CELEX: 51993PC0523
Language: de
Date: 1993-11-04
Title: VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTES UND DES RATES über die dritte Phase des Programms "Jugend für Europa" zur Förderung der Entwicklung des Jugendaustauschs und der Aktivitäten im Jugendbereich in der Gemeinschaft - Programm "Jugend für Europa"

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                               KOM(93) 523 endg. - COD 474
                                                Brüssel, den 4. November 1993
              VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS
      DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTES UND DES RATES
       über die dritte Phase des Programms "Jugend für Europa"
         zur Förderung der Entwicklung des Jugendaustauschs
                 und der Aktivitäten im Jugendbeneich
                           in der Gemeinschaft
                      Programm "Jugend für Europa"
                     (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                                Vorschlag für einen Beschluß
                        des Europäischen Parlamentes und des Rates
                              Programm "Jugend für Europa"
                                      Inhaltsübersicht
Einleitung
I.    Kontext und Herausforderungen
II.   Zusammenarbeit und Subsidiarität
III.  Vorgeschlagene Entwicklung für Aktionen auf Gemeinschaftsebene
IV.   Beschluß Vorschlag und Anhang
Vorschlag für einen Beschluß
Anhang
 ---pagebreak--- Einleitung
1.    Artikel 126 des EG-Vertrags in der Fassung des Vertrags über die Europäische Union hat
      die Förderung des Ausbaus des Jugendaustausches und des Austausches von Jugend-
      betreuern zum Ziel; damit soll zur Entwicklung einer qualitativ hochstehenden Bildung
      beigetragen werden. Die Kommission schlägt daher in dem vorliegenden Dokument ein
      Reihe von Gemeinschaftsaktionen im Jugendbereich vor. Diese dem Bereich der
      informellen Bildung zuzuordnenden Aktionen sollen in dem jeweiligen pädagogischen
      Kontext die Beteiligung der Jugendlichen am Aufbau Europas sicherstellen, ihre aktive
      Beteiligung im außerschulischen Bereich fördern und die entsprechende Zusammenarbeit
      der Mitgliedstaaten unterstützen, um so zur Bildung der jungen Bürger beizutragen. Sie
      können aufgrund der Unterschiede bei den Zielgruppen, den Zielen und den zuständigen
      nationalen Behörden nicht im selben Rahmen realisiert werden wie die auf die Bildungs-
      und Ausbildungsstrukturen ausgerichteten Aktionen und benötigen daher ein spezifisches
      Programm.
2.    Der von der Kommission ausgearbeitete Vorschlag stützt sich auf eine Reihe sehr
      konkreter Elemente, die im Rahmen bilateraler Gespäche der Kommission mit jedem
      einzelnen Mitgliedstaat und dem Jugendforum herauskamen, ferner auf die Erfahrungen
      und die Evaluation der beiden ersten Phasen des Programms "Jugend für Europa", auf die
      im Rahmen der Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend gewonnenen Erfahrungen und
      auf die einschlägigen Stellungnahmen des Europäischen Parlaments. Die Kommission
      möchte damit ein positives Signal setzen und den Anstrengungen der Mitgliedstaaten zur
      Vorbereitung der Jugendlichen auf ihre Zukunft als Bürger der Gemeinschaft neuen
      Auftrieb geben.
3.    Der Vorschlag für die dritte Phase des Programms ist darauf ausgerichtet, die unter-
      schiedlichen Aktionen im Jugendbereich, die bisher in verschiedenen Programmen oder
      Haushaltstiteln verstreut waren, zu rationalisieren und besser aufeinander abzustimmen.
      Die vorgeschlagene Vorgehensweise besteht somit nicht darin, diese Aktionen einfach
      aneinanderzureihen, sondern mit ihr bekommt das Programm eine neue innere Logik.
I.    Kontext und Herausforderungen
4.    Die Annahme des Programms "Jugend für Europa" zur Förderung von Mobilitäts-
      maßnahmen zugunsten von Jugendlichen durch den Ministerrat der Gemeinschaft im
      Jahr 1988 war das Ergebnis zahlreicher Initiativen im Jugendbereich, die das Europäische
      Parlament und die Kommission seit 1972 eingeleitet hatten und stellte eine erste Phase
      in dem Bereich dar.
 ---pagebreak--- 5.    Eine neue Phase wurde 1990 eingeleitet, als die Kommission ihr Memorandum "Jugend-
      liche in der Europäischen Gemeinschaft" vorlegte und feststellte, "daß Gemeinschafts-
      aktivitäten im Bereich von "Jugendpolitik" oder "Jugendarbeit" nicht nur nützlich wären,
      sondern in europäischer Hinsicht eine Bereicherung dessen, was auf der Ebene der
      Mitgliedstaaten bisher erreicht wurde oder in Zukunft erreicht werden kann, darstellen
      würden"(1). 1991 legte das Europäische Parlament den Bericht über "Die Gemeinschafts-
      politiken und ihre Auswirkung auf die Jugend"(2) vor und unter der luxemburgischen
      Ratspräsidentschaft fand eine erste formelle Sitzung der mit Jugendfragen befaßten
      Minister statt.
6.    Die Mitgliedstaaten selbst haben ihr Interesse an der Einführung einer gemeinschafts-
      weiten Zusammenarbeit bei Pilotprojekten im Jugendbereich und an der Durchführung
      von Maßnahmen zur Förderung neuer Aktionen mit und von Jugendlichen bekräftigt,
      indem sie im Juni 1991 eine Entschließung des Rates über Vorrangige Maßnahmen für
      die Jugend annahmen.
      Schließlich richtete das Europäische Parlament am Ende desselben Jahres einen
      Haushaltstitel für die Durchführung dieser Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend ein,
      wobei auch Kooperations- und Mobilitätsmaßnahmen mit den Jugendlichen aus
      Drittländern vorgesehen wurden. Entsprechende Mittel wurden 1993 erneut bereitgestellt,
      und das Europäische Parlament richtete bei dieser Gelegenheit einen neuen Haushaltstitel
      "Jugendpolitik" (B3-101) für das Programm "Jugend für Europa" und die Vorrangigen
      Maßnahmen für die Jugend ein.
7.    Die Ansätze der Mitgliedstaaten im Jugendbereich sind sehr unterschiedlich und
      verschieden weit entwickelt, genau wie die Jugendverbände und -Organisationen, die in
      diesem Bereich eine entscheidende Rolle spielen. Es scheint daher für das Verständnis
      des vorliegenden Vorschlags für einen Beschluß unerläßlich, die Ziele und die Gründe für
      eine auf Gemeinschaftsebene kohärente Politik bzw. Initiative im Jugendbereich zu
      erläutern.
8.    Die Jugend als spezifische gesellschaftliche Gruppe in einer Situation der Erwartung und
      der Suche, die ihre Identität finden muß, um ihr Leben in der Gesellschaft zu meistern,
      muß bestimmte Aufgaben übernehmen, die ihr in unserer Gesellschaft generell übertragen
      werden: sich ausbilden, sich bilden, sich in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt
      integrieren sowie als Bürger aktiv werden, was einen gewissen Grad an Selbständigkeit
      voraussetzt.
(i)
    KOM(90) 469 endg.
(2)
    Berichterstatter: Herr L. Vecchi, Mai 1991.
 ---pagebreak--- 9.   Es gibt in allen Mitgliedstaaten unterschiedliche Aktionen, die der "Jugendpolitik"
     zugeordnet werden könnten. Sie sollen speziell der Förderung einer aktiven Staatsbürger-
     schaft dienen. Unter aktiver Staatsbürgerschaft versteht man die Geisteshaltung und die
     Einstellung, die Jugendliche dazu veranlassen, die Verantwortung für ihr eigenes Leben
     zu übernehmen und sich aktiv an der Aufstellung und Entwicklung von Grundprinzipien
     wie Demokratie, Freiheit und Solidarität in der Welt, in der sie leben und arbeiten, zu
     beteiligen.
10.  Die Aktionen im Bereich der Jugendpolitik, die speziell auf die Jugendlichen ausgerichtet
     sind, fügen sich in den umfassenderen Rahmen der Bildung im eigentlichen Sinne ein.
     Dabei erstreckt sich die Bildung auf sämtliche intellektuellen, moralischen und staats-
     bürgerlichen Erkenntnisse und Kenntnisse, die ein Jugendlicher benötigt, um in der
     jetzigen und künftigen Gesellschaft zu einem aktiven und verantwortungsbewußten Bürger
     zu werden.
11.  Diese Aktionen ergänzen den formelleren Aktionsrahmen der Bildungs- und Ausbildungs-
     strukturen. Sie stellen in einer Gesellschaft, in der der - ganz besonders für die
     Jugendlichen- immer schwierigere Zugang zu Beschäftigung und Arbeitsmarkt zwei
     Hauptgefahren mit sich bringt, nämlich persönliche Demotivation und sozio-ökonomische
      Ausgrenzung sowie alle Phänomene im Zusammenhang mit der Marginalisierung, ein
      bevorzugtes Tätigkeitsfeld dar. Dieses Tätigkeitsfeld müßte somit in den kommenden
     Jahren noch erweitert werden und dürfte zur Entwicklung einer qualitativ hochstehenden
      Bildung beitragen, denn es ermöglicht nicht nur, diejenigen Jugendlichen zu erreichen,
      die sich nur schwer in die formelleren Bildungs-und Ausbildungssysteme eingliedern
      lassen, sondern es bietet auch allen Jugendlichen die Gelegenheit, neue Beteiligungs-
      formen zu erproben und vor allem eine Anerkennung für diese Tätigkeit zu erhalten. Eine
      solche Aktion wird sich auf die Maßnahmen im Bereich der sektoralen Politiken und vor
      allem die unterrichtsbezogenen Maßnahmen im Bildungsbereich auswirken, da sie die
      Entfaltung von in der Entwicklung und in der Wandlung begriffenen Persönlichkeiten
      fördert und intensiviert und es ihnen erleichtert, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.
12.   Außer dem sind Jugendliche in einem Kontext, in dem der Migrationsdruck ständig
      zunimmt, gleichzeitig Akteure und Opfer des Rassismus, so daß sie wesentlich dazu
      beitragen können, daß rassistische und fremdenfeindliche Verhaltensweisen abgebaut
      werden. Die Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist somit ein
      wesentlicher Mehrwert der Gemeinschaftsaktion.
 13.  Die Aktion öffentlicher und privater Stellen sowohl auf gemeinschaftlicher als auch auf
      nationaler Ebene gibt einem Instrumentarium den Vorzug, das sich auf das Verbands-
      wesen im weiteren Sinn, auf außerschulische Aktivitäten und Initiativen von Jugendlichen
      selbst erstreckt, die außerhalb der Arbeitswelt, der Schule, der Armee usw. angesiedelt
      sind, wobei die Jugendorganisationen positive Beispiele für das demokratische
      Engagement von und mit Jugendlichen bieten.
 ---pagebreak--- 14.  Bei einer Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich geht es daher in erster Linie und
     langfristig um die neue Generation, die die Zukunft Europas in Händen hält.
IL   Zusammenarbeit und Subsidiarität
15.  Im Vertrag von Maastricht sind die Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten genau festgelegt.
     Die Gemeinschaft wird dabei ergänzend tätig. Diese Komplementarität muß sich in einer
     verstärkten Zusammenarbeit mit den zuständigen nationalen Behörden und den Jugend-
     organisationen niederschlagen.
 16. Für die verstärkte Beteiligung der Jugendlichen und die Schaffung von Stätten für
     Eingliederung, Kreativität und Beteiligung sind in erster Linie die Mitgliedstaaten
     zuständig. Die Rolle der Gemeinschaft im Jugendbereich, der durch eine relative
     Zersplitterung und eine gewisse Schwäche auf der Ebene der Strukturen gekennzeichnet
     ist, kann in bestimmten Fällen eine besondere Ausprägung erfahren, indem es bestimmten
     Sektoren ermöglicht wird, die Mindest-Entwicklungsschwelle zu erreichen, damit die
     nationalen Behörden tätig werden können. Die Realisierung einer Jugendpolitik, wie sie
     im vorliegenden Dokument dargestellt ist, obliegt somit den Mitgliedstaaten in
     Zusammenarbeit mit den Gemeinschaftsinstitutionen.
17.  Der Europäischen Gemeinschaft kommt außerdem eine entscheidende Rolle zu, wenn zum
     einen das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft entwickelt werden und die
     Beteiligung der Jugendlichen auf europäischer und transnationaler Ebene gefördert werden
     soll, aber auch, wenn die Aktion der Gemeinschaft in der unmittelbaren Umgebung der
     Jugendlichen konkreter werden soll. Ferner ist darauf hinzuweisen, daß die Aktivitäten
     der Jugendlichen sich zunächst meist auf lokaler Ebene entwickeln. Dies beinhaltet für
     die Gemeinschaft ein Vorgehen, das sich im Zusammenwirken mit den betroffenen
     Akteuren auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene entwickelt.
HL Vorgeschlagene Entwicklung der Gemeinschaftsaknon
 18. Die besonderen Merkmale der Tätigkeit der Europäischen Gemeinschaft im Jugendbereich
     sind zum einen, daß sie unmittelbar von den Jugendlichen selbst ausgehen und nicht von
      Systemen, in denen sie leben und zum anderen, daß sie im wesentlichen experimentellen
      Charakters sind. Die Entwicklung und Ausweitung einer solchen Aktion in den
      kommenden Jahren muß sich auf nachstehende Grundprinzipien stützen, welche den
     pädagogischen Rahmen für die Realisierung einer Jugendpolitik bestimmen:
     Die Tätigkeit soll
      - die Rolle der Jugendlichen als aktive Bürger der Gemeinschaft erweitern, indem ihnen
         ermöglicht wird, bei den Projekten, an denen sie sich beteiligen oder die sie realisieren
         möchten, als Akteure aufzutreten und indem ihre heutigen Ausdrucksformen begünstigt
         werden;
 ---pagebreak---     - den Erfordernissen und den Interessen der Jugendlichen entsprechen, wobei jedoch
       darauf zu achten ist, daß eine Komplementarität mit anderen sie betreffenden Sektoren
       besteht (Beschäftigung, allgemeine und berufliche Bildung, Sozialpolitik, Gesundheit
       usw.);
    - den interkulturellen Lernprozeß fördern, indem es Jugendlichen aus unterschiedlichem
       Milieu ermöglicht wird, zusammenzukommen und Gespräche zu führen, sich
       kennenzulernen sowie Ähnlichkeiten und Unterschiede zu entdecken und zu
       akzeptieren;
    - die Vorbereitung und Ausbildung der Jugendbetreuer und/oder derjenigen, die
       außerhalb des Rahmens der Bildungs- und Ausbildungsstrukturen direkt mit den
       Jugendlichen zusammenarbeiten, fördern;
    - auf nationaler Ebene eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten
       beinhalten, die kohärent und in Ergänzung der Politik, Strukturen und Ansätze der
       Mitgliedstaaten erfolgt;
    - so gestaltet werden, daß eine möglichst umfassende Wirkung/Multiplikatorenwirkung
       bei den Strukturen, Organisationen und Personen sichergestellt wird, die auf allen
       Ebenen unmittelbar mit der Jugendarbeit befaßt sind;
    - die Information der Jugendlichen sowie die Forschung im Jugendbereich fördern und
       entwickeln;
    - durch Austauschmaßnahmen zu einem besseren Verständnis der Situation der
       Jugendlichen außerhalb der Gemeinschaft beitragen und so das Solidaritätsgefühl der
       Jugendlichen stärken;
    - die vorhandenen Pilotaktionen (Vorrangige Maßnahmen für die Jugend, Jugend-
       aktivitäten im Rahmen von Tempus, Jugendinitiativprojekte im Rahmen von Petra)
       integrieren, wobei auf die Kohärenz und die Komplementarität mit anderen Gemein-
       schaftsprogrammen oder -maßnahmen zu achten ist.
