CELEX: 62008CJ0400
Language: de
Date: 2011-03-24
Title: Urteil des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 24. März 2011.#Europäische Kommission gegen Königreich Spanien.#Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Niederlassungsfreiheit - Art. 43 EG - Nationale Regelung über die Errichtung von Einzelhandelsgeschäften in Katalonien - Beschränkungen - Rechtfertigungsgründe - Verhältnismäßigkeit.#Rechtssache C-400/08.

Rechtssache C-400/08
      Europäische Kommission
      gegen
      Königreich Spanien
      „Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats – Niederlassungsfreiheit – Art. 43 EG – Nationale Regelung über die Einrichtung von Einzelhandelsflächen in Katalonien – Beschränkungen – Rechtfertigungsgründe – Verhältnismäßigkeit“
      Leitsätze des Urteils
      Freizügigkeit – Niederlassungsfreiheit – Beschränkungen – Regelung, die große Einzelhandelseinrichtungen in einem bestimmten
            Gebiet hinsichtlich Standort und Größe Beschränkungen unterwirft
      (Art. 43 EG)
      Ein Mitgliedstaat verstößt dadurch gegen seine Verpflichtungen aus Art. 43 EG, dass er Vorschriften erlässt und/oder aufrechterhält,
         die
      
      –        es verbieten, außerhalb von konsolidierten städtischen Gebieten in einer begrenzten Anzahl von Gemeinden große Einzelhandelseinrichtungen
         anzusiedeln;
      
      –        die Ansiedlung neuer Verbrauchermärkte auf eine begrenzte Anzahl von Bezirken beschränken und bestimmen, dass auf solche neuen
         Verbrauchermärkte nicht mehr als 9 % der Ausgaben für Produkte des täglichen Bedarfs und 7 % der Ausgaben für Produkte des
         mittel‑ und langfristigen Bedarfs entfallen dürfen;
      
      –        Obergrenzen für die Ansiedlungsdichte und die Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel vorschreiben, wobei es, sobald
         diese Obergrenzen überschritten werden, unmöglich ist, neue große und/oder mittlere Einzelhandelseinrichtungen zu eröffnen;
      
      –        die Zusammensetzung des Ausschusses für Einrichtungen des Handels, dessen Konsultation obligatorisch ist, um für die Eröffnung
         einer großen Einzelhandelseinrichtung eine spezifische Erlaubnis zu erhalten, so regeln, dass die Vertretung der Interessen
         des bestehenden Einzelhandels sichergestellt, die Vertretung der Vereinigungen, die im Bereich des Umweltschutzes tätig sind,
         und der Verbraucherschutzverbände aber nicht vorgesehen ist, so dass diese Vorschriften insgesamt zur Folge haben, dass sie
         Wirtschaftsteilnehmern anderer Mitgliedstaaten die Ausübung ihrer Tätigkeiten im fraglichen Gebiet mit Hilfe einer Betriebsstätte
         erschweren oder weniger attraktiv machen und dadurch ihre Niederlassung auf dem nationalen Markt so beeinträchtigen, dass
         sie eine Beschränkung der Niederlassungsfreiheit im Sinne von Art. 43 EG darstellen.
      
      Derartige Beschränkungen sind aus Gründen des Umweltschutzes, der Raumordnung oder des Verbraucherschutzes nicht gerechtfertigt.
      Insbesondere betrifft die Verpflichtung, im Rahmen der Erteilung einer Ansiedlungserlaubnis die Ausstattung des betreffenden
         Gebiets mit Einzelhandelseinrichtungen und die Auswirkungen einer neuen Ansiedlung auf die Einzelhandelsstruktur dieses Gebiets
         zu berücksichtigen, die Auswirkungen auf die bestehenden Einzelhandelseinrichtungen und die Struktur des Marktes, nicht jedoch
         den Verbraucherschutz. Das Gleiche gilt für die Verpflichtung, im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung dieser Erlaubnis ein
         Gutachten über die Ansiedlungsdichte einzuholen, das, wenn es negativ ausfällt, bindend ist und zwangsläufig negativ ausfällt,
         wenn die Ansiedlungsdichte einen bestimmten Wert überschreitet. Soweit in diesem Zusammenhang Obergrenzen für die Ansiedlungsdichte
         und die Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel vorgeschrieben sind und es, sobald diese Obergrenzen überschritten werden,
         unmöglich ist, neue große und/oder mittlere Einzelhandelseinrichtungen zu eröffnen, können derartige rein wirtschaftliche
         Ziele kein zwingender Grund des Allgemeininteresses zur Rechtfertigung von Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit sein.
      
      Im Übrigen vertritt der Ausschuss für Einrichtungen des Handels allein die Interessen des Sektors der etablierten örtlichen
         Händler. Eine derart zusammengesetzte Einrichtung, in der weder die Interessen des Umweltschutzes noch die der Verbraucher
         vertreten sind, wohl aber die der potenziellen Wettbewerber des Antragstellers, kann kein geeignetes Instrument sein, um Ziele
         der Raumordnung, des Umwelt‑ und des Verbraucherschutzes zu verwirklichen.
      
      (vgl. Randnrn. 70, 72, 85, 95-98, 111, Tenor 1)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Zweite Kammer)
      24. März 2011(*)
      
      „Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats – Niederlassungsfreiheit – Art. 43 EG – Nationale Regelung über die Errichtung von Einzelhandelsgeschäften in Katalonien – Beschränkungen – Rechtfertigungsgründe – Verhältnismäßigkeit“
      In der Rechtssache C‑400/08
      betreffend eine Vertragsverletzungsklage nach Art. 226 EG, eingereicht am 16. September 2008,
      Europäische Kommission, vertreten durch E. Traversa und R. Vidal Puig als Bevollmächtigte im Beistand von C. Fernández Vicién und A. Pereda Miquel,
         abogados, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Klägerin,
      gegen
      Königreich Spanien, vertreten durch N. Díaz Abad als Bevollmächtigte, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Beklagter,
      unterstützt durch
      Königreich Dänemark, vertreten durch J. Bering Liisberg und R. Holdgaard als Bevollmächtigte,
      
      Streithelfer,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J. N. Cunha Rodrigues, der Richter A. Arabadjiev, A. Rosas (Berichterstatter) und U. Lõhmus
         sowie der Richterin P. Lindh,
      
      Generalanwältin: E. Sharpston,
      Kanzler: N. Nanchev, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 6. Mai 2010,
      nach Anhörung der Schlussanträge der Generalanwältin in der Sitzung vom 7. Oktober 2010
      folgendes
      Urteil
      1        Mit ihrer Klageschrift beantragt die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, festzustellen, dass das Königreich Spanien
         dadurch gegen seine Verpflichtungen aus Art. 43 EG verstoßen hat, dass es Beschränkungen für die Errichtung von Einzelhandelsgeschäften
         in Katalonien vorschreibt, die sich ergeben aus der Ley 7/1996 de ordenación de comercio minorista (Gesetz über die Ordnung
         des Einzelhandels, im Folgenden: Gesetz 7/1996) vom 15. Januar 1996 (BOE Nr. 15 vom 17. Januar 1996, S. 1243) und der einschlägigen
         Regelung der Autonomen Gemeinschaft Katalonien, d. h. der Ley 18/2005 de equipamientos comerciales (Gesetz 18/2005 über Einrichtungen
         des Handels, im Folgenden: Gesetz 18/2005) vom 27. Dezember 2005 (DOGC Nr. 4543 vom 3. Januar 2006, S. 72), dem Decreto 378/2006
         por el que se desarolla la Ley 18/2005 (Dekret 378/2006 zur Durchführung des Gesetzes 18/2005, im Folgenden: Dekret 378/2006)
         vom 10. Oktober 2006 (DOGC Nr. 4740 vom 16. Oktober 2006, S. 42591) und dem Decreto 379/2006 por el que se aprueba el nuevo
         Plan territorial sectorial de equipamientos comerciales (Dekret 379/2006 über die Genehmigung des neuen territorialen sektoriellen
         Plans für Einrichtungen des Handels, im Folgenden: Dekret 379/2006) vom 10. Oktober 2006 (DOGC Nr. 4740 vom 16. Oktober 2006,
         S. 42600).
      
      I –  Das nationale Recht
      A –  Gesetz 7/1996
      2        Art. 2 des Gesetzes 7/1996 lautet: 
      
      „Einzelhandelseinrichtungen 
      (1)      Einzelhandelseinrichtungen sind auf Dauer angelegte Räumlichkeiten, Bauten oder Anlagen, die für eine regelmäßige Geschäftsausübung
         bestimmt sind, sei es durchgehend, an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Zeiten.
      
      (2)      Unter die vorgenannte Definition fallen auch Kioske und ganz allgemein bauliche Anlagen jeder Art, die zu dem in der genannten
         Definition angeführten Zweck verwendet werden, soweit sie den Charakter eines Gebäudes im Sinne von Art. 334 des Código civil
         aufweisen.
      
      (3)      Die Autonomen Gemeinschaften legen die Bedingungen für eine Einstufung als ‚große Einzelhandelseinrichtung‘ fest. Hinsichtlich
         der handelsrechtlichen Genehmigungen und Vorschriften umfasst dieser Begriff auf jeden Fall alle Einrichtungen mit einer öffentlichen
         Auslage- und Verkaufsfläche von mehr als 2 500 m².“
      
      3        Art. 6 dieses Gesetzes bestimmt:
      
      „Errichtung großer Einzelhandelseinrichtungen
      (1)      Die Eröffnung einer großen Einzelhandelseinrichtung bedarf einer besonderen Gewerbeerlaubnis durch die Behörden der Autonomen
         Gemeinschaft, die auch andere mit der Einzelhandelstätigkeit zusammenhängende Handlungen von der Erteilung einer behördlichen
         Erlaubnis abhängig machen können.
      
      (2)      Bei der Entscheidung über die Erteilung oder die Versagung der in Abs. 1 genannten Gewerbeerlaubnis ist insbesondere zu berücksichtigen,
         ob in dem von der neuen Ansiedlung betroffenen Gebiet eine angemessene Ausstattung mit Einzelhandelseinrichtungen besteht
         und welche Auswirkungen die neue Ansiedlung auf die Einzelhandelsstruktur dieses Gebiets haben würde.
      
      Auf jeden Fall ist ein Gutachten des Tribunal de Defensa de la Competencia (Wettbewerbsgericht) erforderlich, dessen Feststellungen
         jedoch nicht bindend sind.
      
      (3)      Die Ausstattung eines Gebiets mit Einzelhandelseinrichtungen gilt als angemessen, wenn sie der Bevölkerung nach ihrem gegenwärtigen
         (oder mittelfristig prognostizierten) Bestand ein Warenangebot auf einem Niveau garantiert, das hinsichtlich Qualität, Vielfalt,
         Kundendienst, Preisen und Öffnungszeiten sowohl den derzeitigen Erfordernissen als auch den Trends eines sich weiter entwickelnden
         und modernisierten Einzelhandels gerecht wird.
      
      (4)      Die Auswirkungen auf die bestehende Einzelhandelsstruktur sind unter Berücksichtigung der Verbesserung, die die Eröffnung
         einer neuen großen Einzelhandelseinrichtung in dem Gebiet für den freien Wettbewerb zur Folge hat, und der negativen Auswirkungen
         zu beurteilen, die diese Eröffnung für die bereits bestehenden kleinen Einzelhandelsgeschäfte haben könnte.
      
