CELEX: 31992D0521
Language: de
Date: 1992-10-27 00:00:00
Title: 92/521/EWG: Entscheidung der Kommission vom 27. Oktober 1992 in einem Verfahren nach Artikel 85 EWG-Vertrag (IV/33.384 und 33.378 - Vertrieb der Pauschalarrangements anläßlich der Fußballweltmeisterschaft 1990) (Nur der französische und italienische Text sind verbindlich)

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31992D0521

92/521/EWG: Entscheidung der Kommission vom 27. Oktober 1992 in einem Verfahren nach Artikel 85 EWG-Vertrag (IV/33.384 und 33.378 - Vertrieb der Pauschalarrangements anläßlich der Fußballweltmeisterschaft 1990) (Nur der französische und italienische Text sind verbindlich)  

Amtsblatt Nr. L 326 vom 12/11/1992 S. 0031 - 0042

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 27. Oktober 1992 in einem  Verfahren nach Artikel 85 EWG-Vertrag (IV/33.384 und 33.378 - Vertrieb der Pauschalarrangements  anläßlich der Fußballweltmeisterschaft 1990) (Nur der französische und der italienische Text sind  verbindlich) (92/521/EWG) DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN  -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, gestützt auf die Verordnung Nr. 17 des Rates vom 6. Februar 1962 - Erste Durchführungsverordnung zu  den Artikeln 85 und 86 des Vertrages  (1) -, zuletzt geändert durch die Akte über den Beitritt  Spaniens und Portugals, insbesondere auf Artikel 3, gestützt auf den am 28. November 1989 gemäß Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 von Pauwels Travel BVBA  vorgelegten Antrag, gestützt auf die Entscheidung der Kommission vom 22. Januar 1991, in dieser Sache ein Verfahren  einzuleiten, nachdem den beteiligten Unternehmen gemäß Artikel 19 Absatz 1 der Verordnung Nr. 17 und gemäß der  Verordnung Nr. 99/63/EWG der Kommission vom 25. Juli 1963 über die Anhörung nach Artikel 19 Absätze  1 und 2 der Verordnung Nr. 17 des Rates Gelegenheit gegeben wurde, sich zu den Beschwerdepunkten  der Kommission zu äussern  (2), nach Anhörung des Beratenden Ausschusses für Kartell- und Monopolfragen, in Erwägung nachstehender Gründe: I.  SACHVERHALT A.  Gegenstand der Entscheidung (1)  Am 28. November 1989 wurde die Kommission  mit einer Beschwerde des Reisebüros Pauwels Travel BVBA (nachstehend "Pauwels Travel") gegen -   FIFA - lokales Organisationskomitee Italien 90, -  90 Tour Italia SpA und -  NV CIT Belgique befasst. (2)  Die auf Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 gestützte Beschwerde betraf das System des Vertriebs  der Eintrittskarten, das anläßlich der in Italien ausgetragenen Fußballweltmeisterschaft 1990  geschaffen worden war. (3)  Aus Anlaß dieser Sportveranstaltung wollte Pauwels Travel Pauschalarrangements, die  insbesondere die Beförderung, die Unterkunft und die Eintrittskarten zu den verschiedenen Spielen  umfassen sollten, zusammenstellen und in Belgien verkaufen. Pauwels Travel musste jedoch  feststellen, daß es einem Reisebüro wegen des für diese Veranstaltung eingeführten Systems des  Eintrittskartenverkaufs nicht möglich war, Eintrittskarten für Pauschalarrangements zu erwerben. (4)  Die Bemühungen von Pauwels Travel, sich für solche Pauschalarrangements Eintrittskarten auf  parallelen Wegen zu beschaffen, hatten zur Folge, daß das von den Organisatoren der  Weltmeisterschaft für den Verkauf von Pauschalarrangements in Belgien zugelassene Reisebüro bei den  belgischen Gerichten Unterlassungsklage gegen Pauwels Travel erhob. (5)  Die vorliegende Entscheidung betrifft nicht das gesamte System des Vertriebs der  Eintrittskarten, sondern nur die Verträge, mit denen die Organisatoren der Weltmeisterschaft der  Gesellschaft 90 Tour Italia die weltweite Ausschließlichkeit für die Lieferung der Eintrittskarten  für Pauschalarrangements übertragen hatten. (6)  Der Markt, auf dem es die Auswirkungen der fraglichen Verträge zu beurteilen gilt, ist  folglich der Markt für Pauschalarrangements zum Besuch der Fußballweltmeisterschaft in Italien. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs, insbesondere im Urteil in der Rechtssache 23/67 "Société  Brasserie de Hächt" vom 12. Dezember 1967  (1), müssen jedoch das gesamte System des Vertriebs der  Eintrittskarten geprüft und die Verträge im Gesamtkontext ihrer Anwendung beurteilt werden. B.  Die allgemeine Organisation der Weltmeisterschaft (7)  Am 5. August 1983 hat die FIFA  (Fédération Internationale de Football Association - Fußball-Weltverband) ein Lastenheft für den  Organisator der Fußballweltmeisterschaft 1990 erstellt. In diesem vom FIFA-Generalsekretär unterzeichneten Lastenheft heisst es, daß die  Fußballweltmeisterschaft eine Wettkampfveranstaltung der FIFA sei und letztere einen nationalen  Mitgliedsverband als "Organisator (Ausführungsorgan) der Weltmeisterschaft" benenne. (8)  Nach Artikel 1 Absatz 1 des Lastenheftes "kann der bezeichnete nationale Mitgliedsverband  entweder selbst das Mandat wahrnehmen oder die FIFA ersuchen, ein lokales Organisationskomitee  (COL) zu benennen, dem Vertreter des betreffenden nationalen Verbandes und der FIFA angehören." (9)  Das Lastenheft bestimmt weiterhin, daß "der bezeichnete nationale Verband und dessen  Organisationskomitee der Kontrolle der FIFA-Kommission für die Veranstaltung der  Fußballweltmeisterschaft unterstellt werden. Die FIFA trifft letztinstanzlich die  Grundsatzentscheidungen zu allen Fragen." (10)  Am 19. Mai 1984 benannte die FIFA die Federazione Italiana Gioco Calcio (FIGC) als  Organisatorin der Fußballweltmeisterschaft 1990. (11)  Gemäß dem FIFA-Lastenheft für die Veranstaltung der Weltmeisterschaft beschlossen die FIFA  und die FIGC am 3. Dezember 1984 die Einsetzung eines lokalen Organisationskomitees (COL). (12)  Laut Gründungsakte des COL gehören diesem Komitee "maximal 15 Mitglieder, davon 5 Vertreter  der FIFA und 10 Vertreter Italiens" an; das Komitee hat seinen Sitz in Zuerich bei der FIFA und eine  Aussenstelle in Rom. (13)  Die Zahl der Mitglieder wurde dann auf 11 - zwei Vertreter der FIFA und 9 Vertreter der FIGC  - begrenzt. (14)  Die Einsetzung des COL wurde vom Exekutivkomitee der FIFA anläßlich einer Sitzung in Zuerich  am 28. April 1985 bestätigt. Am 11. Juni 1985 beschloß die FIFA das "Règlement pour l'organisation  et le fonctionnement du COL" für die Fußballweltmeisterschaft 1990. (15)  In Artikel 3 dieser Regelung wird die Aufgabe des COL wie folgt festgelegt: "Abwicklung aller  mittelbar oder unmittelbar mit der technischen und logistischen Organisation der  Fußballweltmeisterschaft 1990 in Italien verbundenen Tätigkeiten unter Beachtung der im  FIFA-Lastenheft und in der Regelung für die Fußballweltmeisterschaft 1990 vorgeschriebenen  operationellen Grenzen." (16)  Zu diesen Tätigkeiten des COL gehört es unter anderem, "der FIFA einen Plan für die  Verteilung und den Verkauf der Eintrittskarten vorzuschlagen und anschließend für die Ausführung  dieses Plans zu sorgen." (17)  Schließlich wurden die Beziehungen zwischen der FIFA und dem COL in einigen Punkten in einem  vom Verwaltungsdirektor des COL und vom FIFA-Generalsekretär unterzeichneten Dokument mit dem Titel  "Accord entre la FIFA et le Col Italia 90" präzisiert. Zum Verkauf der Eintrittskarten heisst es in diesem Dokument, daß "die Richtlinien betreffend den  Verkauf der Eintrittskarten wie auch deren Preise von der FIFA genehmigt werden müssen (von der  FIFA als essentiell erachtete Auflage)." C.  