CELEX: 51992PC0395
Language: de
Date: 1992-09-18
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES ÜBER DAS RAHMENPROGRAMM FÜR PRIORITÄRE MASSNAHMEN IM BEREICH DER STATISTISCHEN INFORMATION 1993-1997

Nr . C 277 / 54                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      26 . 10 . 92
                Vorschlag für einen Beschluß des Rates über das Rahmenprogramm für prioritäre Maßnahmen im
                                         Bereich der statistischen Information ( 1993 bis 1997)
                                                              ( 92 / C 277 / 02 )
                                                          KOM ( 92 ) 395 endg.
                                      ( Von der Kommission vorgelegt am 21 . September 1992 )
DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                 — Verbreitung der statistischen Informationen an die
                                                                               europäische Öffentlichkeit, die Unternehmen und alle
                                                                               im Wirtschafts- und Sozialbereich tätigen Kräfte, um sie
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen                         bei ihren Entscheidungen zu unterstützen ;
Wirtschaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 213 ,                  — Verbesserung der statistischen Systeme in den Mitglied­
                                                                               staaten und Unterstützung bei der Entwicklung der
auf Vorschlag der Kommission ,                                                 statistischen Systeme in den Entwicklungsländern und
                                                                               den im Übergang zur Marktwirtschaft befindlichen
                                                                               Ländern .
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
                                                                          Die Durchführung der Einzelprogramme wird soweit als
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus­                   möglich in den Mitgliedstaaten von den für die Erstellung
ses ,                                                                     der amtlichen Statistiken zuständigen Stellen wahrgenom­
                                                                          men .
in Erwägung nachstehender Gründe :
                                                                          Die Gemeinschaft ist bereit, zum beiderseitigen Vorteil mit
Die Gemeinschaft hat Entscheidungen getroffen , die die                   Drittländern zusammenzuarbeiten , und zwar insbesondere
Vollendung und das Funktionieren des Binnenmarktes , die                  mit den Ländern , die Rahmenabkommen mit ihr abge­
                                                                          schlossen haben .
Wirtschafts- und Währungsunion , den wirtschaftlichen und
sozialen Zusammenhalt , die gemeinsamen Politiken und die
übrigen Bereiche der Gemeinschaftspolitik betreffen .                     Folgende Ausschüsse wurden gehört:
Bei ihren Entscheidungen über die Konzeption , Durchfüh­                  — der Ausschuß für das Statistische Programm ( ASP ),
rung, Überwachung und Bewertung dieser Politiken muß                      — der Ausschuß für die Währungs-, Finanz- und Zah­
sich die Gemeinschaft auf aktuelles , zuverlässiges und
                                                                               lungsbilanzstatistiken ( AWFZ ),
aussagekräfiges statistisches Datenmaterial stützen können ,
das darüber hinaus für die einzelnen Mitgliedstaaten ver­                 — der Europäische Beratende Ausschuß für statistische
gleichbar ist .                                                                Informationen     im  Wirtschafts-   und   Sozialbereich
                                                                               ( CEIES ) —
Damit Zuverlässigkeit , Kohärenz und Vergleichbarkeit des
gesamten erforderlichen Datenmaterials gewährleistet sind ,
muß ein mittelfristiges statistisches Rahmenprogramm auf­
gestellt werden , das gezielte Einzelprogramme für die ver­               BESCHLIESST :
schiedenen Bereiche der Gemeinschaftspolitik enthält .
Die Kommission hat sich in ihrer Mitteilung an den Rat                                               Artikel 1
und an das Europäische Parlament vom 21 . Februar 1992
verpflichtet , die Entwicklung eines gemeinschaftlichen sta­
tistischen Systems zu fördern , das folgende Aufgaben                     Gegenstand des statistischen Rahmenprogramms der
erfüllt :                                                                 Gemeinschaft ist die Durchführung prioritärer Maßnahmen
                                                                          in den in den Verträgen festgelegten Bereichen der Gemein­
— Verwirklichung organisatorischer Normen , Methoden                      schaftspolitik. Das Programm erstreckt sich über den Zeit­
                                                                          raum 1993 bis 1997 .
      und Strukturen , mit deren Hilfe in der gesamten
      Gemeinschaft vergleichbare , zuverlässige und aussage­
      kräftige Statistiken erstellt werden können ;
                                                                                                     Artikel 2
— Lieferung der für die Durchführung, Überwachung und
      Bewertung der gemeinschaftlichen Politiken notwendi­
      gen Informationen an die europäischen Institutionen                 Im statistischen Rahmenprogramm sind Maßnahmen in
      und die Regierungen der Mitgliedstaaten ;                           folgenden Bereichen vorgesehen :
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr . C 277 / 55
1 . das Funktionieren des Binnenmarktes ;                          — die Modalitäten ihrer Durchführung, ihre Laufzeit und
                                                                        die Rolle der nationalen statistischen Stellen werden
2 . die Sozialpolitik und der wirtschaftliche und soziale               genau festgelegt ;
     Zusammenhalt ;
                                                                   — es wird festgesetzt , weiche Funktion dem vom Rat am
3 . die Wirtschafts- und Währungsunion ;                                19 . Juni 1989 eingesetzten Ausschuß für das Statisti­
                                                                        sche Programm und dem am 25 . Februar 1991 einge­
4 . die Gemeinschaft und die übrige Welt;                               setzten Ausschuß für die Währungs-, Finanz- und Zah­
                                                                        lungsbilanzstatistiken bei der Durchführung und Bewer­
5 . die Entwicklung der statistischen Technologien und der
     Humanressourcen .
                                                                        tung des Programms zukommt ;
                                                                   — es wird eine Kosten-Wirksamkeits-Analyse erstellt , und
                                                                        die Maßnahme wird nach den Grundsätzen der Wirt­
                          Artikel 3                                     schaftlichkeit durchgeführt;
                                                                   — die einschlägigen internationalen statistischen Empfeh­
Die Ziele des statistischen Rahmenprogramms sowie die                   lungen werden berücksichtigt ;
gemeinschaftlichen Normen und Verfahren für die im
Zeitraum 1993 bis 1997 durchzuführenden Maßnahmen                  — die Maßnahme wird so konzipiert , daß die für die
sind im Anhang festgelegt.
                                                                        Befragten mit der Beantwortung der statistischen Frage­
                                                                        bogen verbundene Belastung möglichst gering gehalten
                                                                        wird .
                          Artikel 4
                                                                                              Artikel 6
Bei der Durchführung des gemeinschaftlichen statistischen          Die Kommission stellt im dritten Jahr der Laufzeit       des
Programms werden die Maßnahmen in den einzelnen Mit­               statistischen Rahmenprogramms der Gemeinschaft           den
gliedstaaten in Zusammenarbeit mit den nationalen poli­            Stand der Arbeiten fest . Sie prüft insbesondere , ob    die
tischen Stellen verwirklicht , die für die Bereiche zuständig      festgelegten Ziele und Prioritäten realisiert und die    für
sind, auf die sich die prioritären Maßnahmen beziehen .            diesen Zeitraum vorgesehenen Maßnahmen durchgeführt
                                                                   wurden , und unterbreitet gegebenenfalls Änderungsvor­
                                                                   schläge . Am Ende der Laufzeit des statistischen Rahmen­
                          Artikel 5                                programms legt die Kommission dem Rat und dem Euro­
                                                                   päischen Parlament einen Bericht über die Durchführung
Für jede Einzelmaßnahme gilt :                                     des Programms vor . Dieser Bericht ist dem Rat und dem
                                                                   Europäischen Parlament vor Ablauf des Jahres zuzuleiten ,
— es werden genaue und quantifizierbare Ziele vorgege­             das auf das Ende der Laufzeit des statistischen Rahmen­
    ben , anhand derer die Ergebnisse bewertet werden ;            programms erfolgt .
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 56                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     26 . 10 . 92
                                                                   ANHANG
               RAHMENPROGRAMM 1993-1997 — GRUNDZÜGE DER GEPLANTEN MASSNAHMEN IM BEREICH
               DER STATISTISCHEN INFORMATION DER GEMEINSCHAFT
                                                           ALLGEMEINE ZIELE
               Das statistische System der Gemeinschaft soll folgende Aufgaben erfüllen :
               — Verwirklichung organisatorischer Normen , Methoden und Strukturen , mit deren Hilfe in der gesamten
                  Gemeinschaft vergleichbare , zuverlässige und aussagekräftige Statistiken erstellt werden können ;
               — Lieferung der für die Durchführung , Überwachung und Bewertung der gemeinschaftlichen Politiken
                  notwendigen Informationen an die europäischen Institutionen und die Regierungen der Mitgliedstaaten ;
               — Verbreitung der statistischen Informationen an die europäische Öffentlichkeit , die Unternehmen und alle im
                  Wirtschafts- und Sozialbereich tätigen Kräfte , um sie bei ihren Entscheidungen zu unterstützen ;
               — Verbesserung der statistischen Systeme in den Mitgliedstaaten und Unterstützung bei der Entwicklung der
                  statistischen Systeme in den Entwicklungsländern und den im Übergang zur Marktwirtschaft befindlichen
                  Ländern .
              Zur Erfüllung dieser Aufgaben sind folgende Maßnahmen durchzuführen :
              a ) Entwicklung gemeinsamer Systematiken , Methodiken und Definitionen , die in den einzelnen Mitgliedstaa­
                  ten unmittelbar angewendet werden können und die sich auf gemeinschaftliche Rechtsvorschriften
                  stützen ;
              b ) Durchführung von gemeinsamen statistischen Erhebungen auf harmonisierten methodischen Grundlagen ;
              c ) Sammlung, Analyse und Verbreitung der statistischen Ergebnisse der Gemeinschaft; dies beinhaltet auch
                  Vergleiche zwischen einzelnen Ländern und Regionen ;
              d ) Einarbeitung des gemeinschaftlichen Besitzstandes in die statistischen Programme der Mitgliedstaaten ;
              e ) verstärkte Angleichung der in den Mitgliedstaaten angewendeten Verfahren mit Hilfe gemeinsamer Aus­
                  und Fortbildungsmaßnahmen ;
              f) Unterstützung der EG- und der Nicht-EG-Länder bei der Entwicklung ihrer statistischen Systeme durch
                  strukturelle Maßnahmen und einen Technologie- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten
                  und mir Drittländern .
                                  VERBINDUNGEN ZU ANDEREN GEMEINSAMEN MASSNAHMEN
              Zusammenarbeit findet nicht nur im Rahmen der Partnerschaft mit den statistischen Systemen der Mitgliedstaa­
              ten statt , sondern wird im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums auch die statistischen Systeme der
              EFTA-Länder und die auf dem Gebiet der Statistik tätigen internationalen Organisationen einbeziehen ,
              darunter insbesondere die Vereinten Nationen und ihre Einrichtungen sowie die Organisation für wirtschaftli­
              che Zusammenarbeit und Entwicklung ( OECD ).
                                                SEKTORALE STATISTISCHE PROGRAMME
              I.   Die sektoralen Programme für das Funktionieren des Binnenmarktes
                   A. Die sektoralen Programme für die Politik in den Bereichen Industrie , Verkehr , Energie , F&E und
                        Tourismus
                        Gegenstand
                        Beitrag zur Erstellung der für das reibungslose Funktionieren des europäischen Binnenmarktes
                       erforderlichen statistischen Informationen , indem zum einen den Entscheidungsträgern (Verwaltungen ,
                        Unternehmen und Sozialpartner ) die Daten zur Verfügung gestellt werden , die sie benötigen , um die
                       Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft auf internationaler Ebene fördern zu können , und
                        zum anderen eine größere Markttransparenz gewährleistet wird.