      (5)      Die hierfür zuständigen Autonomen Gemeinschaften können Gebietsausschüsse einsetzen, die sich gegebenenfalls gutachterlich
         zur Schaffung großflächiger Einrichtungen gemäß dem einschlägigen Recht der Autonomen Gemeinschaften äußern.“
      
      4        Die Schlussbestimmung des Gesetzes 7/1996 regelt den verfassungsrechtlichen Status der verschiedenen Artikel. Danach wurde
         Art. 6 Abs. 1 und 2 des Gesetzes aufgrund der ausschließlichen Zuständigkeiten des Staates nach Art. 149 Abs. 1 Nr. 13 der
         Verfassung erlassen. Die Abs. 3 bis 5 der Schlussbestimmung sind Auffangvorschriften, die „in Ermangelung spezieller Rechtsvorschriften
         der Autonomen Gemeinschaften anwendbar sind“.
      
      B –  Das Gesetz 18/2005 
      5        In Art. 3 Abs. 1 und 2 des Gesetzes 18/2005 werden für die Autonome Gemeinschaft Katalonien die Einzelhandelseinrichtungen
         je nach Bevölkerungszahl der Gemeinde, in der sie sich befinden, als groß oder mittelgroß eingestuft. Diese Einstufungen lassen
         sich, wie die Generalanwältin in Nr. 11 ihrer Schlussanträge ausführt, folgendermaßen zusammenfassen:
      
      
               Bevölkerungszahl der Gemeinde
            
            
               Große Einrichtungen: Mindestverkaufsfläche
            
            
               Mittlere Einrichtungen: Mindestverkaufsfläche
            
         
               Über 240 000 Einwohner
            
            
               2 500 m2
            
            
               1 000 m2
            
         
               25 001 bis 240 000 Einwohner
            
            
               2 000 m2
            
            
               800 m2
            
         
               10 001 bis 25 000 Einwohner
            
            
               1 300 m2
            
            
               600 m2
            
         
               Bis zu 10 000 Einwohner
            
            
               800 m2
            
            
               500 m2
            
         
      6        Nach Art. 3 Abs. 3 dieses Gesetzes gelten die im Plan territorial sectorial de equipamientos comerciales (territorialer sektorieller
         Plan für Einrichtungen des Handels, im Folgenden: PTSEC) genannten Verkaufsflächenbeschränkungen für mittelgroße Einrichtungen
         des Lebensmittelsektors und für alle Einrichtungen ab 1 000 m², die Haushaltselektro‑ oder Haushaltselektronikgeräte, Sport‑
         oder persönliche Ausrüstung, Freizeit‑ oder kulturelle Artikel verkaufen, und zwar ungeachtet ihrer Einstufung anhand der
         in den Abs. 1 und 2 genannten Kriterien.
      
      7        Nach Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 dürfen große Einzelhandelseinrichtungen nur in konsolidierten städtischen Gebieten
         in Gemeinden eröffnet werden, die entweder das Zentrum eines Bezirks sind oder die mehr als 25 000 Einwohner oder unter Berücksichtigung
         des Fremdenverkehrs eine entsprechende Einwohnerzahl haben.
      
      8        Art. 4 Abs. 2 dieses Gesetzes sieht, außer in Sonderfällen, dieselbe Beschränkung für Einrichtungen mit einer Verkaufsfläche
         ab 1 000 m² vor, in denen im Wesentlichen Haushaltselektro‑ oder Haushaltselektronikgeräte, Sportartikel und ‑zubehör, persönliche
         Ausrüstung, Freizeit‑ oder kulturelle Artikel verkauft werden.
      
      9        Der Begriff „konsolidierte städtische Gebiete“ bezieht sich gemäß Art. 4 Abs. 3 dieses Gesetzes auf Gebiete, in denen aufgrund
         des geltenden Bebauungsplans die Mehrheit der Einwohner lebt, auf zusammenhängende Bebauung mit Mehrfamilienhäusern und auf
         das Geflecht von in die Wohngebiete integrierten Einzelhandelsbetrieben.
      
      10      Art. 4 Abs. 8 des Gesetzes enthält zu den in den Randnrn. 7 und 8 dieses Urteils genannten Verboten eine Reihe von Ausnahmen.
         Diese gelten insbesondere für
      
      –        Einzelhandelseinrichtungen, in denen Kraftfahrzeuge oder andere Fahrzeuge, Maschinen, Baumaterial oder Artikel für den Heimwerker‑
         und Gartenbedarf verkauft werden;
      
      –        Verkaufseinrichtungen in Bahnhöfen an Hochgeschwindigkeitsstrecken, einigen Flughäfen und Häfen für den Passagierverkehr;
      –        Geschäfte in grenznahen Gemeinden und
      –        Fabrikdirektverkaufsstellen.
      11      Nach Art. 6 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 ist in den folgenden Fällen eine gemeindliche Gewerbeerlaubnis erforderlich:
      
      „a)      für die Eröffnung einer mittelgroßen Einzelhandelseinrichtung;
      b)      für die Erweiterung von Einzelhandelseinrichtungen, deren Verkaufsfläche vor oder nach der Erweiterung der einer mittelgroßen
         Einzelhandelseinrichtung entspricht;
      
      c)      für eine Änderung der Tätigkeit einer mittelgroßen Einzelhandelseinrichtung;
      d)      für die Verlegung von Einzelhandelseinrichtungen, deren Verkaufsfläche vor oder nach der Verlegung der einer mittelgroßen
         Einzelhandelseinrichtung entspricht. Die Wirksamkeit der Erlaubnis gilt in diesem Fall vorbehaltlich der tatsächlichen Schließung
         der ursprünglichen Einzelhandelseinrichtung vor Eröffnung der neuen.“
      
      12      Hat die Verwaltung bis zum Ablauf der für die Erteilung der gemeindlichen Gewerbeerlaubnis vorgesehenen Frist keine Entscheidung
         getroffen, gilt dies gemäß Art. 6 Abs. 4 dieses Gesetzes als Versagung der Erlaubnis.
      
      13      Nach Art. 7 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 ist in den folgenden Fällen die Erteilung einer Erlaubnis durch die Generalidad de
         Cataluña (Regionalregierung Kataloniens, im Folgenden: Regionalregierung) erforderlich:
      
      „a)      für die Eröffnung großer Einzelhandelseinrichtungen;
      b)      für die Erweiterung von Einzelhandelseinrichtungen, deren Verkaufsfläche vor oder nach der Erweiterung die in Art. 3 Abs. 1
         und 4 festgelegten Grenzen überschreitet;
      
      c)      für eine Änderung der Tätigkeit einer großen Einzelhandelseinrichtung;
      d)      für die Verlegung von Einzelhandelseinrichtungen, deren Verkaufsfläche vor oder nach der Erweiterung die in Art. 3 Abs. 1
         und 4 festgelegten Grenzen überschreitet. Die Wirksamkeit der Erlaubnis gilt in diesem Fall vorbehaltlich der tatsächlichen
         Schließung der ursprünglichen Einzelhandelseinrichtung vor Eröffnung der neuen;
      
      e)      für die Veräußerung einer großen Einzelhandelseinrichtung, außer wenn die Voraussetzungen nach Art. 7 Abs. 3 dieses Gesetzes
         erfüllt sind.“
      
      14      Art. 7 Abs. 8 des Gesetzes 18/2005 bestimmt:
      
      „Der Antragsteller legt im Rahmen des Verfahrens für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis durch die Regionalregierung ein Gutachten
         vor, das vom Bürgermeisteramt der Gemeinde erstellt worden ist, auf deren Gebiet er eine große Einzelhandelseinrichtung eröffnen,
         erweitern oder verlegen möchte oder die Tätigkeit der Einrichtung ändern möchte. Das Gutachten muss von der Vollversammlung
         des Gemeinderats genehmigt und begründet sein, und zwar unter Berücksichtigung der in Art. 10 vorgesehenen Beurteilungskriterien;
         falls es negativ ist, ist es rechtlich verbindlich. Hat die Gemeinde das Gutachten drei Monate nach dessen Beantragung nicht
         erstellt, so gilt es als negativ.“
      
      15      Hat die Regionalregierung bis zum Ablauf der für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis vorgesehenen sechsmonatigen Frist keine
         Entscheidung getroffen, gilt dies gemäß Art. 7 Abs. 10 des Gesetzes 18/2005 als Versagung der Erlaubnis.
      
      16      Art. 8 des Gesetzes 18/2005 lautet:
      
      „(1)      Für die Bekanntmachungen über die Eröffnung von Einzelhandelseinrichtungen in Katalonien und das Verfahren zur Erteilung einer
         Gewerbeerlaubnis für die in diesem Gesetz geregelten mittleren und großen Einzelhandelseinrichtungen ist ein von der zuständigen
         Abteilung für Handelssachen erstelltes Gutachten über die Ansiedlungsdichte auf dem relevanten Markt vorgeschrieben.
      
      (2)      Kleine und mittlere Einzelhandelseinrichtungen sind gemäß den in der ersten Zusatzbestimmung genannten Kriterien von der Einholung
         eines Gutachtens über die Ansiedlungsdichte befreit.
      
      (3)      Unter Ansiedlungsdichte im Sinne dieses Gesetzes ist die Bedeutung eines Unternehmens oder Konzerns auf dem relevanten Markt,
         bezogen auf seinen Marktanteil, zu verstehen.
      
      (4)      Fällt das Gutachten über Ansiedlungsdichte negativ aus, so ist es für die Versagung der beantragten Erlaubnis sowie in den
         in Abs. 1 genannten Fällen einer Bekanntmachung der Eröffnung einer Einzelhandelseinrichtung verbindlich.
      
      (5)      Für die Bestimmung der Ansiedlungsdichte sind von der zuständigen Abteilung für Handelssachen in Abstimmung mit der für Wettbewerbssachen
         zuständigen Abteilung der Regionalregierung und deren entsprechenden Organen die in den Durchführungsvorschriften zu diesem
         Gesetz zu verwendenden Begriffe relevanter Markt, Marktanteil und Einzugsgebiet zu definieren. Bei der Definition dieser Begriffe
         sind u. a. die auf demselben Markt miteinander konkurrierenden Waren und Dienstleistungen, der Umsatz des Sektors und die
         Fläche der bestehenden Einzelhandelseinrichtungen zu berücksichtigen.
      
      (6)      Die Kriterien, das anzuwendende Verfahren und die für die Erstellung eines Gutachtens über die Ansiedlungsdichte zuständige
         Stelle sind durch Verordnung festzulegen. Bei der Festlegung dieser Kriterien sind u. a. die Indikatoren zu berücksichtigen,
         auf die in dem in Art. 9 erwähnten Weißbuch Bezug genommen wird. Außerdem sind in der Verordnung die Voraussetzungen festzulegen,
         unter denen die zuständige Abteilung für Handelssachen Entscheidungen über die Erteilung oder die Verweigerung von Genehmigungen
         oder die vorgelegten Gutachten öffentlich bekannt macht.“
      
      17      In Art. 10 des Gesetzes 18/2005 ist aufgeführt, was die Regionalregierung bzw. die Gemeindebehörde bei der Entscheidung über
         den Antrag auf Erteilung einer Gewerbeerlaubnis zu berücksichtigen hat: die Übereinstimmung mit dem PTSEC und dem Raumordnungsplan,
         die „Bedingungen zur Gewährleistung der Sicherheit des Vorhabens und der Integration der Einrichtung in das städtische Umfeld“,
         „die durch das Vorhaben bedingte Mobilität“, insbesondere die Auswirkungen des Vorhabens auf das Straßennetz und auf die Nutzung
         öffentlicher und privater Verkehrsmittel, die Zahl der verfügbaren Parkplätze – berechnet nach Verhältniszahlen, die in der
         Verordnung jeweils festgelegt sind –, der Standort der Einrichtung in dem konsolidierten städtischen Gebiet und die Einhaltung
         etwaiger gemeindlicher Bauleitpläne für die Ausstattung mit Einzelhandelseinrichtungen, das „Recht der Verbraucher auf ein
         breites und vielfältiges Angebot gemessen an Produktqualität, ‑menge, ‑preis und ‑eigenschaften“ sowie die Auswirkung der
         Ansiedlung des antragstellenden Unternehmens auf dem relevanten Markt.
      
