CELEX: 51964PC0025
Language: de
Date: 1964-02-28
Title: VORSCHLAG einer Richtlinie des Rats über den Verkehr forstlichem Vermehrungsgut (Von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (64) 25
Vol. 1964/0005
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- w
  EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
                           KOMMISSION
                                     VI/KOM(64 ) 25 endg.
                                     Brüssel , den 28.Februar 1964
                                VORSCHLAG
             einer Richtlinie des Rats über den Verkehr
                       forstlichem Vermehrungsgut
                ( Von der Kommission dem Rat vorgelegt )
      VT/KOM(64 ) 25 endg.
 ---pagebreak---                   VORSCHLAG EIFER
       RICHTLINIE DES RATES ÜBER DEN VERKEHR MIT
               FORSTL I CHEM VERMEHRUNG SGUT
             (Von dor Kommission dom         vorgelegt )
DER RAT DER EUROPAISCHEN WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT -
gestützt au.f den Vertrag zur Gr^jadung der Europäischen Wirtschafts­
gemeinschaft , insbesondere auf Artikel 43 s
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
in Erwägung nachstehender Grundes
21 ,6 vom Hundert des Gebiets der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
sind Waldflächen . Sowohl die Regeneration dieses Waldes als auch die
Neuaufforstung "bedingen immer mehr forstliches Vermehrungsgut .
Die Forschung auf dem Gebiet der Forstpflanzenzüchtung zeigt die
Notwendigkeit , genetisch hochqualifiziertes Vermehrung sgut zu verwenden ,
um die forstliche Erzeugung in wesentlichem Umfang zu steigern und
damit die Voraussetzungen für die Ertragsfähigkeit des Bodens zu
verbessern .
Im übrigen wenden mehrere Mitgliedstaaten bereits ssit Jahren Regeln
an , die auf diesen Prinzipien beruhen . Die Verschiedenheiten dieser
Regelungen untereinander bilden ein Hemmnis für den Handel zwischen
den Mitgliedstaaten . Es müssen gemeinschaftliche Regeln mit möglichst
hohen Anforderungen eingeführt werden , die allen Mitgliedstaaten zum
Vorteil gereichen .
 ---pagebreak--- Diese Regeln müssen grund satzlich im gewerbsmäßigen Verkehr sowohl
zwischen den Kitgliedstaaten als auch auf den nationalen Markten
gelten , um eine Divergenz nationaler und gemeinschaftlicher Systeme
zu vermeiden .
Jedoch muß eine solche Regelung den praktischen Bedurfnissen Rechnung
tragen und ihren Anwendungsbereich auf diejenigen forstlichen Baum-
gattungen und -arten beschranken , die für die der Holzerzeugung
dienende Aufforstung eine ausreichend wichtige Rolle spielen «
Im übrigen muß diese Regelung vorerst auf den genetischen ¥ert des
Ve:c mehrungsgut s beschrankt werden , während die Probleme der äußeren
Beschaffenheit des Verniehrungsguts Gegenstand einer späteren
Harmonisierung sein müssen .
Für das Vermehrungsgut aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
ist die Zulassung des Ausgangsmaterials und infolgedessen die
Abgrenzung von Herkunftsgebieten die Grundlage für die Auslese .
Die Mitgliedstaaten müssen gleiche Regeln mit möglichst hohen
Anforderungen für die Zulassung des Ausgangsmateriais anwenden .
Nur aus solchem hervorgegangenes Vermehrungsgut darf gewerbsmäßig
in den Verkehr gebracht werden . Die Mitgliedstaaten müssen eine
Liste der Herkunftsgebiete anlegen .
Wegen seiner geringen wirtschaftlichen Bedeutung ist forstliches
Vermehrungsgut , das nicht gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht wird ,
aus der Gemeinschaft sregelung ausgeschlossen ; das Recht der Mitglied­
staaten bleibt unberührt , es besonderen Vorschriften zu unterwerfen .