IV. Vorschlag für den Beschluß und Anhänge
A.  Beschluß
19. Wie in den Leitlinien vom 5. Mai IW3 dargelegt, wird die Kommission drei Vorschläge
    machen: ein Vorschlag betrifft die Bildung (Universitäten, Hochschulen, Schulen), ein
    zweiter betrifft die berufliche Bildung (die berufliche Erst- und Weiterbildung) und der
    dritte Vorschlag betrifft die Jugend.
 ---pagebreak---        Wie aus dem beigefügten Anhang hervorgeht, bezieht die dritte Phase des Programms
       Jugend für Europa das Programm Jugend für Europa, die Vorrangigen Maßnahmen, einige
       Aktionen aus den Programmen Petra und Tempus sowie die entsprechende Informations-
       arbeit ein.
   20. Die Artikel 1 und 2 des Vorschlags für den Beschluß bestimmen die Grundlage und die
       Ziele des Beschlusses und des integrierten Ansatzes, den er beinhaltet. Denn die
       Kommission ist entsprechend ihrem Ansatz im Bereich der allgemeinen und beruflichen
       Bildung der Ansicht, daß es an der Zeit ist, auf einen integrierten Ansatz hinzuarbeiten,
       der nicht nur die Konsolidierung und optimale Nutzung des bisher Erreichten sowie die
       Weiterführung und Entwicklung innovativer Aktionen auf Gemeinschaftsebene, sondern
       auch eine Verbesserung der Qualität der im Rahmen der verschiedenen vorgeschlagenen
       Aktionen geleisteten Bildungsarbeit ermöglichen sollte. Es geht darum, auf europäischer
       Ebene Lern-, Experimentier- und Innovationserfahrungen für die Jugendlichen, ihre
       Betreuer und die in diesem Bereich Verantwortlichen auszuweiten. Ein solcher integrierter
       Ansatz kann durch die beteiligten Akteure, den abgedeckten Bereich und die angewandten
       Methoden - wenn vielleicht auch nur in bescheidenem Umfang - zu einem stärker auf die
       Gleichheit aller und auf Bürgernähe gerichteten Europa, das die bestehenden Unterschiede
       stärker berücksichtigt, beitragen. Er wird ferner für die meisten Mitgliedstaaten eine neue
       Phase einleiten und sich auf die Entwicklung ihrer Aktion zugunsten der Jugendlichen
       sowohl auf nationaler und regionaler als auch lokaler Ebene auswirken können.
   21. Artikel 1 weist ferner darauf hin, daß die dritte Phase des Programms "Jugend für
       Europa" für einen Zeitraum von 5 Jahren (1995-1999) vorgesehen ist. Diese Laufzeit wird
       eine bessere Konsolidierung der durchgeführten Maßnahmen sowie der auf allen Ebenen
       zu ihrer Realisierung geschaffenen Strukturen ermöglichen.
   22. Artikel 3 schlägt eine positive Aktion zugunsten der benachteiligten Jugendlichen vor.
       Dabei ist zu betonen, daß das Programm "Jugend für Europa" das einzige Programm der
       Gemeinschaft ist, das einen Mindestwert für die Beteiligung der benachteiligten
       Jugendlichen festgelegt hat, diesbezüglich positive Maßnahmen vorgesehen hat und daher
       eine nicht unerhebliche Errungenschaft im Bereich der Maßnahmen zur Eingliederung
       dieser Jugendlichen darstellt. Die neue Entwicklungsphase der Gemeinschaftsaktionen
       wird somit die spezifische Berücksichtigung dieser Gruppe weiterführen und ausweiten.
   23. Artikel 4 betrifft die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten bei der Durchführung,
       Evaluation und beim Follow-up des Programms. Entsprechend dem Vertrag über die
       Europäische Union setzt sich die Kommission die volle Wahrung des auf Gemeinschafts-
       ebene Erreichten und seine Weiterentwicklung zum Ziel. Dabei ist die Kommission der
       Ansicht, daß auch während der Konsolidierungsphase (den beiden letzten Jahren des
       Programms) bei den Austausch- und Mobilitätsmaßnahmen sowie bei den Maßnahmen
       für die Jugendbetreuer, welche die Tätigkeiten unter unmittelbarer Beteiligung der Jugend-
       lichen indirekt unterstützen, wie auch bei den Praktika im Rahmen des freiwilligen
       Dienstes und beim Austausch mit Drittländern die Wahrung des dezentralen Charakters
       des Programms angebracht wäre. Außerdem beinhaltet der integrierte Ansatz, welcher
2)
 ---pagebreak---     der dritten Programmphase zugrunde liegt, und vor allem die Einbeziehung von Aktionen,
    die in den ersten beiden Phasen keine Berücksichtigung fanden, eine andere Auffassung
    von der Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, die auf die Art der vorgesehenen
    Aktivitäten zurückzuführen ist.
24. Der in Artikel 5 beschriebene Ausschuß besteht in dieser Form bereits seit der ersten
    Programmphase.
25. Im Rahmen des Artikels 5 ist hervorzuheben, daß die Kommission beabsichtigt, den
    besonderen Wert, den die Teilnahme des Europarats und des Jugendforums als Beobachter
    in diesem Ausschuß darstellt, zu gewährleisten. Im Hinblick darauf möchte die Gemein-
    schaft ein flexibles Kooperationssystem mit den zwischenstaatlichen internationalen
    Organisationen auf der Grundlage gemeinsamer Ziele fördern.
B.  Anhang
26  Der Anhang zum Beschluß stellt die in fünf Aktionen zusammengefaßten, von der
    Kommission entsprechend dem Beschluß vorgeschlagenen Tätigkeiten vor:
    Aktion A: Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft, die Jugendliche unmittelbar
                 einbeziehen
    Aktion B: Jugendbetreuer
    Aktion C: Zusammenarbeit zwischen den in den Mitgliedstaaten zuständigen Strukturen
    Aktion D: Austauschmaßnahmen mit Drittländern
    Aktion E: Information von Jugendlichen und Forschungstätigkeiten im Jugendbereich
AKTION A: MAßNAHMEN INNERHALB DER GEMEINSCHAFT, DIE JUGENDLICHE
              UNMITTELBAR EINBEZIEHEN
27. Entsprechend dem für die dritte Programmphase vorgeschlagenen neuen Gesichtspunkt
    müssen die Austauschmaßnahmen in den umfassenderen Kontext der Jugendpolitik, zu
    dem sie gehören, integriert werden. Denn die Kommission ist der Auffassung, daß die
    Austausch- und Mobilitätsmaßnahmen nicht punktuell erfolgen dürfen, sondern sich in
    einen umfassenderen Prozeß einfügen müssen und den Schwerpunkt einer Reihe von
    Aktivitäten im Zusammenhang mit Jugendlichen und ihrem Engagement in der
    Gesellschaft darstellen müssen.
28. Die Gemeinschaftsaktion auf lokaler Ebene ist von besonderer Bedeutung, da sie dazu
    beitragen dürfte, den auf dieser Ebene eingeleiteten Tätigkeiten eine zusätzliche
    Dimension zu verleihen, indem sie den Jugendlichen und der lokalen Ebene ihre
    Zugehörigkeit zur Realität der Gemeinschaft stärker bewußt macht, da auf dieser Ebene
    die Eigeninitiative und die Bereitschaft, sich an dieser Gemeinschaft zu beteiligen, leichter
    Ausdruck finden.
 ---pagebreak--- 29. Diesbezüglich schlägt die Kommission vor, einerseits Projekte zu unterstützen, die
    Eigeninitiative, Kreativität und Solidarität sowohl auf nationaler als auch auf regionaler
    oder lokaler Ebene fördern, sofern diese im Hinblick auf das behandelte Thema, den
    vorgesehenen Ansatz oder die Möglichkeit der Vernetzung oder des Austauschs mit
    ähnlichen Projekten in anderen Mitgliedstaaten eine deutliche gemeinschaftliche
    Dimension aufweisen, und andererseits länderübergreifende Projekte zwischen ähnlichen
    Initiativen zweier oder mehrerer Mitgliedstaaten zu fördern. In diesem Kontext wäre es
    angebracht, diejenigen künstlerischen Tätigkeiten zu unterstützen, für die der trans-
    nationale Aspekt einen Mehrwert darstellt, da vor allem die künstlerische Betätigung die
    Eigeninitiative, die Kreativität, die Solidarität und das gegenseitige Verständnis zwischen
    den Jugendlichen fördert.
30. Die Aktivitäten im Rahmen des freiwilligen Dienstes wurden versuchsweise bereits in der
    zweiten Programmphase unterstützt. Ziel dieser Versuchsphase war es festzustellen, ob
    diese Aktion wünschenswert ist oder ob sich zusätzliche Maßnahmen auf nationaler oder
    gemeinschaftlicher Ebene als notwendig erweisen.
31. Die verschiedenen Diskussionen, die im Verlauf der zweiten Programmphase mit den
    Vertretern der Mitgliedstaaten stattfanden, zeigten einerseits, daß ein wachsendes Interesse
    an der Ausweitung dieser Art von Tätigkeiten besteht, und andererseits, daß es
    hinsichtlich des Begriffs der freiwilligen Aktivitäten und ausgehend von neuen Konzepten
    im Bereich von Arbeit und Solidarität einer Neuorientierung bedarf, um jegliche karitative
    Konnotation und jegliches "soziale Dumping" zu vermeiden. Außerdem haben die
    Erfahrungen während der zweiten Phase bestätigt, daß in diesem Bereich noch sehr
    beträchtliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten bestehen und daß die
    Erfahrungen mit länderübergreifenden Aktivitäten innerhalb der Gemeinschaft noch sehr
    beschränkt sind.
32. Diese Art von Tätigkeit ist für die beteiligten Jugendlichen deshalb so wichtig, weil sie
    einen Lernvorgang in allen wichtigen Lebensbereichen (Kultur, Soziales, Politik, Religion
    usw.) auslöst und gleichzeitig den Jugendlichen die Teilnahme an innovativen Initiativen
    zum Wohl der jeweiligen Gemeinschaft ermöglicht.
33. Die Kommission ist der Überzeugung, daß die Entwicklung dieser Art von Tätigkeiten
    auf Gemeinschaftsebene eine Herausforderung darstellt und in dem Bewußtsein, daß die
    Situation in diesem Bereich für viele der Mitgliedstaaten noch neu und sehr unter-
    schiedlich ist, der Auffassung, daß zunächst vorrangig ein kohärenter europäischer
    Rahmen geschaffen werden sollte, aber auch Pilotprojekte unterstützt werden sollten,
    deren Entwicklung zur Konsolidierung eines solchen Aktionsrahmens beitragen könnte.
                                               10
 ---pagebreak--- AICTION B; JUGENDBETREUER
34.  Artikel 126 des EG-Vertrags in der Fassung des Vertrags über die Europäische Union
     verweist nicht nur auf die Jugendlichen selbst, sondern auch auf die Jugendbetreuer. Im
     Kontext des Vorschlags für einen Beschluß erstrecken sich die im Rahmen der ent-
     sprechenden Aktion vorgesehenen Aktivitäten auf die im Jugendbereich tätigen
     Jugendbetreuer, wie in Ziffer I - Kontext und Herausforderungen - beschrieben .
35.  Eines der Ziele der dritten Programmphase besteht darin, die Lern-, Experimentier-und
     Innovationserfahrungen von Jugendlichen auf europäischer Ebene auszuweiten. Hierbei
     spielen die Jugendbetreuer eine vorrangige Rolle. Sie sind tatsächlich die wichtigsten
     Mittler, die unmittelbar und regelmäßig Kontakt mit den Jugendlichen haben, und sie
     spielen bei der Entwicklung von Aktionen im Jugendbereich sowohl auf lokaler,
     regionaler und nationaler als auch auf Gemeinschaftsebene eine zentrale Rolle. Ihre
     Ausbildung, ihre Kenntnisse und ihr Bewußtsein der Realität in der Gemeinschaft sind
     somit wesentlich für das Erreichen der Ziele der jugendbezogenen Gemeinschaftsaktion.
36.  Die Kommission ist der Ansicht, daß die im Verlauf der ersten beiden Programmphasen
     eingeleiteten Aktivitäten für die Jugendbetreuer (Studienaufenthalte, Ausbildung usw.) auf
     alle für die dritte Phase vorgesehenen transnationalen Jugendaktivitäten ausgeweitet und
     die Einrichtung bzw. der Ausbau von Netzen zwischen den Jugendbetreuern aus den
     Mitgliedstaaten gefördert werden sollten sowie der Ausbildung von Jugendbetreuern, die
     mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten, Priorität eingeräumt werden sollte, womit sie
     sich einem Anliegen der Mitgliedstaaten anschließt.
AKTION CÎ ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN DEN IN DEN MITGLIEDSTAATEN
                ZUSTÄNDIGEN STRUKTUREN
37.  Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Förderung der europäischen Zusammenarbeit zwischen
     den öffentlichen wie auch privaten (staatlichen und nichtstaatlichen) Strukturen, die im
     Jugendbereich tätig oder verantwortlich sind, eine unerläßliche Voraussetzung für die
     Entwicklung einer wirklichen Gcmcinschuflsaktion in diesem Bereich darstellt.
38.  Dabei ist den Verantwortlichen der regionalen und lokalen Stellen besondere Auf-
     merksamkeit zu widmen, die nur wenig oder gar keine Gelegenheit zu Kontakten auf
     europäischer Ebene haben und für die eine solche Aktion ganz gewiß einen Mehrwert
     darstellt.
AKTION D: AUSTAUSCHMABNAHMEN MIT DRITTLÄNDERN
39.  Artikel 126 des EG-Vertrags in der Fassung des Vertrags über die Europäische Union
     sieht nicht nur den Ausbau des Austauschs von Jugendlichen und Jugendbetreuern,
     sondern auch die Zusammenarbeit mit Drittländern vor.
 ---pagebreak--- 40. Im Rahmen des Haushaltstitels für die Vorrangigen Maßnahmen mit Drittländern hat das
    Europäische Parlament die Kommission mit der Aufgabe beauftragt, diese Zusammen-
    arbeit zum Erfolg zu führen. Allerdings konnte die Gemeinschaft auf dieser Ebene
    aufgrund der Tatsache, daß die entsprechenden Tätigkeiten nicht im Rahmen eines
    mehrjährigen Aktionsprogramms, sondern auf Jahresbasis unterstützt wurden, nur
    punktuell tätig werden. Der erwähnte Haushaltstitel ermöglichte es jedoch, das Interesse
    und die Motivation der Jugendorganisationen und Jugendgruppen festzustellen, vor allem
    aber auf die unerläßliche Voraussetzung der Schaffung einer soliden und dauerhaften
    Grundlage in den betreffenden Ländern aufmerksam zu machen.
