CELEX: 51975PC0390
Language: de
Date: 1975-07-23
Title: VORSCHLAG FÜR EINE RICHTLINIE DES RATES ÜBER DIE SCHULISCHE BETREUUNG DER KINDER VON WANDERARBEITNEHMERN (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (75) 390
Vol. 1975/0153
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                                KOM(75)390-D endg .
                                                        Brüssel , den 23 „ Juli 1975
                     VORSCHLAG FÜR EINE RICHTLINIE DES RATES
                 ÜBER DIE SCHULISCHE BETREUUNG DER KINDER VON
                                 WANDERARBEITNEHMERN
                       ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
 KOM(75 ) 390 endg .
                                     /
 ---pagebreak---                                                                         KOM(75 ) 390-3
                                              - 1 -                     MLAGE I
           Auf zeichnun,? über die schulische Betreuung der Wanderarbeitnehmerkinfler
      , 1 . In don sieben Aufnahael&ndern der Gemeinschaft beträgt die Zahl der
             eine Schule besuchenden Wandcrarbeitnehmerkindor ( Cur die Schuljahre
             1972/73 bis 1974/75 , je nach Fall )*
(x l.OOO ) Deutsch- Frank- Vereinigte s_ Belgien Nieder- Luxem- Däne-                   Insge-
Vorschul-
stufe            2,7      183,3                   32,6              2,2          .   , 220,8
Stufe I       149,1        369,8     (45 ) *      95,8     11,4     7,7     1,5       ( 680,3 )
Stufe II 111,5            156,0      ( 45 ) **    68,8      (4,3)   2,9     1,5       (390,-)
                                                                                    1*291,1
             Die Zahl der 1973 "beschSf tigten Wanderar'boitnehmer belief sich für die
             Gemeinschaft insgesamt auf 6.244.000 und für die sieben Aufnahmeländer
             Jeweils auf :.
(x 1.000 )
           2.345,1      1.770,0    1.665,0       220,0    122,1    40,0    35,5
        2 . Unter don Schwierigkeiten , mit denen sich die Vlanderarbeitnehmerkinder
             auseinanderzusetzen haben , ist die Sprache des Aufnahmelandes das an
             schvjicrigsten zu überwindende Hindernis .
             Wegen ihres sprachlichen Handikaps können sehr viele Kinder keinen nor­
             malen Lernerfolg aus den Schulbesuch erwarten . Für diejenigen , die in
             ihrem Heimatland bereits die Schule besucht haben , ist es sehr schwie­
             rig , sich in Klassen ihrer Sohulstufo und ihres Alters einzugliedern .
             * 3ei den Zahlen in Klammern handelt es sich um Schätzungen .
            ** Kiese Zahlen erfassen weder "Oommonwealth citizens " noch
                Staatsangehörige der Republik Irland.                            .../...
 ---pagebreak---                                    - 2 -                    КОИ (7 5 )
Die sprachliche Anpassung und die fehlende Locroinstiramung zwischen den
Schulprogrammen lassen sie ein oder mehrere Jahre verlieren . Die Folge
davon ist , daß die Wanderarb ei tnehmerlcinder pralctisch von der höheren
Stufe der Sekundars chulausb i ldung; ausgeschaltet -und sind und daß ihnen ßosar d:Li
Lehre und der Beruf sschulunterricht kaum zugänglich sind ,
Der psychologische Schock , den die Kinder bei ihrer Übernahme in ein un­
bekanntes , gleichgültiges oder feindseliges Milieu . erleiden , das häufig das er­
worbene Wissen der kleinen Ausländer nicht aufzuwerten vermag ,
darf nicht unterschätzt werden .
Das Fernbleiben von der Schule oder die Weigerung , zur Schule zu gehen ,
sind " Plagen" , die je nach den Gebieten oder Aufnahme1 ändern und auch je
nach Herkunft der Wanderarb ei tneluaer in unterschiedlichem Umfang grassie-
ren . -
Die Eltern der Gastarbeiterkinder entstammen im allgemeinen einem verhält­
nismäßig niedrigen sozio-kulturellen Ililieu und kennen die Sprache und das
Schulsystem des Aufnahaelandes sehr schlecht . Es ist deshalb für sie
schwierig, ihre Kinder zu lenken und ihnen zu. helfen . Daraus er­
gibt sich ein schlechtes erzieherisches Klima , dessen negative Auswirkungen
durch für das Lernen wenig günstige Wohnverhältnisse noch verstärkt werden .
