CELEX: 62009CJ0401
Language: de
Date: 2011-06-09
Title: Urteil des Gerichtshofes (Dritte Kammer) vom 9. Juni  2011. # Evropaïki Dynamiki - Proigmena Systimata Tilepikoinonion Pliroforikis kai Tilematikis AE gegen Europäische Zentralbank (EZB). # Rechtsmittel - Zulässigkeit - Vollmacht - Konsortium - Öffentliche Aufträge - Verhandlungsverfahren - Dienstleistungen der IT-Beratung und -Entwicklung - Ablehnung des Angebots - Verfahrensordnung des Gerichts - Rechtsschutzinteresse - Ausschlussgrund -Erlaubniserfordernis gemäß nationalem Recht - Begründungspflicht. # Rechtssache C-401/09 P.

Rechtssache C-401/09 P
      Evropaïki Dynamiki – Proigmena Systimata Tilepikoinonion Pliroforikis kai Tilematikis AE
      gegen
      Europäische Zentralbank (EZB)
      „Rechtsmittel – Zulässigkeit – Vollmacht – Konsortium – Öffentliche Aufträge – Verhandlungsverfahren – Dienstleistungen der IT-Beratung und -Entwicklung – Ablehnung des Angebots – Verfahrensordnung des Gerichts – Rechtsschutzinteresse – Ausschlussgrund – Erlaubniserfordernis gemäß nationalem Recht – Begründungspflicht“
      Leitsätze des Urteils
      1.        Verfahren – Einrede der Unzulässigkeit – Verpflichtung, die Einrede mit besonderem Schriftsatz zu erheben – Grenzen
      (Verfahrensordnung des Gerichts, Art. 114)
      2.        Rechtsmittel – Rechtsschutzinteresse – Voraussetzung – Rechtsmittel, das geeignet ist, dem Rechtsmittelführer einen Vorteil
            zu verschaffen – Tragweite
      3.        Rechtsmittel – Gründe – Bloße Wiederholung der vor dem Gericht vorgetragenen Gründe und Argumente – Keine Angabe des gerügten
            Rechtsfehlers – Unzulässigkeit
      (Art. 256 AEUV; Statut des Gerichtshofs, Art. 58 Abs. 1; Verfahrensordnung des Gerichtshofs, Art. 112 § 1 Abs. 1 Buchst. c)
      1.        Art. 114 der Verfahrensordnung des Gerichts verlangt nicht, dass jede Einrede der Unzulässigkeit mit besonderem Schriftsatz
         zu erheben ist. Vielmehr ist die Erhebung dieser Einrede mit besonderem Schriftsatz nur dann erforderlich, wenn die Partei,
         die die Einrede erhebt, beim Gericht beantragen will, dass über die Zulässigkeit des Rechtsmittels vorab entschieden werde.
         
      
      Eine Einrede der Unzulässigkeit kann daher im zweiten Schriftsatzwechsel erhoben und vom Gericht im Rahmen der Entscheidung
         über das Rechtsmittel geprüft werden. 
      
      (vgl. Randnrn. 43-45)
      2.        Ein Kläger kann kein berechtigtes Interesse an der Aufhebung einer Entscheidung haben, bei der von vornherein feststeht, dass
         sie ihm gegenüber nur erneut bestätigt werden könnte. Im Übrigen ist ein Nichtigkeitsgrund wegen fehlenden Rechtsschutzinteresses
         unzulässig, wenn, selbst wenn er begründet wäre, die Nichtigerklärung der angefochtenen Rechtshandlung aufgrund dieses Klagegrundes
         nicht geeignet wäre, dem Kläger Genugtuung zu verschaffen. Daher kann das Gericht, nachdem es einen ersten Klagegrund zurückgewiesen
         hat, befinden, dass über die anderen Klagegründe des Klägers nicht mehr zu entscheiden sei, wenn diese es dem Kläger nicht
         ermöglicht hätten, mit seiner Klage zu obsiegen. 
      
      (vgl. Randnrn. 49-50)
      3.        In der Rechtsmittelschrift müssen die beanstandeten Teile der Entscheidung des Gerichts, deren Aufhebung begehrt wird, sowie
         das rechtliche Vorbringen, auf das dieser Antrag gestützt wird, genau bezeichnet werden. Ein Rechtsmittelgrund, der lediglich
         die bereits vor dem Gericht geltend gemachten Argumente wiederholt und nicht einmal Ausführungen enthält, die speziell darauf
         gerichtet sind, den Rechtsfehler herauszuarbeiten, mit dem die angefochtene Entscheidung behaftet sein soll, genügt diesem
         Erfordernis nicht. Ein solcher Grund stellt nämlich in Wirklichkeit nur einen Antrag auf erneute Prüfung eines vor dem Gericht
         vorgetragenen Klagegrundes dar, was nicht in die Zuständigkeit des Gerichtshofs fällt. Zudem entspricht die bloß abstrakte
         Aufführung eines Grundes in einer Rechtsmittelschrift, die nicht durch genauere Angaben untermauert wird, nicht der Verpflichtung
         zur Begründung dieses Rechtsmittels. Dies ist der Fall, wenn ein Grund mehrere Bestimmungen des Unionsrechts lediglich erwähnt,
         ohne ihre Anwendbarkeit im betreffenden Fall darzutun und ohne festzustellen, inwiefern diese Bestimmungen verletzt worden
         sind.
      
