CELEX: 
Language: de
Date: 2020-08-31 00:00:00
Title: DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zwecks Verbesserung der Praktikabilität der Informationsanforderungen im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Notversorgung

EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                   Brüssel, den 31.8.2020
                                                   C(2020) 5758 final
             DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                       vom 31.8.2020
    zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und
      des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und
   Gemischen zwecks Verbesserung der Praktikabilität der Informationsanforderungen im
                 Zusammenhang mit der gesundheitlichen Notversorgung
                             (Text von Bedeutung für den EWR)
DE                                                                                    DE
 ---pagebreak---                                               BEGRÜNDUNG
   1.        KONTEXT DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
   Gemäß Artikel 45 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 sind die benannten Stellen
   der Mitgliedstaaten dafür verantwortlich, Informationen von Importeuren und
   nachgeschalteten Anwendern über die von diesen in Verkehr gebrachten gefährlichen
   chemischen Gemische entgegenzunehmen. Mit der Verordnung (EU) 2017/542 der
   Kommission wurde die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 durch die Hinzufügung eines
   Anhangs über die harmonisierten Informationen für die gesundheitliche Notversorgung
   („Anhang VIII“) geändert.1
   Anhang VIII wurde im März 2017 angenommen. Nach der Annahme forderten die
   Mitgliedstaaten und die Interessenträger der Branchen aufgrund ernster Bedenken hinsichtlich
   der Durchführbarkeit, Änderungen des Anhangs VIII vor dessen Wirksamkeitsdatum
   vorzunehmen.2 Die Kommissionsdienststellen gaben eine Studie in Auftrag, mit der bewertet
   werden sollte, ob die Forderungen berechtigt sind und welche Auswirkungen auf die
   Mitteilungspflichtigen damit verbunden sind, und kamen zu dem Schluss, dass in der Tat eine
   Änderung des Anhangs VIII erforderlich ist. Bei der Änderung würde es sich um eine zweite
   Änderung der Verordnung nach Erlass der Verordnung (EU) 2020/11 handeln, mit der die
   Frist für die Einhaltung der Vorschriften für Gemische, die für die Verwendung durch
   Verbraucher bestimmt sind, verlegt und eine stringentere Auslegung der Vorschriften
   angestrebt wurde, um die interne Kohärenz zu verbessern, und unbeabsichtigte Folgen
   abzumildern, die erst seit Erlass der Verordnung (EU) 2017/542 zutage getreten sind.
   Die Kommission schlägt nun vor, zur Behebung der Probleme im Zusammenhang mit der
   Durchführbarkeit dem Artikel 25 einen Absatz 8 hinzuzufügen und Anhang VIII der
   Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 zu ändern.
   Im Einklang mit den Befugnissen gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, geändert durch
   die Verordnung (EU) 2019/1243, insbesondere deren Artikel 53c, erlässt die Kommission für
   jede ihr übertragene Befugnis einen gesonderten delegierten Rechtsakt. Da die Befugnisse zur
   Änderung von Artikel 25 und Anhang VIII unterschiedlich sind, schlägt die Kommission zwei
   getrennte delegierte Rechtsakte vor.
   Mit dem vorliegenden vorgeschlagenen Rechtsakt zur Änderung des Anhangs VIII wird auf
   die vorgebrachten Bedenken eingegangen, nämlich die Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, die
   genaue Zusammensetzung von Produkten zu kennen, wenn Rohstoffe mit sehr variabler oder
   unbekannter Zusammensetzung verwendet werden, wenn mehrere Lieferanten für
   Bestandteile herangezogen werden, die bei demselben Empfänger gelagert werden, oder wenn
   komplexe Lieferketten beteiligt sind, sowie die Unmöglichkeit, im Voraus zu wissen, welche
   konkreten nach Wunsch gefertigten Gemische in Verkehr gebracht werden.
   Mit dem vorgeschlagenen Rechtsakt wird eine allgemeine Lösung mit dem Konzept einer
   Gruppe austauschbarer Bestandteile („ICG“ – interchangeable component group), sowie
   1
           ABl. L 78 vom 23.3.2017, S. 1–12.
   2
           Insbesondere die Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, die genaue Zusammensetzung von Produkten zu
           kennen, wenn Rohstoffe mit sehr variabler oder unbekannter Zusammensetzung verwendet werden,
           wenn mehrere Lieferanten für Bestandteile herangezogen werden, die bei demselben Empfänger
           gelagert werden, oder wenn komplexe Lieferketten beteiligt sind.
DE                                                     1                                                  DE
 ---pagebreak---    stärker sektorbezogene Lösungen für Gips, Fertigbeton, Zement und Kraftstoffe und nach
   Wunsch formulierte Anstrichfarbe eingeführt.
   2.       KONSULTATIONEN VOR ANNAHME DES RECHTSAKTS
   Gemäß Artikel 53a Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 wurden die von jedem
   Mitgliedstaat benannten Sachverständigen gemäß den Bestimmungen der Interinstitutionellen
   Vereinbarung über bessere Rechtsetzung vom 13. April 20163 in der zuständigen
   Expertengruppe, nämlich der Gruppe der für REACH und CLP zuständigen Behörden
   CARACAL (E02385), konsultiert. Einbezogen wurden auch die Mitglieder der European
   Association of Poison Centres and Clinical Toxicologists (EAPCCT).
   Darüber hinaus wurde die Initiative vom 12. Mai 2020 bis zum 9. Juni 2020 unter dem Titel
   „Gefährliche Chemikalien – aktualisierte Anforderungen an die Übermittlung von
   Informationen       an     die       Giftnotrufzentralen“ (https://ec.europa.eu/info/law/better-
   regulation/have-your-say/initiatives/12384-Amending-requirements-for-information-for-
   poison-centers) zur Einholung von Rückmeldungen veröffentlicht. Die eingegangenen
   Rückmeldungen der Öffentlichkeit lassen sich wie folgt zusammenfassen.
   Die Kommission erhielt 21 Stellungnahmen von meist mit der chemischen Industrie in
   Verbindung stehenden und hauptsächlich in Europa ansässigen Einzelpersonen und
   Organisationen.
   Konkret stammte die überwiegende Mehrheit der Stellungnahmen von Interessenträgern aus
   der Industrie (95 % der Stellungnahmen entfielen auf Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
   bzw. einschlägige Vereinigungen), während der Anteil der sonstigen Stellungnahmen
   insgesamt 5 % ausmachte.
   Insgesamt wurde der vorgeschlagene Rechtsakt in den Stellungnahmen ausdrücklich begrüßt
   und es wurde darauf hingewiesen, dass die vorgestellten allgemeinen und sektorspezifischen
   Lösungen praktikabel seien.
   Die überwiegende Mehrheit der Stellungnahmen betraf einen Antrag auf Verschiebung des
   ersten auf den 1. Januar 2021 festgesetzten Datums für die Einhaltung der Vorschriften in der
   Delegierten Verordnung (EU) YYYY/XXX der Kommission [C(2020)5758]. Begründet
   wurde dies mit der großen Zahl der Gemische, die angeblich notifiziert werden müssen, der
   Verzögerung, zu der es bei der Annahme dieses Rechtsakts im Vergleich zum ursprünglichen
   Zeitplan aufgrund von COVID-19 kam, und dem daraus resultierenden Umstand, dass es
   nicht möglich ist, diesen Rechtsakt vor dem Zeitraum im Sommer zu erlassen, in dem keine
   Übermittlung an das Europäische Parlament und den Rat erfolgt4‚ ferner mit Bedenken, dass
   die von der ECHA entwickelten IT-Instrumente, an die die Branche ihre Systeme anpassen
   muss, möglicherweise nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen, und mit Befürchtungen, dass es
   bei den IT-Systemen der Mitgliedstaaten im Fall von Verzögerungen zu Verstößen gegen
   Sicherheitsvorschriften kommt.
   Die Kommission beabsichtigt aus folgenden Gründen nicht, das auf den 1. Januar 2021
   festgesetzte Einhaltungsdatum zu verschieben: Die Europäische Chemikalienagentur (im
   Folgenden „Agentur“) hat das Mitteilungsformat gemäß Anhang VIII Teil C entwickelt und
   bereits im April 2019 veröffentlicht. Darüber hinaus hat die Agentur eine Datenbank mit
   Suchfunktion entwickelt und eingerichtet, die seit November 2019 operativ ist.
   3
           ABl. L 123 vom 12.5.2016, S. 1.
   4
           ABl. L 123 vom 12.5.2016, S. 1.
DE                                                   2                                              DE
 ---pagebreak---    Was die rechtzeitige Verfügbarkeit der IT-Systeme der Mitgliedstaaten betrifft, so läuft die
   Vorbereitung für den Zugang zur Datenbank mit Suchfunktion für alle Mitgliedstaaten, die
   sich für die Nutzung der Datenbank mit Suchfunktion der Agentur entschieden haben, nach
   Plan. Die Mitgliedstaaten erhalten nur dann Zugang zur Datenbank mit Suchfunktion, wenn
   sie alle Sicherheitsanforderungen erfüllen, sodass die Bedenken hinsichtlich etwaiger
   Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften unbegründet sind.
   Was die durch COVID-19 verursachte Verzögerung und den daraus resultierenden Umstand
   betrifft, dass es nicht möglich ist, diesen Rechtsakt vor dem Zeitraum im Sommer zu erlassen,
   in dem keine Übermittlung an die Mitgesetzgeber erfolgt, so beträgt diese Verzögerung nach
   Einschätzung der Kommission etwa zweieinhalb Monate. Nach Auffassung der Kommission
   rechtfertigt dies jedoch keine Verschiebung des Wirksamkeitsdatums.
   In den Rückmeldungen wurde darauf hingewiesen, dass eine beträchtliche Zahl von
   Gemischen ab dem 1. Januar 2021 gemeldet werden muss. Es sollte berücksichtigt werden,
   dass in Anhang VIII lediglich das Mitteilungsformat harmonisiert wird und dass die
   Mitteilungspflichten nach Artikel 45 bereits seit Inkrafttreten der Verordnung (EG)
   Nr. 1272/2008 gelten. In der Verordnung (EU) 2017/542 ist für bereits im Rahmen der
   bestehenden nationalen Systeme notifizierte Gemische ein Übergangszeitraum bis zum
   1. Januar 2025 vorgesehen, sodass dieser für bereits in Verkehr gebrachte Gemische genutzt
   werden kann.
   Die Kommentierenden begrüßten insbesondere die Einführung des Konzepts der Gruppen
   austauschbarer Bestandteile (ICG) in Anhang VIII, Teil B, Abschnitt 3.5.
   Es wurde vorgeschlagen, die Obergrenze von fünf Bestandteilen in Teil B Abschnitt 3.5
   Unterabsatz 2 Buchstabe c zu streichen, da sowohl für akute Gefahren (Verätzung/Reizung,
   Aspiration) als auch für chronische Gefahren (Hautsensibilisierung) die Begründung für eine
   Obergrenze von fünf Bestandteilen nicht plausibel sei. Die konsultierte und oben genannte
   Sachverständigengruppe erörterte den Sachverhalt und kam zu dem Schluss, dass die
   Obergrenze von fünf Bestandteilen als Ausgleich für die gelockerten Kriterien für die in diese
   Gefahrenklassen       eingestuften,     in   einer    Gruppe    austauschbarer   Bestandteile
   zusammengefassten Bestandteile erforderlich sei, im Gegensatz zu dem in Teil B
   Abschnitt 3.5 Unterabsatz 1 festgelegten Kriteriensatz. In der Tat müssen gemäß
   Unterabsatz 1 alle in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile zusammengefassten
   Bestandteile die gleiche Gefahreinstufung und die gleichen technischen Funktionen
   aufweisen, während dies gemäß Unterabsatz 2 nicht erforderlich ist. Die durch die Milderung
   der Bedingungen bedingte gesteigerte Unsicherheit für die Giftnotrufzentralen musste durch
   die Einführung einer Obergrenze für die Zahl der in einer ICG zusammenzufassenden
   Bestandteile ausgeglichen werden.
