CELEX: 51987PC0432
Language: de
Date: 1987-09-28
Title: Vorschlag für eine EMPFEHLUNG DES RATES AN DIE MITGLIEDSTAATEN über die Entwicklung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen in der Gemeinschaft (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (87) 432
Vol. 1987/0228
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
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Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                                KOM(87 ) 432 endg .
                                                             Brüssel , den 2§. September 1987
                                Vorschlag für eine
                  EMPFEHLUNG DES RATES AN DIE MITGLIEDSTAATEN
         über die Entwicklung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen
                                in der Gemeinschaft
                         ( von der Kommission vorgelegt )
                               И         * ОП, ®8?     ^ Ш
                               p v.  So,
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                                                         13
                                                          £5J
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K0M(87 ) 432 endg .
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                                                                   (Xrvw
                      DIE WEITERENTWICKLUNG DER NUTZUNG
                         ERNEUERBARER ENERGIEQUELLEN
                              IN DER GEMEINSCHAFT
                                     INHALT
                                                                       Sei te
      ZUSAMMENFASSUNG                                                      3
II .  EINLEITUNG - ZWECK DES VORSCHLAGS                                    5
II .  GEGENWÄRTIGE SITUATION ; HINDERNISSE , WIRTSCHAFTLICHE ASPEKTE
      UND ANDERE FAKTOREN IM ZUSAMMENHANG MIT DER WEITERENTWICKLUNG
      DER ERNEUERBAREN ENERGIEQUELLEN                                      6
III . SEKTORALE ANALYSE                                                    8
      - Sonnenenergie - thermische Nutzung                               10
      - Sonnenenergie - Photovoltaik                                     12
      - Energetische Nutzung von Biomasse und Abfällen                   13
      - Erdwarme                                                         15
      - Windenergie                                                      17
      - Wasserkraft                                                      18
IV .  SCHLUSSBETRACHTUNGEN                                               19
                                          * * *
      VORSCHLAG FÜR EINE EMPFEHLUNG DES RATES AN DIE                     22
      MITGLIEDSTAATEN ÜBER DIE WEITERENTWICKLUNG DER
      NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEQUELLEN .
                                          * * *
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                                     ZUSAMMENFASSUNG
                   DIE WEITERENTWICKLUNG DER NUTZUNG ERNEUERBARER
                           ENERGIEQUELLEN IN DER GEMEINSCHAFT .
                                           UND
                        VORSCHLAG FÜR EINE EMPFEHLUNG DES RATES
   1. Der Rat " Energie " hat am 26 . November 1986 eine Entschließung angenommen ,
■=    in der er die Notwendigkeit eines gemeinschaftlichen Vorgehens zur
      Förderung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen anerkennt . Ferner
      forderte er die Kommission auf , Maßnahmen zur Stimulierung der Nutzung
      erneuerbarer Energiequellen vorzubereiten sowie regelmäßig über die
      Entwicklung auf diesem Gebiet Bericht zu erstatten .
   2. Die vorliegende Mitteilung ist das erste konkrete Ergebnis in diesem
      Zusammenhang . Sie gibt einen Überblick über den Stand der Technik bei den
      erneuerbaren Energiequellen , die das Stadium der wirtschaftlichen
      Durchführbarkeit erreicht haben oder demnächst erreichen werden
      ( Sonnenenergie , energetische Nutzung von Biomasse und Abfällen , Erdwärme ,
      Windenergie und Wasserkraft mit geringer Leistung ). Sie behandelt ferner
      die Hindernisse , die einer stärkeren Nutzung im Wege stehen und schlägt
      Maßnahmen zu ihrer Überwindung vor .
   3. Abgesehen von der Tatsache , daß für bestimmte Anwendungen die Technologien
      noch nicht ausgereift sind, sind die Haupthindernisse : mangelndes Wissen
      der Entscheidungsträger darüber , was heute technisch und wirtschaftlich
      durchführbar ist ; das Fehlen attraktiver Tarife für Strom aus erneuerbaren
      Energiequellen beim Verkauf an das öffentliche Netz ; sowie das Fehlen
      gemeinsamer Grundlagen für die Zertifizierung der technischen Ausrüstung ,
      was Handelshemmnisse für die technische Ausrüstung erneuerbarer
      Energiequellen auf dem Binnenmarkt schafft . Ferner müssen die
      Verwaltungsvorschriften vereinfacht werden .
   4. Im Jahre 2000 könnten erneuerbare Energiequellen 5 oder 6 % der
      Energieversorgung der Gemeinschaft ausmachen . Dies ist jedoch nur möglich ,
      wenn Hindernisse abgebaut und diese Energien in angemessenem Maße
      gefördert werden . Eine solche Unterstützung ist unbedingt erforderlich ,
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   denn erneuerbare Energiequellen sind einheimische Energiequellen , die auf
   längere Sicht einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung nicht nur
   in der Gemeinschaft sondern auch in Entwicklungsländern leisten könnten .
5. Die Mitteilung enhält ferner einen Entwurf für eine Empfehlung des Rates .
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I.     EINLEITUNG ~ ZWECK DES VORSCHLAGS
       1.  Mit der Annahme der Entschließung über eine Orientierung der
      ■ .  Gemeinschaft für die Weiterentwicklung der neuen und erneuerbaren
                           (1 )
           Energiequellen       im November 1986 hat der Rat die Notwendigkeit
           unterstrichen , die Nutzung dieser Energiequellen in der Gemeinschaft
           auf angemesssene Weise weiterzuentwickeln .
       2.  Der Rat hat insbesondere die im Rahmen einer Gemeinschaftsorientierung
           zu verfolgenden Ziele definiert , insbesondere :
           - Optimierung der Nutzung der erneuerbaren Energiequellen in der
             Gemeinschaft unter Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen
             Lebensfähigkeit und ihrer Verfügbarkeit in jedem Mitgliedstaat ;
           - optimale Ausnutzung der Bemühungen um die Weiterentwicklung der
             Nutzung dieser Quellen , wobei Doppelarbeit vermieden und umfassende
             Verbreitung der Ergebnisse überall in der Gemeinschaft gesichert
             werden muss ;
           - Gewährleistung der Konzertierung auf Gemeinschaftsebene im Hinblick
             auf die Kohärenz der nationalen Aktionen zur Weiterentwicklung
             dieser Quellen ;
           - Erarbeitung von Aktionen auf Gemeinschaftsebene zur Förderung des
             Einsatzes dieser Quellen ;
           - Erleichterung der industriellen Zusammenarbeit in verschiedenen
             Bereichen der erneuerbaren Energiequellen und Erweiterung der Märkte
             innerhalb der Gemeinschaft .
