CELEX: 62004TJ0155
Language: de
Date: 2006-12-12 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Zweite Kammer) vom 12. Dezember  2006. # SELEX Sistemi Integrati SpA gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften. # Wettbewerb - Missbrauch einer beherrschenden Stellung - Begriff "Unternehmen" - Beschwerde - Zurückweisung. # Rechtssache T-155/04.

Rechtssache T‑155/04
      SELEX Sistemi Integrati SpA
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      „Wettbewerb – Missbrauch einer beherrschenden Stellung – Begriff ‚Unternehmen‘ – Beschwerde – Zurückweisung“
      Leitsätze des Urteils
      1.      Verfahren – Streithilfe – Vom Kläger nicht erhobene Rüge
      (Satzung des Gerichtshofes, Artikel 40 Absatz 4 und 53 Absatz 1; Verfahrensordnung des Gerichts, Artikel 116 § 3)
      2.      Nichtigkeitsklage – Gegenstand – Entscheidung, die auf mehreren Begründungspfeilern ruht, von denen jeder den verfügenden
            Teil tragen würde – Nichtigerklärung einer solchen Entscheidung – Voraussetzungen
      (Artikel 230 EG)
      3.      Wettbewerb – Gemeinschaftsvorschriften – Unternehmen – Begriff
      (Artikel 81 EG und 82 EG)
      4.      Wettbewerb – Gemeinschaftsvorschriften – Unternehmen – Begriff
      (Artikel 81 EG und 82 EG)
      5.      Wettbewerb – Gemeinschaftsvorschriften – Unternehmen – Begriff
      (Artikel 81 EG und 82 EG)
      6.      Wettbewerb – Gemeinschaftsvorschriften – Unternehmen – Begriff
      (Artikel 81 EG und 82 EG)
      7.      Wettbewerb – Beherrschende Stellung – Missbrauch – Begriff
      (Artikel 82 EG)
      8.      Handlungen der Organe – Begründung – Pflicht – Umfang
      (Artikel 253 EG)
      1.      Artikel 40 Absatz 4 der Satzung des Gerichtshofes, der nach Artikel 53 Absatz 1 dieser Satzung für das Verfahren vor dem Gericht
         gilt, und Artikel 116 § 3 der Verfahrensordnung des Gerichts hindern zwar den Streithelfer nicht daran, neue oder andere Argumente
         als die von ihm unterstützte Partei vorzubringen, da sein Vorbringen andernfalls auf eine Wiederholung der Argumente der Klageschrift
         beschränkt wäre; sie erlauben es ihm jedoch nicht, den in der Klageschrift definierten Rahmen des Rechtsstreits zu ändern
         oder umzubilden, indem neue Rügen vorgetragen werden.
      
      (vgl. Randnr. 42)
      2.      Ruht der verfügende Teil einer Entscheidung der Kommission auf mehreren Begründungspfeilern, von denen jeder einzelne ausreichen
         würde, um den verfügenden Teil zu tragen, ist dieser Rechtsakt grundsätzlich nur dann für nichtig zu erklären, wenn jeder
         der Pfeiler rechtsfehlerhaft ist. Ein Irrtum oder ein anderer Rechtsfehler, der nur einem der Begründungspfeiler anhaftet,
         reicht nicht aus, um die Nichtigerklärung der streitigen Entscheidung zu rechtfertigen, da er den von dem Organ, das Urheber
         dieser Entscheidung ist, gewählten verfügenden Teil nicht entscheidend beeinflussen konnte.
      
      (vgl. Randnr. 47)
      3.      Der Begriff des Unternehmens umfasst im Rahmen des Wettbewerbsrechts der Gemeinschaft jede eine wirtschaftliche Tätigkeit
         ausübende Einheit unabhängig von ihrer Rechtsform und der Art ihrer Finanzierung; eine wirtschaftliche Tätigkeit ist jede
         Tätigkeit, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten.
      
      In diesem Zusammenhang sind bei einer öffentlichen Einrichtung in Anbetracht dessen, dass die Vertragsbestimmungen über den
         Wettbewerb auch auf Tätigkeiten anwendbar sind, die sich von Tätigkeiten in Ausübung hoheitlicher Rechte trennen lassen, die
         verschiedenen Tätigkeiten einer solchen Einrichtung im Einzelnen zu untersuchen; aus der Gleichstellung einiger dieser Tätigkeiten
         mit hoheitlichen Rechten darf nicht der Schluss gezogen werden, dass die sonstigen Tätigkeiten keinen wirtschaftlichen Charakter
         haben können. Für jede der Tätigkeiten einer öffentlichen Einrichtung ist daher zum einen zu prüfen, ob sie sich von den Tätigkeiten
         trennen lässt, die zur öffentlichen Aufgabe der Einrichtung gehören, und zum anderen, ob sie eine wirtschaftliche Tätigkeit
         darstellt.
      
      (vgl. Randnrn. 50, 54-55)
      4.      Bei der Normungstätigkeit der Europäischen Organisation für Flugsicherung (Eurocontrol) ist zu unterscheiden zwischen der
         Vorbereitung oder der Ausarbeitung der Normen, einer Aufgabe, die von der Eurocontrol-Agentur als Exekutivorgan wahrgenommen
         wird, zum einen und der Übernahme der Normen durch den Eurocontrol-Rat zum anderen. Zwar fällt die letztgenannte Aufgabe in
         den Bereich der Rechtsetzung und stellt daher eine Tätigkeit dar, die zur öffentlichen Aufgabe von Eurocontrol gehört; die
         Vorbereitung oder die Ausarbeitung der technischen Normen lässt sich dagegen von der Aufgabe des Luftraummanagements und der
         Entwicklung der Sicherheit des Luftverkehrs trennen, da die Notwendigkeit des Erlasses von Normen auf internationaler Ebene
         nicht bedeutet, dass die Körperschaft, die diese Normen ausarbeitet, auch diejenige sein muss, die sie anschließend erlässt.
      
      Die Tätigkeit der Ausarbeitung von Normen durch Eurocontrol kann jedoch nicht als wirtschaftliche Tätigkeit angesehen werden,
         da es für solche Dienstleistungen keinen Markt gibt. Die einzigen Nachfrager nach derartigen Dienstleistungen könnten nämlich
         die Staaten in ihrer Eigenschaft als Luftverkehrskontrollbehörde sein; sie haben sich aber dafür entschieden, diese Normen
         im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit auf dem Weg über Eurocontrol selbst auszuarbeiten. Eurocontrol kann nicht als
         eine Einrichtung angesehen werden, die ihren Mitgliedstaaten Güter oder Dienstleistungen anbietet, da diese Organisation im
         Bereich der Normung für ihre Mitgliedstaaten nur ein Abstimmungsforum darstellt, das diese geschaffen haben, um die technischen
         Standards ihrer einheitlichen Systeme für die Regelung des Luftverkehrs zu koordinieren.
      
      Außerdem impliziert der nichtwirtschaftliche Charakter der von Eurocontrol ausgeübten Tätigkeit der Normung den nichtwirtschaftlichen
         Charakter des Erwerbs der dafür erforderlichen Güter durch diese Organisation; der wirtschaftliche oder nichtwirtschaftliche
         Charakter der späteren Verwendung des erworbenen Erzeugnisses bestimmt nämlich zwangsläufig den Charakter der Einkaufstätigkeit.
      
      (vgl. Randnrn. 59-61, 65)
      5.      Die von Eurocontrol finanzierten Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeiten stellen keine wirtschaftlichen Tätigkeiten dar; die
         Wettbewerbsregeln des Vertrags sind daher auf sie nicht anwendbar. Der Erwerb von Prototypen, den Eurocontrol im Rahmen dieser
         Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeiten tätigt, und die damit zusammenhängende Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums
         sind nämlich nicht geeignet, dieser Tätigkeit der Organisation einen wirtschaftlichen Charakter zu verleihen, da der fragliche
         Erwerb kein Angebot von Gütern oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt impliziert. Außerdem ist der Erwerb der Prototypen
         in Wirklichkeit nur eine Nebentätigkeit im Verhältnis zu deren Entwicklung. Letztere erfolgt nicht durch Eurocontrol selbst,
         sondern durch Unternehmen des betreffenden Sektors, denen die Organisation, um Forschung und Entwicklung zu fördern, öffentliche
         Zuschüsse gewährt. Selbst wenn Eurocontrol nach den Subventionsverträgen das Eigentum an dem Prototyp und die Rechte des geistigen
         Eigentums erwirbt, die sich aus der von ihr finanzierten Forschung ergeben, ist der Erwerb dieser Rechte durch die Organisation
         kein Selbstzweck und dient nicht ihrer Nutzung zu kommerziellen Zwecken. Der Erwerb ist nämlich nur ein Bestandteil der Rechtsbeziehung
         zwischen der eine Subvention gewährenden Einrichtung und dem subventionierten Unternehmen.
      
      In diesem Zusammenhang werden im Rahmen der von Eurocontrol eingerichteten Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums die
         Rechte, die sie an den Ergebnissen der oben genannten Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeiten besitzt, den interessierten
         Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zwar stellt im Rahmen der Untersuchung, ob eine Tätigkeit wirtschaftlichen
         Charakter hat, das Kriterium der Unentgeltlichkeit nur ein Indiz unter anderen dar und kann als solches den wirtschaftlichen
         Charakter der Tätigkeit nicht ausschließen. Jedoch kommt im vorliegenden Fall der Umstand, dass die Lizenzen für die von Eurocontrol
         im Rahmen der Entwicklung der Prototypen erworbenen Eigentumsrechte kostenlos gewährt werden, zu dem Umstand hinzu, dass es
         sich dabei um eine Nebentätigkeit zur Förderung der technischen Entwicklung handelt, die sich in den Rahmen des im allgemeinen
         Interesse liegenden Zieles der Aufgabe von Eurocontrol einfügt und nicht im eigenen, von diesem Ziel trennbaren Interesse
         der Organisation verfolgt wird, was den wirtschaftlichen Charakter einer Tätigkeit ausschließt.
      
      (vgl. Randnrn. 73, 75-77, 82)
      6.      Bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten der Unterstützung der nationalen Verwaltungen ist Eurocontrol ein Unternehmen im Sinne
         des Artikels 82 EG, da es sich um eine wirtschaftliche Tätigkeit handelt. Diese Tätigkeit von Eurocontrol lässt sich nämlich
         von der ihr zugewiesenen Aufgabe des Luftraummanagements und der Entwicklung der Sicherheit des Luftverkehrs trennen. Da Eurocontrol
         Unterstützung auf diesem Gebiet außerdem nur auf Anforderung der nationalen Verwaltungen anbietet, handelt es sich keineswegs
         um eine Tätigkeit, die für die Gewährleistung der Sicherheit des Luftverkehrs wesentlich oder sogar unabdingbar wäre.
      
      Wenn diese Tätigkeit die Form von Ratschlägen annimmt, die bei der Abfassung der Lastenhefte für Ausschreibungen oder bei
         dem Verfahren der Auswahl der an diesen Ausschreibungen teilnehmenden Unternehmen gegeben werden, handelt es sich darüber
         hinaus gerade um ein Angebot von Dienstleistungen auf dem Beratungsmarkt, auf dem auf dieses Gebiet spezialisierte private
         Unternehmen ebenso gut tätig werden könnten, was ein zusätzlicher Anhaltspunkt dafür ist, dass diese Tätigkeit als die eines
         Unternehmens zu qualifizieren ist.
      
      Der Umstand, dass die Dienstleistungen der Unterstützung für nationale Verwaltungen gegenwärtig nicht von Privatunternehmen
         angeboten werden, hindert nicht daran, sie als wirtschaftliche Tätigkeiten zu qualifizieren, da es möglich erscheint, dass
         sie von privaten Einrichtungen ausgeübt werden.
      
      Der Umstand, dass diese Dienstleistungen als solche nicht vergütet werden, kann ein Indiz dafür darstellen, dass es sich nicht
         um eine wirtschaftliche Tätigkeit handelt, ist als solcher aber nicht entscheidend, da Eurocontrol von ihren Mitgliedstaaten
         in Form von Beiträgen finanziert wird, die den Zugang zu den auf Antrag erbrachten unentgeltlichen Unterstützungsleistungen
         eröffnen.
      
      Dass die Unterstützungstätigkeit von Eurocontrol zu einem im Allgemeininteresse liegenden Zweck verfolgt wird und nicht mit
         Gewinnerzielungsabsicht, kann ebenfalls ein Indiz für das Vorliegen einer Tätigkeit nichtwirtschaftlicher Art darstellen,
         hindert aber nicht daran, eine Tätigkeit, die darin besteht, Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten, als eine
         wirtschaftliche Tätigkeit anzusehen.
      
      (vgl. Randnrn. 86-92)
      7.      Bei dem Begriff der missbräuchlichen Ausnutzung handelt es sich um einen objektiven Begriff, der solche Verhaltensweisen eines
         Unternehmens in beherrschender Stellung betrifft, die die Struktur eines Marktes beeinflussen können, auf dem der Wettbewerb
         gerade wegen der Präsenz des fraglichen Unternehmens bereits geschwächt ist, und die zur Folge haben, dass die Aufrechterhaltung
         des auf dem Markt noch bestehenden Wettbewerbs oder dessen Entwicklung durch den Einsatz von Mitteln behindert wird, die sich
         von den Mitteln eines normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs auf der Grundlage der Leistungen der Wirtschaftsteilnehmer
         unterscheiden.
      
      (vgl. Randnr. 107)
      8.      Die Kommission braucht in der Begründung einer Entscheidung, mit der eine Beschwerde wegen Verletzung der Wettbewerbsregeln
         zurückgewiesen wird, nicht auf alle Argumente einzugehen, die die Betroffenen für ihren Antrag vorbringen. Es reicht aus,
         dass sie die Tatsachen und rechtlichen Erwägungen anführt, denen nach dem Aufbau der Entscheidung eine wesentliche Bedeutung
         zukommt.
      
      (vgl. Randnr. 118)
URTEIL DES GERICHTS (Zweite Kammer)
      12. Dezember 2006(*)
      
      „Wettbewerb – Missbrauch einer beherrschenden Stellung – Begriff ‚Unternehmen‘ – Beschwerde – Zurückweisung“
      In der Rechtssache T‑155/04
      SELEX Sistemi Integrati SpA, ehemals Alenia Marconi Systems SpA, mit Sitz in Rom (Italien), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt F. Sciaudone, 
      
      Klägerin,
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Bevollmächtigte: zunächst P. Oliver und L. Visaggio, dann A. Bouquet, L. Visaggio und F. Amato, 
      
      Beklagte,
      unterstützt durch
      Europäische Organisation für Flugsicherung (Eurocontrol), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte F. Montag und T. Wessely, 
      
      Streithelferin,
      wegen Nichtigerklärung oder Änderung der Entscheidung der Kommission vom 12. Februar 2004, mit der die Beschwerde der Klägerin
         über eine angebliche Verletzung der Wettbewerbsvorschriften des EG-Vertrags durch Eurocontrol zurückgewiesen wird, 
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZDER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Präsidenten J. Pirrung sowie des Richters A. W. H. Meij und der Richterin I. Pelikánová,
      Kanzler: C. Kristensen, Verwaltungsrätin,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 31. Januar 2006
      folgendes
      Urteil
       Rechtlicher Rahmen
      1.     Rechtsgrundlagen der Eurocontrol
      1        Die Europäische Organisation für Flugsicherung (Eurocontrol), eine internationale Organisation mit regionalen Aufgaben im
         Bereich der Luftfahrt, wurde von verschiedenen europäischen Staaten, Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und anderen, durch das
         mehrfach geänderte und dann durch das Protokoll vom 27. Juni 1997 revidierte und neu gefasste Internationale Übereinkommen
         vom 13. Dezember 1960 über Zusammenarbeit zur Sicherung der Luftfahrt (im Folgenden: Übereinkommen) mit dem Ziel geschaffen,
         die Zusammenarbeit der Vertragsstaaten auf dem Gebiet der Flugsicherung enger zu gestalten und zwischen ihnen gemeinsame Tätigkeiten
         weiterzuentwickeln, um die Harmonisierung und Integration zu erreichen, die für die Einrichtung eines einheitlichen Systems
         für die Regelung des Luftverkehrs, Air traffic management (ATM), erforderlich sind. Auch wenn das Übereinkommen noch nicht
         förmlich in Kraft getreten ist, da es nicht von allen Vertragsparteien ratifiziert worden ist, werden seine Bestimmungen gemäß
         einem von der Ständigen Kommission im Dezember 1997 erlassenen Beschluss seit 1998 vorläufig angewandt. Italien ist Eurocontrol
         am 1. April 1996 beigetreten. Im Jahr 2002 haben die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten ein – noch nicht in Kraft getretenes
         – Protokoll über den Beitritt der Europäischen Gemeinschaft zu Eurocontrol unterzeichnet. Die Gemeinschaft hat beschlossen,
         dieses Protokoll durch den Beschluss 2004/636/EG des Rates vom 29. April 2004 über den Abschluss des Protokolls über den Beitritt
         der Europäischen Gemeinschaft zur Europäischen Organisation für Flugsicherung durch die Europäische Gemeinschaft (ABl. L 304,
         S. 209) zu genehmigen. Seit 2003 werden einige Bestimmungen dieses Protokolls bis zur Ratifikation durch alle Vertragsparteien
         vorläufig angewendet. 
      
