CELEX: 32001R2080
Language: de
Date: 2001-10-23 00:00:00
Title: Verordnung (EG) Nr. 2080/2001 des Rates vom 23. Oktober 2001 zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Nabenschaltungen für Fahrräder mit Ursprung in Japan

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32001R2080

Verordnung (EG) Nr. 2080/2001 des Rates vom 23. Oktober 2001 zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Nabenschaltungen für Fahrräder mit Ursprung in Japan  

Amtsblatt Nr. L 282 vom 26/10/2001 S. 0001 - 0012

Verordnung (EG) Nr. 2080/2001 des Ratesvom 23. Oktober 2001zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Nabenschaltungen für Fahrräder mit Ursprung in JapanDER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 384/96 des Rates vom 22. Dezember 1995 über den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft gehörenden Ländern(1), insbesondere auf Artikel 9,auf Vorschlag der Kommission nach Konsultationen im Beratenden Ausschuss,in Erwägung nachstehender Gründe:A. VERFAHREN1. Einleitung(1) Am 27. Juli 2000 veröffentlichte die Kommission im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften(2) eine Bekanntmachung über die Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Nabenschaltungen mit Ursprung in Japan in die Gemeinschaft.(2) Das Verfahren wurde auf einen am 6. Juli 2000 von SRAM Deutschland GmbH gestellten Antrag eingeleitet. Auf dieses Unternehmen entfällt ein erheblicher Teil der Produktion von Nabenschaltungen in der Gemeinschaft.(3) Die in dem Antrag enthaltenen Beweise für das Vorliegen von Dumping bei der genannten Ware und eine dadurch verursachte bedeutende Schädigung wurden als ausreichend angesehen, um die Einleitung eines Antidumpingverfahrens zu rechtfertigen.2. Untersuchung(4) Die Kommission unterrichtete die bekanntermaßen betroffenen ausführenden Hersteller, Einführer und Verwender, die Vertreter des betroffenen Ausfuhrlandes, den Antragsteller und einen anderen Gemeinschaftshersteller über die Einleitung des Verfahrens. Die betroffenen Parteien erhielten Gelegenheit, ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und innerhalb der in der Bekanntmachung über die Einleitung gesetzten Frist eine Anhörung zu beantragen.(5) Einige Parteien legten ihren Standpunkt schriftlich dar. Alle Parteien, die innerhalb der vorgenannten Frist einen entsprechenden Antrag stellten und nachwiesen, dass besondere Gründe für ihre Anhörung sprachen, erhielten Gelegenheit, gehört zu werden.(6) Die Kommission sandte Fragebogen an alle bekanntermaßen betroffenen Parteien und an alle anderen Unternehmen, die sich innerhalb der in der Bekanntmachung über die Einleitung gesetzten Fristen selbst gemeldet hatten. Aussagekräftige Antworten gingen ein von dem antragstellenden Gemeinschaftshersteller, acht unabhängigen Einführern in der Gemeinschaft, 35 Verwendern und dem ausführenden Hersteller in Japan.(7) Mit einem weiteren Fragebogen, der 58 Parteien übermittelt wurde (dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, dem ausführenden Hersteller, zwei verbundenen Einführern, neun unabhängigen Einführern und 45 Verwendern), wurden ausführliche Informationen über die Vergleichbarkeit von auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften Nabenschaltungstypen eingeholt. Es gingen 49 auswertbare Antworten ein. Die Kommission erhielt ferner Stellungnahmen von 137 Parteien, bei denen es sich hauptsächlich um Fahrradhersteller, Einzelhändler, Verbraucher- und Verwenderorganisationen handelte.(8) Die Kommission holte alle für die Untersuchung von Dumping, Schädigung und Gemeinschaftsinteresse als notwendig erachteten Informationen ein, prüfte sie und führte in den Betrieben der folgenden Unternehmen Untersuchungen durch:A. Gemeinschaftshersteller- SRAM Deutschland GmbH, Schweinfurt, Deutschland;B. Ausführender Hersteller in Japan- Shimano Inc., Sakai, Japan;C. Verbundene Einführer in der Gemeinschaft- Shimano Europa GmbH (niederländische Niederlassung), Nunspeet, Niederlande,- Shimano Benelux B.V., Nunspeet, Niederlande;D. Unabhängige Einführer in der Gemeinschaft- Paul Lange &  Co., Stuttgart, Deutschland.(9) Ferner wurden Kontrollbesuche in den Betrieben der folgenden Unternehmen durchgeführt:- Batavus B.V., Heerenveen, Niederlande,- Biria GmbH, Edingen-Neckarhausen, Deutschland,- Epple Zweirad GmbH, Memmingen, Deutschland,- Helkama, Hanko, Finnland,- Koninklijke Gazelle B.V., Dieren, Niederlande,- Tunturi, Turku, Finnland.(10) Die Untersuchung von Dumping und Schädigung betraf den Zeitraum vom 1. Juli 1999 bis zum 30. Juni 2000 (nachstehend "Untersuchungszeitraum" genannt bzw. "UZ" abgekürzt). Die für die Beurteilung der Schädigung relevanten Entwicklungen wurden anhand von Daten über den Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis zum 30. Juni 2000 (nachstehend "Bezugszeitraum" analysiert, für die Feststellungen zu Preisunterbietung und Zielpreisunterbietung wurde hingegen der vorgenannte UZ zugrunde gelegt.3. Vorläufige Maßnahmen(11) Da bestimmte Aspekte im Zusammenhang mit der Schädigung, der Schadensursache und dem Gemeinschaftsinteresse eine weitere Prüfung erforderten, wurden gegenüber den Einfuhren von Nabenschaltungen mit Ursprung in Japan keine vorläufigen Antidumpingmaßnahmen eingeführt.4. Weiteres Verfahren(12) In diesem Stadium wurden vor allem von dem ausführenden Hersteller weitere Informationen angefordert, und alle Parteien wurden über die vorläufige Bewertung des Falls durch die Kommission informiert. Die Kommission holte alle für die endgültige Sachaufklärung als notwendig erachteten Informationen ein und prüfte sie. Insbesondere wurden weitere Kontrollbesuche in den Betrieben des ausführenden Herstellers in Japan, eines unabhängigen Einführers in der Gemeinschaft und von Verwendern in der Gemeinschaft durchgeführt.(13) Alle Parteien wurden über die wichtigsten Fakten und Erwägungen unterrichtet, auf deren Grundlage beabsichtigt wurde, die Einführung endgültiger Antidumpingzölle zu empfehlen. Ferner wurde ihnen nach dieser Unterrichtung eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt.(14) Die mündlichen und schriftlichen Stellungnahmen der Parteien wurden geprüft und die Feststellungen, soweit angemessen, entsprechend geändert.B. WARE UND GLEICHARTIGE WARE1. Ware(15) Bei der betroffenen Ware handelt es sich um Fahrradnaben mit eingebauter Gangschaltung mit drei oder mehr Gängen; dabei ist unerheblich, ob eine Bremse in die Nabe eingebaut, an der Nabe befestigt oder an einem anderen Fahrradteil angebracht ist.(16) Die Untersuchung ergab, dass die betroffene Ware ausschließlich als Nabenschaltung für Fahrräder verwendet wird.(17) Ferner ergab die Untersuchung, dass es drei Grundtypen von Nabenschaltungen gibt, und zwar "Nabenschaltungen mit Rücktrittbremse" (Gangschaltung und Rücktrittbremse sind in die Nabe eingebaut), "Nabenschaltungen mit Trommelbremse" (Gangschaltung und handaktivierte Bremse sind in die Nabe eingebaut) und "Freilauf-Nabenschaltungen" (nur die Gangschaltung ist in die Nabe eingebaut), die alle dieselben grundlegenden materiellen und technischen Eigenschaften und Verwendungen aufweisen.