CELEX: 62017CN0609
Language: de
Date: 2017-10-24 00:00:00
Title: Rechtssache C-609/17: Vorabentscheidungsersuchen des Työtuomioistuin (Finnland), eingereicht am 24. Oktober 2017 — Terveys- ja sosiaalialan neuvottelujärjestö (TSN) ry/Hyvinvointialan liitto ry

15.1.2018   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 13/8
            
         Vorabentscheidungsersuchen des Työtuomioistuin (Finnland), eingereicht am 24. Oktober 2017 — Terveys- ja sosiaalialan neuvottelujärjestö (TSN) ry/Hyvinvointialan liitto ry
   (Rechtssache C-609/17)
   (2018/C 013/09)
   Verfahrenssprache: Finnisch
   
      Vorlegendes Gericht
   
   Työtuomioistuin (Finnland)
   
      Parteien des Ausgangsverfahrens
   
   
      Kläger: Terveys- ja sosiaalialan neuvottelujärjestö (TSN) ry
   
      Beklagter: Hyvinvointialan liitto ry
   
      Beteiligte: Fimlab Laboratoriot Oy
   
      Vorlagefragen
   
   
               1.
            
            
               Steht Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung (1) einer innerstaatlichen Bestimmung in einem Tarifvertrag oder deren Auslegung entgegen, wonach ein Arbeitnehmer, der bei Beginn seines Jahresurlaubs oder eines Teils davon arbeitsunfähig ist, ungeachtet seines Antrags keinen Anspruch auf Übertragung eines in den betreffenden Zeitraum fallenden, ihm nach dem Tarifvertrag zustehenden Urlaubs hat, wenn die Nichtübertragung des tarifvertraglichen Urlaubs den Anspruch des Arbeitnehmers auf vier Wochen Jahresurlaub nicht mindert?
            
         
               2.
            
            
               Hat Art. 31 Abs. 2 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union unmittelbare Rechtswirkung in einem Arbeitsverhältnis zwischen privaten Rechtssubjekten, d. h. unmittelbare horizontale Rechtswirkung?
            
         
               3.
            
            
               Schützt Art. 31 Abs. 2 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union den erworbenen Urlaub, soweit die Dauer des Urlaubs den in Art. 7 Abs. 1 der Arbeitszeitrichtlinie vorgesehenen Mindestjahresurlaub von vier Wochen überschreitet, und steht diese Bestimmung der Grundrechtecharta einer innerstaatlichen Bestimmung in einem Tarifvertrag oder deren Auslegung entgegen, wonach ein Arbeitnehmer, der bei Beginn seines Jahresurlaubs oder eines Teils davon arbeitsunfähig ist, ungeachtet seines Antrags keinen Anspruch auf Übertragung eines in den betreffenden Zeitraum fallenden, ihm nach dem Tarifvertrag zustehenden Urlaubs hat, wenn die Nichtübertragung des tarifvertraglichen Urlaubs den Anspruch des Arbeitnehmers auf vier Wochen Jahresurlaub nicht mindert?
            
         
      (1)  ABl. 2003, L 299, S. 9.