CELEX: 31987R4154
Language: de
Date: 1987-12-22 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 4154/87 der Kommission vom 22. Dezember 1987 zur Festlegung der Analysenmethoden und anderer technischer Bestimmungen für die Anwendung der Verordnung (EWG) Nr. 3033/80 des Rates betreffend die Handelsregelung für bestimmte aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen hergestellte Waren

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31987R4154

Verordnung (EWG) Nr. 4154/87 der Kommission vom 22. Dezember 1987 zur Festlegung der Analysenmethoden und anderer technischer Bestimmungen für die Anwendung der Verordnung (EWG) Nr. 3033/80 des Rates betreffend die Handelsregelung für bestimmte aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen hergestellte Waren  

Amtsblatt Nr. L 392 vom 31/12/1987 S. 0019 - 0028 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 25 S. 0226  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 25 S. 0226 

VERORDNUNG (EWG) Nr. 4154/87 DER KOMMISSION vom  22. Dezember 1987 zur Festlegung der Analysenmethoden und anderer technischer Bestimmungen für die  Anwendung der Verordnung (EWG) Nr. 3033/80 des Rates betreffend die Handelsregelung für bestimmte  aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen hergestellte Waren DIE KOMMISSION DER  EUROPÄISCHENGEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft, gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 des Rates vom 23. Juli 1987  über die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif  (1), geändert  durch die Verordnung (EWG) Nr. 3985/87  (2), insbesondere auf Artikel 9, in Erwägung nachstehender  Gründe: Mit der Verordnung (EWG) Nr. 1061/69 der Kommission  (3), zuletzt geändert durch die  Verordnung (EWG) Nr. 1822/86  (4), sind die Analysenmethoden für die Anwendung der Verordnung (EWG)  Nr. 1059/69 des Rates  (5) festgelegt worden. Die Verordnung (EWG) Nr. 1059/69 ist aufgehoben und  durch die Verordnung (EWG) Nr. 3033/80 des Rates  (6), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG)  Nr. 3743/87  (7), ersetzt worden. Die Vorschriften für die Anwendung der Verordnung (EWG) Nr.  3033/80 sind bezueglich der Einfuhren in der Verordnung (EWG) Nr. 3034/80 des Rates vom 11. November  1980 zur Festlegung der Grunderzeugnismengen, von denen unterstellt wird, daß sie zur Herstellung  von Waren der Verordnung (EWG) Nr. 3033/80 verwendet worden sind, und zur Änderung der Verordnung  (EWG) Nr. 950/68 über den Gemeinsamen Zolltarif  (8), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG)  Nr. 4091/87  (9), festgelegt worden. Um die wissenschaftliche und technische Entwicklung der  Analysenmethoden zu berücksichtigen und um die einheitliche Behandlung von Waren, auf die die  Verordnung (EWG) Nr. 3033/80 Anwendung findet, weiterhin sicherzustellen, ist es erforderlich, die  Verordnung (EWG) Nr. 1061/69 aufzuheben und zu ersetzen. Die in dieser Verordnung vorgesehenen  Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des Ausschusses für die Nomenklatur - HAT FOLGENDE  VERORDNUNG ERLASSEN:Artikel 1Diese Verordnung legt die erforderlichen  gemeinschaftlichen Analysenmethoden zur Anwendung der Verordnungen (EWG) Nr. 3033/80 (soweit die  Einfuhren betroffen sind) und (EWG) Nr. 3034/80 fest. Statt einer Analysenmethode können nur die  verschiedenen Schritte eines anzuwendenden Verfahrens aufgezeigt oder das einer anzuwendenden  Methode zugrunde liegende Prinzip genannt werden. Artikel 2Nach den Begriffsbestimmungen im  Anhang III der Verordnung (EWG) Nr. 3034/80 für Stärke/Glucose und  Saccharose/Invertzucker/Isoglucose und zur Anwendung der Anhänge II und III der genannten  Verordnung sind folgende Formeln, Verfahrensweisen und Methoden anzuwenden: 1.  Gehalt an  Stärke/Glucosegehalt:(berechnet als Stärke Trockensubstanz, Reinheit 100  %, bezogen auf die  Ware)a)  (Z     F)  ×  0,9,wenn der Glucosegehalt gleich hoch oder höher ist als der Fructosegehalt  oderb)(Z     G)  ×  0,9,wenn der Glucosegehalt niedriger ist als der Fructosegehalt.In den Formeln  bedeuten:Z  =  Glucosegehalt in der Ware, bestimmt nach der Methode im Anhang I dieser Verordnung;  F=Fructosegehalt in der Ware, bestimmt mittels Hochleistungsfluessigkeitschromatographie (HPLC);  G=Glucosegehalt in der Ware, bestimmt mittels HPLC.Wenn im Fall von Ziffer 1 Buchstabe a)  hydrolysierte Lactose als Bestandteil der Ware angemeldet und/oder Lactose und Galactose neben  anderen Zuckern festgestellt werden, so ist die der Galactosemenge (HPLC) äquivalente Glucosemenge  (HPLC) von der Glucosemenge (Term Z) vor jeder weiteren Berechnung abzuziehen.    2.Gehalt an  Saccharose/Invertzucker/Isoglucose:(berechnet als Saccharose und bezogen auf die Ware)a)S + (2F)  ×   0,95,wenn der Glucosegehalt in der Ware gleich hoch oder höher ist als der Fructosegehalt,b)S + (G  + F)  ×  0,95,wenn der Glucosegehalt niedriger ist als der Fructosegehalt.In den Formeln  bedeuten:S=Saccharosegehalt in der Ware, bestimmt mittels HPLC; F=Fructosegehalt in der Ware,  bestimmt mittels HPLC; G=Glucosegehalt in der Ware, bestimmt mittels HPLC.Wenn hydrolysierte  Lactose als Bestandteil der Ware angemeldet und/oder Lactose und Galactose neben anderen Zuckern  festgestellt werden, so ist die der Galactosemenge (HPLC) äquivalente Glucosemenge (HPLC) von der  Glucosemenge (Term G) vor jeder weiteren Berechnung abzuziehen. 3.  Gehalt an Milchfett:a)   Vorbehaltlich der Bestimmungen von Buchstabe b) wird der Milchfettgehalt der Waren in  Gewichtshundertteilen nach vorangegangenem Salzsäureaufschluß ermittelt. Als Milchfett gelten die  nach diesem Aufschluß mit Petroläther extrahierbaren Stoffe.b)Enthält eine Ware nach der Anmeldung  neben Milchfett andere Fette und/oder Öle, so ist wie folgt zu verfahren: -  der Gesamtfettgehalt  in Gewichtshundertteilen wird nach den Bestimmungen des Buchstabens a) ermittelt; -der Gehalt an  Buttersäure in Gewichtshundertteilen im Gesamtfett der Ware wird nach der Methode Nr. 2310 der  Internationalen Union für Reine und Angewandte Chemie (IUPAC) bestimmt (Fundstelle: Pure and  applied Chemis- try, Nr. 58, Nr. 10, S. 1419-1428, 1986); -als Gehalt an Milchfett der Ware in  Gewichtshundertteilen gilt der Gehalt an Buttersäure, multipliziert mit dem Faktor 27, wobei der so  erhaltene Wert mit der Gesamtfettmenge multipliziert und dann durch 100 dividiert wird. 4.Gehalt an  Milcheiweiß:a)Vorbehaltlich der Bestimmungen des Buchstabens b) wird zur Ermittlung des  Milchproteingehalts der Waren in Gewichtshundertteilen ihr Stickstoffgehalt nach der  Kjeldahl-Methode festgestellt. Als Gehalt der Ware an Milchprotein gilt der Gehalt an Stickstoff,  multipliziert mit dem Faktor 6,38.b)Enthält die Ware nach der Anmeldung neben Milcheiweiß  Bestandteile, die anderes Eiweiß als Milcheiweiß enthalten, so ist folgendermassen zu verfahren:  -der Gesamtstickstoffgehalt in Gewichtshundertteilen ist nach der Kjeldahl-Methode, wie oben unter  Buchstabe a) beschrieben, zu ermitteln; -der Gehalt an Milchprotein wird wie oben unter Buchstabe  a) beschrieben berechnet, wobei jedoch vor der Multiplikation vom Gesamtstickstoffgehalt in  Gewichtshundertteilen der Stickstoffgehalt subtrahiert wird, der von anderem Eiweiß als Milcheiweiß  herrührt. Artikel 3Zur Anwendung des Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 3034/80 sind die  folgenden Verfahrensweisen und/oder Methoden anzuwenden: 1.  Zur Einreihung von Waren der  Unterpositionen 0403  10  51 bis 0403  10  59, 0403  10  91 bis 0403  10  99, 0403  90  71 bis 0403   90  79 und 0403  90  91 bis 0403  90  99 der Kombinierten Nomenklatur ist der Milchfettgehalt der  Waren nach den Bestimmungen von Artikel 2 Ziffer 3 dieser Verordnung zu ermitteln.2.Zur Einreihung  von Waren der Unterpositionen 1704  10  11 bis 1704  10  99 und 1905  20  10 bis 1905  20  90 der  Kombinierten Nomenklatur ist der Saccharosegehalt der Waren (einschließlich Invertzucker als  Saccharose berechnet) mittels HPLC zu ermitteln. Als Invertzucker gilt die Summe aus Fructose und  Glucose, bis zur Menge, in der beide Zucker in gleichen Teilen vorhanden sind, multipliziert mit  0,95.3.Zur Einreihung von Waren der Unterpositionen 1806  10  10 bis 1806  10  90 der Kombinierten  Nomenklatur ist der Gehalt der Waren an Saccharose/Invertzucker/Isoglucose nach den Formeln,  Verfahrensweisen und Methoden von Artikel 2 Ziffer 2 dieser Verordnung zu ermitteln.4.Zur  Einreihung von Waren der Unterpositionen 3505  20  10 bis 3505  20  90 der Kombinierten Nomenklatur  ist der Gehalt der Waren an Stärken, Dextrinen oder anderen modifizierten Stärken nach der Methode  im Anhang II zu ermitteln.5.Zur Einreihung von Waren der Unterpositionen 3809  10  10 bis 3809  10   90 der Kombinierten Nomenklatur ist der Gehalt der Waren an Stärke und Stärkederivaten nach der  Methode im Anhang II zu ermitteln.6.Zur Einreihung von Waren der Unterpositionen 1901  90  11 und  1901  90  19 der Kombinierten Nomenklatur ist der Trockenstoffgehalt in Gewichtshundertteilen durch  Trocknung bei 103  °C ± 2  °C bis zur Gewichtskonstanz zu bestimmen.7.Zur Einreihung von Waren der  Unterpositionen 1902  19  10 und 1902  19  90 der Kombinierten Nomenklatur werden Weichweizenmehl  und Weichweizengrieß in Teigwaren nach der im Anhang III zu dieser Verordnung beschriebenen Methode  nachgewiesen.   