(18) Diesbezüglich behaupteten der ausführende Hersteller und bestimmte andere betroffene Parteien, dass die vorgenannten Nabenschaltungstypen unterschiedliche materielle Eigenschaften aufwiesen. Sie machten insbesondere geltend, dass Verwender Nabenschaltungen mit Rücktrittbremse und Nabenschaltungen mit Trommelbremse oder Freilauf (handaktivierte Bremsen) aufgrund der Unterschiede bei den Bremsen als unterschiedliche Waren ansähen. Auf dieser Basis beantragten sie, die Untersuchung auf Nabenschaltungen mit Rücktrittbremse zu beschränken.(19) Die Untersuchung ergab, dass die wichtigste materielle und technische Eigenschaft einer Nabenschaltung der Gangschaltungsmechanismus ist, der bei allen drei Typen in die Nabe eingebaut ist. Bei einer Nabenschaltung ist die Gangschaltung - im Gegensatz zu einer (externen) Kettenschaltung - in die Nabe eingebaut. Ob zusätzlich eine Bremse in die Nabe eingebaut oder an der Nabe befestigt ist und, falls dies der Fall ist, um welche Art von Bremse es sich handelt, ist zwar für die Berechnungen und Preisvergleiche relevant, berührt aber die grundlegenden Eigenschaften und Verwendungen einer Nabenschaltung nicht und ist somit für die Definition der betroffenen Ware nicht von Bedeutung.(20) Außerdem ergab die Untersuchung, dass die verschiedenen Nabenschaltungstypen untereinander austauschbar sind und dieselben Verwendungen aufweisen.(21) Aus diesen Gründen musste der Antrag auf Ausschluss bestimmter Nabenschaltungstypen aus dieser Untersuchung abgelehnt werden, und alle Nabenschaltungen mit eingebauter Gangschaltung mit drei oder mehr Gängen werden für die Zwecke dieses Verfahrens als eine einzige Ware angesehen.2. Gleichartige Ware(22) Die Untersuchung ergab, dass die grundlegenden materiellen und technischen Eigenschaften der vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in der Gemeinschaft hergestellten und verkauften Nabenschaltungen und der in Japan hergestellten und dort auf dem Inlandsmarkt verkauften Nabenschaltungen sowie der aus Japan in die Gemeinschaft eingeführten Nabenschaltungen identisch sind. Zudem sind auch die Endverwendungen der Nabenschaltungen identisch.(23) Daher wird der Schluss gezogen, dass alle diese Waren gleichartig im Sinne des Artikels 1 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 384/96 des Rates (nachstehend "Grundverordnung" genannt) sind.C. DUMPING1. Normalwert(24) Zur Ermittlung des Normalwerts wurde zunächst geprüft, ob die Gesamtverkäufe der betroffenen Ware im Inland repräsentativ im Sinne des Artikels 2 Absatz 2 der Grundverordnung waren, d. h., ob sie 5 % oder mehr der zur Ausfuhr in die Gemeinschaft verkauften Mengen der betroffenen Ware entsprachen. Den Untersuchungsergebnissen zufolge war dies der Fall.(25) Nach Auffassung des ausführenden Herstellers konnten die Preise bestimmter auf dem Inlandsmarkt verkaufter Modelle, die den ausgeführten Modellen sehr ähnlich sind, zur Ermittlung des Normalwerts herangezogen werden, sofern sie für Unterschiede bei den Fertigungskosten berichtigt würden. Die Kommission prüfte, wie weit sich die 19 ausgeführten Modelle und zwei auf dem Inlandsmarkt verkaufte vergleichbare Modelle ähnelten und kam zu dem Schluss, dass sie sehr ähnlich waren und miteinander verglichen werden konnten.(26) Dann wurde für jedes Modell untersucht, ob die Inlandsverkäufe mindestens 5 % der Verkaufsmenge in die Gemeinschaft entsprachen. Den Untersuchungsergebnissen zufolge war dies nur bei vier Modellen der Fall.(27) Für diese vier Modelle wurde dann geprüft, ob im Sinne des Artikels 2 Absatz 4 der Grundverordnung ausreichende Mengen im normalen Handelsverkehr verkauft wurden.(28) Die Untersuchung ergab für drei der vier Modelle, dass auf die Inlandsverkäufe über den Stückkosten mehr als 80 % der Verkäufe entfielen und dass der gewogene durchschnittliche Stückpreis in Japan höher war als die gewogenen durchschnittlichen Stückkosten. Folglich wurde der Normalwert für diese drei Modelle anhand des gewogenen Durchschnitts der bei allen Inlandsverkäufen dieser Modelle tatsächlich gezahlten Preise ermittelt.(29) Bei dem vierten Modell entsprachen die Inlandsverkäufe über den Stückkosten weniger als 10 % der Verkäufe. Für dieses Modell und für alle anderen Modelle, die auf dem japanischen Markt nicht in ausreichenden Mengen verkauft wurden, wurde der Normalwert gemäß Artikel 2 Absätze 3, 5 und 6 der Grundverordnung anhand der Fertigungskosten des ausführenden Herstellers für die fraglichen ausgeführten Modelle zuzüglich eines angemessenen Betrags für Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten (nachstehend "VVG-Kosten" genannt) und für Gewinne rechnerisch ermittelt. Der Betrag für die VVG-Kosten wurde anhand der Inlandsverkäufe ermittelt, die in repräsentativen Mengen getätigt wurden. Die Gewinnspanne wurde anhand von Inlandsverkäufen im normalen Handelsverkehr ermittelt.2. Ausfuhrpreis(30) Rund 40 % der Ausfuhren in die Gemeinschaft wurden direkt an unabhängige Abnehmer verkauft, und die Preise dieser Ausfuhrverkäufe wurden gemäß Artikel 2 Absatz 8 der Grundverordnung auf der Grundlage der von diesen Abnehmern tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preise ermittelt.(31) Die übrigen Ausfuhren wurden an verbundene Unternehmen in der Gemeinschaft verkauft. Die Preise dieser Ausfuhrverkäufe wurden daher gemäß Artikel 2 Absatz 9 der Grundverordnung rechnerisch ermittelt, und zwar anhand des Preises, zu dem die eingeführten Waren erstmals an einen unabhängigen Käufer in der Gemeinschaft weiterverkauft wurden. Um einen zuverlässigen Ausfuhrpreis zu ermitteln, wurden Berichtigungen für alle zwischen der Einfuhr und dem Weiterverkauf durch die Einführer angefallenen Kosten und für Gewinne vorgenommen. Bei dem als Gewinnspanne zugrunde gelegten Betrag handelte es sich um die gewogene durchschnittliche Gewinnspanne unabhängiger Einführer.3. Vergleich(32) Im Interesse eines fairen Vergleichs wurden für die Vergleichbarkeit der Preise beeinflussende Unterschiede im Sinne des Artikels 2 Absatz 10 der Grundverordnung gebührende Berichtigungen vorgenommen. Dementsprechend wurden Berichtigungen vorgenommen für Unterschiede bei den materiellen Eigenschaften, Preisnachlässe, Transport-, Versicherungs-, Bereitstellungs-, Verlade- und Nebenkosten, Verpackungs-, Kredit- und Kundendienstkosten, Provisionen und Währungsumrechnungen.4. Dumpingspanne(33) Die Dumpingspanne wurde gemäß Artikel 2 Absätze 10 und 11 der Grundverordnung je Modell durch einen Vergleich des gewogenen durchschnittlichen Normalwerts mit den gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreisen ab Werk des entsprechenden Modells auf derselben Handelsstufe ermittelt.(34) Dieser Vergleich ergab das Vorliegen von Dumping, wobei die Dumpingspanne der Differenz zwischen dem Ausfuhrpreis und dem Normalwert entsprach. Ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt, beträgt die gewogene durchschnittliche Dumpingspanne 36,6 %.(35) Auf den ausführenden Hersteller entfällt die Gesamtheit der japanischen Ausfuhren von Nabenschaltungen in die Gemeinschaft. Dementsprechend wird die endgültige residuale Dumpingspanne in derselben Höhe festgesetzt.D. WIRTSCHAFTSZWEIG DER GEMEINSCHAFT1. Definition der Gemeinschaftsproduktion(36) Zum Zeitpunkt der Antragstellung und im UZ gab es zwei Wirtschaftsbeteiligte auf dem Gemeinschaftsmarkt, die die betroffene Ware herstellten:- den Antragsteller und- einen anderen Gemeinschaftshersteller (nachstehend "der andere Gemeinschaftshersteller" genannt), auf den im UZ weniger als 10 % der geschätzten Gesamtproduktion in der Gemeinschaft entfielen. Der andere Gemeinschaftshersteller beantwortete den Fragebogen nicht und nahm zu dem Antrag nicht Stellung.