Die beteiligten Parteien (18)  Die FIFA ist eine Vereinigung nationaler Fußballverbände von  158 Ländern mit Sitz in Zuerich. Ihr Ziel ist die Förderung des Fußballs; in diesem Rahmen obliegt  es ihr, alle vier Jahre die Fußballweltmeisterschaft zu veranstalten. Die Einnahmen der FIFA stammen aus den Beiträgen der Mitgliedsverbände und einem Prozentsatz der  Erlöse aus internationalen Fußballspielen und Weltmeisterschaftsspielen. (19)  In der Federazione Italiana Gioco Calcio (FIGC) sind die verschiedenen Fußballverbände  Italiens zusammengeschlossen. Die FIGC hat ihren Sitz in Rom. Sie wird von einem Präsidenten und einem Generalsekretär geleitet. (20)  Die Compagnia Italiana Turismo SpA (CIT) ist ein Tochterunternehmen des Ente Ferrovie dello  Stato, der Staatlichen Eisenbahngesellschaft. Sie ist eine der führenden Reisebüro-Organisationen Italiens. CIT Italia ist in verschiedenen europäischen Ländern, so in Belgien, Frankreich und im Vereinigten  Königreich, mit Filialen vertreten. (21)  Italia Tour SpA (Italia Tour) ist eine Tochtergesellschaft der Alitalia-Linee Äree Italiane  SpA, die innerhalb und ausserhalb Italiens auch Reisebürotätigkeiten ausübt. (22)  90 Tour Italia SpA (90 Tour Italia) ist eine gemeinsam von CIT und Italia Tour speziell für  die Vermarktung von Pauschalarrangements anläßlich der Fußballweltmeisterschaft 1990 gegründete  Gesellschaft. Ihre Existenz ist eng mit der Veranstaltung dieser Weltmeisterschaft verknüpft. D.  Die Finanzierung der Weltmeisterschaft (23)  Die Ausgaben für die Schaffung der für die  Fußballweltmeisterschaft erforderlichen Infrastruktur gingen zu Lasten des veranstaltenden  Verbandes bzw. des Austragungslandes. Sie betrafen unter anderem den Umbau der Stadien, den Ausbau  der Zufahrtswege zu den Stadien und die Ausrüstung der Hotels. (24)  Dem veranstaltenden Verband standen folgende Einnahmen zu: a)  rund 15  % Beteiligung am Reingewinn der Veranstaltung; dieser Reingewinn errechnete sich wie  folgt: -  Einnahmen aus den Fernsehrechten + Eintrittskartenverkauf, -  minus Aufwand (Veranstaltungskosten); b)  die kommerzielle Verwertung des vom veranstaltenden Verband kreierten Emblems der  Fußballweltmeisterschaft 1990; c)  von den Spieleinnahmen konnte der veranstaltende Verband die Kosten für Landes-, Provinz- und  Gemeindesteuern sowie die Kosten der Stadionmieten abziehen; d)  ferner konnte ein im Einvernehmen mit der FIFA festzusetzender Prozentsatz der Einnahmen aus  dem Kartenverkauf zur Deckung der eigentlichen Organisationskosten abgezogen werden. (25)  Die Werbeverträge, die Verträge über die kommerzielle Nutzung der Embleme sowie die Verträge  mit den Fernsehgesellschaften wurden direkt von der FIFA geschlossen. (26)  Die gesamten Einnahmen aus der Weltmeisterschaft wurden auf 220 Millionen Schweizer Franken  bei folgender Aufschlüsselung geschätzt: -  75 Millionen SF aus dem Kartenverkauf, -  55 Millionen SF aus dem Verkauf der Werberechte, -  90 Millionen SF aus dem Verkauf der Fernsehrechte. E.  Das allgemeine System des Vertriebs der Eintrittskarten (27)  Die insgesamt rund 2  700  000  Eintrittskarten sollten nach folgendem allgemeinen Schlüssel vertrieben werden: -  12  % der Karten sollten in Italien von den nationalen Fußballverbänden vertrieben werden; -  4  % sollten in Italien von den offiziellen Sponsoren vertrieben werden; -  34  % sollten in Italien von der Banca Nazionale del Lavoro (BNL) vertrieben werden; -  15  % sollten ausserhalb Italiens von den nationalen Sportverbänden vertrieben werden; -  5  % sollten ausserhalb Italiens vom wichtigsten europäischen Fußballverband vertrieben werden; -  5  % sollten ausserhalb Italiens von der BNL oder deren Vertretern vertrieben werden; -  25  % sollten ausserhalb Italiens von 90 Tour Italia im Rahmen von Pauschalarrangements  vertrieben werden. F.  Modalitäten des Vertriebs der Eintrittskarten ausserhalb von Pauschalarrangements (28)  Für den  Vertrieb der Eintrittskarten durch die Fußballverbände galten bestimmte Einschränkungen, die  insbesondere in einem Rundschreiben der FIFA vom 23. Oktober 1989 an alle nationalen  FIFA-Mitgliedsverbände präzisiert wurden und deren wichtigsten wie folgt lauten: -  "der Kartenverkauf ist nur für die Mitgliedsverbände selbst gedacht; -  der Verkauf an Reisebüros oder andere Vermittler ist untersagt. Sollten Sie beabsichtigen, eine  Pauschalreise von einem von Ihrem Verband gewöhnlich eingeschalteten Reisebüro ausarbeiten zu  lassen, so wenden Sie sich bitte an 90 Tour Italia zwecks Koordinierung dieser Arrangements; -  der Verkauf erfolgt nur im jeweiligen Land." (29)  Auch für den Kartenverkauf seitens der Banca Nazionale del Lavoro (BNL) und deren Vertreter  galten gewisse Einschränkungen. So war es der BNL untersagt, Karten an Reisebüros zu verkaufen;  ebensowenig durften die Vertretungen der BNL ihre Karten an Reisebüros weiterverkaufen. Andererseits konnte jeder Zuschauer nur maximal vier Serien erwerben; damit sollte jede  Parallelversorgung seitens der Reisebüros ausgeschaltet werden. Die Vertreter der BNL durften die Karten nur in ihrem jeweiligen Land verkaufen und mussten der BNL  Angaben zur Person der Käufer machen. An diese Auflage wurde insbesondere in einem Schreiben der BNL vom 16. März 1989 an den Crédit  Communal de Belgique als Vertreter der BNL für den Verkauf der Karten in Belgien erinnert. G.  