   Eine weitere Stellungnahme betraf die Änderung des Wortlauts „toxikologisches Profil“ in
   Teil B Abschnitt 3.5 Unterabsatz 1 Buchstabe a dritter Gedankenstrich in „toxikologische
   Eigenschaften“. Damit sollen Verwechslungen mit der Bedeutung des in sonstigen
   internationalen Regelungsrahmen verwendeten Terminus „toxikologisches Profil“ vermieden
   werden. Die befragte und oben genannte Expertengruppe erörterte den Sachverhalt und kam
   zu dem Schluss, dass der Wortlaut geändert werden sollte. Der geänderte Wortlaut wird nun
   in den Rechtstext eingefügt.
   Des Weiteren schlugen die Kommentierenden vor, klarzustellen, dass der erste und der zweite
   Unterabsatz von Teil B Abschnitt 3.5 als eine Alternative aufzufassen sind, und sie schlugen
   vor, zu Beginn von Teil B Abschnitt 3.5 Unterabsatz 2 die Formulierung „alternativ“
   einzufügen. Die konsultierte und oben genannte Sachverständigengruppe erörterte den
DE                                                  3                                             DE
 ---pagebreak---    Sachverhalt und kam zu dem Schluss, durch die vorgeschlagene Formulierung würde klarer
   herausgestellt, dass es sich um eine Alternative handelt, und stimmte ihrer Einfügung zu.
   Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, bei der Anforderung an den pH-Wert in Teil B
   Abschnitt 3.5 Unterabsatz 2 Buchstabe b den Vorbehalt „gegebenenfalls“ einzufügen, da ein
   pH-Wert nur in wässrigen Gemischen gemessen werden kann. Die konsultierte und oben
   genannte Sachverständigengruppe erörterte den Sachverhalt und kam zu dem Schluss, diesen
   Wortlaut dem Rechtstext hinzuzufügen.
   Die Interessenträger begrüßten ausdrücklich die Lösung gemäß Teil B Abschnitt 3.6 für
   Gemische, die einer Standardrezeptur gemäß Teil D entsprechen (Zement, Gipsbinder,
   Fertigbeton), und schlugen der Kommission vor, eine Ausweitung dieser Lösung auf andere
   Sektoren in Erwägung zu ziehen. Da keine Belege für die Notwendigkeit einer Vereinfachung
   für andere Sektoren vorliegen, erwägt die Kommission derzeit nicht, diese Lösung
   auszuweiten.
   Der Kraftstoffsektor hat die spezifische Lösung für Kraftstoffe in Teil B Abschnitt 3.7
   ausdrücklich begrüßt. Es wurde vorgeschlagen, die Formulierung „bis eine geeignetere
   Lösung gefunden ist“ in Erwägungsgrund 5 dieses Rechtsaktes zu streichen, in dem die
   Ausnahmeregelung für Kraftstoffe beschrieben wird, nach der die im Sicherheitsdatenblatt
   enthaltenen Informationen sowie alle anderen bekannten Informationen über die chemische
   Zusammensetzung der Produkte vorzulegen sind. Angesichts der Ungewissheit in Bezug
   darauf, ob diese Vereinfachung für den Sektor den Giftnotrufzentralen ein optimales
   Informationsniveau bieten wird, ist die Kommission der Auffassung, dass der Wortlaut in
   Erwägungsgrund 5 beibehalten werden sollte, für den Fall, dass in Zukunft eine geeignetere
   Lösung zur Verfügung steht.
   Die Zusammenfassung der Anmerkungen zu nach Wunsch gefertigten Anstrichmitteln ist in
   der Delegierten Verordnung (EU) YYYY/XXX der Kommission [C(2020)5758].
   3.       RECHTLICHE ASPEKTE DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
   Mit dem Rechtsakt wird die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 geändert. Rechtsgrundlage für
   diesen delegierten Rechtsakt ist Artikel 45 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008.
   Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird mit dieser Version des Anhangs VIII die vorherige
   Fassung vollständig aufgehoben und ersetzt.
DE                                                 4                                          DE
 ---pagebreak---                  DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                                 vom 31.8.2020
     zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und
       des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und
   Gemischen zwecks Verbesserung der Praktikabilität der Informationsanforderungen im
                      Zusammenhang mit der gesundheitlichen Notversorgung
                                     (Text von Bedeutung für den EWR)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
   vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen
   und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG
   und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/20065, insbesondere auf Artikel 45
   Absatz 4,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)    Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 wurde durch die Verordnung (EU) 2017/542 der
          Kommission6 dahin gehend geändert, dass bestimmte Vorschriften über die
          Übermittlung von Informationen für die gesundheitliche Notversorgung und über die
          Aufnahme eines „eindeutigen Rezepturidentifikators“ in die ergänzenden
          Informationen, die auf dem Kennzeichnungsetikett eines gefährlichen Gemischs
          angegeben sind, hinzugefügt wurden. Diese Anforderungen wurden durch die
          Delegierte Verordnung (EU) 2020/11 der Kommission7 geändert. Importeure und
          nachgeschaltete Anwender müssen die neuen Vorschriften nach und nach erfüllen und
          dabei je nach Verwendungszweck, für den ein Gemisch in Verkehr gebracht wird, die
          jeweils geltenden Mitteilungstermine beachten.
   (2)    Verschiedene Industriesektoren haben Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität der
          Informationsanforderungen im Zusammenhang mit der gesundheitlichen
          Notversorgung in bestimmten Fällen geäußert, insbesondere im Hinblick auf die
          Schwierigkeit, die genaue Zusammensetzung von Gemischen zu kennen, wenn
          Rohstoffe mit sehr variabler oder unbekannter Zusammensetzung bei der Herstellung
          des Gemischs verwendet werden, wenn von mehreren verschiedenen Lieferanten
          gelieferte, toxikologisch sehr ähnliche Bestandteile zusammen in derselben
   5
           ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1.
   6
           Verordnung (EU) 2017/542 der Kommission vom 22. März 2017 zur Änderung der Verordnung (EG)
           Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und
           Verpackung von Stoffen und Gemischen durch Hinzufügung eines Anhangs über die harmonisierten
           Informationen für die gesundheitliche Notversorgung (ABl. L 78 vom 23.3.2017, S. 1).
   7
           Delegierte Verordnung (EU) 2020/11 der Kommission vom 29. Oktober 2019 zur Änderung der
           Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung,
           Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen in Bezug auf Informationen für die
           gesundheitliche Notversorgung (ABl. L 6 vom 10.1.2020, S. 8).
DE                                                       5                                                DE
 ---pagebreak---        Produktionslinie verwendet werden oder wenn komplexe Lieferketten beteiligt sind.
       Im Falle nach Wunsch gefertigter Gemische wurden auch Bedenken geäußert, dass es
       nicht möglich sei, im Voraus die genaue Zusammensetzung der einzelnen nach
       Wunsch gefertigten, in Verkehr gebrachten Gemische zu kennen.
   (3) Es muss auf die Fälle eingegangen werden, in denen unterschiedliche, aber
       toxikologisch sehr ähnliche Bestandteile in einem Gemisch verwendet werden und
       nicht bekannt ist, welcher Bestandteil in einem gegebenen, zu einem bestimmten
       Zeitpunkt in Verkehr gebrachten Gemisch vorhanden ist. Um sicherzustellen, dass die
       Anforderungen an die gesundheitliche Notversorgung in der Praxis ordnungsgemäß
       erfüllt werden können, sollte es Importeuren und nachgeschalteten Anwendern
       gestattet sein, toxikologisch ähnliche Bestandteile eines Gemisches in einer Gruppe
       austauschbarer Bestandteile zusammenzufassen und Informationen über die
       Gesamtkonzentration dieser Bestandteile in dem Gemisch vorzulegen, ohne dass ihre
       Konzentrationen im Einzelnen angegeben werden müssen. Damit Giftnotrufzentralen
       eine geeignete gesundheitliche Notfallreaktion formulieren können, sollten
       Bestandteile nur dann in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile zusammengefasst
       werden, wenn ihre Einstufung in Bezug auf gesundheitliche und physikalische
       Wirkungen identisch ist und wenn die Gefahrenidentifizierung und die zusätzlichen
       Gefahreninformationen für alle möglichen Kombinationen des endgültigen
       Gemisches, das diese Bestandteile enthält, identisch sind. Bei Bestandteilen, die in
       bestimmte Gefahrenklassen eingestuft sind, sollten sie dieselbe technische Funktion
       und dieselben toxikologischen Eigenschaften aufweisen, um in einer Gruppe
       zusammengefasst werden zu können.
   (4) Um besonderen Schwierigkeiten in den Sektoren Gips, Fertigbeton und Zement
       Rechnung zu tragen und die Einhaltung der Anforderungen zu ermöglichen, ohne das
       Sicherheitsniveau zu mindern, sollte es möglich sein, dass Informationen im
       Zusammenhang mit der gesundheitlichen Notversorgung, die sich auf bestimmte
       standardisierte Gemische in diesen drei Sektoren beziehen, durch einen Verweis auf
       eine Standardzusammensetzung übermittelt werden. Damit Giftnotrufzentralen jedoch
       geeignete Maßnahmen der gesundheitlichen Notversorgung festlegen können, sollte
       diese Option nur in den Fällen zur Verfügung stehen, in denen sich die Einstufung des
       Gemisches in Abhängigkeit von der Zusammensetzung des Gemisches innerhalb der
       in der Standardrezeptur angegebenen Konzentrationsbereiche nicht ändert und die
       Angaben zur Zusammensetzung mindestens so detailliert sind wie die Angaben in dem
       gemäß Artikel 31 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 erstellten Sicherheitsdatenblatt
       für das Gemisch (im Folgenden „Sicherheitsdatenblatt“). Für den Fall, dass die
       Angaben im Sicherheitsdatenblatt detaillierter sind als die Angaben zur
       Zusammensetzung in der Standardrezeptur, sollten Importeure und nachgeschaltete
       Anwender verpflichtet werden, die Informationen stattdessen im Sicherheitsdatenblatt
       mitzuteilen.
   (5) Um besonderen Schwierigkeiten Rechnung zu tragen, die bei bestimmten Kraftstoffen
       zu erwarten sind, und angesichts der Tatsache, dass die in Verkehr gebrachten
       Kraftstoffe in der Regel einer technischen Norm entsprechen und Giftnotrufzentralen
       eine geringe Zahl von Vergiftungsfällen im Zusammenhang mit Kraftstoffen gemeldet
       haben, sollte es möglich sein, bis eine geeignetere Lösung gefunden ist, Informationen
       zur gesundheitlichen Notversorgung unter Bezugnahme auf die im
       Sicherheitsdatenblatt enthaltenen Informationen sowie alle anderen bekannten
       Informationen über die chemische Zusammensetzung der Produkte vorzulegen.
DE                                             6                                              DE
 ---pagebreak---    (6)  Um die Nachfrage der Kunden nach sehr spezifischen Farbtönungen zu befriedigen,
        werden die Formulierer manchmal aufgefordert, am Verkaufsort nach Wunsch
        formulierte Anstrichfarbe zu formulieren und bereitzustellen. Diese nach Wunsch
        formulierte Anstrichfarbe kann möglicherweise eine nahezu unbegrenzte Anzahl
        unterschiedlicher Zusammensetzungen aufweisen. Daher würde die Einhaltung der
        Anforderungen an gesundheitliche Notversorgung gemäß Anhang VIII der
        Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 ohne Abhilfemaßnahmen erfordern, dass die
        Formulierer nach Wunsch formulierter Anstrichfarbe entweder im Voraus
        Informationen übermitteln und eindeutige Rezepturidentifikatoren (Unique Formula
        Identifiers – UFI) für eine extrem große Anzahl von Anstrichfarben aller möglichen
        Farbkombinationen erstellen, von denen viele möglicherweise nie tatsächlich geliefert
        werden, oder jede Lieferung aufschieben müssten, bis die Informationen vorgelegt und
        die UFI generiert worden sind. Beide Ansätze würden die Branche der nach Wunsch
        formulierten Anstrichfarbe, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen,
        unverhältnismäßig belasten, ohne das Sicherheitsniveau erheblich zu verbessern.
