CELEX: 51972PC1412
Language: de
Date: 1972-11-17
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES betreffend die Finanzierung des Vorhabens "Errichtung eines agro-industriellen Zuckerkomplexes in Banfora (Republik Obervolta)" (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (72) 1412
Vol. 1972/0184
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak---                                                                   KOM(72)1412 endg.
          KOMMISSION                                              Brüssel , den 17 . November 1972
              DER
EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                                  VERTRAULICH
         Generalsekretariat
                                       Vorschlag für eine
                                     ENTSCHEIDUNG DES RATES
                                         -  *" ■      r- *" as*
          betreffend die Finanzierung des Vorhabens "Errichtung eines agro-
          industriellen Zuckerkomplexes in Banfora ( Republik Obervolta )"
                            ( von dar Kommission C ara kat vorgelegt )
          KOM(72 ) 1412 andgo
 ---pagebreak---             KOMMISSIOH
               DER
    EUROPAISCHEtT GEMErNSCHAFTEPT
                    ' ■ Zuleitung eines Finanzierungsvorschlags
             für die Errichtung eines agro-industriellen Zuckerkomplexes
                         in Bänfora- in der Republik 0"bervolta
                            zur Beschlussfassung an den Rat
                        (Mitteilung der Kommission an den Rat )         :
         Auf Antrag der Regierung Obervoltas , die der Durchführung dieses Vorhabens
besondere . Bedeutung beimisst , wurde beschlossen , dass sich die Gemeinschaft zusammen
mit Prankreich . an der Finanzierung eines Vorhabens für einen agro-industriellen , ■
Zuckerkomplex in Banfora beteiligt . Ziel dieser Massnahme ist die Erzeugung von        ...
20.000 t Zucker innerhalb , von vier Jahnen in Obervölta , um den Inlandsbedarf zu
befriedigen , der; bisher fast ausschliesslich durch' Einfuhren gedeckt wurde , . ,
         Es wurde folgender Finanzierungsplan aufgestellt , dessen Gesamtkos.ten sich
auf 5.950 Millionen. .CFA-F belaufen :-                 ,
1 . GemeinschaftshiTfe
     - Zuschuss des EEF für die Arbeiten zur Wasser Zuleitung             900 Mio CFA-F
     - Darlehen des EEF zu Sonderbedingungen . -                        1.400 Mio CFA-F
2 . Franzosische Hiïfe
     - Zuschuss des Fonds für Hilfeund Zusammenarbeit                     400 MiQ CFA-F
     - Darlehen des "Fonds für Hilfe und Zusammenärbei t n
       Zinssatz 1 '% - Laufzeit 25 Jahre                                  250 Mio CFA-F
     - Darlehen der"Zentralkasse für wirtschaftliche Zusammenarbeit "            ,
       Zinssatz 5 f0, Laufzeit ca .. 18 Jahre , davon 8 Frei jähre'     1.300 Mio CFA-F
     - Zusatzdarlehen der Zentralkasse für Obervölta zur Ergänzung ihres
       Beitrags zum Kapital der Gesellschaft                              I50 Mio' CFA-F' - "
     gurz- und mittelfristige Bankkredite                                 550 Mio CFA-F
4° O'ffentliche Mittel Obervoltas                                         850 Mio CFA-F
5 . Bsitrag des Privatsektors (SOMDIAA ) ( l )                            150 Mio CFA-F
( l ) Belgisch-französische Gesellschaft nach französischem Recht .
 ---pagebreak---         Da es sich um ein integriertes Vorhaben im Sinne von Artikel 10 Ziffer 4 des
Internen Abkommens und. Artikel 59 Ziffer 1 der Finanzregelung des KEP handelt , wurde
dieses Vorhaben von den Dienststellen der Kommission und der Bank in enger Zusammen­
arbeit geprüft , wobei sich jeder mit dem ihn betreffenden Teil befasste :
        Die Kommission prüfte das Vorhaben insbesondere . iait er, .dem makro ökonomischen
Gesichtspunkt sowie Vinter dem Aspekt der . Entwicklungspolitik und der gesamten Gemein-
schaftshilfe .
        Die Bank befasste sich vor allem mit den Fragen der Verschuldungsbefähigkeit
und den finanziellen Aspekten des Vorhabens .
        Der Finanzierungsvorschlag für dieses Vorhaben wurde daher von den Dienst­
stellen der Kommission und der Bank gemeinsam ausgearbeitet . Da sich die beiden
Institutionen jedoch hinsichtlich des Zinssatzes und der Laufzeit , die für das Dar­
lehen des EEF zu Sonderbedingungen gewährt werden sollen , nicht einig waren , wurden
über diese Punkte getrennte Vorschläge ausgearbeitet und dem EEF-Ausschuss auf seiner
Sitzung am 24 ♦ Oktober (73 » Sitzung ) unterbreitet .
        Die EIB schlug ein Darlehen zu Sonderbedingungen mit einer Laufzeit von
24 Jahren und 10 Freijahren sowie einen Zinssatz von 2 % vor . Sie macht hierfür
folgende Argumente geltend :
1 . Das Unternehmen ist in Anbetracht der voraussichtlichen finanziellen Ergebnisse
    der Massnahme durchaus in der Lage , Bedingungen dieser Art zu erfüllen .
2 . Obervolta ist verschuldungsfähig , insbesondere wegen der strengen Verwaltung
    der öffentlichen Mittel , die die Regierung dieses Landes vor einigen Jahren
    eingeführt hat .
        Die Dienststellen der Kommission bestreiten zwar nicht , dass das Unternehmen
ein Darlehen zu den - von der Bank vorgesehenen Bedingungen aufnehmen kann , schlugen
jedoch folgende Bedingungen vor :
                      Zinssatz                         1 %
                      Laufzeit                     . 40 Jahre .- ,. <
                      Frei jähre                     10 Jahre                           -
 ---pagebreak---                                          - 3 -
1.       Es handelt sich . in dem vorliegenden, Fall um ein .unbedingt notwendiges und
in grossem Maßstab verbrauchtes Nahrungsmittel , das für eine Bevölkerung mit einer
Kaufkraft bestimmt ist , die zu den niedrigsten der Welt gehört . Daher erscheint es
 zweckmässig , mit allen Mitteln - und insbesondere mit- den, FinanzierUngsbedingungen -
zu versuchen , einen möglichst niedrigen Selbstkostenpreis und infolgedessen einen
möglichst niedrigen Zuckerpreis zu erzielen . Hierzu ist zu erwähnen ,. :, dass der
Zuckerverbrauch Obervoltas ( 2,6 kg pro Jahr und Einwohner ) der niedrigste von
Westafrika : (Durchschnitt 5*2 kg ) ist .        - :
2.       Das mit der Durchführung, und der Verwaltung des Komplexes -beauftragte
Unternehmen ist zwar ein privatrechtliches Unternehmen , wi?d jedoch zu, 89 % aus
öffentlichen Geldern und zu 11 % mit Privatkapital finanziert .- Indem sie einen
grossen Teil ihrer eigenen verfügbaren Mittel bereitstellte , wollte die voltaische
Regierung den Aspekt des öffentlichen Interesses der Tätigkeit dieser Gesellschaft
hervorheben . Damit ist die voltaische Regierung, unmittelbar an dieser Massnahme
beteiligt .                                          .                      r- ■
3 »- : • Im Hinblick ^ auf ein Land , das zu den 25 ärmsten Ländern der Welt gehört ,
haben die Dienststellen der Kommission den Tendenzen und Orientierungen Rechnung
getragen , die sich in letzter Zeit in sämtlichen internationalen Gremien hinsicht­
lich der Notwendigkeit gezeigt haben , so weit wie möglich die Bedingungen für
die Gewährung der Beihilfen zu erleichtern , Hierzu braucht man nur auf- die ■'
Empfehlungen der UNCTAD in Santiago de Chile zu verweisen , die vor kurzem von
der OECD und dem Ausschuss für Entwicklungshilfe wieder aufgenommen wurden : y
"Die diesen Ländern gewährte staa/tliche Entwicklungshilfe sollte vorzugsweise
in Form eines nichtrückzahlbaren Zuschusses gegeben werden". Die Dienststellen
der Kommission waren der Ansicht , dass diese Empfehlungen am besten ^gewendet
würden , wenn man sich so weit wie möglich einer Finanzierung durch .Zuschüsse-- '
annäherte .                                                                      .•
4«       Der "Fonds für Hilfe und Zusammenarbeit ^ (FAC )., der sich wie der H:H:H ' eher von
dem Gedanken an die . allgemeine Entwicklung als von dem der an die interne 'Rentabilität
der von ihm finanzierten Massnahmen leiten lässt , hat für dieses Vorhaben den gleichen
Zinssatz gewährt , den die Dienststellen der Kommission vorschlagen , nämlich 1 <fo
( jedoch bei einer Laufzeit von 25 Jahren anstelle von 40 Jahren ). Dagegen hat die
Zentralkass« fiir wirtschaftliche ' aisnmmenarbeit , die , wie die EIB, die gegebenenf all '
                                                                                     • os J« es
 ---pagebreak--- in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Investitionen unter ihren finanziellen Aspok
ten und - insbesondere unter dem Gesichtspunkt ihrer internen Rentabilität zu prüfen
hat , ein Darlehen zu 5 % und mit einer Laufzeit von 18 Jahren gewährt . Die Frage , cb ;
bereit sei , aus eigenen Mitteln ein Darlehen zu den gleichen Bedingungen (mit einer
Zinsvergünstigung des EEF ) zu gewähren , verneinte die Bank . Daher ist zu vermuten ,
dass sie in die- Rentabilität des Unternehmens ebenso wie in die Verschuldungsfähigkeij
Obervolt as nur begrenztes Vertrauen hat .
5.      Von allen wird die zunehmende Verschuldung der Entwicklungsländer festgestellt
und bedauert . Ihr Schuldendienst ist in den letzten Jahren rascher als die Kredite rc-
stiegen . IJach einer Steigerung um 10 fo pro Jahr in den sechziger Jahren nehmen die
eigentlichen Zahlungen und Zahlungen der Zinsen im Rahmen der öffentlichen Darlehen
und der garantierten Privatkredite offensichtlich nunmehr um 15 % jährlich zu , so
dass sie sich innerhalb von fünf Jahren verdoppeln würden . Aus diesem Grunde kann
man die Ansicht vertreten , dass sich der Fluss der öffentlichen Mittel zwischen Indu-
strieländern und Entwicklungsländern vor 1980 insofern umkehrt , als der Schuldendienst
dann höher als der Gesamtbetrag der gewährten nichtrückzahlbaren Zuschüsse oder Dar­
lehen sein wird . Das beste Mittel , diesen gefährlichen . Vorgang aufzuhalten , besteh!
darin - sofern keine Hindernisse vorhanden sind:      diesen Ländern die günstigsten
Darlehensbedingungen zu gewähren .
        Verschiedene Hilfsquellen tragen diesem Umstand bereits Rechnung , insbescnaf-rc
bestimmte Ostblockländer und auch die Volksrepublik China , die Togo ein zinsloses
Darlehen in Höhe von 11.500 Millionen CFA-F gewährt haben solle . Der Präsident de:.?
Weltbank 'hat in der Rede , die er vor kurzem vor dem Gouverneursrat der Bank gehalt
hat , auf die nachteiligen Auswirkungen der Beihilfen hingewiesen , die zu allzu streng;
Bedingungen gewährt werden , und mitgeteilt , dass er die Absicht hat , für die Fin^r- ' -
jähre 1974 - 1978 die finanziellen Verpflichtungen der IBRD gegenüber den Entwick­
lungsländern im Durchschnitt insgesamt um 13 ^ jährlich zu erhöhen und einen zuneh­
menden Anteil dieser Verpflichtungen in Kredite der International Development
Association umzuwandeln ( zinsfreie Kredite mit einer Laufzeit von 50 Jahren , abgesehen
von den Finanzkosten - 0,75 - für den Einsatz ' dieser Darlehen ).
        Mit der höchstmöglichen Erleichterung der Bedingungen ihrer Finanzhilfe folgt
die Kommission daher der Linie der zur Zeit befürworteten Politik 5 - nebenbei sei
daran erinnert , dass die EIB zwar die Aufgabe hat , den Finanzierungsplan der- Darlehen
zu Sonderbedingungen aufzustellen , die "Kommission jedoch die Vorhaben vor allem un'^ei
 ---pagebreak--- raakro ökonomischem Gesichtspunkt sowie unter dem Aspekt der Entwicklungspolitik und
der gesamten Hilfe der Gemeinschaft prüft ", ( l )                                         ,
6„       Ferner hat die , Gemeinschaft für ein ähnliches Vorhaben .. (Ölmühle ) für ,ein ]fe,cb
barland (Dahome ) vor kurzem' ein Sonderdarlehen zu einem Zinssatz von 1 % mit einer
Laufzeit von 40 Jahren gewährt (2 ).                   : r                     . .... .
                                             0
                                        0        0
         Der Standpunkt der beiden Institutionen in diesen Fragen wurde den Delegationen
der . Mitgliedstaaten auf der Sitzung des EEF-Aus schus ä'e s vom 24 . Oktober 1972 ausführ­
lich dargelegt . Es zeigte sich eindeutig , das s sämtliche Delegationen die Lösung de^
IIB befürworteten , ; jedoch die Möglichkeit eines Kompromisses nicht von vorherein'               "
ausschlössen ,
         Eine Delegation schlug eine Lösung dieser Art vor | es handelte sich um „ ein , . . .
zweistufiges Darlehen , wobei das erste der Republik Obervolta ( Zinssatz 1 for Lauf-...
zait '24 Jahre , 10 Frei jähre ) und das zweite vom Staat dem Unternehmen gewährt würde , -
das mit der Durchführung und Verwaltung des agro-industriellen Zuckerkomplexes beauf­
tragt ist ( 2 ,^ Zinsen , Laufzeit 24 Jahre , 10 Frei jähre ). Das wäre etwa die - gleiche
                                                                       '' '     <        i     'S,   '
Lösung wie für Dahome,..                                                     -
         Der um Ausgleich bemühte Präsident der Sitzung setzte sich für diesen Vorsehl v?
ein , der jedoch ; schliesslich abgelehnt wurde , weil ihn zwei Delegationen nur bei Ein­
stimmigkeit . für akzeptabel hielten . Das war jedoch.. nicht der Fall , da eine Delegation
lapchloss , sich ausschliesslich an den Vorschlag der EIB zu halten ..                  -    -
         Der Präsident musste daher feststellen , dass der Ausschuss sich zwar bereit er­
klärte , zu dem Inha.lt des Finanziervingsvorschlags einstimmig eine befürwortende Stel­
lungnahme abzugeben , der Vorschlag der Kommission über die Modalitäten für die Gewäh­
r mg des Darlehens zu Sonderbedingungen jedoch keine qualifizierte Mehrheit fand .
 (i ; Artikel 59 Ziff. 2 der Finanzregelung des EEF (71/68/EWG) vom 26. Januar 1971 «
 (2 ) Es handelt sich um ein "zweistufiges" Darlehen , bei dem Dahome den Betrag des
      Darlehens dem Unternehmen mit 3 % Zinsen und einer Laufzeit von 25 Jahren
      weiterzugeben hat .
 ---pagebreak---          Er unterrichtete den Ausschuss sodann von der Absicht der Kommission , Artikel , 15
Absatz- 2 des Internen' Abkommens Ur . 70/544/WG vom 29 - Juli 1969 über die Finanzierung
und Verwaltung der Beihilfen der Gemeinschaft anzuwenden , indem es heisst :
   "Beschliesst die Kommission , von der Stellungnahme des Ausschusses abzuweichen ,
    oder hat der Ausschuss einen Finanzierungsvorschlag nicht befürwortet , so kann
    der diesen Vorschlag zurückziehen oder dem Rat vorlegen , der unter den gleichen
    Bestimmungsbedingungen wie der Ausschuss beschliesst ."
                     ■  ,      ' '                  -                                         i
                                                 0                                            !
         Da die . wirtschaftliche Begründung- -des Vorhabens stichhaltig ist und kein Zweifel
an der Dringlichkeit . besteht , ist die Kommission der Auffassung , dass sie den Finanzie-
rungsvorschlag nicht zurückziehen kann , und legt ihn deshalb dem Rat zur Beschlussfassis
vor .
         In Anbetracht der Dringlichkeit der Bereitstellung der finanziellen Mittel , die
zur Durchführung des Vorhabens erforderlich sind , befürwortet die Kommission weiterhin
den Vorschlag eines " zweistufigen Darlehens ", der von einer Delegation im Verlauf der
Debatten auf der 73o Sitzung des Ausschusses vorgebracht wurde | er besteht in :
         - dem Darlehen der Gemeinschaft an' die Republik Obervolta in Höhe von
5.O4O.OOO RE ( 1.400.000.000 CFA-Franken ) zu einem jährlichen Zinssatz von 1 % mit
einer Laufzeit von 24 Jahren , davon 10 Frei jähren ?                            ;
         - der Weitergabe dieses Darlehens an die' Societe Sucriere Voltaique zum Zins­
satz von 2 % jährlich für die gleiche Laufzeit und Zahl von Frei jähren , wobei die
Mittel , die sich aus dem Zinsunterschied ergeben , von der voltaischen Regierung nicht
ohne Zustimmung der Kommission verwendet werden . können .              -               '•
         Die Kommission schlägt daher ■ dem : Rat vor , folgenden Beschluss zu fassen :
 ---pagebreak---                 Ent_scheidungsvorschlag  des Rates betreffend, die Finanzierung
des Vorhabens "Errichtung eines agro-industri eilen Zuckerkomplexes in Banfora
( Republik Obervolta,)"                    ' .r . '
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHMTEH -        -   '    : '
gestützt auf das am 29 « Juli 1969 in Jaunde unterzeichnete Interne Abkommen
über die Finanzierung und die Verwaltung der Hilfen der Gerneinschaft , insbe­
sondere auf Artikel 15 Absatz 2 ,
auf Vorschlag der Kommission !
in Erwägung der Gründe , . welche die Kommission in ihrem Finanzierungsvorschlag
und in ihrer Mitteilung . an den Rat dargelegt hat ,
in Ertvägung , daß der Ausschuß des Europäischen Entwicklungsfonds auf seiner
Sitzung vom 24 . Oktober 1972 keine befürwortende Stellungnahme zu dem Vorhaben ,
zu den von der Kommission vorgeschlagenen Bedingungen abgegeben hat –
BESCHLIESST :
                                    Artikel 1
             Das Vorhaben HV/ 305/70 "Errichtimg eines agro-industri eilen Zucker-
komplexes in Banfora" ( Republik Obervolta) wird zu den Bedingungen eines
zweistufigen Darlehens wie folgt genehmigt :
– Darlehen der Gemeinschaft an die Republik Obervolta in Höhe von 5*040.000 EE
   ( 1.400.000.000 CFA-Franken ) zu einem jährlichen Zinssatz von 1 '/> mit einer
   Laufzeit von 24 Jahren , davon 10 Freijaiirenj
- Weitergabe dieses Darlehens an die Societe Sucriere Voltai'que zum Zinssatz
   von 2 fo jährlich für die gleiche Laufzeit und Zahl von Freijahren , wobei
   die sich aus dem Zinsunterschied ergebenden Mittel von der voltaischen
   Regierung nicht ohne Zustimmung der Kommission verwendet werden dürfen .
