CELEX: 62003TJ0049
Language: de
Date: 2004-10-21
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Fünfte Kammer) vom 21. Oktober  2004. # Gunda Schumann gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften. # Beamte - Allgemeines Auswahlverfahren - Vorauswahltests - Annullierung einer Multiple-Choice-Frage - Grundsatz der Verhältnismäßigkeit - Verstoß gegen die Ausschreibung des Auswahlverfahrens. # Rechtssache T-49/03.

URTEIL DES GERICHTS (Fünfte Kammer)
      21. Oktober 2004
      Rechtssache T‑49/03
      Gunda Schumann
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      „Beamte – Allgemeines Auswahlverfahren – Vorauswahltests – Annullierung einer Multiple-Choice-Frage – Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – Verstoß gegen die Ausschreibung des Auswahlverfahrens“
      Vollständiger Wortlaut in deutscher Sprache II - 0000
      Gegenstand:         Klage auf Aufhebung der Entscheidung des Prüfungsausschusses für das allgemeine Auswahlverfahren KOM/A/11/01, die Klägerin
         nicht zu den auf die Vorauswahltests folgenden Prüfungen zuzulassen.
      
      Entscheidung:         Die Klage wird als unzulässig abgewiesen, soweit sie die Aufhebung der Entscheidung vom 19. Juli 2002 betrifft. Die Klage
         wird als unbegründet abgewiesen, soweit sie die Aufhebung der Entscheidung vom 4. Juni 2002 betrifft. Jede Partei trägt ihre
         eigenen Kosten.
      
      Leitsätze
      1.     Beamte – Klage – Entscheidung eines Prüfungsausschusses für ein Auswahlverfahren – Vorherige Verwaltungsbeschwerde – Fakultativer
            Charakter – Einlegung – Folgen – Beachtung der verfahrensrechtlichen Voraussetzungen, die mit dem Weg der vorherigen Beschwerde
            verknüpft sind
      (Beamtenstatut, Artikel 90 und 91)
      2.     Beamte – Klage – Vorherige Verwaltungsbeschwerde – Identität des Gegenstands und des Grundes – Klagegründe und Argumente,
            die nicht in der Beschwerde enthalten sind, sich aber eng an diese anlehnen – Zulässigkeit
      (Beamtenstatut, Artikel 90 und 91)
      3.     Beamte – Auswahlverfahren – Auswahlverfahren aufgrund von Befähigungsnachweisen und Prüfungen – Unregelmäßigkeiten oder Fehler
            beim Ablauf der Prüfungen eines allgemeinen Auswahlverfahrens – Ermessen des Prüfungsausschusses, für Abhilfe zu sorgen, ohne
            neue Prüfungen zu organisieren 
      4.     Beamte – Auswahlverfahren – Auswahlverfahren aufgrund von Befähigungsnachweisen und Prüfungen – Ermessen des Prüfungsausschusses
            – Grenzen – Ausschreibung 
      (Beamtenstatut, Anhang III, Artikel 1 Absatz 1)
      1.     Die Rechtsschutzmöglichkeit, über die die Betroffenen gegenüber einer Entscheidung eines Prüfungsausschusses verfügen, besteht
         normalerweise darin, den Gemeinschaftsrichter unmittelbar anzurufen. Zwar verlängert die Einlegung einer Verwaltungsbeschwerde
         unabhängig von ihrer rechtlichen Bedeutung die Frist für die Klageerhebung, sie befreit die Betroffenen jedoch nicht von der
         Beachtung aller verfahrensmäßigen Zwänge, die mit dem von ihnen gewählten Weg der vorherigen Beschwerde verbunden sind.
      
      (Randnr. 25)
      Vgl. Gerichtshof, 7. Mai 1986, Rihoux/Kommission, 52/85, Slg. 1986, 1555, Randnrn. 9 ff.
      2.     Der Grundsatz der zwingenden Übereinstimmung der Beschwerde mit der Klage, der für alle Kläger gilt, einerlei, ob es sich
         um Beamte handelt oder um Personen, die es werden wollen, verlangt für die Zulässigkeit eines vor dem Gemeinschaftsrichter
         geltend gemachten Klagegrundes, dass dieser bereits im Rahmen des Vorverfahrens vorgetragen worden ist, damit die zuständige
         Behörde von den Rügen des Betroffenen gegen die angefochtene Entscheidung hinreichend genau hat Kenntnis nehmen können, um
         den Streit gütlich beilegen zu können. Zwar dürfen die beim Gemeinschaftsrichter eingereichten Anträge nur dieselben Rügen
         enthalten, die auf demselben Grund beruhen wie die in der Beschwerde angeführten; diese Rügen können jedoch durch das Vorbringen
         von Gründen und Argumenten weiterentwickelt werden, die nicht notwendigerweise in der Beschwerde enthalten sind, sich aber
         eng an diese anlehnen. 
      
      Da das Vorverfahren informeller Natur ist und die Betroffenen in dieser Phase im Allgemeinen ohne den Beistand eines Rechtsanwalts
         handeln, darf die Verwaltung die Beschwerden nämlich nicht eng auslegen, sondern muss sie vielmehr aufgeschlossen prüfen.
      
      (Randnrn. 37 bis 39)
      Vgl. Gerichtshof, 14. März 1989, Del Amo Martinez/Parlament, 133/88, Slg. 1989, 689, Randnr. 11; Gericht, 6. Juni 1996, Baiwir/Kommission,
         T‑262/94, Slg. ÖD 1996, I‑A‑257 und II‑739, Randnr. 41; Gericht, 14. Oktober 2003, Wieme/Kommission, T‑174/02, Slg. ÖD 2003,
         I‑A‑241 und II‑1165, Randnr. 18 und die dort zitierte Rechtsprechung
      
      3.     Dem Prüfungsausschuss für ein Auswahlverfahren ist ein weites Ermessen zuzuerkennen, wenn er sich Unregelmäßigkeiten oder
         Fehlern gegenübersieht, die beim Ablauf eines allgemeinen Auswahlverfahrens mit großer Teilnehmerzahl aufgetreten sind und
         die nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und der ordnungsgemäßen Verwaltung nicht durch eine Wiederholung der Prüfungen
         des Auswahlverfahrens behoben werden können. Daher macht ein Prüfungsausschuss von seinen Befugnissen ordnungsgemäß Gebrauch
         und erlässt eine Maßnahme, die den Anforderungen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit genügt, wenn er angesichts eines
         Fehlers in einer von 40 Fragen eines Vorauswahltests diese Frage annulliert und die Punkte für die Bewertung dieser Prüfung
         auf die übrigen Fragen verteilt. 
      
