CELEX: 51994PC0504
Language: de
Date: 1994-11-23 00:00:00
Title: Empfehlung für einen BESCHLUSS DES RATES ZUR UNTERZEICHNUNG BESTIMMTER PROTOKOLLE DER ALPENKONVENTION

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                           KOM(94) 504 endg.
                                           B r ü s s e l , den 2 3 . 1 1 . 1 9 9 4
                     Empfehlung f ü r einen
                      BESCHLUSS DES RATES
           ZUR UNTERZEICHNUNG BESTIMMTER PROTOKOLLE
                      DER ALPENKONVENTION
                (von der Kommission v o r g e l e g t )
 ---pagebreak---                   Empfehlung für einen
                  BESCHLUSS DES RATES
     ZUR UNTERZEICHNUNG BESTIMMTER PROTOKOLLE
                   D E R ALPENKONVENTION
Ein Übereinkommen zum Schutz der Alpen (Alpenkonvention)
wurde am 7. November 1991 von 6 Ländern, wovon 3
Mitgliedstaaten der Gemeinschaft (Deutschland, Frankreich
und Italien), sowie von der Gemeinschaft in Salzburg
unterzeichnet. In diesem Übereinkommen sind eine Anzahl
allgemeine Verpflichtungen festgelegt, die eine Lösung von
Problemen im Zusammenhang mit der Erhaltung und dem Schutz
des alpinen Ökosystems und dadurch eine dauerhafte und
umweltgerechte Entwicklung des Alpenraumes ermöglichen
sollen.
2.Für mehrere Gebiete im Geltungsbereich des Übereinkommens
hat   die mit     der Ausarbeitung     des Entwurfs    eines
Übereinkommens beauftragte Gruppe Hoher Beamter Protokolle
ausgearbeitet.
 Auf Grund ihres Auftrags vom 14. Mai 1991 hat sich die
Kommission an der Aushandlung dieser Protokolle beteiligt,
die die konkrete Anwendung der im Übereinkommen festgelegten
Grundsätze gewährleisten sollen.
Die Gruppe Hoher Beamter schloß am 23. September 1994 ihre
Arbeiten über folgende Protokolle ab:
        Naturschutz und Landschaftserhaltung
        Raumordnung und dauerhafte und umweltgerechte
         Entwicklung
         Landwirtschaft in Berggebieten und ländlicher Raum
Diese Protokolle, in denen Verpflichtungen auf Gebieten im
Zuständigkeitsbereich der Gemeinschaft festgelegt sind,
wurden durch die Politik und die Rechtsvorschriften der
Gemeinschaft auf den betreffenden Gebieten nachhaltig
beeinflußt.
3.Um dem Fürstentum Monaco den Beitritt zum Übereinkommen
als Vertragspartei zu ermöglichen, hat die Gruppe Hoher
Beamter ferner den Entwurf eines diesbezüglichen Protokolls
ausgearbeitet.
                                                             A
 ---pagebreak--- 4.Diese vier Protokolle sollen auf der Ministerkonferenz vom
20. Dezember 1994 in Chambéry (Frankreich) unterzeichnet
werden.
5.Infolgedessen empfielt die Kommission dem Rat:
  - in Namen der Gemeinschaft die Unterzeichnung der vier
    obengenannten   Protokolle    zur   Alpenkonvention   zu
    beschließen
    und
    dem Ratspräsidenten die Erlaubnis zu erteilen, die zur
    Unterzeichnung der Protokolle in Namen der Gemeinschaft
    bevollmächtigte(n) Person(en) zu bestimmen.
                                                             AJOL
 ---pagebreak---        PROTOKOLL ÜBER DEN BEITRITT DES FÜRSTENTUMS MONACO
                ZUM ÜBEREINKOMMEN ZUM SCHUTZE DER ALPEN
                                  {BEirniTTSPROTOKOLL)
Die Bundesrepublik Deutsch)and»
Die Französische Republik,
Die Italienische Republik,
Das Fürstentum Liechtenstein,
Die Republik Österreich.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft»
Die Republik Slowenien,
Die Europäische Gemeinschaftt
Unterzeichner des Übereinkommens zum Schutze der Alpen (Alpenkonventjon). eirscr$eits{,
und das Fürstentum Monaco andererseits,
in Anbetracht der Taisache, daß das Fürstentum Monaco der Alpenkonvention aïs Vertragspartei
bemitreien wünscht,
in dem Bestreben, für den Schutz der Alpen im gesamten Alpenraum Sorge zu tragen,
sind wie folgt übereingekommen:
                      ABTIK5U
                      Das Fürstentum Monaco wiid Vertragspartei dc$ Überelnkonmieos rum
Schutze der Alpen in seiner durch das vorliegende £*ito7/sprotokoÜ geänderten Fassung.
                      ARTJKEL l
                      Tn der Präambel wird "das Fürstentum Monaco" im Anschluß an "das
 Fürstentum Liechtenstein*4 aufgeführt
                                                                                             Ab
 ---pagebreak---                      ARTF KEL 3
                     Die Anlage, die das Gebiet dec Alpen, Anwendungsbereich                 der
Alpcvikoiwemicn, beschreibt und darstellt, win! folgendermaßen Abgeänderte
                     a) die Liste der Verwaltuogseinheîten des Alpenraums wird wie folgt ergRnzl:
                     - Fürstentum Monaco.
                     b) an die Stelle der Landkarte In der Anlage der Alpenkonvention tritt die
diesem Itet/rfrwprotokoll beigefugte Karte.
                     (J) Die Zustimmung, durch dieses Beitriitsproiokoli gebunden ?w sein, kann
ausgedrückt werden durch:
                     - eine Unterzeichnung* die keiner Ratifikation, Annahne oder Genehmigung
bedarf. Der Stoat, der von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, notifiziert dem Verwahrer zum
Zeitpunkt der Unterzeichnung, daß seine Unterschrift als Zustimmung gilt, durch dieses
Beitrtttsproiokoii gebunden zu sein;
                     - eine Unterzeichnung, die der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung
bedarf. Wie Rotiftkatioiis-. Annahm- oder Genehnigungsurkunden werden beim Verwahrer
hinterlegt.
                     (2) Das Beitrittsprotokoü tritt drei Monate nach dem Tage in Kraft,, ÜH dem
die folgende* drei Bedingungen erfüllt sind:
                     - die Atpenkanventio* ist in Kraft getreten:
                     - die Vertragsparteien der Alpenkonvention haben ihre Zustimmung
ausgedrückt, durch dieses Bcitritisprotôkotl gebunden zu sein;
                      - das Fürstentum Monaco hat seine Zustimmung ausgedruckt, dweh dieses
Bejtrtusjvoiokoll gebunden ut sein.
                      (3) Für die Unterzeichnerstaaten, die noch nicht Vertragsparteien der
Alpenkonventfon Sï'ui, wird die. Zustimmung, dwchdiesesBcilrittsprotokoilgebunden zusein, erst
an dem Tage wirksam, an dem die Alpenkonvention für sie in Kraft tritt.
                      (4) Kein Staat kann seiner Zustimmung, durch die Alpenkonvention gebunden
tu sein, Ausdruck verleihen, wenn er nicht zuvor oder gleichzeitig seine Zustimmung ousdnlcki,
durch dieses BeunttsprotokoU gebunden zu sein.
                      AXTWBLS
                      Für die Kündigung dieses Beitrittsprotnkotts ist die KQndigwg dar
 Alpenkonvention erforderlich.
                                                                                                  AL
 ---pagebreak---                       AKTIKEL6
                      Der      Verwahrer     notifiziert     allen    Vertragsparteien   und   «lien
Ui>i*rr*ich nerstaaten:
                                                                                             i
                 •    - jede Unterzeichnung mit der Angabe, ob sie der Ratifikation, Atmahme oder
Genehmigung bedarf;
                            jede    Hinterlegung       einer      Rartflkarîons-.   Annahme-   oder
Genehmigungsnrkunde;
                      • jeden Zeitpunkt des Inkrafüretens gemäß Artikel 4 ;
                      - jede Notifikation einer Kündigung u*vi den Zeilpunkt ihres tnktafiuctens.
               2f.) UKKUND DESSEN haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses
Beïtrîttsprotokoïl unterschrieben.
                Geschehen zu (Chambery) am {20. Dezember 1994} in deutscher, fraiüfcsischer,
italienischer und slowenischer Sprache, wobei die vier Wortlaute gleichermaßen verbindlich sind,
in einer Urschrift» die im Staatsarchiv der Republik Österreich hinterlegt wird. Der Verwahrer
übermittelt allen Unterzeichnerstaatea beglaubigte Abschriften.
                                                                                                     Aol
 ---pagebreak---    Protokoll zur Durchführung der Alpenkonvention von 1991
                          in dem Bereich
          Raumplanung und nachhaltige Entwicklung
(Protokoll "Raumplanung und nachhaltige Entwicklung")
           Überarbeitete Endfassung des Protokolls
       im Anschluss an die Sitzung der Hohen Beamten
               Paris, 21., 22., 23. September 1994
                                                           M.
 ---pagebreak---   Die Bundesrepublik Deutschland,
  die Französische Republik,
  die Italienische Republik,
  das Fürstentum Liechtenstein,
  das Fürstentum Monaco,
  die Republik Österreich,
  die Schweizerische Eidgenossenschaft,
  die Republik Slowenien
  sowie
  die Europäische Gemeinschaft,
  in Erfüllung ihres Auftrages aufgrund des Übereinkommens vom 7. November 1991
  zum Schutz der Alpen (Alpenkonvention), eine ganzheitliche Politik zum Schutz und
  zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sicherzustellen,
  in Erfüllung ihrer Verpflichtungen gemäß Artikel 2 Absatz 2 und 3 der
  Alpenkonvention,
  in Anerkennung, daß der Alpenraum ein Gebiet von gesamteuropäischer Bedeutung
  ist und hinsichtlich Topographie, Klima, Gewässer, Vegetation, Tierwelt, Landschaft
  und Kultur ein ebenso spezifisches wie unverwechselbares Erbe bildet und daß
  dessen Hochgebirge, Tallandschaften und Voralpen ökologische Einheiten bilden,
  deren Erhaltung nicht nur das Anliegen der Alpenländer sein darf,
  im Bewußtsein, daß die Alpen Lebens- und Wirtschaftsraum der ansässigen
  Bevölkerung sind,
  im Bewußtsein, daß die in den Alpen ansässige Bevölkerung in der Lage sein muss,
V ihre gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung selbst zu gestalten
V und im Rahmen der geltenden staatlichen Ordnung daran mitzuwirken,
^                                                . -  • •
  im Bewußtsein, daß der Alpenraum darüber hinaus verschiedene weitere
  Funktionen von öffentlichem Interesse erfüllt, namentlich als Fremdenverkehrs- und
  Erholungsraum sowie als Träger bedeutender Verkehrswege Europas,
  in Anbetracht, daß die natürlichen räumlichen Schranken und die Anfälligkeit der
  Ökosysteme durch die wachsende ansässige und nicht ansässige Bevölkerung
  sowie, durch stark zunehmende' Flächenansprüche der, verschiedenen
  obenerwähnten Funktionen Verträglichkeitsprobleme aufwerten, woraus sich eine
  Schädigung beziehungsweise Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts des
                                                                                         V
 ---pagebreak---  Alpenraums ergibt,
 in Anerkennung, daß diese Ansprüche nicht gleichmäßig verteilt sind und in
 einzelnen Gebieten konzentriert auftreten, während andere Gebiete durch
 Unternutzung und Entleerung bedroht sind,
                                             t.