             Es werden nachstehende Bindungsermächtigungen erteilt :
– aus Mitteln der Darlehen zu Sonderbedingungen : 5*040.000 RE ( rund 1 . 400 . 000 . 000
   CFA-F) |
- aus Mitteln der nichtrückzahlbaren Zuschüsse : 900.000.000 CFA–F ( rund
   3.241.000 RE).
        1                                                          •»«/»•«
 ---pagebreak---                                 ■■ -Artikel 2
        Der dem gemeinsamen Finanzierungsvorschlag' der Kömmission und der •
Europaischen Investitionsbank "beigefügte Verwaltungsauftrag wird der
Europäischen Investitionsbank - erteilt . :            •   l'
                                    Artikel 3
        Der Haupta,nxjeisung3befugte des Europaischen Entuicklungsf onds wird
beauftragt , alle Änderungen und Kittelbindungen : vorzunehmen , die für die
^jirt schaft Ii che und technische - eimiajidfreie Durchführung des genehmigten
Vorhabens erforderlich sind .
 ---pagebreak---              KOKMTSSlOU                 EURGPÂISCHE                 VIIl/933/72-D
    EUROPÄISCHEN' GEKEIHSCHAPTEU      IUVESTITIOHSBAM                       lg* *
Generaldirektion Entwicklungshilfe                         . Brüssel , August 1972
                         '•   VIEBEMEEKUUGEN
            Bei dem Projekt , für das der vorliegende Finanzierungsvorschlag
unterbreitet wird , handelt e3 sich um ein Agrar- und Industrievorhaben . Es
wird vorgeschlagen , als Beitrag zu seiner Finanzierung ein Darlehen zu Sonder­
bedingungen sowie einen nichtrückzahlbaren Zu.schuss aus Mitteln des EEP zu ge-
                            }
währen . Somit ist es ein "integriertes " Vorhaben im Sinne von Artikel 10 Absatz 4
des Internen Abkommens sowie " Artikel 59 Absatz 1 der Finanzregelung für den
Europäischen Entwicklungsfonds .
            Gemäss Absatz 1 des vorstehend erwähnten Artikels 59 sowie der
Absätze 2 und 3 des gleichen Artikels erfolgte die Prüfung dieses Vorhabens
genieinsam durch die Kommission und die Bank , wobei die Zuständigkeiten für die
Pro jekt prüfung im gegenseitigen Einvernehmen wie folgt aufgeteilt wurden :
            - Kommission
              . Technische Prüfung der Pflanzung und ihrer Wasserversorgung .
                 Schätzung der Investitionskosten , Erträge und Betriebskosten
                 sowie des Zuckerrohrpreises frei Fabrik .
               . Da3 Projekt im Rahmen des Entwicklungsplans der Republik Obervolta .
              • Ermittlung des volkswirtschaftlichen und sozialen Nutzens des
                 Projekts ,
            - Bank
              . Prüfung des Unternehmens und seiner Struktur .
              . Technische Prüfung der Zuckerfabrik . Schätzung der Investitions-
                 und Betriebskosten .
 ---pagebreak---                                        - 2 -                   VIII/933/72-D
            . Ermittlung, der finanziellen Rentabilität des Projekts .
            . Ausarbeitung des Finanzierungs pl&ns und dies Konditionenvorschlags
              für ein Darlehen zu Sonderbedingungen .
            . Prüfung der Verschuldungsfä.higkeit der Republik übervolta .
          Der vorliegende Finanzierungsvorschlag wurde gemäss dieser Aufteilung
der Zuständigkeiten ausgearbeitet . In dem nachstehenden Inhaltsverzeichnis ist
für jeden Abschnitt die Zuständigkeit angegeben .
   '   Da bezüglich des Zinssatzes und der Laufzeit für das in Aussicht genommen
Darlehen zu Sonderbedingungen zwischen der Kommission und der Bank Meinungsver­
schiedenheiten. bestehen , wurde; beschlossen , hierzu getrennte Vorschläge zu unter
breiten .                                           <
 ---pagebreak---                Ko:cirssiON                     EUROPAISCHE                               VIII/933/72-D- Rev
                    DES                                                                       Orig . 1 F
      EUROPSlSCHEU GMEESSCHAFTEIf            mVESTITIONSBAM
 ßeneraldirektion Eatwi cklungshi lfe                                           Briissel . August 1972
                                         FIKA2TZIE?JM?SVORSCHMG
                                                  3 . ESP
  Bezeichnung des Vorhabens          Schaffung eines Agrar- und Industriekomplexes für die
                                     Zuckergewinnung in Banfora ( Obervolta )
  Art des Vorhabens                  Wirtschaftsinvestition (Artikel 19 § 1 Absatz 1 des
                                     Zweiten Abkommens von Jaunde
  Smpfangerstaat                     Republik Gbervolta
                       ___________
  Vorlegende Behörde                 Ständige Vertretung der Republik Obervolta bei den
                                     Europäischen Gemeinschaften mit Schreiben vom 16,7.197$
(
iVorhabensnummer                   ; HV/305/7O
                                       ' 1.1         j
  Vorgeschlagene Mittelbindung       In Landes-       1 Gegenwert ]       In RE       Gegenwert m
                                     Währung             in RE        |               Landeswährung
                                     (CFA-Franken ) ( abgerunde­                      CFA-Franken
                                                         ter Betrag ]                 ( abgerundeter
                                                       :             JI               Betrat )
   * nich cruckzahlbarer
     Zuschuss                         900.000.000        3.240.000
  - Darlehen zu Sonderbedin­
                                                                                      1.400.000.000
     gungen
                                                                     ] 5.040.000
  jezu^s dokiiment e s
  - Dok . 2721/VIII/B/7O :           Die Wirtschaftsentwicklung in Obervolta .
  - Dok . I4OI8/VIII/EEF/7OS         V&nmvk iïber dis in der Republik Obervolta ge plant en
                                     Massnahrron der Gensinschaft .
  - Dok . 14697/^111/1^/701          Vermerk über die bisher erhaltene Auslandshilfe Obervoltas ,
  - Dok . 7060/VIII/EEF/67 :         Erschliessung des südwestlichen Landesteils .
  « Dok. I284/V1II/7I î              Fortsetzung der Massnahmen zur landwirtschaftlichen
                                     Förderung im Südwesten .
 ---pagebreak---                                                  - 1 -                  VIIÏ/933/72-D
                          ;    ÏITHALTS VEEZEIC HlîIS
                                                                        Zuständigkeit bei der
                                                                        Ausarbeitung des Finan­
                                                                        z i e r* TT.zuvo rsc h 1
 I , Ge genstand des Projekts                                                       Kommission
II . Allgemeiner Rahmen und Ziele des Projekts
     2.1 . Industrialisierungspolitik und Ehtwicklungsprioritaten
           der Republik Obervolta - die südwestliche Region ..........              Kommission
     2.2 . Der obervo Itaische Zuckerverbrauchs gegenwärtiger Stand und
           voraussichtliche Entwicklung                                             Kommission
     2.3 . Massnahmen der obervo Itaischen Regierung zur Deckung des
           einheimischen Zuckerbedarfs
           2.3.1 « Die Wahl zwischen einheimischer Zuckerproduktion
                   und Import zucker                                                Kommission
           2.3.2 . Verkaufs politik : vorgesehene Zuokersorten und Preise           Kommission
     Technische finanzielle und kommerzielle Aspekte des Projekts
     3.1 . Beschreibung des Projekts
           3.1.1 . Wasserversorgung der Pro jektanlagen ................             Kommission
           3.1.2 . Plantage                                                          Kommission
           3.1.3 . Die industriellen Anlagen                                         Bank
     3.2 . Kosten des Projekts
           3.2.1 . Wasserversorgung                                                  Kommission
           3.2.2 . Agrar- und Industriekomplex                                       Bank/Kommission
     3.3 . Finanzierungsplan                                                         Bank
     3.4 » Betrieb der Anlagen für die Wasserversorgung des Projekts ..             Kommission
     3.5 « Verwaltung und Betrieb des Zuckerkomplexes
           3.5»1 » Die Gesellschaft                                                  Bank
           3.5«2 . Ertragsvorausschau                                               Bank
  " Beurteilung der wirtschaftlichen und sozialen. Aspekte des Pro.jektg
     4.1 * Betriebswirtschaftliche Rentabilität                                      Bank
     4.2 . Volkswirtschaftliche Rentabilität und Rechtfertigung des
           Projekts                                                                 Kommission
   • Wirtschaftliche Lage und Verschuldungsfähigbeit der Republik
     Obervolta                                                                      Bank
 't. Darchführungsmodalitäten des Projekts
     6.1 . Wasserversorgung                                                         Kommission
     6.2 . Zuckerkomplex                                                            Bank
                                                                                                 «•*/*..
 ---pagebreak---                                                - 2 -                VIII/933/72-D
                                                                    Zuständigkeit bei der
                                                                    Ausarbeitung des Finan­
                                                                    z i eruner?vor s chl affs
 VII . Finan z ierungsbeitrag der Gemeinschaft
       7.1 * Nichtrückzahlbarer Zuschuss                                   Kommission
       7 > 2 « Darlehen zu Sonderbedingungen                               Bank
               7.2.1 . Vorschläge der Bank                                 Bank
               7*2.2 . Vorschlag der Kommission für die Konditionen
                       des Darlehens zu Sonderbedingungen                  Kommission
VIII . Zusammenfassung und Finanzierungsbeschluss                          Kommission
 ---pagebreak---                                       - 1 -                    νΐΙΙ/933/72-Ώ
             rs protêts
1.1 .            Das vorliegende Projekt betrifft die Anlage einer industriellen
      Znckerrohrplant age auf einer Fläche' von 2.250 ha sowie die Errichtung einer
      Rohztickerfahrik und Raffinerie  in Banfora im Südwesten der Republik Obervolt a
                 Die Kapazität der Fabrik - 20.000 t Raffinade (entsprechend einer
      Produktionskapazität von 21.000 t Rohzucker ) - wurde so angesetzt , dass
      damit künftig der gesamte Bedarf der Republik Obervolta , der sioh 1980 voraus­
      sichtlich auf 20.000 t Raffinade belaufen wird , gedeckt werden kann . Wach den
      statistischen Angaben für das Jahr 1971 wird der derzeitige Verbrauch auf etwa
      13.000 t geschätzt .
1.2 .            Dieses Projekt ist das Ergebnis der von der Société d'Etudes
      Sucrleres Voltaique (SESUHV ) seit 19^5 durchgeführten Untersuchungen und
      Tests . Es soll im Rahmen der obervoltai sehen Versorgungspolitik eine eben­
      falls in Banfora errichtete Stückzuckerfabrik (Kapazität 15.000 t ) ergänzen.
      In Anbetracht der nachstehend aufgeführten , zahlreichen wirtschaftlichen und
      sozialen Auswirkungen ist es nach Auffassung der obervoltai sehen Behörden ein
      vorrangiges Vorhaben im Sinne des zweiten Plans für die wirtschaftliche und
      soziale Ertwicklunp (1972/76 ):
      - Deckung des Inlandsbedarfs für ein lebenswichtiges Erzeugnis zu einem Preis ,
        der die finanzielle Rentabilität des Agrar- und Industriekomplexes gewähr­
        leisten und es gleichzeitig ermöglichen wird , die Versorgung der einheimi­
        schen Bevölkerung unter mindestens ebenso günstigen Voraussetzungen sicher­
        zustellen wie durch Importe ;
      - Diversifizierung der derzeitigen landwirtschaftlichen Produktion ?
      - industrielle Nutzung eines im Lande vorhandenen Rohstoffs 5
      - Verbesserung der Handelsbilanz und der Zahlungsbilanz ;
      - Anreiz für die Entwicklung des südwestlichen Landesteils $
      - Schaffung von umgerechnet rund 1.200 neuen Dauerarbeitsplätzen und indirekte
        Auswirkungen auf das Stadtgebiet von Banfora (Schaffung von Dienstleistungs-
        Eandwerks- und Handelsbetrieben zur . Deckung des Bedarfs einer Bevölkerung,
        die voraussichtlich sehr rasch um mehr als 10.000 Personen zunehmen wird ).
 ---pagebreak---                                       - 2 -                   VIII/933/72-D - Rev . 1
            Die Gc samtkosten des Projekts werden auf CFA-F 5.950 Millionen
(+ RE 21 . 421.000 ) veranschlagt . Sie setzen sich wie folgt zusammen :
- öffentliche Infrastrukturanlagen für die
  Wasserversorgung                       .,...          950 M CFA-F (+ 3*421.000 RE )
- Schaffung eines Agrar- und Industriekom-
  plexes für die Zuckergewinnung                    5 . 000 M CFA-F (+ 18.000.000 RE )
            Als Beitrag der Gemeinschaft zur Finanzierung dieses Projekts wird
ein umfangreicher Betrag, d.h . CFA-F . 2 . 300 Millionen (+ 8.28 1.000 RE), vorge­
schlagen .
- Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen
  Infrastrukturanlagen für die Wasserver­
  sorgung ; nichtrückzahlbarer Zuschuss in
  Höhe von                                              900 M CFA-F (+ 3.241.000 RE )
- Beitrag zur Finanzierung des Agrar- und
  Industriekomplexes für die Zuckergewin- •
  nung : Darlehen zu Sonderbedingungen in
  Höhe von                                                              5.O4O . OOO RE )
                                                    1.400 M CFA-F (+ 5.040.000
            Der Beschluss , bei der Kommission die Bereitstellung eines so hohen
Betrages für ein einziges Projekt zu beantragen , wurde von den zuständigen
obervo Itaischen Behörden nach reiflicher Überlegung gefasst . Dabei waren sie
sich durchaus darüber im klaren , dass eine solche Sktscheidung möglicherweise
auf Kosten anderer Vorhaben getroffen wurde , deren Finanzierung durch die
Gemeinschaft ursprünglich im Programm für das zweite Abkommen von Jaunde vor­
gesehen war (vgl . Dok . I4OI8 /EEF/7O "Vevaerk über die in der Republik Obervolta
geplanten Massnahmen dir Gemeinschaft").
            Nach eingehender Prüfung der verschiedenen technischen , finanziellen ,
wirtschaftlichen und sozialen Aspekte dieses Vorhabens sind die EIB und die
Dienststellen der Kommission zu der Auffassung gelangt , dass die von der
Regierung der Republik Obervolta getroffene Wahl sowohl hinsichtlich der Eigen-'
rentabilität des Projekts als auch in bezug auf die Entwicklungseffekte für die
gesamte obervo Itaische Wirtschaft voll gerechtfertigt ist , und dass die Gemein­
schaft daher dieser Wahl Rechnung tragen muss .
 ---pagebreak---                                           J
                                                               - 3 -                           VIII/933A2-.D
II . ALLGEffilXER RAHMEÏT TOïï) ZIELE DES PROJERTS
      2.1 . Industrialisierungs Politik und Entwi cklun.gs priori t ät en der .Bwif>3.ik
            «9· ,·β&    .',Ιιμ'.Ιι.'Λ –< Κ1ί    *β····Μ·8»·αβ*«*<β«·1Ρ*·Μβ·^^6Μ·*ΜνΜιΜΜΜΗΝΜΜΗΜονΜ»
            Obervolta - die siidwestliche Resrion
      2.1.1 .                    Das vorliegende Pro iekt entspricht voll der von der obervolta-
            i schon Regierung im zweiten Plan für die wirtschaftliche und soziale
            Entwicklung (1972/76 ) aufgestellten ersten Priorität « Erhöhung der land- ,
            wirtschaftlichen Produktion und Schaffung von Ih&ustriebsiriabsn für die
            Verarbeitung einheimischer Rohstoffe . '
                       Im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion wird nunmehr der Vieh-
            wirtschaft , die von den Planungsbehörden bisher etwas vernachlässigt worden
            war , besonderes Augenmerk gewidmet . Die Bemühungen um eine Erhöhung der
            Agrarproduktion , mit denen die Ziele des ersten Plans (Erhöhung der Mahrungs-
            mittel Produktion für die Versorgung der Bevölkerung! Ausbau der vermarktungs-
          - fähigen Kulturen , um das Geldeinkommen der Landwirte zu steigern } Schaffung
            von Agrar- und Industriekomplexen ) weiter verfolgt bzw . ausgedehnt werden
            sollen , finden in der Durchführung von Vorhaben auf regionaler (wie z.B. die
            Projekte der Organismes Regionaux de Developpement - ORD (l )) bzw . sektoraler
            Ebene (wie z.B. das von der Weltbank finanzierte "Vorhaben Baumwolle**)
            sowie in der Schaffung moderner industriell bewirtschafteter Kulturen
             (Zuckerrohr , Tomaten , Reis usw .) ihren Niederschlag.
                     .            Was die Industrialisierungspolitik betrifft , so wurden sowohl die
            vorrangige Förderung der Industrialisierung überhaupt als auch der im
            Rahmen dieser Politik erforderliche Ausbau der Verarbeitung einheimischer .. „ .
          . Erzeugnisse noch stärker betont als im ersten Entwicklungsplan .
 ( l ) Die ORD Tatengas und des Südwestens erhalten im Rahmen des 2 . EEF technische
       und finanzielle Unterstützung. '
 ---pagebreak---                                              - 4 -                   VIIl/933/72-D
                        Dies kommt in den im zweiten Entwicklungsplan veranschlagten
             Beträgen zum Ausdruck , wonach für die 14 geplanten Industrievorhaben
             Investitionen in Höhe von insgesamt CFA-F 8,2 Milliarden (+ RE 29.250.000 ) (l )
             veranschlagt wurden , das ist fast das Doppelte des im ersten Plan dafür vor­
             gesehenen Betrages : CFA-F 4»5 Milliarden (+ RE 16 . 200.000 ) (2 ), von denen
             CFA–F 4,4 Milliarden (l ) (+ i5.84O.OOO RE ) für Industriebetriebe eingesetzt
             werden sollen , die einheimische Erzeugnisse verarbeiten .
     2.1.2 .            Auf die wirtschaftliche Lage und Entwicklungsaussichten des Süd-
             westens wurde bereits in den Dokumenten eingegangen , die zusammen mit der
             Vorlage der beiden Projekte zur landwirtschaftlichen Entwicklung des Ein-
             flussgebietes des ORD dieser Region (vgl . Pussnote S. 3 ) eingereicht wurden .
                        Das Dokument über das letzte dieser Projekte beschreibt die in
             dieser Region gegebenen positiven Paktoren . Zweckmässigerweise sei die ent­
             sprechende Textstelle hier nochmals zitiert : ..."Der Südwesten gilt in
             Obervolta auf Grund seines Klimas , seiner Bodenbeschaffenheit sowie seiner
             geringen Bevölkerungsdichte als die vielversprechendste Region des Landes .