      (Randnrn. 53 bis 55)
      Vgl. Gericht, 17. Januar 2001, Gerochristos/Kommission, T‑189/99, Slg. ÖD 2001, I‑A-11 und II‑53, Randnr. 25; Gericht, 2.
         Mai 2001, Giulietti u. a./Kommission, T‑167/99 und T‑174/99, Slg. ÖD 2001, I‑A‑93 und II‑441, Randnr. 58
      
      4.     Zwar verfügt der Prüfungsausschuss bei der Festlegung der Bedingungen eines Auswahlverfahrens über ein weites Ermessen, er
         ist jedoch an den Text der Ausschreibung, wie er veröffentlicht wurde, gebunden. Der Wortlaut der Ausschreibung stellt sowohl
         den Rahmen der Rechtmäßigkeit als auch den Rahmen für das Ermessen des Prüfungsausschusses dar.
      
      (Randnr. 63)
      Vgl. Gerichtshof, 18. Februar 1982, Ruske/Kommission, 67/81, Slg. 1982, 661, Randnr. 9; Gericht, 16. April 1997, Fernandes
         Leite Mateus/Rat, T‑80/96, Slg. ÖD 1997, I‑A‑87 und II‑259, Randnr. 27; Gericht, 5. März 2003, Staelen/Parlament, T‑24/01,
         Slg. ÖD 2003, I‑A‑79 und II‑423, Randnr. 47
      
URTEIL DES GERICHTS (Fünfte Kammer)
      21. Oktober 2004(*)
      
      „Beamte – Allgemeines Auswahlverfahren – Vorauswahltests – Annullierung einer Multiple-Choice-Frage – Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – Verstoß gegen die Ausschreibung des Auswahlverfahrens“
      In der Rechtssache T-49/03,
      Gunda Schumann, wohnhaft in Berlin (Deutschland), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt Y. Bock, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Klägerin,
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch J. Currall als Bevollmächtigten im Beistand von Rechtsanwalt B. Wägenbaur, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Beklagte,
      wegen Aufhebung der Entscheidung des Prüfungsausschusses des allgemeinen Auswahlverfahrens KOM/A/11/01, die Klägerin zu den
         auf die Vorauswahltests folgenden Prüfungen nicht zuzulassen,
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZ   DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Fünfte Kammer)
      unter Mitwirkung der Präsidentin P. Lindh sowie der Richter R. García-Valdecasas und J. D. Cooke,
      Kanzler:  D. Christensen, Verwaltungsrätin,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 4. Mai 2004,
      folgendes
      Urteil
       Der der Klage zugrunde liegende Sachverhalt 
      1       Am 9. Oktober 2001 veröffentlichte die Kommission im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften die Ausschreibung des allgemeinen Auswahlverfahrens KOM/A/11/01 (im Folgenden: Ausschreibung) zur Bildung einer Einstellungsreserve
         von Hauptverwaltungsrätinnen und Hauptverwaltungsräten (Laufbahn A 5/A 4) in den Sachgebieten „Justiz und Inneres“ sowie „Zivil-
         und Strafrecht“ (ABl. C 283 A, S. 13). 
      
      2       Punkt I 1 der Ausschreibung – „Allgemeine Bedingungen“ – enthält folgende Angaben: 
      „Das Auswahlverfahren KOM/A/11/01 wird zur Einstellung von Hauptverwaltungsrätinnen und Hauptverwaltungsräten (Laufbahn A
         5/A 4) in den Sachgebieten ‚Justiz und Inneres‘ sowie ‚Zivil- und Strafrecht‘ durchgeführt. In beiden Sachgebieten dient es
         der Aufstellung einer Reserveliste mit jeweils 30 Bewerberinnen und Bewerbern zur Besetzung einer Anzahl von Planstellen,
         die in jedem Sachgebiet auf 25 veranschlagt werden kann. …“
      
      3       Punkt I 5 der Ausschreibung – „Verfahren“ – führt Folgendes aus:
      „…
      Erste Phase des Verfahrens: maschinenlesbares Anmeldeformular und Vorauswahltests
      …
      Die Bewerberinnen und Bewerber, die das maschinenlesbare Anmeldeformular fristgerecht eingesandt haben und die allgemeinen
         Zulassungsbedingungen erfüllen sowie die in der Bekanntmachung des Auswahlverfahrens genannte Altersgrenze nicht überschreiten,
         werden zur Teilnahme an den Vorauswahltests (siehe Titel IV) eingeladen. 
      
      Zweite Phase des Verfahrens: vollständige Bewerbung
      Nach Bewertung der Vorauswahltests werden die Bewerberinnen und Bewerber, die im Sachgebiet ‚Justiz und Inneres‘ … die 100
         besten Ergebnisse erzielt haben, aufgefordert, den ihnen zugesandten Bewerbungsfragebogen auszufüllen. …
      
      Der Prüfungsausschuss prüft die vorgelegten Unterlagen und stellt auf dieser Grundlage das Verzeichnis der Bewerberinnen und
         Bewerber auf, die die in der Bekanntgabe des Auswahlverfahrens genannten Bedingungen erfüllen und zur schriftlichen Prüfung
         zugelassen sind (siehe Titel III).
      
      …“
      4       Die Vorauswahltests der ersten Phase bestanden aus vier Testreihen von Multiple-Choice-Fragen, die mit den Buchstaben a bis
         d versehen waren. Punkt V der Ausschreibung – „Vorauswahltests – Bewertung“ – sieht Folgendes für den Test c vor: 
      
      „Test, bestehend aus einer Reihe von Fragen mit mehreren Antwortvorgaben (Multiple-Choice-Verfahren) zu den wichtigsten Entwicklungen
         im europäischen Einigungsprozess und in den verschiedenen Bereichen der Gemeinschaftspolitik. 
      
      Dieser Test wird mit 0 bis 20 Punkten bewertet (erforderliche Mindestpunktzahl: 10).
      … 
      Bei den Vorauswahltests führen falsche Antworten nicht zu einem Punkteabzug. 
      Wird in einem Test die erforderliche Mindestpunktzahl nicht erreicht, so führt dies zum Ausschluss.“
      5       Anhang II der Ausschreibung des allgemeinen Auswahlverfahrens – „Auskunftsersuchen – Rechtsmittel – Beschwerde beim Europäischen
         Bürgerbeauftragten“ sieht Folgendes vor: 
      
      „In jeder Phase des Auswahlverfahrens können Bewerberinnen und Bewerber bei einer sie ihrer Ansicht nach beschwerenden Entscheidung
         Erläuterungen zu dieser Entscheidung verlangen [oder] Rechtsmittel einlegen … 
      
      –       …
      Erläuterungen sind schriftlich unter Angabe von Gründen bei folgender Stelle anzufordern: 
      Europäische Kommission 
      Referat ‚Einstellungen‘ – MO 34 2/31 –
      z. H. des oder der Vorsitzenden des Prüfungsausschusses des Auswahlverfahrens KOM/A/11/01
      … 
      –       Rechtsmittel
      –       Einreichung einer Beschwerde gemäß Artikel 90 Absatz 2 des Statuts der Beamten der Europäischen Gemeinschaften. Diese Beschwerde
         ist an folgende Anschrift zu richten: 
      
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      Generaldirektion ‚Personal und Verwaltung‘
      Referat ‚Statut‘ 
      … 
      –       oder Klage … beim 
      Gericht erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften 
      …“ 
      6       Die Klägerin bewarb sich für das Auswahlverfahren KOM/A/11/01 und wählte das Sachgebiet „Justiz und Inneres“. Sie wurde aufgefordert,
         an den Vorauswahltests teilzunehmen, die am 26. April 2002 stattfanden. 
      
