CELEX: 31991D0394
Language: de
Date: 1991-07-08 00:00:00
Title: ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 8. Juli 1991 über ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der Informationstechnologien (1990-1994) (91/394/EWG) #

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31991D0394

ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 8. Juli 1991 über ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der Informationstechnologien (1990-1994) (91/394/EWG)  -   

Amtsblatt Nr. L 218 vom 06/08/1991 S. 0022 - 0031

ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 8. Juli 1991 über ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der Informationstechnologien (1990-1994) (91/394/EWG)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130q Absatz 2,  auf Vorschlag der Kommission (1),  in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3) in Erwägung nachstehender Gründe:  Mit dem Beschluß 90/221/Euratom, EWG (4) hat der Rat ein drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990-1994) angenommen, in dem insbesondere die auf dem Gebiet der Informationstechnologien  durchzuführenden Aktionen umrissen sind. Die vorliegende Entscheidung muß im Lichte der Begründung in der Präambel zu dem vorgenannten Beschluß ergehen.  Nach Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Programme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt werden.  Zusätzlich zu dem spezifischen Programm  "Mensch und Mobilität" ist es notwendig, die Ausbildung von Wissenschaftlern und Ingenieuren im Rahmen des vorliegenden Programms zu fördern.  Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG enhält der für das gesamte Rahmenprogramm als notwendig erachtete Betrag eine Summe von 57 Millionen ECU für die zentralisierten Maßnahmen zur Vorbereitung und Verwertung der Ergebnisse,  die proportional zu dem für jedes spezifische Programm vorgesehenen Betrag aufzuteilen ist.  Nach dem Beschluß 90/221/Euratom, EWG sollen die gemeinschaftlichen Forschungsaktionen insbesondere darauf abzielen, die wissenschaftliche und technologische Grundlage der europäischen Industrie vor allem in den strategischen Bereichen der  Spitzentechnologie zu stärken und für die Industrie Anreize dafür zu schaffen, daß sie auf internationaler Ebene wettbewerbsfähiger wird. Im Sinne dieses Beschlusses ist eine gemeinschaftliche Aktion dann gerechtfertigt, wenn die Forschung unter anderem  dazu beiträgt, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stärken und ihre harmonische Gesamtentwicklung zu fördern, wobei jedoch stets das Ziel der wissenschaftlichen und technischen Qualität im Auge zu behalten ist. Das  Forschungsprogramm im Bereich der Informationstechnologie sollte zur Verwirklichung dieser Ziele beitragen.  Soweit irgend möglich sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an diesem Programm zu beteiligen. Ihren besonderen Erfordernissen ist unbeschadet der wissenschaftlichen und technischen Qualität des Programms Rechnung zu tragen.  Die Schaffung oder Konsolidierung eines spezifisch europäischen Potentials in den betreffenden Technologien ist dringend geboten. Die Begünstigten müssen Forschungszentren, Unternehmen - einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen - und andere in  der Gemeinschaft ansässige Einrichtungen sein, die am besten dazu geeignet sind, diese Ziele zu erreichen.  Die Informationstechnologien finden immer stärkeren Eingang in alle Bereiche der Wirtschaft und der Gesellschaft. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und des Dienstleistungssektors sowie zur  Verbesserung der Arbeitsbedingungen, und sie erleichtern zahlreiche Angelegenheiten des täglichen Lebens. Da die Informationstechnologien einen beträchtlichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand bedingen, ist eine grenzueberschreitende Zusammenarbeit  erforderlich. Die Mikrölektronik, Informationsverarbeitungssysteme und Software für den geschäftlichen und privaten Bereich, die computerintegrierte Fertigung sowie die entsprechende Grundlagenforschung wurden im Beschluß 90/221/Euratom, EWG als  vorrangig ausgewiesen.  Die Grundlagenforschung muß, soweit erforderlich, in der gesamten Gemeinschaft gefördert werden.  Im Rahmen dieses Programms sollte eine Bewertung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sowie der möglichen technologischen Risiken vorgenommen werden.  Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) ist gehört worden - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1  Es wird ein spezifisches Programm der Gemeinschaft für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der Informationstechnologien (im folgenden  "Programm" genannt) gemäß Anhang I für den Zeitraum vom 8. Juli 1991 bis zum 31. Dezember 1994  beschlossen.  Artikel 2  (1)  Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel betragen 1 338,48 Millionen ECU, einschließlich der Personal- und Verwaltungsausgaben in Höhe von 94 Millionen ECU.  (2)  Eine vorläufige Aufschlüsselung dieser Mittel wird in Anhang II gegeben.  (3)  Fasst der Rat einen Beschluß nach Artikel 1 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG, so wird die vorliegende Entscheidung entsprechend angepasst.  Artikel 3  Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sowie die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang III festgelegt.  