CELEX: 51988PC0381
Language: de
Date: 1988-08-31
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES zum Schutz der natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten (Vorlage der Kommission)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 381
Vol. 1988/0137
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
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on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13. März 2015 über die Sicherheitsvorschriften für den Schutz von EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                  KOM(88 ) 381 endg .
                                                  Brüssel , den 31 . August 1988
                           Vorschlag für eine
                          RICHTLINIE DES RATES
       zum Schutz der natürlichen und naturnahen Lebensräume
           sowie der wildlebenden Tier - und Pflanzenarten
                      ( Vorlage der Kommission )
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                                    BEGRÜNDUNG
DIE NOTWENDIGKEIT GEMEINSCHAFTLICHER MASSNAHMEN
Angesichts der zunehmenden Bedrohung der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten
und ihrer natürlichen Lebensräume haben die meisten Mitgliedstaaten nationale
oder regionale Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Arten und Biotope
erlassen . Diese Maßnahmen sind jedoch bei weitem nicht vollständig und zudem
von Land zu Land sehr unterschiedlich ,         sowohl hinsichtlich der damit
verbundenen Verwaltungsstrukturen als auch in bezug auf die Größe der
Schutzgebiete und die Anzahl der geschützten Tier- und Pflanzenarten ( und die
Art des gewährten Schutzes ).
Diese Unterschiede zwischen den Schutzmaßnahmen für die wildlebenden Tiere und
Pflanzen der einzelnen Mitgliedstaaten haben zahlreiche Auswirkungen .
Insbesondere bedeutet dies ,      daß bestimmte Arten in einem Teil ihres
Verbreitungsgebietes geschützt , in einem anderen dagegen weiterhin gefährdet
sind , so daß die einzelstaatlichen Maßnahmen u.U. wirkungslos bleiben können .
Dies gilt insbesondere für wandernde Arten wie Vögel .
Seit langem wird anerkannt , daß die Gemeinschaft zur Überwindung dieser
Unterschiede einer eigenen , koordinierten Naturschutzpolitik bedarf . ( Es wird
darauf hingewiesen , daß der Schutz gefährdeter Tiere , Pflanzen und Habitate in
den Vereinigten Staaten seit 1973 durch Gesetze auf Bundesebene geregelt ist ).
Der Austausch von Kenntnissen auf europäischer Ebene und die Koordination von
Schutz - und Managementstrategien vor allem für Arten , die in einem oder
mehreren    Mitgliedstaaten     gefährdet    sind    oder    deren    natürliches
Verbreitungsgebiet sich über mehrere Mitgliedstaaten erstreckt , können
entscheidend dazu beitragen , daß Lebensräume oder Arten von gesamteuropäischer
Bedeutung nicht durch einzelstaatliche oder regionale Eingriffe geschädigt
werden . Andererseits ist eine solche Politik auch notwendig , um zu vermeiden ,
daß wichtige Tier- und Pflanzenvorkommen und Habitate in bestimmten
Mitgliedstaaten oder Regionen durch Gemeinschaftsmaßnahmen oder schädliche
Eingriffe in anderen Teilen der Gemeinschaft bedroht werden . Dieser Aspekt ist
von vitaler Bedeutung , da viele Bestrebungen zur Intensivierung und Ausdehnung
der Landwirtschaft , zum Ausbau von Tourismus , Verkehrsnetz und Industrie oft
auf die sektoralen Politiken der Gemeinschaft selbst zurückzuführen sind .
Auf internationaler Ebene und besonders im Zusammenhang mit den zahlreichen
internationalen Übereinkommen und Abkommen auf dem Gebiet des Naturschutzes
wird der Beitrag der Gemeinschaft durch das Gewicht gemeinsamer Standpunkte
und Rahmenbedingungen gestärkt werden .
Es wird auch darauf hingewiesen ,       daß im Lichte dieser Überlegungen ein
gemeinschaftliches Vorgehen im Einklang mit Absatz 4 des Artikels 130 s des
Vertrags steht , der vorsieht , daß "die Gemeinschaft ... im Bereich der Umwelt
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insoweit tätig ( wird ),      als die ...      Ziele besser auf Gemeinschaftsebene
erreicht werden können als auf der Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten ."
Bisherige Maßnahmen der Gemeinschaft                             ^ *
Mit dieser Zielsetzung begann die Europäische Gemeinschaft deshalb 1973 im
ersten Aktionsprogramm für den Umweltschutz ihre Politik zum Schutz der
wildlebenden Tier- und Pflanzenarten .          Das atlgemeine Ziel dieser Politik
bestand darin,    einen umfassenden Ansatz für die Erhaltung der vom Aussterben
bedrohten Tier- und Pflanzenarten und den Schutz natürlicher Habitate zu
entwickeln . Als weiteren Schritt in dieser Richtung hat der Rat eine Reihe von
Gesetzes inst rumenten verabschiedet . Eines der wichtigsten und weitreichendsten
hiervon ist zweifellos die Richtlinie über die Erhaltung der wildlebenden
Vogelarten,    die am 2 .    April 1979 erlassen wurde .      Danach folgten 1981 der
Beschluß des Rates über den Abschluß des Übereinkommens von Bern zur Erhaltung
der europäischen freilebenden Tiere und wildwachsenden Pflanzen und ihrer
natürlichen Lebensräume, 1982 der Beschluß des Rates über das Übereinkommen
von Bonn zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten , 1982 die
Verordnung des Rates zur Anwendung des Übereinkommens über den internationalen
Handel mit gefährdeten Arten wildlebender Tiere und Pflanzen ( CITES ) in der
Gemeinschaft und 1984 die Verabschiedung einer Verordnung des Rates über
gemeinschaftliche Umweltaktionen . Diese sieht unter anderem die Möglichkeit
einer Gewährung finanzieller Beihilfen der Gemeinschaft zur Unterstützung
bestimmter Umweltprojekte zur Wiederherstellung ernsthaft bedrohter Biotope
vor , in denen gefährdete Arten Vorkommen .
In   seiner   Entschließung vom      19 .   Oktober    1987 zur    Fortschreibung  und
Durchführung einer Umweltpolitik und eines Aktionsprogramms der Europäischen
Gemeinschaften für den Umweltschutz ( 1987-1992 ) ( 4 .        Umwelt-Aktionsprogramm )
erklärte der Rat " Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung des natürlichen
Erbes Europas " zu einem der vorrangigen Tätigkeitsbereiche der Gemeinschaft .
In der gleichen Entschließung nahm der Rat von dem im Anhang wiedergegebenen
Aktionsprogramm Kenntnis und billigte allgemein dessen Ausrichtung , gemäß der
die Kommission einen Vorschlag zum umfassenden Schutz der Lebensräume
gefährdeter Tier- und Pflanzenarten durch ein Gemeinschaftssystem von
Schutzgebieten und Maßnahmen zur vertretbaren Nutzung der Arten und Ökosysteme
vorlegen wird ( Abschnitt 5.1 ). Laut ihrem Arbeitsprogramm für 1988 wird die
Kommission in diesem Jahr entsprechende Rechtsvorschriften verabschieden .
Auch das Europaparlament hat bei zahlreichen Gelegenheiten seinen Wunsch nach
weiteren Aktionen der Kommission in diesem Bereich bekräftigt .
Der vorliegende Vorschlag
Der Vorschlag zielt in erster Linie darauf ab , spätestens bis zum Jahr 2000
ein umfassendes Netz von Schutzgebieten zu schaffen , das die Erhaltung
bedrohter Arten und Habitattypen in allen Regionen der Gemeinschaft , in denen
sie Vorkommen, sichern soll , so daß in der Gemeinschaft eine wirkungsvollere
Durchführung des      Berner Übereinkommens        zur   Erhaltung   der europäischen
freilebenden    Tiere    und    wildwachsenden     Pflanzen   und   ihrer  natürlichen
Lebensräume sowie anderer für den Gemeinschaftsrahmen geeigneter ergänzender
Maßnahmen erreicht wird .
