CELEX: C2001/108/09
Language: de
Date: 2001-04-07 00:00:00
Title: Rechtssache C-42/01: Klage der Portugiesischen Republik gegen die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, eingereicht am 1. Februar 2001

C 108/6                 DE                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   7.4.2001
      den technischen Fortschritt (20) in der Fassung der Richtli-    Das Vereinigte Königreich habe der Kommission nicht die
      nie 85/406/EWG (21); der Richtlinie 84/534/EWG des              Umsetzung der vorgenannten Richtlinien in nationales Recht
      Rates vom 17. September 1984 zur Angleichung der                unter Einbeziehung Gibraltars mitgeteilt. Daher habe es gegen
      Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend den           seine Verpflichtungen aus dem EG-Vertrag verstoßen.
      zulässigen Schallleistungspegel von Turmdrehkränen (22)
      in der Fassung der Richtlinie 87/405/EWG (23); der Richtli-
      nie 84/535/EWG des Rates vom 17. September 1984                 (1) ABl. Nr. 196 vom 16.8.1967, S. 1.
      zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitglied-            (2) ABl. L 133 vom 30.5.1988, S. 1.
                                                                      (3) ABl. L 228 vom 17.8.1991, S. 67.
      staaten über den zulässigen Schallleistungspegel von
                                                                      (4) ABl. L 154 vom 5.6.1992, S. 1.
      Schweißstromerzeugern (24) in der Fassung der Richtlinie        (5) ABl. L 383 vom 29.12.1992, S. 113.
      85/407/EWG (25); der Richtlinie 84/536/EWG des Rates            (6) ABl. 110 vom 4.5.1993, S. 20.
      vom 17. September 1984 zur Angleichung der Rechts-              (7) ABl. L 227 vom 8.9.1993, S. 9.
      vorschriften der Mitgliedstaaten über den zulässigen            (8) ABl. L 258 vom 16.10.1993, S. 29
      Schallleistungspegel von Kraftstromerzeugern (26) in der        (9) ABl. L 13 vom 15.1.1994, S. 1.
      Fassung der Richtlinie 85/408/EWG (27); der Richtlinie          (10) ABl. L 294 vom 30.11.1993, S. 21.
      84/537/EWG des Rates vom 17. September 1984 zur                 (11) ABl. L 381 vom 31.12.1994, S. 1.
      Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten          (12) ABl. L 248 vom 30.9.1996, S. 1.
      über den zulässigen Schallleistungspegel handbedienter          (13) ABl. L 343 vom 13.12.1997, S. 19.
      Betonbrecher und Abbau-, Aufbruch- und Spatenhäm-               (14) ABl. L 15 vom 17.1.1987, S. 29.
                                                                      (15) ABl. L 74 vom 27.3.1993, S. 81.
      mer (28) in der Fassung der Richtlinie 85/409/EWG (29);         (16) ABl. L 350 vom 28.12.1998, S. 58.
      der Richtlinie 84/538/EWG des Rates vom 17. September           (17) ABl. L 33 vom 8.2.1979, S. 15.
      1984 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mit-            (18) ABl. L 376 vom 30.12.1981, S. 49.
      gliedstaaten über den zulässigen SchallleistunKspegel von       (19) ABl. L 233 vom 30.8.1985, S. 9.
      Rasenmähern (30), geändert durch die Richtlinien 87/252/        (20) ABl. L 300 vom 19.11.1984, S. 123.
      EWG (31), 88/180/EWG (32) und 88/181/EWG (33); der              (21) ABl. L 233 vom 30.8.1985, S. 11.
      Richtlinie 86/594/EWG des Rates vom 1. Dezember                 (22) ABl. L 300 vom 19.11.1984, S. 130.
      1986 über die Geräuschemissionen von Haushaltsgerä-             (23) ABl. L 220 vom 8.8.1987, S. 60.
      ten (34); der Richtlinie 86/662/EWG des Rates vom 22. De-       (24) ABl. L300 vom 19.11.1984, S. 142.
