CELEX: C2007/183/10
Language: de
Date: 2007-08-04 00:00:00
Title: Rechtssache C-366/05: Urteil des Gerichtshofs (Vierte Kammer) vom 21. Juni 2007 (Vorabentscheidungsersuchen des Supremo Tribunal Administrativo — Portugal) — Optimus-Telecomunicações, SA/Fazenda Pública (Indirekte Steuern auf die Ansammlung von Kapital — Richtlinie 69/335/EWG in der durch die Richtlinie 85/303/EWG geänderten Fassung — Art. 7 Abs. 1 — Gesellschaftsteuer — Befreiung — Voraussetzungen — Lage am 1. Juli 1984 )

4.8.2007   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 183/6
            
         Urteil des Gerichtshofs (Vierte Kammer) vom 21. Juni 2007 (Vorabentscheidungsersuchen des Supremo Tribunal Administrativo — Portugal) — Optimus-Telecomunicações, SA/Fazenda Pública
   (Rechtssache C-366/05) (1)
   
   (Indirekte Steuern auf die Ansammlung von Kapital - Richtlinie 69/335/EWG in der durch die Richtlinie 85/303/EWG geänderten Fassung - Art. 7 Abs. 1 - Gesellschaftsteuer - Befreiung - Voraussetzungen - Lage am 1. Juli 1984)
   (2007/C 183/10)
   Verfahrenssprache: Portugiesisch
   Vorlegendes Gericht
   Supremo Tribunal Administrativo
   Parteien des Ausgangsverfahrens
   
      Klägerin: Optimus-Telecomunicações, SA
   
      Beklagte: Fazenda Pública
   
      Beteiligter: Ministério Público
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen — Supremo Tribunal Administrativo — Auslegung der Art. 4 Abs. 2, 7 Abs. 1, 8 und 10 der Richtlinie 69/335/EWG des Rates vom 17. Juli 1969 betreffend die indirekten Steuern auf die Ansammlung von Kapital (ABl. L 249, S. 25) in der durch die Richtlinie 85/303/EWG (ABl. L 156, S. 23) geänderten Fassung — Erhebung der Stempelsteuer von einer Aktiengesellschaft für die Erhöhung ihres Grundkapitals durch Bareinlagen, obwohl ein solcher Vorgang am 1. Juli 1984 von dieser Steuer befreit war
   Tenor
   
               1.
            
            
               Im Fall eines Staates, der, wie die Portugiesische Republik, den Europäischen Gemeinschaften zum 1. Januar 1986 beigetreten ist, ist Art. 7 Abs. 1 der Richtlinie 69/335/EWG des Rates vom 17. Juli 1969 betreffend die indirekten Steuern auf die Ansammlung von Kapital in deren durch die Richtlinie 85/303/EWG des Rates vom 10. Juni 1985 geänderter Fassung, wenn die Akte über den Beitritt dieses Staates oder ein anderer Gemeinschaftsrechtsakt keine Ausnahmeregelung enthält, dahin auszulegen, dass die in diesem Artikel zwingend vorgeschriebene Steuerbefreiung für alle unter die Richtlinie 69/335 fallenden Vorgänge gilt, die in diesem Staat am 1. Juli 1984 von der Gesellschaftsteuer befreit waren oder einem ermäßigten Gesellschaftsteuersatz von 0,50 v. H. oder weniger unterlagen.
            
         
               2.
            
            
               Die Art. 7 Abs. 1 und 10 der Richtlinie 69/335 in deren durch die Richtlinie 85/303 geänderter Fassung verbieten es einem Staat, der, wie die Portugiesische Republik, den Europäischen Gemeinschaften zum 1. Januar 1986 beigetreten ist, nach dem 1. Januar 1986 eine Stempelsteuer auf eine unter diese Richtlinie fallende Erhöhung des Gesellschaftskapitals einzuführen, die am 1. Juli 1984 nach nationalem Recht von dieser Steuer befreit war.
            
         
      (1)  ABl. C 330 vom 24.12.2005.