CELEX: 51994PC0178
Language: de
Date: 1994-05-05
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EG) DES RATES zur Einstellung der Überprüfung der Antidumpingmaßnahmen betreffend die Einfuhren bestimmter Polyacrylfasern mit Ursprung in Mexiko und zur Aufhebung der für diese Einfuhren geltenden Maßnahmen

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             K0M(94) 178 endg.
                                            Brüssel, den 05.05.1994
                              Vorschlag für eine
                          VERORDNUNG (EG) DES RATES
    zur Einstellung der Überprüfung der Antidumpingmaßnahmen betreffend
      die Einfuhren bestimmter Polyacrylfasern mit Ursprung in Mexiko
       und zur Aufhebung der für diese Einfuhren geltenden Maßnahmen
                       (von der Kommission vorgelegt)
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                               BEGRÜNDUNG
1.  Im Oktober 1989 wurden endgültige Antidumpingmaßnahmen in Form von
    Zöllen   und   Verpflichtungen    auf die   Einfuhren    bestimmter
    Polyacrylfasern mit Ursprung in Mexiko eingeführt^ 1 ).
2.  In   der   Folgezeit   stellte    die Mehrheit   der    betroffenen
    mexikanischen   Hersteller   einen Antrag   auf Überprüfung     der
    Maßnahmen. Diese Unternehmen forderten die Gemeinschaft auf, sie
    von ihren Preisverpflichtungen zu entbinden und die geltenden
    Maßnahmen aufzuheben. Nach Konsultationen in dem Beratenden
    Ausschuß wurde die Auffassung vertreten, daß der Antrag genügend
    Beweise enthielt, um die Einleitung einer Überprüfung gemäß
    Artikel 14 der Verordnung (EWG) Nr. 2423/88(2) wegen veränderter
    Umstände zu rechtfertigen.
3.  Die Kommission veröffentlichte daraufhin       im Amtsblatt     der
    Europäischen Gemeinschaften eine entsprechende Mitteilung^) u n d
    leitete eine Untersuchung ein.
4.  Zur Schädigung wurde festgestellt, daß der Wirtschaftszweig der
    Gemeinschaft keine bedeutende Schädigung erlitten hat.
5.  Ferner wurde geprüft, ob mit der Aufhebung der Maßnahmen erneut
    eine Schädigung verursacht bzw. drohen würde. Aus den in dem
    Verordnungsentwurf genannten Gründen wurde der Schluß gezogen,
    daß die Aufhebung der Antidumpingmaßnahmen voraussichtlich nicht
    dazu führen wird, daß gedumpte Einfuhren von Polyacrylfasern mit
    Ursprung in Mexiko in der Gemeinschaft einen Marktanteil erobern,
    der eine Schädigung verursacht, und daß es folglich bei einer
    Aufhebung der Maßnahmen nicht erneut zu einer bedeutenden
    Schädigung des betroffenen Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
    kommen wird.
6.  Daher wird vorgeschlagen, die Überprüfung einzustellen und die
    geltenden Antidumpingmaßnahmen aufzuheben.
(1) ABl. Nr. L 301 vom 19.10.1989, S. 1.
(2) ABl. Nr. L 209 vom 2.8.1988, S. 1.
(3) ABl. Nr. C 154 vom 5.6.1993, S. 7.
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                         Verordnung (EG) des Rates
                                     vom
  zur Einstellung der Überprüfung der Antidumpingmaßnahmen betreffend
     die Einfuhren bestimmter Polyacrylfasern mit Ursprung in Mexiko
      und zur Aufhebung der für diese Einfuhren geltenden Maßnahmen
DER RAT DER EUROPAISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung     (EWG) Nr. 2423/88 des Rates vom 11. Juli
19 88 über den Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus
nicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörenden Ländern^),
zuletzt   geändert  durch  die  Verordnung  (EG) Nr. 522/94  vom 7. März
1994(2), insbesondere auf die Artikel 9 und 14,
auf Vorschlag    der Kommission   nach Konsultationen  in dem durch  die
vorgenannte Verordnung eingesetzten Beratenden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)   ABl. Nr. L 209 vom 2.8.1988, S. 1.