Der Vertrieb der Karten im Rahmen von Pauschalarrangements (30)  Am 26. Juni 1987 wurde  zwischen COL Italia auf der einen und CIT und Italia Tour auf der anderen Seite eine Vereinbarung  getroffen, die die folgenden hauptsächlichen Bestimmungen enthielt: -  COL Italia beauftragt CIT und Italia Tour, über die zu errichtende gemeinsame Gesellschaft 90  Tour Italia alle touristischen, Beherbergungs- und Beförderungsdienste zu erbringen, die COL Italia  im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 1990 für den eigenen Bedarf und für den Bedarf der FIFA, der  Schiedsrichter, der amtlichen Delegationen und der Mannschaften, der Journalisten und aller anderen  von COL Italia benannten Personen anfordert; -  COL Italia überträgt 90 Tour Italia darüber hinaus die weltweite Ausschließlichkeit: -  für die Organisation der verschiedenen Pauschalarrangements in Zusammenhang mit der  Fußballweltmeisterschaft 1990 sowie etwaiger damit zusammenhängender Dienste für den Zeitraum 1987  bis 1990, -  für die Errichtung eines Vertriebssystems für diese Dienste in Italien und in der übrigen Welt; -  COL Italia überträgt 90 Tour Italia die weltweite Ausschließlichkeit für den Vertrieb der im  Rahmen von Pauschalarrangements zu verwendenden Eintrittskarten und sichert 90 Tour Italia die  Bereitstellung einer Anzahl Eintrittskarten entsprechend mindestens 30  % der Kapazität der Stadien  zu; -  als Entgelt für die Abtretung der vorgenannten Rechte zahlt 90 Tour Italia an COL Italia einen  Anteil an dem in Durchführung dieses Vertrags während dessen gesamter Gültigkeitsdauer erzielten  Umsatz in Höhe von 0,5  % des Bruttoumsatzes oder 700 Millionen Lit, wobei der jeweils höhere  Betrag zugrunde zu legen ist; -  in Ausübung ihrer Ausschließlichkeitsrechte darf 90 Tour Italia als alleiniger  Touristik-Bevollmächtigter von COL Italia auftreten und die Bezeichnung "Tour Operator von COL  Italia" führen; -  CIT und Italia Tour haften gemeinsam mit 90 Tour Italia gegenüber COL Italia; -  der Vertrag ist bis zum 31. Dezember 1990 befristet. (31)  Ein zweiter, von den Präsidenten von CIT SpA und Italia Tour SpA gegengezeichneter Vertrag  wurde am 11. Februar 1988 zwischen COL Italia und 90 Tour Italia geschlossen. Dieser Vertrag verweist zunächst auf die von CIT und Italia Tour übernommene Verpflichtung, COL  Italia sämtliche touristische Dienste, die COL Italia im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft  beanspruchen würde, bereitzustellen und Pauschalarrangements mit Eintrittskarten für die  verschiedenen Einzelveranstaltungen zum ausschließlichen Vertrieb in der ganzen Welt  zusammenzustellen. Anschließend übernimmt der Vertrag sämtliche Bestimmungen des am 26. Juni 1987 zwischen COL Italia  auf der einen und CIT und Italia Tour auf der anderen Seite geschlossenen Vertrags, insbesondere  hinsichtlich -  der Bereitstellung von touristischen, Beherbergungs- und Beförderungsdiensten  seitens 90 Tour Italia an COL Italia, -  der von COL Italia an 90 Tour Italia übertragenen weltweiten Ausschließlichkeit für die  Bereitstellung der im Rahmen von Pauschalarrangements zu verwendenden Eintrittskarten, -  des weltweiten Alleinrechts von 90 Tour Italia zum Erwerb der Gesamtheit oder eines Teils der  noch verfügbaren Eintrittskarten zur ausschließlichen Verwendung für Pauschalarrangements, nachdem  COL Italia seine übrigen Verpflichtungen erfuellt hat. Die Gültigkeitsdauer dieses Vertrags endet am  31. Dezember 1990. (32)  Zwecks Vermarktung der Pauschalarrangements hat 90 Tour Italia Verträge mit Reisebüros in den  einzelnen Ländern geschlossen. Innerhalb der Gemeinschaft hat 90 Tour Italia nur in Irland und in Belgien/Luxemburg je einen  Vertrag mit einem einzigen Reisebüro geschlossen; in den übrigen Ländern der Gemeinschaft wurden  Verträge mit mehreren Reisebüros geschlossen. (33)  In allen Fällen mussten sich die Vertrags-Reisebüros von 90 Tour Italia verpflichten, die  Pauschalarrangements nur in ihrem jeweiligen Land im Detail weiterzuverkaufen. Sie konnten die  Arrangements jedoch gegebenenfalls en gros weiterverkaufen, allerdings nur an -   Einzelverkaufsstellen im jeweiligen Land, die sich verpflichteten, die Arrangements im Detail  weiterzuverkaufen, oder -  En-gros-Verkaufsstellen im jeweiligen Land, die sich verpflichteten, die Arrangements an  Einzelverkaufsstellen in dem betreffenden Land weiterzuverkaufen. (34)  In keinem Fall durften die Vertrags-Reisebüros die Eintrittskarten getrennt von den  Pauschalarrangements weiterverkaufen. (35)  Die fraglichen Verträge betrafen insgesamt rund 540  000 Eintrittskarten für  Pauschalarrangements. Die Preise dieser Arrangements wiesen je nach angebotener Leistung - Dauer des Aufenthalts, Art der  Unterbringung, Art der Beförderung, Entfernung, Art der Verpflegung usw. - beträchtliche  Unterschiede auf. So kosteten die Pauschalarrangements, die in Belgien von dem Vertragsreisebüro von 90 Tour Italia  verkauft wurden, zwischen 143 und 840 ECU. H.  Die Frage der Sicherheit (36)  Die Ausrichtung einer Fußballweltmeisterschaft bringt  Sicherheitsprobleme mit sich, die es zu berücksichtigen gilt. Diese Probleme wurden im Laufe des  Verfahrens von dem für die Koordinierung der Sicherheitsmaßnahmen für diese Sportveranstaltung  zuständigen italienischen stellvertretenden Staatsanwalt sowie von den Vertretern von COL Italia  dargelegt; sie lassen sich folgendermassen zusammenfassen: (37)  Die Veranstalter hatten in erster Linie dafür zu sorgen, daß es nicht zu Begegnungen und  Zusammenstössen zwischen gegnerischen Fan-Gruppen innerhalb und ausserhalb der Stadien kommen konnte.  