8.Zur Bestimmung des Gehalts in Gewichtshundertteilen an Mannitol in Waren der  Unterpositionen 2905  44  11 bis 2905  44  99 und 3823  60  11 bis 3823  60  99 der Kombinierten  Nomenklatur, bezogen auf den Gehalt an D-Glucitol (Sorbit) in Gewichtshundertteilen, ist ein  Verfahren auf Grundlage der HPLC anzuwenden. Artikel 4(1)    Es ist ein Untersuchungszeugnis  anzufertigen. (2)    Das Untersuchungszeugnis muß insbesondere folgende Angaben enthalten:-  alle  erforderlichen Angaben, um die Nämlichkeit der Warenprobe sicherzustellen;-die Bezeichnung des  angewandten gemeinschaftlichen Verfahrens unter Angabe der zugrunde liegenden Rechtsvorschrift oder  die Angabe des Literaturzitats, dem die genaue Methodenbeschreibung oder das Prinzip eines in  dieser Verordnung vorgesehenen Verfahrens entnommen wurde;-die Vorkommnisse, die das  Analysenergebnis beeinflusst haben können;-die Analysenergebnisse, in der Form dargestellt, wie dies  in der Beschreibung des angewandten Verfahrens vorgesehen ist und entsprechend den Bedürfnissen der  Zolldienststelle oder jeder anderen Verwaltung, die die Untersuchung veranlasst hat. Artikel 5Die  Verordnung (EWG) Nr. 1061/69 wird aufgehoben. Artikel 6Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1988  in Kraft. Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt  unmittelbar in jedem Mitgliedstaat. Brüssel, den 22. Dezember 1987 Für die Kommission COCKFIELD  Vizepräsident                                                  (1)  ABl. Nr. L  256 vom 7. 9. 1987, S. 1. (2)  ABl. Nr. L 376 vom 31. 12. 1987, S. 1. (3)  ABl. Nr. L 141 vom 12. 6. 1969, S. 24. (4)  ABl. Nr. L 158 vom 13. 6. 1986, S. 1. (5)  ABl. Nr. L 141 vom 12. 6. 1969, S. 1. (6)  ABl. Nr. L 323 vom 29. 11. 1980, S. 1. (7)  ABl. Nr. L 352 vom 15. 12. 1987, S. 29. (8)  ABl. Nr. L 323 vom 29. 11. 1980, S. 7. (9)  ABl. Nr. L 382 vom 31. 12. 1987, S. 27.  ANHANG IMETHODE ZUR BESTIMMUNG DES GEHALTS IN GEWICHTSHUNDERTTEILEN AN STÄRKE UND IHREN  ABBAUPRODUKTEN, EINSCHLIESSLICH GLUCOSE1.        Zweck und Anwendungsbereicha)  Die Methode  ermöglicht die Bestimmung des Gehalts in Gewichtshundertteilen an Stärke und ihren Abbauprodukten  einschließlich Glucose (,,Stärke'').b)Als Gehalt an ,,Stärke'' in Gewichtshundertteilen gilt der  Wert E, wie er in Ziffer 6 der vorliegenden Methode errechnet wird. 2.PrinzipDie Probe wird mit  Natriumhydroxid aufgeschlossen und die ,,Stärke'' mit Amyloglucosidase in Glucose gespalten. Die  Glucose wird enzymatisch bestimmt. 3.ReagenzienEs ist bidestilliertes Wasser zu  verwenden.3.1.Natriumhydroxid-Lösung, c = 0,5 mol/l.3.2.Essigsäure (Eisessig), mindestens 96  %  mas.3.3.Enzymlösung: Unmittelbar vor Gebrauch ca. 10 mg Amyloglucosidase (EC 3.2.1.3) (6 U/mg) in 1  ml Wasser auflösen  (1).3.4.Triethanolaminpuffer: 14,0 g Triethanolaminhydrochlorid  (Tris(2-hydroxyethyl)ammoniumchlorid) und 0,25 g Magnesiumsulfat (MgSO47H2O) in 80 ml Wasser lösen,  ca. 5 ml NaOH (c = 5 mol/l) zusetzen und pH mit NaOH (c = 1 mol/l) auf 7,6 einstellen und mit  Wasser auf 100 ml auffuellen. Der Puffer ist bei +  4  °C mindestens 4 Wochen haltbar.3.5.NADP  (Nicotinamid-adenin-dinucleotidphosphat-dinatriumsalz)-Lösung: 60 mg NADP in 6 ml Wasser lösen.  Diese Lösung ist bei +  4  °C mindestens 4 Wochen haltbar.3.6.ATP  (Adenosin-5-triphosphat-dinatriumsalz)-Lösung: 300 mg ATP 3H2O und 300 mg Natriumhydrogencarbonat  (NaHCO3) in 6 ml Wasser lösen. Diese Lösung ist bei +  4  °C mindestens 4 Wochen  haltbar.3.7.HK/G6P-DH (Hexokinase - EC 2.7.1.1)- und Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase - (EC  1.1.1.49)-Suspension: 280 U HK und 140 U G6P-DH in 1 ml Ammoniumsulfatlösung (c = 3,2 mol/l)  suspendieren. Diese Suspension ist bei +  4  °C mindestens ein Jahr haltbar.  4.Geräte4.1.Magnetrührer-Thermostat (60  °C).4.2.Magnetrührer.4.3.UV-Spektrophotometer mit Kuevette  von 1 cm Schichtdicke.4.4.Pipetten für die enzymatische Analyse. 5.Verfahren5.1.Aufschluß mit  Natriumhydroxid und enzymatische Hydrolyse der Stärke und ihrer Abbauprodukte:5.1.1.Je nach dem  erwarteten Gehalt an ,,Stärke'' ist eine der nachstehenden Einwaagen zu wählen (der  ,,Stärkegehalt'' darf 0,4 g je Einwaage nicht überschreiten): >PLATZ FÜR EINE TABELLE>5.2.6.Für  Reagentienleerwert und Probe berechnet man die Extinktionsdifferenz E2 - E1. Die  Extinktionsdifferenz des Leerwerts ist von derjenigen der Probe abzuziehen (= ÄAA): ÄAA340 = ÄAA Probe  - ÄAA Reagentienleerwert Daraus ergibt sich der Gehalt Gl der Probelösung an Glucose: Glucosegehalt  Gl in g/l Probelösung >PLATZ FÜR EINE TABELLE>(3,22 = Volumen Meßlösung (ml); 1 = Schichtdicke der  Kuevette, hier 1 cm; 0,1 = Volumen der Probelösung (ml); Molare Masse der Glucose 180,16 g/mol)     5.2.7.Wenn die Messung bei 365 nm oder 334 nm durchgeführt wird, ist statt des Werts 6,3 in der  Formel der Ziffer 5.2.6 der Wert 3,5 bzw. 6,18 zu verwenden. 6.Berechnung des Gehalts an ,,Stärke''  E bzw. an ,,Glucose'' Za)Gehalt an ,,Stärke'' in g/100 g: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>b)Gehalt an  ,,Glucose'' in g/100 g: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>In diesen Formeln bedeuten: Gl  =  Glucosegehalt,  in g/l (5.2.6); f=  Verdünnungsfaktor (5.1.1); p=  Einwaage in g; 0,9=  Umrechnungsfaktor von  Glucose in Stärke. Bemerkungen1.  Falls die Lösung nicht filtrierbar ist, ergreift der Chemiker die  erforderlichen Maßnahmen. 2.Stellt man fest, daß die Enzyme inhibiert werden, so wird empfohlen,  mittels Zugabe bekannter Mengen an nativer Stärke einen Faktor für den Grad der Störung zu  ermitteln.                                                     (1)  U entspricht einer  International Unit für die Enzymaktivität.  ANHANG IIBESTIMMUNG DES GEHALTS AN STÄRKEN, DEXTRINEN ODER ANDEREN MODIFIZIERTEN  STÄRKEN, DIE IN WAREN DER UNTERPOSITIONEN 3505  20  10 BIS 3505  20  90 DER KOMBINIERTEN  NOMENKLATUR ENTHALTEN SIND, SOWIE AN STÄRKE ODER STÄRKEDERIVATEN, DIE IN WAREN DER UNTERPOSITIONEN  3809  10  10 BIS 3809  10  90 DER KOMBINIERTEN NOMENKLATUR ENTHALTEN SINDI.  Prinzip der Methode  Durch Säurehydrolyse wird die Stärke in reduzierende Zucker zerlegt, die volumetrisch mit  Fehling-Lösung bestimmt werden. II.Geräte und Reagenzien 1.  Kolben von ungefähr 250 ml  Fassungsvermögen; 2.  Meßkolben von 200 ml Fassungsvermögen; 3.  Bürette von 25 ml  Fassungsvermögen; 4.  Salzsäure, Dichte 1,19 g/cm3; 5.  wäßrige Kalilauge; 6.  Aktivkohle; 7.   Fehling-I- und Fehling-II-Lösung; 8.  