CELEX: 22012A1030(01)
Language: de
Date: 2012-10-30 00:00:00
Title: Protokoll zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und der finanziellen Gegenleistung nach dem partnerschaftlichen Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft einerseits und der Republik Kiribati andererseits

30.10.2012             DE                          Amtsblatt der Europäischen Union                                             L 300/3
                                                            PROTOKOLL
               zur Festlegung der Fangmöglichkeiten und der finanziellen Gegenleistung nach dem
               partnerschaftlichen Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft (1) einerseits
                                               und der Republik Kiribati andererseits
                               Artikel 1                              (4)     Beide Vertragsparteien stellen eine genaue Überwachung
                                                                      der EU-Fänge in der AWZ Kiribatis sicher. Übersteigt die jähr­
                 Laufzeit und Fangmöglichkeiten                       liche Gesamtfangmenge der EU-Schiffe in der AWZ Kiribatis
(1)     Gemäß Artikel 6 des partnerschaftlichen Fischereiabkom­       15 000 Tonnen, wird die jährliche finanzielle Gegenleistung
mens (nachstehend „das Abkommen“) erteilt Kiribati den Thun­          gemäß Absatz 2 Buchstabe a dieses Artikels für die ersten zu­
fischfängern der Europäischen Union im Rahmen der durch die           sätzlichen 2 500 Tonnen um 250 EUR pro Tonne und für jede
Erhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen (CMM = Conser­              weitere Tonne über diesen zusätzlichen 2 500 Tonnen um
vation and Management Measures) der Fischereikommission für           300 EUR pro Tonne angehoben. Von diesen zusätzlichen Kos­
den westlichen und mittleren Pazifik (WCPFC), insbesondere            ten werden 65 EUR pro zusätzlicher Tonne von der EU und der
CMM 2008-01, vorgegebenen Grenzen jährliche Fanggenehmi­              Restbetrag von den Reedern getragen.
gungen (2).
                                                                      (5)     Die Zahlung gemäß Artikel 2 Absatz 2 Buchstaben a und
(2)     Die gemäß Artikel 5 des Abkommens eingeräumten                b erfolgt für das erste Jahr bis spätestens 30. Juni nach Inkraft­
Fangmöglichkeiten belaufen sich ab dem 16. September 2012             treten dieses Protokolls und für die folgenden Jahre spätestens
für einen Zeitraum von drei Jahren auf 15 000 Tonnen weit             zum 30. Juni.
wandernde Arten gemäß Anhang 1 zum Seerechtsübereinkom­
men der Vereinten Nationen von 1982 innerhalb der aus­
                                                                      (6)     Die Verwendung der finanziellen Gegenleistung gemäß
schließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Kiribatis für 4 (vier) Ring­
                                                                      Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe a dieses Protokolls unterliegt
wadenfänger und 6 (sechs) Langleiner.
                                                                      der ausschließlichen Zuständigkeit der kiribatischen Behörden.
(3)     Ab dem zweiten Jahr der Laufzeit dieses Protokolls und
unbeschadet von Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe d des Abkom­             (7)     Der in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b dieses Protokolls
mens und Artikel 5 dieses Protokolls kann die Zahl der gemäß          genannte Teil der finanziellen Gegenleistung wird auf das vom
Artikel 1 Absatz 2 dieses Protokolls erteilten Fanggenehmigun­        Finanzministerium für die kiribatische Regierung eröffnete
gen für Ringwadenfänger auf Antrag der EU erhöht werden,              Konto Nr. 4 der Regierung von Kiribati bei der ANZ Bank of
sofern es die Bestände und die Erhaltungs- und Bewirtschaf­           Kiribati, Ltd., Betio, Tarawa („Fisheries Development Fund“),
tungsmaßnahmen der WCPFC zulassen.                                    überwiesen. Der Restbetrag der finanziellen Gegenleistung
                                                                      wird auf das vom Finanzministerium für die kiribatische Regie­
                                                                      rung eröffnete Konto Nr. 1 bei der ANZ Bank of Kiribati, Ltd.,
(4)     Die Absätze 1, 2 und 3 gelten vorbehaltlich der Bestim­       Betio, Tarawa, überwiesen.
mungen der Artikel 5 und 6 dieses Protokolls.
                                                                                                   Artikel 3
                               Artikel 2
                                                                      Förderung einer verantwortungsvollen Fischerei in der
          Finanzielle Gegenleistung — Zahlungsweise
                                                                                                AWZ Kiribatis
(1)     Während der Laufzeit des Protokolls begleicht die EU die
                                                                      (1)     Die in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b angegebene finan­
Summe der Beträge nach Absatz 2 dieses Artikels jährlich.
                                                                      zielle Gegenleistung wird nach Maßgabe der von den beiden
                                                                      Vertragsparteien einvernehmlich festgelegten Ziele verwaltet.
(2)     Die finanzielle Gegenleistung gemäß Artikel 7 des Ab­
kommens für den in Artikel 1 Absatz 2 dieses Protokolls ge­
nannten Zeitraum umfasst                                              (2)     Binnen drei Monaten nach Beginn der Geltungsdauer die­
                                                                      ses Protokolls legen die kiribatischen Behörden dem Gemischten
                                                                      Ausschuss ein detailliertes jährliches und mehrjähriges Pro­
a) einen Jahresbetrag für den Zugang zu der AWZ Kiribatis in          gramm vor. Der Gemischte Ausschuss verabschiedet dieses Pro­
    Höhe von 975 000 EUR entsprechend einer jährlichen Refe­          gramm, das folgende Anforderungen erfüllen muss:
    renzmenge von 15 000 Tonnen und
                                                                      a) die jährlichen und mehrjährigen Leitlinien für die Verwen­
b) einen spezifischen Betrag von 350 000 EUR für die Unter­
                                                                          dung des in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b genannten Teils
    stützung und Durchführung von Initiativen im Zusammen­
                                                                          der finanziellen Gegenleistung für die pro Jahr durchzufüh­
    hang mit fischereipolitischen Maßnahmen Kiribatis.
                                                                          renden Initiativen;
(3)     Absatz 1 gilt vorbehaltlich der Bestimmungen der Arti­
kel 4, 5, 6 und 8 dieses Protokolls sowie der Artikel 14 und 15       b) die jährlichen und mehrjährigen Ziele, die letztendlich zur
des Abkommens.                                                            Ausübung einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Fi­
                                                                          scherei führen sollen, wobei den Prioritäten Kiribatis auf dem
                                                                          Gebiet der nationalen Fischereipolitik oder in anderen Poli­
(1) „Europäische Gemeinschaft“ wurde am 1. Dezember 2009 zu „Eu­
    ropäische Union“.                                                     tikbereichen, die mit der Ausweitung einer verantwortungs­
(2) Fanggenehmigung ist in diesem Protokoll und seinem Anhang             vollen und nachhaltigen Fischerei in Zusammenhang stehen
    gleichbedeutend mit Fanglizenz.                                       oder sich auf sie auswirken, Rechnung zu tragen ist;
 ---pagebreak--- L 300/4                  DE                            Amtsblatt der Europäischen Union                                          30.10.2012
c) Kriterien und Verfahren für die Bewertung der jährlich er­             grund dieses Protokolls zu Fangtätigkeiten berechtigt sind, um
    zielten Ergebnisse.                                                   eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischereiressourcen in der
                                                                          AWZ Kiribatis zu gewährleisten.
(3)     Alle Vorschläge zur Änderung des mehrjährigen sektora­
len Programms müssen von beiden Vertragsparteien im ge­                                                 Artikel 5
mischten Ausschuss genehmigt werden. Dringende Änderungen                      Einvernehmliche Anpassung der Fangmöglichkeiten
des mehrjährigen sektoralen Programms, die die kiribatischen
Behörden hinsichtlich der Förderung der verantwortungsvollen              (1)    Die Fangmöglichkeiten nach Artikel 1 dieses Protokolls
Fischerei vornehmen wollen, können außerhalb des Gemischten               können einvernehmlich angepasst werden, sofern die Empfeh­
Ausschusses durch Kommunikation mit der EU erfolgen.                      lungen der WCPFC bestätigen, dass eine solche Anpassung eine
                                                                          nachhaltige Bewirtschaftung der Fischereiressourcen Kiribatis si­
(4)     Kiribati stellt gegebenenfalls jedes Jahr einen zusätzlichen      cherstellt. In diesem Fall wird die finanzielle Gegenleistung nach
Betrag zu der in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b genannten                 Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe a dieses Protokolls proportional
finanziellen Gegenleistung zur Durchführung des mehrjährigen              und zeitanteilig entsprechend angepasst.
Programms bereit. Dieser Ergänzungsbetrag wird der Europäi­
schen Union mitgeteilt. Kiribati teilt der EU den neuen Ergän­            (2)    Werden die Fangmöglichkeiten aufgrund einer neuen
zungsbetrag jeweils bis zum 1. März mit.                                  Schließung eines erheblichen Teils der AWZ Kiribatis einge­
                                                                          schränkt, kann die finanzielle Gegenleistung dieses Protokolls
(5)     Wenn die jährliche Bewertung der Fortschritte bei der             nach den Konsultationen zwischen den beiden Vertragsparteien
Durchführung des mehrjährigen sektoralen Programms dies                   im Gemischten Ausschuss proportional und zeitanteilig entspre­
rechtfertigt, kann die Europäische Union über den Gemischten              chend angepasst werden.
Ausschuss eine Anpassung der in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe                                            Artikel 6
b des Protokolls genannten finanziellen Gegenleistung vorschla­
gen, damit der Betrag der tatsächlich für die Durchführung des                                 Neue Fangmöglichkeiten
Programms eingesetzten Mittel an die Ergebnisse angepasst
                                                                          (1)    Bekundet die EU Interesse am Zugang zu Fangmöglich­
wird.
                                                                          keiten, die nicht in Artikel 1 dieses Protokolls aufgeführt sind,
                                                                          ist diese Interessenbekundung an Kiribati zu richten. Einem
(6)     Der Gemischte Ausschuss überwacht die Umsetzung des
                                                                          solchen Antrag auf den Zugang zu neuen Fangmöglichkeiten
mehrjährigen sektoralen Unterstützungsprogramms. Falls erfor­
                                                                          kann stattgegeben werden; dies kann in einem gesonderten Ab­
derlich, setzen die beiden Vertragsparteien die Überwachung
                                                                          kommen geregelt werden.
durch den Gemischten Ausschuss auch nach Ablauf dieses Pro­
tokolls fort, und zwar bis zur vollständigen Verwendung der               (2)    Auf Ersuchen einer der Vertragsparteien konsultieren sie
spezifischen finanziellen Gegenleistung gemäß Artikel 2 Absatz            einander und entscheiden von Fall zu Fall über die Arten, die
2 Buchstabe b.                                                            Bedingungen und die sonstigen relevanten Parameter für die
                                                                          Durchführung von Versuchsfischerei in den kiribatischen Ge­
(7)     Allerdings kann die Zahlung der finanziellen Gegenleis­           wässern.
tung gemäß Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b längstens zehn
Monate nach Ablauf dieses Protokolls getätigt werden.                     (3)    Die Vertragsparteien üben die Versuchsfischerei in Ein­
                                                                          klang mit den kiribatischen Gesetzen und Bestimmungen ein­
                               Artikel 4                                  vernehmlich aus. Die Versuchsfischerei darf für einen Zeitraum
                                                                          von höchstens drei (3) Monaten genehmigt werden.
             Wissenschaftliche Zusammenarbeit für
                  verantwortungsvolle Fischerei                           (4)    Kommen die Vertragsparteien zu dem Schluss, dass die
                                                                          Versuchsfischereikampagnen zu positiven Ergebnissen geführt
(1)     Die beiden Vertragsparteien verpflichten sich, die verant­        haben und sich daraus neue kommerziell nutzbare Arten er­
wortungsvolle Fischerei in den kiribatischen Gewässern nach               geben haben, während gleichzeitig die Erhaltung der Ökosys­
den Grundsätzen des FAO-Verhaltenskodex sowie dem Prinzip                 teme und der biologischen Ressourcen des Meeres sichergestellt
der Nichtdiskriminierung zwischen den in diesen Gewässern                 ist, so können den Schiffen der Europäischen Union nach ent­
tätigen Fangflotten zu fördern.                                           sprechenden Konsultationen der beiden Vertragsparteien für
                                                                          diese Arten neue Fangmöglichkeiten eingeräumt werden.