      18      Art. 11 dieses Gesetzes sieht die Einsetzung eines beratenden Ausschusses der in Art. 6 Abs. 5 des Gesetzes 7/1996 genannten
         Art („Comisión de Equipamientos Comerciales“, im Folgenden: Ausschuss für Einrichtungen des Handels) vor, der sich insbesondere
         zu Fragen im Zusammenhang mit der Entscheidung der Regionalregierung über die Erteilung einer Erlaubnis sowie zu Planungen
         für die Ausweisung der Gebiete, in denen Einzelhandelseinrichtungen eröffnet werden dürfen, einschließlich der Ausarbeitung
         von Vorschlägen zur Änderung des PTSEC äußern soll.
      
      19      Art. 12 dieses Gesetzes sieht die Erhebung von Gebühren für die Bearbeitung der Anträge auf Erteilung einer Genehmigung der
         Regionalregierung und auf Erstellung von Gutachten über die Ansiedlungsdichte vor. Die Vorschrift ermöglicht den Gemeinden
         auch die Erhebung von Gebühren für die Bearbeitung von Anträgen auf Erteilung der gemeindlichen Gewerbeerlaubnis und für die
         Erstellung gemeindlicher Gutachten für die Regionalregierung über Genehmigungsanträge, die unter die Zuständigkeit der Regionalregierung
         fallen.
      
      C –  Das Dekret 378/2006
      20      In Art. 3 des Dekrets 378/2006 sind Verbrauchermärkte definiert als Selbstbedienungsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von
         mindestens 2 500 m², die ein breites Sortiment an Produkten des täglichen und des mittel‑ und langfristigen Bedarfs anbieten
         und über einen großen Parkplatz verfügen.
      
      21      Art. 14 des Dekrets 378/2006 regelt das Verfahren zur Beantragung einer Gewerbeerlaubnis der Regionalregierung. Die Vorschrift
         nennt eine Reihe von Unterlagen, die beizubringen sind, darunter in Art. 14 Abs. 1 Buchst. b eine Marktanalyse, in der die
         Wirtschaftlichkeit des Vorhabens unter Berücksichtigung des vorhandenen Angebots und der potenziellen Nachfrage im Einzugsgebiet,
         der angestrebte Marktanteil und die Auswirkungen auf das derzeitige Angebot untersucht werden.
      
      22      In Art. 26 Abs. 1 dieses Dekrets ist die Zusammensetzung des nach Art. 11 des Gesetzes 18/2005 errichteten Ausschusses für
         Einrichtungen des Handels geregelt: Sieben Mitglieder vertreten die Abteilungen der Regionalregierung, sechs die Gemeinden,
         sieben den Handelssektor, zwei sind Sachverständige, die von der Handelsabteilung der Regionalregierung ausgewählt werden;
         hinzu kommt ein Sekretär, der vom Vorsitzenden dieses Ausschusses bestimmt wird.
      
      23      Nach Art. 27 des Dekrets 378/2006 ist der Ausschuss in allen in Art. 11 des Gesetzes 18/2005 genannten Angelegenheiten sowie
         bei der Festlegung der konsolidierten städtischen Gebiete der Gemeinden hinzuzuziehen.
      
      24      Nach Art. 28 Abs. 2 dieses Dekrets muss sich das Gutachten über die Ansiedlungsdichte im Sinne von Art. 8 des Gesetzes 18/2005
         bei großen Einzelhandelsunternehmen auf alle Einrichtungen erstrecken, die unter dem Namen des Unternehmens geführt werden,
         und zwar gleichviel, ob sie seiner unmittelbaren oder mittelbaren Verwaltung unterstehen.
      
      25      Nach Art. 31 Abs. 4 des Dekrets 378/2006 wird für jeden Einzelhandelssektor sowohl für Katalonien insgesamt als auch für seine
         einzelnen Gebiete jährlich die Höchstgrenze für Ansiedlungen festgesetzt. Nach Angaben der Kommission, denen das Königreich
         Spanien nicht entgegengetreten ist, ist diese Vorschrift bisher noch nicht angewandt worden, so dass sich die Höchstgrenze
         für Ansiedlungen des Konzerns, zu dem ein Einzelhändler gehört, immer noch nach den alten Vorschriften richtet: 25 % hinsichtlich
         der Verkaufsfläche in Katalonien oder 35 % im Einzugsgebiet der Einrichtung, deren Ansiedlung geplant ist.
      
      26      Ist die Höchstgrenze für eine Ansiedlung überschritten, muss das Gutachten über die Ansiedlungsdichte gemäß Art. 33 Abs. 2
         des Dekrets 378/2006 zwingend negativ ausfallen. In Art. 33 Abs. 5 ist für die Vorlage dieses Gutachtens eine Frist von höchstens
         sechs Monaten vorgesehen. Bei Fristüberschreitung gilt das Gutachten als positiv. Es ist gemäß Art. 33 Abs. 7 sechs Monate
         lang gültig.
      
      D –  Das Dekret 379/2006
      27      Der PTSEC ist im Anhang des Dekrets 379/2006 enthalten. Gemäß Art. 7 des Anhangs des Dekrets 379/2006 gelten für alle großen
         Einzelhandelseinrichtungen, für mittlere Einzelhandelseinrichtungen im Lebensmittelsektor sowie für alle Einrichtungen ab
         einer Verkaufsfläche von 1 000 m², die im Wesentlichen Haushaltselektro‑ oder Haushaltselektronikgeräte, Sportartikel und
         ‑zubehör, persönliche Ausrüstung, Freizeit‑ oder kulturelle Artikel verkaufen, die im PTSEC für jeden einzelnen Bezirk und
         jede einzelne Gemeinde festgelegten Verkaufsflächenbeschränkungen.
      
      28      In Art. 10 Abs. 2 des Anhangs dieses Dekrets heißt es:
      
      „In Gebieten, in denen für das Jahr 2009 ein Überangebot prognostiziert wird, dürfen generell keine weiteren Verbrauchermärkte
         eröffnet werden. 
      
      In den anderen Gebieten ist ein Zuwachs an Verbrauchermärkten vorgesehen, sofern auf diese im Jahr 2009 nicht mehr als 9 %
         der geschätzten Verbraucherausgaben für Produkte des täglichen Bedarfs und 7 % der geschätzten Verbraucherausgaben für Produkte
         des mittel‑ und langfristigen Bedarfs entfallen.“ 
      
      29      In Anhang 1 des Anhangs des Dekrets 379/2006 sind insbesondere die höchstzulässigen Flächen festgelegt, für die in den Jahren
         2006 bis 2009 Gewerbeerlaubnisse für Supermärkte, Verbrauchermärkte, Fachgeschäfte, Einkaufszentren und Warenhäuser in den
         einzelnen Gebietseinheiten erteilt werden konnten.
      
      II –  Vorverfahren
      30      Nach der Prüfung einer Beschwerde mehrerer großer Einzelhandelsunternehmen stellte die Kommission fest, dass die Regelung
         über die Bedingungen für die Ansiedlung großer Einzelhandelseinrichtungen im Gebiet der Autonomen Gemeinschaft Katalonien
         nicht mit Art. 43 EG vereinbar sei. Sie übermittelte dem Königreich Spanien am 9. Juli 2004 ein entsprechendes Mahnschreiben.
      
      31      In seiner Antwort vom 13. Oktober 2004 wies das Königreich Spanien die Ausführungen der Kommission als ungerechtfertigt zurück.
      
      32      Am 27. Dezember 2005 wurde das Gesetz 18/2005 erlassen. Nach Ansicht der Kommission wurden damit nicht alle zuvor bestehenden
         Verstöße gegen Art. 43 EG beseitigt, sondern noch neue Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit im genannten Wirtschaftsbereich
         eingeführt. Die Kommission übermittelte dem Königreich Spanien am 4. Juli 2006 ein ergänzendes Mahnschreiben. In seiner Antwort
         vom 6. Oktober 2006 bestritt dieser Mitgliedstaat, dass die Regelung Beschränkungen enthalte, diskriminierend und unverhältnismäßig
         sei.
      
      33      Da die Kommission diese Antwort nicht für zufriedenstellend hielt, forderte sie das Königreich Spanien am 23. Oktober 2007
         in einer mit Gründen versehenen Stellungnahme auf, diese Regelung zu ändern, um die gerügte Verletzung binnen zwei Monaten
         ab Zustellung dieser Stellungnahme abzustellen. In seiner Antwort vom 3. Januar 2008 erklärte das Königreich Spanien, es werde
         die streitige Regelung ändern, allerdings im Zuge der Umsetzung der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und
         des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. L 376, S. 36). Da bei Ablauf dieser Frist keine
         Maßnahmen erlassen worden waren, hat die Kommission die vorliegende Klage erhoben.
      
      34      Mit Beschluss des Präsidenten des Gerichtshofs vom 21. Januar 2009 ist das Königreich Dänemark als Streithelfer zur Unterstützung
         der Anträge des Königreichs Spanien zugelassen worden.
      
      III –  Zur Klage
      A –  Zur Zulässigkeit
      35      Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Gerichtshof von Amts wegen prüfen kann, ob die Voraussetzungen gemäß Art. 226 EG
         für die Erhebung einer Vertragsverletzungsklage erfüllt sind (vgl. Urteil vom 3. Juni 2010, Kommission/Spanien, C‑487/08,
         Slg. 2010, I‑0000, Randnr. 70 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      36      Aus Art. 38 § 1 Buchst. c der Verfahrensordnung des Gerichtshofs und der einschlägigen Rechtsprechung ergibt sich, dass die
         Klageschrift den Streitgegenstand angeben und eine kurze Darstellung der Klagegründe enthalten muss und dass diese Angaben
         so klar und deutlich sein müssen, dass sie dem Beklagten die Vorbereitung seines Verteidigungsvorbringens und dem Gerichtshof
         die Wahrnehmung seiner Kontrollaufgabe ermöglichen. Folglich müssen sich die wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen Umstände,
         auf die eine Klage gestützt wird, zusammenhängend und verständlich unmittelbar aus der Klageschrift ergeben, und die Anträge
         der Klageschrift müssen eindeutig formuliert sein, damit der Gerichtshof nicht ultra petita entscheidet oder eine Rüge übergeht (Urteil vom 15. Juni 2010, Kommission/Spanien, C‑211/08, Slg. 2010, I‑0000, Randnr. 32
         und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      37      Die Kommission begehrt in ihrer Klageschrift, festzustellen, dass das Königreich Spanien dadurch gegen seine Verpflichtungen
         aus Art. 43 EG verstoßen hat, dass es für die Errichtung von Einzelhandelsgeschäften Beschränkungen vorschreibt, die sich
         aus vier Gesetzen und Dekreten ergeben, die in der dem Gerichtshof übermittelten Fassung mehr als 200 Seiten umfassen. Diese
         Klageschrift ist nicht frei von Ungenauigkeiten.
      
