CELEX: 51976PC0444
Language: de
Date: 1976-07-29
Title: Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über das Verbot des Inverkehrbringens und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die bestimmte Wirkstoffe (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (76) 444
Vol. 1976/0136
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                           KOM(76)444 endg.
                                           Brüssel , den 29 » Juli 197 6 ,
                              Vorschlag für eine
                           Richtlinie des Rates über
                das Verbot des Inverkehrbringens und der Anwendung
                von Pflanzenschutzmitteln , die bestimmte Wirkstoffe
                   (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
  K0M(76) 444 end£,
 ---pagebreak--- Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über das Verbot     . des .Inverkehr-
bringens und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln , die bestimmte Wirk­
stoffe enthalten
Begründung
I. Allgemeine Einführung
   Der folgende Richtlinienvor schlag hat ein Verbot des Inverkehrbringens
   und der Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel zum Oegcnc- 1 - nd , und
    zwar von Pflanzenschutzmitteln , die fär Mensch oder Tier gefährlich: oder
    fir die Umwelt unzumutbare Wirkstoffe enthalten .
   Er Btellt eine wichtige Ergänzung der gleichzeitig vorgeschlagenen Richt­
    linie des Rates aber das Inverkehrbringen von EWG- zugcl ;arsenen Pflanzen­
    schutzmitteln dar . Letztere sieht die Schaffung eines Et /G-zugeiascencn
   Pflanzenschutzmitteltyps vor , der  in der Gemeinschaft frei verkoiircfi-hig
    ist . Ihre Bestimmungen stellen es den Mitgliedstaaten jedoch frei , den
    Verkehr und die Anwendung anderer  als EWG -zugelassener Pflanzenschutz­
   mittel in ihrem Gebiet in Übereinstimmung mit ihren nationalen Gesetz­
    gebungen zu regeln und insbesondere auch zu verbieten .
    Solche nationalen Verbote der einzelnen Mitgliedstaaten sind oft unter­
    schiedlicher Art , und wo solche Unterschiede sich nicht auf örtliche Ge­
    gebenheiten gründen , insbesondere wegen besonderer ökologischer Bedin­
    gungen , stellen sie Handelshcmmnisse dar .
 ---pagebreak---                                         - II -
       Andererseits kann das Unterbleiben bestimmter "Verbote   wegen der Risiken
       für die menschliche oder tierische Gesundheit oder für die Umwelt eine
       Gefahr fiir die gesamte Gemeinschaft darstellen .
    . Aus diesem Grunde ist es erforderlich , durch diese Richtlinie zu einer
       Harmonisierung der nationalen Verbote und Beschränkungen auf GemeinGchafte –
       ebene zu kommen . In einer ersten Etappe soll sie diejenigen Pflanzenschutz­
       mittel erfassen , die bestimmte Quecksilber - oder Organochlorwirkstoff e
       enthalten . Diese Stoffe sind in den letzten Jahren Gegenstand eingehender
       Studien gewesen ( l ). Da ihre Verwendung in der Landwirtschaft nunmehr
       allgemein als unerwunsoht angesehen wird , ist sie bereits in einigen Mit­
       gliedstaaten verboten oder auf andere Weise verhindert worden .
       Dieser Vorschlag stellt gleichzeitig einen Beitrag zur Umweltschutzpolitik
       der Gemeinschaft , wie sie im Aktionsprogramm der Europäischen Gerne inschaf–
       ten fiir den Umweltschutz vorgesehen ist , dar ( 2 ).
II , Bemerkungen zu den einzelnen Artikeln
       Artikel 1
       Diese Bestimmung umschreibt den sachlichen Geltungsbereich dieser Richt­
       linie , nämlich das Verbietefi des Inverkehrbringens und der Anwendimg
       bestimmter Pflanzenschutzmittel .
       Artikel 2
       Diese Bestimmung definiert gewisse Begriffe , die in der Richtlinie ver­
       wendet verden , insbesondere den Begriff der Pflanzenschutzmittel » der demjeni
       gen des Parallel Vorschlags fiir die "EWG-Zulassung" entspricht .
       Artikel
       Diese Vorschrift verpflichtet die Mitgliedßtaaten sicherzustellen , daß
       Pflanzenschutzmittel , die einen oder mehrere der im Anhang ( Spalte l )
       aufgeführten Wirkstoffe enthalten , weder in den Verkehr noch verwendet
       werden dirfen .                                                 ,
       Artikel 4
     . Diese Vorschrift gibt den Mitgliedstaaten , sei es far einen bestimmten
       Zeitraum , sei eo vorerst fiir einen noch nicht begrenzten Zeitraum , das: •
       begrenzte Recht , ausnahmsweise daa Inverkehrbringen oder die Anwendung
       sonst verbotener Erzeugnisse f.ir bestimmte Zweoke ( Spalte 2 des Anhangs )
       zuzulassen , vor allem , wo solche Anwendungen aus ökologischen Grinden
       unerläßlich sind .
( 1 ) z.B. " The use of mercury and alternative compounds as seed dressings"
       PAO und WHO-Veröffcntlichung 1974 sowie "Consäquences ecologiques de
       1 'application des techniques modernes de produetion on agriculture ",
       Hausmitteilungen über Landwirtschaft Nr . 137 » November 1974 » veröffent­
       licht von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
(2 ) ABl . Nr . C 112, 20.12.197V
                                                                • • •/ • • •
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     Dabei muß betont vrerden , daß die Mitgliedsstaaten von diesen beschränkten
     Ausnahmemöglichkeiten Gebrauch maohen körwai , hierzu aber nicht verpflxh–
     tet sind. Außerdem besteht die Absicht , /alle diese Ausnahmemöglichkeiten
     laufend überprüft werden , um sie abzubauen , sobald sie durch weniger be­
     denkliche Behandlungsverfahren ersetzt werden können.
     Artikel 5
     Diese Bestimmung schließt vom Anwendungsbereich der Richtlinie Pflanzen­
      schutzmittel aus , die fiir Forschung^- oder analytische Zwecke bestimmt
      sind, oder auch für die Ausfuhr in dritte Länder , da diese ihre eigene
     Gesetzgebung haben .
      Artikel 6
      Nach den Bestimmungen dieses Artikels werden auf Grund der Entwicklung
      der wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse notwendig werdende
      Änderungen des Anhangs nach dem Verfahren des Ständigen Ausschusses fir
      Pflanzenschutz vorgenommen . Dieser Artikel legt gleichzeitig die Voraus­
      setzungen für die Aufnahme weiterer Wirkstoffe in den Anhang fcct . Es
      sind dies eine Gefahr fiir die Gesundheit von Menschen oder Tieren oder
      ein unannehmbar nachteiliger Einfluß auf die Umwelt .
      Artikel 7
      Bei dieser Bentimmimg handelt es sich um eine besondere Ausnohmeklausel ,
      welche die Mitgliedstaaten in die Lage versetzt , vorabergehend das Inver-
      kehrbringen und die Anwendung bestimmter verbotener Pflanzenschutzmittel
       zu gestalten , wenn sie sich einer unvorhersehbaren Gefahr für die Pflan-
       zenerzeugung gegenübergestellt sahen , die mit anderen Mitteln nicht über­
       brückt werden kann . Dies kann z.B. bei einem schwerwiegenden Befall mit
       einem neu auftretenden Schadorganismus der Fall sein , der gegen andere
       Pflanzenschutzmittel resistent ist .
       Artikel 8
       Diese Bestimmung legt das Verfahren des Ständigen Ausschusses für Pflan-
       zenschutz im Rahmen dieser Richtlinie fest . Es entspricht den früheren
       Vorschlägen der Kommission in ähnlichen Fällen .
III . Anhörung der interessierten Kreise
       Dieser Richtlinienvorschlag ist unter Mitarbeit von Regierungssachver-
       ständigen auf dem Gebiete der Landwirtschaft , der öffentlichen Gesund­
       heit und des Umweltschutzes und nach Anhörung der betreffenden Herstel-
       ler-Handels- und Verbraucherorgani Sektionen erstellt worden . Bei der
       Ausarbeitung sind auch bestehende internationale Empfehlungen auf dem
       Sachgebiet herangezogen worden .
 IV. Anhörung des Europäischen Parlaments und des Wirtschafts - und Sozial-
       auGSChunses
       Das Europäische Parlament und der Wirtschafts- und Sozialausschuß müssen
       in Anwendung von Artikel 100 des Vertrags angehört werden , weil die Durch­
       führung dieser Richtlinie eine Änderung von gesetzlichen Bestimmungen in
       einem oder mehreren Mitgliedstaaten zur Folge hat .
 ---pagebreak--- Vorschlag ftir eine Richtlinie des Raten über cbv« Verbot . des Inverkehr-
bringens und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln , die bestimmte Wirkstoffe
 enthalten           ■                      .          '
DUR II/VT DJiH EUROPÄISCHEN GltfffilNSCIIAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemein­
schaft , insbesondere auf Artikel 100,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtsohafts - und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Die Pflanzenerzeugung nimmt in den Europäischen Gemeinschaften einen sehr
wichtigen Platz ein .
Der Erfolg der Pflanzenerzeugung ist ständig durch Schrul Organismen und
Unkräuter bedroht , und es ist unbedingt erforderlich , Pflanzen und Pfl.-n–
zenerzeugnisoe gegen diese Gefahren zu schützen , um eine Ertragsminderung
zu verhindern und dadurch die Versorgung sicherzustellen .
Eines der wichtigsten Mittel zum Schutz>e der Pflanzen und Pflanzenerzeug-
nisse und damit zur Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft ist der
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln .
Diese Pflanzenschutzmittel haben nicht nur nützliche Auswirkungen auf die
Pflanzenerzeugung , sie bringen auch Risiken für Menschen und die Umwelt
mit sich , weil es sich zumeist um giftige Stoffe oder Zubereitungen mit ge­
fährlicher Wirkung handelt .
Diese Risiken sind bei bestimmten Pflanzenschutzmitteln BO groß , daß ihre
Verwendung ganz oder teilweise nicht hingenommen werden kann .
Eine Reihe von Mitgliedstaaten hat deshalb nicht nur die Zulassung von
Pflanzenschutzmitteln zum Verkehr geregelt , sonderen auch für bestimmte
Pflanzenschutzmittel Verwendungobeschränkungen oder Verwendungsverbote
ausgesprochen , die gleichzeitig den Verkehr mit diesen Erzeugnissen erfassen .
Diese Vorschriften sind in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich , und
sie haben Handel shemmnisse zur Folge , die sich unmittelbar auf die Errich­
tung und das Punktionnieren des Gemeinsamen Marktes auswirken .
Es erscheint deshalb wünschenswert , diese Hemmnisse duroh eine Angleichung
der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten zu beseitigen ,
 ---pagebreak---                                       - 2 -
Als Grundsatz erscheint eo daher gerechtfertigt , Vorwendungsverböte für
alle diejenigen Pflanzenschutzmittel auszusprechen , die Wirkstoffe ent­
halten , welche , selbst bei sachgerechter Anwendung für den beabsichtigten
Zweck eine Gefahr fiir die Gesundheit von Menschen oder Tieren darstellen ,
oder die einen unannehmbar nachteiligen Einfluß auf die Umwelt haben .
Für einige dieser Pflanzenschutzmittel können jedoch in beschränktem I-Iaße
fir diejenigen Verwendungszvjecke nationale Auanahmen zugelassen werden , bei
denen aus ökologischen Gründen ein besondere « Bedürfnis für die Verwendung
und eine geringere Gefahrenlage als bei den sonstigen bisherigen Verwen­
dungen besteht .
Auqh diese Ausnahmen sollen abgebaut werden , sobald noch weniger bedenk] ich o
Behandlungsverfahren zur Verfügung stehen . Deshalb Vierden auch eini-c der
Ausnahmen befristet .
Andererseits ist es geboten , den Mitgliedstaaten ein beschränktes Recht
einzuräumen,' bei einer unvorhersehbaren Gefahrenlage für die Pflanzener-
sen^rng , die mit anderen Mitteln nicht überbrückt werden kann , Vcn/endungs-
v " iote vorübergehend in eigener Verantwortung zu suspendieren .
Die Richtlinie klammert alle Pflanzenschutzmittel aus , die zu Forschungs-
und analytischen Zwecken bestimmt sind.
Da außerdem in dritten Ländern im allgemeinen andere Vorschriften gelten ,
ist es nicht angebracht , die Gemeinschaftsregelung auf Pflanzenschutzmittel
anzuwenden , die zur Ausfuhr in diese Länder bestimmt sind.
Die Anwendung der Richtlinie und die Anpassung des Anhangs an die Entwick­
lung der technischen und Wissenschaft liehen Erkenntnisse erfordert eine enge
Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten . Hierfür
bietet das Verfahren des Ständigen Ausschusses für Pflanzenschutz eine
brauchbare Grundlage –
                       «
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
                                    Artikel 1
Diese Richtlinie betrifft das Verbot        des Inverkehrbringens und der An­
wendung von Pflanzenschutzmitteln, die bestimmte Wirkstoffe enthalten .
                                    Artikel 2 .
Es oind
 1 « Pflanzenschutzmittel
     Wirkstoffe und Zubereitungen , die einen oder mehrere Wirkstoffe ent-
   - halten und die dazu bestimmmt sind »                r.' .,.
 v - 1.1 Schadorganismen der Pflanzen und der Pflanzenerzeugnisse zu vernich­
          ten oder ihrer Einwirkung vorzubeugen , soweit diese Stoffe oder Zu­
          bereitungen nicht in den folgenden Vorschriften definiert werden )
     1.2 die LebensVorgänge von Pflanzen zu beeinflussen ohne ihrer Ernäh-
        ■ rung zu dienen t
 ---pagebreak---       1.3 Pflanz onerzeugnisse zu konservieren , soweit keine besonderen Vor­
           schriften des Rates und der Kommission für konservierende Stoffe be­
           stehen )
      1.4 unerwünschte Pflanzen zu vernichten ; oder
      1.5 Pflanzenteile zu vernichten oder gegen ein unerwünschtes Wachstum von
           Pflanzen vorzubeugen .
2 . Stoffe
      Chemische Elemente und deren Verbindungen , wie sie natürlich vorkommen
      oder wie sie in der Produktion anfallen .
3 . Zub er e i t ungen
      Gemenge , Gemische und Lösungen , die aus zwei oder mehreren Stoffen oder
      aus Mikroorganismen oder Viren al8 antiparasitäre Wirkstoffe bestehen .
4 . Wirkstoffe                    •
      Stoffe , Mikroorganismen und Viren mit allgemeiner oder spezifischer
      Wirkung
      4.1 gegen Schadorganismen , oder
      4.2 auf Pflanzen , Pflanzenteile oder Pflanzenerzeugnisse .
5 . Pflrnr. en
      Lebende Pflanzen und lebende Teile von Pflanzen einschließlich der
      frischen Früchte und der Samen .
6 . Pflanzcnerzeugniose
      lürzeugnicse pflanzlichen Ursprungs , Tinverarbeitet oder durch einfache
      Verfahren , wie Mahlen , Trocknen oder Pressen bearbeitet , soweit sie
      nicht Pflanzen im Sinne von Nummer 5 Bind. \
7 • S chadorgan ion en
      Schädlinge der Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse tierisoher oder pflanz­
      licher Art , sowie Viren .
8 . Tiere
      Tiere von Arten , die üblicherweise von Menschen gefüttert und gehalten
      oder verzehrt werden .
9 » Inverkehrbringen
      Jede entgeltliche oder unentgeltliche Abgabe .
                                       Artikel 3
Die Mitglied .taaten stellen sioher , daß Pflanzenschutzmittel , die einen oder
mehrere der im Anhang aufgeführten Wirkstoffe enthalten , weder in den Verkohr
gebracht noch angewendet werden dürfen .
                                       Artikel 4
 ( l ) Die Mitgl.iestan.ten werden ermächtigt , in ihrem Gebiet den Verkehr oder
        die Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel , welche einen oder mehrere
        der im Anhang aufgeführten Wirkstoffe enthalten, in Abweichung von
 ---pagebreak---       Artikel ?» in den in Spalte 2 des Atvhange, gewannten Fällen zu gestatten »
      sofern die in Spalte 3 vorgesehenen Endtermine beachtet werden*
(2 ) Die Mitgliedstaaten setzen die anderen Mitglie-igtaaten und di9 Kommission
      von der Anwendung des Absatzes 1 in Kenntnis «
                                         Artikel 5
Diese Richtlinie gilt nicht für Pflanzenschutzmittel , die             *
a ) zu Forschungs- oder analytischen Zwecken oder
b ) zur Ausfuhr nach dritten Ländern
bestimmt sind .
                                         Artikel 6
(1 ) Auf Grund der Entwicklung der wissenschaftlichen und technischen Erlccnnt-
      nisae notwendig werdende Änderungen des Anhangs worden nach dem Verfaliren
      des Artikel 8 vorgenommen .
(2 ) Ein Wirkotoff wird im Anhang aufgeführt , wenn selbst bei sachgerechter
      Anwendung für den beabsichtigten Zweck zu besorgen ist , daß seine Anuendiur*
      a ) eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen oder Tieren darstellt , oder
      b ) einen unannehmbar nachteiligen Einfluß auf die Unweit hat .
                                         Artikel 7
 (l ) Erscheint in einem Mitgliodctaat die Anwendung eines Plfansenschutsmittelc ,
       das einen oder mehrere der im Anhang aufgeführten Wirkstoffe enthält ,
       auf Grund einer unvorhersehbaren Geführdung für die Pflanzenerzeugung,
       die mit anderen Mitteln nicht überbrückt werden kann , notwendig , co kann
       der Mit<?liedntaat . das Inverkehrbringen und die Anwendung dieses Pflan­
       zenschutzmittels . vorübergehend bis zu 60 Tagen gestatten. Er unterrichtet
       hiervon unverzüglich die übrigen Mitgliedstaaten und die Kommission .
                       \
  (2) Nach dem Verfuhren d<?« Artikels 8 wird unverzüglich festgestellt , ab
         und gegebenenfalls um er welchen Bedingungen die Maßnahme des Mitglied-
         Staates aufrechterhalt     oder neu gt+.roffen we><ien darf .
                                    >■'.            \ .
                                          Artikel 8 •>
   (l ) Wird auf das in diesem Artikel festgelegte VwXohren Bezug genommen, s\
          befaßt der Vorsitzende unverzüglich den dur Vi L\ochluß des Rates vom
                         eingesetzten Ständigen Ausschuß fiiiWiQnaenBohutZ | ^ fol­ \
          genden "Aucsohuß" genannt# von eich aus oder &yf X-+rag eines Mitglied-
           Staates .                         ■                 \   \,
                                          W
                                          *Λ
                                                                 ■ \
                                                                 '    Ν
    (2 ) In dem Ausschuß werden die Stimmen der Mitglie&staatei* v>ch Artikel 148
           Absatz 2 des Vertrages gewogen. Cor Vorsitzende nimmt ai, -j\>r Abstimmung
        , nioht teil »                         \s                           '-^V
                                           ■   .% ν,;
                                                ;a.     "•                       s\
                                                  \        V ■          . /        ^
                                                            •• v,     . /        . V
 ---pagebreak---                                          - 5 -
  ( 3 ) Der Vertreter der Kommission unterbreitet einen Entwurf für die zu tref­
        fenden Maßn?hmen . Der Ausschuß nimmt zu diesen Maßnahmen innerhalb einer
        Frist Stellung , die der Vorsitzende entsprechend der Dringlichkeit der
        zu prüfenden Fragen bestimmen kann . Die Stellungnahme kommt mit einer
        Mehrheit von einundvierzig Stimmen zustande .
  (4 ) Die Kommission erläßt die Maßnahmen und sioht sofort deren Anwendung vor »
        wenn sie der Stellungnahme des Ausschusses entsprechen . Entonrechen sie
        der Stellungnahme des Ausschusses nicht odor ist keine Stellungnahme
        ergangen , so schlägt die Kommission dem Rat alsbald die zu treffenden
        Maßnahmen vor . Der Rat erläßt die Maßnahmen mit qualifizierter Mehrheit .
        Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten keine Maßnahmen
        beschlossen , so trifft die Kommission die von ihr vorgeochlagcncne Maß­
        nahmen und Bieht sofort deren Anwendung vor .
                                       Artikel 9
  ( 1 ) Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Rechts - und VcrwaJ tunga-
        vorschriften in Kraft , um den Bestimmungen dieser Richtlinie und ihrer
        Anlage spätestens bis zum 1 . Januar 1978 nachzukommen .
        Sie setzen die Kommission hiervon unverzüglich in Kenntnis .
  ( 2 ) Nach Bekanntgabe dieser Richtlinie unterrichten die Mitgliedsstaaten die
        Kommission so rechtzeitig von allen Entwürfen der Rechts– und Vorwal - .
        tungsvorschriften , die Bie auf dem von dieser Richtlinie erfaßten Oebiet
        zu erlassen beabsichtigen , daß diese sich hierzu äußern kann .
                                        Artikel 10    \
. Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
                                                            \
 ---pagebreak---                                                                   Λΐ'ΠΙΛΓΤΟ
"            CO                           (2)
 Bezeichnung des Wirk–            Nach den Bestimmungen des           Geltungsdauer der
  Btoffa oder der Wirk­           Artikels 4 zulässige Verwen­        Ermächt igtuig
 st offgruppe                     dungszwecke
 1 . Quecksilberoxyd              zum Kelchfäuleanstrich an
                                  Obstbäumen
 2 . Sonstige anorganische
      Quecks i lb erver bindungen
  3 » Alkvlquecksilberver–        (a) zur Tauchbehandlung von
      bindungen                         Knollen und Pflanzkar-
                                        toffeln
                                  (b ) zur Behandlung von Ba-
                                        siscaatgut und Vorstufen–
                                        saatgut von Getreide ,
                                        außer Mais
 4 * Alkojyalkyl - und Aryl–      ( a ) zum Kelchfäuleanstrich an
      quecksilberverbindungen           Obstbäumen
                                  (b ) zur Tauchbchandlung von
                                        Knollen und Pflanzkar-
                                        toffeln
                                  ( c ) zur Behandlung von Saat­
                                        gut von Getreide , Beta ,
                                        Lein und Raps
 5 » Aldrin                       zur Bodenbehandlung gegen           bis zum 31 * Dezem­
                                  Otiorrhyncus in Gärtnereien ,       ber 1979
                                  sowie bei Erdbeeren und Zier­
                                  pflanzen , und im Weinbau
 6 . Chlordan
 7 . Dieldrin                     zur Bodenbehandlung gegen          bis zum 31 « Dezem­
                                  Otiorrhvncus in Gärtnereien ,       ber 1979
                                  sowie bei Erdbeeren und Zier- j
                                  pflanzen , und im Weinbau
 8 . DDT
  9 . Endrin
                                  als Akarazid bei Zyklamen undj bis zum 31 » Dezem-
                                  Veimehrungsgut von Erdbeeren ,     bor 1979
10# IICH mit weniger als
      99.0 °/o Gamma–Isomer-
      Gehn.lt
11 . Hoptachlor
12 . Hoxachlorbenzol