 in Anbetracht, daß es angesichts dieser Risiken notwendig geworden ist, die engen
Zusammenhänge zwischen menschlichen Tätigkeiten, insbesondere in der Land-
und Forstwirtschaft, und der Erhaltung der Ökosysteme , welche den Alpenraum für
Änderungen der Voraussetzungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Tätigkeiten
sehr empfindlich machen, besonders zu beachten und zweckmäßige diversifizierte
 Maßnahmen in Abstimmung mit der ansässigen Bevölkerung und ihren gewählten
Vertretern sowie auch mit Unternehmen und Verbänden einzuleiten,
 in Anbetracht, daß die bestehende Raumordnungspolitik, welche zur Verringerung
von Ungleichheiten und zur Verstärkung der Solidarität beiträgt, mit einer besseren
Berücksichtigung der Umweltbelange fortzusetzen beziehungsweise anzupassen ist,
damit deren vorbeugende Rolle voll zum Tragen kommt,
im Bewußtsein, daß der Schutz der Umwelt, die gesellschaftliche und kulturelle
Fortentwicklung sowie die Wirtschaftsentwicklung im Alpenraum gleichrangige Ziele
sind und daß deshalb zwischen ihnen ein langfristig tragfähiges Gleichgewicht
gesucht werden muß,
in der Überzeugung, daß zahlreiche Probleme des Alpenraums am besten von den
direkt betroffenen Gebietskörperschaften gelöst werden können,
in der Überzeugung, daß die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der unmittelbar
betroffenen Gebietskörperschaften im Alpenraum im Interesse harmonischer
Entwicklungen zu fördern ist,
in der Überzeugung, daß natürliche Produktionserschwernisse, namentlich der
Land- und Forstwirtschaft, die wirtschaftlichen Grundlagen der ansässigen
Bevölkerung in Frage stellen und eine Beeinträchtigung des Lebens- und
Erholungsraums in den Alpen mit sich bringen können,
in der Überzeugung, daß die Bereitstellung des Alpenraums für Leistungen im
öffentlichen Interesse,"namentlich für Schutz- und ökologische Ausgleichsfunktionen
sowie als Freizeit- und Erholungsgebiet angemessene Unterstützungsmaßnahmen
erfordern kann,
in der Überzeugung, daß bestimmte Probleme nur grenzübergreifend gelöst werden
können und gemeinsame Maßnahmen der Alpenländer erforderlich machen -
sind wie folgt übereingekommen:
                                                                                  3
 ---pagebreak---                                    KAPITEL I
                          Allgemeine Bestimmungen
                                     Artikel 1
                                        Ziele
   Die Ziele der Raumplanung und nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sind:
1. Anerkennung der besonderen Erfordernisse des Alpenraums im Rahmen
nationaler und europäischer Politiken,
2. Anpassung der Raumnutzung an die ökologischen Zielsetzungen und
Erfordernisse,
3. Sparsame und umweltverträgliche Nutzung der Ressourcen und des Raums,
4. Anerkennung der besonderen Interessen der Bevölkerung im Alpenraum durch
Anstrengungen zur dauerhaften Sicherstellung ihrer Entwicklungsgrundlagen,
5. Förderung der Wirtschaftsentwicklung bei           gleichzeitiger  ausgewogener
Siedlungsentwicklung innerhalb des Alpenraums,
6. Wahrung der regionalen Identitäten und kulturellen Besonderheiten,
7. Förderung der Chancengleichheit der ansässigen Bevölkerung im Bereich der
gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung unter Achtung der
Kompetenzen der öffentlichen Gebietskörperschaften,
8. Berücksichtigung von natürlichen Erschwernissen, Leistungen im öffentlichen
Interesse, Nutzungseinschränkungen und von dem wirtschaftlichen Wert
entsprechenden Preisen für Ressourcen- nutzungen.
                                     Artikel 2
                             Grundverpflichtungen
Entsprechend den in Artikel 1 genannten Zielen der Raumplanung und nachhaltigen
Entwicklung des % Alpenraums stellen die Vertragsparteien die nötigen
Rahmenbedingungen sicher, die es ermöglichen: (
 -   die    Handlungsfähigkeit7 der    Gebietskörperschaften    entsprechend ; dem
 ---pagebreak--- Subsidiaritätsprinzip zu stärken,
 - spezifische regionale Strategien und dazugehörige Strukturen zu verwirklichen,
 - die Solidarität durch wirkungsvolle innerstaatliche Maßnahmen unter den
Gebietskörperschaften zu gewährleisten,
 - Unterstützungsmaßnahmen bei Einschränkungen der Nutzungsmöglichkeiten
natürlicher Ressourcen und bei anerkannten Erschwernissen der wirtschaftlichen
Tätigkeit im Alpenraum zu ergreifen, soweit sie zur Erhaltung der
Wirtschaftstätigkeiten erforderlich und umweltverträglich sind,
 - die Abstimmung von Raumplanungs-, Entwicklungs-und Schutzpolitiken durch
internationale Zusammenarbeit zu fördern.
Die Vertragsparteien verpflichten sich, die erforderlichen Maßnahmen zur
Erreichung der Ziele gemäß Artikel 1 unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips
vorzusehen.
                                      Artikel 3
  Berücksichtigung der Umweltschutzkriterien in den Politiken
           der Raumplanung und nachhaltigen Entwicklung
Die Politiken der Raumplanung und nachhaltigen Entwicklung zielen auf eine
rechtzeitige Abstimmung der wirtschaftlichen Belange mit den Erfordernissen des
Umweltschutzes, insbesondere hinsichtlich:
1. der Erhaltung bzw. Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts und der
biologischen Vielfalt der Regionen,
2. der Erhaltung und Pflege der Vielfalt an wertvollen Natur-und Kulturlandschaften
sowie Ortsbildern,
3. der sparsamen und umweltverträglichen Nutzung der natürlichen Ressourcen,
namentlich von Boden, Luft, Wasser, Flora und Fauna sowie der Energie,
4. des Schutzes seltener Ökosysteme, Arten und Landschaftselemente,
5. der Wiederinstandsetzung geschädigter Lebensräume und Wohngebiete,
6. des Schutzes vor Naturgefahren,
7. derïümwelt- und landschaftsgerechten Erstellung der für die Entwicklung
notwendigen Bauten und Anlagen^ * :                                           Y
                                                                                c
 ---pagebreak---    8. der Wahrung der kulturellen Besonderheiten der Alpenregionen.
                                           Artikel 4
                            Internationale Zusammenarbeit
   1. Die Vertragsparteien verpflichten sich, Hindernisse der internationalen
   Zusammenarbeit von Gebietskörperschaften des Alpenraums zu beseitigen und die
   Lösung gemeinsamer Probleme auf der am besten geeigneten Ebene zu fördern.
   2. Die Vertragsparteien unterstützen eine verstärkte internationale Zusammenarbeit
        zwischen den jeweils zuständigen Institutionen, insbesondere           bei der
        Ausarbeitung von Plänen und/oder Programmen für die Raumplanung und
        nachhaltige Entwicklung im Sinne von Artikel 9 für die staatliche und regionale
        Ebene sowie bei der Festlegung raumordnungsbedeutsamer               sektoraler
        Planungen. In den Grenzräumen wirkt diese Zusammenarbeit vor allem auf eine
        Abstimmung der Raumplanung, der wirtschaftlichen Entwicklung und der
        Umwelterfordernisse hin.
   3. Wenn die Festlegung von Maßnahmen in der nationalen oder internationalen
   Zuständigkeit liegt, sind den Gebietskörperschaften Möglichkeiten einzuräumen, die
   Interessen der Bevölkerung wirksam darzulegen.
                                        Artikel 5
            Berücksichtigung der Ziele der Raumplanung und
               nachhaltigen Entwicklung in anderen Politiken
I^Zur Erreichung der angestrebten Raumentwicklung verpflichten sich die
  ^Vertragsparteien, die Ziele dieses Protokolls auch in ihren anderen Politiken
^insbesondere in den Bereichen der Regionalentwicklung, des Siedlungswesens,
Sl'des Tourismus, des Verkehrs, der Land-und Forstwirtschaft, des Umweltschutzes
                                                                                        C
 ---pagebreak--- sowie der technischen Infrastruktureinrichtungen, vor allem für Wasser und Energie,
zu berücksichtigen, auch mit dem Ziel, allfällige negative oder widersprüchliche
Auswirkungen zu vermeiden.
                                     Artikel 6
                  Abstimmung der sektoralen Politiken
Um die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums und seiner Regionen zu fördern,
führen die Vertragsparteien - dort, wo sie nicht bestehen - Instrumente zur
Abstimmung der sektoralen Politiken ein. Sie bemühen sich dabei um Lösungen, die
mit der Erhaltung der Umwelt und der nachhaltigen Nutzung der natürlichen
Ressourcen vereinbar sind, sowie um die Vermeidung der aus einer einseitigen
Raumnutzung entstehenden Gefahren, indem sie eine Vielfalt von Initiativen
unterstützen und die Partner zur Verfolgung gemeinsamer Ziele anhalten.
                                     Artikel 7
                Beteiligung der Gebietskörperschaften
1. Angesichts der Vielfalt der Institutionen und der unterschiedlichen
Zuständigkeitsverteilung wählt jede Vertragspartei die für die Abstimmung und
Zusammenarbeit zwischen den unmittelbar betroffenen Institutionen und
Gebietskörperschaften am besten geeignete Ebene, um eine gemeinsame
Verantwortung zu fördern, namentlich um einander gegenseitig verstärkende Kräfte
beim Vollzug der Politiken der Raumplanung und nachhaltigen Entwicklung sowie
der sich daraus ergebenden Maßnahmen zu nutzen und zu entwickeln.
2. Die unmittelbar betroffenen Gebietskörperschaften werden in den verschiedenen
Stadien der Vorbereitung und Umsetzung dieser Politiken und der sieh daraus
ergebenden Maßnahmen unter Wahrung ihrer Zuständigkeiten beteiligt. -
                                                                                    ?•
 ---pagebreak---                                        Kapitel II
                             Spezifische Maßnahmen
                                       Artikel 8
             Pläne und/oder Programme für die Raumplanung
                          und nachhaltige Entwicklung
Die Verwirklichung der Ziele der Raumplanung und nachhaltigen Entwicklung erfolgt
mittels Plänen und/oder Programmen der Raumplanung und nachhaltigen
Entwicklung in Übereinstimmung mit den jeweiligen rechtlichen Bestimmungen und
Vorschriften der Vertragsparteien.
Diese Pläne und/öder Programme werden im gesamten Alpenraum auf der
territorialen Ebene der hierfür zuständigen öffentlichen Körperschaften erstellt.
Sie werden von oder mit den zuständigen Körperschaften unter Beteiligung der
angrenzenden Gebietskörperschaften, gegebenenfalls im grenzüberschreitenden
Rahmen, erstellt und zwischen den einzelnen räumlichen Ebenen abgestimmt.
Diese Pläne und/oder Programme, welche regelmäßig überprüft und gegebenenfalls
geändert werden, legen die Vorgaben der Raumplanung und nachhaltigen
Entwicklung für zusammenhängende Gebiete fest. Ihre Erstellung und Durchführung
stützen sich auf Bestandsaufnahmen und vorangehende Studien, mit deren Hilfe die
besonderen Merkmale des jeweiligen Gebiets ermittelt werden.
                                       Artikel 9
                     Inhalt der Pläne und/oder Programme
          v     für Raumplanung und nachhaltige Entwicklung
          «5-»-
           l
  Die Pläne und/oder Programme für die Raumplanung und nachhajtige Entwicklung
berücksichtigen auf. der am besten geeigneten territorialen Ebene für den am besten
geeigneten Raum und nach Maßgabe der jeweiligen raumordnerischen
Gegebenheiten insbesondere die nachstehenden Maßnahmen:
1. Regionale Wirtschaftsentwicklung
   a) Maßnahmen,         die  die  einheimische    Bevölkerung   mit  ausreichenden
 ---pagebreak---              Erwerbsmöglichkeiten und mit den für die gesellschaftliche, kulturelle
             und    wirtschaftliche    Entwicklung     erforderlichen   Gütern    und
             Dienstleistungen      versorgen     sowie      ihre     Chancengleichheit
             gewährleisten,
   b) Maßnahmen, die die wirtschaftliche Vielfalt zur Beseitigung von
             Strukturschwächen und der Gefahren einseitiger Tätigkeiten fördern,
   c)  Maßnahmen, welche die Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Land-und
             Forstwirtschaft sowie Handwerk namentlich über arbeitsplatzschaffende
             Erwerbskombinationen verstärken.
2. Ländlicher Raum
   a) Sicherung der für die Land-und Forstwirtschaft geeigneten Flächen,
   b)  Festlegung von Maßnahmen zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Land-
            und Forstwirtschaft im Berggebiet,
   c)  Erhaltung und Wiederherstellung der ökologisch besonders wertvollen
            Gebiete,
   d)  Festlegung der für Freizeitaktivitäten benötigten Flächen und Anlagen unter
            Wahrung ihrer Vereinbarkeit mit anderen Raumnutzungen.
    e) Abgrenzung von Gebieten, in denen aufgrund von Naturgefahren die
            Errichtung von Bauten und Anlagen soweit wie möglich auszuschliessen
            ist.
