CELEX: 32018D0111(01)
Language: de
Date: 2018-01-10 00:00:00
Title: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 10. Januar 2018 über die Veröffentlichung des Einzigen Dokuments gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Fundstelle der Produktspezifikation eines Namens des Weinsektors im Amtsblatt der Europäischen Union (Cairanne (g.U.))

11.1.2018   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 8/5
            
         DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION
   vom 10. Januar 2018
   über die Veröffentlichung des Einzigen Dokuments gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Fundstelle der Produktspezifikation eines Namens des Weinsektors im Amtsblatt der Europäischen Union
   
   (Cairanne (g.U.))
   (2018/C 8/03)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 des Rates (1), insbesondere auf Artikel 97 Absatz 3,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   
               (1)
            
            
               Frankreich hat gemäß Teil II Titel II Kapitel 1 Abschnitt 2 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 einen Antrag auf den Schutz des Namens „Cairanne“ gestellt.
            
         
               (2)
            
            
               Die Kommission hat den Antrag gemäß Artikel 97 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 geprüft und festgestellt, dass die Bedingungen gemäß den Artikeln 93 bis 96, dem Artikel 97 Absatz 1 sowie den Artikeln 100, 101 und 102 dieser Verordnung erfüllt sind.
            
         
               (3)
            
            
               Damit gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 Einspruch eingelegt werden kann, sollten das Einzige Dokument gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der genannten Verordnung und die Fundstelle der im Rahmen der nationalen Prüfung des Antrags auf Schutz des Namens „Cairanne“ erfolgten Veröffentlichung der Produktspezifikation im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden —
            
         BESCHLIESST:
   Einziger Artikel
   Das Einzige Dokument gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 und die Fundstelle der Produktspezifikation für den Namen „Cairanne“ (g.U.) sind im Anhang dieses Beschlusses wiedergegeben.
   Gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 kann innerhalb von zwei Monaten ab der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union gegen den in Unterabsatz 1 des vorliegenden Artikels vorgesehenen Schutz des Namens Einspruch eingelegt werden.
   
      Brüssel, den 10. Januar 2018
      
         
            Für die Kommission
         
         Phil HOGAN
         
            Mitglied der Kommission
         
      
   
   
      (1)  ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 671.
   
      ANHANG
      EINZIGES DOKUMENT
      
         „CAIRANNE“
      
      
         PDO-FR-02175
      
      Datum der Antragstellung: 13.7.2016
      1.   Einzutragende(r) Name(n)
      
      „Cairanne“
      2.   Art der geographischen Angabe
      
      g.U. — geschützte Ursprungsbezeichnung
      3.   Kategorien von Weinbauerzeugnissen
      
      
               
                  1.
               
               
                  Wein
               
            4.   Beschreibung des Weins/der Weine
      
      
         Rotweine
      
      Die Rebsorte Grenache noir, die mit den Sorten Syrah und Mourvèdre verschnitten wird, macht den Hauptbestandteil der großzügigen und sehr farbintensiven Rotweine aus. Sie zeichnen sich durch Aromen von roten Früchten und florale Noten aus. Im Mund herrschen die sanften und milden Tannine vor, die dem Wein einen eleganten und komplexen Abgang verleihen.
      Die Weine weisen einen natürlichen Mindestalkoholgehalt von 12,5 % auf.
      Bei der Abfüllung beträgt:
      
                  —
               
               
                  der Gehalt an Apfelsäure ≤ 0,4 g/l;
               
            
                  —
               
               
                  der Gehalt an gärfähigen Zuckern ≤ 3 g/l bei einem natürlichen Alkoholgehalt ≤ 14 %;
               
            
                  —
               
               
                  der Gehalt an gärfähigen Zuckern ≤ 4 g/l bei einem natürlichen Alkoholgehalt > 14 %;
               
            
                  —
               
               
                  die Farbintensität (OD 420 nm + OD 520 nm + OD 620 nm) ≥ 5;
               
            
                  —
               
               
                  Polyphenolindex (OD 280 nm) ≥ 45.
               
            Die anderen Kriterien entsprechen den EU-Vorschriften.
      