      7       Mit Schreiben vom 4. Juni 2002, der Klägerin zugestellt am 6. Juni 2002, teilte der Prüfungsausschuss ihr mit, dass sie nicht
         zu den weiteren Phasen des Auswahlverfahrens zugelassen werden könne, da sie in Test c nur 9,744 Punkte und damit nicht die
         erforderliche Mindestpunktzahl erreicht habe. 
      
      8       Dem Schreiben vom 4. Juni 2002 war ein Informationsblatt beigefügt; in diesem hieß es: 
      „Aufgrund nach dem Prüfungstermin festgestellter Fehler hat der Prüfungsausschuss beschlossen, folgende Fragen zu annullieren:
         
      
      … 
      Vorauswahltest c (Test bezüglich der Europäischen Union): Frage 3. 
      Um die Gleichbehandlung aller Bewerberinnen und Bewerber zu gewährleisten, [wurde diese Frage] in allen Sprachfassungen annulliert.
         Die im Amtsblatt festgelegte Bewertung der Tests bleibt unverändert … der Wert jeder übrig gebliebenen Frage [berechnet sich]
         durch Division der [in der Ausschreibung angegebenen] Gesamtpunktzahl durch die Anzahl der übrig gebliebenen Fragen.“ 
      
      9       Mit Schreiben vom 18. Juni 2002, bei der Kommission eingegangen am 8. Juli 2002, legte die Klägerin gemäß Artikel 90 Absatz
         2 des Statuts der Beamten der Europäischen Gemeinschaften (im Folgenden: Statut) Beschwerde gegen die Entscheidung des Prüfungsausschusses
         vom 4. Juni 2002 beim Referat „Statut“ der Generaldirektion „Personal und Verwaltung“ ein. 
      
      10     In diesem Schreiben macht die Klägerin insbesondere Folgendes geltend: 
      „Das nachträgliche Sinken der Chancen für das Bestehen des Tests entspricht einer zweiten ‚Selektion‘ und stellt damit eine
         Abweichung von der … Bewertung von 0,5 Punkten für jede richtige Antwort dar (20 Punkte für 40 richtige Antworten). Diese
         Abweichung wirkt sich insbesondere auf diejenigen Bewerber/innen beschwerend aus, die mit nur einer Antwort unter dem Mindestsoll
         liegen, deren Punktzahl demzufolge über 9,5 für den Einzeltest liegt und die darüber hinaus alle anderen Tests bestanden haben.
         Das ist bei mir der Fall. Die Punktezahl für Test c müsste daher, um eine ‚Nachselektion‘ zu vermeiden, auf 10 aufgerundet
         werden. 
      
      Ich bitte daher um eine Korrektur meiner Punktzahl für Test c und eine Bestätigung über das Bestehen des Gesamt-Vorauswahltests.“
         
      
      11     Mit Schreiben vom 19. Juli 2002 übermittelte der Leiter des Referats „Statut“ der Klägerin die Entscheidung des Prüfungsausschusses,
         dass die Entscheidung vom 4. Juni 2002, sie zur zweiten Phase des Auswahlverfahrens nicht zuzulassen, endgültig sei. 
      
      12     Mit Schreiben vom 5. September 2002 gab der Prüfungsausschuss dem Antrag der Klägerin vom 3. Juli 2002 auf Einsicht in ihre
         korrigierten Unterlagen statt. Aus dem Korrekturbogen ergibt sich, dass die Klägerin in Test c, der nach Streichung der Frage
         3 nur noch 39 Fragen umfasste, 19 Fragen richtig und 20 Fragen falsch beantwortet hatte. Weiter ergibt sich daraus, dass der
         Prüfungsausschuss den Buchstaben „N“ hinter Frage 3 des Tests c vermerkt hat. 
      
      13     Mit Entscheidung vom 30. Oktober 2002, die in Französisch verfasst war und der Klägerin am 7. November 2002 zuging, und einem
         Begleitschreiben vom 31. Oktober 2002 wies die Anstellungsbehörde ihre Beschwerde zurück. 
      
      14     Mit Schreiben vom 23. Dezember 2002, zugegangen am 6. Januar 2003, erhielt die Klägerin eine deutsche Übersetzung der Entscheidung
         vom 30. Oktober 2002. 
      
      15     Nach einem entsprechenden Antrag wurde die Klägerin von der Kommission mit E-Mail vom 14. Januar 2003 darüber informiert,
         dass sie, falls sie die Mindestpunktzahl für den Test c erreicht hätte, mit einer Gesamtpunktzahl vom 80,022 zu den 100 besten
         Bewerbern gezählt hätte und damit zur Teilnahme an der zweiten Phase des Auswahlverfahrens zugelassen worden wäre. 
      
       Verfahren und Anträge der Parteien 
      16     Die Klägerin hat mit Klageschrift, die am 6. Februar 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, die vorliegende Klage
         erhoben. 
      
      17     Das Gericht (Fünfte Kammer) hat auf Bericht der Berichterstatterin beschlossen, die mündliche Verhandlung zu eröffnen, und
         als prozessleitende Maßnahme an die Kommission das Ersuchen gerichtet, eine Kopie der Ausschreibung des Auswahlverfahrens
         KOM/A/11/01 zu den Akten zu geben. Die Kommission ist diesem Ersuchen nachgekommen. 
      
      18     Die Parteien haben in der Sitzung vom 4. Mai 2004 mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet. 
      19     Die Klägerin beantragt, 
      –       die Entscheidung vom 4. Juni 2002 aufzuheben, mit der der Prüfungsausschuss des Auswahlverfahrens KOM/A/11/01 es abgelehnt
         hat, sie zu der zweiten Phase dieses Verfahrens zuzulassen; 
      
      –       die Entscheidung vom 19. Juli 2002 aufzuheben, mit der der Prüfungsausschuss die Entscheidung vom 4. Juni 2002 bestätigt hat;
         
      
      –       der Kommission die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. 
      20     Die Kommission beantragt, 
      –       die Klage teilweise oder insgesamt für unzulässig zu erklären; 
      –       die Klage jedenfalls als unbegründet abzuweisen; 
      –       über die Kosten des Verfahrens nach Rechtslage zu entscheiden. 
       Zur Zulässigkeit des Antrags auf Aufhebung der Entscheidung vom 19. Juli 2002 
       Vorbringen der Parteien
      21     Die Kommission trägt vor, soweit sich die Klage gegen die Entscheidung vom 19. Juli 2002 richte, sei sie nicht etwa deshalb
         als zulässig anzusehen, weil zwischen dieser Entscheidung und der Entscheidung vom 4. Juni 2002 ein „thematischer Zusammenhang“
         bestehe. Sollte das Gericht nämlich die Entscheidung des Prüfungsausschusses vom 4. Juni 2002 aufheben, so wäre die Entscheidung
         vom 19. Juli 2002 automatisch hinfällig. Somit sei es unnötig, die Aufhebung der Entscheidung vom 19. Juli 2002 zu beantragen.
         
      
      22     Die Klägerin habe jedenfalls gegen diese Entscheidung weder eine Beschwerde bei der Anstellungsbehörde gemäß Artikel 90 Absatz
         2 des Statuts eingereicht, noch Klage beim Gericht gemäß Artikel 91 des Statuts erhoben. Die einzige von der Klägerin eingelegte
         Beschwerde sei gegen die Entscheidung des Prüfungsausschusses vom 4. Juni 2002 gerichtet und vor der Entscheidung vom 19.
         Juli 2002 eingelegt worden. 
      
      23     Die Klägerin weist das Vorbringen zurück, dass die Klage teilweise unzulässig sei. Zwischen der Entscheidung vom 4. Juni 2002
         und der vom 19. Juli 2002 bestehe ein thematischer Zusammenhang, der eine einzige Klage möglich mache. Das Schreiben vom 19.
         Juli 2002 stelle keine Entscheidung dar, die von der vom 4. Juni 2002 unabhängig sei. In diesem Schreiben habe sich der Prüfungsausschuss
         nämlich ausschließlich auf seine Entscheidung vom 4. Juni 2002 bezogen, mit der die Ergebnisse der Vorausauswahltests mitgeteilt
         worden seien, deren Richtigkeit bestätigt und festgestellt, dass die Entscheidung, sie nicht zur zweiten Phase des Auswahlverfahrens
         zuzulassen, endgültig sei. So enthalte diese Entscheidung keinerlei neue Darlegung rechtlicher Gründe und stellte sich daher
         für die Klägerin als Bestätigung der Entscheidung vom 4. Juni 2002 dar. 
      
      24     Die Klägerin versuche auch nicht, die in den Artikeln 90 und 91 des Statuts enthaltenen Anforderungen des Vorverfahrens zu
         umgehen. Indem sie ihre Klage gegen die Entscheidungen vom 4. Juni 2002 und vom 19. Juli 2002 richte, habe sie vielmehr den
         Grundsatz der Prozessökonomie beachtet, weil die von ihr gegen diese beiden Entscheidungen geltend gemachten rechtlichen und
         tatsächlichen Gründe identisch seien. 
      
       Würdigung durch das Gericht 
      25     Die Rechtsschutzmöglichkeit, über die die Betroffenen gegenüber einer Entscheidung eines Prüfungsausschusses verfügen, besteht
         normalerweise darin, den Gemeinschaftsrichter unmittelbar anzurufen. Zwar verlängert die Einlegung einer Verwaltungsbeschwerde
         unabhängig von ihrer rechtlichen Bedeutung die Frist für die Klageerhebung, sie befreit die Betroffenen jedoch nicht von der
         Beachtung aller verfahrensmäßigen Zwänge, die mit dem von ihnen gewählten Weg der vorhergehenden Beschwerde verbunden sind
         (vgl. z. B. Urteil des Gerichtshofes vom 7. Mai 1986 in der Rechtssache 52/85, Rihoux/Kommission, Slg. 1986, 1555, Randnrn.
         9 ff). Hierzu sieht Anhang II der Ausschreibung vor, dass die Bewerber bei einer sie ihrer Ansicht nach beschwerenden Entscheidung
         Erläuterungen zu dieser Entscheidung verlangen oder unmittelbar ein „Rechtsmittel“ gegen sie einlegen können. Diese letzte
         Möglichkeit kann entweder in der Einreichung einer Beschwerde gemäß Artikel 90 Absatz 2 des Statuts bei der Anstellungsbehörde
         oder in einer Klage beim Gericht nach Artikel 91 des Statuts bestehen. Anhang II der Ausschreibung führt die zu beachtenden
         Formalitäten für jeden der beiden vorgesehenen Rechtsbehelfe auf und nennt insbesondere die zuständige Stelle der Kommission,
         an die Bewerberinnen oder Bewerber ihren Antrag zu richten haben. 
      
      26     Im vorliegenden Fall ergibt sich zum einen aus den Akten, dass die Klägerin eine Beschwerde gegen die Entscheidung vom 4.
         Juni 2002 gemäß den im Anhang II der Ausschreibung vorgesehenen Modalitäten eingelegt hat. Sie hat nämlich ihr Schreiben vom
         18. Juni 2002 als „Beschwerde gemäß Artikel 90 Absatz 2 des Statuts“ bezeichnet und es an das Referat „Statut“ der Generaldirektion
         „Personal und Verwaltung“, d. h. an die Anstellungsbehörde, gerichtet. Zum anderen bat sie in diesem Schreiben darum, ihre
         Punktezahl für Test c zu korrigieren und ihr Bestehen sämtlicher Vorauswahltests zu bestätigen, was ausschließlich in das
         Ermessen des Prüfungsausschusses fällt. 
      
      27     Aus den Akten ergibt sich außerdem, dass die Kommission infolge des Schreibens der Klägerin vom 18. Juni 2002 gleichzeitig
         zwei Verfahren eingeleitet hat: ein Verfahren des Ersuchens um Erläuterungen bei dem Prüfungsausschuss und ein Beschwerdeverfahren
         bei der Anstellungsbehörde. Daher hat die Anstellungsbehörde am 30. Oktober 2002 eine Entscheidung erlassen, mit der das von
         ihr als Beschwerde verstandene Schreiben zurückgewiesen wurde. Inzwischen hatte der Prüfungsausschuss nach Überprüfung der
         Ergebnisse der Klägerin als Antwort auf dasselbe Schreiben am 19. Juli 2002 eine Entscheidung getroffen, mit der die ablehnende
         Entscheidung vom 4. Juni 2002 über eine Zulassung der Klägerin zur Teilnahme an der zweiten Phase des Auswahlverfahrens für
         endgültig erklärt wurde. Es ist festzustellen, dass die Klägerin keine Beschwerde oder Klage gegen diese Entscheidung innerhalb
         der Fristen der Artikel 90 und 91 des Statuts eingereicht hat. 
      
      28     Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass die Klage als unzulässig abzuweisen ist, soweit sie gegen die Entscheidung vom 19.
         Juli 2002 erhoben wurde. 
      
       Begründetheit 
      29     Zur Begründung ihrer Klage macht die Klägerin im Wesentlichen zwei Gründe geltend, mit denen sie erstens eine Verletzung des
         Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit und zweitens einen Verstoß gegen die Ausschreibung rügt. 
      
       Zum ersten Klagegrund: Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit 
       Zur Zulässigkeit des Klagegrundes 
      –       Vorbringen der Parteien 
      30     Die Klägerin trägt vor, dass die Entscheidung, die Frage 3 des Tests c des Auswahlverfahrens zu annullieren und damit die
         Entscheidung vom 4. Juni 2002, sie nicht zur zweiten Phase des Auswahlverfahrens zuzulassen, unter Verstoß gegen den Grundsatz
         der Verhältnismäßigkeit getroffen worden seien. Die Kommission bestreitet die Zulässigkeit dieses Klagegrundes. Sie macht
         geltend, dass die Klage nach ständiger Rechtsprechung keine anderen Rügen als die bereits im Vorverfahren erhobenen enthalten
         dürfe. Entgegen dem Vorbringen der Klägerin sei dieses Erfordernis zwingendes Recht und gelte für alle Kläger, einerlei, ob
         es sich um Beamte handele oder um Personen, die erfolglos an einem Auswahlverfahren teilgenommen hätten (Urteile des Gerichts
         vom 29. März 1990 in der Rechtssache T‑57/89, Alexandrakis/Kommission, Slg. 1990, II‑143, Randnr. 8, und vom 16. September
         1998 in der Rechtssache T‑215/97, Jouhki/Kommission, Slg. ÖD 1998, I‑A-503 und II‑1513, Randnr. 22). Dieses Erfordernis sei
         im vorliegenden Fall nicht eingehalten worden. Denn die Klägerin habe das Vorliegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der
         Verhältnismäßigkeit in ihrer Beschwerde vom 18. Juni 2002 oder in ihrem Antrag auf Akteneinsicht vom 3. Juli 2002 nicht ausdrücklich
         geltend gemacht. 
      
      31     Dieser Klagegrund lehne sich nicht eng an den in der Beschwerde angeführten Grund an. Die einzige rechtliche Ausführung der
         Klägerin gehe nämlich dahin, dass der Prüfungsausschuss von dem in der Ausschreibung des Auswahlverfahrens festgelegten Bewertungssystem
         von 0,5 Punkten für jede richtige Antwort abgewichen sei und damit eine „Nachselektion“ vorgenommen habe. 
      
      32     Außerdem habe die Klägerin auch dadurch, dass sie in ihrer Beschwerde vortrage, dass diese Abweichung von der Ausschreibung
         für sie besonders nachteilige Folgen habe, weil ihr nur eine einzige Antwort für die Erreichung der Mindestpunktzahl fehle,
         keine Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit geltend gemacht. Vielmehr habe sie nur die Folgen bewertet, die sich
         aus dem Verstoß gegen die Ausschreibung ergäben. Die Tatsache, dass die Klägerin sowohl in ihrer Beschwerde als auch in ihrer
         Klage ein Aufrunden der von ihr im Test c erzielten Punktzahl auf zehn verlange, ändere hieran nichts. 
      
      33     Die einzigen im Stadium des Vorverfahrens gemachten Ausführungen über den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit seien in der Begründung
         der Entscheidung vom 19. Juli 2002 zu finden, der zufolge der Prüfungsausschuss der Auffassung gewesen sei, dass die Einhaltung
         des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit es ausschließe, die Vorauswahltests für alle Bewerber zu wiederholen. Entgegen dem
         Vorbringen der Klägerin erwähne diese Begründung nicht, dass der Prüfungsausschuss die Beschwerde in dem Sinne verstanden
         habe, dass die Klägerin das Vorliegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit geltend gemacht habe. 
      
      34     Die Klägerin entgegnet, es sei zwar richtig, dass sie eine Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit im Vorverfahren
         nicht ausdrücklich gerügt habe; doch sei die Rechtsprechung zur Beachtung der sich aus den Artikeln 90 und 91 des Statuts
         ergebenden Anforderungen im vorliegenden Fall nicht einschlägig. Von einer Person, die wie sie keine Beamtin sei, könne nicht
         in demselben Ausmaß erwartet werden, dass sie im Vorverfahren alle erheblichen rechtlichen Rügen ausdrücklich geltend mache.
         
      
      35     Jedenfalls sei die Kommission, auch wenn man unterstelle, dass diese Anforderungen für die Klägerin gälten, verpflichtet,
         die Beschwerde aufgeschlossen auszulegen, um auf diese Weise alle erheblichen Rügen zu würdigen (Urteil des Gerichtshofes
         vom 14. März 1989 in der Rechtssache 133/88, Del Amo Martinez/Parlament, Slg. 1989, 689, Randnr. 11). Es sei nicht erforderlich,
         dass alle rechtlichen Argumente in dem Vorbringen im Vorverfahren bereits enthalten gewesen seien. Vielmehr könnten die Rügen
         in der Klage „durch neue Gründe und Argumente weiterentwickelt werden, die nicht notwendigerweise in der Beschwerde enthalten
         sind, sich aber eng an diese anlehnen“ (Urteil des Gerichts vom 11. Juli 1991 in der Rechtssache T‑19/90, Von Hoessle/Rechnungshof,
         Slg. 1991, II‑615, Randnr. 34). 
      
      36     Im vorliegenden Fall habe die Kommission ihrer Beschwerde vom 18. Juni 2002 ohne weiteres eine implizit auf einen Verstoß
         gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gegründete Rüge entnehmen können, zumal der Prüfungsausschuss in seiner Entscheidung
         vom 19. Juli 2002 selbst hervorgehoben habe, dass die Annullierung der Fragen „unter Berücksichtigung des Prinzips der Verhältnismäßigkeit“
         erfolgt sei. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht 
      37     Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die in den Artikeln 90 und 91 des Statuts vorgesehenen Verfahrensvorschriften entgegen
         dem Vortrag der Klägerin für alle Kläger gelten, einerlei, ob es sich um Beamte handelt oder um Personen, die erfolglos an
         einem Auswahlverfahren teilgenommen haben (vgl. in diesem Sinne Urteil Jouhki/Kommission, Randnr. 22). Der Grundsatz der zwingenden
         Übereinstimmung der Beschwerde mit der Klage ist daher im vorliegenden Fall anwendbar. Er verlangt für die Zulässigkeit eines
         vor dem Gemeinschaftsrichter geltend gemachten Klagegrundes, dass dieser bereits im Rahmen des Vorverfahrens vorgetragen worden
         ist, damit die zuständige Behörde von den Rügen des Betroffenen hinreichend genau hat Kenntnis nehmen können, um den Streit
         gütlich beilegen zu können.
      
      38     Wie die Klägerin jedoch zutreffend ausführt, dürfen die beim Gemeinschaftsgericht eingereichten Anträge zwar nur dieselben
         „Rügen“ enthalten, die auf demselben Grund beruhen wie die in der Beschwerde angeführten; doch können diese Rügen durch das
         Vorbringen von Gründen und Argumenten weiterentwickelt werden, die nicht notwendigerweise in der Beschwerde enthalten sind,
         sich aber eng an diese anlehnen (vgl. Urteile des Gerichts vom 6. Juni 1996 in der Rechtssache T‑262/94, Baiwir/Kommission,
         Slg. ÖD 1996, I‑A-257 und II‑739, Randnr. 41, und vom 14. Oktober 2003 in der Rechtssache T‑174/02, Wieme/Kommission, Slg. 2003,
         II‑0000, Randnr. 18, und die dort zitierte Rechtsprechung). 
      
