CELEX: 51978PC0768
Language: de
Date: 1979-01-17
Title: Vorschlag eines BESCHLUSSES DES RATES über ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Bereich der Agrarforschung, das sich auf vier konzertierte Mehrjahresabkommen erstreckt (Von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (78) 768
Vol. 1978/0278
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak---    KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                   KOM(78)768 endg.
                                                   Brüssel » den 17 . Januar 1979
                                  Vorschlag eines
                                BESCHLUSSES DES RATES
            über ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Europäischen
            Wirtschaftsgemeinschaft im Bereich der Agrarforschung , das sich
            auf vier konzertierte Mehrjahresabkommen erstreckt
                     ( Von der Kommission dem Rat vorgelegt )
                                                    /
                                                   /
                                                  I          ■  ;
K0M(78 ) 768 endg
 ---pagebreak---                       KONZERTIERTE MEHRJAHRESAKTIONEN
                               im Bereich der
                               AGRARFORSCHUNG
                             INHALTSVERZEICHNIS
                                                            Seite
I.    Zusammenfassung                                         3
II .  Einleitung                                              3
III . Beschreibung der konzertierten Aktionen                 5
      Vorhaben A. Mais als Grundbestandteil der Voll-         5
                    fütterung für Rindflei scherzeugung
               1 . Begründung
               2 . Zweck und Ziel
                                                          I
               3 . Forschungsbereiche
               4 . Erfordernisse und Zeitplan
      Vorhaben B. Erzeugung und Fütterung von einzelligem     8
                    Eiweiß
               1 .. Begründung
               2 . Zweck und Ziel
               3 „ Forschungsbereiche
               4 . Erfordernisse und Zeitplan
      Vorhaben C.- Frühes Abspänen von Ferkeln               "}6
               1 . Begründung
               2 . Zweck und Ziel
               3 . Forschungsbereiche
               4 . Erfordernisse und Zeitplan
 ---pagebreak---                            - 2 -
                                                                 Seite
         Vorhaben D. Mineratdünrung einiger wichtiger
                       Feldf rüchte ( Boden- Humus- Stickstoff )   19
                   1 . Begründung
                   2 . Zweck und Ziel
                   3 . Forschungsbereiche
                   4 . Erfordernisse und Zeitplan
 IV .    Durchführung                                             24
 V.      Finanzierung                                             24
ANHANG I ; Vorschlag eines Ratsbeschlusses über ein
            Forschungs- und Entwicklungsprogramm der
            Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im
            Bereich der Agrarforschung                            26
ANLAGE A -p zu ANHANG I
Beteiligung der Mitgliedstaaten an der konzertierten Aktion
nach Forschungsbereichen                                          29
                                       i
ANLAGE £  zu ANHANG I
Aufgabe und Zusammensetzung des Ausschusses für die
konzertierte Aktion                                               33
 ---pagebreak---                                            3 -
 I.      Zusammenfassung
         Es wird ein koordiniertes Agrarforschungsprogramm vorgeschlagen . Dieses
         Programm setzt sich aus vier konzertierten Mehrjahresaktionen auf nach­
         stehenden Gebieten zusammen :
         1 . Mais als Grundbestandteil der Vollfütterung für Rindfleischer-
             zeugung <5 Jahre )/
       . 2 . Erzeugung und Fütterung von einzelligem Eiweiß (5 Jahre ),
         3 . Frühes Abspänen von Ferkeln (5 Jahre ),
         4 . Mineraldungung der 'Feldfrüchte ( Boden- Humus- Stickstoff ) (5 Jahre ).
         Rechtsgrundlage dieses Programms sind Artikel 43 EWGV und die Verord- :
        nungen No . 1728 / 74 des Rates vom 27 . Juni 1974 . Dieses Programm ist
         von der jugoslawischen Delegation dem Ausschuß für europäische Zusam­
         menarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen For­
         schung ( COST ) vorgeschlagen worden . Zwischen diesem Programm und ein­
         schlägigen Programmen von Drittstaaten wird eine Konzertierung vorge­
        nommen .
         Die wichtigsten Ziele dieses Programms sind folgende :
        - Erleichterung der Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn der
            Gemeinschaft einschließlich möglicher neuer Mitglieder ;
        - im gemeinsamen Interesse der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten
            soll ein zunehmender Anteil der europäischen Agrarforschung in die
            Forschungs- und Entwicklungspolitik der Gemeinschaft eingegliedert
            werden ;
                                   H                  ii
        - Ergänzung der im Rahmen des gemeinsamen Agrarforschungsprogramms ge­
            wonnenen Erkenntnisse . I
         Für die Laufzeit des Programms wird die finanzielle Beteiligung der Ge­
        meinschaft an den Zahlungsverpflichtungen und das zur Durchführung des
        Programms benötigte Personal mit höchstens 1,76 Mio ERE bzw . mit
        2 Beamten veranschlagt .
        Mit der Durchführung des Programms wird, voraussichtlich im Juni 1979
        begonnen .
II .     Einleitung
        Die Gemeinschaftsforschung soll anerkanntermaßen möglichst durch inter­
        nationale Zusammenarbeit ergänzt werden , und zwar hauptsächlich im
        Rahmen von COST ( Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissen­
        schaftlichen und technischen Forschung ), der wichtigsten Plattform für
        die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn der Gemeinschaft .
        Diese Zusammenarbeit ermöglicht die wirksamste Forschung und hilft Zeit
     . und Geld sparen . Berücksichtigt man überdies die in einigen Ländern
        außerhalb der Gemeinschaft in gewissen Agrarforschungsberei chen erziel­
        ten Ergebnisse , dann wäre eine erweiterte europäische Zusammenarbeit
        das geeignete Mittel , um die Koordinierung mögtichst erfolgreich zu ge­
         stalten .
 ---pagebreak--- Das vorliegende Programm , das auf einem Vorschlag der jugoslawischen Dele­
gation in COST beruht , muß vor diesem Hintergrund gesehen werden . Dieser
 Vorschlag eines Ratsbeschlusses über ein Forschungs- und Entwicklungspro­
gramm der EWG im Bereich der Agrarforschung wurde von der Kommission nach
Beratung durch die Sachverständigen der von den CQST-Ländern eingesetzten
Arbeitsgruppen im Sinne der Ratsentschließung vom 14 . Januar 1974 über ein
erstes Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften auf dem Gebiet der
Wissenschaft und Technologie ausgearbeitet .
Dieser Programmvorschlag entspricht ferner den Leitsätzen der Kommission zur
gemeinsamen Politik auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie .
In diesem Rahmen müssen die Agrarforschungsprogramme der Gemeinschaft außer­
dem nach Möglichkeit den Zielen anderer Gemeinschaftspolitiken dienen ,
beispielsweise dem Umweltschutz , der regionalen Entwicklung , dem Energie-
sparen und der Unterstützung von Entwicklungsländern .
Dieses Programm besteht aus vier konzertierten Mehrjahresaktionen auf nach­
stehenden Gebieten :
A.  Mais als Grundbestandteil der Vollfütterung für Rindfleischerzeugung ,
B.  Erzeugung und Fütterung von einzelligem Eiweiß ,
C.  Frühes Abspänen von Ferkeln ,
D.  Mineraldüngung der Feldfrüchte ( Boden- Humus- Stickstoff ) .
Diese Aktionen stehen im Zusammenhang mit drei der vier Gruppen ( nämlich
sozio-struktureller Aspekt , Produktivität und Alternativerzeugnisse ) der
hauptsächlichen Entwicklungen und Ausrichtungen in der einzelstaatlichen
Agrarforschung , welchen die Kommission nach Anhörung des Ständigen Agrar-
forschungsausschusses höchste Dringlichkeit eingeräumt hat .
Im allgemeinen ist die bei jedem Vorhaben getroffene Wahl der zu koordinie­
renden Bereiche von den einzelstaatlichen Forschungsorganisationen in Über­
einstimmung mit nachstehenden Kriterien formell akzeptiert worden :
- Vereinbarkeit mit der gemeinsamen Agrarpolitik ,
-  Ergänzung des Agrarforschungsprogramms der Gemeinschaft ,
-  wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung ,
-  Durchführbarkeit und Möglichkeit einer Koordinierung ,
-  gemeinsames Interesse der Mitgliedstaaten ,
- Verwertbarkeit diesbezüglicher Arbeiten , die in anderen Ländern und von ,
   einschlägigen internationalen Organisationen wie Internationaler Verband
   für Bodenkunde , FAO , OECD u.a . gerade durchgeführt werden .
 ---pagebreak---                                                -5-
 III . BESCHREIBUNG DER KONZERTIERTEN AKTIONEN                                         1
       VPRKABbTN A o – Mais al s Grundbestandteil der Vollfüttarung flir Rindfleisch–
                          erzeugmigo .
       1. BEGRÜNDUNG                                                                    |
                                                                                         <
            In den letzten Jahren wurde der Futterm&isaabau in Etircpa uberrasohend      \
     '      stark ausgedehnt »                                                            I
1           Die wichtigsten Gründe für diese Zunahme sind :                               !Î
            a) Mit grossem Aufwand sind Hybriden mit kurzer Vegetationszeit gezüchtet
     1          worden , so dasa die Mai senbaufläche immer weiter nach Norden in eben {
                die Gebiete vorgerückt ist , wo die früheren Arten mit langer Vegeta– j
                tionszeit aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse nicht ge–         |
                deihen konnten*                                                             j
     '                                                                                       I
            b ) Die Maisernte lässt sich vollständig mechanisieren und kann bei              \
                Verwendimg von Hybriden hohe Erträge bringen®                                !
     :                                                                                        I
            o) Für Mais bestehen in der Viehfütterung zahlreiche Verwendungsmöglich–
                keiten «
                In der Praxis ist die ganze Maispflanze , ergänzt durch, eiweissreiches i
                Futterkonzentrat , für die Ernährung junger wie auch ausgewachsener
     :          Tiere gut geeignet «
                                                                                                t
                                                                                                t
            Das hat dazu geführt , dass dem Mais in der Riridererzeugung eine in tech– t
            nischer und wirtschaftlicher Hinsicht Überragende Bedeutung zukommt «
            Über dieses Thema fand 1976 "Vinter der Leitung der EWS und mit Beteiligung
            von COST-Ländern ein Seminar in Jugoslawien statt zu dem Zweck s                    i
            – zu beurteilen , welchen Stand die Verfütterung von Mais in der Rind–               <
               fl ei scherzeugung unter Berücksichtigung ihrer wissenschaftlichen und
               wirtschaftlichen Gesichtspunkte heute erreicht hat ,
                                                                                                 i
                                                                                                 i
            – die Erfordernisse der künftigen Forschung zu erörtern und die für eine j
               abgestimmte Forschungsarbeit bestgeeigneten Bereiohe festzustellen«
            Das vorliegende Vorhaben wird diesen Ansprüchen gerecht «                           !