(2)     Während der Laufzeit des Protokolls gewährleisten die
Europäische Union und Kiribati die nachhaltige Nutzung der                                              Artikel 7
Fischereiressourcen in der AWZ Kiribatis.
                                                                          Bedingungen für die Ausübung der Fangtätigkeiten —
(3)     Die Vertragsparteien verpflichten sich zu einer verstärkten                           Ausschließlichkeitsklausel
Zusammenarbeit im Hinblick auf eine verantwortungsvolle Fi­               (1)    Die Schiffe der Europäischen Union dürfen nur in der
scherei auf regionaler Ebene, insbesondere im Rahmen der Fi­              AWZ Kiribatis fischen, wenn sie im Besitz einer gültigen, von
schereikommission für den westlichen und mittleren Pazifik                den kiribatischen Behörden nach den Bestimmungen dieses Pro­
(WCPFC) und der Interamerikanischen Kommission für tropi­                 tokolls erteilten Fanggenehmigung sind.
schen Thunfisch (IATTC), aber auch in allen übrigen zuständi­
gen regionalen und internationalen Organisationen.                        (2)    Die kiribatischen Behörden können Schiffen der Europäi­
                                                                          schen Union für in diesem Protokoll nicht vorgesehene Fang­
(4)     Gemäß Artikel 4 des Abkommens und Artikel 4 Absatz                kategorien sowie für Versuchsfischerei Fanggenehmigungen aus­
1 dieses Protokolls sowie unter Berücksichtigung der besten               stellen. Diese Genehmigungen werden jedoch nur vorbehaltlich
verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse ergreifen die Ver­            der Einhaltung der kiribatischen Gesetze und Bestimmungen
tragsparteien im Gemischten Ausschuss bei Bedarf Maßnahmen                sowie des gegenseitigen Einvernehmens der beiden Vertragspar­
bezüglich der Aktivitäten der EU-Fischereifahrzeuge, die auf­             teien erteilt.
 ---pagebreak--- 30.10.2012            DE                           Amtsblatt der Europäischen Union                                           L 300/5
                             Artikel 8                                d) eine der beiden Vertragsparteien einen Verstoß gegen we­
                                                                          sentliche und fundamentale Elemente der Menschenrechte
Aussetzung und Anpassung der Zahlung der finanziellen                     gemäß Artikel 9 des Cotonou-Abkommens feststellt.
                          Gegenleistung
(1)     Wenn außergewöhnliche Umstände, ausgenommen Na­               (2)     Die Anwendung des Protokolls kann auf Initiative einer
turereignisse, die Ausübung der Fangtätigkeiten in der AWZ            der Vertragsparteien ausgesetzt werden, wenn die Meinungsver­
Kiribatis verhindern, kann die finanzielle Gegenleistung gemäß        schiedenheiten zwischen den Vertragsparteien als schwerwie­
Artikel 2 Absatz 2 Buchstaben a und b dieses Protokolls ange­         gend angesehen werden und in den Konsultationen zwischen
passt oder ausgesetzt werden, wenn innerhalb von zwei Mona­           den beiden Vertragsparteien nicht gütlich beigelegt werden
ten nach dem entsprechenden Antrag einer der beiden Vertrags­         konnten.
parteien Konsultationen zwischen den beiden Vertragsparteien
stattgefunden haben und die Europäische Union zum Zeitpunkt           (3)     Die Anwendung des Protokolls kann nur ausgesetzt wer­
der Aussetzung alle fälligen Beträge gezahlt hat.                     den, indem die betreffende Partei ihre Absicht mindestens zwei
                                                                      Monate vor dem Zeitpunkt, ab dem die Aussetzung wirksam
(2)     Die Europäische Union kann die Zahlung des spezi­             sein soll, schriftlich mitteilt.
fischen Betrags gemäß Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b dieses
Protokolls ganz oder teilweise aussetzen, wenn der Gemischte          (4)     Im Fall der Aussetzung konsultieren die Vertragsparteien
Ausschuss bestätigt, dass                                             einander und bemühen sich um eine gütliche Beilegung der
                                                                      Meinungsverschiedenheiten. Wird eine solche Beilegung erreicht,
a) die erzielten Ergebnisse nach einer Bewertung durch den            so wird die Anwendung dieses Protokolls wiederaufgenommen
    Gemischten Ausschuss nicht der Planung entsprechen oder           und der Betrag der finanziellen Gegenleistung je nach Dauer der
                                                                      Aussetzung des Protokolls zeitanteilig entsprechend gekürzt.
b) Kiribati seinen Verpflichtungen in Bezug auf die Verwendung
    des spezifischen Betrags nicht nachkommt.                                                       Artikel 11
(3)     Die Zahlung kann nur ausgesetzt werden, wenn die EU                        Nationale Gesetze und Bestimmungen
ihre Absicht mindestens zwei Monate vor dem Zeitpunkt, ab
dem die Aussetzung wirksam sein soll, schriftlich mitteilt.           (1)     Die im Rahmen dieses Protokolls erfolgenden Tätigkeiten
                                                                      der Fischereifahrzeuge der Europäischen Union in der AWZ
(4)     Die Zahlung der finanziellen Gegenleistung wird wieder        Kiribatis unterliegen den geltenden kiribatischen Gesetzen und
aufgenommen, sobald die Situation durch Maßnahmen zur Ab­             Bestimmungen, sofern das Abkommen sowie das vorliegende
milderung der genannten Umstände bereinigt ist und die beiden         Protokoll mit seinem Anhang und dessen Anlagen nichts ande­
Vertragsparteien nach Konsultationen und im Einvernehmen              res bestimmen.
bestätigen, dass eine Wiederaufnahme der normalen Fangtätig­
keiten möglich erscheint.                                             (2)     Alle Gesetzesänderungen und neuen Rechtsvorschriften
                                                                      im Bereich der Fischereipolitik gelten für die EU ab dem 60.
                             Artikel 9                                Tag nach der entsprechenden Mitteilung Kiribatis an die EU.
 Aussetzung und Wiedererteilung von Fanggenehmigungen
                                                                                                    Artikel 12
Kiribati behält sich das Recht vor, die in Artikel 1 Absatz 2
dieses Protokolls vorgesehenen Fanggenehmigungen auszuset­                                   Überprüfungsklausel
zen, wenn                                                             Nach einer zweijährigen Anwendung dieses Protokolls wird der
a) ein Schiff einen schwerwiegenden Verstoß gegen die kiriba­         Beitrag der Reeder überprüft; jeder Änderung muss von beiden
    tischen Gesetze und Bestimmungen begangen hat oder                Vertragsparteien zugestimmt werden. Das dritte Jahr der An­
                                                                      wendung dieses Protokolls gilt als Übergangsphase mit Blick
b) ein Gerichtsbeschluss in Bezug auf den Rechtsverstoß eines         auf die künftige Einführung des neuen, von den kiribatischen
    bestimmten Fischereifahrzeugs vom Reeder nicht beachtet           Behörden eingeleiteten Bewirtschaftungs- und Erhaltungsplans
    wurde. Die Fanggenehmigung wird dem Fischereifahrzeug             für den Fischereisektor.
    für die verbleibende Geltungsdauer der Genehmigung wieder
    erteilt, sobald dem Gerichtsbeschluss Folge geleistet wurde.                                    Artikel 13
                            Artikel 10                                                                Laufzeit
          Aussetzung der Anwendung des Protokolls                     Dieses Protokoll und sein Anhang gelten für eine Laufzeit von
                                                                      drei Jahren ab dem 16. September 2012, wenn es nicht gemäß
(1)     Wurden alle Möglichkeiten der Konsultation aus­               Artikel 14 dieses Protokolls gekündigt wird.
geschöpft, ohne eine gütliche Einigung zu erzielen, kann die
Anwendung dieses Protokolls auf Initiative einer der beiden                                         Artikel 14
Vertragsparteien ausgesetzt werden, wenn
                                                                                                   Kündigung
a) die Europäische Union die gemäß Artikel 2 Absatz 2 dieses
                                                                      (1)     Dieses Protokoll kann von jeder der Vertragsparteien ge­
    Protokolls vorgesehenen Zahlungen aus anderen als den in
                                                                      kündigt werden, wenn außergewöhnliche Ereignisse wie etwa
    Artikel 8 dieses Protokolls genannten Gründen unterlässt;
                                                                      die Erschöpfung der betroffenen Bestände, die Feststellung einer
b) Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Auslegung oder             geringeren Ausschöpfung der den EU-Schiffen eingeräumten
    der Anwendung dieses Protokolls auftreten;                        Fangmöglichkeiten oder die Nichterfüllung der von den Ver­
                                                                      tragsparteien beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der
c) eine der Vertragsparteien gegen die Bestimmungen dieses            illegalen, ungemeldeten und unregulierten Fischerei dies recht­
    Protokolls verstößt oder                                          fertigen.
 ---pagebreak--- L 300/6                 DE                           Amtsblatt der Europäischen Union                                    30.10.2012
(2)    Im Falle einer Kündigung dieses Protokolls teilt die kün­                                   Artikel 15
digende Vertragspartei der anderen Vertragspartei mindestens
sechs Monate vor dem Tag, an dem die Kündigung in Kraft                                     Vorläufige Anwendung
treten soll, schriftlich ihre Absicht mit, das Protokoll zu kündi­      Dieses Protokoll wird ab dem 16. September 2012 vorläufig
gen. Die Absendung der Mitteilung gemäß dem vorstehenden                angewendet.
Satz zieht Konsultationen der Vertragsparteien nach sich.
                                                                                                   Artikel 16
                                                                                                 Inkrafttreten
(3)    Die Höhe der finanziellen Gegenleistung gemäß Artikel 2          Dieses Protokoll und sein Anhang treten zu dem Zeitpunkt in
dieses Protokolls wird für das Jahr, in dem die Kündigung wirk­         Kraft, zu dem die Vertragsparteien einander den Abschluss der
sam wird, zeitanteilig entsprechend gekürzt.                            hierzu erforderlichen Verfahren notifizieren.
 ---pagebreak--- 30.10.2012          DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                               L 300/7
                                                                   ANHANG
           BEDINGUNGEN             FÜR DIE     AUSÜBUNG DER FANGTÄTIGKEITEN                  DURCH        EU-SCHIFFE      IN   DER
                                                        FISCHEREIZONE KIRIBATIS
                                                                   KAPITEL I
                                       VERWALTUNG VON FANGGENEHMIGUNGEN (LIZENZEN)
                                                                 ABSCHNITT 1
                                                                 Registrierung
           1. Bevor Schiffe der Europäischen Union in der AWZ Kiribatis fischen können, muss ihnen von den zuständigen
              kiribatischen Behörden eine Registriernummer zugeteilt werden.
           2. Anträge auf Registrierung werden auf den zu diesem Zweck von den Fischereibehörden Kiribatis ausgegeben Form­
              blättern nach dem Muster in Anlage I gestellt.
           3. Die Registrierung erfolgt nur gegen Vorlage eines Fotos des Antrag stellenden Schiffes im Format 15 x 20 cm und
              gegen Zahlung einer jährlichen Registriergebühr von 2 300 EUR je Schiff, die nach etwaigen Abzügen im Einklang mit
              Artikel 2 Absatz 7 des Protokolls auf das Konto Nr. 1 der kiribatischen Regierung zu überweisen ist.
                                                                 ABSCHNITT 2
                                                              Fanggenehmigungen
           1. Eine Fanggenehmigung für Fischereitätigkeiten in der AWZ Kiribatis kann nur für zugelassene Fischereifahrzeuge
              ausgestellt werden.
           2. Zugelassen wird ein Schiff nur, wenn dessen Reeder und dessen Kapitän allen früheren in Kiribati aus Fischereitätig­
              keiten im Rahmen des Abkommens erwachsenen Verpflichtungen nachgekommen sind. Das Schiff muss ordnungs­
              gemäß im FFA-Regionalregister der Fangschiffe und dem WCPFC-Verzeichnis der Fischereifahrzeuge eingetragen sein.