   (7)  Giftnotrufzentralen haben keine signifikante Zahl von Unfällen im Zusammenhang
        mit Anstrichmitteln gemeldet. Angesichts der im Vergleich zu anderen Gemischen
        scheinbar geringeren Risiken ist es gerechtfertigt, hier einen flexibleren Ansatz
        zuzulassen, da dadurch das derzeitige Sicherheitsniveau nicht gesenkt würde.
   (8)  Es ist daher angemessen, eine Möglichkeit vorzusehen, nach Wunsch formulierte
        Anstrichfarbe von den Mitteilungspflichten in Anhang VIII und von der Pflicht zur
        Erstellung eines UFI auszunehmen. In diesem Fall sollten jedoch die einzelnen in der
        nach Wunsch formulierter Anstrichfarbe enthaltenen Gemische weiterhin allen
        Anforderungen dieses Anhangs unterliegen, damit die Giftnotrufzentralen geeignete
        Maßnahmen der gesundheitlichen Notversorgung einleiten können. Über die
        vorliegende Verordnung hinaus wird mit der Delegierten Verordnung (EU)
        YYYY/XXX der Kommission [OP: Bitte Verweis auf den Rechtsakt zur Änderung
        von Artikel 25 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und
        des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und
        Gemischen in Bezug auf nach Wunsch formulierte Anstrichfarbe einfügen,
        C(2020)5758] auch Artikel 25 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 dahin gehend
        geändert, dass eine neue Vorschrift für nach Wunsch formulierte Anstrichfarbe
        hinzugefügt wird, für die keine Mitteilung gemäß Anhang VIII erfolgt und kein
        entsprechender UFI erstellt wurde, wonach die UFI aller in der nach Wunsch
        formulierten Anstrichfarbe enthaltenen einzelnen Gemische anzugeben sind,
        einschließlich der Angaben zur spezifischen Konzentration der einzelnen Gemische
        bei einem UFI in einer Konzentration von mehr als 5 %.
   (9)  Angesichts der Anzahl der Änderungen des Anhangs VIII der Verordnung (EG)
        Nr. 1272/2008 ist es aus Gründen der Rechtsklarheit angezeigt, den gesamten Anhang
        zu ersetzen.
   (10) In Anbetracht der Tatsache, dass das in Anhang VIII der Verordnung (EG)
        Nr. 1272/2008 für Gemische zur Verwendung durch Verbraucher und zur
        gewerblichen Verwendung auf den 1. Januar 2021 festgesetzte Einhaltungsdatum
        näher rückt und dass alle Sektoren durch die vorliegende Verordnung in die Lage
        versetzt werden, die Bestimmungen jenes Anhangs einzuhalten, sollte letztere so früh
        wie möglich in Kraft treten.
   (11) Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 sollte daher entsprechend geändert werden —
DE                                             7                                              DE
 ---pagebreak---    HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                           Artikel 1
   Anhang VIII der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 erhält die Fassung des Anhangs der
   vorliegenden Verordnung.
                                           Artikel 2
   Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
   Union in Kraft.
   Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
   Mitgliedstaat.
   Brüssel, den 31.8.2020
                                            Für die Kommission
                                            Die Präsidentin
                                            Ursula VON DER LEYEN
DE                                             8                                           DE
 ---documentbreak---                             EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                 Brüssel, den 31.8.2020
                                                 C(2020) 5758 final
                                                 ANNEX
                                        ANHANG
                                           der
                 DELEGIERTEN VERORDNUNG DER KOMMISSION
    zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und
      des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und
   Gemischen zwecks Verbesserung der Praktikabilität der Informationsanforderungen im
                 Zusammenhang mit der gesundheitlichen Notversorgung
DE                                                                                    DE
 ---pagebreak---                                         „ANHANG
       HARMONISIERTE INFORMATIONEN FÜR DIE GESUNDHEITLICHE
          NOTVERSORGUNG UND FÜR VORBEUGENDE MASSNAHMEN
                                          TEIL A
                          ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN
   1.    ANWENDUNG
   1.1 Importeure und nachgeschaltete Anwender, die Gemische zur Verwendung durch
       Verbraucher im Sinne des Teils A Abschnitt 2.4 dieses Anhangs in Verkehr bringen,
       sind ab dem 1. Januar 2021 zur Einhaltung dieses Anhangs verpflichtet.
   1.2 Importeure und nachgeschaltete Anwender, die Gemische zur gewerblichen
       Verwendung im Sinne des Teils A Abschnitt 2.4 dieses Anhangs in Verkehr bringen,
       sind ab dem 1. Januar 2021 zur Einhaltung dieses Anhangs verpflichtet.
   1.3 Importeure und nachgeschaltete Anwender, die Gemische zur industriellen
       Verwendung oder Gemische, deren endgültige Verwendung nicht der
       Mitteilungspflicht im Sinne des Teils A Abschnitt 2.4 dieses Anhangs unterliegen, in
       Verkehr bringen, sind ab dem 1. Januar 2024 zur Einhaltung dieses Anhangs
       verpflichtet.
   1.4 Importeure und nachgeschaltete Anwender, die vor den in den Abschnitten 1.1, 1.2
       und 1.3 genannten Anwendbarkeitsterminen einer nach Artikel 45 Absatz 1 benannten
       Stelle Informationen über gefährliche Gemische übermittelt haben, welche diesem
       Anhang nicht entsprechen, sind für diese Gemische bis zum 1. Januar 2025 nicht zur
       Einhaltung dieses Anhangs verpflichtet.
   1.5 Abweichend von Abschnitt 1.4 müssen Importeure und nachgeschaltete Anwender
       diesen Anhang einhalten, falls vor dem 1. Januar 2025 eine der in Teil B Abschnitt 4.1
       dieses Anhangs beschriebenen Veränderungen eintritt, bevor sie dieses veränderte
       Gemisch in Verkehr bringen.
   2.    ZWECK, GELTUNGSBEREICH UND BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
   2.1 Dieser Anhang umfasst die Anforderungen, die Importeure und nachgeschaltete
       Anwender, die Gemische in Verkehr bringen (im Folgenden ‚Mitteilungspflichtige“)
       in Bezug auf die Übermittlung von Informationen erfüllen müssen, sodass den
       benannten Stellen sämtliche Informationen vorliegen, die sie zur Erfüllung der
       Aufgaben benötigen, für die sie gemäß Artikel 45 zuständig sind.
   2.2 Dieser Anhang gilt nicht für Gemische für die wissenschaftliche Forschung und
       Entwicklung und für Gemische für produkt- und verfahrensorientierte Forschung und
       Entwicklung im Sinne des Artikels 3 Absatz 22 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006.
       Dieser Anhang gilt nicht für Gemische, die nur in eine oder mehrere der folgenden
       Gefahrenkategorien eingestuft sind:
DE                                           1                                                DE
 ---pagebreak---          (1)      Gase unter Druck;
         (2)      Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff (instabile
         explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit Explosivstoff und Unterklassen 1.1
         bis 1.6).
   2.2a. Bei nach Wunsch formulierter Anstrichfarbe können sich die Mitteilungspflichtigen
         unbeschadet des Artikels 25 Absatz 8 dafür entscheiden, keine Informationen
         vorzulegen und keinen eindeutigen Rezepturidentifikator gemäß diesem Anhang zu
         erstellen.
   2.3.  Im Fall von Gemischen, deren endgültige Verwendung nicht der Mitteilungspflicht
         unterliegt, bzw. von Gemischen, die nur zur industriellen Verwendung in Verkehr
         gebracht werden, können sich die Mitteilungspflichtigen — als Alternative zu den
         allgemeinen Anforderungen an eine Mitteilung — gemäß Teil B Abschnitt 3.1 für eine
         verkürzte Mitteilung entscheiden, sofern ein schneller Zugriff auf zusätzliche
         detaillierte Produktinformationen gemäß Abschnitt 1.3 dieses Teils gewährleistet ist.
   2.4.  Für die Zwecke dieses Anhangs bezeichnet der Begriff:
          (1)    „Gemisch für die Verwendung durch Verbraucher“ ein Gemisch, das für die
                 Verwendung durch Verbraucher bestimmt ist, entweder allein oder als
                 Bestandteil eines anderen, für die Verwendung durch Verbraucher bestimmten
                 und den Informationsanforderungen gemäß Artikel 45 unterliegenden
                 Gemisches;
          (2)    „Gemisch für die gewerbliche Verwendung“ ein Gemisch, das zur
                 Verwendung von gewerblichen Nutzern, nicht jedoch in industriellen Anlagen
                 bestimmt ist, entweder allein oder als Bestandteil eines anderen, für die
                 Verwendung von gewerblichen Nutzern, nicht jedoch in industriellen Anlagen
                 bestimmten und den Informationsanforderungen gemäß Artikel 45
                 unterliegenden Gemisches;
          (3)    „Gemisch für die industrielle Verwendung“ ein Gemisch, das ausschließlich
                 zur Verwendung in industriellen Anlagen bestimmt ist;
          (4)     „Gemisch, dessen endgültige Verwendung nicht einer Mitteilungspflicht
                 unterliegt“ ein Gemisch, das Bestandteil eines anderen Gemisches ist, das zur
                 Verwendung durch Verbraucher oder gewerbliche Nutzer bestimmt ist, jedoch
                 nicht den Informationsanforderungen nach Artikel 45 unterliegt;
          (5)    „nach Wunsch formulierte Anstrichfarbe“ eine Farbe, die in begrenzter Menge
                 auf individuellen Wunsch für einen einzelnen Verbraucher oder gewerblichen
                 Anwender in der Verkaufsstelle durch Abtönen oder Farbmischen formuliert
                 wird;
         Haben Gemische mehr als einen Verwendungszweck, sind die Anforderungen aller
         betroffenen Verwendungskategorien einzuhalten.
   3.     ANFORDERUNGEN AN DIE MITTEILUNG
   3.1.  Vor dem Inverkehrbringen legen die Mitteilungspflichtigen in dem Mitgliedstaat oder
         den Mitgliedstaaten, in denen das Gemisch in Verkehr gebracht wird, den Stellen, die
DE                                               2                                             DE
 ---pagebreak---         gemäß Artikel 45 Absatz 1 benannt wurden (im Folgenden „benannte Stellen“),
        Informationen zu jenen Gemischen vor, die aufgrund ihrer gesundheitlichen oder
        physikalischen Wirkungen als gefährlich eingestuft wurden.
        Die Mitteilung enthält die nach Teil B verlangten Informationen. Sie wird elektronisch
        in dem von der Agentur kostenlos bereitgestellten XML-Format übermittelt.
   3.2. Fordert nach Eingang einer Mitteilung gemäß Abschnitt 3.1 eine benannte Stelle den
        Mitteilungspflichtigen unter Angabe der Gründe zur Übermittlung zusätzlicher
        Informationen oder zur Klärung auf, damit die benannte Stelle die Aufgaben
        wahrnehmen kann, für die sie gemäß Artikel 45 zuständig ist, hat der
        Mitteilungspflichtige diese angeforderten erforderlichen Informationen oder
        Klärungen unverzüglich zu liefern.
   3.3. Die Mitteilung erfolgt in den Amtssprachen der Mitgliedstaaten, in denen das
        Gemisch in Verkehr gebracht wird, sofern die betroffenen Mitgliedstaaten nicht etwas
        anderes bestimmen.