       2 « ZWECK UND ZIEL
            Zweck des geplanten Forschungsvorhabens ist es , systematisch zu untersuchen ,
            wie Maisfutter am wirksamsten zu verwenden und zu ergänzen ist , damit
            eine ausgewogene Ernährung und hochwertige Erzeugnisse erzielt werden
            Diese Forschung umfasst zwangsläufig eine Untersuchung der Verwendbarkeit
            alternativer Futtermittel , die zusätzlich zu Mais verabreicht werden ,
            und eine Prüfung der Methoden der Futterwertbestimmung im Hinblick auf
            ihre Vereinheitlichung im gesamten COST-Gebiei « Die Forschungsziele
            müssen den Faktoren Rechnung tragen , die einen je Einheit des erzeugten
            Fleisches möglichst wirksamen Einsatz bestimmter Hilfsmittel ermöglichen«
            Die Wirksamkeit kann an der benötigtenAnbaufläche oder Erntemenge , am
            Energieaufwand für Anbau und Verfütterung der Feldfrüchte , an der Auf­
            nahme und Verwertung von Nährstoffen durch das Tier sowie nach wirtschaft­
            lichen Gesichtspunkten gemessen werden« Forschungsprobleme ergeben sich
            bei dem Versuch , den Aufwand an eiweiss– und Jcohlehydratreichem Ergänz^mgo–
          . futter möglichst niedrig zu halten f Eiweissergl&zxragsfattei* kam durch
            Nichteiweissatickstcff ersetzt werden ; die freiwillige
 ---pagebreak---          Aufm'          vo:i            urues verbessert verdau .
         Ausserd':ii kÖnn«"-i zwischen Genotyp , Geschlecht oder Alter des Tieres
         und der Art des Maisfutters Wechserbeziehungen bestehen «
         Der Vorschlag zielt auf" die Förderung und Ecordini e:rung einer auf
         Zusammenarbeit "beruhenden Forschung mit folgenden hauptsächlichen
         Zielen ab ?
         – Bessere Verwertung von Futt ermitteln und Verhinderung des
            Entstehens von Abfällen ^,
         – Annahme vereinheitlichter Verfahren zum Messen und Vorherbestimmen
             des Futterwerts f
         – Feststellung der Bedeutung , die Mais unter Berücksichtigung der
             Verwendung alternativer Futtermittel bei verschiedenen Koat en/Prei s–
            und Markt Verhältnisse ffir verschieden© landwirtschaftliche Bewirt–
             schafiungssysteme hat »
3 « FORSCHTJNGSBB REICHE
    Die Fcrechungsbereiche wurden auf zwei umfassende Gebiets beschränkte»
    Die auf diesen beiden Gebieten durchzuführenden Vorhaben werden nach
    Möglichkeit miteinander verknüpft , indem die im For schungsberei ch
    Nr » 3«1 beschriebenen praktischen Versuche zur Untersuchung der mehr
    grundsätzlichen Gesichtspunkte des Forschungsbereichs Nr® 3o2 verwendet
    werd en »
    Es sind nachstehende Forschungsbereiche vorgesehen ;
    3ol Praktisch ? und angewandte Aspekte der Mai sVerwendung ( Ganzpflanse ,
         Korner und Stroh ) flir die Rindfl eiseher z-eu gung ur.t e r Beru cks i ch t i girag
         rier Verwendung alternativer Futtermittel
         3*1 » 1 » Verwendung von Ergänzungsfut-ter zur Versorgung mit Energie-
                     trägern , Eiweiss , Nichteiweisstioketoff , . Mineral Stoffen und
                     Vitaminen :
                     – Pflanzeneiveiss ( Bohnen , Luzerne ),
                     – Nichteiweisstickstoff ,
                     – Konz entrât e »
         3«la2 » Verwendung von Nebenerzeugnissen der Feldfrüchte
         3 © 1 o 3 • Auswirkung des Beul enbra-ndbefall s auf den Futterwert von Mais
                     und auf möglicherweise vorhandene giftige Rückstände ( Alkaloi.de )
                     im Fleisch »
         3®1®4 * Arten der Fleischrinderfütteiung mit Mais im Vergleich zu
                     anderen Futtermitteln »
   3•2   Verfahren der Futterwertbe Stimmung bei Mais und alternativen Futter–
         mittein oder Nebenerzeugnissen der Feldfrüchte für Wiederkäuer
 ---pagebreak---         3.2.1 B  VerEinheit 1i chung von Verfahren»
                 3.2.1.1 . Verdaulichkeitsprufung in </ivo bei Schafen und
                           Rindern »
        3.2.2 .  Methoden der Vorherbestimmung des Futterwerts
                 3.2o2.1 . Trockenmasse
                 3«2»2.2 . Energiegehalt t
                         – Wachstumsstufe
                         – Bestimmung der verdaulichen organischen Substanz
                           mit genauer Untersuchung von Putter und Kot auf
                           lösliche Kohlehydrate , auf Zellwände ( Zellulose ,
                           Halbzellulose ) usw.
                         – Wird die verdauliche organisoh9 Substanz nicht
                           bestimmt , dann sollten Verdaulichkeitstests ver­
                           wendet werden zur Ermittlung des Verhältnisses
                           zwischen Verdaulichkeit und einfachen Tests .
                         – Morphologische Unt er suchungen der Pflanze ,
                         – umsatzbare Energie insgesamt ,
                         – Nettoenergie .
                 3.2.2.3   Eiweiss :
                         – N-Gehalt der Feldfrueht ,
                         – Anteil des Nichteiweisstickstoffs ,     ,
                         – Tieralter und –art .
                                 I
        3.2*3 *  Pflanzenwuchs und KShrwert beeinflussende Paktoren :
                 – Reifezustand ,
                 – Sorte ,               ;
                 – Klima ,
                 – Boden ,
                 – Düngung,
                 – Pflanzendichte .
4. ERFORDERNIS SS UND ZEITPLAN
   Neben den allgemeinen Anforderungen , die für eine Koordination erforder­
   lich sind ( Sitzungen des Sekretärs des Verwaltungsausschusses und des
   Koordinators ), ist bei diesen Vorhaben für Sitzungen , Seminare , Arbeits-
   tagungen , Besuche und befristeten Austausch von Forschern zur Weitergabe
   der Kenntnisse und Besprechung der Ergebnisse ferner für die Ausbildung
   von Spezialisten und für Veröffentlichungen zu sorgen .
   Das Vorhaben wird sich erwartungsgemäss über fünf Jahre erstrecken .
   Bekanntlich kann die Agrarforschung bei kürzeren Untersuchungszeiträumen
   besonders dann zu falschen Ergebnissen führen , wenn es sich um eine
   angewandte und so stark witterungsabhängige Forschung handelt . Die
   Arbeit in den ersten Jahren wird vornehmlich der Abstimmung der bereits
   geleisteten Arbeit und , soweit möglich , der Verfahrensvereinhaitlichung
   gelten . In der abschliessenden Phase wird das Forschungsprogramm so
   ausgerichtet , dass es den letzten Entwicklungen Reohnung trägt »
 ---pagebreak--- VDRKAEEN 3o - Erzeuguns und
1.    BEGRÜNDUNG                                                                  <
      Für die Verwendung von Nebenerzeugnissen -und Abfällen der Land– und
      Forstwirtschaft als Substrate zur Erzeugung von. Einzeller-Eiweiss be~ ;
      stehen bestimmt® Möglichkeiten» Einzellige Lebewesen verfugen über die
      Fähigkeit , ein© Viel zahl billiger und oft wenig benötigter Rohstoffe in
      Eiweiss umzuwandeln» Auf diese Weise werden wieder Verwendung organischer
      Stoffe , Umweltschutz und die Gewinnung von mehr Futtereiweiss interna– >
      tionaler kombiniert® In naher Zukunft könnte diese ungewöhnliche Eiweiss–
      quelle auch für die menschliche Ernährung eine unmittelbarere Rolle           j
;     spielen®                                                                      !■
      1976 sind in den EWS-Ländern 1,5 Mrd t Abfall angefallen , davon nahezu j
;     zwei . Drittel in der Landwirtschaft , Die Abfall erzeugung steigt jährlich
      um 5 fo* Andererseits steht zu erwarten, dass sich die Weltnachfrage nach
      Eiweiss bis Ende des Jahrhunderts verdoppelt » In der EWG konnten bisher ;
:     nur 20 $ des benötigten Eiweiss-Ergänztmgsfutters aus eigener Versorgung ;
      gedeckt werden® " Die Fehlmenge , die 7 i 5 Mio Sojabohnen entspricht ,
      wird hauptsächlich durch Einfuhren aus einer einzigen Bezugsquelle in ;
      Form eines einzigen Erzeugnisses gedeckt und zwar für 1,2 Mrd p (191 6) • j
                                                              . „         „           S
      Falls die Erforschung der Verwendung von Zellulose und Molke zur^Erzeu– ,
;     gung und Verfütterung von einzelligem Eiweiss erfolgreich ist , könnte |
      dies für die Eiwei sserzeugung erhebliche Auswirkungen haben . Den
      stärksten Anstoss für die Erzeugung von einzelligem Eiweiss geben                j
       jedoch kurzfristig die immer strengeren gesetzlichen Bestimmungen über ;
      die Beseitigung fester und flüssiger Abfälle unter Bedingungen , die
      mit der Erhaltung der Umwelt vereinbar sind® Abwasseraufberpitungs–              :
      gebühren berücksichtigt werden , dann würde dies gleichzeitig auch die
      Wettbewerbsfähigkeit des zur Verfütterung bestimmten einzelligmEiweisses
       erhöhen® Der Hauptunsicherheit sfaktor in Bezug auf die Wirtschaftlich«
  1   keit ist der Preis von vergleichbarem Eiweiss , das heisst der Sojabohnen»"
       preis« Diese Lage dürfte sich jedoch unter dem Druck einer wachsenden ,
      Bevölkerung bei gleichzeitiger weltweiter Verknappung der Nahrungsmittel ;
       ändern» Allgemein kann angenommen werden , dass der Preis von einzelligem
       Eiweiss mit Verbesserung der Produktionsverfahren und steigender sowie            ;
       vielseitigerer Erzeugung zunehmend wettbewerbsfähiger wird»                       >
          .