(37) Der ausführende Hersteller beantragte, dass die Kommission die Zahlen in Bezug auf den anderen Gemeinschaftshersteller überprüfte. Hierzu ist zu bemerken, dass angesichts der mangelnden Mitarbeit des anderen Gemeinschaftsherstellers die verfügbaren Informationen zugrunde gelegt werden mussten, die in diesem Fall von dem Antragsteller und dem einzigen kooperierenden ausführenden Hersteller stammten. Ferner wurde festgestellt, dass dieser Wirtschaftsbeteiligte kurz nach dem UZ in Konkurs ging und die Produktion einstellte.(38) Auf dieser Grundlage bilden die Produktion des Antragstellers und des anderen Gemeinschaftsherstellers die gesamte Gemeinschaftsproduktion im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 der Grundverordnung.2. Definition des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft(39) Den Untersuchungsergebnissen zufolge entfiel auf den antragstellenden kooperierenden Gemeinschaftshersteller ein erheblicher Teil der gesamten Gemeinschaftsproduktion der betroffenen Ware, in diesem Fall mehr als 90 %. Daher wurde der Schluss gezogen, dass der antragstellende Gemeinschaftshersteller den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft bildete im Sinne des Artikels 5 Absatz 4 und des Artikels 4 Absatz 1 der Grundverordnung. Er wird nachstehend als "Wirtschaftszweig der Gemeinschaft" bezeichnet.E. SCHÄDIGUNG1. Vorbemerkungen(40) Da es nur einen kooperierenden ausführenden Hersteller gibt und der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nur ein Unternehmen umfasst, wurden bestimmte Daten über diese Unternehmen indexiert, um gemäß Artikel 19 der Grundverordnung die Vertraulichkeit der übermittelten Daten zu wahren.2. Verbrauch in der Gemeinschaft(41) Der Gemeinschaftsverbrauch wurde anhand der Verkaufsmengen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, einer Schätzung der Verkäufe des anderen Gemeinschaftsherstellers und der Einfuhren des japanischen ausführenden Herstellers auf den Gemeinschaftsmarkt ermittelt. Die Schätzung der Verkäufe des anderen Gemeinschaftsherstellers erfolgte auf der Grundlagen von Zahlen, die der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft und der ausführende Hersteller vorlegten. Einfuhren mit Ursprung in anderen Drittländern gab es nicht.(42) Auf dieser Grundlage ergab die Untersuchung, dass der Verbrauch im Bezugszeitraum um 5 % zurückging. Von 1996 bis 1998 ging er zwar lediglich um 4 % zurück, zwischen 1998 und 1999 aber um weitere 8 %. Im UZ stieg der Verbrauch wieder und erreichte fast das Niveau von 1998.3. Betroffene Einfuhrena) Menge der betroffenen Einfuhren(43) Von 1996 bis zum UZ stieg die Menge der betroffenen Einfuhren mit Ursprung in dem betroffenen Land mit 23 % erheblich. Von 1996 bis 1998 gingen diese Einfuhren zwar um 14 % zurück, stiegen von 1998 bis zum UZ aber um 43 %. Auf Jahresbasis ergab die Untersuchung, dass trotz des rückläufigen Verbrauchs im Jahr 1999 (- 8 %) die betroffenen Einfuhren 1999 im Vergleich zu 1998 17 % zunahmen. Der Anstieg der Einfuhrmenge war zwischen 1999 und dem UZ sogar noch deutlicher (+ 22 %).b) Marktanteil der betroffenen Einfuhren(44) Im Bezugszeitraum wuchs der Marktanteil der betroffenen Einfuhren um mehr als 30 % auf einem vom Rückgang geprägten Gemeinschaftsmarkt. Von 1996 bis 1998 ging der Marktanteil des ausführenden Herstellers um 10 % zurück, stieg von 1998 bis 1999 um 30 % und von 1999 bis zum UZ um weitere 11 % entsprechend der vorstehend dargelegten Entwicklung seiner Einfuhrmenge.c) Durchschnittspreise der betroffenen Einfuhren(45) Ausgehend von den Informationen, die der ausführende Hersteller übermittelte, stellte die Kommission fest, dass die Preise der auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften japanischen Nabenschaltungen von 1996 bis 1998 um 5 % zurückgingen. 1999 stiegen sie um 15 % und im UZ um weitere 2 %. Hierzu ist zu bemerken, dass sich diese Feststellungen ausschließlich auf die von dem ausführenden Hersteller übermittelten Informationen stützen, die nicht für den gesamten Bezugszeitraum nachgeprüft werden konnten.d) Preisunterbietung(46) Zur Ermittlung der Preisunterbietung wurden die Preise der vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft verkauften Nabenschaltungen mit den Preisen des japanischen ausführenden Herstellers auf dem Gemeinschaftsmarkt im UZ verglichen. Vorgenommen wurde dieser Vergleich für vergleichbare Typen und auf derselben Handelsstufe, nämlich für Verkäufe an den ersten unabhängigen Abnehmer.i) Vergleichbarkeit(47) Wie unter Erwägungsgrund 7 dargelegt, wurden in einem zusätzlichen Fragebogen ausführliche Angaben zur Vergleichbarkeit der auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften Nabenschaltungstypen angefordert. Die von dem japanischen ausführenden Hersteller hergestellten und auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften direkt vergleichbaren Nabenschaltungstypen und die von Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hergestellten und auf diesem Markt verkauften Typen wurden anhand der Antworten auf diesen Fragebogen ermittelt.(48) Im Interesse eines aussagekräftigen Preisvergleichs wurde auf diese Weise sichergestellt, dass die Nabenschaltungen auf Typ-Basis und unter Berücksichtigung der Anzahl der Gänge miteinander verglichen werden konnten.ii) Berichtigungen(49) Nach Aussagen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wiesen bestimmte von dem ausführenden Hersteller auf dem Gemeinschaftsmarkt verkaufte Nabenschaltungen Nabengehäuse aus Aluminium auf, während die von ihm verkauften vergleichbaren Nabenschaltungen ausschließlich Gehäuse aus Stahl aufwiesen. Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft beantragte, die Preise des ausführenden Herstellers deshalb nach unten zu berichtigen, um den Marktwert dieses materiellen Unterschieds widerzuspiegeln. Der japanische ausführende Hersteller räumte zwar ein, dass eine Berichtigung angemessen war, machte aber unter Bezugnahme auf Unterschiede bei den Produktionskosten geltend, dass die Berichtigung nicht mehr als 5 % betragen sollte.(50) Diesbezüglich ergab die Untersuchung, dass unter den vom ausführenden Hersteller im UZ auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften Nabenschaltungen mehr als 55 % der Rücktritt-Nabenschaltungen mit 7 Gängen und 100 % der Freilauf-Nabenschaltungen mit 7 Gängen Gehäuse aus Aluminium aufwiesen, während die vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft verkauften vergleichbaren Nabenschaltungen ausschließlich mit Stahlgehäusen ausgestattet waren.(51) Auf der Grundlage der verfügbaren Beweise und insbesondere einer Preisliste des ausführenden Herstellers wurde festgestellt, dass die Preise der Nabenschaltungen mit Aluminiumgehäuse im UZ rund 22 % über denjenigen der gleichen Nabenschaltungen mit Stahlgehäuse lagen. Der vom ausführenden Hersteller übermittelten Liste der Geschäftsvorgänge im UZ zufolge lagen die für Nabenschaltungen mit Aluminiumgehäuse tatsächlich fakturierten Preise jedoch nur 11 % über den Preisen der entsprechenden Nabenschaltungen mit Stahlgehäuse.