41. Bei den unter Aktion D vorgeschlagenen Austauschaktivitäten handelt es sich um
    Austauschaktivitäten der Gemeinschaft mit Drittländern, die prinzipiell zwei Kriterien
    entsprechen, dem der Solidarität und dem der Einbeziehung von zwei oder mehr
    Mitgliedstaaten, und die ausdrücklich eine Gemeinschaftsdimension vorsehen.
    Jugendaustauschmaßnahmen, die im Rahmen dieser Aktion geplant sind, entsprechen in
    ihrer Zielsetzung und im pädagogischen Profil den Jugendaustauschaktivitäten, die im
    Rahmen der innergemeinschaftlichen Aktivitäten unterstützt werden.
42. Die Solidarität der Jugendlichen über die Grenzen hinweg und die Befriedigung des
    Bedarfs der Jugendlichen aus Drittländern an praktischen Demokratieerfahrung können
    den Ausschlag zugunsten einer Welt geben, in der die künftigen Generationen von
    Jugendlichen gerne leben werden.
    Das spezifische Ziel von Aktion D, das den allgemeinen Zielen des Programms entspricht,
    besteht also darin, den Jugendlichen aus den Mitgliedstaaten einen besseren Einblick in
    die Situation der Jugendlichen außerhalb der Gemeinschaft zu vermitteln und bei ihnen
    ein Gefühl der Solidarität diesen Jugendlichen gegenüber zu wecken.
43. Die Notwendigkeit einer Konsolidierung der Gemeinschafsaktivitäten zum einen sowie
    der Grundlagen für eine umfassende Entwicklung der Austauschmaßnahmen mit
    Drittländern für die betreffenden Jugendlichen zum anderen veranlaßen die Kommission,
    eine spezifische Aktion für den Austausch mit diesen Ländern vorzuschlagen.
    Wie bei den anderen Aktionen des Programms wird die Kommission gemäß Artikel 5 des
    Beschlusses den Beratenden Ausschuß zu Rate ziehen, um die notwendigen Vorkehrungen
    für eine optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Mittel zu treffen, insbesondere
    im Hinblick auf die Auswahl der Drittländer, für die diese Aktivitäten in Frage kommen
    können.
44. Aufgrund dessen schlägt die Kommission eine Entwicklung in zwei Phasen für alle
    Drittländer vor: diese sieht in den ersten drei Programmjahren eine Einleitungsphase
    (einschließlich einer Evaluation nach Ablauf der ersten beiden Jahre) und während der
    beiden letzten Programmjahre eine Konsolidierungsphase vor.
                                            12
 ---pagebreak--- 45. Die Einleitungsphase müßte es einerseits denjenigen, sowohl in den Mitgliedstaaten als
    auch in den Drittländern, die bereits über Erfahrung im Jugendaustausch verfügen,
    ermöglichen, Fortschritte zu erzielen und es andererseits denjenigen, die keine oder wenig
    Erfahrung besitzen, gestatten, erste Erfahrungen zu sammeln. Ferner muß in dieser ersten
    Phase die Betonung auf der Schaffung oder Konsolidierung der unerläßlichen Grundlagen
    für die Entwicklung des eigentlichen Austauschs liegen, worunter sowohl die Strukturen
    als auch die Humanressourcen zu verstehen sind und was durch eine Übertragung
    entsprechender Erfahrungen und Ausbildungsmaßnahmen geschehen sollte.
46. Die im Verlauf der Einleitungsphase gewonnene Erfahrung und die am Ende des zweiten
    Jahres vorgesehene Evaluation müßten es ermöglichen, die spezifischen Austausch-
    maßnahmen zu bestimmen, die für jede Gruppe von Drittländern während der Kort-
    solidierungsphase entwickelt werden sollten. Für bestimmte Länder wären auch die
    Modalitäten zu untersuchen, die in der Konsolidierungsphase versuchsweise für die
    Strukturen einzuführen wären, die ggf. künftig die Rolle einer Nationalagentur
    übernehmen sollten.
AKTION E: INFORMATION VON JUGENDLICHEN UND FORSCHUNGSTÄTIGKEITEN
             IM JUGENDBEREICH
47. Die Entwicklung und Förderung einer Politik zur Information von Jugendlichen auf
    nationaler, regionaler und lokaler Ebene obliegt natürlich den einzelnen Mitgliedstaaten.
    Auf Gemeinschaftsebene geht es nicht allein darum, einem Bedarf an Informationen über
    die Gemeinschaft gerecht zu werden, sondern auch darum, den Austausch nützlicher
    Informationen vor allem zwischen den Mitgliedstaaten sowie den Austausch von
    einschlägigem Know-how zu fördern, um so den Erfordernissen der Jugendlichen zu
    entsprechen, aber auch zur Verbesserung der für die verschiedenen Zielgruppen
    anzuwendenden pädagogischen Ansätze beizutragen.
48. Die Kommission schlägt daher vor, im Rahmen der dritten Phase des Programms "Jugend
    für Europa" Initiativen für potentielle Multiplikatoren von Informationen einzuleiten,
    sowohl in Form eines entsprechenden Instrumentariums, wie z. B. audiovisuelle Medien
    und Datenbanken, als auch in Form von Informationszentren, wie z. B. die von den
    Mitgliedstaaten eingerichteten Strukturen, die vorhandenen europäischen Netze von
    Jugendinformationszentren oder aber die Jugendherbergen.
49. Die neue Informations- und Kommunikationspolitik der Kommission hat die Rolle der
    Informationsdienste bei Aktivitäten, die von der Aufgabe der allgemeinen Information der
    DG X zu unterscheiden sind, festgelegt. Dies bedeutet für den Jugendbereich : Kohärenz
    im Aktionsrahmen, rationelle Vorgehensweise, Abkehr von jeglichem Gießkannenprinzip
    und langfristige Dauer.
                                              13
 ---pagebreak---     Die Mitteiling der Kommission an den Rat und an das Europäische Parlament über den
    "Aktionsplan zur Information von Jugendlichen" unterstreicht darüber hinaus die
    Bedeutung, die die Kommission Bemühungen zur Information von Jugendlichen auf
    europäischer Ebene beimißt.
    In diesem Kontext ist ferner das Potential einer Zusammenarbeit mit der GD X bei
    Informationskampagnen für Jugendliche über allgemeine Themen, die sie besonders
    betreffen (Drogen, Bekämpfung von Aids, usw.), auszuschöpfen.
50. Schließlich kann eine bedeutende Aktion im Jugendbereich auf Gemeinschaftsebene nicht
    ohne einen spezifischen Vorstoß im Bereich der Forschung konzipiert werden, durch den
    auf die Situation der jungen Europäer aufmerksam gemacht werden kann, aber auch die
    gemeinsamen Interessen ermittelt und berücksichtigt werden können, die die Grundlagen
    der Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich bilden.
51, Wie bei der Information der Jugendlichen möchte sich die Kommission auch hier an die
    Multiplikatoren wenden und den Austausch von Know-how und Informationen zwischen
    den einzelnen Mitgliedstaaten und zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission
    fördern.
52, Die von der Kommission eingeleiteten Initiativen werden somit in erster Linie darauf
    gerichtet sein, eine europäische und multidisziplinare Zusammenarbeit im Bereich der
    Forschung und der Dokumentation über die Situation der Jugendlichen in Europa sowie
    die Erfassung und Verbreitung von Daten zu fördern.
SCHLUSSBEMERKUNGEN
53. Das in dem Vorschlag für den Beschluß und in seinen Anhängen vorgestellte Programm
    "Jugend für Europa III" will die Impulse geben, die für die Entwicklung und Intensivie-
    rung einer wirklichen gemeinschaftsweiten Zusammenarbeit im Jugendbereich erforderlich
    sind.
    Das Programm will auch zu einer neuen Dynamik führen sowie der allgemeinen Aktion
    der Gemeinschaft zugunsten der Jugendlichen eine zusätzliche Dimension verleihen und
    so die im Bereich der Bildung, der Berufsbildung und der Beschäftigung bestehenden
    Maßnahmen ergänzen und für eine grössere Zahl von Jugendlichen, deren Betreuer und
    in diesem Bereich Verantwortlichen auf europäischer und außergemeinschaftlicher Ebene
    eine Ausweitung der Lern-, Experimentier- und Innovationserfahrungen möglich machen.
    In einer Zeit der wirtschaftlichen Rezession und der Arbeitslosigkeit, die in erster Linie
    die Jugendlichen treffen, wird die Glaubwürdigkeit der Gemeinschaftsaktion bei vielen
    Jugendlichen natürlich von ihrer Fähigkeit zur Lösung der die Jugendlichen betreffenden
    wirtschaftlichen und sozialen Probleme abhängen. Sie wird aber auch von der Ver-
    pflichtung der Gemeinschaft zum Dialog mit den Jugendlichen abhängen sowie davon,
    inwieweit sie als Bürger der Gemeinschaft verantwortlich gemacht werden können.
                                            14
 ---pagebreak--- 54. Die im Verlauf der ersten beiden Phasen des Programms "Jugend für Europa" eingeleite-
    ten Austausch- und Mobilitätsmaßnahmen, deren Erfolg allseits anerkannt wurde und die
    durch die Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend ergänzt wurden, haben einem
    umfassenderen Konzept den Weg geebnet, das eine gemeinschaftliche Jugendpolitik auf
    allen Ebenen - also auf der der Jugendlichen, der Jugendbetreuer, der Strukturen und
    deren Verantwortlichen - sowohl innerhalb der Gemeinschaft als auch in den Drittländern
    vorsieht. Mit der dritten Phase von "Jugend für Europa" müßte es möglich sein, dieses
    Ziel zu erreichen.
55. Neben Entwicklungen allgemeinerer Art können der Vorschlag für den Beschluß und
    seine Anhänge in der dritten Phase von "Jugend für Europa" auch beim Kampf gegen
    Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Fortschritte herbeiführen. Die Gemeinschaftsaktion,
    die das Verständnis zwischen den Jugendlichen über die Grenzen hinweg fördert, ist
    unerläßlich, weil sie für die Zukunft Frieden, Zusammenhalt und Solidarität garantiert.
    Der Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit stellt somit einen wesentlichen
    Mehrwert der Gemeinschaftsaktion im Jugendbereich dar.
56. Während der beiden ersten Phasen des Programms "Jugend für Europa" konnte aufgrund
    der sehr umfassenden Dezentralisierung des Programms und des Versuchscharakters einer
    solchen Dezentralisierung auf Gemeinschaftsebene bereits sowohl auf der Ebene der
    Mitgliedstaaten als auch auf der Ebene der Kommission das nun im Vertrag vorgesehene
    Subsidiaritätsprinzip erprobt werden. Außerdem konnte durch die empirische und
    punktuelle Durchführung der Vorrangigen Maßnahmen wenigstens die bei der Durch-
    führung des Programms "Jugend für Europa" gewonnene Erfahrung vervollständigt
    werden.
    Die dritte Phase von "Jugend für Europa", die gleichzeitig die Erfahrung der beiden ersten
    Phasen und der Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend berücksichtigt, muß sich auf die
    Komplementarität zwischen der Aufgabe der Gemeinschaft und der Aufgabe der
    Mitgliedstaaten stützen, welche sich in einer verstärkten Zusammenarbeit mit den
    zuständigen nationalen Behörden und den auf Gemeinschaftsebene im Jugendforum
    vertretenen Jugendorganisationen niederschlägt.
57. Mit dem für einen Zeitraum von 5 Jahren vorgesehenen Haushaltsrahmen von
     157 Millionen ECU könnte eine beachtliche Anzahl von Jugendlichen erreicht werden,
    entweder direkt oder über die Multiplikatorenwirkung aller vorgesehenen Aktionen.
58. Die Gemeinschaft muß den Jugendlichen beweisen, daß ihr politisches Engagement nicht
    hinter den Erwartungen zurückbleibt, die sie in die Beteiligung der Jugendlichen am
    Aufbau Europas setzt.
                                            15
 ---pagebreak---                                      Vorschlag fur einen Beschluß
                             des Europäischen Parlamentes und des Rates
                      über die dritte Phase des Programms "Jugend für Europa"
                        zur Förderung der Entwicklung des Jugendaustauschs
                                und der Aktivitäten im Jugendbereich
                                         in der Gemeinschaft
    DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
    gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
    Artikel 126,
    auf Vorschlag der Kommission(1),
    nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,
    nach Stellungnahme des Ausschusses der Regionen,
    in Erwägung nachstehender Gründe.
    1.    Der Rat hat am 16. Juni 1988 den Beschluß 88/348/EWG über ein Aktionsprogramm
          "Jugend für Europa" zur Förderung des Jugendaustauschs in der Gemeinschaft^ und am
          29. Juli 1991 den Beschluß 91/395/EWG über die zweite Phase dieses Programms^ für
          den Zeitraum vom 1. Januar 1992 bis zum 31. Dezember 1994 angenommen.
    2.    Der Beschluß des Rates Nr. 87/569/EWG vom 1. September 1987 über das Aktions-
          programm für die Berufsbildung Jugendlicher und deren Vorbereitung auf das Er-
          wachsenen- und Erwerbsleben(4) (Petra), geändert durch den Beschluß des Rates
          Nr. 91/387/EWG(5), sieht vor, die Entwicklung von Kreativität, Eigeninitiative und Unter-
          nehmungsgeist der Jugendlichen zu fördern.
        ABl. Nr.
        ABI. Nr.  L 158 vom  25. 6.1988, S. 42.
        ABl. Nr.  L 217 vom   6. 8.1991, S. 25.
        ABl. Nr.  L 346 vom  10.10.1987, S. 31
        ABL  Nr.  L 214 vom   2. 8.1991, S. 69.
                                                  16
(3)
 ---pagebreak--- 3      In dem Beschluß des Rates Nr. 89/489/EWG vom 28. Juli 1989 über ein Aktions-
       programm zur Förderung der Fremdsprachenkenntnisse in der Europäischen Gemeinschaft
       (Lingua)(6) haben die Minister hervorgehoben, daß die Ziele des Programms Jugend für
       Europa ohne Begleitmaßnahmen zur Förderung der Fremdsprachenausbildung nicht in
       vollem Umfang erreicht werden können; im übrigen sieht dieses Lingua-Programm
       Beihilfen nur für Projekte vor, die in Lehranstalten durchgeführt werden.
4.     Mit der Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister vom 26. Juni 1991
       über vorrangige Maßnahmen für die Jugend(7) wird der Wunsch bekräftigt, die Zusammen-
       arbeit im Bereich des Austausches und der Mobilität von Jugendlichen mit den EFTA-
       Ländern und den Ländern Mittel- und Osteuropas sowie im Rahmen des Nord-Süd-
       Dialogs anhand der im Rahmen dieses Programms gesammelten Erfahrungen zu
       verstärken.
  5.   Das Europäische Parlament hat zu verschiedenen Anläßen die Entwicklung von
       Aktivitäten und Programmen, die auf Gemeinschaftsebene im Jugendbereich durchgeführt
       werden, aktiv unterstützt, insbesondere in seinem Bericht vom 24. Mai 1991 über "Die
       Gemeinschaftspolitiken und ihre Auswirkungen auf die Jugend ".
