, bedeutende Anstrengungen unternommen wer-
               den müssen, um die in der GFS entwickelte Technologie nach außen hin, besonders an die kleinen
               und mittleren Unternehmen, zu vermitteln. Zu diesem Zweck soll das von der Task Force „Kleine und
               mittlere Unternehmen" errichtete Netz benutzt werden.
 ---pagebreak--- Nr. C 137/12                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   27. 5. 88
                                                              ANHANG     II
                                      DIE BEWERTUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE
             1. In Zukunft werden sich die Tätigkeiten der GFS auf mehrere unterschiedliche Aufgaben verteilen; eine
                 davon besteht in der Durchführung spezifischer Mehrjahres-Forschungsprogramme gemäß Artikel 7 des
                 EAG-Vertrags und Artikel 130 Q Absatz 2 des EWG-Vertrags zur Unterstützung der Durchführung
                 der Gemeinschaftspolitiken, eines Programms, dessen Ausrichtung in den wissenschaftlichen und techni-
                 schen Zielen des Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung niedergelegt ist.
             2. Für diese für den Zeitraum 1988—1991 vorgeschlagenen spezifischen Programme werden in der Mitte
                 dieses Zeitraums gemäß dem Aktionsplan der Kommission vom November 1986 (') formelle Bewertun-
                 gen durchgeführt.
             3. In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat organisiert die Kommission die Bewertung aller Forschungsaktivi-
                 täten der GFS einschließlich der spezifischen Programme.
             4. In den Mittelansätzen für 1988—1991 sind zur Deckung der Kosten der Bewertungen 0,5 Millionen
                 ECU vorgesehen.
             5. Die Bewertungen haben folgende Ziele:
                 a) Beurteilung der wissenschaftlichen und technischen Leistungen, die im Rahmen des Programms er-
                     bracht wurden, unter Berücksichtigung der ursprünglichen Ziele, der Qualität und der praktischen
                     Bedeutung der Ergebnisse und etwaiger Nebeneffekte;
                 b) Bewertung des Beitrags des Programms zur Entwicklung anderer Gemeinschaftspolitiken und zur
                     sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinschaft im allgemeinen;
                 c) Beurteilung der Effizienz der Programmverwaltung und der Nutzung der zur Verfügung stehenden
                     Mittel;
                 d) Empfehlungen für die künftige Orientierung des Programms, für Verbesserungen des Managements,
                     für die Verwertung der Ergebnisse, usw.
                 Die Ergebnisse der Bewertungen werden von der Kommission veröffentlicht.
             (') Siehe ABl. Nr. C 14 vom 20. 1. 1987, S. 5
             Vorschlag für eine Richtlinie (EWG) des Rates zur Harmonisierung des Bruttosozialprodukts zu
                      Marktpreisen (BSPmp) und zur Stärkung der statistischen Berechnungsgrundlagen
                                                           KOM(88)   176 endg.
                                  (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 12. April 1988)
                                                             (88/C 137/05)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                              nach Stellungnahme      des Wirtschafts-   und  Sozialaus-
                                                                       schusses,
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-
schen Wirtschaftsgemeinschaft,                                         nach Stellungnahme des Rechnungshofs,
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                     in Erwägung nachstehender Gründe:
schen Energie- und Atomgemeinschaft,
                                                                       Die Schaffung einer zusätzlichen Bemessungsgrundlage,
                                                                       die auf dem Bruttosozialprodukt der Mitgliedsländer zu
gestützt auf die Entscheidung des Rates vom . . . 1988
                                                                       Marktpreisen basiert (BSPmp), macht eine Verbesserung
über das System der Eigenmittel der Gemeinschaften,
                                                                       der Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit dieses Aggre-
insbesondere auf Artikel 8 Absatz 2,
                                                                       gats notwendig.
auf Vorschlag der Kommission,                                          Die Vollendung des Binnenmarktes wird Änderungen an
                                                                       dem Verfahren zur Sammlung statistischer Daten erfor-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                        derlich machen.