CELEX: 31991D0327
Language: de
Date: 1991-06-21 00:00:00
Title: Entscheidung der Kommission vom 21. Juni 1991 über die Leitlinien der Kommission hinsichtlich der Fischereizonen, der Fischarten sowie der Fanggeräte oder -techniken für die Versuchsfischereikampagnen, die Verlängerung der Fangtätigkeit und die Kooperationsmaßnahmen im Rahmen von zeitlich begrenzten Unternehmensvereinigungen

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31991D0327

91/327/EWG: Entscheidung der Kommission vom 21. Juni 1991 über die Leitlinien der Kommission hinsichtlich der Fischereizonen, der Fischarten sowie der Fanggeräte oder -techniken für die Versuchsfischereikampagnen, die Verlängerung der Fangtätigkeit und die Kooperationsmaßnahmen im Rahmen von zeitlich begrenzten Unternehmensvereinigungen  

Amtsblatt Nr. L 181 vom 08/07/1991 S. 0115 - 0116

ENTSCHEIDUNG  DER KOMMISSION vom 21. Juni 1991 über die Leitlinien der Kommission hinsichtlich der  Fischereizonen, der Fischarten sowie der Fanggeräte und -techniken für die  Versuchsfischereikampagnen, die Verlängerung der Fangtätigkeit und die Kooperationsmaßnahmen im  Rahmen von zeitlich begrenzten Unternehmensvereinigungen (91/327/EWG) DIE  KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der  Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 des Rates vom 18. Dezember 1986 hinsichtlich der  Maßnahmen zur Förderung der Versuchsfischerei, der Verlagerung der Fangtätigkeit und der  Kooperationsmaßnahmen im Rahmen von zeitlich begrenzten Unternehmensvereinigungen  (1),  insbesondere auf die Artikel 14 Absatz 2 Buchstabe e), 17b Absatz 2 Buchstabe c) sowie Artikel 19  Absatz 2 Buchstabe c),  in Erwägung nachstehender Gründe: Es ist festzuhalten, auf welche Weise die strukturellen Maßnahmen im Fischereisektor den  Zusammenhalt der gemeinsamen Fischereipolitik fördern können, indem sie einen Teil der  Fangkapazität der Gemeinschaftsflotten für bisher in der Gemeinschaft nicht genutzte Zonen oder  Fischarten abziehen und so die Befischung der herkömmlich genutzten Zonen oder Fischarten  entlasten.  Die Versuchsfischereikampagnen haben zum Ziel, die Wirtschaftlichkeit einer regelmässigen und  langfristigen Befischung der Fischbestände einzuschätzen, wobei neuartige Techniken bzw. Fanggeräte  zum Einsatz kommen oder bisher in der Gemeinschaft nicht genutzte Zonen oder Fischarten befischt  werden. Der innovative Charakter dieser Versuchsfischereikampagnen nimmt mehr und mehr an Bedeutung  zu.  Die Verlagerung der Fangtätigkeit sollte in erster Linie eine logische Folge der  Versuchsfischereikampagnen darstellen und eine regelmässige Befischung der Bestände ermöglichen.  Die Kooperation im Rahmen befristeter Unternehmensvereinigungen soll gemeinsame Initiativen im  Fischereisektor fördern und der vorrangigen Versorgung des Gemeinschaftsmarktes dienen.  Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ständigen  Strukturausschusses für die Fischwirtschaft - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1 Die Leitlinien der Kommission für Maßnahmen zur Förderung der  Versuchsfischerei, der Verlagerung der Fangtätigkeiten und der Kooperation im Rahmen der zeitlich  begrenzten Unternehmensvereinigungen sind dem Anhang zu dieser Entscheidung zu entnehmen. Artikel  2 Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.  Brüssel, den 21. Juni 1991Für die Kommission Manuel MARÍN  Vizepräsident  (1)  ABl. Nr. L 376 vom 31. 12. 1986, S. 7.  ANHANG   A. VERSUCHSFISCHEREIKAMPAGNEN  Die Versuchsfischereikampagnen dienen der  Sammlung von Daten über Fischereizweige, zu denen solche Angaben fehlen, entweder weil die  entsprechenden Zonen den Gemeinschaftsflotten unbekannt waren, die Zielarten bisher nicht befischt  wurden oder auch weil die Fangtechnik - zumindest für die betroffenen Arten oder Zonen - neu ist.  Ziel ist es, Angaben über die potentielle Wirtschaftlichkeit eines für die Gemeinschaftsflotte  neuen Fangbereichs zusammenzustellen. Für jeden geplanten Fangbereich, der durch eine  Fischereizone, eine Fischart bzw. eine Gruppe von Arten und eine Fangtechnik gekennzeichnet ist,  kann es nur eine geringe Anzahl von Versuchsfischereikampagnen geben.  Geographisch betrachtet haben die internationalen Gewässer vor dem Festlandsockel und die Gebiete,  in denen die ausschließlichen Wirtschaftszonen bisher nicht systematisch erforscht wurden,  Vorrang.  Vorhaben unter Einsatz von Fanggeräten, die eine hohe Selektivität versprechen, sind insbesondere  zu begünstigen. Als Beitrag zur Förderung der Selektivität ist ein Antrag selbst dann zu  begünstigen, wenn er nicht auf neue Arten bzw. Sektoren, jedoch auf eine Verringerung der  zurückgeworfenen Mengen abzielt.  B. VERLAGERUNG DER FANGTÄTIGKEIT Diese Maßnahmen sollten nach Auffassung der Kommission im  wesentlichen Fischereizonen und Fischarten betreffen, die Gegenstand von Versuchsfischereikampagnen  gewesen sind. Die Kampagnen werden aufgrund der Vermutung besonders interessanter Fangmöglichkeiten  für die Fischer der Gemeinschaft mit dem Ziel durchgeführt, die Ressourcen eingehend zu erforschen  und/oder Absatzmöglichkeiten für sie zu schaffen, so daß eine regelmässige und dauerhafte  Bewirtschaftung der Bestände gewährleistet ist.  Daher kommen für die Verlagerung der Fangtätigkeit am ehesten Fischereizonen und Fischarten in  Frage, die im Rahmen von Versuchsfischereikampagnen bereits erforscht wurden.  Fangtechniken und Fanggerät müssen von dem betreffenden Drittstaat, unter dessen Hoheit oder  Gerichtsbarkeit die Gewässer stehen, zugelassen sein.  C. ZEITLICH BEGRENZTE UNTERNEHMENSVEREINIGUNGEN Die Tätigkeiten dieser Unternehmensvereinigungen  sollten sich auf Drittstaaten konzentrieren, in deren Gewässer Fische vorkommen, die für den  EG-Markt von Bedeutung sind.  Dazu gehören vor allem Kabeljau, Kopffüsser, Seehecht und Krebstiere.  Fangtechniken und Fanggerät müssen von dem betreffenden Drittstaat, unter dessen Hoheit oder  Gerichtsbarkeit die Gewässer stehen, zugelassen sein.