Eine 1974 vom Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialväscen-
sebaft durchgeführte Erhebung läßt erkennen , daß sich die italienischen
Kinder im Gebiet von Saarbrücken , die die Schule verlassen haben , wie
folgt verteilen :
15,7 i° haben die Schule vor dem 7 » Schul jähr (Grund- und Hauptschule )
          verlassen
12,7 /o am Ende des 7 » Jahres
19,7      ara Ende des 8 . Jahres
46,1 fo am Ende des 9 » Jahres (Abschluß der Hauptschule)
 0,6      hatten die Realschule besucht
 2,1 fo hatten ein Gymnasium besucht ( alle aus Familien , die sich in das
          Aufnahmemilieu eingegliedert haben )
 1,5 c/o hatten Spezialschulen besucht
 1,6 -    hatten andere Formen des Schulwesens in Anspruch genommen .
47      der Kinder haben also nicht die normale Stufe des Abschlusses der
Pflicht schulzeit erreicht . Hierzu sei gesagt , daß sich 25 $ der deutschen
Kinder in der gleichen Lage befinden .
                                                                       /...
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j , Bor lünistcrrat dor Europäischen Genie ins chafton hat in seiner Entschlie­
    ßung von 21.1.1974 (*) über ein sozialpolitischen Aktionsprogramm für
    den Zeitraum 1974-1976 der Durchführung eines Aktionsprogramms zugunsten
    der Vlanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen , das unter anderem
    die Bildungs- und Untorrichtsproblene der Kinder von Wanderarbeitnehmem
    betrifft , einen Platz unter den vorrangigen Maßnahmen eingeräumt .
    Ferner haben die im Rat am 6.6.1974 zusammengetretenen Bildungsmini-
    stcr (**} unter den vorrangigen Maßnahmen für eine Zusammenarbeit im Bil-
    dungsboreich bessere Möglichkeiten der Bildung und beruflichen Ausbil­
    dung der Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft \ind von
    Mchtmitgliedsländern sowie ihrer Kinder berücksichtigt .
    Die Kommission hat in ihrom am 18.12 . 1974 gebilligten Aktionsprogramm
    zugunsten der Wanderarbeitnehmer und ihrer Familien (***) eine Reihe von ■
    Maßnahmen im Bildungsbereich vorgeschlagen , von denen zwei von entschei - .
    dender Bedeutung sind :
    a) besondere pädagogische Bestimmungen , die unerläßlich sind , um den Wan-
        derarbeitnehmerkindern bei der Eingliederung in das schulische und ge­
        sellschaftliche Milieu dec Aufnahme landes zu helfenj
    b ) einen Platz im normalen Schulprograiam für die Sprache und Kultur des
        Herkunftslandes des Gastarbeiterkindes ,
    Die beiliegende Richtlinie zielt darauf ab , die Mitgliedstaaten zu ver-
    cnlassen , solche Maßnahnen zu treffen , durch die den Kindern von Wander-
    arbeitnehmem gleiche Chancen wie den einheimischen Kindern geboten
    v/erden .
{*)     AB1 .* C 13/1 vom 12.2.1974
(**) iSl . C 93/2 vom 20.8.1974
(***) icoi;(74 ) 2250
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 Die erste von der Kommission vorgeschlagene Maßnahme ist dc.hor die allge­
 meine Einführung eines Aufnahme Systems für die Kinder von Vlanderarbeitnehnem
 Ziel der Aufnahmeklasse ist es , das Wanderarbcitnchmerkind in der Sprache
 dos Gastlandes zu unterweisen , um ihm bei der Eingliederung in das Aufnahne-
 milieu zu helfen und es       . zu "befähigen , so rasch wie möglich dem für die
 einheimischen Kinder seines Alters vermittelten Unterricht zu folgen .
 In Dänemark und in der Bundesrepublik Deutschland sind die AufnrJimcklassen
 allgemein verbreitet . In Prankreich , in den Niederlanden und in Luxemburg
 werden sie zur Zeit eingeführt . Schlüssige Experimente wurden in Belgien
 durchgeführt , und im Vereinigten Königreich werden zur Zeit Versuche zugun­
 sten der Zuwanderer aus dem Commonwealth unternommen , die die englische
 Sprache nicht oder unzureichend kennen .
 Die zweite von der Kommission vorgeschlagene Maßnahme betrifft die Unterwei­
 sung in der ImtterBprache und in der Kultur dos Heimatlandes .
 Seit mehreren Jahren haben Forscher und Pädagogen zahlreicher Lander hervor­
 gehoben , daß es für die Vlanderarbeitnehnierkinder von größter Bedeutung ist ,
 den praktischen Gebrauch ihrer Muttersprache zu pflegen und den Kontakt
 zur Kultur ihres Heimatlandes zu wahren .
