CELEX: 51992PC0021
Language: de
Date: 1992-02-05
Title: Überprüfter Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES über ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich Humankapital und Mobiltät ( 1991-1994 )

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEME3INSCHAFTEN
                                            K0M(92) 21 endg. - SYN 270
                                            Brüssel, den 5. Februar 1992
                     Überprüfter Vorschlag für elne
                         ENTSCHEIDUNG OES RATES
            über ein spezlfisches Programm für Forschung und
                  technologische Entwlcklung im Berelch
                        Humankapital und Mobiltät
                               (1991-1994)
       (gemäß Artikel 149, Absatz 2, Buchstabe d) des EWG-Vertrags
                      von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                             Bearünduna
Die Kommission hat dem Rat am 28. Mai 1990 den "Vorschlag für eine
Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für For-
schung und technologische Entwicklung im Bereich Humankapital und
Mobilität (1991 - 1994)" vorgelegt.
Nachdem das Europäische Parlament am 15. Mai 1991 in erster Lesung
seine Meinung abgegeben hatte, legte die Kommission einen geänder-
ten Vorschlag vor, der die von ihr übernommenen Änderungsanträge
umfaßte sowie die Gesamtheit der Einzelheiten aus dem inter-insti-
tutionellen Kompromiß vom 17. April 1991. Dieser Vorschlag wurde
dem Rat am 24. Juni 1991 übermittelt.
Auf der Grundlage dieses geänderten Vorschlags hat der Rat am 28.
November 1991 seinen Gemeinsamen Standpunkt festgelegt.
Während der Plenarsitzung im Januar 1992 hat das Parlament einen
einzigen Änderungsantrag zu diesem Gemeinsamen Standpunkt verab-
schiedet, der Anhang II, die vorläufige Aufschlüsselung der Ausga-
ben, für die Tätigkeit "Netze" verändert.
Da innerhalb des Programms die Priorität den Forschern selbst ge-
geben werden muß, hat die Kommission diesen Änderungsantrag, der
den den Forschern in den Netzen zugeordneten Anteil der Ausgaben
erhöht, angenommen.
Die Kommission stellt fest, daß das Europäische Parlament die vor-
läufige Aufschlüsselung der Ausgaben zwischen den verschiedenen
Bereichen, so wie sie der Gemeinsame Standpunkt vorsieht, angenom-
men hat.
Um dem Standpunkt des Europäischen Parlaments Rechnung zu tragen,
legt die Kommission, auf Grundlage von Artikel 149 Absatz 2 Buch-
stabe d) des EWG-Vertrags, dem Rat einen überprüften Vorschlag
vor, der den einzigen Änderungsantrag des Europäischen Parlaments
in den Gemeinsamen Standpunkt einschließt.
                                                            -   A-
 ---pagebreak---                                Überprüfter Vorschlag für elne
                                       ENTSCHEIDUNG DESRATES
                    über eln spezlflsches Programm für Forschung und
                            technoioglsche Entwlcklung Im Berelch
                                    Humankapltal undMobiltät
                                                  (1991-1994)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
insbesondere auf Artikel 130 q Absatz 2,
auf Vorschlag der Kommission
                                                                  (2)
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament
                                                                            (3)
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses
 (1) A D 1 . N r . C 188 vom 1 9 . 7 . 1 9 9 1 .     S.  11.
 (2) A B 1 . N r . C 158 vom 1 7 . 6 . 1 9 9 1 .     S. 67 und Hcschluß vom  ... (riocli nicht   nn
     Amtsblatt      vcröffent1icht).
 (3) A B 1 . N r . C 3 3 2 vom 3 1 . 1 2 . 1 9 9 0 . S. 45.
                                                                                    - lKri/>   -
 ---pagebreak--- in Erwâgung nachstehender Griinde:
Mit dem BeschluB 90/221/Euratom. EWG      hat der Rat ein drittes gemeinschaft-
liches Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
(1990-1994) angenommen, das unter anderem MaBnahmen zur Nutzung der geistigen
Ressourcen (Humankapital und Mobilitat) vorsieht. Die vorliegende Entscheidung
muB entsprechend der Begriindung in der Pràambel des genannten Beschlusses
ergehen.
GemaB Artikel 130 k des Vertrags erfolgt die Durchfiihrung des Rahmenprogramms im
Wege spezifischer Programme, die innerhalb einer jeden Aktion durchgefiihrt
werden.
GemaB Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/Euratom,EWG enthàlt der fiir
das gesamte Rahmenprogramm als notwendig erachtete Betrag eine Summe von
57 Millionen ECU fiir die zentralisierte Verbreitung und Verwertung der Ergeb-
nisse, die proportional zu dem fiir jedes spezifische Programm vorgesehenen
Betrag aufzuteilen ist.
Im Rahmen dieses Programms sollte eine Bewertung der wirtschaftlichen und sozi-
alen Auswirkungen sowie der moglichen technologischen Risiken vorgenommen
werden.
Der BeschluB 90/221/Euratom,EWG sieht als besonderes Ziel der gemeinschaft1ichen
Forschung die Starkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der
europaischen Industrie sowie deren Unterstiitzung vor. utri sie auf internationaler
Ebene wettbewerbsfahiger zu machen. Danach ist eine Gemeinschaftsaktion dann
gerechtfertigt. wenn die Forschung unter Beachtung des Strebens nach
wissenschaftlicher und technischer Qualitat unter anderem zur Starkung des
wirtschaft1ichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur Forderung
ihrer harmonischen Entwicklung in allen Bereichen beitràgl. Dieses Programm soll
zur Erreichung dieser Ziele beitragen.
(1) ABl. Nr. L 117 vom 8.5.1990. S. 28.
                .                                                            _~2 z
 ---pagebreak--- Die Ausbildung junger europäischer Wissenschaftler stellt. zusammen mit der
Mobilität des Forschungspersonals und der Schaffung eines Netzes für wissen-
schaf tliche und technologische Zusammenarbeit, eine der Prioritäten des dritten
Rahmenprogramms dar.