      (vgl. Randnrn. 55, 61)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Dritte Kammer)
      9. Juni 2011(*)
      
      „Rechtsmittel – Zulässigkeit – Vollmacht – Konsortium – Öffentliche Aufträge – Verhandlungsverfahren – Dienstleistungen der IT-Beratung und -Entwicklung – Ablehnung des Angebots – Verfahrensordnung des Gerichts – Rechtsschutzinteresse – Ausschlussgrund – Erlaubniserfordernis gemäß nationalem Recht – Begründungspflicht“
      In der Rechtssache C‑401/09 P
      betreffend ein Rechtsmittel nach Art. 56 der Satzung des Gerichtshofs, eingelegt am 24. September 2009,
      Evropaïki Dynamiki – Proigmena Systimata Tilepikoinonion Pliroforikis kai Tilematikis AE mit Sitz in Athen (Griechenland), Prozessbevollmächtigter: N. Korogiannakis, dikigoros,
      
      Rechtsmittelführerin,
      andere Verfahrensbeteiligte:
      Europäische Zentralbank (EZB), vertreten durch F. von Lindeiner und G. Gruber als Bevollmächtigte, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Beklagte im ersten Rechtszug,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Dritte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten K. Lenaerts, des Richters D. Šváby, der Richterin R. Silva de Lapuerta sowie der Richter
         E. Juhász (Berichterstatter) und J. Malenovský, 
      
      Generalanwalt: P. Mengozzi,
      Kanzler: A. Calot Escobar,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens,
      nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 27. Januar 2011
      folgendes
      Urteil
      1        Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die Evropaïki Dynamiki – Proigmena Systimata Tilepikoinonion Pliroforikis kai Tilematikis
         AE (im Folgenden: Evropaïki Dynamiki) die Aufhebung des Beschlusses des Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften
         vom 2. Juli 2009, Evropaïki Dynamiki/EZB (T‑279/06, im Folgenden: angefochtener Beschluss), mit dem das Gericht ihre Klage
         auf Nichtigerklärung der Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB), ihr im Rahmen des Verhandlungsverfahrens für die
         Erbringung von Dienstleistungen der IT-Beratung und -Entwicklung abgegebenes Angebot abzulehnen und den Auftrag an die erfolgreichen
         Bieter zu vergeben, abgewiesen hat. 
      
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      2        Am 19. Juli 2005 veröffentlichte die EZB eine Vergabebekanntmachung im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union (ABl. S 137) über ein Verhandlungsverfahren für die Erbringung von Dienstleistungen der IT-Beratung und -Entwicklung mit Vorauswahl
         der geeigneten Bewerber. Ziel dieses Verhandlungsverfahrens war es, zwei Unternehmer für die Erbringung von Dienstleistungen
         zugunsten der EZB aufgrund von Rahmenverträgen auszuwählen. 
      
      3        Am 29. August 2005 reichte Evropaïki Dynamiki eine Bewerbung im Namen des Konsortiums E2Bank ein, dessen anderes Mitglied
         die Engineering Ingegneria Informatica SpA war. Der Beschaffungsausschuss der EZB wählte unter den 23 eingegangenen Bewerbungen
         sieben Bewerber aus, darunter dieses Konsortium. 
      
      4        Am 22. Dezember 2005 übermittelte die EZB den erfolgreichen Bewerbern das Lastenheft und forderte sie auf, ihre Angebote einzureichen.
         Das Lastenheft enthielt die Aufforderung zur Angebotsabgabe und fünf Anlagen, darunter den Entwurf eines Rahmenvertrags. 
      
      5        Nr. 2.4 der Anlage 3 der Aufforderung zur Angebotsabgabe sah für die Bieter die Verpflichtung vor, eine Erlaubnis gemäß dem
         deutschen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (im Folgenden: AÜG) einzuholen, und ordnete an, dass sie ausdrücklich zusagen mussten,
         zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Vertrags im Besitz einer Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung (im Folgenden: erforderliche
         Erlaubnis) zu sein. 
      
      6        Die EZB erhielt innerhalb der festgesetzten Frist fünf Angebote, u. a. das Angebot des Konsortiums E2Bank. Dieses Angebot,
         das als vollständig erachtet wurde, enthielt u. a. die verbindliche Zusage der beiden Mitglieder des Konsortiums E2Bank, vor
         der Unterzeichnung des Vertrags die erforderliche Erlaubnis einzuholen. Zum Nachweis dieser Verpflichtung wurde eine Kopie
         zweier Anträge auf Erteilung der Erlaubnis vorgelegt, die am 3. und 6. Februar 2006 bei den zuständigen deutschen Behörden
         eingereicht wurden. 
      
      7        Nachdem der Beschaffungsausschuss der EZB die Angebote geprüft hatte, beschloss er, an die drei am besten eingestuften Bieter
         eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zu richten. Das Konsortium E2Bank nahm den vierten Rang ein. 
      
      8        Nach im April 2006 geführten Verhandlungen beschloss der Beschaffungsausschuss, die Verhandlungen nur mit zwei Bietern weiterzuführen,
         da der dritte, in Indien ansässige Bieter nicht in der Lage gewesen sei, dem Verlangen der EZB nach dem Erwerb der erforderlichen
         Erlaubnis zu entsprechen. Die Verhandlungen mit den beiden verbliebenen Bietern wurden im Juni 2006 erfolgreich abgeschlossen.
         