In den Stadien musste folglich eine räumliche Trennung der Zuschauer entsprechend der Nationalität  erreicht werden. (38)  Zu diesem Zweck nahmen die Veranstalter Umbauten in den Stadien vor, um insbesondere allen  Zuschauern einen Sitzplatz zu garantieren. (39)  Zum anderen wurde ein von der BNL verwaltetes zentrales Informatiksystem geschaffen, mit dem  die Nationalität aller Zuschauer festgestellt und die Plätze dementsprechend zugewiesen werden  konnten. Eintrittskarten waren bei der BNL und deren Vertretern nur gegen Vorlage eines  Personalausweises erhältlich; die daraus entnommenen Informationen wurden an den Zentralrechner der  BNL weitergeleitet. (40)  Das gleiche Verfahren galt für Pauschalarrangements: diese wurden nur gegen Vorlage eines  Personalausweises verkauft, dessen Daten über ein von 90 Tour Italia verwaltetes Informatiksystem  an den Rechner der BNL weitergeleitet wurden. Auf diese Weise erhielt jeder Käufer eines  Pauschalarrangements eine seiner Nationalität zugewiesene Eintrittskarte. (41)  Diese Organisation schloß folglich nicht aus, daß sich einzelne Besucher vor allem auf dem  Schwarzmarkt nicht für sie bestimmte Eintrittskarten beschaffen konnten. Nach Auffassung der Veranstalter war mit solchen vereinzelten Praktiken jedoch nur ein geringes  Sicherheitsrisiko verbunden. Das Hauptproblem war die Zusammenrottung von Fan-Gruppen in  unmittelbarer Nähe oder gegebenenfalls inmitten der gegnerischen Fans. (42)  Nach Darstellung der Veranstalter musste deshalb verhindert werden, daß unabhängige  Reisebüros, die nicht von COL Italia kontrolliert wurden, Eintrittskarten erwerben konnten. Diese  Reisebüros hätten die Eintrittskarten - mit oder ohne Pauschalarrangement - an Fans, die nicht die  an die betreffenden Eintrittskarten gekoppelte Nationalität besitzen, verkaufen und so die  Sicherheit der Zuschauer gefährden können. II.  RECHTLICHE WÜRDIGUNG A.  Der Begriff des Unternehmens (43)  Nach der Rechtsprechung des  Gerichtshofs umfasst der Begriff Unternehmen im Sinne von Artikel 85 EWG-Vertrag jede eine  wirtschaftliche Tätigkeit ausübende Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform [Siehe insbesondere  Urteil vom 12. Dezember 1974 in der Rechtssache 36/74 (Walrave/UCI)  (1) und Urteil vom 23. April  1991 in der Rechtssache C-41/90 (Höfner und Elser/Macrotron)  (2)]. Andererseits hat als wirtschaftliche Tätigkeit jede - auch nicht auf Gewinn ausgerichtete -  Tätigkeit zu gelten, die auf den Austausch von Wirtschaftsgütern gerichtet ist [Siehe insbesondere  Urteil vom 20. März 1985 in der Rechtssache 41/83 (Italienische Republik/Kommission) (British  Telecommunications) (3)]. (44) Zur Frage des wirtschaftlichen Charakters der Fußballweltmeisterschaft Die  Fußballweltmeisterschaft ist unbestreitbar eine Sport-Großveranstaltung. Diese Sportveranstaltung beinhaltet jedoch auch wirtschaftliche Tätigkeiten, so -  den Verkauf von  2  700  000 Eintrittskarten, davon mehr als 20  % im Rahmen von Pauschalarrangements, die  Leistungen wie Unterbringung, Beförderung und touristische Besichtigungen umfassen, -  den Abschluß von Verträgen über die Nutzung der Werbeflächen in den Stadien, -  die kommerzielle Nutzung des FIFA-Emblems, des Weltmeisterschaftsemblems, der Fair-Play-Trophäe  der FIFA und des Maskottchens der Weltmeisterschaft, -  die kommerzielle Nutzung eines spezifischen Emblems für die Weltmeisterschaft 1990 seitens des  lokalen Veranstalters, -  den Abschluß von Verträgen über die Fernsehübertragungsrechte mit den Fernsehgesellschaften. (45)  Die wirtschaftliche Bedeutung der Fußballweltmeisterschaft wird im übrigen in Artikel 3-4 des  von der FIFA erstellten "Lastenheftes für den veranstaltenden Verband" anerkannt. (46)  Ausserdem wurde diese wirtschaftliche Bedeutung von den Vertretern der FIFA anläßlich der  Anhörung (Niederschrift der Anhörung Seite 126) anerkannt. (47)  Die FIFA Die FIFA ist ein Weltverband nationaler Sportverbände und übt in dieser Eigenschaft  sportliche Tätigkeiten aus. Sie übt jedoch auch wirtschaftliche Tätigkeiten aus, so durch -  den Abschluß von Werbeverträgen, -  die kommerzielle Nutzung der Embleme der Weltmeisterschaft, -  den Abschluß von Verträgen über die Fernsehübertragungsrechte mit den Fernsehgesellschaften. (48)  Bei der Fußballweltmeisterschaft 1990 erbrachte der Verkauf der Werbe- und  Fernsehübertragungsrechte durch die FIFA rund 65  % der auf 220 Millionen Schweizer Franken  geschätzten Gesamteinnahmen. (49)  Daraus ist zu folgern, daß die FIFA ein wirtschaftliche Tätigkeiten ausübendes Rechtssubjekt  ist und ein Unternehmen im Sinne des Artikels 85 EWG-Vertrag darstellt. (50)  Die Federazione Italiana Gioco Calcio (FIGC) ist der von der FIFA mit der Organisation der  Fußballweltmeisterschaft 1990 betraute nationale Italienische Fußballverband. (51)  In dieser Eigenschaft war die FIGC für die gesamte Organisation der Veranstaltung gemäß den  Bestimmungen der Regelung für die Fußballweltmeisterschaft 1990 und insbesondere für den Umbau der  Stadien, für die Bereitstellung der erforderlichen Einrichtungen für die Presse, für die Anlage von  Parkplätzen und anderes verantwortlich. (52)  Um diese Ausgaben finanzieren zu können, war die FIGC am Reingewinn der Veranstaltung  beteiligt und hatte insbesondere die (auf Italien beschränkte) kommerzielle Nutzung des von ihr  selbst kreierten Emblems der Fußballweltmeisterschaft 1990. (53)  Die FIGC übt mithin ebenfalls wirtschaftliche Tätigkeiten aus und ist damit ein Unternehmen  im Sinne von Artikel 85 EWG-Vertrag. (54)  COL Italia COL Italia ist ein gemeinsam von der FIFA und der FIGC geschaffenes Rechtssubjekt  für die Durchführung aller Tätigkeiten, die unmittelbar oder mittelbar mit der technischen und  logistischen Organisation der Fußballweltmeisterschaft zusammenhängen. Zu den Aufgaben von COL Italia gehörten unter anderem die Planung und die Abwicklung des  Eintrittskartenvertriebs. (55)  Die Einnahmen von COL Italia stammten zu einem Teil aus den Fernsehübertragungsrechten, den  Werberechten, dem Eintrittskartenverkauf sowie der kommerziellen Nutzung des Emblems der  Weltmeisterschaft in Italien. (56)  Weitere Einkünfte erhielt COL Italia gemäß Artikel 5 des Vertrags vom 26. Juni 1987 aus der  Abtretung der an 90 Tour Italia vergebenen Ausschließlichkeitsrechte. (57)  Daraus ist zu folgern, daß COL Italia ein wirtschaftliche Tätigkeiten ausübendes  Rechtssubjekt war und damit ein Unternehmen im Sinne von Artikel 85 EWG-Vertrag darstellte. (58)  Die Compagnia Italiana Turismo SpA (CIT) ist eine italienische Gesellschaft, die  Reisebürotätigkeiten ausübt. Es handelt sich folglich um ein Unternehmen im Sinne von Artikel 85. (59)  Italia Tour SpA ist eine Gesellschaft, die ähnliche Tätigkeiten wie die CIT ausübt; es  handelt sich also ebenfalls um ein Unternehmen im Sinne von Artikel 85. (60)  90 Tour Italia SpA ist eine Gesellschaft italienischen Rechts, die gemeinsam von CIT und  Italia Tour zwecks Organisation und Vertrieb von Pauschalarrangements anläßlich der  Fußballweltmeisterschaft 1990 gegründet wurde. Es handelt sich also gleichfalls um ein Unternehmen  im Sinne von Artikel 85.   B.  