CELEX: 51995PC0110
Language: de
Date: 1995-03-29
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES für ein Aktionsprogramm zur Erhaltung des kulturellen Erbes

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                      Brüssel, den 29.03.1995
                                      KOM(95) 110 endg.
                                      95/ 0078 (COD)
Die Aktion der Europäischen Gemeinschaft
                zugunsten der Kultur
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament
          und den Rat der Europäischen Union
                      Vorschlag für eine
   ENTSCHEIDUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS
                      UND DES RATES
            für ein Aktionsprogramm zur Erhaltung
                     des kulturellen Erbes
                          RAPHAËL
                (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---               VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS
        DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
FÜR EIN AKTIONSPROGRAMM ZUR ERHALTUNG DES KULTURELLEN
               ERBES - PROGRAMM "RAPHAEL"
                                                      /Ja
 ---pagebreak--- BEGRÜNDUNG
ANHANG: Einzelheiten zu den Konsultationssitzungen, die mit Blick auf die
Erarbeitung eines Aktionsprogramms zur Erhaltung des kulturellen Erbes
stattgefunden haben
VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN
PARLAMENTS UND DES RATES FÜR EIN AKTIONSPROGRAMM ZUR
ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES - PROGRAMM "RAPHAEL"
ANHANG: Beschreibung des Programms "Raphaël"
FINANZBOGEN
 ---pagebreak---                                  BEGRÜNDUNG
  Der vorliegende Vorschlag fügt sich in den Gesamtrahmen für die
  kulturfördernden Aktivitäten der Europäischen Gemeinschaft1 ein, den die
  Kommission am 27. Juli 1994 nach Aufnahme eines kulturspezifischen Artikels
  in den EU Vertrag2 verabschiedet hat. Nachdem Maßnahmen zur Erhaltung des
  kulturellen Erbes, d.h. zur Erhaltung von Baudenkmälern, Bodendenkmälern und
  beweglichen Denkmälern, Priorität für ein Tätigwerden der Gemeinschaft
  eingeräumt wurde, soll mit dem vorliegenden Vorschlag ein entsprechendes
  Aktionsprogramm vorgelegt werden.
  Mit Hilfe dieses Programms, das eine Neuausrichtung und Erweiterung der
  bisherigen Aktivitäten und ein einheitliches Konzept für alle politischen
  Maßnahmen und Aktionen der Gemeinschaft, die das kulturelle Erbe berühren,
  vorsieht, sollte es möglich sein, den Maßnahmen zur Erhaltung des Kulturerbes
  neue Impulse zu geben.
  Die in dem Aktionsprogramm vorgeschlagenen Maßnahmen entsprechen mehreren
  Zielsetzungen des Vertrags. Da das Kulturerbe Ausdruck sowohl der Vielfalt der
  Identitäten als auch des Austausches zwischen den Kulturen ist, muß eine Aktion
  der Gemeinschaft auf diesem Gebiet einen besonderen Beitrag leisten zur
  Verwirklichung einer "immer engeren Union der Völker Europas'* und zur
  "Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung ihrer nationalen und
  regionalen Vielfalt sowie gleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen
  kulturellen Erbes'4.
  Das durch Austausch und wechselseitigen Einfluß im Laufe der Jahrhunderte
  gewachsene Kulturerbe weist gemeinsame Merkmale auf, die über nationale bzw.
  regionale Eigenheiten hinausgehen. Dieses Wechselspiel von Vielfalt und
  Konstanz ist bestens geeignet, um dem Bürger seine regionale, nationale und
  europäische Zugehörigkeit erfahrbar zu machen. Eine Gemeinschaftsaktion zur
  Erhaltung des Kulturerbes kann somit zur Herausbildung einer - auf eine bessere
  Kenntnis der eigenen und der Kultur der anderen Staaten der Union gegründeten -
   europäischen Staatsbürgerschaß beitragen.
1
  "Die Aktion der Europäischen Gemeinschaft zugunsten der Kultur"
  KOM(94) 356 endgültig.
2
  Vertrag über die Europäische Union, Art. 128.
  Vertrag über die Europäische Union, Art. A.
  Vertrag über die Europäische Union, Art. 128 Abs. 1.
 ---pagebreak--- Das vorgeschlagene Aktionsprogramm zielt darauf ab, die Zusammenarbeit
zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern sowie deren Maßnahmen zu unterstützen
und erforderlichenfalls zu ergänzen5. Da der Bedarf an Know-how,
Humanressourcen und Finanzmitteln für den Schutz des Kulturerbes groß ist, die
zur Verfügung stehenden Mittel aber beschränkt sind, gilt es, Entscheidungen zu
treffen. Die Durchführung einer derartigen Aktion auf Gemeinschaftsebene ist
insofern interessant, als daß durch die Bündelung des Expertenwissens
sachgerechte Entscheidungen getroffen und kostspielige Doppelarbeit oder Fehler
vermieden werden können und daß sich parallel dazu eine Verbesserung der
Qualität und größenbedingte Kostenvorteile erzielen lassen.
Daß die Probleme der Konservierung und des Managements des Kulturerbes
"grenzenlos" sind, zeigt sich darin, daß alle Mitgliedstaaten mit ähnlichen
Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Einige dieser Probleme wie die
Papierkonservierung gehen aufgrund ihrer Vielschichtigkeit oder ihres Ausmaßes
weit über die Möglichkeiten der einzelnen Mitgliedstaaten hinaus. In diesen Fällen
hat eine gemeinsame Aktion einen echten zusätzlichen Nutzen und kann sich als
wirksamer erweisen als die von den Mitgliedstaaten durchgeführten Aktionen
zusammengenommen.
Neben dem eigentlichen kulturellen Wert sind mit dem Schutz des Kulturerbes
vielfaltige Arten von Tätigkeiten verbunden, die bedeutende gesellschaftliche und
wirtschaftliche Auswirkungen haben und bei denen ein Bezug zu anderen
Zielsetzungen des Vertrags besteht. Es sei daran erinnert, daß dieser Sektor eine
große Zahl an oft hochqualifizierten Fachkräften erfordert, und zwar sowohl in
der Phase der Konzeption und des Managements (Architekten, Archivare,
Kunsthistoriker, Konservatoren usw.) als auch bei der eigentlichen "Ausführung"
(Konservatoren-Restauratoren, Handwerker, Museumsmitarbeiter usw.) und daß
diese Arbeitskräfte, die weitestgehend in KMU organisiert sind, sowohl über
traditionelles Fachwissen als auch über Ergebnisse der fortgeschrittenen Forschung
und der Spitzentechnologie verfügen müssen.
Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Aus- und Fortbildungseinrichtungen
und/oder Forschungszentren erweist sich folglich als ein Kernelement der Aktion
der Gemeinschaft zur Erhaltung des kulturellen Erbes. Die vorgeschlagenen
Maßnahmen müssen dem im Rahmen der gemeinschaftlichen Bildungs- und
Ausbildungsprogramme, der Forschungsprogramme und der Programme zur
technischen Entwicklung Erreichten Rechnung tragen. Maßnahmen zur Erhaltung
des Kulturerbes können auch einen wichtigen Beitrag zu der Dynamik
Forschung/Wachstum/Beschäftigung\eisteny da für ihre Durchführung eine präzise
Auswertung der Forschungsergebnisse sowie die Entwicklung praktischer
Anwendungen für die vor Ort arbeitenden Fachkräfte erforderlich ist.
Vertrag über die Europäische Union, Art. 128 Abs. 2.
 ---pagebreak--- Aufgrund des wachsenden Interesses an allen Aspekten der Erhaltung des
Kulturerbes und der Zunahme der Freizeit weist der Sektor ein großes
Arbeitsplatzpotential6 auf. Die neuen Arbeitsplätze sind sowohl im Sektor selbst
(Restaurierungsmaßnahmen, Umgestaltung der Museen und der Museumsbestände,
fachliche und didaktische Erschließung der Museen, Präsentation und
Nutzbarmachung           des     kulturellen       Erbes,     Ausstellungen,        neue
Dienstleistungsangebote in den Museen für die Öffentlichkeit usw.) als auch im
Fremdenverkehrssektor angesiedelt.
Aus den vorgenannten Gründen werden Vorhaben zur Nutzbarmachung und
Darstellung des Kulturerbes zunehmend in regionalpolitische Maßnahmen,
insbesondere in Maßnahmen zur Wiederbelebung der Stadtzentren oder zur
Bekämpfung des Aussterbens bestimmter Regionen eingebunden. Bei Maßnahmen
zur Erhaltung des Kulturerbes besteht selbstverständlich auch ein Bezug zur
Raumordnungs-, Umwelt- und Energiepolitik.
Weiter bietet sich dieser Sektor besonders an für die Entwicklung von
Anwendungen und Normen für fortgeschrittene                         Informations- und
Kommunikationstechniken und-dienste; auch in der Mitteilung "Europas Weg in
die Informationsgesellschaft - ein Aktionsplan"7, die im Anschluß an den Bericht
der "Gruppe Bangemann"8 erstellt wurde, wurde dieser Sektor als wichtiges
Tätigkeitsfeld genannt. Die von diesen Arbeiten zu erwartenden Vorteile werden
sich nicht nur an den Parametern Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit oder
Beschäftigung messen lassen. Unter der Voraussetzung, daß die kulturelle
Dimension Berücksichtigung findet, werden die mit dem Schutz des Kulturerbes
befaßten Fachkräfte und die Bürger über eine ganze Palette an leistungsfähigen
neuen kulturellen Produkten und Dienstleistungen verfügen.
Gemäß ihrem Auftrag hat die Gemeinschaft bereits eine Reihe von Aktivitäten zur
Erhaltung des kulturellen Erbes entwickelt. Diese umfassen drei Arten von
Maßnahmen: Maßnahmen mit vorwiegend kultureller Ausrichtung, Maßnahmen
mit anderen, das Kulturerbe direkt berührenden Zielsetzungen des Vertrags und
Maßnahmen mit anderen Zielsetzungen, die das Kulturerbe nicht direkt betreffen,
sich aber direkt oder indirekt auf seine Erhaltung in den Mitgliedstaaten
auswirken; dies ist z.B. bei der Agrarpolitik, die vor allem auf die Erhaltung des
archäologischen Kulturguts und historisch bedeutsamer Landschaften
Auswirkungen hat, der Fall.
Weißbuch: Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung , S.22, S. 112-113
KOM (94) 347 endgültig.
Europa und die globale Informationsgesellschaft - Empfehlungen für den Europäischen Rat.
 ---pagebreak---    Mit Blick auf die Erarbeitung dieses Vorschlags für einen Beschluß des
   Europäischen Parlaments und des Rates hat die Kommission eine Reihe von
   Sitzungen zu allgemeinen und speziellen Fragen der Erhaltung der beweglichen
   und unbeweglichen Kulturgüter veranstaltet, an denen Vertreter der zuständigen
   Behörden der Mitgliedstaaten, der Fachkreise und andere Beteiligte teilgenommen
   haben. Sie ist so zum einen der Notwendigkeit nachgekommen, aufgrund der in
   Artikel 128 festgelegten Beschlußfassungsverfahren einen Konsens herbeizuführen;
   zum anderen ist sie ihrer Zielsetzung treugeblieben, umfassende Konsultationen
   durchzführen. Parallel dazu hat sich eine Gruppe von Sachverständigen, die
   aufgrund einer Ratsentschließung9 eingesetzt worden war, mit Fragen des
   Archivwesens befaßt. Weitere Einzelheiten zu den Konsultationssitzungen sind
   dem Anhang zu entnehmen (S. 9-11).
   Der vorliegende Vorschlag stützt sich auf die Erfahrungswerte der bisher
   durchgeführten Maßnahmen sowie auf die Ergebnisse der Konsultationssitzungen.
   Er fügt sich in den Gesamtrahmen für die kulturfördemden Aktivitäten der
   Gemeinschaft10 ein und berücksichtigt die einschlägigen Entschließungen und
   Schlußfolgerungen des Europäischen Parlaments11 und des Rates12.
   Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen vom 14.
   November 1991 betreffend das Archivwesen, ABl Nr. C 314 vom 05.12.1991, S. 2.
10
   KOM(94) 356 endgültig
   Entschließung des Europäischen Parlaments zur Mitteilung der Kommission über das neue
   Kulturkonzept der Gemeinschaft, A3-0396, ABl Nr. C 42 vom 15.02.1993, S. 173-181.