6.     In den Schlußfolgerungen des Europäischen Rates vom 11. und 12. Dezember 1992 in
       Edinburgh und vom 20. und 21. Juni 1993 in Kopenhagen wird unterstrichen, daß
       einerseits Aktivitäten, die zur Entwicklung der Selbständigkeit und der Kreativität von
       Jugendlichen beitragen, zu fördern sind, und daß andererseits wirksame Maßnahmen zur
       Bekämpfung der Ausgrenzung und des Rassismus mit Nachdruck ergriffen werden
       müssen, insbesondere im Bildungsbereich.
7.     Jugendaustausch maßnahmen stellen ein geeignetes Mittel dar, um die kulturelle Vielfalt
       der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft besser kennenzulernen und zu verstehen. Damit
       tragen sie zur Stärkung der Gemeinschaft unter dem Blickwinkel der Solidarität bei. In
       diesem Zusammenhang kann die Beteiligung der Jugendlichen an der Vorbereitung,
       Durchführung und am Foliow-up ihrer Projekte dazu genutzt werden, die Beziehungen
       zwischen den Jugendlichen in der Gemeinschaft im Rahmen einer aktiven Staatsbürger-
       schaft zu verstärken.
8.     In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die aktive Teilnahme von benachteiligten
       Jugendlichen an diesen Aktivitäten zu fördern und dabei gezielte Maßnahmen für
       Jugendbetreuer zu unterstützen. Auf der Grundlage der gewonnenen Erfahrungen
       beinhaltet ein Aktionsprogramm auf Gemeinschaftsebene einen europäischen Mehrwert.
(6)
     ABl. Nr. L 239 vom 16. 8.1989, S. 24.
(7)
     ABl. Nr. C 208 vom 9. 8.1991, S. 1.
                                               17
 ---pagebreak--- 9.    In der Mitteilung der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament vom
      2. September 1992 über den "Aktionsplan zur Information der Jugendlichen in Europa"
      wird bestätigt, welche Bedeutung die Bemühungen um eine Information der Jugendlichen
      auf europäischer Ebene für die Gemeinschaft haben.
10.   Der innere Zusammenhang zwischen den im Rahmen dieses Programms und den im
      Rahmen der Sozialpolitik, der Bekämpfung des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit
      und der Zusammenarbeit mit Drittländern durchgeführten Aktivitäten muß verstärkt
      werden.
11.   Die Aktivitäten der Gemeinschaft entwickeln sich im Rahmen der im Artikel 126 des
      Vertrags festgelegten Ziele im Jugendbereich: Förderung des Ausbaus des Jugend-
      austausches und des Austausches von Jugendbetreuern sowie Zusammenarbeit mit
      Drittländern.
12.   Für die Durchführung dieses Programms ist es erforderlich, sich auf die von den
      Mitgliedstaaten benannten dezentralisierten Strukturen zu stützen, um die Zusammenarbeit
      mit den für die Jugendpolitik zuständigen politischen Stellen zu verstärken, unter
      ständiger Beachtung des Subsidiaritätsprinzips, wie im Artikel 126 des Vertrags
      festgelegt -
BESCHLIESSEN:
Artikel 1: Aufstellung des Programms Jugend für Europa III
1.    Durch diesen Beschluß wird das Gemeinschaftsprogramm "Jugend für Europa III" im
      folgenden als "das Programm" genannt, im Bereich des Jugendaustauschs innerhalb der
      Gemeinschaft und mit Drittländern sowie im Bereich der Jugendpolitik aufgestellt.
      Das Programm wird für den Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 1999
     verabschiedet.
2.    Im Sinne dieses Beschlusses sind unter der Bezeichnung "Jugendpolitik" alle zugunsten
      der Jugendlichen von den Mitgliedstaaten ergriffenen Maßnahmen zu verstehen, die in
     dem spezifischen pädagogischen Kontext der Jugendarbeit die nachstehenden Ziele
     verfolgen:
     - Schaffung von Möglichkeiten für Jugendliche und Ermutigung der Jugendlichen, in der
         Gesellschaft und ihren Institutionen eine aktive Rolle zu übernehmen;
      - Förderung der Unabhängigkeit und Kreativität der Jugendlichen sowie ihres Unter-
         nehmungsgeistes, insbesondere im sozialen, staatsbürgerlichen, kulturellen und im
         Umweltbereich;
      - Schaffung von Möglichkeiten für Jugendliche, ihrer Meinung zur Gesellschaftsordnung
         Ausdruck zu verleihen und Förderung ihrer Berücksichtigung durch die betreffenden
         staatlichen Stellen;
                                               18
 ---pagebreak---       - Bekämpfung aller Formen der Ausgrenzung, einschließlich Rassismus und Fremden-
         feindlichkeit;
      - Förderung der Fähigkeit der jugendlichen, sich der der Unterschiedlichkeit der
         Kulturen innewohnenden Werte bewußt zu werden und diese anzuerkennen;
      - Befähigung der Jugendlichen, die Idee der Gemeinschaft als integrierenden Bestandteil
         ihres sozialen, kulturellen und politischen Umfelds zu begreifen.
3.    Projekte im Rahmen des Unterrichtswesens oder der beruflichen Bildung fallen nicht unter
      das Programm.
Artikel 2: Ziele des Programms
1.    Die Hauptzielsetzung des Programms besteht darin, einen Beitrag zur Entwicklung einer
      Erziehung auf hohem Niveau zu leisten, und zwar durch Austauschmaßnahmen innerhalb
      der Gemeinschaft und damit zusammenhängende ergänzende Aktivitäten im Bereich der
      Jugendpolitik sowie durch Austausch mit den Drittländern, mit denen die Gemeinschaft
      Kooperationsabkommen abgeschlossen hat.
2.    In diesem Zusammenhang verfolgt das Programm die folgenden spezifischen Ziele:
      a) Förderung des Austauschs von Jugendlichen im Alter von 15-25 Jahren, die ihren
         ständigen Wohnsitz in der Gemeinschaft haben;
      b) Unterstützung von innovativen Projekten und Initiativen von Jugendlichen für Jugend-
         liche, die es ihnen ermöglichen, eine aktive, gesellschaftlich anerkannte Rolle zu
         spielen und ihre persönlichen Fähigkeiten, ihre Kreativität, ihre Solidarität und ihre
         Selbständigkeit zu entwickeln;
      c) Schaffung von Möglichkeiten für Jugendliche, aus gemeinsamen Aktionen auf
         Gemeinschaftsebene, die den allgemeinen Zielen der Jugendpolitik auf einzelstaatlicher
         oder gemeinschaftlicher Ebene entsprechen, Nutzen zu ziehen;
      d) Intensivierung der Kooperation der Mitgliedstaaten untereinander und deren
         Zusammenarbeit mit der Kommission durch einen Meinungsaustausch sowie durch
         gemeinsame Initiativen auf Gemeinschaftsebene, und somit Unterstützung der
         Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen um eine qualitative Verbesserung der
         Dienstleistungen und Maßnahmen zugunsten von Jugendlichen, insbesondere durch den
         Aufbau von Aktivitäten zur Information der Jugendlichen;
      e) Förderung des Austauschs mit Jugendlichen aus Drittländern.
                                                19
 ---pagebreak--- Artikel 3: Positive Aktion für benachteiligte Jugendliche
1.    Mit besonderer Aufmerksamkeit soll darauf geachtet werden, daß benachteiligte Ju-
      gendliche einen leichteren Zugang zu den Maßnahmen des Programms erhalten und daß
      die Qualität der auf diese Zielgruppe ausgerichteten Projekte verbessert wird.
      Als "benachteiligte Jugendliche" werden die jungen Menschen bezeichnet, für die es am
      schwierigsten ist, an den bestehenden Austauschprogrammen sowohl auf Gemeinschafts-
      ebene als auch auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene teilzunehmen, sei es aus
      kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen, physischen, geistigen oder geographischen Gründen.
2.    Die Kommission und die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß mindestens ein Drittel
      der im Rahmen der im Anhang festgelegten Aktionen A, B und C zugewiesenen Mittel
      zugunsten der benachteiligten Jugendlichen eingesetzt wird und daß im Rahmen der
      Aktionen D und E vergleichbare Bemühungen unternommen werden.
Artikel 4: Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten
1.    In diesem Zusammenhang unterstützt die Kommission die Mitgliedstaaten in ihren
      Bemühungen, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere im Hinblick auf die
      Strukturen, die zur Verwirklichung der dargestellten Programmziele und zur Gewähr-
      leistung der Evaluation und des Follow-up der in dem Programm vorgesehenen Aktionen
      eingerichtet wurden, und um die Konzertierungs- und Auswahlmechanismen anzuwenden.
2.    Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten auch bei ihren Bemühungen, die
      Jugendpolitik in den Regionen zu entwickeln, in denen gewöhnlich entsprechende
      Möglichkeiten nur in geringem Umfang bestehen.
3.    Die Mitgliedstaaten bemühen sich darum, soweit wie möglich die erforderlichen
      Maßnahmen zu ergreifen, damit die Jugendlichen, die an Austauschaktionen oder an
      transnationalen Aktivitäten im Rahmen des Programms teilnehmen, ihre Rechte,
      insbesondere die sozialen Rechte, nicht verlieren.
Artikel 5: Ausschuß
Der Kommission steht ein Beratender Ausschuß zur Seite, der sich aus Vertretern der
Mitgliedstaaten zusammensetzt und dessen Vorsitz der Vertreter der Kommission führt. Je ein
Vertreter des Europarats und des Jugendforums der Europäischen Gemeinschaft nehmen an den
Beratungen des Ausschusses als Beobachter teil.
Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden
Maßnahmen. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist
ab, die der Vorsitz unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage - falls
erforderlich durch eine Abstimmung - festsetzen kann.
                                                 20
 ---pagebreak--- Die Stellungnahme des Ausschusses wird in das Protokoll aufgenommen; darüber hinaus hat
jeder Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird.
 Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses und
unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt hat.
Artikel 6: Durchführung
 1.   Die Kommission gewährt die Durchführung des Programms.
2.    Die Entscheidungen über die allgemeine Ausgewogenheit zwischen den am Programm
      teilnehmenden Mitgliedstaaten sowie in bezug auf die verschiedenen Formen von
      Aktionen, werden gemäß dem in Artikel 5 festgelegten Verfahren getroffen.
Artikel 7; Zusammenhang mit sonstigen Gemeinschaftsaktionen
Die Kommission und die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß dieses Programm und sonstige
jugendbezogene Aktionen der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft miteinander vereinbar sind
und einander ergänzen.
Artikel 8: Follow-up und Evaluation
 Die Kommission trifft die für das Follow-up und für die kontinuierliche Evaluation des
Programms erforderlichen Maßnahmen.
Im dritten Jahr des Programms legt die Kommission einen Evaluationsbericht über die beiden
ersten Jahre der Programmdurchführung vor.
Cieschehen zu Brüssel am
          Im Namen des Europäischen Parlamentes            Im Namen des Rates
          Der Präsident                                    Der Präsident
                                              21
 ---pagebreak---                                          ANHANG
1.  Mit fünf Hauptaktionen mit jeweils spezifischen Zielsetzungen werden die in Artikel 2
    festgelegten allgemeinen Ziele verfolgt, damit ein stärkerer innerer Zusammenhang der
    verschiedenen Aktivitäten im Jugendbereich gewährleistet wird:
    1) Aktion A: Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft, die Jugendliche unmittelbar
                   einbeziehen
    2) Aktion B: Jugendbetreuer
    3) Aktion C: Zusammenarbeit zwischen den in den Mitgliedstaaten zuständigen
                   Strukturen
    4) Aktion D: Austauschmaßnahmen mit Drittländern
    5) Aktion E: Information von Jugendlichen und Forschungstätigkeiten im Jugendbereich
2.  AKTION A: MAßNAHMEN INNERHALB DER GEMEINSCHAFT,                                       DIE
                   JUGENDLICHE UNMITTELBAR EINBEZIEHEN
2.1 Mitwirkung, Initiative und Solidarität stellen die Grundlagen der spezifischen Zielsetzun-
    gen von Aktion A dar, die auf zwei Hauptschwerpunkte ausgerichtet ist:
    Aktion A.I: Austausch und Mobilität von Jugendlichen
    Aktion A.II: Eigeninitiative, Kreativität und Solidarität von Jugendlichen
22  Aktion A.I: AUSTAUSCH UND MOBILITÄT VON JUGENDLICHEN
    1. Die Gemeinschaft wird ihr System direkter finanzieller Beihilfen weiterentwickeln, und
       zwar für bi- und multinationale Austauschmaßnahmen und Begegnungen von
       mindestens einwöchiger Dauer, die auf der Grundlage gemeinsamer Projekte innerhalb
       der Gemeinschaft unter Einbeziehung von Gruppen von Jugendlichen von 15 bis
       25 Jahren, die in zwei oder mehr Mitgliedstaaten ihren ständigen Wohnsitz haben,
       basieren, unter Ausschluß von Projekten im Rahmen des Unterrichtswesens oder einer
       beruflichen Ausbildung.
    2. Besondere Aufmerksamkeit muß dabei der Abstimmung dieser Projekte mit sonstigen
       im Rahmen dieses Programms vorgesehenen jugendbezogenen Aktivitäten gewidmet
       werden.
    3 Die finanzielle Unterstützung für Austauschmaßnahmen im Rahmen dieser Aktion
       sollte, abgesehen von den Bestimmungen von Ziffer 5, höchstens 50 % der ent-
       standenen Gesamtkosten (Reisen und Programm) ausmachen.
                                             22
 ---pagebreak---    4. Nach Beratungen mit den Mitgliedstaaten - und auf der Grundlage von Faktoren wie
      geographische Entfernung, Wiederherstellung der Ausgewogenheit der Austausch-
      bewegungen unter Berücksichtigung der sprachlichen Gegebenheiten in den Mitglied-
      staaten, Bruttosozialprodukt jedes Teilnahmelandes usw.- trägt die Berechnung der
      Verteilung der Zuschüsse der Tatsache Rechnung, daß die Ausgewogenheit der
      Austauschbewegungen und die Chancengleichheit der Zugangsmöglichkeiten der
      Jugendlichen aus jedem einzelnen Land gewährleistet werden.
   5. Im Rahmen der positiven Aktionen für Jugendliche, die in geographischer, geistiger,
      körperlicher, kultureller, sozialer oder wirtschaftlicher Hinsicht benachteiligt sind,
      reserviert die Kommission über den Mindestsatz von 30 % der gemäß Artikel 3 dieses
      Beschlusses für diese Aktion zugewiesenen und für benachteiligte Jugendliche
      bestimmten Mittel hinaus die Mittel, um die finanziellen Beihilfen zu ermöglichen, die
      über die unter Ziffer 3 festgelegten 50 % hinausgehen, oder um, falls erforderlich,
      sonstige Aktivitäten zu unterstützen, die geeignet sind, die Mitwirkung benachteiligter
      Jugendlicher zu begünstigen.
23 Aktion A.ll: EIGEN BN ITIATIVE, KREATIVITÄT UND SOLIDARITÄT VON
                   JUGENDLICHEN
   A.M. I: Jtigeiidiuiüuuveu
   1. Die Gemeinschaft unterstützt Projekte, in deren Rahmen Jugendliche aktiv und
      unmittelbar an innovatorischen und kreativen Initiativen sowie an solchen Initiativen
      beteiligt sind, die sich an der Solidarität der Jugendlichen auf lokaler, regionaler,
      nationaler oder europäischer Ebene ausrichten.