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Biotope von vorrangiger Bedeutung für die Erhaltung der Natur machen ungefähr
10 bis 20 X der Gesamtfläche der Mitgliedstaaten aus . Es muß jedoch darauf
hingewiesen werden ,     daß sich hinter diesem Mittelwert eine extreme
Verschiedenheit sowohl hinsichtlich der Fläche als auch der charakteristischen
Merkmale    jedes   Einzelgebiets    verbirgt ;    Unterschiede ,   die    bei   den
erforderlichen Schutz - und Managementmaßnahmen unbedingt zu berücksichtigen
sind .
In der Tat müßten nur 1 bis 2 X der Gesamtfläche der Mitgliedstaaten
Gegenstand strenger Schutzmaßnahmen sein . Der weitaus größere Flächenanteil
der Biotope wird Managementpläne benötigen, die passende Schutzmaßnahmen und
eine extensive Land- und forstwirtschaftliche Nutzung auf der Basis geeigneter
Nutzungsmethoden miteinander kombinieren . Diese Pläne müssen sich ihrerseits
in integrierte Programme einfügen , die sowohl der Regionalentwicklung als auch
der Umweltverbesserung zugute kommen .
Da die Richtlinie per definitionem hauptsächlich ländliche Gebiete betreffen
wird, hat die Kommission selbstverständlich zu erwartende Auswirkungen auf die
Einkommen der dort lebenden Bevölkerung mitberücksichtigt . Angesichts der
Verschiedenheit der Situationen und der entsprechend zu ergreifenden Maßnahmen
ist es    jedoch praktisch unmöglich ,      auch nur grobe Schätzungen solcher
Auswirkungen vorzunehmen .
Die Maßnahmen können sich von der Extensi vierung bestehender Erzeugungssysteme
bis hin zur Erhaltung der für das Management naturnaher Gebiete notwendigen
Landbewirtschaftung erstrecken . Sie sollten daher eng mit den Zielen der von
der Kommission vorgeschlagenen Gemeinschaftspolitik für ländliche Gebiete
verknüpft werden . In diesem Zusammenhang würde ein wohlüberlegter Einsatz der
verschiedenen strukturpolitischen Instrumente - und der nötigen finanziellen
Mittel - der Gemeinschaft es ermöglichen , zwei wichtige Ziele miteinander zu
verbinden, d.h . sowohl die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung auf
dem gleichen Stand zu halten oder sogar zu verbessern ,              als auch die
natürlichen und naturnahen Habitate und bedrohten Arten zu erhalten .
Ein einzelner Vorschlag oder ein einzelnes Instrument der Gemeinschaft kann
niemals allein gewährleisten , daß die Ziele des Naturschutzes in der ganzen
Gemeinschaft in zufriedenstellender Weise erreicht werden .        Dieser Vorschlag
ist als Ergänzung zu den Maßnahmen zu betrachten, die der Erhaltung oder
Wiedereinführung solcher landwirtschaftlicher Nutzungssysteme dienen , die
durch geringe Gradienten im Ökosystem gekennzeichnet sind und dadurch einen
Artenaustausch     zwischen     den      einzelnen    Lebensräumen     und     somit
Artenkombinationen ermöglichen,     die für die Regelung des Gleichgewichts eine
entscheidende Rolle spielen .     Er muß deshalb im Rahmen der Maßnahmen für
Agrarstruktur und ländliche     Entwicklung sowie im Kontext der Reform der
Gemeinsamen Agrarpolitik und     der Neuausrichtung der Strukturfonds gesehen
werden , die unter anderem auch  Umweltziele unterstützen .
Auch   können keine   Fortschritte über Nacht erwartet werden .        Die auf der
Grundlage dieser Richtlinie von den Mitgliedstaaten zu ergreifenden Maßnahmen
zur Identifizierung, Ausweisung und Pflege der für den Naturschutz in der
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Gemeinschaft wichtigen Gebiete sind von Staat zu Staat verschieden ;
dementsprechend werden auch die politischen , administrativen und finanziellen
Belastungen unterschiedlich ausfallen .
Wie insbesondere in Artikel 130 r des Vertrags vorgeschrieben ,  berücksichtigt
der   Richtlinienentwurf    auch  die   unterschiedlichen Situationen   in  den
Mitgliedstaaten , indem ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Naturschutz und
Wirtschaftsinteressen gefordert wird und in bestimmten Fällen die Möglichkeit
von Ausnahmen von den allgemeinen Verpflichtungen vorgesehen ist .
Die Gipfeltref f en in Toronto und Hannover
Schließlich wird darauf hingewiesen , daß sowohl auf dem Gipfeltreffen der
Industrienationen in Toronto als auch auf dem Treffen des Europäischen Rats in
Hannover dringend gefordert wurde , dem Schutz gefährdeter Arten Priorität
einzuräumen . Der vorliegende Vorschlag kann als eine rasche Reaktion der
Kommission hierauf angesehen werden .
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                                 Vorschlag für eine
                                RICHTLINIE DES RATES
            zum Schutz der natürlichen und naturnahen Lebensräume                       v
                 sowie der wildlebenden Tier - und Pflanzenarten
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt         auf     den      Vertrag     zur     Gründung    der      Europäischen
Wi rtschaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 130 s ,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Das Aktionsprogramm der Europäischen            Gemeinschaften für den Umweltschutz
                (1 )
( 1987-1992 )        enthalt Bestimmungen hinsichtlich der Erhaltung der Natur und
der natürlichen Ressourcen .
Der Schutz der natürlichen und naturnahen Lebensräume sowie der wildlebenden
Tiere und Pflanzen bildet einen wichtigen Teil der Umweltpolitik .             Die sich
verschlechternde        Qualität    der   Lebensräume   und   die  Abnahme    der  Zahl
wildlebender Tiere und Pflanzen sind eine ernste Bedrohung für die Erhaltung
der natürlichen Umwelt .
Die Bedrohung von Lebensräumen und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten macht
an den Grenzen nicht halt . Deshalb ist es insbesondere erforderlich , Maßnahmen
zum Schutz dieser Lebensräume und Arten auf der Ebene der Gemeinschaft zu
ergreifen .       Bei der Festlegung der zu schützenden Arten sind die
unterschiedlichen Umweltbedingungen in den einzelnen Regionen der Gemeinschaft
zu berücksichtigen .
( 1 ) ABI . Nr . C 328 vom 7.12.1987 , S. 1
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Wie in Artikel 130 r des Vertrages festgestellt wird , sind Erhaltung , Schutz
und Verbesserung der Qualität der Umwelt wesentliche Ziele der Gemeinschaft
und von allgemeinem Interesse .
Da die biologischen und klimatischen Gegebenheiten der außereuropäischen
Gebiete der Mitgliedstaaten grundlegend verschieden sind, erscheint es nicht
zweckmäßig ,      Habitate und Arten dieser Gebiete in diese Richtlinie
einzubeziehen .
Gebiete,      die nach Anzahl     und Ausdehnung ausreichen ,    um die Erhaltung
gefährdeter Arten und den Schutz gefährdeter Habitate zu gewährleisten ,
sollten nach einem genauen Zeitplan als besondere Schutzgebiete ausgewiesen
werden .
Angesichts der dringenden Notwendigkeit , für bestimmte gefährdete Habitate
Schutzmaßnahmen zu ergreifen, ist es erforderlich , in sehr kurzer Zeit die
zehn wichtigsten Gebiete der Gemeinschaft zu bezeichnen und als besondere
Schutzgebiete auszuweisen .
Alle ausgewiesenen Gebiete - einschließlich der nach der Richtlinie 79 / 409 / EWG
des Rates vom 2 . April 1979 über den Vogelschutz ^ ausgewiesenen - sollen
Teile eines europäischen Netzes werden , das nicht nur die vorhandenen
natürlichen Ressourcen schützen und verbessern und beeinträchtigte oder
zerstörte Lebensräume wiederherstellen , sondern auch ihre bestmögliche Nutzung
sichern soll , indem sie in adäquater Weise in ihrer biologischen Vielfalt
erhalten     werden .    Damit    wird   ein  Beitrag zu einer behutsamen      und
vernunftgemäßen Nutzung der natürlichen Ressourcen geleistet .
Der Ausweisung besonderer Schutzgebiete kommt in der Gesamtstrategie des
Umweltschutzes eine wichtige Rolle zu , da sie zu einem zufriedenstellenden
Gleichgewicht zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung beiträgt ,
das      auf     der    besseren    Nutzung    örtlicher   Ressourcen   und   der
( 1 ) ABI . Nr . L 103 vom 25.4.1979, S. 1
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Auffächerung der wirtschaftlichen Tätigkeit wie auch auf neuen Formen der
Landnutzung beruht .
Die    Ausweisung     besonderer   Schutzgebiete   soll  nicht    bedeuten,    daß   eine
übermäßige Ausbeutung der Natur in den nicht geschützten Gebieten zuzulassen
wäre ; eine angemessene Landnutzung muß auch außerhalb der ausgewiesenen
Gebiete die Möglichkeiten des Fortbestands der diese Gebiete miteinander
verbindenden biologischen Systeme gewährleisten .
Dabei besteht die Notwendigkeit , besondere Landschaftsmerkmale zu schützen .
Im Falle besonderer sozio-ökonomischer Bedingungen sollten Ausnahmen von der
Verpflichtung zur Ausweisung besonderer Schutzgebiete möglich sein, wobei die
Geschlossenheit des Europäischen Netzes und sein Potential für die Erhaltung
der Habitate und Arten voll gewahrt bleiben sollten .
Initiativen         für    eine     gemeinsame     oder    koordinierte       Verwaltung
grenzüberschreitender Gebiete von vorrangiger Bedeutung für die Erhaltung
gefährdeter Tier- und Pflanzenarten ,               für die Erhaltung unberührter
Naturgebiete sowie die Weitergabe von Kenntnissen und Techniken hinsichtlich
des Managements besonderer Schutzgebiete könnten erforderlich sein .
Nationale , regionale und lokale Planungs- und Entwicklungspolitiken sollten
die Erhaltung von Habitaten und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten
berücksichtigen . Deshalb müssen alle Entwicklungspläne oder -programme , die
besondere            Schutzgebiete        beeinträchtigen          können,          einer
Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden;            die Richtlinie 85 / 337/ EWG
             (1 )
des Rates          ist daher entsprechend zu andern .
Ein allgemeines Schutzsystem für bestimmte Tier- und Pflanzenarten, die nicht
bereits in        den   Geltungsbereich   der   Richtlinie  79 / 409/ EWG  fallen ,   ist
notwendig .
( 1 ) ABI . Nr . L 175 vom 5.7.1985 , S. 40
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Für die Nutzung bestimmter Arten ist , sofern es ihr biologischer Status
erfordert , ein Managementplan zu erstellen ; diese Managementpläne sollten
Industrie und Handel keine unangemessenen Belastungen auferlegen .
Gewisse Fang- und Tötungsmethoden sowie die Verfolgung aus bestimmten
Beförderungsmitteln heraus müssen verboten werden , sei es , weil sie eine übermäßige
Belastung für den Bestand der betreffenden Arten darstellen oder darstellen
können , sei es wegen ihrer unnötigen Grausamkeit .
Wegen der Bedeutung, die bestimmten besonderen Situationen beizumessen ist ,
sollte es möglich sein, unter gewissen Voraussetzungen und unter Überwachung
durch die Kommission Abweichungen von den Vorschriften dieser Richtlinie
zuzulassen .
Oie Kommission erstellt in regelmäßigen Zeitabständen einen zusammenfassenden
Bericht ,    der unter anderem auf den     Informationen beruht ,    die ihr die
Mitgliedstaaten    über  die   Durchführung   der   aufgrund  dieser    Richtlinie
erlassenen einzelstaatlichen Vorschriften übermitteln .
Die Erhaltung der natürlichen und naturnahen Habitate und der wildlebenden
Tier- und Pflanzenarten wirft noch Probleme auf ,     die eine wissenschaftliche
Erforschung und Bewertung erfordern .
Es empfiehlt sich , daß der Rat Änderungen dieser Richtlinie nach dem Verfahren
gemäß Artikel 130 s des Vertrages erläßt .
Einige Anhänge bedürfen angesichts des technischen und wissenschaftlichen
Fortschritts einer raschen Anpassung . Um die Durchführung der hierfür
notwendigen Maßnahmen zu erleichtern, ist ein Verfahren festzulegen , das eine
enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission in einem
Ausschuß für die Anpassung        an  den   technischen   und wissenschaftlichen
Fortschritt gewährleistet .
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Es sind alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen , um die Überwachung der
biotischen Gemeinschaften und der Populationen gefährdeter Arten zu
gewährleisten , die einen vollen Habitatschutz erfordern .
Im Benehmen mit der Kommission ist sicherzustellen , daß durch die Ansiedlung
wildlebender Tier- und Pflanzenarten ,         die natürlicherweise auf dem
europäischen Territorium der Mitgliedstaaten nicht Vorkommen ,            den
einheimischen Tier- und Pflanzenarten kein Schaden zugefügt wird -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN :
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                               ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                        Artikel 1
Diese Richtlinie bezweckt die Erhaltung der natürlichen und naturnahen
Lebensräume und der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten auf dem europäischen
Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten ,           für das der Vertrag Geltung hat ,
einschließlich der Meeresgebiete unter der Hoheit oder Gerichtsbarkeit der
Mitgliedstaaten .
                                        Artikel 2
Die Mitgliedstaaten ergreifen die erforderlichen Maßnahmen , um die Häufigkeit
und Vielfalt     der  wildlebenden   Tier-   und  Pflanzenarten auf einem Stand zu
halten, der den besonderen ökologischen , wissenschaftlichen und kulturellen
Erfordernissen und den Bedürfnissen von Unterarten , Varietäten , Formen und
lokal gefährdeten Populationen entspricht ,              und tragen hierbei den
Anforderungen von Wirtschaft und Freizeitgestaltung Rechnung .
                                        Artikel 3
Im Sinne dieser Richtlinie bedeuten
a ) " gefährdete " Arten :
- bedrohte Arten,      d.h .  Taxa ,   die vom Aussterben bedroht sind und deren
überleben unwahrscheinlich ist , wenn die kausalen Faktoren weiterhin wirksam
 ---pagebreak---                                       - 11
bleiben .   Hierzu gehören Taxa ,    deren Bestand auf ein kritisches Niveau
abgesunken ist oder deren Habitate so drastisch geschrumpft sind ,     daß sie als
unmittelbar vom Aussterben bedroht angesehen werden ,
und
- potentiell bedrohte Arten , d.h . Taxa , die wahrscheinlich in naher Zukunft in
die Kategorie " bedroht” überwechseln , wenn die kausalen Faktoren weiterhin
wirksam sind . Eingeschlossen sind Taxa , von denen die meisten oder alle
Populationen infolge von Überausbeutung , weitgehender Habitatzerstörung oder
anderer Umweltstörungen zurückgehen , Taxa mit Populationen , die ernsthaft
dezimiert worden sind und deren endgültiger Fortbestand noch nicht
gewährleistet ist ,    und Taxa mit Populationen ,      die noch große Bestände
aufweisen ,   in ihrem    Verbreitungsgebiet   jedoch  durch   ernsthafte  widrige
Faktoren bedroht sind ,
sowie
- endemische Arten mit      kleinem Verbreitungsgebiet ,    deren Bestand latent
gefährdet ist ;
 ---pagebreak---                                      - 12 -
b) " Habitat ":
- das normale Aufenthaltsgebiet ,       natürliche Vorkommensgebiet oder den
natürlichen Ort des Vorkommens einer bestimmten Art oder einer Population
einer bestimmten Art ,
- einen abgrenzbaren Typ von Gelände, Gebiet oder Standort , der sich durch
physische , geographische, Vegetations- und andere Merkmale auszeichnet.;
c ) " Gefahrdetes Habitat ":
einen Umwelttyp, der sich durch einen Komplex abiotischer Bedingungen und eine
biotische Gemeinschaft auszeichnet und der aufgrund seiner Seltenheit oder
aufgrund der Anfälligkeit der ökologischen Bedingungen oder aufgrund der
Anfälligkeit seiner besonders spezialisierten und charakteristischen Art oder
aufgrund seiner Tendenz , seltener zu werden , beeinträchtigt werden oder
verschwinden könnte . Hierbei bedeutet " verschwinden " Übergang zu einer anderen
                                                              «
Kategorie der allgemeinen Habitatklassifikation und "beeinträchtigt werden "
Verminderung seiner charakteristischen Merkmale ohne Übergang in eine andere
Kategorie ;
d ) " Exemplar ":
jedes lebende oder tote Tier oder jede lebende oder tote Pflanze der gemäß
Anhang II und Anhang III aufgeführten Arten ; ihre Teile und aus ihnen
gewonnene Erzeugnisse sowie jede andere Ware in den Fällen , in denen aus einem
Begleitpapier, aus der Verpackung, einem Warenzeichen, einer Aufschrift oder
irgendwelchen sonstigen Umständen hervorgeht , daß es sich um Teile von Tieren
oder Pflanzen dieser Arten oder um Erzeugnisse daraus handelt ;
e ) " Regionen ":
die in der Nomenklatur territorialer Einheiten für statistische Zwecke ( NUTS )
des Statistischen Amtes der Europäischen             Gemeinschaften    ( EUROSTAT )
festgelegten geographischen Verwaltungseinheiten :
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- auf der Stufe II für Griechenland ,    Frankreich , Italien , Portugal , Spanien
und das Vereinigte Königreich ,
- auf der Stufe I für die übrigen Mitgliedstaaten .
                                   HABITATSCHUTZ
                                     Artikel 4
Die Mitgliedstaaten ergreifen die erforderlichen Maßnahmen , um die natürlichen
und naturnahen Habitate der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten zu erhalten ,
und messen dabei in Übereinstimmung mit den Vorschriften dieser Richtlinie den
Habitaten der gefährdeten Arten, insbesondere der gefährdeten endemischen
Arten auf dem europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten , sowie den gefährdeten
natürlichen und naturnahen Habitaten besondere Bedeutung bei .
                                     Artikel 5
( 1 ) Die Habitate der in Übereinstimmung mit Anhang I festgelegten Arten und
die Typen der in Übereinstimmung mit Anhang IV festgelegten Habitate bedürfen
besonderer Erhaltungsmaßnahmen, damit das überleben der betreffenden Arten in
ihrem Verbreitungsgebiet auf einem zufriedenstellenden Niveau           sowie die
Erhaltung der betreffenden Habitate in allen Regionen ihres            Vorkommens
gesichert ist .
( 2 ) Die Mitgliedstaaten weisen innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf der in
Artikel 27 festgelegten Frist als besondere Schutzgebiete solche Gebiete aus ,
die sie als den in Anhang V ( a ) niedergelegten Kriterien entsprechend ansehen .
Sind nach Ablauf dieser Frist die zehn wichtigsten Gebiete in der Gemeinschaft
nicht von den Mitgliedstaaten ausgewiesen worden , so werden die restlichen
noch auszuweisenden
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Gebiete von der Kommission im darauffolgenden Jahr nach dem in Artikel 23
geregelten Verfahren identifiziert und dementsprechend von den Mitgliedstaaten
innerhalb eines Jahres nach der Entscheidung der Kommission ausgewiesen .
( 3 ) Innerhalb von spätestens acht Jahren nach Ablauf der in Artikel 27
festgelegten Frist weisen die Mitgliedstaaten als besondere Schutzgebiete
Gebiete aus , die nach Anzahl und Ausdehnung ausreichen , um
(i)     die Erhaltung der in Übereinstimmung mit Anhang I festgelegten Arten in
allen Regionen ihres Vorkommens auf zufriedenstellendem Niveau ,
Cii ) den Schutz der in Übereinstimmung mit Anhang IV festgelegten gefährdeten
Habitate samt den ihnen zugehörigen Tier- und Pflanzenarten in allen Regionen
ihres Vorkommens
zu gewährleisten .
Bei der Ausweisung dieser Gebiete wenden die Mitgliedstaaten insbesondere die
in Anhang V ( b ) festgelegten Kriterien an . Sie berücksichtigen zum mindesten
den Zeitplan und die Prioritäten , die in dem in Artikel 6 Absatz 2 erwähnten
Gemeinsamen Programm niedergelegt sind .
( 4 ) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission alle einschlägigen
Informationen über jedes Gebiet , das sie nach Absatz 2 und 3 ausweisen . Sie
verwenden zu diesem Zweck insbesondere das gemäß Anhang VI zu erstellende
Formula r .
( 5 ) Für die von Absatz 3 erfaßten Gebiete können die Mitgliedstaaten Ausnahmen
genehmigen,     wenn die für den Naturschutz zuständige Behörde aufgrund
wissenschaftlicher Beweise und einer Umweltverträglichkeitsprüfung davon
überzeugt ist , daß innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs die Kohärenz des in
Artikel 6 genannten Europäischen Netzes und sein Potential für die Erhaltung
der    Habitate  und  Arten  voll  erhalten  bleiben .  Die  Gründe  für  solche
Ausnahmeregelungen werden der Öffentlichkeit       zugänglich gemacht und der
Kommission mitgeteilt .
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                                     Artikel 6
( 1 ) Die Mitgliedstaaten beteiligen sich zusammen mit der Kommission an der
Errichtung eines Europäischen Netzes ausgewiesener besonderer Schutzgebiete
mit der Bezeichnung " NATURA 2000 ". Dieses Netz besteht aus sowohl im Rahmen
der Richtlinie 79 /409 / EWG als auch im Rahmen der vorliegenden Richtlinie
ausgewiesenen Gebieten . Sofern vor Ablauf der in Artikel 27 festgelegten Frist
keine gegenteilige Erklärung abgegeben wi rd,             gelten auch von den
Mitgliedstaaten im Rahmen des Ramsar-Übereinkommens ausgewiesene Gebiete als
im Rahmen der vorliegenden Richtlinie ausgewiesen . Das Europäische Netz umfaßt
Gebiete in ausreichender Anzahl und Ausdehnung, um die Erhaltung der in
Übereinstimmung mit Anhang I festgelegten Arten auf einem zufriedenstellenden
Niveau sowie die Erhaltung der in Übereinstimmung mit Anhang IV festgelegten
Habitattypen     in  allen  Regionen   ihres   Vorkommens   sicherzustellen . Das
Europäische Netz soll gewährleisten , daß diese Gebiete ein zusammenhängendes
Ganzes bilden , das den Schutzbedürfnissen der erwähnten Arten und Habitate der
in    den  Geltungsbereich  der   vorliegenden   Richtlinie   fallenden Land- und
 Seegebiete gerecht wird .
( 2)    Binnen zwei Jahren nach Ablauf der in Artikel 27 festgelegten Frist
verabschiedet die Kommission ein Gemeinsames Programm zur Entwicklung und zum
Ausbau des Europäischen Netzes in Übereinstimmung gemäß dem Verfahren nach
Artikel 23 . Das Gemeinsame Programm wird am Ende der in Artikel 5 Absatz 3
bezeichneten Acht jahresf ri st überprüft . Außerdem werden darin die von der
Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten auf den jeweiligen Zuständigkeitsebenen
zu treffenden Maßnahmen zur Unterstützung der Durchführung der Richtlinie
festgelegt . Diese Maßnahmen können Schutzerfordernisse, Ausbildungsstruktur
und Managementpläne , Forschung und Studien, Feldversuche , Überwachungssysteme
und die Bereitstellung von Mitteln umfassen .
                                     Artikel 7
( 1 ) Hinsichtlich der in Artikel 5 Absätze 2 und 3 genannten besonderen
Schutzgebiete treffen die Mitgliedstaaten die geeigneten Maßnahmen, um die
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Belastung und Beeinträchtigung von Habitaten oder Störungen von wi Id lebenden
Tier- und Pflanzenarten zu verhindern , soweit diese im Sinne der Zielsetzung
der vorliegenden Richtlinie wesentliche Auswirkungen auf die Arten oder
Habitattypen haben , für die das Gebiet ausgewiesen wurde .
( 2 ) Die Mitgliedstaaten erwägen hierbei insbesondere , welcher Schutzstatus
diesen Gebieten zu geben ist und ob in Übereinstimmung mit den ökologischen
Ansprüchen der betreffenden Arten und Habitattypen integrierte Managementpläne
auszuarbeiten sind .        Eine gemeinsame Typologie für die Ausweisung von
Schutzgebieten auf europäischer Ebene wird nach dem in Artikel 23
niedergelegten Verfahren angenommen .
( 3 ) Falls es zur Gewährleistung des Erhaltungsstatus einer Art notwendig ist ,
sehen     die     Mitgliedstaaten     die    Wiederherstellung    zerstörter    oder
beeinträchtigter Biotope oder die Schaffung neuer Biotope vor .
                                       Artikel 8
(1 )   Außerhalb   der   in   Artikel  5  Absatz   2  und  3   erwähnten  besonderen
Schutzgebiete im Sinne dieser Richtlinie bemühen sich die Mitgliedstaaten
außerdem um die Vermeidung von Belastungen und Beeinträchtigungen der
natürlichen und naturnahen Habitate .
( 2 ) Sie ergreifen ferner Maßnahmen ,      um den Schutz besonderer Merkmale der
Landschaft zu gewährleisten , einschließlich der in Übereinstimmung mit Anhang
VII festgelegten, die von herausragender lokaler Bedeutung für Tier- und
Pflanzenarten sind .
( 3 ) Die Mitgliedstaaten können auf die notwendige Mindestfläche beschränkte
Ausnahmen     von    Absatz    2   dieses   Artikels    zulassen,    sofern      die
Beeinträchtigungen ausgeglichen werden können und die Lebensfähigkeit von
biologischen Systemen, die die Schutzgebiete miteinander verbinden , und von
Arten , deren Erhaltung nicht durch Ausweisung besonderer Schutzgebiete allein
gewährleistet werden kann , nicht beeinträcht i gt wird .
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                                      Artikel 9
Die Mitgliedstaaten unterstützen die Kommission bei der Förderung
a ) des gemeinsamen oder koordinierten Managements von grenzüberschreitenden
Gebieten mit vorrangiger Bedeutung für die Erhaltung der in Übereinstimmung
mit Anhang I und II festgelegten wildlebenden Tier- und Pflanzenarten oder für
den Schutz der in Übereinstimmung mit Anhang IV festgelegten gefährdeten
Habitate ,
b ) der Erhaltung von unberührten Naturgebieten in der Gemeinschaft ,
c ) der Weitergabe des Fachwissens auf dem Gebiet des Managements besonderer
Schutzgebiete .
                           UMWELTVERTRAGLICHKEITSPRÜFUNG
                                     Artikel 10
Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen , um im Rahmen der
nationalen , regionalen und lokalen Planungs - und Entwicklungspolitiken zu
gewährleisten,    daß Schädigungen von natürlichen und naturnahen Habitaten und
Verluste     wildlebender    Tier-     und    Pflanzenarten  ( unter   besonderer
Berücksichtigung von Populationen oder Kolonien gefährdeter Arten ) vermieden
werden .
Sie gewährleisten auch , daß Personen , die an der Planung und Durchführung
dieser Politiken beteiligt sind, wie auch die Öffentlichkeit hinreichend über
die     Bestimmungen    der    vorliegenden     Richtlinie  informiert    werden .
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                                      Artikel 11
Die Richtlinie 85 / 337 / EW6 wird wie folgt geändert :
a ) An Artikel 4 Absatz 2 werden folgende Unterabsätze angefügt :
"Jedoch werden alle Projekte , die in einem besonderen Schutzgebiet angesiedelt
sind , das zu dem gemäß der Richtlinie .../ EWG eingerichteten Europäischen Netz
gehört , oder von denen angenommen werden kann , daß sie das Erhaltungspotential
eines solchen Gebietes beeinträchtigen können , einer Prüfung im Sinne der
Artikel 5 bis 10 unterzogen .
Alle Entwicklungspläne und -Programme , von denen angenommen wird , daß sie
besondere Schutzgebiete beeinträchtigen können , werden einer gleichwertigen
Prüfung unterzogen ."
b ) An Artikel 6 Absatz 1 wird folgender Unterabsatz angefügt :
" Die Mitgliedstaaten gewährleisten , daß die für Schutz und Verwaltung von
besonderen Schutzgebieten zuständigen Behörden und andere Organisationen , von
denen man annehmen kann, daß sie von dem Projekt oder Entwicklungsplan bzw .
-Programm betroffen sind , an den Prüfungsverfahren beteiligt werden und daß
ihre abschließende Stellungnahme der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird ."
                                      ARTENSCHUTZ
                                      Artikel 12
( 1 ) Die Mitgliedstaaten treffen geeignete Maßnahmen ,      um ein allgemeines
Schutzsystem für die in Übereinstimmung mit Anhang II           ( a ) festgelegten
Tierarten aufzubauen, das insbesondere verbietet :
a ) jede Form der Entnahme,        des Fangs und der absichtlichen Zerstörung,
Verletzung oder Tötung,
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b) jede absichtliche Störung , insbesondere während der Brut -, Aufzucht - und
Überwinterungszeiten,      soweit die Störung hinsichtlich der Ziele der
vorliegenden Richtlinie von Bedeutung ist ,
c ) jede absichtliche Zerstörung und Entnahme von Eiern aus der Natur und
Aufbewahrung dieser Eier, selbst wenn sie leer sind ,
d ) den Besitz und Verkauf von aus der Natur entnommenen Exemplaren .
( 2 ) Die in Absatz 1 Buchstaben a ), b ) und d ) genannten Verbote gelten für
alle Lebensstadien der Tiere, für die dieser Artikel gilt .
                                    Artikel 13
(1 )   Die  Mitgliedstaaten ergreifen   die erforderlichen   Maßnahmen ,  um ein
allgemeines    Schutzsystem für die    in Übereinstimmung mit     Anhang  II  ( b)
festgelegten Pflanzenarten aufzubauen , das insbesondere verbietet :
a ) das Pflücken, Sammeln, Abschneiden,        Ausgraben oder Zerstören solcher
Pflanzen am natürlichen Standort ,
b) den Besitz und Verkauf von aus der Natur entnommenen Exemplaren solcher
Arten .
( 2 ) Die in Absatz 1 Buchstaben a ) und b ) genannten Verbote gelten für alle
Lebensstadien der Pflanzen, für die dieser Artikel gilt .
                                    Artikel 14
( 1 ) Die Mitgliedstaaten ergreifen die erforderlichen Maßnahmen,   um den Schutz
der in Überei ns tynmung mit Anhang III festgelegten wildlebenden Tier- und
Pflanzenarten sicherzustellen .
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 ( 2 ) Eine kommerzielle oder sonstige Nutzung der in Anhang III ( a ) aufgeführten
Arten sollte nur bei Arten zugelassen werden, deren Population erwiesenermaßen
stabil ist oder zunimmt und die Nutzung erträgt . Eine solche Nutzung ist
Gegenstand eines Managementplans gemäß Anhang VIII , der die wildlebenden
Populationen dieser Arten auf einem zufriedenstellenden Niveau halten und
 lokales Aussterben oder ernsthafte Störungen verhindern soll .
 ( 3 ) Die Mitgliedstaaten verbieten das Ausgraben von ganzen lebenden
Wildpflanzen der in Übereinstimmung mit Anhang III ( b) festgelegten Arten oder
von Teilen dieser Pflanzen ( oder das Entfernen ihrer Zwiebeln, Knollen ,
Rhizome und /oder Wurzelstöcke als Ganzes oder in Teilen )      für Handels- und
Verkaufszwecke außer bei Arten,
a ) deren Population erwiesenermaßen stabil ist oder zunimmt und
b) deren Nutzung tragbar ist . Jede derartige Nutzung ist Gegenstand eines
Managementplans gemäß Anhang VIII .
( 4 ) Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen , um den Verkauf
und den Handel mit am natürlichen Standort ausgegrabenen Pflanzen oder
Pflanzenteilen der in Übereinstimmung mit Anhang III ( b) festgelegten Arten
(einschließlich ihrer Zwiebeln , Knollen , Rhizome und / oder Wurzelstöcke ) zu
verbieten , sofern die Nutzung nicht Gegenstand eines Managementplans mit den
in Anhang VIII festgelegten Zielen ist . Diese Maßnahmen betreffen auch das
Feilhalten oder die Ausstellung zum Verkauf sowie den Transport für
Verkaufszwecke .
(5)      Die   Mitgliedstaaten    treffen    gegebenenfalls  weitere     Maßnahmen ,
insbesondere :
a ) Schonzeiten und /oder andere Verfahren zur Regelung der Nutzung,
b) zeitweiliges oder örtlich begrenztes Nutzungsverbot zur Wiederherstellung
eines zufriedenstellenden Populationsstandes ,
c ) Regelung von Verkauf,      Besitz , Transport und Feilhalten von Exemplaren .
 ---pagebreak---                                       - 21
                                    Artikel 15
Hinsichtlich des Fangs oder der Tötung der in Übereinstimmung mit
Anhang III ( a ) festgelegten wildlebenden Tierarten und in Fällen von
Ausnahme regelungen gemäß Artikel 17 für Entnahme, Fang und Tötung von in
Übereinstimmung mit Anhang II           (a ) festgelegten Arten treffen die
Mitgliedstaaten Maßnahmen zum Verbot :
a ) des Gebrauchs der in Anhang IX ( a ) angegebenen Mittel ,
b) der Herstellung, des Verkaufs und der Benutzung der in Anhang IX ( b)
angegebenen nichtselektiven Fang- und Tötungsgeräte ,
c ) jeder Form der Jagd von Transportmitteln gemäß Anhang IX c ) aus .
                                    Artikel 16
Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen , um zu gewährleisten ,
daß sich Küstenfischerei und Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen durch
Netze auf die Erhaltung der in Übereinstimmung mit Anhang II festgelegten
gefährdeten Arten und - soweit möglich - anderer wildlebender Tier- und
Pflanzenarten nicht schädlich auswirken .
                                    Artikel 17
( 1 ) Die Mitgliedstaaten können Ausnahmen von den Vorschriften der Artikel 12 ,
13 und 14 zum Verbot der Benutzung der in Artikel 15 Buchstabe a ) erwähnten
Mittel zulassen, wenn keine andere befriedigende Lösung möglich ist und sich
die Ausnahme auf die Aufrechterhaltung zufriedenstellender Bestände der
betreffenden Population im natürlichen Verbreitungsgebiet nicht schädlich
auswirkt :
a ) zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten ,
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b ) zur Verhütung ernster        Schäden an Kulturen ,   Viehbeständen ,    Wäldern ,
Fischgründen , Gewässern und anderem Eigentum ,
c ) im Interesse von Volksgesundheit und Sicherheit ,
d ) zu Zwecken        der Forschung und Ausbildung,            Bestandsauffüllung ,
Wiederansiedlung ,    der für diese Zwecke erforderlichen Aufzucht und der
künstlichen Vermehrung von Pflanzen ,
e ) um unter streng kontrollierten Bedingungen auf selektiver Grundlage und in
beschränktem Ausmaß Entnahme und Besitz gewisser wildlebender Tier- und
Pflanzenarten in kleinen Mengen zu ermöglichen .
( 2 ) Die Mitgliedstaaten berichten der Kommission jährlich über die nach diesem
Artikel erteilten Ausnahmegenehmigungen .
( 3 ) In den Berichten ist folgendes anzugeben :
a ) die Arten , für die die Ausnahmeregelung gilt ,
b ) die für Fang und Tötung zugelassenen Mittel , Regelungen oder Methoden ,
c ) die Art der Risiken und die zeitlichen und örtlichen Umstände ,      unter denen
solche Ausnahmegenehmigungen erteilt werden können ,
d ) die Behörde , die befugt ist zu erklären , daß die erforderlichen
Voraussetzungen erfüllt sind , und die beschließen kann , welche Mittel ,
Einrichtungen    oder   Methoden  innerhalb  welcher   Grenzen   und  von    welchen
Personen verwendet werden dürfen .
e ) die angewandten Kontrol Imaßnahmen .
 ---pagebreak---                                       - 23 -
                                    Artikel 18
Oie von den Mitgliedstaaten zur Durchführung dieser Richtlinie ergriffenen
Maßnahmen berühren in keiner Weise deren Verpflichtung gemäß den Bestimmungen
der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften zur Durchführung des Übereinkommens
über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten wildlebender Tiere und
Pflanzen in der Gemeinschaft .
                                   INFORMATIONEN
                                    Artikel 19
(1 )   Die  Mitgliedstaaten  legen  nach   Ablauf   der  in  Artikel   5 Absatz  5
angegebenen Frist und anschließend alle drei jahre einen vollständigen Bericht
über die Durchführung der gemäß der vorliegenden Richtlinie erlassenen
nationalen Bestimmungen vor . Dieser Bericht wird der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht und der Kommission zugestellt .
( 2 ) Die Kommission arbeitet aufgrund der in Absatz 1 genannten Informationen
und der im Rahmen des gemeinschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramms
im Bereich       des Umweltschutzes      erzielten    Forschungsergebnisse einen
zusammenfassenden Bericht aus .     Dieser Bericht enthält eine zweckdienliche
Bewertung der aufgrund der Richtlinie erzielten Fortschritte .        Der Teil des
Entwurfs für diesen Bericht , der die von       einem Mitgliedstaat übermittelten
Informationen betrifft , wird den Behörden      dieses Mitgliedstaats zur Prüfung
übermittelt . Die endgültige Fassung des       Berichts wird von der Kommission
veröffentlicht und den Mitgliedstaaten, dem    Parlament und dem Rat vorgelegt .
( 3 ) Die Kommission veröffentlicht jährlich im Amtsblatt der Europäischen
Gemeinschaften die Liste der von den Mitgliedstaaten mitgeteilten
ausgewiesenen Gebiete . Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, daß die nach dieser
Richtlinie ausgewiesenen Gebiete mit Hinweisen gemäß Anhang X klar
gekennzeichnet werden .
 ---pagebreak---                                        - 24 -
                                      FORSCHUNG
                                    Artikel 20
C1 ) Die Mitgli edstaaten fördern Forschungen und sonstige Arbeiten , die als
Grundlage für Schutz , Betreuung und Nutzung der Population aller in Artikel 1
genannten wildlebenden Tier-    und Pflanzenarten erforderlich sind .
( 2 ) Besondere Aufmerksamkeit wird den Forschungen und Arbeiten zu den in
Übereinstimmung mit Anhang XI festgelegten Themen gewidmet ; dabei ist die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung besonders
förderungswürdig .     Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission alle
erforderlichen Informationen , damit sie geeignete Maßnahmen zur Koordinierung
der in diesem Artikel genannten Forschungen und Arbeiten treffen kann .
( 3 ) Die Mitgliedstaaten und die Kommission fördern multidisziplinäre Analysen
und Bewertungen mit dem Ziel der Erweiterung wissenschaftlich abgesicherter
Kenntnisse , auf denen die aufgrund der vorliegenden Richtlinie durchgeführten
Maßnahmen aufbauen     können . Diese   Informationen sollten der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden .
                                ÄNDERUNGSVERFAHREN
                                    Artikel 21
Jede Änderung der Artikel dieser Richtlinie wird gemäß      Artikel 130 s zweiter
Absatz des Vertrages vom Rat mit qualifizierter Mehrheit beschlossen .
                                    Artikel 22
( 1 ) Sofern die Artikel dieser Richtlinie nähere Angaben in Übereinstimmung mit
den Anhängen dieser Richtlinie vorsehen , werden diese Angaben innerhalb eines
Jahres nach Bekanntgabe der Richtlinie gemäß dem in Artikel 23
 ---pagebreak---                                        - 25 -
festge Legten Verfahren angenommen .
( 2 ) Änderungen zum Zwecke der Anpassung der Anhänge an den technischen und
wissenschaftlichen    Fortschritt   werden  nach  dem  Verfahren  des  Artikels 23
er lassen .
                                     Artikel 23
( 1 ) Der Kommission steht ein Ausschuß zur Anpassung dieser Richtlinie an den
technischen und wissenschaftlichen Fortschritt zur Seite / der aus Vertretern
der Mitgliedstaaten besteht und in dem ein Vertreter der Kommission den
Vorsitz führt .
( 2)   Der Vertreter der Kommission     legt dem Ausschuß einen Entwurf     der zu
treffenden Maßnahmen vor . Der Ausschuß nimmt zu diesem Entwurf innerhalb einer
Frist Stellung , die der Vorsitzende je nach Dringlichkeit der betreffenden
Angelegenheit festsetzt . Die Stellungnahme kommt mit der in Artikel 148 Absatz
2 des Vertrages festgelegten Mehrheit in den Fällen zustande , in denen der Rat
auf Vorschlag der Kommission entscheidet . Die Stimmen der Vertreter der
Mitgliedstaaten werden gemäß diesem Artikel gewichtet . Der Vorsitzende nimmt
an der Abstimmung nicht teil .
(3)   Die von der Kommission verabschiedeten Maßnahmen treten sofort in Kraft .
Entsprechen    sie   jedoch   nicht   der   Stellungnahme   des  Ausschusses ,  so
unterrichtet die Kommission hierüber unverzüglich den Rat . In diesem Fall :
- kann die Kommission die Durchführung der von ihr beschlossenen Maßnahmen um
höchstens einen Monat - gerechnet vom Datum ihrer Mitteilung an - aufschieben ;
- kann der Rat binnen dieser Frist mit qualifizierter Mehrheit eine andere
Entscheidung treffen .
 ---pagebreak---                                            - 26
                                        Ü3ERWACHUNG
                                         Art i keL 24
(1 ) Die     Mitgliedstaaten     treffen   alle    erforderlichen    Maßnahmen ,   um    die
Überwachung      der     biotischen    Gemeinschaften      und    Populationen    der     in
Übereir-stirumung    mit   Anhang   I  festgelegten     Arten  in   den  nach    Artikel   5
 ---pagebreak---                                         - 27 -
ausgewiesenen Gebieten zu gewährleisten .      Sie übermitteln der Kommission die
bei der Überwachung gewonnenen Erkenntnisse, so daß die Kommission geeignete
Schritte im Hinblick auf die Koordinierung einleiten kann , deren es zur
Verwirklichung der Ziele dieser Richtlinie bedarf .
( 2 ) Kommission und Mitgliedstaaten arbeiten zusammen ,    um die Übereinstimmung
der überwachungs- und Meßmethoden zu gewährleisten .
                               ERGÄNZENDE BESTIMMUNGEN
                                      Artikel 25
(1 )    Bei   der   Durchführung    dieser   Richtlinie  verpflichten   sich   die
Mitgli edstaaten ,
a ) die Wiederansiedlung einheimischer wildlebender Plfanzen - und Tierarten zu
fördern, wenn dies zu deren Erhaltung beiträgt , vorausgesetzt , daß eine
Untersuchung auch unter Berücksichtigung der in anderen Mitgliedstaaten oder
Drittländern gemachten Erfahrungen ergeben hat ,               daß eine solche
Wiederansiedlung durchführbar und vertretbar ist ;
b) zu gewährleisten, daß das Aussetzen einer Art , die in der betreffenden
Region nicht natürlich vorkommt , sich nicht nachteilig auf die örtlichen
wildlebenden Tier- und Pflanzenarten oder ihre natürlichen Habitate auswirkt .
Sie konsultieren hierzu die Kommission ;
c)    die   Erziehung und    Aufklärung über    die Notwendigkeit   der  Erhaltung
wildlebender Tier- und Pflanzenarten und ihrer Habitate zu fördern .
 ---pagebreak---                                      - 2ε -
                                   Artikel 26
Die zur Durchführung dieser Richtlinie getroffenen Maßnahmen dürfen nicht zur
Verschlechterung der bestehenden Lage der Erhaltung der in Artikel 1 genannten
wildlebenden Tier- und Pf lanzenarton und -gemeinschaften führen .
                                   Artikel 27
27.1 . Die Mitgliedstaaten setzen die Rechts- und Verwaltungsvorschriften in
Kraft , die erforderlich sind . um dieser Richtlinie binnen zwei Jahren nach
ihrer Bekanntgabe nachzukommen , Sie setzen die Kommission unverzüglich davon
in Kenntnis .
27.2 .    Die  Mitgliedstaaten   teilen    der  Kommission  den    Wortlaut der
einzelstaatlichen Vorschriften mit ,    die sie auf dem unter diese Richtlinie
fallenden Gebiet erlassen .
                                   Artikel 28
Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet .
Geschehen zu Brüssel am
                                                             Im Namen des Rates
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ANHANG I
Tiere und Pflanzen , deren Lebensräume in der Gemeinschaft gefährdet sind :
a ) Tiere
b ) Pflanzen
ANHANG II
Tier- und Pflanzenarten , die in der Gemeinschaft gefährdet sind :
a ) Tiere
b ) Pflanzen
ANHANG III
Tiere und Pflanzen ,     deren Nutzung Gegenstand eines Managementplans sein
sollte :
a ) Tiere
b ) Pflanzen
ANHANG IV
Gefährdete natürliche und naturnahe Lebensräume in der Gemeinschaft
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ANHANG VI
Erforderliche Angaben bei der Übermittlung von Daten über die Ausweisung
besonderer Schutzgebiete
ANHANG VII
Typen bestimmter Landschaftsmerkmale von herausragender örtlicher Bedeutung
für Tier - und Pflanzenarten
ANHANG X
Hinweise über die Ausweisung von Lebensräumen als besondere Schutzgebiete
ANHANG XI
Forschung als Grundlage für den Schutz ,  das Management und die Nutzung aller
in Artikel 1 genannten wildlebenden Tier- und Pflanzenarten und Habitate
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                                  ANHANG V ( a )
Kriterien für die Ausweisung von Gebieten als besondere Schutzgebiete von
europäischer Bedeutung für den Naturschutz , die innerhalb der ersten beiden
Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie zur Anwendung kommen müssen :
Die Kriterien für die Ausweisung von Gebieten als besondere Schutzgebiete von
Bedeutung für den Naturschutz auf Gemeinschaftsebene sind :
Kriterium 1 ) Vorkommen von gefährdeten Pflanzen- oder Tierarten ;
Kriterium 2 ) Vorkommen von gefährdeten Habitaten .
Bei der Anwendung von Kriterium 1 ) sollten mindestens die Gebiete ausgewiesen
werden, die eine oder beide der folgenden Voraussetzungen erfüllen :
- Diese Gebiete gehören zu den 10 wichtigsten der Gemeinschaft hinsichtlich
  der Erhaltung jeder der nach Anhang I festgelegten Arten .
- Diese Gebiete gehören zu den beiden wichtigsten einer Region hinsichtlich
  der Erhaltung der nach Anhang I festgelegten Arten , soweit diese Region
   regional bedeutende Gebiete für die betreffenden Arten aufweist .
Zur Bewertung der Bedeutung der Gebiete werden deren Größe , Stabilität und die
im Gebiet vorkommende Population herangezogen .
Bei der Anwendung von Kriterium 2 ) sollten mindestens die Gebiete ausgewiesen
werden , die eine oder beide der folgenden Voraussetzungen erfüllen :
- Diese Gebiete gehören zu den 10 wichtigsten der Gemeinschaft hinsichtlich
  der Erhaltung jedes der nach Anhang IV festgelegten Habitattypen .
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 Diese Gebiete gehören zu den beiden wichtigsten einer Region hinsichtlich
der Erhaltung jedes der nach Anhang IV festgelegten Habitattypen , sofern
diese Region regional bedeutende Gebiete für diesen Habitattyp aufweist . Zur
Bewertung ihrer Bedeutung werden Größe und Repräsentativität herangezogen .
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                                   ANHANG V ( b )
Kriterien für die Ausweisung von Gebieten als besondere Schutzgebiete von
europäischer Bedeutung für den Naturschutz .
Die Kriterien für die Ausweisung von Gebieten als besondere Schutzgebiete von
Bedeutung für den Naturschutz auf Gemeinschaftsebene sind :
Kriterium 1 ) Vorkommen von gefährdeten Pflanzen- oder Tierarten
Kriterium 2 ) Vorkommen von gefährdeten Habitaten
Kriterium 3 )  Vielfalt der   im Gebiet vorkommenden Arten einer taxonomi sehen
              Gruppe ( Klasse, Ordnung, Familie ).
Bei der Anwendung von Kriterium 1 ) sollten mindestens die Gebiete ausgewiesen
werden , die eine oder beide der folgenden Voraussetzungen erfüllen :
- Diese Gebiete gehören zu den 100 wichtigsten der Gemeinschaft hinsichtlich
  der Erhaltung jeder der nach Anhang I festgelegten Arten .
- Diese Gebiete gehören zu den 5 wichtigsten einer Region hinsichtlich der
  Erhaltung jeder der nach Anhang I festgelegten Arten , soweit diese Region
  regional bedeutende Gebiete für die betreffende Art auf weist .
Zur Bewertung der Bedeutung der Gebiete werden deren Größe , Stabilität und die
im Gebiet vorkommenden Populationen herangezogen .
Bei der Anwendung von Kriterium 2 ) sollten mindestens die Gebiete ausgewiesen
werden, die eine oder beide der folgenden Voraussetzungen erfüllen :
- Diese Gebiete gehören zu den 100 wichtigsten der Gemeinschaft hinsichtlich
  der Erhaltung jedes der nach Anhang IV festgelegten Habitattypen .
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- Diese Gebiete gehören zu den 5 wichtigsten einer Region hinsichtlich der
   Erhaltung jedes der nach Anhang IV festgelegten Habi tattypen , soweit diese
   Region regional bedeutende Gebiete für diesen Habitattyp aufweist . Zur
   Bewertung der Bedeutung werden Größe und Repräsentativität herangezogen .
Die Mitgliedstaaten können in einer Region weniger als 5 Gebiete oder im Fall
einer nach Anhang I festgelegten Art , deren gesamte Population auf ihrem
Territorium konzentriert ist , weniger als 100 Gebiete ausweisen , wenn :
a ) kein nicht ausgewiesenes Gebiet wichtiger als andere in derselben Region
    bereits ausgewiesene ist und
b)   in einer Region mehr als die Hälfte der in Frage kommenden Gebiete
    ausgewiesen worden ist und
c ) mehr als die Hälfte der regionalen Population der Art          in besonderen
    Schutzgebieten vorkommt .
Was Kriterium 3 )   betrifft ,   so sollten zusätzlich zu den Gebieten ,     die
Kriterium 1 ) und Kriterium 2 ) entsprechen ,  Gebiete aufgenommen werden ,  die
außergewöhnlich reich an wichtigen Arten einer oder mehrerer taxonomischer
Gruppen sind .
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                                   ANHANG VIII
              Managementplan für die in den Anhängen III a ) und b )
           aufgeführten nutzbaren wildlebenden Tier- und Pflanzenarten
Der in Artikel 10 erwähnte Managementplan muß gewährleisten :
a ) daß die Nutzung tragbar ist ,
b ) daß die Nutzung in korrekter Form geregelt , überwacht und jedes Jahr neu
    überprüft wird , um sicherzustellen, daß die Population stabil bleibt oder
    zunimmt ,
c ) daß die Nutzung nicht die Fähigkeit von Populationen der genutzten Arten
    beeinträchtigt , sich an einzelnen Standorten von natürlichen oder vom
    Menschen verursachten Verlusten zu erholen .
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                                       ANHANG IX
                       Verbotene Methoden und Mittel des Fangs ,
                              der Tötung und Beförderung
SÄUGETIERE
( a ) - Schlingen
      - als Lockmittel verwendete geblendete oder verstümmelte lebende Tiere
      - Tonbandgerate
      - elektrische Vorrichtungen , die töten oder betäuben können
      - künstliche Lichtquellen
      - Spiegel oder sonstige Vorrichtungen zum Blenden
      - Vorrichtungen zur Beleuchtung von Zielen
      - Visiervorrichtungen für das Schießen        bei   Nacht  mit elektronischem
        Bildverstärker oder Bi Idumwandler
      - Sprengstoffe
      - KK,  *9A
            Af
         Netze    C1 )
      -  CM
         Fallen < 1 >
         Cal   I an
      - Armbrüste
      - Gift und vergiftete oder betäubende Köder
      - Begasen oder Ausräuchern
      - halbautomatische oder automatische Waffen ,     deren Magazin mehr als zwei
         Patronen auf nehmen kann
( b ) - Tellereisen
      - Drahtschlingen
( c ) - Flugzeuge
      - fahrende Kraftfahrzeuge
FISCHE
( a ) - Gift
      - Sprengstoffe
C1 ) Soweit damit Tiere in größeren Mengen oder wahllos gefangen oder getötet
      werden .
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             AUSWIRKUNGEN AUF WETTBEWERBSFÄHIGKEIT UND BESCHÄFTIGUNG
  I.  Wodurch ist die Maßnahme in erster Linie gerechtfertigt ?
      Schutz der natürlichen und naturnahen Lebensräume und der wildlebenden
      Tier- und Pflanzenarten .
 II . Merkmale der betroffenen Unternehmen . Insbesondere :
      a ) Gibt es eine große Anzahl von KMU?
          Nein
      b) Konzentrieren sie sich in Regionen ,
          - die für die regionalen Beihilfen der Mitgliedstaaten in Betracht
            kommen ?
          - die für Zuschüsse aus dem EFRE in Betracht kommen ?
          Abgesehen von den vor allem in Frankreich , Griechenland, Spanien ,
          Portugal und im Vereinigten Königreich bestehenden Produktionsstätten
          für Tellereisen,   die sich um die Pfoten schließen ,    haben die in der
          Richtlinie vorgesehenen Maßnahmen keine regional unterschiedlichen
          Auswirkungen .
III . Welche Verpflichtungen werden den Unternehmen direkt auferlegt ?
      Nach Artikel 12 und 13 sind der Kauf und Verkauf wilder Exemplare der in
      den Anhängen II ( a ) und II ( b ) auf geführten Arten untersagt . Jedoch
      besteht die Möglichkeit für Ausnahmen bei Fällen, in denen keine andere
      befriedigende Lösung existiert und die Ausnahmeregelung der betroffenen
      Population nicht schadet .      Diese Möglichkeiten sind in Artikel 17
      genannt . Weiterhin schreibt Artikel 14 vor , daß die kommerzielle Nutzung
      der in den Anhängen IllCa )       und III(b) genannten Arten durch einen
      Managementplan geregelt sein muß ,            um sicherzustellen ,   daß die
      wildlebenden Populationen dieser Art auf einem zufriedenstellenden
      Niveau erhalten und das lokale Verschwinden oder ernstliche Störungen
      dieser    Populationen  vermieden    werden .    Nach  Artikel   15  ist  die
      Herstellung von Tellereisen, die sich um die Pfoten schließen ,       und von
      sich zuziehenden Schlingen untersagt .
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 IV . Welche Verpflichtungen könnten die örtlichen Behörden den Unternehmen
       Indirekt auf er legen ?
       Für die von den Mitgliedstaaten ausgewiesenen besonderen Schutzgebiete
       können     nach     Bedarf      Managementpläne     auf gestellt    werden ,     um
       sicherzustellen, daß die darin ausgeübten wirtschaftlichen Tätigkeiten
       und    besonders    die    sich   darin    niederlassenden     oder   entwicklnden
       Unternehmen voll und ganz mit dem Schutz der natürlichen und naturnahen
       Lebensräume     und    den    darin    vorkommenden     wildlebenden    Tier-   und
       Pflanzenarten verträglich sind .
  V.   Gibt es Sondermaßnahmen für KMU? - welche ?
       Nein
 VI .  Welches sind die voraussichtlichen Auswirkungen
       a ) auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ?
           Keine Auswirkungen
       b ) auf die Beschäftigung ?
           Unbedenkliche Auswirkungen
VII .  Sind die Sozi alpartner konsultiert worden ?
       - Stellungnahme der Sozialpartner
       Die    notwendigen     Konsultationen      werden    im    Rahmen   der    normalen
       institutionellen Verfahren der Gemeinschaft stattfinden .
Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 85 / 337 / EWG wird dahingehend geändert , daß
alle Projekte , die in einem gemäß der vorliegenden Richtlinie ausgewiesenen
besonderen Schutzgebiet angesiedelt sind , oder von denen angenommen werden
kann, daß sie das Erhaltungspotential eines solchen Gebietes beeinträchtigen
können ,   Gegenstand einer Umweltverträglichkeitsprüfung im Sinne der Artikel 5
bis 10 sein müssen .
Alle Entwicklungspläne oder -programme , von denen angenommen wird , daß sie
besondere Schutzgebiete beeinträchtigen können , werden einer gleichwertigen
Prüfung unterzogen .