CELEX: 62019CA0128
Language: de
Date: 2021-05-20 00:00:00
Title: Rechtssache C-128/19: Urteil des Gerichtshofs (Vierte Kammer) vom 20. Mai 2021 (Vorabentscheidungsersuchen der Corte suprema di cassazione — Italien) — Azienda Sanitaria Provinciale di Catania/Assessorato della Salute della Regione Siciliana (Vorlage zur Vorabentscheidung – Staatliche Beihilfen – Agrarsektor – Schlachtung von Tieren, die an Infektionskrankheiten leiden – Entschädigung der Tierzüchter – Anmelde- und Stillhaltepflichten – Art. 108 Abs. 3 AEUV – Begriffe „bestehende Beihilfe“ und „neue Beihilfe“ – Verordnung [EG] Nr. 659/1999 – Freistellungen nach Beihilfearten – Verordnung [EU] Nr. 702/2014 – De-minimis-Beihilfen – Verordnung [EU] Nr. 1408/2013)

12.7.2021   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 278/4
            
         
      Urteil des Gerichtshofs (Vierte Kammer) vom 20. Mai 2021 (Vorabentscheidungsersuchen der Corte suprema di cassazione — Italien) — Azienda Sanitaria Provinciale di Catania/Assessorato della Salute della Regione Siciliana
      (Rechtssache C-128/19) (1)
      
      (Vorlage zur Vorabentscheidung - Staatliche Beihilfen - Agrarsektor - Schlachtung von Tieren, die an Infektionskrankheiten leiden - Entschädigung der Tierzüchter - Anmelde- und Stillhaltepflichten - Art. 108 Abs. 3 AEUV - Begriffe „bestehende Beihilfe“ und „neue Beihilfe“ - Verordnung [EG] Nr. 659/1999 - Freistellungen nach Beihilfearten - Verordnung [EU] Nr. 702/2014 - De-minimis-Beihilfen - Verordnung [EU] Nr. 1408/2013)
      (2021/C 278/04)
      Verfahrenssprache: Italienisch
      
         Vorlegendes Gericht
      
      Corte suprema di cassazione
      
         Parteien des Ausgangsverfahrens
      
      
         Klägerin: Azienda Sanitaria Provinciale di Catania
      
         Beklagter: Assessorato della Salute della Regione Siciliana
      
         Beteiligter: AU
      
         Tenor
      
      Art. 108 Abs. 3 AEUV ist dahin auszulegen, dass eine von einem Mitgliedstaat eingeführte Maßnahme, mit der für einen Zeitraum, der sich über mehrere Jahre erstreckt, und in Höhe von 20 Mio. Euro zum einen eine Entschädigung für Tierzüchter, die gezwungen gewesen waren, an Infektionskrankheiten leidende Tiere zu schlachten, und zum anderen die Honorare der freiberuflich tätigen Tierärzte, die für die Sanierungstätigkeiten eingesetzt wurden, finanziert werden sollen, dem in dieser Bestimmung vorgesehenen Verfahren der Vorabkontrolle zu unterziehen ist, wenn diese Maßnahme nicht von einer Genehmigungsentscheidung der Europäischen Kommission gedeckt ist, es sei denn, sie erfüllt die in der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 der Kommission vom 25. Juni 2014 zur Feststellung der Vereinbarkeit bestimmter Arten von Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten mit dem Binnenmarkt in Anwendung der Artikel 107 und 108 [AEUV] oder die in der Verordnung (EU) Nr. 1408/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 [AEUV] auf De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor vorgesehenen Voraussetzungen.
      
         (1)  ABl. C 182 vom 27.5.2019.