CELEX: 
Language: de
Date: 2020-07-02
Title: KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN, VIERTEN RICHTLINIE DES RATES aufgrund von Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g) zur Koordinierung der Schutzbestimmungen, die in den Mitgliedstaaten den Gesellschaften im Interesse der Gesellschafter sowie Dritter hinsichlich der Gliederung und des Inhlats des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie hinsichtlich der Bewertungsmethoden und der Offenlegung dieser Dokumente vorgeschrieben sind

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                              KOM(71)1232 endg.
                                              Brüssel , den 10 , November 1971
                         VIERTEN RICHTLINIE DES RATES
                  aufgrund von Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g)
              zur Koordinierung der Schutzbestimmungen, die in den
           Mitgliedstaaten den Gesellschaften im Interesse der Gesell­
       schafter sowie Dritter hinsichlich der Gliederung und des Inhlats
    des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie hinsichtlich der Bewer­
    tungsmethoden und der Offenlegung dieser Dokumente vorgeschrieben sind
                       ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
  K0M(71 ) 1232 endg.
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                                       - 1 -
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen "Wirtschaftsgemein­
schaft , insbesondere auf Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g ),
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europaischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ,
In Erwägung nachstehender Gründe t
Der Koordinierung der einzel staat liehen Vorschriften Über die Gliederung
und den Inhalt des Jahresabschlusses und des Lägeberichts sowie über die
Bewertungsmethoden und die Offenlegung dieser Dokumente bei der Aktien­
gesellschaft und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung kommt im Hinblick
auf den Schutz der Gesellschafter sowie Dritter besondere Bedeutung zu .
Eine gleichzeitige Koordinierung auf diesen Gebieten ist bei den vorgenannten
Gesellschaftsformen deswegen erforderlich , weil die Tätigkeit der fraglichen
Gesellschaften häufig über die Grenzen des nationalen Hoheitsgebietes hinaus­
reicht und die Gesellschaften Dritten nur das GesellschaftsvermSgen als Si­
cherheit anbieten . Die Notwendigkeit und die Dringlichkeit einer solchen
Koordinierung wurde im übrigen durch Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe f ) der
Richtlinie Nr . 68/151 /EWG vom 9« März 1968 anerkannt und bestätigt .
Ausserdem ist es erforderlich , dass hinsichtlich des Umfangs der zu veröf­
fentlichenden finanziellen Angaben gleichwertige rechtliche Bedingungen für
konkurrierende Gesellschaften derselben Rechtsform in der Gemeinschaft her­
gestellt werden ;
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Der Jahresabschluss hat einen möglichst sicheren Einblick in die
Vermögens -, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zu geben .
Zu diesem Zweck ist es nötig , für die Aufstellung der Bilanz
sowie der Gewinn- und Verlustrechnung Gliederungsschemata mit
grundsätzlich zwingend vorgeschriebenen Posten vorzusehen und
die in den Mitgliedstaaten anerkannten Bewertungsmethoden zu
koordinieren , um die Gleichwertigkeit der in den Jahresabschlüssen
gemachten Angaben zu gewährleisten .
Der Jahresabschluss von Aktiengesellschaften soll den Aktionären
und Dritten so zugänglich wie möglich sein . Hierzu ist seine
vollständige Bekanntmachung in einem nationalen Amtsblatt uner­
lässlich .
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                                    - 3 -
Bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung kann zwischen der Unter-         •
richtung der Gesellschafter und dar Unterrichtung Dritter unterschieden
werden . Die Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung
müssen die gleichen Angaben erhalten , wie die Aktionäre einer Aktien­
gesellschaft » Hinsichtlich der Unterrichtung Dritter ist wegen der Be­
schränkung der Haftung der Gesellschafter grundsätzlich die gleiche
Offenlegung erforderlich wie bei der Aktiengesellschaft . Bei Gesellschaften
mit beschränkter Haftung von geringerer Bedeutung können aber Erleichterungen
gestattet werden –
HAT POLGEKDS RICHTLINIE ERLÄSSEN :
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                                           - 4 -
Art ike 1 1
1 . a ) Die Massnahmen der Koordinierung , welche dia Artikel 2 "bis 47
dieser Richtlinie vorschreiben , gelten für die Rechts - und Verwaltungs-
vorschriften' der Mitgliedstaaten für Gesellschaften folgender Re^Q^ts formen :
        - in Deutschland :
           die Aktiengesellschaft , die Kommanditgesellschaft auf Aktien }
        - in Belgien :
           la société anonyme , de naamloze vennootschap ,
           la société en commandite par actions , de commanditaire vennoot-
                                                     schap op aandelen ;
        - in Frankreich :
           la société anonyme , la société en commandite par actions ;
        - in Italien :
           la società per azioni , la società in accomandita per azioni ;
        - m Luxemburg :
           la société anonyme , la société en commandite par actions ;
        - in den Niederlanden          :
           de naamloze vennootschap ,
            do commanditaire vennootschap op aandolon .
    b ) Die Massnahmen der Koordinierung , welche die Artikel 48 bis 50
        dieser Richtlinie vorschreiben , gelten für die Rechts - und Ver-
        waltungsvorschriften der Mitgliedstaaten für Gesellschaften folgender
        Rechtsformen :
           in Deutschïand :
         - 'ä i£iv He ee 11 schaff mit- beschränkter
        - in Belgien :
           la société de personnes à responsabilité limitée ,
           de personenvennootschap mat beperkte aansprakelijkheid ;
        - in Frankreich :
           la société à responsabilité limitée ;
        - in Italien :
           la società a responsabilità limitata ;
        - in Luxemburg :
           la société à responsabilité limitée ;
        - in den Niederlanden :
           de besloten vennootschap met beperkte aansprakelijkheid .
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                                                        XI7/144/71-D
                                    - 5 -
 2.      Bis zu einer späteren Koordinierung der Schutzbe Stimmungen,
 die den Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften vorgeschrieben
 sindj brauchen die Mit^liedstaaten die Bestirsnun^en dieser Richtlinie
?-uf dieso Unternehmen nicht anzuwenden *
    \
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                                           - 6 -
                                        1 . Abschnitt
                                Allgemeine Vorschriften              ;
Artikel 2
 1.       Der Jahresabschluss besteht aus der Bilanz , der Gewinn - und JlTerlust-
rechnung und dem Anhang zum Jahresabschluss . Biese Unterlagen bilden eine
Einheit .
 2.       Der Jahresabschluss hat den Grundsätzen ordnungsmässiger Buchführung
 zu entsprechen .
3.        Der Jahresabschluss ist klar und übersichtlich aufzustellen . Er hat
 im Kähmen der Bewertungs- und Gliederungsvorschriften einen möglichst si­
 cheren Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
zu geben .
                                        2 . Abschnitt
                           Gliederung des Jahre sab Schlusses
Artikel 3            ,
       In der Gliederung der aufeinander folgenden Bilanzen und Gewinn- und
Verlustrechnungenjinsbesondere in der Wahl der Darstellungsform mues Stetig­
keit gewahrt werden .    Aby® iskiuagsin von diöffiflü» Grunda-eta sind in Ausnahme­
fällen aulSesigc,                      einä ia A&teö » ansagten und hinrc-iohend
«a, feGgsfl&äft®,''                                                              .   •
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                                       - 7 -
Artikel 4
 1.     In der Bilanz sov.de in der Gewinn- und Verlustrechnurg sind die Posten
gesondert auszuweisen , die in den Artikeln 8 , 9 und 20 bis 23 dieser Richt­
 linie vorgesehen sind . Eine weitere Untergliederung der mit arabischen
Ziffern versehenen Posten ist gestattet .
2.     rir>e durch die Besonderheit des Unternehmens bedingte abweichende
Gliederung bei einzelnen mit arabischen Ziffern versehenen Posten der
Bilanz und der Gewinn– und Verlustrechnung ist in Ausnahmefällen zulässig .
Eine abweichende Gliederung muss jedoch einen gleichwertigen Einblick
geben. Sie ist im Anhang zu erläutern .
3.     Die Mitgliedstaaten können gestatten , dass die mit arabischen
Ziffern versehenen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung
zusammengefaßt ausgewiesen werden können , wenn sie in Bezug auf das Ziel
des Artikels 2 Absatz 3 dieser Richtlinie von untergeordneter Bedeutung
sind .
4.     In der Bilanz sowie in der Gewinn-und Verlustrechnung sind zu
jedem Posten die Vergleichszahlen des Vorjahres anzugeben .
Artikel 5
       Die Mitgliedstaaten können gestatten , dass die Gliederung der Bilanz
und der Gewinn- und Verlustrechnung zur Ausweisung der Verwendung der
Ergebnisse angepasst werden kann .
Artikel 6
       Eine Verrechnung zwischen Aktiv- und Passivposten sowie zwischen
Aufwands- und Ertra„'sposten ist unzulässig »
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                                          - 8 -
                                      3 . Absobnitt
                                Gliederung der Bai an z
Artikel 7
      Pur die Aufstellung der Bilanz nehmen die Mitgliedstaaten die in
den Artikeln 8 und 9 dieser Richtlinie vorgesehenen Gliederungen in ihre
Gesetzgebung auf und lassen den Gosellsehaften die Tahl swischen diesen
Gliederungen .
Artikel 8
                                     AKTIVA
A. Ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital ,
   davon eingefordert .
B. Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens , soweit
   das nationale Recht eine Aktivierung gestattet ,
C. Anlagevermögen :
   I. Immaterielle Anlagen :
      1 . Forschungs- und Entwicklungskosten , soweit das nationale Recht
          eine Aktivierung gestattet
      2 . Konzessionen , patente , Lizenzen , Warenzeichen und ähnliche
          Rechte und Werte , soweit sie
          a ) entgeltlich erworben werden und diese Vermögenswerte nicht
              unter Ziffer 3 auszuweisen sind
          b ) selbst erstellt wurden , soweit das nationale Recht eine Akti­
              vierung gestattet
      3 . Derivativer Firci^nwert
      4 « Geleistete Anzahlungen .
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                                         - 9 -
 II . Sachanlagen s
       1 . Grundstücke und Bauten
       2 . Technische Anlagen und Maschinen
      3 . Andere Anlagen , Betriebs - und Geschäftsausstattung
      4 . Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau .
III . Beteiligungen und sonstige Finarjzanlagen :
      1 . Anteile an verbundenen Unternehmen
      2 . Forderungen an verbundene Unternehmen
      3 . Beteiligungen
      4 . Forderungen an Untornehmen ,"3it donen ein BeteiligvnßeverhUltnis
           besteht
      5 . Wertpapiere des Anlagevermögens
       6 . Sonstige Forderungen
      7 « Eigene Aktien ( unter Angabe ihres Kennwertes oder ihres Rechnungs-
           wertes ), soweit das nationale Recht eine Bilanzierung gestattet .
D. Umlaufvennogen :
   I.   Vorräte   ;
        1 . Roh-, Hilfs - und Betriebsstoffe
        2 . Unfertige Erzeugnisse einschliesslich Abfälle
        3 . Fertige Erzeugnisse und Handelswaren
        4 . Geleistete Anzahlungen .
  II . Forderungen :
        ( bei den folgenden Posten ist jeweils gesondert anzugeben , in
        welcher Hohe Forderungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
        enthalten sind )
        1 . Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
        2 . Forderungen an verbundene Unternehmen
        3 » Forderungen an Untorne Lauen ,rait denen ein Betcili /jur.'gGVGrhH.ltn.!.G
            besteht
        4 . Sonstige Forderungen .
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                                      - 10 -
III . Wertpapiere des Umlaufvermögens und verfügbare Mittel :
       1 . Anteile an verbundenen Unternehmen
       2.  Wechsel
       3 . Guthaben bei Kreditinstituten , Postscheckguthaben , Schecks und
           Kasse nbe stand
       4 . Eigene Aktien ( unter Angabe ihres Nennwertes oder ihres Rechnung
           wertes ), soweit das nationale Recht eine Bilanzierung gestattet
       5 . Sonstige Wertpapiere .
S. Rechnungsabgrenzungsposten .
F. Verlust s
   I. Jahresergebnis
  II . Ergelsnisvortrag .
                                    P A S S I V A
A. Gezeichnetes Kapital .
    ( M.e Aktien sind getrennt nach den einzelnen Gs-ttungen mit ihrem
   Tennwert oder ihrem Rechnungswert aufzuführen ) .
B. Rucklagen s
   1 . Gesetzliche Rücklage                                       '
   2 . Agio
   3 . ÎTeubewertungsrucklage
   4 . Rücklage für eigene Aktien
   5.    Satzungsmâssige Rucklagen
   6 . Freie Rucklagen .
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                                          - 11 -
                                                         /
 C. Wertkorrektionen soweit sie nicht auf der Aktivseite offen abgesetzt
     sind oder im Anhang erscheinen :
    1 . zu den Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens
    2v zu den immateriellen Anlagen
    3 . zu den Sachanlagen
    4 . zu den Beteiligungen und sonstigen Finanzanlagen
    5 . zu den Vorräten
    6a, zu den Forderungen des Umlaufvermögens
    7 . zu den Wertpapieren des Umlaufvermögens und verfügbaren Mitteln .
     ( Bei den -unter den Poeten 2 "bis 7 gruppierten Vermögenswerten
     ist eine Untergliederung entsprechend der Gliederung auf der Aktiv­
     seite vorzunehmen )
D. Rückstellungen s
     1 . Rückstellungen für Pensionen und ähnliche TTerpflichtungen
     2 . Steuerrückstellungen davon für latente Steuerverpflichtungen
    3 . Sonstige Rückstellungen .
E. Verbindlichkeiten :
     (Bei den folgenden Posten ist jeweils gesondert anzugeben , in welcher
    Höhe Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ent­
     halten sind sowie Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als   ■
      fünf Jahren und Verbindlichkeiten». welche dinglich gesichert sind )
    1 . Anleihen , davon konvertibel
    2 . Verbindlichice iten gegenüber Kreditinstituten
    3 » Auf Bestellungen erhaltene Anzahlungen
    4 . Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
    5 . Verbindlichkeiten aus Wechseln
    6 . Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
    7 . Verbindlichkeiten gegenüber ünternehi3on t öit denen ein Beteiligungs-
         Verhältnis besteht
    8 . Sonstige Verbindlichkeiten .
F. Rechnungsabgrenzungspo sten .
G. Gewinn :
    I. Jahresergebnis
   II . Ergebnisvortrag#
 ---pagebreak---                                                               XIY/144/71-D
                                         - 12 -    ,
Artikel 9 .
A. Ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital ,
   davon eingefordert i
B. Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens soweit
   das nationale Recht eine Aktivierung gestattet .
C. Anlagevermögen :
   I. Immaterielle Anlagen j
        1 . Forschungs-und Entwicklungskosten , soweit das nationale Recht
            eine Aktivierung gestattet
        2 . Konzessionen , Patente , Lizenzen , Warenzeichen und ähnliche Rechte
            und Werte , soweit sie
            a ) entgeltlich erworben werden und diese Vermögenswerte nicht
                unter Ziffer 3 auszuweisen sind
            b ) selbst erstellt wurden , soweit das nationale Recht eine Ak­
                tivierung gestattet
        3 . Derivativer Firme nwert
        4 . Geleistete Anzahlungen .       ••                           1
  II . Sachanlagen :
        1 . Grundstücke und Bauten
        2 . Technische Anlagen und Maschinen
        3 . Andere Anlagen , Betriebs - und Geschäftsausstattung
      - 4 - Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau »
 III . Beteiligungen und sonstige Finanzanlagen :
        1 . Anteile an verbundenen Unternehmen
        2 . Forderungen an verbundene Unternehmen
        3 - Beteiligungen
        4 . Forderungen an Unternehmen smit denen ein Bete iligungsVer­
            hältnis besteht
        5 . Wartpapiere des Anlagevermögens
        6 . Sonstige Forderungen
        7 . Eigene Aktien ('unter Angabe ihres Nennwertes oder ihres Rech-
            nungswertes),soweit das nationale Recht eine Bilanzierung gestattet .
 ---pagebreak---                                                             XIV/144/71-D
                                         - 13 -
D. TJmlaufve rmcgen :
    I. Vorräte    s
        1 . Roh-, Hilfs - und Betriebsstoffe
        2 . Unfertige Erzeugnisse einschliesslich. Abfälle
        3 . Fertige Erzsugnisse und Handelswaren
        4 . Geleistete Anzahlungen «
  II . Forderungen :
        ( Bei den folgenden Posten ist jeweils gesondert anzugeben , in wel­
        cher Hohe Forderungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ent-
      , halten sind )
        1 . Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
        2 . Forderungen an verbundene Unternehmen
        3 « Forderungen an Unternehmer^ mit denen ein Bete iligungsverhältnia
            besteht                 1
        4 . Sonstige Forderungen .
III . Wertpapiere des Umlaufvermögens und verfügbare Mittel :
      1 .. Anteile an verbundenen Unternehmen
      2 . Wechsel
      3 - Guthaben "bei Kreditinstituten , Postscheckguthaben , Schecks und
           Kassenbestand
      4 - Eigene Aktien ( unxer Ange,be ihres Nennbetrages oder ihros Rechnungs-
           wertes ) ? soweit das nationale Recht eine Bilanzierung gestattet
      5 - Sonstige Wertpapiere .
E. Rechnungsabgrenzungspo sten«
F. Verbindlichkeiten mit einer Eestlaufzeit bis zu einem Jahr :
    (Bei den folgenden Posten ist jeweils gesondert anzugeben , in welcher
   Hohe Verbindlichkeiten enthalten sind , welche dinglich geaichert sind ). <
 ---pagebreak---                                       - 14 -             XIV/144/71-D
   1 . Anleihen, davon konvertibel
   2 . Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
   3 . Auf Bestellungen erhaltene Anzahlungen
   4 . Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
   5 . Verbindlichkeiten aus Wechseln
   6 . Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
   7 . Verbindlichlceiten gegenüber Unternehmen » mit denen ein Beteiligungs-
       verhältnis besteht
   8 . Sonstige ■ Verbindlichkeiten .
G. Umlaufvermögen höher als Verbindlichlceiten mit einer Restlaufzeit bis
   zu einem Jahr , ,
H. Gesamtbetrag der Aktiven nach Abzug der Verbindlichkeiten ©it einer
   Restlaufzeit bis zu einem Jahr»
I. Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr :
   ( Bei den folgenden Posten ist jeweils gesondert anzugeben» in welcher ,
   Höhe Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
   enthalten oin'l cowio Verbindlichkeiten , wolcho dinglich gesichert sind ),
   1 . Anleihen , davon konvertibel
   2 . Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
   3 . Auf Bestellungen erhaltene Anzahlungen
   4 . Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
   5 . Verbindlichkeiten aus Wechseln
   6 . Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
   7 . Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs-
       verhS-ltnis besteht
   8 . Sonstige Verbindlichkeiten .
 ---pagebreak---                                                               XI1T/144//1-
                                            15 -
J. Wertkorrektionen ,, soweit sie nicht im Anhang erscheinen :
      1 . zu - den Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens
      2 . zu den immateriellen Anlagen
      3. zu den Sachanlagen
      4 » zu den Beteiligungen und sonstigen Finanzenlagen
      5 « zu den Vorräten
     6 . zu den Forderungen des Umlaufvermögens
     7 . zu den Wertpapieren des Umlaufvermögens und verfügbaren Mitteln
     ( Bei den unter den      Posten 2 bis 7 gruppierten Vermögenswerten
     ist eine Untergliederung entsprechend der Gliederung unter C und I)
     vorzunehmen )
K. Rückstellungen s
     1 . Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
     2 . Steuerrückstellungen , davon für latente Steuerverpflichtungen
     3 . Sonstige Rückstellungen ,
L . Re chnungsabgrenzungspo st en „
M. Gesoichnetes Kapital »
     ( Die Aktien sind getrennt nach den einzelnen Gattungen mit ihrem
     Nennwert oder ihrem Re chnungs-we rt auf zuführen )
ÏT . Rûcklagen :
     1 . Gesetzliche Rücklage
     2 . Agio
     3 - Neubewertungsrûcklage
     4 . Rücklage für eigene Aktien
     5 . Sat&ungsmîlssige Rûcklagen
     6 . Freie Rûcklagen .
0 . Jahre serge bnis .
P. Ergebnisvortrag .
 ---pagebreak---                                        - 16 -              xrv/144/ 71 -D
Art ikel 10
1.       Fällt ein Aktivum oder ein Passivum unter mehrere Posten des
Gliederungsschemas , so ist "bei dem Posten , unter dem es ausgewiesen wird ,
oder im Anhang -die Zugehörigkeit zu den anderen Posten zu vermerken .    .
Diese Angabe kann unterbleiben , wenn sie zur Aufstellung eines klaren und
übersichtlichen Jahresabschlusses nicht nötig ist .
2.       Eigene Aktien , und Anteile an verbundene Unternehmen dürfen nur
unter den ausdrücklich hierfür vorgesehenen Posten ausgewiesen werden .
Artikel 11
         Unter der Bilanz oder im Anhang sind , sofern sie nicht auf der ■
Passivseite auszuweisen sind , alle Garantieverpflichtungen zugunsten
Dritter , gegliedert nach den Garantiearten , die das nationale Recht vor­
sieht , und unter Angabe der gewährten dinglichen Sicherheiten anzugeben .
Bestehen die Garantieverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen ,
so ist dies bei den einzelnen Vermerken anzugeben .
                                    4 . Abschnitt
                  Vorschriften zu einzelnen Poeten der Bilanz
                                                                              l
Artikel 12
1.     Für die Zuordnung der Vermögenswerte zum Anlage - oder Umlaufvermögen
ist ihre Zweckbestimmung massgebend .
2.     Unter das Anlagevermögen sind die Vermögenswerte einzustellen ,
die dazu bestimmt sind , dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen .
 ---pagebreak---                                                               ΧΠ7ϊ44/7ΐ-ϋ
                                        - 17 -
 3-      a ) Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in
 der Bilanz oder im Anhang darzustellen . Dabei müssen , ausgehend von den
ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten , die Zu- und Abgänge
 sowie die Umbuchungen und die Zuschreibungen in dem Geschäftsjahr und alle
bis zum Bilanzstichtag vorgenommenen Wertkorrekt iohen für jeden Posten des
Anlagevermögens gesondert aufgeführt werden . Wenn die Wertkorrektionen
 in der Bilanz ausgewiesen werden , können sie entweder auf der Aktivseite
 oder auf der Passivseite ausgewiesen werden .
         b ) Wenn ?ue Zeitpunkt der erstmaligen Aufstellung des Jahresabschlüsse
entsprechend dieser Richtlinie <iio Anschaffungs -- oder Herstellungskosten eine
Anlagewertes nicht ohne ungerechtfertigte Kosten oder Verzögerungen fest­
gestellt werden können , kann der Restbuchwert am Anfang des Geschäftsjahres
als Anschaffungs - oder Herstellungskosten betrachtet werden . Die Anwendung
 dieser Bestimmung ist im Anhang zu erwähnen ,
         c ) Bei Anwendung der Artikel 30 und 31 dieser Richtlinie ist die
unter a ) genannte Darstellung der Entwicklung der einzelnen Posten des
Anlagevermögens zu vervoll ständigen . Dazu sind alle in den Artikeln 30
Absatz 2       und 31 Absatz 2 gen»mton Unter schiedsbet-i°äg© und alle
•zusätzlichen Wertkorrektionen bis zum B : laazstichtag für jeden der betref­
fenden Posten gesondert anzugeben .
4.       a ) Die Entwicklung der einzelnen Posten des Umlaufvermögens ist in
der Bilanz, oder im Anhang darzustellen . Dabei müssen die Anschaffungs-
oder Herstellungskosten de ? ausgewiesenen Werts und die Wertkorrektionen
für jeden Posten des UmlauiVermogens gesondert aufgeführt werden . Wenn die
Wertkorrekt io'nen in der Bilanz ausgewiesen werden , können sie entweder
auf der Aktivseite oder auf der Passivseite ausgewiesen werden .
        b ) Die Vorschriften des Absatzes 3 c ) gelten sinngemäss für die
Darstellung des Postens Vorräte .
 5»     Die Vorschriften defa Absatzes 3 a ) und b ) gelten sinngemäß für die
 Darstellung des Postens Aufwendungen für di.s Errichtung und Erweiterung
 des Unternehmens .
 ---pagebreak---                                                            XI7/144/71-D
                                      - 18 -
Artikel 13
       Als Grundstücke und Bauten sind sowohl unbebaute als auch behaute
Grundstücke einschliesslich der Auf -1 und Einhauten auszuweisen .
       Soweit das nationale Recht die Aktivierung grund stücksgleicher
Rechte gestattet , sind diese unter dem Pesten Grundstücke und Bauten au-s^v
zuweisen .
Artikel 14
      Beteiligungen im Sinne dieser Richtlinie sind Anteilsrechte an anderen
Unternehmen, die daau bestimmt sind , dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstel­
lung einer dauernden Verbindung zu j'ineia Unternehmen zu dienen . Dabei ist
es gleichgültig , ob die Anteilsrechte in Wertpapieren verkörpert sind
oder nicht . Es wird vermutet , dass der Besitz von 10 i<> des gezeichneten
Kapitals eines anderen Unternehmens eine Beteiligung ist .
Artikel 15
      Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten , sind Ausgaben vor dem Abschluss-
stichtag auszuweisen , soweit sie Aufwendungen für eine bestimmte Zeit
nach diesem Tag darstellen sowie Erträge vor dem Abschlusst ichtag , soweit
sie erst nach diesem Tag vereinnahmt werden . Diese letztgenannten Beträge
können aber auch unter den Forderungen ausgewiesen werden .
Artikel 16
      Wertkorrektionen sind Korrekturposten zu Vermögensgegenständen
zur Berücksichtigung von endgültigen oder nicht endgültigen Wertminderungen ,
welche am Bilanzstichtag festgestellt werden .
 ---pagebreak---                                        - 19 -                XIV/144/71-D
Artikel 17
        Unter Rück Stellungen sind auszuweisen mix Sicherheit anfallende ,
in den folgenden Geschäftsjahren auszuweisende Aufwendungen für grössere
Instandhai tungs - oder Wiedorinstandsctzungsarbeiten sowie ihrer Eigenart
nach genau umschriebene Verluste oder Aufwendungen , die am Bilanzstichtag
als wahrscheinlich oder sicher , aber ihrer E5he oder dem Zeitpunkt ihres
Eintritts nach als unbestimmt anzusehen sind .
        Rückstellungen können keine Korrektion der auf der Aktivseite auf­
geführten Werte darstellen .
Artikel 18
        Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Sinnahmen vor dem
Ab schlus st ichtag auszuweisen , soweit 1 sie Ertrüge für eine bestimmte
Zeit nach diesem Tag darstellen , sowie Aufwendungen vor dem Ab schlusst ich-
tag , welche erst nach diesem Tag zu Ausgaben führen . Diese letztgenannten
Beträge können aber auch unter den "Verbindlichkeiten ausgewiesen werden .
                                     5 . Abschnitt
                         Gliederung der Gewinn - und Verlustrechnung
Artikel 19
        Für die Aufstellung der Gewinn - und. Verlustrechnung nehmen die
Mitgliedstaaten die in den Artikeln 20 bis 23 dieser Richtlinie vorgese­
henen Gliederungen in ihre Gesetzgebung auf und lassen den Gesellschaften
die Wahl zwischen diesen Gliederungen .
 ---pagebreak---                                                                xrv/i44/7i-ï>
                                           - 20 -
 Artikel 20
 I. Betriebsergebnis ( mit Ausnahme der gegebenenfalls in II enthaltenen
       "betrieblichen Aufwendungen und Erträge )
       1 » Nettoumeatzarlose
        2 . Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
       3 . Andere aktivierte Eigenleistungen
       4 . Sonstige betriebliche Erträge
        5 . Materialaufwand
        o . Personalaufwand
       7 . a ) Wertkorrektionen zu Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung
                des Unternehmens und zu immateriellen Anlagen und Sachanlagen
            b ) Wertkorrektionen zu Gegenständen   des Umlaufvermögens
       8 . Sonstige betriebliche Aufwendungen
       9 . Betriebsergebnis .
II . Fmanzergebms
    10 . Erträge aus Beteiligungen , davon aus verbundenen Unternehmen
    11 . Erträge aus sonstigen Wertpapieren und Forderungen des Anlagever­
            mögens , davon aus verbundenen Unternehmen
    12 . Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge , davon aus verbundenen Unter­
     ;      »ehmen
    13 . Wertkorrektionen zu       Beteiligungen und sonst igai Finanzanlagen
            und ; zu Wertpapieren des Umlaufvermögens
    14 - Zinsen und ähnliche Aufwendungen , davon an verbundene Unternehmen
    15 . Finanzergebnis .
 ---pagebreak---                                                                    144/ (' -»•
                                           - 21 -
   III . Ausserordentliches Er ^ebnis
           16 . Ausserordentliche Erträge
           17 . Ausserordentliche Aufwendungen
           18 . Ausserordentliches Ergebnis
           19 • Zwischensumme .
    IV .   Steuern
        ''29 . Cewinnabhclngige Steuern
                - effektiv
                - latent
           21 . Sonstige Steuern , soweit sie nicht in I , II oder III enthalten
                sind .                                             \
      V . Jahre se rgebn is »
Artikel 21                   .                                                 -
A. Auf der Seite der Aufwendungen
   I. Betriebliche Aufwendungen (mit Ausnahme der gege benenfalls in II
       enthal tenen "betr ieblichen Aufwendungen )
       1 . Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
        2 . Materialaufwand
       3 . Personaïaufwand
       4 . a ) Wertkorrektionen zu Aufwendungen für die"Errichtung und Erweiterung
                des Unternehmens und zu immateriellen Anlagen und Sachanlagen
            b ) Wertkorrektionen arfca Gegenständen des Umlaufvermögens
        5 . Sonstige betriebliche Aufwendungen .
  II . Fmaazaufwendun^en                                                . ,
        1 . Wertkorrektionen zu Bete iligungen und sonst igen Finanzanlagen
            und zu Wertpapieren des Umlaufvermögens
        2 . Zinsen und ähnliche Aufwendungen , davon an verbundene Unternehmen .
 ---pagebreak---                                                                    Xrv/l4A/'il~D
                                             - 22 -
   III . AusserordentI icho Auf•Wendungen
    IV .   Stenern
           1 . Gewinnabhängige Steuern
               - effektiv
               - latent
           2 . Sonstige Steuern , soweit sie nicht in I , II oder III enthalten
               sind .
     V. Jahre serge bris .
B. Au .f der Seite der Erträge
         Betriebliche Erträge (mi t Ausnahme der gegebenenfalls in II
         enthaltenen betrieblichen ilT^iriäneiXfigen und Ertrüge )
         1 . Eettoumsr.tzerlcse
         2 . Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
         3 . Andere aktivierte Eigenleistungen
         4 . Sonstige betriebliche Erträge »
  II . Finanz -^rtrS-ge
         1 . Erträge aus Beteiligungen, davon aus verbundenen Unternehmen
         2 . Erträge aus sonstigen Wertpapieren und Forderungen des
              Anlagevermögens , davon aus verbundenen Unternehmen
         3 . Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge , davon aus verbundenen
              Unternehmen .
 III . Ausserordentliche Erträge •
  IV . Jahresergebnis •
 ---pagebreak---                                                            XIV/144/71-D
                                         - 23 -
Artikel 2 ?
   I. Betriebsergebnis ( mit Ausnahme da r gegebenenfalls unter I I
       enthaltenen betrieblichen Aufwendungen und Ertrüge )
       1 . ITettoumsatzerlose
       2 . Herstellungskosten der ziur Erzielun j der Umsetzer lose erbrachten
           Leistungen ( einschliesslich der Wertkorrektionen)
       3 . Bruttoerfolg vom Umsatz
       4 . Vertriebekosten ( einschliesslich der Wertkorrektionen )
       5 . Allgemeine Verwaltungskosten ( einschliesslich der Wertkorraktionen )
       6 . Sonstige betriebliche Erträge
       7 . Betriebsergebnis .
  II . Fxnanzergebnis
       8 . Erträge aus Beteiligungen , davon aus verbundenen Unternehmen
       9 . Erträge aus sonstigen Wertpapieren und Forderungen des
           Anlagevermögens , davon aus verbundenen Unternehmen
      10 . Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge^ davon aus verbundenen
           Unternehmen
      11 . Wertkorrektionen zu Beteiligungen und sonstigsn Finanzanlagen
           und zu Wertpapieren des Umlaufvermögens
      12 . Zinsen und ähnliche Aufwendungen, davon an verbundene Unternehmen
      13 . Finan se rge bn i s .
                                                    /
 ---pagebreak---                                                              xr//144/7l-D
                                          - 24 -       1                  ;
III . Ausserordentliches Ergebn is
       14 . Ausserordentliche Erträge
       15 . Ausserordentliche Aufwendungen
       16 . Ausserordentliches Ergebnis
       17 . Zwischensumme •                                                    ~
 IV .  Steuern                                     ,
       18 . Gewinnabhängige Steuern
             - effektiv
             - latent
       19 . Sonstige Steuern , soweit sie nicht in I , II oder III enthalten
             sind .
  V. Jahresergebnis .
Artikel 23
A. Auf de r Seite der Aufwendungen                                   <
       I. Betrieb ! i che Aufwendungen (mit Ausnahme der gege benenfalls in II
           enthaltenen betrieblichen Aufwe ndungen )
           1 . Herstellungskosten der üsut Eraielung £or UasatHsrlöse erbrachten
               Leistungen ( einschliesslich der Wertkorrektionen )
           2 . Vertriebskosten ( einschliesslich der Wertkorrektionen )     <
           3 . Allgemeine Verwaltungskosten ( einschliesslich der Wsrtkorrek-
               tionen ) »
      II . Fina^zaufwend.urigen
           1 . Wertkorrektionen cu Beteiligungen und sonst igen Finansanlagen
               und zu Wertpapieren des Umlaufvermögens
           2 . Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundene Unter­
               nehmen .
 ---pagebreak---                                                               XIV/l 44/71-2
                                                 - 25 -
    III . AU3 se rorde nt 1 ic he Aufwendungen „
     IV .  Steuern
          1 . Gewinnabhängige Steuern
              - effektiv
              - latent
          2 . Sonstige Steuern , soweit sie nicht in I , II oder III enthalten
              sind .
      V. Jahre sergebnis «
B. Auf der Seite der Erträge
   I. Betriebliche Erträge (mit Ausnahme der gegebenenfalls in II enthaltenen
       betrieblichen Erträge )
       1 . îîettoumeatzerlSse
       2 . Sonstige betriebliche Erträge .
  II . Finanzertrago
       1 . Erträge aus Beteiligungen, davon aus verbundenen Unternehmen
       2 . Erträge aus sonstigen Wertpapieren und Forderungen des Anlage­
           vermögens, davon aus verbundenen Unternehmen
       3 . Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, davon aus verbundenen Unternehmen .
 III . Ausserordentliche Erträge »
  IV . Jahreserge^nis ,
 ---pagebreak---                                                                xr044/71-I>
                                           - 26 -
  ■ Art ikel 24
             Die Mitgliedstaaten körnen für Gesellschaften , bei denen am Bilanz-
    stichtag :
    - die Bilanzsumme     nach Abzug von Wertkorrektionen , falls diese auf der
       Passivseite erscheinen , nicht eine Million Rechnungseinheiten übersteigt ;
    - die ETettoum satzerlöse 'nicht zwei Millionen Rechnungseinheiten uberetsi-
       genj
    - die Anzahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer
        im Durchschnitt nicht Hundert überstieg , .
    folgende Abweichungen von den in den Artikeln 20 bis 23 dieser Richtlinie
    vorgesehenen Gliederungen gestatten :
                                                     Λ
    a ) in Artikel 20 unter I , Zusammenfassung der Posten 1 bis 5 zu einem
         Posten unter der Bezeichnung Rohergebnis 5
   1b ) in Artikel 21 , Zusammenfassung der Posten A I , 1 und 2 und B I , 1 bis 4
         zu einem Posten unter der Bezeichnung Rohertrag oder gegebenenfalls
         Rohaufwand 5
    c ) in Artikel 22 unter I, Zusammenfassung der Posten 1 , 2, 3 und 6 zu einem
         Posten unter der Bezeichnung RohergeVnisj
• d ) in Artikel 23 > Zusammenfassung der Posten A I» 1 und B I ,. 1 und 2 zu
         einem Posten unter der Bezeichnung Rohertrag oder gegebenenfalls Roh-
         aufwand .
             Falls später die Grenze eines der obengenannten Merkmale überschrit­
   ten wird , können die Abweichungen erneut erst angewendet werden , wenn für
    zwei aufeinanderfel^oune Geschäftsjahre alle obengenannten Merl-Lina le
    zutreffen .
             Eei der Umrechnung in nationale Währungen kann von den in dieser
   Bestimmung genannten Beträgen nur bis zu 10 fa mehr oder weniger abgewichen
   werden .
 ---pagebreak---                                                            XIV/144/Vl- -D
                                        - 27 -
                                 6 . Abschnitt
                  Vorschrif ten zu einzelnen Posten der Gewinn-
                              und Verlustrechnung
                                             ί
Artikel 25
       " Zu den Eettoumsat zerlösen zählen die Erlöse aus dem Verkauf von
für die Tätigkeit der Gesellschaft typischen Erzeugnissen , Handelswaren
und Dienstleistungen nach Abzug von Erlösschmälerungen , der Mehrwertsteuer
und anderer unmittelbar auf den Umsatz bezogener Steuern .
Art ilce 1 26
1.       Unter den Positionen ausserordentliche Erträge oder ausserordentliche
Aufwendungen sind sowohl die zu einem anderen Geschäftsjahr gehörenden
als auch die für die Tätigkeit des Unternehmens nicht typischen Erträge
oder Aufwendungen zu erfassen »
2.       Sind diese Aufwendungen und Erträge für die Beurteilung der Ertrags-
lage nicht von untergeordneter Bedeutung , so sind, sie hinsichtlich ihres
Betrags und ihrer Art im Anhang zu erläutern .
Artikel 27
         Bei den gewinnabhängigen Steuern ist der für das
zu zahlende effektive Steueraufwand und gesondert die Köhe der latenten
Steuerverpflichtungen anzugeben .
 ---pagebreak---                                            - 28 -               X 17/ 144/ Tl-D
                                     7 . Abschnitt
                                   Bewe rtungs re ge ln
Artikel 2 8
1.       Die Mitgliedstaaten stellen sicher , dass für die Bewertung im
Jahres ab schluss folgende allgemeine Grundsätze gelten :
a ) In' der .Anwendung der ■. Bewertungsmethoden soll . Stetigkeit bestehen .
b ) Nur am Bilanzstichtag realisierte Gewinne' dürfen ausgewiesen werden ;
    es müssen jedoch alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken, berücksich­
    tigt werden,' -   ..>•                             ... .
c ) Verlustbringende Sreignisse , die erst nach dem Bilanzstichtag , jedoch
    vor Aufstellung der Bilanz erkannt werden , ■ -Missen - berücksichtigt .werden ,
    sofern sie in dem Zeitraum verursacht sind , auf den sich der Jahresab-
    schluß bezieht .          , /'
d ) Wertminderungeil sind unabhängig davon zu berücksichtigen , ob das Geschäfts­
    jahr mit einem Gewinn oder Verlust abschliesst .                           1
e ) Die in den Aktiv- und Passivposten enthaltenen Werte sind einzeln zu be­
    werten .
f ) Die Schlussbilanz eines Geschäftsjahrs muss mit der Anfangsbilanz des
    folgenden Geschäftsjahres übereinstimmen .
2.       Abweichungen von diesen allgemeinen Grundsätzen sind in Ausnahmefällen
zulässig . Die Abweichungen sind im Anhang anzugeben und hinreichend.au be­
gründen . Ihr Einfluss auf die - Vermögens -, Finanz- und . Ertragslage ist geson­
dert anzugeben .                                         ..  ;
 ---pagebreak---                                                               Χ1Υ/ΐ44/71"Ι>
                                       - 29 -
Arilkel_29
        Pur die Bewertung der Posten im Jahre sab schlu ES gelten die Artikel
32 "bis 39 dieser Richtlinie , denen das Anschaffungswertpidnzip zugrunde
liegt .
Artikel 30
1,      Ab-.jeichend von Artikel 29 dieser Richtlinie können die Mitglied-
Staaten für Sachanlagen f deren Nutzung seitlich begrenzt ist , und für
Verrate die Bewertung auf der Grundlage des Wiederbeschaffungswertes ge­
statten .
        In diesem Fall ist vorzusehen , dass die Anwendung dieser Abweichung
unter Angabe der betreffenden Posten im Anhang zu erwähnen und hinsichtlich
der berücksichtigten Werte zu rechtfertigen ist «
2.      Iis Falle einer Anwendung des Absatzes 1 sind die Unterschiedsbe-
träge , welche sich aus der Bewertung auf der Grundlage des Wiederbe-
schaffungswertes und der Bewertung nach dem Grundsatz von Artikel 29
ergeben , auf der Passivseite in dem Posten Neubewertungsrücklage einzu­
stellen» Dieser Festen ist wie folgt zu untergliedern
– Rücklage für Sachanlagen
- Rücklage für Vorräte ,
3 ->    Die Neubewertungsrüüklage kann jederzeit in Kapital umgewandelt
werden»
4»      Die Neu.bowertungsrückl&ge muss aufgelöst werden , soweit die darin
enthaltenen Beträge nicht mehr zur Wiederbe Schaffung der betreffenden
Aktiva benötigt werden. Diese Beträge sind Bestandteil des Jahre ser-
gebattsses ,» Sie sind gesondert in der Gewinn– und Verlustrechnung aus­
zuweisen.
 ---pagebreak---                                     - 30 -               xrj/144/ 71-D
                             >
5.       Ausser den in den Absätzen 3 und 4 erwähnten Fällen darf die
Neubewertungsrücklage nicht aufgelöst werden .
6.       Die jährlichen Wertkorrektionen sind von den jeweils für das Ge­
schäftsjahr ermittelten Wiederbeschaffungswerten vorzunehmen .
Artikel 31
1.       Abweichend von Artikel 29 dieser Richtlinie können die Mitglied­
staaten eine Neubewertung der Sachanlagen sowie der Beteiligungen 'und
sonstigen Finanzanlagen gestatten .
         In diesem Fall ist vorzusehen , dass die Anwendung dieser Abweichung
unter Angabe der betreffenden Posten im Anhang zu erwähnen und hinsichtlich
der berücksichtigten Werte zu rechtfertigen ist .
2.       Im Falle der Anwendung des ersten Absatzes sind die Unterschieds-
beträge , welche sich aus der Bewertung nach Absatz 1 und der Bewertung nach
dem Grundsatz von Artikel 29 ergeben , auf der Passivseite in dem Posten
Neubewertungsrücklage einzustellen . Dieser Posten ist wie folgt zu unter­
gliedern                                                            v
                   ,                                              i
- Rticklage fur Sachanlagen
- Rücklage für Beteiligungen und sonstige Finanzg.nl agen .
3.       Die Neubewertungsrücklage kann jederzeit in Kapital umgewandelt
werden .
4.       Die Neubewertungsrücklage muss aufgelöst werden , soweit die betref­
fenden Mehrwerte tatsächlich realisiert sind . Diese Beträge sind Bestand­
teil des Jahresergebnisses . Sie sind gesondert in der Gewinn- und Verlust­
rechnung auszuweisen .