       Die komplexen Probleme sind in Verbindung mit einer Untersuchung der
       mehrere Wissenschaften betreffenden Fragen der Erzeugung und Fütterung            j
       von einzelligem Eiweiss im letzten Jahr behandelt worden« Es hat sich
       gezeigt , dass hier sowohl zahlreiche als auch verwickelte Wissenschaft- ■
       liehe Probleme vorliegen« überdies wurde deutlich , dass sich ein Erfolg
    '  am ehesten dann ©instellt , wenn bei bestmöglicher Nutzung der beschränkt
       verfügbaren Forschungseinrichtungen Chemiker, Biochemiker, Genetiker ,
       Mikrobiologen, Enzymologen, Toxikologen , Ernährungsphysiologen , Techniker
       u»a« auf allen Forschungsgebieten international eng zusammenarbeiten»
       Sollen also verhältnismässig früh klare Ergebnisse vorliegen , dann ist ;
       eine wirksame Soordiixierung ewisohen den einzelnen Institute wünschens–
       wert »                                *                                            1
                                            11 •     . ■   .                              1
 ---pagebreak---                                        -9-
2.    ZWECK UND ZIEL                                                                 ;
      Zweck der geplanten Aktion ist es , alle    Gesicht spunkte der Erzeugung
      von einzelligem Eiweiss aus Abfällen der Land– und Forstwirtschaft zu          '
      erforschen , um den Landwirten ; der Industrie und den Dien st stellen für
     Umweltschutz , die mit der rationellen Wiederver;*artung stetig zunehmender
     Nebenerzeugnis- und Abfallmengen befasst sind , wissenschaftlichen und
     technischen Beistand leisten zu können «                                        •
     Der Forschung werden erwaxtungsgemäss folgende Ziele gesteckt s
     – bessere Verwendung von land– und forstwirtschaftlichen Nebenerzeug–           |
        nissen und Abfällen ;                                                        j
     – Verringerung der Umweltverschmutzung,                                         |
   , – verstärkte Beschaffung eiweisshaltiger Futtermittel , die den ernäh–          !
        rungsphysiologi sehen und toxikologisohen Anforderungen genügen ,
     – möglicherweise Entwicklung einer neuen Teohnologie , die in den Dritt– !
        1 ändern anwendbar ist , wo der Abfallverwertung für Zwecke der Tier–        !
        fütterung oder der menschlichen Ernährung besonders grosse Bedeutung !
        zukommt •                                                                    >
                                                      ;                             i
                                                                                    »
     PORSCHUNGSSEREICHE                             <i                               !
                                    i                '             ; .              1
     Die Programa ziele können dann am besten erreicht werden , wenn die            '
     Forschungsbereiche in drei Hauptgebiete untertailt werden s                    i
                                                                                    J
     3*1 E?&«uguug v&a einzellige® Eiwsise aas Melk® ,
     3.2 Erzeugung von einzeiligst Eiwcics aus Zellulose ,                          i
     3*3 Ernährungsphvsiologia und Toxikologie
                                                                                    i
     Diese aubgowLlilten Ssreiche erfordern sehr viel angewandt e Fer<3clrang5      '
     obwohl die ernährungsphysiologischen und toxikologischen Gesichtspunkte :
     weitgehend mit Überprüfungen und Kontrollen zusammenhängen , die zur          j
     Bestimmung des Nährwerts und zur Ermittlung der Unschädlichkeit des           :
     Erzeugnisses und somit seiner Eignung für den Verbraucher erforderlich j
     sind «
                                                                                   i
     3«1 »   Erzeugung von einzelligem Eiweiss aus Molke                          i
             Das Problem der Molkenverwertung hat sich durch die ständige
             Zunahme der Weltkäseerzeugung noch verschärft « In den 19 COST–     ■'
             Mitgliedsländern ist die Käseerzeugung zwischen 1948 und 197 6 uro !
             das Dreifache gestiegen , wodurch für die Molkenverwertung zu­
             sätzliche Probleme entstanden sind »  Bei einem durchschnittlichen.
             Anfall von schätzungsweise 8 t Molke je Tonne Käse ergaben sich
             1976 für diese Länder insgesamt 31 »3 Mio t Molke » Auf die Käse–
             erzeugung im COST-Gebiet entfielen im gleichen Jahr 82 % der
             europäischen Erzeugung und 40 $ der Welterzeugung» Die immer
           strengeren Forderungen der Umweltschutzämter und die Notwendigkeit
             einer wirksamen Wiederverwendung von Nebenerzeugnissen machen es
             notwendig , dass für das Problem der MolkenVerwertung schnell eine
             Lösung gefunden wird *
 ---pagebreak---                                      •10-
Die ErTieugur-g von einzellig-esn Eiweiss ist eine von mehreren Möglich–
ke.-.t «» iiar V^sv/ertung von Molk« und Abfällen dar Kolkenverarbei twg ,
 Zci3 „ Uj traiil "; v.'.eru.'g und Laki ose erz eugung • V/eitere Möglichkeiten
 eind hauptsächlich die Verarbeitung zu KolkenpuJ ver . Laktoseprä~
parste cder IColksrs eiwei s 8 und die unroitt elbare Verfütterung« Es
 ist jedoch "bekai.m c , da-rs saure Molke und Burcbdiiiigungsetoff e "bei
den 1 ei erwehrten Verarbeitungen einige Probleme aufwerfen »
In den 19 COST–Ländern sollte über die derzeit angewandten
 Verfahren der Kolkenvorarbe i tung eine quantitative Erhebung
angestellt und ferner auf staatlicher Ebene und gebietsweise
untersucht werden , wieviel Molke für die Erzeugung von einzel-
ligem Eiweiss zur Verfügung steht « Na.ch den zuverlässigsten
Schätzungen für einige Länder Bind es rund 25 % der Molke , die
als Abfall behandelt werden und folglich eine ernste Verscbmut–
zungsgefahr darstellen »
Zur KISrung der verschiedenen Fragen der Erzeugung von einzelligem
Eiweiss aus Molke und Molkenerzeugnissen sind folgende Teilfor–
sohungsbereich© vorgesehen :
3ol® !«.    Wahl der Mikroorganismen
            3»l»lel » Wahl von Mikroorganismen           zur Vermehrung auf
                         Laktose-Medium ,
            3.1.1.2 . Wahl von Kikroorgani sraen         zur vorherigen Zersetzung
                         der Laktose ,
            3.1.1.3 . Wahl von Mikroorganismen           zur Vermehrung auf
                         Laktcc e erzeugni s s en , z»B» auf Laktaten und
                         Kohl ehydrat en •
3 ®1 o 2 .  Wahl der Fermentierunssverfahren
            3ol»2»l « Entwicklung und/oder Anpassung von Gießverfahren
                         für Versuchs– und gewerbliche Zwecke die für
                         flüssige und/oder konzentrierte Molkeerzeugnisse
                         geeignet sind»       Mit Nachdruck sind die Verfahren
                         zu behandeln , für die Aussicht auf langfristige
                         Anwendbarkeit in verhältnismässig kleinem Masstab
                         besteht »
            3»lo2.2 . Substratveränderung durch chemische und enzyma–
                         tische Eingriffe »
            3»1»2»3 » Substratergänzung z.B. durch Kohlehydrate und
                         andere Nährstoffe »
            3»1»2.4 » Fermentationsbedingungen :
                         – Wirksame Versorgung mit Sauerstoff und
                            Ableitung CO^
                         – Überwachung von Temperatur und pH-^ert unter
                            Berücksichtigung des Nukleinsäuregehalts
                         – Partienweise oder kontinuierliche Fermentierung
                            und Grad der Keimfreiheit »
            3.1.2,5 . Rückgewinnung und Aufbereitung der Biomasse :
 ---pagebreak---                                            -αϊ-
                                                                                   !
                                                                                   ί
                                 – Rückgewinnung z«B« durch Filtern , Zentrifugieren ,
                                   Flokkulation , usw.                             :
                                 - Aufbereitung z.B. durch Trocknen, Autolyse ,    j
                                   Konservierung, usw.                             \
                    3.1 . 2,6, GSrabfall
          3*1 . 3« Ernährungsphysiologische und toxikologische Eigenschaften |
                    ( siehe 3.3 : Ernährungsphysiologie und Toxikologie )
                    3.1.3.1 * Zusammensetzling : Eiweiss , Aminosäuren , Nuklein­
                                 säuren , Zellwandbestandteile , Mineralstoffe ,
                                 Vitamine und Schadstoffe «
                    3.1 . 3 . 2* Nährwert :                               *          j
                                 – Verfügbarkeit von Aminosäuren und Abbau von      !
                                   Ζβ11ντ8ηύΙ»θ8ΐί8ΐΐ(ϋϊβ11θη .                     ι
                                                              ι '       ι            ;
                                 – Eignung für menschliche und tierische Ernährung.
                                                                                    i
                    3.1.3.3 . Toxikologische Ge sieht spunkte : Kurz– und Lang– j
                                 zaitunt ersuchungen.                      .        <
          3.1.4* Wirtschaftlichkeit                                                 !
                                                                                    1
                                                            :ι                      ι
                  . 3.1.4.1 . Kosteiianalyee                                        •
                    3.1.4.2 . 7ei gleich mit alternativen verfahren der Heiken–
                                 Verarbeitung«                                      .
                    3.1.4.3. Voraussichtliche Verwendbarkeit von einseiliger! j
                                 Eiweiss im Vergleich mit anderem verfügbaren       '
                                 Eiweiss«                                           j
                    3.1.4.4. Energiebilanz des Verfahrens«                          !
                                                                                    Î
                    Aufgrund der Antworten der einzel staatlichen Koordinatoren
                    wurde eine Beurteilung der heutigen Lage vorgenommen«
3«2« Erzeugung von einzelligem Eiweiss aus Zellulose
      Ein erheblicher Teil der land– und forstwirtschaftlichen Nebenerzeug­
      nisse wird unwirtschaftlich verwertet « Umweltschutz und Verbesserung
    . der Wiederverwendung organischer Stoffe müssen in Zukunft mehr Be– >
      rücksichtigung finden« Die Erzeugung von einzelligem Eiweiss aus             |
      zellulosehaltigem Abfall wie Sägemehl , Holzabfall , Blättern , Mais­
      kolben , Mais– oder Weizenstroh , öl saatenhülsen , Sulfitlösung und         '
      Faserstoffen ist eine Möglichkeit , diesesMaterial zweckdienlich zu j
      verwerten . Neben der Möglichkeit der einfachen chemischen Vorbe–            '
      handlung zur Verbesserung der Verdaulichkeit dieses Materials haben \
      neuere Entwicklungen gezeigt , dass die Verzuckerung ein geeigneteres ;
      Verfahren ist «      Das Gesaastverfahren wird im Rahmen nachstehender
      Unterbereiche analysiert s                                                   >
 ---pagebreak---                                  –12 –
        Vcrbereitvuiff des Substrats
                    Vorbehandlung des Substrats :                j
                  – Physikalisches Verfahren s Bewertung mehrerer Zer–
                    kleineram gsve rfahr en
                 «• chemisches Verfahren s kurze Säure– oder Alkalien–
                    Vorbehandlung , Vorbehandlung mit Lösungsmitteln
                  – mikrobielles Verfahren : Filtern für zersetzende
                    Mikrobenetämme .