   2. Derartige Aktivitäten können mit Austausch- und Mobilitätsmaßnahmen verbunden
      sein, die als Teil von Aktion A.I unterstützt werden, sei es, weil sie die erste Phase
      derartiger Maßnahmen darstellen oder weil sie deren Abschluß bilden.
   3. Die Initiativen zur Bekämpfung jeder Art von Ausgrenzung müssen in besonderer
      Weise ermutigt und angeregt werden.
   4. Darüber hinaus sollen Initiativen kultureller und künstlerischer Art von Jugendlichen
      auf Gemeinschaftsebene besondere Aufmerksamkeit erfahren.
   5. Jugendinitiativen können über zwei aufeinanderfolgende Jahre hinweg unterstützt
      werden, wobei zum einen Beihilfen für Projekte auf lokaler, regionaler oder nationaler
      Ebene und die Einführung des transnationalen Elements und zum anderen Beihilfen
      für die tatsächliche Gründung von Partnerschaften oder die Einrichtung von
      Kooperationsnetzen gedeckt werden.
                                            23
 ---pagebreak---     A.II.2: Pmktika im Rahmen des freiwilligen Dienstes
    1. Die Gemeinschaft unterstützt länderübergreifende Projekte, die es Jugendlichen
       ermöglichen sollen, in einem anderen Mitgliedstaat Praktika im Rahmen des
       freiwilligen Dienstes abzuleisten. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, bei den
       Jugendlichen das Gefühl der Solidarität zu entwickeln, eine Form der sozialen
       Kreativität bei jungen Menschen in der Gemeinschaft zu fördern und ihnen die
       Möglichkeit zu verschaffen, mit neuen Formen einer Arbeit zu experimentieren, die
       zum "Wohl" der Gemeinschaft beiträgt.
    2. Wie die im Rahmen von Aktion II. I, unterstützten Jugendinitiativen können auch diese
       Aktivitäten eine Verbindung mit den im Rahmen von Aktion A.I unterstützten
       Austausch- und Mobilitätsmaßnahmen aufweisen, insofern sie deren Anfangsphase oder
       Abschluß darstellen.
    3. Die Gemeinschaft sorgt auch dafür, in einer Einleitungsphase die Netze für eine
       Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zu entwickeln und die Einrichtung der angemesse-
       nen Infrastrukturen anzuregen.
       In dieser Einleitungsphase soll der Vorrang Studienaufenthalten, Praktika in
       bestehenden Einrichtungen, Kontaktseminaren und einschlägigen Pilotprojekten unter
       unmittelbarer Beteiligung von Jugendlichen eingeräumt werden.
    4. Diese Bestimmung betrifft nicht den Zivildienst oder eine als Ersatz für den obligatori-
       schen Wehrdienst vorgesehene Arbeit.
3.  AKTION B: JUGENDBETREUER
3.1 Außer den Aktivitäten unter unmittelbarer Beteiligung von Jugendlichen unterstützt die
    Gemeinschaft auch Jugendbetreuer, die unmittelbar mit der Jugendarbeit beauftragt sind
    oder deren Arbeit auf diese ausgerichtet ist, sowie für deren Ausbilder vorgesehene
    Aktivitäten.
3.2 Der Begriff "Jugendbetreuer" bezieht sich auf Personen, die mit der Jugendarbeit gemäß
    der vorstehenden Definition befaßt sind und in einem Arbeitsverhältnis oder ehrenamtlich
    außerhalb des Unterrichtswesens oder einer beruflichen Ausbildung unmittelbar mit
    Jugendlichen arbeiten
    Es kommen zwei Kategorien von Aktivitäten in Frage;
                                            24
 ---pagebreak--- 3.3 Aktion B.I:    Indirekte Unterstützung für Aktion A
    i)    Maßnahmen (insbesondere kurze Studienaufenthalte, Vergabe von Stipendien an
          Partner, Kontaktseminare), die zum einen der Suche nach Partnern und/oder der
          Einleitung von Austausch- oder Kooperationsprojekten dienen sollen und die zum
          anderen die Betreuer mit der sozialen Realität in der Gemeinschaft und der
          Situation der Jugendarbeit in den verschiedenen Mitgliedstaaten vertraut machen
          sollen;
    ii)   Ausbildung der Jugendbetreuer, und zwar vorrangig solcher, die mit benachteiligten
          Jugendlichen arbeiten.
3.4 Aktion B.1I: Direkte Unterstützung für die europäische Zusammenarbeit bei der Aus-
                   bildung der Jugendbetreuer
    i)    Maßnahmen (insbesondere Studienaufenthalte, Seminare, Praktika), die dem
          Meinungs- und Informationsaustausch zwischen den in den Mitgliedstaaten für die
          Ausbildung der Jugendbetreuer Verantwortlichen dienen sollen;
    ii)   Maßnahmen (insbesondere Entwicklung von gemeinsamen Ausbildungsmodulen in
          Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten, Ausarbeitung von Ausbildungsmaterial
          für Jugendbetreuer, Studien), mit denen eine gemeinschaftsbezogene Dimension der
          Aus- und Weiterbildung der Jugendbetreuer gefördert werden sollen.
4.  AKTION C: ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN DEN IN DEN MITGLIEDSTAATEN
                   ZUSTÄNDIGEN STRUKTUREN
4.1 Es werden Zuschüsse für Maßnahmen (insbesondere Studienaufenthalte, Seminare,
    Praktika) gewährt, deren Zweck darin besteht, die Zusammenarbeit zwischen den
    zuständigen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen der Mitgliedstaaten zu fördern, die im
    Jugendbereich tätig sind.
4.2 Die im Rahmen dieser Aktion unterstützten Maßnahmen betreffen die in Jugendverbänden
    oder in für Jugendfragen zuständigen Behörden Verantwortlichen.
4.3 Besonderes Augenmerk ist auf die Verantwortlichen von regionalen und lokalen Stellen
    zu richten.
4.4 Die Kommission reserviert Mittel, um Pilotprojekte zu unterstützen, mit denen
    multilaterale Netze von zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten aufgebaut werden sollen.
5.  AKTION D: AUSTAUSCHMA BN AHMEN MIT DRITTLÄNDERN
5.1 Die Gemeinschaft unterstützt Jugendaustauschmaßnahmen mit Ländern außerhalb der
    Gemeinschaft.
                                             25
 ---pagebreak--- 5.2 Während der ersten drei Jahre der Laufzeit des Programms (Einleitungsphase) können
    Zuschüsse für folgende Maßnahmen gewährt werden:
    a) Jugendaustausch vorhaben wie die im Rahmen von Aktion A.I dieses Beschlusses
        unterstützten Projekte und Pilotaustauschprojekte;
    b) Vorhaben, mit denen feste und dauerhafte Grundlagen für eine Verbesserung der
        Qualität dieser Austauschvorhaben und ihre Diversifizierung gelegt werden sollen.
        Diese Maßnahmen betreffen Jugendbetreuer und die Verantwortlichen der für die
        Jugendarbeit zuständigen Stellen sowie den Informationsbereich.
5.3 Während der letzten beiden Jahre der Laufzeit des Programms (Konsolidierungsphase) soll
    der Vorrang Vorhaben gegeben werden, an denen Jugendliche unmittelbar beteiligt sind
    und deren Formen und Durchführungsmodalitäten unter Berücksichtigung der Ergebnisse
    der Evaluation für die Vorbereitungsphase und der Ergebnisse der allgemeinen Evaluation
    des Programms angepaßt werden müssen.
6.  AKTION E: INFORMATION VON JUGENDLICHEN UND FÖRSCHUNGSTÄTIG-
                    KEITEN IM JUGENDBEREICH
6.1 Die Kommission kann Maßnahmen ergreifen, die die Durchführung von Kooperations-
    aktivitäten auf europäischer Ebene im Bereich Information von Jugendlichen und
    Forschung im Jugendbereich fördern und vorantreiben sollen.
6.2 Bei der Information der Jugendlichen kommt der Gemeinschaft eine wichtige Rolle bei
    der Unterstützung von Multiplikatoren zu; sie richtet ihre Tätigkeit im wesentlichen an
    fünf Hauptschwerpunkten der Arbeit aus:
    - Entwicklung der Kapazitäten der von den Mitgliedstaaten zur Verbreitung von
        Informationen für Jugendliche eingerichteten Strukturen;
    - Nutzung der vorhandenen Informationsnetze für Jugendliche auf europäischer Ebene;
    - Aufbau von Jugendmediennetzen, deren Zielgruppe Jugendliche sind und/oder die von
        Jugendlichen betrieben werden;
    - Nutzung der Medien zur Verwirklichung der Programmziele;
    - Vernetzung und Nutzung von Datenbanken.
6.3 Bei der Forschung im Jugendbereich richtet die Gemeinschaft ihre Bemühungen auf die
    Analyse und Verbreitung von Daten sowie auf deren Verwertung in der sozio-ökonomi-
    schen Forschung, auf die Förderung des Austauschs von Know-how zwischen den
    Mitgliedstaaten sowie zwischen diesen und der Kommission und auf die Förderung der
    gemeinschaftlichen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.
6.4 Die Gemeinschaft arbeitet eng mit dem Europarat und den internationalen Organisationen
    zusammen, die auf dem Gebiet der Information der Jugendlichen und der Jugendforschung
    tätig sind.
                                             26
 ---pagebreak---                                    JETZIGER STAND                                                VORGESCHLAGENER STAND
   A. JUGEND FÜR EUROPA                                                                            JUGEND FÜR EUROPA III
    1.       Austauschmaßnahmen
   2.        Kurze Studienaufenthalte                                              AKTION A
   3.        Aktivitäten des freiwilligen Dienstes
   4.        Ausbildung                                                            Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft, die Jugendliche unmittelbar
                                                                                  einbeziehen
   B. VORRANGIGE MAßNAHMEN FÜR DIE JUGEND                                          *       A.I. Austausch und Mobilität von Jugendlichen
    1.       Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen den für die Jugendarbeit      *       A.II. Eigeninitiative, Kreativität und Solidarität von
             zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten                                            Jugendlichen (A3, B3, B6, Cl)
             Information von Jugendlichen
             Förderung der Eigeninitiative und Kreativität der Jugendlichen       AKTION B
             Zusammenarbeit bei der Ausbildung der Jugendbetreuer, insbesondere
             hinsichtlich der europäischen Dimension dieser Ausbildung            Jugendbetreuer (A2, A4, B4)
             Unterstützung von Initiativen von gemeinschaftsweitem Interesse, die
             von Jugendorganisationer. entwickelt worden sind                     AKTION C
-J           Bewilligung von Zuschüssen für den Jugendkulturaustausch in der
             Europäischen Gemeinschaft                                            Zusammenarbeit zwischen den in den Mitgliedstaaten zuständigen
             Austauschvorhaben mit Drittländern ( Mittel- und Osteuropa,          Strukturen (BI, B5)
             Lateinamerika, Ländern des Mittelmeerraums)
                                                                                  AKTION D
   C. PETRA
   1.        Jugendinitiativprojekte                                              Austauschmaßnahmen mit Drittländern (B7, D)
   D. TEMPUS                                                                      AKTION E
   1.        Jugendaustausch
   2.        Studienaufenthalte                                                   Information von Jugendlichen und Forschungstätigkeiten im
   3.        Ausbildung                                                           Jugendbereich (B2,E)
   E. Informationsdienst über das Programm und andere
   Gern ein schaftsaktion en in Zusammenarbeit mit der DG X
 ---pagebreak---                                      FINANZBOGEN
1.  BEZEICHNUNG DER MAßNAHME
    Jugend für Europa
2.  HAUSHALTSLINIE
    B3-101-Jugendpolitik (ehemalige Titel B3-1010 und B3-1011)
3.  RECHTSGRUNDLAGE
    Beschluß des Rates Nr. 94/.../EWG vom .. .. 94 (ABl. Nr. L .794),
4.  BESCHREIBUNG DER MAßNAHME
4.1 Allgemeines Ziel der Maßnahme
    Das Hauptziel des Programms Jugend für Europa III besteht darin, einen Beitrag zur
    Entwicklung einer Erziehung auf hohem Niveau zu leisten, und zwar durch Austau-
    schmaßnahmen im umfassenden Sinne des Wortes innerhalb der Gemeinschaft und damit
    zusammenhängende ergänzende Aktivitäten im Bereich der Jugendpolitik sowie durch
    Austausch mit den Drittländern, mit denen die Gemeinschaft Kooperationsabkommen
    abgeschlossen hat.
    Die im Rahmen von Jugend für Europa III vorgesehenen Maßnahmen haben ihren
    Ursprung im informellen Erziehungsbereich sowie in einem Politikbereich, der auf
    Jugendliche als soziale Gruppe ausgerichtet ist und als "Jugendpolitik" gekennzeichnet
    werden könnte. Diese Maßnahmen, die ergänzenden Charakters sind im Hinblick auf eher
    formelle Maßnahmen im Erziehungs- und Bildungsbereich und die eher sektorieller Politik
    zuzuordnen sind, können angesichts der Unterschiede im Hinblick auf Zielgruppen, Ziele
    und nationale Zuständigkeiten nicht in diesem selben Rahmen vorgesehen werden. Sie
    erfordern deshalb ein besonderes Programm.
    Indem die Kommission dieses Programm vorschlägt, befindet sie sich in Überein-
    stimmung mit ihrem Vorgehen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, wie
    in der Arbeitsunterlage "Leitlinien für die Gemeinschaftsaktion im Bereich Allgemeine
    und Berufliche Bildung" dargelegt (Kom(93) 183 endg.).
    In diesem Zusammenhang verfolgt das Programm die folgenden Ziele:
    a) Förderung des Jugendaustauschs in der Europäischen Gemeinschaft zugunsten einer
       wachsenden Zahl von Jugendlichen im Alter von 15-25 Jahren, die ihren Wohnsitz in
       der Europäischen Gemeinschaft haben;
                                            28
 ---pagebreak---     b) Unterstützung von Projekten und Initiativen von Jugendlichen für Jugendliche, die es
       ihnen ermöglichen, eine aktive, gesellschaftlich anerkannte Rolle zu spielen und ihre
       persönlichen Fähigkeiten, ihre Kreativität, ihre Solidarität und ihre Selbständigkeit zu
       entwickeln;
    c) Schaffung von Möglichkeiten für Jugendliche, aus gemeinsamen Aktionen auf
       Gemeinschaftsebene, die den allgemeinen Zielen der Jugendpolitik auf einzelstaatlicher
       oder gemeinschaftlicher Ebene entsprechen, Nutzen zu ziehen;
    d) Intensivierung der Kooperation unter den Mitgliedstaaten und deren Zusammenarbeit
       mit der Kommission durch einen Erfahrungsaustausch sowie durch gemeinsame
       Initiativen auf Gemeinschaftsebene, und somit Unterstützung der Mitgliedstaaten bei
       ihren Bemühungen um eine qualitative Verbesserung der Dienstleistungen und
       Maßnahmen zugunsten von Jugendlichen, insbesondere durch den Aufbau von
       Aktivitäten zur Information der Jugendlichen;
    e) Förderung des Austauschs mit Jugendlichen aus Ländern außerhalb der Gemeinschaft,
       wobei feste und dauerhafte Grundlagen für eine Verbesserung der Qualität und eine
       Diversifizierung der Austauschaktionen gelegt werden sollen.