                        Daraus erklärt sich , dass hier - zusätzlich zu den vom ORD
             bereits eingeleiteten Aktionen zur Förderung der gesamten Region - schon
             verschiedene spezifische Projekte durchgeführt wurden (Stückzuckerfabrik ,
             Mühle zur Verarbeitung von importiertem Weizen und einheimischem Getreide (3 ))
             bzw . derzeit geplant werden , wobei durchaus konkrete Aussichten auf ihre
             Verwirklichung bestehen (Agrar- und Industriekomplex für die Zuckergewin­
             nung industrieller foed-lot usw .). Diese Projekte gruppieren sich um den
^l ) Dieser Betrag ist insofern zu niedrig angesetzt , als die Kosten für die Schaffung
      des Zuckerkomplexes zunächst auf CPA-P 4 » 6 Milliarden (+ RE 16,5^0.000 ) veran­
      schlagt worden waren , nunmehr jedoch nach den Ergebnissen der technischen Projekt-
      prüfung im vorliegenden Bericht auf CPA-P 5 » 95 Milliarden (+ RE 21 . 420 . 000 ) ge­
      schätzt werden .
f2 ) Effektiv bereitgestellte Finanzierungen : CPA-P 3,5 Milliarden (+ RE 12.600,000 )
      für im wesentlichen folgende Vorhaben : Textilfabrik Voltex , Schlachthof in Ouagadougo
      zweite Baumwollentkernungsanlage in Ouagadougou, Stückzuckerfabrik in Banfora (üi 'JSTJHV )
( 3 ) Die EIB beteiligte sich an der Finanzierung dieses Mühlenpro j^kts mit einem Darlehen
      in Höhe von CFA--F 130 Millionen , für das eine Zinsvergütung aus Mitteln des 3 . EEF
      gewährt wurde (Gesamtbetrag der Zinsvergütung: CFA-F 20 Millionen * + RE 72.000 ).
 ---pagebreak---                                            - 5 -                  VIII/ 933/72-D
       geographisch günstig an der Eisenbahnlinie Ouagadougou – Abidjan gelegenen
       Ehtwicklungspol , der in Banfora (nach der letzten , im Jahre 1969 vorgenom­
       menen Volkszählung 41*000 Einwohner ) entsteht ."
               In diesem Zusammenhang sei erwähnt , dass die aus Gemeinschaftsmitteln
       finanzierte Studie zur Ermittlung und Prüfung von Vorhaben der Viehwirtschaft
       in dieser Region , die für eins spätere Finanzierung aus Mitteln des 3 » EEF in
       Frage kommen , vor kurzem abgeschlossen wardc . Sie enthält untor widerem das
       positive Ergebnis , dass das vorliegende Zuckerpro j akt gegebenen ?slls aach als
       billige Futterversorgungsquelle für das Vieh des geplanton f           bedeutsam
       werden kann , der möglicherweise in dieser Region angelegt wird .
2.2 . Der obervoltaische Zuckerverbrau.cn
      Gegenwärtiger Stand und voraussichtliche Bitwicklung
2.2.1 . Mentens
                   Die Zuckerimporte der Republik Obervolta beliefen sich bei starken
       jährlichen Schwankungen im Zeitraum 1961 – 1968 auf durchschnittlich, 8-9*000 t/jahr
       In den letzten drei Jahren stiegen sie erheblich und erreichten 1971 13.000 t .
       Das entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 2,6 kg, womit Obervolta im
       Zuckerverbrauch unter den Ländern Westafrikas noch an einer der letzten Stellen
       steht (l ).
                   Die Planungsbehörden Obervoltas berücksichtigten bei der Berechnung des
       voraussichtlichen Zuckerbedarfs des Landes insbesondere die Bavölkerungs zunähme
       sowie die hohe Einkommenselastizität der Nachfrage , die sich aus dem derzeitig
       niedrigen Verbrauchsniveau ergibt .
(l ) Jährlicher Zuckerverbrauch / Einwohner in Westafrika im Jahre 1970 (Quelle : FAO -
     Agricultural Commodities Protection 1970 - 1980 ):
                                                                       (Durchschnitt )
     - Westafrika                                                          5»2 kg
     – Sénégal                                                            15,9 kg
     - Niger                                                               9,5 kg
     - Elfenbeinkiiste                                                     (,9 kg
     - Togo                                                                6,6 kg
 ---pagebreak---                                           . - 6 -                  VIII/933/72-D
                    Nach diesen Schätzungen wird sich der Zuckerverbrauch Obervoltas
         I98O mit einiger Sicherheit auf etwa 20.000 t/jahr belaufen (l ).
                 Zu diesem Zeitpunkt wird die obervo Itaische  Regierung demnach zu
         entscheiden haben , ob die Produktionskapazität des Agrar- und Industriekom-
         plexes (geplante Erweiterung der Plantages I.96O ha ) erhöht oder erneut
         Zucker importiert werden soll , zumal wenn der Zuckerpreis auf dem Weltmarkt
         bis dahin gesunken sein sollte .
                 Die diesbezüglichen Beschlüsse der verantwortlichen Behörden könnten
         gegebenenfalls von der Möglichkeit beeinflusst werden , einige tausend Tonnen
         Zucker in die nördlichen Gebiete der Republik Elfenbeinküste zu exportieren .
         Es ist durchaus möglich , dass sich die Regierung dieses Landes , in deren Besitz
         sich ein Teil des Kapitals der SOSUHV befindet , allein schon aus politischen
         Erwägungen hiermit einverstanden erklärt . Sie hat sich Obervolta gegenüber
         schon in diesem Sinne geäussert und dabei zu verstehen gegeben , dass sie
         Exporten bereits jetzt zustimmen würde .
2.2.2 . Beschaffenheit des konsumierten Zuckers :
                 Der obervo Itaische Zuckerbedarf wurde - abgesehen vom   Bedarf der
         industriellen und gewerblichen Getränke- und Süsswarenhersteller (1971 etwa
         700 t ) - bisher fast ausschliesslich mit Stückzucker gedeckt .
                 So entfielen von der gesamten Zuckereinfuhr bis 1969 durchschnittlich
         etwa neun Zehntel auf Stückzucker . Nach Inbetriebnahme der Stückzuckerfabrik
         der Societe Sucriere VoHaique (SOSUHV ) in Banfora wird seit 1970 hingegen
         fast nur noch Kristallzucker importiert .
 ( l ) Ferner ist darauf hinzuweisen , dass bei dsr Bedarfsschätzung der Faktor der
       "Verstädterung" unberücksichtigt geblieben ist , der jedoch auf den Pro-Kopf-
       Verbrauch grossen Einfluss hat .
 ---pagebreak---                                          - 7 -                 Vin/933/72-D
                Was den künftigen Verbrauch betrifft (vgl . Abschnitt 2.3«2 . ), so
        Boll nach den derzeitigen Plänen und Zielen der obervoltaischen Regierung
        der zunehmende Bedarf vermehrt durch weniger bearbeiteten Zucker - Kristall-
        zucker bzw . sogar unraffinierten Kristallzucker - gedeckt werden .
2.2.3 « Preise
                Der durch Regierungsverordnung festgesetzte amtliche Verbraucherpreis
        (Einzelhandel ) betrug bis Mitte 1972 für Stückzucker CFA-F 8o/kg und für
        Kristallzucker CPA-P 70/kg.
              • Diese Preise waren trotz des Anziehens der Weltmarktpreise und der
        Schwierigkeiten bei der Versorgung aus OCAM-Ländern seit mehreren Jahren
        nicht wesentlich verändert worden .
                Somit waren die amtlichen Zuckerpreise in öbervolta sehr viel niedriger
        als in den übrigen französischsprachigen Ländern Westafrikas , in denen die
        Preise in den letzten Jahren teilweise erheblich anzogen (l ).
                Aber auch Öbervolta wurde von diesem allgemeinen Preisauftrieb betrof­
        fen , der sich aus dem Zusammenwirken verschiedener Paktoren erklärt , so
        namentlich :
        - die Erhöhung der OCAM-Preise . Sie wurde anlässlich der 12 . Sitzung des
          Rates des OCAM-Zuckerabkommens beschlossen , die am 15 . und 16 . Mai 1972
          in Fort-Lamy stattfand .
          Der OCAM-Preis für Kristallzucker fob Pointe EToire wurde von CPA-P 33.700/t
          auf CPA-P 41*200/t , d.h. um etwa 22 fo angehoben.
(l ) Dia 1972 ermittelten Einzelhandelspreise für Stückzucker betragen in Mali
     CPA-P 125/kg, im Niger CFA-P 110/kg und in Togo CPA-P lOO/kgj in der Elfenbein­
     küste wurde der Preis erst vor kurzem von CPA-P 70 auf CPA-P 95feg erhöht .
                                                                                    • • • /• • •
 ---pagebreak---                                            - 8 -                   vm/933/72-D
           Unter Berücksichtigung der Transportkosten "belauft sich der Preis für
           unverpackten Importzucker frei Banfora nunmehr auf CFA-F 55»382/t (gegenüber
           CFA-F 47.882/t)$
         - die Beschränkung des Obervolta bewilligten Kontingents auf 6.720 t . Das ist
           nur stwa die Hälfte der Menge , die Obervolta zum OCAM-Preis zu beziehen
           beabsichtigte .
                 Somit ist die Republik Obervolta gezwungen , den Zucker weitgehend auf
         dem Welt&arkt zu kaufen , auf dem die Preise derzeit sehr hoch liegen ( l ).
                 Um eine Anhebung des Verbraucherpreises zu vermeiden , war der Staat
         daher seit Februar 1972 genötigt , d^n Stückzuckerpreis zu subventionieren ;
         dabei wird der Fonds de Regulari setion du Prix du Sucre eingeschaltet , der
         aus der bei den Importeuren vorgenommenen Abschöpfung der etwaigen Differenz
         zwischen dem Preis für importierten Zucker vom Weltmarkt und dem entsprechen­
         den Preis für Importe aus OCAll-Ländern gespeist wird ,
                 Angesichts des seit einiger Zeit ausserordentlich hohen Preisniveaus
         auf dem Weltmarkt gingen die Einnahmen des Fonds immer mehr zurück und hätten
         schliesslich nicht mehr ausgereicht , um die Kosten für die Subventionierung
         der Verbraucherpreise zu decken .
                 Dies veranlasste die Regierung zu einer .Anhebung des amtlichen Einzel-
         handelspreises für Zucker , der sich seit Juli 1972 für Stückzucker auf
         CFA--F HO/kg und für Kristallzucker auf CFA-F 95/kg beläuft .
( l ) Der auf dorn Weltmarkt gekaufte Kristallzucker kostet gegenwärtig ( 1972 ) frei
      Banfora CFA-F 69.333/t gegenüber etwa CFA-F 64.000/t Ehde 1971 »
 ---pagebreak---                                             - 9 -                    VHI/933/72-D
2.3 «     Massnahmen der o"bervoltai sehen Regierung zur Deckung de3 einheimischen
          Zuckerbedarfs
                  Das Vorhandensein einer gezielten Politik auf diesem Gebiet kommt
          vor allem auf zwei Ebenen zum Ausdruck :
          - in der technisch-wirtschaftlich orientierten Entscheidung , für die Bedarfs-
            deckung künftig nicht mehr Importe , sondern die einheimische Produktion
            einzusetzen !
          - in der Verkaufspolitik , auf die die obervoltaische Regierung die SOSUHV ,
        •   an der sie seit kurzem mehrheitlich beteiligt ist , festzulegen gedenkt .
2.3.1 »   Die Wahl zwischen einheimischer Zuckerproduktion und Importzucker
                  Im Hinblick auf die Förderung des industriellen Zuckerrohranbaus
          und die Schaffung einer Zuckerindustrie hatte die obervoltaische Regierung
          die Gesellschaft SESTJHV bereits 1965 mit d©r Durchführung eines Versuchs–
          Programms beauftragt .
                  Bis 1968 hatten diese Untersuchungen so zufriedenstellende Ergeb­
          nisse erbracht , dass die Errichtimg einer Stückzuckerfabrik (SOSUHV ) in der
          Stadt Banfora beschlossen wurde . Dabei wurde davon ausgegangen , dass diese
          Fabrik zunächst auf Importbasis arbeiten und erst später Zucker aus der
          einheimischen Produktion verarbeiten: sollte .
                  Die eingehende technische Planung des eigentlichen Agrar- und Industrie-
          komplexes , die in der Zwischenzeit von der gleichen Planungsgesellschaft durch­
          geführt wurde , hat im übrigen gezeigt , dass die Substitution von Import zucker
          durch eine einheimische Zuckerproduktion sowohl in finanzieller als auch in
          wirtschaftlicher Hinsicht gerechtfertigt ist .
                  Die an Hand der Ertragsvorausschau (vgl . Abschnitt 3 . 5 * 2 .) vorgenomme­
          nen Berechnungen ergeben , dass der Komplex bei den zugrunde gelegten Preishypo-
          thesen ( l ) existenzfähig- sein wird'. Dabei wird dem Verbraucher gleichzeitig
(l ) Rohzucker« CFA-F 60/kg
      Kristallzuckerî CFA-F 63/kg                                                   v
      Stuckzucker : CFA-F 80/kg                                 * '            > ; ./
 ---pagebreak---                                          - 10 -                  VIII/933/72-D
        ein Einzelhandelspreis gewährleistet , der erheblich unter dem seit Juli 1972
        geltenden Preis (CFA-F 110/kg für Stückzucker - vgl . Abschnitt 2.2.3 «) liegt .
                Auf kurze Sicht ist der Preis von CFA-F 68/kg (Kristallzucker ) im
        Hinblick auf einen sinnvollen Vergleich einmal dem Preis für den im Rahmen
        des OCAF-Abkommens importierten Kristallzucker (frei Banfora, verpackt )
        und zun anderen dem Preis des gleichen Zuckers , der vom Weltmarkt "bezogen
        wird , gegenüberzustellen. Diese Preise belaufen sich auf CFA-F 71»l/kg (l )
        bzw. CPA-P 87/kg (2 ).
                Kenn die Versorgung weiterhin zu gleichen Teilen aus diesen beiden
        Quellen erfolgt , dürfte der Durchschnittspreis für importierten Kristall-
        zucker (frei Banfora, verpackt ) bei etwa CFA-F 79 » l/kg liegen und wäre
        somit deutlich höher als der entsj-r sehende Preis für die einheimische
        Produktion (CPA-P 68/kg).
                Auf längere Sicht ergeben die Schätzungen des künftigen Weltmarkt-
        preises , dass sich diese Spanne wahrscheinlich etwas Verringern wird .
                Der im Inland hergestellte Zucker wird dennoch wettbewerbsfähig
        bleiben , da der von den Sachverständigen zugrunde gelegte Durchschnitt s-
        Gleichgewichtspreis ( ll Cents pero Kilo Rohzucker fob Antillen ) einem Kristall
        zuckerpreis (frei Banfora, verpackt ) von CPA-P 70,7/kg entspricht . Er ist
        damit noch um CPA-P 2,7/kg höher als der Preis für den gleichen Zucker , der
        von der SOSTJHV geliefert wird .
2.3.2 . Verkpn.fsi'pMtiks vorgesehene Zuckersoirben und Preise
                In dem Bestreben , die Verbraucherpreise auf einem der Kaufkraft des
        grössten Teils der obervo Itaischen Bevölkerung entsprechenden Stand zu halten
        sah sich die Regierung im Rahmen der Vorstudien für den Agrar- und Industrie-
        komplex in Banfora veranlasst , ihre Zuckerpolitik auch unter dorn Aspekt der
        anzubietenden Produkte sowie der entsprechenden Preise zu überprüfen .
(1 ) OCAM-Kristallzucker, unverpackt , frei Banfora (CPA-P 55i4/kg) + Verpackungs-
     kosten (CPA-P 7/kg) + Abgaben (CPA-P 3,7/kg)=> CPA-P 71 » l/kg. .
(2 ) Weltmarkt-Kristallzucker , unverpackt , frei Banfora (CPA-P 69 , 3/kg) + Verpackungs
     kosten (CPA-P l/kg ) + Abgaben (CFA-F 10,7/kg) » CPA-F 87 /kg.
 ---pagebreak---                                        - 11 -                  VIII/933/72-D
         Wie "bereits erwähnt , wurde dem obervo Itaischen Verbraucher bisher
praktisch nur Stückzucker angeboten .
         Zwar konnte die Stückzuckerfabrik der SOSTJHV auf diese Weise rasch
die Rentabilitätsschwelle erreichen , doch sind die obervoltaischen Behörden
zu der Auffassung gelangt , dass sich die Portführung einer solchen Politik
nur schwer mit den Zielen vereinbaren Hesse , die sie sich bei der Vorbereitung
des Vorhabens gesetzt hatten , nämlich dem Verbraucher Zucker zu einem seiner
Kaufkraft entsprechenden Preis anzubieten .          •
         Man muss nämlich berücksichtigen , dass die Kosten für die Herstellung
von Zuckerwürfeln allein schon mehr als 10 % des Einzelhandelspreises aus­
machen .
         Daneben ist auch der Tatsache Rechnung zu tragen , dass die Deckung des
Inlandsbedarfs an Stückzucker bei einem Verbrauch von mehr als 15.000 t
(d.h . nach den gegenwärtigen Schätzungen ab 1974 ) beträchtliche Investitionen
erforderlich machen würde , um die Produktionskapazität der Stückzuckerfabrik
entsprechend zu erhöhen .
         Aus diesen Gründen hat die Regierung der SOSUKV bereits jetzt zur
Auflage gemacht , den Absatz von Kristallzucker so intensiv wie möglich zu
fördern . Um zu erreichen , dass zunehmend Kristallzucker verwendet wird , könnten
auf der Grundlage eines betriebsinternen Kostenausgleichs die Preise für Kristal-1-
«nd Stückzucker so gestaltet werden , dass Stückzucker eher zu einem Luxus produkt
wird .
         Unter Berücksichtigung der Entwicklung in den Nachbarländern erscheinen
die so angestrebten Ziele - etwa 2/3 des Absatzes in Form von Stückzucker und
 ---pagebreak---                                             ~ 12 -               VIII/933/72-D
  und 1/3 in Form von Kristallzucker – realistisch ( l ).
          Die obervo Itaische Regierung "beabsichtigt ferner , die in Aussicht
  genommene Veränderung der Verbrauchsstruktur und der derzeitigen Marktgewohn-
  heitsn zum Anlass zu nehmen , um darauf hinzuwirken , dass auch ein noch weniger
  bearbeitetes Produkt - Rohzucker - in grossem Umfang und zu einem günstigen
  Preis verkauft werden kann (das Raffinerieverfahren kostet etwa CFA-F 8/kg ) .
          Auf dieser Zielsetzung basieren die Produkt ionsberechnungen (vgl .
  Abschnitt 3*5*2 .)» nach denen der Tsil der Zuckerproduktion , der gekörnt
   zu liefern ist (etwa l/3 des Bsterfs ), möglichst in Form von Rohzuoker und
  nicht als üaffinade verkauft werden <3oll . Hiermit sind jedoch - auch wenn ein
   interner Ejstenausgleich zwischen Rohzucker und weiter verarbeitetem Zucker
  auf die Preise einwirkt - versch.i sae'ie Risiken verbunden , die vom "verhalten
  des Verbrauchers abhängen .
                                                                        (in Tonnen )
                  ! Elfenbeinkuste                  Togo          Niger
Zuckersorte
                    ( 1970 )      (1971 ) I (19'                 Jl27°l
Kristallzucker     28.620
                              1
                               | 33.160 j   4.000      ! 2.440     2.630
Stûckzucker        22.100    . 20.550       3 c 550      2.020     6.64O (x)         I
INSGESAIîT      J
                t
                   50.720 j, 53.690       ; 7.550        4.460 1   9.000
(x ) Eierboi ist auch der "Hutzucker** berücksichtigt , der im ITigar viel
     verwendet wird .