(52) Daraus wurde der Schluss gezogen, dass ein objektiver Unterschied zwischen dem Marktwert von Nabenschaltungen mit Aluminiumgehäuse und demjenigen von Nabenschaltungen mit Stahlgehäuse bestand. Dieser Unterschied wurde mit 11 % des Preises der Nabenschaltungen mit Aluminiumgehäuse beziffert.(53) Außerdem beantragten sowohl der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft als auch der ausführende Hersteller weitere Berichtigungen für angebliche Unterschiede bei den betroffenen Warentypen. Ihnen wurde jedoch mitgeteilt, dass keiner der angeblichen Unterschiede den Untersuchungsergebnissen zufolge objektiv und am Marktwert messbar war. Daher mussten die Anträge beider Parteien auf zusätzliche Berichtigungen abgelehnt werden.iii) Preisunterbietung(54) Auf der Grundlage des Vorstehenden und nach weiteren Überprüfungen wurden zwei Nabenschaltungstypen (Rücktrittsbremsen- und Freilaufnabenschaltung), auf die rund 78 % der Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt und rund 85 % der Ausfuhren des japanischen Ausführers entfielen, als vergleichbar und als auf derselben Handelsstufe verkauft angesehen. Die folgenden vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft und vom ausführenden Hersteller auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften Nabenschaltungen wurden auf Typ-Basis miteinander verglichen:- Nabenschaltungen mit Rücktrittbremse und 3 Gängen;- Nabenschaltungen mit Rücktrittbremse und 7 Gängen;- Freilauf-Nabenschaltungen mit 3 Gängen;- Freilauf-Nabenschaltungen mit 7 Gängen.(55) Für den ausführenden Hersteller wurden die cif-Preise frei Grenze der Gemeinschaft, verzollt, zugrunde gelegt. Die Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wurden erforderlichenfalls auf die Stufe ab Werk (ohne Transportkosten) gebracht.(56) Der Vergleich der Preise je Geschäftsvorgang mit dem gewogenen Durchschnitt ergab eine durchschnittliche Preisunterbietungsspanne, ausgedrückt als Prozentsatz der durchschnittlichen Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, von 6,8 % im UZ.4. Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschafta) Vorbemerkung(57) Gemäß Artikel 3 Absatz 5 der Grundverordnung prüfte die Kommission alle Wirtschaftsfaktoren und -indizes, die die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf seinem Inlandsmarkt beeinflussen.b) Produktion, Produktionskapazität und Kapazitätsauslastung(58) Im Bezugszeitraum stieg die Produktion des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft um 3 %.(59) Von 1998 bis 1999 ging die Produktion des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft jedoch erheblich zurück, und zwar um 19 %, während der Gemeinschaftsverbrauch gemessen an der Menge im selben Zeitraum um nur 8 % fiel. Die Produktion erholte sich im UZ (+ 18 % im Vergleich zu 1999), erreichte das Niveau von 1998 aber nicht. Diese Steigerung der Produktion trotz der rückläufigen Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf seinem Inlandsmarkt lässt sich auf die verstärkte Ausfuhrtätigkeit des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft in andere Drittländer während des UZ zurückführen.(60) Da die Produktionskapazität im Bezugszeitraum konstant blieb, folgte die Entwicklung der Kapazitätsauslastung derjenigen der Produktion und blieb zwischen 50 % und 65 %.c) Verkaufsmenge, Marktanteil und Wachstum(61) Von 1996 bis zum UZ gingen die Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft an unabhängige Abnehmer in der Gemeinschaft gemessen an der Menge um 6 % zurück. Von 1996 bis 1998 konnte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Verkäufe in der Gemeinschaft parallel zu der größeren Produktion um 8 % erhöhen. Von 1998 bis 1999 fiel die Verkaufsmenge aber um 17 %. Dieser Rückgang war sehr viel ausgeprägter als der Rückgang des Verbrauchs in der Gemeinschaft in diesem Zeitraum, der lediglich - 8 % betrug. Durch den leichten Anstieg der Verkaufsmenge von 1999 bis zum UZ (+ 4 %) konnte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft den vorherigen Rückgang jedoch nicht ausgleichen.(62) Sein Marktanteil stieg von 1996 bis 1998 zwar um 13 %, ging aber von 1998 bis zum UZ wieder auf das Niveau von 1996 zurück. Dies ist vor dem Hintergrund des rückläufigen Verbrauchs zu betrachten und fiel zeitlich mit einem erheblichen Anstieg (+ 43 %) der Einfuhrmenge auf dem Gemeinschaftsmarkt zusammen.(63) Der ausführende Hersteller behauptete, der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hätte seinen Marktanteil im Bezugszeitraum zu Lasten des anderen Gemeinschaftsherstellers erhöhen können. Die Untersuchung zeigte jedoch, dass diese Behauptung nicht fundiert war. Tatsächlich ging der Anstieg des Marktanteils des japanischen ausführenden Herstellers im UZ und insbesondere von 1998 bis zum UZ zu Lasten sowohl des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft als auch des anderen Gemeinschaftsherstellers. Den Verkaufszahlen zufolge wurde die Verkaufsmenge, die der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft und der andere Gemeinschaftshersteller in diesem Zeitraum einbüßten, vollständig von dem japanischen ausführenden Hersteller übernommen.d) Preise und die Preise beeinflussende Faktoren(64) Im Bezugszeitraum fiel der durchschnittliche Verkaufspreis von Nabenschaltungen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt mit 21 % erheblich. Diesbezüglich ist zu bemerken, dass sich weder die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Typen noch der Produktmix des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt in diesem Zeitraum wesentlich änderten. Daher ist der Rückgang des Durchschnittspreises nicht auf eine etwaige Änderung des Produktmix zu billigeren Nabenschaltungstypen zurückzuführen.(65) Den Preislisten zufolge sind die japanischen Preise über den Bezugszeitraum zwar offensichtlich gestiegen, aber sie lagen im UZ weiterhin durchschnittlich 7 % unter den Preisen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt. Angesichts dieser Tatsache kann davon ausgegangen werden, dass auch über längere Abschnitte des Bezugszeitraums größere Preisunterschiede zwischen dem japanischen ausführenden Hersteller und dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft herrschten. Dies drückte die Inlandspreise soweit, dass sie im Bezugszeitraum nicht mehr gewinnbringend waren. Dies war insbesondere im UZ der Fall.e) Bestände(66) Im Bezugszeitraum waren die Lagerbestände des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft mit Ausnahme von 1997 bis 1998 eher gering. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hauptsächlich auf Bestellung und nicht auf Lager produziert. Daher wirkte sich die Entwicklung der Bestände - wenn überhaupt - insbesondere im UZ nur geringfügig auf die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft aus. Die Entwicklung der Bestände ist offensichtlich kein relevanter Faktor für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft.f) Rentabilität und Cashflow(67) Was die Rentabilität betrifft, so musste der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft 1996 Verluste zwischen 5 % und 10 % des Umsatzes hinnehmen. 1997 verbesserte sich seine Lage, und die Rentabilität erreichte fast den Break-even-Punkt. Von 1997 bis zum UZ nahm der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nach seiner Übernahme durch SRAM Deutschland GmbH (vormals Mannesmann Sachs) Umstrukturierungen vor und senkte seine Produktionskosten um nahezu 20 %. Im Bezugszeitraum konnten die Kosten um insgesamt 26 % verringert werden. Dennoch blieb die Rentabilität des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im gesamten Bezugszeitraum negativ.