CELEX: 31971R2634
Language: de
Date: 1971-12-10 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 2634/71 der Kommission vom 10. Dezember 1971 zur Festsetzung der Referenzpreise für Süßorangen

Nr. L 272/20                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             11 . 12 . 71
                               VERORDNUNG ( EWG) Nr. 2634/71 DER KOMMISSION
                                                  vom 10. Dezember 1971
                                     zur Festsetzung der Referenzpreise für Süßorangen
DIE KOMMISSION DER EUROPAISCHEN                                  einzelnen Mitgliedstaats den durchschnittlichen
GEMEINSCHAFTEN —                                                 Notierungen, die während der drei Jahre vor­
                                                                 der Festsetzung des Referenzpreises auf dem
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä­                repräsentativen Markt oder den repräsentativen
ischen Wirtschaftsgemeinschaft,                                  Märkten in den Anbaugebieten mit den niedrigsten
                                                                 Notierungen festgestellt wurden . Gemäß Artikel 1
gestützt auf die Verordnung Nr. 23 über die                      Absatz 1 der Verordnung (EWG ) Nr. 1291 /70
schrittweise Errichtung einer gemeinsamen Markt­                 müssen die bei dieser Berechnung zugrunde zu le­
organisation für Obst und Gemüse ( 1 ), zuletzt ge­              genden Notierungen sich auf die Erzeugnisse der
ändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 2423 /70 (2),              Güteklasse I, alle Größensortierungen, mit Verpak­
insbesondere auf Artikel 11 Absatz 2,                            kung, beziehen , wobei der Anteil der Verpackungs­
                                                                 kosten in diesen Notierungen enthalten ist. Anderer­
                                                                 seits dürfen gemäß Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 2
in Erwägung nachstehender Gründe :                               der Verordnung Nr. 23 nur die festgestellten No­
                                                                 tierungen für Erzeugnisse oder Sorten berücksich­
Gemäß Artikel       11  Absatz 2        Unterabsatz  1  der      tigt werden , die einen wesentlichen Teil der im
Verordnung Nr. 23 und gemäß Artikel 1 Absatz 1                   Laufe des Jahres bzw. eines Teils des Jahres ver­
der Verordnung ( EWG ) Nr. 1291 /70 der Kommission               markteten Erzeugung ausmachen .
vom 1 . Juli 1970 (3) zur Festlegung der Anwendungs­
modalitäten des vorgenannten Artikels wird all­                  Gemäß Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Ver­
jährlich vor Beginn des Vermarktungsjahres ein                   ordnung Nr. 23 bleiben bei der Berechnung der
Referenzpreis für die gesamte Gemeinschaft fest­                 durchschnittlichen Notierungen jedes repräsentativen
gesetzt.                                                         Marktes die Notierungen unberücksichtigt, die im
                                                                 Vergleich zu den auf diesem Markt festgestellten
Angesichts des Umfangs der Süßorangenerzeugung                   normalen Schwankungen als übermäßig hoch oder
in der Gemeinschaft muß für dieses Erzeugnis ein                 niedrig betrachtet werden können .
Referenzpreis festgesetzt werden .
                                                                 Da die Süßorangen hinsichtlich ihrer Handelsverwer­
Für ein einheimisches Erzeugnis mit genau festgeleg­             tung von unterschiedlicher Vergleichbarkeit sind ,
ten Handelsmerkmalen entspricht der Referenzpreis                empfiehlt es sich, sie in drei Gruppen einzuteilen .
dem arithmetischen Mittel der Erzeugerpreise der
einzelnen Mitgliedstaaten, das um einen auf der                  Die Festsetzung eines einheitlichen Referenzpreises
Grundlage der Vermarktungsbelastungen berechneten                für jede Gruppe für die gesamte Saison erscheint als
Betrag -erhöht wird, um den Referenzpreis und                    die den Besonderheiten des Gemeinschaftsmarktes
den Preis der eingeführten Erzeugnisse auf der glei­             für das betreffende Erzeugnis am besten angepaßte
chen Vermarktungsstufe vergleichbar zu machen.                   Lösung.
Gemäß Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung ( EWG )
Nr. 1291/70 müssen die bei der Berechnung dieser                 Zur Berechnung der Einfuhrpreise ist zu bestimmen ,
Erzeugerpreise zugrunde zu legenden Notierungen                  von welchen aus dritten Ländern eingeführten Sor­
sich auf der Stufe „ab Erzeugergemeinschaften" oder              ten die Einfuhrpreise mit den für die Gruppen I, II
jede andere vergleichbare Vermarktungsstufe be­                  und III festgesetzten Preisen zu vergleichen sind. Im
ziehen. Gemäß Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 6                  übrigen lassen sich gewisse aus dritten Ländern ein­
der Verordnung Nr. 23 müssen die Einfuhrpreise                   geführte Sorten hinsichtlich ihres Handelswerts nicht
der eingeführten Erzeugnisse auf der Stufe „Impor­               unmittelbar mit den in der Gemeinschaft angebau­
teur/Großhändler" berechnet werden . Diese Preise                ten Sorten vergleichen . Es sind deshalb an Hand des
sind somit unmittelbar mit dem arithmetischen                    jeweiligen Handelswerts Berichtigungskoeffizienten
Mittel der Erzeugerpreise vergleichbar, so daß kein              festzulegen, die bei der Berechnung des Einfuhrprei­
Anlaß besteht, dieses um den vorgenannten Be­                    ses auf die Notierungen dieser aus dritten Ländern
trag zu erhöhen .                                                eingeführten Sorten Anwendung finden, um sie mit
                                                                 den gemeinschaftlichen Sortengruppen vergleichbar
Gemäß Artikel 11 Absatz 2 Unterabsatz 2 der Ver­                 zu machen .
ordnung Nr. 23 entsprechen die Erzeugerpreise des
                                                                 Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen
 (!) ABl. Nr. 30 vom 20. 4. 1962, S. 965 /62.                    entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsaus­
 (2 ) ABl. Nr. L 261 vom 2 . 12 . 1970, S. 1 .
 (3) ABl . Nr. L 144 vom 2. 7. 1970 , S. 10 .                    schusses für Obst und Gemüse —
 ---pagebreak---  11 . 12 . 71                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. L 272/21
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :                             b ) bei den Sorten Biondo comune (Bianca comuna ,
                                                                    Blonde commune), Grano de Oro (Imperial, Su­
                         Artikel 1                                  crena), Baladi, Pera, Macetera, Pineapple, Blood
                                                                    Oval (Doblefina, Double fine), Portugaise san­
 (1)       Die Referenzpreise für frische Süßorangen                guine, Sanguina redonda (Entrefina), den Sorten
( Tarifstelle 08.02 A I des Gemeinsamen Zolltarifs)                 aus Surinam und der Sorte Sanguina ordinaire
werden, ausgedrückt in Rechnungseinheiten je 100                    außer Navel sanguina (Double fine améliorée,
kg Eigengewicht, für jede einzelne Gruppe der Sor­                  Washington sanguina, große Sanguina) und Mal­
tengruppen I, II und III für die Erzeugnisse der                    taise sanguine mit dem für die Gruppe III fest­
Güteklasse „I", alle Größensortierungen, in Ver­                    gesetzten Preis ;
packungen, wie folgt festgesetzt :                             c ) bei den nicht unter a ) und b ) genannten Sorten :
Gruppe I :                                                          — im Dezember mit dem für die Gruppe I fest­
vom 1 . Dezember bis zum 31 . März                   16,6 ,             gesetzten Preis,
                                                                    — vom 1 . Januar bis zum 30. April mit dem für
Gruppe II :                                                             die Gruppe II festgesetzten Preis.
vom 1 . Januar bis zum 30. April                    14,1 ,
                                                               ( 2)      Bei der Berechnung des Einfuhrpreises gemäß
Gruppe III :                                                   Absatz 1 gelten für die Notierungen der aus dritten
vom 1 . Dezember bis zum 30. April                    7,7.     Ländern eingeführten Erzeugnisse folgende Koeffi­
                                                               zienten : ■
 (2)       Die in Absatz 1 genannten Sortengruppen             — für die in Absatz 1 b) genannten Erzeugnisse ein
umfassen folgende Sorten :                                           Koeffizient von 0,76,
              Gruppe 1 : Moro und Tarocco,                     — für die in Absatz 1 c) erster Gedankenstrich ge­
                                                                     nannten Erzeugnisse ein Koeffizient von 1,20,
              Gruppe II : Sanguinello,
                                                               — für die in Absatz 1 c) zweiter Gedankenstrich
               Gruppe III : Biondo comune.                           genannten Erzeugnisse ein Koeffizient von 1 , — .
                         Artikel 2
                                                                                         Artikel 3
(1)        Die Einfuhrpreise der eingeführten Erzeug­
nisse sind mit folgenden Preisen zu vergleichen :              Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröf­
                                                               fentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemein­
a) bei den Sorten Moro und Tarocco mit dem für                 schaften in Kraft. Sie gilt bis zum 30 . September
     die Gruppe I festgesetzten Preis ;                        1972 einschließlich.
               Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
               Mitgliedstaat.
               Brüssel, den 10. Dezember 1971
                                                                          Für die Kommission
                                                                              Der Präsident
                                                                          Franco M. MALFATTI