CELEX: 51985PC0474
Language: de
Date: 1985-09-19
Title: VORSCHLAG FUER EINE RICHTLINIE DES RATES ZUR ACHTEN AENDERUNG DER RICHTLINIE VOM 23. OKTOBER 1962 ZUR ANGLEICHUNG DER RECHTSVORSCHRIFTEN DER MITGLIEDSTAATEN FUER FAERBENDE STOFFE, DIE IN LEBENSMITTELN VERWENDET WERDEN DUERFEN

Nr. C 278/'4                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                30.10. 85
                                                               II
                                                   (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                KOMMISSION
               Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur achten Änderung der Richtlinie vom 23. Oktober
               1962 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für färbende Stoffe, die in
                                           Lebensmitteln verwendet werden dürfen
                                                      KOM(85) 474 endg.
                                (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 30. September 1985)
                                                        (85/C 278/04)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                        Eine Entscheidung über die Harmonisierung der Bedin-
                                                                  gungen für das Färben von Lebensmitteln sollte nunmehr
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-               hinsichtlich Braun FK, Rot 2G, Carrageen (E 407) und
 schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel          Gummi arabicum (E 414) getroffen werden.
 100,
                                                                  Es empfiehlt sich, die Zulassung färbender Stoffe mit der
 auf Vorschlag der Kommission,
                                                                  Festlegung von Reinheitskriterien zu verbinden, denen
 nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                  diese färbenden Stoffe entsprechen sollten. Im Lichte der
                                                                  wissenschaftlichen Forschungen ist es wünschenswert,
 nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-               daß zum Schutz der Volksgesundheit die Reinheitskrite-
 schusses,                                                        rien für die auf Gemeinschaftsebene zugelassenen fär-
                                                                  benden Stoffe überarbeitet werden.
 in Erwägung nachstehender Gründe:
                                                                  Diese Überarbeitung schließt ebenfalls die der verwende-
 Die Richtlinie des Rates vom 23. Oktober 1962 zur An-            ten Nomenklatur ein, um die färbenden Stoffe in der
gleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für          Richtlinie zu bezeichnen —
färbende Stoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden
dürfen ('), zuletzt geändert durch die Richtlinie
 81/20/EWG (2), enthält in Anhang II Verzeichnisse für            HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
färbende Stoffe und Stoffe, die zur Verdünnung und Lö-
sung färbender Stoffe verwendet werden, die von den                                         Artikel 1
Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene zugelassen werden
können.                                                           Die Richtlinie vom 23. Oktober 1962 wird wie folgt ge-
                                                                  ändert:
Aufgrund der neuesten wissenschaftlichen und toxikolo-
gischen Informationen über diese Stoffe, mit Ausnahme             1. In das Verzeichnis in Artikel 6 werden folgende
von Gelb 2G, kann die Verwendung der Stoffe in dem                   Stoffe zur Verdünnung oder Lösung färbender Stoffe
genannten Anhang II innerhalb der Gemeinschaft zuge-                 aufgenommen:
lassen werden; aufgrund dieser Informationen kann auch               „Äthylazetat,     Diäthyläther,    Glyzerinmonoazetat,
der färbende Stoff Allurarot AC in die Richtlinie aufge-             Glyzerindiazetate,     Isopropylalkohol,   Propandiol-
nommen werden.                                                       (1,2), Essigsäure, Natriumhydroxid, Ammoniumhy-
                                                                     droxid und — ausschließlich für die unter Nr. E 160
Im Lichte der heutigen Anforderungen bezüglich der Si-               und E 161 in Anhang I aufgeführten färbenden Stoffe
cherheit bei der Verwendung färbender Stoffe sollte                  — Carrageen und Gummi arabicum".
Gelb 2G zur Verwendung in Lebensmitteln nicht mehr
zugelassen werden.                                                2. Artikel 8 erhält folgende Fassung:
Das somit erforderliche Verbot sollte unter Bedingungen              „Artikel 8
in Kraft gesetzt werden, die den Schutz der Volksge-
sundheit gewährleisten; dabei sollte jedoch, soweit mög-             Die Mitgliedstaaten treffen alle geeigneten Maßnah-
lich, ein technologischer und wirtschaftlicher Einschnitt            men, damit die in Anhang I aufgeführten färbenden
vermieden werden.                                                    Stoffe und die in Artikel 6 genannten Erzeugnisse, so-
                                                                     fern diese zur Verdünnung oder Lösung der in An-
                                                                     hang I aufgeführten färbenden Stoffe verwendet wer-
O ABl. Nr. 115 vom 11. 11. 1962, S. 2645/62.                         den, den in Anhang III festgesetzten allgemeinen und
(2) ABl. Nr. L 43 vom 14. 2. 1981, S. 11.                            spezifischen Reinheitskriterien entsprechen."
 ---pagebreak--- 30.10.85                                               Amtsblatt der E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                                          Nr. C 278/5
3. Artikel 11 Absatz 2 erster G e d a n k e n s t r i c h erhält fol-                                                    Artikel   2
   g e n d e Fassung:
                                                                                         D a s Inverkehrbringen v o n Gelb 2 G e n t h a l t e n d e n Le-
   „ — die z u r N a c h p r ü f u n g d e r E i n h a l t u n g der in A n -            bensmitteln wird [18 M o n a t e nach B e k a n n t g a b e ] verbo-
           h a n g III dieser Richtlinie g e n a n n t e n allgemeinen                   ten w e r d e n .
           u n d spezifischen Reinheitskriterien erforderli-
           chen A n a l y s e m e t h o d e n , sofern diese nicht bereits
           unter den in A n h a n g III e r w ä h n t e n spezifischen                                                   Artikel   3
           Reinheitskriterien aufgeführt sind, u n d — falls
           erforderlich — die Ä n d e r u n g e n der in den ein-                        Die Mitgliedstaaten setzen die R e c h t s - u n d V e r w a l -
           schlägigen Reinheitskriterien g e n a n n t e n M e t h o -                   tungsvorschriften in Kraft, u m dieser Richtlinie bis späte-
           den".                                                                         stens [12 M o n a t e n a c h ihrer B e k a n n t g a b e ] n a c h z u k o m -
                                                                                         men, u n d setzen die Kommission unverzüglich hiervon
4. A n h a n g I wird nach M a ß g a b e v o n A n h a n g 1 dieser                      in Kenntnis.
   Richtlinie ersetzt.
5. A n h a n g II entfällt.
                                                                                                                         Artikel   4
6. A n h a n g III wird d u r c h A n h a n g 2 dieser Richtlinie er-
   setzt.                                                                                Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                                          ANHANG I
                                                                         „ANHANG            1
                  Die in Artikel 1 dieser Richtlinie genannten färbenden Stoffe sind in den drei nachstehenden Abschnitten
                  aufgeführt.
                  Aus diesen färbenden Stoffen hergestellte Aluminiumlacke sind ebenfalls zugelassen.
                  Die genannte chemische Bezeichnung ist in der Regel die Natriumverbindung des färbenden Stoffes. Die
                  freie Säure des Farbstoffs und ihr Kalium- und Kalziumsalz dürfen vorhanden sein, obwohl diese bei der
                  Berechnung der Grenzwerte für die Reinheitskriterien als Natriumderivatgleichwert behandelt werden.
                                                                                                         Farbindexnummer (') und Name
                      EWG-Nr.                         Übliche Bezeichnung
                                                                                                           oder chemische Beschreibung
                  1. Färbende Stoffe für die Färbung in der Masse und an der Oberfläche
                  E 100                Kurkumin                                               75300 (Naturgelb 3)
                  E 101                 i) Riboflavin
                                      ii) Riboflavin-5'-Phosphat
                                                                                              19140 (Lebensmittelgelb 4)
                  E 102                Tartrazin
                  E 104                Chinolingelb                                           47005 (Lebensmittelgelb 13)
                  E110                Sunset-Gelb FCF                                         15985 (Lebensmittelgelb 3)
                                      Gelborange S
                                                                                              75470 (Naturrot 4)
                  E 120               Cochenille, Echtes Karmin, Karminsäure
                                                                                              14720 (Lebensmittelrot 3)
                  E 122                Azorubin
                                      Carmoisin                                               16185 (Lebensmittelrot 9)
                  E 123                Amaranth                                               16255 (Lebensmittelrot 7)
                  E 124               Ponceau 4R
                                      Cochenillerot A                                         45430 (Lebensmittelrot 14)
                  E 127                Erythrosin                                             16035 (Lebensmittelrot 17)
                  E 129                AllurarotAC                                            42051 (Lebensmittelblau 5)
                  E 131               Patentblau V                                            73015 (Lebensmittelblau 1)
                  E 132                Indigotin
                                                                                              42090 (Lebensmittelblau 2)
                                      Indigo-Karmin
                                                                                              75810 (Naturgrün 3)
                  E 133               Brilliantblau FCF                                       75815 (Naturgrün 5)
                  E 140               Chlorophylle und Chlorophylline
                                       i) Chlorophylle
                                      ii) Chlorophylline                                      75815 (Naturgrün 5)
                  E 141               Kupferhaltige Komplexe der Chlorophylle
                                      und Chlorophylline
                                       i) Kupferhaltige Komplexe der Chloro-
                                           phylle
                                      ii) Kupferhaltige Komplexe der Chloro-
                                           phylline
 ---pagebreak--- Nr. C 278/6                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                 30.10.85
                EWG-Nr.                         Übliche Bezeichnung                                     Farbindexnummer (') und Name
                                                                                                          oder chemische Beschreibung
            E 142                 Grün S                                                       44090 (Lebensmittelgrün 4)
            E 150 a               Einfache (Alkohol-)Zuckerkulör                               Zuckerkulör (2), hergestellt durch kontrol-
                                                                                               lierte Hitzeeinwirkung auf Kohlehydrate mit
                                                                                               oder ohne Laugen oder Säuren
            E 150 b               Sulfitlaugen-Zuckerkulör                                     Zuckerkulör, hergestellt durch kontrollierte
                                                                                               Hitzeeinwirkung auf Kohlehydrate mit sul-
                                                                                               fithaltigen Verbindungen
            E 150 c               Ammoniakzuckerkulör                                          Zuckerkulör, hergestellt durch kontrollierte
                                                                                               Hitzeeinwirkung auf Kohlehydrate mit Am-
                                                                                               moniak
            E 150 d               Ammoniaksulfitzuckerkulör                                    Zuckerkulör, hergestellt durch kontrollierte
                                                                                               Hitzeeinwirkung auf Kohlehydrate mit am-
                                                                                               monium- und sulfithaltigen Verbindungen
            E 151                 Brilliantschwarz PN, Schwarz PN                              28440 (Lebensmittelschwarz 1)
            E 153                 Carbo vegetabilis
            E 155                 Braun H T                                                    20285 (Lebensmittelbraun 3)
            E 160 a                i) gemischte Karotine                                       75130 (Lebensmittelorange 5)
                                  ü) Beta-karotin                                              40800 (Lebensmittelorange 5)
            E 160 b               Annattoextrakte                                              75120 (Lebensmittelorange 4)
            E 160 c               Paprikaextrakt
            E 160 d               (gestrichen)
            E 160 e               Beta-apo-8'-karotinal (C 30)                                 40820 (Lebensmittelorange 6)
            E 160 f               Äthylester     der       beta-apo-8'-Karotinsäure            40825 (Lebensmittelorange 7)
                                  (C30)
            E 161                 Xanthophylle                                                 Hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln
                                                                                               nach physikalischen Methoden
            E 161 b               (gestrichen)
            E 161 c               (gestrichen)
            E 161 d               (gestrichen)
            E 161 e               (gestrichen)
            E 161 f               (gestrichen)
            El61g                 Canthaxanthin                                                40850 (Lebensmittelorange 8)
            E 162                 Beetenrot
            E 163                 Anthocyane                                                   Hergestellt aus eßbaren Früchten und Gemü-
                                                                                               sen nach physikalischen Methoden
            E 171                 Titandioxid                                                  77891 (Pigmentweiß 6)
            E 172                 Eisenoxide und -hydroxide                                    77491, 77492, 77499 (Pigmentgelb 42 und
                                                                                               43, Pigmentrot 101 und 102, Pigment-
                                                                                               schwarz 11)
            2. F ä r b e n d e Stoffe für die F ä r b u n g n u r an d e r O b e r f l ä c h e
            E   170               Kalziumkarbonat                                              77220
            E   173               Aluminium                                                    77000 (Pigmentmetall 1)
            E   174               Silber
            E   175               Gold
            3. Färbende Stoffe für nur bestimmte Zwecke
            E 128                 Rot2G                                                        18050 (Lebensmittelrot 10)
                                  (nicht zur Verwendung in Lebensmitteln,
                                  die bei der Verarbeitung hohen Temperatu-
                                  ren ausgesetzt sind, und nicht in Erzeugnis-
                                  sen mit hohem Säuregehalt)
            E 154                 Braun FK
                                  (nur für geräucherten Fisch)
            E 180                 Litholrubin BK                                               15851 : 1
                                  (nur für Käserinde)                                          (Pigmentrot 57 : 1)
            (') Die Farbindexnummern sind der dritten Ausgabe 1982, Band 1—7, 1315 entnommen. Ebenfalls Änderungen 37—40
                 (125), 41—44 (127-50), 45—48 (130), 49—52 (132-50), 53—56 (135).
            (2) Der Begriff Zuckerkulör bezieht sich auf Erzeugnisse von mehr oder minder intensiv brauner Farbe, die zum Färben
                bestimmt sind. Er entspricht nicht dem zuckrigen aromatischen Erzeugnis, das durch Erhitzung von Zucker erzielt und
                zur Geschmacksgebung in Lebensmitteln (z. B. Konfekt, Gebäck) verwendet wird."
 ---pagebreak--- 30. 10. 85                               Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                     Nr. C 278/7
                                                           A N H A N G III
                                                           „ANHANG              2
                                                   REINHEITSKRITERIEN
           A. ALLGEMEINE REINHEITSKRITERIEN
           1. Färbende Stoffe und Stoffe zur Verdünnung oder Lösung von färbenden Stoffen
              Sie sollen von keinem der Elemente toxikologisch gefährliche Mengen enthalten.
              Arsen (insgesamt):                                                   höchstens 3 mg/kg
              Blei (insgesamt):                                                    höchstens 10 mg/kg
              Quecksilber (insgesamt):                                             höchstens 1 mg/kg
              Schwermetalle (insgesamt):                                           höchstens 40 mg/kg
           2. Aluminiumlacke von färbenden Stoffen
              Definition:
              Aluminiumlacke werden durch Reaktion von färbenden Stoffen, die den in den betreffenden Monogra-
              phien für Aluminiumhydroxid festgelegten Reinheitskriterien entsprechen, in wässerigem Milieu herge-
              stellt. Das Aluminiumhydrat wird in der Regel aus frischen, nicht getrockneten Stoffen durch Reaktion
              von Aluminiumsulfat oder -chlorid mit Natriumkarbonat oder -bikarbonat oder Ammoniak zubereitet.
              Nach der Lackbildung wird das Produkt geklärt, mit Wasser gewaschen und getrocknet.
              Wasserlösliches Chlorid und Sulfat
              (berechnet als Natriumsalze):                                        höchstens 2 %
              In HCl unlösliche Stoffe:                                            höchstens 0,5 %
              In Äther extrahierbare Stoffe:                .                      höchstens 0,2 %
              Arsen (insgesamt):                                                   höchstens 3 mg/kg
              Blei (insgesamt):                                                    höchstens 10 mg/kg
              Quecksilber (insgesamt):                                             höchstens 1 mg/kg
              Schwermetalle (insgesamt):                                           höchstens 40 mg/kg.
           B. SPEZIFISCHE REINHEITSKRITERIEN
           E 100 Kurkumin
           Chemische Beschreibung:
           Kurkumin besteht im wesentlichen aus dem reinen Farbstoff (l,7-bis(4 hydroxy-3-methoxyphenyl)-l,6-hep-
           tadien-3,5-dion).
           Es wird durch Extraktion mit Lösemittel aus Kurkuma erhalten, das aus gemahlenen Rhizomen von Cur-
           cuma Longa L. besteht. Es kann andere Verbindungen wie Bis-desmethoxy-Derivate enthalten.
           Folgende Lösemittel werden verwendet: Methanol, Hexan und Azeton.
           Gehalt:
           Konzentriertes Kurkumin enthält mindestens 90 % Gesamtkurkumine durch Absorptionsmessung bei
           425 nm in Äthanol.
           Farbstärke:
           E 1 '°      = 1607 in Äthanol, Schicht von 1 cm für reines Kurkumin.
             425 nm
           Lösemittelreste:
           Methanol
           Hexan                 höchstens 50 mg/kg einzeln oder in Kombination.
           Aceton
 ---pagebreak--- Nr. C 278/8                                  Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                30. 10. 85
            E 101 i) Riboflavin
            Riboflavin muß der Monographie für Riboflavin im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 123, der
            FAO entsprechen.
            Der Stoff muß ferner folgender Anforderung genügen:
            Primäre aromatische Amine:
            höchstens 100 mg/kg, berechnet als Anilin.
            E 101 ü) Riboflavin-5'-Phosphat
            Riboflavin-5'-Phosphat muß der Monographie für Riboflavin-5-Phosphat-Natriumsalz im „Food and Nu-
            trition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 127, der FAO entsprechen; es gelten folgende Ausnahmen:
            Prüfung (Gehalt):
            Mindestens 70 % und höchstens 75 % des gesamten (freien und veresterten) Riboflavin, berechnet als
            durch Fluoreszenz bestimmtes Riboflavin.
            Ferner muß der Stoff folgenden Anforderungen genügen:
            Chemische Beschreibung:
            Riboflavin-5'-Phosphat besteht in erster Linie aus dem Mononatriumsalz des 5'-Monophosphatesters des
            Riboflavindihydrats.
            Primäre aromatische Amine (berechnet als Anilin):
            höchstens 70 mg/kg.
            pH einer Lösung von 1 °/o Gewicht/Volumen:
            mindestens 5,0 und höchstens 6,5.
            E 102 Tartrazin
            Tartrazin muß der Monographie für Tartrazin im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 133, der FAO
            entsprechen.
            E 104 Chinolingelb
            Chinolingelb muß der Monographie für Chinolingelb im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 117,
            der FAO entsprechen; es gelten folgende Ausnahmen:
            Der Grenzwert für Nebenfarbstoffe sollte lauten:
            „höchstens 1 % " 2-(2-Chinolyl)indan-l,3-dion         und 2-(2-(6-methylchinolyl))indan-l,3-dion: höchstens
            4 mg/kg.
            E 110 Sunsetgelb S
            Sunsetgelb S muß der Monographie für Sunsetgelb FCF im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 131,
            der FAO entsprechen.
            E 120 Echtes Karmin, Karminsäure, Cochenille
            Cochenille-Karmine müssen der Monographie für Karmine im „Food and Nutrition Paper" Nr. 25, S. 60,
            der FAO entsprechen. Cochenille und Karminsäure müssen der Monographie für Cochenille und Karmin-
            säure im „Food and Nutrition Paper" Nr. 31/1, S. 63, der FAO entsprechen.
            E 122 Azorubin
            Azorubin muß der Monographie für Azorubin im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 21, der FAO
            entsprechen.
            E 123 Amaranth
            Amaranth muß der Monographie für Amaranth im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 9, der FAO
            entsprechen.
 ---pagebreak--- 30.10.85                                Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 278/9
          E 124 Ponceau 4R
          Ponceau 4R muß der Monographie für Ponceau 4R im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 115, der
          FAO entsprechen; hiervon ausgenommen sind:
          Prüfung (Gehalt):
          mindestens 70 % der färbenden Stoffe insgesamt.
          Verlust beim Trocknen bei 135 °C:
          höchstens 30 %.
          Chlorid und Sulfat (berechnet als Natriumsalze):
         höchstens 30 %.
         E 127 Erythrosin
         Erythrosin muß der Monographie für Erythrosin im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 71, der
         FAO entsprechen.
         E 128 Rot 2G
         Rot 2G muß der Monographie für Rot 2G im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 121, der FAO
         entsprechen.
         E 129 Allurarot AC
         AHurarot AC muß der Monographie für Allurarot AC im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 3, der
         FAO entsprechen.
         E131 Patentblau V
         Patentblau V muß der Monographie für Patentblau V im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 111,
         der FAO entsprechen.
         E 132 Indigotin
         Indigotin muß der Monographie für Indigotin im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 95, der FAO
         entsprechen.
         E 133 Brilliantblau FCF
         Brilliantblau FCF muß der Monographie für Brilliantblau FCF im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 ,
         S. 31, der FAO entsprechen.
         E 140 Chlorophylle und Chlorophylline
          i) Chlorophylle
         ii) Chlorophylline
          i) Chlorophylle müssen der Monographie für Chlorophylle im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 ,
             S. 57, der FAO entsprechen; hiervon ausgenommen sind:
         Gehalt (Prüfung):
         mindestens 10 % der Gesamtphaeophytine und der als Phaeophytin a bestimmten und berechneten Phaeo-
         phytinkomplexe, die in eßbarem pflanzlichem Ol jeder Art in Lösung gehen können.
 ---pagebreak--- Nr. C 278/10                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    30. 10. 85
            E * 0/o
                        bei 409 nm = mindestens 70 (in CHC1A   J
               1 cm
            Definition:
            Chlorophylle werden durch Extraktion von Chlorophyll mit Lösemitteln aus Gras, Nesseln, Luzernen oder
            anderen eßbaren Pflanzen gewonnen; danach wird das Lösemittel mit oder ohne nachfolgende Entfernung
            des Magnesiums aus den Komplexen entfernt. Nur die nachstehenden Lösemittel dürfen verwendet wer-
            den:
            Aceton, Äthanol, Leichtbenzin, Methyl-Äthyl-Keton und Dichlormethan. Chlorophylle können ferner an-
            dere Pigmente oder sonstige Stoffe wie Öle, Fette und Wachse, die aus dem Ausgangsstoff stammen,
            enthalten.
            Beschreibung:
            Wachsartige Feststoffe von oliv- bis dunkelgrüner Farbe.
            Die Stoffe müssen ferner folgenden Anforderungen entsprechen:
            Lösemittelrückstände :
            Aceton
            Äthanol
            Leichtbenzin
            Methyl-Äthyl-Keton                      höchstens 50 mg/kg einfach oder in Kombination.
            Dichlormethan
            Propanol-2-ol
            Kupferionen (als Cu)                    höchstens 50 mg/kg in Verbindung mit 10 % der Gesamtphaeophy-
                                                    tine.
            ii) Chlorophylline
             Chemische Beschreibung:
            Chlorophylline werden durch Verseifung von Chlorophyll gewonnen, das durch Extraktion mit Lösemit-
            teln aus Gras, Luzernen, Nesseln oder anderen eßbaren Pflanzen, mit oder ohne Addition von Kupfer
            erhalten wird.
            Die wichtigsten Farbstoffe sind in der Regel Dinatrium-, Dikalium- oder Natrium-Kaliumsalze von 3-(10-
            carboxy!ato-4-ethyl-3-formyl-1,3,5,8-tetramethyl-9-oxo-2-vinylphorbin-7-yl)propionat   (chlorophyllin a)
            und Dinatrium-, Dikalium- oder Natrium-Kaliumsalze von 3-(10-carboxylato-4-ethyl-3-formyl-l,5,8-tri-
            methyl-9-oxo-2-vinylphorbin-7-yl)propionat (chlorophyllin b), die entweder in Reinform oder als Magne-
            sium- oder Kupferkomplexe vorliegen, obwohl Mononatrium- und/oder Monokaliumsalze je nach Hydro-
            lysegrad ebenfalls vorliegen können; in einigen Erzeugnissen kann der isozyklische Ring gespalten sein, so
            daß tribasische Natrium-, Kalium- oder Natrium-Kaliumsalze entstehen können. Chlorophylline enthalten
            auch andere Pigmente, die in kupferhaltigen Erzeugnissen als Kupferderivate anwesend sein können; fer-
            ner können andere Stoffe wie Natrium- oder Kaliumsalze der Fettsäuren anwesend sein, die direkt oder
            indirekt aus dem Ausgangsstoff stammen.
            Als Lösemittel werden folgende Stoffe angewandt: Aceton, Chloroform, Dichlormethan, Äthanol, Leicht-
            benzin, Methyl-Äthyl-Keton, Methanol- und Propanol-2-ol.
            E 141 Kupferkomplexe von Chlorophyllen und Chlorophyllinen
             i) Kupfer-Chlorophylle, die durch Ersatz eines Teils oder des gesamten Magnesiums unverkupferter
                Chlorophylle durch Kupfer entstehen, müssen den Reinheitskriterien für Chlorophylle entsprechen;
                hiervon ausgenommen sind:
             Gehalt (Prüfung):
            E * '°      bei 422 nm = mindestens 54 (in CHCI3).
               1 cm
            Freie Kupferionen (als Cu):
            höchstens 200 mg/kg.
             Gesamtkupfer:
            höchstens 8 000 mg/kg in Verbindung mit 10 % der Gesamtphaeophytine.
            ii) Kupferkomplexe von Chlorophyllinen
             Chemische Beschreibung:
            Chlorophylline werden durch Verseifung von Chlorophyllextrakten gewonnen, die durch Extraktion mit
            Lösemitteln aus Gras, Nesseln, Luzernen oder anderen eßbaren Pflanzen mit Addition von Kupfer erhalten
            werden.
            Die wichtigsten Farbstoffe sind in der Regel Dinatrium-, Dikalium- oder Natrium-Kaliumsalze von 3-(10-
            carboxylato-4-ethyl-l,3,5,8-tetramethyl-9-oxo-2-vinylphorbin-7-yl)propionat (chlorophyllin a) und Dina-
            trium-, Dikalium- oder Natrium-Kaliumsalze von 3-(10-carboxylato-4-ethyl-3-formyl-l,5,8-trimethyl-9-
 ---pagebreak--- 30. 10. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. C 278/11
                                                                        ^                      .                 .
            oxo-2-vinylphorbin-7-yl)propionat (chlorophyllin b), die in Form von Kupferkomplexen vorliegen, obwohl
            Mononatrium- und/oder Monokaliumsalze je nach Hydrolysegrad ebenfalls vorliegen können; in einigen
            Erzeugnissen kann der isozyklische Ring gespalten sein, so daß tribasische Natrium-, Kalium- oder Na-
            trium-Kaliumsalze vorliegen. Chlorophylline enthalten auch andere Pigmente, die als Kupferderivate vor-
            handen sein können; ferner können andere Stoffe wie Natrium- oder Kaliumsalze von direkt oder indirekt
            vom Ausgangsstoff abstammenden Fettsäuren vorhanden sein.
            Als Lösemittel werden folgende Stoffe angewandt: Aceton, Dichlormethan, Äthanol, Leichtbenzin, Methyl -
            Äthyl-Keton, Methanol- und Propanol-2-ol.
            Freie Kupferionen (als Cu):
            höchstens 200 mg/kg.
            Gesamtkupfer:
            höchstens 8 000 mg/kg.
            E 142 Grün S
            Grün S muß der Monographie für Grün S im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 91, der FAO
            entsprechen.
            E 150 Zuckerkulör
            Beschreibung:
            Zuckerkulör-Farbstoffe sind dunkelblaue bis schwarze Flüssigkeiten oder Feststoffe mit einem Geruch von
           gebranntem Zucker und einem angenehmen, etwas bitteren Geschmack. Sie werden durch kontrollierte
           Hitzeeinwirkung auf Kohlehydrate (im Handel erhältliche kalorienhaltige Lebensmittelsüßstoffe, d. h. Mo-
           nomere, Glukose und Fruktose und/oder deren Polymere (z. B. Glukosesirups, Zucker und/oder Invertsi-
           rups und Dextrose)) hergestellt. Zur Förderung der Karamelisierung können für Lebensmittel geeignete
           Säuren, Basen und Salze verwendet werden.
           Die folgenden Sulfitverbindungen werden ebenfalls zur Herstellung von Sulfitlaugen-Zuckerkulör
           (E 150 b) und Ammoniaksulfitzuckerkulör (E 150 d) verwendet: Schwefelsäure, sowie Kalium-, Natrium-
           und Ammoniumsulfite sowie -bisulfite.
           Folgende Ammoniumverbindungen werden ebenfalls zur Herstellung von Ammoniakzuckerkulör (E 150 c)
           und Ammoniaksulfitzuckerkulör ( E l 5 0 d ) verwendet: Ammoniumhydroxid, -karbonat, -bikarbonat und
           -phosphat sowie -sulfat und — für E 150 d — Ammoniumsulfit und -bisulfit.
           Besondere Anforderungen für einzelne Zuckerkulörs
           i) E l 5 0 a
            Durch DEAE-Zellulose gebundener Farbstoff:
           höchstens 50 %.
           Durch Phosphoryl-Zellulose gebundener Farbstoff:
           höchstens 50 %.
           Farbstärke ('):
           0,01—0,14.
            Gesamtstickstoff:
           höchstens 0,1 % (*).
            Gesamtschwefel:
           höchstens 0,2 % (*).
           ii) E l 5 0 b
           Durch DEAE-Zellulose gebundener Farbstoff:
           über 50 %.
           Farbstärke:
           0,05—0,13.
           Gesamtstickstoff:
           höchstens 0,3 % (*).
           (*) Ausgedrückt auf äquivalenter Farbstoffgrundlage.
           (') Die Farbintensität wird als Absorptionsgrad einer 0—1 %igen Lösung (Gewicht/Volumen) von festem
                Zuckerkulör-Farbstoff in Wasser in einer Zelle von 1 cm bei 610 nm definiert.
 ---pagebreak--- Nr. C 278/12                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                30.10.85
             Schwefeldioxid:
            höchstens 0,2 % (*).
             Gesamtschwefel:
             1,0—3,5 % (*).
            Durch DEAE-Zellulose gebundener Schwefel ('):
            über 40 %.
            Absorptionsverhältnis des durch DEAE-Zellulose gebundenen Farbstoffs (2):
             19—34.
            Absorptionsverhältnis (A 280/560):
            über 50.
            iii) E 150 c
            Durch DEAE-Zellulose gebundener Farbstoff:
            höchstens 50 %.
            Durch Phosphoryl-Zellulose gebundener Farbstoff:
            über 50 %.
            Farbstärke:
            0,08—0,36.
           Ammoniakstickstoff:
            höchstens 0,3 % (*).
            4-Methylimidazol:
            höchstens 250 mg/kg (*).
            2-Azetyl-4-tetra-hydroxy-butylimidazol:
            höchstens 25 mg/kg (*).
            Gesamtschwefel:
            höchstens 0,2 % (*).
            Gesamtstickstoff:
            0,7—3,3 % (*).
           Absorptionsverhältnis durch Phosphoryl-Zellulose gebundenen Farbstoffs (3):
            13—35.
            iv) E 150 d
            Durch DEAE-Zellulose gebundener Farbstoff:
           über 50 %.      '
            Farbstärke:
            0,10—0,60.
           Ammoniumstickstoff:
            höchstens 0,6 % (*).
            Schwefeldioxid:
           höchstens 0,2 % (*).
            (*) Ausgedrückt auf äquivalenter Farbstoffgrundlage.
           (') Durch DEAE-Zellulose gebundener Schwefel wird als Prozentsatz der Abnahme des Gesamtschwefel-
                 gehalts nach Behandlung mit DEAE-Zellulose definiert.
           (2) Das Absorptionsverhältnis des durch DEAE-Zellulose gebundenen Farbstoffs wird als die Absorption
                 des durch DEAE-Zellulose bei 280 nm gebundenen Farbstoffs, dividiert durch die Absorption bei 560
                 nm (1 cm-Zelle) definiert.
           (3) Das Absorptionsverhältnis des durch Phosphoryl-Zellulose gebundenen Farbstoffs wird als Absorption
                 des durch Phosphoryl-Zellulose bei 280 nm gebundenen Farbstoffs, dividiert durch die Absorption bei
                 560 nm (1 cm-Zelle) definiert.
 ---pagebreak--- 30.10.85                                 Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                  Nr. C 278/13
          4-Methylimidazol:
         höchstens 250 mg/kg (*).
          Gesamtstickstoff:
         0,3—1,7% (*).
          Gesamtschwefel:
          0,8—2,5 % (*).
          Stickstoff-Schwefelverhältnis des Alkoholpräzipitats:
         0,7—2,7.
         Absorptionsverhältnis des Alkoholpräzipitats   ('):
          8—14.
         Absorptionsverhältnis (A 280/560):
         höchstens 50.
         E 151 Brilliantschwarz PN
         Brilliantschwarz PN muß der Monographie für Brilliantschwarz BN im „Food and Nutrition Paper" Nr.
         31/1, S. 27, der FAO entsprechen; hiervon ausgenommen sind:
         Prüfimg (Gehalt):
         mindestens 70 % der färbenden Stoffe insgesamt.
          Verlust beim Trocknen bei 135 °C:
         höchstens 30 %.
          Chlorid und Sulfat (berechnet als Natriumsalz):
         höchstens 30 %.
         E 153 Carbo vegetabilis
         Carbo vegetabilis muß der Monographie für „Carbon Blacks" (Kohlenstoffschwarz) im „Food and Nutri-
         tion Paper" Nr. 31/1, S. 43, der FAO entsprechen.
         E 154 Braun FK
         Chemische Beschreibung:
         Braun FK besteht im wesentlichen aus einem Gemisch von:
           i) Natrium 4-(2,4-diaminophenylazo)-benzolsulfonat,
          ii) Natrium 4-(4,6-diamino-m-tolylazo)-benzolsulfonat,
         iii) Dinatrium 4,4'-(4,6-diamino-l,3-phenylenbisazo)di(benzolsulfonat),
         iv)  Dinatrium 4,4'-(2,4-diamino-l,3-phenylenbisazo)di(benzolsulfonat),
          v)  Dinatrium 4,4'-(2,4-diamino-5-methyl-l,3-phenylbenbisazo)di(benzolsulfonat),
         vi)  Trinatrium 4,4',4"-(2,4-diaminobenzol-l,3,5-trisazo)tri(benzolsulfonat)
         und Nebenfarbstoffen, zusammen mit Natriumchlorid, und/oder Natriumsulfat als den wichtigsten farblo-
         sen Bestandteilen.
         Prüfung (Gehalt):
         Mindestens 70 % einer Mischung von i), ii), iii), iv), v) und vi) und Nebenfarbstoffen. Ferner darf das
         Verhältnis der verschiedenen Bestandteile des Farbstoffs folgende Werte nicht überschreiten:
         (*) Ausgedrückt auf äquivalenter Farbstoffgrundlage.
         (') Das Absorptionsverhältnis des Alkoholpräzipitats wird als die Absorption des Präzipitats bei 280 nm,
              dividiert durch die Absorption bei 560 nm (1 cm-Zelle) definiert.
 ---pagebreak--- Nr. C 278/14                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              30.10. 85
               0   26%
              ü)   17%
             iii) 2 6 %
                                  (TLC)
             iv) 1 6 %
              v) 2 0 %
             vi) 1 6 %
            Nebenfarbstoffe:
            höchstens 3,5 % (TLC).
            Sonstige organische Verbindungen außer den färbenden Stoffen:
            Nichtsulfonierte primäre aromatische Amine außer
                                                                                      höchstens 0,0070 %
            m-Phenylendiamin und 4-Methyl-m-phenylendiamin
            Sulfanilsäure                                                             höchstens 0,7 % (HPLC)
            m-Phenylendiamin und 4-Methyl-
                                                                                      höchstens 0,35 % (HPLC).
            m-phenylendiamin
             Wasserunlösliche Stoffe:
            höchstens 0,2 %.
            Aus Diäthyläther extrahierbare Stoffe:
            höchstens 0,2 % aus wässeriger Lösung.
             Verlust beim Trocknen bei 135 °C:
            höchstens 30 %.
            Chlorid und Sulfat (berechnet als Natriumsalze):
            höchstens 30 %.
            E 155 Braun H T
            Braun H T muß der Monographie für Braun H T im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 35, der FAO
            entsprechen.
            E 160 a i) Gemischte Karotine
            Definition:
            Gemischte Karotine werden durch Extraktion mit Hexan aus eßbaren Gemüsen mit anschließender Entfer-
            nung des Lösemittels gewonnen. Der wichtigste Farbstoff ist Beta-Karotin, doch können auch Alpha- und
            Gamma-Karotin vorhanden sein.
            Gemischte Karotine enthalten auch andere Pigmente und Stoffe wie Öle, Fette und Wachse, die aus dem
            Ausgangsstoff stammen. Speiseöle (z. B. Erdnußöl, Maisöl, Palmöl) muß sofort nach der Extraktion hinzu-
            gefügt werden, um das Erzeugnis zu stabilisieren. Da die maximale Löslichkeit von Karotinen in Ol rund
            1 % beträgt, sind konzentrierte Karotine Ölsuspensionen und keine Lösungen. Karotine sind in Wasser
            nicht löslich, wohl aber in Hexan, Ölen und Fetten.
            Gehalt:
            Suspensionen in Öl: mindestens 5 %, ausgedrückt als Beta-Karotin,
            Lösungen in Öl: mindestens 0,2 %, ausgedrückt als Beta-Karotin.
            Spektraleigenschafien :
            Höchstabsorption bei 450 nm in Hexan und bei 455 nm in Zyklohexan.
            Lösemittelrückstand:
            Hexan
                                     höchstens 25 mg/kg, einzeln oder in Kombination.
            Leichtbenzin
            E 160 a ii) Beta-Karotin
            Beta-Karotin muß der Monographie für synthetisch hergestelltes Beta-Karotin im „Food and Nutrition
            Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 47, der FAO entsprechen.
            Dieser Stoff muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
            Flüchtige Stoffe:
            höchstens 0,1 % (60 ° C ; im Vakuum).
            Phosphor (als P):
            höchstens 20 mg/kg.
 ---pagebreak--- 30.10.85                                Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                      Nr. C 278/15
         E 160 b Annatto-Extrakte
         i) Mit Lösemittel extrahiertes Bixin und Norbixin
         Chemische Beschreibung:
         Bixin wird durch Extraktion der äußeren Schale der Samen des Annatto-Baumes (Bixa orellana L.) mit
         einem oder mehreren der nachstehenden organischen Lösemittel gewonnen: Aceton, Hexan oder Metha-
         nol: anschließend wird das Lösemittel wieder entfernt.
         Norbixin wird durch Hydrolyse mit wässeriger Lauge aus dem extrahierten Bixin gewonnen.
         Norbixin und Bixin können weitere aus dem Annatto-Samen extrahierte Stoffe enthalten.
         Gebalt:
         Bixin- und Norbixinpulver enthalten mindestens 95 % der Gesamtkarotinide, berechnet als Bixin/Norbixin.
         Das Bixinpulver enthält mehrere gefärbte Bestandteile, von denen der wichtigste Einzelbestandteil Bixin ist,
         das sowohl in eis- als auch in trans-Formen vorhanden sein kann. Thermische Abbauprodukte von Bixin
         können ebenfalls vorhanden sein.
         Norbixinpulver enthält das Hydrolysat von Bixin in Form von Natrium- oder Kaliumsalzen als wichtigsten
         Farbstoff. Sowohl eis- als auch trans-Formen können vorhanden sein.
         Farbstärke:
         £ 1 /o      _ 2 870 in Chloroform, Schicht reinen Bixins von 1 cm
             502 nm
         £ 1 /o      _ 2 870 in 0,1 N Natriumhydroxid, Schicht reinen Norbixins von 1 cm.
            482 nm
         Lösungsmittelrückstand:
         höchstens 50 mg/kg einzeln oder Kombination.
         ii) Mit Lauge extrahiertes Annatto
         Chemische Beschreibung:
         Wasserlösliches Annatto wird durch Extraktion mit wässeriger Lauge (Natrium- oder Kaliumhydroxid) aus
         der äußeren Schale der Samen des Annattobaumes (Bixa orellana L.) gewonnen.
          Gehalt:
         Wasserlösliches Annatto enthält Norbixin, das Hydrolysat des Bixins, in Form von Natrium oder Kalium-
         salzen als wichtigsten Farbstoff. Cis- wie auch trans-Formen können vorhanden sein. Wasserlösliches An-
         natto enthält mindestens 0,1 % der Gesamtkarotinoide, ausgedrückt als Norbixin.
         Farbstärke:
         £ 1 /o      _ 2 870 in 0,1 n Natriumhydroxid, Schicht reinen Norbixins von 1 cm.
            482 nm
         iii) Mit Öl extrahiertes Annatto
          Chemische Beschreibung:
         Annatto-Extrakte in Ol als Lösung oder Suspension werden durch Extraktion aus der äußeren Schale der
         Samen des Annatto-Baumes (Bixa orellana L.) mit pflanzlichem Speiseöl gewonnen.
          Gehalt:
         Annatto-Extrakt in Öl enthält mehrere gefärbte Bestandteile, von denen der wichtigste einzelne Bixin ist,
         das sowohl in cis- als in trans-Formen vorhanden sein kann. Thermische Abbauprodukte von Bixin können
         ebenfalls vorhanden sein.
         Annatto-Extrakt in Öl enthält mindestens 0,1 % der Gesamtkarotinoide, ausgedrückt als Bixin.
         Farbstärke:
         £ 1 /o      _ 2 870 in Chloroform, Schicht reinen Bixins von 1 cm.
            502 nm
         E 160 c Paprika-Extrakt
         Paprika-Extrakt muß der Monographie für Paprika-Oleoharz im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 ,
         S. 105, der FAO entsprechen; hiervon ausgenommen sind:
         Definition (Chemische Beschreibung):
         Der Paprika-Extrakt wird durch Extraktion mit Lösemittel aus Paprika gewonnen, der aus gemahlenen
         Fruchtschoten mit oder ohne Samen von Capsicum annuum L. besteht und die wichtigsten Farbstoffe dieses
         Gewürzes enthält. Die wichtigsten Farbstoffe der Paprika-Extrakte sind Capsanthin und Capsorubin. Das
         Vorhandensein zahlreicher anderer Farbverbindungen ist bekannt. Der wichtigste Geschmacksstoff ist Cap-
         saicin.
 ---pagebreak--- Nr. C 278/16                                Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                               30.10.85
            Bei der Extraktion können nur folgende Lösemittel verwendet werden:
            Aceton,
            Dichlormethan,
            Äthanol,
            Leichtbenzin,
            Trichloräthylen.
            Lösemittelrückstände :
            Dichlormethan
                                                                       höchstens 30 mg/kg einzeln oder in Kombination
            Trichloräthylen
            Andere zulässige Extraktionslösemittel (Aceton,            höchstens 50 mg/kg einzeln oder in
            Äthylalkohol, Leichtbenzin)                                Kombination.
            Der Stoff muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
             Prüfung (Gehalt):
             Gesamtkarotinoide:
             mindestens 9,5 %.
             Capsanthin und Capsorubin:
             mindestens 75 % der Gesamtkarotinoide.
             Capsaicin:
             höchstens 0,5 %.
             Verlust beim Trocknen bei 135 °C:
             höchstens 0,02 %.
             Nichtverseifbare Stoffe:
             höchstens 14 %.
             Fettsäuren insgesamt:
             mindestens 75 %.
             E 160 e Beta-apo-8'—Karotinal (C 30)
             Beta-apo-8'-Karotinal muß der Monographie für Beta-apo-8'-Karotinal im „Food and Nutrition Paper"
             Nr. 3 1 / 1 , S. 13, der FAO entsprechen.
             Dieser Stoff muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
             Flüchtige Stoffe:
             höchstens 0,1 % (60 °C, Vakuum).
             Phosphor (als P):
             höchstens 20 mg/kg.
             E 160 f Äthylester der Beta-apo-8'-Karotinoidsäure (C 30)
             Der Äthylester der Beta-apo-8'-Karotinoidsäure (C 30) muß der Monographie für Beta-apo-8'-Karotinoid-
             säureäthylester im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 17, der FAO entsprechen.
             Dieser Stoff muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
             Flüchtige Stoffe:
             höchstens 0,1 % (60 °C, Vakuum).
              Phosphor (als P):
             höchstens 20 mg/kg.
             E 161 Xanthophylle
              Chemische Beschreibung:
             Xanthophylle werden mit physikalischen Mitteln gewonnen und als 3-Hydroxy- und 3,3-Dihydroxy-Deri-
             vate der Alpha-, Beta- und Gamma-Karotine, ihrer natürlich vorkommenden Mono- und Di-Epoxide, von
             Neoxanthin, Neochrom und der Fettsäureester dieser Verbindungen in natürlichen Lebensmitteln definiert.
             Xanthophylle werden durch Extraktion mit Hexan aus Lebensmitteln und anschließende Entfernung des
             Lösemittels erhalten. Nach Entfernung des Lösemittels kann das Erzeugnis mit pflanzlichen Speiseölen
             vermischt werden. Xanthophylle können andere Stoffe wie Öle, Fette und Wachse, die aus dem Ausgangs-
             stoff stammen, enthalten.
 ---pagebreak--- 30.10.85                                 Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                          Nr. C 278/17
         Gehalt:
         mindestens 1 % der färbenden Stoffe insgesamt.
         Lösemittelrückstand:
         Hexan                                                               höchstens 50 mg/kg, einzeln oder in Kombina-
         Leichtpetroleum                                                     tion.
         E 161 g Canthaxanthin
         Canthaxanthin muß der Monographie für Canthaxanthin im „Food and Nutrition Paper" Nr. 31/1, S. 39,
         der FAO entsprechen.
         Der Stoff muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
         Flüchtige Stoffe:
         höchstens 0,1 % (60 °C, Vakuum).
         Phosphor (als P):
         höchstens 20 mg/kg.
         E 162 Beetenrot
         Beetenrot muß der Monographie für Beetenrot im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 23, der FAO
         entsprechen, hiervon ausgenommen sind:
         Gehalt (Prüfung) (berechnet als Betanin):
         mindestens 1,2 % Betanin (in flüssiger Form oder in Pulverform).
         Beetenrot muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
         Nitrat (als Natriumnitrat):
         höchstens 25 mg/kg des Erzeugnisses (in flüssiger oder fester Form).
         E 163 Anthozyanine
         Anthozyanine müssen der Monographie für Weinbeeren-Schalenextrakt im „Food and Nutrition Paper"
         Nr. 3 1 / 1 , S. 87, der FAO entsprechen; hiervon ausgenommen sind:
         Definition:
         Anthozyanine werden durch Extraktion mit Wasser, Methanol oder Äthanol aus Gemüsen oder eßbaren
         Früchten gewonnen. Anthozyanine enthalten die gemeinsamen Bestandteile des Ausgangsstoffs, und zwar
         Anthozyanin, Weinsäure, Tannine, Zucker, Mineralien usw., jedoch nicht unbedingt im gleichen Verhält-
         nis im Ausgangsstoff. Während der Extraktion können Säuren, die für Lebensmittel geeignet sind, oder
         wässerige Sulfitlösungen zur pH-Einstellung oder als Stabilisator hinzugefügt werden. Während des Ver-
         fahrens werden die meisten extrahierten Zucker zu Alkohol vergoren. Der Extrakt kann durch Verdamp-
         fung in Vakuum, wobei der Alkohol entfernt wird, konzentriert werden.
         Schwefeldioxid:
         höchstens 1 000 mg/kg (Flüssigextrakte; 10 bäume),
         höchstens 5 000 mg/kg (Trockenextrakte).
         Der Stoff muß ferner folgenden Anforderungen genügen:
         Lösemittelrückstand (Methanol, Äthanol):
         höchstens 50 mg/kg einzeln oder in Kombination.
         E 170 Kalziumkarbonat
         Beschreibung:
         weißes kristallines oder amorphes Pulver.
         Gehalt:
         mindestens 97 % C a C 0 3 , frei von flüchtigen Stoffen.
 ---pagebreak--- Nr. C 278/18                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 30.10. 85
            Flüchtige Stoffe:
            höchstens 1 % (Bestimmung durch Trocknung bis zu konstantem Gewicht bei 105 °C).
            Antimon (als Sb)
            Kupfer (als Cu)
            Chrom (als Cr)            höchstens 100 mg/kg einzeln oder in Kombination.
            Zink (als Zn)
            Barium (als Ba)
            E 171 Titandioxid
            Titandioxid muß der Monographie für Titandioxid im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 135, der
             FAO entsprechen.
             E 172 Eisenoxide und -hydroxide
             Eisenoxide und -hydroxide müssen der Monographie für Eisenoxide im ,,Food and Nutrition Paper" Nr.
             31/1, S. 99, der FAO entsprechen.
             Diese Stoffe müssen ferner folgenden Anforderungen genügen:
             Verlust bei der Zündung:
             höchstens 15 %.
             E 173 Aluminium
            Aluminium muß der Monographie für Aluminiumpulver im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S. 7,
             der FAO entsprechen; hiervon ausgenommen ist:
             Blei:
             höchstens 10 mg/kg.
             E 174 Silber
             Gehalt:
             mindestens 99,5 %, berechnet als Ag.
             E 175 Gold
             Gehalt:
             mindestens 99,5 %, berechnet als Au.
             E 180 Litholrubin BK
             Litholrubin BK muß der Monographie für Litholrubin BK im „Food and Nutrition Paper" Nr. 3 1 / 1 , S.
             101, der FAO entsprechen."