CELEX: 51990PC0158
Language: de
Date: 1990-05-28
Title: VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER EIN SPEZIFISCHES PROGRAMM FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH DER UMWEIT ( 1990-1994 )

Nr. C 174/40                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     16. 7. 90
                 Eine befürwortende technische Bewertung derartiger Vorschläge allein ist für die Annahme eines Vorha-
                 bens nicht ausreichend; das Sonderverfahren kommt nämlich nur zur Anwendung, wenn der Charakter
                 des jeweiligen Vorhabens entsprechend der obigen Definition das Vorgehen nach dem normalen Verfahren
                 (Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen) nachweislich nicht rechtfertigt.
                 Das Sonderverfahren muß vor dem normalen Verfahren durchgeführt werden, und zwar dergestalt, daß
                 der für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den im Normalverfahren ausgewählten Vorhaben
                 verfügbare Betrag genau festgelegt werden kann. Die Frist für das Sonderverfahren wird jedes Jahr im
                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
                 Die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an allen im Sonderverfahren ausgewählten
                 Vorhaben wird jedes Jahr festgelegt, und zwar in Abhängigkeit von den nach besonders strengen
                 technischen Maßstäben ausgewählten Vorhaben. Auf keinen Fall darf dieser Betrag 15 % überschreiten;
                 er kann jedes Jahr aufgrund der Erfahrungen überprüft werden.
                 Die Kommission erstellt einen Leitfaden mit allen Vorschriften für das Sonderverfahren, um vollständige
                 Transparenz zu gewährleisten.
              5. Die Vorhaben müssen die Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz
                 in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen.
              6. Die Kommission kann die Teilnehmer dazu ermutigen, beispielsweise für besonders große Vorhaben eine
                 EWIV zu bilden oder sonstige Vereinbarungen zu treffen, die eine dezentralisierte, den Besonderheiten
                 des Vorhabens angepaßte Verwaltung ermöglichen.
              7. Die Verbreitung der bei der Abwicklung der Vorhaben erworbenen Kenntnisse erfolgt einerseits innerhalb
                 des spezifischen Programms und andererseits in Übereinstimmung mit dem Beschluß gemäß Artikel 4
                 dritter Absatz des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG.
              Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für Forschung
                            und technologische Entwicklung im Bereich der Umwelt (1990-1994)
                                                  KOM(90) 158 endg. — SYN 263
                                         (Von der Kommission vorgelegt am 3. Mai 1990)
                                                            (90/C 174/06)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                               wahrzunehemen. Die vorliegende Entscheidung muß
                                                                        im Lichte der Begründung in der Präambel zu dem
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                      genannten Beschluß ergehen.
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-
kel 130q Absatz 2,                                                      Gemäß Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchfüh-
                                                                        rung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Pro-
auf Vorschlag der Kommission,                                           gramme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt
                                                                        werden.
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,
                                                                        Die gemeinsame Forschungsstelle trägt mit ihrem eige-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                      nen Programm zur Durchführung der genannten Aktio-
schusses,                                                               nen bei.
in Erwägung nachstehender Gründe:                                       Eine Vorausschätzung der zur Durchführung dieses spe-
                                                                        zifischen Programms notwendigen finanziellen Mittel
Mit Beschluß 90/221/Euratom, EWG (*) hat der Rat ein                    der Gemeinschaft ist erforderlich. Die endgültigen jähr-
drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Be-                        lichen Beträge werden von der Haushaltsbehörde unter
reich der Forschung und technologischen Entwicklung                     Einhaltung der finanziellen Vorausschau für den Zeit-
(1990-1994) angenommen, das u.a. Maßnahmen zur                          raum 1988-1992 im Anhang zur Interinstitutionellen
Entwicklung der wissenschaftlichen Kenntnisse und                       Vereinbarung vom 29. Juni 1988 (2) und entsprechender
technischen Kompetenzen vorsieht, die die Gemein-                      noch zu verabschiedender finanzieller Vorausschauen
schaft braucht, um ihre Aufgaben insbesondere auf dem                  für 1993 und 1994 festgelegt.
Gebiet des Umweltschutzes laut Titel VII EWG-Vertrag
(!) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.                              (2) ABl. Nr. L 185 vom 15. 7. 1988, S. 33.
 ---pagebreak---  16. 7. 90                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 174/41
 Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/          richtung der Forschungsaktivitäten auf das Verständnis
 Euratom, EWG enthält der für das gesamte Rahmen-              der grundlegenden Umweltmechanismen und dabei zur
 programm als notwendig erachtete Betrag eine Summe            Ausarbeitung von Qualitäts- und Sicherheitsnormen
 von 57 Millionen ECU für die zentralisierten Maßnah-          beizutragen.
 men zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse,
 die proportional zu dem für jede Aktion vorgesehenen          Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For-
 Betrag aufzuteilen ist. Der Umfang dieses spezifischen        schung (CREST) ist gehört worden —
 Programms innerhalb der Aktion „Umwelt" führt zu
 einer Verringerung der zur Durchführung dieses Pro-
 gramms erforderlichen geschätzten Finanzmittel von
 2,6 Millionen ECU für die genannten zentralisierten
 Maßnahmen, um Artikel 130p Absatz 2 zweiter Satz              HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
 des Vertrages einzuhalten.
                                                                                       Artikel 1
 Die Durchführung des vorliegenden Programms obliegt
 der Kommission. Um dieser die Erfüllung ihrer Aufgabe         Ein spezifisches Programm der Europäischen Wirt-
 zu erleichtern, sind die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5      schaftsgemeinschaft für Forschung und technologische
 des Vertrages gehalten, ihr dafür jede erforderliche Hil-     Entwicklung im Bereich der Umwelt gemäß Anhang 1
 festellung zu gewähren, insbesondere im Rahmen eines          wird für einen am 1. Januar 1990 beginnenden Zeitraum
 Ausschusses.                                                  von 5 Jahren beschlossen.
 Das vorliegende Programm wird hauptsächlich durch
 Auswahl von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben                                      Artikel 2
 durchgeführt, damit diesen eine Beteiligung der Ge-
 meinschaft zugute kommt. Die Kommission hat dafür             (1) Der Gesamtbetrag der Gemeinschaftsausgaben für
 zu sorgen, daß solche Vorhaben auf dem üblichen Wege          die Durchführung des den Gegenstand dieser Entschei-
— nämlich der im Amtsblatt der Europäischen Gemein-            dung bildenden spezifischen Programms beträgt 414
 schaften veröffentlichten Aufforderungen zur Einrei-          Millionen ECU. Dieser Betrag enthält 260 Millionen
 chung von Vorschlägen — vorgelegt werden. Ferner ist          ECU zur Durchführung der in dieser Entscheidung vor-
 ein Sonderverfahren im Hinblick auf die Wahrung einer         gesehenen Aktionen und 154 Millionen ECU, die für
 gewissen Flexibilität vorzusehen, damit die Kommission        Aktivitäten bestimmt sind, mit denen die GFS zu diesem
 angesichts der ständigen Weiterentwicklung und des            Programm beitragen wird. Dies wird durch eine geson-
 immer schnelleren wissenschaftlichen und technischen          derte Entscheidung des Rates festgelegt.
 Fortschritts auch spontane Vorschläge berücksichtigen
 kann, die den Zielen des Programms entsprechen.
                                                               (2) Von dem genannten Betrag von 260 Millionen
 Bei der Auswahl der im Rahmen des Programms durch-            ECU werden 2,6 Millionen ECU für die zentralisierte
 zuführenden Vorhaben ist dem Grundsatz des wirt-             Aktion der Verbreitung und Bewertung abgezogen. Der
 schaftlichen und sozialen Zusammenhalts, dem grenz-           somit auf 257,4 Millionen ECU verminderte Betrag
 überschreitenden Charakter der Vorhaben sowie der            enthält die Personalausgaben, die sich auf höchstens
Unterstützung für die kleinen und mittleren Unterneh-         4% belaufen dürfen.
 men besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
                                                               (3) Die vorläufige Aufschlüsselung dieser Mittel ist in
Erst aufgrund der bei der Durchführung des laufenden          Anhang II festgelegt.
Programms gewonnenen Erfahrungen kann die Kom-
mission unter Inanspruchnahme der in den Artikeln             (4) Faßt der Rat einen Beschluß in Anwendung von
 1301,130m oder 130o der Vertrages vorgesehenen Mög-          Artikel 1 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom,
lichkeiten ergänzende Programmteile vorschlagen, über         EWG, so wird diese Entscheidung angepaßt, um jenem
die der Rat beschließt, wenn sie zur Verwirklichung der       Beschluß Rechnung zu tragen.
Programmziele gemäß den Bedingungen in Artikel 2
Absatz 2 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG bei-
tragen.                                                       (5) Die Haushaltsbehörde entscheidet über die für
                                                              jedes Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden Mittel.
Gemäß Artikel 130g des Vertrages gehört zu den Maß-
nahmen der Gemeinschaft zur Verstärkung der wissen-
schaftlichen und technischen Grundlagen der europäi-                                  Artikel 3
schen Industrie und zur Förderung der Entwicklung
ihrer Wettbewerbsfähigkeit die Förderung der Zusam-           Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sind
menarbeit auf dem Gebiet der FTE mit dritten Ländern          in Anhang III festgelegt.
und internationalen Organisationen; eine solche Zu-
sammenarbeit kann sich für die Entwicklung dieses
Programms als besonders fruchtbar erweisen.                                           Artikel 4
Es it notwendig, wie in Angang II des Beschlusses 90/         Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft wird ge-
221/Euratom, EWG vorgesehen, den Umweltschutz und             mäß Anhang IV des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG
die Lebensqualität zu berücksichtigen durch die Aus-          festgelegt.
