CELEX: C1998/041/21
Language: de
Date: 1998-02-07 00:00:00
Title: Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des Beschlusses des Obersten Gerichtshofes, Österreich, vom 22. Oktober 1997 in dem Rechtsstreit Der Landesgrundverkehrsreferent der Tiroler Landesregierung gegen 1. Adolf Sparber, 2. Firma Atelier Delta Entwurf- und Planungsgesellschaft mbH in Liquidation, 3. Hans-Eberhard Junkersdorf und 4. Maria-Margareta Junkersdorf (Rechtssache C-407/97)

7.2.98                DE                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 C 41/11
3. Bei Bejahung der Frage 2:                                      Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des
                                                                  Beschlusses des Obersten Gerichtshofes, Österreich, vom
                                                                  22. Oktober 1997 in dem Rechtsstreit Der Landes-
     Ist Artikel 522 i. V. m. Artikel 526 Absatz 4 ZK/DVO         grundverkehrsreferent der Tiroler Landesregierung gegen
     in der Fassung des Artikels 1 Nr. 16 und Nr. 18 der          1. Adolf Sparber, 2. Firma Atelier Delta Entwurf- und Pla-
     Verordnung (EWG) Nr. 3254/94 der Kommission vom              nungsgesellschaft mbH in Liquidation, 3. Hans-Eberhard
     19. Dezember 1994 auch für Zollanmeldungen vor                    Junkersdorf und 4. Maria-Margareta Junkersdorf
     dem 7. Januar 1995 anwendbar?
                                                                                    (Rechtssache C-407/97)
                                                                                          (98/C 41/21)
                                                                  Der Oberste Gerichtshof, Österreich, ersucht den Gerichts-
 Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften             hof der Europäischen Gemeinschaften durch Beschluû vom
   gegen das Groûherzogtum Luxemburg, eingereicht am              22. Oktober 1997, in der Kanzlei des Gerichtshofes einge-
                      4. Dezember 1997                            gangen am 5. Dezember 1997, in dem Rechtsstreit Der
                                                                  Landesgrundverkehrsreferent der Tiroler Landesregierung
                   (Rechtssache C-406/97)                         gegen 1. Adolf Sparber, 2. Firma Atelier Delta Entwurf-
                         (98/C 41/20)                             und Planungsgesellschaft mbH in Liquidation, 3. Hans-
                                                                  Eberhard Junkersdorf und 4. Maria-Margareta Junkers-
                                                                  dorf um Vorabentscheidung über folgende Frage:
Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat am
4. Dezember 1997 eine Klage gegen das Groûherzogtum
Luxemburg beim Gerichtshof der Europäischen Gemein-               Ist Artikel 70 der Akte über die Bedingungen des Beitritts
schaften eingereicht. Bevollmächtigter der Klägerin ist           der Republik Österreich, der Republik Finnland und des
Michel Nolin, Juristischer Dienst, Zustellungsbevollmäch-         Königreichs Schweden und die Anpassungen der die Euro-
tigter: Carlos Gómez de la Cruz, Centre Wagner, Luxem-            päische Union begründenden Verträge (BA) (1), wonach
burg-Kirchberg.                                                   abweichend von den Verpflichtungen im Rahmen der die
                                                                  Europäische Union begründenden Verträge die Republik
                                                                  Österreich ihre bestehenden Rechtsvorschriften betreffend
Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften bean-              Zweitwohnungen während eines Zeitraumes von fünf Jah-
tragt,                                                            ren ab dem Beitritt (1. Januar 1995) beibehalten kann, so
                                                                  auszulegen, daû die Übergangsbestimmungen des § 40
                                                                  Abs. 2 und 5 des am 1. Oktober 1996 in Kraft getretenen
Ð festzustellen, daû das Groûherzogtum Luxemburg                  Tiroler Grundverkehrsgesetzes 1996, Landesgesetzblatt für
     gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 93/7/         Tirol Nr. 61/1996, unter den Begriff der bestehenden
     EWG des Rates vom 15. März 1993 über die Rück-               Rechtsvorschriften fallen oder sind diese Bestimmungen
     gabe von unrechtmäûig aus dem Hoheitsgebiet eines            dann als neue Rechtsvorschriften anzusehen, wenn auf-
     Mitgliedstaats verbrachten Kulturgütern (1) verstoûen        grund von Erkenntnissen des österreichischen Verfassungs-
     hat, indem es nicht innerhalb der festgesetzten Frist die    gerichtshofes die Vorschriften früherer Tiroler Grundver-
     erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften           kehrsgesetze auf den vorliegenden Fall nicht anzuwenden
     erlassen hat, um der Richtlinie nachzukommen, oder           waren?
     indem es der Kommission diese Vorschriften nicht mit-
     geteilt hat;
                                                                  (1) ABl. C 241 vom 29.8.1994, S. 1.
Ð dem Groûherzogtum Luxemburg die Kosten des Ver-
     fahrens aufzuerlegen.
Klagegründe und wesentliche Argumente
                                                                  Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
Artikel 189 Absatz 3 EG-Vertrag, wonach eine Richtlinie           gegen das Groûherzogtum Luxemburg, eingereicht am
für jeden Mitgliedstaat, an den sie gerichtet werde, hin-                              5. Dezember 1997
sichtlich des zu erreichenden Ziels verbindlich sei, ver-                           (Rechtssache C-409/97)
pflichte die Mitgliedstaaten, innerhalb der in den Richt-
linien festgesetzten Fristen die erforderlichen Durchfüh-                                 (98/C 41/22)
rungsmaûnahmen zu ergreifen. Im vorliegenden Fall sei die
Frist am 15. Dezember 1993 abgelaufen, ohne daû das
Groûherzogtum Luxemburg die erforderlichen Maûnah-                Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat am
men getroffen habe.                                               5. Dezember 1997 eine Klage gegen das Groûherzogtum
                                                                  Luxemburg beim Gerichtshof der Europäischen Gemein-
                                                                  schaften eingereicht. Bevollmächtigte der Klägerin ist
(1) ABl. L 74 vom 27.3.1993, S. 74.
                                                                  Marie Wolfcarius, Juristischer Dienst, Zustellungsbevoll-
                                                                  mächtigter: Carlos Gómez de la Cruz, Centre Wagner,
                                                                  Luxemburg-Kirchberg.