4.2 Dauer der Maßnahme und vorgesehene Bestimmungen über ihre Erneuerung oder
    Verlängerung
    Fünfjähriges Aktionsprogramm (1995 - 1999)
    Erneuerung je nach Ergebnissen der Programmauswertung
5.  EINSTUFUNG DER AUSGABEN/EINNAHMEN
5.1 NOA
5.2 GM
5.3 Betroffene Einnahmen: entfällt
6.  ART DER AUSGABEN/EINNAHMEN
6.1 100%iger Zuschuß: nein
6.2 Zuschuß zwecks Kofinanzierung mit anderen öffentlichen und/oder privaten Geldgebern:
    Ja, die Projekte werden normalerweise zu höchstens 50 % kofinanziert; bei Projekten für
    benachteiligte Jugendliche kann der Gemeinschaftsbeitrag bis zu 75 % der Kosten
    betragen.
7.  FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN
7.1 Berechnungsweise für die Gesamtkosten der Maßnahme (Angabe der Kosten je Einheit)
    Aufschlüsselung gemäß Anhang zum Vorschlag für einen Beschluß des Rates.
                                           29
 ---pagebreak--- 7.2             Aufschlüsselung nach Kostenelementen
                                                                                       in Millionen Ecu zum jeweiligen Kurs
                                                                                                                            ,-,,,,, |—.. _._—
                    Aufzchlüsselung                  Haushaltsjahr 199S  1996               1997              1998                            Insgesamt
                                                                                                                                     1999
 Aktion A - Innergemeinschaftuche Aktivitäten               14,5         15,2               15,9              17,0                   17,4         80,0
 unter unmittelbarer Beteiligung von Jugendlichen:
 Austausch und Mobilität von Jugendlichen;
 Jugendinitiativen, Praktika im rahmen des
 freiwilligen  Dienstes,
  Aktion U - JugviidK-lreuer iiuiucklc UniciStüt-             2.»         -Ï.4                2.450            2,0                    2.7         12.450
  zung für Aktion A - kurze Studienaufenthalte,
  Vergabe von Stipendien an Partner, Kontaktsemi-
 narc, Ausbildung der Betreuer, Maßnahmen zur
  verstärkten sprachlichen Bildung der Betreuer.
 Direkte Unterstützung für die europäische Zu-
 sammenarbeit bei der Ausbildung der Betreuer -
  Studienaufenthalte; Seminare; Praktika mit prakti-
  scher Arbeit; Entwicklung von gemeinsamen
 Ausbildungsmodulen; Ausbildungsmaterial für
 Betreuer; Studien.
  Aktion C - Zusammenarbeit zwischen den zu-                  0,5         0,550               0,650            0,8                    0,9          3,4
 ständigen Stellen der Mitgliedstaaten: Studien-
 auf enthalte, Seminare; Praktika mit praktischer
  Arbeit, Pilotprojckle.
 Aktton D Austauschmaßnahmen mit Drittländern                 6,5         7.5                 8,5              9,8                   11,0         43,3
 - Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika, Mittel-
 meerländer • Austauschmaßnahmen: Studienauf-
  enthalte. Praktika mit praktischer Arbeit; Aus
 bildungspraktika; Seminare; Konferenzen; Aus-
 arbeitung von entsprechendem Material und
 Informationskampagnen.
  Aktion E: Information der Jugendlichen und For-             1.5         1,550               1,6              1,7                    1,8          8,150
  schung auf dem Gebiet der Jugend - Entwicklung
  der Verbreitung    von Informationen für Jugend-
  liche, europäische Netze fur die Information von
  Jugendlichen; Mediennetze für      Jugendliche;
  Vernetzung und Nutzung der Datenbanken.
  BegteHnttSnahmen: - Zur Durchfuhrung des                    1,7         1,8                 1,9              2.1                    2,2          9,700
  Systems für Beihilfen und Zuschüsse erforderli-
 che technische Sachkenntnisse und Unterstützung;
 Unterstützung der Tätigkeiten der nationalen
 Agenturen; Sachv ersttndigentagungen,
 Konferenzen
 INSOliSAMT                                                  27,0       .!'),<)             .41.0             «4.11                  »0.0        IS/.O
                                                                                '-• 1—  -,•!-, ".•••-' ' • ''
                                                                          30
 ---pagebreak--- Anmerkungen
Das Budget 1995 kann in Übereinstimmung mit dem Budget 1994 (letztes Jahr des
Programms Jugend für Europa II) gesehen werden, wenn man die Zahlen des Vorentwurfs
des Haushaltsplanes für 1994 folgendermaßen nimmt:
    Vorentwurf des Haushaltsplanes 1994
    (Titel B3-1010 und B3-1011)                                    14,5
    Einbezug von Programmelementen in Jugend für Europa III,
    die bereits bestehen, aber außerhalb des Programms Jugend
    für Europa II finanziert werden
    (Finanzierung durch interne Reorganisation)                     5,5
                                                                   20,0
Der Unterschied zwischen diesem Betrag von 20,0 Millionen ECU und dem Budget für
1995 (27,0 Millionen ECU) entspricht der erwarteten qualitativen und quantitativen
Entwicklung von Jugend für Europa III gegenüber Jugend für Europa II. Es handelt sich
um:
     1 Million ECU zusätzlich für Aktion A, um angesichts einer Erweiterung, die die
    Aspekte periphärer Lage im Programm berücksichtigt und Gefahr läuft, die
     augenblicklichen Mitgliedstaaten zugunsten neuer zu benachteiligen, das aktuelle
    Niveau von Austauschmaßnahmen der augenblicklichen Mitglied- Staaten der
     Gemeinschaft zu sichern;
     1 Million ECU zusätzlich für Aktion A, um in nennenswertem Umfang Maßnahmen
    im Rahmen des Freiwilligen Dienstes haben zu können (Pilotmaßnahme in 1994);
     0,5 Millionen ECU zusätzlich für Aktion A, um transnationale Netzwerke von lokalen
    Jugendinitiativen entwickeln und eine besondere Gemeinschaftsdimension einbeziehen
     zu können (neue Aktion);
     1 Million ECU zusätzlich für Aktion B für die Ausbildung von Jugendbetreuern, die
    mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten, sowie im Hinblick auf Aspekte sprachli-
     cher Vorbereitung im Rahmen einer Ausbildung von Jugendbetreuern im weiteren
     Sinne (neue Aktion);
     1,5 Millionen ECU zusätzlich für Aktion D, um die Zusammenarbeit zwischen der
    Gemeinschaft und den Ländern Mittel- und Osteuropas, Lateinamerikas und des
     Mittelmeerraumes bezüglich Jugendaustausch und andere Maßnahmen im Jugend-
     bereich entwickeln zu können;
     entsprechende geringfügige Erhöhung aller anderen Programmbereiche;
     die Aufteilung der beantragten Mittel zwischen den Aktionen (A - E), insbesondere,
     was die zusätzlichen Mittel aus den verschiedenen Titeln angeht, wird bestimmt sein
     durch das Gesamtvolumen der Mittel, die die Haushaltsstelle bewilligt.
                                         31
 ---pagebreak--- 7.3 Indikativer Fälligkeitsplan für Verpflichtungs- und Zahlungsermächtigungen
7.3.1       Fälligkeitsplan bei neuen Maßnahmen
                                                   in Mio ECU zum jeweiligen Kurs
                                     1995 1996 1997 1998         1999 + 5 und Insgesamt
                                                                 folgende
                                                                 Haushaltsjahre
Verpflichtungsermächtigungen         27,0 29,0     31,0  34,0       36,0        157,0
Zahlungsermächtigungen
1995                                 21,6                                        21,6
1996                                  5,4  23,2                                  28,6
1997                                        5,8    24,8                          30,6
1998                                                6,2  27,2                    33,4
8.    VORGESEHENE BETRUGSBEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN
      (UND GEGEBENENFALLS ERGEBNISSE)
      Alle Verträge, Vereinbarungen und rechtlichen Verpflichtungen der Kommission sehen die
      Möglichkeit einer Kontrolle vor Ort durch die Kommission oder den Rechnungshof vor.
      Unter anderem sind die Begünstigten verpflichtet, Berichte und Abrechnungen für die
      Maßnahmen zu erstellen, die gemäß dem Ziel der Gemeinschaftsfinanzierung hinsichtlich
      des Inhalts und der Zuschußfähigkeit der Ausgaben analysiert werden.
9.    ANGABEN ZUR KOSTEN-WIRKSAMKEITS-ANALYSE
9.1 Quantifizierbare Einzelziele, Zielgruppe
      Der Vorschlag für die dritte Programmphase zielt darauf ab, einen engeren Zusammenhang
      zwischen den verschiedenen Maßnahmen für die Jugend zu gewährleisten. Der
      vorgeschlagene Ansatz ist nicht als einfache Addition der bislang auf unterschiedliche
      Gemeinschaftsprogramme und Haushaltslinien verteilten Maßnahmen zu sehen, sondern
      stellt eine völlig neue Auffassung des Programms dar.
      Mit diesem neuen, integrierten Ansatz will die Kommission sicherstellen, daß bei den
      direkt in der Jugendarbeit tätigen Stellen, Organisationen und Personen auf allen Ebenen
      die größtmöglichen Wirkungen und Multiplikatoreffekte erzielt werden. Darüber hinaus
      soll auf europäischer Ebene das Feld der Lernmöglichkeiten, der Erprobung und
      Innovation für eine größere Zahl von Jugendlichen, Jugendbetreuern und Verantwortlichen
      in diesem Bereich erweitert werden.
                                                32
 ---pagebreak---      Zur Verwirklichung der allgemeinen Ziele sind unter Berücksichtigung der vielfältigen
     Ansätze in den Mitgliedstaaten fünf Hauptaktionen vorgesehen, die jeweils einzelne
     spezifische Ziele verfolgen:
     I)    Aktion A : Innergemeinschaftliche Aktivitäten unter unmittelbarer Beteiligung von
                        Jugendlichen
     2)   Aktion B : Jugendbetreuer
     3)   Aktion C : Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten
     4)   Aktion D : Austausch vorhaben mit Drittländern
     5)   Aktion E : Information der Jugendlichen und Forschung im Jugendbereich
Aktion A: InnergemeinschaftJiche Aktivitäten unter unmittelbarer Beteiligung von Jugendlichen
     Der innovative Ansatz der in diesem Dokument vorgeschlagenen dritten Phase muß
     hervorgehoben werden. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Phasen stellen die
     Austauschvorhaben nicht mehr die einzige Aktivität dar, die direkt Jugendliche einbezieht
     und im Rahmen des Programms gefördert wird. Sie bleiben Schwerpunkt der vor-
     geschlagenen Aktivitäten, denn sie stellen einen zusätzlichen Wert auf Gemeinschaftsebene
     schlechthin dar. Sie dürfen jedoch keine punktuellen Maßnahmen sein, sondern müssen
     sich in den allgemeinen Rahmen der Jugendpolitik einfügen.
     1-     Spezifische Ziele
            diçJMderftbergrçifen.^
            außerhalb des formellen Rahmens der allgemeinen und beruflichen Bildung und der
            Arbeitsmarktmechanismen (insbesondere für Jugendliche, die normalerweise keinen
            Zugang zu derartigen Aktivitäten haben);
            die länderübergreifende Zusammenarbeit bei Vorhaben mit klar definierten Themen,
            die mit direkter und aktiver Beteiligung von (formellen oder informellen) Jugend-
            gruppen und von Jugendorganisationen veranstaltet werden;
            die länderübergreifende Zusammenarbeit zur Förderung interkulturellen Lernens
            (indem den Jugendlichen, die aus unterschiedlichem sozialen Umfeld kommen,
            Möglichkeiten für Begegnungen und Gespräche, zum Kennenlernen sowie zum
            Erkennen und Akzeptieren ihrer Ähnlichkeiten und Unterschiede geboten werden);
            die Stärkung der Rolle der Jugendlichen als aktive Burger der Gemeinschaft, indem
            ihnen die Möglichkeit geboten wird, die Vorhaben, an denen sie teilnehmen oder
            die sie einleiten möchten, selbst zu gestalten und indem ihre eigenen heutigen
            Ausdrucksformen gefördert werden;
            Antworten auf Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen, wobei gleichzeitig für
            Komplementarität mit anderen für jugendliche relevanten Sektoren zu sorgen ist
            (Beschäftigung, allgemeine und berufliche Bildung, Sozialpolitik, Gesundheit usw.);
                                               33
 ---pagebreak--- 2. Zielgruppe
   Zielgruppe des Programms sind Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren, die in
   einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft leben. Besondere Aufmerksam-
   keit gilt dabei den Jugendlichen, die aufgrund körperlicher oder geistiger
   Behinderungen oder aufgrund ihrer wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen
   Situation benachteiligt sind.
3, Haushaltsmittel
   Für die Aktionen A und D, d. h. für die direkt die Jugendlichen einbeziehenden
   Aktionen, sind über 70 % der vorgesehenen Mittel bereitgestellt.
   Die Bewertung der für die Aktion A bereitgestellten Mittel muß folgende Aspekte
   berücksichtigen:
a) die Gefahr, daß die Zahl benachteiligter Jugendlicher in Anbetracht der sozialen
   Bedingungen, von denen die Jugendlichen in vollem Umfang betroffen sind, im
   Laufe der Zeit zunimmt, und in diesem Zusammenhang die positive Maßnahme
   zugunsten von benachteiligten Jugendlichen gemäß Artikel 3 des Vorschlags für
   einen Beschluß (1/3 der bereitgestellten Mittel müssen zugunsten dieser Zielgruppe
   verwendet werden) sowie die Möglichkeiten, bei der Finanzierung von Austau-
   schmaßnahmen für diese Zielgruppe einen über 50 % liegenden Beitrag zu leisten.
b) Die Auswertung der ersten Programmphase hat ergeben, daß während dieser Phase
   mit einem Gemeinschaftsbeitrag von 720 250 ECU nur 77 multilaterale Projekte für
   3 700 Jugendliche - d. h. weniger als 5 % der Gesamtteilnehmerzahl in der ersten
   Phase durchgeführt wurden. Bei der dritten Phase geht es nach der Einleitung der
   Austausch vorhaben in den beiden ersten Phasen also darum, die Zahl der
   multilateralen Auslauschaktivitäten deutlich zu steigern, auch wenn sie einen
   bedeutenden Kostenfaktor darstellen.
c) Unter Beibehaltung der Betonung des Jugendaustausches sieht die dritte Phase sieht
   eine wesentliche Erweiterung des Aktionsbereiches zur Förderung des Initiativ- und
   Solidaritätsgeistes der Jugendlichen vor, womit weiterreichende gemeinschafts-
   bezogene Auswirkungen bei den Jugendlichen begünstigt werden.
   Die Aktivitäten, die die Kommission bislang in diesem Zusammenhang unterstützt
   hat, waren entweder rein experimentellen oder in den meisten Fällen im wesentli-
   chen lokalen Charakters.
   Bei der dritten Phase geht es um die Entfaltung der Gemeinschaftsdimension dieser
   Aktivitäten, um die Stimulierung länderübergreifender Aspekte, die außerdem eine
   bestimmte Mobilität, nicht nur im physischen, sondern auch im intellektuellen Sinn
   bewirken können und so neue Formen der Kommunikation und Partnerschaft
   zwischen einer wachsenden Zahl von Jugendlichen in den Mitgliedstaaten fördern.