      2.     Gemeinschaftsrecht
      2        In der Richtlinie 93/65/EWG des Rates vom 19. Juli 1993 über die Aufstellung und Anwendung kompatibler technischer Spezifikationen
         für die Beschaffung von Ausrüstungen und Systemen für das Flugverkehrsmanagement (ABl. L 187, S. 52), geändert durch die Richtlinie
         97/15/EG der Kommission vom 25. März 1997 zur Übernahme von Eurocontrol-Normen (ABl. L 95, S. 16), hat der Rat vorgesehen,
         technische Spezifikationen im ATM-Bereich auf der Grundlage der entsprechenden von der Eurocontrol festgelegten technischen
         Spezifikationen zu erlassen. 
      
      3        Die Artikel 1 bis 5 der Richtlinie 93/65 lauten wie folgt: 
      
      „Artikel 1
      Diese Richtlinie betrifft die Aufstellung und die Anwendung kompatibler technischer Spezifikationen für die Beschaffung von
         Ausrüstungen und Systemen für das Flugverkehrsmanagement, insbesondere von 
      
      –        Kommunikationssystemen, 
      –        Überwachungssystemen, 
      –        automatischen Systemen zur Unterstützung der Flugverkehrskontrolle, 
      –        Navigationssystemen.
      Artikel 2
      Im Sinne dieser Richtlinie ist 
      a)      technische Spezifikation eine besondere in den Auftragsunterlagen enthaltene technische Anforderung an eine Bauleistung, ein
         Material, ein Erzeugnis oder eine Lieferung, mit deren Hilfe die Bauleistung, das Material, das Erzeugnis oder die Lieferung
         objektiv so bezeichnet werden kann, dass die Erfüllung des durch den Auftraggeber festgelegten Verwendungszwecks gewährleistet
         ist. Zu diesen technischen Anforderungen können Qualitätsstufen, Gebrauchstauglichkeit, Sicherheit und Abmessungen ebenso
         gehören wie Vorschriften für Materialien, Erzeugnisse oder Lieferungen hinsichtlich Qualitätssicherung, Terminologie, Bildzeichen,
         Prüfungen und Prüfverfahren, Verpackung, Kennzeichnung und Beschriftung; 
      
      b)      Norm eine technische Spezifikation, die von einer anerkannten Normenorganisation zur wiederholten oder ständigen Anwendung
         angenommen worden ist, deren Einhaltung jedoch grundsätzlich nicht zwingend vorgeschrieben ist; 
      
      c)      Eurocontrol-Norm die verbindlich vorgeschriebenen Einzelheiten von Eurocontrol-Spezifikationen für die Beschaffenheit, die
         Konfiguration, das Material, die Gebrauchstauglichkeit, das Personal oder die Verfahren, deren einheitliche Anwendung für
         die Einführung eines integrierten ATS-Systems als wesentlich anerkannt wird. (Die verbindlich vorgeschriebenen Einzelheiten
         sind in einem Eurocontrol-Normendokument enthalten.) 
      
      Artikel 3
      (1)      Die Kommission wird ermächtigt, nach dem Verfahren des Artikels 6 insbesondere auf den in Anhang I genannten Gebieten die
         Eurocontrol-Normen und künftige von Eurocontrol vorgenommene Änderungen dieser Normen zu bestimmen, die nach dem Gemeinschaftsrecht
         verbindlich sein sollen. Die Kommission veröffentlicht die Hinweise auf alle in dieser Form verbindlich vorgeschriebenen technischen
         Spezifikationen im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften. 
      
      (2)      Damit Anhang I mit der Aufstellung der auszuarbeitenden Eurocontrol-Normen so vollständig wie möglich ist, kann die Kommission
         ihn nach dem Verfahren des Artikels 6 im Benehmen mit Eurocontrol entsprechend den von Eurocontrol vorgenommenen Änderungen
         erforderlichenfalls ändern.
      
      …
      Artikel 4
      Um die Arbeiten zur Durchführung der Eurocontrol-Normen gegebenenfalls zu ergänzen, kann die Kommission gemäß der Richtlinie
         83/189/EWG im Benehmen mit Eurocontrol europäische Normenorganisationen mit der Ausarbeitung von Normen beauftragen. 
      
      Artikel 5
      (1)      Unbeschadet der Richtlinien 77/62/EWG und 90/531/EWG treffen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen, damit die in
         Anhang II bezeichneten Auftraggeber bei der Beschaffung von Flugnavigationsausrüstungen in den allgemeinen Unterlagen oder
         Lastenheften des jeweiligen Auftrags auf die gemäß dieser Richtlinie angenommenen Spezifikationen Bezug nehmen. 
      
      (2)      Damit Anhang II so vollständig wie möglich ist, teilen die Mitgliedstaaten der Kommission die Änderungen ihrer Listen mit.
         Die Kommission ändert Anhang II nach dem Verfahren des Artikels 6.“ 
      
       Sachverhalt und vorprozessuales Verfahren
      1.     Rolle und Tätigkeiten von Eurocontrol
      4        Zur Erreichung ihres Zieles – Entwicklung eines einheitlichen Systems für das Luftverkehrsmanagement in Europa – entwickelt,
         koordiniert und plant Eurocontrol die Aufstellung gesamteuropäischer Strategien und die sich darauf beziehenden Aktionspläne
         unter Beteiligung der nationalen Behörden, der Erbringer von Verkehrsdienstleistungen, der zivilen und militärischen Nutzer
         des Luftraums, der Flughäfen, der Industrie, der Berufsorganisationen und der betroffenen europäischen Institutionen. Im Rahmen
         der vorliegenden Rechtssache sind nur drei Tätigkeitsbereiche von Eurocontrol betroffen. 
      
      5        Der erste in der vorliegenden Rechtssache betroffene Tätigkeitsbereich ist die Tätigkeit der Reglementierung, Normung und
         Validierung. Im Rahmen der im Übereinkommen festgelegten Ziele haben die Mitgliedstaaten u. a. vereinbart, „gemeinsame Normen
         und Spezifikationen“ im Luftverkehrssektor zu erlassen und anzuwenden. Die Festlegung dieser Normen und Spezifikationen ist
         Eurocontrol übertragen. Konkret werden die Normen und die technischen Spezifikationen von der Agentur ausgearbeitet, dem Exekutivorgan
         von Eurocontrol, das dem Rat der Organisation unterstellt ist, der aus den Vertretern der Mitgliedstaaten von Eurocontrol
         (den Leitern der Zivilluftfahrtverwaltung jedes Mitgliedstaats der Organisation) besteht und dessen Sache es ist, über den
         Erlass der auf diese Weise erarbeiteten technischen Normen zu entscheiden. Eurocontrol übt ihre Normungstätigkeiten insbesondere
         im Rahmen des Programms Eatchip (europäisches Programm für die Harmonisierung und Integration der Luftverkehrskontrolle) aus,
         das 1990 durch die Europäische Zivilluftfahrtskonferenz (ECAC) aufgestellt worden ist, um zu erreichen, dass die ATM-Systeme
         in den Mitgliedstaaten der Konferenz harmonisiert und dann endgültig integriert werden.
      
      6        Bis jetzt sind drei von Eurocontrol ausgearbeitete Normen von der Kommission als gemeinschaftliche technische Spezifikationen
         im Sinne der Richtlinie 93/65 übernommen worden (vgl. Richtlinie 97/15 und Verordnung [EG] Nr. 2082/2000 der Kommission vom
         6. September 2000 zur Übernahme von Eurocontrol-Normen und zur Änderung der Richtlinie 97/15 [ABl. L 254, S. 1], geändert
         durch die Verordnung [EG] Nr. 980/2002 der Kommission vom 4. Juni 2002 [ABl. L 150, S. 38]): 
      
      –        die Eurocontrol-Norm für den Online-Datenaustausch (OLDI); 
      –        die Eurocontrol-Norm für die Darstellung des Datenaustauschs in der Flugsicherung (ADEXP); 
      –        die Eurocontrol-Norm für das Flugdatenaustausch-Schnittstellensteuerungsdokument (FDE-ICD).
      7        Der zweite durch die vorliegende Rechtssache betroffene Tätigkeitsbereich ist die Forschungs- und Entwicklungsaufgabe von
         Eurocontrol, die zum einen aus der Koordinierung der nationalen Forschungs‑ und Entwicklungspolitiken auf dem Gebiet der Flugsicherung
         und zum anderen aus der Durchführung gemeinsamer Aktionen zum Studium und der Entwicklung neuer Technologien in diesem Sektor
         besteht. So lässt Eurocontrol Prototypen von ATM-Ausrüstungen und ‑Systemen entwickeln und erwirbt diese, insbesondere um
         neue Normen und technische Spezifikationen festlegen und validieren zu können. Eines der auf diese Weise entwickelten Systeme
         ist das Radarsystem ARTAS, für das das Unternehmen Thomson‑CSF (jetzt Thales) nach einem Ausschreibungsverfahren den Entwicklungsvertrag
         erhalten hat. Im Rahmen dieses Tätigkeitsbereichs hat Eurocontrol eine Regelung für die Rechte des geistigen Eigentums an
         den Prototypen geschaffen, die von den Unternehmen entwickelt worden sind, mit denen sie Forschungsverträge geschlossen hat,
         insbesondere was die Software angeht. Die Möglichkeit, dass in der Folge andere und konkurrierende Unternehmen Zugriff auf
         diese Rechte des geistigen Eigentums erhalten, und insbesondere die Unentgeltlichkeit ihres Zugriffs hängt im Wesentlichen
         davon ab, ob diese Vertragspartner diese Software speziell im Rahmen eines mit Eurocontrol geschlossenen Forschungsvertrags
         entwickelt haben oder ob es sich um bereits vorher existierende wieder verwendete Produkte handelt.
      
      8        Der dritte und letzte durch das vorliegende Verfahren betroffene Tätigkeitsbereich ist die Unterstützung, die auf Antrag den
         Verwaltungen der Mitgliedstaaten von Eurocontrol, insbesondere im Bereich der Planung, der Spezifizierung und der Einrichtung
         von ATM-Systemen, gewährt wird. In diesem Rahmen kann Eurocontrol u. a. dazu aufgerufen werden, die nationalen Luftverkehrskontrollstellen
         dabei zu unterstützen, Ausschreibungsverfahren über die Lieferung von ATM-Ausrüstungen und ‑Systemen durchzuführen.
      
      2.     Vorprozessuales Verfahren
      9        Die Klägerin, die SELEX Sistemi Integrati SpA (ehemals Alenia Marconi Systems SpA), ist seit 1961 im Luftverkehrsmanagement
         tätig. Am 28. Oktober 1997 stellte sie bei der Kommission einen Antrag gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 des
         Rates vom 6. Februar 1962, Erste Durchführungsverordnung zu den Artikeln [81] und [82] des Vertrages (ABl. 1962, 13, S. 204),
         mit dem sie die Kommission auf Verstöße gegen die Wettbewerbsregeln aufmerksam machte, die Eurocontrol bei der Wahrnehmung
         ihrer Aufgabe der Standardisierung in Bezug auf ATM-Ausrüstungen und ‑Systeme begangen haben sollte (im Folgenden: Antrag).
      
      10      In dem Antrag wurden folgende Beschwerdepunkte vorgebracht: 
      
      –        Die Regelung der Rechte des geistigen Eigentums für die von Eurocontrol geschlossenen Verträge über die Entwicklung und den
         Erwerb vom für Anwendungen im ATM-Bereich bestimmten Prototypen neuer Systeme sowie Hardware‑ und Software-Untersysteme sei
         so beschaffen, dass sie bei der Erstellung der Systeme, die anschließend Gegenstand einer Normung durch Eurocontrol seien,
         faktische Monopole schaffe; 
      
      –        diese Sachlage sei umso schwerwiegender, als Eurocontrol keine Maßnahmen durchgeführt habe, die die Beachtung der Grundsätze
         der Transparenz, der Öffnung und der Nichtdiskriminierung im Rahmen des Erwerbs der für die Festlegung der Normen verwendeten
         Prototypen von Systemen und Untersystemen sicherstellten;
      
      –        darüber hinaus ergebe sich aus dem gegenwärtigen System, dass die Unternehmen, die die für die Zwecke der Normung verwendeten
         Prototypen lieferten, sich gegenüber ihren Wettbewerbern im Rahmen der von den nationalen Stellen für den Erwerb von ATM-Ausrüstungen
         veranstalteten öffentlichen Ausschreibungen in einer besonders günstigen Lage befänden. 
      
      11      Die Klägerin ergänzte den Antrag durch Schreiben vom 15. Mai und vom 29. September 1998.
      
      12      Am 3. November 1998 forderte die Kommission mit einem von den Generaldirektoren der Generaldirektion (GD) „Wettbewerb“ und
         der GD „Verkehr“ unterzeichnetes Schreiben (im Folgenden: Schreiben vom 3. November 1998) Eurocontrol auf, sich zu dem Antrag
         zu äußern. Diesem Schreiben war eine von den Dienststellen der Kommission erstellte kurze Untersuchung beigefügt, in der die
         Probleme hervorgehoben wurden, die sich aus den im Antrag angesprochenen Tätigkeiten von Eurocontrol ergeben konnten, insbesondere
         was das Funktionieren des Binnenmarkts für ATM-Erzeugnisse, ‑Systeme und ‑Dienstleistungen anging. Die Kommission gab jedoch
         im Einzelnen an, dass durch diese Untersuchung der Entscheidung über die Anwendung der gemeinschaftlichen Wettbewerbsregeln
         auf den vorliegenden Fall nicht vorgegriffen werde. Am 12. November 1998 unterrichtete die Kommission die Klägerin über die
         Existenz und den Inhalt des Schreibens vom 3. November 1998. 
      
      13      Auf die Aufforderung der Kommission hin äußerte Eurocontrol sich zum Antrag sowie zur Untersuchung der Kommission mit einem
         zweiseitigen Schreiben vom 2. Juli 1999, dem 12 Seiten Erklärungen beigefügt waren. Die Letztgenannten wurden mit Schreiben
         der Kommission vom 12. August 1999 der Klägerin übermittelt; diese nahm dazu mit Schreiben vom 14. Februar und vom 28. März
         2000 Stellung. 
      
      14      Mit Schreiben vom 15. Juni 2000 teilte die Kommission der Klägerin mit, dass die in dem Antrag angezeigten Tatsachen ihrer
         Ansicht nach nicht in den Anwendungsbereich des Artikels 82 EG fielen und dass sie jedenfalls aufgrund dieser Tatsachen nicht
         zu dem Ergebnis kommen könne, dass ein Verstoß gegen diesen Artikel vorliege. Mit Schreiben vom 15. Januar 2001 und vom 2.
         August 2002 erhielt die Klägerin ihre Auffassug aufrecht. Mit Schreiben vom 25. September 2003 gemäß Artikel 6 der Verordnung
         (EG) Nr. 2842/98 der Kommission vom 22. Dezember 1998 über die Anhörung in bestimmten Verfahren nach Artikel [81] und [82]
         EG-Vertrag (ABl. L 354, S. 18) teilte die Kommission der Klägerin jedoch mit, dass die im Antrag dargelegten Gründe ihrer
         Ansicht nach nicht ausreichten, um diesem stattzugeben. Mit Schreiben vom 14. November 2003 wiederholte die Klägerin erneut
         ihre Auffassung. 
      