   Entschließung des Europäischen Parlaments zur Erhaltung des architektonischen Erbes und zum
   Schutz der Kulturgüter, A3-0036/93, ABl Nr. C 72 vom 15.03.1993, S. 160-166.
   Entschließung des Europäischen Parlaments zur Gemeinschaftspolitik im kulturellen Bereich, A3-
   0386/93, ABl Nr. C 44 vom 14.02.1994, S. 184-188.
12
   Schlußfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Kulturfragen vom 12.
   November 1992 zu Leitlinien für ein Kulturkonzept der Gemeinschaft, ABl Nr. C 336 vom
   19.12.1992, S. 1-2.
   Schlußfolgerungen des Rates vom 17. Juni 1994 zur Erstellung eines gemeinschaftlichen
   Aktionsplans im Bereich des kulturellen Erbes, ABl Nr.
   C 235 vom 23.08.1994, S.l.
   Schlußfolgerungendes Rates vom 17. Juni 1994 zur verstärkten Zusammenarbeit im Archivwesen,
   ABl Nr. C 235 vom 23.08.1994, S.3.
   Schlußfolgerungen des Rates vom 10. November 1994 zur Mitteilung der Kommission über die
   Aktion der Europäischen Gemeinschaften zugunsten der Kultur, ABl Nr. C 348 vom 09.12.1994,
   S. 1-2.
 ---pagebreak---           AKTIONSPROGRAMM ZUR ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES - PROGRAMM "RAPHAEL"
I. Nutzbarmachung und Darstellung des    II. Netzwerke und Partnerschaften      m. Zugang zum kulturellen Erbe          rv. Innovation, Fortbildung und         V. Zusammenarbeit mit Drittländern
Kulturerbes                                                                                                             Mobilitit der Fachkräfte ''             und internationalen Organisationen
Förderung der Weiterentwicklung und      Förderung des Ausbaus der              Förderung von europäisch ausgerichteten Förderung des Erfahrungsaustausches,    Entwicklung von Kooperationsvorhaben
Bündelung der bewährtesten               grenzObergreifenden Zusammenarbeit,    Vorhaben zur Stärkung des Bewußtseins   der Mobilität und Fortbildung der mit   mit Drittländern, Erzeugung von
Verfahrensweisen sowie Schaffung         des Austausch» und der Bündelung der   sowie Förderung des Einsatzes der       dem Schutz des Kulturerbes befaßten     Synergien mit den einschlägigen
gunstiger Rahmenbedingungen für die      Erfahrungswerte sowie der Darstellung  fortgeschrittenen Informations- und     Fachkräfte                              Aktivitäten anderer internationaler
Erhaltung des Kulturerbes                der europäischen Dimension des         Kommunikationstechniken und -dienste                                            Organisationen, insbesondere mit dem
                                         Kulturerbes                                                                                                            Europarat
1. Förderung von Vorhaben zur            1. Förderung der Vernetzung der        1. Aufnahme der Komponente "Stärkung    1. Förderung der Ermittlung des         1. Förderung von Vorhaben zur
Erhaltung beweglicher und                themenbezogenen europäischen           des Bewußtseins für das Kulturerbe" in  Forschungsbedarfs, der Verbreitung der  Erhaltung beweglicher und
unbeweglicher Kulturgüter, die unter die Workshops "Kulturerbe"                 die im Rahmen des Programms             Ergebnisse sowie der Entwicklung        unbeweglicher Kulturgüter,
Bezeichnung "europäische Laboratorien                                           "Raphael" geforderten Vorhaben          konkreter Anwendungen für die mit dem   insbesondere der Denkmäler und
fur das Kulturerbe" fallen               2. Entwicklung und Verbreitung von                                             Schutz des Kulturerbes befaßten         Stätten, die zum Weltkulturerbe gehören
                      1                  Informationsmitteln für Netzwerke und  2. Förderung von Veranstaltungen zur    Fachkräfte
2. Förderung der europäischen            mit dem Schutz des Kulturerbes befaßte Stärkung des Bewußtseins für das                                                2. Beteiligung an Vorhaben im
Workshops "Kulturerbe", in denen an      Fachkräfte, z.B. vergleichende Studien Kulturerbe, die auf europäischer Ebene  2. Förderung der Veranstaltung          Zusammenhang mit den Netzwerken
gemeinschaftsweit bedeutsamen Fragen     über die Verfahrensweisen und Systeme  durchgeführt werden, z.B. Tag des       europäisch ausgerichteter Konferenzen   und Partnerschaften oder Entwicklung
der Erhaltung beweglicher und            in den Mitgliedstaaten, Erstellung von offenen Denkmals, Veranstaltungen im    und Kolloquien                          ergänzender Vorhaben, zJB.
unbeweglicher Kulturgüter gearbeitet     Statistiken und europäischen           Rahmen des Europa-Tags am 9. Mai,                                               Ausdehnung der vergleichenden Studien
wird                                     Kulturindikatoren, Leitfäden,          europäischer Architekturpreis Mies van  3. Kooperationsvorhaben, in deren       auf andere Länder
                                         Handbüchern, Verzeichnissen,           der Rohe, Europan                       Rahmen Austauschprogramme für die
3. Förderung der Entwicklung der         Sammlungen innovativer Vorhaben,                                               mit der Erhaltung des Kulturerbes       3. Beteiligung an Vorhaben im
bewährtesten Verfahrensweisen und        Informationen über die •               3. Förderung der Konzeption             befaßten Fachkräfte entwickelt werden   Zusammenhang mit dem Zugang des
europäischer "Standards" für die         Gemeimchafismaßnahmen, die das         mehrsprachiger Präsentationen in                                                Bürgers zum Kulturerbe, zU. Tag des
Bereiche Management und Erhaltung        Kulturerbe berühren                    Museen, Denkmälern oder historischen    4. Unterstützung von Aus- und           offenen Denkmals
des Kulturerbes                                                                 Stätten                                 Fortbildungsaktivitäten für die mit dem
                                         3. Förderung von Vorhaben zur                                                  Schutz des Kulturerbes befaßten         4. Ermunterung der mit dem Schutz des
4. Förderung des Erwerbs und des         grenzübergreifenden Zusammenarbeit     4. Förderung von Anwendungen der        Fachkräfte in der Verwendung der        Kulturerbes befaßten Fachkräfte, sich an
Managements bedeutender Kunstwerke       zwischen Museen und/oder Denkmälern,   fortgeschrittenen Informations- und     fortgeschrittenen Informations- und     Aktivitäten im Rahmen von Forschung,
durch mehrere Mitgliedstaaten            die die europäische Dimension des      Kommunikationstechniken und -dienste,   Kommunikationstechniken und -dienste.   Fortbildung und Mobilität zu beteiligen
                                         Kulturerbes zum Ausdruck bringen       die den Fachkreisen und der breiten
5. Konzeption von hauptsächlich                                                 Öffentlichkeit den Zugang zum
kulturell ausgerichteten Vorhaben und    4. Förderung von Vorhaben zur          Kulturerbe erschließen, z. B.
Studien, die die anderen                 Zusammenarbeit zwischen Ausbildungs-   Pilotvorhaben, Studien oder Seminare zu
Gemeinschaftsmaßnahmen ergänzen          und/oder Forschungszentren, z.B.       spezifischen Fragen der Erhaltung des
                                         Erstellung von Inventaren, Entwicklung Kulturerbes
                                         von Evaluierungsmethoden,
                                         Gedankenaustausch, Stipendien,
                                         Austauschmaßnahmen, Verbreitung
                                         einschlägiger Informationen usw.
 ---pagebreak--- Die Aktion der Gemeinschaft zur Erhaltung des kulturellen Erbes hat folgende
Zielsetzungen: Sie soll dazu beitragen,
        das Kulturerbe nutzbar zu machen und seine Wirkung nach außen zu
        verbessern
        die Zusammenarbeit zu fördern und das theoretische Wissen, das
        praktische Know-how und die bei der Erhaltung des Kulturerbes zur
        Anwendung kommenden Verfahrensweisen auf europäischer Ebene zu
        bündeln
        den Bürgern den Zugang zum Kulturerbe und den entsprechenden
        Informationen zu erleichtern und somit die Herausbildung einer
        europäischen Staatsbürgerschaft, die sich auf eine bessere Kenntnis des
        Kulturerbes stützt, voranzubringen
        Erweiterung der einschlägigen Kenntnisse und Verfahrensweisen und
        Herausstellung des europäischen Potentials
        die Zusammenarbeit mit Drittländern und den einschlägigen internationalen
        Organisationen, insbesondere mit dem Europarat, zu fördern.
Die Kommission schlägt vor, ein Aktionsprogramm zur Erhaltung des kulturellen
Erbes, nachstehend Programm "Raphael"               genannt, aufzulegen. Das
Aktionsprogramm wird folgende Schwerpunkte haben:
        I.     Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
        II.    Netzwerke und Partnerschaften
        III.   Zugang zum Kulturerbe
        IV.    Innovation, Fortbildung und Mobilität der Fachkräfte
        V.     Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen
               Organisationen
In dem Programm wird ein strategisch ausgerichtetes Konzept vorgeschlagen, das
verschiedene, schrittweise umzusetzende Maßnahmen vorsieht. Nach Auffassung
der Kommission wird das Programm "Raphael" aufgrund des ihm zugrunde
liegenden einheitlichen Konzepts geeignet sein, zur Nutzbarmachung und
Darstellung des Kulturerbes beizutragen und die Entfaltung der Kulturen in
Europa entscheidend voranzubringen. Mit Hilfe des Programms wird die
Gemeinschaft der kulturellen Dimension ihrer anderen Maßnahmen gemäß Artikel
128 Absatz 4 des Vertrags Rechnung tragen und ggf. die kulturellen Aspekte
dieser Maßnahmen herausstellen können.
Die Kommission schlägt daher vor,
        diesen Vorschlag für einen Beschluß des Europäischen Parlaments und des
        Rates im Rahmen des Verfahrens nach Artikel 128 des Vertrags
        vorzulegen.
 ---pagebreak---                                                                                         ANHANG
                            KONSULTATIONSSrrZUNGEN
FOLGENDE SITZUNGEN HABEN MIT BLICK AUF DIE ERARBEITUNG EINES
AKTIONSPROGRAMMS ZUR ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES
STATTGEFUNDEN:
       Sitzungen zu allgemeinen Fragen des beweglichen und unbeweglichen Kulturguts
       Am 1. und 2. Juli 1993 kamen Vertreter der Kommission und des Europäischen
       Parlaments mit den für das Kulturerbe zuständigen Direktoren der Mitgliedstaaten
       in Venedig zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Sitzung stand unter dem
       Thema "Grundvoraussetzungen fur die Erhaltung des Kulturerbes in der
       Europäischen Gemeinschaft". Auf dieser Sitzung wurden die für eine
       Gemeinschaftsaktion geeigneten Bereiche und die Themen der ersten vier
       Sachverständigensitzungen festgelegt.
       In Zusammenarbeit mit dem belgischen und dem griechischen Vorsitz wurden
       Sachverständigensitzungen zu folgenden Themen durchgeführt:
                "Kulturerbe und Management: Kulturerbe, Wirtschaft und Beschäftigung
                & Kulturerbe, Fremdenverkehr und Umweltschutz", Mons, 27.-30. Oktober
                1993
                "Kulturerbe, Forschung und neue Technologien", Brüssel, 17.-19.
                November 1993
                "Kulturerbe und Ausbildung", Antwerpen, 1.-3. Dezember 1993
                "Information der breiten Öffentlichkeit und der Fachkreise über die
                Bedeutung des kulturellen Erbes"13, Athen, 23.-25. Februar 1994
Der griechische Vorsitz führte im Rahmen seiner Prioritäten im Bereich der Erhaltung des
Kulturerbes zwei weitere Sachverständigensitzungen mit Unterstützung der Kommissiori
durch:
13
       Auf dieser Sitzung konnten die Ergebnisse einer ersten Sachverständigensitzung zu dem Thema
       "Die Museen und ihr Publikum" ergänzt werden, die in Zusammenarbeit mit dem britischen
       Vorsitz vom 25.- 29. November 1992 in Glasgow durchgeführt worden war.
 ---pagebreak---          "Kulturelles Erbe und Umweltschutz", Athen, 26.-29. März 1994
         "Archäologisches Kulturgut unter Wasser", Athen, 7.-9. April 1994
An diesen Sitzungen nahmen von den Mitgliedstaaten benannte Sachverständige teil,
Vertreter des Europäischen Parlaments, des Europarates, von zwischenstaatlichen
Organisationen und Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreter der betreffenden
Kommissionsdienststellen.