3. Siedlungsraum
   a) Angemessene und haushälterische Abgrenzung geeigneter Siedlungsgebiete
            einschließlich der Maßnahmen zur Gewährleistung deren tatsächlichen
            Bebauung,
   b) Sicherung der. erforderlichen Standorte für wirtschaftliche und kulturelle
            Tätigkeiten, für Ver- und Entsorgung sowie für Freizeitaktivitäten, -
   c) Ausweisung von Gebieten, in denen aufgrund von Naturgefahren die
            Errichtung von Bauten und Anlagen soweit wie möglich auszuschließen
            ist,
   d) Erhaltung    und Gestaltung      von   innerörtlichen   Grünflächen    und  von
            Naherholungsräumen am Rand der Siedlungsgebiete,
   e) Begrenzung des Zweitwohnungsbaus,
  f)   Orientierung und Konzentration der Siedlungen an den Achsen öffentlicher
            Verkehrsmittel bzw angrenzend an bestehender Bebauung,
 ---pagebreak---    g) Erhaltung der charakteristischen Siedlungsformen,
   h) Erhaltung und Belebung der charakteristischen Bausubstanz.
4. Natur-und Landschaftsschutz
   a) Ausweisung von Gebieten für Natur-und Landschaftsschutz sowie für den
            Schutz der Gewässer und anderer natürlicher Lebensgrundlagen,
   b) Ausweisung von Ruhezonen und sonstigen Gebieten, in denen Bauten und
            Anlagen sowie andere störende Tätigkeiten eingeschränkt oder
            untersagt sind.
5. Verkehr
   a) Maßnahmen zur Verbesserung            der   regionalen    und  überregionalen
            Verbindungen,
    b) Maßnahmen      zur   Bevorzugung      der    Benutzung     umweltverträglicher
            Verkehrsmittel,
   c) Maßnahmen zur Verstärkung der Zusammenarbeit der Verkehrsträger,
   d) Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und gegebenenfalls zur Einschränkung
            des motorisierten Verkehrs,
   e) Maßnahmen zur Verbesserung des Angebots öffentlicher Verkehrsmittel für
            Ansässige und Gäste.
                                    ArtikeMO
       Verträglichkeit der Projekte mit der Umwelt und dem Raum
Die Vertragsparteien stellen die notwendigen Voraussetzungen sicher fürVdie
Prüfung der direkten und indirekten Auswirkungen öffentlicher und privater Projekte,
welche die Natur, die Landschaft, die bauliche Substanz und den Raum wesentlich
oder nachhaltig beeinflussen können. Bei dieser Prüfung werden den
Lebensverhältnissen der ortsansässigen Bevölkerung, und insbesondere ihren
Belangen im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich, Rechnung getragen.
Das Ergebnis dieser Prüfung ist bei der Genehmigung und Durchführung der
Vorhaben zu berücksichtigen.
Soweit sich ein Vorhaben auf die Raumplanung und nachhaltige Entwicklung sowie          s
auf die Umweltbedingungen einer benachbarten Vertragspartei auswirkt, sind die
                                                                                  ^i<=>
 ---pagebreak--- zuständigen Stellen dieser Vertragspartei rechtzeitig darüber zu unterrichten. Die
Information muß so frühzeitig erfolgen, daß eine Prüfung und Stellungnahme
möglich ist und bei der Entscheidung über das Vorhaben ausgewertet werden kann.
                                      Artikel 11
    Ressourcennutzung,Leistungen im öffentlichen Interesse,
                natürliche Produktionserschwernisse und
                          Nutzungseinschränkungen
Die Vertragsparteien prüfen die Möglichkeiten, ob und wie:
1. Nutznießer alpiner Ressourcen veranlaßt werden können, marktgerechte Preise
zu zahlen, die die Kosten der Bereitstellung der Ressourcen in ihren wirtschaftlichen
Wert einbeziehen,
2. die im öffentlichen Interesse erbrachten Leistungen abgegolten werden können,
3. die als Folge natürlicher Produktionserschwernisse                benachteiligten
Wirtschaftstätigkeiten, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft einen
angemessenen Ausgleich erhalten können,
4. erhebliche Einschränkungen der umweltverträglichen Wirtschaftsnutzung des
Naturraumpotentials auf gesetzlicher oder vertraglicher Grundlage angemessen
vergütet werden können.
                                     Artikel12
             Finanz- und wirtschaftspolitische Maßnahmen
1. Die Vertragsparteien prüfen die Möglichkeiten, die mit diesem Protokoll
angestrebte, nachhaltige räumliche Entwicklung des Alpenraums durch finanz- und
wirtschaftspolitische Maßnahmen zu unterstützen.
2. Neben den in Artikel 11 genannten Maßnahmen kommen insbesondere in
Betracht:
       Ausgleichsmaßnahmen          auf     entsprechender     Ebene       zwischen
Gebietskörperschaften,
- Neuausrichtung traditioneller sektoraler Politiken und zweckmäßiger Einsatz der
                                                                                   s+
 ---pagebreak--- bestehenden Fördermittel,
 - Unterstützung grenzüberschreitender Projekte.
3. Die Vertragsparteien prüfen die Auswirkungen bestehender und neuer finanz- und
wirtschaftspolitischer Maßnahmen auf die Umwelt und den Raum und räumen
denjenigen Maßnahmen Vorrang ein, die mit dem Schutz der Umwelt und mit den
Zielen der nachhaltigen Entwicklung vereinbar sind.
                                     Artikel 13
                        Weitergehende Maßnahmen
Die Vertragsparteien können Maßnahmen zur Raumplanung und nachhaltigen
Entwicklung treffen, welche über die in diesem Protokoll vorgesehenen Maßnahmen
hinausgehen.
                                    Kapitel III
                     Forschung, Bildung und Information
                                    Artikel 14
                       Forschung, und Beobachtung
1. Die Vertragsparteien fördern und stimmen in enger Zusammenarbeit Forschungen
und Beobachtungen ab, die für eine bessere Kenntnis der Wechselbeziehungen
zwischen Raum, Wirtschaft und Umwelt im Alpenraum und zur Abschätzung
zukünftiger Entwicklungen dienlich sind.
2. Die Vertragsparteien sorgen dafür, daß die jeweiligen nationalen Forschungs- und
Beobachtungsergebnisse in ein gemeinsames System zur dauernden Beobachtung
des Zustandes und der Entwicklung des Alpenraums und seiner Umwelt einfließen
und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
                                                                                  XL
 ---pagebreak---                                      Artikel 15
                    Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
Die Vertragsparteien fördern die Aus- und Weiterbildung sowie die Information der
Öffentlichkeit und der Behörden in Sachen Raumplanung und nachhaltiger
Entwicklung im Alpenraum.
                                        Kapitel IV
                                Kontrolle und Bewertung
                                          Artikel 16
                                      Überwachung
Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Durchführung dieses Protokolls durch
geeignete Maßnahmen im Rahmen der geltenden Rechtsordnung sicherzustellen.
                                         Artikel 17
               Kontrolle der Einhaltung der Protokollpflichten
1. Die Vertragsparteien erstatten dem Ständigen Ausschuß regelmäßig Bericht über
die aufgrund dieses Protokolls getroffenen Maßnahmen. In den Berichten ist auch
die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen darzulegen. Die Alpenkonferenz
bestimmt die Periodizität der Berichterstattung.
2. Der Ständige Ausschuß prüft die Berichte daraufhin, ob die Vertragsparteien ihren
Pflichten aus dem Protokoll nachgekommen sind. Er kann dabei auch Rückfragen an
die Vertragsparteien stellen oder Informationen aus anderen Quellen beziehen.
1. Der Ständige Ausschuß erstellt für die Alpenkonferenz einen Bericht über die
Einhaltung der Protokollpflichten durch die Vertragsparteien.
                                                                                z(h
 ---pagebreak--- 4. Die Alpenkonferenz nimmt diesen Bericht zur Kenntnis. Falls sei eine
Pflichtverletzung feststellt, so kann sie Empfehlungen verabschieden.
                                           Artikel 18
         Bewertung der Wirksamkeit der Protokollbestimmungen
1. Die Vertragsparteien überprüfen und beurteilen regelmäßig die in diesem
Protokoll enthaltenen Bestimmungen auf ihre Wirksamkeit. Soweit zur Erreichung
der Ziele dieses Protokolls erforderlich, werden sie die nötigen Änderungen des
Protokolls in die Wege leiten.
2. Im Rahmen der geltenden nationalen Rechtsordnung werden die
Gebietskörperschaften an dieser Bewertung beteiligt. Die einschlägig tätigen nicht
staatlichen Organisationen können angehört werden.
                                      Kapitel V
                               Schlußbestimmungen
                                       ArtikeM9
          Verhältnis zwischen der Konvention und dem Protokoll
Dieses Protokoll ist ein Protokoll zu der Alpenkonvention im Sinne von Artikel 2 und
der anderen einschlägigen Artikel der Konvention.
Es können nur Vertragsparteien der Alpenkonvention diesem Protokoll beitreten.
Jede Kündigung der Alpenkonvention bewirkt ebenfalls die Kündigung dieses
Protokolls.
Wenn die Alpenkonferenz im Zusammenhang mit diesem Protokoll Fragen berät,
sind lediglich die Vertragsparteien dieses Protokolls zur Beschlussfassung
berechtigt.
                                                                                   AH
 ---pagebreak---                                            Artikel 20
                          Unterzeichnung und Ratifizierung
1. Dieses Protokoll liegt den Unterzeichnerstaaten der Alpenkonvention und der
Europäischen Gemeinschaft am                         sowie ab dem
in der Republik Österreich, dem Verwahrer, zur Unterzeichnung auf.
2. Dieses Protokoll tritt für die Parteien, die ihre Zustimmung ausgedrückt haben,
durch das Protokoll gebunden zu sein, drei Monate nach dem Tage in Kraft, an dem
drei Staaten ihre Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde hinterlegt
haben.
3. Für die Parteien, die später ihre Zustimmung ausdrücken, durch das Protokoll
gebunden zu sein, tritt das Protokoll drei Monate nach dem Tage der Hinterlegung
der Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde in Kraft. Nach dem
Inkrafttreten einer Änderung des Protokolls wird jede neue Vertragspartei dieses
Protokolls Vertragspartei der Urkunde in ihrer geänderten Fassung.
                                       Artikel 21
                                    Notifikationen
Der Verwahrer notifiziert, hinsichtlich dieses Protokolls, jedem in der Präambel
genannten Staat und der Europäischen Gemeinschaft
a) jede Unterzeichnung,
b) jede Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde,
c) jeden Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Protokolls,                    V
d) jede von einer Vertragspartei abgegebene Erklärung,
e) jede von einer Vertragspartei notifizierte Kündigung, einschließlich des
    Zeitpunkts ihres Wirksamwerdens.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses
Protokoll mit ihrer Unterschrift versehen.
                                                                                yiS
 ---pagebreak--- Geschehen zu ....           ,am .....      in deutscher, französischer, italienischer
und slowenischer Sprache, wobei die vier Wortlaute gleichermaßen verbindlich sind,
in einer Urschrift, die im Archiv der Republik Österreich hinterlegt wird, die allen
Unterzeichnerstaaten eine beglaubigte Abschrift übermittelt.
Für die Bundesrepublik Deutschland,
Für die Französische Republik,
Für die Italienische Republik,
Für das Fürstentum Liechtenstein,
Für das Fürstentum Monaco,
Für die Republik Österreich,
Für die Schweizerische Eidgenossenschaft,
Für die Republik Slowenien,
Für die Europäische Gemeinschaft.