   3.4. Die bestimmungsgemäße Verwendung des Gemischs wird gemäß einem von der
        Agentur zur Verfügung gestellten einheitlichen Produktkategorisierungssystem
        beschrieben.
   3.5. Treten die Bedingungen nach Teil B Abschnitt 4.1 ein, ist unverzüglich eine
        Aktualisierung der Mitteilung einzureichen.
   4.     GRUPPENMITTEILUNG
   4.1. Für mehr als ein Gemisch kann eine einzige Mitteilung (im Folgenden
        „Gruppenmitteilung“) eingereicht werden, wenn alle Gemische einer Gruppe im
        Hinblick auf Gesundheitsgefahren und physikalische Gefahren dieselbe Einstufung
        aufweisen.
   4.2. Eine Gruppenmitteilung ist nur unter den folgenden Voraussetzungen zulässig: Alle
        Gemische der Gruppe enthalten die gleichen (nach Teil B Abschnitt 3.2
        identifizierten) Bestandteile, und der mitgeteilte Konzentrationsbereich (nach Teil B
        Abschnitt 3.4) jedes Bestandteils ist für alle Gemische gleich.
   4.3. Abweichend von Abschnitt 4.2 ist eine Gruppenmitteilung auch dann zulässig, wenn
        die Unterschiede in der Zusammensetzung zwischen den verschiedenen Gemischen in
        der Gruppe nur Parfümstoffe betreffen, wobei jedoch der Gesamtanteil der sich
        unterscheidenden Parfümstoffe in jedem Gemisch nicht mehr als 5 % betragen darf.
   4.4. Im Falle einer Gruppenmitteilung müssen die in Teil B verlangten Informationen
        gegebenenfalls für jedes in der Gruppenmitteilung enthaltene Gemisch vorgelegt
        werden.
   5.     EINDEUTIGER REZEPTURIDENTIFIKATOR (UNIQUE FORMULA IDENTIFIER — UFI)
   5.1. Der Mitteilungspflichtige erstellt mit den von der Agentur zur Verfügung gestellten
        elektronischen Mitteln einen eindeutigen Rezepturidentifikator (Unique Formula
DE                                               3                                             DE
 ---pagebreak---         Identifier, im Folgenden „UFI“). Bei dem UFI handelt es sich um einen eindeutigen
        alphanumerischen Code, der die eingereichten Informationen über die
        Zusammensetzung des Gemischs oder einer Gruppe von Gemischen zweifelsfrei
        einem spezifischen Gemisch oder einer spezifischen Gruppe von Gemischen zuordnet.
        Die Zuteilung eines UFI ist unentgeltlich.
        Erfüllt eine Veränderung der Zusammensetzung des Gemischs oder der Gruppe von
        Gemischen eine oder mehrere der Bedingungen nach Teil B Abschnitt 4.1 vierter
        Gedankenstrich Buchstaben a, b und c, oder gegebenenfalls einer der Bedingungen
        gemäß dem zweiten Unterabsatz dieses Abschnitts, muss ein neuer UFI erstellt
        werden.
        Abweichend von Unterabsatz 2 dieses Abschnitts ist für Gemische in einer
        Gruppenmitteilung, die Parfümstoffe enthalten, kein neuer UFI erforderlich, sofern die
        Veränderung der Zusammensetzung lediglich diese Parfümstoffe oder die Zugabe
        neuer Parfümstoffe betrifft.
        Abweichend von Unterabsatz 2 dieses Abschnitts ist kein neuer UFI erforderlich,
        sofern die Veränderung, die die Bedingung nach Teil B Abschnitt 4.1 vierter
        Gedankenstrich Buchstabe a erfüllt, lediglich einen oder mehrere Bestandteile betrifft,
        der (die) bereits in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile enthalten ist (sind),
        sofern die Gruppe austauschbarer Bestandteile bereits gemäß Teil B Abschnitt 3.5 in
        der Mitteilung angegeben ist.
   5.2. Dem UFI geht das Akronym „UFI“ in Großbuchstaben voraus, gefolgt von einem
        Doppelpunkt („UFI:“), und er ist deutlich sichtbar, lesbar und unverwischbar
        angebracht.
   5.3. Der Mitteilungspflichtige kann sich dafür entscheiden, den UFI nicht in die
        ergänzenden Informationen auf dem Kennzeichnungsetikett aufzunehmen, sondern ihn
        stattdessen auf der inneren Verpackung zusammen mit den anderen
        Kennzeichnungselementen aufzudrucken oder anzubringen.
        Der Mitteilungspflichtige kann in Fällen, in denen die innere Verpackung entweder so
        beschaffen oder derart klein ist, dass der UFI darauf nicht angebracht werden kann,
        ihn zusammen mit den anderen Kennzeichnungselementen auf einer äußeren
        Verpackung aufdrucken oder anbringen.
        Im Fall von Gemischen, die nicht verpackt werden, wird der UFI im
        Sicherheitsdatenblatt angegeben oder gegebenenfalls in die Kopie der
        Kennzeichnungselemente gemäß Artikel 29 Absatz 3 aufgenommen.
        Bei den zur Verwendung in industriellen Anlagen gelieferten Gemischen kann sich der
        Mitteilungspflichtige    dafür     entscheiden,     den   UFI    anstatt   auf    dem
        Kennzeichnungsetikett oder auf der Verpackung im Sicherheitsdatenblatt anzugeben.
   6. FORMATE UND TECHNISCHE UNTERSTÜTZUNG                   FÜR  DIE  ÜBERMITTLUNG       DER
        INFORMATIONEN
   6.1. Die Agentur spezifiziert, pflegt und aktualisiert den UFI-Generator, die XML-Formate
        für die Mitteilungen und ein einheitliches Produktkategorisierungssystem und stellt
        diese auf ihrer Website unentgeltlich zur Verfügung.
DE                                              4                                               DE
 ---pagebreak---    6.2. Die Agentur stellt technische und wissenschaftliche Anleitung, technische
        Unterstützung und Instrumente zur Verfügung, um die Übermittlung der
        Informationen zu ermöglichen.
DE                                      5                                         DE
 ---pagebreak---                                               TEIL B
                IN EINER MITTEILUNG ENTHALTENE INFORMATIONEN
   1.        IDENTIFIZIERUNG DES GEMISCHS UND DES MITTEILUNGSPFLICHTIGEN
   1.1.      Produktidentifikator des Gemischs
   Der Produktidentifikator wird gemäß Artikel 18 Absatz 3 Buchstabe a angegeben.
   Der vollständige Handelsname bzw. die vollständigen Handelsnamen des Gemischs werden
   angegeben, einschließlich — falls relevant — des Markennamens/der Markennamen, des
   Namens des Produkts und abweichender Namen, die auf dem Kennzeichnungsetikett
   erscheinen, ohne Abkürzungen und in einer Form, die eine konkrete Identifizierung
   ermöglicht.
   Des Weiteren enthält die Mitteilung die UFI(s).
   1.2.      Informationen des Mitteilungspflichtigen und der Kontaktstelle
   Name,       vollständige     Anschrift,   Telefonnummer       und     E-Mail-Adresse      des
   Mitteilungspflichtigen werden angegeben, sowie – falls davon abweichend – Name,
   vollständige Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Kontaktstelle, über die
   weitere Informationen, die für die Zwecke der gesundheitlichen Notversorgung relevant sind,
   zu beschaffen sind.
   1.3.      Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse für schnellen Zugriff auf
             zusätzliche Produktinformationen
   Im Falle einer verkürzten Mitteilung gemäß Teil A Abschnitt 2.3 werden ein Name, eine
   Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse angegeben, über die ein schneller Zugriff auf
   detaillierte zusätzliche Produktinformationen, die für die Zwecke der gesundheitlichen
   Notversorgung relevant sind, in der in Teil A Abschnitt 3.3 genannten Sprache verfügbar ist.
   Die Telefonnummer muss 24 Stunden täglich und sieben Tage in der Woche erreichbar sein.
   2.        GEFAHRENBEZEICHNUNG UND ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN
   Dieser Abschnitt enthält die Informationsanforderungen zu den Gesundheitsgefahren und
   physikalischen Gefahren des Gemischs sowie die geeigneten Warninformationen für diese
   Gefahren sowie die zusätzlichen Informationen, die in der Mitteilung enthalten sein müssen.
   2.1.      Einstufung des Gemischs
   Die Einstufung des Gemischs aufgrund der Gesundheitsgefahren und der physikalischen
   Gefahren (Gefahrenklasse und -kategorie) wird gemäß den Einstufungsvorschriften in
   Anhang I angegeben.
   2.2.      Kennzeichnungselemente
   Sofern vorhanden sind die folgenden              der   nach    Artikel 17    vorgeschriebenen
   Kennzeichnungselemente anzugeben:
             –     Gefahrenpiktogramm-Codes (Anhang V);
             –     Signalwort;
             –     Gefahrenhinweis-Codes       (Anhang III,      einschließlich      ergänzender
                   Gefahrenmerkmale);
             –     Sicherheitshinweis-Codes (Anhang IV).
DE                                               6                                               DE
 ---pagebreak---    2.3.     Toxikologische Angaben
   Die Mitteilung umfasst jene Informationen zu den toxikologischen Wirkungen des Gemischs
   oder seiner Bestandteile, die in Abschnitt 11 des Sicherheitsdatenblatts des Gemischs im
   Einklang mit Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 vorgeschrieben sind.
   2.4.     Zusätzliche Informationen
   Die folgenden zusätzlichen Informationen werden angegeben:
            –      Art(en) und Größe(n) der Verpackung, in der das Gemisch für die Verwendung
                   durch Verbraucher oder die gewerbliche Verwendung in Verkehr gebracht
                   wird;
            –      Farbe(n) und physikalische Beschaffenheit(en) des Gemischs in der gelieferten
                   Form;
            –      falls vorhanden, pH-Wert des Gemischs in der gelieferten Form oder, falls es
                   sich um ein festes Gemisch handelt, pH-Wert einer wässrigen Flüssigkeit oder
                   Lösung in einer bestimmten Konzentration. Die Konzentration des
                   Prüfgemischs im Wasser wird angegeben. Falls der pH-Wert nicht vorhanden
                   ist, so ist dies zu begründen;
            –      Produktkategorie (siehe Teil A Abschnitt 3.4);
            –      Verwendung (Verwendung durch Verbraucher, gewerbliche Verwendung,
                   industrielle Verwendung oder eine beliebige Kombination dieser drei
                   Verwendungsformen).
   3.       INFORMATIONEN ZU DEN GEMISCH-BESTANDTEILEN
   3.1.     Allgemeine Anforderungen
   Gemäß den Abschnitten 3.2, 3.3 und 3.4 werden die chemische Identität und die
   Konzentrationen der Gemisch-Bestandteile in der Mitteilung angegeben.
   Im Fall einer verkürzten Mitteilung gemäß Teil A Abschnitt 2.3 dürfen sich, abweichend vom
   Unterabsatz 1, die einzureichenden Informationen zur Zusammensetzung eines Gemischs für
   die industrielle Verwendung oder eines Gemischs, dessen endgültige Verwendung nicht der
   Mitteilungspflicht unterliegt, auf die gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006
   im Sicherheitsdatenblatt enthaltenen Informationen beschränken, sofern gemäß Abschnitt 1.3
   bei Notfällen ein schneller Zugriff auf zusätzliche Informationen zu den Bestandteilen
   gewährleistet ist.
   Bestandteile, die nicht im Gemisch vorkommen, werden nicht angegeben. Wenn sie jedoch
   als Teil einer Gruppe austauschbarer Bestandteile gemäß Abschnitt 3.5 angegeben werden,
   bzw. wenn Angaben zu ihrer Konzentration als Konzentrationsbereich gemäß den
   Abschnitten 3.6 oder 3.7 erfolgen, können sie angegeben werden, wenn es sicher ist, dass sie
   zu irgendeinem Zeitpunkt im Gemisch vorkommen werden.
   Abweichend von Unterabsatz 3 kommen bei einer Gruppenmitteilung Parfümstoffbestandteile
   in den Gemischen mindestens in einem der Gemische vor.
   Wenn bei einer Gruppenmitteilung die Parfümstoffe zwischen den in der Gruppe enthaltenen
   Gemischen variieren, wird eine Liste der Gemische und der darin enthaltenen Parfümstoffe,
   einschließlich ihrer Einstufung, vorgelegt.
DE                                                7                                              DE
 ---pagebreak---    3.2.      Identifizierung von Gemisch-Bestandteilen
   Ein Gemisch-Bestandteil ist entweder ein Stoff oder ein Gemisch im Gemisch.
   3.2.1.    Stoffe
   Der Produktidentifikator für die nach Abschnitt 3.3 identifizierten Stoffe wird gemäß
   Artikel 18 Absatz 2 angegeben. Allerdings darf auch eine INCI-Bezeichnung, eine Colour-
   Index-Bezeichnung oder eine andere internationale chemische Bezeichnung verwendet
   werden, sofern die chemische Bezeichnung bekannt ist und die Identität des Stoffs eindeutig
   definiert. Die chemische Bezeichnung der Stoffe, für die gemäß Artikel 24 eine alternative
   chemische Bezeichnung genehmigt wurde, muss ebenfalls angegeben werden.
   3.2.2.    Gemisch im Gemisch
   Wenn ein Gemisch in der Zusammensetzung eines zweiten Gemischs, das in Verkehr
   gebracht wird, verwendet wird, dann wird das erste Gemisch als „Gemisch im Gemisch“ (im
   Folgenden „MIM“) bezeichnet.
   Informationen zu den in einem MIM enthaltenen Stoffen werden gemäß den Kriterien in
   Abschnitt 3.2.1 angegeben, es sei denn, der Mitteilungspflichtige hat keinen Zugriff auf die
   Informationen über die vollständige Zusammensetzung des MIM. Ist Letzteres der Fall, gilt
   Folgendes:
                    (a)   Das MIM wird durch seinen Produktidentifikator gemäß Artikel 18
                          Absatz 3 Buchstabe a, zusammen mit seiner Konzentration und dem UFI
                          identifiziert, falls dieser verfügbar ist und die benannte Stelle die
                          Informationen über das MIM in einer früheren Mitteilung erhalten hat.
                    (b)   Falls ein UFI für das MIM zwar erstellt wurde, die benannte Stelle
                          jedoch die Informationen über das MIM nicht in einer vorherigen
                          Mitteilung erhalten hat, wird das MIM durch seinen Produktidentifikator
                          gemäß Artikel 18 Absatz 3 Buchstabe a, zusammen mit seiner
                          Konzentration, dem UFI, und den gemäß Anhang II der Verordnung
                          (EG) Nr. 1907/2006 im Sicherheitsdatenblatt des MIM enthaltenen
                          Informationen zur Zusammensetzung und alle anderen bekannten
                          Bestandteile sowie Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer des
                          MIM-Lieferanten identifiziert.
                    (c)   Falls kein UFI vorliegt, so wird das MIM durch seinen
                          Produktidentifikator gemäß Artikel 18 Absatz 3 Buchstabe a zusammen
                          mit seiner Konzentration und den im Sicherheitsdatenblatt gemäß
                          Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 enthaltenen Angaben zur
                          Zusammensetzung des MIM und alle anderen bekannten Bestandteile
                          sowie Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer des MIM-Lieferanten
                          identifiziert.
   3.2.3.    Identifizierung durch generische Bestandteilidentifikatoren
   Abweichend von den Abschnitten 3.2.1 und 3.2.2 dürfen die generischen
   Bestandteilidentifikatoren „Parfümstoff“ oder „Farbstoff“ für Gemisch-Bestandteile, die
   ausschließlich dazu verwendet werden, dem Gemisch ein Parfüm oder eine Farbe
   hinzuzufügen, verwendet werden, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
             –      die Gemisch-Bestandteile sind nicht als gesundheitsgefährdend eingestuft;
DE                                                   8                                            DE
 ---pagebreak---              –     die Konzentration der Gemisch-Bestandteile, die mit einem generischen
                   Bestandteilidentifikator gekennzeichnet sind, überschreitet nicht die folgenden
                   Konzentrationen:
                   (a)   5 % für die Summe der Parfümstoffe und
                   (b)   25 % für die Summe der Farbstoffe.
   3.3.      Mitteilungsanforderungen unterliegende Gemisch-Bestandteile
   Die folgenden Gemisch-Bestandteile sind anzugeben:
             (1)   Gemisch-Bestandteile, die aufgrund ihrer Wirkungen auf die Gesundheit oder
                   aufgrund ihrer physikalischen Wirkungen als ‚gefährlich‘ eingestuft sind und
                   die
                   –     in einer Konzentration von 0,1 % oder höher vorkommen;
                   –     identifiziert sind — selbst wenn ihre Konzentration unter 0,1 % liegt —,
                         es sei denn, der Mitteilungspflichtige kann nachweisen, dass diese
                         Bestandteile im Hinblick auf die gesundheitliche Notversorgung und die
                         vorbeugenden Maßnahmen irrelevant sind, sowie
             (2)   Gemisch-Bestandteile, die aufgrund ihrer Wirkungen auf die Gesundheit oder
                   aufgrund ihrer physikalischen Wirkungen nicht als ‚gefährlich‘ eingestuft sind,
                   die identifiziert sind und die in einer Konzentration von 1 % oder höher
                   vorkommen.
   3.4.      Konzentration und Konzentrationsbereiche der Gemisch-Bestandteile
   Die Mitteilungspflichtigen stellen die Informationen zur Verfügung, die in den
   Abschnitten 3.4.1 und 3.4.2 in Bezug auf die Konzentration der gemäß Abschnitt 3.3
   identifizierten Gemisch-Bestandteile festgelegt sind.
   3.4.1.    Gefährliche Bestandteile, die für die gesundheitliche Notversorgung und
             vorbeugende Maßnahmen von besonderer Bedeutung sind
   Wenn Gemisch-Bestandteile gemäß dieser Verordnung in mindestens eine der nachfolgend
   aufgeführten Gefahrenkategorien eingestuft sind, ist ihre Konzentration in einem Gemisch als
   genauer Prozentsatz auszudrücken, und zwar absteigend nach Masse oder Volumen:
             –     akute Toxizität, Kategorie 1, 2 oder 3;
             –     spezifische Zielorgan-Toxizität — einmalige Exposition, Kategorie 1 oder 2;
             –     spezifische Zielorgan-Toxizität — wiederholte Exposition, Kategorie 1 oder 2;
             –     Ätzwirkung auf die Haut, Kategorie 1, 1A, 1B oder 1C;
             –     schwere Augenschädigung, Kategorie 1.
   Alternativ zur Angabe der Konzentration in Form genauer Prozentsätze kann ein
   Konzentrationsbereich gemäß Tabelle 1 angegeben werden.
                                                   Tabelle 1
        Konzentrationsbereiche der gefährlichen Bestandteile, die für die gesundheitliche
                           Notversorgung von besonderer Bedeutung sind
DE                                                  9                                              DE
 ---pagebreak---                Konzentrationsbereich des im              Maximale Spanne des
             Gemisch enthaltenen gefährlichen        Konzentrationsbereichs, der in
                     Bestandteils (%)               der Mitteilung zu verwenden ist
                      ≥ 25 — < 100                      5 % (Prozentpunkte)
                      ≥ 10 — < 25                       3 % (Prozentpunkte)
                       ≥ 1 — < 10                       1 % (Prozentpunkte)
                       ≥ 0,1 — < 1                     0,3 % (Prozentpunkte)
                       > 0 — < 0,1                     0,1 % (Prozentpunkte)
   3.4.2.  Andere gefährliche Bestandteile und Bestandteile, die nicht als gefährlich eingestuft
           sind
   Die Konzentrationen der gefährlichen Bestandteile im Gemisch, die nicht in eine der im
   Abschnitt 3.4.1 angeführten Gefahrenkategorien eingestuft sind, und der identifizierten
   Bestandteile, die nicht als gefährlich eingestuft sind, werden gemäß Tabelle 2 als
   Prozentbereiche ausgedrückt, und zwar absteigend nach Masse oder Volumen. Alternativ
   können auch genaue Prozentsätze angegeben werden.
DE                                            10                                                 DE
 ---pagebreak---                                                     Tabelle 2
           Konzentrationsbereiche für andere gefährliche Bestandteile und für Bestandteile,
                                    die nicht als gefährlich eingestuft sind
                      Konzentrationsbereich des im                  Maximale Spanne des
                    Gemisch enthaltenen Bestandteils            Konzentrationsbereichs, der in
                                     (%)                       der Mitteilung zu verwenden ist
                               ≥ 25 — < 100                       20 % (Prozentpunkte)
                                ≥ 10 — < 25                       10 % (Prozentpunkte)
                                ≥ 1 — < 10                         3 % (Prozentpunkte)
                                 >0—<1                             1 % (Prozentpunkte)
   Abweichend vom Unterabsatz 1 sind die Mitteilungspflichtigen im Rahmen einer
   Gruppenmitteilung über Parfümbestandteile, die keine Einstufung aufweisen oder die
   lediglich aufgrund ihrer Sensibilisierung der Haut (Kategorie 1, 1A oder 1B) oder aufgrund
   ihrer Aspirationsgefahr als gefährlich eingestuft sind, nicht verpflichtet, Informationen zur
   Konzentration anzugeben.
   3.5.     Zusammenfassen         von    Bestandteilen    in   einer    Gruppe    austauschbarer
            Bestandteile
   Bestandteile können im Rahmen einer Mitteilung in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile
   zusammengefasst werden, sofern
            (a)   für alle Bestandteile in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile gilt, dass
                  –      die technische(n) Funktion(en) der Bestandteile des Gemischs, das
                         Gegenstand der Mitteilung ist, identisch ist (sind) und
                  –      die Einstufung im Hinblick auf die Gesundheitsgefahren und
                         physikalischen Gefahren identisch ist (Gefahrenklasse und -kategorie)
                         und
                  –      die toxikologischen Eigenschaften, darunter mindestens die Art der
                         toxikologischen Wirkung(en) und das Zielorgan (die Zielorgane),
                         identisch sind und
            (b)   für alle möglichen Kombinationen des resultierenden endgültigen Gemischs
                  auf der Grundlage der Bestandteile der Gruppe austauschbarer Bestandteile die
                  Gefahrenbezeichnung und die zusätzlichen Informationen gemäß Teil B
                  Abschnitt 2 identisch sind.
   Alternativ können Bestandteile, die nur aufgrund ihrer Ätzwirkung auf die Haut, ihrer
   Eigenschaften in Bezug auf Hautreizung, Augenschädigung, Augenreizung,
   Aspirationstoxizität, Atemwegs- oder Hautsensibilisierung oder einer Kombination davon als
   gefährlich eingestuft sind, auch in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile zusammengefasst
   werden, sofern
            (a)   die Einstufung im Hinblick auf die Gesundheitsgefahren und physikalischen
                  Gefahren (Gefahrenklasse und -kategorie) für alle Bestandteile identisch ist
                  und
DE                                                 11                                             DE
 ---pagebreak---              (b)   gegebenenfalls der pH-Wert aller wegen ihrer Ätzwirkung auf die Haut, bzw.
                   ihrer Eigenschaften in Bezug auf Hautreizung, Augenschädigung oder
                   Augenreizung als gefährlich eingestuften Bestandteile sauer, neutral oder
                   alkalisch ist und
             (c)   die Gruppe austauschbarer Bestandteile nicht mehr als fünf Bestandteile enthält
                   und
             (d)   für alle möglichen Kombinationen des resultierenden endgültigen Gemischs
                   auf der Grundlage der in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile
                   zusammengefassten Bestandteile die Gefahrenbezeichnung und die
                   zusätzlichen Informationen gemäß Teil B Abschnitt 2 identisch sind.
