CELEX: C1999/048/09
Language: de
Date: 1999-02-20 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES vom 17. Dezember 1998 in der Rechtssache C-2/97 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale Genua): Società italiana petroli SpA (IP) gegen Borsana Srl (Sozialpolitik - Schutz der Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer - Benutzung von Arbeitsmitteln - Gefährdung durch Exposition gegenüber Karzinogenen - Richtlinien 89/655/EWG und 90/394/EWG)

20.2.1999              DE                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     C 48/5
              URTEIL DES GERICHTSHOFES                                   dem Karzinogen unabhängig von der Gefahrenbe-
                   vom 17. Dezember 1998                                 wertung zu verringern, verstöût nicht gegen die
                                                                         Richtlinie 90/394/EWG, da sie eine nach Artikel 118a
in der Rechtssache C-2/97 (Vorabentscheidungsersuchen                    Absatz 3 EG-Vertrag und nach der Richtlinie
des Tribunale Genua): SocietaÁ italiana petroli SpA (IP)                 90/394/EWG zulässige Maûnahme zum verstärkten
                      gegen Borsana Srl (1)                              Schutz der Arbeitsbedingungen darstellt.
(Sozialpolitik Ð Schutz der Sicherheit und Gesundheit
der Arbeitnehmer Ð Benutzung von Arbeitsmitteln Ð                   2. Artikel 4 der Richtlinie 89/655/EWG des Rates vom
Gefährdung durch Exposition gegenüber Karzinogenen Ð                     30. November 1989 über Mindestvorschriften für
        Richtlinien 89/655/EWG und 90/394/EWG)                           Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung von
                        (1999/C 48/09)                                   Arbeitsmitteln durch Arbeitnehmer bei der Arbeit
                                                                         (Zweite Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16
                                                                         Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG) untersagt es
                (Verfahrenssprache: Italienisch)                         einem Mitgliedstaat nicht, für die Anpassung der
                                                                         Arbeitsmittel eine vor dem 31. Dezember 1996 ablau-
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung                  fende Frist festzusetzen, solange diese Frist nicht so
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des                    kurz ist, daû sie es den Arbeitgebern nicht ermöglicht,
                                                                         diese Anpassung vorzunehmen, oder daû sie Kosten
                         Gerichtshofes)
                                                                         verursacht, die im Vergleich zu den Kosten, die die
                                                                         Arbeitgeber bei einer längeren Frist hätten tragen müs-
In der Rechtssache C-2/97, betreffend ein dem Gerichtshof                sen, eindeutig überhöht sind.
nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Tribunale Genua (Ita-
lien) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit SocietaÁ            (1) ABl. C 94 vom 22.3.1997.
italiana petroli (IP) SpA gegen Borsana Srl vorgelegtes
Ersuchen um Vorabentscheidung über die Auslegung des
Artikels 4 der Richtlinie 89/655/EWG des Rates vom
30. November 1989 über Mindestvorschriften für Sicher-
heit und Gesundheitsschutz bei Benutzung von Arbeitsmit-
teln durch Arbeitnehmer bei der Arbeit (Zweite Einzel-
richtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der                                  URTEIL DES GERICHTSHOFES
Richtlinie 89/391/EWG) (ABl. L 393 vom 30.12.1989,                                         (Fünfte Kammer)
S. 13) und der Artikel 3, 4 und 5 der Richtlinie
90/394/EWG des Rates vom 28. Juni 1990 über den                                        vom 17. Dezember 1998
Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzi-
                                                                    in der Rechtssache C-153/97 (Vorabentscheidungsersuchen
nogene bei der Arbeit (Sechste Einzelrichtlinie im Sinne
                                                                    des Tribunal Supremo): Aristóteles Grajera Rodríguez
von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG) (ABl.
                                                                    gegen Instituto Nacional de la Seguridad Social (INSS),
L 196 vom 26.7.1990, S. 1) hat der Gerichtshof unter Mit-
                                                                         Tesorería General de la Seguridad Social (TGSS) (1)
wirkung des Präsidenten G. C. Rodríguez Iglesias, der
Kammerpräsidenten P. J. G. Kapteyn, J.-P. Puissochet,               (Soziale Sicherheit Ð Altersrenten Ð Berechnung der
G. Hirsch und P. Jann sowie der Richter G. F. Man-                  Leistungen Ð Anhang VI Abschnitt D Nummer 4 der
cini, J. C. Moitinho de Almeida (Berichterstatter),                                Verordnung (EWG) Nr. 1408/71)
D. A. O. Edward, H. Ragnemalm, R. Schintgen und
                                                                                            (1999/C 48/10)
K. M. Ioannou Ð Generalanwalt: J. Mischo; Kanzler:
L. Hewlett, Verwaltungsrätin Ð am 17. Dezember 1998
ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                                            (Verfahrenssprache: Spanisch)
1. Artikel 4 der Richtlinie 90/394/EWG des Rates vom                    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
     28. Juni 1990 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen                erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
     Gefährdung durch Karzinogene bei der Arbeit (Sechste                                    Gerichtshofes)
     Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der
     Richtlinie 89/391/EWG) ist dahin auszulegen, daû die
     Verpflichtung des Arbeitgebers, das Karzinogen zu ver-         In der Rechtssache C-153/97 betreffend ein dem Gerichts-
     ringern oder zu ersetzen, nicht vom Ergebnis der               hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Tribunal Supremo
     Gefahrenbewertung nach Artikel 3 der Richtlinie                (Spanien) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit
     abhängt.                                                       Aristóteles Grajera Rodríguez gegen Instituto Nacional de
                                                                    la Seguridad Social (INSS), Tesorería General de la Seguri-
                                                                    dad Social (TGSS) vorgelegtes Ersuchen um Vorabentschei-
     Artikel 5 der Richtlinie 90/394/EWG ist dahin aus-
                                                                    dung über die Gültigkeit des Anhangs VI Abschnitt D
     zulegen, daû die Verpflichtung des Arbeitgebers, die
                                                                    Nummer 4 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates
     Karzinogenexposition zu vermeiden oder zu verrin-
                                                                    vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozia-
     gern, vom Ergebnis der Gefahrenbewertung nach
                                                                    len Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie
     Artikel 3 der Richtlinie abhängt.
                                                                    deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft
                                                                    zu- und abwandern, in der geänderten und aktualisierten
     Eine nationale Vorschrift, die den Arbeitgeber dazu            Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 2001/83 (ABl. L 230
     verpflichtet, die Exposition der Arbeitgeber gegenüber         vom 22.8.1984, S. 6), angepaût durch Anhang I Teil VIII