              Fischereifahrzeuge der Europäischen Union, die eine Fanggenehmigung beantragen, müssen durch einen Schiffsagenten
              mit Wohnsitz in Kiribati vertreten sein. Name, Anschrift und Kontaktnummern dieses Vertreters sind im Genehmi­
              gungsantrag anzugeben.
              Die Europäische Kommission legt dem kiribatischen Fischereiministerium für jedes Schiff, das im Rahmen des Pro­
              tokolls Fischfang betreiben will, einen Antrag vor und übersendet eine Kopie an die für Kiribati zuständige Delegation
              der Europäischen Union (nachstehend „die Delegation“).
              Für die beim kiribatischen Fischereiministerium einzureichenden Anträge ist das Formular gemäß dem Muster in
              Anlage II zu verwenden.
           3. Die kiribatischen Behörden treffen alle notwendigen Maßnahmen, um die Vertraulichkeit der mit dem Genehmigungs­
              antrag übermittelten Daten zu gewährleisten. Die Daten werden ausschließlich im Rahmen der Durchführung des
              Protokolls verwendet.
           4. Jedem Antrag auf Fanggenehmigung ist Folgendes beizufügen:
              a) die Zahlung oder ein Beleg über die Zahlung der Gebühren für die Geltungsdauer der Fanggenehmigung;
              b) eine vom Flaggenmitgliedstaat beglaubigte Kopie des Messbriefs, in dem die Tonnage des Schiffes in BRT oder BRZ
                  festgesetzt ist;
              c) alle sonstigen Unterlagen oder Bescheinigungen, die nach den für den jeweiligen Schiffstyp geltenden besonderen
                  Bestimmungen gemäß dem Protokoll erforderlich sind;
              d) eine Bescheinigung, dass das Schiff ordnungsgemäß im FFA-Regionalregister der Fangschiffe und dem WCPFC-
                  Verzeichnis der Fischereifahrzeuge eingetragen ist;
              e) eine Kopie des für die gesamte Geltungsdauer der Fanggenehmigung gültigen Versicherungsnachweises in englischer
                  Sprache;
              f) eine jährliche Gebühr von 2 300 EUR pro Schiff als Beitrag zum Beobachterprogramm.
           5. Alle Gebühren, mit Ausnahme des Beitrags zum Beobachterprogramm, sind nach etwaigen Abzügen im Einklang mit
              Artikel 2 Absatz 7 des Protokolls auf das Konto Nr. 1 der kiribatischen Regierung zu überweisen.
              Die Gebühren umfassen alle nationalen und lokalen Abgaben mit Ausnahme der Hafengebühren sowie der Dienst­
              leistungs- und Umladegebühren.
              Die Fanggenehmigungen werden den Reedern für alle Schiffe sowohl in elektronischer als auch in gedruckter Form
              (mit elektronischer Kopie an die Europäische Kommission und die Delegation) binnen 15 Arbeitstagen nach Eingang
              aller unter Absatz 4 genannten Unterlagen durch das kiribatische Fischereiministerium zugestellt. Nach Eingang der
              gedruckten Fassung ersetzt diese die elektronische Kopie.
 ---pagebreak--- L 300/8          DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                              30.10.2012
        6. Die Fanggenehmigungen werden jeweils auf ein bestimmtes Schiff ausgestellt und sind nicht übertragbar.
        7. Auf Antrag der Europäischen Union und bei nachweislichem Vorliegen höherer Gewalt wird die Fanggenehmigung
           eines Schiffes für die verbleibende Geltungsdauer der Genehmigung durch eine neue Fanggenehmigung für ein anderes
           Schiff mit ähnlichen Merkmalen ersetzt, ohne dass erneut eine Gebühr fällig wird. Bei der Ermittlung der Gesamt­
           fangmengen der EU-Schiffe zwecks Feststellung, ob die Europäische Union Nachzahlungen gemäß Artikel 2 Absatz 4
           des Protokolls zu leisten hat, werden die Gesamtfangmengen beider Schiffe berücksichtigt.
           Der Reeder des zu ersetzenden Fischereifahrzeugs sendet die ungültig gewordene Fanggenehmigung über die Delega­
           tion an die zuständigen kiribatischen Behörden zurück.
           Die neue Fanggenehmigung gilt ab dem Tag ihrer Ausstellung durch das kiribatische Fischereiministerium und ist für
           die verbleibende Geltungsdauer der ersten Fanggenehmigung gültig. Die Delegation wird über die Ausstellung der
           neuen Fanggenehmigung unterrichtet.
        8. Die Fanggenehmigung ist unbeschadet der Bestimmungen von Kapitel V Abschnitt 3 dieses Anhangs jederzeit an Bord
           des Schiffes mitzuführen und deutlich sichtbar im Ruderhaus anzubringen. Während eines angemessenen Zeitraums
           nach Ausstellung der Genehmigung, der 45 Tage nicht überschreiten darf, gilt, solange das Schiff auf die Zustellung
           der Originalfanggenehmigung wartet, für Überwachungszwecke und in Bezug auf die Durchführung dieses Abkom­
           mens ein elektronisch übermitteltes Dokument oder ein anderes von den kiribatischen Behörden zugelassenes Doku­
           ment als hinreichender Nachweis des Vorhandenseins einer gültigen Fanggenehmigung. Das elektronisch übermittelte
           Dokument ist nach deren Eingang durch die gedruckte Fassung zu ersetzen.
        9. Die beiden Vertragsparteien kommen überein, die Einrichtung eines Fanggenehmigungssystems zu fördern, bei dem
           alle oben genannten Informationen und Dokumente ausschließlich elektronisch ausgetauscht werden. Die beiden
           Vertragsparteien vereinbaren ferner, dafür zu sorgen, dass die Fanggenehmigung in Papierform umgehend durch ein
           elektronisches Äquivalent wie die Liste der für den Fischfang in der AWZ Kiribatis zugelassenen Fischereifahrzeuge
           gemäß Ziffer 1 dieses Abschnitts ersetzt wird.
                                                              ABSCHNITT 3
                                   Regelung der fanggenehmigung – gebühren und vorauszahlungen
        1. Die Fanggenehmigungen gelten für ein Jahr. Sie können jeweils um ein weiteres Jahr verlängert werden. Die Ver­
           längerungsmöglichkeit besteht vorbehaltlich der verfügbaren Fangmöglichkeiten nach Maßgabe des Protokolls.
        2. Die Gebühr für die Fanggenehmigung wird auf 35 EUR je Tonne Fisch festgesetzt, die in der AWZ Kiribatis gefangen
           wird.
        3. Die Fanggenehmigungen werden ausgestellt, sobald die Reeder nachstehende Pauschalbeträge im Einklang mit Artikel 2
           Absatz 7 des Protokolls auf das Konto Nr. 1 der kiribatischen Regierung eingezahlt haben:
           a) 131 250 EUR pro Thunfischwadenfänger und
           b) 15 000 EUR pro Oberflächen-Langleiner.
        4. Zu dem unter Ziffer 3 dieses Abschnitts genannten Betrag kommt ein spezieller Betrag für Fanggenehmigungen in
           Höhe von 300 000 EUR pro Thunfischwadenfänger hinzu, der von den Reedern im Einklang mit Artikel 2 Absatz 7
           des Protokolls auf das Konto Nr. 1 der kiribatischen Regierung einzuzahlen ist.
        5. Die endgültige Abrechnung der für ein Fischwirtschaftsjahr fälligen Gebühren wird von der Europäischen Kommission
           bis spätestens 30. Juni eines jeden Jahres für die Fangmengen des Vorjahres auf der Grundlage der Fangmeldungen
           erstellt, die von allen Reedern abgegeben wurden. Die Daten müssen von den für die Überprüfung der Fangangaben
           zuständigen wissenschaftlichen Instituten der Europäischen Union, d. h. dem IRD (Institut de Recherche pour le
           Développement — Forschungsinstitut für Entwicklung), dem IEO (Instituto Español de Oceanografía — Spanisches
           Ozeanographisches Institut) oder dem IPIMAR (Instituto Português de Investigação Marítima — Portugiesisches Institut
           für Meeresforschung), bestätigt werden.
        6. Die von der Europäischen Kommission erstellte Abrechnung wird dem kiribatischen Fischereiministerium zur Über­
           prüfung und Genehmigung übermittelt.
           Die kiribatischen Behörden können die Abrechnung innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt anfechten und bei Uneinig­
           keit die Einberufung einer Sondersitzung des Gemischten Ausschusses gemäß Artikel 9 Absatz 2 des Abkommens
           beantragen.
           Wird innerhalb von 30 Tagen kein Einspruch erhoben, gilt die Abrechnung als von den kiribatischen Behörden
           angenommen.
        7. Die endgültige Abrechnung wird umgehend an das kiribatische Fischereiministerium, die Delegation und die Reeder
           übermittelt.
           Die Reeder überweisen etwaige Nachzahlungen an die zuständigen kiribatischen Behörden bis spätestens fünfund­
           vierzig (45) Tage nach Erhalt der bestätigten Endabrechnung nach etwaigen Abzügen im Einklang mit Artikel 2 Absatz
           7 des Protokolls auf das Konto Nr. 1 der kiribatischen Regierung.
        8. Fällt die endgültige Abrechnung hingegen niedriger aus als der unter Ziffer 3 genannte Vorauszahlungsbetrag, wird die
           Differenz dem Reeder nicht erstattet.
 ---pagebreak--- 30.10.2012          DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                               L 300/9
           9. Werden die Fangmöglichkeiten aufgrund einer neuen Schließung eines erheblichen Teils der AWZ Kiribatis einge­
              schränkt, kann die Reedergebühr nach Konsultationen der beiden Vertragsparteien im Gemischten Ausschuss pro­
              portional und zeitanteilig entsprechend angepasst werden.
                                                                   KAPITEL II
                                                     FANGGEBIETE UND -TÄTIGKEITEN
                                                                 ABSCHNITT 1
                                                                  Fanggebiete
           1. Die in Artikel 1 des Protokolls genannten Schiffe sind berechtigt, in der AWZ Kiribatis mit Ausnahme der gemäß der
              Karte 83005-FLC als Schutz- oder Sperrgebiete ausgewiesenen Bereiche im Einklang mit den kiribatischen Gesetzen
              und Bestimmungen Fischfang zu betreiben.
           2. Kiribati unterrichtet die Europäische Kommission unmittelbar nach deren Annahme über jede Änderung der genannten
              Schutz- oder Sperrgebiete.
           3. Die Fischerei innerhalb von zwölf Seemeilen von der Basislinie sowie innerhalb von einer Seemeile um jedes verankerte
              Fischsammelgerät (fish-aggregating device — FAD), dessen Standort mit geografischen Koordinaten von einer anderen
              natürlichen oder juristischen Person mitgeteilt wird, ist in jedem Fall untersagt. Ringwadenfängern ist darüber hinaus
              der Fischfang in den Gebieten innerhalb von 60 Seemeilen von den Basislinien der Inseln Tarawa, Kanton und
              Kiritimati sowie um jedes der auf der Karte gemäß Ziffer 1 dieses Abschnitts ausgewiesenen Unterwasserriffe untersagt.
                                                                 ABSCHNITT 2
                                                                Fangtätigkeiten
           1. Zulässig ist nur die Fischerei auf die in Artikel 1 des Protokolls festgelegten Arten durch Ringwadenfänger und
              Langleiner. Alle ungewollten Beifänge von nicht in Artikel 1 des Protokolls aufgeführten Fischarten werden gemäß
              Kapitel III dieses Anhangs an die kiribatischen Behörden gemeldet.
           2. Die Fangtätigkeiten der EU-Schiffe werden in Übereinstimmung mit den Anforderungen der von der WCPFC erarbei­
              teten Erhaltungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen durchgeführt.
           3. Grundfischerei und Korallenfischerei sind in der AWZ Kiribatis verboten.
           4. Die Schiffe der Europäischen Union führen ihre Fangtätigkeit so aus, dass die traditionelle lokale Fischerei nicht
              behindert wird, und setzen alle Schildkröten, Meeressäuger, Seevögel und Rifffische in einer Weise frei, die diesen
              Beifängen größtmögliche Überlebenschancen bietet.
           5. Die Schiffe der Europäischen Union, ihre Kapitäne und Betreiber führen alle Fangtätigkeiten so durch, dass die Fang­
              tätigkeiten anderer Fischereifahrzeuge nicht gestört werden und Beeinträchtigungen des Fanggeräts anderer Fischerei­
              fahrzeuge ausgeschlossen sind.