                                                                                   AC
 ---pagebreak--- V
  Protokoll zur Durchführung der Alpenkonvention von 1991
                          in dem Bereich
                   BERGLANDWIRTSCHAFT
        (Protokoll "BERGLANDWIRTSCHAFT")
          Überarbeitete Endfassung des Protokolls
      im Anschluss an die Sitzung der Hohen Beamten
              Paris, 21., 22., 23. September 1994
                                                          A
                                                            i
 ---pagebreak--- Die Bundesrepublik Deutschland,
die Franzosische Republik,
die Italienische Republik,
das Fürstentum Liechtenstein,
das Fürstentum Monaco,
die Republik Österreich,
die Schweizerische Eidgenossenschaft
die Republik Slowenien,
sowie
die Europäische Gemeinschaft -
in Erfüllung ihres Auftrags aufgrund des Überein-
kommens vom 7. November 1991 zum Schutz der Alpen
(Alpenkonvention), eine ganzheitliche Politik zum
Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpen-
raums sicherzustellen,
in Erfüllung ihrer Verpflichtungen gemäß Artikel 2
Absatz ? und 3   der Alpenkonvention,
im Bewußtsein ihrer Verantwortung, im Interesse der
Allgemeinheit die Bewirtschaftung der traditionel-
len Kulturlandschaften und eine Standortgemäße, um-
weltverträgliche Landwirtschaft zu erhalten und un-
ter Berücksichtigung der erschwerten Wirtschaftsbe-
dingungen zu fördern,
in Kenntnis der Tatsache, daß der Alpenraum mit
seinem Reichtum an natürlichen Ressourcen, seinem
Wasservorkommen, seinem landwirtschaftlichen Poten-
tial, seiner historischen und kulturellen Bedeu-
tung, seinem Wert als europäischer Lebens-, Wirt-
schafts- und Erholungsraum sowie mit den durch ihn
führenden Verkehrsachsen auch in Zukunft insbeson-
dere für die ansässige Bevölkerung, aber auch für
die Menschen anderer Gebiete lebenswichtig ist,
in der Überzeugung, daß die wirtschaftlichen In-
teressen mit den ökologischen Erfordernissen in
Einklang gebracht werden müssen, wobei den Eigen-
ständigkeiten der einzelnen Regionen sowie der
                                                    AS
 ---pagebreak---  zentralen Rolle   der  Landwirtschaft Rechnung  zu-
 tragen ist,
 in Anbetracht der Bedeutung, die der Landwirtschaft
 im Alpenraum seit jeher zugekommen ist und des un-
verzichtbaren Beitrages,welchen dieser Wirtschafts-
zweig auch in Zukunft als Lebensgkundlage zur Auf-
rechterhaltung einer angemessenen Besiedlungsdich-
te, zur Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmit-
teln, zur Erzeugung wertvoller typischer Produkte^
zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft, un-
ter anderem auch für ihre touristische Nutzung, zum
Schutz des Bodens vor Erosionen, Lawinen und Über-
schwemmungen insbesondere in den Berggebieten lei-
sten wird,
in der Erkenntnis, daß Art und Intensität der land-
wirtschaftlichen Nutzung maßgeblichen Einfluß auf
Natur und Landschaft ausüben, und daß der extensiv
bewirtschafteten Kulturlandschaft eine wesentliche
Funktion als Lebensraum für die Pflanzen- und Tier-
welt der Alpen zukommt,
in Anerkennung der Tatsache, daß die Landwirte auf-
grund der topographischen und klimatischen Verhält-
nisse in den Berggebieten unter erschwerten Lebens-
und Produktionsbedingungen tätig sind,
in der Erkenntnis, daß bestimmte Probleme nur
grenzüberschreitend gelöst werden können und inter-
nationale Maßnahmen erforderlich machen, und daß
insbesondere wirtschaftliche und soziale Anpas-
sungs- und Begleitmaßnahmen sowohl auf nationaler
als auch europäischer Ebene notwendig sind, damit
die Existenz der Landwirte und ihrer Betriebe in
den Berggebieten nicht durch ausschließliche Anwen-
dung ökonomischer Maßstäbe in Frage gestellt wird,
in der Überzeugung, daß dabei die ansässige Bevöl-
kerung in der Lage sein muß, ihre gesellschaftli-
che, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung
selbst zu gestalten sowie im Rahmen der geltenden
staatlichen Ordnung an der Durchführung dieses Pro-
tokolls entscheidend mitzuwirken -
sind wie folgt übereingekommen:
                      Kapitel 1
               Allgemeine Bestimmungen
                                                     W
 ---pagebreak---                             Artikel 1:
                                Ziele
   (1) Dieses Protokoll bestimmt Massnahmen auf inter-
   nationaler Ebene, um die standortgerechte und
   umweitvertrag liehe Berglandwirtschaft so zu
erhalten und zu fördern, daß ihr wesentlicher Bei-
 trag zur Besiedlung und nachhaltigen Bewirtschaf-
 tung, insbesondere durch Erzeugung von typischen
Qualitätsprodukten, zur Sicherung der natürlichen
Lebensgrundlagen, zum Schutz vor den Naturgefahren,
zur Wahrung der Schönheit und des Erholungswertes
der Natur- und Kulturlandschaft sowie zur Kultur im
Alpenraum dauerhaft anerkannt und gewährleistet
wird.
(2) Die Vertragsparteien streben bei der Umsetzung
dieses Protokolls die Optimierung der multifunktio-
nalen Aufgaben der Berglandwirtschaft an.
                           Artikel 2
Berücksichtigung der Ziele in den anderen Politiken
Die Vertragsparteien verpflichten sich, die von
diesem Protokoll bestimmten ziele auch in den ande-
ren Politiken zu berücksichtigen.
                           Artikel 3
                  Grundverpflichtungen im
              gesamtwirtschaftlichen Rahmen
Die Vertragsparteien sind sich einig über die Not-
wendigkeit, die Agrarpolitik in Übereinstimmung mit
der gesamten Wirtschaftspolitik auf allen Ebenen an
den Erfordernissen einer nachhaltigen und ausgewo-
genen Entwicklung auszurichten, um unter den gege-
benen finanzpolitischen Rahmenbedingungen:
a) die Förderung einer umweltverträglichen Land-
wirtschaft und ihrer qemeinwirtschaftlichen Funk-
tionen ^ s s
                                                 insbesonde-
re in den Berggebieten zu ermöglichen;
b) durch sozial- und strukturpolitische Maßnahmen
im Verbund mit            . umweit- und agrarpolitischen
Maßnahmen auch in den Berggebieten angemessene Le-
                                                             #o
 ---pagebreak---  bensbedingungen s i c h e r n und damit e i n e r Abwanderung
  i n s i n n v o l l e r Weise entgegenzuwirken.
                                     Artikel 4
                              Rolle der Landwirte
 Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, daß
 insbesonders in den Berggebieten die Landwirtschaft                               im
 Laufe der Jahrhunderte die Landschaft geprägt und-
 ihr historischen Charakter sowie kulturellen Wert
 verliehen hat. Die Landwirte sind deshalb auch in
                                                                                    r
 Zukunft aufgrund ihrer multifiinktionalen Aufgaben als wesentliche
 Träger der Erhalung der Natur- und Kulturlandschaft anzuerkfnnfn
 un| in Entscheidungen und Massnahmen für die Berggebiete einzubeziehen.
                                     Artikel 5
               Beteiligung der Gebietskörperschaften
                 und der ansässigen Bev&fcfcenoog
 Die V e r t r a g s p a r t e i e n sichfern d i e B e t e i l i g u n g        der
 r e g i o n a l e n und l o k a l e n G e b i e t s k ö r p e r s c h a f t e n
an den sowie der ansässigen Bevölkerung Entscheidungen und Massnahmen
 irn Rahmen der geltenden staatlichen Ordnung.
                                     Artikel 6
                      Internationale            Zusammenarbeit
 Die V e r t r a g s p a r t e i e n v e r e i n b a r e n :
a) gemeinsame Bewertungen der agrarpolitischen Entwicklung
vorzunehmen sowie die gegenseitige Absprache vor
wichtigen agrarpolitischen Entscheidungen zur Ver-
wirklichung dieses Protokolls zu gewährleisten;
b) durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
 aller zuständigen Behörden, insbesondere der re-
gionalen Verwaltungen und lokalen Körperschaften,
eine Verwirklichung der in diesem Protokoll be-
 stimmten Ziele und Maßnahmen auch im Gebietsver-
bund sicherzustellen;
 c) durch die internationale Zusammenarbeit unter
 Forschungs- und Bildungsstätten, unter Landwirt-
 schafts- und ümweltorganisationen sowie zwischen
den Medien sowohl den Kenntnis- und Erfahrungsaus-
                                                                                      £T
 ---pagebreak--- tausch als auch gemeinsame Initiativen zu fördern.
                       Kapitel 2
                      Maßnahmen
                      Artikel 7
          Förderung der Berglandwirtschaft
(1) Die Vertragsparteien sind bestrebt, die Maßnah-
men der Agrarpolitik auf allen Ebenen den unter-
schiedlichen Standortvoraussetzungen entsprechend
zu differenzieren und die Berglandwirtschaft unter
Berücksichtigung der natürlichen Standortnachteile
zu fördern. Betriebe, die in Extremlagen eine Min-
destbewirtschaftung sichern, sind besonders zu un-
terstützen.
(2) Der Beitrag, den die Berglandwirtschaft zur Er-
haltung und Pflege der Natur- und Kulturlandschaft
sowie zur Sicherung vor Naturqefahren im Interesse
der Allgemeinheit leistet, trri der
                                               / über den
allgemeinen Verpflichtungsrahmen hinausgehn , wird
       im Rahmen vertraglicher, projekt- und lei-
stungsbezogener Vereinbarungen,-angemessen ausgeglichen.
                      Artikel 8
          Raumplanung und Kulturlandschaft
(1) Die Vertragsparteien verpflichten sich, den be-
sonderen Bedingungen der Berggebiete bei Raumpla-
nung, Flächenausweisung, Flurbereinigung und Boden-
verbesserung unter Berücksichtigung der Natur- und
Kulturlandschaft Rechnung zu tragen.
(2) Vor allem sind zur Erfüllung der vielfältigen
Aufgaben der Berglandwirtschaft die erforderlichen
Flächen für eine standortgemäße und umweltverträg-
liche landwirtschaftliche Nutzung vorzused.
(3) Dabei sind die traditionellen Kulturland-
schaftselemente (Wald, Waldränder, Hecken, Feldge-
                                                          3PL
 ---pagebreak---        holze, Feucht-, Trocken- und Magerwiesen, Almen)
       und deren Bewirtschaftung zu erhalten oder wieder-
       herzustellen.
        (4) Besondere Maßnahmen sind zur Erhaltung der tra-
       ditionellen Hofanlagen und          landwirtschaftlichen
       Bauelemente sowie zur weiteren Anwendung der cha-
       rakteristischen Bauweisen und -materialien erfor-
       derlich.
                               Artikel 9
                Naturgemäße Bewi rtschaftungsmethoden
                        und typische Produkte
       Die Vertragsparteien verpflichten sich, alle erfor^-
       derlichen Maßnahmen zu ergreifen und dabei gemein-
       same Kriterien anzustreben, um die Anwendung und
       Verbreitung von extensiven, naturgemäßen und ge-
       bietscharakterischen      Bewirtschaftungsmethoden     in
       den Berggebieten zu begünstigen sowie die Erzeugung
       typischer Agrarprodukte, die sich durch ihre ört-
       lich begrenzten, einzigartigen und naturgemäßen
       Produktionsbedingungen auszeichnen, zu schützen und
       aufzuwerten.
                              Artikel 10
       "Standortgemäße Viehhaltung und genetische Vielfalt
 (1)    Die    Vertragsparteien     sind    sich   einig,    daß  die
 flächengebundene Viehhaltung als Erwerbsquelle wie als ein die
 landschaftliche und kulturelle Eigenart prägendes Element
 einen     wesentlichen     Bestandteil     der    Berglandwirtschaft
darstellt.       Sie    ergreifen     angemessene     Maßnahmen   zur
Aufrechterhaltung       der    Viehzucht,    unter    Einschluß   der
traditionnel 1en Haustiere, mit ihrer charakteristischen Arten-
und Rassenvielfalt und ihren typischen Erzeugnissen.
 (2) Dazu sind die damit verbundenen land-, weide- und
forstwirtschaftlichen Strukturen zu erhalten, wobei unter der
Bedingung extensiv betriebener Grünlahdbewirtschaftung ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen Viehbestand und Futterflächen
zu beachten ist.
(3) Im Bereich der Forschung und Popularisierung sind die
erforderlichen      Maßnahmen    zur   Bewahrung    der   genetischen
Vielfalt der Viehbestände und Kulturpflanzen zu ergreifen."
