CELEX: 51990PC0664
Language: de
Date: 1990-12-19
Title: VORSCHLAG FUER EINE RICHTLINIE DES RATES UEBER DIE MINDESTVORSCHRIFTEN FUER DIE SICHERHEITS- UND GESUNDHEITSSCHUTZKENNZEICHNUNG AM ARBEITSPLATZ

Nr. C 53/46                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                   28. 2. 91
                   Vorschlag f ü r eine Richtlinie des Rates über die Mindestvorschriften f ü r die Sicherheits- u n d
                                                 Gesundheitsschutzkennzeichnung a m Arbeitsplatz
                                                       KÖM(90)     664 endg. — SYN 322
                                            (Von der Kommission     vorgelegt am 21. Dezember            1990)
                                                                  (91/C 53/06)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                    erscheint eine Neufassung der genannten Richtlinie sinn­
                                                                              voll.
 gestützt auf den Vertrag zur G r ü n d u n g der Europäischen
 Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 118a,                      Die vorliegende Richtlinie ist eine Einzelrichtlinie im Sinne
                                                                              von Artikel 16L Absatz 1 der Richtlinie 8 9 / 3 9 1 / E W G des
 auf Vorschlag der Kommission, der nach Anhörung des                          Rates v o m 1 2 . J u n i 1 9 8 9 ü b e r die D u r c h f ü h r u n g von
 Beratenden Ausschusses f ü r Sicherheit, Arbeitshygiene u n d                M a ß n a h m e n zur Verbesserung der Sicherheit u n d des
 Gesundheitsschutz a m Arbeitsplatz ausgearbeitet w u r d e ,                 Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer a m Arbeitsplatz ( s ) ;
                                                                              die Bestimmungen dieser Richtlinie finden d a h e r in vollem
                                                                              U m f a n g A nw endung auf die Sicherheits- u n d Gesundheits­
 in Zusammenarbeit mit d e m Europäischen Parlament,
                                                                              schutzkennzeichnung a m Arbeitsplatz, unbeschadet strenge­
                                                                              rer u n d / o d e r spezifischer Bestimmungen in der vorliegenden
 nach Stellungnahme des Wirtschafts- u n d                Sozialaus­          Richtlinie.
 schusses,
                                                                              Die bestehenden Rechtsvorschriften der Gemeinschaft
in E r w ä g u n g nachstehender Gründe:                                      betreffen im wesentlichen Sicherheitszeichen u n d die Kenn­
                                                                              zeichnung von Hindernissen u n d Gefahrenstellen u n d sind
Artikel 118a des Vertrages bestimmt, d a ß der R a t durch                    somit auf eine beschränkte Anzahl von Kennzeichnungsarten
Richtlinien Mindestvorschriften zur Verbesserung insbeson­                    begrenzt.
dere def Arbeitsumwelt erläßt, u m einen besseren Schutz der
Sicherheit u n d Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährlei­                    Diese Begrenzung h a t zur Folge, d a ß bestimmte Risiken nicht
sten.                                                                         Gegenstand einer angemessenen Kennzeichnung sind, so d a ß
                                                                              neue Kennzeichnungsarten eingeführt werden müssen, u m
Aufgrund desselben Artikels sollen diese Richtlinien keine                    den Schutz der Sicherheit u n d Gesundheit der Arbeitnehmer
verwaltungsmäßigen, finanziellen oder rechtlichen Auflagen                    zu verbessern..
vorschreiben, die der G r ü n d u n g u n d Entwicklung von Klein-                                                     •
u n d Mittelbetrieben entgegenstehen.                                         Derzeit bestehen im Bereich d e r Sicherheits- u n d Gesund­
                                                                              heitsschutzkennzeichnung erhebliche Unterschiede zwischen
Die Mitteilung der Kommission ü b e r ihr Aktionsprogramm                     d e n Mitgliedstaaten, w o r a u s sich Unsicherheitsfaktoren
f ü r Sicherheit, Arbeitshygiene u n d Gesundheitsschutz a m                  angesichts der Freizügigkeit der Arbeitnehmer im R a h m e n
Arbeitsplatz ( 1 ) sieht die Überarbeitung u n d Erweiterung des              des Binnenmarktes ergeben k ö n n e n .
Anwendungsbereichs der Richtlinie 7 7 / 5 7 6 / E W G des Rates
v o m 2 5 . Juli 1 9 7 7 zur Angleichung der Rechts- u n d Verwal­
                                                                              Die Verwendung einer harmonisierten Kennzeichnung a m
tungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Sicherheits­
                                                                              Arbeitsplatz k a n n generell dazu beitragen, die Risiken
kennzeichnung a m Arbeitsplatz ( 2 ), zuletzt geändert durch
                                                                             .aufgrund sprachlicher u n d kultureller Unterschiede der
die Richtlinie 7 9 / 6 4 0 / E W G der Kommission ( 3 ), vor.
                                                                              Arbeitnehmer auf ein M i n d e s t m a ß zu begrenzen.
In seiner Entschließung v o m 2 1 . Dezember 1 9 8 7 über
                                                                              Die vorliegende Richtlinie stellt ein konkretes Element im
Sicherheit, Arbeitshygiene u n d Gesundheitsschutz a m
                                                                              R a h m e n der Verwirklichung der sozialen Dimension des
Arbeitsplatz ( 4 ) h a t der R a t die Absicht der Kommission zur
Kenntnis g e n o m m e n , i h m binnen kurzem einen Vorschlag                Binnenmarktes d a r .
zur Überarbeitung u n d Erweiterung der obengenannten
Richtlinie vorzulegen.                                                        G e m ä ß d e m Beschluß 7 4 / 3 2 5 / E W G des Rates ( 6 ), zuletzt
                                                                              geändert durch die Akte ü b e r den Beitritt Spaniens u n d
Eine umfassende Änderung der Richtlinie 7 7 / 5 7 6 / E W G ist               Portugals, wird der Beratende Ausschuß f ü r Sicherheit,
erforderlich; aus G r ü n d e n der Übersichtlichkeit u n d Klarheit          Arbeitshygiene u n d Gesundheitsschutz a m Arbeitsplatz im
                                                                              Hinblick auf die Ausarbeitung einschlägiger Vorschläge von
(')  ABl.  Nr.  C 28 vom 3. 2. 1988, S. 3.
                                                                              der Kommission gehört —
(2)  ABl.  Nr.   L 2 2 9 vom 7 . 9. 1977, S. 12.
(3)  ABl.  Nr.   L 183 vom 19. 7 . 1979, S. 11.                               ( 5 ) ABl. Nr. L 183 vom 29. 6. 1989, S. 1.
(«)  ABl.  Nr.  C 28 vom 3 . 2 . 1988, S. 1.                                  («) ABl. Nr. L 185 vom 9. 7 . 1974, S. 15.
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. C 53/47
H A T FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:                                     e) Rettungszeichen
                                                                            ein Zeichen, das Rettungsweg und Notausgang, den Weg
                                                                            zu einer Rettungsstelle oder den Standort einer Erste-
                            ABSCHNITT I
                                                                            Hilfe-Einrichtung kennzeichnet;
                   ALLGEMEINE VORSCHRIFTEN
                                                                        f)  Hinweiszeichen
                                                                            ein Zeichen, das andere Hinweise als die unter den
                                Artikel 1                                   Buchstaben b) bis e) genannten Sicherheitszeichen lie­
                                                                            fert;
                         Zweck der Richtlinie
                                                                        g) Schild
(1)       M i t der vorliegenden Richtlinie, der 9 . Einzelricht­
linie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie                       ein Zeichen, das durch Kombination von geometrischer
8 9 / 3 9 1 / E W G , werden Mindestvorschriften f ü r die Sicher-          Form, Farbe und Bildzeichen oder Piktogramm eine
heits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung a m Arbeitsplatz                  bestimmte Aussage beinhaltet und bei natürlichem Licht
festgelegt.                                                                 gut erkennbar sein m u ß , gegebenenfalls verstärkt durch
                                                                            die Eigenschaften des verwendeten Werkstoffs oder eine
(2)       Diese Richtlinie findet keine Anwendung auf die für               künstliche Beleuchtung;
das Inverkehrbringen u n d / o d e r die Inbetriebnahme von
gefährlichen Stoffen und Zubereitungen, Erzeugnissen u n d /            h) Zusatzschild
oder Ausrüstungen vorgeschriebene Kennzeichnung, es sei
denn, d a ß in den einschlägigen Gemeinschaftsbestimmungen                  ein Zeichen, das zusammen mit einem der unter Buch­
etwas anderes vorgeschrieben ist.                                           stabe g) beschriebenen Zeichen verwendet wird und
                                                                            zusätzliche Hinweise liefert, insbesondere in Form eines
(3)       Diese Richtlinie findet keine Anwendung auf die                   kurzen Textes;
Kennzeichnung zur Regelung des Straßen-, Eisenbahn-,
Binnenschiffs-, See- und Luftverkehrs.                                  i)  Sicherheitsfarbe
(4)       Die Bestimmungen der Richtlinie 8 9 / 3 9 1 / E W G fin­          eine Farbe, der eine bestimmte Bedeutung zugeordnet
den in vollem Umfang Anwendung auf den in Absatz 1                          ist;
genannten Bereich, unbeschadet strengerer u n d / o d e r spezi­
fischer Bestimmungen der vorliegenden Richtlinie.                       j)  Bildzeichen oder Piktogramm
                                                                            ein Bild, das eine Situation beschreibt oder ein Verhalten
                                Artikel 2                                   vorschreibt und auf einem Schild oder einer Leuchtfläche
                                                                            angeordnet ist;
                        Begriffsbestimmungen
                                                                        k) Leuchtzeichen
Im Sinne dieser Richtlinie gilt als
                                                                            ein Zeichen, das von einer aus durchsichtigem oder
a) Sicherheits-        und/oder       Gesundheitsschutzkennzeich­           durchscheinendem Material bestehenden Vorrichtung
      nung                                                                  erzeugt wird, die von innen oder von hinten erleuchtet
                                                                            wird und dadurch als Leuchtfläche erscheint;
      eine Kennzeichnung, die — bezogen auf einen bestimm­
      ten Gegenstand, eine bestimmte Tätigkeit oder einen               1)- Schallzeichen
      bestimmten Sachverhalt — jeweils mittels eines Schildes,
      einer Farbe, eines Leucht- oder Schallzeichens, einer                 ein von einer eigens hierzu bestimmten Vorrichtung ohne
      verbalen Kommunikation oder eines Handzeichens eine                   Verwendung einer menschlichen oder synthetischen
      Sicherheits- und / o d e r Gesundheitsschutzaussage ermög­            Stimme erzeugtes kodiertes akustisches Signal;
      licht;
                                                                        m) verbale Kommunikation
b) Verbotszeichen
                                                                            eine verbale Mitteilung mit festgelegtem Wortlaut unter
      ein Zeichen, das ein Verhalten untersagt;                             Verwendung einer menschlichen oder synthetischen
                                                                            Stimme;
c)    Warnzeichen
      ein Zeichen, das vor einem Risiko oder einer Gefahr               n) Handzeichen
      warnt;
                                                                            eine kodierte Bewegung u n d / o d e r Stellung von Armen
d) Gebotszeichen                                                            u n d / o d e r Händen zur Anleitung der ausführenden Per­
                                                                            sonen bei mechanischen Handhabungsvorgängen, wenn
      ein Zeichen, das ein bestimmtes Verhalten vor­                        diese Handhabungen ein Risiko oder eine Gefährdung
      schreibt;                                                             f ü r Arbeitnehmer darstellen können.
 ---pagebreak---  Nr. C 53/48                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        28. 2 . 9 1
                            ABSCHNITT II                              oder Arbeitsplatzarten festlegen, die insgesamt, teilweise
                                                                      oder zeitweise von der Verpflichtung befreit werden, die
                  PFLICHTEN DES ARBEITGEBERS                          in der vorliegenden Richtlinie vorgesehenen Leucht- oder
                                                                      Schallzeichen einzusetzen, sofern M a ß n a h m e n getroffen
                                                                      werden, die das gleiche Sicherheitsniveau gewährleisten.
                              Artikel 3
                                                                      (2)     Die Mitgliedstaaten hören vor dem Erlaf^ von M a ß ­
                        Allgemeine Vorschrift                         nahmen gemäß Absatz 1 die nationalen Arbeitgeber- und
                                                                      Arbeitnehmerorganisationen.
 (1)      Die mit der vorliegenden Richtlinie vorgesehene
 Sicherheits- u n d / o d e r Gesundheitsschutzkennzeichnung
 m u ß a m Arbeitsplatz in allen Fällen oder Situationen einge­
                                                                                                       Artikel 8
 setzt werden, in denen die Risiken oder Gefährdungen nicht
 durch kollektive technische Schutzmittel oder durch arbeits­
                                                                            Unterrichtung und Ausbildung der Arbeitnehmer
 organisatorische Maßnahmen, Methoden oder Verfahren
 vermieden werden können.                                             (1)     Unbeschadet des Artikels 10 der Richtlinie 8 9 / 3 9 1 /
                                                                      E W G werden die Arbeitnehmer u n d / o d e r ihre Vertreter
(2)       Die auf den Straßen-, Eisenbahn-, Binnenschiffs-, See-
                                                                      über sämtliche zu ergreifenden Maßnahmen im Hinblick auf
 und Luftverkehr anwendbare Kennzeichnung ist, unbescha­
                                                                      die Sicherheits- u n d / o d e r Gesundheitsschutzkennzeichnung
 det der Bestimmungen des Anhangs V , f ü r diese Verkehrs­
                                                                      am Arbeitsplatz unterrichtet.
 arten gegebenenfalls innerhalb von Unternehmen u n d / o d e r
 Betrieben zu verwenden.
                                                                      (2)     Unbeschadet des Artikels 1 2 der Richtlinie 8 9 / 3 9 1 /
                                                                      E W G müssen die Arbeitnehmer eine angemessene Ausbil­
                                                                      dung insbesondere in Form präziser Anweisungen hinsicht­
                              Artikel 4
                                                                      lich der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
            Erstmalig verwendete Sicherheits- und/oder                a m Arbeitsplatz erhalten.
                  Gesundheitsschutzkennzeichnung
                                                                      Bei dieser Ausbildung wird insbesondere die Bedeutung der
Die a b dem in Artikel 12 Absatz 1 vorgesehenen Datum                 Kennzeichnung behandelt, vor allem, wenn die Verwendung
zum ersten M a l a m Arbeitsplatz verwendete Sicherheits­             von Wörtern betroffen ist, sowie das Verhalten allgemein
u n d / o d e r Gesundheitsschutzkennzeichnung m u ß den in den       und in besonderen Fällen.
Anhängen I bis IX enthaltenen Mindestvorschriften ent­
sprechen.
                                                                                                      Artikel 9
                              Artikel 5                                       Anhörung und Beteiligung der Arbeitnehmer
              Bereits verwendete Sicherheits- und/oder                Die Anhörung und Beteiligung der Arbeitnehmer und / o d e r
                  Gesundheitsschutzkennzeichnung                      ihrer Vertreter zu allen in dieser Richtlinie einschließlich
                                                                      der Anhänge I bis IX behandelten Fragen richtet sich nach
Die bereits vor dem in Artikel 12 Absatz 1 vorgesehenen               Artikel 11 der Richtlinie 8 9 / 3 9 1 / E W G .
Datum am Arbeitsplatz verwendete Sicherheits- u n d / o d e r
Gesundheitsschutzkennzeichnung m u ß den in den Anhän­
gen I bis IX enthaltenen Mindestvorschriften entsprechen,
und zwar bis spätestens ein Jahr nach diesem Datum.
                                                                                                 ABSCHNITT III
                              Artikel 6                                               SONSTIGE BESTIMMUNGEN
             Veränderungen der Sicherheits- und/oder
       Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz                                                Artikel 10
Wird eine Sicherheits- u n d / o d e r Gesundheitsschutzkenn­                            Anpassung der Anhänge
zeichnung a m Arbeitsplatz nach dem in Artikel 12 Absatz 1
vorgesehenen Datum verändert, erweitert u n d / o d e r umge­         Die rein technischen Anpassungen der Anhänge I bis IX unter
staltet, m u ß diese Veränderung den in den Anhängen I                Berücksichtigung
bis IX enthaltenen einschlägigen Mindestvorschriften ent­
sprechen.                                                             — der im Hinblick auf die technische Harmonisierung und
                                                                          Normung verabschiedeten Richtlinien bezüglich der
                                                                          Gestaltung und der Herstellung von Mitteln oder Vor­
                              Artikel 7                                   richtungen zur Sicherheits- u n d / o d e r Gesundheitsschutz­
                                                                          kennzeichnung a m Arbeitsplatz;
                             Befreiungen
                                                                      — des technischen Fortschritts, der Entwicklung der inter­
(1)       Die" Mitgliedstaaten können unter Berücksichtigung              nationalen Vorschriften oder Spezifikationen und des
der Art der Tätigkeit und der Größe des Unternehmens                      Wissensstandes im Bereich Sicherheits- u n d / o d e r
bestimmte Tätigkeitsbereiche, Unternehmenskategorien                      Gesundheitsschutzkennzeichnung a m Arbeitsplatz
 ---pagebreak--- 28. 2 . 9 1                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschafte'n                                      Nr. C 53/49
erfolgen gemäß dem Verfahren nach Artikel 17 der Richtlinie                Veröffentlichung auf die vorliegende Richtlinie Bezug. Sie
89/391/EWG.                                                                regeln die Einzelheiten dieser Bezugnahme.
                                                                           ( 2)     Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den Wort­
                                                                           laut der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf
                               Artikel 11
                                                                           dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen haben
                                                                           oder erlassen werden.
Die Richtlinie 7 7 / 5 7 6 / E W G wird mit Wirkung von dem in
Artikel 1 2 vorgesehenen Datum aufgehoben.                                 (3)     Die Mitgliedstaaten erstatten der Kommission alle
                                                                           fünf Jahre Bericht über die praktische Durchführung der
Verweise auf die aufgehobene Richtlinie sind als Verweise                  Bestimmungen dieser Richtlinie und geben dabei die Stand­
auf die vorliegende Richtlinie zu verstehen und gemäß der                  punkte der Sozialpartner an.
Entsprechungstabelle in Anhang X zu lesen.
                                                                           Die Kommission informiert das Europäische Parlament, den
                                                                           Rat, den Wirtschafts- und Sozialausschuß und den Beraten­
                                                                           den Ausschuß f ü r Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesund­
                              •Artikel 12
                                                                           heitsschutz am Arbeitsplatz hierüber.
                       Schlußbestimmungen                                  (4)     Die Kommission legt dem Europäischen Parlament,
                                                                           dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß regelmä­
(1)     Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen                    ßig einen Bericht über die Anwendung dieser Richtlinie unter
Rechts- und Verwaltungsvorschriften, u m dieser Richtlinie                 Berücksichtigung der Absätze 1 , 2 und 3 vor.
bis spätestens 1. Januar 1994 nachzukommen. Sie setzen die
Kommission unverzüglich davon in Kenntnis.
                                                                                                       Artikel  13
Wenn die Mitgliedstaaten diese Vorschriften erlassen, neh­
men sie entweder in diesen selbst oder bei ihrer amtlichen                 DieSe Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                                  ANHANG     I
              ALLGEMEINE MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR DIE SICHERHEITS- U N D GESUNDHEITSSCHUTZ­
                                                  KENNZEICHNUNG A M ARBEITSPLATZ
               1. Vorbemerkungen
                     1.1. Die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung darf ausschließlich für Hinweise im Zusam­
                             menhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz verwendet werden.
                     1.2. Die Kennzeichnung ist in Abhängigkeit von ihrem Ziel bzw. Zweck in bezug auf bestehende Risiken
                             oder Gefahren und unter Berücksichtigung der unter Ziffer 3 genannten Regeln der Austauschbarkeit
                             und Ergänzung zu verwenden.
               2 . Art der Kennzeichnung
                     2.1.    Für die ständige Kennzeichnung in Form von Verbots-, Warn- und Gebotszeichen sowie für die
                             Kennzeichnung zum Hinweis auf Rettungsmaterial sind Schilder zu benutzen.
                             Zur Kennzeichnung und zum Hinweis auf den Standort von Material zur Brandbekämpfung sind feste
                             Schilder und/oder Farbmarkierungen zu verwenden.
                     2 . 2 . Die Kennzeichnung von Behältern und Rohrleitungen muß dauerhäft und in Form von Aufklebern
                             und/oder Farbmarkierungen gegeben sein.
                     2 . 3 . Die Kennzeichnung bei Gefahr des Anstoßens gegen Hindernisse und bei Absturzgefahr muß dauerhaft
                             und in Form einer Sicherheitsfarbe angebracht werden.
                     2 . 4 . Die Kennzeichnung von Fahrspuren muß dauerhaft und in Form einer Sicherheitsfarbe angebracht
                             werden.
                     2 . 5 . Hinweise auf Gefahren und Notrufe an Personen zur Durchführung bestimmter Tätigkeiten wie
                             beispielsweise Evakuierung von Personen sind vorübergehend und unter Berücksichtigung der
                             Austauschbarkeit und Ergänzung gemäß Absatz 3 durch Leucht- oder Schallzeichen und/oder verbale
                             Kommunikation zu übermitteln.
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 5 0                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       28. 2. 91
                    2 . 6 . Die Anleitung von Personen bei der Ausführung von risikoreichen oder gefährlichen Tätigkeiten ist
                             vorübergehend und in Form von Handzeichen u n d / o d e r verbaler Kommunikation zu regeln.
                3 . Gegenseitige Austauschbarkeit und Ergänzung
                    3 . 1 . Bei gleicher Wirkung ist frei zu wählen:
                             — zwischen einer Sicherheitsfarbe und einem Schild zur Kennzeichnung der Gefahr von Stolpern,
                                 Absturz oder Rutschen;
                             — zwischen Leuchtzeichen, Schallzeichen und verbaler Kommunikation;
                             — zwischen Handzeichen und verbaler Kommunikation.
                    3 . 2 . Bestimmte Kennzeichnungsarten können ergänzend verwendet werden, und zwar:
                             — Leuchtzeichen und Schallzeichen;
                             — Leuchtzeichen und verbale Kommunikation;
                             — Handzeichen und verbale Kommunikation.
                    3.3. Die Kennzeichnung von Behältern mittels Etiketten kann durch eine Farbmarkierung gemäß Ziffer 2
                             des Anhangs III ergänzt werden.
                             Die Farbmarkierung von Rohrleitungen kann durch eine Kennzeichnung mittels Etiketten gemäß
                             Ziffer 1 des Anhangs III ergänzt werden.
                4 . Die Hinweise in nachstehender Tabelle gelten für jegliche Kennzeichnung, die eine Sicherheitsfarbe enthält,
                    außer der Kennzeichnung von Behältern und Rohrleitungen.
                        Sicherheitsfarbe                    Bedeutung                               Hinweise — Angaben
                                            Verbot                                       Gefährliches Verhalten
                                            Gefahr — Alarm                               Halt, Stillstand, Ausschalteeinrichtung
                    Rot
                                                                                         Evakuierung
                                            Material zur Brandbekämpfung                 Kennzeichnung und Standort
                    Gelb,                   Warnung                                      Achtung, Vorsicht
                    Gelb-Orange                                                          Überprüfung
                    Blau                    Gebot                                        Besonderes Verhalten oder Tätigkeit —
                                                                                         Verpflichtung zum Tragen einer persön­
                                                                                         lichen Schutzausrüstung
                                                                                         Türen, Ausgänge, Wege, Betriebsmittel
                                            Hilfe, Rettung
                                                                                         Stationen, Räume
                    Grün
                                            Gefahrlosigkeit                              Rückkehr zum Normalzustand
                5 . Die Wirksamkeit eines Sicherheitszeichens darf nicht beeinträchtigt werden durch
                    a) eine andere Kennzeichnung oder Emissionsquelle gleicher Art, die die Sicht- oder Hörbarkeit
                           beeinträchtigen. Dabei sollten insbesondere
                          — die Verwendung einer übermäßigen Zahl von Schildern in unmittelbarer N ä h e zueinander vermieden
                              werden;
                          — nicht gleichzeitig zwei verwechselbare Leuchtzeichen verwendet werden;
                          — ein Leuchtzeichen nicht in der Nähre einer relativ ähnlichen anderen Lichtquelle verwendet
                              werden;
                          — nicht gleichzeitig zwei Schallzeichen eingesetzt werden;
                          — kein Schallzeichen verwendet werden, wenn der Umgebungslärm zu stark ist;
                    b) eine schlechte Gestaltung, eine ungenügende Anzahl, einen schlechten Standort, einen schlechten
                          Zustand oder mangelhafte Funktionsweise der Mittel und Vorrichtungen zur Sicherheitskennzeich­
                          nung;
                    c) schlechte Verständlichkeit/Erkennbarkeit für die betreffende Person (auch bei verbaler Kommunikation
                          durch nicht eindeutige Formulierungen).
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 5 3 / 5 1
           6. Die Mittel und Vorrichtungen zur Sicherheitskennzeichnung müssen ihrer Art entsprechend regelmäßig
                gereinigt, gewartet, überprüft und instandgesetzt sowie bei Bedarf erneuert werden, damit ihre Eigenmerk­
                male und ihre Funktionsweise erhalten bleiben.
           7 . Die Anzahl der zu verwendenden Mittel oder Vorrichtungen zur Sicherheitskennzeichnung richtet sich nach
                dem Ausmaß der Risiken oder der Gefährdung sowie nach dem zu erfassenden Bereich u n d / o d e r der Anzahl
                der betroffenen Personen.
           8. Die Kennzeichnungen, die elektrischen Strom benötigen, müssen über eine gesicherte Stromversorgung
                verfügen.
           9. Ein Leucht- oder Schallzeichen zeigt durch seine Einschaltung die Aufforderung zu einer Aktion; es m u ß so
                lange andauern wie diese Aktion.
          10. Die Leucht- und Schallzeichen sowie die indirekte verbale Kommunikation müssen vor ihrer Inbetriebnahme
                sowie danach in ausreichenden Zeitabständen auf ihre einwandfreie Funktionsweise und ihre tatsächliche
                Wirksamkeit überprüft werden.
          11. Sind die auditiven oder visuellen Möglichkeiten der betroffenen Arbeitnehmer — auch durch das Tragen von
                persönlicher Schutzausrüstung — eingeschränkt, so sind geeignete zusätzliche oder alternative Maßnahmen
                zu ergreifen.
          12. Bei der Lagerung eines gefährlichen Stoffes, einer Zubereitung oder eines Erzeugnisses ist eine Kennzeichnung
                gemäß Anhang III Absatz 1 oder ein Warnzeichen gemäß Ziffer 3.2 des Anhangs II anzubringen.
          Bei der Lagerung mehrerer gefährlicher Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse in bedeutendem Umfang ist das
          Warnzeichen „allgemeine Gefahr" anzubringen.
          Die vorstehend genannten Kennzeichnungen oder Warnzeichen sind entsprechend in der N ä h e des Lagerortes, am
          Zugang zum Lagerort oder an der Eingangstür des Lagers anzubringen.
                                                             ANHANG II
                                    MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR SICHERHEITSZEICHEN
          1. Eigenmerkmale
               1.1. Form und Farbe der Zeichen sind — in Abhängigkeit vom jeweiligen Zweck (Verbotszeichen,
                     Warnzeichen, Gebotszeichen, Rettungszeichen und Hinweiszeichen auf Erste Hilfe sowie auf Material
                     zur Brandbekämpfung) — in Ziffer 3 definiert.
               1.2. Piktogramme müssen möglichst leicht verständlich sein, für das Verständnis nicht erforderliche Details
                     sind wegzulassen.
               1.3. Die verwendeten Piktogramme können leicht variieren oder detaillierter sein als die Darstellungen in
                     Ziffer 3 , vorausgesetzt, die Bedeutung wird nicht verändert.
               1.4. Die Zeichen sind aus gegen Schlag und Umgebungsbedingungen möglichst widerstandsfähigem und
                     witterungsbeständigem Material herzustellen.
               1.5. Abmessungen sowie kolorimetrische und photometrische Eigenschaften der Zeichen müssen eine gute
                     Erkennbarkeit und Verständlichkeit gewährleisten.
          2. Anwendungsvorschriften
               2.1. Die Zeichen sind in einer angemessenen Höhe — ggf. unter Berücksichtigung von Hindernissen — an
                     einem ausreichend beleuchteten und leicht zugänglichen Standort entweder am Zugang zu einem Bereich
                     mit allgemeiner Gefährdung oder aber in unmittelbarer Nähe einer bestimmten Gefährdung oder eines
                                                                                (
                     anzuzeigenden Gegenstandes anzubringen.                    v
                     Unbeschadet der Bestimmungen der Richtlinie 8 9 / 6 5 4 / E W G sind im Falle unzureichender natürlicher
                     Beleuchtung phosphoreszierende Farben, reflektierende Materialien oder eine künstliche Beleuchtung
                     einzusetzen.
               2.2. Besteht die entsprechende Situation nicht mehr, m u ß das Zeichen entfernt werden.
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 5 2                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                28. 2. 91
                3. Z u verwendende Zeichen
                   3.1.   Verbotszeichen
                         — Eigenmerkmale:
                             — Form: rund,
                             — schwarzes Piktogramm auf weißem Grund, Rand und Querbalken rot (die Sicherheitsfarbe Rot
                                 muß mindestens 3 5 % der Oberfläche des Zeichens ausmachen);
                         — zu verwendende Zeichen:
                                                                                                                          V;
                                   Rauchen verboten                    Feuer, offenes Licht                 Für Fußgänger verboten
                                                                     und Rauchen verboten
                                                                                     SUjijijijjiK!!;
                                                                                i!i,| . 'l-'V
                            Verbot, mit Wasser zu löschen               Kein Trinkwasser                 Zutritt für Unbefugte verboten
                             Für Flurförderzeuge verboten
                                                                      C-IO
                                                                       Berühren verboten                         Für Träger v o n
                                                                                                          Herzschrittmachern verboten
                                                     Verbot, Schutzmittel zu entfernen oder zu neutralisieren
                                                     (mit Zusatzzeichen, das den betreffenden Schutz angibt)
                   3.2.  Warnzeichen
                         — Eigenmerkmale:
                             — Form: dreieckig,
                             — schwarzes Piktogramm auf gelbem Grund, schwarzer Rand (die Sicherheitsfarbe Gelb m u ß
                                 mindestens 5 0 % der Oberfläche des Zeichens ausmachen);
 ---pagebreak--- 28. 2 . 91                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 5 3 / 5 3
           — zu verwendende Zeichen:
                        ©
                     W a r n u n g vor                     W a r n u n g vor            W a r n u n g vor
               feuergefährlichen Stoffen          explosionsgefährlichen Stoffen       giftigen Stoffen
                oder hoher Temperatur
                     W a r n u n g vor                     W a r n u n g vor            W a r n u n g vor
                   ätzenden Stoffen                    radioaktiven Stoffen           schwebender Last
              ML     W a r n u n g vor                     Warnung vor                  W a r n u n g vor
                   Flurförderzeugen                   gefährlicher elektrischer   einer allgemeinen G ef ahr
                                                    '        Spannung
                                                 A    Warnung vor Laserstrahl
             AAA     W a r n u n g vor
                brandfördernden Stoffen
                                                           Warnung vor
                                                   nichtionisierender Strahlung
                                                                                        W a r n u n g vor
                                                                                 starkem magnetischem Feld
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 5 4                                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                28. 2. 91
                                          Warnung vor                            Warnung vor                          Warnung vor
                                          Stolpergefahr                         Absturzgefahr                          Rutschgefahr
                                          Warnunjg vor                       Warnung vor Kälte                        Warnung vor
                                         Biogefährdung                                                              schädlichen oder
                                                                                                                  irritierenden Stoffen
                    3.3.   Gebotszeichen
                           — Eigenmerkmale:
                                — Form: rund,
                                — w e i ß e s Piktogramm auf blauem Grund (die Sicherheitsfarbe Blau m u ß mindestens 5 0 % der
                                    Oberfläche d e s Z e i c h e n s ausmachen);
                                                                               oxo:
                                zu v e r we nde nde Zeichen:
                                      Augenschutz tragen                      Schutzhelm tragen                   Gehörschutz tragen
                                       Atemschutz tragen
                                                                               £                                Schutzharidschuhe tragen
                                                                          JB
                                                                                        p
                                    Schutzkleidung tragen                 Gesichtsschutzschild tragen             Auffanggurt anlegen
                (*) Sicherheitszeichen vorgesehen durch die Richtlinie über den Schutz der Arbeitnehmer vor den Gefahren durch die Exposition
                    gegenüber biologischen Arbeitsstoffen bei der Arbeit.
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 5 3 / 5 5
                                                             *für Fußgänger
          3.4. Rettungszeichen
               — Eigenmerkmale:
                   — Form: rechteckig oder quadratisch,
                   — weißes Piktogramm auf grünem Grund (die Sicherheitsfarbe Grün m u ß mindestens 5 0 % der
                      Oberfläche des Zeichens ausmachen);
                                                                                             • i%
               — zu verwendende Zeichen:
                                    *
               DB                                        Rettungsweg — Notausgang
                                                                                             •i
                                                         a     Richtungsanzeige
                                          (zusätzlich zu den untenstehenden Zeichen zu verwenden)
               • B H MErste Hilfe              Krankentrage                  Notdusche            Augenspüleinrichtung
          3.5. Hinweisschilder für Material zur Brandbekämpfung
               — Eigenmerkmale:
                       Form: rechteckig oder quadratisch,
                    — weißes Piktogramm auf rotem Grund (die Sicherheitsfarbe Rot m u ß mindestens 5 0 % der
                       Oberfläche des Zeichens ausmachen);
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 5 6                                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                    28. 2. 91
                               — zu verwendende Zeichen:
                                        Hinweis auf einen Feuerwehrschlauch                               Hinweis auf ein Feuerlöschgerät
                                                                Material und/oder Ausrüstung zur Brandbekämpfung
                                                                                        (allgemein)
                                                                                     Richtungsanzeige
                                                                (zusätzlich zu obenstehenden Zeichen zu verwenden)
                                                                                 ANHANG       III
                              MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR DIE K E N N Z E I C H N U N G V O N R O H R L E I T U N G E N
                                                                             U N D BEHÄLTERN
               1. Schilder/Aufkleber
                      1 . 1 . Bei d e r Arbeit verwendete Behälter, die eine gefährliche Substanz o d e r Z u b e r e i t u n g g e m ä ß d e n
                              Definitionen in den Richtlinien 6 7 / 5 4 8 / E W G 0 ) u n d 8 8 / 3 7 9 / E W G ( 2 ) des Rates enthalten, sind m i t
                              der in diesen Richtlinien vorgesehenen Kennzeichnung zu versehen.
                      1 . 2 . Diese Kennzeichnung ist unter folgenden Bedingungen anzubringen:
                              — a n der (den) sichtbaren Seite(n);
                              — als Schild, Aufkleber o d e r aufgemalte Kennzeichnung.
                      1 . 3 . Die in A n h a n g II Absatz 1 Z i f f e r 1 . 4 vorgesehenen Eigenmerkmale sowie die in A n h a n g II Absatz 2
                              vorgesehenen Verwendungsbedingungen f ü r Sicherheitszeichen gelten entsprechend a u c h f ü r die in
                              vorstehender Z i f f e r 1 . 1 vorgesehene Kennzeichnung.
               (') ABl. Nr. L 196 vom 16. 8. 1967, S. 1.
               ( 2 ) ABl. Nr. L 187 vom 16. 7. 1988, S. 14.
 ---pagebreak--- 28. 2 . 9 1                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 5 3 / 5 7
            2. Farbkennzeichnung
                 2.1. Ist eine mindestens vergleichbare und auf Gemeinschaftsebene anwendbare Kennzeichnung nicht
                       gegeben, so ist die Farbkennzeichnung von Rohrleitungen für die großen Kategorien von Strömungs­
                       medien wie folgt vorzunehmen:
                       — Wasser:                                  Grün,
                       — Luft:                                    Hellblau,
                       — Dampf:                                   Silbergrau,
                       — Öle und feuergefährliche Flüssigkeiten:  Braun,
                       — Sauerstoff (gasförmig oder flüssig):     Weiß,
                       — Gase außer Luft und Sauerstoff:          Ockergelb,
                       — Säuren:                                  Violett,
                       — Laugen:                                  Schwarz.
                 2.2. Die Farbkennzeichnung ist auf der gesamten Länge der Rohrleitung anzubringen, in Form von
                       Farbringen in unmittelbarer Nähe der gefahrenträchtigsten Stellen wie Schieber und Anschlußstellen
                       und in ausreichender Häufigkeit.
                 2.3. Werden andere Farben als die in Ziffer 2.1 vorgesehenen verwendet, insbesondere zur präziseren
                       Unterscheidung des Transportguts, so dürfen diese nicht zu einer Beeinträchtigung der allgemeinen
                       Verständlichkeit der Farbkennzeichnung der großen Inhaltskategorien führen.
                                                            ANHANG IV
                        MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR DIE KENNZEICHNUNG VON MATERIAL ZUR
                                                       BRANDBEKÄMPFUNG
            Vorbemerkungen
            Der vorliegende Anhang findet Anwendung auf Material, das ausschließlich zur Brandbekämpfung bestimmt
            ist.
            1. Materialien und Ausrüstungen zur Brandbekämpfung sind durch die Farbgebung der Materialien. und
                 Ausrüstungen sowie durch eine Standortkennzeichnung mittels Zeichen oder Farbgebung zu kennzeich­
                 nen.
            2. Die Kennzeichnungsfarbe dieser Materialien und Ausrüstungen ist rot. Die rote Oberfläche muß deutlich
                 erkennbar sein.
            3. Die in Anhang II Ziffer 3.5 vorgesehenen Zeichen sind je nach Standort dieses Materials zu verwenden.
                                                             ANHANG V
                      MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR DIE KENNZEICHNUNG VON HINDERNISSEN UND
                             GEFAHRENSTELLEN SOWIE ZUR MARKIERUNG VON FAHRSPUREN
            1. Kennzeichnung von Hindernissen und Gefahrenstellen
                 1.1. Das Risiko eines Anstoßens an Hindernisse, von fallenden Gegenständen und Stürzen ist innerhalb
                       bebauter Bereiche eines Unternehmens, zu denen der Arbeitnehmer irn Rahmen seiner Arbeit Zugang
                       hat, durch abwechselnd schwarze und gelbe Streifen zu kennzeichnen.
                 1.2. Die Abmessungen dieser Kennzeichnung richten sich nach den Abmessungen des Hindernisses oder der
                       Gefahrenstelle.
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 5 8                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           28. 2. 91
                   1.3. Die Streifen sind in einem Neigungswinkel von etwa 45° anzuordnen und müssen in etwa die gleichen
                        Maße aufweisen.
                   1.4. Muster:
                2. Markierung von Fahrspuren
                   2.1. Wege innerhalb bebauter Bereiche eines Unternehmens, zu denen der Arbeitnehmer im Rahmen seiner
                        Arbeit Zugang hat, und die ausdrücklich für den Verkehr von Transport- und Wartungsfahrzeugen
                        bestimmt sind, sind auf beiden Seiten durch einen durchlaufenden Streifen einer gut sichtbaren Farbe —
                        vorzugsweise Gelb — in Abhängigkeit von der Farbe der Bodenfläche zu kennzeichnen.
                   2.2. Der Abstand zwischen diesen beiden Streifen richtet sich nach der Breite der dort verkehrenden
                        Fahrzeuge.
                   2.3. Bei der Anordnung der Streifen ist ein entsprechender Sicherheitsabstand zuder jeweiligen Umgebung
                        einzuhalten.
                                                               ANHANG VI
                                          MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR LEUCHTZEICHEN
                1. Eigenmerkmale
                   1.1. Das von einem Leuchtzeichen erzeugte Licht muß je nach den vorgesehenen Benutzungsbedingungen
                        deutlich mit seiner Umgebung kontrastieren, ohne dabei zu blenden.
                   1.2. Die abstrahlende Oberfläche des Leuchtzeichens ist entweder einfarbig oder trägt ein Piktogramm auf
                        einem bestimmten Hintergrund.
                   1.3. Bei einfarbigen Zeichen muß die Farbe der in Anhang I unter Ziffer 4 angegebenen Tabelle zur
                        Bedeutung der Sicherheitsfarben entsprechen.
                   1.4. Beinhaltet das Zeichen ein Piktogramm, so muß dieses allen einschlägigen Bestimmungen in Anhang II
                        entsprechen.
                2. Besondere Anwendungsregeln
                   2.1. Kann eine Vorrichtung entweder ein kontinuierliches oder ein intermittierendes Zeichen aussenden, so
                        kennzeichnet das intermittierende Zeichen im Gegensatz zu dem kontinuierlichen Zeichen eine größere
                        Gefahr oder eine größere Dringlichkeit der angekündigten oder vorgeschriebenen Intervention oder
                        Aktion. Die Dauer jedes einzelnen Leuchtsignals sowie die Frequenz der Signale eines intermittierenden
                        Leuchtzeichens müssen so beschaffen sein, daß die Mitteilung klar verständlich ist und eine
                        Verwechslung zwischen verschiedenen Leuchtzeichen oder mit einem kontinuierlichen Leuchtzeichen
                        ausgeschlossen ist.
                   2.2. Wird ein intermittierendes Leuchtzeichen anstelle eines Schallzeichens oder zusätzlich eingesetzt, so muß
                        der Zeichencode identisch sein.
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 5 3 / 5 9
                                                         ANHANG     VII
                                    MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR SCHALLZEICHEN
          1. Eigenmerkmale
          Das Schallzeichen muß
          1.1. — mit seinem Lautstärkepegel deutlich über dem Umgebungslärm liegen, um gut vernehmbar zu sein, darf
                   jedoch nicht übertrieben laut sein;
          1.2. — durch Impulsdauer und Abstände zwischen Impulsen bzw. Impulsgruppen gut erkennbar und deutlich
                   abgesetzt von anderen Schallzeichen oder sonstigen Umgebungsgeräuschen sein.
          2. Zu verwendende Codes            /
                                                                                 Notfallevakuierung
                                                                                    Notfalleinsatz
                                                                        (Aufruf an die betreffenden Personen)
                                                         ANHANG VIII
                            MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR DIE VERBALE KOMMUNIKATION
          1. Eigenmerkmale
              1.1. Eine verbale Kommunikation entsteht zwischen einem Sprecher oder Sender und einem oder mehreren
                    Hörern durch kurze Texte, Sätze, Wortgruppen und/oder isolierte, gegebenenfalls kodierte Wörter.
              1.2. Die verbalen Mitteilungen sind so kurz, einfach und klar wie möglich; die verbalen Fähigkeiten des
                    Sprechers sowie die auditiven Fähigkeiten des oder der Hörer müssen eine einwandfreie verbale
                    Kommunikation gewährleisten.
              1.3. Die verbale Kommunikation ist direkt (Einsatz der menschlichen Stimme) oder indirekt (menschliche
                    oder künstliche Stimme, Übermittlung durch verfügbare Mittel).
          2. Besondere Anwendungsregeln
              2.1. Die betroffenen Personen müssen die verwendete Sprache beherrschen, um die verbale Mitteilung
                    einwandfrei ausdrücken und verstehen und sich im Hinblick auf Gesundheitsschutz und Sicherheit
                    aufgrund einer solchen Mitteilung entsprechend verhalten zu können.
              2.2. Wird die verbale Kommunikation anstatt oder ergänzend zu den Handzeichen verwendet, sind
                    Codewörter folgender Art zu verwenden:
                    — Beginn                        Anzeige der Übernahme des Kommandos,
                    — Stop                          Unterbrechung oder Ende einer Bewegung,
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 6 0                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        28. 2. 91
                          — Ende                           Ende eiffes Arbeitsablaufs,
                          — Hoch                           Anheben einer Last,
                          — Herunter                       Absenken einer Last,
                          — Vorwärts
                               Rückwärts                   der Sinn dieser Bewegungen ist gegebenenfalls durch entsprechende
                               Rechts                      Handzeichen zu verdeutlichen,
                               Links
                          — Gefahr                        Notstop / -Unterbrechung,
                          — Schnell                       Beschleunigung einer Bewegung aus Sicherheitsgründen.
                                                                  ANHANG      IX
                                              MINDESTVORSCHRIFTEN FÜR H A N D Z E I C H E N
                1. Merkmale
                   Handzeichen müssen genau, einfach, aussagekräftig, leicht durchführbar und verständlich sowie deutlich
                   voneinander abgegrenzt sein.
                   Der gleichzeitige Einsatz beider Arme darf nur zur Ausführung gleicher/symmetrischer Bewegungen und zur
                   Erteilung eines einzigen Handzeichens erfolgen.
                   Handzeichen dürfen, unter Beachtung der genannten Merkmale, leicht variieren oder detaillierter als die
                   Darstellungen unter Ziffer 3 sein, sofern ihre Bedeutung und Verständlichkeit zumindest gleichwertig
                   sind.
                2. Besondere Anwendungsregeln
                   2.1. D i e das Zeichen erteilende Person, im folgenden Zeichengeber genannt, erteilt mit Hilfe von
                         Handzeichen dem Empfänger, hier Bediener genannt, Anweisungen f ü r bestimmte Arbeitsvorgänge.
                   2.2. Der Zeichengeber m u ß die Last während ihrer Bewegung beobachten können, ohne durch die Manöver
                         gefährdet zu sein.
                   2.3. Der Zeichengeber hat sich ausschließlich der Steuerung der Arbeitsvorgänge und der Sicherheit der in der
                         N ä h e befindlichen Arbeitnehmer zu widmen.
                   2.4. Sind die Bedingungen gemäß Ziffer 2 . 2 nicht erfüllt, so sind ein oder mehrere zusätzliche Zeichengeber
                         einzusetzen.
                   2.5. Der Bediener m u ß die Ausführung des Arbeitsvorgangs unterbrechen und neue Anweisungen anfordern,
                         wenn er bei der Ausführung der erhaltenen Anweisungen nicht die erforderliche Sicherheit gewährleisten
                         kann.
                   2.6. Zubehör für Handzeichen:
                         a) Der Zeichengeber muß für den Bediener leicht erkennbar sein. Der Zeichengeber hat ein oder
                              mehrere geeignete Erkennungszeichen zu tragen z. B. Jacke, Helm, Manschetten, Armbinden,
                              Signalkellen.
                         b) Die unter Buchstabe a) angegebenen Erkennungszeichen sind von einer auffallenden Farbe und
                              vorzugsweise einheitlich zu gestalten und müssen dem Zeichengeber vorbehalten sein.
               3. Z u verwendende codierte Handzeichen
                   Vorbemerkung
                   Sämtliche nachstehend angegebenen Handzeichen gelten unbeschadet der Verwendung anderer Codes, die auf
                   Gemeinschaftsebene insbesondere für bestimmte Tätigkeitsbereiche anwendbar sind und dieselben Tätigkei­
                   ten bezeichnen.
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                Nr. C 5 3 / 6 1
                   Bedeutung                         Beschreibung               Darstellung
                                            A. Allgemeine Handzeichen
          BEGINN
          Achtung                     Arme seitwärts waagerecht ausgestreckt,
          Hinweis auf nachfolgende    die Handflächen nach vorne gekehrt
          Handzeichen
                                                                               %
          HALT                        Rechter Arm nach oben, die Handfläche
          Unterbrechung               der rechten Hand nach vorne gekehrt
          Beenden eines Bewegungs­
          ablaufs
          ENDE                        Die Hände in Brusthöhe verschränkt
                                                                               &
          eines Bewegungsablaufs
                                             B. Vertikale Bewegungen
          AUF                         Rechter Arm nach oben, Handfläche der
                                      rechten Hand nach vorne gekehrt, be­
                                                                              \<=V
                                      schreibt langsam einen Kreis
          AB                          Rechter Arm nach unten, Handfläche der
                                      rechten Hand nach innen gekehrt, be­
                                      schreibt langsam eine Kreis
                                                                              ^i
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 6 2                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften             28. 2. 91
                                             C. Horizontale Bewegungen
                VORWÄRTS                Arme angewinkelt; Handflächen nach
                                        innen gekehrt; die Unterame machen lang­
                                        same Bewegungen zum Körper hin
                                                                                    (Js^
                RÜCKWÄRTS               Arme angewinkelt, Handflächen nach
                                        außen gekehrt, die Unterarme machen
                                        langsame Bewegungen vom Körper fort
                RECHTS                  Rechter Arm mehr oder weniger waage­
                                        recht ausgestreckt, die Handfläche der    "    AVA
                vom Zeichengeber aus                                                 *
                                        rechten Hand nach unten, kleine Bewegun­
                gesehen
                                        gen in die gezeigte Richtung
                                                                                  t
                LINKS                   Linker Arm mehr oder weniger waagerecht
                                        ausgestreckt, die Handfläche der linken
                                        Hand nach unten, kleine Bewegungen in die
                                        gezeigte Richtung
                                                     D. Gefahren
                GEFAHR                  Beide Arme nach oben, die Handflächen
                Nothalt
                                        nach vorne gekehrt
                                                                                    %
                SCHNELLE BEWEGUNG       Codierte Handzeichen für Bewegungen,
                                        schnell ausgeführt
                    '
 ---pagebreak--- 28. 2. 91                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       N r . C 53/63
                                                                    ANHANG X
                                                     TABELLE DER ENTSPRECHUNGEN
                      Inhalt der Richtlinie 7 7 ' 5 7 6 / E W G ,               Entsprechung in der vorliegenden Richtlinie
                  geändert durch die Richtlinie 7 9 / 6 4 0 / E W G
          Artikel 1                                                       Artikel 1
          — Absatz 1                                                      — Absatz 1
          — Absatz 2                                                      — Absatz 2
              a)                                                              a) .
              b)                                                              b)
              c)                                                              c) gestrichen
          Artikel 2                                                       Artikel 2
          — Absatz 1                                                        -
              a)                                                              a)
              b)                                                              i)
              c)                                                              Anhang II Ziffern 3.1, 3.2, 3.3, 3.4 und 3.5
              d)                                                              g)
              e)                                                               b)
              f)                                                               c)
              g)                                                               d)
              H)                                                               e)
              i)                                                               0
              j)                                                               h)
              k)                                                               j)
          — Absatz 2                                                           Anhang I Ziffer 4 und Anhang II Ziffer 1.1
          Artikel 3
          — erster Gedankenstrich                                          Artikel 3 Absatz 1
          — zweiter Gedankenstrich                                         Artikel 4
          — dritter Gedankenstrich                                         Artikel 3 Absatz 2
          Artikel 4                                                        Artikel 10
          Artikel 5                                                        Artikel 10
          Artikel 6                                                        Artikel 10
          Artikel 7                                                        Artikel 12
 ---pagebreak--- Nr. C 5 3 / 6 4                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             28. 2. 91
                           Inhalt der Richtlinie 7 7 / 5 7 6 / E W G ,
                                                                               Entsprechung in der vorliegenden Richtlinie
                       geändert durch die Richtlinie 7 9 / 6 4 0 / E W G
                Anhang I
                — Ziffer 1
                   — 1.1                                                  Anhang I Ziffer 1
                   — 1.2                                                  Artikel 3 Absatz 1
                   — 1.3                                                  Anhang I Ziffer 1.1
                   — 1.4                                                  Artikel 8
                — Ziffer 2
                   — 2.1                                                  — Anhang I Ziffer 4
                   — 2.2                                                  — Anhang II Ziffern 3 . 1 , 3 . 2 , 3 . 3 , 3 . 4 u n d 3 . 5
                — Ziffer 3                                                — Anhang II Ziffern 3 . 1 , 3 . 2 , 3 . 3 , 3 . 4 u n d 3 . 5
                — Ziffer 4                                                — Anhang I Ziffer 4
                — Ziffer 5
                   — 5.1                                                  — Anhang II Ziffer 3 . 1
                   — 5.2                                                  — Anhang II Ziffern 3 . 1 , 3 . 2 , 3 . 3 u n d 3 . 4
                   — 5.3                                                  — gestrichen
                   — 5.4                                                  — Anhang II Ziffer 1.2
                   — 5.5                                                  — Anhang II Ziffer 1.5
                — Ziffer 6                                                — Anhang II Ziffer 1.5
                — Ziffer 7                                                — Anhang V Ziffer 1
                Anhang II                                                 Anhang II
                — Ziffer 1                                                — Ziffer 3 . 1
                — Ziffer 2                                                — Ziffer 3 . 2
                — Ziffer 3                                                — Ziffer 3 . 3
                — Ziffer 4                                                — Ziffer 3 . 4