        3»2i»l*2 . Substrathydrolyse :
                  – Chemisch : Verzuckerung mit Sauren oder Alkalien ,
                    Rückgewinnung und Wie der Verwertung von Chemikalien
                  – ensymatiech ; Entwicklung leistungsfähiger Enzym–
                    Präparate (" Cellulase " , " Lignase ", " Halbzellulase ") ;
                  – mikrobiell ; Filtern für Zellulaseerzeuger , Be­
                    handlung mit gemischten Kulturen ( Zellulaseerzeuger
                    und einzelliges Eiweiss erzeugende Stämme )«
        3«2ol®3 « Abwasser : Rückgewinnung und Wiederverwertung von
                    Chemikalien und Enzymen «,
3.2.2 . Wahl und Verbesserung von Mikroorgani smen
        3 O 2©2®1 . Wahl von Mikroorganismen zur Substratvorbehandlung ;
        3»2o2 0 2 . Wa.hl von Mikroorganismen zur Substrat Verzuckerung ;
        3.2,2.3 . Wahl von Mikroorganismen zur Erzeugung von ein-
                    zelligem Eiweiss .
3« 2«3* Wahl von Fermentierungsverfahren
        3.2.3.1 » Untersuchungen in grösserem Massstab : bestmögliche
                    Voraussetzungen für preisgünstige Ausrüstung ,
                    Verfahrens Überwachung ;
        3.2.3.2 . Substratergänzung : für Mikrobenwachstum oder Enzym–
                    erzeugung günstigste NKhrstoffzusammensetzung ;
        3*2.3.3 « Fermentierungsbedingungen s Optimierung der Verfahrens–
                    paracet er , Bewertung der für höchste Eiwei ssgewinnung ,
                    hohe Produktivität auf Enzymen usw . wichtigen Ver–
                    fahrensparameter , Verfahrensanordnung ( partienweise
                    oder kontinuierlich ).
        3«2®3»4 » Futterzubereitung : Konzentrierung des Erzeugnisses
                    ( Filtern , Zentrifugieren , Flokkulation ) , Konservie­
                    rung des Erzeugnisses ( Trocknen , Autolyse ) , Aufwertung
                    durch Zusätze ;
        3e2.3«5 « Aufbereitung der Gärabfälle : Verbesserung der Ab–
                    was s errückgewi nnung.
 ---pagebreak---                                              •13-
         3®2«4"   Ernährungsphysiologische -und toxikologische Ge sieht spmnkte
                  ( vgl » 3«3o : Ern&hrungsphyeiologie und Toxikologie )
                  3«2«4*1 « Zusammensetzung : Eiweiss und Aminosäuren , Nuklein­
                              säuren , Zellwandbestandteile , Mineral stoffe , Vitamine ,
                              Schadstoffe , Entwicklung von Routineuntersuchungen ;
                  3«2«4«2 « Nährwert : Futterungsversuche , Verwendbarkeit ;
                  3«2«4«3 « Toxikologische Gesichtspunkte «
        3«2«5 «  Wirtschaftlichkeit
                 3«2«5«1 « Kostenanalyse , Kostenstruktur 5
                  3«2«5«2 « Vergleich mit alternativen Verfahren der Nebenerzeug–
                            . nisverarbeitung, z.B. mit Sulfitlösung ;
                  3«2«5«3 « Aussichten fite* die Verwendbarkeit von einzelligem
                              Eiweiss im Vergleich zu anderem verfügbaren Eiweiss ; .
                  3«2«5«4« Energiebilanz des Verfahrens «
                 Aufgr-und der Antworten der einzelstaatlichen Koordinatoren
                 wurde eins Beurteilung der heutigen Lage vorgenommen »
                                                                          t
  3«3 « ErnShrungsphysiologie und Toxikclcgie
        Frühere Unter suchung e*i habau gezeigt , dc.3S Art des Substrats , Zusammen­
        setzung des Mediums , Fermentierungsbedingungen , 'TVocknung und Lagerung
        des Eraeugiiissas die einähxuiagsphyni elegischen Eigenschaften der ein­
         zelligen Eiweisserzeugnissc stark beeinflussen «
        Im Rahmen dieaea Vorhabens werden dis ernährungsphysiologischen -».md
        toxikologischen Aspekte , die im Zusammenhang mit dem einzeiligen
        Eiweiss eine Rolle spielen , unter Berücksichtigung folgender <7esioh+s–
        punkte untersucht :
        a) Besonderheiten der Mikroorganismen ;
        b ) FermentierungsLadingungen ( einschliesslich Vorbehandlung und Zusam­
            mensetzung des Mediums ) und Art des Substrats ;
        c ) Bearbeitung des erhaltenen Erzeugnisses «
        GrundsStüch steht dieses Vorhaben im Einklang mit den Richtlinien
        IUPAC ( l ), und PAG ( 2 ) sowie den Vorschlägen der Kommission ( 3 )»     Der
        zeitlichen Folge der vorzunehmenden Sinzeltmtersucbxsngen wurde
( 1 ) IUPAC ( Internationale Union ftlr reine viid angewandte Chemie ) , Technical
      Reports Nr . 12 , August 1974 * Proposed Guidelines for Testing Single-£ell
      Protein Destined as Major Protein Source for Animal Feed . S 0 25®
( 2 ) PAG-Leits&tze Nr« 15 tiber "Nutrition and Safety Aspects of Novel Protein
      Sources for Animal Feeding", 9«9®74 «       Prot ein-Calori e Advisory Group der
      Vereinten Nationen *
( 3 ) Vorschlag einer Richtlinie des Rates über bestimmte Erzeugnisse für die
      Tierernührung, ABl « C 197/3 vom l8«8«1977 *
 ---pagebreak--- "besondere Aufmerksamkeit geschenkt « Es wurde Wert darauf gelegt ,
 ö&se nicht zu viele -toxikologische Untersuchungen an Nagetieren
 vorgenommen werden , sondern "bereits in einem frühen Stadium des
Programms mit praki Ischen Kleinversuchen an den Ziel –Tieren "begonnen
wird » Je nach dem Ergebnis der frühzeitig durchgeführten ersten
Fütterungsversuche können dann begrenzte toxikologische Untersu­
 chungen in Betracht gezogen werden , um über schädliche Auswirkungen ,
 die hei diesen Tieren möglicherweise auftretenfAuf.schlüsse zu gewinnen
Dagegen wurde es für unerlässlich angesehen , dass über die mögliche
krankheits– und allergienerregende Wirkung der gewählten Mikroorga­
nismen sorgfältige und eingehende Untersuchungen für Mensch und Tier
angestellt werden »
Sobald die experimentelle Charakterisierung des Rohstoffs abge- .
 schlössen ist und über eine Verwendbarkeit des Erzeugnisses in
grossem Umfang aussichtsreiche Ergebnisse vorliegen , muss eine
gründliche Bewertung der Unschädlichkeit des Viehfutters vorge­
nommen werden » Zu bestimmen sind die in den tierischen Erzeug­
nissen enthaltenen Rückstände des Substrats und seiner Schadstoffe ,
ferner sollten deren Toleranzwerte festgelegt werden » Langfristige
und kostspielige Versuche sind, nur bei solchen Substanzen gerecht­
fertigt , für die erwiesen ist , dass sie künftig von Bedeutung sein
werden » Die Kosten für eine Langzeituntersuchung mit Ratten beläuft
sich auf ungefähr 250.000
Bei der Durchführung des Vorhabens nvuss zwischen Toxikologen und
Ernährungsphysiologen ein fruchtbarer Meinungsaustausch stattfinden ,
damit mögliche schädliche Auswirkungen frühestmöglich aufgedeckt
werden können »
Im Rahmen der für die Koordinierungsaktion vorgeschlagenen einzelnen
Unterbereiche sind die Forschungsarbeiten in der Reihenfolge der
nachstehenden Unterbereiche 3»3»1 » bis 3»3»6 durchzuführen :
3»3»1 » Prüfving der Unschädlichkeit der Mikroorganismen für die
            während der Erzeugung und Behandlung des Materials mit ihnen
            in Berührung kommenden Menschen und die mit dem Erzeugnis
            gefütterten Tiere »
3»3»2
3«3  * 2 «» Chemische Zusammensetzung :
            – Proximative Grundsubstanzen ( Wende–Analyse )
            – Aminosäuren , Nichteiweisstickstoff
            – wichtigste Mineralstoffe »
3.3.3
3»3»3 » Kurzfristige Untersuchung zur Bestimmung der Nährwertqualität
            in vitro und in vivo z.B. bei Ratten , Ferkeln und Küken ( z.B .
            Verdaulichkeit , biologische Wertigkeit und Eiweisswertigkeit ) .
3.3.4 » Versuche mit unterschiedlichen einzelligen Eiweisskonzentra–
            tionen in ausgewogenen , normalen Futterrationen bei Ziel –
            tieren verschiedener Art und verschiedenen Alters ( ein–
            schliesslich Bestimmung des Nährwerts , des Gehalts an
            metabolisi erbarer Energie und verdaulichen Aminosäuren–
            Eiwaiss sowie des Ergänzungswerts ), damit Wirtschaftlich­
            keit sberechnungen angestellt werden können»
 ---pagebreak---                                         - 15 -
             3.5.5 . Genaue Charakterisierung der chemischen , mikrobiologi sehen
                    • *ünd physikalischen Erzeugniseigenschaften und Definition
                    ■ der Produktbeschreibung :
                    i - Chemische Zusammensetzung ( Kohlehydrat , Aminozucker ,
                         Nukleinsäuren , Lipide , Spurenelemente , Vitamine , Neben­
                         erzeugnisse und / oder Giftstoffe wie polyzyklische schwer­
                         metall - und andere substratgebundene Kohlenwasserstoffe ).
                       - Entwicklung routinemäßig anwendbarer Verfahren für den
                         Nachweis von einzelligem Eiweiß in Futtermitteln (+).
                         Physikalische Eigenschaften ( Dichte und Teilchengröße ,      :
                         Lagerfähigkeit , funktionale Eigenschaften ).
                       - Entwicklung von Meßverfahren zur Beurteilung des Nähr-
                         werts von einzelligem Eiweiß .