Artikel 4  (1)  Die Kommission überprüft das Programm im zweiten Jahr der Durchführung und legt dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über die Ergebnisse dieser Prüfung vor, dem gegebenenfalls Änderungsvorschläge beigefügt sind.  (2)  Nach Abschluß des Programms lässt die Kommission die Ergebnisse durch eine Gruppe unabhängiger Sachverständiger bewerten. Der Bericht dieser Gruppe mit den Bemerkungen der Kommission wird dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt.  (3)  Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Berichte werden unter Berücksichtigung der in Anhang I festgelegten Ziele gemäß Artikel 2 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG erstellt.  Artikel 5  (1)  Die Kommission ist für die Durchführung des Programms zuständig.  (2)  Die von der Kommission geschlossenen Verträge regeln die Rechte und Pflichten aller Parteien, einschließlich der Einzelheiten der Verbreitung, des Schutzes und der Verwertung der Forschungsergebnisse gemäß den nach Artikel 130k Absatz 2 des  Vertrages erlassenen Vorschriften.  (3)  Es wird ein Arbeitsprogramm gemäß den in Anhang I genannten Zielen festgelegt und gegebenenfalls aktualisiert. Darin werden die genauen Ziele, die Art der durchzuführenden Vorhaben sowie die entsprechenden finanziellen Bestimmungen festgelegt.  Anhand des Arbeitsprogramms erstellt die Kommission Aufforderungen zur Einreichung von Projektvorschlägen.  Artikel 6  Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende entsprechend der Dringlichkeit der betreffenden Frage  festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im Ausschuß werden die  Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.  Die Kommission erlässt die beabsichtigten Maßnahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschusses übereinstimmen.  Stimmen die geplanten Maßnahmen mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission dem Rat unverzueglich einen Vorschlag für die zu treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit  qualifizierter Mehrheit.  Hat der Rat bis zum Ablauf eines Zeitraums von drei Monaten nach dem Zeitpunkt seiner Befassung keinen Beschluß gefasst, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen - in den Fällen des Artikels 7 zweiter, dritter, vierter, fünfter, sechster, siebter und achter Gedankenstrich von der Kommission erlassen;  - in den Fällen des Artikels 7 erster Gedankenstrich von der Kommission erlassen, es sei denn, der Rat hat sich mit einfacher Mehrheit gegen die genannten Maßnahmen ausgesprochen.  Artikel 7  (1)  Das in Artikel 6 festgelegte Verfahren gilt für - die Erstellung und Aktualisierung des in Artikel 5 Absatz 3 genannten Arbeitsprogamms;  - die Ausnahmen von den in Anhang III festgelegten allgemeinen Regeln;  - die Bewertung der in Anhang III vorgesehenen Forschungsvorhaben und flankierenden Maßnahmen sowie des veranschlagten Betrages des Beitrages der Gemeinschaft zu diesen Vorhaben und Maßnahmen, sofern dieser Betrag 1 Million ECU jährlich überschreitet;  - die Beteiligung von Einrichtungen oder Unternehmen aus Drittländern im Sinne des Artikels 8 an einer Aktion;  - den Inhalt der Ausschreibungen;  - Anpassungen der in Anhang II vorgesehenen Mittelaufschlüsselung;  - die für die Bewertung des Programms zu treffenden Maßnahmen;  - die Einzelheiten der Verbreitung, des Schutzes und der Nutzung der im Rahmen des Programms erzielten Forschungsergebnisse.  (2)  Überschreitet der Gemeinschaftsbeitrag gemäß Absatz 1 dritter Gedankenstrich 1 Million ECU jährlich nicht, so unterrichtet die Kommission den Ausschuß über die Forschungsvorhaben und flankierenden Maßnahmen sowie über das Ergebnis ihrer Bewertung.  Die Kommission unterrichtet den Ausschuß ferner über die Durchführung der konzertierten Aktionen im Sinne des Anhangs III.  Artikel 8  (1)  Die Kommission wird ermächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrags internationale Abkommen mit Drittländern, die COST angehören, insbesondere den Mitgliedstaaten der EFTA und den Ländern Mittel- und Osteuropas, auszuhandeln, um diese ganz oder  teilweise am Programm zu beteiligen.  (2)  Sind zwischen der Gemeinschaft und europäischen Drittländern Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit geschlossen worden, so können die in diesen Ländern niedergelassenen Einrichtungen und Unternehmen nach den Verfahren  des Artikels 6 gemäß dem Kriterium des beiderseitigen Nutzens zur Teilnahme an einer Aktion im Rahmen des Programms zugelassen werden.  Eine ausserhalb der Gemeinschaft niedergelassene vertragschließende Einrichtung, die an einer Aktion im Rahmen des Programms teilnimmt, darf nicht in den Genuß der Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm kommen. Sie beteiligt sich an den allgemeinen  Verwaltungskosten.  Artikel 9  Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.  Geschehen zu Brüssel am 8. Juli 1991.  Im Namen des Rates Der Präsident W. KOK (1) ABl. Nr. C 174 vom 16. 7. 1990, S. 1.(2) ABl. Nr. C vom 6. 2. 1991, S. 16 und Beschluß vom 13. Juni 1991 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).(3) ABl. Nr. C 41 vom 18. 2. 1991, S. 10.(4) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.   ANHANG I   WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE ZIELE - INHALT  Die Richtlinien des dritten Rahmenprogramms (1990-1994), seine wissenschaftlich-technische Zielsetzung und Begründung sind Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.  