CELEX: 51977PC0546
Language: de
Date: 1977-10-24
Title: Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES betreffend das Fangverbot für Stintdorsch (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (77) 546
Vol. 1977/0174
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak---      KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                    KOM(77)546 endg.
                                                    Brüssel , den 24 « Oktober 1977 •
                               Vorschlag einer
                          VERORDNUNG (EWG) DES RATES
                   betreffend das Fangverbot für Stintdorsch
                    (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
KOMC77 ) 546 endg.
 ---pagebreak---                                                               KAB/4/26/77-DE
                                                                    Qrig . I PR
                                Begründung
 Um die Auswirkungen der direkten , sogenannten "industriellen" Stintdorsch-
 fischerei auf die Bestände dieser Fischart sowie auf die Arten , die den
 meisten Beifang "bei dieser Art von Fischerei abgeben , "besser "beurteilen zu
 können , hat die Kommission durch den ICES (« Conseil International pour
 ^ Exploration de la Mer « Internationaler Rat für Meeresforschung ) einen
 wissenschaftlichen Bericht zur Bewertung dieser Auswirkungen erstellen
 lassen . Dieser Bericht ist dem Rat übermittelt worden .
 Unter den Schlußfolgerungen des "besagten Berichts sind folgende Punkte
"besonders hervorzuheben :
- Nach den jüngsten Schätzungen erfordern die "industriellen" Bestände
   an Stintdorsch und Sandaal keine Beschränkungen der Fangt ätigikeit gegen­
   über diesen Beständen ;
- bei der industriellen Fischerei , die unter Verwendung kleiner Maschen-
   weiten vorgenommen wird , werden Mengen von Wittling und Schellfisch
   als Beifang mit gefangen }
- dieser zusätzliche Beifang schwankt je nach Fangort und Fangzeit sowohl
   in bezug auf die Altersklassen als auch in bezug auf seinen prozentualen
   Anteil am Hauptfang und in bezug auf die jeweilige Menge , ausgedrückt
   in Gewicht oder in Anzahl Fischen ;
- der industriellen Fischerei auferlegte Fangbeschränkungen ( die auf un­
   terschiedliche V/eise vorgenommen werden könnten ) würden gewisse Ein­
   sparungen , ausgedrückt in Wittling- und Schellfischmengen , ermöglichen j
- der Bericht des ICES , vor allem die Schätzungen der theoretischen
   Einsparungen , ausgedrückt in Wittling- und Schellfischmengen , die als
   Folge einer Verringerving der industriellen Fisoherei erzielt werden
   könnten , stützt sich namentlich auf das Datenmaterial über die in den
   Jahren 1975 und 1976 ausgeübte Fangtätigkeit .
 ---pagebreak--- Während Wahl und Um fang1 der für bestimmte Fischbestände zu ergreifenden
Konserv-ierungsmaßnahinen wegen des außerordentlich kritischen Zustands
dieser- Eestänue nur einen sehr kleinen Spielraum lassen , erfordern die
zur Diskussion stehenden Probleme die Berücksichtigung einer Reihe unver­
 einbarer Faktoren :
- Die Tatsache , bestimmte Fischbestände dadurch zu schützen , daß die
   Fangtätigkeit gegenüber anderen Fischbeständen eingeschränkt wird ,
   die ihrerseits keinen Schutz benötigen , bedeutet , eine wirtschaftliche
   und soziale Wahl treffen zu müssen zwischen der Wahl verschiedener
   Fischarten und - gegebenenfalls - zwischen unterschiedlichen Verwen­
   dungen dieser Arten . Diese Wahl könnte beeinflußt werden durch Vor-
   ausschätzungen betreffend Vermarktungsmöglichkeiten größerer Mengen
   der betreffenden Fischarten , Möglichkeiten des Ersatzes dieser Arten
   durch andere usw . ;
- bei Einführung von Schutzmaßnahmen für die betreffenden Bestände müs Stu­
   die Folgen    solcher Maßnahmen für die Beziehungen zu den jeweils be­
   troffenen Drittländern in Rechnung gestellt werden ;
- die Tatsache , daß die auf unterschiedliche Fischbestände ausgerichtete
   Fangtätigkeit bei Einführung von Schutzmaßnahmen für einen oder mehrere
   der betroffenen Fischbestände berücksichtigt werden muß , wir.'t beson­
   dere Probleme hinsichtlich der Wahl der zu ergreifenden Maßnahmen auf
   - im vorliegenden Fall könnten es eine Maßnahme oder eine Verbindung
   von Maßnahmen sein wie zum Beispiel die Schließung bestimmter Zonen
   für die industrielle Fischerei während mehr oder weniger langer Zeit­
   räume , Bestimmungen betreffend den Beifang , Beschränkungen dea Fangs
   usw .
 ---pagebreak---                           - 3 -
Nacn Ansicht der Kommission gibt eine Prüfung der vorstehenden
Probleme Anlaß zu der Folgerung, daß eine Beschränkung der
industriellen Fischerei im Hinblick auf eine schnelle Wiederauf-
stockung anderer Arten, insbesondere des Schellfisch, erforder­
lich ist .
Alis diesem Grunde schlägt die Kommission vorsorglich vor , das
derzeit geltende Verbot in einem Gebiet nordöstlich von Schott­
land bis Ende 1977 zu verlängern .
Die Prüfung des vorliegenden Falles verursacht allerdings besonders
schwerwiegende Probleme , die nicht dadurch erleichtert werden ,
daß die Schlußfolgerungen des ICES-Berichts nochmals im Lichte
der zukünftigen Lage der betroffenen Fischereikreise zu überdenken
sein werden. Diese Lage wird nicht nur durch die im Jahre 1977
getroffenen Maßnahmen , sondern auch durch die voraussichtlichen
Fischereimöglichkeiten im Jahre 197Ö beeinflußt , die wiederum durch
die von der Kommission bereits vorgeschlagenen Bestimmungen beeinflußt
werden wird .
 ---pagebreak---                   VERORDNUNG ( EWG) Nr.    /77 DES RATES
                           vom
                  betreffend das Fangverbot für Stintdorsch
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
 Gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 35Q/77 des Rates vom 18. Februar 1977
zur Festlegung bestimmter Ubergangsmassnahmen zur Erhaltung und Bewirtschaf­
tung der Fischbestände ( l), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG)
Nr. 2243/77 ( 2), insbesondere auf Artikel 5 Absatz 2,
auf Vorschlag der Kommission ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Beim Fang von Stintdorsch zu industriellen Zwecken wird ein hoher Anteil von
Jungfischen der auf dem Meeresboden lebenden Fischarten als Beifänge gefangen.
Die Verordnung ( EWG) Nr. 35Q/77 sieht in Artikel 5 Absatz 2 Massnahmen zum
Schutz des Stintdorschs vor. In Anwendung der genannten Verordnung ist der
Stintdorschfang bis zum 31. Oktober 1977 ia dem nordöstlich der Küsten des
Vereinigten Königreichs gelegenen Teil der Nordsee durch Verordnung ( EWG)
Nr. 224-^77 untersagt worden. Dieses Verbot ist für die vorerwähnte Zone bis
zum 31. Dezember 1977 zu verlängern , bis die Lage an Kand des ICE5–Berichts
über Stintdorsch vollständig überprüft werden kann –
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
( 1) ABl. Nr. L 48 vom 19.2.1977, S. 28
( 2) ABl. Nr. L 260, vom 13.6.1977, S. 1
 ---pagebreak---                                                                             2.-
                            Artikel 1
Der Fang von Stintdorsch ist vom 1« November "bis 31 « Dezember 1977 in dem
 Teil der Nordsee untersagt , der durch die Verbindungslinie zwischen nach­
 stehenden Punkten "begrenzt wird :
    Ostküste des Vereinigten Königreichs , 56® 00' N Breite
– Breite 56° 00 « N – Länge 00° 00'
– Breite 60° 00' N – Länge 00° CO'
– Breite 60° 00 * N – Länge 03° 00' W,
– Breite 58° 30' N ■– Länge 03° 00 * W,
– Ostküste des Vereinigten Königreichs , Breite 58° 30* N.
                            Artikel 2
Diese Verordnung tritt am 1 . November 1977 in Kraft «
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Mitgliedstaat «
Geschehen zu                                       Im Namen des Rates
                                                       Der Präsident