      38      Die Kommission hat jedoch in Nr. 46 ihrer Erwiderung eine Liste spezifischer Beschränkungen vorgelegt, die es in Verbindung
         mit den Bezugnahmen auf die Klageschrift erleichtert, festzustellen, welche konkreten Beschränkungen sich nach Ansicht dieses
         Organs aus dem von der Autonomen Gemeinschaft Katalonien erlassenen Teil der streitigen Regelung, d. h. aus dem Gesetz 18/2005
         und den Dekreten 378/2006 und 379/2006, ergeben sollen.
      
      39      In dieser Liste sind aufgeführt:
      
      1.      das Verbot, außerhalb von konsolidierten städtischen Gebieten einer begrenzten Anzahl von Gemeinden große Einzelhandelseinrichtungen
         anzusiedeln (Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005);
      
      2.      Verkaufsflächenbeschränkungen in den einzelnen Bezirken und Gemeinden (Art. 7 des Anhangs des Dekrets 379/2006 in Verbindung
         mit dessen Anhang 1). Die Kommission macht im Einzelnen geltend, dass
      
      a)      die Beschränkung besonders streng für Verbrauchermärkte sei – in 37 von 41 Bezirken dürften keine neuen Verbrauchermärkte
         angesiedelt werden (Anhang 1.2 des Anhangs des Dekrets 379/2006);
      
      b)      in den restlichen vier Bezirken dürften nur Verbrauchermärkte angesiedelt werden, auf die nicht mehr als 9 % der Ausgaben
         für Produkte des täglichen Bedarfs und 7 % der Ausgaben für Produkte des mittel‑ und langfristigen Bedarfs entfielen (Art. 10
         Abs. 2 des Anhangs des Dekrets 379/2006) und
      
      c)      in diesen vier Bezirken stehe nur eine Fläche von höchstens 23 667 m² zur Verfügung, die sich auf sechs Gemeinden verteilten
         (Anhang 1.2 des Anhangs des Dekrets 379/2006);
      
      3.      das Erfordernis eines Gutachtens über die Ansiedlungsdichte, das im Fall eines negativen Ergebnisses bindend sei und das zwingend
         negativ ausfallen müsse, wenn die Ansiedlungsdichte einen bestimmten Wert überschreite (Art. 8 des Gesetzes 18/2005 sowie
         Art. 31 Abs. 4 und 33 Abs. 2 des Dekrets 378/2006);
      
      4.      das Fehlen einer klaren Definition der angewandten Kriterien (Art. 10 des Gesetzes 18/2005);
      5.      bestimmte Aspekte in Bezug auf das Verfahren zur Prüfung von Anträgen auf Erteilung einer Erlaubnis, d. h.
      a)      die sogenannte Regel „der stillschweigenden Ablehnung“ (Art. 6 und 7 des Gesetzes 18/2005);
      b)      das Erfordernis der Einholung eines Gutachtens des Ausschusses für Einrichtungen des Handels, in dem auch Mitbewerber des
         Antragstellers vertreten seien (Art. 11 des Gesetzes 18/2005 und Art. 26 des Dekrets 378/2006);
      
      c)      die Erhebung von Gebühren ohne Bezug zu den Kosten des genannten Verfahrens (Art. 12 des Gesetzes 18/2005) und
      d)      die übermäßig lange Dauer dieses Verfahrens (Art. 33 des Dekrets 378/2006 betreffend die Fristen für die Erstellung und die
         Gültigkeit des Gutachtens über die Ansiedlungsdichte).
      
      40      Die Kommission hat in der mündlichen Verhandlung bestätigt, dass die in dieser Liste aufgeführten Bestimmungen sämtliche Aspekte
         der von der Autonomen Gemeinschaft Katalonien erlassenen streitigen Regelung enthielten, die beanstandet würden.
      
      41      Abgesehen von diesen Bestimmungen ergibt sich aus der Klageschrift auch, dass die Kommission die Vereinbarkeit von Art. 6
         des Gesetzes 7/1996 mit dem Unionsrecht in Frage stellt.
      
      42      Dieser Artikel sieht in seinen Abs. 1 bis 4 das Erfordernis einer Erlaubnis für die Eröffnung großer Einzelhandelseinrichtungen
         vor und nennt die Kriterien für die Erteilung dieser Erlaubnis. Art. 6 Abs. 2 dieses Gesetzes enthält die wichtigsten Kriterien
         hierfür und verlangt eine Konsultation des Wettbewerbsgerichts. Darüber hinaus können die Autonomen Gemeinschaften gemäß Art. 6
         Abs. 5 Gebietsausschüsse einsetzen, die sich gutachterlich zur Ansiedlung großer Einzelhandelseinrichtungen äußern.
      
      43      Das Königreich Spanien macht geltend, Art. 6 Abs. 3 bis 5 des Gesetzes 7/1996 sei gemäß der Schlussbestimmung dieses Gesetzes
         nur dann anwendbar, wenn es keine von den Autonomen Gemeinschaften erlassene spezifische Regelung gebe. Die Autonome Gemeinschaft
         Katalonien habe jedoch eine derartige spezifische Regelung erlassen. Deshalb seien die genannten Vorschriften in dieser Gemeinschaft
         zu dem Zeitpunkt, als die vorliegende Klage erhoben worden sei, nicht anwendbar gewesen und könnten daher nicht Gegenstand
         der Klage sein.
      
      44      Die Kommission wendet ein, dass sich ihre Klage gegen die in Rede stehenden Abs. 3 bis 5 richten müsse, da in ihnen die wichtigsten
         Kriterien für die Erteilung einer Erlaubnis im Sinne von Art. 6 Abs. 2 festgelegt seien, der Teil der in ganz Spanien geltenden
         verbindlichen Regelung sei. Die Abs. 3 bis 5 dieses Artikels kämen in der Autonomen Gemeinschaft Katalonien ergänzend zur
         Anwendung, um dem genannten Abs. 2 zur Geltung zu verhelfen. Selbst wenn die genannten Abs. 3 bis 5 in dieser Gemeinschaft
         gegenwärtig nicht anwendbar wären, verstießen sie gleichwohl gegen das Unionsrecht, da sie zur Anwendung gelangen könnten,
         sobald die zurzeit geltende Regelung aufgehoben oder geändert werde.
      
      45      Wie in Randnr. 36 des vorliegenden Urteils erwähnt, ist es insoweit Sache der Kommission, die wesentlichen tatsächlichen und
         rechtlichen Umstände darzutun, auf die sie ihre Klage stützt.
      
      46      Es ist jedoch festzustellen, dass die vorliegende Klageschrift in Bezug auf Art. 6 Abs. 3 bis 5 des Gesetzes 7/1996 nicht
         die erforderliche Klarheit aufweist. Es ergibt sich nämlich weder aus der Klageschrift noch etwa aus der Erwiderung hinreichend
         deutlich, inwiefern diese Vorschriften, wie von der Kommission behauptet, gegen den EG-Vertrag verstoßen.
      
      47      Demzufolge ist die Klage, soweit sie sich auf Art. 6 Abs. 3 bis 5 des Gesetzes 7/1996 bezieht, unzulässig.
      
      48      Was jedoch Art. 6 Abs. 1 und 2 des Gesetzes 7/1996 und die in Randnr. 39 des vorliegenden Urteils erwähnten, von der Autonomen
         Gemeinschaft Katalonien erlassenen streitigen Vorschriften angeht, enthält die Klageschrift nach Ansicht des Gerichtshofs
         – trotz ihrer Ungenauigkeiten – hinreichende Angaben, um den Umfang des dem Königreich Spanien vorgeworfenen Verstoßes gegen
         das Unionsrecht beurteilen und somit überprüfen zu können, ob die von der Kommission geltend gemachte Vertragsverletzung vorliegt.
      
      49      Im Übrigen wird bei der Prüfung der Klagebeantwortung des Königreichs Spanien offensichtlich, dass es tatsächlich verstanden
         hat, dass die Kommission ihm vorwirft, durch die beanstandete Regelung die Niederlassungsfreiheit beschränkt zu haben, und
         diese Regelung beanstandet, weil sie große, nicht jedoch mittlere Einzelhandelseinrichtungen beeinträchtige, was in der Praxis
         Wirtschaftsteilnehmer anderer Mitgliedstaaten benachteilige, und weil sie nicht gerechtfertigt sei. Somit war das Königreich
         Spanien im Stande, sich sachgerecht zu verteidigen.
      
      50      Demzufolge ist die vorliegende Klage zulässig, soweit sie sich auf Art. 6 Abs. 1 und 2 des Gesetzes 7/1996 und auf die in
         Randnr. 39 des vorliegenden Urteils genannten, von der Autonomen Gemeinschaft Katalonien erlassenen Bestimmungen des Gesetzes
         18/2005 und der Dekrete 378/2006 und 379/2006 (im Folgenden: streitige Regelung) bezieht.
      
      B –  Zur Begründetheit 
      51      Mit ihrer Klage beanstandet die Kommission gestützt auf drei Rügen als mit Art. 43 EG unvereinbar erstens die Beschränkungen
         großer Einzelhandelseinrichtungen hinsichtlich Standort und Größe, zweitens die Bedingungen für den Erhalt einer spezifischen
         Gewerbeerlaubnis, wie sie für die Ansiedlung derartiger Einzelhandelseinrichtungen erforderlich ist, und drittens bestimmte
         Aspekte des Verfahrens für die Erteilung dieser Erlaubnis.
      
      52      Die erste Rüge betreffend die Beschränkungen großer Einzelhandelseinrichtungen hinsichtlich Standort und Größe richtet sich
         gegen das aus Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 resultierende Verbot, derartige Einrichtungen außerhalb der konsolidierten
         städtischen Gebiete einer beschränkten Zahl von Gemeinden zu errichten, und gegen die Verkaufsflächenbeschränkungen in den
         einzelnen Bezirken und Gemeinden, die sich aus Art. 7 des Anhangs des Dekrets 379/2006 in Verbindung mit dessen Anhang 1 ergeben.
         Die Kommission weist zu den Verkaufsflächenbeschränkungen in den einzelnen Bezirken und Gemeinden darauf hin, dass die Beschränkung
         für die Verbrauchermärkte besonders streng sei. Dem PTSEC zufolge sei nämlich in 37 der 41 Bezirke die Ansiedlung neuer Verbrauchermärkte
         verboten. In den restlichen vier Bezirken würden gemäß Art. 10 Abs. 2 des Anhangs des Dekrets 379/2006 neue Verbrauchermärkte
         nur dann genehmigt, wenn auf diese Handelsform nicht mehr als 9 % der Ausgaben für Produkte des alltäglichen Bedarfs und 7 %
         der Ausgaben für Produkte des mittel‑ und langfristigen Bedarfs entfielen. Aus dem PTSEC schließlich ergebe sich, dass in
         den vier letztgenannten Bezirken für Verbrauchermärkte eine maximale Verkaufsfläche von kaum 23 667 m² zur Verfügung stehe,
         die sich auf sechs Gemeinden verteilten.
      