       3.  Der vorliegende Vorschlag soll eine erste Empfehlung im Hinblick auf
           die Erreichung der in der obengenannten Entschließung aufgeführten
           Ziele sein . Die Empfehlung gilt für alle erneuerbaren Energiequellen .
           Ferner führt die Kommission die in der Orientierung der Gemeinschaft
                                                                                  (2)
           für die Weiterentwicklung der neuen und erneuerbaren Energiequellen
( 1 ) ABI . C 316 vom 1.12.1986 .
( 2 ) Dok . KOM ( 86 ) 12 vom 23.1.86 - Im Rahmen der in der obengenannten
       Orientierung vorgesehenen Arbeiten hat die Kommission die Aufnahme einer
       neuen Haushaltslinie "Unterstützung von Tätigkeiten auf dem Gebiet der
       erneuerbaren Energien" in den Haushalt 1988 vorgeschlagen .    Da 1988 das
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         vorgesehen Arbeiten weiter und beabsichtigt , dem Rat sektorale
         Vorschläge zu jeweils einer der Energiequellen vorzulegen .
     4.  Der vorliegende Vorschlag befasst sich mit denjenigen erneuerbaren
         Energien , die beim gegenwärtigen Stand der technologischen Entwicklung
         eine konkretere Aussicht haben, sich auf dem Energiemarkt
         durchzusetzen . Es handelt sich um folgende Energien :
         - Sonnenenergie , thermische Nutzung und Photovoltaik ;
         - energetische Nutzung von Biomasse und Abfällen ;
         - Erdwarme ;
         - Windenergie ;
         - Wasserkraft , insbesondere Wasserkraft mit geringer Leistung .
II . GEGENWÄRTIGE SITUATION , HINDERNISSE , WIRTSCHAFTLICHE ASPEKTE UND ANDERE
     FAKTOREN IM ZUSAMMENHANG MIT DER WEITERENTWICKLUNG DER ERNEUERBAREN
     ENERGIEQUELLEN
     5.  Zur Beurteilung der gegenwärtigen Situation in der Gemeinschaft auf
         dem Gebiet der Weiterentwicklung des Einsatzes erneuerbarer
         Energiequellen und gemäß der auf der Tagung des Rates " Energie " vom
         26 . November 1986 eingegangenen Verpflichtung   hat die Kommission im
         März 1987 eine Sitzung der wissenschaftlichen und technischen Berater
         der Mitgliedstaaten für erneuerbare Energiequellen einberufen . Diese
         Sitzung ermöglichte es der Kommission , Informationen über die
         Prioritäten in den einzelnen Mitgliedstaaten , den Stand der Technik ,
         Perspektiven , Potential , Hindernisse und laufende Programme zu
         erhalten . Diese Informationen sind Gegenstand eines detaillierten
         Berichtes .
     erste Jahr ist , sind Mittel vor allem für Unterstützungsaktionen beantragt
     worden , z.B. Informationsaustausch und -Verbreitung , Ausarbeitung von
     Studien , Herausziehung von Beratern .
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      6.   Die wichtigsten Aspekte der gegenwärtigen Situation und der
           Perspektiven in den einzelnen Mitgliedstaaten können wie folgt
           zusammengefaßt werden :
           6.1 . In allen Mitgliedstaaten gibt es mehr oder weniger umfassende
                 Aktionen zur Unterstützung der Weiterentwicklung erneuerbarer
                 Energiequellen ( mit Ausnahme von Luxemburg , das aufgrund seiner
                 besonderen Lage seine Bemühungen auf die Energieeinsparung
                 richtet ). Die Hindernisse , die sich dieser Entwicklung in den Weg
                 stellen , sind unterschiedlich . Es handelt sich um technische
                 oder wirtschaftliche , jedoch häufig auch um juristische oder
                 institutionelle Hindernisse . In den einzelnen Mitgliedstaaten
                 werden , vor allem aufgrund der geographischen Bedingungen ,
                 unterschiedliche Prioritäten gesetzt , insbesondere was die
                 Sonnenenergie , die Windenergie , die Erdwärme und die Wasserkraft
                 angeht , während die Weiterentwicklung der energetischen Nutzung
                 der Biomasse und der Abfälle auf allgemeines Interesse stößt .
           6.2 . Bis zum Jahre 2000 dürfte der Beitrag der erneuerbaren
                 Energiequellen zur Energieversorgung der Mitgliedstaaten noch
                 relativ bescheiden sein (2 bis 6 %, je nach Mitgliedstaat ). Auf
                 längere Sicht könnten die Perspektiven jedoch günstiger sein , je
                 nach der Preisentwicklung für konventionelle Energien und den
                 Anstrengungen , die zur Erreichung der technischen Reife der
                 erneuerbaren Energien unternommen werden . In diesem Zusammenhang
                 muß daran erinnert werden , daß der Rat in seiner Entschließung
                 vom 16 . September 1986 über neue energiepolitische Ziele der
                 Gemeinschaft für 1995 und die Konvergenz der Politik der
                 Mitgliedstaaten ^   ausdrücklich festhält , daß "der Beitrag neuer
                 und erneuerbarer Energiequellen zur Ersetzung traditioneller
                 Brennstoffe spürbar erhöht werden sollte , damit diese
                 Energiequellen einen wirksamen Beitrag zur Gesamtenergiebilanz
                 leisten können ".
                 Ferner hat die Kommission in ihrer Mitteilung an den Rat über
                                      (4)
                 neue Ziele für 1995      als quantitatives Ziel eine Verdreifachung
( 3 ) ABI . Nr . C 241 vom 25.9.86 .
( 4 ) Dok . K0MC85 ) 245 vom 22.5.85 .
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                  des Energiebeitrags der erneuerbaren Energiequellen genannt , und
                  dieses Ziel in ihrer Mitteilung an den Rat      über die
                  Orientierung der Gemeinschaft für die Weiterentwicklung dieser
                  Quellen präzisiert . Danach könnten sie im Jahre 2000 etwa 5 % des
                  Energiebedarfs der Gemeinschaft erreichen ^
            6.3 . Was Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit angeht , haben
                  sich die Entwicklungsbedingungen für erneuerbare Energiequellen
                  in den letzten Jahren aufgrund einer relativ guten Versorgung mit
                  konventionellen Energien und deren Preisentwicklung
                  verschlechtert . Dies gilt vor allem für die thermische Nutzung ,
                  während die Stromerzeugung in bestimmten Fällen wettbewerbsfähig
                  bleibt , insbesondere in abgelegenen Regionen .