Die Ergebnisse der Sachverständigensitzungen wurden auf der zweiten Sitzung der für das
Kulturerbe zuständigen Direktoren vorgestellt. Die Sitzung, die unter dem Motto "Europa
und sein kulturelles Erbe" stand, fand vom 27.-29. April 1994 in Lissabon statt. Auf
dieser Sitzung wurde - ausgehend von einem Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen
- eine erste Bilanz der Arbeiten gezogen; außerdem wurden Überlegungen für das
künftige Aktionsprogramm unterbreitet.
        Sitzungen zu spezifischen Fragen des Archivwesens
        1991 hatte der Rat eine Entschließung verabschiedet, in der die Kommission
        aufgefordert wird, eine Sachverständigengruppe einzusetzen, deren Mitglieder auf
        Vorschlag der Mitgliedstaaten ernannt werden und die "prüft, inwieweit die
       Archivpolitik und die Archivpraktiken innerhalb der Gemeinschaft stärker
       aufeinander abgestimmt werden sollten".14
        An den Arbeiten der Sachverständigengruppe waren auch Vertreter der Archive
        der Gemeinschaftsorgane, des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz und
        einschlägiger Kommissionsdienststellen beteiligt. Die Sachverständigengruppe kam
        am 31. März, 17. Juni und 24. September 1992 sowie am 9. März, 23. April und
        22. Oktober 1993 in Brüssel zusammen. Gestützt auf die Arbeiten der Gruppe
        wurde ein Bericht erstellt15, der auch Vorschläge für ein Vorgehen auf
        Gemeinschaftsebene in diesem Bereich enthält.
       Die europäische Konferenz "Der Bürger und das Kulturerbe"
       Die auf den Sitzungen zusammengetragenen Fachinformationen wurden im
       Rahmen einer gemeinsam mit dem Europäischen Parlament veranstalteten
       Konferenz zu dem Thema "Der Bürger und das Kulturerbe" einem größeren
       Publikum vorgestellt (4./5. Oktober in Brüssel). Ziel dieser Konferenz war es, die
        eher technischen Ergebnisse durch einen Dialog zwischen allen Beteiligten, d.h.
14
       Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen vom 14.
       NOvember 1991 betreffend das Archivwesen, ABl Nr. C 314 vom 05.12.1991, S. 2.
15
        "Die Archive in der Europäischen Union"- Bericht der Sachverständigengruppe über Fragen der
       Koordinierung im Archivwesen, SEK(94)900 vom 21. März 1994.
                                                10
 ---pagebreak--- einschlägigen Vereinigungen (Eigentümer, "Liebhaber" usw.) und Stiftungen, zu
deren Zielen es gehört, dem Bürger sein Kulturerbe zu erschließen, zu ergänzen.
Die Konferenz bot auch Gelegenheit zum Austausch mit den neuen
Mitgliedstaaten und Drittländern
                                  11
 ---pagebreak---          VORSCHLAG FUR EINEN BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN
   PARLAMENTS UND DES RATES FÜR EIN AKTIONSPROGRAMM ZUR
   ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES - PROGRAMM "RAPHAEL"
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION,-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
den Artikel 128,
gestützt auf den Vorschlag der Kommission1,
gestützt auf die Stellungnahme des Ausschusses der Regionen2,
gestützt auf das in Artikel 189 b des Vertrags vorgesehene Verfahren,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (nachstehend "der Vertrag"
genannt) enthält in seiner durch den Vertrag über die Europäische Union geänderten
Fassung einen neu geschaffenen Titel IX "Kultur", der der Gemeinschaft die Aufgabe
überträgt, einen Beitrag zur Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung
ihrer nationalen und regionalen Vielfalt sowie gleichzeitiger Hervorhebung des
gemeinsamen kulturellen Erbes zu leisten;
        ABl...
        ABl...
                                           12
 ---pagebreak--- Artikel 128 des Vertrags sieht ein Tätigwerden der Gemeinschaft auf dem Gebiet der
Kultur vor. Das kulturelle Erbe ist Ausdruck der nationalen und regionalen Identität und
der Bindungen zwischen den Völkern; es gilt» diese Bindungen zu erhalten und den
Zugang der Bürger zum Kulturerbe zu erleichtem, (einschliesslich die Bürger mit
bestimmte Zugänglichkeitsprobleme), um ihre Kenntnis der Kultur zu verbessern und
zu gegenseitiger Achtung beizutragen;
Eine Gemeinschaftsaktion kann insofern zur Erhaltung des Kulturerbes beitragen, als
dadurch der Austausch von Erfahrungen und Fachwissen sowie die Bildung von
Synergien und Partnerschaften gefördert wird;
Der Schutz des Kulturerbes ist aufgrund der damit verbundenen sozio-ökonomischen
Auswirkungen Teil eines gesellschaftspolitischen Konzepts und kann einen wichtigen
Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur regionalen Entwicklung sowie zur
Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen der Bürger leisten:
In der Mitteilung der Kommission " Europas Weg in die Informationsgesellschaft - ein
Aktionsplan"* wird der Kultursektor als wichtiges Tätigkeitsfeld genannt;
Es ist erforderlich, auf Gemeinschaftsebene Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der
Erhaltung des Kulturerbes durchzufuhren. Die gemäß den Bestimmungen des
Rahmenprogramms RDT4 durchgeführten Gemeinschaftsmaßnahmen im Bereich der
Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration können für                         das
Aktionsprogramm zur Erhaltung des Kulturerbes von Nutzen sein;
3
       KOM (94) 347 endgültig.
       Beschluß Nr. 1110/94/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. April 1994 über
        das Vierte Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft im Bereich der Forschung,
       technologischen Entwicklung und Demonstration (1994-1998), ABl Nr. L 126 vom 18.05.1994,
        S. 1-33.
                                              13
 ---pagebreak--- Die Kommission hat im Rahmen ihrer bisherigen Aktivitäten, vor allem im Bereich der
Erhaltung des architektonischen Erbes, bereits eine Reihe von Erfahrungswerten
gesammelt;
Das Europäische Parlament mißt den Maßnahmen der Gemeinschaft zur Erhaltung des
kulturellen Erbes, insbesondere den Ausbil dungs- und Forschungsaktivitäten, den
Maßnahmen zur Schärfung des Bewußtseines Jugendlicher und junger Menschen für diese
Problematik, der Zusammmenarbeit mit Drittländern und mit dem Europarat sowie den
Verflechtungen mit den anderen politischen Maßnahmen der Gemeinschaft - vor allem
hinsichtlich der Ausbildung und der regionalen Entwicklung - große Bedeutung bei5;
Das Europäische Parlament hat eine Reihe von Entschließungen zur Mitwirkung der
Gemeinschaft an den Arbeiten zur Restaurierung herausragender architektonischer
Bauwerke verabschiedet6;
Der Rat hat sein Interesse an einer Intensivierung der Zusammenarbeit bei der Erhaltung
des architektonisches Erbes, von Kunstobjekten, Kunstwerken und Archiven bekundet.
Diese Zusammenarbeit sollte insbesondere beim Austausch von Fachwissen, einschlägigen
Unterlagen und im Rahmen der Ausbildung ausgebaut werden. Den in Netzwerken
5
       Entschließung des Europäischen Parlaments zum Schutz des europäischen Kulturguts, ABl Nr. C
       62 vom 30.05.1974, S. 5-7.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zur Erhaltung des architektonischen und
       archäologischen Erbes, ABl Nr. C 267 vom 11.10.1982, S. 25-29.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zur Erhaltung des architektonischen und
       archäologischen Erbes der Gemeinschaft, ABl. Nr. C 309 vom 5.12.1988, S. 423-427.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zur Erhaltung des architektonischen Erbes und zum
       Schutz der Kulturgüter, ABl. Nr. C 72 vom 15.03.1993, S. 160-166.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zur finanziellen Unterstützung für den Berg Athos
       (Mönchsgemeinschaft), ABl Nr. C 144 vom 15.06.1981, S. 92.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zu einer Hilfe für den Wiederaufbau des Stadtviertels
       Chiado in Lissabon, ABl Nr. C 262 vom 10.10.1988, S. 110.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zur Erhaltung des architektonischen und
       archäologischen Erbes der Gemeinschaft, ABl Nr. C 309 vom 05.12.1988, S. 424.
       Entschließung des Europäischen Parlaments zum Brand des Gran Teatro del Liceo in Barcelona,
       ABl Nr. C 61 vom 28.02.1994, S. 184.
                                               14
 ---pagebreak--- zusammengeschlossenen Organisationen wird in diesem Zusammenhang große Bedeutung
für die kulturelle Zusammenarbeit in Europa beigemessen7;
Die Kommission weist in ihrer Mitteilung "Das neue Kulturkonzept der Gemeinschaft"8
darauf hin, daß die Aktivitäten der Gemeinschaft im kulturellen Bereich auf die
beweglichen Kulturgüter ausgedehnt werden sollten, der Dialog und die Zusammenarbeit
zwischen    den verschiedenen         Akteuren     intensiviert    sowie   die Verbreitung        von
Erfahrungswerten und Fachinformation gefördert werden sollte; das Konzept fand die
Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Rates9;
Die europäischen Institutionen haben auf die Bedeutung hingewiesen, die der Bündelung
der verschiedenen Aspekte der Erhaltung des kulturellen Erbes in einer geschlossenen
Aktion zukommt10, welche der Vielfalt der bewegliehen und unbeweglichen Kulturgüter
        Entschließung der im Rat vereinigten, für Kulturfragen zuständigen Minister vom 13. November
        1986 über die Erhaltung des europäischen architektonischen Erbes, ABl Nr. C 320 vom
        13.12.1986, S. 1.
        Entschließung der im Rat vereinigten, für Kulturfragen zuständigen Minister vom 13. November
        1986 über die Erhaltung von Kunstwerken und sonstigen Werken von kulturellem und historischem
        Wert, ABl Nr. C 320 vom 13.12.1986, S. 3.
        Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen vom 14.
        November 1991 betreffend das Archivwesen, ABl Nr. C 314 vom 05.12.1991, S. 2.
        Schlußfolgerungen des Rates vom 17. Juni 1994 zur verstärkten Zusammenarbeit im Archivwesen,
        ABl Nr. C 235 vom 23.08.1994, S. 3.
        Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen vom 14.
        November 1991 über Europäische Kulturnetzwerke, ABl Nr. C 314 vom 05.12.1991, S. 1.
        KOM(92) 149 endgültig.
        Entschließung des Europäischen Parlaments zur Mitteilung der Kommission über das neue
        Kulturkonzept der Gemeinschaft, ABl Nr. C 42 vom 15.02.1993, S. 173-181.
        Entschließung des Europäischen Parlaments zur Gemeinschaftspolitik im kulturellen Bereich, ABl
        Nr. C 44 vom 14.02.1994, S. 184-188.
        Schlußfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Kulturfragen vom 12.
        November 1992 zu Leitlinien für ein Kulturkonzept der Gemeinschaft, ABl Nr. G 336 vom
        19.12.1992, S. 1-2.
10
        Entschließung des Europäischen Parlaments zur Erhaltung des architektonischen Erbes und zum
        Schutz der Kulturgüter, ABl Nr. C 72 vom 15.03.1993, S. 160-166.
        Schlußfolgerungen des Rates vom 17. Juni 1994 zur Erstellung eines gemeinschaftlichen
        Aktionsplans im Bereich des kulturellen Erbes, ABl Nr. C 235 vom 23.08.1994, S. 1.