 ---pagebreak---                                     » 13 r                     VIII/933/72--D
         Aus diesem Grund ist in dem Projekt im Einvernehmen mit allen Geld­
gebern folgendes vorgesehen :
<?• Errichtung einer Raffinerie mit einer Kapazität , die die Verarbeitung der
    gesamten Rohzuckerproduktion ermöglicht (d.h . 21.000 t ).
r .Die SOSUHV wird keinerlei effektive Entscheidung über die Absatzziele für
    die verschiedenen Erzeugnisse (Mengen und Preise ) treffen , ehe sie nicht die
    Ergebnisse der Studie eingehend geprüft hat , mit der sie vor kurzem auf Vor­
    schlag der Geldgeber eine Spezialfirma beauftragte , um
    • die Richtigkeit der Hypothesen bezüglich des Vorhandenseins und des voraus­
      sichtlichen Umfangs potentieller Märkte für die Zuckersorten zu prüfen ,
      die sie neben dem gegenwärtig von ihr abgesetzten Stückzucker herzustellen
      beabsichtigt !
    . im Falle positiver Resultate die Massnahmen vorzuschlagen , die die besten
      Voraussetzungen (Preise , Verpackung usw .) für eine erfolgreiche Einführung
      und Vermarktung dieser Erzeugnisse im Inland bieten .
         Die Vorstellungen der obervoltai sehen Regierung wurde von sämtlichen
Geldgebern mit grösstem Interesse zur Kenntnis genommen . Diese vertraten ein­
 stimmig die Auffassung, dass im Falle der Verwirklichung der obengenannten
Massnahmen deren Erfolg von grosser allgemeiner Bedeutung sein wird ^ urd dass
 die in Obervolta erzielten Resultate möglicherweise anderen Ländern mit einer
 ähnlichen wirtschaftlichen und sozialen Struktur als Vorbild dienen können .
 ---pagebreak---                                                   - 14 -                         VIII/92 3/72-D
III. TECHNISCHE, FINANZIELLE UND KOMMERZIELLE ASPEKTE DES PROJEKTS
             ■ » H' 1                     m               ■■ ■■ -rç - ~ ~l ■" 11   –
       3.1 .     Beschreibung des Projekts
       3.1.1 . Wasserversorgung der Proiektanlagen .
                         Für die Bewässerung der 2.250 ha Pflanzrungen und die Wasserversor­
                 gung der Fabrik ist eine Wassermenge von 1.290 l/s erforderlich.
                         Das "benötigte Wasser wird zwei nahen Flüssen , der Comoe (930 l/s )
                 und dem Yannon (360 l/s ), entnommen werden .
                         Die Wasser Zuführung zu den Projekt anlagen erfolgt in "beiden Fällen
                 durch Gravitation . Da somit das Wasser nicht gepumpt werden muss , ergibt
                 sich für die SOSUEV ein sehr günstiger Wasserpreis .
       3.1.1.1 . Wasserentnahme aus der Comoe
                         Die Wasserentnahme aus der Comoe erfolgt oberhalb der Wasserfälle
                 bei Karfiguela .
                         Die Wasser Zuführung wird eine Gesamtlänge von 20,6 km haben und
                 umfasst einen 5»1 km langen offenen Kanal sowie eine 15 »5 k® lange Rohr­
                 leitung (Durchmesser 1.000 mm). Sie ist für eine Kapazität von 1.190 l/s
                 und einen Druck von 3,5 kg/cm2 ausgelegt , der für die Bewässerung der
                 Pflanzung durch Beregnung erforderlich ist .
                         Im Hinblick auf den zusätzlichen Bedarf , der sich eventuell bei
                 einer späteren Erweiterung der Pflanzung (1.100 l/s bei einer Erweiterung
                 um 1.950 ha ) (l ) ergeben würde , sowie auf die geplante Trinkwasserversor­
                 gung der Stadt Banfora (10 l/s ) wurden die Zapfstelle und der offene Kanal
                 für" eine Endleistung von 2.300 l/s ausgelegt .
       3.1.1.2 . Wasserentnahme aus dem Yannon
                         Die Wasserentnahme aus dem Yannon erfolgt unterhalb der Eisenbahn-
                 brücke der R.A.ÜT. Das entnommene Wasser wird anschliessend über 2 km durch
                 eine Rohrleitung (Durchmesser "J00 mm ) zu dem Ausgangspunkt des internen
( l ) Falls die Pflanzungen - wie vorgesehen - um I . 96O ha erweitert werden , muss auch ä
      1.000 mm Rohrleitung auf einer ersten , etwa 5 km langen Teilstrecke durch eine zwe
      Leitung gleichen Durchmessers ergänzt und eine Pumpstation für etwa l/3 der zusätz
      erforder          _~Waes©x-nieng«v erräntrtet. wurden.                                    . . ./
 ---pagebreak---                                                 15              VIII/933/ 72-D
          Bewässerungsnetzes geleitet . Sämtliche Anlagen für die Wasser Zuführung
          aus dem Yannon sind für eine Leistung von 360 l/s ausgelegt . -; -
                   Der Bau dieses Teils der Wasserzuführungsanlagen wird vollständig
          von der Republik Obervolt a finanziert .
3^1.2 . Plantage
                   Die Plantage ist so dimensioniert , dass sie die nachstehend beschrie­
          bene Fabrik während der jedes Jahr von Mitte November bis Anfang Mai lau­
          fenden Erntekampagne (das entspricht einem effektiven Betrieb von + 138
          Tagen ) versorgen kann .
                   Unter Berücksichtigung der ökologischen Gegebenheiten des Gebiets
          und der sich daraus ergebenden Erträge werden 2.250 ha Pflanzungen angelegt «
          Mit dieser Anbaufläche kann eine jährliche Produktion von etwa 200.000 t
          Zuckerrohr (tz ) erreicht werden , was - bei normalen Verarbeitungsbedingungen -
          theoretisch einer industriellen Produktion von etwa 20.000 t Raffinade ent­
          spricht .
3,1.2.1 . Zeitplan für die Anlage der Pflanzung und die Entwicklung der Erträge
                       Anlage               Ernte­    Ertrag   Ertrag              Produktion
                       (ha kumuliert )    : kampagne  tz/ha    Raffinade               in t
                                                      H".B.    fo Zuckerrohr       Raffinade
                                          i
                                                                                            ■
                     i ■  •            i
 vrorber situngs–    "                 I                                         !              i
 Zeitraum
  (1972-73-74 )               850 ....        74/75      75  !      8,8 %             5.600
P-/X974                     1.700             75/76 i    80  I      9,5 %            12.900     !
 2/1975          "          2.250       I     76/77 I    80        10   %          i 18.000
 3/1976                     2.25&       !     77/78      90  j     1°   #      I     20.000
 N,B. Zuckerrohr : holzige Bestandteile 13 % - Zuckergehalt im Zuckerrohr 13,7 f°
          Die vorgesehene Produktionsmenge kann in der Erntekampagne ■ 1977/ 78 , d.h .
 beim dritten Neüäustrieb der ersten 850 ha, erreicht werden . Diese Menge wird in
 der Folgezeit - bei vollem Betrieb der Plantage - beibehalten , wenn die gesamten
 2.250 ha Pflanzungen mit fünfmaligem Neuaustrieb genutzt werden .
                                                                                              /
 ---pagebreak---                                        - 16 -                    VTII/93V72-D
                                                                            • 'ΐ     ι
                                                                                ;     I
3.1.2.2 . Methoden und TTllfanritte  des Zuckerrohranbaus
          - Auswahl und Vorbereitung des Bodens                •
            Die Lage der Anbauzonen wurde entsprechend den topographischen , hydro-
            logischen , bodenkundlichen , logistischen und wirtschaftlichen Gegeben­
            heiten des Gesamtvorhabens gewählt .
            Die Bodenvorbereitung umfasst das Fällen des Baumbestandes , die Wurzel
            Stockentfernung , die Bodenreinigung, das Schwaden und Abbrennen , gege­
            benenfalls die Bodenlockerung oder Unterbodenbearbeitung , sowie die
            Verstäubung und Streuung von Unkrautbekämpfungsmitteln , das Drillen
            usw .
          - Pflanzung und Pflege der Kulturen
            Die entsprechenden Arbeitsvorgänge umfassen : die Vorbereitung der
            Stecklinge (die eine ausgewogene Zuckerproduktivität aufweisen und
            möglichst resistent gegen die Blattbrandkrankheit sind ), das Abdecken
            der Stecklinge , die normale Pflege der Kultur (Streuung von Unkrautbe-
            kämpfungsmitteln , Unkraut jätung ) sowie erforderlichenfalls die Anbringt
            von Pflanzenschutzvorrichtungen .
          - Brandverhiitung                       I
            Zur Brandverhütung wird die Pflanzung mit einem 25 - 40 m breiten
            Streifen umgeben , der jedes Jahr umgepflügt wird und so für bäuerliche
            Intensivkulturen geeignet ist . ffber die Möglichkeit , die Zucksrrohrbläl
            zwischen dem Neuaustrieb liegenzulassen , wird entschieden , wenn die Ref
            täte der Bewässerungsversuche vorliegen und man das Ausmass der Brandgf
            fahr abschätzen kann .                       '   -
          - Bewässerung                                -   -     '     1                ,
            Das vorgesehene Bewässerungssystem durch Beregnung arbeitet mit Nieder­
            druck (+ 3,5 kg am Regner ) und Engmaschenverband (18 xl8 ). Das trans­
            portable Beregnungsmaterial und die Anlage der Pflanzung erlauben gegeb
            falls die Anwendung des sogenannten " jump"-Systems . Nach theoretischer
                  ■ '   ' "       "  '                                            ...Z1
 ---pagebreak---                                              - 17 -                      ΥΙΙΙ/ 933/ 72-Ώ
           Prüfung bzw . entsprechenden Versuchen kann jedoch auch jeaes andere wirt­
           schaftliche System eingesetzt werden ( l ). Die Art der Beregnung mit einer
           Wassermenge von + 9 » 000 mß/ha von Oktober bis Juni (mit Spitzen im Januar
           und Februar ) wird sich nach den Beobachtungen bezüglich des Verdunstungs-
           grads (Verdunstung in Behältern ) und der Auswertung entsprechender Versuche
           richten . Vor ösr Ernte wird während mehrerer Wochen überhaupt nicht beregnet .
        - Dangung
           Die Düngung , die gegenwärtig auf + 1 t/ha ( 750 kg Ammoniumsulfat , 200 kg
           Super phosphat , 50 kg Kaliumchlorid und Spurenelemente ) veranschlagt ist ,
           wird von den Ergebnissen der Versuchsdüngungen und der Blattunt er Buchungen
           abhängen .
        – Ernte
           Schlagen , Verlanen , Transport und Lagerung .
           Das Zuckerrohr wird von Hand geschlagen , mechanisch verladen und auf Anhänger–
           fahr zeugen ( 2 ) (Reifenschlepper mit Anhängern ) abtransportiert . Dabei richtet
           sich der Zuckerrohrschlag nach dem Bedarf der Fabrik (durchschnittlich 1.300 tZ
           pro Tag ; auch in den seltenen Fällen eines Spitzenbedarfs von 1.700 tZ/Tag muss
           die Zuckerrohrverarbeitung mit einem angemessenen Zeitabstand zwischen Schlagen
           und Pressen gewährleistet sein .
           Das Zuckerrohr soll in der Fabrik auf einer betonierten Fläche am Boden gelager -
           lind von dort aus auf den Zuckerrohrtisch transportiert werden .
           Voraussichtlich werden bei vollem Betrieb in der Plantage 1.175 Arbeitskräfte
           benötigt , d.h . 530 Saisonarbeiter (während 7 Monaten ; das entspricht 310
           ständig beschäftigten Arbeitskräften ) und 645 Dauerbeschäftigte ( darunter
           5 ausländische Führungskräfte ).
• 3 . Die industriel ? on An lagon
               Die Rohrzuckerfabrik und die Raffinerie sind für eine Kapazität von 21.000 t
      Rohzucker bzw . 20.000 t Raffinade bei einem Betrieb während 6 Monaten pro Jahr aus­
      gelegt . Die Li standhaltung erfolgt in den restlichen 6 Monaten . In der Raffinerie
      wird das Phosphatierungs'verfahren angewendet .
  Kam 3nt lieh das System mit transportablen Regnern .     ( 2 ) 19S tZ pro Tag und Fahrzeug .
 ---pagebreak---                                     - .18 -                  vm/933/72-D
        Rohzuckerfabrik und Raffinerie werden auf der Plantage in der Fähe
 der Strasse und der Eisenbahnlinie errichtet . Die Entfernung zu der Stück-
 zuckerfabrik der SÖSUH7 , die am Stadtrand von Banfora liegt , wird etwa 15 km
betragen . Wie erinnerlich , beläuft sich die jährliche Kapazität dieser Fabrik ,
 die seit 1969 in Betrieb ist , auf 15.000 t Stückzucker .
        Die industriellen Anlagen umfassen :
        - ein dreistöckiges Hauptgebäude mit einer Fläche von etwa 4«000 m2 ,
 in der die eigentliche Rohzuckerfabrik und Raffinerie mit den erforderlichen
Anlagen für die Reinigung und das Eindampfen des Zuckersafts , das Trocknen
•und die Raffination des Zuckers sowie gegebenenfalls das Abfüllen in Säcke
untergebracht wird ;
        - eine Nebenhalle , in der in vier Zuckerrohr pressen der Saft gewonnen
wird . In dieser Halle wird ferner die Kesselanlage (Kapazität 24 "t/k ) unter­
 gebracht , die den Dampf für die Rohzuckerfabrik und Raffinerie erzeugt . Vor
 dem Pressen wird das Zuckerrohr auf einer Brückenwaage (Höchstlast 30 t )
 gewogen ;
        - ein Wärmekraftwerk mit einer installierten Leistung von 3 . 400 kW 5
        - Werkstätten , Garagen , Laboratorien und Verwaltungsgebäude mit einer
Fläche von insgesamt etwa 3-000 m2j
        - ein Zucker lager mit einer FlSchs von 2.500 m2$
        - Wasser-Kläranlagen mit einer Filterwasserreserve sowie eine Abwasser-
 Kläranlage .
        Für den Betrieb der Rohzuckerfabrik und der Raffinerie sind 226 Dauer-
 beschäftigte (darunter 18 ausländische Führungskräfte ) erforderlich . Für das
 Führungspersonal der Fabrik und der Pflanzung sollen 30 Wohnungen gebaut werden .
 ---pagebreak---                                               - 19 -               VIÏI/933/72-D Rev
                                                                   Millionen CFA-F
 , 2 . Kosten des Projekts
 , 2.1 » Was serversorgung                                                  2Ë2
                                                                              /
 . 2.1.1 . Zapfstelle an der Comoé                                             25
              » offener Kanal   •                                           120
           -. . Lieferung und Verlegung der Druckleitung                    §à5
                                                                                       780
              Verschiedenes und Unvorhergesehenes 15 %                                 120
              Insgesamt 3.2.1.1 .                                                      900
 , 2.1.2 . Zapfstelle Yannon                                                             50
1,2.2 . Agrar- und Industri ekomplex
). 2.2.1 f Landwirtschaftliche Investitionen
              - Anlagen und Geräte                                          337
              – Bodenvorbereitung und Strassenbau                           201
              - Gewinnung eines Überschwemmungsgebiets am Ufer des
                Yannon                                                      100
              - Bewässerung des landwirtschaftlichen Gebiets                600      .
              - Betonboden für die Zuckerrohrlagerung
                                                                                   1.252
              - Unvorhergesehenes und Reserve für Kostenerhöhungen          130
              - Anlaufkosten für den landwirtschaftlichen Betrieb               82
                                                                                   ... .212 .
                                                                                   I.464
3.2 . 2 . 2 f Industrielle Investitionen
              - Industrielle Gebäude                                    •    296
              - Anlagen der Rohzuckerfabrik und Raffinerie                1.988
              - Hilfa- und Bebenanlagen der Rohzuckerfabrik und
                Raffinerie                                                   207 .
              - Wohnungen und Nebeneinrichtungen
                                                                                   2.700
       v ■ . - Ünvarhergesehenes und Reserve für. Kostenerhöhungen           270
              - Anlaufkosten der Fabrik                                         50
                                                                                   3.020
 ---pagebreak---                                                 - 20 «
                                                   5. .
                                                                              VIII/933/72-D Rev. 1
                                                             Millionen CFA-F                 000 RE
3.2.2.3 * Sonstige Kosten
             - Engineering und technische Hilfe                 190                          684
             - Betriebskapital                                  200                         7 20 .
             - Kosten der Kapitalerhöhung und Gründungskosten 51 ,                           I84
             - Bauzmsen                                           75                         270
                                                                               516                  1.858
             Insgesamt 3.2.2 .                                             5 . 000                 18.000
3.3 » Finanzierungsplan
       Das Projekt soll wie folgt finanziert werden :                                           . .
                                                             Millionen CFA-F          Milli onfen RE
3.3.1 . Wasserversorgung
         - Nichtrückzahlbarer Zuschuss aus Mitteln des
             Europäischen Entwicklungsfonds                          900                 3 » 24           !
         - Beitrag aus Haushaltsmitteln der Republik
             Obervolta                                                  50               0,18
                                                                     950                 3,42           lï
3.3.2 . Agrar- und ïndustriekomplex
         - Kapital                                              1.500                      5.40
         – Darlehen der Banque Nationale de Développement
             de Haute-Volta (BÏÏDHV ) aus Mitteln der Caisse
             Centrale de Coopération Economique (CCCE)          1.300                      4
         - Darlehen des Fonds dtAide et de Coopération (FAC ) 250                          0,90
         - Refinanzi erbare mittelfri stige Bankkredite              500                   1,80
         - Kurzfristige Kredite ( zur teilweisen Finan­
             zierung des Betriebskapitals )                             50                 0,18
         - Bei der Gemeinschaft beantragtes Darlehen
             zu Sonderbedingungen                               1.400
                                                                mur**esu-<tr»
                                                                                           5 « 04
                                                                                         mmvm iwaa
                                                                5.000                    18,00
         a . Kapital
               Die Einbringung des Kapitals erfolgt in der in Abschnitt 3«5»1 » erläuterten
Form .            \
         b . - Darlehen der BUDHV
               Die CCCE hat sich grundsätzlich bereit erklärt , über die BHDHV ein Darlehen 11
Höhe von CFA-F..1,3 Milliarden (RE 4,68 Millionen ) für die Finanzierung dieses Vorhabens
gewähren. Der Zinssatz dieses Darlehens beliefe sich auf 5 % P.a. (davon 0,25 i° als Ver{
tung für die BUDHV ). Es würde für etwa 18 Jahre gewährt . Nach einer tilgungsfreien Zeit ,
                                                                                                      ...
 ---pagebreak---                                          - 21 -                 VIII/933/72-D
sich über die gesamte Laufzeit der refinanzierbaren . mittelfristigen Bankkredite er­
strecken würde , wäre- es in 10 Jahren zurückzuzahlen .
           c . Darlehen des FAC
                Der PAC beabsichtigt , sein Darlehen in Höhe von CFA-F 250 Millionen
(RS 0,9 Millionen ) hinsichtlich der Laufzeit , der Freijahre und des Zinssatzes mit min­
destens ebenso günstigen Konditionen auszustatten , wie sie für das Darlehen zu Sonder­
bedingungen der Gemeinschaft vorgesehen werden .
                Einschliesslich der Subvention in Höhe von CFA-F 400 Millionen (RE 1,44
Millionen ), die der Republik Obervolta für ihre Beteiligung am Kapital (vgl . Abschnitt
3.5.1 .) gewährt werden soll , beliefe sioh der Finanzierungsbeitrag des FAC zu diesem
Projekt auf insgesamt CFA-F 650 Millionen (RE 2,34 Millionen ).
                                         5                           y
             d . Mittel - und kurzfristige Kredite
                 Die mittelfristigen Kredite , die der SOSUHV von einem einheimischen
Bankenkonsort ium eingeräumt werden , sind vom Zeitpunkt der letzten Auszahlung an in
5 Jahren zu tilgen . Sie sollen bei der Zentralbank refinanziert werden und sind mit
6 % zu verzinsen . Dieser Zinssatz gilt auch für den kurzfristigen Kredit .                    j
Betrieb der Anlagen für die Wasserversorgung des Próiekts
                 Die geplanten Infrastrukturanlagen für die Belieferung der Plantage und
der Fabrik mit Wasser aus der Comoe . und dem.Yannon werden Eigentum der Republik Ober-
volta sein .
                 Mit dem Betrieb dieser Anlagen soll die gemischtwirtschaftliche Societe
Hationale des Eaux (SUE ) beauftragt werden . Diese im Januar 1970 gegründete Gesellschaft
hat sich im Rahmen der staatlichen Wirtschaftsplanung mit den Problemen der Wasserversor­
gung des ge saunten Landes zu befassen . Gegenwärtig verwaltet die SNE die Anlagen der
Städte Ouagadougou, Bobo-Dioulasso , Kbudougou, Ouahigouya , Kaya, Dori und Banfora .
                 Diese Infrastrukturanlagen werden demnach nicht als Anlagevermögen unter
den Aktiva der SOSUHV erscheinen , die jedoch - als Betriebsaufwendungen - die Kosten
zu tragen hat , die den ihr von der SKE gelieferten Wassermengen entsprechen .
                                                                                     • • •/ ♦ • •
 ---pagebreak---                               - 22 -                  VIII/933/72 - D
          Der in der Ertragsvorausschau zugrunde gelegne Preis für
das der SOSUHV gelieferte Wasser "belauft sich auf CFA-P 2,28' /ra^.
Er umfaßt die jährlichen Instandhaltungskosten sowie die Rückstel­
lungen für Ersatzinvestitionen , wobei die Lebensdauer der Anlagen wie
folgt veranschlagt wurde :
           Rohrleitungen :                    30 Jahre /
          Offener Kanal und Zapfstellen :     50 Jahre .
           In Anbetracht der Priorität des Zuckerprojekts wurde mit den
obervo Itaischen Behörden vereinbart , daß für sämtliche Beschlüsse ,
durch die die Mengen und der Preis für das an die SOSUHV zu liefernde
Wasser verändert wird , zuvor die Genehmigung der Kommission einzu- ' •
holen ist .
          Dies gilt insbesondere auch für sämtliche Beschlüsse , die
möglicherweise in Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgung der
Stadt Banfora gefaßt werden sowie für die Festsetzung bzw . Änderung
                                                    \
des Wasserpreises in einem entsprechenden Vertrag zwischen der SOSUHV
und der SNE .
Verwaltung und Betrieb des Zuckerkomplexes
Die Société Sucrière Voltaïcrue ( SOSUHV )
          Wie in Abschnitt 2.3.1 . erläutert , wurde im Hinblick auf den
Aufbau einer Zuckerindustrie in Obervolta zunächst eine Planungs-
gesellschaft , die SOCIETE D 'ETÜDES SUCRIERES VOLTAIQUE ( SSSU-HV)
und später ein Produktions- und Handelsunternehmen , die SOCIETE
SUCRIERE VOLTAIQUE ( SOSU-HV), gegründet .
          Die SESUHV , eine Aktiengesellschaft nach obervo Itaischem
Recht , wurde im November 1965 gegründet . Gosellschaftssitz ist
Ouagadougou. Das Kapital des Unternehmens in Höhe von CFA-F 59 » 5 Mil­
lionen ( RE 0,21 Millionen ) verteilt sich auf folgende Aktionäre : die
Republik Obervolta ( 34,5 %), die SOCIETE MULTINATIONALE DE D3VEL0PPE-
MENT POUR LSS INDUSTRIES AGRICOLES ALIMENTAIRES          ' ' ,
 ---pagebreak---                                    - 23 -                 VIII/933/72 - D
  SOMDIAA ( 33 %) ( l ) und- die Republik Elfenbeinküste ( 32,5 7°)» Auf diese
  Aktien wurde "bisher keine Dividende ausgeschüttet . Zur Deckung der
  Planungskosten für die Anlage einer Zuckerrohrplant age und die Schaf-
  fving einer Zuckerindustrie verwendete die SSSUHV ihr Kapital sowie
  Vorschüsse der Regierung von Obervolta aus Mitteln des französischen
  Fonds d'Aide et de Cooperation VFAC) und des Fonds de Regularisation
  du Prix du Sucre . Diese Kredite . beliefen sich . Ende Mai 1972 , auf ins­
  gesamt CFA-F 163 Millionen ( HE 0,59 Millionen ).
             Die SOSUHV mit Sitz in Banfora ist ebenfalls eine Aktienge­
  sellschaft nach obervoltaischem Recht . Zweck dieses im Januar 19>9
  gegründeten Unternehmens ist der Anbau und die Entwicklung von Kul­
  turen aller Art f namentlich von Zuckerrohr, sowie deren industrielle
  Verarbeitung . Das voll eingezahlte Kapital von CFA-F 110 Millionen
  ( RE 0,4 Millionen ) befindet sich im Besitz der Republik Obervolta
  (40 %) , der SOMDIAA ( 30 %) sowie einer Gruppe in Obervolta tätiger
  französischer Gesellschaften und Banken ( 30 fo) . Die Satzung der
  SOSUHV sieht die Ausschüttung einer Dividende von 6 % vor .
             Seit dem zweiten Halbjahr 19^9 betreibt die SOSUHV in Ban-
  fora eine Stückzuckerfabrik , die bis vor kurzem aus der Volksrepublik
  Kongo importierten Kristallzucker verarbeitete . Die Kosten für die
  Errichtung dieser Fabrik in Höhe von CFA-F 302 Millionen ( RE 1,09
  Millionen ) wurden durch das Kapital der Gesellschaft , durch AktionärS-
  vorschüsse in Höhe von CFA-F 5 Millionen ( RE 0,02 Millionen ), durch
  mittelfristige Bankkredite in Höhe von CFA-F 180 Millionen ( RE 0,65
  Millionen ) sowie einen Lieferantenkredit in Höhe von CFA-F 7 Millionen
   ( RS 0,02 Millionen ) gedeckt .
             Nach Maßgabe des im Oktober 1968 mit der Regierung von Ober-
  volta für 15 Jahre abgeschlossenen Niederlassungsvertrags werden der
  Gesellschaft namentlich folgende Vergünstigungen eingeräumt : voll­
  ständige Befreiung von Einfuhrzöllen und -abgaben für die Anlagen ;
) Diö * SOMDIAA ist eine 1970 . gegründete private Gesellschaft nach franzö­
  sischem Recht mit Sitz in Paris . Ihr Kapital von FF 18 Millionen
   ( RE 3,24 Millionen ) befindet sich im Besitz der belgischen Gesellschaft
   Raffinerie Tirlemontoise ( 33,33 i°) , der französischen Gruppe Grands
  Moulins de Paris/COFIMER ( 33,32 %) sowie der Societe Industrielle et
  Agricole du Niari - SIAET \ 33,33 %) . Zweck der Gesellschaft ist die
  Verwaltung der Beteiligungen ihrer Aktionäre an afrikanischen Industrie
  unternehmen , namentlich Unternehmen der Zuckerindustrie , sowie die
  technische Unterstützung dieser Unternehmen . Die SOMDIAA ist in Kamerun
   in der Elfenbeinküste , in Gabun , Obervolta, Madagaskar und im Tschad
  tätig .                                                                 /
 ---pagebreak---                                         - 24 -                   VIIl/933/72 - D
          vorübergehende Befreiung von Abgalten auf die für den Produktionsbe-
          trieb der Gesellschaft erforderlichen Zwischenprodukte sowie von der
          linsatz- und der Gewinnsteuer . Dieser Vertrag sieht ferner die Über­
          lassung von Aktien als Gegenleistung für das 10.000 ha große Gelände
          vor, das der Staat der SOSUHV für die Anlage der Zucke rrohrpfl an zung
          sowie der Rohzuckerfabrik und Raffinerie zur Verfügung stellen wird .
          Der Preis pro ha beträgt CFA-F 13.000 .
                    Die von der SOSUHV in der erste:..' Phase des Aufbaus einer
          Zuckerindustrie errichtete Stück Zuckerfabrik wird von der SOMDIAA auf
          der Grundlage eines am 1 . Juli 19^9 mit der SOSUHV für zehn Jahre
          abgeschlossenen Vertrages geleitet und betrieben . Nach diesem Vertrag
          hat die SOSUHV an die SOMDIAA eine Vergütung von 1 CPA-P pro kg Stück-
          zucker für technische Beratung und Dienstleistungen der Hauptverwal­
          tung abzuführen ...
                    Der Absatz der SOSUHV belief sich 19 ~>9 auf 1.210 t Stück-
          zucker , 1970 auf 11.440 t Stückzucker und 668 t Kristallzucker und
          1971 auf 12.230 t Stückzucker und 745 "t Kristallzucker .
                    Der Betrieb der Stückzuckerfabrik , die seit dem ersten
          Geschäftsjahr mit Gewinn arbeitet , erlaubte sowohl 1970 als auch 1971
          die Ausschüttung einer Dividende .
3.5«1»2 .           Die Anlage einer Zucke rrohrpfl an zung und die Errichtung einer
          Rohzuckerfabrik und Raffinerie als zweite Phase des Aufbaus der Zucker-
          industrie haben zur Folge , daß die SESUHV ihre Tätigkeit einstellen
          wird und die SOSUHV ihre Eigenmittel beträchtlich erhöhen muß , um
          die neuen Investitionen finanzieren zu können .
                    Die Übernahme der SESUHV durch die SOSUHV erfolgt durch die
          Emission neuer Aktien der SOSUHV im Wert von insgesamt CFA-F 222,5
          Millionen ( RE 0,8 Millionen ). Davon erhalten : die SOMDIAA 19t ^ Millio­
          nen , die Elfenbeinküste 19 ,4 Millionen und die Republik Obervolta
          183,5 Millionen ( 20,5 Millionen für die Aktien der SESUHV und 163
          Millionen nach Umwandlung der dieser Gesellschaft gewährten Vorschüsse ).
 ---pagebreak---                                  - 25 -                  VIIl/933/72 - D
           Die Erhöhung der Eigennittel der SOSUHV erfolgt im Wege einer
Kapitalerhöhung von CFA.-F 1,5 Milliarden ( RS 5., 4 Millionen ), die in
bar einzuzahlen ist und wie folgt gezeichnet wurde :
- Rapublik Obervolta          ■ 900 Millionen CFA-P ( HE 3,24 Millionen )
- Republik Elfenbeinküste 300 Millionen CFA-F ( RE 1,08 Millionen )
- S0MDIAA .                  : 300 Millionen CFA-F ( RE 1,08 Millionen)
                              1.500 Millionen CFA-F
           Die Republik Öbervolta erhält für ihre Beteiligung an dieser
Kapitalerhöhung eine Subvention des FAC in Höhe von CFA-F 400 Millionen
( RE 1,44 Millionen ).
           Nach Übernahme der SESUHV und Zeichnung der neuen Aktien wird
sich das Grundkapital der SOSUHV auf CFA-F 1.965,5 Millionen ( RE 7,07
Millionen ) belaufen . Darin sind auch die Aktien im Wert von insgesamt
CFA-F 133 Millionen enthalten , die der Republik Öbervolta als Gegen­
leistung für die Einbringung des 10.000 ha großen Geländes überlassen
werden . Das Kapital . wird sich wie folgt verteilen :
                                  Mio CFA-F     Mio RE        A
- Republik Obervolta               1.260,5        4,54        64,1
- Republik Elfenbeinkiiste           319,4        1,15        16,2
- SOMDIAA                            352,6        1,26        17,9
- Sonstige Privat aktionare           33,0        0,12         1,8
                                   1.965,5        7,07       100,0
           Im Zusammenhang mit der Übernahme der SESUHV und der Kapital-
erhöhung, die von den Aktionären genehmigt werden müssen , sollen den
Hauptversammlungen folgende Vorschläge unterbreitet werden :
           - die satzungsmäßige Dividende , die den Aktionären der SOSUHV
nach Durchführung dieser Operationen gezahlt wird , auf 5 % festzuset­
zen , d.h . 1 % weniger, als vorher , und bis zum 6 . Geschäftsjahr nach
Abschluß dieser Operationen vollständig auf Dividenden zu verzichten j
           - vorübergehend , d.h . während 5 Jahren nach Abschluß der
genannten Kapitalveränderungen auf die alten Aktien der SOSUHV , soweit
sie sich im' Besitz der SOKDIAA und der übrigen Privat aktionare befin­
den ( Gesamtwert : CFA-F 66 Millionen ), die bisher vorgeschriebene
satzungsmäßige Dividende von 6 % sowie eine zusätzliche Dividende von
4 % auszuschütten ; diese letztere würde jedoch zunächst gesperrt
 ---pagebreak---                                          - 26 -                 VII 1/9 33A 2 - B
                                                                               ! ^
          und erst nach Ablauf der 5 Jahre ausgezahlt . Diese Vorschläge sind
          begründet , da der Einbringung der Stückzuckerfabrik keine Neubewer­
          tung ihrer Aktiva vorausgehen wird , bei der die höhere Rentabilität
          dieser Fabrik berücksichtigt würde , und da den Privat aktlonären ferner
          während fünf Jahren weder aus den von ihnen im Rahmen der Kapitaler­
          höhung gezeichneten neuen Aktien noch aus den Aktien , die sie beim
          Umtausch ihrer SESUHV-Aktien erhalten , Erträge zufließen werden .
                     Der Verwaltungs rat der SOSUHV v:ird demnächst erweitert und
          unbesetzt werden , um den Veränderungen in der Zusammensetzung des
          Gesellschaftskapitals Rechnung zu tragen .
                     Da in der Gesetzgebung der Republik Obervolta keine Bestim­
          mungen für Gesellschaften vorgesehen sind , an denen der Staat mehr­
          heitlich beteiligt ist , wird die SOSUHV ihren bisherigen Status bei­
          behalten .
3.5.1.3 .            Mit der Durchführung der Arbeiten für die Anlage der Pflan­
          zung und die Errichtung der Rohzuckerfabrik und Raffinerie wird die
          SOSUHV in Rahmen eines Vertrags über Engineering und technische Hilfe
          die SOMDIAA beauftragen .
                     Den Betrieb des Agrar- und Industriekomplexes ( einschließlich
          der Stückzuckerfabrik ) übernimmt - auf der Grundlage eines Vertrags
          über technische Hilfe - ebenfalls die SOMDIAA. Dieser Vertrag , der
          für die . Dauer von 10 Jahren abgeschlossen wird , soll nach Inbetrieb­
          nahme der Rohzuckerfabrik -und Raffinerie in Kraft treten . Der gegen­
          wärtige Betriebsführungsvertrag , der nur die Stückzuckerfabrik betrifft ,
          wird zu diesem Zeitpunkt außer Kraft treten .
                     Die SOMDIAA wird 'der SOSUHV einen Technikerstab zur Verfügung
          stellen , den diese aus ihren Mitteln bezahlt . Im Rahmen der vom Ver­
          waltungsrat der SOSUHV festgelegten Politik werden diese Techniker
          unter der Leitung eines einheimischen Generaldirektors voll für die
          Betriebsführung und Verwaltung des Projekts verantwortlich sein . Als
          Gegenleistung für die Beratung der mit der Verwaltung beauftragten
          Mitarbeiter sowie für verschiedene andere Dienstleistungen im Inter­
          esse der SOSUHV soll die SOMDIAA pro Kilo produzierten bzw . vermarkte­
          ten Zucker eine pauschale Vergütung erhalten . Die Höhe dieser Ver­
          gütung wird sich nach den Ergebnissen der Betriebsführung des
 ---pagebreak---                                                         - 27 -                               Vlll/933/72 - D
        Unternehmens sowie nach der Art des produzierten "bzw . vermarkteten
        Zuckers richten . Damit soll die SOMDIAA veranlaßt werden , ihre Be~
        triebsführungs - und Ve rwal tungsne thoden zu verbessern und möglichst
        große Mengen möglichst wenig "bearbeiteten Zuckers - d.h . also einen
        für den einheimischen Verbraucher möglichst preisgünstigen Zucker -
        herzustellen "bzw . abzusetzen .
                    Im übrigen wird der Nie de rl as sungsve rt rag der SOSUHV durch
        einen Zusatzvertrag abgeändert , damit er den Erfordernissen entspricht ,
        die sich aus der Schaffung des Agrar- und Industriekomplexes ergeben .
                    Diese verschiedenen Verträge bedürfen vor ihrer Unterzeich­
        nung der formellen Zustimmung der an der Finanzierung des Projekts
        beteiligten Institutionen .
                /
                    Die nachstehende Ertragsvorausschau berücksichtigt sämtliche
        Tätigkeitsbereiche der SOSUHV : Pflanzung , Rohzucke rfabrik-Raffinerie
        und Stückzuckerfabrik . Sie betrifft folgende drei Geschäftsjahre :
        das dritte . Geschäftsjahr nach Inbetriebnahme der Rohzuckerfabrik und
        Raffinerie ( 1976/77 )» J in dem die Zuckerrohrplantage ihre volle Pro­
        duktion noch nicht erreicht hatj das sechste Geschäftsjahr ( 1979/80),.
        in dem die Zuckerrohrplantage vollen Ertrag bringt und der Zeitraum
        abläuft , in dem das Unternehmen von der Umsatz- und Gewinnsteuer be­
        freit ist ; das zehnte Geschäftsjahr (1903/64), *n ^em ^ie mittel­
        fristigen Kredite vollständig zurückge zahlt sind und bereits mit der
        Tilgung der langfristigen Darlehen begonnen worden ist .
                    Dieser Ertragsvorausschau wurden folgende Produktions-
        Hypothesen zugrunde gelegt :
  PRODUKTION DER SC5UHV ( in t )                                           ,           IMPORTS DER SOSUHV v in t)'
f Geschäfts-    Roh-                         Raffinade           'I Insge-               [    Gekornter Zucker     .1
1 jähr           zucker         Xristall-               St tick-  I saint                  Roh-         Raffinade J
             I            ' I zucker                    zucker
                                                                  L__J                     zucker ■
     1                            1.200                13.200        14.400                1.500          8.800 Ί
     2                             1.400               13.200         14.000               2.300          1.700  ,
     3-          3.000             1.500 :             13.500         18.000                 300
     4       ï 3.800            . 1.500         .      14.700+       20.000
     5          4.700              1.500        ;      13.800++      20.000
     6       I   5.300             1.500        ;      13.500 '   I 20.300
     7           5.900             1.500         •     12.900        20.300              I
                                                                                         1
                                                                                             -
\    8       I 6.600 .      | . . 1.700 ....         . 12.000 , À 20.300 ■ - -
I und folgenjle             !
                                                                                         1
                            1 - - r r - - - - 1 -  -              ■ 1  - r   - 1 - 1 -   1
  +) davon 1.200 t fur den Esport
 ++) davon 300 t fur den Export
 ---pagebreak---                                         - 28 -                       VIII/933/72 - D
                  Bei diesen Hypothesen wurde von einer realistisch erscheinen­
         den Zunahme des Absatzes von Rohzucker auf dem Inlandsmarkt ausgegan­
         gen , auf dem "bisher ausschließlich Raffinade verkauft wurde .
                  Solange die Plantage noch nicht genügend produziert , wird die
         SOSUHV Rohzucker und Kristallzucker importieren . Der Rohzucker wird
         nur abgepackt und im übrigen unverarbeitet zum Einstandspreis weiter­
         verkauft , während der Kristallzucker zu Stückzucker weiterverarbeitet
         wird .
                  Ferner ergeben die Berechnungen , daß die Produktion im 4 » "und.
         5 . Geschäftsjahr möglicherweise höher sein wird als der entsprechende
         Inlandsverbrauch . In diesem Fall könnte - in allerdings sehr geringem
         Umfang - Zucker in die benachbarten Länder exportiert werden .
                                          Ertragsvorausschau in Mio CFA-F
                                                         il
                                       3 . Geschäfts-       6 . Geschäfts-      10 . Geschäfts­
                                     | jähr ( 1976/77 )     jähr ( 1979/80 )    jähr ^ 1983/84 ) |
! - Verkaufserlose               ^
                                                                             1                     ;
                                          1.392,5               I.515.O              1.485,0
I - Betriebskosten
I . Zwischenprodukte                        189,5                  173,6     !1        160,8'
I   . Wasser                                  43,7                  49,4                49,2
!   . Energie                                 47,8                  49,0                46,2
I   , Instandhaltvmg                        101,9                  118,3               118,3
I   . Gemeinkosten                   I        33,0                  34,0                34,0
I   . Löhne                          I      295,8                  292,5               290,6
I   . Vergiïtung S0MDIAA             I        29,7                  33,5                34,0
I   .. Umsatzsteuer                  I                             212,1               208,0
                                     1
I - Rohuberschufi                    !      651,1        j         552,6               543,9
                                                         1
I . Finanzierungskosten
                                     1
                                     !      136,1        I         111.0                81,9
I   . . Abschreibimgen                      332,0   '              332,0               310,8
I - Gewinn vor Steuern               I      183,0                  109,6               15 1 » 2 i
J . Gewinnsteuer (BIC)                                              35,0                48,3
j - Reingewinn                              183,0               . ■ 74,6               102,9     •
I                                    L_                 IL
 ---pagebreak---                               - 29 -                   VIII/933/72 - D
         - Verkaufserlose :
         Der Berechnung der Verkaufserlöse liegen die oben angegebenen
Mengenhypothesen und folgende Preise für verpackten Zucker zugrunde :
         Rohzucker :               CFA-F 60/kg
         Kristallzucker:           CFA-P 68/kg
         Stiïckzucker :            CFA-F 80/kg.
         Beim Verkauf an den Verbraucher erhöhen sich diese Preise ab
Fabrik tun eine Ausgleichs Steuer und eine "Einheitssteuer", die sich
auf insgesamt CFA-F 3/kg belaufen . In' einem normalen Betriebs jahr
werden dem Haushalt der Republik Obervolta aus der "Einheit s Steuer"
( CFA-F S/kg) etwa CFA-F 120 Millionen zufließen .
         Diese Preise wurden auf der Grundlage des Anfang 1972 in Ober-
volta geltenden Einzelhandelspreises für Stückzucker sowie der. theo-,
retischen Produktionskosten pro Kilo Raffinade bzw . Stückzucker veran­
schlagt . Sie liegen um etwa 10 % unter den von der Regierung am
25 . Juli 1972 für den Einzelhandel neu festgesetzten Zuckerpreisen
( abzüglich der darin enthaltenen Vermarktungskosten und Steuern ). Es
schien ratsam, diese Differenz als Spanne für Unvorhergesehenes bei­
zubehalten . Mangels ausreichender Anhaltspunkte und aus Gründen der
Vereinfachung wurde im übrigen davon ausgegangen , daß diese Preise
während des gesamten Berechnungs Zeitraums konstant bleiben . Die
gleiche Hypothese liegt auch den Schätzungen der Betriebskosten zu­
grunde .
         - Betriebskosten :
         Bei den Betriebskosten sind, angemessene ßicherheitsspannen
für Unvorhergesehenes eingeplant .
         Die Wasserkosten sind zu mehr als 9/l0 für die Bewässerung
der Plantage bestimmt .     -      >- :
         Die Energiekosten sind relativ gering, da die Dampfkessel in
der Hauptsache mit der Bagasse , dem nach dem Auspressen des Safts ver­
bleibenden Zucke rrohrrückst and , beheizt werden und Heizöl nur ergän­
zend verwendet wird .
         Die Gehälter der von der SOIÜDIAA für den Betrieb und die Ver­
waltung des Komplexes entsandten Techniker stellen rund 30 % der
gesamten Lohnsumme dar . Der Geschäftsführungsvertrag sieht vor.
 ---pagebreak---                                - 30 -                  yiII/933A2 - D
  daß die SOMDIAA ein Ausbildungsprogramm für Einheimische erstellt ,
  die die ausländischen Führungskräfte nach und nach ersetzen sollen .
  Dajait dürften sich die Lohnkosten insgesamt sowie der Anteil der Ge­
  hälter für die Techniker der SOMDIAA an den Lohnkosten verringern .
           Die Umsatzsteuer , diö vom 5 . Geschäftsjahr an zu entrichten
  ist , beläuft sich auf 14 %.
           - Finanzierungskosten :
           Bei den Finanzierungskosten handelt es sich tun die Verzin­
  sung der im Finanzierungsplan vorgesehenen Darlehen .
           - Abschreibungen :
           Den Abschreibungen liegen die üblichen Sätze zugrunde , d.h .
  6 Jahre für die landwirtschaftliche Ausrüstung , 10 Jahre für die
  Bewässerungsanlagen sowie für verschiedene Ausrüstungsteile der Fa­
  brik , 20 Jahre für industrielle Großanlagen und 25 Jahre für die
  Hoch- und Tiefbauten . Die durchschnittliche Abschreibungsdauer be-
' trägt etwa 18 Jahre .
           - Gewinnsteuer :
           Die Gewinnsteuer ( BIC) ist vom 5 . Geschäftsjahr an zu ent­
  richten und beläuft sich auf 32 %,
           In einem normalen Betriebsjahr dürfte die SOSUHV für ihre
  Tätigkeit Steuern ( Umsatzsteuer und BIC ) in Höhe von insgesamt etwa
  CFA-F 250 Millionen ( ES 0,9 Millionen ) abzuführen haben .
           - Reingewinn :
           Der nach Abzug der Steuern verbleibende Reingewinn kann für
  die Ausschüttung von Dividenden verwendet werden . Die jährlich zu
  zahlende satzungsmäßige Dividende beläuft sich auf CFA-F 98 » 2 Millio­
  nen . Davon erhält die Republik Obervolt a für ihre Aktien CFA-F 63
  Millionen . Sie soll veranlaßt werden , diesen Betrag der SOSUHV zu be­
  lassen , die ihn entweder ihren Rücklagen zuweisen oder ihn dazu ver­
  wenden könnte , die Verkaufspreise für diejenigen Zuckersorten zu
  senken , deren Verbrauch die Regierung zu fördern beabsichtigt .
 ---pagebreak---                                         - 31 -                 VIII/933/72 - D
BEURTEILUNG DER WIRTSCHAFTLI CHEN UND SOZIALEN ASPEKTE DES PROJEKTS
4.1 .              - Betriebswirtschaftliche Rentabilität
                   Die finanzielle Rentabilität des Projekts für das Unternehmen
          läßt sich durch den internen Rentabilitätssatz ausdrücken , d.h . den
          Zinssatz , bei dem sich bei einer Abzinsung über 20 Jahre die Investi­
          tionskosten zuzüglich der Erneuerungskosten und die Rohüberschüsse
          ausgleichen . Auf der Grundlage der oben angegebenen Produktions- und
          Preishypothesen liegt dieser Satz etwas über 7
                   Die Rentabilitätsschwelle wird in einem normalen Betriebs jähr
          bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis erreicht , der um 9 f° nied­
          riger liegt als der für die Ertragsvorausschau angenommene Preis .
4.2 .              - Volkswirtschaftliche Rentabilität und Rechtfertigung des
          Projekts
4.2.1 .            "Volkswirtschaftlicher " Kapitalkoeffizient
                   Die Berechnung dieses Koeffizienten , der das Verhältnis zwi­
          schen den Investitionskosten und der durch das Projekt in einem nor­
          malen Betriebs jähr ermöglichten zusätzlichen Wertschöpfung ausdrückt ,
          hat insofern "volkswirtschaftlichen " Charakter , als den Einnahmen der
          Rohzuckerfabrik und Raffinerie nicht die voraussichtlich von der
          SOSUKV effektiv angewandten Preise zugrunde gelegt werden , sondern
          vielmehr der Referenzpreis , zu dem die Republik Obervolta den Zucker
          während der Lebensdauer des Projekts unter optimalen Bedingungen vom
          Weltmarkt beziehen könnte .
                   Zur Ermittlung der dem Projekt zuzurechnenden Wertschöpfung
          und des entsprechenden Kapitalkoeffizienten wurden die Mengen , die
          in Form von Stückzucker abgesetzt werden sollen , in entsprechenden
          Mengen Kristallzucker ausgedrückt . Da die Stückzuckerfabrik der
           SOSUHV bereits in Betrieb ist , darf ihre Tätigkeit bei der Wirtschaft-
          Ii chkeitsberechnung des Projekts nicht berücksichtigt werden ( keine
        ■ zusätzlich erforderlichen Investitionen ! Wertschöpfung auch für den
          Fall , daß die Stückzuckerfabrik weiterhin importierten Kristall-
           zucker verarbeiten würde ) . , .    .
                    So entspricht der von den Sachverständigen zugrunde gelegte
           durchschnittliche Referonzpreis auf dem Weltmarkt' - 11 Cents pro
           Kilo Rohzucker fob Antillen - folgenden Zuckerpreisen ( frei Banfora,
                                                                            ./•
 ---pagebreak---                                       - 32 -                    VIII/933/72 - D
        verpackt ):
        - Rohzucker :           CPA-P 61 , 5A:g ( statt des Verkaufspreises der
                                                  SOSUHV von CFA-P 60/kg )
        - Kristallzucker :      CPA-P 70» 7 A<g [ statt des Verkaufspreises der
                                                  SOSUHV von CFA-P 68/lcg ).
                  Nach den auf dieser Grundlage vorgenommenen Berechnungen kann
        die dem Projekt in einem normalen Betriebs jähr zuzurechnende Wert-
        schöpfung auf etwa CPA-P 970 Millionen (,+ HE 3,49 Millionen) veran­
        schlagt werden . Davon entfallen etwa CPA-P 500 Millionen (+ 1,8 Mil­
        lionen KE ) auf die inländische Wertschöpfung ( also nach Abzug des
        Anteils der Importe an den Betriebskosten sowie der Finanzierungs-
        kosten ).
                  Der Kapitalkoeffizient des Projekts . Verhältnis zwischen der
        Investition und der Erhöhung der Wert Schöpfung ) beträgt demnach etwa
        6,1 . Dieser Wert erscheint für diesen sehr kapitalintensiven Pro-
        duktionszweig annehmbar .
                  Bei der errechneten Wertschöpfung handelt es sich freilich
        nur um die unmittelbare Wert Schöpfung . Zwar sind die indirekten und
        sekundären Auswirkungen des Projekts ; Z.B. Multiplikatorwirkung der
        zusätzlichen Einkommen der etwa 1.200 neuen Arbeitskräfte usw .)
        zahlenmäßig nicht genau erfaßbar , doch dürften sie nach Fertigstellung
        des Projekts zweifellos zur Verbesserung dieses Koeffizienten bei­
        tragen .
                  Dadurch , daß die Plantage und der Industriekomplex nach und
        nach immer mehr Zwischenprodukte bei einheimischen Unternehmern kau­
        fen werden , dürften in dem Maße , m.e die Entwicklung des Landes in
        Richtung auf eine bessere Wirtschaftsintegration fortschreitet , ähn­
        liche Wirkungen erzielt Verden .
4.2.2 .           Voraussichtliche volkswirtschaftliche und soziale Auswirkungen
        des Pro.iekts
        - Erhöhung der Bruttoinlandsproduktion und des Anteils der modernen
           Wirtschaftsbereiche .
                  Im Rahmen der Agrarttfirt schaft wird mit der Anlage der Zucker-
           rohrplantage in Obervolta zum ersten Mal ein moderner landwirtschaft­
           licher Betrieb geschaffen , der aufgrund seiner Größe , der erforder­
           lichen Arbeitsorganisation , des eingesetzten Produktionsmaterials
           sowie seines Produktivitätsgrads industriellen Charakter hat .
 ---pagebreak---                                     - 33 -                 VIIl/933/72 - D
             Von dem unter dem zweiten Plan erwarteten Gesamtbetrag der Wert-
schöpfung des landwirtschaftlichen Sektors in Höhe von voraussichtlich
CFA-F 26,4 Milliarden dürften auf die Pflanzung in einem normalen Betriebs-
jahr etwa CFA-F 390 Millionen ( l ) ( d.h. etwa 1,5 f° ) entfallen . Die sonstigen
Produktionszweige der modernen Landwirtschaft ^ Tomaten und andere Gemüse ,
Reis ) vereinigen auf sich "bereits eine Wertschöpfung von CFA-F 500 Millionen .
             Im industriellen Bereich wird die Errichtung der Zuckerfabrik ihrer­
seits ebenfalls sehr erhebliche Auswirkungen haben . Die ihr zuzurechnende
industrielle Wertschöpfung ( ohne Stückzuckerfabrik, die in der volkswirt­
schaftlichen Gesamtrechnung bereits berücksichtigt ist ) wird sich in einem
normalen Betriebsjahr auf etwa CFA-F 540 Millionen belaufen . Das entspricht
26,3 % der Wertschöpfung der Nahrungsmittelindustrie ( CFA-F 2,05 Milliarden )
bzw. rund 16,6 $ der auf die Verarbeitende Industrie entfallenden Wertschöp-
fung ( CFA-F 3,25 Milliarden ), deren Anteil an der Bruttoinlandsproduktion
sich damit von 2 , 6 % im Jahr 1970 auf etwa 4 i° Jahr 197 J erhöhen dürfte
( dabei sind die Einfuhrabgaben nicht berücksichtigt ).
             Die dem Projekt vohne Stückzuckerfabrik ) insgesamt zuzurechnende
Wertschöpfung wird sich auf etwa CFA-F 930 Millionen belaufen . Das entspricht
etwa 1 % der für 1976 erwarteten Bruttoinlandsproduktion ( CFA-F 94 f 475 Mil­
liarden) . Berücksichtigt man den hohen Anteil der traditionellen Bereiche
in der Wirtschaft Obervoltas (nach der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für
1968 CFA-F 55 t 6 Milliarden , d.h . 83 % der Bruttoinlandsproduktion ), so ist
dieser Anteil des modernen Sektors sehr hoch , zumal er von einem einzigen
Projekt stammt .
             Auswirkungen auf die Handels- und die Zahlungsbilanz .
             Auf die Handelsbilanz wird sich das Projekt in zweifacher Hin­
sicht auswirken :
- Wegfall der Importe von Rohzucker und Kristallzucker, deren Wert aufgrund
     der angenommenen Itefe renzpreise auf etwa CFA-F 1 Milliarde veranschlagt
     werden kannj
- neue Importe von Roh- und Hilfsstoffen ( Brennstoffe, Rohstoffe usw.) im
     Wert von etwa CFA-F 25O - Millionen i
             Diese Faktoren führen im Ergebnis zu einem Aktivsaldo von etwa
CFA-F 750 Millionen .                                                         •
 ;. l ) Diese Wertschöpfung wurde auf der Grundlage der für die SOSUHV ange­
        setzten Verkaufspreise berechnet , um sie voll mit den Zahlen der
        volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Obervoltas vergleichen zu können ,
        die nach Marktpreisen ermittelt werden .
 ---pagebreak---                              - 34 -                   VIII/933/72 - D
      Auf der Ebene der Zahlungsbilanz sind die finanziellen Über­
tragungen in Abzug zu bringen , die in den Geschäftsjahren 3-8 , 9-17
und l8–22 jeweils etwa CPA–P 200, 300 und 150 Millionen betragen
werden .
      Die sich aus dein Projekt für die Zahlungsbilanz unmittelbar er­
gebende Nettoerspamis dürfte sich demnach in den gleichen Zeiträumen
auf jeweils CFA-F 55O, 450 und 600 Millionen (+ ES 1,98 , 1,62 und
2,16 Millionen ) belaufen .
       Somit wirkt sich das Projekt ausgesprochen positiv auf die Zah­
lungsbilanz aus .
      Auswirkungen auf die Beschäftigungslage .
      Bei normalem Betrieb werden in den Pro jelct anlagen etwa 1.200
Dauerarbeitskräfte beschäftigt werden . Damit erhöht sich das inländi­
sche Angebot an industriellen Arbeitsplätzen um 40        Die Investitions­
kosten pro Arbeitsplatz von CPA-P 4«900«000 entsprechen den für Agrar­
land Industrievorhaben dieser Art üblichen Normen .
       In einem Auswanderungsland wie Obervolta sind diese volkswirt­
schaftlichen und vor allem sozialen Auswirkungen des Projekts von be­
sonders großer Bedeutung .
      Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen .
      Die dem Staat aus der Besteuerung der neuen Aktivitäten der
SOSUHV zufließenden zusätzlichen jährlichen Einnahmen dürften sich
in einem normalen Betriebs jähr auf etwa CPA-P 90 Millionen belaufen .
Dabei sind weder die direkten Steuern auf die gezahlten Löhne noch
die Steuereinnahmen im Zusammenhang mit den indirekten Auswirkungen
des Projekts berücksichtigt .
      Die Durchführung dieses Projekts wird sich schließlich in mehr­
facher Hinsicht auf die Wirtschaftsstrüktur des Landes auswirken :
technische Ausbildung zahlreicher einheimischer Fachkräfte in der
SOSUHV, Verbesserung der Raumordnung , Ansiedlung von 10.000 Perso­
nen ( Belegschaft und ihre Familien ) in Banfora, was zu einer Belebung
der Wirtschaft dieser Stadt und somit zur Schaffung eines städtischen
Entwicklungszentrums in einem der vielversprechendsten Landesteile
beitragen dürfte .
 ---pagebreak---                                         - 35 -                  VIII/933/72 - D
V. WIRTSCHAFTLICHE LAOS UND VE RSCHULDUNGSFÄHIGIG IT DER REPUBLIK OB3RVOLTA
               Obervolta ist mit einer Einvrohnerzahl von 5.200.000 ^ 1972 ) auf
                                        2       .    «                          „ a  2
   einem Staatsgebiet von 274*000 km , was einer Bevölkerungsdichte von 19 S/km
   entspricht , eines der am dichtesten "besiedelten Länder Westafrikas . I-Iit einem
   Klima, das sich nicht für ertragsreiche Exportkulturen eignet ( 7-9 Monate
   Trockenzeit ), und - abgesehen von den Manganvorkommen in Tambao im Nordosten
   des Landes - fast ohne ausbeutungs fähige Bodenschätze oder Energiequellen ,
   gehört Obervolta ferner zu den ärmsten Ländern unter den AASM ^ Bruttoinlands-
   produkt pro Einwohner : etwa RS 6o ). Die hohe Bevölkerungsdichte , der bedeu­
   tende Viehbestand und der Konkurrenzkampf zwischen Viehzüchtern und Acker­
   bauern um die Nutzung des Landes haben eine deutliche Unterbeschäftigung und
   eine geringe Entwicklung der Exportkulturen zur Folge . Teilweise werden diese
   Probiene durch die Abwanderung in die Republik Ghana und die Republik Elfen­
   beinküste gelöst j die Zahl der obervoltaischen Staatsangehörigen , die vorüber­
   gehend oder ständig auf den Pflanzungen in den Küstenstaaten leben , wird auf
   etwa 550.000 geschätzt .
       I       Nachdem die wirtschaftliche Entwickimg Obervoltas lange Zeit - von
   1959 bis 19^8 - stagniert hatte , erreichte die Zuwachsrate des Bruttoinlands-
   produkts zu konstanten Preisen in den Jahren I968 bis 1970 im Durchschnitt
   fast 5 % Pr0 Jahr .
               Nach den viehwirtschaftlichen Erzeugnissen , die 1970 noch 37 % der
   Exporterlöse erbrachten , steht Baunwolle an zweiter Stelle der Ausfuhrerzeug-
   nisse ( 1970 entfielen hierauf fast 30 fo der Exporterlöse ) . Die landwirtschaft­
   liche Erzeugung ist jedoch in den letzten beiden Jahren durch eine außergewöhn­
   liche Trockenheit stark beeinträchtigt worden . Diese hatte namentlich einen
   bedeutenden Rückgang der Baumwollernten in den Kampagnen 1970/71 v 23-500 t
   nicht entkernte Baumwolle ) und 1971/72 '^28.100 t ) im Vergleich zu der Rekord-
   ernte von 35 . 25O t im Jahre 19-9/70 zur Folge .
               Das strukturelle Defizit der Handelsbilanz ( Deckungssatz 1971 : 31 %)>
   das sich 1970 und 1971 durch den Rückgang der Baumwollernten noch erhöhte , wird
   durch bedeutende KapitalÜbertragungen aus dem Ausland ausgeglichen : Einkommens- - ■
   Übertragungen von im Ausland beschäftigten obervoltaischen Staatsangehörigen
   ( 1970 ca RE 1.8 Millionen ), Militärpensionen ( 1970 ca RE 6,7 Millionen ), Auslands­
   hilfe ( 1970 ca.RE 22 Killionen ). Die Zahlungsbilanz v/eist aus diesem Grund seit
   mehreren Jahren regelmäßig einen Überschuß aus,' und die Bruttoauslandsguthaben .
   bei der Banque. Centrale des Etats de 1 *Äfrique' de l'Ouest haben sich seit : Ende .
   1967 mehr als verdreifacht ; sie erreichten Ende 1971 über RE 39>5 Millionen ,
   was dem Einfuhrbedarf von mehr als 9 Monaten entspricht . Unter den Mitglied­
   staaten der Union Monetaire Ouest-Africaine verfügt gegenwärtig nur die Republik
   Elfenbeinküste über höhere Auslandsguthaben als die Republik Obervolta.         ./.
 ---pagebreak---                                             - 36 -                  Vlïi/933/7 2 - P
                  Durch den langsamen Anstieg der Einnahmen und die bei den laufenden
     Haushaltsausgaben weiterhin geübte Disziplin konnte die in den letzten Jahren
     erreichte deutliche Verbesserung der Situation der öffentlichen Finanzen kon­
     solidiert werden , was die Finanzierung von Investitionsausgaben aus ordent­
     lichen Einnahmen und eine Erhöhung der Mittel des Schatzamtes erlaubte ( Gesamt-
     überschuß des Staatshaushalts in Jahre 1970 ! CFA-F 0,62 Milliarden ).
                  Die Auslandsschuld , die Ende 1971 etwa HD 31 Millionen betrug , kann
     noch als relativ niedrig angesehen werden ( 10 des Bruttoinlandsprodukts ) . Da
     diese Mittel im Durchschnitt zu ziemlich günstigen Bedingungen zur Verfügung
     gestellt wurden , scheinen sie weder die Zahlungsbilanz noch die öffentlichen
     Finanzen allzu sehr zu belasten ( die Bedienung der Auslandsschuld erfordert
     kaum 7 % der Erlöse aus dem Export von Gütern und Dienstleistungen bzw . der
     laufenden Haushaltseinnahmen ).
                  Unter den ärmsten AASM ist Obervolta - nach der seit 19^6 erfolgten
     Sanierung - nach wie vor eines der Länder , deren finanzielle Lage relativ gesund
     ist . Obwohl Obervolta für die Finanzierung seiner Investitionen in der Land­
     wirtschaft und im Infrastrukturbe reich im wesentlichen auf nicht rückzahlbare
     Beihilfen oder Darlehen zu sehr günstigen Bedingungen angewiesen ist , verfügt
     es doch über eine gewisse Verschuldungsfähigkeit , insbesondere soweit es sich
     um die Finanzierung von volkswirtschaftlich und finanziell rentablen Industrie-
     projekten handelt .
VI . DUR CHFÜHRtüIGS! !0DAll TÄTEII DES PROJEKTS
     6.1 , Was serve rs o rgung
                Bei den Berechnungen für das Projekt ergab sich eine erhebliche Schwie­
     rigkeit im Zusammenhang mit den Kosten für die Wasserzuführung . Diese werden
     auf CFA-F 900 Millionen veranschlagt , wobei jedoch davon ausgegangen wurde ,
     daß die entsprechenden Lieferungen von Importzöllen und -steuern befreit sind .
                Nach Maßgabe des Beschlusses 38/71 des Assoziationsrates über die
     Zoll - und Steuerregelung für die vom EEF finanzierten Aufträge ist eine solche
     Befreiung nur möglich , wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind :
     - Die betreffenden Anlagen müssen Gegenstand eines Lieferauftrags sein , dem
        eine internationale Ausschreibung vorausgegangen ist . Diese Bedingung kann
        erfüllt werden , wenn man die Alis s ehre ibung in zwei Lose aufteilt , d.h . in ein
        Los für die Lieferung und den Transport der Rohre und Zubehörteile und ein Los
        für die Verlegung der Rohre und die Bauarbeiten .
 ---pagebreak---                                     - 37 -                  VIIl/933/72 - D
-          Die Lieferungen müssen in unverändertem Zustand verbraucht bzw . ver­
  wendet werden können . Dies trifft für die Rohre nicht zu, da sie , sobald sie
  im Boden verlegt sind , wesentlicher Bestandteil der Anlagen und somit von
  ihrer Zweckbestimmung her unbeweglich werden . Demzufolge müßte die Republik
  Obervolta in diesem Punkt eine Abweichung von dem Beschluß 38/7-1 des Asso-
  ziationsrates genehmigen . Hierzu ist sie berechtigt , da die in diesem Be-
  schluß enthaltenen Zoll- und Steuerbestimmungen nur Mindestbefreiungen vor­
  sehen und jederzeit durch günstigere Regelungen ersetzt werden können . In •
  Anbetracht der Bedeutung , die die Republik Obervolta der Durchführung dieses
  Projekts beimißt , sowie der Schwierigkeiten , die sich weiterhin für seine
  Finanzierung ergeben , soll Obervolta im Rahmen der besonderen Bedingungen
  des Finanz ierungsabkommens aufgefordert werden , einer solchen Ausnahme rege­
  lung zuzustimmen , was praktisch einem Eigenbeitrag der Republik Obervolta
  zur Finanzierung des Projekts gleichkommen würde .
           Demnach wird beabsichtigt , die internationale Ausschreibung , wie
oben erläutert , in zwei getrennte Lose aufzuteilen . Ferner sollen verschiedene
technische Daten des Projekts abgeändert werden , wenn dadurch günstigere finan­
zielle und wirtschaftliche Voraussetzungen geschaffen werden können .
6.2 . Zuckerkomplex
           Für die von der Pflanzving und dem Industriekomplex benötigten Anlagen
und Geräte , die in 12 Lose aufgeteilt sind , werden gegenwärtig bei zahlreichen
Lieferanten in den Mitgliedsländern der Gemeinschaft Angebote eingeholt . Mit
der Auswertung der Angebote soll Anfang Oktober 1972 begonnen werden , so daß
im November dieses Jahres - sofern zu diesem Zeitpunkt die Finanzierung des
Projekts gesichert ist - die ersten Aufträge vergeben werden können .
           Für die Bauarbeiten werden Angebote bei einheimischen Unternehmen
eingeholt . Mit Rücksicht auf die Regenzeit müssen die Aufträge bis Ende 1972
vergeben werden , damit Ende des ersten Halbjahres 1973 mit den Bauarbeiten
begonnen werden kann .
           Dieser Zeitplan ist so angelegt , daß die Rohzuckerfabrik und Raffi­
nerie im November 1974 die erste Zuckerrohrernte verarbeiten kann . •
           Die Aufstellung der Maschinen und die Vorbereitung' des Produktions-
betriebs der Rohzuckerfabrik und Raffinerie erfolgt durch die Lieferanten .
Nach Maßgabe des Vertrages über die technische Beratung , den die SOSUHV mit
der SOMDIAA abschließen wird \ vgl . Abschnitt 3»5*1 «)> überwacht die SOMDIAA
diese Arbeiten .
 ---pagebreak---                                             38                    VIIl/933/72 - D
VII . FINANZ IERUNGSEEITRAG DER GEMEINSCHAFT
      7.1 . Nichtruckzahlbarer ZuschuB
                 Der vorgeschlagene nicht rückzahlbare Zuschuß der Gemeinschaft zur
      Finanzierung der öffentlichen Infrastrukturanlagen des Zuckerkomplexes soll
      sich auf CFA-F 900 Millionen (+ KE 3.240.000) belaufen und unter folgenden
      Bedingungen gewährt werden :
                 Die Regierung der Republik Obervolta verpflichtet sich :
      7.1.1 . - die im Rahmen des Einzelloses "Lieferung und Transport der Rohre und
                Zubehörteile " der internationalen Ausschreibung vorgesehenen Liefe­
                rungen - in Abweichung von dem Beschluß 38/71 des Assoziationsrates -
                von Einfuhrzöllen und -steuern zu befreien ?
      7.1.2 . - der Kommission den zwischen der Société Nationale des Eaux ( SNE ) und
                der SOSUHV abzuschließenden Vertrag , in dem der Tarif sowie die Was­
                sermengen festgelegt werden , zu deren Lieferung sich die SNE gegen­
                über der SOSUHV verpflichtet , zur vorherigen Genehmigung vorzulegen .
                Die Regierung wird die Kommission ferner im voraus über sämtliche
                in der Folgezeit möglicherweise geplanten Änderungen dieses Vertra­
                ges unterrichten ?
      7.1.3 . - die Kommission regelmäßig - d.h . am Ende jedes Geschäftsjahres der
                SNE - und ausführlich über die Betriebsergebnisse des die Verwaltung
                des Wasseranschlusses für den Zuckerkomplex betreffenden Teils ihrer
                Tätigkeit sowie über die Maßnahmen zu unterrichten , die für die
                Instandhaltung und spätere Erneuerung der Pro jekt anlagen getroffen
                werden .
      7.2 . Darlehen zu Sonderbedingungen
      7.2.1 . - vorschlage der Bank
                Nach Maßgabe der Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 3 des Internen
      Abkommens und Artikel 59 Absatz 4 c ) der Finanzregelung für den EEF schlägt
      die Bank folgende Finanzierungsbedingungen vor :
                                                                               /•
 ---pagebreak---                                      - 39 -                  VIII/933/72 - D - Rev» 1
Darlehensnehmer               die Société Sucrière Voltaique ( SOSUHV)
Hohe des Darlehens            HS 5.O4O . OOO , Gegenwert von CPA-P 1,4 Milliarden
                              auf der Grundlage der derzeitigen Parität )
Laufzeit                      24 Jahre , davon lOtilgungsfrei
Zinssatz                      2 io jährlich
Aus z ahlungsbedins-ungen
1 . Zeichnung der gesamten Kapitalerhöhving in Höhe von CFA-F 1,5 Milliarden
    und Einzahlung eines Viertels' dieses Betrages ;
2 . Gewährving
    - eines langfristigen Darlehens in Hohe von CPA-P 1,3 Mil li arien aus
       Mitteln der Caisse Centrale de Coopération Economiques
    - eines Darlehens zu Sonderbedingungen des Fonds d'Aide et de Coope-
       ration in Höhe von CPA-P 25O Millionen ;
    - mittelfristiger Bankkredite in Hohe von CPA-P 500 Millionen .
                   ichtungen : Verpflichtung des Darlehensnehmers :
- ohne vorherige Genehmigung der Bank den Geschaftsführungsvertrag mit
   der SOMDIAA weder abzuändern , noch zu ergänzen oder zu kündigen , kein
   Abkommen mit einem anderen Geschäftsführer zu schließen bzw . keine
   Änderung in der Geschäftsführung des Unternehmens vorzunehmen !
- ohne vorherige Genehmigung der Bank die Bestimmungen bezüglich der Aus­
   schüttung von Dividenden nicht abzuändern und keine andere als die
   satzungsmäßige Dividende auszuschütten .
Sicherheit
Selbstschuldnerische Bürgschaft der Republik Obervolta .
Besondere Verpflichtungen des Biirgen :
- die Zuckerpolitik auf die Produktion und Vermarktung eines möglichst wenig
   bearbeiteten und somit für den Verbraucher preisgünstigen Erzeugnisses aus­
   zurichten !   '                                  -
- der Kommission während der fünf ersten Geschäftsjahre nach Inbetriebnahme
   der Rohzuckerfabrik und Raffinerie die für die SOSTJHV jährlich festgesetz­
   ten Produkt ions ziele sowie die für die verschiedenen Erzeugnisse vorgese­
   henen Verkaufspreise zur vorherigen Genöhmigung vorzulegen und sie in der
   Folgezeit regelmäßig über diese Punkte zu unterrichten !
- auf die Ausschüttung der satzungsmäßigen Dividende für die in seinem Besitz
   befindlichen Aktien der SOSUHV zu verzichten und dieser die entsprechenden
   Beträge zur Verfügung zu stellen .                                         /
 ---pagebreak---                                 - 40 -                   VIII/933/72-D
     Die Bestimmungen des Finanzierungsvertrages bezüglich der Auszahlung ,
der Kontrolle , der Erhebung einer Bereitstellungsprovision , der vorzeitigen
Rückzahlung , der sofortigen Fälligkeit und der verschiedenen Verpflichtungen
des Darlehensnehmers werden von der Kommission und der Bank gemeinsam im
Rahmen eines Auftrags der Gemeinschaft festgelegt , der die Bedingungen für
die Beteiligung der Bank an der Verwaltung des Darlehens enthält .
            der für das Darlehen zu Sonderbedingungen vorgeschlagenen
                               Bedingungen
A) Die von der Bank vorgeschlagenen Konditionen für das Darlehen zu Sonder­
   bedingungen , das der SOSUHV, also einem Industriebetrieb, gewährt werden
   soll , wurden auf der Grundlage folgender Überlegungen festgelegt :
   - Laufzeit des Darlehens : 24 Jahre . Obwohl die durchschnittliche Ab­
     schreibungsdauer der Pro jekt anlagen 18 Jahre beträgt , erschien es rat­
     sam , die Laufzeit des Darlehens nicht wie allgemein üblich auf diesen
     Zeitraum zu beschränken , sondern sie vielmehr auf die Lebensdauer der­
     jenigen Anlagen auszurichten , die an langsamsten abgeschrieben werden .
   - Tilgungsfreie Zeit : 10 Jahre . Sie wurde so angesetzt , daß mit der Rück­
     zahlung des Darlehens zu Sonderbedingungen erst nach der vollständigen
     Tilgung der mittelfristigen Kredite begonnen wird . Die Gesellschaft
     wird sich darüber hinaus eine gewisse Liquiditätsreserve schaffen
     können , da bei 10 Freijahren die erste Tilgungsrate dieses Darlehens
     erst im zweiten Geschäftsjahr nach vollständiger Rückzahlung der
     mittelfristigen Kredite fällig wird .
   - Zinssatz : 2 % jährlich . Er wurde unter Berücksichtigung der vorgeschla­
     genen Laufzeit und der Freijahre sowie der Bedingungen der übrigen
     Darlehen in der Weise festgelegt , daß dem Unternehmen nach der Rück­
     zahlung seiner Verbindlichkeiten , der laufenden Erneuerung der Aus­
     rüstung und der Ausschüttung der satzungsmä.ßigen Dividende noch ge­
     nügend Mittel verbleiben , um nicht nur Betriebsrisiken decken zu
     können , sondern auch Rückstellungen für die teilweise oder vollständige
     Finanzierung der Erweiterung der Anlagen oder ihrer Wiederbeschaffung
     nach Ablauf ihrer Lebensdauer zu bilden . Dieser Zinssatz ist somit
 ---pagebreak---                                   - 41 -                 VIIl/933/72 - D
       deutlich niedriger als derjenige , der normalerweise aufgrund der
      voraussichtlichen Cash-flow-Entwicklung des Ünternehmens gerecht­
       fertigt wäre .
    Nach der von der OECD angewandten Äquivalenzre chmmg entspräche ein
    mit diesen Bedingungen ausgestattetes Darlehen von CFA-F 1,4 Milliar­
    den für die begünstigte Gesellschaft einem nichtrückzahlboren Zuschuß
    von CFA-F 850 Millionen .
    Bei diesen Konditionen wird das Unternehmen nach Rückzahl jung der Darlehen ,
    Erneuerung der Pro jekt anlagen und Ausschüttung der satzun.^smäßigen Divi­
    dende ständig über einen Netto-Cash-flow verfügen , der bsi-ei^s im ersten
    Geschäftsjahr fast CPA-P 200 Millionen betragen dürfte . A^ Ende des
    19 . Betriebs jahrs , welches der Erneuerung des größten Teils der industriel­
    len Anlagen vorausgeht , werden diese Mittel theoretisch auf etwa
    CPA-P 1,5 Milliarden angewachsen sein und somit die Wie derbe Schaffung
    aller dieser Anlagen zu ihrem heutigen Preis ermöglichen .
B) Dia vorstehenden Berechnungen beruhen auf Produktionshypothesen , die von
    einer mäßigen Zunahme der Rohzuckernachfrage ausgehen . Steigt diese je­
    doch sehr viel stärker an , so könnte das eine erhebliche Verringerung
  • der Produktion der Raffinerie und der Stückzuckerfabrik und damit eine
    Schmälerung der Betriebsergebnisse zur Folge haben . Somit erschien es
    ratsam , die Rentabilität des Komplexes und die finanzielle Lage des
    Unternehmens unter der wahrscheinlich extremen Annahme zu prüfen , daß
    die SOSUHV voa ersten Betriebs Jahr an und bis auf weiteres nur 7 . 200 t
    Raffinade , d.h . Kristall- und Würfelzucker , herstellen kann und ihre
    Produktion entsprechend auf Rohzucker ( 10.800 t im 3 . Betriebsjahr und
    13.800 t im normalen Betriebs jähr ) umstellt .