Jede Maßnahme, die auf die Nutzung der geistigen Ressourcen der Gemeinschaft
geri'chtet ist, muß in erster Linie den Wissenschaftlern und Forschern selbst
zugute kommen.
Ziel dieses Programms soll auch sein, einen Beitrag zu eineni "Europa der
Forscher" zu leisten, indem die Fortbildung der Forscher auf europäischer Ebene,
d.h. in einem anderen Mitgliedstaat als ihrem Herkunftsland, erfolgt.
Eine geeignete Anwendung des Subsidiaritätsprinzips in diesem Bereich schließt
ein, daß die Ausbildung, die junge Forscher in ihrem Herkunftsland genossen
haben, erweitert wird, indem ihnen ermöglicht wird, durch Stipendien der Gemein-
schaft eine Forschungsaktivität in einem Team oder Laboratorium von anerkannter
Qualität in einem anderen Mitgliedstaat durchzuführen.
Um die Aufnahmemöglichkeit zu vergrößern und zu verbessern, wäre es nützlich.
auch Netze von Teams oder Laboratorien von anerkannter Qualität sowie den Zugang
zu Großeinrichtungen in Betracht zu ziehen.
Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) mit ihren Laboratorien und Einrichtungen
 läßt sich wirkungsvoll in diese Strukturen einbeziehen, die in der Ausbildung
 jlmger Forscher und der Einrichtung von Netzen eine wichtige Rolle spielen
können; ferner soll sie über ihr eigenes Programm zur Durchführung der Tätig-
keiten des vorliegenden Programms beitragen.
 Es erscheint zweckmäßig. dezentralisierte Methoden bei der Auswahl der Kandi-
 daten anzuwenden und dabei Teams oder Laboratorien von anerkannter Qualität eng
 an der Durchführung dieser Aktion zu beteiligen.
                                                                             3 -
 ---pagebreak--- Die Bildung der Netzinfrastruktur ist insofern von großer ßedeutung für die
Verwirklichung der Ziele der Gemeinschaftspolitik auf dem Gebiet der Forschung
und technologischen Entwicklung (F&TE), als sie die strukturbiIdenden Auswir-
kungen der thematischen Programme verstärkt und ergänzt..
Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) ist angehört
worden -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                     Artikel 1
Ein spezifisches Programm der Gemeinschaft für Forschung und technologische
Entwicklung im Bereich Humankapital und Mobilität, wird in der in Anhang I fest
                                              (x)
gelegten Form fur den Zeitraum vom                bis zum 31. Dezember 1994
beschlossen.
                                     Artikel 2
(1)   Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel
betragen 488,07 Millionen ECU einschließlich der Personal- und Verwaltungs-
ausgaben in Höhe von 15 Millionen ECU.
(2)   Eine vorläufige Aufschlüsselung dieser Mittel ist in Anhang II festgelegt
(3)   Faßt der Rat einen Beschluß nach Artikel 1 Absatz 4 des Beschlus-
ses 90/22t/Euratom,EWG, so wird die vorliegende Entscheidung entsprechend ange
paßt.
(x) Zcitputikt der Gcnehmißung durch den Rat
                                                                            - 4 -
 ---pagebreak---                                     Artikel 3
Die Einzelheiten dei Durchführung des Programms sowie die Höhe der finanziellen
Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang III festgelegt.
                                    Artikel 4
(1)  Die Kommission überprüft das Programm im zweiten Jahr der Durchführung und
legt dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über die Ergebnisse
dieser Prüfung vor, dem erforderlichenfalls Änderungsvorschläge beigefügt
werden.
(2)  Nach Abschluß des Programms läßt die Kommission die Ergebnisse durch eine
Gruppe von unabhängigen Sachverständigen bewerten. Der Bericht dieser Gruppe
wird zusammen mit den Bemerkungen der Kommission dem Europäischen Parlament und
dem Rat vorgelegt.
(3)  Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Berichte werden unter Berücksichti-
gung der in Anhang I der vorliegenden Entscheidung festgelegten Ziele gemäß
Artikel 2 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom,EWG erstellt.
                                     Artikel 5
 (1)  Für die Durchführung des Programms ist die Kommission zuständig.
 (2) Die von der Kommission geschlossenen Verträge regeln die Rechte und Pflich-
ten aller Parteien. einschließlich der Einzelheiten der Verbreitung, des
Schutzes und der Nutzung der Forschungsergebnisse gemäß den nach Artikel 130 k
Absatz 2 des Vertrags erlassenen Vorschriften.
 ---pagebreak--- (3)   Es wird ein Arbeitsprogramm gemäß den Zielen in Anhang I festgelegt und
gegebenenfalls aktualisiert. Darin werden die genauen Ziele. die Art der durch-
zuführenden Vorhaben sowie die entsprechenden finanziellen Bestimmungen fest-
gelegt. Anhand der Arbeitsprogramme erstellt die Kommission die Aufforderung zur
Einreichung von Projektvorschlägen.
                                     Artikel 6
Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der
Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vor
sitz führt.
Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu
treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahrne zu diesem Entwurf
innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dring-
lichkeit der betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahrne wird mit der
Mehrheit abgegeben. die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrags für die Annahme der
vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei
der Abstimmung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten
gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung
nicht teil.
Die Kommission erläßt die beabsichtigten Maßnahmen, wenn sie mit der Stellung-
nahrne des Ausschusses übereinstimmen.
Stimmen die beabsichtigten Maßnahmen mit der Stellungnahrne des Ausschusses nicht
überein oder liegt keine Stellungnahrne vor, so unterbreitet die Kommission dem
Rat unverzüglich einen Vorschlag für die zu treffenden Maßnahmen. Der Rat
beschließt mit qualifizierter Mehrheit.