Die Verträge (61)  Der Vertrieb der Pauschalarrangements durch 90 Tour Italia bestimmte  sich nach zwei Verträgen: -  einem am 26. Juli 1987 zwischen COL Italia auf der einen und CIT und Italia Tour auf der anderen  Seite geschlossenen Vertrag, -  einem am 11. Februar 1988 zwischen COL Italia und 90 Tour Italia geschlossenen Vertrag, der die  wesentlichen Punkte des vorerwähnten Vertrags übernimmt. (62)  Die Geltungsdauer beider Verträge war auf den 31. Dezember 1990 befristet. Andererseits  enthält der Vertrag vom 11. Februar 1988 keine Bestimmung zur Aufhebung oder Ersetzung des Vertrags  vom 26. Juni 1987. (63)  Zu erwähnen ist weiterhin, daß der Vertrag vom 11. Februar 1988 zwischen COL Italia und 90  Tour Italia von CIT und Italia Tour gegengezeichnet war; nach Artikel 8 des Vertrags erklären sich  CIT und Italia Tour bereit, zusammen mit 90 Tour Italia gemeinsam gegenüber COL Italia zu haften. (64)  Entgegen den von den Vertretern von CIT im Laufe des Verfahrens abgegebenen Erklärungen kann  folglich nicht behauptet werden, daß eine etwaige wettbewerbsfeindliche Wirkung des Vertrags  zwischen COL Italia und 90 Tour Italia nicht CIT und Italia Tour angelastet werden kann. Im Rahmen  dieses Verfahrens müssen folglich beide obengenannten Verträge berücksichtigt werden. C.  Zur Haftung der FIFA und der FIGC (65)  Die beiden Verträge, die Gegenstand dieses Verfahrens  sind, wurden zwischen COL Italia auf der einen und 90 Tour Italia, CIT und Italia Tour auf der  anderen Seite geschlossen. Sie wurden weder von der FIFA noch von der FIGC unterzeichnet. (66)  Es muß jedoch berücksichtigt werden, daß COL Italia trotz eigener Rechtspersönlichkeit sein  Verhalten nicht wirklich unabhängig bestimmen konnte. Diese fehlende Unabhängigkeit ergibt sich vor  allem aus folgenden Tatbeständen: (67)  Das lokale Organisationskomitee "COL Italia" ist ein Rechtssubjekt, das gemeinsam von der  FIGC und der FIFA speziell zu dem Zweck der "Abwicklung aller unmittelbar oder mittelbar mit der  technischen und logistischen Organisation der Fußballweltmeisterschaft 1990 in Italien verbundenen  Tätigkeiten unter Beachtung der im FIFA-Lastenheft und in der Regelung für die  Fußballweltmeisterschaft 1990 vorgeschriebenen operationellen Grenzen" gegründet wurde (Artikel 3  der COL-Regelung vom 14. August 1985). (68)  Die Existenz dieses Rechtssubjekts war demnach mit der Veranstaltung der  Fußballweltmeisterschaft 1990 eng verknüpft und sollte nach deren Ende wieder entfallen. (69)  Diesem Organisationskomitee gehörten neun Vertreter der FIGC sowie der Präsident und der  Generalsekretär der FIFA an. Diese elf in Plenarsitzung tagenden Mitglieder besassen die gesamte  Entscheidungsbefugnis betreffend die Tätigkeit des Komitees. (70)  Der im engeren Rahmen tagende Exekutivausschuß des COL, dem der Generalsekretär der FIFA  angehörte, konnte nur von den eigenen Mitgliedern gebildet werden. (71)  Über ihre Vertreter in dem Beschlußfassungsorgan des COL kontrollierten die FIGC und die FIFA  gemeinsam unmittelbar und tatsächlich die gesamte Tätigkeit des Komitees, insbesondere in der Frage  des Eintrittskartenvertriebs. In dieser Frage war COL Italia an die Weisungen der FIFA und der FIGC gebunden. (72)  Ausserdem behielt die FIFA laut Lastenheft das Recht, letztinstanzlich alle  Grundsatzentscheidungen, insbesondere bezueglich des Systems des Eintrittskartenvertriebs, das ein  Schlüsselelement bei der Durchführung der Weltmeisterschaft darstellte, zu treffen. (73)  Das System des Eintrittskartenvertriebs bedurfte in jedem Fall der Genehmigung durch die  FIFA. So enthielten die Verträge vom 26. Juni 1987 zwischen COL Italia und CIT/Italia Tour und vom  11. Februar 1988 zwischen COL Italia und 90 Tour Italia bezueglich des Vertriebs der für  Pauschalarrangements vorgesehenen Eintrittskarten eine Suspensivklausel in dem Sinne, daß die  Kartenverkaufspolitik der Genehmigung durch die FIFA bedurfte. (74)  Abschließend ist zu folgern, daß COL Italia nicht in der Lage war, sein Verhalten auf dem  Markt wirklich unabhängig zu bestimmen, und daß der Abschluß der oben erwähnten Verträge vom 26.  Juni 1987 und vom 11. Februar 1988 gemeinsame Sache von COL Italia, der FIGC und der FIFA war. D.  Der Begriff der Vereinbarung (75)  Die beiden Verträge vom 26. Juni 1987 und 11. Februar 1988  stellen Vereinbarungen zwischen Unternehmen im Sinne von Artikel 85 EWG-Vertrag dar. E.  Zur Art der Verträge (76)  Im Verlauf des Verfahrens führten verschiedene Parteien aus, daß  der Zweck der Verträge darin bestand, 90 Tour Italia eine Aufgabe zu übertragen, zu deren  Ausführung COL Italia nicht in der Lage war. Daraus könnte gefolgert werden, daß 90 Tour Italia nur als Bevollmächtigte handelte und daß Artikel  85 EWG-Vertrag folglich nicht auf die fraglichen Verträge anwendbar wäre. (77)  Eine solche Analyse muß aus folgenden Gründen verworfen werden: -  90 Tour Italia konnte zwar von COL Italia Eintrittskarten zu den Spielen erwerben, erbrachte  dann aber andere Leistungen in Form der Pauschalarrangements, bei denen die Eintrittskarten nur  einen Teil der Leistungen bildeten; diese Arrangements wurden zu Preisen und Bedingungen verkauft,  die 90 Tour Italia selbst festlegte, -  90 Tour Italia musste sich zur Abnahme einer beträchtlichen Zahl von Eintrittskarten für Spiele,  deren Attraktivität für die Zuschauer von der Qualifikation ihrer Mannschaft abhing und folglich  sehr ungewiß war, verpflichten und ist dieser Verpflichtung effektiv nachgekommen, -  90 Tour Italia ist, wie die Vertreter der CIT anläßlich der Anhörung hervorhoben (Niederschrift  der Anhörung S. 60 und 70), damit ein hohes Geschäftsrisiko eingegangen. (78)  Daraus folgt, daß die Funktionen von 90 Tour Italia weit über die eines reinen  Bevollmächtigten hinausgingen und daß die fraglichen Verträge folglich sehr wohl unter Artikel 85  EWG-Vertrag fallen. F.  Beeinträchtigung des Wettbewerbs (79)  Diese Entscheidung dient lediglich der Feststellung  einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs aufgrund der obengenannten Verträge zwischen COL Italia, 90  Tour Italia, CIT und Italia Tour. Um den Zweck und die Wirkung dieser Verträge im Hinblick auf Artikel 85 Absatz 1 des Vertrages  beurteilen zu können, muß jedoch der für ihre Anwendung maßgebliche Kontext und insbesondere das  ganze oben beschriebene System des Eintrittskartenvertriebs berücksichtigt werden. (80)  Aufgrund der beiden Verträge vom 26. Juni 1987 und 11. Februar 1988 übertrug COL Italia an 90  Tour Italia -  die weltweite Ausschließlichkeit für die Organisation der verschiedenen  Pauschalarrangements zum Besuch der Fußballweltmeisterschaft und für die Regelung des Vertriebs  dieser Arrangements in Italien und in der übrigen Welt, -  das Recht, im Rahmen des übertragenen Mandats als Alleinvertreterin von COL Italia aufzutreten  und die Bezeichnung "Tour Operator von Italia 90" zu führen, -  die weltweite Ausschließlichkeit für die Zuteilung der im Rahmen von Pauschalarrangements zu  verwendenden Eintrittskarten und verbürgte ihr die Bereitstellung einer Anzahl von Eintrittskarten  entsprechend mindestens 30  % der Kapazität der Stadien. (81)  Diese Alleinrechte wurden von COL Italia nicht unentgeltlich abgetreten; vielmehr musste 90  Tour Italia gemäß Artikel 5 des Vertrages vom 26. Juni 1987 eine finanzielle Gegenleistung  erbringen. (82)  90 Tour Italia hat anschließend in den einzelnen Ländern Verkaufsstellen für den Verkauf  ihrer Pauschalarrangements benannt. (83)  Diese Alleinrechte hatten zur Folge, daß 90 Tour Italia der einzige Reiseveranstalter war,  der von COL Italia Eintrittskarten zu den Spielen für die Zusammenstellung und Vermarktung von  Pauschalarrangements, bei denen die Eintrittskarten inbegriffen waren, erwerben konnte. (84)  Die anderen Reiseveranstalter wie auch die Reisebüros hingegen konnten wegen der für den  Verkauf der Eintrittskarten geltenden Beschränkungen und insbesondere wegen des Verbots des  Weiterverkaufs an Reisebüros weder von COL Italia noch aus anderen Quellen wie den Sportvereinen  oder der BNL Karten beziehen. (85)  Die Folge davon war, daß die einzigen auf dem Markt angebotenen Pauschalarrangements, bei  denen die Eintrittskarten inbegriffen waren, die Arrangements von 90 Tour Italia waren. Alle  anderen Reiseveranstalter konnten allein Pauschalarrangements ohne Eintrittskarten anbieten. (86)  Für einen Besucher der Fußballweltmeisterschaft in Italien war es natürlich ganz besonders  wichtig, ein Pauschalarrangement mit Eintrittskarten zu den Spielen buchen zu können. Für die Reiseveranstalter, die keine Arrangements mit Eintrittskarten anbieten konnten, bedeutete  dies einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber 90 Tour Italia. (87)  Das 90 Tour Italia übertragene weltweite Alleinrecht bewirkte infolgedessen eine  Einschränkung des Wettbewerbs zwischen Reiseveranstaltern in der Gemeinschaft. (88)  Für Reisebüros, die Pauschalarrangements mit Eintrittskarten zu den Spielen verkaufen  wollten, bedeutete dies, daß sie solche Pauschalreisen nur von einem einzigen Reiseveranstalter  beziehen konnten. Ohne das weltweite Alleinrecht von 90 Tour Italia hätten sich die Reisebüros an mehrere  Reiseveranstalter wenden und möglicherweise günstigere Konditionen erzielen können, die ihnen eine  vorteilhaftere Wettbewerbsstellung gegenüber den anderen Reisebüros verschafft hätten. (89)  Das 90 Tour Italia übertragene weltweite Alleinrecht bewirkte folglich auch eine  Einschränkung des Wettbewerbs zwischen Reisebüros in der Gemeinschaft. (90)  Im Laufe des Verfahrens haben die Parteien geltend gemacht, daß jeder Reiseveranstalter die  Möglichkeit hatte, Pauschalarrangements ohne Eintrittskarten zu den Spielen zu verkaufen und ihren  Kunden zu empfehlen, sich Eintrittskarten bei der BNL oder bei den Fußballverbänden zu besorgen. (91)  Diese Möglichkeit kann deshalb nicht ernsthaft in Betracht gezogen werden, weil in einem  solchen Fall der Käufer einer Pauschalreise ohne Eintrittskarte sich zu einer BNL-Zweigstelle oder  zu einer BNL-Vertretung begeben müsste, um die den Terminen des Pauschalarrangements entsprechenden  Eintrittskarten zu erwerben. Angesichts solcher zusätzlichen Demarchen und des damit verbundenen  Zeitaufwands liegt es auf der Hand, daß ein Interessent in jedem Fall einem Vertrags-Reisebüro von  90 Tour Italia den Vorzug geben würde, das in der Lage ist, Arrangements mit Eintrittskarten  anzubieten. (92)  Eine zweite Möglichkeit, die die Parteien im Laufe des Verfahrens anführten, hätte darin  bestanden, daß sich die Interessenten ein Pauschalarrangement ohne Eintrittskarte bei einem  Reisebüro besorgen und dieses beauftragen, für ihre Rechnung die Eintrittskarten zu kaufen. (93)  Auch eine solche Möglichkeit kann nicht als realistische Alternative gelten. Bei einem solchen Verfahren hätte sich das Reisebüro ohne 90-Tour-Italia-Zulassung für jedes  verkaufte Pauschalarrangement in eine BNL-Zweigstelle oder zu einer BNL-Vertretung begeben müssen,  um dort gegen Vorlage des Personalausweises des Käufers die gewünschten Eintrittskarten zu  erwerben. Dieses Verfahren hätte für das nicht zugelassene Reisebüro zusätzliche Schritte und damit  zusätzliche Kosten bedeutet und beim Käufer des Pauschalarrangements in jedem Fall Zweifel  gelassen, ob die gewünschten Eintrittskarten noch verfügbar sind. Ein Reisebüro, das nicht direkt über die Eintrittskarten verfügt, wäre dabei in einer  benachteiligten Wettbewerbsposition gegenüber den Vertragsreisebüros von 90 Tour Italia gewesen, da  nur diese damit werben konnten, daß sie die Eintrittskarten zu den Spielen garantiert liefern  können. (94)  Zu berücksichtigen ist ferner, daß die BNL mit Telefax vom 26. Januar 1990 alle ihre  Verkaufsstellen ausserhalb Italiens angewiesen hat, den Verkauf von Eintrittskarten ab 31. Januar  1990 einzustellen. (95)  Daraus folgt, daß die anderen Reiseveranstalter als 90 Tour Italia ab 1. Februar 1990  Pauschalarrangements nicht mehr mit der Empfehlung, ihre Kunden sollten sich die Eintrittskarten  bei den BNL-Zweigstellen oder -Vertretungen besorgen, verkaufen konnten. (96)  Die Vereinbarungen zwischen COL Italia als gemeinsame Einrichtung der FIFA und der FIGC auf  der einen und 90 Tour Italia, CIT und Italia Tour auf der anderen Seite, wonach 90 Tour Italia das  Alleinrecht für die Abgabe von in Pauschalarrangements zu verwendenden Eintrittskarten übertragen  wurde, bewirkten in Ermangelung anderer Quellen für die Beschaffung von einfachen Eintrittskarten  folglich eine Einschränkung des Wettbewerbs in der Gemeinschaft im Sinne von Artikel 85 Absatz 1  des Vertrages zwischen Reiseveranstaltern sowie zwischen Reisebüros auf dem Markt für  Pauschalarrangements zum Besuch der Fußballweltmeisterschaft 1990. Die Voraussetzungen für die  Anwendung von Artikel 85 Absatz 1 sind damit erfuellt. G.  