5.       Ausser den in den Absätzen 3 und 4 erwähnten Fällen darf die Neubewer-
tungsrücklage nicht aufgelöst" ■Werden , rs       '    l . 'i
 ---pagebreak---                                                                  XIV/ I44/71"D
                                            - 31 -
   Artikel 32
   1 . a ) Soweit das nationale Recht eine Aktivierung der Aufwendungen
             für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens gestattet ,
             sind sie spätestens nach fünf Jahren abzuschreiben .
        b ) Solange diese Aufwendungen nicht vollständig abgeschrieben worden
             sind , ist diu Ausschüttung von Gewinn verboten , es sei denn,, dass die
             freien Rücklagen wenigstens so hoch wie der nicht abgeschriebene
             Teil dieser Aufwendungen sind .
     2 . Der Inhalt dieses Postens ist im Anhang zu erläutern .
– Artikel 33
   1 . a ) Gegenstände des Anlagevermögens sind zu den Anschaffung^- oder
             Herstellungskosten zu bewerten , unbeschadet der Bestimmungen unter ■
             b ) und c ) .
        b ) Bei den Gegenständen des Anlagevermögens , deren Nutzung zeitlich
 '          begrenzt ist , sind die Anschaffungs - oder Herstellungskosten
            uia Wertkorrektionen zu vermindern , die sich nach einem Plan be­
            rechnen , der den Hegeln einer ordnungsmässigen Geschäftsführung
            entspricht .
        c ) . aa ) Bei Gegenständen des Anlagevermögens können       ohne Rücksicht
                     darauf, ob. ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist , Wertkorrek-
                     tionen vorgenommen werden , um die Gegenstände mit dem
                     niedrigsten Wert anzusetzen , der ihnen am Bilanz st ichtag
                     beizulegen ist .
                bb ) Die Wertkorrektionen sind vorzunehmen , wenn es sich voraus­
                     sichtlich um eine dauernde Wertminderung handelt .
                cc ) Die unter aa ) und bb ) genannten Wertkorrektionen sind ge­
                     sondert in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang
                     anzugeben .
                dd ) Der niedrigste Wertansatz nach aa ) und bb ) darf nicht bei­
                     behalten werden , wenn die Gründe der Wertkorrektionen nicht
                     mehr bestehen .
 ---pagebreak---                                                                   Xlv/144/71-D
                                           - 32 -
    d ) Fenn bei Gegenständen des Anlagevermögens in Anwendung von Steuer-
        vorschriften ausserordentliche Wertkorrektionen vorgenommen werden ,
        ist ihr Betrag im Anhang zu erwähnen .
2 . Zu den Anschaffungskosten gehören neben dem Einkaufspreis auch die
    Nebenkosten .
3 « a ) Zu den He rst e 1 lungsko sten-gs hö rßja jaeien den Anschaffungako.sianL_dar_
        Einsatzstoffe dji-e-'aem einzelnen Produkt~~cT£r^-k-fe -zux&chanbaren
        Prodiiktionskosten .            ......                                    ~~
    b ) Daneben dürfen angemessene Teile der dem einzelnen Trodukt nur in­
        direkt zurechenbaren Produktionskosten hinzugerechnet werden , welche
        auf den Zeitraum der Herstellung entfallen .
    c ) In die Herstellungskosten dürfen Vertriebskosten nicht einbezogen
        werden . .
4 « a ) Die Mitgliedstaaten können gestatten , dass Zinsen für Fremdkapital,
                                                      1              '
        das zur Finanzierung der Herstellung von Anlage gute rn gebraucht- t^'.ixCs
        in die Herstellungskosten einbezogen werden , sofern sie auf den
        Zeitraum der • Herstellung entfallen ; in diesem Fall ist vorzusehen , dass
        die Aktivierung im Anhang . zu erwähnen ist .
    b ) Sie können auhh gestatten , dass Zinsen für Eigenkapital , das zur
        Finanzierung der Herstellung von Anlagegütern gebraucht wird , in
        die Herstellungskosten einbezogen werden, sofern sie auf den Zeitraum
        der Herstellung entfallen ; in- dieses Fall- ist vorzusehen , dass die-
        Hohe der Zinsen im Anhang anzugeben ist .
Artikel 34    -
1 . Die Vorschriften des Artikels 32 dieser Richtlinie gelten sinngemäss
    für den Posten "'Forschungs - und Entwicklungskosten' .
2 . Die Vorschriften des Artikels 32 Absatz 1 a ) gelten
    sinngemäss für den Posten C I 3 cLer Artikel           8 und 9 «
 ---pagebreak---                                            - 33 -              XI7/144/ 71-D
Artikel 35
           Gegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs - und Betriebs­
stoffe , die ständig erneuert werden und deren Gesamtwert für das Unterneh­
men von untergeordneter Bedeutung ist , können mit einer gleichbleibenden
Menge und einem gleichbleibendem Wert angesetzt werden , wenn ihr Bestand
in seiner Grösse , seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringfügigen
Veränderungen unte rl iegt .
Artikel 3 6
1 . a ) Gegenstände des Umlaufvermögens sind, zu den Anschaffungs - oder
         Herstellungskosten zu bewerten , unbeschadet der Bestimmungen unter
         b ) und c ).
    b ) Bei Gegenständen des Umlaufvermögens sind Wertkorrektionen vorzu­
         nehmen , um die Gegenstände mit dem niedrigsten Wert anzusetzen ,
         der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist .
     c ) Die    Mitgliedstaaten können gestatten , dass ausserordentliche
         Wertkorrektionen vorgenommen werden , soweit dies bei vernünftiger
         kaufmännischer Beurteilung notwendig ist , um zu verhindern , dass in
         der nächsten Zukunft der Wertansatz dieser Gegenstände auf Grund
         von Wertschwankungen geändert werden muss . Der Betrag dieser Wert-
         korrektionen ist gesondert in den Gewinn- und Verlustrechnung oder
         im Anhang auszuweisen ,
     d ) Der niedrigste Wertansatz nach b ) und c ) darf nicht beibehalten
         werden , wenn die Gründe der Wertkorrektionen nicht mehr "bestehen .
     e ) Wenn bei Gegenständen des Umlaufvermögens in Anwendung von Steuer-
         vorschriften ausserordentliche Wertkorrektionen vorgenommen werden ,
         ist ihr Betrag im Anhang zu erwähnen .
2 . Bezüglich der Anschaffungs - oder Herstellungskosten gilt          Artikel 33
    Absatz 2 bis 4 sinngemäss .
                                                                           .
Artikel 37
           Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gleichartiger Gegenstände
des Vorratsvermögens können auch nach den gewogenen Durchschnittswerten
oder auf Grund des First in - First out ( Fifo ) oder Last in -- First out '
( Li f© )V-e rfabrens. oder eines analogen Verfahrens belohnet werden.
 ---pagebreak---                                                                 Xr.7l44/71-D
                                                  - 34 -
Ar tikel 23
1.         Ist der Rückzahlungsbetrag von Verbindlichkeiten höher als der
 evbaJ-tene Betrag , so kann der Unterschiedsbetrag aktiviert
werden . Er ist gesondert in der Bilanz oder im Anhang auszuweisen .
2,         D-.090* Betsxeg let                     "bis seéea      I&c&Ha&lijfnp de>* •
               cfcft&o ifea ab gus'ch?e ib en 0
Ar t ikel 39
           Rückstellungen sind nur in Höhe des Betrages anzusetzen , der nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist .
          Rückstellungen , die in der Bilanz unter dem Pesten sonstige Rückstellungen
ausgewiesen werden , sind im Anhang zu erläutern , falls sie eine gewisse Bedeutung
haben ,
                                                8 . Ab sehn itt
                                            Inhalt des Anhangs
Artikel AQ
           Im Anhang ist . die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung
so zu erläutern , wie es zur Vermittlung eines möglichst sicheren Ein­
blicks in         die Vermögens -, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft er­
forderlich ist .
Ar-; .1 ke 1 41
           Im Anhang sind ausser den in anderen Bestimmungen dieser Richtlinie
vorgeschriebenen Erläuterungen zumindest Angaben zu machen über :
1 . die auf die verschiedenen Posten des Jahresabschlusses angewandten
    Beweirtungsmethoden so?rie die Bö5?© öftnüttgs^c-tisoden dex Wertkcrrektionen »
 ---pagebreak---                                        - 35 -
2 . Same und Sitz der Unternehmen , von denen die Gesellschaft 10     oder
    mehr des Kapitals besitzt , unter jeweiliger Angabe des Anteils am
    Kapital sowie des gezeichneten Kapitals , der Rücklagen und des Jahres-
    orgcbnisses des letzten Geschäftsjahres des betreffenden Unternehmens ?
3 . die Verwendung des genehmigten Kapitals , wann dieses gebildet worden
    ist 5
4o clas Bestehen von Genusscheinen , Wandel Schuldverschreibungen und derar­
    tigen Wertpapieren oder Rechten, unter Angabe der Zahl und der Rechte,
    die sie verbriefen ^
5 . den Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen , welche nicht in
    der Bilanz erscheinen , sofern diese Angabe,  für die Beurteilung der
    Finanzlage von Bedeutung ist . Bestehen diese Verpflichtungen gegenüber
    verbundenen Unternehmen , so ist dies gesondert zu vermerken ^
6 . die gesamten in dem Geschäftsjahr verursachten Personalaufwendungen ,
    falls sie nicht gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung erscheinen ^
7 . Steuern , die im Betriebsergebnis , im Finanzergebnis oder im ausserordent-
    lichen Ergebnis enthalten sind ;
8 . den Betrag der Änderungen des Jahre serge tnisses , welche aus der An­
    wendung von Steu&rvorschriften hervorgehen !
9 . die im Geschäftsjahr für ihre Tätigkeit gewährten Ge samtbezüge der Kit-
    glieder der Verwalcungs– , Geschäftsführungs- oder Auf sichtsorgane , nach
    diesen Personengruppen unterteilt j
 ---pagebreak---                                                          ΧΙίΓ/144/71-ΐ)
                                       - 36 -
10. die Gesamtbeträge der den Mitgliedern der Verwaltungs -, Geschäfts-
      führungs- oder Aufsichtsorgane gewährten Vorschüsse und Kredite ,
       sowie die
      nach diesen Personengruppen unterteilt .
Artikel 42
Die Mitgliedstaaten können gestatten , dass die in .Artikel 41 Nr . 2
geforderten Angaben i
a ) in einer Aufstellung gemacht werden , die gemäss Artikel 3 Absatz 1 und
    2 der Richtlinie 68/l5l/EWCJ vom 9 « März 1968 hinterlegt wird .
    Im Anhang ist auf diese Aufstellung zu verweisen ?
b ) nicht gemacht werden brauchen, soweit sie nach vernünftiger kauf­
    männischer Eeurteilung geeignet sind , einem der durch diese
    Bestimmung betroffenen Unternehmen einen erheblichen Nachteil zuzu­
    fügen . Das Unterlassen dieser Angaben ist im Anhang zu erwähnen .
                                  9 . Abschnitt
                              Inhalt des Lageberichts
Art ike 1 ^3
1 . Der Lagebericht hat den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft
    eingehend darzustellen .
2 . Der Lagebericht spll auch berichten über :
    a ) Vorgänge von besonderer Bedeutung , die nach dem Schluss des Ge­
         schäftsjahres eingetreten sind ?
    b ) die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft .
 ---pagebreak---                                            - 37 -
                                       10 . Abschnitt
                                        Offenlegung
Artikel 44
1 . Der ordnungsgemäss gebilligte Jc.hresabsch.luss und der Lagebericht sowie
    der Bericht der mit der Rechnungsprüfung beauftragten Person sind gemäss
    Artikel 3 Absatz 1 und 2 der Richtlinie 68/l5l/3WG vom 9 « März 1968
    sofort zu hinterlegen .
2 . Abweichend von Artikel 3 Absatz 4 der in Absatz 1 genannten Richtlinie
    ist der Jahre sab schluss in einem Amtsblatt , das von dem Mitglied–
    staat bestimmt wird , vollständig bekannt zumachen . Der Bericht der mit
    der Re chnungsprüfung Tueauftragten Person , ist in derselben Weise bekannt -
    zumachen .
3 - I>er Lagebericht ist entsprechend Artikel 3 Absatz 4 der in Absatz 1
    gens.nnten Richtlinie bekannt zumachen .
Artikel 45
        Sonstige vollständige Bekanntmachungen des Jahresabschlusses und des
Lageberichts sind in der Form und mit dem "Wortlaut wiederzugeben , für welche
die mit der Rechnungsprüfung "beauftragte Person ihren Bericht erstellt hat ,
und zwar mit dem vollen Wortlaut des Bestätigungsvermerks . Hat die mit der
Rechnungsprüfung beauftragte Persoh die Bestätigung eingeschränkt oder ver­
weigert , so ist dies unter Angabe der Gründe gleichfalls bekanntzugeben .
Artikel 4 6
        Bei unvollständigen Bekanntmachungen des Jahresabschlusses ist darauf
hinzuweisen , dass es sich um eine gekürzte Wiedergabe handelt und in
welchem     - Amtsblatt der Jahre sab schluss bekannt gemacht worden ist . Der Be­
stätigungsvermerk der mit der Rechnungsprüfung beauftragten Person, darf
nicht beigefügt werden . Es ist jedoch anzugeben , ob der Bestätigungsvermerk
uneingeschränkt oder eingeschränkt erteilt oder ob er verweigert wurde .
 ---pagebreak---                                                               XI7/144/71-D
                                        - 38 -
 Artikel 47
      .   Gleichzeitig sind, . in derselben Weise wie-, der Jahre sabschluss offen-
 zulegen s
          - der Vorschlag zur Verwendung der Ergebni sse ,
          - die Verwendung der . Ergebnisse t
 falls diese nicht in dem Jahre säbschluss angegeben werden .
                                        11 . Abschnitt
                             Vorschriften für die Gesellschaften '
                           ;        mit beschränkter Haftung
Artikel 48                                                               .  '
          Die in Artikel 1 Absatz 1 b ) genannten Gesellschaften sind verpflich­
te ^ den Jahre sabschluss und den Lagebericht für die Gesellschafter ent­
sprechend den Vorschriften , .der Artikel 2 bis 23 und 25 bis 43 dieser Hicht-
3 inie aufsustellen mit folgender Ergänzung :
        . a ) in Artikel 8 sind auf der Aktivseite unter C III und D Ii der
              Posten Forderungen an Gesellschafter und auf der Passivseite
              unter E der Pesten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
              gesondert auszuweisen ^
          b ) in Artikel 9 sind unter C III und D II der Posten Forderungen
              an Gesellschafter und unter F und I der Posten Verbindlichkeiten
::            gegenüber Gesellschaftern gesondert „ auszuweisen .
Artikel 49
1 . Die in Artikel 1 Absatz 1 b ) genannten Gesellschaften sind verpflichtet,
    ihren Jahresabscaluss und Lagebericht durch eine ©der &ehrei<e Personen
    prüfen zu lassen :, 'die auf Grund &ss nationalen Raohta sur Prüfung des
    Jahresabschlusses zugelassen sind .
 ---pagebreak---                                             - 39 -
2 . I>ie Kitgliedstaaten können diejenigen Gesellschaften von der in Absatz 1
       genannten Verpflichtung "befreien , "bei denen am Bilanzstichtag :
      - die Bilanzsumme nach Abzug von Wertkorrektionen , falls diese auf der
           Passivseite erscheinen nicht hunderttausend Rechnungseinheiten über­
            steigt !
       - die HettoumsatzerlBse im Sinne von Artikel 25 dieser Richtlinie nicht
            zweihunderttausend Rechnungseinheiten Übersteigenj
      - die Anzahl der wahrend des Geschäftsjahres "beschäftigten Arbeitnehmer
            im Marchs chnitt nicht zwanzig überstieg .
       In diesem Fall nehmen nie in ihre Gesetzgebung geeignete Sanktionen
      auf für den Fall , dass der Jahres ab schluss und der Lagebericht dieser
     Gesellschaften nicht nach den Vorschriften dieser Richtlinie aufgestellt
      sind .
                 Falls später die Grenze eines der obengenannten Merkmale über­
      schritten wird , kann diese Befreiung erneut erst in Kraft treten , wenn
     für zwei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre alle obengenannten Merkmale
      zutreffen .
                 Bei der Umrechnung in nationale "Währungen kann von den in dieser
     Bestimmung genannten Beträgen nur bis zu 10 "fo mehr oder weniger abge­
     wichen werden .
     Artikel
    ■■  i «■■      ■
     1 . a ) Bio- in Artikel 1 Absatz 1 b ) genannten Gesellschaften sind ver­
                 pflichtet , ihren Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den
                 Bericht der mit der Rechnungsprüfung beauftragten Person auf
                 die in Artikel 44 dieser Richtlinie vorgesehene Weise offengu-
                 legen .
             b ) Die Artikel 45 bis 47 dieser Richtlinie sind auch auf die in
                 Absata 1 a ) genannten Gesellschaften anwendbar .
 ---pagebreak---                                         - 40 -
2 . Abweichend, von der Bestimmung des Absatzes 1 a ) können die Mitglied­
    staaten jedoch gestatten t
                                             1 r\
    a ) dass diejenigen Gesellschaften die Gewinn- und Verlustrechnung
        in der in Artikel 24 dieser Richtlinie vorgesehenen gekürzten
        Fassung offenlegen , die nicht von Artikel 49 Absatz 2 erfasst
        werden und bei denen am Bilanzstichtag :
        - die Bilanzsumme , nach Abzug von Wertkorrektionen , falls diese
           auf der Passivseite erscheinen , nicht i Million Rechnangsc inheiten
          übersteigt |
        - die NettoumsatzerlcSse im Sinne des Artikels 25 dieser Richtlinie
           nicht swoi Millionen Rechnun Reinheiten übersteigen ?
        - die Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitneh­
           mer im Durchschnitt nicht hundert überstieg .
        Falls später die Grenze eines der obengenannten Merkmale überschrit­
        ten , wird , kann diese Abweichung erneut erst angewendet werden , wenn
        für zwei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre alle obengenannten
        Merkmale zutreffen .
        Bei der Umrechnung in nationale TOhrungen kann von den in dieser
        Bestimmung genannten Beträgen nur bis zu 10 $ mehr oder weniger
        abgewichen werden .
    b ) dass die in Artikel 49 Absatz 2 dieser Richtlinie genannten Gesell­
        schaften lediglich eine Bilanz in einer gekürzten Fassung offenle­
        gen , welche nur die mit Buchstaben und römischen Ziffern versehenen
        Posten der in den Artikeln 8 und 9 dieser Richtlinie vorgesehenen
        Gl iederungs Schemata umfasst , jedoch mit gesonderter Angabe der
        Posten Forderungen an Gesellschafter und Verbindlichkeiten gegen­
        über Gesellschaftern , sowie einen Anhang gegebenenfalls ohne die
        in Artikel 41 » Nr . 4 bis 10 geforderten Angaben ^
 ---pagebreak---                                                             XIV/144/71-D
                                      - 41 -
  c ) dass die für die tinter a) und b ) genannten Gesellschaften vorgesehene
       Offenlegung entsprechend Artikel 3 der Richtlinie Hr. 68/151 /EWG vom
       9 . März 1968 stattfindet 5
                                     12 . Abschnitt
                                   Schlus sbe st immungen
Artikel 51
1 . a ) Die Mitgliedstaaten ändern innerhalb einer Frist von achtzehn
          Monaten nach der Bekanntgabe der Flichtlinie ihre Rechts - und
          Verwaltungsvorschriften insoweit , als dies zur Anpassung an die
          Bestimmungen dieser Richtlinie erforderlich ist» und setzen die
          Kommission hiervon unverzüglich in Kenntnis . Sie stellen sicher ,
          dass diese Änderungen innerhalb einer Frist von dreissig Monaten
          nach, der Bekanntgabe der Richtlinie in Kraft treten .
     b ) Die Regierungen der Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission
          über den Inhalt der Entwürfe von Rechtsvorschriften sowie ihre
          Begründung , die das Gebiet der vorliegenden Richtlinie betreffen .
          Diese Benachrichtigung muss spätestens sechs Monate vor dem für
          die Annahme der Entwürfe vorgesehenen Zeitpunkt erfolgen .
2 . Die Pflicht zur Angabe im Jahre sabschluss der in den Artikeln 8 , 9 und
     20 bis 23 dieser Richtlinie vorgesehenen Posten bezüglich verbundener
     Unternehmen sowie die in den Artikeln 10 Absatz 2 , 11 , 4-1 Nr . ,5 dieser
     Richtlinie vorgesehene Informationspflicht hinsichtlich verbundener Un­
     ternehmen treten zu demselben Zeitpunkt wie eine Richtlinie des Rates
     betreffend Kon zernabschlüsse , in Kraft .
 ---pagebreak---                                                           X1V/144/ V.-Z
                                    - 42 -
A rtikel 52
       Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet «
 ---pagebreak---                                        - 43 -                 XI7/144/ 71-D
                                  ERLTJT3RUrGEîT
      Gegenwärtig gibt es erhebliche Unterschiede in den Mitglied Staaten
 zwischen den gesetzlichen Vorschriften über den Jahre sabschluss von Gesell­
 schaften , und zwar sowohl hinsichtlich seiner Gliederung als auch seines
 Inhalts . Die zu machenden Angaben sind von Land .-zu Land qualitativ und quan­
titativ sehr verschieden .
      Liese Situation kann einen nachteiligen Einfluss haben auf die Verschmel
zung der nationalen Märkte zu einem Gemeinsamen Markt der wie ein Binnenmarkt
funktioniert . Geneinsamer Markt bedeutet , dass alle Gesellschaften derselben
Rechtsform in der gesamten Gemeinschaft unter vergleichbaren rechtlichen Be­
dingungen arbeiten können . Es geht -um die Gleichheit der rechtlichen Chancen .
Andernfalls würden künstliche Verfälschungen des Wettbewerbs zwischen den
konkurrierenden Gesellschaften einer Rechtsform in den verschiedenen Mitglied
Staaten fortbestehen .
      Personen , welche mit Gesellschaften aus anderen Mitgliedstaaten in Be­
ziehung treten wollen oder schon in Beziehung getreten sind , haben grösstes
Interesse daran , ausreichende und vergleichbare Informationen Über die Ver­
mögens -, Finanz- und Ertragslage dieser Gesellschaften erhalten zu können .
Gegenwärtig ist die . Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse von Gesellschaften
aus verschiedenen Mitgliedstaaten alles andere als sichergestellt , auch weil
die gängige Terminologie in den Mitgliedstaaten für die Posten der Bilanz und
der Gewinn- und Verlustrechnung vielfach unterschiedlich ist . In den meisten
Fällen ist der Bilanzleser , der .über die Gliederung der Jahresabschlüsse
und die gebrauchte Terminologie in seinem eigenen Land auf dem laufenden ist ,
nicht imstande , die Jahresabschlüsse von Gesellschaften aus anderen Mitglied­
staaten zu analysieren . Diese Umstände könnten zur Folge haben , dass man vor
dem Risiko mit diesen Gesellschaften Geschäftsbeziehungen einzugehen , zurück­
scheuen wird . '                                            '        ■
 ---pagebreak---                                       - 44 -
      Die bestehenden Unterschiede zwischen den nationalen Gesetzgebungen
auf dem Gebiet der Rechnungslegung kennen Gesellschaften auch dazu veran­
lassen , bei der Wahl ihres Niederl&ssungsorts Länder zu bevorzugen , in denen
die diesbezüglichen Anforderungen gering sind .
      Schliesslich können diese Unterschiede auch einen nachteiligen Einfluss
auf eine rationelle Orientierung der Kapitalinvestitionen in der Gemeinschaft
ausüben , insofern als die Investoren nicht Uber ausreichende und vergleich­
bare Auskünfte verfügen , um ihre Entscheidung in voller Sachkenntnis treffen
zu können . Das gilt insbesondere für den Kauf von Aktien der Gesellschaften
aus anderen Mitgliedstaaten .
       Rechtsgrundlage der vorliegenden Richtlinie ist Artikel 54 Absatz 3
Buchstabe g ) des EWG-Vertrages , wonach die Schutzbestimmungen zu koordinieren
sind , die in den Mitgliedstaaten den Gesellschaften im Interesse der Gesell­
schafter sowie Dritter vorgeschrieben sind , un diese Bestimmungen gleichwer­
tig zu gestalten . Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine vierte Richt­
linie aufgrund von Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g ). Die erste Richtlinie
Nr . 68/151 /EWG vom 9 - März I968 ( Amtsblatt Nr . L 65 vom 14 . März 1968 )
glich die genannten Schutzbestimmungen auf folgenden Gebieten ans Offen­
legung wichtiger Angaben Über die Gesellschaft , Gültigkeit der von der
Gesellschaft eingegangenen Verpflichtungen und Nichtigkeit der Gesellschaft .
Die erste Richtlinie gilt für Aktiengesellschaften , Kommanditgesellschaften
auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung .
      Am 9 . März 1970 unterbreitete die Kommission dem Rat den Vorschlag einer
zweiten Richtlinie zur Koordinierung der Schutzbestimmungen für die Gründung
der Aktiengesellschaft sowie die Erhaltung und Änderung ihres Kapitals
( Amtsblatt Nr . C 48 vom 24 « April 1970 ). Der Vorschlag einer dritten Richt­
linie zur Koordinierung der Schutzbe Stimmungen , die bei einer Fusion von
Aktiengesellschaften , die unter die Rechtsordnung ein und desselben Mitglied-
staates fallen , zu beachten sind , wurde dem Rat am 6. Juni 1970 vorgelegt
( Amtsblatt Nr . C 89 vom 14 . Juli 1970 ).
      Der vorliegende Vorschlag einer vierten Richtlinie hat zum Gegenstand ,
die Schutzbestimmungen der Mitgliedstaaten über die Gliederung und den
Inhalt des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie über die Bewertungs­
methoden und die Offenlegung dieser Dokumente zu koordinieren . Der Vorschlag
gilt für Aktiengesellschaften , Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesell­
schaften mit beschränkter Haftung .
 ---pagebreak---                                                                Xlv/l44/71-2
                                                                         ν
                                        - 45 -
       Die Richtlinie ITr, 63/ 1 51/EWG vom 9® ±4ärz 1968 enthält allein Vor­
 schriften über die    formelle           Publizität } sie regelt , welche Urkunden
 und Angaben offonzulegen sind , in welcher Weise die Offenlegung au erfolgen
 hat , inwieweit die publizierten Angaben Dritten entgegengesetzt werden
 können , usw. Die vorliegende Richtlinie regelt dagegen die       materiell
 Publizität , das heißt den Inhalt der offenaulegenden Angaben , insbesondere
 der Bilanzen und der Gewinn- und Verlustrechnungen. Aufgrund von Artikel 2
Absatz 1 Buchstabe f) der Richtlinie Nr. 68/15I/SWG vom 9 » März 1968 sind
Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien bereits ver­
pflichtet , ihren Jahre sab Schluß zu veröffentlichen* Dieselbe Bestimmung
hat die Pflicht zur Offenlegung der Jahresabschlüsse der Gesellschaft mit
beschränkter Haftung grundsätzlich anerkannt , ihre Anwendung jedoch bis
zum Zeitpunkt der Anwendung der vorliegenden Richtlinie aufgeschoben , welche
den Umfang dieser Offenlegungspflicht zu bestimmen hat .
       Die Bestimmungen dieser F-ichtlinie , welche . zwingend sind , können sich
in einigen Grenzfällen als nicht ganz angemessen erweisen , um den gewünschten
Hinblick in die Lage der Gesellschaft zu geben. , In diessn Fällen machen es
die su Beginn der Richtlinie festgelegten und ebenfalls swiägend vorge­
schriebenen Grundsätze erforderlich , die gemachten Angaben ausreichend zu
                                        /
erläutern , so daß alle wünschenswerten Daten über die tatsächliche Lage
des Unternehmens geliefert werden.
       Sofern eine Abweichung von den genannten Vorschriften gestattet worden
ist ,- wurden alle Vorsichtsmaßregeln getroffen , um es durch die Fflicht ,
eine Reihe zusätzlicher Angaben und Erläuterungen zu machen , zu ermöglichen ,
sich in quantitativer und qualitativer Hinsicht ein klares Bild von den
Unterschieden zu machen , die sich aus solchen Abweichungen ergeben. Auch
dadurch wurde der Notwendigkeit Rechnung getragen , den Leser der fraglichen
Unterlagen darüber zu unterrichten , auf welche Weise das ihm vorgelegte
Zahlenmaterial zusammengestellt worden ist .
       Die Vorschriften der vorliegenden Richtlinie beziehen sich auf den
handelsrechtlichen Jahresabschluss . Besondere steuerrechtliche Regelungen
über die den Finanzämtern mitzuteilenden finanziellen und wirtschaftlichen
Angaben bleiben unberührt .
 ---pagebreak---                                                                   XIV/144/71-D
                                          - kC -
Artikel 1 .
        Die in den Artikeln ?. bis '+7 . der Richtlinie vorgeschriebenen Koor-
dinierungsnassnahmen gelten für Aktiengesellschaften und Kommanditgesell­
 schaften auf Aktien . Die für Gesellschaften mit beschränkter Haftung gel­
tenden Koordinierungsraassnahmen sind in .11 . Abschnitt Artikel kS bis 50
aufgeführt . Wie sich bereits aus Artikel 2 Abcatz I.Buchstabe f ) der -
Richtlinie Nr . 6C/151/EWG vom 9 « März 1968 ergibt , nuss die vorliegende
Richtlinie die Schutzbestimnmngen auf dem Gebiet der Rechnungslegung für
alle di-ei Gecellschaf tsf ermen gleichzeitig koordinieren .
        Für die Niederlande gilt die Richtlinie auch für geschlossene
Ge se1aschaf cen .mit beschrankter Haftung«. Diese neue Recht ßform ist anläßlich
  der Anwendung der Richtlinie Nr0 68/151/EWG vom 9. Mära 1968 in das nieder­
  ländische Recht eingeführt woMen. Diese Gesellschaftsform tritt an die Stelle
  der geschlossenen Aktiengesellschaft t auf welche die Richtlinie vom 9 .. Kürz 1968
. in ihrem Artikel 2 verweist »                       - ■ ...      :
        Absatz £ ermöglicht es den Mitgliedstaaten , die Bestimmungen dieser
Richtlinie auf Kreditinstitute und Versicherungsgesellschaften nicht an­
zuwenden . Diese Abweichung hängt damit zusammen , dass eine uneingeschränkte
Anwendung der Richtlinie aüf diese Gesellschaften nicht möglich ist . Die
Eigenart dieser Unternehmen macht eine Reihe von Sondervorschriften für
die Rechnungslegung notwendig , wie es sie bereits in den meisten Mitglied-
Staaten gibt . Um die Verabschiedung dieser Richtlinie nicht
hinauszuzögern , werden diese Bestimmungen , deren Ausarbeitung ergänzende
Untersuchungen erforderlich macht , in einer späteren Richtlinie vorgese­
hen . Gleichwohl müss bereits jetzt darauf hingewiesen werden , dass die
von diesen Gesellschaf teil verlangten Auskünfte zumindest den Auskünften
entsprechen müssen , die in dieser Richtlinie gefordert werden , deren Ar­
tikel - dies gilt insbesondere für die allgemeinen Vorschriften -
grösstenteils auf die genannten Gesellschaften angewandt werden können .
 ---pagebreak---                                                         '   /**'
                                                                 XI?/l44/7 '
                                                          S
                                        - ^7 -
                                     1 . Abschnitt
                            •;  Allgemeine Vorschriften
Artikel 2
      In Absatz 1 dieses Artikels wircl der Begriff des Jahresabschlusses
definiert » Der Jahresabschluss besteht aus der Bilanz , der Gewinn- und
Verlustrechnung und dem Anhang zum Jahresabschluss . Es wurde ausdrücklich
hinzugefügt , dass diese Unterlagen eine Einheit bilden . Dadurch wird die
Bedeutung des Anhangs als notwendige Ergänzung für das richtige Verständ­
nis der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung hervorgehoben .
      Der Jahresabschluss hat den Grundsätzen ordnungsriäosigei4 Buchfüh­
rung zu entsprechen ( Absatz 2 ). Es wurde weder für nötig noch für zweck-
mässig gehalten , diese Grundsätze näher festzulegen , da sie hinsichtlich
ihren Inhaltes und ihrer Tragweite nicht eindeutig abgegrenzt werden
können . Eine gewisse Kodifikation dieser Grundsätze entsprechend der Ent - '
wicklung in dor Rechtslehre und in der Praxis wird mehr die Aufgabe der      !
Berufsverbände in den Mitgliedstaaten sein .
      Absatz 3 enthält eiile Grundsatzbe Stimmung , die das allgemeine
Ziel der Vorschriften über den Jahresabschluss zum Ausdruck bringt . Es
soll ein möglichst sicherer Einblick in die Vermögens -, Finanz - und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt werden . Dieses - Hauptziel ist
bei der . Aufstellung , des Jahresabschlusses .sowie bei der Wahl , zwischen
den von den Gliederungs- und Bewertungsvorschriften gelassenen Alterna­
tiven stets im Auge zu behalten . Die letztgenanten Vorschriften , die
zwingend sind , könnten unter gewissen Umständen nicht ganz darauf abge *- :
gestellt sein , die tatsächliche Lage des Unternehmens hinlänglich wieder­
zugeben . Um die vorgenannten Ziele genau zu 'erreichen , werden sie daher
durch entsprechende Erläuterungen ergänzt Werden müssen .
 ---pagebreak---                                            - 43 t      -      HV/144/71-D
                                      2 . Abschnitt
                               Gliederung des Jahresabschlusses
 Artikel 3
        Dieser Artikel bestätigt den Grundsatz der Stetigkeit in der Gliederung
 der Bilanz , so dass ein Zeitvergleich gewährleistet ist . Selbstverständlich
können die Gesellschaften die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und
Verlustrechnung oder die Darstellungsform dieser Unterlagen nicht ohne berech­
tigten Grund von einem Geschäftsjahr auf das andere ändern . Die verschiedenen
Darstellungsformen für die Bilanz sowie für die Gewinn- und Verlustrechnung
 sind in den Artikeln 8 und 9 "bzw . in den Artikeln 20 bis 23 niedergelegt .
        Es ist jedoch nicht möglich , jede Abweichung von diesem Grundsatz auszu-
schliessen . Zum Beispiel muss es einer Gesellschaft mit einer differenzierten
Produktion gestattet werden , die Gliederung der Posten ihres Jahresabschlusses
zu ändern , falls eine bedeutende Änderung der Verhältnisse der verschiedenen
Geschäftszweige eine mehr mit der neuen Wirklichkeit übereinstimmende Gliede­
rung erforderlich macht ( siehe Artikel 4 Absatz 2 )„
        Bei den Bewertungsregeln wurde der Grundsatz der Stetigkeit in Artikel
28 Absatz 1 Buchstabe a) aufgenommen .
Artikel 4
        Sowohl für die Bilanz als auch für die Gewinn- und Verlustrechnung wurden
allgemeine Mindestgliederungen entwickelt ,- die grundsätzlich zwingenden Charak­
ter haben . Dadurch wird sichergestellt , dass die Unterrichtung der Aktionäre
und Dritter über Gesellschaften in anderen Mitgliedstaaten der Unterrichtung
in ihrem eigenen Lande entspricht .
       ■Den möglichen Bedenken , dass die Gliederungen aufgrund ihres zwingenden
Charakters nicht elastisch genug seien und der gewünschte Einblick dadurch
unter Umständen geschmälert werden könnte , wurde in mehrfacher Weise Rechnung
getragen . So ist eine weitere Untergliederung der mit arabischen Ziffern
versehenen Posten immer dann zulässig , wenn sie der Verbesserung des Er-
kenntniswertes dient (Absatz l ). Ausserdem ist bei den mit arabischen
Ziffern versehenen Posten in Ausnahmefällen eine abweichende Gliederung
gestattet , wenn die Eigenart des Unternehmens dies aus Gründen der Klar­
heit erforderlich macht oder wenn die dem Gliederungsschema zugrunde lie­
genden materiellen Gegebenheiten nicht vorhanden sind . In bezug auf die
 ---pagebreak---                                                          XI7/144/7I-D
                                      - k9 -
 grundsätzlich auf die Bedürfnisse der Industrie - und Handelsbetriebe
 zugeschnittenen allgemeinen Gliederungsschemata sind diese Abweichungen
 jedoch in der Regel geringfügiger Art ; sie können daher nur die Beson­
 derheiten einzelner Industrie - und Handelszweige ( beispielsweise Berg­
.bauunternehmeii , Reedereien usw .) berücksichtigen .
        Ist ein mit einer arabischen Ziffer versehener Posten für die Be­
 urteilung der Lage der Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung , so
 dürfte es nicht unbedingt erforderlich sein , ihn gesondert anzuführen .
 Doshalb können es die Mitgliedstaaten gestatten , solche Posten zusammenzu­
 fassen ( Absatz 3 )»
        Die in j'bsatz b vorgesehene Angabe der Vergleichszahlen des Vor­
 jahres erscheint im Interesse eines Zeitvergleichs der Entwicklung des
 Unternehmens zweckmässig .
 Artikel 5
        Für die Darstellung und für die Offenlegung der Verwendung der
 Ergebnisse gibt es in den Hitgliedstaaten kein einheitliches Verfahren .
 In einem Mitgliedstaat schreibt das Gesetz den Gesellschaften vor , diese
 Angaben teilweise in die Gewinn- und Verlustrechnung aufzunehmen . In an­
 deren Mitgliedstaaten wiederum werden sie in der Bilanz ausgewiesen .
 Ausserdem ist es möglich , dass zwischen den Jahresabschluss und der
 Vorwendung der Ergebnisse ein deutlicher Unterschied gemacht wird , so
 dass die Verwendung nur indirekt ersichtlich ist .
        Es wurde nicht für unbedingt erforderlich gehalten , das eine oder
 andere Verfahren zu untersagen , sofern die gemachten Angaben gleichwer­
 tig sind , was darauf hinausläuft , dass die Gesellschaften in allen Mit-
 gliodstaaten verpflichtet werden müssen , die Verwendung der 3rgebnisi)e
 offenzulegen . Dies wird durch - die Artikel 5 und ^7 gewährleistet . Auf­
 grund von Artikel 5 können es die Mitgliedstaaten den Gesellschaften
 gestatten , die Verwendung der Ergebnisse in der Bilanz oder in der Gewinn-
 und Verlustrechnung auszuweisen . Soweit die "betreffenden Angaben nicht
 ---pagebreak---                                                            ΧΙΥ , .1 44 7 3.-Ι)
                                        - 50 -
im Jahresabschluss erscheinen , schreibt Artikel 47 vor , dass sie zur
gleichen Zeit und in derselben v/eise wie der Jahresabschluss offenzu­
legen sind .
         In den Artikeln 5 und ^7 ist nicht von der Verwendung des Jahren-
ergebnisses die Rede , sondern von der Verwendung der Ergebnisse 0 Der frag
liehe Betrag kann nämlich ganz oder teilweise den Rücklagen oder dem Er-
gebnisvortrag entnommen werden . Seine Zusammensetzung wird sich aus dem
Vorschlag zur Verwendung der Ergebnisse ergeben . Nach Artikel kj ist
dieser Vorschlag entweder im Jahresabschluss zu erwähnen oder zur glei­
chen Zeit und in derselben V/eise wie der Jahresabschluss offenzulegen .
                                     3 » Abschnitt
                                 Gliederung der Bilanz
Artikel 7
         Bei der Darstellungsform der Bilanz lassen die Kitgliedstaaten
ihre Gesellschaften wählen zwischen Kontoforra und Staf f eifern;, deren
Gliederung aus Artikel 8 bzw . 9 hervorgeht . Bei der Kontoform werden
Aktiva und Passiva einander gegenübergestellt , wobei die Aktiva ins
,; Soll " tuid die Passiva ins "Haben" gestellt sind . Bei der Staffelform
hingegen werden Aktiva und Passiva in einer skontrierenden Aufstellung
angeordnet . Durch die Möglichkeit einer Wahl zwischen den beiden Darstel
lungsfermen wird die zivischenbstriebliche Vergleichbarkeit nicht wesent­
lich beeinträchtigt .
         Die Kontoform ist die am weitesten verbreitete Darstellungsform
der Bilanz . Zur Berücksichtigung künftiger Entwicklungen kann jedoch
auch die in einem Mitgliedstaat bereits gebräuchliche Staffelforiü •gewählt :' ;
werden .
 ---pagebreak---                                                              xr//l44/71~
                                       - 51 -
Artikel 8
        Die Aktivseite der Bilanz ist aufgeteilt in " Ausstehende Einlagen
auf das gezeichnete Kapital ", "Aufwendungen für die Errichtung und Erwei­
terung des Unternehmens ", " Anlagevermögen", "Umlaufvermögen" und "Rech-
nungsabgrenzungsposten". Dieser Gliederung und der weiteren Untergliede­
rung liegt der Gedanke zugrunde , die Vernö genewerte nach dem Grad ihrer
Liquidierbarkeit zu ordnen , wobei die allgemein ' an schwierigsten in flüs­
sige Mittel ■ unwandelbaren und hinsichtlich ihrer Bewertung unsichersten
Vernögerisge genst ände am Anfang der Bilanz erscheinen .
        Die Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens
( unter B ) , die Forschungs- und Entwicklungskosten ( unter C I 1 ) sowie die
von Unternehmen selbst erstellten Konzessionen , Patente usw . ( unter C I 2 b )
dürfen in einigen Mitgliedstaaten nicht auf der Aktivseite der Bilanz ver­
bucht werden oder werden . es dort in der Regel nicht . Es wurde nicht für er­
forderlich gehalten , die Aufnahme dieser Angaben in der Bilanz- völlig aus-
zuschliessen . Hierfür wurden in der Gliederung Posten vorgesehen , die jedoch
fakultativer Art sind , was bedeutet , dass solche Werte für den Fall , dass
sie in die Bilanz aufgenommen werden , zwangsläufig unter diesen Posten aus­
zuweisen sind . Für die Aufwendungen zur Errichtung und Erweiterung des Un­
ternehmens 'sowie für die Forschungs - und Entwicklungskosten wurden in den
Artikeln 32 und 3^ besonders strenge Bewertungsregeln vergesehen .
        Verschiedene Posten der Gliederung betreffen Gesellschaften , mit
denen ein 'Beteiligungsverhältnis besteht ( siehe unter C III k , D II 3 auf
der Aktivseite und E 7 auf der Passivseite ) 0.Diese Formfei gilt sowohl für
Unternehmen , an denen die bilanzierende Gesellschaft . beteiligt ist , als •
auch für Unternehmen , die an der bilanzierenden Gesellschaft beteiligt
sind ..
        Gestattet das nationale Recht die Bilanzierung eigener Aktien , so
sind diese entweder unter dem Anlagevermögen ( unter C III 7 ) oder unter dem
Ualaufvermögen ( unter D III k ) auszuweisen , soweit die Gesellschaft die
fraglichen Aktien bewahren oder binnen kurzem verkaufen will .
Gemäss Artikel 20 des Vorschlages einer zweiten Richtlinie aufgrund von
Artikel 5^ Absatz 3 Buchstabe g ) ( am 9 » März 1970 von der Kommission dem
Rat vorgelegt , siebe ABl . Nr . C ^8 vom 2k . April 1970 ), wonach für den Fall ,
 ---pagebreak---                                                           ΧΤ7/147Υ ;.- Ί·
                                  ~ - 52 -
da ss diese Aktien auf der Aktivseite der Bilanz aucgei/iesen werden , .
auf der Passivseite ein gleich hoher Betrag in eine nicht verfügbare
Rücklage einzusetzen ist , wurde in die Gliederung unter "Rücklagen"
ein Posten " Rücklage für eigene Aktien" aufgenommen ( siehe unter Bk
auf der Passivseite ).
       Der Einblick in die Finanzlage der Gesellschaft wird ferner da­
durch vertieft , dass bei den Forderungen - Entsprechendes gilt auf der
Passivseite für Verbindlichkeiten - die Restlaufzeit anzugeben ist ; für
Forderungen und Verbindlichkeiten ist bei federn Posten gesondert anzu­
geben , in welcher Höhe Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer
Restlaufzeit bis zu einem Jahr enthalten sind » während für Verbindlich­
keiten darüber hinaus anzugeben ist , in welcher Höhe Verbindlichkeiten
mit einer Rostlaufzeit von mehr als fünf Jahren enthalten sind . Obwoh-l
bei der Bestimmung der Restlaufzeit praktische Schwierigkeiten auftreten
können , insbesondere dann , wenn formal kurzfristige Kredite durch Pro-
longationen faktisch mittel - oder langfristigen Charakter erhalten
( revolvierende Kredite ), erscheint es bc.tr iebswirt schaftli-<s& sinnvoller ,
die He s kl auf zeit anzugeben .
       Bei der Untergliederung der Rücklagen dürfte es zweckmässig sein ,
das Agio getrennt auszuweisen , da es durch eine Kapitaleinzahlung ent­
steht , Hinsichtlich der Neubewertungsrücklage sei auf die Artikel 30
und 31 sowie auf die diesbezüglichen Erläuterungen verwiesen .
       Bei den Rückstellungen empfiehlt es sich , eine -Untergliederung
in Pensionsrückstellungen , Steuerrückstellungen und sonstige. Rückstel­
lungen vorzunehmen , da sich diese Rückstellungen in ihrem wirtschaft­
lichen Charakter unterscheiden .
       Von den Verbindlichkeiten sind diejenigen , die dinglich gesichert
sind , gesondert anzugeben , damit Gläubiger und Dritte wissen , inwieweit
die Aktiva des Unternehmens belastet sind und sonstige Gläubiger ein
Vorzugsrecht haben .
Artikel 9
       Lieser Artikel enthält die Gliederung der Bilanz in Staff elfcrm .
Diese Darstellungsform liefert zwei zusätzliche Angaben , die für die
 ---pagebreak---                                                                     XI7/144/ 71-D
                                             - 53 -
Kenntnis. der Finanzlage der Gesellschaft wichtig sind . Es handelt sich
um die Posten G. '.'Umlauf vermögen höher als To'a?"b iadl i cshko iton alt ei*ner ßest-
 1aufzeit "bis zu eines J&hr" . und H. • ' "Goo<>mt"betrag der. Aktiven nadi Abzug der
Vorbindl ichke iten mit einer Restl •■\uf zeit biß zu einem Jahr". Die übrigen Po­
 sten sind die gleichen wie in der Gliederung von Artikel 8 .
Artikel 10
        Fällt ein Gegenstand auf der- Aktiv - oder Passivseite unter mehrere
Posten des Gliederungsschemas ( beispielsweise eine Forderung aus einem
Verkauf an ein verbundenes Unternehmen ), so ist der Bilanzleser darauf
hinzuweisen . Dieser Einweis kann unterbleiben , wenn die Bilanzklarheit
nicht darunter leidet .
Artikel 11
        Ein möglichst sicherer Einblick in die Lage der Gesellschaft setzt
voraus , dass die Gesellschaft auch die von ihr zugunsten Dritter eingegan­
genen Garantieverpflichtungen bekanntgibt . Es handelt sich hier um alle Ver~
'pflichtungen aus der Begebung und Übertragung von Wechseln ( Wechselobligc ),, Bürg­
 schaften , Garantien und ähnlichen EaftungsverhältnisSfeno Ist es wahrscheinlich ,
 da3s solche Verpflichtungen erfüllt werden müssen , so sind sie auf der Passivseite
 der Bilanz zu verbuchen ( siehe auch den in Artikel 28 Absatz 1 Buchstabe b ) fest­
 gelegten Grundsatz )*- ■
                       '  ,             4. Abschnitt
        .. /   .            Vorschriften zu einzelnen Posten der Bilanz
Artikel    12
        Die Zuordnung der Vermögenswerte zum Anlage - oder Umlaufvermögen
hängt von ihrer Zweckbestimmung ab . Sollen die Vermögenswerte dauernd
dem Geschäftsbetrieb dienen , so sind sie unter das Anlagevermögen einzu­
ordnen . Alle Vermögenswerte , die nicht diesem Kriterium entsprechen ,
müssen im Umlaufvermögen erscheinen .
        Nach Absatz 3 sind die Gesellschaften verpflichtet , einen sogenann­
ten Anlagenspiegel in den Jahresabechluss aufzunehmen . Damit soll dem
Bilanzleser gezeigt werden , wie sich die Anlagewerte seit dem letzten
Bilanzstichtag durch Zugänge , Abgänge , Umbuchungen , Zuschreioungen und
Wertkorrektionen zu ihrem Stand am Bilanzstichtag entwickelt haben .
 ---pagebreak---                                                                 ΧΪ7/ Ι4/./ 71-3
                                         - 54 -
Zunclireibungeii sind Berichtigungen , die nach einer zu hohen Wertkorrektion
vorzunehmen sind . Der Anlagenspiegel darf nur nach der Bruttomethode auf­
gestellt werden , die dadurch gekennzeichnet ist , dass ausgehend von den
               A
ursprünglichen Anschaf fungs - oder Herstellungskosten alle bis zum Bilanz-
stichtag vorgenommenen Wertkorrektionen aufzuführen sind . In einigen Mit-
gliedstarten kann der Anlagenspiegel auch nach der Nettomethode aufgestellt
werden , wonach ausgehend von den Restbuchwer-ten am Anfang des Geschäfts­
jahres   nur die Wertkorrektionen des Geschäftsjahres, erwähnt werden . Die
durch die letztgenannte Methode erhaltenen Angaben über die Entwicklung
des Unternehmens sind viel begrenzter , da die Gesamthöhe der Wertkorrek-
tionen unbekannt bleibt . Deshalb wurde die Nettomethode , die eino gleich­
wertige Unterrichtung nicht gewährleistet , nicht zugelassen .
       Die obligatorische und ausschliessliche Anwendung der Bruttomethode
könnte zu Schwierigkeiten Anlass geben , wenn eine Gesellschaft zum Zeit­
punkt der erstmaligen Aufstellung des Jahresabschlusses entsprechend dieser
Richtlinie die ursprünglichen Anschaf fungs- oder Herstellungskosten für
ihre Anlagen nicht mehr kennt . In diesem Fall kann die Gesellschaft vom
Restbuchwert am Anfang des Geschäftsjahres ausgehen . Dieser Wert blei^u
der Bezugspunkt für die folgenden Geschäftsjahre ( siehe Absatz 3 b ) .
       Aufgrund der Artikel 30 und 31 dieser Richtlinie können die Mitglied-
Staaten gewisse Abweichungen vom kla.ssisch.en Bewertungssystem gestatten /
das vom Anschaf xungswertprinzip ausgeht . Es handelt sich in diesen Fällen
um eine Bewertung der abschreibungsfähigen Sachanlagen nach der Wi^derbe-
echaf fungswertmethode ( siehe Artikel 30 ) eder um eine Neubewertung dor
Saehaijlagen bzwa Beteiligungen und sonstiger 21nanzanlagen' ( siehe Artikel    -
       Die Anwendung der fraglichen Abweichungen setzt voraus , dass die
Darstellung der Entwicklung der betreffenden Anlagewerte angepasst wird ..
Bei der Regelung dieser Anpassung musste die Richtlinie zwei liele gleich­
zeitig verfolgen . Einerseits ist es erforderlich , die Anwendung <?er ":V -
 ---pagebreak---                                                              XÏV/144/71-D
                                       - 55-
Bruttomethode au^h auf die vorgenannten Fälle sicherzustellen« Zu diesem
Zweck ist e3 unerlässlich , dass sowohl die ursprünglichen Anschaffungs-
oder Herstellungskosten als auch die bis zum Bilanzstichtag vorgenommenen
Wertkorrektionen gesondert aufgeführt werden. Andererseits ist es unumgänglich ,
dass die Entwicklung der Anlagewerte bei einer Anwendung der genannten Ab­
weichungen so dargestellt wird , dass die Vergleichbarkeit mit dem Jahres-
abschluß sichergestellt ist , in dem die Anlagewerte nach dem klassischen
Bewertungssystem bewertet worden sind , das von den Anschaffungs- oder
Herstellungskosten ausgeht . Daher müssen einerseits die in Artikel 30 Absatz 2
und Artikel 31 Absatz 2 genannten Unterschiedsbeträge - d.h . die im Anschluss
an eine Bewertung anhand des Wiederbeschaffungswertes oder im Anschluss an
eine Eaube we rttuig der Neubewertungsrücklage zugewiesenen Mehrwerte -
und andererseits die zusätzlichen Wertkorrektionen - d.h . die anhand des
Wiederbeschaffungswertes oder des berichtigten Wertes berechneten zusätzlichen
Wertkorrektionen - gesondert aufgeführt werden »
       Die Bruttomethode bringt es mit sich , dass sowohl die vorgenannten
Unterschiedsbeträge als auch die zusätzlichen Wertkorrektionen in kumulier­
ter Form ausgewiesen werden müssen. Diese Angaben werden es dem Bilanzleser
ermöglichen , sich ein Bild von der Lage der Gesellschaft zu machen , falls
die betreffenden Anlagewerte einband der Anschaffungs- oder Herstellungs­
kosten bewertet worden wären .
       Auch die Entwicklung der einzelnen Posten des Umlaufvermögens ist
nach der Bruttomethode darzustellen. In einigen Mitgliedstaaten werden die
Wertkorrektionen bei Gegenständen des Umlaufvermögens nicht gesondert ange­
geben * In diesem Fall wird nur der niedrigste Wert am Bilanzstichtag in der
Bilanz ausgewiesen. Die mit Hilfe dieses Verfahrens erhaltenen Angaben und
die anhand der Bruttomethode ermittelten Daten sind nicht gleichwertig.
Darüber hinaus fördert das erstgenannte Verfahren insoweit die Bildung
stiller Reserven , als eine Unterbewertung der Gegenstände des Umlaufvermö–
                                                        \
gens leichter vorzunehmen ist , wenn die ausschliessliche Erwähnimg des
niedrigsten Wertes genügt , als wenn auch der ursprüngliche Wert der betref­
fenden Vermögensgegenstände angegeben werden imisste . Daher schreibt die
 ---pagebreak---                                         - 5b -
Richtlinie die gesonderte Angabe der bei Gegenständen des Umlaufver-
 mögens vorgenommenen Wertkorrektionen, vor.'
        Aufgrund von Artikel 30 können die Mitgliedstaaten auch bei den Vor­
 räten eine Bewertung nach der Wiederbaschaffungswertmethode gestatten .
Die Anwendung der Bruttomethode muss wie bei den Anlagewerten auch in diese*
Fall angepasst werden, Zu diesem           ist es erforderlich , die gleichen
 zusätsl ichen Angaben zu machen , vri^«S?g in Absatz 3 Buchstabe c ) für die­
.Anlage werte angegeben werden .
        Um zu vermeiden , dass die Darstellung der Entwicklung der Gegen­
 stände des Anlagevermögens und der Gegenstände des Umlaufvermögens in
 der Bilanz die Bilansklarheit beeinträchtigt , kann diese Entwicklung
auch im Anhang angegeben werden .
Artikel 13
        Zu den Einbauten , die als Teil der baulichen Anlagen unter dein
Posten " Grundstücke und Bauten" auszuweisen sind , zählen beispielsweise
die Heizung , die Beleuchtung , die Lüftung , usw.; Maschinen und Betriebs­
am rüstungen gehören dagegen nicht - dazu ,     ./              '
Artikel
        Die Beteiligungen v/erden anhand eines subjektiven Kriteriums
definiert . Für das Bestehen einer Beteiligung ist massgebend , welchen
Gebrauch die Gesellschaft von ihren Rechten an einssr. anderen Unternehmen
zu machen beabsichtigt . Der Besitz eines gewissen Prozentsatzes der
Anteile eines anderen Unternehmens ist ein weniger geeignetes Krite­
rium , da. für den Fa.ll , dass das Kapital sehr breit gestreut ist , schon
der Besitz eines sehr niedrigen Prozentsatzes der Anteile genügen kann ,
um einen Einfluss auf ein anderes Unternehmen auszuüben .
 ---pagebreak---                                                             XIV/144/7I-D
                     /                 - 57 -
       Ausserdem kann auch beim . Besitz eir.es Mehrheitspaketos die Absicht ,
eine dauernde Verbindung zu einem anderen Unternehmen herzustellen , feh­
len , beispielsweise dann , wenn die Gesellschaft ein Unternehmen erwirbt ,
das eine nicht ertragfähige - Beteiligung hat , die die Gesellschaft mög­
lichst rasch verkaufen will . In einem solchen Fall sollte man die Ge­
sellschaft nicht verpflichten , -das P:.ket unter die Beteiligungen aufzu­
nehmen und als selche auszuweisen .                                      : -i
A rtikel                              ' • , „■ .                  . ,
       Erträge vor dem' AbschlVsstichtäg , ' die erst nach diesem Tag© ver­
einnahmt werden,' sind als aktive Bechnungsäbgronüungspocten auszuweisen .
Entsprechend der Praxis in manchen Mitgliedstaaten können sie äber auch
unter den Forderungen aufgeführt werden . Eine diesbezügliche Koordinie­
rung wurde nicht für erforderlich gehalten , da die normalerweise • unter
diesem Fosten ausgewiesenen       träge nicht sehr erheblich sind . Das gleiche
gilt auch für die passiven Ütefifmt&e&h&mzGa          ßtöfi                   1-8 ) ,
Hier dürfen Aufwendungen vor dam Abschiusstichtag , die . erst' nach diesem
T&ge zu Ausgaben führen , sowohl unter den Rechnungsabgrenzungsposten
als auch unter-'".den, Verbindlichkeiten ausgewiesen werden .
Artikel 16 ■. ...                                              .
       In den -Recht svor Schriften oder in der Buchführungspraxis auf dem
Cebiet der Feststellung Vdn Wertminderungen- bei Gegenständen des Anlage-
oder Umlaufvermögens werden in 'den i-Iitgliedstaaten mitunter Eegriffe
oder Bezeichnungen verwendet , die auf den ersten Blick den in anderen
Kitgliedstaaten verwendeten Eegriffen oder Bezeichnungen entsprechen , in
Virkli chice it aber unterschiedliche Zusammenhänge erfassen können .
       Daher hätte die Verwendung einer gänri.'en Terminologie in dir
Richtlinie den Nachteil gehabt , dass es möglicherweise leicht zu einer
uneinheitlichen Anwendung ihrer Bestimmungen gekommen wäre .
 ---pagebreak---                                                                XIV'/l 44/71-3
                                         - 5° •-
Deshalb wurde es f'ir zweckmäßig gehalten , bei der Feststellung von
 '■Jertminderungcn die derzeitige Terminologie unberücksichtigt zu lassen
und unter Verwendung einer eigenen gemeinschaftsrechtlichen Terminologie
die Grundsätze dazulegeu und in den be treffenden Artikeln ( Artikel 33 und
 36 ) den Umfang der Verpflichtung sowie die Durchführungsr.>.odalitäten in
angemessener Weise festzulegen .
       T'Jertkorrekt Ionen unterscheiden sich von Rückste Hungen ( siehe
Artikel 17 )» da sie Xorrekturposten zu in der Bilanz ausgewiesenen
Vermögensgegenständen sind , während sich Rückstellungen nicht auf
Aktivposten , sondern auf zu erwartende künftige Verluste oder Auf -
Wendungen beziehen . Ausserdem gehören die Rückstellungen zu den
Verbindlichkeiten und folglich zum Freradvermcgen , die Wertkorrektionen
dagegen zum Eigenvermögon des Unternehmens ,
Artikel 17
       Ziel der strengen und genauen Definition der Rückstellungen ist
es , eine ungerechtfertigte Erhöhung dieser Posten und die sich möglicher­
weise daraus ergeDende Bildung stiller Reserven zu vermeiden .
       Die Aufwendungen , für die Rückstellungen gebildet werden dürfen ,
müssen mit Sicherheit anfallen . Verluste und Aufwendungen , die Gegen­
stand von Rückstellungen sind , müssen ihrer Eigenart nach genau umschrie­
ben sein . Weiterhin müssen diese Aufwendungen oder Verluste in dem abge-
laufenden oder einem vorhergehenden Geschäftsjahr ihren Ursprung haben .
Dadurch unterscheiden sich die Rückstellungen von den Rücklagen , die für
ungewisse Risiken allgemeiner Art gebildet werden .
Artikel 13
       ( siehe Erläuterungen zu Artikel 15 ).
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                                          - 59 -
                                                   ι
                                      5 > Abschnitt
                          Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung
  Artikel 19
          Für die' Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung müssen die Mit­
  gliedstaaten die in den Artikeln 20 bis 23 vorgesehenen vier Gliederungen
  in ihre Gesetzgebung aufnehmen » Diese Gliederungen unterscheiden sich
  zun einen in der äusseren Form ( Konto - oder Staffelform ) und zum anderen
  in - der Art der Erfassung und Gliederung von Aufwendungen und Erträgen .
  In clen Gliederungen der Artikel 20 und 21 werden einerseits die in dem
  Geschäftsjahr angefallenen und nach Arten gegliederten Gesamtaul'wendungen
  und andererseits die verkauften Leistungen ( Umsatzerl^se ) zuzüglich der
  in dem Gesch*'f ts jähr erbrachten , aber noch nicht verkauften Leistungen
  und abzüglich der in diesen Zeitraum verkauften , aber bereits in einem
  vorangegangenen Geschäftsjahr erbrachten Leistungen aufgeführt . In den
  Gliederungen der Artikel 22 und 23 werden die betrieblichen Aufwendungen
  überwiegend nach Funktionsbereichen gegliedert und die für die verkauften
  Leistungen entstandenen Aufwendungen den Umsatzerlösen gegenübergestellt .
           Die freie W-. hl zwischen mehreren . Gl iedenungen erscheint zweckmäs-
  sig , da die verschiedenen Grundsätze für die. Aufstellung der Gewinn- und
  Verlustrechnung aus wirtschaftlicher Sicht alle ihre Vor - und Nachteile
  haben . Ungeachtet einiger Unterschiede sind die gewählten Lesungen mit
  den Zielen ven Artikel 5k Absatz 3 Buchstabe g) des EV/G-Vertrages verein­
  bar , da die in Betracht gezogenen Systeme die durch im Anhang zu maohehde '
• Angaben ergänzt werden , zum gleichen Ergebnis führen und die
  erteilten Auskünfte über die wichtigsten Posten gleichwertig sind .
          Die Gleichwertigkeit der Gliederungsschemata wird dadurch gewähr­
  leistet , daes die für die Gestaltung der Gewinn- und Verlustrechnung
  geltenden r Prinzipien in allen Gliederungasohemata beachtet werden.
 ---pagebreak---                                        - 6c -              jzç/iwr^
                          I
Lus cetrieoswirsscib&f-airrher Siöht bastoht eine der Hauptaufgaben der Gewinn- und
Verluetrechnung darin , die Erfolgsquellen kenntlich zu raachen . Eine der
Voraussetzungen hierfür ist die maximale Anwendung des Bruttoprinzips ,
wonach Aufwendungen und Erträge einander unsaldiert gegenübergestellt
werden müssen . Insbesondere die Umsatzerlöse sind gesondert anzugeben .
Für die Beurteilung der Erfolge eines Unternehmens ist weiterhin ent­
scheidend zu wissen , inwieweit das ausgewiesene Ergebnis aus der betrieb­
lichen Leistungserstellung in c1«D £&cchä£t;s jähr oder aus den - 'finaa**-.* -
ziellen Prozess des Geschäftsjahres oder aus ausserordentlichen Vorgängen
hervorgeht , die mit der eigentlichen , in dem Geschäftsjahr erbrachten be triefes–
typischen Tätigkeit nichts zu tns haben «              Aufwendungen und Erträge
v/erden daher einheitlich in drei entsprechende Pcstengruppen aufgeteilt .
       Für die Gliederung der Artikel 20 und 21 spricht , dass sich aus
der Gliederung nach Arten kein Problem der Zurechnung der betrieblichen
Aufwendungen nach Funktionsbereichen ergibt und darüber hinaus die be­
triebliche Leistungsziffer ermittelt wird , die einen Anhaltspunkt für
die Wirtschaf tlichkeit des Unternehmens bildet . Die Leistungsziffer
eines Unternehmens mit lagerfähiger Leistung setzt sich zusammen aus den
Erlösen für die verkaufte Leistung zuzüglich der in den Gecbhäf tsj.ihr
erbrachten , aber noch nicht verkauften Leistungen . Dabei ist jedoch zu
berücksichtigen , dass in dieser Leistuiigszif f er heterogene Grössen ver­
rechnet werden . Die Umsatzerlöse enthalten auch den Gewinn , während die
Beetands Veränderungen an fertigen und unfertigen' Erzeugnissen sich aus
Werten ergeben , für die das Niederstwertprinzip gilt . Es besteht somit
die Möglichkeit , dass die Wirtschaftlichkeit aufgrund von Bestandsverän­
derungen bei den noch nicht realisierten Leistungen scheinbar' schwankt ;
       Für das Schema der Artikel 22 und 23 spricht , dass die Gliederung
der betrieblichen Aufwendungen nach Funktiensbereichen in vielen Fällen
dem Kalkulationsschema der Betriebe besser entspricht als eine Gliederung
nach Kostenarten und daher einen Einblick in die Kostenstruktur des Un­
ternehmens vermittelt . Ferner v/erden vergleichbare Grössen zueinander in
 ---pagebreak---                                 - 61                    117/144/71-2
Beziehung gesetzt . Dagegen ist es nicht möglich , die :.n dem Geschäi ts~
 jahr tatsächlich erbrachte Leistung zu ermitteln , falls diese Leistung
nicht bereits in demselben Geschäftsjahr vollständig verkauft wird .
Dies führt beispielsweise bei langfristiger Fertigung (Schiffbau) zu
unerwünschten Schwankungen des ausgewiesenen Leistungsergebnisses ,
sofern in diesen Fällen nicht Zwischenabrechnungen erstellt werden .
In diesem Fall wird es sich deshalb empfehlen , das Schema dos Arti­
kels 20 zu wählen .
Artikel 20 und ?1
     Die in den Gliederungsschemata ausgewiesenen Posten " Sonstige
betriebliche Erträge" und "Sonstige betriebliche Aufwendungen" be­
ziehen sich auf Leistungen , die nicht betriebstypisch sind , sich
aber dennoch durch eine gewisse Regelmäßigkeit auszeichnen (beispiels­
weise die Erträge einer Kantine). Dadurch unters?cheiden sie eich von
den "Außerordentlichen Erträgen" und den "Außerordentlichen Aufwen­
dungen", die zwar auch nicht betriGbstypisch sind , aber keinen regel­
mäßigen Charakter haben .
     Aufgrund von Artikel 5 können die Mitgliedstaaten gestatten , daü
die Gliederung der Gewinn– und Verlustrechnung aur Auswei sung ' der Ver­
wendung dor JJrgebnicse angepaßt wird . Dies bedeutet , dafi nach dem Posten
 ---pagebreak---                                               - 62 -           XIV/144/71-D
''Jahresergebnie11 noch andere Poeten in der Gliederung aufgeführt werden
können , um anzugeben , auf weiche Ueise und unter Inanspruchnahme welcher
Quollen nan zu der vorgenannten Verwendung gelangt ist .
Ar tikel 22 und 23
       Siehe Erläuterungen zu den Artikeln 20 und 21 .
Artikel 2 h
       Aufgrund dieser Bestimmung können die Mitgliedstaaten kleineren
Gesellschaften gestatten , bestimmte Posten , die in der Gewixin- und
Verlustrechnung unter dem Betriebsergebnis aufgeführt v/erden , zusammen­
zufassen , so dass die Nettoumsatzeriose nicht mehr gesondert ausgewiesen
werden . Diese Abweichung wurde eingeführt , um dem vielfach geäusserten
Wunsch zu entsprechen , der besonderen Lage Rechnung zu tragen , in der
sich die Gesellschaften - befinden können , deren Tätigkeit nicht eder nur
in sehr begrenztem' Masse aufgefächert ist .
       Als Kriterien für die Abgrenzung der vorgenannten Gesellschaften
wurden UttEiuM-ii»-' . diöuEildftScaoÖfe f äietUettoamcatzer.lösonund.,die- Anzahl der
während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer gewählt . Diese
drei Kriterien wurden vorgoeehfen , um die besonderen Merkmale der Handels -,
Industrie - und Dienstleistungsunternehmen zu berücksichtigen . Handels-
                                            ι
ge Seilschaften haben häufig eine ziemlich niedrige Bilanzsumme , aoer
einen hohen Umsatz , während es bei den Industrieunternehmen umgekehrt
ist . Disnstleistungsunternehrnen können eine grosse Zahl von Arbeitskräf­
ten beschäftigen . Ausserdem kann auch die rechtliche Regelung für die
verwendeten Mittel oder der Grad der Automatisierung ausschlaggebend
sein .
 ---pagebreak---                                      – 63 –                  XIV/144/71~I>
        Die Bilanzsumme ergibt sich aus der in Artikel 8 vorgesehenen Glie­
derung. Da die Wertkorrektionen sowohl als Abzugsposten auf der Aktivseite
als auch als gesonderte Passivposten aufgeführt werden kennen , worde fest­
gelegt , daß sie im zweiten Fall von der Bilanzsumme abzviziehen sind«
        Um eine gewisse Stetigkeit in der Anwendung der fraglichen Regeln
zu gewährleisten , bestimmt der letzte Absatz , daß für den Fall , daß eine
Gesellschaft die Grenze einas der genannten Kriterien überschreitet , die
Pflicht zur vollständigen Offenlegung der Gewinn- und Verlustreohnung bis
zu dem Zeitpunkt bestehen bleibtj in dem sie in zwei aufeinanderfolgenden
Geschäftsjahren keine der vorerwähnten Grenzen' erreicht hat .
                                 6 . Abschnitt
                                                                     (
                      Vorschriften zu einzelnen Posten aer
                           Gewinn- und Verlustreohnung
Artikel 25
        Der Nettoumsatz ist für die Beurteilung der Betriebsergsbnisse von
entscheidender Bedeutung. Denn einerseits sind die Erl ö 3 schmäl erungen in
der Regel nicht dazu angetan , die Größenordnung des Bruttobetrages zu ver­
schieben , und andererseits können sowohl bei der Mehrwertsteuer aüs auch
bei den übrigen auf den Umsatz bezogenen Steuern die Sätze je nach den Er­
zeugnissen schwanken , während die ausgeführte Produktion davon befreit ist .
Artikel 2 6                             -                          -
        Die außerordentlichen Erträge und AufWendungen sollen gesondert ange­
geben werden , um die Quellen des Jahres argebni ss es kenntlich zu machen . Perioden-
fremde Erträge , die unter dem Posten außerordentliche Erträge ausgewiesen werden
müssen , sind z.B. überzahlte Steuern eines vorigen Geschäftsjahres , die währenddes
Geschäftsjahres erstattet werden sind . Außerordentliche Erträge und Aufwendungen
unterscheiden sich von den in den Giiederungsschemata unter dem Betriebsergebnis
 ---pagebreak---                                         - 6k -                xrv/144/71-D
ausgewießeissn " Sonstige betriebliche Erträge" -und "Sonstige betriebliche Auf»
ven&ucgen", indem eis sich nicht durch. ei ne gewisse Regelmäßigkeit auszeichnen
 ( uieha Erläuterungen zu. de» Artikeln 20 und 21 )« Um 8icfcerzusiellen f daß ein
aögliciisfc sicherer Einblick in die Ertragslage gegeben wird , ist vor^ sehen ,
da?: diese Erträge und Aufwendungen im Anhang zu erläutern sind , falls sie für
die Beurteilung der Ertragslage nicht ohne Bedeutung sind .
Ar±ik.el_£2
        Die Gesellschaften sind ausserdem gehalten , die Höhe der latenten
Steuerverpflichtuhgen anzugeben . Es handelt sich dabei um Steuern , bei
denen die Steuerschuld zwar im Geschäftsjahr verursacht i3t , die aber erst
in den . folgenden Geschäftsjahren fällig werden . Gestattet die Steuer-
gesetzgebung beispielsweise eine beschleunigte Abschreibung , so ver­
mindert sich dadurch der zu versteuernde Gewinn dementsprechend , er er­
höht sich aber umgekehrt in den späteren Geschäftsjahren , da der Ge­
genstand bereits abgeschrieben ist .
                                    y . Abschnitt
                                  Bewertungsregeln
Artikel 28
        In diesem Artikel sind die Wichtigsten allgemeinen Bewertungs-
grundsätze niedergelegt , für deren Anwendung die Mit Gliedstaaten Sorge
tragen nüssen .
        Der in Artikel J bereits für die Gliederung des Jahresabschlusses
bekräftigte Grundsatz der Stetigkeit gilt auch für die Bewertung im
Jahresabschluss ( Absatz 1 a ) .                                 .
        Mit dem in Absatz 1 b ) niedergelegten Grundsatz wird das Prinzip
der Vorsicht gewürdigt , ein Grundsatz guter kaufmännischer Übung , der
bereits in allen Kitgliedstaaten beachtet wird . Dieser Grundsatz er­
gibt sich nicht allein aus der Notwendigkeit eines Gläubigerschutzes ,
sondern liegt auch im Interesse der Unternehmensleitung selbst .
 ---pagebreak---                                       - 65 -                 XIV/144/71~D
 Die Anwendung des Prinzips der Vorsicht kommt femer in den in Absatz 1 0/
bis f/ dieses Artikels dargelegten Grundsätzen zum Ausdruck«,
         Diese allgemeinen Grundsätze sind jedoch in der Pra;cis aus besonde­
 ren technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht immer durchführbar .
 So ist in bestimmten Fällen eine Abweichung-' vcm Prinzip der Einzelbewertung
 gerechtfertigt . Es kann unmöglich oder nur unter relativ hohem Zeitaufwand
 möglich sein , die genauen 'Kengen bzw. die tatsächlichen Anschaffungs– cder
 Herstellungskosten festzustellen . In der Praxis sind daher Verfahren zur
 vereinfachten Feststellung von Mengen oder Preisen entwickelt werden 3 dies
 gilt beispielsweise für die Gruppenbewertung oder die Bewertung zu Festwer-
 ten (vgl . Artikel 35 )« Gegen die Anwendung solcher Verfahren iü«t nichts
 einzuwenden , wenn sie in ihren Ergebnissen nicht grundsätzlich vom Ver­
 fahren der Einzelbewertung abweichen . Abweichungen von den allgemeinen
 Grundsätzen sind unter der Bedingung gestattet , daß sie im Anhang erläutert
 und begründet werden « Diese Begründung setzt voraus , daß der Einfluß einer
 Abweichung auf die Vermögens–, Finanz « und Ertragslage angegeben wird (Ab­
 satz 2 ).                                         '   '
 Artikel 29 und ,'jO
         Für die Beweist -mg im Jahresabschluß gibt es derzeit zwe:;. Bewertungs–
 metlioden , nämlich die Anschaffungswerimethode und die Wiederbeschaffungs–
 wertmethode .
         Für die Anwendung des Anschaffungswertprinzips spricht vor allem ,
 daß ursprüngliche Werte eindeutig bestimmbar sind , während sich Werte , die
 unter Berücksichtigung von Gel dwertschwankungen oder von durch sonstige
 Ursachen bedingten Veränderungen der Wiederbeschaffungspreise - errechnet
 werden , kaum sicher ermitteln lassen . Auch wenn das auf der Grundlage
 des Ansehaffungswertprinzips ausgewiesene - Jahres ergebnes Ungewisse Be– .
 trage enthält , braucht dieser Gewinn nicht zwangsläufig ausgeschüttet
 ---pagebreak---                                      - 65 -              XIV/144/71-D
 zu werden . Vielmehr bleibt es den Gesellschaf tscrganen überlassen , bei
 den Beschlüssen über die Gewinnverwendung den Gesichtspunkt der realen
KapitalerhsJ-iaag bzw . Substanzerhaltung durch Zuweisung der erforderli­
 chen Beträge an eine zweckgebundene Rücklage Rechnung zu tragen .
       Für eine Bewertung , die Geldwertschwankungen oder durch sonstige
Ursachen . bedingten Veränderungen der V/iederbeschaf fungspreise Rechnung
trägt , spricht hingegen , dass da,i Jahresergebnis genauer berechnet .
werden kann . Damic wird der Gesichtspunkt der realen Kapitalerhaltung ■
bzw . ßubstanzerhaltung bereits bei der Gewinnerraittlung berücksichtigt ,
was zur Folge hat , dass die hierfür notwendigen Aufwendungen besser er­
kannt werden können . Allerdings liegt die Entscheidung darüber , wie
diese Vierte ermittelt werden , stark im Ermessen der Unternehmensleitung ,
da die Masstäbe hier unsicherer' sind als bei der Ermittlung der Anschaf-
fungs - oder Herstellungskosten .
       Entsprechend der derzeit geltenden Regelung und den bisherigen
Gepflogenheiten in den meisten Hitgliedstaaten liegt den Bestimmungen d^if
der Richtlinie das Anschaffungswertprinzip zugrunde ; die für seine An­
wendung erforderlichen . Regeln sind in den Artikeln 32 bis- 39 niederge­
legt . Um aber auch der Praxis in einem Mitgliedstatt Rechnung zu tra­
gen und. um eine Entwicklung sowie Anpassung der Bewertungsregeln im
Sinne einer Berücksichtigung von Geldwertschwankungen oder von durch sonst
ge Ursachen bedingten Veränderungen der Wiederbeschaffungspreise nicht
unmöglich zu machen , wurde in Artikel 30 eine Abweichung von den Regeln
d,er Artikel 32 bis 39 vorgesehen ,, die es den Mitgliedstaaten ermöglicht ,
auoh eine Bewertung anhand des wiedörbeschaffungswertprinaips voraussehen.
Ferner ermächtigt Artikel 31 die Mitgliedstaaten , unter oe stimmten Voraus–
Setzungen eine Neubewertung zuzulassen , was ebenfalls eine Abweichung vom
Anschaf fungswertprinzip darstellt .
       Die Bewertung    zum Wiederbeschaffungswert ist in der Richtlinie
nicht eingehend geregelt . Die Diskussionen über diese Methode sind noch
 ---pagebreak---                                     •« 67                 xrvi44/71 ~l)
lange nicht abgeschlossen . Deshalb dürfte die Ausarbeitung eingehender Be­
stimmungen kaum möglich und auch nicht wünschenswert sein , da dadurch künf­
tigen Entwicklungen auf diesem Gebiet keine Rechnung getragen würde . Ia üb­
rigen sind die Unternehmen gehalten , sich auch bei einer Anwendung des Wie–
derbeschaffungsvrertprinzips immer von dem Gebot des Artikels 2 leiten zu
lassen , einen möglichst sicheren Einblick in die Lage der Gesellschaft zu
geben . Dabei darf auch die Kontrolle durch die Abschlußprüfer nicht verges­
sen werden .
         Die Anwendung der Wiederbeschaffungswertmethode wurde auf abschrei-
bungsfähige Sachanlagen und auf Vorräte begrenzt , also Vermögenswerte , die
sich im Produktionszyklus abnutzen iund daher regelmäßig erneuert werden müs­
sen . Eine Anwendung dieser Methode auf immaterielle Anlagewerte hätte zu
unsichere Bewertungen zur Folge und wurde daher nicht gestattet .
         Die Bewertung auf der Grundlage des Wiederbeschaffungswertes , wie in
Artikel 30 vorgesehen , führt dazu , daß die betreffenden Vermögenswerte zu
                                                                  y
ihrem Wiederbeschaffungswert in die Bilanz aufgenommen werden . Hieraus er­
gibt sich eine Neubewertung dieser Vermögenswerte in der Bilanz . Also wird
für den Einblick sowohl in die Ertragslage als auch in die Vermögenslage
von derselben Grundlage ausgegangen . Der Betrag dieser Neubewertung ist in
der Neubewertungsrücklage auszuweisen .
         Die in Artikel 12 vorgeschriebene Darstellung der Entwicklung der
betreffenden Vermögenswerts muß bei einer Anwendung der Wiederbeschaffungs–
wertmethode ergänzt werden . Dazu sind die Beträge der Neubewertungen und die
zusätzlichen Werikorrektionen jeweils in kumulierter Form gesondert auszu­
weisen .
 ---pagebreak---                                        - 68 -              XIv/144/71-1)
        Diese Angaben sind im Rahmen der Richtlinie von grSsster Bedeutung ,
da sie sicherstellen , dass die vorgelegten Daten mit den Daten verglichen
werden können , die man bei einer Anwendung des klassischen Bewertungssystems
erhält , dem das Anscbaffungswertprinzip zugrunde liegt . Daher ist nicht zu
befürchten , dass die Anwendung der beiden zicalich unterschiedlichen Bewer-
 txngsu.'%oden die Vürgieichbarkeit der Jahresabschlüsse ia der Gemeinschaft
 zernichte machen könne *
                            iiie Gesellschaften müssen i® Anhang die Anwendung
der Wiederbeschaffungswertmethode unter Angabe der betreffenden Posten
erläutern . Dabei ist insbesondere darzulegen , auf welcher Grundlage der
Fiederbe schaf fungswert berechnet werden ist .
        Die Neubewertungsrüoklage ist zwangsläufig eine gebundene Rücklage .
Dies ergibt sich unmittelbar aus der Konzeption der Wiederbe schaffungswert-'
methode . Die ihr zugewiesenen Betrage dienen nämlich dazu , die Leistungs­
fähigkeit des Unternehmens zu erhalten . Eine Gewinnausschüttung zu Lasten
dieser Rücklage oder eine Abbuchung von Verlusten auf dieser Rücklage
sind daher grundsätzlich ausgeschlossen . Dem wäre nur dann anders , wenn die
der Neubewertungsrücklage . zugeführten Beträge nicht mehr für die Wieder-
beschaffung der betreffenden Vermögenswerte benötigt würden ; dies wäre
der Fall , wenn die Wiederbeschaffungswerte sinken würden oder das Unter- 1
nehmen seine Produktionstätigkeiten beispielsweise durch den Verkauf eines
Betriebszweiges verringern würde . Die entsprechenden Beträge der Neube-
wertungsrücklage sind in , einem solchen Fall zur Erhaltung der Leistungs­
fähigkeit des Unternehmens nicht mehr erforderlich . Sie müssen dann aber
auch dem Jahresergebnis zugeführt werden , da die Gesellschaft diese Be­
träge sonst unter Verletzung der zwingenden Vorschriften über die Gewinn­
verwendung in Reserve halten könnte . Daher ist die Auflösung der JTeubewer-
tungsrücklage in diesem Fall zwingend vorgeschrieben (Absatz 4 und 5 )»
 ---pagebreak---                                            - 69 -                XIY/]44/71-D
          Lnt sprechend den üblichen Gepflogenheiten in den Mitgliedstaaten
steht der gebundene Charakter der Neubewertungsrücklage einer völligen
oder teilweisen Umwandlung dieser Rücklage in Kapital nicht entgegen .
In diesem Fall bleiben nämlich die betreffenden Beträge im Unternehmen
gebunden ( Absatz 3 )«
          Absatz 6 untersagt es , bei einem Ansteigen des V/ie derbe schaf fungs-
wertes die zu niedrigen Uertkorrektionen aas vorangegangenen Jahren zu
ändern .
Artikel 31
          Die Mitgliedstaäten können noch eine weitere Abweichung vom An-
e cixr.f fungewer tpr inz ip gestatten , nämlich die Ksubewei "tung dor Srjohaalagea
sowie der Beteiligungen und sonstigen Finanzanlagen . Im Gegensatz zur
Bewertung nach der Wiederbeschaf fungswertnethode ist die Neubewertung
in den meisten Mitgliedstaaten erlaubt , und zwar insbesondere hei Grund­
stücken und Beteiligungen . Sie soll dem Bilanzleser sin möglichst zuver­
lässiges Bild vom wirtschaftlichen V.'ert des betreffenden Vermögensgegen-
standes am Bila.. zstichtag geben .
          Gegenstände des . Umlaufvermögens ' sollen nicht neu bewertet werden .
Eine Neubewertung dieser Vermögensgegenstände wird r.ur sehr selten er­
forderlich sein , da sie nicht lange im Untarnehmen verbleiben .
          Auch bei einer Neubewertung muss die Vergleichbarkeit mit dem
Jahresabschluss , in dem das Anschaf fungswertprinzip streng beachtet
worden ist , gewährleistet werden . Hierzu können die gleichen Bemerkungen
vorgebracht werden wie hinsichtlich der Anwendung der TJieder~
beschaf fungswertmethode ( siehe auch Erläuterungen zu Artikel 12 ).
          Mehrwerte aufgrund einer Neubewertung sind in der Neubewertungs-
rücklage auszuweisen , die so lange gebunden bleibt , wie die betreffenden
Mehrwerte noch nicht realisiert worden sind . Ist diese Bedingung erfüllt ,
so wird die Auflösung der Rücklage zu einer Pflicht . Die fraglichen Be­
träge sind dem Jahresergebnis hinzuzufügen , um den Gesellschaftsorganen ,
die über die Gewinnverwendung zu befinden haben , ihre Entscheidung zu
 ermöglichen »
 ---pagebreak---                                      - 70 -                Χΐν/ΐ44/7ΐ-Β
      Aus den gleichen Gründen , wio nie in den Erläuterungen
zu Artikel 30 dargelegt worden sind , .steht nichts entgegen , daß die
Neubewertungsrücklage ganz oder teilweise in Kapital umgewandelt wird .
      Bei der Ausarbeitung der in dieser Richtlinie enthaltenen Regeln
für die Neubewertung wurden die gesetzlichen Neubewertungen ausser Acht
gelassen , deren Bildung in den Mitgliedstaaten gegebenenfalls gestattet
werden kann , um der Geldentwertung Rechrung zu tragen .
Artikel 32
      Hinsichtlich der Aktivierung und Eewertung der Aufwendungen für
die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens sind die Praktiken in
den einzelnen Kit Gliedstaaten nicht gleich . In einigen Mitgliedstaaten
werden diese Aufwendungen unverzüglich abgeschrieben und ihre Aktivierung
ist entweder gesetzlich untersagt oder in der Praxis wenig gebräuchlich .
In anderen Mitgliedstaaten können diese Aufwendungen dagegen aktiviert
werden ; für diesen Frll ist aber vorgesehen , dass sie möglichst rasch
abgeschrieben werden müssen oder dass jede Gew innausschüttung sc lange nn":
untersagt bleibt , wie sie nicht vollständig abgeschrieben worden sind .
      Die Richtlinie verbietet eine Aktivierung der Aufwendungen für die
Errichtung und Erweiterung des Unternehmens nicht . Den Mitgliedstaaten
sind in dieser Beziehung keinerlei Beschränkungen auferlegt . Eine solche
Aktivierung wurde für zulässig gehalten , da eine vollständige Abschrei­
bung in einem Geschäftsjahr den Einblick in die Ertragslage der Gesell­
schaft beeinträchtigen könnte . Sollte die einzelstaatliche Rechtsordnung
ihre Aktivierung gestatten , so sind die fraglichen Aufwendungen in einem
Sonderposten der Bila.nzglioderung aufzuweisen ( siehe Artikel 8 und 9
Funkt B ). Ausserdem müssen sie spätestens 'innerhalb von fünf Janren abge­
schrieben werden^ Solange die fraglichen Aufwendur gen noch nicht vollständig ab–
 ---pagebreak---                                         - 71 -                 XI7/I44/71-D
geschrieben worden sind , ist jegliche Gewinnausschüttung untersagt , es
sei denn , die freien Bücklagen der Gesellschaft sind wenigstens so hoch
wie die noch nicht abgeschriebenen Aufwendungen . Diese besonders stren­
gen Bewertungsregeln lassen sich damit rechtfertigen , daß der Hutzen und
damit der Wert dieser Aufwsndung^i häufig sehr schwer zu ermitteln ist»
       Die Richtlinie gibt keine Definition der Aufwendungen für die Er­
richtung und Erweiterung des Unternehmens . Die verschiedenen nationalen
Definitionen bleiben folglich gültig . Eine diesbezügliche Koordinierung
wurde nicht als erforderlich erachtet , da die unter diesem Posten nor­
malerweise aufgeführten Beträge gering und die vorgesehenen Bewertungs-
regeln streng sind . Ausserden ist der Inhalt dieses Postens im Anhang
zu erläutern .
Artikel 33   '
       Dieser Artikel enthält 1 die . Bew'ö'rttli'gcrege'lh'.für Gegenstände des
Anlagevermögens . Bei den Gegenständen des Anlagevermögens , deren Mut-
zung zeitlich begrenzt ist , sind Wertkorrektionen in Abzug zu bringen ,
die sich nach einem Plan berechnen , der den Hegeln einer ordnungsmässi-
gen Geschäftsführung entspricht . Als nach einem solchen Plan berechnet
gelten alle Wertkorrektionen , die zu einer sinnvollen ,, nicht willkürli­
chen Verteilung der Anschaf fungs- und Herstellungskosten auf die Nut-
zungsdauer führen . Ausserdem können bei Gegenständen des Anlagevermö­
gens ohne Rücksicht darauf , ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist , Wert
Icorrektionen vorgenommen werden , um die Gegenstände mit dem . niedrigsten
Wert anzusetzen , der ihnen, am Bilanzstichtag beizulegen ist . Silche;;
Wertkorrektionen sind nur dann zwingend \>-orgeschrieben , wenn es sich
um eine dauernde Wertminderung handelt ( Absatz 1 Buchstabe unter bb ).
Im Gegensatz zu den Vorschriften für Gegenstände des Umlaufvermögens
ist es nämlich nicht erforderlich , bei Gegenständen des Anlagevermögens
die definitionsgemäss dazu bestimmt sind , dauernd dem Geschäftsbetrieb
zu dienen , vorübergehende. Wert Schwankungen zu berücksichtigen .
 ---pagebreak---                                        - 72 -              XIV/144/71-D
        Um die Bildung stiller Reserven au vermeiden , bestimmt die Eicht
linie , dass der höhere Wert angesetzt werden muss , wenn der niedrigste
Wertansatz nicht mehr begründet ist ( siehe Absatz 1 Buchstabe c/ unter
dd )
      . In einigen Mitgliedstaaten wirkt sich die Steuergesetzgebung er­
heblich auf die Kandelsbilanz aus . Die nach dem Steuerrecht zulässigen
Sonderbewertungen werden d.ort von den Steuerbehörden nur dann anerkann
wenn die Gesellschaft sie auch in ihrer Handelsbilanz berücksichtigt .
Um die Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse zu gewährleisten , wurde
vorgesehen , dass die aufgrund der Steuervorschriften vorgenommenen
ausserordentlichen Wertkorrektionen gesondert im Anhang zu erwähnen
sind ( Absata 1 Buchstabe cl ) .
        Die Nebenkosten sind in die Anschaffungskosten einzubeziehen .
Dies dürfte im Hinblick auf eine Begrenzung der Bildung stiller Reser­
ven notwendig sein ( Absatz 2 ).
        Die Einbeziehung anteiliger indirekter Produktionskosten in die
Herstellungskosten muss dem Unternehmen freigestellt werden . Dieses
hat somit die Möglichkeit , im Kähmen einer Teilkostenrechnung , wie sie
in der Praxis bereits häufig angewandt wird , auf den Ansatz anteiliger
indirekter Produktionskosten - nicht zuletzt im Interesse einer vor­
sichtigen Bewertung - zu verzichten ( Absatz 3 )«                         '  ,
        Die Mitgliedstaaten können die Einbeziehung der Zinsen für Fremd
kapital in die Herstellungskosten gestatten . Eine solche Einbeziehung
ist IXMT insoweit gssiaV&ot , als diese Einsen zu. &ea betrieblichen Aufwen»
düngen und Verwaltungskosten zählen ( Absatz 4 Buchstabe a ) . Die Mit­
gliedsstaaten können auch die Einbeziehung der Zinsen für Eigen-kapital
in die Herstellungskosten zulassen , sofern die Höhe der Zinsen im
Anhang angegeben wird ( Absatz k Buchstabe b ). Diese Regelung dürfte
aus betriebswirtschaftlichen Gründen erforderlich sein , um in beson­
ders gelagerten Fällen die Ertragslage nicht verzerrt darzustellen
( beispielsweise bei V/ohnungsbauunternehmen , die die Errichtung ihrer
Gebäude mit Eigenkapital finanzieren ).
 ---pagebreak---                                          - 73 -                XXV/l44/71"3
 Artikel 3^
       Für die Aktivierung und Bewertung der Forschungs - und Entwicklungs­
 kosten gelten sinngemäss die in Artikel 3 ^ enthaltenen Vorschriften über
 die Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens .
 Hierzu können entsprechende Bemerkungen wie bei den Erläuterungen zu
Artikel 32 gemacht werden . Soweit die einzelstaatlichen Vorschriften
 ihre Aktivierung gestatten , sind diese Kosten unter den zu diesem Zweck
 in der Bilanz vorgesehenen Posten auszuweisen ( siehe Artikel 8 und 9
unter C I 1 ) .
       Der bilanzierte Firmenwei't ist grundsätzlich spätestens innerhalb von
 fünf Jahren abzua cht u ibosj . OowoUl es diese Eogol nicht i& filmen Lit^j-ied – ■
 Staaten gibt ( in einem Mitgliedstaat wird der Firmenwert überhaupt nicht ,
in einem anderen Mitgliedstaat dagegen unverzüglich abgeschrieben), ist .
diese Lösung aus Gründen der Koordinierung erforderlich , um eine gewisse
Vergleichbarkeit in der buchmässigen Behandlung dieser 'Werte sicherzu­
stellen . Andererseits vrurde im Gegensatz zu den für die Aufwendungen für
die Errichtung und Erweiterung des Unternehmens und für die Forschurgskosten
vorgesehene Regelung ein Verbot jeglicher Gewinnausschüttung so laiige ,
wie dieae Werte noch nicht vollständig abgeschrieben worden sini t nicht als er­
forderlich erachtet ; da es sich um Vermögenswerte handelt , für die Ausgaben ge»
tätigt wurden .
Artikel 35
                                                                       t '
       Die nach diesem Artikel zulässige vereinfachte Bewertungsmethode
für Gegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs - und Betriebs­
stoffe ist in den meisten Mitgliedstaaten anerkannt . Dieses Verfahren
weicht von dem in Artikel 28 Absatz 1 Buchstabe e ) vorgesehenen Grund­
satz der Einzelbewertung ab . Deshalb vrurde die Anwendung dieser Methode be­
schränkt auf die Fälle , -in denen -der Gesamtwert der fraglichen Vermögenswerte
für dag Unternehmen von untergeordneter Bedeutung ist (beispielsweise Hepara–
tuxgeräte , Werkzeuge usw.).
 ---pagebreak---                                    - 7k -              XTV/144/71-1)
Artikel 3 ^
      Die Gegenstände des Umlaufvermögens, die dazu bestimmt sind, m
Verkehr gebracht zu werden, sind nach dem Niedrigstwertprinzip zu be-r
werten . Der niedrigste Wert ergibt sich aus einem Vergleich zwischen
den Anschaf fungs - oder Herstellungskosten und dem tatsächlichen Wert ,
der den Vermögensgegenständen am Bilanzstichtag beizulegen ist . Der mit
Hilfe von Wertkorrektionen in der Bilanz auszuweisende niedrigste
Wert wird in den meisten Fällen der Börsen- oder Marktpreis sein .
Kann dieser Preis - wie beispielsweise bei Halbfabrikaten , Arbeiten
auf Bestellung oder Forderungen - nicht bestimmt werden , sc wird der
Tageswert das Eauptkriterium für die Ermittlung des Wertes am Bilanz-
stichtag sein .
      Die in Absatz 1 Buchstabe c ) vorgesehene Erlaubnis , ausserordent - .
liehe Wertkorrektionen verzunehmen , um in öar nächsten Zukunft zu erwartende
Wertminderungen zu berücksichtigen , ist sehr eng auszulegen . Im vor­
liegenden Fall dachte man an ganz bestimmte Gegenstände , wie beispiels­
weise NE-Metalle , deren Wert starken Schwankungen unterliegt . Da der
Wert dieser Gegenstände am Bilanzstichtag dem Ermessen anheimgestellt
sein kann , ist es aus Gründen der Vorsicht geboten , spätere Wertmin­
derungen zu berücksichtigen .
      Einsichtlich Absatz 1 Buchstabe d ) und e ) sowie Absatz 2 wird
auf die Erläuterungen zu Artikel 33 verwiesene
 ---pagebreak---                                       - 15 -                 XIV/l44/71~I>
           Dieser Artikel gestattet nicht die Anwendung einer anderen al3 der
 in Artikel 2,6 vorgesehenen Bewertungsaethode . Er sieht lediglich eine ver­
 einfachte Berechnungsmethode für die Ansch&ffungs– oder Herstellungskosten
 vor , wenn die Anschaffungs™ oder Herstellungskosten gleichartiger Gegenstän­
 de des . Vorratsvermögens schwanken . Solche Methoden gibt es in allen Kitglied-
 staaten .
 Art ikel 33
           Dieser Fall wird sich zumeist bei der Ausgabe von Schuldverschreibun­
 gen unter pari ergeben . Es ist jedoch nicht ausgeschlossen , dali bei sonsti­
 gen langfristigen Verbindlichkeiten ein Teil der Zinsen nicht pro rata tempo–
 ris gezahlt wird. In diesem Fall beziehen sich die betreffenden Beträge auf
 mehrere Geschäftsjahre . Ihre Aktivierung ist deshalb gerechtfertigte
           Die Mitgliedstaaten können selbst bestimmen , unter welchem Aktiv­
 posten die fraglichen Beträge aufzuführen sind . In einigen Mitglieds taaten
 werden sie unter den Aufwendungen für die Errichtung und Erweiterung des
 Unternehmens ausgewiesen , in anderen wiederum unter den Hechnui gsabgren–
 zungsposten . Eine diesbezügliche Koordinierung ist nicht unbedingt erfor­
 derlich , weil diese Beträge jedenfalls in der Bilanz oder im Anhang geson­
 dert auszuweisen sind .
 Artikel 39
           Die Bildung stiller Reserven unter dem Posten Rückstellungen ist un­
tersagt . Gleichwohl sind die Unternehmen verpflichtet , Rückstellungen für
 alle am Bilanzstichtag, erkennbaren Risiken zu bilden (Artikel 28 Absatz I
 Buchstabe b ). Um Mißbräuche zu vermeiden , x-nirde vorgeschrieben , daß Rück­
 stellungen , die in der Bilanz unter dem Posten sonstige Rückstellungen aus­
 gewiesen werden , im Anhang zu erläutern sind , falls sie eine gewisse Bedeu­
 tung haben .
 ---pagebreak---                                         - 76 -              XIV/l44/ 7 1-D
                                    8 , Abschnitt
                                 Inhalt des Anhangs
 Artikel L C , kl unci k ?
         Entsprechend dem m Artikel 2 Absatz 3 genannten Ziel dient der
  Anhang dazu , die verschiedenen Posten der Bilanz lind der Gewinn- und
  Verlustrechnung zu erläutern ( Artikel kC ) . .
         In Artikel   1 werden die Angaben aufgezählt , die der Anhang zu­
  mindest enthalten rouss , Weitere Angaben sind aufgrund von Artikel 3 ,
 Artikel U Absatz 2 , Artikel 10 Absatz 1 , Artikel 11 , Artikel 12 Absatz
 3 und U , Artikel 26 Absatz 2 , Artikel 28 Absatz 2 , Artikel 30 Absatz 1 ,
 Artikel 31 Absatz 1 , Artikel 32 Absatz 2 , Artikel 33 Absatz l c ) cc ) und d )
  und 4 } Artikel 34s Artikel 36 Absatz 1 c ) und c ), Artikel 38 Absatz 1 ?
• Artikel 39 und .'irtikol 42 zu mächen .
         Von grosser Bedeutung ist zunächst , dass die Gesellschaften die
  auf die verschiedenen Posten des Jahresabschlusses angewandten Eewer-
  tungsmetho den' - einschliesslich der 3ere chra*£$®in®tLoden der Werikorrektionen – •
  erwähnen (Artikel 41 ifeufO . Ansohlen sind "beispielsweise die Anwendung von
 Artikel 35 , die Vornahme ausserordentlicher Wertkorrektionen aufgrund
  von Artikel 36 Absatz 1 c ) oder die Berechnung der Anschaf fungs - oder
  Herstellungskosten der Vorräte anhand einer der nach Artikel 37 zulässigen Mathe der
 Eine Bewertung auf der Grundlage des Wiederbeschaffungswertes oder eine
  Neubewertung ist bereits aufgrund von Artikel 30 Absatz 1 und Artikel 31
 Absatz 1 zu erwähnen * Ändert die Gesellschaft in irgendeiner Weise
  ihre Bewe^tungsmethoden , so hat sie dies nach Artikel 23 Absatz 2 im
  Anhang gesondert anzugeben und zu begründen . .
         Im Anhang sind anzuführen Käme und Sitz der Unternehmen , von
  denen die Gesellschaf* zumindest 10 % des Kapitals besitzt , sowie der
  Anteil am Kapital , das gezeichnete Kapital , die Rücklagen und das Jah-
  resergebnis des letzten Geschäftsjahres des betreffenden Unternehmens
 ---pagebreak---                                       - 77 -               XIV/144/71-D
 ( Artikel 41 Nr . 2 ). Diese Verpflichtung "beschrankt sich also nicht auf
die Unternehmen , an denen die Gesellschaft in Sinne von Artikel 14
beteiligt ist . Die genannten Angaben sind erforderlich , um es dem Bi-
lanzleser zu ermöglichen , sich ein besseres Bild vom Wert dieser Ver-
mSgensgegenstände zu machen . Häufig gibt die ausschliessliche Erwähnung
des Anschaffungspreises der Aktien ein ungenaues Bild von der Lage des
betreffenden Unternehmens .
        Um zu vermeiden , dass der Anhang durch die in Artikel 41 Er . 2
vorgeschriebenen Angaben zu schwerfällig wird , kennen die Mitglied­
staaten aufgrund von Artikel 42 vorsehen , dass diese Angaben in einer
Aufstellung gemacht werden , die gemäss Artikel 3 Absatz 1 und 2 der
Richtlinie Kr . '68/151/EWG vom 9 « März 1963 hinterlegt wird . Auf diese -
Aufstellung ist im Anhar.g hinzuweisen . Schliesslich können die Mitglied­
staaten gestatten , dass die genannten Angaben nicht gemacht zu werden
brauchen , wenn sie nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung einem
der betroffenen Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen können .
Voraussetzung hierfür ist , dass das Unterlassen dieser Angaben im An­
hang erwähnt wird ( Artikel 42 , Buchstabe b ).
        Im Hinblick auf die Unterrichtung der Aktionäre wurde es für
wünschenswert gehalten , dass die Verwendung des genehmigten Kapitals
im Anhang erwähnt wird ( Artikel 41 Nr . 3 ). Im übrigen sei daran erin­
nert , dass nach Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe e ) der Richtlinie Kr . 63/
15l/EtfG vom 9 - März 1968 der Betrag des gezeichneten Kapitals zumindest
Jährlich' zu veröffentlichen ist , falls die Satzung ein genehmigtes
Kapital erwähnt .
        Aktionäre und Dritte haben ein Interesse daran , Über das Bestehen
von Genusscheinen , Wände Ischuldverschre ibungen und derartigen Wertpapie­
ren oder Rechten unterrichtet zu werden ( Artikel 41 » Nr . 4 ).
 ---pagebreak---                                      - 78 -              x:n//i44/7i--
da ihr Bestehen die Tätigkeit der Gesellschaft erheblich oeeinflussen
kann . Unter den Begriff " derartige Hechte " fallen unter anderem die
Pläne für den Kauf von Aktien , die den Geschäftsführern und dem Personal
der Gesellschaft zugeteilt werden .
       Im Anhang ist ausserdem der Gesamtbetrag der finanziellen Verpflich­
tungen anzugeben , die nicht in der Bilanz erscheinen , soweit diese Angabe
für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung ist ( Artikel 41 Nr . 5 )«
Eierunter sind Verpflichtungen zu verstehen , die weder den Charakter von
Rückstellungen noch den Charakter von Verbindlichkeiten haben . Man kann
hier beispielsweise an Verpflichtungen aufgrund von Leasing-Verträgen
oder langfristigen Mietverträgen über Schiffe und unbewegliche Güter
denken .                                                   ,
       Die Angabe der Personalaufwendungen im Anhang ist nur dann erfor­
derlich , wenn die Gewinn- und Verlustrechnung nach der in Artikel 22
oder 23 vorgesehenen Gliederung aufgestellt wird , in der diese Aufwen­
dungen nicht gesondert erscheinen ( Artikel 41 Hr . 6).
       Die Steuern , die im Betriebsergebnis , im Finanzergebnis oder im
ausserordentlichen Ergebnis enthalten sind , sind für jedes Ergebnis
gesondert auszuweisen ( Artikel 41 Nr . 7 ).
       Die den Unternehmen eingeräumten Steuervergünstigungen sind von
Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlich . Soweit Eich dies
auf den Jahrer, abschluss auswirkt , ist es im Interesse vergleichbarer
Jahresabschlüsse sehr wichtig , dass der Betrag der Änderungen des Jahres-
ergebnisses als Folge der Anwendung von Steuervorschriften im Anhang
erscheint ( Artikel 41 Nr „ 8 ),
       Die Angabe der den Mitgliedern der Verwaltungs -, Geschäftsführungs-
oder Aufsichtsorganen fMr ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten
Gesamtbe süge - unterteilt nach diesen Personengruppen - ist besonders
wichtig f'ar die Aktionäre ( Artikel 41 Nr . - 9).
 ---pagebreak---                                           - 79 -             xrv/l44/71»S
       Schliesslich haben sowohl die Aktionäre als auch Dritte ein In­
teresse daran , über die Gesamtbeträge der den Mitgliedern der vorgenann­
ten Organe gewährten Vorschüsse und Kredite sowie über die Garantiever-
pflichtungen der Gesellschaft zugunsten dieser Personen unterrichtet
zu werden. ( Artikel 4-1 .Nr . 1(5 ). Diese Auskunftspflicht betrifft selbst­
verständlich nicht die Mit Gliedstaaten , in denen selche Vergünstigungen
für Mitglieder der Gesellschaftsorgane gesetzlich untersagt sind .
                                       9 - Abschnitt
                                   Inhalt des Lageberichts
Artikel kj>
       Im Lagebericht sind alle 'Vorgänge anzugeben , die die . einzelnen
Poston des Jahresabschlusses nicht unmittelbar betreffen , sondern die'
wirtschaftliche Gesamtbeurteilung der Gesellschaft berühren . In diesem
Bericht geben die Gesellschaf tsorgane ihr persönliches Urteil über die
Entwicklung und über die Zukunf tsaussichten der Gesellschaft ab .
       Die in der Richtlinie gemachte Unterscheidung zwischen dem Anhang
und düin Lagebericht gibt os nicht in allen Mitgliedstaaten . Es erwachsen
keine Nachteile , wenn die im Anhang und im Lagebericht zu machenden . An­
gaben in einem einzigen Dokument aufgeführt werden , sofern dieses alle
in der Richtlinie geforderten Angaben enthält . Es sei aber darauf hin­
gewiesen , dass der Anhang als Teil des Jahresabschlusses nach Artikel kk
Absatz 2 vollständig in einem nationalen Amtsblatt bekannt zumachen ist ,
während für den Lagebericht eine Bekanntmachung in einem nationalen
Amtsblatt in Form eines I-Iinweises auf die Hinterlegung genügt ( siehe
Artikel kk Absatz JO . Für den Fall , dass ein einsiges Dokument erstellt
wird , sind selbstverständlich die Cf f enlegungsvorschriften für den An­
hang zu beachten .
 ---pagebreak---                                             - oO -               XIV/144./71-D
                                         10 . Abschnitt
                                          Of f enlegung
 Art ikel kk
          Der von den zuständigen Gesellschaftsorganen gebilligte Jahresab­
 schlüsse , bestehend aus der Bilanz , ü;,-r. Gewinn - und Verlustrechnung und
 den Anhang , sowie der Lagebericht und der Bericht der mit der Rechnungs­
 prüfung beauftragten Person sind entsprechend den diesbezüglichen Vor­
 schriften von Artikel 3 Absatz 1 und 2 der Richtlinie Nr . 68/151/EWG
 vom 9 . März 1968 unverzüglich zu hinterlegen . Anschliessend ist sowohl
 der Jahresabschluss als auch der Bericht de:u Rechnungsprüfers vollständig
 in einem Amtsblatt bekamt zumachen .- Hinsichtlich das Jahresab®
 Schlusses weicht diese Regel von Artikel 3 Absatz- k der genannten Richt­
 linie ab , wonach eine auszugsweise oder in Form eines Hinweises auf die
 Hinterlegung erfolgende Bekanntmachung in einem Amtsblatt ge~»
 nügt . Dadurch , dass in der vorliegenden Richtlinie eine strengere Offen­
 legung vorgesehen ist , soll der Jahresabschluss Dritten , zu denen auch
 die künftigen Aktionäre der Gesellschaft gezählt werden müssen , zv. gänzli­
 cher gemacht werden .
        ■ ■ .  ' w -.   '   Kc ■ -•             v. n'ï
 Artikel ^5^
          Eisoo Vorschriften worden zur V-ursei&unc- jeglichen Mißbrauchs bei der
 Bekanß tex&burg des Jahresabschlusses und des Lageberichts vorge™
 sehen . Werden die fraglichen Dokumente auf eine andere Weise als in Arti­
 kel kk vorgesehen ist , vollständig bekanntgemacht , so sind sie in der
-Form und mit dem V/ortlaut wiederzugeben , für die die mit der Rechnungs­
 prüfung beauftragt 2 Person ihren Bericht erstellt hat , und zwar mit dem
                          /
 vollen Wortlaut des Eestätigungsvermerks des Rechnungsprüfers . In den von
 Artikel b-3 erfa-ssten Fällen dürfte die vollständige Bekanntmachung des
 Berichts des Rechnungsprüfers nicht unbedingt erforderlich sein . Es ge­
 nügt . wenn dem Jahresabschluss der Bestätigungsvermerk des Rechnungs-
 ---pagebreak---                                      81
prüfer 3 beigefügt wird. Hat der Rechnungsprüfer die Bestätigung einge­
schränkt oder verweigert , so i<jt dies unter Angabe der Gründe gleich­
falls 'bekanntzugeben .
          Bei einer unvollständigen Bekanntmachung des Jahresabschlusses
– beispielsweise zu Werbezwecken – ist darauf hinzuweisen , daß -es_siciu ...
um eine unvollständige Wiedergabe handelt 5 außerdem ist anzugeben ,
in welchem Amtsblatt die vollständige Bekanntmachung erfolgt ist . Um
jedes Mißverständnis auszuschalten , wurde vorgeschrieben , daß der
Be st ätigungsvermerk des Rechnungsprüfers nicht beigefügt werden darf .
Gleichwohl ist zu erwähnen , ob der Bestätigungsvermerk uneingeschränkt
oder eingeschränkt erteilt oder ob er verweigert wurde .
Arti kel 47
          Siehe Erläuterungen zu Artikel 5 «
                               11° Abschnitt
          Vorschriften für die Gesellschaften mit beschränkter Haftung
Die Offenlegung des Jahresabschlusses einer Gesellschaft mit beschränkter
Haftnng ist für die Unterrichtung der Gesellschafter nicht unbedingt
erforderlich . Die Aktionäre einer Aktiengesellschaft können normalerweise
mir durch die Offenlegung des Jahresabschlusses informiert werden . Die
Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung dagegen sind
der Gesellschaft bekannt und können durch diese individuell unterrichtet
werden . Daher kann bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung zwischen
der internen Unterrichtung der Gesellschafter und der externen Unter­
richtung Dritter , zu denen die Gläubiges? zählen , unterschieden werden .
Hinsichtlich der internen Unterrichtung können die für Aktiengesellschaften
festgelegten Vorschriften ohne weiteres auf Gesellschaften mit beschränkter
Haftung anwendbar erklärt werden . Um einen möglichst sicheren Einblick
 ---pagebreak---                                       - 82 -               XIY/144/ 71-D
in dis Lage der Gesellschaft 7U erhalten , müssen die Gesellschafter einer
Gesellschaft mit "beschrankter Haftung ebenso behandelt werden wie die Ak­
tionäre einer Aktiengesellschaft .
Bei der externen Unterrichtung ist die Lage schwieriger . Da die externe
Unterrichtung nur Dritte betrifft , erhebt sich die Frage , ob eine ausschliess­
lich für Dritte erfolgende vollständige Offenlegung des Jahresabschlusses
in allen Fallen vonnöten ist . Hierauf werden in den Mitgliedstaaten sehr
unterschiedliche Antworten gegeben . In manchen Mitgliedstaaten wird die
Auffassung vertreten , jede Beschränkung der Haftung müsse notwendigerweise
mit einer weitgehenden Unterrichtung nach aussen einhergehen , um die In­
teressen der Gläubiger und sonstiger Dritten zu wahren . Zwischen Aktienge­
sellschaften und Gesellschaften mit beschrankter Haftung wird deshalb hin­
sichtlich der Offenlegung kein Unterschied gemacht . In anderen Mitglied­
staaten hängt der Umfang der Offenlegung bei den Gesellschaften mit be­
schrankter Haftung von ihrer Grösse ab . Wegen ihrer volkswirtschaftlichen
Bedeutung wurde bei grossen Gesellschaften mit beschränkter Haftung eine
weitgehende Offenlegung als- erforderlich erachtet . Bei den Gesellschaften
mit beschränkter Haftung von geringerer Bedeutung glaubte der Gesetzgeber
dagegen , dass es einen Konflikt gebe zwischen dem Interesse , das die Gesell­
schaften daran haben können , ihren Jahresabschluss nicht offenzulegen , und
dem Interesse der Dritten , das , eine solche Offanlegung fordert . Die betref­
fenden Mitglied Staaten haben diesen Interessenkonflikt zunächst einmal
zugunsten der Gesellschaften gelöst , indem sie keine Offenlegung vorge­
schrieben haben .
      Die Richtlinie Nr . 68/151 /SWG vom 9 « M3.rz 1968 hat die Pflicht zur
Offenlegung der Jahresabschlüsse der Gesellschaften mit "beschränkter Haftung
bereits grundsätzlich festgelegt .- Die Pflicht zur Anwendung dieser Bestim­
mung ist bis zu dem Zeitpunkt der Anwendung der vorliegenden Richtlinie
aufgeschoben worden , welche neben dem Inhalt den Umfang der Offenlegung
festzulegen hat ( Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe f ).
 ---pagebreak---                                        - 83 -              XIW144/ 71-D
 Der entscheidende Grund für die Notwendigkeit der Offenlegung der Jahre sab-
 Schlüsse der Gesellschaften mit beschränkter Haftung ist das Privileg der
"beschrankten Eaftung . Der Zugriff der Gläubiger' ist auf das Vermögen der
Gesellschaft "beschrankt . Es ist also unentbehrlich , dass sie durch eine
gewisse Offenlegung des Jahresabschlusses die Möglichkeit erhalten , den
Stand des Vermögens festzustellen . Anderenfalls entfallt die Rechtfertigung
für die Beschrankung der Haftung . Sie Beschrankung der Haftung ist einerseits
ein Vorteil für die Gesellschafter , andererseits jedoch ein Nachteil für
die Gläubiger * Sie muss deshalb mit einer gewissen Offenlegung des Jahres­
abschlusses verbunden werden .
Ausserdem ist zu berücksichtigen , dass in manchen Mitglied Staaten die Rechts­
form der Gesellschaft mit beschrankter Haftung von Unternehmen gewählt wird ,
für die in anderen Mitgliedstaate n die Rechtsform der Aktiengesellschaft
üblich ist . Soweit es sich dabei um Wettbewerber handelt , ist es im In­
teresse eines unverfälschten Wettbewerbs innerhalb des Gemeinsamen Marktes
erforderlich , auf dem Gebiet der Rechnungs legung beide Gesellschaftsformen
soweit wie möglich gleichen Anforderungen zu unterwerfen .
  uliesslich soll mit . der vorgesehenen Offenlegung einem volkswirtschaftli­
chen Bedürfnis entsprochen werden . Dieses Bedürfnis leitet sich daraus ab ,
dass sich in der Rechtsform der Gesellschaft mit beschrankter Haftung ein
wichtiger Teil der Industrie der Gemeinschaft organisiert hat .
 ---pagebreak---                                      - 84 -              ΧΓ//14 4/71-Ι
Die vorliegende Richtlinie sieht keine einheitliche Offenlegung für alle
Gesellschaften mit beschrankter Haftung vor . Entsprechend der in der Richt­
linie Nr . 68/15I/SWG vom 9 - März 1968 getroffenen Entscheidung des Rates
ist der Umfang der Offenlegung auf die Grösse der Gesellschaft abgestimmt
worden . Je wichtiger eine Gesellschaft mit "beschränkter Haftung für die
nationale Volkswirtschaft und für den Gemeinsamen Markt ist , desto bedeut­
samer ist die Punktion der Offenlegung . Es werden drei Kategorien von Ge­
sellschaften unterschieden . Die Gesellschaften mit beschränkter Haftung
der ersten Kategorie sollen hinsichtlich der Offenlegung den gleichen An­
forderungen unterliegen wie die Aktiengesellschaften . Für Gesellschaften
mit "beschränkter Haftung der zweiten Kategorie wird den Mit gl ied Staaten eine
Abweichungsmöglichkeit eingeräumt , wie sie für Aktiengesellschaften ver­
gleichbarer Grösse in Artikel 24 vorgesehen ist . Das bedeutet , dass die
Nettoumsatzerlöse nicht gesondert in der Gewinn - und Verlustrechnung an­
gegeben zu werden brauchen , falls der nationale Gesetzgeber dies für rich­
tig hält . Pür die Gesellschaften mit beschränkter Haftung der dritten Ka­
tegorie sollen die Mitgliedstaat^n die Möglichkeit erhalten , sie von der
Offenlegung der Gewinn- und Verlustrechnung freizustellen .
Die gewählten Lösungen lassen sich schematisch wie folgt zusammenfassen .
 ---pagebreak---                                                          - 85 -                         XIV/144/71-3)
                                                                                                        – 1 '
                        ι                                       >      ■    - 1 ■ 1        ~
      Kategorien          jBilanssumme        Nettoui'isats-    S Anzahl der während                Offenlegung .
                          l'in Reohnungs-        erl&3e jx.       des Geschäftsjahres |
                          Ie inhei ten        Re cknunge-         im Durchschnitt "be - ^I
                                              einhe iten          schuft igten      Arbeit - ,l
                                           I
                                           I                  ;
                                                               !  nehmer
                                                                          ^
                                                                                               I
                                                                                                L               L_.
                                           !                  ii                              |
    I. (siehe                über 1 Mio
                                               über 2 Mio j           *lbor 100             ' |   Jahre sabschluss ,
        Artikel 50                                                                            !   Lagebericht und
        Absatz 1 )                         [
                                                              )\
                                                              I:
                                                                                              !
                                                                                              i
                                                                                                  Bericht des Rech-
                        I
                        i                                     ii
                                                               i
                                                                                              i
                                                                                              i j nungsprüfers
                      ij                  Iι                  ;
. II . (siehe                von 100.001       von 200.001     I      von 21                      wie unter I |
        Artikel c 0   I bis 1 Mio              bis 2 Mio              bis 100                     das einzelstaatl .
        Absatz 2 a )) !                                                                           Recht kann vorse­
                        \    ■
                                                                                                  hen , dass die
                                                                                                  Ecttoumsatzerlöse
                      I                                                                           nicht gesondert
                                                                |                                 in der Gewinn - und
                                                              Ii
                                           I                                                      Verlustrechnung
                                           |ι                I!                                   angegeben zu wer­
                                                                                                  den brauchen
                                                                                                Γ       '
                                                              I!                              I
III . (siehe                 bis 100.000       bis 200.000      |    bis 20                     j wxe unter I |
        Artikel 50                                              !                               | das einzelstaatl .
        Absatz 2 b )) I                                                                       j| Recht kann vorse-
                                                                                                i hen , dass die Of­
                                                                                                  fenlegung einer
                                                                                                  gekürzten Bilanz
                                                                                                  und eines gekürz­
                                                                                                  ten Anhangs genü£":
                                                                i
                     ι  i                 ι                  :  i
        PTir den Übergang zur zweiten oder üut ersten Kategorie genügt es , dass eines
        der Merkmale dieser Kategorien zutriff c .
            Es ist zu beachten , dass bei der Festlegung der Beträge zur Abgrenzung der
  ersten Kategorie von dem Vorschlag der Remission aus dem Jahre 19 64 einer ersten
  Richtlinie gemäss Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g ) des EWG-Vertrages ( Sonderbe i-
  lage zum Bulletin der EYG Er . 3/ l964 > S. 13 ff ) ausgegangen wurde . Nach Artikel 2
  !!r . 6 dieses Vorschlags sollten die Gesellschaften mit beschränkter Haftung , deren
  Bilanzsumme 1 Mio RE übersteigt , ihre Bilanz und ihre Gewinn- und Verlustrechnung
  offenlegen .
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Artikel 48
         Der Jahresabschluss und der Lagebericht , der den Gesellschaftern
vorgelegt wird , - dies betrifft demnach die interne Unterrichtung -
sind nach den in dieser Richtlinie für die Aktiengesellschaft vorgesehenen
Vorschriften aufzustellen . Es gibt keinen Grund , die Gesellschaftsr an­
ders zu behandeln als die Aktionäre einer Aktiengesellschaft .
         Eines der Merkmale der Gesellschaft mit beschrankter Haftung be­
steht darin , dass sie gegenüber ihren Gesellschaftern Forderungen und
Verbindlichkeiten haben kann , die für die Lage der Gesellschaft besonders
wichtig sein können . Die Richtlinie trägt diesem Merkmal dadurch Rechnung ,
dass sie die gesonderte Ausweisung dieser Posten vorsieht . Die Überschrif­
ten der in den Gliederungen vorgesehener. Posten sind der Rechtsform der
Gesellschaft mit beschränkter Haftung anzupassen .
Artikel 49
         Um den Aussagewert des Jahresabschlusses und des Lageberichtes zu
sichern , müssen difose Dokumente von einem unabhängigen Sachverständigen
geprüft werden . In dieser Beziehung kann zwischen Aktiengesellschaften
und Gesellschaften mit beschränkter Haftung grundsätzlich kein Unterschied
gemacht werden . Ss wäre also angebracht für die Gesellschaften mit be­
schränkter Haftung , eine Pflichtprüfung durch dieselben Personen vorzu­
schreiben , die nach nationalem Recht zur Abschlussprüfung der Aktienge­
sellschaft zugelassen sind .
         Mit Rücksicht auf die in der Gemeinschaft bestehenden Verhältnisse
erscheint Jedoch eine pragmatischere iL-ösung erforderlich ?u sein , EJine
grosse Zahl von Gesellschaften mJLt beschränkter Haftung lassen ihren
Jahrs r. ab schluss schon freiwillig prüfen . Das geschieht vielfach durch
Personen , die die Anforderungen für die Ausübung der für die Aktienge­
sellschaft gesetzlich vorgesehenen Kontrolle nicht erfüllen . Unter
diesen Umständen beschränkt die Richtlinie sich darauf , den Grundsatz
der Pf lichtprüfung festzulegen . Den Mitgliedstaaten wird es überlassen ,
diese Prüfung in geeigneter Tfeise zu regeln .
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      Eine obligatorische Kontrolle der sehr grossen Zahl von Gesellschaften
mit beschränkter Haftung der dritten Kategorie könnte sich aber in der
Praxis als unmöglich erweisen , da der Berufsstand der Rechnungsprüfer in
den einzelnen Mitgliedstaaten zu wenige Mitglieder zählt , um diese Kontrolle
vornehmen au können . Ausserdem konnte eine solche Kontrolle für die fragli­
chen Gesellschaften zu kostspielig sein . Aus diesen Gründen können die Ge­
sellschaften , bei denen die in Absatz 2 genannten Merkmale zutreffen , von
der vorgeschriebenen Kontrolle freigestellt werden . In diesem Fall müssen
in die nationalen Gesetzgebungen geeignete Sanktionen aufgenommen werden ,
um die Anwendung der Vorschriften dieser Richtlinie durch die genannten
Gesellschaften zu gewährleisten . Einsichtlich der Kriterien ft't: die Abgren­
zung dieser Gesellschaften mit beschränkter Haftung wird auf die Erläute­
rungen zu Artikel 24 verwiesen .
Artikel 50
      Grundsätzlich sind alle Gesellschaften mit beschränkter Haftung ver­
pflichtet , den Jahre sab schluss , den Lagebericht und den Bericht der mit
der Rechnungsprüfung beauftragten Perscna.uf die für Aktiengesellschaften
vorgeschriebene Tfeise offenzulegen ( siehe Artikel 44 ). Ausseriem haben
sie den Vorschlag zur Verwendung der Ergebnisse und die Verwendung selbst
offenzulegen ( siehe Artikel 47 )- Gleichwohl können die Mitgliedstaaten
für Gesellschaften mit beschränkter Haftung der zweiten und der dritten
Kategorie eine gekürzte Offenlegung vorsehen .
      Die' Mitgliedstaaten können Gesellschaften mit beschränkter Haftung
der zweiten Kategorie gestatten , die Gewinn- und Verlustrechnung in der
in Artikel 24 für bestimmte Aktiengesellschaften vorgesehenen gekürzten
Fassung offenzulegen , d.h . ohne gesonderte Angabe der Nettoumsatzerlöse .
Hinsichtlich der Barstellung des Jahresabschlusses ist dies die einzige
Ausnahme , welche für diese Gesellschaften mit beschränkter Haftung -vorge­
sehen ist | im übrigen müssen sie ihren Jahresabschiuss , den Lagebericht
und den Bericht des Rechnungsprüfers mit dem gleichen Inhalt , wie für die
Aktiengesellschaften vorgesehen , veröffentlichen . Was andererseits die Art'
der Offenlegung anbelangt , erscheint für diese Gesellschaften eine voll­
ständige Bekanntmachung des Jahresabschlusses in einem Amtsblatt , wie es
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für die Aktiengesellschaften gefordert wird , nicht notwendig . Die ifitglied-
 staaten können ihnen daher gestatten , die "betreffenden Dokumente gemäss
den normalen Offenlegungsvorschriften von Artikel 3 der Richtlinie
Nr . 68/I51/EWU vom 9° März 1968 offenzulegen (Absatz 2c ). Sine auszugsweise
oder in Form eines Hinweises auf die Hinterlegung erfolgende Bekanntmachung
 in einem Amtsblatt wird dann genügen .
        Die Mitgliedstaaten- können den Gesellschaften mit beschränkter Haf­
tung der dritten Kategorie , die in Artikel 49 Absatz 2 definiert sind ,
erlauben , nur eine Bilanz nebst einem Anhang offenzulegen . Diese Gesell­
schaften können deshalb von der Offenlegung der Gewinn- und Verlustrech­
nung und des Lageberichts freigestellt werden . Ausserdem können die Bilanz
und der Anhang bei der Offenlegung gekürzt werden . Die Bilanz braucht nur
die mit Buchstaben und römischen Ziffern versehenen Posten der in den
Artikeln 8 und 9 vorgeschriebenen Gliederungsschemata zu umfassen . Es ge­
nügt also , Sammelposten ohne Untergliederungen auszuweisen , wie zum Bei­
spiel " Immaterielle Anlagen ", " Sachanlagen " usw . Forderungen und Verbind­
lichkeiten gegenüber Gesellschaftern sollen jedoch gesondert in der Bilanz
ausgewiesen werden , da diese Posten für die Beurteilung der Lage der Ge­
sellschaft von grosser Bedeutung sein können . Um dieser gekürzten Darstel­
lung der Bilanz Rechnung zu tragen , kann auch der Anhang angepasst werden .
        Die Gesellschaften mit beschrankter Haftung der dritt u Kategorie
sind nicht von der Verpflichtung entbunden , die Entwicklung des Anlagever­
mögens und die Entwicklung des Umlaufvermögens darzustellen ( Artikel 12 ).
Bei ihnen genügt aber die Angabe der Gesamtbeträge für die einzelnen Grup­
pen von Aktivposten .
        Die vollständige Bekanntmachung in einem Amtsblatt der Bilanz mit
seinem . Anhang wird für die Gesellschaften mit beschränkter Haftung der
dritten Kategorie ebensowenig wie für diejenigen der zweiten Kategorie
für erforderlich gehalten . Die normale Offenlegung gemäss Artikel 3 der .
Richtlinie Kr . 68/l5l/E¥3. vom 9 . März 1968 genügt für diese Gesellschaften
( Absatz 2 c ).                         ■
       Alle Gesellschaften mit beschränkter Haftung müssen die Verwendung
der Ergebnisse ohne Ausnahme offenlegen .
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                                   1 ?« Abschnitt
                                Schlus sbe st immungen
Art i kel 51
        Die Richtlinie r^umt den Mitgliedstaaten für die erforderliche Ände­
rung ihrer Gesetzgebung eine Frist von 18 Monaten ein . Für die Inkraft­
setzung dieser Änderung wird eine weitere Frist von 12 Monaten zugestanden .
Damit kSnnen die Gesellschaften in die Lage versetzt werden , erforderlichen
falls ihre Buchführung anzupassen und sich ganz allgemein darauf vorzube­
reiten , die in dieser Richtlinie geforderten Informationen zu geben .
        In den Gliederungsschemata für die Bilanz und für die Gewinn- und
Verlustrechnung gibt es einige Posten , die verbundene Unternehmen betreffen
Auch in anderen Artikeln dieser Richtlinie wurden diese Unternehmen er­
wähnt . Gleichwohl werden diese Unternehmen nicht definiert . Eine solche
Definition muss in einer späteren Richtlinie über Konzernabschlüsse gegeben
werden , die derzeit vorbereitet wird . Daher wurde vorgesehen , dass die
Pflicht zur Erteilung der geforderten Informationen in bezug auf verbundene
Unternehmen zu demselben Zeitpunkt wie die obengenannte Richtlinie in Kraft
tritt .