   3.5.1.    Name der Gruppe austauschbarer Bestandteile und Identifizierung der in einer
             Gruppe zusammengefassten Bestandteile
   Einer Gruppe austauschbarer Bestandteile wird ein Name zugewiesen, der der(den)
   technischen Funktion(en) der zusammengefassten Bestandteile entspricht, aufgrund deren ihre
   Aufnahme in das Gemisch erfolgt ist.
   Jeder Bestandteil einer Gruppe austauschbarer Bestandteile ist gemäß Abschnitt 3.2.1 bzw.
   3.2.2 anzugeben.
   3.5.2.    Konzentration und Konzentrationsbereiche der in einer Gruppe zusammengefassten
             Bestandteile
   Abweichend von Abschnitt 3.4 Unterabsatz 1 übermitteln die Mitteilungspflichtigen bei
   Bestandteilen, die zu einer Gruppe austauschbarer Bestandteile zusammengefasst sind, die in
   den Abschnitten 3.4.1 und 3.4.2 festgelegten Angaben über die Gesamtkonzentration aller im
   Gemisch vorhandenen und im Rahmen der Gruppe austauschbarer Bestandteile
   zusammengefassten Bestandteile.
   Wenn die in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile zusammengefassten
   Gemischbestandteile gemäß dieser Verordnung in mindestens eine der im Abschnitt 3.4.1
   angeführten Gefahrenkategorien eingestuft sind, ist die Gesamtkonzentration der im Gemisch
   vorkommenden und in der Gruppe austauschbarer Bestandteile zusammengefassten
   Bestandteile als genauer Prozentsatz auszudrücken, und zwar absteigend nach Masse oder
   Volumen. Alternativ kann ein Konzentrationsbereich gemäß Tabelle 1 des betreffenden
   Abschnitts angegeben werden.
   Die Gesamtkonzentrationen der im Gemisch vorhandenen und in einer Gruppe austauschbarer
   Bestandteile zusammengefassten Bestandteile, die nicht in eine der im Abschnitt 3.4.1
   angeführten Gefahrenkategorien eingestuft sind, und die Gesamtkonzentration der
   identifizierten, im Gemisch vorkommenden und in einer Gruppe austauschbarer Bestandteile
   zusammengefassten Bestandteile, die nicht als gefährlich eingestuft sind, werden gemäß
   Tabelle 2 in Abschnitt 3.4.2 als Prozentbereiche ausgedrückt, und zwar absteigend nach
   Masse oder Volumen. Alternativ können auch genaue Prozentsätze angegeben werden.
   3.6.      Gemische, die den Standardrezepturen entsprechen
   Abweichend von den Abschnitten 3.2, 3.3 und 3.4 gilt für ein Gemisch mit einer
   Zusammensetzung, die einer in Teil D festgelegten Standardrezeptur entspricht, wenn sich die
   Einstufung des Gemisches in Abhängigkeit von der Konzentration der Bestandteile innerhalb
   der in der entsprechenden Standardrezeptur angegebenen Prozentbereiche nicht ändert,
   Folgendes:
DE                                               12                                                DE
 ---pagebreak---            –      Wenn die Angaben zur Zusammensetzung in der Standardrezeptur zusammen
                  mit den Angaben gemäß den Abschnitten 3.2 bis 3.4 über Identität und
                  Konzentration der Bestandteile, die nicht in der Standardrezeptur angegeben
                  sind, nicht weniger detailliert sind als die Angaben im Sicherheitsdatenblatt
                  gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, so können Angaben
                  zur Identität und Konzentration eines oder mehrerer Bestandteile des
                  Gemisches gemäß der Standardrezeptur für die in dieser Formel genannten
                  Bestandteile und gemäß den Abschnitten 3.2 bis 3.4 für die anderen
                  Bestandteile vorgelegt werden;
           –      wenn die unter vorstehendem Gedankenstrich genannten Angaben weniger
                  detailliert sind, als die Angaben im Sicherheitsdatenblatt gemäß Anhang II der
                  Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, so sind Angaben zur Identität und
                  Konzentration aller Bestandteile des Gemisches im Sicherheitsdatenblatt
                  gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zu machen.
   3.7.    Kraft- und Brennstoffe
   Abweichend von den Abschnitten 3.2, 3.3 und 3.4 können für die in Tabelle 3 aufgeführten
   Kraft- und Brennstoffe die Angaben zur Identität und Konzentration der im
   Sicherheitsdatenblatt gemäß Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 aufgeführten
   Bestandteile des Gemisches übermittelt werden. Die Identität und Konzentration jedes
   anderen bekannten Bestandteils ist ebenfalls anzugeben.
DE                                                13                                             DE
 ---pagebreak---                                                          Tabelle 3
                                         Liste der Kraft- und Brennstoffe
           Kraft-           und Produktbeschreibung
           Brennstoff
           Benzin EN228          Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – unverbleites Benzin
           Benzin E85            Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – Ethanol (E85) – Kraftstoff für die
                                 Automobilindustrie
           Benzinalkylat         Kraftstoffe – Spezialbenzin für Geräte mit Antrieb
           LPG                   Als Kraft- oder Brennstoff verwendetes Flüssiggas
           LNG                   Als Kraft- oder Brennstoff verwendetes Flüssigerdgas
           Dieselkraftstoff      Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – Kraftstoffe für Dieselmotoren
                                 mit/ohne Biokraftstoff
           Paraffinhaltige       Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – paraffinischer Dieselkraftstoff aus
           Dieselkraftstoffe     Synthese oder Hydrotreatment
           (z. B. GTL (Gas to
           Liquid),        HVO
           (Hydriertes
           Pflanzenöl)       und
           BTL (Biomass to
           Liquid))
           Heizöl                Flüssige mineralische Brennstoffe mit den Eigenschaften von Heizöl
                                 für Privathaushalte
           MK                 1- Kraftstoffe für Kraftfahrzeuge – Dieselkraftstoff der Umweltklasse 1
           Dieselkraftstoff      und 2 für Hochgeschwindigkeitsdieselmotoren
           Flugkraftstoffe       Flugkraftstoffe für Turbinentriebwerke und
                                 Kolbenverbrennungsmotoren
           Kerosin             – Paraffinische Lampenöle, Typ B und C
           Leuchtpetroleum
           Schweröl              Alle Arten von Schweröl (heavy fuel oil)
           Schiffskraftstoff     Schiffskraftstoffe, mit oder ohne Biodiesel
           Fettsäuremethylester  Fettsäuremethylester (FAME) für Dieselmotoren und Heizzwecke
           (FAME)              –
           Diesel B100
   3.8.     Einstufung der Gemisch-Bestandteile
   Die Einstufung der in dem Gemisch gemäß Abschnitt 3.3 ermittelten Stoffe nach ihren
   gesundheitlichen und physikalischen Wirkungen (Gefahrenklassen, Gefahrenkategorien und
   Gefahrenhinweise) ist anzugeben. Dies schließt die Einstufung mindestens für alle Stoffe ein,
   die gemäß Anhang II Nummer 3.2.1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 im
   Sicherheitsdatenblatt des Gemisches und im Sicherheitsdatenblatt für alle in dem Gemisch
   enthaltenen MIM angegeben sind. Für diejenigen gemäß Abschnitt 3.3 identifizierten MIM,
   bei denen der Mitteilungspflichtige keinen Zugang zur vollständigen Zusammensetzung des
   MIM hat, ist zusätzlich die Einstufung des MIM in Bezug auf seine gesundheitlichen und
   physikalischen Auswirkungen anzugeben.
DE                                                       14                                           DE
 ---pagebreak---    4.       AKTUALISIERUNG DER MITTEILUNG
   4.1.     Bedingungen für die Aktualisierung der Mitteilung
   In Fällen, in denen eine der folgenden Änderungen auf ein Gemisch in einer einzelnen oder
   einer Gruppenmitteilung zutrifft, reichen die Mitteilungspflichtigen eine aktualisierte
   Mitteilung ein, bevor sie dieses veränderte Gemisch in Verkehr bringen, und zwar:
   –        wenn sich der Produktidentifikator (oder der UFI) des Gemischs ändert;
   –        wenn sich die Einstufung des Gemischs im Hinblick auf Gesundheitsgefahren oder
            physikalische Gefahren ändert;
   –        wenn für die gefährlichen Eigenschaften des Gemischs oder seiner Bestandteile
            relevante neue toxikologische Informationen bekannt werden, die in Abschnitt 11 des
            Sicherheitsdatenblatts verlangt werden;
   –        wenn eine Änderung in der Zusammensetzung des Gemischs eine der folgenden
            Bedingungen erfüllt:
            (a)   Hinzufügung, Ersatz oder Entfernung eines oder mehrerer Bestandteile des
                  Gemischs, die gemäß Abschnitt 3.3 anzugeben sind;
            (b)   Änderungen der Konzentration eines Bestandteils im Gemisch über den in der
                  ursprünglichen Mitteilung angegebenen Konzentrationsbereich hinaus;
            (c)   die genaue Konzentration eines Bestandteils wurde gemäß den
                  Abschnitten 3.4.1 oder 3.4.2 angegeben, und es kommt zu einer über die in
                  Tabelle 4 festgelegten Grenzen hinausgehenden Veränderung dieser
                  Konzentration.
   Abweichend von Unterabsatz 1 vierter Gedankenstrich gilt Folgendes:
            (a)   eine Aktualisierung der Mitteilung für Gemische mit einer Zusammensetzung,
                  die einer der in Teil D genannten Standardrezepturen entspricht, ist nur
                  erforderlich, wenn sich die Zusammensetzung des Gemisches so ändert, dass
                  die Zusammensetzung des Gemisches nicht mehr der Standardrezeptur
                  entspricht;
            (b)   bei Gemischen, für die Angaben zur Zusammensetzung auf der Grundlage des
                  Sicherheitsdatenblatts gemäß Abschnitt 3.6 oder 3.7 gemacht werden, ist eine
                  Aktualisierung der Mitteilung erforderlich, wenn Abschnitt 3 des
                  Sicherheitsdatenblatts aktualisiert wird.
                                                  Tabelle 4
             Abweichungen bei der Bestandteil-Konzentration, die eine Aktualisierung der
                                            Mitteilung erfordern
                                                               Abweichungen (±) von der
                      Genaue Konzentration des im             ursprünglichen Bestandteil-
                    Gemisch enthaltenen Bestandteils            Konzentration, die eine
                                   (%)                       Aktualisierung der Mitteilung
                                                                       erfordern
                              > 25 – ≤ 100                              5%
                               > 10 – < 25                             10 %
                               > 2,5 – ≤ 10                            20 %
DE                                                15                                            DE
 ---pagebreak---                                   ≤ 2,5                               30 %
   Wenn sich die Parfümstoffe in einer Gruppenmitteilung ändern, wird die Liste der Gemische
   und der darin enthaltenen Parfümstoffe gemäß Abschnitt 3.1 aktualisiert.
   4.2.     Inhalt der Aktualisierung der Mitteilung
   Die Aktualisierung der Mitteilung umfasst eine überarbeitete Version der vorhergehenden
   Mitteilung, die die neu verfügbaren Informationen gemäß Abschnitt 4.1 enthält.