 ---pagebreak---  Nr. C 174/42                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  16. 7. 90
                         Artikel 5                                                      Artikel 8
  (1) Im Jahre 1992 überprüft die Kommission das Pro-         (1)    Das in Artikel 7 festgelegte Verfahren gilt für:
  gramm und legt dem Rat und dem Europäischen Parla-
  ment einen Bericht über die Ergebnisse dieser Prüfung       — die Erstellung und Aktualisierung der in Artikel 6
  vor, dem gegebenenfalls Änderungsvorschläge beigefügt            Absatz 3 genannten Arbeitsprogramme,
  sind.                                                       — die Bewertung der unter Nr. 2 von Anhang III vorge-
                                                                   sehenen Vorhaben sowie des veranschlagten Betrags
  (2) Nach Abschluß des Programms bewertet die Kom-                des finanziellen Beitrags der Gemeinschaft, soweit
  mission die Ergebnisse. Sie übermittelt dem Rat und              diese Vorhaben dem Normalverfahren, das unter
  dem Europäischen Parlament einen entsprechenden Be-              Nr. 4 des Anhangs III vorgesehen ist, unterworfen
  richt.                                                           werden und sofern dieser Betrag 5 Millionen ECU
                                                                   überschreitet,
  (3) Die Berichte werden unter Berücksichtigung der         — die Bewertung aller Vorhaben, die dem unter Nr. 4
  in Anhang I festgelegten Ziele und gemäß Artikel 2               des Anhangs III vorgesehenen Sonderverfahren un-
  Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG                     terworfen werden, sowie des veranschlagten Betra-
  erstellt.                                                       ges des finanziellen Beitrages der Gemeinschaft,
                                                             — die für die Bewertung des Programms zu treffenden
                                                                  Maßnahmen.
                         Artikel 6
  (1) Die Kommission sorgt für die Durchführung des          (2) Die Kommission kann den Ausschuß zu allen Fra-
 Programms. Sie wird dabei von einem Ausschuß mit            gen im Zusammenhang mit dem Anwendungsbereich
 beratender Funktion — nachstehend „Ausschuß" ge-            des Programms hören.
 nannt — unterstützt, der sich aus Vertretern der Mit-
 gliedstaaten zusammensetzt und dessen Vorsitz der Ver-      (3) Die Kommission unterrichtet den Ausschuß über:
 treter der Kommission führt.
                                                             — den Fortgang des Programms,
 (2) Die von der Kommission geschlossenen Verträge           — die Entwürfe für die in Artikel 6 Absatz 3 vorgesehe-
 regeln die Rechte und Pflichten aller Parteien, ein-             nen Aufforderungen zur Einreichung von Vor-
 schließlich der Verbreitung, des Schutzes und der Ver-           schlägen,
wertung der Forschungsergebnisse gemäß den in An-
                                                             — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen, dem
wendung von Artikel 130k Absatz 2 des Vertrages erlas-
                                                                  Normalverfahren unterworfenen Vorhaben, bei de-
senen Vorschriften.
                                                                  nen die Beteiligung der Gemeinschaft unter 5 Millio-
                                                                  nen ECU liegt, sowie die Ergebnisse ihrer Bewer-
(3) Es wird für jedes Jahr ein Arbeitsprogramm festge-            tung,
legt und gegebenenfalls aktualisiert, in dem Ziele und
Art der durchzuführenden Vorhaben sowie die entspre-         — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen flan-
chenden finanziellen Bestimmungen genau festgelegt                kierenden Maßnahmen,
werden. Aufgrund der jährlichen Arbeitsprogramme             — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen kon-
erstellt die Kommission Aufforderungen zur Einrei-                zertierten Aktionen.
chung von Vorschlägen.
                                                                                       Artikel 9
                        Artikel 7
                                                             Für die Durchführung des Programms können gegebe-
(1) In den in Artikel 8 Absatz 1 genannten Fällen            nenfalls auch Zusatzprogramme im Sinne von Arti-
unterbreitet der Vertreter der Kommission dem Aus-           kel 1301, Beteiligungen im Sinne von Artikel 130m und
schuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen.            gemeinsame Unternehmen oder andere Strukturen im
Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Ent-          Sinne von Artikel 130o des Vertrages beschlossen
wurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende nach      werden.
der Dringlichkeit der betreffenden Frage gegebenfalls
durch Abstimmung festsetzen kann.
