CELEX: 62006TJ0095
Language: de
Date: 2008-01-31
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Zweite Kammer) vom 31. Januar 2008.#Federación de Cooperativas Agrarias de la Comunidad Valenciana gegen Gemeinschaftliches Sortenamt (CPVO).#Pflanzenzüchtungen - Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Gemeinschaftlichen Sortenamts - Unzulässigkeit - Keine individuelle Betroffenheit - Effektiver gerichtlicher Rechtsschutz - Begründungspflicht.#Rechtssache T-95/06.

Rechtssache T-95/06
      Federación de Cooperativas Agrarias de la Comunidad Valenciana
      gegen
      Gemeinschaftliches Sortenamt (CPVO)
      „Pflanzenzüchtungen – Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Gemeinschaftlichen Sortenamts – Unzulässigkeit – Keine individuelle Betroffenheit – Effektiver gerichtlicher Rechtsschutz – Begründungspflicht“
      Leitsätze des Urteils
      1.      Landwirtschaft – Einheitliche Rechtsvorschriften – Sortenschutz – Verordnungen Nr. 2100/94 und Nr. 1239/95 – Beschwerdeverfahren
      (Verordnung Nr. 2100/94 des Rates; Verordnung Nr. 1239/95 der Kommission, Art. 49 Abs. 1)
      2.      Nichtigkeitsklage – Natürliche oder juristische Personen – Handlungen, die sie unmittelbar und individuell betreffen
      (Art. 230 Abs. 4 EG; Verordnung Nr. 2100/94 des Rates, Art. 68)
      3.      Nichtigkeitsklage – Natürliche oder juristische Personen – Handlungen, die sie unmittelbar und individuell betreffen
      (Art. 230 Abs. 4 EG; Verordnung Nr. 2100/94 des Rates, Art. 59, 67 und 68)
      4.      Landwirtschaft – Einheitliche Rechtsvorschriften – Sortenschutz – Verordnungen Nr. 2100/94 und Nr. 1239/95 – Beschwerdeverfahren
      (Verordnung Nr. 2100/94 des Rates; Verordnung Nr. 1239/95 der Kommission)
      1.      Aus mehreren Sprachfassungen des Art. 49 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1239/95 zur Durchführung der Verordnung Nr. 2100/94 im
         Hinblick auf das Verfahren vor dem Gemeinschaftlichen Sortenamt geht hervor, dass die Verpflichtung, Mängel mitzuteilen und
         zu deren Abstellung aufzufordern, davon abhängig ist, dass eine Abstellung der festgestellten Mängel objektiv möglich ist.
         Somit ist die Beschwerdekammer nach dieser Bestimmung zur Prüfung der Möglichkeit des Beschwerdeführers, einen Mangel abzustellen,
         verpflichtet, um ihre Aufforderungen auf mögliche Berichtigungen zu beschränken. Da nämlich der Zweck der Verpflichtung aus
         Art. 49 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1239/95, Mängel mitzuteilen und zu ihrer Abstellung aufzufordern, darin besteht, es dem
         Beschwerdeführer zu ermöglichen, die von der Beschwerdekammer festgestellten Mängel innerhalb der gesetzten Fristen zu beheben,
         muss eine Abstellung dieser Mängel überhaupt möglich sein.
      
      Zudem hängt die Mitteilungsverpflichtung mit der Verpflichtung zur Aufforderung zusammen, – abstellbare – Mängel abzustellen.
         Da die Beschwerdekammer nach Art. 49 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1239/95 zu überprüfen hat, ob die Beschwerde mit allen Bestimmungen
         der Grund- und der Durchführungsverordnung übereinstimmt, wäre sie nämlich sonst verpflichtet, zu jedem Zulässigkeitsproblem
         einschließlich solcher, denen nicht abgeholfen werden könnte, eine Mitteilung zu machen, was dem Zweck dieser Bestimmung zuwiderliefe.
         Zwar kann in besonderen Fällen die Mitteilung eines Zulässigkeitsproblems, dem nicht abgeholfen werden kann, dazu dienen,
         einen Beschwerdeführer vor einer Entscheidung zu schützen, die auf Gründen beruht, die nicht Gegenstand einer Erörterung waren;
         jedoch würde sich eine derart allgemeine Mitteilungspflicht in den meisten Fällen als für die Beschwerdekammer schwerfällig
         und zugleich als wirkungslos erweisen, da der Beschwerdeführer dem Zulässigkeitsproblem nicht abhelfen könnte.
      
      (vgl. Randnrn. 34, 37)
      2.      Um im Sinne von Art. 68 der Verordnung Nr. 2100/94 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz individuell betroffen zu sein,
         muss die betreffende Person vom Sortenschutzbeschluss wegen bestimmter persönlicher Eigenschaften oder besonderer sie aus
         dem Kreis aller übrigen Personen heraushebender Umstände berührt und in ähnlicher Weise wie der Adressat des Beschlusses individualisiert
         worden sein. Insoweit ist eine berufsständische Vereinigung, die – wie ein Verband, in dem die Vereinigungen landwirtschaftlicher
         Genossenschaften dreier spanischer Provinzen zusammengeschlossen sind, während in diesen Vereinigungen wiederum fast alle
         örtlichen landwirtschaftlichen Genossenschaften dieser Provinzen zusammengeschlossen sind – zur Verteidigung und Vertretung
         der Interessen ihrer Mitglieder gegründet wurde, nur dann zur Erhebung einer Klage auf Aufhebung der Entscheidung der Beschwerdekammer
         des Gemeinschaftlichen Sortenamts betreffend die Erteilung des gemeinschaftlichen Sortenschutzes für eine Mandarinensorte
         befugt, wenn sie selbst wegen der Beeinträchtigung ihrer eigenen Interessen als Vereinigung individualisiert ist, u. a. weil
         ihre Position als Verhandlungsführerin von der Handlung, deren Aufhebung verlangt wird, berührt worden ist, wenn sie die Interessen
         von Unternehmen vertritt, die selbst klagebefugt wären, oder wenn eine Rechtsvorschrift ihr ausdrücklich eine Reihe von verfahrensrechtlichen
         Befugnissen einräumt. Da keine dieser Voraussetzungen im vorliegenden Fall erfüllt ist, ist die Klage dieser Vereinigung unzulässig.
      
      (vgl. Randnrn. 84-86, 111)
      3.      Zwar ist die in Art. 230 Abs. 4 EG aufgestellte Voraussetzung der individuellen Betroffenheit im Licht des Grundsatzes eines
         effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes unter Berücksichtigung der verschiedenen Umstände, die einen Kläger individualisieren
         können, auszulegen; eine solche Auslegung kann aber nicht zum Wegfall dieser im Vertrag ausdrücklich vorgesehenen Voraussetzung
         führen, ohne dass die den Gemeinschaftsgerichten durch den Vertrag verliehenen Befugnisse überschritten würden. Da der Begriff
         „individuell betroffene Person“ im Sinne des Art. 68 der Verordnung Nr. 2100/94 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz nach
         Maßgabe der Rechtsprechung zur Zulässigkeit von Klagen nach Art. 230 Abs. 4 EG anzuwenden ist, gelten diese Erwägungen auch
         für den vorliegenden Fall.
      
      Im Übrigen steht die Beschwerde vor der Beschwerdekammer des gemeinschaftlichen Sortenamts nach den Art. 59, 67 und 68 der
         Verordnung Nr. 2100/94 jedermann, der im Verwaltungsverfahren schriftlich Einwendungen gegen die Erteilung des Sortenschutzes
         erhoben hat, sowie nach Art. 68 jeder Person zur Verfügung, die, obwohl sie nicht an dem Verfahren beteiligt war und nicht
         Adressat der am Ende dieses Verfahrens getroffenen Entscheidung ist, von dieser unmittelbar und individuell betroffen ist.
         Da durch diese Beschwerde somit die Möglichkeit einer Anrufung des Gemeinschaftsrichters eröffnet wird, kann der Kläger nicht
         das Fehlen eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes geltend machen.
      
      (vgl. Randnrn. 116-117)
      4.      Ein Kläger, der eine Entscheidung der Beschwerdekammer des Gemeinschaftlichen Sortenamts betreffend die Erteilung des gemeinschaftlichen
         Sortenschutzes für eine Mandarinensorte anficht, hat kein berechtigtes Interesse an der Aufhebung dieser Entscheidung wegen
         Formmangels, wenn die Aufhebung nur zum Erlass einer neuen Entscheidung führen könnte, die inhaltlich mit der aufgehobenen
         identisch ist.
      
      (vgl. Randnr. 126)
URTEIL DES GERICHTS (Zweite Kammer)
      31. Januar 2008(*)
      
      „Pflanzenzüchtungen – Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Gemeinschaftlichen Sortenamts – Unzulässigkeit – Keine individuelle Betroffenheit – Effektiver gerichtlicher Rechtsschutz – Begründungspflicht“
      In der Rechtssache T‑95/06
      Federación de Cooperativas Agrarias de la Comunidad Valenciana mit Sitz in Valencia (Spanien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte S. Roig Girbes und R. Ortega Bueno sowie Rechtsanwältin
         M. Delgado Echevarría,
      
      Klägerin,
      gegen
      Gemeinschaftliches Sortenamt (CPVO), vertreten durch M. Ekvad als Bevollmächtigten im Beistand von Solicitor D. O’Keefe, Rechtsanwalt J. Rivas de Andrés und Rechtsanwältin
         M. Canal Fontcuberta,
      
      Beklagter,
      andere Beteiligte im Verfahren vor der Beschwerdekammer des CPVO und Streithelferin im Verfahren vor dem Gericht:
      Nador Cott Protection SARL mit Sitz in Saint-Raphaël (Frankreich), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwältin M. Fernández Mateos, Rechtsanwalt S. González
         Malabia und Rechtsanwältin M. Marín Bataller,
      
      wegen Klage gegen den Beschluss des CPVO vom 8. November 2005 (Sache A 001/2005) betreffend die Erteilung des gemeinschaftlichen
         Sortenschutzes für die Mandarinensorte Nadorcott
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZ DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Richters N. J. Forwood in Wahrnehmung der Aufgaben der Präsidentin sowie der Richterin I. Pelikánová
         und des Richters S. Papasavvas,
      
      Kanzler: K. Andová, Verwaltungsrätin,
      aufgrund der am 21. März 2006 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klageschrift,
      aufgrund der am 7. Juli 2006 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung des CPVO,
      aufgrund der am 3. Juli 2006 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung der Streithelferin,
      auf die mündliche Verhandlung vom 4. Juli 2007
      folgendes
      Urteil
       Rechtlicher Rahmen
      1        Art. 59 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. L 227,
         S. 1, im Folgenden: Grundverordnung), der Einwendungen gegen die Erteilung des Sortenschutzes betrifft, sieht vor:
      
      „(1)      Jedermann kann beim Amt schriftlich Einwendungen gegen die Erteilung des gemeinschaftlichen Sortenschutzes erheben.
      (2)      Die Einwender sind neben dem Antragsteller am Verfahren zur Erteilung des gemeinschaftlichen Sortenschutzes beteiligt. Unbeschadet
         des Artikels 88 haben Einwender Zugang zu den Unterlagen sowie zu den Ergebnissen der technischen Prüfung und der Sortenbeschreibung
         nach Artikel 57 Absatz 2.
      
      …
      (5)      Entscheidungen über die Einwendungen können zusammen mit den Entscheidungen gemäß den Artikeln 61, 62 oder 63 getroffen werden.“
      2        Nach Art. 67 Abs. 1 der Grundverordnung „[sind die] Entscheidungen des Amtes nach den Artikeln 20, 21, 59, 61, 62, 63 und
         66 … mit der Beschwerde anfechtbar“.
      
      3        Art. 68 der Grundverordnung bestimmt:
      
      „Jede natürliche oder juristische Person kann vorbehaltlich des Artikels 82 gegen die an sie ergangenen Entscheidungen sowie
         gegen diejenigen Entscheidungen Beschwerde einlegen, die, obwohl sie als eine an eine andere Person gerichtete Entscheidung
         ergangen sind, sie unmittelbar und individuell betreffen. Die Verfahrensbeteiligten können an Beschwerdeverfahren beteiligt
         werden; das Amt ist stets an Beschwerdeverfahren beteiligt.“
      
      4        Art. 49 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1239/95 der Kommission vom 31. Mai 1995 zur Durchführung der Grundverordnung (ABl.
         L 121, S. 37, im Folgenden: Durchführungsverordnung) sieht unter der Überschrift „Zurückweisung der Beschwerde als unzulässig“
         vor: „Stimmt die Beschwerde nicht mit den Bestimmungen der Grundverordnung, insbesondere den Artikeln 67, 68 und 69, oder
         den Bestimmungen der vorliegenden Verordnung, insbesondere Artikel 45, überein, so teilt die Beschwerdekammer dies dem Beschwerdeführer
         mit und fordert ihn auf, die festgestellten Mängel, sofern dies möglich ist, innerhalb einer bestimmten Frist abzustellen.
         Wird die Beschwerde nicht rechtzeitig berichtigt, so wird sie von der Beschwerdekammer als unzulässig zurückgewiesen.“
      
      5        Art. 50 der Durchführungsverordnung über die mündliche Verhandlung vor der Beschwerdekammer des Gemeinschaftlichen Sortenamts
         (CPVO) bestimmt:
      
      „(1)      Nach Überweisung des Falls werden die am Beschwerdeverfahren Beteiligten vom Vorsitzenden der Beschwerdekammer unter Hinweis
         auf Artikel 59 Absatz 2 unverzüglich zu einer mündlichen Verhandlung nach Artikel 77 der Grundverordnung geladen.
      
      (2)      Für die mündliche Verhandlung und die Beweisaufnahme wird grundsätzlich nur eine gemeinsame Verhandlung angesetzt.
      (3)      Anträge auf eine weitere Verhandlung oder Verhandlungen sind nach Überweisung des Falls an die Beschwerdekammer unzulässig
         außer bei Anträgen, denen Umstände zugrunde liegen, bei denen während oder nach der Verhandlung Änderungen eingetreten sind.“
      
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      6        Die Klägerin ist ein Verband, in dem die Vereinigungen landwirtschaftlicher Genossenschaften der Provinzen Alicante, Castellón
         und Valencia (Spanien) zusammengeschlossen sind; in diesen Vereinigungen sind wiederum fast alle örtlichen landwirtschaftlichen
         Genossenschaften dieser drei Provinzen zusammengeschlossen.
      
      7        Der Züchter der Mandarinensorte Nadorcott, Herr N., veräußerte seine Rechte an dieser Sorte am 22. August 1995 an Herrn M.
         Dieser reichte am selben Tag einen Antrag auf gemeinschaftlichen Schutz für diese Pflanzensorte beim CPVO ein.
      
      8        Der Antrag wurde im Amtsblatt des Gemeinschaftlichen Sortenamts vom 26. Februar 1996 veröffentlicht.
      
      9        Am 21. März 1997 veräußerte Herr M. seine Rechte an der Sorte Nadorcott an die Streithelferin und teilte dies dem CPVO mit.
      
      10      Mit Beschluss Nr. 14111 vom 4. Oktober 2004 erteilte das CPVO für die Sorte der Streithelferin den gemeinschaftlichen Sortenschutz
         (im Folgenden: Sortenschutzbeschluss).
      
      11      Der Sortenschutzbeschluss wurde im Amtsblatt des Gemeinschaftlichen Sortenamts vom 15. Dezember 2004 veröffentlicht.
      
      12      Am 11. Februar 2005 legte die Klägerin gegen den Sortenschutzbeschluss Beschwerde bei der Beschwerdekammer ein. Die Beschwerdegründe
         wurden in einem Schriftsatz vom 14. April 2005 dargelegt. In diesem Schriftsatz machte die Klägerin speziell zur Zulässigkeit
         ihrer Beschwerde geltend, dass die Erteilung des Sortenschutzes für die Sorte Nadorcott sie unmittelbar und individuell betreffe.
         Zur Begründetheit führte sie u. a. aus, der Sortenschutz sei mangels Neuheit und Unterscheidbarkeit der fraglichen Sorte ungültig.
      
      13      Am 24. Februar 2005 stellte die Streithelferin einen Streithilfeantrag und begründete diesen mit getrenntem Schriftsatz vom
         29. Juli 2005. Sie machte geltend, die Klägerin sei zur Einlegung einer Beschwerde nicht berechtigt, da sie insbesondere vom
         Sortenschutzbeschluss nicht unmittelbar und individuell betroffen sei. Außerdem sei die Beschwerde unbegründet.
      
      14      In seinem Schriftsatz vom 15. September 2005 erhob das CPVO vorab eine Einrede der Unzulässigkeit der Beschwerde wegen fehlender
         Beschwerdeberechtigung. Sie beantragte darüber hinaus, die Beschwerde als unbegründet zurückzuweisen.
      
      15      Am 8. November 2005 fand vor der Beschwerdekammer die mündliche Verhandlung statt. In dieser machte die Klägerin geltend,
         gemäß Art. 49 der Durchführungsverordnung hätte die Beschwerdekammer sie vor der mündlichen Verhandlung zur Vorlage von Dokumenten
         auffordern müssen, die belegten, dass ihre Mitglieder vom Sortenschutzbeschluss unmittelbar und individuell betroffen gewesen
         seien. Die Klägerin beantragte, ihr eine Frist einzuräumen, damit sie nach Spanien zurückkehren könne, um zu diesem Punkt
         umfassende Unterlagen zusammenzustellen und vorzulegen, ihr aber zumindest nachzulassen, in der mündlichen Verhandlung die
         von ihren Bevollmächtigten mitgebrachten unvollständigen Unterlagen vorzulegen. Sie trug vor, diese Unterlagen enthielten
         ihre Vollmacht zur Einlegung einer Beschwerde im Namen einzelner Mandarinenerzeuger sowie einen Vertrag zwischen Geslive (mit
         der Wahrnehmung und Verteidigung der Rechte und Interessen der Streithelferin an der Sorte Nadorcott in Spanien betraute Einrichtung)
         und der Genossenschaft Anecoop (Mitglied einer Genossenschaftsvereinigung, die Mitglied der Klägerin ist) über die Zahlung
         von Lizenzgebühren durch Anecoop für die Nutzung der Sorte Nadorcott.
      
      16      Mit Beschluss vom 8. November 2005 (im Folgenden: angefochtener Beschluss) verwarf die Beschwerdekammer die Beschwerde der
         Klägerin als unzulässig, da diese nicht beschwerdeberechtigt sei. Die Beschwerdekammer wies auch deren Antrag, Dokumente vorlegen
         zu dürfen, zurück.
      
       Anträge der Verfahrensbeteiligten
      17      Die Klägerin beantragt,
      
      –        den angefochtenen Beschluss aufzuheben;
      –        dem CPVO die Kosten aufzuerlegen.
      18      Das CPVO beantragt,
      
      –        die Klage insgesamt für unbegründet zu erklären;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen, hilfsweise, für den Fall, dass die Klage begründet ist, dem CPVO nur seine eigenen Kosten
         aufzuerlegen.
      
      19      Die Streithelferin beantragt,
      
      –        die Klage insgesamt für unbegründet zu erklären;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen.
       Entscheidungsgründe
      20      Die Klägerin stützt ihre Klage im Wesentlichen auf drei Gründe: erstens Verstoß gegen die Art. 49 und 50 der Durchführungsverordnung
         sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung, zweitens Verkennung ihrer Berechtigung
         zur Einlegung einer Beschwerde durch die Beschwerdekammer und drittens Verletzung der Begründungspflicht.
      
      1.     Zum ersten Klagegrund: Verstoß gegen die Art. 49 und 50 der Durchführungsverordnung sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz und
            den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung
      21      Der erste Klagegrund gliedert sich in zwei Teile: Mit dem ersten wird ein Verstoß gegen Art. 49 der Durchführungsverordnung
         und mit dem zweiten ein Verstoß gegen Art. 50 der Durchführungsverordnung geltend gemacht. Im Rahmen dieser beiden Teile macht
         die Klägerin außerdem Verstöße gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung geltend.
      
       Zum ersten Teil: Verstoß gegen Art. 49 der Durchführungsverordnung sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der
            ordnungsgemäßen Verwaltung
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten 
      22      Die Klägerin trägt vor, wenn ihre Beschwerde nicht mit Art. 68 der Grundverordnung übereinstimme, müsse die Beschwerdekammer
         ihr dies nach Art. 49 der Durchführungsverordnung mitteilen und sie auffordern, die festgestellten Mängel, nach Möglichkeit
         innerhalb einer bestimmten Frist, abzustellen. Die Beschwerdekammer habe ihr jedoch nie mitgeteilt, dass sie nicht zur Einlegung
         einer Beschwerde berechtigt sei, und habe sie auch nicht aufgefordert, diesen Mangel abzustellen. Die Verhaltensweise der
         Beschwerdekammer beruhe daher auf einer irrigen Auslegung des Art. 49 der Durchführungsverordnung.
      
      23      Erstens lasse sich nach dem Wortlaut des Artikels 49 der Durchführungsverordnung nicht sagen, dass sich dieser Artikel nur
         auf „offensichtliche Mängel einer Beschwerde“ beziehe. Da diese Bestimmung die Unzulässigkeit nach Art. 68 der Grundverordnung
         ausdrücklich als einen Beschwerdemangel nenne, sei es wenig wahrscheinlich, dass sich der Gemeinschaftsgesetzgeber nur auf
         offensichtliche Mängel habe beziehen wollen, denn ein Zulässigkeitsmangel sei nie offensichtlich. Die Beschwerdekammer müsse
         daher, wenn es möglich sei, den Mangel abzustellen, unabhängig von der vermuteten Schwierigkeit bei seiner Behebung der Verpflichtung
         aus Art. 49 der Durchführungsverordnung nachkommen. Ihre Auffassung werde nicht nur durch den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz
         der ordnungsgemäßen Verwaltung, sondern auch durch eine dem Beschwerdeführer durch die Gemeinschaftsrechtsordnung gewährte
         Garantie gestützt, die nicht so eng ausgelegt werden dürfe, wie es im vorliegenden Fall geschehen sei. Die Klägerin stützt
         sich außerdem darauf, dass die Beschwerde wegen angeblichen Fehlens ihrer Beschwerdeberechtigung zurückgewiesen worden sei,
         um hervorzuheben, dass die Beschwerdekammer weder in Abrede gestellt habe, dass dieser Mangel bestanden habe, noch bestritten
         habe, dass sie noch in der mündlichen Verhandlung Zweifel hinsichtlich der für die Beurteilung der Aktivlegitimation der Klägerin
         maßgeblichen Kriterien gehabt habe.
      
      24      Zweitens hält die Klägerin die Auslegung der Worte „sofern dies möglich ist“ in Art. 49 der Durchführungsverordnung durch
         die Beschwerdekammer für irrig. Ihrer Ansicht nach ist die Beschwerdekammer nicht für die Prüfung der Frage zuständig, ob
         der Mangel leicht behoben werden könne; selbst wenn sie dies zu prüfen hätte, wäre sie immer noch verpflichtet, die Klägerin
         zur Abstellung des Mangels aufzufordern. Da es Sache des Betroffenen und nicht der Beschwerdekammer sei, zu versuchen, den
         festgestellten Mangel abzustellen, sei diese nicht befugt, die Frage, ob der Beschwerdeführer zur Abstellung des Mangels in
         der Lage sei, von vornherein zu prüfen. Eine solche Auslegung würde zu Willkür führen, da die Ausübung eines Rechts des Betroffenen
         davon abhinge, wie die Verwaltung dessen Fähigkeit zur Ausübung seines Rechts einschätzte.
      
      25      Drittens macht die Klägerin geltend, Art. 49 der Durchführungsverordnung sei zwingend formuliert, soweit er vorsehe, dass
         „die Beschwerdekammer dies dem Beschwerdeführer mit[teilt] und … ihn auf[fordert], die festgestellten Mängel … abzustellen“.
         Dieser Artikel verpflichte daher die Beschwerdekammer, den Mangel mitzuteilen und zu dessen Abstellung aufzufordern. Diese
         beiden Verpflichtungen habe die Beschwerdekammer jedoch nicht erfüllt. Hingegen sei die Beschwerdekammer nicht verpflichtet,
         ihr mitzuteilen, dass sie zur Abstellung des Mangels Unterlagen vorzulegen habe. Dies sehe nämlich Art. 49 der Durchführungsverordnung
         nicht vor; die Vorlage von Unterlagen sei vielmehr nur eines der dem Betroffenen zur Abstellung des festgestellten Mangels
         zu Gebote stehenden zahlreichen Mittel.
      
      26      Viertens rechtfertige die Mitteilung der Einwendungen der übrigen Beteiligten gegen die Zulässigkeit der Beschwerde es nicht,
         dass die Beschwerdekammer es bei der Erfüllung ihrer Verpflichtung aus Art. 49 der Durchführungsverordnung an Sorgfalt fehlen
         lasse. Der Beschwerdekammer sei es verwehrt, die Erfüllung ihrer Verpflichtung einer inhaltlichen Prüfung des Vorbringens
         der Beteiligten unterzuordnen oder nur dann tätig zu werden, wenn sich die Parteien nicht auf in Art. 49 der Durchführungsverordnung
         genannte Mängel bezögen. Es gehe hier nämlich nicht um ein Verfahren der privaten Streitschlichtung.
      
      27      Fünftens vernachlässige die Beschwerdekammer den Charakter des Beschwerdeverfahrens als Verwaltungsverfahren, wenn sie meine,
         dass es letztlich der Beantwortung einer unter den Beteiligten strittigen Frage vorgreifen würde, wenn der Klägerin erlaubt
         würde, dem Fehlen der Beschwerdeberechtigung abzuhelfen. Die Unzulässigkeit sei eine Frage zwingenden Rechts, die von der
         mit der Beschwerde befassten Stelle von Amts wegen zu prüfen sei. Es komme daher nicht darauf an, ob von Beteiligten ein Mangel
         der Aktivlegitimation gerügt worden sei.
      
      28      Sechstens hat die Klägerin erstmals in der mündlichen Verhandlung vor dem Gericht vorgetragen, das einzige Schriftstück, das
         ihr von der Beschwerdekammer vor der mündlichen Verhandlung übermittelt worden sei, sei eine Aussetzungsentscheidung vom 27.
         Juni 2005 gewesen, nach der die Beschwerdekammer die Beschwerde ungeachtet der abschließenden Entscheidung nicht als offensichtlich
         unbegründet angesehen habe. Aufgrund dieser Entscheidung sowie des Umstands, dass Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung
         nicht angewandt worden sei, habe sie darauf vertrauen dürfen, dass ihre Beschwerdeberechtigung vor der mündlichen Verhandlung
         hinreichend festgestanden habe.
      
      29      Das CPVO trägt vor, die von der Klägerin vorgeschlagene Auslegung von Art. 49 der Durchführungsverordnung entbehre der Grundlage.
         Dem Fehlen der Beschwerdeberechtigung könne nur schwer abgeholfen werden, so dass mit der Bezugnahme in Art. 49 der Durchführungsverordnung
         auf Art. 68 der Grundverordnung nur die Berichtigung reiner Formfehler gemeint sein könne. Da zudem die Klägerin während des
         schriftlichen Verfahrensabschnitts das Vorbringen der Streithelferin zum Fehlen einer unmittelbaren und individuellen Beeinträchtigung
         beantwortet habe, sei die Beschwerdeberechtigung der Klägerin im Verfahren zu einer „Frage der Begründetheit“ geworden. Die
         Beschwerdekammer habe daher nicht den Versuch unternehmen müssen, diesen Mangel als Formfehler berichtigen zu lassen. Überdies
         wäre die Zulassung von durch einzelne Erzeuger erteilten Vollmachten einer Erlaubnis an weitere Personen, sich am Verfahren
         zu beteiligen, gleichgekommen, obwohl die Frist zur Einlegung einer Beschwerde abgelaufen gewesen sei. Da die Klägerin die
         Beschwerde im eigenen Namen eingelegt habe, könne sie sich in der Verhandlung nicht auf Vollmachten berufen, die ihr von einzelnen
         Erzeugern erteilt worden seien, die ihrer Organisation nicht unmittelbar als Mitglieder angehörten.
      