      53      Die zweite Rüge betreffend die Bedingungen für den Erhalt einer spezifischen Gewerbeerlaubnis umfasst sechs Teile: erstens
         das in Art. 6 Abs. 1 des Gesetzes 7/1996 vorgeschriebene Erfordernis, vor der Eröffnung einer großen Einzelhandelseinrichtung
         eine spezifische Gewerbeerlaubnis einzuholen, zweitens die Tatsache, dass gemäß Art. 6 Abs. 2 Unterabs. 1 des Gesetzes 7/1996
         im Hinblick auf die Erteilung einer solchen Erlaubnis die Ausstattung des betreffenden Gebiets mit Einzelhandelseinrichtungen
         und die Auswirkungen einer neuen Ansiedlung auf die Einzelhandelsstruktur dieses Gebiets berücksichtigt werden, drittens das
         für den Erhalt dieser Erlaubnis nach Art. 8 des Gesetzes 18/2005 und den Art. 31 Abs. 4 und 33 Abs. 2 des Dekrets 378/2006
         erforderliche Gutachten über die Ansiedlungsdichte, das, wenn es negativ ausfällt, bindend ist und zwangsläufig negativ ausfällt,
         wenn die Ansiedlungsdichte einen bestimmten Wert überschreitet, viertens die nach Art. 6 Abs. 2 Unterabs. 2 des Gesetzes 7/1996
         vorgeschriebene Konsultierung des Wettbewerbsgerichts, fünftens die Einholung einer Stellungnahme des Ausschusses für Einrichtungen
         des Handels, in dem potenzielle Wettbewerber des Antragstellers vertreten sind, nach Art. 11 des Gesetzes 18/2005 und Art. 26
         des Dekrets 378/2006 sowie sechstens das Fehlen einer klaren Definition der nach Art. 10 des Gesetzes 18/2005 anzuwendenden
         Kriterien.
      
      54      Die dritte Rüge schließlich betreffend bestimmte Aspekte des Verfahrens für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis gliedert sich
         in drei Teile: erstens die in den Art. 6 und 7 des Gesetzes 18/2005 vorgesehene Regelung „der stillschweigenden Ablehnung“,
         zweitens die Erhebung von Gebühren nach Art. 12 des genannten Gesetzes ohne Bezug zu den Kosten dieses Verfahrens und drittens
         die aus Art. 33 Abs. 5 und Art. 7 des Dekrets 378/2006 über die Fristen für die Erteilung und die Gültigkeit des Gutachtens
         über die Ansiedlungsdichte resultierende übermäßig lange Verfahrensdauer.
      
      1.     Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      55      Die Kommission macht geltend, dass die streitige Regelung eine Beschränkung der nach Art. 43 EG gewährleisteten Niederlassungsfreiheit
         darstelle, da sie die Möglichkeiten der Ansiedlung großer Einzelhandelseinrichtungen in der Autonomen Gemeinschaft Katalonien
         beeinträchtige. Die genannte Regelung habe eine indirekt diskriminierende Wirkung, indem sie die Ansiedlung mittlerer gegenüber
         der großer Einzelhandelseinrichtungen begünstige. Diejenigen Wirtschaftsteilnehmer, die mittlere Einzelhandelseinrichtungen
         eröffnen wollten, seien hauptsächlich spanischer Staatsangehörigkeit, während diejenigen, die große Einzelhandelseinrichtungen
         errichten wollten, vornehmlich aus anderen Mitgliedstaaten stammten. Im Übrigen sei die streitige Regelung nicht aus einem
         der in Art. 46 Abs. 1 EG genannten Gründe gerechtfertigt. Hilfsweise macht die Kommission geltend, dass die vom Königreich
         Spanien vorgebrachten Rechtfertigungen auf jeden Fall zurückzuweisen seien.
      
      56      Das Königreich Spanien bestreitet die vorgeworfene Vertragsverletzung. Es räumt ein, dass die streitige Regelung einige Beschränkungen
         der Niederlassungsfreiheit beinhalte, die aber nicht einmal indirekt eine Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit
         darstellten. Die genannte Regelung sei aus im allgemeinen Interesse liegenden Gründen, insbesondere aus Gründen des Verbraucher‑
         und Umweltschutzes sowie aus Gründen einer geordneten Raumplanung, gerechtfertigt. Sie sei zum einen zur Verwirklichung der
         angestrebten Ziele geeignet und gehe zum anderen nicht über das zur Erreichung dieser Ziele Erforderliche hinaus.
      
      57      Das Königreich Dänemark trägt vor, dass eine Regelung der in Rede stehenden Art, sofern sie nicht diskriminierend sei, nicht
         als eine nach dem Unionsrecht unzulässige Beschränkung der Niederlassungsfreiheit anzusehen sei, da sie den Marktzugang ausländischer
         Wirtschaftsteilnehmer nicht unmittelbar beeinträchtige. Das Königreich Spanien hat sich dieser Auffassung angeschlossen.
      
      2.     Würdigung durch den Gerichtshof
      a)     Zum Vorliegen von Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit
      58      Vorab ist darauf hinzuweisen, dass es nach ständiger Rechtsprechung in einem Vertragsverletzungsverfahren nach Art. 226 EG
         der Kommission obliegt, das Vorliegen der behaupteten Vertragsverletzung nachzuweisen. Sie muss dem Gerichtshof die erforderlichen
         tatsächlichen Anhaltspunkte liefern, anhand deren er das Vorliegen der Vertragsverletzung prüfen kann, und kann sich dabei
         nicht auf irgendeine Vermutung stützen (vgl. in diesem Sinne insbesondere Urteile vom 5. Oktober 1989, Kommission/Niederlande,
         290/87, Slg. 1989, 3083, Randnrn. 11 und 12, sowie vom 4. März 2010, Kommission/Frankreich, C‑241/08, Slg. 2010, I‑0000, Randnr.
         22).
      
      59      Das Vorbringen der Kommission, wonach Wirtschaftsteilnehmer aus anderen Mitgliedstaaten als dem Königreich Spanien durch die
         Auswirkungen der streitigen Regelung indirekt diskriminiert würden, ist stichhaltig, sofern die Kommission den Nachweis erbringt,
         dass es zwischen großen Einzelhandelseinrichtungen und den übrigen Einzelhandelseinrichtungen eine Ungleichbehandlung gibt,
         durch die die großen benachteiligt werden. Außerdem muss die Kommission nachweisen, dass die spanischen Wirtschaftsteilnehmer
         durch die genannte Ungleichbehandlung insofern begünstigt werden, als sie sich eher für kleine und mittlere, die Wirtschaftsteilnehmer
         aus anderen Mitgliedstaaten hingegen eher für große Einzelhandelseinrichtungen entscheiden.
      
      60      Die Kommission hat als Nachweis hierfür eine Reihe von Zahlen vorgelegt. Diese stimmen zwar, wie die Generalanwältin in Nr. 58
         ihrer Schlussanträge festgestellt hat, mit der Behauptung der Kommission, dass die spanischen Wirtschaftsteilnehmer sich eher
         für kleinere, die Wirtschaftsteilnehmer aus anderen Mitgliedstaaten dagegen für größere Einzelhandelseinrichtungen entschieden,
         in gewisser Weise überein, sind jedoch lückenhaft. Anhand der dem Gerichtshof gemachten Angaben lässt sich nämlich weder die
         genaue Zahl der betroffenen Einrichtungen noch bezüglich eines erheblichen Teils der Einrichtungen, die zur Kategorie der
         großen Einzelhandelseinrichtungen nach Art. 3 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 gehören, eine Aufschlüsselung danach, ob sie unter
         spanischer oder nichtspanischer Kontrolle stehen, mit Sicherheit feststellen. Außerdem ist der Gerichtshof nicht über die
         Aufteilung der Anteilseigner der betroffenen Wirtschaftsteilnehmer in Bezug auf die einzelnen Kategorien von Einzelhandelseinrichtungen
         informiert worden.
      
      61      Die Kommission hat in der mündlichen Verhandlung vorgetragen, das der statistischen Korrelation zugrunde liegende Kausalverhältnis
         beruhe darauf, dass ausländische Wirtschaftsteilnehmer lieber größere Einzelhandelseinrichtungen eröffneten, um die Größenvorteile
         zu erzielen, die für eine Optimierung ihrer Chancen zur Durchdringung des Marktes in neuen Gebieten erforderlich seien. Diese
         Erklärung betrifft jedoch, wie die Generalanwältin in Nr. 59 ihrer Schlussanträge festgestellt hat, eher den Eintritt in einen
         neuen vom Heimatmarkt entfernten Markt als die Staatsangehörigkeit des Wirtschaftsteilnehmers.
      
      62      Somit hat die Kommission keine schlüssigen Beweise dafür erbracht, dass die von ihr vorgelegten Zahlen tatsächlich eine Bestätigung
         der Richtigkeit ihrer Auffassung sind. Sie hat auch keine anderen Gesichtspunkte dafür vorgetragen, dass die streitige Regelung
         Auswirkungen habe, durch die Wirtschaftsteilnehmer aus anderen Mitgliedstaaten gegenüber spanischen Wirtschaftsteilnehmern
         indirekt diskriminiert würden.
      
      63      Nach ständiger Rechtsprechung steht jedoch Art. 43 EG jeder nationalen Regelung entgegen, die zwar ohne Diskriminierung aus
         Gründen der Staatsangehörigkeit anwendbar ist, die aber geeignet ist, die Ausübung der durch den EU-Vertrag garantierten Niederlassungsfreiheit
         durch die Unionsangehörigen zu behindern oder weniger attraktiv zu machen (vgl. insbesondere Urteile vom 14. Oktober 2004,
         Kommission/Niederlande, C‑299/02, Slg. 2004, I‑9761, Randnr. 15, und vom 21. April 2005, Kommission/Griechenland, C‑140/03,
         Slg. 2005, I‑3177, Randnr. 27).
      
      64      Der Begriff der „Beschränkung“ im Sinne von Art. 43 EG umfasst bekanntlich die von einem Mitgliedstaat getroffenen Maßnahmen,
         die, obwohl sie unterschiedslos anwendbar sind, den Marktzugang von Unternehmen aus anderen Mitgliedstaaten beeinträchtigen
         und somit den innergemeinschaftlichen Handel behindern (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 5. Oktober 2004, CaixaBank France,
         C‑442/02, Slg. 2004, I‑8961, Randnr. 11, und vom 28. April 2009, Kommission/Italien, C‑518/06, Slg. 2009, I‑3491, Randnr. 64,
         und entsprechend Urteil vom 10. Februar 2009, Kommission/Italien, C‑110/05, Slg. 2009, I‑519, Randnr. 37).
      
      65      Hierunter fällt insbesondere eine nationale Regelung, die die Niederlassung eines Unternehmens aus einem anderen Mitgliedstaat
         von der Erteilung einer vorherigen Erlaubnis abhängig macht, denn sie ist geeignet, die Ausübung der Niederlassungsfreiheit
         durch dieses Unternehmen zu beeinträchtigen, indem sie es daran hindert, seine Tätigkeiten mittels Betriebsstätte frei auszuüben
         (vgl. Urteil vom 1. Juni 2010, Blanco Pérez und Chao Gómez, C‑570/07 und C‑571/07, Slg. 2010, I‑0000, Randnr. 54).
      
      66      Im vorliegenden Fall sieht die streitige Regelung insgesamt ein System der vorherigen Genehmigung vor, das für jede Eröffnung
         einer neuen großen Einzelhandelseinrichtung im Gebiet der Autonomen Gemeinschaft Katalonien gilt.
      
      67      Erstens schränkt diese Regelung die für neue Einzelhandelseinrichtungen zur Verfügung stehenden Ansiedlungsgebiete und die
         Verkaufsflächen, die für diese Einrichtungen genehmigt werden können, ein.
      
      68      Zweitens sieht diese Regelung die Erteilung einer Erlaubnis für neue Einrichtungen nur insoweit vor, als dies für die bestehenden
         kleinen Einzelhandelsgeschäfte keine Auswirkungen hat.
      
      69      Drittens schreibt sie einige Verfahrensregeln für die Erteilung der genannten Erlaubnis vor, die sich auf die Zahl der eingereichten
         und/oder bewilligten Genehmigungsanträge tatsächlich negativ auswirken könnten.
      
