CELEX: 32016D1020(02)
Language: de
Date: 2016-10-19 00:00:00
Title: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 19. Oktober 2016 über die Veröffentlichung des Einzigen Dokuments gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Fundstelle der Produktspezifikation einer Bezeichnung des Weinsektors im Amtsblatt der Europäischen Union (Terrasses du Larzac (g.U.))

20.10.2016   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 386/9
            
         DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION
   vom 19. Oktober 2016
   über die Veröffentlichung des Einzigen Dokuments gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Fundstelle der Produktspezifikation einer Bezeichnung des Weinsektors im Amtsblatt der Europäischen Union
   
   (Terrasses du Larzac (g.U.))
   (2016/C 386/07)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 des Rates (1), insbesondere auf Artikel 97 Absatz 3,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   
               (1)
            
            
               Frankreich hat im Einklang mit den den Schutz von Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben im Weinsektor betreffenden Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 einen Antrag auf Schutz der Bezeichnung „Terrasses du Larzac“ gestellt. Der Antrag Frankreichs wurde im Einklang mit Artikel 97 Absatz 2 derselben Verordnung von der Kommission geprüft.
            
         
               (2)
            
            
               Die Bedingungen nach den Artikeln 93 bis 96, Artikel 97 Absatz 1 sowie den Artikeln 100, 101 und 102 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 sind erfüllt.
            
         
               (3)
            
            
               Um die Vorlage von Einsprüchen gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 zu ermöglichen, sollte daher das Einzige Dokument gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der genannten Verordnung sowie die Fundstelle der Veröffentlichung der Spezifikation im Rahmen des nationalen Verfahrens zur Prüfung des Antrags auf Schutz der Bezeichnung „Terrasses du Larzac“ im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden —
            
         BESCHLIESST:
   Einziger Artikel
   Das Einzige Dokument gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 und die Fundstelle der Produktspezifikation für die Bezeichnung „Terrasses du Larzac“ (g.U.) sind im Anhang dieses Beschlusses wiedergegeben.
   Gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 eröffnet die Veröffentlichung dieses Beschlusses das Recht, innerhalb von zwei Monaten ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung Einspruch gegen den Schutz der in Absatz 1 des vorliegenden Artikels genannten Bezeichnung einzulegen.
   
      Brüssel, den 19. Oktober 2016
      
         
            Für die Kommission
         
         Phil HOGAN
         
            Mitglied der Kommission
         
      
   
   
      (1)  ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 671.
   
      ANHANG
      EINZIGES DOKUMENT
      1.   Einzutragende Bezeichnung(en)
      
      Terrasses du Larzac
      2.   Art der geografischen Angabe
      
      g. U. — geschützte Ursprungsbezeichnung
      3.   Kategorien von Weinbauerzeugnissen
      
      
               
                  1.
               
               
                  Wein
               
            4.   Beschreibung des Weins/der Weine
      
      Es handelt sich um nicht schäumende trockene Weine mit einer purpur- oder granatroten Farbe und zuweilen schwarzem Glanz. Die Weine können lose oder abgefüllt vermarktet werden und weisen einen Gehalt an gärfähigen Zuckern von bis zu 3 g/l auf. Die Weine haben ein feines und vielseitiges Aroma: dominierende Aromen sind Beerenobst (Kirschen, Himbeeren, Brombeeren, schwarze Johannisbeeren) und Gewürze (Pfeffer, Gewürznelke, ergänzt durch Süßholz, schwarze Olive und Veilchen sowie Spuren von Rauch und Garigue (Wacholder, Thymian, Lorbeer). Man findet auch Anklänge von Leder, Heu oder Tabak. Sie sind vollmundig und haben eine gute Tanninstruktur, bleiben aber nach wie vor elegant. Man findet die Anklänge von reifen Früchten und Gewürzen wieder.
      Allgemeine Analysemerkmale
      
                  Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol)
               
               
                   
               
            
                  Minimaler vorhandener Alkoholgehalt (in % vol)
               
               
                  12
               
            
                  Mindestgesamtsäuregehalt
               
               
                  in Milliäquivalent je Liter
               
            
                  Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter)
               
               
                   
               
            
                  Höchstgehalt an Schwefeldioxid (mg/l)
               
               
                   
               
            5.   Weinbereitungsverfahren
      
      a)   Wesentliche önologische Verfahren
      
      Önologisches Verfahren:
      Bei der thermischen Behandlung des Leseguts ist eine Temperatur von mehr als 40 °C untersagt;
      Die Verwendung von Holzstücken ist untersagt.
      Darüber hinaus müssen die Weine hinsichtlich der önologischen Verfahren die Gesamtheit der Verpflichtungen auf Unionsebene und des „Code rural et de la pêche maritime“ einhalten.
      Erziehung der Reben:
      
                  —
               
               
                  Die Reben weisen eine Pflanzdichte von mindestens 4 400 Stöcken pro Hektar auf;
               
            
                  —
               
               
                  der Abstand zwischen den Reihen darf bei diesen Reben nicht mehr als 2,25 Meter betragen;
               
            
                  —
               
               
                  jeder Rebstock verfügt über eine Fläche von höchstens 2,25 Quadratmetern. Diese Fläche erhält man durch Multiplikation der Abstände zwischen den Reihen mit dem Abstand zwischen den Rebstöcken ein und derselben Reihe;
               
            
                  —
               
               
                  Bewässerung kann zugelassen werden.
               
            b)   Höchsterträge
      
      45 Hektoliter je Hektar
      6.   Abgegrenztes Gebiet
      
      Die Ernte der Trauben, die Weinherstellung, die Weinbereitung und der Weinausbau erfolgen auf dem Gebiet der folgenden Gemeinden des Departements Hérault: Aniane, Arboras, Argelliers, Le Bosc, Brissac, Causse-de-la-Selle, Ceyras, Gignac, Jonquières, Lagamas, Lauroux, Mérifons, Montoulieu, Montpeyroux, Moulès-et-Baucels, Murles, Octon, Pégairolles-de-Buègues, Pégairolles-de-l’Escalette, Poujols, Puéchabon, Saint-André-de-Buègues, Saint-André-de-Sangonis, Saint-Félix-de-Lodez, Saint-Guiraud, Saint-Jean-de-Buèges, Saint-Jean-de-Fos, Saint-Jean-de-la-Blaquière, Saint-Privat, Saint-Saturnin-de-Lucian, Soubès, Usclas-du-Bosc.
      Die Fläche des abgegrenzten Gebiets beträgt 61 713 ha.
      7.   Wichtigste Keltertrauben
      
      
                   
               
               
                  Grenache N
               
            
                   
               
               
                  Carignan N
               
            
                   
               
               
                  Mourvèdre N
               
            
                   
               
               
                  Syrah N
               
            8.   Beschreibung des Zusammenhangs bzw. der Zusammenhänge
      
      Das geografische Gebiet umfasst 32 Gemeinden im Departement Hérault und ist wie folgt begrenzt:
      
                  —
               
               
                  im Norden durch die Kalkfelsen am Ufer des Larzac; die Höhe schwankt zwischen 700 Metern und 800 Metern;
               
            
                  —
               
               
                  im Süden durch den Zusammenfluss der Flüsse Lergue und Hérault mit einer offenen Landschaft im breiten Tal des Hérault in Richtung des Meeres.
               
