CELEX: 62010FJ0041
Language: de
Date: 2012-09-25
Title: Urteil des Gerichts für den öffentlichen Dienst (Erste Kammer) vom 25. September 2012. # Moises Bermejo Garde gegen Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA). # Öffentlicher Dienst - Beamte. # Rechtssache F-41/10.

URTEIL DES GERICHTS FÜR DEN ÖFFENTLICHTEN DIENST DER EUROPÄISCHEN UNION (Erste Kammer)
      25. September 2012(*)
      
      „Öffentlicher Dienst – Beamte – Mobbing – Antrag auf Beistand – Recht auf Weitergabe – Umsetzung – Dienstliches Interesse“
      In der Rechtssache F-41/10
      betreffend eine Klage nach Art. 270 AEUV, der gemäß Art. 106a EA auch für den EAG-Vertrag gilt,
      Moises Bermejo Garde, Beamter des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, wohnhaft in Brüssel (Belgien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwältin
         L. Levi,
      
      Kläger,
      gegen
      Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), vertreten durch M. Echevarría Viñuela als Bevollmächtigte im Beistand von Rechtsanwalt B. Wägenbaur,
      
      Beklagter,
      erlässt
      DAS GERICHT FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DIENST (Erste Kammer)
      
      unter Mitwirkung des Präsidenten H. Kreppel (Berichterstatter) sowie der Richter E. Perillo und R. Barents,
      Kanzler: J. Tomac, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 31. Januar 2012
      folgendes
      Urteil
      1        Mit Klageschrift, die am 7. Juni 2010 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, beantragt Herr Bermejo Garde, die Entscheidungen,
         mit denen der Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) zum einen den wegen Mobbings gestellten
         Antrag auf Beistand und die Anrufung des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) abgelehnt hat und zum anderen seine
         bisherige Verwendung beendet sowie seine Umsetzung angeordnet hat, aufzuheben, und den EWSA zur Zahlung von Schadensersatz
         zu verurteilen.
      
       Rechtlicher Rahmen
      2        Art. 1 („Würde des Menschen“) der Charta der Grundrechte der Europäischen Union bestimmt:
      
      „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie ist zu achten und zu schützen.“
      3        In Art. 41 („Recht auf eine gute Verwaltung“) Abs. 1 und 2 der Charta heißt es:
      
      „(1)      Jede Person hat ein Recht darauf, dass ihre Angelegenheiten von den Organen und Einrichtungen der Union unparteiisch, gerecht
         und innerhalb einer angemessenen Frist behandelt werden.
      
      (2) Dieses Recht umfasst insbesondere
      a)      das Recht jeder Person, gehört zu werden, bevor ihr gegenüber eine für sie nachteilige individuelle Maßnahme getroffen wird;
      b)      das Recht jeder Person auf Zugang zu den sie betreffenden Akten unter Wahrung des legitimen Interesses der Vertraulichkeit
         sowie des Berufs- und Geschäftsgeheimnisses;
      
      c)      die Verpflichtung der Verwaltung, ihre Entscheidungen zu begründen.“
      4        Nach Art. 31 („Gerechte und angemessene Arbeitsbedingungen“) Abs. 1 der Charta hat „[j]ede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer …
         das Recht auf gesunde, sichere und würdige Arbeitsbedingungen“.
      
      5        Art. 12a des Statuts der Beamten der Europäischen Union (im Folgenden: Statut) lautet:
      
      „(1)      Der Beamte enthält sich jeder Form von Mobbing oder sexueller Belästigung.
      (2)      Einem Beamten, der das Opfer von Mobbing oder sexueller Belästigung gewesen ist, entstehen von Seiten des Organs keine Nachteile.
         Einem Beamten, der über Mobbing oder sexuelle Belästigung ausgesagt hat, entstehen von Seiten des Organs keine Nachteile,
         sofern er in gutem Glauben gehandelt hat.
      
      (3)      Als ‚Mobbing‘ wird ungebührliches Verhalten bezeichnet, das über einen längeren Zeitraum, wiederholt oder systematisch in
         Verhaltensweisen, mündlichen oder schriftlichen Äußerungen, Handlungen oder Gesten zum Ausdruck kommt, die vorsätzlich begangen
         werden und die Persönlichkeit, die Würde oder die physische oder psychische Integrität einer Person angreifen.
      
      (4)      ‚Sexuelle Belästigung‘ ist ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten, das von der Person, an die es sich richtet, nicht
         gewünscht wird und bezweckt oder bewirkt, dass die Würde dieser Person verletzt oder ein von Einschüchterungen, Anfeindungen,
         aggressivem oder beschämendem Verhalten geprägtes Arbeitsumfeld geschaffen wird. Sexuelle Belästigung wird wie eine Diskriminierung
         aufgrund des Geschlechts behandelt.“
      
      6        Art. 22a des Statuts bestimmt:
      
      „(1)      Erhält ein Beamter in Ausübung oder anlässlich der Ausübung seines Dienstes Kenntnis von Tatsachen, die die Möglichkeit rechtswidriger
         Handlungen, einschließlich Betrug oder Korruption, zum Nachteil der Interessen der Union oder Verhaltensweisen im Zusammenhang
         mit der Ausübung dienstlicher Pflichten, die eine schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten der Beamten der Union darstellen
         können, vermuten lassen, so unterrichtet er unverzüglich seinen unmittelbaren Vorgesetzten oder Generaldirektor oder, falls
         er dies für zweckdienlich hält, den Generalsekretär oder Personen in vergleichbaren Positionen bzw. direkt das [OLAF].
      
      Die Informationen gemäß Unterabsatz 1 sind in schriftlicher Form vorzulegen.
      Dieser Absatz gilt auch für den Fall, dass das Mitglied eines Organs oder eine andere Person, die im Dienst eines Organs steht
         oder für ein Organ einen Auftrag ausführt, erheblich gegen entsprechende Dienstpflichten verstößt.
      
      (2)      Ein Beamter, der Informationen gemäß Absatz 1 erhält, übermittelt dem [OLAF] unverzüglich jeden ihm zur Kenntnis gebrachten
         faktischen Hinweis, der Unregelmäßigkeiten gemäß Absatz 1 vermuten lässt.
      
      (3)      Dem Beamten dürfen seitens des Organs keine nachteiligen Auswirkungen aufgrund der Tatsache erwachsen, dass er Informationen
         gemäß Absatz 1 weitergegeben hat, sofern er dabei in Treu und Glauben gehandelt hat.
      
      (4)      Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht für Dokumente, Schriftstücke, Berichte, Vermerke oder Mitteilungen, unabhängig von ihrer
         Form, die im Rahmen eines schwebenden oder abgeschlossenen Gerichtsverfahrens aufbewahrt, angelegt oder an den Beamten weitergegeben
         werden.“
      
      7        Art. 22b Abs. 1 des Statuts sieht Folgendes vor:
      
      „Dem Beamten, der Informationen gemäß Artikel 22a an den Präsidenten der [Europäischen] Kommission, den Präsidenten des Rechnungshofes
         [der Europäischen Union], den Präsidenten des Rates [der Europäischen Union], den Präsidenten des Europäischen Parlaments
         oder an den Europäischen Bürgerbeauftragten weitergegeben hat, dürfen keine nachteiligen Auswirkungen seitens des Organs erwachsen,
         sofern die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind:
      
      a)      Der Beamte hält die weitergegebenen Informationen und jede darin enthaltene Anschuldigung nach Treu und Glauben für im Wesentlichen
         wahr und
      
      b)      er hat zuvor die gleichen Informationen dem [OLAF] oder seinem Organ übermittelt und abgewartet, bis das [OLAF] bzw. Organ
         binnen der Frist, die es in Anbetracht der Komplexität des Falles festgelegt hat, geeignete Maßnahmen ergriffen hat. Über
         diese Frist wird der Beamte binnen 60 Tagen ordnungsgemäß unterrichtet.“
      
      8        Art. 60 Abs. 6 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1605/2002 des Rates vom 25. Juni 2002 über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan
         der Europäischen Gemeinschaften (ABl. L 248, S. 1) (im Folgenden: Haushaltsordnung) sieht insbesondere vor, dass, „[f]alls
         es sich um eine rechtswidrige Tätigkeit, um Betrug und Korruption zum Nachteil der Interessen der Gemeinschaft handeln könnte“,
         ein mit der finanziellen Abwicklung und der Kontrolle von Vorgängen betrauter Bediensteter „… die in den geltenden Rechtsvorschriften
         bezeichneten Behörden und Stellen [unterrichtet]“.
      
      9        Art. 72 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2342/2002 der Kommission vom 23. Dezember 2002 mit Durchführungsbestimmungen zur
         Haushaltsordnung (ABl. L 357, S. 1) lautet:
      
      „Bei den in Artikel 60 Absatz 6 … der Haushaltsordnung bezeichneten Behörden und Stellen handelt es sich um die Stellen, die
         im Statut … sowie in den Beschlüssen der Gemeinschaftsorgane über die Bedingungen und Modalitäten der internen Untersuchungen
         zur Bekämpfung von Betrug, Korruption und sonstigen rechtswidrigen Handlungen zum Nachteil der Interessen der Gemeinschaften
         bezeichnet sind.“
      
      10      Art. 72 Abs. 2 der Geschäftsordnung des EWSA (im Folgenden: Geschäftsordnung) bestimmt:
      
      „Die der Anstellungsbehörde kraft Statut … zustehenden Befugnisse werden wie folgt ausgeübt:
      –        im Falle des Generalsekretärs durch das Präsidium;
      –        im Falle der Beamten der Besoldungsgruppen [Administration] AD 16, AD 15 und AD 14 hinsichtlich der Artikel 13, 29, 30, 31,
         32, 40, 41, 49, 50, 51, 78 und 90 Absatz 1 des Statuts … durch das Präsidium auf Vorschlag des Generalsekretärs; hinsichtlich
         der übrigen Bestimmungen des Statuts einschließlich Artikel 90 Absatz 2 durch den Präsidenten auf Vorschlag des Generalsekretärs;
      
      –        im Falle der Beamten der Besoldungsgruppen AD 13, AD 12 und AD 11 durch den Präsidenten auf Vorschlag des Generalsekretärs;
      –        im Falle der Beamten der anderen Besoldungsgruppen der Funktionsgruppe AD sowie der Funktionsgruppe AST durch den Generalsekretär.“
      11      Am 11. Oktober 1999 erließ der EWSA den Beschluss Nr. 363/99 A über die Bedingungen und Modalitäten der internen Untersuchungen
         zur Bekämpfung von Betrug, Korruption und sonstigen rechtswidrigen Handlungen zum Nachteil der Interessen der Gemeinschaften.
      
      12      Art. 2 („Informationspflicht“) des Beschlusses Nr. 363/99 A lautet:
      
      „Jeder Beamte oder Bedienstete des [EWSA], der Kenntnis von Tatsachen erhält, die mögliche Fälle von Betrug, Korruption oder
         sonstige rechtswidrige Handlungen zum Nachteil der Interessen der Gemeinschaften oder schwerwiegende Vorkommnisse im Zusammenhang
         mit der Ausübung beruflicher Tätigkeiten vermuten lassen, die eine disziplinarrechtlich und gegebenenfalls strafrechtlich
         zu ahndende Verletzung der Verpflichtungen der Beamten und Bediensteten der Gemeinschaften oder eine Verletzung der vergleichbaren
         Verpflichtungen der Mitglieder, Leiter oder Mitglieder des Personals, die nicht dem Statut unterliegen, darstellen können,
         unterrichtet unverzüglich seinen Dienststellenleiter oder seinen Generaldirektor oder, falls er dies für zweckdienlich hält,
         seinen Generalsekretär oder direkt das [OLAF].
      
      Der Generalsekretär und die Dienststellenleiter (oder Leiter) des [EWSA] übermitteln dem [OLAF] unverzüglich jeden ihnen zur
         Kenntnis gebrachten faktischen Hinweis, der Unregelmäßigkeiten gemäß Unterabsatz 1 vermuten lässt.
      
      Eine Mitteilung gemäß den Unterabsätzen 1 und 2 darf auf keinen Fall dazu führen, dass der Leiter, Beamte oder Bedienstete
         des [EWSA] ungerecht behandelt oder diskriminiert wird.
      
      Die Mitglieder, die Kenntnis von Tatsachen oder Vorkommnissen gemäß Absatz 1 erhalten, unterrichten den Präsidenten des [EWSA]
         oder, falls sie dies für zweckdienlich halten, direkt das [OLAF] hiervon.“
      
       Sachverhalt
      13      Der Kläger ist seit 1990 Beamter, trat am 1. Juni 1991 in den Dienst des EWSA und wurde als Rechtsberater der Direktion Personalverwaltung
         und Finanzen zugewiesen.
      
      14      Zum 1. Juni 1997 wurde der Kläger zum Leiter des Referats „Juristischer Dienst“ der Direktion Verwaltung, Personal und Finanzen
         (im Folgenden: Juristischer Dienst) ernannt.
      
      15      Am 1. April 2007 wurde der Kläger nach Besoldungsgruppe AD 13 befördert.
      
      16      Am 1. Oktober 2008 trat Herr W., der neue Generalsekretär des EWSA (im Folgenden: Generalsekretär), sein Amt an.
      
      17      Am folgenden Tag informierte der Generalsekretär das Personal in einer dienstlichen Mitteilung, dass er vorübergehend die
         nicht besetzte Stelle des Direktors der Direktion Human- und Finanzressourcen übernehme.
      
      18      Es steht fest, dass sich kurz nach der Bestellung von Herrn W. zum Generalsekretär die Beziehungen zwischen ihm und dem Kläger
         verschlechterten, wobei Letzterer dem Generalsekretär insbesondere vorwarf, „unzulässigen“ Druck auf den Juristischen Dienst
         auszuüben.
      