 Es wird heute anerkannt , daß die Muttersprache und die kulturellen Tradi­
 tionen des Heimatlandes eine entscheidende Rolle im Erziehungsprozeß spie­
 len : Konzeptualisierung, Erlemen einer anderon Sprache , Persönlichkeitsbil-
 dung , familiäre Beziehungen . Der Muttersprache und der Kultur des Heimat-
 landes kommt daher mit vollem Recht ein Platz in der Erziehung der Wanderar-
 beitnehmerkinder zu . Die Kenntnis ihrer Muttersprache ist selbstverständlich
unerläßlich für die Kinder,^ 0 sich wieder in das Schulsystem ihres Heimat-
 landes einzugliedern haben , oder für die Jugendlichen , die nach erhaltener
 Ausbildung im Ausland in ihren Herkunftsland einen Arbeitsplatz suchen .
 In der Vergangenheit wurde diese Art von Unterricht völlig außerhalb der
 Schulzeit erteilt . Es bedurfte einer sehr starken Motivierung sowohl des
 Kindes als auch seiner Eltern , um wirklich brauchbare Ergebnisse zu erzielen .
 Es hat sich ganz eindeutig gezeigt , daß ein ausschließlich außerhalb der
 Schule liegendes System die Ursache für die schulische Überlastung war . Ein
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    zu geringer Prozentsatz an Kindern meldet sich hierfür tatsächlich , und
    ihre Leistungen in den Kursen sind sehr unregelmäßig , so daß also die Er­
    gebnisse eindeutig unzureichend sind .
    Pädagogen , Psychologen und Sprachler verlangen houte , daß die Unterweisung
    in der Muttersprache und in der Kultur des Heimatlandes im Rahmen des nor­
    malen Schv.lprogranms erfolgt . Solange die vorzeitige Unterweisung in einer
    Fremdsprache in den Grundschulen nicht allgemein eingeführt wird , wird es
    schmerig sein , 4 bis 5 Stunden im Stundenplan zu finden , ohne andere Unter­
    richtsfächer su benachteiligen . Im Ob erSchulunterricht kann die Mutterspra­
    che des Vfcnderarbeitnehmerkindes als Pflichtfremdsprache anerkannt werden ,
    ohne daß die Schulprograorae und Stundenpläne gentört werden .
    In der Bundesrepublik Deutschland und in Dänemark wird die Muttersprache
    der Vlaiiderarbeitnehaerkinder auf dor Grundschul-- und der Oberschulstufe
    gelehrt . Die Niederlande planen die Einführung eines ähnlichen Systems .
    In Frankreich wird grundsätzlich anerkannt , daß die Unterweisung in der Mut­
    tersprache notwendig ist .
6 . Die Aufnalimeklassen erfordern Lehrkräfte , die darauf vorbereitet sind , die
    Gastarbeiterkinder zu übernehmen . In den meisten Fällen muß die Unterwei­
    sung in der Muttersprache und in der Kultur des Herkunft s lande s ausländischen
    Lehrkräften anvertraut werden . Gegenwärtig verfügen die Mitgliedstaaten nicht
    über eine ausreichende Zahl qualifizierter Lehrer , um die zahlreichen von
    den VJaa.derarb eitnehaern gesprochenen Sprachen in ihren Unterrichtsplan auf­
    zunehmen. Es ist außerdem außerordentlich wichtig ; daß Lehrkräfte mit der
    gleichen Sprache und der gleichen Kultur wie die Wänderarbeitnehmer Kon­
    takte zwischen dor Schule und den Familien herstellen und pflegen .
7 . Entsprechend dem Beschluß des Rates der Minister für soziale Angelegenheiten
    vom 27 . Juni 1574 kann sich der Europäische Sozialfonds an zusätzlichen Aus­
    gaben beteiligen , die durch an die Kinder von ausländischen Arbeitnehmern
    angepaßte Bildungskurse entstehen . Der Sozialfonds kann sich auch an Maß­
    nahmen beteiligen , die die Ausbildung und Fortbildung von Sozialbetreuem
  • und mit der Erziehung von Wanclerarbeitnehmerkiiidem beauftragten Lehrkräften
    erleichtern sollen . Hierbei übernimmt der Sozialfonds die Hälfte der Kosten
    für die von öffentlichen oder privaten Stellen durchgeführten Maßnahmen im
    Rahmen der in den geltenden Vorordnungen festgelegten Bedingungen und Grenzen .