(2)   ABl. Nr. L 66 vom 10.3.1994, S. 10
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                       A. VORAUSGEGANGENES VERFAHREN
(1) Mit     Beschluß    86/468/EWG(3)      nahm    der   Rat     unter    anderem
    Preisverpflichtungen für Einfuhren bestimmter Polyacrylfasern mit
    Ursprung in Mexiko an.
(2) Im    Namen    von   Herstellern,      auf    die   nahezu     die    gesamte
    Gemeinschaftsproduktion      der   fraglichen    Polyacrylfasern entfiel,
    stellte das International Rayon and Synthetic              Fibres   Committee
     (IRSFC)   Anfang    19 88   bei   der    Kommission     einen   Antrag    auf
    Überprüfung der Antidumpingmaßnahmen für die Einfuhren aus Mexiko
    sowie auf Wiederaufnahme der Untersuchung.
(3) Nach    Konsultationen     in   dem    Beratenden    Ausschuß     wurde    die
    Auffassung    vertreten,     daß   der    Antrag   genügend     Beweise    für
    veränderte Umstände enthielt, um gemäß Artikel 14 der Verordnung
    (EWG) Nr. 2423/88, zuletzt        geändert    durch   die Verordnung      (EG)
                                       M
    Nr. 522/94,      (nachstehend       Grundverordnung"        genannt)     eine
    Überprüfung zu rechtfertigen.
(4) Die    Kommission    veröffentlichte      daraufhin     im   Amtsblatt     der
    Europäischen     Gemeinschaften^)       eine    Bekanntmachung     über    die
    Überprüfung der Antidumpingmaßnahmen und die Wiederaufnahme der
    Untersuchung.
(5) Nach   dieser   Überprüfung    änderte   der   Rat mit     Verordnung   (EWG)
    Nr. 3121/89<5)     die    Maßnahmen     für   die   Einfuhren     bestimmter
    Polyacrylfasern mit Ursprung         in Mexiko, indem er Residualzölle
    einführte und neue bzw. geänderte Verpflichtungsangebote von fünf
    Unternehmen annahm.
(3) ABl. Nr. L 272 vom 24.9.1986, S. 29.
(4) ABl. Nr. C 117 vom 4.5.1988, S. 3.
(5) ABl. Nr. L 301 vom 19.10.1989, S. 1.
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(6) In der Folgezeit stellten drei der mexikanische Unternehmen, die
    1989 Verpflichtungen angeboten hatten, bei der Kommission einen
    Antrag auf Überprüfung der Maßnahmen. Diese Unternehmen forderten
    die  Gemeinschaft    auf,  sie   von   ihren  Preisverpflichtungen    zu
    entbinden und die Verordnung      (EWG) Nr. 3121/89 aufzuheben; dazu
    machten sie geltend, daß die Preise der Waren mit Ursprung in
    Mexiko die Preise der Gemeinschaftshersteller überstiegen, daß die
    mexikanischen Preise bei Ausfuhr in die Gemeinschaft wesentlich
    höher   seien   als    die    entsprechenden    Ausfuhrpreise    anderer
    Drittländer und daß die mexikanischen Waren insgesamt nur einen
    minimalen   Marktanteil     in    der   Gemeinschaft     besäßen.   Nach
    Konsultationen   im    Beratenden   Ausschuß    wurde   die   Auffassung
    vertreten,  daß  genügend    Beweise vorlagen, um      eine  Überprüfung
    gemäß Artikel 14 der Grundverordnung wegen veränderter Umstände zu
    rechtfertigen.
(7) Die   Kommission   veröffentlichte     daraufhin    im   Amtsblatt   der
    Europäischen Gemeinschaften^ ) eine entsprechende Mitteilung und
    leitete eine Untersuchung ein.
(8) Die   Kommission    unterrichtete     offiziell    die    bekanntermaßen
    betroffenen Gemeinschaftshersteller, Ausführer und Einführer sowie
    die Vertreter des Ausfuhrlandes über die Einleitung des Verfahrens
    und gab den betroffenen Parteien Gelegenheit, ihren           Standpunkt
    schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen.
(9) Die Kommission holte alle für die Untersuchung für erforderlich
    erachteten   Informationen     ein,   prüfte   sie   nach   und   führte
    Untersuchungen in den Betrieben folgender Unternehmen durch:
(6) ABl. Nr. C 154 vom 5.6.1993, S. 7.
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 (a) Gemeinschaftshersteller:
          Courtaulds Fibres Ltd, Bradford
          Courtaulds Espana S.A., Barcelona
     -    Enichem Fibre S.p.A., Mailand
          Fibras sinteticas de Portugal S.A., Barreiro
          Montefibre S.p.A., Mailand
(b) Mexikanische Ausführer:
         Acrilia S.A. de C.V., Mexiko City
          Celulosa y Derivados S.A. de C.V., Guadalajara
         Crisol international S.A. de e.V., Mexiko City
         Crisol Textil S.A. de e.V., Mexiko City
         Fibras sinteticas S.A. de e.V., Mexiko City
(c) Unabhängiger EinfUhrer:
         Kaben S.A., Terrassa (Barcelona)
Hier   ist   darauf   hinzuweisen,   daß  ein    Gemeinschaftshersteller,
Bayer    AG,    Dormagen,   den    Fragebogen     der  Kommission   nicht
fristgerecht beantwortete. Da die Berücksichtigung dieser Antwort
die Untersuchung verzögert hätte, stützen sich die Feststellungen
zur   Schädigung    in  diesem    Verfahren   gemäß   Artikel 7  Absatz 7
Buchstabe b)       der    Grundverordnung       auf    die    verfügbaren
Informationen,     das  heißt   auf   die   Angaben   der  kooperierenden
Gemeinschaftshersteller, auf die ein größerer Anteil           (56 %) der
Gemeinschaftsproduktion der fraglichen Ware entfiel; diese Angaben
wurden von der Kommission überprüft.
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(10) Die Gemeinschaftshersteller,       die Ausführer und der      unabhängige
     Einführer, die an der Untersuchung mitarbeiteten, wurden auf ihren
     Wunsch über die wichtigsten Fakten und Erwägungen unterrichtet,
     auf  deren   Grundlage     beabsichtigt    wurde,  die  Einstellung   der
     Überprüfung     und     die     Aufhebung     der   Antidumpingmaßnahmen
     vorzuschlagen. Die Stellungnahmen der betroffenen Parteien wurden,
     soweit angemessen, von der Kommission berücksichtigt.
(11) Die Dumpinguntersuchung betraf den Zeitraum vom 1. April 1992 bis
     31. März 1993.
                                     B. WARE
(12) Die Überprüfung    erstreckte     sich  auf die Waren, die den      unter
     Randnummer   5  genannten     endgültigen   Maßnahmen  unterliegen,   das
     heißt:
         Kabel aus Polyacryl-Filamenten (nachstehend "Polyacryl-Kabel"
         genannt);
         Spinnfasern aus Polyacryl, weder gekrempelt noch gekämmt noch
         anders     für      die     Spinnerei     bearbeitet     (nachstehend
         "unbearbeitete Polyacryl-Spinnfasern" genannt);
         Spinnfasern aus Polyacryl, gekrempelt, gekämmt oder anders fUr
         die  Spinnerei    bearbeitet     (nachstehend   "Polyacryl-Kammzüge"
         genannt).
     In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß unbearbeitete
     Polyacryl-Spinnfasern und Polyacryl-Kammzüge direkt aus Polyacryl-
     Kabeln hergestellt werden und somit eine Gruppe eng verwandter
     Produkte  bilden.    Da   die   Polyacrylfaser-Produzenten    im  übrigen
     normalerweise alle drei Produkte herstellen und verkaufen, werden
     letztere   für   die   Zwecke    dieser   Untersuchung   als   eine  Ware
     betrachtet und in dieser Verordnung, soweit nicht anders bestimmt,
     als "Polyacrylfasern" bezeichnet.