III . SEKTORALE ANALYSE
        7.   In diesem Kapitel werden die Hauptmerkmale der behandelten
             erneuerbaren Energiequellen dargestellt , wobei für jede das
             Potential , die Technologien zu ihrer Nutzung , die Marktposition ,
             wirtschaftliche Aspekte und Probleme ihrer Entwicklung aufgeführt
             werden .
        8.   Bestimmte Probleme treten jedoch bei der Weiterentwicklung aller
             erneuerbaren Energiequellen auf .
             8.1 . Das Fehlen von spezifischen Rechtsvorschriften und geeigneten
                    Verwaltungsverfahren für diese Energien stellt häufig eines der
                    Haupthindernisse für ihren Einsatz dar . In den meisten Fällen
                    sind Schwierigkeiten und extrem lange Wartezeiten bei der
                    Nutzungsgenehmigungen die Folge und können von der Durchführung
                    der Vorhaben abhalten .  Nur auf der Basis von spezifischen
                    Vorschriften , die auch Umweltaspekte berücksichtigen , können mit
                    Hilfe von einfachen und zügigen Entscheidungsprozessen
 ( 5 ) Dok . KOM ( 86 ) 12 f vom 23.1.86 .
 ( 6 ) Einschließlich Wasserkraft mit hoher Leistung , ausschließlich Brennholz .
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      Durchsichtigkeit und Beschleunigung der Verfahren erreicht
      werden . Solche Vorschriften sind in mehreren Mitgliedstaaten
      noch nicht vorhanden .
8.2 . Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen setzt voraus , daß diese
      bekannt und erfaßt sind . Die Erfassung dieser Ressourcen in der
      Gemeinschaft ist jedoch nicht zufriedenstellend . Die
      Untersuchungen über Potential und konkrete Einsatzmöglichkeiten
      müssen verbessert werden , um die Möglichkeiten erneuerbarer
      Energiequellen , insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene ,
      besser beurteilen zu können .
8.3 . Diese Energieformen erfordern im allgemeinen bedeutende
      Investitionen , was häufig auf die Tatsache zurückzuführen ist ,
      daß noch nicht mit mengenbedingten Kostensenkungseffekten
      aufgrund eines größeren Markts gerechnet werden kann . Vor allem
      für regionale und kommunale Körperschaften und kleine oder
      mittlere Unternehmen kann sich die finanzielle Belastung als zu
      gross erweisen;außerdem handelt es sich zum Teil um
      Investitionen mit einem gewissen technologischen Risiko .  Zur
      Erleichterung der Entscheidung , Investitionen zur Nutzung
      erneuerbarer Energiequellen vorzunehmen , werden angemessene und
      flexible Finanzierungsmöglichkeiten benötigt .
      Abgesehen davon sind häufig schon die Durchführbarkeitsstudie
      und die technische Vorbereitung zu Beginn des Projekts zu
      kostspielig . Ein System der finanziellen Unterstützung in diesem
      Stadium würde die Entscheidung zur Durchführung eines solchen
      Projekts vermutlich erleichtern .
8.4 . Ein weiteres Problem für alle Energien stellt sich im Hinblick
      auf den freien Verkehr der technischen Ausrüstungen zur Nutzung
      erneuerbarer Energiequellen in der Gemeinschaft dar . Bedeutende
      Anstrengungen müßten unternommen werden , um gemeinsame
      Zulassungskriterien und damit einen größeren und rationeller
      funktionierenden Markt zu erreichen .
8.5 . Die wirtschaftliche Situation von Projekten zur Stromerzeugung
      aus erneuerbaren Energiequellen ist im übrigen durch die
      vertraglichen Beziehungen mit den öffentlichen
 ---pagebreak---       Elektrizitätszeugern bzw . Versorgern bestimmt , in deren Netz ein
      Teil oder die Gesamtheit des erzeugten Stroms fließt . Diese
      vertraglichen Beziehungen müssen stabil und ausgewogen sein ,
      und , soweit möglich , wirtschaftlich annehmbare
      Zukunftsaussichten bieten .
8.6 . Schließlich wird der Anteil erneuerbarer Energiequellen in den
      Energiebilanzen nicht korrekt widergegeben , da es noch kein
      einschlägiges statistisches Erhebungssystem gibt . Die
      verfügbaren Informationen sind aufgrund der geographischen
      Streuung , der Komplexität des Gegenstands und der beteiligten
      Stellen lückenhaft und unvollständig . Die methodologischen
      Probleme einer Aufnahme der erneuerbaren Energiequellen in ein
      Energiebilanzsystem sollten genau geprüft werden , damit
      zufriedenstellende statistische Methoden gefunden werden können .
Sonnenenergie - Thermische Nutzung
9.1 . über den möglichen Beitrag der Sonnenenergie zur Deckung des
      Energiebedarfs der Gemeinschaft gibt es mehrere Schätzungen .
      Aufgrund der auf kurze Sicht voraussehbaren technologischen
      Entwicklung wird sich dieser Beitrag im Jahre 2000 zwischen 0,5
      und 1 % des Gemeinschaftsverbrauchs bewegen ( 6-12 Millionen t
      RÖE ) .
9.2 . Der Markt für Sonnenenergie gliedert sich in zwei Sektoren : die
      Nieder- oder Mitteltemperatur - ( bis zu 100°C ) und die
      Hochtemperaturanwendungen . Im ersten Sektor ( passive Nutzung ,
      Warmwasserbereitung und Raumheizung durch Warmluft oder
      Warmwasser ) ist der Markt größer . Die Anwendungen bei hohen
      Temperaturen dienen zur Bereitstellung von industrieller
      Prozeßwärme sowie zur Dampf- und Elektrizitätserzeugung . Diese
      Technologie setzt den Einsatz von konzentrierenden Kollektoren
      mit Arbeitsmedien voraus , die bei Temperaturen über 250°C
      einsatzfähig sind . Diese Anlagen haben den Durchbruch auf dem
      Markt aufgrund ihrer Komplexität , der hohen Kosten und der
      Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit noch nicht erreicht .
 ---pagebreak---                               -11-
9.3 . Zahlreiche Anwendungen im Niedertemperaturbereich sind heute
      schon rentabel . Die in Schwimmbädern eingesetzten Technologien
      sind ausgereift und der Markt vergrössert sich ständig . Ferner
      zeigen die bestehenden Bauten , bei denen die Grundsätze der
      passiven Nutzung der Sonnenenergie angewandt werden , daß sowohl
      für Alt - als auch für Neubauten ein Markt schon existiert .  Auf
      diesem potentiellen Markt könnte die Nachfrage durch eine
      entsprechende Politik gefördert werden . Die aktive Nutzung der
      Sonnenenergie zur Raumheizung ist jedoch nur zum Teil
      erfolgreich . Warmluftsysteme können schon zu wettbewerbsfähigen
      Preisen angeboten werden . Dem gegenüber sind Solarkollektoren
      mit flüssigem Wärmeträger bis heute wenig wirtschaftlich .