         Allgemeine Analysemerkmale
      
      
                  Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol)
               
               
                  14
               
            
                  Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter)
               
               
                  16,33 
               
            
                  Höchstgehalt an Schwefeldioxid (mg/l)
               
               
                  100
               
            
         Weißweine
      
      Die Weißweine werden hauptsächlich aus den Rebsorten Clairette, Grenache Blanc und Roussanne hergestellt. Sie verfügen über ein blumiges Bukett und im Mund zeigen sie fruchtige und mineralische Noten.
      Die Weine weisen einen natürlichen Mindestalkoholgehalt von 12 % auf.
      Die anderen Kriterien entsprechen den EU-Vorschriften.
      
         Allgemeine Analysemerkmale
      
      
                  Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol)
               
               
                  13,5 
               
            
                  Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter)
               
               
                  16,33 
               
            
                  Höchstgehalt an Schwefeldioxid (mg/l)
               
               
                  150
               
            5.   Weinbereitungsverfahen
      
      a)   
            Wesentliche önologische Verfahren
         
      
      
         Weinerziehung
      
      Anbaupraktiken
      —   Bestandsdichte
      Der Abstand zwischen den Rebzeilen darf maximal 2,4 m betragen.
      Jeder Rebstock verfügt über eine Fläche von höchstens 2,5 m2. Diese Fläche erhält man durch Multiplikation der Abstände zwischen den Rebzeilen mit dem Abstand zwischen den Rebstöcken ein und derselben Rebzeile.
      Der Abstand zwischen den Rebstöcken in einer Rebzeile beträgt zwischen 0,8 m und 1,25 m.
      —   Schnittregeln
      Reben werden kurz geschnitten (Gobelet- oder Cordon-Royat-Schnitt), mit höchstens sechs Zapfen pro Rebstock; jeder Zapfen trägt höchstens zwei Augen.
      
                  —
               
               
                  Das Bedecken mit Plastikfolie ist verboten.
               
            
                  —
               
               
                  Das chemische Ausgeizen des Stammes sowie die chemische Unkrautbekämpfung innerhalb der Parzellen sind verboten.
               
            
                  —
               
               
                  Die Verwendung von Vorauflaufherbiziden zwischen den Reihen und an den Vorgewenden ist verboten.
               
            
                  —
               
               
                  Der Einsatz von Industrieschlämmen sowie frischem Kot ist verboten.
               
            
                  —
               
               
                  Wesentliche Änderungen der Morphologie des Reliefs und der natürlichen Bodensequenz der Parzellen, die für die Weinproduktion mit geschützter Ursprungsbezeichnung genutzt werden, sind verboten.
               
            
                  —
               
               
                  Die Bewässerung kann zugelassen werden.
               
            
         Önologische Verfahren
      
      Spezifisches önologisches Verfahren
      
                  —
               
               
                  Die Trauben werden von Hand gelesen. Die Winzer führen die obligatorische Sortierung des Leseguts durch, um veränderte oder noch nicht ausgereifte Beeren zu entfernen. Die Beeren zeichnen sich durch einen Mindestzuckergehalt von 207 g/l Most bei roten Rebsorten (außer bei der Rebsorte Grenache Noir mit 216 g/l) und von 196 g/l Most bei weißen Rebsorten aus.
               
            
                  —
               
               
                  Die Rotweine weisen einen natürlichen Mindestalkoholgehalt von 12,5 % auf.
               
            
                  —
               
               
                  Die Weißweine weisen einen natürlichen Mindestalkoholgehalt von 12 % auf.
               
            
                  —
               
               
                  Die Verwendung von kontinuierlichen Pressen ist untersagt.
               
            
                  —
               
               
                  Bei der thermischen Behandlung des Leseguts ist eine Temperatur von mehr als 40 °C untersagt.
               
            
                  —
               
               
                  Die Verwendung von Holzstücken ist untersagt.
               
            b)   
            Höchsterträge
         
      
      
         Rotweine
      
      40 Hektoliter je Hektar
      
         Weißweine
      
      42 Hektoliter je Hektar
      6.   Abgegrenztes Gebiet
      
      Die Traubenlese, Weinherstellung, Weinbereitung und der Weinausbau finden auf dem Gebiet der Gemeinde Cairanne im Departement Vaucluse statt. Die Fläche des abgegrenzten Gebiets beträgt 2 042 ha.
      7.   Wichtiste Keltertrauben
      
      
                   
               
               
                  Grenache N
               
            
                   
               
               
                  Grenache blanc B
               
            
                   
               
               
                  Clairette B
               
            
                   
               
               
                  Mourvèdre N
               
            
                   
               
               
                  Syrah N
               
            
                   
               
               
                  Roussanne B
               
            8.   Beschreibung des Zusammenhangs bzw. der Zusammenhänge
      
      Das geografische Gebiet im Süden einer Hügelkette, die zwischen den Tälern Vallée de l’Aygues (im Westen) und Vallée de l’Ouvèze (im Osten) verläuft, erstreckt sich ausschließlich auf die Gemeinde Cairanne im Departement Vaucluse im Südosten Frankreichs.
      Das Erzeugungsgebiet hat seinen höchsten Punkt auf 335 m Höhe und wird daraufhin immer flacher, bis es sich über eine ausgedehnte Ebene erstreckt. Dadurch genießt das Gebiet eine optimale allgemeine Exposition. Durch das Relief sind die Rebstöcke teilweise vor dem Mistral geschützt, einem starken Wind aus nord-nordwestlicher Richtung, der etwa 165 Tage im Jahr weht. Es herrscht ein Mittelmeerklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 14 °C bis 14,5 °C und einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von 720 Millimeter, die sich hauptsächlich auf den Frühling und den Herbst verteilt. Diese klimatischen Bedingungen begünstigen die dort gepflanzten Rebsorten.
      Entsprechend der Bodenbeschaffenheit — auch im Zusammenhang mit der Topographie — wurde eine Auswahl getroffen. Das hat dafür gesorgt, dass nur die Grundstücke, Parzellen oder Teile von Parzellen genutzt werden, die für die Reife der Trauben und die Ausprägung des Cairanne von Vorteil sind. In diesen Lagen müssen die Pflanzen optimal versorgt und ihr Erzeugungspotenzial optimal genutzt werden. Daher müssen die Weine mit der Ursprungsbezeichnung „Cairanne“ über einen niedrigeren Ertrag pro Hektar und einen höheren natürlichen Mindestalkoholgehalt als die Weine mit der Ursprungsbezeichnung „Côtes du Rhône Villages“ verfügen. Der Anteil der Rebsorte Grenache im Sortenbestand ist höher (mindestens 50 % gegenüber mindestens 40 % bei der geschützten Ursprungsbezeichnung „Côtes du Rhône Villages“). Die Weinlese von Hand und die Sortierung sind ebenfalls Alleinstellungsmerkmale der geschützten Ursprungsbezeichnung „Cairanne“, um das organoleptische Potenzial der Trauben bestmöglich zu wahren. So wurde der Erhalt von Weinen mit den erforderlichen Mindestanalysemerkmalen und organoleptischen Eigenschaften wie die nachstehend beschriebene Milde und Großzügigkeit gefördert.
      Die Gemeinde Cairanne befindet sich in dem geografischen Gebiet der geschützten Ursprungsbezeichnung „Côtes du Rhône“, die durch den Erlass vom 19. November 1937 anerkannt wurde.
      Die Einzigartigkeit der in der Gemeinde Cairanne hergestellten Weine wird bereits seit 1953 mit der ergänzenden geografischen Bezeichnung im Rahmen der geschützten Ursprungsbezeichnung „Côtes du Rhône“ anerkannt, worauf 1999 die ergänzende geografische Bezeichnung im Rahmen der geschützten Ursprungsbezeichnung „Côtes du Rhône Villages“ folgte. Die in Cairanne hergestellten Weine sind nicht schäumende trockene Rot- und Weißweine.
      Die Rotweine werden hauptsächlich aus der Rebsorte Grenache Noir hergestellt, die mit den Sorten Syrah und Mourvèdre, also gut an die Sonnenscheindauer und die Trockenheit angepassten Sorten, verschnitten wird. Diese Weine sind großzügig und verfügen über eine hohe Farbintensität. Sie zeichnen sich durch Aromen von roten Früchten und florale Noten aus. Im Mund herrschen die sanften und milden Tannine vor, die dem Wein einen eleganten und komplexen Abgang verleihen.
      Die Weißweine werden hauptsächlich aus den Rebsorten Clairette, Grenache Blanc und Roussanne hergestellt. Sie bieten ein blumiges Bukett und präsentieren sich im Gaumen fruchtig und mit einem mineralischen Charakter, der durch die vorherrschenden Kalkböden verstärkt wird.
      Das Weinbaugebiet von Cairanne erstreckte sich im Jahr 2013 über eine Fläche von mehr als 1 000 ha und 80 % des Weines wird in Flaschen verkauft.
      Das Mittelmeerklima, das durch eine starke Sonneneinstrahlung gekennzeichnet ist, und die hauptsächlich südliche Exposition der Parzellen sorgen für die optimale Reifung der Trauben und die Entwicklung des Zuckergehalts und verstärken die aromatische Komplexität und Abrundung der Weine.
      Zudem fördert das durch den Mistral verstärkte trockene Klima den guten Gesundheitszustand des Leseguts und die Ansammlung von Polyphenolen in den Trauben. Die obligatorische Sortierung des Leseguts, wodurch nur die besten Trauben behalten werden, sorgt in dieser Lage für den reichen Zuckergehalt im Most und schützt das aromatische Potenzial der Beeren.
      Die Verschmelzung einer gemeinsamen Geschichte, des Know-hows und eines gemeinsamen Ziels in einem einzigartigen Gebiet zwischen Aygues und Ouvèze hat die Identität dieser Weine geprägt. Die Bande, die zwischen den einzelnen Elementen entstanden sind, erzählen eine Geschichte: die eines Weindorfes und seiner Winzer im Laufe der Jahrhunderte. Die Winzer von Cairanne heben geradezu hervor: „Cairanne ist das Dorf und Cairanne ist der Wein — die beiden gehören seit Menschengedenken, gar seit urewigen Zeiten untrennbar zusammen.“
      9.   Weitere wesentliche Bedingungen
      
      
         
            Gebiet in unmittelbarer Nähe
         
      
      
         Rechtsrahmen
      
      Nationale Rechtsvorschriften
      
         Art der sonstigen Bedingung:
      
      Abweichung in Bezug auf die Herstellung in dem abgegrenzten geografischen Gebiet
      
         Beschreibung der Bedingung:
      
      Das in Abweichung für die Weinherstellung, die Weinbereitung und den Weinausbau definierte Gebiet in unmittelbarer Nähe besteht aus dem Gebiet der folgenden Gemeinden:
      
                  —
               
               
                  Departement Drôme: Mirabel-aux-Baronnies, Rochegude, Tulette.
               
            
                  —
               
               
                  Departement Vaucluse: Buisson, Camaret-sur-Aigues, Châteauneuf-du-Pape, Courthézon, Jonquières, Gigondas, Lagarde-Paréol, Mornas, Orange, Rasteau, Roaix, Sablet, Sainte-Cécile-les-Vignes, Saint-Roman-de-Malegarde, Séguret, Sérignan-du-Comtat, Travaillan, Uchaux, Vacqueyras, Vaison-la-Romaine, Villedieu, Violès, Visan.
               
            
         
            Größere geografische Einheit
         
      
      
         Rechtsrahmen
      
      Nationale Rechtsvorschriften
      
         Art der sonstigen Bedingung
      
      Zusätzliche Bestimmungen für die Etikettierung
      
         Beschreibung der Bedingung
      
      Bei der Etikettierung von Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung kann die größere geografische Einheit „Cru des Côtes du Rhône“ angegeben werden.
      
         
            Kleinere geografische Einheiten
         
      
      
         Rechtsrahmen
      
      Nationale Rechtsvorschriften
      
         Art der sonstigen Bedingung
      
      Zusätzliche Bestimmungen für die Etikettierung
      
         Beschreibung der Bedingung
      
      Bei der Etikettierung von Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung kann der Name einer kleineren geografischen Einheit angegeben werden, sofern:
      
                  —
               
               
                  es sich um einen in den Kataster aufgenommenen Ort handelt;
               
            
                  —
               
               
                  dieser in der Erntemeldung angegeben ist.
               
            
         Hinweis auf die Veröffentlichung der Spezifikation
      
      https://info.agriculture.gouv.fr/gedei/site/bo-agri/document_administratif-25a5999e-1720-472a-bb4b-65e29f4f2adc