            Die Rebfläche ist durch das Larzac-Plateau vor den nördlichen Winden geschützt. Sie profitiert von durchschnittlichen jährlichen Niederschlägen von 800 bis 900 mm und niedrigeren Temperaturen als im restlichen Weinbaugebiet des Languedoc. Während der Sommermonate besteht ein großer Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht, was sich auf die Phenolreife der Trauben auswirkt. Die Böden des Gebiets weisen eine geringe Fruchtbarkeit, eine gute Entwässerung, einen erhebliche Steinbelastung und Wasserreserven in der Tiefe auf.
      Das Vorhandensein von Reben auf den „Terrasses du Larzac“ geht bis in die römische Zeit zurück, wobei der Weinanbau im Mittelalter eine erste Blütezeit erlebt, gefolgt vom 18. Jahrhundert mit der Entwicklung des Handels. Wenn die Geschichte der „Terrasses du Larzac“ sich danach an die des Weinbaus im Languedoc anschließt, so ist anzumerken, dass das Erzeugungsmodell schlecht für diese Region geeignet war, da die dortigen Böden weniger fruchtbar sind und die Flächen höher liegen, was die Erträge von Natur aus begrenzt. Auch wenn die Weine der „Terrasses du Larzac“ aus neun traditionellen Rebsorten des Languedoc stammen, haben sich die Winzer diese Vielfalt dank einer guten Kenntnis ihrer Gegend zunutze gemacht, indem sie die jeweils am besten geeignete Lage ausgewählt und ihre Cuvée aus mindestens drei Rebsorten entwickelt haben, um in jedem Jahrgang die Identität ihrer Weine wiederzufinden.
      Die Qualität und die besonderen Merkmale der Weine der „Terrasses du Larzac“ werden im Übrigen schon seit Ende der 1950er-Jahre mit der Einstufung in die Ursprungsbezeichnung für Weine gehobener Qualität „Coteaux du Languedoc“ anerkannt.
      Vor dem Hintergrund der Qualität und der Besonderheit der natürlichen Umgebung bemühen sich die Erzeuger von den „Terrasses du Larzac“ seit fast 20 Jahren um die Anerkennung der Identität ihrer Rebflächen. Ein wichtiger Schritt war dabei ab dem Jahrgang 2004 die Anerkennung der ergänzenden geografischen Bezeichnung „Terrasses du Larzac“ im Rahmen der kontrollierten Ursprungsbezeichnung „Coteaux du Languedoc“.
      Die durch die Höhe und die Entfernung vom Meer bewirkten Nuancen im Vergleich zum mediterranen Klima spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Besonderheit der Weine. Der Wechsel zwischen warmen Tagen und kalten Nächten während der Reifezeit der Trauben fördert die Synthese von Aromen, insbesondere von Gewürzen und Beerenobst. Da die Temperaturen niedriger sind als im Küstenbereich kann die Weinlese später stattfinden und werden Feinheit und Frische der Weine erhalten. Die hohe Lichtintensität und das milde Klima ermöglichen den Rebsorten, ihr Potenzial voll auszuschöpfen: so werden diese purpur- oder granatroten Weine mit manchmal schwarzem Glanz zu vollmundigen Weinen mit komplexem Bukett. Dominierende Aromen sind Beerenobst und Gewürze, harmonisch verbunden mit Anklängen von Süßholz, schwarzen Oliven und Veilchen sowie Spuren von Rauch und Garigue. Manchmal erscheinen während der Reifung auch Anklänge von Leder, Heu, Tabak, oder sogar Trüffel. Die Weine sind vollmundig, haben eine gute Tanninstruktur und ein ganz besonderes Gleichgewicht zwischen Großzügigkeit und Frische. Man findet die Anklänge von reifen Früchten und Gewürzen wieder.
      Es handelt sich überwiegend um Lagerweine, von denen einige nach 15 Jahren oder sogar 20 Jahren ihren vollen Geschmack entfalten.
      Zusammenfassend zeichnen sich die Weine durch ihre Ausgewogenheit, ihre angenehme Komplexität und eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit aus, begleitet von einer charakteristischen Eleganz.
      Die reiche Geschichte des Weinanbaus hat es ermöglicht, im Laufe der Generationen eine gute Kenntnis der natürlichen Umwelt des Gebiets aufzubauen. Diese Kenntnis wurde zur Anpassung der unterschiedlichen Rebsorten an die Böden und für ihre Mikrolokalisation genutzt. So werden die Weine aus mindestens drei Rebsorten hergestellt und traditionell bereitet, mit Einmaischzeiten von häufig mehr als 15 Tagen oder sogar 30 Tagen. Die Struktur der Weine erfordert eine Ausbauzeit nach der Gärung, um ein komplexes Aroma und gleichzeitig eine Verfeinerung der Tannine zu ermöglichen.
      Die gleichmäßig hohe Qualität der Erzeugnisse beruht sowohl auf den Fortschritten der Erzeuger im Hinblick auf die Rebflächen und die Herstellung als auch auf ihren gemeinsamen Bemühungen, die es ermöglicht haben, das Profil und die Identität eines Weins mit dem Namen „Terrasses du Larzac“ gemeinsam zu definieren.
      Zusammenfassend ist festzustellen, dass die besondere geografische Lage in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen der mediterranen Großzügigkeit und der Frische des Plateau du Larzac den besonderen Charakter der Weine der kontrollierten Ursprungsbezeichnung „Terrasses du Larzac“ ausmacht, verstärkt durch das Know-how der Erzeuger.
      9.   Weitere wesentliche Bedingungen
      
      
         Gebiet in unmittelbarer Nähe
      
      Rechtsrahmen:
      Nationale Rechtsvorschriften
      Zusätzliche Bedingungen:
      Abweichung in Bezug auf die Herstellung in dem abgegrenzten geografischen Gebiet
      Beschreibung der Bedingung:
      Das Gebiet in unmittelbarer Nähe, definiert in Abweichung für die Weinherstellung, die Weinbereitung und den Weinausbau, besteht aus dem Gebiet der Gemeinde La Vacquerie-et-Saint-Martin-de-Castries (Departement Hérault).
      
         Größere geografische Einheit
      
      Rechtsrahmen:
      Nationale Rechtsvorschriften
      Zusätzliche Bedingungen:
      Zusätzliche Bestimmungen für die Etikettierung
      Beschreibung der Bedingung:
      Bei der Etikettierung von Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung kann die größere geografische Einheit „Languedoc“ angegeben werden.
      Die Schriftgröße der Zeichen für die größere geografische Einheit darf sowohl in der Höhe als auch in der Breite die Hälfte der Größe der Zeichen des Namens der kontrollierten Ursprungsbezeichnung nicht überschreiten.
      
         Kleinere geografische Einheit
      
      Rechtsrahmen:
      Nationale Rechtsvorschriften
      Zusätzliche Bedingungen:
      Zusätzliche Bestimmungen für die Etikettierung
      Beschreibung der Bedingung:
      Alle fakultativen Angaben, deren Verwendung gemäß den Bestimmungen der Union von den Mitgliedstaaten geregelt werden kann, sind in einer Schriftgröße aufzubringen, deren Abmessungen sowohl in der Höhe als auch in der Breite die Hälfte der Größe der Zeichen des Namens der kontrollierten Ursprungsbezeichnung nicht überschreitet.
      
         Hinweis auf die Veröffentlichung der Spezifikation
      
      https://info.agriculture.gouv.fr/gedei/site/bo-agri/document_administratif-28398d7f-8879-48ac-a46c-16573436bdbd