CELEX: 31976R1833
Language: de
Date: 1976-07-28 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 1833/76 der Kommission vom 28. Juli 1976 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1493/71 über die Zu- und Abschläge für Getreide bei der Intervention

Nr. L 203/28                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 29. 7. 76
                           VERORDNUNG (EWG) Nr. 1833/76 DER KOMMISSION
                                                      vom 28 . Juli 1976
               zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1493/71 über die Zu- und Abschläge
                                              für Getreide bei der Intervention
DIE KOMMISSION DER EUROPAISCHEN                                   zur Brotherstellung geeigneten Mindestqualität von
GEMEINSCHAFTEN —                                                  Weichweizen, die für die Interventionsmaßnahmen
                                                                  im Wirtschaftsjahr 1976/ 1977 gefordert wird (5). Der
                                                                  Weichweizen wird daher als Futtergetreide angesehen
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä­                 und zur Intervention zum Gerstenpreis angenommen.
ischen Wirtschaftsgemeinschaft,                                    Demzufolge sind einige Bestimmungen in Artikel 2, 3
                                                                  Absatz 2 und 4 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr.
                                                                   1493/71 unter Berücksichtigung der Bestimmungen
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2727/75 des                 in Artikel 2a der Verordnung (EWG) Nr. 1492/71
Rates vom 29. Oktober 1975 über die gemeinsame                    über die Verfahren und die Bedingungen für die Über­
Marktorganisation für Getreide (l), zuletzt geändert               nahme von Getreide durch die Interventionsstellen (6),
durch die Verordnung (EWG) Nr. 11 43/76 (2), insbe­               zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr.
sondere auf Artikel 4 Absatz 3 und Artikel 7 Absatz 5,             1832/76 (7), so zu ändern, daß sie der Verwendung die­
                                                                  ser Weichweizenqüalität als Futtergetreide besser ent­
                                                                  sprechen.
in Erwägung nachstehender Gründe :
                                                                   Der Verwaltungsausschuß für Getreide hat nicht inner­
Die Verordnung (EWG) Nr. 1493/71 der Kommission                    halb der ihm von seinem Vorsitzenden gesetzten Frist
vom 13. Juli 1971 über die Zu- und Abschläge für                   Stellung genommen —
Getreide bei der Intervention (3), zuletzt geändert
durch die Verordnung (EWG) Nr. 1 548/76 (4), sieht in
Artikel 6 vor, daß die Interventionsstellen einen beson­
deren Zuschlag von 1,50 Rechnungseinheiten je                      HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
Tonne bei Roggen , in den Anbaugebieten anwenden
können, in denen diese Getreideart regelmäßig zur
Brotherstellung verkauft wird, sofern das Getreide hin­
                                                                                             Artikel 1
sichtlich der physischen und technologischen Beschaf­
fenheit einer Mindestqualität entspricht. Da die Land­
wirte in den traditionellen Anbaugebieten den Rog­                Artikel 6 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr.
genanbau mehr und mehr aufgeben, sollte als Anreiz                 1493/71 erhält folgende Fassung :
für den Anbau der besondere Zuschlag, der bei der
Intervention von Roggen gewährt werden kann, von                       „( 1 )     Unbeschadet der Bestimmungen des Arti­
1,50 auf 3 Rechnungseinheiten je Tonne heraufgesetzt                   kels 3 können die Interventionsstellen bei der In­
werden. Die Qualitätsmerkmale für die Gewährung                        tervention von Roggen, dessen besonders gute
dieses besonderen Zuschlags entsprechen nicht mehr                     Qüalität eine Verwendung zur Brotherstellung er­
dem derzeitigen Handelsbrauch ; die Bestimmungen                       laubt, einen besonderen Zuschlag von 3 Rech­
von Artikel 6 der genannten Verordnung sind daher                      nungseinheiten je Tonne anwenden, sofern
den Marktusancen anzupassen.
