CELEX: 31962R0143
Language: de
Date: 1962-11-23 00:00:00
Title: EWG: Verordnung Nr. 143 der Kommission mit den ersten Vorschriften zur Einrichtung des Weinbaukatasters

1 . 12 . 62                AMTSBLATT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN                                2789/62
                EUROPAISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
                                              KOMMISSION
                                             VERORDNUNGEN
                                VERORDNUNG Nr. 143 DER KOMMISSION
                       mit den ersten Vorschriften zur Einrichtung des Weinbaukatasters
  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN                         um gegebenenfalls die durch die Marktverhältnisse
  WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT —                               erforderlich werdenden Maßnahmen treffen zu kön­
                                                          nen, müssen dagegen für jeden Weinbaubetrieb die
       gestützt auf den Vertrag zur Gründung der          Zahl der Rebteilstücke und Angaben für ihre genaue
  Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,                   Bezeichnung angegeben werden.
       gestützt auf die Verordnimg Nr. 24 des Rats
  über die schrittweise Errichtung einer gemeinsamen          Art und Umfang der in Artikel 1 der Verord­
  Marktorganisation für Wein, insbesondere auf Arti­      nung Nr. 24 des Rats aufgeführten Angaben bedür­
  kel 5,                                                  fen einer näheren Bestimmimg.
       nach Stellungnahme des Verwaltungsausschusses          Die Einzelheiten für die laufende Vervollstän­
  für Wein und
                                                          digung des Weinbaukatasters sind später insbeson­
       in Erwägimg nachstehender Gründe :                 dere unter Berücksichtigung der von den Mitglied­
                                                          staaten zur Einrichtung dieses Katasters angewand­
       Artikel 1 der Verordnung Nr. 24 des Rats sieht     ten Methoden festzulegen —
. die Einrichtung eines Weinbaukatasters durch die
  Mitgliedstaaten vor und bestimmt ferner, welche
  Angaben dieses Kataster mindestens enthalten muß.       HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
       Angesichts der geringen wirtschaftlichen Bedeu­
  tung von Weinbaubetrieben, deren Rebfläche unter                               Artikel 1
  10 Ar liegt, kann bei diesen Betrieben auf eine
  allgemeine Erfassung verzichtet werden, unter der           Zwecks Einrichtung des in Artikel 1 der Ver­
  Voraussetzung, daß kein Teil ihrer Produktion ver­      ordnung Nr. 24 des Rats über die schrittweise Er­
  marktet wird.                                           richtung einer gemeinsamen Marktorganisation für
                                                          Wein vorgesehenen Weinbaukatasters ist jede natür­
       Beim gegenwärtigen Entwicklungsstand der ge­       liche oder juristische Person, die Reben im Freiland
  meinsamen Weinbaupolitik ist eine Erfassimg der         anbaut oder anbauen läßt, verpflichtet, bei der von
  Rebflächen in Gewächshäusern pro Betrieb nicht          den Mitgliedstaaten bestimmten Behörde eine Erklä­
  unbedingt erforderlich, da ihr Beitrag zur Wein­        rung über den Rebbaubetrieb zu unterzeichnen.
  erzeugung der Gemeinschaft außer Acht gelassen
  werden kann ; es ist dagegen nützlich, mit Bezug
  auf diese Rebflächen, die in Artikel 1 der Verord­          Diese Erklärungspflicht besteht jedoch nicht für
  nung Nr. 24 des Rats aufgeführten Angaben zu            natürliche oder juristische Personen, die weniger als
  kennen.                                                 10 Ar Rebfläche im Freiland bepflanzen oder be­
                                                          pflanzen lassen, von denen kein Teil der Erzeugung
       Um eine ausreichende Kenntnis des am Markt         an Trauben, Most oder Wein direkt oder indirekt
  teilhabenden Weinbaupotentials zu erhalten und          in den Handel gelangt.
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                       Artikel 2                          Das gleiche gilt auch für das Anbaujahr der
                                                      Rebsorten.
    Die Erklärung nach Artikel 1 enthält die folgen­
den Angaben :
— Name und Anschrift des Betriebsinhabers und                                Artikel 5
    Art der Bewirtschaftung,                          (1) Die Mitgliedstaaten erlassen alle erforderli­
— Name und Anschrift des oder der Grundstücks­        chen Bestimmungen, um die Einreichung und Kon­
    eigentümer,                                       trolle der Erklärungen nach Artikel 1 zu gewähr­
— Gesamtfläche des Betriebes,                         leisten. Sie sorgen für die Zentralisierung der Er­
                                                      klärungen und fassen auf einzelstaatlicher Ebene die
— gesamte bepflanzte Rebfläche und ihre Auftei­       in Artikel 2 genannten Angaben zusammen.
    lung nach :
                                                          Sie stellen mit allen geeigneten Mitteln für die
    a) der Art der Erzeugung,                         Rebflächen unter Glas die Angaben gemäß Artikel 1
    b) der Art des Anbaus,                            der Verordnung Nr. 24 des Rats zusammen.
    c) dem Alter der Rebstöcke,
    d) dem Anbaujahr der verschiedenen Rebsorten ;    (2) Die Rebflächen mit Mischkulturen werden
                                                      in statistischer Hinsicht umgestellt in Reinkulturen,
— Zahl der Rebstöcke pro Ar,                          wobei das Verhältnis zwischen den Durchschnitts­
— Zahl der zum Betrieb gehörenden Rebteilstücke,      erträgen beider Anbauformen pro Hektar berück­
    deren Flächengröße und Angaben für ihre ge­       sichtigt wird. Dabei werden Gebiete zugrunde ge­
    naue Bezeichnung.                                 legt, die ausreichend einheitlich sind.
                        Artikel 3                                            Artikel 6
    Man versteht unter :
                                                           Unberührt von dieser Verordnung bleiben die
— Art der Erzeugung :                                 Bestimmungen der Mitgliedstaaten über eine all­
    a) Keltertrauben,                                 gemeine Erfassung des Weinbaugebiets, die außer
    b) Tafeltrauben,                                  den in Artikel 2 genannten Angaben zusätzliche
    c) Erzeugnisse der Rebschulen und Rebmutter­      Auskünfte vorsehen, die sich insbesondere daraus er­
       gärten für Unterlagen,                         geben, daß der Kreis der Erklärungspflichtigen wei­
                                                      ter gezogen ist als in Artikel 1 , oder in denen we­
— Anbauart : Reinkultur oder Mischkultur,             sentliche Angaben über das Weinbaugebiet und die
— Rebteilstücke : einen zusammenhängenden Teil        betroffenen Betriebe ausführlicher spezifiziert wer­
                                                      den.
    eines mit Reben bepflanzten Grundstücks, der
    durch dieselbe natürliche oder juristische Person
    bewirtschaftet wird und eine besondere Einheit                           Artikel 7
    darstellt, bezüglich der Art der Erzeugung und
    der Anbauart.                                          Die Einzelheiten und die Form der Übermittlung
                                                      der eingeholten Auskünfte an die Kommission sowie
                        Artikel 4                     die Maßnahmen über die laufende Vervollständi­
                                                      gung dieser Auskünfte werden nach dem in Artikel
    Die Angaben bezüglich der Aufteilung der Reb­     7 der Verordnung Nr. 24 des Rats vorgesehenen Ver­
flächen nach dem Alter der Rebstöcke können für       fahren unter Berücksichtigung insbesondere der von
mehr als 3 Jahre alte Rebstöcke durch die Angabe      den Mitgliedstaaten für die Einführung des Wein­
eines der nachstehend genannten Zeiträume ersetzt     baukatasters angewandten Methoden festgelegt.
werden :
            3 bis 6 Jahre                                                    Artikel 8
            6 bis 10 Jahre
          10 bis 20 Jahre                                  Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen ver­
          20 bis 30 Jahre                              bindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitglied­
          über 30 Jahre.                               staat.
              Brüssel, den 23. November 1962.                              Für die Kommission
                                                                              Der Präsident
                                                                                    -•jj
                                                                             W. HALLSTEIN