Weiterhin gilt die Gemeinschaftsregelung nicht für das nachweislich
zur Ausfuhr in dritte Länder bestimmte Verraehrungsgut .
 ---pagebreak--- Neben dem genetischen Wert muß die Identität des Vermehrungsguts ,
das gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden soll oder gebracht
wird , sichergestellt werden .
Die Mitgliedstaaten müssen ermächtigt werden vorzuschreiben ,
daß aus anderen Staaten in ihr Gebiet verbrachtes Vermehrungsgut
von einem amtlichen Zeugnis nach einem vorgeschriebenen Muster be­
gleitet wird .
Um zu gewährleisten , daß sowohl die Anforderungen an den genetischen
Wert als auch die an die Identitäts Sicherung ständig im Verkehr er­
füllt sind , müssen die Mitgliedstaiiten geeignete Kontrollmaßnahmen
vorsehen .
Vermehrunö sgut , das allen Anforderungen entspricht , darf nur den
in der Gemeinschaftsregelung vorgeschriebenen oder zugelassenen
Verkehrsbeschrankungen unterworfen werden . Dazu gehört insbesondere
das Recht der Mitgliedstaaten , aus dem Verkehr das forstliche
Vermehrungsgut auszuschließen , das in ihrem Gebiet zur Verwendung
ungeeignet ist .
Vermehrungsgut aus dritten Ländern kann innerhalb der Europaischen
Wirtschaftsgemeinschaft gewerbsmäßig nur in den Verkehr gebracht
werden , wenn es hinsichtlich des genetischen Werts seines Ausgangs-
materials und seiner Identität für den Verbraucher die gleiche Ge­
währ biete ; wie Vermehrungsgut aus der Gemainschaft . Die Entscheidung
darüber , ob diese Vor aus Setzungen bei den einzelnem dritten Ländern
erfüllt sind , muß zur Vermeidung unterschiedlicher Entscheidungen
in den Mitgliedstaaten der Kommission ubertragen werden , welche die not­
wendigen I'Iassnahmen unter Berücksichtigving der in den betreffenden drit­
ten Ländern angewandten Verfahren ergreifen wird .
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN j
 ---pagebreak--- Artikel 1
Diese Richtlinie bezieht sich auf den genetischen Wert von forst­
lichem Vermehrungsgut , das innerhalb der Gemeinschaft in den Verkehr
gebracht werden soll oder in den Verkehr gebracht wird .
Artikel 2
Dieser Richtlinie unterliegt
a ) Vermehrungsgut von
    Abies alba Mill . ( Abies pectinata DC )
    Fagus silvatica L.
    Larix
    Picea abies Karst . ( Picea excelsa Link . )
    Picea sitchensis Trautv . et Mey . ( Picea menziesii Carr , )
    Pinus nigra Arn . ( Pinus laricio Poir . )
    Pinus silvestris L.
    Pinus strobus L.
    Pseudotsuga taxifolia ( Poir . ) Britt . ( Pseudotsuga
    Douglasii Carr . | Pseudotsuga menziesii ( Mirb . ) Franco .)
    Quercus borealis Michx , ( Quercus rubra Du Roi )
    Quercus pedunculata Ehrh . ( Quercus robur . L. )
    Quercus sessiliflora Sal . ( Quercus petraea Liebl . )
b ) vegetativ erzeugtes Vermehrungsgut von
                                                                  I
    Populus .
                                               I
Das Recht der Mitgliedstaaten bleibt unberührt , Vermehrungsgut weiterer
Gattungen und Arten sowie generativ erzeugtes Vermehrungsgut von
Populus dieser Richtlinie zu unterwerf ens dabei können mindere •
Anforderungen vorgeschrieben werden ;; andersartige Anforderungen an
den genetischen Wert werden nicht gestellt .
