CELEX: 22000A0104(01)
Language: de
Date: 2000-10-10 00:00:00
Title: Vereinbarung zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Regierung Vietnams über die Betrugsbekämpfung im Handel mit Schuhen

Avis juridique important

|

22000A0104(01)

Vereinbarung zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Regierung Vietnams über die Betrugsbekämpfung im Handel mit Schuhen  

Amtsblatt Nr. L 001 vom 04/01/2000 S. 0013 - 0016

VEREINBARUNGzwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Regierung Vietnams über die Betrugsbekämpfung im Handel mit SchuhenDIE EUROPÄISCHE GEMEINSCHAFTeinerseits undDIE REGIERUNG VIETNAMSandererseits,nachstehend "Vertragsparteien" genannt,IN DEM WUNSCH, im Hinblick auf eine ständige Zusammenarbeit unter Bedingungen, die Gewähr für die Sicherheit des Handels bieten, die ungestörte und ausgewogene Entwicklung des Handels mit Schuhen zwischen der Europäischen Gemeinschaft (nachstehend "Gemeinschaft" genannt) und der Regierung Vietnams (nachstehend "Vietnam" genannt) zu fördern,IN ANERKENNUNG der Bedeutung der Ausfuhr von Schuhen für die fortschreitende Entwicklung der Wirtschaft Vietnams sowie der Notwendigkeit sicherzustellen, daß die Vorteile eines uneingeschränkten Zugangs zum Markt der Europäischen Gemeinschaft und gegebenenfalls zum Allgemeinen Präferenzschema der EG Schuhen mit Ursprung in Vietnam vorbehalten sind,ENTSCHLOSSEN, in angemessener Weise gegen betrügerische Ursprungserklärungen dritter Parteien vorzugehen, die sich nachteilig auf das Ausfuhrpotential, die Beschäftigung und die Wertsteigerung vietnamesischer Schuhhersteller auswirken,EINGEDENK der Ziele und Bestimmungen des am 17. Juli 1995 in Brüssel unterzeichneten Kooperationsabkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und Vietnam,SIND WIE FOLGT ÜBEREINGEKOMMEN:Artikel 1Diese Vereinbarung gilt für Waren des Kapitels 64 des Harmonisierten Systems, nachstehend "Schuhe" genannt, die aus Vietnam in die Gemeinschaft ausgeführt werden.Artikel 2Für die Einfuhren der Waren gemäß Artikel 1 in die Gemeinschaft, die im Sinne der in den einschlägigen gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften festgelegten Ursprungsregeln ihren Ursprung in Vietnam haben und die den Bestimmungen dieser Vereinbarung entsprechen, gelten keine mengenmäßigen Beschränkungen.Artikel 3Um gegen betrügerische Praktiken vorzugehen, treffen die Vertragsparteien folgende Verwaltungsabsprachen.1) Vietnam stellt automatisch Ausfuhrbescheinigungen gemäß den geltenden vietnamesischen Rechtsvorschriften für die Ausfuhren der Schuhe gemäß Artikel 1 aus. Die Waren müssen im Sinne der in den einschlägigen Rechtsvorschriften der Gemeinschaft festgelegten Ursprungsregeln ihren Ursprung in Vietnam haben. Die Form der Ausfuhrbescheinigung ist in Anhang I festgelegt; der Vordruck ist nach dem Muster in Anlage A zu Anhang I auszufuellen. Das Original jeder Ausfuhrbescheinigung ist von einem von der Regierung Vietnams bestellten Vertreter zu unterzeichnen.2) Vietnam übermittelt der Kommission der Europäischen Gemeinschaften Namen und Anschrift der für die Ausstellung der Ausfuhrbescheinigungen zuständigen Behörden zusammen mit den von diesen verwendeten Stempelabdrücken und Unterschriftenproben. Vietnam informiert die Kommission über alle Änderungen der vorgenannten Angaben.3) Für die Waren gemäß Artikel 1 stellen die zuständigen Behörden der Europäischen Gemeinschaft bei Vorlage des Originals der von den zuständigen vietnamesischen Behörden ausgestellten Ausfuhrbescheinigung automatisch eine Einfuhrbescheinigung zur Überführung der betreffenden Waren in den zollrechtlich freien Verkehr aus. Die Einfuhrbescheinigungen werden innerhalb von fünf Arbeitstagen nach Antragstellung ausgestellt.4) Vietnam verpflichtet sich, innerhalb von sechs Arbeitstagen nach der Ausstellung jeder Ausfuhrbescheinigung die auf den genannten Ausfuhrbescheinigungen gemachten Angaben über die Waren zu übermitteln. Dies erfolgt über eine elektronische Verbindung zwischen den zuständigen vietnamesischen Behörden und dem in der Gemeinschaft eingerichteten "Système Intégré de Gestion de Licences" (nachstehend "SIGL" genannt).5) Im Falle erheblicher und unbegründeter Abweichungen zwischen den Informationen, die elektronisch über das SIGL übermittelt werden, und den Angaben auf den Ausfuhrbescheinigungen, die den zuständigen Behörden der Europäischen Gemeinschaft vorgelegt werden, kann jede Vertragspartei Konsultationen nach Artikel 6 dieser Vereinbarung beantragen, um die Gründe für diese Abweichungen zu ermitteln. Sollten diese Abweichungen auf die betrügerische Umladung von Waren nichtvietnamesischen Ursprungs zurückzuführen sein, so vereinbaren die Vertragsparteien geeignete Abhilfemaßnahmen.Artikel 4Das vietnamesische Ursprungszeugnis für das Allgemeine Präferenzschema der Gemeinschaften wird von der zuständigen vietnamesischen Regierungsbehörde in Übereinstimmung mit den entsprechenden gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften ausgestellt.Artikel 5(1) Im Hinblick auf die Gewährleistung der ordnungsgemäßen Anwendung dieser Vereinbarung kommen die Gemeinschaft und Vietnam überein, uneingeschränkt zusammenzuarbeiten, um Betrug durch Umladung, Umleitung, falsche Angabe des Ursprungslandes oder Ursprungsorts, Fälschung von Papieren, falsche Angaben über Mengen, Warenbezeichnung oder Tarifierung oder auf andere Weise zu verhüten bzw. aufzudecken und die notwendigen rechtlichen und/oder administrativen Maßnahmen gegen solche Praktiken zu treffen. Dementsprechend vereinbaren Vietnam und die Gemeinschaft, die notwendigen Rechtsvorschriften und Verwaltungsverfahren festzulegen, um ein wirksames Vorgehen gegen solche betrügerischen Praktiken zu ermöglichen; dazu gehört auch die Einführung von rechtsverbindlichen Sanktionen gegen die an solchen Praktiken beteiligten Ausführer und/oder Einführer.(2) Gelangt die Gemeinschaft aufgrund der verfügbaren Angaben zu der Auffassung, daß ein Betrug vorliegt, so führt sie Konsultationen mit Vietnam durch, um zu einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung zu gelangen. Diese Konsultationen finden gemäß dem in Artikel 6 festgelegten Verfahren statt.(3) Gemäß den einschlägigen gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften ist die Gemeinschaft im Falle von nachweislich betrügerischen Praktiken berechtigt, die Einfuhr der betreffenden Waren zu verweigern.(4) Die Konsultationen gemäß diesem Artikel stehen dem freien Warenverkehr nicht entgegen, außer wenn Beweise für betrügerische Praktiken erbracht wurden.(5) Die Vertragsparteien kommen überein, ein System der administrativen Zusammenarbeit einzuführen, um Probleme im Zusammenhang mit betrügerischen Praktiken zu verhüten bzw. nach Maßgabe der Bestimmungen dieser Vereinbarung wirksam zu lösen.Artikel 6(1) Sofern nichts anderes bestimmt ist, gelten für die in dieser Vereinbarung genannten besonderen Konsultationsverfahren folgende Bestimmungen:- Der anderen Vertragspartei werden Konsultationsanträge schriftlich mitgeteilt.- Innerhalb von 15 Tagen nach der Unterrichtung über den Konsultationsantrag wird eine Begründung übermittelt, die nach Auffassung der antragstellenden Vertragspartei die Einreichung eines Antrags rechtfertigt.- Die Vertragsparteien nehmen die Konsultationen spätestens innerhalb eines Monats nach der Unterrichtung auf mit dem Ziel, spätestens innerhalb eines weiteren Monats zu einer Übereinstimmung oder einer für beide Seiten annehmbaren Lösung zu gelangen.(2) Gegebenenfalls finden auf Antrag einer Vertragspartei Konsultationen über alle Probleme im Zusammenhang mit der Durchführung dieser Vereinbarung statt. Konsultationen aufgrund dieses Artikels werden im Geiste der Zusammenarbeit und in dem Bestreben um Beilegung der Differenzen zwischen den Vertragsparteien geführt.Artikel 7(1) Diese Vereinbarung tritt am ersten Tag des Monats in Kraft, der auf den Tag folgt, an dem beide Vertragsparteien einander über den Abschluß der hierzu erforderlichen rechtlichen Verfahren unterrichtet haben.Bis dahin findet sie ab 1. Januar 2000 auf der Grundlage der Gegenseitigkeit vorläufig Anwendung, sofern sie nicht vorher in Kraft tritt.(2) Diese Vereinbarung gilt für einen Zeitraum von zwei Jahren. Danach wird ihre Anwendung stillschweigend für ein Jahr verlängert, außer wenn eine Vertragspartei der anderen Vertragspartei sechs Monate vor dem Außerkrafttreten dieser Vereinbarung schriftlich mitteilt, daß sie der Verlängerung nicht zustimmt.(3) Jede Vertragspartei kann jederzeit Konsultationen nach Artikel 6 vorschlagen, um Änderungen dieser Vereinbarung zu vereinbaren.(4) Jede Vertragspartei kann diese Vereinbarung jederzeit durch schriftliche Notifizierung der anderen Vertragspartei kündigen. Diese Vereinbarung tritt sechs Monate nach dem Tag dieser Notifizierung außer Kraft.(5) Anhang I und Anlage A zu Anhang I sind Bestandteil dieser Vereinbarung.Artikel 8Diese Vereinbarung ist in dänischer, deutscher, englischer, finnischer, französischer, griechischer, italienischer, niederländischer, portugiesischer, schwedischer, spanischer und vietnamesischer Sprache abgefaßt, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist.Für die Europäische GemeinschaftFür die Regierung VietnamsANHANG I>PIC FILE= "L_2000001DE.001502.EPS">Anlage A zu Anhang I>PIC FILE= "L_2000001DE.001602.EPS">