CELEX: C1999/020/18
Language: de
Date: 1999-01-23 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES (Fünfte Kammer) vom 3. Dezember 1998 in der Rechtssache C-368/96 (Vorabentscheidungsersuchen des High Court of Justice [England und Wales], Queen's Bench Division): The Queen gegen The Licensing Authority established by the Medicines Act 1968 (vertreten durch The Medicines Control Agency) (Arzneimittel - Genehmigung für das Inverkehrbringen - Abgekürztes Verfahren - Im wesentlichen gleiche Erzeugnisse)

23.1.1999             DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   C 20/11
vola SpA (AFS) vorgelegtes Ersuchen um Vorabentschei-            Cusack, Beistand: Fergus Randolph) gegen Industrial
dung über die Auslegung von Artikel 92 EG-Vertrag hat            Refuse & Coal Energy Ltd, Gesellschaft englischen Rechts
der Gerichtshof (Fünfte Kammer) unter Mitwirkung des             mit Sitz in Oxted (Vereinigtes Königreich), vertreten durch
Kammerpräsidenten J.-P. Puissochet sowie der Richter J. C.       Kanaar & Co., Solicitors, wegen Rückzahlung eines Geld-
Moitinho de Almeida, C. Gulmann, D. A. O. Edward und             betrags, den die Kommission der Beklagten im Rahmen
M. Wathelet (Berichterstatter) Ð Generalanwalt: N. Fen-          eines Demonstrationsvorhabens für die Umstellung eines
nelly; Kanzler: L. Hewlett, Verwaltungsrätin Ð am                Müllzwischenlagers auf die Erzeugung von elektrischem
1. Dezember 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlas-           Strom durch Behandlung von Siedlungsrohmüll vor-
sen:                                                             geschossen hatte, einerseits und Widerklage auf Zahlung
                                                                 des Saldos der im Vertrag vorgesehenen Höchstsubvention
                                                                 und Schadensersatz andererseits, hat der Gerichtshof (Erste
Die Anwendung einer Regelung wie derjenigen des Geset-           Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten P.
zes Nr. 95/79 vom 3. April 1979, die von den allgemeinen         Jann (Berichterstatter) sowie der Richter D. A. O. Edward
konkursrechtlichen Vorschriften abweicht, auf ein Unter-         und M. Wathelet Ð Generalanwalt: A. Saggio; Kanzler: R.
nehmen im Sinne des Artikels 80 EGKS-Vertrag stellt sich         Grass Ð am 3. Dezember 1998 ein Urteil mit folgendem
als Gewährung einer nach Artikel 4 Buchstabe c EGKS-             Tenor erlassen:
Vertrag verbotenen staatlichen Beihilfe dar, wenn feststeht,
daû diesem Unternehmen
                                                                 1. Die Industrial Refuse & Coal Energy Ltd wird ver-
                                                                      urteilt, an die Kommission der Europäischen Gemein-
Ð erlaubt worden ist, seine wirtschaftliche Tätigkeit                 schaften 191 438 ECU und 50 796 ECU Zinsen für
     unter Umständen fortzusetzen, unter denen dies bei               die Zeit vom 18. August 1987 bis zum 23. November
     Anwendung der allgemeinen konkursrechtlichen Vor-                1990 nebst 8,15 % Zinsen pro Jahr von 191 438 ECU
     schriften ausgeschlossen gewesen wäre, oder                      vom 20. Oktober 1993 an zu zahlen.
Ð eine oder mehrere Vergünstigungen wie eine staatliche          2. Die Widerklage der Industrial Refuse & Coal Energy
     Bürgschaft, ein verringerter Abgabensatz, eine Befrei-           Ltd wird abgewiesen.
     ung von der Pflicht zur Zahlung von Geldbuûen und
     anderen Zwangsgeldern oder ein völliger oder teilwei-
     ser tatsächlicher Verzicht auf öffentliche Forderungen      3. Die Industrial Refuse & Coal Energy Ltd trägt die
     gewährt worden sind, auf die ein anderes zahlungs-               Kosten des Verfahrens.
     unfähiges Unternehmen bei Anwendung der allgemei-
     nen konkursrechtlichen Vorschriften keinen Anspruch         (1) ABl. C 388 vom 21.12.1996.
     hätte erheben können.