                                                  15
 ---pagebreak---  Rechnung trägt und sich auf die Arbeitsergebnisse zahlreicher mit diesem Bereich
befaßter Akteure stützt;
Die Gemeinschaftsaktion muß der Tatsache Rechnung tragen, daß die Definition des
Begriffes "Kulturerbe" erweiterungsfähig ist; sie muß alle Aspekte der Erhaltung des
Kulturerbes berücksichtigen und multidisziplinäre Ansätze fördern;
Mit Blick auf die Erarbeitung eines Aktionsprogramms zur Erhaltung des Kulturerbes ist
die Kommission zu Konsultationssitzungen mit allen interessierten Kreisen, d.h.
insbesondere mit den Vertretern der Behörden der Mitgliedstaaten, der Fachkreise, von
Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen und Verbänden zusammengekommen;
Das Kulturerbe in Europa weist Bindungen zu zahlreichen Ländern außerhalb der
Gemeinschaft auf; es bietet somit Anknüpfungspunkte, um gemäß den Bestimmungen des
Vertrags, den vorgenannten Schlußfolgerungen und Entschließungen Formen der
Zusammenarbeit mit Drittländern und den für den Kulturbereich             zuständigen
internationalen Organisationen zu entwickeln;
In den Schlußfolgerungen des Europäischen Rates von Kopenhagen vom 21.-23. Juni
1993 ist die Öffnung der Gemeinschaftsprogramme für die Länder Mittel- und
Osteuropas, die mit der Gemeinschaft durch Assoziationsabkommen verbunden sind,
vorgesehen;     außerdem      hat   die   Gemeinschaft     mit   einigen  Drittländern
Kooperationsabkommen geschlossen, die kulturspezische Bestimmungen enthalten;
Die vorliegende Mitbestimmung errichtet, für die Gesamtdauer des Programms
privilegierte Fördermittel, im Sinne von Punkt 1 der Bekanntmachung des europäischen
Parlaments, des Rates und der Kommission vom 6. März 1995, für ein finanzielles
Befugnis im Rahmen des jährlichen budgetären Vorgangs;
Die Erstellung des vorliegenden Programms stützt sich auf eine enge Zusammenarbeit mit
den nationalen Behörden, um zu gewährleisten, daß eine Aktion der Gemeinschaft die
                                           16
 ---pagebreak--- nationalen Aktionen unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips, wie in Artikel 3B
des Vertrages definiert ist, unterstützt und vervollständigt »
Die Kommission wirnd in der Ausführung ihrer Aufgabe durch einen Konsultativausschuß
unterstützt, der von Vertretern der Mitgliedstaaten zusammengesetzt ist.
BESCHLIESSEN:
                                          Artikel 1
Für den Zeitraum vom 1. Januar 1996 bis zum 31. Dezember 2000 wird ein
Aktionsprogramm zur Erhaltung des Kulturerbes, nachstehend Programm "Raphael"
genannt, verabschiedet.
                                          Artikel 2
Das Programm "Raphael" hat folgende Zielsetzungen: Es soll dazu beitragen,
                das Kulturerbe nutzbar zu machen und seine Wirkung nach außen zu
                verbessern
                die Zusammenarbeit zu fördern und das theoretische Wissen, das
                praktische Know-how und die bei der Erhaltung des Kulturerbes zur
                Anwendung kommenden Verfahrensweisen auf europäischer Ebene zu
                bündeln
                den Bürgern den Zugang zum Kulturerbe und den dazugehörigen
                Informationen zu erleichtern und somit die Herausbildung einer
                europäischen Staatsbürgerschaft, die sich auf eine bessere Kenntnis des
                Kulturerbes stützt, voranzubringen
                                              17
 ---pagebreak---                die einschlägigen Kenntnisse und Verfahrensweisen zu erweitem und das
               europäische Potential herauszustellen
               die   Zusammenarbeit     mit    Drittländern und   den   internationalen
               Organisationen, insbesondere mit dem Europarat, zu fördern.
                                       Artikel 3
Das Programm "Raphael" umfaßt fünf Aktionen, die alle Aspekte der Erhaltung des
beweglichen und unbeweglichen Kulturguts abdecken:
        I.     Förderung der Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
        IL     Netzwerke und Partnerschaften                                           '
        III.   Zugang zum Kulturerbe
        IV.    Innovation, Fortbildung und Mobilität der Fachkreise
        V.     Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen
Der Firianzrahmen für die Durchführung des gesamten Programms beläuft sich für den
Zeitraum 1996 - 2000 auf 70 Mio. ECU.
Die Haushaltsbehörde legt die für jedes einzelne Haushaltsjahr verfügbaren Mittel nach
den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung im Sinne von Artikel 2 der
Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften fest.
Zur Verwirklichung der in Artikel 2 aufgeführten Ziele gelangen die im Anhang
beschriebenen Maßnahmen zur Anwendung; auf Grundlage der jährliche festgelegten
Prioritäten, werden sie nach den vorgesehenen Verfahren der Artikel 6 durchgeführt.
Das Program hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Es fängt an am 1. Januar 1996.
                                            18
 ---pagebreak---                                        Artikel 4
Die im Rahmen des Programms "Raphael" entwickelten Vorhaben müssen folgende
Vorgaben erfüllen:
       sie müssen europäisch ausgerichtet sein uhoS im Vergleich zu den innerstaatlichen
       Maßnahmen - einen zusätzlichen Nutzen aufweisen             v
       sie müssen zur Darstellung des Kulturerbes beitragen
-      sie müssen zur Bündelung des theoretischen Fachwissens, des praktischen Know-
       how und der auf dem Gebiet der Erhaltung des Kulturerbes bewährtesten
       Verfahrensweisen beitragen
       sie müssen aufgrund ihres exemplarischen, innovativen oder informativen
       Charakters auf Gemeinschaftsebene von Interesse sein oder kulturell, erzieherisch
       oder sozio-ökonomisch eine Multiplikatorwirkung haben.
                                       Artikel 5
Der Kommission steht ein beratender Ausschuß für Fördermaßnahmen im kulturellen
Bereich, zur Seite, der sich aus einem Vertreter je Mitgliedsstaat zusammensetzt indem
der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt, dessen Einsetzung in Artikel 4 für eine
Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Rates für ein Programm zur
Förderung künstlerischer und kultureller Aktivitäten mit europäischer Dimension
(Programm Kaleidoskop 2000) vorgesehen ist
Die Kornmission kann den Ausschuß zu den allgemeinen Leitlinien und zu allen anderen
Fragen hören, die nicht in Artikel 6 vorgesehen sind.
                                           19
 ---pagebreak---                                        Artikel 6
 Der Vertreter der Kommission legt dem Ausschuß einen Maßnahmenentwurf vor,
 inbesondere für den jährlichen Arbeitsplan für die Aktionen lu II2, III3 IH4, V. Der
 Ausschuß nimmt zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist Stellung, die der Vorsitzende
je nach Dringlichkeit der betreffenden Frage - gegebenenfalls auch im Wege der
Abstimmung -festlegen kann.
Die Stellungnahme des Ausschusses wird protokolliert; darüber hinaus hat jeder
 Mitgliedstaat das Recht, zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten
wird.
Die Kommission berücksichtigt die Stellungnahme des Ausschusses weitestgehend. Sie
unterrichtet den Ausschuß, inwieweit seine Stellungnahme von ihr in Betracht gezogen
wurde.
                                       Artikel 7
Die Kommission trägt Sorge für die Kohärenz und Komplementarität des Programms
"Raphael" mit den anderen Gemeinschaftsprogrammen und -politiken, die die Erhaltung
des Kulturerbes berühren.
                                       Artikel 8
Nach dreijähriger Laufzeit des Programms "Raphael", d.h. vor dem 30. September 1999,
legt die Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Ausschuß der
Regionen einen Bewertungsbericht über die bisher erzielten Ergebnisse vor; der
Bewertungsbericht wird gegebenenfalls durch Vorschläge für Änderungen, die sich bei
der Programmdurchführung als erforderlich erwiesen haben, ergänzt.
                                          20
 ---pagebreak--- Nach Ablauf des Programms "Raphael", d.h. vor dem 30. September 2001, legt die
Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Ausschuß der Regionen
einen Bericht über die Durchführung des Programms und die dabei erzielten Ergebnisse
vor.
                                      Artikel 9
Dieser Beschluß tritt am zwanzigsten Tag nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Geschehen zu Brüssel am ...
Im Namen des Europäischen Parlaments                      Im Namen des Rates
Der Präsident                                            Der Präsident
                                          21
 ---pagebreak---                                                                                ANHANG
                                  AKTIONSPROGRAMM
                 ZUR ERHALTUNG DES KULTURELLEN ERBES
                               PROGRAMM "RAPHAEL"
Mit dem Programm "Raphael" sollen europäisch ausgerichtete Maßnahmen zur Erhaltung
des Kulturerbes gefördert werden, wobei unter Kulturerbe unbewegliches Kulturgut,
archäologisches Kulturgut, archäologisches Kulturgut unter Wasser, bewegliches
Kulturgut, Museen und Museumssammlungen, Archivbestände usw. zu verstehen ist.
Aktion I - Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
       Ziel dieser Aktion ist es, zur Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
       beizutragen und durch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die
       Erhaltung des Kulturerbes die Weiterentwicklung und Bündelung der bewährtesten
       Verfahrensweisen zu fördern.
       Die Aktion I umfaßt die folgenden Einzelmaßnahmen:
       1.      Förderung     von    Vorhaben    zur Erhaltung    des beweglichen     und
               unbeweglichen Kulturguts. Diese Vorhaben sollten aufgrund ihrer
               Bedeutung und ihres exemplarischen Charakters als "europäische
              Laboratorien für das Kulturerbe" bezeichnet werden können. Die
              Erhaltungsarbeiten müssen Kunstwerke, Denkmäler und Stätten betreffen,
               die historisch außerordentlich wertvoll und Beispiele für das europäische
              Kulturerbe sind. Im Rahmen der Vorhaben, die auf mehrere Jahre angelegt
               sein sollten, soll größtmögliche Sachkenntnis zusammengebracht werden.
                                             22
 ---pagebreak---      Dies soll insbesondere durch die Beteiligung eines europäischen
     multidisziplinären Teams an den Arbeiten erreicht werden, das sich mit
     besonders diffizilen Problemen der Erhaltung des Kulturerbes befassen und
     geeignete Konzepte, Methoden und/oder Techniken entwickeln wird, là
     Verbreitung     der   Ergebnissse   dieser  Arbeiten    wird   besondere
   . Aufmerksamkeit gewidmet werdend
                                                        >.
2.   Förderung der europäischen Workshops "Kulturerbe", in denen ein Aspekt
     der Erhaltung des beweglichen und/oder unbeweglichen Kulturguts, der für
     alle Mitgliedstaaten von Interesse ist, themenbezogen abgehandelt wird.
     Die Vorhaben müssen Demonstrationscharakter und Multiplikatorwirkung
     haben; sie können auf mehrere Jahre angelegt sein. Die im Rahmen der
      Workshops erarbeiteten Ergebnisse für Managementprobleme und/oder
     Probleme im Zusammenhang mit der Erhaltung des Kulturerbes werden
     den Fachkreisen zugänglich gemacht. Die Themenauswahl richtet sich
      nach dem für die verschiedenen Bereiche ermittelten Handlungsbedarf.
3.    Förderung     der   Entwicklung   europäischer   "Standards"    und/oder
      Empfehlungen, mit denen die Anwendung bewährter Verfahrensweisen für
      die Bereiche Management und Erhaltung des Kulturerbes verbessert und
      ggf.  der Informationsaustausch erleichtert werden soll. Es sollen
      "Standards" und/oder Empfehlungen z.B. für die Dokumentation der
      Kulturgüter,, Ausleihbedingungen für Exponate, passive Konservierung der
      Werke, Brandschutz für Kunstobjekte, Kunstwerke und Denkmäler usw.
      auf europäischer Ebene entwickelt werden. Die Fördermittel der
      Gemeinschaft können für im Rahmen dieser Arbeiten durchgeführte
      Umfragen, Arbeitstreffen, Studien usw. verwendet werden.
4.  . Versuchsweise Förderung des gemeinsamen Managements bedeutender
      Kunstwerke durch mehrere europäische Partner. Ziel ist es, diese Werke
      zu erhalten und der Öffentlichkeit in Europa zugänglich zu machen.
                                  23
 ---pagebreak---               diese Werke zu erhalten und der Öffentlichkeit in Europa zugänglich zu
              machen.
       5.     Konzeption von hauptsächlich kulturell ausgerichteten Vorhaben und
              Studien, die die anderen Gemeinschaftsmaßnahmen ergänzen. Für folgende
              Maßnahmen können Fördermittel bereitgestellt werden: Vorhaben, die
              Gemeinschaftsmaßnahmen stützen oder ergänzen, die nach anderen
              Vertragsbestimmungen durchgeführt werden und von besonderem Interesse
              für die Erhaltung des Kulturerbes sind, Round-table-Gespräche und
              vergleichende Studien, um Faktenwissen zur Lage in den Mitgliedstaaten
              zu sammeln sowie die Durchführung von Folgeabschätzungen im Rahmen
              der Erarbeitung neuer Gemeinschaftsmaßnahmen.
Aktion H - Netzwerke and Partnerschaften
      Diese Aktion zielt darauf ab, die Bildung von Netzwerken und Partnerschaften zu
      fördern     und     so    die   grenzüberschreitende   Zusammenarbeit,      den
      Informationsaustausch, die Bündelung von Erfahrungen und die Darstellung der
      europäischen Dimension des Kulturerbes voranzubringen.