(68) Da er 1997 nahezu den Break-even-Punkt erreicht hatte, bestand berechtigter Grund zu der Annahme, dass die Umstrukturierungs- und Kostensenkungsbemühungen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft dazu führen würden, dass er erneut Gewinne verzeichnete. Der Preisdruck, dem der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft insbesondere 1999 und im UZ ausgesetzt war, untergrub diese Bemühungen jedoch. Hieraus lässt sich der Schluss ziehen, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ohne eine Umstrukturierung noch höhere Verluste erlitten hätte bzw. dass die Nabenschaltungsproduktion der Gemeinschaft vollständig eingestellt worden wäre. Im UZ hatte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft Verluste von rund 3 % des Umsatzes zu verzeichnen. Dieses Ergebnis berücksichtigt nicht die Kosten für die Umstrukturierung und anderen Maßnahmen, die dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im Bezugszeitraum entstanden.(69) Der Rückgang der Produktionskosten und der Verluste führte zu einem besseren Cashflow des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im Bezugszeitraum. Parallel zu den Verlusten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verschlechterte sich der Cashflow erheblich, und zwar insbesondere von 1997 bis 1999, erholte sich aber etwas im UZ.g) Investitionen, Kapitalrendite und Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten(70) Die im Bezugszeitraum getätigten Investitionen erreichten 1999 einen Höhepunkt. Dies lässt sich auf die neue Fertigungsanlage in Deutschland zurückführen, die Anfang 1999 in Betrieb genommen wurde. Diese Investition zeigt, dass das Unternehmen sich nicht vom Markt verdrängen lassen will und eine langfristige Strategie für die betroffene Ware verfolgt.(71) Diesbezüglich ergab die Untersuchung, dass die Umstrukturierung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zu einer leichten Verbesserung der Ertragslage im UZ führte. Diese Verbesserung änderte aber nichts an der Tatsache, dass die finanziellen Ergebnisse des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im gesamten Bezugszeitraum negativ blieben.(72) Trotz der finanziellen Verluste hatte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft jedoch keine ernsten Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung.h) Beschäftigung, Produktivität und Löhne(73) Die Beschäftigung ging von 1997 bis 1998 um 17 % zurück und blieb anschließend bis zum UZ trotz der Schwierigkeiten, mit denen der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft konfrontiert war, konstant.(74) Da die Produktion konstant blieb, die Zahl der Beschäftigten aber sank, nahm die Produktivität von 1997 bis zum UZ zu.(75) Die Löhne stiegen im Bezugszeitraum insgesamt leicht an. Der Durchschnittslohn pro Kopf blieb relativ konstant.i) Höhe der Dumpingspanne(76) Angesichts der Mengen und der Preise der betroffenen Einfuhren können die Auswirkungen der Höhe der tatsächlichen Dumpingspanne auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nicht als geringfügig angesehen werden. Die Untersuchung ergab, dass die Einfuhren mit Ursprung in Japan insgesamt im UZ auf dem Gemeinschaftsmarkt zu gedumpten Preisen verkauft wurden. Der Druck auf die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wäre ohne Dumping, wenn überhaupt, natürlich geringer gewesen.5. Schlussfolgerung zur Schädigung(77) Im Bezugszeitraum nahm die Präsenz von Einfuhren mit Ursprung in Japan auf dem Gemeinschaftsmarkt erheblich zu, und die wichtigsten für die Schädigung relevanten Faktoren zeigten für den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine negative Entwicklung.(78) Diese Entwicklung war von 1998 bis zum UZ besonders ausgeprägt, da die Menge der betroffenen Einfuhren um 43 % stieg, während der Gemeinschaftsverbrauch um 1 % zurückging. Infolgedessen konnte der japanische ausführende Hersteller einen weiteren Anteil am Gemeinschaftsmarkt für sich erobern (12 Prozentpunkte) - hauptsächlich zum Nachteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft. Hierzu ist zu bemerken, dass die Preise der betroffenen Einfuhren im UZ rund 7 % unter den Preisen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft lagen und dass Druck auf die Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ausgeübt wurde, so dass keine Gewinne erzielt wurden.(79) Ferner ergab die Untersuchung, dass sich die maßgeblichste Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im selben Zeitraum (von 1998 bis zum UZ) ereignete: seine Verkaufsmengen gingen um 13 % und seine Verkaufspreise um 7 % zurück. Die Produktion ging um 4 % zurück, und der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft musste beim Marktanteil Verluste in Höhe von 7 Prozentpunkten hinnehmen. Trotz der Umstrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen verschlechterte sich die Rentabilität und blieb aufgrund des Drucks auf die Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf seinem Inlandsmarkt negativ.(80) Unter diesen Umständen und vor allem angesichts des Rückgangs von Verkaufspreisen, Rentabilität und Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft insbesondere von 1998 bis zum UZ wird der Schluss gezogen, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im UZ eine bedeutende Schädigung im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 der Grundverordnung erlitt.F. SCHADENSURSACHE1. Einleitung(81) Gemäß Artikel 3 Absätze 6 und 7 der Grundverordnung wurde geprüft, ob die gedumpten Einfuhren mit Ursprung in Japan dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine Schädigung verursachten, die als bedeutend bezeichnet werden kann. Ferner wurden andere bekannte Faktoren als die gedumpten Einfuhren untersucht, die den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft zur gleichen Zeit schädigen, um sicherzustellen, dass die durch diese anderen Faktoren verursachte Schädigung nicht den gedumpten Einfuhren zugerechnet wurde.2. Auswirkungen der gedumpten Einfuhren(82) Im Bezugszeitraum stieg die Menge der gedumpten Einfuhren mit Ursprung in Japan in die Gemeinschaft um 23 % und ihr Marktanteil um 39 %, was einer bedeutenden Zunahme entsprach, die zu Lasten der Hersteller in der Gemeinschaft ging.(83) Der Zusammenhang zwischen der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und den gedumpten Einfuhren wird insbesondere durch die Entwicklungen von 1998 bis zum Ende des UZ deutlich. In diesem Zeitraum nahmen die Einfuhren mit Ursprung in Japan gemessen an der Menge um 43 % zu, und ihr Anteil am Gemeinschaftsmarkt erreichte sogar 44 %.(84) Die Untersuchung ergab, dass erheblicher Druck auf die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ausgeübt wurde, wie die Preisunterbietung durch den japanischen ausführenden Hersteller und die Entwicklung der Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beweisen. Zu diesem Preisdruck kam erschwerend hinzu, dass der Markt für Nabenschaltungen mit nur zwei Wirtschaftsbeteiligten sehr preistransparent ist. Diese Entwicklungen fielen zeitlich mit dem deutlich rückläufigen Trend der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren für den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft von 1998 bis zum UZ zusammen: seine Verkaufsmenge ging um 13 % zurück, und er verlor bedeutend an Marktanteilen. Der durchschnittliche Verkaufspreis fiel um 7 %. Infolgedessen erlitt der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft anhaltende finanzielle Verluste.