      39     Da das Vorverfahren informeller Natur ist und die Betroffenen in dieser Phase im Allgemeinen ohne den Beistand eines Rechtsanwalts
         handeln, darf die Verwaltung die Beschwerden nicht eng auslegen, sondern muss sie vielmehr aufgeschlossen prüfen (Urteil Del
         Amo Martinez/Parlament, Randnr. 11). 
      
      40     Im vorliegenden Fall führt die Beschwerde der Klägerin zwar nicht ausdrücklich eine Rüge eines Verstoßes gegen den Grundsatz
         der Verhältnismäßigkeit an; sie enthält aber die Punkte, aus denen die Anstellungsbehörde in dem Bemühen, die Beschwerde aufgeschlossen
         auszulegen, hätte ableiten können, dass diese nicht nur einen Verstoß gegen die Ausschreibung, sondern auch eine Verletzung
         des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit betraf. Die Klägerin führte nämlich in ihrer Beschwerde aus, dass die vorgenommene
         Maßnahme für sie „insbesondere beschwerend“ sei, weil ihr nur eine richtige Antwort gefehlt habe, um die Mindestpunktzahl
         im Test c zu erreichen, und sie alle anderen Tests bestanden habe. Außerdem bat sie darum, die Punktzahl im Test c auf 10
         aufzurunden, um eine „Nachselektion“ zu vermeiden. Somit ist das Gericht der Auffassung, dass sich der Klagegrund einer Verletzung
         des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit eng an die Beschwerde anlehnt, da ihr die stillschweigende Behauptung zu entnehmen
         war, dass die der Klägerin durch die vorgenommene Maßnahme entstandenen Nachteile außer Verhältnis zum angestrebten Ziel stünden
         und die Kommission diesem Zustand hätte abhelfen müssen. 
      
      41     Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass der Klagegrund einer Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit für zulässig
         zu erklären ist. 
      
       Zur Begründetheit des Klagegrundes 
      –       Vorbringen der Parteien 
      42     Die Klägerin trägt vor, in der Entscheidung, die Frage 3 des Tests c des Auswahlverfahrens zu annullieren und damit in der
         Entscheidung vom 4. Juni 2002, mit der ihre Zulassung zur zweiten Phase des Auswahlverfahrens abgelehnt worden sei, liege
         ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Insoweit macht sie geltend, dass sie die betreffende, vom Prüfungsausschuss
         später annullierte Frage bei den Vorauswahltests richtig beantwortet habe. Daher beruhe die Entscheidung des Prüfungsausschusses,
         sie nicht zu der zweiten Phase des Auswahlverfahrens zuzulassen, und damit ihr Scheitern im Auswahlverfahren insgesamt darauf,
         dass die Antwort auf diese Frage nicht berücksichtigt worden sei. Wenn ihr nämlich die Mindestpunktzahl für den Test c gewährt
         worden wäre, hätte sie eine Gesamtnote von 80,022 Punkten erzielt und damit zu den 100 besten Bewerbern gehört. 
      
      43     Die Klägerin macht geltend, dass sich der vorliegende Fall insoweit von den von der Kommission angeführten Rechtssachen (Urteile
         des Gerichts vom 17. Januar 2001 in der Rechtssache T‑189/99, Gerochristos/Kommission, Slg. ÖD 2001, I‑A-11 und II‑53, Randnr.
         26, und vom 2. Mai 2001 in den Rechtssachen T‑167/99 und T‑174/99, Giulietti u. a./Kommission, Slg. ÖD 2001, I‑A-93 und II‑441,
         Randnr. 35) unterscheide, in denen die Kläger zu den weiteren Prüfungen des Auswahlverfahrens auch dann nicht zugelassen worden
         wären, wenn die in Rede stehenden Fragen nicht annulliert worden wären. Da sie auf alle Fragen geantwortet habe, mache sie,
         im Gegensatz zu der Klägerin in der zum Urteil Giulietti u. a. führenden Rechtssache, auch nicht geltend, dass eine Diskriminierung
         im Verhältnis zu den Bewerbern vorliege, die nicht alle Fragen beantwortet hätten. 
      
      44     Die Klägerin erkennt an, dass der Prüfungsausschuss über ein weites Ermessen verfüge, wenn es darum gehe, Unregelmäßigkeiten
         oder Fehler bei einem Auswahlverfahren zu beheben, um die Gleichbehandlung aller Bewerber sicherzustellen und deren objektive
         Bewertung zu ermöglichen (Urteil Gerochristos/Kommission, Randnr. 25). 
      
      45     Entscheidungen der Exekutivorgane der Kommission müssten jedoch nicht nur einen legitimen Zweck erfüllen, der im vorliegenden
         Fall in der Garantie einer objektiven Bewertung aller Bewerber bestehe, sondern darüber hinaus auch verhältnismäßig sein.
         Dies bedeute im konkreten Fall, dass die Annullierung einer Frage des Auswahlverfahrens und die Folgen, die sich daraus für
         einzelne Bewerber ergeben hätten, nicht über das hinausgehen dürften, was zur Erreichung dieses legitimen Zweckes erforderlich
         sei (Urteile des Gerichtshofes vom 26. Juni 1990 in der Rechtssache C‑8/89, Zardi, Slg. 1990, I‑2515, Randnr. 10, und vom
         9. November 1995 in der Rechtssache C‑426/93, Deutschland/Rat, Slg. 1995, I‑3723, Randnr. 42; vgl. auch Urteil des Gerichts
         vom 13. Juli 1995 in den Rechtssachen T‑466/93, T‑469/93, T‑473/93, T‑474/93 und T‑477/93, O'Dwyer u. a./Rat, Slg. 1995, II‑2071,
         Randnr. 107). 
      
      46     Dies bedeute auch, dass die nachträgliche Annullierung der Frage 3 des Tests c nur dann erforderlich gewesen wäre, wenn kein
         anderes Mittel ersichtlich gewesen wäre, das den angestrebten Zweck ebenso gut erreiche, aber die anderen Bewerber, die die
         annullierten Fragen in den anderen Sprachfassungen richtig beantwortet hätten, weniger belastete. Statt die in Rede stehende
         Frage zu annullieren, hätte der Prüfungsausschuss diese zu Gunsten aller Bewerberinnen und Bewerber als „richtig beantwortet“
         werten können.
      
      47     Ein derartiges Vorgehen hätte es ihr ermöglicht, die erste Voraussetzung für die Zulassung zur zweiten Phase des Auswahlverfahrens
         zu erfüllen, d. h. die erforderliche Mindestpunktzahl im Test c zu erreichen. Zwar hätte eine solche Lösung einen Bewerber
         im Hinblick auf die zweite Voraussetzung für die Zulassung zur nächsten Phase, d. h. unter den Bewerbern mit den 100 besten
         Ergebnissen zu sein, ihr gegenüber schlechter stellen können. Da dieses Kriterium jedoch auch einheitlich für alle Bewerber
         angewendet worden wäre, hätte diese Lösung einen höheren Grad an Objektivität gewährleistet. 
      
      48     Die Klägerin bestreitet die Behauptung der Kommission, dass eine Bewertung der betreffenden Frage als richtig nicht in gleicher
         Weise wie deren Annullierung die Einhaltung des Grundsatzes der Gleichbehandlung ermögliche. Dieser Grundsatz sei in jedem
         Fall verletzt, da der Prüfungsausschuss in beiden Fällen die Antworten der Bewerber auf diese Frage nicht mehr objektiv habe
         vergleichen können, weil die Bewerber, die sich bemüht hätten, die in Rede stehende Frage zu beantworten, gegenüber denen,
         die keine Zeit auf ihre Beantwortung verwendet hätten, in einen Nachteil geraten seien. 
      
      49     Im Rahmen dieses Klagegrundes fügt die Klägerin hinzu, dass der Prüfungsausschuss auch den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung
         verletzt habe, indem er Fehler beim Ablauf des Auswahlverfahrens zu ihren Lasten korrigiert habe (Urteil des Gerichts vom
         24. April 2001 in der Rechtssache T‑159/98, Torre u. a./Kommission, Slg. ÖD 2001, I‑A-83 und II‑395, Randnr. 46). 
      
      50     Hilfsweise trägt die Klägerin vor, selbst wenn die Annullierung der in Rede stehenden Frage erforderlich gewesen sein sollte,
         verlange es der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, dass die Annullierung keinen ursächlichen Zusammenhang mit dem Erfolg oder
         Misserfolg eines Bewerbers bei sämtlichen Vorauswahltests zusammen haben dürfe. Um einen angemessenen Ausgleich zwischen dem
         Allgemeininteresse, ein objektives Einstellungsverfahren zu gewährleisten, und der Intensität der Nachteile für einige Bewerber
         aufgrund der fraglichen Annullierung herzustellen, hätte der Prüfungsausschuss die Punktezahl von 9,744, die die Klägerin
         im Test c erzielt habe, auf 10 aufrunden müssen. Der Grundsatz der Gleichbehandlung wäre gewahrt worden, wenn alle Teilnehmer
         des Auswahlverfahrens, die in gleicher Weise wie die Klägerin von der Annullierung betroffen gewesen seien, in entsprechender
         Weise heraufgestuft worden wären. 
      
      51     Die Kommission bestreitet das Vorliegen eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit oder den Grundsatz der
         ordnungsgemäßen Verwaltung. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht 
      52     Nach ständiger Rechtsprechung gehört der in Artikel 5 Absatz 3 EG niedergelegte Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu den allgemeinen
         Rechtsgrundsätzen des Gemeinschaftsrechts. Nach diesem Grundsatz hängt die Rechtmäßigkeit einer Maßnahme eines Gemeinschaftsorgans
         davon ab, dass, wenn mehrere geeignete Maßnahmen zur Auswahl stehen, die am wenigsten belastende ergriffen wird; ferner müssen
         die verursachten Nachteile in angemessenem Verhältnis zum angestrebten Ziel stehen (Urteil des Gerichtshofes vom 13. November
         1990 in der Rechtssache C‑331/88, Fedesa u. a., Slg. 1990, I‑4023, Randnr. 13, Urteil des Gerichts O'Dwyer u. a./Rat, Randnr.
         107, und vom 11. September 2002 in der Rechtssache T‑13/99, Pfizer Animal Health/Rat, Slg. 2002, II‑3305, Randnr. 413). 
      
      53     Ebenfalls nach ständiger Rechtsprechung verfügt der Prüfungsausschuss für ein Auswahlverfahren über ein weites Ermessen hinsichtlich
         der Modalitäten und des genauen Inhalts der im Rahmen des Auswahlverfahrens vorgesehenen Prüfungen. Dieses weite Ermessen
         ist in den gleichen Grenzen dem Prüfungsausschuss eines Auswahlverfahrens zuzuerkennen, wenn er sich, wie im vorliegenden
         Fall, Unregelmäßigkeiten oder Fehlern gegenübersieht, die beim Ablauf eines allgemeinen Auswahlverfahrens mit großer Teilnehmerzahl
         aufgetreten sind und die nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und der ordnungsgemäßen Verwaltung nicht durch eine
         Wiederholung der Prüfungen des Auswahlverfahrens behoben werden können (Urteile Gerochristos/Kommission, Randnr. 25, und Giulietti
         u. a./Kommission, Randnr. 58).
      
      54     Das bedeutet im vorliegenden Fall, dass nur die offensichtliche Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen, die der Prüfungsausschuss
         erlässt, um diesen Unregelmäßigkeiten oder Fehlern abzuhelfen, deren Rechtmäßigkeit beeinträchtigen könnte. Dazu ist festzustellen,
         dass die von der Klägerin vorgebrachten Argumente nicht den Schluss zulassen können, dass dies hier der Fall ist. 
      
      55     Insbesondere hat die Klägerin nicht dargelegt, dass die Annullierung der in Rede stehenden Frage über das hinausging, was
         im vorliegenden Fall erforderlich war. Die Entscheidung, die in Rede stehende Frage zu annullieren, kann nämlich nicht als
         belastender angesehen werden als die von der Klägerin vorgeschlagene Alternative, alle Antworten auf diese Frage heraufzustufen,
         denn in beiden Fällen würden nur die Bewerber, die in den vier Vorauswahltests die Mindestpunktzahl erreicht haben und zu
         den 100 besten Bewerbern zählen, zur zweiten Phase des Auswahlverfahrens zugelassen. 
      
      56     Wie die Kommission zutreffend vorträgt, würde es die von der Klägerin vorgeschlagene Alternative, alle Antworten auf die betreffende
         Frage heraufzustufen, darüber hinaus nicht erlauben, die Bewerber auf der Grundlage ihrer tatsächlichen Leistung im Test c
         zu beurteilen. Ein Auswahlverfahren soll es nämlich zu überprüfen ermöglichen, ob die Bewerber den in Artikel 27 des Statuts
         festgelegten Anforderungen für den Eintritt in den europäischen öffentlichen Dienst genügen. Eine solche Überprüfung kann
         nur auf tatsächlich gegebene Antworten und nicht auf fiktive Antworten gestützt werden. 
      
      57     Zu dem Vorbringen, dass die zur Korrektur der Unregelmäßigkeiten beim Ablauf des Auswahlverfahrens getroffene Maßnahme auch
         gegen den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung verstoße, ist festzustellen, dass die zur Begründung dafür vorgetragenen
         Argumente vollständig mit denen zusammenfallen, die zur Begründung des Klagegrundes eines Verstoßes gegen den Grundsatz der
         Verhältnismäßigkeit vorgebracht worden sind. 
      
      58     Darüber hinaus kann dem Hilfsvorbringen der Klägerin nicht gefolgt werden, wonach die Annullierung der in Rede stehenden Frage,
         selbst wenn sie erforderlich sein sollte, keinen ursächlichen Zusammenhang mit dem Erfolg der Klägerin bei sämtlichen Vorauswahltests
         zusammen haben dürfe und der Prüfungsausschuss daher ihr Ergebnis im Test c von 9,744 Punkten auf 10 hätte aufrunden müssen.
         Wie die Kommission zutreffend ausführt, beruht die Behauptung der Klägerin, dass die Annullierung der in Rede stehenden Frage
         ursächlich für ihr Scheitern im Test c gewesen sei, auf der Annahme, dass sie auf diese Frage richtig geantwortet habe. Da
         diese Frage jedoch annulliert wurde, kann dieser Behauptung nicht gefolgt werden. 
      
      59     Schließlich hat die Kommission zu Recht vorgetragen, dass eine derartige Maßnahme nicht die tatsächlich von der Klägerin erbrachte
         Leistung wiedergeben würde und daher auch mit dem Sinn und Zweck eines Auswahlverfahrens unvereinbar sei. Im Übrigen wäre
         sie mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung unvereinbar, weil sie eine objektive Entscheidung, die gegenüber allen Bewerbern
         ergangen ist, durch eine mit der Situation einiger Bewerber begründete Ad‑hoc‑Entscheidung ersetze.
      
      60     Aus allem Vorstehenden ergibt sich, dass der erste Klagegrund als nicht stichhaltig zurückzuweisen ist. 
       Zum zweiten Klagegrund: Verstoß gegen die Ausschreibung 
      61     Die Klägerin ist der Auffassung, dass die Entscheidung des Prüfungsausschusses, die Frage 3 des Tests c zu annullieren, zu
         einer Veränderung der in der Ausschreibung des Auswahlverfahrens festgelegten Bewertungsgrundlage führe. Die Chancen, den
         Test zu bestehen, verschlechterten sich nämlich, da nun mehr als 50 % aller Fragen, nämlich 20 von 39, richtig zu beantworten
         seien. Die Neuverteilung der Punkte könne diesen Nachteil nicht ausgleichen. Entgegen der Ansicht der Kommission habe diese
         Maßnahme somit zu einer zusätzlichen Selektion der Bewerberinnen und Bewerber geführt. 
      
      62     Die Kommission erwidert, dass die Ausschreibung die Mindestpunktzahl für das Bestehen des Tests c auf 10 und die Höchstpunktzahl
         auf 20 festsetze. Dagegen setze sie nicht die Anzahl der Fragen für den Test c, deren Benotung oder eine für das Bestehen
         dieses Tests erforderliche Mindestanzahl richtiger Antworten fest. Somit komme es nicht darauf an, welchen Anteil an richtigen
         Antworten man hätte haben müssen, um die erforderliche Mindestpunktzahl zu erreichen, ebenso wenig wie es im Fall des Bestehens
         darauf angekommen wäre, welchen Punkteanteil man hätte haben müssen, um die Mindestpunktzahl zu überschreiten. 
      
      63     Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass der Prüfungsausschuss zwar bei der Festlegung der Bedingungen eines Auswahlverfahrens
         über ein weites Ermessen verfügt, jedoch an den Text der Ausschreibung, wie er veröffentlicht wurde, gebunden ist (Urteil
         des Gerichtshofes vom 18. Februar 1982 in der Rechtssache 67/81, Ruske/Kommission, Slg. 1982, 661, Randnr. 9, und Urteil vom
         5. März 2003 in der Rechtssache T‑24/01, Staelen/Parlament, Slg. ÖD 2003, I‑A‑79 und II‑423, Randnr. 47). Der Wortlaut der
         Ausschreibung stellt sowohl den Rahmen der Rechtmäßigkeit als auch den Rahmen für das Ermessen des Prüfungsausschusses dar
         (Urteile des Gerichts vom 16. April 1997 in der Rechtssache T‑80/96, Fernandes Leite Mateus/Rat, Slg. ÖD 1997, I‑A-87 und
         II‑259, Randnr. 27, und Staelen/Parlament, Randnr. 47). 
      
      64     Im vorliegenden Fall sah die Ausschreibung in ihrem Punkt V für den Test c vor, dass die Bewertungsskala von 0 bis 20 Punkte
         reicht und dass jede Punktzahl unter 10 zum Ausschluss führt. Somit war jeder Test ausschließend, wenn der Bewerber die Mindestpunktzahl
         nicht erreicht hatte. Diese Bewertungsparameter wurden ihrem Wesen nach durch die Annullierung der in Rede stehenden Frage
         nicht berührt.
      
      65     Insoweit ist festzustellen, dass die in der Ausschreibung vorgesehene Höchstpunktzahl von 20 Punkten nach der Annullierung
         der Frage 3 des Tests c nicht geändert wurde. Denn der Wert jeder verbleibenden Frage wurde durch Division der in der Ausschreibung
         angegebenen Punktesumme durch die Anzahl der verbleibenden Fragen errechnet.
      
      66     Sodann kann auch dem Vorbringen nicht gefolgt werden, dass dadurch gegen die Ausschreibung verstoßen worden sei, dass nun
         mehr als 50 % der Fragen, nämlich 20 von 39, richtig zu beantworten gewesen seien. Denn wie die Kommission zutreffend ausführt,
         setzt die Ausschreibung die für das Bestehen des Tests c erforderliche Mindestpunktzahl auf 10 und die Höchstpunktzahl auf
         20 Punkte fest. Dagegen setzt sie nicht die Anzahl der Fragen des Tests c, deren Benotung oder eine für das Bestehen dieses
         Tests erforderliche Mindestzahl richtiger Antworten fest. Demnach hat die Klägerin nicht nachgewiesen, dass die Annullierung
         der betreffenden Frage zu einer Veränderung der in der Ausschreibung festgelegten Bewertungskriterien für diesen Test geführt
         hat. 
      
      67     Aus allem Vorstehenden folgt, dass dieser Klagegrund als nicht stichhaltig zurückzuweisen ist. 
      68     Nach alledem ist die Klage teilweise als unzulässig und im Übrigen als unbegründet abzuweisen. 
       Kosten
      69     Nach Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen.
         Nach Artikel 88 der Verfahrensordnung tragen jedoch die Organe in Streitsachen zwischen den Gemeinschaften und deren Bediensteten
         ihre Kosten selbst. 
      
      Aus diesen Gründen
      hat
      DAS GERICHT (Fünfte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird als unzulässig abgewiesen, soweit sie die Aufhebung der Entscheidung vom 19. Juli 2002 betrifft. 
      2.      Die Klage wird als unbegründet abgewiesen, soweit sie die Aufhebung der Entscheidung vom 4. Juni 2002 betrifft. 
      3.      Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten. 
      
               Lindh 
            
            
                García-Valdecasas 
            
            
                Cooke 
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 21. Oktober 2004.
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                      Der Präsident
            
         
               H. Jung 
            
             
            
                      P. Lindh
            
         * Verfahrenssprache:Deutsch.