Abschnitt I Nummer 1 Buchstabe A des Anhangs II des Rahmenprogramms ist Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.  Unter Zugrundelegung dessen wird im folgenden der Inhalt des spezifischen Programms analytisch beschrieben.  Das Programm stellt eine neue Phase des Europäischen Strategischen Forschungs- und Entwicklungsprogramms auf dem Gebiet der Informationstechnologie (ESPRIT) dar, die auf die neue Generation der Technologien ausgerichtet ist.  Die grossen Arbeitsbereiche, die unterstützt werden, werden nachstehend beschrieben. Bei den Arbeiten werden die Ergebnisse von ESPRIT I und ESPRIT II weiter vertieft; sie sollen die Maßnahmen in den Bereichen flankieren, in denen die europäische  IT-Industrie sich in technologischer Hinsicht eine starke Position aufgebaut hat, aber auch in den Bereichen, in denen sie Schwachpunkte aufweist.  Das Programm wird in fünf Bereichen abgewickelt:  Bereich 1:  Mikrölektronik,  Bereich 2:  Informationsverarbeitungssysteme und Software,  Bereich 3:  Fortgeschrittene Systeme für den geschäftlichen und den privaten Bereich; Peripheriegeräte,  Bereich 4:  Computerintegrierte Fertigung und Ingenieurwesen,  Bereich 5:  Grundlagenforschung.  Einige grössere Projekte können mehrere Bereiche abdecken, z. B. auf dem Gebiet der offenen Mikroprozessorsysteme.  Flankierende Maßnahmen umfassen den Technologietransfer und Ausbildungsmaßnahmen in jedem der Bereiche. Darunter fallen auch Sonderaktionen zur Stärkung des Potentials von Organisationen in Randgebieten zur Beteiligung an der gemeinschaftlichen F &   E  im Bereich der Informationstechnologie sowie ihrer Fähigkeit zur Nutzung der Ergebnisse. Die Tätigkeiten umfassen ferner die Einholung von Informationen sowohl im Rahmen des Programms als auch im IT-Umfeld insgesamt, Schulungsmaßnahmen zur Anhebung des  Qualifikationsniveaus von Wissenschaftlern und Ingenieuren in bezug auf die Programmziele. Hierzu zählen auch Maßnahmen zur Sensibilisierung für Verwertungsmöglichkeiten und für die Nutzung der Ergebnisse einschließlich normungsgerichteter Ergebnisse,  sowie Maßnahmen zum Aufbau von Synergien zwischen den Teilnehmern selbst und mit dem IT-Umfeld im allgemeinen. Erfasst werden auch Informationsaustauschsysteme für die Teilnehmer des Programms IES sowie im Rahmen von EUREKA die Teilnehmer an dem Projekt  COSINE (Co-operation for OSI Networking in Europe). Spezifische Projektinformationen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Informationsdienst der Gemeinschaft für F &   E (CORDIS) bereitgestellt. Diese Maßnahmen werden die auf gemeinschaftlicher und  internationaler Ebene bereits in Angriff genommenen Maßnahmen ergänzen, wobei den Erfordernissen der Subsidiarität sowie des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts Rechnung getraten wird.  Die Auswirkungen der Programmaßnahmen auf die Gesellschaft und den einzelnen Benutzer sind erforderlichenfalls gebührend zu berücksichtigen.  BEREICH 1: MIKRÖLEKTRONIK Im Bereich der Mikrölektronik, die die erforderliche technologische Grundlage für die Informationstechnologie und die Telekommunikation bildet, sind drei Schwerpunkte vorgesehen:  - Beitrag zur Stärkung einer europäischen Technologiebasis, die dem künftigen Fertigungspotential in bezug auf eine breite Palette hochentwickelter ICs als Grundlage dienen kann. Dieser Beitrag erfolgt durch Förderung der Auswertung, Weiterentwicklung  und Ausweitung der Arbeit, die bereits in den vorangegangenen Phasen des ESPRIT-Programms sowie im Rahmen der einzelstaatlichen Programme geleistet worden ist. Die strategischen Arbeiten an sehr weit fortgeschrittenen Submikron-CMOS-Technologien werden  im Zusammenwirken mit dem Projekt Joint European Submicron Silicon (JESSI) durchgeführt, wobei die verschiedenen Forschungsschwerpunkte der Gemeinschaftsprogramme und des EUREKA-Programms die Notwendigkeit der Vermeidung von Überschneidungen, sowie die  Notwendigkeit der Beachtung der Erfordernisse des Zusammenhalts und der Wahrung des Subsidiaritätsprinzips berücksichtigt werden;  - Ausbau des in der Gemeinschaft vorhandenen Potentials für die gesamte Kette der Entwicklung, Herstellung, Erprobung und Anwendung fortgeschrittener und zuverlässiger integrierter Schaltkreise;  - Nutzung aller verfügbaren Ressourcen unter Gewährleistung einer weitgehenden Einbeziehung möglichst vieler potentieller Beteiligter in der Gemeinschaft (Grossindustrie, kleine Industriebetriebe, sowohl Hersteller als auch Benutzer, Hochschulen und  Forschungszentren). Besonderer Nachdruck wird auf die Neuanwendung durch die Endbenutzer gelegt.  Der Schwerpunkt liegt auf den anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen (ASICs). Dazu gehören mehrfunktionale Schaltkreise, Schaltkreise hoher Dichte, Hochgeschwindigkeitsschaltkreise, optölektronische Schaltkreise, modernste  Leistungschaltkreise ( "smart power"), neue Ausrüstungen, Fertigungstechnologie und Werkstoffe für fortgeschrittene integrierte Schaltkreise.  Schwerpunkt der Arbeiten über ICs hoher Dichte wird die 0,5-0,3 Mikron SiCMOS-Technologie sein. Neben den eigentlichen Technologien der Halbleiterbearbeitung und -werkstoffe sollen auch CAD-Werkzeuge und Systeme entwickelt werden, bei denen Konzeption  und Erprobung bei höherem Komplexitätsgrad (zwischen 4 und 8 Millionen Speicher/Logik-Mischtransistoren) möglich sind.  