CELEX: C1998/397/07
Language: de
Date: 1998-12-19 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES (Sechste Kammer) vom 22. Oktober 1998 in den verbundenen Rechtssachen C-36/97 und C-37/97 (Vorabentscheidungsersuchen des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts): Hilmar Kellinghusen gegen Amt für Land- und Wasserwirtschaft Kiel und Ernst-Detlef Ketelsen gegen Amt für Land- und Wasserwirtschaft Husum (Gemeinsame Agrarpolitik - Verwaltungsgebühren - Erhebung von den Begünstigten)

C 397/4               DE                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  19.12.98
22. Oktober 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:          Emoda Srl (C-18/97), Sappesi Srl (C-19/97), Ing. Luigi
                                                                   Martini Srl (C-20/97), Giacomo Srl (C-21/97), Mafar Srl
                                                                   (C-22/97) vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung
                                                                   über die Folgen der Unvereinbarkeit einer nationalen
1. Die Artikel 17 und 18 der Verordnung (EWG)
                                                                   Abgabe mit dem Gemeinschaftsrecht im innerstaatlichen
     Nr. 2328/91 des Rates vom 15. Juli 1991 zur Verbesse-
                                                                   Recht hat der Gerichtshof unter Mitwirkung des Präsiden-
     rung der Effizienz der Agrarstruktur und Artikel 1 der
                                                                   ten G. C. Rodríguez Iglesias, der Kammerpräsidenten
     Richtlinie 75/268/EWG des Rates vom 28. April 1975
                                                                   P. J. G. Kapteyn, J.-P. Puissochet (Berichterstatter), G.
     über die Landwirtschaft in Berggebieten und in
                                                                   Hirsch und P. Jann sowie der Richter G. F. Mancini, J. C.
     bestimmten benachteiligten Gebieten stehen der
                                                                   Moitinho de Almeida, C. Gulmann, J. L. Murray, D. A. O.
     Gewährung einer Zulage zum Ausgleich ständiger
                                                                   Edward, H. Ragnemalm, L. Sevón, M. Wathelet, R.
     natürlicher Nachteile an einen Landwirt, der nicht
                                                                   Schintgen und K. M. Ioannou Ð Generalanwalt: D. Ruiz-
     dauernd auf seinem Hof wohnt, nicht entgegen.
                                                                   Jarabo Colomer; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler
                                                                   Ð am 22. Oktober 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor
                                                                   erlassen:
2. Weder der Grundsatz der Gleichbehandlung noch der
     der Rechtssicherheit stehen einer Regelung entgegen,
     nach der ein Landwirt, der die Ausgleichszulage bean-
                                                                   Das nationale Gericht muû aufgrund seiner Verpflichtung,
     sprucht und mehr als 12 Straûenkilometer vom
                                                                   eine innerstaatliche Regelung, durch die eine gemein-
     betrieblichen Mittelpunkt des Hofes entfernt wohnt,
                                                                   schaftsrechtswidrige Abgabe eingeführt worden ist, unan-
     den Hof selbst bewirtschaften und mindestens 50 %
                                                                   gewendet zu lassen, Anträgen auf Erstattung dieser
     seines Einkommens aus einer landwirtschaftlichen
                                                                   Abgabe grundsätzlich stattgeben. Die Erstattung ist gemäû
     oder vergleichbaren Tätigkeit erzielen und zudem das
                                                                   den Vorschriften des innerstaatlichen Rechts zu gewährlei-
     Vorliegen eines besonderen Grundes nachweisen muû.
                                                                   sten, wobei diese nicht ungünstiger gestaltet werden dürfen
                                                                   als bei entsprechenden Klagen, die nur innerstaatliches
(1) ABl. C 74 vom 8.3.1997 und ABl. C 166 vom 31.5.1997.           Recht betreffen; auch dürfen sie die Ausübung der durch
                                                                   die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte nicht
                                                                   praktisch unmöglich machen oder übermäûig erschweren.