(1) ABl. C 228 vom 26.7.1997.
                                                                                URTEIL DES GERICHTSHOFES
                                                                                        (Fünfte Kammer)
                                                                                     vom 3. Dezember 1998
              URTEIL DES GERICHTSHOFES
                       (Erste Kammer)                            in der Rechtssache C-368/96 (Vorabentscheidungsersuchen
                                                                 des High Court of Justice [England und Wales], Queen's
                    vom 3. Dezember 1998                         Bench Division): The Queen gegen The Licensing Author-
                                                                 ity established by the Medicines Act 1968 (vertreten durch
in der Rechtssache C-337/96: Kommission der Europäi-                            The Medicines Control Agency) (1)
schen Gemeinschaften gegen Industrial Refuse & Coal
                        Energy Ltd (1)                           (Arzneimittel Ð Genehmigung für das Inverkehrbringen
                                                                 Ð Abgekürztes Verfahren Ð Im wesentlichen gleiche
      (Schiedsklausel Ð Nichterfüllung eines Vertrages)                                    Erzeugnisse)
                       (1999/C 20/17)                                                    (1999/C 20/18)
                (Verfahrenssprache: Englisch)                                     (Verfahrenssprache: Englisch)
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung              (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des                 erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                        Gerichtshofes)                                                    Gerichtshofes)
In der Rechtssache C-337/96, Kommission der Euro-                In der Rechtssache C-368/96 betreffend ein dem Gerichts-
päischen Gemeinschaften (Bevollmächtigte: Thomas F.              hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom High Court of
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Justice (England und Wales), Queen's Bench Division, in               dem abgekürzten Verfahren gemäû Artikel 4 Absatz 2
den bei diesem anhängigen Rechtsstreitigkeiten The Queen              Nummer 8 Buchstabe a Ziffer iii der Richtlinie
gegen The Licensing Authority established by the Medi-                65/65/EWG, geänderte Fassung, für alle Dosierungs-
cines Act 1968 (vertreten durch The Medicines Control                 formen, Dosen und Dosierungspläne zugelassen wer-
Agency), ex parte: Generics (UK) Ltd, unterstützt durch               den, die für dieses Erzeugnis bereits zugelassen sind.
E. R. Squibb & Sons Ltd, The Queen gegen The Licensing
Authority established by the Medicines Act 1968 (vertre-
ten durch The Medicines Control Agency), ex parte: The           4. Es hat keinen Einfluû auf die Beantwortung der zwei-
Wellcome Foundation Ltd, und The Queen gegen The                      ten und der dritten Frage, wenn die ursprünglichen
Licensing Authority established by the Medicines Act                  oder die abgekürzten Zulassungsanträge vor dem Tag
1968 (vertreten durch The Medicines Control Agency), ex               des Inkrafttretens der Verordnung (EG) Nr. 541/95
parte: Glaxo Operations UK Ltd u. a., unterstützt durch:              der Kommission vom 10. März 1995 über die Prüfung
Generics (UK) Ltd, vorgelegtes Ersuchen um Vorabent-                  von ¾nderungen einer Zulassung, die von einer zustän-
scheidung über die Auslegung und die Gültigkeit von                   digen Behörde eines Mitgliedstaats erteilt wurde,
Artikel 4 Absatz 2 Nummer 8 Buchstabe a Ziffer iii der                gestellt wurden.
Richtlinie 65/65/EWG des Rates vom 26. Januar 1965 zur
Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften
über Arzneispezialitäten (ABl. 22 vom 9.2.1965, S. 369) in       5. Die Prüfung der fünften Frage hat nichts ergeben, was
der Fassung der Richtlinie 87/21/EWG des Rates vom                    die Gültigkeit von Artikel 4 Absatz 2 Nummer 8
22. Dezember 1986 (ABl. L 15 vom 17.1.1987, S. 36) hat                Buchstabe a Ziffer iii der Richtlinie 65/65, geänderte
der Gerichtshof (Fünfte Kammer) unter Mitwirkung des                  Fassung, in Frage stellen könnte.
Kammerpräsidenten J.-P. Puissochet sowie der Richter J. C.
Moitinho de Almeida, C. Gulmann (Berichterstatter), L.
Sevón und M. Wathelet Ð Generalanwalt: D. Ruiz-Jarabo            (1) ABl. C 40 vom 8.2.1997.
Colomer; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler Ð am
3. Dezember 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlas-
sen:
1. Artikel 4 Absatz 2 Nummer 8 Buchstabe a Ziffer iii
    der Richtlinie 65/65/EWG des Rates vom 26. Januar                           URTEIL DES GERICHTSHOFES
    1965 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungs-                                   (Fünfte Kammer)
    vorschriften über Arzneispezialitäten in der Fassung
    der Richtlinie 87/21/EWG des Rates vom 22. De-                                   vom 3. Dezember 1998
    zember 1986 ist dahin auszulegen, daû eine Arzneispe-
                                                                 in der Rechtssache C-67/97 (Ersuchen um Vorabentschei-
    zialität im wesentlichen einer originalen Arzneispeziali-
                                                                 dung des Kriminalret Frederikshavn): Strafverfahren gegen
    tät gleicht, wenn sie die Kriterien der gleichen qua-
                                                                                        Ditlev Bluhme (1)
    litativen und quantitativen Zusammensetzung an
    Wirkstoffen, der gleichen Darreichungsform und der           (Freier Warenverkehr Ð Verbot mengenmäûiger Beschrän-
    Bioäquivalenz erfüllt, sofern sie nicht nach dem Stand       kungen und von Maûnahmen gleicher Wirkung zwischen
    der Wissenschaft gegenüber der originalen Arzneispe-         Mitgliedstaaten Ð Ausnahmen Ð Schutz der Gesundheit
    zialität offensichtlich in bezug auf Sicherheit und          und des Lebens von Tieren Ð Bienen der Art Apis melli-
    Wirksamkeit erhebliche Unterschiede aufweist. Die                          fera mellifera (braune Lñsù-Biene)
    zuständige Behörde eines Mitgliedstaats darf die
    genannten drei Kriterien bei der Feststellung, ob eine                               (1999/C 20/19)
    bestimmte Arzneispezialität im wesentlichen einer ori-
    ginalen Arzneispezialität gleicht, nicht auûer acht las-
    sen.                                                                          (Verfahrenssprache: Dänisch)
2. Eine Arzneispezialität, die im wesentlichen einem                 (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
    Erzeugnis gleicht, das seit mindestens sechs bzw. zehn            erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
    Jahren in der Gemeinschaft zugelassen und im                                          Gerichtshofes)
    Antragsmitgliedstaat in Verkehr gebracht ist, kann in
    dem abgekürzten Verfahren des Artikels 4 Absatz 2
    Nummer 8 Buchstabe a Ziffer iii der Richtlinie               In der Rechtssache C-67/67 betreffend ein dem Gericht
     65/65/EWG, geänderte Fassung, für alle therapeuti-          nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Kriminalret Frederiks-
     schen Indikationen zugelassen werden, die für dieses        havn (Dänemark) in dem bei diesem anhängigen Strafver-
    Erzeugnis bereits zugelassen sind.                           fahren gegen Ditlev Bluhme vorgelegtes Ersuchen um Vor-
                                                                 abentscheidung über die Auslegung des Artikels 30 EG-
                                                                 Vertrag und des Artikels 2 der Richtlinie 91/174/EWG des
3. Eine Arzneispezialität, die im wesentlichen einem             Rates vom 25. März 1991 über züchterische und genealo-
    Erzeugnis gleicht, das seit mindestens sechs bzw. zehn       gische Bedingungen für die Vermarktung reinrassiger Tiere
    Jahren in der Gemeinschaft zugelassen und im                 und zur ¾nderung der Richtlinie 77/504/EWG und
    Antragsmitgliedstaat in Verkehr gebracht ist, kann in        90/425/EWG (ABl. L 85 vom 5.4.1991, S. 37) hat der