      70      Demzufolge hat die streitige Regelung insgesamt zur Folge, dass sie Wirtschaftsteilnehmern anderer Mitgliedstaaten die Ausübung
         ihrer Tätigkeiten im Gebiet der Autonomen Gemeinschaft Katalonien mit Hilfe einer Betriebsstätte erschwert oder für sie weniger
         attraktiv macht und dadurch ihre Niederlassung auf dem spanischen Markt beeinträchtigt.
      
      71      Das Königreich Spanien räumt im Übrigen ein, dass diese Regelung einige Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit enthält.
      
      72      Daher ist festzustellen, dass die streitige Regelung insgesamt eine Beschränkung der Niederlassungsfreiheit im Sinne von Art. 43
         EG darstellt.
      
      b)     Zur Rechtfertigung der Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit
      73      Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit, die ohne Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit gelten, können nach
         ständiger Rechtsprechung durch zwingende Gründe des Allgemeininteresses gerechtfertigt sein, sofern sie geeignet sind, die
         Erreichung des mit ihnen verfolgten Ziels zu gewährleisten, und nicht über das hinausgehen, was zur Erreichung dieses Ziels
         erforderlich ist (Urteile vom 10. März 2009, Hartlauer, C‑169/07, Slg. 2009, I-1721, Randnr. 44, vom 19. Mai 2009, Apothekerkammer
         des Saarlandes u. a., C‑171/07 und C‑172/07, Slg. 2009, I‑4171, Randnr. 25, sowie Blanco Pérez und Chao Gómez, Randnr. 61).
      
      74      Zu derartigen vom Gerichtshof anerkannten Gründen des Allgemeininteresses gehören u. a. der Umweltschutz (vgl. insbesondere
         Urteil vom 11. März 2010, Attanasio Group, C‑384/08, Slg. 2010, I‑0000, Randnr. 50 und die dort angeführte Rechtsprechung),
         die Raumordnung (vgl. entsprechend Urteil vom 1. Oktober 2009, Woningstichting Sint Servatius, C‑567/07, Slg. 2009, I‑9021,
         Randnr. 29 und die dort angeführte Rechtsprechung) und der Verbraucherschutz (vgl. insbesondere Urteil vom 13. September 2007,
         Kommission/Italien, C‑260/04, Slg. 2007, I‑7083, Randnr. 27 und die dort angeführte Rechtsprechung). Rein wirtschaftliche
         Ziele können dagegen kein zwingender Grund des Allgemeininteresses sein (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 15. April 2010, CIBA,
         C‑96/08, Slg. 2010, I‑0000, Randnr. 48 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      75      In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass es zwar Sache des Mitgliedstaats ist, der sich auf einen zwingenden Grund des
         Allgemeininteresses beruft, um eine Beschränkung einer der Grundfreiheiten zu rechtfertigen, darzutun, dass seine Regelung
         zur Erreichung des angestrebten legitimen Ziels geeignet und erforderlich ist, aber diese Beweislast geht nicht so weit, dass
         dieser Mitgliedstaat positiv belegen müsste, dass sich dieses Ziel mit keiner anderen vorstellbaren Maßnahme unter den gleichen
         Bedingungen erreichen ließe (vgl. entsprechend Urteil vom 10. Februar 2009, Kommission/Italien, Randnr. 66).
      
      76      Deshalb ist zu prüfen, ob die streitige Regelung zwar nicht in ihrer Gesamtheit, wohl aber im Hinblick auf jede einzelne der
         von der Kommission gerügten spezifischen Beschränkungen aus den vom Königreich Spanien geltend gemachten und in Randnr. 56
         des vorliegenden Urteils genannten zwingenden Gründen des Allgemeininteresses gerechtfertigt ist.
      
      i)     Erste Rüge: Beschränkungen großer Einzelhandelseinrichtungen hinsichtlich Standort und Größe
      77      Die Kommission wendet sich mit ihrer ersten Rüge gegen die Beschränkungen großer Einzelhandelseinrichtungen hinsichtlich Standort
         und Größe, die aus dem Verbot nach Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 resultierten, derartige Einrichtungen außerhalb der
         konsolidierten städtischen Gebiete einer beschränkten Anzahl von Gemeinden zu errichten, und gegen die in den Art. 7 und 10
         Abs. 2 des Anhangs des Dekrets 379/2006 und dessen Anhang 1.2 vorgesehenen Verkaufsflächenbeschränkungen in den einzelnen
         Bezirken und Gemeinden.
      
      78      Das Königreich Spanien hält diese Vorschriften für geeignet, um die mit ihnen angestrebten Ziele der Raumordnung und des Umweltschutzes
         zu erreichen. Die streitige Regelung solle durch die Beschränkung der Ansiedlung großer Einzelhandelseinrichtungen auf dichtbevölkerte
         Zentren, wo die Nachfrage am höchsten sei, und durch die Beschränkung der Größe der Einrichtungen in weniger bevölkerungsreichen
         Gebieten umweltbelastende Autofahrten vermeiden, dem innerstädtischen Verfall entgegenwirken, ein umweltgerechtes Stadtmodell
         erhalten, den Bau neuer Straßen vermeiden und den Zugang zu diesen Einrichtungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherstellen.
      
      79      Die Kommission ist demgegenüber der Ansicht, dass diese Beschränkungen nicht geeignet seien, die angestrebten Ziele zu erreichen.
      
      80      Dazu ist entgegen der Auffassung der Kommission festzustellen, dass Beschränkungen in Bezug auf den Standort und die Größe
         von Einzelhandelseinrichtungen geeignete Mittel sind, um die vom Königreich Spanien genannten Ziele der Raumordnung und des
         Umweltschutzes zu erreichen.
      
      81      Aus Art. 10 Abs. 2 des Anhangs des Dekrets 379/2006 ergibt sich jedoch, dass in den Gebieten, in denen für das Jahr 2009 ein
         Überangebot an Einzelhandelseinrichtungen in Form von Verbrauchermärkten prognostiziert worden war, eine Ausdehnung des Angebots
         an Einzelhandelseinrichtungen nicht vorgesehen war. Außerdem ergibt sich aus Anhang 1.2 des Anhangs des genannten Dekrets,
         dass ein solches Überangebot für das Jahr 2009 in 37 von 41 Bezirken der Autonomen Gemeinschaft Katalonien prognostiziert
         worden war. In den restlichen vier Bezirken war gemäß Art. 10 Abs. 2 des Dekrets 379/2006 eine Ausdehnung des Angebots an
         Einzelhandelseinrichtungen in Form von Verbrauchermärkten nur unter der Voraussetzung zulässig, dass auf diese Verbrauchermärkte
         im Jahr 2009 nicht mehr als 9 % der für den Bezirk geschätzten Verbraucherausgaben für Produkte des täglichen Bedarfs und
         nicht mehr als 7 % der geschätzten Verbraucherausgaben für Produkte des mittel‑ und langfristigen Bedarfs entfielen. Aus dem
         genannten Anhang 1.2 des Dekrets ergibt sich schließlich, dass die höchstzulässige Verkaufsfläche in diesen vier Gebieten
         auf 23 667 m² begrenzt war, die sich auf sechs Gemeinden verteilten.
      
      82      Die mit der streitigen Regelung auferlegten spezifischen Beschränkungen schränken insgesamt gesehen die Möglichkeit zur Eröffnung
         großer Einzelhandelseinrichtungen im Gebiet der Autonomen Gemeinschaft Katalonien spürbar ein.
      
      83      Unter diesen Umständen muss ein Mitgliedstaat neben den Rechtfertigungsgründen, die er für eine Ausnahme vom Grundsatz der
         Niederlassungsfreiheit geltend machen kann, eine Untersuchung zur Zweckmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit der von ihm erlassenen
         beschränkenden Maßnahme vorlegen sowie genaue Tatsachen zur Stützung seines Vorbringens anführen (vgl. Urteil vom 22. Dezember
         2008, Kommission/Österreich, C‑161/07, Slg. 2008, I‑10671, Randnr. 36 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      84      Das Königreich Spanien hat jedoch keine hinreichenden Gesichtspunkte vorgetragen, um zu erläutern, weshalb die fraglichen
         Beschränkungen zur Erreichung der angestrebten Ziele erforderlich sind.
      
      85      Angesichts dieser fehlenden Erläuterung und der spürbaren Auswirkungen der in Rede stehenden Beschränkungen der Möglichkeit
         zur Eröffnung großer Einzelhandelseinrichtungen im Gebiet der Autonomen Gemeinschaft Katalonien ist festzustellen, dass die
         hierzu erlassenen Beschränkungen der Niederlassungsfreiheit nicht gerechtfertigt sind.
      
      86      Die erste Rüge ist daher begründet.
      
      ii)  Zweite Rüge: das Erfordernis einer spezifischen Gewerbeerlaubnis für die Eröffnung großer Einzelhandelseinrichtungen und die
         Bedingungen für deren Erhalt
      
      –       Zu den ersten drei Teilen der Rüge
      87      Die Kommission stellt mit den ersten drei Teilen der zweiten Rüge die Rechtmäßigkeit folgender Vorschriften in Frage: Art. 6
         Abs. 1 des Gesetzes 7/1996, der vorschreibt, dass vor der Eröffnung einer großen Einzelhandelseinrichtung eine spezifische
         Gewerbeerlaubnis einzuholen ist, Art. 6 Abs. 2 Unterabs. 1 dieses Gesetzes, wonach im Hinblick auf die Erteilung einer solchen
         Erlaubnis die Ausstattung des betreffenden Gebiets mit Einzelhandelseinrichtungen und die Auswirkungen einer neuen Ansiedlung
         auf die Einzelhandelsstruktur dieses Gebiets zu berücksichtigen sind, und Art. 8 des Gesetzes 18/2005 sowie die Art. 31 Abs. 4
         und 33 Abs. 2 des Dekrets 378/2006, die die Erstellung eines Gutachtens über die Ansiedlungsdichte vorschreiben, das, wenn
         es negativ ausfällt, bindend ist und zwangsläufig negativ ausfällt, wenn die Ansiedlungsdichte einen bestimmten Wert überschreitet.
      
      88      Das Königreich Spanien macht geltend, die beanstandeten Vorschriften dienten ganz allgemein Zwecken des Umweltschutzes, der
         Raumordnung und des Verbraucherschutzes und sorgten, was den letztgenannten Zweck angehe, für einen wirksameren Wettbewerb
         in Bezug auf Preise, Qualität und Auswahl.
      
      89      Die Kommission ist demgegenüber der Ansicht, dass die genannten Vorschriften rein wirtschaftliche Zwecke verfolgen, denn sie
         dienten dem Schutz der kleinen Einzelhandelsgeschäfte.
      
      90      Zunächst ist zum ersten Teil der Rüge betreffend das Erfordernis nach Art. 6 Abs. 1 des Gesetzes 7/1996, vor der Eröffnung
         einer großen Einzelhandelseinrichtung eine spezifische Gewerbeerlaubnis einzuholen, festzustellen, dass die Kommission weder
         in ihrer Klageschrift noch in ihrer Erwiderung oder in der mündlichen Verhandlung vorgetragen hat, inwiefern dieses Erfordernis
         als solches rein wirtschaftliche Zwecke verfolge.
      
      91      Das Königreich Spanien weist in Bezug auf die Eröffnung großer Einzelhandelseinrichtungen darauf hin, dass die Verwirklichung
         der in Randnr. 78 des vorliegenden Urteils genannten Ziele der Raumordnung und des Umweltschutzes von einem Verfahren zur
         Erteilung einer vorherigen Erlaubnis abhänge. Die Schäden, die entstünden, falls diese Ziele nicht erreicht würden, ließen
         sich nachträglich, d. h. nach Ansiedlung der Einzelhandelseinrichtung, nicht mehr beheben.
      
