CELEX: 62005TJ0011
Language: de
Date: 2010-05-19 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts (Achte Kammer) vom 19. Mai 2010.#Wieland-Werke AG, Buntmetall Amstetten GmbH et Austria Buntmetall AG gegen Europäische Kommission.#Wettbewerb - Kartelle - Geldbußen - Kupfer-Installationsrohrbranche - Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird - Fortgesetzte und vielgestaltige Zuwiderhandlung - Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Strafen - Grundsatz ne bis in idem - Geldbußen - Konkrete Auswirkungen auf den Markt - Größe des betreffenden Marktes - Dauer der Zuwiderhandlung - Mildernde Umstände.#Rechtssache T-11/05.

Urteil des Gerichts (Achte Kammer) vom 19. Mai 2010 – Wieland-Werke u. a./Kommission
      (Rechtssache T‑11/05)
      „Wettbewerb – Kartelle – Kupfer-Installationsrohrbranche – Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird – Fortgesetzte und vielgestaltige Zuwiderhandlung – Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Strafen – Grundsatz ne bis in idem – Geldbußen – Konkrete Auswirkungen auf den Markt – Größe des betreffenden Marktes – Dauer der Zuwiderhandlung – Mildernde Umstände“
      1.                     Gemeinschaftsrecht – Allgemeine Rechtsgrundsätze – Rechtssicherheit – Gesetzmäßigkeit der Strafen (vgl. Randnrn. 58-63)
      2.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Der Kommission durch Art. 23 Abs. 2 der Verordnung Nr. 1/2003 eingeräumtes Ermessen
            – Kein Verstoß gegen den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Strafen (Verordnung Nr. 1/2003 des Rates, Art. 23 Abs. 2 und 3)
            (vgl. Randnrn. 64-72)
      3.                     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Entscheidung der Kommission, mit der eine Zuwiderhandlung festgestellt wird – Frühere
            Entscheidung, mit der eine von demselben Unternehmen begangene Zuwiderhandlung festgestellt wurde – Zuwiderhandlungen, die
            auf unterschiedliche, wenn auch benachbarte Produktmärkte abzielen – Keine Beziehungen wechselseitiger Bedingtheit oder Koordinierung
            zwischen den beiden Zuwiderhandlungen – Kein umfassender Plan zur Verfälschung des Wettbewerbs – Fehlende Identität der Zuwiderhandlungen,
            die Gegenstand der beiden Entscheidungen sind – Kein Verstoß gegen den Grundsatz ne bis in idem (Art. 81 EG) (vgl. Randnrn.
            81-83, 87)
      4.                     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Befugnisse der Kommission – Befugnis zur Verfahrenstrennung (Art. 81 EG) (vgl. Randnr.
            101)
      5.                     Wettbewerb – Geldbußen – Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen – Berechnungsmethode, die verschiedene
            Spielräume berücksichtigt (Art. 229 EG; Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2; Mitteilung
            98/C 9/03 der Kommission) (vgl. Randnrn. 108-112)
      6.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Abschreckender Charakter – Beurteilung – Keine Verpflichtung, ein Unternehmen,
            das sich gleichzeitig an mehreren Absprachen beteiligt hat, weniger hart zu bestrafen (Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15,
            und Nr. 1/2003, Art. 23) (vgl. Randnrn. 114-115)
      7.                     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Mitteilung der Beschwerdepunkte – Notwendiger Inhalt (Verordnungen des Rates Nr. 17 und
            Nr. 1/2003) (vgl. Randnrn. 129-131)
      8.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Schwere der Zuwiderhandlung – Horizontale Preisabsprache – Aufteilung
            des Marktes – Besonders schwere Zuwiderhandlung (Art. 81 Abs. 1 EG; Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15, und Nr. 1/2003,
            Art. 23) (vgl. Randnrn. 138-140)
      9.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Schwere der Zuwiderhandlung – Berücksichtigung der konkreten Auswirkungen
            auf den Markt (Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15, und Nr. 1/2003, Art. 23; Mitteilung 98/C 9/03 der Kommission, Nr. 1 A)
            (vgl. Randnrn. 143-149)
      10.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Schwere der Zuwiderhandlung – Größe des in Rede stehenden Produktmarkts
            – Berücksichtigung (Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2; Mitteilung 98/C 9/03 der
            Kommission, Nr. 1 A) (vgl. Randnrn. 160-163)
      11.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Schwere der Zuwiderhandlung – Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit
            (Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2) (vgl. Randnr. 166)
      12.                     Wettbewerb – Geldbußen – Entscheidung, mit der Geldbußen verhängt werden – Begründungspflicht – Umfang (Art. 253 EG; Verordnungen
            des Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2) (vgl. Randnrn. 177, 179)
      13.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Abschreckender Charakter – Berücksichtigung der Größe und der Gesamtressourcen
            des mit einer Sanktion belegten Unternehmens (Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2;
            Mitteilung 98/C 9/03 der Kommission, Nr. 1 A) (vgl. Randnrn. 189-190, 192)
      14.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Dauer der Zuwiderhandlung – Zuwiderhandlungen von langer Dauer –
            Erhöhung des Ausgangsbetrags um 10 % pro Jahr (Verordnungen des Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2;
            Mitteilung 98/C 9/03 der Kommission, Nr. 1 B) (vgl. Randnrn. 203, 205-206)
      15.                     Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Schwere der Zuwiderhandlung – Mildernde Umstände (Verordnungen des
            Rates Nr. 17, Art. 15 Abs. 2, und Nr. 1/2003, Art. 23 Abs. 2; Mitteilung 98/C 9/03 der Kommission) (vgl. Randnr. 227)
      Gegenstand
      
         
               Erstens Klage auf Nichtigerklärung der Entscheidung K(2004) 2826 der Kommission vom 3. September 2004 in einem Verfahren nach
                  Art. 81 [EG] und Art. 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/E-1/38.069 – Kupfer-Installationsrohre), zweitens, hilfsweise, Klage auf
                  Herabsetzung der in dieser Entscheidung gegen die Klägerinnen verhängten Geldbußen und drittens Widerklage der Kommission
                  auf Erhöhung der Geldbußen
               
            Tenor
      
         
                  1.
               
               
                  
               
               
                  	Die Klage wird abgewiesen.
               
            
         
                  2.
               
               
                  
               
               
                  	Die Widerklage der Europäischen Kommission wird abgewiesen.
               
            
         
                  3.
               
               
                  
               
               
                  	Die Wieland-Werke AG, die Buntmetall Amstetten GmbH und die Austria Buntmetall AG tragen ihre eigenen Kosten und 90 % der
                     Kosten der Kommission.
                  
               
            
         
                  4.
               
               
                  
               
               
                  	Die Kommission trägt 10 % ihrer eigenen Kosten.
               
            
         
                  5.
               
               
                  
               
               
                  	Der Rat der Europäischen Union trägt seine eigenen Kosten.