Unter die grundlegenden Arbeiten über Hochgeschwindigkeits-ICs fallen sowohl Silizium-Bipolar- als auch III-V-Technologien für Digital- und Analogschaltkreise. Die Arbeiten umfassen Halbleitertechnologie und -werkstoffe sowie spezifische Aspekte des  Entwurfs und der Erprobung von Hochgeschwindigkeits-ICs (z. B. für digitale Hochfrequenz-ICs).  Die Arbeiten, die jetzt entscheidende Bedeutung erlangt haben und besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, beziehen sich auch auf Ausrüstungen und Werkstoffe (III-V-Werkstoffe, siliziumbasierte Schichten, innovative Werkstoffe). Wissenschaft und Technologie  der Fertigung sowie Packaging-Technologie und Anschlußfähigkeit (einschließlich elektrischer und optischer Lösungen). Die diesbezueglichen Arbeiten umfassen alle Aspekte, die zur Entwicklung von ICs mit höherer Leistung und niedrigeren Kosten notwendig  sind, und zielen auf ein verbessertes Fertigungspotential der europäischen IC-Industrie ab. Dies schließt auch F&  E in den Bereichen technische Entwicklung von Ausrüstungen, Automation, Reinraumtechnologie und Qualitätsprüfung ein. Eines der Hauptziele  wird darin bestehen, die Hersteller von Ausrüstungen und ICs zu verstärkter Zusammenarbeit zu veranlassen, da dies als maßgeblicher Faktor für die rechtzeitige Entwickung der Art von Ausrüstungen anerkannt wird, die für die sehr feinen Geometrien und  großformatigen Wafer hochmoderner ICs erforderlich sind. Was die Aspekte der Konstruktion anbelangt, so müssen die Arbeiten im Bereich der Werkzeugentwicklung, die Verbesserung und Integration von CAD-Systemen und die Verstärkung der Normungstätigkeit,  insbesondere durch die Entwicklung eines gemeinsamen CAD-Rahmens, auf die Anforderungen der Benutzer eingehen. Was Mikrowellen- und optölektronische Schaltkreise betrifft, so wird an der Verbesserung der Herstellungsverfahren und der Rentabilität für  den umfassenden Einsatz dieser Schaltkreise in Satelliten, in der Telekommunikation, bei der Instrumentierung und in der Datenverarbeitung gearbeitet.  Grundlegende Arbeiten an leistungsfähigeren, kompakten und kostengünstigen integrierten Systemen müssen durch die Entwicklung flexibler Prozesse, die eine Kombination verschiedener Merkmale - z. B. digitale und analoge Funktionen, nichtfluechtige  Speicher, Niederspannung, Leistungsschaltung und Sensoren - zu dem  "Ein-Chip-System" führen. Derartige Elemente werden in ein standardisiertes digitales CMOS-Verfahren im Submikronbereich integriert. Die höhere Prozeßkomplexität erfordert besondere  Maßnahmen, damit ein ausreichend hoher Leistungsgrad erreicht wird. Ferner sind spezielle CAD-Werkzeuge notwendig, mit denen z. B. die verschiedenen Chip-Funktionen simuliert werden können.  Bei den längerfristigen, innovativsten Aspekten der Arbeit im Bereich der Mikrölektronik werden die Ergebnisse und Zielsetzungen der Grundlagenforschung auf diesem Gebiet berücksichtigt, so daß im Rahmen des Programms die durchgängige Kohärenz in  diesem Sektor gewährleistet ist.  Technologietransfer, Ausbildung und weitere flankierende Maßnahmen werden immer dann erfolgen, wenn ein besonderer Handlungsbedarf besteht, um eine engere Verbindung und einen besseren Zugang zu IC-Beschaffungsquellen in Europa herzustellen.  Insbesondere soll ausgehend von den Ergebnissen ASIC-relevanter Projekte ein Bündel von Maßnahmen erarbeitet werden, mit dem die Initiativen zur Unterstützung und Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen beim Einsatz der Mikrölektronik aufeinander  abgestimmt werden sollen. Maßnahmen zur Überwindung mangelnder fachlicher Fertigkeiten, die nur in Zusammenarbeit mit der Industrie möglich sind (z. B. Maßnahmen, die einen Zugang zu Industrieanlagen erfordern), sind ebenfalls vorgesehen.  BEREICH 2:   INFORMATIONSVERARBEITUNGSSYSTEME UND SOFTWARE In diesem Bereich liegen die Hauptschwerpunkte auf der Nutzung potentieller technologischer Innovationen bei Parallelarchitekturen, auf einer Verbesserung der Schnittstellen zur Deckung des Bedarfs der Endbenutzer und auf der Förderung der Übernahme  neuer Software-Entwicklungstechnologien.  Parallel verarbeitende Architekturen gelten als der Schlüssel zu einem künftigen Durchbruch im Kosten/Leistungsverhältnis von Rechnern. Die diesbezueglichen Arbeiten werden zur Erstellung verschiedener Maschinen-Mindestarchitekturen führen, die notwendig  sind, um ausgewählten Zielanwendungen mit etwa 10¹ Rechenelementen zu genügen. Durch parallele Systeme wird eine Verbesserung der Systemzuverlässigkeit und -sicherheit erleichtert. Die Arbeiten, für die der Benutzerbedarf als Rahmenvorgabe gilt, werden  von den Anforderungsniveaus für neue Systeme und Dienste ausgehen. Fortgeschrittene Experimente zur Validierung und zum Vergleich ausgewählter Parallelarchitekturen sind ebenfalls möglich. Den Erfordernissen des verteilten Rechnens und der Echtzeitanwendungen  werden dabei Rechnung getragen. Einer der Schwerpunkte sollen insbesondere die eng gekoppelten, homogenen Systeme sein. Betriebssysteme, die eine gemeinsame Informationsnutzung durch bestehende oder neue parallel arbeitende Systeme und Sprachen  ermöglichen, werden ebenfalls behandelt. Es sollen gezielte Forschungsarbeiten für hochleistungsfähige technische und wissenschaftliche Arbeitsstationen, die sich auf Parallelarchitekturen stützen, durchgeführt werden. Bereits laufende Arbeiten sollen  hierbei berücksichigt und Verbindungen zu Projekten für eine nachfolgende Nutzung hergestellt werden, für die in der Industrie selbst oder im Rahmen anderer Instrumente, z. B. EUREKA, gesorgt wird. Mit dem beträchtlichen Anstieg der Rechenleistung  ergibt sich ein Bedarf zur Verwaltung stark ansteigender Datenmengen. Schätzungen zufolge lassen sich mit den aktuellen Datenverwaltungstechnologien lediglich 5 % der in einem Durchschnittsunternehmen anfallenden Informationen verarbeiten; zugleich  entwickeln sich Informationen aber zusehends zum kritischsten Aktivposten eines Unternehmens. Es sind neue Technologien erforderlich, die Wissenstechnologien und hochgradig parallel verarbeitende Architekturen in sich vereinen. Die dabei verarbeiteten  Datenmengen und die erzielten Verarbeitungsgeschwindigkeiten müssen um mehrere Grössenordnungen über den heutigen Werten liegen. Die Palette der Informationsarten und Datenträger sollte wesentlich erweitert werden.  