      Die Aktion II umfaßt die folgenden Einzelmaßnahmen:
      1.     Förderung der Vernetzung der europäischen Workshops "Kulturerbe". Die
             Netze werden themenabhängig gebildet; an den Arbeiten werden neben
             den Workshopleitern gegebenenfalls Vertreter öffentlicher und privater
             Einrichtungen      sowie Vertreter   von   an  dem   Thema     besonders
             interessierten Forschungszentren und Unternehmen beteiligt sein. Über
             die Netze soll der Erfahrungsaustausch zwischen Projektleitern einerseits
             und zwischen Projektleitern und den sonstigen Akteuren andererseits
             gefördert werden. Die Fördermittel der Gemeinschaft können für die
                                          24
 ---pagebreak---    Einrichtung der Netze, die Durchführung von Seminaren zu den in den
   Workshops behandelten bzw. für weitere Workshops geplanten Themen
   sowie für die Vermittlung der so zusammengetragenen Ergebnisse an
   interessierte Kreise verwendet werden.
2. Sammlung und Verbreitung von Fachinformation für mit dem Schutz des
   Kulturerbes befaßte Fachkräfte - unter Verwendung der geeigneten
   Informationskanäle     und   Verbindungsstellen  (zuständige   Behörden,
   Berufsverbände, Nichtregierungsorganisationen, Vereine usw.) und der
   geeigneten Träger (Papier, CD-ROM, CD-I, on-line usw.). Gegenstand der
   Fachinformationen sind vergleichende Studien über die Verfahrensweisen
   und Systeme in den Mitgliedstaaten, die gemeinschaftsweit von Interesse
   sind,    Statistiken  und   europäische   Kulturindikatoren,   Leitfäden,
   Handbücher, Verzeichnisse innovativer Vorhaben sowie die Maßnahmen
   der Gemeinschaft, die die Erhaltung des kulturellen Erbes berühren.
3. Förderung von grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten zwischen
   Museen und/oder Baudenkmälern. Bei diesen Vorhaben sollte mit Hilfe
   von Multimedia- oder anderen Kommunikationsmitteln die europäische
   Dimension des Kulturerbes sichtbar gemacht und den Besuchern eines
   Museums, eines Denkmals oder einer historischen Stätte weitere Beispiele
   dieser Kunstrichtung in anderen Ländern Europas gezeigt werden.
4. Förderung        von   Kooperationsprojekten    zwischen     Aus-    und
   Fortbildungseinrichtungen und/oder Forschungszentren, die auf dem Gebiet
   der Erhaltung des Kulturerbes tätig sind. Im Rahmen dieser Vorhaben
   sollten Instrumente zur Bildung von Netzwerken und/oder Partnerschaften,
   zur Intensivierung der Zusammenarbeit dieser Netzwerke und der
   Bündelung ihres Fachwissens entwickelt werden. Die im Rahmen der
   Kooperationsprojekte bereitgestellten Fördermittel können u.a. für die
   folgenden Einzelmaßnahmen verwendet werden:
                                25
 ---pagebreak---                       Erstellung von Verzeichnissen der Fortbildungsmöglichkeiten in
                      den verschiedenen Bereichen
                      Entwicklung von Methoden zur Bewertung der Ausbildungsgänge
                      und zur Durchführung eines Eifahrungsaustauschs
                      Erstellung vergleichender Studien über den Zugang zu Berufen im
                      Bereich Erhaltung des Kulturerbes in den Mitgliedstaaten sowie
                      über die in den Mitgliedstaaten          anerkannten   beruflichen
                      Befähigungsnachweise
                      Bildung von Netzwerken und Information der Mitglieder dieser
                      Netzwerke
                      Stipendien und Austauschmaßnahmen für Lehrer, Studenten
                      und/oder Forscher
                      Weitergabe von Informationen über laufende oder bereits
                      abgeschlossene Forschungsarbeiten an mit dem Schutz des
                      Kulturerbes befaßte Personen
                      Information über den Zugang zu den neuen Techniken und/oder
                      ihren Einsatz bei der Erhaltung des Kulturerbes
              Mögliche Synergieeffekte mit anderen Gemeinschaftsprogrammen auf den
              Gebieten     allgemeine   und    berufliche   Bildung,   Forschung     und
              technologische Entwicklung sind anzugeben.
Aktion III - Zugang zum Kulturerbe
      Ziel dieser Aktion ist es, dem Bürger den Zugang zum gemeinsamen Kulturerbe
      zu erleichtern. Dies soll dadurch erfolgen, daß zum einen europäisch ausgerichtete
      Vorhaben, die das Bewußtsein der Bürger für ihr Kulturerbe stärken, unterstützt
      und     zum     anderen     der   Einsatz    der    neuen    Informations-     und
      Kommunikationstechniken und -dienste gefördert wird.
      Die Aktion III umfaßt die folgenden Einzelmaßnahmen:
                                           26
 ---pagebreak--- 1. Aufnahme     der Komponente      "Stärkung des Bewußtseins für das
   Kulturerbe" in die im Rahmen des Programms "Raphael" geförderten
   Vorhaben.    Die   Projektleiter   werden    aufgefordert   werden,   die
   abgeschlossenen bzw. noch laufenden Vorhaben der Öffentlichkeit
   vorzuführen. Die Kommission wird die Initiativen, die sie in diesem
   Bereich bereits entwickelt      hat, weiterführen.   Dies   gilt für  die
   Wanderausstellung und die audiovisuellen Produkte, die hauptsächlich den
   "europäischen Laboratorien für das Kulturerbe" und den europäischen
   Workshops "Kulturerbe" gewidmet sein werden.
2. Förderung von Veranstaltungen auf europäischer Ebene, die zur Stärkung
   des Bewußtseins der Öffentlichkeit beitragen (z.B. Tag des offenen
   Denkmals, Veranstaltungen im Rahmen des Europatags am 9. Mai, der
   europäische Architekturpreis Mies van der Rohe, Europan).
3. Förderung mehrsprachiger Präsentationen in Museen, Baudenkmälern und
   Stätten für Bürger anderer Mitgliedstaaten. Für eine Förderung in Frage
   kommen u.a. Beschriftungen, Broschüren, Schautafeln, Führungen mittels
   elektronischer Kommunikationsmittel, audiovisuelle oder Multimedia-
   Produkte.
4. Förderung des Einsatzes der fortgeschrittenen Informations-          und
   Kommunikationstechniken und -dienste, die den Fachkreisen und der
   Öffentlichkeit den Zugang zum Kulturerbe erschließen. Die Vorhaben
   müssen     auf   europäischer     Ebene    von    Interesse    sein  und
   Demonstrationscharakter haben. Die Fördermittel können für folgende
   Maßnahmen verwendet werden: Studien oder Arbeitsseminare zu
   spezifischen Problemen im Zusammenhang mit der Verwendung dieser
   Techniken und Dienste bei der Erhaltung des Kulturerbes sowie für
   Pilotvorhaben zur Prüfung und Entwicklung konkreter Anwendungen.
                               27
 ---pagebreak--- Aktion IV - Innovation, Fortbildung und Mobilität der Fachkräfte
      Ziel dieser Aktion ist es, den Erfahrungsaustausch zu intensivieren und die
      Zusammenarbeit, die Mobilität und die Fortbildung der mit dem Schutz des
      Kulturerbes befaßten Fachkräfte zu fördern.
      Die Aktion IV umfaßt die folgenden Einzelmaßnahmen:
      1.     Unterstützung bei der Ermittlung des Bedarfs an auf europäischer Ebene
             durchzuführenden Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Erhaltung des
             Kulturerbes; Unterstützung bei der Verbreitung der Forschungsarbeiten an
             mit dem Schutz des Kulturerbes befaßte Fachkräfte sowie bei der
             Entwicklung konkreter Anwendungen für die vor Ort tätigen Fachkräfte.
             Die Maßnahmen sind in Synergie mit dem Rahmenprogramm für
             Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration zu entwickeln;
             Forschungsaktivitäten sind im Rahmen des Rahmenprogramms RDT und
             nach den Bestimmungen dieses Programms durchzuführen.
      2.     Unterstützung bei der Veranstaltung von Konferenzen, Kolloquien oder
             sonstigen europäisch ausgerichteten Fortbildungsaktivitäten.
      3.     Förderung von Vorhaben, die die Durchführung eines Programm für den
             europaweiten Austausch von mit dem Schutz des Kulturerbes befaßten
             Fachkräften zum Gegenstand haben. Im Rahmen dieser Vorhaben soll
             Personen mit Berufserfahrung die Möglichkeit geboten werden, mehrere
             Monate in einem anderen europäischen Land in einem ähnlichen
             beruflichen Umfeld tätig zu werden. Mit den Fördermitteln der
             Gemeinschaft sollen die Durchführung der Austauschmaßnahmen und
             Zusatzkosten wie Reise- und Unterbringungskosten gedeckt werden.
                                         28
 ---pagebreak---              Unterstützung von Aus- und Fortbildungsaktivitäten für die mit dem
             Schutz des Kulturerbes befaßten Fachkräfte in der Verwendung der
             fortgeschrittenen Informations- und Kommunikationstechniken und
             -dienste.
Aktion V -   Zusammenarbeit        mit   Drittländern    und     den   einschlägigen
             internationalen Organisationen
      Ziel dieser Aktion ist es, Kooperationsprojekte          mit Drittländern und
      Synergieeffekte mit den Aktivitäten anderer internationaler Organisationen,
      insbesondere mit dem Europarat, zu entwickeln.
      Die Aktion V umfaßt die folgenden Einzelmaßnahmen:
       1.    Förderung von       Vorhaben zur Erhaltung       des beweglichen und
             unbeweglichen Kulturguts, insbesondere der Baudenkmäler und Stätten, die
             in die Liste des Welterbes aufgenommen wurden;
      2.     Beteiligung an Vorhaben im Zusammenhang mit den Netzwerken und
             Partnerschaften oder Ausdehnung einiger Vorhaben auf Drittländer (z.B.
             vergleichende Studien);
      3.     Beteiligung an Vorhaben im Zusammenhang mit dem Zugang der Bürger
             zum Kulturerbe (z.B. die Initiative "Tag des offenen Denkmals");
      4.     Ermunterung der mit dem Schutz des Kulturerbes befaßten Fachkräfte, sich
             an Aktivitäten im Rahmen von Innovation, Fortbildung und Mobilität zu
             beteiligen.
                                         29
 ---pagebreak--- Die Vergabe der Mittel zur Förderung von Vorhaben zur kulturellen
Zusammenarbeit mit Drittländern erfolgt analog zur Mittelvergabe für Vorhaben
in der Europäischen Union, d.h. auf der Grundlage der einschlägigen Abkommen.
Synergieeffekte zwischen den Maßnahmen der Gemeinschaft und denen der
einschlägigen internationalen Organisationen, insbesondere dem Europarat, werden
unter Wahrung der Eigenständigkeit und der Handlungsfreiheit jeder einzelnen
Institution und Organisation angestrebt.
                                   30
 ---pagebreak---                         EUROPÄISCHE KOMMISSION
                                           FINANZBOGEN
                            RAPHAEL - FÜNFJAHRESPROGRAMM
1.        Bezeichnung der Maßnahme
          Aktionsprogramm zur Erhaltung des kulturellen Erbes - Programm "RAPHAEL"
2.        Haushaltslinie
          B3-20Ö0: "Erhaltung und Valorisierung des europäischen kulturellen Erbes"
3.        Rechtsgrundlage
          Artikel 128 EGV
          Beschluß des Parlaments und des Rates vom          für ein Aktionsprogramm zur
          Erhaltung des kulturellen Erbes - Programm "RAPHAEL"
4.        Beschreibung der Maßnahme
4.1       Allgemeines Ziel der Maßnahme
          Mit ihren Maßnahmen im kulturellen Bereich verfolgt die Union allgemein das
          Ziel, einen Beitrag zur "Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker
          Europas"1 und "zur Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung
          ihrer nationalen und regionalen Vielfalt sowie gleichzeitiger Hervorhebung des
          gemeinsamen kulturellen Erbes"2 zu leisten.
          So soll die kulturfördernde Aktion der Gemeinschaft das gemeinsame Erbe der
          europäischen Völker in seinem ganzen Wert sichtbar machen und dem Bürger das
1
           Vertrag über die Europäische Union, Art. A
2
          EG-Vertrag, Art. 128 Abs. 1
Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel
Tel. (Zentrale) 29911 11, Telex 21877 COMEU B
 ---pagebreak---       Bewußtsein seiner regionalen, nationalen und europäischen kulturellen
      Zugehörigkeit vermitteln.
