CELEX: 31987D0609
Language: de
Date: 1987-12-22 00:00:00
Title: 87/609/EWG: Entscheidung des Rates vom 22. Dezember 1987 zur Verabschiedung des Jahresberichts über die Wirtschaftslage in der Gemeinschaft und zur Festlegung wirtschaftspolitischer Leitlinien für 1988

Nr . L 394 / 1
31 . 12 . 87                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                                       II
                                               (Nicht veröffentlichungsbedürftige Rechtsakte)
                                                                   RAT
                                                      ENTSCHEIDUNG DES RATES
                                                          vom 22, Dezember 1987
               zur Verabschiedung des Jahresberichts über die Wirtschaftslage in der Gemeinschaft und zur
                                           Festlegung wirtschaftspolitischer Leitlinien für 1988
                                                               ( 87 / 609 / EWG )
 DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                   HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                                                                                       Artikel 1
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
 Wirtschaftsgemeinschaft,                                                    Der Rat verabschiedet den Jahresbericht über die Wirt­
                                                                             schaftslage sowie die von der Gemeinschaft einzuhaltenden
                                                                             wirtschaftspolitischen Leitlinien, die in Teil I des dieser
 gestützt auf die Entscheidung 74 / 120 / EWG des Rates vom                  Entscheidung beigefügten Berichts enthalten sind; er legt die
 18 . Februar 1974 zur Erreichung eines hohen Grades an                      wirtschaftspolitischen Leitlinien fest, die von den Mitglied­
 Konvergenz der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten der                   staaten zu befolgen sind und die sich in Teil II des genannten
 Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (*), geändert durch                    Berichts finden .
 die Entscheidungen 75 / 787 / EWG (2 ) und 79 / 136 /
 EWG (3), insbesondere auf Artikel 4,
                                                                                                       Artikel 2
 auf Vorschlag der Kommission,                                               Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                                             Geschehen zu Brüssel am 22 . Dezember 1987 .
 nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (4),
                                                                                                                   Im Namen des Rates
                                                                                                                       Der Präsident
 nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus­
                                                                                                                       N. WILHJELM
 ses ( 5 ) —
  (») ABl. Nr. L 63 vom 5 . 3 . 1974 , S. 16 .
  (2) ABl. Nr. L 330 vom 24. 12. 1975 , S. 52.
  {3) ABl. Nr. L 35 vom 9 . 2 . 1979 , S. 8 .
  («) ABl. Nr. C 345 vom 21 . 12. 1987.
  (*) ABl. Nr. C 356 vom 31 . 12. 1987.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 2  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 31 . 12 . 87
               JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT
                              1987 / 1988
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr . L 394 / 3
                                             JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT 1987 / 1988
                                                          INHALTSVERZEICHNIS
                                                                                                            Seite
             PRÄAMBEL                                                                                           5
                                                   Teil I: Die Wirtschaft der Gemeinschaft
             1.     Ein dynamischeres Wachstum ist notwendig und möglich                                        5
                    Zusammenfassung und wirtschaftspolitische Schlußfolgerungen                                 5
             1.1 . Wirtschaftliche Lage und Aussichten                                                          5
             1.2. Die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte                                                     5
             1.3 . Die zu bewältigenden Aufgaben: Wachstum, Zusammenhalt und Binnenmarkt                        7
             1.4 . Die Wirtschaftspolitiken                                                                     8
             2.     Wirtschaftliche Lage und Aussichten                                                         8
             2.1 . Die Weltwirtschaft                                                                           8
             2.2. Der Anpassungsprozeß und die internationale Zusammenarbeit                                    9
             2.3 . Die wirtschaftlichen Aussichten der Gemeinschaft für 1987 und 1988                         10
             2.4 . Beschäftigung und Arbeitslosigkeit                         .                               12
             2.5 . Die mittelfristige wirtschaftliche Perspektive der Gemeinschaft                            13
             3.     Interne Wachstumskräfte und die Interdependenz der Mitgliedsländer                        14
             3.1 . Der Binnenmarkt und die Anpassung der Wirtschaftsstrukturen als Motoren des Wachstums      15
             3.2. Der makroökonomische Prozeß                                                                 16
             3.3 . Die Interdependenzen zwischen den Mitgliedstaaten                                          17
             3.4 . Die Voraussetzungen für den Erfolg                                                         18
             4.     Gemeinschaftliche und nationale Strukturpolitiken                                         19
             4.1 . Die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Märkte                                        19
             4.2. Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Entwicklung, Industrie und Dienstleistungen             21
             4.3 . Maßnahmen zur Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts                 23
             5.     Leitlinien und Probleme der makroökonomischen Politik                        -            24
             5.1 . Monetäre Entwicklung und Geldpolitik                                                       24
             5.2 . Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Stärkung des EWS                               .   25
             5,3 . Entwicklung der öffentlichen Haushalte und Haushaltspolitik .                              26
             Kasten: Wachstum und Beschäftigung                                                               30
                        Langfristige Zinsen .                                                                 34
                                             Teil II: Die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten
             Länderkapitel                                                                                    37
              Belgien                                                                                          37
             Dänemark                                                                                         40
             Bundesrepublik Deutschland                          <                                            43
             Griechenland                                                                                      47
                                                                                                               50
              Spanien
             Frankreich                                                                                        53
              Irland   . . .                                  .                                         •      56
              Italien                                                                                          59
              Luxemburg                                                                                        62
              Niederlande                                             •                                        64
              Portugal                                                                                         67
              Vereinigtes Königreich                                                                           70
              Statistischer Anhang: Tabellen                                                                   76
                                     Schaubilder                                                             106
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 4                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 31 . 12 . 87
                                                            PRAAMBEL
               Seit Verabschiedung des Entwurfs des Jahreswirtschaftsberichts 1987 / 88 durch die Kommission sind
               an den Börsen der großen Industrieländer die Aktienkurse erheblich zurückgegangen. Die Zinssätze
               sind in den Vereinigten Staaten und in fast allen Gemeinschaftsländern in unterschiedlichem Umfang
               gesunken . Der Dollar hat sich auf sehr instabilen Märkten gegenüber dem ECU und dem Yen
               abgewertet .
               In Anbetracht dieser Ereignisse liegt es nahe, dal? die wirtschaftlichen Vorausschätzungen des
               Jahreswirtschaftsberichts revidiert werden müßten. Art und Umfang dieser Revision hängen eng
               davon ab , wann und auf welchem Niveau sich die Finanz- und Devisenmärkte stabilisieren
               werden .
               Die im Jahreswirtschaftsbericht enthaltene grundlegende Analyse der weltwirtschaftlichen Lage und
               des Problems der Wachstumsschwäche und der Arbeitslosigkeit in der Gemeinschaft behält
               Gültigkeit.
               Ein wesentliches Element für die Lösung der gegenwärtigen Probleme der Weltwirtschaft besteht
               darin, daß die Vereinigten Staaten das Defizit des Bundeshaushalts deutlich und dauerhaft verringern.
               Der Plan für eine Ausgabenkürzung und Einnahmenerhöhung im Nettobetrag von 30,2 Milliarden
               Dollar im Haushaltsjahr 1988 und von 45,9 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr 1989 ist ermutigend,
               aber es ist notwendig, daß er vom Kongreß bald gebilligt und schnell in die Praxis umgesetzt
               wird .
               Die im Jahreswirtschaftsbericht enthaltenen wirtschaftspolitischen Leitlinien für die Gemeinschaft
               bleiben relevant. Ihre Realisierung ist noch dringlicher geworden . Die Fortführung makroökonomi­
               scher und struktureller Politiken zur Beschleunigung des Wachstums liegt zunächst im eigenen
               Interesse der Gemeinschaft . Sie trägt aber gleichzeitig zum Abbau der internationalen Ungleichge­
               wichte bei . Wie vom Rat auf seiner Tagung vom 16 . November 1987 ausgeführt wurde , sind die
               Mitgliedstaaten der Gemeinschaft entschlossen, auf der Angebots- und Nachfrageseite die Voraus­
               setzungen für ein nichtinflationäres und von innen erzeugtes Wachstum zu verbessern und zur
               Verringerung der Ungleichgewichte in den Außenbilanzen beizutragen .
               Die Mitgliedstaaten haben die Absicht, mit anderen Ländern aktiv bei Entscheidungen zusammen­
               zuarbeiten , um eine stabilere Entwicklung der internationalen Finanz- und Devisenmärkte sicherzu­
               stellen. Es bedarf glaubwürdiger makroökonomischer Politiken auf multilateraler Basis, um die
               Anpassung der internationalen Zahlungsbilanzungleichgewichte zu beschleunigen.
               Angesichts der Unsicherheiten in der Weltwirtschaft, die das Verhalten von Investoren und
               Verbrauchern erheblich beeinträchtigen könnten, ist es mehr denn je notwendig, daß die Gemein­
               schaft und ihre Mitgliedstaaten bereit sind, ihre Wirtschaftspolitik den Erfordernissen der sich
               ändernden Lage anzupassen .
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr . L 394 / 5
31 . 12 . 87
                                                             TEIL I
                                          DIE WIRTSCHAFT DER GEMEINSCHAFT
                           1 . EIN DYNAMISCHERES WACHSTUM IST NOTWENDIG UND MÖGLICH
                                 Zusammenfassung und wirtschaftspolitische Schlußfolgerungen
 1.1 . Wirtschaftliche Lage und Aussichten                          mit über 3% überproportional wachsen. Sie haben somit
                                                                    erheblich dazu beigetragen, den innergemeinschaftlichen
                                                                    Handel und das Wachstum in der Gemeinschaft zu stützen .
Seit 1982 haben sich die Volkswirtschaften der Gemeinschaft         Bleibt aber das Wachstum bei ihren Partnern schwach , so
gekräftigt: die Inflationsraten sind so niedrig und konvergie­      könnten einige dieser Länder dazu veranlaßt werden, ihr
ren so weitgehend wie seit den sechziger Jahren nicht mehr;         eigenes Wachstum zu bremsen, um ihr außenwirtschaftliches
 Kapitalrentabilität und Anpassungsfähigkeit der Märkte             Gleichgewicht zu wahren. Dies würde sich auf die gesamte
 haben sich deutlich verbessert; das Produktionspotential           Gemeinschaft negativ auswirken. Verschlechtert sich das
 wurde durch teilweise schmerzhafte Strukturanpassungen             außenwirtschaftliche Umfeld der Gemeinschaft weiter, so
 gestärkt. Bis 1986 hat sich denn auch das Wirtschaftswachs­        würde dieses Risiko noch steigen.
 tum tatsächlich beschleunigt und zuletzt im Gemeinschafts­
 durchschnitt 2,6 % erreicht.
 1987 fällt das Wachstum jedoch niedriger aus als 1986 und          1.2 . Die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte
 liegt nur etwas über 2% . Die Hoffnung auf eine weitere
 Beschleunigung des Wachstums hat sich also nicht erfüllt.
 Schon Ende 1986 und auch noch 1987 sind die Ausfuhren              Die Weltwirtschaft wird weiterhin durch zwei schwerwie­
 der Gemeinschaft in Drittländer preisbereinigt zurückgegan­        gende Ungleichgewichte belastet: die Leistungsbilanzstruk­
 gen. Dies beruht auf zwei Faktoren: zum einen hat die              tur der Industrieländer und die Verschuldung der Entwick­
 effektive Aufwertung der europäischen Währungen die Wett­          lungsländer. 1987 nimmt das Leistungsbilanzdefizit der
 bewerbsfähigkeit der Gemeinschaft nicht nur gegenüber den          Vereinigten Staaten noch zu und erreicht 150 Milliarden
 Vereinigten Staaten, sondern auch gegenüber anderen Län­           US-Dollar (3,5% des BIP). Der Überschuß Japans (etwa
 dern, wie den Schwellenländern, beeinträchtigt; zum ande­           85 Milliarden US-Dollar bzw. 3,8% des BIP) bleibt sehr
 ren stagnierten die traditionellen Märkte der Gemeinschaft          hoch . Der Überschuß in der Gemeinschaft geht zwar zurück,
  im Durchschnitt, wobei die Einfuhren der OPEC-Länder               doch findet er 1987 seine Entsprechung im wesentlichen in
  sogar sehr spürbar zurückgingen. Andererseits sind die             der Verbesserung der Zahlungsbilanz der erdölexportieren­
  Einfuhren der Gemeinschaft weiterhin kräftig gestiegen .           den Länder, vor allem da diese ihre Einfuhren verringert
  Dadurch hat der Außenhandel die Gemeinschaft 1986 und              haben. Die Verschuldung der Entwicklungsländer hat sich
  1987 etwa einen Prozentpunkt an Wachstum gekostet. Dies            weiter erhöht ( 1987: 1 200 Milliarden US-Dollar). Umschul­
  stellt einen nicht unerheblichen Beitrag der Gemeinschaft          dungsvereinbarungen und die bis Ende 1986 rückläufigen
  zum internationalen Anpassungsprozeß dar. 1986 ist die             Zinssätze haben zu einer Verringerung der finanziellen
  Verschlechterung des außenwirtschaftlichen Umfelds durch           Lasten beigetragen. Der jüngste Anstieg der Zinsen wirkt sich
  die Impulse, die von den verbesserten realen Austauschver­         für diese Länder jedoch erneut negativ aus.
  hältnissen (Terms of trade) auf die Inlandsnachfrage ausgin­
  gen, kompensiert worden. Die Auswirkungen dieser Verbes­           Es gibt positive Aspekte. Die realen Güterströme tragen dazu
  serung auf die realen Einkommen und den privaten Ver­              bei, die Handelsbilanzgleichgewichte wiederherzustellen.
  brauch laufen jedoch aus. Hinzu kommt, daß sich zahlreiche         Die internationale Zusammenarbeit ist in Gang gekommen
  Unternehmen der Exportwirtschaft dazu veranlaßt sahen,             und führt zu Anpassungen der Politiken in der richtigen
  ihre Investitionsvorhaben nach unten zu revidieren. Dazu           Richtung. Nach dem Louvre-Abkommen vom Februar 1987
  haben sowohl der Rückgang des außergemeinschaftlichen              konnte der Wechselkurs des US-Dollar stabilisiert werden.
  Handels als auch die mit den Schwankungen der Wechsel­             Die Gipfelkonferenz der Industrieländer in Venedig vom Juni
  kurse und der Zinsen verbundenen Unsicherheiten erheblich          1987 und das Treffen der Siebener-Gruppe in Washington
  beigetragen .                                                      vom September 1987 haben diese Ausrichtung bestätigt. Die
                                                                     UNCTAD VII hat gezeigt, daß mit den Entwicklungsländern
   1988 dürfte das Wachstumstempo ebenfalls knapp über 2 %           Einvernehmen über die Beurteilung der wesentlichen welt­
   liegen. Ein solches Wachstum reicht gerade aus, um die            wirtschaftlichen Probleme hergestellt werden kann. Die
   Arbeitslosenquote auf dem untragbaren Niveau von knapp            Konferenzen der Weltbank und des IWF im September 1987
   12% zu stabilisieren. Der außergemeinschaftliche Handel           haben einige Fortschritte erbracht, insbesondere bei den
   wird sich wohl leicht erholen, trotzdem dürfte sein Beitrag       Themen Verschuldung der afrikanischen Länder und Auf­
   zum Wachstum negativ bleiben. Der Beitrag der Binnennach­         stockung des Weltbankkapitals. Schließlich können die
   frage wird sich wohl weiter abschwächen. Ein Risiko               Bemühungen, den Protektionismus einzudämmen und
   zeichnet sich nunmehr ab . Einige Länder — Spanien, Italien,      zurückzudrängen, in der „Uruguay-Runde" des GATT fort­
   Portugal und das Vereinigte Königreich — konnten bisher            geführt werden.
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Bedeutende Risiken bestehen allerdings weiterhin fort. 1988         Um den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der
kommt die Wiederherstellung der internationalen Zahlungs­           Gemeinschaft zu festigen , sind anhaltende und koordinierte
bilanzgleichgewichte kaum voran. Eine größere Stabilität auf        Anstrengungen aller Mitgliedstaaten erforderlich , wie dies
den Devisenmärkten ist weiterhin erforderlich , damit die           im übrigen Artikel 130 B des inzwischen durch die Einheit­
bereits erfolgten erheblichen Wechselkursänderungen voll            liche Europäische Akte abgeänderten Vertrages vorsieht.
wirksam werden können . Die Interventionen der Zentral­             Drei Bedingungen müssen erfüllt sein . Erstens muß ein
banken und die internationale Steuerung der Zinsen können           dynamisches Wachstumsklima in Europa geschaffen wer­
dazu weiterhin beitragen . Um aber die Wechselkurserwar­            den : dazu ist ein ausreichendes Wachstum in den am meisten
tungen auf Dauer zu stabilisieren, müssen vor allem die             fortgeschrittenen Ländern notwendig. Zweitens bleibt es
internationalen Zahlungsbilanzgleichgewichte schneller wie­         entscheidend, daß die weniger fortgeschrittenen Länder
derhergestellt werden. Sonst besteht die Gefahr, daß das            Politiken verfolgen , die ihre internen Entwicklungsbedin­
Zinsgefälle zwischen den Vereinigten Staaten einerseits und         gungen verbessern ; insbesondere geht es hier um die weitere
Europa bzw. Japan andererseits weiter wachsen muß. Dies             positive Entwicklung der Rentabilität und der Effizienz der
könnte insbesondere weitere Zinssteigerungen in den Verei­          Investitionen sowie um die Lage der öffentlichen Finanzen.
nigten Staaten notwendig machen. Die Lage der Entwick­              Dies würde günstige Voraussetzungen für den Zufluß von
lungsländer, die schon von der Abschwächung des Welthan­            privatem Kapital schaffen; Drittens müßte die Gemeinschaft
dels beeinträchtigt ist, würde sich dadurch weiter verschlech­      den Anpassungsprozeß unterstützen , sowohl mit Hilfe der
tern .                                                              Strukturfonds als auch mit Hilfe der Finanzinstrumente und
                                                                    der EIB . Die Kommission schlägt vor , das reale Volumen der
                                                                    Strukturfonds bis 1992 zu verdoppeln und die Mittel effi­
Unter diesen Umständen ist es wünschenswert , daß die               zienter zu vergeben.
relative Entwicklung der Binnennachfrage zwischen den
verschiedenen Industrieländern weiterhin dazu beiträgt , die
Ungleichgewichte der Handelsbilanzen bei hohem Wachs­               Die Vollendung des Binnenmarktes bis zum Jahre 1992 wird
tumsniveau der Weltwirtschaft abzubauen . Nach dem der­
                                                                    eine starke Dynamik auslösen. Auf keinen Fall dürfen die
zeitigen Stand der Vorausschätzungen sind die Aussichten            Erwartungen enttäuscht werden , die die Wirtschaft mit
für 1988 kaum ermutigend. Es bleibt von zentraler Bedeu­            diesem Vorhaben verknüpft. Dazu gilt es , rasche Fortschritte
tung, daß die Vereinigten Staaten weiter auf dem Weg eines          zu machen in Richtung auf die Abschaffung der Grenzkon­
schrittweisen Abbaus des Haushaltsdefizits vorangehen .             trollen und der Zollformalitäten, die Beseitigung der steuer­
Aber Japan muß auch in verstärktem Maße günstige Vor­               lichen und sonstigen Hindernisse für einen freien Austausch
aussetzungen für eine schnellere Zunahme seiner Einfuhren           von Waren und Dienstleistungen , die Harmonisierung der
schaffen , indem es sein Wachstum steigert und seine Märkte         technischen Normen und die Schaffung eines einheitlichen
weiter öffnet. Die Gemeinschaft muß ebenfalls ihr eigenes           Marktes für öffentliche Aufträge . Im Jahr 1987 hat die
Wachstum erhöhen ; damit würde sie dazu beitragen , den             Kommission hierzu Vorschläge unterbreitet, welche eine
Welthandel zu stützen und weiter am Abbau der internatio­
                                                                    Annäherung der Sätze und die Harmonisierung der Struktur
nalen Zahlungsbilanzungleichgewichte mitzuwirken .                  der indirekten Steuern sowie die Schaffung eines einheit­
                                                                    lichen Marktes für öffentliche Aufträge zum Ziel haben .
                                                                     Die mit der Vollendung des Binnenmarktes verbundenen
1.3 . Die zu bewältigenden Aufgaben: Wachstum, Zusam­
        menhalt und Binnenmarkt                                     Kostenersparnisse , die Massenproduktionsvorteile, der ver­
                                                                     stärkte Wettbewerb und die erweiterte wirtschaftliche
                                                                     Grundlage für Forschung und Entwicklung werden die
Angesichts der aktuellen weltwirtschaftlichen Daten ist für          öffentlichen Haushalte entlasten sowie zu Produktivitätsfort­
die Gemeinschaft weiterhin mit keinen positiven Impulsen             schritten, zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit auf
von außen zu rechnen . Für die Gemeinschaft bedeutet die             den Exportmärkten und zu einer Belebung des innergemein­
Anwendung der kooperativen Strategie für Wachstum und                schaftlichen Handels führen . Der Binnenmarkt wird neue
Beschäftigung jetzt, den Übergang von einem außenwirt­               Möglichkeiten für Investitionen dadurch schaffen, daß er den
schaftlich gestützten Wachstum zu einem binnenwirtschaft­            Unternehmen neue Horizonte öffnet. Damit diese Möglich­
lich getragenen Wachstum erfolgreich zu vollziehen , die             keiten rasch und in vollem Umfang genutzt werden, muß
Dauer der konjunkturellen Abschwächung zu verkürzen und              deutlich werden , daß das Vorhaben unwiderruflich ist ,
sich damit schneller aus der Falle langsamen Wachstums zu            indem seine Verwirklichung beschleunigt wird . Die Vollen­
befreien , in der sie mittelfristig gefangen zu sein scheint . Auf   dung des großen Binnenmarktes sollte auch von einem
diese Weise kann die Gemeinschaft wieder Fortschritte beim           Infrastrukturnetz profitieren , das seiner Dimension ent­
Abbau der Arbeitslosigkeit machen , alle Vorteile aus der            spricht. Die Verwirklichung großer Investitionsvorhaben im
Verwirklichung des großen Binnenmarkts ziehen und ihren              Gemeinschaftsinteresse müßte dazu beitragen .
wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt stärken . Um
alle günstigen Voraussetzungen der Gemeinschaft voll zu
nutzen, sind freilich eine verstärkte Zusammenarbeit und die         Allerdings werden sich die so ermöglichten Produktivitätsge­
Fortsetzung ehrgeiziger Gemeinschaftspolitiken erforder­             winne nur dann in zusätzlichen Arbeitsplätzen und einer
lich . Desgleichen bleibt es weiterhin notwendig, den Konsens        rascheren Anhebung des Lebensstandards niederschlagen ,
über die zu verfolgende Politik mit und zwischen den                 wenn das Produktionspotential voll ausgeschöpft wird . Ein
Sozialpartnern zu vertiefen und dabei den Dialog über alle           stärkeres Wachstum wird es auch erleichtern , die soziale und
Themen der Strategie sowohl auf gemeinschaftlicher wie auf           regionale Dimension bei der Verwirklichung des Binnen­
nationaler Ebene zu intensivieren .                                  marktes zu berücksichtigen .
 ---pagebreak---                                                                                                                       Nr . L 394 / 7
31 . 12 . 87                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
1.4 . Die Wirtschaftspolitiken                                      gen. Die beschleunigte Liberalisierung des Kapitalverkehrs
                                                                    sollte weiterhin mit einer Stärkung des EWS einhergehen. Die
Die auf eine verstärkte Anpassungsfähigkeit der Märkte              Expertise des Rates „Wirtschaft und Finanzen" in Nyborg
ausgerichteten Strukturpolitiken müssen auf jeden Fall fort­        stellt in dieser Hinsicht einen wichtigen Schritt dar. Um eine
geführt werden. In diesem Zusammenhang bleiben die in den           dauerhafte Stabilität des Systems zu gewährleisten, kommt es
früheren Jahreswirtschaftsberichten enthaltenen angebots­           allerdings darauf an, daß sich diese Zusammenarbeit weiter­
                                                                    hin auf einen breiten Konsens über eine stabilitätsorientierte
politischen Empfehlungen voll gültig. Insbesondere durch
eine Entlastung der kleinen und mittleren Unternehmen,              Geldpolitik stützen kann.
einen besseren Wettbewerb und den Abbau von Subventio­
nen, die eine produktive Nutzung der Ressourcen beeinträch­         Die Geldpolitik stößt jetzt auf Grenzen. Deshalb kommt der
tigen, können die internen Wachstumsvoraussetzungen wei­            Hausbaltspolitik eine verstärkte Bedeutung zu. Hier müssen
ter verbessert werden. Im übrigen sollten eine erhöhte               die Bemühungen entschlossen fortgesetzt werden, eine
Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes, eine kostenniveau­           Umstrukturierung bei den öffentlichen Ausgaben und Ein­
 neutrale Neugestaltung und Verkürzung der Arbeitszeit und           nahmen zu erreichen . Was die öffentlichen Defizite angeht ,
 Investitionen auf dem Gebiet der Berufsbildung die Beschäf­         so unterliegt jedes Land der Gemeinschaft für sich betrachtet
 tigungsentwicklung zusätzlich verbessern.                           engen Beschränkungen. In einigen Ländern ist die öffentliche
                                                                     Schuld übermäßig hoch und wächst weiterhin zu schnell, was
 Von der Vollendung des Binnenmarktes und von der Struk­             zu einschneidenden Sanierungsmaßnahmen führt. Freilich
 turpolitik gehen bedeutende Impulse aus, die ihre Wirkung           werden die Wirkungen dieser Maßnahmen auf das Defizit
 voll entfalten können, wenn sie sich in einen dynamischen           durch das geringe Wachstum und die daraus resultierenden
 makroökonomischen Prozeß einfügen. Um den Mangel an                 Einnahmeausfälle verringert und verzögert. In anderen Län­
 Arbeitsplätzen zu beheben, müßten die Investitionen in den          dern ist die Haushaltslage weniger angespannt, und die für
 nächsten Jahren deudich schneller zunehmen als das BIP. Die         das nächste Jahr und darüber hinaus geplanten Steuersen­
 Nachfrageaussichten, die Rentabilität und die Realzinsen            kungen bilden eine willkommene Wachstumsstütze, deren
  sind dafür maßgeblich . Da wesentliche außenwirtschaftliche        positive Auswirkungen sich auch auf mittlere Sicht bemerk­
  Impulse fehlen, hängen die Nachfrageaussichten sehr weit­          bar machen werden. In einigen dieser Länder hat die
  gehend von einer befriedigenden Entwicklung des privaten           Wachstumsabschwächung die Steuereinnahmen erheblich
  Verbrauchs und damit von der Entwicklung des verfügbaren           beeinträchtigt und, in Verbindung mit den vorgesehenen
  Einkommens der privaten Haushalte ab . Rentabilität und             Steuerendastungen, die öffentlichen Defizite steigen lassen.
  Wettbewerbsfähigkeit müssen sich aber weiter verbessern;
  deshalb muß der Anstieg der realen Lohnkosten pro Kopf
  maßvoll bleiben . Unter diesen Bedingungen sollten Steuerer­        Ein weiterhin mäßiges Wachstum bringt eine bedeutende
  leichterungen für Privathaushalte und Unternehmen eben­             Gefahr mit sich: Länder in schwierigerer Haushaltslage
  falls zu einer stärkeren Dynamik beitragen. Vermehrte               könnten dazu gezwungen werden, ihre Bemühungen um
  volkswirtschaftlich rentable öffentliche Investitionen wür­         Sanierung ihrer Staatshaushalte noch zu verstärken. Dies
  den das Produktionspotential ebenfalls stärken und gleich­          würde sich negativ auf ihr eigenes Wachstum auswirken und
  zeitig eine willkommene Stütze für die Indlandsnachfrage            auf das ihrer Partnerländer, deren Handlungsspielraum dann
  darstellen . Weiterhin ist eine Senkung der Realzinsen wün­         ebenfalls beeinträchtigt würde. Hier zeigt sich , wie wichtig es
   schenswert. Dafür ist wichtig, daß die Glaubwürdigkeit der         ist, daß die nationalen haushaltspolitischen Entscheidungs­
   mittelfristigen Konsolidierung der öffentlichen Finanzen           organe auch den Interdependenzen zwischen den Mitglied­
   nicht in Frage gestellt wird, daß sich die Inflationserwartun­     staaten Rechnung tragen. Mit dem Beitritt Spaniens und
   gen auf einem niedrigen Niveau stabilisieren und daß die           Portugals, die derzeit den innergemeinschaftlichen Handel
   finanziellen Ungleichgewichte abgebaut werden. Eine derar­         beträchtlich stützen, haben sich diese Interdependenzen im
   tige Verringerung des Zinsniveaus würde auch die öffent­           übrigen noch vergrößert. Auch dürften sie mit der Vollen­
   lichen Haushalte entlasten. Soll das verstärkte Wachstum           dung des Binnenmarktes und der Liberalisierung des Kapi­
   von Dauer sein, so muß eine mittelfristig tragbare außenwirt­      talverkehrs weiter zunehmen .
   schaftliche Position gewahrt werden. Bessern sich allerdings
   gleichzeitig die Angebotsbedingungen, so ist eine gewisse          Im Fall einer neuen Verlangsamung des Wachstums müßte es
   Beschleunigung des Wachstums durchaus möglich, ohne daß            eine gemeinsame und zeitlich gut aufeinander abgestimmte
   das außenwirtschaftliche Gleichgewicht gefährdet und ohne          Anstrengung ermöglichen, die Interdependenzen zwischen
   daß die Gefahr einer wiederauflebenden Inflation heraufbe­          den Mitgliedsländern positiv zu nutzen. Dies hat auch der
   schworen wird .                                                     Rat der Wirtschafts- und Finanzminister in seinen Schlußfol­
                                                                       gerungen vom Juli 1987 vorgesehen. Eine solche Anstren­
    Trotz des hohen Niveaus der Realzinsen gewähren die                gung muß selbstverständlich den nationalen Zielen und
    Geldpolitiken zur Zeit einen ausreichenden Finanzierungs­          Zwängen Rechnung tragen. Wenn aber jedes Land mit einem
    spielraum für das Wachstum. Selbst wenn man die in einigen         dynamischeren Wachstum seiner Partnerländer rechnen
    Ländern stattfindenden Innovationen auf den Finanzmärk­            kann, werden dadurch die eigenen außenwirtschaftlichen
    ten berücksichtigt, nimmt die Geldmenge stark zu. Es gilt          und budgetären Zwänge verringert, und es kann seinerseits
    nunmehr zu vermeiden, daß sich ein inflationärer Liquidi­          zu einem verstärkten, inflationsfreien binnenwirtschaft­
    tätsüberhang aufbaut. Dieses Risiko ist um so geringer zu          lichen Wachstum beitragen .
    gewichten, je günstiger sich andere Inflationsursachen ent­
    wickeln , insbesondere die Lohnkosten .
                                                                       Die Gemeinschaft ist mit einer schwierigen internationalen
    Im EWS hat die Steuerung des Zinsgefälles besser als in der        Lage konfrontiert. Sie ist auf ihre eigenen Kräfte angewiesen.
    Vergangenheit zur Stabilisierung der Wechselkurse beigetra­        Hierfür verfügt sie über günstige Voraussetzungen: die
 ---pagebreak--- Nr. L 394 / 8                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 31 . 12 . 87
strukturellen Anpassungen, die im Gange sind, der Anstieg          wirtschaftspolitische Zusammenarbeit zwischen den Mit­
der Rentabilität, die Verringerung der Inflation schaffen          gliedstaaten wird die Effizienz der Wirtschaftspolitiken
günstige Voraussetzungen für ein stärkeres und beschäfti­          verbessern. Die Fortsetzung des sozialen Dialogs bleibt
gungswirksameres Wachstum. Der große Binnenmarkt wird              notwendig, um den Konsens über die durchzuführenden
den Volkswirtschaften der Gemeinschaft zusätzliche Dyna­           Politiken zu vertiefen . Auf diese Weise wird die Ausschöp­
mik verleihen und den technischen Fortschritt beschleunigen .      fung der Gemeinschaftsdimension Europa in die Lage ver­
Seine Vollendung muß durch wirksame Gemeinschaftspoli­             setzen , seine Volkswirtschaften dynamischer zu gestalten
tiken ergänzt werden, die auch zu einem besseren wirtschaft­       und seinen Beitrag zur Stabilisierung des internationalen
lichen und sozialen Zusammenhalt beitragen. Eine engere            wirtschaftlichen Umfeldes zu leisten .
                                         2. WIRTSCHAFTLICHE LAGE UND AUSSICHTEN
2.1 .  Die Weltwirtschaft                                          Größenordnung von ungefähr 3 ,5 % gerechnet, im Vergleich
                                                                   zu etwa 4,9 % im Jahre 1986 ( siehe Tabelle 3 ). Aus der Sicht
Die in der ersten Hälfte der 80er Jahre allmählich aufgebaute      der Gemeinschaft sind die Aussichten noch schlechter .
erhebliche Überbewertung des US-Dollars, die bereits 1985          Gewichtet man die weltweiten Einfuhren (ohne EG) mit der
stark korrigiert worden war, ist auch 1986 sowie in den            Ausfuhrstruktur der Gemeinschaft, so dürften die EG-Aus­
ersten beiden Monaten des Jahres 1987 weiter zurückgeführt         fuhrmärkte im laufenden Jahr um weniger als 1 % wachsen
worden (siehe Schaubild 1 ). Die geringen Fortschritte beim        ( siehe Tabelle 5 ). Erst 1988 dürfte sich der Welthandel
Abbau des Leistungsbilanzdefizits der Vereinigten Staaten          wieder etwas beleben . Die schwache Expansion des Welt­
und auf weitere Kursrückgänge des Dollars ausgerichtete            handels im Jahr 1987 erklärt sich zum überwiegenden Teil
Wechselkurserwartungen haben zeitweise eine eigene                 aus dem drastischen Rückgang der Einfuhren der
Abwertungsdynamik genährt. Auf diese Weise ging der Kurs           OPEC-Länder und dem deutlich geringeren Einfuhrwachs­
des US-Dollars gegenüber dem ECU zwischen März 1985                tum der Vereinigten Staaten.
und Februar 1987 um etwa 40% zurück . Erst der im
Louvre-Abkommen vom Februar 1987 zum Ausdruck kom­                 In den Vereinigten Staaten dürfte sich das Haushaltsdefizit
mende Konsens der wichtigsten Industrieländer hinsichtlich         im laufenden Haushaltsjahr, wesentlich begünstigt durch
der Notwendigkeit einer Wechselkursstabilisierung in der           einen steuerreformbedingten einmaligen Anstieg der Steuer­
Nähe des damals herrschenden Niveaus führte — zusammen             einnahmen , deutlich verringern. Im Jahr 1988 wird die­
mit umfangreichen Interventionen der Zentralbanken — zu            ser außergewöhnliche Einfluß jedoch nicht fortbestehen.
einer Beruhigung auf den Devisenmärkten . Der effektive            Darüber hinaus haben die USA den ursprünglich im
reale Wechselkurs des Dollars konnte damit ungefähr auf            Gramm-Rudman-Gesetz für 1991 vorgesehenen Ausgleich
seinem Niveau von 1981 stabilisiert werden, einem Jahr             des Bundeshaushalts nun erst für 1993 ins Auge gefaßt . Im
relativ geringer internationaler Leistungsbilanzungleichge­        Verlauf des Jahres 1987 wird der Rückgang des Dollarkurses
wichte .                                                           und der daraus resultierende Anstieg der Einfuhrpreise die
                                                                   Inflationsrate merklich beschleunigen. Gleichzeitig zeigen
Der Rohölpreis stieg 1987 stärker, als noch vor einem Jahr         sich die ersten Zeichen der erwünschten güterwirtschaftli­
erwartet . Der durchschnittliche Einfuhrpreis der Gemein­          chen Auswirkungen der Dollarabwertung. Zum ersten Mal
schaft dürfte bei ungefähr 17 US-Dollar je Barrel liegen,          seit 1980 trägt der Außenhandel positiv zum Wachstum des
gegenüber 13,7 US-Dollar im Jahre 1986 . Im Gegensatz zu           realen BIP bei . Da allerdings die negativen Effekte der
1986 würde damit die Ölpreisentwicklung nicht mehr zum             Veränderung der Einfuhr- und Ausfuhrpreise noch stärker
Abbau der Inflationsraten beitragen. Für das kommende Jahr         sind als die positiven Auswirkungen der dadurch induzierten
wird nur ein geringer Preisanstieg angenommen . Die Ent­           Veränderung der Einfuhr- und Ausfuhrvolumina, ist im
wicklung des Ölpreises ist allerdings wegen der politischen        laufenden Jahr noch nicht mit einer Verringerung des
Spannungen am Persischen Golf und angesichts der Fragilität        nominalen Handelsbilanzdefizits der Vereinigten Staaten zu
der innerhalb der OPEC vereinbarten Förderquoten mit               rechnen (J-Kurven-Effekt). Auch das Leistungsbilanzdefizit
erheblichen Unsicherheiten belastet .                              dürfte 1987 noch weiter zunehmen und etwa 154 Milliarden
                                                                   US-Dollar, d. h . 3,5% des BSP, ausmachen . Erst für 1988
Die sonstigen Rohstoffpreise in US-Dollar dürften 1987 und         zeichnet sich hier eine Besserung ab . Nach einem realen
1988 voraussichtlich leicht zunehmen ( siehe Schaubild 2 ).        Rückgang im laufenden Jahr dürfte sich die Investitionstä­
Da gleichzeitig die Preise für verarbeitete Erzeugnisse stärker    tigkeit 1988 etwas beleben . Insgesamt könnte sich das
steigen, würden sich die realen Austauschverhältnisse              BSP-Wachstum von 2,3% ( 1987) auf 2,7% ( 1988 ) leicht
(Terms of Trade) der rohstoffexportierenden Entwicklungs­          beschleunigen .
länder weiter verschlechtern .
                                                                   In Japan hat die kräftige Aufwertung des Yen wegen der
Der 'Welthandel hat in den vergangenen zwölf Monaten               starken Exportabhängigkeit im vergangenen Jahr die Wachs­
weniger zugenommen , als noch im letzten Herbst erwartet           tumsrate des BSP markant verringert , nämlich von 4,5%
wurde. Im ersten Halbjahr 1987 wiesen die Einfuhren                ( 1985 ) auf 2,4% ( 1986 ). Im laufenden und im kommenden
außerhalb der Gemeinschaft real sogar überhaupt keinen             Jahr könnte sich das Wachstum wieder beleben, da die
Zuwachs auf. Für 1987 wird nun mit einem Wachstum der              inländische Endnachfrage sich weiterhin dynamisch entwik­
weltweiten Einfuhren insgesamt (einschließlich EG ) in der         kelt und der negative Wachstumsbeitrag des Außenhandels
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . L 394 / 9
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leicht zurückgeht. Dieser Prozeß wird unterstützt durch das        September 1985 im Rahmen der Plaza-Vereinbarung zum
von der japanischen Regierung angekündigte finanzpoliti­           Ausdruck kam. In der Folge waren die Währungsmärkte
sche Paket in Höhe von 6 000 Milliarden Yen, das 1987              durch einen anhaltenden Kursverfall des Dollars gekenn­
verabschiedet wurde . Die Zuwachsrate der Bruttoanlage­            zeichnet. Im Rahmen des Louvre-Abkommens wurde dann
investitionen dürfte bei über 7% liegen, wobei verstärkte          übereingekommen, nach einer so großen Wechselkursverän­
öffentliche Investitionen und Bauten die geringere Dynamik         derung in so kurzer Zeit nun eine Stabilisierung des Dollar­
der produktiven Investitionen ausgleichen. Trotz der Wachs­        kurses anzustreben, damit sich die Handelsströme an das
tumsbeschleunigung wird für 1987 und 1988 mit einer für            neue Wechselkursgefüge anpassen und dadurch einen Aus­
Japan historisch gesehen hohen Arbeitslosenquote von unge­         gleich der Leistungsbilanzungleichgewichte einleiten könn­
fähr 3% gerechnet. Der japanische Leistungsbilanzüber­             ten. Dieses Übereinkommen wurde anläßlich des Treffens
schuß dürfte ausgedrückt in Dollar mit ungefähr 85 Milliar­        der „Siebener-Gruppe" vom September 1987 in Washington
den US-Dollar 1987 voraussichtlich die Größenordnung des           erneut bestätigt. Die Anpassung der außenwirtschaftlichen
Vorjahres erreichen, wohingegen der Anteil am BSP von              Gleichgewichte, die in Gang gekommen ist, zeigt zwar
4,5 % im Jahr 1986 auf 3,8 % im Jahr 1987 zurückgegangen           gewisse Fortschritte, aber auch beunruhigende Unzuläng­
 ist .                                                             lichkeiten. Es ist richtig, daß die Entwicklung der Handels­
                                                                   bilanzen Japans und der Gemeinschaft in konstanten Preisen
 Mit Ausnahme der industrialisierten Schwellenländer Asiens        von 1985 in die richtige Richtung geht: Zwischen 1986 und
                                                                    1988 macht sie eine Verschlechterung um etwa 23 bzw. 36
 hat sich die Lage der Entwicklungsländer in den Jahren            Milliarden Dollar aus (siehe Tabelle 6 ). Mit dieser Ver­
 1986 / 1987 wegen des weltweit geringen Wachstums und der          schlechterung geht allerdings im gleichen Zeitraum lediglich
 Schwäche der Rohstoffpreise kaum verbessert (siehe Tabel­
 len 7 und 8 ). Die im Jahre 1986 eingetretene Verschlechte­       eine Verbesserung der Handelsbilanz der Vereinigten Staaten
 rung des Leistungsbilanzsaldos der Entwicklungsländer ins­         um ungefähr 36 Milliarden Dollar einher. Ein wesentliches
 gesamt erklärt sich vor allem durch den Ölpreisverfall und         Gegenstück findet sie bei den Entwicklungsländern, insbe­
 die daraus resultierende Belastung der Ölhandelsbilanz             sondere den erdölexportierenden Ländern, die ihre Einfuh­
                                                                    ren stark reduziert haben. Der Anpassungsprozeß zwischen
 der ölexportierenden Länder. Die Leistungsbilanz der               den industrialisierten Ländern ist also nur mäßig vorange­
 nicht-ölexportierenden Entwicklungsländer wurde dagegen            kommen .
 durch den Ölpreisrückgang deutlich entlastet. Der Beitrag
 privater ausländischer Mittel zur Finanzierung ihres Lei­
 stungsbilanzdefizits bleibt jedoch weiterhin sehr begrenzt.        Es ist schwer zu beurteilen, ob beim gegenwärtigen Dollar­
                                                                    kurs mittelfristig ein Ausgleich der Leistungsbilanzungleich­
 Nach wie vor ist die Lage der nicht-ölexportierenden Ent­          gewichte möglich ist. Auf jeden Fall haben die realen
 wicklungsländer durch große Unterschiede gekennzeichnet.           Wechselkursbewegungen seit 1985 dazu geführt, daß die in
 Während die Länder des Fernen Ostens weiterhin hohe                der ersten Hälfte der 80er Jahre erfolgte tendenzielle Über­
  Wachstumsraten des BIP aufweisen , fällt das Wachstum in          bewertung des Dollars weitgehend korrigiert wurde. Im Falle
  den Ländern mit mittleren Einkommen in Lateinamerika und          des japanischen Yens fiel die Aufwertung seit 1985 sogar viel
  Europa sehr mäßig aus. Die Situation der Länder Afrikas           stärker aus, als zum Ausgleich der vorher eingetretenen
  südlich der Sahara bleibt dagegen — mit mancherorts               realen Abwertung notwendig gewesen wäre. Daraus könnte
  sinkenden Lebensstandards — überaus beunruhigend.                 gefolgert werden, daß die seit 1985 eingetretenen Verände­
                                                                    rungen der Wechselkurse für einen spürbaren Fortschritt hin
                                                                    zum Gleichgewicht bei den internationalen Leistungsbilan­
                                                                    zen ausreichen könnten, sofern mit ihnen überall makroöko­
  2.2. Der Anpassungsprozeß und die internationale Zusam­           nomische Politiken einhergehen, die mit einer schnelleren
        menarbeit                                                   Anpassung vereinbar sind .
  Die internationale Zusammenarbeit mit dem Ziel , die welt­         Im ersten Halbjahr 1987 trugen Währungsinterventionen der
  weiten Ungleichgewichte abzubauen, ist in Gang gekommen            Zentralbanken in erheblichem Umfang zur Finanzierung des
  und hat zu Politikanpassungen in die richtige Richtung             Leistungsbilanzdefizits der Vereinigten Staaten und zur
  geführt. Insbesondere die Bemühungen um eine Stabilisie­           Stabilisierung des Dollars bei. Auf mittlere Sicht kann davon
  rung des Dollarkurses erwiesen sich als relativ erfolgreich,       alleine jedoch die für einen dauerhaften Anpassungsprozeß
  doch blieben die Fortschritte bei der Verringerung der             notwendige Wechselkursstabilisierung nicht geleistet wer­
  zentralen Ungleichgewichte noch zu gering. Die beiden              den . Aussicht darauf besteht nur durch die Kombination
  wichtigsten Probleme bleiben nach wie vor akut, nämlich die        eines positiven Zinsgefälles mit einem Wachstum der inlän­
  Leistungsbilanzungleichgewichte zwischen den wichtigsten           dischen Endnachfrage, das in den USA schwächer ausfällt als
  Industrieländern und die Verschuldung der Entwicklungs­            inJapan und in Europa. Die Entwicklung des internationalen
  länder. Ihre Lösung wird auch in den kommenden Jahren              Zinsgefälles seit Jahresbeginn hat bereits zu einer Wechsel­
  vordringlich bleiben.                                              kursstabilisierung beigetragen. So nahm beispielsweise zwi­
                                                                     schen Januar und August 1987 das Zinsgefälle zwischen den
  Schaubild 3 veranschaulicht das historisch einmalige Aus­          Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland
  maß der Leistungsbilanzungleichgewichte. Diese Ungleich­           sowohl bei den kurzfristigen als auch bei den langfristigen
  gewichte hatten bereits 1985 ein nicht mehr vertretbares           Nominalzinsen um etwa einen Prozentpunkt zu und wirkte
  Ausmaß erreicht; dabei nahm die Gefahr eines „hard land­           damit einer weiteren Dollarabwertung entgegen. Die kurz­
  ing" der Weltwirtschaft zu. In dieser Situation bildete sich ein   fristigen Vorausschätzungen gehen davon aus, daß sich
  Konsens der wichtigsten Industrieländer über die erwünschte        dieses Zinsgefälle 1988 nicht verringern wird. In jedem Fall
  Anpassung der Wechselkursrelationen heraus, der auch im            ist es wichtig, die notwendigen Zinsunterschiede auf so
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 10                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   31 . 12 . 87
niedrigem Zinsniveau zu gewährleisten, wie es mit niedrigen       Beurteilung der wesentlichen weltwirtschaftlichen Probleme
Preissteigerungsraten vereinbar ist. Hohe Zinsen in den USA       hergestellt werden kann. Anläßlich der Tagungen der Welt­
beeinträchtigen nicht nur dort die Investitionstätigkeit , sie    bank und des IWF im September 1987 in Washington
verschlechtern auch die Lage der hochverschuldeten Ent­           konnten gewisse Erfolge erzielt werden , insbesondere was
wicklungsländer.                                                  die nun begonnenen Verhandlungen zur Aufstockung des
                                                                  Kapitals der Weltbank betrifft . Es zeichnet sich ein weitge­
                                                                  hender Konsens dahin gehend ab , daß die Anpassungsan­
Soll sich der Dollarkurs stabilisieren und damit sich Außen­
                                                                  strengungen der hauptsächlich gegenüber staatlichen Gläu­
handelsungleichgewichte dauerhaft verringern, muß sich            bigern verschuldeten ärmsten Entwicklungsländer unter­
jedoch vor allem das Wachstumsgefälle der Binnennachfrage         stützt werden sollten , indem ihre Schuldenlast erleichtert und
zwischen Japan bzw . Europa und den Vereinigten Staaten           der Umfang der konditionenbegünstigten Kapitalflüsse
angemessen entwickeln. Nach den Erfahrungen der Vergan­           gesteigert wird . Wachstum und strukturelle Anpassung in
genheit wird eine deutliche Wechselkursänderung dann              den anderen Schuldnerländern erfordern, die internen Res­
besonders schnell wirksam, wenn die Überschußländer jihr          sourcen dieser Länder zu mobilisieren und in angemessenem
Wachstum relativ verstärken, so daß das dadurch induzierte        Umfang externe Finanzierungsmittel , insbesondere privaten
höhere Einfuhrwachstum ebenfalls entscheidend zum Abbau
                                                                  Ursprungs , zuzuführen .
der Außenhandelsungleichgewichte im Defizitland beiträgt .
Es hat den Anschein , als ob 1987 in dieser Hinsicht deutliche
Fortschritte erzielt würden . Während die inländische End­        Aber auch die Industrieländer sind gefordert, während sie zu
                                                                  einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft beitragen , auf
nachfrage in den USA um etwa einen Prozentpunkt weniger
zunimmt als in ihren 19 wichtigsten Partnerländern, weisen        protektionistische Maßnahmen zu verzichten und durch die
Japan und die Gemeinschaft ein positives Wachstumsdiffe­          Öffnung ihrer Märkte den Entwicklungsländern zu erlau­
rential gegenüber ihren Partnern in Höhe von ungefähr 1 ,6        ben , ihre Exporte zu steigern und somit eine Rückzahlung
                                                                  ihrer Kredite zu ermöglichen . Es wäre daher wünschenswert,
bzw. 0,5 Prozentpunkten auf ( siehe Tabelle 4 ). In bezug auf
die Gemeinschaft muß allerdings festgestellt werden , daß         in der laufenden Uruguay-Runde im Rahmen des Allgemei­
                                                                  nen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) rasche Fort­
diese Entwicklung vor allem auf das schwächere Wachstum
der Weltwirtschaft und nicht auf eine Beschleunigung der          schritte zu erzielen . In jedem Fall können die internationalen
inländischen Endnachfrage zurückgeht. Die Vorausschät­            Probleme nur gemeistert werden , wenn sich die Leistungsbi­
                                                                  lanzungleichgewichte vermindern und die Verschuldungskri­
zungen für 1988 deuten außerdem darauf hin, daß die
Differentiale mit Ausnahme Japans eher abnehmen als — wie         se entschärft wird ; angesichts der zunehmenden internatio­
es wünschenswert und notwendig wäre — noch zunehmen               nalen Verflechtungen kann dies nur im Rahmen einer
                                                                  verstärkten internationalen Zusammenarbeit und Koordina­
könnten. Danach würde beispielsweise die inländische End­
                                                                  tion gelingen . Hierbei könnte die bereits 1985 auf dem
nachfrage in den USA 1988 nur um etwa 0,7% weniger
wachsen als in ihren wichtigsten Partnerländern . Im Ver­
                                                                  Weltwirtschaftsgipfel von Tokio vereinbarte und im Juni
gleich zur Gemeinschaft würde überhaupt kein Wachstums­
                                                                  1987 in Venedig bestätigte stärkere multilaterale Überwa­
differential mehr bestehen . Sollten sich diese Vorausschät­      chung ein hilfreiches Instrument sein , um Inkompatibilitäten
                                                                  der Wirtschaftspolitiken zu vermeiden und etwaige Fehlent­
zungen bestätigen , würde der Außenhandel im kommenden
Jahr nur einen geringen Beitrag zum Abbau der Leistungsbi­        wicklungen frühzeitig zu erkennen . Dafür ist es auch wichtig,
                                                                  daß die Gemeinschaft auf den internationalen Verhandlun­
lanzungleichgewichte zwischen den Industrieländern leisten .
Dadurch könnte die Glaubwürdigkeit des mittelfristigen            gen der nächsten Monate mit einer Stimme sprechen kann.
                                                                  Dies gilt nicht nur für die Handelspolitik und die Verschul­
Anpassungsprozesses beeinträchtigt werden . Dies würde die        dungsprobleme der Entwicklungsländer, sondern auch für
Gefahr eines weiteren Kursverfalls des Dollars und verstärk­
                                                                  den Bereich der internationalen wirtschaftlichen und mone­
ter protektionistischer Maßnahmen vergrößern. Es ist daher
notwendig, daß die Wirtschaftspolitik dieser Entwicklung          tären Kooperation zwischen den großen industrialisierten
                                                                  Regionen .
entgegenwirkt. Dabei muß das Ziel sein, das erforderliche
Wachstumsgefälle auf einem hohen , aber inflationsfreien
Wachstumsniveau zu erzielen . Dies ist notwendig, um das
weiterhin drängende Problem der Arbeitslosigkeit in Europa        2.3 . Die wirtschaftlichen Aussichten der Gemeinschaft
einer Lösung näherzubringen . Eine Rezession in den USA                  für 1987 und 1988
würde außerdem auch Länder mit Außenhandelsdefiziten
und die hochverschuldeten Entwicklungsländer in Schwie­           Das wirtschaftliche Wachstum in der Gemeinschaft fällt im
rigkeiten bringen .                                               laufenden Jahr mit einer auf 2,2 % geschätzten Wachstums­
                                                                  rate des BIP deutlich geringer aus als noch im letztj ährigen
Im laufenden Jahr wird das Verschuldungsniveau der Ent­           Jahreswirtschaftsbericht erwartet . Hoffnungen auf eine
wicklungsländer, teilweise wechselkursbedingt , weiter zu­        Beschleunigung des Wachstums haben sich damit nicht
nehmen . Zwar ist das Verhältnis des Schuldendienstes zu den      erfüllt . Ein Vergleich der Vorausschätzungen des vergange­
Exporten leicht zurückgegangen . Die Schuldenlast ist wegen       nen Jahres mit den neuesten Schätzungen läßt hierfür
des Rückgangs der Dollarzinsen, der bis Ende 1986 zu              insbesondere zwei Ursachen erkennen : die Ausfuhren und
verzeichnen war, und wegen der vor allem im Rahmen des            die Ausrüstungsinvestitionen ( siehe Tabelle 9 ).
Pariser Clubs vereinbarten Umschuldungsabkommen etwas
 abgemildert worden. Der aktuelle Zinsanstieg verschlechtert      Obwohl der Außenhandel das BIP-Wachstum aus den bereits
 die Lage der Entwicklungsländer jedoch wieder. Die siebte        dargestellten Gründen des internationalen Anpassungspro­
Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten               zesses grundsätzlich nicht stimulieren kann, war der entspre­
 Nationen im Juli 1987 in Genf ( UNCTAD VII) hat gezeigt ,        chende Rückgang der Ausfuhren in Drittländer doch stärker
 daß mit den Entwicklungsländern Einvernehmen über die             als erwartet . Einerseits veranlaßte nämlich der Rückgang der
 ---pagebreak--- 31 - 12 . 87                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . L 394 / 11
Rohölpreise die OPEC-Länder zu einer drastischen Verrin­           zubringen. Zwar nahm der Beitrag der inländischen End­
gerung ihrer Einfuhren. Zum anderen hat sich die preisliche        nachfrage zum BIP-Wachstum zwischen 1981 und 1986
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produzenten wech­            stetig von - 0,5 auf 3,5 Prozentpunkte zu. Dies genügte
selkursbedingt nicht unerheblich verschlechtert. Im Ver­           jedoch nicht, um die insbesondere in den Jahren 1986 und
gleich zu 1985 mußte die Gemeinschaft eine Aufwertung              1987 besonders starken negativen Einflüsse des Außenhan­
ihres realen effektiven Wechselkurses gegenüber ihren wich­        dels im erforderlichen Ausmaß auszugleichen. Da die außer­
tigsten Handelspartnern um fast 20% hinnehmen (siehe               gewöhnlich positiven Terms-of-trade-Effekte des Jahres
Tabelle 10). Zudem konnten einige Schwellenländer des              1986 allmählich auslaufen , hätte die Abschwächung im
pazifischen Raumes ihre internationale Wettbewerbsfähig­           Jahre 1987 nur durch eine noch flexiblere Gestaltung der
keit verbessern, da sich ihre Währungen gemeinsam mit dem          Politik der öffentlichen Finanzen verhindert werden können.
US-Dollar abwerteten . Gleichzeitig stieg der Kurs des japa­       Lediglich im innergemeinschaftlichen Handel konnte in
nischen Yen gegenüber dem ECU nur um etwa 9 % , so daß             diesen beiden Jahren die Dynamik noch nennenswert gestei­
sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft          gert werden, wobei insbesondere Spanien und Portugal ihren
gegenüber Japan nur relativ wenig erhöhte. Wie eine im             Handel mit den anderen Gemeinschaftsländern kräftig aus­
April / Mai 1987 im Auftrag der Kommission durchgeführte           weiteten (vgl . Kapitel 3.3 ).
Unternehmensumfrage zeigt, wurden viele Industrieunter­
nehmen durch den Umfang der eingetretenen Wechselkurs­
verändungen überrascht, was zu einer erheblichen Revision          Auch für das Jahr 1988 zeichnet sich keine Besserung ab . Im
der Pläne und Erwartungen führte ( siehe Tabelle 11 ). Die         Gegenteil , die inländische Endnachfrage wird voraussicht­
Umfrageergebnisse zeigen, daß insbesondere die Gewinner­           lich noch etwas weniger steigen und lediglich die Größenord­
wartungen drastisch nach unten revidiert wurden . Gleichzei­        nung von etwa 2,7% erreichen im Vergleich zu 3,2% im
tig verschlechterten sich aber auch die mittelfristigen Absatz­    Jahr 1987 und 3,8% in 1986 . Gleichzeitig ist die Lage
erwartungen deutlich. Angesichts dieser simultanen Ver­             innerhalb der Gemeinschaft durch große Wachstumsunter­
 schlechterung der beiden wichtigsten Determinanten der             schiede gekennzeichnet. Unter den großen Gemeinschafts­
 Investitionstätigkeit kann es nicht überraschen, daß geplante      ländern dürften beispielsweise Frankreich und die Bundesre­
 Investitionsvorhaben zurückgestellt wurden. Dies erklärt,          publik Deutschland mit 2,0% bzw. 2,3% 1988 nur ein
 daß der Zuwachs der in der volkswirtschaftlichen Gesamt­           unterdurchschnittliches Wachstum der inländischen End­
 rechnung erfaßten Ausrüstungsinvestitionen 1987 deutlich           nachfrage aufweisen. Andererseits werden für Italien und das
 geringer ausfiel als noch im letzten Herbst erwartet .             Vereinigte Königreich mit 3,3% und für Spanien und
                                                                    Portugal mit fast 5% Zuwachsraten vorausgeschätzt, die
                                                                    deutlich über dem Gemeinschaftsdurchschnitt liegen . Hinzu
 Die Revision der unternehmerischen Investitionspläne setzte        kommt , daß das Wachstum in manchen der letztgenannten
 bereits im 2. Halbjahr 1986 ein. Das Ausmaß dieser Revision        Länder zunehmend auf außenwirtschaftliche Beschränkun­
 kommt auch in den regelmäßigen europäischen Investitions­          gen stößt (siehe Tabelle 1 ). Diese Beschränkungen könnten
 umfragen zum Ausdruck. Wurde noch im März/ April 1986              abgemildert werden, wenn die wohlhabenderen Gemein­
 für das laufende Jahr ein realer Zuwachs der Investitionen in      schaftsländer ein dynamischeres Wachstum erzielen würden.
 der Industrie um 10% erwartet , so rechnete man im                 Da dies nicht in Sicht ist, dürfte das BIP-Wachstum der
 Oktober / November 1986 nur noch mit einem Anstieg um              Gemeinschaft in 1988 den diesjährigen Anstieg kaum über­
 5 % . Dies stellt die umfangreichste Revision der Investitions­    treffen . Der Beitrag des Außenhandels zum BIP-Wachstum
 pläne seit 1981 dar. Im Jahre 1988 dürfte nach den neuesten        dürfte bei einem rückläufigen Einfuhrwachstum und einem
 Vorausschätzungen der reale Anstieg der gesamtwirtschaft­          Wiederansteigen der Ausfuhren in Nicht-Gemeinschaftslän­
 lichen Bruttoanlageinvestitionen bei etwa 3,3% liegen              der nur noch leicht negativ ausfallen .
 gegenüber 3,6% im laufenden Jahr, wobei die leichte
 Erholung der Bauinvestitionen nicht ausreicht, um ein
 rückläufiges Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen auszu­          Dagegen hat sich die günstige Preisentwicklung in Richtung
 gleichen .                                                         auf eine niedrigere Inflationsrate in den meisten Ländern
                                                                    fortgesetzt. Mit knapp über 3% liegt der Anstieg der
 Auch beim privaten Verbrauch verlief die Entwicklung etwas         Verbraucherpreise in der Gemeinschaft jetzt sogar unter dem
                                                                     Durchschnitt der sechziger Jahre . Dieser Stabilisierungspro­
 ungünstiger als erwartet. Zwar ließen auch noch 1987 die           zeß wurde bereits zu Beginn der achtziger Jahre durch
 rückläufigen Einfuhrpreise und die damit einhergehende              stabilitätsorientierte Geldpolitiken eingeleitet; seit 1986 ist er
 deutliche Zunahme der verfügbaren Einkommen der priva­
                                                                     durch sinkende Energie- und Einfuhrpreise zusätzlich begün­
 ten Haushalte den privaten Verbrauch um etwa 3 % steigen .
 Da jedoch ein Teil der Einkommenszuwächse gespart wird,             stigt worden. Da sich die nominale Lohnentwicklung rasch
 reicht dies nicht aus , um eine nennenswerte Wachstumsdy­           dem Rückgang der Inflationsraten anpaßte und die Reallohn­
 namik zu erreichen . 1988 wird sich der private Verbrauch           steigerungen maßvoll blieben (siehe Tabelle 14), beeinfluß­
 wegen des geringeren Zuwachses der verfügbaren Einkom­
                                                                     ten die außergewöhnlichen externen Einflüsse das inländi­
 men real nur noch um etwa 2,7% erhöhen.
                                                                     sche Kostenniveau günstig, was die Grundlage für eine
                                                                     Periode anhaltender Stabilität schaffen könnte. Obwohl der
                                                                     Prozeß des Inflationsabbaus im Gemeinschaftsdurchschnitt
  Die Umstellung von einem exportbestimmten Wachstum auf             nun zum Stillstand kommt , wird sowohl für 1987 als auch
  ein sich selbst tragendes, primär binnenwirtschaftlich indu­       für 1988 erwartet, daß sich die Fortschritte bei der Preiskon­
  ziertes Wachstum ist daher trotz verbesserter Angebotsbe­          vergenz in Richtung auf die niedrigste Inflationsrate fortset­
  dingungen noch nicht in dem Umfang gelungen, der es                zen ( siehe Tabelle 12). Dies liegt daran , daß der Rückgang
  ermöglicht hätte, Wachstum und Beschäftigung der in der            der Inflation sich insbesondere dort fortsetzt, wo die Preis­
  Gemeinschaftsstrategie angestrebten Größenordnung näher­           steigerungsraten noch relativ hoch sind.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 12                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         31 . 12 . 87
Die Konvergenz des Lebensstandards in der Gemeinschaft,             tigung einzelner Regionen überwiegend bestimmen. Was das
die sogenannte reale Konvergenz, zeigt kaum Fortschritte.           verarbeitende Gewerbe insgesamt betrifft , muß 1987 und
Gemessen anhand des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts ,                1988 mit einer weiteren leichten Abjiahme der Beschäftigung
haben sich die Disparitäten seit dem ersten Ölpreisschock im        gerechnet werden. Nennenswerte Zuwächse in der Industrie­
Gegenteil eher noch erhöht, während sie in den sechziger            beschäftigung werden 1987 und 1988 nur in Spanien und in
Jahren deutlich abnahmen (siehe Tabelle 13 ). Gegenwärtig           den Niederlanden erwartet. Insgesamt wird die Beschäfti­
liegt das BIP pro Kopf der Bevölkerung in Portugal und              gungsexpansion in der Gemeinschaft per Saldo vom Dienst­
Griechenland etwa 45 % , in Irland 35 % und in Spanien etwa         leistungssektor getragen .
25 % unter dem Gemeinschaftsdurchschnitt . Zwar gelang es
Spanien und Portugal seit 1985 aufgrund eines dynamischen
Wirtschaftswachstums , ihren Abstand zum Gemeinschafts­             Zum Beschäftigungsanstieg haben neue und veränderte
durchschnitt etwas zu verringern. Insgesamt gesehen sind die        Formen der Beschäftigungsverhältnisse sowie arbeitsmarkt­
Fortschritte jedoch noch zu gering, und auch für 1988               politische Maßnahmen beigetragen. Die Arbeitszeit je
zeichnet sich nicht ab , daß es den benachteiligten Gebieten        Beschäftigten ist in fast allen Mitgliedstaaten zurückgegan­
gelingen könnte, ihren Rückstand rasch aufzuholen. Für den          gen. Ursächlich hierfür waren die Verkürzung und Neuge­
wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Gemein­           staltung der wöchentlichen Arbeitszeit und die Ausweitung
schaft ist es jedoch entscheidend, daß dieser Aufholprozeß in       der Teilzeitarbeit . Bei der Gestaltung der Arbeitszeit kom­
                                                                     men zunehmend flexiblere Lösungen zum Zuge ( siehe Kapi­
Gang kommt ( siehe Kap . 3.3 ).
