CELEX: 31992D0421
Language: de
Date: 1992-07-13 00:00:00
Title: 92/421/EWG: Beschluß des Rates vom 13. Juli 1992 über einen Aktionsplan der Gemeinschaft zur Förderung des Tourismus

Avis juridique important

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31992D0421

92/421/EWG: Beschluß des Rates vom 13. Juli 1992 über einen Aktionsplan der Gemeinschaft zur Förderung des Tourismus  

Amtsblatt Nr. L 231 vom 13/08/1992 S. 0026 - 0032 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 14 Band 1 S. 0011  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 14 Band 1 S. 0011 

BESCHLUSS DES RATES vom 13. Juli 1992 über einen Aktionsplan der Gemeinschaft zur Förderung des Tourismus (92/421/EWG)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 235,  auf Vorschlag der Kommission(1) ,  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments(2) ,  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses(3) ,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Der Tourismus nimmt in der Volkswirtschaft der Mitgliedstaaten eine wichtige Stellung ein, und die touristischen Aktivitäten stellen ein bedeutendes Beschäftigungspotential dar.  Der Tourismus ermöglicht allen Gesellschaftsschichten ihr Wissen über die kulturellen Wurzeln Europas sowie über Kultur und Lebensweise in den Mitgliedstaaten zu vertiefen; dies kann wesentlich dazu beitragen, den Gedanken der Europabürgerschaft  voranzubringen.  Das Europäische Jahr des Fremdenverkehrs hat nützliche Ergebnisse gezeitigt.  Die Tätigkeit der Gemeinschaft im Tourismussektor sollte infolgedessen darauf ausgerichtet werden, die horizontalen Maßnahmen zur Förderung des Tourismus sowohl auf gemeinschaftlicher als auch auf einzelstaatlicher Ebene zu intensivieren und spezifische  Maßnahmen durchzuführen; dies schließt auch die Koordination tourismusrelevanter Aktionen von Kommissionsdienststellen ein. Bestimmte Gemeinschaftspolitiken, insbesondere die Verkehrspolitik haben beträchtliche Auswirkungen auf den Tourismus in den  verschiedenen Regionen der Gemeinschaft.  Die Gemeinschaft kann dazu beitragen, die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des touristischen Angebots der Gemeinschaft zu verbessern, indem sie einen gemeinsamen Ansatz für die Lösung der mittelfristigen Probleme des europäischen Tourismus fördert,  Anregungen zur Entwicklung der Tourismusindustrie und zur Diversifizierung der touristischen Aktivitäten sowie zur Entwicklung grenzueberschreitender Maßnahmen gibt, sowie Europa als Ziel des Fremdenverkehrs auf den wichtigsten Drittlandsmärkten  verstärkt fördert.  Der Tourismus kann einen wirksamen Beitrag zu dem angestrebten wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft leisten und der harmonischen Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit, einem stetigen und ausgewogenen Wachstum, der  Anhebung des Lebensstandards und der Vertiefung der Beziehungen zwischen den in der Gemeinschaft zusammengeschlossenen Staaten förderlich sein.  Die nach dem Aktionsplan durchzuführenden Maßnahmen müssen bestimmten Kriterien genügen, insbesondere dem Erfordernis, das Subsidiaritätsprinzip zu beachten.  Zur Förderung der Angebotsqualität muß der Tourismus in der Gemeinschaft jeweils auf die einheimische Bevölkerung sowie auf die Umwelt und die kulturellen Gegebenheiten Rücksicht nehmen.  Der freie Wettbewerb in diesem Sektor ist sowohl zum Nutzen der Verbraucher als auch zur Förderung der KMU zu gewährleisten.  Neben einer besseren Integration des Tourismus in die einzelnen Bereiche der Gemeinschaftspolitik, bedarf es der Förderung einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten des Tourismussektors sowohl auf öffentlicher als auch auf privater Seite,  einschließlich der Vertreter der Gastregionen. Spezifische Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene in Ergänzung der einzelstaatlichen Maßnahmen eignen sich am besten für die Verwirklichung einer solchen Zusammenarbeit, ohne Wettbewerbsverzerrungen  hervorzurufen.  Die Statistiken über den Tourismus in der Gemeinschaft müssen entwickelt werden. Ferner bedarf es prospektiver Analysen neuer Tourismusformen.  Es ist ein Aktionsplan mit einer Laufzeit von drei Jahren vorzusehen.  Für die Durchführung dieses Plans wird ein Betrag von 18 Millionen Ecu für notwendig erachtet.  Die zur Finanzierung des Plans zu bindenden Beträge müssen sich in den geltenden Finanzrahmen der Gemeinschaft einfügen.  Für die Ausübung der der Kommission übertragenen Befugnisse zur Durchführung dieses Plans sind entsprechend dem Beschluß 87/373/EWG(4)  geeignete Modalitäten festzulegen.  Zur Annahme dieses Beschlusses sieht der Vertrag nur die Befugnisse des Artikels 235 vor - BESCHLIESST:  Artikel 1  Es wird ein Aktionsplan der Gemeinschaft zur Förderung des Tourismus festgelegt. Die Einzelaktionen im Rahmen dieses Plans sind im Anhang aufgeführt.  Artikel 2  (1)  Der Aktionsplan hat eine Laufzeit von drei Jahren ab dem 1. Januar 1993.  (2)  Der für seine Durchführung für erforderlich gehaltene Betrag an Finanzmitteln der Gemeinschaft beläuft sich auf 18 Millionen Ecu und muß mit dem geltenden Finanzrahmen der Gemeinschaft im Einklang stehen.  (3)  Die Haushaltsbehörde legt die für jedes einzelne Haushaltsjahr verfügbaren Mittel nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung im Sinne von Artikel 2 der Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen  Gemeinschaften fest.  Artikel 3  (1)  Die Kommission führt den Aktionsplan durch. Sie kann für die Verwirklichung der Ziele des Aktionsplans auch andere Maßnahmen als die im Anhang genannten vorsehen, wenn in Ausnahmefällen zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um eine  der Maßnahmen in vollem Umfang durchzuführen. Derartige zusätzliche Maßnahmen werden unter Berücksichtigung sowohl der bestehenden Prioritäten als auch der zur Verfügung stehenden Finanzmittel beurteilt. Die Kommission gewährleistet, daß der Aktionsplan  über die beteiligten Generaldirektionen im Einklang mit den geltenden Verfahren mit den verschiedenen Gemeinschaftspolitiken koordiniert wird.  Die Kommission berichtet dem in Absatz 2 genannten Ausschuß und dem Rat über die im Rahmen der Gemeinschaftspolitiken ergriffenen Initiativen, die nennenswerte Auswirkungen auf den Tourismus haben werden.  (2)  Die Kommission wird bei der Durchführung des Aktionsplans von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der  betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im  Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.  Die Kommission erlässt Maßnahmen, die unmittelbar gelten. Stimmen sie jedoch mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein, so werden diese Maßnahmen sofort von der Kommission dem Rat mitgeteilt. In diesem Fall verschiebt die Kommission die  Durchführung der von ihr beschlossenen Maßnahmen um zwei Monate vom Zeitpunkt der Mitteilung an.  Der Rat kann innerhalb des in dem vorstehenden Absatz genannten Zeitraums mit qualifizierter Mehrheit einen anderslautenden Beschluß fassen.  Artikel 4  (1)  Die Maßnahmen müssen dem Grundsatz der Subsidiarität entsprechen.  (2)  Die verschiedenen vorgeschlagenen Maßnahmen werden insbesondere nach folgenden zur Wahl gestellten Kriterien ausgewählt:  a) Sie müssen kosteneffizient sein und sich nennenswert auf die Tourismusbranche in der Gemeinschaft auswirken;  b) sie müssen die Entwicklung der Tourismusbranche, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen, erleichtern;  c) sie müssen zur Qualitätsverbesserung der in der Gemeinschaft angebotenen Touristikleistungen beitragen;  d) sie müssen dem Wettbewerb innerhalb der Gemeinschaft förderlich sein und dazu beitragen, daß die in der Gemeinschaft angebotenen Touristikleistungen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sind;  e) sie müssen so gestaltet sein, daß sie die Qualität der natürlichen Umwelt sowie das kulturelle Erbe erhalten und schützen und Wesen und Eigenart der einheimischen Bevölkerung respektieren;  f) sie müssen so gestaltet sein, daß sie die Bereitstellung von Informationen und Dienstleistungen sowie den Schutz der Touristen verbessern.  (3)  Die Maßnahmen werden in Abstimmung mit den nationalen Behörden und - falls erforderlich - auch mit den regionalen oder lokalen Behörden durchgeführt, damit der Bedeutung des Tourismus für die regionale Entwicklung Rechnung getragen wird.  Artikel 5  Die Kommission wird nach Annahme des Aktionsplans dem Europäischen Parlament und dem Rat alljährlich einen Bericht mit der Bewertung der Maßnahmen der Gemeinschaft vorlegen, die sich auf den Tourismus auswirken.  Artikel 6  Die Kommission nimmt in regelmässigen Abständen eine Bewertung der Ergebnisse des Aktionsplans vor. Diese Bewertung schließt wenn möglich meßbare Resultate des Plans ein und steht im Einklang mit den Kriterien des Artikels 4. Die Kommission  unterrichtet den Ausschuß von ihrer Bewertung des Plans sowie von dessen Ergebnissen. Spätestens bis zum 30. Juni 1995 legt die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über diese Bewertung vor. Der Rat wird anhand dieses Berichts  nach den Bestimmungen des Vertrags darüber befinden, ob die Laufzeit des Aktionsplans um einen weiteren Zeitraum verlängert wird.  Geschehen zu Brüssel am 13. Juli 1992 Im Namen des Rates der Präsident J. GUMMER    (1) ABl. Nr. C 120 vom 12. 5. 1992, S. 13.  (2) ABl. Nr. C 67 vom 16. 3. 1992, S. 235.  (3) ABl. Nr. C 49 vom 24. 2. 1992, S. 43.  (4) ABl. Nr. L 197 vom 18. 7. 1987, S. 33.    ANHANG   I. GEMEINSCHAFTSAKTIONEN ZUR FÖRDERUNG DES TOURISMUS   1. Verbesserung der Kenntnisse im Bereich des Tourismus und Verstärkung der Kohärenz der Maßnahmen Die Gemeinschaftsaktion soll eine bessere Kohärenz der Maßnahmen zugunsten des Tourismus durch eine bessere Kenntnis seiner Besonderheiten, Teilbereiche und Entwicklungen gewährleisten.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Entwicklung der gemeinschaftlichen Fremdenverkehrsstatistik;  b) eingehende Untersuchungen, um eine bessere Kenntnis des Tourismus zu ermöglichen, die Auswirkungen der laufenden Gemeinschaftspolitiken auf den Tourismus zu bewerten, die Aussichten neuer Formen des Tourismus zu analysieren und geeignete, der  Entwicklung der Nachfrage angepasste Strategien zu entwickeln;  c) Konsultation der maßgeblichen Vertreter der Tourismusbranche in der Gemeinschaft.   2. Entzerrung der Ferientermine Ziel der Gemeinschaftsaktion ist es, auf eine bessere saisonale Verteilung des Fremdenverkehrs hinzuwirken.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Unterstützung bei der Schaffung eines internationalen Rahmens, der einen Informationsaustausch ermöglichen und die Maßnahmen der Regierungen und der Tourismusbranche verfolgen soll.  b) Unterstützung von Maßnahmen mit dem Ziel einer Koordinierung von Aktionen und Strategien für eine bessere Nutzung der touristischen Infrastrukturen und Einrichtungen ausserhalb der Saison.   3. Grenzueberschreitende Vorhaben Die Gemeinschaftsaktion soll grenzueberschreitende Initiativen zur touristischen Entwicklung fördern, die zahlreiche Bereiche der Tourismusbranche betreffen.