                                                                           • • • f• • a
 ---pagebreak---                                      - β -                  ICO:I{ 7 ~ ) -^ T)
8 . Außerdem wird die Kommission Studien und Forschungsarbeiten fördern , die
    Aufschluß über die Probleme im Zusammenhang mit der Erziehung von Uan-
    derarbeitnehrnerkindem geben . Sie wird soweit möglich , die im Bereich
    der Erziehung der Gastarbeiterkinder und im Bereich der Ausbildung von
    Pachl ehrkräft en durchgeführt en Modellvorhaben unterstützen »
    Die Kommission wird regelmäßig Begegnungen zwischen Ausbildern und
    Sachverständigen organisieren , um ihnen die Möglichkeit zu einem Gedan­
    kenaustausch und einer aktiven Zusammenarbeit bei der Ausarbeitung von
    Methoden und der Anwendung von Lehr- und Lernmaterial für die Kinder
    von Wanderarbeitnehmern zu geben . Das Statistische ümt der Gemeinschaf­
    ten arbeitet zur Zeit an Schulstatistiken über die Zahl der ausländi­
    schen Schüler nach ihrer Staatsangehörigkeit und der Bildungsstufe .
9 . Die Überlegungen zugunsten der in Aussicht genommenen Maßnahmen gelten
    für alle Wanderarbeitnehmerkinder , ungeachtet ihres Herkunftslandes .
    Der Richtliniencntwurf erstreckt sich daller auf die Kinder aller aus­
    ländischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines
    Mitgliedstaates , in dem ihre Eltern oder ihr Vormund eine berufliche
    Tätigkeit oder eine Beschäftigung ausüben .
 ---pagebreak---                                                               kom(?5 ) 390-D
                                                              MLAG3 II
BEGRtoUÎTG
1 . In seiner Entschließung vom 21.1.1974 (*) über ein soziales Aktions-
    programm hat der Rat der Europäischen Gemeinschaften die Kommission
    aufgefordert , ein Aktionsprogramm zugunsten der Wanderarbeitnehmer zu
    erstellen . Anhand dieses Programms sollen vor allem die Bedingungen
    für die Freizügigkeit der Wanderarbeitnehmer der Mit gl i edst aat en der
    Geneir.schaft verbessert , die sozialen Infrastrukturen in den Mitglied­
    staaten , die für die Lösung der Probleme im Zusammenhang mit der Bildung
    und Ausbildung der Kinder von Wanderarbeitnehmern -unerläßlich sind ,
    ausgebaut und die Gleichbehandlung der Arbeitnehmer der Gemeinschaft
    und der Arbeitnehmer aus Drittländern sowie ihrer Familienangehörigen
    hinsichtlich der Lebens- und Arbeit cbedingungen verwirklicht werden.
    Außerdem gehört es zu den Aufgaben der Gemeinschaft , die Bes ehränlcungen
    der Niederlassungsfreiheit von Angehörigen eines Mitgliedstaates im
    Hoheitsgebiet eines anderen Mit gl i edst aat es abzubauen .
2 . Die Kommission hat dem Ptat am 19.12.1974 ein Aktionsprogramm zugunsten
    der Wanderarbeitnehmer und ihrer Faniiien vorgelegt (KOM (74) 2250),
    das eine Reihe von Maßnahmen für die Ausbildung der Gastarbeiterkinder
    vorsieht , darunter : eine Erhöhung der Zahl der Aufnahmeklassen und
    Kurzlehrgänge in den Mitgliedstaaten , um den Kindern von Wanderarbeit-.
    nehmern zu helfen f sich an die neue Sprache und die neuen Lehrmethoden
    zu gewöhnen 5 die Einbeziehung von Stunden in den normalen Stundenplan ,
    die den Kindern die Beibehaltung der Kultur ihres Herkunftslandes und
    ihrer Muttersprache ermöglichen ! die Einstellung von Lehrern aus den
    Herkunftsländern sowie die angemessene Ausbildung der Lehrkräfte , die
    mit der Erziehung der Kinder von Wanderarbeitnehaern betraut sind.
(*) ABl . C 13/1 vom 12.2.1974
 ---pagebreak---                                    2 -                          ICOtl(75 ) 'X-'i
                                                                AÏJLAffi II
Die im Rat vereinigten Bildungsminister der Mi t gl ieds t aat en haben am
6 . Juni 1974 (*) die Meinung vertreten , daß Maßnahmen zugunsten der Aus­
bildung von Kindern von Angehörigen anderer Mitgliedstaaten der Gemein­
schaft "besonderer Vorrang einzuräumen ist .