      92      In diesem Zusammenhang ist der Generalanwältin in Nr. 91 ihrer Schlussanträge folgend festzustellen, dass der Erlass präventiver
         und somit vorgelagerter Maßnahmen im vorliegenden Zusammenhang als geeignet anzusehen ist, die Erreichung des Ziels des Umweltschutzes
         zu gewährleisten. Der nachträgliche Erlass von Maßnahmen ist nämlich, wenn sich die Ansiedlung einer Einzelhandelseinrichtung
         nach ihrer Errichtung als umweltschädlich herausstellt, eine weniger wirksame und teurere Alternative zu der vorherigen Genehmigung.
         Gleiches gilt für das Ziel der Raumordnung.
      
      93      Die Kommission hat auch nicht angegeben, inwiefern das Erfordernis, vor der Eröffnung einer großen Einzelhandelseinrichtung
         eine Erlaubnis einzuholen, als solches über das zur Erreichung der genannten Ziele Erforderliche hinausgehe. 
      
      94      Der erste Teil der zweiten Rüge ist somit zurückzuweisen.
      
      95      Die mit dem zweiten Teil dieser Rüge angesprochene Verpflichtung nach Art. 6 Abs. 2 Unterabs. 1 des Gesetzes 7/1996, im Rahmen
         der Erteilung einer solchen Erlaubnis die Ausstattung des betreffenden Gebiets mit Einzelhandelseinrichtungen und die Auswirkungen
         einer neuen Ansiedlung auf die Einzelhandelsstruktur dieses Gebiets zu berücksichtigen, betrifft demgegenüber die Auswirkungen
         auf die bestehenden Einzelhandelseinrichtungen und die Struktur des Marktes, nicht jedoch den Verbraucherschutz.
      
      96      Das Gleiche gilt für die mit dem dritten Teil dieser Rüge angesprochene Verpflichtung nach Art. 8 des Gesetzes 18/2005 und
         den Art. 31 Abs. 4 und 33 Abs. 2 des Dekrets 378/2006, im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung dieser Erlaubnis ein Gutachten
         über die Ansiedlungsdichte einzuholen, das, wenn es negativ ausfällt, bindend ist und zwangsläufig negativ ausfällt, wenn
         die Ansiedlungsdichte einen bestimmten Wert überschreitet.
      
      97      Diese Bestimmungen schreiben Obergrenzen für die Ansiedlungsdichte und die Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel vor.
         Sobald diese Obergrenzen überschritten werden, ist es unmöglich, große und/oder mittlere Einzelhandelseinrichtungen zu eröffnen.
      
      98      Da es sich hierbei um rein wirtschaftliche Erwägungen handelt, können sie gemäß der in Randnr. 74 des vorliegenden Urteils
         angeführten Rechtsprechung kein zwingender Grund des Allgemeininteresses sein.
      
      99      Demgemäß ist dem zweiten und dem dritten Teil der zweiten Rüge zu folgen.
      
      –       Zum vierten Teil der zweiten Rüge
      100    Die Kommission stellt mit diesem Teil der zweiten Rüge die Vereinbarkeit von Art. 6 Abs. 2 Unterabs. 2 des Gesetzes 7/1996
         über die Pflicht zur Konsultation des Wettbewerbsgerichts mit Art. 43 EG in Frage.
      
      101    Das Königreich Spanien macht ganz allgemein geltend, dass die Vorschriften über die Erteilung einer spezifischen Gewerbeerlaubnis,
         darunter die über die Pflicht zur Konsultation des Wettbewerbsgerichts, den Zielen der Raumordnung, des Umwelt‑ und des Verbraucherschutzes
         dienten; sie seien zur Verwirklichung dieser Ziele geeignet und gingen über das zur Erreichung dieser Ziele Erforderliche
         nicht hinaus.
      
      102    Die Kommission hat nicht angegeben, weshalb sie die vom Königreich Spanien angeführten Rechtfertigungsgründe für nicht stichhaltig
         hält.
      
      103    Da konkrete Ausführungen zu diesem Teil der Rüge fehlen und – wie die Generalanwältin in Nr. 96 ihrer Schlussanträge ausgeführt
         hat – eine Verpflichtung zur Konsultation einer für die Prüfung von Wettbewerbsangelegenheiten zuständigen Stelle, deren Feststellungen
         jedoch nicht bindend sind, geeignet erscheint, die vom Königreich Spanien genannten Ziele zu verwirklichen, ohne über das
         zur Erreichung dieser Ziele Erforderliche hinauszugehen, ist der vierte Teil der zweiten Rüge zurückzuweisen.
      
      –       Zum fünften Teil der zweiten Rüge
      104    Der fünfte Teil der zweiten Rüge bezieht sich auf die nach Art. 11 des Gesetzes 18/2005 und Art. 26 des Dekrets 378/2006 vorgeschriebene
         Konsultation des Ausschusses für Einrichtungen des Handels.
      
      105    Die Kommission wendet sich offenbar weder gegen diesen Ausschuss als solchen noch gegen die Konsultationsverpflichtung als
         solche, sondern dagegen, dass in ihm potenzielle Wettbewerber des Wirtschaftsteilnehmers, der in Katalonien eine neue große
         Einzelhandelseinrichtung errichten will, vertreten sind.
      
      106    Das Königreich Spanien macht genauso wie gegenüber den anderen Teilen dieser Rüge geltend, dass diese Vorschriften den Zielen
         der Raumordnung, des Umwelt‑ und des Verbraucherschutzes dienten, dass sie zur Verwirklichung dieser Ziele geeignet seien
         und dass sie über das zur Erreichung dieser Ziele Erforderliche nicht hinausgingen.
      
      107    Art. 11 des Gesetzes 18/2005 bestimmt, dass sich der Ausschuss für Einrichtungen des Handels nicht nur gutachterlich zu Fragen
         im Zusammenhang mit der Entscheidung der Regionalregierung über die Erteilung einer Erlaubnis, sondern auch zu Planungen für
         die Ausweisung der Gebiete, in denen Einzelhandelseinrichtungen eröffnet werden dürfen, einschließlich der Ausarbeitung von
         Vorschlägen zur Änderung des PTSEC, sowie zur Festlegung der „konsolidierten städtischen Gebiete der Gemeinden“ äußert.
      
      108    Die Errichtung eines derartigen Ausschusses mit der Aufgabe, vor Erlass einer Entscheidung über die Erteilung oder Verweigerung
         einer Erlaubnis ein Gutachten zu erstellen, das insbesondere die Raumordnung und den Umweltschutz berücksichtigt, ist geeignet,
         die mit dieser Vorschrift in dieser Hinsicht angestrebten Ziele zu verwirklichen.
      
      109    Überdies gehen Existenz und Funktion dieses Ausschusses, wie die Generalanwältin in Nr. 102 ihrer Schlussanträge festgestellt
         hat, über das zur Erreichung der genannten Ziele der Raumordnung und des Umweltschutzes Erforderliche nicht hinaus.
      
      110    Art. 26 Abs. 1 des Dekrets 378/2006 hingegen, wonach sich dieser Ausschuss aus sieben Mitgliedern, die die Abteilungen der
         Regionalregierung, sechs, die die Gemeinden und sieben, die den Handelssektor vertreten, sowie aus zwei von der Handelsabteilung
         der Regionalregierung als Sachverständige ausgewählten Mitgliedern und einem Sekretär zusammensetzt, erscheint nicht geeignet,
         die Verwirklichung der angestrebten Ziele zu gewährleisten.
      
      111    Der einzige Sektor, dessen Interessen in diesem Ausschuss vertreten sind, ist nämlich der der etablierten örtlichen Händler.
         Eine derart zusammengesetzte Einrichtung, in der weder die Interessen des Umweltschutzes noch die der Verbraucher vertreten
         sind, wohl aber die der potenziellen Wettbewerber des Antragstellers, kann kein geeignetes Instrument sein, um Ziele der Raumordnung,
         des Umwelt‑ und des Verbraucherschutzes zu verwirklichen.
      
      112    Somit können die Existenz des durch Art. 11 des Gesetzes 18/2005 eingeführten Ausschusses für Einrichtungen des Handels und
         dessen in diesem Artikel beschriebene Aufgaben gerechtfertigt sein. Seine Zusammensetzung jedoch, wie sie in Art. 26 des Dekrets
         378/2006 festgelegt ist, ist nicht geeignet, die Verwirklichung der mit der Errichtung dieses Ausschusses angestrebten Ziele
         zu gewährleisten.
      
      113    Demzufolge ist dem fünften Teil der zweiten Rüge in Bezug auf die nach Art. 26 des Dekrets 378/2006 vorgeschriebene Zusammensetzung
         dieses Ausschusses zu folgen.
      
      –       Zum sechsten Teil der zweiten Rüge
      114    Mit dem sechsten Teil der zweiten Rüge stellt die Kommission die Vereinbarkeit von Art. 10 des Gesetzes 18/2005 mit dem Unionsrecht
         in Frage.
      
      115    Sie macht in diesem Zusammenhang geltend, dass einige Kriterien, nach deren Maßgabe die Regionalregierung oder die Gemeindebehörden
         über die Anträge auf Erteilung einer Gewerbeerlaubnis zu befinden hätten, unklar seien. Sie verweist insbesondere auf die
         „Bedingungen zur Gewährleistung der Sicherheit des Vorhabens und der Integration der Einrichtung in das städtische Umfeld“,
         „die durch das Vorhaben bedingte Mobilität“ und auf das „Recht der Verbraucher auf ein breites und vielfältiges Angebot gemessen
         an Produktqualität, ‑menge, ‑preis und ‑eigenschaften“. Derartige Kriterien verhinderten, dass Antragsteller ihre Chancen
         auf Erhalt einer Erlaubnis genau einschätzen könnten, und ließen den Behörden, die die Erlaubnisse erteilten, ein zu weites
         Ermessen.
      
      116    Das Königreich Spanien räumt ein, dass das Kriterium „Recht der Verbraucher auf ein breites und vielfältiges Angebot, gemessen
         an Produktqualität, ‑menge, ‑preis und ‑eigenschaften“ vielleicht nicht hinreichend bestimmt sei, aber das gelte nicht für
         die beiden anderen beanstandeten Kriterien. Allein das Fehlen einer klaren Definition mache die Kriterien im Hinblick auf
         die Verwirklichung der Ziele des Umwelt‑ und Verbraucherschutzes nicht gleich ungeeignet. Der Unionsgesetzgeber bediene sich
         im Übrigen derselben Technik, indem er die anzuwendenden Kriterien vorgebe, ohne Werte festzulegen, anhand deren sich im Voraus
         genau ermitteln lasse, ob einem Antrag stattgegeben werde oder nicht.
      
      117    Hierzu ist festzustellen, dass die Kommission nicht die Art der in Rede stehenden Kriterien rügt, sondern lediglich ihre mangelnde
         Präzision. Wenn jedoch die Integration in das städtische Umfeld, die Auswirkungen auf Straßen- und Verkehrsmittelnutzung sowie
         die den Verbrauchern zur Verfügung stehende Auswahl legitime Kriterien für die Entscheidung über die Genehmigung einer Einzelhandelseinrichtung
         sind, dann ist der Generalanwältin in Nr. 116 ihrer Schlussanträge folgend festzustellen, dass die Angabe genauer, im Voraus
         festgelegter Schwellenwerte oder Obergrenzen kaum möglich ist, ohne die Regelung so unflexibel zu machen, dass die Niederlassungsfreiheit
         wahrscheinlich noch stärker beschränkt würde.
      