DE                                              16                                           DE
 ---pagebreak---                                              TEIL C
                                FORMAT DER MITTEILUNG
   1.      FORMAT DER MITTEILUNG
   1.1.    Format der Mitteilung
   Die Mitteilung der Informationen bei nach Artikel 45 benannten Stellen erfolgt in dem von
   der Agentur zur Verfügung gestellten Format. Das Mitteilungsformat enthält die folgenden
   Elemente:
   1.2.    Identifizierung des Gemischs, des Mitteilungspflichtigen und der Kontaktstelle
   Produktidentifikator
           –     Vollständige(r) Handelsname(n) des Produkts (im Falle                   einer
                 Gruppenmitteilung sind alle Produktidentifikatoren aufzuführen)
           –     Andere Namen, Synonyme
           –     Eindeutige(r) Rezepturidentifikator(en) (Unique Formula Identifier — UFI)
           –     Andere Identifikatoren (Zulassungsnummer, Produktcodes der Unternehmen)
   Kontaktdaten des Mitteilungspflichtigen und der Kontaktstelle
           –     Name
           –     Vollständige Anschrift
           –     Telefonnummer
           –     E-Mail-Adresse
   Kontaktinformationen für schnellen Zugriff auf zusätzliche Produktinformationen
   (24 Stunden/sieben Tage). Nur für verkürzte Mitteilung.
           –     Name
           –     Telefonnummer (24 Stunden täglich, sieben Tage pro Woche erreichbar)
           –     E-Mail-Adresse
   1.3.    Einstufung des Gemischs, Kennzeichnungselemente und Toxikologie
   Einstufung des Gemischs und Kennzeichnungselemente
           –     Gefahrenklasse und -kategorie
           –     Gefahrenpiktogramm-Codes (Anhang V)
           –     Signalwort
           –     Gefahrenhinweis-Codes,      einschließlich   ergänzender   Gefahrenmerkmale
                 (Anhang III)
           –     Sicherheitshinweis-Codes (Anhang IV)
DE                                              17                                             DE
 ---pagebreak---    Toxikologische Angaben
             –    Beschreibung der Toxizität des Gemischs oder seiner Bestandteile (gemäß den
                  Anforderungen in Abschnitt 11 des Sicherheitsdatenblatts im Einklang mit
                  Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006)
   Zusätzliche Informationen zum Gemisch
             –    Farbe(n)
             –    falls vorhanden, pH-Wert des Gemischs in der gelieferten Form oder, falls es
                  sich um ein festes Gemisch handelt, pH-Wert einer wässrigen Flüssigkeit oder
                  Lösung in einer bestimmten Konzentration. Die Konzentration des
                  Prüfgemischs im Wasser wird angegeben. Falls der pH-Wert nicht vorhanden
                  ist, so ist dies zu begründen;
             –    physikalische Beschaffenheit(en)
             –    Verpackung (Art(en) und Größe(n))
             –    beabsichtigte Verwendung (Produktkategorie)
             –    Verwendungen (Verbraucher, gewerblich, industriell)
   1.4.      Informationen zu den Gemisch-Bestandteilen und den Gruppen austauschbarer
             Bestandteile
   Identifizierung von Gemisch-Bestandteilen
             –    Chemische Bezeichnung/Handelsname der Bestandteile
             –    CAS-Nummer (falls zutreffend)
             –    EG-Nummer (falls zutreffend)
             –    UFI (falls zutreffend)
   Name der Gruppe austauschbarer Bestandteile (falls zutreffend)
   Konzentration und Konzentrationsbereiche der Gemisch-Bestandteile
             –    Genaue Konzentration oder Konzentrationsbereich
   Einstufung der Gemisch-Bestandteile
             –    Gefahreneinstufung (falls zutreffend)
             –    Zusätzliche Identifikatoren (falls      zutreffend und  falls  relevant  für
                  gesundheitliche Notversorgung)
   Liste gemäß Teil B Abschnitt 3.1 Unterabsatz 5 (falls zutreffend)
DE                                               18                                            DE
 ---pagebreak---                                                 TEIL D
                                    STANDARDREZEPTUREN
   Für die Standardrezepturen 1-17 gelten die nachfolgend aufgeführten Bedingungen:
             –     Schwermetalle, Spurenelemente: As, Ba, Cd, Cr, Co, Cu, Hg, Mo, Ni, Pb, Sb,
                   Sn, Te, Tl, V unterhalb 0,1 Gewichtsprozent und Mn, Sr, Zn unterhalb
                   1 Gewichtsprozent
             –     Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind nicht vorhanden.
   Bemerkung zu den Standardrezepturen 1 – 17:
                   (1)
             –          UVCB-Stoffe enthalten unterschiedliche Mengen von Calcit,
                   Tricalciumsilikat, Dicalciumsilikat, Calciumoxid, Quarz, Kaliumchlorid,
                   Kaliumsulfat,               Calciumsulfat,             Natriumaluminiumsilicat,
                   Magnesiumaluminiumsilicat, Muskovit …
   1.        ZEMENT
                                         Zementstandardrezeptur – 1
   Produktbeschreibung                                              Portlandzement
                                                           Mit einem Hauptbestandteil: Klinker
   Bezeichnung des Bestandteils                      EG-Nr.            Konzentration
                                                                       (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                             266-043-4         86,5 – 100
   Calciumsulfat                                     231-900-3         0–8
   Zementofenstaub (1)                               270-659-9
                                                                       0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe       310-127-6
   Eisen(II)sulfat                                   231-753-5         0–1
   Zinn(II)sulfat                                    231-302-2         0 – 0,1
                                     Zementstandardrezeptur – 2
   Produktbeschreibung                               Portland-Hüttenzement und Hochofenzement
                                                        Mit zwei Hauptbestandteilen: Klinker und
                                                                        Schlacke
   Bezeichnung des Bestandteils                      EG-Nr.            Konzentration
                                                                       (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                             266-043-4         4,6 – 94
   Hüttensand                                        266-002-0         5,5 – 95
   Calciumsulfat                                     231-900-3         0–8
DE                                                 19                                              DE
 ---pagebreak---    Zementofenstaub (1)                          270-659-9
                                                          0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe  310-127-6
   Eisen(II)sulfat                              231-753-5 0–1
   Zinn(II)sulfat                               231-302-2 0 – 0,1
DE                                             20                 DE
 ---pagebreak---                                       Zementstandardrezeptur – 3
    Produktbeschreibung                                     Portland-Silicastaubzement
                                                    Portlandzemente mit zwei Hauptbestandteilen:
                                                               Klinker und Silicastaub
    Bezeichnung des Bestandteils                  EG-Nr.                    Konzentration
                                                                            (Gewichtsprozent)
    Portlandzementklinker                         266-043-4                 82 – 94
    Silicastaub                                   273-761-1                 5,5 – 10
    Calciumsulfat                                 231-900-3                 0–8
    Zementofenstaub (1)                           270-659-9
                                                                            0–5
    Anorganische natürliche mineralische Stoffe   310-127-6
    Eisen(II)sulfat                               231-753-5                 0–1
    Zinn(II)sulfat                                231-302-2                 0 – 0,1
                                    Zementstandardrezeptur – 4
   Produktbeschreibung                                       Portland-Puzzolanzement,
                                                                   Puzzolanzement
                                                               Portlandzemente mit zwei
                                                      Hauptbestandteilen: Klinker und Puzzolan
                                                        (natürliches Puzzolan oder natürliches
                                                                 Puzzolan, gebrannt)
   Bezeichnung des Bestandteils                      EG-Nr.               Konzentration
                                                                          (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                             266-043-4            41 – 94
   Natürliches Puzzolan (gebrannt)                   310-127-6            5,5 – 55
   Calciumsulfat                                     231-900-3            0–8
   Zementofenstaub (1)                               270-659-9
                                                                          0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe       310-127-6
   Eisen(II)sulfat                                   231-753-5            0–1
   Zinn(II)sulfat                                    231-303-2            0 – 0,1
                                      Zementstandardrezeptur – 5
     Produktbeschreibung                          Portland-Flugaschezement, Puzzolanzement
                                                  Portlandzemente mit zwei Hauptbestandteilen:
                                                  Klinker und Flugasche (kieselsäurereiche und
                                                              kalkreiche Flugasche)
DE                                               21                                              DE
 ---pagebreak---      Bezeichnung des Bestandteils                  EG-Nr.              Konzentration
                                                                       (Gewichtsprozent)
     Portlandzementklinker                         266-043-4           41 – 94
     Flugasche                                     931-322-8           5,5 – 55
     Calciumsulfat                                 231-900-3           0–8
     Zementofenstaub (1)                           270-659-9
     Anorganische      natürliche   mineralische   310-127-6           0–5
     Stoffe
     Eisen(II)sulfat                               231-753-5           0–1
     Zinn(II)sulfat                                231-302-2           0 – 0,1
                                     Zementstandardrezeptur – 6
   Produktbeschreibung                                      Portland-Schieferzement
                                                  Portlandzemente mit zwei Hauptbestandteilen:
                                                         Klinker und gebrannter Schiefer
   Bezeichnung des Bestandteils                 EG-Nr.               Konzentration
                                                                     (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                        266-043-4            59 – 94
   Gebrannter Schiefer                          297-648-1            5,5 – 35
   Calciumsulfat                                231-900-3            0–8
   Zementofenstaub (1)                          270-659-9
                                                                     0–5
   Anorganische     natürliche   mineralische   310-127-6
   Stoffe
   Eisen(II)sulfat                              231-753-5            0–1
   Zinn(II)sulfat                               231-302-2            0 – 0,1
DE                                                  22                                         DE
 ---pagebreak---                                      Zementstandardrezeptur – 7
     Produktbeschreibung                                 Portland-Kalksteinzement
                                             Portlandzemente mit zwei Hauptbestandteilen: Klinker
                                                                und Kalkstein
     Bezeichnung des Bestandteils           EG-Nr.             Konzentration (Gewichtsprozent)
     Portlandzementklinker                  266-043-4          59 – 94
     Kalkstein                              215-279-6          5,5 – 35
     Calciumsulfat                          231-900-3          0–8
     Zementofenstaub (1)                    270-659-9
     Anorganische natürliche mineralische   310-127-6          0–5
     Stoffe
     Eisen(II)sulfat                        231-753-5          0–1
     Zinn(II)sulfat                         231-302-2          0 – 0,1
                                  Zementstandardrezeptur – 8
   Produktbeschreibung                        Portland-Kompositzement, Kompositzement
                                                        (Schlacke – Kalkstein)
                                          Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen: Klinker,
                                                         Schlacke und Kalkstein
   Bezeichnung des Bestandteils           EG-Nr.             Konzentration
                                                             (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                  266-043-4          31,9 – 88
   Hüttensand                             266-002-0          5,5 – 59
   Kalkstein                              215-279-6          5,5 – 29
   Calciumsulfat                          231-900-3          0–8
                     (1)
   Zementofenstaub                        270-659-9
   Anorganische natürliche mineralische   310-127-6          0–5
   Stoffe
   Eisen(II)sulfat                        231-753-5          0–1
   Zinn(II)sulfat                         231-302-2          0 – 0,1
DE                                                23                                              DE
 ---pagebreak---                                     Zementstandardrezeptur – 9
   Produktbeschreibung                             Portland-Kompositzement, Kompositzement
                                                               (Schlacke – Flugasche)
                                                   Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen:
                                                    Klinker, Hochofenschlacke, kieselsäurereiche
                                                              und kalkreiche Flugasche
   Bezeichnung des Bestandteils                   EG-Nr.                   Konzentration
                                                                           (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                          266-043-4                18,2 – 88
   Hüttensand                                     266-002-0                5,5 – 59
   Flugasche                                      931-322-8                5,5 – 49
   Calciumsulfat                                  231-900-3                0–8
   Zementofenstaub (1)                            270-659-9
                                                                           0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe    310-127-6
   Eisen(II)sulfat                                231-753-5                0–1
   Zinn(II)sulfat                                 231-302-2                0 – 0,1
                                   Zementstandardrezeptur – 10
   Produktbeschreibung                          Portland-Kompositzement, Kompositzement
                                                             (Schlacke – Puzzolan)
                                                Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen:
                                               Klinker, Hochofenschlacke, natürliches Puzzolan
                                                     oder natürliches Puzzolan, gebrannt
   Bezeichnung des Bestandteils                EG-Nr.              Konzentration
                                                                   (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                       266-043-4           18,2 – 88
   Hüttensand                                  266-002-0           5,5 – 49
   Natürliches Puzzolan (gebrannt)             310-127-6           5,5 – 49