                                                                  KAPITEL III
                                                               ÜBERWACHUNG
                                                                 ABSCHNITT 1
                                                              Fangaufzeichnungen
           1. Die Schiffskapitäne verzeichnen in ihren Fanglogbüchern alle Informationen, die in den Anlagen IIIA und IIIB auf­
              geführt sind. Ab dem 1. Januar 2010 übermitteln Schiffe mit einer Länge von mehr als 24 Metern ihre Fang-/Log­
              buchdaten elektronisch; für Schiffe von mehr als 12 Metern Länge gilt dies schrittweise ab 2012. Die Vertragsparteien
              bemühen sich um eine gemeinsame Förderung der Einrichtung eines Systems von Fangmeldungen, bei dem alle oben
              genannten Informationen ausschließlich elektronisch ausgetauscht werden. Die beiden Vertragsparteien vereinbaren
              ferner, darauf hinzuarbeiten, dass die Logbuch-Formulare in Papierform zügig durch entsprechende elektronische
              Formate ersetzt werden.
           2. Tätigt ein Schiff an einem bestimmten Tag keinen Hol oder wird ein erfolgloser Hol getätigt, ist der Schiffskapitän
              verpflichtet, dies in das Logbuch-Formular des betreffenden Tages einzutragen. An Tagen ohne Fangtätigkeiten (vor
              Mitternacht Ortszeit des betreffenden Tages) muss das Logbuch des Schiffes ausweisen, dass keine Fangtätigkeit statt­
              gefunden hat.
           3. Datum und Uhrzeit der Einfahrt in die bzw. Ausfahrt aus der AWZ Kiribatis sind unverzüglich nach der Einfahrt in die
              bzw. Ausfahrt aus der AWZ Kiribatis im Logbuch zu verzeichnen.
           4. Bei unerwünschtem Beifang anderer als den in Artikel 1 des Protokolls genannten Arten verzeichnen die EU-Schiffe die
              Art der gefangenen Fische sowie die Größe und Menge jeder Art nach Gewicht oder Anzahl (wie im Logbuch
              spezifiziert) und ob der Fang an Bord behalten oder ins Meer zurückgeworfen wurde.
           5. Das Logbuch-Formular ist täglich leserlich auszufüllen und vom Kapitän des Fischereifahrzeugs bis spätestens um
              23:59 Uhr eines jeden Tages zu unterzeichnen.
 ---pagebreak--- L 300/10          DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                                 30.10.2012
                                                                ABSCHNITT 2
                                                               Fangmeldungen
         1. Im Sinne dieses Anhangs ist die Dauer einer Fangreise eines EU-Schiffs wie folgt definiert:
            a) die Zeit zwischen einer Einfahrt in die und der Ausfahrt aus der AWZ Kiribatis oder
            b) die Zeit zwischen einer Einfahrt in die AWZ Kiribatis und einer Umladung oder
            c) die Zeit zwischen einer Einfahrt in die AWZ Kiribatis und einer Anlandung in einem bezeichneten kiribatischen
                Hafen.
         2. Alle Fischereifahrzeuge der Europäischen Union, die im Rahmen des Abkommens in der AWZ Kiribatis Fischfang
            betreiben dürfen, melden ihre Fänge wie folgt mit Hilfe des Logbuchblattes an das kiribatische Fischereiministerium:
            a) Alle unterzeichneten Logbuchblätter werden innerhalb von fünf Tagen nach jeder Anlandung oder Umladung auf
                elektronischem oder anderem Weg durch das Fischereiüberwachungszentrum des Flaggenmitgliedstaats an das
                Fischereiüberwachungszentrum Kiribatis und die Europäische Kommission übermittelt.
            b) Der Kapitän übermittelt auf elektronischem oder anderem Weg wöchentliche Fangmeldungen mit den in Anlage IV
                Teil 3 aufgeführten Angaben an das kiribatische Fischereiministerium und die Europäische Kommission. Die
                wöchentlichen Positions- und Fangmeldungen sind bis zum Ende der Anlandung oder Umladung an Bord mit­
                zuführen.
         3. Einfahrt in die Fischereizone und Ausfahrt:
            a) Die Fischereifahrzeuge der Europäischen Union informieren das kiribatische Fischereiministerium mindestens 24
                Stunden im Voraus über ihre Absicht, in die AWZ Kiribatis einzufahren; bei Ausfahrt erfolgt die entsprechende
                Meldung umgehend. Sobald die Schiffe der Europäischen Union in die AWZ Kiribatis einfahren, benachrichtigen sie
                das kiribatische Fischereiministerium per Fax oder E-Mail unter Verwendung des Formblatts gemäß Anlage IV oder
                über Funk.
            b) Bei der Mitteilung seiner Ausfahrt teilt jedes Schiff außerdem unter Verwendung des Formblatts gemäß Anlage IV
                seine Position sowie die Mengen und Arten der an Bord befindlichen Fänge mit. Diese Meldungen erfolgen per Fax,
                E-Mail oder Funk.
         4. Betreibt ein Schiff Fischfang, ohne das kiribatische Fischereiministerium informiert zu haben, wird es als Schiff ohne
            Fanggenehmigung betrachtet.
         5. Bei Erteilung der Fanggenehmigung werden den Schiffen auch die Fax- und Telefonnummern sowie die E-Mail-Adresse
            des kiribatischen Fischereiministeriums mitgeteilt.
         6. Alle EU-Schiffe stellen die Logbuchblätter und Fangmeldungen umgehend für Inspektionen durch amtliche Kontrol­
            leure und andere Personen und Einrichtungen zur Verfügung, die sich eindeutig durch eine anerkannte ID-Karte als
            Inspektoren ausweisen, die von den kiribatischen Behörden zur Durchführung von Anbordnahme- und Inspektions­
            verfahren ermächtigt wurden.
                                                                ABSCHNITT 3
                                                     Schiffsüberwachungssystem (VMS)
         1. Für ihre Fangtätigkeit in der AWZ Kiribatis müssen alle EU-Schiffe für die Überwachung mithilfe des Schiffsüber­
            wachungssystems (VMS) der Forum Fisheries Agency (FFA), das derzeit in der AWZ Kiribatis angewandt wird, aus­
            gerüstet sein. Jedes EU-Schiff muss stets eine ordnungsgemäß installierte, gewartete und jederzeit betriebsfähige mobile
            Übertragungseinheit (MTU), die von der FFA zugelassen wurde, an Bord haben.
         2. Das Schiff und der Betreiber verpflichten sich, außer zum Zwecke eventuell erforderlicher Wartungs- und Reparatur­
            maßnahmen keine installierte MTU zu manipulieren, zu entfernen oder entfernen zu lassen. Der Betreiber und das
            Schiff übernehmen die Anschaffungs-, Wartungs- und Betriebskosten der MTU und arbeiten bei deren Betrieb uneinge­
            schränkt mit den kiribatischen Behörden zusammen (Einzelheiten siehe Anlage V).
         3. Unbeschadet der Bestimmungen von Ziffer 1 können die Vertragsparteien alternative, mit dem VMS der WCPFC
            kompatible VMS in Erwägung ziehen.
         4. Die an das kiribatische FÜZ übertragenen Daten dürfen lediglich für Kontrollzwecke in der AWZ Kiribatis genutzt
            werden. Die VMS-Daten dürfen in keinerlei Form zu Kontroll- oder anderen Zwecken außerhalb der AWZ Kiribatis an
            Dritte weitergeleitet, verkauft oder diesen angeboten werden.
         5. Die vorstehende Ziffer gilt nicht für WCPFC-Verpflichtungen hinsichtlich Beobachtungs-, Kontroll- und Überwachungs­
            tätigkeiten auf Hoher See im WCPFC-Übereinkommensbereich.
                                                                ABSCHNITT 4
                                                                 Anlandung
         1. Alle Schiffe der Europäischen Union, die Fänge in kiribatischen Häfen anlanden wollen, tun dies in den zu diesem
            Zweck bezeichneten Häfen Kiribatis. Eine Liste der bezeichneten Häfen findet sich in Anlage VI.
 ---pagebreak--- 30.10.2012         DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                                 L 300/11
           2. Die Reeder dieser Schiffe müssen dem kiribatischen Fischereiministerium und dem FÜZ des Flaggenmitgliedstaats
              mindestens 48 Stunden im Voraus die folgenden Angaben unter Verwendung des Formblattes gemäß Anlage IV
              Teil 4 übermitteln. Erfolgt die Anlandung in einem Hafen außerhalb der AWZ Kiribatis, ergeht die Meldung ent­
              sprechend den vorstehenden Bedingungen an den Hafenstaat, in dem die Anlandung erfolgen wird, und an das FÜZ
              des Flaggenmitgliedstaats.
           3. Die Kapitäne der EU-Schiffe, die Fänge in einem kiribatischen Hafen anlanden, gestatten die Kontrolle dieser Tätig­
              keiten durch ermächtigte kiribatische Inspektoren und unterstützen diese dabei. Nach Abschluss der Kontrolle wird
              dem Schiffskapitän eine Bescheinigung ausgehändigt.
                                                                 ABSCHNITT 5
                                                                    Umladung
           1. Schiffe der Europäischen Union, die Fänge in kiribatischen Gewässern umladen wollen, tun dies in den zu diesem
              Zweck bezeichneten Häfen Kiribatis. Eine Liste der bezeichneten Häfen findet sich in Anlage VI.
           2. Die Reeder dieser Schiffe müssen dem kiribatischen Fischereiministerium mindestens 48 Stunden im Voraus die
              folgenden Angaben übermitteln.
           3. Das Umladen gilt als Ende einer Fangreise. Die Schiffe müssen dem kiribatischen Fischereiministerium folglich die
              Fangmeldungen vorlegen und mitteilen, ob sie beabsichtigen, den Fischfang fortzusetzen oder die AWZ Kiribatis zu
              verlassen.
           4. Schiffe der Europäischen Union, die in der AWZ Kiribatis Fischfang betreiben, nehmen unter keinen Umständen eine
              Umladung auf See vor.
           5. Alle hier nicht aufgeführten Umladevorgänge sind in der AWZ Kiribatis verboten. Verstöße gegen diese Bestimmung
              werden nach Maßgabe der geltenden kiribatischen Gesetze und Bestimmungen geahndet.
           6. Die Kapitäne der EU-Schiffe, die Fänge in einem kiribatischen Hafen umladen, gestatten die Kontrolle dieser Tätigkeiten
              durch ermächtigte kiribatische Inspektoren und unterstützen diese dabei. Nach Abschluss der Kontrolle wird dem
              Schiffskapitän eine Bescheinigung ausgehändigt.
                                                                   KAPITEL IV
                                                                BEOBACHTER
            1. Zum Zeitpunkt der Beantragung einer Fanggenehmigung zahlt jedes betroffene EU-Schiff gemäß Kapitel I Abschnitt 2
               Ziffer 4 Buchstabe f eine für das Beobachterprogramm bestimmte Gebühr auf das Konto Nr. 4 der kiribatischen
               Regierung.
            2. EU-Schiffe, die im Rahmen des Abkommens in der AWZ Kiribatis Fischfang betreiben dürfen, nehmen unter den
               nachstehenden Bedingungen Beobachter an Bord:
                A. Ringwadenfänger:
                   An Bord der Ringwadenfänger der Europäischen Union befindet sich zu jeder Zeit während ihrer Fangtätigkeit in
                   der AWZ Kiribatis ein Beobachter des im Rahmen des Regionalen Beobachterprogramms der WCPFC (WCPFC
                   ROP) genehmigten Fischerei-Beobachterprogramms Kiribatis oder ein vom WCPFC ROP ermächtigter Beobachter
                   oder ein IATTC-Beobachter, der im Rahmen der Vereinbarung zwischen der WCPFC und der IATTC über die
                   gegenseitige Einsetzung anerkannter Beobachter benannt wurde. Die betreffenden Reeder oder ihre Vertreter teilen
                   dem kiribatischen Fischereiministerium unverzüglich den Namen des Beobachters und das entsprechende Be­
                   obachterprogramm mit.