                                                                      (25) ABl. L 233 vom 30.8.1985, S. 16.
      zember 1986 zur Begrenzung des Geräuschemissionspe-
                                                                      (26) ABl. L 300 vom 19.11.1984, S. 149.
      gels von Hydraulikbaggern, Seilbaggern, Planiermaschi-          (27) ABl. L 233 vom 30.8.1985, S. 18.
      nen, Ladern und Baggerladern (35), geändert durch die           (28) ABl. L 300 vom 19.11.1984, S. 156.
      Richtlinien 89/514/EWG (36) und 95/27/EG (37); der              (29) ABl. L 233 vom 30.8.1985, S. 20.
      Richtlinie 94/62/EG des Europäischen Parlaments und             (30) ABl. L 300 vom 19.11.1984, S. 171.
      des Rates vom 20. Dezember 1994 über Verpackungen               (31) ABl. L 117 vom 5.5.1987, S. 22.
      und Verpackungsabfälle (38) und der Richtlinie 97/35/EG         (32) ABl. L 81 vom 26.3.1988, S. 69.
      der Kommission vom 18. Juni 1997 (39) zur zweiten               (33) ABl. L 81 vom 26.3.1988, S. 71.
      Anpassung der Richtlinie 90/220/EWG über die absichtli-         (34) ABl. L 344 vom 6.12.1986, S. 24.
      che Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die         (35) ABl. L 384 vom 31.12.1986, S. 1.
      Umwelt an den technischen Fortschritt (40) verstoßen hat,       (36) ABl. L 253 vom 30.8.1989, S. 35.
                                                                      (37) ABl. L 168 vom 18.7.1995, S. 14.
      dass es im Hinblick auf Gibraltar nicht alle erforderlichen     (38) ABl. L 365 vom 31.12.1994, S. 10.
      Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen hat, um            (39) ABl. L 169 vom 27.6.1997, S. 72.
      diesen Richtlinien nachzukommen, oder oder zumindest            (40) ABl. L 117 vom 8.5.1990, S. 15.
      die Kommission hiervon nicht in Kenntnis gesetzt hat;
—     dem Vereinigten Königreich die Kosten des Verfahrens
      aufzuerlegen.
Klagegründe und wesentliche Argumente
                                                                      Klage der Portugiesischen Republik gegen die Kommis-
                                                                      sion der Europäischen Gemeinschaften, eingereicht am
Nach Artikel 249 Absatz 3 EG seien Richtlinien für jeden                                      1. Februar 2001
Mitgliedstaat, an den sie gerichtet seien, hinsichtlich des zu
erreichenden Zieles verbindlich. Nach Artikel 10 Absatz 1 EG
träfen die Mitgliedstaaten alle geeigneten Maßnahmen allge-                               (Rechtssache C-42/01)
meiner oder besonderer Art zur Erfüllung der Verpflichtungen,
die sich aus dem EG-Vertrag oder aus Handlungen der Organe                                    (2001/C 108/09)
der Gemeinschaft ergäben.
                                                                      Die Portugiesischen Republik hat am 1. Februar 2001 eine
Aus den Vorschriften des EG-Vertrags und aus der Akte von             Klage gegen die Kommission der Europäischen Gemeinschaf-
1972 über den Beitritt Dänemarks, Irlands und des Vereinigten         ten beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften einge-
Königreichs ergebe sich die Verpflichtung des Vereinigten             reicht. Bevollmächtigte der Klägerin sind L. Inös Fernandes
Königreichs, die Umsetzung der in den Klageanträgen genann-           und L. Duarte im Beistand von M. Marques Mendes, advogado,
ten Richtlinien auf Gibraltar zu erstrecken.                          Zustellungsanschrift in Luxemburg.