Verordnung (EWG) Nr. 1983/83 der Kommission (1) (97)  Im Verlauf des Verfahrens haben die  Parteien geltend gemacht, daß für die fraglichen Vereinbarungen die Verordnung (EWG) Nr. 1983/83  über die Anwendung von Artikel 85 Absatz 3 des Vertrages auf Gruppen von  Alleinvertriebsvereinbarungen hätte in Anspruch genommen werden können. (98)  Die Verordnung (EWG) Nr. 1983/83 wurde von der Kommission in Anwendung der Verordnung Nr.  19/65/EWG des Rates vom 2. März 1965 über die Anwendung von Artikel 85 Absatz 3 des Vertrages auf  Gruppen von Vereinbarungen und aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen  (2) erlassen. (99)  Gemäß Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung Nr. 19/65/EWG wird die Befugnis der Kommission zum  Erlaß einer Freistellungsverordnung ausdrücklich auf den Warenbereich beschränkt. Diese Beschränkung ergibt sich auch aus dem Wortlaut dieses Artikels, die auf Geschäfte Bezug  nimmt, in denen eine Partei eine Ware zum Zwecke des Weiterverkaufs kauft. (100)  Solche Kauf- und Weiterverkaufsgeschäfte sind nicht auf Dienstleistungen übertragbar. (101)  Es ist daher zu folgern, daß Dienstleistungen vom Anwendungsbereich der Verordnung Nr.  19/65/EWG ausgenommen sind. (102)  Die Verordnung (EWG) Nr. 1983/83 der Kommission kann folglich nur den gleichen  Anwendungsbereich übernehmen, der definiert ist als "Vereinbarungen, an denen nur zwei Unternehmen  beteiligt sind und in denen sich der eine Vertragspartner dem anderen gegenüber verpflichtet, zum  Zwecke des Weiterverkaufs im Gesamtgebiet oder in einem abgegrenzten Teilgebiet der Gemeinschaft  bestimmte Waren nur an ihn zu liefern". (103)  In ihrer am 13. April 1984 veröffentlichten Bekanntmachung zur vorgenannten Verordnung (EWG)  Nr. 1983/83  (1) hat die Kommission in Ziffer Nr. 11 diesbezueglich klargestellt, daß  "Ausschließlichkeitsvereinbarungen, die statt des Weiterverkaufs von Waren die Leistung von  Diensten zum Gegenstand haben, nicht in den Geltungsbereich der Verordnung(en) fallen". (104)  Die fraglichen Vereinbarungen im Rahmen dieses Verfahrens betreffen die Alleinbelieferung  mit Eintrittskarten zu den Spielen zwecks Zusammenstellung von Pauschalarrangements, die unter  anderem die Beförderung, die Unterbringung und die Verpflegung umfassen. (105)  Damit ist deutlich, daß diese Vereinbarungen die Lieferung von Dienstleistungen betreffen  und nicht unter den Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 1983/83 fallen. (106)  Selbst wenn die fraglichen Pauschalarrangements als Waren im Sinne von Artikel 1 der  Verordnung (EWG) Nr. 1983/83 angesehen würden, wären nicht alle Bedingungen erfuellt gewesen, die  nach Artikel 3 der Verordnung für eine Freistellung vorgeschreiben sind. So konnten die Verbraucher entgegen den Bestimmungen des Artikels 3 Buchstabe c) der Verordnung  Pauschalarrangements mit Eintrittskarten zu den Spielen im Vertragsgebiet nur von dem  Alleinkonzessionär oder dessen Vertretern beziehen; auch ausserhalb des Vertragsgebiets waren vor  allem aufgrund der Tatsache, daß als Vertragsgebiet die ganze Welt zu gelten hatte, keine  alternativen Versorgungsquellen vorhanden. (107)  Zu der 90 Tour Italia übertragenen Ausschließlichkeit erklärten die Vertreter von COL Italia  im Laufe des Verfahrens, daß es sich um eine de-facto-Ausschließlichkeit aufgrund der Tatsache  handelte, daß kein anderer an einem Vertragsabschluß mit COL Italia interessierter  Reiseveranstalter vorhanden war. (108)  Dieses Argument muß aus folgenden drei Gründen verworfen werden: -  zum einen wäre nicht verständlich, weshalb die Parteien, wenn sie keinen  Ausschließlichkeitsvertrag abzuschließen gewünscht hätten, eine solche Klausel in den Vertrag  aufnahmen, -  zum anderen sah bereits der erste am 26. Juni 1987 unterzeichnete Vertrag zwischen COL Italia  und CIT/Italia Tour eine solche Ausschließlichkeit vor. Ab diesem Zeitpunkt war COL Italia folglich  nicht mehr in der Lage, Verträge mit anderen interessierten Reiseveranstaltern zu schließen, -  schließlich wäre es nicht verständlich, weshalb die Parteien, wenn sie keine Ausschließlichkeit  gewünscht hätten, vertraglich eine finanzielle Gegenleistung für diese Ausschließlichkeit  vereinbarten. H.  Zur Frage der Sicherheit (109)  Im Verlaufe des Verfahrens haben die Parteien geltend gemacht,  daß die etwaigen Wettbewerbsbeschränkungen durch Sicherheitsfragen gerechtfertigt waren. So hätten es die räumliche Trennung der Zuschauer in den Stadien entsprechend ihrer Nationalität  und die Sicherheit ausserhalb der Stadien notwendig gemacht, nur einen einzigen Reiseveranstalter zu  ermächtigen, Pauschalarrangements mit Eintrittskarten zu den Spielen zum weltweiten Verkauf  anzubieten. (110)  In rechtlicher Hinsicht machten die Parteien geltend, daß diese Wettbewerbseinschränkungen  im Hinblick auf Artikel 36 des Vertrages geprüft werden müssen, der Vorrang vor den  Wettbewerbsvorschriften des Artikels 85 habe. Die Parteien bezogen sich dabei auf das Urteil des  Gerichtshofs vom 18. Februar 1971 in der Rechtssache 40/70 Sirena/Eda  (2). (111)  Zur Anwendung des Artikels 36 des Vertrages hat der Gerichtshof in dem schon erwähnten  Urteil in der Rechtssache 40/70 insbesondere folgendes ausgeführt: "Artikel 36 gehört zwar dem  Kapitel über die mengenmässigen Beschränkungen im Handel zwischen den Mitgliedstaaten an, er ist  aber Ausfluß eines Grundsatzes, der im Wettbewerbsrecht in dem Sinne Anwendung finden kann, daß die  von der Gesetzgebung eines Mitgliedstaats anerkannten gewerblichen Schutzrechte zwar durch die  Arikel 85 und 86 des Vertrages in ihrem Bestand nicht berührt werden, daß aber ihre Ausübung unter  die in diesen Vorschriften ausgesprochenen Verbote fallen kann" (siehe Randnummer 5 der  Urteilsbegründung). (112)  Aus diesem Urteil ist abzuleiten, daß wie im Falle der Vorschriften für den freien  Warenverkehr auch die Wettbewerbsregeln der Ausübung der Rechte aus dem gewerblichen Eigentum  Grenzen setzen können. Die von den Parteien vertretene These zielt demgegenüber in die umgekehrte  Richtung, da nach ihr Artikel 36 der Anwendung der Wettbewerbsregeln Grenzen setzen würde. (113)  In jedem Fall müsste bei Anwendung dieses Grundsatzes sichergestellt sein, daß die fraglichen  Praktiken gemäß Artikel 36 keine verschleierten Wettbewerbsbeschränkungen darstellen und für die  Erreichung des angekündigten Ziels unerläßlich sind. (114)  In seiner Aussage zu den Sicherheitsfragen hat der für die Koordinierung der  Sicherheitsmaßnahmen für die Fußballweltmeisterschaft verantwortliche stellvertretende Staatsanwalt  nicht die Notwendigkeit eines weltweiten Alleinverkaufsrechts für Pauschalarrangements