                                                                    tel 4.1 .4), die eine Entkoppelung der Arbeitszeit der Beschäf­
                                                                    tigten und der Betriebszeiten ermöglichen. Aber auch die
                                                                     deutliche Ausweitung der Teilzeitarbeit erlaubt einen flexi­
                                                                     bleren Arbeitseinsatz . 1986 waren 13,5% für (EUR 9 ) der
2.4 . Beschäftigung und Arbeitslosigkeit                             abhängig Beschäftigten teilzeitbeschäftigt gegenüber nur
                                                                     10,8% in 1979 . In Dänemark, den Niederlanden und im
Die vorstehend dargestellte Wachstumsverlangsamung hat               Vereinigten Königreich waren zuletzt nahezu ein Viertel aller
auch zur Folge, daß die Gemeinschaft einem ihrer Hauptzie­           abhängig Beschäftigten teilzeitbeschäftigt (siehe Tabelle 16 ).
le, dem deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit, noch nicht            In allen Fällen handelte ersieh überwiegend um Frauen . Die
näher kommt. Zwar wird die Zahl der Erwerbstätigen 1987              meisten Teilzeitarbeitsplätze finden sich im Dienstleistungs­
und 1988 um rund 0,8% bzw. 0,6% steigen (gegenüber                   sektor . Sofern kürzere Arbeitszeiten oder Teilzeitarbeit den
0,8% 1986 ). Dies reicht jedoch nicht aus , um die Arbeits­          Arbeitszeitwünschen der Arbeitnehmer entsprechen und mit
losigkeit nennenswert zu senken, so daß für die Gemeinschaft         den betrieblichen Notwendigkeiten in Übereinstimmung
insgesamt für beide Jahre mit einer Arbeitslosenquote von            gebracht werden können, eröffnet die flexiblere Gestaltung
fast 12% zu rechnen ist ( siehe Tabelle 1 ). Die für 1987 und        der Arbeits- und Betriebszeiten beachtliche zusätzliche
 1988 erwartete Relation von Wirtschaftswachstum und                 Beschäftigungspotentiale (*). Die Zunahme der befristeten
Beschäftigungszunahme zeigt gleichwohl, daß die seit einigen         Arbeitsverträge dürfte den Zugang zum Arbeitsmarkt für
Jahren zu beobachtende höhere Beschäftigungswirksamkeit              vorher Nichtbeschäftigte erleichtert haben . Der Anteil der
 des Wachstums fortdauert (siehe hierzu Kasten : „Wachstum           befristeten Beschäftigten an den abhängig Beschäftigten hat
 und Beschäftigung").                                                sich beispielsweise im Vereinigten Königreich von 1983 mit
                                                                     5% auf 5,5% in 1985 erhöht . In Frankreich stieg in der
 Die Gesamtbeschäftigung wird 1987 und 1988 überdurch­               gleichen Zeitspanne der Anteil von 2,3 % auf 3,2% und in
 schnittlich in Spanien , Italien und im Vereinigten Königreich      der Bundesrepublik Deutschland allein von 1984 auf 1985
 zunehmen . Für Belgien, Dänemark, Griechenland , Irland             von 4,2% auf 6,8% . Überdurchschnittlich ist dabei der
 und Frankreich wird dagegen nur eine unterdurchschnittli­           Anteil der Jugendlichen und Teilzeitbeschäftigten an den
 che Zunahme der Beschäftigung geschätzt ( siehe Tabelle 1 ).        befristet Beschäftigten ( siehe Tabelle 17), was häufig auf die
 Für eine durchgreifende Verbesserung der Arbeitsmarktlage           Ausgestaltung neuer Gesetze und spezifischer Beschäfti­
 ist die seit 1985 anhaltende Beschäftigungsexpansion nicht          gungspolitiken ( siehe Kapitel 4.1 ) zurückgeht .
 umfassend und stark genug. Derfi rückläufigen Beschäfti­
 gungstrend in der Landwirtschaft und im verarbeitenden              Die Zunahme der Gesamtbeschäftigung hat 1986 den
 Gewerbe steht nur die Beschäftigungszunahme im Dienstlei­           Anstieg der Arbeitslosigkeit erstmals seit 1979 zum Stillstand
 stungssektor gegenüber (siehe Tabelle 15). Das wirtschaftli­        gebracht. Die zusätzliche Nachfrage nach Arbeitskräften
 che Wachstum ist zu schwach , um im verarbeitenden                  geht aber über die Zunahme der Erwerbspersonen kaum
 Gewerbe den Trend zum Beschäftigungsabbau umzukehren                hinaus. Der demographisch bedingte Druck auf den Arbeits­
 oder zumindest zu stoppen . In einigen Industriesektoren , die ,    markt läßt wohl nach , aber die Erwerbsbeteiligung vor allem
 bedingt durch einen weltweiten Anpassungsprozeß, einem              der Frauen dürfte weiter steigen. Die Zahl der Arbeitslosen
 schmerzhaften Strukturwandel unterworfen sind , wie der             wird daher voraussichtlich 1988 auf dem hohen Niveau von
 Kohle- und Stahlindustrie und dem Schiffbau , ist die Beschäf­       16 Millionen verharren .
 tigung stark zurückgegangen. Von dem Rückgang der
 Industriebeschäftigung in den Jahren 1982 bis 1986 um fast
 3,2 Millionen Arbeitnehmer entfielen allein auf die Eisen­           (!) Eine Umfrage im Auftrag der Kommission (siehe Europäische
                                                                          Wirtschaft, Nr. 27, „Arbeitsmarktprobleme: Ansichten der
 und Stahlindustrie über 100 000 , auf den Kohlebergbau fast              Unternehmer und Arbeitnehmer") belegt, daß nur 10 % bis 20 %
 150 000 und auf die Werftindustrie über 80 000 weniger                   der Teilzeitbeschäftigten länger arbeiten möchten, aber bis zu
 Arbeitnehmer. Ein weiterer Beschäftigungsabbau in diesen                 30 % der Vollzeitbeschäftigten kürzer arbeiten möchten . Gleich­
 Problembranchen ist zu erwarten . Die Auswirkungen dieser                falls geht aus dieser Untersuchung hervor, daß durch eine
 Entwicklung auf die Arbeitslosigkeit werden dadurch beson­               flexiblere Gestaltung der Arbeits- und Betriebszeiten die Zahl der
 ders spürbar, daß diese Industriezweige vielfach die Beschäf­            Arbeitsplätze um bis zu 6 % gesteigert werden könnte.
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . L 394 / 13
Vom Gesichtspunkt der regionalen Verteilung aus betrach­            Wegen des notwendigen internationalen Anpassungsprozes­
tet, liegt die Arbeitslosigkeit in den wirtschaftlich schwäche­     ses kann jedoch nicht mit positiven außenwirtschaftlichen
ren Regionen nicht nur auf einem höheren Niveau als in den          Impulsen gerechnet werden.
wirtschaftlich entwickelteren , sondern sie hat auch durch
einen etwas stärkeren Anstieg als im Gemeinschaftsdurch­            Versucht man vor dem Hintergrund der so skizzierten
schnitt zwischenzeitlich dazu geführt, daß 1985 beispielswei­       Ausgangslage die mittelfristige wirtschaftliche Perspektive
se in den 25 wirtschaftlich schwächsten Regionen eine
                                                                    der Gemeinschaft zahlenmäßig abzugreifen, so können sol­
Arbeitslosenquote von über 20 % verzeichnet wurde gegen­            che mittelfristigen Projektionen — im Gegensatz zu den
über 6,6% in den 25 fortgeschrittensten Regionen (siehe             kurzfristigen Vorausschätzungen — keinesfalls als eine Pro­
Tabelle 20 ). Besorgniserregend ist , daß von der gesamten          gnose der wahrscheinlichen wirtschaftlichen Entwicklung
Zunahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der              interpretiert werden. Mit Hilfe plausibler Hypothesen über
Gemeinschaft bis zum Jahre 1995 von 6,7 Millionen mehr als          die internationale Entwicklung, über wichtige wirtschaftli­
die Hälfte auf die wirtschaftlich schwächeren Gebiete entfal­
                                                                    che Reaktionsmechanismen und Verhaltensweisen und über
len wird ( siehe Tabelle 21 ).
                                                                    die zu führende Wirtschaftspolitik kann man jedoch mögli­
 Von der hohen Gesamtarbeitslosigkeit sind die einzelnen            che wirtschaftliche Entwicklungen verdeutlichen . Die seit
 Gruppen der Erwerbsbevölkerung höchst unterschiedlich              Beginn der achtziger Jahre von den Dienststellen der Kom­
 betroffen. Besonders Jugendliche, Frauen, ältere Arbeitneh­        mission erstellten mittelfristigen Projektionen haben —
 mer und ungelernte Erwerbspersonen haben ein hohes                 soweit sich ihre Realisierung bisher absehen läßt ( siehe
 Arbeitsmarktrisiko . So liegt der Anteil der jugendlichen          Tabelle 22 ) — die Wachstums- und Arbeitslosigkeitsproble­
 Arbeitslosen an der Gesamtzahl der Arbeitslosen in der             matik der Gemeinschaft verhältnismäßig realistisch darge­
 Gemeinschaft bei über einem Drittel , wobei große Unter­            stellt . Dieser relative Erfolg ändert jedoch nichts an der
 schiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen . 1986              Tatsache , daß jede neue Projektion neue Unsicherheiten
 waren beispielsweise in Italien 48 % der Arbeitslosen jünger        aufwirft und daß gewisse Entwicklungen von makroökono­
 als 25 Jahre, in Spanien 43% , in Dänemark und in der               mischen Projektionen nur unvollkommen erfaßt werden
 Bundesrepublik Deutschland dagegen nur 23 % bzw. 22 % .             können. Dies gilt nicht nur für das internationale Umfeld,
 Trotzdem hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in der Gemein­         sondern auch für die binnenwirtschaftliche Entwicklung. So
 schaft in den letzten Jahren vermindert : 1986 waren 36%            können zum Beispiel die makroökonomischen Projektionen
 der Arbeitslosen jünger als 25 Jahre, im Vergleich zu 38 %          die allmählichen Veränderungen der wirtschaftlichen Rela­
 1984 ; von den Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Arbeits­          tionen , die sich aus den in allen Mitgliedsländern unternom­
 lose) unter 25 Jahren waren 1986 22,7% arbeitslos , in              menen Anstrengungen zur Verbesserung der Anpassungsfä­
 Vergleich zu 23,5% 1984 . Diese Entwicklung ist sowohl              higkeit der Märkte oder aus der Verwirklichung des Binnen­
 dem nachlassenden demographischen Druck als auch zahl­              marktes ergeben, nur verzögert bzw. bisher überhaupt nicht
 reichen Programmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslo­              berücksichtigen .
 sigkeit einschließlich der Maßnahmen durch den Europäi­
 schen Sozialfonds zu verdanken . Auch die spezifische               Die vorliegende Projektion bis 1991 geht davon aus, daß sich
 Arbeitslosenquote der Frauen — eine weitere Problemgruppe           der ECU gegenüber dem Dollar in den nächsten Jahren nicht
 des Arbeitsmarktes in der Gemeinschaft — ist in den letzten         mehr wesentlich aufwertet, dagegen behielte der Yen eine
 Jahren kontinuierlich gestiegen und lag 1986 bei 13,2%              gewisse maßvolle Aufwertungstendenz bei; der Ölpreis
 ( siehe Tabelle 18 ). Besonders hoch lag die Frauenarbeitslo­       könnte sich in den nächsten Jahren schrittweise weiter
 sigkeit gemäß der gemeinschaftlichen Arbeitskraftestichpro­         erhöhen, ohne daß jedoch ein neuer Ölschock unterstellt
 be im April 1986 in Spanien (25,9 % ), in Irland (20,2 % ) und      wird ; die Situation der Entwicklungsländer bleibt schwierig,
 in Belgien ( 16,8% ). Die Arbeitsmarktprobleme führten zu           ihre Importe könnten jedoch parallel zur Belebung des
 einem besorgniserregenden Anstieg der Anzahl der Langzeit­          Welthandels wieder deutlich zunehmen. Insgesamt könnte
 arbeitslosen . Legt man die Definitionen der gemeinschaftli­        der Welthandel (Welteinfuhrvolumen ohne EG ) unter diesen
 chen Arbeitskräftestichprobe zugrunde, sind zur Zeit über           Voraussetzungen bis 1990 / 91 schrittweise zu Zuwachsraten
 die Hälfte der Arbeitslosen länger als ein Jahr arbeitslos .        von knapp unter 5 % zurückkehren (siehe Tabelle 23 ) . Dabei
  1983 lag dieser Anteil bei 46 % (siehe Tabelle 19). Besonders      wurde für die Wirtschaftspolitik innerhalb der Gemeinschaft
 von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind die Arbeitslosen        unterstellt, daß die bisherige Linie der Haushaltspolitik —
 in Belgien, Italien und Irland. Dort sind bis zu zwei Drittel der   einschließlich der in wichtigen Ländern geplanten Steuersen­
 Arbeitslosen bereits über ein Jahr ohne Beschäftigung. In           kungen und einer etwas dynamischeren Entwicklung der
 Spanien und den Niederlanden liegt der Anteil der Langzeit­         öffentlichen Investitionen — fortgesetzt wird , daß die Geld­
 arbeitslosen bei deutlich über 50% . Die stark gestiegene           politik weiterhin stabilitätsorientiert bleibt und dem realen
 Langzeitarbeitslosigkeit macht es noch dringlicher, bei der         Wachstum ausreichend Spielraum läßt und daß die Real­
 Lösung der Arbeitsmarktprobleme voranzukommen .                     lohnentwicklung weiterhin maßvoll verläuft , sich aber im
                                                                     Vergleich zur Periode 1981—86 etwas beschleunigt.
  2.5 . Die mittelfristige wirtschaftliche Perspektive der
         Gemeinschaft                                                 Unter diesen Annahmen ergibt sich für die Gemeinschaft in
                                                                      den Jahren 1987—1991 eine durchschnittliche jährliche
 Auch mittelfristig gesehen kann die Arbeitslosigkeit nur             Wachstumsrate von 2,5 % (vgl . Tabelle 24 ). Die Inflations­
  abgebaut werden, wenn sich das Wachstum beschleunigt und            rate würde sich bei dem jetzt erreichten Wert von etwas mehr
  zugleich noch beschäftigungswirksamer wird. Wie bereits             als 3 % stabilisieren . Die Rentabilität des Sachkapitals würde
  dargestellt, hat sich eine Reihe von binnenwirtschaftlichen         weiter zunehmen , wenn auch deutlich langsamer als in der
  Voraussetzungen für ein stärkeres Wachstum verbessert.              vorangehenden Fünfjahresperiode (siehe Schaubild 13 ). Die
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Dynamik der Unternehmensinvestitionen würde sich etwas            zu einer Beruhigung auf den Devisenmärkten. Die ersten
verbessern, aber noch nicht ausreichen , um die erwünschte        Anzeichen der erwünschten güterwirtschaftlichen Auswir­
Zahl von Arbeitsplätzen zu schaffen. Der erreichte Beschäf­       kungen der Dollarabwertung zeigen sich bei den realen
tigungszuwachs (0,7 % jährlich ) würde die Arbeitslosenquo­       Handelsströmen, doch sind die Fortschritte noch zu gering.
te nur leicht senken ; 1991 dürfte sie noch über 10 % liegen .    Um den Dollarkurs so lange zu stabilisieren, bis der interna­
Der Leistungsbilanzüberschuß der Gemeinschaft würde sich          tionale Anpassungsprozeß glaubwürdige Fortschritte ge­
schrittweise abbauen, was angesichts der Erfordernisse des        macht hat, ist neben einem positiven Zinsgefälle insbesonde­
internationalen Anpassungsprozesses als normal erscheint;         re auch ein angemessenes negatives Wachstumsgefälle zwi­
die Entstehung eines zu großen Defizits im Zuge einer aus         schen den Vereinigten Staaten einerseits und Japan bzw.
Beschäftigungsgründen erwünschten weiteren Beschleuni­            Europa andererseits notwendig. Zwar wurden 1 987 in dieser
gung des Wachstums müßte jedoch vermieden werden .                Hinsicht Fortschritte erzielt, aber für 1988 deuten die
Allerdings ist diese Verschlechterung der Leistungsbilanz im      Anzeichen daraufhin, daß diese Differentiale eher abnehmen
wesentlichen auf die angenommene Erhöhung des Olpreises           als noch zunehmen könnten. Sollten sich diese Vorausschät­
zurückzuführen; unterstellt man , daß der Ölpreis 1989 bei        zungen bestätigen, könnte die Glaubwürdigkeit des mittel­
1 8 Dollar verharrt und sich danach nicht stärker erhöht als      fristigen Anpassungsprozesses in Frage gestellt werden. Dies
die Exportpreise der Industrieländer , so würde die Gemein­       würde die Gefahr eines weiteren Kursverfalls des Dollars und
schaft auch im Jahre 1991 noch einen komfortablen Lei­            verstärkter protektionistischer Maßnahmen vergrößern.
stungsbilanzüberschuß aufweisen .                                 Deutliche und glaubwürdige Fortschritte beim Abbau des
                                                                  Haushaltsdefizits der Vereinigten Staaten und eine verstärkte
Vom Gesichtspunkt des Wachstums und der Beschäftigung             Öffnung des japanischen Marktes würden zur Entschärfung
aus beurteilt, ist diese Projektion enttäuschend , und sie        dieser Gefahr wesentlich beitragen. Für die Gemeinschaft
scheint sich kaum von der für den letzten Jahreswirtschafts­      haben sich wegen des deutlichen Rückgangs der außerge­
bericht erstellten Referenzprojektion zu unterscheiden. Wie       meinschaftlichen Ausfuhren und der damit zusammenhän­
schon gesagt, berücksichtigt sie jedoch die Verbesserung der      genden Verschlechterung des Investitionsklimas die im. ver­
Anpassungsfähigkeit der Märkte nur unzureichend und stellt        gangenen Herbst gehegten Hoffnungen auf eine Beschleuni­
die Auswirkungen der Verwirklichung des Binnenmarktes             gung des Wachstums nicht erfüllt. Zudem macht die Kon­
noch nicht in Rechnung. Betrachtet man den jährlichen              vergenz der Lebensstandards in der Gemeinschaft nur gerin­
Verlauf der wichtigsten Variablen , so weist die Referenzpro­     ge Fortschritte. Dagegen hat sich die Konvergenz der Preis­
jektion „dieses Jahres nach Überwindung der außenwirt­            entwicklungen in Richtung auf eine niedrige Inflationsrate
schaftlich bedingten Wachstumsschwäche der Jahre 1987             fortgesetzt. Die seit 1 985 beobachtete Zunahme der Beschäf­
und 1988 einen etwas dynamischeren Wachstumsverlauf auf            tigung hat 1986 erstmals seit 1979 den Anstieg der Arbeits­
als die vorjährige Referenzprojektion ( siehe Schaubild 14).       losigkeit zum Stillstand gebracht. Arbeitszeitverkürzungen,
Zwar wird die Arbeitslosigkeit noch zu wenig reduziert , doch      vermehrte Teilzeitarbeit, maßvolle Reallohnsteigerungen,
ist die Beschäftigungsentwicklung am Ende der Projektions­         veränderte Formen der Arbeitszeitgestaltung und sonstige
periode marginal besser, so daß dann die Arbeitslosenquote        arbeitsmarktpolitische Maßnahmen haben dazu beigetra­
etwas rascher sinkt . Freilich bleiben dies erste Anzeichen       gen, das Wachstum seit einigen Jahren beschäftigungswirk­
einer leichten Verbesserung der Perspektive; sie sollten nicht    samer zu gestalten. Trotz dieser positiven Faktoren wird die
überschätzt und keinesfalls als ein wahrscheinlicher Kon­         Arbeitslosenquote in der Gemeinschaft wegen des verlang­
junkturverlauf interpretiert werden. Variiert man die Para­       samten wirtschaftlichen Wachstums in den Jahren 1987/
meter in den Projektionen , so zeigt sich jedoch , daß die sich    1 988 kaum nennenswert sinken. Insbesondere der Anstieg
abzeichnende Verbesserung insbesondere mit den unterstell­         der Langzeitarbeitslosigkeit ist besorgniserregend. Auch
ten Steuersenkungen und dem etwas kräftigeren Zuwachs              mittelfristig kann nicht mit einem dynamischeren weltwirt­
der öffentlichen Investitionen zusammenhängt . Dies stützt        schaftlichen Umfeld gerechnet werden. Innerhalb der
die Nachfrage und verbessert zusammen mit der maßvollen            Gemeinschaft gibt es gewisse Anzeichen einer leichten Ver­
Lohnentwicklung die Rentabilität. Es bleibt vordringliche          besserung der mittelfristigen Wachstums- und Beschäfti­
Aufgabe der Wirtschaftspolitik, diese günstigen Entwicklun­       gungsdynamik . Dies liegt im wesentlichen an den unterstell­
gen zu stärken und zu beschleunigen.                               ten Steuersenkungen und vermehrten öffentlichen Investitio­
                                                                   nen, welche die Nachfrage stützen und zusammen mit der
Die Abwertung des US-Dollars setzte sich im Jahre 1986 und         maßvollen Reallohnentwicklung die Rentabilität stärken.
in den ersten beiden Monaten des Jahres 1987 fort. Erst in         Trotzdem dürfte die Arbeitslosigkeit zu Beginn der 90er
der Folge des Louvre-Abkommens vom Februar 1987 kam es            Jahre noch immer über 10% liegen.
                   3 . INTERNE WACHSTUMSKRÄFTE UND DIE INTERDEPENDENZ DER MITGLIEDSLÄNDER
 Unter den veränderten außenwirtschaftlichen Bedingungen           niveau der Weltwirtschaft wiederherzustellen . Ein höheres
 stellt sich der Gemeinschaft die Aufgabe , ihr Wachstum aus       Wachstum ist für die Gemeinschaft vor allem auch erforder­
 eigener Kraft zu verstärken. Dies ist nicht nur der beste         lich , um ihre internen Ziele zu erreichen : den Abbau der
Beitrag, den sie dazu leisten kann, die internationalen            Arbeitslosigkeit , die Nutzung aller Vorteile , die sich aus der
 Gleichgewichte auf einem möglichst hohen Wachstums­               Verwirklichung des großen Binnenmarktes ergeben , und die
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Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhaltes           Die Vollendung des Binnenmarktes kann auch positive
in der Gemeinschaft . Dabei erfordert die Bewältigung jeder         Auswirkungen auf die private Nachfrage haben:
einzelnen dieser zentralen internen Aufgaben mehr Wachs­
tum. Fortschritte bei jedem dieser drei Ziele leisten aber auch        (i) Die geringeren Stückkosten führen bei intensiverem
ihrerseits einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der beiden                Wettbewerb zu niedrigeren Produktpreisen. Dadurch
jeweils anderen.                                                             wird die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Dies stärkt
                                                                             nicht nur den Binnenhandel , sondern erschließt auch
                                                                             außerhalb der Gemeinschaft zusätzliche Nachfrage .
Das eigene Wachstum zu kräftigen heißt die mit den
Jahreswirtschaftsberichten 1985 / 1986 und 1986 / 1987 vom            (ii) Die größere Vielfalt der im großen Binnenmarkt ver­
Ministerrat für die Gemeinschaft angenommene kooperative                    fügbaren Produkte kommt Bedürfnissen der Unterneh­
Wachstumsstrategie für mehr Beschäftigung anwenden. Ein                      men und der Verbraucher entgegen und dürfte ebenfalls
 kräftigeres Wachstum muß, um dauerhaft zu sein und                          zusätzliche Nachfrage auslösen .
 schließlich selbsttragend werden zu können, die bei der
 internen und außenwirtschaftlichen Stabilität erreichten
 Erfolge bewahren und, wo nötig, verstärken. Es muß sich auf         Im öffentlichen Sektor ergeben sich vielfache Kosteneinspa­
 eine höhere Rentabilität und eine bessere Anpassungsfähig­          rungen durch die Vollendung des Binnenmarktes: zum einen
 keit der Märkte stützen . Die in den letzten Jahreswirtschafts­     sinkt der Aufwand für die Überwachung nationaler Regle­
 berichten enthaltenen Empfehlungen für die Angebotspolitik          mentierungen, zum anderen verbessern sich die Beschaf­
 bleiben in dieser Hinsicht uneingeschränkt gültig.                  fungsmöglichkeiten, wenn öffentliche Aufträge innerhalb
                                                                     der Gemeinschaft im freien Wettbewerb vergeben werden.
                                                                     Dies vergrößert auch den budgetären Spielraum für wachs­
                                                                     tumsfördernde Maßnahmen auf der Angebots- wie auf der
 3.1 . Der Binnenmarkt und die Anpassung der Wirtschafts­            Nachfrageseite .
         strukturen als Motoren des Wachstums
                                                                     Die Kommission hat eine Reihe von Untersuchungen einge­
 Die Vollendung eines Raums ohne Binnengrenzen bringt                leitet, um die quantitativen Auswirkungen der Vollendung
 wichtige Impulse für die Angebots- wie für die Nachfrage­           des Binnenmarktes in einigen Teilbereichen abzuschätzen .
  seite in der Gemeinschaft. Der Abbau steuerlicher und              Der Gesamteffekt dürfte spürbar sein, wenn er sich wegen
                                                                     der Vielzahl der Einflußfaktoren auch nur schwer exakt
  administrativer Barrieren, die gegenseitige Anerkennung von
  Normen und die Öffnung der Märkte hätten sowohl unmit­             beziffern läßt. Die tatsächliche Entwicklung wird außerdem
  telbare als auch mittelfristige Auswirkungen . Für den priva­      davon abhängen, unter welchen Bedingungen sich der Bin­
                                                                     nenmarkt verwirklicht :
  ten Sektor wird auf der Angebotsseite mit folgenden Auswir­
  kungen gerechnet:                                                   — Erhebliche zusätzliche Investitionen würden es erlauben,
     (i) Wenn Grenzformalitäten, zusätzliche Prüfungen und                 die durch die Vollendung des großen Binnenmarktes
         Bescheinigungen wegfallen, ergeben sich im Warenver­              geschaffenen Chancen vollständig zu nutzen. Mit diesen
         kehr innerhalb der Gemeinschaft zunächst unmittel­                Investitionen ist um so rascher zu rechnen, je früher die
         bare Kostenersparnisse.                                           Unternehmen realisieren, daß hier eine nicht mehr
                                                                           umkehrbare Entwicklung abläuft. Diese zusätzlichen
    (ii) Je leichter es wird, die in einem Mitgliedsland auf den           Investitionen schaffen mehr Nachfrage und stärken die
         Markt gebrachten Produkte ohne erhebliche Zusatzko­               Wachstumsdynamik. Andererseits sind aber auch ver­
         sten auch in den übrigen Ländern anzubieten , desto               besserte Absatzerwartungen erforderlich , damit tatsäch­
         größer ist der Anreiz, Produktionskapazitäten auszu­              lich mehr investiert wird . Die Verwirklichung großer
         weiten und für den großen Binnenmarkt zu produzie­                Infrastrukturvorhaben von europäischem Interesse ge­
         ren : dabei ist mit erheblichen Massenproduktionsvor­             hört ebenfalls zur Vollendung des Binnenmarktes , da sie
         teilen zu rechnen ; die Produktivität nimmt zu , die              dazu beitragen , moderne und transnationale Verkehrs­
         Stückkosten gehen zurück.                                         und Telekommunikationswege herzustellen, und da­
                                                                           durch mithelfen, die Zersplitterung nationaler Infra­
   (iii) Wegen einer besseren Markttransparenz für öffentliche             strukturen zu überwinden . Solche Vorhaben können
         und private Güter wird sich der Wettbewerb auf dem                unter geeigneten Rahmenbedingungen großenteils am
         Binnenmarkt der Gemeinschaft intensivieren . Für die              privaten Kapitalmarkt finanziert werden.
         Unternehmen wird dadurch ein noch größerer Anreiz
         bestehen, ihre Effizienz zu steigern und die Qualität        — In den Mitgliedstaaten ist es weiterhin notwendig, die
         ihrer Produkte zu verbessern . Mittelfristig wird                 Anpassungsfähigkeit der Märkte für Güter, Dienstlei­
         dadurch die Wirtschaftsstruktur der Gemeinschaft ins­             stungen, Kapital und Arbeit zu steigern und unternehme­
         gesamt verstärkt .                                                rische Initiative zu ermutigen (siehe Kapitel 4.1 ); dies
                                                                           verbessert die Angebotsbedingungen in der Gemein­
   (iv) Schließlich schafft der große Binnenmarkt wesentlich                schaft, läßt die Unternehmen auf die neuen Bedingungen
         bessere Voraussetzungen für größere europäische For­               des Binnenmarktes schneller reagieren und beschleunigt
         schungs- und Entwicklungsanstrengungen, da er den                  die Ausschöpfung seiner Vorteile. Die damit verbunde­
         beteiligten Instituten und Unternehmen die gesamte                 nen strukturellen Veränderungen können soziale und
         Gemeinschaft als Absatzmarkt erschließt. Dies wird der             regionale Probleme aufwerfen. Um nicht grundlegende
         technologischen Wettbewerbsfähigkeit der Gemein­                   Rechte auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit, des .
          schaft zugute kommen .                                            Schutzes sozialer Errungenschaften und der Arbeitsbe­
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    dingungen zu gefährden , worauf auch der Ministerrat in          geerwartungen und Rentabilität, gleichzeitig verbessert wer­
    seiner Entschließung vom 22 . Dezember 1986 verwiesen            den . Da die Gemeinschaft in absehbarer Zeit nicht mit
    hat, muß die soziale Dimension angemessen berücksich­            wesendichen nachfragebelebenden Impulsen von außen
    tigt werden und der strukturelle Anpassungsprozeß in             rechnen kann, müssen die notwendigen NachfrageWirkun­
    einen umfassenden sozialen Dialog eingebettet werden.            gen von der inländischen Endnachfrage in der Gemeinschaft,
    Die Verstärkung des wirtschaftlichen und sozialen                also vom privaten Verbrauch und von einer Beschleunigung
    Zusammenhalts in der Gemeinschaft (siehe Kapitel 3.3             der Investitionen selbst, ausgehen . Der private Verbrauch
    und 4.4) würde auch die regionale Anpassung erleich­             sollte dabei in den nächsten Jahren etwa so stark wachsen wie
    tern . Letztlich lassen sich die mit der strukturellen           das BIP, was angemessene Zuwächse bei den privaten
    Anpassung verbundenen sozialen und regionalen Proble­            verfügbaren Einkommen voraussetzt.
    me nur in einem Umfeld stärkeren 'Wirtschaftswachstums
    überwinden . So können defensive Verhaltensweisen bei
    Regierungen und Sozialpartnern leichter vermieden wer­           Damit jedoch die Investitionen stärker zunehmen, muß ihre
    den .                                                            Rentabilität während einiger Jahre noch weiter steigen (siehe
                                                                     unten); der reale Lohnanstieg in der Gemeinschaft muß also
                                                                     weiterhin maßvoll bleiben. Ein solcher maßvoller Anstieg der
Ein wichtiger Beitrag des Binnenmarktes liegt in der Stärkung
                                                                     Löhne läßt bei stärkerem Beschäftigungszuwachs die priva­
der Produktivität. Damit der Produktivitätszuwachs jedoch
                                                                     ten Einkommen durchaus noch angemessen wachsen , sofern
zu mehr Wohlstand und mehr Beschäftigung in der Gesamt­
                                                                     die Haushaltspolitik in diesem Prozeß ebenfalls eine aktive
wirtschaft führt, muß das Wachstum ausreichen . Die Voll­
                                                                     Rolle übernimmt, indem sie durch steuerliche Entlastungen
endung des Binnenmarktes liefert zwar sicherlich kräftige
                                                                     der privaten Haushalte und der Unternehmen und durch
Wachstumsimpulse; diese werden jedoch nür dann voll
                                                                     mehr öffentliche Investitionen in lohnende oder rentable
wirksam , wenn sie mit einem dynamischeren makroökono­
                                                                     Vorhaben ihrerseits dazu beiträgt, daß sich die Angebotsbe­
mischen Prozeß einhergehen .
                                                                     dingungen verbessern und daß sich die Nachfrage angemes­
                                                                     sen entwickelt. Um zu verhindern , daß die realen Zinssätze
                                                                     unter Druck nach oben geraten, was für die privaten
3.2 . Der makroökonomische Prozeß                                    Investitionen abträglich wäre , dürfte eine derartige Haus­
                                                                     haltspolitik die mittelfristige Konsolidierung der öffentlichen
Auch die makroökonomische Politik muß dazu beitragen ,               Finanzen nicht in Frage stellen .
daß sich die Gemeinschaft aus der Falle eines niedrigen
Wachstums befreit, in der sie bei den jetzt angelegten
                                                                     Eine Reihe von Mitgliedsländern haben sich durch die
Politiken und Verhaltensweisen trotz gewisser möglicher
                                                                     Konsolidierungsanstrengungen der Vergangenheit Möglich­
Verbesserungen am Ende des Jahrzehnts weiterhin verharren
                                                                     keiten geschaffen für eine aktivere Rolle der Haushaltspolitik
würde (siehe Kapitel 2.5 ). Sie muß eine Entwicklung anstre­
                                                                     (siehe Kapitel 5.3 ). In diesen Ländern sind auch zum Teil
ben , in der ein höheres und noch beschäftigungswirksameres
                                                                     bereits Steuern gesenkt worden bzw. Steuersenkungen
Wachstum sich selbst trägt, ohne dabei die erreichte binnen­
und außenwirtschaftliche Stabilität zu gefährden , so daß das
                                                                     geplant. Positive Auswirkungen dieser Maßnahmen zeichnen
                                                                     sich mittelfristig bereits ab (siehe Kapitel 2.5 ). Sollte die
höhere Wachstum mittelfristig auch durchgehalten werden
kann .
                                                                     wirtschaftliche Entwicklung jedoch längere Zeit hinter den
                                                                     Erwartungen zurückbleiben , können diese Vorhaben gefähr­
                                                                     det werden , da mit der Wachstumsabschwächung Einnah­
Investitionen und privater Verbrauch müssen sich daher in            meausfälle für die öffentlichen Haushalte und noch höhere
einem dynamischen Gleichgewicht entwickeln . Von 1960 bis            krisenbedingte Ausgaben einhergehen, womit sich der haus­
1973 haben die privaten Investitionen in der Gemeinschaft            haltspolitische Spielraum entsprechend verengt. Es erscheint
etwas mehr zugenommen als der private Verbrauch , wobei              daher geradezu als Voraussetzung für eine glaubwürdige und
sich der Anteil der privaten Investitionen am BIP erhöhte;           realistische Politik der mittelfristigen Haushaltskonsolidie­
von 1973 bis 1985 verlief diese Entwicklung ganz anders, das         rung, die vorgesehenen Steuersenkungen flexibel zu handha­
Wachstum der Investitionen fiel sogar noch stärker zurück            ben, und zwar gilt dies für den Umfang und die zeitliche
als das Wachstum des BIP , das sich seinerseits mehr als             Ausführung. Der wachstumsfördernde Effekt ist dabei am
halbierte ( siehe Tabelle 25 ). Soll sich diese über mehr als ein    größten und die Gefahr untragbarer außenwirtschaftlicher
Jahrzehnt angewachsene Investitionslücke schließen — sie             Ungleichgewichte am geringsten, wenn die Mitgliedsländer,
erklärt einen erheblichen Teil der heute fehlenden Arbeits­
                                                                     die haushaltspolitisch aktiv sein könnten, koordiniert vorge­
plätze — , sollen in Zukunft Kapazitätsengpässe vermieden            hen . Ein stärkeres Wachstum in der Gemeinschaft würde die
werden und sollen sich Strukturwandel und Modernisierung             haushaltspolitische Situation der übrigen Mitgiedsländer
der Produktionsanlagen beschleunigen, so müssen die priva­           verbessern . Diese könnten dann — bei Beibehaltung ihrer
ten Investitionen in der Gemeinschaft in den nächsten Jahren         Konsolidierungsprioritäten — ebenfalls zur Verbesserung
deutlich schneller wachsen als das BIP . Da jede produzierte         der Wachstumsperspektiven in der Gemeinschaft beitragen
Einheit im Durchschnitt mehr Kapital benötigt als früher,            ( siehe Kapitel 3.3 ).
bedeutet dies zudem : der Investitionsbedarf für die notwen­
dige Ausweitung von Produktion und Beschäftigung ist heute
spürbar größer als in den sechziger Jahren ( siehe Tabelle 25 ).     Die öffentlichen Investitionen haben unter den Konsolidie­
Daher ist in den nächsten Jahren ein spürbarer Anstieg des           rungsanstrengungen der Mitgliedstaaten stark gelitten . Ihr
Anteils der Investitionen am BIP erforderlich .                      Anteil am BIP ist seit Anfang der siebziger Jahre um etwa ein
                                                                     Drittel zurückgegangen . Eine Beschleunigung der volkswirt­
Dies läßt sich nur erreichen, wenn die zwei wesentlichen             schaftlich rentablen öffentlichen Investitionen würde nicht
Bestimmungsfaktoren der privaten Investitionen, Nachfra­             nur das Produktionspotential in der Gemeinschaft schneller
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr . L 394 / 17
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erweitern, sondern wäre gleichzeitig auch unmittelbar nach­        3.3 . Die Interdependenzen zwischen den Mitgliedstaaten
fragewirksam. Auch die Verwirklichung der großen Infra­
strukturinvestitionen im Gemeinschaftsinteresse kann dazu          1987 wickeln die Mitgliedstaaten fast 60% ihrer Warenein­
beitragen ( siehe Kapitel 3.1 ).                                   bzw. -ausfuhren mit den anderen Mitgliedstaaten ab (gegen­
                                                                   über weniger als 40 % im Jahr 1958 ; siehe Tabellen 26 und
Es gilt jedoch nicht nur, die Nachfrageperspektiven zu             27). Dabei erreichen die innergemeinschaftlichen Ein- bzw.
verbessern, sondern gleichzeitig auch die Rentabilität. Hier­      Ausfuhren aller Mitgliedstaaten jeweils rund 13% des BIP
bei sind in den letzten Jahren deutliche Fortschritte erreicht     der Gemeinschaft. Diese güterwirtschaftlichen Verflechtun­
worden. Die höhere Kapazitätsauslastung, der Rückgang              gen haben in jüngster Zeit durch die mit dem Beitritt zur
wichtiger Rohstoffpreise und insbesondere das jahrelange           Gemeinschaft verbundene Veränderung der Außenhandels­
Zurückbleiben der Reallohnzuwächse hinter den Produktivi­          ströme Spaniens und Portugals noch stärker zugenommen.
tätszuwächsen haben die Sachkapitalrentabilität bereits            So ist in Spanien der Anteil der Einfuhren aus der Gemein­
deutlich verbessert. Trotzdem wurde das Niveau der sechzi­         schaft von unter 38% ( 1985 ) auf über 52% ( 1987) gestie­
ger Jahre noch nicht wieder erreicht; in dieser Periode war die    gen, in Portugal war im gleichen Zeitraum ein Anstieg von
 Rentabilität ausreichend , um ein selbsttragendes Wachstum        unter 46% auf über 69% zu verzeichnen. Bei den Waren­
 bei niedriger Arbeitslosigkeit zu ermöglichen. 1987 ist die        ausfuhren stieg dieser Anteil in Spanien von über 53 % auf
 Rentabilität zudem kaum noch gestiegen. Angesichts des            über 69 % und in Portugal von weniger als 63 % auf 70 % .
 hohen Bedarfs an privaten Investitionen und solange noch           Die Vollendung des Binnenmarktes wird diese Interdepen­
 kein sich- selbst tragender Prozeß dynamischen Wachstums           denz noch verstärken . Außerdem stellt die zunehmende
 zustande gekommen ist, muß daher die Lohnentwicklung               Kapitalverkehrsliberalisierung in Verbindung mit der Auf­
 weiterhin einen Beitrag dazu leisten , die Investitionsvoraus­     rechterhaltung stabilerer Wechselkurse, insbesondere im
 setzungen zu verbessern. Steuerliche Entlastungen der Lohn­        Rahmen des EWS, eine noch engere lnterdependenz der
 und Gehaltsempfänger könnten dazu beitragen, daß der               Geld- und Kapitalmärkte zwischen den Mitgliedstaaten
 Anstieg der realen Lohnkosten pro Kopf maßvoll bleibt.             her .
 Eine Lohnentwicklung, die den Kostendruck nicht verstärkt,         Aufgrund der noch wachsenden wirtschaftlichen Verflech­
 und die Fortsetzung einer stabilitätsorientierten Geldpolitik      tung reagieren die Güter- und Finanzströme schneller, was
 erleichtern es, die Inflation auf dem erreichten niedrigen         dem autonomen wirtschaftspolitischen Handeln einzelner
 Niveau zu stabilisieren bzw. sie sogar in mehreren Mitglieds­      Mitgliedstaaten engere Grenzen setzt. Freilich erwachsen aus
 ländern noch zurückzuführen. Dies erlaubt es , die Inflations­
                                                                    den engen wirtschaftlichen Verflechtungen auch neue
 erwartungen nach unten zu korrigieren, und schafft so eine         gemeinsame Handlungsmöglichkeiten und zusätzliches
 gesunde Grundlage für erneut sinkende langfristige Zinsen.         Wachstumspotential für die Gemeinschaft, wenn die wirt­
 Wenn sich die Rentabilität und die Möglichkeiten zur
                                                                    schaftspolitischen Maßnahmen besser koordiniert werden.
 Selbstfinanzierung der Unternehmen verbessern , würde dies         Die im Rahmen des EWS erzielten Stabilisierungserfolge
 außerdem die Spannungen zwischen Angebot und Nachfrage             zeigen an, daß bei koordinierter monetärer Politik die
 bei langfristigem Kapital verringern. Dies wird die Investi­       Interdependenzen zum Vorteil aller Mitgliedstaaten genutzt
 tionstätigkeit positiv beeinflussen, weil die Finanzierungsko­     werden können . Auf diesem Weg weiter fortzuschreiten ist
 sten sinken und weil sich die Relation zwischen den zu
                                                                    nötig und möglich (siehe Kapitel 5.2),
 erwartenden Sachkapitalrenditen und den Zinsen auf den
 Finanzmärkten immer deutlicher zugunsten produktiver
 Investitionen verschiebt. Sinkende langfristige Zinsen wer­         Gegenwärtig gilt es jedoch , diese Interdependenzen auch
 den vor allem aber die öffentlichen Haushalte spürbar               durch eine besser abgestimmte Haushaltspolitik zur Stär­
  entlasten, hat doch die öffentliche Schuld in einigen Mitglied­    kung des Wachstums zu nutzen. Dies kann für die Mitglied­
  staaten bereits das Ausmaß eines Jahresbruttosozialprodukts        staaten die außenwirtschaftlichen Beschränkungen ebenso
  erreicht bzw. sogar überschritten (siehe Kasten über die           verringern wie die budgetären. In einer Situation ohne
  Zinssätze).                                                        nennenswerte außenwirtschaftliche Impulse resultiert daraus
                                                                     eine wichtige Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten der
  Eine derart von der Binnennachfrage getragene Wachstums­           Mitgliedstaaten . Bei koordinierter Wachstumsbeschleuni­
  steigerung würde auch dazu beitragen, die internationalen          gung können die Mitgliedstaaten aufgrund des hohen
  Leistungsbilanzungleichgewichte auf einem möglichst hohen          Gewichts des innergemeinschaftlichen Handels in der Tat
  Wachstumsniveau der Weltwirtschaft abzubauen. Sie würde            damit rechnen , daß eine etwaige Belastung ihrer Leistungs­
  damit das Vertrauen in die Stabilität der internationalen          bilanz geringer ausfällt als bei isoliertem Vorgehen (nach
  Wirtschafts- und Währungsbeziehungen stärken und auch              Berechnungen der OECD reduziert sie sich um die Hälfte bis
  auf diesem Wege Investitionshindernisse abbauen. Um eine           zwei Drittel). Von besonderer Bedeutung ist dies für Mit­
  störungsfreie Entwicklung zu ermöglichen, gilt es freilich         gliedsländer, die vor allem aus Sorge um ihr außenwirtschaft­
  dabei das externe Gleichgewicht der Gemeinschaft mittelfri­        liches Gleichgewicht ihre wirtschaftspolitischen Handlungs­
  stig befriedigend zu wahren. Deshalb muß die Wettbewerbs­          möglichkeiten eingeschränkt sehen; dies gilt derzeit vor allem
  fähigkeit der Gemeinschaft erhalten und verstärkt werden.          für Dänemark und Frankreich , aber auch für Italien , Portu­
  Weiter verbesserte Rentabilität und anpassungsfähigere             gal und Spanien, wo die Fortsetzung des zur Zeit kräftigen
  Märkte werden zudem dazu beitragen , mehr Binnennachfra­           Wachstums; von drohenden außenwirtschaftlichen Ungleich­
  ge aus der inländischen Produktion zu befriedigen; das             gewichten gefährdet ist. Sicherlich würde die Beschleunigung
  mittelfristige außenwirtschaftliche Gleichgewicht läßt sich        der internen Nachfrage, die eine solche Anstrengung herbei­
  also auch bei beschleunigtem Wachstum durchaus aufrecht­           führen würde, zu einer gewissen Verschlechterung der
  erhalten .                                                         außenwirtschaftlichen Bilanzen der Mitgliedsländer gegen­
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 18                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  31 . 12 . 87
über dritten Ländern führen . Die Gemeinschaft würde so zur         In den achtziger Jahren wurde ein weiteres Aufholen im
Wiederherstellung der internationalen Zahlungsbilanz­               Pro-Kopf-Einkommen vor allem in Griechenland und Irland
gleichgewichte beitragen. Damit jedoch eine solche Anstren­         durch unterdurchschnittliche Effizienz und eine abgesunkene
gung zu einer dauerhaften Beschleunigung des Wachstums              Investitionsquote behindert, während Spanien die Effizienz
führt, muß sie sich auf eine gleichzeitige Verbesserung der         seiner Investitionen im Zuge großer interner Anpassungsan­
Angebotsbedingungen stützen und darf weder eine mittel­             strengungen wieder annähernd auf den Durchschnitt der
fristig durchhaltbare außenwirtschaftliche Position noch die        übrigen Mitgliedsländer steigerte und nicht nur Anschluß an
erreichten Stabilitätserfolge in Frage stellen . Bei koordinier­    deren Pro-Kopf-Einkommenswachstum fand, sondern ge­
tem Vorgehen schlagen die budgetären Beschränkungen für             genwärtig sogar leicht aufholt, wobei es Spanien bisher
Steuersenkungen bzw. zusätzliche öffentliche Investitionen          gelang, sein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu wah­
deshalb weniger zu Buche, weil jeder stärker wachsende              ren .
Mitgliedstaat wegen der engen güterwirtschaftlichen Interde­
pendenz einen spürbaren Wachstumsbeitrag für die übrigen            Um den dynamischen Aufholprozeß unter den veränderten
Mitgliedstaaten leistet; die Kräftigung seines Wirtschafts­         Bedingungen wieder in Gang zu setzen, sind koordinierte
wachstums und die damit einhergehenden zusätzlichen                 Anstrengungen aller Mitgliedstaaten erforderlich, so wie dies
Steuereinnahmen fallen wesentlich höher aus als bei Einzel­         im Artikel 130 B der Römischen Verträge, eingeführt in der
initiativen. Haushaltspolitische Maßnahmen und mittelfri­           Einheitlichen Europäischen Akte , vorgesehen ist . Dazu ist in
stige Haushaltskonsolidierung lassen sich so besser vereinba­       der Gemeinschaft insgesamt ein dynamischeres Wachstum
ren . Ein stärkeres Wachstum in den Partnerländern erleich­
                                                                     erforderlich , um den Anpassungsprozeß zu erleichtern und
tert außerdem in den Mitgliedsländern mit nach wie vor               zu vermeiden , daß die am stärksten benachteiligten Länder
ernsten Haushaltsproblemen die Budgetsituation (siehe                und Regionen durch nicht mehr durchhaltbare binnen- oder
Tabelle 29 ) und erlaubt es auch diesen Ländern nach einer           außenwirtschaftliche Ungleichgewichte in restriktive Politi­
gewissen Zeit, zum gemeinsamen Prozeß der Wachstumsbe­               ken gezwungen werden. Dies ist nur möglich, wenn die
schleunigurig beizutragen .                                          wirtschaftlich starken Mitgliedsländer einen ausreichend
                                                                     großen Wachstumsbeitrag leisten. Entscheidend wichtig ist
Wird die Haushaltspolitik so koordiniert und differenziert           aber auch , daß die am stärksten benachteiligten Länder und
eingesetzt, erlaubt dies mittelfristig eine bessere Konvergenz       Regionen Politiken verfolgen, die ihre internen Wachstums­
der Situation der öffentlichen Finanzen in den Mitgliedslän­         bedingungen, d . h . insbesondere die Rentabilität und die
 dern der Gemeinschaft. Angesichts der immer engeren                 Effizienz ihrer Investitionen , verbessern . Dies stärkt ihre
monetären Interdependenzen ist diese von besonderer Bedeu­           eigene Kapitalbildung, erleichtert es, trotz höheren Wachs­
 tung, könnten doch sonst die Mitgliedsländer mit einer              tums das außenwirtschaftliche Gleichgewicht zu wahren,
 relativ ungünstigen haushaltspolitischen Situation dazu             und schafft die Voraussetzungen für verstärkte Kapitalim­
 gezwungen werden, höhere Zinsen in Kauf zu nehmen, um               porte. Hinzukommen muß eine verstärkte Unterstützung
 umfangreiche Kapitalabflüsse und die damit verbundene               dieser Politik durch die Einrichtungen der Gemeinschaft, ihre
 Belastung ihrer Währungen zu vermeiden. Höhere Zinsen               Strukturfonds, die Europäische Investitionsbank und die
 würden diese Länder aber zu zusätzlichen Anpassungsan­              sonstigen vorhandenen Finanzierungsinstrumente, so wie
 strengungen zwingen und so auch den Wachstumsprozeß in              dies in der Mitteilung der Kommission an den Rat KOM(87)
 der Gemeinschaft insgesamt belasten.                                100 dargelegt worden ist. Gelingt es so , den Aufholprozeß in
                                                                     diesen Ländern dauerhaft und selbsttragend in Gang zu
                                                                     setzen , so ergibt sich dadurch nicht nur ein besserer wirt­
 Ein besser abgestimmtes wirtschaftspolitisches Vorgehen auf         schaftlicher und sozialer Zusammenhalt in der Gemein­
 nationaler und auf Gemeinschaftsebene erleichtert auch die          schaft; die aufholenden Länder und Regionen mit einem
 Bemühungen, den Aufholprozeß der am stärksten benachtei­            dynamischeren Wachstum leisten auch einen erheblichen
 ligten Regionen und Länder (Griechenland, Spanien, Irland           Beitrag zum Gemeinschaftswachstum.
 und Portugal) zu beschleunigen . Bis in die siebziger Jahre hat
 ein solcher Aufholprozeß stattgefunden: vor allem Spanien ,
 Griechenland und Portugal konnten ihr reales Pro-Kopf-BIP
 deudich schneller steigern als die übrigen Mitgliedsländer
 (siehe Tabelle 30 und Kapitel 2.3 ). In Spanien und Portugal        3.4 . Die Voraussetzungen für den Erfolg
 wurde diese Entwicklung von überdurchschnittlichen Inve­
 stitionsquoten getragen, wobei in allen vier Ländern die             Die Anstrengungen der letzten Jahre haben die Rentabilität
 Effizienz der Investitionen hoch war. Dieser Aufholprozeß
 wurde wesentlich dadurch erleichtert, daß er in einem               der Investitionen und die Anpassungsfähigkeit der Märkte in
                                                                      der Gemeinschaft deutlich erhöht und damit die Vorausset­
  Umfeld hohen Wirtschaftswachstum stattfand , was unter
  anderem dazu beigetragen hat, daß die aufholenden Länder            zungen verbessert, ein höheres und beschäftigungswirksame­
                                                                      res Wachstum , bei Wahrung der internen und externen
  ihr externes Gleichgewicht weitgehend wahren konnten .              Gleichgewichte, zu erreichen. In den letzten zwei Jahren hat
                                                                      allerdings die vor allem außenwirtschaftlich bedingte Wachs­
  In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre fiel jedoch die           tumsverlangsamung dazu geführt, daß die Wirtschaft der
  Effizienz der Investitionen dieser Länder auf den Durch­            Gemeinschaft der Erreichung eines ihrer Hauptziele , dem
  schnitt der übrigen Mitgliedstaaten (im Falle Spaniens sogar        deutlichen und anhaltenden Abbau der Arbeitslosigkeit,
  weit darunter). Nur dadurch , daß Irland und Portugal ihre          kaum nähergekommen ist. Da die Gemeinschaft auch in
  Investitionsanstrengungen kräftig ausweiteten , konnten sie         absehbarer Zukunft nicht mit wesentlichen positiven Ein­
  beim Pro-Kopf-BIP noch weiter aufholen, freilich um den             flüssen von außerhalb rechnen kann, muß sie noch stärker als
  Preis hoher außenwirtschaftlicher Defizite .                        bisher auf ihre eigenen Kräfte bauen .
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Die Gemeinschaftsstrategie unter den veränderten Umstän­          Die Gemeinschaft muß in den nächsten Jahren — unter
den anzuwenden heißt daher, die Vorteile der Gemein­              Wahrung der erreichten Stabilität — ihr Wirtschaftswachs­
schaftsdimension besser zu nutzen : den Binnenmarkt zu            tum steigern, nicht nur um zu einem internationalen Anpas­
vollenden, den gesamtwirtschaftlichen Prozeß zu einem             sungsprozeß auf einem möglichst hohen Wachstumsniveau
stabilen, höheren Wirtschaftswachstum zu beschleunigen            der Weltwirtschaft beizutragen, sondern vor allem auch, um
und dabei aus den Interdependenzen zwischen den Mitglied­         ihre eigenen Ziele zu erreichen: den Abbau der Arbeitslosig­
staaten Vorteile zu ziehen . Dazu sind eine engere Koopera­       keit, die volle Ausschöpfung aller Vorteile des großen
tion zwischen den Mitgliedsregierungen im Bereich der Geld­       Binnenmarktes und die Stärkung ihres wirtschaftlichen und
und Haushaltspolitik sowie die Weiterentwicklung der              sozialen Zusammenhalts. Da sie dazu nicht mit wesentlichen
Gemeinschaftspolitiken erforderlich (siehe Kapitel 4 und 5 ).     außenwirtschaftlichen Impulsen rechnen kann, muß sie
Außerdem muß die Gemeinschaft ihren Beitrag zu einer              verstärkt auf ihre eigenen Kräfte bauen. So gibt ihr die
kontinuierlichen Verstärkung der internationalen Koopera­          Vollendung des Binnenmarktes wesentliche Wachstumsim­
tion leisten, um in Abstimmung mit den anderen großen             pulse, indem sie das rentable Güterangebot erweitert und
Wirtschaftszonen auf einen Abbau der internationalen              neue Güternachfrage innerhalb der Gemeinschaft und auf
Ungleichgewichte, auf stabilere Wechselkurse und auf die          den Weltmärkten erschließt. Damitjedoch das Potential des
Abwendung protektionistischer Drohungen hinzuwirken               Binnenmarktes für Wachstum und Beschäftigung voll ausge­
(siehe Kapitel 2.2).                                              schöpft wird, muß auch die makroökonomische Politik zu
                                                                  einem höheren, sich selbst tragenden Wachstum beitragen,
Die Verstärkung des sozialen Dialogs auf nationaler und auf       ohne dabei die erreichte binnen- und außenwirtschaftliche
Gemeinschaftsebene ist weiterhin entscheidend , um den für         Stabilität zu gefährden. Wesentlich sind dafür überdurch­
den Erfolg der Gemeinschaftsstrategie erforderlichen Kon­         schnittlich wachsende private Investitionen. Bei weiterhin
 sens über die notwendigen Verhaltensänderungen und wirt­          maßvollem Reallohnanstieg würden Steuersenkungen und
schaftspolitischen Maßnahmen zu verbreitern (vgl. unter            höhere öffentliche Investitionen sowohl zur Verbesserung
 anderem Jahreswirtschaftsbericht 1986 / 1987, Kapitel 4.6 ).      der Angebotsbedingungen als auch zur notwendigen Verbes­
 Auf Gemeinschaftsebene sind bereits wichtige Fortschritte         serung der Nachfrageerwartungen beitragen. Solche finanz­
 erreicht worden , die unter anderem zu gemeinsamen Stel­          politischen Maßnahmen sollten jedoch die mittelfristige
 lungnahmen der Sozialpartner über die grundlegenden               Konsolidierung der öffentlichen Haushalte nicht in Frage
 Optionen der Gemeinschaftsstrategie (6 . November 1986),          stellen. Die Fortsetzung der stabilitätsorientierten Geldpoli­
 zu Ausbildung und Motivation sowie zu Unterrichtung und           tik erleichtert außerdem den weiteren Rückgang der langfri­
 Anhörung der Beschäftigten bei Einführung neuer Techno­           stigen Zinsen, der die Investitionsneigung stärkt und vor
 logien (6 . März 1987; siehe auch Kapitel 4.2) geführt haben.     allem die öffentlichen Haushalte entlastet. Ferner reduziert
 Durch diese Erfolge ermutigt , wird die Kommission ihre           eine zwischen den Mitgliedstaaten besser abgestimmte Haus­
 Anstrengungen fortsetzen, den Dialog mit und zwischen den         haltspolitik die außenwirtschaftlichen und budgetären
 Sozialpartnern auf europäischer Ebene über alle Themen der        Beschränkungen, die den wirtschaftspolitischen Handlungs­
 Gemeinschaftsstrategie zu entwickeln; dies entspricht auch        möglichkeiten einzelner Mitgliedstaaten enge Grenzen set­
 Artikel 118 B , der mit dem Inkrafttreten der Einheit­            zen. Ein solches abgestimmtes Vorgehen muß den nationalen
 lichen Europäischen Akte 1987 zu den vertraglichen Grund­         Zielen und Beschränkungen Rechnung tragen. Schließlich
 lagen der Gemeinschaft hinzugekommen ist. Aber auch auf           sind koordinierte Anstrengungen aller Mitgliedstaaten und
 nationaler Ebene sollte die auf der Gemeinschaftsebene            der Gemeinschaft erforderlich, um erneut einen dynamischen
 sichtbare Bereitschaft der Sozialpartner zur Zusammenarbeit       Aufholprozeß der am stärksten benachteiligten Länder und
 noch stärker genutzt werden.                                      Regionen in Gang zu setzen. Die kooperative Wachstums­
                                                                   strategie unter den veränderten Bedingungen anzuwenden
 So erscheinen die Ziele , die sich die Gemeinschaft in ihrer      heißt also, die Gemeinschaftsdimension verstärkt zu nutzen,
 Kooperativen Wachstumsstrategie für mehr Beschäftigung            was eine engere Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten,
 gesetzt hat, nach wie vor aktuell und auch in einem               die Weiterentwicklung der Gemeinschaftspolitiken und
  ungünstigeren außenwirtschaftlichen Umfeld erreichbar,           einen umfassenden sozialen Dialog auf nationaler und auf
 wenn auch mit einer gewissen Verzögerung.                         Gemeinschaftsebene erfordert.
                               4. GEMEINSCHAFTLICHE UND NATIONALE STRUKTURPOLITIKEN
  4.1 . Die Verbesserung der Anpassungsfähigkeit                    der Binnenmarkt gemäß dem Weißbuch (*) der Kommission
         der Märkte                                                 vom Juni 1985 vollendet wird. Er fordert die zuständigen
                                                                    Ministerräte dazu auf, die mit Inkrafttreten der Einheitlichen
  4.1.1 . Auf europäischer Ebene steht die Vollendung des           Europäischen Akte erreichten Verbesserungen im Entschei­
  Binnenmarktes bis zum Jahre 1992 im Mittelpunkt der
  Bemühungen zur Verbesserung der Marktprozesse. Dies                 ) Siehe „Vollendung des Binnenmarktes , Weißbuch der Kommis­
  wurde vom Europäischen Rat von Brüssel vom 29 . / 30 . Juni           sion an den Europäischen Rat. Dokument der Kommission der
  1987 bekräftigt mit der Feststellung, wie wichtig es ist, daß         Europäischen Gemeinschaft, Luxemburg 1985 .
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dungsprozeß voll auszuschöpfen . Aufgrund der mit der               unterrichtet . Eine Harmonisierung der Kennzeichnungsvor­
Einheitlichen Europäischen Akte eingeführten neuen Ver­             schriften für andere Produktkategorien , z . B. auf Grundlage
tragsbestimmungen (insbesondere Artikel 100 A) können               des Vorschlags über gefährliche Zubereitungen, würde die
dabei künftig rund zwei Drittel der im Weißbuch enthaltenen         Markttransparenz in der Gemeinschaft weiter erhöhen.
Programmpunkte mit qualifizierter Mehrheit vom Rat in
Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament entschie­             4.1.3 . Eine ganze Reihe von Aktionen zur Verbesserung
den werden; lediglich die Bestimmungen über die Steuern,            der Anpassungsfähigkeit der Märkte durch Deregulierung
über die Freizügigkeit und über die Rechte und Interessen der       und Liberalisierung des Marktzugangs betrifft die Kleinen
Arbeitnehmer wurden explizit von diesen neuen Regelungen            und Mittleren Unternehmen ( KMU ). Nach allen verfügbaren
ausgenommen. Die Fortschritte der Arbeiten über die zahl­           Informationen tragen die KMU mehr als andere Unterneh­
reichen Einzelvorschläge wurden von der Kommission                  men zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei, insbesondere im
bereits im Mai 1986 und 1987 in jeweils einem Bericht über          Bereich fortgeschrittener Technologien. Zur weiteren Förde­
die Verwirklichung der Ziele des Weißbuches dargestellt             rung der Entwicklung von KMU wurden Maßnahmen auf
(KOM(86 ) 300; KOM(87) 203 ). Einen weiteren wichtigen              zwei Gebieten getroffen. Zum ersten geht es darum, die
Bereich für die Beseitigung der Grenzkontrollen hat die             Flexibilität der Märkte wiederherzustellen und die Anpas­
Kommission mit ihren Vorschlägen von Anfang August 1987             sungsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern. Dazu gehö­
(KOM(87) 320—328 ) zur Annäherung der Sätze und Har­                ren auch Maßnahmen , um den Arbeitsanfall in den Unter­
monisierung der Strukturen der indirekten Steuern in Angriff        nehmen aufgrund des Gemeinschaftsrechts zu verringern,
genommen .                                                          wie beispielsweise Kommissionsvorschläge zur Vereinfa­
                                                                    chung des Steuer- oder des Gesellschaftsrechts für kleinere
                                                                    Unternehmen . In diesem Bereich bemühen sich auch viele
4.1.2 .      Über die Vollendung des Binnenmarktes hinaus
 bleibt das allgemeine Ziel der Verbesserung der Anpassungs­        Mitgliedstaaten darum, die Gründung von Unternehmen zu
                                                                    erleichtern . Zum zweiten handelt es sich darum, die Infor­
fähigkeit der Märkte für die Wirtschaftspolitik in der               mation der Unternehmen über die nationalen Politiken und
 Gemeinschaft gültig. Die Kommission hat bereits im Jahres­
 wirtschaftsbericht 1985 / 1986 ( 1 ) hervorgehoben , daß die        über die Europäische Gemeinschaft zu verbessern, so daß der
 Maßnahmen zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der              Handel und die Unternehmenskooperation über die nationa­
 Märkte — und nicht nur des Arbeitsmarktes allein —                  len Grenzen hinweg gefördert werden. Diese Maßnahmen
 verstärkt werden müssen . Sie hat dabei auch betont, daß das        sind im Aktionsprogramm für KMU aufgeführt, das im
 Ziel der Flexibilitätsbemühungen nicht der Abbau sozialer           November 1986 vom Rat angenommen wurde.
 Errungenschaften, sondern die Schaffung von mehr Arbeits­
 plätzen ist und daß deshalb die wirtschaftliche Effizienz mit       4. 1 .4. Die Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes stand
 einer Aufrechterhaltung und Fortentwicklung der wesent­             bei der Beschäftigungspolitik des Staates und den Tarifver­
 lichen sozialen Errungenschaften so weit wie irgend möglich         handlungen nach wie vor im Vordergrund. In ihrer Mittei­
 vereinbar gemacht werden muß. Im Jahreswirtschaftsbericht           lung über die interne und externe Anpassung der Unterneh­
 1986 / 1987 (2 ) hat die Kommission zahlreiche Maßnahmen            men im Beschäftigungsbereich ( 3 ) gibt die Kommission einen
 zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der Märkte dar­            Überblick über die jüngsten gesetzlichen und tariflichen
 gestellt, teilweise unter dem Gesichtspunkt der Binnenmarkt­        Entwicklungen in den Mitgliedstaaten .
 politik.
                                                                     Dieser Überblick zeigt , daß Regierungen und Sozialpartner
 Weiterhin verdienen Maßnahmen der Gemeinschaft aus dem              ihr Hauptaugenmerk auf eine qualitative Anpassung der
 Gebiet der Rechtsangleichung und des Verbraucherschutzes            Arbeitskräfte richten: für eine erfolgreiche Einführung und
 Beachtung, die materiell auf eine Verbesserung der Anpas­           Verbreitung neuer Technologien ist es für die Unternehmen
 sungsfähigkeit der Märkte für Waren und Dienstleistungen            immer wichtiger geworden, sich auf funktional orientierte
 durch Erhöhung der Markttransparenz abzielen. In diesem             und vielseitig einsetzbare Arbeitskräfte stützen zu können,
 Zusammenhang ist zunächst die Richtlinie von 1979 über die           die in der Lage sind, sich auf die Veränderungen auf den
 Preisauszeichnung von Lebensmitteln und, soweit es sich um          Weltmärkten einzustellen . Zahlreiche Qualifizierungs- und
 Mengen in standardisierten Verpackungen handelt, die                 Ausbildungsprogramme sind auf bi- und trilateraler Basis
 Grundpreisauszeichnung von Lebensmitteln zu nennen.                  vereinbart worden .
 Analoge Vorschläge für die übrigen Verbrauchsgüter liegen
  seit 1983 dem Rat vor. Auch die Informationen über die              In zunehmendem Maße wird auch erkannt , daß Motivierung
  Eigenschaften von Produkten wurden in der Gemeinschaft              und Anpassungsfähigkeit des Personals erheblich verbessert
 verbessert und harmonisiert . Zu erwähnen sind in diesem             werden, wenn die Mitarbeiter durch Information und Kon­
  Zusammenhang die Vorschriften über die Etikettierung von            sultation stärker an Managemententscheidungen , zumal
  Lebensmitteln oder über die Aufmachung und den Vertrieb             wenn sie Auswirkungen auf die Beschäftigung haben, betei­
  gefährlicher Substanzen. Bei diesen Produktgruppen wird             ligt werden. In diesen Fragen haben die Sozialpartner im
  der Verbraucher durch einheitliche Vorschriften im gesam­           Rahmen des Sozialen Dialogs auf Gemeinschaftsebene weit­
  ten europäischen Binnenmarkt über die Zusammensetzung               gehende Übereinstimmung erzielt (siehe Kapitel 3.4).
  oder über besondere Eigenschaften der angebotenen Waren
                                                                      Die Anpassung der Arbeitszeit und flexible Betriebszeiten der
  (*) Siehe Jahreswirtschaftsbericht 1985—1986 , in: Europäische      Unternehmen sind weiterhin Gegenstand von Verhandlun­
      Wirtschaft Nr. 26 , November 1985 , Brüssel , S. 10 und         gen. So wurden beispielsweise in der metallverarbeitenden
      S - 42ff-
  (2) Siehe Jahreswirtschaftsbericht 1986—1987 , in: Europäische
      Wirtschaft Nr. 30 , November 1986 , Brüssel , S. 63 ff.         (*) KOM(87 ) 229 .
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Industrie in Dänemark und der Bundesrepublik Deutschland                te Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen, insbesondere für
langfristige vertragliche Vereinbarungen über eine flexible             Berufsanfänger. Diese direkten staatlichen Beschäftigungs­
Verkürzung der Arbeitszeit bei gleichzeitigem Lohnausgleich             maßnahmen haben in der Gemeinschaft ein beträchtliches
auf 37 Wochenstunden bis 1990 bzw . 1989 getroffen . In                 Volumen erreicht (siehe Kasten „Wachstum und Beschäfti­
Frankreich wurde im Juni 1987 ein neues Gesetz über die                 gung").
Anpassung der Arbeitszeit und Nachtarbeit für Frauen in der
Industrie erlassen, das den Spielraum für eine flexible                 Schließlich bemühen sich viele Regierungen darum, für
Arbeitszeitregelung vergrößert. In Belgien wurde im April               Arbeitslose mehr Möglichkeiten zur Selbsthilfe zu schaffen.
1986 vom Nationalen Arbeitsrat eine interprofessionelle                 Arbeitslose, die sich selbständig machen oder ein Unterneh­
Vereinbarung über neue Arbeitszeitregelungen in den Betrie­             men gründen wollen , können mit Starthilfen in Form von
ben, mit Ausnahme des Handels, geschlossen, die im Juli                 Beratung und Schulung, aber auch mit öffentlichen Hilfen
 1987 gesetzlich verankert wurde .                                       zur Verminderung des finanziellen Risikos rechnen (häufig
                                                                         anstelle von, manchmal in Verbindung mit der Arbeits­
Eine Reihe von Maßnahmen zielen besonders auf die                        losenunterstützung).
Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit und der sozialen
Abfederung des Strukturwandels in den Regionen ab , in
 denen Industriesektoren mit hohem Anpassungsbedarf (Koh­                4.2 . Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Entwicklung,
 le, Stahl , Werften) die Beschäftigungslage entscheidend                        Industrie und Dienstleistungen
 bestimmen . Vielfach sind die Maßnahmen so ausgestattet,
 daß sie auf eine höhere Qualifizierung oder die Umschulung              Seit mehr als einem Jahrzehnt deuten eine Reihe von
 der betroffenen Arbeitskräfte ausgerichtet sind . Die Gemein­           Indikatoren daraufhin , daß viele europäische Industriezwei­
 schaft ist an diesen Leistungen über den Sozialfonds und über           ge Probleme haben, im Wettbewerb mit ihren Konkurrenten
 Ausgaben für soziale Zwecke aus dem EGKS-Haushalt                       in den wichtigsten entwickelten Volkswirtschaften zu beste­
 beteiligt. Ein weiteres wichtiges Element sind Förderungs­              hen. So ist beispielsweise in der Zeitspanne 1979—1985 der
 maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen insbesondere                 Anteil der Ausfuhren gewerblicher Produkte aus der Gemein­
 an Standorten, an denen die Montanindustrie und Werften                 schaft (ohne innergemeinschaftlichen Handel) an den Aus­
 konzentriert sind . Auch hier leistet die Gemeinschaft insbe­           fuhren der OECD-Länder insgesamt um rund 1 ,4 Prozent­
 sondere über den Fonds für regionale Entwicklung und                    punkte zurückgegangen, seit 1963 war der Rückgang dieses
 mittels ihrer Finanzinstrumente ihren Beitrag.                           Marktanteils insgesamt etwa doppelt so hoch. In der Periode
                                                                          1979—1985 stieg der Marktanteil der USA um 0,7 Punkte,
 In manchen Ländern hat sich die Zahl der sogenannten                     für Japan ergab sich sogar eine Zunahme um über 5 Punkte
  atypischen Beschäftigungsverträge, insbesondere über Teil­              (siehe Tabelle 31 ). Nun würde der Verlust von Marktantei­
  zeitbeschäftigung, befristete Arbeitsverhältnisse und Zeitar­           len jetzt und in den nächsten Jahren zwar durchaus zur
  beit, in den letzten Jahren beträchtlich vergrößert, vor allem          notwendigen Anpassung der Handelsbilanzsalden auf welt­
 bei Neueinstellungen. Häufig geschah dies unter dem Einfluß              weiter Ebene passen. Bedenklich ist jedoch , daß sich der
  von Änderungen bei Gesetzen und Verwaltungsvorschrif­                   Rückgang dieser Marktanteile in der Gemeinschaft beson­
  ten .                                                                   ders auf Industriesektoren erstreckt, deren Nachfrage sich
                                                                          besonders dynamisch entwickelt (beispielsweise elektrische
  Einige Anstrengungen wurden auch unternommen, um die                    und elektronische Produkte , Datenverarbeitung und Büro­
  Arbeitskosten flexibler an veränderte Marktsituationen                  maschinen: - 2,5 Punkte 1979— 1985 ). In diesen Sektoren
  anzupassen . In Belgien , Dänemark und dem Vereinigten                  konnten die USA ihren Marktanteil um 1,2 Punkte und
  Königreich sind Gewinnbeteiligungsmaßnahmen in Aussicht                 Japan sogar um mehr als 7 Punkte erhöhen. Für die
  genommen oder eingeführt worden; in Deutschland und                     Gemeinschaft waren dagegen vor allem Gewinne von Markt­
  Frankreich wurden die bereits bestehenden Vermögensbetei­               anteilen in Sektoren mit schwach wachsender Nachfrage zu
  ligungssysteme erweitert .                                              verzeichnen ( z . B. + 1,9 Punkte für Eisen und Stahl , Texti­
                                                                          lien , Baumaterial ).
  Die Maßnahmen zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit
  auf der ■ Unternehmensebene wurden durch spezifische                    Bei einer verstärkten Untergliederung der betroffenen Indu­
  Beschäftigungspolitiken der Mitgliedstaaten ergänzt. Dabei              striezweige ( siehe Tabelle 32) zeigt sich, daß die Gemein­
  treten Maßnahmen zur Erleichterung der Wiedereingliede­                 schaft seit 1979 hauptsächlich im Bereich der holzverarbei­
  rung von Langzeitarbeitslosen stärker in den Vorder­                    tenden Industrie , der Nahrungsmittelherstellung und "Verar­
  grund ( 1 ). Neben der Fortsetzung von Schulungs- und Wei­              beitung, der Textil- und Bekleidungs- sowie der Papier­
  terbildungsanstrengungen versuchen eine Reihe von Mit­                  industrie Marktanteile hinzugewinnen konnte . Auch für die
                                                                           USA sind in den meisten Industriesektoren Verluste an
  gliedstaaten die Einstellungschancen von Langzeitarbeits­                Marktanteilen zu verzeichnen , allerdings sind für wichtige
  losen durch zusätzliche Motivations- und Vermittlungspro­
                                                                           Sektoren wie die Büromaschinenindustrie und die Elektro­
  gramme sowie gezielte finanzielle Anreize (wie den Vorüber­              industrie Gewinne von Marktanteilen festzustellen. Für die
  gehenden Erlaß von Sozialversicherungsbeiträgen in Belgien,
  Frankreich und Irland , Einstellungszuschüsse in den Nieder­             japanische Industrie haben zwischen 1979 und 1985 alle
                                                                           Branchen mit Ausnähme der Nahrungsmittelindustrie
  landen oder vorübergehende Lohnzuschüsse im Vereinigten
   Königreich) zu verbessern. Daneben haben die meisten                    Marktanteile gewinnen können .
   Mitgliedstaaten im gemeinnützigen Bereich zeitlich begrenz­
                                                                           Zur Entwicklung von Marktanteilen ist interessant, daß die
   (!) Für einen detaillierten Überblick siehe „Memorandum über den        Verluste innerhalb der Gemeinschaft für die europäische
        Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit" , KOM(87) 231 .          Industrie in den Jahren 1979—1985 nur etwa halb so groß
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waren wie auf Drittlandsmärkten ( siehe Schaubild 14 ) und        der kostenmäßigen Wettbewerbsfähigkeit nur auf diese
daß im Vergleich zu 1963 der Anteil nahezu unverändert            Weise auszugleichen .
geblieben ist. Der Binnenhandel hat sich also sichtbar
stabilisierend auf die Entwicklung der Marktanteile indu­         Um so wichtiger ist, daß der Verbesserung der produktions­
strieller Produkte ausgewirkt. Außerdem dürfte von den            und produkttechnologischen 'Wettbewerbsfähigkeit Priorität
positiven Auswirkungen des Binnenmarktes auf die Wettbe­          eingeräumt wird. Die Marktanteilsverluste wichtiger Indu­
werbsfähigkeit eine zusätzliche spürbare Unterstützung in         striezweige 1979—1985 auf Drittlandsmärkten unabhängig
diesem Bereich zu erwarten sein .                                 von der Wechselkursentwicklung sollten zu denken geben
                                                                  (siehe Tabellen 31 und 32 , z. B. Elektroartikel: - 10,5
Eine ungünstige strukturelle Entwicklung läßt sich auch bei       Prozentpunkte; Kraftfahrzeuge: - 11,4 Prozentpunkte;
der Investitionstätigkeit beobachten (siehe Tabelle 33 ). In      Büromaschinen : - 6,3 Prozentpunkte ). Im Vergleich dazu
den Jahren 1979—1982 war ein ausgeprägter Rückgang der            zeigen die japanischen Exporterfolge auf den Gebieten der
Investitionen in den Sektoren stark wachsender Nachfrage          Elektronik und des Automobilbaus , welche Bedeutung der
festzustellen . Mit der allgemeinen Erholung der Investitions­    Anwendung von Spitzentechnologien in der traditionellen
tätigkeit seit 1983 ist jedoch für diese Sektoren eine über­      Industrie zukommt. Dabei ist allerdings bemerkenswert, daß
durchschnittliche Zunahme der Investitionen festzustellen .       wichtige Sektoren der europäischen Industrie (Textil, Werk­
Dies spricht für einen gewissen Aufholprozeß gegenüber den        zeugmaschinen und auch Automobilbau) ihre Situation mit
Konkurrenten in Drittstaaten . Außerdem dürfte dies dazu          Hilfe einer Rationalisierung der Produktion und mit Hilfe
                                                                  von Innovationen bei Produkten und Produktionsmethoden
beigetragen haben, daß der Beschäftigungsrückgang im
Bereich     der   Produktionssektoren    starker   Nachfrage      verbessert haben .
1982— 1985 fast zum Stillstand gekommen ist ( siehe Tabelle
34 ).                                                             Zur Verbesserung der technologischen Wettbewerbsfähig­
                                                                  keit sind in der Gemeinschaft erhebliche Anstrengungen
                                                                  unternommen worden , durch Konzentration und Verstär­
Für die dargestellte Entwicklung der Marktanteile, der            kung der Forschungs- und Entwicklungsprogramme die
Investitionstätigkeit und Beschäftigung ist die Entwicklung       industrielle Innovation zu fördern und damit darauf hinzu­
der Struktur der Wechselkurse der Industrieländer , insbeson­
dere die Aufwertung des US-Dollars in der ersten Hälfte der       wirken, technologische Rückstände aufzuholen. Obwohl die
                                                                  Gemeinschaft über Forschungskapazitäten und finanzielle
achtziger Jahre und seine Abwertung seit Mai 1985 , zu            Mittel für Forschungszwecke , die mit denen der USA
berücksichtigen. Allerdings dürften diese Wechselkurs­            vergleichbar sind, verfügt, wirkte es sich für sie bisher
schwankungen für die Entwicklung der verschiedenen Ele­           nachteilig aus, daß die Zusammenarbeit der europäischen
mente der Marktanteile nicht allein ausschlaggebend gewe­
                                                                   Unternehmen auf dem Gebiet der Forschung noch zu gering
sen sein. So sind zum Beispiel die Marktanteile für Güter der      ist und daß es zu unnötigen Zersplitterungen der Forschungs­
Sektoren starker und mittlerer Nachfrage aus der Gemein­
schaft in der Phase einer Abwertung des ECU von
                                                                   anstrengungen in der Gemeinschaft gekommen ist. In der Tat
 1981—1984 zurückgegangen (siehe Tabelle 31 ). Lediglich           entsprechen die Ausgaben für „Forschung und Entwicklung"
                                                                   auf Gemeinschaftsebene (von der Gemeinschaft betriebene
 für den Bereich def Güter schwacher Nachfrage war eine
Zunahme festzustellen. Für die USA hat sich die Aufwertung         Forschung, EUREKA, ESA , usw.) etwa 5 bis 6%
                                                                   der Gesamtheit der öffentlichen Forschungsausgaben
 des Dollars im Zeitraum 1981 — 1984 praktisch nicht im            in der Gemeinschaft . Soweit nur der Gemeinschaftshaushalt
 Bereich der Güter starker Nachfrage ausgewirkt , feststellbar
                                                                   betroffen ist, erreichen die Ausgaben für die Zusammen­
 sind ihre Effekte jedoch für die Güter mittlerer und schwa­       arbeit in der Forschung lediglich etwa 2,8 % dieser Gesamt­
 cher Nachfrage. Dies spricht dafür, daß gerade im Bereich         heit. Eine neue Dimension wird allerdings mit dem im Sep­
 dynamischer Nachfrageentwicklung der Einfluß technologi­          tember 1987 verabschiedeten Forschungsrahmenprogramm
 scher und organisatorischer Faktoren entscheidend ist.             1987— 1991 eröffnet werden . Hervorzuheben sind auf dem
                                                                   Gebiet der modernen Technologien die Programme ESPRIT
 Was nun die Größenordnung der seit 1985 eingetretenen             (Informationstechnologien), RACE ( Telekommunikation),
 Entwicklung betrifft, so hat sich der ECU im Jahresdurch­         BRITE (Einführung von Spitzentechnologien in traditionel­
 schnitt 1987 gegenüber dem Jahresdurchschnitt 1985 gegen­         len Produktionsbereichen ), EURAM (moderne Materialien)
 über dem US-Dollar um etwa 50 % aufgewertet. In derselben         und die Biotechnologieprogramme.
 Zeitspanne hat sich der nominale effektive Wechselkurs der
 Währungen der Zwölfergemeinschaft (gewogener Durch­               Die Forschungsprogramme der Gemeinschaft sind nur ein
 schnitt gegenüber den Währungen der neun wichtigsten              wichtiges Element in einer Gesamtstrategie für die Industrie,
 Handelspartner) um 20 % erhöht. Da sich für die Gemein­           die die inländischen und die internationalen Aspekte der
 schaft insgesamt die relativen Lohnstückkosten in nationalen      Technologien erfaßt . So zielen die Forschungsprogramme
 Währungen im Vergleich zu den wichtigsten industrialisier­        darauf ab , die erforderliche Basis für Vorschläge im Bereich
 ten Partnerländern kaum verändert haben , wirkt sich die          internationaler Normen zu schaffen und die industrielle
 Aufwertung des effektiven Wechselkurses voll auf die Wett­        Zusammenarbeit im Forschungsbereich zu ermutigen .
 bewerbsfähigkeit aus: die kostenmäßige Wettbewerbsfähig­           Gleichzeitig bewirkt die Zusammenarbeit bestimmter euro­
 keit der Gemeinschaft hat sich also mit der Aufwertung des        päischer Unternehmen bei der Forschung auch eine stärkere
 ECU um etwa 20% verschlechtert . Auch dies spricht dafür,         Zusammenarbeit in anderen Bereichen .
 daß eine Mäßigung des Kostenanstiegs in der Gemeinschaft,
 insbesondere der Lohnkosten , angestrebt werden sollte . Es
 wird jedoch angesichts des Ausmaßes der eingetretenen              Um sicherzustellen , daß die Forschung tatsächlich der Wett­
 Veränderungen kaum möglich sein, die Verschlechterung              bewerbsfähigkeit zugute kommt und daß sie im wissen­
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schaftlichen und im industriellen Bereich Verbreitung findet ,     neuer Finanzierungsinstrumente legen. Diese Bestrebungen
wird die Kommission ein Programm der Gemeinschaft für              zielen darauf ab , den spontanen Kapitalzufluß anzuregen,
Erziehung und Ausbildung in den neuen Technologien                 wobei es insbesondere um die Entwicklung neuer Gemein­
(COMETT) einleiten. Dieses Programm sieht eine Reihe von           schaftsinstrumente geht, die es dem Markt ermöglichen
Formen der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtun­             sollen, in einer Verbindung von Gemeinschafts- und Privat­
gen und Unternehmen auf europäischer Ebene vor.                    kapital neue Formen der Finanzierung anzubieten. Für die
                                                                   Anlage der so aufgebrachten Mittel wird in erster Linie an
Je wettbewerbsfähiger die Industrie der Gemeinschaft               Vorhaben gedacht, die im besonderen Interesse der Gemein­
kostenmäßig und technologisch ist, um so mehr Raum wird            schaft liegen .
für eine Beschäftigungsausweitung geschaffen, vor allem im
Dienstleistungssektor. Die Wechselwirkungen zwischen               Die quantitativen Auswirkungen der vorgeschlagenen Maß­
Industrie und Dienstleistungssektor sind bedeutend. Ein            nahmen können erheblich sein . Mit der dargestellten Ver­
kräftig wachsender Dienstleistungssektor in Verbindung mit         stärkung des Einsatzes der Strukturfonds und bei paralleler
einer hochproduktiven Industrie eröffnet die beste Aussicht        Entwicklung der Darlehensinstrumente wird sich der Anteil
auf Beschäftigungswachstum in der Gemeinschaft. Die Kom­            dieser Mittel in einzelnen benachteiligten Ländern wie
mission wird demnächst ein Grünbuch über den künftigen              Griechenland , Irland und Portugal zu Beginn der neunziger
wirtschaftlichen und ordnungspolitischen Rahmen der Tele­          Jahre auf etwas über 4% (derzeit etwas über 2% ) des
kommunikation in Europa veröffentlichen, das die Maßnah­            jeweiligen Bruttoinlandsprodukts belaufen. Damit sich der
 men, die für einen echten Binnenmarkt für fortschrittliche         erwünschte Wachstumseffekt einstellt , ist entscheidend , daß
 Kommunikationsdienstleistungen erforderlich sind , erör­           die zusätzlich geschaffenen Finanzspielräume für eine Aus­
 tert .                                                             weitung der Investitionstätigkeit genutzt werden.
                                                                    In ihren Berichten „Die einheitliche Akte muß ein Erfolg
 4.3 . Maßnahmen zur Verbesserung des wirtschaftlichen              werden" (KOM(87) 100) und „Über die Finanzierung des
        und sozialen Zusammenhalts                                  Gemeinschäftshaushalts" (KOM(87 ) 101 ) hat die Kommis­
                                                                    sion Orientierungen für die künftige Haushaltspolitik vorge­
 Gemäß Artikel 130 A der Einheitlichen Europäischen Akte            legt. Aus ihrer Sicht erfordern die umfangreichen Aufgaben,
 verfolgt und entwickelt die Gemeinschaft weiterhin ihre            die auf die Gemeinschaft mit der Einheitlichen Europäischen
 Politik zur Stärkung ihres wirtschaftlichen und sozialen           Akte zukommen , insbesondere die Reform der Struktur­
 Zusammenhalts , um eine harmonische Entwicklung der                fonds,' eine Erweiterung ihres Haushaltsspielraums. Auf der
 Gemeinschaft als Ganzes zu fördern. Der Gemeinschaft ist           Ausgabenseite sind folgende Elemente besonders wichtig für
 insbesondere das Ziel gesetzt, den Abstand zwischen den             die künftige Entwicklung der Strukturpolitik in der Gemein­
 verschiedenen Regionen und den Rückstand der am stärksten           schaft: das maximale Wachstum der EAGFL-Garantie soll
 benachteiligten Gebiete zu verringern. Neben den von den            im Rahmen der Haushaltsdisziplin 1992 zu einem Haushalts­
 Mitgliedstaaten unternommenen Bemühungen, die Wirt­                 anteil von geringfügig über 50 % gegenüber derzeit von mehr
 schaftspolitik in der Weise zu führen und zu koordinieren,          als 60 % führen; diese Verlangsamung der Garantieausgaben
 daß auch die in Artikel 130 A genannten Ziele erreicht              würde es ermöglichen, die Verpflichtungsermächtigungen
 werden, hat die Gemeinschaft mit Hilfe ihrer Strukturfonds,         für die Strukturfonds bis 1992 real zu verdoppeln; ferner
  ihrer Finanzierungsinstrumente und der Tätigkeit der EIB           sollen die Forschungsausgaben bei der Umsetzung des Rah­
  eine wichtige Rolle zu spielen (siehe Kapitel 3.3 ).               menprogrammes 1987—1991 einen Anteil des Haushalts
                                                                     von 3 % gegenüber derzeit 2,5 % erreichen. Auf der Einnah­
  Was die Strukturfonds betrifft, hatte die Kommission bereits       menseite würde eine größere Haushaltssicherheit durch die
  im Februar 1987 politische Orientierungen für die künftige         Festlegung einer Obergrenze von 1 ,4 % des BSP der Gemein­
  Ausgestaltung der Strukturfonds gesetzt mit der Definition         schaft für ihre eigenen Einnahmen erreicht werden, wobei die
  von fünf Zielsetzungen (Dok. KOM(87) 100). Zwei dieser             Kommission eine ergänzende Einnahme vorgeschlagen hat,
                                                                     die stärker die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mit­
  Ziele sind regionalpolitischer Natur: Wachstum und Anpas­
  sung der strukturell rückständigen Regionalwirtschaften            gliedstaaten berücksichtigt. Gleichzeitig soll eine verstärkte
  sowie Umstellung der im Niedergang befindlichen Industrie­         Haushaltsdisziplin zu einem verbesserten Finanzgebaren
  regionen. Drei Zielsetzungen sind eher horizontal ausgerich­       beitragen.
  tet: Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, Erleichterung
  der beruflichen Eingliederung der Jugendlichen sowie                Die Vollendung des Binnenmarktes soll eine bessere Alloka­
  beschleunigte Anpassung der landwirtschaftlichen Produk­            tion der Ressourcen erlauben und so zu einem höheren
  tionsstrukturen , Zusammen mit diesen Zielsetzungen hat die         Wachstum beitragen, wobei sie die Investitionstätigkeit
  Kommission vorgeschlagen, die Haushaltsmittel, die den             fördert. Dazu muß die Unumkehrbarkeit des Vorhabens den
  Strukturfonds zur Verwirklichung dieser fünf Ziele zur              wirtschaftlichen Entscheidungsträgern allerdings schnell ver­
  Verfügung stehen, bis 1992 real zu verdoppeln, ihren Einsatz        deutlicht werden, damit diese sich auf die Veränderungen
  effizienter zu gestalten und sie abgestimmt mit den Finanzie­       einstellen und auf Grundlage gesicherter Erkenntnisse über
   rungsinstrumenten mit Priorität auf die rückständigen Regio­       die künftigen Entwicklungen handeln können. Dazu müssen
   nen zu konzentrieren . Mit Vorlage vom 30 . Juli 1987 hat sie      der im Weißbuch festgelegte Zeitplan respektiert und die
   dann auf Grundlage dieser Orientierungen eine Verordnung           Verzögerungen in seiner Verwirklichung so schnell wie
   des Rates vorgeschlagen (KOM(87)376 ).                             möglich wieder aufgeholt werden. Der notwendige wirt­
                                                                      schaftliche Anpassungsprozeß dürfte durch eine verbesserte
   Ergänzend zum Ausbau der Strukturfonds wird die Kommis­            Anpassungsfähigkeit der Märkte, auf dem Arbeitsmarkt vor
   sion ein besonderes Schwergewicht auf die Entwicklung              allem durch eine intensivierte berufliche Ausbildung, erleich­
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tert werden. Was den Ablaufdes Strukturwandels betrifft, so        umgesetzt werden. Die Stärkung der Strukturfonds der
deuten eine Reihe von Indikatoren daraufhin, daß ersieh im         Gemeinschaft, ihre Ausrichtung aufeine begrenzte Zahl von
weltweiten Vergleich der Industrieländer in der Gemein­            Zielen und die Entwicklung der Finanzierungsinstrumente
schaft zu langsam vollzieht, hauptsächlich was die Wettbe­         würden, nach Meinung der Kommission, neben den von den
werbsfähigkeit der Industrie der Gemeinschaft in den Sekto­        Mitgliedstaaten selbst unternommenen Anstrengungen der
renfortgeschrittener Technologien anbelangt. Deshalb ist es        Gemeinschaft erlauben, wirksamer zur Verwirklichung des
besonders wichtig, daß die Anstrengungen der Gemeinschaft          Zieles eines stärkeren wirtschaftlichen und sozialen Zusam­
zur Erhöhung ihrer technologischen Wettbewerbsfähigkeit            menhalts beizutragen. In diesem Zusammenhang legt die
auch im Rahmen der europäischen Forschungs- und Ent­               Kommission Wert darauf, daß ihre Vorschläge zur Finanzie­
wicklungspolitik, teilweise unter Ausnutzung der Leistungs­        rung des Gemeinschaftshaushalts und zur Stärkung der
fähigkeit der Kleinen und Mittleren Unternehmen, zügig             Haushaltsdisziplin möglichst bald angenommen werden.
                            5 . LEITLINIEN UND PROBLEME DER MAKROÖKONOMISCHEN POLITIK
Die Gemeinschaft ist mit einer schwierigen internationalen         6% im Jahre 1987 zurückgenommen. In Frankreich wurde
Lage konfrontiert und muß auf ihre eigenen Kräfte bauen . Sie      das Ziel für die Ausweitung von M2 von 9 % im Jahre 1983
verfügt jedoch über wichtige und günstige Voraussetzungen:         auf einen Korridor von 4 bis 6 % im Jahre 1987 vermindert.
 Die Inflationsraten sind so niedrig und konvergieren so stark,    In Italien hat man für die Expansion der Kreditvergabe an
 wie dies seit fast fünfundzwanzig Jahren nicht mehr der Fall      den Privatsektor im Jahre 1987 ein Ziel von 7 % vorgesehen .
war . Die außenwirtschaftliche Position der Gemeinschaft           Diese Wachstumsrate bleibt weit hinter den Anfang der
 insgesamt ist zur Zeit verhältnismäßig günstig. Die finan­        achtziger Jahre verzeichneten Zuwachsraten, die bei über
 zielle Situation und Rentabilität der Unternehmen hat sich        13% lagen, zurück. Obwohl sich diese Ziele in einigen
 deutlich verbessert. Schließlich wurden schmerzhafte , aber       Ländern mitunter als zu ehrgeizig erwiesen haben , ist doch
 Unerläßliche strukturelle Anpassungen erreicht . Diese günsti­    eine beträchtliche Konvergenz in der tatsächlichen monetä­
 gen Voraussetzungen bilden eine solide Basis für die Ver­         ren Expansion erreicht worden .
 wirklichung von Geld- und Haushaltspolitiken, welche auf
 eine nichtinflationäre Stärkung des Wachstums abzielen .          Freilich geht das Wachstum der Geldmenge zur Zeit nicht
                                                                   mehr stark zurück. Nach den letzten vorliegenden Ergebnis­
                                                                   sen übersteigt die Geldmengen- und Kreditexpansion bisher
 5.1 . Monetäre Entwicklung und Geldpolitik                        die für 1987 vorgegebenen Obergrenzen ( siehe Tabelle 36 ).
                                                                   Die Liquiditätsquote nimmt in den meisten Mitgliedsländern
 Seit Anfang der achtziger Jahre hat sich der Anstieg der          zu; bis jetzt hat dies aber den Prozeß der Konvergenz der
 Geldmenge in der Gemeinschaft verringert, und zwar von            Inflationsraten nach unten nicht in Frage gestellt.
 über 14% im Durchschnitt der siebziger Jahre bis heute auf
 etwa 10% . Diese Verlangsamung der Geldmengenexpan­
 sion hat den Prozeß des Inflationsrückgangs gefördert . Der       Die Beurteilung des geldpolitischen Kurses anhand der
 Anstieg der BIP-Preise wurde von über 13 % im Jahre 1980          Liquiditätsindikatoren ist mit gewissen Unsicherheiten
 auf rund 4% im Jahre 1987 zurückgeführt (EUR 12 ).                behaftet: Das Tempo der finanziellen Innovationen, die
 Parallel dazu hat sich der Anstieg der Pro-Kopf-Lohnkosten         Strukturveränderungen auf den Geld- und Kapitalmärkten
 merklich abgeschwächt (von über 14% im Jahre 1980 auf             und die stärkere Liberalisierung des Kapitalverkehrs können
 etwa 5,5 % im Jahre 1987 ); dies hat wesentlich zur Stabili­      die Beziehungen, die zwischen der monetären Expansion und
                                                                    der Entwicklung anderer Variablen , insbesondere des BIP ,
 sierung beigetragen. Die restriktiven Auswirkungen der             bestehen , wesentlich verändern . Zwar entspricht die Aus­
 monetären Stabilitätspolitiken sind dadurch erheblich gemil­
 dert worden . So hat sich der Abstand zwischen dem Geld­          richtung der Geldpolitik bisher den Erfordernissen der
 mengenzuwachs und der Inflationsrate, die „reale Geldmen­          kooperativen Strategie; trotzdem scheint jetzt mehr Wach­
                                                                    samkeit geboten, damit es in der Gemeinschaft nicht zu
 ge", schrittweise vergrößert; dieser Indikator zeigt an , in       einem Liquiditätsüberhang kommt, der früher oder später zu
 welchem Umfang Liquidität zur Finanzierung des realen              einem erneuten Inflationsschub führen könnte .
 Wachstums zur Verfügung steht. Er steigt jetzt mit einer
 Jahresrate von etwa 5 % , deutlich mehr als der gleichzeitige
 Anstieg der Produktion.                                            In den vergangenen zwölf Monaten sind die nationalen
                                                                    Geldpolitiken in Europa durch Ereignisse auf den Devisen­
 Die Konvergenz der Geldpolitiken hat sich , insbesondere           märkten stark beeinflußt worden. Der angestrebte Inflations­
 innerhalb des EWS , weiter beträchtlich verstärkt. Veran­          abbau ist zweifllos durch die Aufwertung der europäischen
 schaulicht wird dies auch durch die Konvergenz der Ziele , die     Währungen gegenüber dem Dollar erleichtert worden, doch
 die einzelnen Mitgliedsländer für die Expansion der Geld­          sahen sich die Währungsbehörden gleichzeitig veranlaßt, die
 menge und des Kreditvolumens festlegen . In der Bundesre­          zu schnelle Aufwertung ihrer Währungen zu bremsen, um
 publik Deutschland wurde der Zielkorridor für den Geld­            einen zu großen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit zu vermei­
 mengenzuwachs (Zentralbankgeldmenge) von einem Korri­              den und die sich auf mittlere Sicht hieraus ergebenden
  dor von 4 bis 7 % im Jahre 1981 auf einen Korridor von 3 bis      negativen Struktureffekte in Grenzen zu halten. Bis Ende
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr . L 394 / 25
31 . 12 . 87
1986 ist die Abwertung des US-Dollars mit einer Verminde­          tungen dadurch wieder verstärken würden. Neben den
rung der Nominalzinsen in den Vereinigten Staaten und in           internen Faktoren spiegeln die langfristigen Zinssätze im
Europa sowie mit einer Verkleinerung des Zinsgefälles              übrigen auch die Spannungen auf den internationalen Kapi­
zwischen diesen beiden Wirtschaftsräumen einhergegangen            talmärkten wider. Die Geld- und Währungsbehörden ihrer­
( siehe Schaubild 16 ).                                            seits können zu einem Rückgang der langfristigen Zinsen
                                                                   dadurch beitragen, daß sie die Wirtschaftssubjekte durch
                                                                   glaubwürdige Politiken davon überzeugen, daß sie auf
Seit Februar 1987 haben sich die Wechselkurse stabilisiert.        mittlere Sicht monetäre Stabilität anstreben , wodurch die
Nach dem Louvre-Abkommen konnten die kurzfristigen                 Inflationserwartungen auf Dauer auf einem niedrigen Niveau
Wechselkurserwartungen mit Hilfe flexibler Zinsanpassun­            stabilisiert werden . In dieser Hinsicht spielen die Festlegung
gen, die sich 1987 insbesondere in einer erneuten Zunahme           und Verfolgung quantitativer Ziele für die Geldmengen- und
des Zinsgefälles zwischen den Vereinigten Staaten und der           Kreditexpansion in den betroffenen Ländern nach wie vor
Bundesrepublik Deutschland niedergeschlagen haben, eben­            eine wichtige Rolle. Außerdem werden sich die Spannungen,
so wie mit Hilfe umfangreicher Interventionen auf den               die innerhalb des EWS aus der beschleunigten Liberalisie­
Devisenmärkten trotz anhaltender internationaler Zahlungs­          rung des Kapitalverkehrs resultieren könnten, um so leichter
bilanzungleichgewichte glaubwürdig stabilisiert werden.             und rascher überwinden lassen , je konsequenter die Wäh­
                                                                    rungsbehörden an einer stabilitätsorientierten Politik festhal­
                                                                    ten. Dann dürften insbesondere die flexibleren Anpassungen
 Im Rahmen des EWS-Wechselkursmechanismus haben die
                                                                    der kurzfristigen Zinsen, die sich als notwendig erweisen
 Mitgliedsländer im allgemeinen in ihrer Geldpolitik den            könnten, nur geringe Auswirkungen auf die langfristigen
 wirtschaftlichen Entwicklungen bei ihren Partnern besser           Zinsen und die Kreditzinssätze der Banken haben .
 Rechnung getragen. Zusätzlich zu den intramarginalen
 Interventionen wurden die kurzfristigen Zinssätze in größe­
 rem Umfang als bisher zur Stabilisierung der bilateralen
 Paritäten der am EWS-Wechselkursmechanismus teilneh­               5.2. Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Stärkung des
 menden Währungen eingesetzt. So sind beispielsweise zwi­                   EWS
 schen Ende 1986 und Sommer 1987 die kurzfristigen Zinsen
 in der Bundesrepublik Deutschland um fast einen Punkt
 gefallen, während sie in Frankreich kaum zurückgegangen            Die Verwirklichung des Ziels eines freien Kapitalverkehrs
 sind . Die Zentralbanken tendieren jetzt dazu , bei der Ver­       gehört in den größeren Rahmen der Vollendung des Binnen­
 folgung ihrer internen monetären Ziele die externen Erfor­         marktes unter Wahrung des wirtschaftlichen und monetären
 dernisse besser zu berücksichtigen , zumindest solange das         Zusammenhalts der Gemeinschaft. Bei der Liberalisierung
 inländische Stabilisierungsziel nicht in Frage gestellt wird.       des Kapitalverkehrs in der Gemeinschaft sind im vergange­
                                                                    nen Jahr wesentliche Fortschritte erzielt worden.
 Trotz des Rückgangs der kurzfristigen Zinsen bis Mitte 1987         Am 17 . November 1986 hat der Rat eine Richtlinie erlassen ,
 und der Inflationsraten verharren die langfristigen Zinsen auf      mit der die gemeinschaftliche Verpflichtung zur Liberalisie­
 einem relativ hohen Niveau . In manchen Ländern stiegen die         rung auf drei weitere Kategorien von Transaktionen ausge­
 Zinssätze in den letzten Monaten wieder an. So lagen sie im         dehnt wird ( x ). Diese Richtlinie ist am 1 . März 1987 in Kraft
 Durchschnitt der EWS-Länder im September 1987 etwas                 getreten; Spanien und Portugal allerdings wurde bis zu ihrer
 höher als im Oktober 1986 , während die kurzfristigen               Anwendung eine zusätzliche Frist bis Ende 1990 bzw. Ende
  Zinsen im Durchschnitt dieser Länder eher gefallen sind . Der      1992 gewährt .
  Abstand zwischen langfristigem Zins und Inflationsrate ist
  außerdem nach wie vor sehr groß . Zwar hat sich die rasche
                                                                     Mehrere Mitgliedstaaten — Dänemark, Frankreich , Italien
  Verminderung der Inflation in den letzten Jahren noch nicht        und Spanien — haben Liberalisierungsmaßnahmen getrof­
  in allen Ländern in vollem Umfang in den Inflationserwar­
                                                                     fen, die schon jetzt über die ihnen aus der strikten Beachtung
  tungen niedergeschlagen. Der über einen längeren Zeitraum          der geltenden Richtlinie und der Beitrittsakte erwachsenden
  erwartete Abstand zwischen Nominalzins und Inflationsrate ,
  der für die Investitionen ausschlaggebend ist, dürfte deshalb      strikten Verpflichtungen hinausgehen. Die Bundesrepublik
  kleiner sein als die mit den laufenden Beobachtungen gemes­
                                                                     Deutschland , die Niederlande , das Vereinigte Königreich
  sene Differenz . Dennoch könnte ein erneuter Anstieg der           und , mit der Einschränkung eines gespaltenen Devisen­
                                                                     markts , Belgien und Luxemburg praktizieren ein System
  langfristigen Zinssätze trotz der starken Verbesserung der         völlig freien Kapitalverkehrs. Abgesehen von den neu beige­
  Rentabilität des Sachkapitals produktive Investitionen brem­       tretenen Ländern behalten nur zwei Mitgliedstaaten, näm­
  sen und in den Ländern mit hoher öffentlicher Verschuldung
                                                                     lich Griechenland und Irland , in Anwendung der in Artikel
  die Bemühungen um die Haushaltssanierung erheblich                 108 Absatz 3 der Römischen Verträge niedergelegten Schutz­
  behindern (siehe Kasten).
                                                                     klausel Beschränkungen bei einigen Kapitalbewegungen, die
                                                                     normalerweise liberalisiert sind , bei.
  Es wäre zu wünschen , daß die langfristigen Zinssätze wieder
  zurückgehen. Die jüngste Entwicklung der langfristigen und         Diese Entwicklungen ermutigen die Kommission, ihre im
  der kurzfristigen Zinsen bestätigt jedoch, daß den Wäh­            Mai 1986 ergriffene Initiative zur vollständigen Liberalisie­
  rungsbehörden bei der Beeinflussung der langfristigen Zinsen       rung des Kapitalverkehrs in der Gemeinschaft mit Horizont
  Grenzen gesetzt sind. Eine weitere Verminderung der kurz­
  fristigen Zinsen, die mit einer übermäßigen Liquiditätsaus­         (!) Die langfristigen Handelskredite, der Erwerb von nicht an der
  weitung einherginge, könnte sogar zu einer Erhöhung der                 Börse gehandelten Wertpapieren und die Zulassung von Wert­
  langfristigen Zinsen führen, wenn sich die Inflationserwar­             papieren am Kapitalmarkt.
 ---pagebreak---                                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     31 . 12 . 87
Nr . L 394 / 26
1992 zu Ende zu führen . Ein weiterer diesbezüglicher             ren, die speziell für die Handhabung des EWS festgelegt
Richtlinienvorschlag, der auch der spezifischen Situation         worden sind, in der Praxis aber die auf internationaler Ebene
einiger Mitgliedstaaten Rechnung trägt und die Möglichkeit        üblichen ergänzen .
gibt, etwaigen schweren Störungen auf den Geldmärkten zu
begegnen, wird dem Rat demnächst unterbreitet werden.             Die größere Kapitalmobilität verlangt rasches Reagieren auf
                                                                  Spannungen im System. Die Zusammenarbeit konzentriert
Gleichzeitig wird die Kommission zwei weitere Vorschläge          sich , wie bisher, gestützt auf einen breiten Konsens über den
                                                                  Kurs der monetären Politik, von jetzt an stärker auf die
vorlegen, die den Einsatz des Instruments der Zahlungs­           Probleme der kurzfristigen Steuerung der Wechselkurse,
bilanzkredite zur Unterstützung eines Programms zur Libe­
ralisierung des KapitalVerkehrs vorsehen.                         d . h . insbesondere auf folgende Punkte : flexiblere Nutzung
                                                                  der zulässigen Schwankungsbreiten, koordinierte Steuerung
                                                                  der Zinsdifferenzen und Verbesserung der Praxis und der
Die Aufhebung der Devisenkontrollen ist eine notwendige,          Bedingungen der Interventionen an den Interventionspunk­
allein aber nicht ausreichende Bedingung für ein integriertes     ten oder innerhalb der Bandbreiten .
Finanzsystem, das auch einen wirklich freien Verkehr finan­
zieller Dienstleistungen im Rahmen von Regelungen ver­             Auch hier hat man ein Verfahren verstärkter Überwachung
langt, die so weit harmonisiert sind, daß sie den Schutz der      vorgesehen , um mögliche Spannungen im System noch besser
Sparer garantieren, einen angemessenen Wettbewerb zwi­             frühzeitig entdecken zu können und Möglichkeiten zur
schen den Finanzinstituten gewährleisten und das Risiko            Abhilfe zu vereinbaren .
allzu starker Verzerrungen der Ausrichtung der Kapitalströ­
me vermeiden . Die Annahme und Realisierung der im
Weißbuch über die Vollendung des Binnenmarktes enthalte­           Neben diesen pragmatischen Schritten wurden auch einige
nen Vorschläge bildet zwar keine Voraussetzung für die             zweckmäßige Änderungen an den Mechanismen des EWS
Liberalisierung des KapitalVerkehrs , sollte jedoch im Bereich     vorgenommen: für die sehr kurzfristige Finanzierung hat
der Bankenaufsicht die Schaffung eines solchen Rahmens ,           man die maximale Laufzeit verlängert (von 2V2 auf 3V2
 angepaßt an das neue internationale Finanzumfeld, ermög­          Monate), den Plafond der automatischen Verlängerung
lichen. Aus der Sicht der Kommission sind auf steuerlichem         verdoppelt und die Schwelle der Akzeptabilität des ECU „de
 Gebiet in diesem Zusammenhang eine Angleichung der                facto" von 50% auf 100% erhöht. Ferner wurde die
 Körperschaftssteuersysteme und eine engere Zusammenar­            Vermutung akzeptiert, daß die sehr kurzfristige Finanzie­
 beit der zuständigen Behörden in der Bekämpfung der               rung unter gewissen Voraussetzungen für intramarginale
 Steuerflucht ebenfalls notwendig.                                 Interventionen genutzt werden kann .
 Die Beseitigung sämtlicher Devisenkontrollen zwischen den
 europäischen Währungen und eine verstärkte Integration der        5.3 . Entwicklung der öffentlichen Haushalte und Haus­
 Geld- und Kapitalmärkte sind ein wichtiger Schritt auf dem                 haltspolitik
 Wege zur monetären Union. Die zusätzlichen Beschränkun­
 gen, die sich daraus für die Geldpolitik der Mitgliedstaaten
 ergeben, dürfen jedoch nicht die Stabilität der Wechselkurse       Entsprechend der seit 1982 in Gang gekommenen Entwick­
 schwächen , die zur Vollendung und Beständigkeit des Bin­         lung, ist das Defizit der öffentlichen Haushalte im Gemein­
 nenmarktes ebenfalls erforderlich ist .                            schaftsdurchschnitt weiter rückläufig; im Jahre 1987 dürfte
                                                                    es 4,5 % des BIP ausmachen , gegenüber 4,8 % im Jahre 1986
                                                                    und noch ungefähr 5,5% im Jahre 1982. Der Abbau des
 Weitere Fortschritte in der Kooperation und Konvergenz der         Defizits im Jahre 1987 ist freilich geringer, als bei Erstellung
 Wirtschafts- und Währungspolitiken und eine Stärkung der           des letzten Jahreswirtschaftsberichts ( 1986— 1987 ) erwar­
 Verwaltungs- und Funktionsmechanismen des EWS sind                 tet . Dies erklärt sich weitgehend durch die Auswirkungen der
 somit geboten. Der Währungsausschuß und der Ausschuß               1987 unerwarteten Wachstumsverlangsamung auf den
 der Zentralbankpräsidenten sind am 12 . Januar 1987 von            Anstieg von Steuern und Abgaben sowie auf bestimmte
 den Finanzministern der Gemeinschaft gebeten worden , zu           Ausgaben. Zudem nimmt die öffentliche Schuld im Verhält­
 prüfen, mit welchen konkreten Mitteln sich eine solche             nis zum BIP im Gemeinschaftsdurchschnitt weiter zu , wenn
 Stärkung erreichen läßt. Die Arbeiten der beiden Ausschüsse,       auch etwas langsamer als zu Beginn der achtziger Jahre (siehe
 unterstützt und bereichert durch Kommissionsvorschläge,            Tabelle 38 ). Die Belastung mit Steuern und Abgaben (direkte
 haben eine Reihe von Vorschlägen für eine bessere Überwa­          und indirekte Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge)
 chung der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen          verharrt im Gemeinschaftsdurchschnitt praktisch auf ihrem
 in der Gemeinschaft erbracht . Außerdem hat der Ausschuß           Stand von Anfang der achtziger Jahre, nachdem sie in den
 der Zentralbankpräsidenten operationelle Änderungen am             sechziger und siebziger Jahren kontinuierlich gestiegen war.
  EWS vereinbart. Alle diese Vorschläge haben die Wirt­             In einigen Mitgliedstaaten hat sich die Steuerlastquote jedoch
  schafts- und Finanzminister am 12 . September 1987 auf            verringert. Ferner dürften die laufenden Ausgaben im
  ihrer informellen Tagung in Nyborg einstimmig gebilligt.          Gemeinschaftsdurchschnitt weiterhin moderat zunehmen ,
                                                                    wobei ihr Anteil am BIP spürbar zurückgeht, während der
                                                                    Anteil der öffentlichen Investitionen mehr oder weniger
  Um Kohärenz und Kompatibilität der von den Mitgliedstaa­           konstant bleibt .
  ten eingesetzten wirtschaftspolitischen Aktionsmittel sowie
  der erzielten Ergebnisse zu fördern, hat man das Verfahren
  zur mittelfristigen Überwachung verstärkt. Ausgegangen             Im Rahmen der kooperativen Gemeinschaftsstrategie sollen
  wird dabei von einem Bündel makroökonomischer Indikato­            die haushaltspolitischen Entscheidungen zur Stärkung des
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr . L 394 / 27
Produktionspotentials beitragen, wobei sie gleichzeitig eine         besonders dringend notwendig ist. In Spanien und den
mittelfristig tragbare Entwicklung der öffentlichen Schuld           Niederlanden sind die Haushaltszwänge sowohl unter dem
herbeiführen oder erhalten sollen . Vorrangige Mittel dafür          Gesichtspunkt der Höhe des öffentlichen Defizits als auch
sind schrittweise Steuersenkungen und besondere Anstren­             unter dem Gesichtspunkt der Höhe der öffentlichen Schuld
gungen bei den volkswirtschaftlich rentablen öffentlichen            zwar weniger belastend als in den vorgenannten Ländern,
Investitionen (siehe Kapitel 3.2). Derartige Maßnahmen               trotzdem schlagen sie beträchtlich zu Buche. Die sieben
verbessern die Angebotsbedingungen und stützen gleichzeitig          Länder dieser ersten Gruppe unternehmen in unterschied­
die Nachfrage. Hinzu kommt, daß der Haushaltspolitik                 lichem Grade erhebliche Anstrengungen zur Haushaltssanie­
heute eine zusätzliche Bedeutung zukommt, und zwar nicht             rung. Diese Anstrengungen dürften dazu führen, daß sich
nur wegen der zum Abbau der Zahlungsbilanzungleichge­                ihre Haushaltssalden, ohne Zinszahlungen , zwischen 1985
wichte notwendigen internationalen Dosierung der Wirt­               und 1988 um 2 bis 4 Prozentpunkte des BIP verbessern .
schaftspolitiken , sondern auch durch die Grenzen , die der          Gegenwärtig jedoch verlangen diese Bemühungen wegen der
Geldpolitik für eine aktive Unterstützung des Wachstums              Wachstumsschwäche und der relativ hohen Realzinsen
gesetzt sind ( siehe Kapitel 5.1 ). Es geht darum , auch weiter­     besonders schmerzhafte Opfer .
hin günstige Voraussetzungen für ein auf Dauer kräftigeres
Wachstum zu schaffen ; die Haushaltspolitik darf sich also           In einer zweiten Gruppe von Ländern ist dagegen die
nicht darauf beschränken , nur kurzfristig eine höhere inlän­        Haushaltssituation günstiger . In Dänemark, der Bundes­
dische Absorption auszulösen . Dies würde zu einem schnel­           republik Deutschland, Frankreich , dem Vereinigten König­
len Abbau der Leistungsbilanzüberschüsse ohne anhaltende             reich und Luxemburg nimmt die Relation zwischen öffentli­
positive Wirkungen auf das Wachstum und die Beschäfti­               cher Schuld und BIP — ohnehin schon niedriger als in den
gung führen.                                                         anderen Ländern — deutlich langsamer zu oder geht sogar
                                                                     zurück. Im Jahr 1987 liegt der Saldo der öffentlichen
                                                                     Haushalte in Prozent des BIP in diesen Ländern zwischen
In vielen Ländern gehen die haushaltspolitischen Leitlinien
für 1988 bereits in die der kooperativen Strategie entspre­           - 2,8% (Frankreich ) und + 1,9% (Dänemark) sowie
chende Richtung. So sind beispielsweise in der Bundesrepu­            + 2,8% (Luxemburg). Einige dieser Länder, insbesondere
blik Deutschland , in Frankreich , im Vereinigten Königreich         Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland, nutzen ihre
und in Spanien sowie in Belgien und in den Niederlanden              Handlungsspielräume , um das inländische Wachstum 1987
steuerliche Entlastungen vorgesehen . In einigen Ländern wie         und 1988 zu stützen . Ihre Haushaltssalden sind , wie in
der Bundesrepublik Deutschland , Frankreich und Dänemark             Dänemark, außerdem von der Abschwächung des Wachs­
zeichnet sich auch eine gewisse Erholung der öffentlichen            tums betroffen , welche geringe Steuereinnahmen und zusätz­
Investitionen ab . In anderen Ländern dagegen ist der Anteil         liche „krisenbedingte" Ausgaben mit sich bringt . Dies führt
der öffentlichen Investitionen am BIP unter dem Einfluß der           1987 in der Bundesrepublik Deutschland bereits zu einem
Haushaltsrestriktionen noch immer stark rückläufig ( siehe           ansteigenden Defizit der öffentlichen Haushalte . In Däne­
Tabelle 40 ).                                                        mark wird der Haushaltsüberschuß trotz der restriktiven
                                                                     finanzpolitischen Maßnahmen zur Wiederherstellung des
                                                                     außenwirtschaftlichen Gleichgewichts 1987 und 1988
Im Bereich der öffentlichen Finanzen unterliegt die Politik          abnehmen . In Frankreich wird sich das Haushaltsdefizit des
hauptsächlich zwei makroökonomischen Beschränkungen ,                Staates im Einklang mit den Zielsetzungen der Regierung
nämlich der Haushaltsbeschränkung im engeren Sinne und               zwischen 1986 und 1988 verringern (von 3% des BIP auf
der des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts . Von Land zu           2,3% ). Für sich allein genommen verfügt jedes dieser
Land haben diese Beschränkungen jeweils ganz unterschied­            Länder, soweit es nicht mit einer dynamischeren Expansion
liches Gewicht .                                                     bei seinen Partnern rechnen kann , nur über sehr begrenzte
                                                                     zusätzliche Handlungsspielräume , sofern solche überhaupt
                                                                     vorhanden sind . Im Vereinigten Königreich liegt das Wachs­
Allein unter dem Gesichtspunkt der Höhe der öffentlichen             tum gegenwärtig über dem seit 1981 zu beobachtenden
Defizite und der öffentlichen Schuld weichen die derzeitigen         Wachstumstrend von 3% . Die Preissteigerungsraten haben
Positionen der Mitgliedstaaten noch immer stark voneinan­            sich — teilweise aufgrund der höheren Ölpreise — leicht
der ab . Die Ausrichtung, die sich abzeichnet , zielt jedoch auf     beschleunigt . Das Wachstum in 1987 wurde von verbesser­
größere Konvergenz . Schematisch lassen sich in dieser Hin­          ten Angebotsbedingungen und insbesondere auch von dem
sicht zwei Gruppen von Ländern unterscheiden: In der ersten          Rückgang des effektiven Wechselkurses des Pfundes um
Gruppe beträgt das Defizit der öffentlichen Haushalte über            17% begünstigt. Die Lohnentwickluqg hat den privaten
5 % des BIP, zum Teil liegt es sogar in der Nähe von 10 % des        Verbrauch erheblich gestützt, sie hat allerdings kaum zur
BIP . Die Relation zwischen öffentlicher Schuld und BIP ist
ohnehin schon sehr hoch und nimmt auch weiterhin in
                                                                     Verbesserung der Gesamtrentabilität beigetragen . Unter
                                                                     diesen Umständen hat die Regierung den Abbau des Haus­
raschem Tempo zu , nämlich um 3 bis 8% pro Jahr.                     haltsdefizits fortgesetzt . Es ist zu erwarten , daß im dritten
Besonders hoch ist diese Verschuldungsrelation bereits in            Jahr hintereinander das im Haushaltsplan vorgesehene Defi­
Belgien, Irland und Italien, wo sie nahe bei 100% des BIP            zit unterschritten wird .
oder deutlich darüber liegt. In Griechenland und Portugal ist
diese Relation nicht so hoch ( zwischen 60 und 70% ), doch
liegt dort das Haushaltsdefizit noch immer bei nahezu 10%            Die unterschiedliche Haushaltsentwicklung- in den beiden
des BIP . Diese beiden Länder müssen ihr Defizit in größerem         Ländergruppen bringt bedeutende Risiken mit sich . Sie
Umfang nichtmonetär finanzieren , um den Prozeß des                  erschwert die Aufgabe der Entscheidungsorgane , die
Inflationsabbaus zu vollenden ; hierdurch kann sich die              Gemeinschaft rascher aus der „Falle niedrigen Wachstums"
Dynamik der öffentlichen Schuld noch verstärken , so daß             zu befreien , in der sie mittelfristig gefangen zu sein scheint:
eine tiefgreifende Sanierung der öffentlichen Finanzen hier          Zunächst besteht in den Ländern , wo der Anstieg der
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   31 . 12 . 87
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öffentlichen Schuld zu schnell wächst, die Gefahr , daß noch       derartigen Aktion innewohnenden inflationären Risiken
rigorosere Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung ergriffen            Rechnung zu tragen und sie insbesondere in den Rahmen
werden müssen, um die Auswirkungen eines kaum noch von             einer dauerhaft und standhaft stabilitätsorientierten Wirt­
außen unterstützten Wachstums auf die Steuereinnahmen zu           schaftspolitik zu stellen .
kompensieren. Dies wirkt sich nachteilig auf ihr Wachstum
aus und hat negative Konsequenzen für ihre Partner, deren          Berücksichtigt man die spezifische wirtschaftliche Situation
Spielräume ihrerseits beeinträchtigt werden. Der Prozeß der        der Länder, so sind die Beiträge , die die einzelnen Länder im
Konvergenz und der Konsolidierung im Bereich der öffentli­         Falle einer weiteren Wachstumsabschwächung zu einer
chen Haushalte wird dadurch wesentlich verlangsamt , was           kooperativen Lösung leisten könnten, deutlich verschieden.
auch die Aufgabe der monetären Institutionen , insbesondere        In Dänemark und Frankreich zum Beispiel macht es die
im EWS , erschwert und die Konvergenz der Realzinsen nach          außenwirtschaftliche Situation erforderlich — wenn auch in
unten bremst . Außerdem besteht für einige der Länder , deren      unterschiedlichem Ausmaß —, noch ein negatives Wachs­
Wachstum zur Zeit über dem Gemeinschaftsdurchschnitt               tumsgefälle gegenüber den wichtigsten Handelspartnern
liegt, insbesondere Spanien , Italien und Portugal, die Gefahr,    beizubehalten und gleichzeitig das Produktionspotential
 in Kürze (oder schon jetzt) gezwungen zu sein, ihre Politiken     weiter zu stärken . In Dänemark wird der Handlungsspiel­
 restriktiver auszurichten , um ihr außenwirtschaftliches          raum der Wirtschaftspolitik noch immer durch ein weiterhin
 Gleichgewicht zu wahren. Dies würde den innergemein­              hohes Leistungsbilanzdefizit schwer belastet. In Frankreich
 schaftlichen Handel schwächen, dessen dynamische Ent­             dürften die für 1988 geplanten Steuererleichterungen bereits
 wicklung zur Zeit einen wichtigen Konjunkturfaktor dar­            dazu beitragen, das inländische Wachstum so zu stärken, wie
 stellt . Diese Länder wären dann nicht in der Lage, aus den        dies noch mit dem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht
 internen Anpassungsanstrengungen, die sie bereits unter­           vereinbar ist. Diese Länder könnten jedoch bereit bleiben, im
 nommen haben und die sie fortsetzen müssen, alle Vorteile zu       Rahmen der internationalen Zusammenarbeit die Orientie­
 ziehen, und würden nicht mehr dazu beitragen, das Wachs­           rung ihrer Haushaltspolitik zu überprüfen, um ihr internes
 tum in der Gemeinschaft zu stützen , so wie sie dies zur Zeit      Wachstum zu stärken , sobald sich ihre Bemühungen um
 tun .                                                              Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirt­
                                                                    schaft und die Politiken ihrer Partner in der Gemeinschaft
 Im Falle einer erneuten Abschwächung des Welthandels oder          günstig auf ihre außenwirtschaftliche Bilanz auswirken. In
 einer zusätzlichen Dollarabwertung — beide würden das              der Bundesrepublik Deutschland werden die für 1988
  Wachstum in der Gemeinschaft erneut abschwächen — ist             geplanten Steuerentlastungen einen erwünschten Beitrag zu
  die Gefahr solcher ungünstigen Entwicklungen noch größer.         dem notwendigen Übergang zu einem von binnenwirtschaft­
  In einem solchen Fall wird es, wie schon in den Schlußfol­        lichen Kräften getragenen Wachstum leisten. Sie führen zu
  gerungen des Rates Wirtschaft und Finanzen vom Juli 1987          einer gewissen Zunahme des Haushaltsdefizits , das bereits
  vorgesehen, darum gehen, im Rahmen einer gemeinsamen              von der Verlangsamung des Wachstums betroffen ist. Im
  Anstrengung die bestehenden Interdependenzen zwischen             Alleingang dürfte ein sofortiger zusätzlicher Haushaltsim­
  den Volkswirtschaften der Gemeinschaft positiv zu nutzen          puls für die Bundesrepublik Deutschland schwierig zu ver­
  (siehe Kapitel 3.3 ). Eine solche Anstrengung müßte dazu          wirklichen sein. In Anbetracht der bereits erzielten Stärkung
  beitragen, die internen Ziele der Gemeinschaft zu erreichen       des Produktionspotentials würde die Bundesrepublik jedoch
  und die internationalen Zahlungsbilanzgleichgewichte auf          von einer gemeinsamen Aktion mit ihren Partnern in der
  einem befriedigenden Wachstumsniveau der Weltwirtschaft           Gemeinschaft voll profitieren, damit würden die Handlungs­
  wiederherzustellen .                                               spielräume nach und nach größer werden, was es der
                                                                     Bundesrepublik auch erlauben würde, das für die Zeit nach
  Dauerhaft positive Auswirkungen haben solche Anstrengun­           1988 geplante Steuerentlastungsprogramm früher zu ver­
  gen nur dann, wenn dabei in jedem Mitgliedstaat die                wirklichen . Im Vereinigten Königreich sind die inflationären
  wesentlichen makroökonomischen Gleichgewichte gewahrt              Gefahren größer. Ein maßvollerer Anstieg der Nominallöhne
   bleiben und insbesondere Haushalts- und Zahlungsbilanz­           würde diese Gefahren abschwächen und zudem die Wett­
   positionen erreicht bzw. beibehalten werden, die auf mittlere     bewerbsfähigkeit der britischen Volkswirtschaft verbessern
   Sicht durchhaltbar sind. Art und Zeitplan etwaiger Maßnah­        sowie günstigere Bedingungen für Investitionen und Beschäf­
   men müßten sich auch nach der wirtschaftlichen Situation          tigung schaffen. Das von den Behörden in der Folge des
   der einzelnen Länder richten .                                    Louvre-Abkommens angekündigte Ziel einer Stabilisierung
                                                                     des Wechselkurses des Pfundes könnte auch zu einer Begren­
   Einige der Länder, deren haushaltspolitische Situation weni­      zung der Inflation beitragen. Dieses Land würde indessen in
                                                                     nützlicher Weise zu einer größeren Dynamik innerhalb der
   ger angespannt ist — sie machen etwa 70% des BIP der              Gemeinschaft beitragen, wenn es seine gegenwärtig noch
   Gemeinschaft aus —, wären, einzig unter dem Gesichtspunkt         relativ hohe reale Wachstumsrate dauerhaft und bei mone­
   ihrer Haushaltslage, gegenwärtig in der Lage, das Wachstum        tärer Stabilität aufrechterhalten könnte .
   aktiv stützen .
   Sofern eine solche Aktion in eine kooperative Lösung              Die anderen Länder mit anfälliger Haushaltssituation müß­
   eingebaut ist, würden ihre negativen Auswirkungen auf die         ten die sich für sie aus einem zusätzlichen Wachstum bei ihren
   öffentlichen Häushalte sowie das außenwirtschaftliche             Partnern ergebenden Vorteile im wesentlichen dazu nutzen,
   Gleichgewicht abgemildert werden. Ein isoliertes Vorgehen          ihre Haushaltssanierungsziele bei höherem Wachstumstem­
   könnte für das eine oder andere dieser Länder schnell nicht       po zu erreichen. In dieser zweiten Gruppe ist die Situation der
   mehr aufrechtzuerhaltende außenwirtschaftliche oder bud­           einzelnen Länder ebenfalls sehr unterschiedlich . In Belgien
   getäre Ungleichgewichte öffnen, ohne das Wachstum dauer­           und den Niederlanden bleibt das Wachstum schwach . Diese
   haft zu stimulieren. Es empfiehlt sich zudem, den einer            beiden Länder erzielen einen außenwirtschaftlichen Uber­
 ---pagebreak---                                                                                                                     Nr . L 394 / 29
31 . 12 , 87                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
schuß. Sie stehen in besonders engen wirtschaftlichen Bezie­        tigt nur die Notwendigkeit, die Gemeinschaftsdimension der
hungen zu ihren Partnern in der Gemeinschaft und würden             nationalen wirtschaftspolitischen Alternativen in vollem
somit von einem dynamischeren gemeinschaftlichen Umfeld             Umfang zu berücksichtigen .
uneingeschränkt profitieren. Diese beiden Länder könnten
die aus einem kräftigeren Wachstum bei ihren Partnern in der
Gemeinschaft resultierenden Spielräume dazu nutzen, ihre            Der langsame Anstieg der Geldmenge setzt sich fort, wenn
inländischen Nachfragekomponenten zu stärken, wobei sie             auch derzeit erheblich weniger deutlich als zuvor. Da sich
ihre Ziele eines schrittweisen Abbaus des Haushaltsdefizits         gleichzeitig der Anstieg von Preisen und Kosten noch lang­
beibehalten würden, oder um ihre Sanierungsziele schneller          samer vollzieht, entsteht ein ausreichender Spielraum für
zu erreichen .                                                       reales Wachstum . Von nun an ist allerdings eine gewisse
                                                                     Wachsamkeit erforderlich, um zu vermeiden, daß in der
                                                                     Wirtschaft ein Liquiditätsüberhang entsteht. Nach der
In Spanien, Italien und Portugal dürfte das Wachstum zwar            Louvre-Vereinbarung hat sich der Wechselkurs des US-Dol­
 gegenüber 1987 leicht nachlassen , trotzdem aber über dem           lars stabilisiert. Innerhalb des EWS hat eine flexiblere
 Gemeinschaftsdurchschnitt liegen. Diese drei Länder leisten         Handhabung der Geldmarktzinsen besser als in der Vergan­
 einen wesentlichen Beitrag zu der verhältnismäßig kräftigen         genheit dazu beigetragen, die bilateralen Wechselkurse zu
 Expansion des innergemeinschaftlichen Handels. Ein lebhaf­          stabilisieren. Die Fortsetzung von Geldpolitiken, die glaub­
 teres Wachstum bei den Partnern in der Gemeinschaft würde           würdig und dauerhaft aufStabilität ausgerichtet sind, tragen
 diesen drei Ländern helfen , ihr derzeitiges Wachstumstempo         zu einem erneuten Absinken der langfristigen Zinsen bei;
 beizubehalten oder sogar zu steigern, dabei eine tragbare           trotz des Rückgangs der kurzfristigen Zinsen und der
 außenwirtschaftliche Position zu wahren und ihre Haushalts­         Inflation verharren sie auf hohem Niveau. Innerhalb des
 defizite wie geplant oder sogar etwas rascher abzubauen. In         EWS würde eine solche Geldpolitik es erlauben, die Span­
 Griechenland und Irland schließlich geht der Sanierungspro­         nungen leichter zu überwinden, die aus der jetzt schon
 zeß mit sehr langsamem Wachstum einher. Griechenland hat             beschleunigten Liberalisierung der Kapitalbewegungen ent­
 außerdem noch immer mit einem übermäßig hohen außen­                stehen könnten. Die vom Rat Wirtschaft und Finanzen im
 wirtschaftlichen Defizit zu kämpfen. In diesen beiden Län­           September 1987 in Nyborg erzielten Fortschritte sollten
 dern sollte die Sanierung der öffentlichen Finanzen die              hierzu ebenfalls beitragen. Da die Geldpolitik das Wachstum
 vorrangige Aufgabe bleiben .                                         nicht gefahrlos weiter stützen kann, kommt der Haushalts­
                                                                      politik erhöhte Bedeutung zu. Dies gilt auch im Hinblick auf
                                                                      die Verbesserung des internationalen wirtschaftspolitischen
  Selbst wenn es schwierig erscheint, eine solche kooperative        „policy-mix ". Im Gemeinschaftsdurchschnittgeht das Defizit
  Lösung zu verwirklichen, so kann es doch vor allem im               der öffentlichen Haushalte noch etwas zurück. Die haushalts­
  Hinblick auf die unsichere weltwirtschaftliche Lage derzeit
  zweckmäßig sein, sie in Betracht zu ziehen. Im Falle einer
                                                                      politischen Leitlinien für 1 988 gehen in die in der koopera­
  weiteren Wachstumsabschwächung könnte eine nach Län­
                                                                      tiven Strategie festgelegte Richtung und tragen zur Verbes­
  dern und im zeitlichen Ablauf gut abgestimmte finanzpoliti­
                                                                      serung der Angebotsbedingungen bei, während sie gleichzei­
  sche Anstrengung zwar dazu führen, daß das Haushaltsde­             tig in einem gewissen Umfang die Nachfrage stützen. Sofern
                                                                      sie in den Rahmen einer dauerhaft stabilitätsorientierten
  fizit im Gemeinschaftsdurchschnitt etwas über der derzeiti­
                                                                      Wirtschaftspolitik gestellt sind, würden schnellere Steuersen­
  gen Vorausschätzung (4,5% des BIP in 1988 ) liegt. In               kungen und zusätzliche öffentliche Investitionen — die mit
  Anbetracht der erheblich verbesserten Anpassungsfähigkeit
  der Märkte sowie der merklich gestiegenen Rentabilität des
                                                                      einer mittelfristig aufrechtzuerhaltenden Situation der öffent­
                                                                      lichen Haushalte vereinbar sein sollten — dazu beitragen, die
  Produktivkapitals kann man jedoch von einer solchen                 Wachstumsvoraussetzungen zu kräftigen. Die Verwirkli­
  Politik in bezug auf Wachstum, Beschleunigung der Investi­          chung stärker wachstumsstützender Haushaltspolitiken
  tionen und folglich auch Steuereinnahmen ein Ergebnis               stößt allerdings auf nationaler Ebene oft auf außenwirt­
  erwarten, das höher liegt als Ende der siebziger oder zu            schaftlich oder budgetär bedingte Beschränkungen. Diese
  Anfang der achtziger Jahre. Ein solcher Haushaltsimpuls             Beschränkungen könnten im Rahmen einer gemeinsamen
  wäre im übrigen ertragreicher, je mehr Länder sich daran            und zeitlich gut abgestimmten Anstrengung, die die beste­
  beteiligen könnten und je rascher die anfängliche Haushalts­        henden Interdependenzen zwischen den Mitgliedstaaten
  verschlechterung für jedes Land durch zusätzliche Steuer­            berücksichtigen würde, abgemildert werden. Im Falle einer
  einnahmen kompensiert würde. Die daraus resultierende               weiteren Wachstumsabschwächung könnten einige Länder
  dauerhafte Stärkung des Wachstums in der Gemeinschaft               der Gemeinschaft, deren haushaltspolitische Situation weni­
  würde nicht nur das prioritäre interne Ziel, den Abbau der          ger angespannt ist, in unterschiedlichem Ausmaß und unter
  Arbeitslosigkeit, leichter erreichen lassen, sondern gleichzei­      unterschiedlichen Bedingungen an einer solchen Anstren­
  tig auch eine wichtige Rolle bei der Lösung des Problems der        gung mitwirken, während die anderen Mitgliedsländer die
  internationalen Zahlungsbilanzungleichgewichte spielen.              Vorteile eines stärkeren Wachstums bei ihren Partnern in
                                                                       diesem Fall dazu nutzen würden, um ihre Konsolidierungs­
   Die Länderkapitel im zweiten Teil dieses Berichtes, auf die         ziele für die öffentlichen Haushalte auf einem höheren
   sich die wirtschaftspolitischen Empfehlungen stützen, lassen        Wachstumsniveau zu erreichen. Eine solche Anstrengung
   die Beschränkungen erkennen, die für jedes Land für sich            würde es erlauben, die Konvergenz der öffentlichen Haus­
   genommen wirksam sind. Diese Beschränkungen sind durch              haltssituationen zu beschleunigen. Sie würde außerdem das
   die Abschwächung des Wachstums noch schwerwiegender                 Risiko verringern, daß bestimmte Mitgliedsländer gezwun­
   geworden, sowohl in Hinblick auf das außenwirtschaftliche           gen würden, ihr eigenes Wachstum wegen sich verschärfen­
   Gleichgewicht als auch in Hinblick auf die Verwirklichung           der budgetärer oder außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte
   von Programmen zur Haushaltskonsolidierung, für Steuer­             noch stärker abzubremsen, was auch negative Auswirkungen
   senkungen oder für öffentliche Investitionen. All dies bestä­       auf ihre Partner hätte.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 30                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           31 . 12 . 87
              Wachstum und Beschäftigung
              Die jährliche Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts war intier Gemeinschaft in den Jahren
              1986 / 1983 nur halb so hoch wie im Zeitraum 1973 / 1960 , die Zunahme der Beschäftigung aber fast
              doppelt so groß. In den mittelfristigen Projektionen 1991 / 1986 wird mit einer Fortdauer dieser — aus
              arbeitsmarktpolitischer Sicht — günstigen Relation von Wachstum und Beschäftigung gerechnet
              ( siehe Tabelle 1 ).