      30      Nach Ansicht der Streithelferin war die Beschwerdekammer nicht verpflichtet, vorab zu prüfen, ob sich aus den von der Klägerin
         vorgelegten Unterlagen ergebe, dass sie tatsächlich zur Einlegung der Beschwerde berechtigt sei. Es obliege der Klägerin,
         ihre Beschwerdeberechtigung geltend zu machen und dafür die entsprechenden Beweise vorzulegen. Art. 49 der Durchführungsverordnung
         verpflichte die Beschwerdekammer, zu überprüfen, dass diese Formvoraussetzung erfüllt sei, schreibe ihr jedoch nicht vor,
         zu prüfen, ob die Klägerin tatsächlich beschwerdeberechtigt sei.
      
       Würdigung durch das Gericht
      31      Mit dem vorliegenden Teil des Klagegrundes rügt die Klägerin, die Beschwerdekammer habe ihr zum einen nicht mitgeteilt, dass
         sie sie nicht für beschwerdeberechtigt halte, und sie zum anderen nicht zum Nachweis ihrer Beschwerdeberechtigung aufgefordert.
      
      32      Als Erstes ist zu prüfen, ob die Beschwerdekammer gegen Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung verstoßen hat, wie die
         Klägerin ihr vorwirft. Dazu ist zunächst festzustellen, dass die Beschwerdekammer nach dieser Bestimmung zum einen zu prüfen
         hat, ob die Beschwerde mit den Bestimmungen der Grund- und der Durchführungsverordnung übereinstimmt, und zum anderen dem
         Beschwerdeführer die festgestellten Mängel mitzuteilen und ihn aufzufordern hat, diese innerhalb einer bestimmten Frist abzustellen,
         sofern dies möglich ist.
      
      33      Zur Verpflichtung, zu prüfen, ob die Beschwerde den Bestimmungen der Grund- und der Durchführungsverordnung genügt, ist festzustellen,
         dass die Beschwerdekammer nach der französischen und der griechischen Fassung des Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung
         zu überprüfen hat, ob die Beschwerde allein mit den Artikeln 67, 68 und 69 der Grundverordnung und Art. 45 der Durchführungsverordnung
         übereinstimmt, während sie nach den übrigen Sprachfassungen der genannten Bestimmung überprüfen muss, ob die Beschwerde mit
         allen Bestimmungen der beiden Verordnungen übereinstimmt. Da jedoch die Notwendigkeit einer einheitlichen Auslegung der Gemeinschaftsverordnungen
         eine isolierte Betrachtung nur einer Sprachfassung einer Vorschrift ausschließt und es vielmehr gebietet, bei Zweifeln die
         Vorschrift im Licht der Fassungen in den anderen Amtssprachen auszulegen und anzuwenden (vgl. Urteil des Gerichtshofs vom
         17. Oktober 1996, Lubella, C‑64/95, Slg. 1996, I‑5105, Randnr. 17 und die dort angeführte Rechtsprechung), geht das Gericht
         davon aus, dass die französische und die griechische Fassung des Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung dieser Textstelle
         keinen anderen Sinn geben als die anderen Sprachfassungen und dass sie im Licht der Fassungen in den anderen Amtssprachen
         auszulegen und anzuwenden sind (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 27. Februar 1997, Ebony Maritime und Loten
         Navigation, C‑177/95, Slg. 1997, I‑1111, Randnrn. 29 bis 31).
      
      34      Was die doppelte Verpflichtung angeht, Mängel mitzuteilen und zu deren Abstellung aufzufordern, so ist erstens festzustellen,
         dass insbesondere aus der deutschen, der englischen, der dänischen, der spanischen, der italienischen und der niederländischen
         Fassung von Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung hervorgeht, dass die Worte „sofern dies möglich ist“ die Verpflichtung
         zu Mitteilung und Aufforderung davon abhängig machen, dass eine Abstellung der festgestellten Mängel objektiv möglich ist.
         Entgegen der Auffassung der Klägerin ist somit die Beschwerdekammer nach dieser Bestimmung zur Prüfung der Möglichkeit des
         Beschwerdeführers, einen Mangel abzustellen, verpflichtet, um ihre Aufforderungen auf mögliche Berichtigungen zu beschränken.
         Da nämlich der Zweck der Verpflichtung aus Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung, Mängel mitzuteilen und zu ihrer Abstellung
         aufzufordern, darin besteht, es dem Beschwerdeführer zu ermöglichen, die von der Beschwerdekammer festgestellten Mängel innerhalb
         der gesetzten Fristen zu beheben, muss eine Abstellung dieser Mängel überhaupt möglich sein. Wie jedoch das CPVO und die Streithelferin
         geltend machen, lässt sich der Mangel der Beschwerdeberechtigung nicht abstellen.
      
      35      Im Übrigen bezeichnet Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung mit den Wörtern “irrégularités“ im Französischen, „Mängel“
         im Deutschen, „deficiencies“ im Englischen, „irregolarità“ im Italienischen, „mangler“ im Dänischen und „irregularidades“
         im Portugiesischen, was abgestellt werden soll; diese Wörter legen die Annahme nahe, dass sie sich auf die Berichtigung von
         Formfehlern beziehen (vgl. z. B. den Gebrauch dieser Wörter in Regel 9 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 2868/95 der Kommission
         vom 13. Dezember 1995 zur Durchführung der Verordnung [EG] Nr. 40/94 des Rates über die Gemeinschaftsmarke [ABl. L 303, S. 1]
         und Art. 10 Abs. 1 und 2 der Verordnung [EG] Nr. 2245/2002 der Kommission vom 21. Oktober 2002 zur Durchführung der Verordnung
         [EG] Nr. 6/2002 des Rates über das Gemeinschaftsgeschmacksmuster [ABl. L 341, S. 28]). Auch die in Art. 49 Abs. 1 Satz 2 der
         Durchführungsverordnung verwendeten Wörter „rectifié“ im Französischen, „berichtigt“ im Deutschen, „berigtiges“ im Dänischen,
         „rettificato“ im Italienischen und „regularizado“ im Portugiesischen beziehen sich eher auf die Berichtigung von Formfehlern
         (vgl. z. B. Regel 53 der Verordnung Nr. 2868/95 und – hinsichtlich des französischen, des deutschen und des dänischen Begriffs
         – Art. 12 Abs. 2 der Verordnung Nr. 2245/2002) und nicht auf die Anforderung ergänzender Argumente oder Beweismittel, die
         von einem Beteiligten noch nicht geltend gemacht bzw. noch nicht vorgelegt wurden und mit wesentlichen Voraussetzungen der
         Zulässigkeit seiner Beschwerde, wie der Beschwerdeberechtigung, zusammenhängen.
      
      36      Somit ist davon auszugehen, dass nach Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung die Beschwerdekammer nicht verpflichtet war,
         die Klägerin zur Abstellung des von ihr festgestellten Mangels der Beschwerdeberechtigung aufzufordern, da dieser einen wesentlichen
         Mangel darstellt, der nicht im Sinne des Satzes 2 dieser Bestimmung „berichtigt“ und abgestellt werden kann.
      
      37      Zweitens ist festzustellen, dass die Mitteilungsverpflichtung mit der Verpflichtung zur Aufforderung zusammenhängt, – abstellbare
         – Mängel abzustellen. Da die Beschwerdekammer nach Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung zu überprüfen hat, ob die Beschwerde
         mit allen Bestimmungen der Grund- und der Durchführungsverordnung übereinstimmt, wäre sie nämlich sonst verpflichtet, zu jedem
         Zulässigkeitsproblem einschließlich solcher, denen nicht abgeholfen werden könnte, eine Mitteilung zu machen, was dem Zweck
         dieser Bestimmung zuwiderliefe, wie er oben in Randnr. 34 dargelegt worden ist. Zwar kann in besonderen Fällen die Mitteilung
         eines Zulässigkeitsproblems, dem nicht abgeholfen werden kann, dazu dienen, einen Beschwerdeführer vor einer Entscheidung
         zu schützen, die auf Gründen beruht, die nicht Gegenstand einer Erörterung waren; jedoch würde sich eine derart allgemeine
         Mitteilungspflicht in den meisten Fällen als für die Beschwerdekammer schwerfällig und zugleich als wirkungslos erweisen,
         da der Beschwerdeführer dem Zulässigkeitsproblem nicht abhelfen könnte. Außerdem ist zu beachten, dass im vorliegenden Fall
         der Mangel der Beschwerdeberechtigung der Klägerin von den Verfahrensbeteiligten bereits erörtert worden war und zu den strittigen
         Punkten des Beschwerdeverfahrens gehörte.
      
      38      Seit dem Streithilfeantrag vom 24. Februar 2005 war nämlich die Klägerin über dieses Problem unterrichtet, so dass eine Mitteilung
         der Beschwerdekammer nicht mehr erforderlich war, um ihr eine Stellungnahme zu ermöglichen. In ihrem Schriftsatz vom 14. April
         2005 reagierte die Klägerin auf die Behauptungen der Streithelferin und legte die Gründe dar, aus denen sie sich als zur Einlegung
         einer Beschwerde berechtigt ansah. Darüber hinaus hat die Streithelferin in ihrem Schriftsatz vom 29. Juli 2005 zu ihrem Vorbringen
         zum Mangel der Beschwerdeberechtigung der Klägerin weiter vorgetragen, und auch das CPVO hat in seinem Schriftsatz geltend
         gemacht, dass der Klägerin die Aktivlegitimation fehle.
      
      39      Im Übrigen steht die Bezugnahme in Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung auf Art. 68 der Grundverordnung dieser Auslegung
         nicht entgegen, da bei der Durchführung dieser Bestimmung auch formellrechtliche Probleme auftreten können, die einer Lösung
         zugänglich sind. So müssen z. B. juristische Personen, die nach dieser Bestimmung zur Einlegung einer Beschwerde berechtigt
         sind, nach Art. 82 der Grundverordnung ihren Sitz oder ihre Niederlassung oder aber den Wohnsitz eines Verfahrenvertreters
         angeben. Hat die betreffende juristische Person diese Angabe unterlassen, muss die Beschwerdekammer ihr diesen Mangel mitteilen
         und sie zu dessen Abstellung auffordern.
      
      40      Demnach hat die Beschwerdekammer nicht gegen Art. 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung verstoßen, indem sie der Klägerin
         nicht mitgeteilt hat, dass diese ihrer Ansicht nach nicht zur Einlegung der Beschwerde berechtigt sei, und indem sie sie nicht
         zur Abstellung dieses Mangels aufgefordert hat.
      
      41      Als Zweites ist festzustellen, dass die Klägerin nichts vorgetragen hat, was die Feststellung einer Verletzung des Sorgfaltsgrundsatzes
         und des Grundsatzes der ordnungsgemäßen Verwaltung zuließe, sieht man einmal davon ab, dass die Beschwerdekammer ihr den von
         ihr festgestellten Mangel der Beschwerdeberechtigung nicht mitgeteilt und sie nicht aufgefordert hat, diesen Mangel abzustellen.
         Da dieses Verhalten der Beschwerdekammer aber, wie sich insbesondere aus den obigen Randnrn. 34 bis 40 ergibt, den Anforderungen
         des Artikels 49 Abs. 1 der Durchführungsverordnung entsprach, hat die Beschwerdekammer nicht gegen den Sorgfaltsgrundsatz
         und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung verstoßen.
      
      42      Was als Drittes den Vortrag der Klägerin angeht, sie habe darauf vertrauen dürfen, dass ihre Berechtigung zur Einlegung einer
         Beschwerde vor der mündlichen Verhandlung hinreichend festgestanden habe, so ist festzustellen, dass sie dies erstmals in
         der mündlichen Verhandlung vor dem Gericht geltend gemacht hat. Die Aussetzungsentscheidung vom 27. Juni 2005, die sie zur
         Begründung ihres berechtigten Vertrauens anführt, ist jedoch auf einen Antrag der Streithelferin, die aufschiebende Wirkung
         der von der Klägerin gegen den Sortenschutzbeschluss eingelegten Beschwerde aufzuheben, hin ergangen. Diese Aussetzungsentscheidung
         ist nicht von der Beschwerdekammer, sondern von einem für Entscheidungen über die Aufhebung der aufschiebenden Wirkung von
         Beschwerden zuständigen besonderen Ausschuss erlassen worden, dem im Übrigen nicht dieselben Personen wie die angehörten,
         die Mitglieder der Beschwerdekammer waren. Dieser Ausschuss hat überdies in Randnr. 10 seiner Entscheidung festgestellt, dass
         beim gegenwärtigen Stand des Verfahrens die Beurteilung der Begründetheit der von der Klägerin bei der Beschwerdekammer eingelegten
         Beschwerde insbesondere deshalb schwierig sei, weil die Streithelferin noch nicht ihren Streithilfeschriftsatz eingereicht
         habe. Sodann hat der Ausschuss festgestellt, ungeachtet des endgültigen Standpunkts des CPVO sei jedoch in diesem Stadium
         nicht der Schluss gezogen worden, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet sei. Daraus folgt, dass der Ausschuss weder
         eine spezifische Beurteilung der Zulässigkeit der Beschwerde der Klägerin vorgenommen noch eine Entscheidung der Beschwerdekammer
         erwähnt hat, die eine solche Beurteilung enthält. Zudem hat er seine Feststellungen unter dem Vorbehalt der abschließenden
         Entscheidung getroffen. Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Entscheidung vom 27. Juni 2005 bei der Klägerin
         kein berechtigtes Vertrauen auf das Bestehen ihrer Berechtigung zur Einlegung einer Beschwerde bei der Beschwerdekammer begründen
         konnte. Dieses Vorbringen ist daher zurückzuweisen.
      
      43      Mithin ist der erste Teil dieses Klagegrundes zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten Teil: Verstoß gegen Art. 50 der Durchführungsverordnung sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der
            ordnungsgemäßen Verwaltung
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      44      Nach Ansicht der Klägerin hätte die Beschwerdekammer gemäß Art. 50 der Durchführungsverordnung eine zweite Verhandlung abhalten
         müssen, um den übrigen Verfahrensbeteiligten eine Prüfung derjenigen Schriftstücke zu ermöglichen, deren Vorlage sie beabsichtigt
         habe, um die Zulässigkeit ihrer Beschwerde nachzuweisen. Nach dem Wortlaut von Art. 50 der Durchführungsverordnung sei die
         Verhandlung das Verfahrensstadium, in dem die Beweisaufnahme stattfinde. Daher müsse die Beschwerdekammer nach dem Grundsatz
         der ordnungsgemäßen Verwaltung die Vorlage aller Beweise zulassen, die von den Beteiligten als notwendig angesehen würden,
         oder aber, wenn dies nicht möglich sei, eine zweite Verhandlung abhalten, wie es in der Durchführungsverordnung ausdrücklich
         vorgesehen sei.
      
      45      Zwar verfügten die Gemeinschaftsorgane bei der Ausübung ihrer Befugnisse über einen gewissen Beurteilungsspielraum, doch werde
         dieser durch den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung als Gegengewichte begrenzt, die sie dazu
         zwängen, eine Entscheidung in voller Sachkenntnis zu treffen. So sei von der Rechtsprechung anerkannt worden, dass in den
         Fällen, in denen die Organe der Gemeinschaft über einen Beurteilungsspielraum verfügten, der Beachtung der Garantien große
         Bedeutung zukomme, die die Gemeinschaftsrechtsordnung in Verwaltungsverfahren gewähre und zu denen insbesondere die Verpflichtung
         des zuständigen Organs gehöre, sorgfältig und unparteiisch alle relevanten Gesichtspunkte des Einzelfalls zu untersuchen.
      
      46      Wenn die Feststellung, dass die Klägerin zur Einlegung einer Beschwerde gegen den Sortenschutzbeschluss nicht berechtigt sei,
         zur Folge habe, dass ihr dadurch der einzige ihr nach dem Gemeinschaftsrecht wie nach dem nationalen Recht zu Gebote stehende
         wirksame Rechtsbehelf genommen werde, hätte die Beschwerdekammer ihr Gelegenheit geben müssen, das Problem der Zulässigkeit,
         an der die Beschwerdekammer Zweifel gehabt habe, auszuräumen.
      
      47      Das CPVO vertritt die Ansicht, die Beschwerdekammer sei keineswegs verpflichtet gewesen, dem Antrag der Klägerin, Unterlagen
         vorlegen zu dürfen, stattzugeben, da diese Unterlagen für die Prüfung der Aktivlegitimation der Klägerin, die die Beschwerde
         im eigenen Namen und nicht im Namen bestimmter einzelner Erzeuger eingelegt habe, nicht relevant gewesen seien. Die Zulassung
         dieser Unterlagen hätte insoweit eine Verletzung der Verfahrensgarantien bedeutet, als die Beschwerde im Stadium der mündlichen
         Verhandlung wesentlich verändert worden wäre. Da außerdem die Beschwerdekammer festgestellt habe, dass die Lieferer von Waren
         der Sorte Nadorcott vom Sortenschutzbeschluss betroffen sein könnten, hätte es für die Prüfung der Aktivlegitimation der Klägerin
         keine Bedeutung gehabt, wenn in der Verhandlung ein Vertrag zwischen Geslive und Anecoop über die Zahlung von Lizenzgebühren
         vorgelegt worden wäre. Zudem hätten die das Verfahren vor der Beschwerdekammer regelnden Verordnungen die Klägerin nicht daran
         gehindert, zu dem in den Schriftsätzen der Streithelferin vom 29. Juli 2005 und des CPVO vom 15. September 2005 enthaltenen
         Vorbringen schriftlich Stellung zu nehmen. Eine Entscheidung über die Zweckmäßigkeit einer zweiten Verhandlung schließlich
         falle in die Zuständigkeit der Beschwerdekammer, die in Fragen der Prozessökonomie unabhängig handeln können müsse.
      
      48      Die Streithelferin vertritt darüber hinaus die Ansicht, die Beschwerdekammer habe den Antrag der Klägerin zu Recht zurückgewiesen,
         da die Zulassung neuer Dokumente die Abhaltung einer weiteren Verhandlung erfordert hätte, wodurch gegen den Grundsatz der
         Durchführung einer einzigen Verhandlung nach Art. 50 der Durchführungsverordnung verstoßen worden wäre.
      
       Würdigung durch das Gericht
      49      Vorab ist daran zu erinnern, dass die Klägerin in der Verhandlung vor der Beschwerdekammer beantragt hat, ihr eine Frist einzuräumen,
         um vollständige Unterlagen, die belegten, dass ihre Mitglieder vom Sortenschutzbeschluss unmittelbar und individuell betroffen
         gewesen seien, zusammenstellen und später bei der Beschwerdekammer einreichen zu können. Hilfsweise hat sie beantragt, ihr
         nachzulassen, in der Verhandlung die von ihren Bevollmächtigten mitgebrachten unvollständigen Unterlagen vorzulegen, die die
         Vollmachten der einzelnen Erzeuger zur Einlegung einer Beschwerde gegen den Sortenschutzbeschluss sowie einen Vertrag zwischen
         der Genossenschaft Anecoop und Geslive über die Zahlung von Lizenzgebühren für die Nutzung der Sorte Nadorcott enthielten.
      
      50      Was als Erstes den Vorwurf eines Verstoßes gegen Art. 50 der Durchführungsverordnung angeht, so ist festzustellen, dass in
         dessen Abs. 1 und 2 eine zügige Schlichtung der Streitigkeiten aufgrund einer unverzüglich angesetzten und auf eine einzige
         Verhandlung konzentrierten mündlichen Verhandlung vorgesehen ist. Eine zweite Verhandlung kann nach Art. 50 Abs. 3 der Durchführungsverordnung
         von einem Verfahrensbeteiligten nur beantragt werden, wenn sie sich als notwendig erweist, weil während oder nach der Verhandlung
         eine Änderung der Umstände eingetreten ist.
      
      51      Dazu ist erstens festzustellen, dass den Unterlagen, die die Klägerin vorzulegen beabsichtigte, keine Umstände zugrunde lagen,
         bei denen während oder nach der Verhandlung Änderungen eingetreten sind. Bei dem Vertrag und den Vollmachten, die sie in der
         Verhandlung überreichen wollte, handelt es sich nämlich offensichtlich um Schriftstücke, die vor der Verhandlung erstellt
         worden waren. Jedenfalls kann weder bei diesen Unterlagen noch bei den zusätzlichen Vollmachten, die die Klägerin nach der
         Verhandlung vorzulegen wünschte, davon ausgegangen werden, dass sie eine Änderung der Umstände der Streitigkeit erkennen lassen.
         Wie das CPVO und die Streithelferin zutreffend zum einen hervorheben, hat die Klägerin die Beschwerde im eigenen Namen erhoben
         und kann nicht im Laufe des Verfahrens durch andere Personen ersetzt werden, die innerhalb der vorgesehenen Fristen keine
         Beschwerde eingelegt haben. Zum anderen ließe der Vertrag keine neuen Umstände erkennen, da er, wie die Beschwerdekammer festgestellt
         hat, nur darauf abstellt, dass die einzelnen Mandarinenerzeuger und gegebenenfalls Anecoop eine Lizenzgebühr für die Lieferung
         und die Verwendung der geschützten Sorte zu zahlen haben. Diese Verpflichtung folgt jedoch unmittelbar aus dem System des
         Systemschutzes und ist von der Beschwerdekammer festgestellt worden, ohne dass sie eines Beweises bedurft hätte.
      
      52      Zweitens ist festzustellen, dass, selbst wenn die geltend gemachten Beweismittel relevant gewesen wären, der Klägerin doch
         zwischen der Einreichung der Schriftsätze der Streithelferin und des CPVO einerseits und der Verhandlung andererseits ein
         Zeitraum von mehreren Monaten zur Verfügung stand. In dieser Zeit hätte sie die Schriftstücke beschaffen und übermitteln oder
         zumindest beantragen können, die mündliche Verhandlung zu verschieben, um eine Prüfung aller Beweismittel in einer einzigen
         Verhandlung zu ermöglichen. Nichts deutet nämlich darauf hin, dass, wenn die Klägerin die erforderliche Sorgfalt aufgewandt
         hätte, die Beweisaufnahme nicht in einer einzigen Sitzung hätte stattfinden können.
      
      53      Da somit nach den Umständen des Verfahrens die Voraussetzungen des Artikels 50 der Durchführungsverordnung für die Abhaltung
         einer zweiten Verhandlung nicht erfüllt waren, hat die Beschwerdekammer, indem sie die Anträge der Klägerin zurückgewiesen
         hat, nicht gegen diese Bestimmung verstoßen.
      
      54      Als Zweites ist zum Vorwurf eines Verstoßes gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung
         zu sagen, dass die Klägerin abgesehen davon, dass die Beschwerdekammer nicht die Vorlage der Beweismittel zugelassen hat,
         die ihre Vertreter zur Sitzung mitgebracht hatten oder später vorlegen wollten, nichts vorgetragen hat, was die Feststellung
         eines Verstoßes gegen diese Grundsätze zuließe. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich jedoch, dass die Beschwerdekammer
         nach Art. 50 der Durchführungsverordnung nicht verpflichtet ist, die Vorlage aller von den Beteiligten als notwendig angesehenen
         Beweismittel zuzulassen. Sie muss vielmehr nach dieser Bestimmung Beweise, die die Abhaltung einer zweiten Verhandlung erfordern,
         im Interesse einer ordnungsgemäßen Verwaltung nur dann zulassen, wenn es sich um relevante Beweismittel handelt, denen Umstände
         zugrunde liegen, bei denen während oder nach der Verhandlung Änderungen eingetreten sind.
      
      55      Außerdem ist festgestellt worden, dass im vorliegenden Fall nicht nachgewiesen worden ist, dass den Beweisen, die nach Ansicht
         der Klägerin von der Beschwerdekammer hätten geprüft werden müssen, Umstände zugrunde liegen, bei denen während oder nach
         der Verhandlung Änderungen eingetreten sind (siehe oben, Randnr. 51). Zudem sind die angebotenen Beweise im vorliegenden Fall
         nicht schlüssig (siehe oben, Randnr. 51) und nicht so rechtzeitig eingereicht worden, dass ihre Prüfung in einer einzigen
         Verhandlung möglich gewesen wäre (siehe oben, Randnr. 52). Somit stand der Wortlaut von Art. 50 der Durchführungsverordnung
         der Zulassung dieser Beweise entgegen. Infolgedessen konnte die Beschwerdekammer mit der Ablehnung dieser Beweismittel nicht
         gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung verstoßen.
      
      56      Der zweite Teil dieses Klagegrundes ist daher zurückzuweisen. 
      
      57      Nach alledem ist der erste Klagegrund zurückzuweisen.
      
      2.     Zum zweiten Klagegrund: Verkennung der Berechtigung zur Einlegung einer Beschwerde
      58      Der zweite Klagegrund gliedert sich in zwei Teile, mit deren erstem geltend gemacht wird, dass die Klägerin und ihre Mitglieder
         vom Sortenschutzbeschluss individuell betroffen seien, und mit deren zweitem, dass es an einem effektiven gerichtlichen Rechtsschutz
         fehle.
      
       Zum ersten Teil: Die Klägerin und ihre Mitglieder seien vom Sortenschutzbeschluss individuell betroffen
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      59      Die Klägerin rügt als Erstes, die Beschwerdekammer habe ihr Augenmerk auf die Eigenschaft der Klägerin als Vereinigung gerichtet
         und dabei die Berechtigung ihrer Mitglieder zur Einlegung einer Beschwerde vernachlässigt. Es sei nicht ausschließlich zu
         prüfen, ob sie selbst gegen den Sortenschutzbeschluss vorgehen könne, sondern auch, ob ihre Mitglieder oder die Mitglieder
         ihrer Mitglieder (hier: Copal de Algemesi als Mitglied von d’Anecoop) beschwerdeberechtigt seien. Im angefochtenen Beschluss
         habe die Beschwerdekammer aber nicht die Rechtsprechung des Gerichts berücksichtigt, wonach auch Vereinigungen von Unternehmen
         die Nichtigerklärung von Handlungen beantragen könnten, wenn ihre Mitglieder zur Einlegung eines Rechtsbehelfs individuell
         berechtigt seien.
      
      60      Als Zweites habe die Beschwerdekammer zu Unrecht die Anerkennung ihrer Berechtigung zur Einlegung einer Beschwerde von derjenigen
         aller ihrer Mitglieder abhängig gemacht. So habe die Beschwerdekammer dem Umstand Bedeutung beigemessen, dass nur bestimmte
         Mitglieder der Klägerin als Erzeuger vom Sortenschutzbeschluss betroffen seien, während andere Mitglieder möglicherweise nicht
         betroffen seien. Nach der Rechtsprechung seien Vereinigungen aber dann beschwerdeberechtigt, wenn mindestens eines ihrer Mitglieder
         den Rechtsbehelf selbst hätte einlegen können.
      
      61      Als Drittes beanstandet die Klägerin die Erwägungen der Beschwerdekammer zu der Frage, ob sie wirklich die allgemeinen Interessen
         der betroffenen Erzeuger vertrete. Die Beschwerdekammer vernachlässige die Tatsache, dass sie den Schutz der Sorte Nadorcott
         im Namen aller Erzeuger, die Mitglieder der Genossenschaften seien, anfechte, da sie gemäß Art. 2 Buchst. a ihrer Satzung
         die Genossenschaftsverbände vertrete, die ihrerseits die Genossenschaften verträten und keine Einwendungen gegen die fragliche
         Beschwerde zum Ausdruck gebracht hätten. Außerdem sei nach der Rechtsprechung anzunehmen, dass alle Mitglieder einer Vereinigung
         diese zum Handeln in ihrem Namen bevollmächtigt hätten, wenn die Satzung dies vorsehe und die Mitglieder keine Einwendungen
         zum Ausdruck gebracht hätten.
      
      62      Als Viertes sei die Auffassung der Beschwerdekammer fehlerhaft, dass der Sortenschutzbeschluss die Klägerin deshalb nicht
         individuell betreffe, weil sie nicht bestimmte persönliche Eigenschaften besitze und auf sie keine besonderen, sie aus dem
         Kreis aller übrigen Personen heraushebenden Umstände zuträfen. Nach der Rechtsprechung sei diese Voraussetzung dann erfüllt,
         wenn die angefochtene Handlung die rechtliche Stellung des betreffenden Unternehmens wegen bestimmter spezifischer Eigenschaften
         oder besonderer es aus dem Kreis aller übrigen Personen heraushebender Umstände berühre und es in ähnlicher Weise individualisiere
         wie den Adressaten der Handlung. Dass die Handlung Wirkungen gegenüber allen beteiligten Wirtschaftsteilnehmern erzeuge, schließe
         nicht aus, dass die betreffende Handlung einige von ihnen individuell betreffe.
      
      63      Was erstens die Eigenschaft der Klägerin als Lieferer von Pflanzenmaterial angehe, so habe der Sortenschutzbeschluss zur Folge,
         dass jede Person, die sich an der Vermehrung oder der Lieferung von Pflanzenmaterial beteiligen wolle, eine vom Inhaber der
         Schutzrechte erteilte Lizenz besitzen müsse. Demgemäß sei zu prüfen, ob die rechtliche Stellung der Mitglieder der Klägerin
         in anderer Weise als diejenige anderer Vermehrer oder Lieferer von Pflanzenmaterial betroffen sei. Der Sortenschutzbeschluss
         habe bestimmte Mitglieder der Klägerin, die die Sorte Nadorcott lieferten, gezwungen, diese Tätigkeit mit der Folge erheblicher
         Schäden aufzugeben, was diese Mitglieder gegenüber jedem anderen Lieferer von Pflanzenmaterial individualisiere. Die Beschwerdekammer
         habe zwar im angefochtenen Beschluss erwähnt, dass Anecoop dieses Pflanzenmaterial liefere; dies habe sie jedoch in der Folge
         übergegangen und ihr Augenmerk darauf gerichtet, dass die Klägerin selbst kein Pflanzenmaterial liefere. Eine Prüfung der
         Situation von Anecoop hätte jedoch aufgezeigt, dass die Klägerin berechtigt gewesen sei, die Nichtigerklärung des Sortenschutzbeschlusses
         zu beantragen.
      
      64      Was zweitens die Erzeugereigenschaft der Klägerin angehe, so habe sie nicht behauptet, dass sie die allgemeinen Interessen
         der Erzeuger im Hinblick darauf vertrete, geltend zu machen, dass sie individuell betroffen gewesen sei. Dagegen sei sie deshalb
         beschwerdeberechtigt, weil sie die Interessen derjenigen Mitglieder vertrete, die als Erzeuger unmittelbar betroffen gewesen
         seien. Da 90 % der Gesellschaften, die Mandarinen der Sorte Nadorcott verpackten, in Valencia niedergelassen seien, lasse sich schlechthin nicht sagen, dass der Sortenschutzbeschluss für die Klägerin die gleichen Wirkungen wie für andere
         Erzeuger- und Genossenschaftsverbände in der Gemeinschaft habe. Die fraglichen Genossenschaften vertrieben nämlich über die
         Hälfte der aus Valencia stammenden Zitrusfrüchte, und da sie fast alle in der Klägerin zusammengeschlossen seien, seien die
         durch den Sortenschutzbeschluss in erster Linie geschädigten Genossenschaften ihre Mitglieder.
      
      65      Da fast die gesamte Erzeugung von Mandarinen der Sorte Nadorcott aus Valencia stamme, würde die Annahme, dass der Sortenschutzbeschluss
         zur Folge hätte, dass jeder Erzeuger der Gemeinschaft für den Anbau der Sorte Nadorcott eine Lizenzgebühr zahlen müsste, bedeuten,
         dass fast alle Mandarinen aus Valencia mangels Zahlung dieser Gebühr rechtswidrig erzeugt worden wären. Nur diese Erzeuger
         wären dann nämlich verpflichtet, dem Züchter eine Lizenzgebühr zu zahlen oder aber ihre Pflanzungen zu zerstören, was ihre
         Wettbewerbsstellung auf dem Markt zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens der Ware beeinträchtigen würde. Die Behauptung, dass
         der Sortenschutzbeschluss die Mitglieder der Klägerin in gleicher Weise treffen würde wie jeden Erzeuger, der diese Sorte
         künftig anbaue, sei daher falsch, da ihre Mitglieder im Gegenteil eine Reihe von Eigenschaften aufwiesen, die sie aus dem
         Kreis aller übrigen Erzeuger heraushöben.
      
      66      Drittens wiesen ihre Mitglieder die gleichen Merkmale auf wie die Gesellschaft Van Zanten Plants (im Folgenden: Van Zanten),
         die eine Beschwerde bei der Beschwerdekammer eingelegt habe (Sachen A 005/2003 und A 006/2003). Da Van Zanten weltweiter Vertriebshändler
         für eine geschützte Sorte gewesen sei, die ihrer Ansicht nach Ähnlichkeiten mit einer neuen Sorte aufgewiesen habe, für die
         das CPVO gemeinschaftlichen Sortenschutz erteilt habe, habe die Beschwerdekammer ihre Aktivlegitimation bejaht. Sie habe nämlich
         gemeint, dass, wenn sich die Sorten als ähnlich erwiesen, auf den Märkten Unsicherheit herrschen würde, so dass Van Zanten
         gezwungen wäre, ihre Rechte durch Erhebung von Nachahmungsklagen zu wahren.
      
      67      Nach Ansicht der Klägerin besteht im vorliegenden Fall eine ähnliche Lage, da der Sortenschutzbeschluss ihre Mitglieder zwingen
         würde, alle von ihnen gepflanzten Bäume zu entfernen, wenn sie nicht die von der Streithelferin durchgesetzten kostenträchtigen
         Bedingungen akzeptierten. Da die Klägerin die Vertreterin von Unternehmen sei, die Material der Sorte Afourer, einer mit der
         Sorte Nadorcott konkurrierenden Sorte, lieferten, ergebe sich ihre individuelle Betroffenheit in beiden Fällen aus ihrer Eigenschaft
         als Wettbewerberin des Unternehmens, das den Schutz beantragt habe. Die Beschwerdekammer hätte im vorliegenden Fall die Stellung
         der Klägerin als Verhandlungsführerin und Wettbewerberin berücksichtigen müssen, wie sie es auch im Verfahren Van Zanten getan
         habe.
      
      68      Viertens wirft die Klägerin der Beschwerdekammer vor, die Übertragung der Rechtsprechung der Gemeinschaftsgerichte auf dem
         Gebiet staatlicher Beihilfen auf den vorliegenden Fall zu Unrecht ausgeschlossen zu haben. Das Verfahren des Widerspruchs
         gegen den Schutz von Pflanzensorten unterscheide sich vom Verfahren über staatliche Beihilfen nicht so sehr, dass die Rechtsprechung
         zur Befugnis zur Erhebung von Klagen gegen Entscheidungen der Kommission über staatliche Beihilfen auf dieses Verfahren nicht
         übertragbar wäre. Nach dieser Rechtsprechung seien Beteiligte im Sinne von Art. 88 Abs. 2 EG auch die durch die Gewährung
         der Beihilfe eventuell in ihren Interessen verletzten Personen, Unternehmen oder Vereinigungen, insbesondere die konkurrierenden
         Unternehmen und Berufsverbände (Urteile des Gerichtshofs vom 14. November 1984, Intermills/Kommission, 323/82, Slg. 1984,
         3809, Randnr. 16, und vom 3. Mai 2001, Portugal/Kommission, C‑204/97, Slg. 2001, I‑3175, Randnr. 31). Die Anerkennung der
         Klagebefugnis von Unternehmen, die Wettbewerber des Unternehmens seien, das eine staatliche Beihilfe erhalten habe, leite
         sich nicht aus Besonderheiten des Verfahrens der Kontrolle staatlicher Beihilfen nach den Art. 87 EG und 88 EG her. Diese
         Klagebefugnis resultiere vielmehr aus den Auswirkungen, die eine staatliche Beihilfe auf die Wettbewerbsstellung der Wirtschaftsteilnehmer
         des betreffenden Marktes habe, die keine Beihilfe erhielten. Im vorliegenden Verfahren sei eine ähnliche Situation gegeben,
         weshalb die Übertragung dieser Rechtsprechung auf den vorliegenden Fall möglich sei.
      
      69      Im Übrigen seien die Rechte Dritter, die sich gegen den Schutz einer Pflanzensorte zur Wehr setzen wollten, nicht auf das
         Widerspruchsverfahren des Artikels 59 der Grundverordnung beschränkt. Dritte könnten auch eine Beschwerde nach den Art. 67 ff.
         der Grundverordnung einlegen. Das Widerspruchsverfahren des Art. 59 der Grundverordnung, das den Beteiligten nur ermögliche,
         die Tatsachen zu bestreiten, auf deren Grundlage das CPVO den Schutz erteilt habe, diene anderen Zwecken als das Beschwerdeverfahren
         nach Art. 67 der Grundverordnung. Indem die Beschwerdekammer die Möglichkeit dieses Rechtsbehelfs vernachlässigt habe, setze
         sie sich außerdem zu ihrer eigenen Entscheidungspraxis zur Beschwerdeberechtigung in Widerspruch. In ihrem Beschluss Van Zanten
         habe die Beschwerdekammer ausgeführt, Art. 67 der Grundverordnung nehme Dritten nicht deshalb, weil sie Einwendungen nicht
         vorher geltend gemacht hätten, das Recht, nach dieser Bestimmung Beschwerde einzulegen. Die Beschwerdekammer habe aber nicht
         erklärt, warum es im vorliegenden Fall auf die Beteiligung am Verfahren zur Erteilung des Sortenschutzes ankommen solle.
      
      70      Genau wie der Empfänger einer staatlichen Beihilfe erwerbe auch der Inhaber einer geschützten Pflanzensorte gegenüber Wettbewerbern
         einen Vorteil, der seine Wettbewerbsstellung berühre. Nach der Rechtsprechung werde die Wettbewerbsstellung unmittelbarer
         Wettbewerber von Empfängern staatlicher Beihilfen durch diese Beihilfen zwar zwangsläufig, damit aber noch nicht wesentlich
         beeinträchtigt, da als Wettbewerber von Beihilfeempfängern alle Landwirte der Gemeinschaft anzusehen seien. Im vorliegenden
         Fall würden die von der Klägerin vertretenen Erzeuger durch den für die Sorte Nadorcott erteilten Schutz wesentlich betroffen.
         Sie seien gegenüber jedem Erzeuger der Gemeinschaft, der mit dem Anbau dieser Sorte beginnen wolle, deshalb benachteiligt,
         weil sie diese Sorte zum Zeitpunkt des Erlasses des Sortenschutzbeschlusses bereits angebaut hätten. Die Erzeuger, die nicht
         schon Mandarinenbäume dieser Sorte besäßen, könnten ohne gravierende Folgen für ihre wirtschaftliche Tätigkeit eine andere
         Sorte wählen, wenn ihnen die ihnen vom Züchter angebotenen Bedingungen einer Lizenzerteilung nicht annehmbar erschienen. Dagegen
         müssten Erzeuger, die bereits über Bäume dieser Sorte in ihren Pflanzungen verfügten, diese entfernen. Da die Nutzungsdauer
         dieser Bäume etwa zwanzig Jahre betrage, würfen die Pflanzungen nahezu aller Erzeuger noch keinen Profit ab. Damit sei die
         Situation der Mitglieder der Klägerin nicht mit derjenigen der übrigen Erzeuger vergleichbar, und der Sortenschutzbeschluss
         habe die Wettbewerbsstellung Ersterer wesentlich beeinträchtigt.
      
      71      Schließlich sei zu der Rechtsprechung, nach der die Befugnis zur Erhebung einer Klage auf Nichtigerklärung einer Entscheidung
         der Kommission über staatliche Beihilfen nur dann bejaht werden könne, wenn der Kläger am Verwaltungsverfahren beteiligt gewesen
         sei, zu sagen, dass auch das Verfahren vor der Beschwerdekammer ein Verwaltungsverfahren sei. Als Teil des Verwaltungsorgans,
         dem die Entscheidungsbefugnis auf dem Gebiet des Sortenschutzes zustehe, sei die Beschwerdekammer kein Gericht. Damit sei
         die Einlegung einer Beschwerde gegen eine Entscheidung des CPVO ein Abschnitt des Verwaltungsverfahrens, das zum Schutz einer
         Pflanzensorte führe. Die Klägerin sei daher am Verwaltungsverfahren beteiligt gewesen.
      
      72      Das CPVO trägt einleitend vor, die Formulierung des Artikels 68 der Grundverordnung entspreche derjenigen des Artikels 230
         EG. Daher müsse sich die Prüfung des vorliegenden Klagegrundes auf eine Auslegung der Rechtsprechung zum Begriff der „individuell
         betroffenen Person“ im Sinne des Artikels 230 EG gründen. Nach der Rechtsprechung sei eine berufsständische Vereinigung, die
         zur Verteidigung der Interessen ihrer Mitglieder gegründet worden sei, dann klagebefugt, wenn die Vereinigung wegen der Beeinträchtigung
         ihrer eigenen Interessen individualisiert sei, wenn sie die Interessen von Personen vertrete, die selbst klagebefugt wären,
         und wenn eine Rechtsvorschrift ihr ausdrücklich eine Reihe von verfahrensrechtlichen Befugnissen einräume.
      
      73      Als Erstes sei nach der Rechtsprechung ein Kläger dann nicht individuell betroffen, wenn seine Situation bei der Vornahme
         der Handlung nicht berücksichtigt worden sei, so dass diese ihn wie alle anderen Personen betreffe, die sich in der gleichen
         Situation befänden. Im vorliegenden Fall sei nicht erwiesen, dass die Klägerin ein Lieferer von Pflanzenmaterial sei; jedenfalls
         zeichne sie sich nicht durch besondere Merkmale oder Umstände aus, die es erlaubten, sie von anderen Lieferanten von Pflanzenmaterial
         zu unterscheiden.
      
      74      Als Zweites handele es sich bei den unmittelbaren Mitgliedern der Klägerin um Vereinigungen von Genossenschaften und nicht
         um die Genossenschaften selbst oder die Mandarinenerzeuger. So könne die Klägerin zwar von Rechts wegen die Interessen der
         Genossenschaftsvereinigungen vertreten, sie habe jedoch nichts vorgetragen, um die individuelle Betroffenheit dieser Vereinigungen
         darzutun, die nur die allgemeinen Interessen ihrer eigenen Mitglieder wahrnähmen. Soweit zudem einige ihrer Mitglieder zur
         Lieferung von Pflanzenmaterial in der Lage seien, habe die Klägerin keinen besonderen Umstand angeführt, aufgrund dessen sich
         diese Mitglieder im Verhältnis zu anderen Lieferern individualisieren ließen. Was die Situation einzelner Erzeuger angehe,
         so sei zu beachten, dass die Klägerin die Beschwerde im eigenen Namen eingelegt habe und ihre Satzung nichts enthalte, was
         die Annahme zuließe, dass sie zur Erhebung von Klagen zur Vertretung der Interessen bestimmter einzelner Mandarinenerzeuger
         befugt sei. Überdies unterschieden sich die individuellen Interessen bestimmter Mandarinenerzeuger von den allgemeinen Interessen
         der Genossenschaften, zu deren Wahrnehmung die Klägerin befugt sei. Die Erzeuger der Sorte Nadorcott schließlich, die mittelbare
         Mitglieder der Klägerin seien, seien nur aufgrund einer objektiven Sachlage betroffen, die sie durch nichts von den übrigen
         Erzeugern der Sorte unterscheide, da sich die Verpflichtung zur Zahlung einer Lizenzgebühr für den Anbau der nunmehr geschützten
         Sorte unmittelbar aus dem gemeinschaftlichen System des Schutzes von Pflanzenzüchtungen ergebe. Insbesondere folge aus der
         Rechtsprechung, dass es für eine individuelle Betroffenheit bestimmter Wirtschaftsteilnehmer durch eine Handlung nicht genüge,
         dass diese für diese Wirtschaftsteilnehmer stärkere wirtschaftliche Auswirkungen habe als für andere.
      
      75      Als Drittes erkenne die Grundverordnung, insbesondere Art. 59, den Beteiligten am Erteilungsverfahren vor dem CPVO eine Reihe
         von Verfahrensrechten zu. Die Klägerin habe von dem am 26. Februar 1996 im Amtsblatt des Gemeinschaftlichen Sortenamts veröffentlichten Sortenschutzantrag Kenntnis erhalten und sich diesem nicht widersetzt. Sie könne daher nicht aufgrund von
         Verfahrensrechten individuell betroffen sein, die sie hätte erlangen können, wenn sie sich an diesem Verfahren beteiligt hätte.
         Auch wäre das Verfahren des Art. 59 der Grundverordnung sinnlos, wenn die Personen, die sich gegen die Erteilung des Schutzes
         für eine Sorte zur Wehr setzen wollten, das Ende des Verfahrens vor dem CPVO abwarten könnten, um eine Klage zu erheben und
         damit die Ungültigkeit des erteilten Schutzes geltend zu machen. Ein grundlegender Unterschied bestehe schließlich zwischen
         der Situation von Van Zanten, die Alleinvertriebshändler des Inhabers der Schutzrechte für eine beim CPVO eingetragene Sorte
         gewesen sei, welche in direktem Wettbewerb zu der neuen Sorte gestanden habe, für die Sortenschutz erteilt worden sei, und
         der Situation der Klägerin, die nicht geltend mache, dass sie selbst oder ihre Mitglieder Inhaber eingetragener subjektiver
         Rechte seien, für die ein Schutz bestehe.
      
      76      Die Streithelferin macht im Wesentlichen die gleichen Argumente wie das CPVO geltend.
      
       Würdigung durch das Gericht
      77      Zunächst ist festzustellen, dass die Klägerin, da sie nicht zu den Adressaten des Sortenschutzbeschlusses gehört, nach Art.
         68 der Grundverordnung unmittelbar und individuell von dieser Entscheidung betroffen sein muss, um gegen sie Beschwerde bei
         der Beschwerdekammer einlegen zu können.
      
      78      Dazu ist erstens zu sagen, dass nach der spanischen und der italienischen Fassung von Art. 68 der Grundverordnung diejenigen
         Personen Beschwerde einlegen können, die „directa y personalmente“ bzw. „direttamente e personalmente“ (unmittelbar und persönlich)
         betroffen sind. Dagegen entsprechen die englische, die deutsche, die portugiesische, die dänische, die maltesische, die niederländische,
         die polnische, die schwedische und die griechische Fassung dem Wortlaut der französischen Fassung „directement et individuellement“
         (unmittelbar und individuell). Insoweit ist daran zu erinnern, dass die Notwendigkeit einer einheitlichen Auslegung der Gemeinschaftsverordnungen
         es gebietet, bei Zweifeln die Vorschrift im Licht der Fassungen in den anderen Amtssprachen auszulegen und anzuwenden (vgl.
         oben, Randnr. 33). Deshalb ist davon auszugehen, dass die spanische und die italienische Fassung dieser Textstelle keinen
         anderen Sinn als die anderen Sprachfassungen geben und im Licht der Fassungen in den anderen Amtssprachen auszulegen und anzuwenden
         sind (vgl. in diesem Sinne Urteil Ebony Maritime und Loten Navigation, Randnrn. 29 bis 31).
      
      79      Die in Art. 68 der Grundverordnung enthaltenen Begriffe sind daher als denen des Art. 230 Abs. 4 EG entsprechend anzusehen.
         Da diese Begriffe jedoch Gegenstand einer spezifischen Auslegung durch den Gerichtshof waren (Urteil vom 15. Juli 1963, Plaumann/Kommission,
         25/62, Slg. 1963, 197, 238), sieht es das Gericht als geboten an, für eine kohärente Auslegung des Begriffs „individuell betroffene
         Person“ zu sorgen, soweit die Systematik der Grundverordnung dem nicht entgegensteht.
      
      80      In diesem Zusammenhang ist zweitens festzustellen, dass nach Art. 59 Abs. 1 der Grundverordnung jedermann beim CPVO schriftlich
         Einwendungen gegen die Erteilung von Sortenschutz erheben kann und dass nach Abs. 2 dieser Bestimmung die Einwender neben
         dem Antragsteller am Erteilungsverfahren beteiligt sind. Außerdem sieht Art. 59 Abs. 5 der Grundverordnung ausdrücklich vor,
         dass das CPVO Entscheidungen über die Einwendungen zusammen mit den Entscheidungen über die Zurückweisung des Sortenschutzantrags,
         den Entscheidungen über die Erteilung des Schutzes oder den Entscheidungen über die Sortenbezeichnung trifft. Nach Art. 67
         Abs. 1 der Grundverordnung kann gegen die Entscheidungen über Einwendungen bei der Beschwerdekammer Beschwerde eingelegt werden.
         Da die Einwender dann die Adressaten dieser Entscheidungen im Sinne von Art. 68 der Grundverordnung sind, kann jede Person,
         die der Erteilung eines Sortenschutzes entgegentreten will, aufgrund ihrer Beteiligung am Verwaltungsverfahren Beschwerde
         bei der Beschwerdekammer einlegen.
      
      81      Im Übrigen ist nach den Art. 20 und 21 der Grundverordnung jedermann nach einer Erteilung von Sortenschutz und unabhängig
         von der Einlegung einer Beschwerde bei der Beschwerdekammer befugt, beim CPVO die Nichtigerklärung oder die Aufhebung des
         Sortenschutzes mit der Begründung zu beantragen, dass dieser Schutz für eine Sorte erteilt worden sei, die nicht den Tatbestandsvoraussetzungen
         der Art. 7 bis 10 der Grundverordnung entspreche.
      
      82      Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die von der Klägerin vertretene weite Auslegung des Wortes „individuell“
         zur Wahrung der Interessen Dritter nicht erforderlich ist.
      
      83      Drittens ist festzustellen, dass, wie das CPVO zu Recht vorträgt, die Systematik der Grundverordnung eine engere Auslegung
         des Wortes „individuell“ gebietet als von der Klägerin geltend gemacht. Eine weite Auslegung würde es nämlich jedermann, der
         sich der Erteilung eines Schutzes widersetzen wollte, ermöglichen, die Ungültigkeit dieses Schutzes nach erfolgtem Erteilungsverfahren
         im Rahmen einer Beschwerde geltend zu machen, anstatt seine Einwendungen in dem wegen der notwendigen technischen Prüfungen
         langen und schwerfälligen Erteilungsverfahren vorzutragen. Die von der Klägerin vorgeschlagene Auslegung würde daher den Nutzen
         dieses Verfahrens beeinträchtigen, während eine Auslegung, wie sie im Urteil Plaumann/Kommission gegeben worden ist, jeden
         Betroffenen dazu anhalten würde, seine Einwendungen bereits im Verwaltungsverfahren der Schutzerteilung geltend zu machen.
      
      84      Das Gericht sieht daher für die Beantwortung der Frage, ob eine Person im Sinne von Art. 68 der Grundverordnung individuell
         betroffen ist, eine Bezugnahme auf das Urteil Plaumann/Kommission als geboten an.
      
      85      Folglich muss die Klägerin vom Sortenschutzbeschluss wegen bestimmter persönlicher Eigenschaften oder besonderer sie aus dem
         Kreis aller übrigen Personen heraushebender Umstände berührt und in ähnlicher Weise wie der Adressat des Beschlusses individualisiert
         worden sein (Urteil Plaumann/Kommission).
      
      86      Dazu ergibt sich aus der Rechtsprechung, dass eine berufsständische Vereinigung, die zur Verteidigung und Vertretung der Interessen
         ihrer Mitglieder gegründet wurde, zur Erhebung einer Nichtigkeitsklage befugt ist, wenn sie erstens selbst wegen der Beeinträchtigung
         ihrer eigenen Interessen als Vereinigung individualisiert ist, u. a. weil ihre Position als Verhandlungsführerin von der Handlung,
         deren Nichtigerklärung verlangt wird, berührt worden ist, wenn sie zweitens die Interessen von Unternehmen vertritt, die selbst
         klagebefugt wären, und wenn drittens eine Rechtsvorschrift ihr ausdrücklich eine Reihe von verfahrensrechtlichen Befugnissen
         einräumt (vgl. Beschluss des Gerichts vom 13. Dezember 2005, Confédération générale des producteurs de lait de brebis et des
         industriels de roquefort/Kommission, T‑381/02, Slg. 2005, II‑5337, Randnr. 54 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      87      Was als Erstes die Beeinträchtigung der eigenen Interessen der Klägerin angeht, so ist erstens festzustellen, dass sie nicht
         behauptet, selbst Erzeuger oder Lieferer von Pflanzenmaterial zu sein.
      
      88      Zweitens macht die Klägerin nicht geltend, Inhaber geschützter subjektiver Rechte zu sein, die auf nationaler oder Gemeinschaftsebene
         eingetragen wären. Sie ist daher nicht als Inhaber von Rechten berührt und befindet sich nicht in einer Lage, die mit der
         von Van Zanten vergleichbar wäre.
      
      89      Soweit die Klägerin, drittens, geltend macht, ihre Position als Verhandlungsführerin sei durch den Sortenschutzbeschluss berührt,
         ist festzustellen, dass sie ihre Behauptung nicht substantiiert.
      
      90      Schließlich kommt es auch nicht darauf an, inwieweit sich die Stellung der Klägerin von derjenigen anderer, ähnlicher Verbände
         in der Gemeinschaft unterscheidet, da sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, dass die von ihr angeführten Umstände
         nicht erkennen lassen, dass ihre eigenen Interessen vom Sortenschutzbeschluss beeinträchtigt worden sind. Jedenfalls kann
         nicht schon aufgrund des Umstands, dass, wie die Klägerin behauptet, 90 % der Gesellschaften, die Mandarinen der streitigen
         Sorte verpacken, in Valencia niedergelassen seien, angenommen werden, dass die Klägerin in Bezug auf die Erteilung des Sortenschutzes
         aus dem Kreis der übrigen Verbände herausgehoben wäre. Für die Annahme einer individuellen Betroffenheit durch eine Handlung
         genügt es nämlich nicht schon, dass diese für bestimmte Wirtschaftsteilnehmer stärkere wirtschaftliche Auswirkungen hat als
         für andere (vgl. in diesem Sinne Beschluss des Gerichts vom 23. November 1999, Unión de Pequeños Agricultores/Rat, T‑173/98,
         Slg. 1999, II‑3357, Randnr. 50, sowie die unten in den Randnrn. 102 und 103 angeführte Rechtsprechung).
      
      91      Die Klägerin hat daher nicht bewiesen, dass ihre eigenen Interessen als Vereinigung durch den Sortenschutzbeschluss beeinträchtigt
         worden sind.
      
      92      Was als Zweites die Hypothese betrifft, die Klägerin vertrete die Interessen von Unternehmen, die selbst klagebefugt wären,
         so ist insoweit zu prüfen, ob die Klägerin nach ihrer Satzung im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vor der Beschwerdekammer
         die Interessen ihrer Mitglieder vertritt und ob diese klagebefugt wären (vgl. in diesem Sinne Beschluss Confédération générale
         des producteurs de lait de brebis et des industriels de roquefort/Kommission, Randnr. 61).
      
      93      Was erstens die Mitglieder der Klägerin und ihre Interessen angeht, so können diese Mitglieder nach Art. 4 der Satzung der
         Klägerin Vereinigungen von Genossenschaften der Provinzen Alicante, Castellón und Valencia sein, die bestimmte Voraussetzungen
         erfüllen. Des Weiteren folgt aus Art. 2 dieser Satzung, dass die Klägerin ihre Mitglieder repräsentiert. Sie kann somit die
         Interessen der Vereinigungen von Genossenschaften vertreten, die ihre Mitglieder sind.
      
      94      Zur Frage, ob die Mitglieder der Klägerin klagebefugt wären, ist festzustellen, dass diese weder vor der Beschwerdekammer
         noch vor dem Gericht Beweise dafür vorgelegt hat, dass ihre Mitglieder vom Sortenschutzbeschluss individuell betroffen sind.
         Insoweit ist daran zu erinnern, dass es sich um Vereinigungen von Genossenschaften handelt, die nicht selbst Mandarinen erzeugen,
         sondern zur Vertretung der allgemeinen Interessen ihrer eigenen Mitglieder, die landwirtschaftliche Genossenschaften sind,
         berufen sind. Die Klägerin hat zwar in ihren Schriftsätzen behauptet, dass die Genossenschaft Anecoop zu ihren Mitgliedern
         zähle und Pflanzenmaterial an Erzeuger liefere; in der Verhandlung hat sie jedoch eingeräumt, dass Anecoop nicht ihr Mitglied
         sei, sondern einer Vereinigung von Genossenschaften als Mitglied angehöre, die ihrerseits Mitglied der Klägerin sei. Im Übrigen
         hat sie nichts vorgetragen, was es ermöglichen würde, eine Unterscheidung dahin gehend zu treffen, dass dieser Lieferer vom
         Sortenschutzbeschluss in anderer Weise als alle übrigen Lieferer von Pflanzenmaterial berührt worden wäre. Es ist daher davon
         auszugehen, dass Anecoop vom Sortenschutzbeschluss nur aufgrund einer objektiven Sachlage betroffen ist, die sie nicht aus
         dem Kreis anderer Lieferer von Pflanzenmaterial des fraglichen Sektors heraushebt.
      
      95      Zudem ist festzustellen, dass die Klägerin nichts vorgetragen hat, um nachzuweisen, dass sich ihre Mitglieder möglicherweise
         in einer Lage befinden, die mit derjenigen von Van Zanten vergleichbar wäre, oder am Verfahren der Erteilung des Sortenschutzes
         beteiligt waren.
      
      96      Daher hat die Klägerin nicht bewiesen, dass ihre Mitglieder zur Einlegung einer Beschwerde gegen den Sortenschutzbeschluss
         bei der Beschwerdekammer berechtigt gewesen sind.
      
      97      Soweit sich die Klägerin zweitens auf die Betroffenheit einzelner Mandarinenerzeuger bezieht, die Mitglieder von Genossenschaften
         sind, welche Vereinigungen von Genossenschaften angehören, die ihrerseits Mitglieder der Klägerin sind, so ist festzustellen,
         dass nach Art. 4 der Satzung der Klägerin weder die Genossenschaften selbst noch einzelne Mandarinenerzeuger ihre Mitglieder
         sein können. Außerdem ergibt sich aus Art. 2 dieser Satzung, dass sich der Verbandszweck der Klägerin auf die Förderung der
         Interessen ihrer Mitglieder beschränkt. Demgemäß enthält ihre Satzung keine Bestimmung, nach der sie zur Erhebung von Klagen
         befugt wäre, um die Interessen bestimmter einzelner Erzeuger von Mandarinen wahrzunehmen, die mittelbare Mitglieder ihrer
         eigenen Mitglieder sind. Soweit die Klägerin geltend macht, aufgrund von in Spanien geltenden Gesetzen und Dekreten zur Vertretung
         der Mitglieder ihrer Mitglieder befugt zu sein, ist festzustellen, dass sie dieses Argument erstmals in der Verhandlung vor
         dem Gericht geltend gemacht hat und dass die genannten Gesetze und Dekrete nicht zum Akteninhalt gehören. Außerdem weist das
         CPVO zutreffend darauf hin, dass keine Vermutung dahin aufgestellt werden kann, dass die Interessen der Vereinigungen von
         Genossenschaften, die von der Klägerin nach Art. 2 ihrer Satzung vertreten werden können, und die Interessen bestimmter einzelner
         Erzeuger identisch sind.
      
      98      In diesem Zusammenhang wirft die Klägerin der Beschwerdekammer vor, verlangt zu haben, dass alle ihre Mitglieder beschwerdeberechtigt
         seien, obwohl sich aus der Rechtsprechung ergebe, dass Vereinigungen beschwerdeberechtigt seien, wenn mindestens eines ihrer
         Mitglieder rechtsgültig selbst Beschwerde einlegen könne. Dazu ist zu sagen, dass die Beschwerdekammer die Betroffenheit der
         einzelnen Erzeuger geprüft hat, um festzustellen, ob diese ein ihnen allen gemeinsames Interesse hätten, das gegebenenfalls
         von der Klägerin aufgrund ihrer Satzung wahrgenommen werden könnte. Nachdem die Beschwerdekammer dies verneint hat, weil ihrer
         Ansicht nach die Interessen der Erzeuger voneinander abweichen können, hat sie lediglich festgestellt, dass zweifelhaft sei,
         dass die Klägerin ein allgemeines Interesse der Erzeuger als Gruppe wahrnehme. Damit ist festzustellen, dass die Beschwerdekammer
         entgegen der Behauptung der Klägerin nicht verlangt hat, dass alle Mitglieder der Klägerin beschwerdeberechtigt seien.
      
      99      Schließlich ist noch daran zu erinnern, dass die Klägerin die Beschwerde im eigenen Namen und nicht im Namen bestimmter Mandarinenerzeuger
         eingelegt hat.
      
      100    Infolgedessen ist festzustellen, dass die Klägerin im vorliegenden Fall nicht als Vertreterin der Interessen der einzelnen
         Mandarinenerzeuger vor der Beschwerdekammer angesehen werden kann.
      
      101    Vorsorglich ist noch festzustellen, dass die einzelnen Mandarinenerzeuger von der Erteilung des Sortenschutzes nicht individuell
         betroffen sind.
      
      102    Dazu ist daran zu erinnern, dass zwar der Umstand, dass die Entscheidung Wirkungen gegenüber den betroffenen Wirtschaftsteilnehmern
         insgesamt entfaltet, es nicht ausschließt, dass sie einige von ihnen individuell betrifft (vgl. Beschluss des Gerichts vom
         30. April 2003, Villiger Söhne/Rat, T‑154/02, Slg. 2003, II‑1921, Randnr. 40 und die dort angeführte Rechtsprechung). Für
         die Annahme einer individuellen Betroffenheit durch eine Handlung genügt es jedoch nicht, dass diese für bestimmte Wirtschaftsteilnehmer
         stärkere wirtschaftliche Auswirkungen hat als für andere (vgl. in diesem Sinne Beschluss Unión de Pequeños Agricultores/Rat,
         Randnr. 50). Selbst wenn nämlich ein Kläger als der Einzige, der in einem bestimmten Gebiet betroffen wäre, und als der Haupterzeuger
         oder ‑lieferer des Erzeugnisses in einem Land oder bestimmten Gebiet anzusehen wäre, wäre er doch nicht klagebefugt (vgl.
         in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs vom 17. Januar 1985, Piraiki-Patraiki u. a./Kommission, 11/82, Slg. 1985, 207, Randnr. 13
         und 14, und des Gerichts vom 22. Februar 2000, ACAV u. a./Rat, T‑138/98, Slg. 2000, II‑341, Randnrn. 64 bis 66).
      
      103    So genügt es für eine Individualisierung bestimmter Erzeuger nicht, dass die Erteilung des Sortenschutzes für sie deshalb
         stärkere wirtschaftliche Auswirkungen als für die übrigen Wirtschaftsteilnehmer dieses Sektors hat, weil sie bereits Bäume
         der nunmehr geschützten Sorte gepflanzt haben und sich 90 % der in dieser Weise betroffenen Erzeuger im Gebiet von Valencia
         befinden. Die Erzeuger, die die Klägerin zu repräsentieren behauptet, sind nämlich von der Verpflichtung zur Zahlung einer
         Lizenzgebühr nur aufgrund einer objektiven Sachlage betroffen, die sie nicht von den übrigen Erzeugern von Mandarinen dieser
         Sorte unterscheidet, da sich diese Verpflichtung unmittelbar aus dem gemeinschaftlichen System des Schutzes von Pflanzenzüchtungen
         ergibt. Außerdem können die Tätigkeiten der betroffenen Erzeuger von jedermann gegenwärtig oder künftig ausgeübt werden.
      
      104    Des Weiteren ist festzustellen, dass die Klägerin nichts vorgetragen hat, um nachzuweisen, dass die Erzeuger und Lieferer
         von Pflanzenmaterial, die zu repräsentieren sie behauptet, am Verfahren zur Erteilung des Sortenschutzes beteiligt gewesen
         waren oder sich in einer Lage befinden, die mit der von Van Zanten vergleichbar wäre. Der Umstand, dass diese Erzeuger, wenn
         sie die Zahlung der Lizenzgebühr nicht akzeptierten, aufgrund des Sortenschutzbeschlusses gezwungen sein könnten, ihre Bäume
         zu entfernen, und in ihrer Möglichkeit beeinträchtigt sein könnten, Material der mit der Sorte Nadorcott konkurrierenden Sorte
         Afourer zu liefern, beweist insbesondere nicht, dass bestimmte Eigenschaften oder tatsächliche Umstände vorliegen, die sie
         aus dem Kreis aller übrigen Erzeugern oder Lieferanten, die sich in der gleichen objektiven Lage befinden, herausheben. Hinzu
         kommt, dass die von der Klägerin in diesem Zusammenhang angeführten Wettbewerbsverhältnisse nicht mit denen vergleichbar sind,
         um die es in der Sache Van Zanten ging, deren geschützte subjektive Rechte in Frage gestellt waren.
      
      105    Folglich hat die Klägerin nicht nachgewiesen, dass sie die Interessen von selbst beschwerdeberechtigten Erzeugern oder Lieferern
         von Pflanzenmaterial vertreten hat.
      
      106    Was als Drittes Rechtsvorschriften angeht, die der Klägerin ihrer Ansicht nach ausdrücklich eine Reihe von verfahrensrechtlichen
         Befugnissen einräumen, so ist erstens festzustellen, dass sich die Klägerin zwar auf Art. 59 der Grundverordnung bezieht,
         jedoch nur, um geltend zu machen, dass dieser Artikel anderen Zielen als die Art. 67 ff. der Grundverordnung diene und dass
         die Erhebung einer Beschwerde nicht die Beteiligung am Erteilungsverfahren voraussetze.
      
      107    Zweitens irrt sich die Klägerin hinsichtlich des Ursprungs der Verfahrensrechte, aus denen sie eine Befugnis zur Erhebung
         einer Beschwerde bei der Beschwerdekammer herleiten könnte. Da es nämlich um die Prüfung der Zulässigkeit der Beschwerde bei
         der Beschwerdekammer geht, kann es sich bei den Verfahrensrechten, die im Beschwerdeverfahren zu wahren sind, nur um diejenigen
         handeln, die aufgrund des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens, das zur Erteilung des Sortenschutzes geführt hat, begründet
         worden sind. Da die Klägerin jedoch nicht am Erteilungsverfahren beteiligt war, kann sie auch kein entsprechendes Verfahrensrecht
         geltend machen, dessen Wahrung sie verfolgen konnte.
      
      108    Drittens beruft sich die Klägerin darauf, dass auf den Sachverhalt des vorliegenden Falls die Rechtsprechung zu staatlichen
         Beihilfen übertragbar sei, nach der nicht nur die durch eine Beihilfe begünstigten Unternehmen Beteiligte im Sinne von Art.
         88 Abs. 2 EG seien, sondern auch die durch die Gewährung der Beihilfe eventuell in ihren Interessen verletzten Personen, Unternehmen
         oder Vereinigungen, insbesondere die konkurrierenden Unternehmen und Berufsverbände (vgl. oben, Randnr. 68). Die Bezugnahme
         der Klägerin auf die Rechtsprechung zu staatlichen Beihilfen geht im vorliegenden Fall jedoch fehl.
      
      109    Insoweit ist zu beachten, dass diese Rechtsprechung nur heranzuziehen ist, wenn der Kläger mit der Erhebung der Klage die
         Verfahrensrechte wahren möchte, die ihm nach Art. 88 Abs. 2 EG zustehen (Urteil des Gerichtshofs vom 13. Dezember 2005, Kommission/Aktionsgemeinschaft
         Recht und Eigentum, C‑78/03 P, Slg. 2005, I‑10737, Randnr. 35) und ihm von der Kommission dadurch vorenthalten worden sind,
         dass diese nicht das förmliche Prüfungsverfahren eingeleitet hat. Die Art. 59, 67 und 68 der Grundverordnung verleihen indessen
         weiter gehende Rechte als die, die in der oben in Randnr. 68 angeführten Rechtsprechung anerkannt worden sind, da nach diesen
         Bestimmungen jede Person, die gegen die Erteilung des Sortenschutzes im Verwaltungsverfahren schriftlich Einwendungen erhoben
         hat, Beschwerde bei der Beschwerdekammer einlegen kann (siehe oben, Randnr. 80). Da danach die Ausübung von Verfahrensrechten
         nur davon abhängig ist, dass der Kläger rechtzeitig tätig geworden ist, ist die Rechtsprechung zu staatlichen Beihilfen auf
         den vorliegenden Fall nicht übertragbar.
      
      110    Soweit sich die Klägerin auf eine Wettbewerbssituation beruft, die ihrer Ansicht nach eine entsprechende Anwendung der oben
         in Randnr. 68 angeführten Rechtsprechung rechtfertigt, ist rein vorsorglich darauf hinzuweisen, dass sie keine Nachweise dafür
         vorgelegt hat, dass sie mit dem Inhaber der Schutzrechte in Wettbewerb steht.
      
      111    Nach alledem ist der erste Teil dieses Klagegrundes zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten Teil: Fehlen eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      112    Die Klägerin trägt vor, die Beschwerde nach Art. 67 der Grundverordnung sei der einzige effektive Rechtsbehelf, der ihr zur
         Verfügung stehe, um gegen den Sortenschutzbeschluss vorzugehen. Nach Ablauf der Beschwerdefrist könne der gemeinschaftliche
         Schutz der Pflanzensorte von keiner Behörde und keinem nationalen Gericht mehr in Frage gestellt werden. In der Sache Van
         Zanten sei dies einer der Gründe gewesen, die die Beschwerdekammer ausdrücklich herangezogen habe, um dieser Gesellschaft
         die Beschwerdeberechtigung zuzuerkennen. Der Gerichtshof habe nämlich festgestellt, dass die Einzelnen für die Rechte, die
         sie aus der Gemeinschaftsrechtsordnung herleiteten, einen effektiven gerichtlichen Rechtsschutz in Anspruch nehmen können
         müssten, wobei das Recht auf einen solchen Schutz zu den allgemeinen Rechtsgrundsätzen gehöre, die sich aus den gemeinsamen
         Verfassungsüberlieferungen der Mitgliedstaaten ergäben.
      
      113    Der Gerichtshof habe des Weiteren festgestellt, dass die Beachtung dieses Rechts in der Gemeinschaftsordnung gebiete, dass
         natürliche und juristische Personen die Möglichkeit hätten, je nach den Umständen des Falls die Ungültigkeit von Gemeinschaftshandlungen
         allgemeiner Geltung entweder inzident vor dem Gemeinschaftsrichter oder aber vor den nationalen Gerichten geltend zu machen.
         Das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eines Rechtsbehelfssystems sei wesentlicher Bestandteil der Prüfung der Voraussetzung
         der individuellen Betroffenheit eines Klägers, da diese Voraussetzung nach den Feststellungen des Gerichtshofs im Licht des
         Grundsatzes eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes unter Berücksichtigung der verschiedenen Umstände, die einen Kläger
         individualisieren könnten, auszulegen sei.
      
      114    Wegen des Fehlens eines Rechtsbehelfs vor den nationalen und den Gemeinschaftsgerichten außer dem des Artikels 67 der Grundverordnung
         sei sie individuell betroffen. Durch den angefochtenen Beschluss sei ihr nämlich der einzige ihr zur Verfügung stehende effektive
         gerichtliche Rechtsschutz genommen worden.
      
      115    Das CPVO vertritt die Auffassung, die Klägerin habe die Möglichkeit gehabt, sich dem Antrag auf Sortenschutzerteilung zu widersetzen;
         auch wäre sie, wenn sie sich am Widerspruchsverfahren beteiligt hätte, aller Wahrscheinlichkeit nach individuell betroffen
         gewesen. Im Übrigen gehe aus der Rechtsprechung hervor, dass der Gemeinschaftsrichter nicht befugt sei, eine Klage mit der
         Begründung für zulässig zu erklären, dass ein Rechtsbehelf vor einem nationalen Gericht nicht gegeben sei. Das Interesse der
         Gemeinschaftsrechtsordnung gehe dahin, das Bestehen eines Systems der gerichtlichen Kontrolle von Verwaltungsakten zu gewährleisten.
         Der Sortenschutzbeschluss sei jedoch einer gerichtlichen Kontrolle nicht entzogen, da er von allen unmittelbar und individuell
         betroffenen Personen vor der Beschwerdekammer angefochten werden könne.
      
       Würdigung durch das Gericht
      116    Nach gefestigter Rechtsprechung zu Art. 230 Abs. 4 EG ist zwar die in dieser Bestimmung aufgestellte Voraussetzung der individuellen
         Betroffenheit im Licht des Grundsatzes eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes unter Berücksichtigung der verschiedenen
         Umstände, die einen Kläger individualisieren können, auszulegen; eine solche Auslegung kann aber nicht zum Wegfall dieser
         im Vertrag ausdrücklich vorgesehenen Voraussetzung führen, ohne dass die den Gemeinschaftsgerichten durch den Vertrag verliehenen
         Befugnisse überschritten würden (Urteile des Gerichtshofs vom 25. Juli 2002, Unión de Pequeños Agricultores/Rat, C‑50/00 P,
         Slg. 2002, I‑6677, Randnr. 44, vom 30. März 2004, Rothley u. a./Parlament, C‑167/02 P, Slg. 2004, I‑3149, Randnr. 47, und
         vom 1. April 2004, Kommission/Jégo-Quéré, C‑263/02 P, Slg. 2004, I‑3425, Randnr. 36). Da oben in den Randnrn. 78 bis 84 festgestellt
         worden ist, dass der Begriff „individuell betroffene Person“ im Sinne des Art. 68 der Grundverordnung nach Maßgabe der Rechtsprechung
         zur Zulässigkeit von Klagen nach Art. 230 Abs. 4 EG anzuwenden ist, gelten diese Erwägungen auch für den vorliegenden Fall.
      
      117    Weiter ist daran zu erinnern, dass nach den Art. 59, 67 und 68 der Grundverordnung jedermann, der im Verwaltungsverfahren
         schriftlich Einwendungen gegen die Erteilung des Sortenschutzes erhoben hat, bei der Beschwerdekammer Beschwerde einlegen
         kann (siehe oben, Randnr. 80). Außerdem stellt Art. 68 der Grundverordnung diesen Rechtsbehelf jeder Person zur Verfügung,
         die, obwohl sie nicht an dem Verfahren beteiligt war und nicht Adressat der am Ende dieses Verfahrens getroffenen Entscheidung
         ist, von dieser unmittelbar und individuell betroffen ist. Somit macht die Klägerin, da durch die bei der Beschwerdekammer
         eingelegte Beschwerde die Möglichkeit einer Anrufung des Gemeinschaftsrichters eröffnet wird, im vorliegenden Fall zu Unrecht
         das Fehlen eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes geltend.
      
      118    Folglich ist dieser Teil des Klagegrundes zurückzuweisen.
      
      119    Nach alledem ist der zweite Klagegrund zurückzuweisen.
      
      3.     Zum dritten Klagegrund: Verletzung der Begründungspflicht
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      120    Die Klägerin weist darauf hin, dass ein Rechtsakt nur dann als mit Gründen versehen angesehen werden könne, wenn er die Überlegungen
         des Gemeinschaftsorgans, das den Rechtsakt erlassen habe, so klar und eindeutig zum Ausdruck bringe, dass die Betroffenen
         ihm die Gründe für die erlassene Maßnahme entnehmen könnten und das zuständige Gericht seine Kontrollaufgabe wahrnehmen könne.
         Diesem Erfordernis genüge der angefochtene Beschluss nicht, soweit die Beschwerdekammer nicht die Prüfung der Beschwerdeberechtigung
         der Genossenschaft Anecoop geprüft habe, obwohl diese, wie die Beschwerdekammer auch eingeräumt habe, eine Tätigkeit ausübe,
         die durch den Sortenschutzbeschluss erheblich beeinträchtigt werde. Dieser Umstand sei mit der Entscheidung der Beschwerdekammer
         in Verbindung zu bringen, der Klägerin nicht nachzulassen, zusätzliche Schriftstücke zu den Akten zu reichen, damit sie nachweisen
         könne, dass ihre Mitglieder in ihrer Eigenschaft als Lieferer von Pflanzenmaterial in schwer wiegender Weise betroffen gewesen
         seien. Die Beschwerdekammer habe nicht geprüft, ob die Mitglieder der Klägerin in dieser Eigenschaft vom Sortenschutzbeschluss
         individuell betroffen gewesen seien. Im Übrigen werde die Behauptung der Beschwerdekammer, es gebe viele Personen, die Pflanzenmaterial
         der geschützten Sorte liefern könnten, und die Klägerin sei nicht aus dem Kreis aller übrigen Wirtschaftsteilnehmer des fraglichen
         Sektors herausgehoben, durch kein Dokument und keine Tatsache gestützt.
      
      121    Zudem habe die Beschwerdekammer für die Verneinung der Beschwerdeberechtigung der Klägerin in ihrer Eigenschaft als Erzeuger
         ohne jede weitere Prüfung lediglich behauptet, dass die Klägerin die Interessen der Erzeuger vertrete. Die Begründung der
         Beschwerdekammer sei daher insoweit unzureichend.
      
      122    Schließlich habe die Beschwerdekammer ihre Begründungspflicht auch insoweit verletzt, als sie nicht begründet habe, worin
         sich die Verfahren auf dem Gebiet der staatlichen Beihilfen von denjenigen nach der Grundverordnung unterschieden und inwieweit
         diese Unterschiede so erheblich seien, dass sie eine entsprechende Anwendung der auf dem Gebiet der staatlichen Beihilfen
         aufgestellten Grundsätze auf den vorliegenden Fall ausschlössen.
      
      123    Das CPVO und die Streithelferin treten dem Vorbringen der Klägerin entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      124    Bei der Begründungspflicht handelt es sich um ein wesentliches Formerfordernis, das von der Stichhaltigkeit der Begründung
         zu unterscheiden ist, die zur materiellen Rechtmäßigkeit des streitigen Rechtsakts gehört (Urteil des Gerichtshofs vom 22.
         März 2001, Frankreich/Kommission, C‑17/99, Slg. 2002, I‑2481, Randnr. 35). Außerdem müssen sich nach ständiger Rechtsprechung
         die Erwägungen, die der Verfasser des Rechtsakts angestellt hat, klar und eindeutig aus der nach Artikel 253 EG vorgeschriebenen
         Begründung ergeben. Dabei wird mit der Begründungspflicht das doppelte Ziel verfolgt, es zum einen den Betroffenen zu ermöglichen,
         die tragenden Gründe für die erlassene Maßnahme zu erkennen, um ihre Rechte zu wahren, und zum anderen den Gemeinschaftsrichter
         in die Lage zu versetzen, die Entscheidung auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen (Urteil des Gerichtshofs vom 14. Februar
         1990, Delacre u. a./Kommission, C‑350/88, Slg. 1990, I‑395, Randnr. 15; Urteile des Gerichts vom 6. April 2000, Kuijer/Rat,
         T‑188/98, Slg. 2000, II‑1959, Randnr. 36, und vom 3. Dezember 2003, Audi/HABM [TDI], T‑16/02, Slg. 2003, II‑5167, Randnr. 88).
      
      125    Im vorliegenden Fall geht aus den vorstehenden Erwägungen hervor, dass der angefochtene Beschluss es der Klägerin ermöglicht,
         ihre Rechte zu wahren, und dem Gericht, seine Kontrolle auszuüben. Die Beschwerdekammer hat überdies die Beschwerdeberechtigung
         der Klägerin im Hinblick auf die behaupteten Tätigkeiten der Genossenschaft Anecoop (Nr. 3, vierter und fünfter Absatz der
         Gründe des angefochtenen Beschlusses), eine etwaige Vertretung der einzelnen Mandarinenerzeuger durch die Klägerin (Nr. 3,
         achter, neunter und zehnter Absatz der Gründe des angefochtenen Beschlusses) und eine etwaige Übertragung der Rechtsprechung
         auf dem Gebiet staatlicher Beihilfen auf den Sachverhalt des vorliegenden Falls (Nr. 3, elfter Absatz der Gründe des angefochtenen
         Beschlusses) geprüft. Sie hat die Gründe dargelegt, aus denen sie diese drei Fälle als nicht gegeben oder aber als unzureichend,
         um die Beschwerdeberechtigung der Klägerin bejahen zu können, angesehen hat. Diese kann daher nicht mit Erfolg geltend machen,
         dass der angefochtene Beschluss insoweit unzureichend begründet sei.
      
      126    Jedenfalls hat nach der Rechtsprechung ein Kläger dann kein berechtigtes Interesse an der Nichtigerklärung einer Entscheidung
         wegen Formmangels, wenn die Nichtigerklärung nur zum Erlass einer neuen Entscheidung führen könnte, die inhaltlich mit der
         für nichtig erklärten identisch ist (Urteil des Gerichtshofs vom 6. Juli 1983, Geist/Kommission, 117/81, Slg. 1983, 2191,
         Randnr. 7; Urteile des Gerichts vom 18. Dezember 1992, Díaz García/Parlament, T‑43/90, Slg. 1992, II‑2619, Randnr. 54, und
         TDI, Randnr. 97; vgl. in diesem Sinne auch Urteil des Gerichts vom 20. September 2000, Orthmann/Kommission, T‑261/97, Slg. ÖD
         2000, I‑A‑181 und II‑829, Randnrn. 33 und 35).
      
      127    Im vorliegenden Fall ergibt sich aus der Prüfung des zweiten Klagegrundes (siehe oben, Randnrn. 77 bis 110 und 116 bis 119),
         dass die Klägerin nichts vorgetragen hat, was zum Nachweis ihrer Beschwerdeberechtigung im Sinne von Art. 68 der Grundverordnung
         geeignet wäre, und dass daher eine Nichtigerklärung des angefochtenen Beschlusses wegen Begründungsmangels nur zum Erlass
         eines neuen, identischen Beschlusses führen könnte. Somit ist davon auszugehen, dass die Klägerin kein berechtigtes Interesse
         an der Nichtigerklärung des angefochtenen Beschlusses wegen Begründungsmangels hat.
      
      128    Mithin ist der dritte Klagegrund zurückzuweisen.
      
      129    Damit ist die Klage abzuweisen.
      
       Kosten
      130    Nach Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen.
         Da die Klägerin mit ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind ihr gemäß den Anträgen sowohl des CPVO als auch der Streithelferin
         die Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen.
      2.      Die Federación de Cooperativas Agrarias de la Comunidad Valenciana trägt die Kosten.
      
               Forwood
            
            
               Pelikánová
            
            
               Papasavvas
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 31. Januar 2008.
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                     Für den Präsidenten
            
         
      Inhaltsverzeichnis
      Rechtlicher Rahmen
      Vorgeschichte des Rechtsstreits
      Anträge der Verfahrensbeteiligten
      Entscheidungsgründe
      1.  Zum ersten Klagegrund: Verstoß gegen die Art. 49 und 50 der Durchführungsverordnung sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz
         und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung
      
      Zum ersten Teil: Verstoß gegen Art. 49 der Durchführungsverordnung sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der
         ordnungsgemäßen Verwaltung
      
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch das Gericht
      Zum zweiten Teil: Verstoß gegen Art. 50 der Durchführungsverordnung sowie gegen den Sorgfaltsgrundsatz und den Grundsatz der
         ordnungsgemäßen Verwaltung
      
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch das Gericht
      2.  Zum zweiten Klagegrund: Verkennung der Berechtigung zur Einlegung einer Beschwerde
      Zum ersten Teil: Die Klägerin und ihre Mitglieder seien vom Sortenschutzbeschluss individuell betroffen
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch das Gericht
      Zum zweiten Teil: Fehlen eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch das Gericht
      3.  Zum dritten Klagegrund: Verletzung der Begründungspflicht
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch das Gericht
      Kosten
      * Verfahrenssprache: Spanisch.