                                                                     53
 ---pagebreak---                                        Artikel         11  ,
                                       Vermarktung
  ( 1 ) D i e V e r t r a g s p a r t e i e n werden sich darum bemühen            qün-
 s t i g e Vermarktungsbedingungen für d i e Produkte                               der
 B e r g l a n d w i r t s c h a f t zu s c h a f fen/undiwar              sowohl   für
 i h r e n s t ä r k e r e n Absatz vor Ort a l s auch für                         ihre
 e r h ö h t e W e t t b e w e r b s f ä h i g k e i t auf den n a t i o n a l e n  und
 i n t e r n a t i o n a l e n Märkten.
 ( 2 ) D i e Förderung s o l l u n t e r anderem durch Ur-
 sprungsmarken                  mit       kontrollierter                 Herkunftsbe-
zeichnung und Qualitätsgarantie erfolgen,die Produzenten
wie Konsumenten gleichermaßen dienen.
                                       A r t i k e l 12
                           Produktionsbeschränkungen
Die V e r t a g s p a r t e i e n s i n d b e s t r e b t , b e i der* Einfüh-
 rung von Produktionsbeschränkungen für d i e Land-
wirtschaft                die       besonderen          Erfordernisse            einer
standortgemäßen                    und u m w e l t v e r t r ä g l i c h e n  Bewirt-
s c h a f t u n g der B e r g g e b i e t e zu b e r ü c k s i c h t i g e n .
                                       A r t i k e l 13
              Land- und F o r s t w i r t s c h a f t a l s          Einheit
Die V e r t r a g s p a r t e i e n stimmen d a r i n ü b e r e i n , daß
e i n e g a n z h e i t l i c h e Konzeption von Land- und F o r s t -
w i r t s c h a f t aufgrund i h r e r s i c h ergänzenden und zum
T e i l v o n e i n a n d e r abhängigen Funktionen i n den Berg-
g e b i e t e n e r f o r d e r l i c h i s t . S i e s e t z e n s i c h deshalb
dafür e i n , daß:
a) d i e naturgemäße Waldbewirtschaftung sowohl a l s
z u s ä t z l i c h e Einkommensgrundlage der l a n d w i r t s c h a f t -
l i c h e n B e t r i e b e a l s auch a l s N e b e n e r w e r b s t ä t i g k e i t
der i n d e r L a n d w i r t s c h a f t B e s c h ä f t i g t e n g e f ö r d e r t
wird;
                                                                                        *f
 ---pagebreak---                                       [9]
 b) den Schutz-, Nutz- und                        Erholungsfunktionen
 sowie den ökologischen und biologischen Funktionen
 des Waldes in einem standortgemäßen, landschaftlich
 ausgewogenen Verhältnis zu den landwirtschaftlich
 genutzten Flächen Rechnung getragen wird;
 c) die Weidewirtschaft und der Wildbestand durch
geeignete Maßnahmen so geregelt werden, daß nicht
 tragbare Schäden im Wald sowie auf landwirtschaft-
 lichen Nutzflächen vermieden werden.
                                Artikel 14
                   Zusätzliche Erwerbsquellen
Im Einklang mit der Erhaltung der Natur- und Kulturlandshaft und
 in Anerkennung der traditionellen Bedeutung der Fa-
milienbetriebe           in der Berglandwirtschaft setzen
sich die Vertragsparteien dafür ein, daß Entstehung
und Entwicklung zusätzlicher Erwerbsquellen in den
Berggebieten, vor allem durch und für die ansässige
Bevölkerung und besonders in den mit der Landwirt-
schaft verbundenen Bereichen Forstwirtschaft, Tou-
rismus und Handwerk, zur Erhaltung der Voll-, Zu-
und Nebenerwerbsbetriebe gefördert werden.
                                Artikel 15
   Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen
Die Vertragsparteien setzen sich dafür ein, daß die
erforderlichen Dienstleistungen zur Überwindung der
nachteiligen Verhältnisse der in den Berggebieten
in der Land»- und Forstwirtschaft Tätigen ausgebaut
und verbessert werden, um die Entwicklung ihrer Le-
bens- und Arbeitsbedingungen mit der wirtschaftli-
chen und sozialen Entwicklung in den anderen Berei-
chen und Gebieten im Alpenraum zu verbinden. Dabei
sollen nicht ausschließlich ökonomische Kriterien
entscheidend sein.
Das gilt vor allem für die Verkehrsverbindungen,für
die Errichtung und Erneuerung von. Wohn- und Wirt-
schaftsgebäuden sowie für die Beschaffung und In-
standhaltung von technischen Anlagen und Maschinen.
                               Artikel 16
     Weitergehende Maßnahmen der Vertragsparteien
                                                                      Sr
 ---pagebreak---                                     (10]
       Unter dem Vorbehalt des geltenden internationalen
       Rechts können die einzelnen Vertragsparteien wei-
       tergehende als die in diesem Protokoll vorgesehenen
       Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Bergland-
       wirtschaft treffen.
                                 Kapitel 3
                ^Forschung, Bildung und Information
                                Artikel 17
      "Forschung und Beobachtung
 1. Die Vertragsparteien fördern und harmonisieren in enger
 Zusammenarbeit      die     zu    einer   besseren    Kenntnis    der
Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Umwelt in den
Alpen sowie zu einer Analyse zukünftiger Entwicklungen
dienliche Forschung und Beobachtung.
 2. Sie fördern insbesondere die für die Berglandwirtschaft
spezifische agrarwissenschaftliehe Forschung. Letztere wird
verstärkt praxisnah und gebietsbezogen fortgeführt sowie bei
der Bestimmung und Überprüfung agrarpolitischer Ziele und
Maßnahmen eingebunden.
3. Die Vertragspartner verpflichten sich, die notwendigen
Informationen        zur      Kenntnis     des    Forschungs-      und
Bildungsangebots        sowie    zur   dauernden    Beobachtung    der
Entwicklung des Alpenraums im Sinne des Übereinkommens zum
Schutz der Alpen und dieses Protokolls in einem gemeinsamen,
der öffentlichkeit zugänglichen Informtionssystem zu erfassen.
4. Insbesondere erstellen sie für die jeweiligen Berggebiete
mit Bezug auf die in diesem Protokoll bestimmten Ziele und
Maßnahmen einen vergleichenden Bericht.
    Der Bericht   ic;1.
                   1SX
                      - regelmäßig fortzuschreiben und dabei mit
Hinweisen auf besondere Problembereiche oder -gebiete sowie
 auf die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen           bzw.  auf   zu
 treffende* Maßnahmen zu vers-ehen.
 6. Dabei sind grundlegende Daten zur demographischen, sozialen
 und wirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang mit den
 jeweiligen geographischen, ökologischen und infrastrukturellen
 Standortindikatoren sowie die Erstellung der entsprechenden
Kriterien einer ausgewogenen nachhaltigen Entwicklung im Sinne
der Alpenkonvention und           dieses Protokolls vorrangig zu
                                                                    «e
 ---pagebreak---                Artikel 18
      "Bildung und Information
 1. Die Vertragsparteien fördern. Bildung und Information der
 Öffentlichkeit und der Behörden zum Thema Raumordnung und
 nachhaltige Entwicklung in den Alpen.
 2. Die Vertragsparteien setzen sich dafür ein, daß berufliche
 Aus- und Weiterbildung sowie Beratung und Hilfeleistung in
 landwirtschaftlichen,     betriebs-      und      marktbezogenen
 Fachgebieten verstärkt weiterentwickelt werden, ohne dabei den
-Umwelt- und Naturschutz aus den Äugen zu verlieren. Das
 Bildungsangebot ist generell so auszubauen, daß es auch die
Hinwendung und Befähigung zu anderen mit der Landwirtschaft
verbundenen Neben- oder Haupterwerbstätigkeiten ermöglicht.
 3. Die Vertragsparteien tragen zu einer umfassenden und
sachlichen Information bei, die sich nicht allein auf die
unmittelbar   betroffenen   Personen   und    Verwaltungsbehörden
beschränkt, sondern sich auch über die Medien art eine breite
öffentlichkeit innerhalb und außerhalb des Alpenraums wendet,
um in ihr die Kenntnis der Leistungen der Berglandwirtschaft
zu verbreiten und das Interesse dafür anzuregen.
4. Darüber hinaus sind im Rahmen dieses Protokolls die         in
Anhang I aufgeführten Themen als vorrangig zu betrachten."
                                                               9cy
 ---pagebreak---      AP"-."'
                                          Kapitel IV
                                  Kontrolle und Bewertung
                                            ï
                                            4
                                           Artikel 19
                                        Überwachung
Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Durchführung dieses Protokolls durch
geeignete Maßnahmen im Rahmen der geltenden Rechtsordnung sicherzustellen.
                                           Artikel 20
                Kontrolle der Einhaltung der Protokollpflichten
1. Die Vertragsparteien erstatten dem Ständigen Ausschuß regelmäßig Bericht über
die aufgrund dieses Protokolls getroffenen Maßnahmen. In den Berichten ist auch
die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen darzulegen. Die Alpenkonferenz
bestimmt die Periodizität der Berichterstattung.
2. Der Ständige Ausschuß prüft die Berichte daraufhin, ob die Vertragsparteien ihren
Pflichten aus dem Protokoll nachgekommen sind. Er kann dabei auch Rückfragen an
die Vertragsparteien stellen oder Informationen aus anderen Quellen beziehen.
1. Der Ständige Ausschuß erstellt für die Alpenkonferenz einen Bericht über die
Einhaltung der Protokollpflichten durch die Vertragsparteien.
4. Die Alpenkonferenz nimmt diesen Bericht zur Kenntnis. Falls sei eine
Pflichtverletzung feststellt, so kann sie Empfehlungen verabschieden.
                                                                                   ts
 ---pagebreak---                                          Artikel 21
         Bewertung der Wirksamkeit der Protokollbestimmungen
1. Die Vertragsparteien überprüfen und beurteilen regelmäßig die in diesem
Protokoll enthaltenen Bestimmungen auf ihre Wirksamkeit. Soweit zur Erreichung
der Ziele dieses Protokolls erforderlich, werden sie; die nötigen Änderungen des
Protokolls in die Wege leiten.                       \
2, Im Rahmen, der geltenden nationalen Rechtsordnung werden die
Gebietskörperschaften an dieser Bewertung beteiligt. Die einschlägig tätigen nicht
staatlichen Organisationen können angehört werden.
                                     Kapitel V
                              Schlußbestimmungen
                                      Artikel 22
          Verhältnis zwischen der Konvention und dem Protokoll
Dieses Protokoll ist ein Protokoll zu der Alpenkonvention im Sinne von Artikel 2 und
der anderen einschlägigen Artikel der Konvention.
Es können nur Vertragsparteien der Alpenkonvention diesem Protokoll beitreten.
Jede Kündigung der Alpenkonvention bewirkt ebenfalls die Kündigung dieses
Protokolls.
Wenn die Alpenkonferenz im Zusammenhang mit diesem Protokoll Fragen berät,
sind lediglich die Vertragsparteien dieses Protokolls zur Beschlussfassung
berechtigt.
                                                                                  *s
 ---pagebreak---                            ïf              Artikel 23
                         Unterzeichnung und Ratifizierung
1. Dieses Protokoll liegt den Unterzeichnerstaaten der Alpenkonvention und der
Europäischen Gemeinschaft am                         sowie ab dem
in der Republik Österreich, dem Verwahrer, zur Unterzeichnungtauf.
                                                                *%
2. Dieses Protokoll tritt für die Parteien, die ihre Zustimmung ausgedrückt haben,
durch das Protokoll gebunden zu sein, drei Monate nach dem Tage in Kraft,.an dem
drei. Staaten ihre Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde hinterlegt
haben.
3. Für die Parteien, die später ihre Zustimmung ausdrücken, durch das Protokoll
gebunden zu sein, tritt das Protokoll drei Monate nach dem Tage der Hinterlegung
der Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde in Kraft. Nach dem
Inkrafttreten einer Änderung des Protokolls wird jede neue Vertragspartei dieses
Protokolls Vertragspartei der Urkunde in ihrer geänderten Fassung.
                                       Artikel 24
                                    Notifikationen
Der Verwahrer notifiziert, hinsichtlich dieses Protokolls, jedem in der Präambel
genannten Staat und der Europäischen Gemeinschaft
a) jede Unterzeichnung,
b) jede Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde,
c) jeden Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Protokolls,
d) jede von einer Vertragspartei abgegebene Erklärung,
e) jede von einer Vertragspartei notifizierte Kündigung, einschließlich des
    Zeitpunkts ihres Wirksamwerdens.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses
Protokoll mit ihrer Unterschrift versehen.