      15      Mit Schreiben vom 12. Februar 2004 wies die Kommission den Antrag zurück (im Folgenden: angefochtene Entscheidung) und bestätigte
         dabei im Wesentlichen die im Schreiben vom 25. September 2003 bereits zum Ausdruck gebrachten Beurteilungen. Insbesondere
         führt sie in der angefochtenen Entscheidung Folgendes aus: 
      
      –        Die gemeinschaftlichen Wettbewerbsregeln fänden grundsätzlich für internationale Organisationen wie Eurocontrol Anwendung,
         vorausgesetzt, dass die konkret betroffenen Tätigkeiten als wirtschaftliche Tätigkeiten qualifiziert werden könnten. 
      
      –        Die Tätigkeiten, die Gegenstand des Antrags seien, seien nichtwirtschaftlicher Art, und Eurocontrol könne demzufolge nicht
         als Unternehmen im Sinne von Artikel 82 EG angesehen werden; selbst wenn diese Tätigkeiten als Unternehmenstätigkeiten anzusehen
         sein sollten, verstießen sie nicht gegen Artikel 82 EG. 
      
      –        Die Tätigkeit der technischen Normung liege im Allgemeininteresse und werde von Eurocontrol unentgeltlich, ohne Erwerbszweck
         oder private Zielsetzung ausgeübt; sie habe auch nicht zum Gegenstand, Gebühren oder Modalitäten der gegenüber den Benutzern
         zu erbringenden Leistungen vorzuschreiben, was einen wirtschaftlichen Charakter ausschließe. 
      
      –        Was den Erwerb von Prototypen und die Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums angehe, werde in dem Antrag kein spezifischer
         Sachverhalt wiedergegeben, der einen Missbrauch einer beherrschenden Stellung darstelle.
      
      –        Eurocontrol stelle, was die Regelung der Rechte des geistigen Eigentums angehe, interessierten Unternehmen die von ihr im
         Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten erworbenen Rechte des geistigen Eigentums unentgeltlich zur Verfügung;
         selbst wenn man die Verwaltung dieser Rechte als eine wirtschaftliche Tätigkeit ansehen wolle, könne der Umstand, dass die
         Unternehmen, die an den Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten teilgenommen hätten, in den Genuss eines technischen Vorteils
         kämen, den sie im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen geltend machen könnten, keinen Missbrauch einer beherrschenden Stellung
         darstellen, der Eurocontrol angelastet werden könnte. 
      
      –        Was die Unterstützungstätigkeiten angehe, die Eurocontrol auf Antrag gegenüber den nationalen Verwaltungen leiste, könnten
         diese keine Tätigkeiten wirtschaftlicher Art darstellen, da sie unentgeltlich erbracht würden; außerdem verfüge Eurocontrol
         im Rahmen dieser Tätigkeit nicht über eine Entscheidungsbefugnis; diese stehe allein den nationalen Verwaltungen zu. 
      
       Verfahren vor dem Gericht und Anträge der Beteiligten 
      16      Die Klägerin hat mit Klageschrift, die am 23. April 2004 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, die vorliegende Klage
         erhoben.
      
      17      Mit Schriftsatz vom 1. September 2004, der am 2. September 2004 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat Eurocontrol
         ihre Zulassung als Streithelferin zur Unterstützung der Anträge der Kommission beantragt. 
      
      18      Mit Beschluss vom 25. Oktober 2004 hat der Präsident der zweiten Kammer des Gerichts gemäß Artikel 116 § 6 der Verfahrensordnung
         des Gerichts Eurocontrol als Streithelferin zur Unterstützung der Anträge der Kommission durch Abgabe ihrer Stellungnahme
         in der mündlichen Verhandlung zugelassen. 
      
      19      Mit am 25. Februar 2005 eingereichtem Schriftsatz hat die Klägerin beantragt, die Kommission im Rahmen einer prozessleitenden
         Maßnahme aufzufordern, das Schreiben vom 3. November 1998 und alle sonstigen von ihren Dienststellen während des Verwaltungsverfahrens
         erstellten Dokumente, die technischen Untersuchungen, den eventuellen Schriftwechsel ihrer Dienststellen mit Eurocontrol sowie
         die von dieser vorgelegten Dokumente beim Gericht einzureichen. 
      
      20      Mit Schreiben vom 11. März 2005, das am 18. März 2005 eingegangen ist, hat die Kommission das Schreiben vom 3. November 1998
         vorgelegt. Sie hat vorgetragen, dass sie nicht über andere Dokumente verfüge, die zu den Akten der vorliegenden Rechtssache
         zu geben sachdienlich gewesen wäre, und dass der Antrag der Klägerin allgemein gefasst und ohne Begründung sei; im Übrigen
         hat sie dem weitergehenden Antrag der Klägerin widersprochen.
      
      21      Mit Beschluss vom 5. April 2005 hat der Präsident der zweiten Kammer des Gerichts die Streithelferin nach Artikel 64 § 3 Buchstabe
         b der Verfahrensordnung aufgefordert, einen Schriftsatz einzureichen. 
      
      22      Mit am 27. April 2005 bei der Kanzlei eingereichtem Schriftstück hat die Klägerin einen Antrag auf Durchführung einer Beweisaufnahme
         gestellt, der die Anhörung von Zeugen und die Vorlage von Dokumenten durch die Kommission zum Gegenstand hat; sie hat drei
         neue Klagegründe geltend gemacht, die auf einen offensichtlichen Fehler bei der Beurteilung der tatsächlichen und rechtlichen
         Umstände, einen Verstoß gegen die Fürsorgepflicht und die Verpflichtung zur Unparteilichkeit sowie auf einen sich aus einer
         Verletzung des Informationsrechts des Klägers und einem Verstoß gegen den Grundsatz des kontradiktorischen Verfahrens ergebenden
         Ermessensmissbrauch gestützt sind. 
      
      23      Die Streithelferin hat ihren Schriftsatz am 16. Juni 2005 eingereicht. 
      
      24      Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Zweite Kammer) beschlossen, die mündliche Verhandlung ohne vorherige Beweisaufnahme
         zu eröffnen. Es hat jedoch beschlossen, den Parteien in der Sitzung mündlich zu beantwortende Fragen zu stellen. 
      
      25      Die Parteien haben in der Sitzung vom 31. Januar 2006 mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet. Auf Hinweise
         des Gerichts hin hat die Klägerin darüber hinaus einige Änderungen ihrer ursprünglichen Anträge vorgenommen. 
      
      26      Nach diesen Änderungen beantragt die Klägerin, 
      
      –        die angefochtene Entscheidung für nichtig zu erklären und/oder abzuändern; 
      –        der Kommission die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. 
      27      Die Kommission beantragt, unterstützt von der Streithelferin, 
      
      –        die Klage abzuweisen; 
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen. 
       Entscheidungsgründe
      1.     Zur Zulässigkeit des Antrags der Klägerin auf Nichtigerklärung und/oder Abänderung der angefochtenen Entscheidung
      28      Die Klägerin gibt nicht an, ob der Abänderungsantrag als Hilfsantrag anzusehen ist. Nach ständiger Rechtsprechung ist der
         Gemeinschaftsrichter im Rahmen der von ihm ausgeübten Rechtmäßigkeitskontrolle jedenfalls nicht befugt, den Organen Weisungen
         zu erteilen oder sich an ihre Stelle zu setzen; es ist Sache der betreffenden Verwaltung, die Maßnahmen zur Durchführung eines
         auf eine Nichtigkeitsklage ergangenen Urteils zu ergreifen (Urteile des Gerichts vom 27. Januar 1998 in der Rechtssache T‑67/94,
         Ladbroke Racing/Kommission, Slg. 1998, II‑1, Randnr. 200, und vom 15. September 1998 in den Rechtssachen T‑374/94, T‑375/94,
         T‑384/94 und T‑388/94, European Night Services u. a./Kommission, Slg. 1998, II‑3141, Randnr. 53). 
      
      29      Der erste Klageantrag der Klägerin ist daher als unzulässig abzuweisen, soweit er auf eine Abänderung der angefochtenen Entscheidung
         gerichtet ist. 
      
      2.     Zur Zulässigkeit der neuen Klagegründe der Klägerin 
       Erklärungen der Beteiligten
      30      Mit am 27. April 2005 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenem Schriftsatz hat die Klägerin drei neue Klagegründe geltend
         gemacht, die auf einen offensichtlichen Fehler bei der Beurteilung der tatsächlichen und rechtlichen Umstände, auf einen Verstoß
         gegen die Sorgfaltspflicht und die Pflicht zur Unparteilichkeit sowie auf einen sich aus einer Verletzung des Informationsrechts
         der Klägerin und einem Verstoß gegen den Grundsatz des kontradiktorischen Verfahrens ergebenden Ermessensmissbrauch gestützt
         sind. 
      
      31      Die Klägerin rechtfertigt das Vorbringen der neuen Klagegründe nach Abschluss des schriftlichen Verfahrens mit dem Eintritt
         neuer Tatsachen, die während des Verfahrens zutage getreten seien, im Sinne von Artikel 48 der Verfahrensordnung. Nach Ansicht
         der Klägerin stellt die Einreichung des Schreibens vom 3. November 1998 durch die Kommission als Anlage zu deren Schreiben
         vom 11. März 2005 einen neuen Gesichtspunkt dar. Sie macht in dem am 27. April 2005 eingereichten Schriftsatz geltend, durch
         die Lektüre der Klagebeantwortung, der das Schreiben des Direktors von Eurocontrol vom 2. Juli 1999 als Anlage beigefügt gewesen
         sei, habe sie Kenntnis davon erhalten, dass das Schreiben vom 3. November 1998 kein bloßes Begleitschreiben zur Übermittlung
         des Antrags gewesen sei, sondern dass es auch eine von zwei Generaldirektoren der Kommission unterzeichnete Untersuchung dieses
         Antrags enthalten habe. 
      
      32      Die Kommission beantragt, diese neuen Angriffs‑ und Verteidigungsmittel als unzulässig zurückzuweisen. Die Klägerin habe durch
         die Lektüre des Schreibens vom 12. November 1998 eine ausreichende Kenntnis von der Versendung, vom Inhalt und von den Unterzeichnern
         des Schreibens vom 3. November 1998 gehabt.
      
       Würdigung durch das Gericht
      33      Nach Artikel 48 § 2 Absatz 1 der Verfahrensordnung des Gerichts können neue Angriffs- oder Verteidigungsmittel im Laufe des
         Verfahrens nicht mehr vorgebracht werden, es sei denn, dass sie auf rechtliche oder tatsächliche Gründe gestützt werden, die
         erst während des Verfahrens zutage getreten sind. Daher ist zu prüfen, ob dies in der vorliegenden Rechtssache der Fall ist.
      
      34      Dazu ist festzustellen, dass die Klägerin durch das Schreiben vom 12. November 1998 (siehe oben, Randnr. 12) davon unterrichtet
         wurde, dass die Generaldirektoren der GD „Wettbewerb“ und der GD „Verkehr“ nach einer Untersuchung der in dem Antrag angesprochenen
         rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte ein Schreiben an Eurocontrol gerichtet hatten, mit dem diese zu einer Stellungnahme
         aufgefordert wurde, dass sie Eurocontrol auf bestimmte Aspekte und deren Normungspolitik hingewiesen hatten und dass Eurocontrol
         insbesondere aufgefordert worden war, im Verhältnis zu den Dienststellen der Kommission in Bezug auf ihre Beziehungen zu den
         Unternehmen eine neutrale und kohärente Vorgehensweise festzulegen. Das Schreiben endete mit der Ankündigung, dass die Klägerin
         von der Antwort von Eurocontrol sowie von der Entwicklung der Diskussionen zwischen den Dienststellen der Kommission und Eurocontrol
         laufend unterrichtet werde. 
      
      35      Es ist festzustellen, dass ein schlichtes Begleitschreiben zur Übermittlung eines Antrags grundsätzlich nicht von einem Generaldirektor
         der Kommission und schon gar nicht von zwei Generaldirektoren unterzeichnet wird. Darüber hinaus ließ die der Klägerin erteilte
         Auskunft, dass die Kommission Eurocontrol auf einige Aspekte ihrer Normungspolitik aufmerksam gemacht und ihr mitgeteilt habe,
         dass sie gemeinsame Überlegungen mit ihr anstellen wolle, den Schluss zu, dass das Schreiben vom 3. November 1998 wahrscheinlich
         Erwägungen in der Sache in Bezug auf die Prüfung des Antrags enthielt. Dies ist im Übrigen durch die Erklärungen von Eurocontrol
         vom 2. Juli 1999 zu dem Antrag bestätigt worden, die der Klägerin mit Schreiben vom 12. August 1999 übermittelt worden sind.
         In der Einleitung zu diesen Erklärungen ist ausdrücklich angegeben, dass dem Antrag „eine von der Kommission vorgenommene
         kurze Untersuchung folgte, in der auf eine vorherige Prüfung der rechtlichen Gesichtspunkte verzichtet wurde, aber die Tätigkeiten
         von Eurocontrol kommentiert wurden, die ihrer Ansicht nach zu beanstanden sind und eine Anpassung an die Praktiken der Gemeinschaft
         rechtfertigen“.
      
      36      In diesem Zusammenhang ergibt sich, dass auch das Schreiben des Direktors von Eurocontrol vom 2. Juli 1999 nicht mehr Angaben
         zum Vorliegen des von den beiden Generaldirektoren der Kommission unterzeichneten Untersuchungsvermerks enthielt als das Schreiben
         der Kommission vom 12. November 1998 oder die Erklärungen von Eurocontrol zu dem Antrag.
      
      37      Was die beiden Passagen des Schreibens des Direktors von Eurocontrol vom 2. Juli 1999 angeht, auf die sich die Klägerin im
         Einzelnen beruft und in denen die von den Dienststellen der Kommission formulierten Anmerkungen zu einigen wesentlichen Tätigkeiten
         von Eurocontrol und ein Vorschlag der Kommission zu einer gemeinsamen Überlegung über diese Themen bei der Prüfung des Antrags
         angeführt werden, ist festzustellen, dass diese Passagen keine Informationen enthalten, die sich nicht bereits im Schreiben
         vom 12. November 1998 oder in den Erklärungen von Eurocontrol zu dem Antrag befunden hätten, in dem darüber hinaus die Rede
         von Tätigkeiten von Eurocontrol war, die nach Ansicht der Kommission „zu beanstanden“ waren. 
      
      38      Die Klägerin hat daher dem Schreiben der Kommission vom 12. November 1998 und den Erklärungen von Eurocontrol zu dem Antrag,
         die ihr am 12. August 1999 übermittelt worden sind, entnehmen können, dass dem Schreiben vom 3. November 1998 eine Untersuchung
         der beanstandeten Verhaltensweisen von Eurocontrol beigefügt war. Demzufolge ist in Anbetracht des von der Kommission vorgelegten
         Schreibens vom 12. November 1998 festzustellen, dass die Klägerin nicht damit gehört werden kann, dass sie erst durch die
         Lektüre des der Klagebeantwortung beigefügten Schreibens des Direktors von Eurocontrol vom 2. Juli 1998 habe erkennen können,
         dass das Schreiben vom 3. November 1998 kein bloßes Begleitschreiben zur Übermittlung ihres Antrags gewesen sei, sondern auch
         eine von zwei Generaldirektoren der Kommission unterzeichnete Untersuchung dieses Antrags enthalten habe. Daher kann sie sich
         nicht auf dieses Schreiben vom 2. Juli 1999 als einen tatsächlichen Grund berufen, der erst während des Verfahrens zutage
         getreten wäre. 
      