             3.3.6 . Qualitätsbestimmung bei tierischen Erzeugnissen und toxi­
                       kologische Wertung von Rückständen in tierischen Erzeug­
                       nissen
4 . ERFORDERNISSE UND ZEITPLA N
    Neben den allgemeinen Anforderungen , die für"die Koordination zu stellen
    sind(Sitzungen von VerwaltungssusschuO , Sekretariat und Projektleiter ?; ^
    ist bei diesem Vorhaben für ^ Sitzungen , Seminare , Arbeitstagungen , Be­
    sichtigungen und einens kurzfristigen Austausch von Forschern zwecks ge­
    genseitiger. Erfahrungsaustausch und Desprechyng der Ergebnisse , für            ;
    die Ausbildung von Spezialisten und für Veröffentlichungen zu sorgen .           ;
    Für das Vorhaben ist eine Durchführungszeit von für.f Jahren vorgesehen .
    Eine kürzere Zeit ist unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer Beur­
    teilung des gegenwärtigen Forschungsstands in den einzelnen Ländern nicht
    empfehlenswert . In den ersten Jahren wird sich die Arbeit vorwiegend auf :
    die Koordinierung der bereits laufenden Versuche erstrecken . In der ab­
    schließenden Phase wird das' Forschungsprogramm so ausgerichtet , daß es
    den letzten Entwicklungen Retchnung tragen karih .
                                                       I'      '                     ;
     (+) In mehreren Ländern sind diese Verfahren zur Registrierung nicht
         erforderlich .
 ---pagebreak---                                         -»l6~
    VOIÜLIBSIT G -- Früh es Absparten von Ferkeln unter bes order er Berücksichtigung
                    von Üter . Aufzucht und Fortpflanzungsphysiologie bei Sauen ,
1 . BEGRUNDUITG
    Die in landwirtschaftlichen Betrieben angewandten Verfahren des frühen
    Abspänens haben sich nur teilweise als erfolgreich erwiesen « Das durch­
    schnittliche Abspänalter wurde von 6 bis 8 auf 5 bis 6 Wochen vorgezogen »
    Wenn die moderne Schweinehaltung richtungsweisend für die künftige Entwicklung
    ist , wird es das Bestreben sein , nicht mehr in der fünften sondern mehr
    und mehr bereits in der dritten Woche abzuspänen . Dadurch liesse syich eine
    Verringerung der Produktionskosten und eine starke Steigerung der Fleisch-
    erzeugung je Sau und Jahr erreichen . Es ist bekannt , dass die Ferkel er zeugung
    die schwierigste Phase der gesamten Schweinefleischerzeugung ist , deren
    künftige Wirtschaftlichkeit vom Erfolg der Ferkelaufzucht abhängt . Die
    Einführung von Abferkelbuchten und verbesserten Fütterungsmethoden in der
    Ferkel auf zucht haben es ermöglicht , die Zeit bis zum Abspänen noch mehr
    abzukürzen , so dass je Sau mehr und schwerere Ferkel gewonnen werden
    können « Dieses Bemühen der Forscher , das - Abspänalter durch Bucht enhaltung
    und verbesserte Fütterung noch mehr zu verringern , hat jedoch dazu geführt ,
    dass sich im Fortpflanzungszyklus der Sauen , deren Ferkel frühzeitig abgespänt
    werden , neue , unerwartete Probleme ergeben haben . Zu diesen Problemen
    gehören :
    a ) in zunehmenden Masse Paarung ohne Befruchtungen ,
    b ) eine geringere Zahl der befruchteten Eier und daher kleinere Würfe .
    Weiteren Fortschritten in der Schweine er zeugung sind daher ohne intensive
    Forschungsarbeit ,, durch diese und auch durch ernährungsphysiologische
    Probleme sowie durch Auf Zuchtschwierigkeiten Grenzen gesetzt .
    Die ernährungsphysiologischen Probleme hängen mit der Zubereitung eines
    die Muttermilch hinreichend ersetzenden Futters zusammen . Dieses Futter :
    a ) muss den Ansprüchen der Ferkel an die Nährstoff Versorgung genügen ,
    b ) darf nur Bestandteile enthalten , die von den im Verdauungstrakt der
        Ferkel verschiedenen Alters vorhandenen Enzymen abgebaut werden können ,
        und
    c ) muss für die Ferkel schmackhaft sein .
    Die Auf Zuchtschwierigkeiten betreffen hauptsächlich die Entwicklung von
    Vorrichtungen , mit denen Temperatur , Luftfeuchtigkeit und Belüftung auf
    vorher eingestellten Werten gehalten werden können , so dass man Krank­
    heiten vorbeugen und eine grösstmögliche Produktivität erzielen kann .
    Die Art der Ferkelbuchten , die ab der Trennung vom Muttertier bis zum
    Gewicht von 15 bis 20 kg verwendet werden , wird ständig verbessert .
    Die Kosten für all diese Investitionen wären untragbar , wenn die For-
    schungsbereiche nicht aufgeteilt und auf einige ausgewählte Aspekte des
    frühen Abspänens , die sich im landwirtschaftlichen Betrieb leicht in die
    Praxis umsetzen lassen ,begrenzt würden. Unter Berücksichtigung dessen ist
    es wünschenswert , dass das Abspänen allgemein am 21 . Tag erfolgt und
    dieser Tag auch für den Vergleich der Auswirkungen des Abspänens ab der
    Geburt bis zur 6 . und 8 « Woche als Stichtag herangezogen wird . Ländern «
 ---pagebreak---  in denen Tiergesundheitsvorschriften und Beschränkungen der Verwendung von
Futter zusätzen ein späteres Abspänen "begünstigen, wurde es jedoch freigestellt ,
 den 28 0 Tag als Norm zu -wählen » In diesen Fällen muss aber ein annehmbar- es
Verfahren des frühen Abspänens mit diesen Beschränkungen vereinbar Bein®
Für viele Länder könnte ein Abspänen sofort nach der Geburt grosse
wissenschaftliche und praktische Bedeutung haben ; für die meisten •
von ihnen waren jedoch die für die erforderliche Forschung
benötigten Mittel unerschwinglich »
2.    ZWECK UMD ZIEL                                                 I
      Zweck des geplanten Forschungsvorhabens ist die Erzeugung von mehr
      und schwereren Ferkeln je Sau und Jahr »       Im Rahmen der ausgewählten
      Bereiche ist zur Ermittlung der wirtschaftlich günstigsten
      Ferkelerzeugung sowohl in aufwendigen als auch in billigen Verfahren .
      ein grosses Mass an angewandt er Forschung erforderlich »
      Der Vorschlag zielt auf die Förderung und Koordinierung einer
      auf Zusammenarbeit beruhenden Forschung mit folgenden hauptsächlichen
      Zielen     ab t
      -   Verbesserung der Sauenleistung durch Erhöhung der Zahl der
          jährlich geborenen Ferkel ;
      -   Aufzucht von mehr einheitlichen Ferkeln durch Ausschaltung der
          Verdrängung bei der Futteraufnahme und Verringerung ihrer
          Abhängigkeit vom möglicherweise unterschiedlichen Milchgshalt '
          der Sauenzitzen ;
      -   Verminderung der Ferkelsterblichkeit durch bessere Kontrolle
          der Umweltbedingungen und Etnährungsmängel ;
      -   Senkung der Produktionskosten und Steigerung des Eetriebscrtrags .
      Zur Beurteilung der Forschungsergebnisse wird ein einheitliches ,
      in regelmässigen Abständen anzuwendendes Kessverfahren angewandt »
3.   FORS CHUÎTGSBEREI CHE                            1
     Allgemein ist es      Ziel der im Rahmen der einzelnen Bereiche
     durchzuführenden Forschung, die grössten Hindernisse für das frühe
     Abspänen ZVL beseitigen *     Es handelt sich um folgende Fcrschungsberciche i
     3.1 »   Aufzucht von Ferkeln in Buchten und Fruchtbarkeit der Sauen
             unter Berücksichtigung der Laktation :
             3 . 1.1 . Ferkelsterblichkeit und Ovulationsrate »
                       der künstlichen Ernährung auf die spätere For-^pf lanzungs-
                       fähigkeit »
             3«1•3»    Hormcnst sucrurg.
 ---pagebreak---                                 18~
   3.2®     Zus samens et zung des Futters für früh abgespänta Ferkel s
            3.2.1 .   Eiweiss .
            3.2.2 .    Zusätze und Vitamine .
            3.2.3 .   Sonstiges .
   3.3 .    Bedeutung des A"bspänalters und des Ferkelaufzuchtverfahrens
          . für die spätere Leistung :
            3.3.1 *   Aufzucht in Buchten und Haltung der Ferkel in
                      Buchten «
            3.3.2 .   Umweltbedingungen , z»B . Gesundheit , Hygiene ;
                      Verhalten .
            3.3.3 .   Wirtschaftliche Erwägungen .
            3.3.4 .   Kastleistung.
4.  ERFORDERNISSE MM ZEITPLAIT
    Neben den allgemeinen Anforderungen , die für eine Koordinierung
    erforderlich sind ( Sitzungen des Verwaltungsausschusses des
    Sekretariats , und des Proj ekt Leiters        ) f ist "bei diesem
    Vorhaben für Sitzungen , Seminare , Arbeitstagungen , Besichtigungen
    und einen befristeten Austausch von Forschern zur Weitergabe
    der Erkenntnisse und Besprechung der Ergebnisse
    für die Ausbildung von Spezialisten und für Veröffentlichungen
    zu sorgen .
    Das Vorhaben wird sich erwartungs gemäss über fünf Jahre
    erstrecken . Bekanntlich kann die Agrarforschung bei kürzeren
    Untersuchungszeiträumen besonders dann zu falschen Ergebnissen
    führen , ivenn es sich um eine angewandte und so stark witterungs-
    abhängige Forschung handelt . Die Arbeit in den ersten Jahren wird
    vornehmlich der Abstimmung der bereits geleisteten Forschungs­
    arbeit und , soweit möglich , der Verfahrensvereinheitlichung
    gelten . In der abschliessenden Phase wird das Forschungsprogramm
    so ausgerichtet , dass es den letzten Entwicklungen Rechnung trägt «
 ---pagebreak---                                        - 19-
VORHABEN D -    Mineraldüngung einiger wichtiger Feldfruchte
                (Boden-Humus-Stickstoff )
1.  BEGRÜNDUNG '
    Der Stickstoff ist heute der wichtigste Teil der Mineraldüngung
    für Feldfrüohte .      Bei seiner Anwendung sind drei hauptsächliche
    Faktoren zu "beachten :
                        -   Energieaufwand ,
                        –   Pflanzenertrag und -qualität ,
                        -   Umweltverschmutzung.
    Ener gj eaufv?and :   Schätzungsweise 15 "bis 25 i des gesamten Energieaufwands
    für den intensiven Anbau werden für die N-Düngung "benötigt , verglichen
    mit weniger als 5i° für die Kali - und Phosphordüngung. Für die
    Düngung wird etwa gleich ; viel Energie aufgewandt wie für die
    Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen }       in der Landwirtschaft
    wird dieser Aufwand nur durch den Treib st offverbrauch übertroffen .
