CELEX: 61986CO0108
Language: de
Date: 1987-10-07 00:00:00
Title: Beschluss des Gerichtshofes (Dritte Kammer) vom 7. Oktober 1987. # G. d. M. gegen Rat und Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Gemeinschaften. # Zulässigkeit. # Rechtssache 108/86.

Avis juridique important

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61986O0108

BESCHLUSS DES GERICHTSHOFES (DRITTE KAMMER) VOM 7. OKTOBER 1987.  -  GIOVANI DI MURO GEGEN RAT DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFTEN UND WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS.  -  ZULAESSIGKEIT.  -  RECHTSSACHE 108/86.  

Sammlung der Rechtsprechung 1987 Seite 03933

EntscheidungsgründeKostenentscheidungTenor
Schlüsselwörter

++++  1 . BEAMTE - BEISTANDSPFLICHT DER VERWALTUNG - UMFANG  ( BEAMTENSTATUT, ARTIKEL 24 )  2 . BEAMTE - KLAGE - RECHTSSCHUTZINTERESSE - KLAEGER, DER AUF SEINE BESCHWERDE HIN GENUGTUUNG ERHALTEN HAT - UNZULÄSSIGKEIT  ( BEAMTENSTATUT, ARTIKEL 90 UND 91 )  

Entscheidungsgründe

1 MIT KLAGESCHRIFT, DIE AM 6.*MAI 1986 BEI DER KANZLEI DES GERICHTSHOFES EINGEGANGEN IST, HAT DER KLAEGER, BEAMTER DES WIRTSCHAFTS - UND SOZIALAUSSCHUSSES ( IM FOLGENDEN : WSA ) KLAGE GEGEN DEN RAT UND DEN WSA ERHOBEN, MIT DER ER ZUM EINEN DIE AUFHEBUNG DER STILLSCHWEIGENDEN ENTSCHEIDUNG, MIT DER EINE NACH ARTIKEL 24 DES BEAMTENSTATUTS AUSGESPROCHENE BITTE UM BEISTAND ZURÜCKGEWIESEN WORDEN IST, UND ZUM ANDEREN ERSATZ DES IMMATERIELLEN SCHADENS BEGEHRT, DEN ER WEGEN DER WEIGERUNG DER VERWALTUNG, IHM DEN ERBETENEN BEISTAND ZU LEISTEN, ERLITTEN HABE .  2 WIE SICH AUS DEN AKTEN ERGIBT, FÜHRT DER KLAEGER IM WESENTLICHEN DARÜBER BESCHWERDE, DASS ER SEIT JAHREN VERLEUMDUNGEN UND DROHUNGEN SEITENS EINES ANDEREN BEAMTEN DES WSA, HERRN V.*D.*G ., AUSGESETZT SEI, GEGEN DIE ER DIE VERWALTUNG UM BEISTAND NACH DER GENANNTEN STATUTSBESTIMMUNG ERSUCHE .  3 HERR V.*D.*G . LIESS AM 23 . APRIL 1985 AN DIE BEDIENSTETEN DES WSA EINEN "OFFENEN BRIEF" VERTEILEN, IN DEM ER DEM KLAEGER VORWARF, ER SEI "SEIT FAST 20 JAHREN ... NICHT NUR BEAMTER DES AUSSCHUSSES, SONDERN AUCH NOCH VOLLZEITBESCHÄFTIGTER UND DAMIT IN DER ÜBLICHEN WEISE BESOLDETER LEHRBEAUFTRAGTER EINER BELGISCHEN LEHRANSTALT ".  4 HERR V.*D.*G . WARF DEM KLAEGER FERNER IN DREI NOTEN VOM 28 . MAI, 24 . JUNI UND 21 . AUGUST 1985 VOR, EIN BAUDARLEHEN, DAS IHM VON DEN GEMEINSCHAFTEN GEWÄHRT WORDEN SEI, NACH DEM VERKAUF DES BETREFFENDEN GEBÄUDES NICHT ZURÜCKGEZAHLT UND DAMIT GEGEN DIE INSOWEIT GELTENDE REGELUNG VERSTOSSEN ZU HABEN . DIESE NOTEN WAREN AN DEN KLAEGER PERSÖNLICH GERICHTET; DIE NOTEN VOM 24 . JUNI UND 21 . AUGUST 1985 WURDEN IN ABSCHRIFT DEM GENERALSEKRETÄR DES WSA, DIEJENIGE VOM 24 . JUNI 1985 DARÜBER HINAUS EINEM VERTRETER DES EUROPÄISCHEN GEWERKSCHAFTSBUNDS ZUR KENNTNIS GEBRACHT .  5 NACHDEM ER DIE VERWALTUNG MEHRFACH AUFGEFORDERT HATTE, DAFÜR ZU SORGEN, DASS DIESE BESCHULDIGUNGEN UNTERBLIEBEN, UND SIE ZU DEMENTIEREN, LEGTE DER KLAEGER AM 2.*DEZEMBER 1985 EINE BESCHWERDE GEMÄSS ARTIKEL 90 ABSATZ 2 DES STATUTS EIN, MIT DER ER IM WESENTLICHEN GELTEND MACHTE, DASS "DIE VERWALTUNG SOFORT NACH DER VERTEILUNG DES OFFENEN BRIEFS DIESES VORGEHEN ALS UNERTRAEGLICH RÜGEN UND DIE DORT GEGEN DEN BESCHWERDEFÜHRER ERHOBENEN ANSCHULDIGUNGEN DEMENTIEREN HÄTTE MÜSSEN, UM SO ÖFFENTLICH SEINE EHRE UND WÜRDE WIEDERHERZUSTELLEN ". ZU DEN NOTEN, DIE IM ZUSAMMENHANG MIT DEM BAUDARLEHEN AN IHN PERSÖNLICH GERICHTET WAREN, FÜHRTE DER KLAEGER IN SEINER BESCHWERDE AUS, DIE VERWALTUNG HÄTTE, "NACHDEM SIE FESTGESTELLT HATTE, DASS DIE AKTE KEINEN VERSTOSS ERKENNEN LIESS, DIE GEGEN DEN BESCHWERDEFÜHRER ERHOBENEN ANSCHULDIGUNGEN DEMENTIEREN UND GEGEN DEN URHEBER DIESER ANSCHULDIGUNGEN MASSNAHMEN TREFFEN MÜSSEN, UM DER VERLEUMDUNGSKAMPAGNE EIN ENDE ZU MACHEN ".  6 AM 15 . JANUAR 1986 VERHÄNGTE DER PRÄSIDENT DES WSA GEGEN HERRN V.*D.*G . DIE DISZIPLINARSTRAFE DER SCHRIFTLICHEN VERWARNUNG MIT DER BEGRÜNDUNG, DIESER HABE "INFORMATIONEN IN EINER FORM VERÖFFENTLICHT, DIE ALS EIN VERSTOSS GEGEN DIE IHM AUFERLEGTEN PFLICHTEN ANZUSEHEN IST ".  7 MIT SCHREIBEN VOM 21 . JANUAR 1986 AN DEN GENERALSEKRETÄR DES WSA ERKLÄRTE DER KLAEGER, DASS "GEGENSTAND DER BESCHWERDE ... NICHT DIE VON DER ANSTELLUNGSBEHÖRDE FÜR ANGEBRACHT GEHALTENEN SANKTIONEN, SONDERN AUSSCHLIESSLICH DIE ÖFFENTLICHE WIEDERHERSTELLUNG DER EHRE UND WÜRDE VON HERRN D.*M ." SEI . DIESEN STANDPUNKT BESTÄTIGTE ER IN EINEM SCHREIBEN VOM 28 . JANUAR 1986 AN DEN PRÄSIDENTEN DES WSA .  8 AM 29 . JANUAR 1986 TEILTE DIE VERWALTUNG DES WSA DEM KLAEGER MIT, DASS "DIE ZUSTÄNDIGE STELLE UNSERES ORGANS, NÄMLICH DER PRÄSIDENT, DIE GEEIGNETEN MASSNAHMEN GETROFFEN HAT, UM DAS ANSEHEN VON HERRN D.*M . WIEDERHERZUSTELLEN ". DER PRÄSIDENT DES WSA LIESS IN DER TAT AM SELBEN TAG EINE "DIENSTLICHE MITTEILUNG" AN DIE BEDIENSTETEN VERTEILEN, IN DER ZUNÄCHST IN ALLGEMEINEN WORTEN DARAUF HINGEWIESEN WIRD, DASS DIE ALLGEMEINE BEKANNTMACHUNG PERSÖNLICHER AUSEINANDERSETZUNGEN UNZULÄSSIG SEI, UND IN DER ES WEITER HEISST : "WAS DEN FALL DES OFFENEN BRIEFS ANGEHT, DEN HERR V.*D.*G . AM 23 . APRIL 1985 AN HERRN D.M . GERICHTET HAT UND DER BEKLAGENSWERTE WENDUNGEN ENTHÄLT, LEGE ICH WERT AUF DIE FESTSTELLUNG, DASS DIE DURCHGEFÜHRTEN NACHPRÜFUNGEN DEN SCHLUSS ZULASSEN, DASS DIE EHRBARKEIT VON HERRN D.*M . NICHT IN FRAGE GESTELLT WERDEN KANN ."  9 UNGEACHTET DIESER VON DER VERWALTUNG GETROFFENEN MASSNAHMEN HAT DER KLAEGER AM 6.*MAI 1986 DIE VORLIEGENDE KLAGE ERHOBEN .  10 NACH ARTIKEL 92 ABSATZ 2 DER VERFAHRENSORDNUNG KANN DER GERICHTSHOF JEDERZEIT VON AMTS WEGEN PRÜFEN, OB UNVERZICHTBARE PROZESSVORAUSSETZUNGEN FEHLEN; ER ENTSCHEIDET HIERÜBER GEMÄSS ARTIKEL 91  PAR  PAR *3 UND 4 DER VERFAHRENSORDNUNG . DER VORLIEGENDE SACHVERHALT GIBT VERANLASSUNG, DIESE BESTIMMUNGEN ANZUWENDEN UND ÜBER DIE ZULÄSSIGKEIT DER KLAGE GESONDERT DURCH BESCHLUSS ZU ENTSCHEIDEN, OHNE DIE MÜNDLICHE VERHANDLUNG ZU ERÖFFNEN . IM VORLIEGENDEN FALL IST ZU PRÜFEN, OB DER KLAEGER EIN RECHTSSCHUTZINTERESSE GELTEND MACHEN KANN, WOBEI DAVON AUSZUGEHEN IST, DASS EIN SOLCHES INTERESSE FEHLT, SOWEIT ER BEREITS IM VORVERFAHREN GENUGTUUNG ERLANGT HAT .  11 DER KLAEGER BESTREITET, IM VORVERFAHREN GENUGTUUNG ERLANGT ZU HABEN . IN BEANTWORTUNG EINER FRAGE DES GERICHTSHOFES HAT ER AUSGEFÜHRT, DASS DIE DIENSTLICHE MITTEILUNG DES PRÄSIDENTEN DES WSA VOM 29 . JANUAR 1986 ERST NEUN MONATE NACH DEM "OFFENEN BRIEF" VON HERRN V.*D.*G . VOM 23 . APRIL 1985 AN DIE BEDIENSTETEN VERTEILT WORDEN SEI . DIESE MITTEILUNG, DIE IM ÜBRIGEN NICHT IN DEN GEBÄUDEN DES WSA AUSGEHÄNGT WORDEN SEI, SEI FERNER ZU ALLGEMEIN GEHALTEN UND ERWÄHNE INSBESONDERE NICHT DIE GEGEN HERRN V.*D.*G . VERHÄNGTEN DISZIPLINARMASSNAHMEN .  12 DIESEM VORBRINGEN IST NICHT ZU FOLGEN .  