      39      Außerdem hat das Schreiben vom 3. November 1998 nicht den Sinn, den die Klägerin ihm geben will. Die Kommission stellt darin
         keineswegs fest, dass die Tätigkeiten von Eurocontrol wirtschaftliche Tätigkeiten sind und dass daher die gemeinschaftlichen
         Wettbewerbsregeln auf sie anzuwenden sind. In diesem Schreiben wird im Übrigen ausdrücklich angegeben, dass die ihm beigefügte
         Untersuchung durchgeführt worden ist, „ohne der Entscheidung über die Anwendung der gemeinschaftlichen Wettbewerbsregeln vorzugreifen“,
         was erklärt, dass in ihm auch die Auswirkungen geprüft werden, die die Tätigkeiten von Eurocontrol, auch wenn sie keine wirtschaftlichen
         Tätigkeiten sind, dennoch auf den Wettbewerb zwischen den im Sektor der ATM-Ausrüstungen tätigen Unternehmen haben können.
      
      40      Daraus folgt, dass diese neuen Klagegründe als unzulässig zurückzuweisen sind. 
      
      3.     Zur Zulässigkeit des von der Streithelferin vorgebrachten Verteidigungsmittels, das auf ihre völkerrechtliche Immunität gestützt
            ist
      41      Die Streithelferin, die die Kommission unterstützt, hat wie diese die Abweisung der Klage beantragt. Zur Begründung ihrer
         Anträge bringt sie zwei Verteidigungsmittel vor, die auf die Unanwendbarkeit der Vorschriften der Europäischen Union auf Eurocontrol
         wegen der völkerrechtlichen Immunität von Eurocontrol bzw. darauf gestützt sind, dass Eurocontrol kein Unternehmen im Sinne
         von Artikel 82 EG sei. Es ist festzustellen, dass das erste dieser Verteidigungsmittel von der Kommission nicht geltend gemacht
         worden ist. 
      
      42      Artikel 40 Absatz 4 der Satzung des Gerichtshofes, der nach Artikel 53 Absatz 1 dieser Satzung für das Verfahren vor dem Gericht
         gilt, und Artikel 116 § 3 der Verfahrensordnung des Gerichts hindern zwar den Streithelfer nicht daran, neue oder andere Argumente
         als die von ihm unterstützte Partei vorzubringen, da sein Vorbringen andernfalls auf eine Wiederholung der Argumente der Klageschrift
         beschränkt wäre; sie erlauben es ihm jedoch nicht, den in der Klageschrift definierten Rahmen des Rechtsstreits zu ändern
         oder umzubilden, indem neue Rügen vorgetragen werden (vgl. Urteile des Gerichtshofes vom 23. Februar 1961 in der Rechtssache
         30/59, De Gezamenlijke Steenkolenmijnen in Limburg/Hohe Behörde, Slg. 1961, 1, 37, vom 24. März 1993 in der Rechtssache C‑313/90,
         CIRFS u. a./Kommission, Slg. 1993, I‑1125, Randnr. 22, und vom 8. Juli 1999 in der Rechtssache C‑245/92 P, Chemie Linz/Kommission,
         Slg. 1999, I‑4643, Randnr. 32, sowie Urteile des Gerichts vom 8. Juni 1995 in der Rechtssache T‑459/93, Siemens/Kommission,
         Slg. 1995, II‑1675, Randnr. 21, vom 25. Juni 1998 in den verbundenen Rechtssachen T‑371/94 und T‑394/94, British Airways u. a./Kommission,
         Slg. 1998, II‑2405, Randnr. 75, vom 1. Dezember 1999 in den verbundenen Rechtssachen T‑125/96 und T‑152/96, Boehringer/Rat
         und Kommission, Slg. 1999, II‑3427, Randnr. 183, vom 28. Februar 2002 in der Rechtssache T‑395/94, Atlantic Container Line
         u. a./Kommission, Slg. 2002, II‑875, Randnr. 382, und vom 3. April 2003 in der Rechtssache T‑114/02, BaByliss/Kommission,
         Slg. 2003, II‑1279, Randnr. 417).
      
      43      Da Streithelfer nach Artikel 116 § 3 der Verfahrensordnung den Rechtsstreit in der Lage annehmen müssen, in der er sich zur
         Zeit ihres Beitritts befindet, und da nach Artikel 40 Absatz 4 der Satzung des Gerichtshofes mit den aufgrund des Beitritts
         gestellten Anträgen nur die Anträge einer Partei des Ausgangsverfahrens unterstützt werden können, ist Eurocontrol als Streithelferin
         nicht berechtigt, dieses auf ihre völkerrechtliche Immunität gestützte Verteidigungsmittel vorzubringen. 
      
      44      Die erste von Eurocontrol erhobene Rüge ist folglich als unzulässig zurückzuweisen.
      
      4.     Zum Antrag auf Nichtigerklärung
      45      Zur Begründung ihres Antrags auf Nichtigerklärung bringt die Klägerin in ihrer Klageschrift drei Klagegründe vor, die auf
         einen offensichtlichen Beurteilungsfehler in Bezug auf die Anwendbarkeit der gemeinschaftlichen Wettbewerbsvorschriften auf
         Eurocontrol, einen offensichtlichen Beurteilungsfehler in Bezug auf das Vorliegen eines eventuellen Verstoßes gegen die gemeinschaftlichen
         Wettbewerbsvorschriften und auf eine Verletzung wesentlicher Formvorschriften gestützt sind. 
      
      46      In Anbetracht der von der Klägerin entwickelten Argumentation ergibt sich jedoch, dass die ersten beiden Klagegründe sich
         trotz der allgemeinen Bezugnahme auf die „gemeinschaftlichen Wettbewerbsvorschriften“ in Wirklichkeit nur auf Artikel 82 EG
         beziehen. Daher sind diese ersten beiden Klagegründe der Klägerin nur anhand dieses Artikels zu prüfen.
      
      47      Außerdem ist zu diesen beiden Klagegründen festzustellen, dass dann, wenn der verfügende Teil einer Entscheidung der Kommission
         auf mehreren Begründungspfeilern ruht, von denen jeder einzelne ausreichen würde, um den verfügenden Teil zu tragen, dieser
         Rechtsakt grundsätzlich nur dann für nichtig zu erklären ist, wenn jeder der Pfeiler rechtsfehlerhaft ist. In einem solchen
         Fall reicht ein Irrtum oder ein anderer Rechtsfehler, der nur einem der Begründungspfeiler anhaftet, nicht aus, um die Nichtigerklärung
         der streitigen Entscheidung zu rechtfertigen, da er den von dem Organ, das Urheber dieser Entscheidung ist, gewählten verfügenden
         Teil nicht entscheidend beeinflussen konnte (vgl. analog dazu Urteile des Gerichts vom 14. Mai 2002 in der Rechtssache T‑126/99,
         Graphischer Maschinenbau/Kommission, Slg. 2002, II‑2427, Randnrn. 49 bis 51 und zitierte Rechtsprechung, und vom 14. Dezember
         2005 in der Rechtssache T‑210/01, General Electric/Kommission, Slg. 2005, II‑0000, Randnr. 43). 
      
      48      Artikel 82 EG, dessen Anwendung die Klägerin von der Kommission fordert, verbietet einem Unternehmen, eine beherrschende Stellung
         auf dem Markt missbräuchlich auszunutzen. Außer der Voraussetzung, dass der Handel zwischen Mitgliedstaaten beeinträchtigt
         werden kann, stellt diese Vorschrift die beiden kumulativen Kriterien auf, dass erstens eine beherrschende Stellung des betreffenden
         Unternehmens gegeben ist und dass zweitens diese beherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt wird. Wie oben festgestellt
         worden ist (Randnr. 15), hat die Kommission zum einen angenommen, dass Eurocontrol ein Unternehmen ist, und zum anderen, dass
         die angesprochenen Verhaltensweisen jedenfalls nicht gegen Artikel 82 EG verstießen. Sie hat also die angefochtene Entscheidung
         auf die doppelte Feststellung gestützt, dass keines der oben genannten Kriterien im vorliegenden Fall erfüllt gewesen sei;
         jede dieser Feststellungen genügt, um den verfügenden Teil der angefochtenen Entscheidung zu tragen.
      
      49      Die Nichtigerklärung der angefochtenen Entscheidung setzt folglich voraus, dass den ersten beiden Klagegründen der Klägerin
         stattgegeben wird, deren erster die Rechtmäßigkeit der Entscheidung nach dem ersten Kriterium betrifft, während sich der zweite
         auf deren Rechtmäßigkeit nach dem zweiten Kriterium bezieht. 
      
       Zum ersten Klagegrund: Offensichtlicher Beurteilungsfehler in Bezug auf die Anwendbarkeit von Artikel 82 EG auf Eurocontrol
            
      50      Die Anwendung von Artikel 82 EG auf den vorliegenden Fall setzt voraus, dass Eurocontrol als Unternehmen im Sinne des Wettbewerbsrechts
         der Gemeinschaft angesehen wird. Nach ständiger Rechtsprechung umfasst der Begriff des Unternehmens jede eine wirtschaftliche
         Tätigkeit ausübende Einheit unabhängig von ihrer Rechtsform und der Art ihrer Finanzierung; eine wirtschaftliche Tätigkeit
         ist jede Tätigkeit, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten (Urteile des Gerichtshofes
         vom 23. April 1991 in der Rechtssache C‑41/90, Höfner und Elser, Slg. 1991, I‑1979, Randnr. 21, vom 16. November 1995 in der
         Rechtssache C‑244/94, Fédération française des sociétés d’assurances u. a., Slg. 1995, I‑4013, Randnr. 14, vom 11. Dezember
         1997 in der Rechtssache C‑55/96, Job Centre, Slg. 1997, I‑7119, Randnr. 21, vom 18. Juni 1998 in der Rechtssache C‑35/96,
         Kommission/Italien, Slg. 1998, I‑3851, Randnr. 36, und vom 12. September 2000 in den Rechtssachen C‑180/98 bis C‑184/98, Pavlov
         u. a., Slg. 2000, I‑6451, Randnr. 74). 
      
      51      Die Klägerin macht geltend, die in der vorliegenden Rechtssache betroffenen Tätigkeiten von Eurocontrol, nämlich die Normung,
         die Forschung und die Entwicklung sowie die Unterstützung nationaler Verwaltungen, seien wirtschaftliche Tätigkeiten und Eurocontrol
         sei daher als Unternehmen im Sinne von Artikel 82 EG zu qualifizieren. Die Kommission dagegen verweist auf das Urteil des
         Gerichtshofes vom 19. Januar 1994 in der Rechtssache C‑364/92 (SAT Fluggesellschaft, Slg. 1994, I‑43), in dem der Gerichtshof
         in den Randnummern 30 und 31 ausgeführt habe: 
      
      „30      In ihrer Gesamtheit hängen die Tätigkeiten von Eurocontrol ihrer Art, ihrem Gegenstand und den für sie geltenden Regeln nach
         mit der Ausübung von Vorrechten zusammen, die die Kontrolle und die Überwachung des Luftraums betreffen; dies sind typischerweise
         hoheitliche Vorrechte. Sie weisen keinen wirtschaftlichen Charakter auf, der die Anwendung der Wettbewerbsregeln des EWG-Vertrags
         rechtfertigen würde. 
      
      31      Eine internationale Organisation wie Eurocontrol stellt daher kein den Artikeln [82 EG] und [86 EG] unterliegendes Unternehmen
         dar.“
      
      52      Im Tenor dieses Urteils heißt es schlicht: „Die Artikel [82 EG] und [86 EG] sind dahin auszulegen, dass eine internationale
         Organisation wie Eurocontrol kein Unternehmen im Sinne dieser Vorschriften darstellt.“
      
      53      Die Kommission folgert daraus, dass der Gerichtshof unter allen Umständen und für alle Tätigkeiten von Eurocontrol ausgeschlossen
         habe, dass diese als Unternehmen im Sinne des Wettbewerbsrechts der Gemeinschaft qualifiziert werden könne.
      
      54      Es ist jedoch festzustellen, dass der Gerichtshof sich, um zu dieser Schlussfolgerung zu gelangen, ausschließlich auf eine
         Prüfung der Tätigkeiten von Eurocontrol, um die es im Rahmen des Rechtsstreits zwischen der Luftfahrtgesellschaft SAT Fluggesellschaft
         mbH und Eurocontrol über die Festlegung und die Einziehung der den Benutzern der Flugsicherungsdienste auferlegten Gebühren
         im Auftrag der beteiligten Staaten ging, anhand des Begriffs der wirtschaftlichen Tätigkeiten gestützt hat. Zwar hat der Gerichtshof
         in Randnummer 22 des Urteils einen Teil der in der vorliegenden Rechtssache streitigen Tätigkeiten erwähnt, ohne deshalb aber
         zu prüfen, ob es sich um wirtschaftliche Tätigkeiten im Sinne der Rechtsprechung handelte. Da die Vertragsbestimmungen über
         den Wettbewerb auch anwendbar auf die Tätigkeit einer Einrichtung sind, die sich von deren Tätigwerden als Hoheitsträger unterscheiden
         lässt (Urteile des Gerichtshofes vom 11. Juli 1985 in der Rechtssache 107/84, Kommission/Deutschland, Slg. 1985, 2655, Randnrn.
         14 und 15, und des Gerichts vom 12. Dezember 2000 in der Rechtssache T‑128/98, Aéroports de Paris/Kommission, Slg. 2000, II‑3929,
         Randnr. 108), sind die verschiedenen Tätigkeiten einer Einrichtung im Einzelnen zu untersuchen; aus der Gleichstellung einiger
         dieser Tätigkeiten mit hoheitlichen Rechten darf nicht der Schluss gezogen werden, dass die sonstigen Tätigkeiten keinen wirtschaftlichen
         Charakter haben können (vgl. in diesem Sinne Urteil Aéroports de Paris/Kommission, Randnr. 109). In Anbetracht der beschränkten
         Reichweite der vom Gerichtshof durchgeführten Prüfung ergibt sich daher, dass das Urteil SAT Fluggesellschaft trotz der allgemeinen
         Formulierung seiner Randnummer 31 und seines Tenors nicht ausschließt, dass Eurocontrol, was andere Tätigkeiten angeht, als
         Unternehmen im Sinne von Artikel 82 EG qualifiziert werden kann. 
      
      55      Für jede der von der Klägerin angesprochenen Tätigkeiten von Eurocontrol ist daher zum einen zu prüfen, ob sie sich von den
         Tätigkeiten trennen lässt, die zur öffentlichen Aufgabe von Eurocontrol gehören, und zum anderen, ob sie eine wirtschaftliche
         Tätigkeit im Sinne der oben in Randnummer 50 zitierten Rechtsprechung darstellt.
      
       Zu der von Eurocontrol ausgeübten Tätigkeit der technischen Normung 
      –       Vorbringen der Parteien
      56      Die Klägerin macht geltend, die Normungstätigkeit von Eurocontrol sei eine wirtschaftliche Tätigkeit. Diese Tätigkeit der
         technischen Normung weise keine sachliche Verbindung zu den Aufgaben des Luftraummanagements auf und sei daher nicht Ausdruck
         der hoheitlichen Rechte auf dem Gebiet der Luftverkehrskontrolle. Die dem widersprechenden Erwägungen der Kommission in der
         angefochtenen Entscheidung, die darauf gestützt seien, dass diese Tätigkeit unentgeltlich, im Allgemeininteresse und nicht
         gewinnbringend sei und dass es nicht ihr Gegenstand sei, Gebühren oder Modalitäten von den Benutzern gegenüber zu erbringenden
         Leistungen vorzuschreiben, liefen einer ständigen Rechtsprechung zuwider. Darüber hinaus habe die Kommission in ihrer früheren
         Praxis bereits bejaht, dass ähnliche Tätigkeiten wie die in dem Antrag angesprochenen wirtschaftliche Tätigkeiten darstellten,
         z. B. solche des Europäischen Instituts für Telekommunikationsnormen (ETSI) und eines europäischen Verbands nationaler Eisenbahngesellschaften.
         Diese beiden Fälle seien von der Kommission als in den Anwendungsbereich der Wettbewerbsregeln fallend angesehen worden.
      
      57      Die Klägerin vertritt die Auffassung, der wirtschaftliche Charakter der Tätigkeit der Normung lasse sich aus dem wirtschaftlichen
         Charakter des Erwerbs der Prototypen herleiten, der die Vorbedingung für die Normung darstelle. Die Tätigkeiten, die als letzte
         Zielsetzung auf die Festlegung von Normen und damit allgemein auf die Normung gerichtet seien, seien in ihrer Gesamtheit Bestandteile
         einer spezifischen wirtschaftlichen Tätigkeit. Eurocontrol sei auf dem Markt der einzige Erwerber von Prototypen für ATM-Systeme.
         
