CELEX: C2003/213/09
Language: de
Date: 2003-09-06 00:00:00
Title: Rechtssache C-165/03: Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des Beschlusses des Landgerichts Stuttgart vom 7. April 2003 in der Notarkostensache mit den Beteiligten: 1. Notar Mathias Längst, 2. Firma SABU Schuh Marketing GmbH, 3. Präsident des Landgerichts Stuttgart und 4. Bezirksrevisor des Landgerichts Stuttgart

6.9.2003               DE                             Amtsblatt der Europäischen Union                                               C 213/5
2.    Das Territorio Histórico de Álava — Diputación Foral de            Eine Steuer wie die Steuer auf das Nettovermögen der Unternehmen
      Álava, das Territorio Histórico de Bizcaia — Diputación Foral      stellt keine Steuer dar, die die gleichen wirtschaftlichen Wirkungen
      de Bizcaia, das Territorio Histórico de Gipuzkoa — Diputación      hat wie eine Gesellschaftssteuer, und ist daher nicht unvereinbar mit
      Foral de Gipuzkoa y Juntas Generales de Gipuzkoa und die           der Richtlinie 69/335/EWG des Rates vom 17. Juli 1969 betreffend
      Comunidad Autónoma del País Vasco — Gobierno Vasco                 die indirekten Steuern auf die Ansammlung von Kapital in der durch
      tragen die Kosten des Verfahrens.                                  die Richtlinie 85/303/EWG des Rates vom 10. Juni 1985
                                                                         geänderten Fassung.
( 1) ABl. C 109 vom 4.5.2002.
                                                                         (1 ) ABl. C 261 vom 26.10.2002.
             BESCHLUSS DES GERICHTSHOFES
                                                                         Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des
                                                                         Beschlusses des Landgerichts Stuttgart vom 7. April 2003
                          (Erste Kammer)                                 in der Notarkostensache mit den Beteiligten: 1. Notar
                                                                         Mathias Längst, 2. Firma SABU Schuh Marketing GmbH,
                                                                         3. Präsident des Landgerichts Stuttgart und 4. Bezirksrevi-
                       vom 27. März 2003                                                   sor des Landgerichts Stuttgart
in der Rechtssache C-306/02 (Vorabentscheidungsersu-                                          (Rechtssache C-165/03)
chen der Commissione tributaria di primo grado di
Trento): Petrolvilla & Bortolotti SpA u. a. gegen Agenzia
                                                                                                   (2003/C 213/09)
           delle Entrate per la Provincia di Trento (1)
(Artikel 104 § 3 der Verfahrensordnung — Richtlinie 69/
335/EWG — Steuer auf die Ansammlung von Kapital —                        Das Landgericht Stuttgart ersucht den Gerichtshof der Euro-
       Steuer auf das Nettovermögen der Unternehmen)                     päischen Gemeinschaften durch Beschluss vom 7. April 2003,
                                                                         in der Kanzlei des Gerichtshofes eingegangen am 10. April
                                                                         2003, in der Notarkostensache mit den Beteiligten: 1. Notar
                          (2003/C 213/08)                                Mathias Längst, 2. Firma SABU Schuh & Marketing GmbH,
                                                                         3. Präsident des Landgerichts Stuttgart und 4. Bezirksrevisor
                                                                         des Landgerichts Stuttgart, um Vorabentscheidung über folgen-
                   (Verfahrenssprache: Italienisch)                      de Fragen über die Auslegung der Richtlinie 69/335/EWG des
                                                                         Rates vom 17.07.1969 betreffend die indirekten Steuern auf
                                                                         die Ansammlung von Kapital (ABl L 249, S. 25) in der Fassung
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
                                                                         der Richtlinie 85/303/EWG des Rates vom 10.06.1985 (ABl
           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
                                                                         L 156, S. 23):
                                                                         1.     Sind die Gebühren für die notarielle Beurkundung durch
                                                                                einen beamteten Notar eines unter diese Richtlinie fallen-
In der Rechtssache C-306/02 betreffend ein dem Gerichtshof                      den Rechtsgeschäfts in einem Rechtssystem wie dem
nach Artikel 234 EG von der Commissione tributaria di primo                     imwürttembergischen Landesteil von Baden-Württem-
grado di Trento (Italien) in dem bei diesem Gericht anhängigen                  berg (Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart), in dem neben-
Rechtsstreitigkeiten Petrolvilla & Bortolotti SpA u. a. gegen                   einander beamtete und freiberufliche Notare tätig sind,
Agenzia delle Entrate per la Provincia di Trento vorgelegtes                    wobei in jedemFall der Notar selbst Gebührengläubiger
Ersuchen um Vorabentscheidung über die Auslegung der                            ist, aber, soweitNotarbeamte tätig werden, diese nach
Richtlinie 69/335/EWG des Rates vom 17. Juli 1969 betreffend                    einem Landesgesetz einen — pauschalierten — Anteil der
die indirekten Steuern auf die Ansammlung von Kapital (ABl.                     Gebühren an den Staat abzuführen haben, der der
L 249, S. 25) in der durch die Richtlinie 85/303/EWG des                        Dienstherr dieser Notare ist und der diese Einnahmen für
Rates vom 10. Juni 1985 (ABl. L 156, S. 23) geänderte Fassung                   die Finanzierung seiner Aufgaben verwendet, als Steuer
hat der Gerichtshof (Erste Kammer) unter Mitwirkung des                         im Sinne der Richtlinie 69/335 in der geänderten Fassung
Kammerpräsidenten M. Wathelet sowie der Richter P. Jann                         anzusehen — in Abgrenzung zu dem dem Beschluss des
(Berichterstatter) und A. Rosas — Generalanwalt: P. Léger,                      EuGH vom 21.03.2002 Rs. C-264/00 — „Gründer-
Kanzler: R. Grass — am 27. März 2003 einen Beschluss mit                        zentrum-Betriebs-GmbH“ — zugrunde liegenden Sach-
folgendem Tenor erlassen:                                                       verhalt?
 ---pagebreak--- C 213/6                  DE                          Amtsblatt der Europäischen Union                                          6.9.2003
2.     Falls diese Frage bejaht werden sollte: Entfällt die Eigen-      Rechtsmittel der Strabag Benelux NV gegen das Urteil des
       schaft als Steuer im Sinne der Richtlinie 69/335 dann,           Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften
       wenn der Staat auf die Geltendmachung seines Anteils             (Fünfte Kammer) vom 25. Februar 2003 in der Rechts-
       aus dem Rechtsgeschäft verzichtet, mithin die landes-            sache T-183/00, Strabag Benelux NV gegen Rat der Euro-
       rechtliche Vorschrift, nach der ein Anteil der Gebühren                    päischen Union, eingelegt am 6. Mai 2003
       an den Staat abzuführen ist, nicht mehr anwendet?
                                                                                           (Rechtssache C-186/03 P)
                                                                                                 (2003/C 213/11)
                                                                        Die Strabag Benelux NV hat am 6. Mai 2003 ein Rechtsmittel
                                                                        gegen das Urteil des Gerichts erster Instanz der Europäischen
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt mit Beschluss                  Gemeinschaften (Fünfte Kammer) vom 25. Februar 2003 in
des Tribunale Amministrativo per la Sardegna vom 15. Ja-                der Rechtssache T-183/00, Strabag Benelux NV gegen Rat
nuar 2003 und 12. Februar 2003 in dem Rechtsstreit                      der Europäischen Union, beim Gerichtshof der Europäischen
Impresa Portuale di Cagliari Srl gegen Tirrenia di Naviga-              Gemeinschaften eingelegt.
zione SpA und gegen C.T.O. — Combined Terminals
                            Operators Srl
                                                                        Die Rechtsmittelführerin beantragt,
                      (Rechtssache C-174/03)                            —     das Urteil des Gerichts aufzuheben, soweit es die Nichtig-
                                                                              keits- und Schadensersatzklage abweist;
                           (2003/C 213/10)                              —     den Klageanträgen der Gesellschaft Strabag stattzugeben
                                                                              und demgemäß
                                                                              —     die Entscheidung vom 12. April 2000 für nichtig zu
                                                                                    erklären, mit der der Rat den Auftrag für allgemeine
Das Tribunale Amministrativo per la Sardegna ersucht den                            Ausbau- und Instandsetzungsarbeiten, der Gegen-
Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften mit Beschluss                           stand der Bekanntmachung Nr. 107865 im
vom 15. Januar 2003 und 12. Februar 2003, bei der Kanzlei                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften S. 146
des Gerichtshofes eingegangen am 14. April 2003, in dem                             vom 30. Juli 1999 gewesen ist, an die Gesellschaft
Rechtsstreit Impresa Portuale di Cagliari Srl gegen Tirrenia di                     De Waele vergeben und implizit das Angebot der
Navigazione SpA und gegen C.T.O. — Combined Terminals                               Gesellschaft Strabag abgelehnt hat;
Operators Srl um Vorabentscheidung über folgende Fragen:
                                                                              —     den Rat der Europäischen Union zu verurteilen, der
a)     Unterliegt nach Maßgabe der Begründungserwägungen                            Gesellschaft Strabag, vorbehaltlich einer Erhöhung,
       der Richtlinie 93/38 ( 1) ein Unternehmen des Sektors                        153 421 286 BEF oder 3 803 214 Euro nebst 6 %
       Seeverkehr, das in einigen Fällen den Rahmen eines                           Zinsen hieraus seit dem 12. April 2000 zu zahlen;
       faktischen Monopols und in anderen Fällen im Rahmen
       des freien Wettbewerbs tätig ist und das staatliche Beihil-      —     dem Rat der Europäischen Union die Kosten des Verfah-
       fen erhält, stets dieser Richtlinie?                                   rens aufzuerlegen.
       Wenn festgestellt wird, dass das Unternehmen die Bestim-
       mungen über das öffentliche Ausschreibungsverfahren
       einzuhalten hat,                                                 Rechtsmittelgründe und wesentliche Argumente
b)     sind dann die „technischen Spezifikationen“ im Sinne             Die Rechtsmittelführerin stützt ihren Aufhebungsantrag auf
       von Artikel 18 der Richtlinie 93/38 (übernommen in               vier Rechtsmittelgründe.
       Artikel 19 des Decreto legislativo Nr. 158/95) in Bezug
       auf das Verfahren für die Auswahl des Zuschlagsempfän-
       gers im Voraus festzulegen, und sind sie in irgendeiner          Der erste Rechtsmittelgrund besteht aus zwei Teilen. Die
       Form öffentlich bekannt zu machen?                               Rechtsmittelführerin wirft dem Gericht erstens vor, die Begriffe
                                                                        Vertrag und Entscheidung insoweit zu verkennen, als es der
                                                                        Ansicht gewesen sei, dass der Vertrag, den der Rat mit dem
( 1) Richtlinie 93/38/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 zur Koordi-       Zuschlagsempfänger abgeschlossen habe, die Entscheidung
     nierung der Auftragsvergabe durch Auftraggeber im Bereich der      über die Zuschlagserteilung darstelle. Zweitens wirft sie dem
     Wasser-, Energie- und Verkehrsversorgung sowie im Telekommu-       Gericht vor, Artikel 8 Absatz 3 der Richtlinie 93/37/EWG
     nikationssektor (ABl. L 199 vom 9.8.1993, S. 84).                  zur Koordinierung der Verfahren zur Vergabe öffentlicher
                                                                        Bauaufträge insoweit verletzt zu haben, als es die Auffassung
                                                                        vertreten habe, dass der Vergabevermerk, der nach dieser
                                                                        Vorschrift erforderlich sei, aus drei Unterlagen bestehen könne,