Die Erziehung der Kinder von Wanderarbeitnehmern bringt auf allen Ausbil-
dungsstufen zahlreiche pädagogische , psychologische , sprachliche und
administrative Probleme mit sich . Artikel 12 der Verordnung 1612/68 (**)
sieht unter anderem vor , daß die Mitgliedstaaten Bemühungen fördern , durch
die den Kindern von Wanderarbeitnehmern ermöglicht werden soll , unter den
besten Voraussetzungen am allgemeinen Unterricht sowie an der Lehrlings-
und Berufsausbildung teilzunehmen . Bisher wurden jedoch noch nicht alle
gewünschten Ergebnisse erreicht . Das Pehlen schulischer Strukturen , die
£en Unterricht für Kinder von Angehörigen anderer Mitgliedstaaten mit Wohn­
sitz in einem anderen Mitgliedstaat gewährleisten , behindert wesentlich
die Freizügigkeit der Arbeitnehmer und die Nieder lassungsfreiheit der
 Selbständigen .
Aus diesen Gründen scheint es notwendig und vordringlich , in der Gemein­
schaft durch praktische Maßnahmen sicherzustellen , daß Gastarbeiterkin-
der aus den Mitgliedstaaten und aus Drittländern eine Ausbildung erhalten ,
die ihrer Lage angepaßt ist und durch die eine    reale Chancengleichheit
mit den- Kindern des Gastlances erreicht wird .
In Artikel 1 der vorliegenden Richtlinie werden die Mitgliedstaaten aufge­
fordert , besondere Maßnahmen im pädagogischen Bereich zu treffen , um die
Kinder von Wanderarbeitnehmern in das Schulsystem des jeweiligen Aufnahme-
 landes einzugliedern und gleichzeitig die kulturelle Identität dieser
Kinder zu bewahren . Diese Maßnahmen sind vom Aufnahmeland zugunsten von
Kindern zu ergreifen , die in dem Land wohnen , in dem ihre Eltern oder
 ihr Vormund "beschäftigt sind .
    *) ABl . C 98/2 vom 20.8.1974
  /*■*
    **) ABl . L 257 vom 19.10.1968                                     • ♦ •/ • t •
 ---pagebreak---            - ' ■                       - 3 -                 КОМ ( 75 ) 390-Б
                                                             ANLAGE II
    Sowohl die im Rat vereinigten Minister für soziale Angelegenheiten wie auch
    die Bildungsminister haben anerkannt , daß die Maßnahmen der Gemeinschaft zur
       •*                            •••-■'                                        »
    Verbesserung der Lebensbedingungen im Bereich der Ausbildung und Berufsaus­
    bildung Angehörigen von Nichtmitgliedstaaten in gleicher Weise wie Ange­
    hörigen der Mitgliedstaaten zugute kommen müssen . Die in diesem Sinne ge­
    planten und vorgeschlagenen Maßnahmen werden einen wirksamen Beitrag zur Er­
    reichung der sozialen Ziele der Gemeinschaft leisten .
7 . Als erste Maßnahme wird in Artikel 2 vorgeschlagen , ein pädagogisches Auf-
    nahmesystem zu schaffen . Die Kinder von Wanderarbeitnehmern , die die Spra­
    che des Aufnahmelkndes nicht oder kaum beherrschen , müssen an sprachlichen
    Förderkursen teilnehmen können , die ihnen helfen , sich möglichst schnell in
    ihr neues schulisches und gesellschaftliches Milieu einzugliedern . Es ist
    von grundsätzlicher Bedeutung , daß dieses Aufnahmesystem für alle Kinder von
    Wanderarbeitnehmern , die der allgemeinen Schulpflicht im Sinne der Gesetzge­
    bung der Aufnahmeländer unterliegen , von ihrer Ankunft an funktioniert . In
    Mitgliedstaaten , in denen gesetzlich eine teilweise Schulpflicht (Teilzeit-
    unterricht ) für Jugendliche von 15 bis 18 Jahren , die nicht mehr am Voll-
    zeitunterricht teilnehmen , vorgesehen ist , muß ein Aufnahme system für aus­
    ländische Jugendliche geschaffen werden , die ohne eine angemessene sprach­
    liche Ausbildung nicht von den bestehenden Bildungs- und Berufsausbildungs-
    strukturen Gebrauch machen könnten .          ' , - ■
    Der Unterricht im Aufnahmeland wird allgemein in besonderen Aufnahmeklassen
    mit kleiner Teilnehmerzahl erfolgen . Andere Aufnahmesysteme sind möglich ,
    wenn nur wenige Schüler zu betreuen sind oder wenn die Schüler bereits eine
    ausreichende Kenntnis der Sprache des Aufnahmelandes besitzen . Es ist Auf­
    gabe der Mitgliedstaaten , die Aufnahmesysteme , die sie verwirklichen wollen ,
    auszuarbeiten und die Schülerhöchst - und Mindestzahl je Aufnahmeklasse fest­
    zusetzen . Der Unterricht muß die pädagogischen Erfordernisse , die sich
    hauptsächlich aus dem Alter der Kinder , aus dem Verwandtheit sgrad zwischen
    Muttersprache und Sprache des Herkunftslandes sowie aus der eventuellen sprach­
    lichen Heterogenität in der Aufnahmeklasse ergeben , berücksichtigen .
