CELEX: 62002TJ0359
Language: de
Date: 2005-05-04
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Vierte Kammer) vom 4. Mai 2005. # Chum Ltd gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Gemeinschaftsmarke - Wortmarke STAR TV - Widerspruch der Inhaberin der internationalen Bildmarke STAR TV - Zurückweisung der Anmeldung. # Rechtssache T-359/02.

Rechtssache T-359/02
      Chum Ltd
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
      „Gemeinschaftsmarke – Wortmarke STAR TV – Widerspruch der Inhaberin der internationalen Bildmarke STAR TV – Zurückweisung der Anmeldung“
      Urteil des Gerichts (Vierte Kammer) vom 4. Mai 2005 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Relative Eintragungshindernisse – Widerspruch des Inhabers
            einer für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen eingetragenen identischen oder ähnlichen älteren Marke – Ähnlichkeit
            der betreffenden Marken – Mögliche Ähnlichkeit zwischen einer Bildmarke und einer Wortmarke
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b)
      2.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Relative Eintragungshindernisse – Widerspruch des Inhabers
            einer für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen eingetragenen identischen oder ähnlichen älteren Marke – Ähnlichkeit
            der betreffenden Marken – Beurteilungskriterien – Zusammengesetzte Marke
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b)
      3.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Relative Eintragungshindernisse – Widerspruch des Inhabers
            einer für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen eingetragenen identischen oder ähnlichen älteren Marke – Gefahr
            der Verwechslung mit der älteren Marke – Wortmarke STAR TV und Bildmarke mit dem Wortelement „Star TV“
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b)
      1.     Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass im Rahmen der Prüfung des Widerspruchs des Inhabers einer älteren Marke gemäß Artikel
         8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke geprüft wird, ob zwischen einer Wortmarke und
         einer Bildmarke bildliche Ähnlichkeit besteht, da beide Markenarten Gegenstand einer grafischen Gestaltung sind, die einen
         optischen Eindruck vermitteln kann.
      
      (vgl. Randnr. 43)
      2.     Im Rahmen der Prüfung des Widerspruchs des Inhabers einer älteren Marke nach Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung
         Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke kann eine zusammengesetzte Wortbildmarke nur dann als einer anderen Marke, die mit einem
         ihrer Bestandteile identisch oder diesem ähnlich ist, ähnlich angesehen werden, wenn dieser Bestandteil das dominierende Element
         in dem von der zusammengesetzten Marke hervorgerufenen Gesamteindruck ist. Das ist dann der Fall, wenn dieser Bestandteil
         allein schon geeignet ist, das Bild dieser Marke, das die angesprochenen Verkehrskreise im Gedächtnis behalten, so zu prägen,
         dass alle übrigen Bestandteile der Marke in dem durch diese hervorgerufenen Gesamteindruck zu vernachlässigen sind.
      
      (vgl. Randnr. 44)
      3.     Für die Durchschnittsverbraucher der Benelux‑Länder, Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Österreichs besteht Verwechslungsgefahr
         zwischen dem Wortzeichen STAR TV, das als Gemeinschaftsmarke für „Ausstrahlung von Fernsehprogrammen; Ausstrahlung interaktiver
         elektronischer Fernsehprogramme einschließlich über die Medien Fernsehen, E-Mail, Internet und andere elektronische Medien“
         und „Produktion, Vertrieb, Aufzeichnung und Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos, Bändern, CDs, CD-ROMs und Computerplatten“
         in den Klassen 38 und 41 des Nizzaer Abkommens angemeldet wurde, und einem Wortbildzeichen, das zentral angeordnet einen fünfstrahligen,
         leicht nach links gekippten Stern mit der zweizeiligen Aufschrift „STAR TV“ in roten Großbuchstaben wiedergibt und als ältere
         internationale Marke mit Schutzwirkung für die Benelux‑Länder, Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich für die Dienstleistungen
         „Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, Ausstrahlung interaktiver elektronischer Fernsehprogramme einschließlich über die Medien
         Fernsehen, E‑Mail, Internet und andere elektronische Medien“ und „Produktion von Fernsehprogrammen“ ebenfalls in den Klassen
         38 und 41 registriert ist. Denn die für die angemeldete Marke beanspruchten Dienstleistungen sind mit den von der älteren
         Marke erfassten Dienstleistungen teils identisch, teils ihnen ähnlich, und die beiden Marken sind in bildlicher, klanglicher
         und begrifflicher Hinsicht sehr ähnlich und in manchen Aspekten sogar identisch, womit die konkrete Gefahr besteht, dass bei
         den maßgeblichen Verkehrskreisen eine irrtümliche Vorstellung über die betriebliche Herkunft der Dienstleistungen hervorgerufen
         wird.
      
      Das Gleiche gilt für die von der Anmeldemarke erfassten Dienstleistungen des Vertriebs von Fernsehprogrammen, die sich an
         Fachleute der audiovisuellen Medien richten. Denn die bildliche, klangliche und begriffliche Ähnlichkeit zwischen den einander
         gegenüberstehenden Marken ist derart, dass auch ein besonders aufmerksames Publikum annehmen könnte, die in Frage stehenden
         Dienstleistungen stammten von demselben Unternehmen oder von wirtschaftlich verbundenen Unternehmen.
      
      (vgl. Randnrn. 40, 53-56)
CHUM / HABM − STAR TV (STAR TV)
      URTEIL DES GERICHTS (Vierte Kammer)
      4. Mai 2005(*)
      
      „Gemeinschaftsmarke – Wortmarke STAR TV – Widerspruch der Inhaberin der internationalen Bildmarke STAR TV – Zurückweisung der Anmeldung“
      In der Rechtssache T-359/02
      Chum Ltd mit Sitz in Toronto (Kanada), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt J. Gilbert,
      
      Klägerin,
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch P. Bullock und S. Laitinen als Bevollmächtigte,
      
      Beklagter,
      andere Beteiligte am Verfahren vor der Beschwerdekammer des HABM:
      Star TV AG mit Sitz in Schlieren (Schweiz),
      
      betreffend eine Klage gegen die Entscheidung der Zweiten Beschwerdekammer des HABM vom 17. September 2002 (Sache R 1146/2000-2)
         zu einem Widerspruchsverfahren zwischen der Chum Ltd und der Star TV AG
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZ
      DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten H. Legal sowie des Richters P. Mengozzi und der Richterin I. Wiszniewska-Białecka,
      Kanzler: H. Jung,
      aufgrund der am 3. Dezember 2002 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klageschrift,
      aufgrund der am 9. April 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung,
      auf die mündliche Verhandlung vom 17. November 2004
      folgendes
      Urteil
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1       Am 28. Juli 1998 meldete die Klägerin beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (im Folgenden:
         Amt) nach der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1)
         in geänderter Fassung eine Gemeinschaftsmarke an.
      
      2       Dabei handelt es sich um das Wortzeichen STAR TV.
      3       Es wurde für folgende Dienstleistungen der Klassen 38 und 41 des Abkommens von Nizza über die internationale Klassifikation
         von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken vom 15. Juni 1957 in revidierter und geänderter Fassung angemeldet:
      
      –       Klasse 38: „Ausstrahlung von Fernsehprogrammen; Ausstrahlung interaktiver elektronischer Fernsehprogramme einschließlich über
         die Medien Fernsehen, E-Mail, Internet und andere elektronische Medien“;
      
      –       Klasse 41: „Produktion, Vertrieb, Aufzeichnung und Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos, Bändern, CDs, CD-ROMs und Computerplatten“.
      4       Die Anmeldung wurde am 31. Mai 1999 im Blatt für Gemeinschaftsmarken Nr. 43/1999 veröffentlicht.
      
      5       Am 30. August 1999 erhob die Star TV AG nach Artikel 42 der Verordnung Nr. 40/94 gegen die Anmeldung der Klägerin Widerspruch.
         Sie machte geltend, es bestehe Verwechslungsgefahr im Sinne von Artikel 8 Absatz 1 Buchstaben a und b der Verordnung Nr. 40/94.
         Der Widerspruch war auf folgende internationale Marke gestützt:
      
      
         
      6       Diese Marke war mit Schutzwirkung für die Benelux-Staaten, Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich für folgende Dienstleistungen
         registriert: „Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, d. h. von speziellen Programmen mit Informationen und Dokumentarsendungen
         über Kino und Film“ in Klasse 38 und „Produktion von Fernsehprogrammen, insbesondere von Programmen mit Informationen und
         Dokumentarsendungen über Kino und Film“ in Klasse 41.
      
      7       Mit Entscheidung vom 28. September 2000 gab die Widerspruchsabteilung mit der Begründung, dass zwischen den einander gegenüberstehenden
         Zeichen Verwechslungsgefahr gegeben sei, dem Widerspruch statt und wies die Anmeldung der Klägerin zurück.
      
