CELEX: C2001/317/03
Language: de
Date: 2001-11-10 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes vom 20. September 2001 in der Rechtssache C-184/99 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunal du travail Nivelles): Rudy Grzelczyk gegen Centre public d'aide sociale d'Ottignies-Louvain-la-Neuve (Artikel 6, 8 und 8a EG-Vertrag [nach Änderung jetzt Artikel 12 EG, 17 EG und 18 EG] — Richtlinie 93/96/EWG des Rates — Aufenthaltsrecht der Studenten — Nationale Gesetzgebung, die nur Inländern, den nach der Verordnung [EWG] Nr. 1612/68 Berechtigten, Staatenlosen und Flüchtlingen die Gewährung des Existenzminimums ["Minimex"] garantiert — Ausländischer Student, der während der ersten Studienjahre für seinen Unterhalt selbst aufgekommen ist)

C 317/2                 DE                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       10.11.2001
GmbH & Co. KG gegen Zentrale zur Bekämpfung unlauteren                  in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Rudy Grzelczyk
Wettbewerbs eV vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung                gegen Centre public d’aide sociale d’Ottignies-Louvain-la-
über die Auslegung von Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe d letzter           Neuve vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die
Satz der Richtlinie 76/768/EWG des Rates vom 27. Juli 1976              Auslegung der Artikel 6, 8 und 8a EG-Vertrag (nach Änderung
zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten              jetzt Artikel 12 EG, 17 EG und 18 EG) sowie der Richtlinie
über kosmetische Mittel (ABl. L 262, S. 169) in der Fassung             93/96/EWG des Rates vom 29. Oktober 1993 über das
der Richtlinie 93/35/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 (ABl.              Aufenthaltsrecht der Studenten (ABl. L 317, S. 59) hat der
L 151, S. 32) in Verbindung mit den Artikeln 30 und 36 EG-              Gerichtshof unter Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodrı́guez
Vertrag (nach Änderung jetzt Artikel 28 EG und 30 EG)                  Iglesias, der Kammerpräsidenten C. Gulmann, M. Wathelet und
hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer), unter Mitwirkung des               V. Skouris sowie der Richter D. A. O. Edward (Berichterstatter),
Kammerpräsidenten A. La Pergola sowie der Richter M. Wathe-             P. Jann, L. Sevón, R. Schintgen und der Richterin F. Macken
let, D. A. O. Edward (Berichterstatter), P. Jann und L. Sevón —        — Generalanwalt: S. Alber; Kanzler: D. Louterman-Hubeau,
Generalanwalt: J. Mischo; Kanzler: H. A. Rühl, Hauptverwal-             Abteilungsleiterin — am 20. September 2001 ein Urteil mit
tungsrat — am 13. September 2001 ein Urteil mit folgendem               folgendem Tenor erlassen:
Tenor erlassen:
Die vollständige Angabe der obligatorischen Warnhinweise auf dem        Mit den Artikeln 6 und 8 EG-Vertrag (nach Änderung jetzt
Behältnis und der Verpackung eines kosmetischen Mittels in der oder     Artikel 12 EG und 17 EG) ist es nicht vereinbar, dass die Gewährung
den im Vertriebsmitgliedstaat vorgeschriebenen Sprache(n) ist nicht     einer beitragsunabhängigen Sozialleistung wie des Existenzmini-
im Sinne von Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe d letzter Satz                mums nach Artikel 1 des belgischen Gesetzes vom 7. August 1974
der Richtlinie 76/768/EWG des Rates vom 27. Juli 1976 zur               bei Angehörigen anderer Mitgliedstaaten als des Aufnahmemitglied-
Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über kosmeti-    staats, in dem sie sich rechtmäßig aufhalten, von der Voraussetzung
sche Mittel in der Fassung der Richtlinie 93/35/EWG des Rates vom       abhängt, dass sie in den Anwendungsbereich der Verordnung
14. Juni 1993 aus praktischen Gründen nicht möglich, wenn wegen         (EWG) Nr. 1612/68 des Rates vom 15. Oktober 1968 über die
der Entscheidung des Hersteller- oder Vertriebsunternehmens, das        Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Gemeinschaft fallen,
Mittel aus wirtschaftlichen Gründen und zur Erleichterung der           während für die Angehörigen des Aufnahmemitgliedstaats eine
Verkehrsfähigkeit innerhalb der Gemeinschaft in neun Sprachen zu        derartige Voraussetzung nicht gilt.
etikettieren, von denen acht Amtssprachen der Gemeinschaft sind,
eine Verkürzung der Warnhinweise auf dem Behältnis und der
Verpackung notwendig wird.                                              (1) ABl. C 204 vom 17.7.1999.
(1) ABl. C 188 vom 3.7.1999.
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                               URTEIL DES GERICHTSHOFES
                    vom 20. September 2001                                                       (Sechste Kammer)
in der Rechtssache C-184/99 (Vorabentscheidungsersu-
chen des Tribunal du travail Nivelles): Rudy Grzelczyk                                      vom 27. September 2001
gegen Centre public d’aide sociale d’Ottignies-Louvain-la-
                              Neuve (1)
                                                                        in der Rechtssache C-253/99: Bacardi GmbH gegen Haupt-
(Artikel 6, 8 und 8a EG-Vertrag [nach Änderung jetzt                                        zollamt Bremerhaven (1)
Artikel 12 EG, 17 EG und 18 EG] — Richtlinie 93/96/EWG
des Rates — Aufenthaltsrecht der Studenten — Nationale                  (Zollkodex der Gemeinschaften und Durchführungsverord-
Gesetzgebung, die nur Inländern, den nach der Verordnung                nung — Erstattung von Einfuhrabgaben — Zolltarifliche
[EWG] Nr. 1612/68 Berechtigten, Staatenlosen und                        Abgabenbegünstigung — Nachträgliche Vorlage eines
Flüchtlingen die Gewährung des Existenzminimums [„Mini-                 Echtheitszeugnisses — Änderung der in der Zollanmeldung
mex“] garantiert — Ausländischer Student, der während der               angegebenen zolltariflichen Einreihung — Begriff des beson-
ersten Studienjahre für seinen Unterhalt selbst aufgekom-                                           deren Falles)
                              men ist)
                         (2001/C 317/03)                                                          (2001/C 317/04)
                   (Verfahrenssprache: Französisch)                                          (Verfahrenssprache: Deutsch)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)              Im der Rechtssache C-253/99 betreffend ein dem Gerichtshof
                                                                        nach Artikel 234 EG vom Finanzgericht Bremen (Deutschland)
In der Rechtssache C-184/99 betreffend ein dem Gerichtshof              in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Bacardi GmbH
nach Artikel 234 EG vom Tribunal du travail Nivelles (Belgien)          gegen Hauptzollamt Bremerhaven vorgelegtes Ersuchen um