                       Statistische Zielsetzung
                       Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten : Harmonisierung von Normen , Durchfüh­
                       rung gemeinschaftlicher statistischer Erhebungen , Aufbereitung vorhandenen Datenmaterials , Schaf­
                       fung einer gemeinsamen statistischen Infrastrukrur ( z.B. Register) in den nachstehend aufgeführten
                       Bereichen .
                        1.  Normen
                            Das gesamte statistische Programm basiert auf neuen europäischen Systematiken , die weitgehend
                            mit den nationalen Systematiken harmonisiert sind , was es ermöglicht , ein echtes gemeinsames
                            Rahmenwerk von Daten über sämtliche Tätigkeitsbereiche der Gemeinschaft zu erstellen .
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr . C 277 / 57
             2 . Die Statistik des Warenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten
                 Mit diesem Projekt sollen die Entscheidungen des Rates über den Güteraustausch zwischen den
                 Mitgliedstaaten nach 1992 umgesetzt werden , die aufgrund des Wegfalls der internen Grenzen
                 getroffen werden .
                 Im Rahmen dieser Architektur wird die Einführung der Datenbank COMEXT-93 , die Handels­
                 und Zollstatistiken der Gemeinschaft und von Drittländern enthält , dank der Aufbereitungsarbei­
                 ten den Zugriff auf neue , detailliertere und aktuellere Statistiken ermöglichen .
                 Die allgemeinere Verwendung neuer Datenträger , insbesondere der CD-ROM , die Einführung von
                 gezielten und auf große Wirtschaftssektoren ausgerichteten Produkten und die Verbindung der
                 Veröffentlichungsprodukte mit den Erhebungssystemen , die eine bessere Rückführung der Infor­
                 mationen und eine größere Markttransparenz ermöglicht , werden die Bereitstellung detaillierter
                 Daten für die Institutionen und die Marktteilnehmer im allgemeinen erleichtern .
                 Qualität und Aktualität der Statistiken werden unmittelbar von den ihnen seitens der Unternehmen
                 beigemessenen Nutzen und vom Kosten-Nutzen-Verhältnis der Meldung beeinflußt; daher wird
                 nicht nur versucht werden , die Belastung für die Auskunftspflichtigen zu verringern , sondern es
                 werden gleichzeitig Aufklärungs-, Sensibilisierungs- und Ausbildungsmaßnahmen durchgeführt,
                 um die Antwortquote zu verbessern .
                 Künftige Aktivitäten werden vor allem die Verbindung von Zoll- und Handelsdaten , die Gegen­
                 überstellung von Produktions- und Handelsstatistiken , die Ausdehnung des geographischen Erfas­
                 sungsbereichs auf die EFTA-Länder und Vergleiche mit den Daten von Drittländern betreffen .
             3.  Die Unternebmensstatistik
                 a ) Industrie
                     Zentrales Ziel der Unternehmensstatistik ist es , alle Informationen zu liefern , die für die
                     Beobachtung des gemeinschaftlichen Produktionssystems im europäischen Binnenmarkt und
                     der sektoralen Politiken im Rahmen der Zuständigkeiten der Kommission erforderlich sind. Die
                     praktischen Folgen für die Statistischen Programme 1993 bis 1997 , die sich aus dem in
                     Maastricht geänderten Vertrag ergeben , betreffen die Bereiche Standardisierung ( Einführung
                     gemeinsamer Methoden , Systematiken und Normen ), Infrastruktur ( technischer und rechtlicher
                     Art ), Ausdehnung der Gemeinschaftserhebungen auf neue Bereiche sowie Personal und
                     finanzielle Mittel .
                     Hauptziel ist nach wie vor die Verbesserung der drei Grundlagen der statistischen Information
                     über die Unternehmen , nämlich der jährlichen Daten über Struktur und Tätigkeit der
                     Unternehmen sowie einer hinreichend detaillierten Beobachtung der Unternehmenskonjunktur
                     und der Produktion von Waren und Dienstleistungen .
                     Die Einführung einer jährlichen Erhebung über Struktur und Tätigkeit der Unternehmen wird
                     die Erstellung von Daten ermöglichen , die nach Wirtschaftszweigen , Größenklassen und
                     Mitgliedstaaten oder deren Regionen untergliedert sind .
                     Die Statistik der Produktion von Waren und Dienstleistungen wird die Grundlage für alle
                     Arbeiten im Zusammenhang mit Überwachung und Transparenz des Binnenmarktes ( Handels­
                     politik . Wettbewerbsfähigkeit ) bilden .
                     Um über dieses zentrale Ziel hinausgehen zu können , werden Arbeiten in zwei großen
                     Bereichen weitergeführt bzw . in Angriff genommen werden .
                     Zum einen gilt es , alle Mittel und Wege zu erforschen , die — im Interesse einer geringeren
                     Belastung der befragten Unternehmen — eine bessere Organisation der Industriestatistik und
                     eine bessere Nutzung dieser Informationen durch die Unternehmen ermöglichen ( Fortsetzung
                     der Standardisierungsarbeiten , Koordinierung der auf die Unternehmen ausgerichteten Erhe­
                     bungen , Dialog mit den Unternehmen , um die erhobenen Informationen besser an den Bedarf
                     anpassen zu können usw .).
                     Zum anderen macht die Entwicklung bei den Gemeinschaftspolitiken spezielle Maßnahmen
                     erforderlich :
                     — Entwicklung des Informationssystems über Kleine und Mittlere Unternehmen ( KMU )
                         ( spezifische Indikatoren , insbesondere für die Demographie oder die besonderen Merkmale
                         der KMU );
                     — Erarbeitung und Einführung detaillierter Indikatoren für die Wettbewerbsfähigkeit der
                         europäischen Unternehmen , die gleichzeitig Vergleiche mit deren Konkurrenten ( in erster
                         Linie USA und Japan ) ermöglichen ;
                     — Entwicklung der Statistik im Bereich Forschung und Entwicklung mit dem Ziel , diesen
                         wichtigen Faktor für eine Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu
                         messen .
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 58                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            26 . 10 . 92
                    b ) Dienstleistungen
                         Bei der Dienstleistungsstatistik werden auch in Zukunft sowohl ein globaler als auch ein
                         sektoraler Ansatz Verwendung finden .
                         Der Abschluß und die Konsolidierung der Methodik für die Statistik der Unternehmen und
                         Einrichtungen des Dienstleistungsbereichs wird eine stärkere Integration der Statistik der
                         Industrieunternehmen und der Statistik der Dienstleistungsunternehmen erforderlich machen
                         ( einschließlich einer Analyse der zunehmenden Erbringung von Hilfsdienstleistungen für
                         Unternehmen durch Dritte ). Bei den Arbeiten zur Methodik werden die Erfahrungen berück­
                         sichtigt werden müssen , die bei den Pilot-Erhebungen gewonnen werden , deren Durchführung
                         auf Gemeinschaftsebene zu unterstützen und zu koordinieren sein wird .
                         Der unternehmensbezogene Ansatz wird durch die Weiterentwicklung der Methodik für die
                         funktionale Dienstleistungsstatistik , insbesondere die Statistik der Produkte , Funktionen , Preise
                         und Volumen , zu ergänzen sein .
                         Überwachung und Messung der Auswirkungen des Binnenmarkts auf mehrere wichtige und
                         zum Teil anfällige Sektoren werden die Einführung spezieller Erhebungen in mehreren als
                         prioritär eingestuften Bereichen erfordern . So sind die Bereiche Finanzdienstleistungen , Dienst­
                         leistungen für Unternehmen , Kommunikation und audiovisuelle Medien auf gemeinschaftlicher
                         Ebene gleichermaßen vorrangig , und die bereits eingeleiteten Arbeiten werden intensiviert
                         werden , damit sie schließlich in die Einführung der Informationssysteme münden .
                         Gleichzeitig lassen die neuen Perspektiven des Vertrages über die Politische Union und
                         insbesondere die Maßnahmen des Sozialen Europa erkennen , daß neue Sektoren im Bereich der
                         Dienstleistungen für den Einzelnen und die Allgemeinheit entstehen (in diesem Zusammenhang
                         sind zu erwähnen : soziale Sicherheit, Bildungswesen , Gesundheitswesen und soziale Maßnah­
                         men , Vereins- und Freizeittätigkeiten , kulturelle und sportliche Aktivitäten usw .), die unter
                         dem Stichwort „Dienstleistungsunternehmen" zu analysieren sind , wobei der Behandlung der
                         nichtmarktbestimmten Dienstleistungen und den engen Verbindungen zwischen diesen Sektoren
                         und der funktionalen Analyse der Ausgaben der öffentlichen Hand besondere Aufmerksamkeit
                         zukommen muß .
                         Mit den Entwicklungen der Statistik der Dienstleistungsunternehmen werden ferner die
                         Entwicklung eines Informationssystems, das auf sektoralen Registern mit sozio-ökonomischen
                         Daten und Daten über das Handwerk beruht , sowie die Arbeiten zur Verbesserung und
                         Durchführung des „Aktionsprogramms für die Entwicklung des statistischen Systems über
                         Handel und Vertrieb" verknüpft werden müssen .
                4.  Die Verkekrsstatistik
                    Im Vertrag von Maastricht wird der Wille betont , mit Hilfe einer Politik der Liberalisierung der
                    Märkte Fortschritte im Verkehrsbereich zu erzielen . Dies bedeutet für die Statistik , daß den auf
                    Gemeinschaftsebene noch unterentwickelten Statistiken , d . h . der Luft- und der Seeverkehrssta­
                    tistik , Priorität eingeräumt werden muß.
                    Es wird jedoch zweckmäßig sein , neben der verkehrszweigbezogenen Statistik auch über eine
                    Statistik über die Nutzung von Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsmitteln zu verfügen ; dies
                    bedeutet , daß der Statistik des Personenverkehrs beträchtliche Bedeutung beizumessen ist .
                    Der spezifische Rahmen für die Verkehrspolitik wird durch die Überarbeitung der Richtlinien über
                    den Straßen- und Eisenbahnverkehr und den Verkehr auf Binnenwasserstraßen sowie durch eine
                    Ausweitung auf die Luft- und Seeverkehrsstatistik weiterentwickelt werden .
                    Das Informationssystem muß durch einen stärker verkehrszweigübergreifenden Ansatz konsolidiert
                    werden , der die Durchführung von Erhebungen erleichtert und damit eine Verbindung der
                    sektoralen Methodiken ermöglicht .
                5 . Die Statistik der Forschung und technologischen Entwicklung
                    Die Kompetenzen , die der Gemeinschaft in den Bereichen Forschung und technologische Entwick­
                    lung durch die Einheitliche Akte und im Rahmen der Gemeinschaftspolitik zur Innovationsförde­
                    rung übertragen wurden und die durch die Vereinbarungen von Maastricht noch an Gewicht
                    gewonnen haben , erfordern aktuelle und genaue statistische Informationen . Im Rahmen dessen ,
                    was in dem Vorschlag für eine Entscheidung des Rates betreffend Statistiken über Forschung ,
                    Entwicklung und Innovation vorgesehen ist , zielt das Programm 1993 bis 1997 im wesentlichen
                    auf eine Konsolidierung der derzeitigen Situation , gleichzeitig aber auch auf eine Ausweitung der
                    Datenerhebung ab ; dies betrifft vor allem neue Informationen über die Beschäftigten im F&E-Be­
                    reich , die Messung des technologischen Potentials der Regionen und die Auswertung von Pilot­
                    Erhebungen über die Innovation . Die Zusammenarbeit mit der OECD muß intensiviert werden ,
                    damit innerhalb kürzerer Fristen Informationen über F&E-Finanzierung und -Ausgaben vorlie­
                    gen .
                6 . Die Energiestatistik
                    Die Entwicklung der Energiestatistik ist abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Situation im
                    allgemeinen und von der Entwicklung des Energiemarktes im besonderen .
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 277 / 59
                    Ziel der Maßnahmen ist eine Verbesserung der Bilanzen , und zwar sowohl hinsichtlich der
                     Lintergliederung nach Erzeugnissen als auch hinsichtlich der Aggregate . Die Preis- und Verbrauchs­
                     erhebungen werden so zu erweitern sein , daß die statistische Erfassung verbessert wird .
                     Die geplanten Maßnahmen zielen auf folgende Bereiche ab : Verbesserung und größere Vergleich­
                     barkeit des die Transparenz der Energiepreise und - ströme betreffenden Datenmaterials , Sicherung
                     der Versorgung durch gezielte Maßnahmen zur Vergrößerung der geographischen Streuung der
                     Ressourcen , Austausch von Energieerzeugnissen innerhalb der Gemeinschaft , rationelle Energie­
                     nutzung , Verwendung erneuerbarer Energieträger , Umweltauswirkungen von bei der Umwand­
                     lung von Energieerzeugnissen auftretenden Emissionen ( C02 , S02 usw .) und deren wirtschaftliche
                     Bewertung sowie regionale Energieinvestitionen .
                     Die Strategie des sorgfältigen Umgangs mit den nicht-energetischen Rohstoffen stellt in diesem
                     Zusammenhang eine wichtige Ergänzung dar . Die Öffnung der Netze kann die statistische
                     Überwachung ihrer Nutzung erforderlich machen .
                7 . Die Tourismusstatistik
                     Auf dem Gebiet der Tourismusstatistik ist im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums ein
                     Informationssystem zu entwickeln , das im wesentlichen auf Angebot und Nachfrage im Tourismus­
                     sektor ausgerichtet ist .
             B. Die sektoralen Programme für die Verwaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Fischereipoli­
                tik
                Gegenstand
                Beitrag zur Erstellung der statistischen Informationen , die für die Verwaltung und Überwachung der
                im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Fischereipolitik beschlossenen Bestimmungen
                benötigt werden .
                Statistische Zielsetzung
                Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten : Durchführung gemeinschaftlicher Erhebun­
                gen , Erstellung vergleichbaren Datenmaterials anhand von nationalen Erhebungen , Anwendung
                harmonisierter Normen und Schaffung einer gemeinsamen statistischen Infrastruktur in den nachste­
                hend aufgeführten Bereichen .
                1 . Die Landwirtschaftsstatistik
                    Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ; GAP ) und die Umsetzung der Ergebnisse einer im
                    Rahmen des vorangegangenen Programms durchgeführten „Screening- Aktion " werden für die
                    Landwirtschaftsstatistik in den kommenden Jahren beträchtliche Veränderungen bedeuten . Es
                    scheint unvermeidlich , daß das Instrumentarium zur Erhebung von Daten über Erzeugung und
                    Erzeugungsvorausschätzungen , Preise , Einkommen und Agrarstrukturen geändert werden muß .
                    Ziel ist eine bessere Nutzung der für die Landwirtschaftsstatistik zu Verfügung stehenden Mittel bei
                    gleichzeitiger weitestgehender Begrenzung der sich für die Landwirte ergebenden Belastung .
                    a ) Landwirtschaftliche Erzeugung
                         Pflanzliche Erzeugung: Die Einführung von Stabilisatoren in verschiedenen Bereichen der
                         pflanzlichen Erzeugung sowie gewisse Elemente der GAP-Reform haben die Notwendigkeit
                         vergrößert , Qualität und Vergleichbarkeit der einschlägigen Statistiken zu verbessern und sie
                         innerhalb kürzerer Frist zur Verfügung zu stellen . Mit der Reform der GAP werden die
                         statistischen Ergebnisse noch größere direkte Auswirkungen auf die Verwaltung der Märkte
                         haben . Es ist daher nicht nur ein zwingender rechtlicher Rahmen für die Statistik der
                         pflanzlichen Erzeugung zu schaffen , sondern es gilt auch weiterhin , sich ständig um die
                         geeignetsten Mittel zur Gewährleistung ihrer Zuverlässigkeit und Objektivität zu bemühen ,
                         wobei gleichzeitig der Aufwand an finanziellen und personellen Mitteln möglichst gering zu
                         halten ist . Zu diesem Zweck werden die Forschungsarbeiten in den Bereichen Stichproben- und
                         Vorausschätzungsverfahren sowie Fernerkundung im Zusammenhang mit der Agrarstatistik
                         weitergeführt und , sofern möglich , intensiviert werden .
                         Tierische Erzeugung: Die gemeinschaftlichen Statistiken und Rechtsvorschriften müssen der
                         Entwicklung der Märkte und der zu ihrer Verwaltung getroffenen Maßnahmen Rechnung
                         tragen . Sie müssen daher regelmäßig kritisch überprüft werden , damit die angestrebten Ziele
                        insbesondere unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Produktionsumfangs in den einzel­
                        nen Ländern mit möglichst geringen Kosten erreicht werden können . Besondere Aufmerksam­
                         keit ist dabei der Verbesserung des Datenmaterials über Schlachtungen zu widmen .
                         Versorgungsbilanzen : Diese Bilanzen entstehen durch die Synthese der Statistiken über das
                        Aufkommen und die Verwendung der einzelnen pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse und
                        ermöglichen damit insbesondere die Überwachung der Entwicklung des Selbstversorgungsgra­
                        des und des Verbrauchs . Die Einführung des neuen Systems für die Statistik des innergemein­
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 60                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           26 . 10 . 92
                        schaftlichen Handels nach 1992 könnte Anpassungen erforderlich machen . Die Qualität der
                        Bilanzen muß zusammen mit einer besseren Definition des wesentlichen Informationsbedarfs im
                        Hinblick auf Detaillierungsgrad und geographische Gruppierungen verbessert werden , wobei zu
                        berücksichtigen ist, daß diese Informationen im Rahmen von internationalen Abkommen ,
                        insbesondere des GATT , als Referenzdaten verwendet werden .
                        Futtermittelbilanzen: Die zur Verfügung stehenden Futtermittelmengen sind seit zwei Jahrzehn­
                        ten Gegenstand von Statistiken. Es wurden Studien durchgeführt , um den Ernährungsbedarf
                        der Viehbestände und damit die Nachfrage nach Futtermitteln deutlich vor dem Bekanntwerden
                        der Aufkommensdaten zu ermitteln . Es wurden und werden weiterhin Anstrengungen unter­
                        nommen , um die Daten über Angebot und Nachfrage einander gegenüberzustellen und damit
                        zu besseren Erkenntnissen über die von jeder einzelnen Tierart verbrauchten Futtermittel zu
                        gelangen . Die Reform der GAP wird die Funktion des Marktes betonen und besondere
                        Anstrengungen zur Bereitstellung von Informationen über die Höhe der — privaten und
                        staatlichen — Bestände an landwirtschaftlichen Erzeugnissen erforderlich machen , da diese
                        Bestände den Markt beeinflussen .
                    b ) Preise und Einkommen in der Landwirtschaft
                        Die Überprüfung und Verbesserung der zu Erstellung der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung
                        verwendeten Datenquellen und Verfahren stellt eine wichtige Aufgabe dar , die eine stärkere
                        Harmonisierung der Statistiken der einzelnen Mitgliedstaaten und eine bessere Kenntnis der
                        Unterschiede in den landwirtschaftlichen Einkommen in der Gemeinschaft ermöglichen wird .
                        Die Qualität der Vorausschätzungen des landwirtschaftlichen Einkommens und ihre Analyse
                        werden verbessert werden .
                        Die Entwicklung und Weiterführung einer Analyse des Gesamteinkommens der landwirtschaft­
                        lichen Haushalte wird ein umfassenderes Verständnis des Gesamteinkommens in der Landwirt­
                        schaft ermöglichen .
                        Kurz- und mittelfristige Vorausschätzungs- und Simulationsmodelle , die sich auf eine integrier­
                        te Datenbank für den Agrarsektor stützen , werden entwickelt und / oder aktualisiert werden . Sie
                        finden bei Vorausschätzungen und Simulationen der Auswirkungen alternativer agrarpoliti­
                        scher Maßnahmen Verwendung und liefern den politischen Entscheidungsträgern damit eine
                        solide Basis für ihre Vorschläge. Die Mitgliedstaaten werden in diese Arbeiten stärker
                        einbezogen werden .
                    c ) Agrarstrukturen
                        Im Zeitraum 1993 bis 1997 werden die Mitgliedstaaten sämtliche in der Verordnung ( EWG )
                        Nr . 571 / 88 vorgesehenen Erhebungen über die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe
                        durchführen .
                        Um den Zugang zu den Ergebnissen dieser Erhebungen und ihre Nutzung zu vereinfachen ,
                        wird das neue Datenbanksystem ( EUROFARM ) weiterentwickelt.
                        Die statistische Auswertung von administrativen Datenquellen ( Karteien ), insbesondere über
                        die Dauerkulturen , wird der Kommission unerläßliche Informationen über die Entwicklung der
                        betreffenden Agrarsektoren an die Hand geben .
                   d ) Agro-Industrie
                        An der Erhebung von Daten über die mit der Landwirtschaft zusammenhängenden Industrie­
                        zweige wird weiter gearbeitet. Der Benutzerbedarf soll durch Rückgriff auf vorhandene Daten
                        gedeckt werden , wobei man sich Verbesserungen der Unternehmensstatistik zunutze machen
                        wird .
                   e ) Forstwirtschaft
                        Die Verbesserung der Informationen über die Forstwirtschaft betrifft vor allem die Struktur der
                        forstwirtschaftlichen Betriebe ; Ziel ist die Erstellung eines gemeinschaftlichen Forstinventars .
                2. Die Fischereistatistik
                   Die gemeinsame Fischereipolitik erstreckt sich auf mehrere zentrale Bereiche , für die Statistiken
                   bereitzustellen sind : die Marktverwaltung , die Erhaltung der Fischbestände und die Umstrukturie­
                   rung der Fischereiwirtschaft.
                   Die bereits erlassenen Verordnungen über die Anlandungen von Fischereierzeugnissen und die für
                   den Nordost- und den Nordwest-Atlantik geltenden Fangmengen sehen die Erstellung der
                   notwendigsten Statistiken vor . In den kommenden Jahren muß die Qualität dieser Daten durch
                   einen stetigen Austausch von Informationen über die von den Mitgliedstaaten verwendeten
                   Methoden verbessert werden .
                   Zur Verbesserung der vorhandenen Statistiken über die Fischerei im Mittelmeer und die Aquakul­
                   tur wurden Vorarbeiten durchgeführt .
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr . C 277 / 61
                  C. Die sektoralen Programme für die Umweltpolitik
                       Gegenstand
                       Erarbeitung eines Systems von statistischen Indikatoren zur Aufstellung, Durchführung, Überwachung
                       und Bewertung der gemeinschaftlichen Umweltprogramme .
                       Statistische Zielsetzung
                       Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten: Durchführung gemeinschaftlicher Erhebun­
                       gen , Erstellung vergleichbarer Statistiken anhand vorhandenen Datenmaterials , Anwendung harmoni­
                       sierter Normen und Schaffung einer gemeinsamen statistischen Infrastruktur in dem nachstehend
                       aufgeführten Bereich .
                       Die Umweltstatistik
                       Für den Bereich der Umwelt deckt sich die Laufzeit des Programms mit dem fünften Aktionsprogramm
                       der Gemeinschaft für den Umweltschutz mit dem Titel „Towards sustainability", in dem die
                       Grundprinzipien einer umweltgerechten Entwicklung ( sustainability ) und der geteilten Verantwortung
                       ( shared responsability ) zwischen allen Beteiligten und Sektoren näher erläutert werden . Dieses
                       Programm empfiehlt , von einer normativen Gesetzgebungsstrategie abzurücken in Richtung auf die
                      Entwicklung einer Kombination aus wirtschaftlichen und sozialen Instrumenten , die es gestatten , das
                      Ziel der dauerhaften und umweltgerechten Entwicklung für alle Bereiche festzuschreiben , das
                       Verhalten der verschiedenen Beteiligten zu ändern und ein Konzept der Umwelthaftung ( environmental
                       liability ) einzuführen .
                      Die Philosophie einer dauerhaften und umweltgerechten Entwicklung wird weltweit von der Konferenz
                       für Umwelt und Entwicklung der UNO ( Unced ) weiterverfolgt , die im Juni 1992 in Brasilien
                       zusammengetreten ist und für die ein Zeitplan für das 21 . Jahrhundert erarbeitet wurde , der auch einen
                      Teil über die Entwicklung einer adäquaten Informationspolitik enthält .
                       In Anbetracht dieser Situation müßten die zwischen 1989 und 1992 eingeleiteten Maßnahmen im
                      Rahmen des Programms für die Umweltstatistik der Jahre 1993 bis 1997 weiterverfolgt und ausgebaut
                      werden ; außerdem sollten die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen in die Praxis umgesetzt
                      werden .
                      Die prioritären Maßnahmen betreffen :
                      — die Einführung eines Systems zur Erstellung einer Abfallstatistik in Verbindung mit den Rechtsvor­
                            schriften der Gemeinschaft für die Abfallwirtschaft ;
                      — die Einführung eines Erfassungssystems in Verbindung mit den Erhebungen bei der Industrie über
                            Schadstoffemissionen und Abfallaufkommen sowie die Ausgaben zur Abfallvermeidung und
                            -beseitigung; Erfassung und Beschreibung der Öko-Industrien ;
                      — die Erstellung eines Emissions- und Abfallkatasters nach Wirtschaftszweigen in Zusammenarbeit
                            mit der Europäischen Umweltagentur ( EUA ) ( Fortführung des Projekts Corinair );
                      — die Harmonisierung der Statistiken über die staatlichen Ausgaben für den Umweltschutz und die
                            Forschung und Entwicklung in diesem Bereich ;
                      — die Berechnung von Indikatoren und Durchführung von Analysen zu Verkehrs-, Rohstoff-,
                            Energie-, Industrie-, Agrar- und Fremdenverkehrsstatistik im Rahmen der Umweltpolitiken für
                            diese Bereiche ;
                      — die Beteiligung an internationalen Arbeiten zur Erstellung von Umweltsatellitenkonten .
                      Folgende Faktoren dürften in den kommenden Jahren zu Fortschritten bei der statistischen Arbeit
                      führen : Die Einführung gemeinschaftlicher Normen für die Umweltplanung , die Umweltrechnungsle­
                      gung sowie die Umweltbilanz der Unternehmen und des öffentlichen Sektors ; die verstärkte Informa­
                      tion und ein größeres Verantwortungsbewußtsein der einzelnen Verbraucher und Bürger ; Fortschritte
                      in der wissenschaftlichen Forschung zu den Ursachen und den Folgen der Belastung der Umwelt durch
                      den Menschen sowie die Entwicklung einer entsprechenden Wirtschaftstheorie und empirischer
                      Methoden zur Bewertung von Umweltschäden im Hinblick auf eine Berücksichtigung der durch die
                      Verschlechterung des Umweltzustandes und die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen bedingten
                      Kosten in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen .
             II . DIE SEKTORALEN PROGRAMME FÜR DIE SOZIALPOLITIK , DEN WIRTSCHAFTLICHEN UND
                  SOZIALEN ZUSAMMENHALT SOWIE DEN VERBRAUCHERSCHUTZ
                  Gegenstand
                  Beitrag zur Entwicklung harmonisierter statistischer Indikatoren zu Beschäftigung , Arbeitslosigkeit ,
                  Bevölkerungsbewegung , Lebensstandard , Gesundheit , sozialer Sicherung , Bildung , Berufsausbildung und
                  zu regionalen Unterschieden .
                  Statistische Zielsetzung
                  Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten : Unter Anwendung einheitlicher Verfahren
                  Durchführung von statistischen Erhebungen oder Aufbereitung vorhandener Daten zu folgenden Berei­
                  chen :
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 62                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      26 . 10 . 92
                1 . Die Beschäftigungsstatistik
                     Die bereits durchgeführten Arbeiten zur Vervollständigung des Inhalts und zur Verbesserung der
                     Zuverlässigkeit der Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung finden hier ihre volle Rechtfertigung. Die
                     Arbeitskräfteerhebung bleibt auch weiterhin für die Beschäftigungsstatistik von zentraler Bedeutung
                     und erhält durch Artikel 123 des Vertrags, der die Aufgaben des Sozialfonds um die Förderung der
                     Anpassung an die industriellen Wandlungsprozesse und an die Veränderung der Produktionssysteme ,
                     insbesondere durch berufliche Bildung und Umschulung im Rahmen der Zielsetzungen 3 und 4
                     erweitert , eine neue Dimension .
                     Die Gemeinschaftserhebung wird in noch stärkerem Maße als in der Vergangenheit Grundlage und
                     gemeinsamer Rahmen für die Schätzungen sein , die andere detailliertere oder in kürzeren Abständen
                     durchgeführte Statistiken der Mitgliedstaaten ergänzen sollen . So wird es nicht nur möglich sein ,
                     monatlich vergleichbare Arbeitslosenquoten zu berechnen , sondern auch das Problem des Arbeitsvolu­
                     mens in Volkswirtschaften mit immer stärker variabler Arbeitsorganisation ( Teilzeitarbeit , Mehrfach­
                     tätigkeit , Kombination von Arbeit und Ausbildung usw.) besser zu erfassen .
                     Besondere Aufmerksamkeit gilt den Möglichkeiten zur Entwicklung kurzfristiger Beschäftigungsindi­
                     katoren auf sektoraler Ebene .
                2 . Die Statistik der Lebens- und Arbeitsbedingungen und die Sozialschutzstatistik
                     Die prioritären Maßnahmen in diesem Bereich lassen sich in drei große Teilgebiete untergliedern :
                    a ) Bevölkerung
                         Geplant sind folgende Aktionen :
                         — jährliche Bereitstellung einer Gesamtheit von kohärenten und vergleichbaren Daten zur
                             demographischen Lage und zur Bevölkerungsentwicklung;
                         — Fortführung der Arbeiten an den Bevölkerungsvorausschätzungen ;
                         — Bereitstellung von Informationen über die Mobilität innerhalb der Gemeinschaft unter besonde­
                             rer Berücksichtigung der Wanderungsströme, der Qualifikation und des Alters;
                         — Deckung des Bedarfs an statistischen Informationen zur Zuwanderung aus Drittländern mit den
                             Schwerpunkten Familienzusammensetzung, Ausbildung und Qualifikation der Zuwanderer ;
                         — Aufbau eines EG / EFTA-Informationssystems für Bestands- und Stromdaten zur Migration .
                    b ) Arbeitsbedingungen
                         Geplant sind folgende Aktionen :
                         — Bereitstellung von statistischen Informationen über Arbeitsbedingungen , insbesondere die Art
                             der Arbeitsverträge und der Arbeitszeitregelungen , zur Unterstützung geplanter Richtlinien ;
                         — Verbesserung der Informationen zu Löhnen bzw . Gehältern und Arbeitskosten , insbesondere
                             durch die Durchführung von Erhebungen über die Lohn- / Gehaltsstruktur , anhand derer
                             Informationen zum Qualifikationsniveau und zur Verteilung der Löhne / Gehälter nach Unter­
                             nehmensgröße, Wirtschaftszweig und Regionen gewonnen werden können . Durch diese Ver­
                             besserung soll es außerdem möglich werden , dem in der „Stellungnahme über angemessene
                             Entlohnung" und dem dritten Programm für die Chancengleichheit von Frau und Mann
                             (gleiche Arbeit, gleicher Lohn) festgestellten Bedarf zu entsprechen ;
                         — die Entwicklung von kurzfristigen Indikatoren zu den Arbeitskosten ;
                         — Erstellung von Indikatoren zu den Arbeitgeber-Arbeitnehmer- Beziehungen (Arbeitskampfmaß­
                             nahmen , Gewerkschaftsmitgliedschaft , Tarifverhandlungen usw .).
                         Da sich die Gemeinschaft das Ziel der Chancengleichheit für Frauen und Männer gesetzt hat , muß
                         bei allen Statistiken , die dies von ihrer Art her erlauben , eine Unterscheidung nach Geschlecht
                         vorgenommen werden .
                    c ) Lebensbedingungen und Sozialschutz
                         Geplant sind folgende Aktionen :
                         — Verbesserung von Vergleichbarkeit und Erfassungshäufigkeit der Daten zu Verbrauch und
                             Lebensbedingungen der privaten Haushalte ;
                         — Aufbau einer Datenbank mit Daten zur Einkommensverteilung unter besonderer Berücksichti­
                             gung der Einkommen älterer Menschen im Rahmen des europäischen Jahrs der älteren
                             Menschen ( 1993 );
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr . C 277 / 63
                    — Einführung eines europäischen Panels für die Erfassung des Einkommens und der Lebensbedin­
                          gungen der privaten Haushalte als Instrument zur Beobachtung der sozialen Auswirkungen des
                          Binnenmarktes ;
                    — Weiterführung und Verbesserung der Armutsindikatoren unter Einbeziehung nichtmonetärer
                          Faktoren ;
                    — Weiterführung der Statistiken über die Sozialschutzausgaben und -einnahmen ( Essoss ), insbe­
                          sondere vor dem Hintergrund der Vorschläge für Empfehlungen betreffend die Konvergenz der
                          Ziele der sozialen Sicherheit und das Mindestniveau ;
                    — Auswertung der mikroökonomischen Studien über die Rentenquoten nach Funktionen ;
                    — regelmäßige Aktualisierung des „Digest of Statistics on Social Protection in Europe";
                    — zweijährliche Aktualisierung der Statistik über die soziale Lage der Behinderten ;
                    — Aufbau einer Datensammlung zum Zeitbudget der Europäer ;
                    — Bereitstellung von Daten zu Maßnahmen und Finanzmitteln , die für Familienhilfsdienste
                          bestimmt sind .
             3 . Die Statistik der allgemeinen und beruflichen Bildung
                 Die Entwicklung von Statistiken über die allgemeine und insbesondere die berufliche Bildung gehört zu
                 den großen neuen und dringenden Aufgaben des statistischen Systems der Gemeinschaft.
                 Die Verbesserung der Vergleichbarkeit des statistischen Datenmaterials durch die Ausarbeitung realer
                 Entsprechungen zwischen den nationalen Systemen der allgemeinen und der beruflichen Bildung ist
                 eine wichtige Aufgabe , bei der es darum geht , eine bessere Kenntnis der Gegebenheiten in den einzelnen
                 Mitgliedstaaten zu erhalten . Die Entwicklung der Information in diesem Bereich wird auf der
                 spezifischen Aufbereitung von Daten aus verschiedenen Verwaltungsdateien aufbauen .
             4 . Die Statistik über Gesundheit und Sicherheit
                 Bei den für diesen Bereich geplanten Maßnahmen geht es um die Analyse der Mortalität und der
                 Morbidität bzw . deren Ursachen . Im Einvernehmen mit den Mitgliedstaaten und den betroffenen
                 internationalen Organisationen , insbesondere der Weltgesundheitsorganisation , wird die systematische
                 Zusammenstellung von vergleichbaren Daten entwickelt und weitergeführt .
                 Darüber hinaus verlangen die Entschließung des Rates vom 21 . Dezember 1987 sowie die Richtlinie
                 vom 22 . Juni 1989 die Harmonisierung der Statistiken über Unfälle am Arbeitsplatz und Berufskrank­
                 heiten . Die Arbeiten in diesem Bereich werden fortgesetzt .
             5 . Die regionale und subregionale Statistik
                 Bei der Weiterentwicklung der Regionalstatistik wird folgendes angestrebt :
                 — eine geschlossenere Anwendung des Konzepts der regionalen Konten unter Einbeziehung aller
                     Regionen — einschließlich der neuen Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland — in allen
                     Mitgliedstaaten ;
                 — eine Verbesserung der regionalen Repräsentativität der Gemeinschaftserhebungen und der Ausbau
                     der Auswertungsmöglichkeiten ;
                 — die Verbesserung von Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit der regionalen Indikatoren , die bei der
                     Umsetzung der Verordnungen zu den Strukturfonds verwendet werden ;
                 — die Zusammentragung regionaler Daten zum öffentlichen Sektor ;
                 — der Aufbau eines gemeinsamen Informationssystems für subregionale Daten , das es möglich macht ,
                     das Gebiet der Gemeinschaft nach funktionalen und geographischen Gesichtspunkten zu unterglie­
                     dern ( Arbeitsmarktregionen , städtische / ländliche Gebiete usw .), die Datensammlung zu organisie­
                     ren und die DV-technischen Voraussetzungen für eine kartographische Darstellung der raumbezo­
                     genen und der regionalen Daten zu schaffen ;
                 — die Entwicklung von Indikatoren für die Faktoren , die die Perspektiven und Möglichkeiten für
                     Entwicklung und strukturelle Anpassung nachhaltig beeinflussen , wie z.B. :
                     — das Qualifikationsniveau der Humanressourcen ,
                     — Investitionen ,
                     — vorhandene Infrastrukturen ,
                     — das Innovationspotential ,
                     — das Unternehmerpotential , wie es sich beispielsweise in der Entwicklung der Zahl der
                          Unternehmensgründungen und -Schließungen niederschlägt.
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 64                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          26 . 10 . 92
                    6 . Die Statistik über den Verbraucherschutz
                        Titel XI des neuen Vertrags über die Europäische Union enthält einen Artikel zum Schutz der
                        Gesundheit , der Sicherheit und der wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher sowie zur Sicherstel­
                        lung einer angemessenen Verbraucherinformation .
                        Vor diesem Hintergrund sollten Daten verfügbar sein zur :
                        — Beeinträchtigung von Gesundheit und Sicherheit durch die Verwendung bestimmter Produkte oder
                             die Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen sowie zu Unfällen in Haushalt und Freizeit;
                        — Entwicklung der Ausgaben der Verbraucher nach Handelssektor und Vertriebsart ( stationäre
                             Handelsgeschäfte oder Versandhandel ).
                        Schließlich gilt es , eine statistische Information neuer Art zu schaffen , mit der nicht nur erfaßt werden
                        kann , in welchem Maße der Binnenmarkt in den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft neue Märkte ( z.B.
                        für Finanzinstitute ) schafft , sondern auch das Vertrauen der Verbraucher in den Binnenmarkt ( z.B.
                        grenzüberschreitender Waren- und Dienstleistungsverkehr innerhalb der Gemeinschaft ) festgestellt
                        werden kann .
              III . DIE SEKTORALEN PROGRAMME FÜR DIE WIRTSCHAFTS- UND WÄHRUNGSUNION
                    Gegenstand
                    Beitrag zur Entwicklung der harmonisierten statistischen Indikatoren , die für die Realisierung der im
                    Rahmen der Wirtschafts- und Währungsunion vorgesehenen Ziele erforderlich sind . Dabei handelt es sich
                    um die Gesamtheit der Statistiken , die von den Organen der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten
                    benötigt werden , um die Einhaltung der in Artikel 3a ( Titel II ) des Unionsvertrags ( Konvergenz der
                    Wirtschaftspolitiken ) genannten Grundsätze überwachen zu können .
                    Statistische Zielsetzung
                    Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten : Unter Anwendung einheitlicher Verfahren
                    Durchführung von statistischen Erhebungen oder Aufbereitung vorhandener Daten zu folgenden Berei­
                    chen :
                    1 . Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (nichtfinanzielle Konten und Finanzierungskonten)
                        Die Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden weiterhin Eckstein der makroökono­
                        mischen Analyse sein .
                        Seit 1988 ist das Bruttosozialprodukt ( BSP ) Bemessungsgrundlage für eine neue Eigenmittelart der
                        Gemeinschaft . Mit der BSP-Richtlinie sollte ein Verfahren zur Überprüfung und Bewertung der
                        Vergleichbarkeit und der Repräsentativität der BSP der EG-Mitgliedstaaten geschaffen werden .
                        Um die gesetzten Ziele realisieren zu können , müssen die laufenden Arbeiten verstärkt werden und
                        größere Priorität erhalten .
                        Es geht darum ,
                        1 . eine homogenere Anwendung des ESVG zu erzielen ;
                        2 . die Genauigkeit der BSP-Schätzungen zu verbessern ;
                        3 . dafür zu sorgen , daß die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen das Wirtschaftsgeschehen noch
                             lückenloser erfassen .
                        Insbesondere von dem Verzeichnis der Quellen und Methoden , das zwecks Prüfung der Vergleichbar­
                        keit des BSP im Rahmen der Beiträge der Mitgliedstaaten zum Gemeinschaftshaushalt auf der
                        Grundlage des BSP ( vierte Einnahmequelle ) erstellt wurde , werden in naher Zukunft wesentliche
                        Verbesserungen hinsichtlich der Qualität der für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen verwen­
                        deten Grunddaten erwartet . Das BSP und seine Hauptposten können jedoch nur ein Anfang sein . Ein
                        ganz wichtiger Faktor für die Realisierung der Wirtschafts- und Währungsunion ist die Vergleichbar­
                        keit der makroökonomischen Schätzungen für die Bereiche Einkommensverteilung , Ersparnisbildung ,
                        Akkumulation und Finanzierung .
                        Im Unionsvertrag wird die Bedeutung der aus dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher
                        Gesamtrechnungen ( ESVG ! abgeleiteten Indikatoren unterstrichen . Im Protokoll über das Verfahren
                        bei einem übermäßigen Defizit beispielsweise sind die Begriffe Haushaltsdefizit , Investitionen und
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          Nr . C 277 / 65
                   Schuldenstand im Sinne des ESVG definiert . Das ESVG wird derzeit überarbeitet , und die überarbei­
                   tete Fassung soll noch während der Laufzeit dieses statistischen Programme? eingeführt werden .
                   Bei der Überarbeitung des ESVG wurde die Vermögensrechnung, d.h . die Analyse von Bestandsgrößen
                   und nicht von Stromgrößen , bereits berücksichtigt . Die finanzielle Vermögensrechnung ist Bestandteil
                   verschiedener Satellitenkonten , wie z.B. Geldmengenaggregate , Auslandsverschuldung und öffentliche
                   Schulden . Um das Verhalten der Wirtschaftsteilnehmer analysieren zu können , müssen für alle
                   Mitgliedstaaten Vermögensrechnungen verfügbar sein .
                   Die zukünftige Wirtschafts- und Währungsunion wird ein System Volkswirtschaftlicher Gesamtrech­
                   nungen für die Union als Ganzes erfordern , damit die wirtschaftliche Entwicklung überwacht werden
                   kann . Um beispielsweise die Position der Gemeinschaft gegenüber der übrigen Welt bestimmen zu
                   können , sind kohärente Daten zu Auslandsaktiva und -passiva erforderlich .
              2 . Die Statistik des Sektors Staat
                   Die Statistik der öffentlichen Unternehmen und die Statistik der staatlichen Verwaltungen erfordern
                   völlig unterschiedliche Arbeitsprogramme . Im ersten Fall gilt es , einen Teilbereich der Unternehmens­
                   statistik zu schaffen , im zweiten muß die Qualität vorhandener Statistiken verbessert werden
                   ( hinsichtlich Schnelligkeit , Vergleichbarkeit und Detailliertheitsgrad ), um sie an die spezifischen
                   Erfordernisse im Zusammenhang mit der Realisierung der Wirtschafts- und Währungsunion anzupas­
                   sen .
                   a ) Die Statistik der öffentlichen Unternehmen
                        Zunächst müssen in die Angaben der für statistische Zwecke genutzten Unternehmensregister
                        Kriterien aufgenommen werden , anhand derer festgestellt werden kann , ob die öffentliche Hand
                        Träger eines Unternehmens ist .
                        Bei den Gemeinschaftserhebungen zur Erfassung der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen
                        muß die Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten die erforderlichen Arbeiten zur
                        Untergliederung der Unternehmen in private und öffentliche Unternehmen einleiten . Im Vorfeld
                        sollten sämtliche in diesen Erhebungen erfaßte Variablen auf der Ebene der öffentlichen Unterneh­
                        men untersucht und eventuell weitere Variablen aufgenommen werden .
                        Bei der Erstellung der Vermögensrechnung der öffentlichen ( finanziellen und nichtfinanziellen )
                        Kapital- und Quasi-Kapitalgesellschaften sollte die Erstellung der Statistiken über die Verschuldung
                        der öffentlichen Kapitalgesellschaften ( und Quasi-Kapitalgesellschaften ), für die der Staat als Bürge
                        auftritt , im Vordergrund stehen .
                   b ) Die Statistik der staatlichen Verwaltungen
                        Einige bisher zu wenig genutzte Elemente der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden
                        eine neue Bedeutung erlangen . So werden nach einer Vereinheitlichung der Währungspolitik
                        beispielsweise für die Analyse der Fiskalpolitik Daten zu den Einnahmen und Ausgaben des Staates ,
                        zu Defiziten und ihrer Finanzierung benötigt . Außerdem bezieht sich eines der im Unionsvertrag
                        genannten Konvergenzkriterien unmittelbar auf die Fiskalpolitik. Um das Protokoll über das
                        Verfahren bei einem übermäßigen Defizit umsetzen zu können , müssen die Daten zur öffentlichen
                        Haushaltslage und zum öffentlichen Schuldenstand entsprechend der Methodik des ESVG und
                        nach Maßgabe des Protokolls erfaßt , harmonisiert und aktualisiert werden .
                        In Artikel 104c des Unionsvertrags ist vorgesehen , daß das Verhältnis zwischen den öffentlichen
                        Ausgaben für Investitionen und dem öffentlichen Defizit zu den Kriterien zählt , die die Kommission
                        gegebenenfalls in ihrem Bericht zu berücksichtigen hat , wenn ein Mitgliedstaat die im Zusammen­
                        hang mit dem Haushaltsdefizit genannten Kriterien nicht erfüllt . Daher müssen die Daten zur
                        Ermittlung der öffentlichen Ausgaben für Investitionen harmonisiert und regelmäßig erfaßt
                       werden ; diese Daten lassen sich aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ableiten .
             3 . Die Zahlungsbilanzstatistik
                  Einer der richtungsweisenden Grundsätze für die Mitgliedstaaten und die Gemeinschaft ist eine
                  „dauerhaft finanzierbare Zahlungsbilanz" (Artikel 3a). Dementsprechend sind Zahlungsbilanzstatisti­
                  ken für die Überwachung der außenwirtschaftlichen Position der einzelnen Mitgliedstaaten und der
                  Gemeinschaft als Ganzes von größter Bedeutung. Aus diesen Statistiken lassen sich genaue Angaben
                  über internatonale makroökonomische Ströme , wie beispielsweise über den Waren- und Dienstlei­
                  stungsverkehr , das Faktoreinkommen , unentgeltliche Transfers , Direktinvestitionen und andere Kapi­
                  tal- und Geldströme , gewinnen . Viele politische Maßnahmen zur Förderung der wirtschafts- und
                  währungspolitischen Integration stützen sich weitgehend auf Informationen aus den Zahlungsbilanz­
                  statistiken . Dies gilt unter anderem für Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Kapital- und
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 66                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        26 . 10 . 92
                    Zahlungsverkehr (Artikel 109c) und der Durchführung von Devisengeschäften . Ferner wird in den
                    zukünftigen internationalen Handelsabkommen ( Uruguay-Runde) aller Voraussicht nach auch der
                     internationale Dienstleistungsverkehr geregelt werden , für den die Zahlungsbilanzstatistik die wichtig­
                     ste Datenquelle darstellt. Aus diesem Grund sind detaillierte, zuverlässige und aktuelle Zahlungsbilanz­
                     statistiken dringend erforderlich .
                     Gegenwärtig unterscheiden sich die Zahlungsbilanzstatistiken der einzelnen Mitgliedstaaten hinsicht­
                     lich Detailliertheitsgrad , Qualität und Aktualität. Aus Gründen der statistischen Geheimhaltung
                     werden in einigen Mitgliedstaaten gewisse Daten nicht an die Gemeinschaft weitergegeben . Daraus
                     entsteht auf Gemeinschaftsebene ein Mangel an vergleichbaren Daten , die auf gemeinsamen , in allen
                     Mitgliedstaaten geltenden Definitionen basieren . Somit sind die aggregierten Daten zu nationalen
                     Strömen nur begrenzt gültig. Außerdem werden diese Daten normalerweise nicht nach inner- und
                     außergemeinschaftlichen Strömen gegliedert. Insbesondere auf Gemeinschaftsebene sind die derzeit
                     verfügbaren Daten völlig unzureichend , um den künftigen Bedarf der Wirtschafts- und Währungsunion
                     ( WWU ) zu decken .
                     Es müssen also noch größere Anstrengungen unternommen werden , um die erforderlichen Verbesse­
                     rungen durchzusetzen . Das in Kürze erscheinende Handbuch des Internationalen Währungsfonds muß
                     in die Gemeinschaftsstandards eingearbeitet werden , damit es bei der Anwendung in den Mitgliedstaa­
                    ten nicht zu statistischen Asymmetrien kommt . Gleichzeitig muß das Datenerfassungssystem in der
                    gesamten Gemeinschaft überarbeitet und harmonisiert werden . Diese Arbeiten sollten vor Beginn der
                    dritten Stufe abgeschlossen sein . Daher gilt es , die Laufzeit des vorliegenden statistischen Programms
                     voll und ganz zu nutzen . Die Arbeiten des Europäischen Währungsinstituts ( EWI ) in der zweiten Stufe
                    werden nachhaltig zur Realisierung der obengenannten Ziele beitragen .
                4.  Dte Pretsstatistik
                    Daten zu Preisindizes sind für die WWU in zweifacher Hinsicht von Bedeutung . Erstens ist im
                    Unionsvertrag als vorrangiges Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken ( ESZB ) die Wahrung
                    der Preisstabilität festgelegt . Zweitens ist die Reduzierung des anhand des Verbraucherpreisindexes
                    gemessenen Inflationsgefälles zwischen den Mitgliedstaaten auf ein annehmbares Niveau eines der
                    Kriterien , die angewandt werden , wenn es darum geht , die Mitgliedstaaten zu bestimmen , deren
                    Volkswirtschaften möglicherweise eine hinreichende Konvergenzebene erreicht haben , um der Wäh­
                    rungsunion beizutreten .
                    Eurostat sammelt zwar Daten zur Entwicklung der nationalen Inflationsraten , die auf den von den
                    Mitgliedstaaten monatlich übermittelten Verbraucherpreisindizes basieren , diese Indizes sind jedoch
                    noch nicht vollständig harmonisiert. Angesichts der Bedeutung vergleichbarer Daten zu den Inflations­
                    raten müssen in naher Zukunft entsprechende Anstrengungen unternommen werden , um einen
                    harmonisierten Verbraucherpreisindex für alle Mitgliedstaaten zu entwickeln .
                5 . Die Indikatoren für die Koordinierung der Geldpolitik
                    Um die Finanzsysteme der einzelnen Länder besser verstehen zu können , werden die Arbeiten an einem
                    Verzeichnis der Quellen und Methoden der Bankenstatistik fortgesetzt . Dieses Verzeichnis soll die
                    Identifizierung einzelner Finanzinstrumente erleichtern , die die „Bausteine" vorhandener Geldmen­
                    genaggregate bilden und auf Grund ähnlicher wirtschaftlicher Merkmale zwischen den einzelnen
                    Mitgliedstaaten vergleichbar sind . Der Ausschuß der Zentralbankpräsidenten und später dann auch
                    das EWI können diese Bausteine zur Entwicklung einer empirischen Prüfung der Definitionen für den
                    Begriff Geldmenge verwenden , die bei der verstärkten Koordinierung der Geldpolitiken in der
                    Gemeinschaft zugrunde gelegt werden können .
                    Anhand dieses Verzeichnisses können im Bedarfsfall die Bereiche ermittelt werden , in denen eine
                    stärkere Harmonisierung der Voraussetzungen für die Sammlung und Zusammenstellung der Banken­
                    statistiken möglich ist . Bis 1993 werden die entsprechenden Harmonisierungsvorschläge gemäß den in
                    der ersten Stufe der WWU geltenden Verfahren realisiert werden . Am 1 . Januar 1994 werden diese
                    Verfahren so angepaßt , daß sie mit dem in der zweiten Stufe geltenden Rahmen übereinstimmen .
                    Zur Unterstützung der multilateralen Überwachung des Rates wird es erforderlich sein , Daten zu einer
                    Reihe von geldpolitischen Indikatoren zusammenzustellen . Zu diesen Indikatoren zählen unter
                    anderem die Zinssätze , die auch eines der im Unionsvertrag erläuterten Konvergenzkriterien darstellen .
                    Daher müssen für diese Indikatoren vergleichbare Daten vorliegen .
                6.  Die Ecu-Statistik
                    Während der Zeit bis zum Ende der ersten Stufe der Verwirklichung der WWU wird die Ecu-Statistik
                    weiterhin regelmäßig erhoben und veröffentlicht werden .
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         Nr . C 277 / 67
                      Während der zweiten Stufe der WWU werden die Arbeiten zur Erhebung und Verbreitung der
                      Ecu-Statistik fortgeführt und weiterentwickelt werden , insbesondere damit das Europäische Wäh­
                      rungsinstitut (EWI ) die Entwicklung des Ecu überwachen und seine Verwendung im Sinne von Artikel
                      2 und Artikel 4 des Protokolls über die Satzungen des EWI fördern kann und die Kommission in der
                      Lage ist, ihre Verpflichtungen zu erfüllen .
                  7 . Die Außenhandelsstatistik
                      Ab 1993 werden erneut systematische Maßnahmen zur Vervollständigung der Harmonisierung bzw .
                      Vereinheitlichung der Außenhandelsstatisik , deren Grundlagen mit der Verordnung ( EWG ) Nr .
                       1736 / 75 geschaffen wurden , erforderlich sein . Das Inkrafttreten der aktualisierten Fassung dieser
                      Verordnung am 1 . Januar 1993 wird der Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten Gelegenheit geben ,
                      sowohl die Unabhängigkeit als auch den spezifischen Charakter der Gemeinschaftsstatistiken durch
                      neue Durchführungsbestimmungen ( insbesondere zum Wert, zu den Geheimhaltungskriterien und zu
                      den besonderen Warenbewegungen ) zu bekräftigen .
                      Diese Neuausrichtung dürfte der einzige Weg sein , die interne Vergleichbarkeit der von den nationalen
                      statistischen Ämtern an die Kommission gelieferten Ergebnisse zu verbessern .
                      Eine solche Verbesserung wird dabei mit der Verbesserung der externen Vergleichbarkeit einhergehen ,
                      die sich als wichtigste Zielsetzung unseres Jahrzehnts erweist und die unter anderem durch eine
                      Annäherung der Methodiken erreicht wird , wie sie mit den EFTA-Ländern bereits institutionalisiert
                      und mit den Übergangsländern in Sicht ist , sowie durch „Abstimmungsmaßnahmen" im Bereich des
                      Handels der Gemeinschaft mit Drittländern , wie sie bereits durchgeführt werden ( USA / Kanada ) oder
                      absehbar sind ( GATT ). Das Ziel wird jedoch nur unter der Voraussetzung erreicht werden , daß jedes
                      nationale statistische Amt bereit ist , sein System dort zu reformieren , wo es sich in der Praxis von der
                      Mehrheit der übrigen statistischen Amter unterscheidet .
                      Ausgehend von der so konsolidierten Einheit , werden die Kommission und die nationalen statistischen
                      Ämter auf internationaler Ebene einvernehmlich tätig werden können , um Vereinbarungen zu
                      erarbeiten , die mit weitaus größerer Sicherheit zur Kompatibilität der weltweiten Außenhandelsstatisti­
                      ken führen werden als alle nachträglich vorgenommenen Korrekturen , Angleichungen und Schätzun­
                      gen , wenn den Ergebnissen unterschiedliche Methoden zugrunde liegen .
                      Was den internationalen Dienstleistungsverkehr anbelangt , so dürfte es realistisch sein , die Weiterent­
                      wicklung der Information zunächst auf die inhaltlichen Anpassungen der Statistik des Warenverkehrs
                      zu beschränken , die es ermöglichen werden , die Genauigkeit der für die Statistik der Zahlungsbilanz
                      erforderlichen Außenhandelsdaten insgesamt zu verbessern ( z . B. Wert , Art des Geschäfts , Transport­
                      kosten , Versicherungskosten , Lohnveredelung usw .).
                      Die laufende Anpassung des statistischen Teils der Kombinierten Nomenklatur an die technologische
                      Entwicklung des Außenhandels und an die Erfordernisse anderer gemeinschaftlicher und internationa­
                      ler Nomenklaturen ist selbstverständlich fortzusetzen ; institutionelles Verwaltungsorgan ist dabei der
                      Ausschuß für die zolltarifliche und die statistische Nomenklatur .
                      Für die Analyse der Maßnahmen zur wirtschaftlichen Konvergenz der europäischen Staaten sind
                      zuverlässige und vergleichbare Daten erforderlich — wobei die Verbesserung der Datenqualität durch
                      konkrete Aktionen erfolgen wird — , die darauf abzielen , auf der Grundlage der bei den Mitgliedstaa­
                      ten durchgeführten Studien <^ie allgemeine Anwendung eines gemeinschaftlichen Mindestkatalogs von
                      Kontroll- und Validierungsmaßnahmen , nachträgliche Korrekturen sowie die Berichtigung von
                      Anomalien und fehlerhaften Daten , die mit Hilfe der eigens hierfür entwickelten Programme für die
                      statistische Analyse aufgedeckt werden , zu erreichen .
                      Die optimale Nutzung der so bereitgestellten Informationsbasis wird über die Erstellung abgeleiteter
                      Daten , die Lieferung stärker aufbereiteter Reihen sowie die Weiterentwicklung der Saisonbereinigungs­
                      verfahren , der Berechnung und der Analyse der Außenhandelsindizes , der Schätzungen und der
                      entsprechenden statistischen Analysen erfolgen .
             IV . DIE SEKTORALEN PROGRAMME FÜR DIE GEMEINSCHAFT UND DIE ÜBRIGE WELT
                  Gegenstand
                  Diese Programme haben eine zweifache Zielsetzung . Zum einen sollen die innerhalb der Gemeinschaft
                  entwickelten und eingeführten statistischen Normen und Methoden auf internationaler Ebene angewandt
                  werden , um die Vergleichbarkeit und die Qualität der Daten zu verbessern und so einer für die Benutzer
                  unverzichtbaren Anforderung an die statistische Information zu genügen . Zum anderen soll die Gemein­
                  schaft , insbesondere gegenüber den im Übergang zu modernen Wirtschaftssystemen befindlichen mittel­
                  und osteuropäischen Ländern und den Entwicklungsländern , eine Funktion der Koordinierung und der
                  Unterstützung bei der Entwicklung moderner , leistungsfähiger und auf den gleichen Grundsätzen wie in
                  den westeuropäischen Ländern aufbauender statistischer Systeme wahrnehmen .
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 68                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     26 . 10 . 92
                Statistische Zielsetzung
                Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten : Koordinierung der Tätigkeit der Gemeinschaft
                im Rahmen der internationalen Organisationen und Durchführung von Maßnahmen zur Zusammenarbeit
                und technischen Hilfe bei der Entwicklung der statistischen Systeme der Übergangsländer und der
                Entwicklungsländer .
                1 . Die Statistik und der Europäische Wirtschaftsraum
                    Artikel 76 des Vertrages über den Eurpoäischen Wirtschaftsraum (EWR ) sieht vor , für alle EWR-Mit­
                    gliedstaaten ein System vergleichbarer und harmonisierter Statistiken zu schaffen . Aufgrund dieser
                    Bestimmung des Vertrags wurde ein gemeinsames statistisches Programm EG-EFTA ausgearbeitet , in
                    das alle für die Durchführung des Vertrags bedeutsamen Ergebnisse und Projekte des gemeinschaft­
                    lichen statistischen Programms aufgenommen wurden . Im Rahmen der Konzertierungsmechanismen
                    will die Kommission über die Bestimmungen des EWR-Vertrages hinaus die statistischen Systeme der
                    EFTA-Länder eng an allen Gemeinschaftsprogrammen beteiligen , um so auf die Schaffung eines
                    kohärenten europäischen statistischen Raums mit gemeinsamen Grundsätzen , Normen und Metho­
                    diken hinzuwirken .
                2 . Die Entwicklung der statistischen Systeme in den Ubergangsländern
                    Der Übergang zu einem modernen Wirtschaftssystem macht eine grundlegende Neugestaltung des
                    statistischen Systems erforderlich .
                    Die statistische Zusammenarbeit wird im wesentlichen technischer Art sein und soll darauf abzielen ,
                    den Übergangsländern die in den entwickelten marktwirtschaftlichen Systemen , insbesondere in der
                    Europäischen Gemeinschaft, verwendeten Methodiken und Verfahren zu Verfügung zu stellen . Die
                    entsprechende Ausbildung könnte in Konferenzen und Seminaren für größere Gruppen oder im
                    Rahmen der Durchführung eines Projekts auf einem bestimmten Gebiet ( Ausbildung in der Praxis )
                    stattfinden .
                    Die Kommission hat die Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen im weiten Sinne (von theore­
                    tischer Schulung bis hin zu technischer Unterstützung) und die Koordinierung der Maßnahmen aller
                    beteiligten Länder und internationalen Organisationen übernommen .
                    Die Zusammenarbeit findet im Rahmen eines nach statistischen Bereichen gegliederten Mehrjahres­
                    programms statt , in dem Projekte und Einzelmaßnahmen nach Priorität aufgeführt sind . Die
                    Grundausbildung wird in Form von Seminaren und Workshops , entweder bilateral zwischen der
                    Kommission bzw . den Mitgliedstaaten einerseits und einem mittel- oder osteuropäischen Land
                    andererseits oder aber multilateral , erteilt . Die technische Unterstützung wird bilateral zwischen der
                    Kommission oder einem Mitgliedstaat und einem mittel- oder osteuropäischen Land organisiert .
                    Dadurch , daß die Kommission die Kooperationsprojekte der G24-Länder und der internationalen
                    Organisationen koordinieren wird , ist die effiziente Verwendung knapper Ressourcen ( Geldmittel und
                    Fachwissen ) gewährleistet .
                3 . Die Entwicklung der statistischen Systeme in den Entwicklungsländern
                    Für den Zeitraum von 1993 bis 1997 werden für die Kooperationstätigkeit der Kommission folgende
                    Prioritäten vorgeschlagen :
                    — Ausbildung von Statistikern : Die Ausbildung ist eine elementare Maßnahme , die es den Entwick­
                         lungsländern ermöglicht , den Grundstein für den Aufbau funktionstüchtiger statistischer Einrich­
                         tungen zu legen . In diesem Zusammenhang sollten zweierlei Arten von Maßnahmen eingeleitet
                         werden :
                         — Finanzierung von Berufsbildungseinrichtungen in französisch-, englisch- und portugiesischspra­
                             chigen Ländern in Afrika . Entsprechende Maßnahmen sind auch für andere Gebiete ( Latein­
                             amerika , Asien usw .) vorgesehen , um etwaigen Anträgen aus Ländern dieser Gebiete zu
                             entsprechen . Die Koordinierung mit dem CESD-Netz ( Paris , Lissabon , Madrid und Luxem­
                             burg ) und dem Zentrum München wird weiterhin vorrangig behandelt werden , damit gewähr­
                             leistet ist , daß für die Zusammenarbeit die bestmöglichen Ressourcen eingesetzt werden ;
                         — Unterstützung von Maßnahmen zur ständigen Verbesserung im Bereich der Humanressourcen
                             durch Kurzlehrveranstaltungen und Seminare zu relevanten Themen ;
                    — Außenhandelsstatistik : Die Unterstützung durch die Kommission im Bereich der Außenhandelssta­
                        tistik wird sich weiterhin auf die Fertigstellung und Implementierung des Eurotrace-Systems
                         konzentrieren . Es sind Programmversionen in französischer , englischer , portugiesischer und
                         spanischer Sprache vorgesehen , um Entwicklungsländer in allen Gebieten unterstützen zu kön­
                        nen ;
                    — die für die Einbeziehung der sozialen Komponente der Entwicklung erforderliche statistische
                         Information ist ein weiteres Element der künftige Zusammenarbeit. Dieser Punkt wird insbeson­
                        ders im Zusammenhang mit der Unterstützung der Strukturanpassung, die gegenwärtig als eine der
                        Prioritäten im vierten Lome-Abkommen aufgeführt ist , in Angriff genommen werden ;
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . C 277 / 69
                     — Informationssysteme für Ernährungssicherheit: Ziel ist es , die Entwicklung von Informationssyste­
                           men als Hilfsmittel für die Gestaltung und Durchführung von Politiken in den Bereichen Ernährung
                           und ländliche Entwicklung zu unterstützen . Hierzu wird die Beteiligung an der Planung und
                           Durchführung des durch den Europäischen Entwicklungsfonds ( EEF) und die bilateralen Program­
                           me der Mitgliedstaaten finanzierten Projekts Diaper III in den CILSS („Permanent Inter-State
                           Committee on Drought Control in the Saher)-Ländern gehören .
                     Dieses Programm wird in eine Gesamtstrategie einbezogen werden , die die Kommission gegenwärtig mit
                     den EG-Mitgliedstaaten erarbeitet, wobei die Programme anderer Organisationen (Weltbank ,
                     UN-Wirtschaftskommission für Afrika ) berücksichtigt werden .
                 4 . Die Zusammenarbeit mit den übrigen Drittländern
                      In den Jahren 1993 bis 1997 sollen die Ziele verwirklicht werden , die gemäß der im Herbst 1990 von
                      der Gemeinschaft, den USA und Kanada unterzeichneten Transatlantischen Erklärung in der Koope­
                      rationsvereinbarung mit dem amerikanischen „Office of Management and Budget" und dem kana­
                      dischen Statistischen Amt niedergelegt wurden .
                      Die gemeinsamen Arbeiten werden die Entwicklung von Systematiken und Nomenklaturen , gemeinsa­
                      men Normen und Methoden , die Koordinierung der technischen Unterstützung der Übergangsländer,
                      die statistische Ausbildung sowie die Informationsverbreitung zum Gegenstand haben .
                 5 . Die Koordination mit den internationalen Organisationen
                      Die Zusammenarbeit mit den statistischen Abteilungen der internationalen Organisationen wird auch
                      in Zukunft ein wichtiger Teil der Politik der Kommission sein . Weltweit wird die Kommission ihre
                      Beteiligung an allen im Rahmen der Vereinten Nationen arbeitenden Kooperationsmechanismen
                      ausweiten . Die zur Zeit im Gang befindliche Neugestaltung dieser Mechanismen wird es der
                      Statistischen Kommission der Vereinten Nationen ab 1993 ermöglichen , die Bedingungen der
                      Zusammenarbeit zu verbessern und die Rolle der Kommission in Koordinierungsgremien wie der
                      Arbeitsgruppe für internationale statistische Programme und Koordinierung oder dem Unterausschuß
                      Statistik der Zusammenarbeit der internationalen Organisationen genauer zu bestimmen .
                      In den einzelnen Bereichen ( Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen , Dienstleistungsstatistik , Umwelt­
                      statistik , Nomenklaturen , Register usw .) wird die Kommission in allen entsprechenden gemeinsamen
                      Arbeitsgruppen der Sekretariate mitarbeiten , in denen sie die Gemeinschaft zu vertreten hat .
                      Im europäischen Rahmen und allgemein auf der Ebene der Industrieländer will die Kommission ihre
                     Zusammenarbeit mit der OECD und der ECE-Genf intensivieren . Die im September 1991 eingesetzte
                     gemeinsame Arbeitsgruppe der Sekretariate wird eine Zusammenarbeit der drei Organisationen
                     ermöglichen mit dem Ziel , die Entwicklung statistischer Normen und Methoden sowie das System der
                      Datenerhebung bei den nationalen statistischen Systemen zu verbessern .
             V. DIE ENTWICKLUNG DER STATISTISCHEN TECHNOLOGIEN UND DER HUMANRESSOUR­
                CEN
                Gegenstand
                Über die Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Erstellung, der Analyse und der Verbreitung von
                Statistiken hinaus wird das gemeinschaftliche statistische System in den kommenden Jahren mit der
                Notwendigkeit konfrontiert sein , weiter auf die Konvergenz der nationalen statistischen Verfahren und
                den Aufbau eines immer stärker integrierten Systems hinzuarbeiten , das in allen seinen Teilen mit den
                modernsten Technologien arbeitet. Man wird somit in zwei Richtungen vorgehen müssen : Zum einen gilt
                es , Verfahren für die Erhebung , die Verarbeitung, den Austausch und die Verbreitung der Daten zu
                entwickeln , bei denen der neueste Stand der Forschungen im Bereich der Kommunikationstechnologien
                genutzt werden kann . Zum anderen soll dazu beigetragen werden , daß die im Rahmen des statistischen
                Systems der Gemeinschaft entwickelten Infrastrukturen und Methodiken innerhalb der nationalen sta­
                tistischen Systeme optimal genutzt werden können , damit eine wirkliche europäische statistische Gemein­
                schaft geschaffen werden kann .
                Statistische Zielsetzung
                Vorschlag an die statistischen Systeme der Mitgliedstaaten : gemeinsame Entwicklung moderner Techniken
                und Technologien , durch die die statistischen Daten zuverlässiger und rascher verfügbar werden können ,
                und Durchführung eines Programms für ständige Weiterbildung.
 ---pagebreak--- Nr . C 277 / 70                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      26 . 10 . 92
                1 . Informationsverarbeitung und -Verbreitung
                    Eine gute Konzeption der Informationssysteme und ein leistungsfähiges EDV-Instrumentarium werden
                    bis zum Ende dieses Jahrzehnts und darüber hinaus die Grundvoraussetzung für die Effizienz des
                    europäischen statistischen Systems sein .
                    Stehen zunächst Qualität , Zuverlässigkeit , Relevanz und Verfügbarkeit der statistischen Informationen
                    im Vordergrund, so wird es später mehr und mehr auf die Schnelligkeit der Bereitstellung der
                    Informationen und die Kapazitäten für ihre Analyse ankommen . Die Arbeiten , die sich bislang auf die
                    Datenverarbeitungssysteme konzentrieren , werden sich später auf den Aufbau von Kapazitäten zum
                    Austausch großer Datenmengen und auf die Vernetzung der in den Mitgliedstaaten und in der
                    Kommission eingesetzten Statistik-Anwendungssysteme , also auf die Schaffung wirklicher dezentrali­
                    sierter europäischer Informationssysteme , verlagern .
                    Zwei Entwicklungsschwerpunkte betreffen die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten .
                    a ) Das Projekt DSIS ( Distributed Statistical Information Services )
                        Das Projekt DSIS besteht darin , für das Europäische Statistische System zur Erhebung, Verarbei­
                        tung und Verbreitung der statistischen Information eine Reihe von statistischen Diensten zu
                        entwickeln .
                        Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten wird folgende Teilaspekte umfassen :
                        — die Berücksichtigung der Ergebnisse der statistischen Standardisierung in den nationalen
                             Informationssystemen ;
                        — einen Teil „Normung im Bereich des elektronischen Datenaustauschs (EDI )". Im Rahmen dieses
                             Projektteils sollen mehrere Entwicklungen betrieben werden : Entwicklung von Standardmittei­
                             lungen zur Übermittlung statistischer Daten , Entwicklung der statistischen Komponenten der
                             Mitteilungen zur Primärdatenerfassung, Verwendung statistischer Normen (Nomenklaturen ) in
                             den EDI-Mitteilungen allgemein , Entwicklung von Software zur Unterstützung der Edi­
                             fact-Normen und ihrer Schnittstellen mit den Anwendungsprogrammen ;
                        — die technische Infrastruktur: leistungsfähige Zentralstellen zu Datensammlung mittels mehrerer
                             Medien ( Projekt Stadium ) müssen bei den verschiedenen Partnern eingerichtet werden , um auf
                             möglichst automatisierte Weise den Fluß zwischen ihren Informationssystemen zu steuern ;
                        — Die neuen Anwendungen müssen so konzipiert sein , daß die technologischen Vorteile dieser
                             Projekte möglichst bald genutzt werden können . In diesem Rahmen wird die dringlichste
                             Pilotanwendung den innergemeinschaftlichen Handel betreffen . Die Übernahme der bereits
                             bestehenden Anwendungen muß geprüft werden .
                    b ) Einrichtung eines Verbreitungsnetzes für das gemeinschaftliche statistische
                        System
                        Die gemeinschaftliche statistische Information muß dem Endbenutzer über die ihm am nächsten
                        gelegene Einrichtung zur Verfügung gestellt werden , an die er sich üblicherweise wendet und wo er
                        in seiner Sprache beraten wird. Entsprechend diesem Grundgedanken wurde vereinbart , zwischen
                        der Kommission und den statistischen Diensten der Mitgliedstaaten ein Netz zur Verbreitung der
                        gemeinschaftlichen statistischen Information einzurichten .
                        Die Schaffung dieses Netzes wird erhebliche Anstrengungen in folgenden Bereichen erfordern :
                        — Verbreitung von Informationen über die verfügbare Information : Struktur und Inhalt der
                             nationalen und gemeinschaftlichen Informationssysteme ;
                        — Ausbildung der mit den Benutzern in Kontakt stehenden Mitarbeiter des Informationsnetzes ;
                        — Ausarbeitung einer Verbreitungspolitik mit allen ihren praktischen Konsequenzen ( Gebühren­
                             festsetzung , Zugangsberechtigungen , Weitergabe der Information , Benutzerfreundlichkeit
                             usw .).
                2 . Die Ausbildung von Statistikern
                    Die Kommission wird in den kommenden Jahren das Programm „TES" (Training of European
                    Statisticians ) fortführen , das die Maßnahmen der nationalen statistischen Systeme zur fachlichen Aus­
                    und Weiterbildung unterstützt und ergänzt .
                    Der Aufbau eines leistungsfähigen europäischen statistischen Systems erfordert unter anderem eine
                    Berufsausbildung der europäischen Statistiker , die es zum einen ermöglicht , die nationalen Erfahrun­
                    gen einander gegenüberzustellen , zu bereichern und eine gemeinsame fachliche Sprache zu erarbeiten ,
                    und die zum anderen die Grundlage für die Verbreitung der neuesten Technologien der Datenerfas­
                    sung , - Verarbeitung und -analyse bildet . Eine solche Berufsausbildung muß auch ein gutes Zusammen­
                    wirken zwischen der amtlichen Statistik , den Hochschulen und der Statistik des Privatsektors
                    gewährleisten .
                    Das Grundprinzip des TES-Programms besteht darin , daß sowohl die Lehrkräfte als auch die
                    Teilnehmer aus verschiedenen Ländern stammen müssen , damit der Austausch von Informationen und
                    Erfahrungen zu den gemeinsamen Fragen gefördert wird .
 ---pagebreak--- 26 . 10 . 92                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        Nr . C 277 / 71
             3 . Die Forschung in der Statistik
                 a ) Das Programm Development of Statistical Expert Systems ( DOSES )
                       Auch die Statistik selbst stellt einen Forschungsbereich dar . Den Arbeiten zur Modernisierung der
                       nationalen statistischen Systeme und des gemeinschaftlichen Systems liegen Forschungs- und
                       Entwicklungstätigkeiten zugrunde . Im Rahmen des Doses-Programms wird es in den Jahren 1993
                       bis 1997 darauf ankommen , die erzielten Ergebnisse zu nutzen , die begonnenen Arbeiten unter
                       verstärkten Anstrengungen in den erfolgversprechenden Bereichen fortzuführen und das Feld der
                       Forschungstätigkeiten durch Einbeziehung einer größtmöglichen Anzahl für statistische Zwecke
                       nutzbarer Techniken und Technologien zu erweitern. Außerdem müssen allgemeine Überlegungen
                      darüber angestellt werden , wie ein geeigneter institutioneller Rahmen zur Förderung , Koordinie­
                      rung und Intensivierung der nationalen Initiativen beschaffen sein soll .
                 b ) Der Technologietransfer zwischen statistischen Systemen
                      Im Bereich der Informationstechnologie sind bei der Normung und Standardisierung von Software
                      und Hardware so gute Fortschritte erzielt worden , daß es nunmehr möglich ist, eine weitaus engere
                      technologische Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen europäischen und nationalen statisti­
                      schen Systemen in Betracht zu ziehen . Die Kommission wird während der Laufzeit des gegenwär­
                      tigen Programms eine Politik der technologischen Zusammenarbeit entwickeln , die auf dem Prinzip
                      der Weitervergabe beruht und der gesamten statistischen Gemeinschaft zugute kommt . Auf der
                      Grundlage gemeinsam erarbeiteter Lastenhefte wird es möglich sein , ein oder mehrere statistische
                      Ämter damit zu beauftragen , für die Gesamtheit des gemeinschaftlichen statistischen Systems
                      Bausteine eines Informationssystems zu entwickeln . Entsprechende Pilotprojekte werden in Zusam­
                      menhang mit dem System Blaise ( einer Entwicklung der Niederlande ) und dem von Frankreich
                      entwickelten Nomenklatur-Server eingeleitet werden . Weitere Bausteine werden sicherlich im
                      Rahmen des Projekts Intrastat / Comedi und in anderen Bereichen zu entwickeln sein .
                 c ) Die geographische Dimension
                      Die Daten der Kommission werden seit jeher grundsätzlich auf der Ebene der Mitgliedstaaten
                      sowie , im Falle einiger Datenreihen , nach den großen Standardregionen der NUTS ( Systematik der
                      Gebietseinheiten für die Statistik ) erstellt .
                      Für eine Reihe neuer Politiken ist jedoch eine tiefere und stärker variierte regionale Untergliederung
                      der zugrundeliegenden Informationen erforderlich . Heute stehen im zunehmenden Umfang Daten
                      mit detaillierter Ortskennzeichnung zur Verfugung . Neue Technologien (geographische Informa­
                      tionssysteme ) liefern das Instrumentarium , um diese Daten zu speichern , zu bearbeiten und
                      darzustellen .
                      Die neuen politischen Elemente betreffen die statistsichen Tätigkeiten in mehreren Arbeitsbereichen
                      der Kommission . Zu den wichtigsten Beispielen zählen die Reform und die Erweiterung der
                      Strukturfonds der Gemeinschaft in Verbindung mit dem Gedanken des „regionalen Zusammen­
                      halts", umweltbezogene Themen , die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und die damit
                     verbundene Frage nach der Zukunft des ländlichen Raums , die operationellen Erfordernisse des
                     einheitlichen Binnenmarkts und seine Erweiterung , der Europäische Wirtschaftsraum .
                     Zur genauen Definition der Problematik , zur Erarbeitung , Kontrolle und Bewertung der Politik
                     sowie für die Bedürfnisse der Marktteilnehmer werden Informationen über eine Vielzahl neuer
                     Gebietsgruppierungen benötigt, die zum Teil physischer Art ( z.B. Wassereinzugsgebiete ), zum Teil
                     wirtschaftlicher Art ( z . B. Anreise — möglicherweise grenzüberschreitend — zu den Arbeitsstellen )
                     sind .
                     Die Kommission hat begonnen , ein geographisches Informationssystem zu entwickeln ( Erwerb von
                     spezieller Hardware und Software sowie von Fachwissen , Aufbau einer geographischen Informa­
                     tionsbasis ( Kartierungsdaten ) und Herstellung von Verbindungen mit geographisch kodierten
                     Statistiken ). Diese Tätigkeit wird noch entwickelt und erweitert werden , so daß den anderen
                     Generaldirektionen der Kommission bestimmte zentrale Dienstleistungen angeboten werden kön­
                     nen ( analog zu den im statistischen Bereich erbrachten Dienstleistungen ) und eine Zusammenarbeit
                     mit den statistischen Diensten und den Kartierungsstellen in den Mitgliedstaaten eingeleitet werden
                     kann . Auf gemeinsame Politiken in den Bereichen Copyright und Preisgestaltung wird hingearbeitet
                     werden . Von besonderer Bedeutung für die künftige Entwicklung wird sein , daß die Mitgliedstaa­
                     ten die Möglichkeit haben , ihre Daten mit detaillierten Ortsparametern zu versehen . Darüber
                     hinaus wird sich die Kommission dafür einsetzen , daß die Fernerkundung als potentiell wichtige
                     Quelle für geographisch kodierte Daten , deren geeigneter Platz indessen noch nicht genau feststeht,
                     in das Svstem der amtlichen Statistik einbezogen wird .