                                                                     TABELLE 1
                                                 Wachstum und Beschäftigung in der Gemeinschaft
                                                                       Jahresdurchschnittliche Veränderung in %
                                                  1973 / 1960       1979 / 1973       1983 / 1979       1986 / 1983  1991 / 1986 (>)
              reales BIP                             4,8                2,4                  0,8            2,4           2,6
              Beschäftigung                          0,3                0,1               - 0,6             0,5           0,6
              (*) Projektion .
              Quelle: Kommissionsdienststellen .
              Die Wachstumsschwelle , ab der ein Beschäftigungszuwachs zu erwarten ist , hat sich damit in der
              Gemeinschaft gegenüber den sechziger Jahren deutlich verringert. Nach Schätzungen der Kommis­
              sionsdienststellen lag in den sechziger Jahren diese Schwelle bei einer Zuwachsrate des realen
              Bruttoinlandsprodukts von 4,2% , in der Zeitspanne 1979 / 1973 bei 2,1% und 1987 / 1979 bei
               1,7% .
                                                                      GRAPHIK
                                                                Beschäftigungsschwellen
                                   4,2% H
                                                                        2,1% 1
                                                                                                          1,7% (M
                                  1973 / 1960                         1979 / 1973                        1987 / 1979
               (') Ab diesem Zuwachs des realen BIP (jährlich ) nimmt die Beschäftigung zu .
               Quelle: Schätzungen der Kommissionsdienststellen.
               Die in den letzten Jahren höhere Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums ist somit kein neues
               Phänomen, sondern stellt die Fortsetzung eines sich bereits seit der ersten Ölkrise 1973 abzeichnenden
               Trends dar. Es gibt jedoch Anhaltspunkte dafür, daß sich dieser Trend in den achtziger Jahren noch
               etwas verstärkt hat und auch Unterschiede in seinen Kausalfaktoren aufweist .
               Für eine steigende Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums kommen vor allem folgende Einfluß­
               faktoren in Betracht :
               a) Die Reduktion der durchschnittlichen Arbeitszeit je Erwerbstätigen, die es erlaubt, den
                    Arbeitsinput auf mehr Personen zu verteilen. Ein Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit je
                    Erwerbstätigen kann erfolgen durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und Verlängerung des
                    Jahresurlaubs bei den Vollzeitbeschäftigten sowie einen steigenden Anteil der Teilzeitbeschäftig­
                    ten .
 ---pagebreak---                                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . L 394 / 31
31 . 12 . 87
             b) Der strukturelle Wandel hin zum Dienstleistungssektor. Nach der Drei-Sektoren-Theorie wird
                  mit wachsendem Wohlstand einer Volkswirtschaft ein immer größerer Anteil des Volkseinkom­
                  mens für Dienstleistungen verwendet. Da der Dienstleistungssektor in der Regel arbeitsintensiver
                  ist als die Warenproduktion, wird damit die Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums
                  insgesamt steigen .
             c) Die Verlangsamung der Substitution des Faktors Arbeit durch den Faktor Kapital. D-. h., der
                  Zuwachs des Sozialprodukts wird mit relativ mehr Arbeitsinput und relativ weniger Kapitalein­
                  satz erstellt. Die Zunahme der Kapitalintensivierung schwächt sich ab . Die verlangsamte
                  Substitution von Arbeit durch Kapital dämpft den Anstieg der durchschnittlichen gesamtwirt­
                  schaftlichen Arbeitsproduktivität. Das Wachstum wird beschäftigungswirksamer.
             Diese drei Faktoren sind nicht unabhängig voneinander, sondern überlappen sich gegenseitig. Eine
             exakte Messung der einzelnen Einflußfaktoren ist daher nicht möglich. Auch erklären die angeführten
             drei Faktoren nicht ausschließlich die höhere Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums.
             Im langfristigen Durchschnitt ging in den vier großen Industrieländern der Gemeinschaft (EUR 4) die
             Arbeitszeit je Beschäftigten um knapp 1 % pro Jahr zurück (siehe Tabelle 2). In den sechziger und
             siebziger Jahren ermöglichten erst die Arbeitszeitverkürzungen leichte Beschäftigungszuwächse (pro
             Jahr 0,1 % bzw. 0,2 % ); in der Zeitspanne 1985 / 1980 schwächten sie immerhin den Beschäftigungs­
             rückgang ab. Anders als in den sechziger und siebziger Jahren, in denen Wochenarbeitszeitverkürzung
             und Urlaubsverlängerung eindeutig im Vordergrund standen, trug in den letzten Jahren die
             Ausweitung der Teilzeitarbeit in der Gemeinschaft wesentlich zur höheren Beschäftigungswirksam­
              keit des Wachstums bei. Wie stark das Beschäftigungswachstum in den letzten Jahren auf zunehmende
              Teilzeitarbeit zurückzuführen ist, geht aus Tabelle 3 hervor. Im Zeitraum 1985 1983 beruhte es
              ausschließlich auf der Zunahme der Teilzeitarbeitsplätze; die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ging
              sogar leicht zurück. Das Zahlenmaterial belegt damit anschaulich, daß der Beschäftigungseffekt einer
              kürzeren Arbeitszeit (pro Beschäftigten) nicht nur vom Ausmaß der durchschnittlichen Verkürzung
              abhängt, sondern entscheidend auch davon, ob die Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeit aüs
              der Ausweitung der Teilzeitarbeit oder der Reduktion der Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten
              resultiert .
              Wenn sich auch die Zunahme der Teilzeitarbeitsplätze auf den Dienstleistungsbereich konzentriert
              (Anteil der Teilzeitkräfte an der Gesamtbeschäftigung ist von 16,1% in 1983 auf 17,3% in 1985
              gestiegen), so ist auch in der Industrie eine leichte Zunahme dieses Anteils festzustellen (von 5,1 % in
              1983 auf 5,7 % in 1985 ). Auch nimmt die Teilzeitarbeit unter den männlichen Arbeitnehmern etwas
              zu (Anteil an allen männlichen Arbeitnehmern 3,4% in 1985 gegenüber 2,8% in 1983 ), obgleich
              Teilzeitarbeit immer noch vorwiegend eine Domäne der Frauen ist (Anteil an allen weiblichen
              Arbeitnehmern 28,7% in 1985 gegenüber 24,4% in 1983 ).
              Als Zwischenergebnis bleibt festzuhalten, daß die Ausbreitung der Teilzeitarbeit zu einem erheblichen
              Teil die gestiegene Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums erklärt. Soweit Teilzeitarbeit von den
              Betroffenen gewünscht wird und nicht eine Form von unfreiwilliger Unterbeschäftigung darstellt, ist
              gegen diesen Trend nichts einzuwenden. Dies gilt um so mehr, wenn Teilzeitarbeit tarifvertraglich
              entsprechend geregelt ist und nicht mit größeren Nachteilen hinsichtlich der sozialen Absicherung
              oder Aufstiegschancen verbunden ist. Es kann jedoch nicht übersehen werden, daß die Teilzeitbe­
               schäftigten sich häufig aus der sogenannten stillen Reserve (z. B. Hausfrauen) rekrutieren und daher
               nicht einen entsprechenden Rückgang der Zahl der registrierten Arbeitslosen bewirken.
               Der strukturelle Wandel zum Dienstleistungssektor hält weiter an. Seit 1960 entfällt ein ständig
               zunehmender Anteil an der Gesamtbeschäftigung und am Bruttoinlandsprodukt auf den Dienstlei­
               stungssektor (siehe Tabelle 4). In den letzten Jahren hat sich dieser Trend sogar verstärkt. Bis 1973
               wuchs die reale Bruttowertschöpfung des Dienstleistungssektors proportional zum gesamtwirtschaft­
               lichen Wachstum; seither wächst sie überproportional . Die hohe Beschäftigungswirksamkeit des
               Wachstums im Dienstleistungssektor hat dabei in den letzten Jahren zugenommen (siehe Tabelle 4).
               1984 und 1985 ging ein jahresdurchschnittlicher Zuwachs der realen Bruttowertschöpfung im
               Dienstleistungssektor von jeweils knapp 3 % mit einer Beschäftigungsausweitung von jeweils rund
               2% einher. In der Zeitspanne 1979 / 1973 war im Dienstleistungssektor ein jahresdurchschnittliches
               Wachstum der realen Bruttowertschöpfung von 3,2% mit einer jahresdurchschnittlichen Beschäfti­
               gungsausweitung von 1,7% verbunden. Die höhere Beschäftigungswirksamkeit dürfte zu einem
               erheblichen Teil auf dem vermehrten Einsatz von Teilzeitkräften beruhen.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 32                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                              31 . 12 . 87
              Der langfristige Trend zur zunehmenden Kapitalintensivierung und relativen Einsparung von Arbeit
              hat sich in der Gemeinschaft seit der ersten Ölkrise 1973 verlangsamt . Als Maß hierfür gilt der Beitrag
              der Faktorsubstitution von Arbeit durch Kapital zum Zuwachs der Arbeitsproduktivität je
              Erwerbstätigenstunde (siehe Tabelle 5 ). In der Zeitspanne 1973 / 1960 betrug er im privaten Sektor
              (d. h. Gesamtwirtschaft ohne Landwirtschaft, Wohnungswirtschaft und öffentlichen Sektor) jahres­
              durchschnittlich 1,8% und 1986 / 1979 nur 1,3% (für EUR 4). Besonders markant war der
              Rückgang in Deutschland und Italien. Zu dieser Entwicklung dürfte der maßvolle Reallohnanstieg in
              den Mitgliedsländern und das reichliche Angebot am Arbeitsmarkt beigetragen haben. Der
              Rationalisierungsdruck hat nachgelassen. Die Zahl der rentablen Arbeitsplätze ist größer geworden.
              Die Beschäftigungszunahme in arbeitsintensiven Bereichen (wie im Dienstleistungssektor) wurde
              dadurch gefördert. Eine weitere tendenzielle Verlangsamung der Faktorsubstitution dürfte von der in
              Gang gekommenen Entkopplung der Betriebszeiten und Arbeitszeiten zu erwarten sein. Diese das
              Wachstum beschäftigungswirksamer machenden Effekte gilt es auch in Zukunft zu erhalten und
              auszubauen. Gleichzeitig deuten die rückläufigen Zuwachsraten für die Arbeitsproduktivität je
              Erwerbstätigenstunde und für die Kapitalproduktivität (siehe Tabelle 5 ) daraufhin, daß die Effizienz
              des wirtschaftlichen Prozesses abgenommen hat. Wirtschaftliches Wachstum erfordert heute relativ
              mehr Einsatz von beiden Faktoren Arbeit und Kapital als früher. Für ein kräftiges beschäftigungs­
              wirksames Wachstum ist also auch eine überproportionale Zunahme der Investitionen erforder­
              lich .
              Staatliche Beschäftigungsmaßnahmen haben in den letzten Jahren den Trend zur Beschäftigungs­
              wirksamkeit zwar etwas verstärkt. In den Jahren 1985 und 1986 waren gut 1 Million Arbeitnehmer in
               der Gemeinschaft im Rahmen derartiger Programme beschäftigt. Teilweise wurde dieser Beschäfti­
               gungseffekt allerdings kompensiert durch den deutlich verlangsamten Anstieg der Zahl der
              Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst ( 1,0% Zuwachs im Jahresdurchschnitt 1985 / 1979 , verglichen
               mit 2,3 % in 1979 / 1973 ). In den meisten Mitgliedsländern geht die Tendenz jedoch dahin , die derzeit
               erreichte Zahl der im Rahmen solcher Programme beschäftigten Personen hauptsächlich aus
               budgetären Zwängen nur mehr geringfügig weiter zu erhöhen. Folglich ist von derartigen spezifischen
               arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zwar ein beschäftigungsstabilisierender Einfluß zu erwarten,
               nicht jedoch eine weitere Zunahme der Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums.
               Zusammenfassung: Der Schwellenwert, ab dem das gesamtwirtschaftliche Wachstum zu einem
               Beschäftigungszuwachs führt, ist von über 4% jährlichem realem Sozialproduktzuwachs in der Zeit
               vor 1973 auf unter 2 % in den achtziger Jahren abgesunken. Die gestiegene Beschäftigungswirksam­
               keit läßt sich erklären aus Verkürzungen der durchschnittlichen Arbeitszeit je Beschäftigten, wobei
               der Teilzeitarbeit wachsende Bedeutung zukommt, und durch die verlangsamte Faktorsubstitution
               von Arbeit durch Kapital , die den Anstieg der Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde dämpft.
               Hinzu kommt die überproportionale Expansion des besonders beschäftigungsintensiven Dienstlei­
               stungssektors. Diese Effekte können nicht ohne weiteres aufaddiert werden, da sie in gegenseitiger
               Wechselbeziehung stehen. Sie dürften aber die höhere Beschäftigungswirksamkeit des Wachstums
               zum größten Teil erklären .
                                                                TABELLE 2
                       Arbeitsvolumen, durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen und Zahl der Erwerbstätigen
                                                                                  (jahresdurchschnittliche Veränderung in Prozent)
                                                     1970 / 1960    1980 / 1970     1985 / 1980      1983 / 1980    1985 / 1983
               Bundesrepublik Deutschland
               — Arbeitsvolumen                         - 0,8          - 1,2           - 1,2            - 1,6          - 0,4
               — Arbeitszeit                            - 1,0          - 1,1           - 0,5            - 0,3          - 0,8
               — Erwerbstätige                            0,2          - 0,1           - 0,6            - 1,3            0,4
               Frankreich                         \
               — Arbeitsvolumen                           0            - 0,4           - 2,0            - 3,1          - 1,3
               — Arbeitszeit                            - 0,6          - 0,9           - 1,6            - 2,1          - 0,7
               — Erwerbstätige                            0,6            0,5           - 0,4            - 1,0          - 0,6
               Italien                            \                             \
               — Arbeitsvolumen                       ■ - 1,1          - 0,7             0              - 0,2            0,3
               — Arbeitszeit                            - 0,6          - 1,2           - 0,6            - 0,5          - 0,8
               — Erwerbstätige                          - 0,5            0,5             0,6              0,3             1,1
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                   Nr . L 394 / 33
                                                              1970 / 1960      1980 / 1970      1985 / 1980       1983 / 1980     1985 / 1983
             Vereinigtes Königreich
             — Arbeitsvolumen                                    - 0,9           - 0,7              - 1,1            - 3,1             2,2
             — Arbeitszeit                                       - 1,1            - 0,9             - 0,5            - 1,0             0,4
             — Erwerbstätige                                       0,2              0,2             - 0,7              2,1             1,7
             EUR 4                                         IlII||\\
             — Arbeitsvolumen                                    - 0,7            - 0,8             - 1,1            - 1,8             0,2
             — Arbeitszeit                                       - 0,8            - 1,0             - 0,8            - 0,9           - 0,5
             — Erwerbstätige                                       0,1              0,2             - 0,3            - 0,8             0,7
             Quelle: Eurostat, OECD Employment Outlook 1987 .
                                                                          TABELLE 3
                                             Änderung der Beschäftigtenzahl 1985 gegenüber 1983 (in % )
                                                B       DK        D       GR        F       IRL        I        L       NL     UK     EUR 10
             Insgesamt                         0,8      5,6      0,8      1,3     - 1,2    - 4,3     0,9       0,6     3,3     3,3        1,1
             Beitrag (*) zur Veränderung der Gesamtbeschäftigtenzahl:
             — Vollzeitkräfte                  0        4,0       0,4       1,4    - 2,5    - 4,2      0,2      0         1,1    0,9      - 0,1
             — Teilzeitkräfte                  0,8       1,6      0,4     - 0,1       1,3   - 0,1      0,7      0,6       2,2    2,4        1,2
             ( i ) Bei der entsprechend den Ergebnissen der „EG-Arbeitskräftestichprobe" vorgenommenen Aufteilung in Voll- und Teilzeit­
                   beschäftigte ist zu berücksichtigen, daß diese Erhebung nur in einer Woche pro Jahr — und zwar im Frühjahr — durchgeführt
                   wird und daher möglicherweise nicht voll repräsentativ ist für den Jahresdurchschnitt.
             Quelle: Eurostat, EG-Arbeitskräftestichprobe 1983 , 1985 .
                                                                          TABELLE 4
             Beschäftigung und Wachstum in der Gesamtwirtschaft und im Dienstleistungssektor in der Gemeinschaft
                                                                           (EUR 12)
                                                                       1968 /    1973 /      1979 /      1985 /
                                                                                                                    1983      1984        1985
                                                                        1960      1968        1973        1979
             Erwerbstätige insgesamt (in % p. a. )                       0,1        0,5        0,1        - 0,3     - 0,5     - 0,1        0,6
             Bruttoinlandsprodukt real (in % p. a. )                     4,6       4,9         2,4          1,2        1,4      2,3        2,4
             Erwerbstätige im Dienstleistungssektor
              (in % p. a. )                                              1,7        1,9        1,7          1,5        1,2      1,9        2,2
              Reale Bruttowertschöpfung im Dienst­
             leistungssektor (in % p. a. )                               4,5        5,0        3,2          2,1        2,0      2,8        2,9
                                                                        1960      1968        1973        1979      1983      1984        1985
              Anteil der Erwerbstätigen im Dienstlei­
              stungssektor an den gesamten Erwerbstäti­
              gen (in % )                                               39,1      44,2        47,3         51,8      55,7      56,8       57,6
              Anteil der Bruttowertschöpfung im Dienst­
              leistungssektor am Bruttoinlandsprodukt
              (in % )                                                   48,1      52,7        53,5         57,2      59,2      59,4       59,5
              Quelle: Eurostat.
 ---pagebreak---                                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                    31 . 12 . 87
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                                                                        TABELLE 5
               Beitrag der Faktorsubstitution zu den Produktivitätstrends im privaten Sektor (1 ); jährliche Zuwachsraten
                                                                            in %
              l                                                      D          F          I         UK       EUR 4      USA ( 2 )  Japan ( 2 )
               Arbeitsproduktivität
               je Erwerbstätigenstunde (3 )
                1973 / 1960                                           4,3       5,1        6,5        3,1        4,5         1,8        9,6
                1979 / 1973                                           3,8       3,4        2,2        2,7        3,1         0,1        3,0
                1986 / 1979                                           2,5       2,4         1,4       2,7        2,3         0,3        3,8
                Kapitalproduktivität
                1973 / 1960                                         - 2,1       0,2        0,5      - 1,7      - 0,9      - 0,3       - 0,5
                1979 / 1973                                         - 1,3     - 1,2      - 0,7      - 1,8      - 1,3      - 0,8       - 1,5
                1986 / 1979                                         - 2,0     - 2,0      - 1,2      - 1,5      - 1,7       - 0,5      - 3,0
                Gesamte Faktorproduktivität
                1973 / 1960                                           1,9       3,4         4,7        1,7       2,7         1,2        5,8
                1979 / 1973                                           1,9        1,8        1,3        1,4       1,7       - 0,1        1,4
                1986 / 1979                                           0,8       0,8         0,6        1,5       1,0         0,1        1,3
                Beitrag der Substitution von Arbeit durch
                Kapital zum Anstieg der Arbeitsprodukti­
                vität je Erwerbstätigenstunde
                1973 / 1960                                           2,4        1,7        1,7        1,4        1,8        0,5        3,5
                1979 / 1973                                           1,9        1,6        0,9        U          1,4        0,2         1,6
                1986 / 1979                                            1,6       1,5        0,8        1,2        1,3        0,2        2,5
                ( 1 ) Privater Sektor: Gesamtwirtschaft ohne Landwirtschaft, Wohnungswirtschaft und öffentlichen Sektor.
                (2 ) Daten nur bis 1985 verfügbar.
                (J) Aufgrund der Sektorabgrenzung und der Definition der Arbeitszeit (geleistete Wochenarbeitsstunden) sind die hier
                      angegebenen Werte nicht voll mit den Angaben in Tabelle 2 vergleichbar.
                Definitionen:
                — Arbeitsproduktivität: reale Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigenstunde.
                — Kapitalproduktivität: reale Bruttowertschöpfung je eingesetzte Kapitaleinheit zu konstanten Preisen.
                — Gesamte Faktorproduktivität: gewogener Mittelwert aus Arbeits- und Kapitalproduktivität. Die Gewichte entsprechen den
                      Anteilen der Endohnung der Faktoren an der Bruttowertschöpfung.
                 — Beitrag der Substitution von Arbeit durch Kapital zum Anstieg der Arbeitsproduktivitätje Erwerbstätigenstunde: die Differenz
                      aus den Zuwachsraten der Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde und der Gesamtfaktorproduktivität (siehe hierzu
                      Europäische Wirtschaft, Nr. 20 , Juni 1984 ).
                 Quellt: Schätzungen der Kommissionsdienststellen.
                 Langfristige Zinsen
                 Niedrigere langfristige Zinssätze würden die Verwirklichung der kooperativen Strategie insbesondere
                 aus zwei Gründen erleichtern: erstens würden sie dazu beitragen, die Investitionstätigkeit zu stärken.
                 Außerdem würden sie, und dies ist vielleicht noch wichtiger, die vom Schuldendienst schwer
                 belasteten öffentlichen Haushalte spürbar entlasten; hierdurch würden die Spielräume für eine
                 schnellere Konsolidierung oder eine Verstärkung des Wachstums erweitert.
                 Die Entscheidung, zu investieren, hängt weitgehend vom Abstund zwischen der erwarteten
                 Rentabilität der Investitionen einerseits und den Finanzierungskosten oder dem Ertrag einer
                 Finanzanlage andererseits ab. Eine Erweiterung dieses Abstandes ist erforderlich, um eine dynami­
                  schere Entwicklung der Investitionen zu erreichen. Die Rentabilität ist bereits im Laufe der letzten
                 Jahre spürbar gestiegen. Allerdings hat die durchschnittliche Sachkapitalrentabilität in der Gemein­
                  schaft z. B. das durchschnittliche Niveau der sechziger Jahre noch nicht wieder erreicht (siehe
                  Schaubild 12). Eine weitere Verbesserung ist noch notwendig und möglich. Ein Rückgang der
                  langfristigen Zinsen hätte ebenfalls einen positiven Einfluß auf die Investitionen. So würde, nach den
                  ökonometrischen Analysen der Kommissionsdienststellen, ein dauerhafter Rückgang der langfristi­
                  gen Zinsen um 0,8 Punkte, der sich auf die Stabilisierung der Inflationserwartungen auf niedrigem
                  Niveau stützt, es erlauben, das jährliche Volumen der privaten Investitionen um etwas mehr als 2 % in
                  vier Jahren zu steigern; die zusätzliche Beschleunigung des jährlichen Wachstums der privaten
                  Investitionen würde sich auf etwa 0,4 bis 0,5 % belaufen .
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             Der andere wichtige Aspekt der Bewertung der langfristigen Zinsen ist ihre Auswirkung auf die
             öffentlichen Defizite und dadurch auch aufdie Gestaltung der Haushaltspolitik. Ein Zinsrückgang hat
             zunächst unmittelbare Auswirkungen für die Kosten der Neuverschuldung. Darüber hinaus entlastet
             ein dauerhafter Rückgang der Zinsen die öffentlichen Haushalte in dem Umfange, in dem die alte
             Schuld erneuert wird. Selbst wenn der zuerst genannte Effekt vernachlässigt werden kann, außer für
             Länder, in denen das Haushaltsdefizit sehr hoch ist, so dürfte doch der langfristige Effekt in allen
             Ländern spürbar sein. Nach den Schätzungen der Kommissionsdienststellen könnte die Auswirkung
             des unterstellten Rückganges der langfristigen Zinsen von 0,8 Prozentpunkten auf das öffentliche
             Defizit im Durchschnitt der Gemeinschaft zwischen 0,5 % und 0,6 % des BIP erreichen, nachdem die
             Gesamtheit der Schuld die Fälligkeit erreicht hat und zu einem niedrigeren Zinssatz erneuert worden
             ist. Vorsichtig geschätzt würde die Erleichterung, die im Laufe von vier Jahren erreichbar ist,
             0,4 Prozentpunkte des BIP ausmachen. Diese Erleichterung der Zinslast würde es erlauben, der
             Haushaltspolitik allmählich eine größere Flexibilität zu verleihen.
             Diese Erleichterung käme insbesondere den Ländern zugute, in denen das Niveau der öffentlichen
             Schuld am höchsten ist. Sie würde dort überdurchschnittlich dazu beitragen , die Dynamik der
             öffentlichen Schuld abzuschwächen, die diese Länder zur Zeit nur bremsen können, indem sie — ohne
             Berücksichtigung der Zinsen — größere Haushaltsüberschüsse realisieren. Eine solche Entlastung
             würde zu der angestrebten besseren Konvergenz der öffentlichen Schuld beitragen, die ihrerseits nur
             günstige Auswirkungen auf die Konvergenz der Zinssätze selbst nach unten haben kann.
             Die Beurteilung des nominalen Zinsniveaus hängt weitgehend von seinem Abstand zur Inflationsrate
             ab, das heißt von dem „realen Zinssatz". Wesentlich für diesen Abstand sind die Inflationserwar­
             tungen. Da diese allerdings nicht direkt beobachtet werden können, wird der „reale Zinssatz",
             gemessen am Abstand zwischen den Nominalzinsen und der aktuellen Inflationsrate, häufig als erste
             Approximation verwendet. Diese Meßgröße wirft allerdings Probleme auf, wenn die Inflationsrate
             stark und schnell schwankt. In diesem Fall weichen die tatsächliche und die erwartete Inflationsrate
             wahrscheinlich spürbar voneinander ab , da die Wirtschaftssubjekte in ihren Erwartungen getäuscht
             werden. Auch die Wahl des Indikators für die Inflation ist problematisch . Im allgemeinen entwickeln
             sich die verschiedenen Inflationsindikatoren (BIP-Preise, Preise des privaten Verbrauchs , nominale
             Lohnstückkosten) parallel. Wenn jedoch wichtige Veränderungen der relativen Preise erfolgen, wie
             dies z. B. 1986 infolge der Verbesserung der realen Austauschverhältnisse in Verbindung mit der
             Dollarabwertung und dem Rückgang der Ölpreise der Fall war, können größere Unterschiede in der
             Entwicklung der verschiedenen Indikatoren auftreten. Diese verschiedenen Elemente müssen
             berücksichtigt werden, wenn man das Niveau der Realzinsen und die vorhandenen Spielräume für
             künftige Zinssenkungen beurteilt.
             Im historischen Vergleich ist der aktuelle Abstand zwischen dem langfristigen Nominalzinssatz und
             der Inflationsrate verhältnismäßig hoch , er liegt in einer Größenordnung von 5 % ( siehe Schaubild).
             Dieser Abstand ist derzeit deutlich höher als in den siebziger Jahren , in denen er in der Nähe von Null
             lag oder sogar negativ war. Damals war er jedoch mehr Ausdruck der monetären Instabilität sowie
             sich stark und schnell verändernder Inflationsraten , als daß er die relative Knappheit des Kapitals
             widergespiegelt hätte. Die Zinssätze haben so in vielen Ländern ihre Rolle, die knappen Ersparnis­
             ressourcen zu den rentabelsten Verwendungen zu leiten , nicht spielen können. Dies hat wahrschein­
             lich zu einer Verschwendung von Kapital geführt und den Produktionsprozeß noch kapitalintensiver
             gemacht. Der Abstand zwischen dem Zinssatz und der Inflationsrate ist derzeit allerdings auch etwas
             höher als in den sechziger Jahren, einer Periode, die unter dem Gesichtspunkt der monetären Stabilität
             besser mit der Gegenwart verglichen werden kann. Das derzeitige hohe Niveau der Realzinsen ist ein
             Anzeichen für die relative Knappheit der Ersparnis im Vergleich zu den Finanzierungsbedürfnissen der
             verschiedenen Wirtschaftssektoren .
             Seit Beginn der achtziger Jahre haben die auf Stabilität ausgerichteten Geldpolitiken den Zinsen
             ermöglicht, das Gleichgewicht auf den Kapitalmärkten auf eine effizientere Art und Weise
             herbeizuführen. Ihr relativ hohes Niveau kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden; nur
             wenn sich diese Faktoren günstig entwickeln, kann man hoffen, daß die langfristigen Realzinsen
             dauerhaft zurückgehen , ohne den Stabilisierungserfolg in Frage zu stellen.
             Auf der weltweiten Ebene zunächst belasten das Haushaltsdefizit und das außenwirtschaftliche
             Defizit der Vereinigten Staaten sowie die Verschuldungssituation der Entwicklungsländer die
             internationalen Kapitalmärkte erheblich . In dem Maße, in dem sich diese Ungleichgewichte abbauen,
              könnten Spielräume für den Rückgang der Zinsen auf diesen Märkten entstehen und dadurch auch auf
             den europäischen Kapitalmärkten.
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Nr. L 394 / 36
             Was schließlich die Gemeinschaft angeht, so ist die Rückkehr zur Stabilität ein relativ neues
             Phänomen. Der Prozeß des Inflationsabbaus ist noch nicht in allen Ländern beendet. Wenn die
             Geldpolitiken dauerhaft und glaubwürdig stabilitätsorientiert bleiben und Jahr für Jahr die
             Inflationsraten niedrig sind, sollten die Inflationserwartungen ebenfalls noch zurückgehen können,
             was sich günstig auf die Zinssätze auswirken würde. Außerdem würde eine allmähliche Verbesserung
             des Gleichgewichtes zwischen interner Ersparnis und Investitionen zu einem relativen Rückgang der
             Realzinsen beitragen .
             Eine solche Verbesserung ist möglich, wenn sich im Rahmen der kooperativen Strategie der schnellere
             Anstieg der Investitionen auf eine verbesserte Rentabilität stützen kann, die mit einer schrittweisen
             Erhöhung der Selbstfinanzierungsquoten einhergeht, so daß gleichzeitig die interne Ersparnis
             verstärkt zunimmt. Außerdem würde das Festhalten an Politiken, die, wo dies notwendig ist, eine
             schrittweise Konsolidierung der öffentlichen Finanzen erlauben und die Konvergenz der Verschul­
             dungssituation verbessern würden, ebenfalls dazu beitragen, die Spannung auf den Kapitalmärkten
              abzubauen, und die Belastung, mit der die Geldpolitik bei der internen und externen Stabilisierung
              konfrontiert ist, verringern. Der Rückgang der Zinsen, der in der Gemeinschaft ermöglicht würde,
             würde dazu beitragen, den Abstand zwischen den europäischen und den amerikanischen Zinsen, der
              zur Stabilisierung des US-Dollars erforderlich ist, auf einem niedrigen Niveau anzusiedeln.
                                                      LANGFRISTIGE ZINSSATZE
                                                            (Jahresdurchschnitte)
                            Abstand zwischen dem nominalen Zinssatz und der Veränderungsrate der BIP-Preise
               1 . Die BIP-Preise wurden gewählt, um die zugrunde liegende interne Inflation darzustellen. Die Entwicklung der
                   BIP-Preise stimmt im langfristigen Durchschnitt annähernd mit der Entwicklung der Preise des privaten
                   Verbrauchs überein (Durchschnitt der Jahre 1970 bis 1985: BIP-Preise: + 10,1 % p. a.; Preise des privaten
                   Verbrauchs: + 10,0 % p. a. im Durchschnitt der Zwölfergemeinschaft). In bestimmten Jahren, z. B.wenn die
                   Terms oftrade sich spürbar verändern, gibt es jedoch erhebliche Unterschiede (z. B. 1974: BIP-Preise: 13,0 % ;
                   Preise des privaten Verbrauchs: 14,6 % ; 1986: BIP-Preise: 5,6 % ; Preise des privaten Verbrauchs: 3,7 /o im
                   Durchschnitt der Zwölfergemeinschaft).
               2. Der nominale Zinssatz entspricht dem gewogenen Durchschnitt repräsentativer langfristiger nominaler
                   Zinssätze auf den Kapitalmärkten der Mitgliedsländer (Gewichte: BIP zu Preisen und Kaufkraftstandards von
                   1985 ).
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31 . 12 . 87                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                              TEIL II
                                   DIE WIRTSCHAFTSPOLITIK DER MITGLIEDSTAATEN
                                                              BELGIEN
In Belgien hatten die umfangreichen Bemühungen um Haus­               Haushaltssaldo 1988 auf 7,4 % des BIP zurückführen, um im
haltsanpassung im Jahre 1987 deutliche Auswirkungen auf               Jahre 1989 den im Regierungsprogramm genannten Zielwert
die Entwicklung der Inlandsnachfrage, deren reales Wachs­             von 7 % des BIP erreichen zu können. Dies verlangt weitere
tum sich auf nur 1 ,6 % verlangsamt hat; bei einem nach wie           Ausgabenkürzungen, insbesondere im Bereich der sozialen
vor negativen Beitrag des realen Außensaldos ist die                  Übertragungen und der Betriebsausgaben, sowie die Schaf­
Zuwachsrate des BIP auf 1,3% zurückgegangen. In diesem                fung neuer Haushaltseinnahmen, unter anderem durch Pri­
weniger dynamischen Kontext haben die Anlageinvestitio­               vatisierung bestimmter öffentlicher Tätigkeiten.
 nen der Unternehmen trotzdem sehr kräftig, und zwar wie
 bereits im Vorjahr, um real nahezu 8% zugenommen,                    Gleichzeitig hat die Regierung ein über den Zeitraum
 während sich die öffentlichen Investitionen um 10 % vermin­           1989—1993 gestaffeltes ehrgeiziges Steuerreformprogramm
 dert haben. Der Verbrauch der privaten Haushalte ist                 bekanntgegeben, das unter anderem eine Verminderung von
 volumenmäßig infolge einer Verlangsamung der verfügbaren             Zahl und Höhe der Einkommensteuersätze vorsieht und
 Realeinkommen nur um 1 ,5 % gestiegen. Das Einfuhrvolu­              dessen Auswirkungen teilweise durch Beseitigung verschie­
 men hat sich rascher ausgeweitet als das Ausfuhrvolumen,              dener Steuerabzugsmöglichkeiten zugunsten der Unterneh­
 doch haben sich die Terms of trade weiter verbessert, und die         men und privaten Haushalte kompensiert werden sollen.
 Leistungsbilanz weist einen bedeutenden Überschuß aus                 Dieses Programm muß noch im Parlament eingebracht
 (2,3 % des BIP). Der Anstieg der Verbraucherpreise konnte             werden .
 im Jahresdurchschnitt auf 1,8% begrenzt werden. Die
 Arbeitslosigkeit hat sich trotz des restriktiven Effekts, der         Um den Effekt, der von der Sanierung der öffentlichen
 von der Haushaltsanpassung auf die Beschäftigung ausgeht,             Finanzen und von dem moderaten Wachstum der Wirt­
 etwas verringert.                                                     schaftstätigkeit auf den Arbeitsmarkt ausgeht, zu mildern,
                                                                       hat die Regierung in ihr Programm für 1988 auch eine Reihe
                                                                       direkter und punktueller Maßnahmen zur Förderung der
 Die Erhöhung des verfügbaren Realeinkommens der priva­                Beschäftigung aufgenommen; hierzu gehören Möglichkeiten
 ten Haushalte könnte sich 1988 leicht beschleunigen, so daß
                                                                       zur Verminderung der Soziallasten in bestimmten Sektoren
 sich der private Verbrauch volumenmäßig — in der Annah­               sowie Maßnahmen zugunsten der jugendlichen Arbeitslosen
 me einer erneut rückläufigen Sparquote — im gleichen                  und der Langzeitarbeitslosen. Der Schaffung von Arbeits­
 Tempo wie im Vorjahr ausweiten könnte. Die privaten                   plätzen im Privatsektor kommt auch weiterhin ein ständiger
 Investitionen werden, angeregt durch höhere Gewinne und               Rückgang der realen Lohnstückkosten zugute. Nach den
 angesichts der immer noch moderaten Entwicklung der                   Tarifvereinbarungen für 1987 und 1988 dürfte die Erhöhung
 Reallöhne, weiter zunehmen. Der Wachstumsbeitrag des                  der Reallöhne hinter dem Produktivitätsanstieg zurückblei­
 Außensaldos dürfte positiv werden, und die Kostenwettbe­              ben .
 werbsfähigkeit wird sich erneut verbessern. Die Leistungsbi­
 lanz dürfte folglich mit einem Überschuß von rund 2,5 % des           Dank der Fortschritte, die in bezug auf das Funktionieren des
  BIP schließen. Die Zuwachsrate des realen BIP könnte                 Arbeitsmarktes erreicht worden sind, können die Angebots­
  annähernd 2 % betragen, und die Arbeitslosenquote dürfte             bedingungen flexibler gestaltet werden. Neue Rechtsvor­
  ein wenig zurückgehen. Die Inflation dürfte weiterhin mäßig          schriften zur Lockerung der Bestimmungen über Feiertags­
  ausfallen, könnte sich allerdings, unter anderem infolge einer       und Nachtarbeit sowie über die Arbeitszeit sind im Juli 1987
  Umkehr in der Tendenz der Einfuhrpreise , im Verlauf etwas
                                                                       in Kraft getreten. Sie geben die Möglichkeit, auf dem Wege
  beschleunigen.                                                       von Tarifvereinbarungen auf Sektor- oder Unternehmens­
                                                                       ebene neue Arbeitsregelungen einzuführen. Diese Flexibili­
  Die Sanierung der öffentlichen Finanzen bildet nach wie vor          sierung und die Dämpfung der internen Kosten schaffen
  ein absolut vorrangiges Ziel. Die Höhe der Gesamtschulden,           günstige Voraussetzungen für die Entwicklung der Ausfuh­
  die sich 1987 auf 125 % des BIP beläuft (20 % entfallen allein        ren und der Investitionen .
  auf die Auslandsschuld), die starke Zinsbelastung, die
  nahezu 11% des BIP ausmacht (für die gesamte Gemein­                  Die seit 1982 betriebene Politik zur Verbesserung der
  schaft betragen die entsprechenden Zahlen nur 61 % bzw.               Rentabilität und zur Sanierung der finanziellen Situation der
  5% ), und die Tatsache, daß der Multiplikatoreffekt                   Unternehmen hat bereits zu einer Erholung der Unterneh­
  Schuld—Zinslast noch immer nicht neutralisiert werden                 mensinvestitionen, insbesondere in den Jahren 1986— 1987 ,
  konnte, machen weitere Sanierungsanstrengungen unbe­                  geführt.
  dingt erforderlich .
                                                                        Die Geldpolitik muß weiter darauf abzielen, den Wechsel­
  Nachdem die Regierung den Nettofinanzierungssaldo des                 kurs des Belgischen Franken im Europäischen Währungs­
  Zentralstaates im Jahre 1987, hauptsächlich mit Hilfe                 system stabil zu halten, und gleichzeitig den verfügbaren
  einschneidender Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben,              Handlungsspielraum dazu nutzen, einen Rückgang der Zin­
  beträchtlich vermindert hat (um 3% des BIP), will sie den             sen und damit auch eine Entlastung des öffentlichen Schul­
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 38                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  31 . 12 . 87
dendienstes zu fördern . Bei der Wechselkursneufestsetzung       dem. Die Lohndämpfung soll die Möglichkeit geben, die
vom Januar 1987 wurde der Belgische Franken gegenüber            Wettbewerbsfähigkeit zu wahren und die Rentabilität der
dem ECU um 2 % aufgewertet, nachdem die vorhergehende            Unternehmen auf einem zufriedenstellenden Niveau zu hal­
Anpassung vom April 1986 bereits eine Aufwertung um 1 %          ten. Sind diese Bedingungen erfüllt, dann könnte sich das
gebracht hatte. Erleichtert wird diese Politik durch einen       Wachstum verstärken und den belgischen Behörden die
beträchtlichen Leistungsbilänzüberschuß und eine günstige        Erreichung ihres zweifachen Ziels erleichtert werden, das
Inflationsentwicklung. Die Fortschritte beim Abbau des           Haushaltsdefizit abzubauen und die Belastung durch Zwan­
Haushaltsdefizits vermindern die Probleme , die Schwankun­       gabgaben zu vermindern; dies liegt auf der Linie der von der
gen im Kapitalverkehr im Zinsbereich mit sich bringen. Diese     Gemeinschaft empfohlenen Strategie und dürfte sich positiv
Entwicklung dürfte, zusammen mit dem Leistungsbilanz­            auf die Beschäftigungssituation auswirken. Eine erfolgreiche
überschuß, die Behörden in die Lage versetzen, die seit 1979     Anwendung dieser Strategie ist nur dann möglich, wenn die
akkumulierte Auslandsschuld abzubauen .                          Behörden die öffentlichen Ausgaben unter Kontrolle halten
                                                                 und die belgische Wirtschaft von einer hinreichend dynami­
Der Erfolg des Plans zur Sanierung der belgischen Wirtschaft     schen Entwicklung des innergemeinschaftlichen Handels
hängt vom Zusammenspiel einer ganzen Reihe von Faktoren          profitieren kann. In dieser Sicht bliebe die Durchführung des
ab . Eine auch weiterhin niedrige Inflationsrate soll den        Steuerentlastungsprogramms im Rahmen der aus einer Ver­
Rückgang der Zinsen begünstigen, die Investitionen fördern       besserung der Wachstumsbedingungen in der Gemeinschaft
und die Zinsbelastung durch die öffentliche Schuld vermin­       resultierenden „Haushaltsdividende" .
 ---pagebreak---                                                                                                                                               Nr . L 394 / 39
31 . 12 . 87                                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                   Belgien: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983-1988
                                                                                                                              (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                           1983               1984              1985            1986 (»)          1987 (2)          1988 (»)
                            nominal                           6,0               7,2               6.7               6,9               3,4              4,0
Bruttoinlands­              real                           - 0,3                1,6               1,5               2,3               1,3               1,8
produkt                                                                                                             4,4               2,1               2,2
                            Deflator                          6,3               5,5               5.1
Privater Verbrauch-Deflator                                   7,3               6,5               4.8               1,3                1,8              2,5
                                                           - 3,6                4,4               3,8               6,6                7,0              4,9
                            privat
Bruttoanlage­                                                                                                                     - 11,0                0,2
 investitionen              öffentlich                      - 7,6             - 8,8           - 13,1             - 7,2
 in Volumen
                                                            - 4,3               2,2               1.2               4,8                5,0              4,4
                            insgesamt
       davon : Bauten                                       - 5,5             - 4,8             - 0,4                1,6               1,6              3,1
                                                            - 2,3              13,9               3,5                9,1               9,2              6,0
                Ausrüstungen
                                                            - 2,5                1,7               1.3               3,4               1,6              I,7
 Interne Nachfrage zu konstanten Preisen
 Abstand zu anderen Ländern
 der Gemeinschaft ( 3 )                                     - 3,8             - 0,1             - 1,0             - 0,3              - 1,0            - 0,6
                             nominal                          6,0                5,8               4.4               2,5               3,7              3,0
                             real A ( 4 )                   - 0,3                0,3            - 0,7             - 1,8                1,6              0,8
 Pro-Kopf-Löhne
                                  B (<)                     - 1,3             - 0,6             - 0,4                1,2               1,9              0,5
                                                              0,9                1,7               0,6               1,3               1,2              1,6
 Produktivität ( s )
  Reale Lohnstückkosten                                     - 1,2             - 1,4             - 1,2             - 3,1               .0,4            - 0,8
                                                            - 2,2             - 1,3                1,1               4,5               3,8            - 0,6
  Wettbewerbsfähigkeit (6)
                                                            - 1,1                0,0               0,8               1,0               0,1               0,2
  Beschäftigung
  Registrierte Arbeitslose in % der                                                                                                   12,4             12,1
  zivilen Erwerbspersonen (7)                                14,4              14,5              13,7              12,6
                                                            - 0,6              - 0,4               0,4               2,4               2,3               2,3
  Leistungsbilanzsaldo in % des BIP
                                                             11,8               12,0             10,6                7,9                7,6              7 »4
  Langfristiger Zinssatz
                                                               7,0               6,1               6,7             10,7                 8,0              6,0
  Geldmenge ( 8 )
  Finanzierungssaldo des Staates ( 9)                                                                                                                 - 6,1
  in % des BIP                                             - 11,3              - 9,4             - 8,4            - 8,7              - 6,6
  Öffentliche Schuld in % des BIP                           105,1             111,0             117,9             120,3              125,3            128,4    •
  Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld                                                                                                             II,0
  in % des BIP                                                 9,4               9,9              10,6              11,1              10,9 .
  (!) Schätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987 .
  (2) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
  ( 3 ) Differenz in Prozentpunkten.
  (4 ) A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs .
  (J) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
  (Ä) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
        an Wettbewerbsfähigkeit.
  ( 7) SAEG-Definition.
  (») Dieser Finanzierungssaldo unterscheidet sich erheblich von dem in der nationalen Haushaltspolitik benutzten Konzept, das Darlehen, Vorschüsse und
        Beteiligungen sowie gewisse andere finanzielle Transaktionen enthält.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 40                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  31 . 12 . 87
                                                            DANEMARK
Nachdem das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in                  Ausland praktisch unverändert blieben, reduzierte sich das
Dänemark fünf Jahre lang über dem Gemeinschaftsdurch­              Leistungsbilanzdefizit von 5,1 % des BIP in 1986 auf 2,9%
schnitt lag, rechnet man 1987 mit einem leichten realen            in 1987 .
Rückgang. Während die Ausfuhr von Waren und Dienstlei­
stungen bereits 1986 stagnierte, wurde das gesamtwirt­
schaftliche Wachstum durch eine außergewöhnlich rasche             Man erwartet, daß sich die gesamtwirtschaftliche Entwick­
Ausweitung der Inlandsnachfrage (durchschnittlicher An­            lung im Laufe des Jahres 1988 etwas erholen wird, haupt­
stieg um 5,7% gegenüber 1985) gestützt. Gegen Ende des             sächlich infolge der weiteren Verbesserung der realen Lei­
Jahres zeigten jedoch wichtige Komponenten der Binnen­             stungsbilanz. Eine erheblich raschere Ausdehnung der Aus­
nachfrage eine deutlich rückläufige Tendenz, was sowohl auf        fuhrmärkte ist unwahrscheinlich , und die Wettbewerbsfä­
eine Verschlechterung der Ausfuhraussichten und die ent­           higkeit könnte sich weiter verschlechtern. Andererseits könn­
sprechende Abkühlung des Investitionsklimas als auch auf           te es sein, daß die Produzenten bei der schwachen Entwick­
eine erhebliche Verschärfung der Haushaltspolitik in mehre­        lung des Inlandsmarktes ihr Angebot bis zu einem gewissen
ren Schritten im Verlauf des Jahres sowie auf Maßnahmen            Grade auf die Auslandsmärkte verlagern . Die Ausfuhren
zur Erhöhung der privaten Sparquote zurückzuführen war.            dürften also rascher wachsen als 1987 . Bei der realen
Infolgedessen ging der private Verbrauch vom dritten bis           Inlandsnachfrage wird ein weiterer Rückgang prognostiziert,
zum vierten Quartal 1986 um etwa 5 % zurück (tatsächliche          wenn auch in etwas langsamerem Tempo , was sich wieder­
Rate) und dürfte — selbst wenn es im Laufe des Jahres 1987         um in einer weiteren Abnahme des Einfuhrvolumens nieder­
zu einem gewissen Anstieg kommt — 1987 gegenüber 1986              schlagen wird. Im Jahresdurchschnitt könnte sich für das
im Durchschnitt leicht rückläufig sein . Der Wohnungsbau ist       Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von weniger als 1 %
den Schätzungen zufolge um etwa 10% geschrumpft, und               ergeben, und die Arbeitslosenquote dürfte über das Niveau
auch die Unternehmensinvestitionen dürften zurückgegan­            von 1987 ansteigen . Die inländischen Kostensteigerungen
gen sein. Obgleich die öffentlichen Investitionen etwas höher      werden sich verlangsamen , doch wird ein Anstieg der
liegen als 1986 , wird daher bei den Bruttoanlageinvestitio­       Einfuhrpreise die Kosten nach oben treiben, so daß der
nen insgesamt mit einem Rückgang um etwa 6,5 % gerech­             Auftrieb der Verbraucherpreise wahrscheinlich nicht zurück­
tiet. Da überdies die Vorräte abgenommen haben, ist die            gehen wird. Da außerdem mit einer Verschlechterung der
gesamte Inlandsnachfrage möglicherweise real um nahezu             Terms of trade gerechnet wird (infolge eines Anstiegs der
2% gesunken. Die Einfuhren gingen sogar noch rascher               Einfuhrpreise und eines Rückgangs der Ausfuhrpreise von
zurück als die Inlandsnachfrage , und da die Ausfuhren             Agrarerzeugnissen), verbessert sich die Handelsbilanz in
nahezu unverändert blieben, leistete die Nettoausfuhr einen        jeweiligen Preisen nicht ganz parallel zur Veränderung der
positiven Wachstumsbeitrag, der allerdings nicht ausreichte,       realen Bilanz . Überdies könnte sich die Bilanz der unsicht­
 um eine geringfügige Schrumpfung des Inlandsprodukts zu           baren Leistungen verschlechtern , da die Nettoübertragungen
verhindern . Gleichwohl erhöhte sich die Zahl der Beschäf­          von der Gemeinschaft abnehmen . Trotz allem dürfte das
 tigten vermutlich geringfügig, blieb allerdings hinter der         Leistungsbilanzdefizit von 2,9% des BIP 1987 auf etwa
 ziemlich raschen Zunahme der Erwerbspersonenzahl                   2,2% 1988 zurückgehen .
 zurück. Infolgedessen hat sich die Arbeitslosenquote nach
 einer seit 1983 zu beobachtenden Abwärtstendenz von 1986
 bis 1987 wieder etwas erhöht .
                                                                    Auf Basis der Annahme einer unveränderten Politik, was
                                                                    insbesondere bedeutet, daß die generellen Leitlinien für die
                                                                    Entwicklung der Ausgaben des Zentralstaates und der
 Man schätzt, daß die Einfuhrpreise in Landeswährung um             lokalen Gebietskörperschaften weiter befolgt und keine
 etwa 3,5 % gesunken sind, doch haben sich die inländischen         steuerlichen Änderungen vorgenommen werden, wird sich
 Lohnstückkosten wesentlich rascher erhöht als 1986 (was            die finanzielle Situation des öffentlichen Haushalts kaum
 teilweise auf die Arbeitszeitverkürzung zurückzuführen             ändern. Das langsame Wachstum der Nachfrage des Privat­
 war), und es wird erwartet, daß die Verbraucherpreise um           sektors wird sich dämpfend auf die Einnahmen aus indirek­
 4% steigen , gegenüber rund 3,5% im Jahr 1986 .                    ten Steuern auswirken , während sich die direkten Steuern
                                                                    infolge einer Erweiterung der Besteuerungsgrundlage im
                                                                    Zuge der Steuerreform rasch erhöhen dürften (so wurden
 Trotz dieser Beschleunigung der Inflation sind die Nominal­        insbesondere die Abzugsmöglichkeiten für Zinszahlungen
 einkommen erheblich langsamer gestiegen als zuvor, und die         eingeschränkt). Die Zinszahlungen für die öffentliche Schuld
 Zuwachsrate der Steuereinnahmen — die 1986 infolge                 werden voraussichtlich etwas sinken, so daß der Haushalts­
 größerer Steuererhöhungen außergewöhnlich hoch war —               überschuß des gesamten Sektors Staat im großen und ganzen
 hat sich beträchtlich vermindert . Auf der anderen Seite haben     unverändert bleiben oder sogar etwas über den 1987 erreich­
 die Staatsausgaben infolge von Lohn- und Gehaltsverbesse­          ten Stand von 1,9% hinausgehen könnte . Nach wie vor ist
 rungen im öffentlichen Dienst und einer Anhebung der               eine weitere Festigung der Zahlungsbilanz dringend geboten,
 Übertragungen an private Haushalte beschleunigt zugenom­           was so lange einen beträchtlichen Haushaltsüberschuß für
 men. Daher ist der Haushaltsüberschuß des gesamten Sek­            den gesamten Sektor Staat erfordert, wie die private Erspar­
 tors Staat von 3,3 % des BIP im Jahr 1986 wahrscheinlich auf       nis ungenügend ist. Das finanzielle Defizit des Privatsektors,
 etwa 1,9% in 1987 zurückgegangen . Die Waren- und                  das sich von 2,7% des BIP 1985 auf 8,6% 1986 erhöhte,
 Dienstleistungsbilanz, die 1986 leicht negativ war, wurde          ging 1987 leicht zurück, dürfte jedoch den Vorausschätzun­
  1987 wieder positiv, und da die Nettozinszahlungen an das         gen zufolge 1988 wiederum 3,9% des BIP erreichen. Eine
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr . L 394 / 41
31 . 12 . 87
nachhaltigere Verbesserung des finanziellen Gleichgewichts         fristigen Zinsen zu senken und die Privatinvestitionen anzu­
des Privatsektors wird weitere Maßnahmen zur Erhöhung              regen .
der privaten Ersparnis und eine nach wie vor behutsame
Geldpolitik erfordern .                                            In den Jahren 1984—1986 war das Wachstum außerge­
                                                                   wöhnlich kräftig, vor allem als Ergebnis einer starken
                                                                   Belebung der Privatinvestitionen, die durch die verbesserte
Die Verschlechterung des Finanzierungssaldos des privaten          Rentabilität und die günstigen Ausfuhraussichten gefördert
Sektors im Jahre 1986 (worin sich sowohl der Rückgang der          wurden . Das immer stärkere Auseinanderklaffen des
Sparquote als auch eine starke Zunahme des Wohnungsbaus            Anstiegs der Inlandsnachfrage in Dänemark und in den
und der Unternehmensinvestitionen widerspiegelten) führte          übrigen Ländern der Gemeinschaft und Skandinaviens hat
zu einem drastischen Anstieg der langfristigen Nominalzin­         zusammen mit einer Verschlechterung der Kosten- und
sen von rund 9 % im März 1986 auf über 12 % im September           Preiswettbewerbsfähigkeit allerdings das Leistungsbilanzde­
 1987 .                                                            fizit auf eine untragbare Höhe ansteigen lassen. In Anbe­
                                                                   tracht dieser Situation, der hohen Auslandsverschuldung und
                                                                   der damit zusammenhängenden Zinszahlungen sollte eine
Abgesehen von einem kurzen Anziehen im Januar 1987 in der           Lockerung der außenwirtschaftlichen Zwänge Hauptziel der
Zeit unmittelbar vor der Neufestsetzung der Leitkurse im            dänischen Wirtschaftspolitik bleiben. Hierzu muß die
EWS haben sich die kurzfristigen Zinssätze nicht ganz               Finanz- und Geldpolitik einen wesentlichen Beitrag leisten,
parallel zu den langfristigen Zinsen erhöht, was die Ertrags­       doch ist eine maßvolle Lohnpolitik ebenso wichtig, um auf
kurve stärker ansteigen läßt. Gleichwohl hat sich das Gefälle       den in der jüngsten Vergangenheit erreichten Pfad eines
 zwischen den kurzfristigen Zinsen in Dänemark und                  dynamischen Wachstums zurückzukehren. Eine Stärkung
 Deutschland seit Anfang 1986 ganz erheblich vergrößert.            der Auslandsnachfrage könnte zum Abbau der außenwirt­
 Diese Abkoppelung der dänischen Zinsen von dem allgemei­           schaftlichen Sachzwänge beitragen. Ein kräftigeres Wachs­
 nen Zinsrückgang innerhalb des EWS hat dazu beigetragen,           tum des innergemeinschaftlichen Handels, das durch eine
 die relativ starke Stellung der Dänischen Krone innerhalb der      angemessene makroökonomische Politik in den Mitglied­
 Bandbreite der Wechselkurse zu wahren und damit die                staaten abgestützt würde, wäre in dieser Hinsicht hilfreich .
 Steigerungsrate der Verbraucherpreise bei der gleichzeitigen       Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unterneh­
 Beschleunigung des inländischen Kostenanstiegs zu dämp­            men hat die Regierung Gespräche mit den Sozialpartnern
 fen. Die Abflachung des Geldmengenwachstums vollzog sich           aufgenommen mit dem Ziel, den Kosten- und Einkommen­
 weitgehend als „endogene" Anpassung an diese Kostenstei­           sanstieg zu mäßigen. Wichtige Themen dieser Gespräche
 gerungen und nicht so sehr infolge einer bewußten Änderung         sind Vorschläge zur Verminderung der beschäftigungsab­
 des geldpolitischen Kurses. Fortschritte bei der Reduzierung       hängigen Abgaben der Unternehmen und zur Förderung des
 des Leistungsbilanzdefizits würden dazu beitragen, die lang­       Sparens für Pensionszwecke.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 42                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                      31 . 12 . 87
                                                      Dänemark: Wichtige ökonomische Aggregate
                                                                                                                              (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                         1983              1984                1985            1986 ( J )         1987 ( 2 )        1988 ( 2 )
                           nominal                        10,4                9,4                9,7                8,4                4.4             5,1
Bruttoinlands­                                                                                   4.2                3,4             - 0,2              0,9
                           real                              2.5              3.5
produkt
                           Deflator                          7.6              5.7                 5.3               4,9                4,6             4.1
Privater Verbrauch-Deflator                                  6,8              6,5                4,9                3.6                4,1             4,0
                           privat                            5.0            12,0                11.5              19,9              - 7,6            - 3,8
Bruttoanlage­
investitionen               öffentlich                  - 14,8                0,1               14.7             - 5,3                 I,9              2,1
in Volumen                                                                                      11,9              16,8              - 6,6            - 3,2
                            insgesamt                        1,9            10,5
      davon : Bauten                                         1,9           . 7,3                  8,6             19.4              - 7,1            - 4,3
               Ausrüstungen                                  1,8            14.5                15,9              13,9              - 6,1            - 1,9
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                      1,4              4,1                 5,7               5.7             - 1,9            - 0,7
Abstand zu anderen Ländern
der Gemeinschaft ( 3 )                                   - 0,2                2,1                 3,2               1,9             - 4,7            - 3,1
                            nominal                          8,2              5.4                 4.6               5.1                7.2              5,2
Pro-Kopf-Löhne              real A ( 4 )                     0,5            - 0,4              - 0,6                0,2                2,5              1,1
                                 B (4)                       1,4            - 1,1              - 0,2                1,4                3,0              1,2
Produktivität ( 5 )                                          1,8              1.8                 0,8               1.2             - 0,8               1,2
Reale Lohnstückkosten                                     - 1,3             - 2,1              - 1,4             - 1,0                 3,3           - 0,2
Wettbewerbsfähigkeit ( 6 )                                   0,9            - 3,6                 1,1               7,4                9,1              0,2
Beschäftigung                                                0,3              1.5                 2,9               2,0                0,8            - 0,1
Registrierte Arbeitslose in % der
zivilen Erwerbspersonen ( 7 )                              10,1               9,9                 8.7               7,6                7,7              8,6
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                        - 2,6             - 3,4              - 4,7             - 5,1               - 2,9            - 2,2
 Langfristiger Zinssatz                                    14.4              14,0                11.6              10.5               II,9             11,0
 Geldmenge ( 8 )                                           25.5              17,0               15.8                8,0                4,3              4,4
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                             - 7,2             - 4,1               - 2,1               3,3                 X >9             1,7
 Öffentliche Schuld in % des BIP                           62.6              67.6                65,8              61,7               59,1             53,3
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                 8.1              9,7                9,9                8.8                8.2             7,8
 (') Schätzungen von Danmarks Statistik , April 1987 .
 (2) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
 ( 3 ) Differenz in Prozentpunkten.
 ( 4) A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs .
 (5 ) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
 (s) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
       an Wettbewerbsfähigkeit.
 ( 7) SAEG-Definition .
 ( 8 ) Jahresende .
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                                                BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Die wirtschaftlichen Aussichten für die Bundesrepublik             wachsen . Bei leicht beschleunigtem Wachstum der Export­
Deutschland werden zur Zeit relativ vorsichtig eingeschätzt .      märkte und unter Annahme einer nur noch geringen Aufwer­
Die starke Aufwertung der Deutschen Mark vornehmlich               tung des realen Wechselkurses der Deutschen Mark werden
gegenüber dem US-Dollar schlug sich in der zweiten Hälfte          die Exporte wieder moderat ansteigen, während die Importe
des Jahres 1986 in sinkenden realen Exporten und steigenden        etwa im gleichen Tempo zunehmen könnten wie 1987 .
Importen insbesondere von Fertigprodukten nieder. Obwohl           Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt 1988 um etwa 2%
die Inlandsnachfrage dynamisch blieb , dämpften die von der        zunehmen. Der gesamtwirtschaftliche Preisanstieg dürfte mit
Außenwirtschaft ausgehenden Effekte zunehmend die                  etwa 2% weitgehend demjenigen der inländischen Kosten
gesamte wirtschaftliche Entwicklung .                              folgen. Der Leistungsbilanzüberschuß wird weiterhin in
                                                                   ähnlicher Größenordnung zurückgeführt werden wie 1987
                                                                   (um rund 0,5% ); damit würde er im Jahre 1988 noch gut
Diese dämpfenden außenwirtschaftlichen Einflüsse haben             3 % des BIP ausmachen .
die Wirtschaftsentwicklung auch im Jahre 1987 deutlich
geprägt. Nach einer weiteren Aufwertung der Deutschen
Mark um etwa 10% gegenüber dem US-Dollar und einer                 Die Beschäftigung wird im Verlauf des Jahres 1988 wohl
außergewöhnlich starken Beeinträchtigung der wirtschaftli­          ähnlich stark zunehmen wie 1987 , wobei die Zahl der
chen Aktivität durch strenges Winterwetter schrumpfte die           Industriebeschäftigten weiterhin sinken dürfte . Bei einer
gesamtwirtschaftliche Produktion im ersten Quartal . Die den        Zunahme der Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft um
Export behindernden Faktoren schwächten sich allerdings            etwa 70 000 Personen würde die Arbeitslosigkeit wieder
im weiteren Jahresverlauf ab , und seit dem zweiten Quartal         leicht ansteigen .
erholten sich die Ausfuhren deutlich ; im Jahresdurchschnitt
dürften sie dennoch volumenmäßig das im Jahre 1986
 erreichte Niveau kaum übertreffen . Die Inlandsnachfrage           Das unverminderte Niveau und die leicht ansteigende Ten­
wuchs weiterhin deutlich rascher als die gesamtwirtschaftli­        denz der Arbeitslosigkeit gibt weiter Anlaß zu Besorgnis.
 che Produktion , wenn auch mit merklich geringerem Tempo           Tarifpartner und Wirtschaftspolitik sind gemeinsam heraus­
 als 1986 — nicht zuletzt wegen einer gewissen Abschwä­             gefordert, die Möglichkeiten zum Abbau der Arbeitslosigkeit
 chung des privaten Konsums . Die ungünstige Exportent­             voll auszuschöpfen. Nach den Tarifabschlüssen des Jahres
 wicklung dämpfte auch das Tempo der Ausrüstungsinvesti­            1987 werden die Lohnkosten des Jahres 1987 pro Kopf um
 tionen , die sich derzeit aber wieder etwas zu beleben             etwa 3,5% steigen . Daß der damit einhergehende Anstieg
 scheinen ; sie bleiben jedoch hauptsächlich auf die Rationa­       der Lohnstückkosten die Unternehmensgewinne bisher nicht
 lisierung gerichtet. Im Zeichen der Stagnation stand weiter­       komprimierte, lag ausschließlich an der beträchtlichen Ver­
 hin die Bautätigkeit, und zwar nicht nur wegen des schlech­        besserung der Terms of trade. Ein mäßiger Anstieg der
 ten Wetters , sondern nicht zuletzt weil der tendenzielle          Reallöhne ist weiterhin erforderlich , soll sich die Investitions­
 Rückgang der Baunachfrage noch nicht eindeutig zu einem            neigung trotz der aufwertungsbedingten Verschlechterung
 Ende kam . Da die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wegen            der Wettbewerbsfähigkeit weiter festigen. Der jüngste Tarif­
 der preislichen Wettbewerbsvorteile zunehmend durch                 abschluß in der Metallindustrie beinhaltet in dieser Hinsicht
 Importe gedeckt wurde und wegen der schwachen Export­               auch gewisse positive Elemente: Zwar wurde die Arbeitszeit
 entwicklung dürfte das BIP 1987 nur um ungefähr 1,5%                schrittweise um ingesamt 1 V2 Stunden verkürzt , was zusam­
 ansteigen, d . h . etwa 1 Prozentpunkt weniger als die             men mit den vereinbarten jährlichen Lohnerhöhungen die
 Gesamtnachfrage. Die Beschäftigung ist unter diesen                 Lohnkosten je Stunde jährlich um etwa 4% steigen lassen
 Umständen nur noch relativ wenig gewachsen . Der sich               wird, doch haben sich die Tarifpartner mit diesem Abschluß
 daraus im Jahresdurchschnitt ergebende Anstieg von etwa             erstmals über einen Zeitraum von drei Jahren geeinigt , was
 0,5% reicht nicht mehr dazu aus, um die Arbeitslosigkeit            den Unternehmen eine sichere Planungsgrundlage schafft,
 unter das im Durchschnitt des Jahres 1986 erreichte Niveau          freilich die offizielle Wirtschaftspolitik hinsichtlich der Rah­
 zu drücken . Wie schon im Vorjahr verringerte sich der Saldo        menbedingungen auch in besonderem Maße herausfordert.
 der Bilanz der Waren und Dienste — real gesehen — ganz              Berücksichtigt man die Bedeutung dieses Industriezweiges —
 erheblich ; in konstanten Preisen hat er sich damit gegenüber       sein Anteil an der Beschäftigung des verarbeitenden Gewer­
  1985 praktisch halbiert. Wegen nochmaliger beträchtlicher          bes liegt bei etwa 50 % — , so ist damit die Entwicklung der
 Terms-of-trade-Gewinne ging freilich der nominelle Lei­             gesamtwirtschaftlichen Lohnkostenentwicklung mittelfristig
 stungsbilanzüberschuß nur um etwa einen halben Prozent­             weitgehend vorgezeichnet — ein wichtiges Datum für die
 punkt auf 3,7% des BIP zurück .                                     Geld- und Finanzpolitik .
  1988 wird sich der Anstieg der Inlandsnachfrage gegenüber
  1987 nur relativ wenig verringern . Zwar dürften die Brutto­       Angesichts der in Aussicht stehenden leichten Verminderung
  einkommen der privaten Haushalte aus unselbständiger               der realen Lohnstückkosten bleibt die Gewinnsituation der
  Arbeit etwas schwächer steigen als 1987 ( knapp 4% );              Unternehmen alles in allem weiter günstig . Die Rentabilität
  andererseits treten jedoch Anfang 1988 Steuersenkungen in          (gemessen am Nettobetriebsüberschuß in v. H. des Nettoka­
  Kraft , die das verfügbare Einkommen der Privathaushalte           pitalstocks) hat sich seit 1986 etwas verringert, bleibt jedoch
  merklich verbessern . Trotz etwas erhöhtem Preisanstieg auf        weit " uBer dem Tiefstand von 1981 und nur leicht unter
  der Konsumentenstufe ( knapp 2% ) dürfte das verfügbare            demjenigen der frühen siebziger Jahre. Da die Unternehmen
  Einkommen der Haushalte — real gesehen — um gut 2 %                von einem stabilen — wenn auch weiterhin mäßigen —
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 44                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   31 . 12 . 87
Wachstum der Nachfrage ausgehen können, bleiben die                  verhindern, daß Produktionsstrukturen konserviert werden,
Investitionsbedingungen insgesamt nicht ungünstig.                   die längerfristig keineswegs aufrechtzuerhalten sind.