      19      Am 7. Dezember 2009 legte der Kläger dem EWSA ein an dessen Präsidenten (im Folgenden: Präsident) sowie an die Präsidenten
         der drei Sozialpartnergruppen des EWSA in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Präsidiums des EWSA gerichtetes Schreiben vor.
         In diesem Schreiben, dem Anhänge und Unterlagen beigefügt waren, informierte der Kläger, der sich ausdrücklich auf Art. 22a
         Abs. 1 des Statuts bezog, das EWSA-Präsidium (im Folgenden: Präsidium) über zahlreiche und schwerwiegende Regelwidrigkeiten,
         die der Generalsekretär und in geringerem Umfang der Leiter des Referats „Einstellung, Laufbahn, Weiterbildung“ der Direktion
         für Human- und Finanzressourcen in Ausübung ihrer Funktionen begangen hätten. Der Kläger rügte insbesondere:
      
      –        dass auf den Juristischen Dienst Druck ausgeübt werde;
      –        die Weigerung, gegenüber einem Beamten, der eine Straftat begangen habe, eine Disziplinarstrafe zu verhängen und das OLAF
         davon zu informieren;
      
      –        eine rechtswidrige Besetzung von Direktorenstellen im EWSA.
      20      In diesem Schreiben verlangte der Kläger vom Präsidium insbesondere:
      
      –        eine „Verwaltungsuntersuchung [mit dem Ziel] einzuleiten, die vorgefallenen Tatsachen und Unregelmäßigkeiten festzustellen“;
      –        ihn über „die Frist nach Art. 22b Abs. 1 Buchst. b des Statuts zu unterrichten“;
      –        „Maßnahmen zu ergreifen, um das ordnungsgemäße Funktionieren des [Generalsekretariats] wiederherzustellen“;
      –        die „Unabhängigkeit des Juristischen Dienstes gemäß den Anforderungen nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs [der Europäischen
         Union] zu gewährleisten“;
      
      –        „die nach dem erforderlichen Einschreiten des OLAF gebotenen personellen Konsequenzen zu ziehen“.
      21      Weiter beantragte der Kläger im Schreiben vom 7. Dezember 2009 unter Berufung auf Art. 24 des Statuts den Beistand des Präsidiums,
         damit dieses die „notwendigen Maßnahmen zur Beendigung des [ihm gegenüber] vom Generalsekretär betriebenen Mobbings“ ergreife.
      
      22      Mit E-Mails vom selben Tag teilte der Kläger den anderen Mitgliedern des Präsidiums mit, dass er für jeden von ihnen in den
         Räumen ihrer jeweiligen Gruppen einen Umschlag mit einer Kopie des Schreibens vom 7. Dezember 2009 hinterlegt habe. Laut dem
         Kläger sind diese Umschläge nicht an ihre Empfänger gelangt, da der Präsident und die drei Vorsitzenden der Gruppen ihre Verteilung
         verhindert hätten.
      
      23      Am 10. Dezember 2009 erteilte der Präsident seinem Kabinettschef die Weisung, eine „Voruntersuchung“ der vom Kläger im Schreiben
         vom 7. Dezember 2009 übermittelten Informationen durchzuführen
      
      24      Aufgrund dieser Weisung führte der Kabinettschef des Präsidenten eine Anhörung der vom Schreiben vom 7. Dezember 2009 betroffenen
         Personen durch. Insbesondere der Kläger wurde zweimal gehört, nämlich am 15. Dezember 2009 und am 14. Januar 2010.
      
      25      Ende Januar 2010 erstellte der Kabinettschef des Präsidenten einen Bericht über die das Mobbing und die Unregelmäßigkeiten
         im EWSA betreffenden Vorwürfe, die der Kläger im Schreiben vom 7. Dezember 2009 geäußert hatte. In diesem Bericht vertrat
         der Kabinettschef des Präsidenten die Auffassung, dass die Vorwürfe unbegründet seien. Er wies insbesondere darauf hin, dass
         zwar ein „gespanntes Klima“ zwischen dem Juristischen Dienst und dem Generalsekretariat bestehe, „diese Schwierigkeit [jedoch]
         im Wesentlichen auf eine Meinungsverschiedenheit über die Rolle des [Juristischen Dienstes] zurückzuführen zu sein scheine“
         und „die verschiedenen Vorkommnisse, die als Mobbing eingestuft wurden, nur Ausdruck dieser Meinungsverschiedenheiten [waren],
         gegebenenfalls durch schwerwiegende kulturelle Differenzen auf juristischem Gebiet sowie den persönlichen Charakter der Beteiligten
         verstärkt“.
      
      26      Im Laufe eines Gesprächs am 22. Februar 2010 forderte der Präsident den Kläger auf, die Anträge in seinem Schreiben vom 7.
         Dezember 2009 zurückzunehmen.
      
      27      Mit Schreiben vom 26. Februar 2010 wies der Kläger diese Aufforderung zurück und erklärte, dass er, „nachdem [er] zu der vollen
         Überzeugung gelangt [ist], dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist …, [sich] jetzt nicht selbst widersprechen [kann], ohne
         das Gefühl zu haben, gegen Art. 21 des Statuts zu verstoßen“. Der Kläger bestand im Übrigen „auf der Tatsache, dass kein persönliches
         Interesse und kein persönlicher Konflikt hinsichtlich [s]einer Vorgehensweise besteht, die strikt beruflich ist“.
      
      28      Mit Entscheidung Nr. 088/10 A vom 3. März 2010 (im Folgenden: Entscheidung vom 3. März 2010) wies der Präsident „auf Grundlage
         eines Mandats, das [ihm] das Präsidium am 16. Februar 2010 übertragen hat“ sämtliche Anträge im Schreiben vom 7. Dezember
         2009 zurück, da „die angeführten Tatsachen weder als Straftat noch als Verstoß gegen die Disziplinarvorschriften des Statuts
         eingestuft werden können“.
      
      29      In dieser Entscheidung, in der darauf hingewiesen wurde, dass „eine Schlichtung versucht wurde, aber [der Kläger] die vorgeschlagene
         Lösung nicht angenommen hat“, vertrat der Präsident die Ansicht, dass „der Vorwurf des Mobbings am Arbeitsplatz durch den
         Generalsekretär oder die anderen Beamten nicht gerechtfertigt ist, da die wenigen insoweit vorhandenen Beweisstücke in eine
         andere Richtung gehen als das Vorbringen des Klägers“, und dass „der Vorwurf des Ermessensmissbrauchs und des Missbrauchs
         der Befugnisse des Präsidiums … durch den Generalsekretär nicht nachgewiesen wurde“.
      
      30      Außerdem wies der Präsident in dieser Entscheidung darauf hin, dass „der Generalsekretär dem Kläger eine seiner Qualifikation
         und seiner Besoldungsgruppe entsprechende Aufgabe übertragen wird, im Hinblick auf seinen bevorstehenden Wechsel in eine derartige
         Position unter Wahrung des Anspruchs auf Referatsleiterzulage, wenn eine solche Position nicht sofort verfügbar sein sollte,
         aber in einem anderen Referat als dem Juristischen Dienst“.
      
      31      Schließlich führte der Präsident aus, dass „der Generalsekretär mitteilen [werde], welche anderen Verwaltungsmaßnahmen den
         ordnungsgemäßen Ablauf der Verwaltungstätigkeit und die Überwindung der Meinungsverschiedenheiten im Generalsekretariat unter
         Beachtung der Grundsätze der guten Verwaltung und der Wahrnehmung der eigenen Zuständigkeiten, Verantwortungsbereiche und
         Befugnisse durch die verschiedenen Stellen fördern könnten“.
      
      32      Die Entscheidung vom 3. März 2010 wurde dem Kläger am Tag ihres Erlasses in ihrer italienischen Originalfassung mitgeteilt
         und am darauf folgenden 10. März in spanischer und in französischer Fassung.
      
      33      Am 24. März 2010 erließ der Präsident eine „Ergänzung“ zur Entscheidung vom 3. März 2010, in der klargestellt wurde, dass
         die „Maßnahmen [zur Umsetzung] der Entscheidung [vom 3. März 2010], die vom Generalsekretär ergriffen werden, unter der Verantwortung
         des Präsidenten durchgeführt werden“ (im Folgenden: Ergänzung vom 24. März 2010).
      
      34      Mit der Entscheidung Nr. 133/10 A vom 24. März 2010 beendete der Präsident „nach Konsultation und mit Zustimmung des Generalsekretärs“
         „im dienstlichen Interesse“ und „mit sofortiger Wirkung“ die Tätigkeit des Klägers als Leiter des Juristischen Dienstes und
         stellte klar, dass dieser „mit Wirkung zum [6.] April 2010 als Referatsleiter in eine andere Dienststelle des EWSA versetzt
         wird“ (im Folgenden: Entscheidung, mit der die frühere Tätigkeit beendet wurde).
      
      35      Mit der Entscheidung Nr. 184/10 A vom 13. April 2010 wies der Präsident „nach Konsultation und mit Zustimmung des Generalsekretärs“
         den Kläger „aus funktionellen Gründen“ der Direktion Logistik „als Referatsleiter zu, … insbesondere zur Betreuung der Rechtsangelegenheiten
         betreffend Verträge und Ausschreibungen“. Diese Entscheidung sollte zum 6. April 2010 wirksam sein (im Folgenden: Umsetzungsentscheidung).
      
      36      Mit Schreiben vom 3. Juni 2010 legte der Kläger gemäß Art. 90 Abs. 2 des Statuts Beschwerde ein gegen:
      
      –        die Entscheidung vom 3. März 2010,
      –        die Ergänzung vom 24. März 2010,
      –        die Entscheidung auf Beendigung der früheren Tätigkeit und
      –        die Umsetzungsentscheidung.
       Verfahren und Anträge der Parteien
      37      Nach Art. 91 Abs. 4 des Statuts hat der Kläger, ohne die Entscheidung über die Beschwerde abzuwarten, die vorliegende Klage
         auf Aufhebung der in der Beschwerde genannten Entscheidungen erhoben. Am selben Tag hat er auch einen Antrag auf  vorläufigen
         Rechtsschutz wegen Aussetzung dieser Entscheidungen beim Gericht gestellt.
      
      38      Mit Schreiben der Kanzlei vom 11. Juni 2010 ist den Parteien nach Art. 91 Abs. 4 des Statuts die Aussetzung des Hauptverfahrens
         mitgeteilt worden.
      
      39      Mit Beschluss vom 14. Juli 2010 hat der Präsident des Gerichts den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz zurückgewiesen.
      
      40      Nach Erlass der Entscheidung vom 1. Oktober 2010, mit der die Beschwerde abgelehnt worden ist und die dem Kläger am darauf
         folgenden 15. Oktober mitgeteilt worden ist, sind die Parteien nach Art. 91 Abs. 4 des Statuts von der Fortsetzung des Hauptverfahrens
         vor dem Gericht unterrichtet worden.
      
      41      Der Kläger beantragt,
      
      –        die Entscheidung vom 3. März 2010, die Ergänzung vom 24. März 2010, die Entscheidung auf Beendigung der früheren Tätigkeit
         und die Umsetzungsentscheidung aufzuheben;
      
      –        den EWSA zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 17 500 Euro zu verurteilen;
      –        dem EWSA die gesamten Kosten aufzuerlegen.
      42      Der EWSA beantragt,
      
      –        die Klage abzuweisen;
      –        dem Kläger sämtliche Kosten einschließlich der Kosten des Verfahrens des vorläufigen Rechtsschutzes aufzuerlegen.
       Rechtliche Würdigung
      1.     Zum Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010 und der Ergänzung vom 24. März 2010
      43      Zunächst ist die Tragweite der Entscheidung vom 3. März 2010 und der Ergänzung vom 24. März 2010 zu ermitteln, was die vorherige
         Klarstellung des Inhalts des Schreibens vom 7. Dezember 2009 voraussetzt.
      
      44      Im Schreiben vom 7. Dezember 2009 befasste der Kläger die Verwaltung mit Tatsachen, die in zwei verschiedene Kategorien unterteilt
         werden können.
      
      45      Zum einen wies er auf Tatsachen hin, die ihn unmittelbar betrafen. Insbesondere beschuldigte er den Generalsekretär des Mobbings,
         im Wesentlichen in der Form „unzulässigen“ Drucks auf den Juristischen Dienst. Er beantragte nach Art. 24 Abs. 1 des Statuts
         den Beistand der Verwaltung, der im Wesentlichen darin bestehen sollte, den Juristischen Dienst der unmittelbaren Verantwortung
         des Generalsekretärs zu entziehen (im Folgenden: Antrag auf Beistand).
      
      46      Zum anderen wies der Kläger, ebenfalls im Schreiben vom 7. Dezember 2009, auf Tatsachen hin, die ihn zwar nicht unmittelbar
         betrafen, jedoch seiner Ansicht nach den Interessen des EWSA schaden konnten. So rügte er insbesondere die Weigerung des Generalsekretärs,
         eine Disziplinarstrafe gegen einen Beamten zu verhängen, der eine Straftat begangen hatte, Unregelmäßigkeiten bei der Besetzung
         der Direktorenstelle der Direktion A des Bereichs Beratende Arbeiten und der Direktion für Human- und Finanzressourcen oder
         die Anmaßung von Vorrechten des Präsidiums bei der Ernennung anderer Beamter des EWSA durch den Generalsekretär. Der Kläger
         verlangte, dass diese Informationen nach Art. 22a Abs. 2 des Statuts unmittelbar dem OLAF übermittelt werden (im Folgenden:
         Antrag auf Befassung des OLAF).
      
      47      Nach Bestimmung des Inhalts des Schreibens vom 7. Dezember 2009 in diesem Sinne ist festzustellen, dass der Präsident mit
         der Entscheidung vom 3. März 2010 sowohl den Antrag auf Beistand als auch den Antrag auf Befassung des OLAF abgelehnt und
         im Übrigen den Kläger darauf hingewiesen hat, dass er versetzt werden würde, wobei die Einzelheiten vom Generalsekretär festgelegt
         werden würden. Dem fügte der Präsident anschließend in der Ergänzung vom 24. März 2010 hinzu, dass die Umsetzung des Klägers
         im Einzelnen unter seiner Verantwortung durchgeführt werden würde.
      
      48      Unter diesen Umständen ist in folgender Reihenfolge zu entscheiden:
      
      –        zunächst über den Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin darauf hingewiesen wurde, dass der
         Kläger versetzt werden würde, und zum Antrag auf Aufhebung der Ergänzung vom 24. März 2010,
      
      –        sodann über den Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin der Antrag auf Befassung des OLAF abgelehnt
         wurde, und
      
      –        schließlich über den Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin der Antrag auf Beistand abgelehnt
         wurde.
      
       Zum Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin darauf hingewiesen wurde, dass der Kläger versetzt
            werden würde, und zum Antrag auf Aufhebung der Ergänzung vom 24. März 2010
      49      Nach ständiger Rechtsprechung sind nur Handlungen oder Maßnahmen beschwerend, die verbindliche Rechtswirkungen erzeugen, die
         die Interessen des Klägers durch eine qualifizierte Änderung seiner Rechtsstellung unmittelbar und sofort beeinträchtigen
         können (vgl. Urteil des Gerichts vom 14. September 2010, Da Silva Pinto Branco/Gerichtshof, F-52/09, Randnr. 32), wobei solche
         Handlungen oder Maßnahmen von der zuständigen Behörde stammen und eine endgültige Stellungnahme der Verwaltung darstellen
         müssen (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts erster Instanz vom 17. Mai 2006, Lavagnoli/Kommission, T-95/04, Randnr. 35).
         Die bloße Bekundung einer Absicht durch die zuständige Behörde, künftig eine bestimmte Entscheidung zu treffen, kann in der
         Person des oder der betroffenen Beamten keine Rechte und entsprechenden Pflichten schaffen (Urteil des Gerichts erster Instanz
         vom 16. März 1993, Blackman/Parlament, T-33/89 und T-74/89, Randnr. 27).
      
      50      In vorliegendem Fall beschränkte sich der Präsident, indem er dem Kläger in der Entscheidung vom 3. März 2010 mitteilte, dass
         ihm „in einem anderen Referat als dem Juristischen Dienst“ „eine seiner Qualifikation und seiner Besoldungsgruppe entsprechende
         Aufgabe übertragen wird“, darauf, die Absicht der Verwaltung zu bekunden, den Kläger zu einem späteren Zeitpunkt versetzen
         zu wollen, und begründete durch diese Absichtsbekundung weder Rechte noch Pflichten des Klägers. Gleiches gilt für die Ergänzung
         vom 24. März 2010, in der sich der Präsident auf den Hinweis beschränkte, dass die „Maßnahmen des Generalsekretärs [zur Umsetzung]
         der Entscheidung [vom 3. März 2010] unter der Verantwortung des Präsidenten durchgeführt werden“.
      
      51      Da feststeht, dass die tatsächliche Umsetzung des Klägers erst mit der Entscheidung zur Beendigung der früheren Tätigkeit
         und mit der Umsetzungsentscheidung erfolgte, müssen vor diesem Hintergrund die genannten Anträge als unzulässig zurückgewiesen
         werden.
      
       Zum Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin der Antrag auf Befassung des OLAF zurückgewiesen
            wurde
      52      Der Kläger beantragt, die Entscheidung vom 3. März 2010 aufzuheben, soweit darin der Antrag auf Befassung des OLAF zurückgewiesen
         wurde, und macht zur Unterstützung seiner Anträge mehrere Klagegründe betreffend einen Verstoß gegen Art. 22a Abs. 2 des Statuts,
         Art. 2 Unterabs. 2 der Entscheidung Nr. 363/99 A, Art. 60 Abs. 6 der Haushaltsordnung, Art. 72 der Verordnung Nr. 2342/2002
         und Art. 11 der Entscheidung 005/03 A über die internen Regeln zur Ausführung des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Union
         geltend.
      
      53      Die Zulässigkeit dieser Anträge ist zu prüfen.
      
      54      Insoweit ist zunächst darauf hinzuweisen, dass das Statut in der durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 723/2004 des Rates
         vom 22. März 2004 geänderten Fassung das Recht eines Beamten vorsieht, seine Vorgesetzten oder ein außenstehendes Organ vom
         Bestehen schwerwiegender Unregelmäßigkeiten zu unterrichten, deren Zeuge er bei seinem Organ wird, damit diese Unregelmäßigkeiten
         bekannt und, wenn Grund dazu besteht, geahndet werden. So sieht Art. 22a Abs. 1 Unterabs. 1 des Statuts ausdrücklich Folgendes
         vor: „Erhält ein Beamter in Ausübung oder anlässlich der Ausübung seines Dienstes Kenntnis von Tatsachen, die die Möglichkeit
         rechtswidriger Handlungen, einschließlich Betrug oder Korruption, zum Nachteil der Interessen der Union oder Verhaltensweisen
         im Zusammenhang mit der Ausübung dienstlicher Pflichten, die eine schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten der Beamten
         der Union darstellen können, vermuten lassen, so unterrichtet er unverzüglich seinen unmittelbaren Vorgesetzten oder Generaldirektor
         oder, falls er dies für zweckdienlich hält, den Generalsekretär oder Personen in vergleichbaren Positionen bzw. direkt das
         [OLAF].“
      
      55      Für das Personal des EWSA ist das Recht eines Beamten oder Bediensteten, seine Vorgesetzten oder unmittelbar das OLAF zu unterrichten,
         auch in einer Sonderbestimmung vorgesehen, nämlich in Art. 2 Unterabs. 1 der Entscheidung Nr. 363/99 A, der bestimmt, dass
         „[j]eder Beamte oder Bedienstete des [EWSA], der Kenntnis von Tatsachen erhält, die mögliche Fälle von Betrug, Korruption
         oder sonstige rechtswidrige Handlungen zum Nachteil der Interessen der Gemeinschaften oder schwerwiegende Vorkommnisse im
         Zusammenhang mit der Ausübung beruflicher Tätigkeiten vermuten lassen, die eine disziplinarrechtlich und gegebenenfalls strafrechtlich
         zu ahndende Verletzung der Verpflichtungen der Beamten und Bediensteten der Gemeinschaften oder eine Verletzung der vergleichbaren
         Verpflichtungen der Mitglieder, Leiter oder Mitglieder des Personals, die nicht dem Statut unterliegen, darstellen können, …
         unverzüglich seinen Dienststellenleiter oder seinen Generaldirektor oder, falls er dies für zweckdienlich hält, seinen Generalsekretär
         oder direkt das [OLAF] [unterrichtet]“.
      
      56      Sodann ist darauf hinzuweisen, dass, wenn ein Beamter von der Möglichkeit nach Art. 22a Abs. 1 Unterabs. 1 des Statuts Gebrauch
         macht, seine Vorgesetzten oder ein außenstehendes Organ zu unterrichten, die Person, die die Information erhalten hat, nach
         Art. 22a Abs. 2 des Statuts verpflichtet ist, „… dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung unverzüglich jeden [ihr] zur Kenntnis
         gebrachten faktischen Hinweis, der Unregelmäßigkeiten gemäß [Art. 22a] Absatz 1 [des Statuts] vermuten lässt, [zu übermitteln]“.
      
      57      Auf diese Verpflichtung, Informationen eines Beamten, der Alarm gegeben hat, an das OLAF zu übermitteln, wird für Mitarbeiter
         des EWSA auch in Art. 2 Unterabs. 2 der Entscheidung Nr. 363/99 A hingewiesen, der bestimmt, dass „[d]er Generalsekretär und
         die Dienststellenleiter (oder Leiter) des [EWSA] … dem [OLAF] unverzüglich jeden ihnen zur Kenntnis gebrachten faktischen
         Hinweis [übermitteln], der Unregelmäßigkeiten gemäß Unterabsatz 1 vermuten lässt“.
      
      58      Schließlich ergibt sich aus Art. 60 Abs. 6 der Haushaltsordnung in Verbindung mit Art. 72 der Verordnung Nr. 2342/2002, dass
         ein Bediensteter, der bei einem Organ „mit der finanziellen Abwicklung [eines Organs] und der Kontrolle von Vorgängen“ betraut
         ist, verpflichtet ist, das OLAF zu unterrichten, „[f]alls es sich um eine rechtswidrige Tätigkeit, um Betrug und Korruption
         zum Nachteil der Interessen der Gemeinschaft handeln könnte“.
      
      59      Die Frage, die das Gericht klären muss, ist, ob und in welchem Umfang die Entscheidung, mit der ein Vorgesetzter, der von
         einem Beamten Informationen nach Art. 22a Abs. 1 Unterabs. 1 des Statuts erhalten hat, meint, sie nicht an das OLAF übermitteln
         zu müssen, eine diesen Beamten beschwerende Maßnahme darstellt oder nicht.
      
      60      Diese Frage ist in dem speziellen Fall zu verneinen, in dem die Informationen, die von dem Beamten stammen, der seine Vorgesetzten
         unterrichtet hat, Tatsachen betreffen, die zwar die Interessen der Union beeinträchtigen oder eine schwerwiegende Verletzung
         der Dienstpflichten durch ein oder mehrere Mitglieder des Personals darstellen, ihn jedoch nicht unmittelbar betreffen.
      
      61      Es ist nämlich darauf hinzuweisen, dass nach dem Wortlaut von Art. 22a des Statuts ein Beamter, der möglicherweise rechtswidrige
         Handlungen oder eine schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten der Beamten anzeigen will, faktische Hinweise zu diesen
         Unrechtmäßigkeiten, über die er seines Erachtens verfügt, unmittelbar an das OLAF übermitteln kann. Weigert sich die vom Beamten
         unterrichtete Person, das OLAF zu befassen, hat dieser Beamte immer noch die Möglichkeit, sich unmittelbar an das OLAF zu
         wenden.
      
      62      Außerdem ist nach ständiger Rechtsprechung ein Beamter nicht befugt, im Interesse des Gesetzes oder der Organe tätig zu werden,
         und kann zur Stützung einer Klage nur Rügen geltend machen, die ihn persönlich betreffen (Beschluss des Gerichts erster Instanz
         vom 7. Juli 1998, Moncada/Kommission, T-178/97, Randnr. 39). Ließe man jedoch zu, dass ein Beamter, der seinen Vorgesetzten
         von Unregelmäßigkeiten unterrichtet hat, die ihn nicht unmittelbar betreffen, gegen die Weigerung dieses Vorgesetzten, diese
         Information an das OLAF zu übermitteln, ein Rechtsmittel erheben kann, liefe dies darauf hinaus, diesem Beamten das Recht
         zuzuerkennen, zur Wahrung des Gesetzes tätig zu werden. Dies gilt jedoch unbeschadet der Möglichkeit des Beamten, ein Rechtsmittel
         gegen eine Entscheidung in dem Fall zu erheben, dass diese seines Erachtens wegen der Information, die er seinen Vorgesetzten
         gegeben hat, seine Interessen beeinträchtigt.
      
      63      Im vorliegenden Fall betrafen, wie bereits ausgeführt, die vom Kläger im Antrag auf Befassung des OLAF beanstandeten Tatsachen
         ihn nicht unmittelbar, da er insbesondere die Weigerung des Generalsekretärs rügte, eine Disziplinarstrafe gegen einen Beamten
         des EWSA zu verhängen, ferner die fehlerhafte Besetzung von Direktorenstellen im EWSA sowie die Anmaßung von Vorrechten des
         Präsidiums auf dem Gebiet der Ernennung anderer Beamter des EWSA durch den Generalsekretär.
      
      64      Die Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin der Antrag auf Befassung des OLAF zurückgewiesen wurde, stellt folglich keine
         den Kläger beschwerende Maßnahme dar, so dass der Antrag auf Aufhebung dieser Entscheidung insoweit als unzulässig zurückzuweisen
         ist.
      
       Zum Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit darin der Antrag auf Beistand abgelehnt wurde
      65      Zur Stützung dieses Antrags erhebt der Kläger eine Reihe von Rügen, die im Wesentlichen zu drei Klagegründen zusammengefasst
         werden können:
      
      –        Unzuständigkeit des Präsidenten zum Erlass der Entscheidung vom 3. März 2010, Verfahrensmängel und Verstoß gegen Art. 41 der
         Charta;
      
      –        Verstoß gegen Art. 86 des Statuts, Anhang IX des Statuts, die Entscheidung des Präsidenten des EWSA Nr. 635/05 A mit allgemeinen
         Durchführungsbestimmungen betreffend Disziplinarverfahren und Verwaltungsuntersuchungen (im Folgenden: ADB zu Anhang IX des
         Statuts) und den Grundsatz der Wahrung der Verteidigungsrechte;
      
      –        Verstoß gegen Art. 24 des Statuts, die Beistandspflicht und die Charta sowie Vorliegen eines offensichtlichen Beurteilungsfehlers.
       Zum Klagegrund der Unzuständigkeit des Präsidenten zum Erlass der Entscheidung vom 3. März 2010, eines Verfahrensmangels und
         eines Verstoßes gegen Art. 41 der Charta
      
      –       Vorbringen der Parteien
      66      Der Kläger vertritt die Auffassung, die Entscheidung vom 3. März 2010, mit der der Antrag auf Beistand abgelehnt wurde, hätte
         vom Präsidium getroffen werden müssen und nicht, wie dies tatsächlich geschehen sei, vom Präsidenten.
      
      67      Ferner habe der EWSA einige Verfahrensverstöße u. a. unter Missachtung des Grundsatzes der guten Verwaltung nach Art. 41 der
         Charta sowie der Bestimmungen über die Funktionsweise des Präsidiums vom 23. Oktober 2007 begangen. Die Mitglieder des Präsidiums
         hätten nämlich mit Ausnahme des Präsidenten und der Gruppenvorsitzenden nie Zugang zum Antrag auf Beistand gehabt. Ferner
         hätten die Mitglieder des Präsidiums auch keinen Zugang zum Inhalt des Entwurfs der Entscheidung gehabt, mit der der Antrag
         auf Beistand abgelehnt worden sei. Schließlich würden in den Protokollen der Versammlungen des Präsidiums weder die schließlich
         erlassene Entscheidung noch die Erklärungen der Mitglieder des Präsidiums erwähnt.
      
      68      Der EWSA beantragt die Zurückweisung dieses Klagegrundes.
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      69      Nach Art. 72 Abs. 1 dritter Gedankenstrich der Geschäftsordnung werden die nach dem Statut der Anstellungsbehörde zufallenden
         Kompetenzen, soweit sie die Beamten der Besoldungsgruppen AD 13, AD 12 und AD 11 betreffen, vom Präsidenten auf Vorschlag
         des Generalsekretärs ausgeübt.
      
      70      Im vorliegenden Fall steht fest, dass zum Zeitpunkt des Erlasses der Entscheidung vom 3. März 2010, die den Antrag auf Beistand
         ablehnte, der Kläger Beamter der Besoldungsgruppe AD 13 war. Es steht daher mit Art. 72 Abs. 1 dritter Gedankenstrich der
         Geschäftsordnung in Einklang, dass diese Entscheidung vom Präsidenten getroffen wurde. Folglich ist die Rüge des Klägers,
         dass diese Entscheidung vom Präsidium und nicht vom Präsidenten hätte getroffen werden müssen, unbegründet.
      
      71      Da im Übrigen, wie ausgeführt, der Präsident und nicht das Präsidium für den Antrag auf Beistand zuständig war, greift die
         Rüge, dass die Entscheidung vom 3. März 2010 mit Verfahrensmängeln behaftet sei und insbesondere die Mitglieder des Präsidiums
         nicht an der Behandlung des Antrags auf Beistand teilgenommen hätten, nicht durch.
      
      72      Der erste Klagegrund ist deshalb zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund eines Verstoßes gegen Art. 86 des Statuts, Anhang IX des Statuts, die ADB zu Anhang IX des Statuts und den
         Grundsatz der Wahrung der Verteidigungsrechte
      
      –       Vorbringen der Parteien
      73      Der Kläger macht geltend, er habe im Antrag auf Beistand zumindest einen Anfangsbeweis für das Vorliegen eines Mobbings, dessen
         Opfer er geworden sei, und insbesondere für die Versuche des Generalsekretärs, die Unabhängigkeit des Juristischen Dienstes
         zu beeinträchtigen, beigebracht. Statt pflichtgemäß eine Verwaltungsuntersuchung nach Art. 86 Abs. 2 des Statuts, Art. 1 und
         2 des Anhangs IX des Statuts sowie Art. 2 der ADB zu Anhang IX des Statuts einzuleiten, habe sich der Präsident darauf beschränkt,
         eine bloße Voruntersuchung durch seinen Kabinettschef durchführen zu lassen, deren Ergebnisse ihm im Übrigen nicht vor der
         Entscheidung vom 3. März 2010 mitgeteilt worden seien.
      
      74      Der EWSA beantragt die Zurückweisung des Klagegrundes.
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      75      Es ist darauf hinzuweisen, dass nach Art. 24 des Statuts die Organe der Union ihr Personal gegen Mobbing oder jegliche erniedrigende
         Behandlung durch Vorgesetzte schützen müssen. Außerdem muss nach ständiger Rechtsprechung die Verwaltung beim Auftreten eines
         Zwischenfalls, der mit der Ordnung und Ruhe des Dienstbetriebs unvereinbar ist, mit aller notwendigen Energie eingreifen und
         mit der durch die Umstände des Falles gebotenen Schnelligkeit und Fürsorge reagieren, um die Tatsachen festzustellen und daraus
         in Kenntnis der Sachlage die geeigneten Konsequenzen zu ziehen. Dazu genügt es, dass der Beamte, der den Schutz seines Beschäftigungsorgans
         verlangt, einen Anfangsbeweis dafür erbringt, dass die Angriffe, denen er angeblich ausgesetzt war, wirklich stattgefunden
         haben. Das betreffende Organ ist bei Vorliegen solcher Beweise verpflichtet, die gebotenen Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere
         eine Untersuchung durchzuführen, um die der Beschwerde zugrunde liegenden Tatsachen in Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer
         zu ermitteln (Urteil des Gerichtshofs vom 26. Januar 1989, Koutchoumoff/Kommission, 224/87, Randnrn. 15 f.; Urteile des Gerichts
         erster Instanz vom 21. April 1993, Tallarico/Parlament, T-5/92, Randnr. 31, und vom 5. Dezember 2000, Campogrande/Kommission,
         T-136/98, Randnr. 42).
      
      76      Im vorliegenden Fall ergibt sich aus der Akte, dass nach Einreichung des Antrags auf Beistand der Präsident innerhalb von
         drei Tagen, am 10. Dezember 2009, seinem Kabinettschef die Anweisung gab, eine „Voruntersuchung“ der Mobbingvorwürfe und der
         dem Generalsekretär vorgeworfenen Unregelmäßigkeiten durchzuführen. Nach Anhörung des Klägers am 15. Dezember 2009 und am
         14. Januar 2010 sowie der im Antrag auf Beistand beschuldigten Personen erstellte der Kabinettschef des Präsidenten im Januar
         2010 einen ausführlichen Bericht, in dem er die Begründetheit der verschiedenen Vorwürfe des Klägers gegenüber dem Generalsekretär
         prüfte und erörterte. Unter diesen Umständen ist der EWSA seiner Verpflichtung nach der im vorigen Absatz angeführten Rechtsprechung,
         nämlich eine Untersuchung durchführen zu lassen, um die dem Antrag auf Beistand zugrunde liegenden Tatsachen in Zusammenarbeit
         mit dem Beschwerdeführer zu ermitteln, nachgekommen.
      
      77      Das Argument, dass der EWSA eine Verwaltungsuntersuchung nach den Art. 86 Abs. 2 des Statuts, Art. 1 und 2 des Anhangs IX
         des Statuts und Art. 2 der ADB zu Anhang IX des Statuts hätte eröffnen müssen, ist zurückzuweisen. Nach diesen Bestimmungen
         sind nämlich die in ihnen vorgesehenen Verwaltungsuntersuchungen Teil eines Disziplinarverfahrens und müssen nur eingeleitet
         werden, wenn aufgrund von Beweisen zu vermuten ist, dass der Beamte gegen seine Verpflichtungen verstoßen hat; der Antrag
         auf Beistand enthielt jedoch keinen Umstand, der die Eröffnung einer solchen disziplinarischen Verwaltungsuntersuchung gegen
         den Generalsekretär gerechtfertigt hätte, ohne zunächst eine Voruntersuchung durchzuführen.
      
      78      Schließlich ist die Rüge zurückzuweisen, der EWSA habe es unter Verletzung der Verteidigungsrechte unterlassen, dem Kläger
         vor der Ablehnung des Antrags auf Beistand die Ergebnisse des Berichts des Kabinettschefs des Präsidenten sowie die verschiedenen
         Protokolle der Anhörungen im Rahmen der von ihm geführten Untersuchung zu übermitteln. Der Grundsatz der Beachtung der Verteidigungsrechte
         stellt zwar einen fundamentalen Grundsatz des Gemeinschaftsrechts dar, der in allen gegen eine Person eingeleiteten Verfahren,
         die zur Vornahme einer diese Person beschwerenden Handlung führen können, auch dann gewahrt werden muss, wenn eine Regelung
         für das betreffende Verfahren fehlt (vgl. u. a. Urteil des Gerichts erster Instanz vom 10. Juli 1997, Gaspari/Parlament, T-36/96,
         Randnr. 32). Jedoch kann im vorliegenden Fall das durch den Antrag auf Beistand eröffnete Verfahren nicht als ein Verfahren
         angesehen werden, das gegen den Kläger eingeleitet wurde (vgl. Urteil des Gerichts erster Instanz vom 27. Juni 2000, K/Kommission,
         T-67/99, Randnr. 72). Somit gehörte die Entscheidung vom 3. März 2010, soweit mit ihr der Antrag auf Beistand abgelehnt wurde,
         nicht zu den Entscheidungen, bei denen die Verteidigungsrechte gewahrt werden müssen.
      
      79      Folglich ist der zweite Klagegrund zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund eines Verstoßes gegen Art. 24 des Statuts, die Beistandspflicht und die Charta sowie des Vorliegens eines offensichtlichen
         Beurteilungsfehlers
      
      –       Vorbringen der Parteien
      80      Der Kläger bringt vor, er sei das Opfer von Mobbing geworden, und folglich habe der Präsident durch die Ablehnung des Antrags
         auf Beistand einen offenkundigen Beurteilungsfehler begangen, Art. 24 des Statuts und die Beistandspflicht verletzt und gegen
         die Art. 1 und 31 Abs. 1 der Charta verstoßen, nach denen „[d]ie Würde des Menschen … unantastbar [und] … zu achten und zu
         schützen [ist]“ und „[j]ede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer … das Recht auf gesunde, sichere und würdige Arbeitsbedingungen
         [hat]“.
      
      81      Der EWSA erwidert, das, was der Kläger als Mobbing einstufe, seien bloße Schwierigkeiten in der Beziehung zum Generalsekretär
         und Unstimmigkeiten in juristischen Angelegenheiten.
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      82      Art. 12a Abs. 3 des Statuts definiert Mobbing als „ungebührliches Verhalten“, dessen Nachweis die Erfüllung zweier kumulativer
         Voraussetzungen erfordert. Die erste Voraussetzung bezieht sich auf das Vorliegen von Verhaltensweisen, mündlichen oder schriftlichen
         Äußerungen, Handlungen oder Gesten, die „über einen längeren Zeitraum, wiederholt oder systematisch“ zum Ausdruck kommen,
         was impliziert, dass Mobbing als ein Vorgang zu verstehen ist, der notwendigerweise Verlaufscharakter hat und wiederholte
         oder fortgesetzte Vorgehensweisen voraussetzt, die „vorsätzlich“ begangen werden. Die zweite, kumulative Voraussetzung, die
         mit der ersten durch das Bindewort „und“ verknüpft ist, verlangt, dass diese Verhaltensweisen, mündlichen oder schriftlichen
         Äußerungen, Handlungen oder Gesten bewirken, dass die Persönlichkeit, die Würde oder die physische oder psychische Integrität
         einer Person angegriffen werden. Daraus, dass sich das Adverb „vorsätzlich“ auf die erste und nicht auf die zweite Voraussetzung
         bezieht, lässt sich zweierlei folgern. Zum einen müssen die in Art. 12a Abs. 3 des Statuts genannten Verhaltensweisen, mündlichen
         oder schriftlichen Äußerungen, Handlungen oder Gesten willensgesteuert sein, was sich zufällig abspielende Vorgänge vom Anwendungsbereich
         dieser Bestimmung ausschließt. Zum anderen wird demgegenüber nicht verlangt, dass diese Verhaltensweisen, mündlichen oder
         schriftlichen Äußerungen, Handlungen oder Gesten mit dem Vorsatz vorgenommen worden sind, die Persönlichkeit, die Würde oder
         die physische oder psychische Integrität einer Person anzugreifen.
      
      83      Es kann mit anderen Worten Mobbing im Sinne von Art. 12a Abs. 3 des Statuts vorliegen, ohne dass der Belästiger durch sein
         Vorgehen das Opfer in Misskredit bringen oder seine Arbeitsbedingungen absichtlich verschlechtern wollte. Es genügt, dass
         seine Handlungen, sofern sie willentlich begangen wurden, objektiv derartige Folgen hatten (vgl. in diesem Sinne Urteile des
         Gerichts vom 9. Dezember 2008, Q/Kommission, F-52/05, Randnr. 135, in diesem Punkt nicht aufgehoben durch das Urteil des Gerichts
         der Europäischen Union vom 12. Juli 2011, Kommission/Q, T-80/09 P, und vom 16. Mai 2012, Skareby/Kommission, F-42/10, Randnr. 65).
      
      84      Im Licht dieser Erwägungen ist über den Vorwurf des Mobbings zu entscheiden, was die Prüfung der vom Kläger dem Generalsekretär
         vorgeworfenen Vorgänge und die Klärung der Frage voraussetzt, ob diese Vorgänge objektiv einen Angriff auf die Persönlichkeit,
         die Würde oder die physische oder psychische Integrität des Klägers bewirkt haben.
      
      85      Als Erstes macht der Kläger geltend, der Generalsekretär habe versucht, Druck auf ihn auszuüben, damit er als Leiter des Juristischen
         Dienstes rechtliche Stellungnahmen unterschreibe, die juristisch fehlerhaft gewesen seien. Das sei insbesondere bei einer
         rückwirkenden Beförderung eines Beamten der Fall gewesen.
      
      86      Insoweit gehe aus der Akte hervor, dass im Rahmen des Beförderungsverfahrens 2008 der Präsident am 25. Januar 2009 beschlossen
         habe, unter offenkundigem Verstoß gegen die beim EWSA geltenden Regeln einen Beamten rückwirkend zum 1. Januar 2008 zu befördern.
      
      87      Selbst wenn jedoch diese Entscheidung „auf Vorschlag des Generalsekretärs“ erlassen wurde, ist darauf hinzuweisen, dass der
         Kläger ihn nicht beschuldigt, diese rechtswidrige Entscheidung veranlasst zu haben, und selbst anerkannte, dass der Generalsekretär
         auf Druck eines Mitglieds des Präsidiums gehandelt habe, das Präsident des EWSA werden wollte.
      
      88      Zudem bringt der Kläger keinen ausreichenden Nachweis für seine im Übrigen vom EWSA formell bestrittene Behauptung bei, dass
         der Generalsekretär ihm bei einer Versammlung am 8. Juni 2009 die Weisung erteilt habe, eine rechtliche Stellungnahme zu verfassen,
         die die Rechtmäßigkeit der fraglichen Entscheidung feststellen sollte. Insbesondere das Protokoll dieser Versammlung, das
         der Kläger im Übrigen selbst verfasst hat, beweist weder das Vorliegen solchen Drucks noch die Beleidigungen, die der Generalsekretär
         ihm gegenüber bei dieser Versammlung ausgesprochen haben soll.
      
      89      Im Übrigen trifft es zu, dass der Generalsekretär am 8. Juni 2009 Mitarbeitern des EWSA eine E-Mail schickte, in der er darauf
         hinwies, dass im Fall einer Klage gegen die betreffende rückwirkende Beförderungsverfügung ein Rechtsanwalt eingeschaltet
         werden müsse, da „klar ist, dass der Kläger nicht in der Lage ist, die Verwaltung in dem von ihr festgelegten Sinne zu unterstützen“.
      
      90      Das Gericht geht jedoch in Anbetracht der Umstände, unter denen diese E-Mail verschickt wurde, davon aus, dass diese nicht
         zum Gegenstand hatte, die beruflichen Fähigkeiten des Klägers in Frage zu stellen, sondern, angesichts der wiederholten Kritik
         des Klägers an der Rechtmäßigkeit der fraglichen Beförderungsentscheidung, zur Kenntnis zu nehmen, dass es im Fall einer Klage
         erforderlich sein werde, die Verteidigung des EWSA einem Anwalt zu übertragen. Im Übrigen erwähnte der Kläger in dem von ihm
         erstellten Protokoll der Versammlung vom 8. Juni 2009, dem Generalsekretär diese Lösung selbst vorgeschlagen zu haben.
      
      91      Somit ist der Vorwurf, der Generalsekretär habe versucht, Druck auf den Juristischen Dienst auszuüben, zurückzuweisen.
      
      92      Als Zweites macht der Kläger geltend, dass der EWSA eine Stellenausschreibung veröffentlicht habe, in der die Voraussetzungen
         für die Teilnahme am Auswahlverfahren absichtlich so abgefasst worden seien, dass seine Bewerbung ausgeschlossen sei.
      
      93      Insoweit ergibt sich aus der Akte, dass die Stellenausschreibung Nr. 26/09 (im Folgenden: erste Stellenausschreibung) zur
         Besetzung der Planstelle des Direktors der Direktion Allgemeine Angelegenheiten des EWSA (Besoldungsgruppe AD 14) am 6. Juli
         2009 im Intranet des EWSA nach dem in Art. 29 Abs. 1 des Statuts vorgesehenen Verfahren veröffentlicht wurde und in dieser
         für die Beamten des EWSA und der anderen Unionsorgane bestimmten Ausschreibung u. a. „gründliche Kenntnis zweier Amtssprachen
         der Europäischen Union und Kenntnis mindestens einer weiteren Amtssprache der Europäischen Union“ gefordert und darauf hingewiesen
         wurde, dass „[a]us dienstlichen Gründen gute [Englisch-] und [Französischkenntnisse] in höchstem Maße erwünscht sind“. Der
         Kläger bewarb sich für die in der ersten Stellenausschreibung genannte Planstelle.
      
      94      Nachdem in der Folge das Präsidium am 29. September 2009 beschloss, die erste Stellenausschreibung zurückzuziehen und „[die
         freie Stelle] nach Art. 29 [Abs. 1 und 2] des [S]tatuts neu zu veröffentlichen“, wurde die Stellenausschreibung Nr. 43/09
         zur Besetzung der Planstelle des Direktors der Direktion Allgemeine Angelegenheiten sowohl im Intranet des EWSA als auch im
         Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht (ABl. C 247 A, S. 1, im Folgenden: neue Stellenausschreibung). Die sprachlichen Anforderungen in der neuen
         Stellenausschreibung waren nunmehr die folgenden: „gründliche Kenntnis einer Amtssprache der Europäischen Union und sehr gute
         Kenntnis mindestens zweier weiterer Amtssprachen der Europäischen Union. Aus dienstlichen Gründen sind gute Englisch- und
         Französischkenntnisse in höchstem Maße erwünscht“. Der Kläger bekräftigte zunächst seine Bewerbung für die in der neuen Stellenausschreibung
         genannte Stelle, zog sie jedoch am 3. Dezember 2009 zurück.
      
      95      Wie das Gericht mit gesondertem Urteil vom heutigen Tag entschieden hat (Urteil vom 25. September 2012, Bermejo Garde/EWSA,
         F-51/10), bewirkte diese Änderung der sprachlichen Anforderungen praktisch den Ausschluss der Bewerbung des Klägers für die
         Stelle des Direktors der Direktion Allgemeine Angelegenheiten, da er nur gründliche Kenntnisse einer Amtssprache (Spanisch)
         hatte, über zumindest sehr gute Kenntnisse einer zweiten Amtssprache (Französisch), aber nur über eine „gute Kenntnis“ einer
         dritten Amtssprache der Union (Englisch) verfügte. Das Gericht schloss daraus, dass die neue Stellenausschreibung eine den
         Kläger beschwerende Maßnahme darstellte.
      
      96      Der Kläger führt jedoch keine genauen und übereinstimmenden Anhaltspunkte an, die seine Behauptung stützen könnten, die sprachlichen
         Anforderungen seien mit dem Ziel verändert worden, seine Bewerbung auszuschließen.
      
      97      Vielmehr ergibt sich aus den Akten, dass der EWSA dem Kläger und den anderen Kandidaten, die sich wie er auf die erste Stellenausschreibung
         beworben hatten, mitteilte, dass sie, vorbehaltlich anderslautender Mitteilung ihrerseits, als Bewerber auch für die neue
         Stellenausschreibung angesehen würden, was der Behauptung widerspricht, es liege ein Ermessensmissbrauch vor.
      
      98      Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass, wie sich auch aus der Akte ergibt, die sprachlichen Anforderungen nach der neuen Stellenausschreibung
         denen einer früheren Stellenausschreibung entsprechen, die am 24. Februar 2009 zur Besetzung der Stelle des Direktors der
         Direktion Human- und Finanzressourcen veröffentlicht wurde.
      
      99      Als Drittes macht der Kläger geltend, der Generalsekretär habe ihn unter dem Vorwand der Wiederherstellung guter Beziehungen
         zwischen dem Generalsekretariat und dem Juristischen Dienst zu einer Sitzung am 15. Oktober 2009 bestellt, die aber in Wirklichkeit
         eine echte „disziplinarische Anhörung“ gewesen sei. Der Kläger bringt jedoch keinen Beweis dafür bei, dass diese Sitzung einen
         solchen Charakter gehabt hat. Insbesondere kann die Anwesenheit des Leiters des Referats „Dienste für das Personal, Individuelle
         Rechte, Chancengleichheit“ bei der Sitzung an der Seite des Generalsekretärs keinen solchen Beweis darstellen.
      
      100    Da vor diesem Hintergrund die vom Kläger dem Generalsekretariat vorgeworfenen Tatsachen weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit
         einen objektiven Angriff auf die Persönlichkeit, die Würde oder die physische oder psychische Integrität des Klägers bewirkt
         haben, ist der Klagegrund, der Präsident habe einen offensichtlichen Beurteilungsfehler begangen, indem er es abgelehnt habe,
         festzustellen, dass der Kläger Opfer von Mobbing geworden sei, und indem er den Antrag auf Beistand abgelehnt habe, zurückzuweisen.
      
      101    Wenn schließlich der Kläger vorbringt, der Präsident habe versucht, ihn dazu zu bewegen, seinen Antrag auf Beistand einfach
         zurückzuziehen, was insbesondere dessen Befangenheit zeige, bezeugt dieser Umstand nur, dass der Präsident von der Unbegründetheit
         der vom Kläger erhobenen Mobbingvorwürfe überzeugt war und sich unter Wahrnehmung der Fürsorgepflicht und Beachtung des Grundsatzes
         der guten Verwaltung um eine Schlichtung des Rechtsstreits auf gütlichem Weg bemühte. Jedenfalls hat diese Initiative keinen
         Einfluss auf die Rechtmäßigkeit der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit mit ihr der Antrag auf Beistand abgelehnt wurde,
         da sie, wie ausgeführt, aufgrund eines regulären Verfahrens erlassen wurde und keinen offensichtlichen Beurteilungsfehler
         aufweist.
      
      102    Nach alledem ist der Antrag auf Aufhebung der Entscheidung vom 3. März 2010, soweit mit ihr der Antrag auf Beistand abgelehnt
         wurde, zurückzuweisen.
      
      2.     Zu den Anträgen auf Aufhebung der Entscheidung, mit der die Beendigung der früheren Tätigkeit verfügt wurde, sowie der Umsetzungsentscheidung
      103    Zur Stützung der Anträge auf Aufhebung der genannten Entscheidungen, die in Anbetracht ihrer Tragweite den Kläger beschwerende
         Maßnahmen darstellen (vgl. Urteil des Gerichts erster Instanz vom 16. April 2002, Fronia/Kommission, T-51/01, Randnr. 32),
         werden sieben Klagegründe geltend gemacht, nämlich:
      
      –        die Unzuständigkeit des Urhebers der Maßnahme,
      –        einen Verstoß gegen den Grundsatz der Wahrung der Verteidigungsrechte,
      –        einen Verstoß gegen die Begründungspflicht,
      –        einen Verstoß gegen die Art. 12a, 22a und 86 des Statuts,
      –        einen offensichtlichen Beurteilungsfehler,
      –        eine Verletzung der Fürsorgepflicht und einen Verstoß gegen den Grundsatz der guten Verwaltung sowie
      –        einen Verstoß gegen Art. 22b Abs. 1 des Statuts.
       Zum Klagegrund der Unzuständigkeit des Urhebers der Maßnahme
       Vorbringen der Parteien
      104    Der Kläger weist darauf hin, dass entgegen dem Anschein der wahre Urheber der Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit
         beendet und die Umsetzung verfügt wurde, der Generalsekretär und nicht der Präsident sei, was durch die Tatsache bezeugt werde,
         dass der Präsident in der Entscheidung, mit der die frühere Tätigkeit beendet wurde, dem Generalsekretär die Aufgabe übertragen
         habe, den neuen Aufgabenbereich des Klägers festzulegen.
      
      105    Jedenfalls zeige der Wortlaut der fraglichen Entscheidungen, dass sie nach Beratung und mit Zustimmung des Generalsekretärs
         getroffen worden seien, obwohl Art. 72 Abs. 1 der Geschäftsordnung dem Generalsekretär insoweit nur ein Vorschlagsrecht einräume.
      
      106    Der EWSA erwidert, dass der Präsident für den Erlass der Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung
         verfügt worden sei, zuständig gewesen sei.
      
       Würdigung durch das Gericht
      107    Wie in Randnr. 69 des vorliegenden Urteils ausgeführt, sieht Art. 72 Abs. 1 dritter Gedankenstrich der Geschäftsordnung des
         EWSA vor, dass die kraft Statut der Anstellungsbehörde zustehenden Befugnisse im Fall der Beamten der Besoldungsgruppen AD 13,
         AD 12 und AD 11 vom Präsidenten auf Vorschlag des Generalsekretärs ausgeübt werden.
      
      108    In diesem Fall ergibt sich aus dem Wortlaut der Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung
         verfügt wurde, dass diese Entscheidungen vom Präsidenten erlassen wurden, wie seine Unterschrift am Ende dieser Entscheidungen
         bezeugt.
      
      109    Der Kläger stützt sich jedoch auf die Tatsache, dass der Präsident in der Ergänzung vom 24. März 2010 darauf hinwies, dass
         die „Maßnahmen [zur Umsetzung]“ der Entscheidung, mit der die frühere Tätigkeit beendet wurde, nämlich die Festlegung seines
         neuen Aufgabenbereichs, „vom Generalsekretär ergriffen werden“. Allein aus diesem Wortlaut kann jedoch nicht abgeleitet werden,
         dass die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurde und die die Unterschrift
         des Präsidenten tragen, tatsächlich vom Generalsekretär und nicht vom Präsidenten erlassen wurden. Im Übrigen betonte der
         Präsident in der Ergänzung vom 24. März 2010, dass diese „Maßnahmen [zur Umsetzung]“ „unter [seiner] Verantwortung“ durchgeführt
         würden.
      
      110    Schließlich hat zwar der Präsident in den Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt
         wurde, darauf hingewiesen, dass sie „mit Zustimmung des Generalsekretärs“ getroffen worden seien, doch impliziert diese unglückliche
         Formulierung nicht, dass sich der Präsident zu Unrecht an die befürwortende Stellungnahme des Generalsekretärs gebunden sah
         und so die Tragweite seiner Befugnisse nach Art. 72 Abs. 1 dritter Gedankenstrich der Geschäftsordnung verkannte.
      
      111    Folglich ist der Klagegrund der Unzuständigkeit des Urhebers der Maßnahme als unbegründet zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Wahrung der Verteidigungsrechte
       Vorbringen der Parteien
      112    Der Kläger macht geltend, der Präsident habe dadurch, dass er ihn vor Erlass der Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit
         beendet und die Umsetzung verfügt wurden, nicht gehört habe, gegen den Grundsatz der Wahrung der Verteidigungsrechte verstoßen,
         der u. a. in Art. 41 Abs. 2 der Charta verankert sei.
      
      113    Der EWSA beantragt die Zurückweisung dieses Klagegrundes.
      
       Würdigung durch das Gericht
      114    Der Gerichtshof hat bereits entschieden, dass eine Umsetzungsentscheidung gegen den Willen eines Beamten in einem Kontext
         zwischenmenschlicher Schwierigkeiten wie dem vorliegenden die Anwendung des Grundsatzes der Wahrung der Verteidigungsrechte
         erfordert, eines fundamentalen Grundsatzes des Unionsrechts, auch wenn eine Regelung für das betreffende Verfahren fehlt (Urteil
         des Gerichtshofs vom 6. Dezember 2007, Marcuccio/Kommission, C-59/06 P, Randnr. 46).
      
      115    Daher kann eine solche Entscheidung nur getroffen werden, nachdem der Betroffene in der Lage war, zum Entscheidungsvorschlag
         rechtzeitig Stellung zu nehmen, im Rahmen eines von der Anstellungsbehörde initiierten mündlichen und/oder schriftlichen Austauschs,
         wofür ihr der Beweis obliegt (Urteil Marcuccio/Kommission, Randnr. 47).
      
      116    Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Akten, dass in der Entscheidung vom 3. März 2010 der Präsident dem Kläger seine Absicht
         mitteilte, ihn zu versetzen, zumal er ihn darauf hinwies, dass ihm demnächst „eine seiner Qualifikation und seiner Besoldungsgruppe
         entsprechende Aufgabe … in einem anderen Referat als dem Juristischen Dienst“ übertragen werde.
      
      117    Daher stand es dem Kläger als Adressaten der Entscheidung vom 3. März 2010 frei, sich zu seiner geplanten Umsetzung zu äußern.
      
      118    Da unter diesen Umständen der Kläger Stellung nehmen konnte, bevor der Präsident die Entscheidungen erließ, mit denen die
         frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurde, ist der Klagegrund eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Wahrung
         der Verteidigungsrechte zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund einer Verletzung der Begründungspflicht
       Vorbringen der Parteien
      119    Der Kläger macht geltend, die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt worden seien,
         seien entgegen Art. 41 Abs. 2 der Charta nicht mit Gründen versehen gewesen.
      
      120    Der EWSA beantragt die Zurückweisung dieses Klagegrundes.
      
       Würdigung durch das Gericht
      121    Nach ständiger Rechtsprechung soll die Begründungspflicht nach Art. 25 Abs. 2 des Statuts zum einen dem Betroffenen ausreichende
         Hinweise geben, um die Begründetheit der ihn beschwerenden Maßnahme und die Zweckmäßigkeit einer Klageerhebung beim Gericht
         zu bewerten, und zum anderen es dem Gericht ermöglichen, die Rechtmäßigkeit der Maßnahme zu überprüfen (Urteil des Gerichts
         erster Instanz vom 15. September 2005, Casini/Kommission, T-132/03, Randnr. 30 und die dort angeführte Rechtsprechung). Außerdem
         umfasst nach Art. 41 Abs. 2 Buchst. c der Charta das Grundrecht auf eine gute Verwaltung insbesondere „die Pflicht der Verwaltung,
         ihre Entscheidungen zu begründen“.
      
      122    Zudem ist eine Entscheidung, die die Versetzung eines Beamten gegen seinen Willen vorsieht, eine beschwerende Maßnahme im
         Sinne des Art. 25 des Statuts und muss daher begründet werden (Urteil des Gerichts erster Instanz vom 23. November 1999, Sabbioni/Kommission,
         T-129/98, Randnr. 28).
      
      123    Schließlich ist nach ständiger Rechtsprechung der Umfang der Begründungspflicht in jedem Fall aufgrund der konkreten Umstände
         zu ermitteln (Urteile des Gerichtshofs vom 14. Juli 1977, Geist/Kommission, 61/76, Randnr. 28, und vom 13. Dezember 1989,
         Prelle/Kommission, C-169/88, Randnr. 9). Insbesondere ist eine Entscheidung hinreichend begründet, wenn sie in einem Zusammenhang
         ergangen ist, der dem betroffenen Beamten bekannt war und ihm gestattet, die Tragweite der ihm gegenüber getroffenen Maßnahme
         zu verstehen (Urteil des Gerichts erster Instanz vom 1. April 2004, N/Kommission, T-198/02, Randnr. 70).
      
      124    Eine Entscheidung ist nach ständiger Rechtsprechung in einem Zusammenhang ergangen, der dem betroffenen Beamten bekannt war,
         und erfüllt daher die Begründungsanforderungen nach Art. 25 des Statuts, wenn sich aus den Umständen, unter denen die fragliche
         Entscheidung erlassen wurde, sowie aus den dienstlichen Vermerken und den übrigen, die Entscheidung begleitenden Mitteilungen
         die wesentlichen Faktoren erkennen lassen, von denen sich die Verwaltung bei ihrer Entscheidung leiten ließ (Urteil Sabbioni/Kommission,
         Randnrn. 29 und 30).
      
      125    Im vorliegenden Fall trifft es zu, dass die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt
         wurde, rechtlich nicht hinreichend begründet sind und dass sich insbesondere die Entscheidung, mit der die frühere Tätigkeit
         beendet wurde, darauf beschränkt, allgemein auf das „dienstliche Interesse“ zu verweisen.
      
      126    Es ist jedoch festzustellen, dass die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurde,
         in einem Zusammenhang ergangen sind, der dem Kläger bekannt war. In der Entscheidung vom 3. März 2010 wies der Präsident den
         Kläger nämlich darauf hin, dass die Umsetzungsmaßnahme, von der er demnächst betroffen sein würde, durch die Zurückweisung
         der Vorwürfe einer „Verfolgung am Arbeitsplatz“ gerechtfertigt sei, die er gegenüber dem Generalsekretär erhoben habe, und
         dass diese Maßnahme wie die anderen, die im Rahmen dieser Umsetzung getroffen werden könnten, darauf abziele, „den ordnungsgemäßen
         Ablauf der Verwaltungstätigkeit zu fördern“ und zu ermöglichen, dass die „Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten
         im Generalsekretariat unter Beachtung des Grundsatzes der guten Verwaltung und der Wahrnehmung der jeweils eigenen Zuständigkeiten,
         Verantwortungsbereiche und Befugnisse durch die verschiedenen Stellen“ überwunden würden. Außerdem zeigt der Inhalt der Beschwerde
         des Klägers gegen die streitigen Entscheidungen deutlich, dass er von der Tatsache Kenntnis hatte, dass die Entscheidungen
         getroffen wurden, weil die Anträge auf Beistand und auf Befassung des OLAF aus der Sicht der Verwaltung unbegründet waren.
      
      127    Jedenfalls ist darauf hinzuweisen, dass selbst unter der Annahme, dass der Zusammenhang, in dem die Entscheidungen ergingen,
         mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurde, dem Kläger nicht ermöglichte, die Tragweite dieser
         Entscheidungen zu verstehen, nach der Rechtsprechung eine unzureichende Begründung durch entsprechende Ergänzungen durch die
         Verwaltung während des gerichtlichen Verfahrens geheilt werden kann (vgl. Urteil des Gerichts erster Instanz vom 19. September
         1996, Brunagel/Parlament, T-158/94, Randnr. 115). Dies ist jedoch hier der Fall gewesen, da der EWSA in seiner Klagebeantwortung
         und seiner Gegenerwiderung die tatsächlichen und rechtlichen Gründe für die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit
         beendet und die Umsetzung verfügt wurde, umfassend dargelegt hat. Insbesondere in der Klagebeantwortung weist der EWSA darauf
         hin, dass „der Grad der Persönlichkeit und Heftigkeit der verschiedenen Anschuldigungen des Klägers in seiner Beschwerde,
         insbesondere gegen die Person des Generalsekretärs, das Vertrauen erschüttert hatte, das insbesondere für die Funktion des
         Klägers als Leiter [des Juristischen Dienstes] erforderlich ist“, und dass „die einzig gangbare Lösung aus der Sicht der Interessen
         sowohl des Organs als auch des Klägers war, ihm eine Stelle zuzuweisen, die keine enge Beziehung zum Generalsekretär mit sich
         bringt“.
      
      128    Folglich ist der dritte Klagegrund eines Verstoßes gegen die Begründungspflicht zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund eines Verstoßes gegen die Art. 12a, 22a und 86 des Statuts
       Vorbringen der Parteien
      129    Der Kläger macht geltend, er sei entgegen den Art. 12a, 22a und 86 des Statuts Opfer einer verschleierten Strafe geworden,
         da er den Beistand seines Arbeitgebers beantragt habe und diesen über gravierende Regelwidrigkeiten informiert habe, die der
         Generalsekretär begangen habe.
      
      130    Der EWSA beantragt die Zurückweisung des Klagegrundes.
      
       Würdigung durch das Gericht
      131    Art. 12a Abs. 2 des Statuts bestimmt, dass „[e]inem Beamten, der das Opfer von Mobbing oder sexueller Belästigung gewesen
         ist, … von Seiten des Organs keine Nachteile [entstehen]“ und dass „[e]inem Beamten, der über Mobbing oder sexuelle Belästigung
         ausgesagt hat, … von Seiten des Organs keine Nachteile [entstehen], sofern er in gutem Glauben gehandelt hat“. Art. 22a Abs. 3
         des Statuts sieht vor, dass dem Beamten, der Kenntnis von Tatsachen nach Art. 22a Abs. 1 des Statuts erhält, d. h. Tatsachen,
         die die Möglichkeit rechtswidriger Handlungen, „einschließlich Betrug oder Korruption, zum Nachteil der Interessen der [Union]“,
         oder eine schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten der Beamten vermuten lassen, und der unverzüglich seine Vorgesetzten
         oder direkt das OLAF unterrichtet, „… seitens des Organs keine nachteiligen Auswirkungen … erwachsen [dürfen], sofern er dabei
         in Treu und Glauben gehandelt hat“. Schließlich kann nach Art. 86 Abs. 1 des Statuts „[g]egen Beamte oder ehemalige Beamte,
         die vorsätzlich oder fahrlässig die ihnen durch das Statut auferlegten Pflichten verletzen, … eine Disziplinarstrafe verhängt
         werden“.
      
      132    Im vorliegenden Fall kann nicht bestritten werden, dass dem Kläger im Anschluss an die Übermittlung seines Schreibens vom
         7. Dezember 2009, in dem der Antrag auf Beistand und der Antrag auf Befassung des OLAF enthalten sind, nachteilige Auswirkungen
         erwachsen sind. Er wurde nämlich wegen der Übermittlung dieses Schreibens seiner Funktion als Verantwortlicher für den Juristischen
         Dienst enthoben, die er seit 1. Juni 1997 ausgeübt hatte.
      
      133    Jedoch kann diese nachteilige Auswirkung nur unter der Voraussetzung eine Verletzung der Art. 12a und 22a des Statuts durch
         den EWSA darstellen, wenn feststeht, dass der Kläger tatsächlich in Treu und Glauben Hinweise übermittelte, die das Vorliegen
         zum einen eines Mobbings, dessen Opfer er wurde, und zum anderen rechtswidriger Handlungen, einschließlich Betrug oder Korruption
         oder einer schwerwiegenden Verletzung der Dienstpflichten der Beamten, vermuten ließen.
      
      134    In dieser Hinsicht hat das Gericht bei der Feststellung, ob ein Beamter in Treu und Glauben vom Recht auf Weitergabe nach
         den Art. 12a und 22a des Statuts Gebrauch gemacht hat, mehrere Faktoren zu berücksichtigen.
      
      135    Das Gericht hat zunächst zu prüfen, ob die Informationen, hinsichtlich deren der Beamte beschließt, sie seinen Vorgesetzten
         oder gegebenenfalls direkt dem OLAF zu übermitteln, Regelwidrigkeiten betreffen, die, sollten sie tatsächlich begangen worden
         sein, offensichtlich schwerwiegenden Charakter haben. Dies folgt aus der Tatsache, dass nach Art. 22a Abs. 1 des Statuts Betrug
         oder Korruption, und zwar „zum Nachteil der Interessen der [Union]“, zu den rechtswidrigen Handlungen zählen, deren Anzeige
         vorgesehen ist. Ebenso darf nach Art. 22a Abs. 1 des Statuts eine Verletzung der Dienstpflichten des Beamten nur unter der
         Bedingung angezeigt werden, dass sie „schwerwiegend“ ist.
      
      136    Der zweite zu berücksichtigende Faktor ist die Authentizität oder zumindest die Glaubwürdigkeit der weitergegebenen Informationen.
         Die Ausübung der Freiheit der Meinungsäußerung, zu der die Möglichkeit eines Beamten gehört, Mobbing oder rechtswidrige Handlungen
         oder eine schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten der Beamten anzuzeigen, ist nämlich mit Pflichten und Verantwortlichkeiten
         verbunden, und wer beschließt, solche Informationen weiterzugeben, muss, soweit die Umstände das zulassen, genau prüfen, ob
         sie genau und glaubwürdig sind. Der Beamte, der Unregelmäßigkeiten anzeigt, die seines Erachtens unter die Art. 12a und 22a
         des Statuts fallen, ist daher verpflichtet, sich zu vergewissern, dass seine Anschuldigungen auf genauen Tatsachen beruhen
         oder sich zumindest auf eine „ausreichende Tatsachengrundlage“ stützen (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
         vom 21. Juli 2011, Heinisch/Deutschland, Nr. 28274/08, § 79). Insoweit hat das Gericht entschieden, dass Art. 22a des Statuts
         nur auf die Mitteilung konkreter Tatsachen abziele, deren erste Einschätzung den Beamten, der sie übermittelt, vernünftigerweise
         zu der Annahme bringen konnte, dass eine rechtswidrige Handlung oder eine schwere Pflichtverletzung vorliegt, und dass diese
         Bestimmung darüber hinaus mit der Pflicht der Beamten zur Objektivität, Unparteilichkeit und Wahrung der Amtswürde und mit
         ihrer Loyalitätspflicht sowie mit ihrer Pflicht, das Ansehen der betroffenen Personen und die Vermutung ihrer Unschuld zu
         wahren, in Einklang zu bringen ist (Urteil des Gerichts vom 13. Januar 2011, Nijs/Rechnungshof, F-77/09, Randnrn. 66 bis 70).
      
      137    Das Gericht hat auch die vom Beamten für die Informationsweitergabe verwendeten Mittel zu berücksichtigen und insbesondere
         bei Unregelmäßigkeiten nach Art. 22a Abs. 1 des Statuts zu prüfen, ob der Beamte sich an die zuständige Behörde oder Stelle
         gewendet hat, nämlich „seinen unmittelbaren Vorgesetzten oder Generaldirektor oder, falls er dies für zweckdienlich hält,
         den Generalsekretär oder Personen in vergleichbaren Positionen bzw. direkt das [OLAF]“.
      
      138    Schließlich ist der Beweggrund des Beamten, der die rechtswidrigen Handlungen anzeigt, ein anderer Faktor bei der Beurteilung,
         ob er in Treu und Glauben gehandelt hat. Eine Anzeige, die durch persönliche Vorwürfe oder Feindseligkeiten oder durch die
         Aussicht auf einen persönlichen, insbesondere finanziellen, Vorteil motiviert ist, kann nicht als in Treu und Glauben erstattete
         Anzeige angesehen werden.
      
      139    Das Gericht hat die Begründetheit des Klagegrundes eines Verstoßes gegen die Art. 12a, 22a und 86 des Statuts im Licht der
         vorstehenden Erwägungen zu prüfen.
      
      140    Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Kläger im Schreiben vom 7. Dezember 2009 mit ernsten Worten Anschuldigungen in erster
         Linie gegen den Generalsekretär erhob und ihn des Mobbings und rechtswidriger Handlungen beschuldigte, von denen einige Verstöße
         gegen das belgische Strafgesetzbuch darstellten.
      
      141    Das Gericht geht jedoch davon aus, dass das Schreiben vom 7. Dezember 2009 keinen Anhaltspunkt für Mobbing im Sinne von Art. 12a
         des Statuts oder für eine rechtswidrige Handlung oder eine schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten der Beamten im Sinne
         von Art. 22a des Statuts enthielt.
      
      142    Erstens rügte der Kläger, dass der Generalsekretär ihn gemobbt habe, indem er insbesondere von ihm verlangt habe, rechtlich
         unrichtige Stellungnahmen abzugeben. Jedoch hat der Kläger, wie weiter oben ausgeführt, nichts vorgebracht, was den Schluss
         oder zumindest die Vermutung zuließe, dass er Opfer von Verhaltensweisen gewesen sei, die seine Persönlichkeit, Würde oder
         physische oder psychische Integrität angriffen.
      
      143    Zweitens zeigte der Kläger den Generalsekretär auch deswegen an, weil dieser den OLAF nicht mit dem Fall eines Beamten befasst
         habe, der Gegenstände des EWSA unterschlagen habe, und keine Disziplinarstrafe gegen diesen Beamten verhängt habe. Jedoch
         kann eine solche Vorgehensweise des Generalsekretärs nicht als rechtswidrige Handlung oder schwerwiegende Verletzung der Dienstpflichten
         der Beamten im Sinne des Art. 22a Abs. 1 des Statuts eingestuft werden, insbesondere wenn man den bescheidenen Wert der vom
         fraglichen Beamten unterschlagenen Gegenstände und die Entscheidung des Disziplinarrats, keine Disziplinarstrafe gegen ihn
         zu verhängen, berücksichtigt. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Generalsekretär auf der Grundlage von Art. 3 Buchst. b
         des Anhangs IX des Statuts gegenüber dem Beamten eine Ermahnung ausgesprochen hat.
      
      144    Drittens beschuldigte der Kläger den Generalsekretär, gegen Art. 27 der Haushaltsordnung und Art. 21 Abs. 1 des Anhangs IX
         des Statuts verstoßen zu haben. Der Generalsekretär habe nämlich die Anweisung gegeben, dem Anwalt des im vorigen Absatz genannten
         Beamten eine Summe von 32 019 Euro zu zahlen, was den Gebühren des Anwalts nicht nur im Rahmen des gegen diesen Beamten eröffneten
         Disziplinarverfahrens, sondern auch der Voruntersuchung vor Eröffnung des Disziplinarverfahrens entsprochen habe. Der Kläger
         weist jedoch darauf hin, dass nach Art. 21 Abs. 1 des Anhangs IX des Statuts ein Organ nur verpflichtet ist, die im Lauf eines
         Disziplinarverfahrens entstandenen Kosten zu tragen, das nicht mit der Verhängung einer Strafe endet.
      
      145    Es ist jedoch nicht erwiesen, dass die fraglichen Gebühren nicht ausschließlich anlässlich des Disziplinarverfahrens gegen
         den Beamten angefallen sind, der einer Straftat schuldig sei. Der Kläger als Leiter des Juristischen Dienstes konnte zwar
         im Hinblick auf ähnliche Verfahren auf dem Gebiet des europäischen öffentlichen Dienstes die Höhe dieser Summe legitimerweise
         hinterfragen, jedoch ergibt sich aus der Akte nicht, dass sie unter Berücksichtigung der Dauer des Disziplinarverfahrens und
         der Anzahl der vom Disziplinarrat abgehaltenen Sitzungen offenbar übermäßig wäre und folglich die Anweisung durch den Generalsekretär,
         diese zu bezahlen, den Antrag auf Befassung des OLAF gerechtfertigt hätte.
      
      146    Viertens zeigte der Kläger im Schreiben vom 7. Dezember 2009 Unregelmäßigkeiten beim Verfahren zur Besetzung der Stellen des
         Direktors der Direktion A des Bereichs Beratende Arbeiten und des Direktors für Human- und Finanzressourcen im Jahr 2009 an,
         Unregelmäßigkeiten, die in erster Linie die verlangte Qualifikation für diese Stellen, die Zusammensetzung des Auswahlgremiums
         oder die Prüfung der Bewerbungen betrafen. Es trifft zwar zu, dass der Kabinettschef des Präsidenten selbst in seinem Untersuchungsbericht
         das Vorliegen „bedauerlicher Fehler“ bestätigte, jedoch ergibt sich aus der Akte nicht, dass diese die Schwere von Unregelmäßigkeiten
         nach Art. 22a Abs. 1 des Statuts aufwiesen. Schließlich hat der Betroffene selbst im Schreiben vom 7. Dezember 2009 klargestellt,
         dass zum einen das Verfahren zur Auswahl des erfolgreichen Bewerbers für die Stelle des Direktors der Direktion A des Bereichs
         Beratende Arbeiten von „praktischen Möglichkeiten des Irrtums oder des Betrugs“ frei gewesen sei und zum anderen das Verfahren
         zur Einstellung des Direktors für Human- und Finanzressourcen kurz vor der Übermittlung des Schreibens vom 7. Dezember 2009
         schließlich für nichtig erklärt worden sei.
      
      147    Fünftens ergibt sich entgegen den Behauptungen im Schreiben vom 7. Dezember 2009 aus der Akte nicht, dass der Generalsekretär
         sich die Befugnisse des Präsidiums oder des Präsidenten bei der Ernennung bestimmter hoher Beamter des EWSA angemaßt habe.
         Außerdem übte zwar zum Zeitpunkt der Übermittlung des Schreibens vom 7. Dezember 2009 der Generalsekretär seit mehr als einem
         Jahr die Funktion des Direktors für Human- und Finanzressourcen vorübergehend aus, doch war eine solche Situation, obwohl
         sie vom Kabinettschef des Präsidenten in seinem Untersuchungsbericht als „nicht normal“ eingestuft wurde, nicht so schwerwiegend,
         dass sie Gegenstand einer Anzeige nach Art. 22a Abs. 1 des Statuts sein konnte. Dasselbe gilt für den vom Kläger dem Generalsekretär
         gemachten Vorwurf, die Art der Tätigkeit und den Aufgabenbereich des stellvertretenden Generalsekretärs nicht hinreichend
         genau beschrieben zu haben.
      
      148    Sechstens beschuldigte der Kläger schließlich im Schreiben vom 7. Dezember 2009 auch den Leiter des Referats „Einstellung,
         Laufbahn, Weiterbildung“ der Direktion für Human- und Finanzressourcen, gegen Art. 11a Abs. 1 des Statuts verstoßen zu haben,
         wonach „[d]er Beamte … sich bei der Ausübung seines Amtes … nicht mit Angelegenheiten befassen [darf], an denen er mittelbar
         oder unmittelbar ein persönliches, insbesondere ein familiäres oder finanzielles Interesse hat, das seine Unabhängigkeit beeinträchtigen
         kann“. In dieser Hinsicht ergibt sich nämlich aus der Akte, dass dieser Referatsleiter der Direktion für Human- und Finanzressourcen
         Bewerber für die Stelle des Direktors dieser Direktion war, und er sich bemühte, die Mitglieder des Juristischen Dienstes
         von der Unrichtigkeit einer von diesem abgegebenen Stellungnahme zur Möglichkeit für einen Beamten der Besoldungsgruppe AD 14,
         sich für diese Stelle zu bewerben, zu überzeugen. Jedoch kann unter Berücksichtigung der von diesem Referatsleiter wahrgenommenen
         Verantwortungsbereiche die Äußerung einer abweichenden Meinung zum Inhalt einer Stellungnahme des Juristischen Dienstes als
         solche keinen Verstoß dieses Beamten gegen die Verpflichtungen aus Art. 11a Abs. 1 des Statuts darstellen.
      
      149    Die Informationen im Schreiben vom 7. Dezember 2009 zeugten somit weder von Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung von solcher
         Schwere, dass sie das Vorliegen von Mobbing nahelegten, dessen Opfer der Kläger geworden sei, noch, allgemeiner, vom Vorliegen
         einer rechtswidrigen Handlung, insbesondere Betrug oder Korruption, oder einer schwerwiegenden Verletzung der Dienstpflichten
         der Beamten im Sinne von Art. 22a Abs. 1 des Statuts.
      
      150    Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass der Kläger sich nicht darauf beschränkte, das Schreiben vom 7. Dezember 2009 an den
         Präsidenten sowie die Vorsitzenden der Gruppen zu richten, sondern auch mit E-Mail, die am Tag der Hinterlegung des Schreibens
         vom 7. Dezember 2009 verschickt wurde, die anderen Mitglieder des Präsidiums informierte, dass er soeben in den Räumen ihrer
         Gruppe für jeden von ihnen einen Umschlag mit einer Kopie dieses Schreibens hinterlegt habe, während Art. 22a Abs. 1 des Statuts
         vorsieht, dass ein Beamter, der beabsichtigt, von seinem Recht zur Anzeige nach diesem Artikel Gebrauch zu machen, „… unverzüglich
         seinen unmittelbaren Vorgesetzten oder Generaldirektor oder, falls er dies für zweckdienlich hält, den Generalsekretär oder
         Personen in vergleichbaren Positionen [unterrichten]“ muss. Indem er den Anschuldigungen in diesem Schreiben eine besonders
         große Publizität verschaffen wollte, hat der Betroffene gegen die Pflicht verstoßen, größtmögliche Vorsicht und Zurückhaltung
         bei der Veröffentlichung von Anschuldigungen an den Tag zu legen, die in die Zuständigkeit des OLAF fallen (Urteil Nijs/Rechnungshof,
         Randnr. 80).
      
      151    Unter diesen Umständen ist das Vorbringen des Klägers, dass die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und
         die Umsetzung verfügt wurden, mit denen ihm im Übrigen nicht seine Eigenschaft als Referatsleiter entzogen wurde, unter Verstoß
         gegen Art. 12a Abs. 2 und Art. 22a Abs. 3 des Statuts erlassen worden seien oder entgegen Art. 86 des Statuts eine verschleierte
         Sanktion dargestellt hätten, unbegründet.
      
      152    Der vierte Klagegrund ist daher zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund eines offensichtlichen Beurteilungsfehlers
       Vorbringen der Parteien
      153    Der Kläger macht geltend, die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurden, seien
         mit einem offensichtlichen Beurteilungsfehler behaftet, da sie entgegen dem dienstlichen Interesse getroffen worden seien.
         Insbesondere sei er an der Spitze des Juristischen Dienstes nicht ersetzt worden, und der EWSA habe entgegen Art. 71 Abs. 6
         der Geschäftsordnung gezögert, die durch diese Entscheidungen bewirkten Änderungen seiner inneren Organisation in seinem Organigramm
         anzuführen. Schließlich sei sein neuer Verantwortungsbereich deutlich kleiner als der, den er vor seiner Umsetzung wahrgenommen
         habe.
      
      154    Der EWSA erwidert, die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt worden seien, seien
         wegen des Vertrauensverlusts zwischen dem Kläger und dem Generalsekretär infolge unbegründeter persönlicher Angriffe des Ersteren
         gegen den Letzteren im dienstlichen Interesse getroffen worden. Als einzig mögliche Lösung unter dem Blickwinkel der Interessen
         sowohl des EWSA als auch des Klägers sei er gezwungen gewesen, Letzteren einer Dienststelle zuzuweisen, an der jede enge Beziehung
         mit dem Generalsekretär ausgeschlossen sei.
      
      155    Zudem bringe die neue Tätigkeit des Klägers entgegen seinen Behauptungen keine wesentliche Verringerung seines Verantwortungsbereichs
         mit sich.
      
       Würdigung durch das Gericht
      156    Nach der Rechtsprechung hat zwar die Verwaltung jedes Interesse daran, die Beamten nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und ihrer
         persönlichen Präferenzen zu verwenden, jedoch kann diesen nicht das Recht zuerkannt werden, spezifische Tätigkeiten beizubehalten.
         Auch wenn daher das Statut insbesondere in Art. 7 nicht ausdrücklich die Möglichkeit vorsieht, einen Beamten „umzusetzen“,
         verfügen die Organe nach ständiger Rechtsprechung bei der Organisation ihrer Dienststellen entsprechend den ihnen übertragenen
         Aufgaben und bei der Verwendung des ihnen zur Verfügung stehenden Personals für diese Aufgaben über ein weites Ermessen, sofern
         diese Verwendung zum einen im dienstlichen Interesse und zum anderen unter Berücksichtigung der Gleichwertigkeit der Dienstposten
         erfolgt (Urteil des Gerichtshofs vom 23. März 1988, Hecq/Kommission, 19/87, Randnr. 6; Urteil des Gerichts vom 25. Januar
         2007, de Albuquerque/Kommission, F-55/06, Randnr. 55).
      
      157    Im vorliegenden Fall ist daher zu prüfen, ob die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung
         verfügt wurden, die beiden angeführten Bedingungen erfüllten.
      
      –       Zum dienstlichen Interesse
      158    Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass unter Berücksichtigung des Ermessens der Organe bei der Bewertung des dienstlichen Interesses
         sich die Kontrolle des Gerichts, ob das dienstliche Interesse gewahrt wurde, auf die Frage beschränken muss, ob sich die Anstellungsbehörde
         innerhalb vernünftiger Grenzen gehalten und von ihrem Ermessen nicht offensichtlich fehlerhaft Gebrauch gemacht hat (Urteil
         des Gerichts erster Instanz vom 12. Dezember 2000, Dejaiffe/HABM, T-223/99, Randnr. 53).
      
      159    Insoweit können nach der Rechtsprechung Schwierigkeiten in den innerdienstlichen Beziehungen, wenn durch diese Schwierigkeiten
         Spannungen entstehen, die einem reibungslosen Dienstbetrieb abträglich sind, die Versetzung eines Beamten im dienstlichen
         Interesse rechtfertigen, um eine unhaltbar gewordene dienstliche Situation zu beenden (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs
         vom 7. März 1990, Hecq/Kommission, C-116/88 und C-149/88, Randnr. 22, und vom 12. November 1996, Ojha/Kommission, C-294/95 P,
         Randnr. 41; Urteil des Gerichts erster Instanz vom 28. Mai 1998, W/Kommission, T-78/96 und T-170/96, Randnr. 88). Für eine
         solche Umsetzung im dienstlichen Interesse ist die Zustimmung des betreffenden Beamten nicht erforderlich (vgl. in diesem
         Sinne Urteil des Gerichts erster Instanz vom 15. September 1998, De Persio/Kommission, T-23/96, Randnr. 138). Außerdem ist
         es für die Prüfung, ob diese Spannungen die Versetzung eines Beamten im dienstlichen Interesse rechtfertigen können, einerlei,
         wer für die fraglichen Vorfälle verantwortlich ist und ob die Vorwürfe begründet sind (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs
         vom 12. Juli 1979, List/Kommission, 124/78, Randnr. 13, und Ojha/Kommission, Randnr. 41).
      
      160    Im vorliegenden Fall bestand zum Zeitpunkt des Erlasses der Entscheidung, mit der die frühere Tätigkeit beendet wurde, zwischen
         dem Kläger und dem Generalsekretär offensichtlich wegen der Übermittlung des Schreibens vom 7. Dezember 2009 ein besonders
         konfliktgeladenes Verhältnis. Dieses war im Hinblick auf die dem Juristischen Dienst zugewiesenen Aufgaben, insbesondere die
         Unterstützung des Generalsekretärs, geeignet, die Funktionsweise des EWSA zu stören.
      
      161    Unter diesen Umständen ist dem Präsidenten, da das Schreiben vom 7. Dezember 2009, wie ausgeführt, keine Anhaltspunkte für
         Mobbing oder Unregelmäßigkeiten im Sinne von Art. 22a Abs. 1 des Statuts enthielt, bei seiner Einschätzung, das dienstliche
         Interesse erfordere die Beendigung einer dienstlichen Situation, die für den EWSA schädlich geworden sei und die Umsetzung
         des Klägers rechtfertige, kein offensichtlicher Beurteilungsfehler unterlaufen.
      
      –       Zur Gleichwertigkeit der Dienstposten
      162    Es ist darauf hinzuweisen, dass im Fall der Änderung der einem Beamten zugewiesenen Aufgaben der Grundsatz der Entsprechung
         von Besoldungsgruppe und Dienstposten, der insbesondere in Art. 7 des Statuts zum Ausdruck gelangt, einen Vergleich zwischen
         der Besoldungsgruppe und den gegenwärtigen Aufgaben des Beamten und keinen Vergleich zwischen seinen gegenwärtigen und seinen
         früheren Aufgaben beinhaltet (Urteil des Gerichts vom 8. Mai 2008, Kerstens/Kommission, F-119/06, Randnr. 96).
      
      163    Daher steht der Grundsatz der Entsprechung von Besoldungsgruppe und Dienstposten nicht einer Entscheidung entgegen, die die
         Zuweisung neuer Aufgaben mit sich bringt, die sich zwar von den früher ausgeübten unterscheiden und vom Betroffenen als Verringerung
         seiner Aufgaben empfunden werden, aber gleichwohl mit dem seiner Besoldungsgruppe entsprechenden Dienstposten übereinstimmen.
         Eine tatsächliche Verringerung der Aufgaben eines Beamten verstößt daher nur dann gegen den Grundsatz der Entsprechung von
         Besoldungsgruppe und Dienstposten, wenn seine Aufgaben unter Berücksichtigung ihrer Art, ihrer Bedeutung und ihres Umfangs
         insgesamt eindeutig hinter denen zurückbleiben, die seiner Besoldungsgruppe und seinem Dienstposten entsprechen (Urteil Hecq/Kommission,
         19/87, Randnr. 7; Urteil des Gerichts erster Instanz vom 23. Oktober 1990, Pitrone/Kommission, T-46/89, Randnr. 35).
      
      164    Schließlich will das Statut zwar den Beamten die erreichte Besoldungsgruppe und einen Dienstposten gewährleisten, der dieser
         Besoldungsgruppe entspricht, aber das Statut gibt dem Beamten keinen Anspruch auf einen bestimmten Dienstposten, sondern belässt
         im Gegenteil der Anstellungsbehörde die Befugnis, die Beamten im dienstlichen Interesse in die verschiedenen ihrer Besoldungsgruppe
         entsprechenden Dienstposten einzuweisen (Urteil W/Kommission, Randnr. 102). Im Übrigen hat die Verwaltung zwar jedes Interesse
         daran, die Beamten nach Maßgabe ihrer spezifischen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Präferenzen zu verwenden, doch kann
         einem Beamten nicht das Recht zuerkannt werden, spezifische Tätigkeiten auszuüben oder beizubehalten oder jede andere zu seiner
         Grundamtsbezeichnung gehörende Tätigkeit abzulehnen (Urteile des Gerichtshofs vom 22. Oktober 1981, Kruse/Kommission, 218/80,
         Randnr. 7, und vom 1. Juni 1983, Seton/Kommission, 36/81, 37/81 und 218/81, Randnrn. 41 bis 44; Urteil W/Kommission, Randnr. 105).
      
      165    In vorliegenden Fall steht fest, dass der Kläger durch die Umsetzungsentscheidung „als Referatsleiter“ in die Direktion Logistik
         umgesetzt wurde, „insbesondere zur Betreuung der Rechtsangelegenheiten betreffend Verträge und Ausschreibungen“. Es ist jedoch
         nicht erwiesen, dass die neuen Aufgaben nicht der Besoldungsgruppe des Betroffenen entsprachen. Zwar weist der Kläger darauf
         hin, dass juristische Fragen zu Verträgen und Ausschreibungen vor der Umsetzungsentscheidung beim EWSA nur am Rande von Bedeutung
         gewesen seien, doch kann aus diesem Umstand nicht geschlossen werden, dass die Aufgabe, juristische Fragen zu Verträgen und
         Ausschreibungen in der Direktion Logistik zu behandeln, nicht ab der Umsetzung des Klägers an Bedeutung gewinnen und dank
         den juristischen Fachkenntnissen des Betroffenen zum Gegenstand gesteigerter Aufmerksamkeit beim EWSA werden konnte. Im Übrigen
         erkennt der Kläger selbst an, dass er mit der Abfassung eines Vademekums zu den juristischen Aspekten von Verträgen und Ausschreibungen
         beauftragt wurde.
      
      166    Schließlich kann die Tatsache, dass die Personalführung nicht mehr zu den neuen Aufgaben des Klägers zählt, keinen Beweis
         dafür darstellen, dass diese Aufgaben deutlich hinter denen zurückbleiben, die der Besoldungsgruppe des Klägers entsprechen,
         da, wie bereits entschieden wurde, die höchsten Besoldungsgruppen in der Rangordnung nicht notwendigerweise Führungskräften
         vorbehalten sind, sondern auch Beamten zugewiesen werden können, die Beratungsfunktionen auf hoher Ebene ausüben (Urteil Kerstens/Kommission,
         Randnr. 101).
      
      167    Vor diesem Hintergrund ist das Vorbringen des Klägers, die Umsetzungsentscheidung habe die Gleichwertigkeit der Dienstposten
         nicht gewahrt, unbegründet.
      
      168    Daher ist der fünfte Klagegrund eines offensichtlichen Beurteilungsfehlers zurückzuweisen.
      
       Zum Klagegrund einer Verletzung der Fürsorgepflicht und eines Verstoßes gegen den Grundsatz der guten Verwaltung
       Vorbringen der Parteien
      169    Der Kläger trägt vor, die Anstellungsbehörde habe gegen die Fürsorgepflicht und den Grundsatz der guten Verwaltung verstoßen,
         indem sie überstürzt und unbegründet die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt
         wurden, erlassen habe. Er sei mindestens 13 Tage, vom 24. März bis 13. April 2010, ohne Aufgabenbereich gelassen worden.
      
      170    Der EWSA tritt dem Klagegrund entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      171    Nach ständiger Rechtsprechung spiegelt die Fürsorgepflicht der Verwaltung gegenüber ihren Bediensteten zwar das Gleichgewicht
         zwischen den wechselseitigen Rechten und Pflichten wider, die das Statut im Verhältnis zwischen der Behörde und den öffentlichen
         Bediensteten geschaffen hat, doch können die Erfordernisse der Fürsorgepflicht die Anstellungsbehörde nicht daran hindern,
         die Maßnahmen zu ergreifen, die sie im dienstlichen Interesse für erforderlich hält, da die Besetzung jeder Planstelle in
         erster Linie auf dem dienstlichen Interesse beruhen muss. Angesichts des Umfangs des Ermessens, über das die Organe bei der
         Bewertung des dienstlichen Interesses verfügen, hat sich die Nachprüfung durch das Gericht auf die Frage zu beschränken, ob
         die Anstellungsbehörde sich innerhalb nicht zu beanstandender Grenzen gehalten und von ihrem Ermessen keinen offenkundig fehlerhaften
         Gebrauch gemacht hat.
      
      172    Im vorliegenden Fall ist der Klagegrund, dass die genannten Entscheidungen gegen die Fürsorgepflicht und den Grundsatz der
         guten Verwaltung verstoßen hätten, zurückzuweisen, da, wie ausgeführt, die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit
         beendet und die Umsetzung verfügt wurden, im dienstlichen Interesse getroffen wurden und nicht nachgewiesen wurde, dass sie
         eine verschleierte Sanktion darstellten. Wenn der Kläger im Übrigen vorbringt, er sei zwischen dem 24. März und dem 13. April
         2010 ohne Aufgabenbereich geblieben, ist dieser Umstand zwar bedauerlich, aber ohne Auswirkung auf die Rechtmäßigkeit dieser
         Entscheidungen.
      
      173    Folglich greift der sechste Klagegrund nicht durch.
      
       Zum Klagegrund eines Verstoßes gegen Art. 22b des Statuts
       Vorbringen der Parteien
      174    Der Kläger vertritt die Auffassung, die Anstellungsbehörde habe gegen Art. 22b des Statuts verstoßen, da sie es unterlassen
         habe, ihm innerhalb von 60 Tagen nach Übermittlung des Schreibens vom 7. Dezember 2009 alle zweckdienlichen Informationen
         über die Frist zu übermitteln, nach deren Ablauf er das Recht gehabt hätte, im Fall der Untätigkeit der Verwaltung die in
         seinem Schreiben enthaltenen Informationen an den Präsidenten der Europäischen Kommission, den Präsidenten des Rechnungshofes
         der Europäischen Union, den Präsidenten des Rates der Europäischen Union, den Präsidenten des Europäischen Parlaments oder
         an den Europäischen Bürgerbeauftragten weiterzugeben.
      
      175    Der EWSA beantragt die Zurückweisung des Klagegrundes.
      
       Würdigung durch das Gericht
      176    Nach Art. 22b Abs. 1 des Statuts „[dürfen d]em Beamten, der Informationen gemäß Artikel 22a an den Präsidenten der Kommission,
         den Präsidenten des Rechnungshofes, den Präsidenten des Rates, den Präsidenten des Europäischen Parlaments oder an den Europäischen
         Bürgerbeauftragten weitergegeben hat, … keine nachteiligen Auswirkungen seitens des Organs erwachsen, sofern die beiden folgenden
         Bedingungen erfüllt sind: a) Der Beamte hält die weitergegebenen Informationen und jede darin enthaltene Anschuldigung nach
         Treu und Glauben für im Wesentlichen wahr und b) er hat zuvor die gleichen Informationen dem [OLAF] oder seinem Organ übermittelt
         und abgewartet, bis das [OLAF] bzw. Organ binnen der Frist, die es in Anbetracht der Komplexität des Falles festgelegt hat,
         geeignete Maßnahmen ergriffen hat. Über diese Frist wird der Beamte binnen 60 Tagen ordnungsgemäß unterrichtet.“
      
      177    Im vorliegenden Fall wäre der vom Kläger erhobene Klagegrund nur stichhaltig, wenn die Anstellungsbehörde wegen der Anrufung
         des Präsidenten der Kommission, des Präsidenten des Rechnungshofes, des Präsidenten des Rates, des Präsidenten des Parlaments
         oder des Bürgerbeauftragten nach Art. 22b des Statuts durch den Kläger eine für ihn nachteilige Entscheidung getroffen hätte.
         Es ist jedoch weder erweislich noch wurde behauptet, dass der Kläger von diesem Verfahren nach Art. 22b des Statuts Gebrauch
         gemacht hat, und die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurden, stehen jedenfalls
         nicht im Zusammenhang mit einem solchen Verfahren.
      
      178    Der letzte Klagegrund greift daher nicht durch.
      
      179    Da sämtliche Klagegründe gegen die Entscheidungen, mit denen die frühere Tätigkeit beendet und die Umsetzung verfügt wurden,
         zurückgewiesen wurden, sind die Anträge auf Aufhebung dieser Entscheidungen zurückzuweisen.
      
      180    Nach alledem sind alle Anträge auf Aufhebung als unzulässig oder unbegründet abzuweisen.
      
      3.     Zum Antrag auf Schadensersatz
       Vorbringen der Parteien
      181    Der Kläger macht geltend, ihm sei durch die Rechtswidrigkeit der mit dieser Klage angefochtenen Entscheidungen ein immaterieller
         Schaden entstanden, den er nach billigem Ermessen mit 15 000 Euro beziffere.
      
      182    Zum immateriellen Schaden, den er erlitten habe, bringt der Kläger vor, dass er gezwungen gewesen sei, Anwaltsgebühren für
         das Vorverfahren auszulegen, wofür er eine Erstattung von 1 000 Euro beantrage.
      
      183    Der EWSA beantragt die Zurückweisung des Antrags auf Schadensersatz.
      
       Würdigung durch das Gericht
      184    Nach ständiger Rechtsprechung sind Anträge, die auf Wiedergutmachung eines Schadens im Bereich des Öffentlichen Diensts gerichtet
         sind, zurückzuweisen, wenn sie eng mit den als unbegründet zurückgewiesenen Anträgen auf Aufhebung verbunden sind (Urteil
         des Gerichts erster Instanz vom 10. Juni 2004, Liakoura/Rat, T-330/03, Randnr. 69). Da im vorliegenden Fall die Prüfung der
         Rügen zur Stützung der Anträge auf Aufhebung keine Rechtswidrigkeit der angefochtenen Entscheidungen und daher keinen Fehler
         ergeben hat, der die Verantwortung der Verwaltung begründen würde, sind die Anträge auf Wiedergutmachung des materiellen und
         immateriellen Schadens, den der Kläger angeblich aufgrund der Rechtswidrigkeit der angefochtenen Entscheidungen erlitten hat,
         ebenso zurückzuweisen.
      
      185    Soweit der Kläger außerdem die Verurteilung des EWSA zur Wiedergutmachung eines Schadens aufgrund von Amtsfehlern begehren
         sollte, die keine enge Verbindung zu den Anträgen auf Aufhebung aufwiesen, wäre ein solcher Antrag unzulässig, da der Kläger
         bei der Verwaltung keinen Antrag nach Art. 90 Abs. 1 des Statuts gestellt hat.
      
      186    Nach alledem ist die Klage abzuweisen.
      
       Kosten
      187    Nach Art. 87 Abs. 1 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei vorbehaltlich der übrigen Bestimmungen des Achten Kapitels
         ihres Zweiten Titels auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Nach Art. 87 Abs. 2 kann das Gericht aus Gründen der
         Billigkeit entscheiden, dass eine unterliegende Partei zur Tragung nur eines Teils der Kosten oder gar nicht zur Tragung der
         Kosten zu verurteilen ist.
      
      188    Aus den Gründen des vorliegenden Urteils ergibt sich, dass der Kläger unterlegen ist. Außerdem hat der EWSA ausdrücklich beantragt,
         ihm die Kosten aufzuerlegen. Obwohl die vom Kläger in seinem Schreiben vom 7. Dezember 2009 dargelegten Umstände nicht ausreichten,
         um das Vorliegen von Mobbing oder schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten im Sinne von Art. 22b des Statuts nachzuweisen oder nahezulegen,
         zeigten sie dennoch eine Reihe von Unregelmäßigkeiten auf. Da die Umstände des vorliegenden Falls die Anwendung von Art. 87
         Abs. 2 der Verfahrensordnung rechtfertigen, sind den Parteien jeweils ihre eigenen Kosten, einschließlich der Kosten des Verfahrens
         des vorläufigen Rechtsschutzes, aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DIENST (Erste Kammer)
      
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen.
      2.      Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten.
      
               Kreppel 
            
            
                Perillo 
            
            
                Barents
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 25. September 2012.
      
               Die Kanzlerin 
            
             
            
                      Der Präsident
            
         
               W. Hakenberg 
            
             
            
                     H. Kreppel
            
         * Verfahrenssprache: Französisch.