 ---pagebreak--- 7.4.2001               DE                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      C 108/7
Die Klägerin beantragt,                                                  te Absichtserklärung abzugeben, wonach die Maßnahmen
                                                                         der Portugiesischen Republik Beschränkungen der Nieder-
                                                                         lassungsfreiheit und des freien Kapitalverkehrs darstellten
1.    der Klage stattzugeben und die Entscheidung C(2000)                und demzufolge keine berechtigten, mit der Gemein-
      3543 final der Kommission vom 22. November 2000 in                 schaftsrechtsordnung zu vereinbarenden Interessen im
      einem Verfahren nach Artikel 21 der Verordnung (EWG)               Sinne von Artikel 21 Absatz 3 der Verordnung
      Nr. 4064/89 (1) des Rates vom 21. Dezember 1989 über               Nr. 4064/89 verfolgten.
      die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen
      (Verfahren Nr. COMP/M.2054 — Secil/Holderbank/Cim-
      por) für nichtig zu erklären;
                                                                     —   Verstoß gegen Artikel 7 Absatz 1 a. E. EG (früher Artikel 4
                                                                         Absatz 1 a. E. EG-Vertrag) und Artikel 21 Absätze 1 und
2.    der Kommission die gesamten Kosten des Verfahrens                  3 Unterabsatz 3 der Verordnung Nr. 4064/89: Die
      aufzuerlegen.                                                      Kommission sei nicht befugt, die angefochtene Entschei-
                                                                         dung zu erlassen. Artikel 21 Absatz 3 Unterabsatz 3
                                                                         lege mit besonderer Deutlichkeit die verfahrensmäßige
                                                                         Voraussetzung fest, von der die Rechtmäßigkeit einer
Klagegründe und wesentliche Argumente                                    solchen Entscheidung abhänge. Fehle es — wie im
                                                                         vorliegenden Fall — an einer staatlichen Mitteilung, so
                                                                         gebe es für die Kommission keine Rechtsgrundlage für
Portugal erhebe die vorliegende Klage in Unkenntnis darüber,             den Erlass einer Entscheidung. Der Kommission stehe das
welche Auswirkungen die Kommission dem Umstand beimes-                   Vertragsverletzungsverfahren zu Gebote, so dass sie nicht
se, dass die Anmeldung der von Holderbank und Secil                      in der praktischen Wirksamkeit des Artikels 21 Absatz 3
beabsichtigten Übernahme der Aktien, die das Gesellschaftska-           die Grundlage für eine Zuständigkeit zu suchen brauche,
pital von Cimpor darstellten, am 9. Januar 2001 zurückgenom-             die außerhalb der in dieser Vorschrift ausdrücklich ver-
men worden sei; nach Ansicht der Klägerin hat diese Rücknah-             langten normativen Voraussetzungen ausgeübt werde.
me die Ungültigkeit der angefochtenen Entscheidung zur
Folge.
                                                                     —   Verstoß gegen Artikel 220 EG (früher Artikel 164
                                                                         EG-Vertrag) und Artikel 21 Absatz 1 der Verordnung
Die Rechtswidrigkeit der angefochtenen Entscheidung ergebe               Nr. 4064/89: Die Kommission habe gegen den Vorbehalt
sich aus folgenden Verstößen:                                            gerichtlicher Nachprüfung verstoßen. Bei Anhängigkeit
                                                                         einer Vertragsverletzungsklage, mit der die Kommission
                                                                         die Feststellung begehre, dass die portugiesische Privatisie-
—     Verstoß gegen Artikel 253 EG (früher Artikel 190 EG-               rungsregelung, insbesondere nach dem Decreto-Lei
      Vertrag): Fehlen einer konkreten, ausreichenden Rechts-            Nr. 380/93, mit dem Gemeinschaftsrecht unvereinbar sei,
      grundlage. Aus den Verweisungen auf Artikel 21 der                 dürfe die Kommission dem betroffenen Mitgliedstaat
      Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 ergebe sich nicht genau,              keine bereits auf der vermuteten Unvereinbarkeit be-
      wie und weshalb diese Vorschrift die Kommission dazu               ruhende Verpflichtung auferlegen, die eine rechtswidrige,
      ermächtige, sich bei Nichtvorliegen einer Mitteilung „be-          das künftige Urteil vorwegnehmende und außerdem den
      rechtigter Interessen“, deren Schutz durch Anwendung               Gemeinschaftsrichter missachtende Maßnahme darstelle.
      „geeigneter Maßnahmen“ gemäß Absatz 3 Unterabsatz 3
      erreicht werden solle, über die Unvereinbarkeit der —
      vermeintlich — „den Verfügungen des Finanzministe-             —   Verstoß gegen Artikel 5 Absatz 3 EG (früher Artikel 3b
      riums vom 5. Juli und 11. August 2000 zugrunde
                                                                         Absatz 3 EG-Vertrag): Die angefochtene Entscheidung
      liegenden Interessen“ mit dem Gemeinschaftsrecht zu
                                                                         laufe offensichtlich in schwerwiegender Weise dem
      äußern.                                                            Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zuwider. Selbst wenn
                                                                         in Bezug auf den Zusammenschluss von „gemeinschafts-
—     Verstoß gegen Artikel 253 EG (früher 190 EG-Vertrag):              weiter Bedeutung“, also den Zusammenschluss Holder-
      keine Grundlage für die Annahme der Unvereinbarkeit                bank/Cimpor, ein Verstoß der Portugiesischen Republik
      der nationalen Maßnahmen mit dem Gemeinschaftsrecht.               gegen das Gemeinschaftsrecht festgestellt worden wäre,
      Falls davon auszugehen sei, dass die Regelung, die                 hätte die Lösung der Kommission für diesen hypotheti-
      gegebenenfalls den Erwerb namhafter Beteiligungen am               schen Verstoß dem Rahmen angemessen sein müssen, in
      Kapital von Unternehmen, die privatisiert würden,                  dem er angeblich stattgefunden habe, ohne in den
      beschränke, ebenso wie die vorliegend in Rede stehenden            Rahmen einzugreifen, der der Portugiesischen Republik
      nationalen Maßnahmen nicht diskriminierende „Be-                   vorbehalten sei, um den Zusammenschluss ohne „ge-
      schränkungen“ der Niederlassungsfreiheit und des freien            meinschaftsweite Bedeutung“ von Secil/Cimpor zu beur-
      Kapitalverkehrs in der EG darstellen könnten, sei hilfswei-        teilen.
      se zu prüfen, ob sie möglicherweise nicht nur auf der
      Grundlage der im Vertrag ausdrücklich vorgesehenen
      Ausnahmen, sondern auch aus anderen, in diesen beiden          —   Verstoß gegen Artikel 226 EG (früher Artikel 169 EG-
      Bereichen zunehmend anerkannten zwingenden Gründen                 Vertrag): Verfahrensmissbrauch. Um zu verhindern, dass
      des Allgemeininteresses gerechtfertigt seien. Die Kommis-          dem Artikel 21 Absatz 3 der Verordnung Nr. 4064/89
      sion habe sich darauf beschränkt, eine reine, durch                die praktische Wirksamkeit genommen werde, habe sich
      keinerlei tatsächliche und rechtliche Gründe gerechtfertig-        die Kommission für berechtigt gehalten, auch ohne
 ---pagebreak--- C 108/8                DE                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     7.4.2001
     eine förmliche Mitteilung die den Ministerialverfügungen         Rechtsmittel der Royal Olympic Cruises u. a. gegen den
     zugrunde liegenden Interessen für unvereinbar mit dem            Beschluss des Gerichts erster Instanz der Europäischen
     Gemeinschaftsrecht zu erklären. Der Anspruch der Kom-            Gemeinschaften vom 12. Dezember 2000 in der Rechts-
     mission, in Artikel 21 Absatz 3 eine Pflicht zum Tätigwer-       sache T-201/99, Royal Olympic Cruises u. a. gegen Rat der
     den im Wege der Entscheidung hineinzulesen, als ob ihre          Europäischen Union und Kommission der Europäischen
     Aufgabe als „Hüterin der Verträge“ in Verbindung mit                    Gemeinschaften, eingelegt am 6. Februar 2001
     dem gemeinschaftlichen Rechtmäßigkeitsgebot ihr dies
     gebiete, entbehre völlig jeglichen Sinnes. Habe die Kom-
     mission nämlich Gründe für die Annahme gehabt, dass                                 (Rechtssache C-49/01 P)
     die Portugiesische Republik eine bestimmte Pflicht zur
     Mitteilung verletze, so sei in diesem Fall das einzige
     angemessene Verfahren das Vertragsverletzungsverfahren                                   (2001/C 108/11)
     nach 226 EG gewesen.