                                                                     Seit Anfang des Jahres 1986 expandierte die Zentralbank­
Obwohl die Bundesrepublik schon einen hohen Beitrag zum              geldmenge im Durchschnitt mit einer Jahresrate von reichlich
Abbau der internationalen Zahlungsbilanzungleichgewichte             7% , während in der gleichen Zeitspanne das nominale
leistete (gemessen an dem zwischen 1986 und 1988 erzielten           Sozialprodukt nur mit einer Jahresrate von rund 5 % anstieg.
Abbau des realen Außenbeitrags handelt es sich um mehr als           Die verstärkte monetäre Expansion war zu Beginn bei
2,5% des BIP), geht der Leistungsbilanzüberschuß dem                 sinkenden Zinsen vor allem von einer Ausweitung der sehr
Werte nach wegen der erheblichen Verbesserung der Terms              liquiden Geldformen getragen, später allerdings, etwa ab
of trade nur ganz allmählich zurück.                                 Mitte vergangenen Jahres, expandierten die Geldmengenag­
                                                                     gregate auf breiter Front. Niedrige Zinsen zusammen mit
Die Haushaltspolitik ist weiterhin darauf gerichtet, durch           rückläufigen Preisen haben die Opportunitätskosten der
                                                                     Geldhaltung erheblich gedrückt, während das Geldangebot
enge Begrenzung des Ausgabenanstiegs die relative Absorp­            durch das starke Wachstum der Netto-Auslandsforderungen
tion knapper Ressourcen durch den Staat zu verringern ;              der Kreditinstitute geprägt war.
dennoch kam es 1986 zu einer deutlichen Umorientierung:
bis 1985 verfolgte die Ausgabenbegrenzung in erster Linie
den Zweck, die Haushaltsdefizite zu verringern und den               Weiterhin steht freilich die Geldpolitik im Zwiespalt zwi­
Anstieg der öffentlichen Verschuldungsquote , gemessen am            schen binnen- und außenwirtschaftlichen Zielen ; in einer
Bruttosozialprodukt, zu stoppen. Seit 1986 wird der gewon­           solchen Situation besteht die Gefahr, daß die an sich
nene Handlungsspielraum dazu benutzt, die Steuerbelastung            notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des monetären
zu verringern. Nachdem die direkten Steuern 1986 um 0,6 %            Wachstums dadurch behindert werden , daß die Deutsche
des BIP gesenkt wurden, wird 1 988 ein etwas größerer Schritt        Mark wieder in unerwünschter Weise unter Aufwertungs­
 (0,6 % —0,7 % des BIP) folgen , wobei im Gefolge der                druck gerät. Die Entwicklung ab Mai 1987 zeigte anderer­
„Louvre-Vereinbarung" von Februar 1987 die ursprünglich               seits auch deutlich , daß die Möglichkeiten der Notenbank ,
vorgesehenen Steuersenkungen durch Vorziehen von Teilen              direkt mit -ihren Maßnahmen auf die langfristigen Zinsen
 der Steuerreform von 1990 um 5 Milliarden DM vergrößert             einzuwirken , durchaus an Grenzen stoßen. So ist der Kapi­
 wurden . Trotzdem sollen die ab 1990 vorgesehenen Steuer­           talmarkt der Vorgabe der Bundesbank ab Mai nicht mehr
 erleichterungen die Steuerlast per Saldo nochmals um fast            gefolgt; im Gegenteil, es kam zu einem fühlbaren Anstieg der
 1% des BIP verringern. Zudem hat die 1986 und 1987                   Umlaufrendite öffentlicher Anleihen , die sich um gut V2
 verfolgte Haushaltspolitik das Wachstum dadurch unter­               Prozentpunkt erhöhte. Hierin dürfte wohl nicht so sehr eine
 stützt , daß die öffentlichen Sachinvestitionen deutlich stärker     Änderung der Inflationserwartungen der Kapitalanleger,
 stiegen als das Bruttosozialprodukt. Schließlich entfalteten         sondern vielmehr ein zunehmender Einfluß der Wechselkurs­
 1987 die automatischen Stabilisatoren ihre volle Wirkung,            entwicklung und der internationalen Zinsentwicklung zum
 denn die Bundesregierung reagierte auf auslastungsbedingte           Ausdruck kommen . Für die Geldpolitik wäre es wünschens­
 Einnahmenausfälle im großen und ganzen nicht mit entspre­            wert, wenn sich das monetäre Wachstum verlangsamte ,
 chenden Ausgabenkürzungen. Damit ist das Defizit des                 damit die Geldmengenexpansion für das kommende Jahr
 öffentlichen Gesamthaushalts 1987 zum erstenmal seit 1981            einen flacheren Einstiegswinkel aufweist. Sollte der außen­
 wieder deutlich angestiegen .                                        wirtschaftliche Rahmen sich stabiler gestalten als
                                                                      1986— 1987 , so dürften die Aussichten dafür nicht ungün­
                                                                      stig sein .
 Wie bereits erwähnt , ist die Haushaltspolitik im Jahre 1988
 von erheblichen Steuersenkungen geprägt (insgesamt 13 bis
  14 Milliarden DM oder 0,6 bis 0,7 % des BIP). Dies stärkt           Die Bemühungen um eine erhöhte Anpassungsfähigkeit der
 nicht nur die Gesamtnachfrage , sondern fördert nicht zuletzt        Märkte wurden fortgesetzt. In letzter Zeit stand dabei häufig
 auch die Leistungsbereitschaft von Arbeitnehmern und                 das Ziel im Vordergrund , den Marktzutritt für Existenz­
 Unternehmen . Angesichts der bescheidenen Wachstumsaus­              gründungen von Selbständigen und Unternehmen zu erleich­
 sichten wird sich dabei eine erneute deutliche Ausweitung der        tern, ihren Zugang zu neuen Eigenmitteln zu verbessern und
 Haushaltsdefizite nicht vermeiden lassen . In der Tat dürfte         ihre Tätigkeit von möglichst vielen Hemmnissen zu befreien.
 der Finanzierungssaldo des Zentralstaates (Bund und Län­             Demgegenüber wurde beim Abbau von Subventionen bisher
 der) 1988 2,7 % des BIP erreichen ( und damit abermals um            kein Fortschritt erzielt , vielmehr wurden die Subventionen
  0,3 % des BIP ansteigen); das Kassendefizit des öffentlichen        insbesondere im Jahre 1986 kräftig ausgeweitet, teilweise als
 Gesamthaushalts (Gebietskörperschaften und Sondervermö­              Folge der DM-Aufwertung, aber auch aufgrund von zuneh­
 gen des Bundes) wird sich 1988 weiterhin in einer ähnlichen          mendem politischem Druck von Interessengruppen. Im
 Größenordnung auf fast 3% des BIP erhöhen. Da das                    Zusammenhang mit der Finanzierung der Steuerreform ist
  Ausgabenwachstum ohnehin schon an die ungünstigere                   allerdings inzwischen die Rückführung von Steuervergünsti­
  Einnahmenentwicklung angepaßt worden ist , gibt eine zeit­          gungen mit einem Umfang von rund 8 Milliarden DM
  weise Vergrößerung der Defizite aufgrund von Steuersen­              beschlossen worden. Die Tarifpartner haben mit weiteren
  kungen keinen Anlaß zur Abschwächung des Vertrauens in               maßvollen Schritten zur Verkürzung der Wochenarbeitszeit
  die Solidität der Haushaltspolitik. Beim Subventionsabbau            sowie mit erweiterten Möglichkeiten , diese flexibel zu gestal­
  und bei den Entscheidungen zur Finanzierung der Steuer­              ten, zur Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten bei­
  reform müßte allerdings darauf geachtet werden, daß die              getragen; zugleich wurden seitens der Bundesanstalt für
  wachstumsstärkenden Kräfte voll zum Zuge kommen . Ein                Arbeit die Anstrengungen zur beruflichen Ausbildung und
  energischer Abbau der Subventionen müßte insbesondere                Weiterbildung verstärkt .
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31 . 12 . 87
Insgesamt gesehen können die sich für 1988 abzeichnenden        dynamik, was dann auch den außenwirtschaftlichen Über­
Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung in der Bun­       schuß weiter verringern könnte. Sollte das wirtschaftliche
desrepublik nicht voll befriedigen — zumal sich kein weiterer   Wachstum trotzdem wieder deutlich an Dynamik verlieren ,
Fortschritt beim Abbau der Arbeitslosigkeit abzeichnet.         so müßte man freilich die fiskalpolitische Orientierung noch
Nach den Erfahrungen der Vergangenheit führt allerdings         einmal überdenken, und dies nicht nur mit dem Ziel , eine
ein Wiederanstieg des Trends der Exporte, wie er seit Mitte     weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes zu verhindern ,
1987 zu beobachten ist , in der Regel nach einiger Zeit zu      sondern auch , damit in den Anstrengungen zur Modernisie­
einer allgemeinen Verstärkung der heimischen Wachstums­         rung der Produktionskapazität nicht nachgelassen wird.
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Nr . L 394 / 46
                                                BR Deutschland: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                                (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                             1983            1984                 1985             1986             1987 (')           1988 (»)
                               nominal                          4,8             4,8                 4,3               5,7                3,3               3,7
Bruttoinlands­                                                                  2,8                 2,1               2,6                1,4               1,9
                               real                             1,5
produkt                                                                                                                                                    1,8
                               Deflator                         3,3             2,0                 2,2               3,1                1,9
Privater Verbrauch-Deflator                                     3,2             2.5                 2,1            - 0,5                 0,6               1,8
                               privat                           5.1             1,2               - 0,1               2,5                1,2               1,6
Bruttoanlage­
investitionen                  öffentlich                    - 8,6           - 2,1                  0,8               7,3                2,9               0,7
in Volumen                                                                                        - 0,1               3,1                1,4               1,4
                               insgesamt                        3,2             0,8
       davon : Bauten                                           1,7             1,6               - 5,6               2,4             - 0,4                0,8
                Ausrüstungen                                    5,6          - 0,5                  9.4               4,1                3,8               2,3
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                         2,3             2,0                 1,0               3,7                2.5               2,3
Abstand zu anderen Ländern
der Gemeinschaft ( 2 )                                           1,6         - 0,1                - 0,9            - 0,1              - 0,4             - 0,1
                               nominal                          3,9             3.5                 3.1                3,9               3,3               2,9
Pro-Kopf-Löhne                 real A ( 3 )                     0,6             1,4                 0,9                0,8               1,4               1,1
                                    B (3)                        0,7            1,0                 1,0                4,4               2.6               1,1
Produktivität (4 )                                               3,0            2,8                 1,8                1,8               0,8               1,6
Reale Lohnstückkosten ( s )                                  - 2,4            - 1,3               - 0,9             - 1,0                0,6            - 0,5
Rentabilität ( 6 )                                             11,5             2,1                 5,2                5.0             - 3,2            - 2,2
idem ( 1970 = 100 )                                            85,4            87,2                91,7              96,3               93,2              91,2
Wettbewerbsfähigkeit ( 7 )                                   - 0,9            - 4,3               - 2,6              10,0                5,7             - 0,0
Beschäftigung                                                 - 1,5             0,1                 0,7                1,0               0,6               0,3
 Registrierte Arbeitslose in % der                                                                                                                          8,2
 zivilen Erwerbspersonen ( 8 )                                    8,4            8,4                 8.5               8.1                8,1
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                                0,7            1,3                2.4                4,1               3,7               3,2
 Langfristiger Zinssatz                                           7,9            7,8                 6,9               5,9                5,7              5,7
 Geldmenge ( 9 )                                                  7,0            4,6                 4.5               7,8                6,9               5,9
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                                 - 2,5           - 1,9               - 1,1             - 1,2              - 1,6             - 2,0
 Finanzierungssaldo des öffentlichen
 Gesamthaushalts in % des BIP ( 10 )                          - 3,3           - 2,6               - 2,1             - 2,2              - 2,6             - 2,9
 Öffentliche Schuld in % des BIP                               40,9            41,8                42,5              42,6               43,8              45,2
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                     3,0            3,0                 3,0               3,0                2,9               2,9
    (!) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, April—Mai 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
    (2 ) Differenz in Prozentpunkten .
    ( 3 ) A: BIP-Deflator; B : Deflator des privaten Verbrauchs .
    (4 ) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
    (s ) Verhältnis zwischen der realen Bruttolohn- und Gehaltssumme je abhängig Beschäftigten und der Produktivität.
    (6) Nettobetriebsüberschuß bezogen auf Nettoanlagevermögen zu Wiederbeschaffungspreisen.
    (7) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
          an Wettbewerbsfähigkeit.
    ( 8 ) SAEG-Definition .
    ( 9) Zentralbankgeldmenge ; Q4 über Q4
  ( 10) Gebietskörperschaften und Sondervermögen des Bundes; finanzstatistische Abgrenzung.
 ---pagebreak---                                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr . L 394 / 47
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                                                       GRIECHENLAND
In Griechenland wurden 1987 weitere Fortschritte auf dem          was jedoch über das im Rahmen des Programms festgelegte
Weg der Stabilisierung erzielt, auch wenn nicht alle              Ziel hinausgeht .
ursprünglich festgesetzten Ziele erreicht werden konnten,
Das Leistungsbilanzdefizit hat sich um den Preis einer            Diese Entwicklung wie auch die Tatsache, daß der Absatz
Kontraktion der Binnennachfrage erneut vermindert; das            von Schatzanweisungen und mittelfristigen Papieren hinter
Defizit des öffentlichen Sektors ist im Verhältnis zum BIP
                                                                  den Vorausschätzungen zurückblieb , bewirkten, daß das
weiter zurückgegangen, und die monetären Aggregate sind           Ziel für die Ausweitung des gesamten Inlandskredits über­
weniger gewachsen als 1986 . Tendenziell hat sich die             schritten wurde, obgleich bei den Bankkrediten an den
Inflation abgeflacht, während die Arbeitslosigkeit unverän­       Privatsektor insgesamt die vorgesehene Zuwachsrate einge­
dert blieb und der Rückgang der Gesamtbeschäftigung durch         halten wurde . Nachdem der Anstieg der Verbraucherpreise
einen gleich großen Rückgang der erwerbsfähigen Bevölke­           mehrere Jahre lang um 20% schwankte, Ende 1985 jedoch
rung kompensiert wurde . 1988 wird die gesamtwirtschaftli­         25% erreicht hatte, konnte er 1986 auf 17% gesenkt
 che Entwicklung zu einem positiven Wachstum zurückkeh­            werden . Es wird erwartet , daß diese Rate noch um fast
 ren. Der volumenmäßige Konsum und die Sparquote der               3 Prozentpunkte bis zum Jahresende 1987 fallen wird, trotz
 Haushalte dürften sich stabilisieren , und die Investitionen
                                                                   des inflationären Effekts der von der Einführung der Mehr­
 werden weiterhin steigen, was insgesamt zu einem realen           wertsteuer ausgeht .
 Wachstum von Nachfrage und Output führt. Die Preise
 sollten mit einer geringeren Rate steigen, nachdem sie 1987
 von außerordentlichen Faktoren beeinflußt worden sind ;           Die Beschränkung der Inlandsnachfrage und die Verminde­
 jedoch wird sich das Defizit des öffentlichen Sektors nur         rung der Ölrechnung wirkten sich sehr günstig auf die
 verringern , wenn zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden,         Leistungsbilanz aus, deren Defizit sich von 9,8 % des BIP im
 während keine merkbare Verbesserung des Leistungsbilanz­          Jahre 1985 auf 4,3 % 1986 und 3,1 % 1987 verringerte. Das
 defizits wahrscheinlich ist .                                     Leistungsbilanzdefizit des Jahres 1986 von 1,7 Milliarden
                                                                   US-Dollar stimmt formal mit dem im Rahmen des Gemein­
 Mit dem Ende des Jahres 1987 läuft auch der Stabilisierungs­      schaftsdarlehens festgelegten Ziel überein. Das Defizit des
 plan aus. Dieser Ende 1985 beschlossene Plan sollte durch         Jahres 1987 wird wahrscheinlich niedriger sein als 1986 ,
 eine bewußte Drosselung der Inlandsnachfrage für eine             dürfte aber über den angestrebten Zielwert hinausgehen.
 rasche Verbesserung der Zahlungsbilanz sorgen, um den
  Umfang der Auslandsschuld ab 1988 zu stabilisieren. Der          Die Reform des Finanzsystems hat beträchtliche Fortschritte
  Plan wurde von den Gemeinschaftsinstanzen unterstützt ,          gemacht. Die Vorzugszinsen für bestimmte Gruppen von
  welche hierfür ein Zahlungsbilanzdarlehen gwährten . Diesen      Wirtschaftsakteuren wurden abgeschafft . Das allgemeine
  Zielen zufolge sollte die Inflationsrate bis Ende 1987 auf       Zinsniveau , das früher niedriger war als die Inflationsrate ,
  10% zurückgeführt, der Nettofinanzierungssaldo des               stieg an, und den Geschäftsbanken wurde bei der Festsetzung
  öffentlichen Sektors innerhalb von zwei Jahren auf 8 % des       der Kreditzinsen ein gewisser Spielraum gelassen. Außerdem
  BIP vermindert und die Ausweitung des Inlandskredits 1986        wurden die strengen Verwaltungsvorschriften für die Kredit­
  auf 17% und 1987 auf 11 % begrenzt werden .                       gewährung gelockert und Anstrengungen unternommen, um
                                                                    Schatzanweisungen und mittelfristige Papiere bei privaten
  Als wesentliches Instrument zur Dämpfung der Inlandsnach­         Nichtbanken unterzubringen . Die Fortführung dieser Bemü­
  frage beruhte die Lohnpolitik auf einer degressiven Index­        hungen, die durch die Errichtung eines effizienten Finanz­
  bindung, die sich auf einen Zielwert für die Inflationsrate       marktes außerhalb der Banken zu ergänzen wären, dürften
  stützte und den Effekt der Einfuhrpreise ausklammerte .           die Geldpolitik erleichtern und zu der für die Entwicklung
  Außerdem wurde nur eine sehr mäßige Entwicklung der               des Landes unbedingt notwendigen Modernisierung des
  Agräreinkommen zugelassen. Infolge der rigorosen Einkom­          Finanzsystems beitragen .
  menspolitik sanken im Zeitraum 1986—1987 die Reallöhne
  um 10% und das verfügbare Realeinkommen der privaten              Seit mehreren Jahren dehnt sich der öffentliche Sektor in
  Haushalte um 7 % .                                                Griechenland rasch aus , während gleichzeitig die öffentliche
                                                                    Verschuldung stark zunimmt. Die Defizite in der laufenden
  Da jedoch die Privatwirtschaft anfangs zum Teil bezweifelte,      Rechnung des Staates müßten mit Vorrang unter Kontrolle
  daß der Stabilisierungsplan von Dauer wäre, und da es zu          gebracht werden, doch bereitet das Defizit der Sozialversi­
  spekulativen Verhaltensweisen kam, ging der private Ver­          cherung die größten Probleme. Die rasche Verschlechterung
  brauch nur geringfügig zurück, was wiederum zu einem              auf diesem Gebiet ist eine Folge der seit Anfang der achtziger
  ausgeprägten Rückgang der Sparquote der privaten Haushal­         Jahre getroffenen Entscheidungen, die Renten beträchtlich
  te führte, wozu unter anderem der sehr liquide Charakter der      zu erhöhen und die Sozialversicherungsleistungen auf Perso­
  Ersparnis beitrug. Der Nettofinanzierungssaldo des öffent­        nen auszudehnen, die vorher keine Beiträge geleistet haben.
  lichen Sektors, der 1985 17,6% des BIP ausmachte, wurde           Die von den zuständigen Stellen bereits eingeleiteten Bemü­
   1986 auf 13,7% gesenkt, was teilweise auf eine den               hungen um eine Verringerung des öffentlichen Defizits
  Ölpreisrückgang ausgleichende Erhöhung der Mineralöl­             müssen noch mehrere Jahre fortgeführt werden, um den
   steuern zurückzuführen war. 1987 dürfte der Nettofinanzie­       Umfang der Verschuldung im Verhältnis zum BIP zu stabili­
   rungssaldo nochmals auf 12 % des BIP gesenkt worden sein,        sieren .
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 48                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    31 . 12 . 87
Das grundlegende Strukturproblem der griechischen Wirt­            zunimmt , während die Einkommenspolitik nicht mehr im
schaft besteht darin , daß die produktiven Investitionen seit      gleichen Umfang wie in den vorhergehenden zwei Jahren zur
1980 ständig zurückgehen, da das Wirtschaftsklima für die          Mäßigung der öffentlichen Personalausgaben beiträgt und
industrielle Tätigkeit wenig günstig ist und die Märkte            bestimmte außergewöhnliche Einnahmen ( 1987 in Höhe von
weitgehend reguliert werden. Seit Ende 1985 hat die Regie­         1 % des BIP ) sich nicht wiederholen werden . Es würde sich
rung mit dem Abbau der Preiskontrollen begonnen, was               empfehlen, bestimmte unumgängliche gesetzliche Änderun­
zusammen mit der sehr maßvollen Entwicklung der Lohn­              gen rasch durchzuführen, insbesondere eine Umgestaltung
kosten und einer konsistenten Wechselkurspolitik zu einer          des Rentensystems und die Verbreiterung der Besteuerungs­
merklichen Verbesserung der finanziellen Position der Unter­       grundlage durch eine vollständigere Besteuerung bestimmter
nehmen geführt hat. Man kann erwarten, daß dies zu einer           Gruppen von Steuerpflichtigen; außerdem müßte die Lohn­
merklichen Belebung der produktiven Investitionen führt ,          summe im öffentlichen Dienst durch einen Einstellungsstopp
obwohl die Unternehmen anfänglich der Verbesserung ihrer           und eine Begrenzung der Lohnerhöhungen auf die durch­
Bilanzstruktur Vorrang gegeben haben .                             schnittliche Lohnanstiegsrate in der Wirtschaft beschränkt
                                                                   werden . Parallel zu dem bereits 1987 eingeleiteten Abbau der
Da die Produktionskapazität des Landes somit stark                 Ausfuhrsubventionen müßten die Agrarsubventionen, die
geschwächt wurde, muß die Politik auch 1988 darauf                 1987 noch merklich zugenommen haben, durch eine bewuß­
gerichtet sein, den Druck der Binnennachfrage in Grenzen zu        te Anhebung der Düngemittel- und Zuckerpreise verringert
halten , um eine Verschlechterung der Zahlungsbilanz zu            werden . Rationalisierung des Managements der öffentlichen
verhindern. Bedenkt man allerdings, welches Ausmaß die             Unternehmen und Einrichtungen sollte helfen , sowohl die
Anpassung der Realeinkommen aus unselbständiger Arbeit             Haushaltsübertragungen zu ihren Gunsten als auch ihre
in den letzten beiden Jahren erreicht hat , so darf die            Defizite zu reduzieren .
Hauptlast der Nachfragesteuerung nicht mehr auf der Lohn­
politik ruhen. Die Lohnverhandlungen sollten sich an einer         Angesichts der mittelfristigen Ziele der Finanzpolitik und um
Inflationsrate orientieren , die mit den angestrebten gesamt­      die Auslandsschuld 1988 zu stabilisieren , sollte die Haus­
wirtschaftlichen Zielen vereinbar ist , während der degressive     haltspolitik im kommenden Jahr versuchen, die Zielabwei­
Charakter der Lohnerhöhungen , der zu einer der Produkti­          chung des Jahres 1987 weiter zu korrigieren sowie einen
vitätssteigerung wenig förderlichen Nivellierung geführt hat,      bedeutenden zusätzlichen Fortschritt bei der Reduzierung
nach und nach abgebaut werden muß . Insgesamt könnte               der öffentlichen Kreditaufnahme , ausgedrückt in Prozent des
diese Politik mit einer leichten Verbesserung der Reallöhne        BIP , zu erreichen . Diese restriktiv ausgerichtete Politik sollte
 im Laufe des Jahres vereinbar sein .                              durch eine aktive Geldpolitik zur weiteren Eindämmung der
                                                                   heimischen Kreditexpansion begleitet werden. Unter diesen
 Unter diesen Umständen müßte die Verringerung des öffent­          Umständen würde sich die Binnennachfrage weiter vermin­
lichen Defizits das bevorzugte Instrument der Nachfrage­           dern , die Inflationsrate würde auf unter 10% Ende 1988
 steuerung sein . Dies wird sich insofern schwer bewerkstelli­      absinken und das Defizit der Leistungsbilanz könnte sich 2 %
 gen lassen, als das Sozialversicherungsdefizit tendenziell         des BIP nähern .
 ---pagebreak---                                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                  Nr . L 394 / 49
31 . 12 . 87
                                              Griechenland: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                               (Jährliche Veränderung in Prozent)
                                                         1983               1984                1985              1986             1987 ( l )        1988 (>)
                          nominal                        20,3                23,0                19,6             20,6                15,8             12,2
Bruttoinlands­                                                                2,6                 2,1                1.3             - 0,8              0,5
                          real                              0,3
produkt                                                                                                                                                11,6
                          Deflator                        19,9               19,9                17,1              19.0               16,7
Privater Verbrauch-Deflator                               18,6               18,0                18,4              22.1               16,0             12,0
                          privat
Bruttoanlage­
investitionen             öffentlich
in Volumen                                                                                         3,4            - 4,8              - 2,0               3,7
                          insgesamt                      - 1,9              - 4,7
     davon : Bauten                                         3,9             - 7,7                  2,6            - 3,4              - 5,5               3.7
             Ausrüstungen                                - 8,2              - 0,9                  4,4            - 6,5                 2,2              3,8
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                  - 0,7                 0,8                 4,9            - 0,3              - 0,6               0,3
Abstand zu den Ländern
der Gemeinschaft ( 2 )                                   - 0,4              - 2,5                  3.0            - 4,5              - 3,4            - 2,2
                          nominal                         21,8               22,6                20,4              13.7               12,5             12,0
 Pro-Kopf-Löhne            real A ( 3 )                     1.5                2.3                 2,8            - 4,5              - 3,6               0,4
                                B (3)                       2,7                3,9                 1.7            - 6,9              - 3,0               0,0
 Produktivität (4 )                                      - 0,1                 2,9                 1,0               0,3                0,1              0,2
 Reale Lohnstückkosten                                      1.6             - 0,6                  1,9            - 4,7               - 3,7              0,2
 Wettbewerbsfähigkeit ( s )                              - 3,4                 1.4              - 2,1            - 13,6               - 2,9            - 3,5
 Beschäftigung                                           - 1,0              - 0,2                  1.1               0,3                0,1              0,2
 Registrierte Arbeitslose in % der
 zivilen Erwerbspersonen (6 )                               7,9                8,1                 7.8               7.4                7.4              7,5
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                       - 4,7               - 4,1              - 8,2             - 5,4               - 4,2            - 4,1
 Langfristiger Zinssatz                                    18,2               18,5                15.6              15.8               17,3             16,0
 Geldmenge ( 7 )                                          20,3               29,4                26.7              18,5                17.3             11,7
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                             - 8,9            - 10,1              - 13,6            - 10,7             - 10,6             - 9,8
 Öffentliche Schuld in % des BIP                          44,3                53,2                62,6              64,3               65.4             67,2
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                3,4               4,6                 5,4               5,9                6.5              6.9
 (>)  Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen , September 1987.
 (2)  Veränderung in Prozentpunkten.
 (3)  A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs.
 (4)  Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
 (5) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 1 9 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
      an Wettbewerbsfähigkeit.
 (s ) SAEG-Definition.
 (7) Jahresende.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 50                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   31 . 12 . 87
                                                            SPANIEN
Auch 1 987 wird das Wirtschaftswachstum in Spanien höher           rativen Wachstumsstrategie für mehr Beschäftigung überein .
sein als in den übrigen Mitgliedstaaten, da sich die Inlands­      Sie soll im wesentlichen die gesamtwirtschaftlichen Ungleich­
nachfrage deutlich rascher ausweitet als in der restlichen         gewichte beseitigen, wobei die Arbeitslosigkeit sicherlich die
Gemeinschaft . Das Bruttoinlandsprodukt wird sich real um          größte Sorge bereitet, und eine Modernisierung der Produk­
mehr als 4% erhöhen . Angeregt wurde der private Ver­              tionsstrukturen herbeiführen , die um so notwendiger ist , als
brauch sowohl von den Reallohnerhöhungen in der Privat­            die Öffnung Spaniens gegenüber dem Ausland rasche Fort­
wirtschaft als auch von der starken Zunahme der Beschäfti­         schritte macht. Auf mittlere Sicht werden folgende Ziele
gung außerhalb der Landwirtschaft. Die sehr ausgeprägte            angestrebt: ein Wirtschaftswachstum von real 3 x/2 % bis 4 %
Zunahme der Anlageinvestitionen setzte sich fort, worin sich       im Jahresdurchschnitt, das im wesentlichen durch die dyna­
die nach wie vor günstige Entwicklung der Unternehmens­            mische Entwicklung der Investitionen und Ausfuhren indu­
gewinne, die positiven Absatzaussichten und der Moderni­           ziert wird, eine Verringerung des Finanzierungsdefizits des
sierungsbedarf des Produktionsapparates gegenüber einem            Staates um etwa einen halben Prozentpunkt des BIP jährlich
ausländischen Wettbewerb widerspiegeln , der seit dem Bei­         und eine Annäherung der Inflationsrate an den Gemein­
tritt zur Gemeinschaft immer intensiver wird. Die 1986 noch        schaftsdurchschnitt . Auf diese Weise könnte sich der
mäßigen Ausfuhrergebnisse haben sich im Verlauf des Jahres         Abstand beim Pro-Kopf-Einkommen zwischen Spanien und
nach und nach verbessert , da sich die Nachfrage der               den wohlhabendsten Ländern der Gemeinschaft weiter ver­
EG-Partnerländer kräftig entwickelte. Die Einfuhren sind           ringern .
weiterhin sehr stark angestiegen, und die außergewöhnlich
dynamische Entwicklung der Inlandsnachfrage hat sich                In den Jahren 1986 und 1987 wurden bereits wichtige
demnach nur teilweise auf das Bruttoinlandsprodukt ausge­           Erfolge im Sinne der Wachstumsstrategie für mehr Beschäf­
wirkt. Auch das Handelsbilanzdefizit vergrößerte sich rasch ,      tigung erzielt, wobei der positivste Faktor zweifellos die
und der Rückgang des Leistungsbilanzüberschusses wurde              Belebung der produktiven Investitionen ist. Unter dem
nur durch den raschen Anstieg der Einnahmen aus dem                 Einfluß wieder wachsender Gewinnspannen und verbesser­
Fremdenverkehr gebremst. Dank der sehr positiven Entwick­           ter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stellten die Unter­
 lung der Beschäftigung ging die Arbeitslosenquote bis unter        nehmen ihre Bereitschaft unter Beweis , den Produktionsap­
 21 % zurück , aber ihr Rückgang wird nach wie vor vom              parat zu modernisieren und sich der Herausforderung der
 raschen Anstieg der Zahl der Erwerbspersonen erschwert.            Integration in die Gemeinschaft zu stellen, die sich sowohl
 Die Inflation flachte weiter ab , wozu u . a . die günstige        aus dem im Beitrittsvertrag vorgesehenen Abbau der Schran­
 Entwicklung der Nahrungsmittelpreise beitrug, so daß das           ken als auch der Vollendung des Binnenmarktes bis 1992
 von den Behörden festgesetzte Preisziel wahrscheinlich             ergibt. Auch die starke Zunahme der Beschäftigung war ein
 erreicht wird (Jahresrate der Verbraucherpreise Ende 1987          positives Ergebnis und bestätigte die dynamische Konjunk­
  + 5% ).                                                           turentwicklung und das wieder erstarkte Vertrauen der
                                                                    Unternehmer: Die Beschäftigung außerhalb der Landwirt­
                                                                    schaft dürfte sich 1987 um 3,3% und 1988 um 2,4%
 Die wichtigsten Tendenzen, die 1987 beobachtet wurden,             erhöhen, wobei dieser Anstieg allerdings zu einem großen
 dürften sich insgesamt auch 1988 fortsetzen; das BIP dürfte        Teil auf Teilzeitarbeit oder befristete Beschäftigungsverhält­
 real um ungefähr 3 3/4 % wachsen. Die Binnennachfrage wird         nisse entfällt . Da die Erwerbsquote und die Erwerbsbeteili­
 voraussichtlich weiter dynamisch bleiben , sich jedoch
 sowohl beim Verbrauch als auch bei den produktiven                 gung der Frauen relativ niedrig sind, hat die positive
 Investitionen etwas verlangsamen . So könnte insbesondere
                                                                    Entwicklung der Beschäftigung zur Mobilisierung der soge­
                                                                     nannten „Stillen Reserve" beigetragen . Folglich nimmt die
 der erneut abnehmende Finanzierungsüberschuß der Unter­
 nehmen nach dem Investitionsaufschwung 1986— 1987
                                                                    Zahl der Erwerbspersonen deutlich stärker zu als die Zahl
                                                                     der Personen im erwerbsfähigen Alter . Unter diesen Umstän­
 dämpfend wirken. Ebenso wird sich die Wachstumsrate der             den wird die Beschäftigung lange Jahre hindurch stark
 Ausfuhren trotz einer gewissen Verbesserung der Absatz­             zunehmen müssen , um die Arbeitslosigkeit signifikant zu
 möglichkeiten etwas abschwächen .
                                                                     verringern .
  Der Leistungsbilanzüberschuß dürfte sich weiter verringern         Nachdem die soziale Konzertierung Anfang 1987 gescheitert
  und ein mäßiges Defizit aufweisen ( x/2 % des BIP) wegen der       war in dem Bestreben , für mehr sozialen Frieden zu sorgen
  dynamischen Entwicklung der Einfuhren, die vor allem auf           und die Gefahr einer unkontrollierten Lohnentwicklung in
  die weiterhin beträchtliche Wachstumsdifferenz zwischen            den kommenden Jahren zu vermeiden , hat die Regierung im
  der Inlandsnachfrage und der Nachfrage in den übrigen              Sommer den Abschluß eines neuen Sozialpakts bis zum Ende
  Mitgliedstaaten zurückzuführen ist. Die Beschäftigung wird         der derzeitigen Legislaturperiode ( 1988— 1990 ) angeregt.
  sich in beträchtlichem Tempo ( 1,7% ), wenn auch langsa­           Obgleich der Abschluß eines solchen Paktes auf Schwierig­
  mer, ausweiten, während die Arbeitslosenquote wegen der            keiten stößt , ist es doch wichtig , daß eine möglichst umfas­
  starken Zunahme der Erwerbsbevölkerung nur geringfügig             sende Konzertierung nicht nur über die Lohnentwicklung
  sinken dürfte . Die Inflation wird weiter zurückgehen ,            und die Arbeitsbedingungen, sondern auch über die mittel­
  obgleich die Einfuhrpreise etwas stärker steigen werden.           fristige Wirtschafts- und Sozialstrategie zustande kommt.
  Die in ihren Hauptzügen seit 1983 unveränderte Wirtschafts­        Mit Hilfe der Anstrengungen zur Verringerung des Finanzie­
  politik der Regierung stimmte mit den Leitlinien der koope­        rungsdefizits des gesamten Sektors Staat müßte es möglich
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31 . 12 . 87
sein, das Defizit im Verhältnis zum BIP von 5,7 % im Jahre       Zur weiteren Verbesserung der Beschäftigungslage bedarf es
1986 auf 5,0% 1987 und 4,9% 1988 zu senken. Bei den              eines kräftigen und sogar rascheren Wirtschaftswachstums,
Steuereinnahmen dürfte es wegen der Steuerprogression und        das sich auf die produktiven Investitionen und die Ausfuhren
einer besseren Erhebung zu einer beträchtlichen Steigerung       stützt. Die Wirtschaftspolitik muß der Dämpfung der Lohn­
kommen, da die wichtigsten Sätze und Tarife der direkten         kosten Vorrang einräumen, nicht nur wegen des Ausmaßes
Steuern 1987 beibehalten werden . Die Ausgaben sind 1987         der Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt, sondern auch zum
trotz der Eindämmung der Zuschüsse für öffentliche Unter­        Abbau der Inflation und Verbesserung der Wettbewerbs­
nehmen stark angestiegen. Folglich müssen die Ausgaben           fähigkeit der Wirtschaft. Übertriebene Lohnerhöhungen
1988 tatsächlich unter Kontrolle gebracht werden, um das         würden insbesondere den privaten Verbrauch zu stark
Finanzierungsdefizit des Staats zu verringern und möglicher­     ankurbeln, was zu vermehrten Einfuhren führen würde.
weise einen gewissen Spielraum für Erleichterungen bei den
direkten Steuern und Sozialbeiträgen zu schaffen .               Der Leistungsbilanzsaldo könnte nämlich auf mittlere Sicht
                                                                 zu einer immer größeren Belastung werden: Selbst bei
                                                                 optimistischer Einschätzung der Aussichten für eine Moder­
Die Geldpolitik mußte im ersten Halbjahr 1987 gewisse            nisierung des Kapitalstocks wird das Inlandsangebot noch
 Spannungen bewältigen, da das Wachstum der monetären             auf Jahre hinaus nicht ausreichen, um einer Vergrößerung
Aggregate über die Zielwerte hinausschoß. Dies war auf            des Marktanteils der Einfuhren infolge der dynamischeren
 verschiedene Faktoren zurückzuführen: eine starke Kredit­        Wirtschaftsentwicklung und gleichzeitig einer Entwicklung
 nachfrage des Privatsektors, ein unerwartet hohes Wirt­          des innergemeinschaftlichen Handels, die hinter den bei einer
 schaftswachstum , Veränderungen in der Zusammensetzung           generellen Anwendung der kooperativen Wächstumsstrate­
 der Finanzaktiva in Richtung auf liquidere Anlagen und in        gie für mehr Beschäftigung zu erwartenden Ergebnissen
 jüngster Zeit die starke Zunahme der monetären Finanzie­         zurückbleibt, entgegenzuwirken. Folglich ist damit zu rech­
 rung des öffentlichen Sektors sowie ein Anwachsen der            nen, daß die Einfuhren rascher wachsen werden als die
 außenwirtschaftlichen Gegenposten. Nach einem starken            Ausfuhren und daß sich das Handelsbilanzdefizit weiter
 Anstieg im Frühjahr sind die kurzfristigen Zinsen nach dem       vergrößern wird. Selbst wenn dies teilweise durch die
 Sommer etwas gesunken. Noch immer sind die Zinssätze             Entwicklung des Saldos der unsichtbaren Transaktionen
 allerdings recht hoch. Überdies wurden auch die langfristi­      ausgeglichen werden kann, müssen die zuständigen Stellen
 gen Zinsen von dieser Entwicklung in Mitleidenschaft             darauf achten, daß das wachsende Finanzierungsdefizit der
 gezogen, obgleich die Inflationserwartungen nach wie vor         Volkswirtschaft die Unternehmen nicht übermäßig belastet .
 niedrig sind. Unter diesen Umständen läßt sich eine wieder       Daher muß das Staatsdefizit 1988 auf deutlich weniger als
 rückläufige Zinstendenz nur durch eine angemessene Dosie­        5 % des BIP zurückgeführt werden, um die für eine kräftige
 rung von Haushaltspolitik und Geldpolitik auf dem Weg der        Entwicklung der produktiven Investitionen notwendigen
 Inflationsbekämpfung erreichen .                                 zusätzlichen finanziellen Mittel aufzubringen .
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 52                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                       31 . 12 . 87
                                                 Spanien: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                               (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                          1983              1984                1985            1986 (»)           1987 (2 )         1988 (2)
                           nominal                        13.6               13.0               10,9              15.1                10,0              7,9
Bruttoinlands­
                           real                             1,8               1,9                 2,1               3,5                4.1              3,7
produkt
                           Deflator                       11,6               10,9                 8,6              11.2                5,7              4,1
Privater Verbrauch-Deflator                               12.4               10,9                 8,3               8,9                5,4              4,2
                           privat                        - 2,1              - 7,2                 0,8              14.1               12,5              9,4
Bruttoanlage­
investitionen              öffentlich                    - 5,2                8,5               20,7                2,1               12,5              7,2
in Volumen
                           insgesamt                     - 2,5              - 5,1                 3,9              11,9               12,5              9,0
     davon : Bauten                                      - 2,0              - 5,4                 2,0               6,9                9,4              6,9
              Ausrüstungen                               - 3,5              - 4,6                 7.1             20.2                17,0             12,0
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                     0,3               0,0                 2.3               6,5                6.2              4,8
Abstand zu den Ländern
der Gemeinschaft ( 3 )                                   - 1,2              - 2,3                 0,5               3,0                3.4              2,5
                           nominal                        16,0               10.1                 9,9               8,7                6.5              5,3
Pro-Kopf-Löhne             real A (4 )                      3,9             - 0,7                 1.2             - 2,3                0,8              1.1
                                B («)                       3.2             - 0,7                 1.4             - 0,1                1,0              1,0
Produktivität ( 5 )                                         2,8               3,9                 3.3               1,5                1,7              1,9
Reale Lohnstückkosten                                       1,0             - 4,4               - 2,1             - 3,7              - 0,9            - 0,8
Wettbewerbsfähigkeit ( 6 )                              - 12,1                0,6                 0,2               3,2                0,9            - 0,1
Beschäftigung                                             - 1,0             - 2,0               - 1,2               2,0                2,4              1,7
Registrierte Arbeitslose in % der
zivilen Erwerbspersonen (7)                                18.7              20,7               22,0               21,6               20,8             20,5
Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                         - 1,5               1,3                 1,7               2,0                0,6            - 0,4
Langfristiger Zinssatz                                     16,9              16,5                13.4              11,4               12,7             12,3
Geldmenge ( 8 )                                            16,0              13,3                12,9              12,2               12,0             10,0
Finanzierungssaldo des Staates
in % des BIP                                              - 4,8             - 5,5               - 6,7             - 5,7              - 5,0            - 4,9
Öffentliche Schuld in % des BIP                            34.5              41,2               46.5               47,3               49,2             51,6
Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
in % des BIP                                                1.3               2,0                 3.4               3,9                3,7              3,7
(*)   Schätzungen der Kommissionsdienststellen (September 1987).
(2 )  Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen (September 1987).
(3)   Veränderung in Prozentpunkten.
(4)   A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs.
( 5)  Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
( s) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
      an Wettbewerbsfähigkeit.
(7) SAEG-Definition.
(8 ) Jahresende .
 ---pagebreak---                                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . L 394 / 53
31 . 12 . 87
                                                           FRANKREICH
Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden sich            Das Problem der Arbeitslosigkeit stellt nach wie vor die
1987 weniger günstig entwickelt haben, als noch im Herbst         Hauptsorge der französischen Regierung dar. Seit Mitte
1986 erwartet; damit wird es schwieriger, die Wachstums­           1986 wurde eine Reihe von Sondermaßnahmen, vor allem
und Beschäftigungsziele, die sich die aus den Wahlen von           zur Bekämpfung von Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit,
März 1986 hervorgegangene Regierung gesetzt hatte, tat­           erfolgreich ins Werk gesetzt; zu nennen sind hier insbeson­
sächlich zu erreichen. Das für das gesamte Jahr 1987 auf real      dere Umschulungsmaßnahmen und Abgabenbefreiungen für
1,2% geschätzte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts                 Unternehmen zur Förderung von Neueinstellungen. Die
beruhte ausschließlich auf dem Anstieg der Binnennachfrage;        Unterstützungsregelung für Langzeitarbeitslose wurde durch
der Außenbeitrag war negativ. Wegen der Verschlechterung           die Aufhebung der Frist zwischen Beendigung der Arbeits­
der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden zwar             losengeldzahlung durch die Arbeitslosenversicherung und
 an den Investitionsvorhaben gewisse Abstriche gemacht,            Beginn staatlicher Hilfeleistungen verbessert.
 doch bildeten die produktiven Investitionen die dynamisch­
 ste Nachfragekomponente. Im Handel und im privaten                Die gesamtwirtschaftlichen Bedingungen für eine deutliche
 Sektor der Industrie nahmen sie merklich zu , während sie in      Zunahme der Beschäftigung sind jedoch weiterhin prekär, da
 den großen Staatsunternehmen und in der Landwirtschaft            die Expansion der Wirtschaftstätigkeit nach wie vor durch
 zurückgingen. Da die Investitionen der privaten Haushalte         die außenwirtschaftlichen Zwänge gebremst wird und von
 real um etwa 2% zugenommen haben und die staatlichen              einer verstärkten Flexibilität der französischen Wirtschaft
 Investitionen ebenfalls gestiegen sind, sind die Bruttoanla­      abhängt. Durch den langsameren Anstieg der Inlandskosten,
 geinvestitionen insgesamt mit einer Rate gewachsen, die           aufgrund der stark gebremsten Lohnentwicklung und, in
 leicht unterhalb der für 1986 ausgewiesenen 3% liegt. Der         geringerem Maße, der Wechselkursanpassung vom Januar
 private Verbrauch hat dagegen an Schwung verloren, was in          1987 , konnten auf den europäischen Märkten Marktanteile
 erster Linie auf den geringeren Anstieg der Lohneinkommen          errungen werden, die die auf den Märkten außerhalb der
 zurückzuführen ist. Damit ging die Wachstumsrate der               Gemeinschaft zu verzeichnenden Verluste teilweise wettge­
 realen Binnennachfrage (2,2% ) gegenüber derjenigen im             macht haben . Es kommt darauf an , daß die Tendenz zur
 Jahre 1986 (3,5 % ) kräftig zurück.                                Mäßigung bei den Reallöhnen 1988 fortgeführt wird, damit
                                                                    die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der französischen Aus­
                                                                    fuhren sich weiter verbessern kann und damit der Anteil der
 Der Anstieg der Verbraucherpreise hielt sich in Grenzen und        Einfuhren auf dem französischen Markt — vor allem bei
 blieb im Jahresdurchschnitt gegenüber 1986 nahezu kon­
 stant; der dämpfende Effekt der Einfuhrpreise machte sich          Konsumgütern — zumindest stabilisiert werden kann.
 zwar kaum mehr bemerkbar , doch ergab sich bei den
 Inlandskosten eine fallende Tendenz .                              Auf der Angebotsseite haben die staatlichen Stellen ihre
                                                                    Bemühungen, die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaftsstruk­
                                                                    turen zu fördern, fortgesetzt. Lag 1986 dabei das Schwerge­
 Wenn keine größeren Veränderungen des realen Wechsel­              wicht auf der Stützung des Arbeitsmarkts, beispielsweise
  kurses eintreten , dürften die Ausfuhren 1988 — bei einem         durch Maßnahmen zur Neugestaltung der Arbeitszeit und
  etwas kräftigeren Wachstum der Exportmärkte als 1987 —            der Entlassungsregelungen, so wurden 1987 die Liberalisie­
  der französischen Wirtschaft stärkere Impulse vermitteln.
  Die Binnennachfrage dagegen dürfte sich nur in beschränk­         rung des Kapitalverkehrs und der Devisenvorschriften sowie
                                                                    die Flexibilisierung des Geldmarktes in den Vordergrund
  tem Maße festigen. Aufgrund sich verbessernder Rentabili­         gerückt und die letzten Beschränkungen auf dem Gebiet der
  tätsbedingungen könnten die Ausrüstungsinvestitionen sich         Preiskontrollen aufgehoben. Diese Maßnahmen dürften
  zwar weiterhin auf einem zufriedenstellenden Niveau halten ,
  und der Wohnungsbau könnte weiterhin mäßig wachsen,               dazu beitragen, daß sich die Wirtschaft elastischer an die
  doch dürfte der Verbrauch der privaten Haushalte, auch            Veränderungen der Nachfrage anpaßt, sie dürften die Wett­
  wenn die Inflation aller Wahrscheinlichkeit nach 1988 noch        bewerbsfähigkeit steigern und eine Zunahme der Investi­
                                                                    tionstätigkeit begünstigen .
  weiter zurückgeht, nur um höchstens 1,7% real zunehmen.
  Daher ist ausschlaggebend, daß das Einkommen der privaten
  Haushalte, und vor allem die Löhne, weiterhin nur sehr            Während drei Viertel der ursprünglich veranschlagten Ein­
  schwach ansteigen dürften .                                        nahmen aus der Privatisierung auf die Rückzahlung der
                                                                     Staatsschuld verwendet werden , wollen die staatlichen Stel­
                                                                     len das restliche Viertel dazu einsetzen , die Kapitalbasis von
  Da der französische Markt durch eine relativ hohe Import­          staatlichen Unternehmen zu verstärken . Der über die veran­
  quote gekennzeichnet ist, dürfte der Einfuhranstieg in etwa        schlagten Einnahmen hinausgehende Betrag in Höhe von
  demjenigen der Ausfuhren folgen. Damit dürfte der Außen­           etwa 20 Milliarden Französischen Franken wird nach einem
  beitrag kaum positiv zum realen BIP-Wachstum beitragen;            analogen Schlüssel zur Schuldentilgung und zur Kapitalerhö­
  dieses könnte zwischen 1,5% und 2% liegen , so daß mit             hung von staatlichen Unternehmen verwandt. Daneben soll
  einer Reduzierung der Arbeitslosenquote nicht zu rechnen           die Sanierung und Entschuldung der letzteren abgeschlossen
   ist . Trotz des Anziehens der Preise bei Öl und anderen           werden .
   Rohstoffen könnten sich die Terms of trade leicht verbessern.
   Die Leistungsbilanz (in der Definition der volkswirtschaftli­
   chen Gesamtrechnung) wäre damit ausgeglichen nach einem           Auch die Geldpolitik dürfte durch die Senkung der Nominal­
   geringen Defizit im Jahre 1987 .                                  und Realzinsen zur beschleunigten Entwicklung der produk­
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 54                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  31 . 12 . 87
tiven Investitionen beitragen . Seit dem 1 . Januar 1987 ist die    einer relativ kontinuierlichen Reduzierung der Realzinsen
Kreditplafonierung aufgehoben; statt dessen soll der Zins­          förderlich sind .
satz als wesentliches Regulativ Verwendung finden . Die
Devisenbewirtschaftung ist in mehreren Etappen gelockert            Die Kontrolle der Staatsfinanzen ist nicht nur unter diesem
worden. Durch die Einführung einer einheitlichen Laufzeit           Aspekt von vorrangiger Bedeutung, sondern auch, um die
für Schuldverschreibungen von Unternehmen und übertrag­             Binnennachfrage so zu begrenzen , daß ihre Entwicklung mit
bare Einlagenzertifikate der Banken und für die Schatzan­           dem Ziel des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts überein­
weisungen wurde ein einheitlicher Markt für diese Wertpa­           stimmt. Die Regierung strebt bis 1989 einen ausgeglichenen
piere geschaffen, was zur Aktivierung dieses Marktes beitra­        Staatshaushalt (ohne Zinszahlungen) an , d. h . ein Defizit in
gen soll. So dürften nunmehr die Kreditkosten der Unterneh­         Höhe von etwa 2% des Bruttoinlandsprodukts; die haus­
men mehr von den Geldmarktbedingungen als von den                   haltspolitischen Absichten für 1988 gehen von dieser Per­
Basiszinssätzen der Geschäftsbanken abhängen .                      spektive aus. Da die Regierung außerdem zugesagt hat, die
                                                                    steuerliche Belastung der Unternehmen und der privaten
                                                                    Haushalte (einschließlich der Herabsetzung des Mehrwert­
Diese Maßnahmen dürften sich auf die Entwicklung der                steuersatzes auf einigen Erzeugnissen) um ungefähr 30
Geldmenge auswirken und einen direkteren Zusammenhang               Milliarden Französische Franken (0,5 % des BIP) zu senken ,
mit den auf den internationalen Märkten praktizierten               muß die Zunahme der Staatsausgaben auf nominal etwa 2 %
Zinssätzen herstellen . So ging das Wachstum von M 3 infolge        begrenzt werden. Die Einsparungen werden hauptsächlich
einer gestiegenen Nachfrage nach Einlagenzertifikaten 1987          die Verwaltungsausgaben und die Subventionen für staatli­
(Angaben Ende Juli 1987) tendenziell über die Obergrenze            che Unternehmen betreffen . Damit könnte der Nettofinan­
des von den für die Geldpolitik verantwortlichen Stellen            zierungssaldo des Staates unter 115 Milliarden Französi­
festgelegten Zielkorridors hinaus, während M 1 und M 2 sich         schen Franken liegen . Um das finanzielle Gleichgewicht der
schwächer als vorausgeschätzt entwickelten. Nach der Leit­          Sozialversicherung sicherzustellen, könnten außerdem zu­
kursanpassung vom 12. Januar 1987 , der ein plötzliches             sätzlich zu den bereits im Mai 1987 getroffenen Maßnahmen
Hochschnellen der Zinssätze vorausging, sind diese wieder           neue Sanierungsbemühungen notwendig werden, nämlich
allmählich gesunken.                                                eine Erhöhung der Sozialabgaben und die Aufstellung eines
                                                                    Plans zur Rationalisierung der Ausgaben im Gesundheitswe­
Für 1988 könnten die für die Geldpolitik verantwortlichen           sen. Die finanzielle Lage der Sozialversicherung ist weiterhin
Stellen Wachstumsraten für die Geldmengen wählen, die der           aufgrund der Leistungserhöhungen sowie aufgrund der
Zunahme des nominalen Volkseinkommens nahekommen .                  Stagnation der Einnahmen, die mit der gemäßigten Lohnent­
Aufgrund der günstigen Entwicklung der Inflationsrate, die          wicklung und der Ausweitung der Arbeitslosigkeit zusam­
 sich an die Inflationsraten anderer Länder der Gemeinschaft        menhängt, angespannt.
wie der Bundesrepublik Deutschland und der Niederlande
 annähert, und der daraus folgenden Abschwächung der                Insgesamt kann festgestellt werden, daß die Finanzpolitik des
 inflationären Erwartungen könnten sowohl die kurz- als             Staates den Erfordernissen der gegenwärtigen Lage und
 auch die langfristigen Zinssätze stärker fallen. Wie stark sich    Aussichten entspricht. Sollte jedoch die Weltkonjunktur sich
 diese fallende Tendenz entwickelt, dürfte insbesondere vom          schlechter als zur Zeit vorausgeschätzt entwickeln , sollte
 Umfang der Kreditaufnahme des Staates auf den Finanz­              man im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit wei­
 märkten abhängen ; es wird erwartet , daß sie sich in Grenzen      terhin bereit sein , die Ausrichtung der Haushaltspolitik ^u
 halten wird . Damit könnten Bedingungen entstehen , die            überprüfen .
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                               Nr . L 394 / 55
                                                Frankreich: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                              (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                          1983               1984              1985              1986             1987 (»)          1988 (»)
                            nominal                        10,5                8,9                7,5               6,9                4,5              4,6
Bruttoinlands­                                                                                    1,7               2,1                1,2              I,9
                            real                             0,7               1,4
produkt
                            Deflator                          9,7              7,5                5,7               4,8                3,3              2,6
Privater-Verbrauch-Deflator                                   9,7              7,5                5,7               2.5                3,1              2,6
                            privat                        - 3,6             - 2,4                 0,2               2,1                2,3              2,8
Bruttoanlage­
investitionen               öffentlich                    - 3,6             - 1,6                 6,2               7.6                1,4              2,0
in Volumen                                                                                                                             2,2              2,7
                            insgesamt                     - 3,6              - 2,3                1,1               3,0
      davon : Bauten                                      - 2,9             - 3,4                 0,2               1,4                1,8              2,3
                Ausrüstungen                              - 4,1             - 1,4                 1,8               4,3                2.5              3,0
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                   - 0,4                0,6                2,2               3.5                2,2              2,0
Abstand zu den Ländern
der Gemeinschaft ( 2 )                                    - 1,7              - 1,6         .   - 0,3                0,0             - 0,7            - 0,5
                             nominal                        10,1               8,6                6,7               4,0                3,0              3,5
Pro-Kopf-Löhne               real A ( 3 )                     0,4              1,0                0,9            - 0,8              - 0,3               0,9
                                  B (3)                       0,4              1,0                0,9               1,5             - 0,1               0,9
Produktivität ( 4 )                                           1,3              2,5                2,0               1,7                1,4              1,9
Reale Lohnstückkosten                                     -<■ 0,9            - 1,5             - 1,1             - 2,5              - 1,7            - 1,0
Rentabilität ( 5 )                                            3,2             16,9                5.8              13,5                1,5              1,5
      idem ( 1970 = 100 )                                   52,2              61,0              64,6              73,3               74,4             75,5
Wettbewerbsfähigkeit (6 )                                 - 2,9              - 2,6                1,7               4,2             - 0,5            - 1,5
Beschäftigung                                             - 0,6              - 1,0             - 0,3                0,3             - 0,2               0,0
 Registrierte Arbeitslose in % der
 zivilen Erwerbspersonen ( 7)                                 8,8              9,9               10,3              10,5               10,7             II,0
Leistungsbilanzsaldo in % des BIP (8 )                    - 0,9              - 0,1                0,0               0,6                0,0              0,0
 Langfristiger Zinssatz                                     14,4              13,4               10,9               8,4                9,0              8,5
 Geldmenge ( 9 )                                            11,2               8,3                5.6               4,4                6,3              6,0
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                              - 3,2             - 2,7              - 2,9             - 2,9              - 2,8            - 2,3
 Öffentliche Schuld in % des BIP                            30,7              32,9               35,2              37,0              38,9             40,3
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                 2,6              2,8                2.8                2.8                2,8             2,7
 (')   Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen .
 (2 )  Veränderung in Prozentpunkten .
 (3)   A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs.
 (4 )  Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
 ( J ) Nettobetriebsüberschuß bezogen auf Nettoanlagevermögen zu Wiederbeschaffungspreisen .
 («) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
       an Wettbewerbsfähigkeit.
 (7) SAEG-Definition.
 (8 ) Entsprechend den Definitionen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Gemäß den Abgrenzungen der Banque de France (Leistungsbilanz) lauten die
       entsprechenden Posten wie folgt:
           1981        1982          1983        1984        1985       1986         1987          1988
           - 0,8       - 2,2        - 0,9       - 0,2          0         0,5          0,0           0,0
 (*) Jahresende.
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    31 . 12 . 87
Nr . L 394 / 56
                                                              IRLAND
Irland kann im Jahre 1987 eine langsame, aber stetige               botsseite der Wirtschaft , wo mehr Flexibilität erwünscht ist,
wirtschaftliche Erholung verzeichnen. Obwohl der ohnehin            größere Bedeutung beimessen. Änderungen im Prozeß der
schon restriktive haushaltspolitische Kurs noch beträchtlich        Lohnfindung Anfang dieses Jahrzehnts haben eine flexiblere
verschärft wurde, dürfte das reale BIP , nach einem Null­           und stärker an den Kosten orientierte Lohnentwicklung
wachstum im Jahre 1986 , dieses Jahr um mehr als 2%                 gefördert. Man sollte sich jedoch auch mit anderen Bereichen
steigen. Der private Verbrauch nimmt weiter mäßig zu; die           des Arbeitsmarktes (Arbeitsgestaltung, Arbeitsschutz , admi­
Investitionen dagegen entwickeln sich ungleichmäßig. Wäh­           nistrative Beschäftigungskosten) befassen . Zunächst ist ein
rend sinkende heimische Zinsen den Ausrüstungsinvestitio­           mäßiger Anstieg der Löhne wesentlich , um das derzeitige
nen Impulse geben, wird die Tätigkeit im Bausektor nach wie         Beschäftigungsniveau zu wahren. Ausbildungs- und Beschäf­
vor durch eine rückläufige private Nachfrage und eine               tigungsprogramme sind nach wie vor eine wichtige kurzfri­
verminderte Aktivität des öffentlichen Sektors gedämpft .           stige Reaktion auf die Schwierigkeiten auf dem Arbeits­
Das Ausfuhrvolumen hat dieses Jahr deutlich zugenommen ,            markt . In der Berufsausbildung muß die Entwicklung von
so daß, bei einer verlangsamten Einfuhrentwicklung, ein             Management- und Marketingfertigkeiten eine größere Rolle
beträchtlicher Handelsbilanzüberschuß erzielt wurde . Der           spielen, damit die parallelen Bemühungen um Ausweitung
Verbraucherpreisanstieg dürfte 1987 angesichts niedriger            des exportbasierten Industrie- und Dienstleistungssektors
Einfuhr- und Großhandelspreise und der erst jetzt durch­            entsprechend unterstützt werden können .
schlagenden Ölpreissenkungen vom Jahre 1986 im Durch­
schnitt 3% betragen, was die niedrigste Teuerungsrate seit          Die Haushaltspolitik stand im Jahre 1987 unter dem Zeichen
den sechziger Jahren ist. Der Wechselkurs des Irischen              einer relativ starken finanzpolitischen Restriktion . Bezogen
Pfunds gegenüber den Währungen der wichtigsten Handels­             auf das BIP , dürfte der Finanzierungsbedarf des Schatzamts
partner ist während des größten Teils des Jahres stabil             um etwa 2% auf unter 10% zurückgehen. Das laufende
geblieben, und die inländischen Zinsen haben in Reaktion            Haushaltsdefizit dürfte sich um mehr als 1% des BIP
 auf die konsequente Haushaltspolitik und Entwicklungen             vermindern. Erreicht wird die Anpassung bei den öffent­
 auf den internationalen Geldmärkten deutlich nachgegeben .         lichen Finanzen durch Kürzung oder Zurückstellung von
 Die Arbeitslosenquote allerdings ist mangels einer nennens­        vermögenswirksamen Ausgaben, durch vielfältige Einspa­
werten Zunahme der Gesamtbeschäftigung weiter gestie­               rungen bei der Bereitstellung von Dienstleistungen und durch
 gen .
                                                                     eine Begrenzung der Löhne und Gehälter im öffentlichen
                                                                     Dienst. Lohndämpfung im gesamten öffentlichen Sektor ist
 Das Wirtschaftswachstum dürfte 1988 anhalten , wobei die            ein wesentliches Instrument der Haushaltsstrategie zur Kon­
 Wachstumsrate angesichts einer weiterhin äußerst restrikti­         trolle der Staatsausgaben und zur Dämpfung der Lohnforde­
 ven Haushaltspolitik allerdings mäßig ausfallen dürfte. Der         rungen in anderen Wirtschaftssektoren. Hier, wie auch in
 langsam steigende Trend des privaten Verbrauchs wird sich           vielen anderen Bereichen , ist die Haushaltspolitik 1987 recht
 vermutlich fortsetzen, und das gestärkte Vertrauen der              erfolgreich gewesen und hat einen stetigen Rückgang der
 Unternehmer, das aus weiteren Fortschritten beim Abbau              inländischen Realzinsen , die Anfang des Jahres bei über 10 %
 des Haushaltsdefizits resultiert , dürfte die privaten Investi­     ( kurzfristige Zinsen ) lagen , erleichtert .
 tionen fördern. Ein anhaltend geringer Preisanstieg und die
 Aussicht auf stetig fallende inländische Zinsen werden dazu         Anhaltende Ungleichgewichte bei den öffentlichen Finanzen
 beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors auf           bilden eine schwere Belastung für das Wirtschaftswachstum,
 dem jetzigen Stand zu halten. Die Handelsbilanz dürfte — bei        da sie zu hohen Zinsen, einer hohen Besteuerung und dazu
 einem entsprechend der Verbrauchernachfrage zunehmen­               führen, daß öffentliche Mittel für den Schuldendienst ver­
 den Einfuhrvolumen — gesund bleiben . Das BIP dürfte 1988           wendet und damit einer produktiveren Nutzung entzogen
 real um etwa 1V4 % wachsen. Dies könnte ausreichen , um             werden, und so sind während einer Reihe von Jahren
 eine gewisse Ausweitung der privaten Beschäftigung außer­           beträchtliche haushaltspolitische Anpassungen erforderlich.
 halb der Landwirtschaft zu bewirken , was wiederum dazu             Die Regierung hat im Oktober nach Verhandlungen mit den
 beitragen könnte, die steigende Tendenz der Arbeitslosen­            Sozialpartnern ihr „Programm zur wirtschaftlichen Wieder­
 quote in Grenzen zu halten.                                         belebung" veröffentlicht. Das Programm erstreckt sich über
                                                                     drei Jahre und bekräftigt den Willen der Regierung zu einer
 Die öffentlichen Finanzen und die Arbeitslosigkeit bilden            mittelfristigen Haushaltskonsolidierung, die noch im Laufe
  zweifellos nach wie vor die größten strukturellen Probleme          des Programms zu einer Stabilisierung der Staatsverschul­
  der Wirtschaft. Obwohl demographische Entwicklungen ,               dung (in Prozent des BSP) führen soll. Eine Stabilisierung der
  unter anderem die Auswanderung, dem längerfristigen ,               Relation zwischen öffentlicher Schuld und BIP auf der Basis
  deutlich aufwärtsgerichteten Trend beim Arbeitskräfteange­          glaubwürdiger Annahmen bezüglich des mittelfristigen
  bot entgegengewirkt haben, ist eine merkliche Verminderung          Wachstums und der Zinsentwicklung würde eine Rückfüh­
  der Arbeitslosigkeit ohne eine stetige Zunahme der Beschäf­         rung des Finanzierungsbedarfs des Schatzamts auf etwa 5 bis
  tigung nicht zu erwarten. Diese hängt wiederum von einer            6 % des BIP erfordern . Dies bedeutet weitere umfangreiche
  lebhafteren gesamtwirtschaftlichen Tätigkeit ab . Die Wie­          reale Kürzungen der Nicht-Zinsausgaben in den kommenden
  derherstellung eines wachstumsfreundlichen Umfelds mit              Jahren .
  Hilfe weiterer haushaltspolitischer Anpassungen bildet somit
  eine wesentliche Voraussetzung für Fortschritte beim Abbau          Im Jahre 1988 muß die Haushaltspolitik daher restriktiv
  der Arbeitslosigkeit . Um ein beschäftigungsintensives              bleiben; der Finanzierungsbedarf des Schatzamts sollte im
  Wachstum zu gewährleisten, muß man außerdem der Ange­               Vergleich zum erwarteten Ergebnis dieses Jahres stufenweise
 ---pagebreak---                                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr . L 394 / 57
31 . 12 . 87
um mindestens weitere 1,5 Prozentpunkte des BIP vermin­         Dies gilt vor allem für die öffentlichen Löhne und Gehälter.
dert werden. Diese Ausrichtung der Haushaltspolitik dürfte      Angesichts der schwierigen Beschäftigungssituation ist Lohn­
mit einem anhaltenden Wachstum des realen BIP im Jahre          dämpfung in der Gesamtwirtschaft ein wesentlicher Faktor
1988 vereinbar sein . Bei einem solchen finanziellen Zwang      zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Wiederher­
sind Steuerentlastungen im Jahre 1988 ausgeschlossen,           stellung eines durch die Entwicklung der Investitionen und
obwohl die Haushaltsbehörden Möglichkeiten zur Erweite­         der Ausfuhren gestützten gesunden Wachstums. Es ist
rung der Besteuerungsgrundlage und zur Rationalisierung         wesentlich , daß die mit dem Programm zur wirtschaftlichen
der Steuerstruktur in späteren Jahren erwägen sollten. Bei      Wiederbelebung verbundene Lohnmäßigung erreicht wird.