      
      9        Mit Schreiben vom 11. Juli 2006 äußerte Evropaïki Dynamiki Zweifel an der Rechtmäßigkeit des fraglichen Vergabeverfahrens,
         wobei sie insbesondere geltend machte, dass die Verpflichtung, über die erforderliche Erlaubnis zu verfügen, eine Diskriminierung
         gegenüber Bietern darstelle, die außerhalb Deutschlands ansässig seien. 
      
      10      Nachdem Evropaïki Dynamiki mit Schreiben vom 31. Juli 2006 von der Zuteilung der beiden Rahmenverträge an die beiden erfolgreichen
         Bieter unterrichtet worden war, verlangte sie mit Schreiben vom 1. August 2006 umfassendere Auskünfte über die Bewertung der
         Angebote, beantragte bei der EZB, dass diese ihre Entscheidung überprüfe, und kündigte ihre Absicht an, bei Abweisung ihres
         Rechtsbehelfs Klage vor dem Gericht zu erheben. Der Beschaffungsausschuss der EZB wertete dieses Schreiben als einen formellen
         Rechtsbehelf und legte es der Überprüfungsinstanz der EZB vor, die Evropaïki Dynamiki mit Schreiben vom 18. August 2006 über
         die Zurückweisung dieses Rechtsbehelfs unterrichtete. 
      
       Verfahren vor dem Gericht und angefochtener Beschluss 
      11      Am 9. Oktober 2006 reichte Evropaïki Dynamiki beim Gericht eine Klage auf Nichtigerklärung der Entscheidungen der EZB ein,
         ihr Angebot nicht anzunehmen und den Auftrag an die erfolgreichen Bieter zu vergeben. Evropaïki Dynamiki stützte ihre Klage
         auf acht Klagegründe.
      
      12      Nachdem das Gericht die von der EZB erhobene Einrede der Unzulässigkeit verworfen hatte, mit der das Fehlen eines Rechtsschutzinteresses
         der Klägerin gerügt worden war, prüfte es zuerst den achten Klagegrund, mit dem die Rechtswidrigkeit des Erfordernisses, dass
         die Bieter über die erforderliche Erlaubnis  verfügen müssten, geltend gemacht wurde. 
      
      13      Mit dem ersten Teil dieses Klagegrundes warf Evropaïki Dynamiki der EZB vor, diese Anforderung willkürlich gestellt und Diensteanbieter,
         die in Deutschland ansässig seien, begünstigt zu haben. 
      
      14      Mit dem zweiten Teil des achten Klagegrundes machte Evropaïki Dynamiki geltend, dass die erforderliche Erlaubnis gemäß dem
         AÜG ausländischen Unternehmen nur erteilt werde, wenn sie im Staat ihrer Niederlassung über eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung
         verfügten. Nach griechischem Recht könne eine solche Erlaubnis jedoch nur Unternehmen erteilt werden, die ausschließlich im
         Bereich der Arbeitnehmerüberlassung tätig seien. Daher sei es ihr nicht möglich, diese Erlaubnis in Griechenland zu erhalten
         und damit in den Genuss der erforderlichen Erlaubnis zu kommen. 
      
      15      Mit dem dritten Teil dieses Klagegrundes machte Evropaïki Dynamiki geltend, die Forderung, dass die Bieter Inhaber der erforderlichen
         Erlaubnis sein müssten, widerspreche den Vergabevorschriften der Union und verstoße daher gegen die Dienstleistungsfreiheit
         gemäß Art. 49 EG. 
      
      16      Mit dem vierten Teil dieses Klagegrundes trug Evropaïki Dynamiki vor, das Erfordernis sei diskriminierend und verstoße gegen
         den Grundsatz der Transparenz. 
      
      17      In dem angefochtenen Beschluss  hat das Gericht  einleitend festgestellt, dass die EZB ebenso wie die Unionsorgane über einen
         Spielraum bei der Beurteilung der Gesichtspunkte verfüge, die beim Erlass einer Entscheidung über die Vergabe eines öffentlichen
         Auftrags zu berücksichtigen seien, und dass sich die Kontrolle durch das Gericht auf die Prüfung beschränken müsse, dass kein
         schwerer und offensichtlicher Fehler vorliege. 
      
      18      Zum ersten Teil des achten Klagegrundes hat das Gericht zunächst festgestellt, dass Evropaïki Dynamiki weder die Rechtmäßigkeit
         der Tatsache, dass der Rahmenvertrag dem deutschen Recht unterlegen habe, noch die ausschließliche Gerichtsbarkeit des Amtsgerichts/Landgerichts
         Frankfurt am Main für alle Streitfälle aus einer vertraglichen Beziehung zwischen der EZB und dem Vertragspartner in Abrede
         gestellt habe. Sodann hat das Gericht darauf hingewiesen, dass die gemäß dem Rahmenvertrag erbrachte Dienstleistung erfordere,
         dass der EZB zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt würden, was bedeute, dass der Vertragspartner
         der EZB Inhaber der erforderlichen Erlaubnis sein müsse. Es hat auch festgestellt, dass der Geltungsbereich des im AÜG festgelegten
         Erfordernisses gemäß der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts nicht auf Leiharbeitsunternehmen beschränkt, sondern auch
         auf Unternehmen im Bereich der Informationstechnologien anwendbar sei, die ihr Personal anderen Unternehmen zur Verfügung
         stellten. Zu dem Argument schließlich, beim Abschluss eines Vertrags im Mai 2006, wonach der EZB ein Experte zur Verfügung
         gestellt worden sei, sei keine Erlaubnis verlangt worden, hat das Gericht befunden, dass ein möglicher früherer Verstoß der
         EZB gegen das AÜG diese nicht davon entbinde, das Gesetz im Rahmen des vorliegenden Verhandlungsverfahrens anzuwenden. 
      