                                                                                <
                                                                                  5(9
 ---pagebreak--- '; " * - 1 .
         Geschehen zu ....           ,am ....       in deutscher, französischer, italienischer
         und slowenischer Sprache, wobei die vier Wortlaute gleichermaßen verbindlich sind,
         in einer Urschrift, die im Archiv der Republik Österreich hinterlegt wird, die allen
         Unterzeichnerstaaten eine beglaubigte Abschrift übermittelt.
        Für die Bundesrepublik Deutschland,
        Für die Französische Republik,
        Für die Italienische Republik,.
        Für das Fürstentum Liechtenstein,
        Für das Fürstentum Monaco,
        Für die Republik Österreich,
        Für die Schweizerische Eidgenossenschaft,
        Für die Republik Slowenien,
        Für die Europäische Gemeinschaft.
                                                                                             r
                                                                                               ^l
 ---pagebreak---                         ANHANG  I
        VORRANGIGE FORSCHUNGS- UND BILDUNGSTHEMEN
                     LAUT ARTIKEL 17 U*ct Jfr'
   FORSCHUNG:
  - Bestimmung und Klassifizierung der Berggebiete
  aufgrund ihrer Höhenlage sowie ihrer klimatischen
  und topographischen, infrastrukturellen und wirt-
  schaftlichen Standortbedingungen.
  - Untersuchungen über die Auswirkungen der auf den
  verschiedenen politischen Entscheidungsebenen (GAP,
  EU, Staaten, Regionen ... ) getroffenen Maßnahmen
  auf die Berglandwirtschaft.
  - Bewertung der wirtschaftlichen und ökologischen,
-sozialen und kulturellen Funktionen der Land- und
  Forstwirtschaft sowie ihrer Entwicklungsmöglichkei-
  ten unter den besonderen lokalen Bedingungen in den
 verschiedenen Berggebieten.
 - Erzeugungs- und Verarbeitungsmethoden, Verbes-
 se rungs- und QualitStskriterien der landwirtschaft-
 lichen Produkte der Berggebiete.
 BILDUNG:
 - Technisch-wissenschaftliche Beratung und Fort-
 bildung für die landwirtschaftlichen Betriebe wie
 auch für die ihre Produkte verarbeitenden Nahrungs-
mittelbetriebe l
-' Technische und wirtschaftliche Betriebsführung,
besonders in Bezug auf eine Anreicherung des Pro-
dukteangebots sowie der entsprechenden Produktions-
alternativen in der Landwirtschaft.
- Technische und finanzielle Voraussetzungen und
Auswirkungen der. Anwendung umweltverträglicher und
naturnaher Bewirtschaftung und .Produktion.' •    ;.-:~'
- Medien, ihre Verbreitung und ihre Gestaltung wr;-
Orientierung der Öffentlichkeit, der Politik und'
Wirtschaft innerhalb und außerhalb des Alpenraums.
                                                         ^A&
 ---pagebreak--- Protokoll zur Durchführung der Alpenkonvention von 1991
                       in dem Bereich
           Naturschutz und Landschaftspflege
  (Protokoll "Naturschutz und Landschaftspflege")
        Überarbeitete Endfassung des Protokolls
    im Anschluss an die Sitzung der Hohen Beamten
            Paris, 21., 22., 23. September 1994
                                                        3<L
 ---pagebreak---  Die Bundesrepublik Deutschland,
die Französische Republik,
die Italienische Republik,
das Fürstentum Liechtenstein,
das Fürstentum Monaco,
die Republik Österreich,
die Schweizerische Eidgenossenschaft,
die Republik Slowenien,
sowie
die Europäische Gemeinschaft -
in Erfüllung ihres Auftrages aufgrund des Übereinkommens vom 07. November 1991
zum Schutz der Alpen (Alpenkonvention), eine ganzheitliche Politik zum Schutz und
zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sicherzustellen,
in Erfüllung ihrer Verpflichtungen gemäß Art. 2 Abs. 2 und 3 der Alpenkonvention,
in der Erkenntnis, daß die Alpen als einer der größten zusammenhängenden
Naturräume Europas durch einzigartige Schönheit, ökologische Vielfalt und
hochempfindliche Ökosysteme geprägt und zugleich Lebens- und Wirtschaftsraum
der ansässigen Bevölkerung mit traditionsreicher Kultur sind,
in dem Bewußtsein, daß die ansässige Bevölkerung in der Lage sein muß, ihre
gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung selbst zu gestalten und
im Rahmen der geltenden staatlichen Ordnung daran mitzuwirken,
in Anbetracht der räumlichen Struktur der Alpen, aufgrund derer sich zahlreiche,
miteinander häufig konkurrierende Nutzungen in engen Tälern zusammendrängen
und zur Belastung eines ökologisch bedeutsamen Umfelds beitragen,
in dem Bewußtsein, daß Art und Intensität der Nutzung des Alpenraums in den
letzten Jahrzehnten in weiten Gebieten zu unwiederbringlichen Verlusten an
erhaltenswerten Bestandteilen von Landschaft, Biotopen und Arten geführt haben
und bei unveränderter Fortführung zu weiteren Verlusten führen werden,
in der Erkenntnis, daß in einigen Gebieten des Alpenraums namentlich durch eine
Konzentration von Verkehr, Tourismus, Sport, Siedlung, Entwicklung der Wirtschaft,
Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft eine Überbelastung von Natur und
Landschaft entstanden ist oder entstehen kann,
                                                                                      sy
 ---pagebreak---  in der Erkenntnis, daß namentlich den Gletschern, den alpinen Rasen, dem
 Bergwald und den Gewässern im Alpenraum als Lebensraum einer vielfältigen Flora
 und Fauna eine herausragende Bedeutung zukommt,
 in dem Bewußtsein, daß der extensiven Land- und Forstwirtschaft bei der Erhaltung
und Pflege der Kulturlandschaft und der damit verbundenen Naturelemente eine
große Bedeutung zukommt,
in der Überzeugung, daß wirtschaftliche Interessen mit den ökologischen
Erfordernissen in Einklang gebracht werden müssen,
in der Überzeugung, daß bei der Abwägung zwischen ökologischer Belastbarkeit
und ökonomischen Interessen den ökologischen Erfordernissen Vorrang
einzuräumen ist, wenn es für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
notwendig ist,
in dem Bewußtsein, daß die begrenzte Belastbarkeit des Alpenraums besondere
Vorkehrungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der
Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts erfordert,
in der Überzeugung, daß bestimmte Probleme nur grenzübergreifend gelöst werden
können und gemeinsame Maßnahmen der Alpenländer erforderlich machen -
sind wie folgt übereingekommen:
                                                                                   ^
 ---pagebreak---                                          KAPITEL!
                          ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                         Artikel 1
                          V                 Ziel
Ziel dieses Protokolls ist es, in Erfüllung der Alpenkonvention und in ihrem
Geltungsbereich, unter Mitberücksichtigung der Interessen der ortsansässigen
Bevölkerung, internationale Regelungen zu treffen, um Natur und Landschaft so zu
schützen, zu pflegen und, soweit erforderlich, wiederherzustellen, daß die
Funktionsfähigkeit der Ökosysteme, die Erhaltung der Landschaftselemente und der
wildlebenden Tier- und Pflanzenarten einschließlich ihrer natürlichen Lebensräume,
die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Leistungsfähigkeit der Naturgüter und
die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Natur- und Kulturlandschaft in ihrer
Gesamtheit dauerhaft gesichert werden sowie die hierfür erforderliche
Zusammenarbeit der Vertragsparteien zu fördern.
                                         Artikel 2
                                Grundverpflichtungen
Im Einklang mit diesem Protokoll verpflichtet sich jede Vertragspartei, die
erforderlichen rechtlichen, administrativen, finanz- und wirtschaftspolitischen
Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz, die Pflege und, soweit erforderlich, die
Wiederherstellung von lebenden Tier- und Pflanzenarten, ihrer Vielfalt und ihrer
Lebensräume unter gleichzeitiger Berücksichtigung ihrer ökologisch tragbaren
Nutzung sicherzustellen.
                                         Artikel 3
                         Internationale Zusammenarbeit
1. Die Vertragsparteien verpflichten sich zur Zusammenarbeit insbesondere bei der
Kartierung, der Ausweisung, Pflege und Überwachung von Schutzgebieten und
                                                                                   iv
 ---pagebreak--- sonstigen schützenswerten Elementen von Natur- und Kulturlandschaft, der
 Biotopvernetzung, der Aufstellung von Konzepten, Programmen und Plänen der
Landschaftsplanung, der Vermeidung und dem Ausgleich von Beeinträchtigungen
von Natur und Landschaft, der systematischen Beobachtung von Natur und
Landschaft, der Forschung sowie bei allen sonstigen Maßnahmen zum Schutz von
wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, ihrer Vielfalt und ihrer Lebensräume
einschließlich der Festlegung vergleichbarer Kriterien, soweit dies erforderlich und
zweckmäßig ist.
2. Die Vertragsparteien verpflichten sich, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit
im Naturschutz und in der Landschaftspflege auf regionaler und lokaler Ebene zu
fördern, soweit dies zur Erreichung der Ziele dieses Protokolls erforderlich ist.
3. Die Vertragsparteien bemühen sich bei nutzungsbeschränkenden Auflagen um
eine Abstimmung der Rahmenbedingungen im Sinne der Ziele dieses Protokolls.
                                          Artikel 4
               Berücksichtigung der Ziele in anderen Politiken
Die Vertragsparteien stellen sicher, daß die Zielsetzung dieses Protokolls bei ihren
Fachpolitiken, insbesondere in den Bereichen Raumordnung und Siedlungswesen,
Luftreinhaltung, Bodenschutz, Sicherung des Wasserhaushalts und der
Wasserqualität,      Tourismus,      Landwirtschaft,     Forstwirtschaft,      Verkehr,
Energiewirtschaft, Gewerbe und Industrie, Abfallwirtschaft sowie in den Bereichen
Bildung,     Erziehung,    Forschung      und     Information,   einschließlich    der
grenzüberschreitenden Abstimmung der Maßnahmen Berücksichtigung findet.
                                          Artikel 5
                     Beteiligung der Gebietskörperschaften
1. Angesichts der Vielfalt der Institutionen und der unterschiedlichen
Zuständigkeitsverteilung wählt jede Vertragspartei die für die Abstimmung und
Zusammenarbeit zwischen den unmittelbar betroffenen Institutionen und
Gebietskörperschaften am besten geeignete Ebene, um eine gemeinsame
Verantwortung zu fördern, namentlich um einander gegenseitig verstärkende Kräfte
beim Vollzug der Politiken des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie der
sich daraus ergebenden Massnahmen zu nutzen und zu entwickeln.
2. Die unmittelbar betroffenen Körperschaften werden in den verschiedenen Stadien
der Vorbereitung und Umsetzung dieser Politiken und der sich daraus ergebenden
Massnahmen unter Wahrung ihrer Zuständigkeit beteiligt.
                                                                                       v
 ---pagebreak---                                         Kapitel II
                              Spezifische Massnahmen
                                         Artikel 6
                                Bestandsaufnahmen
Die Vertragsparteien verpflichten sich, drei Jahre nach Inkrafttreten dieses
Protokolls zu den in Anhang I aufgezählten Sachverhalten die Situation des
Naturschutzes und der Landschaftspflege darzulegen. Diese Darlegungen sind
regelmäßig, mindestens alle zehn Jahre fortzuschreiben.
                                         Artikel 7
                                Landschaftsplanung
1. Die Vertragsparteien stellen binnen fünf Jahren nach Inkrafttreten dieses
Protokolls Konzepte, Programme und/oder Pläne auf, in denen die Erfordernisse
und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der
Landschaftspflege für den Alpenraum festgelegt werden.
2. Die Konzepte, Programme und/oder Pläne gemäß Absatz 1 sollen Darstellungen
enthalten
a) des vorhandenen Zustands von Natur und Landschaft und seiner Bewertung;
b) des angestrebten Zustands von Natur und Landschaft und der erforderlichen
Maßnahmen,      insbesondere       der     allgemeinen  Schutz-,   Plege-   und
Entwicklungsmaßnahmen zum Erreichen dieser Ziele und der Maßnahmen zum
Schutz und zur Pflege wildlebender Tiere und wildwachsender Pflanzen.
