CELEX: C2006/190/07
Language: de
Date: 2006-08-12 00:00:00
Title: Rechtssache C-466/04: Urteil des Gerichtshofes (Erste Kammer) vom 15. Juni 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunal Superior de Justicia de Cantabria, Santander [Spanien]) — Manuel Acereda Herrera/Servicio Cántabro de Salud (Soziale Sicherheit — In einem anderen Mitgliedstaat entstandene Krankenhauskosten — Reise-, Aufenthalts- und Verpflegungskosten — Artikel 22 der Verordnung [EWG] Nr. 1408/71)

12.8.2006   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 190/4
            
         Urteil des Gerichtshofes (Erste Kammer) vom 15. Juni 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunal Superior de Justicia de Cantabria, Santander [Spanien]) — Manuel Acereda Herrera/Servicio Cántabro de Salud
   (Rechtssache C-466/04) (1)
   
   (Soziale Sicherheit - In einem anderen Mitgliedstaat entstandene Krankenhauskosten - Reise-, Aufenthalts- und Verpflegungskosten - Artikel 22 der Verordnung [EWG] Nr. 1408/71)
   (2006/C 190/07)
   Verfahrenssprache: Spanisch
   Vorlegendes Gericht
   Tribunal Superior de Justicia de Cantabria, Santander
   Parteien des Ausgangsverfahrens
   
      Kläger: Manuel Acereda Herrera
   
      Beklagte: Servicio Cántabro de Salud
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen des Tribunal Superior de Justicia de Cantabria, Sala de lo Social — Auslegung des Artikels 22 Absätze 1 Buchstabe c und 2 und des Artikels 36 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, in der durch die Verordnung (EG) Nr. 118/97 des Rates vom 2. Dezember 1996 (ABl. 1977, L 28, S. 1) geänderten und aktualisierten Fassung — Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten durch den Träger, der die Genehmigung für die Behandlung im Ausland erteilt hat — Artikel 10 EG und 249 EG — Vereinbarkeit einer nationalen Regelung mit dem Gemeinschaftsrecht, die zusätzliche Rechte zu denen des Artikels 27 der Verordnung Nr. 1408/71 in der geänderten Fassung gewährt — Freier Dienstleistungsverkehr — Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit — Vereinbarkeit einer nationalen Regelung mit den Artikeln 81 EG, 82 EG und 87 EG
   Tenor
   
               1.
            
            
               Artikel 22 Absätze 1 Buchstabe c und 2 sowie Artikel 36 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu und abwandern, in der durch die Verordnung (EG) Nr. 118/97 des Rates vom 2. Dezember 1996 geänderten Fassung sind dahin auszulegen, dass sie einem Versicherten, der vom zuständigen Träger die Genehmigung erhalten hat, sich in einen anderen Mitgliedstaat zu begeben, um dort eine seinem Gesundheitszustand angemessene Krankenhausbehandlung zu erhalten, außer hinsichtlich der Kosten seiner Unterbringung und Verpflegung im Krankenhaus keinen Anspruch gegen diesen Träger auf Ersatz der Reise-, Aufenthalts- und Verpflegungskosten verleihen, die ihm und der ihn begleitenden Person entstanden sind.
            
         
               2.
            
            
               Eine nationale Regelung, die für den Fall des Buchstabens a, jedoch nicht den des Buchstabens c des Artikels 22 Absatz 1 der Verordnung Nr. 1408/71 in der durch die Verordnung Nr. 118/97 geänderten und aktualisierten Fassung einen Anspruch auf Leistungen vorsieht, die zu den in dieser Vorschrift vorgesehenen hinzukommen, beeinträchtigt nicht die unmittelbare Wirkung dieses Artikels und verstößt nicht gegen den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit aus Artikel 10 EG.
            
         
      (1)  ABl. C 19 vom 22.1.2005.