    Damit also bei allen Arbeitsgängen der Energieverbrauch und die
    Kosten gesenkt werden können , muss sich die Landwirtschaft um
    einen wirksameren Einsatz von Stickstoffdünger bemühen .
    Pf langen ertrag und -qualität : Zu viel Stickstoff wirkt sich auf
    Pflanzenertrag und -qualität ungünstig aus , da dies bei einigen
    anorganischen Pflanzenbestandteilen zu Veränderungen führt .
    Eine Stickstoffüberdüngung hat ferner eine grössere Anfälligkeit
    der Pflanzen gegen Krankheiten zur Folge und kann für den Verbraucher
    schädlich sein .
   Alle diese Überlegungen beziehen sich auf die Eiweisserzeugung
    durch Pflanzen und ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften.
   Umweltverschmutzung:        Eine verschwenderische Verwendung von
   Stickstoff hat zur Folge , dass es im Grundwasser durch Stickstoff-
   Sickerverluste und , in Form von Ionen , in der Atmosphäre durch
 ---pagebreak---  Stoffe,dio rsach Denitrifikation ir Fora von Gasen entweichen^
 zu einer nachhaltigen Verschmutzung kommt «
Es liefen Anzeichen dafür vor , da.ss diese die wirtschaftliche
Qualität und die Umweltverschmutzung "betreff enden Erscheinungen
je nach Art des Stickstoffs , insbesondere des organischen , unterschiedlich
ausfallen »
Voraussetzung für eine "bessere Verwendung sowohl der organischen als
auch der anorganischen Formen des Stickstoffs ist die Kenntnis der
Dynamik der organischen Bodensu'bstanz .
Bisher wurde eine gründliche Untersuchung dieses Problems durch
den Mangel an Methodik verhindert®     Ein methodisches Vorgehen ist
heute zwar möglich , für die Lösung des Problems bedarf es jedoch
einer Vielzahl von Versuchen , die auf verschiedenen Böden und unter
verschiedenen klimatischen Verhaltnissen vorzunehmen sind ,*   Da sich
diese Variablen natürlicherweise auf viele Lander verteilen , sind
zur bestmöglichen Durchführung dieses Vorhabens koordinierte Versuche jeweils
in ihrer natürlichen Umwelt anzustellen .
2 . ZWECK UND ZIEL
    Zweck der geplanten Aktion ist ein Verständnis der Dynamik der
    organischen Bodensubstanz , damit die Wirksamkeit des Stickstoff einsatzes
    nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht ( Kosten Nutzen-Verhältnis )
    sondern auch in bezug auf Pflanzenertrag , Pflanzenqualität und
    Umweltschutz verbessert wird .
    Der Vorschlag zielt also auf die    Förderung und Koordinierung einer
    in Zusammenarbeit durchgeführten Forschung mit; folgenden hauptsächlichen
    Zielen ab :
    -  Untersuchung des Stickstoffkreislauf s zwischen Boden und Pflanze
       zur Ermittlung eines möglichen Zusammenhangs zwisahen der Dynamik
       der organischen und anorganischen Stickstoffverbindungen einerseits /
       und dem Pf ] anzenertrag und der Pflanzenqualität anderseits :
 ---pagebreak---                                       - 21 -
     -   Untersuchung der Dynamik leicht zersetzbarer und wasserlöslicher
         Stoffe im Boden und ihrer Auswirkung auf Pflanzenertrag und
         -qualität im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit des Bodenstickstoffs j
     - Ermittlung der wirtschaftlichen und ernährungsphysiologischen
         Gesichtspunkte der Verwendung organischer Stoffe verschiedenen
         Ursprungs für die pflanzliche Erzeugung;
     - Ermittlung der etwaigen Auswirkung der Dynamik der organischen
         Boden-Substanz zur Ermöglichung einer wirksamen Überwachung von
         Bodenstruktur , Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt im Boden , Verluste
         an versickerndem oder sich verflüchtigendem Stickstoff , Salpeterbildung,
         Harnst offWirkung, Pflanzenerkrankung und Wechselbeziehung zwischen
         organischen Bestandteilen und Schädlingsbekämpfungsmitteln «
                                                                   r
' 3 . FORSCHUNGSBEREICHE
      Zur Untersuchung der Dynamik in der Struktur der organischen Bodensubstanz
      ist eine begrenzte Zahl von Feldversuchen über Häufigkeit , Zeitpunkt und
      Verfahren der Ausbringung von anorganischem und organischem Stickstoff
      vorgesehen# Sie werden durch einige bereits laufende Feldversuche ergänzt
      ( einschliesslich der Langzeituntersuchungen über Stickstoff- und Strohein-
      mischung, die vom " International Working Committee on Soil Fertility" unter
      der Leitung der "International Society of Soil Science" vorgenommen werden).
      Im Rahmen der Untersuchung wird besonderer Wert auf die Veränderungen in
      der organischen Bodensubstanz und deren Abbau durch Pflanzen gelegt ( Getreide ,
      Zuckerrüben und einige andere Feldfrüchte )«
      Zur Beurteilung der Ergebnisse dieser Forschung werden mittels eines
      einheitlichen und genauen Verfahrens routinemässig spezifische Boden-,
      Pflanzenbestands - und Klimamessungen vorgenommen .
      Die Programmvorschläge lauten wie folgt :
      3.1 . Untersuchung der Dynamik der organischen Bodensubstanz «
 ---pagebreak---                                   -22-
3.1.1 . Wirksamkeit der Düngung mit anorganischem Stickstoff mit und ohne
        Ergänzung durch organische Substanzen verschiedenen Ursprungs
     3,1.1*1 . Zusammenhang zwischen wirksamer Verwendung anorganischer
                Düngemittel , Ertrag und Dynamik der organischen Boden-
                substanz «
    3.1.1.2 . Einfluss der Umwelt (Klima , Anbauverfahren , Fruchtfolge ,
               Bewässerung usw.) und biologischer Paktoren (Art , Sorte )
                auf die Dynamik der organischen Bodensubstanz in Verbindung
                mit organischer und anorganischer Düngung .
    3.1*1.3 .« Veränderungen in einigen anorganischen und organischen
    3.1.1.3
               Bestandteilen des Ernteguts , welche für die Qualität
               "bestimmend sind (Aminosäuren , Eiweissbackqualität , schädliche
               Stickst offVerbindungen usw.), durch Änderung der metabolischen
               Wege .
    3«1«1«4 .« Möglichkeiten für eine Regulierung des Stickstoffkreislaufs
    3.1.1.4
                im Boden-Pflanzen-System durch Zusatz chemischer Stoffe .
                (Verhütung der Salpeterbildung oder Harnstofftätigkeit usw.)
               Korrelation zwischen der für die Salpeterbildung benötigten
               Zeit und der Wirkung anderer Enzyme als Mass der biologischen
               Bodenaktivität ( z.B. Auswirkung der Dehydrase u.a .)
      3.1.1.5.Wirkung der Hülsarfruchtrückstände auf die Dynamik der
               biologischen Bodensubstanz , insbesondere Veränderungen im
                organischen Bodenstickstoff .
3.1.2 « Restwirkung von Pflanzenschutzerzeugnissen auf Pflanzenwachstum
        unter dem Einfluss der Dynamik der organischen Bodenmasse .
3.1.3 « Voruntersuchung des Vorkommens phenolischer Verbindungen in
        Pflanzensorten t als mögliche Erklärung für die grössere Krankheits ¬
        resistenz einiger Sorten .
ERFORDERNISSE UND ZEITPLAN
Neben den allgemeinen Anforderungen , die für die Koordinierung zu stellen
 ---pagebreak---                              - 23-
sind (Sitzungen von Verwaltungsausschuss , Sekretariat und Vorhabens-
koordinator ) , ist bei diesen Vorhaben für Sitzungen , Seminare ,
Arbeitstagungen , Besichtigungen und einen   Kurzanstausch von Forschern
zur Weitergabe der Erkenntnisse und Besprechung der Ergebnisse , ferner
für die Ausbildung von Spezialisten und für Veröffentlichungen zu sorgen .
Für das Vorhaben ist eine Durchführungszeit von fünf Jahren vorgesehen .
Bekanntlich kann die Agrarforschung bei lairzeren Untersuchungszeiträumen
besonders dann zu falschen Ergebnissen führen , wenn es sich um eine
angewandte und so stark, witterungsabhängige Forschung handelt . Die
Arbeit in den ersten Jahren wird vornehmlich der Abstimmung der bereits
geleisteten Forschungsarbeit und , soweit möglich , der Verfahrensverein-
heitlichung gelten. In der abschliessenden Phase wird das Forschungs­
programm so ausgerichtet , dass es den letzten Entwicklungen Rechnung
trägt .
 ---pagebreak---                                          24 -
IV . Durchführung
      Dieses Agrarforschungsprogramm wird in Form von vier konzertierten
      Mehrjahresaktionen durchgeführt . Dank seines wissenschaftlichen und
      wirtschaftlichen Wertes wird es für alle Mitgliedstaaten und auch für
      diejenigen- von Bedeutung sein , die an keiner bestimmten Forschung teil­
      nehmen oder in denen es an den für eine wirksame Beteiligung erforder­
      lichen Einrichtungen fehlt .
      Die zuständigen einzelstaatlichen Behörden beabsichtigen grundsätzlich ,
      ihren Beitrag zu den jeweiligen Vorhaben im Rahmen der Regeln und Ver­
      fahren zu leisten , die für ihre Programme gelten , und sind bereit , diese
      Forschung in eine auf Gemeinschaftsebene vorzunehmende Koordinierung ein­
      zubeziehen .
      Für jedes Vorhaben wird ei ri Ausschuß für die konzertierte Aktion einge­
      setzt , in dem die Mitgliedstaaten durch die für die Koordinierung der
      einzelstaatlichen Programmbeiträge verantwortlichen Personen vertreten ,
      sind .
      Für die Koordinierung der konzertierten Aktionen ist die Kommission zu­
      ständig , die durch einen von . ihr im Einvernehmen mit demj jewei Ligen Aus­
    . schuß für die konzertierte Aktion zu bestellenden Projekt Leiter unter­
      stützt wird .             '
      Nach dem Beschluß des Rates werden diese konzertierten Aktionen mit den
      einschlägigen Programmen der COST-Drittstaaten konzertiert .
      Der Ständige Agrarforschungsausschuß wird über die Durchführung dieses
      Programms auf dem laufenden gehalten ; besonders dieser Ausschuß ist ge­
      bührend befähigt , dieser Forschung den ihr in der sektorbezogenen Po­
      litik der Europäischen Gemeinschaften zukommenden Platz einzuräumen -
      und ihren Erfolg zu sichern .