   Die Auslösung und Entfallung einer derartigen Dynamik setzt die Bereitstellung von
   beträchtlichen finanziellen Mitteln voraus, damit der punktuelle und zur Zeit rein
   experimentelle Charakter überwunden werden kann.
                                      34
 ---pagebreak---            Die Bedeutung der Aktivitäten des freiwilligen Dienstes für die Gemeinschaft und
           die Notwendigkeit, in allen Mitgliedstaaten und auf Gemeinschaftsebene solide
           Grundlagen zu schaffen, um einen beträchtlichen Ausbau derartiger Aktivitäten
           sicherzustellen, erfordert außerdem, daß bei der Bereitstellung der Mittel die
           allgemein hohen Kosten dieser Aktivitäten sowie die Tatsache berücksichtigt
           werden, daß es in einigen Mitgliedstaaten und auch auf Gemeinschaftsebene noch
           keine freiwilligen Jugenddienste gibt.
Aktion B: Jugendbetreuer
     Die während der ersten beiden Phasen durchgeführten Aktivitäten sollen fortgesetzt und
     auf die für die dritte Phase vorgesehenen länderübergreifenden Jugendaktivitäten
     ausgedehnt werden. Dabei will die Kommission bei dieser dritten Phase gleichzeitig den
     Schwerpunkt auf neue Ansätze bei der sprachlichen Vorbereitung der Jugendbetreuer, bei
     der Ausbildung von Jugendbetreuern, die aktiv mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten
     und bei der Einrichtung und dem Ausbau von Netzwerken legen.
     1      Spezifische Ziele
           Stärkere Diversifizierung und Verbesserung der Qualität von Austauschvorhaben
           und aller im Rahmen der Aktion A unterstützten länderübergreifenden Aktivitäten.
           Förderung einer europäischen Dimension bei der Aus- und Weiterbildung von
           Jugendbetreuern. Da rechtliche Stellung von Jugendbetreuern und ihre Ausbildung
           in den Mitgliedstaaten sehr verschieden sind, stellt dieses Ziel einen bedeutenden
           zusätzlichen Wert der Gemeinschaftsaktion dar.
     2.    Zielgruppe
           Jugendbetreuer, die außerhalb der Strukturen für allgemeine und berufliche Bildung
           direkt mit Jugendlichen arbeiten
     3.    Haushaltsmittel
           Mit der Ausbildung der Jugendbetreuer, die aktiv mit benachteiligten Jugendlichen
           arbeiten sowie der Förderung von Aspekten sprachlicher Vorbereitung von
           Jugendbetreuern im Rahmen ihrer Ausbildung im weiteren Sinn, kommen zwei neue
           Aktivitäten zu denen hinzu, die im Rahmen des aktuellen Programms oder der
           Vorrangigen Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen für Jugendbetreuer eingeleitet
           wurden.
           Diese beiden Aktivitäten werden nicht nur neu in das Programm aufgenommen,
           sondern sie müssen außerdem von Grund auf neu erarbeitet werden, da auf diesen
           beiden Gebieten zur Zeit praktisch nichts bzw. nur sehr wenig existiert. Daher
           müssen geeignete Lehrmittel erarbeitet, einschlägige Experten herangezogen und
           Pilotausbildungsprojekte durchgeführt werden usw.
           Die in den ersten beiden Phasen durchgeführten Aktivitäten für Jugendbetreuer
           müssen auf alle im Programm vorgesehenen länderübergreifenden Jugendaktivitäten
           ausgedehnt werden. Dies erfordert neue Ansätze und wird zu umfangreicheren
           Aktivitäten auf diesem Gebiet führen.
                                             35
 ---pagebreak--- Aktion C: Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten
      1.    Spezifische Ziele
                   Förderung besserer gegenseitiger Kenntnisse der in den Mitgliedstaaten
                   zuständigen oder in der Jugendarbeit tätigen Stellen;
                   Förderung ihrer Zusammenarbeit;
                   Förderung der Einrichtung neuer Partnerschaftsnetze zwischen den zuständi-
                   gen Stellen.
     2.     Zielgruppe
            Verantwortliche der öffentlichen und privaten (staatlichen und nichtstaatlichen)
            Einrichtungen.
            Besondere Aufmerksamkeit ist den Verantwortlichen der regionalen und örtlichen
            Einrichtungen zu widmen, die nur wenig oder sogar keine Möglichkeiten zu
            Kontakten auf europäischer Ebene haben und für die eine derartige Maßnahme
            daher mit Sicherheit einen zusätzlichen Wert darstellt.
            Es sollte berücksichtigt werden, daß sowohl die staatlichen wie auch die nicht-
            staatlichen Einrichtungen insbesondere auf regionaler und lokaler Ebene finanziell
            und personell schlecht ausgestattet sind.
Aktion D: Austauschvorhaben mit Drittländern
     Bei den unter Aktion D vorgeschlagenen Austauschaktivitäten handelt es sich um
     Austauschaktivitäten der Gemeinschaft mit Drittländern, die prinzipiell zwei Kriterien
     entsprechen, dem der Solidarität und dem der Einbeziehung von zwei oder mehr
     Mitgliedstaaten und die ausdrücklich eine Gemeinschaftsdimension vorsehen.
     Jugendaustauschmaßnahmen, die im Rahmen dieser Aktion geplant sind, entsprechen in
     ihrer Zielsetzung und im pädagogischen Profil den Jugendaustauschaktivitäten, die im
     Rahmen der innergemeinschaftlichen Aktivitäten unterstützt werden.
      1.    Spezifische Ziele
                   Förderung eines besseren Verständnisses für die Situation der Jugendlichen
                   außerhalb der Gemeinschaft durch Austauschvorhaben, die auch das
                   Solidaritätsgefühls verstärken;
                   Konsolidierung der Grundlagen für einen bedeutenden Ausbau der Jugend-
                   austauschvorhaben mit Drittländern im Hinblick auf Strukturen und Human-
                   ressourcen.
                                                36
 ---pagebreak---      2.   Zielgruppê
          Hinsichtlich der Jugendlichen im engeren Sinne: Jugendliche zwischen 15 und 25
          Jahren, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft leben und
          Jugendliche in den betreffenden Drittländern.
          Hinsichtlich der Maßnahmen zugunsten von Strukturen und Humanressourcen:
          Jugendbetreuer und Verantwortliche von öffentlichen und privaten (staatlichen und
          nichtstaatlichen) Jugendeinrichtungen in den Mitgliedstaaten und den betreffenden
          Drittländern.
     3.   Haushaltsmittel
          Es sei daran erinnert, daß 70 % der vorgesehenen Mittel für die Aktionen A und
          D des vorgeschlagenen Programms bestimmt sind.
          Bei der Bewertung der bereitgestellten Mittel für die Aktionen D sind insbesondere
          folgende Aspekte zu berücksichtigen:
                die schlechte Ausstattung der Partnereinrichtungen in den betroffenen
                Drittländern;
                 der geographische Aspekt der Aktion und die damit verbundenen hohen
                 Kosten insbesondere für Reisen;
                 aufgrund der in der Vorbereitungsphase eingeleiteten Maßnahmen und je nach
                Kapazität der betroffenen Länder ist ab 1998 eine Aufstockung der Haushalts-
                 mittel für die Aktion D vorzusehen, um die während der Vorbereitungsphase
                 initiierten Austauschmaßnahmen weiter zu entwickeln und die Einrichtung der
                nationalen Koordinierungsstellen der mittel- und osteuropäischen Länder zu
                fördern und vorzubereiten werden kann.
Aktion £:  Information der Jugendlichen und Forschung im Jugendbereich
     1-   Spezifische Ziele
          Betreffend die Information der Jugendlichen:
                Ausbau der Kapazitäten der Stellen, die die Mitgliedstaaten zur Verbreitung
                von Informationen an die Jugendlichen eingerichtet haben;
                Nutzung der bestehenden Jugendinformationsnetze auf europäischer Ebene;
                 Einrichtung von Jugendmediennetzen, die sich an Jugendliche richten
                 und/oder von ihnen geleitet werden;
                 Nutzung der Medien zur Förderung der Ziele des Programms;
                 Einrichtung und Nutzung von einschlägigen Datenbanken.
          Betreffend die Forschung im Jugendbereich
                 Analyse und Verbreitung von einschlägigen Daten der Mitgliedstaaten;
                 Förderung des Austauschs von Know-how zwischen Teilnehmerländern sowie
                 zwischen Teilnehmerländern und der Kommission;
                Förderung der Zusammenarbeit auf Gemeinschaftsebene in diesem Bereich.
                                              37
 ---pagebreak---              Zielgruppe
                   Informationsdienst der Nationalagenturen;
                   Informationsdienste und -Zentren für Jugendliche;
                   Jugendmedien;
                   Experten im Bereich der Jugendforschung
      3.     Haushaltsmittel
                    Dieser neue Aktionsrahmen soll den wiederholten Anfragen nach punktuellen
                    Informationen im Jugendbereich genügen, jedoch ebenfalls einen besseren
                   Informationsaustausch zwischen der Kommission und den nationalen
                    Behörden begünstigen, zu Initiativen im Hinblick auf potentielle Informations-
                   multiplikatoren anregen und die Zusammenarbeit mit dem Europarat
                   verstärken.
                   Ein solcher völlig neuer Ansatz wird insbesondere die Schaffung von
                   geeignetem Informationsmaterial und die Nutzung bzw. die Erstellung von
                    unterstützenden Mitteln wie beispielsweise audiovisuelle Medien und
                    Datenbanken erforderlich machen.
                    Die europäische und fachübergreifende Zusammenarbeit in der Jugendfor-
                    schung stellt einen völlig neuen Aktionsrahmen für die Gemeinschaft dar. Es
                    handelt sich in diesem Falle auch darum, die Multiplikatoren aus diesem
                    Bereich im Blickfeld zu haben sowie um die Förderung der Datensammlung
                    und -Verbreitung, den Austausch von Know-how und von Informationen
                    zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission.
Begleitmaßnahnten
      Die im Rahmen dieser Mittel vorgesehene Unterstützung wird für folgende Tätigkeiten
      bereitgestellt:
      1.     Von der Kommission getroffene Maßnahmen zur Begleitung und Unterstützung der
             im Programm vorgesehenen Aktionen, insbesondere die Bereitstellung von
             Sachkenntnissen und technischer Unterstützung bei der Verwaltung des Programms.
      2.     Hilfe bei der Durchführung der Aktivitäten der zuständigen Stellen gemäß Artikel
             4 Punkt 3 des Beschlusses.
9.2          Begründung der Aktion
9.2 I        Mit Begeisterung ha! die Kommission das Interesse zur Kenntnis genommen, das
             die Jugendlichen selbst für die Gemeinschaftsaktion im Jugendbereich zeigen,
             insbesondere ihr Interesse im Verlauf der ersten beiden Phasen des Programms
             Jugend für Europa sowie im Rahmen der Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend,
             wobei die von diesen Jugendlichen und ihren Organisationen eingereichten Anträge
             weit über die Operationellen Ziele und die für die Kommission bereitgestellten
             Mittel hinausgingen.
                                                 38
 ---pagebreak--- 9.2.2 Durch die Annahme der beiden ersten Phasen des Programms Jugend für Europa
      und der Entschließung zu den Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend haben die
      Mitgliedstaaten ebenfalls ihr Interesse für die Unterstützung dieser Tätigkeiten
      sowie ihre Absicht zur Förderung einer weiteren Zusammenarbeit im Jugendbereich
      auf Gemeinschaftsebene bekundet.
9.2.3 Das Europäische Parlament hat seit der Annahme des Programms Jugend für Europa
      dieses wiederholt unterstützt und zunehmendes Interesse für Maßnahmen im
      Jugendbereich bekundet; es hat ein politisches Signal gesetzt zugunsten eines
      Aktionsrahmens, der auf Gemeinschaftsebene im Jugendbereich kohärenter,
      umfassender und vielfältiger ist, indem es den Haushaltstitel B3-10I "Jugendpolitik"
      geschaffen hat, der es der Kommission erlaubt, eine Reihe von Maßnahmen,
      einschließlich solche mit Drittländern, finanziell zu unterstützen.
9.2.4 Es ist wichtig, hervorzuheben, daß - im Gegensatz zu den Gemeinschaftsprogram-
      men auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung - das Programm
      Jugend für Europa sich auf der Grundlage weniger bzw. keiner Strukturen auf dem
      Gebiet des Jugendaustausches in mehreren Mitgliedstaaten entwickeln mußte. Die
      Gemeinschaftsaktion, die hierbei durch den dezentralen Charakter des Programms
      unterstützt wurde, hat somit die Einrichtung und die Entwicklung nationaler
      Strukturen im Bereich des Austausches ermöglicht, nämlich der Nationalagenturen,
      jedoch auch einige für eine Reihe von ihnen häufig neue Maßnahmen, beispiels-
      weise im Bereich der Ausbildung von Jugendbetreuern.
9.2.5 Diese Nationalagenturen arbeiten außerdem im Rahmen eines echten Netzes, das
      im Lauf der Jahre gebildet wurde, sowie in enger Zusammenarbeit mit der
      Gemeinschaft. Die Gemeinschaftsaktion hat somit den Jugendaustauschaktivitäten
      einen zusätzlichen Impuls verliehen, auch in den Ländern, die über eine längere
      Tradition in diesem Bereich verfügen, indem eine Gemeinschaftsdimension
      entstanden ist.
9.2.6 Dieser sehr erhebliche zusätzliche Wert der Gemeinschaftsaktion muß nicht nur im
      Bereich des Austausches beibehalten und verstärkt, sondern auch auf andere
      Aktionen im Jugendbereich ausgedehnt werden.
9.2.7 Die Erfahrung hat außerdem gezeigt, daß die auf Gemeinschaftsebene unterstützten
      Tätigkeiten häufig einen wichtigen Anreiz für die Entwicklung bisher in bestimmten
      Mitgliedstaaten nicht vorhandener Initiativen oder Aktionen gebildet haben. Dies
      war beispielsweise im Bereich der Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem
      freiwilligen Dienst und der Ausbildung von Jugendbetreuern der Fall.
      Da die dritte Phase des Programms umfassender und kohärenter ist, wird die
      Anreize schaffende Rolle der Kommission hierdurch verstärkt. Diese Phase wird für
      die meisten Mitgliedstaaten eine neue Etappe darstellen und zweifellos Aus-
      wirkungen auf die Entwicklung ihrer auf die Jugendlichen ausgerichteten Aktionen
      haben.
9.2.8 Der für die dritte Phase vorgeschlagene Ansatz beruht auf der Komplementarität
      der Rolle der Gemeinschaft gegenüber derjenigen der Mitgliedstaaten, was eine
      verstärkte Zusammenarbeit mit den zuständigen nationalen Behörden bewirken wird.
                                          39
 ---pagebreak--- 9.2.9  Die Gemeinschaftsaktion gewährleistet somit eine echte Gemeinschaftsdimension
       für alle auf lokaler bis hin zur nationalen Ebene durchgeführten Aktionen sowie
       eine grössere Kohäsion sowohl bei der Verteilung der Gemeinschaftsfonds als auch
       auf Ebene der erzielten Ergebnisse.
9.2.10 Schließlich wären Eirtzelmaßnahmen der Mitgliedstaaten in diesem Bereich häufig
       teurer und weniger rentabel, in dem Sinn, daß sie größere Investitionen im Bereich
       der Partnersuche erfordern würden, auch mehr Sachkenntnisse, wodurch sie ihre
       Verwaltungstätigkeiten auf bilateralem Niveau konzentrieren würden. Die
       Gemeinschaftsaktion, die auf multilateralem Niveau ein Zusammenlegen finanzieller
       Ressourcen, von Verwaltungsbestimmungen, Sachkenntnissen und Netzwerken
       ermöglicht, bringt so eine Optimierung der Nutzung derfinanziellenMittel mit sich.
       Die bisher durchgeführte Politik hat außerdem einen Multiplikatoreffekt hinsichtlich
       der Mobilisierung der Quellen für eine zusätzliche Finanzierung mit sich gebracht.
       Die gemeinschaftliche Kofinanzierung mit einer Obergrenze von 50 % (mit
       Ausnahme bestimmter Projekte im Zusammenhang mit benachteiligten Jugend-
       lichen) hat einen doppelten Effekt. Einerseits lenkt sie die Aufmerksamkeit der
       öffentlichen Stellen auf sämtlichen Ebenen (national, regional und lokal) auf die
       Sachdienlichkeit der für die internationale Zusammenarbeit zwischen den
       Jugendlichen bereitgestellten Fonds, und andererseits trägt sie zur Erfahrungsbildung
       der Jugendlichen durch deren Aktivierung bei, da sie tätig werden, um zusätzliche
       Fonds ausfindig zu machen.
9.2.11 Eine solche Politik ermöglicht es somit, bei begrenzten Kosten große und über die
       spezifischen Ziele hinausgehende Auswirkungen sowie einen Multiplikatoreffekt
       sowohl auf Ebene der Finanzierungsquellen als auch der Anzahl der Begünstigten
       zu erzielen.
9.2.12 Was die Strukturierung der dritten Phase anbelangt, dürfte der in diesem Dokument
       vorgeschlagene integrierte Ansalz den Zugang der betroffenen Jugendlichen dadurch
       erleichtern, daß ihnen eine kohärente Initiative angeboten wird. Dieser Ansatz
       bedeutet eine wesentliche Rationalisierung unter dem Gesichtspunkt der Zusammen-
       legung transnationaler Sachkenntnisse, vereinheitlichter Verfahren sowie partner-
       schaftlich zwischen der Kommission und den am Programm teilnehmenden Ländern
       konsolidierter Bewertung und Folgemaßnahmen.
       Die Integration des Austausches mit Drittländern in das Programm Jugend für
       Europa wird es den Organisationen und den Gruppen von Jugendlichen in den
       Mitgliedstaaten ermöglichen, ihre Beteiligung an Austauschmaßnahmen mit diesen
       Ländern zu erweitern und die bereits bestehenden Partnerschaftsnetze auszubauen.
9.2.13 Die kennzeichnenden Eigenschaften des Programms und dessen Interventionsbereich
       sind auf ein breiteres und stärker diversifiziertes Publikum ausgerichtet als andere
       für die Jugendlichen vorgesehene Gemeinschaftsprogramme. Der für die dritte Phase
       des Programms vorgesehene integrierte Ansatz dürfte eine sehr weitgehende soziale
       Durchdringung ermöglichen, wobei sämtliche Schichten der jugendlichen
       Bevölkerung angesprochen und die benachteiligten Jugendlichen besonders
       berücksichtigt werden.
                                          40
 ---pagebreak--- 9.2.14 Die Diversifizierung der Austauschmaßnahmen und der transnationalen Aktivitäten
       sowie ihre qualitative Verbesserung stellen einen weiteren Effekt dar, der sich aus
       den vorgeschlagenen Aktionen ableiten läßt. Der von der Kommission für die dritte
       Phase des Programms vorgeschlagene integrierte Ansatz sollte vor allem sowohl
       eine Konsolidierung und Aufwertung des bereits Erreichten als auch eine
       Fortsetzung und Weiterentwicklung der innovatorischen Aktionen auf Gemein-
       schaftsebene ermöglichen.
       Außerdem werden die im Rahmen der Aktionen B, C und Evorgesehenen
       Bestimmungen, welche die Jugendbetreuer, die Strukturen der Mitgliedstaaten sowie
       die Information und die Forschung im Bereich der Jugend betreffen, dazu beitragen,
       die bisherigen Anstrengungen zur Verbesserung der Qualität der Tätigkeiten, an
       denen die Jugendlichen unmittelbar beteiligt sind, fortzusetzen und auszubauen.
9.2.15 Schließlich sind die Jugendlichen selbst insofern die ersten Multiplikatoren des
       Programms, als durch sie andere Jugendliche an ihren Erfahrungen und Entdeckun-
       gen teilhaben können. Allein die Tatsache ihrer Beteiligung an einem Gemein-
       schaftsprogramm wird bewirken, daß die Gemeinschaft für ihre unmittelbare
       Umgebung, nämlich die Schule, die Familie, die Freunde, die Jugendorganisationen
       usw. näherrückt und konkreter wird.
       Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Teilnahme an einer Aktivität im Rahmen des
       Programms Jugend für Europa oder der Vorrangigen Maßnahmen für die Jugend
       den jungen Teilnehmern ermöglicht hat, andere Gemeinschaftsaktionen zu entdecken
       und sich über die in anderen für sie wichtigen Sektoren, beispielsweise der
       allgemeinen oder der beruflichen Bildung bestehenden Möglichkeiten zu informie-
       ren.
9.2.16 Was die Jugendbetreuer anbelangt, zeigt die Erfahrung, daß diejenigen, denen bisher
       ein Studienaufenthalt oder eine Ausbildung auf europäischer Ebene zugute
       gekommen ist, einerseits eine zusätzliche Dimension zu der Aktion beitragen, die
       sie vor Ort mit den Jugendlichen durchführen, und andererseits Personen mit
       wichtigen Ressourcen darstellen, nicht nur für ihre Organisation, sondern auch für
       andere Gruppen von Jugendlichen, die gerne an einer Gemeinschaftsaktion
       teilnehmen möchten.
9.2.17 Aufgrund des durch die dritte Phase eingeleiteten neuen Ansatzes, wie er in diesem
       Dokument vorgeschlagen wird sowie des experimentellen und innovatorischen
       Potentials der geplanten Aktionen, wird eine Anlaufperiode erforderlich sein. Diese
       Anlaufzeit sollte es den Mitgliedstaaten ermöglichen, ihre Strukturen und
       Bedingungen für die Unterstützung der transnationalen Jugendaktivitäten anzupas-
       sen, jedoch auch ihre Zusammenarbeit mit der Kommission für die Durchführung
       des Programms zu systematisieren.
       Diese Anlaufphase wird zweifellos Anstrengungen von seiten der Gemeinschaft
       erforderlich machen, wobei diese jedoch mit der Zeit abnehmen werden, wie die
       Tabelle unter 7.2 zeigt (Aufschlüsselung nach Kostenarten per Aktion).
                                         41
 ---pagebreak---        Das positive Zeichen und der neue Schwung, den die Kommission mit dieser dritten
       Phase den bisher gezeigten Bemühungen der Mitgliedstaaten geben will, muß sich
       auch im Hinblick auf den Haushalt ausdrücken,
9.2.18 Die auf Gemeinschaftsebene entwickelten ähnlichen Aktionen sind Teil sektorieller
       Politik, d. h. der allgemeinen und beruflichen Bildung. Sie betreffen infolgedessen
       ein spezifisches Publikum, d. h. die Jugendlichen in der Berufsausbildung und die
       Studenten an den Hochschulen.
       Sie verfolgen spezifische und auf den Bedarf der betreffenden Sektoren ausgerichte-
       te Ziele (Curricula, Arbeitsmarkt, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit).
       Die im Rahmen dieses Vorschlags geplanten Aktionen sind nicht Teil sektorieller
       Politik im eigentlichen Sinne, sondern einer Politik, die als eine auf die Jugend-
       lichen als soziale Gruppe ausgerichtete "Jugendpolitik" bezeichnet werden könnte.
       Ihre Zielgruppe ist infolgedessen wesentlich breiter und diversifizierter, und die
       Zielsetzungen sowie die angewandten Methoden sind von anderer Art als jene im
       Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung entwickelten Aktionen.
9.2.19 Was den Austausch mit den Drittländern und insbesondere die Programme Tacis,
       Phare, Medurbs sowie die Zusammenarbeit mit den Ländern Latein- und Mittel-
       amerikas anbelangt, ermöglicht die derzeitige Zusammenarbeit mit der GD I die
       Entwicklung von Komplementaritäten und Synergien. Eine mögliche Valorisierung
       der im Bereich des Austausches mit Drittländern erworbenen Erfahrungen könnte
       außerdem zur Entwicklung von Synergien mit den im Rahmen von Lomé IV
       vorgesehenen Aktionen beitragen.
9.2.20 Die experimentelle Dimension der für die Jugendlichen im Rahmen der dritten
       Phase des Programms vorgeschlagenen Aktionen erhält eine besondere Bedeutung
       im derzeitigen sozialen Kontext, der die Jugendlichen mit voller Wucht trifft, und
       zwar im Hinblick auf die Entwicklung von Synergien mit dem europäischen
       Sozialfonds.
9.2.21 Im Bereich der Information der Jugendlichen wird die neue Informations- und
       Kommunikationspolitik der Kommission, in welcher die Rolle definiert wird, die
       den Informationsdiensten hinsichtlich ihrer Tätigkeiten im Verhältnis zu den
       allgemeinen und von der GD X übernommenen Informationsaufgaben übertragen
       wurde, ebenfalls die Entwicklung von Komplementaritäten ermöglichen.
9.3    Follow-up und Auswertung derAktion
9.3.1. Ausgewählte Merkmale zur Leistungsbewertung
       Qualitative Indikatoren:
             Erfolgsquote tri- und multilateraler Projekte
             Vernetzung der Nationalagenturen und der nationalen Strukturen und folglich
             der Grad der Durchschlagskraft des Programms in den Mitgliedstaaten, vor
             allem im Hinblick auf die Teilnahme benachteiligter Jugendlicher, die eine
             prioritäre Zielgruppe des Programms sind
                                          42
 ---pagebreak---              Ausgeglichenheit der Austauschmaßnahmen, vor allem auch nach der
             Einbeziehung der EFTA/EWR-Staaten und im Hinblick auf die beiden großen
             Austauschbereiche mit Drittländern:Mittel- und Osteuropa und Lateinamerika
             Fähigkeit der Jugendlichen, einen Teil ihrer Projekte selbst zufinanzieren(gilt
             nicht für benachteiligte Jugendliche)
             Entwicklung und bessere Nutzung derjenigen Kompetenzen der Jugend-
             betreuer, die diese in Ausbildungsmaßen erwerben, die sich an einem Konzept
             interkulturellen Lernens orientieren
             Entwicklung der Fähigkeit, den Informationsfluß bis hin zur lokalen Ebene
             sicherzustellen
             Mobilisierung der Fähigkeiten der Jugendorganisationen
       Im Hinblick auf quantitative Indikatoren können für eine Evaluation dienen:
             Teilnahmequote benachteiligter Jugendlicher
             Zuschuß pro Teilnehmer
             Teilnehmergesamtzahl,
       wohl wissend, daß quantitative Konzepte nicht immer geeignet sind, eine
       angemessene Würdigung der Umsetzung des Programms zu leisten.
       Um diese zu gewährleisten, wird mittels regelmäßig erfolgender Erhebungen und
       Umfragen bei den Anwendern des Programms eine fortlaufende Evaluierung
       erfolgen.
9.3.2. Entsprechend Artikel 10 des Beschlußvorschlages über die dritte Phase des
       Programms:
             Während des dritten Jahres des Programms legt die Kommission einen Aus-
             wertungsbericht vor, der die ersten beiden Jahre der Umsetzung zum
             Gegenstand hat. Auf der Grundlage dieses Berichtes kann die Kommission zu
             einem späteren Zeitpunkt Rat und Parlament Vorschläge für eine Um-
             orientierung oder weitere Entwicklung vorlegen.
             Eine externe Auswertung des Programms Jugend für Europa sowie ver-
             schiedene Tätigkeitsberichte zum Programm und den Vorrangigen Maßnah-
             men liegen dem vorliegenden Dokument bei.
                                           43
 ---pagebreak--- 9.4         Übereinstimmung mit der Finanzplanung
                 ist die Aktion in der Finanzplanung der GD für die betreffenden Jahre
                 berücksichtigt?
                                              Ja
                 Welchem in der Finanzplanung der GD festgelegten allgemeineren Ziel
                 entspricht die Maßnahme?
                         Allgemeine und berufliche Bildung, Jugend
10          VERWALTUNGSAUSGABEN (TEIL A DES HAUSHALTSPLANES)
            Dieser Teil des Finanzbogens ist der GD XIX und der GD IX zu übermitteln. Die
            GD IX leitet ihn anschließend mit ihrer Stellungnahme an die GD XIX weiter.
10.1       Erfordert die Maßnahme eine Erhöhung des Personalbestandes der Kommission?
            Wenn ja, um wieviel?
            2A, IB, 2C
10.2        Geben Sie bitte die durch die Maßnahme entstehenden Verwaltungs- und Personal-
            ausgaben an. Die angegebene Erhöhung des Personalbestandes ist erforderlich.
           Erläutern Sie die Berechnungsweise.
     A.    Die Vergrösserung des Personalbestands ist aus folgenden Gründen erforderlich:
            Erhöhung der zu verwaltenden Gesamtmittel sowie Zunahme der damit zusammen-
            hängenden Verwaltungsmaßnahmen (IB, IC).
            Konzeptionelle und organisatorische Entwicklungsarbeit im externen Teil des
            Programms, vor allem im Hinblick auf Maßnahmen in den mittel- und ost-
            europäischen Ländern (1A).
            Erweiterung der Informations-/Ausbildungsaufgaben in Verbindung mit dem Ausbau
            des Programms (1/2A).
            Koordinierung der Tätigkeiten und der Verwaltung einer wachsenden Anzahl von
           nationalen Koordinierungseinheiten, die von derzeit 15 auf 20 anwachsen (1/2A,
            IC).
     Berechnung der Richtbeträge für ein Jahr (Preise von 1993), die unter realen Bedingungen
     über den Zeitraum konstant zu halten sind:
          2 Beamte A5 (Gehälter + Infrastruktur)       242 000 ECU
          1 Beamter B3 (Gehalt + Infrastruktur)         80 000 ECU
          2 Beamte C3 (Gehälter + Infrastruktur)       126 000 ECU
          Ingesamt                                     448 000 ECU
                                              44
 ---pagebreak--- B. Zu diesem Betrag sind die unmittelbar mit der Verwaltung des Programms
   zusammenhängenden Personalkosten und Betriebskosten hinzuzufügen,deren Höhe
   gemäß den allgemeinen Richtlinien, wie sie die Kommission auf der Grundlage der
   gesammelten Erfahrungen im Hinblick auf technische Unterstützung festgelegt hat,
   bestimmt wird.
                                     45
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                           KOM(93) 523 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             16
                                 Katalognummer : CB-CO-93-567-DE-C
                                                           ISBN 92-77-60231-7
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg