CELEX: 51969PC0071
Language: de
Date: 1969-02-06
Title: Vorschlag einer Verordnung des Rates betreffend die Herstellung und den Handel mit Fruchtsäften und gleichartigen Erzeugnissen (Von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (69) 71
Vol. 1969/0012
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                          KOM(69)71 endg.
                                          BrCissel , den 6 . Pehruar 1969
                            Vorschlag
                              einer
                     Verordnung des Rates
       "betreffend die Herstellung und den Handel mit
       Fruchtsäften und gleichartigen Erzeugnissen
        ( Von der Kommission dem Rat vorgelegt )
       KOM ( 69 ) 71 endg .
 ---pagebreak---                                     Verschlag
                              Vcf^Tcrv'-' ^     Pats
      tetreffend die HersWlïfca^d 4*n-3è»ë*.l Bit PruohtaSften uiad slaich-
      s*tt£A» . Cr<6à|K#i«WB- (ttA. 4é#i'Kcti«ic«icn è«» ftat -tcreelegt)
      53R Ri.f DSU SÜROPllsto (ß^ltsp^äl                                   •• ;ii:Sc^ft,
lastützt   ktifdon Vertrag, zur Gründung "dar Europäischen wfrtschaftsgama in c a u ,
insbesondere aux die Artikel 43 und. 23p »
 auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
 in Erwägung nachstehender Gründe ;
Um zur Schaffung des gemeinsamen Marktes für Fruchtsäfte und -nektare beiaiu– -
tragen , um die Erzeugung so auszurichten , dass den Erfordernissen der Verbraucher
genügt wird und um die Handelsbeziehung auf der Grundlage eines gesunden und
lauteren Wettbewerbs zu erleichtern , müssen gemeinsame Regeln für die Zusammen­
setzung , die Verwendung vorbehaltener Bezeichnungen , die Herstellungsmerkmale
und die Kennzeichnung der fraglichen Erzeugnisse aufgestellt werden .
Für Fruchtsäfte einschliesslich Traubensaft ist der Erlass solcher Regeln die
notwendige Ergänzung zur Beseitigung der Zollhindemisse und aller Beschrän­
kungen im Handelsverkehr gemäss Artikel 10 Absatz ( l ) der Verordnung ( EWG ) •
Nr. 865/68 des Rates vom 28 Juni 1968 über die gemeinsame Marktorgani sation
für Verarbeitungserzeugnisse aus Obst und Gemüse^).
Dia genannte Verordnung gilt nicht für Fruchtnektare , die keine landwirt schaft-
lichen Erzeugnisse im Sinne des Anhangs II des Vertrags sind. Auf Grund der
Merkmale ihrer Zusammensetzung und Herstellung müssen die Fruchtnektare den
Fruchtsäften jedoch gleichgestellt werden , denen sie ausserdem auf Grund der
Art ihrer Darbietung angeglichen sind . Es ist folglich geboten , eine einheit­
liche und zusammenhängende Regelung zu erstellen, die gleichzeitig für Frucht­
säfte und Fruchtnektare gilt . Diese Regelung muss insbesondere wegen ihres
Zusammenhangs mit der gemeinsamen Marktorganisation für Verarbeitungserzeugnisse
aus Obst und Gemüse die Form einer Verordnung erhalten .
(1 ) AB1. Nr. L 153 vom 1 . 7. 68, S. 8                                   .../•••
 ---pagebreak--- Für Erzeugnisse ausserhalb des Anhangs II hat der Vertrag nicht die Möglich­
keit vorgesehen , in allen ihren Teilen verbindliche und unmittelbar in jedem
Kitgliedstaat geltende Normen für die Herstellung und das Inverkehrbringen zu
erlassen . Deshalb müssen die Vorschriften dieser Verordnung auch auf Artikel
235 gestützt werden .
Die Festsetzung der analytischen und mikrobiologischen Eigenschaften von Frucht­
säften und verwandten Erzeugnissen sowie die Bestimmung der Art und Weise der
Probenahme und die Anal ysemetho den zum Nachweis der Zusammensetzung und der
Herstellungsmerkmale der genannten Erzeugnisse sind technische Durchführungs-
massnohmenj es ist daher zweckmässig , ihren Erlass der Kommission zu übertrat
gen , um das Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen .
In allen Fällen , in denen der Rat der Kommission Zuständigkeiten für die
Durchführung der im Lebensmittelbereich aufgestellten Regeln überträgt , ist
ein Verfahren vorzusehen , durch das im Rahmen des durch den Beschluss des
Rates vom          eingesetzten Ständigen Lebersmitteiausschusses eine ^ngo
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission herbeigeführt
wird -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN
 ---pagebreak---                                           Artikel 1
Im Sinne dieser Verordnung ist ;
( l ) Fracht :
                                                                                 \
         Die frische oder durch Kälte haltbar gemachte , gesunde , nicht verdorbene ,
         keiner wesentlichen Bestandteile beraubte Frucht in geeignetem - Reifezu-
         stand. Die Tomate gilt ebenfalls als Frucht .
( 2 ) Zucker : ,
         a) Kristallisierte Saccharose mit einem Reinheitsgehalt von mindestens
             99 » 5 % der Trockenmasse .
         b ) Kristallisierte oder wasserfreie Dextrose mit einem Reinheitsgehalt .
             von mindestens 99 » 5 % der Trockenmasse .                           ' :
         c ) Stärkezuckersirup : Den folgenden Merkmalen entsprechende konzentrierte
             und raffinierte wässerige Lösung von genusstauglichen Kohlehydraten ,
             die aus reiner Speisestärke gewonnen sind :
             - Trockenmasse :                   mindestens . 80 Gewichtshundertteile
               Äquivalent in                            -
               wasserfreier Dextrose :          mindestens 35 % ( bezogen auf die
                                                Trockenmasse )
             - Asche :                          höchstens 0,5 Gewichtshundert teile
                                                ( bezogen auf die Trockenmasse )
             - gesamte schweflig® Säure :       höchstens 20 mg/kg.
( 3 ) Fruchtsaft :                                                            ...
         Der "mittels mechanischer Verfahren aus Fruchten gewonnene^' 'iiicht gegöröne
         aber gärfähige , trübe oder klärö , zum unmittelbaren Genuss geeignete . Saft
        ;der da3 charakteristische Aroma und den charakteristischen Geschmack der
         Früchte besitzt , aus denen er entstammt . Im Falle der Zitrusfrüchte ent­
         stammt der Fruchtsaft dem Endocarp .                     -
( 4 ) . Fruchtnektar ohne Fruchtfleisch :                                 '    'T
         Das nicht gegorene r.ber gärfähige , durch Zusatz von Wasser : und Zucker zum
         Saft folgender Früchte hergestellte Erzeugnis :                      ....
 ---pagebreak---                                               - 4 -
      Sauerkirschen , Aprikosen , Pfirsiche , Pflaumen , Zwetschgen , Guajaven , weisse ,
      rote und schwarze Johannisbeeren , Stachelbeeren , Passionsfrüohte ( Passiflora
      edulis ), Himbeeren , Erdbeeren , Brombeeren, Heidelbeeren, Hagebutten-( Früchte
      von Rosa sp .), Schlehen , Ebereschen ^"sorbus aueuparia var. edulis (Dieck)
      Holunder, Sanddorn (Hippophae rhamnoide3 L. ) und sonstige geniessbare Wild-
      früchte .
( 5 ) Fruchtnaktar mit Fruchtfleisch :
      Das nicht gegorene aber gärfähige , durch Zusatz von Wasser und Zucker zu dem
      geniessbaren und passierten Teil ganzer oder geschälter Früchte hergestellte
      Erzeugnis . .
( 6 ) Konzentrierter Frucht saft :
      Das aus Fruchtsaft durch physikalisches Ausscheiden eines bestimmter Teiles
      des natürlichen Wassergehaltes hergestellte Erzeugnis .
( 7 ) Rückverdünnter Fruchtsaft :
      Das trübe oder klare , aus konzentriertem Fruchtsaft durch Zusatz von Wasser
      hergestellte Erzeugnis , das gleichartige organoleptische und analytische
      Eigenschaften besitzt wie der Fruchtsaft , dem es entstammt .
                                           Artikel 2
( 1 ) Die in Artikel 1 Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) genannten Bezeichnungen sind den dort
      definierten Erzeugnissen vorbehalten und sind beim gewerbsmässigen Inver-
      kehrbringen zur Kennzeichnung dieser Erzeugnisse zu verwenden .
      Entstammt das Erzeugnis nur einer Fruchtart , so tritt deren Angabe an die
      Stelle des Wortes "Frucht ".
( 2 ) Erzeugnisse , die den in Artikel 1 Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten Erzeugnissen
      gleichartig sind und die als diätetische Lebensmittel gewerbsmässig in den
      Verkehr gebracht werden , können die in Absatz ( l ) genannten Bezeichnungen
      mitenthalten .
                                                                             • • •J • • •
 ---pagebreak---                                          - 5 -
                                     Artikel 3
( l ) Vorbehaltlich Absatz ( 2 ) sind für die Herstellung von Prachtsäften aus­
      schliesslich zugelassen :
      a) das Mischen von Säften einer oder mehrerer Fruchtarten untereinanderj -
      b ) die Behandlung mit :
          - L-Ascorbinsäure /~S 300 1 bis zur Höchstmenge von 150 mg je Liter Saft ,
          - Kohlendioxyd HE 290 7»
          - Stickstoff ,
          - pektolytischen Enzymen ,
          - proteolytischen Enzymen ,
          - Speisegelatine ,
          - Tannin ,
          – Bentomt ,
          - Xieselsol ,
          - Kaolin ,
          - Kohle ,
          - inerten Filterstoffen ( Asbest , Kieselgur, Zellulose , Nylon);
      c ) di3 gebräuchlichen physikalischen Verfahren und Behandlungen wie
          thermische Behandlung , Schleudern und Filtern ; die . Anwendung von be­
          stimmten dieser Verfahren und Behandlungen kam gemäss dem Verfahren
          des Artikels 11 beschränkt oder untersagt werden .
( 2 ) Ferner sind zugelassen :
      a ) für Traubensaft :               '
          - die Behandlung mit Schwefeldioxyd /~E 220J und Kaliumdisulfit "
             /~E 224_/» jedoch darf der Gesamtgehalt an. Schwofeldioxyd des an
             den Verbraucher abgegebenen Saftes 20 mg j'e Liier nicht übersteigen |
             diese Begrenzung wird auf $0 mg erhöht für Traubensaft , der vor dem
             1 . Januar 1974 in der Gemeinschaft hergestellt oder in dieselbe ein­
             geführt wird ,
                                                                        • • Û /• • •
 ---pagebreak---                                                  _ 6 -
          - das Entschwafeln mittels, physikalischer Verfahren ,
          - das Klären mit tierischem Eiweiss und Kasein ;
      b) für Zitrusfruchtsaft , der Zusatz von Zucker bis zur Höchstmenga von
      ..  50 g je Liter ;
      c ) für Tomatensaft , der Zusatz von Natriumchlorid, Gewürzen und Aromaten.
                                            Artikel 4
      Für die Herstellung von Fruchtnektaren ohne Fruchtfleisch sind ausschliesslich
      zugelassen :
      a) das Mischen von Säften oder Fruchtnoktaren ohne Fruchtfleisch einer oder
          mehrerer Fruchtarten untereinander ;
      b) die in Artikel 3 Absatz ( l ) Buchstaben b) und c ) aufgeführten Behandlungen
          und Verfahren ;
      c ) das teilweise Entsäuren vonein Übermass an Säure aufweisenden Fruchtsäften
          mittels Kalziumkarbonat ;
      d) der Zusatz von Wasser und Zucker, letzterer bis zur Höchstmenge der in
          Anhang I angegebenen Grenzzahlen , und soweit durch diese Massnalime nicht
          bewirkt wird, dass der Gehalt des Nektars an Fruchtsaft sowie seine Gesamt-
          säure unter den in dem genannten Anhang angegebenen Grenzzahlen liegen.