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                                  C. DUMPING
(13) Die  Kommission    prüfte  eingehend,    ob   seitens  der  mexikanischen
     Ausführer Dumping vorlag. In Anbetracht der Schlußfolgerungen, die
     nachstehend    zur   Schädigung    und   zur   Wahrscheinlichkeit    einer
     erneuten   Schädigung    bei   Aufhebung     der  bestehenden    Maßnahmen
     gezogen werden, wird es jedoch nicht für notwendig erachtet, diese
     Frage in der vorliegenden Verordnung zu behandeln.
                                D. SCHÄDIGUNG
                    1. Volumen, Marktanteil und Preise
                   (a) Volumen der gedumpten Einfuhren
(14) Zwischen  19 89 und    dem Unter suc hungs Zeitraum    erhöhten   sich  die
     Einfuhren   von  Polyacrylfasern     mit   Ursprung   in  Mexiko   in  die
     Gemeinschaft geringfügig, nämlich von 2.331 t auf 2.576 t. Der
     Marktanteil dieser Einfuhren in der Gemeinschaft blieb im gleichen
     Zeitraum mit rund 0,6 % konstant.
                    (b) Preise der gedumpten Einfuhren
(15) Die   ab-werk-Preise      der    Gemeinschaftshersteller      wurden    im
     Untersuchungszeitraum     mit    den   Ausfuhrpreisen     (verzollt)   für
     Polyacryl-Kammzüge    mit   Ursprung    in   Mexiko   verglichen.   Dieser
     Vergleich  ergab, daß die Preise der Gemeinschaftshersteller            um
     2,3 % unterboten wurden.
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                     (c) Verbrauch in der Gemeinschaft
(16) Der Verbrauch von Polyacrylfasern in der Gemeinschaft fiel von
     430.461 t im Jahre 1989 auf 404.653 t im UntersuchungsZeitraum;
     dies entspricht einem Rückgang um 5,9 %.
              2. Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
            (a) Produktion, Kapazität und Kapazitätsauslastung
(17) Das Produktionsvolumen der kooperierenden Unternehmen stieg von
     insgesamt . 374.000      t   im   Jahre    1989  auf   410.000   t   im
     Unter suchungs Zeitraum oder um      9,6  %. Aus den der Kommission
     vorliegenden     Angaben   ging    ferner   hervor,   daß   sich   das
     Produktionsvolumen der nichtkooperierenden Unternehmen um 7,6 %
     erhöhte.
(18) Im UntersuchungsZeitraum lag die Kapazitätsauslastung         bei den
     kooperierenden Gemeinschaftsherstellern bei mindestens 90 %.
                     (b) Absatzvolumen und Marktanteil
(19) Bei den Gemeinschaftsherstellern von Polyacrylfasern verringerte
     sich der Absatz in der EG von insgesamt 402.000 t im Jahre 1989
     auf 378.000 t im Untersuchungszeitraum oder um       6 %. Im gleichen
     Zeitraum blieb der Marktanteil der Gemeinschaftshersteller jedoch
     mit rund 93 % konstant.
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                             (c) Preisentwicklung
(20) Die      gewogenen       durchschnittlichen         ab-Werk-Preise      der
     Gemeinschaftshersteller     sanken in der EG zwischen        1989 und dem
     Unter suchungs Zeitraum um 8,1 % bei Polyacryl-Kabeln, um 6,3 % bei
     unbearbeiteten Polyacryl-Spinnfasern und um 2,3 % bei Polyacryl-
     Kammzügen.
                                  (d) Gewinne
(21) Im     Untersuchungszeitraum         erzielten      die     kooperierenden
     Gemeinschaftshersteller     beim   Verkauf    von  Polyacrylfasern    einen
     gewogenen     durchschnittlichen       Nettogewinn    von   9,6   %.    Die
     Gewinnspanne belief sich 1992 auf 10,5 % und 1991 auf 9,8 %.
                            (e) Schlußfolgerungen
(22) Bei    der     Auswertung     der     vorgenannten     Angaben    ist    zu
     berücksichtigen, daß zwischen 1986 und dem Untersuchungszeitraum
     Antidumpingmaßnahmen      in    Form     von   Preisverpflichtungen     für
     Einfuhren von Polyacrylfasern aus Mexiko und anderen Drittländern
     galten.    Die  Gesamtnachfrage     nach    Polyacrylfasern   ist  in   der
     Gemeinschaft seit 1989 rückläufig; dieser Nachfragerückgang führte
     bei    den    Gemeinschaftsherstellern        zu   einer    entsprechenden
     Verringerung des Absatzvolumens und der Verkaufspreise.