      
      58      Die Kommission ist der Ansicht, dass Eurocontrol ihre Normungstätigkeit als internationale Organisation im Auftrag der Vertragsstaaten
         ausübe, ohne ein eigenes von dem dieser Staaten getrenntes und unabhängiges Interesse zu verfolgen; sie verfolge ein im Allgemeininteresse
         liegendes Ziel, das darin bestehe, die Sicherheit des Luftverkehrs aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Aufgrund des Zusammentreffens
         aller dieser Gesichtspunkte lasse sich sagen, dass Eurocontrol bei der Ausübung ihrer Tätigkeit der technischen Normung für
         die Anwendung des Artikels 82 EG nicht als Unternehmen angesehen werden könne. Die Reglementierungstätigkeit von Eurocontrol
         lasse sich von der Aufgabe, die ihr als internationale Organisation übertragen worden sei, nicht nur nicht trennen, sondern
         berühre in Wirklichkeit das Wesen dieser Aufgabe. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      59      Was die Normungstätigkeit von Eurocontrol angeht, ist zunächst zu unterscheiden zwischen der Vorbereitung oder der Ausarbeitung
         der Normen, einer Aufgabe, die von der Eurocontrol-Agentur als Exekutivorgan wahrgenommen wird, zum einen und der Übernahme
         der Normen durch den Eurocontrol-Rat zum anderen. Die letztgenannte Aufgabe fällt in den Bereich der Rechtsetzung. Der Eurocontrol-Rat
         besteht nämlich aus den Direktoren der Zivilluftfahrtverwaltung jedes Mitgliedstaats der Organisation, die von ihren jeweiligen
         Staaten damit beauftragt sind, die technischen Spezifikationen zu erlassen, die in allen Mitgliedstaaten verbindlich sein
         werden; diese Tätigkeit gehört unmittelbar zur Ausübung ihrer Hoheitsrechte durch diese Staaten. Die Rolle von Eurocontrol
         ähnelt damit der Rolle eines Ministeriums, das auf nationaler Ebene Maßnahmen in Form von Gesetzen oder Verordnungen vorbereitet,
         die anschließend von der Regierung verabschiedet werden. Es handelt sich daher um eine Tätigkeit, die zur öffentlichen Aufgabe
         von Eurocontrol gehört. 
      
      60      Was dagegen die Vorbereitung oder die Ausarbeitung der technischen Normen durch Eurocontrol angeht, ist festzustellen, dass
         diese Tätigkeit sich entgegen dem Vorbringen der Kommission von ihrer Aufgabe des Luftraummanagements und der Entwicklung
         der Sicherheit des Luftverkehrs trennen lässt. Die Argumente, die die Kommission dafür vorgebracht hat, dass die Normungstätigkeit
         von Eurocontrol zu der Aufgabe dieser Organisation als öffentliche Anstalt gehöre, beziehen sich in Wirklichkeit nur auf den
         Erlass dieser Normen und nicht auf deren Ausarbeitung. Dies betrifft insbesondere das Argument, dass es von grundlegender
         Bedeutung sei, auf internationaler Ebene Normen und technische Spezifikationen für ATM-Systeme zu erlassen, um die Verlässlichkeit
         des Übergangs der Flugkontrolle zwischen den nationalen Kontrollstellen zu gewährleisten. Die Notwendigkeit des Erlasses von
         Normen auf internationaler Ebene bedeutet nämlich nicht, dass die Körperschaft, die diese Normen ausarbeitet, auch diejenige
         sein muss, die sie anschließend erlässt. In diesem Zusammenhang hat die Kommission nicht nachgewiesen, dass diese beiden Tätigkeiten
         im vorliegenden Fall zwingend von ein und derselben Körperschaft ausgeübt werden müssen statt von zwei verschiedenen Körperschaften.
      
      61      Die Tätigkeit der Ausarbeitung von Normen durch Eurocontrol kann jedoch nicht als wirtschaftliche Tätigkeit angesehen werden.
         Nach ständiger Rechtsprechung ist wirtschaftliche Tätigkeit nämlich jede Tätigkeit, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen
         auf einem bestimmten Markt anzubieten (vgl. Urteil Aéroports de Paris/Kommission, Randnr. 107, und oben in Randnr. 50 zitierte
         Rechtsprechung). Im vorliegenden Fall hat die Klägerin nicht nachgewiesen, dass es einen Markt für „Dienstleistungen der technischen
         Normung im Sektor der ATM-Ausrüstungen“ gegeben hätte. Die einzigen Nachfrager nach derartigen Dienstleistungen könnten die
         Staaten in ihrer Eigenschaft als Luftverkehrskontrollbehörde sein. Sie haben sich aber dafür entschieden, diese Normen im
         Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit auf dem Weg über Eurocontrol selbst auszuarbeiten. Da die ausgearbeiteten Normen
         anschließend vom Eurocontrol-Rat erlassen werden, verlassen die Ergebnisse der Ausarbeitungstätigkeit die Organisation selbst
         nicht und werden nicht auf einem bestimmten Markt angeboten. Im Bereich der Normung stellt Eurocontrol daher für seine Mitgliedstaaten
         nur ein Abstimmungsforum dar, das sie geschaffen haben, um die technischen Standards ihrer ATM-Systeme zu koordinieren. Daher
         lässt sich in diesem Bereich nicht sagen, dass Eurocontrol ihnen „Güter oder Dienstleistungen anbietet“.
      
      62      Im vorliegenden Fall hat die Klägerin also nicht nachgewiesen, dass die streitige Tätigkeit darin bestanden hätte, Güter oder
         Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten, was nach der in der vorstehenden Randnummer zitierten Rechtsprechung
         jedoch erforderlich ist. 
      
      63      Das Vorbringen der Klägerin, dass die Tätigkeit der Normung getrennt von der Tätigkeit des Erwerbs der für die Ausarbeitung
         von technischen Normen erforderlichen Prototypen zu würdigen sei, um aus dem wirtschaftlichen Charakter dieser Tätigkeit des
         Erwerbs von Prototypen den wirtschaftlichen Charakter der Tätigkeit der Normung herzuleiten, kann nicht durchgreifen.
      
      64      Die Klägerin erläutert nämlich nicht, warum eine Qualifizierung der Tätigkeit des Erwerbs von Prototypen als wirtschaftliche
         Tätigkeit notwendigerweise die gleiche Qualifizierung für die Tätigkeit der Normung nach sich ziehen soll. Zwar wird von den
         Beteiligten nicht bestritten, dass Eurocontrol Güter oder Dienstleistungen auf dem Markt erwirbt, dies bedeutet aber nicht,
         dass die Tätigkeiten, für die sie diese Güter oder diese Dienstleistungen erwirbt, wirtschaftlicher Natur sind. 
      
      65      Außerdem ist festzustellen, dass eine Betrachtungsweise, die darin besteht, aus der Natur der in einer früheren Phase ausgeübten
         Tätigkeit (Erwerb von Prototypen) auf die Natur der danach ausgeübten Tätigkeit (Normung) zu schließen, wie die Klägerin vorschlägt,
         im Widerspruch zur Rechtsprechung des Gerichts steht. Nach den Kriterien, die sich aus der oben zitierten ständigen Rechtsprechung
         der Gemeinschaftsgerichte ergeben, knüpft der Begriff der wirtschaftlichen Tätigkeit an das Anbieten von Gütern oder Dienstleistungen
         auf einem bestimmten Markt an und nicht an den Erwerb dieser Güter oder Dienstleistungen. In diesem Zusammenhang ist entschieden
         worden, dass nicht die Einkaufstätigkeit als solche den Begriff der wirtschaftlichen Tätigkeit kennzeichnet und dass bei der
         Beurteilung der Art der Tätigkeit der Kauf des Erzeugnisses somit nicht von dessen späterer Verwendung durch den Käufer zu
         trennen ist. Der wirtschaftliche oder nichtwirtschaftliche Charakter der späteren Verwendung des erworbenen Erzeugnisses bestimmt
         daher zwangsläufig den Charakter der Einkaufstätigkeit (Urteil des Gerichts vom 4. März 2003 in der Rechtssache T‑319/99,
         FENIN/Kommission, Slg. 2003, II‑357, Randnr. 36). Im Rahmen der vorliegenden Rechtssache bedeutet dies, dass der nichtwirtschaftliche
         Charakter der Tätigkeit der Normung den nichtwirtschaftlichen Charakter des Erwerbs der Prototypen im Rahmen dieser Normung
         impliziert, obwohl Eurocontrol auf dem Markt für ATM-Ausrüstungen als Käufer auftritt.
      
      66      In diesem Zusammenhang ist das Vorbringen der Klägerin zurückzuweisen, dass die Argumentation des Gerichts im Urteil FENIN/Kommission
         sich nicht uneingeschränkt auf die vorliegende Rechtssache übertragen lasse.
      
      67      Soweit die Klägerin zum einen geltend macht, dass sich der Sachverhalt, zu dem das Urteil FENIN/Kommission ergangen ist, stark
         von der in der vorliegenden Rechtssache bestehenden Sachlage unterscheide, ist zu unterstreichen, dass das Gericht allgemein
         festgestellt hat, dass dann, wenn eine Einrichtung ein Erzeugnis nicht einkauft, um Güter oder Dienstleistungen im Rahmen
         einer wirtschaftlichen Tätigkeit anzubieten, sondern um es im Rahmen einer anderen, z. B. einer rein sozialen, Tätigkeit zu
         verwenden, sie nicht schon allein deshalb als Unternehmen tätig wird, weil sie als Käufer auf einem Markt agiert (Urteil FENIN/Kommission,
         Randnr. 37). Die allgemeine Formulierung dieses Satzes und insbesondere der Umstand, dass eine soziale Tätigkeit ausdrücklich
         nur als Beispiel erwähnt wird, macht die in jenem Urteil getroffene Entscheidung auf jede Einrichtung übertragbar, die Güter
         für nichtwirtschaftliche Tätigkeiten einkauft. Wie oben dargelegt worden ist, ist dies aber gerade bei Eurocontrol der Fall.
      
      68      Wenn die Klägerin zum anderen vorträgt, dass bei der Übertragung dieser Rechtsprechung, nach der der wirtschaftliche oder
         nichtwirtschaftliche Charakter der späteren Verwendung des Erzeugnisses notwendigerweise den Charakter der Einkaufstätigkeit
         bestimme, die Auswirkungen nicht unberücksichtigt gelassen werden dürften, die die Einkaufstätigkeit auf dem betreffenden
         Markt haben könne, insbesondere in Fällen, in denen der Erwerber auf europäischer Ebene eine Nachfragemonopolstellung besitze,
         ist festzustellen, dass dieses Vorbringen auf einer falschen Auslegung des Urteils FENIN/Kommission beruht. Darin wird nämlich
         festgestellt, dass es zwar zutrifft, dass eine solche Einrichtung „eine erhebliche Wirtschaftsmacht auszuüben vermag, die
         gegebenenfalls zu einem Nachfragemonopol führen kann. Das ändert jedoch nichts daran, dass sie, soweit die Tätigkeit, zu deren
         Ausübung sie Erzeugnisse kauft, nichtwirtschaftlicher Natur ist, nicht als Unternehmen im Sinne der Wettbewerbsregeln der
         Gemeinschaft handelt und daher nicht unter die in Artikel 81 Absatz 1 EG und 82 EG vorgesehenen Verbote fällt“ (Urteil FENIN/Kommission,
         Randnr. 37). 
      
      69      Demzufolge ist festzustellen, dass die Kommission keinen offensichtlichen Beurteilungsfehler begangen hat, als sie angenommen
         hat, dass die Tätigkeiten der technischen Normung von Eurocontrol keine wirtschaftlichen Tätigkeiten im Sinne der Gemeinschaftsrechtsprechung
         sind und dass die Wettbewerbsregeln des Vertrags daher auf diese Tätigkeiten nicht anwendbar sind. 
      
       Zur Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeit, insbesondere zum Erwerb von Prototypen und zur Regelung der Rechte des geistigen
         Eigentums
      
      –       Vorbringen der Parteien
      70      Die Klägerin vertritt die Ansicht, eine aufmerksame Prüfung der angefochtenen Entscheidung ergebe, dass die Kommission den
         wirtschaftlichen Charakter der Tätigkeit des Erwerbs von Prototypen und der Regelung der Rechte des geistigen Eigentums nicht
         bestreite. Diese Qualifizierung sei darin nämlich nicht ausdrücklich ausgeschlossen, und die Kommission habe die Möglichkeit
         eines Missbrauchs einer beherrschenden Stellung in der Sache geprüft, anders als sie es bei den Tätigkeiten der Normung und
         der Unterstützung der nationalen Verwaltungen getan habe, bei denen sie die von der Klägerin angezeigten Verstöße nicht untersucht
         habe.
      
      71      Die Kommission bestreitet, die wirtschaftliche Natur der Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeit von Eurocontrol in der angefochtenen
         Entscheidung anerkannt zu haben.
      
      72      Im vorliegenden Fall fügten sich der Erwerb von Prototypen für ATM-Systeme und die insoweit geltende Regelung der Rechte des
         geistigen Eigentums, wie sie in den Kaufverträgen festgelegt sei, unmittelbar in den Rahmen der Normungstätigkeit von Eurocontrol
         ein. Diese Prototypen würden nämlich für die Ausarbeitung und die Validierung von Normen und von technischen Spezifikationen
         durch die Organisation verwendet, d. h. im Rahmen einer Tätigkeit, die keinen wirtschaftlichen Charakter habe.
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      73      Im Bereich der Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeit von Eurocontrol beanstandet die Klägerin den Erwerb von Prototypen für
         ATM-Systeme durch die Organisation und die von dieser in diesem Bereich praktizierte Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums.
      
      74      Das einzige den wirtschaftlichen Charakter der Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums betreffende Argument, das die
         Klägerin vorbringt, besteht in der Behauptung, dass die Kommission in der angefochtenen Entscheidung diesen wirtschaftlichen
         Charakter nicht bestreite – eine Behauptung, der die Kommission entgegentritt und die in der angefochtenen Entscheidung keine
         Grundlage findet. Wie nämlich aus Nummer 32 dieser Entscheidung eindeutig hervorgeht, hat die Kommission das Vorliegen eines
         eventuellen Verstoßes gegen Artikel 82 EG im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit nur hilfsweise und der Vollständigkeit halber
         geprüft.
      
      75      Außerdem ergibt sich, dass der Erwerb von Prototypen, den Eurocontrol im Rahmen ihrer Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeiten
         tätigt, und die damit zusammenhängende Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums nicht geeignet sind, der Forschungs‑
         und Entwicklungstätigkeit der Organisation einen wirtschaftlichen Charakter zu verleihen, da dieser Erwerb kein Angebot von
         Gütern oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt impliziert.
      
      76      Der Erwerb der Prototypen ist nämlich in Wirklichkeit nur eine Nebentätigkeit im Verhältnis zu deren Entwicklung. Wie die
         Streithelferin ausgeführt hat, erfolgt diese Entwicklung nicht durch Eurocontrol selbst, sondern durch Unternehmen des betreffenden
         Sektors, denen die Organisation als Anreiz öffentliche Zuschüsse gewährt. Eurocontrol verteilt also öffentliche Mittel, um
         die Forschung und die Entwicklung im Bereich der ATM-Ausrüstungen zu fördern. Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse der
         von ihr subventionierten Forschungen dem betroffenen Sektor zur Verfügung gestellt werden, sehen die Subventionsverträge vor,
         dass Eurocontrol das Eigentum an dem Prototyp und die Rechte des geistigen Eigentums erwirbt, die sich aus der von ihr finanzierten
         Forschung ergeben. Der Erwerb dieser Rechte durch Eurocontrol ist also kein Selbstzweck und dient nicht ihrer Nutzung zu kommerziellen
         Zwecken, sondern ist nur ein Bestandteil der Rechtsbeziehung zwischen der eine Subvention gewährenden Einrichtung und dem
         subventionierten Unternehmen.
      