                                            Artikel 5
( l ) Vorbehaltlich 'Absatz ( 2 ) sind für die Herstellung von Fruchtnektaren mit Frucht-
      fleisch ausschliesslich zugelassen :
      a) das Mischen von Früchten oder von Fruchtnektaren mit Fruchtfleisch aus Früch­
          ten einer oder mehrerer Arten untereinander ;
                                                                           ■ • c J# • •
 ---pagebreak---                                           - 7 -
      ta ) die Behandlung mit :
           - L-Ascorbinsäure /~E 300J Ms zur Höchstmenge von 150 mg je Liter
             Nektar ,
           - Kohlendioxyd /~ÏÏ 290 71
           - Stickstoff j
      c ) thermische Behandlung $
      d) der Zusatz von Wasser und Zucker, letzterer bis zur Höchstmenge der in
           Anhang II angegebenen Grenz zahlen , und soweit durch diese Massnahme
           nicht bewirkt wird , dass der Fruchtgehalt des Nektars sowie sein Re-
           fraktometerwert unter den in dem genannten Anhang angegebenen Grenz- ,
           zahlen liegen ? der Zucker kann durch Honig in unbeschränkter Menge
           ersetzt werden .                '
           Die in Anhang II genannten Herstellungsmerkmale können gemäss dem Ver­
           fahren des Artikels 11 auch für andere Fruchtnektare mit Fruchtfleisch ,
           bestimmt werden als diejenigen aus Aprikosen .                ...
( 2 ) Birnen- und Pfirsichnektar mit Fruchtfleisch kann ferner Zitronensäure
      bis zur Höchstaienge von 5 g je Liter zugesetzt werden ; die Zitronensäure
      kann durch Zitronensaft in unbeschränkter Menge ersetzt werden .
      Dieser Zusatz kann gemäss dem Verfahren des Artikels 11 auch für andere
      Fruchtnektare mit Fruchtfleisch zugelassen werden .
                                          Artikel 6
      Für die Herstellung von konzentrierten Fruchtsäften sind ausschliesslich
      zugelassen :                 -              '
      a) die in Artikel 3 aufgeführten Behandlungen und Verfahren.
      b) das teilweise Ausscheiden von Wasser aus Fruchtsaft mittels thermischer
           Behandlung unter Ausschluss des unmittelbaren Erhitzens .
                                                                         • * • I* « •
 ---pagebreak---                                             Artiksl 7
      Für die Herstellung rückverdünnter Frachtsäfte sind ausschliesslich zugelassen :
      a ) die in Artikel 3 aufgeführten Behandlungen und Verfahren .
      b ) die Rückverdünnung mit Wasser und unter Zusatz von Aromen , die den verwen­
          deten Früchten entstammen und beim Konzentrieren des Fruchtsaftes aufge­
          fangen worden sind .
                                            Artikel 8
( l ) Unbeschadet der vom Rat auf dem Gebiete der Konnzeichnung von Lebensmitteln
      zu treffenden Massnahmen dürfen die in Artikel 1 Absa-tz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten
      Erzeugnisse nur gewerbsmässig in den Verkehr gebracht werden , wenn ihre Behält­
      nisse oder Etiketten folgende gut sichtbare , leicht lesbare und unverwischbare
      Angaben tragen :
      a ) die ihnen nach Artikel 2 vorbehaltene Bezeichnung; bei zwei oder mehreren
          Fruchtarten entstammenden Erzeugnissen folgt dieser Bezeichnung die Aufzäh­
          lung der verwendeten Fruchtarten in absteigender Reihenfolge der vorhande­
          nen Menge ;
      b ) der Nettorauminhalt des Erzeugnisses , ausgedrückt in Liter ;
      c ) bei konzentriertem Fruchtsaft die Menge Wasser, die hinzugefügt werden muss ,
          um das Erzeugnis auf die übliche Dichte dos entsprechenden Fruchtsaftes zurück­
          zuführen ;
      d) der Name oder die Firma und die Anschrift oder der Sitz des Herstellers , des
          Ibfüllers oder eines Verkäufers ;
      e ) der Name des Ursprungslandes für aus dritten Ländern stammende Erzeugnisse ;
      f ) gegebenenfalls :
          - bei Traubensaft , der Vermerk "mit Konservierungsstoff", wenn sein Gehalt
            an Schwefeldioxyd 10 mg je Liter übersteigt ,
          - die Angabe "mit Zusatz von Kohlensäure ", soweit der Gehalt der in Artikel
            1 Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten Erzeugnisse 2 g je Liter übersteigt ,
 ---pagebreak---     - die Angabe "gezuckert " "bei Zitrusfruohtsn.ft , konzentriertem Zitrusfrucht-
      saft und rückverdünntem Zitrusfruchtsaft ,
    - bei Tomatensaft , konzentriertem Tomatensaft und rückverdünntem Tomatensaft
      die Angaben "gewürzt" und "aromatisiert" sowie die Angabe "gesalzen", soweit
      der Gehalt des Tomatensaftes , des rückverdünnten Tomatensaftes oder des nach
      Zusatz von Wasser auf die übliche Dichte von Tomatensaft zurückgeführten kon­
      zentrierten Tomatensaftes 1,5 g je Liter übersteigt ,
    - bei Fruchtnektar mit Fruchtfleisch die Vermerker "mit Zitronensäure", "mit
      Zitronensaft ", "mit Honig".