Für künftige Generationen von Rechnern ist nicht nur eine verbesserte Leistung und eine höhere Zuverlässigkeit erforderlich, sondern es sind auch bessere Schnittstellen, insbesondere zwischen Mensch und Maschine, notwendig, um den Bedarf der Endbenutzer  abzudecken. Es müssen Anstrengungen unternommen werden, damit Managementwerkzeuge für die Benutzerschnittstellen zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt der Arbeiten, bei denen bereits vorliegende Ergebnisse zu berücksichtigen sind, liegt dabei auf  Systemen zur Erkennung und Synthese von Informationen aus hochkomplexen Signalen. Diese betreffen insbesondere die Spracherkennung und die Bildverarbeitung. Bei diesen Schnittstellen geht es nicht nur um den Einsatz konventioneller Techniken mit höherem  Integrationsgrad, sondern in zunehmendem Umfang um die Interpretation menschlicher Sprache, den Einsatz von Grafik-Animationstechniken und die Verwendung neuer interaktiver bewegungs- und gestikgestützter Systeme. Darüber hinaus nehmen die Anforderungen  an Systeme, über optische, akustische oder sonstige Sensoren mit ihrer Betriebsumgebung vollautomatisch in Interaktion zu treten, ständig zu. Es besteht ein rasch steigender Bedarf für automatische Inspektions- und Bildauswertungsgeräte, wobei die  Anwendungen von verbesserten Industrierobotersystemen über die Überwachung von Umweltdaten bis zur medizinischen Bildverarbeitung reichen. Besondere Bedeutung kommt hierbei Architekturen zu, die die verschiedensten Sensorgeräte umfassen, die für eine  zunehmende Anzahl von Signalarten und Geschwindigkeiten sowie für Echtzeitverarbeitung ausgelegt sind.  Bei den meisten IT-Systemen wird die Softwarekomponente heutzutage als das beherrschende Kostenelement angesehen. Beschränkungen in der europäischen Software-Herstellungskapazität gelten als das kritischste Problem der IT-Industrie. Werkzeuge und  Methoden zur Unterstützung der Systemintegration und zur Erhöhung der Software-Produktivität werden dort verbessert, wo wesentliche Fortschritte zu erwarten sind, z. B. bei Echtzeitanwendungen. Die Arbeiten stützen sich auf bestehende oder sich  ergebende Standards und zielen auf eine Harmonisierung europäischer Aktivitäten ab. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Übertragbarkeit der Software, der Wiederverwendbarkeit und der Auslegung genormter Module. Der Verbesserung von Produktivität,  Qualität und Sicherheit wird grosse Aufmerksamkeit gewidmet mit besonderer Betonung der Umsetzung der modernen Konstruktionsmethoden in die allgemeine Praxis. Die Industrialisierung der technischen Software-Werkzeuge und -umgebungen wird durch die  Demonstration von Anwendungen gefördert. Diese Arbeit umfasst die Industrialisierung der Wissenstechnik, insbesondere als Ergänzung zur bestehenden Systemtechnik.  Es werden Maßnahmen ergriffen, um die neuen Software-Entwicklungstechnologien zu fördern und das Fachwissen auf breiter Ebene zu vertiefen. Dazu gehört eine Ausbildung, die auf die Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten ist. Diese Maßnahmen stützen  sich auf die Ergebnisse der Vorhaben im Rahmen von ESPRIT, EUREKA sowie der Programme der Mitgliedstaaten, die sich mit der Erarbeitung industrieller Verfahren und Werkzeuge befassen. Die Maßnahmen sollen in enger Abstimmung und ergänzend zu den zur  Zeit bestehenden Maßnahmen erfolgen, nach Möglichkeit unter Ausnutzung bestehender Verbreitungsmechanismen.  BEREICH 3:  FORTGESCHRITTENE SYSTEME FÜR DEN GESCHÄFTLICHEN UND DEN PRIVATEN BEREICH; PERIPHERIEGERÄTE Bei diesen Arbeiten geht es um die Funktionsintegration im geschäftlichen Bereich und im privaten Bereich sowie zwischen diesen beiden Bereichen. Ferner sollen sie zur leichteren Nutzung der Systeme beitragen. Besonders hohe Priorität kommt dabei den  pränormativen Arbeiten zu. Verteiltes Rechnen einschließlich der Datenbankverwaltung, sowie entsprechende Datenstationen und Mikroprozessorsysteme und -technologien werden im Rahmen dieser Tätigkeiten besondere Anliegen sein. Schwerpunkte der Arbeiten  über verteiltes Rechnen sollen lose gekoppelte und heterogene Systeme sein. Je nach Bedarf werden Experimente zur Systemsicherung durchgeführt. In diesem Zusammenhang sollen auch die Integration von Werkzeugen und Anlagen in spezifische Anwendungen, die  für den Benutzer von grossem Interesse sind, sowie die Integration verschiedener Tätigkeitsabläufe demonstriert werden, die zu einem effizienteren betrieblichen Datenfluß führt.  Es werden zwei sich ergänzende, jedoch in einer Wechselbeziehung stehende Bereiche behandelt.  Die F &   E-Arbeiten über integrierte Geschäftssysteme behandeln den Informationsfluß zwischen Abteilungen und Standorten innerhalb eines Unternehmens; sie ermöglichen eine enge Integration verschiedener Tätigkeiten zwischen funktionalen Einheiten. Darunter fällt auch die Integration mobiler Endgeräte in Geschäftsinformationssysteme; hierbei ist für eine enge Verbindung zu den Arbeiten im Rahmen der Einzelprogramme zu Kommunikationstechnologien und Telematiksystemen zu sorgen. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang Systeme für die Projektkooperation. Sie ermöglichen eine Zusammenarbeit zum Beispiel durch Bereitstellung der nachstehenden Einrichtungen:  gemeinsame Dokumentenerstellung und -archivierung, Projektmanagement, Beschlußfassung, informelle Interaktion, Problemdefinition und Konferenzen. Eine weitere strategisch wichtige Forschungsrichtung umfasst offene Systeme zur Integration heterogener  Softwarekomponenten, die unterschiedliche Anwendungen unterstützen, einschließlich Multimedia-Systeme. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der dem Aufgabenbereich entsprechenden Qualifikationen sind wichtige Anliegen.  Bei den F &   E-Tätigkeiten in den Bereichen intelligente Gebäudetechnik und Domotik handelt es sich zum Teil um die gleichen Tätigkeiten wie bei den integrierten Geschäftssystemen, für sie gelten jedoch andere Grenzbedingungen hinsichtlich der  Funktionalität und der Kosten. Hierbei sind speziell Aspekte der Unterhaltungselektronik zu berücksichtigen. Die Arbeiten, die Bedarfsanalysen, Funktionsspezifikationen und pränormative Untersuchungen umfassen, zielen auf die Einbeziehung der IT in  andere Gebäudefunktionen ab, wie zum Beispiel Sicherheit, Privatsphäre, Sprach- und Dokumentenübertragung, Heizung, Licht und Energiemanagement. Unterschiedliche Aspekte der Lebensqualität, zum Beispiel Ergonomie und Verbesserung der Arbeitsbedingungen,  sind von besonderem Interesse.  Im Zusammenhang mit den Systemen für den Geschäfts- und den Privatbereich werden die Peripheriegeräte an Bedeutung gewinnen. Ziel der diesbezueglichen FuE-Arbeiten ist eine effiziente Systemintegration auf der Grundlage offener Standards und der Ausbau  der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für neue Generationen von Peripheriegeräten, die zuverlässig und billig sind und in grosser Anzahl hergestellt werden können. Um einen F &   E-Beitrag zur Erneuerung der europäischen Industrie für  Peripheriegerätekomponenten und -bauteile zu leisten, müssen Synergien zwischen Hersteller- und Benutzerindustrien hergestellt und eine kritische Masse erreicht werden.  Der Schwerpunkt der Tätigkeiten in bezug auf Peripherietechnologien wird auf ausgewählten Bereichen liegen, in denen ein europäisches Produktionspotential und gute Verwertungsaussichten bestehen. Die Arbeiten umfassen F &   E-Aspekte spezifischer  Peripherietechnologien für künftige Generationen von Peripheriegeräten. Besonderer Nachdruck liegt dabei auf der Flachbildschirmtechnologie, magneto-optischen Speichersystemen, nichtmechanischen Druck- und Scannertechniken. Die Produktentwicklung wird  nicht unterstützt, es wird jedoch erwartet, daß für eine Verbindung der Arbeiten mit Plänen für eine nachfolgende Nutzung durch die Industrie oder beispielsweise im Rahmen von EUREKA gesorgt wird.  Ferner geht es um die Abwicklung des Transfers von Sondertechnologien und von Ausbildungsmaßnahmen im Bereich fortgeschrittener Geschäfts- und Heimsysteme sowie Peripheriegeräte. Hierzu zählt die Demonstration von fortgeschrittenen IT-Lösungen, die  insbesondere für kleine Unternehmen geeignet sind.  BEREICH 4:  COMPUTERINTEGRIERTE FERTIGUNG UND INGENIEURTECHNIK Die Tätigkeiten in diesem Bereich zielen darauf ab, die Technologie für offene Systeme, herstellerneutrale Systeme und verteilte Abläufe in ingenieurtechnischen und Fertigungsumgebungen zu erarbeiten und zu einer besseren Integration fortgeschrittener  IT-Systembauteile in den technischen Industriezweigen beizutragen. Schwerpunkt der Arbeiten sind neue Generationen und CIM-Basistechnologien und der Nachweis ihrer Anwendbarkeit auf ausgewählte Bereiche der Fertigung und andere technische Bereiche. Die  Komplementarität mit dem spezifischen Programm für industrielle und Werkstofftechnologien ist zu gewährleisten. Die computerintegrierte Fertigung und Ingenieurtechnik erstreckt sich unter anderem auf die Entwicklung fortgeschrittener Lösungen, Systeme,  Werkzeuge und Methoden, die gegebenenfalls zusammen mit führenden Endbenutzern durchgeführt wird.  Die FuE-Arbeiten werden sich auch auf die technologische Infrastruktur erstrecken und Anwendungsexperimente beinhalten. Die Arbeiten im Zusammenhang mit der technologischen Infrastruktur umfassen die Entwicklung fortgeschrittener CIM-Techniken, Methoden  und Werkzeugen, mit denen in den verschiedenen Bereichen, in denen die IT von besonderer strategischer Bedeutung ist, die Fertigung und die technischen Anwendungen erleichtert werden können. In diesem Zusammenhang sind Software-Aspekte von zunehmender  Bedeutung. Dieser Ansatz, der auf ein besseres Kosten/Nutzenverhältnis, auf grössere Flexibilität und hohe Qualität abzielt, stützt sich auf Konzepte der offenen Systeme sowie auf die entsprechenden pränormativen Arbeiten; der Tatsache, daß die meisten  technischen Unternehmen mehrere Standorte und vielfältige Lieferantenbeziehungen aufweisen, wird dabei Rechnung getragen. Die Themen umfassen Logistik und Vertrieb, Datenaustausch und Architekturen für technische Anwendungen, Steuerung industrieller  Prozesse, technische Konstruktion, Robotertechnik und Ausrüstungstechnologien (Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik), Mechatronik und Mikrosysteme. Es sollen Technologien zur On-Line-Qualitätssicherung entwickelt werden, um einen sicheren und  zuverlässigen Betrieb von Produkten und Prozessen während ihres gesamten Lebenszyklus sicherzustellen.  