      Bei der Brauchwarmwasserbereitung ist die eingesetzte
      Technologie in Südeuropa heute schon wirtschaftlich , und die
      neuesten Fortschritte in der Auslegung und bei der Verringerung
      der Herstellungskosten werden die Einsatzmöglichkeiten dieser
      Technologie in bestimmten Regionen Nordeuropas vergrößern .
      Die Märkte für ähnliche Systeme zur Warmwasserbereitung in der
      Industrie sind bis jetzt nicht ausgebaut worden . In der
      Landwirtschaft gibt es für Sonnenenergie grössere
      Einsatzmöglichkeiten . Die erfolgreichen Demonstrationsprojekte
      haben ein beträchtliches Potential für den Einsatz in
      Trocknungsanlagen , beim Frostschutz in Gewächshäusern und bei
      natürlichen Ventilationssystemen nachgewiesen .
9.4 . Abgesehen von den allen erneuerbaren Energienquellen gemeinsamen
      Problemen wird die thermische Nutzung der Sonnenenergie vor
      allem dadurch beeinträchtigt , daß im allgemeinen weder den
      Architekten noch den potentiellen Benutzern die Möglichkeiten
      von Solarsystemen, bekannt sind , daß die Installateure nicht
      immer entsprechend ausgebildet sind und daß nicht immer
      genormtes Material verwendet wird , was die Installation
      erschwert .
      Im übrigen bezieht selbst die öffentliche Hand die
      Sonnenenergie nicht immer in ihre Planungen für ihre eigenen
      Bauten ein , und die Bauträger oder die Banken , die die
      Finanzierung sicherstellen , prüfen die Möglichkeit eines
      Einsatzes der Sonnenenergie ebenfalls nicht .
 ---pagebreak---                                            - 12-
      10 . Sonnenenergie - Photovoltai k
          10.1 . Der Beitrag der photovoltaischen Energie zur Energiebilanz der
                  Gemeinschaft im Jahre 2000 wird minimal sein ; es gibt jedoch
                  andere wichtige Argumente zugunsten der Nutzung dieser
                  Technologie , z . B. die Verbesserung der Infrastruktur und der
                  Lebensbedingungen in den benachteiligten Gebieten , die sich
                  günstig auf das Phänomen der Abwanderung aus diesen Gebieten und
                  die Erhaltung der Umwelt auswirken . Es handelt sich nämlich um
                  eine saubere Technologie , die Elektrizität mit einfachen und
                  zuverlässigen , wenn auch heute noch kostspieligen Anlagen
                  unmittelbar aus einer unerschöpflichen Quelle erzeugt . Nach
                  neuesten Untersuchungen kann auf kurze Sicht mit einem Markt von
                  40 MWp ^ im Bereich der Elektrizitätsversorgung isolierter
                  Gebiete der Gemeinschaft gerechnet werden .
          10.2 . Mit Kosten von 8 ECU / Wp pro Modul sind zur Zeit nur Anlagen mit
                  geringer Leistung bis zu 1-1,5 kWp wirtschaftlich . Es kann sich
                  dabei um die Elektrizitätsversorgung von Haushalten in
                  isolierten Gegenden oder für industrielle oder landwirtschaft ¬
                  liche Zwecke , die mehr als 2 km vom Netz entfernt sind , handeln ,
                  sowie um Meerwasserentsalzung , Telekommunikationsverbindungen ,
                  Wasserpumpen , Bewässerungsanlagen oder Leuchttürme . Durch eine
                  Kostensenkung auf 1-1,5 ECU /Wp würden der Photovoltaik größere
                  Märkte eröffnet .
          10.3 . Die Technologie der Photovoltaik wird zur Zeit vom kristallinen
                  Silicium dominiert . Die Technologie des amorphen Siliciums
                  könnte die Kosten entscheidend senken , die Dauerhaftigkeit
                  dieser Anlagen muß jedoch noch nachgewiesen werden . Es bestehen
                  in diesem Zusammenhang noch schwere Bedenken . Die Forschungs ¬
                  und Entwicklungsarbeiten müssen auf diesem Gebiet noch
                  fortgeführt werden . Das gilt auch für die Hochleistungszellen .
( 7) Wp : Maximal verfügbare Leistung unter genormten Testbedingungen :     100
          mW / cm2 bei 25° C Zellentemperatur .
 ---pagebreak---      10.4 . Eine bessere Stellung der Photovoltaik auf dem Markt könnte
            dadurch erreicht werden , daß die mit der ländlichen
            Elektrizitätsversorgung beauftragten öffentlichen Unternehmen
            für die Photovoltaik und deren verstärkten Einsatz interessiert
            werden .   Des weiteren muss eine wirksame Infrastruktur von
            Produzenten und Installateuren auf regionaler und lokaler Ebene
            geschaffen werden , die zuverlässige Systeme liefern und die
            fähig und bereit sind, die Anlagen nach der Lieferung zu warten .
            Ferner muß die Industrie der Gemeinschaft beträchtliche
            Anstrengungen unternehmen , um ihre Position auf dem heute von
            Japan und den Vereinigten Staaten beherrschten Weltmarkt zu
            festigen .
11 . Energetische Nutzung von Biomasse und Abfällen
     11.1 . Unter Biomasse und Abfällen versteht man nicht nur Pflanzen im
            allgemeinen , sondern auch Abfälle der Land- und Forstwirtschaft ,
            der Holzindustrie , der Agrarnahrungsmittelindustrie sowie den
            organischen Anteil der städtischen Abfälle .
            Ihr theoretisches Energiepotential in der Gemeinschaft ist
            beträchtlich und beläuft sich langfristig gesehen auf rund 100
            Mio t RÖE . Nur ein Bruchteil des Potentials wird heute in der
            Gemeinschaft genutzt , obwohl die gegenwärtig wirtschaftlich
            nutzbare Menge auf 40 Mio t RÖE geschätzt wird . Dieses Potential
            läßt sich jedoch schwer überprüfen , insbesondere weil sich die
            verfügbaren Statistiken wenig dazu eignen oder unvollständig
            sind ( der tatsächliche Brennholzverbrauch soll z . B. weit höher
            sein als aus den Statistiken hervorgeht ). Es werden genauere
            Schätzungen des theoretischen und tatsächlichen Energie¬
            potentials der Biomasse auf regionaler und nationaler Ebene
            benötigt .
     11.2 . Die Erzeugung von Biomasse und die energetische Nutzung von
            Biomasse und Abfällen ist mit Hilfe einer Vielzahl verschiedener
            Technologien möglich , die grob wie folgt eingeteilt werden
            können :
            - Energiekulturen
 ---pagebreak---                              -  - 14-
       - thermochemische Umwandlung ( Verbrennung , Vergasung , Pyrolyse ,
         Verkohlung )
       - biologische Umwandlung ( Erzeugung von Biogas , Produktion von
         Kraftstoffen und Chemikalien , u . a . Ethanol , Produktion von
         Kompost ) .
       Diese einzelnen Technologien sind in verschiedenem Masse
       ausgereift und verzeichnen unterschiedliche wirtschaftliche
       Erfolge . Die technisch ausgereiftesten und vermutlich
       rentabelsten Methoden der energetischen Nutzung von Biomasse und
       Abfällen sind die Verbrennung , die Gewinnung von Biogas aus
       kontrollierten Abfällen oder Abwässern der Agrarnahrungs¬
       mittelindustrie . Die kurzfristige Entwicklung der energetischen
       Nutzung von Biomasse und Abfällen wird sich im wesentlichen auf
       diese Umwandlungstechnologien stützen ; für alle anderen Methoden
       der Umwandlung sind zusätzliche Forschungs - und Entwicklungs¬
       arbeiten oder Demonstrationsaktionen erforderlich .
11.3 . Abgesehen von den allen erneuerbaren Energien gemeinsamen
       Problemen stehen einer stärkeren energetischen Nutzung von
       Biomasse und Abfällen im wesentlichen folgende Tatsachen
       entgegen :
       - Die im Verhältnis zur geringen energetischen Dichte dieser
         Energiequelle hohen Sammlungs-, Transport - und Lagerkosten ;
       - die wirtschaftlich noch zu geringe Produktivität der
         Energiekulturen ;
       - Korrosions - bzw . Erosionsprobleme des Materials und Probleme
         der Luftverschmutzung durch bei der Verbrennung von
         städtischen Abfällen oder Brennstoff aus Müll ( BRAM )
         entstehenden Rauch .   ( Technische Lösungen existieren jedoch
         bereits ) ;
       - der Mangel an ausgebildetem Personal zur Instandhaltung von
         Anlagen zur Gewinnung von Biogas in landwirtschaftlichen
         Betrieben .
11.4 . Ferner muß die Tatsache unterstrichen werden , daß die Zukunft
       der erneuerbaren Energiequellen direkt von der Gemeinsamen
       Agrarpolitik im Bereich der alternativen Nutzungsmöglichkeiten
 ---pagebreak---                                             -15-
                  des Bodens abhängt / wie sie zum Beispiel Energiekulturen ,
                  Kulturen für die Bioindustrien oder Erholungsf Lachen
                   landwirtschaftlicher Grenz- oder Überschußgebiete darstellen
                   ( bis Ende des Jahrhunderts werden ungefähr 15 Millionen Hektar
                  Überschußgebiete geschätzt ). Der verstärkte Brennholzverbrauch
                  muß sich ebenfalls im Einklang mit dem forstwirtschaftlichen
                  Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Waldpflege und Waldnutzung ,
                  das von der Kommission dem Rat vorgelegt werden soll ,
                  weiterentwickeln .
      12 . Erdwarme
           12.1 . Das Potential an Erdwärme auf niedrigem und mittlerem
                  Temperaturniveau zur Raumheizung und für Anwendungen in der
                  Landwirtschaftsindustrie ist in der Gemeinschaft geographisch
                  relativ weit gestreut . Die Energiequellen mit hohem
                  Temperaturniveau, die zur Stromerzeugung genutzt werden , kommen
                  jedoch nur in bestimmten Gebieten vor . Diese Quellen, die im
                                       (8)
                  Gemeinschaftsatlas       in ungefähr 40 wirtschaftlich nutzbaren
                  Gebieten zusammengefasst sind, könnten jährlich 5 Mio t RÖE zur
                  Energiebilanz der Gemeinschaft beitragen . Das Trockengestein
                  ( HDR ), eine dritte , relativ häufig vorkommende Energiequelle ,
                  deren wirtschaftliche Nutzbarkeit durch laufende Forschungs¬
                  arbeiten nachgewiesen werden dürfte , könnte dieses Potential
                  noch wesentlich erhöhen .
                  Ferner sollten im Hinblick auf eine bessere Information
                  Datenbanken über nutzbare und schon genutzte Quellen
                  eingerichtet werden . Diese Datenbanken müßten auch die aus der
                  Kohlenwasserstofforschung der Gemeinschaft hervorgegangenen
                  geologischen und geophysikalischen Daten erfassen .
           12.2 . Seit einigen Jahren sind dort , wo biothermische Vorkommen
                  genutzt werden , bei Vorhaben im Nieder- und Mitteltemperatur¬
                  bereich gewisse Schwierigkeiten aufgetreten, insbesondere bei
                  der Wiedereinleitung der Flüssigkeiten nach ihrer Ausbeutung und
                  durch Korrosion . Diese Schwierigkeiten scheinen jedoch nicht
( 8 ) Dok . EUR 6578 .
 ---pagebreak---                                     - 16-
            unüberwindlich , und durch die laufenden Forschungs-,
            Entwicklungs- und Demonstrationsprogramme dürfte ihre
            Bewältigung näherrücken . Ferner sollte die Entwicklung von der
            Ausbeutung von Erdwärme angepaßten Technologien ( Pumpen ,
            Wärmetauscher etc .) weitergeführt werden .
     12.3 . Die wichtigsten Probleme , die speziell die Entwicklung der
            Nutzung von Erdwärme betreffen , sind , abgesehen von den für alle
            erneuerbaren Energien zutreffenden , finanzielle und
            wirtschaftliche Probleme . Bei der Finanzierung liegt ein Problem
            darin , daß der Grossteil der Investitionen , nämlich die
            Bohrungen - sie können bis zu 50 % und mehr der Gesamtkosten
            ausmachen - Investitionen mit geologischem Risiko sind . Die
            Kosten für eine Bohrung , die zur Nutzung ausgebaut werden soll ,
            können 1 Mio ECU für 1000 m Bohrtiefe betragen . Garantiesysteme
            in Form von Versicherungen gegenüber geologischen Risiken müßten
            geschaffen werden , insbesondere für Fernwärmevorhaben kommunaler
            Körperschaften .
     12.4 . Was die wirtschaftliche Seite angeht , so sind die Einsparungen ,
            angesichts der gegenwärtigen Preise der konkurrierenden
            Energieträger und der Amortisierung der hohen Investitionskosten
            möglicherweise gering . In den nächsten Jahren sollte der
            Ausbeutung nahe an der Oberfläche gelegener geothermischer
            Vorkommen im Niedertemperaturniveau und mit wenig korrosiven
            Flüssigkeiten der Vorzug gegeben werden , um sowohl das Risiko
            als auch die anfänglichen Investitionskosten so weit wie möglich
            zu senken und die Anzahl der ausgebeuteten geothermischen
            Vorhaben zu vergrößern und zu konsolidieren .
13 . Windenergie
     13.1 . Aufgrund des großen Windenergiepotentials in der Europäischen
            Gemeinschaft und seiner augenblicklichen Entwicklung kann für
            das Jahr 2000 ein Beitrag von ungefähr 1 % des
            Elektrizitätsverbrauchs , d . h . 2-3 Mio t RÖE , vorhergesehen
            werden .
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13.2 . Es existieren zwei Märkte : Ein Markt für autonome
       Windkraftanlagen für die Stromversorgung isolierter Gegenden
       ( z . B. Inseln ) oder für spezifische Anwendungen ( Pumpen,
       Bewässerung, Kühlung , Heizung ). Hier geht es um Windanlagen, die
       zwischen 3 und 300 kW erzeugen, und die im allgemeinen
       zusätzlich zu einem Dieselmotor eingesetzt werden dürften . Bei
       dem zweiten Markt handelt es sich um Windanlagen , die dem
       Stromnetz angeschlossen werden . Hier gibt es zwei Möglichkeiten :
       entweder es werden Anlagen , von einigen 100 kW eingesetzt , oder
       eine geringere Anzahl leistungsstärkerer Anlagen, von 1 MW oder
       mehr . Welche dieser beiden Möglichkeiten die wirtschaftlichste
       ist , muß noch festgestellt werden .
13.3 . In der Gemeinschaft gibt es Windanlagen mit Leistungen von
       3-3000kW . Die Anlagen mit Leistungen zwischen 3 und 300 kW sind
       heute schon auf dem Markt erhältlich .
       Um eine Verringerung der Kosten der erzeugten Energie zu
       erreichen , müssen die Windanlagen jedoch noch in vielen Punkten
       verbessert werden . Sie müssen leistungsstärker werden , ihre
       Verfügbarkeit muss erhöht und der Wartungsaufwand verringert
       werden . Die technologische Entwicklung wird zu immer größeren
       Windanlagen (3 MW und mehr ) mit immer einfacherer Ausrüstung
       führen .
13.4 . In bestimmten entlegenen Gegenden ( z.B. die Inseln Griechenlands
       und Schottlands ) ist die Energiegewinnung aus Windkraft billiger
       als durch Dieselaggregate . Was die Lieferung an Stromnetze
       angeht , ist der Preis des erzeugten Stroms ( zwischen 0,03 und
       0,05 ECU pro kWh ) mit den Produktionskosten von Kohlekraft ¬
       werken vergleichbar . Eine installierte Leistung von 1 KW kostet
       in den meisten Fällen weniger als 1000 ECU .
13.5 . Haupthindernisse für die rasche Entwicklung der Windenergie ist
       darin zu sehen , daß für zahlreiche Standorte, vor allem aus
       Umweltgründen , nur schwer eine Baugenehmigung zu bekommen ist
       und der im Hinblick auf den potentiellen Markt zu großen Zahl
 ---pagebreak---                                      - 18-
            von Windanlagenherstel Lern in der Gemeinschaft . Ferner werden in
            einigen Mitgliedstaaten Zertifikate für Windanlagen verlangt ,
            was den innergemeinschaftlichen Austausch zur Zeit einschränkt .
14 . Wasserkraft
     14.1 . Fast alle der wirtschaftlichsten Standorte für Wasserkraftwerke
            mit mittlerer und hoher Leistung ( über 10-15 MW ) werden heute
            genutzt . Ein relativ großes Potential an Standorten für
            Wasserkraftwerke mit geringer Leistung , ( schätzungsweise 4-5
            GW ), die in der Gemeinschaft verstreut sind , wird dagegen nicht ,
            oder seit einigen Jahrzehnten nicht mehr , ausgebeutet . Die
            potentielle Produktion dieser Standorte könnte einige Prozent
            des Strombedarfs der Gemeinschaft ( 3-4 Mio t RÖE ) decken .
     14.2 . Die Ausbeutung dieser Standorte ist vor allem für die
            Gebietskörperschaften , denen sie zusätzliche Einnahmen bringt ,
            und kleine und mittlere Unternehmen , die dadurch ihre
            Energierechnung senken können, interessant .      Oft handelt es sich
            um polyvalente Vorhaben , ( z . B. kombiniert mit
            Bewässerunganlagen oder Trinkwasserleitungen ), die dadurch noch
            wirtschaftlicher werden .
     14.3 . Die Investitionskosten sind relativ hoch . Die spezifischen
            Baukosten belaufen sich zur Zeit zumeist zwischen 1.200 und
            1.600 ECU pro kW , ( je nach Standort ), d . h . u.U. 20-60 % höher
            als für große Kern- oder Kohlekraftwerke ), und die Produktions¬
            kosten liegen häufig über den Ausgangskosten der großen
            Wärmekraftwerke . Für autonome Betreiber besteht der Vorteil
            darin , daß die Produktionskosten trotzdem noch weit unter den
            Verkaufspreisen der öffentlichen Elektrizitätserzeuger liegen .
     14.4 . Die elektromechanischen Ausrüstungen haben aus Innovationen bei
            der Turbinenherstellung sowie bei Steuerungs - und Betriebs ¬
            systemen , technologischen Nutzen ziehen können . Um der
            Konkurrenz auf dem Weltmarkt standhalten zu können , sollte die
             Informatik , vor allem der rechnergestützte Entwurf und die
             rechnergestützte Fertigung , immer stärker eingesetzt werden .
 ---pagebreak---         Später sollten ausserdem Verbundwerkstoffe im Turbinenbau
        entwickelt werden , da dies Vorteile und Einsparungen bei der
        Bearbeitung und Wartung bringen würde .
 14.5 . Außerdem setzt die Weiterentwicklung dieser Vorhaben eine gute
        Kenntnis der Energiequellen voraus . Mehrere Länder haben in der
        Vergangenheit Studien durchgeführt ; die Aktualisierung und , vor
        allem, die Vervollständigung dieser Studien ( Auswirkungen auf
        die Umwelt , Nutzungsmöglichkeiten , Einsparungen ) sind von
        Bedeutung . Oie erzeugbare Energie müßte im übrigen systematisch
        erfaßt werden , und Datenbanken zur Speicherung , Verarbeitung und
        Verbreitung dieser Informationen müßten geplant werden .
SCHLUSSBEMERKUNGEN
15 . Aus den vorstehenden Kapiteln lassen sich folgende Schluß¬
     folgerungen ableiten : Nach dem heutigen Stand der Technologien ’
     können die erneuerbaren Energien einen nützlichen Beitrag zur
     Energieversorgung der Gemeinschaft leisten ; dieser Beitrag ist je
     nach Land verschieden , übersteigt aber bis zum Jahr 2000
     offensichtlich einige Prozent nicht ; in fernerer Zukunft konnten
     jedoch das aller Voraussicht nach nutzbare Potential und die zu
     erwartenden technologischen Fortschritte zu einem größeren Beitrag
     führen .
16 . Die Entwicklung der Nutzung der erneuerbaren Energiequellen konnte
     dank der durchgeführten Programme von den verschiedenen Energie¬
     krisen profitieren . Diese Entwicklung beginnt jedoch an den Folgen
     der Preisentwicklung der letzten Jahre bei konventionellen Energien
     zu leiden , und es besteht das Risiko einer weiteren deutlichen
     Verlangsamung , was die schon erreichten Ergebnisse in Frage
     stellen , unsere Forscher und Ingenieure zur Aufgabe ihrer Tätigkeit
     veranlassen und die junge Industrie der Ausrüstungen für
     erneuerbare Energiequellen unwiderruflich schwächen kann . Dies ist
 ---pagebreak---                                 - 20-
     um so schwerwiegender , als diese Industrie ein beträchtliches
     Entwicklungspotential besitzt , das sowohl den Bedürfnissen der
     Entwicklungsländer als auch der Gemeinschaft gerecht werden kann .
17 . Ferner existieren , wie oben schon erwähnt , mehrere Hindernisse , die
     nicht direkt mit der Wettbewerbsfähigkeit der Energiequellen im
     Zusammenhang stehen . Es handelt sich im wesentlichen um : fehlende
     oder ingeeignete Rechnung Rechts - oder Verwaltungsverfahren ,
     Hemmnisse bei dem durch die Vollendung des Binnenmarktes
     angestrebten freien Verkehr dieser Anlagen , die
     Einspei sungsbedinungen der Abnahme des durch erneuerbare
     Energiequellen erzeugten Stroms in das öffentliche Netz , die
     mangelnde Kenntnis des Potentials und der Möglichkeiten dieser
     Energien , insbesondere auf regionaler und lokaler Ebene , und das
     Fehlen angemessener Finanzierungsmöglichkeiten .
18 . Was die Techniken zur Nutzung der erneuerbaren Energiequellen
     angeht , so ist deren Einsatzfähigkeit in zahlreichen Fällen
     nachgewiesen worden ; in anderen Fällen sind ausgereiftere und
     leistungsfähigere Technologien zu erwarten , sofern die
     Anstrengungen im Bereich der Forschung , Entwicklung und
     Demonstration aufrechterhalten werden . In diesem Zusammenhang
     spielen die Gemeinschaftsprogramme eine entscheidende Rolle . Ferner
     muß das Gemeinschaftsprogramm VALOREN genannt werden , das Maßnahmen
     zur Förderung der Nutzung des einheimischen Energiepotentials in
     den benachteiligten Gebieten vorsieht .
19 . Die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien muss wirksame und
     großangelegte Aktionen fortgeführt werden . Die Entspannung und das
     derzeitige Angebot auf dem Markt der konventionellen Energien kann
     sich für eine bestimmte Zeitdauer , die schwer vorhersagbar , aber
     mit Sicherheit nicht unbegrenzt ist , fortsetzen . Im übrigen sind
     diese Energien nicht unerschöpflich . Wir müssen heute ohne Aufschub
     die Maßnahmen treffen , die unsere zukünftige Energieversorgung
     durch eine stärkere Diversifizierung und eine optimale Nutzung
     unserer Ressourcen verbessert . Die Förderung der erneuerbaren
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      Energiequellen ist eine langfristige Aufgabe ; sie darf nicht von
    • zufälligen Ereignissen abhängen oder entscheidende Ergebnisse in zu
      kurzer Zeit erwarten .
20 . Eine Voraussetzung für den Erfolg eines solchen Programms ist , daß-
      Verantwortliche der Industrie , Entscheidungsträger und die
      Öffentlichkeit im allgemeinen sich ein konkreteres Bild von
      erneuerbaren Energien machen können . Gegenwärtig besteht keine
      klare Vorstellung von diesen Energiequellen , die für diffus und
      unbestimmt gehalten und eher in der Theorie als in der Praxis
      angesiedelt werden . Dies erklärt sich zum Teil daraus , daß die
      erneuerbaren Energiequellen in den Statistiken über traditionelle
      Energien nicht erwähnt sind und daß in den meisten Ländern
      zuverlässige Aufstellungen des ungenutzten Potentials fehlen . Es
      ist möglich und notwendig , diese Mängel zu beheben . Die zusätzliche
      Schaffung von nationalen Organisationen zur Förderung der
      erneuerbaren Energiequellen würde die Realistik dieser Option
      unterstreichen und böte gleichzeitig die Möglichkeit , die
      Bemühungen von seiten der Regierungen und der Industrie zu
      kanalisieren .
21 . Der nachstehende Vorschlag wurde in diesem Sinne verfaßt . Er stützt
      sich auf einige allgemeine Empfehlungen für eine entschiedene und
      umfassende Politik der Entwicklung der erneuerbaren Energien . Die
      Kommission will später Vorschläge zu mehr spezifischen Themen
      ausarbeiten , die insbesondere der Beseitigung der Hindernisse bei
      der Nutzung der einzelnen Quellen gewidmet sein sollen .
                                 *  * *
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IV .     VORSCHLAG EINER EMPFEHLUNG DES RATES AN DIE MITGLIEDSTAATEN ÜBER DIE
         ENTWICKLUNG DER NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEQUELLEN IN DER GEMEINSCHAFT
         DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
         gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschafts ¬
         gemeinschäft , und insbesondere Artikel 235 ,
         auf Vorschlag der Kommission ,
         nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
         in Erwägung nachstehender Gründe :
         In seiner Entschließung vom 16 . September 1986 über neue energie¬
         politische Ziele der Gemeinschaft für 1995 und die Konvergenz der
                                     (9)
         Politik der Mitgliedstaaten     hat der Rat das Festhalten an der
         Entwicklung neuer und erneuerbarer Energiequellen und die Erhöhung
         ihres Beitrags zur Gesamtenergiebilanz als Ziele genannt .   In seiner
         Entschließung vom 26 . November 1986 über eine Orientierung der
         Gemeinschaft für die Weiterentwicklung der neuen und erneuerbaren
         Energiequellen ^*^ hat der Rat die Kommission dazu aufgefordert,
         Vorschläge für die Entwicklung im Bereich der Nutzung der neuen und
         erneuerbaren Energiequellen in der Gemeinschaft vorzulegen .
         Es handelt sich um einheimische Energiequellen und ihre Nutzung übt
         einen günstigen Einfluß auf die Diversifizierung , und die Sicherheit der
         Energieversorgung der Gemeinschaft sowie auf die Entwicklung
         benachteiligter Gebiete aus .
         Die Entwicklung der erneuerbaren Energien erfordert angemessene
         gesetzgeberische , verwaltungstechnische und finanzielle Aktionen .
         Die optimale Nutzung dieser Energien in der Gemeinschaft muss weiterhin
         unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Perspektiven und der
         Vorkommen in den Mitgliedstaaten angestrebt werden .  Auf
 (9)    ABI . C 241 vom 25.9.1986 .
 ( 10 ) ABI . C 316 vom 1.12.1986 .
 ---pagebreak--- Gemeinschaftsebene müssen die Bemühungen um die Entwicklung dieser
Energiequellen wirtschaftlich gestaltet werden , unter gleichzeitiger
Gewährleistung der Kohärenz der unternommenen Aktionen und einer
allgemeinen Verbreitung der Ergebnisse und Erfahrungen .
Die Zusammenarbeit der Industrien , die Ausrüstungen zur Nutzung der
erneuerbaren Energien herstellen , und die Erweiterung der Märkte müssen
im Hinblick auf die Vollendung des Binnenmarktes erleichtert werden .
Beim gegenwärtigen Stand der Technologie bieten Sonnenenergie , Erdwärme ,
Windenergie , energetische Nutzung von Biomasse und Abfällen und
Wasserkraft , insbesondere mit geringer Leistung kurz- und mittelfristig
die konkretesten Entwicklungsaussichten .
Die Kommission plant die Ausarbeitung von sektoralen Vorschlägen für
einzelne Energiequellen , die auch Grundsätze enthalten werden für die
Vertragsbedingungen zwischen Erzeugern von Strom aus erneuerbaren
Energiequellen und öffentlichen Stromerzeugern ;
empfiehlt den Mitgliedstaaten :
 1 . Rechts - und Verwaltungsvorschriften zu schaffen oder schon
     bestehende anzupassen mit dem Ziel , die der Entwicklung der Nutzung
     erneuerbarer Energiequellen im Wege stehenden Hindernisse zu
     beseitigen;
 2 . die bisherigen Bemühungen durch die Weiterführung der Forschungs¬
     und Demonstrationsprogramme fortzusetzen und regelmäßig , gemäss dem
     jeweiligen Stand der Technologie , Bewertungen und Anpassungen
     vorzunehmen ;
 3 . die nationalen Erfassungen erneuerbarer Energiequellen zu
     vervollständigen und sie auf regionaler und lokaler Ebene so weit
     wie möglich zu verbreiten ;
 4 . die Zusammenarbeit zwischen den Industrien , die Ausrüstungen zur
     Nutzung der erneuerbaren Energien herstellen, zu fördern ;
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                                               ( 11 )
          5 . die in Richtlinie 83 / 189 / EWG        vorgeschriebenen
              Informationsverfahren für Entwürfe von Normen und technischen
              Vorschriften im Hinblick auf die Vollendung des Binnenmarktes auf
              die Ausrüstungen zur Nutzung erneuerbarer Energien anzuwenden . Im
              Rahmen dieser Vorschriften und sofern Handelshemmnisse für
              Ausrüstungen zur Nutzung erneuerbarer Energien in der Gemeinschaft
              bestehen , wird die Kommission die Zweckmäßigkeit eines Vorschlags
              für gemeinsame Vorschriften zur Erleitung von Zertifikaten prüfen ;
         6 . zur Förderung der Nutzung dieser Energien für angemessene
              vertragliche Bedingungen , hinsichtlich der Lieferung von auf
              privater Basis erzeugter Energie aus erneuerbaren Energiequellen an
              Stromversorgungsgesellschaften zu sorgen ;
          7 . Maßnahmen zur finanziellen Unterstützung , insbesondere von
              Gebietskörperschaften und kleinen oder mittleren Unternehmen , von
              Durchführbarkeitsstudien für Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer
              Energien zu treffen ;
          8 . in Übereinstimmung mit der Entschließung vom 26 . November 1986 , in
              solchen Mitgliedstaaten öffentliche Beratungsstellen zur Erarbeitung
              von Durchführbarkeitsstudien und zur technischen und finanziellen
              Verwirklichung der Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen
              zu schaffen , in denen solche nicht vorhanden sind ; diese Stellen
              müßten besonderes Augenmerk auf die Unterrichtung der Öffentlichkeit
              hinsichtlich der konkreten Möglichkeiten einer Nutzung dieser
              Energiequellen und der Auswirkungen auf die Umwelt richten ;
          9 . den Informationsaustausch über die Entwicklung der erneuerbaren
              Energien zwischen den Mitgliedstaaten und auf Gemeinschaftsebene zu
              erleichtern , insbesondere durch Abkommen über den Zugang zu
              nationalen Datenbanken ; die Kommission bei der Einrichtung der
              gemeinschaftlichen Datenbank SESAME für Vorhaben zu unterstützen ,
              die im Rahmen nationaler und gemeinschaftlicher Programme
              durchgeführt werden ;
( 11 ) " Richtlinie des Rates vom 28 . März 1983 über ein Informationsverfahren
       auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften ( 83 / 189 / EWG )".
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10 . in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt der Europäischen
     Gemeinschaften ein angemessenes statistisches Erfassungssystem für
     die erneuerbaren Energien auszuarbeiten und einzuführen ;
11 . der Kommission regelmäßig über getroffene oder geplante Maßnahmen
     auf dem von dieser Empfehlung angesprochenen Gebiet und über
     erreichte oder zu erwartende Ergebnisse zu berichten ; in diesem
     Zusammenhang wird die Kommission regelmäßig , auf eigene Initiative
     oder auf Antrag eines Mitgliedstaates , Sitzungen zum
     Informationsaustausch auf Gemeinschaftsebene veranstalten , um die
     Kohärenz dieser Maßnahmen zu gewährleisten ;
                                   * *