      77      In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass im Rahmen der von Eurocontrol eingerichteten Verwaltung der Rechte des geistigen
         Eigentums die Rechte, die sie an den Ergebnissen der oben genannten Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeiten besitzt, den interessierten
         Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Zwar stellt im Rahmen der Untersuchung, ob eine Tätigkeit wirtschaftlichen
         Charakter hat, das Kriterium der Unentgeltlichkeit nur ein Indiz unter anderen dar und kann als solches den wirtschaftlichen
         Charakter der Tätigkeit nicht ausschließen. Jedoch kommt im vorliegenden Fall der Umstand, dass die Lizenzen für die von Eurocontrol
         im Rahmen der Entwicklung der Prototypen erworbenen Eigentumsrechte kostenlos gewährt werden, zu dem Umstand hinzu, dass es
         sich dabei um eine Nebentätigkeit zur Förderung der technischen Entwicklung handelt, die sich in den Rahmen des im allgemeinen
         Interesse liegenden Zieles der Aufgabe von Eurocontrol einfügt und nicht im eigenen, von diesem Ziel trennbaren Interesse
         der Organisation verfolgt wird, was den wirtschaftlichen Charakter einer Tätigkeit ausschließt (vgl. entsprechend Urteil des
         Gerichtshofes vom 16. März 2004 in den Rechtssachen C‑264/01, C‑306/01, C‑354/01 und C‑355/01, AOK Bundesverband u. a., Slg.
         2004, I‑2493, Randnr. 63).
      
      78      Diese Verwaltung der Rechte des geistigen Eigentums ist daher keineswegs vergleichbar mit der Tätigkeit von privatrechtlichen
         Organisationen, die auf nationaler Ebene Urheberrechte an Musikstücken oder Texten verwalten und die von den Inhabern dieser
         Rechte beauftragt sind, die im Rahmen der Darbietung der Werke dieser Urheber durch Dritte geschuldeten Gebühren zu erheben.
         Diese Organisationen verfolgen eine wirtschaftliche Tätigkeit, da sie zum einen den Urhebern gegen Entgelt die Dienstleistung
         der Verwaltung der Urheberrechte anbieten und da sie zum anderen gegenüber Dritten, die die betroffenen Werke zu kommerziellen
         Zwecken nutzen, als zentrale Stelle für die Erhebung der geschuldeten Gebühren als Auftragnehmer der Urheber tätig werden.
         Dies ist aber in der vorliegenden Rechtssache nicht der Fall. 
      
      79      Die Behauptung, die die Klägerin in der mündlichen Verhandlung auf ein von ihr als Anhang zur Klageschrift vorgelegtes internes
         Eurocontrol-Dokument mit dem Titel „ARTAS Intellectual Property Rights and Industrial Policy“ (Rechte des geistigen Eigentums
         und Industriepolitik im Rahmen des Systems ARTAS) vom 23. April 1997 gestützt hat und wonach die Lizenzen nicht kostenlos
         seien und ihre Vergabe von der Zustimmung des Vertragsunternehmens abhänge, das den Prototyp für das System ARTAS entwickelt
         habe, der Firma Thomson‑CSF (jetzt Thales), ist zurückzuweisen. Aus dem genannten Dokument geht nämlich hervor, dass die Gebühr
         für die Lizenz zur Nutzung des Systems ARTAS einen Ecu betrug, was der Unentgeltlichkeit gleichkommt. Außerdem geht aus demselben
         Dokument hervor, dass das betroffene Unternehmen als Gegenleistung für diese Gebühr vollen Zugang zu den Teilen des Systems
         erhält, die im Rahmen des von Eurocontrol finanzierten Entwicklungsvorhabens entwickelt worden sind (die „foreground software“),
         an der Eurocontrol die Rechte des geistigen Eigentums besitzt. Was die Teile des Systems ARTAS angeht, die von Thomson‑CSF
         im Rahmen früherer Vorhaben entwickelt und in diesem System wieder verwendet worden sind (die „background software“), ist
         eine Regelung für die Verbreitung der Informationen vorgesehen, bei der zwischen zwei Gruppen von Informationen unterschieden
         wird, nämlich solchen, die weitergegeben werden können, zum einen und vertraulichen Informationen zum anderen. Während die
         Erstgenannten an die Wettbewerber von Thomson‑CSF zur Entwicklung von Systemen des Typs ARTAS nach der Unterzeichnung einer
         Lizenzvereinbarung mit Eurocontrol weitergegeben werden können, werden die Letztgenannten – es sei denn, Thomson‑CSF stimmt
         zu – nicht an deren Wettbewerber weitergegeben. Daher ist festzustellen, dass das in Rede stehende Dokument das Gegenteil
         dessen, was die Klägerin behauptet, beweist, dass nämlich Lizenzen für das System ARTAS unentgeltlich sind, dass alle im Rahmen
         des von Eurocontrol finanzierten Vorhabens entwickelten Komponenten dieses Systems an die Wettbewerber von Thomson-CSF weitergegeben
         werden, ohne dass diese dem entgegentreten könnte, und dass sogar ein Teil der früher von Thomson-CSF entwickelten Komponenten
         den konkurrierenden Unternehmen zur Verfügung gestellt werden kann. In diesem Punkt ist das Vorbringen der Klägerin daher
         zurückzuweisen. 
      
      80      Ebenfalls zurückzuweisen sind die Beanstandungen der Klägerin, die sich erstens auf die Abgrenzung zwischen der „foreground
         software“ und der „background software“ beziehen, die von Eurocontrol willkürlich und nicht transparent vorgenommen werde,
         und zweitens darauf, dass diese Abgrenzung letzten Endes rein theoretisch sei, da die Wettbewerber aufgrund der Tatsache,
         dass ihnen bestimmte Daten (die „Quellcodes“) der nicht zugänglichen Teile nicht bekannt seien, daran gehindert seien, einen
         sachgerechten Gebrauch von den zugänglichen Teilen der entwickelten Software zu machen. Zwar könnten diese Tatsachen, wären
         sie nachgewiesen, den Wettbewerb im Sektor der ATM-Ausrüstungen beeinflussen, doch sind sie zum Nachweis des wirtschaftlichen
         Charakters der von Eurocontrol angewendeten Regelung der Rechte des geistigen Eigentums nicht geeignet. 
      
      81      Was darüber hinaus den Vorwurf der Klägerin angeht, dass Eurocontrol in Bezug auf die Rechte, die das Vertragsunternehmen
         besitzt, eine Weitergabe in Form von „Code-Maschine-Paketen“ und verbunden mit der gesamten Dokumentation, die die Anwendung
         ermöglicht, nur der „background software“ vorschreibe, während die sogenannte „OTS“-Software vertraulich bleibe, so läuft
         diese Rüge in Wirklichkeit darauf hinaus, Eurocontrol vorzuwerfen, dass es den Unternehmen, die Forschungsverträge erhalten
         haben, nicht vorschreibt, dass sie ihren Wettbewerbern die Quellcodes ihrer eigenen Produkte zur Verfügung stellen, die im
         Rahmen der von Eurocontrol zugeteilten Forschungsvorhaben wieder verwendet worden sind. Es ist aber festzustellen, dass unabhängig
         davon, ob eine solche Verpflichtung den Vertragsunternehmen von Rechts wegen auferlegt werden könnte, der Umstand, dass Eurocontrol
         im Rahmen ihrer Regelung der Rechte des geistigen Eigentums eine solche Abgrenzung vornimmt, die in der oben in Randnummer
         50 zitierten Rechtsprechung herausgearbeiteten Kriterien für eine wirtschaftliche Tätigkeit, dass nämlich eine Tätigkeit verfolgt
         wird, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten, nicht erfüllt. 
      
      82      Demzufolge hat die Kommission keinen offensichtlichen Beurteilungsfehler begangen, als sie angenommen hat, dass die von Eurocontrol
         finanzierten Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeiten keine wirtschaftlichen Tätigkeiten darstellen und dass die Wettbewerbsregeln
         des Vertrags daher auf sie nicht anwendbar sind.
      
       Zur Tätigkeit der Unterstützung der nationalen Verwaltungen
      –       Vorbringen der Beteiligten
      83      Die Klägerin trägt vor, die Tätigkeit der technischen Unterstützung zugunsten der nationalen Verwaltungen, die Eurocontrol
         ausübe, indem sie die Lastenhefte für öffentliche Ausschreibungen abfasse oder sich am Verfahren der Auswahl der an Ausschreibungen
         teilnehmenden Unternehmen beteilige, sei eine im eigentlichen Sinne wirtschaftliche Tätigkeit. Es handele sich auch um eine
         Tätigkeit, für die ein Entgelt entrichtet werde, da Eurocontrol eine Finanzierung durch ihre Mitgliedstaaten erhalte, die
         dazu diene, die Unterstützungstätigkeit wie alle ihre anderen Tätigkeiten zu finanzieren.
      
      84      Die Kommission und die Streithelferin vertreten die Auffassung, die Tätigkeit der Unterstützung der mit der Luftverkehrskontrolle
         betrauten nationalen Verwaltungen, insbesondere bei Ausschreibungsverfahren für den Erwerb von ATM-Systemen und ‑Ausrüstungen,
         gehöre zu der im Übereinkommen definierten Aufgabe der Organisation. Diese Tätigkeit erlaube es den Mitgliedstaaten unter
         Rückgriff auf die besonderen technischen Fachkenntnisse der Organisation, die Aufgaben der Kontrolle und des Managements des
         Luftverkehrs, die sie im Rahmen ihrer Souveränität ausüben, in der gebührenden Weise wahrzunehmen. Bei der Ausübung dieser
         Tätigkeit verfolge Eurocontrol daher das durch das Übereinkommen festgelegte im Allgemeininteresse liegende Ziel, die Sicherheit
         des Luftverkehrs aufrechtzuerhalten und zu verbessern.
      
      85      Die Kommission und die Streithelferin tragen außerdem vor, dass die streitige Tätigkeit unentgeltlich sei. Die Eurocontrol
         von ihren Mitgliedstaaten gezahlten Beiträge sollten das allgemeine Funktionieren der Organisation sicherstellen und hätten
         keinen Bezug zu eventuellen Unterstützungsersuchen dieser Staaten. Die Kommission stellt eine Parallele zu der Rechtsprechung
         des Gerichtshofes zu den nationalen Systemen der sozialen Sicherheit und Gesundheitsfürsorge her und verweist als Beispiel
         auf den Fall, der zum Urteil vom 17. Februar 1993 in den Rechtssachen C‑159/91 und C‑160/91 (Poucet und Pistre, Slg. 1993,
         I‑637, Randnr. 18) geführt hat, in dem der Umstand, dass es keinen Zusammenhang zwischen den der Krankenkasse von den Versicherten
         gezahlten Beiträgen und den von dieser Kasse erbrachten Leistungen gegeben habe, den Gerichtshof zu der Feststellung veranlasst
         hätte, dass die von der Letztgenannten ausgeübten Tätigkeiten keinen wirtschaftlichen Charakter hätten.
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      86      Zunächst ist festzustellen, dass die Tätigkeit der Unterstützung der nationalen Verwaltungen sich von der Eurocontrol zugewiesenen
         Aufgabe des Luftraummanagements und der Entwicklung der Sicherheit des Luftverkehrs trennen lässt. Zwar kann diese Unterstützungstätigkeit
         dem allgemeinen Interesse dadurch dienen, dass die Sicherheit des Luftverkehrs aufrechterhalten und verbessert wird, dieser
         Zusammenhang ist aber nur sehr indirekt, da die von Eurocontrol gebotene Unterstützung sich nur auf die technischen Spezifikationen
         bei der Durchführung von Ausschreibungsverfahren für ATM-Ausrüstungen erstreckt und sich daher auf die Sicherheit des Luftverkehrs
         nur auf dem Umweg über diese Ausschreibungsverfahren auswirkt. Ein solcher indirekter Zusammenhang kann aber nicht die erforderliche
         Konnexität zwischen den beiden Tätigkeiten implizieren. Dabei weist das Gericht darauf hin, dass Eurocontrol Unterstützung
         auf diesem Gebiet nur auf Anforderung der nationalen Verwaltungen anbietet. Es handelt sich daher keineswegs um eine Tätigkeit,
         die für die Gewährleistung der Sicherheit des Luftverkehrs wesentlich oder sogar unabdingbar wäre.
      
      87      Sodann ist daran zu erinnern, dass eine wirtschaftliche Tätigkeit jede Tätigkeit darstellt, die daraus besteht, Güter oder
         Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten (vgl. die oben in Randnr. 50 zitierte Rechtsprechung). Was die Tätigkeiten
         der Unterstützung der nationalen Verwaltungen in Form von Ratschlägen angeht, die bei der Abfassung der Lastenhefte für Ausschreibungen
         oder bei dem Verfahren der Auswahl der an diesen Ausschreibungen teilnehmenden Unternehmen gegeben werden, ist festzustellen,
         dass es sich gerade um ein Angebot von Dienstleistungen auf dem Beratungsmarkt handelt, auf dem auf dieses Gebiet spezialisierte
         private Unternehmen ebenso gut tätig werden könnten.
      
      88      In diesem Zusammenhang hat das Gericht entschieden, dass ein zusätzlicher Anhaltspunkt dafür, dass eine Tätigkeit als die
         eines Unternehmens zu qualifizieren ist, darin liegt, dass sie auch von einem privaten Unternehmen ausgeübt werden kann (Urteil
         Aéroports de Paris/Kommission, Randnr. 124, bestätigt durch Urteil des Gerichtshofes vom 24. Oktober 2002 in der Rechtssache
         C‑82/01 P, Aéroports de Paris/Kommission, Slg. 2002, I‑9297, Randnr. 82). 
      
      89      Außerdem hat der Gerichtshof mehrfach entschieden, dass der Umstand, dass Tätigkeiten gewöhnlich öffentlich-rechtlichen Anstalten
         übertragen werden, dem wirtschaftlichen Charakter dieser Tätigkeiten nicht entgegensteht, da sie nicht immer von öffentlichen
         Einrichtungen betrieben worden sind und nicht notwendig von solchen Einrichtungen betrieben werden müssen (vgl. in diesem
         Sinne Urteile Höfner und Elser, Randnr. 22, und Job Centre, Randnr. 22). Unter den hier geprüften Umständen bedeutet dies,
         dass der Umstand, dass die streitigen Dienstleistungen gegenwärtig nicht von Privatunternehmen angeboten werden, nicht daran
         hindert, sie als wirtschaftliche Tätigkeiten zu qualifizieren, da es möglich erscheint, dass sie von privaten Einrichtungen
         ausgeübt werden. 
      
      90      Da die Kommission geltend macht, dass die Unterstützungstätigkeiten von Eurocontrol für nationale Verwaltungen als solche
         nicht vergütet werden, ist festzustellen, dass dieser Umstand ein Indiz darstellen kann, als solcher aber nicht entscheidend
         ist, wie z. B. die Rechtssache zeigt, in der das Urteil Höfner und Elser ergangen ist und in der die Vermittlungsleistungen
         der deutschen Bundesanstalt für Arbeit unentgeltlich gegenüber den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern erbracht wurden, die
         ihrerseits die Gesamtausgaben dieser Anstalt durch Pauschalbeiträge finanzierten, die unabhängig davon waren, ob sie tatsächlich
         auf die Vermittlungsleistungen der Anstalt zurückgriffen. Dass Eurocontrol als Einrichtung durch Beiträge ihrer Mitgliedstaaten
         finanziert wird und dass sie ihre Unterstützungsleistungen für die nationalen Verwaltungen, die solche Leistungen anfordern,
         unentgeltlich erbringt, lässt finanzielle Strukturen der gleichen Art erkennen, wie sie in jener Rechtssache in Frage standen.
         