      Dem kulturellen Erbe kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Es ist das
      Ergebnis der historischen Entwicklung, die die europäischen Völker auf
      europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene vollzogen haben. Die
      außerordentliche Vielfalt und der bemerkenswerte Reichtum dieses Erbes spiegeln
      die Vielzahl unserer Identitäten wider und zeugen von der Intensität des
      Austauschs, der im geistigen und künstlerischen Bereich stattgefunden hat.
      Das kultureile Erbe bildet die Schnittstelle der Unterschiede und Ähnlichkeiten der
      europäischen Völker und bringt sie im beweglichen und unbeweglichen Kulturgut
      zum Ausdruck.
      Die kulturelle Aktion der Gemeinschaft dient in erster Linie dazu, die Maßnahmen
      der Mitgliedstaaten in den nachfolgenden Bereichen zu unterstützen und zu
      ergänzen:
              Europaweite Verbreitung des Wissens über das bewegliche und
              unbewegliche Kulturgut
              Erhaltung und Schutz des gemeinsamen Kulturerbes von europäischer
              Bedeutung
              Zusammenarbeit mit Drittländern und den einschlägig tätigen
              internationalen Organisationen.
      Zur Verwirklichung dieser allgemeinen Zielsetzung sind Aktionen in folgenden
      Bereichen vorgesehen:
      1.      Förderung der Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
      2.      Netzwerke und Partnerschaften
      3.      Zugang zum Kulturerbe
      4.      Innovation, neue Technologien, Fortbildung und Mobilität der Fachkreise
      5.      Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen.
4.1.1 Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
      Ziel dieser Aktion ist es, durch konkrete Projekte die Entwicklung von Techniken
      zur Erhaltung des Kulturguts (unbewegliches und bewegliches Kulturgut,
      archäologisches Kulturgut, Museen und Museumssammlungen, Archivbestände,
      archäologisches Kulturgut unter Wasser usw.) zu fördern.
      Die Techniken zur Erhaltung des Kulturguts umfassen ein breites Spektrum von
      Tätigkeiten, von der Identifizierung und Erfassung über die Konservierung, die
      Restaurierung, die Dokumentation und das Management bis hin zur Präsentation
      und Nutzbarmachung.
      Besondere Aufmerksamkeit wird der Verbreitung der Ergebnisse dieser Projekte
      zukommen, die folgenden großen Gruppen zugeordnet werden:
                                                                                          11
 ---pagebreak---       Maßnahmen zur Erhaltung "bedeutender" und "außergewöhnlicher" Kulturgüter,
      mit dem Ziel, europäische "Laboratorien" für das Kulturerbe zu schaffen:
      europäische Fachleute sollen in multidisziplinär ausgerichteten internationalen
      Teams spezifische Probleme im Zusammenhang mit der Erhaltung des Kulturerbes
      an außergewöhnlichen Fundstätten, die für Europa und sogar weltweit
      exemplarisch sind, untersuchen und geeignete Techniken entwickeln. Die im Zuge
      dieser Arbeiten erzielten Synergieeffekte, die Erfahrungen und Ergebnisse können
      später für "gängige" Anwendungen in bescheidenerem Ausmaß genutzt werden.
      Förderung der europäischen Workshops "Kulturerbe", in denen Themen, die für
      alle Mitgliedstaaten von Interesse sind, bearbeitet werden: diese Workshops
      werden auf regionaler, lokaler oder nationaler Ebene eingerichtet, um den
      Erfahrungsaustausch zu erleichtern und allen in einem bestimmten Sektor Tätigen
      die gemeinsam erzielten Ergebnisse zugänglich zu machen; die Workshops dienen
      in erster Linie Experimentier- und Demonstrationszwecken.
      Entwicklung europäischer "Standards" für die von den internationalen
      Fachverbänden erarbeiteten Verfahren zur Erhaltung von Kulturgütern (z.B.
      Dokumentation der Kulturgüter, Verleih von Exponaten, Konservierung).
      Versuchsweise Förderung des gemeinsamen Erwerbs und Managements
      bedeutender Kunstwerke durch mehrere europäische Partner. Ziel ist es, diese
      Werke zu erhalten und der Öffentlichkeit europaweit zugänglich zu machen.
      Überwiegend kulturell ausgerichtete Vorhaben und Studien, welche die anderen
      Gemeinschaftsmaßnahmen ergänzen.
4.1.2 Netzwerke und Partnerschaften
      Mit Hilfe der Netzwerke und Partnerschaften sollen grenzübergreifende
      Zusammenarbeit, Informationsaustausch und Bündelung von Erfahrungen
      vorangebracht und die Darstellung der europäischen Dimension des Kulturerbes
      gefördert werden. Im wesentlichen sind dazu folgende Maßnahmen vorgesehen:
              Förderung der Vernetzung der europäischen Workshops "Kulturerbe". Im
              Zuge dieser Aktion sollen die mit der gleichen Thematik befaßten
              Workshops zur Bildung von Netzen angeregt werden.
              Entwicklung und Verbreitung von Informationshilfen für Netzwerke und
              Fachleute. Ziel ist es, die Erarbeitung von Leitfaden, Handbüchern,
              Verzeichnissen und Übersichten über die Maßnahmen der Gemeinschaft
              zur Erhaltung des Kulturerbes zu fördern und das Material den auf den
              einzelnen Gebieten tätigen Fachleuten sowie den Netzen zur Verfügung zu
              stellen. Die Verbreitung über moderne Träger, wie CD-ROM und
              Telematikverbindungen, soll im größtmöglichen Maße gefördert werden.
               Förderung von grenzübergreifenden Kooperationsproiekten zwischen
               Museen und/oder Baudenkmälern. Ziel dieser Aktion ist die verstärkte
                                                                                       ii
 ---pagebreak---              Darstellung der europäischen Dimension des Kulturerbes aufgrund der
             Zusammenarbeit von Museen oder durch Vorhaben zur Erhaltung
             bestimmter Baudenkmäler.
             Forderung von Kooperationsproiekten zwischen Aus- und
             Fortbildungseinrichtungen und Forschungszentren. Es sollen Vorhaben
             unterschiedlicher Zielsetzung - z. B. Forschung, Bestandsaufnahmen,
             Bewertungsverfahren, Stipendien - gefördert werden, die gemeinsam von
             mehreren Aus- und Fortbildungseinrichtungen oder Forschungszentren
             durchgeführt werden.
4.1.3 Zugang der Bürger zum Kulturerbe
      Diese Aktion zielt darauf ab, dem Bürger das gemeinsame europäische Kulturerbe
      bewußt zu machen und auf dieses Ziel ausgerichtete beispielhafte Projekte zu
      fördern. Es sind folgende Einzelmaßnahmen geplant:
             Aufnahme der Komponente "Stärkung des Bewußtseins für das Kulturerbe"
             in die von der Gemeinschaft finanzierten Vorhaben: dabei soll der breiten
             Öffentlichkeit u.a. durch Wanderausstellungen oder zu erstellende
             audiovisuelle Produkte ein Einblick in die laufenden Arbeiten geboten
             werden.
             Förderung europäisch ausgerichteter Veranstaltungen, die für ein großes
             Publikum bestimmt sind und zur Stärkung des Bewußtseins beitragen. Im
             einzelnen handelt es sich um die "Europäischen Tage des Kulturerbes"
             (Tag des offenen Denkmals), die Unterstützung des Europäischen
             Architekturpreises "Mies Van der Rohe", Veranstaltungen zum Thema
             europäisches Kulturerbe im Zusammenhang mit dem Europa-Tag (9. Mai)
             sowie die Förderung beispielhafter Projekte.
             Förderung mehrsprachiger Präsentationen. Zu diesem Zweck sollen in den
             Museen, Baudenkmälern und Stätten der Mitgliedstaaten Präsentationen in
             mehreren Sprachen vorgesehen werden, damit Besucher aus anderen
             Mitgliedstaaten sich leichter mit dem europäischen Kulturerbe vertraut
             machen können.
             Unterstützung von Vorhaben, die durch den Einsatz moderner
             Informations- und Kommunikationstechniken und -dienste der breiten
             Öffentlichkeit wie auch den Fachkreisen einen besseren Zugang zum
             Kulturerbe erschließen wollen. Diese Vorhaben zielen ab auf die
             Vernetzung von Datenbanken, die Entwicklung von Multimedia-Produkten
             sowie Studien und Seminare zu besonderen Teilaspekten des Sektors.
4.1.4 Innovation, neue Technologien. Fortbildung und Mobilität der Fachkreise
      Eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung des europäischen Kulturerbes ist
      eine ausreichende Zahl von hochqualifizierten Fachleuten für die komplexen,
      unterschiedlichen Disziplinen; nur durch ihre koordinierten Anstrengungen läßt
      sich der Erfolg der Vorhaben gewährleisten.
                                                                                       -^
 ---pagebreak---       In diesem Rahmen und in enger Verbindung mit den Maßnahmen der übrigen
      Kommissionsdienststellen (u.a. GD XII und die Task Force Humanressourcen), die
      notwendig ist, um die Komplementarität der bereits geplanten und noch zu
      entwickelnden Programme zu gewährleisten, sollen Austausch, Zusammenarbeit,
      Mobilität und Fortbildung der mit dem Schutz des Kulturerbes befaßten Fachkräfte
      gefördert werden. Dazu sind folgende Arten von Maßnahmen vorgesehen:
              Unterstützung bei der Ermittlung des Forschungsbedarfs und bei der
              Verbreitung der Ergebnisse. Ziel ist es, Hilfestellung für die Festlegung der
              Sektoren und Themen zu geben, über die auf Gemeinschaftsebene
              Forschungsarbeiten durchgeführt werden sollen, die Verbreitung der
              Forschungsergebnisse in der gesamten Fachwelt "zu fördern und gute
              Voraussetzungen für die Entwicklung von konkreten Anwendungen zu
              schaffen.
              Anreize für die Veranstaltung von europäisch und international
              ausgerichteten Konferenzen. Kolloquien und Seminaren: den europäischen
              Fachleuten soll so Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur
              Erörterung neuer Vorgehensweisen in den jeweiligen Bereichen geboten
              werden.
              Durchführung eines Austauschprogramms für die Fachkreise: im Rahmen
              dieses Programms sollen Fachleute Gelegenheit erhalten, mehrere Monate
              in einem anderen Mitgliedstaat in einem ihrem Fachgebiet entsprechenden
              Umfeld tätig zu sein.
4.1.5 Zusammenarbeit      mit Drittländern und den einschlägigen             internationalen
      Organisationen         .
      Es ist vorgesehen, Projekte mit Drittländern zu entwickeln - dies soll in erster
      Linie im Zuge der Öffnung des Programms für die MOE-Länder, die
      Kooperationsabkommen mit der Gemeinschaft unterzeichnet haben, erfolgen - und
      mit einigen Ländern Lateinamerikas und der GUS bei verschiedenen Projekten
      zusammenzuarbeiten.
      Ziel der Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen ist die Entwicklung
      von Synergieeffekten u.a. mit den Aktionen der Unesco und des Europarates, die
      Konzeption komplementärer Maßnahmen und die Bildung von Partnerschaften.
      Die Kommission beabsichtigt, den regelmäßigen Kontakt mit diesen
      Organisationen zufördern,um Themen und Aktionen von gemeinsamem Interesse
      abzustimmen. Gegebenenfalls würde sie sich auch an der Planung eines
      Kooperatiönsvorhabens zwischen der Unesco, dem Europarat und der Union
      beteiligen, das zum Welterbe zählende Baudenkmäler und Stätten zum Gegenstand
      hat.
      Es sind folgende Einzelmaßnahmen vorgesehen:
              Unterstützung von Vorhaben zur Erhaltung des Kulturguts. Diese
              Vorhaben erfassen das bewegliche und unbewegliche Kulturgut und sind
              besonders auf die Baudenkmäler und Stätten ausgerichtet, die zum
               Welterbe gehören.
                                                                                             M
 ---pagebreak---              Beteiligung an Vorhaben im Zusammenhang mit den Netzwerken und
            Partnerschaften
             Beteiligung an Vorhaben im Zusammenhang mit dem Zugang der Bürger
             zum Kulturerbe
            Beteiligung an Aktivitäten betreffend Innovation, neue Technologien.
            Portbildung und Mobilität der Fachkreise.