                                                                   Eine eventuelle Neuqualifizierung der Rechtsbeziehungen,
                                                                   die durch die Erhebung einer später für gemeinschafts-
                                                                   rechtswidrig befundenen nationalen Abgabe zwischen der
                                                                   Finanzverwaltung eines Mitgliedstaats und den Gesell-
                                                                   schaften in diesem Staat entstanden sind, unterliegt somit
              URTEIL DES GERICHTSHOFES                             dem innerstaatlichen Recht.
                    vom 22. Oktober 1998
                                                                   (1) ABl. C 94 vom 22.3.1997.
in den verbundenen Rechtssachen C-10/97 bis C-22/97
(Vorabentscheidungsersuchen der Pretura Circondariale
Rom): Ministero delle Finanze gegen IN.CO.GE.'90 Srl
                            u. a. (1)
(Erstattung rechtsgrundlos gezahlter Beträge Ð Folgen
der Unvereinbarkeit einer nationalen Abgabe mit dem
                      Gemeinschaftsrecht)
                                                                                 URTEIL DES GERICHTSHOFES
                        (98/C 397/06)                                                    (Sechste Kammer)
                                                                                      vom 22. Oktober 1998
                (Verfahrenssprache: Italienisch)                   in den verbundenen Rechtssachen C-36/97 und C-37/97
                                                                   (Vorabentscheidungsersuchen des Schleswig-Holsteinischen
                                                                   Verwaltungsgerichts): Hilmar Kellinghusen gegen Amt für
                                                                   Land- und Wasserwirtschaft Kiel und Ernst-Detlef Ketelsen
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung                gegen Amt für Land- und Wasserwirtschaft Husum (1)
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                        Gerichtshofes)                             (Gemeinsame Agrarpolitik Ð Verwaltungsgebühren Ð
                                                                                  Erhebung von den Begünstigten)
                                                                                           (98/C 397/07)
In den verbundenen Rechtssachen C-10/97 bis C-22/97
betreffend ein dem Gerichtshof nach Artikel 177 EG-Ver-
trag von der Pretura Circondariale Rom (Italien) in den
bei dieser anhängigen Rechtsstreitigkeiten Ministero delle                         (Verfahrenssprache: Deutsch)
Finanze gegen IN.CO.GE.'90 Srl, Idelgard Srl (C-11/97),
Iris'90 Srl (C-12/97), Camed Srl (C-13/97), Pomezia Pro-
getti Appalti Srl (PPA) (C-14/97), Edilcam Srl (C-15/97),          In den verbundenen Rechtssachen C-36/97 und C-37/97
A. Cecchini & C. Srl (C-16/97), EMO Srl (C-17/97),                 betreffend dem Gerichtshof nach Artikel 177 EG-Vertrag
 ---pagebreak--- 19.12.98             DE                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  C 397/5
vom Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht in den                         URTEIL DES GERICHTSHOFES
bei diesem anhängigen Rechtsstreitigkeiten Hilmar Kelling-                              (Erste Kammer)
husen gegen Amt für Land- und Wasserwirtschaft Kiel,
beigeladen: Ministerium für ländliche Räume, Landwirt-                              vom 22. Oktober 1998
schaft, Ernährung und Tourismus des Landes Schleswig-
                                                                 in der Rechtssache C-143/97 (Vorabentscheidungsersuchen
Holstein, und Ernst-Detlef Ketelsen gegen Amt für Land-
                                                                 der Cour du Travail Lüttich): Office National des Pensions
und Wasserwirtschaft Husum, beigeladen: Ministerium für
                                                                                (ONP) gegen Francesco Conti (1)
ländliche Räume, Landwirtschaft, Ernährung und Touris-
mus des Landes Schleswig-Holstein, vorgelegte Ersuchen           (Soziale Sicherheit Ð Artikel 12 Absatz 2, 46 Absatz 3
um Vorabentscheidung über die Auslegung und die Gültig-          und 46b der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 Ð Alters-
keit des Artikels 15 Absatz 3 der Verordnung (EWG)               und Todesfallversicherung Ð Nationale Antikumulierungs-
Nr. 1765/92 des Rates vom 30. Juni 1992 zur Einführung                                    vorschriften)
einer Stützungsregelung für Erzeuger bestimmter landwirt-
schaftlicher Kulturpflanzen (ABl. L 181 vom 1.7.1992,                                    (98/C 397/08)
S. 12) (Rechtssache C-36/97) bzw. des Artikels 30a der
Verordnung (EWG) Nr. 805/68 des Rates vom 27. Juni                             (Verfahrenssprache: Französisch)
1968 über die gemeinsame Marktorganisation für Rind-
fleisch (ABl. L 148 vom 28.6.1968, S. 24) in der Fassung
der Verordnung (EWG) Nr. 2066/92 des Rates vom