(85) Daher wird der Schluss gezogen, dass die gedumpten Einfuhren mit Ursprung in Japan bedeutende Auswirkungen auf die Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im Sinne des Artikels 3 Absatz 6 der Grundverordnung hatten.3. Auswirkungen anderer Faktoren(86) Gemäß Artikel 3 Absatz 7 der Grundverordnung wurde geprüft, ob andere Faktoren als die gedumpten Einfuhren mit Ursprung in Japan zu der bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beigetragen haben könnten, um sicherzustellen, dass die durch diese anderen Faktoren verursachte Schädigung nicht den gedumpten Einfuhren zugerechnet wurde. Hierzu wurden die folgenden Faktoren untersucht: die angeblich höheren Preise des japanischen ausführenden Herstellers, der Rückgang des Verbrauchs im Jahr 1999, die Verlagerung der Produktion bestimmter Fahrradhersteller in mittel- und osteuropäische Länder (MOEL), die Ausfuhrtätigkeit des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und die Lage des anderen Gemeinschaftsherstellers.a) Angeblich höhere Preise des ausführenden Herstellers(87) Einige Verwender fochten die Feststellungen in Bezug auf die Preisunterbietung und den ursächlichen Zusammenhang zwischen den gedumpten Einfuhren mit Ursprung in Japan und der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft an. Sie behaupteten, die Preise der japanischen Nabenschaltungen hätten im UZ ausnahmslos über den Preisen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft gelegen.(88) Vorgebracht wurde diese Behauptung hauptsächlich von Parteien, die Nabenschaltungen nicht direkt von dem ausführenden Hersteller oder den mit ihm verbundenen Unternehmen auf dem Gemeinschaftsmarkt beziehen. Daher verglichen diese Verwender die direkt vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in Rechnung gestellten Preise mit denjenigen einer zwischengeschalteten Vertriebsgesellschaft, die japanische Nabenschaltungen verkauft. Dies bedeutet jedoch, dass entgegen den Darlegungen unter Erwägungsgrund 46 die Preise von Nabenschaltungen nicht auf derselben Handelsstufe verglichen werden und die Ergebnisse daher nicht zuverlässig sind.(89) Die Kommission stellte die Preisunterbietung durch einen Vergleich der Preise des japanischen ausführenden Herstellers mit denjenigen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf derselben Handelsstufe fest. Wie unter Erwägungsgrund 56 dargelegt, ergab dieser Vergleich, dass die Preise bei einer großen Anzahl von Nabenschaltungstypen und Geschäftsvorgängen im UZ unterboten wurden. Die für den UZ festgestellte Unterbietungsspanne betrug durchschnittlich 7 % des Verkaufspreises des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft.(90) Wie unter den Erwägungsgründen 64, 65 und 76 erwähnt, ergab die Untersuchung, dass der japanische ausführende Hersteller im UZ die Preise unterbot und das im Bezugszeitraum Druck auf die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ausgeübt wurde.(91) Folglich wird die vorstehende Behauptung als unbegründet angesehen und daher zurückgewiesen.b) Rückgang des Verbrauchs im Jahr 1999 und Marktentwicklung(92) Geprüft wurde, ob der Rückgang des Verbrauchs im Jahr 1999 wesentlich zur Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beitrug. Da sich die Zahl der Wirtschaftsbeteiligten auf dem Gemeinschaftsmarkt auf zwei beläuft, wurde es als angemessen angesehen, die möglichen Auswirkungen des Rückgangs des Verbrauchs und die spätere Marktentwicklung im Lichte der Leistungen beider Wirtschaftsbeteiligter zu untersuchen.(93) 1999 ging die Verkaufsmenge des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im Vergleich zu 1998 um rund 18 % zurück, während die Nachfrage um nur 8 % und damit in einem wesentlich geringerem Maße sank. Ferner verlor der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft rund 9 % an Marktanteilen. Im selben Zeitraum konnte der ausführende Hersteller seine Verkaufsmenge um 17 % und seinen Marktanteil um 30 % erhöhen.(94) Im UZ stieg die Verkaufsmenge des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zwar um 4 %, aber sein Marktanteil fiel um 4 %. Zur gleichen Zeit konnte der ausführende Hersteller seine Verkaufsmenge um 22 % und seinen Marktanteil um 11 % steigern, die damit viel stärker als der Markt wuchsen (8 %).(95) Daraus geht klar hervor, dass sich die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft nicht nur infolge des Rückgangs des Verbrauchs verschlechterte. Als sich der Markt im UZ erholte, blieb die Leistung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft weit hinter der Marktentwicklung zurück. Gleichzeitig gewannen die gedumpten Einfuhren erheblich an Boden auf dem Gemeinschaftsmarkt. Folglich dürfte der Rückgang des Verbrauchs - im Gegensatz zu den gedumpten Einfuhren - nicht wesentlich zu der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beigetragen haben.c) Verlagerung der Produktion bestimmter Fahrradhersteller in mittel- und osteuropäische Länder (MOEL) und Ausfuhrverkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft(96) Nach Auffassung des japanischen ausführenden Herstellers wurde der Rückgang der Verkaufsmenge des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im Bezugszeitraum auf die sinkende Nachfrage auf dem Gemeinschaftsmarkt bedingt. Dieser Nachfragerückgang war auf die Verlagerung der Produktion einer Reihe von Abnehmern des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft aus der Gemeinschaft in mittel- und osteuropäische Länder (MOEL) im Jahr 1998 zurückzuführen. Der ausführende Hersteller behauptete, dass alle Einbußen bei der Verkaufsmenge (und die daraus resultierenden schadensverursachenden Folgen), die der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft auf seinem Inlandsmarkt erlitt, durch die Ausfuhrverkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft in MOEL ausgeglichen wurden.(97) Diesbezüglich ergab die Untersuchung, dass die Anzahl der Fahrradhersteller, die ihre Produktion im Bezugszeitraum in bestimmte MOEL verlagerten, im Vergleich zum Verbrauch in der Gemeinschaft wahrscheinlich relativ gering ist. Zudem ergab die Untersuchung keinen Hinweis darauf, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Ausfuhrverkäufe 1998 oder 1999 im Vergleich zu den Vorjahren steigerte.(98) Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass auch Abnehmer des japanischen ausführenden Herstellers ihre Produktion verlagerten. Ferner wurde für den UZ festgestellt, dass eine Reihe von Fahrradherstellern zwar Produktionsanlagen in bestimmten MOEL errichtete, gleichzeitig aber ihre Produktion in der Gemeinschaft aufrechterhielt. Daher können diese Verlagerungen, sofern sie sich überhaupt auf die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auswirkten, für den Bezugszeitraum nicht als nennenswert angesehen werden.(99) Die Ausfuhrverkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wurden ebenfalls untersucht. Diese Analyse ergab, dass auf die Ausfuhrverkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft in Drittländer von 1996 bis 1999 rund 8 % seiner Verkäufe insgesamt entfielen, im UZ stiegen sie hingegen auf 15 %. Hätten die Ausfuhrverkäufe nicht zugenommen, wären der Verlust an Größenvorteilen und die Auswirkungen auf die Stückkosten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft noch größer gewesen, was zu noch bedeutenderen finanziellen Verlusten geführt hätte.(100) Daher wird das Argument, dass der Rückgang der Verkaufsmenge des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf seinem Inlandsmarkt auf die Verlagerung der Fahrradproduktion in mittel- und osteuropäische Länder zurückzuführen sei, zurückgewiesen.d) Der andere Gemeinschaftshersteller(101) Des Weiteren wurde geprüft, ob der andere Gemeinschaftshersteller zu der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beigetragen haben könnte. Ausgehend von den verfügbaren Informationen büßte der andere Gemeinschaftshersteller im Bezugszeitraum jedoch rund 60 % der Verkäufe und rund 60 % seines Marktanteils ein, so dass sein Marktanteil im UZ nur noch rund 6 % betrug. Daher wird der Schluss gezogen, dass der andere Gemeinschaftshersteller nicht zur Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beitrug.4. Schlussfolgerung zur Schadensursache(102) Die erheblich gedumpten Einfuhren, die im Bezugszeitraum bedeutend zunahmen, die Preisunterbietung und der Preisdruck, die im Rahmen der Untersuchung festgestellt wurden, waren alle mit signifikant nachteiligen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verbunden, und zwar insbesondere auf seine Verkaufspreise und Verkaufsmengen, was wiederum den Marktanteil und die Rentabilität beeinträchtigte. Die gedumpten Einfuhren wirkten sich in einem Maße aus, dass dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine bedeutende Schädigung verursacht wurde. Auf der Grundlage der vorgenannten Tatsachen und Erwägungen wurde ferner der Schluss gezogen, dass alle anderen Faktoren nicht in einem solchen Maße zur Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beitrugen, dass der ursächliche Zusammenhang zwischen der festgestellten Schädigung und den Auswirkungen der betroffenen gedumpten Einfuhren widerlegt wurde.G. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT1. Vorbemerkungen(103) Um festzustellen, ob das Gemeinschaftsinteresse ein Eingreifen erforderte, wurden die wahrscheinlichen Auswirkungen der Einführung von bzw. des Verzichts auf Antidumpingmaßnahmen auf die betroffenen Wirtschaftsbeteiligten untersucht. Zu diesem Zweck wurden von allen betroffenen Parteien einschließlich des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, der unabhängigen Einführer/Händler und der Verwender der betroffene Ware Informationen angefordert.2. Interesse des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft(104) Die Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im Bezugszeitraum erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung seiner Produktivität unternommen hatte indem er erfolgreich seine Produktionskapazität senkte und seine Wettbewerbsfähigkeit in der Gemeinschaft und weltweit steigerte. Hierzu tätigte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft 1999 bedeutende Investitionen und errichtete eine neue Produktionsstätte, um die Effizienz und Qualität der Produktion zu verbessern. Diese Investitionen wurden zum Zeitpunkt der Übernahme von Mannesmann Sachs im Jahr 1997 auf der Grundlage einer realistischen Prognose der Marktentwicklungen beschlossen. Im Bezugszeitraum gelang es dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, seine Kosten um 26 % zu senken und seine Ausfuhrverkäufe zu steigern. Dies zeigt, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft lebens- und wettbewerbsfähig ist und beabsichtigt, die Produktion von Nabenschaltungen in der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, sofern er nicht durch gedumpte Einfuhren vom Markt verdrängt wird. Die umfangreichen Investitionen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sind ferner ein Anzeichen dafür, dass das Unternehmen für die betroffene Ware eine langfristige Strategie in der Gemeinschaft verfolgt. Seine Zukunft hängt jedoch weitgehend von fairen Wettbewerbsbedingungen und somit davon ab, dass keine gedumpten schadensverursachenden Einfuhren auf den Gemeinschaftsmarkt gelangen.(105) Angesichts der Art der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wird die Auffassung vertreten, dass ohne Antidumpingmaßnahmen eine weitere Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft unabwendbar ist. Dies wird höchstwahrscheinlich zu einer weiteren Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft führen und ihn mittelfristig sogar zur Aufgabe zwingen. Die Einführung von Antidumpingmaßnahmen liegt daher im Interesse des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft.3. Interesse der unabhängigen Einführer und Händler(106) Von den zehn unabhängigen Einführern, zu denen die Kommission Kontakt aufnahm, gingen acht aussagekräftige Antworten auf den Fragebogen ein. Auf sie entfallen rund 21 % der Einfuhren in die Gemeinschaft und 8 % des Gemeinschaftsverbrauchs. Bei diesen Einführern handelte es sich ausnahmslos um Alleinvertriebsberechtigte des japanischen ausführenden Herstellers.(107) Bei diesen acht kooperierenden Einführern entfielen auf das Segment Nabenschaltungen durchschnittlich 2,4 % (von 0 % bis 8 %) ihres Gesamtumsatzes im UZ.(108) Es wurde untersucht, wie sich der vorgeschlagene Antidumpingzoll auf die Gesamtrentabilität der Einführer im Durchschnitt auswirken würde. Angesichts des geringen Anteils des Segments Nabenschaltungen an ihrem Gesamtumsatz dürfte die größtmögliche nachteilige Auswirkung der vorgeschlagenen Maßnahmen auf die acht Einführer insgesamt vernachlässigbar sein.(109) Folglich wird die Auffassung vertreten, dass angesichts des geringen durchschnittlichen Anteils des Segments Nabenschaltungen an ihrer Wirtschaftstätigkeit insgesamt und der Höhe der vorgeschlagenen Maßnahmen die Interessen der Einführer insgesamt nicht übermäßig beeinträchtigt werden.4. Interesse der Verwender(110) Bei den Verwendern der betroffenen Ware handelt es sich um Fahrradhersteller und -montagebetriebe sowie um bestimmte Einzelhändler in der Gemeinschaft. Von den Verwendern, zu denen die Kommission Kontakt aufnahm, übermittelten 35 eine aussagekräftige Antwort auf den Fragebogen. Auf diese 35 Verwender entfielen rund 32 % des Gesamtverbrauchs in der Gemeinschaft. Ferner gingen Stellungnahmen von Verwenderverbänden in der Gemeinschaft ein.(111) Die Untersuchung ergab, dass diese Verwender bei ihrer Wirtschaftstätigkeit insgesamt eine durchschnittliche Gewinnspanne von rund 3 % und bei Fahrrädern mit Nabenschaltungen von rund 11 % erzielen.(112) Im UZ entfielen auf die Verkäufe von Fahrrädern mit Nabenschaltungen (mit Ursprung sowohl in Japan als auch in der Gemeinschaft) rund 25 % des Gesamtumsatzes der Verwender.(113) Angesichts des begrenzten Anteils der Fahrräder mit Nabenschaltungen an ihrer Wirtschaftstätigkeit insgesamt sowie der Höhe der vorgeschlagenen Maßnahmen und der Rentabilitätslage der kooperierenden Verwender wird der Schluss gezogen, dass die möglichen nachteiligen Auswirkungen der vorgeschlagenen Maßnahmen auf die Verwender den voraussichtlichen Nutzen für den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nicht aufwiegen.5. Wettbewerb und handelsverzerrende Auswirkungen(114) Die Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im Grunde nur die betroffene Ware herstellt und verkauft, während der ausführende Hersteller insbesondere auf dem Gemeinschaftsmarkt und auch weltweit bei allen Fahrradteilen eine führende Rolle spielt. Angesichts der festgestellten Preisunterbietung, des Preisdrucks sowie der erlittenen finanziellen Verluste und Marktanteileinbußen ist nicht auszuschließen, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft darum kämpfen wird, ein leistungsfähiger Marktteilnehmer zu bleiben. Die starke Position des ausführenden Herstellers auf dem Gemeinschaftsmarkt, auf dem sich seine Konkurrenz auf Nabenschaltungen beschränkt, und die Höhe der Maßnahmen lassen es, wirtschaftlich gesehen, unwahrscheinlich erscheinen, dass seine Einfuhren vom Gemeinschaftsmarkt verdrängt werden. Die Präsenz seiner Nabenschaltungen auf dem Gemeinschaftsmarkt ist also auch im Falle der Einführung von Antidumpingmaßnahmen gewährleistet.(115) Einige Parteien behaupteten darüber hinaus, dass die Auswahl der Verwender und Verbraucher durch die Maßnahmen eingeschränkt würde und ihnen infolgedessen der Zugang zu vom japanischen ausführenden Hersteller entwickelten Innovationen versagt bliebe. Wie bereits erwähnt, wird jedoch die Auffassung vertreten, dass Nabenschaltungen mit Ursprung in Japan auch künftig auf dem Gemeinschaftsmarkt erhältlich sein werden, und zwar zum einen wegen der starken Position des ausführenden Herstellers auf dem Gemeinschaftsmarkt für eine große Anzahl von Fahrradteilen und zum anderen wegen der Bedeutung des Gemeinschaftsmarkts für den ausführenden Hersteller.(116) Somit werden Verwender und Verbraucher weiterhin zwischen den konkurrierenden Waren wählen können, wenn auch zu nicht schadensverursachenden Preisen. Diese Auswahl würde dagegen eingeschränkt, wenn der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Tätigkeit aufgeben müsste, was nicht auszuschließen ist, wenn auf die Einführung von Antidumpingmaßnahmen verzichtet wird.(117) Mit Hilfe der Maßnahmen wird voraussichtlich ein fairer und wirksamer Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt wiederhergestellt, weil sie lediglich die handelsverzerrenden Auswirkungen des von dem japanischen ausführenden Hersteller praktizierten schadensverursachenden Dumpings beseitigen. Ein Maßnahmenverzicht würde in diesem Fall dazu führen, dass die Wettbewerbsverzerrung bestehen bleibt und sich sogar noch verstärkt, so dass sich die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft noch weiter verschlechtert. Würde der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Tätigkeit aufgeben, würde dies den Wettbewerb und die Auswahl der Verwender und Verbraucher auf dem Gemeinschaftsmarkt einschränken.6. Schlussfolgerung zum Gemeinschaftsinteresse(118) Auf der Grundlage der vorgenannten Tatsachen und Erwägungen wird der Schluss gezogen, dass sich aus dem Gemeinschaftsinteresse keine zwingenden Gründe gegen die Einführung von Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Einfuhren von Nabenschaltungen mit Ursprung in Japan ergeben.H. VORGESCHLAGENE MASSNAHMEN1. Schadensbeseitigungsschwelle(119) Da die Untersuchung ergab, dass die betroffenen gedumpten Einfuhren dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine bedeutende Schädigung verursachten und keine zwingenden Gründe gegen die Einführung von Maßnahmen sprechen, sollte ein Antidumpingzoll in einer Höhe eingeführt werden, die zur Beseitigung der Schädigung ausreicht, ohne die festgestellte Dumpingspanne zu übersteigen.(120) Bei der Berechnung des Zollsatzes, der zur Beseitigung der Auswirkungen des schadensverursachenden Dumpings erforderlich ist, wurde davon ausgegangen, dass etwaige Maßnahmen den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in die Lage versetzen sollten, seine Produktionskosten zu decken und angemessene Gewinne vor Steuern zu erzielen, die ohne gedumpte Einfuhren erzielt werden könnten.(121) Auf dieser Grundlage ergab die Untersuchung, dass eine Gewinnspanne von 8 % des Gesamtumsatzes als vertretbarer Betrag angesehen werden konnte, den der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ohne schadensverursachendes Dumping angesichts seiner erfolgreichen und kostensenkenden Umstrukturierungsbemühungen und der Notwendigkeit langfristiger Investitionen durch den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft realistischerweise hätte erzielen können. Weltweit gibt es nur zwei große Märkte für Nabenschaltungen: den Gemeinschaftsmarkt und den japanischen Markt, auf den keine gedumpte Ware eingeführt wird. Angesichts der deutlich höheren Gewinne in Japan dürfte die vorgenannte Gewinnspanne sehr konservativ sein.(122) Dementsprechend wurde zur Ermittlung der Schadensbeseitigungsschwelle die Differenz zwischen den Produktionskosten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zuzüglich der genannten Gewinnspanne einerseits und dem berichtigten tatsächlichen Nettoverkaufspreis der eingeführten Nabenschaltungen, der bei der Berechnung der Preisunterbietungsspanne zugrunde gelegt worden war, andererseits gebildet. Diese Differenz wurde dann als Prozentsatz des Nettopreises frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt, ausgedrückt. Die Berechnungen ergaben eine Schadensspanne von 11,3 %.2. Endgültiger Antidumpingzoll(123) Angesichts des Vorstehenden und gemäß der Regel des niedrigeren Zolls nach Artikel 9 Absatz 4 der Grundverordnung sollte ein endgültiger Antidumpingzoll in Höhe der Schadensspanne festgesetzt werden.(124) Da auf den einzigen der Kommission bekannten japanischen ausführenden Hersteller alle Ausfuhren mit Ursprung in Japan in die Gemeinschaft entfallen, wird der residuale Zoll in derselben Höhe festgesetzt.(125) Daher beläuft sich der vorgeschlagene endgültige Antidumpingzoll, ausgedrückt als Prozentsatz des Nettopreises frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt, auf:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:Artikel 1(1) Auf die Einfuhren von Fahrradnaben mit eingebauter Gangschaltung mit drei oder mehr Gängen, unabhängig davon, ob eine Bremse in die Nabe eingebaut, an der Nabe befestigt oder an einem anderen Fahrradteil angebracht ist, des KN-Codes ex 8714 99 90 (TARIC-Code: 8714 99 90*91 ) mit Ursprung in Japan wird ein endgültiger Antidumpingzoll eingeführt.Dieser Zoll gilt auch für Naben mit Rücktrittbremse und Bremsnaben des KN-Codes ex 8714 94 10 und andere Naben als Naben mit Rücktrittbremse und Bremsnaben des KN-Codes ex 8714 93 10, in die eine Gangschaltung mit drei oder mehr Gängen eingebaut sind (TARIC-Codes 8714 94 10*10 und 8714 93 10*10 ) mit Ursprung in demselben Land.(2) Für die Ware mit Ursprung in Japan gilt folgender Zollsatz auf den Nettopreis frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(3) Sofern nichts anderes bestimmt ist, finden die geltenden Zollbestimmungen AnwendungArtikel 2Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.Geschehen zu Luxemburg am 23. Oktober 2001.Im Namen des RatesDer PräsidentA. Neyts-Uyttebroeck(1) ABl. L 56 vom 6.3.1996, S. 1. Verordnung zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2238/2000 (ABl. L 257 vom 11.10.2000, S. 2.)(2) ABl. C 214 vom 27.7.2000, S. 4.