    In diesem Fall läge der interne Rentabilitätssatz des Unternehmens bei
    etwa 6 % ( statt ursprünglich 7 %) • Auch dann würde es trotz einer weniger
    günstigen finanziellen Lage ständig über einen ausreichenden Cash-flow ,
    d.h . CPA-P 80 Millionen im ersten Betriebsjahr und CPA-P 700 Millionen
    am Ende des 19 . Betriebs jähre s , verfügen .
    In beiden Fällen würde der Cash-flow gegebenenfalls durch die Reserven
    ergänzt , die aus den Dividenden gebildet werden könnten , welche die
     Rstmblik Obervolta der SOSUHV überlassen soll .
 ---pagebreak---                                                                                   s
                                                                                  i
                                - 42 -                 VIII/9 33/72 - D
                                                         • .                       1
C) Zusammenfassend ist zu sagen, daß die von der Bank für das Darlehen
    zu Sonderte dingungen vorgeschlagenen Konditionen die beschränkte Ver-
    schuldungsfähigkoit der Republik Obervolta sowie die Ziele berücksich­
    tigen , die die Regierung dieses Landes in ihrer Zuckerpolitik anstrebt .
    Sie tragen gleichzeitig der Tatsache Rechnung , daß dieses Daxlehen für
    industrielle Investitionen bestimmt ist , die mit dem Ziel einer gewissen
    finanziellen Rentabilität durchgeführt werden , und daß es einer Gesell­
    schaft gewährt wird , die sich auch öffentlicher wasserbaulicher Infra-
    strukturanlagen bedienen wird , deren Finanzierung mit Hilfe eines nicht-
    rückzahlbaren Zuschusses aus Mitteln des EEF sichergestellt werden soll .
 7.2.2 . Vorschlag der Kommission für die Konditionen des Darlehens zu
           Nach Auffassung der Kommission erfordert die Festlegung der Kondi­
 tionen für den Teil der Gemeinschaftsfinanzierung , der als Darlehen zu Son­
 derbedingungen gewährt werden soll , besondere Sorgfalt .
           Die Darlehen zu Sonderbedingungen , deren Gewährung in Artikel " l8 des
 zweiten Assoziierungsabkommens vorgesehen ist , stellen - zusammen mit den
 nichtrückzahlbaren Zuschüssen - eine der beiden Formen der Finanzhilfe dar ,
 mit der sich die Gemeinschaft "an geeigneten Maßnahmen zur Förderung der
 wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Assoziierten Staaten , mit dens?
 die eigenen Bemühungen dieser Staaten ergänzt Vierden , " ^Artikel 17 des zwei­
 ten Assoziierungsabkommens ) beteiligt .    .
           In diesem Zusammenhang und vor allem für die Festlegung von Darlehen;
 bedingungen erscheint es unzureichend, sich allein auf die - im übrigen sich-
 notwendige – Analyse der finanziellen und mikroökonomischen Aspekte eines Vo:
 habens zu beschränken .
           Eine solche Analyse führt nämlich zu einem Zinssatz , einer Tilgungs-
 dauer und gegebenenfalls einer tilgungsfreien Zeit , die jeweils eine äußerst?
 Grenze darstellen , deren Überschreitung die Erfolgsaussichten des Projekts
 wesentlich beeinträchtigen würde , was gleichzeitig eine Abschwächung oder
 sogar den Wegfall der von seiner Verwirklichung erwarteten volkswirtschaft­
 lichen und sozialen Auswirkungen, zur Folge hätte . ,
           Zwischen der so ermittelten Obergrenze und den günstigsten Darlehens-
 konditionen, die ein Geldgeber einräumen darf, besteht eine Marge , innerhall)
 deren er diejenigen Bedingungen wählen kann , die ihm am geeignetsten und am
 ---pagebreak---                                   - 43-                   VIIl/933/72 - D
ehesten gerechtfertigt erscheinen . Dabei wird er vor allem die Merkmale
und Ziele des Projekts sowie die wirtschaftliche Lage und Aussichten
des betreffenden Staates im Verhältnis zu anderen Staaten beurteilen
müssen , die die gleiche Finanzhilfe erhalten .
  • 7.2.2.1 . Im vorliegenden Fall zeigt die finanzielle Analyse des Pro­
jekts , daß das Unternehmen bei der erwarteten Cash-flow-En+wicklung
- auch unter Berücksichtigung der Bedingungen der anderen Darlehen -
ein Darlehen der Gemeinschaft in Höhe von CFA-F 1,4 Milliarden
(+     5.040.000 ) mit einem Zinssatz von 2 $, einer Laufzeit ren
24 Jahren und einer tilgungsfreien Zeit von 10 Jahren bediener könnte .
              Ist das Projekt demzufolge lebensfähig und können somit
auch die von ihm erwarteten volkswirtschaftlichen und sozialen Vorteile
( Diversifizierung , Industrialisierung , Verbesserung der Handelsbilanz ,
Schaffung von Arbeitsplätzen usw^ erreicht werden , so ist die Wahl der
genannten Darlehensbedingungen gerechtfertigt .
    7.2.2.2 . Betrachtet man den gesamtwirtschaftlichen Rahmen des Projekts ,
und insbesondere die derzeitige Lage und die Entwicklungsaussichten der
Wirtschaft Obervoltas , so kann kein Zweifel darüber bestehen - und die
Ergebnisse der letzten UITCTAD-Tagung haben es kürzlich bestätigt -, daß
Obervolta zu den Ländern mit dem dringlichsten Bedarf an Kapital - und
technischer Hilfe gehört .
              Die Kapitalhilfe sollte daher zu möglichst günstigen Bedin­
gungen gewährt werden , wenn Iii cht der Erfolg der Anstrengungen gefährdet
werden soll , die die Regierung Obervoltas in der ihr eigenen Zielstrebig­
keit , mit großem Verantwortungsbewußtsein und trotz den ungünstigen natür­
lichen Gegebenheiten des Landes und seiner geographischen Lage nicht
aufhört zu unternehmen .                   ;  .                       •  '
    7.2.2.3 . Käme das Projekt . nicht iq den .Genuß der denkbar günstigsten
Darlehensbedingungen , so könnte sich vor allem sein Haupteffekt verrin­
gern : Die Versorgung eines möglichst großen Teils der Bevö lke rung mit • ..
einem lebenswichtigen Nahrungsmittel zu einem möglichst niedrigen Preis .
                                                                        •/.
 ---pagebreak---                                    - 44 -                  VIII/933/72 - D
             Die von der Regierung Obervoltas in dieser Absicht "bereits
seit mehreren Jahren eingeleitete Politik xvgl . Abschnitt 2.3 .: "Maß­
nahmen der obervoltaischen Regierung zur Deckung des einheimischen
Zuckerbedarfs "), deren Endziel die Verwirklichung des vorliegenden
Projekts bildet , sowie die damit verbundenen "beträchtlichen Opfer
(Eigenmitteleinsatz für die Vorbereitung und Durchführung des Projekts ,
Kürzung und     Streichung anderer Vorhaben , deren Finanzierung ursprünglich
aus Mitteln     des dritten EEF und des FAC erfolgen sollte usw .) recht­
fertigen es     nach Auffassung der Kommission , das Projekt so weit wie
möglich von     solchen Belastungen zu befreien , die für sein reibungsloses
Funktionieren nicht unbedingt erforderlich sind .
             Dies erscheint um so wichtiger , als zwischen der Regierung
Obervoltas und den beteiligten Entwicklungshilfeeinrichtungen verein­
bart wurde , daß der Fonds d 'Aide et da Cooperation seine Darlehens-
bedingungen denjenigen der Gemeinschaftshilfe angleichen wird .
             Es wird natürlich besonders darauf geachtet werden , daß jede
Verringerung der Betriebskosten des Projekts , die durch eine Milderung
der Bedingungen dieser Darlehen ermöglicht wird , unmittelbar und in
vollem Umfang dem obervoltaischen Verbraucher zugute kommt .
             Im übrigen ist auch nicht zu vergessen , daß im Bereich der
Zuckerproduktion zahlreiche unvorhergesehene Schwierigkeiten technischer
Art auftreten können , die die Gestehungskosten des Zuckers erhöhen
( Pflanzenkrankheiten , geringerer Ertrag pro ha, geringerer Zuckergehalt
der Pflanzen ). Es ist deshalb wünschenswert , den Pro jektträgem eine
hinreichend große Sicherheitsspanne einzuräumen , damit sie nicht zu
einer Erhöhung der Endverkaufspreise gezwungen werden , wenn sich die
entsprechenden Vorausschätzungen als zu optimistisch erweisen .
      7.2.2.4 . Diese Gründe haben die Kommission veranlaßt , zugunsten des
vorliegenden Projekts für das vorgesehene Darlehen von K5 5.040.000
 i, Gegenwert von ca CFA-F 1,4 Milliarden ) folgende Bedingungen vorzu­
schlagen :
- Zinssatz :                ... 1 %
- Laufzeit :                     40 Jahre
- Tilgungsfreie Zeit :           10 Jahre .
 ---pagebreak---                                            - 45 -                        VIII/933/72 - D - Rev . 1
VIII . ZUSAMMENFASSUNG UND FINANZ IERUNGSBEISCHLUSS
                  Gestützt auf die                       Stellungnahme , die der Europäi­
       sche Entwicklungsfonds auf seiner Sitzung vom                  -       bezüglich der
       Finanzierung des Projekts zu folgenden Bedingungen
       - nichtrùckzahlbarer Zuschufl                  900.000.000 CFA-F,
                                                      Gegenwert von ca. 3 • 24 1 » 000 HE
       – Darlehen zu Sonde rbe dingungen              5.040.000 HE .
                                                      Gegenwert von ca. 1.400,000.000 CFA-F
                                                      ( Zinssatz        $p.a,j
                                                      Laufzeit ;     Jahre , davon        tilgungs-
                                                      frei )
       abgegeben hat und unter Berücksichtigung der oben angegebenen Begründungen
       wird der Kommission vorgeschlagen , wie folgt zu beschließen :
       Finanzie rungsbe s chluß
       Die Kommission beschließt
       - nachstehendes Vorhaben zu den im vorangegangenen Absatz dieses Abschnitts
         des Finanzierungsvorschlags festgelegten Bedingungen zu genehmigen
                           Bezeichnung                     genehmigte Finanzierung in Form
                                                   nichtriickzahl-          eines Darlehens zu
                                                   barer ZuschuS            Sonde rbe dingungen
                    f – ■            ■ 1 . 1 1 ■ ■
        KV/305/7O      Schaffung eines             900.000.000 CFA-F          5.O4O . OOO HE
                   1 Agrar- und Indu-              Gegenwert von              Gegenwert von
                       striekomplexes für          3.241.000 ES               1.400.000.000
                       die Zuckergewinnung         ( gerundeter Betrag)       CFA-F ( gerunde-
                       in Banfora i Ober-                                     ter Betrag)
                       volta)
       - die Bindungse rmacht igung in Höhe von 5 « 040 . 000 RS für ein Darlehen zu Sonder­
         bedingungen , und von 9 00 « 000 - 000 CFA-F ( rund 3.241.000 HE ) für einen nicht-
         rückzahlbaren Zuschuß zu erteilen ;
       - der Europäischen Investitionsbank den dem vorliegenden Finanzierungsvorschlag
         beigefügten Verwaltungs auftrat zu erteilen ;
       - den Haupt anweisungsbefugten dos Europäischen Entwicklungsfonds zu beauftragen .
         alle Änderungen vorzunehmen , die für die wirtschaftliche und technisch ein­
         wandfreie Durchführung des genehmigten Vorhabens erforderlich sind .
 ---pagebreak---                                    - 46 -                 VIII/9 33/72 - D
                     A U FTRAG         ZUR     VERWALTUUG
       des Darlehens zu Sonde rbedingungon . das der Société Sucrière
             Volt ai que ( SOSUHV ) fur die Finanzierung des Proiekts
              "Schaffung eines Agrar- und Industrie komplexes für
                   die Zuckergewinnung in Banfora , Obervolt a )"
                               gewährt werden soll .
Aufgaben der Bank
1 . Die Bank "bereitet genieinsam mit der Kommission den Sntvrarf des Finan-
    zierungsvertrages für die Durchführung des Vorhabens "Schaffung eines
    Agrar- und Industriekomplexes für die Zuckergewinnung in Eanfora ( Ober-
    volt a) " und die dazugehörigen Unterlagen , die zwischen der Gemeinschaft ,
    der SOSUHV und der Republik Obervolta erforderlich sind , vor und han­
    delt dieselben aus .
2 . Die Bank überwacht die Vergabe der Aufträge und Bestellungen bezüglich
    Arbeiten , Material und Lieferungen und überwacht die Durchführung .
    Auf Anfrage gibt sie der Kommission jede einschlägige Auskunft ,
3 . Die Bank nimmt die Überweisungen unter den Bedingungen und entsprechend
    den Modalitäten , die im Finanzierungsvertrag vorgesehen sind , vor,
    sobald das Geld vom EEF eingegangen ist .
4 . Die Bank überzeugt sich davon , daß die durchgeführten Bauarbeiten und
    das angekaufte Material entsprechend versichert und gewartet werden ?
    sie berichtet der Kommission über das Ergebnis ihrer Besuche an den
    Baustellen und Anlagen .
5 . Die' Bank erstellt alle Dokumente betreffend die Tilgung und die Zins-
    lasten des gewährten Darlehens , Provisionen , Strafgebühren und Neben­
    kosten und leitet sie der SOSUHV zu .
6 . Die Bank überweist die von: der SOSUHV erhaltenen Stimmen, auf ein Son­
    derkonto in ihren Büchern nach Artikel 63 der Finanzregelung:. Sie
    übersendet der Kommission einen Beleg über jeden Zahlungse ingang .
7 . Die Bank wacht über die im Finanzierungsvertrag eingegangenen beson­
    deren Verpflichtungen .
 ---pagebreak---                                 - 47 -                 VIII/933/72 - D - Rev
 8 . Die Bank verfolgt die Entvjicklung der Finanzlage der SOSUHV , um
     der Kommission auf" deren Anfrage alle Auskünfte über die Einhal­
     tung der Verpflichtungen der SOSUHV geben zu können . Sie kann zu
     diesem Zweck die erforderlichen Überprüfungen und Kontrollen an
     Ort und Stelle vornehmen .
 9 . Die Bank erhält weitestgehende Freiheit bezüglich der Rückzahlung
     des Darlehens und der Zinslasten sowie der Ausübving der Vorrechte
     des Gläubigers und insbesondere bezüglich der Bildung einer Sicher­
     heit oder der Einräumung von Vorrechten zugunsten der Gemeinschaft ,
     der eventuellen Gewährung von Zahlungsfristen für die Darlehens-
     tilgung und bezüglich der Maßnahmen zur gütlichen Eintreibung .
     Jedoch informiert die Bank die Kommission umgehend , falls eine der
     folgenden Maßnahmen entsprechend dem Finanzierungsvertrag ergrif­
     fen wird :
     a) Annullierung oder Aufkündigung des eröffneten Kredits ,
     b ) Vorverlegung des Fälligkeitstermins ,
     c ) Eröffnung eines St reitVerfahrens zur Eintreibung .
     In diesen Fällen gibt die Kommission der Bank weitere Anweisungen .
10 . Die Bank reicht der Kommission jährlich einen Gesamtbericht über
     die Ausführiang ihres Auftrags ein .
11 . Die Bank sorgt allgemein für die Durchführung der sie betreffen­
     den Bestimmungen des Finanz ierungsvertrags .
Die Verantwortung der Bank beschränkt sich auf die gewissenhafte
Ausführung des vorliegenden Auftrags entsprechend den Bankgepflogen-
heiten .
Der vorliegende Auftrag kann erforderlichenfalls abgeändert oder er­
gänzt werden .
 ---pagebreak---    REPUBLIQUE                                DE        HAUTE - VOLTA
   PROJET HV / 305 / 70 : CREATION                     D' UN COMPLEXE AGRO - INDUSTRIEL A BANFORA, EN HAUTE VOLTA
                                                                                                                                                           PRISE SUR LE YANNON           I
                                                                                                                                                                                VERS     I
                        LOCALISATION            DE LA PLANTATION                                                                                                           BOBO DIOULASSO1
                         CHEMIN      DE FER
                                                                                                                     PERIMETRE (g PREVU #V_AU PRESENT PROJETj
                                                                                                                   i           \ w                / ,*^ 7-pK- 2B00              i
                                                                                                                  1 \\/ |
                                                                                                                  ■              \                 USINE /(SUCRERIE-RAFFINERIE) !
                                                       PK.O            CONDUITE  0 1.000                          ;                    T    Hv          [
                                              •      r-/                                            ••••–•                               î \f ®K®°°                      "
                Su! LA COMOE ^
       PRISE SUR LA COMOE
                                   CANAL POUR 2.300 L/«
                                                              V^-^^r'DlxTeNS.C.N
                                                                 \ j                                            j*~       * "" * ~~ '
                                                                                                                                       /                  ) /'
                                                                                                                                                            *
                            >                >.                    si v                                         I                ■–7 H
              \                     s. -X -►                       « .                                          J                     j
           ^        y*
                    ^         Dorl0 ^ NIGER
                              Dor/# ^ NIGER
                      Ouahigouya
                      Ouahigouya x-~<.                               \ V
                                                                        \                                       I               /
                                                                                                                                  JJ
                     *                  V                             \ •                                     /]              / /
       J                                  ^
  1
              ^ OUAGADOUGOU^
     *ou*ugou. OUAGADOUGOU -
                               Fàda-N'Gourma
                               Fàda-N'Gourma
                                                                       \\ \                                 /
                                                                                                             j J*           //
                                                                                                                           i ff
 1            Ot'oulasso
       ..Bobo-Dtoulasso
       aSobo-Dioulasso          ^
                (rTTT"r "''ï'r T''
                                           X
                                           X                              J   ^m                          j     I         /
&$Wan'ora {r    y ~r "rT~,*~< \\ ^^ DAHOMEY
                                         DAHOMEY                       /                  \           "
                       GHANA yy ^^
                 I-b GHANA                                       fV-'                             /                   yT
    C07^\ }
D'IVOIRE \    .*l.OUEST
                    lceT
                OUEST
                                      ^*
                                      K
                                            A
                                                    V£>?s
                                                               \\                               J
                                                                                                 /X% V     •                             ^
                                                                                                                                                 SIDERADOUGOU
                                                                                                                                           K£7?S SIDERA DOUGOU
ORD DU SUD,), OBJET OBJET OU    PROJET
                            DU PROJET            SINOOU       –i–                              X        V    X /
              )bRSUITE DE
3 * FED " POURSUITE         DE L' OPE­
                                   OPE-           •              /                            / „<- mF /            RiC )
                 DEVELOPPEMENT
RATION DE DEVELOPPEMENT                           I             /                   ^======5=:/ USINE <                 J
RURAL DANS    S L'L'ORO    DU SUD-
                       ORO DU   SUD-              I           /
OUEST                                             I           I                              ' /^KirBANFORA