4.2 Dauer der Maßnahme und Bestimmungen über ihre Erneuerung oder
    Verlängerung                                             ^
    Fünf Jahre (1996-2000)
    Ggfs. Verlängerung (entsprechend den Bewertungsergebnissen)
    Die Verlängerung erfordert einen neuen Beschluß des Rates
5.  Einstufung der Ausgaben
5.1 NOA
5.2 GM
6.  Art der Ausgaben/Einnahmen
    Die vorgesehenen Mittel decken lediglich einen Teil der Kosten (höchstens 50%).
    Nur im Ausnahmefall darf die Unterstützung mehr als 50% ausmachen (mitunter
    bis zu 100%). Es handelt sich um folgende Maßnahmen:
    Durchführung von Studien und Vorhaben durch Dritte auf Veranlassung der
    Kommission
    Durchführung von Sitzungen und Konferenzen, die auf Initiative der Kommission
    stattfinden
    Stipendien für junge Wissenschaftler und angehende Fachleute im Rahmen von
    Austauschmaßnahmen.
                                                                                    3*
 ---pagebreak--- 7.    FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN
7.1   Berechnung der Gesamtkosten des Programms
7.1.1 Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
      1.1    Europäische "Laboratorien" für das Kulturerbe: Es werden die Vorhaben
             "Beispiele für das europäische Kulturerbe" unterstützt. Für die
             Programmdauer von fünf Jahren sind für diese Aktionen Mittel in Höhe
             von 10.4 Mio. ECU veranschlagt.
                                                          10.000:000 ECU
      1.2    Unterstützung der Workshops "Kulturerbe", in denen Themen im
             Zusammenhang mit der Erhaltung des beweglichen und/oder
             unbeweglichen Kulturguts, die für alle Mitgliedstaaten von Interesse sind,
             bearbeitet werden. In einem Zeitrahmen von fünf Jahren sollen 200 bis 250
             Workshops unterstützt werden.
                                                          19.200.000 ECU
      1.3    Förderung der Entwicklung europäischer "Standards", mit denen die
             Verfahrensweisen verbessert und ggf. der Informationsaustausch erleichtert
             werden soll. Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen Zuschüsse für die
             Durchführung von "Standards" und/oder Empfehlungen zu folgenden
             Bereichen gewährt werden: Dokumentation der Kulturgüter,
             Ausleihbedingungen für Exponate, passive Konservierung von
             Kunstwerken und gegebenenfalls Schutz der Kunstobjekte, Kunstwerke und
             Denkmäler gegen Feuer. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem
             Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                           1.000.000 ECU
      1.4    Versuchsweise Förderung dès gemeinsamen Erwerbs und Managements
             bedeutender Kunstwerke durch mehrere europäische Partner, um diese
             Werke zu erhalten und der Öffentlichkeit in Europa zugänglich zu machen.
             Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe
             zu rechnen:
                                                           1.400.000 ECU
      1.5     Konzeption von hauptsächlich kulturell ausgerichteten Vorhaben und
              Studien, die die anderen Gemeinschaftsmaßnahmen - insbesondere der GD
              VI, VIII, XI, XII, XIII, XVI, XXII, XXIII - ergänzen.
                                                           2.100.000 ECU
Aktion I insgesamt:                                       33.700.000 ECU
                                                                                        T?
 ---pagebreak---  7.1.2 Netzwerke und Partnerschaften
 2.1    Förderung der Vernetzung der europäischen Workshops "Kulturerbe": Einrichtung
        von Netzwerken und Durchführung von Seminaren zu speziellen Fragen, die
       während der Workshops aufgeworfen wurden. Die einschlägigen Erfahrungen
       sollen an die Fachkreise weitergegeben werden. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit
       einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                            1.500.000 ECU
 2.2   Sammlung und Verbreitung von Fachinformation für die mit dem Schutz des
       Kulturerbes befaßten Fachkräfte, wobei angemessene Informationskanäle und
       Verbindungsstellen sowie die geeigneten Träger (Papier, CD-ROM, CD-I, on-line
       usw.) verwendet werden: Durchführung von rund 30 vergleichenden Studien zur
       Praxis und zu den Systemen der Mitgliedstaaten, die für alle Mitgliedstaaten von
       Interesse sind; Erarbeitung von europäischen Statistiken und Kulturindikatoren,
       praktischen Leitfaden, Handbüchern, Übersichten und Sammlungen innovativer
       Projekte; Durchführung von Studien über die gemeinschaftlichen Maßnahmen im
       Bereich des Kulturerbes (über einen Zeitraum von fünf Jahren): Für diesen
       Zeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                            1.500.000 ECU
 2.3   Förderung von 15 bis 20 grenzübergreifenden Kooperationsprojekten zwischen
       Museen und/oder Baudenkmälern (über einen Fünfjahreszeitraum), bei denen
       Multimedia- oder andere Kommunikationsmittel eingesetzt werden sollen. Für den
       Fünijahreszeitraum ist .mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                            2.800.000 ECU
 2.4   Förderung von Kooperationsprojekten                   zwischen Aus- und
       Fortbildungseinrichtungen, Forschungszentren usw. Für den Fünfjahreszeitraum ist
       mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                           3.100.000 ECU
 Aktion II insgesamt:                                      8.900.000 ECU
 7.1.3 Zugang zum Kulturerbe
,3.1   Präsentation der mit Gemeinschaftsmitteln               geförderten Vorhaben
       (Wanderausstellungen, audiovisuelle Produkte). Für den Fünfjahreszeitraum ist mit
       einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                            3.400.000 ECU
                                                                                         1»
 ---pagebreak--- 3.2   Förderung von Veranstaltungen, die zur Stärkung des Bewußtseins beitragen (Tag
      des offenen Denkmals, europäische Workshops "Kulturerbe" usw.). Für den
      Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                          3.600.000 ECU
3.3   Förderung meihrsprachiger Präsentationen in rund 40 Museen, Baudenkmälern und
      Stätten. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe
      zurechnen:
                                                          1.700.000 ECU
3.4   Förderung des Einsatzes der fortgeschrittenen Informations- und
      Kommunikationstechniken und -dienste, die den Fachkreisen und der breiten
      Öffentlichkeit den Zugang zum Kulturerbe erschließen: Zuschüsse zur Konzeption
      von 25 bis 35 Pilotprojekten in einem Zeitraum von fünf Jahren; im Rahmen der
      Projekte soll untersucht werden, welche Techniken und Dienste für Museen
      und/oder archäologische Stätten geeignet sind, die sodann eingesetzt werden
      sollen. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe
      zu rechnen:
                                                          3.400.000 ECU
Aktion HI insgesamt:                                     12.100.000 ECU
7.1.4 Innovation, neue Technologien. Fortbildung und Mobilität der Fachkräfte
4.1   Unterstützung bei der Ermittlung des Forschungsbedarfs (Weiterleitung der
      Forschungsergebnisse an die Fachkreise usw.), bei der Verbreitung der Verfahren,
      bei denen neue Technologien zum Einsatz kommen, und der besten Möglichkeit
      zur Förderung von ca. 12 konkreten Anwendungen für die Fachleute vor Ort. Für
      den Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                          1.100.000 ECU
4.2   Unterstützung bei der Veranstaltung von europäisch ausgerichteten Konferenzen,
      Kolloquien und sonstigen Fortbildungsaktivitäten. Für den Fünfjahreszeitraum ist
      mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                         2.300.000 ECU
4.3   Förderung von Vorhaben für die Durchführung eines Programms für den
      europaweiten Austausch von Fachkräften der verschiedenen Teilgebiete des
      Kulturerbes. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender
      Höhe zu rechnen:
                                                         3.200.000 ECU
                                                                                       M
 ---pagebreak--- Aktion IV insgesamt:                                      6.600,000 ECU
7.1.5 Zusammenarbeit mit Drittländern und den einschlägigen internationalen
        Organisationen
7.1.5.1        Forderung von Vorhaben zur Erhaltung des beweglichen und
               unbeweglichen Kulturguts, insbesondere der Baudenkmäler und Stätten, die
               zami Welterbe gehören. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem
               Mittelbedarf in folgender Höhe zu rechnen:
                                                          3.100.000 ECU
7.1.5.2        Beteiligung an Vorhaben im Zusammenhang mit den Netzwerken und
               Partnerschaften oder Durchführung komplementärer Vorhaben. Für den
               Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu
               rechnen:
                                                            900.000 ECU
7.1.5.3        Beteiligung an Vorhaben im Zusammenhang mit dem Zugang der Bürger
               zum Kulturerbe. Für den Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in
               folgender Höhe zu rechnen:
                                                             800.000 ECU
7.1.5.4        Beteiligung an Aktivitäten zur Förderung von Innovation, neuen
               Technologien, Fortbildung und Mobilität der Fachkräfte. Für den
               Fünfjahreszeitraum ist mit einem Mittelbedarf in folgender Höhe zu
               rechnen:
                                                             900.000 ECU
Aktion V insgesamt:                                       5.700.000 ECU
Die Ausgaben für die 5 Aktionen betragen demnach insgesamt 12.000.000 ECU.
7.2     Aufschlüsselung der Kosten nach den einzelnen Aktionen
Nachstehend sind die Kosten der in den Punkten 7.1.1 bis 7.1.5 beschriebenen Aktionen
aufgeschlüsselt:
                                                                        in Mio ECU
                                           10
                                                                                        h^c
 ---pagebreak--- Auf-         Haushalts      1997           1998          1999          2000 INSGE-
schlüsse-    plan                                                           SAMT
lung          1996
7.1.I3        5.4           6.0            6.6           7.1           8.6  33.7
7.1.24        1.2           1.2            1.8           2.1           2.6  8.9
7.1.35        2.0           2.0            2.4           2.8           2.9  12.1
7.1.46        0.8           1.0            1.2            1.6          2.0  6.6
7.1.57        0.6           0.8            1.0            1.4           1.9 5.7
INSGE-        10            11             13            .15            18  67
SAMT
       Nutzbarmachung und Darstellung des Kulturerbes
       Netzwerke und Partnerschaften
       Zugang zum Kulturerbe
       Innovation, neue Technologien, Fortbildung und Mobilität
       Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen
                                                11
                                                                                   V
 ---pagebreak--- 7.3      Indikativer Fälligkeitsplan
7.3.1    Fälligkeitsplan - auszufüllen bei Vorschlägen für neue Maßnahmen
                                                                                 in Mio ECU 1996
                1996           1997          1998           1999           2000          INSGE-
                                                                                         SAMT
  Verplich-     10             11            13             15             18            67
  tungser-
  mächti-
  gungen
  Zahlungs      8                                                                        8
  ermächti-
  gungen
  1996
  Zahlungs      2             9                                                          11
  ermächti-
  gungen
  1997
  Zahlungs                    2              10                                          12
  ermächti-
  gungen
  1998
  Zahlungs                                   3              12                           15
  ermächti-
  gungen
  1999
  Zahlungs                                                 3               16            19
  ermächti-
  gungen
  2000
  Zahlungs                                                                 2             2
  ermächti-
  gungen
  2001
  INSGE-        10             11            13             15             18            67
  SAMT
NB: Die Ausgaben für Studi sn, technische Unterstützung, Sitzungen und Veröffentlich!mgen sind den
einzelnen Rubriken zugeordnet und entsprechend aufgeschlüsselt (insgesamt +/- 6 Mio ECU für fünf Jahre)
7.3.2 Fälligkeitsplan - auszufüllen zwecks Vorbereitung des HVE für mehrjährige
         Maßnahmen
                                                  12
                                                                                                        42
 ---pagebreak---         Laufzeit des Programms RAPHAEL: 1996 - 2000
                                                                      in Mio ECU 1996
  HVE              FINANZPLANUNG
   1996
                   1997     1998  1999    2000    INS
                                                  GE
                                                  SA
                                                  MT
   10              11       13    15      18      67
8.      VORGESEHENE BETRUGSBEKAMPFUNGSMASSNAHMEN                                   (UND
        ERZIELTE ERGEBNISSE)
        Die Zahlungen erfolgen ausschließlich auf Vorlage entsprechender Kassen- und
        Buchungsbelege.
        Für jedes Vorhaben sind als Nachweis die Tätigkeitsberichte bei der
        abschließenden Zahlung vorzulegen.
        Darüber hinaus führen die Kontrollorgane (Rechnungshof, Finanzkontrolle und die
        jeweiligen Anweisungsbefugten) regelmäßig Kontrollen bei den Projektträgern und
        den Begünstigten durch.
9.      ELEMENTE DER KOSTEN/NUTZEN-ANALYSE
9.1     Spezifische und quantifizierbare Ziele: Zielgruppen
9.1.1    Spezifische Ziele
        Die wichtigsten Einzelziele des Programms RAPHAEL sind:
                 Förderung der Nutzbarmachung des Kulturerbes in Europa und
                 Verbesserung seiner Wirkung nach außen durch Beteiligung an der
                 Instandsetzung und Herausstellung einer bedeutenden Anzahl von
                 Denkmälern und Stätten (s. 7.1.1)
                 Schaffung von Synergieeffekten zwischen den Fachkräften, um das
                 theoretische Wissen, das praktische Know-how und die bei der Erhaltung
                 und Restaurierung des Kulturerbes zur Anwendung kommenden
                 Verfahrensweisen auf europäischer Ebene zu bündeln. Ziel ist es, während
                 der fünfjährigen Laufzeit des Programms 300 bis 350 europäische
                                             13
 ---pagebreak---               Workshops "Kulturerbe", in denen Themen im Zusammenhang mit der
              Erhaltung des beweglichen und/oder unbeweglichen Kulturguts bearbeitet
              werden, zu unterstützen.
              Erleichterung des Zugangs der Bürger zum Kulturerbe dank des
              gemeinsamen Erwerbs und des gemeinsamen Managements bedeutender
              Kunstwerke. Ziel ist es, der breiten Öffentlichkeit in den Mitgliedstaaten
              Kunstwerke zu präsentieren, die nur dank des Programms
              zusammengeführt werden konnten und somit für die Öffentlichkeit nutzbar
              und zugänglich sind.
             Förderung der Sammlung, Verbreitung und Präsentation von Informationen
             betreffend       das Kulturerbe,        unter Einsatz         der    neuen
              Kommunikationstechniken, insbesondere Multimedia. Ziel ist es,
             vergleichende Studien zu den in den einzelnen Mitgliedstaaten
              angewandten Systemen durchzuführen und die Ergebnisse den Fachkreisen
             zur Verfügung zu stellen. Während der fünfjährigen Laufzeit des
             Programms sollen rund 30 Studien erarbeitet werden.
             Förderung der Vernetzung der im Bereich des kulturellen Erbes tätigen
              Organisationen und Fachleute. Ziel ist es, während der fünfjährigen
              Laufzeit des Programms mindestens 25 grenzübergreifende Projekte, bei
              denen Multimedia- oder andere Kommunikationsmittel eingesetzt werden,
              zu .unterstützen.
9.1.2 Zielgruppe
      Das Programm ist in erster Linie an die Fachkreise gerichtet, die mit dem Schutz
      des Kulturerbes befaßt sind, wozu ebenfalls die einschlägig tätigen Organisationen
      und Netzwerke (Museen usw.) gehören.
      Daneben sollen auch Forschungszentren, die sich mit der Erhaltung des
      Kulturerbes befassen, sowie einschlägige Aus- und Fortbildungseinrichtungen mit
      dem Programm angesprochen werden.
      Schließlich bietet das Programm den Bürgern Europas, d.h. der breiten
      Öffentlichkeit, ein besseres Verständnis für die Vielfalt und Qualität des
      Kulturerbes in Europa und stärkt somit ihr Bewußtsein für den Reichtum des
      gemeinsamen Kulturerbes.
9.2   Begründung der Maßnahme
      Ziel des Programms RAPHAEL ist die Durchführung der vorstehend
      beschriebenen Einzelmaßnahmen zur Erhaltung des beweglichen und des
      unbeweglichen Kulturerbes, die um fünf Schwerpunkte angesiedelt sind.
      Die im Rahmen des Programms entwickelten Vorhaben müssen europäisch
      ausgerichtet sein und einen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu den
      innerstaatlichen Maßnahmen aufweisen.
                                           14
                                                                                         44
 ---pagebreak---       Die europaweite Vernetzung der Museen beispielsweise gehört zu den
      Maßnahmen, hei denen ein zusätzlicher Nutzen auf Gemeinschaftsebene
      unbestreitbar ist.
      Die Vorhaben müssen aufgrund ihres exemplarischen, innovativen oder
      informativen Charakters auf Gemeinschaftsebene von Interesse sein und zur
      Darstellung des Kulturerbes beitragen.
      Bei der Entscheidung über eine mögliche Finanzierung der Vorhaben wird
      besonderer Wert darauf gelegt, daß die Vorhaben kulturell eine
      Multiplikatorwirkuhg haben.
      Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip werden nur Vorhaben akzeptiert, bei denen das
      Vorhaben durch die Gemeinschaftsförderung eine unverzichtbare zusätzliche
      Dimension erhält und an denen Akteure in mehreren Mitgliedstaaten beteiligt sind.
      Bei der Auswahl der Vorhaben werden die Sachverständigen prüfen, ob die
      Möglichkeit einer Förderung auf nationaler oder regionaler Ebene besteht. Ist diese
      Möglichkeit gegeben, sind strikte Kontrollen vorgesehen, um Überschneidungen
      der mit nationalen/regionalen Mitteln und der mit Gemeinschaftsmitteln
      geförderten Aktivitäten zu verhindern.
      Ausschlaggebend für die Förderung eines Vorhabens durch das Programm sind
      letztendlich folgende Kriterien: das Vorhaben muß auf Gemeinschaftsebene einen
      zusätzlichen Nutzen aufweisen; es muß innovativ, exemplarisch und informativ
      sein, Multiplikatorwirkung haben und europäisch ausgerichtet sein.
93    Begleitung und Bewertung der Maßnahme
9.3.1  Wirksamkeitskontrolle
      In der ersten. Phase soll die Wirksamkeit anhand folgender Indikatoren überprüft
      werden:                                     '
      - Anzahl der gemeinsam erworbenen Werke (Output)
       - Anzahl der im Rahmen des Programms unterstützten oder eingerichteten
      Netzwerke (Output)
       - Anzahl der neu entwickelten grenzübergreifenden Vorhaben, bei denen neue
       Technologien zum Einsatz kommen (Output)
       - Anzahl der Besucher bei den im Rahmen des Programms durchgeführten
       Wanderausstellungen (Output)
       - Anzahl der unterstützten Veranstaltungen, die darauf abzielen, den Bürgern das
       Kulturerbe nahezubringen (Output)
       - Anzahl der Pilotprojekte, die der Öffentlichkeit den Zugang zum Kulturerbe
       ermöglichen sollen (Output)
                                           15
 ---pagebreak---         - Anzahl der unterstützten Austauschmaßnahmen (Output)
In der zweiten Phase sollen Indikatoren zur Impactmessung entwickelt und angewandt
werden. In einer in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt zu erstellenden Studie soll
die "Eignung" der Indikatoren zur Impactmessung geprüft werden. Als Indikatoren kämen
u. a. in Frage:
- Analyse der Medienwirksamkeit des Programms: Es soll festgestellt werden, welches
Echo das Programm als exemplarische Aktion in den europäischen Printmedien
(Tageszeitungen, Publikumszeitschriften und Fachpresse) findet, und insbesondere, wie
die Medien auf die Unterstützung reagieren, die die Gemeinschaft für
Restaurierungsarbeiten an Stätten, die europaweit oder weltweit Von besonderem Wert
sind, bereitstellt (qualitativer Impactindikator)
- europaweite Verbreitung der durch das Programm geförderten Standards, der Verfahren
der passiven Konservierung und der Dokumentationssysteme (Output- und
Impactindikatoren)
- innereuropäischer Austausch der gemeinsam erworbenen Werke (Impactindikator)
- Anteil der durch das Programm geförderten Netzwerke an sämtlichen europäischen
Netzwerken (Impact)
- Anteil der durch das Programm geförderten grenzübergreifenden Vorhaben an der
Gesamtzahl derartiger Vorhaben, die in Europa bisher entwickelt worden sind (Impact)
- Anteil der finanzierten Veranstaltungen an der Gesamtzahl der europäisch ausgerichteten
Veranstaltungen (Impact)
- Anteil der durch das Programm geförderten Pilotprojekte an der Gesamtzahl der
europäischen Pilotprojekte (Impact)
- Anteil der durch das Programm geförderten Austauschmaßnahmen an der Gesamtzahl
der innereuropäischen Austauschmaßnahmen (Impact)
9.3.2   Bewertungsmodalitäten und -Zeiträume
9.3.2.1 Bewertungsmodalitäten
Das Programm RAPHAEL beginnt 1996 und schließt unmittelbar an das Pilotprojekt
Kulturerbe an, das Ende 1995 ausläuft. Zur Zeit werden die Ergebnisse des Pilotprojekts
von externen Sachverständigen geprüft. Die Kosten-Nutzen-Analyse, die Ende Mai 1995
abgeschlossen sein dürfte, wird wertvolle Hinweise auf besonders geeignete Interventions-
und Auswahlmechanismen sowie für das Management- und Bewertungssystem liefern.
Die Bereiche, in denen Aktionen im Rahmen von RAPHAEL geplant sind, wurden nach
Konsultation der Fachkreise und nach eingehenden Diskussionen und Überlegungen mit
                                              16
                                                                                          U
 ---pagebreak--- den Sachverständigen auf dem Gebiet des Kulturerbes festgelegt. Diese Vorarbeiten
fanden in den Jahren 1993/94 statt.
In dem Bestreben, transparente Bedingungen für die Vergabe von Fördermitteln zu
schaffen, sollen jedes Jahr Aufforderungen zurVorschlagsbekundung veröffentlicht
werden, die sich an die Fachkreise und Projektträger richten.
Welche Projekte und Dossiers unterstützt werden, entscheiden                         die
Konimissionsdienststellen im Zusammenwirken mit einer Gruppe unabhängiger
Sachverständiger, die zunächst eine vergleichende Analyse der Projekte durcrifuhren und
jedes Projekt auf seine Vorzüge und seinen Wert für die Gemeinschaft hin prüfen werden.
Das Programm RAPHAEL wird von einem beratenden Ausschuß begleitet, dessen
Mitglieder von den Mitgliedstaaten benannt wurden. Der Ausschuß gibt Stellungnahmen
zu den Themen und Inhalten der Aktionen ab, welche die Kommission zu finanzieren
gedenkt.
Jedes Jahr hat der Ausschuß einen Bewertungsbericht zu erstellen, der gleichzeitig dem
Europäischen Parlament und dem Ausschuß der Regionen vorgelegt wird. Grundlage des
Berichts sind die Arbeiten der Sachverständigengruppen, die Entscheidungen und
Kontrollen der Kommissionsdienststellen sowie eine Zusammenfassung der bei Abschluß
der Aktionen vorgelegten Tätigkeitsberichte.
Nach Ablauf der Hälfte des Programms wird die Kommission dem Parlament, dem Rat
und dem Ausschuß der Regionen einen umfassenden Bericht vorlegen, der von
unabhängigen Prüfern erstellt wird und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge enthält.
Nach Ablauf des Programms,, d.h. vor dem 30. September des Jahres 2001, wird die
Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Ausschuß der Regionen
einen Abschlußbericht vorlegen, in dem die Durchführung und die Ergebnisse des
Programms bewertet werden. .
9.3.2.2 Bewertungszeiträume
 Die regelmäßige Bewertung wird einmal jährlich vorgenommen. Darüber hinaus werden
nach halber Laufzeit sowie zum Programmende Bewertungsberichte von externen
 Sachverständigen erstellt, in denen umfassend auf die Programm-Mechanismen und die
 Wirkung des Programms eingegangen wird.
 9.3.3   Nutzung der Ergebnisse
 Die Ergebnisse des Programms, die, wie in Punkt 9.3.2 beschrieben, alljährlich und
 zusätzlich zu bestimmten Zeitpunkten bewertet werden, dienen den
 Konimissionsdienststellen als Ausgangsbasis für etwaige Änderungen im Hinblick auf
 Prioritäten, Interventionsmechanismen, technische Einzelheiten oder das Programm-
 Management.
                                            17
                                                                                         VT
 ---pagebreak--- Der Rat, das Parlament und der Ausschuß der Regionen werden alljährlich über die
Ergebnisse und die Bewertungen des Programms unterrrichtet; sie werden gebeten, in
diesem Zusammenhang Vorschläge für etwaige Verbesserungen zu formulieren.
                                       18
                                                                                   4«
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0256-2383
                                                         KOM(95)110endg.
                                           DOKUMENTE
DE                                                                             16
                                     Katalognummer : CB-CO-95-129-DE-C
                                                             ISBN 92-77-87237-3
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften                i
L-2985 Luxemburg