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Förderung der Zusammenarbeit zwischen Grenzregionen;  b) Unterstützung grenzueberschreitender Initiativen zur besseren Information der Touristen, insbesondere mit Hilfe der neuen Technologien;  c) Ausbau der touristischen Zusammenarbeit mit Mittel- und Osteuropa und dem Maghreb durch Know-how-Transfer in bezug auf Ausbildungsmaßnahmen und Strategien für Werbung sowie Marketing und die Gründung von kleinen und mittleren Touristikunternehmen;  d) Förderung der touristischen und technischen Zusammenarbeit im Rahmen von Städtepartnerschaften;  e) Förderung von Modellvorhaben, die auf die Zusammenarbeit des öffentlichen und privaten Sektors zugunsten traditioneller Tourismusregionen mit rückläufiger Tendenz sowie ländlicher Gebiete mit Entwicklungsrückstand abzielen;   4. Der Tourist als Verbraucher Die Gemeinschaftsaktion zielt auf die Unterstützung von Initiativen zur Verbesserung der Information des Touristen sowie seines Schutzes ab, und zwar in Bereichen wie: bestehende Klassifizierungssysteme, Beschriftung,  "timeshare", Überbuchung und  Beschwerdeverfahren.   5. Kulturtourismus Die Aktion der Gemeinschaft soll die touristische Nutzung ihres kulturellen Erbes unterstützen und zugleich zu einer besseren Kenntnis der unterschiedlichen Kulturen, Traditionen und Lebensarten in Europa beitragen.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Förderung von Initiativen zur Einrichtung neuer touristisch nutzbarer europäischer Kulturreiserouten in Zusammenarbeit mit den betroffenen Mitgliedstaaten, Regionen und lokalen Behörden sowie zur Herausgabe von Broschüren und Veröffentlichungen;  b) Unterstützung des Erfahrungsaustauschs auf dem Gebiet der Lenkung der Besucherströme (visitor management);  c) Anstösse und Unterstützung bei der Nutzung der europäischen Netze, um einen Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen der Tourismusbranche und kulturellen Einrichtungen zu ermöglichen, vor allem im Hinblick auf eine bessere Nutzung des Kulturerbes;   6. Tourismus und Umwelt Die Gemeinschaftsaktion im Bereich der Wechselwirkungen zwischen Tourismus und Umwelt soll eine stärkere Berücksichtigung des Umweltschutzes fördern.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Förderung von Initiativen zur Information und Sensibilisierung der Touristen und der Dienstleistungsbetriebe über die Wechselbeziehung zwischen Tourismus und Umwelt, insbesondere durch Schaffung eines einschlägigen europäischen Preises;  b) Hilfestellung bei innovatorischen Pilotaktionen, deren Ziel es ist, Tourismus und Umweltschutz auf lokaler oder regionaler Ebene, insbesondere in Küsten- und Berggebieten, Naturparks und Naturschutzgebieten, beispielsweise im Wege von Maßnahmen zur  Anleitung der Besucher, miteinander in Einklang zu bringen.  c) Hilfestellung bei der Entwicklung von Netzen für den grenzueberschreitenden Erfahrungsaustausch unter anderem über Umweltfragen und ihre mögliche Lösung im Rahmen der touristischen Nutzung von Sehenswürdigkeiten und der Überwachung ihres Zustandes  (visitor management);  d) Unterstützung von Initiativen zur Förderung des sanften Tourismus.   7. Ländlicher Tourismus Die Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich soll zur Entwicklung des Aktivurlaubs im ländlichen Raum, und zwar insbesondere des Urlaubs auf dem Bauernhof, der kleinen Familienpensionen sowie der genossenschaftlichen, kommunalen oder lokalen Einrichtungen  beitragen.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Förderung partnerschaftlicher Initiativen zwischen Tourismusanbietern auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene, um durch Besichtigungen, Seminare, den Austausch von Fachkräften und grenzueberschreitenden Modellvorhaben vor allem im  Bereich der Berufsbildung einschlägige Erfahrungen und praktische Kenntnisse auszutauschen;  b) Verbesserung der Information sowie des Zugangs der Anbieter im ländlichen Raum zu bestehenden Gemeinschaftshilfen für den ländlichen Tourismus, vor allem durch Herausgabe leicht verständlicher Informationsbroschüren und eines entsprechenden  Handbuchs;  c) Anstösse zur qualitativen Verbesserung des Tourismusangebots im ländlichen Raum sowie Unterstützung von Maßnahmen, die den Zugang zum ländlichen Tourismus erleichtern;   8. Sozialtourismus Die Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich soll Personengruppen, die aus verschiedenen Gründen, insbesondere aber wegen ihrer sozialen Lage oder aus gesundheitlichen Gründen, nur schwer Urlaub machen können, die Teilnahme am Tourismus erleichtern.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) auf Gemeinschaftsebene organisierter Informationsaustausch der staatlichen und privaten Partner über die unterschiedlichen Maßnahmen in den Mitgliedstaaten zur Förderung der Urlaubsreisen bestimmter Touristenkategorien;  b) Unterstützung der Koordinierung von Maßnahmen zwischen Mitgliedstaaten mit dem Ziel, Hindernisse für die Entwicklung des Tourismus für Behinderte zu beseitigen, sowie Förderung des diesbezueglichen Informationsaustauschs.   9. Jugendtourismus Die Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich soll ergänzend zu den bestehenden Gemeinschaftspolitiken dazu beitragen, daß die Jugendlichen die Kultur und Lebensart der anderen Mitgliedstaaten besser kennenlernen und leichter reisen können.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Untersuchung der Möglichkeit, Verbindungen zwischen den Ermässigungskarten für Jugendliche herzustellen;  b) Unterstützung einer Studie über die Zweckmässigkeit europäischer Austauschprogramme im Rahmen sogenannter  "Europaklassen" (Schulreisen für Teilnehmer aus mehreren Mitgliedstaaten).  10. Ausbildung Die Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich soll, ergänzend zu den bestehenden Gemeinschaftspolitiken, die Wettbewerbstätigkeit der Tourismusbranche durch eine stärkere Professionalisierung des Tourismus der Gemeinschaft fördern.  Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:  a) Information der Jugendlichen über Beschäftigungsmöglichkeiten im Tourismus und die Tourismusberufe;  b) Unterstützung der laufenden Maßnahmen zur Festlegung von Berufsprofilen der Tourismusbranche und Verbesserung der gegenseitigen Information über die beruflichen Qualifikationen in den verschiedenen Mitgliedstaaten;  c) Anreize für die Beteiligung der Touristikunternehmen und ihrer Beschäftigten an laufenden Gemeinschaftsprogrammen und -aktionen im Ausbildungsbereich;  d) Förderung von grenzueberschreitenden Kooperationsvorhaben zwischen Hochschulen, Touristikfachschulen, Touristikfachkräften bzw. den beteiligten Verwaltungsstellen, insbesondere hinsichtlich der Ausbildung im ländlichen Tourismus, im Kulturtourismus  sowie im umweltschonenden Tourismus;  e) Förderung von Netzen zur qualitativen Verbesserung der Berufsausbildung, um die Qualität der touristischen Dienstleistungen zu erhöhen.  11. Werbung in Drittländern Die Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich soll Europa für Touristen aus fernen Ländern attraktiver machen.  Hierzu sind Maßnahmen - in Form von Pilotvorhaben zur Förderung Europas als Touristenziel - auf Märkten ferner Länder vorgesehen, deren Wachstum für den Tourismus in der Gemeinschaft Auswirkungen haben dürfte, insbesondere dem nordamerikanischen und dem  japanischen Markt.  II. ZEITPLAN DER VORDRINGLICHEN AUFGABEN  Zur Durchführung der Aktionen gemäß dem Verfahren des Artikels 3 gelten die nachstehenden Maßnahmen für das Haushaltsjahr 1993 als vordringlich.  Für die Haushaltsjahre 1994 und 1995 können nach dem Verfahren des Artikels 3 Absatz 2 andere Prioritäten gesetzt werden.  Vorrangige Maßnahmen für das Haushaltsjahr 1993  1. Verbesserung der Kenntnisse im Bereich des Tourismus und Verstärkung der Kohärenz der Maßnahmen a) Entwicklung der gemeinschaftlichen Fremdenverkehrsstatistik;  b) eingehende Untersuchungen, um eine bessere Kenntnis des Tourismus zu ermöglichen, die Auswirkungen der bestehenden Gemeinschaftspolitiken zur Förderung des Tourismus zu bewerten, die Aussichten neuer Formen des Tourismus zu analysieren und geeignete,  der Entwicklung der Nachfrage angepasste Strategien zu entwickeln;  c) Konsultation von Vertretern der Tourismusbranche in der Gemeinschaft.   