Ausgehend von den bereits im Rahmen von ESPRIT erzielten Ergebnissen wird man sich mit neuen technischen Prüfständen befassen. Die betreffenden Zulieferbranchen umfassen Systemintegrations- und Softwarefirmen, Hersteller von Rechnern und  Kommunikationseinrichtungen, Werkzeugmaschinen, Robotern, fahrerlosen Fahrzeugen, Kränen, Elektronik, MSR-Technik, Sensoren und Stellgliedern. Die Arbeiten werden so ausgerichtet, daß kleine und mittlere Benutzer, die den Grossteil der  Fertigungsunternehmen stellen, aber auch grosse Benutzer, die beim Einsatz von Spitzentechnologie eine Führungsrolle übernehmen, daraus Nutzen ziehen. Die Zusammenarbeit zwischen Benutzern und Lieferanten wird weiterhin stark gefördert.  Norm- und verfahrensgerechte Anwendungsexperimente zur Validierung fortgeschrittener IT-Lösungen werden bei der Fertigung einzelner Bauelemente, bei Anwendungen in der Verarbeitungsindustrie und bei anderen technischen Anwendungen durchgeführt. In diesem Zusammenhang kann auch auf die speziellen Anforderungen der Massenfertigung eingegangen werden. Umweltverträglicheren Fertigungsverfahren gilt hierbei besondere Aufmerksamkeit.  Das in diesem Bereich vorhandene Profil personeller Ressourcen entspricht noch nicht dem Bedarf der modernen Fertigungs- und technischen Industrien; dies wird sich auf den Fortschritt hemmend auswirken, wenn hier nicht rasch Maßnahmen ergriffen werden.  Der Technologietransfer und die Ausbildungsmaßnahmen werden dann am effizientesten sein, wenn nach einem fachübergreifenden Konzept vorgegangen wird, wenn die Benutzer in starkem Masse mit einbezogen werden und wenn diese Tätigkeiten eng an die F &    E-Tätigkeiten gebunden werden - in einigen Fällen sogar als Bestandteil grösserer Vorhaben. Somit können die Programmergebnisse einer breiten Zielgrupppe, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, zugute kommen, und zwar nicht nur über eine  Teilnahme an F &   E-Vorhaben, sondern auch im Wege eines spezifischen Technologietransfers und von Ausbildungsmaßnahmen. Maßgeschneiderte Ausbildungsaktionen sollen so konzipiert sein, daß Studenten und Nachwuchsakademiker an Demonstrationsprojekten  beteiligt werken können.  BEREICH 5:  GRUNDLAGENFORSCHUNG Die Maßnahmen im Bereich der Grundlagenforschung sollen zur Erhaltung und Vertiefung des Wissens und der Fachkenntnisse beitragen, die die wissenschaftliche Basis der europäischen Informationstechnologie konsolidieren. Die Bereiche, die hierdurch  unterstützt werden, werden nach folgenden Kriterien ausgewählt:  - ihr Potential, einen weiteren Durchbruch oder grössere Fortschritte hervorzubringen, selbst wenn keine unmittelbar sichtbare Anwendungsmöglichkeit gegeben ist. Ein besonderer Schwerpunkt wird hierbei auf diejenigen Themen gelegt, bei denen von einem  langfristigen industriellen Nutzungspotential ausgegangen werden kann;  - es muß möglich sein, daß sie aus einer Zusammenarbeit auf europäischer Ebene einen Zusatznutzen ziehen;  - sie müssen den F &   E-Maßnahmen eindeutig vorgeschaltet sein, aber zur Gesamtzielsetzung des Programms beitragen;  - Verstärkung interdisziplinärer Verbindungen.  Geplant sind Forschungsarbeiten zur Erstellung rauscharmer Elemente mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit; dabei sollen Niedertemperaturtechniken eingesetzt und neue Werkstoffe für Hochtemperatursupraleiter einbezogen werden. Der Bedarf an höchst komplexen  Bauteilen, die die Hardware-Grundlage für künftige hochgradig parallele Systeme bilden werden, wird zu Forschungsarbeiten an elektronischen Schaltkreisen im Nanometerbereich führen. Dies beinhaltet Untersuchungen der physikalischen Eigenschaften  organischer und optischer Werkstoffe mit einem hohen Anwendungspotential für IT-Geräte und -systeme. Für die Komplementarität zur Werkstofferforschung, die im Rahmen des spezifischen Programms für industrielle und Werkstofftechnologien durchgeführt  wird, ist zu sorgen. Die Erforschung künftiger Möglichkeiten im Bereich der Hardware wird durch Tätigkeiten in bezug auf die neue Generation von Methoden zur Hardware-Auslegung ergänzt.  Entscheidende Fortschritte, die im Interesse der Effektivität und Effizienz des Software-Engineerings in der Zukunft und in gewissem Masse von Rechnersystemen im allgemeinen erforderlich sind, werden von der Solidität der formalen Systembeschreibungen  abhängen. Daher sollen auch die logischen und algebraischen Grundlagen der Informatik behandelt werden, die den notwendigen Rahmen für die Entwicklung von Parallelsystemen, effizienten Algorithmen für die parallele und sequentielle Verarbeitung, von  Spezifikations- und Verifikationstechniken sowie für die nächste Generation von Programmiersprachen und Algorithmen bilden. Die Förderung der Grundlagenforschung über betriebssichere verteilte Systeme und integrierte Datenbanken zielt auf die Erstellung  zuverlässiger verteilter Systeme ab.  Noch immer vorhandene Beschränkungen in den Grundlagen der künstlichen Intelligenz behindern die erforderlichen Verbesserungen in zahlreichen Anwendungsbereichen, in denen ein Wechsel von der derzeit verfügbaren Datenverarbeitungstechnik hin zu  intelligenteren Systemen und Prozeduren notwendig ist. Zur Überwingung dieses Hemmnisses wird sich die Grundlagenforschung mit hochgradiger Parallelverarbeitung, Neurocomputertechnik und anderen kritischen Themen in diesem Bereich befassen, die auch die  Berücksichtigung von Unbestimmtheitsfaktoren und der Wissensdarstellung sowie Theorien der Fertigungsautomation und den Dialog Mensch/Rechner beinhalten.  Maßnahmen auf dem Gebiet des Technologietransfers und der Ausbildung werden darauf abzielen, enge Verbindungen mit den industriell ausgerichteten Tätigkeiten innerhalb des Programms herzustellen und aufrechtzuerhalten.  Im Zusammenhang mit der Grundlagenforschung werden sich die Hochschulen und Forschungszentren mit dem wachsenden Problem des Mangels an fachkundigem Personal befassen. Sowohl der Technologietransfer als auch der Ausbildungsbedarf machen in verschiedenen  IT-Bereichen die Einrichtung von europäischen fachspezifischen Netzen erforderlich. Die Grundlagenforschung ist in einmaliger Weise dazu berufen, bei der Erfuellung dieser Erfordernisse eine tragende Rolle zu spielen, indem sie als Katalysator für das  Entstehen solcher fachspezifischer Netze fungiert. Für eine enge Abstimmung mit anderen Gemeinschaftsmaßnahmen in diesem Bereich ist hierbei zu sorgen.   ANHANG II   VORLÄUFIGE AUFSCHLÜSSELUNG DES VERANSCHLAGTEN MITTELBEDARFS   (in Millionen ECU)   Bereich Aufschlüsselung 1.  Mikrölektronik   388,   (¹) (²) 2.  Informationsverarbeitungssysteme und Software   335,   (¹) (²) 3.  Systeme für den geschäftlichen und den privaten Bereich; Peripheriegeräte   227,48 (¹) (²) 4.  Computerintegrierte Fertigung und Ingenieurwesen   254,   (¹) (²) 5.  Grundlagenforschung   134,   (¹) (²) INSGESAMT 1 338,48 (¹) (²) (¹) Einschließlich Personalkosten in Höhe von 53 Millionen ECU und Verwaltungskosten in Höhe von 41 Millionen ECU. Zwischen 2 % und 5 % der Gesamtmittel werden für die Ausbildung von Wissenschaftlern und Ingenieuren verwendet.  (²) Ein für erforderlich gehaltener Betrag in Höhe von 13,52 Millionen ECU, der nicht in den 1 338,48 Millionen ECU enthalten ist, wird als Beitrag des spezifischen Programms für die zentralisierten Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der  Ergebnisse bereitgestellt.   Die Aufschlüsselung nach Bereichen schließt bereichsübergreifende Vorhaben nicht aus.   ANHANG III   EINZELHEITEN DER DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS  1.  Die Kommission führt das Programm unter Zugrundelegung der Ziele und des wissenschaftlichen und technischen Inhalts durch, die in Anhang I festgelegt sind.  2.  Die Einzelheiten der Durchführung des Programms gemäß Artikel 3 umfassen Vorhaben der Forschung und technischen Entwicklung, flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen. Bei ihrer Auswahl sind die in Anhang III des Beschlusses 90/221/Euratom,  EWG aufgeführten Kriterien sowie die in Anhang I der vorliegenden Entscheidung enthaltenen Ziele zu berücksichtigen.  - Forschungsvorhaben Für die Vorhaben werden Verträge zur Forschung und technischen Entwicklung auf Kostenteilungsbasis abgeschlossen; die Beteiligung der Gemeinschaft daran beträgt in der Regel nicht mehr als 50 %. Universitäten und andere Forschungszentren, die sich an  Aktionen auf Kostenteilungsbasis beteiligen, können für jedes Vorhaben eine Finanzierung von 50 % der Gesamtausgaben oder eine Finanzierung von 100 % der zusätzlichen Grenzkosten beantragen.  Die Forschungsaktionen auf Kostenteilungsbasis sind in der Regel von Teilnehmern mit Sitz in der Gemeinschaft durchzuführen. Vorhaben, an denen beispielsweise Universitäten, Forschungsorganisationen und Firmen, einschließlich kleiner und mittlerer  Unternehmen, teilnehmen können, müssen im allgemeinen die Teilnahme von mindestens zwei Partnern vorsehen, die voneinander unabhängig und in mindestens zwei Mitgliedstaaten niedergelassen sind. Bei diesen beiden Partnern handelt es sich in der Regel um  Industrieunternehmen, ausser bei Vorhaben im Bereich der Grundlagenforschung. Die Verträge für die Forschungsaktionen auf Kostenteilungsbasis werden in der Regel im Anschluß an ein Auswahlverfahren abgeschlossen, das auf Aufforderungen zur Einreichung  von Vorschlägen beruht, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht wurden.  - Flankierende Maßnahmen Die flankierenden Maßnahmen gemäß Artikel 7 und Anhang I umfassen insbesondere:  - die Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;  - eine interne Koordinierung durch die Einsetzung integrierender Gruppen;  - eine hochspezialisierte Ausbildung;  - ein Informationsaustauschsystem;  - die Förderung der Verwertung der Ergebnisse;  - die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Funktionsweise der Forschungsvorhaben und des Programms.  - Konzertierte Aktionen Bestandteil der konzertierten Aktionen sind die Bemühungen der Gemeinschaft um eine Koordinierung der einzelnen in den Mitgliedstaaten durchgeführten Forschungsaktionen. Die Kostenbeteiligung kann bis zu 100 % der Konzertierungskosten betragen.  3.  Die Verbreitung der Kenntnisse, die im Rahmen der Durchführung der Vorhaben gewonnen werden, erfolgt zum einen innerhalb des Programms und zum anderen im Wege einer zentralisierten Maßnahme gemäß dem in Artikel 4 Absatz 3 des Beschlusses  90/221/Euratom, EWG genannten Beschluß.