                                                                                      Artikel 10
(2) Die Stellungnahme wird in den Sitzungsbericht
aufgenommen; jeder Mitgliedstaat hat das Recht zu
verlangen, daß sein Standpunkt in dem Bericht wieder-       Sofern die Zusammenarbeit mit den Drittländern und
gegeben wird.                                               mit internationalen Organisationen zur Erreichung der
                                                            Ziele des Programms die Eingehung rechtlicher Ver-
                                                            pflichtungen zwischen der Gemeinschaft und den betei-
(3) Die Kommission trägt der Stellungnahme des Aus-         ligten dritten Parteien erfordert, ist die Kommission
schusses weitestgehend Rechnung. Sie teilt dem Aus-         ermächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrages interna-
schuß mit, in welcher Form sie diese Stellungnahme          tionale Abkommen auszuhandeln, in denen die Modali-
berücksichtigt hat.                                         täten dieser Zusammenarbeit festgelegt werden.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr. C 174/43
Die Entscheidung über den Abschluß dieser Abkommen                                               Artikel 11
wird nach dem in Artikel 130q Absatz 2 des Vertrages
vorgesehenen Verfahren getroffen.                                       Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                           ANHANG I
                                     Wissenschaftliche und technische Ziele und Inhalt
           Dieses spezifische Programm entspricht vollauf den Ansätzen des dritten Rahmenprogramms, sowohl was
           die wissenschaftlichen und technischen Ziele betrifft, als auch die grundlegende Zielsetzung.
           Die Paragraphen 3A, 3B, 3D und 3E von Anhang II des Rahmenprogramms sind ein integraler Teil dieses
           spezifischen Programms.
           Die vorgesehenen Maßnahmen sollen die Durchführung umfangreicher Vorhaben zur Ergänzung und Stärkung
           der laufenden Umweltforschungsprogramme ermöglichen, mit dem Ziel, rasch den wissenschaftlichen Anfor-
           derungen zu genügen, die sich aus der globalen Umweltveränderung ergeben, und der Umweltpolitik der
           Gemeinschaft eine kontinuierliche wissenschaftliche Unterstützung zu gewähren.
           Auf der Grundlage und im Lichte der vorgenannten Elemente wird im folgenden der Inhalt des spezifischen
           Programms analytisch beschrieben.
           Gebiet 1: Beteiligung an den Programmen zur Erforschung der globalen Umweltveränderung
           Das Ziel besteht darin, zu einem besseren Verständnis der Umweltveränderungsprozesse beizutragen und den
           Einfluß der menschlichen Tätigkeiten zu beurteilen. Die Beteiligung der Gemeinschaft soll sich auf Probleme
           konzentrieren, die einen Einfluß auf die Umweltpolitik auf den Gebieten ausüben, auf denen die Gemeinschaft
           am besten die europäische Koordinierung im Rahmen großer internationaler Programme unter Berücksichti-
           gung der einzelstaatlichen Programme wahrnehmen kann.
           Natürliche   Klimaveränderungen
           Das Ziel besteht darin, die Entwicklung des Klimas in der Vergangenheit zu rekonstruieren und diesbezügliche
           Modelle auszuarbeiten, um die Weiterentwicklung des Klimasystems unter dem Einfluß anthropogener
           Einflüsse besser vorhersagen zu können.
           Dank der Untersuchung von Eisproben aus tiefen Schichten, die im Laufe der nächsten Jahre zum Beispiel in
           Grönland entnommen werden sollen, ist die Forschung auf die Rekonstruktion und Modellbildung der
           Klimazyklen des Quartärs ausgerichtet. Insbesondere sollte der letzte Klimazyklus genau rekonstruiert werden,
           um das Verständnis und die Modellierung der jüngsten Eiszeit zu ermöglichen.
           Anthropogene     Kimaänderungen
           Das Ziel besteht darin, das Verständnis, die Beschreibung und Vorhersage von Klimaänderungen infolge der
           durch menschliche Tätigkeiten hervorgerufenen Zunahme des Treibhauseffekts zu ermöglichen, um eine
           wissenschaftliche Grundlage für Verhütungs- und Anpassungsmaßnahmen zu schaffen. Ein größeres Vorhaben
           ist vorgesehen auf dem Gebiet der Entwicklung, Prüfung und des Vergleichs integrierter hochauflösender
           Modelle der globalen Umweltveränderung unter Berücksichtingung der Wechselwirkungen zwischen Atmo-
           sphäre (einschließlich der Wolken), Ozean, Biosphäre und Kryosphäre. Dafür sollen neueste Rechnertech-
           niken, wie die Verwendung von Supercomputern und Computer-Vernetzungstechniken, angewandt werden.
           Wirkung der Klimaänderungen
           Das Ziel besteht in der Vorhersage von Auswirkungen der zu erwartenden Klimaveränderungen auf Mensch
           und Umwelt in der Europäischen Gemeinschaft.
           Das Schwergewicht wird gelegt auf die quantitative Bewertung und Modellierung von Auswirkungen der zu
           erwartenden Klimaänderungen, insbesondere auf den Anstieg des Meeresspiegels und dessen Folgen für
           europäische Städte und Küstenniederungen, Auswirkungen auf die europäische Landwirtschaft, die Wasserres-
           sourcen und weitere Bereiche der europäischen Wirtschaft (Tourismus, Bodennutzung, Energie, Verkehr
           usw.).
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            Stratosphärische   Ozonschicht
            Das Ziel besteht im Verständnis und der Vorhersage der Prozesse, die zum Abbau der Ozonschicht in der
            Stratosphäre führen, der Folgen dieses Abbaus sowie in der Schaffung der wissenschaftlichen Grundlage für
            Vorbeugemaßnahmen.
            Die geplanten Aktivitäten umfassen Meßkampagnen in der Arktik in den Jahren 1991/92 und 1992/93, um
            u.a. Trends im Verhalten der Ozonschicht festzustellen. Parallel dazu wird die Datenerfassung innerhalb
            eines europäischen Meßnetzes koordiniert. Messungen, die mit mobilen Stationen erhoben werden, und
            Laboruntersuchungen zu relevanten chemischen Reaktionen werden zur Ergänzung herangezogen. Ferner
            sollen die stratosphärischen Prozesse modelliert, Szenarios über die Auswirkung verschiedener Emissionen
            auf die stratosphärische Ozonschicht erstellt und die ökologischen und gesundheitlichen Folgen einer erhöhten
            UV-B-Strahlung untersucht werden.
            Physik und Chemie der Troposphäre
            Das Ziel besteht in der Erforschung wichtiger physikalisch-chemischer Prozesse in der Troposphäre als
            Grundlage für die Ausarbeitung von Präventivmaßnahmen. Neue Ansätze zum Verständnis der Chemie des
            Ozons, OH und NOy in der Troposphäre sollen koordinierte Reinluft-Meßkampagnen sowie Modellbildungs-
            arbeiten einschließen, bei denen meteorologische und chemische Modelle kombiniert werden. Diese Vorge-
            hensweise soll auf die Erforschung natürlicher Emissionen wie z.B. Terpene und andere Kohlenwasserstoffe
            sowie schwefel- und halogenhaltige Verbindungen ausgedehnt werden.
          * Biogeochemische     Zyklen
            Das Ziel besteht in einer Vertiefung des Verständnisses biogeochemischer Zyklen und ihrer Störungen
            durch anthropogene Einflüsse sowie in der Schaffung der wissenschaftlichen Grundlagen für Präventiv- und
            Abhilfemaßnahmen.
            In einem Netz von Wassereinzugsgebieten auf dem Festland soll die Stoffbilanz der chemischen Elemente
           ermittelt werden. Die Untersuchung der Quellen und Verlaufswege natürlicher und anthropogener Substanzen
            in europäischen Mündungs- und Küstengebieten wird vom Mittelmeer auf andere Küstengebiete ausgedehnt.
           Besondere Aufmerksamkeit wird regionalen Vorhaben von globaler Bedeutung geschenkt, gegebenenfalls in
           enger Zusammenarbeit mit dem Programm Meereswissenschaften und -technologien (MAST).
           Dynamik der Ökosysteme
           Das Ziel besteht in einem vertieften Verständnis und in der Vorhersage von Wechselwirkungen zwischen
           globalen Veränderungen und der Dynamik kontinentaler Ökosysteme sowie in der Schaffung wissenschaftli-
           cher Grundlagen für eine Präventivpolitik und Anpassungsmaßnahmen. Neu ist der holistische Ansatz zur
           Untersuchung wichtiger Ökosystemtypen wie Feuchtgebiete und anderer naturnaher Ökosysteme. Der globa-
           len Auswirkung der Nutzung und Abholzung des tropischen Regenwalds, dem Rückgang der Grassteppen
           und dem Verlust biologischer und genetischer Vielfalt soll besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden; eine
           enge Koordinierung mit dem Biotechnologieprogramm ist vorgesehen.
           Gebiet 2: Technologien und technische Verfahren für den Umweltschutz
           Mittels technologischer Neuerung auf vorwettbewerblicher Ebene soll ein höherer Standard der Umweltquali-
           tätsnormen erreicht werden. Hierzu konzentriert sich die Forschung auf die Umweltüberwachung, einschließ-
           lich der Fernerkundung und die Entwicklung von Verfahren und Systemen zum Schutz und zur Wiederherstel-
           lung der Umwelt. Die Aktivitäten der geplanten Europäischen Umweltagentur sollen in diesem Rahmen
           unterstützt werden.
           Beurteilung der Umweltqualität und des      Umweltmonitoring
           Die Entwicklung neuer Meßgeräte und Analysemethoden für ein qualitativ hochwertiges Monitoring soll
           gefördert werden. Die Forschung wird sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Methoden und
           Monitoring aus der Luft und von Bodenstationen aus befassen. Es sollen atmosphärische Spurenschadstoffe
           gemessen werden. Desweiteren sollen fortschrittliche Methoden zur Beurteilung der Umweltqualität e n t w i c -
           kelt werden. Der Analyse von Emissionen von Abfällen, des Wassers oder flüssiger Abfälle wird besondere
           Aufmerksamkeit gewidmet. Die Entwicklung und Prüfung von Uberwachungs- und Warnsystemen für
           natürliche Gefahren wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Erdrutsche, Sturm- und Flutereignisse sowie Waldbrän-
           de fallen ebenfalls in den Tätigkeitsbereich.
           Technologien zum Schutz und zur Sanierung der Umwelt
           Das Ziel besteht in einem Beitrag zur Entwicklung von Technologien zum Schutz und zur Sanierung der
           Umwelt, einschließlich aller wesentlichen Aspekte der städtischen Umwelt. Forschungen auf dem Gebiet
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. C 174/45
           der Behandlung und Entsorgung toxischer Abfälle und von Abwässern sowie der Wiederverwertung von
           kommunalen und Industrieabfällen werden durch die Entwicklung von Technologien mit niedrigeren Emissio-
           nen und geringerem Abfallaufkommen für ausgewählte Industriezweige ergänzt. Die Forschung ist auf die
           Verhütung größerer Unfälle in Industrie und Transport durch besseres Verständnis der Gefahrenphänomene
           ausgerichtet und soll auf die Validierung von Methodologien und die Gefahrenbeurteilung sowie auf die
           Entwicklung von Alternativverfahren mit niedrigem Risiko und fortschrittlicher Fertigungskontroll- und
           Nachweissysteme erweitert werden.
           Im Bereich der Denkmäler und Objekte, die zum kulturellen Erbe Europas gehören, soll die Forschung eine
           Quantifizierung der Schädigungsursachen und -mechanismen ermöglichen; neue Methoden zur Schadenbewer-
           tung sollen entwickelt und die wissenschaftliche Grundlage für Behandlungsverfahren und Materialien für
           die Erhaltung verbessert werden.
           Die Aktivitäten auf diesem Gebiet werden mit dem EUREKA-Vorhaben Euro-Environ kombiniert und die
           aus Programmitteln unterstützten Forschungsteams beteiligen sich am EUREKA-Vorhaben Eurocare.
          Gebiet 3: Forschung über wirtschaftliche und soziale Aspekte von Umweltfragen
          Angestrebt wird eine verbesserte Einsicht in rechtliche, ökonomische, ethische und gesundheitspolitische
          Aspekte der Umweltpolitik. Auf dem Gebiet sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Umweltforschung
          sollen Methoden und Konzepte sowie deren Anwendungsmöglichkeiten entwickelt werden, bis hin zu ihrer
          konkreten Einbindung in die verschiedenen Sektoren der Gemeinschaftspolitik und in die Umweltfor-
          schungsprogramme.
          Sozioökonomische    Beurteilung veränderter    Umweltbedingungen
          Ziel ist die Entwicklung sozialwissenschaftlicher und umweltökonomischer Konzepte zur Analyse veränderter
          Umweltbedingungen. Den sich rasch vertiefenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen über die menschliche
          und natürliche Umwelt wird Rechnung getragen. Angestrebt wird insbesondere eine Einbeziehung bereits
          laufender und verfügbarer GuE in den Mitgliedstaaten sowie eine koordinierte Zusammenarbeit mit anderen
          internationalen Programmen. Folgende Forschungsthemen sollen unter anderem abgedeckt werden: Integra-
          tion des Parameters Beziehung der Umweltparameter in die „Umweltqualität" in die ökonomische Methodik;
          Kosten-Risiko-Nutzen-Analysen; langfristig umweltverträgliche Entwicklung; Erarbeitung von Indikatoren
          der Umweltqualität; Risikoeinschätzung; Umweltethik, Frühwarnsysteme zur Erkennung veränderter Umwelt-
          bedingungen unter Berücksichtigung des demographischen und technologischen Wandels.
          Sozioökonomische    Auswirkung der Umweltpolitik und -forscbung
          Das Ziel besteht darin, die sozioökonomischen Umweltfaktoren in der EG-Politik zu berücksichtigen und
          der Umwelt-FuE der EG eine sozioökonomische Dimension zu geben. Die Arbeiten in diesem Themenbereich
          sollen in Übereinstimmung mit der Einheitlichen Europäischen Akte sicherstellen, daß die Umweltfaktoren
          in den sektoralpolitischen Maßnahmen der EG und in der beigehörenden FuE ausreichend berücksichtigt
          werden. Wegen der engen gegenseitigen Abhängigkeit wissenschaftlicher und sozio-ökonomischer Parameter
          bei einer Anzahl von Forschungsthemen dieses Programmes soll die Arbeit in diesem Themenbereich
          sicherstellen, daß sozioökonomische Erwägungen und Parameter in den betreffenden koordinierten For-
          schungsvorhaben ausreichend berücksichtigt werden.
          Beispiele hierfür sind die integrierten Systeme zum Recycling von Abfällen im Rahmen des Binnenmarktes,
          ökologische Folgen demographischer Veränderungen und Verschiebungen innerhalb der Bevölkerung (z.B.
          Alpen und sonstige Berggebiete), Umweltauswirkungen des Tourismus.
          Gebiet 4: Integrierte Forschungsvorhaben
          Das Ziel besteht darin, durch einen systematischen Ansatz und interdisziplinäre Forschung zur Lösung
          umfassender Probleme von überstaatlichem Interesse beizutragen. Regionale Probleme oder Fragen von
          direkter Bedeutung für die Umweltpolitik der Gemeinschaft sollen im Rahmen von integrierten Vorhaben
          untersucht werden. Beispiele hierfür sind:
          Natürliche Gefahren
          Das Ziel besteht darin, die Ursachen, Mechanismen und Folgen gefährlicher Umwelterscheinungen besser zu
          verstehen und die wissenschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten für Eingriffe im Falle von Katastrophen
          (Bereitschaft, Vorhersage, Warnung, Milderung oder Verhütung, Sanierung und Neuentwicklung).
          Die integrierte Forschung auf diesem Gebiet soll einen europäischen Beitrag zur Internationalen Dekade
          zur Verminderung natürlicher Gefahren darstellen. Sie erstreckt sich auf Erdbeben, meteorologische und
 ---pagebreak--- Nr. C 174/46                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     16. 7. 90
            hydrogeologische Gefahren einschließlich Waldbrände, Überschwemmungen und Hanginstabilität sowie die
            Phänomenologie extrem gefährlicher meteorologischer Erscheinungen. Forschungen über geogene Gefahren
            (Erdbeben und Vulkanausbrüche) sollen hauptsächlich aus theoretischen Untersuchungen der einschlägigen
            Phänomene und dem Verhalten von Baustrukturen während dieser Phänomene bestehen, mit dem Ziel der
            Einrichrung von Meßstationen im Gelände und eines Netzes in ausgewählten Gebieten der Gemeinschaft zum
            raschen Eingreifen bei natürlichen Gefahren.
            Technologische    Risiken
            Das Ziel besteht im Verständnis der Folgen menschlicher Tätigkeiten, des Einsatzes von Technologien und
            der Verwendung von Produkten für menschliche Gesundheit und die Umwelt, im Hinblick auf die Entwicklung
            von Vorbeugungsmaßnahmen und Rechtsvorschriften der Gemeinschaft.
            Forschung auf diesem Gebiet umfaßt die Entwicklung und Validierung von Systemen zur Prüfung und
            Beurteilung der Auswirkungen chemischer Substanzen auf die Gesundheit und die Umwelt. Sie wird ergänzt
            durch Untersuchungen über die Auswirkung der Umweltverschmutzung auf die menschliche Gesundheit.
            Ferner sollen Gefahren untersucht werden, die sich aus der landwirtschaftlichen Technik und der Praxis der
            Landnutzung für die Qualität der Böden und des Grundwassers ergeben. Die vorgesehene Forschung soll
            auch die regionalen Aspekte des Ökosystemschutzes einschließlich der Eutrophierung der Küstengewässer (in
            Verbindung mit dem spezifischen Programm für Meereswissenschaft und Technologie), den Schutz und die
            Erhaltung von Habitaten, das Waldsterben und die Versauerung der Gewässer berücksichtigen.
            Desertifikation im    Mittelmeergebiet
            Das Ziel besteht in der Beurteilung der natürlichen und menschlichen Ursachen, der Mechanismen und der
            Auswirkungen einer Ausbreitung der Desertifikation im Mittelmeerraum. Die Forschung umfaßt Arbeiten
            über die historischen Gegebenheiten, die Ursachen (menschliche und klimatische) und die Folgen der
            Desertifikationsprozesse. Strategien zur Bekämpfung dieses Phänomens sollen entwickelt und in ausgewählten
            Testgebieten angewandt werden.
                                                            ANHANG 11
                          Vorläufige Aufschlüsselung der Ausgaben für den Zeitraum 1990-1994
                                                                                                               (in %)
           Gebiet 1: Beteiligung an Programmen auf dem Gebiet der globalen Umweltveränderung                    30-45
           Gebiet 2: Technologien und technische Verfahren für den Umweltschutz                                 20-25
           Gebiet 3: Forschung über wirtschaftliche und soziale Aspekte von Umweltfragen                          5-10
           Gebiet 4: Integrierte Forschungsvorhaben                                                             25-35
           Die Aufschlüsselung nach Forschungsgebieten schließt gebietsübergreifende Projekte nicht aus.
                                                          ANHANG 111
                                        Modalitäten der Durchführung des Programms
                            und Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse
           1. Die Kommission führt das Programm nach Maßgabe des in Anhang I festgelegten wissenschaftlichen und
               technischen Inhalts durch.
           2. Die Modalitäten der Durchführung des Programms gemäß Artikel 3 umfassen Vorhaben der Forschung
               und technologischen Entwicklung, flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 174/47
             Die Tätigkeiten der von der GFS ausgeführten direkten Forschung sind Gegenstand einer gesonderten
             Entscheidung des Rates.
             Die Vorhaben sind Gegenstand von Verträgen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
             auf Kostenteilungsbasis.
             Mit den flankierenden Maßnahmen sollen die Mittel eingesetzt werden, die eine gute technische Durchfüh-
             rung, Verwaltung und Bewertung des Programms sowie eine entsprechende Verbreitung und Zugänglich-
             keit der Ergebnisse, die Koordinierung, Ausbildung und Unterrichtung der Teilnehmer am Programm
             ermöglichen.
             Die konzertierten Aktionen sind die in der Haushaltsordnung festgelegten.
          3. Die Teilnehmer an den Vorhaben müssen natürliche oder juristische Personen mit Sitz in der Gemeinschaft
             sein, wie Hochschulen, Forschungsorganisationen und Industrieunternehmen, einschließlich kleiner und
             mittlerer Unternehmen oder ihrer Verbände, insbesondere Europäische Wirtschaftliche Interessenvereini-
             gungen (EWIV).
             Natürliche oder juristische Personen in Ländern, die mit der Gemeinschaft Abkommen geschlossen haben,
             in denen eine Zusammenarbeit im wissenschaftlichen und technischen Bereich vorgesehen ist, können an
             den im Rahmen dieses Programms durchgeführten Vorhaben auf der Grundlage des wechselseitigen
             Vorteils teilnehmen. Die ausgewählten Auftragnehmer werden nicht der finanziellen Beteiligung der
             Gemeinschaft teilhaftig. Sie leisten einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten.
          4. Die Auswahl der Vorhaben erfolgt nach folgenden Prioritäten, wobei das erste Verfahren die Regel und
             das zweite die Ausnahme darstellt:
             Die Teilnehmer an den Vorhaben werden aufgrund des normalen Verfahrens der Aufforderung zur
             Einreichung von Vorschlägen (Artikel 6 Absatz 3) ausgewählt und im Amtsblatt der Europäischen
             Gemeinschaften bekanntgegeben.
             Die Kommission kann auch nach einem Sonderverfahren und unter den nachfolgend genannten Bedingun-
             gen Vorschläge annehmen, wenn sie besonders vielversprechende und wichtige Beiträge aufgrund der
             Originalität des vorgeschlagenen Themas, der Neuartigkeit des wissenschaftlichen und technischen Kon-
             zepts und der Durchführungsmethodologie sind, wobei der individuelle Charakter des Antragstellers
             berücksichtigt wird.
             Eine befürwortende technische Bewertung derartiger Vorschläge allein ist für die Annahme eines Vorha-
             bens nicht ausreichend; das Sonderverfahren kommt nämlich nur zur Anwendung, wenn der Charakter
             des jeweiligen Vorhabens entsprechend der obigen Definition das Vorgehen nach dem normalen Verfahren
             (Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen) nachweislich nicht rechtfertigt.
             Das Sonderverfahren muß vor dem normalen Verfahren durchgeführt werden, und zwar dergestalt, daß
             der für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den im Normalverfahren ausgewählten Vorhaben
             verfügbare Betrag genau festgelegt werden kann. Die Frist für das Sonderverfahren wird jedes Jahr im
             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
             Die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an allen im Sonderverfahren ausgewählten
             Vorhaben wird jedes Jahr festgelegt, und zwar in Abhängigkeit von den nach besonders strengen
             technischen Maßstäben ausgewählten Vorhaben. Auf keinen Fall darf dieser Betrag 15 % überschreiten;
             er kann jedes Jahr aufgrund der Erfahrungen überprüft werden.
             Die Kommission erstellt einen Leitfaden mit allen Vorschriften für das Sonderverfahren, um vollständige
             Transparenz zu gewährleisten.
          5. Die Vorhaben müssen die Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz
             in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen.
          6. Die Kommission kann die Teilnehmer dazu ermutigen, beispielsweise für besonders große Vorhaben eine
             EWIV zu bilden oder sonstige Vereinbarungen zu treffen, die eine dezentralisierte, den Besonderheiten
             des Vorhabens angepaßte Verwaltung ermöglichen.
          7. Die Verbreitung der bei der Abwicklung der Vorhaben erworbenen Kenntnisse erfolgt einerseits innerhalb
             des spezifischen Programms und andererseits in Übereinstimmung mit dem Beschluß gemäß Artikel 4
             dritter Absatz des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG.