CELEX: 51989PC0405
Language: de
Date: 1989-07-28
Title: GEAENDERTER VORSCHLAG FUER EINE RICHTLINIE DES RATES UEBER DEN SCHUTZ DER ARBEITNEHMER GEGEN GEFAEHRDUNG DURCH KARZINOGENE AM ARBEITSPLATZ

Nr. C 229/8                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   6. 9. 89
                                                              II
                                                  (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                KOMMISSION
             Geänderter Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über den Schutz der Arbeitnehmer gegen
                                   Gefährdung durch Karzinogene am Arbeitsplatz (')
                                             KOM(89) 405 endg. — SYN 110
             (Gemäß Artikel 149 Absatz 3 des EWG-Vertrags          von der Kommission vorgelegt am 2. August
                                                             1989)
                                                       (89/C 229/06)
             (') ABl. Nr. C 34 vom 8. 2. 1988, S. 9.
Sechste Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 8 der Richt-         Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 der Richtlinie
                    linie 80/1107/EWG                                                     89/391/EWG
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                             GEÄNDERTER VORSCHLAG
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                          DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                 unverändert
schen Wirtschaftsgemeinschaft und auf Artikel 118a,
auf Vorschlag der Kommission, der in Abstimmung mit
dem Beratenden Ausschuß für Sicherheit, Arbeitshygiene
und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ausgearbeitet
wurde,
in Kooperation mit dem Europäischen Parlament,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Gemäß Artikel 118a des EWG-Vertrags erläßt der Rat                 Artikel 118a des Vertrags sieht vor, daß der Rat durch
durch Richtlinien die Mindestvorschriften, um im Hin-              Richtlinien Mindestvorschriften erläßt, um die Verbesse-
blick auf den Schutz der Sicherheit und der Gesundheit             rung insbesondere der Arbeitsumwelt zu fördern, damit
der Arbeitnehmer die Verbesserung insbesondere der Ar-             ein höheres Niveau an Sicherheit und Gesundheitsschutz
beitsumwelt zu fördern.                                            für die Arbeitnehmer gewährleistet ist.
 ---pagebreak--- 6. 9. 89                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 229/9
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                          GEÄNDERTER VORSCHLAG
Die Entschließung des Rates vom 27. Februar 1984 über            unverändert
ein zweites Aktionsprogramm der Europäischen Gemein-
schaften für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Ar-
beitsplatz (') sieht die Einführung von Schutzmaßnah-
men für Arbeitnehmer vor, die Karzinogenen ausgesetzt
sind.
                                                                 Die Mitteilung der Kommission vom 21. Dezember 1987
                                                                 über ihr Aktionsprogramm für Sicherheit, Arbeitshygiene
                                                                 und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (2) sieht die Ver-
                                                                 abschiedung von Richtlinien vor, die die Sicherheit und
                                                                 den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer gewährleisten
                                                                 sollen.
Die Richtlinie 80/1107/EWG des Rates vom 27. No-                 Diese Richtlinie ist eine Einzelrichtlinie im Sinne von Ar-
vember 1980 zum Schutz der Arbeitnehmer vor der Ge-              tikel 16 der Richtlinie 89/391/EWG des Rates vom 12.
fährdung durch chemische, physikalische und biologische          Juni 1989 über die Durchführung von Maßnahmen zur
Arbeitsstoffe bei der Arbeit (J) enthält Grundsätze, die zu      Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheits-
beachten sind, um den Schutz der Arbeitnehmer zu ge-             schutzes am Arbeitsplatz ("); die Bestimmungen dieser
währleisten.                                                     Richtlinie finden daher in vollem Umfang Anwendung
                                                                 auf die Exposition der Arbeitnehmer durch karzinogene
                                                                 Stoffe, unbeschadet strengerer und/oder spezifischer Be-
                                                                 stimmungen in der vorliegenden Richtlinie.
Entsprechend der erwähnten Richtlinie sollte dieser              gestrichen
Schutz soweit wie möglich durch Maßnahmen zur Ver-
meidung bzw. zur Begrenzung der Exposition auf das
niedrigste in der Praxis vertretbare Niveau sichergestellt
werden.
Die Richtlinie 67/548/EWG des Rates vom 27. Juni                 unverändert
1967 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvor-
schriften für die Einstufung, Verpackung und Kenn-
zeichnung gefährlicher Stoffe ($) enthält eine Liste der
gefährlichen Stoffe mit Angaben zur Einstufung und
Kennzeichnung für jeden Stoff; diese Liste wurde dem
gegenwärtigen Stand der Technik und der wissenschaft-
lichen Erkenntnis angepaßt, zuletzt durch die Richtlinie
87/432/EWG (*).
                                                                 Die Richtlinie 88/379/EWG des Rates vom 7. Juni 1988
                                                                 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschrif-
                                                                 ten der Mitgliedstaaten für die Einstufung, Verpackung
                                                                 und Kennzeichnung gefährlicher Zubereitungen (7) ent-
                                                                 hält eine Liste der gefährlichen Zubereitungen mit Anga-
                                                                 ben zur Einstufung und Kennzeichnung für jede Zube-
                                                                 reitung.
(')  ABl. Nr. C 67 vom 8. 3. 1984, S. 2.
 O   ABl. Nr. C 28 vom 3. 2. 1988, S. 3.
 O   ABl. Nr. L 327 vom 3. 12. 1980, S. 8.
 (4) ABl. Nr. L 183 vom 29. 6. 1989, S. 1.
 0)  ABl. Nr. 196 vom 16. 8. 1967, S. 1.
 (*) ABl. Nr. L 239 vom 21. 8. 1987, S. 1.
 (7) ABl. Nr. L 187 vom 16. 7. 1988, S. 14.
 ---pagebreak---  Nr. C 229/10                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  6. 9. 89
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                          GEÄNDERTER VORSCHLAG
 Der Vorschlag für ein Aktionsprogramm 1987 bis 1989             unverändert
 im Rahmen des Programms „Europa gegen den
 Krebs" (') sieht neue Richtlinien zum Schutz der Arbeit-
 nehmer gegenüber karzinogenen Stoffen vor.
 Beim gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Kennt-          unverändert
nisse kann ein Niveau, unter dem eine Gefährdung der
Gesundheit nicht mehr gegeben ist, nicht festgelegt wer-
den, jedoch wird durch eine Verringerung der Exposi-
tion gegenüber karzinogenen Stoffen diese Gefahr ver-
mindert.
                                                                 Die Anhänge der vorliegenden Richtlinie sind alle zwei
                                                                 Jahre aufgrund des wissenschaftlichen und technischen
                                                                 Fortschritts zu überprüfen und entsprechend anzupassen.
Die Arbeitgeber müssen sich ständig über den neuesten            unverändert
Stand der Technik informieren, um für Gesundheit und
Sicherheit der Arbeitnehmer einen optimalen Schutz ge-
währleisten zu können.
Zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der durch               Zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der durch
Karzinogene gefährdeten Arbeitnehmer sollten vorbeu-             Karzinogene gefährdeten Arbeitnehmer müssen vorbeu-
gende Maßnahmen getroffen werden.                                gende Maßnahmen getroffen werden.
                                                                 Da die meisten Karzinogene das Embryo schädigen kön-
                                                                 nen, ist besonders das Treffen aller erforderlichen Maß-
                                                                 nahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der
                                                                 Arbeitnehmerinnen geboten, die diesen Stoffen ausge-
                                                                 setzt sind.
Die Arbeitnehmer und ihre Vertreter sind, um einen               Die Arbeitnehmer und ihre Vertreter sind, um einen grö-
größtmöglichen Schutz zu gewährleisten, über die durch           ßeren Schutz zu gewährleisten, über die durch Karzino-
Karzinogene bedingte mögliche Gefährdung der Ge-                 gene bedingte mögliche Gefährdung der Gesundheit und
sundheit und die zur Begrenzung bzw. Vermeidung die-             die zur Begrenzung bzw. Vermeidung dieser Gefährdung
ser Gefährdung erforderlichen Maßnahmen zu unter-                erforderlichen Maßnahmen zu unterrichten; sie müssen
richten; sie müssen die Möglichkeit haben, sicherzustel-         die Möglichkeit haben, nachzuprüfen, ob die erforderli-
len, daß die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen            chen Schutzmaßnahmen getroffen werden.
werden —
                                                                 Die vorliegende Richtlinie enthält die besonderen Anfor-
                                                                 derungen, denen bei einer Exposition gegenüber Karzi-
                                                                 nogenen zu genügen ist —
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:                                HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
                         Artikel 1                                                        Artikel 1
                            ZIEL                                 unverändert
(1)    Ziel dieser Richtlinie, der sechsten Einzelrichtlinie     (1)    Ziel dieser Richtlinie, einer Einzelrichtlinie im
im Sinne von Artikel 8 der Richtlinie 80/1107/EWG, ist           Sinne von Artikel 16 der Richtlinie 89/391/EWG, ist der
der Schutz der Arbeitnehmer vor der Gefährdung ihrer             Schutz der Arbeitnehmer vor der Gefährdung ihrer Ge-
Gesundheit und Sicherheit, einschließlich der Vorbeu-            sundheit und Sicherheit, einschließlich der Vorbeugung
gung gegen Gefahren, die aus einer Belastung durch               gegen Gefahren, die aus einer Belastung durch Karzino-
Karzinogene bei der Arbeit erwachsen oder mög-                   gene bei der Arbeit erwachsen oder möglicherweise er-
licherweise erwachsen können.                                    wachsen können. In ihr werden die einschlägigen Min-
                                                                 destvorschriften festgelegt.
(') ABl. Nr. C 50 vom 26. 2. 1987, S. 1.
 ---pagebreak--- 6. 9. 89                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 229/11
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                          GEÄNDERTER VORSCHLAG
(2)    Diese Richtlinie gilt nicht für Arbeitnehmer,            unverändert
— die in der Seeschiffahrt und der Luftfahrt tätig sind.        gestrichen
    Für den Zweck dieser Richtlinie versteht man unter
    „Arbeitnehmer, die in der Seeschiffahrt und in der
    Luftfahrt tätig sind", das Personal an Bord;
— die nur ionisierenden Strahlungen ausgesetzt sind.            unverändert
                                                                (3)     Die vorliegende Richtlinie läßt die strengen Be-
                                                                stimmungen unberührt, die in den nachstehend ange-
                                                                führten Richtlinien enthalten sind:
                                                                a) Richtlinie 78/610/EWG des Rates vom 29. Juni 1978
                                                                    zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvor-
                                                                    schriften der Mitgliedstaaten über den Schutz der Ge-
                                                                    sundheit von Arbeitnehmern, die Vinylchloridmono-
                                                                    mer ausgesetzt sind;
                                                                b) Richtlinie 83/477/EWG des Rates vom 19. Septem-
                                                                    ber 1983 zum Schutz der Arbeitnehmer durch ein
                                                                    Verbot bestimmter Arbeitsstoffe und/oder Arbeitsver-
                                                                    fahren (zweite Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 8
                                                                    der Richtlinie 80/1107/EWG);
                                                                c) Richtlinie 88/364/EWG des Rates vom 9. Juni 1988
                                                                    zum Schutz der Arbeitnehmer durch ein Verbot be-
                                                                    stimmter Arbeitsstoffe und/oder Arbeitsverfahren
                                                                    (vierte Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 8 der
                                                                    Richtlinie 80/1107/EWG).
                                                                (4)     Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen
                                                                Vorkehrungen, um zu gewährleisten, daß die Arbeitge-
                                                                ber, die Arbeitnehmer und die Arbeitnehmervertreter den
                                                                für die Anwendung dieser Richtlinie erforderlichen
                                                                Rechtsvorschriften unterliegen.
                                                                (5)     Die Mitgliedstaaten tragen insbesondere für eine
                                                                angemessene Kontrolle und Überwachung Sorge.
                          Artikel 2                                                       Artikel 2
                        DEFINITION                              unverändert
Ein Karzinogen im Sinne dieser Richtlinie ist:                  Ein Karzinogen im Sinne dieser Richtlinie ist:
— ein in Anhang I durch die Registernummer des Che-             — ein Stoff, dem in Anhang I der Richtlinie
    mical Abstracts Service bezeichneter chemischer Ar-              67/548/EWG die Einstufung der R45 „kann Krebs
    beitsstoff,                                                      erzeugen" zugeteilt wurde;
                                                                     ein Stoff, der gemäß Artikel 5 der Richtlinie
                                                                     67/548/EWG in der jeweils geltenden Fassung als
                                                                     krebserzeugend betrachtet wird;
                                                                     eine Zubereitung, die gemäß Artikel 3 Absatz 5
                                                                     Buchstabe j) der Richtlinie 88/379/EWG des Rates
                                                                     mit der Bezeichnung R45 „kann Krebs erzeugen" zu
                                                                     kennzeichnen ist;
 ---pagebreak--- Nr. C 229/12                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  6. 9. 89
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                           GEÄNDERTER VORSCHLAG
     ein in Anhang II aufgeführtes industrielles Verfahren.      — ein Stoff, eine Zubereitung oder ein Verfahren ge-
                                                                      mäß Anhang II sowie ein Stoff oder eine Zuberei-
                                                                      tung, der bzw. die bei Anwendung eines in Anhang II
                                                                      aufgeführten Verfahrens entsteht.
                          Artikel 3                                                       Artikel 3
                        BEWERTUNG                                ANWENDUNGSBEREICH, ERFASSUNG UND BEWER-
                                                                                    TUNG DES RISIKOS
(1)     Diese Richtlinie gilt für Tätigkeiten, bei denen Ar-     unverändert
beitnehmer als Folge ihrer Arbeit tatsächlich oder wahr-
scheinlich Karzinogenen ausgesetzt sind.
(2)     Sofern bei einer Tätigkeit oder in einem Tätig-          (2)     Sofern bei einer Tätigkeit mit dem Risiko einer
keitsbereich mit dem Risiko einer Exposition gegenüber           Exposition gegenüber Karzinogenen zu rechnen ist, sind
Karzinogenen zu rechnen ist, muß eine Risikobewertung            Art, Ausmaß und Dauer der Exposition der Arbeitneh-
vorgenommen werden, um Art und Ausmaß der Exposi-                mer zu ermitteln, um die dadurch entstehende Gefähr-
tion der Arbeitnehmer zu ermitteln.                              dung der Sicherheit bzw. der Gesundheit der Arbeitneh-
                                                                 mer beurteilen und die zu ergreifenden Maßnahmen be-
                                                                 stimmen zu können.
                                                                 (3)     Um diese Risikobewertung vornehmen zu können,
                                                                 ist die Konzentration karzinogener Stoffe am Arbeits-
                                                                 platz jährlich zu messen, und die Ergebnisse sind schrift-
                                                                 lich festzuhalten. Werden dabei höhere Expositionen
                                                                 festgestellt, müssen sofort geeignete Maßnahmen ergrif-
                                                                 fen werden, um die Gefahr zu beseitigen. Außerdem sind
                                                                 alle sonstigen relevanten Expositionen, z. B. auf die Haut
                                                                 einwirkende Exposition, bei der Risikobewertung zu be-
                                                                 rücksichtigen.
                                                                 (4)     Schwangere Frauen, stillende Mütter und Jugend-
                                                                 liche unter 18 Jahren dürfen grundsätzlich nicht in Berei-
                                                                 chen beschäftigt werden, in denen sie mit Karzinogenen
                                                                 in Berührung kommen.
                          Artikel 4                                                       Artikel 4
MASSNAHMEN ZUR VERMEIDUNG EINER EXPOSI-                          unverändert
                            TION
(1)     Sofern bei einer Tätigkeit oder in einem Tätig-          (1)     Sofern Karzinogene nicht durch Stoffe, Zuberei-
keitsbereich mit dem Risiko einer Exposition gegenüber           tungen oder Verfahren ersetzt werden können, die nicht
einem Karzinogen zu rechnen ist, muß die Exposition              oder weniger gesundheitsschädlich sind, darf die Her-
der Arbeitnehmer, soweit in der Praxis vertretbar, ver-          stellung und Verwendung solcher Karzinogene nur in ei-
mieden werden. Zu diesem Zweck ist sicherzustellen,              nem geschlossenen System erfolgen.
daß die Herstellung und die Verwendung des betreffen-
den Karzinogens in einem geschlossenen System stattfin-
det.
(2)     Die Arbeitgeber ergreifen die erforderlichen Vor-        (2)     Die Arbeitgeber ergreifen die erforderlichen Vor-
kehrungen, um Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche zu             kehrungen, um Tätigkeiten oder Tätigkeitsbereiche zu
ermitteln, für die ein geschlossenes System in der Praxis        ermitteln, für die ein geschlossenes System technisch
nicht vertretbar ist. In jedem Fall ist die Exposition der       nicht möglich ist. In jedem Fall ist die Verringerung der
Arbeitnehmer auf ein in der Praxis vertretbares Niveau           Exposition der Arbeitnehmer auf das im einzelnen Be-
zu verringern; dabei sind je nach Fall einige oder alle der      trieb nach dem Stand der Technik erreichbare Maß an-
folgenden Maßnahmen anzuwenden:                                  zustreben. Dabei sind folgende Maßnahmen anzuwen-
                                                                 den:
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                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                         GEÄNDERTER VORSCHLAG
a) Einschränkung der Verwendung eines Karzinogens             a) Einschränkung der Verwendung eines Karzinogens
   am Arbeitsplatz, insbesondere Ersetzen des Karzino-           am Arbeitsplatz, insbesondere Ersetzen des Karzino-
   gens durch für den Arbeitnehmer weniger gesund-               gens durch für den Arbeitnehmer ungefährliche bzw.
   heitsschädliche Arbeitsstoffe oder Arbeitsverfahren;          durch weniger gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe
                                                                 oder Arbeitsverfahren;
b) Begrenzung der Zahl der tatsächlich oder wahr-             b) Begrenzung der Zahl der Arbeitnehmer, die tatsäch-
   scheinlich exponierten Arbeitnehmer;                          lich exponiert werden oder exponiert werden können,
                                                                 auf die geringstmögliche Zahl;
c) Konzeption von Arbeitsverfahren und technischen            c) Konzeption von Arbeitsverfahren und technischen
   Überwachungsmaßnahmen, die das Freisetzen von                 Überwachungsmaßnahmen, die das Freisetzen von
   Karzinogenen am Arbeitsplatz verhindern bzw. auf              Karzinogenen am Arbeitsplatz verhindern bzw. auf
   ein Minimum begrenzen;                                        ein Minimum begrenzen;
d) Anwendung geeigneter Meßverfahren für karzino-             unverändert
   gene Arbeitsstoffe, insbesondere im Hinblick auf die
   frühzeitige Ermittlung anormaler Expositionen in-
   folge eines unvorhersehbaren Ereignisses oder eines
   Unfalles;
e) Anwendung geeigneter Arbeitsverfahren und -metho-          unverändert
   den;
f) kollektive Schutzmaßnahmen;                                unverändert
g) individuelle Schutzmaßnahmen dort, wo eine andere          g) individuelle Schutzmaßnahmen dort, wo eine andere
   vertretbare Lösung zur Vermeidung einer Exposition            Lösung zur Vermeidung einer Exposition nicht mög-
   nicht möglich ist;                                            lich ist;
h) Hygienemaßnahmen;                                          h) Hygienemaßnahmen, insbesondere regelmäßiges Säu-
                                                                 bern von Böden, Wänden und sonstigen Flächen;
i) Unterrichtung der Arbeitnehmer;                                    idert
j) Anbringung von Warn- und Sicherheitszeichen ein-           j) Abgrenzung der Gefahrenbereiche und Anbringung
   schließlich des Zeichens „Rauchen verboten" in Be-            von Warn- und Sicherheitszeichen einschließlich des
   reichen, in denen die Arbeitnehmer tatsächlich oder           Zeichens „Rauchen verboten" in Bereichen, in denen
   wahrscheinlich Karzinogenen ausgesetzt sind;                  die Arbeitnehmer tatsächlich oder möglicherweise
                                                                 Karzinogenen ausgesetzt sind;
k) Gesundheitsüberwachung der Arbeitnehmer;                   unverändert
1) Führen von aktualisierten Listen der tatsächlich oder      unverändert
   wahrscheinlich exponierten Arbeitnehmer sowie von
   Gesundheitsakten;
m) bei anormalen Expositionswerten zu ergreifende Not-        unverändert
   maßnahmen;
n) Gewährleistung einer angemessenen, sicheren Lage-          n) Gewährleistung einer angemessenen, sicheren Lage-
   rung, Handhabung und Beförderung insbesondere                 rung, Handhabung und Beförderung insbesondere
   durch Verwendung versiegelter und richtig beschrifte-         durch Verwendung hermetisch verschlossener. Behäl-
   ter Behälter;                                                 ter, die eindeutig und deutlich sichtbar beschriftet
                                                                 sind;
o) Gewährleistung der Sicherheit beim Sammeln sowie           o) Gewährleistung der Sicherheit beim Sammeln sowie
   bei der Lagerung und der Beseitigung des Abfalls, u.a.        bei der Lagerung und der Beseitigung des Abfalls, un-
    durch Benutzung entsprechend beschrifteter versiegel-        ter anderem durch Benutzung hermetisch verschlosse-
    ter Behälter.                                                 ner Behälter, die eindeutig und deutlich sichtbar be-
                                                                  schriftet sind.
 ---pagebreak---   Nr. C 229/14                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              6. 9. 89
                  URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                       GEÄNDERTER VORSCHLAG
                           Artik
                                 el $                                                  Artikel 5
   UNTERRICHTUNG DER ZUSTÄNDIGEN BEHÖRDEN                       unverändert
 Die Arbeitgeber müssen für jede Tätigkeit nach Artikel 3        unverändert
 Absatz 1 die zuständige Behörde auf Anforderung unter-
 richten über:
 — durchgeführte Tätigkeiten und/oder angewandte in-            a) unverändert
      dustrielle Verfahren und Begründung für die Ver-
      wendung von Karzinogenen;
 — Menge der hergestellten oder verwendeten Substan-            b) unverändert
      zen oder Präparate, die Karzinogene enthalten;
 — Zahl der exponierten Arbeitnehmer;                           c) unverändert
— Schutzmaßnahmen;                                             d) unverändert
— Art der verwendeten Schutzausrüstung.                        e) unverändert
                                                               f) Art und Ausmaß der Exposition;
                                                               g) vorgenommene Substitutionen.
                          Artikel 6                                                   Artikel 6
                ANORMALE EXPOSITIONEN                                   UNVORHERSEHBARE EXPOSITIONEN
Bei einem unvorhersehbaren Ereignis oder einem Unfall,         Bei einem unvorhersehbaren Ereignis oder einem Unfall,
der eine anormale Exposition der Arbeitnehmer bedingen         der eine anormale Exposition der Arbeitnehmer bedingen
könnte,                                                        könnte, unterrichtet der Arbeitgeber die Arbeitnehmer.
                                                               Bis der Normalzustand wieder eingetreten ist:
a) haben nur die für Abhilfemaßnahmen und sonstige
    wichtige Arbeiten benötigten Arbeitnehmer Zugang           unverändert
    zu dem betroffenen Bereich;
b) sind die betreffenden Arbeitnehmer mit Schutzklei-
    dung und Atemschutzgeräten auszurüsten, die sie            unverändert
    während der gesamten Dauer der anormalen Exposi-
    tion tragen müssen. Die Zeit, in der die Ausrüstung
    getragen werden muß, ist für jeden Arbeitnehmer auf
    das unbedingt erforderliche Mindestmaß zu beschrän-
    ken;
c) dürfen Arbeitnehmer ohne Schutzausrüstung erst              unverändert
    dann in den betroffenen Bereichen arbeiten, wenn der
    Normalzustand wieder eingetreten ist und die Ursar
    chen für die erhöhte Exposition beseitigt sind.
 ---pagebreak--- 6. 9. 89                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 229/15
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                          GEÄNDERTER VORSCHLAG
                          Artikel 7                                                       Artikel 7
                                                                            VORHERSEHBARE EXPOSITIONEN
Bei bestimmten Tätigkeiten, z. B. Wartungsarbeiten, bei         (1)     Bei bestimmten Tätigkeiten, z. B. Wartungsarbei-
denen eine signifikante Erhöhung der Exposition der Ar-         ten, bei denen eine signifikante Erhöhung der Exposition
beitnehmer vorherzusehen ist und bei denen weitere              vorherzusehen ist und bei denen jede Möglichkeit wei-
technische Schutzmaßnahmen zur Begrenzung der Expo-             terer technischer Schutzmaßnahmen zur Begrenzung
sition der Arbeitnehmer nicht unter in der Praxis vertret-      dieser Exposition bereits ausgeschöpft wurde, legt der
baren Bedingungen getroffen werden können, legt der             Arbeitgeber unter Mitwirkung der Arbeitnehmer und/
Arbeitgeber die erforderlichen kollektiven Schutzmaß-           oder ihrer Vertreter in den Unternehmen, unbeschadet
nahmen zur Verringerung der Exposition der Arbeitneh-           der Verantwortlichkeit des Arbeitgebers, die erforderli-
mer auf ein Minimum und zur Gewährleistung eines an-            chen Maßnahmen fest, um die Dauer der Exposition auf
gemessenen Schutzes der Arbeitnehmer während dieser             ein Mindestmaß zu verkürzen und den Schutz der Ar-
Tätigkeiten fest.                                               beitnehmer während dieser Tätigkeit zu gewährleisten.
Insbesondere ist Artikel 6 Buchstabe b) anzuwenden.             Insbesondere ist Artikel 6 Buchstabe b) anzuwenden.
                                                                (2)     Alle erforderlichen Vorkehrungen sind zu ergrei-
                                                                fen, damit die Bereiche, in denen die in Absatz 1 Unter-
                                                                absatz 1 erwähnten Tätigkeiten stattfinden, deutlich ab-
                                                                gegrenzt und gekennzeichnet sind, bzw. damit durch
                                                                sonstige Maßnahmen vermieden wird, daß Unbefugte
                                                                diese Bereiche betreten.
                          Artikel 8                                                        Artikel 8
     ZUGANG ZU DEN BETROFFENEN BEREICHEN                                ZUGANG ZU DEN GEFAHRENBEREICHEN
Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um zu ge-                Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um zu ge-
währleisten, daß der Zugang zu den Bereichen, in denen          währleisten, daß der Zugang zu den Bereichen, in denen
die Tätigkeiten nach Artikel 3 Absatz 1 ausgeübt wer-           die Tätigkeiten nach Artikel 3 Absatz 1 stattfinden, aus-
den, ausschließlich denjenigen Arbeitnehmern vorbehal-           schließlich denjenigen Arbeitnehmern vorbehalten bleibt,
ten bleibt, die sie zur Ausübung ihrer Arbeit oder zur           die sie zur Ausübung ihrer Arbeit oder zur Durchfüh-
Durchführung bestimmter Aufgaben betreten müssen.                rung bestimmter Aufgaben betreten müssen, sowie denje-
                                                                 nigen Verantwortlichen, denen von den zuständigen Be-
                                                                 hörden Kontroll- und Aufsichtspflichten übertragen wur-
                                                                 den.
                          Artikel 9                                                        Artikel 9
         SCHUTZKLEIDUNG UND -AUSRÜSTUNG                          HYGIENEMASSNAHMEN, SCHUTZKLEIDUNG                     UND
                                                                                        -AUSRÜSTUNG
 (1)    Sofern dies in der Praxis vertretbar ist, werden ge-     (1)    Die Arbeitgeber sind verpflichtet, für die Tätigkei-
 eignete Maßnahmen getroffen, um zu gewährleisten, daß           ten, bei denen die Gefahr einer Kontamination durch
                                                                 Karzinogene besteht, geeignete Maßnahmen zu treffen,
                                                                 um zu gewährleisten, daß
 a) die Arbeitnehmer in den Arbeitsbereichen, in denen           unverändert
     die Gefahr einer Kontamination durch Karzinogene
     besteht, weder essen, noch trinken, noch rauchen;
 ---pagebreak---  Nr. C 229/16                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               6. 9. 89
                  URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                        GEÄNDERTER VORSCHLAG
b) i) den Arbeitnehmern eine geeignete Schutzkleidung             unverändert
         oder sonstige geeignete Spezialkleidung zur Ver-
         fügung gestellt wird;
     ii) für die Arbeits- oder Schutzkleidung und die Stra-       unverändert
         ßenkleidung getrennte Aufbewahrungsmöglichkei-
         ten zur Verfügung gestellt werden;
c) den Arbeitnehmern geeignete und ausreichende                   unverändert
    Waschgelegenheiten, einschließlich Duschen bei
    staubintensiven Arbeitsvorgängen, sowie Toiletten zur
    Verfügung gestellt werden;
d) die Schutzausrüstungen an einem dafür vorgesehenen            unverändert
    Ort aufbewahrt und nach Möglichkeit vor Gebrauch,
    in jedem Fall jedoch nach jedem Gebrauch, überprüft
    werden; schadhafte Ausrüstungen sind vor einem er-
    neuten Gebrauch auszubessern oder auszutauschen.
(2)      Die Kosten für diese Maßnahmen dürfen nicht zu          unverändert
Lasten der Arbeitnehmer gehen.
                           Artikel 10                                                   Artikel 10
           UNTERRICHTUNG UND AUSBILDUNG                          UNTERRICHTUNG UND AUSBILDUNG DER ARBEIT-
                                                                                        NEHMER
(1)      Vom Arbeitgeber werden geeignete Maßnahmen              (1)    Vom Arbeitgeber werden geeignete Maßnahmen
getroffen, um zu gewährleisten, daß die Arbeitnehmer             getroffen, um zu gewährleisten, daß die Arbeitnehmer
und/oder ihre Vertreter im Unternehmen oder Betrieb,             und/oder ihre Vertreter im Unternehmen oder Betrieb
falls es solche gibt, in angemessener Weise unterrichtet         angemessene und aktuelle Informationen aufgrund aller
und in regelmäßigen Abständen geschult werden sowie              verfügbaren Angaben über Karzinogene erhalten sowie
Verhaltensregeln bekommen in bezug auf                           in regelmäßigen Abständen geschult und über folgende
                                                                 Fragen aufgeklärt werden:
a) mögliche Gefahren für die Gesundheit;                         a) mögliche Gefahren für die Gesundheit einschließlich
                                                                     des durch das Rauchen entstehenden zusätzlichen
                                                                     Risikos;
b) Maßnahmen, die zur Verhütung einer Exposition zu              unverändert
    ergreifen sind;
c) erforderliche Hygienemaßnahmen;                               c) vorgeschriebene Hygienemaßnahmen;
d) Tragen und Benutzen von Schutzausrüstung            und       unverändert
    Schutzkleidung;
e) von den Arbeitnehmern, einschließlich der Rettungs-           e) von den Arbeitnehmern, insbesondere von den Ret-
    mannschaften, bei Zwischenfällen und zur Verhütung               tungsmannschaften, bei Zwischenfällen und zur Ver-
    von Zwischenfällen zu treffende Maßnahmen.                       hütung von Zwischenfällen zu treffende Maßnahmen.
(2)      Die Arbeitgeber müssen sicherstellen, daß die Ar-       (2)    Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitneh-
beitnehmer in angemessener Weise über Apparaturen                mer über Anlagen und zugehörige Behälter, die Karzino-
und zugehörige Behälter, die Karzinogene enthalten, un-          gene enthalten, zu unterrichten und für eine eindeutige
terrichtet werden, und daß diese Unterrichtung, soweit           und deutlich sichtbare Beschriftung aller Karzinogene
angemessen, in Form geeigneter Warn- und Sicherheits-            enthaltenden Behälter, Verpackungen und Anlagen zu
zeichen erfolgt.                                                 sorgen sowie gut sichtbare Warnzeichen anzubringen.
 ---pagebreak--- 6- 9. 89                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 229/17
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                        GEÄNDERTER VORSCHLAG
                        Artikel 11                                                      Artikel 11
                                                                  ANHÖRUNG UND MITWIRKUNG DER ARBEIT-
                                                                                        NEHMER
Für jede Tätigkeit werden geeignete Maßnahmen getrof-         Die Arbeitgeber sind verpflichtet, für alle Tätigkeiten ge-
fen, um zu gewährleisten, daß:                                mäß Artikel 3 Absatz 1 geeignete Maßnahmen zu tref-
                                                              fen, mit denen gewährleistet wird, daß:
a) die Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter in den Un-        a) die Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter in den Un-
   ternehmen oder Betrieben, in denen es solche gibt,            ternehmen nachprüfen können, ob die Bestimmungen
   nachprüfen können, ob die Bestimmungen dieser                 der vorliegenden Richtlinie Anwendung finden, oder
   Richtlinie Anwendung finden, oder daß sie zu deren            daß sie zu deren Anwendung herangezogen werden
   Anwendung herangezogen werden können, insbeson-               können, unbeschadet der Verantwortlichkeit des Ar-
   dere was die Auswahl, das Tragen und die Verwen-              beitgebers, insbesondere hinsichtlich:
   dung von Schutzkleidung und Schutzausrüstung be-
   trifft;
                                                                  i) der durch die Auswahl, das Tragen und die Ver-
                                                                     wendung von Schutzkleidung und Schutzausrü-
                                                                     stungen bedingten Auswirkungen auf die Sicher-
                                                                     heit und die Gesundheit der Arbeitnehmer,
                                                                 ii) der vom Arbeitgeber festgelegten Maßnahmen ge-
                                                                     mäß Artikel 6 und Artikel 7 Absatz 1 erster Unter-
                                                                     absatz;
b) die Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter in den Un-        b) die Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter in den Un-
   ternehmen oder Betrieben, in denen es solche gibt, bei        ternehmen oder Betrieben bei einer anormalen Expo-
   einer anormalen Exposition so schnell wie möglich             sition, einschließlich der in Artikel 7 genannten Fälle,
   unterrichtet und über die Gründe sowie über die be-           so schnell wie möglich unterrichtet und über die
   reits getroffenen oder noch zu treffenden Gegenmaß-           Gründe sowie über die bereits getroffenen oder noch
   nahmen informiert werden;                                     zu treffenden Gegenmaßnahmen informiert werden;
c) der Arbeitgeber eine Liste der Arbeitnehmer führt, die     c) der Arbeitgeber eine Liste der Arbeitnehmer führt, die
   mit Tätigkeiten nach Artikel 3 Absatz 1 beschäftigt           mit Tätigkeiten gemäß Artikel 3 beschäftigt werden
   sind, unter Angabe, falls zweckmäßig, der Exposition,         und bei denen ein Risiko der Exposition besteht; falls
   der sie gegebenenfalls ausgesetzt waren;                      entsprechende Informationen vorhanden sind, sind
                                                                 Art und Ausmaß der Exposition, der sie mög-
                                                                 licherweise ausgesetzt waren, anzugeben;
d) der Arzt und/oder die zuständige Behörde sowie jede        unverändert
   andere für Gesundheitsschutz und Sicherheit am Ar-
   beitsplatz verantwortliche Person Zugang zu der un-
   ter Buchstabe c) genannten Liste hat;
e) jeder Arbeitnehmer Zugang zu den ihn persönlich be-                idert
   treffenden Angaben in der Liste hat;
f) die Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter in den Un-        unverändert
   ternehmen oder Betrieben, in denen es solche gibt,
   Zugang zu den nicht personenbezogenen, allgemei-
   nen Informationen haben;
g) die Arbeitnehmer und/oder ihre Vertreter im Unter-         unverändert
   nehmen oder Betrieb, falls es solche gibt, Informatio-
   nen über die potentielle Gesundheitsgefährdung in-
   folge einer Exposition gegenüber Karzinogenen er-
   halten können.
 ---pagebreak--- Nr. C 229/18                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               6. 9. 89
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                       GEÄNDERTER VORSCHLAG
                         Artikel 12                                                  Artikel 12
             GESUNDHEITSÜBERWACHUNG                           unverändert
(1)     Besondere Vorkehrungen zur Durchführung einer         (1)    Besondere Maßnahmen zur Durchführung einer
geeigneten Gesundheitsüberwachung von Arbeitneh-              geeigneten und ausreichenden Gesundheitsüberwachung
mern, die Karzinogenen ausgesetzt sind, werden von den        werden von den Mitgliedstaaten in Einklang mit den
Mitgliedstaaten in Übereinstimmung mit einzelstaatli-         Rechtsvorschriften der einzelnen Mitgliedstaaten und
chen Rechtsvorschriften und den üblichen Verfahren            den dort üblichen Verfahren festgelegt.
festgelegt.
(2)     Die in Absatz 1 angeführten Vorkehrungen müs-         (2)    Diese Maßnahmen müssen eine Beurteilung des
sen eine Beurteilung des Gesundheitszustandes aller Ar-       Gesundheitszustandes aller Betroffenen ermöglichen,
beitnehmer, die Karzinogenen ausgesetzt sind, ermögli-        und zwar
chen, und zwar
— vor der Exposition                                          unverändert
— und später in regelmäßigen Abständen.
Anhand dieser Beurteilung muß es möglich sein, unmit-
telbar Hygiene- und Einzelmaßnahmen zu ergreifen.
(3)    Weist ein Arbeitnehmer eine Anomalie auf, die          (3)    Weist ein Arbeitnehmer eine Anomalie auf, die
wahrscheinlich auf eine Exposition gegenüber Karzino-         wahrscheinlich auf eine Exposition gegenüber Karzino-
genen zurückzuführen ist, kann der Arzt oder die Be-          genen zurückzuführen ist, muß der Arzt oder die Be-
hörde, der oder die für die Überwachung der Gesund-           hörde, der oder die für die Überwachung der Gesund-
heit der Arbeitnehmer zuständig ist, veranlassen, daß         heit der Arbeitnehmer zuständig ist, sofort veranlassen,
weitere Arbeitnehmer, die der gleichen Exposition ausge-      daß alle Arbeitnehmer, die der gleichen Exposition aus-
setzt waren, einer Gesundheitsüberwachung unterzogen          gesetzt waren, einer Gesundheitsüberwachung unterzo-
werden. Außerdem muß eine neuerliche Bewertung des            gen werden. Außerdem sind die betreffenden Arbeits-
Expositionsrisikos gemäß Artikel 3 Absatz 2 erfolgen.         plätze bzw. Arbeitsbereiche zu überprüfen, und es muß
                                                              eine sofortige Neubewertung des Expositionsrisikos ge-
                                                              mäß Artikel 3 Absatz 2 erfolgen.
(4)     In den Fällen, in denen eine Gesundheitsüberwa-       (4)    Im Rahmen der Vorsorge und der Gesundheits-
chung erfolgt, wird eine persönliche Gesundheitsakte an-      überwachung werden persönliche Gesundheitsakten an-
gelegt, und der Arzt oder die Behörde, der oder die für       gelegt, und der Arzt oder die Behörde, der oder die für
die Gesundheitsüberwachung zuständig ist, schlägt             die Gesundheitsüberwachung zuständig ist, schlägt
Schutz- oder Präventivmaßnahmen vor, die für einzelne         Schutz- oder Präventivmaßnahmen vor, die für einzelne
Arbeitnehmer zu treffen sind.                                 Arbeitnehmer oder Arbeitnehmergruppen bzw. Arbeits-
                                                              plätze oder Arbeitsbereiche zu treffen sind.
(5)     Den Arbeitnehmern sind Auskünfte und Rat-                     idert
schläge betreffend jede Maßnahme zur Überwachung ih-
res Gesundheitszustandes, die nach Abschluß der Exposi-
tion erfolgen kann, zu erteilen.
(6)     Der betreffende Arbeitnehmer oder der Arbeitge-       unverändert
ber kann eine Überprüfung der in diesem Artikel er-
wähnten Beurteilung in Übereinstimmung mit einzel-
staatlichen Rechtsvorschriften und den üblichen Verfah-
ren beantragen.
(7)     Praktische Empfehlungen für die Überwachung           (7)    Weitere Mindestvorschriften für die Überwachung
der Gesundheit von Arbeitnehmern sind Anhang III zu           der Gesundheit von Arbeitnehmern sind Anhang III zu
entnehmen. Die Empfehlungen können, wie in Artikel 10         entnehmen. Die Mindestvorschriften sind gemäß den Be-
der Richtlinie 80/1107/EWG vorgesehen, dem Stand der          stimmungen von Artikel 14 ständig dem neuesten Stand
Technik angepaßt werden.                                      der Technik anzupassen.
 ---pagebreak--- 6. 9. 89                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 229/19
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                         GEÄNDERTER VORSCHLAG
                        Artikel 13                                                      Artikel 13
           AUFBEWAHRUNG DER UNTERLAGEN                        unverändert
Folgende Maßnahmen werden getroffen:                          unverändert
1. Die in Artikel 11 Buchstabe c) erwähnte Liste und die      1. Die in Artikel 11 Buchstabe c) erwähnte Liste und die
    in Artikel 12 Absatz 4 genannten Gesundheitsakten             in Artikel 12 Absatz 4 genannten Gesündheitsakten
    sind nach Ende der Exposition im Einklang mit den             sind nach Ende der Exposition im Einklang mit den
    Rechtsvorschriften der einzelnen Mitgliedstaaten und          Rechtsvorschriften der einzelnen Mitgliedstaaten und
    den dort üblichen Verfahren mindestens 30 Jahre lang          den dort üblichen Verfahren mindestens 40 Jahre lang
    aufzubewahren.                                                aufzubewahren.
2. Stellt das Unternehmen seine Tätigkeit ein, so sind        2. Stellt das Unternehmen seine Tätigkeit ein, so sind
    diese Unterlagen in Einklang mit den Rechtsvorschrif-         diese Unterlagen in Einklang mit den Rechtsvorschrif-
    ten der Mitgliedstaaten und den dort üblichen Ver-            ten der einzelnen Mitgliedstaaten und den dort übli-
    fahren der zuständigen Behörde zur Verfügung zu               chen Verfahren der zuständigen Behörde zur Verfü-
    stellen.                                                      gung zu stellen.
                                                                                        Artikel 14
                                                              Im Rahmen des Verfahrens gemäß Artikel 17 der Richt-
                                                              linie 89/391/EWG
                                                              — legt die Kommission in Anhang I die Liste der Karzi-
                                                                   nogene gemäß ihrer Definition in Artikel 2 Absätze 1
                                                                   bis 3 sowie die erforderlichen Änderungen zur Be-
                                                                   rücksichtigung     der Anpassung      der  Richtlinie
                                                                   67/548/EWG sowie der Richtlinie 88/379/EWG
                                                                   fest;
                                                              — ändert die Kommission Anhang II und Anhang III
                                                                   unter Berücksichtigung des technischen und wissen-
                                                                   schaftlichen Fortschritts.
                         Artikel 14                                           Artikel 14 wird zu Artikel 15
          STATISTIKEN AUF NATIONALER EBENE                    unverändert
Die Mitgliedstaaten führen auf nationaler Ebene Statisti-     unverändert
ken über anerkannte Fälle von Berufskrankheiten, die
auf Karzinogene zurückzuführen sind.
                         Artikel 15                                           Artikel 15 wird zu Artikel 16
                 SCHLUSSVORSCHRIFTEN                                    idert
(1)      Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen      (1)     Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen
Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtli-       Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtli-
nie bis zum 31. Dezember 1989 nachzukommen, und               nie bis spätestens 31. Dezember 1990 nachzukommen.
setzen die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis.
                                                              Wird die Richtlinie 67/548/EWG oder die Richtlinie
                                                               88/379/EWG nach Bekanntgabe der vorliegenden
                                                              Richtlinie hinsichtlich der Stoffe und Zubereitungen, die
                                                              in Artikel 2 erster bis dritter Gedankenstrich erwähnt
                                                              werden, durch eine abändernde Richtlinie geändert, so
                                                              erlassen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Rechts-
                                                               und Verwaltungsvorschriften, um die entsprechenden
                                                              Änderungen innerhalb der für die Anwendung der ge-
                                                               nannten abändernden Richtlinie vorgesehenen Fristen in
                                                               die im ersten Unterabsatz angeführten Vorschriften ein-
                                                               zufügen.
 ---pagebreak--- Nr. C 229/20                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       6. 9. 89
                 URSPRUNGLICHER VORSCHLAG                                               GEÄNDERTER VORSCHLAG
                                                                   Die Mitgliedstaaten setzen die Kommission unverzüglich
                                                                   über die Annahme der im vorliegenden Absatz angeführ-
                                                                   ten Vorschriften in Kenntnis.
(2)     Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die in-          (2)      Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den
nerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem             Wortlaut der innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die
unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.                  sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet be-
                                                                   reits erlassen haben bzw. erlassen.
                           Artikel 16                                               Artikel 16 wird zu Artikel 17
Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.                       idert
                          ANHANG      I                                                       ANHANG        I
     LISTE DER KARZINOGENEN ARBEITSSTOFFE                                           LISTE DER ARBEITSSTOFFE
                       (Gemäß Artikel 2)                                  (Gemäß Artikel 2 erster bis dritter Gedankenstrich)
                                                                      CAS-Nr.      EWG-Nr.     Bezeichnung
                                                                    des Arbeits- des Arbeits-  des Arbeits-             Datum des
                                                                                                                Formel Inkrafttretens
                                                                       stoffs
Liste siehe ABl. Nr. C 34 vom 8. 2. 1988, S. 13.
                                                                                      Inhalt der Liste zu streichen
                         ANHANG      II                                                       ANHANG       II
INDUSTRIELLE                       WAHRSCHEINLICH                  LISTE DER STOFFE, ZUBEREITUNGEN U N D
VERFAHREN                          BETROFFENE                      VERFAHREN
                                   ARBEITSSTOFFE                   (gemäß Artikel 2 vierter Gedankenstrich)
1. Herstellung von Auramin         Auramin                         1. Herstellung von Auramin
2. Herstellung von Stiefeln und    Lederstaub                      2. Arbeiten, bei denen eine Exposition gegenüber polyzykli-
   Schuhen (bestimmte Tätig-                                          schen aromatischen Kohlenwasserstoffen besteht, die in Ruß,
   keiten)                                                            Teer, Pech, Rauch oder Kohlenstäuben enthalten sind
3. Kohlevergasung (ältere Ver-     Steinkohlenteer und Stein-      3. Arbeiten, bei denen eine Exposition gegenüber Stäuben,
   fahren)                         kohlenteerdämpfe                   Rauch oder Nebel besteht, die bei der Hochtemperatur-Nik-
                                                                      kelraffination entstehen
                                   Bestimmte     Kohlenwasser-
                                   stoffverbindungen, mehrker-
                                   nige, aromatische
4. Koksgewinnung                   Steinkohlenteer und Stein-      4. Starke-Säure-Verfahren bei der Herstellung von Isopropyl-
                                   kohlenteerdämpfe                   alkohol
                                   Bestimmte     Kohlenwasser-
                                   stoffverbindungen, mehrker-
                                   nige, aromatische
 ---pagebreak--- 6. 9. 89                                    Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 229/21
5. Herstellung     von   Möbeln      Bestimmte Holzstäube             5. Arbeiten, bei denen eine Exposition gegenüber bestimmten
   (Holzstaub)                                                           Nitrosaminen, insbesondere in der Gummiindustrie, besteht
6. Herstellung von Isopropyl-        Isopropylalkohol                 6. Arbeiten, bei denen eine Exposition gegenüber bestimmten
   alkohol (Starke-Säure-Ver-                                            Holzstäuben, insbesondere Eichen- und Buchenholzstaub,
   fahren)                                                               besteht
7. Nickelraffination                 Nickelsubsulfid                  7. Arbeiten, bei denen eine Exposition gegenüber Lederstäuben
                                                                         besteht
                                     Nickeloxide
8. Gummiindustrie (bestimmte         Bestimmte aromatische
   Tätigkeiten, wie Walzen,          Amine
   Spritzen und Vulkanisie-
   rung)                             Bestimmte organische
                                     Lösungsmittel
                          ANHANG       III                                                     ANHANG      III
PRAKTISCHE EMPFEHLUNGEN FÜR DIE GESUND-                               MINDESTVORSCHRIFTEN BEZÜGLICH DER GESUND-
    HEITSÜBERWACHUNG VON ARBEITNEHMERN                                    HEITSÜBERWACHUNG VON ARBEITNEHMERN
                   (Gemäß Artikel 12 Absatz 7)                                          (Gemäß Artikel 12 Absatz 7)
   Der Arzt und/oder die Behörde, der/die für die Überwa-             unverändert
   chung der Gesundheit von Arbeitnehmern, die Karzinogenen
   ausgesetzt sind, verantwortlich ist, muß mit den für jeden Ar-
   beitnehmer geltenden Expositionsbedingungen bzw. -gege-
   benheiten vertraut sein.
   Die Gesundheitsüberwachung der Arbeitnehmer sollte gemäß            unverändert
   den Grundsätzen und der Praxis der Arbeitsmedizin erfol-
   gen; sie sollte zumindest folgende Maßnahmen umfassen:
   — Führung von Akten über die Krankengeschichte und den              unverändert
       beruflichen Werdegang des Arbeitnehmers,
   — persönliches Gespräch,                                            unverändert
   — jedesmal wenn zweckmäßig, Durchführung einer biologi-             unverändert
       sehen Überwachung und Ermittlung früher und reversib-
       ler Schäden.
    Für alle einer Gesundheitsüberwachung unterworfenen                unverändert
   Arbeitnehmer sollten unter Berücksichtigung der jüngsten
   Erkenntnisse der Arbeitsmedizin weitere Untersuchungen
   beschlossen werden.