      8       Am 28. November 2000 erhob die Klägerin gegen diese Entscheidung der Widerspruchsabteilung beim Amt eine Beschwerde.
      9       Mit Entscheidung vom 17. September 2002 (im Folgenden: angefochtene Entscheidung) wies die Zweite Beschwerdekammer des Amtes
         die Beschwerde zurück und bestätigte die Entscheidung der Widerspruchsabteilung. Zur Ähnlichkeit der Dienstleistungen führte
         die Beschwerdekammer aus, dass die in der Anmeldung genannten Dienstleistungen „Ausstrahlung von Fernsehprogrammen, Ausstrahlung
         interaktiver elektronischer Fernsehprogramme einschließlich über die Medien Fernsehen, E‑Mail, Internet und andere elektronische
         Medien“ in Klasse 38 und „Produktion von Fernsehprogrammen“ in Klasse 41 die Dienstleistungen der Widersprechenden in diesen
         Klassen einschlössen und sich mit ihnen überschnitten und dass außerdem die in der Anmeldung beanspruchten Dienstleistungen
         „Vertrieb, Aufzeichnung und Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos, Bändern, CDs, CD‑ROMs und Computerplatten“ zu den von
         der Widerspruchsmarke erfassten Dienstleistungen in einem Ergänzungsverhältnis stünden oder sie elektronisch unterstützten.
         Zum Vergleich der einander gegenüberstehenden Zeichen stellte die Beschwerdekammer fest, dass bildlich zwischen den beiden
         Zeichen eine große Ähnlichkeit bestehe, da das Wortelement der älteren Marke mit der Anmeldemarke übereinstimme. Klanglich
         sei die Anmeldemarke mit dem Wortbestandteil der Widerspruchsmarke identisch. In begrifflicher Hinsicht schließlich erweckten
         beide Marken den gleichen Gedanken, nämlich den an einen Stern.
      
       Anträge der Parteien
      10     Die Klägerin beantragt,
      –       die angefochtene Entscheidung aufzuheben;
      –       das Amt anzuweisen, die Anmeldung zur Eintragung zuzulassen;
      –       die Erstattung ihrer Kosten im Beschwerdeverfahren und im Widerspruchsverfahren vor dem Amt anzuordnen;
      –       dem Amt die Kosten aufzuerlegen.
      11     Das Amt beantragt,
      –       die Klage abzuweisen;
      –       der Klägerin die Kosten aufzuerlegen.
       Entscheidungsgründe
      12     Zunächst ist daran zu erinnern, dass nach ständiger Rechtsprechung das Gericht dem Amt keine Anordnungen erteilen kann (Urteile
         des Gerichts vom 31. Januar 2001 in der Rechtssache T‑331/99, Mitsubishi HiTec Paper Bielefeld/HABM [Giroform], Slg. 2001,
         II‑433, Randnr. 33, und vom 27. Februar 2002 in der Rechtssache T‑106/00, Streamserve/HABM [STREAMSERVE], Slg. 2002, II‑723,
         Randnr. 18). Der in der Klageschrift gestellte Antrag, das Amt anzuweisen, die Anmeldung der Klägerin zur Eintragung zuzulassen,
         ist daher unzulässig.
      
      13     Die Klägerin macht als einzigen Klagegrund einen Verstoß gegen Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 geltend.
       Vorbringen der Parteien
      14     Die Klägerin wendet sich gegen die von der Beschwerdekammer vorgenommene Beurteilung, wonach zwischen den in Frage stehenden
         Dienstleistungen starke Ähnlichkeit oder Identität bestehe und auch die Zeichen bildlich und begrifflich ähnlich sowie klanglich
         identisch seien.
      
      15     Was erstens die Ähnlichkeit der Dienstleistungen angehe, so sei das Spektrum der in der Anmeldung beanspruchten Dienstleistungen
         der Klassen 38 und 41 wesentlich breiter als das der Dienstleistungen der älteren Marke in denselben Klassen. So erfasse die
         ältere Marke in Klasse 38 nur spezielle Fernsehprogramme mit Informationen und Dokumentarsendungen über Kino und Film, während
         die Dienstleistungen der Anmeldemarke in dieser Klasse allgemein die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen und interaktiven elektronischen
         Fernsehprogrammen u. a. über die Medien Fernsehen, E‑Mail, Internet und andere elektronische Medien umfassten. Desgleichen
         sei die ältere Marke in der Klasse 41 auf die Produktion spezieller Programme mit Informationen und Dokumentarsendungen über
         Kino und Film beschränkt, während zu den Dienstleistungen der Anmeldemarke in dieser Klasse sowohl die Produktion als auch
         Vertrieb, Aufzeichnung und Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos, Bändern, CDs, CD‑ROMs und Computerplatten gehörten.
      
      16     Während die Dienstleistungen der Anmeldemarke für ein breites Publikum bestimmt seien, seien die der älteren Marke auf ein
         beschränkteres und spezialisiertes Publikum von Kinoliebhabern ausgerichtet.
      
      17     Schließlich seien die Dienstleistungen der Anmeldemarke in Klasse 41 nicht auf Produktion und Ausstrahlung von Fernsehprogrammen
         beschränkt, sondern zu ihnen gehöre auch der Verkauf solcher Programme an Dritte. Dies sei ein wichtiger Unterschied zwischen
         den Tätigkeitsbereichen der Klägerin und der Widersprechenden im Bereich der Dienstleistungen der Klasse 41, der der Annahme
         entgegenstehe, dass die Dienstleistungen der Anmeldemarke sich zu denen der Widersprechenden einfach nur komplementär verhielten.
      
      18     Was zweitens die Zeichenähnlichkeit angehe, so sei die ältere Marke vor allem eine Bildmarke mit verschiedenen Elementen,
         die Anmeldemarke dagegen eine reine Wortmarke. Dieser grundlegende Unterschied stehe dem bildlichen Vergleich zwischen den
         beiden Marken entgegen.
      
      19     Auch klanglich lasse sich zwischen den Zeichen keine Ähnlichkeit ausmachen. Da die ältere Marke eine Bildmarke sei, werde
         sie nur in ihrer grafischen Wiedergabe wahrgenommen. Bei der Anmeldemarke stehe dagegen der klangliche Aspekt im Mittelpunkt.
      
      20     Schließlich unterschieden sich die beiden Marken auch begrifflich. So lasse die Anmeldemarke an „Filmstars, Berühmtheiten
         und allgemein Unterhaltung sowie die entsprechenden Fernsehprogramme“ denken, während die ältere Marke eher den Gedanken an
         „die Astronomie … und Fernsehprogramme darüber“ erwecke.
      
      21     Im Übrigen sei das in beiden Zeichen enthaltene Wort „star“ für Dienstleistungen der Klassen 38 und 41 sehr gängig. Der Schutzbereich
         der älteren Marke könne darum deren Inhaber kein Monopol auf den Gebrauch dieses Wortes verschaffen.
      
      22     Die Klägerin sei auch bereits Inhaberin der Gemeinschaftsmarke STAR TELEVISION für Dienstleistungen der Klassen 38 und 41
         und verschiedener internationaler Wort‑ und Bildmarken mit dem Wort „star“ und/oder der Abbildung eines Sternes. Die Widersprechende
         sei der Eintragung der Marke STAR TELEVISION nicht entgegengetreten. Es sei aber offenkundig widersprüchlich, wenn die Marke
         STAR TV von der Eintragung ausgeschlossen werden solle, während ihre im Wesentlichen identische Marke STAR TELEVISION durchaus
         eingetragen worden sei. Schließlich ermögliche die Anmeldemarke auch deshalb eine eindeutige Unterscheidung ihrer eigenen
         Dienstleistungen von denen anderer Unternehmen, weil sie zu einer Markenserie der Klägerin mit dem Wort „star“ und/oder der
         Darstellung eines Sterns zähle.
      
      23     Das Amt schließt sich der Beurteilung durch die Beschwerdekammer an.
       Würdigung durch das Gericht
      24     Nach Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 ist die angemeldete Marke „[a]uf Widerspruch des Inhabers einer
         älteren Marke von der Eintragung ausgeschlossen, ... wenn wegen ihrer Identität oder Ähnlichkeit mit der älteren Marke und
         der Identität oder Ähnlichkeit der durch die beiden Marken erfassten Waren oder Dienstleistungen für das Publikum die Gefahr
         von Verwechslungen in dem Gebiet besteht, in dem die ältere Marke Schutz genießt; dabei schließt die Gefahr von Verwechslungen
         die Gefahr ein, dass die Marke mit der älteren Marke gedanklich in Verbindung gebracht wird“.
      
      25     Nach ständiger Rechtsprechung liegt eine Verwechslungsgefahr dann vor, wenn das Publikum glauben könnte, dass die betreffenden
         Waren oder Dienstleistungen aus demselben Unternehmen oder gegebenenfalls aus wirtschaftlich miteinander verbundenen Unternehmen
         stammen.
      
      26     Ferner ist nach der Rechtsprechung die Verwechslungsgefahr umfassend, anhand der Wahrnehmung der Zeichen und der Waren und
         Dienstleistungen durch die maßgeblichen Verkehrskreise und unter Berücksichtigung aller erheblichen Umstände des Einzelfalls,
         insbesondere der Wechselbeziehung zwischen Zeichenähnlichkeit und Produktähnlichkeit, zu beurteilen (Urteil des Gerichts vom
         9. Juli 2003 in der Rechtssache T‑162/01, Laboratorios RTB/HABM – Giorgio Beverly Hills [GIORGIO BEVERLY HILLS], Slg. 2003,
         II‑2821, Randnrn. 31 bis 33, und die dort zitierte Rechtsprechung).
      
      27     Angesichts der Art der fraglichen, oben in den Randnummern 3 und 6 wiedergegebenen Dienstleistungen bestehen die maßgeblichen
         Verkehrskreise, hinsichtlich deren die Verwechslungsgefahr zu prüfen ist, für alle Dienstleistungen, ausgenommen der in der
         Anmeldung genannte Vertrieb von Fernsehprogrammen, aus den Durchschnittsverbrauchern der Mitgliedstaaten, für die die internationale
         Marke der Widersprechenden geschützt ist, also den Durchschnittsverbrauchern in Deutschland, Österreich, den Benelux-Ländern,
         Frankreich und Italien.
      
