CELEX: 51988PC0415
Language: de
Date: 1988-07-28
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES zur Festlegung eines Forschungs- und Entwicklungsprogramms für die Europäische Atomgemeinschaft im Bereich der Stillegung kerntechnischer Anlagen (1989-1993) (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 415
Vol. 1988/0152
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
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la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
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sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                 KOM ( 88 ) 415 endg .
                                                 Brüssel , den 28 . Juli 1988
                                  rrjTiTi
                                  O I VT: l
                             Vorschlag für eine
                           ENTSCHEIDUNG DES RATES
         zur Festlegung eines Forschungs - und Entwicklungsprogramms
                    für die Europäische Atomgemeinschaft
              im Bereich der Stillegung kerntechnischer Anlagen
                                   ( 1989-1993 )
                       ( von der Kommission vorgelegt )
 ---pagebreak---                                                           6 Vf - (-/ 'fî
                               INHALTS VERZEI CHN I S
                                                                         Seito
ZUSAMMENFASSUNG .                                                          2
1 . EINLEITUNG .                                                           3
2 . BEGRUNDUNG .                                                           3
    2.1 . Ziele der F&E-Tätigkeit der Gemeinschaft auf dem Gebiet
          der Stillegung .                                                 3
    2.2 . Vorteile des Vorgehens auf Gemeinschaftsebene .                  4
    2.3 . Bisherige Gemeinschaftstätigkeiten und Errungenschaften ..       4
    2.4 . Die Notwendigkeit eines weiteren Programms .                     6
3 . INHALT DES VORGESCHLAGENEN PROGRAMMS .                                 6
    3.1   Teil A - Forschungs - und Entwicklungsaktionen .                 6
    3.2   Teil B - Festlegung von Leitlinien .                             7
    3.3   Teil C - Erprobung neuer Verfahren in der Praxis .               7
4 . DURCHFÜHRUNG UND VERWALTUNG .                                          9
5 . HAUSHALTSMITTEL UND PERSONAL .                                        10
                                         *
                                   *           *
Anhang 1 - Das Programm 1984-88 über die Stillegung
             kerntechnischer Anlagen .                                    11
Anhang 2 - Beschreibung der vorgeschlagenen Forschungs - und
             Entwicklungsaktionen .                                       17
Anhang 3 - Mögliche Pilotvorhaben .                                       22
Anhang 4 - Stellungnahme des Beratenden Verwaltungs- und
             Koordinierungsauschusses .                                   25
Anhang 5 - Stellungnahme des Ausschusses für Wissenschaft
             und Technik .                                                26
Anhang 6 - Finanzbogen .                                                  27
Anhang 7 - Vorschlag für eine Entscheidung des Rates .                    30
                                          1
 ---pagebreak---                                 ZUSAMMF.NFASSUNG
Der vorliegende Vorschlag betrifft eines der spezifischen Programme mit
deren Hilfe das gemeinschaftliche Rahmenprogramm im Bereich der Forschung
und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) durchzuführen ist .
Das vorgeschlagene Programm folgt auf :
    das Forschungsprogramm 1979-83 über die Stillegung von Kernkraftwerken
    und
-   das  Forschungsprogramm   1984-88   über  die Stillegung  kerntechnischer
    Anlagen .
Das vorgeschlagene Programm besteht wie schon das laufende Programm ( 1984 -
88 ) aus drei Teilen :
    Teil A - Forschungs - und Entwicklungsakticnen ;
-   Teil B - Leitlinien ;
-   Teil C - Erprobung neuer Verfahren in der Praxis .
Teil C wurde stark erweitert um es der Gemeinschaft zu ermöglichen , sich
verstärkt an ausgewählten Pilotstillegungsvorhaben in verschiedenen Mit ¬
gliedstaaten zu beteiligen .
Das vorgeschlagene Programm würde einen Haushalt von 31,5 Millionen ECU und
fünf Bedienstete erfordern . Das Programm würde hauptsächlich im Rahmen von
Kostenteilungsverträgen mit sachkundigen öffentlich-rechtlichen Einrichtun ¬
gen oder Privatfirmen in den Mitgliedstaaten durchgeführt werden . Bei der
Durchführung des Programms würde die Kommission wiederum durch den Beraten¬
den Verwaltungs - und Koordinationsausschuss "Kernspaltungsenergie - Brenn¬
stof fkreislauf / Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle " unterstützt
werden .
 ---pagebreak--- 1 . EINLEITUNG
Seitdem die Gemeinschaft vor zehn Jahren Forschungstätigkeiten im Bereich
der Stillegung kerntechnischer Anlagen auf genommen hat , hat sich die
Situation in diesem Bereich beträchtlich fortentwickelt . Einerseits wurden
die technologischen Grundlagen der Stillegung verstärkt . Andererseits sind
die Anzahl der ausser Betrieb genommenen kerntechnischen Anlagen , sowie
deren Steigerungsrate , beide vor zehn Jahren noch klein , inzwischen be¬
trächtlich gestiegen .
Diese Entwicklung musste bei der Ausarbeitung des vorliegenden Vorschlags
für ein neues Fünfjahresprogramm ( 1989-93 ) über die Stillegung kerntech¬
nischer Anlagen in Betracht gezogen werden . Das vorgeschlagene Programm
übernimmt die Mehrzahl der Themen des laufenden Programms , das am 31
Dezember 1988 endet , legt aber verstärktes Gewicht auf die Erprobung neuer
Stillegungsverfahren in der Praxis .
Diese Ausrichtung stimmt mit dem gemeinschaftlichen Rahmenprogramm im
Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) überein ,
worin ausgeführt wird : "Die Arbeiten über die Stillegung von Kernanlagen
werden die Demonstration diesbezüglicher Technologien umfassen".
2 . BEGRUNDUNG
2.1 . Ziele der FuE der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Stillegung
Es ist unvermeidlich , dass gewisse Teile kerntechnischer Anlagen während
des Betriebs durch Oberflächenkontamination und , im Falle von Reaktoren ,
durch direkte Aktivierung radioaktiv werden . Deshalb müssen entsprechende
Massnahmen zur Sicherstellung der nuklearen Sicherheit und des Strahlen¬
schutzes in endgültig ausser Betrieb genommenen Anlagen aufrecht erhalten
werden , bis die Radioaktivität abgeklungen ist oder die radioaktiven Stoffe
vom Standort entfernt sind .
Hauptziel des vorgeschlagenen Forschungsprogramms ist die Verbesserung der
wissenschaftlichen und technischen Grundlagen , die notwendig sind , um die
Schutz - und Sicherheitsaspekte der Stillegung kerntechnischer Anlagen zu
stärken . Dieses Ziel betrifft auch Mitgliedstaaten , die eventuell be-
schliessen , die Nutzung der Kernenergie aufzugeben .
Vor zehn Jahren , als das erste Forschungsprogramm über die Stillegung
vorgeschlagen wurde , gab es nur fünf Kernkraftwerke in der Gemeinschaft ,
die endgültig abgeschaltet waren . In der Zwischenzeit sind es 17 und bis
zum Jahr 2000 werden es etwa 50 sein . Neben Kernkraftwerken sind verschie¬
dene andere kerntechnische Anlagen , z.B. Anlagen des Brennstoffkreislaufs
und Forschungsreaktoren , zu berücksichtigen .
Da der Industriezweig der Stillegung erst am Beginn einer bedeutsamen
industriellen Tätigkeit steht , ist der Zeitpunkt günstig , die künftigen
Merkmale der Stillegung zu formen .
                                     - 3 -
 ---pagebreak--- Ein wesentliches Merkmal der Stillegung int das Ausmaße , in dem radioaktive
Anlagenteile in situ gelagert werden , um vor der Demontage und dem Abtrans ¬
port die Radioaktivität weitgehend abklingen zu lassen . Es wird generell
die Auffassung vertreten , dass sowohl die sofortige Demontage als auch der
gesicherte Einschluss über mehrere Jahrzehnte angemessene Möglichkeiten
bieten können , wobei eine Reihe von Faktoren , wie die Art der Anlage und
die geplante Verwendung des Standorts , eine Rolle spielen . Die Entscheidun¬
gen der Anlagenbesitzer würden jedoch zugunsten von Strategien beeinflusst ,
welche die Standorte für lange Zeit anderen Verwendungen entziehen , wenn
die Stillegungstechnologie nicht auf einen hohen Stand entwickelt wird .
Ausserdem wird das Programm zur Verbesserung der Datenbasis für die Ab ¬
schätzung von Stillegungskosten beitragen . Solche Schätzungen werden von
Anlagenbesitzern benötigt , um gemäss den nationalen Anforderungen Rücklagen
für die Stillegung zu schaffen . Insbesondere Besitzer von radiochemischen
Anlagen haben erklärt , dass es im Bereich der Stillegungskosten erhebliche
Unsicherheiten gibt .
2.2 . Vorteile des Vorgehens auf Gemeinschaftsebene
Der intensive Austausch eingehender technischer Informationen zwischen
Personen desselben Fachgebiets , der auch im Rahmen des vorgeschlagenen
Programms (wie in den vorhergehenden ) wieder vorgesehen ist , wird weiterhin
den einzelnen Anstrengungen zugute kommen und ein Integrieren der Forschung
ermöglichen , wobei unnötige Doppelarbeit vermieden wird .
Ausserdem kann das Gemeinschaftsprogramm einen Konsens in einer Gemein¬
schaftspolitik auf dem Gebiet der Stillegung fördern und beschleunigen und
die Schaffung eines Regelwerks , in dessen Rahmen sich industrielle Tätig¬
keiten entwickeln können , anregen . Ein Beispiel für ein Gebiet , auf dem
gemeinsame Normen besonders wünschenswert und weitere Anstrengungen erfor¬
derlich sind , ist die Freigabe von Stahl und anderen Metallen aus ausge ¬
dienten kerntechnischen Anlageteilen , in Anbetracht der Tatsache , dass
Altmetall häufig die Grenzen zwischen den Mitgliedstaaten überschreitet .
Neben Schutz - und Sicherheitsaspekten müssen auch industrielle und wirt ¬
schaftliche Auswirkungen berücksichtigt werden , da die Stillegung ein
bedeutsamer neuer Zweig industrieller Tätigkeit werden wird ( Stillegungs¬
kosten z.B. für grosse Leichtwasserreaktorblücke werden in Höhe von 150 bis
200 Mio ECU veranschlagt ) . Die Zusammenarbeit von Firmen der verscheidenen
Mitgliedstaaten im Bereich der Forschung kann die Entwicklung einer effi ¬
zienten , auf einem gemeinschaftsweiten Markt tätigen Stillegungsindustrie
fördern .
2.3 . Frühere Gemeinschaftstätigkeiten und Ergebnisse
Das Prinzip einer Gemeinschaftsaktion betreffend die Stillegung von Kern¬
kraftwerken wurde das erste Mal vom Rat im Jahre 1977 im Rahmen des Ak¬
tionsprogramms für die Umwelt ( 1 ) beschlossen .
 (1)  ABI . Nr . C 139 vom 13.6.1977 , S. 1 .
                                       - 4 -
 ---pagebreak--- 1979 hat der Rat ein Forschungsprogramm Ober die Stillegung von Kernkraft ¬
werken ( 1 ) beschlossen , für das 4,7 Mio ECU vorgesehen wurden . Dieses
Programm wurde im Rahmen von 51 Forschungsverträgen - die meisten auf
Kostenteilungsbasis - durchgeführt . Die Ergebnisse wurden ausführlich
veröffentlicht , insbesondere durch :
- 4 jährliche Fortschrittsberichte , die die Kommission herausgegeben hat ;
- 43 Abschlussberichte der Vertragsnehmer ;
- eine Konferenz , welche die Kommission nach Abschluss des Programms
     abhielt ( 2 ) .
Im Jahre 1984 hat der Rat ein Forschungsprogramm über die Stillegung
kerntechnischer Anlagen ( 3 ) ( das neben den Kernkraftwerken auch Anlagen des
Brennstof fkreislaufs und Forschungsreaktoren umfasst ) mit Haushaltsmitteln
in Höhe von 12,1 Mio ECU verabschiedet . Das Programm wird im Rahmen von 72
Verträgen auf Kostenteilungsbasis durchgeführt , von denen die meisten noch
im Gange sind . Die ersten Ergebnisse des Programms wurden bisher in jährli¬
chen Fortschrittsberichten , Beiträgen zu internationalen Konferenzen und in
den ersten Abschlussberichten einzelner Verträge veröffentlicht . Nach
Abschluss des Programms wird erneut eine Konferenz abgehalten werden .
Weitere Informationen über Inhalt , Durchführung und erste Ergebnisse dieses
Programms finden sich in Anhang 1 .
Im Rahmen der Gemeinschaftsforschung wurden zahlreiche wissenschaftliche
und technische Ergebnisse erzielt , von denen einige bereits im industriel¬
len Massstab geprüft wurden . Der augenfälligste Fortschritt betrifft die
Verringerung des Aufkommens an metallischen Abfällen . 1979 , zu Beginn der
Gemeinschaftsforschung , wurde davon ausgegangen , dass etwa 50-70% der
radioaktiven Stahlmassen von Kernkraftwerken mit Leichtwasserreaktoren als
radioaktive Abfälle zu lagern sind . In einer neuen Schätzung wurde dieser
Anteil auf etwa 20% gesenkt . Diese Verringerung ist auf Fortschritte in
verschiedenen Bereichen zurückzuführen , wie zum Beispiel :
- Entwicklung von agressiven Dekontaminierungsverfahren wie Elektropolie-
     ren und gelartige Dekontaminationsmittel ;
- Entwicklung einer neuer Methode zur Rückgewinnung von Phosphorsäure (bei
     der chemischen und elektrochemischen Dekontamination verwendet ) durch
     welche die Kontaminanten in hochkonzentrierter Form abgetrennt werden
     können ;
- Entwicklung von Schmelzverfahren für schwach radioaktiven Stahlabfall
     unter besonderer Berücksichtigung von Strahlenschutzaspekten und Messun¬
     gen ;
- Entwicklung        eines aus  schwach   radioaktivem    Stahlabfall  gegossenen
     Abfallbehälters .
Alle diese Entwicklungen haben das industrielle Stadium erreicht und werden
insgesamt durch die Erfahrung mit der Behandlung von mehr als 2000 Tonnen
schwach radioaktiven Stahlabfalls gestützt . Parallel zur technologischen
Entwicklung wurde die Methodologie für die Bewertung der radio logischen
Auswirkungen , die beim Umgang mit sehr schwach radioaktiven Materialien aus
der Demontage kerntechnischer Anlagen entstehen , entwickelt .
( 1 ) Beschluss des Rates 79 / 344 /Euratom (AB1 . L 83 vom 3.4.1979 , S. 19 ).
( 2 ) Decommissioning of Nuclear Power Plants . Proceedings of a European
       Conference held in Luxembourg , 22-24 May 1984 .
( 3 ) Beschluss des Rates 84 / 60 /Euratom (AB1 . Nr . L 36 vom 8.2.1984 , S. 23 ).
                                       - 5 -
 ---pagebreak--- Die gemeinschaftlichen Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet der Stillegung
wurden von einem Gremium externer Sachverständiger von Januar bis Juli 1986
bewertet . Die Empfehlungen des Gremiums wurden bei der Ausarbeitung des
vorliegenden Programmvorschlags berücksichtigt .
2.4 . Die Notwendigkeit eines weiteren Programms
Weitere Forschung ist insbesondere für die Behandlung grosser Anlagenteile
mit einer höheren Radioaktivität als die bisher behandelter Anlagenteile
erforderlich . Diese Forschung sollte die Beseitigung der ersten Kernkraft¬
werke in der Gemeinschaft begleiten , die mit den schwach radioaktiven
äusseren Anlagenteilen begonnen wurde und sich nun nach und nach dem höher
radioaktiven Reaktorblock nähert . Bei diesen Arbeiten wird folglich in
grösserem Masse die Fernsteuerung eingesetzt .
Die Notwendigkeit eines weiteren Forschungsprogramms über die Stillegung
wurde auch im gemeinschaftlichen Rahmenprogramm im Bereich der Forschung
und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) ( 1 ) anerkannt , in dem ausge ¬
führt wird , dass die Arbeiten über die Stillegung die Demonstration diesbe ¬
züglicher Technologien umfassen werden . Die Notwendigkeit eines weiteren
Programms wurde vom Beratenden Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss mit
seiner das vorgeschlagene unterstützenden Stillegungsnahme bestätigt ( siehe
Anhang 4 ) .
3 . I NHALT DES VORGESCHLAGENEN PROGRAMMS
Das vorgeschlagene Programm besteht aus drei Teilen A , B und            C , die denen
des laufenden Programms ( 1984-88 ) entsprechen . Teil C wurde           beträchtlich
erweitert , um der Gemeinschaft zu ermöglichen , sich verstärkt         an ausgewähl ¬
ten Pilotvorhaben , die in verschiedenen Mitgliedstaaten                 durchgeführt
werden , zu beteiligen .
3.1 . Teil A - Forschungs - und Entwicklungsaktionen
Teil A des vorgeschlagenen Programms besteht wieder , wie im derzeitigen
Programm ( 1984-88 ), aus einer Reihe von Laborforschungstätigkeiten und
Bewertungsstudien , der Inhalt der Aktionen wurde jedoch unter Berücksichti ¬
gung der erzielten Ergebnisse an die sich ändernden Bedürfnisse angepasst .
Eine wichtige Überlegung dabei war , dass sich bestimmte Verfahren , die
entwickelt wurden , nach Ablauf des derzeitigen Programms in einem Stadium
befinden werden , in dem sie in der Praxis erprobt werden können - im Rahmen
des Teils C - oder eine weitere Unterstützung durch die Gemeinschaft nicht
erforderlich sein wird .
Das vorgeschlagene Programm umfasst Forschungs- und Entwicklungsaktionen
auf folgenden Sachgebieten :
1 . Langfristige Integrität von Gebäuden und Systemen
2 . Dekontaminierung für Stillegungszwecke
3 . Demontageverfahren
(1)    Beschluss des Rates 87 / 516 / Euratom , EWG ( ABI . Nr . L 302 vom
       24.10.1987 , S. 1 ).
                                           6
 ---pagebreak--- 4 . Behandlung spezifischer Abfälle : Stahl , Beton und Graphit
5 . Qualifizierung und Anpassung von ferngesteuerten , halbautomatischen
    Handhabungssy stemen
6 . Abschätzung der Mengen radioaktiver Abfälle , die bei der Stillegung von
    Kernkraftwerken in der Gemeinschaft anfallen .
Von diesen Sachgebieten ist Sachgebiet Nr . 5 im laufenden Programm nicht
enthalten , wohingegen die folgenden Aktionen des laufenden Programms nicht
in den neuen Vorschlag auf genommen wurden :
-   Aktion Nr . 5 : Grosse Behälter für die beim Abbruch von kerntechnischen
    Anlagen anfallenden radioaktiven Abfälle
- Aktion Nr . 7 : Einfluss der Konzeptionsmerkmale kerntechnischer Anlagen
     auf die Stillegung .
Die vorgeschlagenen Aktionen werden in Anhang 2 beschrieben .
 3.2 . Teil B - Festlegung von Leitlinien
In Teil B sollen Leitlinien in Zusammenhang mit folgenden Punkten festge¬
 legt werden :
- Auslegung und Betrieb von kerntechnischen Anlagen , im Hinblick auf eine
     Erleichterung der späteren Stillegung ;
- Stillegungstätigkeiten , um die Strahlenbelastung am Arbeitplatz so
     gering wie vernünftig erreichbar zu halten ;
-    technische Elemente für eine diesbezügliche Gemeinschaftspolitik .
Wissenschaftliche Erkenntnisse , die im Rahmen des Forschungsprogramms über
die Stillegung gewonnen wurden , haben bereits zur Definition von Freigabe ¬
grenzen ( 1 ) für rückzuführende Werkstoffe wie z.B. Stahlschrott beigetra¬
gen .
Im vorgeschlagenen Programm werden die vorhandene Menge von Forschungs- und
Entwicklungsergebnissen sowie von praktischer Erfahrung , zusammen mit einer
entsprechenden Zahl von Mitarbeitern der Kommission , grössere Fortschritte
bei der Festlegung von Leitlinien ermöglichen .
 3.3 . Teil C - Erprobung neuer Verfahren in der Praxis
 In Teil C wird wieder die Erprobung neuer Verfahren in der Praxis im Rahmen
von in den Mitgliedstaaten durchgeführten grossmasstäblichen Stillegungsak¬
 tionen behandelt .
Die Erprobung neuer Stillegungsverfahren in der Praxis wurde mit dem
 Programm 1984-88 begonnen . Zehn kerntechnische Anlagen ( fünf Reaktoren ,
vier Brennelement fabriken und eine Abfallverglasungsanlage ) waren betei¬
 ligt .
 (1)    Empfehlungen einer gemäss Artikel 31 Euratom-Vertrag eingesetzten
        Arbeitsgruppe .
 ---pagebreak--- Schwierigere Stillegungsaufgaben als die bereits durchgeführten werden in
Zukunft zu lösen sein , zum Beispiel beim Abbau von grossen neutronenakti ¬
vierten Keaktorkomponenten . Im Zeitraum von heute bis ungefähr zum Jahr
2000 werden erstmalig Kernkraftwerke vollständig demontiert werden .
Durch die Beteiligung an spezifischen Teilen solcher Projekte beabsichtigt
die Kommission den Einsatz von fortgeschrittenen Verfahren und die Durch¬
führung von begleitenden Untersuchungen zu fördern , damit möglichst viele
für spätere Stillegungsaufgaben nützliche Kenntnisse und Erfahrungen
gewonnen werden . Die Kommission möchte auch die Erprobung von Verfahren
fördern , die in anderen Mitgliedstaaten entwickelt wurden , welche über kein
geeignetes Stillegungsprojekt verfügen . Daneben sollen die Stillegungsvor ¬
haben dazu beitragen , die Datengrundlage für die Abschätzung der Stille ¬
gungskosten zu verbessern .
Es wird vorgeschlagen , den Teil C hauptsächlich auf einige herausragende
Stillegungsprojekte , die in verschiedenen Mitgliedstaaten durchgeführt
werden , auszurichten . Dies können insbesondere folgende sein :
    der fortgeschrittene gasgekühlte Reaktor in Windscale (WAGR)
-   der Siedewasserreaktor in Gundremmingen (KRB-A)
    der Druckwasserreaktor BR-3
-   die Brennstof fwiederauf arbeitungsanlage AT-1 .
Einige wichtige Daten dieser Projekte sind der Tabelle I zu entnehmen .