13 WIE SICH NÄMLICH EINDEUTIG AUS DEN ERLÄUTERUNGEN ERGIBT, DIE DER KLAEGER MIT SEINEN SCHREIBEN VOM 21 . UND 28 . JANUAR 1986 GEGEBEN HAT, WAR SEINE BESCHWERDE VOM 2.*DEZEMBER 1985 ALLEIN AUF DIE ÖFFENTLICHE WIEDERHERSTELLUNG SEINER EHRE UND WÜRDE, NICHT ABER DARAUF GERICHTET, DASS GEGEN HERRN V.*D.*G . IRGENDWELCHE DISZIPLINARMASSNAHMEN GETROFFEN WÜRDEN .  14 FERNER WAR NUR DER "OFFENE BRIEF" VOM 23 . APRIL 1985 GEEIGNET, DIE EHRE DES KLAEGERS ZU VERLETZEN, DA DIE SPÄTEREN NOTEN, DIE IM ZUSAMMENHANG MIT DEN BAUDARLEHEN AN IHN PERSÖNLICH GERICHTET WAREN, NICHT ALLGEMEIN VERTEILT WORDEN SIND . FOLGLICH KONNTE NUR DIESER "OFFENE BRIEF" ANLASS FÜR DIE VERWALTUNG SEIN, ZUR ÖFFENTLICHEN REHABILITIERUNG DES KLAEGERS EINZUGREIFEN .  15 DER KLAEGER HAT IM ÜBRIGEN IM VORVERFAHREN IN KEINER WEISE ANGEGEBEN, WELCHE KONKRETEN MASSNAHMEN ER VON DER VERWALTUNG ERWARTETE, UND HAT DIESER DAMIT DIE WAHL DES VERFAHRENS UND DER MITTEL ÜBERLASSEN . BEI DIESER WAHL WAR DIE VERWALTUNG GERADE AUFGRUND IHRER BEISTANDSPFLICHT NACH ARTIKEL 24 DES STATUTS GEHALTEN, JEDE NICHT UNBEDINGT ERFORDERLICHE VERÖFFENTLICHUNG DER IN REDE STEHENDEN ANSCHULDIGUNGEN ZU VERMEIDEN, UM DIE BELANGE DES VERLETZTEN BEAMTEN NICHT NOCH MEHR ZU BEEINTRÄCHTIGEN ( SIEHE URTEIL VOM 11 . JULI 1974 IN DER RECHTSSACHE 53/72, GUILLOT, SLG . 1974, 791 ).  16 UNTER DIESEN UMSTÄNDEN IST FESTZUSTELLEN, DASS DIE ERKLÄRUNGEN IN DER DIENSTLICHEN MITTEILUNG VOM 29 . JANUAR 1986 GEEIGNET WAREN, DEM KLAEGER UNTER ALLEN GESICHTSPUNKTEN SEINER BESCHWERDE GENUGTUUNG ZU VERSCHAFFEN, SO DASS ER KEIN RECHTSSCHUTZINTERESSE MEHR GELTEND MACHEN KANN .  17 DIE KLAGE IST DAHER IN IHRER GESAMTHEIT EINSCHLIESSLICH DES ANTRAGS AUF SCHADENSERSATZ ABZUWEISEN .  

Kostenentscheidung

KOSTEN  18 GEMÄSS ARTIKEL 69  PAR *2 DER VERFAHRENSORDNUNG IST DIE UNTERLIEGENDE PARTEI ZUR TRAGUNG DER KOSTEN ZU VERURTEILEN . NACH ARTIKEL 70 DER VERFAHRENSORDNUNG TRAGEN JEDOCH DIE ORGANE IN RECHTSSTREITIGKEITEN MIT BEDIENSTETEN DER GEMEINSCHAFTEN IHRE KOSTEN SELBST .  

Tenor

AUS DIESEN GRÜNDEN  HAT  DER GERICHTSHOF ( DRITTE KAMMER )  BESCHLOSSEN :  1 ) DIE KLAGE WIRD ALS UNZULÄSSIG ABGEWIESEN .  2 ) JEDE PARTEI TRAEGT IHRE EIGENEN KOSTEN .  LUXEMBURG, DEN 7 . OKTOBER 1987