      19      Das Gericht ist daher zu dem Schluss gelangt, dass die EZB keinen Fehler bei Auslegung oder Anwendung des AÜG begangen habe,
         indem sie die erforderliche Erlaubnis als Voraussetzung für die Erbringung der fraglichen Dienstleistung angesehen habe, und
         dass die EZB durch Festlegung dieses Erfordernisses weder willkürlich gehandelt noch die in Deutschland ansässigen Bieter
         begünstigt habe. Daher hat es befunden, dass der erste Teil des achten Klagegrundes offensichtlich jeder Rechtsgrundlage entbehre.
         
      
      20      Zum zweiten Teil des achten Klagegrundes hat das Gericht darauf hingewiesen, dass es im Rahmen einer Nichtigkeitsklage gemäß
         Art. 230 EG nicht befugt sei, zu prüfen, ob das Zusammenspiel zweier nationaler Rechtsordnungen tatsächlich eine durch Art. 49
         EG verbotene  Behinderung des freien Dienstleistungsverkehrs darstelle. Das Gericht hat festgestellt, dass Evropaïki Dynamiki
         vor dem nationalen Gericht Klage auf Nichtigerklärung der Entscheidungen der betreffenden nationalen Behörden hätte erheben
         können, um die Unvereinbarkeit der Versagung der erforderlichen Erlaubnis mit dem Gemeinschaftsrecht geltend zu machen. Folglich
         hat es den zweiten Teil des achten Klagegrundes für offensichtlich unzulässig erklärt. 
      
      21      Zum dritten Teil dieses Klagegrundes hat das Gericht zunächst darauf hingewiesen, dass Evropaïki Dynamiki keine Rechtsvorschrift
         angeführt habe, aufgrund deren sich die EZB vorliegend der territorialen Wirkung des deutschen Rechts hätte entziehen können,
         und dass die Organe sicherstellen müssten, dass die in den Vergabeunterlagen vorgesehenen Voraussetzungen nicht zur Folge
         hätten, dass die potenziellen Bieter gegen die für ihre Tätigkeit geltenden nationalen Rechtsvorschriften  verstießen, und
         sodann festgestellt, dass nicht beanstandet werden könne, dass die EZB Bestimmungen des deutschen Rechts angewandt habe. 
      
      22      Ferner hat das Gericht darauf hingewiesen, dass Evropaïki Dynamiki, sofern sie geltend mache, die EZB hätte die erforderliche
         Erlaubnis nicht verlangen dürfen, in Wirklichkeit die Vereinbarkeit des AÜG mit Art. 49 EG sowie mit den Richtlinien 96/71/EG
         des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 1996 über die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung
         von Dienstleistungen (ABl. 1997, L 18, S. 1) und 2004/18/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 über
         die Koordinierung der Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge, Lieferaufträge und Dienstleistungsaufträge (ABl. L 134,
         S. 114) verneine. Zur Kontrolle der Rechtmäßigkeit der nationalen Rechtsvorschriften im Hinblick auf das Gemeinschaftsrecht
         hätte Evropaïki Dynamiki eine Klage vor dem nationalen Gericht einreichen müssen, das den Gerichtshof dann mit einer Vorlagefrage
         hätte befassen können. 
      
      23      Das Gericht hat schließlich festgestellt, dass sich Evropaïki Dynamiki nicht mit Erfolg auf die von ihr angeführte Rechtsprechung
         berufen könne. Zum einen habe der öffentliche Auftraggeber in der Rechtssache, die zu dem Urteil vom 20. September 1988, Beentjes
         (31/87, Slg. 1988, 4635), geführt habe, ein zusätzliches Kriterium berücksichtigt, das durch das nationale Recht nicht vorgegeben
         gewesen sei, und zum anderen habe das Urteil vom 3. Oktober 2006, FKP Scorpio Konzertproduktionen (C-290/04, Slg. 2006, I‑9461),
         Vorlagefragen betroffen, die sich auf die Vereinbarkeit von Bestimmungen des nationalen Rechts mit dem Gemeinschaftsrecht
         bezogen hätten. Das Gericht hat daher den dritten Teil des achten Klagegrundes teilweise als offensichtlich unbegründet und
         teilweise als offensichtlich unzulässig zurückgewiesen. 
      
      24      Zum vierten Teil dieses Klagegrundes hat das Gericht festgestellt, da die Bedingung, dass die Bieter Inhaber der erforderlichen
         Erlaubnis sein müssten, in mehreren Unterlagen des Verhandlungsverfahrens eindeutig vorgesehen gewesen sei und Evropaïki Dynamiki
         keine Probleme bei der Auslegung des streitigen Erfordernisses gehabt habe, sei das Urteil vom 16. Oktober 2003, Traunfellner
         (C‑421/01, Slg. 2003, I‑11941), das das Transparenzgebot und die Verpflichtung, im Lastenheft die Mindestanforderungen anzugeben,
         betreffe, für die Entscheidung des bei ihm anhängigen Rechtsstreits unerheblich. 
      