2. Entzerrung der Ferientermine a) Unterstützung bei der Schaffung eines internationalen Rahmens, der einen Informationsaustausch ermöglichen und die Maßnahmen der Regierungen und der Tourismusbranche verfolgen soll.   3. Grenzueberschreitende Vorhaben a) Förderung der Zusammenarbeit zwischen Grenzregionen;  b) Unterstützung grenzueberschreitender Initiativen zur besseren Information der Touristen, insbesondere mit Hilfe der neuen Technologien;  c) Ausbau der touristischen Zusammenarbeit mit Mittel- und Osteuropa und dem Maghreb durch Know-how-Transfer in bezug auf Ausbildungsmaßnahmen und Strategien für Werbung sowie Marketing und die Gründung von kleinen und mittleren Touristikunternehmen.   5. Kulturtourismus a) Förderung von Initiativen zur Einrichtung neuer touristisch nutzbarer europäischer Kulturreiserouten in Zusammenarbeit mit den betroffenen Mitgliedstaaten, Regionen und lokalen Behörden sowie zur Herausgabe von Broschüren und Veröffentlichungen;  b) Unterstützung des Erfahrungsaustauschs auf dem Gebiet der Lenkung der Besucherströme (visitor management).   6. Tourismus und Umwelt a) Förderung von Initiativen zur Information und Sensibilisierung der Touristen und der Dienstleistungsbetriebe über die Wechselbeziehung zwischen Tourismus und Umwelt, insbesondere durch Schaffung eines einschlägigen europäischen Preises;  b) Hilfestellung bei innovatorischen Pilotaktionen, deren Ziel es ist, Tourismus und Umweltschutz auf lokaler und regionaler Ebene, insbesondere in Küsten- und Berggebieten, Naturparks und Naturschutzgebieten, beispielsweise im Wege von Maßnahmen zur  Anleitung der Besucher, miteinander in Einklang zu bringen;  c) Hilfestellung bei der Entwicklung von Netzen für den grenzueberschreitenden Erfahrungsaustausch u.a. über Umweltprobleme und ihre mögliche Lösung im Rahmen der touristischen Nutzung von Sehenswürdigkeiten und der Überwachung ihres Zustandes (visitor  management);  d) Unterstützung von Initiativen zur Förderung des sanften Tourismus.   7. Ländlicher Tourismus b) Verbesserung der Information sowie des Zugangs der Anbieter im ländlichen Raum zu bestehenden Gemeinschaftshilfen für den ländlichen Tourismus, vor allem durch Herausgabe leicht verständlicher Informationsbroschüren und eines entsprechenden  Handbuchs;  c) Anstösse zur qualitativen Verbesserung des Tourismusangebots im ländlichen Raum sowie Unterstützung von Maßnahmen, die den Zugang zum ländlichen Tourismus erleichtern.   8. Sozialtourismus b) Unterstützung der Koordinierung von Maßnahmen zwischen Mitgliedstaaten mit dem Ziel, Hindernisse für die Entwicklung des Tourismus für Behinderte zu beseitigen, sowie Förderung des diesbezueglichen Informationsaustauschs.  10. Ausbildung b) Unterstützung der laufenden Maßnahmen zur Festlegung von Berufsprofilen der Tourismusbranche und Verbesserung der gegenseitigen Information über die beruflichen Qualifikationen in den verschiedenen Mitgliedstaaten;  c) Anreize für die Beteiligung der Touristikunternehmen und ihrer Beschäftigten an laufenden Gemeinschaftsprogrammen und -aktionen im Ausbildungsbereich;  d) Förderung von grenzueberschreitenden Kooperationsvorhaben zwischen Hochschulen, Touristikfachschulen, Touristikfachkräften bzw. den beteiligten Verwaltungsstellen, insbesondere hinsichtlich der Ausbildung im ländlichen Tourismus, im Kulturtourismus  sowie umweltschonenden Tourismus.  11. Werbung in Drittländern Pilotvorhaben zur Förderung Europas als Touristenziel auf Märkten ferner Länder, deren Wachstum für den Tourismus in der Gemeinschaft Auswirkungen haben dürfte, insbesondere dem nordamerikanischen und dem japanischen Markt.