      118    Da die in Art. 10 des Gesetzes 18/2005 genannten Kriterien nicht so unpräzise sind, dass sie für die Verwirklichung der vom
         Königreich Spanien geltend gemachten Ziele der Raumordnung, des Umwelt‑ und des Verbraucherschutzes ungeeignet oder im Hinblick
         auf diese Ziele unverhältnismäßig wären, ist der sechste Teil der zweiten Rüge zurückzuweisen.
      
      iii)  Dritte Rüge: bestimmte Aspekte des Verfahrens für die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis
      –       Zum ersten Teil der dritten Rüge
      119    Mit dem ersten Teil der dritten Rüge wendet sich die Kommission gegen die in den Art. 6 und 7 des Gesetzes 18/2005 vorgesehene
         Regelung der „stillschweigenden Ablehnung“.
      
      120    Das Königreich Spanien bezeichnet diese Regelung als eine Garantie für jeden Betroffenen, der bei der zuständigen Behörde
         eine Gewerbeerlaubnis beantragt habe, die nach den genannten Vorschriften für die Eröffnung, Erweiterung oder Verlegung mittlerer
         und großer Einzelhandelseinrichtungen erforderlich sei. Dieser Mechanismus biete dem Betroffenen nämlich die Möglichkeit,
         gegen die Untätigkeit der Behörde vorzugehen und nach Ablauf der für die Abgabe einer Stellungnahme zum Genehmigungsantrag
         vorgesehenen Frist, wenn keine Entscheidung ergangen sei, vor Gericht zu klagen.
      
      121    Die Kommission hält den genannten Mechanismus für unverhältnismäßig und weist darauf hin, dass dasselbe Ziel durch eine Regelung
         der „stillschweigenden Genehmigung“ erreicht werden könne.
      
      122    Eine Regelung, nach der ein Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis als genehmigt und nicht als abgelehnt gilt, wenn innerhalb
         der vorgegebenen Frist keine ablehnende Entscheidung ergangen ist, könnte in der Tat weniger einschränkend sein. Eine solche
         Regelung ist im Übrigen, wie die Generalanwältin in Nr. 120 ihrer Schlussanträge feststellt, in Art. 33 Abs. 5 des Dekrets
         378/2006 in Bezug auf die Erstellung des Gutachtens über die Ansiedlungsdichte vorgesehen.
      
      123    Wie bereits in Randnr. 75 des vorliegenden Urteils festgestellt worden ist, ist es zwar Sache des Mitgliedstaats, der sich
         auf einen zwingenden Grund des Allgemeininteresses beruft, um eine Beschränkung einer der Grundfreiheiten zu rechtfertigen,
         darzutun, dass seine Regelung zur Erreichung des angestrebten legitimen Ziels geeignet und erforderlich ist, doch geht diese
         Beweislast nicht so weit, dass dieser Mitgliedstaat positiv belegen müsste, dass sich dieses Ziel mit keiner anderen vorstellbaren
         Maßnahme unter den gleichen Bedingungen erreichen ließe.
      
      124    Es kann den Mitgliedstaaten nicht die Möglichkeit abgesprochen werden, Ziele wie den Umweltschutz, die Raumordnung und den
         Verbraucherschutz durch die Einführung von Vorschriften zu verfolgen, die von den zuständigen Behörden einfach gehandhabt
         und kontrolliert werden können (vgl. entsprechend Urteil vom 16. Dezember 2010, Josemans, C‑137/09, Slg. 2010, I‑0000, Randnr.
         82).
      
      125    Die Regelung der „stillschweigenden Ablehnung“, die im Rahmen eines Verfahrens für die Beantragung einer Gewerbeerlaubnis
         vorgesehen ist, das den Umweltschutz, die Raumordnung und den Verbraucherschutz zum Ziel hat, und die für Rechtssicherheit
         sorgen soll, wenn die zuständige Behörde, die über diesen Antrag zu befinden hat, innerhalb der vorgeschriebenen Frist keine
         ausdrückliche Entscheidung erlässt, indem sie klarstellt, dass diese Untätigkeit als stillschweigende Ablehnung anzusehen
         ist, so dass der betroffene Antragsteller vor Gericht Klage erheben kann, kann von den zuständigen Behörden einfach gehandhabt
         und kontrolliert werden. Das Königreich Spanien hat im Übrigen erläutert, dass die Verwaltung, wenn im Rahmen der genannten
         Regelung keine Entscheidung erlassen wurde, nach wie vor verpflichtet ist, das Verfahren durch eine mit Gründen versehene
         Stellungnahme abzuschließen.
      
      126    Demzufolge ist der erste Teil der dritten Rüge zurückzuweisen.
      
      –       Zum zweiten Teil der dritten Rüge
      127    Die Kommission macht mit dem zweiten Teil der dritten Rüge geltend, die nach Art. 12 des Gesetzes 18/2005 vorgesehenen Gebühren
         für die Bearbeitung eines Antrags auf Erteilung einer Genehmigung und für die Erstellung des Gutachtens über die Ansiedlungsdichte
         seien für die betroffenen Wirtschaftsteilnehmer Belastungen, die sie davon abschrecken könnten, sich in Katalonien niederzulassen.
         Diese Gebühren seien, da sie mit den Kosten des Verfahrens für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis in keinem Zusammenhang stünden,
         unverhältnismäßig.
      
      128    Das Königreich Spanien hält dem entgegen, dass diese Gebühren nach einem bestimmten Betrag pro Quadratmeter geplanter Verkaufsfläche
         berechnet würden. Dieser Betrag sei ursprünglich in der Weise ermittelt worden, dass die Bearbeitungskosten, die in den 1994
         und 1995 durchgeführten Verfahren angefallen seien, durch die Zahl der in den betreffenden Anträgen angegebenen Quadratmeter
         geteilt worden sei. Seither werde der Betrag entsprechend der Inflationsrate angepasst. Dadurch könnten die Wirtschaftsteilnehmer
         die Höhe der Gebühren mit Sicherheit im Voraus berechnen. Zudem würden die Gebühren in Teilbeträgen erhoben, so dass ein Antragsteller,
         der von einem Vorhaben Abstand nehme, die Gebühren nicht in voller Höhe zu entrichten brauche; im Übrigen beliefen sich die
         Gebühren auf durchschnittlich rund 0,1 % der Gesamtkosten des Projekts.
      
      129    Dazu ist zu bemerken, dass diese Methode der Gebührenfestsetzung sämtliche Kosten in angemessener Weise erfasst und nicht
         wesentlich von den tatsächlichen Kosten abweicht, die in jedem Einzelfall anfallen. Außerdem hat diese Lösung, pro Quadratmeter
         einen festen Betrag zu erheben, den Vorteil, dass die Verfahrenskosten klar vorhersehbar sind.
      
      130    Der zweite Teil der dritten Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      –       Zum dritten Teil der dritten Rüge
      131    Da gemäß Randnr. 99 des vorliegenden Urteils dem dritten Teil der zweiten Rüge zu folgen ist, weil der Gerichtshof das Erfordernis
         der Erstellung eines Gutachtens über die Ansiedlungsdichte, wie es nach Art. 8 des Gesetzes 18/2005 sowie Art. 31 Abs. 4 und
         Art. 33 Abs. 2 des Dekrets 378/2006 vorgesehen ist, als nicht gerechtfertigt ansieht, ist nicht darüber zu entscheiden, ob
         die von der Kommission mit dem dritten Teil der dritten Rüge beanstandeten Fristen für die Vorlage und die Gültigkeit dieses
         Gutachtens angemessen sind oder nicht.
      
       Kosten
      132    Nach Art. 69 § 3 Abs. 1 der Verfahrensordnung kann der Gerichtshof die Kosten teilen oder beschließen, dass jede Partei ihre
         eigenen Kosten trägt, wenn jede Partei teils obsiegt, teils unterliegt. Da im vorliegenden Fall die Parteien teils obsiegt
         haben und teils unterlegen sind, sind ihnen jeweils ihre eigenen Kosten aufzuerlegen.
      
      133    Nach Art. 69 § 4 Abs. 1 der Verfahrensordnung trägt das Königreich Dänemark, das dem vorliegenden Rechtsstreit als Streithelfer
         beigetreten ist, seine eigenen Kosten.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Zweite Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Königreich Spanien hat dadurch gegen seine Verpflichtungen aus Art. 43 EG verstoßen, dass es folgende Vorschriften erlassen
            und/oder aufrechterhalten hat:
      –        Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes 18/2005 über Einrichtungen des Handels (Ley 18/2005 de equipamientos comerciales) vom 27. Dezember
            2005, soweit diese Vorschrift die Ansiedlung großer Einzelhandelseinrichtungen außerhalb von konsolidierten städtischen Gebieten
            einer begrenzten Anzahl von Gemeinden verbietet;
      –        die Art. 7 und 10 Abs. 2 des Anhangs des Dekrets 379/2006 über die Genehmigung des neuen territorialen sektoriellen Plans
            für Einrichtungen des Handels (Decreto 379/2006 por el que se aprueba el nuevo Plan territorial sectorial de equipamientos
            comerciales) vom 10. Oktober 2006 sowie dessen Anhang 1, soweit diese Vorschriften die Ansiedlung neuer Verbrauchermärkte
            auf eine begrenzte Anzahl von Bezirken beschränken und bestimmen, dass auf solche neuen Verbrauchermärkte nicht mehr als 9 %
            der Ausgaben für Produkte des täglichen Bedarfs und 7 % der Ausgaben für Produkte des mittel‑ und langfristigen Bedarfs entfallen
            dürfen;
      –        Art. 6 Abs. 2 Unterabs. 1 des Gesetzes 7/1996 über die Ordnung des Einzelhandels (Ley 7/1996 de ordenación de comercio minorista)
            vom 15. Januar 1996, Art. 8 des Gesetzes 18/2005 über Einrichtungen des Handels vom 27. Dezember 2005 sowie Art. 31 Abs. 4
            und Art. 33 Abs. 2 des Dekrets 378/2006 zur Durchführung des Gesetzes 18/2005 (Decreto 378/2006 por el que se desarolla la
            Ley 18/2005) vom 10. Oktober 2006, soweit diese Bestimmungen Obergrenzen für die Ansiedlungsdichte und die Auswirkungen auf
            den bestehenden Einzelhandel vorschreiben und es, sobald diese Obergrenzen überschritten werden, unmöglich ist, neue große
            und/oder mittlere Einzelhandelseinrichtungen zu eröffnen, und
      –        Art. 26 des Dekrets 378/2006 zur Durchführung des Gesetzes 18/2005  vom 10. Oktober 2006, soweit er die Zusammensetzung der
            Comisión de Equipamientos Comerciales (Ausschuss für Einrichtungen des Handels) so regelt, dass die Vertretung der Interessen
            des bestehenden Einzelhandels sichergestellt, die Vertretung der Vereinigungen, die im Bereich des Umweltschutzes tätig sind,
            und der Verbraucherschutzverbände aber nicht vorgesehen ist. 
      2.      Soweit die Klage auf die Feststellung gerichtet ist, dass Art. 33 Abs. 5 und 7 des Dekrets 378/2006 zur Durchführung des Gesetzes
            18/2005 vom 10. Oktober 2006 gegen Art. 43 EG verstößt, erübrigt sich eine Entscheidung.
      3.      Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
      4.      Die Europäische Kommission, das Königreich Spanien und das Königreich Dänemark tragen ihre eigenen Kosten.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Spanisch.