Entscheidungen über etwaige Kürzungen der öffentlichen          Außerdem sollte man die Ausweitung der Sozialtransfers
Ausgaben sollte man sich auf die Bereiche konzentrieren, in     begrenzen und die Leistungen stärker nach dem Bedarf
denen Einsparungen auch auf mittlere Sicht möglich sind.        ausrichten .
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 58                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                       31 . 12 . 87
                                                 Irland: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                               (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                          1983              1984                1985            1986 (')           1987 (2 )         1988 ( 2 )
                           nominal                          9,7             11,1                  6,1               5,4                5,5              4,1
Bruttoinlands­
                           real                          - 0,6                3,2                 1,1            - 0,3                 2,5              1,3
produkt
                           Deflator                       10,3                7.7                 5,0               5,7                2,9              2,7
Privater Verbrauch-Deflator                                 8,6               9,4                 4,5               3,6                3,0              3,2
                           privat                                                                 4,7               2,0                5,3              6,8
Bruttoanlage­
investitionen              öffentlich                                                          - 5,2             - 8,0               - 8,0            - 6,5
in Volumen
                           insgesamt                     - 9,0              - 2,4              - 4,4             - 2,3               - 0,7              1,0
     davon : Bauten                                     - 14,4              - 3,9              - 9,6             - 5,3               - 5,0            - 4,1
              Ausrüstungen                               - 2,3              - 0,9                 0,9               0,3                3,0              5,0
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                  - 2,9                0,2               - 1,3               0,8                0,0              0,2
Abstand zu den anderen Ländern
der Gemeinschaft ( 3 )                                   - 2,9              - 1,7              - 3,6             - 2,9               - 2,8            - 2,3
                           nominal                         11,9              11,8                 6.5               6,1                6,1              4,9
Pro-Kopf-Löhne             real A ( 4 )                  - 1,4                3.8                 1,4               0,4                3,1              2.1
                                B (4)                       3,0               2,2                 1,9               2,4                3,0              1,6
Produktivität ( 5 )                                         0,0               6,2                 4.6               0,1                2,8              1,1
Reale Lohnstückkosten ( 6 )                               - 0,2             - 0,5               - 2,3               0,3                0,3              0,9
Wettbewerbsfähigkeit ( 7)                                   2,4             - 2,2               - 0,2               7,4              - 2,1              0,8
Beschäftigung                                             - 1,9             - 1,9               - 2,2             - 0,4              - 0,3              0,2
Registrierte Arbeitslose in % der
zivilen Erwerbspersonen (8 )                               14,9              16,6                17,9              18,4               18,5             18,2
Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                         - 6,3             - 5,5               - 3,2             - 1,8              - 1,1            - 0,3
Langfristiger Zinssatz                                     13,9              14,6                12,6              11,1               11,3             10,5
Geldmenge ( ® )                                             5,6              10,1                 5,3             - 1,0                9,3              6,4
Finanzierungssaldo des Staates
in % des BIP                                            - 11,8              - 9,7             - 11,4            - 11,2             - 10,0             - 7,5
öffentliche Schuld in % des BIP                          107,4             113,3               117,9             133,2              136,0             138,0
Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
in % des BIP                                                9'X               9,6                10,6              10,9               10,3             10,2
                                                                                                                             i
(')   Schätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987.
(2 )  Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen , September 1987 , unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
(3)   Differenz in Prozentpunkten .
(4 )  A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs.
(5)   Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
(6 )  Verhältnis zwischen der realen Bruttolohn- und -Gehaltssumme je abhängig Beschäftigten und der Produktivität.
( 7) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
      an Wettbewerbsfähigkeit.
(') SAEG-Definition.
(*) M3 ; Jahresende.
 ---pagebreak---                                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr . L 394 / 59
31 . 12. 87
                                                             ITALIEN
In Italien haben 1987 die verzögerten Auswirkungen des             Die Haushaltspolitik bleibt nämlich mit dem strukturellen
Ölpreisverfalls, die zu Beginn des Jahres im Rahmen der            Problem der Höhe des Defizits und der anhaltenden Tendenz
dreijährlichen Tarifverhandlungen beschlossenen Lohnerhö­           zur zunehmenden Verschuldung konfrontiert, die nach der
hungen und eine etwas beschleunigte Zuwachsrate der                 neuen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ( J ) 90% des
staatlichen Ausgaben zu einer raschen Zunahme der Inlands­          BIP ausmacht. Der im Juni 1986 genehmigte mittelfristige
nachfrage und der Einfuhren geführt. Die kräftige Nachfrage         Plan zielte darauf ab, dieses Verhältnis bis 1990 zu stabili­
hat die Handelsbilanz belastet, was die Behörden gleich nach        sieren, indem bei unveränderter Steuerbelastung das die
Bildung der aus den vorgezogenen Wahlen vom 15 . Juni               Zinszahlungen überschreitende Defizit abgebaut und der
hervorgegangenen neuen Regierung veranlaßt hat, eine                Schuldendienst bei rund 6 % des BIP konstant gehalten wird.
restriktivere Geld- und Kreditpolitik einzuschlagen und ein         Dadurch würde sich das Defizit des Schatzamtes in Prozent
Bündel von steuerlichen Maßnahmen zu treffen , um den               des BIP gegenüber dem Niveau von 1986 um nahezu die
Verbrauch der privaten Haushalte zu dämpfen und eine                Hälfte verringern, jedoch unter der Bedingung eines realen
 Zunahme der inflationären Erwartungen zu vermeiden .               Wachstums von durchschnittlich 3,5% bis 1990 und einer
                                                                    ab 1988 auf 3% zurückgeführten Inflatiönsrate. Allerdings
Für das Jahr 1987 insgesamt wird die Inlandsnachfrage um            haben die gegenüber den Vorausschätzungen langsamere
 über 4% zunehmen, der reale Außenbeitrag wird sich                 Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivität und die seit Ende
                                                                    1986 beobachtete Tendenz der realen Zinssätze eine Über­
 gegenüber 1986 — auch wegen des Rückgangs der Exporte              arbeitung dieser Projektionen nötig gemacht. Der neue
 — um das Dreifache verschlechtern , und das BIP wird um            makroökonomische           Rahmen    sieht   für    die   Periode
 rund 3% wachsen . Trotz relativ günstiger Ergebnisse im
 Fremdenverkehr wird der im Vorjahr erzielte Leistungsbi­            1988—1990 ein jährliches Wachstum von etwas mehr als
 lanzüberschuß zum großen Teil absorbiert. Das seit Juli            3 % und einen fortgesetzten Abbau der Inflation vor. Das
 beobachtete Wiederanziehen der Inflation dürfte sich noch          Ziel , den Nettosaldo , der vom Schatzamt außerhalb der
 eine gewisse Zeit fortsetzen, was mit der im August beschlos­      Zinszahlungen zu finanzieren ist, auszugleichen, ist wieder
 senen Anhebung verschiedener indirekter Steuern zusam­              bestätigt worden, was noch Platz für eine geringe Erhöhung
                                                                    der öffentlichen Schuld in bezug auf das BIP am Ende des
 menhängt. Zwar hat die Beschäftigimg im Dienstleistungs­
 sektor weiter zugenommen, doch wurden die Neueinstellun­           Jahrzehnts läßt.
 gen in der Industrie durch die schwache Entwicklung auf den
 Ausfuhrmärkten und eine gewisse Verschlechterung der                Dieses Ziel erscheint ehrgeizig, besonders im Lichte der
 Einschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung durch die           Entwicklung der Staatsfinanzen 1987. Obwohl der Finanz­
 Unternehmer gebremst. Die Arbeitslosenquote hat sich                bedarf des Schatzamtes 1987 102 000 Milliarden Lire
 weiter erhöht .
                                                                     ( 10,5% des BIP) nicht hätte übersteigen sollen, wird das
                                                                     Ergebnis dicht bei 110 000 Milliarden Lire liegen, und zwar
  1988 dürften eine etwas verlangsamte Zunahme der verfüg­           aufgrund der Beschleunigung des Ausgabentempos, was
 baren Einkommen der privaten Haushalte sowie die im                 unter anderem aus der Anwendung der neuen Lohnverein­
 haushalts- und kreditpolitischen Bereich getroffenen Maß­           barungen resultiert. Für 1988 beabsichtigt die Regierung —
 nahmen zu einer etwas weniger raschen Ausweitung der                laut ihrem im November gebilligten revidierten Haushalts­
  Inlandsnachfrage führen. Infolge der beschleunigten Zunah­         entwurf — , den zu finanzierenden Nettosaldo auf 103 500
  me der Ausfuhren, denen ein dynamischeres Wachstum auf             Milliarden Lire zu begrenzen, womit er auf 9,9% des BIP,
  den Auslandsmärkten zugute kommen dürfte, kann jedoch              d.h. geringfügig unter das ursprüngliche Ziel von 1987 ,
  der negative Beitrag des außenwirtschaftlichen Defizits real       gedrückt würde, aber noch eine Differenz von 2V2 Prozent­
  merklich verringert werden. Insgesamt dürfte das reale BIP         punkten im Vergleich zu dem für 1990 angestrebten Defizit
  um fast 3 % und damit kaum langsamer als 1987 wachsen .            (ungefähr 7,5% des BIP) bliebe. Der revidierte Haushalts­
  Unter diesen Bedingungen und in der Annahme einer Stabi­           entwurf macht Ermäßigungen bei der Einkommensteuer
  lisierung der Terms of trade dürfte die Leistungsbilanz nur         (IRPEF) abhängig von der Erreichung des Ziels für die
  ein ziemlich niedriges Defizit aufweisen. Die Arbeitslosen­         Inflationsrate und schiebt die Mehrwertsteuererhöhung auf.
  quote dürfte sich gegenüber 1987 kaum verändern.                   Neue Einnahmen werden besonders von der Heraufsetzung
                                                                      bestimmter indirekter Steuern und einer beschleunigten
  Die bei der Erneuerung der Tarifverträge eingegangene               Einziehung der direkten Steuern erwartet. Dennoch werden
  Verpflichtung, daß Lohnerhöhungen über die bereits verein­          wichtige Einsparungen bei den Ausgaben, besonders im
  barten hinaus nicht zugestanden werden, und die restriktive         Gesundheitswesen, nötig sein, um das öffentliche Defizit
  Geld- und Kreditpolitik lassen eine Verlangsamung der               1988 zu begrenzen. Es handelt sich in der Tat um einen
  Inflation im Laufe des Jahres 1988 als vermutlich erscheinen.       wichtigen Schritt zur Verwirklichung des für 1990 geplanten
  Das Ausmaß der langsameren Preisentwicklung bleibt jedoch           Haushaltssaldos, der nicht nur für das Gleichgewicht der
  ungewiß. Das diesbezügliche Ziel der Regierung (+ 4,5%
  im Durchschnitt des Jahres 1988 ) setzt eine gewisse Verlang­       (*) Im Rahmen einer 1987 veröffentlichten Revision der Volkswirt­
  samung des Preisanstiegs im Jahresverlauf (um rund einen                schaftlichen Gesamtrechnung ist das BIP 1985 um 17,7%
  Punkt von Januar bis Dezember) voraus, die nicht ganz                   angehoben worden, wodurch sich einige in Prozent des BIP
   gesichert erscheint, und zwar weder durch die Produktivi­              ausgedrückte Haushaltsindikatoren (öffentliche Schuld, Finan­
   tätstendenz noch durch die Entwicklung der öffentlichen                zierungssaldo , Anteil der Zwangsabgaben usw.) automatisch
   Finanzen, insbesondere der Ausgaben .                                  verringert haben .
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Staatsfinanzen, sondern auch für die Rückkehr zu dauerhaf­         nehmensinvestitionen müßten die Hauptstütze für ein hinrei­
ter monetärer Stabilität bedeutsam ist .                           chend rasches und gesundes Wachstum der italienischen
                                                                   Wirtschaft werden .
Die zunehmend restriktive Ausrichtung der Geldpolitik im
Jahre 1987 war wegen der stark beschleunigten Kreditnach­          Der eingeschlagene wirtschaftspolitische Kurs — strenge
frage des privaten Sektors und des Überziehens der Haus­           Geld- und Kreditpolitik und flexible Lohnanpassungen —
haltsziele erforderlich . Die festgelegten Höchstgrenzen für       liegt gewiß den positiven Ergebnissen der letzten Jahre
die Ausweitung der wichtigsten Kreditaggregate bis zum             zugrunde . Mit Blick auf die Schaffung eines einheitlichen
Jahresende (6 bis 9 % für den Kredit an den privaten Sektor        Binnenmarktes bis 1992 dürfte es notwendig sein , die
und 11 % für den gesamten Inlandskredit auf der Grundlage          internen Strukturen zu stärken , damit der Zusammenschluß
eines Defizits des Schatzamtes von 10 000 Milliarden Lire)         der Märkte zur Erhöhung des Wachstumspotentials beiträgt.
sind im ersten Halbjahr überschritten worden . Die sich            In diesem Zusammenhang stellen die Sanierung der öffentli­
anspannende Situation des Kapitalmarkts hat im Verlauf des         chen Finanzen und die Liberalisierung des Kapitalverkehrs
dritten Quartals nicht aufgehört , was zu mehrfachen Anhe­         zwei vorrangige Ziele dar. Insbesondere - die Öffnung der
bungen der Zinssätze führte . Diese Maßnahmen müssen               Kapitalmärkte würde den Finanzinstitutionen gestatten, die
ebenfalls im Zusammenhang gesehen werden mit den neuen ,           Anlagemodalitäten zu diversifizieren und die Durchlässigkeit
im Mai getroffenen Vorschriften bezüglich der Liberalisie­         der Finanzmärkte zu erhöhen . Zum anderen haben die
rung der Kapitalbewegungen, die das obligatorische zinslose        Behörden eine außerordentlich wichtige Rolle bei der Stär­
Bardepot, fällig beim Kauf ausländischer Wertpapiere , abge­       kung der Produktionskapazität zu spielen; sie setzt eine
schafft haben. Somit konnte die Kommission Anfang August           Verbesserung der wirtschaftlichen Infrastruktur sowie eine
 1987 die Italien erteilte Ermächtigung zur Anwendung der          Reorganisation der öffentlichen Dienstleistungen voraus . Im
Schutzklausel gemäß Artikel 108 Absatz 3 EWG-Vertrag               gleichen Kontext erscheint es angezeigt , die energiepoliti­
aufheben. Da allerdings die Kapitalabflüsse seit dem Sommer        schen Optionen angesichts der starken Abhängigkeit Italiens
zugenommen haben und ein Teil des Inlandskredits für diese         und der Gefahren, die eine Verteuerung der Ölrechnung für
Transaktionen verwendet worden sein dürfte, haben die              das Zahlungsbilanzgleichgewicht mit sich bringt, zu über­
Währungsbehörden Maßnahmen zur Einschränkung des                   prüfen.
Bankkredits unlängst wieder eingeführt . Wegen der mögli­
chen Gefahren für das interne und externe Gleichgewicht            So ist die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der italieni­
dürfte eine mäßigende Ausrichtung der Geldpolitik im Jahr          schen Wirtschaft ein Schlüsselelement für die Fortführung
 1988 wünschenswert sein. Es wäre angezeigt, für die wich­         eines gesunden Wachstums und einen Abbau der Arbeitslo­
tigsten Aggregate indikative Zuwachsraten vorzusehen , die         sigkeit . Zwar verlief das wirtschaftliche Wachstum in den
 mit einem Wachstum des nominalen BIP von 7,5 % vereinbar          letzten Jahren verhältnismäßig zufriedenstellender als in den
 sind .                                                            meisten anderen Ländern der Gemeinschaft, doch nahm die
                                                                   Inlandsnachfrage mit Ausnahme von 1986 viel schneller als
Zwar können die Reform der Lohnindexierung und die für             in der übrigen Gemeinschaft zu, während der reale Wechsel­
 die nächsten Jahre vorgesehenen Lohnerhöhungen in den              kurs der Lira bis Anfang 1987 anstieg. Die Geld- und
 einzelnen Produktionsbereichen einen tendenziell verlang­         Haushaltspolitik müssen gemeinsam dazu beitragen, den
 samten Preisauftrieb begünstigen , soweit keine weiteren           Kostenauftrieb wie auch die Ausweitung der Inlandsnachfra­
 Erhöhungen zu den bereits geplanten hinzukommen , doch             ge in einem mit der Aufrechterhaltung des außenwirtschaft­
 dürfte längerfristig kaum mit einem ausgeprägteren Infla­         lichen Gleichgewichts zu vereinbarenden Maße zu begren­
 tionsabbau zu rechnen sein , wenn die Investitionen nicht          zen . Der Aktionsspielraum der Behörden wäre natürlich
 stark zunehmen. Dies ist das einzige Mittel , um die außen­        größer, wenn es der Gemeinschaft im Rahmen einer gemein­
 wirtschaftliche Abhängigkeit auf Dauer zu verringern und           samen Aktion gelänge , den innergemeinschaftlichen Handel
 den Produktivitätsfortschritt zu beschleunigen . Die Unter­        stärker auszuweiten .
 ---pagebreak---                                                                                                                                               Nr . L 394 / 61
31 . 12 . 87                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                 Italien: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                              (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                          1983             1984                1985              1986              1987 (»)         1988 (»)
                                                                            14.1                11,8              11,0                8,7              7.6
                           nominal                         15,9
Bruttoinlands­                                                                3,5                 2.7               2,7               3,0              2,8
                           real                              0,5
produkt                                                                                           8,9               8,0               5,5              4,7
                           Deflator                        15,3             10.2
                                                           14,9             11,4                  9,3               6,3               4,8              4,9
Privater Verbrauch-Deflator
                           privat
 Bruttoanlage­
 investitionen             öffentlich
 in Volumen                                               - 1,6               4,4                 3.3               1,2                3,5              2,8
                           insgesamt
                                                             0,8              0,6               - 0,5            - 0,7                 1,0              2,1
       davon : Bauten
                                                          - 4,2               8,9                 7.4               3,1                6,0              3,5
               Ausrüstungen
                                                          - 0,4               4,4                 3.1               3,2                4,5              3,3
 Interne Nachfrage zu konstanten Preisen
 Abstand zu den Ländern
                                                           - 1,8              3.0                 1,1            - 0,6                 2,0              i ,0
 der Gemeinschaft ( 2 )
                            nominal                         16,0             11,4                10,2                7,7               8,3              6,0
                                                             0,6               1.1                 1.2            - 0,3                2,8              1,3
 Pro-Kopf-Löhne             real A ( 3 )
                                                              1,0                                  0,8               1,4               3,5              1,1
                                  B (3)
                                                             0,1               3,4                 1.8               !'9               3,0              2,1
  Produktivität (4 )
                                                              1 »°          - 2,6               - 0,5             - 0,6                0,3            - 1,1
  Reale Lohnstückkosten
                                                            11,9               2,0                 3,1             10,5                7,2              2,9
  Wettbewerbsfähigkeit ( s )
                                                              0,5              0,8                 1,4               0,8               0,3              0,2
  Beschäftigung
  Registrierte Arbeitslose in % der                                                                                13,0               14,2             14,3
  zivilen Erwerbspersonen (6 )                              10,9             11,9                12,9
                                                                                                - 0,7                0,8               0,2               0
  Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                           0,4           - 0,6
                                                            18,0             14,9                14,3              11,7               10,9             11,6
  Langfristiger Zinssatz
                                                            13,2             12,1                11,1                9,4                8,9              6,6
  Geldmenge ( 7 )
  Finanzierungssaldo des Staates                                                                                                    - 10,4           - 10,4
  in % des BIP                                            - 11,0           - 10,8              - 12,3            - 11,3
                                                            72,1             77,7                84,6               88.6              93,6             97,9
  Öffentliche Schuld in % des BIP
  Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld                                                                            8.5               7,7              7,9
  in % des BIP                                                7,5              7,6                 8,1
   ( 1 ) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
   (2 ) Veränderung in Prozentpunkten.
   (3) A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs.
   (4) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.                                          ,            ,    . ..       D .. _ ,, _
   (5) Realer effektiverWechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstuckkosten. Positive Zahl - Verlust
         an Wettbewerbsfähigkeit.
   (6 ) SAEG-Definition.
   (7) Jahresende.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 62                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 31 . 12 . 87
                                                           LUXEMBURG
In Luxemburg hat sich das Wirtschaftswachstum 1987                  der Körperschaftssteuern . Die kumulierte steuerliche Entla­
abgeschwächt, und die Zuwachsrate des Bruttoinlandspro­             stung der Unternehmen und der privaten Haushalte wird sich
dukts ist auf real 2% zurückgegangen . Eine merkliche               1988 auf etwa 3,7 % des BIP belaufen, ohne daß dadurch das
Erhöhung des verfügbaren Einkommens der privaten Haus­              Haushaltsgleichgewicht in Frage gestellt wird.
halte, gestützt unter anderem durch Steuerentlastung, kam           Die Lohnentwicklung dagegen ist bedenklich , wenn man
dem Verbrauch der privaten Haushalte zugute , während sich          berücksichtigt , daß Luxemburg eine sehr offene Wirtschaft
die Bruttoanlageinvestitionen in der Industrie, die in den          hat und daß man nicht nur die Rentabilität der Unternehmen
vorangegangenen Jahren stark zugenommen hatten, etwas               verbessern , sondern vor allem deren Wettbewerbsposition
zögernd entwickelten , was sich insbesondere aus der nach­          wahren muß . In der Gesamtwirtschaft sind die Pro­
lassenden Nachfrage im Stahlsektor erklärt . Wegen des              Kopf-Löhne 1987 real um 3,9% gestiegen, und nach den
schlechten Absatzes der Produkte dieser Industrie hat übri­         Vorausschätzungen für 1988 ist eine Erhöhung zu erwarten ,
gens auch die Gesamtausfuhr langsamer zugenommen. Die               die mit rund 2,0% weit über dem Produktivitätsanstieg
Einfuhr hat sich ebenfalls verlangsamt. Die Inflation ist dank      (0,4% im Jahr 1986 und 1,2% im Jahr 1987) liegt. Die
des Rückgangs der Einfuhrpreise mäßig geblieben , und die           Lohnanhebungen und die Soziallasten könnten die Möglich­
Arbeitslosenquote hat sich kaum erhöht.                             keiten der wirtschaftlichen Entwicklung auf längere Sicht
                                                                    beeinträchtigen .
Im Jahre 1988 dürfte die Entwicklung des Bruttoinlandspro­
dukts real ungefähr 1,8 % betragen. Angesichts des rückläu­         Die Politik der Diversifizierung und Umstrukturierung des
figen Stahlabsatzes dürfte die Gesamtausfuhr nur langsam            Produktionsapparats hat nicht nur die Abhängigkeit der
                                                                    Wirtschaft von der Stahlindustrie vermindert, sondern auch
zunehmen . Die Pro-Kopf-Löhne dürften sich zwar in ver­
gleichbarem Umfang wie im Vorjahr erhöhen , doch werden             die Möglichkeit gegeben , gleichzeitig neue Arbeitsplätze zu
die Auswirkungen der an die privaten Haushalte gewährten            schaffen. Außerdem haben spezifische Maßnahmen, wie die
Steuererleichterungen geringer sein, und der Anstieg ihres          Vorruhestandsregelung, dazu beigetragen , die Arbeitslosen­
verfügbaren Einkommens wird real geringer sein als 1987 .           zahl sehr niedrig zu halten . Die Regierung hat die Berufsbe­
Der private Verbrauch dürfte deshalb langsamer zunehmen             ratung und Berufsausbildung aktiviert , um den Arbeitslosen­
als im Vorjahr. Bei den Investitionen der Unternehmen               sockel abzubauen. Außerdem ist vorgesehen , den gesetzli­
dürfte die Tendenz zur Verlangsamung, die 1987 eingesetzt           chen Rahmen zu schaffen, um mit Zustimmung der beteilig­
                                                                    ten Parteien die Flexibilität des Arbeitsmarktes zu erhö­
hat, anhalten . Im Wohnungsbau könnte sich die Entwick­             hen .
lung stabilisieren . Der Preisauftrieb des privaten Verbrauchs
könnte sich unter dem Einfluß höherer Einfuhrpreise recht           Im Jahre 1988 dürfte der Finanzierungsüberschuß des Staates
deutlich beschleunigen. Obwohl die Freisetzungen im Stahl­          etwas größer ausfallen als 1987 . Die Erhöhung der öffent­
sektor nur wenig Auswirkungen auf die Arbeitslosenquote             lichen Ausgaben kann die Folgen der schwachen Aus­
haben werden, wird sich diese kaum verbessern.                      landsnachfrage nicht wettmachen , doch leistet die im Rah­
                                                                    men des Haushaltsplans 1987 und 1988 zugestandene
Die Wirtschaftspolitik im Großherzogtum entspricht unter            Verminderung der direkten Besteuerung der Linternehmen
zahlreichen Gesichtspunkten den Grundzügen der koopera­             einen wertvollen Beitrag zur Diversifizierung der Wirt­
tiven Wachstumsstrategie für mehr Beschäftigung. Der                schaftsstruktur. Außerdem wird die Verminderung der indi­
Haushaltsspielraum, der sich im Zuge der voranschreitenden          viduellen Steuerbelastung den Verbrauch stützen . Eine
Umstrukturierung der Stahlindustrie ergab , wurde in einer          gewisse Vorsicht bei den Ausgaben bleibt aber geboten , da
ersten Phase zur Wiederauffüllung der Investitionsfonds des         die sozialpolitischen Maßnahmen (Vorruhestand , Renten ,
Staates benutzt und dient jetzt zur Stärkung der Wettbe­            Löhne im öffentlichen Sektor) zweifellos den Haushaltsspiel­
werbsfähigkeit der Unternehmen , vor allem durch Senkung            raum einengen .
 ---pagebreak---                                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        Nr . L 394 / 63
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                                              Luxemburg: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983-1988
                                                                                                                   (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                        1983           1984            1985            1986 (')        1987 (2 )        1988 (2 )
                           nominal                      11,2           12,1               5,5              6.7            4,6               4,0
Bruttoinlands­                                                           5,5              2,9              2,5            2,0               1,8
                           real                            3,2
produkt                                                                                                                                     2,2
                           Deflator                        7.7           6,3              2,5              4,1             2,5
Privater Verbrauch-Deflator                                8,1           6,4              3,3              0,3             0,5              2,3
                           privat                       - 8,0          - 0,6              2.6              5,3             2,8              1,2
Bruttoanlage­
investitionen               öffentlich                  - 9,0          - 3,7              0,6              3,1             2,2              3,2
in Volumen                                                             - 1,3              2,1              4,8             2,7              1,7
                            insgesamt                   - 8,3
      davon : Bauten                                    - 8,6          - 3,1              1,2              3,2             3,0              1,8
               Ausrüstungen                             - 7,5            2,5              4,0              7,9             2,0              1,5
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                    0,5           1,7              0,8              3,7             3,3              2,1
Abstand zu den anderen Ländern
der Gemeinschaft ( 3 )
                            nominal                        6,9           7,0              4,1              4,0             4,4              4,2
Pro-Kopf-Löhne              real A ( 4 )                - 0,7            0,7              1,5            - 0,2              1,8             1,9
                                 B (4)                  - 1,1            0,5              0,7              3,6             3,9              1,9
Produktivität ( s )                                        3,9           4,6              1,6              0,4             0,4              1,2
 Reale Lohnstückkosten                                  - 4,5          - 3,7            - 0,1            - 0,5              1,5             0,7
 Beschäftigung                                          - 0,4            0,6              1,4              2,4              1,0             0,4
 Registrierte Arbeitslose in % der
 zivilen Erwerbspersonen (s )                              1,6            1,7              1,6             1,4              !,5              1,4
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                       38,5           38,9             41,9             40,4           38,7              37,8
 Langfristiger Zinssatz                                    9,8          10,3               9.5              8,7           ( 8,2 )
 Geldmenge ( 7 )
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                              0,2           2,0               4,4             3,9              2,8              3,1
 Öffentliche Schuld in % des BIP                          14.6          14,6             14,4             14,7            14,7             14,8
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                               1,0           1,2              1,3              1,3             1,3              1,1
 (') Schätzungen der Kommissionsdienststellen , September 1987 .
 (2) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
 ( 3 ) Differenz in Prozentpunkten.
 (4) A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs.
 (5) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
 (*) SAEG-Definition .
 ( 7) Jahresende.
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 31 . 12 . 87
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                                                          NIEDERLANDE
In den Niederlanden verlangsamte sich 1987 das reale               zu erhöhen, sondern möglichst «her zu senken und die
BIP-Wachstum auf rund 1,7% , vor allem wegen einer                 Kaufkraft der Haushalte insgesamt zu wahren. Angestrebt
Abschwächung der Binnennachfrage. Wie schon im Vorjahr             wird eine Verringerung der Arbeitslosigkeit bis 1990 um
stieg der private Verbrauch 1987, angeregt durch einen             200 000 auf 500 000 Personen .
erheblichen Anstieg der verfügbaren Realeinkommen der
privaten Haushalte, real um fast 3% , der öffentliche Ver­         Auf dem Gebiet der Haushaltspolitik ist im Regierungspro­
brauch dagegen und die Investitionen verlangsamten sich .          gramm ein Abbau des Haushaltsdefizits des Zentralstaats
Nach mehrjähriger stetiger Ausweitung schwächten sich die          von 8 % des Nettovolkseinkommens im Jahre 1987 auf 7 %
Investitionen der Unternehmen , insbesondere die Käufe von         im Jahre 1988 , auf 6% im Jahre 1989 und auf 5,25% im
Ausrüstungsgütern, deutlich ab, und die öffentlichen Investi­      Jahre 1990 vorgesehen. Entsprechend der erklärten Absicht,
tionen gingen vor allem wegen der Fertigstellung der großen        die Belastung durch Steuern und steuerähnliche Abgaben
Wasserbauprojekte zurück. Während der Absatz von Erdgas            nicht zu erhöhen , setzt die Haushaltssanierung im wesent­
im Ausland gegenüber 1986 weiter nach unten tendierte,             lichen bei den Ausgaben an. Erhebliche Einsparungen sollen
entwickelten sich die Ausfuhren von Fertigwaren trotz der          durch das Einfrieren der sozialen Übertragungen, eine
starken Aufwertung des Guldens in den Jahren 1986 und              beträchtliche Verringerung der Subventionen für den priva­
1987 relativ lebhaft. Diese Exportleistung konnte nur bei          ten Sektor und einen Rückgang der Beschäftigtenzahl im
verringerten Gewinnspannen erreicht werden.                        öffentlichen Dienst erzielt werden .
Teilweise aufgrund der Zunahme der Teilzeitarbeit wuchs             Die Verwirklichung dieser Ziele hängt von verschiedenen
die Beschäftigtenzahl 1987 um 1,4% und die Arbeitslosig­           Voraussetzungen ab: relativ günstige weltwirtschaftliche
keit ging zurück; damit nahm die Arbeitslosigkeit erneut ab.        Rahmenbedingungen, die Stabilisierung der Lohnquote von
Der Handelsbilanzüberschuß ist spürbar geschrumpft. Folg­           1986 bis 1990 , Anstieg der Beschäftigung (gemessen in
lich hat sich der Leistungsbilanzsaldo von nahezu 3 % des           Mann-Jahren) von mehr als 3% im gleichen Zeitraum,
BIP im Jahre 1986 auf 1,9% im Jahre 1987 verringert.                Verkürzung der Arbeitszeit und eine Ausweitung der Teil­
                                                                    zeitarbeit. Jede weniger günstig verlaufende Wirtschaftsent­
 1988 dürfte das Wachstumstempo des Bruttoinlandspro­               wicklung würde zusätzliche Anstrengungen notwendig
 dukts, das — wie schon 1987 — vom Rückgang der                     machen , wenn die von der Regierung erwünschte Anpassung
 Energieproduktion gebremst wird, sich weiter verlangsamen          tatsächlich erreicht werden soll .
 und real knapp 1,2% betragen. Die Warenausfuhr wird
 etwa im gleichen Maße ansteigen wie 1987, doch dürfte sich
 das Wachstum der Binnennachfrage stark abschwächen .               Während seit 1983 bei der Sanierung der Staatsfinanzen ein
                                                                    klarer Fortschritt festzustellen war — das Nettodefizit der
 Insbesondere aufgrund der geringen Lohnerhöhungen dürfte
 die, Zunahme des verfügbaren Einkommens der privaten               öffentlichen Hand konnte verringert werden —, erzwangen
 Haushalte real kaum über 1,2% liegen . Selbst wenn man             die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Aus­
                                                                    fälle bei den NichtSteuereinnahmen 1986 und 1987 eine
 unterstellt, daß die Sparquote gegenüber dem Vorjahr
 zurückgeht, würde der private Verbrauch nur langsam                Unterbrechung auf dem Weg zur Erreichung der Mehrjah­
 zunehmen. Tritt keine spürbare Verbesserung der außen­             resziele . 1988 dürfte sich die Haushaltspolitik in ihren
 wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein , so dürften die            Grundzügen von der gegenwärtig praktizierten, die vor allem
 Unternehmensinvestitionen 1988 kaum zunehmen und die               einen übermäßigen Anstieg der Ausgaben verhindert, kaum
                                                                    unterscheiden .
 Investitionen des Staates stagnieren. Nachdem die Verbrau­
 cherpreise gesunken sind, könnten sie wieder ein wenig
 ansteigen, da der Preisrückgang beim Erdgas und den                 Ein Wachstum des Steueraufkommens , das die Vorausschät­
 Einfuhrpreisen sich immer weniger stark auswirkt. Trotz             zungen übertraf, veranlaßte die Regierung, die Besteuerung
 einer leichten Verschlechterung der Terms of trade dürfte          der persönlichen Einkommen um 1 ,35 Milliarden Gulden im
 sich der Leistungsbilanzüberschuß auf dem Niveau von 1987          Jahre 1988 zu senken. Gleichwohl hat die Möglichkeit, daß
 stabilisieren. Die Beschäftigtenzahl dürfte vor allem dank der      die Ausgaben die Budgetansätze überschreiten, die Regie­
 Durchführung von Beschäftigungs- und Ausbildungspro­                rung veranlaßt, weitere Ausgabenschnitte zusätzlich zu den
 grammen sowie der Ausweitung der Teilzeitarbeit um ca.              bereits geplanten durchzuführen. Dies führt zu einer leichten
  1% zunehmen ; die Arbeitslosenquote würde dementspre­              Abweichung vom Haushaltsziel (das Defizit des Zentralstaa­
 chend auf ungefähr 11 % der Erwerbsbevölkerung sinken.              tes beträgt 1988 7,2% des Nettovolkseinkommens, wäh­
                                                                     rend das ursprüngliche Ziel 7 % war und das entsprechende
 Die neue Regierung, die ihre Tätigkeit im Juli 1986 aufge­          Defizit für 1987 7,6% beträgt). Diese Verfehlung des
 nommen hat, führt den seit Herbst 1982 verfolgten wirt­             gesteckten Ziels hält sich in annehmbaren Grenzen, berück­
  schaftspolitischen Kurs weiter. So war es möglich, das Defizit     sichtigt man die ungünstigen Wachstumsbedingungen,
  des öffentlichen Sektors spürbar zu senken, den Beschäfti­         innerhalb deren die Sanierung der Staatsfinanzen sich zur
  gungsstand zu heben und die Funktionsweise des Arbeits­            Zeit vollzieht. Angesichts der weiter ansteigenden Zinsbela­
  marktes flexibler zu gestalten. In der Koalitionsvereinbarung      stung durch die Staatsschuld bis 1991 werden jedoch in den
  wurde die Notwendigkeit betont, die wichtigsten Ungleich­          folgenden Jahren etwas stärkere Anstrengungen bei den
  gewichte — das Haushaltsdefizit und die hohe Arbeitslosig­         Ausgabenkürzungen notwendig, sollen die Mehrjahresziele
  keit — abzumildern, dabei jedoch die Gesamtbelastung nicht         erreicht werden .
 ---pagebreak---                                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr . L 394 / 65
31 . 12 . 87
Seitens der Zentralbank wird der Stabilität der Parität          an die unterschiedlichen Produktivitätssteigerungen in den
zwischen Gulden und Deutscher Mark höchster Vorrang              einzelnen Sektoren angepaßt werden können und somit der
eingeräumt. Das damit verbundene Zinsgefälle könnte sich         Anstieg der Reallöhne insgesamt gedämpft werden kann. Die
nach und nach verringern , wenn weiterhin geringe Preisstei­     Maßnahmen , mit denen die Funktionsweise des Arbeits­
gerungen antizipiert werden. Die Investitionsneigung würde       marktes flexibler gestaltet werden soll, betreffen außerdem
damit angeregt werden. Hinsichtlich der Geldmengenziele          das Einfrieren des Mindestlohns . Seine Höhe beeinflußt die
haben die Währungsbehörden Ende 1986 eine Vereinbarung           verschiedenen Primäreinkommen und ist für die Lohnkosten­
geschlossen, wonach die Banken für zwei Jahre ihre Liqui­        entwicklung der Unternehmen von Bedeutung, da die Höhe
ditätserhöhung auf 11 bis 12% begrenzen. Die von der             des Durchschnittslohns eng mit ihr verknüpft ist. Da sich der
Zentralbank festgesetzten Geldmengenziele dürften geeignet       Staat formell aus dem Lohnfindungsprozeß zurückgezogen
sein, für eine angemessene Liquidität der Wirtschaft zu          hat, wird die Entwicklung der realen Arbeitskosten mehr von
sorgen und gleichzeitig die Stabilisierung einer niedrigen       den Marktmechanismen und dem Verhalten der Sozialpart­
Inflationsrate zu begünstigen.                                   ner abhängen. Durch die Verringerung der individuellen
                                                                 Steuerbelastung trägt die Regierung auch zum Ziel der
                                                                 Lohnmäßigung bei. Da die Produktivitätsfortschritte gering
Trotz der restriktiven Haushaltspolitik sind im Haushalt         bleiben, dürfen die Realeinkommen nur in sehr begrenztem
nicht unbeträchtliche Mittel für berufsbildende Maßnahmen        Umfange steigen, wenn der 1985 und 1986 in Gang
und für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Jugendliche und     gekommene investitionsgetragene Wachstumsprozeß, der
ältere Arbeitslose angesetzt. Außerdem werden die Tarifver­      seither jedoch erneut Schwächetendenzen aufweist, unter­
handlungen weiter dezentralisiert, womit die Löhne besser        stützt werden soll .
 ---pagebreak---                                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                       31 . 12 . 87
Nr . L 394 / 66
                                               Niederlande: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983-1988
                                                                                                                             (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                         1983              1984                1985            1986 (")          1987 (2 )        . 1988 ( 4 )
                          nominal                           3,3              5,0                 4,1               3.1                0,7               1,7
Bruttoinlands­                                                               3,2                 2.3               2,4                I,7               1,2
                          real                              1,4
produkt                                                                                                                            - 1,0                0,5
                          Deflator                          1,9               1,8                1,8                0,7
Privater Verbrauch-Deflator                                 2,7              2,0                 2,5               0,2             - 0,8                1,0
                          privat                            3,3               5.1                7.4                9,6               3,9               0,8
Bruttoanlage­
investitionen             öffentlich                     - 4,6                7,6              - 7,7             - 8,8             - 1,1                0,0
in Volumen                                                                    5.5                5,1                7,2               3,3               0,7
                          insgesamt                         2,1
      davon : Bauten                                     - 2,6                3,6              - 3,1                4,9               2,6               0,5
               Ausrüstungen                               10,0                8,2               16,9                9,9               4,1               0,9
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                     1,5               1,7                2,5                3,9               2,3               1,0
Abstand zu den anderen Ländern
der Gemeinschaft ( 3 )                                      0,4            - 0,5                 0,2                0,2            - 0,3             - 1,4
                          nominal                           3 .2              0,2                 1,4               1,6               1,9               1,6
Pro-Kopf-Löhne            real A ( 4 )                      1,3            - 1,5               - 0,4                0,8               3,0               1,1
                                B (<)                       0,4            - 1,7               - 1,1                1 >4              2,7               0,6
Produktivität ( s )                                         3,4               3,2                 1,0               0,6               0,8               1,0
Reale Lohnstückkosten                                    - 2,0             - 4,6               - 1,3                0,2               2,1               0,1
Wettbewerbsfähigkeit ( 6 )                               - 2,8             - 7,0               - 2,6                5,8               2,7             - 0,7
Beschäftigung                                            - 1,9             - 0,1                  1,3               1,8               0,9               0,2
 Registrierte Arbeitslose in % der
 zivilen Erwerbspersonen ( 7 )                            14,0              14,3                13,1              12,1               II,4              11,0
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                           3,1              4,2                 4,3               2,8                1,9               1,8
 Langfristiger Zinssatz                                      8.8              8,6                 7,3               6,4                6,3               6,4
 Geldmenge ( 8 )                                          10,5                7,7               10,5                4,4                3,5              5.5
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                            - 6,4              - 6,3              - 4,7             - 4,7              - 5,6             - 5,9
 Öffentliche Schuld in % des BIP                          61,9               66.4               69,9               73,0              79,3              85,2
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                5,7               5,9                6,0                6,0               6,0               5,9
 (!) Schätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987.
 (2) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
 (3) Differenz in Prozentpunkten.
 (4) A: BIP-Deflator; B : Deflator des privaten Verbrauchs.
 (5) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
 (6) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
       an Wettbewerbsfähigkeit.
 (7) SAEG-Definition.
 ( 8 ) Jahresende.
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31 . 12 . 87                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                                   PORTUGAL
Der wirtschaftliche Aufschwung, der 1985 begonnen hatte,                 den . Insbesondere wurde beschlossen, daß die Politik der
setzte sich unter dem Einfluß der lebhaften Ausweitung der               geplanten Escudo-Abwertung und die Lohnpolitik dem
Inlandsnachfrage fort. Nachdem das reale BIP ( 1 ) 1986                  Erfordernis einer größeren nominalen Konvergenz in der
 merklich zugenommen hatte ( + 4,3 % ), dürfte es allerdings              Gemeinschaft Rechnung tragen sollen. Eine aktive Rolle auf
 1987 etwas langsamer gewachsen sein (3 3/4 % ), Diese Ver­               diesem Gebiet spielt seit Juli 1986 ein Ständiger Rat für die
langsamung beruht lediglich auf der stärkeren Schrumpfung                 soziale Konzertierung. Außerdem werden die Investitionsan­
des Außenbeitrags und der geringeren Lagererhöhung. Dem­                  strengungen durch Anpassungen im steuerlichen Bereich und
 gegenüber hielt die kräftige Aufholtendenz beim privaten                 die Modernisierung des Finanzmarktes unterstützt. Die
 Verbrauch an, während die Investitionen insbesondere im                  Gemeinschaft leistet weiterhin einen beträchtlichen Beitrag,
 Zuge des Beitritts Portugals zur Gemeinschaft spürbar                    um eine größere reale Konvergenz und die Verringerung des
 beschleunigt zunahmen. Die Beschäftigungslage hat sich                   Abstandes zum Entwicklungsniveau der anderen Mitglied­
 weiter verbessert, und die Arbeitslosenquote ist erheblich               staaten zu fördern . So machte 1986 der Anteil der Struktur­
 zurückgegangen (von 8,6% in 1986 auf 7,2% in 1987 ).                     fonds und der Finanzinstrumente der Gemeinschaft am BIP
 Gleichzeitig hat sich die Inflation deutlich verlangsamt ,               Portugals über 2,8 % aus. Insgesamt jedoch bleibt der jüngst
 wobei jedoch noch ein beträchtlicher Abstand zu den                      eingeleitete Prozeß der realen wie nominalen Konvergenz
 anderen Mitgliedstaaten fortbesteht. Der außenwirtschaftli­              unzureichend und anfällig. Dieser Prozeß muß daher aktiv
 che Überschuß hat sich spürbar verringert, nachdem 1985                  fortgesetzt und sogar verstärkt werden.
 und 1986 eine ausgeprägte Besserung zu verzeichnen war.
                                                                           Hierbei kommt der Haushaltspolitik eine besonders wichtige
 1988 dürfte die Wachstumsrate des realen BIP (*) infolge                  Rolle zu . Die 1985 beobachtete Verringerung des Finanzie­
 einer beachtlich verlangsamten Inlandsnachfrage und trotz                 rungsbedarfs des Sektors Staat insgesamt konnte von den
 der zufriedenstellenden Ausfuhrentwicklung bei etwa 3%                     Behörden 1986 insbesondere durch die Einnahmen aus der
 liegen. Der weniger starke Anstieg der Beschäftigung dürfte                Besteuerung nichtfester Kraft- und Brennstoffe sowie der
 zu einem nennenswert verringerten Rückgang der Arbeitslo­                 Einführung der Mehrwertsteuer fortgesetzt werden. Gleich­
 sigkeit führen. In Übereinstimmung mit den von den Behör­                 wohl lassen die Entwicklungstendenzen des Staatskontos im
 den verfolgten Zielen werden beim Inflationsabbau erneut                  Jahre 1987 erkennen, daß es notwendig ist, den Haushalts­
 bedeutende Fortschritte zu beobachten sein . Die Leistungs­               vollzug strikt zu kontrollieren, wenn die die Einnahmenseite
 bilanz dürfte sich weiter verschlechtern und erstmals seit                und insbesondere die Mehrwertsteuer betreffenden Haus­
  1984 mit einem Defizit (von rund 1% des BIP ) abschlie­                  haltsziele erreicht werden sollen . Das Ziel einer mittelfristi­
 ßen .                                                                     gen Reduzierung des Finanzierungsbedarfs des Staates, das
                                                                           1987 erstmals aufgestellt worden ist und dem zufolge das
                                                                           Defizit von 8,8 % des BIP im Jahr 1987 auf weniger als 5 %
  Die gegenüber den anderen Mitgliedsländern beträchtlich                  des BIP ab 1990—1991 gesenkt werden soll , wird ohne eine
  höhere Zuwachsrate der Inlandsnachfrage wird sich zwar im
                                                                           anhaltende Dämpfung der laufenden Ausgaben und eine
  Vergleich zu den Vorjahren verringern, doch 1988 noch                    Verringerung der Subventionen , insbesondere an die Unter­
  fortbestehen. Dies ist gewiß notwendig, weil die strukturel­             nehmen des dem Wettbewerb ausgesetzten Sektors, sowie
  len Unzulänglichkeiten Portugals durch eine dauerhafte                   eine Erweiterung der Steuerbemessungsgrundlage nicht rea­
  Verbesserung der Investitionsquote abgebaut werden müs­                  lisierbar sein. Eine möglichst rasche Durchführung der
  sen. Letztere liegt noch deutlich unter dem Niveau zu Beginn              Steuerreform könnte sich in diesem Zusammenhang positiv
  der achtziger Jahre. Berücksichtigt man jedoch sowohl die                 auswirken . Wenn auf diesen Gebieten greifbare Ergebnisse
  Ungewißheiten der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingun­                    ausbleiben, könnten die Maßnahmen zur Verbesserung der
  gen als auch die große Abhängigkeit der portugiesischen                   Infrastrukturen und ganz generell der notwendige Beitrag der
  Wirtschaft von den Erdöleinfuhren und ihre zunehmende
                                                                            Haushaltspolitik zu einer höheren Investitionsquote des
  Öffnung nach außen, so bringt eine derartige Entwicklung                  Landes, zur Intensivierung der Berufsbildung und zur Nut­
  Gefahren für die Leistungsbilanz mit sich . Mit der Anwen­
  dung des „Programms zur strukturellen Korrektur des außen­                zung des Humankapitals gefährdet sein. Dies wäre insbeson­
  wirtschaftlichen      Defizits    und      der     Arbeitslosigkeit"
                                                                            dere der Fall , wenn sich das staatliche Defizit nicht bereits
                                                                            1988 ausreichend verringert und der Außenbeitrag übermä­
  (PCEDED ), das im März dieses Jahres genehmigt und Ende                   ßig verschlechtert, was die Rückkehr zu einer restriktiven
  August bei der Bekanntgabe des Programms der neuen                        Politik erfordern würde , die noch in jüngster Vergangenheit
   Regierung im Parlament bestätigt worden ist, lassen sich                 den Wachstumsprozeß des Landes behindert und seine
   diese Gefahren um so leichter vermeiden , als die geplante
   Politik in ihren großen Zügen der kooperativen Strategie der             Möglichkeiten zur Eindämmung der Unterbeschäftigung in
   Gemeinschaft für mehr Wachstum und Beschäftigung ent­                    der Landwirtschaft eingeschränkt hat .
   spricht .
                                                                            Die Verwirklichung des Haushaltsziels ist wesentlich , um die
   Beträchtliche Fortschritte sind bei der Verbesserung der                 Aufgabe der Währungspolitik sowohl intern, insbesondere
                                                                            hinsichtlich des zu mäßigenden Wachstums der monetären
   Angebots- und Nachfragebedingungen bereits erzielt wor­                  Aggregate, als auch unter dem Gesichtspunkt der Wechsel­
   (!) Zu Preisen von 1985 . Auf Basis der Preise des Vorjahres ergäben
                                                                             kursentwicklung zu erleichtern. Nur unter dieser Bedingung
       sich Wachstumsraten von 5,2 % im Jahr 1987 und von 4,2 % im           können die inflationären Erwartungen weiter verringert und
       Jahre 1988 .                                                          der Zinssenkungsprozeß fortgesetzt werden . Neue Fort­
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 68                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                31 . 12 . 87
schritte bei der Modernisierung der Finanzmärkte könnten          den Lohnverhandlungen für das kommende Jahr effektiv
sich in der gleichen Richtung auswirken .                         Rechnung zu tragen.
Das Festhalten an einer aktiven Politik der sozialen Konzer­      Dies bedeutet schließlich , daß die verschiedenen Maßnah­
tierung stellt durch Beeinflussung der Inflationserwartungen      men , die für die Verwirklichung der von den Behörden
und der Produktionskostenentwicklung ein weiteres wesent­         aufgestellten makroökonomischen Ziele unerläßlich sind,
liches Element für ein ausgewogenes und dauerhaftes Wachs­        energisch durchgeführt werden müssen . Nur so kann ein
tum dar, das für den Erfolg einer allmählichen Eingliederung      sowohl quantitativ als auch qualitativ zufriedenstellender
der portugiesischen Wirtschaft in die Gemeinschaft notwen­        Wachstumsprozeß fortgesetzt und die Inflation allmählich
dig ist. Insbesondere gilt es , den Konsens über die für 1988     auf eine sich dem Gemeinschaftsdurchschnitt annähernde
vorgesehene Inflationsrate von 6 % zu wahren und ihm bei          Rate zurückgeführt werden .
 ---pagebreak---                                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                               Nr . L 394 / 69
31 . 12 . 87
                                                   Portugal: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                             (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                            1983            1984               1985            1986 (•)          1987 ( 2 )         1988 ( J )
                            nominal                         23,7            23.4               25,9              23,1               15,3              10,5
Bruttoinlands­                                                             - 1,7                 3,7               4,3                3.7               3,0
                            real                           - 0,3
produkt                                                                                                                                                 7.3
                            Deflator                        24.1            25.6             . 21,3              18,0               11,2
Privater Verbrauch-Deflator ( 3 )                           25.5            29,3                19.3             12,1                 9,3               6,5
                            privat
Bruttoanlage­
investitionen               öffentlich
in Volumen                                                                                     - 1,8                9,9             14,6              10,5
                            insgesamt                       - 7,5         - 18,0
     davon : Bauten                                         - 3,0         - 13,5               - 4,0               4,7                9,5               9,0
               Ausrüstungen                               - 13,1          - 23,0                 1,0              16,0              20,0              12,0
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen'                    - 7,0           - 7,0                0,6                8.5               8.3               5.0
Abstand zu den anderen Ländern
der Gemeinschaft (4 )                                       - 8,7           - 8,4              - 1,7                4,3               5.1               2.4
                            nominal                          21.6            19,8               22,0              16,7              11,9                8.5
Pro-Kopf-Löhne              real A ( 5 )                    - 2,0           - 4,6                0,6             - 1,1                0,6               1.1
                                 B (5)                      - 3,1           - 7,4                2,2                4.1               2.4               1,9
Produktivität ( 6 )                                            1,4          - 0,4                4,2                4,0               1,3               1,9
 Reale Lohnstückkosten                                      - 3,4           - 4,2              - 3,6             - 4,9              - 0,6             - 0,8
 Wettbewerbsfähigkeit ( 7 )                                 - 8,3           - 4,9              - 1,2                1.2             - 0,2             - 1,2
 Beschäftigung                                              - 1,7           - 1,3              - 0,5                0,2               2.3               1,0
 Registrierte Arbeitslose in % der
 zivilen Erwerbspersonen ( 8 )                                 7,9            8,5                 8,7               8.6               7.2               6,8
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                          - 7,2           - 3,0                 1.7               3,9               1.4             - 1,0
 Langfristiger Zinssatz                                      30,3            32.5               25.4              17,9               15,1              14,3
 Geldmenge ( 9 )                                             16.3            24.7               29,1              25,7               17,0              13,0
 Finanzierungssaldo des Staates             A ( 10 )         10.4            13,3               11,0                %2                9,4                8,3
 in % des BIP                               B ( 10 )           9,1           12,0               10,0                8,2               8.8               7,8
 Öffentliche Schuld in % des BIP                             56.2            61,2               64,8              67,1               71,8              78,5
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                  6,4            7,1                 7,8               9,3                8,1               7,2
  (')   Schätzungen der Kommissionsdienststellen (September 1987).
  (2)   Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen (September 1987 ).
  (3)   Stimmt nicht überein mit dem Verbraucherpreisindex .
  (4)   Veränderung in Prozentpunkten.
  (5)   A: BIP-Deflator; B: Deflator des privaten Verbrauchs .
  (6 ) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
  (7) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 19 Industrieländern), aufder Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
        an Wettbewerbsfähigkeit.
  ( 8 ) SAEG-Definition.
  (9 ) Jahresende .
 (10) A: Einschließlich Darlehen, Vorschüssen und Beteiligungen; B: Ausschließlich Darlehen, Vorschüssen und Beteiligungen.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 70                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     31 . 12 . 87
                                                    VEREINIGTES KÖNIGREICH
Im Vereinigten Königreich hat sich die Expansion der               gerechnet, daß sich das reale BIP um etwa 2,5% und damit
Wirtschaftstätigkeit , die seit 1981 ununterbrochen anhält ,       etwas langsamer als 1987 erhöht .
seit Mitte 1986 verstärkt , so daß für 1987 mit einer Zunahme
des realen BIP von etwa 3 V2 % gerechnet wird . Die Zahl der       Die Expansion der Wirtschaftstätigkeit zeigt allmählich
registrierten Arbeitslosen zeigt seit Mitte 1986 eine deutlich     immer größere Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen.
fallende Tendenz . Gleichzeitig ist wieder ein rascherer           Seit dem Beschäftigungstief im Jahre 1983 sind ungefähr 1V4
Anstieg der Beschäftigung zu verzeichnen . Obgleich sich der       Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen worden . Das
im vergangenen Jahr beobachtete ausgeprägte Rückgang der           Beschäftigungswachstum hat sich besonders in den letzten
Inflation teilweise wieder umgekehrt hat , hat sich der Anstieg    Quartalen verstärkt , wobei zu Beginn des Jahres 1987 ein
der Einzelhandelspreise im 12-Monats-Vergleich im Verlauf          starker Anstieg der Beschäftigung von Männern zu verzeich­
des Jahres 1 987 mit einer Rate von annähernd 4 % nur leicht       nen war . Bis in jüngster Zeit war das Beschäftigungswachs­
erhöht . Obwohl sich die Terms of trade in den Jahren 1986         tum so strukturiert , daß die Auswirkung der steigenden
und 1987 um über 3% verschlechtert haben , hat sich die            Beschäftigung auf den Abbau der Arbeitslosigkeit abge­
Leistungsbilanz weniger abgeschwächt , als zunächst ange­          schwächt wurde . Der rückläufige Trend der Arbeitslosigkeit ,
nommen .                                                           der in der Hauptsache auf das kräftige Wachstum der
                                                                   Wirtschaft zurückzuführen sein dürfte , hat sich nunmehr
Das Wachstum wurde 1987 von verbesserten Angebotsbe­               aber endgültig durchgesetzt . Daneben haben auch die staat­
dingungen und insbesondere auch von dem Rückgang des               lichen Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramme zum
effektiven Wechselkurses , wodurch sich die preisliche Wett­       Wachstum der Beschäftigung und zum Rückgang der
bewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessert hat , begünstigt .      Arbeitslosigkeit beigetragen . In den letzten Monaten wurden
Das Vereinigte Königreich hat somit das schwache Wachs­            von diesen Programmen fast 400 000 Personen , also etwas
tum der Exportmärkte weniger zu spüren bekommen als                mehr als vor einem Jahr, erfaßt .
Länder mit starken Währungen . Die Ausfuhren haben Ende
 1986 stark angezogen und sich - trotz des Anstiegs des            Die Arbeitslosenquote liegt immer noch bei 10% , und der
Pfundkurses um 5 % in den Monaten vor den Juni-Wahlen —
                                                                   anhaltend rasche Anstieg der Pro-Kopf-Löhne und der
im laufenden Jahr auf hohem Niveau gehalten. Außerdem              Lohnstückkosten ist besorgniserregend . Ende 1986 war eine
läßt die gedämpfte Einfuhrtätigkeit Anfang 1987 auf eine           gewisse Dämpfung bei den Lohnabschlüssen zu verzeichnen ,
gewisse Importsubstitution und eine bessere Angebotsreak­          doch wegen der Zunahme der Überstundentätigkeit hat sich
tion der Wirtschaft schließen .
                                                                   dies nicht in der Zuwachsrate der Durchschnittslöhne nie­
Der private Verbrauch leistet zwar nicht mehr den entschei­        dergeschlagen , die seit 1983 nahezu unverändert bei fast
denden Beitrag zum Wachstum, hat sich aber 1987 weiter             7,5 % liegt . Es sieht sogar so aus , als würden in jüngster Zeit
                                                                   wieder höhere Lohnabschlüsse getätigt . Abgesehen von
kräftig entwickelt . Eine höhere Inflationsrate und eine
Verstetigung der im vergangenen Jahr gefallenen Sparquote          einem rezessionsbedingten Rückgang Anfang der achtziger
haben nur teilweise den Impuls kompensiert , den der rasche        Jahre haben sich die Reallöhne im laufenden Jahrzehnt
Anstieg der Nominallöhne und der übrigen persönlichen               kräftig erhöht . Gleichzeitig hat sich aber auch die Rentabi­
                                                                    lität merklich erholt , was wesentlichen Produktivitätsfort­
 Einkommen sowie die Senkung des Basis-Einkommensteuer­
 satzes , der mit dem März-Haushalt auf 27% vermindert              schritten , vor allem in der Verarbeitungsindustrie , zu ver­
 wurde , dem Verbrauch verliehen haben . Alles in allem hat         danken war. Der Kapitalstock hat in den letzten Jahren nur
 sich das Vertrauen der Unternehmer und Verbraucher                 langsam zugenommen . Heute, wo immer mehr Unterneh­
 gefestigt. Die Investitionen der Unternehmen , vor allem in        men über Kapazitätsengpässe klagen und die Arbeitslosigkeit
 der verarbeitenden Industrie , haben wieder angezogen ,
                                                                    noch sehr hoch ist , ist eine beträchtliche Ausweitung der
 nachdem sie seit 1985 , teilweise infolge von Veränderungen        produktiven Investitionen besonders notwendig . Ermuti­
 im Körperschaftsteuersystem , ziemlich schwach gewesen             gend sind in dieser Hinsicht die deutlichen Anzeichen für eine
 waren . Angesichts der Stärke des Pfund Sterling in der ersten     Belebung der Investitionen , die in jüngster Zeit zu erkennen
                                                                    sind .
 Hälfte des Jahres konnten die Bankzinsen um insgesamt zwei
 Prozentpunkte gesenkt werden , was eine weitere Stützung
 der Inlandsnachfrage bedeutete . Im August allerdings hat          Im Jahre 1986 , als der Ölpreis fiel und die starke Expansion
 sich diese Zinsentwicklung wegen der vorübergehenden               des privaten Verbrauchs eine Zunahme der Einfuhren
 Pfundschwäche und einer kräftigen Kreditnachfrage teilwei­         bewirkte , hat sich die Handelsbilanz deutlich verschlechtert.
 se umgekehrt .                                                     Dank höherer Wettbewerbsfähigkeit konnte die Handelsbi­
                                                                    lanz in der ersten Hälfte des Jahres 1987 vorübergehend
 Für 1988 ist in Anbetracht relativ günstiger internationaler       stabilisiert werden , doch ist jetzt mit einer weiteren Ver­
 Aussichten mit einer weiterhin positiven Entwicklung zu            schlechterung zu rechnen , da ,die Einfuhren bei steigender
 rechnen . Der private Verbrauch dürfte erneut kräftig zuneh­       Endnachfrage und mittelfristig abnehmender inländischer
 men , vor allem dann , wenn sich — wie erwartet — die              Ölförderung wieder anziehen . Um die Verschlechterung in
 Inflationsrate stabilisiert und der Basis-Einkommensteuer­         Grenzen zu halten , muß die Angebotsreaktion der Wirtschaft
 satz weiter gesenkt wird. Die Anlageinvestitionen dürften          gestützt und verbessert werden , was wiederum davon
 stärker expandieren . Das Ausfuhrvolumen dagegen könnte            abhängt, daß durch Veränderungen bei den Lohnstückko­
 langsamer zunehmen, was eine gewisse Verschlechterung der          sten entsprechend der Situation bei den Hauptkonkurrenten
 Leistungsbilanz mit sich brächte. Insgesamt wird damit             des Vereinigten Königreichs und durch einen stabilen Wech­
 ---pagebreak---                                                                                                                     Nr . L 394 / 71
31 . 12 . 87                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
selkurs die Wettbewerbsfähigkeit gewahrt bleibt und daß            wäre, wenn der Wechselkurs des Pfund Sterling und anderer
die Produktionskapazität der Volkswirtschaft stetig ausge­         Währungen in nächster Zeit stabil blieben, und der Pfund­
weitet wird . In der Bilanz der unsichtbaren Transaktionen         DM-Kurs wurde seitdem in einer verhältnismäßig engen
haben die Einkünfte aus dem wachsenden Bestand an                  Bandbreite gehalten, wozu eine geschickte Dosierung von
Auslandsaktiva nominal zugenommen. Die Nettofaktorein­             Interventionen und Zinsänderungen beigetragen hat .
kommen dürften zwar auf mittlere Sicht kaum weiter so
kräftig steigen wie 1986 , trotzdem dürften aber die Einkünf­      Die Regierung betreibt weiter energisch Strukturpolitiken,
te aus unsichtbaren Transaktionen ausreichen , um einen            die ein flexibles Funktionieren der Märkte fördern sollen.
großen Teil des Handelsbilanzdefizits in diesem Jahr zu            Was die Finanzmärkte betrifft , so sind seit 1979 zahlreiche
kompensieren und in den folgenden Jahren wesentlich dazu           gesetzlich verankerte und sonstige Kontrollen aufgehoben
beizutragen , daß das Leistungsbilanzdefizit auf einem             worden. Eine Schlüsselfrage in diesem Zusammenhang ist
Niveau bleibt, das keine größere Beeinträchtigung des              gegenwärtig die, wie man eine angemessene Überwachung in
Wachstums bedeutet .                                               Übereinstimmung mit Deregulierung aufrechterhalten kann.
                                                                   Weitere Maßnahmen auf der Angebotsseite sind Senkungen
                                                                    des Basis-Einkommensteuersatzes , Steueranreize zur Förde­
 Auf dem Wege zu den Haushaltszielen, die im Rahmen der
 mittelfristigen Finanzstrategie festgelegt wurden, sind            rung gewinnbezogener Löhne , umfassende Beschäftigungs­
 beträchtliche Fortschritte zu verzeichnen . Dank der äußerst       und Ausbildungsmaßnahmen , eine Unterstützung kleiner
                                                                    Unternehmen , die als ein wichtiger Wachstumsmotor ange­
 günstigen Entwicklung der Nichtöleinnahmen und der                 sehen werden , eine Reform des Gewerkschaftsstatuts und
 Beschleunigung des Privatisierungsprogramms konnte das             eine beträchtliche Ausdehnung des Privatisierungsprog­
 langfristige Ziel , den Finanzierungsbedarf des öffentlichen       ramms .
 Sektors auf 1 % des BIP zurückzuführen , im Finanzjahr
 1986 / 1987 vorzeitig erreicht werden. Bei niedriger Kredit­
 aufnahme hat sich der Schwerpunkt der Politik jetzt darauf         Eine Hauptaufgabe im Jahre 1988 und in den folgenden
 verlagert, den durch strikte Ausgabenkontrolle gewonnenen          Jahren besteht darin, zu gewährleisten, daß die jetzt in Gang
 Spielraum zu einem wohlüberlegten Zeitpunkt für eine               gekommene Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt erhalten
 weitere Verminderung der Steuerlast zu nutzen (ein spezifi­        und gestärkt wird . Da das Beschäftigungswachstum in
 sches Ziel dabei ist die Senkung des Basis-Einkommen­              einigen Regionen stärker als in anderen war und in einigen
 steuersatzes auf 25% ). Für das laufende Finanzjahr 1987 /         Regionen nach wie vor eine hohe Arbeitslosigkeit besteht,
  1988 geht die jüngste Schätzung der Regierung für den             könnte nach Ansicht der Kommission eine Handlungsmög­
 Finanzbedarf des öffentlichen Sektors (PSBR) von 1 Milliar­        lichkeit darin bestehen , daß die Behörden erwägen , einen
 de Pfund Sterling (V4 % des BIP) aus , verglichen mit der          Teil des im nächsten Finanzjahr für Steuersenkungen vor­
 Haushaltsvorausschätzung von 4 Milliarden Pfund Sterling           handenen Spielraums für gezielte Maßnahmen in den Regio­
  ( 1% des BIP). Diese Entwicklung spiegelt sowohl höhere           nen mit hoher Arbeitslosigkeit zu verwenden , etwa durch die
  Steuereinnahmen, hauptsächlich aufgrund des höher als              Senkung von Steuern , die die Arbeitskosten beeinflussen, um
 erwarteten realen Wirtschaftswachstums , als auch niedrigere        damit die Schaffung von Arbeitsplätzen anzuregen und
  Ausgaben wider. Der Finanzbedarf des öffentlichen Sektors          Investitionen in diese Gebiete zu ziehen . Eine Initiative zur
  (PSBR) könnte damit im dritten Jahr hintereinander auf ein        Verbesserung des Niveaus und der Effizienz der Berufsaus­
  deutliches Unterschreiten der Haushaltspläne zusteuern .           bildung in diesen Regionen wäre ebenfalls zu empfehlen, da
                                                                     in der Wirtschaft über einen Mangel an qualifizierten
                                                                     Arbeitskräften geklagt wird. Wünschenswert wäre in diesem
  Was die Geldpolitik anbetrifft, so hat jetzt nur die Geldmen­      Zusammenhang außerdem, die Mobilität der Arbeitskräfte
  ge in enger Abgrenzung M 0 Zielcharakter. Der Informa­             dadurch zu fördern , daß geeignete Schritte ergriffen werden ,
  tionsgehalt der weiter gefaßten Geldmengen für den Anstieg         um besonders im Südosten , der Gegend mit der lebhaftesten
  der Nominaleinkommen ist durch die Auswirkungen der
                                                                     Wirtschaftstätigkeit, in ausreichendem Umfang Wohnraum
  Deregulierung und der Innovation auf den Finanzmärkten             zu vernünftigen Preisen bereitzustellen. Der derzeitige Man­
  verwischt worden . Gleichwohl haben die Währungsbehör­
   den deutlich gemacht, daß die Entwicklung der Liquidität ein
                                                                     gel an solchem Wohnraum ist der Mobilität abträglich . Die
                                                                     Behörden haben kürzlich erklärt, daß sie der Sanierung
   wichtiger Faktor bei der Beurteilung der monetären Lage           heruntergekommener Stadtkerngebiete größere Bedeutung
   bleibt . Das rasche Wachstum von M 3 in diesem Jahr —
   obwohl es sich teilweise daraus erklärt , daß die Bank von
                                                                     beimessen, was durch bessere Koordinierung bestehender
                                                                     öffentlicher Programme und privater Initiativen erreicht
   England umfangreiche Interventionen getätigt hat, um den          werden soll . Hier könnte sich eine Gelegenheit bieten , die
   Anstieg des Pfundkurses in der ersten Jahreshälfte zu dämp­       Investitionsausgaben in diesen Gegenden in bestimmten
   fen — könnte darauf hindeuten , daß sich die Kreditvergabe        Fällen, vor allem für die Verbesserung von Infrastrukturen ,
   an den Privatsektor zu rasch entwickelt hat und überwacht
                                                                     gezielt anzuheben .
   werden muß. Viele Jahre war es das Ziel der Währungspo­
   litik, ein Gleichgewicht zwischen den inländischen monetä­
   ren Bedingungen und dem Wechselkurs zu erreichen, das              Eine bessere regionale Differenzierung der Reallöhne wäre
   einen ständigen Druck auf die Inflationsrate ausübt. Als           erwünscht, doch ist es noch dringlicher, die Lohnerhöhungen
   Indikator für die monetären Bedingungen scheint aber               in der Wirtschaft ganz allgemein zu dämpfen, wenn die
   zunehmend der Wechselkurs herangezogen zu werden . Die             Wettbewerbsfähigkeit gewahrt und ein zufriedenstellendes
   Behörden haben im Jahre 1986 in der Folge des Ölpreisfalls         Beschäftigungswachstum gewährleistet werden sollen .. Die
   eine beträchtliche Senkung des Wechselkurses hingenommen           Regierung hält nichts von einer direkten Einkommenspoli­
   und diese Anpassung zinspolitisch relativ reibungslos              tik, da diese ihren Zielen zuwiderliefe, die Märkte zu
   bewerkstelligt. Nach dem Louvre-Abkommen vom Februar               liberalisieren und eine stärkere Lohndifferenzierung zu för­
    1987 hat der Schatzkanzler erklärt , daß es wünschenswert         dern. Eine strikte Begrenzung der Lohnabschlüsse im öffent­
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 72                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               31 . 12 . 87
liehen Sektor ist jedoch ein wichtiges Instrument zur Beein­     — obwohl das einschlägige Grünbuch kürzlich ohne große
flussung der Lohnentwicklung der Gesamtwirtschaft. Eine          Begeisterung aufgenommen wurde — erneut um eine umfas­
längere Periode der Wechselkursstabilität, die durch eine        sende strukturelle Reform der persönlichen Besteuerung und
uneingeschränkte Beteiligung des Vereinigten Königreichs         der Sozialversicherung bemühen , nicht nur um mehr Anreize
am Europäischen Währungssystem unterstützt würde, könn­          zu schaffen und die Armuts- und Arbeitslosigkeitsfallen in
te durch Beeinflussung der Inflationserwartungen einen           ihrer Wirkung zu schwächen , sondern auch um zu einer
lohndämpfenden Effekt haben. Gleichzeitig sollte man sich        mäßigeren Steigerung der Löhne beizutragen.
 ---pagebreak---                                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                  Nr . L 394 / 73
31 . 12 . 87
                                           Vereinigtes Königreich: Wichtige ökonomische Aggregate, 1983—1988
                                                                                                                                 (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                            1983              1984                 1985             1986             1987 (')           1988 (M
                             nominal                          8,9                6,4                 9,9               6,5               7,4               7,6
Bruttoinlands­                                                                   2,0                 3,7               2,9                3,2               2,7
                             real                             3,6
produkt (2 )                                                                                                                              4,0               4,7
                              Deflator                        5,2                4,3                 5,9               3,5
Privater Verbrauch-Deflator                                   5,0                4,7                 5,2               3,6                3,0               3,9
                                                               2,7               8,6                 4,1            - 0,5                 4 >7              3.8
                              privat
Bruttoanlage­                                                                                                                                               3,7
investitionen                 öffentlich                     36,6               11,9               - 3,1               4,4             - 2,5
in Volumen                                                                        8,2                 3,1              0,3                3,8               3.9
                              insgesamt                        5,2
       davon : Bauten                                          7,3               7,9               - 3,2               4,3                3,5               4,0
                 Ausrüstungen                                  4,2              10,3                  8,1           - 4,0                 4,2        /      3,7
Interne Nachfrage zu konstanten Preisen                        4,5                2,7                 2,9              3,8                3,2               3,3
Abstand zu den anderen Ländern
der Gemeinschaft ( 3 )                                         4,2                1,0                 0,8              0,0                0,6               1,2
                              nominal                          9,1                5,1                 7.3              7,2                6,8               6,6
                              real A ( 4 )                     3,7                0,8                 1,3               3,6               2,7               1,8
 Pro-Kopf-Löhne
                                   B (4)                       3,9                0,4                 2,0               3,5               3,7               2,6
 Produktivität ( s )                                           4,7                0,2                 2,4               2,3               1,8               1,8
 Reale Lohnstückkosten ( 6 )                                - 1,0                 0,6              - 1,1                1,3               0,9               0,0
 Rentabilität ( 7 )                                            9,9                0,7                 2.2            - 1,4              - 1,5             - 1,8
 idem ( 1961 / 1973 = 100 )                                  84.7               85,3                87,1              85,9               84,7              83,1
 Wettbewerbsfähigkeit ( 8 )                                 - 7,6              -* 2,9                 1,1            - 5,3              - 0,3               3,0
 Beschäftigung                                               - 0,8                1,7                 1,5               0,6                !>4              0,9
 Registrierte Arbeitslose in % der
 zivilen Erwerbspersonen ( 9 )                                11,6              11,8                12,0              12,1               11,0              10,4
 Leistungsbilanzsaldo in % des BIP                              1,0               0,4                 0,8            - 0,3              - 0,5             - 0,8
 Langfristiger Zinssatz                                       10.8              10,7                 10,6               9,8    •           9,3               9,5
 Geldmenge ( 10 )                                             10,3                9,8                13,1             18,9               21,7              11,9
 Finanzierungssaldo des Staates
 in % des BIP                                                - 3,6             - 3,9                - 2,9            - 2,7              - 2,0             - 2,0
 Öffentliche Schuld in % des BIP ( n )                        57,5              59,3                 57,5             57,6               56,2              54,1
 Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
 in % des BIP                                                   4,7               4,9                  5,0              4,5                4,3               4,1
    ( 1 ) Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen, September 1987, unter Zugrundelegung unveränderter Politiken.
    (2) Zu Marktpreisen entsprechend der Verwendungsrechnung. Das BIP zu Faktorkosten nach der Durchschnittsberechnung beträgt demgegenüber für die Jahre
          1986 , 1987 und 1988 3% , 3,8% und 2,7 % .
    ( 3) Differenz in Prozentpunkten.
    (4 ) A: BIP-Deflator; B : Deflator des privaten Verbrauchs.
    (s) Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
    («} Verhältnis zwischen der realen Bruttolohn- und Gehaltssumme je abhängig Beschäftigten und der Produktivität.
    (7) Nettobetriebsüberschuß bezogen auf den Nettokapitalstock zu Wiederbeschaffungspreisen.
    («) Realer effektiver Wechselkurs (gegenüber den anderen 1 9 Industrieländern), auf der Basis der gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten. Positive Zahl = Verlust
          an Wettbewerbsfähigkeit.
    (*) SAEG-Definition.
  ( ,0) M 3 ; Jahresende.
  ( n ) Bruttoschuld des Gesamtstaates zu Marktpreisen.
 ---pagebreak--- Nr. L 394 / 74                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     31 . 12. 87
                                                 STATISTISCHER ANHANG
                                     JAHRESWIRTSCHAFTSBERICHT 1987 / 1988
                                                           TABELLEN
                                                                                                               Seite
                1.  Zusammenfassung wichtiger makroökonomischer Aggregate nach Ländern ( 1960—1988 )             76
               2.   Zusammenfassung wichtiger ökonomischer Aggregate für EUR 12 ( 1960—1988 )                    79
                3.  Produktion , Handel und Preise auf Weltebene                                                 80
                4.  Beiträge zum realen BIP-Wachstum                                                             81
                5.  Einfuhr und Ausfuhr von Waren ( Volumen )                                                    81
                6.  Reale Handelsbilanzsalden ( 1985— 1988 )                                                     82
                                                                                                                 82
                7.  Leistungsbilanztransaktionen der Entwicklungsländer
                8.  Externe Finanzierung und Verschuldung der kapitalimportierenden Entwicklungsländer . . .     83
                9.  Vergleich der Vorausschätzungen für 1987 (EUR 12 ): Oktober 1986—September 1987 . . .        83
              10 .  Bilaterale nominale , effektive nominale und reale Wechselkurse                              84
              11 .  Ergebnisse einer Unternehmensumfrage zu Plan- und Erwartungsrevisionen aufgrund von
                    eingetretenen Wechselkursveränderungen                                                       85
              12 .  Preise des privaten Verbrauchs und Konvergenz der Preisentwicklungen                         85
              13 .  Reale Konvergenz — Pro-Kopf-Bruttoinlandsprödukt und seine Streuung in der Gemein­
                    schaft                                                                                       86
              14 .  Nominallöhne , Reallöhne und reale Lohnstückkosten                                           86
              15 .  Sektorale Entwicklung der Erwerbstätigen (EUR 10 )                                           87
              16 .  Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den abhängig Beschäftigten in Prozent                    88
              17 .  Befristete Beschäftigung                                                                     88
              18 .  Struktur der Arbeitslosigkeit ( EUR 12 )                                                     88
              19 .  Langzeitarbeitslosigkeit in Prozent der Gesamtarbeitslosigkeit                               89
              20 .  Entwicklung der Arbeitslosenquoten unter regionalen Gesichtspunkten in Prozent der
                    Erwerbsbevölkerung                                                                           89
              21 .  Entwicklung der Erwerbsbevölkerung ( 1985—1995 )                                             89
              22 .  Mittelfristige Projektionen der Kommissionsdienststellen und tatsächliche Entwicklung —
                    EUR 10 .                                                                                     90
              23 .  Wichtige Arbeitshypothesen der Referenzprojektion 1987—1991 von September 1987 —
                    EUR 12                                                                                       90
              24 .  Referenzprojektion 1987— 1991 von September 1987 — EUR 12                                     91
              2:5 . Das nachfrageseitige Gleichgewicht des Wachstums: BIP , privater Verbrauch , Unternehmens­
                    investitionen und Außenbeitrag in der Gemeinschaft                                            91
              26 .  Anteil der innergemeinschaftlichen Wareneinfuhren an den Gesamtwareneinfuhren                 92
              27 .  Anteil der innergemeinschaftlichen Warenausfuhren an den Gesamtwarenausfuhren ......          92
              28 .  Direkte Auswirkungen einer 10%igen Einfuhrausweitung der Mitgliedsländer auf die
                    Ausfuhren der Mitgliedsländer                                                                 93
              29 .  Auswirkungen einer Erhöhung der öffentlichen Investitionen in einzelnen Mitgliedsländern
                    unter Berücksichtigung der Interdependenzen in der Gemeinschaft (Beispiel)                    94
              30 .  Reale Konvergenz , Investitionsquote , Kapitalproduktivität und Leistungsbilanz               95
              31 .  Ausfuhrmarktanteile                                                                           96
               32 . Gewinne ( + ) und Verluste ( - ) von Marktanteilen im Zeitraum 1979—1985                      97
               33 .  Veränderungsrate der industriellen Bruttoanlageinvestitionen nach Sektoren                   98
               34 .  Veränderungsrate der Beschäftigung nach Sektoren                                             98
               35 .  Haushalt der Europäischen Gemeinschaften 1985—1988 : Zahlungsermächtigungen in Prozent
                     des Gesamtvolumens und in Millionen ECU                                                      99
               36 .  Geldmengen- und Kreditziele und tatsächliche Entwicklung                                   100
                                                                                                                101
               37 .  Langfristige Nominalzinsen
               38 .  Hauptindikatoren der Haushaltspolitik in der Gemeinschaft                                  102
               39 .  Ausgaben , Einnahmen und Finanzierungssaldo des Staates                                    103
               40 .  Anteil ausgewählter Einnahmen und Ausgaben des Staates am BIP                              105
 ---pagebreak---                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr . L 394 / 75
31 . 12 . 87
                                                           SCHAUBILDER
                                                                                                                Seite
                                                                                                                106
              1.        Wechselkurs des ECU gegenüber dem US-Dollar . . . . ,
              2.        Weltmarktpreise für Rohöl, Rohstoffe (ohne Brennstoffe) und verarbeitete Erzeugnisse in
                        US-Dollar                                                                               107
                        Bilanz der laufenden Transaktionen mit der übrigen Welt in Prozent des BIP              108
              3.
              4 ,— 11 . Vergleichende Entwicklung der Volkswirtschaften der Gemeinschaft, der USA und Japans,
                        1984—1987                                                                               109
                                                                                                                 111
             12 .       Rentabilität, Endnachfrage und private Investitionen
             13 .       Wachstum , Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in den Referenzprojektionen von 1986 und
                                                                                                                 112
                        1987 — EUR 12                                                         :
                        Weltmarktanteile der Industriegüterausfuhren der Gemeinschaft (Indizes 1963 = 100 )      113
             14 .
                                                                                                                 114
             15 .       Reale Geldmenge und verlangsamtes Wachstum der nominalen Variablen (EUR 12)
                                                                                                                 115
             16 .       Langfristige und kurzfristige Nominalzinsen
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 76                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            31 . 12 . 87
                                                                TABELLE 1
                          Zusammenfassung wichtiger makroökonomischer Aggregate nach Ländern ( 1960—1988)
                                                                a ) Reales BIP
                                                                                                (prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr)
                1973 / 1960  1980 / 1973     1981          1982       1983         1984       1985          1986 (')    1987 (>)     1988 (>)
B                   4,9          2,5        - 1,5           1,9      - 0,3           1,7        1,5            2,3         1,3           1,8
DK                  4,3          1,6        - 0,9           3,0         2,5          3,5        3,9            3,4       - 0,2           0,9
D                   4,4          2,2          0,2        - 0,6          1,5        ' 2,7        2,6            2,6         1,4           1,9
GR                  7,7          3,4        - 0,3        - 0,2          0,4          2,8        2,1            1,3       - 0,8           0,5
E                   7,3          2,4        - 0,2           1,2         1,8          1,9        2,2            3,5         4,1           3,7
F                   5,6          2,8          0,5           1,8         0,7          1,5        1,1            2,0         1,2           1,9
IRL                 4,4          4,4          3,4           1,4      - 1,9           4,2        2,0          - 0,3         2,5           1,3
I                   5,3          2,8          1,1           0,2         0,5          3,5        2,7            2,7         3,0           2,8
L                   4,1          1,5        - 1,0           1,5         3,2          5,5        2,9            2,5         2,0           1,8
NL                  4,8          2,4        - 0,7         - 1,4         1,4          2,4        1,7            2,4         1,7           1,2
P                   6,9          3,3          0,5           3,2      - 0,3      . - 1,6         3,3            4,3         3,7           3,0
UK                  3,1          0,9        - 1,2           1,0         3,8          2,2        3,7            2,9         3,2           2,7
EUR 12              4,8          2,3          0,0           0,6         1,5          2,4        2,5            2,6         2,2           2,3
USA                 3,9          2,1          2,1         - 2,5         3,4          6,6        2,9            2,9         2,3           2,7
Japan               9,6          3,7          3,9           2,8         3,2          5,0        4,5            2,4         2,9           3,5
                                    b) Reale letzte Inlandsverwendung (einschließlich Vorratsveränderung)
                                                                                                (prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr)
                1973 / 1960  1980 / 1973     1981          1982        1983        1984        1985         1986 (>)    1987 (>)     1988 (»)
B                   4,8          2,6        - 4,3           0,4       - 2,5          1,8         1,2           3,4         1,6           1,7
DK                  4,6          0,7        - 4,1           3,5         1,4          4,1         5,4           5,7       - 1,9         - 0,7
D                   4,5          2,3        - 2,6         - 2,0         2,3          1,9         1,5           3,7         2,5           2,3
GR                  8,2          2,1           1,8          2,9         0,8       - 0,4          5,3         - 0,3       - 0,6           0,3
E                   7,8          2,2        - 2,3           1,1       - 0,1       - 0,5          2,7           6,5         6,2           4,8
F                   5,8          2,9        - 0,3           3,7       " 0,4          0,6         1,9           3,5         2,2           2,0
IRL                 5,4          3,6           3,0        - 2,9       - 4,1          1,0      - 0,4            0,8         0,0           0,2
I                   5,5          2,5        - 1,2           0,3       - 0,5          4,5         3,2           3,2         4,5           3,3
L                   3,9          2,1           0,7          0,4         0,5          1,7         0,8           3,8         3,3           2,1
NL                  4,9          2,4        - 4,6         - 0,9         1,5          1,4         2,2           3,9         2,3           1,0
P                   7,5          2,8           2,5          3,4       - 7,4          6,6         0,5           8,5         8,3           5,0
 UK                 3,2          0,4        - 1,7           2,1         4,7          2,8         2,8           3,8         3,2           3,3
EUR 12              5,0          2,1        - 1,7           0,9         1,0          1,9         2,4           3,8         3,2           2,7
 USA                4,0           1,8          2,8        - 1,5         5,1          8,6         3,4           3,9         1,7           2,0
Japan               9,9          2,7           2,1          2,8         1,8          3,8         3,6           4,0         3,9           4 ,!
 ---pagebreak---                                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . L 394 / 77
31 . 12 . 87
                                       c) Saldo der laufenden Transaktionen mit dem Rest der Welt
                                                                                                                          (in Prozent des BIP)
\            1973 / 1960  1980 / 1973       1981         1982         1983        1984     1985         1986 (>)    1987 (>)       1988 (')
 B                1,0       - 1,4          - 4,6        - 3,3        - 0,5       - 0,4      0,5            2,4         2,3            2,3
 DK            - 1,9        - 3,5          - 3,0        - 4,2        - 2,6       - 3,5    - 4,6          - 5,1       - 2,9          - 2,2
 D                0,8          1,0         - 0,5           0,5          0,6         1,1      2,2           4,1         3,7            3,2
 GR             - 2,9       - 1,8          - 0,7        - 4,4        - 5,1       - 4,1    - 8,3          - 5,4       - 4,2          - 4,1
  E               0,1        - 1,9         - 2,7        - 2,5        - 1,5          1,3      1,7           2,0          0,6         - 0,4
  F               0,3        - 0,8         - 1,4        - 3,0        - 1,7       - 0,8    - 0,8            0,6       - 0,0            0,0
  IRL           - 2,3        - 7,7        - 14,7       - 10,6        - 7,0       - 6,1    - 3,8          - 1,8       - 1,1          - 0,3
  I               1,4        - 0,5         - 2,2        - 1,6           0,3      - 0,6    - 0,9            0,8          0,2           0,0    •
  L               7,0         20,7          23,0         35,2         38,5        38,9     42,4           40,4        38,7           37,8
  NL              0,7          0,8            2,2          3,2          3,1         4,1      4,3           2,8          1,9           1,8
  P               0,1        - 6,1        - 11,8       - 12,7        - 6,3       - 1,9       3,0            3,9         1,4         - 1,0
  UK            - 0,1        - 0,9            2,3          1,2          0,7      - 0,3       1,0         - 0,3       - 0,5          - 0,8
  EUR 12          0,4        - 0,4         - 1,0         - 1,1       - 0,2          0,1      0,6            1,5         1,1           0,8
  USA             0,5           0,3           0,3        - 0,0       - 1,0       - 2,4    - 2,9          - 3,3        - 3,5         - 3,1
  Japan           0,5           0,1           0,5          0,7          1,8         2,8      3,7            4,5         3,8           3,3
                                                      d) Preise des privaten Verbrauchs
                                                                                             (prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr)
              1973 / 1960  1980 / 1973       1981         1982         1983        1984     1985         1986 (»)    1987 (')       1988 (»)
  B               3,7           7,8           8,0          7,3          7,5         6,2      4,8            1,3         1,8            2,5
  DK              6,6         10,8           12,0         10,2          6,8         6,5      4,8            3,6         4,1            4,0
  D               3,6           4,9           6,0          4,7          3,2         2,4      2,1          - 0,5         0,6            1,8
   GR             3,5         16,0           23,4         20,8         17,9        18,4     18,6          22,1         16,0          12,0
   E               6,7        17,8           14,3         14,5         12,3        10,7       8,3           8,9         5,4            4,2
   F              4,7         10,8           12,8         11,2           9,5        7,2       5,5           2,5         3,1            2,6
   IRL             6,0        16,1           19,6         15,9         10,0         7,5       4,2           3,6         3,0            3,2
   I               4,8        17,6           17,9         15,9         14,8        11,4       9,3           6,3         4,8            4,9
   L               3,1          7,4           8,7         10,8           8,1         6,4      3,3           0,3         0,5            2,3
   NL              5,0          7,2           6,3           5,3          2,7         2,5      2,6           0,1       - 0,8            1,0
   P               3,4        22,0           18,3         22,5         25,5        29,3     19,0           12,1          9,3           6,5
   UK              4,8        15,7           11,4           8,7          5,0         4,8      5,2           3,6          3,0           3,9
   EUR 12          4,6         12,3          12,0         10,4           8,5         7,0      5,9            3,7         3,2           3,4
   USA             3,1           8,0           8,7          5,8          4,0         3,9      3,3            2,2         4,1           4,9
   Japan           6,2          9,0           4,4           2,6          1,9         2,1      2,2            0,7         0,2           1,5
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 78                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                         31 . 12 . 87
                                                                     e) Gesamtbeschäftigung
                                                                                                                  (prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr)
\                      1973 / 1960     1980 / 1973    1981         1982            1983          1984           1985          1986 0 )      1987 (>)       1988 (')
 B                           0,6            0,1      - 2,0       - 1,3            - 1,1            0,0            0,8            1,0           0,1              0,2
 DK                          1,1            0,4      - 1,3           0,4             0,3           1,5            2,8            2,0           0,8          - 0,1
 D                           0,2          - 0,3      - 0,7        - 1,7           - 1,5            0,1            0,7            1,0           0,6              0,3
 GR                        - 0,5            0,8         4,9       - 0,8              1,1           0,3             1,0           0,3         - 1,0              0,3
  E                          0,8          - 1,3      - 3,0        - 1,0           - 0,8          - 3,0         - 1,0             2,0            2,4             1,7
 F                           0,7            0,3      - 0,6           0,1          - 0,4          - 0,9         - 0,3             0,3         - 0,2          - 0,0
  IRL                        0,1            1,2      - 0,9           0,1          - 2,2          - 1,6         - 2,8           - 0,4         - 0,3              0,2
  I                        - 0,4            0,8      - 0,0           0,6             0,5           0,8             1,4           0,6            0,6             0,8
  L                          1,1            0,6         0,3       - 0,3           - 0,3            0,6             1,4           2,4            1,0             0,4
  NL                         0,9            0,3      - 1,5        - 2,5           - 1,9          - 0,4             1,1           1,8            0,9             0,2
  P                        - 0,5            0,3         1,2       - 0,4              4,3         - 1,5             0,3           0,2            2,3             1,0
  UK                         0,3            0,1      - 3,9        - 1,8           - 1,2            2,0             1,3           0,6            1,4             0,9
  EUR 12                     0,3            0,1      - 1,3        - 0,8           - 0,5            0,1             0,6           0,8            0,8             0,6
  USA                        1,9            2,0         0,9       - 0,5              1,0           4,8             2,4           2,3            2,5             1,9
  Japan                      1,3            0,7         0,8          1,0             1,7           0,6             0,7           0,8            0,8             1,0
                                                                      £) Arbeitslosenquote ( 2)
                                                                                                                             (in Prozent der zivilen Erwerbspersonen)
                         1973 / 1960    1980 / 1973    1981         1982            1983          1984           1985          1986 (')      1987 (»)       1988 (>)
   B                         2,4            6,8        11,1         13,0           14,3           14,4           13,6           12,6          12,4             12,1
  DK                          1,2           5,5         8,7          9,3           10,1            9,9             8,7           7,6            7,7             8,6
   D                   >     0,9            3,6         4,8          6,9              8,4          8,4             8,4           8,1            8,1             8,3
   GR                \               I                  4,2          5,8             7,8            8,1            7,8           7,4            7,4             7,5
   E                                 \                 14,4         16,2            17,7          20,6           21,9           21,5          20,7             20,3
   F                          1,1           4,7         7,7           8,7             8,9         10,0           10,5           11,1          11,3             11,7
   IRL                        5,1            8,1       10,2         12,3            14,9          16,6           17,9           18,4           18,5            18,2
   I                          5,7            5,9         8,1          9,7           11,0          12,0           12,9           13,0           14,2            14,3
   L                          0,1            0,4         1,0          1,3             1,6           1,8             1,7           1,4            1,5             1,4
   NL                         1,4            5,3         8,8        11,8            14,2          14,5           13,3           12,1           11,4            10,9
   P                 l                              I-II:\                    \=I                   8,5            8,6            8,6           7,2              6,8
    UK                        2,2            4,5         9,1        10,6            11,6          11,8           12,0           12,1           11,0            10,4
   EUR 12                                                                                         11,7            12,1          11,9           11,8            11,7
   EUR 9                      2,2            5,1         7,7          9,3           10,4          10,9           H ,1
                                                                                                                                                         li
    USA                       5,3            6,8         7,6          9,7             9,6           7,5             7,2           7,0            6,3             6,0
   Japan                      1,4            1,9         2,2          2,4             2,7           2,7             2,6           2,8            3,0             2,9
    (') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987 .                                                                                                  .
    (2) Die wiedergegebenen Arbeitslosenquoten basieren auf der Zahl der registrierten Arbeitslosen nach einheitlicher Eurostat-Definition. Lediglich für Griechenland,
        Spanien und Portugal werden die Ergebnisse nationaler Umfragen dargestellt.
    Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak---                                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                Nr . L 394 / 79
31 . 12 . 87
                                                                           TABELLE 2
                                     Zusammenfassung wichtiger ökonomischer Aggregate für EUR 12 (1960 1988)
                                                                                                                               (jährliche Veränderung in Prozent)
                                                 1973 /       1981 /                    1983         1984          1985        1986        1987 (M     1988 (»)
                                                                          1982
                                                  1960         1973
Bruttoinlandsprodukt
— nominal                                        10,2         14,4         11,2         10,1           9.1           8.7          8,4         6,2          5,9
— real                                            4,8          2,0          0,6           1,5          2.4           2,5          2,6         2,2          2,3
— Deflator                                        5,1         12,2         10,6           8,5          6,5           6,1          5.6         3,9          3.5
                                                             - 0,2        - 1,8           0,2           1.6          2.3          3.4         3.6          3.3
Bruttoanlageinvestitionen (2 )                    5,5
— Bauten                                                     - 1,4        - 2,4           0,4           1.2        - 3,1          2.7         2,0          2.6
                                                                1,7       - 1,0           2,1          5,8           9,2          4,2         5.3          4,0
— Ausrüstungen
Anteil der nominalen Brutto­
anlageinvestitionen am BIP
                                                 23,1         22,1         20,1         19,6          19.3          19,1        18,9         19.1        19,2
— insgesamt
— öffentlich                                       3,8 (»)      3,3 (")      3,0          2,9           2,8          2.8          2.7          2.7         2,8
Privater Verbrauch (2 )                            5,0          2.3          0,7          1,3           1,4          2,5          3,9          3.1         2,7
 Inländische Endnachfrage
 (einschließlich Lagerveränderung)
 — in der Gemeinschaft                             5.0          1,6          0,9          1,0           1.9          2.4          3,8          3.2         2,7
 — Abstand zu den übrigen
         OECD-Staaten                           - 0,5        - 0,6           0,9        - 1,8        - 3,4         - 1,1          0,1          0,5         0,0
 Inflation (Preise des privaten Ver­
 brauchs)                                          4.6        12,2         10.4           8,5           7,0          5,9          3.7          3,2         3.4
 Löhne je abhängig Beschäftigten
 — nominal                                       10,0         14,8         11,1           9,9           7.4           6,8         6,0          5.4         4,7
 — deflationiert mit den Preisen des
         privaten Verbrauchs                       5.1          2,3 .        0,6          I,3           0,3           0,9         2,2          2,1         1,3
 — deflationiert mit den BIP­
         Preisen                                   4,6          2.4          0,4          1,3           0,8           0,7         0,4          1.5         1,2
 Produktivität ( 3 )                               4,5          2,1          1,5          2,0           2,3           1,8         1.8          1,4         1,7
 Reale Lohnstückkosten ( 4 )                    100,3        104,0        102,9        102,2         100,7          99.6         98.2        98.3         97,8
 Rentabilität ( 5 )                             108,2         72,8         63,5          66,4         72,7          77.7         82,1        80,9         81,1
 Wettbewerbsfähigkeit (6 )                      101,3        108,9         99,2          93,6         86,6          85.8         95.3       101,6       101,8
  Beschäftigung                                    0,3       - 0,1        - 0,8         - 0,5           0,1           0,6         0,8          0,8         0,6
  Arbeitslosenquote (in Prozent der                                                                   11.7          12,1         11,9        11,8         11,7
  zivilen Erwerbspersonen )                        2.2 n        5,1 ( 7 )    9 ,3 n      10,4 n        10 ,9 ( 7 )  11,1 ( 7 )
  Leistungsbilanzsaldo
  (in Prozent des BIP )                            0,4        - 0,6        - 1,1        - 0,2           0,1           0,6          1.5         1,1          0,8
  Finanzierungssaldo des Staates
  (in Prozent des BIP)                           - 1,0 ( 8 )  - 4,1 («)    - 5,5        - 5,3         - 5,3         - 5,2       - 4,8        - 4,5       - 4,5
  Stäatsverschuldung
  (in Prozent des BIP)                            37,5 (•)     43,4 (»)     48.2         51,5         54.8          57,4         59,0         61.4        63,6
  Geldmenge ( 10)                                 11,4 ( 7 )   13,7         11.3         II,2            9.5          8.5        10,2         10.2          8,6
  Langfristiger Zinssatz ( 13)                     7,1         10,7         12.6         10,7          10.4           9.6          7.9          7.8         7,7
    (') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
    (2 ) Zu konstanten Preisen.
    ( 3 ) Reales BIP je Erwerbstätigen in der Gesamtwirtschaft.
    (4) Löhne je abhängig Beschäftigten deflationiert mit den BIP-Preisen geteilt durch das reale BIP je Erwerbstätigen, Index 1970 — 100.
    (i) Schätzung für EUR 4; alle Sektoren ohne Landwirtschaft, Index 1970 = 100.
    («) Relative Lohnstückkosten in der Gesamtwirtschaft gegenüber den 9 wichtigsten konkurierenden Industrieländern, Index 1970 = 100.
    (7) EUR 9 (EUR 12 ohne Griechenland, Spanien und Portugal ).
    (») EUR 9 (EUR 12 ohne Griechenland, Irland und Portugal), 1973 bzw. 1981 .
    (») 1981 (EUR 12)
  (10) Jahresdurchschnitt, Geldmenge in der weiteren Definition M2 oder M3 je nach Land.
  (u ) EUR 9 (EUR 12 ohne Griechenland, Irland und Portugal), 1970 bis 1973 .
  (12) EUR 9 (EUR 12 ohne Griechenland, Irland und Portugal).
  ( 13 ) EUR 10 (EUR 12 ohne Spanien und Portugal), ab 1961 , Niveaus.
  Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
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Nr . L 394 / 80
                                                                      TABELLE 3
                                                    Produktion, Handel und Preise auf Weltebene
                                                                     1986 (»)                  1987 (»)                   1988 (»)
                                                  Reales Bruttoinlandsprodukt/Bruttosozialprodukt
              I                                                                               (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)
                EUR 12                                                      2,6                      2,2                         2,3
                Sonstige OECD-Länder                                        2,8                      2,5                         2,9
                — USA                                                       2,9                      2,3                         2,7
                — Kanada                                                    3,2                      3,2                         2,9
                — Japan                                                     2,4                      2,9                         3,5
                — übrige OECD                                               2,6                      2,2                         2,3
                OECD insgesamt                                              2,7                      2,4                         2,7
                                                             Welthandelsvolumen (Waren)
              l                                                                                (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)
                EG-Definition (2 )                            \
                — ohne EUR                                                  3,8                       2,1                        3,5
                — einschließlich EUR                                        4,9                       3,5                        3,9
                OECD-Definition ( 3 )
                — ohne EUR                                                  4,2                       3,1                        3,9
                — einschließlich EUR                                        4,3                       3,4                        4,0 *
                                                             Weltausfuhrpreise in US-Dollar
              I                                                                                (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)
                Rohstoffe ohne Brennstoffe                                  5,1                       4,1                        4,8
                Rohöl — fob                                              - 49,7                     26,2                         4,1
                Fertigwaren                                                19,2                     11,4                          5,9
                                                                  Leistungsbilanzsaldo
              l                                                                                                   (in Milliarden US-Dollar)
                 EUR 12                                                    52,8                     44,8                        36,3
                 Sonstige OECD-Länder                                    - 87,8                   - 94,8                      - 89,9
                 — USA                                                 - 141,3                   - 154,3                     - 147,3
                 — Kanada                                                 - 6,3                     - 4,0                       - 1,5
                 — Japan                                                   85,8                      84,9                       79,0
                 — übrige OECD                                           - 25,9                   - 21,5                      - 20,0
                 OECD insgesamt                                          - 35,0                   - 50,1                      - 53,6
                 OPEC-Länder                                             - 33,0                     - 6,9                       - 2,4
                 Sonstige Entwicklungsländer (4)                           - 7,2                    - 8,6                     - 14,4
                 Sonstige Länder (s )                                      - 2,5                    - 0,6                       - 0,3
                 Fehler und Auslassungen                                 - 77,7                   - 66,2                      - 70,7
                 (1 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
                 (2) Wachstumsrate der weltweiten Einfuhren.
                 (3) Arithmetisches Mittel der jeweiligen Wachstumsraten der weltweiten Einfuhren und Ausfuhren.
                 {*) Zu den sonstigen Entwicklungsländern gehören China, Jugoslawien und Südafrika.
                 (J) Zu den sonstigen Ländern gehört nicht der Handel innerhalb des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe.
                 Quelle: Kommissionsdienststellen.
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31 . 12 . 87                                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                                          TABELLE 4
                                                               Beiträge zum realen BIP-Wachstum
                                                                                                                     (in Prozentpunkten zu Preisen von 1980) (2)
                                                                1982           1983            1984        1985          1986 (>)     1987 0 )        1988 (»)
                                                  1981
EUR 12                                                                    I
letzte Inlandsverwendung                                                                                                     3,5         2,9             2,7
                                                 - 0,5            0,3           1,1              1,4         2,3
(ohne Vorratsveränderung)
                                                                  0,6         - 0,1              0,5         0,0             0,2         0,3             0,1
Vorratsveränderung                               - 1,3
                                                                - 0,3           0,5              0,5         0,1           - 1,2       - 1,0           - 0,4
Außenbeitrag                                       1,7
                                                   0,0            0,6            1,5             2,4         2,5             2.6         2,2             2,3
BIP-Wachstum
Wachstumsdifferential zu den                                                                                                                             0,0
                                                 - 3,5            0,9         - 1,8            - 3,4       - 1 »1            0,1         0,5
 übrigen OECD-Ländern ( 3 )
 USA
 letzte Inlandsverwendung                                                                                                                 1,3            2,3
                                                    1,9           0,0            4,7             6,9         5,1             4,1
 (ohne Vorratsveränderung)
                                                                - 1,5            0,5             2,0       - 1,5             0,3          0,7          - 0,1
 VorratsVeränderung (4 )                           0,9
                                                                - 1,0          - 1,8           - 2,4       - 0,7           - 1,2          0,3            0,5
 Außenbeitrag                                    - 0,8
                                                                - 2,5            3,4             6,6         2,9             3,1          2,3             2,7
 BIP-Wachstum                                       2,1
 Wachstumsdifferential zu den
                                                    2,5         - 1,2            3,2             5,4         0,3             0,3        - 1,0          - 0,7
 übrigen OECD-Ländern ( 3)
 Japan
 letzte Inlandsverwendung                                                                                                                 4,4             4,0
                                                    2,2            2,8           2,1         .   3,2          3.4            4,1
  (ohne Vorratsveränderung)
                                                  - 0,1         - 0,1          - 0,4              0,5         0,1             0,6         0,1             0,1
  Vorratsveränderung
                                                    1,7            0,1            1,4             1,3         1,0          - 1,3        - 0,8           - 0,4
  Außenbeitrag
                                                    3,9            2,8            3,2             5,0         4.5             2,4         2,9             3,5
  BIP-Wachstum
  Wachstumsdifferential zu den                                                                                                                            1,7
                                                    1,4            3,6         - 1,5           - 1,6          0,6             0,2          1,6
  übrigen OECD-Ländern ( 3 )
  (') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
  (2) Aufgrund statistischer Diskrepanzen ist die Summe der Beiträge nicht immer identisch mit dem BIP-Wachstum.
  (3) Abweichung des Wachstums der inländischen Endnachfrage (einschließlich Lagerveränderung) vom gewichteten Durchschnitt der übrigen OECD-Länder. Die
       Gewichtungsstruktur ist identisch mit derjenigen für die Berechnung der effektiven Wechselkurse.
  (4) Einschließlich statistischer Diskrepanzen.
   Quelle: Kommissionsdienststellen.
                                                                            TABELLE 5
                                                           Einfuhr und Ausfuhr von Waren (Volumen)
                                                                                                                  (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent)
                                                     Einfuhren                     Ausfuhren                Marktwachstum (M             Ausfuhrleistung (3)
                                                                           1986     1987 (2 ) 1988 (2 )  1986     1987 (2 ) 1988 (2)  1986     1987 2     1988 (2 )
                                            1986      1987 (2 ) 1988 (2 )
                                                          5,7        4.6      2,0       2,0        * 3,3   4.1        3,3        3,9   - 2,0        1,3     - 0,6
   EUR 12 insgesamt                            6.7
                                                                     3,9      5.6       5.3          4,7   7.2        5.5        4,5   - 1,5        0,2        0,2
   — innerhalb der EG (4 )                     6,0        4,5
                                                                     5.7    ■ 2,1     - 1,9          1,5   0,5        0,7        3,1   - 2,6      ■ 2,6     - 1,6
   — außerhalb der EG (4 )                     7,4        7,5
                                                          2,5        2,6      7.7      11,8        11,1    2.7        3,0        4,4     4,9        8,6        6,4
   USA                                        13,9
                                                          6,2        5,2    ■ 2,7     - 4,9          0,6   3.8        2.6        3,4   - 6,3      ■ 7,3     - 2,7
   Japan                                      10,1
   OPEC                                     - 20,5    - 17,0       - 0,0      6,0       2.5          4,4
   sonstige Entwicklungsländer               - 0,9        4,3        4,9      6,0       4.6          4,4
   Welt                                        4,9        3,5        3,9      3,4       3.4          4,4
   Welt ohne EG                                3.8        2,1        3,5      4,2       4,1          5,0
   (.) Mit der regionalen Ausfuhrstruktur des betreffenden Landes bzw. der betreffenden Wirtschaftszone gewichtete Veränderung der Einfuhren von
        Drittländern .
   (2) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
   (3) Ausfuhrwachstum geteilt durch das Marktwachstum.
    («) Schätzungen der Kommissionsdienststellen.
    Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- Nr. L 394 / 82                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                      31 . 12 . 87
                                                                          TABELLE 6
                                                         Reale Handelsbilanzsalden ( 1985—1988 ) (2 )
                                                                                                                                Differenz           Differenz
                                                       1985               1986            1987 (')           1988 (»)          1985 / 1986         1986 / 1988
                                                     (a) in Milliarden US-Dollar zu Preisen von 1985
USA                                                  - 124,5            - 155,1           - 137,5            - 119,1              - 30,6                36,0
Japan                                                    56,0               39,4               23,0             16,9              - 16,6             - 22,5
EUR 12                                                    11,9            - 17,3            - 42,3            - 52,8              - 29,2              - 35,5
Bundesrepublik Deutschland                               28,1               21,7               16,1              14,6              - 6,4               - 7,1
Entwicklungsländer
— OPEC                                                   57,1               86,6             104,1             111,5                29,5                24,9
— sonstige Entwicklungsländer                            - 4,4              19,0               21,0             20,1                23,4                  1,1
                                                             (b) in % des BIP zu Preisen von 1985
USA                                                      - 3,1             - 3,8              - 3,3             - 2,7
Japan                                                      4,2               2,9                 1,6              1,2      II\
EUR 12                                                      0,5            - 0,7              - 1,6               !'9
Bundesrepublik Deutschland                                 4,5               3,4                 2,5              2,2                         \
(') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
(2 ) Nach der Definition der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, fob-fob.
Quelle: Kommissionsdienststellen.
                                                                           TABELLE 7
                                                   Leistungsbilanztransaktionen der Entwicklungsländer
                                                                                                                                        (in Milliarden US-Dollar)
                                                          Alle                     Brennstoff­              Nicht-Brennstoff-               Exporteure von
                                                                                                                                             verarbeiteten
                                                Entwicklungsländer (2 )            Exporteure                  Exporteure                    Erzeugnissen
                                               1981       1985      1986     1981     1985       1986    1981      1985      1986      1981      1985       1986
 Leistungsbilanzsaldo                         - 48,5 - 23,8 - 46,3            34,8       3,0 - 37,1 - 83,2 - 26,8            - 9,2 - 15,2 - 4,2              13,0
 — Handelsbilanzsaldo                            37,1       45,4      7,2 120,4        67,4       15,2  - 83,2    - 22,0     -  8,0 - 25,2 - 12,2             1,9
 — Dienstleistungen , netto                  - 100,7 - 90,6 - 79,5 - 68,8 - 50,6                - 40,0  - 31,9    - 40,0    - 39,5        0,8 - 2,6         - 0,5
 — Unentgeltliche Leistungen                     15,1       21,3     26,0   - 16,8   - 13,8     - 12,3    31,9      35,1      38,3        9,1      10,6      11,5
 Ölhandelsbilanzsaldo                           216,8      118,4     63,8    278,1    155,2       87,4 - 61,4 - 36,8 - 23,6 - 25,3 - 15,6 - 10,0
 Saldo der Ressourcen 0 )                     - 30,7        20,0    - 3,5     17,2       1,6 - 39,2 - 47,8          18,5      35,7      - 5,2       4,0      21,2
 (1 ) Der Saldo der Ressourcen hat zum Ziel, die einer Volkswirtschaft zur Verfügung stehenden externen Ressourcen zu erfassen. Im vorliegenden Zusammenhang
      wurde der Saldo berechnet durch Subtraktion der Netto-Kapitaleinkommen vom Leistungsbilanzsaldo. Ein positiver Saldo der Ressourcen spiegelt einen Abfluß
      von finanziellen Ressourcen wider und vice versa .
 (2) Die Länder sind gemäß ihren Hauptausfuhren klassifiziert. Brennstoff-Exporteure und Nicht-Brennstoff-Exporteure sind Untergruppen der Gesamtheit.
      Exporteure von verarbeiteten Erzeugnissen sind diejenigen Nicht-Brennstoff-Exporteure, deren Ausfuhren von verarbeiteten Erzeugnissen 1980 über 50 % ihrer
      Ausfuhren insgesamt ausmachten.
 Quelle: IWF World Economic Outlook 1987 und Kommissionsdienststellen .
 ---pagebreak---                                                                                                                                               Nr . L 394 / 83
31 . 12 . 87                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                                          TABELLE 8
                                 Externe Finanzierung und Verschuldung der kapitalunportierenden Entwicklungsländer
                                                                                                                                      (in Milliarden US-Dollar)
                                                                                    Länder mit Schulden­        Untergruppen (7):             Afrika südlich
                                                          Kapitalimportierende       dienstproblemen in      Fünfzehn hoch verschul­            der Sahara
                                                               Länder (')          jüngster Vergangenheit    dete Entwicklungsländer
                                                                                   1981     1985    1986      1981    1985     1986      1981      1985     1986
                                                        1981     1985       1986
                                                                   (a) Externe Finanzierung
Netto-Kreditaufnahme im Ausland                        129,5      44,2       41,5   86,3     13,7    14,4      65,2     5,7       9,1       9,2       4,0     5,7
                                                        31,4      24,0       30,6   17,1     16,2    16,5       6,5     7,7       6,7       4,8       4,0     4,0
— langfristige Kredite offizieller Gläubiger
— mit Reserveaktiva zusammenhängende
                                                         12,2      2,8         7,1    9,1     2,4     7,3       1,4   - 0,5       2,2       2,4       1,8     0,4
      Verbindlichkeiten
 — sonstige Netto-Kreditaufnahme im Aus­                                                                                                           - 1,8      1,4
                                                         85,8     17,4         3,8  60,1    - 4,9   - 9,4      57,3   - 1,5       0,2       2,0
      land ( s )
                                                                   (b) Auslandsverschuldung
                                                       708,0 954,1        1 036,3 462,0 585,9 621,6 332,3 416,5 433,5 48,6                          65,1     74,1
 Verschuldung insgesamt (2 )
                                                         30,4     39,8        41,5  37,6 48.6        50,3      32,8 46,2 60,3 44,6                  65,7 67,8
 Verschuldungsquote ( 3 )
                                                         22,2     25,0        27,1  32,9     36.7 42,0         39,3    42,1     49,8 19,3           24,9 29,6
 Schuldendienstquote (4 )
                                                         12,3     14,2        13,3   18,6    23.8    23,2      22,8    29,6     30,0        9,1     11,1     11,3
 Zinsdienstquote ( s )
 (M Alle Entwicklungsländer ohne Iran, Irak, Kuwait, Libyen, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate.                    .       . . _ . w.„. ,
 (2) Für alle Entwicklungsländer zusammengenommen (kapitalimportierende und kapitalexportierende Länder) lag die Verschuldung 1 986 bei etwa 1 101 Milliarden
      US-Dollar. Der IWF schätzt für 1987 einen Anstieg auf ungefähr 1 198 Milliarden US-Dollar voraus, wovon 1 128 Milliarden US-Dollar auf die
      kapitalimportierenden Länder entfallen.
 (3 ) Auslandsverschuldung im Verhältnis zum BIP.
 (4) Schuldendienst im Verhältnis zur Ausfuhr von Gütern und Dienstleistungen.
 (J) Zinszahlungen im Verhältnis zur Ausfuhr von Gütern und Dienstleistungen.
 («) Als Restgröße berechnet. Die ausgewiesenen Summen spiegeln hauptsächlich private Auslandskredite und kurzfristige Kapitalströme wider.
 (7) Gemäß verschiedener gebräuchlicher Klassifikationskriterien.
 Quelle: IWF World Economic Outlook 1987 und Kommissionsdienststellen.
                                                                            TABELLE 9
                                  Vergleich der Vorausschätzungen für 1987 (EUR 12): Oktober 1986—September 1987
                                                                                              (Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent)
                                                                                                 Oktober 1986 (')       September 1987 (2 )
                   BIP real                                                                             2,8                       2,2
                   Privater Verbrauch                                                                   3,5                       3,1
                   Bruttoanlageinvestitionen                                                            5,1                       3,6
                    — Bauten                                                                            3,2                       2,0
                    — Ausrüstungen                                                                       6,9                      5,3
                    Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen                                              3,7                       1,9
                    Deflation des privaten Verbrauchs                                                    3,0                      3,2
                    Beschäftigung                                                                        0,8                      0,8
                    Leistungsbilanz ( 3 )                                                                0,9                      1,1
                    Arbeitslosenquote ( 4 )                                                            11,7                     11,8
                    (!) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, Oktober 1986 .
                    I1) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
                    ( 3 ) In Prozent des BIP.
                    (4) In Prozent der zivilen Erwerbspersonen.
                    Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 84                                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                       31 . 12 . 87
                                                                          TABELLE 10
                                             Bilaterale nominale, effektive nominale und reale Wechselkurse
                                                                                                     (Index 1970 = 100 und Veränderung gegenüber dem Vorjahr)
                                            Bilateraler nominaler           Nominaler effektiver          Relative Lohnstückkosten        Realer effektiver
                                                Wechselkurs                    Wechselkurs ( J )          in nationaler Währung (2 )      Wechselkurs ( 3 )
                                            Niveau        Veränderung       Index       Veränderung          Index        Veränderung  Index         Veränderung
EUR 12                                       ECU / US-Dollar
Durchschnitt 1960— 1969                     1,059                          101,9                              98,5      I              100,3
Durchschnitt 1970— 1977                     1,139       l                  100,8                            103,8                      104,7
                 1978                       1,274              11,7          94,7                0,6        111,5               1,9    105,7                2,4
                 1979                       1,371               7,6        100,9                 6,5        114,4              2,5     115,4                9,3
                 1980                       1,392               1,6        102,6                 1,6        119,9              4,8     122,9                6,5
                 1981                       1,116           - 19,8           86,1         - 16,1            122,4               2,1    105,3           - 14,3
                 1982                       0,980           - 12,2           80,0           - 7,0           123,9               1,2     99,2             - 5,9
                 1983                       0,890             - 9,1          73,2           - 8,5           127,8               3,2     93,6             - 5,6
                 1984                       0,789           - 11,4           66,6           - 9,1           130,1               1,8     86,6             - 7,5
                 1985                       0,763             - 3,3          65,3           - 1,8            131,4              1,0     85,8             - 0,9
                 1986                       0,984              29,0          72,4             10,8           131,7              0,2     95,3              11,1
                 1987 («)                   1,136              15,4          77,2                6,6         131,6              0,0    101,6                6,6
                 1988 («)                   1,180               3,9          78,2                1,3         130,2           - 1,1     101,8                0,2
USA                                           US-Dollar / ECU
Durchschnitt 1960— 1969                     0,945                            98,9                             99,6      \               98,6
Durchschnitt 1970—1977                      0,879       I                    89,7     \                       88,4      I               79,3
                 1978                       0,785            - 10,4          80,2           - 9,2             79,7              1,4     63,9             - 8,0
                 1979                       0,730             - 7,0          77,9           - 2,8             82,0              2,9     63,9             - 0,0
                 1980                       0,718             - 1,6          77,8           - 0,2             82,4              0,5     64,1                0,4
                 1981                       0,896              24,7          87,7             12,8            82,0           - 0,4      72,0               12,3
                 1982                       1,021              14,0          98,3             12,0            83,1              1,3     81,6              13,4
                 1983                       1,123              10,1         103,9                5,7          82,3           - 1,0      85,5                4,7
                 1984                       1,267              12,8         112,0                7,8          82,2           - 0,1      92,0                7,7
                 1985                       1,310               3,4         116,5                4,0           82,8             0,7     96,5                4,8
                 1986                       1,016            - 22,5          95,0          - 18,4             81,5           - 1,6      77,5            - 19,7
                 1987 («)                   0,881            - 13,3          85,0          - 10,5             81,3           - 0,2      69,1            - 10,8
                  1988 («)                  0,848             - 3,7          82,1           - 3,4              82,0             0,9     67,4              - 2,5
Japan                                             Yen / ECU           li                                ||                            li|
Durchschnitt 1960— 1969                    0,00262                           98,1     I                      101,3                       99,3
Durchschnitt 1970— 1977                    0,00291      ll                  111,3     li                     113,5      \\             127,5       \
                  1978                     0,00374             14,5         153,5             21,8           116,5            - 3,6    178,8               17,4
                  1979                     0,00333           - 11,1         142,2            - 7,4           109,0            - 6,4    155,0            - 13,3
                  1980                     0,00317            - 4,6         136,4            - 4,0           100,6            - 7,7    137,3            - 11,4
                  1981                     0,00408             28,4         155,0              13,6            95,1           - 5,5    147,5                7,4
                  1982                     0,00411              0,8         147,3            - 5,0             89,7           - 5,7    132,1            - 10,5
                  1983                     0,00473             15,2         163,3              10,9            87,2           - 2,7    142,4                7,8
                  1984                     0,00535             13,0         172,2                5,5           84,2           - 3,5    145,0                 1,8
                  1985                     0,00554              3,6         177,4                3,0           80,9           - 3,9    143,5              - 1,0
                  1986                     0,00606              9,4         228,5             28,8             80,7           - 0,2    184,4               28,5
                  1987 (4 )                0,00601            - 0,9         246,6                7,9           80,0           - 0,9    197,3                7,0
                  1988 («)                 0,00612              1,9         256,9                4,2           79,8           - 0,3    204,9                3,8
(» ) Der nominale effektive Wechselkurs gibt den gewichteten Durchschnitt der Wechselkurse einer bestimmten Währung gegenüber den Währungen der wichtigsten 9
     (EUR 12) bzw. 19 konkurrierenden Länder wieder. Das den einzelnen Währungen zugeordnete Gewicht spiegelt die Bedeutung der betreffenden Währung als
     bilateraler Handelspartner und als Wettbewerber auf Drittmärkten wider.
(2) Index der Lohnstückkosten in dem betreffenden Land bzw. der Wirtschaftszone im Verhältnis zum gewichteten Durchschnitt der Lohnstückkosten in den
     wichtigsten 9 (EUR 12) bzw. 19 konkurrierenden Ländern in nationalen Währungen. Dieser Index spiegelt die Wettbewerbsfähigkeit des betreffenden Landes
     bzw. der Wirtschaftszone in Abwesenheit von Wechselkursveränderungen wider.
(3) Der Index des realen effektiven Wechselkurses wird errechnet durch Multiplikation des Index des nominalen effektiven Wechselkurses mit einem auf die gleiche
     Weise berechneten Index der relativen Veränderung des Preis- bzw. Kostenniveaus in Landeswährungen, im vorliegenden Fall der nominalen Lohnstückkosten in
     der Gesamtwirtschaft. Ein derartiger Index kann auch als Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes herangezogen werden, wobei ein Anstieg des Index
     eine Verschlechterung der kostenmäßigen Wettbewerbsfähigkeit wiedergibt (Index der relativen Lohnstückkosten in gemeinsamer Währung).
(4) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, Mai 1987.
Quelle: Kommissionsdienststellen .
 ---pagebreak---                                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                 Nr . L 394 / 85
31 . 12 . 87
                                                                          TABELLE 11
      Ergebnisse einer Unternehmensumfrage zu Plan- und Erwartungsrevisionen aufgrund von eingetretenen Wechselkursveränderungen
                                                                      (gewichtete Salden) (')
                                                         B          D         GR         E         F       IRL          I          L          NL        UK
                                                         - 23       - 10      - 15        -1       - 18     - 11         -6        - 41        - 25        +2
Inländische Produktion
                                                         - 15       - 13                - 19                                       - 42        - 25        -8
Beschäftigte
                                                         - 10         -8      - 18      + 23        -8      - 11      + 10          +4          -9         -2
Inländische Investitionen (nominal )
Auslandsinvestitionen ( in nationaler Wäh­                                                                                                                 -3
                                                          -8          -2                  +2        -1          0                   +3          -6
rung)
                                                         - 39       - 35      - 59                 - 37     - 12                   - 51        - 49      - 32
Gewinne
                                                         - 14         -5      + 55          0      - 12     - 10            0       -6         - 42      + 20
Inländische Verkaufspreise
Ausländische Verkaufspreise in nationaler .                                                                                        - 89        - 68        +4
                                                         - 51       - 19      + 25          0      - 28     - 22          -2
Währung
                                                         - 23       - 15                                     - 19                  - 34        - 41        -5
Mittelfristige Absatzerwartungen
Zur Erinnerung:
Wechselkursveränderung Januar 1986 /
Mai 1987 gegenüber dem
— US-Dollar                                           + 34,9     + 36,8     + 11,5    + 22,3    + 25,6    + 20,2    + 29,1       + 34,9     + 36,8    + 17,1
— gewichteten Durchschnitt der Währun­
      gen der 19 wichtigsten Handelspart­                                                                                                               - 4,2
      ner                                               + 7,5    + 11,6     - 10,8      - 0,4     + 1,1     - 1,5     + 4,7       + 7,5       + 8,4
(>) Die Sonderumfrage fand im April/Mai 1987 statt. Die Fragestellung lautete: „Die Entwicklung der Wechselkurse hat uns zu folgenden Revisionen unserer
     Pläne/Erwartungen für 1987 gegenüber dem Stand vom Herbst letzten Jahres veranlaßt." Als Antwortkategorien wurden angeboten: nicht geändert/keine
     Angabe, stark nach oben geändert, etwas nach oben geändert, stark nach unten geändert, schwach nach unten geändert. Der Saldo wurde auf der Grundlage der
     betreffenden Meldeanteile für die Industrie insgesamt errechnet, wobei starke Änderungen doppelt gewichtet wurden.
     Die Ergebnisse für Portugal stehen noch aus.
     Dänemark hat sich an dieser Sonderumfrage nicht beteiligt.
 Quelle: Europäische Unternehmensumfragen.                                                                                                          ______
                                                                           TABELLE 12
                                         Preise des privaten Verbrauchs und Konvergenz der Preisentwicklungen
                    1969 / 1960   1977 / 1969    1981 / 1977       1982          1983         1984         1985        1986 (>)       1987 (»)       1988 (>)
 B                     3,2             7,4           5,6             7,3          7,5          6,2          4,8             1,3            1,8         2,5
 DK                    5,7           10,0           10,6           10,2           6,8          6,5          4,8             3,6            4,1         4,0
 D                     2,7             5,5           4,7             4,7          3,2          2,4          2,1           - 0,5            0,6         1,8
 GR                    2,4           10,7           18,6           20,8          17,9         18,4         18,6            22,1           16,0        12,0
 E                     5,9           13,5           16,3           14,5          12,3         10,7          8,3             8,9            5,4         4,2
 F                     4,2             8,3          11,3           11,2           9,5          7,2          5,5             2,5            3,1         2,6
 IRL                   4,5           13,8           15,2           15,9          10,0          7,5          4,2             3,6            3,0         3,2
 I                     3,7           13,0           16,5           15,9          14,8         11,4          9,3              6,3           4,8         4,9
 L                     2,3             6,8            6,2          10,8           8,1          6,4          3,3              0,3           0,5          2,3
 NL                    4,1             8,0            5,5            5,3          2,7          2,5           2,6             0,2         - 0,8          1,0
 P                     2,7           13,4           21,6           22,5          25,5         29,3         19,0            12,1            9,3          6,5
 UK                     3,7          12,6           12,6             8,7          5,0          4,8           5,2             3,6           3,0          3,9
                                                                     Gewichteter Durchschnitt
 EUR 12                 3,7           9,9           11,3            10,4          8,5          7,0          5,9            3,7            3,2          3,4
 EWS                    3,6           8,7             9,9            9,8          8,3          6,4          5,1            2,4            2,5          2,9
                                I                       Abweichungsindex relativ zum Durchschnitt (2 )
 EUR 12                 0,9           2,5            4,7            4,6           4,7          4,6          3,9            4,1            2,7          1,8
 EWS                    0,8           2,2            3,9            3,4           2,8          1,9          1,7            1,8            1,6          0,8
                                                 Abweichungsindex relativ zur niedrigsten Inflationsrate (2)
 EUR 12                 1,4           4,7            7,4             7,7          7,6          7,0          5,2            5,8          ^ 5,0          3,2
 EWS                    1,5           3,6            4,8             5,5          5,1          3,8          2,5            2,7            2,9          1,7
 (1 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.                                                                    _ c                          . ,
 (2) Der Abweichungsindex ist die ungewichtete Summe der absoluten Abweichungen eines jeden Landes vom jeweiligen Referenzwert (d. h. vom gewichteten
      Durchschnitt bzw. von der niedrigsten Inflationsrate) geteilt durch die Anzahl von Ländern.
  Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 86                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                31 . 12 . 87
                                                                      TABELLE 13
                        Reale Konvergenz — Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt und seine Streuung in der Gemeinschaft (2)
                                                1960        1970       1975      1980        1985        1986         1987 (»)   1988 t 1 )
              B                                  96,1        99,5     103,0     104,4       101,7       101,8          101,2      101,0
              DK                               119,8       116,7      111,3     109,5       116,7       117,8          115,1      113,6
              D                                118,2       113,6      109,6     114,2       116,0       116,2          115,6      115,4
              GR                                 38,7        51,7       57,1      58,4        56,1        55,3          53,7       52,6
              E                                  58,3        72,3       80,1      73,8        72,3        72,7          73,9       74,6
              F                                101,4       106,1      110,4     111,6       109,0       108,2          106,8      106,2
              IRL                                61,9        61,4       63,0      64,7        63,8        62,3          62,7       62,3
               I                                 91,4      100,6        97,7    102,0       103,2       103,5          104,4      105,1
               L                                141,3      125,3       122,7    120,5       127,5       127,5          127,4      127,0
              NL                                120,0      117,3       116,3    112,4       107,3       106,7          105,9      104,4
               P                                 38,2        47,4       50,3      54,3        52,6        53,2          53,8       54,1
               UK                               128,3      108,0       105,7    100,7       103,9       104,2          105,3      105,8
               EUR 12 ,                         100,0       100,0      100,0    100,0       100,0       100,0          100,0      100,0
               Gewichtete Standard­
               abweichung EUR 12                 26,2        17,9       15,5      16,8        17,6        17,5          17,2       17,1
               Verhältnis 4 ärmste /
               4 reichste Länder                 41,0        56,3       63,4      60,0        58,6        58,9          59,9       60,4
               (*) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
               (2) BIP pro Kopf zu laufenden Preisen und Kaufkraftstandards in Prozent vom Gemeinschaftsdurchschnitt.
               Quelle: Kommissionsdienststellen .
                                                                       TABELLE 14
                                                  Nominallöhne, Reallöhne und reale Lohnstückkosten
                                                                                                        (Veränderung in Prozent pro Jahr)
                                      1973 /    1980 /                                                                            1988 (»)
                                                           1981      1982    1983      1984        1985    1986 t 1 )   1987 (*)
                                       i960      1973
                                                       (a) Nominallöhne je abhängig Beschäftigten
                B                       8,9      11,6        6,5      8,2     6,0       5,8         4,4       2,5          3,7       3,0
                DK                     10,7      11,7        9,2     11,9     8,2       5,3         4,8       5,1          7,2       5,2
                D                       9,2       7,4        5,2      4,2     3,8       3,4         3,0        3,9         3,3       2,9
                GR                     10,2      21,1      21,5     27,8     21,3      21,2        21,7      13,7         12,5      12,0
                E                      14,5      21,8      15,7      13,8    14,5      11,8         9,9        8,7         6,5       5,3
                F                        9,9     14,7      14,3      13,7    10,6       8,1         5,8       4,0          3,0       3,5
                IRL                    11,3      19,5      18,1      14,4    11,6      11,8         7,5        6,1         6,1       4,9
                I                      11,6      20,2      22,6      16,2    16,0      11,4        10,2        7,7          8,3      6,0
                L                        7,4     11,0        8,5      6,9     6,8       7,2         4,1        4,0         4,4       4,2
                NL                     11,4       9,5        3,5      5,8     3,2       0,4         1,3        1,6          1,9      1,6
                P                      12,0      25,2      19,9      20,1    16,6      18,7        19,9      16,7         11,9       8,5
                 UK                      8,3     17,5      13,2       9,3     9,1        5,1        7,3        7,2          6,8      6,6
                 EUR 12                10,0      15,1      13,0      11,1     9,9        7,4        6,8        6,0          5,4      4,7
                 f 1 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
 ---pagebreak---                                                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                   Nr . L 394 / 87
31 . 12 . 87
                                         1973 /       1980 /                           1983      1984      1985       1986 (*)     1987 (»)   1988 (>)
                                                                 1981       1982
                                          1960         1973
                                            (b) Nominallöhne deflationiert mit den Preisen des privaten Verbrauchs
                   B                       5,1          3,5      - 1,4        0,9      - 1,4     - 0,4     - 0,3            1,2        1,9      0,5
                   DK                      3,8          0,8      - 2,5        1,5         1,3    - 1,1       0,0            1,5        2,9       1,2
                   D                       5,4          2,4      - 0,8     - 0,5         0,6       1,0       0,9            4,4        2,6       1,1
                   GR                      6,5          4,4      - 1,6        5,8         2,9      2,4       2,6          - 6,9      - 3,0       0,0
                   E                       7,3          3,4        1,2     - 0,6          1,9      1,0        1,5         - 0,2        1,0       1,1
                   F                       5,1          3,5        1,3        2,3         1,0      0,8       0,4            1,4      - 0,1       1,0
                   IRL                     5,0          2,9      - 1,2      - 1,3         1,5      4,0        3,2           2,4        3,0       1,6
                   I                       6,5          2,3        3,9        0,2         1,0      0,0        0,8           1,3        3,3       1,0
                   L                       4,2          3,4      - 0,2      - 3,5      - 1,2       0,7        0,7           3,6        3,9       1,9
                   NL                      6,0          2,2      - 2,7        0,5         0,4    - 2,0     - 1,3            1,4        2,7       0,6
                   P                       8,3          2,7        1,3      - 2,0      - 7,1     - 8,2        0,8           4,1        2,4       1,9
                   UK                      3,3          1,6        1,6        0,6         3,9      0,4        2,0           3,5        3,6       2,6
                   EUR 12                  5,1          2,5        0,9        0,6         1,3      0,3        0,9           2,2         2,1      1,3
                                                                      (c) Reale Lohnstückkosten (2 )
                   B                         0,3          1,4       1,0     - 2,0       - 1,1    - 1,2     - 1,3          - 3,1         0,4     - 0,8
                   DK                        0,2         0,5     - 1,2      - 1,3      - 1,7     - 2,3     - 1,5          - 1,1         3,4        0,0
                   D                         0,5          0,0      0,3      - 1,2       - 2,5    - 1,2      - 1,1         - 0,8         0,6     - 0,5
                   GR                     - 2,5           1,9       6,5       1,7         2,5    - 1,6        2,4         - 5,4      - 3,8         0,1
                   E                         0,5       - 0,2        0,4     - 2,2         0,0    - 4,0      - 2'1         - 3,7      - 0,9      - 0,8
                   F                         0,0          1,0       1,2     - 0,7       - 0,1    - 1,6      - 1,4         - 2,5      - 1,6      - 1,0
                   IRL                    - 0,4           1,2    - 3,5      - 2,4         0,0    - 0,7      - 2,4           0,3         0,3        1,0
                   I                         0,2          0,3       2,2       0,3         0,6    - 1,6      - 0,1         - 2,4         0,3     - 0,7
                   L                      - 0,2           3,3       1,7     - 5,0       - 4,3    - 3,9      - 0,7         - 0,3         0,9        0,6
                   NL                        1,0          0,2    - 2,7      - 1,3       - 2,0    - 4,4      - 1,6           0,2         2,1        0,1
                   P                         0,3          1,4       4,0     - 5,2       - 1,5    - 5,0      - 4,8         - 5,0      - 0,7      - 0,8
                    UK                       0,2          0,0    - 1,3      - 1,3       - 1,1       0,8     - 1,0            1,2        0,8     - 0,1
                    EUR 12                   0,1          0,3       0,5     - 1,0       - 0,7     - 1,5     - 1,1         - 1,4         0,1     - 0,5
                    ( 1 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987 .
                    (2) Löhne je abhängig Beschäftigten deflationiert mit den BIP-Preisen geteilt durch das reale BIP je Beschäftigten.