                                         Artikel 8
                                         Planung
Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen Maßnahmen, um auf der Grundlage
der Landschaftsplanung in Abstimmung mit der Raumplanung darauf hinzuwirken,
                                                                              3?
 ---pagebreak---  daß die natürlichen .und naturnahen Lebensräume der wildlebenden Tier- und
 Pflanzenarten sowie xiie übrigen Strukturelemente der Natur- und Kulturlandschaft
 erhalten bleiben und entwickelt werden.
                      !f
                                           Artikel 9
                         Eingriffe in Natur und Landschaft
                                                            X
                                                              *
 1, Die Vertragsparteien schaffen die Voraussetzungen dafür, daß für private und
öffentliche Maßnahmen und Vorhaben, die Natur und Landschaft erheblich oder
nachhaltig beeinträchtigen können, die direkten und indirekten Auswirkungen auf
den Naturhaushalt und das Landschaftsbild insbesondere nach alpenspezifischen
Kriterien überprüft werden. Das Ergebnis der Prüfung ist bei der Zulassung bzw.
Verwirklichung zu berücksichtigen. Dabei ist insbesondere sicherzustellen, daß
vermeidbare Beeinträchtigungen unterbleiben und die Interessen der ortsansässigen
Bevölkerung berücksichtigt werden.
2. Nach Maßgabe des nationalen Rechts sind unvermeidbare Beeinträchtigungen
durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege auszugleichen
und unwiederbringliche Beeinträchtigungen nur zuzulassen, wenn unter Abwägung
aller Interessen die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege nicht
überwiegen; auch für solche Beeinträchtigungen sind Maßnahmen des
Naturschutzes und der Landschaftspflege vorzunehmen.
                                           Artikel 10
                                       Grundschutz
1. Die Vertragsparteien bemühen sich im gesamten Alpenraum um die Verringerung
von Belastungen und Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft. Sie wirken
darauf hin, daß alle raumbedeutsamen Nutzungen natur- und landschaftsschonend
erfolgen. Sie ergreifen ferner alle geeigneten Maßnahmen zur Erhaltung und, soweit
erforderlich, Wiederherstellung        besonderer     natürlicher   und naturnaher
Landschaftsstrukturelemente,        Biotope,    Ökosysteme        und    traditioneller
Kulturlandschaften.
2. Weil der Land- und Forstwirtschaft beim Vollzug von Maßnahmen des
Naturschutzes und der Landschaftspflege eine entscheidende Rolle zukommt, sollen
Schutz, Erhaltung und Pflege von naturnahen und schützenswerten Biotopen, wo
immer angebracht, aufgrund von Vereinbarungen mit den Grundeigentümern oder
Bewirtschaftern durch angepaßte land- und forstwirtschaftliche Nutzung erreicht
werden.      Dazu     eignen     sich    insbesondere     auch     marktwirtschaftliche
                                                                                        3$
 ---pagebreak--- LenKungsinsirumente wie wirtscnanncne Anreize oaer ADgeitungen.
3. In Ergänzung der dem Naturschutz zur Verfügung stehenden Mittel sind die
Förder- und Unterstützungsmaßnahmen für die Land- und Forstwirtschaft und
andere Flächennutzer verstärkt zur Erreichung dieser Ziele einzusetzen.
                                         Artikel 11
                                      Schutzgebiete
1. Die Vertragsparteien verpflichten sich, bestehende Schutzgebiete im Sinne ihres
Schutzzweckes zu erhalten, zu pflegen und, wo erforderlich, zu erweitern sowie
nach Möglichkeit neue Schutzgebiete auszuweisen. Sie treffen alle geeigneten
Maßnahmen, um Beeinträchtigungen oder Zerstörungen-dieser Schutzgebiete zu
vermeiden.
2. Sie fördern im weiteren die Einrichtung und die Unterhaltung von Nationalparks.
3. Sie fördern die Einrichtung von Schon- und Ruhezonen, die wildlebenden Tier-
und Pflanzenarten Vorrang vor anderen Interessen garantieren. Sie wirken darauf
hin, in diesen Zonen die für den ungestörten Ablauf von arttypischen ökologischen
Vorgängen notwendige Ruhe sicherzustellen und reduzieren oder verbieten alle
Nutzungsformen, die für die ökologischen Abläufe in diesen Zonen nicht verträglich
sind.
4. Die Vertragsparteien prüfen, inwieweit die von der ortsansässigen Bevölkerung
erbrachten Sonderleistungen in Übereinstimmung mit dem jeweiligen Landesrecht
zu vergüten sind.
                                        Artikel 12
                                Ökologischer Verbund
Die Vertragsparteien treffen die geeigneten Maßnahmen, um einen nationalen und
grenzüberschreitenden Verbund ausgewiesener Schutzgebiete, Biotope und anderer
geschützter oder schützenswerter Objekte zu schaffen. Sie verpflichten sich, die
Ziele und Maßnahmen für grenzüberschreitende Schutzgebiete aufeinander
abzustimmen.
                                                                                   •>?
 ---pagebreak---                                          Artikel 13
                                  Schutz von Biotopen
1. Die Vertragsparteien verpflichten sich, für natürliche und naturnahe Biotoptypen
die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um deren dauerhafte Erhaltung in
ausreichendem Umfang und funktionsgerechter räumlicher Verteilung zu
gewährleisten. Darüber hinaus können sie die Renaturierung beeinträchtigter
Lebensräume fördern.                                                              j
2. Die Vertragsparteien verpflichten sich, für die Erstellung-von alpenweiten Listen
innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten dieses Protokolls diejenigen
Biotoptypen zu benennen, für die Maßnahmen gemäß Absatz 1 zu treffen sind.
                                         Artikel 14
                                       Artenschutz
1. Die Vertragsparteien verpflichten sich, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um
einheimische Tier- und Pflanzenarten in ihrer spezifischen Vielfalt mit ausreichenden
Populationen, namentlich durch die Sicherstellung genügend großer Lebensräume
zu erhalten.
2. Die Vertragsparteien benennen innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten
dieses Protokolls für die Erstellung von alpenweiten Listen diejenigen Arten, für die
aufgrund ihrer spezifischen Gefährdung besondere Schutzmaßnahmen notwendig
sind.
                                         ArtikeM5
                          Entnahme- und Handelsverbote
1. Die Vertragsparteien verbieten, bestimmte Tierarten zu fangen, in Besitz zu
nehmen, zu verletzen, zu töten, insbesondere während der Brut-, Aufzucht- und
Überwinterungszeiten zu stören, sowie jede Zerstörung, Entnahme und
Aufbewahrung von Eiern aus der Natur und den Besitz, das Anbieten, den Kauf und
Verkauf von aus der Natur entnommenen Exemplaren oder Teilen davon.
2. Für bestimmte Pflanzenarten verbieten die Vertragsparteien das Pflücken,
                                                                                      ko
 ---pagebreak---  oaiiimein, Musumeiuen, /Ausgraoen oaer Ausreißen soicner rnanzen oaer leue
 davon am natürlichen Standort sowie den Besitz, das Anbieten, den Kauf und
 Verkauf von aus der Natur entnommenen Exemplaren solcher Arten. Ausgenommen
 von diesem Verbot ist die bestanderhaltende Nutzung und Pflege der
 entsprechenden Standorte.
 3. Die Vertragsparteien benennen innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten
 dieses Protokolls die Tier- und Pflanzenarten, die unter dem Schutz der in den
 Absätzen 1 und 2 aufgezählten Massnahmen stehen.
.4. Die Vertragsparteien können zu den obengenannten Vorschriften Ausnahmen
 vorsehen, falls
 - wissenschaftliche Zwecke,                                          "
 - der Schutz der wildlebenden Faune und der wildwachsenden Flora oder
   natürlichen Umwelt,
 - Gesundheit und öffentliche Sicherhei es gebieten,
 - bzw. um bedeutende wirtschaftliche Schäden, insbesondere für Anbau,
   Viehhaltung, Forst, Fischerei und Gewässer, zu verhüten
 unter der Bedingung, dass keine andere zufriedenstellende Lösung besteht und die
 Massnahme nicht so beschaffen sit, dass das natürliche Gleichgewicht der
 betroffenen Arten insgesamt gefährdet wird. Diese Ausnahmen müssen mit
 Kontrollmassnahmen und - falls erforderlich - mit Ausgleichsmassnahmen versehen
 sein.
 5. Unbeschadet des Inkrafttretens des Artikels 15-1 bis 15-4 verpflichten sich die
 Vertragsparteien sobald wie möglich in technischen Anlagen die Begriffe der Brut-,
 Aufzucht- und Überwinterungszeiten, die in Absatz 1 genannt wurden sowie jeden
 weiteren Begriff, der bei der wissenschaftlichen Interpretierung Schwierigkeiten
 bereiten könnte, klarzustellen.
                                         Artikel 16
                     Wiederansiedlung einheimischer Arten
 1. Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Wiederansiedlung und Ausbreitung
 einheimischer wildlebender Tier- und Pflanzenarten sowie von Unterarten, Rassen
 und Ökotypen zu fördern, wenn die hierfür notwendigen Voraussetzungen gegeben
 sind, dies zu deren Erhaltung und Stärkung beiträgt, keine Schäden für Natur und
 Landschaft sowie keine untragbaren Nachteile für menschliche Tätigkeiten
 entstehen.
 2. Wiederansiedlung und Ausbreitung müssen auf der Grundlage wissenschaftlicher
 Erkenntnisse erfolgen. Die Vertragsparteien vereinbaren hierfür gemeinsame
 Richtlinien. Nach der Wiederansiedlung ist die Entwicklung der betreffenden Tier-
 und Pflanzenarten zu überwachen und bei Bedarf zu regulieren.
                                                                                    vi
 ---pagebreak---                                         Artikel 17
                                 Ansiedlungsverbote
Die Vertragsparteien gewährleisten, daß wildlebende Tier- und Pflanzenarten, die in
einer Region in einer überschaubaren Vergangenheit nicht natürlich vorkamen, dort
nicht angesiedelt werden. Sie können hiervon Ausnahmen vorsehen, wenn die
Ansiedlung für bestimmte Nutzungen erforderlich ist und keine Schäden für Natur
und Landschaft entstehen.
                                        ArtikeM8
            Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen
Die Vertragsparteien stellen sicher, daß gentechnisch veränderte Organismen nur
dann in die Umwelt freigesetzt werden, wenn auf der Grundlage einer förmlichen
Prüfung feststeht, daß die Freisetzung ohne Risiken für Mensch und Umwelt erfolgt.
                                        Artikel 19
                           Weitergehende Maßnahmen
Die Vertragsparteien können Maßnahmen zum Naturschutz und zur
Landschaftspflege treffen, welche über die in diesem Protokoll vorgesehenen
Maßnahmen hinausgehen.
                                                                                    4fL
 ---pagebreak---                                        Kapitel III
                         Forschung, Bildung und Information
                                        Artikel 20
                           Forschung und Beobachtung
1. Die Vertragsparteien fördern und stimmen in enger Zusammenarbeit
Forschungen, systematische Beobachtungen [und sonstige Arbeiten] ab, die als
Grundlage für den Schutz von Natur und Landschaft sowie von Tier- und
Pflanzenarten dienlich sind. Besondere Aufmerksamkeit werden sie dabei den in
Anhang II festgelegten Forschungsthemen widmen.
2. Die Vertragsparteien entwickeln gemeinsame oder einander ergänzende
Programme für Ökosystemare Analysen und Bewertungen mit dem Ziel der
Erweiterung wissenschaftlich abgesicherter Kenntnisse, auf denen die gemäß
diesem Protokoll durchgeführten Maßnahmen aufbauen können. Die
Forschungsergebnisse sind unter den Vertragsparteien auszutauschen und der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
3. Die Vertragsparteien sorgen dafür, daß die jeweiligen nationalen Forschungs- und
Beobachtungsergebnisse in ein gemeinsames System zur dauernden Beobachtung
der Entwicklung des Alpenraums und seiner Umwelt einfließen und öffentlich
zugänglich gemacht werden.