                     TABF.LLE I - PILOT-STILLEGUNGSPROJEKTE
Anlage           WAGR               KRB-A            BR-3         AT-1
Standort          Sellai ield ,     Gundremmingen ,  Mol ,        La Hague ,
                  Vereinigtes       Deutschland      Belgien      Frankreich
                 Königreich
Typ               fortgeschrit ¬    Siedewasser-     Druckwasser- SBR-Brenn-
                  tener ,           reaktor          reaktor      stof fwieder -
                  gasgekühlter                                    aufarbei -
                  Reaktor                                         tungsanlage
Produktions-      33 MWe            250 MWe          11 MWe       2 kg / d
kapazität
Produktions-      1962-81           1966-77          1962-87      1969-79
zeitraum
Stillegungs-      1981-96           1982-99          1989-        1981-93
zeitraum
                                      - 8 -
 ---pagebreak--- Rei den vorgeschlagenen Pilotvorhaben sind sich ergänzende Anlagenarten
vertreten , die - zusammen betrachtet - die grosse Mehrheit kerntechnischer
Anlagen mit schwierigen Stillegungsaufgaben abdecken . Alle Vorhaben , mit
Ausnahme des Projekts BR-3 , umfassen die vollständige Beseitigung der
radioaktiven Stoffe von der Anlage . (Die Anlage BR-3 wurde erst kürzlich
endgültig abgeschaltet , so dass noch kein vollständiger Stillegungsplan
besteht ). Deshalb wird vorgeschlagen , zunächst nur die obengenannten vier
Vorhaben als Pilotprojekte für das Gemeinschaftsprogramm in Betracht zu
ziehen . Sollten jedoch keine zufriedenstellenden Bedingungen für eine
Beteiligung der Gemeinschaft an einem Projekt erreicht werden , oder sollte
ein Projekt auf gegeben oder unzumutbar verzögert oder abgeändert werden , so
soll es durch das geeignete andere Vorhaben ersetzt werden .
Weitere Auskünfte über die vier Vorhaben werden in Anhang 3 gegeben . Dort
werden auch Gegenstände aufgeführt , die für eine Gemeinschaftsbeteiligung
auf Kostenteilungsbasis in Frage kommend und aus denen die geeignetsten
ausgewählt werden sollen .
Neben den oben erwähnten Pilotvorhaben sollen zu Beginn des vorgeschlagenen
Programms weitere kerntechnische Anlagen , die in den Mitgliedstaaten
stillgelegt werden , für alternative Erprobungen ausgewählt werden .
Die Kommission würde die Abstellung von Personal aus anderen Mitliedstaaten
zu den Pilot-Stillegungsprojekten zur Beteiligung an den Forschungsarbeiten
fördern .
4 . DURCHFÜHRUNG UND VERWALTUNG
Das vorgeschlagene Programm wird hauptsächlich im Rahmen von Kostentei¬
lungsverträgen mit kompetenten öffentlich-rechtlichen Einrichtungen oder
Privatfirmen aus den Mitgliedstaaten durchgeführt . Die Gemeinschaftsbetei¬
ligung wird normalerweise 50% der Gesamtausgaben nicht überschreiten . Im
Falle von Hochschulen kann die Gemeinschaft bis zu 100% der zusätzlichen
Ausgaben ( Grenzkosten ) übernehmen .
In besonderen Fällen , wo eine Möglichkeit für eine Zusammenarbeit in
grossen Massstab mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern besteht , soll
die verstärkte konzertierte Aktion angewendet werden . Dies betrifft insbe¬
sondere die Pilotvorhaben des Teils C des vorgeschlagenen Programms ; dabei
wurde die Gemeinschaft sich durch Kostenteilungsverträge sich an spezifi¬
schen Teilen der Vorhaben beteiligen und mit Hilfe einer konzertierten
Aktion einen Informationsaustausch über die anderen Teile einrichten .
Bei der Auswahl der Forschungsvorschläge wird die Kommission den gemeinsa¬
men Vorschlägen von Organen verschiedener Mitgliedsländer Vorrang einräu¬
men . Darüberhinaus wird die Kommission die Antragsteller verwandter For¬
schungsvorschläge zur Zusammenarbeit anregen .    Ein intensiver Austausch
detaillierter technischer Informationen zwischen Personen , die im selben
Bereich tätig sind , wird wiederum eingerichtet .
                                      - 9 -
 ---pagebreak--- Bei der Durchführung des Programms wird die Kommission wiederum durch den
Beratenden Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss "Kernspaltungsenergie -
Brennstoffkreislauf , Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle" ( CGC6 )
( 1 ) unterstützt werden .
Die Kommission wird sich weiterhin an den einschlägigen Tätigkeiten im
Bereich der Stillegung beteiligen , die von der Internationalen Atomenergie¬
organisationen und der Kernenergieagentur der OECD durchgeführt werden .
5 . HAUSHALTSMITTEL UND PERSONAL
Das vorgeschlagene Programm würde Mittel der Gemeinschaft in Höhe von 31,5
Mio ECU und fünf Bedienstete erfordern . Tabelle II enthält eine Aufschlüs ¬
selung der Kosten .
                     TABELLE II - AUFSCHLÜSSELUNG DER KOSTEN
( Uber fünf Jahre )
     Gegenstand_MECU
     A. Forschungs - und Entwicklungsaktionen :
                                               - Sachgebiet    Nr  1               0,3
                                               - Sachgebiet    Nr  2               0,7
                                               - Sachgebiet    Nr  3               2,0
                                               - Sachgebiet    Nr  4               1,5
                                               - Sachgebiet    Nr  5               1,8
                                               - Sachgebiet    Nr 6                0,9
                                               - Summe für Teil A .                7,2
     B. Festlegung von Leitlinien .                                                0,3
     C. Erprobung neuer Verfahren in der Praxis
                                               - Pilotvorhaben .                 16,0
                                               - Alternative Erprobungen ..        4,0
                                               - Abstellung von Personal ..        1 ,0
                                               - Summe für Teil C .              21,0
     Bedienstete der Kommission ( 3A , IB , IC ) .                                 2,3
     Verwaltungsausgaben . .                                                       0,7
     Summe .                                                                     31,5
                                       *        *
                                           *
(1)    Beschluss des Rates 84 / 338 / Euratom , F.GKS , EWG ( ABI . Nr . L 177 vom
       4.7.1984 , S. 25 ).
                                          10
 ---pagebreak---                                      ANHANG 1
DAS FORSCHUNGSPROGRAMM 1984-88 UBER DIE STILLEGUNG KERNTECHNISCHER ANLAGEN
1 . Inhalt
Am 31 Januar 1984 ( 1 ) beschloss der Rat die Festlegung eines mit 12.1 MECU
dotierten Forschungsprogramms als Folgeprogramm für das erste Forschungs¬
programm über die Stillegung von Kernkraftwerken ( 1979-83 ) ( 2 ) für die
Fünfjahresperiode vom 1 . Januar 1984 zum 31 . Dezember 1988 , das sich vom
ersten Programm darin unterscheidet , dass die Untersuchungen auf kerntech¬
nische Anlagen ausgedehnt werden , also neben Kraftwerken auch z.B. Wieder¬
aufarbeitungsanlagen und Brennstof fabriken einschliessen .
Das Programm ist in die Teile A , B und C eingeteilt .
Der Teil   A betrifft Forschungs - und Entwicklungsvorhaben wie folgt :
- Aktion   Nr . 1 : Langfristige Integrität von Gebäuden und Systemen ;
- Aktion   Nr . 2 : Dekontaminierung für Stillegungszwecke ;
- Aktion   Nr . 3 : Demontageverfahren ;
- Aktion   Nr . 4 : Behandlung spezifischer Abfälle : Stahl , Beton und Graphit ;
- Aktion   Nr . 5 : Grosse Transportbehälter für beim Abbruch von kerntechni ¬
                    schen Anlagen anfallende radioaktive Abfälle ;
- Aktion   Nr . 6 : Schätzung der Mengen radioaktiver Abfälle , die bei der
                    Stillegung von kerntechnischen Anlagen in der Gemeinschaft
                    anfallen ;
   Aktion  Nr . 7 : Einfluss   der Konzeptionsmerkmale      von   kerntechnischen
                    Anlagen auf die Stillegung .
Teil B betrifft die Festlegung von Leitlinien : einerseits bestimmte Leitli¬
nien für die Konzipierung und den Betrieb von kerntechnischen Anlagen zur
Erleichterung der späteren Stillegung , und andererseits Leitlinien für die
Stillegung kerntechnischer Anlagen , die die ersten Elemente einer diesbe¬
züglichen Gemeinschaftspolitik darstellen können .
Teil C - Erprobung neuer Verfahren in der Praxis , im Rahmen von Stille¬
gungsvorhaben im grossen Massstab , die in den Mitgliedsländern durchgeführt
werden - wurde dem Programm hinzugefügt um diese Verfahren insbesondere in
Gegenwart von Radioaktivität zu erproben und zu verbessern .
2 . Abwicklung
Dieses Programm wird unter der Verantwortung der Kommission im Rahmen von
Kostenteilungsverträgen mit im Nuklearbereich sachkundigen öffentlich-
rechtlichen Einrichtungen und Privatfirmen der Mitgliedstaaten durchge¬
führt .
 (1)  ABI . Nr . L 36 vom 8.2.1984 , S. 23 .
 (2)  ABI . Nr . L 83 vom 3.4.1979 , S. 19 .
                                         11
 ---pagebreak--- Die Kommission hat drei Arbeitsgruppen für die verschiedenen Forschungsbe¬
reiche des Programms eingesetzt , um für eine fachwissenschaftliche Unter¬
stützung der Kommission bei der Behandlung der technischen Aspekte des
Programms zu sorgen und einen regelmässigen Inf ormations - und Meinungsaus ¬
tausch auf operationel 1 er Ebene über den neuesten Stand der Forschung zu
gewährleisten . Die Gruppen treffen sich zweimal im Jahr . Nach der Festle ¬
gung des Programms durch den Rat am 31 . Januar 1984 wurden Forschungs¬
vorschläge eingeholt ( 1 ). Wie schon für das vorhergehende Programm
( 1979-83 ) wurden die erhaltenen Vorschläge durch Ad-hoc – Gruppen , die aus
Sachverständigen verschiedener Mitgliedstaaten und Bediensteten der Kommis ¬
sion zusammengesetzt waren , geprüft und bewertet . Die geeignetsten For¬
schungsvorschläge wurden ausgewählt und die Arbeitsprogramme definiert . Der
Meinungsaustausch zwischen Experten wurde dabei als sehr nützlich und als
Hilfe für eine bessere Verständigung über die bestehenden Probleme angese ¬
hen . Die meisten der Forschungsverträge wurden zwischen Mitte 1984 und Ende
1985 ausgehandelt . Ende Mai 1988 waren insgesamt 72 Forschungsverträge
abgeschlossen . Die meisten von ihnen werden im Laufe des zweiten Halbjahres
1988 enden .
3 . Fortschritte und Ergebnisse
Aktion Nr . 1 : Die zur Zeit durchgeführten Untersuchungen über die Auswir¬
kungen der Belassung ausser Betrieb genommener kerntechnischer Anlagen über
lange Zeiträume vor der Beseitigung - um das natürliche Abklingen der
Radioaktivität auszunutzen - werden zur Wahl des besten Zeitpunkts für die
Beseitigung beitragen . Diese Wahl ist eine der grundlegenden Entscheidun¬
gen , die bei der Stillegung jeder kerntechnischer Anlage zu treffen sind .
Die Arbeiten in dieser Aktion wurden erst später begonnen , deshalb sind
noch keine wesentlichen Ergebnisse verfügbar .
Aktion Nr . 2 : Die Charakterisierung der radioaktiven Oberflächenkontamina¬
tion in kerntechnischen Anlagen und die Entwicklung wirksamer Dekontamina¬
tionsverfahren ist eine weitere wichtige Aktion im Rahmen des laufenden
Programms . Folgende wichtige Fortschritte wurden bisher erzielt :
Das in hingen entwickelte Dekontaminationsverfahren wurde an einem Rohr des
Primärsystems des Siedewasserreaktors Lingen getestet . Das Verfahren beruht
auf der Entfernung der Oxidschicht mit Hilfe des Verfahrens LOMI ( Low
Oxidation Metal Ions ) , gefolgt von einem Gemisch von Salzsäure und Salpe¬
tersäure . Die Versuche sollten die Möglichkeit demonstrieren , die Kontami¬
nation unter die Grenze für die Freigabe (0,37 Bq / cm2 ) zu bringen , und
dieses Ziel wurde erreicht .