wäßrige Methylenblaulösung 1  % mas. III.Versuchsdurchführung  In einem Kolben von ungefähr 250  ml Fassungsvermögen wird eine etwa 1  g Stärke enthaltende  Probemenge eingewogen und 100  ml destilliertes Wasser sowie 2  ml Salzsäure zugefügt. Die Mischung  wird 3 Stunden unter Rückfluß gekocht.Nach dem Abkühlen wird der Inhalt des Kolbens quantitativ in  einen Meßkolben mit einem Fassungsvermögen von 200  ml gespült und soviel Kalilauge zugefügt, daß  die Lösung nur noch schwach sauer reagiert. Nun wird mit destilliertem Wasser auf 200  ml  aufgefuellt und zum Entfärben durch etwas Aktivkohle filtriert.Mit dieser Lösung wird sodann eine  Bürette gefuellt und 10  ml Fehling-Lösung wie folgt reduziert:In einen Stehkolben von etwa 250  ml  Fassungsvermögen werden 10  ml Fehling-Lösung (5  ml Lösung I und 5  ml Lösung II) gegeben. Man  schüttelt, bis eine klare Lösung entsteht, und fügt sodann 40  ml destilliertes Wasser und eine  geringe Menge Quarz oder Siedesteinchen hinzu.Der Kolben wird auf eine quadratförmige Platte aus  geeignetem Material gesetzt, die in der Mitte eine kreisförmige Öffnung mit einem Durchmesser von  etwa 6  cm aufweist. Diese Platte wird wiederum auf ein Drahtnetz gelegt. Der Kolben ist nunmehr so  zu erhitzen, daß die Flüssigkeit in etwa 2 Minuten zu sieden beginnt.Der siedenden Flüssigkeit wird  jetzt aus der Bürette so viel von der Zuckerlösung zugegeben, bis die blaue Farbe der  Fehling-Lösung kaum noch wahrnehmbar ist. Es werden nun 2 bis 3 Tropfen Methylenblaulösung als  Indikator zugesetzt und die Titration durch weiteren tropfenweisen Zusatz der Zuckerlösung  fortgesetzt, bis die blaue Farbe des Indikators verschwindet.Zwecks grösserer Genauigkeit wird die  Titration unter den gleichen Bedingungen wiederholt, wobei jedoch fast die gesamte Zuckerlösung,  die zum Reduzieren der Fehling-Lösung erforderlich ist, auf einmal zugesetzt wird. Bei dieser  Titration muß die Fehling-Lösung in 3 Minuten vollständig reduziert sein.Man erhitzt genau weitere  2 Minuten zum Sieden und titriert dann tropfenweise unter Sieden innerhalb 1 Minute bis zum  Endpunkt.Der Gehalt der Probe an Stärke in Gewichtshundertteilen wird nach folgender Formel  berechnet: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Hierin bedeuten:T        =  die Menge in g an wasserfreier  Glucose, die 10  ml Fehling-Lösung entsprechen. 10 ml Fehling-Lösung (5 ml Lösung I und 5 ml Lösung  II) entsprechen 0,04945 g wasserfreier Glucose, wenn Lösung I 17,636 g Kupfer je Liter enthält;     n=die bei der Titration verbrauchte Menge an Zuckerlösung in ml; p=die Einwaage; 0,95=der Faktor  zur Umrechnung von wasserfreier Glucose in Stärke. IV.Herstellung der Fehling-Lösungen Lösung  I:   In einem Meßkolben werden 69,278 g kristallisiertes, analysenreines, eisenfreies Kupfersulfat  (CuSO4  7 5 H2O) in destilliertem Wasser zu 1 Liter gelöst. Der genaue Titer der Lösung ist durch  eine quantitative Bestimmung des Kupfers festzustellen.Lösung  II:In einem Meßkolben werden 100 g  Natriumhydroxyd und 346 g Kaliumnatriumtartrat (Seignettesalz) in destilliertem Wasser zu 1 Liter  gelöst.Die beiden Lösungen I und II sind zu gleichen Teilen unmittelbar vor der Verwendung zu  mischen. 10 ml Fehling-Lösung (5 ml Lösung I und 5 ml Lösung II) werden durch 0,04945 g wasserfreie  Glucose vollständig reduziert, wenn wie unter III beschrieben verfahren wird.