                B. Langleiner:
                   a) Das kiribatische Fischereiministerium setzt jedes Jahr ausgehend von der Anzahl der in der AWZ Kiribatis
                      fangberechtigten Schiffe und der Bestandslage bei den Zielbeständen dieser Schiffe den Anwendungsbereich des
                      Programms zur Beobachtung an Bord fest. Das Ministerium bestimmt entsprechend die Anzahl bzw. den
                      prozentualen Anteil der Schiffe, die einen Beobachter an Bord nehmen müssen. Als Grundlage dient das
                      WCPFC ROP, und die Anwesenheit von Beobachtern richtet sich nach den darin enthaltenen Vorgaben für
                      die AWZ Kiribatis.
                   b) Das kiribatische Fischereiministerium erstellt eine Liste der Schiffe, die einen Beobachter an Bord nehmen, und
                      eine Liste ermächtigter Beobachter gemäß Ziffer 2 Buchstabe A. Diese Listen werden ständig auf dem neuesten
                      Stand gehalten. Sie werden der Europäischen Kommission sofort nach Erstellung und anschließend alle drei
                      Monate mit etwaigen Aktualisierungen übermittelt.
                   c) Der betreffende Reeder oder sein Vertreter ergreift die erforderlichen Maßnahmen, um den von Kiribati gemäß
                      vorstehenden Buchstaben a und b festgelegten Anforderungen zu entsprechen, und informiert das kiribatische
                      Fischereiministerium spätestens fünfzehn (15) Tage vor dem geplanten Anbordgehen des Beobachters über
                      seine Absicht, einen ermächtigten Beobachter an Bord zu nehmen, dessen Name dann so bald wie möglich
                      mitzuteilen ist.
                   d) Die Dauer der Anwesenheit von Beobachtern an Bord wird vom kiribatischen Fischereiministerium festgesetzt,
                      übersteigt in der Regel jedoch nicht die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderliche Zeit. Das kiribatische
                      Fischereiministerium informiert die Reeder oder ihre Vertreter entsprechend, wenn es ihnen den Namen des
                      für das betreffende Schiff bestellten Beobachters mitteilt.
 ---pagebreak--- L 300/12          DE                                  Amtsblatt der Europäischen Union                                               30.10.2012
          3. Vorbehaltlich der Bestimmungen von Ziffer 2 Buchstabe A dieses Kapitels teilen die betreffenden Reeder zehn Tage
             vor dem Datum der geplanten Anbordnahme zu Beginn einer Fangreise die für die Übernahme der Beobachter
             vorgesehenen Daten und Häfen mit.
          4. Werden Beobachter in einem ausländischen Hafen an Bord genommen, so übernimmt der Reeder deren Reisekosten.
             Verlässt ein Schiff mit einem kiribatischen Beobachter an Bord die AWZ Kiribatis, so sind alle geeigneten Maß­
             nahmen zu treffen, damit der Beobachter möglichst unverzüglich nach Kiribati zurückkehren kann, wobei die Kosten
             zulasten des Reeders gehen.
          5. Findet sich der Beobachter nicht binnen sechs (6) Stunden nach dem vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort ein,
             so ist der Reeder nicht länger verpflichtet, diesen Beobachter an Bord zu nehmen.
          6. Der Beobachter wird wie ein Offizier behandelt. Er hat folgende Aufgaben:
             a) er beobachtet die Fangtätigkeiten der Schiffe;
             b) er überprüft die Position der Schiffe beim Fischfang;
             c) er nimmt im Rahmen wissenschaftlicher Programme biologische Proben;
             d) er erstellt eine Übersicht der verwendeten Fanggeräte;
             e) er überprüft die Logbucheinträge zu den in der AWZ Kiribatis getätigten Fängen;
             f) er überprüft den prozentualen Anteil der Beifänge und nimmt eine Schätzung der zurückgeworfenen Mengen an
                 marktfähigen Fischen, Krebstieren, Kopffüßern und Meeressäugern vor;
             g) er übermittelt einmal wöchentlich per Funk oder auf anderem Weg die Fangangaben, einschließlich der an Bord
                 befindlichen Mengen an Zielarten und Beifängen.
          7. Die Kapitäne erlauben den befugten Beobachtern, an Bord ihrer für die AWZ Kiribatis zugelassenen und dort tätigen
             Fischereifahrzeuge zu kommen, und treffen alle ihnen obliegenden Vorkehrungen, um Sicherheit und Wohlergehen
             der Beobachter bei der Ausübung ihrer Aufgaben zu gewährleisten:
             a) der Kapitän erlaubt dem befugten Beobachter, zu wissenschaftlichen, Überwachungs- und sonstigen Zwecken an
                 Bord zu kommen, und unterstützt ihn bei der Ausübung seiner Tätigkeit;
             b) der Kapitän sorgt dafür, dass der befugte Beobachter uneingeschränkt alle Einrichtungen an Bord, die er zur
                 Wahrnehmung seiner Aufgaben für nötig erachtet, nutzen kann;
             c) die Beobachter haben Zugang zur Brücke, zu dem an Bord befindlichen Fisch und zu den Räumen, in denen Fisch
                 gelagert, verarbeitet, gewogen und aufbewahrt wird;
             d) die Beobachter dürfen in angemessenem Umfang Proben nehmen und erhalten uneingeschränkt Einsicht in die
                 Bücher des Schiffs, einschließlich des Logbuchs, der Fangberichte sowie anderer Unterlagen, die kontrolliert und
                 kopiert werden dürfen;
             e) die Beobachter erhalten Zugang zu allen weiteren Informationen über die Fischerei in der AWZ Kiribatis.
          8. Während ihres Aufenthalts an Bord
             a) sorgen die Beobachter durch geeignete Maßnahmen dafür, dass ihre Anwesenheit an Bord den normalen Schiffs­
                 betrieb nicht behindert und
             b) gehen mit den an Bord befindlichen Gegenständen und Ausrüstungen sorgfältig um und wahren die Vertraulich­
                 keit sämtlicher Schiffsdokumente.
          9. Während ihres Aufenthalts an Bord können Beobachter,
             a) uneingeschränkt alle Einrichtungen an Bord, die der Beobachter zur Wahrnehmung seiner Aufgaben als erforder­
                 lich erachtet, unter Einhaltung aller Verfahrens- und Betriebsvorschriften für die Schiffseinrichtungen nutzen,
                 einschließlich uneingeschränktem Zugang zur Brücke, zu dem an Bord befindlichen Fisch und zu den Räumen,
                 in denen Fisch aufbewahrt, verarbeitet, gewogen und gelagert wird;
             b) ihre Aufgaben wahrzunehmen, ohne angegriffen, eingeschränkt, behindert, hingehalten, eingeschüchtert oder bei
                 der Erfüllung ihrer Pflichten anderweitig gestört zu werden.
         10. Beobachterbericht:
             a) unabhängig davon, ob die Fangreise gemäß der Definition in Kapitel III Abschnitt 2 Ziffer 1 dieses Anhangs
                 beendet ist, wird am Ende des Beobachtungszeitraums, sobald der Beobachter von Bord gegangen ist und gegen­
                 über dem Beobachterprogramm Bericht erstattet hat, ein endgültiger Bericht über alle Fangtätigkeiten, einschließ­
                 lich festgestellter Verstöße, erstellt und von dem Beobachterprogramm an den Reeder und/oder seine Vertreter
                 sowie in Kopie an die Delegation weitergeleitet, damit ihn der Kapitän des betreffenden Schiffes gegebenenfalls mit
                 Anmerkungen versehen kann;
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                b) unbeschadet der Bestimmungen unter Ziffer 10 Buchstabe a wird, sobald der Beobachter von Bord gegangen ist,
                   dem Schiffskapitän oder dem Reeder bzw. seinem Vertreter vom Beobachterprogramm ein vorläufiger Bericht mit
                   einer Zusammenfassung der Fangtätigkeiten, einschließlich festgestellter Verstöße, zur Verfügung gestellt, damit er
                   ihn gegebenenfalls mit Anmerkungen versehen kann;
                c) das Beobachterprogramm stellt sicher, dass der endgültige Bericht an die Europäische Kommission, die zuständige
                   Behörde des Flaggenstaats und den Reeder oder seine Vertreter übermittelt wird; disese Übermittlung muss
                   innerhalb von 30 Arbeitstagen erfolgen, nachdem der Beobachter von Bord gegangen ist.
           11. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung der Beobachter unter denselben Bedingungen wie für die Schiffsoffiziere
                gehen zulasten des Reeders.
           12. Die Vergütung und die Sozialabgaben des Beobachters gehen zulasten der kiribatischen Behörden, wenn sich das
                Schiff in der AWZ Kiribatis befindet.
                                                                    KAPITEL V
                                                  ÜBERWACHUNG UND DURCHSETZUNG
                                                                  ABSCHNITT 1
                                                                Schiffskennzeichen
           1. Aus Gründen der Fischerei- und der Schiffssicherheit muss jedes Schiff gemäß den Standardspezifikationen der
              Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die Kennzeichnung und Identifikation
              von Fischereifahrzeugen gekennzeichnet sein.
           2. Der Buchstabe oder die Buchstaben des Hafens oder des Distrikts, in dem das Schiff registriert ist, und die Nummer(n),
              unter der/denen es registriert ist, sind auf beiden Seiten des Bugs so hoch wie möglich über der Wasseroberfläche in
              einer Kontrastfarbe zum Untergrund so aufzumalen oder anzubringen, dass sie von See und aus der Luft deutlich
              erkennbar sind. Der Name des Schiffs und seines Registrierhafens sind ebenfalls an Bug und Heck des Schiffes
              aufzumalen.
           3. Kiribati und die Europäische Union können gegebenenfalls verlangen, dass das internationale Rufzeichen (IRCS), die
              Nummer der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) oder die äußeren Registrierbuchstaben und -nummern
              auf dem Dach des Ruderhauses in einer Kontrastfarbe zum Untergrund so angebracht werden, dass sie aus der Luft
              deutlich erkennbar sind:
              a) die Kontrastfarben sind weiß und schwarz und
              b) die am Schiffsrumpf aufgemalten oder angebrachten äußeren Registrierbuchstaben und -nummern dürfen nicht
                  unleserlich oder entfernbar sein und nicht ausgelöscht, geändert, verdeckt oder verborgen werden.
           4. Jedes Schiff, dessen Name und Rufzeichen oder Signalbuchstaben nicht in der vorgeschriebenen Weise angegeben sind,
              kann zwecks weiterer Untersuchungen in einen kiribatischen Hafen begleitet werden.
           5. Der Betreiber gewährleistet die laufende Überwachung der internationalen Not- und Ruffrequenz (2 182) kHz (HF)
              und/oder der internationalen Sicherheits- und Ruffrequenz (156,8) MHz (Kanal 16, VHF-FM) zur Erleichterung der
              Kommunikation mit Fischereimanagement, -kontrolle und -überwachung der kiribatischen Behörden.
           6. Der Betreiber trägt dafür Sorge, dass sich eine aktuelle Ausgabe des Internationalen Signalbuchs (INTERCO) an Bord
              befindet und jederzeit zugänglich ist.
                                                                  ABSCHNITT 2
                                            Kommunikation mit kiribatischen patrouillenschiffen
           1. Die Kommunikation zwischen den zugelassenen Fischereifahrzeugen und den Patrouillenschiffen der Regierung erfolgt
              nach dem internationalen Signalcode:
              Internationaler Signalcode — Bedeutung:
              L               Bringen Sie Ihr Fahrzeug sofort zum Stehen.
              SQ3             Stoppen Sie oder drehen Sie bei; ich möchte an Bord kommen.
              QN              Kommen Sie an Steuerbord längsseits.
              QN1             Kommen Sie an Backbord längsseits.
              TD2             Sind Sie ein Fischereifahrzeug?
              C               Ja
              N               Nein
              QR              Ich kann nicht längsseits kommen.
              QP              Ich werde längsseits kommen.
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         2. Kiribati erstellt für die Europäische Kommission eine Liste aller Patrouillenschiffe, die zu Fischereiüberwachungszwe­
            cken eingesetzt werden. Diese Liste enthält alle Angaben zu diesen Schiffen, und zwar: Name, Flagge, Typ, Foto, äußere
            Kennzeichen, internationales Rufzeichen (IRCS) und Kommunikationsfähigkeit.