(1) ABl. L 395 vom 30.12.1989, S. 1.                                  Die Royal Olympic Cruises u. a. haben am 6. Februar 2001
                                                                      ein Rechtsmittel gegen den Beschluss des Gerichts erster
                                                                      Instanz der Europäischen Gemeinschaften vom 12. Dezember
                                                                      2000 in der Rechtssache T-201/99, Royal Olympic Cruises
                                                                      u. a. gegen Rat der Europäischen Union und Kommission der
                                                                      Europäischen Gemeinschaften, beim Gerichtshof der Euro-
                                                                      päischen Gemeinschaften eingelegt. Prozessbevolmächtigte der
Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaf-                    Rechtsmittelführerinnen sind Rechtsanwälte Professor
ten gegen die Italienische Republik, eingereicht am                   N. Skandamis, Athen, und A. Potamianos, Piräus.
                         2. Februar 2001
                     (Rechtssache C-46/01)
                                                                      Die Rechtsmittelführerinnen beantragen,
                         (2001/C 108/10)
                                                                      —     den Beschluss des Gerichts erster Instanz vom 12. Dezem-
Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten                   ber 2000 aufzuheben,
durch Hans Støvlbæk und Roberto Amorosi als Bevollmächtig-
te, hat am 2. Februar 2001 eine Klage gegen die Italienische
Republik beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften
                                                                      —     die Rechtssache zur Entscheidung über die von den
eingereicht.
                                                                            Rechtsmittelführerinnen am 9. September 1999 erhobene
                                                                            Schadensersatzklage an das Gericht erster Instanz zurück-
Die Klägerin beantragt,                                                     zuverweisen,
—    festzustellen, dass die Italienische Republik dadurch gegen
     ihre Verpflichtungen aus Artikel 11 und 4 Absatz 1 der
                                                                      —     dem Rat der Europäischen Union und der Kommission
     Richtlinie 96/59/EG des Rates vom 16. September 1996
                                                                            der Europäischen Gemeinschaften die Kosten des Verfah-
     über die Beseitiguni polychlorierter Biphenyle und poly-
                                                                            rens aufzuerlegen.
     chlorierter Terphenyle (PCB/PCT) (1) verstoßen hat, dass
     sie nicht bis zum 16. September 1999 die maßgeblichen
     Pläne, Grundzüge von Regelungen und Zusammenfas-
     sungen von Bestandsaufnahmen im Sinne dieser Vor-
     schriften erstellt und der Kommission mitgeteilt hat;            Rechtsmittelgründe und wesentliche Argumente
—    der Italienischen Republik die Kosten des Verfahrens
     aufzuerlegen.                                                    1.    Unzureichende Begründung: Die Abweisung der Scha-
                                                                            densersatzklage als offensichtlich unbegründet habe die
Klagegründe und wesentliche Argumente                                       Rechtsmittelführerinnen ihres Verfahrensrechts beraubt,
                                                                            ihre Argumente zu einer wichtigen Rechtssache, die in
                                                                            vielfacher Hinsicht einen neuen Fall für die Rechtspre-
Die italienischen Behörden hätten der Kommission bis zum
                                                                            chung darstelle, vorzubringen und näher darzulegen.
16. September 1999 die verschiedenen Pläne, Grundzüge von
Regelungen und Zusammenfassungen von Bestandsaufnah-
men, die in den Artikeln 11 und 4 Absatz 1 der in den
Anträgen der Kommission genannten Richtlinie vorgesehenen             2.    Falsche Auslegung der Voraussetzung des Bestehens eines
seien, mitteilen müssen; dies sei bis heute nicht geschehen.                unmittelbaren Kausalzusammenhangs.
(1) ABl. L 243 vom 24.9.96, S. 31.