     Im selben Zeitraum erhöhten die Gemeinschaftshersteller jedoch ihr
     Produktionsvolumen, hielten eine         sehr hohe    Kapazitätsauslastung
     aufrecht und erzielten vertretbare Gewinne.
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(23) Daher  wird   der    Schluß  gezogen,   daß  dem   Wirtschaftszweig   der
     Gemeinschaft keine bedeutende Schädigung im Sinne von Artikel 4
     Absatz 1 der Grundverordnung verursacht wurde.
     E. WAHRSCHEINLICHKEIT EINER ERNEUTEN SCHÄDIGUNG BEI AUFHEBUNG
                  DER BESTEHENDEN ANTIDUMPINGMASSNAHMEN
                        1. Grundsätzliche Erwägungen
(24) Die Tatsache, daß die gedumpten Einfuhren derzeit keine Schädigung
     verursachen,   reicht    allein   nicht   aus,  um   die  Aufhebung   der
     bestehenden   Antidumpingmaßnahmen      zur  rechtfertigen.   Im   Rahmen
     einer Überprüfung, die auf Antrag der Mehrheit der mexikanischen
     Hersteller eingeleitet wurde, ist ferner zu prüfen, ob bei der
     Aufhebung   der     Antidumpingmaßnahmen     erneut    eine   Schädigung
     verursacht  bzw.     drohen  würde.   In  diesem   Zusammenhang   ist  zu
     ermitteln,    ob    dem   Wirtschaftszweig     der   Gemeinschaft    ohne
     Antidumpingmaßnahmen voraussichtlich wieder eine Schädigung durch
     gedumpte Waren aus Mexiko verursacht würde.
(25) Zur Prüfung dieser Frage wurden folgende Faktoren berücksichtigt:
     Produktionsvolumen und -kapazität in Mexiko, Gewinne und Absatz
     der mexikanischen Hersteller       in Mexiko, Gewinne und Absats der
     mexikanischen     Hersteller     auf   ausländischen     Märkten    (ohne
     Gemeinschaft) sowie allgemeine Handelsentwicklungen.
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             2. Produktionsvolumen und -kapazität in Mexiko
(26) Die  Untersuchung  ergab,   daß   sich das   Produktionsvolumen   der
     mexikanischen  Polyacrylfaser-Hersteller    zwischen  1989   und  dem
     UntersuchungsZeitraum     um     rund    20     %    erhöhte.     Die
     Kapazitätauslastung blieb mit rund 88 % relativ konstant.
     Dazu machte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft geltend, daß die
     mexikanischen Hersteller einen weiteren Kapazitätsausbau und eine
     Erhöhung  ihrer Exporte  in die Gemeinschaft planten;      für diese
     Behauptung wurden jedoch keine Beweise vorgelegt; auch im Zuge der
     Untersuchung wurden keine Hinweise für derartige Pläne gefunden.
                    3. Absatz und Gewinne in Mexiko
(27) Entgegen den Behauptungen der Gemeinschaftshersteller       erzielten
     die mexikanischen Produzenten beim Verkauf von Polyacrylfasern in
     Mexiko vertretbare Gewinne. In den letzten Jahren schwankten die
     gewogenen durchschnittlichen Gewinne im Inland zwischen 13,8 % und
     19 %. Diese Inlandsverkäufe machten durchschnittlich rund 75 % der
     Gesamtverkäufe der mexikanischen Hersteller aus; zwischen 1989 und
     dem Untersuchungszeitraum erhöhte sich ihr Volumen um rund 12 %.