      
      91      Dass die Unterstützungstätigkeit zu einem im Allgemeininteresse liegenden Zweck verfolgt wird, kann ebenfalls ein Indiz für
         das Vorliegen einer Tätigkeit nichtwirtschaftlicher Art darstellen, hindert aber nicht daran, eine Tätigkeit, die – wie es
         in der vorliegenden Rechtssache der Fall ist – darin besteht, Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten, als
         eine wirtschaftliche Tätigkeit anzusehen. So sind Einrichtungen, die gesetzliche Systeme der sozialen Sicherheit verwalten,
         keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen, eine Tätigkeit sozialer Art ausüben und einer staatlichen Regelung unterliegen, die
         u. a. Solidaritätsanforderungen umfasst, als Unternehmen angesehen worden, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben (vgl.
         in diesem Sinne Urteil Fédération française des sociétés d'assurance u. a., Randnr. 22, und Urteil des Gerichtshofes vom 21.
         September 1999 in der Rechtssache C‑67/96, Albany, Slg. 1999, I‑5751, Randnrn. 84 bis 87).
      
      92      Nach alledem ist die Unterstützungstätigkeit von Eurocontrol für die nationalen Verwaltungen eine wirtschaftliche Tätigkeit,
         und Eurocontrol ist folglich bei der Ausübung dieser Tätigkeit ein Unternehmen im Sinne von Artikel 82 EG. 
      
      93      Der erste Klagegrund der Klägerin hat daher insoweit Erfolg; im Übrigen ist er zurückzuweisen. 
      
      94      Wie oben in den Randnummern 47 bis 49 ausgeführt worden ist, kann diese Feststellung jedoch nur dann zur Nichtigerklärung
         der angefochtenen Entscheidung führen, wenn auch dem zweiten Klagegrund stattzugeben ist, da die angefochtene Entscheidung
         auch auf der Feststellung der Kommission beruht, dass die Tätigkeiten von Eurocontrol, auch wenn sie als wirtschaftliche Tätigkeiten
         anzusehen seien, nicht gegen Artikel 82 EG verstießen. 
      
       Zum zweiten Klagegrund: Offensichtlicher Beurteilungsfehler in Bezug auf das Vorliegen eines Verstoßes gegen Artikel 82 EG
            durch Eurocontrol
      95      In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen ist der zweite Klagegrund nur insoweit zu prüfen, als dem ersten stattgegeben worden
         ist, d. h. in Bezug auf die Unterstützungstätigkeit von Eurocontrol für die nationalen Verwaltungen. 
      
       Vorbringen der Parteien
      96      Die Klägerin macht in diesem Zusammenhang geltend, die angefochtene Entscheidung leide insoweit an einem offensichtlichen
         Beurteilungsfehler, als die Kommission den Missbrauchscharakter der im Bereich der Unterstützungstätigkeit für die nationalen
         Verwaltungen angezeigten Verhaltensweisen in der Sache nicht geprüft habe. Insbesondere rügt die Klägerin die missbräuchlichen
         Verhaltensweisen von Eurocontrol, die von der Nichtbeachtung der Grundsätze der Gleichbehandlung, der Transparenz und der
         Nichtdiskriminierung bei den von den nationalen Einrichtungen eingeleiteten Ausschreibungen für den Erwerb von ATM-Ausrüstungen
         herrührten; Eurocontrol müsse die in den gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften vorgesehenen Bestimmungen über Verfahren zur
         Vergabe von Aufträgen oder zumindest die allgemeinen Grundsätze der Gleichbehandlung und der Transparenz anwenden. 
      
      97      Es gebe eine Vermengung der Rolle, die Eurocontrol spiele, wenn sie Vorhaben vorschlage und Unternehmen auswähle, die Prototypen
         erstellten, und ihrer Rolle als Beraterin der nationalen Verwaltung. Diese Vermengung und die sich daraus ergebenden Probleme
         seien von der Kommission selbst in einem Bericht über die Anwendung der Richtlinie 93/65 festgestellt worden.
      
      98      Durch die Unterstützungsleistungen, die Eurocontrol den nationalen Verwaltungen mit der Einleitung von Ausschreibungsverfahren
         anbiete, würden optionale Normen in Wirklichkeit für die Vergabestellen verbindlich. Dies sei insbesondere bei zwei Ausschreibungsverfahren
         in Spanien und in den Niederlanden der Fall gewesen. Das Unternehmen, das an dem Verfahren teilgenommen habe und dem der Zuschlag
         für den Vertrag über die Erstellung eines standardisierten Prototyps einer ATM-Ausrüstung erteilt worden sei, werde somit
         rechtswidrig zweifach begünstigt: einmal bei der willkürlichen Auswahl, die dazu geführt habe, dass es den Zuschlag für die
         Erstellung des Prototyps erhalten habe, und zweitens, weil es anschließend im Rahmen nationaler Ausschreibungsverfahren ausgewählt
         werden könne.
      
      99      Die Klägerin beruft sich darüber hinaus auf das Schreiben vom 3. November 1998 (vgl. oben, Randnr. 12). Dieses Schreiben beweise,
         dass die Kommission selbst davon überzeugt gewesen sei, dass Eurocontrol eine beherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt
         habe, denn die in der Klageschrift formulierten Nichtigkeitsgründe würden in allen Punkten durch die Zweifel und die Überlegungen
         bestätigt, die darin zum Ausdruck gebracht würden. Die Kommission habe somit offen zugegeben, dass die von Eurocontrol gespielte
         Rolle sowie die von der Klägerin zur Sprache gebrachten Wettbewerbsverzerrungen zu beanstanden gewesen seien. Das Schreiben
         vom 3. November 1998 beweise insbesondere ganz offenkundig, dass die Dienststellen der Kommission davon ausgegangen seien,
         dass die von dem Antrag betroffenen Tätigkeiten von Eurocontrol wirtschaftliche Tätigkeiten seien, dass sie daher den Wettbewerbsregeln
         der Gemeinschaft unterlägen und dass die sich aus dem Verhalten von Eurocontrol ergebenden Wettbewerbsverzerrungen erwiesen
         und schwerwiegend seien. 
      
      100    Die Kommission trägt vor, in Nummer 34 der angefochtenen Entscheidung habe sie entgegen dem Vorbringen der Klägerin die von
         dieser beanstandeten Verhaltensweisen im Zusammenhang mit der Unterstützungstätigkeit von Eurocontrol gegenüber den nationalen
         Verwaltungen sehr wohl hilfsweise in der Sache geprüft. Aus dieser Prüfung habe sie jedoch die Schlussfolgerung gezogen, dass
         diese Tätigkeit nicht gegen die Wettbewerbsregeln verstoße. 
      
      101    Zum Schreiben vom 3. November 1998 vertritt die Kommission die Auffassung, die Schlussfolgerungen, die die Klägerin daraus
         ziehe, seien die Folge eines falschen Verständnisses des Inhalts dieses Schreibens.
      
       Würdigung durch das Gericht
      102    Die von der Klägerin im Rahmen des vorliegenden Klagegrundes erhobenen Rügen betreffen in Wirklichkeit zwei unterschiedliche
         Fallgestaltungen. Die erste Fallgestaltung ist diejenige der Vergabe von Aufträgen durch Eurocontrol selbst für deren eigenen
         Bedarf an Lieferungen, die mit Tätigkeiten zusammenhängen, denen im Vorstehenden der wirtschaftliche Charakter abgesprochen
         worden ist. Da diese Fallgestaltung die Unterstützung, die Eurocontrol den nationalen Verwaltungen bietet, nicht betrifft,
         ist sie im Rahmen der Prüfung des auf die Unterstützungstätigkeit beschränkten zweiten Klagegrundes außer Acht zu lassen.
         
      
      103    Die zweite Fallgestaltung betrifft die Vergabe von Aufträgen durch die nationalen Verwaltungen, zu der Eurocontrol als Beraterin
         bei der Abfassung der Lastenhefte für die Ausschreibungen und beim Verfahren der Auswahl beiträgt. 
      
      104    Zu diesem Fall ist erstens festzustellen, wie die Kommission es zu Recht getan hat, dass nur die nationalen Behörden zur Auftragsvergabe
         befugt und damit berechtigt sind, Entscheidungen zu treffen, und dass sie folglich für die Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen
         über die Verfahren zur Vergabe von Aufträgen verantwortlich sind. Das Tätigwerden von Eurocontrol als Beraterin ist weder
         verbindlich vorgeschrieben, noch wird Eurocontrol regelmäßig tätig. Sie wird nach Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe a des Übereinkommens
         nur auf ausdrückliches Ersuchen der betreffenden Verwaltungen tätig. Die Klägerin hat betont, dass Eurocontrol, wenn eine
         Verwaltung auf ihre Beratungsleistung zurückgreife, grundsätzlich die Möglichkeit habe, die Entscheidungen zu beeinflussen,
         die von dieser Verwaltung im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens getroffen würden. Sie ist jedoch den Nachweis schuldig
         geblieben, dass Eurocontrol in einem konkreten Fall die Entscheidung über die Vergabe eines Auftrags an einen Bieter tatsächlich
         beeinflusst hätte, und zwar durch andere Erwägungen als solche, die zur Suche nach der besten technischen Lösung zum günstigsten
         Preis gehören. 
      
      105    Zweitens ist darauf hinzuweisen, dass nach Artikel 82 Absatz 1 EG die Feststellung des Missbrauchs einer beherrschenden Stellung
         eines Unternehmens zum einen das Vorliegen einer beherrschenden Stellung dieses Unternehmens auf einem bestimmten Markt und
         zum anderen eine missbräuchliche Ausnutzung dieser beherrschenden Stellung auf dem Gemeinsamen Markt oder auf einem wesentlichen
         Teil desselben voraussetzt. 
      
      106    Die Klägerin hat sich weder in ihren Schriftsätzen vor dem Gericht noch in der mündlichen Verhandlung zu den Fragen der Definition
         des relevanten Marktes und der Dominanz von Eurocontrol auf diesem Markt geäußert, bei dem es sich eventuell um den Markt
         für die Beratung auf dem Gebiet der Verfahren zur Vergabe von Lieferaufträgen für ATM-Ausrüstungen oder aber den Markt für
         technische Beratung im Allgemeinen handeln könnte.
      
      107    Bei dem Begriff der missbräuchlichen Ausnutzung handelt es sich nach ständiger Rechtsprechung um einen objektiven Begriff,
         der solche Verhaltensweisen eines Unternehmens in beherrschender Stellung betrifft, die die Struktur eines Marktes beeinflussen
         können, auf dem der Wettbewerb gerade wegen der Präsenz des fraglichen Unternehmens bereits geschwächt ist, und die zur Folge
         haben, dass die Aufrechterhaltung des auf dem Markt noch bestehenden Wettbewerbs oder dessen Entwicklung durch den Einsatz
         von Mitteln behindert wird, die sich von den Mitteln eines normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs auf der Grundlage
         der Leistungen der Wirtschaftsteilnehmer unterscheiden (Urteil des Gerichtshofes vom 3. Juli 1991 in der Rechtssache C‑62/86,
         AKZO/Kommission, Slg. 1991, I‑3359, Randnr. 69, Urteil des Gerichts vom 7. Oktober 1999 in der Rechtssache T‑228/97, Irish
         Sugar/Kommission, Slg. 1999, II‑2969, Randnr. 111).
      
      108    Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die Klägerin kein Verhalten von Eurocontrol im Rahmen von deren Beratungstätigkeit
         für die nationalen Verwaltungen benannt hat, das diesen Kriterien entsprechen würde. Insbesondere hat sie nicht angegeben,
         welche Mittel, „die sich von den Mitteln eines normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs auf der Grundlage der Leistung
         der Marktbürger unterscheiden“, Eurocontrol eingesetzt haben soll. Da Eurocontrol keine Tätigkeit auf dem Markt für die Lieferung
         von ATM-Ausrüstungen ausübt und dort kein Interesse finanzieller oder wirtschaftlicher Art besitzt, scheint vielmehr überhaupt
         kein Wettbewerbsverhältnis zwischen ihr und der Klägerin oder einem anderen in diesem Sektor tätigen Unternehmen bestehen
         zu können. Insbesondere ergibt sich nicht, dass Eurocontrol irgendeinen Wettbewerbsvorteil daraus hätte ziehen können, dass
         sie auf dem Weg über ihre den nationalen Verwaltungen angebotenen Beratungsleistungen die Entscheidung dieser Verwaltungen
         über ihre Lieferanten von ATM-Ausrüstungen zugunsten bestimmter Unternehmen hat beeinflussen können. 
      
      109    Die Klägerin ist also den Nachweis eines offensichtlichen Beurteilungsfehlers der Kommission in Bezug auf das Vorliegen eines
         Verstoßes gegen Artikel 82 EG durch Eurocontrol schuldig geblieben.
      
      110    Diese Feststellung wird durch das Schreiben vom 3. November 1998 nicht entkräftet.
      
      111    Die Behauptungen der Klägerin, dieses Schreiben beweise, dass die Kommission selbst davon überzeugt gewesen sei, dass Eurocontrol
         eine beherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt habe (siehe oben, Randnr. 99) finden nämlich im Schreiben vom 3. November
         1998 keine Grundlage. Wie oben festgestellt worden ist (Randnr. 39), stellt die Kommission darin keineswegs fest, dass die
         Tätigkeiten von Eurocontrol wirtschaftliche Tätigkeiten seien und dass demnach die Wettbewerbsregeln der Gemeinschaft auf
         sie anwendbar seien. Im Gegenteil heißt es in diesem Schreiben ausdrücklich, dass die ihm beigefügte Untersuchung vorgenommen
         worden sei, „ohne der Entscheidung über die Anwendung der Wettbewerbsregeln der Gemeinschaft vorzugreifen“, um die Auswirkungen
         zu prüfen, die die Tätigkeiten von Eurocontrol, obwohl es sich um nichtwirtschaftliche Tätigkeiten handelte, auf den Wettbewerb
         zwischen den im Sektor der ATM-Ausrüstungen tätigen Unternehmen haben könnten. 
      
      112    Dass die Kommission die Anwendbarkeit des Wettbewerbsrechts auf den vorliegenden Fall zwar bestritten, aber dennoch in diesem
         Schreiben eine Reihe von kritischen Anmerkungen in Bezug auf bestimmte Tätigkeiten von Eurocontrol gemacht hat, beweist keineswegs,
         dass die Kommission selbst von der Rechtswidrigkeit des Verhaltens von Eurocontrol in Bezug auf die Wettbewerbsregeln überzeugt
         war, sondern lässt den Willen der Kommission erkennen, Eurocontrol für die Auswirkungen zu sensibilisieren, die ihre Tätigkeiten,
         auch wenn sie nicht in den Anwendungsbereich dieser Regeln fielen, dennoch auf den Wettbewerb zwischen den in dem betreffenden
         Sektor tätigen Unternehmen haben konnten, um sie dazu zu veranlassen, die unerwünschten Wirkungen dieser Tätigkeiten so gering
         wie möglich zu halten. Dagegen kann dieses Schreiben nicht als Stütze für die Forderungen der Klägerin dienen.
      
      113    Nach alledem ist der zweite Klagegrund zurückzuweisen. 
      
       Zum dritten Klagegrund: Verletzung wesentlicher Formvorschriften
      114    Die Klägerin nimmt Bezug auf einige Entscheidungen der Gemeinschaftsgerichte, die die Verpflichtung zur Prüfung von Anträgen
         und die Verpflichtung zur Begründung von Entscheidungen betreffen, und vertritt die Auffassung, dass die Kommission im vorliegenden
         Fall diese Verpflichtungen verletzt habe. Die angefochtene Entscheidung sei nicht richtig begründet, und die Kommission habe
         „möglicherweise“ im vorprozessualen Verfahren die Verteidigungsrechte verletzt.
      
       Zur Rüge eines Begründungsmangels
      –       Vorbringen der Parteien
      115    Was die Qualifizierung der Tätigkeiten von Eurocontrol angeht, die Gegenstand des Antrags sind, vertritt die Klägerin die
         Auffassung, dass die Kommission die Frage, ob diese Tätigkeiten wirtschaftlichen Charakter hätten, nicht angemessen geprüft
         habe. Statt sich auf die Erklärung zu beschränken, dass die Reglementierungstätigkeit nicht zu einer Vergütung führe, dass
         die Ausarbeitung der Normen eine im Allgemeininteresse liegende und nicht auf Gewinnerzielung gerichtete private Tätigkeit
         darstelle und dass die Unterstützungstätigkeit in Form einer schlichten technischen Hilfe geleistet werde, die nicht vergütet
         und nur den nationalen Verwaltungen angeboten werde, die um sie ersuchten, hätte die Kommission die einschlägige Rechtsprechung
         vollständig untersuchen müssen, um die für den vorliegenden Fall geltende Lösung herauszuarbeiten. Unter Hinweis auf einige
         Punkte der Begründung der angefochtenen Entscheidung macht die Klägerin geltend, dass sich die Untersuchung der Kommission
         auf einige wenige Zeilen beschränke, obwohl sie zur Begründung ihres Antrags eine große Zahl von Gesichtspunkten und Argumenten
         vorgetragen habe. Auch sei in der angefochtenen Entscheidung nicht angegeben, aus welchem Grund die Kommission der Auffassung
         gewesen sei, dass sie im vorliegenden Fall ein missbräuchliches Verhalten von Eurocontrol ausschließen müsse. 
      
      116    Die Kommission weist darauf hin, dass sie in der Begründung von Entscheidungen, die sie erlasse, um die Anwendung der Wettbewerbsregeln
         sicherzustellen, nicht auf alle Argumente einzugehen brauche, die die Betroffenen für ihren Antrag vorbrächten. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      117    Nach ständiger Rechtsprechung muss die nach Artikel 253 EG vorgeschriebene Begründung die Überlegungen der Gemeinschaftsbehörde,
         die den angefochtenen Rechtsakt erlassen hat, so klar und eindeutig zum Ausdruck bringen, dass die Betroffenen ihr die Gründe
         für die getroffenen Maßnahmen entnehmen können, damit sie ihre Rechte vertreten können und der Gemeinschaftsrichter seine
         Kontrollaufgabe wahrnehmen kann. Das Begründungserfordernis ist nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach dem
         Inhalt des Rechtsakts, der Art der angeführten Gründe und nach dem Interesse der Adressaten oder anderer durch den Rechtsakt
         unmittelbar und individuell betroffener Personen an Erläuterungen zu beurteilen. Die Begründung braucht nicht sämtliche tatsächlich
         oder rechtlich erheblichen Gesichtspunkte zu enthalten, da die Frage, ob die Begründung eines Rechtsakts den Anforderungen
         des Artikels 253 EG genügt, nicht nur im Hinblick auf dessen Wortlaut, sondern auch anhand seines Kontextes sowie sämtlicher
         Rechtsvorschriften, die das betreffende Gebiet regeln, zu beurteilen ist (vgl. Urteil des Gerichts vom 21. März 2002 in der
         Rechtssache T‑231/99, Joynson/Kommission, Slg. 2002, II‑2085, Randnrn. 164 und 165 und die zitierte Rechtsprechung).
      
      118    Insbesondere braucht die Kommission in der Begründung einer Entscheidung, mit der eine Beschwerde wegen Verletzung der Wettbewerbsregeln
         zurückgewiesen wird, nicht auf alle Argumente einzugehen, die die Betroffenen für ihren Antrag vorbringen. Es reicht aus,
         dass sie die Tatsachen und rechtlichen Erwägungen anführt, denen nach dem Aufbau der Entscheidung eine wesentliche Bedeutung
         zukommt (vgl. Urteil des Gerichts vom 30. November 2000 in der Rechtssache T‑5/97, Industrie des poudres sphériques/Kommission,Slg. 2000, II‑3755, Randnr. 199 und die dort zitierte Rechtsprechung, und Urteil FENIN/Kommission, Randnr. 58).
      
      119    Im vorliegenden Fall ergibt sich, dass die Kommission ihre Begründungspflicht erfüllt hat. Wie sie zu Recht geltend macht,
         hat sie in den Nummern 28 und 29 der angefochtenen Entscheidung den Hauptgrund für die Zurückweisung der Beschwerde angegeben,
         nämlich dass die beanstandeten Tätigkeiten von Eurocontrol keinen wirtschaftlichen Charakter im Sinne der Rechtsprechung des
         Gerichtshofes haben. Sie verweist insbesondere auf ihr Schreiben vom 15. Juni 2000 (siehe oben, Randnr. 14), in dem sie bereits
         im Wesentlichen die gleiche Meinung zum Ausdruck gebracht – und begründet – hatte. In den Nummern 30 bis 34 der angefochtenen
         Entscheidung hat die Kommission für jede der beanstandeten Tätigkeiten die spezifischen Gründe dargelegt, die sie zu dieser
         Beurteilung veranlasst haben. Für die Tätigkeit der Entwicklung und des Erwerbs von Prototypen und die Regelung der Rechte
         des geistigen Eigentums sowie für die Tätigkeit der Unterstützung für die nationalen Verwaltungen hat sie darüber hinaus hilfsweise
         erklärt, aus welchem Grund sie – selbst wenn man diese Tätigkeiten als solche mit wirtschaftlichem Charakter ansehen wollte
         – der Auffassung war, dass kein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorliege. 
      
      120    In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Berufung auf das Fehlen oder die Unzulänglichkeit einer Begründung
         eine auf die Verletzung der wesentlichen Formvorschriften gestützte Rüge ist, die sich als solche von der auf die Unrichtigkeit
         der Gründe dieser Entscheidung gestützten Rüge unterscheidet, deren Kontrolle zur Prüfung der Begründetheit der angefochtenen
         Entscheidung gehört (Urteil des Gerichts vom 7. November 1997 in der Rechtssache C‑84/96, Cipeke/Kommission, Slg. 1997, II‑2081,
         Randnr. 47). Dass das Gericht einigen der von der Kommission dargelegten Erwägungen in der angefochtenen Entscheidung nicht
         gefolgt ist, hindert also nicht daran, die Begründungspflicht im vorliegenden Fall als erfüllt anzusehen. 
      
      121    Daraus folgt, dass die Rüge eines Begründungsmangels zurückzuweisen ist. 
      
       Zur Rüge einer Verletzung der Verteidigungsrechte 
      –       Vorbringen der Parteien
      122    Die Klägerin ist der Auffassung, in Anbetracht der gegenwärtig verfügbaren Informationen und der der angefochtenen Entscheidung
         als Anhang beigefügten Dokumente sei sie vom Vorgehen der Kommission im Stadium der Untersuchung der Beschwerde nicht angemessen
         unterrichtet worden. Insbesondere habe die Kommission es unterlassen, die ohne Zweifel zahlreichen Erklärungen, Schreiben
         und Untersuchungen zu erwähnen, auf deren Grundlage sie ihre eigene Beurteilung ausgearbeitet habe. Dies stelle einen Verstoß
         gegen den allgemeinen Grundsatz der Transparenz von Verwaltungsverfahren dar.
      
      123    Die Kommission führt aus, diese Rüge stütze sich auf die Annahme, dass sie sich beim Erlass der angefochtenen Entscheidung
         notwendigerweise auf eine große Zahl der Klägerin unbekannter Dokumente gestützt habe. Die Kommission trägt vor, sie habe
         in ihrem Schreiben vom 25. September 2003 (siehe oben, Randnr. 14) spezifisch die Dokumente angegeben, auf die sie ihre Beurteilung
         gestützt habe; von diesen Dokumenten habe die Klägerin in vollem Umfang Kenntnis gehabt, und sie habe sich zu ihnen äußern
         können. Alle wesentlichen Gesichtspunkte, die die Kommission bei der Untersuchung der Beschwerde berücksichtigt habe, fänden
         sich in den in Frage stehenden Dokumenten. Eine Verletzung der Verteidigungsrechte, die von der Klägerin hypothetisch geltend
         gemacht werde, habe es daher nicht gegeben. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      124    Zunächst ist festzustellen, dass die Behauptungen der Klägerin in Bezug auf das angebliche Vorliegen einer großen Zahl von
         Dokumenten, die ihr unbekannt seien, in keiner Weise substanziiert sind. Zwar kann man von der Klägerin nicht verlangen, dass
         sie die in Frage stehenden Dokumente bezeichnet, da sie gerade geltend macht, dass die Kommission sie ihr nicht mitgeteilt
         habe; es ist jedoch festzustellen, dass sie nicht einmal Indizien vorlegt, die darauf schließen lassen könnten, dass es solche
         Dokumente gibt und dass sie bei der Ausarbeitung der angefochtenen Entscheidung ausschlaggebend waren. Das einzige von der
         Klägerin konkret bezeichnete Dokument, das im Schreiben der Kommission vom 25. September 2003 nicht erwähnt wird, nämlich
         das Schreiben vom 3. November 1998, ist in der Folge von der Kommission vorgelegt worden. Wie oben festgestellt worden ist,
         sind durch dieses Schreiben nicht nur keine Umstände zutage getreten, die den Ausgang der vorliegenden Sache wesentlich hätten
         beeinflussen können (vgl. oben, Randnrn. 36 bis 39), sondern die Klägerin hatte darüber hinaus auch Kenntnis sowohl vom Vorliegen
         dieses Schreibens als auch von seinem wesentlichen Inhalt. 
      
      125    Die Klägerin trägt in der Klageschrift vor, „offensichtlich“ sei sie „auf der Grundlage der der Entscheidung der Kommission
         beigefügten Dokumente“ zu dem Ergebnis gelangt, dass sie vom Vorgehen der Kommission im Stadium der Untersuchung nicht angemessen
         unterrichtet worden sei. In der angefochtenen Entscheidung werden jedoch keine Anlagen erwähnt. Die Klägerin gibt nicht an,
         um welche Anlagen es sich handeln soll, noch, aufgrund welcher Angaben in diesen nicht näher bezeichneten Dokumenten sie diese
         Schlussfolgerung habe ziehen können. Die Behauptung der Klägerin, dass die Kommission sich einer großen Zahl von Dokumenten
         bedient habe, die sie ihr nicht mitgeteilt habe, ist daher nicht untermauert.
      
      126    Darüber hinaus trägt die Kommission vor, es gebe keine anderen in der vorliegenden Rechtssache erheblichen Dokumente als die
         in der Anlage des Schreibens vom 25. September 2003 erwähnten. Dieses Vorbringen wird durch die rechtliche Beurteilung der
         Kommission bestätigt, die gestützt auf das Urteil SAT-Fluggesellschaft die Auffassung vertreten hat, dass die streitigen Tätigkeiten
         von Eurocontrol in ihrer Gesamtheit nichtwirtschaftlicher Natur seien und dass auf jeden Fall die Eurocontrol vorgeworfenen
         Verhaltensweisen keinen Verstoß gegen die gemeinschaftlichen Wettbewerbsbestimmungen darstellten. Diese Beurteilung konnte
         in der angefochtenen Entscheidung nämlich allein auf die Dokumente gestützt werden, die die Kommission in dieser Entscheidung
         zu deren Begründung angeführt hat; entgegen dem, was die Klägerin behauptet, war es nicht erforderlich, technische Analysen
         oder eingehende Untersuchungen über die Wirkungen durchzuführen, die die Handlungen von Eurocontrol auf den Wettbewerb in
         dem betroffenen Sektor haben konnten. 
      
      127    Daher ist die Rüge einer Verletzung der Verteidigungsrechte zurückzuweisen. 
      
      128    Folglich ist der dritte Klagegrund zurückzuweisen. 
      
      129    Nach alledem ist die Nichtigkeitsklage der Klägerin abzuweisen.
      
      5.     Zu den Beweisanträgen
       Vorbringen der Parteien
      130    In der Klageschrift und in dem am 27. April 2005 eingereichten Schriftsatz hat die Klägerin Beweisanträge gestellt. Der erste
         Antrag geht dahin, der Kommission aufzugeben, alle von ihren Dienststellen ausgearbeiteten Dokumente, die die vorliegende
         Rechtssache betreffen, und alle Dokumente, die sie von Eurocontrol in Bezug auf die Beschwerde erhalten hat, sowie die Kopie
         der technischen Untersuchungen vorzulegen, die nach Angabe der Klägerin von internem oder externem Personal erstellt worden
         sind. Der zweite Antrag richtet sich zum einen auf die Vernehmung der ehemaligen Generaldirektoren der GD „Wettbewerb“ und
         der GD „Verkehr“ der Kommission sowie des ehemaligen Generaldirektors von Eurocontrol als Zeugen zum Inhalt des Schreibens
         vom 3. November 1998 und zu der diesem beigefügten Untersuchungen zum einen und auf die Vorlage der zwischen der Kommission
         und Eurocontrol nach dem Schreiben vom 3. November 1998 ausgetauschten Dokumente durch die Kommission zum anderen.
      
      131    Die Kommission widerspricht den Anträgen der Klägerin und trägt vor, durch die Anhörung der in diesen Anträgen genannten Personen
         könnten keine Erkenntnisse gewonnen werden, die für die Prüfung der angefochtenen Entscheidung von Nutzen seien, und es gebe
         keine anderen erheblichen Dokumente als die im Schreiben vom 25. September 2003 aufgezählten. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      132    Aus den oben stehenden Ausführungen ist ersichtlich, dass dem Gericht eine sachgerechte Entscheidung auf der Grundlage der
         Anträge, des schriftlichen und mündlichen Vorbringens sowie der vorgelegten Unterlagen möglich war.
      
      133    Die von der Klägerin gestellten Beweisanträge sind somit zurückzuweisen. 
      
       Kosten
      134    Nach Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da
         die Klägerin mit ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind ihr entsprechend dem Antrag der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
         
      
      135    Nach Artikel 87 § 4 Unterabsatz 3 der Verfahrensordnung kann das Gericht entscheiden, dass ein Streithelfer seine eigenen
         Kosten trägt. Im vorliegenden Fall sind der zur Unterstützung der Anträge der Kommission dem Verfahren beigetretenen Streithelferin
         ihre eigenen Kosten aufzuerlegen. 
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen.
      2.      Die Klägerin trägt ihre eigenen Kosten und die Kosten der Kommission.
      3.      Die Streithelferin trägt ihre eigenen Kosten.
      
      
               Pirrung
            
            
               Meij
            
            
               Pelikánová
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 12. Dezember 2006.
      
               Der Kanzler
            
             
            
                     Der Präsident
            
         
               E. Coulon
            
             
            
                     J. Pirrung
            
         Inhaltsverzeichnis
      
      Rechtlicher Rahmen
      1.  Rechtsgrundlagen der Eurocontrol
      2.  Gemeinschaftsrecht
      Sachverhalt und vorprozessuales Verfahren
      1.  Rolle und Tätigkeiten von Eurocontrol
      2.  Vorprozessuales Verfahren
      Verfahren vor dem Gericht und Anträge der Beteiligten
      Entscheidungsgründe
      1.  Zur Zulässigkeit des Antrags der Klägerin auf Nichtigerklärung und/oder Abänderung der angefochtenen Entscheidung
      2.  Zur Zulässigkeit der neuen Klagegründe der Klägerin
      Erklärungen der Beteiligten
      Würdigung durch das Gericht
      3.  Zur Zulässigkeit des von der Streithelferin vorgebrachten Verteidigungsmittels, das auf ihre völkerrechtliche Immunität
         gestützt ist
      
      4.  Zum Antrag auf Nichtigerklärung
      Zum ersten Klagegrund: Offensichtlicher Beurteilungsfehler in Bezug auf die Anwendbarkeit von Artikel 82 EG auf Eurocontrol
      Zu der von Eurocontrol ausgeübten Tätigkeit der technischen Normung
      –  Vorbringen der Parteien
      –  Würdigung durch das Gericht
      Zur Forschungs‑ und Entwicklungstätigkeit, insbesondere zum Erwerb von Prototypen und zur Regelung der Rechte des geistigen
         Eigentums
      
      –  Vorbringen der Parteien
      –  Würdigung durch das Gericht
      Zur Tätigkeit der Unterstützung der nationalen Verwaltungen
      –  Vorbringen der Beteiligten
      –  Würdigung durch das Gericht
      Zum zweiten Klagegrund: Offensichtlicher Beurteilungsfehler in Bezug auf das Vorliegen eines Verstoßes gegen Artikel 82 EG
         durch Eurocontrol
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zum dritten Klagegrund: Verletzung wesentlicher Formvorschriften
      Zur Rüge eines Begründungsmangels
      –  Vorbringen der Parteien
      –  Würdigung durch das Gericht
      Zur Rüge einer Verletzung der Verteidigungsrechte
      –  Vorbringen der Parteien
      –  Würdigung durch das Gericht
      5.  Zu den Beweisanträgen
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Kosten
      * Verfahrenssprache: Italienisch.