 ---pagebreak--- Artikel 3
Es sinds
a ) Vermehrungsgut s
      i ) Saatguts Zapfen , Frucht stände , Fruchte und Samen , die zur
          Pf 1 an zen er zeugung bestimmt sind ^
     ii ) Pflanzenteiles Pfropfreiser , Ableger , Stecklinge und Steck-
          hölzer , die zur Pf lanzenerzeugung bestimmt sind ?
    iii ) Pflanzguts Pflanzen , die aus Saatgut oder Pflanzenteilen gezogen
          sind , und Wildlinge §
b ) Ausgang smaterial •
      i ) Bestände und Erhaltungssamenplantagen - für generativ er­
          zeugtes Vermehrungsgut 5
     ii ) Klone - für vegetativ erzeugtes Vermehrungsgut 5
c ) Erhaltungssamenplantage s
    Künstliche Pflanzung , die aus einem oder mehreren amtlich zuge­
    lassenen Beständen eines einzelnen Herkunftsgebiets hervorgegangenem
    Vermehrungsgut entstammt und die zur Erzeugung von Saatgut bestimmt
    ist .
d ) Herkunftsgebiet s
    Für eine bestimmte Gattung , Art , Unterart oder Sorte , das Gebiet
    oder die Gesamtheit von Gebieten mit ausreichend gleichen
    ökologischen Gegebenheiten , auf denen sich Bestände befinden , die
    genetisch oder zumindest morphologisch gleichartige und für die
    Holzerzeugung gleichwertige Merkmale aufweisen .
    Herkunftsgebiet für in einer Erhaltungssaiuenplantage erzeugtes Ver-
    mehrungsgut ist dasjenige des Ausgangsmaterials , das bei der Anlage
    der Samenplantage verwendet worden ist .
 ---pagebreak---       e ) Amtliche Mafinahmen s
          MaSnahmen , aie
            i ) durch Behörden eines Mitgliedstaates oder
           ii ) unter dessen Verantwortung durch juristische Personen des
                öffentlichen oder privaten Rechts oder
          iii ) bei Hilfstätigkeiten auch unter dessen Überwachung durch ver­
                eidigte natürliche Personen
          unter der Voraussetzung durchgeführt werden , daß diese Personen
          an ihrem Ergebnis nicht interessiert : sind. <    . ■ •- ---■
      Artikel 4
( 1 ) Die Mitgliedstaaten schreiben vor , daß forstliches Vermehrungsgut nur
      in den Verkehr gebracht werden darf , wenn es von amtlich zugelassenem
      Ausgangsmaterial stammt .
( 2 ) Das Recht der Mitgliedstaaten bleibt unberührt , Ausnahmen von
      Absatz 1 vorzusehen für
      a ) Versuchs- oder wissenschaftliche Zwecke ,
      b ) Zùchtungsvorhaben .
( 3 ) Absatz 1 gilt nicht für Pflanzenteile und Pflanzgut , die nachweislich
      nicht hauptsächlich zur Holzerzeugung bestimmt sind .
      Artikel 5
      Die Mitgliedstaaten schreiben vor , daß als Aus^acig^siaaißrial antlich
      nur zugelassen werden darf , was wegen seiner Gute für die Nachzucht
      geeignet erscheint und im Hinblick auf die Holzerzeugung keine nach­
      teiligen erblichen Anlagen aufweist . Das Verfahren der Zulassung
                                                                       «
      richtet sich nach den in Anlage I genannten Grundsätzen .
 ---pagebreak---       Artikel 6
      Jeder Mitgliedsta.t legt eine Liste des für die einzelnen Gattungen- - ^ i
      und   Arten amtlich zugelassenen Ausgangsmaterials an . Die Listen
      sowie ihre jeweiligen Änderungen werden der Kommission unverzüglich,
      mitgeteilt , die aie übirgen Mitgliedstaaten hiervon in Kenntnis setzt .
      Artikel 7
      Die Mitgliedstaaten grenzen für generativ erzeugtes Vermehrungsgut
      nach verwaltungstechnischen oder geographischen Abgrenzungen und jcge-
      benenfjills nach der Höhenl-go Herkunftsgebiete ab .
      Artikel 8
( 1 ) Die Mitgliedstaaten schreiben vor , daß forstliches Vermehrungsgut bei
      der Ernte , Lagerung , Beförderung und Anzucht nach folgenden Merkmalen
      in Partien getrennt gehalten wird ?
      a ) Gattung und Art sowie gegebenenfalls Unterart und Sorte 5
      b ) Klon - für vegetativ erzeugtes Vermehrung sgut 5
      c ) Herkunftsgebiet - für generativ erzeugtes Vermehrungsgut 5
      d ) Herkunftsort und Höhenlage - für generativ erzeugtes Vermehrungsgut ,
          das nioht vcjq amtlich zugelassenem Ausgangsmaterial stammt ( Artikel 13).
      e ) Dauer der Anzucht in. einer Baumschule als Sämling oder als ein- c
          oder mehrfaoh verschulte Pflanze - für Pflanzgut .
( 2 ) Absatz 1 gilt nicht für Pflanzenteile und Pflanzgut , die nachweis­
      lich nicht haupt sachlich zur Holzer zeugung bestimmt sind .
      Artikel 9
( l ) Die Mitgliedstaaten schreiben vor , daß fox-stliches Vermehrungsgut nur
      in Partien , wie sie in Artikel 8 vorgeschrieben sind , und nur dann in
      den Verkehr gebracht werden darf,_jwenn es von einer Urkunde begleitet
      ist , welche die in diesem Artikel genannten Merkmale sowie die botani­
      sche Bezeichnung des Vermehrungsguts angibt .
 ---pagebreak--- ( 2 ) Das Recht der Mitgliedstaaten bleibt unberührt vorzuschreiben ,
      daß folgende zusatzliche Angaben geliefert werdens
      a ) Bezeichnung des Lieferantenj
      b ) Mengej
      c ) etwaige Behandlung des Vermehrung sguts 5
      d ) die Ergebnisse einer Samenanalyse ;
      e ) die Worte "Vermehrungsgut aus einer Erhaltungssamenplantage " -
          für Saatgut aus Erhaltung s samen plant agen und für daraus ge­
          zogenes Pflanzgut .
( 3 ) Absatz 1 gilt nicht für Pflanzenteile und Pflanzgut , die nachweis­
      lich nicht haupt sachlich zur Holzerzeugung bestimmt sind .
      Artikel 10
( 1 ) Die Mitgliedstaaten schreiben vor , daß forstliches Vermehrungsgut
      nur in den Verkehr gebracht werden darf , wenn seine Identität
      von der Ernte bis zur Lieferung an den Letzt Verbraucher durch
      ein geeignetes amtliches System gewährleistet ist .
( 2 ) Absatz 1 gilt nicht für Fflanzenteile und Pflanzgut , die nachweis­
      lich nicht hauptsächlich zur Eolzar Zeugung bestimmt sind .
                                                           >
      Artikel 11
( l ) Das Recht der Mitgliedstaaten bleibt unberührt vorzuschreiben ,
      daß forstliches Vermehrungsgut aus einem anderen Staat in ihr
      Gebiet nur verbracht werden darf , wenn es von einem amtlichen
      Zeugnis gemäß Anlage II eines anderen Mitgliedstaates oder von
      einem gleichwertigen Zeugnis eines dritten Landes
                  %
      a ) über die HerKunft - für generativ erzeugtes Vermehrungsgut j
      b ) über die klonale Identität - für vegetativ erzeugtes Vermehrungs-
          gut
      begleitet ist .
 ---pagebreak--- ( 2 ) Absatz 1 gilt nicht für Pflanzenteile und Pflanzgut , die nachweis­
      lich nicht hauptsächlich zur Holzerzeugung bestimmt sind .
      Artikel 12
( 1 ) Die Mitgliedstaaten stellen sicher , daß forstliches Vermehrungsgut
      hinsichtlich des genetischen Wertes seines Ausgang smateri als und
      der zu seiner Identitätssicherung durchgeführten Maßnahmen nur den
      in dieser Richtlinie vorgeschriebenen oder zugelassenen Verkehrsbe-
      schrankuna en unterliegt .
( 2 ) Das Recht der Mitgliedstaaten bleibt unberührt , Maßnahmen durchzu-
      fuhren , um zu verhindern , da£ die Ertrag sfahi'jkeit o^.er die Holzer--
      zsugung ihres i'aldes hinsichtlich des genetischen Wertes durch für
      die Gesamtheit ihres .jebietas ungeeignetes Vermehrungsgut un-
      gunstig beeinflußt « erden .
      Dabei beeinträchtigen sie den Verkehr mit Pflanzenteilen und Pflanz­
      gut , aie nachweislich nicht hauptsächlich zur Holzerzeugung bestimmt
      sind , vorbehaltlich einer wirksamen Kontrolle ihrer Bestimmung ,
      nicht .
( 3 ) Soweit die in Absatz 2 zugelassenen Maßnahmen sich auf Vermehrungs-
      gut beziehen , das in einem anderen Mitgliedstaat erzeugt worden
      ist , werden sie zum Gegenwand einer vorherigen Anhörung der
      Kommission und der übrigen Mit i eds fc aa t en ^ e;r<aciit , In dringenden
      Fallen be schrämet sich die Anhörung auf die Kommission und die
      betroffenen M'itgiiedstdaten ,
      Artikel 13
      Die Kommission stellt auf Antrag eines oder mehrerer Mitgliedstaaten
      nach Anhörung der übrigen Kit öiie ds'i; »a 1 011 durch. Entscheidung fest ,
      daß dem forstlichen Vermehrungsgut , das von amtlich zugelassenem Aus­
      gangsmaterial stammt und dessen Identität von der Ernte bis zur
      Lieferung an den Letzt Verbraucher durch ein geeignetes amtliches
      System gewahrleistet ist , in einem dritten Land erzeugtes forst­
      liches Vermehrungsgut oder aus solchem eingezogenes forstliches
 ---pagebreak---       VermehrunkSgut gleichsteht , das hinsichtlich des genetischen iverts sei­
      nes Ausgangsraaterials und der zur seiner Identität ssicherung durchge­
      führten Maßnahmen die gleiche Gewahr für den Verbraucher bietet .
      Artikel 14
      Diese Richtlinie gilt nicht für forstliches Vermehrungsgut , das nach­
      weislich zur Ausfuhr in dritte Lander bestimmt ist .
      Artikel lb
      Die Mitgliedstaoten sehen ge_ign-3~fce Maßnahmen vor , daß forstliches
      Venne hrungsgut im Verkehr ruci-ideat du.:ch Stichproben auf das Vor­
      liegen der in                    dieser Richtlinie vorgesohonon
      Voraussetzungen amtlich uberwacht wird .
      Artikel 16
( l ) Die Mitgliedstaaten setzen die arf orderlichen Rechts- und Verhaltungs-
      vorschriften in Kraft , um den Bestimmungen dieser Richtlinie und
      ihrer Anlagen
      a ) spät est er s bis zum 30 . Juni 19 66 für Saatgut und Pflanzenteile von
          Abies alba Mill ,
          Picea abies Karst .
          Pinus silvestris L.
          pseudotsuga taxifolia Britt ,,
      b ) spätestens bis zum 30 . Juni 1968 fv.r Saatgut und Pflanzenteile von
          Larix
          Picea sitchensis Trautv . et Mey .
          Pinus nigra Arn .
          Pinus strobus L. ,
 ---pagebreak---       o) spätestens bis zun 3C . Juni 197 0 für Saatgut und Pflanzontcilc von
         Fagus silvatica L.
         Quercus boreali s Michx .
         Que r cus podunculata ihrh .
         v ;ucrcus sossiliflora Sal .
         Populus
      nach zukommen .
( 2) Für Saatgut von Nadelbaungattungen und -arten , das vor don in Absatz 1
      genannten Zeitpunkten geerntot worden ist , können die Tormino um veitero
      zwei Jahre hinausgeschoben werden .
( 3 ) Für Pflanzgut werden die Termine um vier Jahre nach den in Absatz 1
      oder aufgrund von Absatz 2 festgelegten Zeitpunkten hinausgeschoben .
( 4) Die Mitgliedstaaten setzen die Kommission von dem Inkraftsetzen dieser
      Vorschriften unverzüglich in Kenntnis .
( 5 ) Die Mitgliodstaaton unterrichten die Kommission über alle künftigen
      Entwurfo von Rechts- und V oi-wal tungsvorschriften , die sie auf dem durch
      diese Richtlinie geregelten Gebiet zu treffen beabsichtigen , so recht­
      zeitig , daß die Kommission hierzu Stellung nehmen kann .
      Artikol 17
      Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
 ---pagebreak---                                                   ABLAGE I
Zulassungsgrundsätze für Ausbau smaterial
A ) Bestände
    1 . Herkunft – Vorzugsweise sollen als Ausgang smaterial autochthone
         oder bereits bewahrte nicht-autochthone Bestände zugelassen
         werden .
    2 . Lage - Die Bestände sollen von schlechten Bestanden der gleichen
         Art und von Beständen einer Art oder Sorte , durch die eine Ein-
         kreuzung geschehen kann , ausreichend enbfernt liegen . Dieses
         Merkmal ist von besonderer Bedeutung , wenn die umliegenden Be­
         stände nicht autochthon sind .
    3 . Homogenität - Die Bestände sollen eine normale individuelle
         Variabilität der morphologischen Merkmale aufweisen .
    4 . Massenleistung - Die Massenleistung ist oft eines der ausschlag­
         gebenden Merkmale , die die Zulassung rechtfertigen 5 die
         Massenleistung soll in diesem Fall höher sein als die als
         durchschnittlich angesehene unter gleichen ökologischen Be­
         dingungen .
    5 . Güte des Holzes - Die Gute soll in Betracht gezogen wer den f
         sie kann in bestimmten Fällen ein ausschlaggebendes Merkmal
         sein .
    6 ." Form - Die Bestände sollen besonders gunstige morphologische
         Merkmale aufweisen , insbesondere möglichst gute Gradschäftigkeit
         des Stamms , Stellung und Feinheit der Äste , natürliche Ast-
         reinigung , möglichst seltene Zwieselbildung und Drehwuchs .
 ---pagebreak---     7 . Widerstandsfähigkeit - Die Bestände sollen im allgemeinen gesund
        sein und eine möglichst gute Fidr-^etandsfähigkeit gegen Schadorganis-
        men sowie gegen äußere ungcJistige Einflüsse aufweisen .
    8 . Alter - Die Bestände sollen in möglichst großem Umfang Bäume ent­
        halten , die ein Alter erreicht haben , das eine klare Beurteilung
        der oben genannten Merkmale gestattet .
    9 . Stammzahl und Flächengröße - Die Bestände sollen eine oder mehrere
        Baumgruppen umfassen , innerhalb deren und zwischen denen eine
        aureichende Befruchtungsmöglichkeit besteht . Zur Vermeidung der
        ungünstigen Folgen der Inzucht sollen Bestände eine ausreichende
        Stanimzal}! auf einer Mindestf lache aufweisen .
B ) Erhaltung ssamenplantagen
    Die Erhaltungssaiaenplantagen sollen derart angelegt werden , daß eine
    ausreichende Gewähr dafür besteht , daß das in ihnen erzeugte Saat­
    gut mindestens die durchschnittliche genetische Qualität des Aus-
    garigsmaterials wiedergibt , dem die Sa Jenplantage entstammt ,
C ) Klone
    1 . Die Ziffern 4 > 5 > 6 > 7 'und 8 des Teils A finden entsprechende
        Anwendung .
    2 . Die Klone sollen nach ihren Unterscheidungsmerkmalen identifizier­
        bar sein .
    3 . Die Brauchbarkeit der Klone soll sich auf Erfahrungen stützen
        oder durch ausreichend lange Versuche dargetan sein .