CELEX: 42010X0731(03)
Language: de
Date: 2010-07-31 00:00:00
Title: Regelung Nr. 125 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich des Sichtfeldes des Fahrzeugführers nach vorn

31.7.2010   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               L 200/38
            
         Nur die von der UN/ECE verabschiedeten Originalfassungen sind international rechtsverbindlich. Der Status dieser Regelung und das Datum ihres Inkrafttretens sind der neuesten Fassung des UN/ECE-Statusdokuments TRANS/WP.29/343 Rev. X zu entnehmen, das von folgender Website abgerufen werden kann:
   http://www.unece.org/trans/main/wp29/wp29wgs/wp29gen/wp29fdocstts.html
   Regelung Nr. 125 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich des Sichtfeldes des Fahrzeugführers nach vorn
   Einschließlich des gesamten gültigen Textes bis:
   
                
            
            
               Ergänzung 1 zur ursprünglichen Fassung der Regelung — Tag des Inkrafttretens: 3. Februar 2008
            
         
                
            
            
               Ergänzung 2 zur ursprünglichen Fassung der Regelung — Tag des Inkrafttretens: 19. August 2010
            
         INHALTSVERZEICHNIS
   REGELUNG
   
               1.
            
            Anwendungsbereich und Zweck
         
               2.
            
            Begriffsbestimmungen
         
               3.
            
            Antrag auf Genehmigung
         
               4.
            
            Genehmigung
         
               5.
            
            Vorschriften
         
               6.
            
            Prüfverfahren
         
               7.
            
            Änderung des Fahrzeugtyps und Erweiterung der Genehmigung
         
               8.
            
            Übereinstimmung der Produktion
         
               9.
            
            Maßnahmen bei Abweichung der Produktion
         
               10.
            
            Endgültige Einstellung der Produktion
         
               11.
            
            Namen und Anschriften der Technischen Dienste, die die Prüfungen für die Genehmigung durchführen, und der Behörden
         ANHÄNGE
   
               Anhang 1 —
            
            Mitteilung über die Erweiterung oder die Versagung oder die Zurücknahme oder die endgültige Einstellung der Produktion für einen Fahrzeugtyp hinsichtlich des Sichtfelds des Fahrzeugführers nach vorn nach der Regelung Nr. XX
         
               Anhang 2 —
            
            Anordnungen der Genehmigungszeichen
         
               Anhang 3 —
            
            Verfahren zur Bestimmung des H-Punkts und des tatsächlichen Rumpfwinkels für die Sitzplätze in Kraftfahrzeugen
         
               Anhang 4 —
            
            Methode zur Übertragung der primären Bezugspunkte des Fahrzeugs auf das dreidimensionale Koordinatensystem
         1.   ANWENDUNGSBEREICH UND ZWECK
   
               1.1.
            
            
               Diese Regelung gilt für das Sichtfeld der Fahrzeugführer von Fahrzeugen der Klasse M1 (1) in einem Winkel von 180° nach vorn.
            
         
               1.2.
            
            
               Sie soll sicherstellen, dass ein angemessenes Sichtfeld vorhanden ist, wenn die Windschutzscheibe und die übrigen verglasten Flächen trocken und sauber sind.
            
         
               1.3.
            
            
               Die Vorschriften dieser Regelung sind so formuliert, dass sie auf Fahrzeuge der Klasse M1 mit Linkslenkung anwendbar sind. Auf Fahrzeuge der Klasse M1 mit Rechtslenkung sind diese Vorschriften, gegebenenfalls nach Umkehrung, sinngemäß anzuwenden.
            
         2.   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
   Im Sinne dieser Regelung ist (sind):
   
               2.1.
            
            
               „Genehmigung eines Fahrzeugtyps“ das vollständige Verfahren, nach dem eine Vertragspartei des Übereinkommens bescheinigt, dass ein Fahrzeugtyp den technischen Vorschriften dieser Regelung entspricht.
            
         
               2.2.
            
            
               „Fahrzeugtyp hinsichtlich des Sichtfelds“ die Fahrzeuge, die sich in folgenden wesentlichen Merkmalen nicht unterscheiden:
               
                           2.2.1.
                        
                        
                           den innerhalb des in Abschnitt 1 genannten Bereichs liegenden äußeren und inneren Formen und Anordnungen, die Einfluss auf die Sichtverhältnisse haben können, und
                        
                     
                           2.2.2.
                        
                        
                           der Form und den Abmessungen der Windschutzscheibe und ihrer Befestigung.
                        
                     
         
               2.3.
            
            
               „dreidimensionales Koordinatensystem“ ein aus einer vertikalen Längsebene X-Z, einer horizontalen Ebene X-Y und einer vertikalen Querebene Y-Z bestehendes Bezugssystem (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 6), das dazu verwendet wird, die Lage von in den Konstruktionszeichnungen festgelegten Punkten und ihre tatsächliche Lage im Fahrzeug einander räumlich zuzuordnen. Das Verfahren zur Ausrichtung des Fahrzeugs im Koordinatensystem ist in Anhang 4 beschrieben. Alle auf den Boden-Nullpunkt bezogenen Koordinaten sind für ein Fahrzeug in fahrbereitem Zustand (2) und mit einem Beifahrer auf dem Vordersitz, dessen Masse 75 kg ± 1 % beträgt, zu berechnen.
               
                           2.3.1.
                        
                        
                           Fahrzeuge mit einer Radaufhängung, die die Veränderung der Bodenfreiheit ermöglicht, sind unter den vom Hersteller angegebenen normalen Betriebsbedingungen zu prüfen.
                        
                     
         
               2.4.
            
            
               „Primäre Bezugspunkte“ Vertiefungen, Oberflächen, Markierungen und Kennzeichen auf dem Fahrzeugaufbau. Die Art der verwendeten Markierungen, die Lage jeder dieser Markierungen bezüglich der x-, y- und z-Achse des dreidimensionalen Koordinatensystems und eine Konstruktionsgrundebene sind vom Hersteller anzugeben. Diese Markierungen können die für die Prüfung der Karosseriemontage verwendeten Punkte sein.
            
         
               2.5.
            
            
               „Rückenlehnenwinkel“ der in Anhang 3 Absatz 2.6 oder 2.7 definierte Winkel.
            
         
               2.6.
            
            
               „Tatsächlicher Rückenlehnenwinkel“ der in Anhang 3 Absatz 2.6 definierte Winkel.
            
         
               2.7.
            
            
               „Konstruktiv festgelegter Rückenlehnenwinkel“ der in Anhang 3 Absatz 2.7 definierte Winkel.
            
         
               2.8.
            
            
               „V-Punkte“ Punkte, deren Lage im Fahrzeuginnenraum bestimmt ist durch die vertikale Längsebene durch die Mitte der am weitesten außen liegenden Sitzpositionen der Vordersitze und in Bezug auf den R-Punkt sowie auf den konstruktiv festgelegten Rückenlehnenwinkel, die zur Prüfung der Übereinstimmung mit den Vorschriften für das Sichtfeld verwendet werden.
            
         
               2.9.
            
            
               „R-Punkt oder Sitzplatzbezugspunkt“ der in Anhang 3 Absatz 2.4 definierte Punkt.
            
         
               2.10.
            
            
               „H-Punkt“ der in Anhang 3 Absatz 2.3 definierte Punkt.
            
         
               2.11.
            
            
               „Windschutzscheibenbezugspunkte“ Punkte an den Schnittpunkten zwischen der Windschutzscheibe und den Linien, die von den V-Punkten nach vorn zur äußeren Oberfläche der Windschutzscheibe verlaufen.
            
         
               2.12.
            
            
               „Beschussgeschütztes Fahrzeug“ ein Fahrzeug, das zum Schutz der beförderten Personen oder Güter schusssicher gepanzert ist.
            
         
               2.13.
            
            
               „Durchsichtige Fläche“ die Fläche auf der Windschutzscheibe oder einer anderen verglasten Fläche, deren senkrecht zur Scheibenfläche gemessene Lichtdurchlässigkeit nicht kleiner als 70 % ist. Bei beschussgeschützten Fahrzeugen darf die Lichtdurchlässigkeit nicht kleiner als 60 % sein.
            
         
               2.14.
            
            
               „P-Punkte“ die Punkte, um die sich der Kopf des Fahrzeugführers dreht, wenn er auf einer horizontalen Ebene in Augenhöhe befindliche Objekte betrachtet.
            
         
               2.15.
            
            
               „E-Punkte“ Punkte, die die Mittelpunkte der Augen des Fahrzeugführers darstellen und mit deren Hilfe die Verdeckung des Sichtfelds durch die A-Säulen bestimmt wird.
            
         
               2.16.
            
            
               „A-Säule“ jede Art von Dachstütze vor der vertikalen Querebene, die in einem Abstand von 68 mm vor den V-Punkten liegt; dazu gehören auch alle nicht durchsichtigen Teile wie Windschutzscheibenrahmen und Türrahmen, die an diesen Stützen angebracht sind oder unmittelbar daran angrenzen.
            
         
               2.17.
            
            
               „Horizontaler Sitzverstellbereich“ der Bereich der normalen Fahrpositionen, die vom Fahrzeughersteller für die Verstellung des Fahrersitzes in Richtung der X-Achse vorgesehen sind (siehe Absatz 2.3).
            
         
               2.18.
            
            
               „Erweiterter Sitzverstellbereich“ der Bereich, der vom Fahrzeughersteller für die Sitzverstellung in Richtung der x-Achse vorgesehen ist (siehe Absatz 2.3), und der über den Bereich der normalen Fahrpositionen nach Absatz 2.16 hinausgeht. Dieser Bereich wird bei der Umwandlung der Sitze in Liegen oder zur Erleichterung des Einsteigens in das Fahrzeug genutzt.
            
         3.   ANTRAG AUF GENEHMIGUNG
   
               3.1.
            
            
               Der Antrag auf Genehmigung eines Fahrzeugtyps hinsichtlich des Sichtfelds des Fahrzeugführers ist vom Fahrzeughersteller oder seinem bevollmächtigten Vertreter zu stellen.
            
         
               3.2.
            
            
               Dem Antrag sind folgende Unterlagen und Angaben in dreifacher Ausfertigung beizufügen:
               
                           3.2.1.
                        
                        
                           eine Beschreibung des Fahrzeugs hinsichtlich der in Absatz 2.2 genannten Merkmale, bemaßte Zeichnungen und eine Fotografie oder Explosionszeichnung des Fahrgastraums. Dazu sind die den Fahrzeugtyp bezeichnenden Zahlen und Zeichen anzugeben, und
                        
                     
                           3.2.2.
                        
                        
                           Angaben zu den primären Bezugspunkten, die so ausführlich sind, dass diese Punkte ohne weiteres ermittelt werden können und ihre Lage zueinander und zum R-Punkt nachgeprüft werden kann.
                        
                     
         
               3.3.
            
            
               Ein für den Fahrzeugtyp repräsentatives Fahrzeug ist dem Technischen Dienst, der die Prüfungen für die Genehmigungen durchführt, zur Verfügung zu stellen.
            
         4.   GENEHMIGUNG
   
               4.1.
            
            
               Entspricht der zur Genehmigung nach dieser Regelung vorgeführte Fahrzeugtyp den Vorschriften von Absatz 5, so ist die Genehmigung für diesen Fahrzeugtyp zu erteilen.
            
         
               4.2.
            
            
               Jede Genehmigung umfasst die Zuteilung einer Genehmigungsnummer. Ihre ersten beiden Ziffern (derzeit 00 für die Regelung in ihrer ursprünglichen Fassung) bezeichnen die Änderungsserie mit den neuesten und wichtigsten technischen Änderungen, die zum Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung in die Regelung aufgenommen sind. Dieselbe Vertragspartei darf dieselbe Nummer nicht demselben Fahrzeugtyp mit einem anderen Sichtfeld oder einem anderen Fahrzeugtyp zuteilen.
            
         
               4.3.
            
            
               Über die Erteilung oder Versagung einer Genehmigung für einen Fahrzeugtyp nach dieser Regelung sind die Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt zu unterrichten, das dem Muster in Anhang 1 dieser Regelung entspricht. Diesem Mitteilungsblatt sind Fotografien und/oder Zeichnungen in geeignetem Maßstab beizufügen, die vom Antragsteller zur Verfügung zu stellen sind und deren Format nicht größer als A4 (210 mm × 297 mm) ist oder die auf dieses Format gefaltet sind.
            
         
               4.4.
            
            
               An jedem Fahrzeug, das einem nach dieser Regelung genehmigten Fahrzeugtyp entspricht, ist sichtbar und an gut zugänglicher Stelle, die im Mitteilungsblatt anzugeben ist, ein internationales Genehmigungszeichen nach dem Muster in Anhang 2 anzubringen, bestehend aus:
               
                           4.4.1.
                        
                        
                           einem Kreis, in dem sich der Buchstabe „E“ und die Kennzahl des Landes befinden, das die Genehmigung erteilt hat (3);
                        
                     
                           4.4.2.
                        
                        
                           der Nummer dieser Regelung, gefolgt von dem Buchstaben „R“, einem Bindestrich und der Genehmigungsnummer rechts neben dem Kreis nach Absatz 4.4.1.
                        
                     
         
               4.5.
            
            
               Entspricht das Fahrzeug einem Fahrzeugtyp, der auch nach einer oder mehreren anderen Regelungen zum Übereinkommen in dem Land genehmigt wurde, das die Genehmigung nach dieser Regelung erteilt hat, so braucht das Zeichen nach Absatz 4.4.1 nicht wiederholt zu werden. In diesem Fall sind alle Regelungs- und Genehmigungsnummern und zusätzlichen Zeichen in Spalten rechts neben dem Zeichen nach Absatz 4.4.1 anzuordnen.
            
         
               4.6.
            
            
               Das Genehmigungszeichen muss deutlich lesbar und dauerhaft sein.
            
         
               4.7.
            
            
               Das Genehmigungszeichen ist in der Nähe des Typenschilds oder auf diesem selbst anzugeben.
            
         5.   VORSCHRIFTEN
   5.1.   Sichtfeld des Fahrzeugführers
   
               5.1.1.
            
            
               Die durchsichtige Fläche der Windschutzscheibe muss mindestens die Windschutzscheibenbezugspunkte einschließen (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 1); das sind:
               
                           5.1.1.1.
                        
                        
                           ein horizontaler Bezugspunkt vor V1 und 17° links von V1 (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 1),
                        
                     
                           5.1.1.2.
                        
                        
                           ein vertikaler oberer Bezugspunkt vor V1 und 7° oberhalb der Horizontalen,
                        
                     
                           5.1.1.3.
                        
                        
                           ein vertikaler unterer Bezugspunkt vor V2 and 5° unterhalb der Horizontalen.
                        
                     
                           5.1.1.4.
                        
                        
                           Zur Überprüfung der Erfüllung der Anforderungen an die Sicht nach vorn auf der anderen Hälfte der Windschutzscheibe werden drei zusätzliche Bezugspunkte symmetrisch zu den in den Absätzen 5.1.1.1 bis 5.1.1.3 definierten Punkten in Bezug auf die mittlere Längsebene des Fahrzeugs bestimmt.
                        
                     
         
               5.1.2.
            
            
               Der in Absatz 5.1.2.1 definierte Verdeckungswinkel jeder A-Säule darf höchstens 6° betragen (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 3). Bei beschussgeschützten Fahrzeugen darf er höchstens 10° betragen.
               Auf der Beifahrerseite braucht der in Absatz 5.1.2.1.2 definierte Verdeckungswinkel der A-Säule nicht bestimmt zu werden, wenn beide A-Säulen symmetrisch zur Längsmittelebene des Fahrzeugs liegen.
            
         
               5.1.2.1.
            
            
               Der Verdeckungswinkel jeder A-Säule wird durch Übereinanderlegen zweier horizontaler Schnitte bestimmt, die wie folgt geführt werden:
               
                           Schnitt 1
                        
                        
                           :
                        
                        
                           Ausgehend vom Punkt Pm, dessen Lage in Absatz 5.3.1.1 bestimmt ist, wird eine Ebene gezeichnet, die gegen eine nach vorn durch den Punkt Pm verlaufende horizontale Ebene um 2° nach oben geneigt ist. Der Horizontalschnitt der A-Säule wird ausgehend vom vordersten Punkt der Schnittfläche von A-Säule und schräger Ebene bestimmt (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 2).
                        
                     
                           Schnitt 2
                        
                        
                           :
                        
                        
                           Das Verfahren wird wiederholt mit einer Ebene, die gegen eine nach vorn durch den Punkt Pm verlaufende horizontale Ebene um 5° nach unten geneigt ist (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 2).
                        
                     
         
               5.1.2.1.1.
            
            
               Der Verdeckungswinkel der A-Säule auf der Fahrerseite ist der Winkel, der in der horizontalen Sichtebene durch eine von E2 ausgehende Parallele zu der Tangente von E1 an den äußeren Rand des Querschnitts S2 und die Tangente von E2 an den inneren Rand des Quer-schnitts S1 gebildet wird (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 3).
            
         
               5.1.2.1.2.
            
            
               Der Verdeckungswinkel der A-Säule auf der Beifahrerseite ist der Winkel, der in der horizon-talen Sichtebene durch die Tangente von E3 an den inneren Rand des Querschnitts S1 und eine von E3 ausgehende Parallele zu der Tangente von E4 an den äußeren Rand des Querschnitts S2 gebildet wird (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 3).
            
         
               5.1.2.2.
            
            
               Kein Fahrzeug darf mehr als zwei A-Säulen haben.
            
         
               5.1.3.
            
            
               Unterhalb einer horizontalen Ebene durch V1 und oberhalb dreier Ebenen durch V2, von denen eine senkrecht auf der Ebene X-Z steht und gegen die Horizontale um 4° nach vorn unten geneigt ist und die beiden anderen senkrecht auf der Ebene Y-Z stehen und um 4° gegen die Horizontale nach unten geneigt sind, darf es innerhalb des Sichtfeldes des Fahrzeugführers von 180° nach vorn keine Verdeckungen außer denjenigen geben, die von A-Säulen, festen oder beweglichen Ausstellfenstern, Seitenfenstern, Trennleisten, Rückspiegeln und Scheibenwischern herrühren (siehe Anhang 4, Abbildung 4).
               Als nicht das Sichtfeld verdeckend gelten:
               
                           a)
                        
                        
                           eingeglaste oder aufgedruckte Antennenleiter mit nachstehend angegebenen größten Breiten:
                           
                                       i)
                                    
                                    
                                       eingeglaste Leiter: 0,5 mm,
                                    
                                 
                                       ii)
                                    
                                    
                                       aufgedruckte Leiter: 1,0 mm. Diese Antennenleiter dürfen nicht durch die Zone A (4) verlaufen. Drei Antennenleiter dürfen jedoch durch die Zone A verlaufen, wenn ihre Breite nicht mehr als 0,5 mm beträgt.
                                    
                                 
                     
                           b)
                        
                        
                           innerhalb der Zone A befindliche Heizdrähte zur Entfrostung und Trocknung der Windschutzscheibe, die üblicherweise zickzack- oder wellenförmig verlaufen und folgende Abmessungen haben:
                           
                                       i)
                                    
                                    
                                       größte sichtbare Breite: 0,03 mm
                                    
                                 
                                       ii)
                                    
                                    
                                       höchste Dichte der Drähte:
                                       
                                                   a)
                                                
                                                
                                                   bei senkrechtem Verlauf: 8/cm,
                                                
                                             
                                                   b)
                                                
                                                
                                                   bei waagerechtem Verlauf: 5/cm.
                                                
                                             
                                 
                     
         
               5.1.3.1.
            
            
               Eine Verdeckung durch den Lenkradkranz und durch das Armaturenbrett im Inneren des Lenkrades ist zulässig, wenn eine Ebene durch V2, die senkrecht auf der Ebene X-Z steht und den höchsten Punkt des Lenkradkranzes berührt, um mindestens 1° nach unten gegen die Horizontale geneigt ist.
               Das Lenkrad ist, sofern es verstellbar ist, in die vom Hersteller angegebene normale Position oder, falls es eine solche Angabe nicht gibt, in die Mitte des Verstellbereiches zu bringen.
            
         5.2.   Lage der V-Punkte
   
               5.2.1.
            
            
               Die Lage der V-Punkte zum R-Punkt ist aus den in Tabelle I und IV angegebenen XYZ-Koordinaten des dreidimensionalen Koordinatensystems zu ersehen.
            
         
               5.2.2.
            
            
               In Tabelle I sind die Grundkoordinaten für einen konstruktiv festgelegten Rückenlehnenwinkel von 25° angegeben. Die positive Richtung der Koordinaten ist aus Anhang 4, Anlage, Abbildung 1 zu ersehen.
               
                  Tabelle I
               
               
                           V-Punkt
                        
                        
                           X
                        
                        
                           Y
                        
                        
                           Z
                        
                     
                           V1
                        
                        
                           68 mm
                        
                        
                           -5 mm
                        
                        
                           665 mm
                        
                     
                           V2
                        
                        
                           68 mm
                        
                        
                           -5 mm
                        
                        
                           589 mm
                        
                     
         5.3.   Lage der P-Punkte
   
               5.3.1.
            
            
               Die Lage der P-Punkte zum R-Punkt ist aus den in den Tabellen II, III und IV angegebenen XYZ-Koordinaten des dreidimensionalen Koordinatensystems zu ersehen.
            
         
               5.3.1.1.
            
            
               In Tabelle II sind die Grundkoordinaten für einen konstruktiv festgelegten Rückenlehnenwinkel von 25° angegeben. Die positive Richtung der Koordinaten ist aus Anhang 4, Anlage, Abbildung 1 zu ersehen.
               Der Punkt Pm ist der Punkt der Schnittstelle zwischen der Geraden P1—P2 und der senkrechten Mittelebene, die durch den R-Punkt verläuft.
               
                  Tabelle II
               
               
                           P-Punkt
                        
                        
                           X
                        
                        
                           Y
                        
                        
                           Z
                        
                     
                           P1
                        
                        
                           35 mm
                        
                        
                           -20 mm
                        
                        
                           627 mm
                        
                     
                           P2
                        
                        
                           63 mm
                        
                        
                           47 mm
                        
                        
                           627 mm
                        
                     
                           Pm
                        
                        
                           43,36 mm
                        
                        
                           0 mm
                        
                        
                           627 mm
                        
                     
         
               5.3.1.2.
            
            
               Tabelle III gibt die Werte an, um die die x-Koordinaten von P1 und P2 zusätzlich korrigiert werden müssen, wenn der in Absatz 2.16 definierte horizontale Sitzverstellbereich 108 mm überschreitet. Die positive Richtung der Koordinaten ist aus Anhang 4, Anlage, Abbildung 1, zu ersehen.
               
                  Tabelle III
               
               
                           Horizontaler Sitzverstellbereich
                        
                        
                           Δx
                        
                     
                           108 bis 120 mm
                        
                        
                           -13 mm
                        
                     
                           121 bis 132 mm
                        
                        
                           -22 mm
                        
                     
                           133 bis 145 mm
                        
                        
                           -32 mm
                        
                     
                           146 bis 158 mm
                        
                        
                           -42 mm
                        
                     
                           > 158 mm
                        
                        
                           -48 mm
                        
                     
         5.4.   Zusätzliche Korrektur für konstruktiv festgelegte Rückenlehnenwinkel, die nicht 25° betragen
   Tabelle IV gibt die Werte an, um die die Koordinaten X und Z jedes P-Punktes und jedes V-Punktes zusätzlich korrigiert werden müssen, wenn der konstruktiv festgelegte Rückenlehnenwinkel nicht 25° beträgt. Die positive Richtung der Koordinaten ist aus Anhang 4, Anlage, Abbildung 1 zu ersehen.
   
      Tabelle IV
   
   
               Rückenleh-nenwinkel
               (in °)
            
            
               Horizontale Koordinaten
               Δx
            
            
               Vertikale Koordinaten
               Δz
            
         
               5
            
            
               - 186 mm
            
            
               28 mm
            
         
               6
            
            
               - 177 mm
            
            
               27 mm
            
         
               7
            
            
               - 167 mm
            
            
               27 mm
            
         
               8
            
            
               - 157 mm
            
            
               27 mm
            
         
               9
            
            
               - 147 mm
            
            
               26 mm
            
         
               10
            
            
               - 137 mm
            
            
               25 mm
            
         
               11
            
            
               - 128 mm
            
            
               24 mm
            
         
               12
            
            
               - 118 mm
            
            
               23 mm
            
         
               13
            
            
               - 109 mm
            
            
               22 mm
            
         
               14
            
            
               -99 mm
            
            
               21 mm
            
         
               15
            
            
               -90 mm
            
            
               20 mm
            
         
               16
            
            
               -81 mm
            
            
               18 mm
            
         
               17
            
            
               -72 mm
            
            
               17 mm
            
         
               18
            
            
               -62 mm
            
            
               15 mm
            
         
               19
            
            
               -53 mm
            
            
               13 mm
            
         
               20
            
            
               -44 mm
            
            
               11 mm
            
         
               21
            
            
               -35 mm
            
            
               9 mm
            
         
               22
            
            
               -26 mm
            
            
               7 mm
            
         
               23
            
            
               -18 mm
            
            
               5 mm
            
         
               24
            
            
               -9 mm
            
            
               3 mm
            
         
               25
            
            
               0 mm
            
            
               0 mm
            
         
               26
            
            
               9 mm
            
            
               -3 mm
            
         
               27
            
            
               17 mm
            
            
               -5 mm
            
         
               28
            
            
               26 mm
            
            
               -8 mm
            
         
               29
            
            
               34 mm
            
            
               -11 mm
            
         
               30
            
            
               43 mm
            
            
               -14 mm
            
         
               31
            
            
               51 mm
            
            
               -18 mm
            
         
               32
            
            
               59 mm
            
            
               -21 mm
            
         
               33
            
            
               67 mm
            
            
               -24 mm
            
         
               34
            
            
               76 mm
            
            
               -28 mm
            
         
               35
            
            
               84 mm
            
            
               -32 mm
            
         
               36
            
            
               92 mm
            
            
               -35 mm
            
         
               37
            
            
               100 mm
            
            
               -39 mm
            
         
               38
            
            
               108 mm
            
            
               -43 mm
            
         
               39
            
            
               115 mm
            
            
               -48 mm
            
         
               40
            
            
               123 mm
            
            
               -52 mm
            
         5.5.   Lage der E-Punkte
   
               5.5.1.
            
            
               Der Abstand zwischen E1 bzw. E2 und P1 beträgt je 104 mm,
               der zwischen E1 und E2 65 mm (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 4).
            
         
               5.5.2.
            
            
               Die Gerade E1–E2 ist um P1 zu schwenken, bis die Tangente, die E1 am äußeren Rand des Schnitts S2 der A-Säule auf der Fahrerseite berührt, mit der Geraden E1–E2 einen rechten Winkel bildet (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 3).
            
         
               5.5.3.
            
            
               Der Abstand zwischen E3 bzw. E4 und P2 beträgt je 104 mm, der zwischen E3 and E4 65 mm (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 4).
            
         
               5.5.4.
            
            
               Die Gerade E3–E4 ist um P2 zu schwenken, bis die Tangente, die E4 am äußeren Rand des Schnitts S2 der A-Säule auf der Beifahrerseite berührt, mit der Geraden E3–E4 einen rechten Winkel bildet (siehe Anhang 4, Anlage, Abbildung 3).
            
         6.   PRÜFVERFAHREN
   6.1.   Sichtfeld des Fahrzeugführers
   
               6.1.1.
            
            
               Die primären Bezugspunkte des Fahrzeugs werden nach dem in Anhang 4 beschriebenen Verfahren auf das dreidimensionale Koordinatensystem übertragen.
            
         
               6.1.2.
            
            
               Die Lage der Punkte V1 and V2 zum R-Punkt wird durch die XYZ-Koordinaten des dreidimensionalen Koordinatensystems bestimmt und ist in Absatz 5.2.2 Tabelle I und Absatz 5.4 Tabelle IV angegeben. Die Windschutzscheibenbezugspunkte nach Absatz 5.1.1 ergeben sich dann aus den korrigierten V-Punkten.
            
         
               6.1.3.
            
            
               Die in XYZ-Koordinaten des dreidimensionalen Koordinatensystems angegebene relative Lage der P-Punkte, des R-Punkts und der Mittellinie des Sitzplatzes des Fahrzeugführers wird nach den Tabellen II und III in Absatz 5.3 bestimmt. Korrekturen für andere konstruktiv festgelegte Rückenlehnenwinkel als 25° sind in Absatz 5.4 Tabelle IV angegeben.
            
         
               6.1.4.
            
            
               Der Verdeckungswinkel (siehe Absatz 5.1.2) ist auf den geneigten Ebenen nach Anhang 4, Anlage, Abbildung 2 zu messen. Die Lage der mit E1 und E2 beziehungsweise E3 und E4 verbundenen Punkte P1 und P2 zueinander ist aus Anhang 4, Anlage, Abbildung 5 ersichtlich.
            
         
               6.1.4.1.
            
            
               Die Gerade E1-E2 wird nach Absatz 5.5.2 angelegt. Dann wird der Verdeckungswinkel der A-Säule auf der Fahrerseite nach Absatz 5.1.2.1.1 gemessen.
            
         
               6.1.4.2.
            
            
               Die Gerade E3-E4 wird nach Absatz 5.5.4 angelegt. Dann wird der Verdeckungswinkel der A-Säule auf der Beifahrerseite nach Absatz 5.1.2.1.2 gemessen.
            
         
               6.1.5.
            
            
               Der Hersteller kann den Verdeckungswinkel entweder am Fahrzeug oder anhand der Zeichnungen messen. Im Zweifelsfall können die Technischen Dienste Prüfungen am Fahrzeug verschreiben.
            
         7.   ÄNDERUNG DES FAHRZEUGTYPS UND ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
   
               7.1.
            
            
               Jede Änderung eines Fahrzeugtyps im Sinne von Absatz 2.2 ist der Verwaltungsbehörde mitzuteilen, die die Genehmigung für den Fahrzeugtyp erteilt hat. Die Behörde kann dann
               
                           7.1.1.
                        
                        
                           entweder zu dem Schluss gelangen, dass die vorgenommenen Änderungen keine nennenswerten nachteiligen Wirkungen haben, und der Fahrzeugtyp weiterhin die Voraussetzungen für die Genehmigung erfüllt und die Genehmigung erweitern,
                        
                     
                           7.1.2.
                        
                        
                           oder zu dem Schluss gelangen, dass der Fahrzeugtyp die Voraussetzungen für die Genehmigung nicht mehr erfüllt und vor der Erweiterung der Genehmigung weitere Prüfungen erforderlich sind.
                        
                     
         
               7.2.
            
            
               Die Bestätigung oder Versagung der Genehmigung ist den Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, unter Angabe der Änderungen nach dem Verfahren des Absatzes 4.3 mitzuteilen.
            
         
               7.3.
            
            
               Die zuständige Behörde, die die Erweiterung der Genehmigung bescheinigt, teilt einer solchen Erweiterung eine laufende Nummer zu und unterrichtet hiervon die anderen Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt, das dem Muster in Anhang 2 dieser Regelung entspricht.
            
         8.   ÜBEREINSTIMMUNG DER PRODUKTION
   
               8.1.
            
            
               Die Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung der Produktion müssen den Bestimmungen in Anlage 2 zum Übereinkommen (E/ECE/324-E/ECE/TRANS/505/Rev.2) entsprechen und die folgenden Vorschriften einhalten:
            
         
               8.2.
            
            
               Ein nach dieser Regelung genehmigtes Fahrzeug muss so hergestellt sein, dass es dem genehmigten Typ insofern entspricht, dass es die Anforderungen von Absatz 5 dieser Regelung erfüllt.
            
         
               8.3.
            
            
               Die zuständige Behörde, die die Typgenehmigung erteilt hat, darf die in den einzelnen Fertigungsanlagen angewandten Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung jederzeit überprüfen. Diese Überprüfungen werden normalerweise einmal alle zwei Jahre durchgeführt.
            
         9.   MASSNAHMEN BEI ABWEICHUNGEN IN DER PRODUKTION
   
               9.1.
            
            
               Die für einen Fahrzeugtyp nach dieser Regelung erteilte Genehmigung kann zurückgenommen werden, wenn die Anforderungen von Absatz 8 nicht erfüllt werden.
            
         
               9.2.
            
            
               Nimmt eine Vertragspartei des Übereinkommens, die diese Regelung anwendet, eine von ihr erteilte Genehmigung zurück, so hat sie davon unverzüglich die anderen Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt zu unterrichten, das dem Muster in Anhang 1 dieser Regelung entspricht.
            
         10.   ENDGÜLTIGE EINSTELLUNG DER PRODUKTION
   Stellt der Inhaber einer nach dieser Regelung erteilten Genehmigung die Produktion eines nach dieser Regelung genehmigten Fahrzeugtyps endgültig ein, so hat er die Behörde, die die Genehmigung erteilt hat, hiervon zu unterrichten. Diese benachrichtigt ihrerseits die anderen Vertragsparteien des Übereinkommens von 1958, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt, das dem Muster in Anhang 1 dieser Reglung entspricht.
   11.   NAMEN UND ANSCHRIFTEN DER TECHNISCHEN DIENSTE, DIE DIE PRÜFUNGEN FÜR DIE GENEHMIGUNG DURCHFÜHREN, UND DER BEHÖRDEN
   Die Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, übermitteln dem Sekretariat der Vereinten Nationen die Namen und Anschriften der Technischen Dienste, die die Prüfungen für die Genehmigung durchführen, und der Behörden, die die Genehmigung erteilen und denen die in anderen Ländern ausgestellten Mitteilungsblätter über die Erteilung oder Erweiterung oder Versagung oder Zurücknahme der Genehmigung zu übersenden sind.
   
      (1)  Entsprechend den Definitionen in Anhang 7 der Gesamtresolution über Fahrzeugtechnik (R.E.3) (TRANS/WP.29/78/Rev.1/Amend. 2, zuletzt geändert durch Amend. 4).
   
      (2)  Die Masse des Fahrzeugs in fahrbereitem Zustand schließt ein: die Masse des Fahrzeugs und seines Aufbaus mit Kühlmittel, Schmiermittel und Kraftstoff, die vollständige Masse anderer Betriebsflüssigkeiten, des Bordwerkzeugs, des Reserverades und des Fahrzeugführers. Die Masse des Fahrzeugführers wird mit 75 kg angenommen (davon 68 kg für den Fahrzeugführer selbst und 7 kg für sein Gepäck, nach ISO-Norm 2416:1992). Der Kraftstofftank ist zu 90 %, die übrigen Flüssigkeit enthaltenden Einrichtungen (ausgenommen Behälter für Abwasser) sind zu 100 % ihres vom Hersteller angegebenen Fassungsvermögens gefüllt.
   
      (3)  1 für Deutschland, 2 für Frankreich, 3 für Italien, 4 für die Niederlande, 5 für Schweden, 6 für Belgien, 7 für Ungarn, 8 für die Tschechische Republik, 9 für Spanien, 10 für Serbien, 11 für das Vereinigte Königreich, 12 für Österreich, 13 für Luxemburg, 14 für die Schweiz, 15 (—) , 16 für Norwegen, 17 für Finnland, 18 für Dänemark, 19 für Rumänien, 20 für Polen, 21 für Portugal, 22 für die Russische Föderation, 23 für Griechenland, 24 für Irland, 25 für Kroatien, 26 für Slowenien, 27 für die Slowakei, 28 für Weißrussland, 29 für Estland, 30 (—), 31 für Bosnien-Herzegowina, 32 für Lettland, 33 (—), 34 für Bulgarien, 35 (—), 36 für Litauen, 37 für die Türkei, 38 (—), 39 für Aserbaidschan, 40 für die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, 41 (—), 42 für die Europäische Gemeinschaft (Genehmigungen werden von ihren Mitgliedstaaten unter Verwendung ihres jeweiligen ECE-Zeichens erteilt), 43 für Japan, 44 (—), 45 für Australien, 46 für die Ukraine, 47 für Südafrika, 48 für Neuseeland, 49 für Zypern, 50 für Malta und 51 für die Republik Korea. Die folgenden Zahlen werden den anderen Ländern, die dem „Übereinkommen über die Annahme einheitlicher technischer Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeuge(n) eingebaut und/oder verwendet werden können, und die Bedingungen für die gegenseitige Anerkennung von Genehmigungen, die nach diesen Vorschriften erteilt wurden“ beigetreten sind, nach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Ratifikation oder ihres Beitritts zugeteilt und die so zugeteilten Zahlen werden den Vertragsparteien des Übereinkommens vom Generalsekretär der Vereinten Nationen mitgeteilt.
   
      (4)  Nach der Definition in Anhang 18 Absatz 2.2 der Regelung Nr. 43 über die Genehmigung der Sicherheitsscheiben und Werkstoffe für Windschutzscheiben in Kraftfahrzeugen.
   
      ANHANG 1
      
         MITTEILUNG
      
      (größtes Format: A4 (210 × 297 mm))
      
         
   
   
      ANHANG 2
      
         ANORDNUNGEN DER GENEHMIGUNGSZEICHEN
      
      (siehe Absätze 4.4 bis 4.4.2 dieser Regelung)
      
         
   
   
      ANHANG 3
      
         Verfahren zur Bestimmung des „H“-Punkts und des tatsächlichen Rumpfwinkels für die Sitzplätze in Kraftfahrzeugen
      
      1.   ZWECK
      1.1.   Das in diesem Anhang beschriebene Verfahren dient zur Bestimmung der Lage des H-Punktes und des tatsächlichen Rumpfwinkels für einen oder mehrere Sitzplätze eines Kraftfahrzeuges und zur Überprüfung der Übereinstimmung der Messergebnisse mit den vom Fahrzeughersteller vorgelegten Konstruktionsangaben (1).
      2.   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
      Im Sinne dieses Anhangs ist (sind):
      2.1.   „Bezugsdaten“ eines oder mehrere der nachstehenden Merkmale eines Sitzplatzes:
      
                  2.1.1.
               
               
                  der H-Punkt und der R-Punkt und ihre Abweichung voneinander,
               
            
                  2.1.2.
               
               
                  der tatsächliche Rumpfwinkel und der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel und ihre Abweichung voneinander,
               
            2.2.   „dreidimensionale H-Punkt-Maschine“ (3DH-Einrichtung) eine Maschine, die für die Bestimmung der H-Punkte und der tatsächlichen Rumpfwinkel benutzt wird. Diese Einrichtung ist in Anlage 1 dieses Anhangs beschrieben.
      2.3.   „H-Punkt“ der Mittelpunkt des Drehgelenks zwischen dem Rumpf und den Schenkeln der nach Absatz 4 dieses Anhangs auf den Fahrzeugsitz aufgesetzten 3DH-Einrichtung. Der H-Punkt befindet sich im Zentrum der Mittelachse der Einrichtung, d. h. mittig zwischen den H-Punkt-Visierknöpfen auf beiden Seiten der 3DH-Einrichtung. Der H-Punkt entspricht theoretisch dem R-Punkt (Toleranzen siehe Absatz 3.2.2). Es wird angenommen, dass der H-Punkt, sofern er nach Absatz 4 bestimmt ist, in Bezug auf die Struktur des Sitzpolsters festliegt und sich bei Verstellung des Sitzes mitbewegt.
      2.4.   „R-Punkt“ oder „Sitzbezugspunkt“ ein vom Hersteller für jeden Sitzplatz angegebener konstruktiv festgelegter Punkt, der unter Bezug auf das dreidimensionale Bezugssystem bestimmt wurde.
      2.5.   „Rumpflinie“ die Mittellinie des Messstabes der 3DH-Einrichtung bei seiner hintersten Einstellung;
      2.6.   „tatsächlicher Rumpfwinkel“ der Winkel, der zwischen einer Senkrechten durch den H-Punkt und der Rumpflinie unter Verwendung der Rückenwinkelskala an der 3DH-Einrichtung gemessen wird. Der tatsächliche Rumpfwinkel entspricht theoretisch dem konstruktiv festgelegten Rumpfwinkel (zulässige Abweichungen siehe Absatz 3.2.2);
      2.7.   „konstruktiv festgelegter Rumpfwinkel“ der Winkel zwischen einer Senkrechten durch den R-Punkt und der Rumpflinie in einer Stellung, die der vom Hersteller konstruktiv festgelegten Stellung der Rückenlehne entspricht;
      2.8.   „Mittelebene des Insassen“ (CPO/PMO) die Mittellinie der auf jeden vorgesehenen Sitzplatz aufgesetzten 3DH-Einrichtung; sie wird durch die Koordinate des H-Punktes auf der Y-Achse dargestellt. Bei Einzelsitzen fällt die Mittelebene des Insassen zusammen. Bei anderen Sitzen ist die Mittelebene des Insassen vom Hersteller angegeben;
      2.9.   „dreidimensionales Bezugssystem“ ein System, wie in der Anlage 2 zu diesem Anhang beschrieben;
      2.10.   „Markierungszeichen“ vom Hersteller festgelegte äußere Punkte (Löcher, Oberflächen, Zeichen oder Einkerbungen) auf der Fahrzeugkarosserie;
      2.11.   „Messstellung des Fahrzeugs“ die Stellung des Fahrzeugs, die durch die Koordinaten der Markierungszeichen im dreidimensionalen Bezugssystem definiert ist.
      3.   VORSCHRIFTEN
      3.1.   Angabe von Daten
      Für jeden Sitzplatz, für den Bezugsdaten erforderlich sind, um die Übereinstimmung mit den Vorschriften dieser Regelung nachzuweisen, müssen alle oder eine angemessene Auswahl der folgenden Daten im Mitteilungsblatt nach Anlage 3 zu diesem Anhang angegeben werden:
      
                  3.1.1.
               
               
                  die Koordinaten des R-Punktes im dreidimensionalen Bezugssystem,
               
            
                  3.1.2.
               
               
                  der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel,
               
            
                  3.1.3.
               
               
                  alle notwendigen Angaben zur Einstellung des Sitzes (sofern dieser verstellbar ist) auf die Messposition nach Absatz 4.3.
               
            3.2.   Abweichung zwischen den gemessenen Daten und den konstruktiven Festlegungen
      3.2.1.   Die Koordinaten des H-Punktes und der Wert des nach dem Verfahren nach Absatz 4 erhaltenen tatsächlichen Rumpfwinkels sind jeweils mit den Koordinaten des R-Punktes und dem Wert des vom Fahrzeughersteller angegebenen konstruktiv festgelegten Rumpfwinkels zu vergleichen.
      3.2.2.   Die Lage des R-Punktes und des H-Punktes zueinander und die Abweichung zwischen dem konstruktiv festgelegten Rumpfwinkel und dem tatsächlichen Rumpfwinkel für den betreffenden Sitzplatz gelten als zufriedenstellend, wenn die Koordinaten des H-Punktes in einem Quadrat liegen, dessen Seiten 50 mm lang sind und dessen Diagonalen sich im R-Punkt schneiden, und wenn der tatsächliche Rumpfwinkel um nicht mehr als 5° vom konstruktiv festgelegten Rumpfwinkel abweicht.
      3.2.3.   Sind diese Bedingungen erfüllt, so sind der R-Punkt und der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel zu benutzen, um die Übereinstimmung mit den Vorschriften dieser Regelung nachzuweisen.
      3.2.4.   Genügt der H-Punkt oder der tatsächliche Rumpfwinkel den Vorschriften nach Absatz 3.2.2 nicht, so sind zwei weitere Bestimmungen des H Punktes und des tatsächlichen Rumpfwinkels (insgesamt drei) vorzunehmen. Entsprechen zwei der drei auf diese Weise erzielten Ergebnisse den Vorschriften, so gelten die Bedingungen nach Absatz 3.2.3.
      3.2.5.   Entsprechen mindestens zwei der drei nach Absatz 3.2.4 erzielten Ergebnisse nicht den Vorschriften nach Absatz 3.2.2, oder kann die Überprüfung bei Fehlen der vom Hersteller zu liefernden Angaben über die Lage des R-Punktes oder des konstruktiv festgelegten Rumpfwinkels nicht durchgeführt werden, so ist der Mittelwert der drei gemessenen Punkte oder der drei gemessenen Winkel dort anstelle des R Punktes oder des konstruktiv festgelegten Rumpfwinkels zu benutzen, wo in dieser Regelung auf diese hingewiesen wird.
      4.   VERFAHREN ZUR BESTIMMUNG DES H-PUNKTES UND DES TATSÄCHLICHEN RUMPFWINKELS
      4.1.   Das Fahrzeug ist nach Wahl des Herstellers bei einer Temperatur von 20 °C ± 10 °C zu konditionieren, um sicherzustellen, dass das Sitzmaterial Zimmertemperatur erreicht. Ist der zu prüfende Sitz vorher niemals benutzt worden, so ist eine Person oder Einrichtung mit einer Masse von 70 kg bis 80 kg zweimal für eine Minute auf den Sitz zu setzen, um das Sitz- und Rückenlehnenpolster einzudrücken. Auf Verlangen des Herstellers müssen alle Sitzgruppen für eine Zeitdauer von mindestens 30 Minuten vor dem Aufsetzen der 3DH-Einrichtung unbelastet bleiben.
      4.2.   Das Fahrzeug muss sich in der Messstellung nach Absatz 2.11 befinden.
      4.3.   Ist der Sitz verstellbar, so ist er zunächst in die vom Fahrzeughersteller vorgesehene hinterste normale Fahr- oder Benutzungsstellung zu bringen, wobei nur die Längsverstellung des Sitzes zu berücksichtigen ist und Sitzverstellwege für andere Zwecke als normale Fahr- und Benutzungsstellungen auszuschließen sind. Sind andere Arten der Sitzverstellung möglich (senkrecht, winklig, Rückenlehne usw.), so sind diese entsprechend den Angaben des Herstellers vorzunehmen. Bei Schwingsitzen muss die senkrechte Stellung in einer vom Hersteller angegebenen normalen Fahrstellung fest verriegelt werden.
      4.4.   Die Fläche des Sitzplatzes, die von der 3DH-Einrichtung berührt wird, ist mit einem Stück Musselin ausreichender Größe und zweckmäßiger Gewebestruktur zu bedecken, das als ein glattes Baumwollgewebe mit 18,9 Fäden pro cm2 und einer Masse von 0,228 kg/m2 oder als Wirkware oder Vliesstoff mit gleichen Eigenschaften beschrieben wird.
      Wird die Prüfung an einem Sitz außerhalb des Fahrzeugs durchgeführt, so muss der Boden, auf den der Sitz gesetzt wird, dieselben wesentlichen Eigenschaften (2) haben wie der Boden des Fahrzeugs, in dem der Sitz benutzt werden soll.
      4.5.   Sitz und Rücken der 3DH-Einrichtung sind so anzuordnen, dass die Mittelebene des Insassen (CPO/PMO) mit der Mittelebene der 3DH-Einrichtung zusammenfällt. Auf Verlangen des Herstellers darf die 3DH-Einrichtung hinsichtlich der CPO/PMO nach innen verschoben werden, wenn die 3DH-Einrichtung so weit außen angeordnet ist, dass der Rand des Sitzes die Horizontaleinstellung der 3DH-Einrichtung nicht ermöglicht.
      4.6.   Die den Fuß und den Unterschenkel darstellenden Baugruppen sind entweder einzeln oder unter Verwendung der aus einem T-Stück und den Unterschenkeln bestehenden Baugruppe an der Sitzschalenbaugruppe zu befestigen. Eine Linie durch die Sichtmarken des H-Punktes muss parallel zum Boden und rechtwinklig zur Längsmittelebene des Sitzes verlaufen.
      4.7.   Die Fuß- und Beinpositionen der 3DH-Einrichtung sind wie folgt einzustellen:
      4.7.1.   Vorgesehener Sitzplatz: Fahrzeugführer und vorne außen sitzender Mitfahrer.
      
                  4.7.1.1.
               
               
                  Beide Fuß- und Bein-Baugruppen sind so nach vorn zu bewegen, dass die Füße auf dem Boden eine natürliche Stellung einnehmen, gegebenenfalls zwischen den Pedalen. Falls möglich, sollte sich der linke Fuß ungefähr im gleichen Abstand links von der Mittelebene der 3DH-Einrichtung und der rechte Fuß rechts von dieser Ebene befinden. Die Libelle zur Einstellung der Querneigung der 3DH-Einrichtung muss in die Waagerechte gebracht werden, indem gegebenenfalls die Sitzschale verrückt wird oder die Fuß- und Bein-Baugruppen nach hinten verstellt werden. Die durch die H-Punkt-Sichtmarken gehende Linie muss rechtwinklig zur Längsmittelebene des Sitzes verlaufen.
               
            
                  4.7.1.2.
               
               
                  Kann das linke Bein nicht parallel zum rechten Bein gehalten werden und kann der linke Fuß nicht durch die Struktur abgestützt werden, so ist der linke Fuß so weit zu verschieben, bis er abgestützt ist. Die Ausrichtung der H-Punkt-Sichtmarken muss aufrechterhalten werden.
               
            4.7.2.   Designated seating position: outboard rear seat
      Bei hinteren Sitzen oder Notsitzen werden die Beine nach den Angaben des Herstellers angeordnet. Stehen die Füße dann auf verschieden hohen Teilen des Bodens, so dient der Fuß, der den Vordersitz zuerst berührt, als Bezugspunkt, und der andere Fuß ist so anzuordnen, dass die Libelle für die Einstellung der Querneigung horizontal ist.
      4.7.3.   Andere vorgesehene Sitzplätze:
      Es ist das allgemeine Verfahren nach Absatz 4.7.1 anzuwenden mit der Ausnahme, dass die Füße nach den Angaben des Herstellers anzuordnen sind.
      4.8.   Es sind die Belastungsmassen für die Unter- und Oberschenkel aufzubringen, und die 3DH-Einrichtung ist wieder waagerecht auszurichten.
      4.9.   Die Rückenschale ist nach vorn gegen den vorderen Anschlag zu neigen, und die 3DH-Einrichtung ist mittels des T-Stücks von der Rückenlehne zu entfernen. Dann ist die 3DH-Einrichtung mit Hilfe einer der nachstehenden Methoden wieder in ihre Stellung auf dem Sitz zu bringen:
      
                  4.9.1.
               
               
                  Neigt die 3DH-Einrichtung dazu, nach hinten zu rutschen, ist das folgende Verfahren anzuwenden: Die 3DH-Einrichtung ist nach hinten gleiten zu lassen, bis eine nach vorn gerichtete waagerechte Rückhaltekraft auf dem T-Stück nicht mehr erforderlich ist, das heißt, bis die Sitzschale die Rückenlehne berührt. Gegebenenfalls ist der Unterschenkel wieder in seine Stellung zu bringen.
               
            
                  4.9.2.
               
               
                  Neigt die 3DH-Einrichtung nicht dazu, nach hinten zu rutschen, ist das folgende Verfahren anzuwenden. Die 3DH-Einrichtung ist nach hinten zu verschieben, bis die Sitzschale die Rückenlehne berührt, wobei auf das T-Stück eine nach hinten gerichtete waagerechte Kraft aufgebracht wird (siehe Abbildung 2 der Anlage 1 zu diesem Anhang).
               
            4.10.   Auf die Rücken-Sitz-Baugruppe der 3DH-Einrichtung ist im Schnittpunkt der Hüftwinkelskala und der T-Stück-Halterung eine Kraft von 100 N ± 10 N aufzubringen. Die Richtung, in der die Kraft aufzubringen ist, muss einer Linie entsprechen, die von dem genannten Schnittpunkt zu einem Punkt genau über dem Gehäuse des Oberschenkelstabes verläuft (siehe Abbildung 2 der Anlage 1 zu diesem Anhang). Sodann ist die Rückenschale vorsichtig wieder gegen die Rückenlehne zu kippen. Für den Rest des Verfahrens ist darauf zu achten, dass die 3DH-Einrichtung daran gehindert wird, wieder nach vorn zu gleiten.
      4.11.   Es sind die linken und rechten Belastungsmassen für das Gesäß und dann wechselweise die acht Belastungsmassen für den Rumpf aufzubringen. Die waagerechte Ausrichtung der 3DH-Einrichtung muss aufrechterhalten werden.
      4.12.   Die Rückenschale ist nach vorn zu neigen, um die Spannung von der Rückenlehne zu nehmen. Die 3DH-Einrichtung ist dreimal von einer Seite auf die andere in einem Bogen von 10° hin- und herzubewegen (5° nach jeder Seite von der senkrechten Mittelebene), um jede akkumulierte Reibung zwischen der 3DH-Einrichtung und dem Sitz zu beseitigen.
      Während der Hin- und Herbewegung kann das T-Stück der 3DH-Einrichtung dazu neigen, von der vorgeschriebenen waagerechten und senkrechten Ausrichtung abzuweichen. Das T-Stück muss daher durch Aufbringung einer angemessenen Seitenkraft während der Hin- und Herbewegung zurückgehalten werden. Es ist darauf zu achten, dass das T-Stück so gehalten wird und die 3DH-Einrichtung so hin- und herbewegt wird, dass keine unbeabsichtigten äußeren Kräfte in senkrechter oder Längsrichtung aufgebracht werden.
      Die Füße der 3DH-Einrichtung dürfen während dieses Schritts nicht zurückgehalten oder anderweitig festgehalten werden. Verändern die Füße ihre Stellung, so dürfen sie für den Moment in dieser Stellung verbleiben.
      Die Rückenschale ist sorgfältig wieder gegen die Rückenlehne zu kippen, und die beiden Libellen sind auf ihre Nullstellung zu überprüfen. Ist es während der Hin- und Herbewegung der 3DH-Einrichtung zu einer Bewegung der Füße gekommen, so sind diese wie folgt wieder in ihre Stellung zu bringen:
      Abwechselnd ist jeder Fuß vom Boden um den notwendigen Mindestbetrag abzuheben, bis keine weitere Fußbewegung mehr erfolgt. Während dieses Abhebens müssen sich die Füße frei bewegen können; es sollen keine nach vorn oder seitlich gerichteten Kräfte aufgebracht werden. Wenn jeder Fuß wieder in die untere Stellung zurückgebracht ist, soll sich die Ferse in Berührung mit dem dafür vorgesehenen Gestell befinden.
      Die Libelle für die Einstellung der Querneigung ist auf ihre Nullstellung zu überprüfen; gegebenenfalls ist auf die Oberseite der Rückenschale eine seitliche Kraft aufzubringen, die ausreicht, die Sitzschale der 3DH-Einrichtung auf dem Sitz wieder waagerecht auszurichten.
      4.13.   Das Halten des T-Stücks, um zu verhindern, dass die 3DH-Einrichtung auf dem Sitzpolster nach vorn gleitet, hat wie folgt zu geschehen:
      
                  a)
               
               
                  Die Rückenschale ist wieder gegen die Rückenlehne zu kippen.
               
            
                  b)
               
               
                  abwechselnd ist eine nach hinten gerichtete waagerechte Kraft von nicht mehr als 25 N auf die Messstange für den Rückenwinkel in einer Höhe von etwa der Mitte der Belastungsmassen des Rumpfes aufzubringen und wieder zurückzunehmen, bis die Hüftwinkelskala anzeigt, dass nach der Zurücknahme der Kraft eine stabile Stellung erreicht ist. Es ist darauf zu achten, dass auf die 3DH-Einrichtung keine äußeren nach unten und nach der Seite gerichteten Kräfte aufgebracht werden. Ist eine erneute waagerechte Ausrichtung der 3DH Einrichtung erforderlich, so ist die Rückenschale nach vorn zu kippen und das Verfahren nach Absatz 4.12 zu wiederholen.
               
            4.14.   Alle Messungen sind wie folgt durchzuführen:
      
                  4.14.1.
               
               
                  Die Koordinaten des „H“-Punktes werden in einem dreidimensionalen Bezugssystem gemessen.
               
            
                  4.14.2.
               
               
                  Der tatsächliche Rumpfwinkel wird an der Rückenwinkelskala der 3DH Einrichtung abgelesen, wenn sich die Messstange in ihrer hintersten Stellung befindet.
               
            4.15.   Wird eine Wiederholung des Aufsetzens der 3DH-Einrichtung gewünscht, sollte die Sitzbaugruppe für eine Mindestdauer von 30 Minuten vor dem erneuten Aufsetzen der Einrichtung unbelastet bleiben. Die 3DH-Einrichtung mit ihren Belastungsmassen sollte nicht länger auf der Sitzbaugruppe verbleiben, als für die Durchführung der Prüfung erforderlich ist.
      4.16.   Können die Sitze in derselben Reihe als ähnlich angesehen werden (Sitzbank, identische Sitze usw.), ist nur ein H-Punkt und ein tatsächlicher Rumpfwinkel für jede Sitzreihe zu bestimmen, wobei die in der Anlage 1 beschriebene 3DH-Einrichtung auf einen Platz zu bringen ist, der als typisch für die Reihe anzusehen ist.
      Dieser Platz ist:
      
                  4.16.1.
               
               
                  der Fahrersitz für die vordere Reihe;
               
            
                  4.16.2.
               
               
                  ein äußerer Sitz für die hinteren Reihen.
               
            
         (1)  Für andere Sitzplätze als die Vordersitze, für die der H-Punkt nicht mithilfe der „dreidimensionalen H-Punkt-Maschine“ oder nach anderen Verfahren bestimmt werden kann, liegt es im Ermessen der zuständigen Behörde, den vom Hersteller angegebenen R-Punkt als Bezugspunkt anzunehmen.
      
         (2)  Neigungswinkel, Höhenunterschied zum Sitzgestell, Oberflächenstruktur usw.
      
         Anlage 1
         
            Beschreibung der dreidimensionalen H-Punkt-Maschine (3DH-Einrichtung)
             (1)
         
         1.   RÜCKEN- UND SITZSCHALEN
         Die Rücken- und Sitzschalen sind aus faserverstärktem Kunststoff und Metall gebaut; sie bilden den menschlichen Rumpf sowie die Oberschenkelpartie nach und sind mechanisch im H-Punkt angelenkt. Eine Skala ist an der im H-Punkt angelenkten Messstange befestigt, um den tatsächlichen Rumpfwinkel zu messen. Ein an der Sitzschale befestigter Oberschenkelstab legt die Mittellinie der Oberschenkelpartie fest und dient als Grundlinie für die Hüftwinkelskala.
         2.   KÖRPER- UND BEINELEMENTE
         Die Unterschenkelsegmente sind an der Sitzschalenbaugruppe an dem die Knie verbindenden T-Stück angebracht, das eine seitliche Verlängerung des verstellbaren Oberschenkelstabes ist. In den Unterschenkelsegmenten sind Skalen eingebaut, um die Kniewinkel zu messen. Die Schuh- und Fußbaugruppen sind geeicht, um den Fußwinkel zu messen. Zwei Libellen werden benutzt, um die Ausrichtung der Einrichtung im Raum vorzunehmen. Belastungsmassen für den Rumpf werden in den entsprechenden Schwerpunkten angebracht, um eine Eindrückung des Sitzes zu erzielen, wie sie durch eine Person mit einer Masse von 76 kg erreicht wird. Alle Gelenkverbindungen der 3DH-Einrichtung sollten auf freie Beweglichkeit überprüft werden, es soll keine nennenswerte Reibung feststellbar sein.
         
            Abbildung 1
         
         
            3-DH-Einrichtung — Bezeichnung der Teile
         
         
            
         
            Abbildung 2
         
         
            3-DH-Einrichtung — Abmessungen der Teile und Lastverteilung
         
         
            
         
            (1)  Die Einrichtung entspricht der in der ISO-Norm 6549-1980 beschriebenen Einrichtung. Nähere Auskunft über ihre Bauart erteilt die Society of Automotive Engineers (SAE), 400 Commonwealth Drive, Warrendale, Pennsylvania 15096, USA.
      
      
         Anlage 2
         
            DREIDIMENSIONALES BEZUGSSYSTEM
         
         
                     1.
                  
                  
                     Das dreidimensionale Bezugssystem ist durch drei vom Fahrzeughersteller festgelegte senkrechte Ebenen definiert (siehe Abbildung) (1).
                  
               
                     2.
                  
                  
                     Die Messstellung des Fahrzeugs wird ermittelt, indem das Fahrzeug so auf der Aufstandsfläche angeordnet wird, dass die Koordinaten der Markierungszeichen den vom Hersteller angegebenen Werten entsprechen.
                  
               
                     3.
                  
                  
                     Die Koordinaten des R-Punktes und des H-Punktes werden hinsichtlich der vom Hersteller festgelegten Markierungszeichen bestimmt.
                  
               
            
         
            (1)  Das Bezugssystem entspricht ISO-Norm 4130 – 1978.
      
      
         Anlage 3
         
            BEZUGSDATEN FÜR DIE SITZPLÄTZE
         
         1.   KODIERUNG DER BEZUGSDATEN
         Die Bezugsdaten werden nacheinander für jeden Sitzplatz angegeben. Sitzplätze werden durch einen aus zwei Zeichen bestehenden Kode gekennzeichnet. Das erste Zeichen ist eine arabische Ziffer und bezeichnet die Sitzreihe, wobei im Fahrzeug von vorn nach hinten gezählt wird. Das zweite Zeichen ist ein Großbuchstabe, der die Lage des Sitzplatzes in einer Reihe bezeichnet, die in Richtung der Vorwärtsfahrt des Fahrzeugs betrachtet wird; es sind die folgenden Buchstaben zu verwenden:
         L= links,
         C= Mitte,
         R= rechts.
         2.   Beschreibung der Messstellung des Fahrzeugs
         2.1.   Koordinaten der Messmarken
         
                      
                  
                  
                     X …
                  
               
                      
                  
                  
                     Y …
                  
               
                      
                  
                  
                     Z …
                  
               3.   Verzeichnis der Bezugsdaten
         3.1.   Sitzplatz: …
         3.1.1.   Koordinaten des R-Punktes:
         
                      
                  
                  
                     X …
                  
               
                      
                  
                  
                     Y …
                  
               
                      
                  
                  
                     Z …
                  
               3.1.2.   Konstruktiv festgelegter Rumpfwinkel: …
         3.1.3.   Angaben für die Sitzeinstellung (1)
         
         
                      
                  
                  
                     Waagerecht: …
                  
               
                      
                  
                  
                     Senkrecht: …
                  
               
                      
                  
                  
                     Winklig: …
                  
               
                      
                  
                  
                     Rumpfwinkel: …
                  
               Anmerkung: Bezugsdaten für weitere Sitzplätze sind unter 3.2‚ 3.3 usw. aufzuführen.
         
            (1)  Nichtzutreffendes streichen.
      
   
   
      ANHANG 4
      
         Methode zur Übertragung der primären Bezugspunkte des Fahrzeugs auf das dreidimensionale Koordinatensystem
      
      1.   ÜBERTRAGUNG DER PRIMÄREN BEZUGSPUNKTE AUF DAS BEZUGSSYSTEM
      Zur Bestimmung spezifischer Abmessungen an einem zur Prüfung für die Genehmigung nach dieser Regelung vorgeführten Fahrzeug sind die der Fahrzeugkonstruktion zugrunde liegenden Koordinaten sorgfältig in das dreidimensionale Bezugssystem nach Absatz 2.3 zu übertragen, und die Lage der primären Bezugspunkte nach Absatz 2.4 ist genau zu bestimmen, damit festgestellt werden kann, wo bestimmte in den Konstruktionszeichnungen angegebene Punkte an dem nach diesen Zeichnungen gefertigten realen Fahrzeug liegen.
      2.   METHODE ZUR ÜBERTRAGUNG DER BEZUGSPUNKTE IN DAS BEZUGSSYSTEM
      Hierzu ist auf dem Boden eine Bezugsebene zu konstruieren, auf die die x-x- und die y-y-Achse aufgetragen sind. Die Methode hierfür ist in Abbildung 6 der Anlage zu diesem Anhang dargestellt; die Bezugsebene ist eine feste, glatte und ebene Fläche, auf der das Fahrzeug steht und hat zwei Messskalen, die fest mit der Bezugsebene verbunden sind; diese sind in Millimeter unterteilt. Die x-x-Skala muss mindestens 8 m, die y-y-Skala mindestens 4 m lang sein. Die beiden Skalen sind nach Abbildung 6 der Anlage zu diesem Anhang rechtwinklig zueinander anzuordnen. Der Schnittpunkt der Skalen ist der Boden-Nullpunkt.
      3.   PRÜFUNG DER BEZUGSEBENE
      Zur Erfassung von Unebenheiten der Fahrzeugaufstandsfläche sind ihre Höhenabweichungen gegenüber dem Boden-Nullpunkt entlang der x- und der y-Skala in Abständen von 250 mm zu messen und aufzuzeichnen, damit bei der Prüfung des Fahrzeugs entsprechende Korrekturen vorgenommen werden können.
      4.   AUSRICHTUNG DES FAHRZEUGS BEI DER PRÜFUNG
      Zum Ausgleich geringfügiger Abweichungen der Bodenfreiheit usw. sind Einrichtungen erforderlich, mit denen die primären Bezugspunkte in die den Konstruktionszeichnungen entsprechenden Koordinaten des Bezugssystems übertragen werden können, bevor weitere Messungen durchgeführt werden. Außerdem muss es möglich sein, geringfügige Korrekturen in Quer- und/oder Längsrichtung vorzunehmen, damit das Fahrzeug im Bezugssystem sorgfältig ausgerichtet werden kann.
      5.   ERGEBNISSE
      Die Lage der für die Sicht nach vorn maßgebenden Punkte kann bestimmt werden, nachdem das Fahrzeug ordnungsgemäß und den Konstruktionszeichnungen entsprechend im Bezugssystem positioniert ist.
      Zur Prüfung der korrekten Positionierung können Theodoliten, Lichtquellen oder Schatten erzeugende Einrichtungen sowie sonstige Einrichtungen verwendet werden, mit denen sich nachweislich gleichwertige Ergebnisse erzielen lassen.
      
         Anlage
         
            Abbildung 1
         
         
            Bestimmung der V-Punkte
         
         
            
         
            Abbildung 2
         
         
            Vom Fahrzeugführer aus betrachtete Punkte auf den A-Säulen
         
         
            
         
            Abbildung 3
         
         
            Verdeckungswinkel
         
         
            
         
            Abbildung 4
         
         
            Bestimmung der Verdeckungen im direkten Sichtfeld des Fahrzeugführers in einem Winkel von 180° nach vorn
         
         
            
         
            Abbildung 5
         
         
            Lage der E-Punkte zum P-Punkt
         
         
            
         
            Abbildung 6
         
         
            Horizontale Bezugsebene