Dekontaminationsverfahren für Kleinteile ( z.B. Ventile mit 25 bis 50 mm
Nenndurchmesser ) vom Siedewasserreaktor Garigliano wurden mit Hilfe von
zwei chemisch agressiven Dekontaminanten getestet , nämlich Salzsäure und
einem Gemisch von Salpetersäure und Flussäure . Während die Behandlungen von
dem Dekontaminanten gut zugänglichen Oberflächen wirkungsvoll waren , konnte
die zwischen zusammengepassten Teilen , z.B. in Gewinden oder Rohrverbindun¬
gen , befindliche Kontamination nicht vollständig entfernt werden .
Vielversprechende Ergebnisse wurden im Labor bei der Anwendung von elek¬
trochemischen Verfahren erreicht , insbesondere mit anderen Elektrolyten als
Phosphorsäure .
(1)   AB ]. Nr . C 68 , 9.3.1984 , S.2 .
                                         12
 ---pagebreak--- Eine ferngesteuerte elektrochemische Dekontaminationsmethode zur Anwendung
in heissen Zellen , insbesondere für plutoniumkontaminierten nichtrostenden
Stahl , wird im Labormassstab entwickelt . Zwei Anwendungsarten werden unter¬
sucht , nämlich Eintauchen von Kleintellen im Säurebad und Elektropolieren
am Ort , tun lokale Kontaminationskonzentrationen auf grossen Oberflächen zu
ent lernen . Salpetersäure wurde als Elektrolyt gewählt . Ein Vorteil dieses
Elektrolyts ist , dass die Metallauflösung auch in Rissen und Hohlstellen
stattfindet .
Eine Dekontaminationsmethode für das Versprühen eines chemischen Gels wurde
im Labormassstab entwickelt und am Kühlkreislauf des französischen Gas-Gra-
phit-Reaktors G2 wie folgt angewendet : Sprühen mit basischem Gel (NaOH) ;
Spülen ; Sprühen mit säurehaltigem Gel ; Spülen . Damit wurde die Anfangsak¬
tivität von 100 Bq / cm2 auf 0,2 Bq / cm2 reduziert .
Aktion Nr . 3 : Etwa die Hälfte aller 20 abgeschlossenen Verträge betreffen
die Optimierung der thermischen Trennverfahren in Luft und Wasser und / oder
die Charakterisierung von Schneidrückständen sowie die Untersuchung von
geeigneten Filtersystemen . Aerosol-Messungen wurden in enger Zusammenarbeit
zwischen Vertragsnehmern durchgeführt , bei Verwendung derselben Messtech¬
nik , was den Vergleich der erhaltenen Daten vereinfacht . Derzeitig steht
eine beträchtliche Menge von Daten über Schneidrückstände von verschiedenen
Stählen in Luft und im Wasser mit verschiedenen Schneidwerkzeugen ( z.B.
Plasmaschneiden , Sauerstoff-Propan , Sauerstoff-Azetylen) zur Verfügung . Die
Zusammenarbeit wurde auch für die Untersuchung von Vorfiltern eingeführt ,
unter Benutzung der HERO-Anlage für die Optimierung von Stillegungsverfahr¬
en für den Reaktor AGR in Windscale . Die untersuchten Vorfilter , als Schutz
für die Absolutfilter , umfassen einen Elektrozyklon , einen elektrostati¬
schen Abscheider und Schlauchfilter : beim Sauerstof f -Propan-Schneiden
wurden Filterwirkungsgrade von 60 , 98 und 99% erreicht . Jedoch wird erst
die Verfügbarkeit von geeigneten Reinigungs- und Instandhaltungsverfahren ,
die derzeit entwickelt werden , es erlauben , Vorfilter für gegebene Schneid¬
probleme auszuwählen .
Laserschneiden von metallischen Komponenten wird weiterentwickelt mit Hilfe
eines Roboterarms mit 5 Gelenken für die Übertragung eines Laserstrahls
( 3-5 kW ) in eine heisse Zelle . Das System einschliesslich Software ist
bereit für Schneidversuche .
Eingehendende Studien für die Zerlegung von dickwandigen bewehrten Beton¬
strukturen (biologische Schilde ) durch kontrollierte Sprengung werden in
zwei Verträgen mit einem gemeinsamen Arbeitsprogramm durchgeführt . Sie
ergaben optimierte Verfahren für die Zündung , Typ und Verteilung der
Sprengladungen , Kontrolle der Stauberzeugung , sowie Untersuchungen über der
Explosion auf die Umgebung der Anlage und die verbleibenden Strukturen .
Aktion Nr . 4 : Beträchtliche Fortschritte wurden bei der Behandlung von
radioaktiv kontaminiertem Stahlabfall durch Schmelzen (mehr als 1000 Mg)
und der schadlosen Wiederverwendung von solchem Abfall erreicht . Es wurde
gezeigt , dass Schmelzen ein wirkungsvolles Verfahren für Freimessungen ist ,
welche sicher und schnell durchgeführt werden können , weil die Radioaktivi¬
tät homogen in dem Stahlabguss verteilt ist , in dem der Haupteil des
aktiven Kobalt-60 gebunden wird ; die flüchtige Zäsium-Aktivität wird in
Filtern und Schlacken zurückgehalten . Das Schmelzen von Nichteisenmetall¬
abfall aus der Instandhaltung und Stillegung kerntechnischer Anlagen
 ( galvanisierte Zinkbleche , Kupfer , Aluminium , Messing) sowie von Stahl¬
schrott , der mit den Aktiniden kontaminiert ist , wurde begonnen . Die
                                        13
 ---pagebreak--- Arbeiten konzentrieren sich jetzt mehr auf die radiologische Auswirkung
dieses Verfahrens und auf das Langzeitverhalten der Schmelzanlage , zum
Schutz der Arbeiter und der Umgebung der Schmelzanlage .
Beträchtliche Fortschritte wurden ebenfalls erreicht bei der Fixierung der
Kontamination von grösseren Beton- und Metall teilen durch Beschichten mit
Polymeren . Z.B. wurde ein stark gamma-radioaktives Stahlteil mit Hilfe
einer ferngesteuerten mobilen Vorrichtung , die für diesen Zweck entwickelt
wurde , beschichtet .
Forschungsarbeiten im Bereich der Behandlung von kontaminiertem Beton und
radioaktivem Graphit wurden spät begonnen ; erste Ergebnisse zeigen Fort ¬
schritte in der Entwicklung eines Verfahrens um aus dem Kern des französi¬
schen Reaktors G2 zylindrische Graphitproben von 80x80mm herauszuschneiden ,
die besonders geeignet sind , um genaue Untersuchungen von radioaktivem
Graphit durchzuführen .
Aktion Nr . 5 : Die laufende Forschungstätigkeit betrifft die Auslegung und
Bewertung eines Systems grosser Transport- und Endlagerbehälter für die bei
der Demontage grosser Reaktorkomponenten anfallenden radioaktiven Abfälle ,
sowie Grossbehälter aus    faserverstärktem Zement  und  schwach radioaktivem
Schrott . Fortschritte wurden erreicht bei der Entwicklung eines Prototyp¬
behälters für die Endlagerung in der Grube Konrad ( Beladungskapazität :
14 Mg ; 5,4 m3 ) der aus schwach radioaktivem metallischen Abfall (< 10 Bq / g )
gegossen wird . Dieser Behälter wird derzeitig im Rahmen eines Genehmigungs ¬
verfahrens geprüft .
Aktion Nr . 6 : Untersuchungen sind in folgenden Hauptbereichen im Gange :
- Optimierung von Messtechniken für schwach radioaktives Material über
   grossen Landflächen , und von Methoden , für die Bestimmung des Radioakti-
   vitätsinventars des Reaktors WAGR von Windscale , der abgebrochen wird ;
-  Ausarbeitung einer Methodologie zur Berechnung der Strahlenbelastung
   infolge der Beseitigung sehr schwach aktiver Abfälle und Entwicklung von
   Systemen für Kontaminationsmessungen an gekrümmten Flächen ;
-  Abschätzung der Abfälle , die bei der Stillegung eines kommerziellen
   schnellen Brutreaktors anfallen ;
-  radiologische Untersuchung für die Freigabe von sehr schwach radioakti ¬
   vem Kupfer und Aluminium .
Die Untersuchung einer rechnerunterstützten Messtechnik für schwach gamma¬
aktives Material wurde abgeschlossen . Es wurde gezeigt , dass eine Punkt -
Auswertung bis zu 50% der zeitabhängigen Kosten einsparen kann , verglichen
mit der üblichen Ganzzählmethode .
Eine integrierte tragbare Messvorrichtung , bestehend aus einer Reihe von
runden und flachen Gasflussdetektoren für die Kontaminationsmessung an
gekrümmten Flächen ( z.B. in Rohren bis zu 22 mm Durchmesser herunter und
bis zu 6 m Länge ) , wurde entwickelt und zeigte zufriedenstellende Mess¬
ergebnisse , die jedoch in der Praxis überprüft werden sollten .
Aktion Nr . 7 : Einige Themen , die schon im Rahmen des ersten Programms
untersucht wurden , werden im Rahmen dieser Aktion weiter verfolgt . Dazu
kommen die Konzeptionsmerkmale der Anlagen des Brennstoffkreislaufs ( z.B.
Wiederaufarbeitungsanlagen) . Die laufenden Forschungsarbeiten betreffen :
- Dekontamination und ferngesteuerte Zerlegungsarbeiten in einer Wieder¬
   aufbereitungsanlage und Testen von kobaltfreien Ventilsitzen ;
                                      14 -
 ---pagebreak--- - Reaktorbehälter aus vorgespanntem Beton mit Rollbruchstellen und Versie¬
    gelung von Betonoberflächen mit Polymeren ;
- stillegungsfreundliche Konzeptionsmerkmale für einen grossen kommerziel¬
    len Schnellbrutreaktor .
Beträchtliche Fortschritte wurden erreicht bei der Dekontamination und
Demontage der Wiederaufarbeitungsanlage von Trisaia ( Italien ): die Dekonta¬
mination einer Moduleinheit , unter Verwendung konzentrierter ( 12 M) Salpe¬
tersäure und einer Folge von immer weniger konzentrierten Losungen bis zum
Endwaschen mit reinem Wasser , wurde mit Erfolg durchgeführt und eine
geeignete Schneidvorrichtung fertiggestellt .
Weitere Fortschritte wurden erzielt bei der Optimierung der in-situ Versie¬
gelung von Betonoberflächen mit Polymeren , die sich als nützlich bei
normalem Betrieb , wie auch für die Langzeit-Integrität herausstellte ; die
Entwicklung und Erprobung der Versiegelungsgeräte wurden mit Erfolg abge¬
schlossen .
Teil C : Untersuchungen im grossen Massstab betreffen Arbeiten für die
Stillegung von Reaktoren wie die Siedewasserreaktoren Garigliano und Gund-
remmingen-A , den gasgekühlten Reaktor von Windscale (WAGR) , den Schnell¬
brutreaktor Rapsodie und einige Brennstof fabrikations- und Wiederaufarbei¬
tungsanlagen .
Einen wichtigen Fortschritt für eine Dekontamination mit minimaler Erzeu¬
gung von Sekundärabfall stellt ein neues Verfahren für die Regenerierung
von Phosphorsäure dar , das für KRB-A Gundremmingen entwickelt und demons¬
triert wurde . Phosphorsäure , die für chemische und elektrochemische Dekon¬
tamination benutzt wird , wird mit Oxalsäure gemischt , wobei sich Eisenoxa¬
lat bildet , das ausfällt und als Sediment mit dem Grossteil der Radioakti¬
vität entfernt wird . Die Dekontamination von 500 Mg Stahlabfall aus der
Stillegung des Maschinenhauses von Gundremmingen-A erzeugte 18 Mg Eisenoxa¬
lat , das durch Pyrolyse auf 8 Mg reduziert wird ; das entspricht 1,6 Ge¬
wichtsprozent der behandelten Abfallmenge .
Die Entwicklung und Herstellung eines Prototyps für eine automatische
Mehrzweck-Messvorrichtung für schwach radioaktiven Abfall , zum Zwecke der
Freimessung von Stillegungsabfall , macht gute Fortschritte und wird im
Grossmassstab ( 1000 Mg ) im Rahmen der Stillegung des Reaktors KKN getestet .
Fünf grosse Handschuhkästen einer Mischoxid-Fabrikationsanlage sollen
komplett zerlegt werden . Diese Handschuhkästen sind bis zu 4,1 m hoch , bei
10 m3 Volumen sowie einem Gewicht bis zu 2 Mg . Die Handschuhkästen wurden
zum Kernforschungszentrum Mol zum Zwecke der Zerlegung (5 km auf öffentli¬
chen Strassen) transportiert .
Die Zelle PIVER I in Marcoule wurde komplett ausgeräumt und gereinigt -
PIVER ist die erste französische Demonstrationsanlage für das Verglasen von
hochradioaktivem flüssigen Abfall aus der Wiederaufarbeitung der Brenn¬
stoffe von gasgekühlten Reaktoren und Schnellbrutreaktoren .
Weitere Arbeiten betreffen die Abschätzung des Radioaktivitätsinventars ,
bei einer Dosisleistung bis zu mehreren hundert Rad /h , und den Einbau von
ferngesteuerten Manipulatoren und Robotern .
                                      15
 ---pagebreak--- Teil B : Ergebnisse aus verschiedenen , im Rahmen des Teils A durchgeführten
Forschungsverträgen ( z.B. : Langfristige Stabilität und Dichtheit von
Reaktorsicherheitsbehältern , Folgen der Beseitigung des Negativdrucks im
deutschen Reaktor hingen , Methodologie für die Untersuchung von geeigneten
Managementsystemen für Reaktorstillegungsabfall ) können als Basis für
Leitlinien im Bereich der Stillegung dienen und sollten eines Tages die
Stillegung kerntechnischer Anlagen nicht nur auf Fall- zu-Fall-Basis ermö ¬
glichen . Um dieses Ziel zu erreichen , und mit Hinblick auf den europäischen
Binnenmarkt von 1992 , sollten spezifische Stillegungsregeln , sowie Gemein¬
schaf tskriterien für die Unterscheidung von nicht-radioaktivem Material von
radioaktivem Material erstellt werden .
4 . Austausch und Verbreitung der Ergebnisse
Der direkte Austausch    ausführlicher Informationen über die im Rahmen des
Programms durchgeführten Arbeiten wird auf operationeller Ebene durch die
in Punkt 2 erwähnten Arbeitsgruppen sowie durch Halbjahresberichte sicher¬
gestellt ; dieser Austausch ist vertraulich . Die Ergebnisse eines jeden
Forschungsvertrags erscheinen in Endberichten , die durch die Vertragsnehmer
verfasst und entweder mit Zustimmung der Vertragsnehmer veröffentlicht oder
den zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten "mitgeteilt " werden (Artikel 13
des Euratom-Vertrags ). Die Kommission veröffentlicht ferner jährliche
Fortschrittsberichte über das Programm ( 1 ). Veröffentlichungen in wissen¬
schaftlichen Zeitschriften und Vorträge bei internationalen Konferenzen
vervollständigen diesen Informationsaustausch .
Eine öffentliche Konferenz soll nach Abschluss des Programms stattfinden
und die Ergebnisse des Programms 1984-88 dem internationalen wissenschaft ¬
lichen Publikum vorlegen .
Ausserdem nimmt das Programmpersonal der Kommission an Arbeitsgruppen und
technischen Aussschüssen über die Stillegung kerntechnischer Anlagen , die
im Rahmen der internationalen Organisationen ( IAEA , OECD NEA ) organisiert
werden , teil .
(1)   Erster Bericht ( Jahr 1985 ): EUR 10740
      Zweiter Bericht ( Jahr 1986 ): EUR 11112
      Dritter Bericht ( Jahr 1987 ) : im Druck .
                                        16
 ---pagebreak---                                    ANHANG 2
                 BESCHREIBUNG DER VORGESCHLAGENEN FORSCHUNGS ¬
                           UND ENTWICKLUNGSPROJEKTE
Sachgebiet Nr . 1
Langfristige Integrität von Gebäuden und Systemen
A. Ziel
Es ist vorgeschlagen worden ,     die Demontage kerntechnischer Anlagen um
Zeiträume von einigen Jahrzehnten bis zu etwa 100 Jahren zu verschieben .
Nachdem die Radioaktivität dann weitgehend abgeklungen ist , wäre eine
Demontage einfacher und die Strahlenbelastung des Demontagepersonals
geringer . Ziel dieses Sachgebiets ist es , die Massnahmen zu ermitteln , die
notwendig sind , um ausser Betrieb genommene Anlagen in einem sicheren
Zustand zu halten , und die Strahlenbelastung und Kosten zu beurteilen .
B. Durchgeführte Forschung
Die Forschungsarbeit wurde auf folgende Hauptthemen ausgerichtet :
- Prüfung ausgewählter Kernkraftwerken und Untersuchung der darin befind¬
    lichen Werkstoffe , um die Art und das Tempo der Alterung zu bestimmen ;
- Methodologische Studien über die Massnahmen , die für die Erhaltung von
    Anlagen in einem sicheren Zustand und zur Erhaltung der Betriebsfähig¬
    keit der erforderlichen Hilfssysteme notwendig sind .
C. Vorgeschlagenes Programm 1989-93
Dieses Sachgebiet soll mit mässigem Einsatz weitergeführt werden , wobei die
Datenbasis erweitert und die hinzukommende Erfahrung ausgewertet werden
soll , um Vertrauen in langfristige Vorhersagen herzustellen . Dies umfasst
insbesondere :
- Gewinnung zusätzlicher Messdaten , zum Beispiel Wiederholung früherer
    Prüfungen nach ungefähr fünf Jahren , um die Alterungsgeschwindigkeit
     festzustellen und Vorhersageregeln abzuleiten bzw . zu überprüfen ;
 - Vergleich von Einschlussmethoden , die in spezifischen stillgelegten
    kerntechnischen Anlagen in Mitgliedstaaten angewandt werden ;
 - Bewertung des Konzepts des sicheren Einschlusses für die Stillegung
     anderer kerntechnischer Anlagen als Reaktoren .
 Sachgebiet Nr . 2
 Dekontamination für Stillegungszwecke
 A. Ziel
 Im Rahmen dieses Sachgebiets sollen Verfahren zur Dekontaminierung der
 Oberflächen von Komponenten und Strukturen stillgelegter kerntechnischer
 Anlagen entwickelt und beurteilt werden . Das wichtigste Ziel der Dekontami¬
 nierung wäre die Verringerung der beruflichen Strahlenbelastung bei der
 Demontage des kontaminierten Teils und / oder die Verringerung der Menge
 radioaktiver Abfälle .
                                       17
 ---pagebreak--- B. Durchgeführte Forschung
Folgende Dekontaminierungsverfahren wurden entwickelt und bewertet :
- Verfahren , die auf der Verwendung chemisch agressiver Dekontaminations¬
    mittel in flüssiger und gelartiger Form basieren ;
- elektrochemische Verfahren mit verschiedenen Elektrolyten ;
- hydromechanische Verfahren ( Hochdruckwasserlanze , Ultraschall );
- Dekontaminierung von Betonwänden durch Flammstrahlen .
C. Vorgeschlagenes Programm 1989-93
Das Sachgebiet Nr . 2 soll mit verringertem Aufwand und mit Ausrichtung auf
ausgewählte Verfahren weiterbearbeitet werden . Der Einsatz von in einem
grossen Luftvolumen in Form von Schaum oder Nebel suspendierten Dekontami¬
nationsflüssigkeiten soll als neues Thema im Hinblick auf die Dekontaminie¬
rung grossvolumiger Systeme entwickelt werden . Thermische Verfahren zur
Beseitigung von Betonoberflächenschichten sollen allgemeiner und grundsätz ¬
licher als in der Vergangenheit untersucht werden .
Sachgebiet Nr . 3
Demontageverfahren
A. Ziel
Auf diesem Sachgebiet sollen die für die Demontage grosser Stahlkomponenten
( zum Beispiel Reaktordruckbehälter ) und Stahlbetonbauten ( z.B. Reaktorab¬
schirmung ) ausgedienter kerntechnischer Anlagen erforderlichen Spezialver¬
fahren unter Berücksichtigung der besonderen radioaktivitätsbedingten
Anforderungen entwickelt werden .
B. Durchgeführte Forschung
Folgende Verfahren werden zur Zeit erprobt und entwickelt :
- thermische Verfahren wie zum Beispiel Plasmaschneiden , Brennschneiden
    und Trennen durch Laserstrahl ;
-   mechanische Verfahren wie zum Beispiel Wasserstrahlschneiden mit Schleif¬
    mitteln ;
-   Sprengverfahren zum Zerlegen von Betonstrukturen .
C. Vorgeschlagenes Programm 1989-93
Dieses Sachgebiet soll mit vollem Einsatz weitergeführt werden . Folgende
Erfordernisse wurden bereits ermittelt :
-   Entwicklung des Lichtbogensägens für das Schneiden dickwandiger Stahl¬
    komponenten ;
- Weiterentwicklung des Elektrolyseverfahrens zum Trennen dicker Stahl¬
    querschnitte ;
- Vergleichende Bewertung verschiedener Verfahren in bezug auf standardi¬
    sierte Zerlegungsaufgaben ;
- Erprobung kontrollierter Sprengverfahren zum Zerlegen von Betonstruktu¬
    ren im tatsächlichen Masstab .
                                     18
 ---pagebreak--- Sachgebiet Nr . 4
Behandlung spezifischer Abfälle ; Stahl , Beton und Graphit
A. Ziel
Bel der Demontage kerntechnischer Anlagen fallen grosse Mengen von radioak¬
tivem Stahl , Beton und - Im Falle von gasgekühlten Reaktoren - Graphit an .
Dieser Abfall muss im Hinblick auf die Beseitigung bzw . Rückführung in
geeigneter Weise konditioniert werden .
B. Durchgeführte Forschung
Folgende Forschungsarbeiten wurden durchgeführt :
-  Versuche über das Einschmelzen von radioaktivem Schrott einschliesslich
   grosser Schmelzreihen ;
-  Entwicklung und Beurteilung von Verfahren zum Beschichten von Metall-,
   Beton- und Graphitteilen im Hinblick auf die Fixierung der Radioaktivi¬
   tät ;
-  Fixierung von Betonstaub und Trennung von radioaktiven und nichtradio¬
   aktiven Bestandteilen des Betons ;
-  Bewertung der verschiedenen Entsorgungsmethoden für radioaktiven Gra¬
   phitabfall .
C. Vorgeschlagenes Programm 1989-93
Das Einschmelzen von sehr schwach radioaktivem Stahlschrott aus Leichtwas ¬
serreaktorkomponenten zur Herstellung neuer kerntechnischer Komponenten
wird bereits industriell genutzt und sollte keine weiteren Forschungsarbei¬
ten erfordern . Weitere Arbeiten sind jedoch im Zusammenhang mit Stahl¬
schrott aus anderen kerntechnischen Anlagen erforderlich , z.B. alphakonta¬
miniertem Material , sowie mit Nichteisenschrott .
Weitere Entwicklungen , die im Zusammenhang mit Beton- und Graphitabfällen
erforderlich sind , sollen nach Abschluss der laufenden Arbeiten festgelegt
werden .
Sachgebiet Nr . 5
Qualifizierung und Anpassung von ferngesteuerten , halbautomatischen Hand-
habungssy stemen
A. Ziel
Bestimmte Stillegungsarbeiten können wegen des Strahlenfelds nur mit
Fernsteuerung durchgeführt werden , und auch andere Arbeiten werden vorzugs¬
weise ferngesteuert durchgeführt , um die berufliche Strahlenbelastung so
gering wie möglich zu halten . Diese Anforderung ist eine grosse technische
Herausforderung auf dem Gebiet der Stillegung .
Ziel dieses Sachgebiets ist , ferngesteuerte , halbautomatische Systeme für
die Handhabung von Stillegungswerkzeugen und -instrumenten zu qualifizieren
und anzupassen .
                                      19 -
 ---pagebreak--- B. Durrhgeführte Forschung
Ferngesteuerte    Hnndhabungssy steme waren bisher nicht Gegenstand einer
eigenen Aktion . Im Rahmen der Aktionen Nr . 2 ( Dekontaminierung ) und Nr . 3
( Demontageverfahren ) wurden jedoch begrenzte Arbeiten auf diesem Gebiet
durchgeführt .
C. Vorgeschlagenes Programm 1989-93
Ferngesteuerte , halbautomatische Handhabungssysteme sollen erprobt und
angepasst werden , um ihre Leistungsfähigkeit für typische Stillegungsaufga ¬
ben und -Werkzeuge zu qualifizieren und zu verbessern . Für diesen Zweck
sollen soweit wie möglich bestehende Komponenten und Untersysteme einge ¬
setzt und angepasst werden . Dies betrifft insbesondere Sensorsysteme und
Computerprogramme für die halbautomatische Prozesssteuerung , die wichtige
Aspekte dieses Sachgebiets sind . Besondere Aufmerksamkeit soll den sich
häufig wiederholenden , zeitaufwendigen Arbeitsabläufen gewidmet werden ,
z.B. Dekontaminierung und Freigabemessungen von grossen Bodenoberflächen .
Sachgebiet Nr . 6
Abschätzung der Mengen radioaktiver Abfälle , die bei der Stillegung kern-
technischer Anlagen in der Gemeinschaft anfallen
A. Ziel
Die bei der Demontage kerntechnischer Anlagen anfallenden schwachaktiven
Abfälle werden letztlich einen erheblichen Teil der Gesamtmenge der von der
Nuklearindustrie erzeugten radioaktiven Abfälle darstellen . Im Rahmen
dieses Sachgebiets sollen die Mengen verschiedener Arten radioaktiver
Abfälle geschätzt werden , die bei der Stillegung kerntechnischer Anlagen in
der Gemeinschaft anfallen werden . Da hierzu auch die Festlegung von Refe ¬
renzstrategien für die Stillegung gehört , ist dieses Sachgebiet als lang¬
fristige Aufgabe anzusehen .
B. Durchgeführte Forschung
Folgende Forschungsarbeiten wurden durchgeführt :
    Bestimmung der in neutronenaktiviertem Stahl , Beton und Graphit enthal ¬
    tenen langlebigen Radionuklide ;
- Ausarbeitung einer Methodologie zur Berechnung der Strahlenbelastung
    infolge der Beseitigung sehr schwach aktiver Abfälle , die bei der
    Demontage kerntechnischer Anlagen anfallen ; Ermittlung der Restaktivi-
    tätsmenge , unterhalb der die Werkstoffe wiederverwendet werden können ;
- Entwicklung der Messverfahren , die erforderlich sind , um zu entscheiden ,
    ob Material , das bei der Demontage kerntechnischer Anlagen anfällt ,
    radioaktiv ist oder nicht .
                                      20
 ---pagebreak--- C. Vorgeschlagenes Programm 1989-93
Die Techniken für Radioaktivitätsmessungen sollen insbesondere im Hinblick
auf die Freigabeverfahren für Werkstoffe , Gebäude und Standorte , auch im
Falle von Mischungen von Alpha-, Beta- und Gammas trahlern , weiter entwik-
kelt werden . Die Qualitätssicherung von Freigabeverfahren soll ebenfalls
berücksichtigt werden .
Strategien für die Stillegung kerntechnischer Anlagen sowie für die Entsor¬
gung der dabei entstehenden radioaktiven Abfälle sollen unter Berücksichti¬
gung der in den verschiedenen Mitgliedstaaten bestehenden bzw . geplanten
Endlager untersucht werden . Da die Sicherheit einer der zu berücksichtigen¬
den Aspekte ist , soll eine Methodologie für die Risikobewertung der Stille¬
gungsarbeiten entwickelt werden .
Die Ermittlung der Restaktivitätsgrenzen , unterhalb derer Werkstoffe
wiederverwendet werden können , soll weitergeführt werden , wobei auch
statistische Aspekte berücksichtigt werden sollen .
                                   - 21
 ---pagebreak---                                    ANHANG 3
                            MOGLICHE PILOTVORHABEN
1 . Gasgekiihlter Reaktor Windscale (WAGR)
A. Spezifischer Beitrag zum Programm
Das Stillegungsprojekt WAGR gibt Gelegenheit für die Erprobung von Stille ¬
gungsverfahren unter den spezifischen Anforderungen gasgekühlter Reaktoren ,
z.B. Anforderungen , die sich aus dem grossen Volumen der Systeme ergeben .
Gasgekühlte Reaktoren repräsentieren die Mehrzahl der Kernkraftwerke aer
ersten Generation , die in der näheren Zukunft stillgelegt werden : von etwa
50 Kernkraftwerken die in der Gemeinschaft bis zum Jahre 2000 endgültig
abgeschaltet sein werden , sind etwa zwei Drittel gasgekühlte Reaktoren .
B. Stand der Arbeiten
Das Stillegungsvorhaben WAGR befindet sich schon in der Ausführungsphase .
Wichtige durchgeführte Arbeiten waren z.B. die Errichtung eines Abfallver ¬
packungsgebäudes und die Konstruktion einer fernbedienten Demontagemaschi¬
ne . Der Abbau des am stärktsten radioaktiven Teils des Reaktors ist für den
Zeitraum 1991-95 geplant .
Verschiedene Aktivitäten des laufenden Forschungsprogramms ( 1984-88 ) der
Gemeinschaft werden im Rahmen des Vorhabens WAGR durchge^ührt . Diese
Aktivitäten betreffen die folgenden Punkte :
- Ventilations - und Filterverfahren für thermisches Schneiden ( gemeinsame
    englisch-französische Versuche ) ,
- Methoden für die Ermittlung des Radionuklidgehal^s der Abfälle ,
- Entwicklung von Verfahren für die Entsorgung de ? Wärmetauscher .
C. Mögliche Gegenstände für ein Gemeinschaftsbeteiligung (Kostenteilungs -
verträge )
-   Abbau des oberen biologischen Schilds des Reaktors , der Brennelementla-
    derohre und der Kuppel des Reaktordruckbehälters .
-   Kaltversuche der fernbedienten Demontagemaschine .
-   Dekontamination und Zerlegung von drei Wärmetauschern .
    Fernbediente Demontage des oberen Sammelraums des Reaktors .
- Fernbediente Demontage des Neutronenschilds des Reaktors ( oberer Axial¬
    schild ) .
-   Fernbediente Demontage des Reaktorkerngraphits .
-   Fernbedientes Verpacken von mittelaktivem Abfall .
-   Schmelzanlage in der Turbinenhalle .
                                    - 22 -
 ---pagebreak--- 2 . Der Siedewasserreaktor Gundremmingen-A
A. Spezifischer Beitrag zum Programm
Die Anlage Gundremmingen-A gehört zu den Leichtwasserreaktoren , welche die
Mehrzahl der neueren Kernkraftwerke in der Gemeinschaft repräsentieren . Sie
wäre das erste Kernkraftwerk in der Welt mit einer elektrischen Leistung
von mehreren hundert Megawatt , das vollständig beseitigt wird . Bei der
Durchführung dieses Vorhabens wird besondere Aufmerksamkeit auf die Verrin¬
gerung der Abfallmengen gelegt .
B. Stand der Arbeiten
Das Stillegungsvorhaben Gundremmingen-A wurde mit der Dekontamination      und
Beseitigung des Lagers für radioaktive Abfälle und mit dem Ausräumen       des
Maschinenhauses begonnen . In den nächsten fünf Jahren ( 1989-93 ) werden  die
höher kontaminierten Anlagenteile aus dem Reaktorgebäude entfernt .        Die
Zerlegung von neutronenaktivierten Teilen , z.B. dem Reaktorbehälter ,     ist
für 1994 / 95 geplant .
Mehrere Arbeiten des ersten ( 1979-83 ) und des laufenden ( 1984-88 ) For¬
schungsprogramms der Gemeinschaft wurden im Rahmen des Projekts Gundremmin-
gen durchgeführt . Diese betreffen insbesondere die folgenden Objekte :
- Verteilung von Aktivierungsprodukten im biologischen Schild ,
- Entwicklung von Dekontaminierungstechniken einschliesslich der Anwendung
    in grossem Massstab ,
- Anwendung von Zerlegungstechniken ln grossem Massstab ,
- Einschmelzen von Stahl als Konditionierungsmethode für radioaktiven
    Abfall .
C . Mögliche Gegenstände für eine Gemeinschaftsbeteiligung (Kostenteilungs-
verträge )
-   Untersuchung   von    Systemdekontaminierungsverfahren  und  Vergleich mit
    anderen Strahlenschutzmethoden .
    Zerlegung von höher kontaminierten Komponenten , z.B. Sekundärdampferzeu¬
    gern .
-   Thermische   und    mechanische  Verfahren  zur  Unterwasser-Zerlegung von
    aktivierten Komponenten , z.B. Reaktoreinbauten .
- Entwicklung eines Demontagemanipulators für die Zerlegung des Reaktor¬
    druckbehälters und seiner Einbauten .
- Optimierung des Systems für die Wiederverwendung von Abfallmaterial und
    die Volumenreduzierung der radioaktiven Rückstände .
3 . Druckwasserreaktor BR-3
A. Spezifischer Beitrag zum Programm
Druckwasserreaktoren      sind der am meisten benutzten Reaktortyp in der
Gemeinschaft , und der BR-3 war die erste Anlage dieses Typs in Westeuropa .
Das Vorhaben BR-3 betrifft die Demontage von stark strahlenden Stahlkompo¬
nenten von bedeutenden Abmessungen .
                                      - 23 -
 ---pagebreak--- B. Stand der Arbeiten
Die Anlage BR-3 wurde erst vor kurzem endgültig abgeschaltet . Nach vorbe ¬
reitenden Arbeiten ist die Dekontaminierung des Primärkreislaufes für 1990
geplant , und die Beseitigung der Reaktoreinbauten für 1991-93 . Weitere
Demontagearbeiten , für die Jahre nach 1993 , sind bisher noch nicht vorgese ¬
hen .
C. Mögliche Gegenstände für eine Gemeinschaftsbeteiligung (Kostenteilungs-
verträge )
-   Chemische Dekontaminierung des Primärkreislaufs .
-   Fernbediente Unterwasserzerlegung der Reaktoreinbauten .