                                                                       — der Anteil an Auswuchs 2,5 v. H. nicht über­
                                                                              steigt ;
In Artikel 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1493/71                          — der Anteil an Bruchkorn 5 v. H. und der An­
heißt es, daß die Zu- und Abschläge, um die der Inter­                        teil an Kornbesatz 3 v. H. nicht übersteigt ;
ventionspreis erhöht oder ermäßigt wird, unter Anwen­
dung der in den Artikeln 3, 4 und 6 dieser Verord­                     — der Anteil der durch Selbsterhitzung geschädig­
nung vorgesehenen Prozentsätze auf diesen zu Beginn                           ten Körner 0,05 v. H. nicht übersteigt ;
des Wirtschaftsjahres gültigen Preis errechnet werden .                — der Anteil der bei der Trocknung hitzegeschä­
Im Wirtschaftsjahr 1976/ 1977 entspricht der Weich­                           digten Körner 0,50 v. H. nicht übersteigt ;
weizen nicht den Bedingungen in der Verordnung
(EWG) Nr. 1831 /76 der Kommission vom 28 . Juli                        — der Anteil an Schrotamylogramm bei einer Ver­
1976 zur Definition der Methode zur Bestimmung der                            kleisterungstemperatur der Stärke von minde­
                                                                              stens 63° nicht unter 200 Einheiten liegt."
0)  ABl . Nr. L 281 vom 1 . 11 . 1975,  S. 1.
(2) ABl . Nr. L 130 vom 19. 5.   1976,  S. 1.                     (5) Siehe Seite 20 dieses Amtsblatts.
(3) ABl . Nr. L 157 vom 14. 7.   1971 , S. 21 .                   (6j ABl. Nr. L 157 vom 14. 7. 1971 , S. 18.
(<) ABl . Nr. L 171 vom 30 . 6.  1976,  S. 28 .                   (7) Siehe Seite 26 dieses Amtsblatts.
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                         Artikel 2                                (4) Zur Anwendung von Artikel 2a dritter Ge­
                                                                  dankenstrich der Verordnung (EWG) Nr. 1492/71
In die Verordnung (EWG) Nr. 1493/71 wird folgender                werden die in Tabelle II des Anhangs aufgeführ­
Artikel aufgenommen :                                             ten Abschläge, die für Weichweizen berechnet
    „Artikel 6a                                                   sind, dessen Eigengewicht von dem für die Stan­
    (1 ) Entspricht der Weichweizen nicht den für                 dardqualität maßgebenden Eigengewicht abweicht,
    die Brotherstellung notwendigen Mindestanforde­               wie folgt ergänzt :
    rungen gemäß der Verordnung (EWG) Nr.
     1831 /76, so übernehmen ihn die Interventionsstel­
    len zum Gerstenpreis.                                                           kg/Hl                  in v.H.
    (2) Bei der Anwendung von Artikel 2 Absatz 1
    ist der in Absatz 1 genannte Interventionspreis für           weniger als 72,0 — 71,0                   1,75
    Weichweizen der für Gerste geltende Preis.                    weniger als 71,0 — 70,D                   2,25
                                                                  weniger als 70,0 — 69,0                   2,75"
    (3) Abweichend von Artikel 4 Absätze 1 und 2
    werden die Abschläge, die für den in Absatz 1 ge­
    nannten Weichweizen gelten, wie folgt berechnet :
    a) übersteigt der Anteil an Schwarzbesatz 1 v. H.
        so wird für jeden weiteren Anteil von 0,1 v. H.                               Artikel 3
        ein Abschlag von 0,1 v. H. angewandt ;
    b) übersteigt der Anteil an Kornbesatz mit Aus­           Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Ver­
        nahme des Schmachtkorns, und an Bruchkorn             öffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Ge­
        jeweils 4 v. H. oder an Auswuchs 2,5 v. H., so        meinschaften in Kraft.
        wird für jeden weiteren Anteil von 0,1 v. H. ein
        Abschlag von 0,05 v. H. angewandt.                    Sie gilt ab 1 . August 1976.
               Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
               Mitgliedstaat.
               Brüssel, den 28 . Juli 1976
                                                                       Für die Kommission
                                                                         P.J. LARDINOIS
                                                                     Mitglied der Kommission