mit  Eintrittskarten erwähnt. (115)  Anläßlich der Anhörung erklärte ein Vertreter von COL Italia zur Frage der  Pauschalarrangements, daß alle interessierten Reiseveranstalter, die bereit waren, ein  Informatik-Untersystem zu errichten und dieses mit dem System der BNL zu koordinieren, für eine  Zusammenarbeit hätten in Betracht kommen können. So erklärte der Vertreter von COL Italia  insbesondere, daß "2, 15 oder selbst 20" Reiseveranstalter Vertragspartner hätten werden können  (Niederschrift der Anhörung, S. 89). (116)  Aus diesen Erklärungen des Vertreters von COL Italia ist zu folgern, daß die an 90 Tour  Italia übertragene weltweite Ausschließlichkeit nicht für die Sicherheit der Sportveranstaltung  unerläßlich war. Selbst wenn Artikel 36 des Vertrages in diesem Fall grundsätzlich anwendbar gewesen wäre, folgt  daraus, daß die an 90 Tour Italia übertragene weltweite Ausschließlichkeit in keinem Verhältnis zu  dem zu erreichenden Ziel stand und folglich nicht mit der Erhaltung der Sicherheit gerechtfertigt  werden kann. (117)  Bei den Pauschalarrangements mit Eintrittskarten ist eine strikte Verkaufskontrolle  notwendig. Besonders wichtig ist, daß der Reiseveranstalter, der solche Arrangements anbietet,  sicher sein kann, daß die den Weiterverkauf übernehmenden Reisebüros die von ihm verlangten  Verkaufsauflagen einhalten. (118)  Aus diesem Grund hält es die Kommission für gerechtfertigt, daß von den Veranstaltern nicht  kontrollierte Reisebüros wie das beschwerdeführende Reisebüro nicht Serien von Eintrittskarten für  die Zusammenstellung von Pauschalarrangements, die dann ohne jede Kontrolle vertrieben werden,  erhalten können. (119)  Die Kommission ist jedoch der Auffassung, daß mehrere Reiseveranstalter, die den zum Verkauf  ihrer Pauschalarrangements zugelassenen Reisebüros die gleichen Verkaufsauflagen machen würden,  konkurrierend auf dem Markt operieren können, ohne daß dadurch die Sicherheit der Zuschauer  gefährdet würde. (120)  Wie die Kommission feststellt, ist dies von den Vertretern von COL Italia anläßlich der  Anhörung zugegeben worden, als sie erklärten, daß alle Reiseveranstalter, die die gleichen  Kriterien wie 90 Tour Italia erfuellen, als Partner hätten in Betracht kommen können. I.  Artikel 85 Absatz 3 (121)  Die fraglichen Vereinbarungen sind der Kommission nicht im Hinblick  auf eine Freistellung nach Artikel 85 Absatz 3 EWG-Vertrag gemeldet worden. (122)  Ohnehin erfuellten diese Vereinbarungen nach Ansicht der Kommission nicht die erforderlichen  Bedingungen für eine solche Freistellung. (123)  Selbst wenn von den Vereinbarungen angenommen worden wäre, daß sie zur Verbesserung der  Verteilung der Eintrittskarten und Pauschalarrangements beitragen können, enthielten sie nämlich  nach Ansicht der Kommission Beschränkungen, die für die Verwirklichung der damit angestrebten Ziele  nicht unerläßlich waren, und eröffneten den beteiligten Unternehmen ausserdem die Möglichkeit, für  einen wesentlichen Teil der betreffenden Dienstleistungen den Wettbewerb auszuschalten. J.  Beeinträchtigung des Handels zwischen Mitgliedstaaten (124)  Die fraglichen Verträge betrafen  den Alleinvertrieb von Pauschalarrangements mit Eintrittskarten innerhalb der Gemeinschaft und in  der übrigen Welt, und dies ohne die Möglichkeit eines Rückgriffs auf alternative  Versorgungsquellen. Die Verträge bewirkten folglich eine spürbare Beeinträchtigung des Handels  zwischen den Mitgliedstaaten, da ohne sie auf dem Markt der betreffenden Pauschalarrangements  insbesondere mit einer Zunahme des Wirtschaftsverkehrs hätte gerechnet werden können. K.  Festsetzung von Geldbussen (125)  Hier ist der Umstand zu berücksichtigen, daß die Kommission  erstmals eine Entscheidung auf dem Gebiet des Eintrittskartenverkaufs anläßlich einer  Sportveranstaltung erlässt. Andererseits war dieser Fall wegen der hier hereinspielenden erheblichen Sicherheitsprobleme ohne  Zweifel ein komplexer Fall. Schließlich wurde der Verstoß mit dem Ende der Fußballweltmeisterschaft 1990 beendet. Nach Ansicht der Kommission sind deshalb gegen die an den Vereinbarungen beteiligten Parteien keine  Geldbussen festzusetzen. (126)  Die Kommission ist jedoch der Auffassung, daß eine Entscheidung notwendig ist, um die  Rechtslage zu klären und in Zukunft gleichartige oder ähnliche Verstösse zu verhindern. Entsprechend  der Rechtsprechung des Gerichtshofs - Urteil vom 2. März 1983 in der Rechtssache 7/82 GVL  (1) -  hat die Kommission deshalb ein berechtigtes Interesse an der Feststellung, daß die fraglichen  Verträge gegen Artikel 85 des Vertrages verstossen haben  - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1 Die FIFA, die FIGC, COL Italia, CIT SpA, Italia Tour SpA und 90 Tour  Italia SpA haben gegen Artikel 85 Absatz 1 EWG-Vertrag verstossen. Dieser Verstoß betrifft die  Bestimmungen der Verträge vom 26. Juni 1987 und 11. Februar 1988 zwischen COL Italia, CIT SpA und  Italia Tour SpA auf der einen und 90 Tour Italia SpA auf der anderen Seite, soweit sie ein  weltweites Alleinbezugsrecht von 90 Tour Italia für Eintrittskarten zu den Spielen der  Fußballweltmeisterschaft 1990 zwecks Zusammenstellung von Pauschalarrangements für diese  Weltmeisterschaft betrafen. Diese Eintrittskarten waren Teil eines allgemeinen, von COL Italia nach  den Weisungen der FIGC und der FIFA und mit Genehmigung der FIFA geplanten und ausgeführten  allgemeinen Eintrittskartenvertriebssystems, das den Verkauf von Eintrittskarten für die  Zusammenstellung solcher Pauschalarrangements untersagte, wodurch den anderen Reiseveranstaltern  und Reisebüros der Zugang zu anderen Bezugsquellen als denen von 90 Tour Italia verschlossen blieb.  Artikel 2 Diese Entscheidung ist gerichtet an: -  90 Tour Italia SpA Via Laura Mantegazza, 75 I-Roma, -  COL Italia/Italia 90 Via Po 36 I-00198 Roma, -  Compagnia Italiana Turismo SpA Piazza della Repubblica 68 I-00185 Roma, -  Fédération internationale de football association PO Box 85 Hitzigweg 11 CH-8030 Zuerich, -  Federazione Italiana Gioco calcio Via Po 36 I-00198 Roma, -  Italia Tour SpA Piazza Schuman 78 I-Roma. Brüssel, den 27. Oktober 1992 Für  die Kommission Leon BRITTAN Vizepräsident  (1)  Slg. 1974, S. 1405. (2)  Slg. 1991, S. I - 1979. (3)  Slg. 1985, S. 873. (1) ABl. Nr. L 173 vom 30. 6. 1983, S. 1. (2) ABl. Nr. 36 vom 6. 3. 1965, S. 533/65. (1)  Abl. Nr. C 101 vom 13. 4. 1984, S. 2. (2)  Slg. 1971, S. 80. (1)  Slg. 1983, S. 483.