      25      In Bezug auf die Urteile vom 12. Dezember 2002, Universale-Bau u. a. (C‑470/99, Slg. 2002, I‑11617), und vom 9. Februar 2006,
         La Cascina u. a. (C‑226/04 und C-228/04, Slg. 2006, I‑1347), hat das Gericht darauf hingewiesen, dass nach dem ersten dieser
         beiden Urteile im Verfahren zur Vergabe eines öffentlichen Auftrags in jedem Stadium und insbesondere bei der Auswahl der
         Bewerber im Rahmen eines nicht offenen Verfahrens sowohl der Grundsatz der Gleichbehandlung potenzieller Bieter als auch die
         Transparenzpflicht gewahrt sein müssten. Das zweite dieser beiden Urteile betreffe Vorabentscheidungsfragen, die sich auf
         die Vereinbarkeit des nationalen Rechts mit dem Gemeinschaftsrecht, vor allem hinsichtlich des Diskriminierungsverbots und
         des Transparenzgebots, bezögen. 
      
      26      Das Gericht hat jedoch befunden, dass sich Evropaïki Dynamiki nicht zu Recht darauf habe berufen können, dass sie über das
         umstrittene Erfordernis nicht hinreichend unterrichtet gewesen sei, so dass sie keinen Verstoß gegen den Transparenzgrundsatz
         geltend machen könne. Was den angeblichen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot betreffe, habe das Erfordernis sämtliche
         Bieter betroffen. Daher hat das Gericht den vierten Teil des achten Klagegrundes als teilweise offensichtlich unbegründet
         und als teilweise offensichtlich unzulässig zurückgewiesen. 
      
      27      Folglich hat das Gericht den achten Klagegrund als teilweise offensichtlich unzulässig und als teilweise offensichtlich unbegründet
         zurückgewiesen. 
      
      28      Den ersten bis siebten Klagegrund hat das Gericht als offensichtlich unzulässig zurückgewiesen. 
      
      29      Hierzu hat es festgestellt, dass Evropaïki Dynamiki zum einen nicht habe dartun können, dass das gemäß den Unterlagen des
         betreffenden Verhandlungsverfahrens zwingend vorgesehene Kriterium, wonach die Bieter über die erforderliche Erlaubnis verfügen
         müssten, rechtswidrig sei, und zum anderen in ihren Schriftsätzen ausdrücklich festgestellt habe, dass sie die in Deutschland
         erforderliche Erlaubnis in keinem Fall erhalten könne. Daher hätte Evropaïki Dynamiki keinen Vorteil daraus ziehen können,
         dass sich einer oder mehrere dieser Klagegründe 1 bis 7 möglicherweise als begründet erwiesen hätten. Selbst wenn die Entscheidungen,
         mit denen ihr Angebot abgelehnt und der Auftrag an andere Bieter vergeben worden sei, aufgrund dieser Klagegründe für nichtig
         erklärt werden müssten, hätte Evropaïki Dynamiki die Rechtswidrigkeit des von der EZB angewandten Ausschlussgrundes nicht
         dartun können, so dass diese die angefochtenen Entscheidungen nur durch eine neue Entscheidung hätte ersetzen können, mit
         der das Angebot von Evropaïki Dynamiki aufgrund dieses Ausschlussgrundes abgelehnt worden wäre. 
      
      30      Das Gericht hat darauf hingewiesen, dass ein Kläger kein berechtigtes Interesse an der Aufhebung einer Entscheidung haben
         könne, wenn von vornherein feststehe, dass sie ihm gegenüber nur bestätigt werden könne. Evropaïki Dynamiki habe daher nach
         Zurückweisung ihres achten Klagegrundes kein berechtigtes Interesse mehr daran gehabt, andere Klagegründe für die Nichtigerklärung
         der Entscheidungen über die Ablehnung ihres Angebots und der Vergabe des Auftrags an andere Bieter heranzuziehen. Außerdem
         sei ein Nichtigkeitsgrund mangels Rechtsschutzinteresses unzulässig, wenn, die Begründetheit dieses Grundes unterstellt, die
         Nichtigerklärung des angefochtenen Rechtsakts aufgrund dieses Klagegrundes dem Kläger keine Genugtuung verschaffen könne.
         
      
      31      Folglich hat das Gericht das Rechtsmittel als teilweise offensichtlich unzulässig und teilweise offensichtlich unbegründet
         zurückgewiesen.
      
       Verfahren vor dem Gerichtshof und Anträge der Beteiligten 
      32      Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die im Namen des Konsortiums E2Bank handelnde Evropaïki Dynamiki, 
      
      –        den angefochtenen Beschluss aufzuheben;
      –        die Handlungen, mit denen die EZB das Konsortium E2Bank von dem Verfahren ausgeschlossen und den Auftrag an einen anderen
         Bieter vergeben hat, für nichtig zu erklären und 
      
      –        der EZB die Kosten einschließlich derjenigen des erstinstanzlichen Verfahrens aufzuerlegen.
      33      Die EZB beantragt, 
      
      –        das Rechtsmittel zurückzuweisen und 
      –        der Rechtsmittelführerin die Kosten aufzuerlegen.
       Zur Zulässigkeit des Rechtsmittels 
      34      Die EZB hält das Rechtsmittel für unzulässig, da es im Namen des Konsortiums E2Bank ohne entsprechende Vollmacht eingelegt
         worden sei. Evropaïki Dynamiki habe die Nichtigkeitsklage vor dem Gericht im Namen des Konsortiums erhoben und der Klageschrift
         eine Vollmacht beigefügt, die von einem Vertreter der dem Konsortium angehörenden Engineering Ingegneria Informatica SpA unterzeichnet
         worden sei; der Umfang dieser Vollmacht sei aber auf das Verfahren vor dem Gericht beschränkt gewesen, und sie ermächtige
         den Vollmachtnehmer nicht, ein Rechtsmittel beim Gerichtshof einzulegen. 
      
      35      Evropaïki Dynamiki macht geltend, die Vollmacht beschränke sich gemäß ihrem letzten Absatz nicht auf das Verfahren vor dem
         Gericht, sondern schließe die Ausschöpfung sämtlicher möglicher Rechtsbehelfe ein. 
      
      36      Hierzu ist festzustellen, dass Evropaïki Dynamiki dem ersten Absatz der Vollmacht zufolge zwar im Namen des Konsortiums E2Bank
         alle erforderlichen rechtlichen Schritte vor dem Gericht unternehmen darf. 
      
      37      Im zweiten Absatz der Vollmacht heißt es indessen, dass die Vollmacht so lange wirksam bleibt, wie es erforderlich ist, um
         alle rechtlichen Schritte abzuschließen, die in den anwendbaren Rechtsvorschriften vorgesehen sind. 
      
      38      Daher ist die fragliche Vollmacht so zu verstehen, dass sie auch das vorliegende beim Gerichtshof eingelegte Rechtsmittel
         erfasst.
      
      39      Das Rechtsmittel ist daher zulässig.
      
       Zur Begründetheit
      40      Zur Begründung ihres Rechtsmittels trägt Evropaïki Dynamiki vier Gründe vor. 
      
       Zum ersten Rechtsmittelgrund: Verstoß gegen Art. 114 der Verfahrensordnung des Gerichts 
      41      Mit diesem Rechtsmittelgrund macht Evropaïki Dynamiki geltend, das Gericht habe gegen Art. 114 seiner Verfahrensordnung verstoßen,
         als es die von der EZB geltend gemachte Einrede der Unzulässigkeit als zulässig angesehen habe, obwohl sie nicht mit besonderem
         Schriftsatz erhoben worden sei.
      
      42      Die EZB sieht diesen Rechtsmittelgrund als unbegründet an, da Art. 114 der Verfahrensordnung des Gerichts die Erhebung einer
         Einrede der Unzulässigkeit mit besonderem Schriftsatz nur dann vorschreibe, wenn beim Gericht eine von der Entscheidung über
         die Begründetheit getrennte Entscheidung über die Zulässigkeit beantragt werde.
      
      43      Hierzu ist zunächst festzustellen, dass Art. 114 der Verfahrensordnung des Gerichts nicht verlangt, dass jede Einrede der
         Unzulässigkeit mit besonderem Schriftsatz zu erheben ist. 
      
      44      Vielmehr ist die Erhebung dieser Einrede mit besonderem Schriftsatz nur dann erforderlich, wenn die Partei, die die Einrede
         erhebt, beim Gericht beantragen will, dass über die Zulässigkeit des Rechtsmittels vorab entschieden werde. 
      
      45      Eine Einrede der Unzulässigkeit kann daher im zweiten Schriftsatzwechsel erhoben und vom Gericht im Rahmen der Entscheidung
         über das Rechtsmittel geprüft werden. 
      
      46      Folglich ist der erste Rechtsmittelgrund zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten Rechtsmittelgrund: Verkennung der Regeln über das Rechtsschutzinteresse 
      47      Mit diesem Rechtsmittelgrund macht Evropaïki Dynamiki geltend, das Gericht hätte die Klagegründe 1 bis 7 ungeachtet der Zurückweisung
         des achten Klagegrundes prüfen müssen und das Rechtsschutzinteresse nicht für weggefallen erachten dürfen. Der Begriff des
         Rechtsschutzinteresses sei, wie aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs sowie den Bestimmungen der Richtlinie 89/665/EWG des
         Rates vom 21. Dezember 1989 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Anwendung der Nachprüfungsverfahren
         im Rahmen der Vergabe öffentlicher Liefer- und Bauaufträge (ABl. L 395, S. 33) hervorgehe, weit auszulegen. 
      
      48      Die EZB meint, dass das Fehlen von Rechtsschutzinteresse festgestellt werden müsse, wenn die Nichtigerklärung der angefochtenen
         Entscheidung dem Kläger keine Genugtuung verschaffen könne. Nachdem das Gericht den achten Klagegrund zurückgewiesen habe,
         habe es zu Recht die ersten sieben von Evropaïki Dynamiki vorgebrachten Klagegründe zurückgewiesen, da, auch wenn sie begründet
         gewesen seien, der Auftrag nicht an das Konsortium E2Bank hätte vergeben werden können, denn dieses habe nicht die erforderliche
         Erlaubnis besessen und hätte sie in keinem Fall erhalten können. 
      
      49      Hierzu ist festzustellen, dass das Gericht unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs zu Recht festgestellt
         hat, dass zum einen ein Kläger kein berechtigtes Interesse an der Aufhebung einer Entscheidung haben könne, bei der von vornherein
         feststehe, dass sie ihm gegenüber nur erneut bestätigt werden könne (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 20. Mai 1987, Souna/Kommission,
         432/85, Slg. 1987, 2229, Randnr. 20), und zum anderen ein Nichtigkeitsgrund wegen fehlenden Rechtsschutzinteresses unzulässig
         sei, wenn, selbst wenn er begründet wäre, die Nichtigerklärung der angefochtenen Rechtshandlung aufgrund dieses Klagegrundes
         nicht geeignet wäre, dem Kläger Genugtuung zu verschaffen (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 15. März 1973,
         Marcato/Kommission, 37/72, Slg. 1973, 361, Randnrn. 2 bis 8). 
      
      50      Daher ist nicht zu beanstanden, dass das Gericht, nachdem es den achten Klagegrund von Evropaïki Dynamiki zurückgewiesen hat,
         befunden hat, dass über die sieben anderen Klagegründe des Unternehmens nicht mehr zu entscheiden sei, die es diesem nicht
         ermöglicht hätten, mit seiner Klage zu obsiegen. 
      
      51      Zum Vorbringen von Evropaïki Dynamiki, sie habe auf jeden Fall ein Rechtsschutzinteresse hinsichtlich der ersten sieben Klagegründe
         behalten, da sie die Möglichkeit gehabt habe, die erforderliche Erlaubnis über eine in Deutschland ansässige Zweigniederlassung
         zu erhalten, ist festzustellen, dass Evropaïki Dynamiki eine solche Möglichkeit vor dem Gericht nicht geltend gemacht hat.
         Könnte sie erstmals ein Argument vorbringen, das sie vor dem Gericht nicht vorgebracht hat, so könnte sie den Gerichtshof,
         dessen Befugnisse im Rechtsmittelverfahren beschränkt sind, letztlich mit einem weiter reichenden Rechtsstreit befassen, als
         ihn das Gericht zu entscheiden hatte. Im Rahmen eines Rechtsmittels sind die Befugnisse des Gerichtshofs jedoch auf die Beurteilung
         der rechtlichen Entscheidung über das im ersten Rechtszug erörterte Vorbringen beschränkt (vgl. Urteil vom 21. September 2010,
         Schweden u. a./API und Kommission, C-514/07 P, C-528/07 P und C-532/07 P, Slg. 2010, I-0000, Randnr. 126 und die dort angeführte
         Rechtsprechung). Dieses Vorbringen ist daher unzulässig. 
      
      52      Der zweite Rechtsmittelgrund ist folglich zurückzuweisen. 
      
       Zum dritten Rechtsmittelgrund: Unverbindlichkeit der erforderlichen Erlaubnis 
      53      Mit diesem Rechtsmittelgrund macht Evropaïki Dynamiki geltend, das Gericht habe zu Unrecht befunden, dass die erforderliche
         Erlaubnis für die Bieter verbindlich gewesen sei. Das deutsche Recht habe vorliegend nicht verlangt, dass eine solche Erlaubnis
         eingeholt werde, und sie habe mit der EZB andere Verträge geschlossen, ohne Inhaber der Erlaubnis zu sein. Der Umstand, dass
         die EZB die Erlaubnis verlangt habe, stehe auch im Widerspruch zum Unionsrecht im Bereich des öffentlichen Auftragswesens
         sowie zu Art. 49 EG. 
      
      54      Die EZB macht geltend, nicht sie habe für die Bieter die Verpflichtung eingeführt, die erforderliche Erlaubnis einzuholen,
         sondern der Besitz der Erlaubnis stelle ein zwingendes Erfordernis dar, das sich aus dem deutschen Recht ergebe.
      
      55      Hierzu ist festzustellen, dass in der Rechtsmittelschrift die beanstandeten Teile der Entscheidung des Gerichts, deren Aufhebung
         begehrt wird, sowie das rechtliche Vorbringen, auf das dieser Antrag gestützt wird, genau bezeichnet werden müssen (vgl. u. a.
         Urteil vom 23. April 2009, AEPI/Kommission, C-425/07 P, Slg. 2009, I-3205, Randnr. 25 und die dort angeführte Rechtsprechung).
         Ein Rechtsmittelgrund, der lediglich die bereits vor dem Gericht geltend gemachten Argumente wiederholt und nicht einmal Ausführungen
         enthält, die speziell darauf gerichtet sind, den Rechtsfehler herauszuarbeiten, mit dem die angefochtene Entscheidung behaftet
         sein soll, genügt diesem Erfordernis nicht. Ein solcher Grund stellt nämlich in Wirklichkeit nur einen Antrag auf erneute
         Prüfung eines vor dem Gericht vorgetragenen Klagegrundes dar, was nicht in die Zuständigkeit des Gerichtshofs fällt (vgl.
         u. a. Urteil vom 12. September 2006, Reynolds Tobacco u. a./Kommission, C-131/03 P, Slg. 2006, I-7795, Randnr. 50 und die
         dort angeführte Rechtsprechung).
      
      56      Vorliegend ist darauf hinzuweisen, dass das Gericht, wie aus den Randnrn. 52 bis 94 des angefochtenen Beschlusses und 12 bis
         27 des vorliegenden Urteils hervorgeht, die vermeintliche Rechtswidrigkeit des Erfordernisses, dass die Bieter im Besitz der
         erforderlichen Erlaubnis sein müssen, eingehend geprüft hat. 
      
      57      Es ist jedoch festzustellen, dass die Rügen, die Evropaïki Dynamiki im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelgrundes vorgetragen
         hat, nicht speziell gegen die Erwägungen des Gerichts in dem angefochtenen Beschluss zur Zurückweisung des vor ihm vorgetragenen
         achten Klagegrundes gerichtet sind. Mit diesem Rechtsmittelgrund, mit dem, wie auch der Generalanwalt in Nr. 57 seiner Schlussanträge
         ausführt, im Wesentlichen der achte Klagegrund vor dem Gericht übernommen wird, wiederholt Evropaïki Dynamiki weitgehend die
         Rügen, die sie vor dem Gericht gegenüber dem sich aus den Unterlagen des streitigen Auftrags ergebenden Beschluss der EZB
         geltend gemacht hat, den Bietern vorliegend die Verpflichtung aufzuerlegen, die erforderliche Erlaubnis einzuholen. 
      
      58      Der dritte Rechtsmittelgrund ist daher als unzulässig zurückzuweisen.
      
       Zum vierten Rechtsmittelgrund: Verkennung der Begründungspflicht
      59      Mit diesem Rechtsmittelgrund trägt Evropaïki Dynamiki vor, das Gericht habe die einschlägigen Bestimmungen nicht angewandt,
         aufgrund deren es die angefochtene Entscheidung hätte für nichtig erklären müssen, und die EZB habe jedenfalls weder Rechtfertigungsgründe
         noch hinreichende Informationen für diese Entscheidung vorgelegt. Indem Evropaïki Dynamiki in der Überschrift dieses Rechtsmittelgrundes
         die Art. 253 EG, 12 Abs. 1 der Richtlinie 92/50/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 über die Koordinierung der Verfahren zur Vergabe
         öffentlicher Dienstleistungsaufträge (ABl. L 209, S. 1), 100 Abs. 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1605/2002 des Rates vom
         25. Juni 2002 über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften (ABl. L 248, S. 1) und
         149 Abs. 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2342/2002 der Kommission vom 23. Dezember 2002 mit Durchführungsbestimmungen zur
         Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1065/2002 des Rates über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften
         (ABl. L 357, S. 1) anführt, beruft sie sich anscheinend auch auf die Verkennung dieser Vorschriften des Unionsrechts durch
         den angefochtenen Beschluss. 
      
      60      Die EZB trägt vor, dass dieser Rechtsmittelgrund unzulässig, hilfsweise, dass er unbegründet sei. 
      
      61      Was erstens die von Evropaïki Dynamiki im Rahmen dieses Rechtsmittelgrundes angeführten Bestimmungen des Unionsrechts betrifft,
         ist festzustellen, dass Evropaïki Dynamiki sie lediglich erwähnt, ohne ihre Anwendbarkeit im vorliegenden Fall darzutun und
         ohne festzustellen, inwiefern der angefochtene Beschluss diese Bestimmungen verletzen soll. Aus der Rechtsprechung geht jedoch
         hervor, dass die bloß abstrakte Aufführung eines Grundes in einer Rechtsmittelschrift, die nicht durch genauere Angaben untermauert
         wird, nicht der Verpflichtung zur Begründung dieses Rechtsmittels entspricht (vgl. in diesem Sinne Beschlüsse vom 29. November
         2007, Weber/Kommission, C-107/07 P, Randnrn. 24 und 25, sowie vom 10. Februar 2009, Correia de Matos/Kommission, C-290/08 P,
         Randnrn. 18 und 19).
      
      62      Was zweitens die übrigen Argumente von Evropaïki Dynamiki betrifft, mit denen sie rügt, dass das Gericht zu ihrem Vorbringen,
         dass die bloße Vorlage von Anmerkungen zur Bewertung der Angebote nicht ausgereicht habe, um die Entscheidung der EZB zu rechtfertigen,
         den Auftrag an die erfolgreichen Bieter zu vergeben, keine Stellung genommen habe, ist festzustellen, dass das Gericht seine
         Würdigung auf den Klagegrund der Rechtswidrigkeit des Erfordernisses, dass die Bieter Inhaber der erforderlichen Erlaubnis
         sein müssten, beschränkt hat. Nachdem das Gericht diesen Klagegrund zurückgewiesen hat, hat es, wie aus Randnr. 50 des vorliegenden
         Urteils hervorgeht, zu Recht die sieben anderen Klagegründe, insbesondere den fünften und den sechsten Klagegrund, mit denen
         zum einen der Verstoß gegen das Transparenzgebot und die ordnungsgemäße Verwaltung sowie die Begründungspflicht und zum anderen
         Beurteilungsfehler bei der Bewertung des Angebots der Rechtsmittelführerin geltend gemacht wurden, als offensichtlich unzulässig
         zurückgewiesen, ohne die Argumente der Rechtsmittelführerin in der Sache zu prüfen. 
      
      63      Folglich ist der vierte Rechtsmittelgrund insgesamt zurückzuweisen. 
      
      64      Da keinem der von Evropaïki Dynamiki vorgetragenen Rechtsmittelgründe gefolgt worden ist, ist das Rechtsmittel zurückzuweisen.
         
      
       Kosten
      65      Nach Art. 69 § 2 der Verfahrensordnung, der gemäß Art. 118 der Verfahrensordnung auf das Rechtsmittelverfahren entsprechende
         Anwendung findet, ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da Evropaïki Dynamiki mit
         ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind ihr gemäß dem Antrag der EZB die Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Dritte Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.
      2.      Die Evropaïki Dynamiki – Proigmena Systimata Tilepikoinonion Pliroforikis kai Tilematikis AE trägt die Kosten.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Englisch.