                    Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
                                                                               TABELLE 15
                                                          Sektorale Entwicklung der Erwerbstätigen (EUR 10)
                                                                                                                                            Anteil an den Erwerbstätigen
                                                                   Jahresdurchschnittliche Veränderung in Prozent                                     in Prozent
                                               1980 / 1970    1983 / 1980    1985 / 1983      1986 (')     1987 (') ( 2 )     1988 (>)( 2 )     1970             1985
 Erwerbstätige in der
 — Landwirtschaft                                - 3,2           - 2,4          - 2,4                                                            11,2              7,0
 — Industrie                                     - 0,8           - 3,3          - 1,4          - 0,2          - 0,5              - 0,3           41,7             33,2
 — Dienstleistungen                                 1,9             0,9           2,0                                                            47,1             59,8
                                                    0,3          - 0,6            0,5            0,8            0,8                0,6         100             100
                            Insgesamt
 (>) EUR 12 .
 (2 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
 Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
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Nr . L 394 / 88
                                                                         TABELLE 16
                                       Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den abhängig Beschäftigten in Prozent
                                                                   F             IRL            I              L            NL            UK         EUR 9
                        B             DK             D
                                     22,3           10,1           6,5           4,7          4,0             4,8           8,8          17,9         10,2
1975                   4,1
1979                   5,5           24,6           10,8           6,9           4,1           3,7            5,4          10,8          17,9         10,8
1983                   8,3           25,6           12,0           8,9           5,8           3,5            6,2          20,9          19,4         12,3
                                     25,3           12,3          10,5           5,8           4,5            7,1          22,4          21,7         13,5
1985                   9,3
Quelle: Eurostat, „Beschäftigung und Arbeitslosigkeit 1987", Tabelle VI/2, und frühere Ausgaben. Aufder Grundlage der gemeinschaftlichen Stichprobenerhebung
        über die Arbeitskräfte .
                                                                          TABELLE 17
                                                                    Befristete Beschäftigung
                                                                         Vereinigtes                Frankreich
                                                                                                                            Bundesrepublik
                                                                         Königreich                                          Deutschland
                          Anteil an befristeten Verträgen
                                                                     1983          1985         1983          1985        1984          1985
                 in Prozent
                 — Abhängig Beschäftigte insgesamt                     5,0           5,5         2,3           3.2         4,2           6,8
                 — Männer                                              3,8           4,0         2,0           3,1         4,2           7,0
                 — Frauen                                              7,0           7,4         2,7           3.3         4,1           6,4
                 — Teilzeit                                           11,5         13,2          2,1           4,1         7,6           8,9
                 — Vollzeit                                            2,5           2,4         2,3           2,8         3,6           6,4
                 — Jugendliche unter 25 Jahren                        10,2           9,8         7,0          10,9         9,5          16,7
                                                                         1985 / 1983                1985 / 1983               1985 / 1984
                 Veränderungen in Prozent
                 — Befristet Beschäftigte                                   + 11,2                     + 36,2                   + 64,0
                  — Abhängig Beschäftigte insgesamt                          + 1,9                      - 1,0                     + 0,8
                  Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin auf der Grundlage der gemeinschaftlichen Stichprobenerhebung über Arbeitskräfte für
                           Frankreich und das Vereinigte Königreich; Mikrozensus 1985 (Statistisches Bundesamt) für die Bundesrepublik
                           Deutschland .
                                                                           TABELLE 18
                                                          Struktur der Arbeitslosigkeit (EUR 12) 0 )
                                                                                                                                           (in %)
                                                                         1984                         1985                       1986
                               Arbeitslosenquote
                  Insgesamt                                              10,5                         10,7                       10,8
                  Männer                                                   9,3                         9,4                        9,3
                  Frauen                                                 12,5                         12,7                       13,2
                  unter 25 Jahren                                        23,5                         22,9                       22,7
                  über 25 Jahren                                           7,3                          7,6                        7,8
                  (i ) Die Daten beruhen auf der gemeinschaftlichen Stichprobenerhebung über die Arbeitskräfte. Die Angaben weichen daher von
                       den veröffentlichten Zahlen hinsichtlich der eingeschriebenen Arbeitslosen in Prozent der zivilen Erwerbsbevölkerung ab.
                  Quelle: Eurostat, „Beschäftigung und Arbeitslosigkeit 1987", Tabelle IV/ 1 , auf der Grundlage der gemeinschaftlichen
                           Stichprobenerhebung über die Arbeitskräfte.
 ---pagebreak---                                                                                                                                   Nr . L 394 / 89
31 . 12 . 87                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschäften
                                                                        TABELLE 19
                                         Langzeitarbeitslosigkeit (J) in Prozent der Gesamtarbeitslosigkeit
                                                                                        1984                        1985
                                                             1983
                                                            64,1                        67,1                        68,2
             B
                                                             38,4                       43 ,4 _                     46,9
             D
             DK                                              32,2                       30,9                        32,0
             GR                                              32,3                       37,1                        43,4
             E                                               52,5                        53,4                       56,3
             F                                               39,6                        39,1                       43,8
             I                                               54,6                        60,5                       63,6
             IRL                                             35,2                        44,5                       62,2 (')
             L                                               32,7                        29,3                       36,8
             NL                                              46,9                        n.a .                      56,4
             P                                               45,2                        43,5                       48,4
             UK                                              44,8                        45,5                       48,7
             EUR 12                                          46,3 ( 2 )                  48,3 ( 2 )       1          52,1 (2)
              (!) Arbeitslose, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind.
              (2 ) Schätzung.
              (3) Die geänderte Fragestellung in 1985 scheint die Antworten beeinflußt zu haben.
              Quelle: KOM(87) 231 endg., auf der Grundlage der gemeinschaftlichen Stichprobenerhebung über die Arbeitskräfte.
                        Spanien: nationale Erhebung.
                         Portugal: nationale Definition der Arbeitslosigkeit.
                                                                         TABELLE 20
                   Entwicklung der Arbeitslosenquoten unter regionalen Gesichtspunkten in Prozent der Erwerbsbevölkerung
                                                                                 1976                  1980               1985
               EUR 11 (»)                                                        4,6                    6,2               11,7
               25 schwächste Regionen                                             8,0                  11,7               21,1
                                                                                  2,4                   3,0                 6,6
               25 fortgeschrittenste Regionen
               f 1 ) EUR 12 ohne Griechenland .
               Quelle: KOM(87) 230 , Anhang, Seite 134 .
                                                                         TABELLE 21
                                                Entwicklung der Erwerbsbevölkerung (1985—1995) (*)
                                                                                     Zunahme in Tausend         Durchschnittliche
                                                                                         ( 1985—1995 )      jährliche Wachstumsrate
                Schwache Länder und Regionen insgesamt                                       3 442                      1,0
                                                                                              1 380                    0,9
                — Spanien
                                                                                                387                    0,8
                — Portugal
                — Griechenland                                                                  338                    0,8
                — Irland                                                                        291                     1,9
                                                                                              1 046                     1,3
                — Mezzogiorno
                                                                                              3 256                     0,3
                Fortgeschrittene Regionen insgesamt
                                                                                              6 698                     0,5
                 EUR 12 , insgesamt
                 (i ) Unter der Annahme, daß keine Nettowanderungsbewegungen zwischen den Regionen auftreten.
                 Quelle: KOM(87) 230, Anhang, Seite 149.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 90                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                    31 . 12 . 87
                                                                        TABELLE 22
                       Mittelfristige Projektionen der Kommissionsdienststellen und tatsächliche Entwicklung — EUR 10
                                                                                                    (jährliche Veränderungsrate in Prozent)
                                                                                                                          Tatsächliche
                                                                                                      Projektion          Entwicklung
                Europäische Wirtschaft Nr. 9, Juli 1981 — Fünftes Programm                     l
                Reales BIP 1985 / 1980                                                                     1,9                  1,2
                Beschäftigung 1985 / 1980                                                               - 0,2                - 0,5
                Arbeitslosenquote (') 1985 , in Prozent der zivilen Erwerbspersonen                       10,2                11,1
                Europäische Wirtschaft Nr. 14, November 1982                                   l
                Reales BIP 1987 / 1980                                                                     1,6                  1,4
                Beschäftigung 1987 / 1980                                                               - 0,2                - 0,2
                Arbeitslosenquote ( x ) 1987 , in Prozent der zivilen Erwerbspersonen                     11,1                10,5
                Europäische Wirtschaft Nr. 1 8, November 1 983                                 l
                Reales BIP 1987 / 1982                                                                     1,9                  1,9
                Beschäftigung 1987 / 1982                                                               - 0,1                  0,2
                Arbeitslosenquote (*) 1987, in Prozent der zivilen Erwerbspersonen                        10,4                10,5
                (') Errechnet durch Aggregation der auf der Grundlage nationaler Definitionen berechneten Arbeitslosenquoten der Mitglied­
                    staaten . Die Quoten können daher von den von Eurostat veröffentlichten harmonisierten Arbeitslosenquoten abweichen.
                                                                         TABELLE 23
                       Wichtige Arbeitshypothesen der Referenzprojektion 1987—1991 von September 1987 — EUR 12
                                (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent, sofern nicht anders vermerkt)
                                                    1970 /      1980 /      1985 /                                                                   1991 /
                                                                                       1986    1987        1988      1989       1990        1991
                                                     1960        1970        1980                                                                     1986
Hypothesen bezüglich des internationalen
Umfelds
Rohölpreis ( US-Dollar / Barrel ) i 1 )              1.3       28.7        27,5         13,7     17,3       18,0      19,0       22,0       24,0      24,0
Wechselkurs ECU / US-Dollar                          0,3       - 3,0       12,8       - 22,7  - 13,3       - 3,7     - 1,0      - 1,0      - 1,0     - 4,2
Wechselkurs Yen / US-Dollar                          0,0       - 4,5         0,9      - 29,3  - 12,6       - 5,5     - 3,0      - 3,0      - 3,0     - 5,5
Wareneinfuhren (Preise von 1980)
— Vereinigte Staaten                                 8.4         4,5         6*5        13,9      2,5        2,6       3,5        4,0         4,5       3,4
— Japan                                            14,4          5,1         1.4        10,1      6,2        5,2       5,5        5,5         5,5       5,6
— Sonstige OECD-Länder                               7,6         4,1         4.5         6,0      2,0        3,1       3,5        4,0         4,5       3,4
— OPEC                                               4.5       15,4       - 0,4       - 20,5  - 17,0         0,0      10,0       10,0         7,5       1,5
— Entwicklungsländer                                 6,2         4,9         2,0       - 0,9      4.3        4,9       5,0        5,0         5,0       4,8
— Sonstige Länder                                    7,8         7,5         2.6       - 2,0      4,5        3,0       4,0        4,0         4,0       3,9
Welthandel ohne EUR 12                               7,8         5,7         3,2         3,8      2,1        3,5       4,5        4,8         4,8       3,9
Wirtschaftspolitische Hypothesen
Realer öffentlicher Verbrauch                        3,6         3.1         1.5         2,4      1,8        2,0       1,5        1,4         1,3       1,6
Reale öffentliche Investitionen                      4,0 ( 2 ) - 0,2      - 0,3          1,0      2,9        3.3       2,5        2,5         2,5       2,7
Durchschnittliche jährliche Veränderung
des Anteils der laufenden öffentlichen Ein­
nahmen am BIP (in Prozentpunkten )                   0,6         0,6         0,5       - 0,2   - 0,0       - 0,2     - 0,0      - 0,2      - 0,0     - 0,1
Geldmenge (M 2 / M 3 )                             10,2 ( 2 )   14.8       10.4         10,2     10,2        8,6       8,0        8,0         8,0       8,6
Langfristiger Nominalzins                            6.7 ( 2 )   9,9 (2 )  11.5 ( 2 )    9,2      9,1        9.1       9,0        8,8         8,6       8,9
Nominale Pro-Kopf-Löhne                              9,2        14,3         9.6         6,0      5.4        4,7       4,7        5,0         5.1       5,0
Reale Pro-Kopf-Löhne (deflationiert mit
den BIP-Preisen )                                    4,6         3.2         1,0         0,4      1,4        1,2       1,4        1,7         1,8       1,5
(') Niveau am Ende des Zeitraums.
(2 ) EUR 10 (EUR 12 ohne Spanien und Portugal ).
Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
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31 . 12 . 87
                                                                          TABELLE 24
                                           Referenzprojektion 1987—1991 von September 1987 — EUR 12
                                 (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent, sofern nicht anders vermerkt)
                                                                  1980 /     1985 /                                                                       1991 /
                                                     1970 /                             1986        1987        1988       1989       1990        1991
                                                                   1970       1980                                                                         1986
                                                      1960
Reales BIP                                            4,8          3,0          1,2        2,6        2,2         2,3        2,3         2,6         2,8     2,5
Arbeitslosenquote (in Prozent der zivilen                                                                                                          10,6     10,6
Erwerbspersonen)                                      2,0 (*)      6,1 (*)    12,1       11,9        11,8        11,7       11,4       11,1
                                                       3,8       10,6           8,7        3,7        3,2          3,4        3,3        3,4         3,4     3,3
Preise des privaten Verbrauchs
                                                       0,5       - 1,3          0,5        1,5         1,1         0,8        0,7        0,4         0,2     0,2
Leistungsbilanz (in Prozent des BIP) 0 )
Reale inländische Endnachfrage                         4,9         2,9          0,6        3,8         3,2         2,7        2,5        2,7         2,8     2,8
                                                       4,9         3,4          1,0        3,9         3,1         2,7        2.6        2,7         2,8     2,8
Realer privater Verbrauch
                                                       6,4 ( 2 )   1,8          0,6        3.8         3,7         3,3        3,7        4,2         4,4     3,9
Reale private Investitionen
Reale Ausfuhr von Waren und
Dienstleistungen                                       7,9         5,8          4,3        1,6         1,9         3,2        4,2        4.5         4,8     3,7
 Reale Einfuhr von Waten und
 Dienstleistungen                                      8,7         5,4          2,4        5,9         5,3         4,4        4,5        4,8         4,8     4,8
 Gesamtbeschäftigung                                   0,2         0,2        - 0,5        0,8         0,8         0,6        0,6        0,6         0,7     0,7
 Produktivität (BIP je Erwerbstätigen)                 4,6         2,8          1,7        1,8         1,4         1,7        1,7        2,0         2,1     1,8
 Reale Lohnstückkosten ( 3 )                           0,0         0,4        - 0,7      - 1,4         0,0      - 0,5      - 0,3      - 0,2       - 0,2    - 0,3
 Langfristiger Realzins                                2,3       - 0,9          3,0        3,6         5.2         5,6        5,7        5.6         5,4     5,5
 Index der Kapitalrentabilität (4 )
 ( 1960—1969 = 100 )                                 98,9         75,0         61,9       75,9       76,1        78,3       79,6 "      80,7        81,8    79,3
 Finanzierungsdefizit des Staates
 ( in Prozent des BIP )                              - 0,6       - 2,8        - 5,2      - 4,8      - 4,5        - 4,5     - 4,1      - 3,9       - 3,4    - 4,1
 (!) Niveau am Ende des Zeitraums (in Prozentpunkten).
 (2 ) EUR 10 (ohne Spanien und Portugal).
 (3) Löhne je abhängig Beschäftigten, deflationiert mit den BIP-Preisen geteilt durch das reale BIP je Erwerbstätigen.
 {*) Deflationiert mit den BIP-Preisen.
 (5 ) EUR 9 (ohne Griechenland , Spanien und Portugal ).
 Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen .
          Die Jahre 1987—1988 der Projektionsperiode entsprechen den kurzfristigen Vorausschätzungen der Kommissionsdienststellen ( 'Wirtschaftliche
          Vorausschätzungen 1987—1988 , April /Mai 1987) und wurden mit Hilfe des COMPACT-Modells bis 1991 extrapoliert.
                                                                           TABELLE 25
                   Das nachfrageseitige Gleichgewicht des Wachstums: BIP, privater Verbrauch, Unternehmensinvestitionen und
                           Außenbeitrag in der Gemeinschaft (preisbereinigte durchschnittliche jährliche Veränderungsraten)
                                                                                                                                       (in Prozent)
                                                                         Privater Verbrauch     Private Investitionen (2 )
                                                                                                                              Außenbeitrag ( 3 )
                                                       BIP                                                                  (in Prozent des BIP)
                   1961—1973                          4,8                        5,0                       5,9                       0,3
                   1974—1985                           1,8                       2,0                       0,7                     - 0,2
                   1986—1988 (')                       2,4                       3,2                       3,6                       0,6
                   (') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
                   (2 ) Bis 1970 EUR 10 (EUR 12 ohne Spanien und Portugal).
                   (3 ) Saldo der Waren und Dienstleistungen; zu laufenden Preisen .
                   Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen .
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 92                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     31 . 12 . 87
                                                                TABELLE 26
                    Anteil der innergemeinschaftlichen Wareneinfuhren an den Gesamtwareneinfuhren (zu laufenden Preisen)
                   EUR 12       B/L        DK          D     GR         E        F       IRL         I        NL          P         UK
1958                35,2       55,5       60,0      36,3    53,7       31,8     28,3    68,9       30,2      50,7      53,4        21,8
1965                44,9       63,6       50,0      46,9    52,1       48,6     46,4    67,7       38,1      61,7      51,9        25,6
1970                50,3       66,3       48,7      51,7    50,9       40,9     56,0    70,1       47,5      63,4      52,6        29,4
1975                49,5        68,5      47,2      51,9    45,1       35,3     51,8    70,3       44,5      58,2      43,9        34,6
1980                49,2        61,6      50,3      49,4    40,9       31,3     52,0    75,3       46,2      54,7      45,3        40,9
1985                53,4        68,6      50,7      53,1    48,1       37,9     59,4    71,7       47,1      55,8      45,9        47,3
1986                57,8        69,9      53,2      54,2     58,3      51,3     64,4    73,0       55,4      61,0      58,8        50,4
1987 0 )            58,0        69,5      54,0      55,3     58,5      52,2     63,0    70,9       56,1      62,0      64,2        51,0
1988 (')             58,4       69,7      53,7      56,6     58,4      52,6     63,0     69,4      56,3      61,7      64,0        52,0
(') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
                                                                 TABELLE 27
                    Anteil der innergemeinschaftlichen Warenausfuhren an den Gesamtwarenausfuhren (zu laufenden Preisen)
                   EUR 12        B/L        DK         D      GR         E        F       IRL         I       NL          P         UK
1958                 37,2       55,4      59,3       37,9    50,9      46,8     30,9     82,4      34,5      58,3       38,9       21,8
1965                 49,6       70,8      52,1       46,9    46,6      53,6     51,8     83,8      51,1      69,2       44,0       29,6
1970                 53,4       75,2      44,2       49,8    53,5      49,6     58,1     74,3      51,7      72,6       43,8       32,7
1975                 52,4       72,4      46,6       46,9    51,6      48,1     53,2     80,4      49,2      73,0        53,8      35,2
1980                 55,7       73,2      51,6       51,1    48,2      52,2     55,4     76,0      51,6      73,5        58,6      45,0
 1985                54,9       70,1      44,8       49,7    54,2      53,4     53,7     68,9      48,2      74,6        62,5      48,8
 1986                57,2       72,9       46,8      50,8    63,5      60,9     57,8     71,9       53,5     75,7        68,0      47,9
1987 (»)             58,1       74,5      47,5       52,9    63,4      63,3     56,1     74,0      53,9      76,3        70,0      49,0
 1988 (')            58,4       75,0       48,0      53,3    63,5      64,4     56,4     75,0       53,6     76,7        70,6      49,0
(') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak---                                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        Nr . L 394 / 93
31 . 12 . 87
                                                                      TABELLE 28
Direkte Auswirkungen einer 10prozentigen Einfuhrausweitung der Mitgliedsländer auf die Ausfuhren der Mitgliedsländer (bei konstanten
                                                                       Preisen) P )
                                                             Bei einer 10prozentigen Ausweitung der Einfuhren des Landes . . .
                                      B/L      DK        D        GR         E         F       IRL        I        NL           P  UK      EUR 12
steigen die Ausfuhren des
Landes ... (in Prozent)
B/L                                    —
                                               0,1      2,0       0,1       0,1       2,0      0,0       0,6       1,5         0,0 0,8      7,3
DK                                     0,2     —
                                                        1,7       0,1       0,1       0,5      0,1       0,5       0,4         0,0 1,2       4,7
D "                                    0,7     0,2       —
                                                                  0,1       0,2       1,1      0,1       0,9       0,9         0,1 0,9       5,1
GR                                     0,2     0,1      2,5        —
                                                                            0,1       0,9      0,0       1,5       0,3         0,0 0,7       6,4
E                                      0,3     0,1       1,2      0,1        —
                                                                                      1,9      0,1       0,8       0,4         0,4 1,0       6,1
F                                      0,9     0,1       1,8      0,1       0,3       —
                                                                                               0,1       1,2       0,5         0,1 0,9       5,8
IRL                                    0,3     0,1       1,2      0,0       0,2       1,0       —
                                                                                                         0,3       0,5         0,0 3,6       7,2
I                                      0,3     0,1       1,9      0,1       0,3       1,6      0,0        —
                                                                                                                   0,3         0,1 0,7       5,4
NL                                     1,5     0,2      2,9       0,1       0,1       1,0      0,1       0,7        —
                                                                                                                               0,0 1,0       7,6
P                                      0,4     0,3       1,6      0,0       0,6       1,5      0,1       0,4       0,6          —
                                                                                                                                   1,5       6,8
                                                     1,4                                                                                     4,8
UK                                     0,4     0,2                0,1       0,3       0,8       0,5      0,5       0,6         0,1  —
EUR 12                                 0,6     0,2       1,3      0,1       0,2       1,1       0,1      0,7       0,6         0,1 0,8       5,7
(i ) Schätzungen auf der Grundlage des QUEST-Modells. Das QUEST-Modell wird von den Kommissionsdienststellen entwickelt. Für methodische Details des
     Außenhandelsblocks im QUEST-Modell siehe „Schätzung und Simulation von internationalen Handelsströmen im Rahmen des QUEST-Modells", in:
     Europäische 'Wirtschaft, Nr. 31 , März 1987.
 Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 94                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                      31 . 12 . 87
                                                                     TABELLE 29
                Auswirkungen einer Erhöhung der öffentlichen Investitionen in einzelnen Mitgliedsländern unter Berücksichti­
                gung der Interdependenzen in der Gemeinschaft: Illustratives Beispiel unter der Annahme einer Erhöhung um
                                                                   1 Prozent des BIP
                                                                                                      (im Durchschnitt der ersten fünf Jahre)
              \                                                       Bei einer Steigerung der öffentlichen Investitionen in . . .
                                                              D                  F                 I               UK              EUR 4
                verändert sich der Saldo der
                öffentlichen Haushalte in .. .
                (in Prozentpunkten des BIP)
                B                                              0,2                0,2             0,1               0,1               0,6
                DK                                             0,1                0,1              0,0               0,1              0,2
                D                                           - 0,7                 0,1              0,0               0,1            - 0,5
                GR                                             0,1                0,0              0,0               0,0              0,2
                E                                              0,0                0,0              0,0               0,0              0,2
                F                                              0,1             - 0,8               0,1               0,1            - 0,6
                IRL                                            0,1                0,1              0,1               0,1              0,3
                I                                              0,0                0,0           - 0,8                0,0            - 0,6
                NL                                             0,2                0,1              0,1               0,1              0,5
                P                                              0 ,1               0,1              0,0               0,1              0,2
                UK                                             0,0                0,0              0,0            " 0,7             - 0,6
                EUR 12                                      - 0,1              - 0,1            - 0,1             - 0,1             - 0,4
                verändert sich der Leistungs­
                bilanzsaldo in . . .
                (in Prozentpunkten des BIP)
                B                                              0,3                0,3              0,1               0,2              0,8
                DK                                             0,1                0,1              0,0               0,1              0,3
                D                                            - 0,3                0,1              0,1               0,1            - 0,1
                GR                                             0,1                0,1              0,1               0,0              0,2
                E                                              0,1                0,1              0,0               0,1              0,2
                F                                              0,1              - 0,4              0,0               0,1            - 0,2
                IRL                                            0,2                0,1              0,1               0,3              0,6
                I                                              0,1                0,1           - 0,3                0,0            - 0,1
                NL                                             0,2                0,2              0,1               0,2              0,6
                P                                              0,1                0,1              0,0               0,1              0,4
                UK                                             0,1                0,1              0,0            - 0,4             - 0,2
                EUR 12                                         0,0                0,0              0,0               0,0            - 0,1
                Quelle: OECD Interlink Modell ( 1987) und eigene Berechnungen der Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak---                                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         Nr . L 394 / 95
31 . 12 . 87
                                                                         TABELLE 30
                                    Reale Konvergenz, Investitionsquote, Kapitalproduktivität und Leistungsbilanz
                                                                                         P
                                                                                                       GR , E , IRL , P        Übrige     EUR 12
                                  GR                  E                IRL                                                       EG
                                                                                                         insgesamt
                          BIP pro Kopf (zu konstanten Preisen, durchschnittliche jährliche Veränderungsraten in Prozent)
1961—1975                          6,2               5,7               3,6              5,4                  5.6                 3.2        3,5
1976—1981                         2,3                0,6               3,0              3,4                  1,2                 2.3        2,1
1982—1988 (») *                    0,4               2,1                0,9             1,7                  1.7                 1,8         1,8
                                                            Investitionsquote (in Prozent des BIP)
1961—1975                        22.3               24,7              21,0             24,3                24,2                 22,9       23,1
1976—1981                        23.4               22,9              27,7             27,7                23.8                 21,2       21,6
1982—1988 (^                     19,2               20,4              21,2             25,3                20.9                 19,1       19,3
                                                              Marginale Kapitalproduktivität (2)
 1963—1975                         0,23              0,22               0,16            0,17                 0,21                0,13        0,14
 1976—1981                         0,09              0,02               0,11            0,12                 0,05                0,10        0,09
 1982—1988 (M                      0,02              0,10               0,04            0,07                 0,08                0,09        0,09
                                                             Leistungsbilanz (in Prozent des BIP)
 1961—1975                      - 2,9              - 0,4              - 2,7           - 0,6                - 0,9                 0,4         0,2
 1976—1981                      - 1,2              - 1,5              - 9,6           - 7,1                - 2,6               - 0,1       - 0,4
 1982—1988 (*)                  - 5,1                0,2              - 4,4           - 1,9                 - 1,0                0,5         0,3
 (!) Für 1987 / 1988 : Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
 (2) Zusätzliches BIP für eine zusätzliche Einheit Kapitalstock = Veränderung des BIP geteilt durch die Bruttoanlageinvestitionen.
 Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak---                                                 TABELLE 31
                                           Ausfuhraiarktanteile (')
                                                                                                                            Differenz      Differenz    Differenz
             1973          1979          1980          1981           1982         1983          1984           1985                      1979 / 1973   1985 / 1979
                                                                                                                           1973 / 1968
                                                                                                                                                                       Nr . L 394 / 96
                                                      26,65           26,61        26,03         25,21         25,60             - 1,83     + 0,24        - 1,44
   3        26,80         27,04         27,25
                                                      17,92           17,20        16,49         16,59         15,99             - 3,63     - 0,17        + 0,73
   6        15,43         15,26         16,35
                                                      15,16           14,62        15,60         16,94         16,75             + 1,61     + 0,85        + 5,37
   2        10,53         11,38         12,43
                                        27,00         25,79           25,75        25,23         24,01         24,86             - 3,43     - 0,56        - 2,45
   9        27,96         27,40
                                                      20,70           20,91        20,11         20,74         19,32             - 4,96     + 0,57        + 1,24
   7        17,51         18,08         19,18
                                        14,18         17,34           16,53        18,54         20,62         20,20             + 2,21     + 0,70        + 7,14
   5        12,36         13,06
                                                      26,49           26,32        25,34         24,32         24,27             - 1,19     - 0,29        - 2,42
   7        26,98         26,69         27,66
                                                      20,42           19,12        18,21         17,95         17,87             - 4,61     - 0,99        + 0,21
   6        18,65         17,66         18,26
                                                      14,76           13,98        15,03         16,38         16,52             + 2,85     + 1,64        + 5,66
   7         9,22         10,86         12,24                                                                                                                            Amtsblatt der
                                                      27,89           28,12        28,29         28,46         29,16             - 1,67     + 1,70        + 1,93
   0        25,53         27,23         26,86
                                                      10.42            9,37         8,84          8,53          7,76             - 1,55     - 0,09        - 1,05
   5         8,90          8,81         10,62
                                        10,99         13.43           13,52        12,90         13,02         12,38             - 0,71     - 0,40        + 1,85
   4        10,93         10,53
    one bzw. des Landes an den Exporten der OECD-Länder insgesamt einschließlich innergemeinschaftlichen nanaeis {zu laufenden Preisen).
                                                                                                                       ,     ,     ,
sgeräte, Chemie- und Arzneimittelindustrie. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der internationalen Nachfrage lag bei 6 A.
e, Papier- und Pappeerzeugung, Gummi und Kunststoffe, Industriemaschinen. Die durchschnittliche Wachstumsrate der internationalen Nachfrage betrug zwischen            Europäischen Gemeinschaften
       Bekleidungsgewerbe, Metallerzeugnisse, Baumaterial und nichtmetallische Mineralien. Die durchschnittlichejährliche Wachstumsrate derinternationalen Nachfrage
    fderGrundlage des durchschnittlichen Niveaus 1981/ 1982 im Vergleich zum durchschnittlichen Niveau 1972/1973 berechnet worden. (In US-Dollar zu Preisen und
 der für den gesamten Wirtschaftsraum ermittelten Wachstumsrate erfolgt.
 .
                                                                                                                                                                                 31 . 12 . 87
 ---pagebreak---                                                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             Nr . L 394 / 97
31 . 12 . 87
                                                                         TABELLE 32
                 Gewinne ( + ) und Verluste ( - ) von Marktanteüen im Zeitraum 1979-1985 (in abnehmender Reihenfolge (»))
                                                                           EUR 10 ( 2 )
                                                                   Verluste                         Produktionsbereiche                         Gewinne
                     Produktionsbereiche
                                                                    - 4,39        Leder und Schuhe                                                + 5,45
Elektrische Apparate und Geräte
                                                                    - 4,25        Holzwaren und Möbel                                             + 4,86
Kraftfahrzeuge
                                                                    - 2,53        Textilwaren und Bekleidung                                      + 3,87
Gummi- und Kunststofferzeugnisse
Landwirtschaftliche und industrielle Maschinen                      - 2,49        Mineralien und nichtmetallhaltige Erzeugnisse                   + 2,47
                                                                    - 2,27        Nahrungsmittel , Getränke und Tabakwaren                        + 2,03
Sonstige Fahrzeuge
Büromaschinen , DatenVerarbeitungsgeräte , Optik                                  Papier, Pappe und Druckereierzeugnisse                          + 1,25
und Feinmechanik                                                    - 2,23        Eisen- und NE-Erze und Metalle                                  + 1,23
Sonstige gewerbliche Erzeugnisse                                     - 0,84       Chemische Erzeugnisse                                           + 0,51
 Metallerzeugnisse (ohne Maschinen und Fahrzeuge)                    - 0,65
                                                                               USA
                                                                    Verluste                        Produktionsbereiche                          Gewinne
                      Produktionsbereiche
                                                                     - 2,06       Sonstige Fahrzeuge                                               + 5,45
 Sonstige gewerbliche Erzeugnisse
                                                                     - 1,41       Gummi- und Kunststofferzeugnisse                                 + 3,63
 Textilien und Bekleidung
 Eisen- und NE-Erze und Metalle, andere als radio­                                Büromaschinen , Datenverarbeitungsgeräte, Optik
 aktiv                                                               - 1,29       und Feinmechanik                                                 + 3,30
                                                                     - 0,86       Papier , Pappe und Druckereierzeugnisse                          + 0,68
 Kraftfahrzeuge
                                                                     - 0,52        Elektrische Apparate und Geräte                                 + 0,66
 Nahrungsmittel , Getränke und Tabakwaren
 Holzwaren und Möbel                                                 - 0,46        Leder und Schuhe                                                + 0,52
 Mineralien und nichtmetallhaltige Erzeugnisse                       - 0,36
 Metallerzeugnisse (ohne Maschinen und Fahrzeuge)                    - 0,24
 Chemische Erzeugnisse                                               - 0,01
 Landwirtschaftliche und industrielle Maschinen                      - 0,01
                                                                               Japan
                                                                     Verluste                        Produktionsbereiche                         Gewinne
                      Produktionsbereiche
                                                                        0,00       Elektrische Apparate und Geräte                                + 11,66
 Nahrungsmittel , Getränke und Tabakwaren
                                                                                   Kraftfahrzeuge                                                  + 9,40
                                                                                   Büromaschinen , Daten Verarbeitungsgeräte, Optik
                                                                                   und Feinmechanik                                                 + 5,47
                                                                                   Landwirtschaftliche und industrielle Maschinen                   + 5,26
                                                                                   Sonstige gewerbliche Erzeugnisse                                 + 5,24
                                                                                   Mineralien und nichtmetallhaltige Erzeugnisse                    + 3,17
                                                                                   Gummi- und Kunststofferzeugnisse                                 + 3,04
                                                                                   Sonstige Fahrzeuge                                               + 2,71
                                                                                   Textilien und Bekleidung                                         + 2,20
                                                                                   Metallerzeugnisse (ohne Maschinen und Fahrzeuge)                 + 1,75
                                                                                   Eisen- und NE-Erze und Metalle                                   + 1,63
                                                                                   Chemische Erzeugnisse                                            + 1,35
                                                                                   Papier, Pappe und Druckereierzeugnisse                           + 0,78
                                                                                   Leder und Schuhe                                                 + 0,42
                                                                                    Holzwaren und Möbel                                             + 0,18
  (M Der Marktanteil ist definiert als das Verhältnis der Ausfuhren der USA, Japans oder der Gemeinschaft (EUR 10) nach dem Rest der Welt zu den Ausfuhren der
        OECD-Länder insgesamt nach dem Rest der Welt.
  (z )' Nur außergemeinschaftlicher Handel .
  Quelle: Kommissionsdienststellen, Volimex Datenbank.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 98                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             31 . 12 . 87
                                                                       TABELLE 33
                      Veränderungsrate der industriellen Bruttoanlageinvestitionen nach Sektoren (zu Preisen von 1980)
              \                                     ; 1973—1979               1979—1985            1979—1982  1982—1985
               Industrie insgesamt               \
                EUR 4 (*)                               - 0,4                      1,1               - 3,8         6,2
                USA                                        5,5                   - 0,6               - 3,4         2,2
               Japan                                ;    - 2,1                     9,7                  9,2      10,2
                Starke Nachfrage                 l
                EUR 4 0 )                                  1,9                      1,4              - 5,5         8,9
                USA                                        7,2                     2,1                  3,6        0,7
                Japan                                    - 0,8                    15,8                 13,0      18,6
                Mittlere Nachfrage                                       IlII|
                EUR 4 0 )                                  2,1                     0,8                - 2,3        3,9
                USA                                        6,4                     0,4                - 4,1        5,0
                Japan                                    - 1,4                      8,3                 7,0        9,6
                Schwache Nachfrage               IlIl
                EUR 4 (!)                                - 5,0                      0,1               - 6,3        6,9
                USA                                        3,0                   - 5,5              - 10,0       - 0,7
                Japan                                    - 3,6                      5,4                 8,4        2,5
                (') Bundesrepublik Deutschland , Frankreich , Italien und Vereinigtes Königreich .
                Quelle: Kommissionsdienststellen, Sektorale Datenbank.
                                                                        TABELLE 34
                                                   Veränderungsrate der Beschäftigung nach Sektoren
                                                    :  1973—1979              1979—1985            1979—1982  1982—1985
                                                                         i
                Industrie insgesamt               I
                EUR7 (!)                                  - 1,3                   - 2,5                - 2,6     - 2,3
                USA                                         0,9                   - 1,4                - 3,6        0,9
                Japan                                     - 1,7                      1,3                 0,9        1,7
                Starke Nachfrage                  l                      l
                EUR 7 ( J )                               - 0,5                   - 1,6                - 2,4      - 0,7
                USA                                         2,1                   - 0,3                - 1,4        0,9
                Japan                                     - 2,0                      4,9                 4,3        5,4
                Mittlere Nachfrage                l                      l                      \
                EUR 7 0 )                                 - 0,6                   - 2,0                - 1,8      - 2,3
                USA                                          1,3                  - 0,5                - 2,9        2,0
                Japan                                     - 0,9                      0,6                 0,9        0,4
                Schwache Nachfrage                l
                EUR 7 0 )                                 - 1,9                   - 3,3                - 3,5      - 3,0
                USA                                       - 0,2                   - 3,3                - 5,9      - 0,7
                Japan                                     - 2,1                      0,2               - 0,6        0,9
                (') Bundesrepublik Deutschland, Frankreich , Italien und Vereinigtes Königreich .
                Quelle: Kommissionsdienststellen , Sektorale Datenbank.
 ---pagebreak---                                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                Nr . L 394 / 99
31 . 12 . 87
                                                                      TABELLE 35
                                              Haushalt der Europäischen Gemeinschaften 1985—1988 :
                                 Zahlungsermächtigungen in Prozent des Gesamtvolumens und in Millionen ECU
                                                                        1985 (>)           1986 ( 2 )          1987 ( 3 )        1988 (4)
                                                                        EUR 10             EUR 12              EUR 12           EUR 12
             Ausgaben
             Landwirtschaft — Abteilung Garantie                          69,9              65,7                63,5             68,1
             Landwirtschaft — Anteil Ausrichtung                           2,6               2,1                 2,6               3,0
             Fischerei                                                     0,3               0,4                 0,5               0,6
             Sozialfonds                                                   5,0               6,6                 7,0               6,4
             Regionalfonds                                                 5,8               7,1                 6,9               7,4
             Integrierte Mittelmeerprogramme                               0,0               0,1                 0,5               0,2
             Verkehr                                                       0,3               0,1                 0,1               0,2
             Energie und Industrie                                         0,5               0,2                 0,4               0,5
             Forschung und Innovation                                      2,0               1,7 .               2,1               2,4
             Nahrungsmittelhilfe                                           1,9               0,9                 1,6               0,9
             Entwicklungshilfe                                             1,9               1,1                 1,5               1,2
             Sonstige Ausgaben einschließlich Erstattun­
             gen an Mitgliedstaaten                                        9,8              14,1                13,3 H             9,1
                                                 Zusammen                100,0             100,0               100,0            100,0
             (Zahlungsermächtigungen
             in Millionen ECU)                                        ( 28 223 )        ( 33 635 )          ( 36 168 )       ( 39 708 )
             Einnahmen                                            II
             Agrarabschöpfüngen                                            7,7               6,8                 8,9               7,6
             Zölle                                                        29,4              24,3                23,2              22,6
             Mehrwertsteuer (MwSt.)                                       53,8              66,1                64,8              44,2
             Sonderbeiträge                                                6,8               0,6                 0,6              24,9 («)
             Verschiedenes                                                 2,3               2,2                 2,5               0,7
                                                 Zusammen                100,0             100,0 («)           100,0 ( 7 )     100,0 ( 8 )
             (Zahlungsermächtigungen
             in Millionen ECU )                                       ( 28 272)         ( 33 635 )          ( 36 168 )       ( 39 708 )
             Mehrwertsteuerhöchstsatz                                      1,0               1,4                 1,4               1,0
             Tatsächlicher Mehrwertsteuersatz                              1,0               1,37 n              1,27 ( 10 )       1,0 (»)
             Anteil des Gesamthaushalts am BIP                             0,85              0,98                 1,00             1,03
                (') Vollzug. Haushaltsberechnungen 1985 .
                (2 ) Vorläufiger Vollzug. Bericht über den Vollzug des Haushalts 1986 .
                (3)  Nachtrags- und Ergänzungshaushalt Nr. 1 , am 3 . August 1987 beschlossen .
                (4)  Von der Kommission am 15 . Juni 1987 vorgelegter Haushaltsvorentwurf für 1988 .
                (5)  Enthält ein geschätztes Defizit von 820 Millionen ECU für 1986 .
                (Ä) Die Korrekturdes Haushaltsungleichgewichts des Vereinigten Königreichs, das sich auf 2 685 Millionen ECU brutto beläuft,
                     ist in den Einnahmen enthalten .
                (7) Die Korrektur des Haushaltsungleichgewichts des Vereinigten Königreichs, das sich auf 2 366 Millionen ECU brutto beläuft,
                     ist in den Einnahmen enthalten .
                (8 ) Die Korrektur des Haushaltsungleichgewichts des Vereinigten Königreichs, das sich auf 2 513 Millionen ECU brutto beläuft,
                     ist in den Einnahmen enthalten .
                (9) Außer Bundesrepublik Deutschland ( 1,33 ) und Vereinigtes Königreich (0,67).
              ( 10) Außer Bundesrepublik Deutschland ( 1,35) und Vereinigtes Königreich (0,83 ).
              ( 11 ) Würde die vorgeschlagene Reform nicht durchgeführt, würde die in Fontainebleau vereinbarte MwSt.-Obergrenze (1 ,4 % ) zu
                     einer Deckungslücke von etwa 6 Milliarden ECU führen. Selbst eine erhöhte MwSt.-Obergrenze (1,6 % ) würde nicht
                     ausreichen, um die im Haushaltsvorentwurf vorgesehenen Ausgaben zu decken .
 ---pagebreak---  Nr . L 394 / 100                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                  31 . 12 . 87
                                                                         TABELLE 36
                                                 Geldmengen- und Kreditziele und tatsächliche Entwicklung
\                                  1981                            1985                             1986                                 1987
                                                                                                                                Ziel            Ergebnis
                            Ziel         Ergebnis            Ziel          Ergebnis          Ziel          Ergebnis                           (Jahresrate)
  D
  MZ (')                4—7                 3,5           3—5                 4,4         3,5—5,5             7.8           3—6               7,3 (Juli)
  F
  M 2 (2 )             10,0                11,4           4—6                 6,9         3,0—5,0 ( 6 )        4,4           3—5              7,2 (Juni )
  E
  M3                   14,5—18,5           16                                                                                                 7.2 (Juni ) ,
  ALP ( 8 )                                              11,5—14,5           12,8         9,5—12,5           11,4            6,5—9,5         13,7 (Juni)
  I
  TDCE ( 3 )           16,0                18,2          16,8                17,9
  PSCE (7 )                                                                               7                  11.4            7               14.2 (Juni )
  M2                                                                                      7—11                 9,4           6—9             12.3 (Juni)
  UKW
  £ M 3 (»■)             6—10              13,8           5—9                15,1        11—15               18,1                            20,9 (Juli )
  MO                                                      3—7                 6,0         2—6                  5,2           2—6              5.3 (Juli)
  USA ( s )
  M 1                    3,5—6               2,3          4—7                11,9         3—8                16.5                            10,5 (Juli )
  M 2                    6—9                 9,2          6—9                 8,0         6—9                  8.9           5,5—8,5          5,7 (Juli)
  TDCE ( 3 )                                              9—12               12,7         8—11               12,2            8—11            11,3 (Juli )
  (') Zentralbankgeldmenge.
  (2 ) Für 1985 : M 2 R (M 2 Gebietsansässige); für 1986 und 1987: M 3 .
  (3) TDCE : Zunahme des gesamten inländischen Kreditvolumens.
  («) -Vor 1985 bezogen sich die Ziele auf die jährliche Veränderungsrate für den Zeitraum von Februar bis April des darauffolgenden Jahres.
  (J ) Die Vereinigten Staaten setzen auch ein Ziel für M 3 fest.
  (6 ) M 3 , neue Definition.
  ( 7) Interne Kreditgewährung an den nicht-öffentlichen Sektor.
  ( 8 ) Liquidität im privaten Nicht-Banken-Sektor.
  (») Das Aggregat £ M 3 ist im Mai 1987 an M 3 angepaßt worden.
  Quelle: Kommissionsdienststellen .
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr . L 394 / 101
                                                                    TABELLE 37
                                                             Langfristige Nominalzinsen
                     1961 /     1970 /                          1980       1981      1982      1983       1984  1985  1986    1987 (»)
       Land                                 1978      1979
                      1969       1977
B                     6,1          8,1        8,5       9,7     12,2       13,8     13.4       11,8       12,0  10,6    7,9     7,7
DK                    7,9        13,2       16,8      16,7      18,7       19.3     20.5       14,4       14,0  11,6  10,5     11,8
D                      6,6         8,3        5,7       7,4       8,5      10.4       8,9       7,9        7,8    6,9   5,9     5,6
GR                                 9,8      10,0      11,2      17,1       17,6      15.4      18,2       18,5  15.8  15.8     17.4
E                                           12,0      13,3      16,0       15,8      16,0      16,9       16,5  13,4  11,4     12,1
F                      6,2         9,6      10,6      10,9      13,1       15,8      15.6      13,6       12.5  10.9    8,4     9,0
IRL                              12,2       12,8      15,1      15,4       17,3      17,0      13,9       14.6  12,7  11,1     11.5
I                      6,5       10,2       13,7      14,1      16,1       20,6      20,9      18,0       14,9  14.3  11,7     10.6
NL                     5,3         8,3        8,1       9,2     10,7       12,2      10.5       8,8        8,6    7,3   6,4      6,2
P                                                                                                               25.4  17.9     15,2
UK                     6,7       11,8       12,6      13,0      13,9       14,8      12.7      10,8       10.7  10,6    9,8     9,3
EUR 12 ( 2 )           6,5         9,8      10,3      11,2      12,9       15,0      14,2      12,6       11,8  10,8    9,1      8,9
EUR 10 ( 2 )           6,4         9,5        9,3     10,2      11,8       13,8      12,6      10,7       10,4    9,6   7,9     7,7
EWS ( 2 )              6,3         9,2        8,8     10,1      11,5       13,5      12,5      10,6       10,3    9,2   7,8      7,5
USA                    4,6         6,5        7,9       8,7     10,8       12,9      12,2      10,8       12,0  10,8    8,1      8,2
Japan                              7,7        6,3       8,3       8,9        8,4      8,3       7,8        7,3    6,5   5,2      4,5
                                        Langfristige Nominalzinsen bereinigt um die laufende Inflationsrate (3)
                     1961 /      1970 /                          1980       1981     1982      1983       1984   1985  1986   1987 (')
       Land                                  1978      1979
                      1969        1977
B                      2,7         0,2        4.0       4,9       8,1        8.5      6,0       5,1        6,4    5.2   3,4      5.5
DK                     1,6         2,9        6,3       8,5       9.7        8,4      9.0       6,3        7,9    6,0   5.3      6,9
D                      3,2         2,3        1,3       3,3       3,5        6,2      4,3       4,5        5.7    4.6   2,7      3.6
GR                               - 1,5      - 2,6     - 6,2    - 0,5       - 2,0    - 7,6     - 0,8      - 1,3  - 1,5 - 2,7      0,6
E                                           - 6,8     - 2,9       1.8        3,4       1,9      4,7         5,0   4.3   0,2      6,1
F                      1,9         0,9        1,0       0,5       0,8        3.6      2,7       3.7        4,9    4.7   3.4      5.5
IRL                              - 1,4        2.1       1,2       0,6      - 0,1       1.1      2,3        7.8    7,3   5,1      8,4
I                      2,1       - 2,5      - 0,2     - 1,6     - 3,7        1,8      4,0        2,3       4,3    5,1   3,4      4,8
NL                     0,2       - 0,1        2,6       5,1       4,7        6,4      4,2        6.8        6,3   4.8   5,6      7,3
P                                                                                                                 3,1 - 0,1      3.6
 UK                    2,7       - 0,8        1,2     - 1,3     - 4,8        3,0      4,6        5,5        6,3   4,5   6,1      5,1
 EUR 12 (2 )           2,3       - 0,4        0,0       0,2     - 0,3        3.6       3.3       3,8        5,0   4,4   3,3      4,8
 EUR 10 ( 2 )          2,3       - 0,3        0,2     - 0,1     - 1,1        2.7       2.4       2,6        4,3   3,8   3,0      4,0
 EWS (2 )              2,2         0,3        0,4        1,0      0,4        2.8       2,1       2,1        4,2   3,8   3,9      4,3
 USA                   b7        - 0,3        0,6     - 0,2        1,7       2,9       5,5       6,6        7,9   7,3    5,8     4.7
Japan                            - 1,3         1,4       5,1      4,9        5,0       6,3       6,9        5,9   4,7   3,2      3.8
 (') Durchschnitt der ersten sieben Monate.
 (2) Für die jeweils verfügbaren Länder.
 ( 3) BIP-Deflator.
 Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 102                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          31 . 12 . 87
                                                                    TABELLE 38
                                            Hauptindikatoren der Haushaltspolitik in der Gemeinschaft
                                                                                                                               (in Prozent des BIP)
                                                                                     EUR 12 2 : Staat
                                              1970 (2 )   1973 (2 ) 1981     1982     1983      1984      1985       1986     1987 (')   1988 (»)
Einnahmen:
  1 . Indirekte Steuern :                      i3;i        12,2     12,6     12,7     12,9      13,1      12,9       13,1      13,1        13,1
  2 . Direkte Steuern :                           9 »5        9,8   11,6     11,8     12,0      12,2      12,4       12,2       12,4       12,2
  3 . Empfangene Beiträge zur Sozial­
      versicherung:                            10,3        11,3     14,0     14,4     14,7      14,6      14,6       14,5       14,6       14,8
  4 . Steuer- und Abgabenbelastung
      (1 + 2 + 3 ):                            32^9        33,3     38,1     39,0     39,6      39,9      39,9       39,8      40,1        40,2
  5 . Sonstige laufende Einnahmen:                3p0         3,0     3,7      3,8      3,8       3,8        4,0        3,9      3,6         3,5
  6 . Laufende Einnahmen insgesamt
    ■ (4 + 5 ):                                35 j,9      36,2     41,8     42,8     43,4      43,6      43,9       43,7      43,7        43,5
Ausgaben:                                                                  I                            l          l
  7. Laufende Ausgaben:                        30,8        33,0     43,1     44,4     45,0      45,2      45,1       44,7      44,5        44,3
      (davon Zinszahlungen):                    ( 1>9 )     ( 1,9 )  (3,7)    (4,2 )   (4,4 )    (4,8 )    ( 5,0 )    ( 5,0 )   (4,8 )      (4,8 )
  8 . Bruttoanlageinvestitionen des
      Staates :                                   4,0         3,6     3,0      3,0      2,9       2,8        2,8        2,7      2,7         2,8
  9 . Sonstige vermögenswirksame
      Ausgaben:                                   0,8         0,7     1,0      0,9      0,9       1,0        1,1        0,9      0,9         0,8
Haushaltssaldo :                                        li||||lili                                                 Il
10 . Insgesamt:                                   0,3      - 1,1    - 5,3    - 5,5   - 5,3      - 5,3     - 5,2      - 4,7     - 4,4      - 4,4
11 . Insgesamt ohne Zinszahlungen:                2,2         0,8   - 1,6    - 1,4   - 0,9      - 0,6     - 0,2         0,4      0,4         0,4
öffentliche Schuld:                                     I                                     I         l                     Il
12 . Prozent des BIP :                            -4­       36,9    43,1     48,2     51,5       54,3      56,9       58,1      60,4       62,8
13 . Jährliche Veränderung in %                   -i­         —       —
                                                                              11,8      6,8       5,4        4,8        2,1      4,0         4,0
(') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
(2) EUR 12; für 1970 und 1973 ohne Griechenland!, Irland und Portugal.
Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen
 ---pagebreak---  31 . 12 . 87                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr . L 394 / 103
                                                                 TABELLE 39
                                            Ausgaben, Einnahmen und Finanzierungssaldo des Staates
                                                                                                                           (in Prozent des BIP)
\                 1970            1973         1981        1982       1983           1984         1985       1986 (») 1987 (»■)     1988 (»)
                                                      a ) Laufende Einnahmen, insgesamt
  B              36,5           38,2           45,2        46,8       46,1           47,3         47,8        46,1     46,5          46,3
  DK             46,2           47,3           52,9        52,0       54,4           56,7         57,4        58,7     58,5          59,0
  D              38,9           42,9           45,6        46,1       45,8           46,1         46,4        45,5     45,4          45,1
  GR             26,5           25,1           28,9        32,0       33,2           34,2         34,5        36,0     37,0          37,4
  E              22,9           24,1           31,7        31,9       34,0           33,8         35,4        36,4     37,2          37,2
  F              39,8           39,4           46,7        47,6       48,2           49,1         49,2        48,8     48,7          48,9
  IRL         l              l.I               38,4        40,5       42,7           43,0         43,1        43,3     44,2          44,3
  I              26,7           26,7           34,1        36,2       38,1           38,0         38,5        39,2     39,7          39,9
  L              35,8           39,4           54,7        54,1       56,4           54,5         56,9        55,2     54,2          54,2
  NL             41,1           46,4           53,8        54,2       55,6           54,4         55,1        53,4     53,1          52,2
  P                          l.I               33,0        33,3       37,1           34,4         33,1        35,5     33,9          33,9
  UK             39,8           35,6           41,8        42,5       41,8           42,0         41,8        41,0     40,6          39,7
  EUR 12         35,9 ( 2 )     36,2 ( 2 )     41,8        42,8       43,4           43,6         43,9        43,7     43,7          43,5
                                            b) Laufende und vermögenswirksame Ausgaben, insgesamt
  B              38,6           41,5           58,0        57,8        57,5          56,7         56,2         54,9     53,1          52,4
  DK             42,1            42,1          59,8        61,2        61,6          60,7         59,5         55,4     56,6          57,3
  D              38,7           41,7           49,2        49,4        48,4          48,0         47,5        46,7     47,0          47,1
  GR                          .I                39,9       39,7        41,5          44,3         48,1        46,7     47,6           47,3
  E              22,1            22,9           35,6        37,5       38,8           39,3        42,2         42,1     42,2          42,1
  F              38,9            38,5           48,6        50,3       51,4           51,8         52,1        51,8     51,5          51,3
  IRL          l              l                 51,8        54,3       54,5           52,9         54,7        54,0     53,2          52,1
   I             29,7            32,8           45,5        47,6       48,8           49,5         50,8        50,5     50,1          50,3
   L             33,1            36,1           57,9        55,7       56,2           52,5         52,5        51,4     51,4          51,2
   NL            42,3            45,4           59,2        61,3       62,0           60,7         59,9        58,0     58,8          58,2
   P           .I             .I                42,5        43,6       46,2           46,4         43,1        43,7     42,7          41,7
   UK            36,9            38,3           44,4        45,0       45,2           45,9         44,6        43,6     42,6          41,7
   EUR 12        35,6 ( 2 )      37,3 ( 2 )     47,1        48,3       48,7           49,0         49,1        48,4     48,1          47,8
                             c) Finanzierungsüberschuß ( + ) bzw. -defizit ( — ) der öffentlichen Haushalte insgesamt
   B             - 2,2          - 3,3         - 12,8      - 11,0     - 11,3          - 9,4        - 8,4       - 8,7    — 6,6         - 6,1
   DK              4,1             5,2         - 6,9       - 9,1      - 7,2          - 4,1        - 2,1         3,3      1,9            1,7
   D               0,2             1,2         - 3,7       - 3,3      - 2,5          - 1,9        - 1,2       - 1,2    - 1,6         - 2,0
   GR          I.II:I                         - 11,0       - 7,7      - 8,3         - 10,0       - 13,6      - 10,7   - 10,6         - 9,8
   E               0,7             1,1         - 3,9       - 5,6      - 4,8          - 5,5        - 6,7       - 5,7    - 5,0         - 4,9
   F               0,9             0,9         - 1,9       - 2,8      - 3,2          - 2,7        - 2,9       - 3,0    - 2,8         - 2,3
   IRL                        I:I             - 13,4      - 13,7     - 11,8          - 9,9       - 11,6      - 11,2   - 10,0         - 7,5
   I             - 3,1          - 6,1         - 11,5      - 11,3     - 10,7         - 11,5       - 12,3      - 11,3   - 10,4        - 10,4
   L               2,7             3,3         - 3,2       - 1,6         0,2           2,0          4,4         3,9      2,8            3,1
   NL            - 1,2             1,0         - 5,5       - 7,1      - 6,4          - 6,3        - 4,7       - 4,6    - 5,7         - 6,0
   P           I              l.I              - 9,5      - 10,3      - 9,1         - 12,0       - 10,0       - 8,2    - 8,8         - 7,8
   UK              2,9          - 2,7          - 2,5       - 2,4      - 3,4          - 3,9        - 2,9       - 2,7    - 2,0         - 2,0
   EUR 12          0,3 ( 2 )    - 1,0 (2 )     - 5,3       - 5,5       - 5,3         - 5,3        - 5,2       - 4,8    - 4,5          - 4,5
 ---pagebreak---  Nr . L 394 / 104                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                31, 12 . 87
\                       1970        1973            1981          1982       1983          1984       1985 1986 0 ) 1987 (>■)   1988 (>)
                                                        : d) Zinszahlungen auf die öffentliche Schuld
  B                      3,4         3,3             7^9           9,2         9,4          9,9       10,6  11,1     10,9        11,0
  DK                     1,3         1,3             5*3           6,0         8,1          9,7        9,9   8,8      8,2         7,8
  D                      1,0         1,1             2,3           2,8         3,0          3,0        3,0   3,0      2,9         2,9
  GR                I                                3,2           2,6         3,7          4,6        5,4   5,9      6,5          6,9
  E                      0,6         0,6             0,8           1,0         1,3          2,0        3,4    3,9      3,7         3,7
  F                      1,1         0,8             2,0           2,0         2,6          2,7        2,9   2,9      2,8          2,8
  IRL                                                7,4           9,0         9,4          9,6       10,9  10,1     10,4        10,7
  I                      1,5         2,2             6,2           7,2         7,6          8,1        8,1    8,5     7,7          7,9
  L                      1,1         1,0             0,9           1,0         1,0           1,2       1,3    1,3      1,3         1,1
  NL                     2,9         2,8             4,4           5,1         5,7          5,9        6,3    6,0      6,0         5,9
  P                 Il                               5,2           5,4         6,4          7,1        7,8    9,3      8,1         7,2
  UK                     3,9         3,7             5,1           4,7         4,9          5,0        5,0    4,5      4,3         4,1
  EUR 12                 1,9 ( 2 )   1,9 (2 )        3,7           4,1         4,4          4,8        5,0    5,0      4,8         4,8
  (') Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
  (2 ) Ohne Griechenland, Irland und Portugal.
  ( 3 ) Abzüglich empfangene Vermögensübertragungen.
        Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen .
 ---pagebreak---                                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr . L 394 / 105
31 . 12 . 87
                                                                           TABELLE 40
                                               Anteil ausgewählter Einnahmen und Ausgaben des Staates am BIP
                     1970 / 1973     1974 / 1980      1981         1982         1983        1984      1985   1986 (') 1987 ( l )   1988 l 1 )
                                                             a) Bruttoanlageinvestitionen des Staates
B                       4,4             3,7             3,7          3,4          3,0         2,6       2,2     1,9      1,7           1,7
DK                      4,4             3,7             3,0          2,8          2,3         1,9       2,2     1,7      2,1          2,1
D                       4,3             3,6             3,2          2,8          2,5         2,4       2,3     2,4      2,4          2,4
GR                 \               I                    3,9          2,9          3,3         4,1       4,4     4,1      3,7           3,5
E                       2,7             2,2             2,3          3,1          2,8         3,0       3,6     3,4      3,6           3,7
F                       3,7             3,4             3,2          3,4          3,3         3,0       3,1     3,2      3,2           3,2
IRL                                      5,3            5,7          5,1          4,4         3,8       3,8     3,5      3,2           2,9
I                        2,6             2,9            3,6          3,7          3,7         3,5       3,7     3,4      3,3           3,4
L                        4,7             6,3            6,7          6,7          5,4         4,9       4,8     4,6      4,6           4,6
NL                       4,4             3,5            3,1          2,9          2,7         2,8       2,5     2,2      2,2        . 2,2
P                                  I                    4,3          3,4          3,1         2,6       2,5     3,0      3,5           4,1
 UK                      4,7             3,6            1,8          1,6          2,0         2,0       2,0     2,0      1,9           1,9
 EUR 12                  3,8 ( 2 )       3,3 ( 2 )      3,0          3,0          2,9         2,8       2,8     2,7      2,7           2,8
                                                                         b) Direkte Steuern
 B                     12,1            16,8            18,0        19,3          18,6        19,2     19,1     18,4     18,4         18,3
 DK                    23,8            25,2            25,8        25,4          26,6        27,6     28,5     29,0     28,5         29,5
 D                     11,5            12,8            12,2        12,1          12,0        12,1     12,5     12,2     12,2         11,9
 GR                      3,7             4,7            4,7          5,9          5,5          5,9      5,6      6,0     6,1           6,4
 E                       3,7             5,2             7,2         6,8          7,9          8,3      8,5      8,4      9,7          9,7
 F                       6,9             7,8             8,6         8,8          8,9          9,1      9,0      9,2      9,3          9,3
 IRL               .I                  10,9            12,9        13,3          14,0        14,9      14,8    15,6     16,3         16,4
 I                       5,0             7,4           10,9         11,8         12,4        12,7      13,0    12,9     13,7         13,7
 L                     13,0            18,2            18,0         17,9         19,4 ■      18,2     20,0     18,7     17,5         17,8
 NL                    14,0            17,0            15,1         14,7         13,6        12,7      12,7    13,4     13,7         13,5
 P                 ::                                    7,7         7,6           8,5         8,3       8,3     7,1      6,4          6,3
 UK                    13,3            14,2            14,3         14,6         14,4        14,6      14,7    14,0     13,8         13,3
 EUR 12                  9,6 ( 2 )     10,9 (*)        11,6         11,8         12,0        12,2      12,4    12,2     12,4          12,3
                                                                c) Beiträge zur Sozialversicherung
 B                      10,8            12,3           12,7         12,7         13,2        14,0      14,7    14,4     14,7          14,6
 DK                      2,3              1,6            2,1          2,4          2,9         2,9       2,9     2,5      3,0          3,1
 D                     13,5            16,4            17,4         17,8         17,3        17,3      17,5    17,4     17,6          17,6
 GR                      6,6             7,8             9,1        10,2         10,9        11,1      11,5    11,8     11,7          12,3
 E                       7,4            10,7           13,4         13,3         13,7        13,1      13,1    12,9     12,7          12,6
 F                      14,8            17,8           19,6         20,2         20,7        21,0      21,2    21,0     21,1          21,4
 IRL                                     4,4             4,9          5,5          5,8         5,8       5,8     5,8      5,8           5,9
 I                      10,8            12,1           12,8         13,7         14,1        13,7      13,7    14,0     13,8          13,8
  L                     10,5            14,6           15,6         14,9         14,4        13,6      13,6    13,4     13,7          13,7
  NL                    14,8            17,4           18,7         19,7         21,9        20,7      20,6    19,5     20,0          20,0
  P                \               :                     9,3          9,6        10,0          9,3       9,0     8,3      8,2           8,2
  UK                      5,2             6,2            6,3          6,5          6,9         7,0       6,9     7,0      7,0           7,0
  EUR 12                10,8 ( 2 )      13,1 (2 )       14,0        14,4         14,7         14,6     14,6     14,5     14,6         14,6
  0 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
  (2) Ohne Griechenland, Irland und Portugal .
      Quelle: Eurostat und Kommissionsdienststellen .
 ---pagebreak--- Nr . L 394 / 106                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                      31 . 12 .
                                                                    SCHAUBILD 1
                                Wechselkurs des ECU gegenüber dem US-Dollar (vierteljährlicher Durchschnitt) (*)
     (*) Für 1987 / 1988 : Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987 .
     Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr . L 394 / 107
                                                                 SCHAUBILD 2
                  Weltmarktpreise für Rohöl, Rohstoffe (ohne Brennstoffe) und verarbeitete Erzeugnisse in US-Dollar
                                                             (Index 1980 = 100) i 1 )
             (*) Für 1987 / 1988 : Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987 .
             Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- Nr. L 394 / 108                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                       31 . 12. 87
                                                                   SCHAUBILD 3
                                Bilanz der laufenden Transaktionen mit der übrigen Welt in Prozent des BIP ( x )
     (') Für 1987/ 1988 : Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
     Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr . L 394 / 109
                                                        SCHAUBILDER 4 — 7
                   Vergleichende Entwicklung der Volkswirtschaften der Gemeinschaft, der USA und Japans, 1984 — 1987
4. Bruttoinlandsprodukt, sb                                              5 . Industrieproduktion,
                                                                             gleitender Dreimonatsdurchschnitt, sb
     6 . Arbeitslosenquote, sb                                       7 . Handelsbilanz,
                                                                         fob / cif, in Mrd. ECU, gleitender Dreimonatsdurchschnitt, sb
 ---pagebreak---                                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     31 . 12 . 87
Nr . L 394 / 110
                                                     SCHAUBILDER 8 — 11
                Vergleichende Entwicklung der Volkswirtschaften der Gemeinschaft, der USA und Japans, 1984     1987
8 . Verbraucherpreise,                                               9 . Wechselkurse,
    6-Monats-Veränderung, sb, Jahresraten                                Index von Sonderziehungsrechten je Währungseinheit
10. Langfristige Zinssätze                                           11 . Kurzfristige Zinssätze
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . L 394 / 111
                                                             SCHAUBILD 12
                 Rentabilität, Endnachfrage und private Investitionen (Entwicklung in der Vergangenheit und mittelfristige
                                                                Projektionen)
         Quelle: Kommissionsdienststellen.
 ---pagebreak---                                               SCHAUBILD 13
    Wachstum, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in den Referenzprojektionen von 1986 und 1987 — EUR 12
                                                                                                          Nr . L 394 / 112
                                                                                                              Amtsblatt der
                                                                                                           Europäischen Gemeinschaften
.
                                                                                                                    31.12.87
 ---pagebreak--- 31 . 12 . 87                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . L 394 / 113
                                                                     SCHAUBILD 14
                                            Weltmarktanteile der Industriegüterausfuhren der Gemeinschaft
                                                                   (Indizes 1963 = 100)
     (1 ) Index des Anteils der innergemeinschaftlichen Ausfuhren (EUR 10) an den Ausfuhren der OECD-Länder insgesamt in die Gemeinschaft
          (EUR 10).
     (2) Index des Anteils der Ausfuhren der Gemeinschaft (EUR 10) in Drittländer an den Ausfuhren der OECD-Länder insgesamt in die betreffenden
          Länder .
     Quelle: Kommissionsdienststellen, Volimex Datenbank.
 ---pagebreak---                                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            31 . 12 . 87
Nr . L 394 / 114
                                                                  SCHAUBILD 15
             Reale Geldmenge und verlangsamtes Wachstum der nominalen Variablen (durchschnittliche jährliche Veränderung
                                                                    in Prozent) (*)
                                                                       EUR 12
                  ( 1 ) Wirtschaftliche Vorausschätzungen, September 1987.
                   (2) Geldmenge im weiteren Sinne, jährlicher Durchschnitt.
                   (3) Geldmenge im weiteren Sinne (jährlicher Durchschnitt), deflationiert mit dem Index der Lohnstückkosten oder den BIP­
                        Preisen .
 ---pagebreak--- 31.42 . 87                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                               Nr . L 394 / 115
                                                                   SCHAUBILD 16
                                                   Langfristige und kurzfristige Nominalzinsen ( ] )
                                                             (a) Durchschnitt EUR 12 (2)
                                                              (b) Durchschnitt EWS (3)
                                            (Währungen, die am Wechselkursmechanismus teilnehmen)
   (') Repräsentative Zinssätze in den verschiedenen Ländern bezüglich des Geldmarktes (in der Regel 3 Monatssätze) und der langfristigen Obligationen des
         Staates .
   (2 ) Gewichtet mit dem privaten Verbrauch .
   ( 3 ) Gewichtet mit dem relativen Gewicht der Währungen.
   Quelle: Kommissionsdienststellen .