(2) Die in Absatz ( l ) Buchstabe a) genannten Bezeichnungen dürfen nicht mit anderen
    als in diesem Artikel genannten Angaben verbunden werden. Jedoch können der
    Bezeichnung der in Artikel 1 Absatz ( 4) und ( 5) definierten Erzeugnisse die
    Worte "Süssmost" beziehungsweise "Succo e, polpa" vorangehen oder folgen .
(3) In den Aufschriften auf den Behältnissen oder Etiketten der in Artikel 1
    Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten Erzeugnisse sowie in jeder für1 diese Erzeugnisse-
    unternommenen Werbung ist ein Hinweis auf einen therapeutischen Wert untersagt .
(4) Die Mitgliedstaaten können das gewerbsmässige Inverkehrbringen der in Artikel 1
    Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten Erzeugnisse verbieten, wenn die in Absa/fcz ( l )
    Bachstaben a), c ) und f ) genannten Angaben nicht in ihren Landessprachen auf
    den Behältnissen oder Etiketten angebracht sind.
 ---pagebreak---                                               - 10 -
                 '                            Artikel 9
      Die Mitgliedstaatsn können das gewerbsmässige Inverkenrbnngen der in Artikel 1
 • Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten und in der Gemeinschaft hergestellten Erzeugnissen
      nicht aus Gründen
      - der Ve rpackungsrnateri al î en
      - der Angaben über das Verfallsdatum
      verbieten oder behindern , wenn diese Erzeugnisse den Rechtsvorschriften des
      Ursprungsmitgliedstaaten entsprechen .
                                              Artikel 10
      Gemäss dem Verfahren dos Artikels 11 werden
      a) soweit erforderlich , die Reinheitskriterien für die in Artikel 3 , 4 und 5
          genannten Bohandlungsstoffei
      b) die zur Nachprüfung der vorgenannten Reinheitskriterien erforderlichen Ana­
          lysemethoden ;
      c ) die analytischen und mikrobiologischen Eigenschaften der in Artikel 1
          Absatz ( 3 ) bis ( 7 ) definierten Erzeugnisse }
      d) die Art und Weise der Probenahme und die zum Nachweis der Zusammensetzung
          und der Herstellungsmerkmale der in Artikel 1 Absatz ( 3) bis ( 7 ) defi­
          nierten Erzeugnisse erforderlichen Ana.lysemethoden
      bestimmt .
                                              Artikel 11
( l ) Wird auf das in diesem Artikel festgesetzte Verfahren Bezug genommen, so
       unterbreitet     der Vertreter der Kommission dem durch Beschluss des Rates
     , vom         eingesetzten Ständigen Lebensmittelausschuss , im folgenden "Ausschuss"
       genannt , einen Entwurf der' zu erlassenden Vorschriften. Der Ausschuss nimmt
                                                                             • • •/ • • •
 ---pagebreak---                                              - Il -
     zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist "Stellung , die der Vorsitzende nach
     der Dringlichkeit der betreffenden Fr.ige "bestimmen kann . Die Stellungnahme
     kommt mit einer Mehrheit von zwölf Stimmen zustande , wobei die Stimmen der
     Mitgliedstaaten nach Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages gewogen werden 5 der
     Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil .
(2 ) a) Die Kommission erlässt die in Aussicht genommenen Vorschriften , wenn sie
         der Stellungnahme des Ausschusses entsprechen .
     b ) Entsprechen die in Aussicht genommenen Vorschriften nicht der Stellung­
         nahme des " Ausschusses oder ist keine Stellungnahme ergangen , so schlägt
         die Kommission dem Rat unverzüglich die zu erlassenden Vorschriften vor.
         Der Rat beschiiosst mit qualifizierter Mehrheit .
     c ) Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten , nachdem ihm der
         Vorschlag übermittelt worden ist , keinen Beschluss gefasst , so werden die
         vorgeschlagenen Vorschriften von der Kommission erlassen .
                                             Artikol 12
     Diese Verordnung berührt nicht die Anwendung der Vorschriften über Rückstände
     von Schädlingsbekämpfungsmitteln .
                                             Artikel 13
     Diese Verordnung gilt nicht für Erzeugnisse , die
     a) zur Ausfuhr aus der Gemeinschaft bestimmt sindj
     b) aus dritten Ländern eingeführt und für den aktiven Veredlungsverkehr
         bestimmt sind .
                                                                            • • • /• • •
 ---pagebreak---                                          Artikel 14
( 1 ) Diese Verordnung wird ab 1 . Januar 1970 angewendet .
( 2 ) Nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung tragen die Mitglie Staaten dafür
       Sorge , dass die Kommission von allan späteren Entwürfen wesentlicher Itechts-
       und Verwaltungsvorschriften , die sie auf dem von dieser Verordnung erfassten
     . Gebiet zu erlassen beabsichtigen , so rechtzeitig unterrichtet wird, dass
       sie sich dazu äussern kann .
       Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
       in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brüssel , am                                   Im Namen des Rates
                                                            Dar Prâsident
 ---pagebreak---                                 Anhang I
         Besondere Vorschriften für Fruchtnektar ohne Fruchtfleisch
  Fruchtncktar ohne            Zusatz von         Gesamtsâure       Gehalt an Frucht­
  Fruchtfleisch au s           Zucker (Maxi­      berechnet al s    saft (Minimum in
                               mum in Gewichts­   Weinsâure ( g/l ) Gewi cht 3hunde rt-
                               hundertteilen )                      teilen)
  Passionsfrucht                     20                 12                 ■ 25
  Schwarzen Johannisbeeren           20                 10                   30
  Weissen Johannisbeeren             15                  9                   40
  Roten Johannisbeeren               20                  9                   30
  Stachelbeeren                      20                  9                   30
  Sanddorn                   I       15                  9                   40         j
  Schlehen                           20               .  8                   30         !
  Pflaumen                           20                  8                   30
  Zwetschgen                         20                  8                   30
  Ebereschen                         20                  8                   30
  Hagebutten                I        «                   8                   40
  Sauerkirschen                      15                  8                   40
                                                l
  Heidelbeeren                       15                                      40
  Holunder                 I         12                  7                   50
  Himbeeren                                              7                   40
  Aprikosen                I         15                  6                   40
  Pfirsichen               I         12                  6                   50
  Erdbeeren                I         12                  5                   50
I Brombeeren               I                             5                   40
I Anderen Früchten                   15                                      40
  Fruchtmischungen                   15                                      40
 ---pagebreak---                                       Anhang II
                 Besondere Vorschriften für Prachtnektar mit Fruchtfleisch
t
  Fruchtnektar mit       Zusatz von Zucker      Gehalt an Frucht       Refraktometer- !
  Fruchtfleisch aus      ( Maximum in Gewichts- (Minimum in Gewichts­ wert ( l )
                         hunterttoilen)         hundertteilen)
                                       I
                                                                                      I
  Aprikosen                      12                   40                   15         I
  Anderen Früchten               12                   50                   15
( l ) Der durch Ablesen eines Zucker-Refraktometers bei 20°C ohne Korrektur
      ermittelte Wert .