V.    Finanzierung
      Der einzelstaat Liehe finanzielle Beitrag für die konzertierten Aktionen
      beläuft sich für die Programmzeit auf geschätzt 23,5 Mio ERE .
      Der Beitrag ist wie folgt aufgegliedert : i                *
                                                   i
        konaertierte Aktion       Programmzeit                Mio ERE
                              |   in Jahren
              A                        5                      2775
              Β                        5                      5.5
              C                        5                      2     '
      L_      ?               L        5                      2.75
                                  INSGESAMT                  U. 000 , 000
 ---pagebreak---                                 - 25 -
Die Koordimerungskosten zu Lasten des Gemeinschavtshaushalts werden
für die Programmzeit auf 1^76 Mio ERE       veranschlagt ,
Dies& Kosten setzen sich zusammen aus der Besoldung für die mit der
Koordinierung beauftragten Forschungs - und Bürokräfte ( für dieses
Programm werden 1 Beamter der Laufbahngruppe A und 1 Beamter der
Laufbahngruppe C angefordert ), die Sachausgaben der Verwaltung ( Aus­
gaben für Sachverständige und Sitzungen ) und die Ausgaben für Verträge
( Projektleiter ,, Personalaustausch ,, Seminare , Ausbildung von Spezia­
listen , Veröffentlichungen , Sitzungen von Untergruppen ) „
Dieser Betrag teilt sich wie folgt auf ;
                     Personal             493.800   ERE
                     Verwaltung           181 . 400 ERE
                     Verträge           1.088.600   ERE
                       INSGESAMT        1.763.800   ERE
 ---pagebreak---                                         - 26 -       ,                    '
                                                              ANHANG I
                            VORSCHLAG EINES BESCHLUSSES DES RATES^
                            über ein Forschungs- und Entwick­
                            lungsprogramm der Europäischen
                            Wirtschaftsgemeinschaft im Bereich
                            der AGRARFORSCHUNG , das sich auf
                           vier konzertierte Mehrjahresabkommen
                           erstreckt     •_                i
DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
insbesondere auf Artikel 43 ,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
In seiner Entschließung vom 14 . Januar 1974 über ein erstes Aktionsprogramm
der Europäischen Gemeinschaften auf dem Gebiet der Wissenschaft und Tech­
nologie ( 1 ) betont der Rat , daß alle verfügbaren Mittel und Wege , auch kon­
zertierte Aktionen , in geeigneter Weise in Anspruch zu nehmen sind , und daß
die Beteiligung von Drittländern , insbesondere europäischen , an diesen Maß­
nahmen in allen Fällen zu ermöglichen ist , in denen sich dies als notwendig
oder zweckmäßig erweist .
Nach der Verordnung ( EWG ) Nr . 1728/ 74 ^es Rates ( 2 ) sind auf
Gemeinschaftsebene einzelstaatliche Agrarforschungstätigkeiten zu koordi­
nieren ,
Die jugoslawische Delegation hat im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit auf dem
Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung ( COST ) vier Agrar-
forschungsvorhaben vorgeschlagen .
 ( 1 ) Abi . ^ r . C 7 vom 29 . 1.74, S. 6
  ( 2 ) Abi . Nr . L 182 vom 5.7.1974; ~S.~1
 ---pagebreak---                                        27
 Die Mitgliedstaaten beabsi chtigen , die in Anlage A    bisD
 beschriebene Forschungsarbeit im Rahmen der für ihre einzelstaat Liehen Pro­
 gramme geltenden Regeln und Verfahren durchzuführen , und sind bereit , diese
 Forschung über fünf Jahre in eine auf Gemeinschaftsebene vorzunehmende Ko­
ordinierung einzubeziehen .
Für die Durchführung der in Anlage Abis D    beschriebene Forschungsarbeit ist eine
 finanzielle Beteiligung der Mitgliedstaaten in Höhe von 13 Mio ERE erfor­
derlich .
Die Gemeinschaft kann mit Drittländern Abkommen im Rahmen des Beschlusses –
abschließen .             Der Rat der turopaischen Gemeinschaften hat sich
am 18 . Juli 1978 über einige Modalitäten der Zusammenarbeit im COST-Rahmen
geeinigt .
Der . Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung ( CREST ) hat zu
dem Vorschlag der Kommission Stellung genommen -
BESCHLIESST :
                                                   i'
                                    Artikel 1
Im Bereich der Agrarforschung führt die Gemeinschaft während fünf Jahren
vier konzertierte Aktionen , nachstehend " Aktionen" genannt , auf folgenden
Gebieten durch :
A. Mais als Grundbestandteil der Vollfütterung für Rindf leischerzeugung ;
6 . Erzeugung und Fütterung von einzelligem Eiweiß ;
C. Frühes Abspänen von Ferkeln ;
D. Mineraldüngung der Feldfrüchte .
Gegenstand der Aktionen ist es , die in Anlage A      bis D   beschriebenen
Forschungsarbeiten , die Bestandteile der Forschungsprogramme dejr Mitglied­
staaten sind , auf Gemeinschaftsebene zu koordinieren .
                                    Artikel 2
Die Kommission ist für die Koordinierung " dieser Aktion verantwortlich /
                                    Artikel 3
                                                            Rechnungseinheiten
Der Gesamtbedarf für die volle Dauer des Programms wird auf 1,76 Mi llionen /
  im Sinne des Artikels 10       der Haushaltsordnung vom 21 . Dezember 1977
                       und der Personalbedarf auf 2 Bedienstete geschätzt .
Bei diesen Zahlenangaben handelt es sich um Richtwerte .
                                   Artikel 4
Zur Erleichterung der Durchführung der vier Aktionen wird für jede Aktion
ein Ausschuß für die konzertierte Aktion , nachstehend " der Ausschuß" genannt ,
eingesetzt .
Für jede Aktion setzt die Kommission im Einvernehmen mit dem jeweiligen
Ausschuß einen Projekt leiter ein . Er hat in erster Linie
die Kommission bei ihrer Koordinierungsarbeit zu unterstützen .
 ---pagebreak---                                     - 28
Aufgabe und Zusammensetzung dieser Ausschusse sind in ANLAGE E              - S>
festgelegt .
Jeder Ausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung . Sein Sekretariat wird von
der Kommission gestellt .
                                 Artikel 5
Nach einem von der Kommission im Einvernehmen mit dem Ausschuß festzulegenden
Verfahren tauschen die an den Vörhaben beteiligten Mitgliedstaaten regel­
mäßig alle die sachdienlichen Auskünfte aus , welche die Durchführung der
unter die jeweilige Aktion fallenden Forschung betreffen , und übermitteln
der Kommission alle Angaben , die der Koordinierung dienlich sein können . Sie
bemühen sich ferner , der Kommission Auskünfte über ähnliche Forschungsar­
beiten zu geben , die von Körperschaften geplant oder durchgeführt werden ,
für die sie nicht zuständig sind .. Diese Auskünfte werden auf Antrag des Mit-
gliedstaates , der sie gegeben hat , vertraulich behandelt .
Die Kommission erstellt jährlich anhand der eingegangenen Auskünfte Tätig-
keitsberichte , die sie den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament
übermittelt .
Am Ende der Koordinierungszeit übermittelt die Kommission im Einvernehmen
mit dem Ausschuß den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament einen ,
Gesamtbericht über Durchführung und Ergebnis der Koordinierung . Die Kom­
mission veröffentlicht diesen Bericht sechs Monate nach seiner Übermitt­
lung an die Mitgliedstaaten , sofern keiner von ihnen Einwände erhebt . In
letzterem Fall wird der Bericht auf ihren Antrag allein den Institutionen
und Unternehmen zugestellt , deren Forschen und Schaffen den Zugang zu den
im Rahmen der einzelnen Vorhaben erzielten Forschungsergebnisse rechtfertigt .
Die Kommission kann Vorkehrungen treffen , damit die Berichte vertraulich
bleiben und Dritten nicht zugänglich gemacht werden .
                                  Artikel 6           '
1 . Die Gemeinschaft kann nach Maßgabe des Artikels 228 des Vertrages mit an
    der Europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und
    technischen Forschung < C0ST ) beteiligten Staaten , die nicht Mitglied­
    staaten der Gemeinschaften sind , Abkommen mit dem Ziel schließen ,,daß .
    zwischen den konzertierten Aktionen der Gemeinschaft , die in Anlage A
    bis D beschrieben sind , und den entsprechenden Programmen dieser Staaten
    eine Abstimmung erfolgt .
2 . Die Kommission wird ermächtigt , gemäß den vom Rat am 18 . Juli 1978 ge­
    billigten Schlußfolgerungen betreffend die Europäische Zusammenarbeit auf
    dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung ( COST ) das
    in Absatz 1 genannte Abkommen auszuhandeln .
                                  Artikel 7
Dieser Beschluß tritt am             in Kraft .
Geschehen zu Brüssel am                             Für den Rat
                                                  ,     1
                                                , Der Präsident
 ---pagebreak---                                     ANLAGE A
        Mais als Grundbestandteil der Vollfütterung für Rindfleischerzeugung
Beteiligung der Mitgliedstaaten an der konzertierten Aktion nach Forschungsbereich
                                                          ι
                                                          ι
      Forschungsbereich               Β   D    DK     F   ! GB ! i   IRL L NL
                                                          I
                                                                 I
      1 . Praktische und ange­
          wandte Aspekte der Mais-
          verwendung ( Ganzpf lanze >
          Körner u.Stroh ) in der
          Rindf leischerzeugung       X   X         ( X)    ( X) (X)  X    X
          unter Berücksichtigung
          der Verwendung alterna­
          tiver Futtermittel
                                                        I
      2 . Verfahren der Futter-
          wertbestimmung bei
          Mais und alternativen       X   X         ( X)    ( X) (X)  X    X
          Futtermitteln oder Ne­
          benerzeugnissen der                i
          Feldfrüchte für Wieder­
          käuer                                   I
    ( X ) Nicht bestätigt .
 ---pagebreak---                                         30
                                    ANLAGE B
                 Erzeugung und Fütterung von einzelligem Eiweiß
Beteiligung der Mitgliedstaaten an der konzertierten Aktion nach Forschungsbereich
   Forschungsbereich            U     D    DK F     GB
                                                       !
                                                         I     IRL    L   NL
   1 . Erzeugung von einzelli-                              !
       gem Eiweiß aus Molke      X    X       X            I    X : !     X
                                                           I
   2 . Erzeugung von einzelli-
       gem Eiweiß aus                 X       X     X    X      X         X
       Zellulose
                                                             I
  3 . Ernährungsphysiologische                               I
       und toxikologische Beur­  X    X       X     X                     X
       teilung von einzelligem
       Eiweiß
                                                                        I
 ---pagebreak---                                             - 31 -
                                           • ANLAGE C
                Frühes Abspänen von Ferkeln , insbesondere in bezug auf
               Alter , Aufzucht und Fortpf Lanzungsphysiologie bei Sauen
Beteiligung der Mitgliedstaaten an der konzertierten Aktion nach iForschungsbereich
       Forschungsbereich            Β     D     DK   F GB   I    IRL   Μ       NL
    1 . Aufzucht von Ferkeln in                                        I
         Buchten u.Fruchtbarkeit
                                     X    X     X    X
         der Sauen unter Berück­
         sichtigung der Lakta-
         tionszeit
         1.1 . Ferkelsterblich-
               keit u.Ovulations-                       X
               rate                                            Λ
                                                                 I   \
         1.2 . Auswirkung des Ab- |     i
                                        i
                                                         i;
                                                                 I
                                                                 I
               spänalters von weib                                       . ! f
               liehen Ferkeln und
               der künstlichen            X         X   X
               Ernährung auf die
               spätere Fortpflan-
               zungsfähigkeit
         1.3 . Sonstiges ( im ein­
               zelnen anzugeben )                       X
                                              I
               Hormonsteuerung
    2 . Zusammensetzung des            I
         Futters für früh abge-     X
         spänte Ferkel
  I     2.1 . Proteine              X           X   X   *          X
        2.2 . Zusätze und Vita­
               mine                 X           X   X   X          X
        2.3 . Sonstiges ( im ein­
               zelnen anzugeben )               X       X    X     X
    3 . Auswirkung des Abspän-
        alters u . Ferkelauf zucht-
                                          X                  X
        verfahrens für die spä­
        tere Leistung
        3.1 . Aufzucht in Buchten
               u.Haltung der Fer­         X     X       X
               kel in Buchten
        3.2 . Umweltbedingungen ,
               z.B. Gesundheit            X         X   X
               Hygiene , Verhalten
        3.3 . Wirtsch . Erwägungen                  X   X
  13.4. Sonsti zelnenges(i m ein­)
                       anzugeben
                                    X
                                       LI
 ---pagebreak---                                            32 -
                                          ANLAGE D
                  Mineraldüngung einiger wichtiger Feldfriichte
                           - Boden- Humus- Stickstoff -
Beteiligung der Mitgliedstaaten an der konzertierten Aktion nach Forschungsbereich
     Forschungsbereich                   Β     D  DK    F 6B   I  IRL L   NL
     1 . Wirksamkeit der Düngung mit         j
         anorganischem Stickstoff       (X) i  X             ( X) (X)   ( X)
         mit und ohne Ergänzung
         durch organische Substanzen
         verschiedenen Ursprungs
     2 . Restwirkung von Pflan-
         zenschutzerzeugnissen auf                                  f
         Pflanzenwachstum unter
                                        (X)    X
         dem Einfluß der Dynamik
         der organischen Bodensub-
         stanz
     3 . Voruntersuchung des Vor­
         kommens phenolischer Ver­
         bindungen in Pflanzen-                X             ( X)
         sorten , als mögliche
         Erklärung für die grö­
         ßere Krankhe-itsresistenz
         einiger Sorten
   ( X ) Nicht bestätigt .
 ---pagebreak---                                     - 33
                                   ANLAGE E
                AUFGABE UND ZUSAMMENSETZUNG DES AUSSCHUSSES
                         FÜR DIE KONZERTIERTE AKTION
1.         Der Ausschulî
  1.1 .    trägt zur optimalen Durchführung der Aktion bei , indem er zu
           allen Aspekten ihrer Durchführung Stellung nimmt ;
  1.2 .    beurteilt die Ergebnisse der Aktion und zieht Schlußfolgerungen
           für ihre Anwendung ;
  1.3 .    gewährleistet den in Artikel 5 Absatz 1 genannten Informations-
        ■ austausch ;
  1.4 .    verfolgt die Fortschritte der einzelstaatlichen Forschungs­
           arbeiten auf dem unter die Aktion fallenden Gebiet , indem er
           sich insbesondere über die wissenschaftlichen und technischen
           Entwicklungen , die die Durchführung der Aktion beeinflussen
           können , laufend unterrichtet ;
  1.5 .    gibt dem Projekt Leiter richtungsweisende Hinweise . ,
2 .,       Die Berichte und Stellungnahmen des Ausschusses werden der Kommis­
           sion und den an der Aktion beteiligten Mitgliedstaaten zugelei­
           tet . Die Kommission übermittelt diese Stellungnahmen dem
           Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung ( AWTF )
           sowie dem Ständigen Ausschuß für Agrarforschung .
3.         Der Ausschuß setzt sich aus Mitgliedern , die für die Koordinierung
         . der einzelstaatlichen Programmbeiträge verantwortlich sind , und dem
           Projekt Leiter zusammen . Jedes Mitglied kann sich von Sachverstän­
           digen begleiten , lassen .
 ---pagebreak---                                  FINANZBOGEN
1 . STELLE IM HAUSHALTSPLAN :      3371
2 . BEZEICHNUNG DES VORHABENS ; Konzertierte mehrjährige Aktionsprogramme
                                    im Bereich der Agrarforschung
3 . RECHTSGRUNDLAGE :    Artikel 43 EWGV ,
                         Verordnung des Rates EWG Nr . 1728/ 74
4 . BESCHREIBUNG , ZIELE UND BEGRÜNDUNG DES VORHABENS ;
    4.1 .  Beschreibung
           Koordinierung von vier wichtigen Agrarforschungsarbeiten , die
           in den Mitgliedstaaten durchgeführt werden oder geplant sind .
           Die Koordinierung soll ferner auf die einschlägigen Arbeiten
           ausgedehnt werden .
    4.2 . Ziele ;                                                     >
           Europäische Verbundforschung mittels Durchführung von vier kon­
           zertierten Aktionen auf nachstehenden Gebieten :
             . Mais als Grundbestandteil der Vollfütterung für Rindfleisch-
               erzeugung (5 Jahre ) ,
             . Erzeugung und Fütterung von einzelligem Eiweiß (5 Jahre ),
             . Frühes Abspänen von Ferkeln (5 Jahre ),
             . Mineraldüngung der Feldfrüchte <5 Jahre ).
    4.3 .  Begründung :
           Dieses Forschungsprogramm wurde im COST-Rahmen von der jugosla­
           wischen Delegation vorgeschlagen . Die geplante Forschungsarbeit ent
           spricht dem vom Rat angenommenen          zweiten Agrarforschungs-
          programm ( Entschließung des Rates 30 . -31 . Okt . 78 ) und stützt sich
          unmittelbar auf die Verordnung des Rates ( EWG ) Nr . 1728/ 74 vom
           27 . Juli 1974 .
    +) ABL . 182/ 1 vom 5 . Juli 1974
 ---pagebreak---   GESAMTE FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES VORHABENS IN ERE
  5.0 .      Auswirkungen auf die Ausgaben
  5.0.0 .    Gesamtkosten während der voraussichtlichen Gesamtdauer zu Lasten
             - des Gemeinschaftshaushalts                                             1.763.800
             - der mitgliedstaat Liehen Verwaltung                         J                    0Q q
             - anderer Sektoren auf einzelstaatlicher Ebene )
                                                         INSGESAMT                  14.763.800 ERE
  5.0.1 .    Mehrjähriger Ausgabenplan :
          VERPFLICHTUNGSERM'A'CHTIGUNGEN                                         in ERE
I                            1979            1980          1981       1982          1983        TOTAL
   Personal           87.100             93.200       98.400       104.500      110.600       493.800
   Sachausgaben der
   Verwaltung         32.000              34.200      36.160        38.400       40,640       181.400
   Verträge          192.000          205.400        217.000 ,     230.400      243.800 1088.600
                                      . ι
   INSGESAMT         311,100        I 332.800        351 . 560 '   373.300    I 395 . 040 I1 1,763.800
                                                                              I            II
           ZAHLUNGSERMÀCHTIGUNG
                                                                             1
                             1979           1980           1981
                                                                      1982 j      1983        TOTAL
    Personal           87.100             93-200      93.400       104.500      110.600         493.800
    Sachausgaben de r
    Verwaltung         32.000             34.200      36.160        38.400       40.640         181.400
    Vertrage          192.000         205.400        217.000       230.400      243.800 1.088.600
j INSGESAMT           3m     im
                       « • • I w* M   332-800     -I
                                                   I
                                                     TÇI - AQ I
                                                                 I
                                                                       -r.nn I -oc rv. nlI i 7A- snn I
                                                                             1I          1I l ' U       I
 ---pagebreak--- 5.0.2 . Berechnungswei se
         a . Persona lausgaben
             Der Personalbedarf dieses Programms wird veranschlagt mit !
             1 Beamter der Laufbahngruppe A ,
             1 Beamter der Lauf bahngruppe C.
             Außer der Berechnung für den reinen Personalbestand berück­
             sichtigen die angegebenen Zahlen auch die Gegebenheiten , die für
             die Erstellung des Haushaltsvorentwurfes 1979 festgelegt wurden .
             Es wurden lediglich die Berichtigungskoeffizienten erhöht , um
             einem möglicherweise durch die allgemeine Preisentwicklung in
             der Gemeinschaft entstehenden Mittelbedarf Rechnung zu tragen .
        b . Sachausgaben der Verwaltung
             Diese decken die Kosten für Dienstreisen , Sitzungen ( Koordi-
             nierungsausschüsse ) und Einberufung von Sachverständigen .
        c . Ausgaben für Verträge
             Diese decken alle Kosten aus Dienst leistungsverträgen und die
             Mittel für Projekt Leiter , sein Sekretariat , Fachtagungen , Aus­
             tausch von Forschern , Ausbildung von Spezialisten , Veröffent­
             lichungen u.a .
        d . Mehrjährige Vorausschätzungen
             Zur Berechnung der Vorausschätzungen wurden folgende Indizes
             angewandt :
             1980 - 1,07;    1981 - 1,13 ; 1982 - 1,20 ;  1983 - 1,27 .
5.1 .   Auswirkung auf die E i nnahmen
6.      VORGESEHENE KONTROLLMASSNAHMEN
        Wissenschaftliche Kontrolle : .
        - jede konzertierte Aktion wird durch seinen Ausschuß für die
            konzertierte Aktion kontrolliert .
        Verwaltungskontrollen :
        - Richtigkeit der Ausgaben : Finanzkontrolle ,
        - Haushaltsdurchführung : Finanzkontrolle .
7.      FINANZIERUNG DES VORHABENS
        7.0 .                                     ι
        7.1 .                                       j
        7.2 .
        7.3 .    Kredite sind in die zukünftigen Haushalte einzuschreiben .