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                 4. Absatz und Gewinne in der Gemeinschaft
(28) Auf   die   Exportverkäufe     der   mexikanischen   Hersteller     in    die
     Gemeinschaft entfielen weniger als 1 % ihrer Gesamtverkäufe. Was
     die Gewinne und den Absatz der mexikanischen Hersteller in der
     Gemeinschaft betrifft, so ergab ein Vergleich des Wechselkurses zu
     Beginn   des   UntersuchungsZeitraums mit      dem Wechselkurs     am   Ende
     dieses   Zeitraums, daß der mexikanische Peso gegenüber            dem Ecu
     aufgewertet     wurde.   Diese   Aufwertung   führte  zusammen    mit     dem
     Rückgang der EG-Verkaufspreise der Gemeinschaftshersteller dazu,
     daß   die   Preise   der   mexikanischen   Ausfuhren    (verzollt)     wenig
     wettbewerbsfähig waren.
                 5. Absatz und Gewinne auf anderen Märkten
                              (ohne Gemeinschaft)
(29) Die Verkäufe von Polyacrylfasern ins Ausland (ohne Gemeinschaft),
     auf    die   rund    24    %   der   Gesamtverkäufe    der    untersuchten
     mexikanischen     Unternehmen     entfielen,   konzentrierten     sich     im
     UntersuchungsZeitraum      auf   Lateinamerika.   Bei   diesen   Verkäufen
     wurde   ein   gewogener    durchschnittlicher    Gewinn   von   rund    2   %
     erzielt.
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                    6. Allgemeine Handelsentwicklungen
                      (a) Nachfragerückgang in China
(30) Aus den während der Untersuchung vorgelegten Angaben ging hervor,
     daß die Volksrepublik China bis Ende 1992 ein wichtiger Abnehmer
     von Polyacrylfasern mit Ursprung in der Gemeinschaft war. Auf die
     Verkäufe nach China entfielen rund 16 % der Gesamtproduktion des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft. 1993 verringerte China jedoch
     seine Einfuhren drastisch; aus den jüngsten Angaben geht hervor,
     daß die Ausfuhren der Gemeinschaftshersteller nach China in der
     ersten Hälfte des Jahres 1993 nur 1,7      % ihrer Gesamtproduktion
     ausmachten.
(31) Um ein hohes Produktionsvolumen und eine hohe Kapazitätsauslastung
     aufrechtzuerhalten,   müssen   die  Gemeinschaftshersteller   schnell
     neue   Absatzmärkte     finden.    Ihre   Lage   wird    durch    den
     Nachfragerückgang   bei Polyacrylfasern   in der Gemeinschaft    noch
     erschwert   (siehe  Randnummer   16); bis   zur  Erschließung   neuer
     Exportmärkte werden die EG-Hersteller mit Überkapazitäten       sowie
     sinkenden Preisen und rückläufigen Gewinnen konfrontiert sein, da
     der Wettbewerb unter ihnen sowohl innerhalb als auch außerhalb der
     Gemeinschaft zunimmt.
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                       (b) Allgemeiner Nachfragerückgang
(32) Wie   in   dieser    Verordnung     dargelegt,    ist   die    Nachfrage   nach
     Polyacrylfasern       gesunken,    und    diese   Entwicklung     dürfte   sich
     fortsetzen.         Die        Gemeinschaftshersteller           haben      den
     Nachfragerückgang auf den Verlust des chinesischen Marktes und den
     Trend    der     EG-Bekleidungshersteller        zurückgeführt,      leichtere
     Bekleidungsstücke mit weniger Polyacrylfasern herzustellen. Ferner
     hat   sich    der   Geschmack     der   Verbraucher     in   den   wichtigsten
     Industrieländern       geändert: Anstelle      von   Bekleidungsstücken     aus
     künstlichen      und     synthetischen     Fasern    werden     Produkte    aus
     natürlichen Fasern wie Baumwolle, Wolle und Leinen bevorzugt.
     In Anbetracht der Tatsache, daß es den mexikanischen Herstellern
     schon beim jetzigen Preisniveau schwerfällt, wettbewerbsfähig zu
     bleiben,    ist    es    unwahrscheinlich,     daß   diese    Ausführer    ihre
     Verkäufe von Polyacrylfasern in die Gemeinschaft erhöhen können -
     vor allem, wenn die Preise weiter fallen.
                 (c) Nordamerikanisches Freihandelsabkommen
                                       (NAFTA)
(33) Es   wurde   geltend      gemacht,   daß   der   Handel    der   mexikanischen
     Hersteller     mit   Polyacrylfasern      auch   durch   das    NAFTA-Abkommen
     beeinflußt     werden    wird.   Unbeschadet     des   unter    Randnummer   32
     beschriebenen allgemeinen Nachfragerückgangs bei Polyacrylfasern
     wird   Nordamerika      weiterhin    ein   großer   Abnehmer     bleiben;   der
     verbesserte      Zugang     fertiger    und    halbfertiger      mexikanischer
     Textilwaren zum nordamerikanischen Markt dürfte einen erheblichen
     Anstieg der Nachfrage nach mexikanischen Polyacrylfasern zur Folge
     haben. Unter diesen Umständen wird die Auffassung vertreten, daß
     der   nordamerikanische       Markt    für   die   mexikanischen     Ausführer
     attraktiver sein dürfte als die Gemeinschaft.
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                               (d) Schlußfolgerung
 (34) Die    genannten     Faktoren     führen     zu   dem    Schluß,    daß    es
      unwahrscheinlich     ist,    daß   die   mexikanischen     Hersteller    ihre
      Ausfuhren   in   die   Gemeinschaft     in  nennenswertem     Maße  erhöhen,
      selbst wenn die Antidumpingmaßnahmen nicht länger gelten sollten.
    F. ALLGEMEINE SCHLUSSFOLGERUNG ZU DEN AUSWIRKUNGEN DER AUFHEBUNG
                            DER GELTENDEN MASSNAHMEN
(35) Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Angaben wird der Schluß
      gezogen,     daß      die     Aufhebung       der     Antidumpingmaßnahmen
      voraussichtlich nicht dazu führen wird, daß gedumpte Einfuhren von
      Polyacrylfasern    mit   Ursprung    in   Mexiko   erneut   einen  so   hohen
      Marktanteil    erobern,     daß    eine    Schädigung    verursacht    wird.
      Dementsprechend wird die Auffassung vertreten, daß die Aufhebung
      dieser   Maßnahmen    nicht   erneut    eine   bedeutende    Schädigung   des
      Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zur Folge haben wird. Daher ist
      es  angezeigt,    die   Überprüfung     einzustellen    und   die  geltenden
      Antidumpingmaßnahmen aufzuheben.
(36) Sollte es zu einem erheblichen Anstieg gedumpter Einfuhren von
      Polyacryl-Kabeln,       unbearbeiteten       Polyacryl-Spinnfasern       oder
      Polyacryl-Kammzügen mit Ursprung in Mexiko kommen, so würden die
      Gemeinschaftsorgane       auf    Antrag     des    Wirtschaftszweigs      der
      Gemeinschaft    und    bei  Vorlage     ausreichender     Beweise   umgehend
      prüfen,   ob   ein    neues    Antidumpingverfahren      betreffend    diese
      Einfuhren einzuleiten wäre -
hat folgende Verordnung erlassen:
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                                 Artikel 1
Die   Verordnung   (EWG) Nr.   3121/89    des  Rates   zur   Änderung   der
Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Einfuhren bestimmter Polyacrylfasern
mit Ursprung in Mexiko durch die Einführung eines Antidumpingzolls auf
diese Einfuhren (mit Ausnahme der Exportverkäufe in die Gemeinschaft
von   Unternehmen,   deren   Verpflichtungen    angenommen   werden)   wird
aufgehoben; auch der Beschluß 86/468/EWG des Rates wird aufgehoben,
soweit er nicht ausgelaufen ist oder durch die Verordnung         (EWG) Nr.
3121/89 aufgehoben wurde.
                                Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt
der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese  Verordnung  ist   in  allen   ihren  Teilen  verbindlich   und  gilt
unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel                                 Im Namen des Rates
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                                                                    ISSN 0254-1467
                                                          KOM(94)178endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                        i l 02
                                 Katalognummer : CB-CO-94-189-DE-C
                                                          ISBN 92-77-68164-0
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
Lr2985 Luxemburg