4 . Brennstof fwiederauf arbei tungsanlage AT-1
A. Spezifischer Beitrag zum Programm
Anlagen vom Ende des Brennstoffkreislaufs werfen wegen der Anwesenheit von
Alphastrahlern besondere Probleme auf . Eine wichtige Aufgabe ist der
Nachweis der Einhaltung der niedrigen Freigrenzen für Alphastrahler bei
grossen Mengen von dekontaminiertem Material , oder bei grossen Wand - und
Bodenflächen . Die Beseitigung einer Fertigungsanlage für Mischoxidbrenn¬
stoff ( U0„-Pu0„) wurde schon im Rahmen des laufenden Forschungsprogramm
1984-88 demonstriert . Wiederauf arbeitxmgsanlagen , die eine Mischung von
Alpha-, Beta - und Gammastrahlern beinhalten , benötigen ausserdem eine
Fernsteuerung der Stillegungsoperationen .
B. Stand der Arbeiten
Der Stillegungsvorhaben AT-1 ist bereits in der Ausführungsphase . Die
bisher durchgeführten Arbeiten betreffen hauptsächlich die Beseitigung von
ausschliesslich alphakontaminierten Komponenten und die Entwicklung eines
rechnergestützten Telemanipulators der von 1990 bis 1993 für die Beseiti ¬
gung der anderen Komponenten benutzt werden soll . Das Vorhaben AT-1 soll
1993 abgeschlossen werden .
C. Mö gliche Gegenstände für eine Gemeinschaftsbeteiligung (Kostenteilungs-
verträge )
-   Behandlung von Alpha-Beta-Gamma-Abfall , insbesondere :
    . Messystem für das Sortieren von Abfallteilen ,
    . Abfalltransfersystem ohne Unterbrechung der Umschliessung ,
    . Prototypanlage für die Dekontaminierung von Alpha-Abfällen ,
    . Anlage für Alpha-Beta-Messungen an Abfallbehältern .
-   Fernbedienter Abbau hochaktiver heisser Zellen , insbesondere :
    . Entwicklung eines elektronischen Telemanipulators ,
    . Anpassung und Optimierung von Arbeitsverfahren         für  verschiedene
      Fernbedienungssysteme und Schneidwerkzeuge ,
    . Automatisierung der Arbeiten .
                                      - 24
 ---pagebreak---                                     ANHANG 4
   STELLUNGNAHME DES BERATENDEN VERWALTUNCS - UND KOORDINIERUNGSAUSSCHUSSES
           "KERNSPALTUNGSENERGIE - BRENNSTOFFKREISLAUF , BEHANDLUNG
                       UND LAGERUNG RADIOAKTIVER ABFÄLLE"
Der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss "Kernspaltungsener¬
gie - Brennstoffkreislauf , Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfälle"
( CGC 6 ), hat auf seiner Sitzung vom 12 . April 1988 den Vorschlag für ein
Forschungsprogramm ( 1989-93 ) über die Stillegung kerntechnischer Anlagen
(Dokument CGC 6 / 88-7 ) geprüft .
Das vorgeschlagene Programm besteht aus drei Teilen mit denselben Themen
wie das laufende Programm ( 1984-88 ), nämlich : Teil A , Forschungs- und Ent ¬
wicklungsaktionen ; Teil B , Leitlinien ; Teil C , Erprobung neuer Verfahren in
der Praxis . Teil C wurde stark erweitert um es der Gemeinschaft zu ermögli¬
chen , sich verstärkt an ausgewählten Pilotstillegungsvorhaben in verschie¬
denen Mitgliedstaaten zu beteiligen .
Das vorgeschlagene Programm würde einen Haushalt von 31,5 Millionen ECU und
fünf Bedienstete erfordern . Das Programm würde mit Hilfe von Kostenteil ¬
ungsverträgen mit kompetenten öffentlich-rechtlichen Einrichtungen oder
Privatfirmen in den Mitgliedstaaten durchgeführt .
                        «
Der Ausschuss vertritt die Auffassung , dass die drei Teile des Programms
eine geeignete Grundlage für eine ausgewogene , Laborforschung , die Festle¬
gung von Leitlinien und Pilotvorhaben umfassende Tätigkeit bilden . Der
Ausschuss begrüsst die verstärkten Anstrengungen bei der Erprobung neuer
Verfahren in der Praxis und empfiehlt ein flexibles Vorgehen bei der
Durchführung des Teils C. Der Ausschuss nimmt in diesem Zusammenhang die
Möglichkeit alternativer Erprobungen mit Befriedigung zur Kenntnis . Der
Ausschuss stimmt mit der Kommission darin überein , dass zu Beginn eines
jeden Vertrages geprüft werden soll , ob die Genehmigungen und die Finanz¬
mittel gewährleistet sind .
Zusammenfassend unterstützt der Ausschuss einstimmig das von den Kommis¬
sionsdiensten vorgeschlagene Programm , und zwar sowohl was den technischen
Inhalt , als auch was den Finanzierungsbetrag anbetrifft .
Brüssel , den 12 . April 1988 .                       J. LEFEVRE
                                            Vorsitzender des Ausschusses
                                     - 25 -
 ---pagebreak---                                    ANHANG 5
         STELLUNGNAHME DES AUSSCHUSSES FÜR WISSENSCHAFT UND TECHNIK
Der Ausschuss für Wissenschaft und Technik hat in seiner Sitzung vom
19 . Juli 1988 einen von der Kommission erstellten Vorschlag für ein drittes
Fünfjahres-Forschungsprogramm auf Kostenteilungsbasis ( 1989-93 ) über die
Stillegung kerntechnischer Anlagen (Dokument DEC-88 / 3 ) , das auf das lau¬
fende Forschungsprogramm ( 1984-88 ) folgen soll , geprüft . Das vorgeschlagene
Programm sieht einen Beitrag der Gemeinschaft von 31,5 Millionen ECU vor .
Nach Prüfung des Vorschlags gibt der Ausschuss für Wissenschaft und Technik
folgende Stellungnahme ab .
Der Ausschuss vertritt die Auffassung , dass es für die Gemeinschaft von
entscheidender Bedeutung ist , die Entwicklung von Stillegungsverfahren für
die verschiedenen Arten von Kernkraftwerken und anderen Anlagen des nukle¬
aren Brennstoffkreislaufs in der Europäischen Gemeinschaft fortzusetzen .
Mit Nachdruck sollten die Dekontaminations - und Demontageverfahren mit dem
Ziel optimiert werden , die Menge des radioaktiven Abfalls , der eine Endla¬
gerung benötigt , die Erzeugung von Sekundärabfall , sowie die Strahlenbela¬
stung der Stillegungsarbeiter auf ein Mindestmass zu beschränken . Der
Ausschuss empfiehlt zudem , die Wirtschaftlichkeitsbewertung verschiedener
Stillegungsverfahren in das Programm aufzunehmen .
Der Ausschuss begrüsst den in Teil C des neuen Programms durch die Konzen¬
tration auf vier repräsentative und komplementäre Pilotprojekte gesetzten
Schwerpunkt . Der Ausschuss unterstreicht die Bedeutung des Zugangs zu
diesen Projekten für interessierte Organisationen und Industrien in der
Europäischen Gemeinschaft .
Um das Verständnis der Öffentlichkeit für die Stillegung zu verbessern ,
sollte die Kommission sowohl den Ergebnissen ihres eigenen Programms , als
auch , soweit sie das kann , den Ergebnissen der anderen in den Mitglied ¬
staaten durchgeführten Programme die grösstmögliche Verbreitung sichern .
Der Ausschuss vertritt die Auffassung , dass das vorgeschlagene Programm
seinen Zielen angemessen ist , und unterstützt deshalb nachdrücklich den
Vorschlag , obwohl er der Auffassung ist , dass eine Erhöhung der vorgesehen¬
en finanziellen Mittel von Nutzen wäre .
                                      76 -
 ---pagebreak---                                     ANHANG 6
                                   F1NANZB0GEN
1 . Haushaltslinie
- Kostennummer : 7316 ( 1988 ); 7352 ( 1989 ).
- Bezeichnung : Stillegung kerntechnischer Anlagen .
2 . Rechtsgrundlage
Artikel 7 EAG-Vertrag .
3 . Beschreibung und Zielsetzung des Vorhabens
Dieses Vorhaben betrifft ein kostenteiliges Forschungsprogramm über fünf
Jahre ( 1989-93 ), das auf das 1988 auslaufende Programm folgt , das durch den
Beschluss des Rates 84 / 60 / Euratom vom 31 . Januar 1984 (ABI . Nr . L 36 vom
8.2.1984 , S. 23 ) festgelegt wurde . Dieses Programm ist ein Teil des " gemein¬
schaftlichen Rahmenprogramms im Bereich der Forschung und technologischen
Entwicklung ( 1987-1991 )", das durch den Beschluss des Rates 87 / 516 /Euratom ,
EWG vom 28 . September 1987 (ABI . Nr . 302 vom 24.10.1987 , S. 1 ) festgelegt
wurde .
Das Programm sieht vor :
- Forschungs - und Entwicklungsvorhaben betreffend Spezialverfahren und
    grundlegende Kenntnisse ;
    Festlegung von Leitlinien ;
-   Erprobung neuer Verfahren in der Praxis , im Rahmen von Stillegungs¬
    vorhaben grossen Massstabs .
Die Zielsetzung des Programms ist die Verbesserung der wissenschaftlichen
und technischen Grundlagen , die notwendig sind , um die Schutz - und Sicher¬
heitsaspekte bei der Stillegung kerntechnischer Anlagen zu stärken .
Die Aktion betrifft insbesondere :
-   die für die nukleare Sicherheit und den Strahlenschutz verantwortlichen
    Behörden ;
-   die Betreiber kerntechnischer Anlagen ;
-   die in der kerntechnischen Forschung sachkundigen öffentlich-rechtlichen
    Einrichtungen und Privatfirmen , als potentielle Vertragspartner .
4 . Begründung des Vorhabens
Das Vorhaben ist notwendig um die in Punkt 3 aufgeführten Ziele zu errei¬
chen . Da die Stillegung erst am Beginn einer bedeutenden industriellen
Tätigkeit steht , ist die Programmperiode günstig für die Formung der
künftigen Merkmale der Stillegung .
Dank dem Informationsaustausch und der Arbeitsteilung wird das Vorhaben
eine Rationalisierung der Arbeiten auf Gemeinschaftsebene ermöglichen .
                                        27
 ---pagebreak---     Die Notwendigkeit einer Gemeinschaftsaktion auf diesem Gebiet wurde durch
    den Rat wiederholt anerkannt , insbesondere in den die beiden unter Punkt 3
    erwähnten Beschlüssen .
    5 . Finanzielle Auswirkungen des Vorhabens auf die Ausgaben
    5.1 . Gesamtkosten während der voraussichtlichen Dauer : etwa 60 MioECU .
    5.2 . Aufschlüsselung der Finanzierung
          - Gemeinschaftshaushalt : etwa 53%
          - Nationale Haushalte )          ,
            ,,  .       .
          - Vertragspartner
                                   v) etwa 47%
    5.3 . Fünf jahres-Zeitplan für die Inanspruchnahme der Mittel
                          Verpf lichtungsermachtigungen (MioECU )
                       1989      1990     1991   1992    1993     1994  1989-93
   Personal            0,397     0,453    0,478  0,498   0,519      -
                                                                          2,345
   Verwaltung          0,138     0,139    0,140  0,141   0,142      -
                                                                          0,700
   Verträge            7,465    11,908    5,282  3,761   0,039      -
                                                                         28,455
   Insgesamt           8,000    12,500    5,900  4,400   0,700      -
                                                                         31,500
                          Zahlungsermachtigungen (MioECU)
                       1989      1990     1991   1992    1993     1994  1989-93
   Personal            0,397     0,453    0,478  0,498   0,519      -
                                                                          2,345
   Verwaltung          0,138     0,139    0,140  0,141   0,142      -
                                                                          0,700
   Verträge            1,465     4,908    6,882  6,661   5,339    3,200  28,455
   Insgesamt           2,000     5,500    7,500  7,300   6,000    3,200  31,500
5.4 . Berechnungsweise
5.4.1 . Personalausgaben
Die Mittel wurden aufgrund des folgenden Personalbestands ermittelt :
- 3 Bedienstete der Laufbahngruppe A ( schon dem Programm 1984-88 über die
    Stillegung kerntechnischer Anlagen zugeteilt ) ;
- 1 Bediensteter der Laufbahngruppe B ( ab Mitte 1989 ) ;
- 1 Bediensteter der Laufbahngruppe C ( ab 1.1.1990 ).
Die Berechnungen basieren auf den für den Vorentwurf des Haushaltsplans für
1989 festgelegten Beträgen ( d.h .: A : 93.000 ECU ; B : 58.000 ECU ;
C : 37.000 ECU ) und auf einer jährlichen Wachstumsrate von 4% zur Berück¬
sichtigung des Trends des allgemeinen Preisniveaus in der Gemeinschaft .
Die Mittel für Personal         schliessen die Ausgaben    für Dienstreisen und
Hilfszeitkräfte ein .
                                             28
 ---pagebreak--- 5.4.2 . Verwaltungsausgaben
Die Mittel decken Ausgaben für :
- die Organisation der Sitzungen der Arbeitsgruppen ;
- die Benutzung von Datenverarbeitungs– und Fernmeldesystemen ;
- die unterstützenden Koordinierungstätigkeiten ;
-   die Bewertung des Programms .
Die Berechnungen basieren auf einem durchschnittlichen Bedarf und auf den
mit dem Programm 1984-88 gemachten Erfahrungen .
5.4.3 . Ausgaben für Verträge
Die Mittel decken den finanziellen Beitrag der Gemeinschaft (normalerweise
50% ) zu den Ausgaben die von den Vertragspartnern bei der Durchführung von
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Rahmen des Programms getätigt
werden .
6 . Finanzierung der Interventionsausgaben
Die für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an dieser Aktion
erforderlichen Mittel werden in die künftigen Haushaltspläne der Gemein¬
schaft eingesetzt .
7 . Vorgesehenes Kontrollsystem
Verwaltungskontrolle der Durchführung des Haushaltsplans und der Rechtmäs¬
sigkeit der Ausgaben durch die Generaldirektion für Finanzkontrolle und die
Vertragsabteilung der Generaldirektion Wissenschaft , Forschung und Entwick¬
lung .
Wissenschaftliche Kontrolle durch den zuständigen Beratenden Verwaltungs¬
und Koordinierungsausschuss ( CGC ) und durch die zuständigen Beamten der
Generaldirektion Wissenschaft , Forschung und Entwicklung .
Bewertung gemäss dem gemeinschaftlichen Aktionsplan für die Bewertung der
gemeinschaftlichen Forschung und Entwicklung für die Jahre 1987 bis 1991
(K0M(86 ) 660 endg .).
                                      - 29 -
 ---pagebreak---                                      ANHANG 7
                     VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES
         ZUR FESTLEGUNG ETNES FORSCHUNGS - UND ENTWICKLUNGSPROGRAMMS
                       FÜR DIE EUROPÄISCHE ATOMGFMF.TNSC1IAFT
                IM BEREICH DER STILLEGUNG KERNTECHNISCHER ANLAGEN
                                     ( 1989-93 )
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft ,
insbesondere auf Artikel 7 ,
auf Vorschlag der Kommission ( 1 ), die den Ausschuss für Wissenschaft und
Technik angehört hat ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 2 ) ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ( 3 ),
in Erwägung nachstehender Gründe :
Es ist unvermeidlich , dass bestimmte Teile kerntechnischer Anlagen während
des Betriebs radioaktiv werden ; deshalb müssen wirksame Losungen gefunden
werden , mit denen die Sicherheit und der Schutz des Menschen und der Umwelt
gegen die potentiellen Gefahren im Zusammenhang mit der Stillegung dieser
Anlagen gewährleistet werden können .
Das durch den Beschluss 84 / 60 / Euratom ( 4 ) des Rates beschlossene For¬
schungsprogramm zur Stillegung kerntechnischer Anlagen hat positive Ergeb ¬
nisse erbracht und vielversprechende Aussichten eröffnet .
Die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen , die erforderlich sind ,
um die Schutz - und Sicherheitsaspekte der Stillegung zu stärken , sollen
weiter verbessert werden , insbesondere durch die Demonstration einschlägi ¬
ger Verfahren .
Der Rat hat mit seinem Beschluss 87 / 516 / Euratom , EWG über das gemeinschaft ¬
liche Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwick¬
lung ( 1987-91 ) ( 5 ) die Notwendigkeit einer weiteren Aktion auf dem Gebiet
der Stillegung kerntechnischer Anlagen bestätigt -
ENTSCHEIDET :
                                     Artikel 1
Ein Forschungs - und Entwicklungsprogramm für die Europäische Atomgemein¬
schaft im Bereich der Stillegung kerntechnischer Anlagen , wie im Anhang
festgelegt , wird für einen Zeitraum von fünf Jahren ab 1 . Januar 1989
erlassen .
(1)  ABI . Nr .  C. ..
(2)  ABI . Nr .  C. ..
(3 ) ABI . Nr .  C. ..
(4 ) ABI . Nr .  L 36 vom 8.2.1984 , S. 23 .
(5)  ABI . Nr . L 302 vom 24.10.1987 , S. 1 .
                                             30 -
 ---pagebreak---                                       Artikel 2
Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel
betragen 31,5 Millionen ECU , einschliesslich der Ausgaben für fünf Bedien¬
stete .
                                      Artikel 3
Die Kommission ist verantwortlich für die Durchführung des Programms . Sie
wird dabei von dem mit dem Beschluss 84 / 338 /Euratom , EGKS , EWG ( 1 ) einge¬
setzten Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss "Kernspaltungs¬
energie - Brennstoffkreislauf /Behandlung und Lagerung radioaktiver Abfäl¬
le " unterstützt .
Die von der Kommission eingegangenen Verträge regeln die Rechte und Pflich¬
ten aller Parteien , insbesondere die Verbreitung , den Schutz und die
Nutzung der Forschungsergebnisse .
                                      Artikel 4
Im dritten Jahr des Programms nimmt die Kommission eine Überprüfung des
Programms vor , berichtet dem Rat und dem Europäischen Parlament über deren
Ergebnisse und unterbreitet , falls notwendig , einen Vorschlag für Änderun¬
gen oder eine Verlängerung .
Die Kommission führt eine Bewertung der erzielten Ergebnisse durch und
berichtet darüber dem Rat und dem Europäischen Parlament .
De genannten Berichte werden mit Bezug auf die im Anhang gesetzten Ziele
und Kriterien und gemäss Artikel 2 Absatz 2 des Rahmenprogramms erstellt .
                                      Artikel 5
Die Kommission ist ermächtigt , gemäss Artikel 101(2 ) des EAG-Vertrags
Abkommen oder Verträge mit Drittstaaten , einer internationalen Organisation
oder einem Angehörigen eines Drittstaates auszuhandeln , um diese ganz oder
teilweise mit diesem Programm zu assoziieren .
                                      Artikel 6
Diese Entscheidung richtet sich an alle Mitgliedstaaten .
Geschehen zu
                                          Im Namen des Rates
                                          Der Präsident
 ( 1 ) ABI . Nr . L 177 vom 4.7.1984 , S. 25 .
                                          - 31
 ---pagebreak---                                      ANHANG
               ( zum Vorschlag für eine Entscheidung des Rates )
                 FORSCHUNGS - UND ENTWICKLUNGSPROGRAMM UBER DIE
                      STILLEGUNG KERNTECHNISCHER ANLAGEN
Das Programm bezweckt die gemeinsame Entwicklung eines Systems für die
Bewirtschaftung ausser Betrieb genommener kerntechnischer Anlagen und der
bei deren Beseitigung anfallenden radioaktiven Abfälle , das in seinen
verschiedenen Stufen den bestmöglichen Schutz des Menschen und der Umwelt
gewährleistet . Das Programm sieht die Demonstration einschlägiger Technolo¬
gien vor .
Das Programm sieht vor :
A. Forschungs- und Entwicklungsaktionen auf folgenden Gebieten :
   Sachgebiet Nr . 1 : Langfristige Integrität von Gebäuden und Systemen ;
   Sachgebiet Nr . 2 : Dekontaminierung für Stillegungszwecke ;
   Sachgebiet Nr . 3 : Demontageverfahren ;
   Sachgebiet Nr . 4 : Behandlung spezifischer Abfälle : Stahl , Beton und Gra­
                       phit ;
   Sachgebiet Nr . 5 : Qualifizierung und Anpassung von fernbedienten , halbauto¬
                       matischen Handhabungssystemen ;
   Sachgebiet Nr . 6 : Abschätzung der Mengen radioaktiver Abfälle , die bei der
                       Stillegung kerntechnischer Anlagen in der Gemeinschaft
                       anfallen ;
   B. Festlegung von Leitlinien betreffend :
   - Auslegung und Betrieb von kerntechnischen Anlagen , im Hinblick auf eine
      Erleichterung der späteren Stillegung ;
   - Stillegungstätigkeiten , um die Strahlenbelastung am Arbeitsplatz so
      niedrig wie vernünftig erreichbar zu halten ;
   - technische Elemente für eine diesbezüglichen Gemeinschaftspolitik .
   C. Erprobung neuer Verfahren in der Praxis , im Rahmen von in den Mitglied ¬
      staaten durchgeführten Stillegungsaktionen in grossem Massstab . Die
      Versuche werden hauptsächlich auf wenige ausgewählte Pilotprojekte
      ausgerichtet , aber auch ergänzende Versuche in anderen kerntechnischen
      Anlagen einschliessen . Die Abstellung von Forschungspersonal aus anderen
      Mitgliedstaaten zu den Pilotstillegungsproj ekten wird gefördert .
   Das Programm wird hauptsächlich durch F&E-Verträge auf Kostenteilungsbasis ,
   sowie durch konzertierte Aktionen , Studien und Koordinationstätigkeiten
   durchgeführt .
   Ausserdem werden die Abstellung von wissenschaftlichem Personal aus den
   Mitgliedsstaaten in die Pilotprojekte sowie die Ausbildung und der Aus ¬
   tausch von Personal gefördert .
   Die Gemeinschaftsbeteiligung zu den Kostenteilungsverträgen wird 50% der
   Gesamtkosten nicht überschreiten .
                                        - 32
 ---pagebreak--- Das Programm ist durch unabhängige Sachverständige gemäss dem gemeinschaft ¬
lichen Aktionsplan für die Bewertung der gemeinschaftlichen Forschung und
Entwicklung ( 1 ) zu bewerten . Die folgenden Kriterien sind für die Bewertung
in Betracht zu ziehen :
-    das Mass , in dem sachdienliche Kriterien bei der Auswahl der Forschungs ¬
     vorschläge angewendet wurden ;
-    das Mass , in dem sich wesentliche Entwicklungen von Kenntnissen , Ver¬
     fahren und Ausrüstungen aus den geförderten Arbeiten ergeben haben ;
-    die potentielle Relevanz der Ergebnisse im Hinblick auf industrielle
     Stillegungsvorhaben ;
-    die potentielle Relevanz der Ergebnisse im Hinblick auf die Sicherheits-
     und Schutzaspekte der Stillegung und insbesondere die Strahlenbelastung
     der Arbeiter bei der Stillegung ;
-    das Mass in dem der Informationsaustausch und die Zusammenarbeit zwi¬
     schen Mitgliedstaaten gefördert wurden .
 (1)   KOM(86 ) 660 endg .