   Calciumsulfat                               231-900-3           0–8
   Zementofenstaub (1)                         270-659-9
   Anorganische    natürliche   mineralische   310-127-6           0–5
   Stoffe
   Eisen(II)sulfat                             231-753-5           0–1
   Zinn(II)sulfat                              231-302-2           0 – 0,1
DE                                                24                                             DE
 ---pagebreak---                                      Zementstandardrezeptur – 11
   Produktbeschreibung                              Portland-Kompositzement, Kompositzement
                                                          (Schlacke – gebrannter Schiefer)
                                                     Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen:
                                                    Klinker, Hochofenschlacke, gebrannter Schiefer
   Bezeichnung des Bestandteils                   EG-Nr.                   Konzentration
                                                                           (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                          266-043-4                59 – 94
   Hüttensand                                     266-002-0                5,5 – 29
   Gebrannter Schiefer                            297-648-1                5,5 – 29
   Calciumsulfat                                  231-900-3                0–8
   Zementofenstaub (1)                            270-659-9
                                                                           0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe    310-127-6
   Eisen(II)sulfat                                231-753-5                0–1
   Zinn(II)sulfat                                 231-302-2                0 – 0,1
                                     Zementstandardrezeptur – 12
   Produktbeschreibung                             Portland-Kompositzement, Kompositzement
                                                              (Kalkstein – Flugasche)
                                                    Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen:
                                                 Klinker, Kalkstein, kieselsäurereiche und kalkreiche
                                                                       Flugasche
   Bezeichnung des Bestandteils                 EG-Nr.                     Konzentration
                                                                           (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                        266-043-4                  46 – 94
   Kalkstein                                    215-279-6                  5,5 – 29
   Flugasche                                    931-322-8                  5,5 – 44
   Calciumsulfat                                231-900-3                  0–8
   Zementofenstaub (1)                          270-659-9
                                                                           0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe  310-127-6
   Eisen(II)sulfat                              231-753-5                  0–1
   Zinn(II)sulfat                               231-302-2                  0 – 0,1
DE                                              25                                                    DE
 ---pagebreak---                                      Zementstandardrezeptur – 13
   Produktbeschreibung                                Portland-Kompositzement, Kompositzement
                                                                  (Kalkstein – Puzzolan)
                                                      Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen:
                                                       Klinker, Kalkstein, natürliches Puzzolan oder
                                                              natürliches Puzzolan, gebrannt
   Bezeichnung des Bestandteils                   EG-Nr.                      Konzentration
                                                                              (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                          266-043-4                   46 – 94
   Kalkstein                                      215-279-6                   5,5 – 29
   Natürliches Puzzolan (gebrannt)                310-127-6                   5,5 – 44
   Calciumsulfat                                  231-900-3                   0–8
                    (1)
   Zementofenstaub                                270-659-9
                                                                              0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe    310-127-6
   Eisen(II)sulfat                                231-753-5                   0–1
   Zinn(II)sulfat                                 231-302-2                   0 – 0,1
                                     Zementstandardrezeptur – 14
   Produktbeschreibung                          Portland-Kompositzement (Kalkstein – gebrannter
                                                                       Schiefer)
                                                Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen: Klinker,
                                                           Kalkstein und gebrannter Schiefer
   Bezeichnung des Bestandteils                EG-Nr.                       Konzentration
                                                                            (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                       266-043-4                    59 – 94
   Kalkstein                                   215-279-6                    5,5 – 29
   Gebrannter Schiefer                         297-648-1                    5,5 – 29
   Calciumsulfat                               231-900-3                    0–8
   Zementofenstaub (1)                         270-659-9
   Anorganische natürliche mineralische        310-127-6                    0–5
   Stoffe
   Eisen(II)sulfat                             231-753-5                    0–1
   Zinn(II)sulfat                              231-302-2                    0 – 0,1
DE                                                  26                                                DE
 ---pagebreak---                                      Zementstandardrezeptur – 15
   Produktbeschreibung                   Portland-Kompositzement, Puzzolanzement (Flugasche –
                                                                  Puzzolan)
                                            Portlandzemente mit drei Hauptbestandteilen: Klinker,
                                           kieselsäurereiche und kalkreiche Flugasche, natürliches
                                                 Puzzolan oder natürliches Puzzolan, gebrannt
   Bezeichnung des Bestandteils          EG-Nr.                       Konzentration
                                                                      (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                 266-043-4                    41 – 94
   Natürliches Puzzolan (gebrannt)       310-127-6                    5,5 – 55
   Flugasche                             931-322-8                    5,5 – 55
   Calciumsulfat                         231-900-3                    0–8
                    (1)
   Zementofenstaub                       270-659-9
   Anorganische natürliche mineralische  310-127-6                    0–5
   Stoffe
   Eisen(II)sulfat                       231-753-5                    0–1
   Zinn(II)sulfat                        231-302-2                    0 – 0,1
                                     Zementstandardrezeptur – 16
   Produktbeschreibung                                    Portland-Kompositzement
                                          Portlandzemente mit vier Hauptbestandteilen: Klinker und
                                           drei der nachfolgenden Bestandteile: Hochofenschlacke,
                                            Silicastaub, Flugasche, Puzzolan, gebrannter Schiefer,
                                                                  Kalkstein
   Bezeichnung des Bestandteils          EG-Nr.                     Konzentration
                                                                    (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                 266-043-4                  59 – 94
   Hüttensand                            266-002-0                  5,5 – 23
   Natürliches Puzzolan (gebrannt)       310-127-6
   Flugasche                             931-322-8
   Gebrannter Schiefer                   297-648-1215-279-6
   Kalkstein                             273-761-1
   Silicastaub
   Calciumsulfat                         231-900-3                  0–8
   Zementofenstaub (1)                   270-659-9                  0–5
   Anorganische natürliche mineralische  310-127-6
   Stoffe                                                           0–5
                                                                    0–1
   Eisen(II)sulfat                       231-753-5
   Zinn(II)sulfat                        231-302-2                  0 – 0,1
DE                                                27                                               DE
 ---pagebreak--- DE 28 DE ---pagebreak---                                      Zementstandardrezeptur – 17
   Produktbeschreibung                                           Kompositzement
                                                    Portlandzemente mit vier Hauptbestandteilen:
                                                 Klinker, Schlacke, kieselsäurereiche Flugasche und
                                                  natürliches Puzzolan oder natürliches Puzzolan,
                                                                       gebrannt
   Bestandteil                                 EG-Nr.                     Konzentration
                                                                          (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                       266-043-4                  18,3 – 64
   Hüttensand                                  266-002-0                  16,5 – 49
   Natürliches Puzzolan (gebrannt)             310-127-6                  5,5 – 43
   Flugasche                                   931-322-8                  5,5 – 43
   Calciumsulfat                               231-900-3                  0–8
                    (1)
   Zementofenstaub                             270-659-9
                                                                          0–5
   Anorganische natürliche mineralische Stoffe 310-127-6
   Eisen(II)sulfat                             231-753-5                  0–1
   Zinn(II)sulfat                              231-302-2                  0 – 0,1
                                     Zementstandardrezeptur – 18
   Produktbeschreibung                                        Calciumaluminatzement
   Bestandteil                                 EG-Nr.                        Konzentration
                                                                             (Gewichtsprozent)
   Calciumaluminat-Zementklinker               266-045-5                     86,5 – 100
   Schleifmittel                               -                             0 – 0,2
DE                                               29                                                 DE
 ---pagebreak---                                   Zementstandardrezeptur – 19
   Produktbeschreibung                              Mauerwerks-Zemente – mit Klinker und
                                                     Kalkstein – MC 5, MC 12,5, MC 22,5
   Bezeichnung des Bestandteils                  EG-Nr.             Konzentration
                                                                    (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                         266-043-4          25 – 60
   Baukalk/Kalkhydrat gemäß EN 459               215-138-9, 215-    1 – 75
                                                 137-3
   Andere, nicht      gefährliche  anorganische  310-127-6          0 – 74
   Bestandteile
   Anorganische Pigmente gemäß EN 12878          -                  0–1
                                  Zementstandardrezeptur – 20
   Produktbeschreibung                              Mauerwerks-Zemente – mit Klinker und
                                                   ohne Kalkstein – MC 5, MC 12,5, MC 22,5
   Bezeichnung des Bestandteils                  EG-Nr.             Konzentration
                                                                    (Gewichtsprozent)
   Portlandzementklinker                         266-043-4          25 – 60
   Andere, nicht      gefährliche  anorganische  310-127-6          40 – 75
   Bestandteile
   Anorganische Pigmente gemäß EN 12878                             0–1
DE                                              30                                         DE
 ---pagebreak---    2.     GIPSBINDER
                         Gipsbinder-Standardrezeptur
   Bezeichnung       des EG-Nr.                 Konzentration
   Bestandteils                                 (Gewichtsprozent)
   Calciumsulfat         231-900-3              ≥ 50 — < 100
   Calciumdihydroxid     215-137-3              > 0 und ≤ 5
DE                                     31                         DE
 ---pagebreak---    3.        FERTIGBETON
                                 Fertigbeton-Standardrezeptur 1
    Betonfestigkeitsklassen C8/10, C12/15, C16/20, C20/25, C25/30, C28/35, C32/40, C35/45,
                                     C40/50, C45/55, C50/60
      LC8/9, LC12/13, LC16/18, LC20/22, LC25/28, LC30/33, LC35/38, LC40/44, LC45/50,
                                        LC50/55, LC55/60
   Bezeichnung des Bestandteils                        EG-Nr.   Konzentration
                                                                (Gewichtsprozent)
   Zement                                              270-     3 – 18
                                                       659-9
   Wasser                                              231-     5–8
                                                       791-2
   Zuschlagstoffe                                      273-     70 – 80
                                                       727-6
   Betonbelüfter (Beimischung)                         -        0 – 0,08
   Betonverflüssiger/Hochleistungsbetonverflüssiger    -        0 – 0,15
   (Beimischung)
   Betonverzögerer (Beimischung)                       -        0 – 0,4
   Betonbeschleuniger (Beimischung)                    -        0 – 0,2
   Wasserbeständigkeit (Beimischung)                   -        0 – 0,25
   Flugasche                                           931-     0–8
                                                       322-8
   Silicastaub                                         273-     0–3
                                                       761-1
   Hüttensand                                          266-     0–6
                                                       002-0
                                 Fertigbeton-Standardrezeptur 2
           Betonfestigkeitsklassen C55/67, C60/75, C70/85, C80/95, C90/105, C100/105
                                  LC 60/66, LC70/77, LC80/88
   Bezeichnung des Bestandteils                        EG-     Konzentration
                                                       Nr.     (Gewichtsprozent)
   Zement                                              270-    12 – 25
                                                       659-9
   Wasser                                              231-    5–8
                                                       791-2
   Zuschlagstoffe                                      273-    70 – 80
                                                       727-6
   Betonbelüfter (Beimischung)                         -       0,04 – 0,08
   Betonverflüssiger/Hochleistungsbetonverflüssiger    -       0 – 0,15
   (Beimischung)
DE                                                  32                                     DE
 ---pagebreak---    Betonverzögerer (Beimischung)        -     0 – 0,4
   Betonbeschleuniger (Beimischung)     -     0 – 0,2
   Wasserbeständigkeit (Beimischung)    -     0 – 0,25
   Flugasche                            931-  0–8
                                        322-8
   Silicastaub                          273-  0–3
                                        761-1
   Hüttensand                           266-  0–6
                                        002-0
DE                                   33                DE