         3. Patrouillenschiffe sind deutlich als in Diensten der Regierung stehend gekennzeichnet und als solche erkennbar.
                                                                   ABSCHNITT 3
                                                            Liste der fischereifahrzeuge
         Die Europäische Kommission führt eine stets aktuelle Liste der Fischereifahrzeuge, denen eine Fanggenehmigung gemäß
         den Bestimmungen des vorliegenden Protokolls ausgestellt wurde. Diese Liste wird den für die Fischereiüberwachung
         zuständigen kiribatischen Behörden nach ihrer Aufstellung und nach jeder Aktualisierung übermittelt.
                                                                   ABSCHNITT 4
                                                     Geltende gesetze und bestimmungen
         Die Schiffe und ihre Betreiber sind verpflichtet, die Bestimmungen dieses Anhangs sowie die kiribatischen Gesetze und
         Bestimmungen strikt einzuhalten. Dies gilt auch für internationale Verträge, Konventionen und Fischereiabkommen, die
         sowohl von Kiribati als auch der Europäischen Union unterzeichnet wurden. Die Nichteinhaltung der Bestimmungen
         dieses Anhangs und/oder der kiribatischen Gesetze und Bestimmungen wird mit erheblichen Geldstrafen und anderen
         zivil- und strafrechtlichen Maßnahmen geahndet.
                                                                   ABSCHNITT 5
                                                                 Kontrollverfahren
         1. Kapitäne von EU-Schiffen, die in der AWZ Kiribatis Fischfang betreiben, gestatten jedem mit der Kontrolle und
            Überwachung der Fischereitätigkeiten beauftragten kiribatischen Beamten während des Aufenthalts in der AWZ Kiri­
            batis jederzeit, an Bord zu kommen, und unterstützen ihn bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.
         2. Um sicherere Inspektionsverfahren zu ermöglichen, sollten vor dem Anbordgehen die Identität des Inspektionsschiffs
            und der Name des Kontrolleurs an das betreffende Schiff gemeldet werden.
         3. Die amtlichen Kontrolleure erhalten uneingeschränkt Einsicht in die Bücher des Schiffes, einschließlich des Logbuchs,
            der Fangberichte sowie anderer Unterlagen und Datenträger zur Speicherung und Archivierung von Daten. Der Kapitän
            des Schiffs erlaubt den amtlichen Kontrolleuren, von den kiribatischen Behörden ausgestellte Genehmigungen oder
            andere gemäß dem Abkommen erforderliche Unterlagen mit Anmerkungen zu versehen.
         4. Der Kapitän befolgt unverzüglich alle angemessenen Weisungen der amtlichen Kontrolleure, sorgt für deren sicheres
            Anbordgehen und unterstützt die Inspektion des Fischereifahrzeugs, der Fanggeräte, Ausrüstung, Bücher, Fische und
            Fischereierzeugnisse.
         5. Der Kapitän und die Besatzungsmitglieder des Schiffes unterlassen jede Art von Aggression, Behinderung, Widerstand,
            Verzögerung, Verweigerung des Anbordkommens, Einschüchterung oder Beeinträchtigung der amtlichen Kontrolleure
            bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.
         6. Die Anwesenheit der Kontrolleure an Bord darf die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderliche Zeit nicht überschreiten.
         7. Bei Nichteinhaltung der Bestimmungen dieses Kapitels behält sich Kiribati das Recht vor, die Fanggenehmigung des
            betreffenden Schiffes bis zur Erfüllung der Auflagen auszusetzen und die in den geltenden kiribatischen Gesetzen und
            Bestimmungen vorgesehene Strafe zu verhängen. Die Europäische Kommission wird hiervon unterrichtet.
         8. Nach abgeschlossener Inspektion wird dem Kapitän des Fischereifahrzeugs eine Bescheinigung ausgestellt.
         9. Kiribati stellt sicher, dass alle Mitarbeiter, die unmittelbar an der Kontrolle von Fischereifahrzeugen im Rahmen dieses
            Abkommens beteiligt sind, über die zur Durchführung einer Fischereikontrolle erforderlichen Fähigkeiten verfügen und
            mit den betreffenden Fangtätigkeiten vertraut sind. Während der Kontrollen an Bord der unter das Abkommen
            fallenden Fischereifahrzeuge stellen die amtlichen Kontrolleure Kiribatis sicher, dass im Umgang mit Besatzung, Schiff
            und Ladung die internationalen Bestimmungen der WCPFC für Anbordnahme- und Inspektionsverfahren eingehalten
            werden.
                                                                   ABSCHNITT 6
                                                                    Aufbringung
         Aufbringung von Fischereifahrzeugen:
         a) das kiribatische Fischereiministerium informiert die Delegation innerhalb von 24 Stunden über jede verhängte Strafe
             und jede Aufbringung eines Fischereifahrzeugs der Europäischen Union in der AWZ Kiribatis;
         b) gleichzeitig ist der Delegation ein kurzer Bericht über die Umstände und Gründe der Aufbringung zu übermitteln.
                                                                    KAPITEL VI
                                                   VERANTWORTUNG FÜR DIE UMWELT
         1. Die Schiffe der Europäischen Union erkennen an, dass die empfindliche (Meeres-) Umwelt der Lagunen und Atolle
            Kiribatis erhalten werden muss, und verpflichten sich, keine Substanzen abzulassen, die die Meeresressourcen schädigen
            oder zerstören könnten. Die Europäische Union hält sich an die Bestimmungen des kiribatischen Umweltgesetzes.
 ---pagebreak--- 30.10.2012          DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                                  L 300/15
           2. Findet während einer Fangreise in der AWZ Kiribatis eine Betankung oder ein Austausch sonstiger Erzeugnisse statt,
              die in den Gefahrgutvorschriften für die internationale Seeschifffahrt (International Maritime Dangerous Goods
              Code — IMDG-Code) aufgeführt sind, melden die EU-Schiffe dies an die kiribatischen Behörden.
                                                                   KAPITEL VII
                                                       ANHEUERUNG VON SEELEUTEN
           1. Jedes EU-Schiff, das nach Maßgabe des Abkommens Fischfang betreibt, heuert wenigstens drei kiribatische Seeleute als
              Besatzungsmitglieder an. Die Reeder bemühen sich, noch weitere kiribatische Seeleute anzuheuern.
           2. Gelingt es Reedern nicht, kiribatische Seeleute gemäß Ziffer 1 an Bord ihrer Fischereifahrzeuge anzuheuern, müssen sie
              eine Strafgebühr in Höhe von 600 EUR pro Monat entrichten. Diese wird jährlich auf das Konto Nr. 4 der kiribati­
              schen Regierung eingezahlt.
           3. Die Reeder können die auf ihren Fischereifahrzeugen anzuheuernden Seeleute aus einer vom kiribatischen Fischerei­
              ministerium übermittelten Liste frei auswählen.
           4. Der Reeder oder sein Vertreter teilt dem kiribatischen Fischereiministerium die Namen der an Bord des betreffenden
              Fischereifahrzeugs angeheuerten kiribatischen Seeleute unter Angabe ihrer Dienststellung mit.
           5. Die Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zu den grundlegenden Prinzipien und Rechten bei der
              Arbeit gilt uneingeschränkt für die auf Schiffen der Europäischen Union tätigen Seeleute. Dies gilt insbesondere für die
              Versammlungsfreiheit sowie für die effektive Anerkennung des Rechts der Arbeitnehmer auf Tarifverhandlungen und
              auf die Beseitigung von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf.
           6. Die Heuerverträge der kiribatischen Seeleute, von denen alle Unterzeichner eine Kopie erhalten, werden zwischen
              dem/n Vertreter(n) der Reedereien und den Seeleuten und/oder ihren Gewerkschaften bzw. Vertretern im Einverneh­
              men mit dem kiribatischen Fischereiministerium ausgehandelt. Durch diese Verträge sind die Seeleute durch das auf sie
              anwendbare Sozialversicherungssystem abgesichert, d. h. lebens-, kranken- und unfallversichert.
           7. Die Heuer der kiribatischen Seeleute geht zulasten der Reeder. Sie wird vor Erteilung der Fanggenehmigungen von den
              Reedern oder ihren Vertretern und dem kiribatischen Fischereiministerium einvernehmlich festgesetzt. Die Heuer der
              kiribatischen Seeleute darf jedoch nicht schlechter sein als die kiribatischer Besatzungen und darf keinesfalls unter den
              IAO-Normen liegen.
           8. Alle von Fischereifahrzeugen der Europäischen Union angeheuerten Seeleute müssen sich einen Tag vor der vorgese­
              henen Einschiffung beim Kapitän des bezeichneten Schiffes melden. Erscheint der Seemann nicht zum vorgesehenen
              Zeitpunkt zur Einschiffung, so ist der Reeder von der Verpflichtung zur Anheuerung dieses Seemanns befreit.
                                                                  KAPITEL VIII
                                                         HAFTUNG DES BETREIBERS
           1. Der Betreiber sorgt dafür, dass seine Schiffe seetüchtig sind und für alle Passagiere und Besatzungsmitglieder aus­
              reichende Lebensrettungs- und Überlebensausrüstungen an Bord haben.
           2. Zum Schutz Kiribatis sowie seiner Bürger und Einwohner sorgt der Betreiber dafür, dass sein Schiff für die AWZ
              Kiribatis, einschließlich der Gebiete in den Lagunen und Atollen, der Hoheitsgewässer und der Unterwasserriffe, über
              einen angemessenen, vollständigen Versicherungsschutz bei einer von den kiribatischen Behörden anerkannten Ver­
              sicherungsgesellschaft verfügt, was durch den Versicherungsnachweis gemäß Kapitel I Abschnitt 2 Ziffer 4 Buchstabe e
              dieses Anhangs nachzuweisen ist.
           3. Ist ein EU-Schiff an einem Unfall oder Zwischenfall in kiribatischen Gewässern beteiligt, bei dem es zu irgendeiner
              Verschmutzung oder Beschädigung der Umwelt oder von Eigentum bzw. Personen kommt, unterrichten das Schiff und
              der Betreiber umgehend die kiribatischen Behörden. Ist das EU-Schiff für die obengenannten Schäden verantwortlich,
              so tragen das Schiff und der Betreiber die Kosten für die vorgenannten Schäden.
 ---pagebreak--- L 300/16         DE                             Amtsblatt der Europäischen Union                      30.10.2012
                                                                Anlagen
         I.     Formblatt: Antrag auf Aufnahme in das Fischereifahrzeugregister der Republik Kiribati
         II.    Antragsformular für eine Fanggenehmigung
         III A. SPC/FFA Logbuchformular für Ringwadenfänger
         III B. SPC/FFA Logbuchformular für Langleiner
         IV.    Meldevorschriften
         V.     VMS-Protokoll
         VI.    Liste der bezeichneten Häfen
         VII.   Geografische Koordinaten der Fischereizone Kiribatis
         VIII.  Kontaktangaben des kiribatischen FÜZ
 ---pagebreak--- 30.10.2012 DE Amtsblatt der Europäischen Union L 300/17
                           Anlage I
 ---pagebreak--- L 300/18 DE Amtsblatt der Europäischen Union 30.10.2012 ---pagebreak--- 30.10.2012 DE Amtsblatt der Europäischen Union L 300/19 ---pagebreak--- L 300/20 DE    Amtsblatt der Europäischen Union      30.10.2012
                             Anlage II
            Antragsformular für eine Fanggenehmigung
 ---pagebreak---                                               30.10.2012
                 Anlage III A
SPC/FFA-LOGBUCHFORMULAR FÜR RINGWADENFÄNGER
                                                  DE
                                              Amtsblatt der Europäischen Union
                                              L 300/21
 ---pagebreak--- L 300/22 DE Amtsblatt der Europäischen Union 30.10.2012 ---pagebreak--- 30.10.2012                                              DE   Amtsblatt der Europäischen Union   L 300/23
               SPC/FFA-LOGBUCHFORMULAR FÜR LANGLEINER
Anlage III B
 ---pagebreak--- L 300/24 DE Amtsblatt der Europäischen Union 30.10.2012 ---pagebreak--- 30.10.2012        DE                                 Amtsblatt der Europäischen Union                                           L 300/25
                                                                 Anlage IV
                                                          MELDEVORSCHRIFTEN
                                    MELDUNGEN AN DEN DIREKTOR DER FISCHEREIBEHÖRDE
                                        Tel.: (686) 21099 Fax (686) 21120 E-Mail: flue@mfmrd.gov.ki
           1. Meldung der Einfahrt in die Fischereizone
              24 Stunden vor der geplanten Einfahrt:
              a) Meldecode (ZENT);
              b) Registrier- oder Lizenznummer;
              c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
              d) Datum der Einfahrt (Tag-Monat-Jahr);
              e) Uhrzeit der Einfahrt (GMT);
              f) Position bei Einfahrt;
              g) Gesamtfang an Bord nach Gewicht und nach Arten:
                 — ECHTER BONITO (SJ) ____ .__ (Mt)
                 — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
                 — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
              z. B. ZENT/89TKS-PS001TN/JJAP2/11.10.89/0635Z/0230N;17610E/SK-510:YF-120:OT-10
           2. Meldung der Ausfahrt aus der Fischereizone
              Sofort bei Verlassen der Fischereizone:
              a) Meldecode (ZDEP);
              b) Registrier- oder Lizenznummer;
              c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
              d) Datum der Ausfahrt;
              e) Uhrzeit der Ausfahrt (GMT);
              f) Position bei Ausfahrt;
              g) Fänge an Bord nach Gewicht und nach Arten:
                 — ECHTER BONITO (SJ) ____ .__ (Mt)
                 — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
                 — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
              h) Gesamtfang in der Fischereizone nach Gewicht und nach Arten (wie Fänge an Bord)
              i) Fangtage insgesamt (die tatsächliche Anzahl Tage, an denen in der Fischereizone Fanggeräte ausgesetzt wurden).
              z. B. ZDEP/89TKS-PS001TN/JJAP2/21.10.89/1045Z/0125S;16730E/SJ-450:YF-190:OT-4/SJ-42:BE-70:OT-1/14
           3. Wöchentliche Positions- und Fangmeldung während des Aufenthalts in der Fischereizone
              Während der Dauer des Aufenthalts in der Fischereizone jeden Dienstag nach der Einfahrtsmeldung oder der letzten
              wöchentlichen Meldung:
              a) Meldecode (WPCR);
              b) Registrier- oder Lizenznummer;
              c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
              d) Datum der WPCR (Tag:Monat:Jahr);
              e) Position bei Meldung;
 ---pagebreak--- L 300/26        DE                              Amtsblatt der Europäischen Union                                  30.10.2012
            f) Fänge seit der letzten Meldung:
               — ECHTER BONITO (SJ) ____ .__ (Mt)
               — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
               — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
            g) Fangtage seit der letzten Meldung.
            z. B. WPCR/89TKS-PS001TN/JJAP2/11.12.89/0140N;16710W/SJ-23:YF-9:OT-2.0/7
         4. Einlaufen in einen Hafen, unter anderem für Umladung, Bevorratung, Landgang von Besatzungsmitgliedern
            oder Notfall
            Mindestens 48 Stunden vor Einlaufen in den Hafen:
            a) Meldecode (PENT);
            b) Registrier- oder Lizenznummer;
            c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
            d) Datum der Meldung (Tag:Monat:Jahr);
            e) Position bei Meldung;
            f) Hafenname;
            g) Geschätzte Ankunftszeit (LST) Tag:Monat:hhmm;
            h) Fänge an Bord nach Gewicht und nach Arten:
               — ECHTER BONITO (SJ) ____ .__ (Mt)
               — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
               — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
            i) Grund für den Hafenbesuch.
            z. B. PENT/89TKS-PS001TN/JJAP2/24.12.89/0130S;17010E/BETIO/26.12:1600L/SJ-562:YF-150:OT-4/
            TRANSSHIPPING
         5. Auslaufen aus dem Hafen
            Sofort bei Auslaufen aus dem Hafen:
            a) Meldecode (PDEP);
            b) Registrier- oder Lizenznummer;
            c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
            d) Datum der Meldung (GMT) Tag-Monat-Jahr;
            e) Hafenname;
            f) Datum und Uhrzeit des Auslaufens (LST) Tag-Monat:hhmm;
            g) Fänge an Bord nach Gewicht und nach Arten:
               — ECHTER BONITO (SJ) ____ .__ (Mt)
               — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
               — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
            h) Nächstes Ziel.
            z. B. PDEP/89TKS-PS001TN/JJAP2/30.12.89/BETIO/29.12:1600L/SJ-0.0:YF-0.0:OT-4/FISHING GROUND
         6. Einfahrt in ein Sperr- oder Schutzgebiet oder Ausfahrt aus einem solchen Gebiet
            Mindestens 12 Stunden vor der Einfahrt in ein Sperr- oder Schutzgebiet und sofort bei der Ausfahrt:
            a) Art der Meldung (ENCA für Einfahrt und DECA für Ausfahrt);
            b) Registrier- oder Lizenznummer;
            c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
            d) Datum von ENCA oder DECA;
 ---pagebreak--- 30.10.2012        DE                              Amtsblatt der Europäischen Union                                 L 300/27
              e) Uhrzeit von ENCA oder DECA (GMT) Tag-Monat-Jahr:hhmm;
              f) Position bei ENCA oder DECA (minutengenau);
              g) Geschwindigkeit und Kurs;
              h) Grund für ENCA.
              z. B. ENCA/89TKS-PS001TN/JJAP2/30.12.89:1645Z/0130S;17010E/7:320/ENTER PORT
           7. Meldung der Treibstoffaufnahme
              Mindestens 24 Stunden vor der Betankung durch einen lizenzierten Tanker:
              a) Art der Meldung (FUEL);
              b) Registrier- oder Lizenznummer;
              c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
              d) Datum der Meldung (GMT);
              e) Position bei Meldung (minutengenau);
              f) Menge Treibstoff an Bord (Kiloliter);
              g) voraussichtliches Datum der Betankung;
              h) geschätzte Position bei Betankung;
              i) Name des Tankers.
              z. B. FUEL/89TKS-PS001TN/JJAP2/06.02.90/0130S;17010E/35/08.02.90/0131S;17030E/CHEMSION
           8. Bunkermeldung
              Sofort nach Betankung durch einen lizenzierten Tanker:
              a) Art der Meldung (BUNK);
              b) Registrier- oder Lizenznummer;
              c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
              d) Datum und Uhrzeit Bunkerbeginn (GMT) Tag-Monat-Jahr: hhmm;
              e) Position bei Bunkerbeginn;
              f) aufgenommener Treibstoff in Kilolitern;
              g) Uhrzeit Bunkerende (GMT);
              h) Position bei Bunkerende
              i) Name des Tankers.
              z. B. BUNK/89TKS-S001TN/JJAP2/08.02.90:1200Z/0131S;17030E/160/08.02.90:1800Z/0131S;17035E/
              CRANE PHOENIX
           9. Umlademeldung
              Sofort nach der Umladung in einem zugelassenen Hafen Kiribatis auf ein lizenziertes Transportschiff:
              a) Art der Meldung (TSHP);
              b) Registrier- oder Lizenznummer;
              c) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
              d) Datum des Löschens (Tag-Monat-Jahr);
              e) Löschhafen;
              f) umgeladene Fänge nach Gewicht und nach Arten:
                 — ECHTER BONITO SJ) _____. __(Mt)
                 — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
                 — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
 ---pagebreak--- L 300/28         DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                          30.10.2012
             g) Name des Kühlschiffes;
             h) Bestimmung des Fangs.
             z. B. TSHP/89TKS-PS001TN/JJAP2/11.12.89/BETIO/SJ-450:YF-150:OT-0.0/JAPANSTAR/PAGO PAGO
         10. Abschlussmeldung
             Binnen 48 Stunden nach Beendigung einer Fangreise durch Anlanden der Fänge in anderen Fischereihäfen (außerhalb
             Kiribatis) einschließlich des Ausgangs- oder Heimathafens:
             a) Art der Meldung (COMP);
             b) Schiffsname;
             c) Nummer der Fahrerlaubnis;
             d) Rufzeichen oder Signalbuchstaben;
             e) Datum des Löschens (Tag-Monat-Jahr);
             f) Entladene Fänge nach Arten:
                — ECHTER BONITO (SJ) ____ .__ (Mt)
                — GELBFLOSSENTHUN (YF) ____ . __ (Mt)
                — ANDERE (OT) _____. __(Mt)
             g) Name des Hafens.
             z. B. COMP/89TKS-PS001TN/JJAP2/26.12.89/SJ-670:YF-65:OT-0.0/BETIO
 ---pagebreak--- 30.10.2012         DE                                 Amtsblatt der Europäischen Union                                               L 300/29
                                                                   Anlage V
                                                             VMS-PROTOKOLL
           Durchführungsbestimmungen zur Satellitenüberwachung von Fischereifahrzeugen der Europäischen Union, die
                                                 in der AWZ Kiribatis Fischfang betreiben
            1. Alle Fischereifahrzeuge mit einer Länge von mehr als 15 Metern über alles, die im Rahmen des Abkommens
               Fischfang betreiben, werden während ihres Aufenthalts in der AWZ Kiribatis satellitengestützt überwacht.
               Die kiribatischen Behörden teilen der Europäischen Union für die Satellitenüberwachung die Koordinaten (Breiten-
               und Längengrade) der AWZ Kiribatis mit.
               Die kiribatischen Behörden übermitteln diese Angaben in elektronischer Form, ausgedrückt in Dezimalgraden
               (DD.DDD) nach dem World Geodesic System WGS-84.
            2. Die Vertragsparteien tauschen Informationen über die Adressen und die Spezifikationen für die elektronische Kom­
               munikation zwischen ihren Fischereiüberwachungszentren (FÜZ) gemäß den Ziffern 5 bis 7 dieser Anlage aus. Diese
               Angaben umfassen, soweit möglich: Namen, Telefon-, Telex- und Faxnummern sowie E-Mail-Adressen, die für den
               allgemeinen Informationsaustausch zwischen den FÜZ verwendet werden können.
            3. Die Position der Schiffe wird auf weniger als 500 m genau und mit einem Konfidenzintervall von 99 % bestimmt.
            4. Läuft ein Fischereifahrzeug, das im Rahmen des Abkommens Fischfang betreibt und nach den EU-Rechtsvorschriften
               satellitengestützt überwacht wird, in die AWZ Kiribatis ein, übermittelt das FÜZ des Flaggenstaats die anschließenden
               Positionsmeldungen (Datum, Uhrzeit, Schiffsidentifizierung, Längen- und Breitengrad, Kurs und Geschwindigkeit)
               unverzüglich und mindestens einmal alle drei Stunden an das kiribatische Fischereiüberwachungszentrum (FÜZ).
               Die erste Positionsmeldung eines Schiffes innerhalb der AWZ Kiribati wird als „ENTRY“ (ENT) gekennzeichnet. Diese
               Meldungen erfolgen in dem in Tabelle 1 angegebenen Format.
               Die nachfolgenden Positionsmeldungen eines Schiffes innerhalb der AWZ Kiribati werden als „POSITION“ (POS)
               gekennzeichnet. Diese Meldungen erfolgen in dem in Tabelle 2 angegebenen Format.
               Die erste Positionsmeldung eines Schiffes nach Verlassen der AWZ Kiribati wird als „EXIT“ (EXI) gekennzeichnet.
               Diese Meldungen erfolgen in dem in Tabelle 3 angegebenen Format.
            5. Die unter Ziffer 4 dieser Anlage angeführten Meldungen werden elektronisch in dem dort angegebenen Format ohne
               zusätzliches Protokoll übermittelt. Sie erfolgen quasi in Echtzeit und enthalten die in den Tabellen 1, 2 und 3
               aufgeführten Angaben.
            6. Bei technischen Störungen oder dauerhaftem Ausfall der mobilen Übertragungseinheit (MTU) an Bord des Fischerei­
               fahrzeugs übermittelt der Kapitän des betreffenden Schiffs die unter Ziffer 4 dieser Anlage vorgesehenen Angaben
               baldmöglichst manuell oder auf anderem Weg an das FÜZ des Flaggenstaats sowie an das FÜZ Kiribatis. In diesem
               Fall ist alle acht Stunden eine Positionsmeldung zu übermitteln. Sie umfasst auch die vom Kapitän aufgezeichneten
               dreistündlichen Positionsmeldungen gemäß Ziffer 4 dieser Anlage.
               Das defekte Gerät ist innerhalb höchstens eines Monats zu reparieren oder auszutauschen. Nach Ablauf dieser Frist
               muss das Schiff die AWZ Kiribatis verlassen.
            7. Die FÜZ der Flaggenstaaten überwachen die Bewegungen ihrer Fischereifahrzeuge in der AWZ Kiribatis. Werden die
               Fischereifahrzeuge nicht wie vorgeschrieben überwacht, so ist das FÜZ Kiribatis unverzüglich nach Feststellung zu
               unterrichten, und es gilt das Verfahren gemäß Ziffer 6 dieser Anlage.
            8. Stellt das FÜZ Kiribatis fest, dass der Flaggenstaat die unter Ziffer 4 dieser Anlage vorgesehenen Angaben nicht
               übermittelt, wird die Europäische Kommission unverzüglich unterrichtet.
            9. Die gemäß den vorliegenden Bestimmungen an die andere Vertragspartei übermittelten Überwachungsdaten sind
               ausschließlich zur Kontrolle und Überwachung der im Rahmen des Abkommens Fischfang betreibenden EU-Schiffe
               durch die kiribatischen Behörden bestimmt. Die Angaben dürfen keinesfalls an Dritte weitergegeben werden.
           10. Die Hardware- und Softwarekomponenten der MTU müssen verlässlich sein und es darf nicht möglich sein, falsche
               Positionsdaten einzugeben oder auszusenden oder das System manuell zu umgehen.
               Das System muss vollautomatisch und unabhängig von den Umgebungs- bzw. Witterungsbedingungen jederzeit
               betriebsfähig sein. Die MTU darf nicht zerstört, beschädigt, außer Betrieb gesetzt oder anderweitig manipuliert
               werden.
               Die Schiffskapitäne sorgen dafür, dass
               — die von der MTU übermittelten Daten nicht manipuliert werden;
 ---pagebreak--- L 300/30         DE                                Amtsblatt der Europäischen Union                                          30.10.2012
             — die mit der MTU verbundene(n) Antenne(n) nicht beeinträchtigt oder manipuliert ist/sind;
             — die Stromversorgung der MTU-Ausrüstung nicht unterbrochen wird und
             — die MTU-Ausrüstung nicht versetzt oder vom Schiff entfernt wird.
         11. Bei Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Auslegung oder Anwendung dieser Bestimmungen finden gemäß
             Artikel 9 des Abkommens Konsultationen zwischen den Vertragsparteien im Rahmen des Gemischten Ausschusses
             statt.
         12. Die Vertragsparteien aktualisieren diese Bestimmungen bei Bedarf.
                                           ÜBERMITTLUNG VON VMS-MELDUNGEN AN KIRIBATI
                                                             POSITIONSMELDUNG
                                                     Tabelle 1: Meldung „EINFAHRT“
                                                       Obligatorisch/
                    Datenelement       Feldcode                                            Bemerkungen
                                                         fakultativ
             Aufzeichnungsbe­             SR                O         Systemangabe — gibt den Beginn der Aufzeichnung an
             ginn
             Anschrift                    AD                O         Angabe zur Meldung — ISO-Alpha-3-Ländercode des
                                                                      Empfängers
             Absender                     FR                O         Angabe zur Meldung — ISO-Alpha-3-Ländercode des Ab­
                                                                      senders
             Aufzeichnungs-num­           RN                 F        Angabe zur Meldung — laufende Nummer der Meldung
             mer                                                      im betreffenden Jahr
             Aufzeichnungsda­             RD                 F        Angabe zur Meldung — Übermittlungsdatum
             tum
             Uhrzeit der        Auf­      RT                 F        Angabe zur Meldung — Uhrzeit der Übermittlung
             zeichnung
             Art der Meldung              TM                O         Angabe zur Meldung — Art der Meldung „ENT“
             Name des Schiffs             NA                 F        Name des Schiffs
             Externe     Kennnum­         XR                 F        Angabe zum Schiff — die außen angebrachte Nummer des
             mer                                                      Schiffs
             Rufzeichen                   RC                O         Angabe zum Schiff — internationales Rufzeichen des
                                                                      Schiffs
             Name des Kapitäns           MA                 O         Name des Schiffskapitäns
             Interne       Referenz­      IR                O         Angabe zum Schiff — eindeutige Schiffsnummer (ISO-Al­
             nummer                                                   pha-3-Code des Flaggenstaats gefolgt von einer Nummer)
             Breitengrad                  LT                O         Angabe zur Schiffsposition — Position ± 99.999 (WGS-
                                                                      84)
             Längengrad                   LG                O         Angabe zur Schiffsposition — Position ± 999.999 (WGS-
                                                                      84)
             Geschwindigkeit              SP                O         Angabe zur Schiffsposition — Schiffsgeschwindigkeit in
                                                                      Knoten x 10
             Kurs                         CO                O         Angabe zur Schiffsposition — Schiffskurs 360°-Skala
             Datum                        DA                O         Angabe zur Schiffsposition — Datum der Positionsauf­
                                                                      zeichnung UTC (JJJJMMTT)
             Uhrzeit                      TI                O         Angabe zur Schiffsposition — Uhrzeit der Positionsauf­
                                                                      zeichnung UTC (HHMM)
             Aufzeichnungsende            ER                O         Systemangabe — gibt das Ende der Aufzeichnung an
 ---pagebreak--- 30.10.2012      DE                                 Amtsblatt der Europäischen Union                                                L 300/31
                                                      Tabelle 2: Meldung „POSITION“
                                                       Obligatorisch/
                 Datenelement          Feld-code                                                   Bemerkungen
                                                         fakultativ
           Aufzeichnungsbe­               SR                  O           Systemangabe — gibt den Beginn der Aufzeichnung an
           ginn
           Anschrift                      AD                  O           Angabe zur Meldung — ISO-Alpha-3-Ländercode des
                                                                          Empfängers
           Absender                       FR                  O           Angabe zur Meldung — ISO-Alpha-3-Ländercode des Ab­
                                                                          senders
           Aufzeichnungsnum­              RN                   F          Angabe zur Meldung — laufende Nummer der Meldung
           mer                                                            im betreffenden Jahr
           Aufzeichnungsda­               RD                   F          Angabe zur Meldung — Übermittlungsdatum
           tum
           Uhrzeit der       Auf­         RT                   F          Angabe zur Meldung — Uhrzeit der Übermittlung
           zeichnung
           Art der Meldung                TM                  O           Angabe zur Meldung — Art der Meldung „POS“ (1)
           Name des Schiffs               NA                   F          Name des Schiffs
           Externe     Kennnum­           XR                   F          Angabe zum Schiff — die außen angebrachte Nummer des
           mer                                                            Schiffs
           Rufzeichen                     RC                  O           Angabe zum Schiff — internationales Rufzeichen des
                                                                          Schiffs
           Name des Kapitäns              MA                  O           Name des Schiffskapitäns
           Interne      Referenz­          IR                 O           Angabe zum Schiff — eindeutige Schiffsnummer (ISO-Al­
           nummer                                                         pha-3-Code des Flaggenstaats gefolgt von einer Nummer)
           Breitengrad                    LT                  O           Angabe zur Schiffsposition — Position ± 99.999 (WGS-
                                                                          84)
           Längengrad                     LG                  O           Angabe zur Schiffsposition — Position ± 999.999 (WGS-
                                                                          84)
           Tätigkeit                      AC                F (2 )        Angabe zur Schiffsposition — „ANC“ gibt reduzierten Mel­
                                                                          demodus an
           Geschwindigkeit                SP                  O           Angabe zur Schiffsposition — Schiffsgeschwindigkeit in
                                                                          Knoten x 10
           Kurs                           CO                  O           Angabe zur Schiffsposition — Schiffskurs 360°-Skala
           Datum                          DA                  O           Angabe zur Schiffsposition — Datum der Positionsauf­
                                                                          zeichnung UTC (JJJJMMTT)
           Uhrzeit                         TI                 O           Angabe zur Schiffsposition — Uhrzeit der Positionsauf­
                                                                          zeichnung UTC (HHMM)
           Aufzeichnungsende              ER                  O           Systemangabe — gibt das Ende der Aufzeichnung an
           (1) Bei Meldungen von Schiffen mit defektem Satellitenüberwachungsgerät ist die Art der Meldung „MAN“.
           (2) Nur anwendbar, wenn das Schiff weniger häufige POS-Meldungen übermittelt.
                                                     Tabelle 3: Meldung „AUSFAHRT“
                                                       Obligatorisch/
                 Datenelement          Feld-code                                                   Bemerkungen
                                                         fakultativ
           Aufzeichnungsbe­               SR                  O           Systemangabe — gibt den Beginn der Aufzeichnung an
           ginn
           Anschrift                      AD                  O           Angabe zur Meldung — ISO-Alpha-3-Ländercode des
                                                                          Empfängers
 ---pagebreak--- L 300/32        DE                               Amtsblatt der Europäischen Union                                          30.10.2012
                                                     Obligatorisch/
                 Datenelement       Feld-code                                            Bemerkungen
                                                       fakultativ
            Absender                   FR                 O         Angabe zur Meldung — ISO-Alpha-3-Ländercode des Ab­
                                                                    senders
            Aufzeichnungsnum­          RN                  F        Angabe zur Meldung — laufende Nummer der Meldung
            mer                                                     im betreffenden Jahr
            Aufzeichnungsda­           RD                  F        Angabe zur Meldung — Übermittlungsdatum
            tum
            Uhrzeit der      Auf­      RT                  F        Angabe zur Meldung — Uhrzeit der Übermittlung
            zeichnung
            Art der Meldung            TM                 O         Angabe zur Meldung — Art der Meldung „EXI“
            Name des Schiffs           NA                  F        Name des Schiffs
            Externe   Kennnum­         XR                  F        Angabe zum Schiff — die außen angebrachte Nummer des
            mer                                                     Schiffs
            Rufzeichen                 RC                 O         Angabe zum Schiff — internationales Rufzeichen des
                                                                    Schiffs
            Name des Kapitäns          MA                 O         Name des Schiffskapitäns
            Interne     Referenz­       IR                O         Angabe zum Schiff — eindeutige Schiffsnummer (ISO-Al­
            nummer                                                  pha-3-Code des Flaggenstaats gefolgt von einer Nummer)
            Datum                      DA                 O         Angabe zur Schiffsposition — Datum der Positionsauf­
                                                                    zeichnung UTC (JJJJMMTT)
            Uhrzeit                     TI                O         Angabe zur Schiffsposition — Uhrzeit der Positionsauf­
                                                                    zeichnung UTC (HHMM)
            Aufzeichnungsende          ER                 O         Systemangabe — gibt das Ende der Aufzeichnung an
         4. Angaben zum Format
            Jede Meldung bei einer Datenübermittlung ist wie folgt aufgebaut:
            — ein doppelter Schrägstrich (//) und die Buchstaben „SR“ stehen für den Beginn einer Meldung;
            — ein doppelter Schrägstrich (//) und ein Feldcode bedeuten den Beginn eines Datenfelds;
            — ein einfacher Schrägstrich (/) trennt den Feldcode von den Daten;
            — Datenpaare werden durch Leerzeichen getrennt;
            — die Buchstaben „ER“ und ein doppelter Schrägstrich (//) bedeuten das Ende einer Meldung.
            — Zeichensatz: ISO 8859.1.
 ---pagebreak--- 30.10.2012         DE                               Amtsblatt der Europäischen Union                                          L 300/33
                                                                  Anlage VI
                                                  LISTE DER BEZEICHNETEN HÄFEN
           Bezeichnete Häfen:
           — Tarawa
           — Kiritimati
                                                                 Anlage VII
                                 GEOGRAFISCHE KOORDINATEN DER FISCHEREIZONE KIRIBATIS
           Die kiribatischen Behörden teilen der EU die geografischen Koordinaten der AWZ Kiribatis (Karte 83005-FLC) bis zum
           30. Tag nach Inkrafttreten des Protokolls mit.
                                                                 Anlage VIII
                                            KONTAKTANGABEN DES KIRIBATISCHEN FÜZ
           Name des FÜZ: Fisheries Licensing and Enforcement Unit
           VMS Tel. 00686 21099
           VMS E-Mail: fleu@mfmrd.gov.ki