                                       Artikel 21
                              Bildung und Information
Die Vertragsparteien fördern die Aus- und Weiterbildung sowie die Information der
Öffentlichkeit im Hinblick auf Ziele, Maßnahmen und Durchführung dieses
Protokolls.
                                                                                    k'b
 ---pagebreak---                                           Kapitel IV
                                  Kontrolle und Bewertung
                                           Artikel 22
                                        Überwachung
Die Vertragsparteien verpflichten sich, die Durchführung dieses Protokolls durch
geeignete Maßnahmen im Rahmen der geltenden Rechtsordnung sicherzustellen.
                                           Artikel 23
                Kontrolle der Einhaltung der Protokollpflichten
1. Die Vertragsparteien erstatten dem Ständigen Ausschuß regelmäßig Bericht über
die aufgrund dieses Protokolls getroffenen Maßnahmen. In den Berichten ist auch
die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen darzulegen. Die Alpenkonferenz
bestimmt die Periodizität der Berichterstattung.
2. Der Ständige Ausschuß prüft die Berichte daraufhin, ob die Vertragsparteien ihren
Pflichten aus dem Protokoll nachgekommen sind. Er kann dabei auch Rückfragen an
die Vertragsparteien stellen oder Informationen aus anderen Quellen beziehen.
1. Der Ständige Ausschuß erstellt für die Alpenkonferenz einen Bericht über die
Einhaltung der Protokollpflichten durch die Vertragsparteien.
4. Die Alpenkonferenz nimmt diesen Bericht zur Kenntnis. Falls sei eine
Pflichtverletzung feststellt, so kann sie Empfehlungen verabschieden.r.
                                                                                    W
 ---pagebreak---                                        Artikel 24
         Bewertung der Wirksamkeit der Protokollbestimmungen
1. Die Vertragsparteien überprüfen und beurteilen regelmäßig die in diesem
Protokoll enthaltenen Bestimmungen auf ihre Wirksamkeit. Soweit zur Erreichung
der Ziele dieses Protokolls erforderlich, werden sie die nötigen Änderungen des
Protokolls in die Wege leiten.
2. Im Rahmen der geltenden nationalen Rechtsordnung werden die
Gebietskörperschaften an dieser Bewertung beteiligt. Die einschlägig tätigen nicht
staatlichen Organisationen können angehört werden.
                                                                                   fcr.
 ---pagebreak---                                      Kapitel V
                               Schlußbestimmungen
                                      Artikel 25
           Verhältnis zwischen der Konvention und dem Protokoll
Dieses Protokoll ist ein Protokoll zu der Alpenkonvention im Sinne von Artikel 2 und
der anderen einschlägigen Artikel der Konvention.
Es können nur Vertragsparteien der Alpenkonvention diesem Protokoll beitreten.
Jede Kündigung der Alpenkonvention bewirkt ebenfalls die Kündigung dieses
Protokolls.
Wenn die Alpenkonferenz im Zusammenhang mit diesem Protokoll Fragen berät,
sind lediglich die Vertragsparteien dieses Protokolls zur Beschlussfassung
berechtigt.
                                          Artikel 26
                         Unterzeichnung und Ratifizierung
1. Dieses Protokoll liegt den Unterzeichnerstaaten der Alpenkonvention und der
Europäischen Gemeinschaft am                         sowie ab dem
in der Republik Österreich, dem Verwahrer, zur Unterzeichnung auf.
2. Dieses Protokoll tritt für die Parteien, die ihre Zustimmung ausgedrückt haben,
durch das Protokoll gebunden zu sein, drei Monate nach dem Tage in Kraft, an dem
drei Staaten ihre Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde hinterlegt
haben.
3. Für die Parteien, die später ihre Zustimmung ausdrücken, durch das Protokoll
gebunden zu sein, tritt das Protokoll drei Monate nach dem Tage der Hinterlegung
der Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde in Kraft. Nach dem
Inkrafttreten einer Änderung des Protokolls wird jede neue Vertragspartei dieses
Protokolls Vertragspartei der Urkunde in ihrer geänderten Fassung.
                                                                                     Ï6
 ---pagebreak---                                        Artikel 27
                                    Notifikationen
Der Verwahrer notifiziert, hinsichtlich dieses Protokolls, jedem in der Präambel
genannten Staat und der Europäischen Gemeinschaft
a) jede Unterzeichnung, \
b) jede Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde,
c) jeden Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Protokolls,
d) jede von einer Vertragspartei abgegebene Erklärung,
e) jede von einer Vertragspartei notifizierte Kündigung, einschließlich des
    Zeitpunkts ihres Wirksamwerdens.
Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses
Protokoll mit ihrer Unterschrift versehen.
Geschehen zu ....           ,am ....         in deutscher, französischer, italienischer
und slowenischer Sprache, wobei die vier Wortlaute gleichermaßen verbindlich sind,
in einer Urschrift, die im Archiv der Republik Österreich hinterlegt wird, die allen
Unterzeichnerstaaten eine beglaubigte Abschrift übermittelt.
Für die Bundesrepublik Deutschland,
Für die Französische Republik,
Für die Italienische Republik,
Für das Fürstentum Liechtenstein,
Für das Fürstentum Monaco,
Für die Republik Österreich,
Für die Schweizerische Eidgenossenschaft,
Für die Republik Slowenien,
Für die Europäische Gemeinschaft.
                                                                                       k?
 ---pagebreak---        Anhang I
            Liste der Sachverhalte, für di» gemaS Artikel6 eine
                    Bestandsaufnahme zu fertigen ist
   1.          Bestandssituation wildlebender Pflanzen- und Tierarten
               und ihrer Biotope
   1.1         Stand der Erfassung wildlebender Pflanzenarten und
               Pflanzen- bzw. Vegeéationsgesellschaften
  1.1.0       Allgemeines          A
  1.1.1       Rote Listen
  1.1.2       Listen rechtlich geschützter Arten
  1.1.3       Verbreitungsatlanten
  1.2         Stand der Erfassung wildlebender Tierarten
 1.2.0        Allgemeines
 1.2.1       Rote Listen
 1.2.2       Listen rechtlich geschützter Arten
 1.2.3       Verbreitungsatlanten
 1.3         Stand der Erfassung von Biotopen
 1.3.0       Allgemeines
 1.3.1       Rote Listen von Biotoptypen
 1.3.2       Verzeichnisse ökologisch wertvoller Biotope
             einschließlich Gewässer
1-4         Stand der Erfassung von Landschaften
1.4.0      Allgemeines
1.4.1      Inventare, Verzeichnisse, Typisierungen
           schützenswerter Natur- und Kulturlandschaften
                                                                      W
 ---pagebreak---             i . - L «a...« u . « * ^ <-<
            besondere Landschaften und Landschaftstypen bzw.
            Einzelelemente der Natur- und Kulturlandschaft
  1,4,2    Sanierungsbedürft-ige- Bereiche
   1.5      Nutzung freilebender Wildarten und/oder Biotope
  1.5.1    Land- und Almwirtschaft-
            z.B. Probleme/Gefahren der Nutzungsintensivierung und
           Brachlegung; Verluste und Gewinne
  1.5.2    Forstwirtschaft
  1.5.3    Jagd                          l
  1.5.4    Fischerei
  2.       Geschützte Flächen
           (Fläche, Anteile am Gesamtraum, Schutzzweck,
           Schutzinhalte,"Nutzungen, Nutzungsverteilung, Eigen-
           tumsverhältnisse)
 2.1      Nationalparke
 2.2      Naturschutzgebiete
 2.3      Landschaftsschutzgebiete
 2.4      Naturparke
 2.5      Schon- und Ruhegebiete
 2.6      Geschützte Landschaftsbestandteile
 2.7     Geschützte Biotope
 2.8     Andere geschützte Flächen (z.B. privatrechtlich
         geschützte Gebiete, freiwillige Vereinbarungen,
         Privatverträge zur Extensivierung)
3.       Organisation des Naturschutzes und der
        •Landschaftspflege
         (Aufbau, Zuständigkeiten/Tätigkeiten, personelle und
         finanzielle Ausstattung)
3.1      Naturschutzbehörden
3.2     Andere Fachverwaltungen mit Naturschutzaufgaben,
        Sonstige Einrichtungen des öffentlichen und
        privaten Rechts (z.B. Körperschaften, Stiftungen)
                                                              k1
 ---pagebreak---     3.4       Naturschutzwachten
    3.5       Naturschutzverbände
    3.6       Landschaftspflegeverbände                  >.
   3.7        Sonstige
   4.        Rechtsgrundlagen
              (Bund, Land, bzw. Kanton)       i
   4.1       Grundrecht, Staatszielbestimmung A
   4.2       Rechtsquellen
             (Gesetze, Verordnungen, Richtlinien -
             einschließlich Darstellung spezieller Inhalte zum
            Alpenschutz)
  4.3       Verbandsbeteiligung, Verbandsklage
  4.4       Vollzugshinweise
  4.5       Zusammenarbeit der Naturschutzbehörden mit anderen
            Fachverwaltungen
  4.6       Bußgeldkataloge, etc.
  4.7       Landschaftspflege- und Naturschutzfonds
  4.8       Laufende und geplante Novellierungen
 5.        Naturschutzaktivitäten
            (Gesamtüberblick)
 5.1       Konzepte, Programme, Richtlinien zur Erhaltung der
           Natur im Alpenraum
 5.2    *  Planungen (z.B. Landschaftspläne, Pflege- und
          Entwicklungspläne)
5.3       Artenhilfsmaßnahmen und sonstige Pflege-, Sicherungs-
          und Gestaltungsmaßnahmen
5.3.1     Allgemeines
5.3.2     Artenhilfsprogramme
5.3.3     Aufzucht- und Auswilderungsstationen
                                                                SO
 ---pagebreak---        (z.B. Extensivierungs-, Bergbauernprogramme)
 5.5  Wissenschaftliche Begleitung, Dauerbeobachtung von
      Flächen/Arten
                                                              ». '-.,..
 5.6  Eigenaktivitäten der Naturschutzverbände zum
      Arten- und Flächenschutz
 5.7  Finanzierungsprogramme
      (Mittelumfang, Ziele, Anwendungsbereiche)
 6.   Öffentlichkeitsarbeit                                 -
      (staatlich/ehrenamtlich)"
6.0  Allgemeines
6.1  Naturschutzakademien
6.2  Informationszentren
6.3  Publikationen
6.4  Sonstiges
7.   S c h l u ß f o l g e r u n g e n , empfohlene Maßnahmen
                                                                        S--*!
 ---pagebreak---    Anhang    II
  Vorrangige Forschungsthemen gemäß Artikel 17
  A.     Langfristige Beobachtung der Entwicklung von Ökosystemen
          (Lebensräume, Biozönosen, Populationen, Arten) zur Erfor-
         schung von Entwicklungs- und Veränderungstendenzen als
         Reaktion auf Umwelteinflüsse.                         -1
         Anmerkung:       Bioindikation, Biomonitoring, Analysen von
                          Ursache-Wirkung, Dokumentationen
  B.    Forschungen zur Effizienz von Schutzgebieten.
        Anmerkung:       Repräsentativität, Effektivität,
                         Regeneration, Management, Systemanalyse
 C.     Forschungen über Arten und Populationen.
        Anmerkung:       Genetik, Dynamik, Verinselung,
                         biologische Vielfalt
 D.    Forschungen zu großräumig wirksamen Aspekten von Schutz und
       Nutzung durch Land- und Forstwirtschaft.
       Anmerkung:       Naturnahe Bewirtschaftung,, ökologischer
                        Ausgleich, Biotopvernetzung, Extensivierung,
                        Wildbestandsreduktion.
E.     Forschungen zur Verbesserung spezieller Methoden, Verfahren
       und Planungen.
       Anmerkung:       Rote Listen, Biotopkartierung.
                        Schutzgebiete, Landschaftsplanung, Eingriffe
                        in Natur und Landschaft, Informationssysteme
F.    Entwicklung von Strategien und Konzepten für Naturschutz und
      Landschaftspflege
      Anmerkung:       Strategische Ziele und Erfolgschancen,
                       Schutzkonzepte, Extensivierung,
                       marktwirtschaftliche Instrumente, Akzeptanz
                       in der Öffentlichkeit
                                                                  ^L
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                           KOM(94) 504 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                        U    14
                                 Katalognummer : CB-CO-94-532-DE-C
                                                           ISBN 92-77-82272-4
Amt fur amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                                                                   ^3