                                                                     (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
30. Juni 1992 zur ¾nderung dieser Verordnung und zur
                                                                      erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 468/87 mit allge-
                                                                                         Gerichtshofes)
meinen Bestimmungen zur Regelung der Sonderprämie
für Rindfleischerzeuger sowie der Verordnung (EWG)
Nr. 1357/80 zur Einführung einer Prämienregelung für die         In der Rechtssache C-143/97 betreffend ein dem Gerichts-
Erhaltung des Mutterkuhbestandes (ABl. L 215 vom                 hof nach Artikel 177 EG-Vertrag von der Cour du Travail
30.7.1992, S. 49) (Rechtssache C-37/97) hat der Gerichts-        Lüttich (Belgien) in dem bei dieser anhängigen Rechtsstreit
hof (Sechste Kammer) unter Mitwirkung des Kammerprä-             Office National des Pensions (ONP) gegen Francesco
sidenten P. J. G. Kapteyn (Berichterstatter) sowie der Rich-     Conti vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über
ter G. Hirsch, G. F. Mancini, H. Ragnemalm und R.                die Auslegung der Artikel 12 Absatz 2, 46 Absatz 3 und
Schintgen Ð Generalanwalt: F. G. Jacobs; Kanzler: H. A.          46b der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom
Rühl, Hauptverwaltungsrat Ð am 22. Oktober 1998 ein              14. Juni 1971 über die Anwendung der Systeme der sozia-
Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                             len Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie
                                                                 deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft
                                                                 zu- und abwandern (ABl. L 149 vom 5.7.1991, S. 2), in
1. Artikel 15 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 1765/            der durch die Verordnung (EWG) Nr. 2001/83 des Rates
     92 des Rates vom 30. Juni 1992 zur Einführung einer         vom 2. Juni 1983 (ABl. L 230, S. 6) geänderten und
     Stützungsregelung für Erzeuger bestimmter landwirt-         aktualisierten Fassung, geändert durch die Verordnung
     schaftlicher Kulturpflanzen und Artikel 30a der Ver-        (EWG) Nr. 1248/92 des Rates vom 30. April 1992 (ABl.
     ordnung (EWG) Nr. 805/68 des Rates vom 27. Juni             L 136 vom 19.5.1992, S. 7), hat der Gerichtshof (Erste
     1968 über die gemeinsame Marktorganisation für              Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten P.
     Rindfleisch in der Fassung der Verordnung (EWG)             Jann sowie der Richter D. A. O. Edward (Berichterstatter)
     Nr. 2066/92 des Rates vom 30. Juni 1992 zur ¾nde-           und M. Wathelet Ð Generalanwalt: S. Alber; Kanzler: L.
     rung der Verordnung (EWG) Nr. 805/68 und zur Auf-           Hewlett, Verwaltungsrätin Ð am 22. Oktober 1998 ein
     hebung der Verordnung (EWG) Nr. 468/87 mit allge-           Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
     meinen Bestimmungen zur Regelung der Sonderprämie
     für Rindfleischerzeuger sowie der Verordnung (EWG)
     Nr. 1357/80 zur Einführung einer Prämienregelung für        Eine nationale Rechtsvorschrift, die vorsieht, daû eine
     die Erhaltung des Mutterkuhbestandes verbieten es           Zulage zur Altersrente eines Bergarbeiters im Untertage-
     den nationalen Behörden, Antragstellern für die Bear-       bau um den Betrag einer Altersrente gekürzt wird, die der
     beitung ihrer Anträge auf Stützungszahlungen bzw.           Betroffene nach einer Regelung eines anderen Mitglied-
     Beihilfe Verwaltungsgebühren aufzuerlegen, auch             staats beanspruchen kann, stellt eine Kürzungsbestimmung
     wenn diese Verwaltungsgebühren den im nationalen            im Sinne des Artikels 12 Absatz 2 der Verordnung (EWG)
     Recht üblichen Sätzen entsprechen und so niedrig sind,      Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 über die
     daû sie den Antragsteller von der Beantragung der           Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf
     Stützungszahlung bzw. Beihilfe nicht abhalten.              Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienange-
                                                                 hörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwan-
                                                                 dern, in der Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 2001/83
2. Die Prüfung der Vorlagefragen hat nichts ergeben, was         des Rates vom 2. Juni 1983 und im Sinne der Artikel 12
     die Gültigkeit der Verordnungen (EWG) Nr. 1765/92           Absatz 2, 46 Absatz 3 und 46b dieser Fassung der Verord-
     und (EWG) Nr. 2066/92 in Frage stellen könnte.              nung (EWG) Nr. 1408/71, geändert durch die Verordnung
                                                                 (EWG) Nr. 1248/92 des Rates vom 30. April 1992, dar.
(1) ABl. C 94 vom 22.3.1997.
                                                                 (1) ABl. C 181 vom 14.6.1997.