                                                                              6 -
 ---pagebreak--- Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten von der Befassung des Rates
an keinen Beschluß gefaßt, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der
Kommission erlassen.
                                    Artikel 7
(1)  Das Verfahren des Artikels 6 gilt für
- die Erstellung und die Aktualisierung des in Artikel 5 Absatz 3 genannten
  Arbeitsprogramms;
- den Inhalt der Ausschreibungen;
- die Bewertung der vorgeschlagenen Tätigkeiten nach Anhang III sowie des veran-
  schlagten Betrags für die Beteiligung der Gemeinschaft an diesen Vorhaben,
  wenn dieser Betrag 0,1 Million ECU übersteigt;
- Abweichungen von den in Anhang III enthaltenen allgemeinen Vorschriften;
- die Beteiligung der in Artikel 8 bezeichneten Organisationen und Unternehmen
  mit Sitz außerhalb der Gemeinschaft an einer Aktion;
- Anpassungen der in Anhang II vorgesehenen vorläufigen Aufschlüsselung der
  Mittel;
- die für die Bewertung des Programms zu treffenden Maßnahmen;
                                                                            7 -
 ---pagebreak--- - Einzelheiten der Verbreitung, des Schutzes und der Nutzung der im Rahmen des
  Programms erzielten Forschungsergebnisse;
- Einzelheiten der dezentralen Programmabwicklung gemäß Anhang III.
(2)  Beläuft sich der Gemeinschaftsbeitrag gemäß Absatz 1 dritter Gedankenstrich
dieses Artikels für den Bereich 1 des Programms (Ausbildung) auf höch-
stens 0,1 Million ECU, so unterrichtet die Kommission den Ausschuß über Aus-
wahlverfahren für Einrichtungen und Forscher. Die Kommission gibt dem Ausschuß
alle notwendigen Informationen.
Beläuft sich der Gemeinschaftsbeitrag gemäß Absatz 1 dritter Gedankenstrich
dieses Artikels für andere Bereiche des Programms auf hochstens 0,1 Million ECU,
so unterrichtet die Kommission den Ausschuß über die Vorhaben sowie über das
Ergebnis ihrer Bewertung.
Die Kommission unterrichtet den Ausschuß ferner über die Durchführung der flan-
kierenden Maßnahmen gemäß Anhang III.
                                    Artikel 8
(1)  Die Kommission wird ermächtigt, gemäß Artikel 130 n des Vertrages inter-
nationale Abkommen mit Drittländern, die COST angehören, insbesondere mit den
Mitgliedstaaten der EFTA und den Ländern Mittel- und Osteuropas, mit dem Ziel
auszuhandeln, sie an dem gesamten Programm oder einem Teil des Programms zu
beteiligen.
 ---pagebreak--- (2)  Nach dem Verfahren des Artikels 6 sowie nach dem Kriterium des beider-
seitigen Nutzens kann Einrichtungen und Unternehmen mit Sitz in europäischen
Drittländern gestattet werden, an einer Aktion im Rahmen dieses Programms teil-
zunehmen.
Einem Vertragspartner mit Sitz außerhalb der Gemeinschaft. der an einer Aktion
im Rahmen dieses Programms teilnimmt, darf keine Gemeinschaftsfinanzierung für
das Programm gewährt werden. Dieser Vertragspartner beteiligt sich an den allge
meinen Verwaltungskosten.
                                    Artikel 9
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
Geschehen zu            am
                                                   Im Namen des Rates
                                                     Der Präsident
 ---pagebreak---                                                                  ANHANG I
                  ZIELE UND WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHER INHALT
Die Leitlinien des dritten Rahmenprogramms, seine wissenschaftlich-technische
Zielsetzung und seine Grundsätze sind integrierender Bestandteil des vorliegen-
den spezifischen Programms.
Anhang II Nummer 6 des Rahmenprogramms ist integrierender Bestandteil des vor-
liegenden spezifischen Programms.
I. ZIELE
   Das Hauptziel dieses Programms besteht darin, dazu beizutragen, Quantität und
   Qualität des Humankapitals für Forschung und technologische Entwicklung, das
   die Mitgliedstaaten in den kommenden Jahren benötigen, zu verbessern und
   damit die Errichtung einer echten Europäischen Gemeinschaft der Wissenschaft
   und Technik zu unterstützen.
   Diese Aktion sollte einen Zusatznutzen für die Gemeinschaft schaffen, der
   allen Mitgliedstaaten zugute kommt.
   Die Aktion sollte außerdem übergreifend nach einem "bottom-up"-Konzept ange-
    legt werden, bei dem zwei Faktoren im Mittelpunkt stehen: Ausbildung und
   Mobilität des Forschungspersonals zum einen und Entwicklung von Netzen zum
   anderen.
                                                                           - 10-
ANIIANG I
 ---pagebreak---    Zur Verwirklichung der Ziele dieses Programms werden die Erfahrungen berück-
   sichtigt, die im Rahmen der laufenden Programme SCIENCE und SPES sowie der
   Programme für GroGeinrichtungen gewonnen wurden. Mit den als Folgemaßnahmen
   dieser Programme durchgeführten Tätigkeiten werden diese Erfahrungen unter
   Berücksichtigung der Zielsetzung dieses Programms erweitert und ausgebaut.
   Die Folgemaßnahmen der SPES-Aktion werden auf Geistes- und Sozialwissen-
   schaften ausgedehnt.
   Diese Tätigkeiten werden daher teilweise dahingehend angepaßt, daß sie bei
   der Ausbildung und Spezialisierung von jungen europäischen Wissenschaftlern
   aus Laboratorien von Hochschulen und öffentlichen oder privaten Forschungs-
   instituten größere Bedeutung erhalten.
   Das vorliegende spezifische Programm«wird durch folgende Tätigkeiten aus-
   geführt:
   - Schaffung eines gemeinschaftlichen Systems von Ausbildungsstipendien für
     die Forschung
   - Schaffung und Ausbau von Forschungsnetzen für wissenschaftiiche und tech-
     nische Zusammenarbeit
   - Förderung des Zugangs von Forschern zu den wissenschaftlichen und tech-
     nischen GroGeinrichtungen
   - Einführung eines gemeinschaftlichen Systems von "F&E-Eurokonferenzen".
ANHANG I                                                                  _11-
 ---pagebreak---           Die verschiedenen Aktivitäten werden zur Erhöhung der Mobilität der
     Wissenschaftler der Gemeinschaft, insbesondere der jungen promovierten
     Forscher, durchgeführt. Es kommen Wissenschaftler in Frage. die entweder
     mindestens eine sechsjährige Hochschulausbildung absolviert haben und einen
     gültigen Abschluß (Doktortitel oder Äquivalent) erworben haben oder eine
     zweijährige Forschungstätigkeit nach einem Hochschulabschluß nachweisen
     können.
          Die im Rahmen dieses Programms durchgeführten Gemeinsehaftsaktionen
     können auch jungen promovierenden Forschern zugute kommen. insbesondere in
     Fachbereichen. in denen es an promovierten Forschern mangelt.
          Ferner können im Rahmen dieses Programms anerkannte Forscher gefördert
     werden, die eine Spezialausbildung in einem für sie fremden Fachbereich
     benötigen, sei es aufgrund des Fortbildungsbedarfs im Zuge der raschen
     Entwicklung in Wissenschaft und Technologie, sei es, um ihre wissenschaft-
     lichen Kenntnisse in neuen Bereichen einzusetzen, in denen ihre Mitarbeit
     benötigt wird.
          Die Bildung eines Forschungsnetzes im Rahmen dieses Programms ist
     insofern von grundlegender Bedeutung für die Verwirklichung der Ziele der
     Gemeinschaftspolitik auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Ent-
     wicklung, als sie die strukturbildenden Auswirkungen der thematischen Pro-
     gramme verstärkt und ergänzt.
ANHANG I                                                                 „12. _
 ---pagebreak---            Die Gesamtheit dieser Netze muß sich über alle Regionen der Gemein-
     schaftsländer erstrecken, wobei insbesondere dem speziellen Bedarf der
     Randgebiete und der derzeit benachteiligten Gebiete Rechnung getragen wird.
     Auf diese Weise wird in diesen Regionen die Herausbildung eines hochquali-
     fizierten wissenschaftlich-technischen Potentials begünstigt. Zu diesem
     Zweck wird in diesen Regionen die Bildung neuer Forschungsteams vornehmlich
     junger, im Ausland ausgebildeter Wissenschaftler gefördert.
           Mit diesem Programm wird ferner die Möglichkeit verbessert, daß For-
     scher der Gemeinschaft Zugang zu bedeutenderen wissenschaftlichen und/oder
     technischen GroGeinrichtungen in der Gemeinschaft erhalten. Diese Tätigkeit
     ist insbesondere darauf gerichtet. das Fortbildungsangebot für europäische
     Forscher dadurch zu verbessern, daß sie die Gelegenheit erhalten, sich mit
     der Benutzung solcher Einrichtungen bei der Durchführung von Forschungs-
     projekten vertraut zu machen.
           Außerdem wird mit dem Programm die Entwicklung eines Systems von F&E-
     Eurokonferenzen gefördert, das insbesondere jungen Wissenschaftlern die
     Möglichkeit bieten soll, an besonders wichtigen Konferenzen auf hohem
     Niveau aktiv teilzunehmen; es handelt sich dabei um Forschungskongresse
     über noch unerforschte Gebiete der Wissenschaft und Technik, auf denen
     Fachleute ihre Arbeiten und Ideen zur Diskussion stellen.
           Die Tätigkeiten im Bereich HumankapitaL sollten die Ausbildungsmaß-
     nahmen. die im Rahmen der spezifischen Programme und sonstigen gemein-
     schaftlichen Ausbildungstätigkeiten. wie COMETT. EUROTECNET usw.. durchge-
      führt werden, schlüssig ergänzen.
ANHANG I
 ---pagebreak---  II. GEMEINSCHAFTSTATIGKEITEN
     1. Schaffung eines Gemeinschaftssystems von Forschungsausbildung
              Die F&TE-Teams, Laboratorien oder Zentren, die in bezug auf die
        Ausbildung oder Spezialisierung von Forschern von anerkannter Qualität
         sind, können einzeln oder (im Falle eines Netzes) gemeinsam junge
         Wissenschaftler gemäß den in Anhang III genannten Verfahren aufnehmen.
              Diese nach einem Mann oder einer Frau, der/die einen wichtigen
         Beitrag zur Entwicklung der europäischen Kultur geleistet hat, benannten
         Stipendien werden in der Regel für einen Zeitraum von 6 Monaten bis
         2 Jahren an Forscher vergeben. Zur Gewährleistung einer ausgewogenen
         geographischen Verteilung der menschlichen Ressourcen können die zwei-
         jährigen Stipendien in bestimmten Fällen um ein Jahr verlängert werden,
         um Forschern aus einer benachteiligten Region die Rückkehr in ihr
         Heimatland und dort die Vertiefung der erworbenen Kenntnisse zu ermög-
         lichen.
              Die Ausbildung der Forscher erfolgt durch ihre aktive Mitarbeit an
         fortgeschrittenen Forschungsvorhaben, die in den Teams oder Forschungs-
         laboratorien durchgeführt werden.
              Um dem "Brain-Drain" aus den benachteiligten Regionen der Gemein-
         schaft entgegenzuwirken und die Wirkung der Ausbildungsmaßnahme zu ver-
         stärken. kann auch einem anerkannten Forscher (unabhängig davon. ob er
         an einer Hochschule oder anderswo tätig ist) eine finanzielle Unter-
         stützung der Gemeinschaft gewährt werden, die ihm die Durchführung von
         F&E-Projekten (als "Gastforscher") in einem in diesen Regionen befind-
         lichen Zentrum ermöglicht. damit eine Reihe junger Wissenschaftler vor
         Ort ausgebildet werden kann.
ANHANG l
                                                                         --u,-
 ---pagebreak---               Die Stipendien für anerkannte Forscher werden für einen Zeitraum
        bis zu einem Jahr vergeben.
     2. Unterstützung der Bildung und des Ausbaus von Forschun_gsnet.ze_n_ fjir
        wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit
              Die Teilnehmer an Aktionen zur wissenschaftlichen und technischen
        Entwicklung bilden Netze von Forschungslaboratorien für gemeinsame For-
        schungs- und Entwicklungsarbeiten. Die an den einzelnen Netzen betei-
        ligten Mitgliedstaaten sollten möglichst zahlreich sein. Im allgemeinen
        sollten die Netze für wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit
        aus fünf Forschungslaboratorien bzw. -teams in mindestens drei Gemein-
        schaftsländern bestehen, die gemeinsam an mindestens einem F&E-Vorhaben
        arbeiten. Ein besonderes Anliegen sind Arbeitsgemeinschaften von aner-
        kannten Spitzenlaboratorien und vielversprechenden Laboratorien, die in
        den benachteiligten Regionen der Gemeinschaft liegen. Damit erhalten
        Forscher, die isoliert in fortgeschrittenen Bereichen arbeiten, die
        Möglichkeit, sich zusammenzutun.
              Partnerschaften und Netze von bis zu fünf Zentren, an denen
        Forschungsteams in verschiedenen Mitgliedstaaten beteiligt sind, können
        unterstützt werden, wenn sie sich an der Schaffung einer echten Euro-
        päischen Gemeinschaft der Wissenschaft und Technik beteiligen.
              Die Netze bestehen aus öffentlichen und/oder privaten Forschungs-
         laboratorien und/oder Forschungsteams in den Mitgliedstaaten, so daß
        wissenschaftliches und technisches Fachwissen zum Nutzen aller Betei-
         ligten zusammengeführt werden kann. Begünstigt werden hierdurch insbe-
        sondere interdisziplinäre Ansätze. Kombinationen verschiedener Techniken
        und bereichsübergreifende Anwendungen.
ANHANG I                                                                     ^45 -
 ---pagebreak---                Wenn die Neuartigkeit oder Komplexitat eines wissenschaftlichen
        Gebiets dies erfordert. wird auch die Bildung neuer Netze von For-
         schungsteams oder Laboratorien mit einander erganzender Kapazitat gefbr-
         dert.
               Stellt ein im Rahmen dieses Programms ausgebildeter Forscher ein
         neues Forschungsteam in einer benachteiligten Region der Gemeinschaft
         zusammen, so kann die gemeinschaftliche Beihilfe auch die Finanzierung
         der Ausriistung dieses Teams mit einschliefien, wenn es sich einem von der
         Gemeinschaft gemaB den Kriterien des Anhangs III unterstiitzten Netz fiir
         wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit anschlieBt.
     3. Ermbglichung des Zugangs zu wissenschaftlichen und technischen GroBein-
         richtungen
               Als "GroBeinrichtung" gilt eine Einrichtung, die hohe Erstinvesti-
         tion erfordert, oder ein Verbund von kleineren Einrichtungen mit einan-
         der erganzender Kapazitat.
               Die finanzielle Hilfe der Gemeinschaft fiir ausgewahlte Einrich-
         tungen wird gemaB dem Kriterium des Anhangs III gewahrt.
ANHANG I
                                                                            - ^  -
 ---pagebreak---     4. Eurokonferenzen
             Die Eurokonferenzen für Forschung und Entwicklung bieten
        hochrangigen Spczialisten die Möglichkeit. ihre Gedanken und ihre
        jüngsten wissenschaftlichen oder technischen Ergebnisse vorzutragen und
        zu erörtern, und Jungwissenschaftlern ein Forum für Diskussionen und
        Kontakte mit eminenten Sachverständigen während der Vorstellung ihrer   L
        Arbeit. Entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip erfolgt diese Initiative
        in Ergänzung zu einzelstaatlichen Anstrengungen. Ihr Ziel soll ferner    ^
        sein. den Zusammenhalt der Gemeinschaft dadurch zu stärken. daG Junge
        Wissenschaftler aus weniger entwickelten Regionen die wissenschaftlichen
        Spitzenerkenntnisse in einem bestimmten Wissenschafts- oder
        Technologiebereich kennenlernen und nutzen können.
III. WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE BEREICHE
           Das vorliegende Programm erstreckt sich aufgrund seines horizontalen
     Charakters auf sämtliche wissenschaftliche und technologische Bereiche. So
     kann es insbesondere strategische Projekte sowie Projekte betreffen, die
     sich auf Forschungsbereiche erstrecken, die in den fünf ersten Maßnahmen
     vorgesehen sind, wie sie in Artikel 1 des dritten Rahmenprogramms aufge-
      führt und in dessen Anhang II dargelegt sind.
           Dennoch dürfen die im Rahmen dieses Programms durchgeführten Ausbil-
     dungsmaßnahmen nicht unmittelbar nach Maßgabe der Ziele der anderen spezi-=
      fischen Programme festgelegt werden. Dies bedeutet. daß in den Bereichen.
     die von den anderen spezifischen Programmen abgedeckt werden. zwar Maßnah-,
     men im Rahmen des vorliegenden Programms durchgeführt werden dürfen. diese
     Maßnahmen jedoch die spezifische Ausbildung. die im Rahmen äex~ spezifischer
      Programme selbst durchgeführt wird. ergänzen miissen und daß Übcrschnei-
     dungen zu vermeiden sind.
ANHANG I                                                                    -^
 ---pagebreak---           Was die Grundlagenforschung in den exakten und Naturwissenschaften
     einschlieBlich Mathematik und Ingenieurwissenschaften betrifft, so werden
     in Ubereinstimmung mit der offenen Natur dieses Programms die Themen, die
     abgedeckt werden, nicht a priori definiert.
          Im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften wird sich das Pro-
     gramm im wesentlichen auf Ausbildung und Netze erstrecken. die zur Ver-
     besserung bzw. Erhbhung der europaischen Wettbewerbsfahigkeit und zur
     Erzielung einer anhaltenden wirtschaftlichen Entwicklung dienen kbnnen;
     dies gilt z.B. fiir Wirtschaftswissenschaften und Untern'ehmensforschung
     einschlieBlich Umweltbkonomen sowie fiir die Interaktion zwischen Wissen-
     schaft. Technologie und Gesellschaft. Ferner werden die Probleme beriick-
     sichtigt, die das Verstandnis fiir und die Akzeptanz von Wissenschaft und
     Technologie in der Ôffentlichkeit betreffen.
ANHANG I                                                                  _ /f 2 -
 ---pagebreak---                                                                                            ANHANG II
                               V0RLAUF1GE AUFSCHLUSSELUNG DER MITTEL
BEREICH                                         M i l l i o n e n ECU      Ausgaben f ù r d i e  Forscher
1. A u s b i l d u n g                             220           (45 % der Gesamtnrittel) . 85 %
2. Netze                                           200           (41 % "       "       >   75 %
3 . Zugang zu G r o B e i n r i c h t u n g e n       55         (11,3% "      "       )    40 %
4.  Europàische Kongresse                             1 3 . 0 7 ( 2,7% "       "       )
                                                   488.07
Anmerkungen:
1. EinschlieBlich Personalausgaben in Hbhe von insgesamt 9,5 Millionen ECU und
    Verwaltungsausgaben in Hbhe von insgesamt 5,5 Millionen ECU.
2. Ein Betrag von 4.93 Millionen ECU. der in den 488.07 Millionen ECU nicht
    enthalten ist. ist als Beitrag des spezifischen Programms "Humankapital und
    Mobilitat" fùr die zentralisierte Aktion zur Verbreitung und Verwertung der
    Ergebnisse vorgesehen.
3. Ein zusatzlicher Betrag in Hbhe von 25 Millionen E^CU ist fùr GFS-AktLonen im
    Bereich "Humankapital und Mobilitat" bestimmt: in diesem Betrag enthalten
    sind 0,25 Million ECU, die den Beitrag der GFS zu zentralisierten Aktionen
    zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse darstellen.
ANHANG II
 ---pagebreak---                                                                        ANHANG III
                  BESTIMMUNGEN FÜR DIE DURCHFUHRUNG DES PROGRAMMS
              UND HÖHE DER FINANZIELLEN BETEILIGUNG DER GEMEINSCHAFT
     Die Kommission führt das Programm auf der Grundlage des in Anhang I
beschriebenen Inhalts durch.
     Die Bestimmungen für die Durchführung des Programms, auf die in Artikel 3
Bezug genommen wird, umfassen Ausbildungsaktionen und Begleitmaßnahmen. Bei der
Auswahl der Tätigkeiten muß den Kriterien in Anhang III des Beschlusses
90/221/Euratom,EWG und den in Anhang I der vorliegenden Entscheidung dargelegten
Zielen Rechnung getragen werden.
     Jede im Rahmen dieses Programms unternommene Aktion wird nur dann unter-
stützt, wenn die Bedingung der Transnationalität erfüllt ist.
1. BEREICHE
   1. Schaffung eines Gemeinschaftssystems von Forschungsausbildungsstipendien
            Die Teilnehmer dieser Aktion bestehen aus zwei Kategorien:
       i) individuelle Empfänger von Ausbildungsstipendien,
      ii) Laboratorien oder Forschungsteams als Aufnahmeeinrichtungen.
                                                                           - 30-
ANHANG III
 ---pagebreak---       Der individuelle Empfanger eines Ausbildungsstipendiums gemaB Ziffer i) muG
Staatsangehbriger eines Mitgliedstaats der Gemeinschaft oder eine natiirliche
Person mit Wohnsitz in der Gemeinschaft sein. Die unter Ziffer ii) genannten
Laboratorien oder Forschungsteams selbst imissen Juristischen-Personen mit Sitz
                      (x)
in der Gemeinschaft       , wie Forschungszentren, Hochschuiinstituten und wissen-
schaftlichen Stiftungen mit eigenen Forschungsaktivitaten oder Industriefirmen,
angegliedert sein.
      Die Teilnehmer der Ausbildungsaktionen werden auf der Grundlage eines zwei-
stufigen Verfahrens ausgewahlt, das gewahrleistet, daG die aufnehmenden Einrich-
tungen und die Bewerber einander entsprechen.
      Dieses Verfahren umfaGt zwei aufeinanderfolgende Aufforderungen zur Einrei-
chung von Vorschlagen, die im Amtsblatt der Europaischen Gemeinschaften ver-
bffentlicht werden. Beide Aufforderungen erfolgen gemaG dem in Artikel 5
Absatz 3 genannten Arbeitsprogramm. In ihnen werden die als vorrangig eingestuf-
ten wissenschaftlichen Bereiche angegeben.
      Die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlagen erfolgt jahrlich und
betrifft drei Kategorien von Aufnahmeeinrichtungen:
  i) einzelne Forschungsteams oder Laboratorien;
 ii) die unter Ziffer i) genannten Forschungsteams oder Laboratorien. die sich zu
     einem innereuropaischen Netz im Sinne von Anhang I Abschnitt II Nummer 2
     zusammengefunden haben mit dem Ziel. ein wissenschaft1iches oder technisches
     Thema zu behandeln bzw. ein wissenschaftliches oder technisches Projekt
     durchzufiihren;
 (x) Im Rahmen dieses Programms kann ausnahmsweise die Europaischc Organisation
     fiir Kernforschung (CERN). die ihren Sitz in Genf hat. dercn Ei nr ichtungcn
     sich jedoch zum grbflcrcn Teil im Geme inschaf tsgebi.et befindcn. Vertrags-
     partei der Vertrage scin.
                                                                              - 21-
 ANHANG III
 ---pagebreak--- iii) Institutionen. die umfangreiche Mbglichkeiten bieten, wie sie in Anhang I
     Abschnitt II Nummer 3 genannt sind.
     Zu den Auswahlkriterien fiir diese erste Aufforderung gehbren
- die Eignung und die Qualitat des aufnehmenden Forschungsteams,
- seine Fahigkeit, qualifizierte Forscher anzuziehen,
- ein gefestigter Ruf in bezug auf die Ausbildung von Forschern,
- gegebenenfalls die Auswirkungen auf den sozialen und wirtschaftlichen Zusam-
  menhalt.
     Ab dem zweiten Jahr werden die bereits ausgewahlten Einrichtungen, die
weiterhin Stipendiaten aufnehmen wollen, gleichzeitig mit der Aufforderung zur
Einreichung von Vorschlagen uberpruft, damit gewahrleistet ist, daB sie noch
immer den Auswahlkriterien geniigen.
     Die zweite Aufforderung zu Vorschlagen erfolgt auf kontinuierlicher Grund-
lage und ergeht an Forscher im Sinne von Anhang I Abschnitt II Nummer 1. Solche
Forscher kbnnen
A. im AnschluB an die vorstehend genannte Aufforderung bei den empfohlenen Labo
   ratorien ein Stipendium beantragen. Die Bewerber werden dann von den aufneh-
   menden Einrichtungen einer Vorauswahl unterzogen;
   oder
B. ihren Antrag zusammen mit einem aufnehmenden Laboratorium stellen, das im
   Rahmen der jahrlichen Aufforderung zu Vorschlagen nicht ausgewahlt worden
   ist.
     Zu den Auswahlkriterien fiir diese zweite Aufforderung gehbren:
ANHANG III
 ---pagebreak---       - der Lebenslauf des Forschers, der sich bewirbt;
      - der wissenschaftliche oder technologische Wert des geplanten Projekts
         im Hinblick auf die Forschungspolitik der Gemeinschaft ;
      - gegebenenfalls die Auswirkungen auf den sozialen und wirtschaftlichen
         Zusammenhalt.
            Die Auswahl der Forscher wird so weit wie mbglich dezentralisiert;
      der Grad der Dezentralisierung wird nach dem Verfahren des Artikels 6
      bestimmt. Die Kommission, die vom ProgrammausschuB unterstùtzt wird,
       - tragt diesem Erfordernis Rechnung, indem sie fùr ein entsprechendes
         Gleichgewicht zwischen den unter den Buchstaben A und B genannten Ver-
         fahren sowie zwischen den nach den al1jahrlichen Aufforderungen ausge-
         wahlten empfohlenen Aufnahmeeinrichtungen sorgt, und
       - ùberwacht die Einhaltung der Auswahlkriterien der Gemeinschaft und ihre
         Anwendung.
            Mit den Gemeinschaftsstipendien werden Ausgaben zweierlei Art
       gedeckt: Ausgaben fùr die Forscher selbst und Ausgaben fùr die Verwaltung
       der Stipendien. Zu den Verwaltungskosten gehbren auch die Kosten der
       Kommission und der aufnehmenden Einrichtungen; ferner gehbrt dazu in
       bestimmten, in angemessener Weise gerechtfertigten Fallen ein Beitrag zu
       den Forschungsausgaben des Stipendiaten, jedoch nur in begrenztem Umfang
       bis zu 15 v.H. des fùr den Bereich 1 zur Verfùgung stehenden Gesamt-
       betrags, so daB die Ausgaben fùr die Forscher insgesamt mindestens
       85 v.H. des zur Verfùgung stehenden Gesamtbetrags betragen. Dabei gilt,
       daB der Prozentsatz von 15 v.H. nicht auf jeden Einzelfall anwendbar ist.
             Die Ausgaben fùr die Forscher sollcn die Lebenshaltungskosten und
       die Ausgaben im Zusammenhang mit der  Mobilitat sowie die besonderen Aus-
       gaben fùr die Verbffent1ichtung von Forschungsergcbnîssen decken.
ANHANG III                                                               - 2 3
 ---pagebreak---             Für alie Empänger von Ausbildungszuschüssen der Gemeinschaft gelten
       unabhängig von der Kategorie der aufnehmenden Einrichtung dieselben
       Bedingungen, wobei die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Aufnahmestaat
       berücksichtigt werden.
    2. Forschungsnetze für die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit
            Zu den Teilnehmern dieser Aktion gehbren Forschungsteams oder Labo-
       ratorien, die sich zu einem innereuropäischen Netz im Sinne von Anhang 1
       Abschnitt II Nummer 2 zusammengefunden haben mit dem Ziel, ein wissen-
       schaftliches oder technisches Thema zu behandeln bzw. ein wissenschaft-
       liches oder technisches Projekt durchzuführen. Die Auswahl der Vorschläge
       erfolgt auf der Grundlage einer Aufforderung zu Vorschlägen. die ständig
       offen bleibt und im Amtsblatt der Europpäischen Gemeinschaften veröf-
       fentlicht wird.
            Die Netze von Forschungsteams und Laboratorien werden aufgrund der
       Originalität ihres Forschungsansatzes, ihrer hervorragenden wissenschaft-
       lichen Qualifizierung, der Eignung. der Forschungsthemen und dem
       nachweisbaren zusätzlichen Gewinn, den die europäische Wissenschaft aus
       der Verbindung dieser Faktoren zieht, ausgewählt.
            Außerdem wird mit der Auswahl der Vorschläge versucht, die For-
       schungsarbeit in den Laboratorien der einzelnen Länder unter dem
       Gesichtspunkt des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts anzuregen
       und zu fbrdern.
ANHANG III
                                                                          *-M-
 ---pagebreak---             Die verschiedenen Formen der Unterstützung werden vertraglich fest-
       gelegt. Der Beitrag der Gemeinschaft umfaßt die Ausgaben für die Einstel-
       lung von Forschern von außerhalb des Netzes, die im Rahmen des For-
       schungsprojekts zusätzlich benötigt werden, Nebenkosten, die sich aus der
       internationalen Zusammenarbeit ergeben.(Reisekosten, Unterkunft und
       gemeinsame Sitzungen), einen Beitrag zu den Forschungsausgaben (Versuchs-
       material, Spezialkäufe und gegebenenfalls die Nutzung von Großanlagen)
       sowie die Verwaltungskosten. Der Beitrag der Gemeinschaft beläuft sich im
       allgemeinen auf 100 % der Zusatzkosten der Aktion (einschließlich der
       gesamten Kosten des Forschungsstipendiums).
    3. Zugang zu Großanlagen
            Zu den Teilnehmern dieser Aktion gehbren Forschungseinrichtungen in
       der Gemeinschaft im Sinne von Anhang I Abschnitt II Nummer 3. Für die
       Unterstützung seitens der Gemeinschaft kommen in Betracht:
       - Forscher, die einen Zugang zu den Anlagen wünschen;
       - Einrichtungen, die über derartige Anlagen verfügen.
            Das Auswahlverfahren für die Empfängerorganisationen umfaßt zwei
       aufeinanderfolgende Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, die
       im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften verbffentiicht werden.
            Die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen richtet sich
       an Zentren, die über wissenschaftliche und technische Großeinrichtungen
       verfügen. Den eingegangenen Vorschlägen werden die Anträge interessierter
       potentieller Benutzer beigcfügt.
ANHANG III                                                                 yr
 ---pagebreak---             Die zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird zusam-
       men mit der Liste der nach dem vorgenannten Verfahren in die engere tyahl
       gezogenen Organisationen verbffent1icht; sie zielt auf die Einreichung
       gemeinsamer Vorschläge (Anlagen/Benutzer) ab.
            Der Umfang der Unterstützung der Gemeinschaft richtet sich nach der
       Qualität und Besonderheit der Anlage, dem Interesse seitens der poten-
       tiellen Benutzer, dem Kosten-Nutzen-Verhäitnis der gemeinschaftlichen
       Unterstützung und dem Nutzen für die Gemeinschaft unter dem Gesichtspunkt
       der Bedeutung der Anlage für das wissenschaftliche und technische Gesamt-
       potential der Gemeinschaft.
            Der ZuschuG der Gemeinschaft für ausgewählte Anlagen soll die Kosteri
       decken, die sich daraus ergeben, daG neue Wissenschaftler Zugang zu ihnen
       erhalten (Reisekosten, Lebenshaltungskosten und Benutzergebühren). In der
       Regel wird diese Hilfe nicht für den Erwerb einer festen Grundausstattung
       oder die Mitfinanzierung von Infrastrukturkosten gewährt. Es ist jedoch
       möglich. Sonderbeiträge in Erwägung zu ziehen, die dazu dienen, die GroG-
       anlagen so herzurichten und zu verbessern, daG die Aufnahme von Gast-
       forschern erleichtert wird.
    4. Europäische Kongresse
            Teilnehmer der Aktion für die Einführung europäischer Kongresse sind
       Organisationen, wissenschaftliche Verbände oder wissenschaft1iche Gesell-
       schaften, die eine Reihe hochrangiger Zusammenkünfte abhalten, um die
       neuesten Arbeiten auf fortgeschrittenen wissenschaft1ichen oder tech-
       nischen Gebieten zu erörtern.
            Das Auswahlverfahren umfaßt eine Aufforderung zur Einreichung von
       Vorschlägen, in der die vorrangigen wissenschaft1ichen Gebiete angegeben
       werden. die für das in Artikel 5 Absatz 3 genannte Arbeitsprogramm ausge-
       wählt wurden. Diese Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird Lm
       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften verbffent1icht.
ANHANG III                                                               - 2£
 ---pagebreak---             Die finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinschaft dient vor
       allem der Deckung der Teilnahmekosten (Anmeldung, Reisen und Lebens-
       haltungskosten) für junge Wissenschaftler, die die Kongresse besuchen,
       wobei Wissenschafter aus benachtei1igten Gebieten Vorrang haben.
II. BEGLEITMASSNAHMEN
         Die BegleitmaGnahmen bestehen vor allem darin, daß die Mittel, die eine
    ordnungsgemäGe technische Durchführung, Verwaltung und Bewertung des Pro-
    gramms, eine angemessene Verbreitung und Zugänglichkeit der Ergebnisse der
    AusbildungsmaGnahmen sowie eine Koordinierung ermbglichen, entsprechend
    verwendet werden; außerdem soilen die Programmteilnehmer entsprechend sensi-
    bilisiert werden.
         Die Verbreitung der Ergebnisse der Ausbildungsaktionen erfolgt inner-
    halb des spezifischen Programms sowie durch eine zentralisierte Aktion zur
    Verbreitung und Verwertung gemäß dem Beschluß zur Durchführung des Arti-
    kels 4 Absatz 3 des Beschlusses 90/221/Euratom. EWG.
ANHANG III                                                               -2.},
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                      ISSN 0254-1467
                                                            KOM(92) 21 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                              15
                                 Katalognummer: CB-CO-92-029-DE-C
                                                          ISBN 92-77-40437-X
Amt fBr amtliche Vcröffentlichuiigcn der EuropSischen Gemeinschaften
Lr2985 Luxemburg
                                                                                   U~