      28     Auch wenn nämlich bestimmte Dienstleistungen der Klägerin in den Klassen 38 und 41 an ein Publikum gerichtet sind, das Informatikkenntnisse
         besitzt und mit der Benutzung elektronischer Medien vertraut ist, so können doch audiovisuelle Produkte und Dienstleistungen,
         berücksichtigt man die gegenwärtige Lage ihres Angebots und ihrer Nutzung sowie ihrer Verbreitung bei einem breiten, vor allem
         jungen Publikum, nicht als einem beschränkten und spezialisierten Kreis von Verbrauchern vorbehalten angesehen werden. Entgegen
         der Auffassung der Klägerin können auch die von der älteren Marke geschützten Dienstleistungen der Klassen 38 und 41, obgleich
         sie sich auf den speziellen Bereich der Cineastik beziehen, nicht als Dienstleistungen für ein anderes als das allgemeine
         Publikum betrachtet werden, das an Fernsehunterhaltung generell interessiert ist.
      
      29     Hingegen richten sich die mit dem Vertrieb von Fernsehprogrammen zusammenhängenden Dienstleistungen der Anmeldemarke in Klasse
         41 nicht an den Durchschnittsverbraucher, sondern an ein Publikum von Fachleuten der Bereiche audiovisuelle Medien und Fernsehen,
         die ihre Auswahl eines bestimmten Anbieters mit einem besonders hohen Maß an Interesse und Aufmerksamkeit treffen werden.
      
      30     Im Licht dieser Erwägungen sind gemäß Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 zum einen die betreffenden Dienstleistungen
         und zum anderen die einander gegenüberstehenden Zeichen zu vergleichen.
      
       Zu den in Frage stehenden Dienstleistungen
      31     Nach ständiger Rechtsprechung sind bei der Beurteilung der Ähnlichkeit der betroffenen Waren oder Dienstleistungen alle erheblichen
         Faktoren zu berücksichtigen, die ihr Verhältnis zueinander kennzeichnen. Zu diesen Faktoren gehören insbesondere die Art,
         der Verwendungszweck und die Nutzung der Waren und Dienstleistungen sowie ihre Eigenart als miteinander konkurrierende oder
         einander ergänzende Waren oder Dienstleistungen (Urteil des Gerichts vom 23. Oktober 2002 in der Rechtssache T-388/00, Institut
         für Lernsysteme/HABM – Educational Services [ELS], Slg. 2002, II-4301, Randnr. 51).
      
      32     Im vorliegenden Fall ist der Widerspruch auf die Eintragung einer älteren Marke für Dienstleistungen der Klassen 38 und 41
         gestützt und richtet sich gegen eine Anmeldemarke für Dienstleistungen derselben Klassen.
      
      33     Die Beschwerdekammer ist zu dem Ergebnis gelangt, dass die in der Anmeldung genannten Dienstleistungen der Ausstrahlung von
         Fernsehprogrammen und interaktiven elektronischen Fernsehprogrammen, besonders über die Medien Fernsehen, E‑Mail, Internet
         und andere elektronische Medien, und der Produktion von Fernsehprogrammen in den Klassen 38 und  41 die von der älteren Marke
         erfassten Dienstleistungen derselben Klassen einschlössen und sich mit ihnen überschnitten. Hinsichtlich der übrigen in der
         Anmeldung genannten Dienstleistungen der Klasse 41 (Vertrieb, Aufzeichnung und Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos,
         Bändern, CDs, CD‑ROMs und Computerplatten) hat die Beschwerdekammer festgestellt, dass sie die von der Widerspruchsmarke umfassten
         Dienstleistungen entweder ergänzten oder unterstützten.
      
      34     Ein Vergleich der oben in den Randnummern 3, erster Gedankenstrich, und 6 wiedergegebenen Bezeichnungen der in Frage stehenden
         Dienstleistungen der Klasse 38 zeigt zum einen, dass die von der älteren Marke erfassten Dienstleistungen des Fernsehens auf
         einen besonderen Bereich, nämlich Fernsehprogramme der Sparte Cineastik, beschränkt sind, während für die Dienstleistungen
         der Anmeldemarke eine weiter gefasste Formulierung gewählt worden ist. Zum anderen gehört zu den Dienstleistungen der Anmeldemarke
         ausdrücklich auch die „Ausstrahlung interaktiver elektronischer Fernsehprogramme“, während im Dienstleistungsverzeichnis der
         Widerspruchsmarke eine entsprechende Angabe fehlt.
      
      35     Insoweit ist festzustellen, dass im Rahmen der Klasse 38 trotz der Unterschiede in den Bezeichnungen die Dienstleistungen
         der Anmeldemarke mit denen der älteren Marke teils identisch, teils ihnen ähnlich sind.
      
      36     Denn zum einen erbringen, wie die Beschwerdekammer in der angefochtenen Entscheidung und das Amt in seiner Klagebeantwortung
         zutreffend ausgeführt haben, die Klägerin und die Widersprechende unabhängig davon, dass die von der Widersprechenden verbreiteten
         Sendungen ihrer Art nach speziell sind, gleichartige Dienstleistungen, nämlich die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen. Die
         von der Anmeldemarke erfassten Dienstleistungen schließen daher auch die von der älteren Marke geschützten Dienstleistungen
         ein.
      
      37     Zum anderen ist das interaktive Fernsehen, das elektronisch – etwa als Digitalfernsehen oder über das Internet – übertragen
         wird und den Empfängern eine über die bloß passive Rezeption des visuellen Inhalts hinausgehende Nutzung der Dienstleistung
         ermöglicht, lediglich als eine spezielle Art des Fernsehens anzusehen. Es wird daher durch die Bezeichnungen im Dienstleistungsverzeichnis
         der älteren Marke, obgleich darin nicht ausdrücklich erwähnt, nicht ausgeschlossen. Die in der Anmeldung genannten Dienstleistungen
         der „Ausstrahlung interaktiver elektronischer Fernsehprogramme“ und die von der älteren Marke geschützten Dienstleistungen
         der „Ausstrahlung von Fernsehprogrammen“ sind daher zumindest als ähnlich anzusehen.
      
      38     Gleiches gilt für die Tätigkeiten der „Produktion von Fernsehprogrammen“ in Klasse 41, die im Dienstleistungsverzeichnis sowohl
         der Anmeldemarke als auch der älteren Marke auftauchen. Auch insoweit deckt die von der Klägerin gewählte, weiter gefasste
         Formulierung auch die unter der älteren Marke produzierten Fernsehprogramme ab, die sich auf den speziellen Bereich der Cineastik
         beziehen.
      
      39     Was schließlich die übrigen Dienstleistungen der Klasse 41 angeht, die die Klägerin im Rahmen ihrer Tätigkeiten „Produktion,
         Vertrieb, Aufzeichnung und Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos, Bändern, CDs, CD‑ROMs und Computerplatten“ anbietet,
         so sind nach ständiger Rechtsprechung bei der Beurteilung der Ähnlichkeit der betroffenen Waren oder Dienstleistungen neben
         weiteren Faktoren auch ihr Verwendungszweck und ihre Eigenart als miteinander konkurrierende oder einander ergänzende Waren
         oder Dienstleistungen zu berücksichtigen (vgl. oben, Randnr. 31). Im vorliegenden Fall sind die in der Anmeldung aufgeführten
         Tätigkeiten der Produktion, des Vertriebs, der Aufzeichnung und der Entwicklung von Fernsehprogrammen, Videos, Bändern, CDs,
         CD‑ROMs und Computerplatten, wie die Beschwerdekammer zu Recht festgestellt hat, mit der von der älteren Marke umfassten Produktion
         von Fernsehprogrammen vergleichbar, denn sie verhalten sich zu dieser entweder komplementär – weil zu ihnen auch die Herstellung
         von audiovisuellen oder Multimediaprodukten gehört, mit denen die Produkte der Widersprechenden auf spezielle Weise verbreitet
         werden können – oder fungieren als elektronische Datenträger für diese Produktion.
      
      40     Im Ergebnis ist damit festzustellen, dass trotz der Unterschiede in den Bezeichnungen die in der Anmeldung aufgeführten Dienstleistungen
         teils mit den von der älteren Marke erfassten Dienstleistungen identisch, teils ihnen ähnlich sind.
      
       Zu den in Frage stehenden Zeichen
      41     Nach ständiger Rechtsprechung ist bei der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr, in die alle erheblichen Faktoren
         einzubeziehen sind, hinsichtlich der Ähnlichkeit der betreffenden Marken im Bild, im Klang oder in der Bedeutung auf den Gesamteindruck
         abzustellen, den die Marken hervorrufen, wobei insbesondere die sie unterscheidenden und dominierenden Elemente zu berücksichtigen
         sind (Urteil des Gerichtshofes vom 11. November 1997 in der Rechtssache C-251/95, Sabèl, Slg. 1997, I-6191, Randnr. 23, und
         Urteil ELS, Randnr. 62). Denn der Durchschnittsverbraucher, auf dessen Eindruck von der Marke es für die umfassende Beurteilung
         der Verwechslungsgefahr entscheidend ankommt, nimmt eine Marke normalerweise als Ganzes wahr und achtet nicht auf die verschiedenen
         Einzelheiten.
      
      42     Im vorliegenden Fall ist die ältere Marke ein Wortbildzeichen mit der zentralen Abbildung eines fünfstrahligen, leicht nach
         links gekippten Sternes, der zweizeilig mit der Aufschrift „STAR TV“ in roten Großbuchstaben überschrieben ist. Ergänzt wird
         dieses zentrale Bildelement durch eine von drei kleinen Sternen umgebene Mondsichel, deren Konturen oben links zwischen zwei
         Zacken des zentralen Sternes angeordnet sind. Die Anmeldemarke besteht aus den Wörtern „Star TV“.
      
      43     Hinsichtlich des bildlichen Vergleichs der beiden Marken ist daran zu erinnern, dass – wie das Gericht bereits entschieden
         hat – gegen eine Prüfung, ob zwischen einer Wortmarke und einer Bildmarke bildliche Ähnlichkeit besteht, nichts einzuwenden
         ist, „da diese beiden Markenarten Gegenstand einer grafischen Gestaltung sind, die einen optischen Eindruck vermitteln kann“
         (Urteil des Gerichts vom 12. Dezember 2002 in der Rechtssache T‑110/01, Vedial/HABM – France Distribution [HUBERT], Slg. 2002,
         II‑5275, Randnr. 51).
      
      44     Insoweit ist zunächst zu berücksichtigen, dass die Wörter „Star TV“ gleichzeitig die Anmeldemarke und das Wortelement der
         älteren Marke bilden. In einem vergleichbaren Fall hat das Gericht entschieden, dass eine zusammengesetzte Wortbildmarke nur
         dann als einer anderen Marke, die mit einem ihrer Bestandteile identisch oder diesem ähnlich ist, ähnlich angesehen werden
         kann, wenn dieser Bestandteil das dominierende Element in dem von der zusammengesetzten Marke hervorgerufenen Gesamteindruck
         ist. Das ist dann der Fall, wenn dieser Bestandteil allein schon geeignet ist, das Bild dieser Marke, das die angesprochenen
         Verkehrskreise im Gedächtnis behalten, so zu prägen, dass alle übrigen Bestandteile der Marke in dem durch diese hervorgerufenen
         Gesamteindruck zu vernachlässigen sind (Urteil des Gerichts vom 23. Oktober 2002 in der Rechtssache T‑6/01, Matratzen Concord/HABM
         – Hukla Germany [MATRATZEN], Slg. 2002, II‑4335, Randnr. 33).
      
      45     Im vorliegenden Fall sind im Rahmen des bildlichen Zeichenvergleichs nach Auffassung der Beschwerdekammer die Wörter „Star TV“
         das dominierende Element der älteren Marke.
      
      46     Diese Beurteilung ist fehlerfrei. Denn im visuellen Gesamteindruck der älteren Marke zieht das Wortelement „Star TV“ die Aufmerksamkeit
         zweifelsfrei stärker auf sich als die übrigen Zeichenbestandteile, und zwar sowohl wegen seiner Größe, da die Wörter „Star“
         und „TV“ die zentrale Abbildung des Sternes überlagern und über diesen hinausreichen, als auch wegen seiner farblichen Wirkung,
         da die Wörter in roter Schrift vor einem schwarzweißen Hintergrund erscheinen.
      
      47     Angesichts der Übereinstimmung der Anmeldemarke mit dem dominierenden Wortelement der älteren Marke ist der Beschwerdekammer
         folglich mit ihrer Feststellung, dass die Marken hochgradig ähnlich seien, kein Beurteilungsfehler unterlaufen.
      
      48     Ebenso hat die Beschwerdekammer zu Recht klangliche Identität der Marken angenommen.
      49     Anders als die Klägerin offenbar meint, kann nämlich ebenso wie die Anmeldemarke auch die ältere Marke, da sie ein Wortelement
         enthält, klanglich wiedergegeben werden. Da der klangliche Ausdruck der älteren Marke derselbe ist wie der ihres einzigen
         Wortbestandteils, also „Star TV“, und somit dem der Anmeldemarke entspricht, sind die Zeichen klanglich identisch.
      
      50     In begrifflicher Hinsicht hat die Beschwerdekammer darauf abgehoben, dass beide Zeichen das Bild eines Sternes vermitteln.
      51     Während der bildliche Eindruck der älteren Marke, da sie die zeichnerische Darstellung eines Sternes enthält, eindeutig und
         sofort den Gedanken an einen Stern erweckt, so gilt dies für die Anmeldemarke indessen nur, wenn vernünftigerweise davon ausgegangen
         werden kann, dass die angesprochenen Verkehrskreise die Bedeutung des englischen Wortes „star“ kennen.
      
      52     Aber auch wenn den Durchschnittsverbrauchern als den maßgeblichen Verkehrskreisen für die meisten der in Frage stehenden Dienstleistungen
         die Bedeutung des englischen Wortes „star“ nicht notwendig bekannt ist, ist dieses doch im Deutschen, Französischen, Italienischen
         und Niederländischen ein gängiger Ausdruck für einen berühmten Filmschauspieler. Daher sind sowohl die Anmeldemarke, die das
         Wort „star“ enthält, als auch die ältere Marke, in deren Wortbestandteil ebenfalls „star“ enthalten ist, geeignet, den Gedanken
         an einen „Filmstar“ zu erwecken. Die beiden Zeichen sind umso geeigneter, eine solche Assoziation hervorzurufen, als beide
         das Wort „star“ mit der Abkürzung „TV“ kombinieren, die als Kurzbezeichnung für „Fernsehen“ den Verweis auf den Begriff eines
         Filmstars verstärkt. Begrifflich können daher beide Marken den gleichen Bedeutungsgehalt vermitteln.
      
      53     Nach alledem sind die Anmeldemarke und die ältere Marke in bildlicher, klanglicher und begrifflicher Hinsicht sehr ähnlich
         und in manchen Aspekten sogar identisch.
      
       Zum Vorliegen von Verwechslungsgefahr
      54     Nach den vorstehend dargelegten Umständen besteht angesichts der Identität oder Ähnlichkeit der Zeichen und Dienstleistungen
         eine konkrete Gefahr, dass bei den maßgeblichen Verkehrskreisen eine irrtümliche Vorstellung über die betriebliche Herkunft
         der Dienstleistungen hervorgerufen wird.
      
      55     Das Gleiche gilt für die von der Anmeldemarke erfassten Dienstleistungen des Vertriebs von Fernsehprogrammen, die sich, wie
         festgestellt, an Fachleute der audiovisuellen Medien richten. Denn die bildliche, klangliche und begriffliche Ähnlichkeit
         zwischen den einander gegenüberstehenden Marken ist derart, dass auch ein besonders aufmerksames Publikum annehmen könnte,
         die in Frage stehenden Dienstleistungen stammten von demselben Unternehmen oder von wirtschaftlich verbundenen Unternehmen.
         Dass die Widersprechende nicht unmittelbar im Bereich des Vertriebs tätig ist, kann diesen Schluss nicht entkräften, da im
         Allgemeinen Tätigkeiten der Produktion und des Vertriebs von Fernsehprogrammen von denselben Unternehmen erbracht werden können
         und häufig auch erbracht werden.
      
      56     Somit hat die Beschwerdekammer ohne Beurteilungsfehler festgestellt, dass zwischen der Anmeldemarke STAR TV und der älteren
         Marke Verwechslungsgefahr vorliegt.
      
      57     Soweit die Klägerin ihre verschiedenen nationalen, internationalen und gemeinschaftlichen Voreintragungen von Marken mit dem
         Wort „star“ oder der Abbildung eines Sternes geltend macht und sich weiter auf die angeblich gängige Verwendung von „star“
         zur Bezeichnung der fraglichen Dienstleistungen beruft, genügt der Hinweis, dass dieses Vorbringen weder vor der Widerspruchsabteilung
         noch der Beschwerdekammer geltend gemacht worden ist. Nach der Rechtsprechung können aber Tatsachen, die vor dem Gericht geltend
         gemacht werden, ohne dass sie vorher den Dienststellen des Amtes zur Kenntnis gebracht worden sind, die Rechtmäßigkeit einer
         Entscheidung nur berühren, wenn das Amt sie von Amts wegen hätte berücksichtigen müssen (Urteil des Gerichts vom 13. Juli
         2004 in der Rechtssache T‑115/03, Samar/HABM – Grotto [GAS STATION], noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht,
         Randnr. 13). Insoweit ergibt sich aus Artikel 74 Absatz 1 Satz 2 der Verordnung Nr. 40/94, wonach das Amt in einem Verfahren
         betreffend relative Eintragungshindernisse bei der Sachverhaltsermittlung auf das Vorbringen und die Anträge der Beteiligten
         beschränkt ist, dass es nicht verpflichtet ist, von Amts wegen Tatsachen zu berücksichtigen, die von den Beteiligten nicht
         vorgetragen worden sind. Solche Tatsachen können demnach die Rechtmäßigkeit einer Entscheidung der Beschwerdekammer nicht
         in Frage stellen (Urteil GAS STATION, Randnr. 13).
      
      58     Nach alledem ist der Aufhebungsantrag der Klägerin zurückzuweisen.
       Kosten
      59     Gemäß Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu
         verurteilen. Da die Klägerin unterlegen ist, sind ihr gemäß dem Antrag des Amtes die Kosten aufzuerlegen.
      
      60     Nach Artikel 136 § 2 der Verfahrensordnung gelten die Aufwendungen der Parteien, die für das Verfahren vor der Beschwerdekammer
         notwendig waren, als erstattungsfähige Kosten. Da dies nicht für die Aufwendungen im Verfahren vor der Widerspruchsabteilung
         gilt, ist der Antrag der Klägerin auf Erstattung dieser Aufwendungen jedenfalls aus diesem Grund zurückzuweisen. Aber auch
         ihrem Antrag auf Erstattung ihrer Kosten im Verfahren vor der Beschwerdekammer kann nicht stattgegeben werden, da ihr Aufhebungsantrag
         zurückzuweisen ist.
      
      Aus diesen Gründen
      hat
      DAS GERICHT (Vierte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen.
      2.      Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.
      
               Legal
            
            
               Mengozzi
            
            
               Wiszniewska-Białecka 
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 4. Mai 2005.
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                      Der Präsident
            
         
               H. Jung 
            
             
            
                      H. Legal
            
         * Verfahrenssprache: Englisch.