8 . Die geistige und seelische Entwicklung von Kindern , die in der Familie in
    einem anderen kulturellen Milieu als in der Schule leben , kann nicht aus­
    schließlich in einem dieser beiden Bezugsrahmen vor sich gehen , da sonst ihr
    schulischer Erfolg in Frage gestellt und das Leben in der Familie von Spannun-
                                                                              • • •/ • • •
 ---pagebreak---                                      - f» r                KOM(75 ) 390-D
                                                           ANLAG3 II
gen geprägt wäre . Es ist daher notwendig , bei der Ausbildung der Kinder
von Wanderarbeitnehmern in Unterricht der Sprache und der Kultur des Her-
kunftslandes Raum zu geben ( Artikel 3 )» Dies wurde auch in einer Ent­
schließung der 9 . Tagung der Ständigen Konferenz der europäischen Bildungs­
minister ( Stockholm , 9 . bis 12 . Juni 1973 ) betont . Im übrigen ist die
Kenntnis der Muttersprache für Gastarbeiterkinder unerläßlich , die sich
nach der Rückkehr in ihr Herkunftsland in dessen Bildungssystem oder wirt­
schaftliches und gesellschaftliches Leben werden eingliedern müssen .
Der Unterricht in der Sprache und Kultur des Herkunftslandes außerhalb der
normalen Schulstunden führt zu? Überforderung der Kinder . Die Richtlinie
fordert daher die Mitgliedstaaten auf , den Unterricht in der Sprache und
Kultur des Herkunftslandes während der ganzen Dauer der allgemeinen voll-
zeitlichen Schulpflicht in den normalen Lehrplan aufzunehmen . Es wäre
wünschenswert , daß die Schüler auf der Sekundarstufe 2 ( 15 bis 18 Jahre )
ihre Muttersprache als erste oder zweite Fremdsprache erlernen können .
Es scheint kaum durchführbar , daß alle Schulen diese Wahlmöglichkeit nach
der allgemeinen Schulpflicht anbieten können . Dies hat praktische Gründe :
Schwierigkeiten , auf dieser Stufe , für alle Sprachen qualifizierte Lehr­
kräfte zu finden ; wenig Schüler ? Notwendigkeit , eine weitverbreitete Fremd­
sprache während der Berufsausbildung zu lehren .
Die Kommission erkennt an , daß die geplante bikulturelle Ausbildung je nach
den von den Mitgliedstaaten gewählten Zielen und Methoden verlieren kann .
Sie vertritt jedoch die Auffassung , daß diese bikulturelle Ausbildung den
Kindern die Möglichkeit bieten muß , ihre Muttersprache zu erlernen und
Unterricht über die historischen , geographischen , sozialen , kunsthistori-
schen und literarischen Gegebenheiten ihres Herkunftslandes zu erhalten .
Die Mitgliedstaaten wenden die besonderen Methoden und Verfahren an , die
der Situation der Gastarbeiterkinder am besten angepaßt sind , wie z.B.
den Einsatz "mobiler" Lehrer . Im übrigen halten sie sich an die im schuli­
schen Bereich geltenden Bestimmungen , vor allem was die Mindest- und Höchst
zahl der Schüler pro Klasse betrifft . Die Entscheidung darüber , ob ein aus­
ländisches Kind Unterricht in der Sprache und Kultur seines Herkunftslandes
erhalten soll , ist allein Sache der Eltern oder des Vormundes .
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                                         - 5 -                    KOM(75 ) 390-D
                                                                  Anlage II
 9 . Bei allen Lehrkräften ( Art . 4) » die Gastarbeiterkinder betreuen, muß ein Verständ­
     nis für die spezifischen Problome ihrer Schüler geweckt werden. Leh­
     rer , die in den Aufnahaeklassen unterrichten sollen , müssen mit der kon­
     kreten Anwendung der Methoden des intensiven Sprachunterrichts vertraut
     gemacht werden und eingehende Informationen über die Psychologie und Kul­
     tur der ihnen anvertrauten Kinder erhalten . Kein Mitgliedstaat verfügt
     derzeit über eine ausreichende Zahl von Lehrkräften , die in der Lage
     wären , die Sprache und Kultur der Herkunftsländer aller Wanderarbeitneh-
     mer zu unterrichten . Es muß daher eventuell auf ausländische
     Lehrkräfte zurückgegriffen werden » die ihrerseits mit der Sprache , dem
     Bildungssystem und den pädagogischen Methoden des Aufnahme landes ver­
     traut gemacht werden müssen .
     Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten , ausländische Lehrkräfte
     immer dann einzustellen , wenn der Einsatz einheimischer Lehrer für den
     Unterricht nach Artikel 3 nicht möglich ist . Das Aufnahmeland ist natürlich
     für das Erziehungswesen in seinem Lande allein zuständig. Die ausländi­
     schen Lehrkräfte werden daher den zuständigen Behörden des jeweiligen
     Abnahmelandes unterstellt . Bei der Einstellung ausländischer Lehrkräfte
     sind verschiedene Formen möglich : zeitlich begrenzte oder unbegrenzte Ab­
     ordnung, Einstellung im Angestelltenverhältnis , gleiches Dienstverhältnis
     wie einheimische Lehrer . Es ist Aufgabe des Aufnahmelandes , mit Hilfe der
     zuständigen Stellen des Herkunftslandes notfalls eine gerechte Lösung
     für die Probleme im Zusammenhang mit der arbeitsrechtlichen Stellung ,
     der gegenseitigen Anerkennung von Befähigungsnachweisen , den Arbeitsbe­
     dingungen , der' Laufbahn sowie den sozialen Ansprüchen zu finden ,
10 , Artikel 5 bis 7 enthalten die in Richtlinien allgemein üblichen Schluß-
     klauscln. Eine Frist von 3 Jahren scheint angebracht , damit die Mitglied-
     Staaten die notwendigen Maßnahmen zur Durchführung dieser Richtlinie er­
     greifen können .
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                                                             ANLATR III
                                                             • '" 4-
                   VORSCHLAG FÜR EINE RICHTLINIE DES RATES
     über die schulische Betreuung der Kinder von Wanderarbeitnehmern
Der Rat der Europäischen Gemeinschaften -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wi rt schaftsgemc iii-
schaft , insbesondere auf Artikel 49 und 235t
AUF VORSCHLAG DER KOMMISSION ,
NACH STELLUNGNAHME DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS ,
NACH STELLUNGNAHME DES WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCKUSSES ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
In seiner Entschließung vom 21 . Januar 1974 über ein soziales Aktionspro-
gramm hat der Rat Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für die Frei­
zügigkeit der Arbeitnehmer vor allem hinsichtlich der Probleme der Aufnahme
im Gastland und der Ausbildung der Kinder unter die vordringlich durchzu­
führenden Maßnahmen eingereiht .
In dieser Entschließung wird die Verwirklichung der Gleichbehandlung der
Arbeitnehmer der Gemeinschaft und der Arbeitnehmer aus Drittländern sowie
ihrer Familienangehörigen hinsichtlich der Lebensbedingungen gefordert .
Die im Rat vereinigten Bildungsminister hahen in ihrer Entschließung vom
6 . Juni 1974 der Schaffung besserer Ausbildungs- und Berufsausbildungsnög-
lichkeiten für Staatsangehörige •   - anderer. Mitgliedstaaten der Gemeinschaft
     dritter Länder - sowie für ihre Kinder Priorität zuerkannt .
Es ist notwendig , daß die Kinder von Wanderarbeitnehmern eine Ausbildung
erhalten , die ihrer besonderen Situation angepaßt ist    und durch die ihr
Zugang zu allen Stufen des Bildungswesens und der Berufsausbildung gesichert
 wird .
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                                                       ANLAGE III
Den Kindern von Wanderarbeitnehmern muß Förderunterricht in der Sprache
des Aufnahmelande s erteilt werden , damit sie sich möglichst schnell in , ;
das schulische Milieu bzw . das Berufsausbildungssystem des Aufnahme-
landes eingev/Öhnen •
Es ist zweckmäßig , daß die Kinder von Wanderarbeitnehmern Unterricht in
ihrer Muttersprache und in der Kultur des Herkunftslandes erhalten , da­
mit einerseits die volle Entfaltung der Persönlichkeit von Kindern , die
in zwei Kulturkreisen leben , gewährleistet ist und andererseits die Mög­
lichkeit der Wiedereingliederung in das Schulwesen und das gesellschaft­
liche und wirtschaftliche Leben des Herkunftslandes offengehalten wird .
                      #                      i               '
Diese Schulpflicht muß auf alle Kinder von Wanderarbeitnehmern der Ge­
meinschaft unabhängig von ihrem Herkunftsland und der Art der Berufstätig-
keit der für sie unterhaltspflichtigen Personen ausgedehnt werden . Mit
diesem System wird zu einer Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingun­
gen in der Gemeinschaft beigetragen . Im Vertrag sind die hierzu erfor­
derlichen Befugnisse nicht vorgesehen . Es muß daher auf die Bestimmungen
von Artikel 235 zurückgegriffen werden -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN :
                                Artikel 1
Die Mitgliedstaaten fördern in ihren Hoheitsgebieten die schrittweise An­
passung der Kinder von Wanderarbeitnehmern an das Schulsystem und das ge­
sellschaftliche Leben des Gastlandes und sorgen gleichzeitig für die Er­
haltung der sprachlichen und kulturellen Bande der Kinder zu ihrem Her- >
kunftsland .  ,
Kinder von Wanäerarbeitnehmern im Sinne dieser Richtlinie sind unterhalts-
berechtigte Kinder von Angehörigen eines anderen Mitgliedstaates oder eines
Drittlandes , die im Hoheitsgebiet des Mitgliedetaates , in dem der Betref­
fende eine abhängige oder selbständige berufliche Beschäftigung ausübt ,
                                       t                              •
wohnen .
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                                         ï               ANLAGE III
                                   Artikel 2     .                        .\
Hierzu ergreifen die Mitgliedstaaten alle erforderlichen Maßnahmen , um in
ihren Hoheitsgebieten für die Kinder von Wanderarbeitnehmern einen ange­
messenen und kostenlosen Aufnahmeunterricht anzubieten , der hauptsächlich
in einem Förderunterricht in der Sprache oder einer der Amtssprachen des
Aufnahmelandes besteht . Dieser Unterricht wird den im Sinne der Gesetzgebung
des Aufnahmelandes voll- oder teilzeitlich schulpflichtigen Kindern von Wan-
derarbeitnehmern erteilt .
                                               *   - •
                                   Artikel 3
Die Mitgliedstaaten ergreifen ferner alle Maßnahmen , damit in den Lehrplan
der Schulen der kostenlose Unterricht in der Muttersprache und in der Kultur
des Herkunftslandes der Kinder von Wanderarbeitnehmern aufgenommen wird ,
durch den die in Artikel 1 genannten Ziele verwirklicht werden können . Unab­
hängig von den in den Mitgliedstaaten angewandten besonderen Methoden und
Verfahren , die der Lage dieser Kinder beisser angepaßt sind , muß der Unter­
richt gemäß den Unterrichtsnormen des Aufnahme landes erteilt werden , vor
allem was die Schülermindest - und höchstzahl pro Klasse betrifft . Dieser Un­
terricht ist während der ganzen Dauer der allgemeinen vollzeitlichen Schul­
pflicht im Sinne der Gesetzgebung des Aufnahmelandes zu erteilen .
                                   Artikel
Die Mitgliedstaaten ergreifen die erforderlichen Maßnahmen , um die Ausbildung
sowohl der Lehrkräfte , die den Förderunterricht in der Sprache des Aufnahme-
landes erteilen , wie auch derjenigen Lehrer zu gewährleisten , die den Unter­
richt in der Muttersprache und der Kultur des Herkunftslandes des Kindes er­
teilen sollen . Für den Unterricht in der Muttersprache und der Kultur des Her-
kunftslandes werden , soweit sich dies als notwendig erweist , ausländische
Lehrkräfte herangezogen .
                                   Artikel 5
Die Mitgliedstaaten erlassen innerhalb von drei Jahren die erforderlichen
Rechts- und Verwaltungsbestimmungen , um dieser Richtlinie nachzukommen , und
setzen die Kommission hiervon unmittelbar in Kenntnis .
Die Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission darüber hinaus über alle Rechts-
und Verwaltungs- oder sonstigen Vorschriften , die sie auf dem von dieser Richt­
linie erfaßten Gebiet erlassen .                                 -
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                                                            МЬАОЕ III
                                  Ârtikol 6
Binnen vier Jahren nach Bekanntgabe dieser Richtlinie übermitteln die r!it-
gliedstaaten der Kommission alle erforderlichen Angaben , darcit diese dem Rat
über die Anwendung der Richtlinie Bericht erstatten kann .
                                  Artikel 7
Biese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet .