CELEX: 31989R1076
Language: de
Date: 1989-04-26 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 1076/89 der Kommission vom 26. April 1989 zur Festsetzung der Qualitätsnormen für Lauch und zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1292/81 zur Festsetzung von Qualitätsnormen für Lauch, Auberginen und Zucchini

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31989R1076

Verordnung (EWG) Nr. 1076/89 der Kommission vom 26. April 1989 zur Festsetzung der Qualitätsnormen für Lauch und zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1292/81 zur Festsetzung von Qualitätsnormen für Lauch, Auberginen und Zucchini  

Amtsblatt Nr. L 114 vom 27/04/1989 S. 0014 - 0017 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 29 S. 0013  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 29 S. 0013 

*****  VERORDNUNG  (EWG) Nr. 1076/89 DER KOMMISSION  vom 26. April 1989  zur Festsetzung der Qualitätsnormen für Lauch und zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1292/81 zur Festsetzung von Qualitätsnormen für Lauch, Auberginen und Zucchini  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 1035/72 des Rates vom 18. Mai 1972 über die gemeinsame Marktorganisation für Obst und Gemüse (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 1010/89 (2), insbesondere auf Artikel 2 Absatz 3,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Die Qualitätsnormen für Lauch sind in der Verordnung (EWG) Nr. 1292/81 der Kommission (3) festgesetzt worden.  Bei der Erzeugung und Vermarktung dieses Erzeugnisses haben sich insbesondere hinsichtlich der auf den Groß- und Verbrauchsmärkten gestellten Anforderungen Veränderungen ergeben. Um diesen neuen Erfordernissen Rechnung zu tragen, müssen die Qualitätsnormen geändert werden.  Die Normen gelten für alle Vermarktungsstufen. Die Beförderung über weite Strecken, Lagerungszeiten von gewisser Dauer und die verschiedenen Manipulationen, denen die Ware ausgesetzt ist, können gewisse Veränderungen infolge biologischer Entwicklungsvorgänge bei den Erzeugnissen oder je nach ihrer Verderblichkeit nach sich ziehen. Diesen Veränderungen ist durch Anwendung der Normen auf den einzelnen Vermarktungsstufen, die auf die Stufe des Versands folgen, Rechnung zu tragen. Da die Erzeugnisse der Klasse Extra aussortiert und besonders sorgfältig behandelt werden müssen, ist bei ihnen allein die Verminderung des Frische- und Prallheitsgrads zu berücksichtigen.  Aus Gründen der Klarheit und Einfachheit sollten die betreffenden Qualitätsnormen bei dieser Gelegenheit zusammengefasst werden.  Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsausschusses für Obst und Gemüse -  HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:  Artikel 1  Die Qualitätsnormen für Lauch des KN-Code ex 0703 90 00 werden wie im Anhang angegeben festgesetzt.  Diese Normen gelten für sämtliche Vermarktungsstufen unter den mit der Verordnung (EWG) Nr. 1035/72 vorgesehenen Voraussetzungen.  Auf den Stufen nach der Versandstufe dürfen die Erzeugnisse jedoch in folgender Weise von den Normen abweichen:  - der Frische- und Prallheitsgrad darf geringfügig nachgelassen haben;  - geringfügige Veränderungen infolge biologischer Entwicklungsvorgänge und je nach der Verderblichkeit des Erzeugnisses sind zulässig.  Artikel 2  Die Verordnung (EWG) Nr. 1292/81 wird wie folgt geändert:  1. In Artikel 1 wird die Angabe »Lauch (Tarifstelle ex 07.01 IJ des Gemeinsamen Zolltarifs)" gestrichen;  2. in Artikel 2 zweiter Unterabsatz wird der erste Gedankenstrich gestrichen;  3. Anhang I wird aufgehoben.  Artikel 3  Diese Verordnung tritt am 1. August 1989 in Kraft.  Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.  Brüssel, den 26. April 1989  Für die Kommission  Ray MAC SHARRY  Mitglied der Kommission  (1) ABl. Nr. L 118 vom 20. 5. 1972, S. 1.  (2) ABl. Nr. L 109 vom 20. 4. 1989, S. 3.  (3) ABl. Nr. L 129 vom 15. 5. 1981, S. 38.  ANHANG  QUALITÄTSNORM FÜR LAUCH  I. BEGRIFFSBESTIMMUNG  Diese Norm gilt für Lauch der aus »Allium porrum L." hervorgegangenen Anbausorten zur Lieferung in frischem Zustand an den Verbraucher. Lauch für die industrielle Verarbeitung fällt nicht darunter.  II. BESTIMMUNGEN BETREFFEND DIE GÜTEEIGENSCHAFTEN  Die Norm bestimmt die Güteeigenschaften, die der Lauch nach Aufbereitung und Verpackung aufweisen muß.  A. Mindesteigenschaften  In allen Klassen muß der Lauch vorbehaltlich besonderer Bestimmungen für jede Klasse und der zulässigen Toleranzen sein:  - ganz (diese Bestimmung gilt jedoch nicht für die Wurzeln und die Blattenden, die abgeschnitten sein dürfen);  - gesund; ausgeschlossen sind Erzeugnisse mit Fäulnisbefall oder anderen Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet machen;  - sauber, praktisch frei von sichtbaren Fremdstoffen; die Wurzeln dürfen jedoch leicht mit Erde behaftet sein;  - von frischem Aussehen, ohne verwelkte oder angewelkte Blätter;  - nicht geschossen;  - frei von anomaler äusserer Feuchtigkeit, d. h. nach etwaigem Waschen wieder ausreichend abgetrocknet;  - frei von fremdem Geruch und/oder Geschmack.  Sind die Blätter abgeschnitten, so müssen die Schnittstellen glatt sein.  Entwicklung und Zustand des Lauchs müssen so sein, daß er:  - Transport und Hantierung aushält und  - in zufriedenstellendem Zustand am Bestimmungsort ankommt.  B. Klasseneinteilung  Der Lauch wird in drei nachstehend definierte Klassen eingeteilt:  i) Klasse I  Lauch dieser Klasse muß von guter Qualität sein. Er darf jedoch leichte oberflächliche Fehler aufweisen, sofern diese das Aussehen, die Qualität, die Haltbarkeit und die Aufmachung des Erzeugnisses nicht beeinträchtigen. Leichte Spuren von Erde innerhalb des Schaftes sind zulässig.  Mindestens ein Drittel der Gesamtlänge oder die Hälfte des umhüllten Teils muß von weisser bis grünlich-weisser Färbung sein. Jedoch muß bei Frühlauch (1) der weisse oder grünlich-weisse Teil mindestens ein Viertel der Gesamtlänge oder ein Drittel des umhüllten Teils ausmachen.  ii) Klasse II  Zu dieser Klasse gehört Lauch, der nicht in die Klasse I eingestuft werden kann, der aber den vorstehend definierten Mindesteigenschaften entspricht.  Der weisse oder grünlich-weisse Teil muß mindestens ein Viertel der Gesamtlänge oder ein Drittel des umhüllten Teils ausmachen.  Lauch in dieser Klasse darf jedoch folgendes aufweisen:  - einen weichen Blütentrieb, sofern sich dieser im umhüllten Teil befindet;  - leichte Quetschungen und kleine Rostflecken, aber nur auf den Blättern;  - leichte Farbfehler;  - Spuren von Erde innerhalb des Schaftes.  iii) Klasse III (1)  Zu dieser Klasse gehört Lauch, der nicht die die höheren Klassen eingestuft werden kann, der aber den für die Klasse II vorgesehenen Eigenschaften entspricht. Lauch dieser Klasse darf jedoch aufweisen:  - einen Blütentrieb, ohne daß dieser die Genusstauglichkeit des Erzeugnisses beeinträchtigt;  - Farbfehler;  - Quetschungen und Rostflecken, aber nur auf den Blättern;  - leichte Spuren von Erdbesatz.  III. BESTIMMUNGEN BETREFFEND DIE GRÖSSENSORTIERUNG  i) Die Grössensortierung richtet sich nach dem senkrecht zur Achse des Erzeugnisses über die Aufwölbung des Halses gemessenen Durchmesser.  Der Mindestdurchmesser beträgt 8 mm für Frühlauch und 10 mm für die anderen Lauchtypen;  ii) in der Klasse I darf der Durchmesser der dicksten Stange in ein und demselben Bund oder Packstück nicht mehr als doppelt so groß wie der Durchmesser der dünnsten Stange sein.  IV. BESTIMMUNGEN BETREFFEND DIE TOLERANZEN  Güte- und Grössentoleranzen sind in jedem Packstück oder bei unverpacktem Lauch in jedem Bund für Erzeugnisse zulässig, die nicht den Anforderungen der angegebenen Klasse genügen:  A. Gütetoleranzen  i) Klasse I  10 v. H. nach Anzahl oder Gewicht Lauchstangen, die nicht den Eigenschaften der Klasse entsprechen, die aber denen der Klasse II - in Ausnahmefällen einschließlich der Toleranzen der Klasse II - genügen.  ii) Klasse II  10 v. H. nach Anzahl oder Gewicht Lauchstangen, die weder den Eigenschaften der Klasse noch den Mindesteigenschaften entsprechen; ausgenommen sind jedoch Erzeugnisse mit Fäulnisbefall, starken Quetschungen oder anderen Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet machen.  iii) Klasse III  15 v. H. nach Anzahl oder Gewicht Lauchstangen, die weder den Eigenschaften der Klasse noch den Mindesteigenschaften entsprechen; ausgenommen sind jedoch Erzeugnisse mit Fäulnisbefall, starken Quetschungen oder anderen Mängeln, die sie zum Verzehr ungeeignet machen.  B. Grössentoleranzen  Für alle Klassen: 10 v. H. nach Anzahl oder Gewicht Lauchstangen, die nicht dem vorgesehenen Mindestdurchmesser oder - bei Lauch der Klasse I - nicht den Vorschriften hinsichtlich der Gleichmässigkeit entsprechen.  V. BESTIMMUNGEN BETREFFEND DIE AUFMACHUNG  A. Gleichmässigkeit  Der Inhalt jedes Packstücks oder jedes Bundes in ein und demselben Packstück muß gleichmässig sein und darf nur Lauch gleichen Ursprungs, gleicher Güte und gleicher Grösse (sofern für das letzte Kriterium eine Gleichmässigkeit vorgeschrieben ist) sowie annähernd gleicher Entwicklung und Färbung umfassen.  Bei Lauch der Klasse III kann sich die Gleichmässigkeit jedoch auf den Ursprung beschränken.  Der sichtbare Teil des Inhalts des Packstücks oder des Bundes muß für den Gesamtinhalt repräsentativ sein.  B. Verpackung  Der Lauch muß so verpackt sein, daß er angemessen geschützt ist.  Im Inneren des Packstücks verwendetes Material muß neu, sauber und so beschaffen sein, daß es bei den Erzeugnissen keine äusseren oder inneren Veränderungen hervorrufen kann. Die Verwendung von Material, insbesondere Papier oder Aufklebern mit Geschäftsangaben, ist zulässig, sofern zur Beschriftung oder Etikettierung ungiftiger Klebstoff verwendet wird.  Die Packstücke müssen frei von jeglichen Fremdstoffen sein.  C. Aufmachung  Die Lauchstangen können folgendermassen aufgemacht werden:  - entweder regelmässig in der Verpackung geschichtet,  - oder in Bunden, verpackt oder unverpackt.  VI. BESTIMMUNGEN BETREFFEND DIE KENNZEICHNUNG  Jedes Packstück oder jedes unverpackt gelieferte Bund muß in unverwischbaren und von aussen sichtbaren Buchstaben folgende Angaben aufweisen (bei verpackten Erzeugnissen sind diese Angaben auf einer Seite des Packstücks zusammenzufassen):  A. Identifizierung  1.2 // Packer und/oder Absender   // Name und Anschrift oder von einer amtlichen Stelle erteiltes oder anerkanntes Geschäftssymbol.  B. Art des Erzeugnisses  »Lauch", wenn der Inhalt von aussen nicht sichtbar ist, oder die Angabe »Frühlauch", die in jedem Fall bei diesem Lauchtyp erforderlich ist.  C. Ursprung des Erzeugnisses  Ursprungsland und - wahlfrei - Anbaugebiet oder nationale, regionale oder örtliche Bezeichnung.  D. Handelsmerkmale  - Klasse,  - Anzahl der Bunde (im Fall der Aufmachung in Bunden in Verpackungen).  E. Amtlicher Kontrollstempel (wahlfrei)  (1) Im Spätwinter bis Frühsommer geernteter Lauch aus direkter Aussaat.  (1) Zusätzliche Klasse im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1035/72. Die Anwendung dieser Güteklasse oder einiger ihrer Kriterien unterliegt einem Beschluß nach Artikel 4 Absatz 1 der genannten Verordnung.