CELEX: 51988PC0202
Language: de
Date: 1988-05-05
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES Über Maßnahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung zur Verhütung von Umweltschäden (Vorlage der Kommission)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 202
Vol. 1988/0062
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
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conformément aux articles 26(3) et 59(2) de la décision (UE, Euratom) 2015/444 de la
Commission du 13 mars 2015 concernant les règles de sécurité aux fins de la protection des
informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
public. Where necessary, classified documents in this file have been declassified in conformity
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on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                        KOM ( 88 ) 202 endg
                                        Brussel , den 10 Mai 1988
                         Vorschlag für eine
                       ENTSCHEIDUNG DES RATES
           Über Maßnahmen der allgemeinen und beruf ¬
         lichen Bildung zur Verhütung von Umweltschäden
                     ( Vorlage der Kommission )
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                                          BEGRÜNDUNG
  1 . SACHVERHALT
      Die verschiedenen Aktionsprogramme der Europäischen Gemeinschaften auf dem
      Gebiet des Umweltschutzes haben deutlich gemacht / daß die Umweltbildung im
      Rahmen einer Globalstrategie zum Schutz der natürlichen    Ressourcen und zur
      Verhütung von Gefahren für die Umwelt von grundlegender    Bedeutung ist . So
      wurde im ersten Aktionsprogramm ( 1 ) darauf hingewiesen , daß die Menschen
      durch geeignete Bildungsmaßnahmen über die Probleme des    Umweltschutzes auf ¬
      geklärt werden müssen, damit sie bereit sind, Ihrer Verantwortung uneinge¬
      schränkt nachzukommen . Aus den nachfolgenden Programmen, die 1977 ( 2 ),
      1983 (3 ) und 1987 ( 4 ) verabschiedet wurden, war ebenfalls klar ersichtlich ,
      in welchem Maße die Bildung als Mittel zur Sensibilisierung der Bevölkerung
      im allgemeinen und der Jugendlichen im besonderen zum Schutz und zur Ver¬
      besserung der Umwelt beitragen kann .
      Die Aktionen der Gemeinschaft 1m Bereich der Umweltbildung waren unter anderem
      an der Entwicklung eines Netzes von Model Lschulen orientiert , mit denen die
      Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Bildungs¬
      einrichtungen gefördert und innovatorische Techniken und Lehrmaterialien er ¬
      probt werden sollen .
      Dieses Netz wurde 1977 geschaffen . Es hat zwei Phasen durchlaufen, die erste
      von 1977 bis 1982 , die zweite von 1982 bis 1986; beteiligt waren 29 bzw . 31
      Schulen aus allen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft ,
      Als Ergebnis dieser Aktion ist zunächst festzustellen, daß das Netz der Mo-
      dellschulen die Verbreitung von Ideen und Erfahrungen im Bereich der Umwelt¬
      bildung in der gesamten Gemeinschaft erleichtert hat . Außerdem haben sich daraus
      Anregungen für eine stärkere Berücksichtigung der Umwelt bei der Erstellung
      neuer Lehrpläne sowie die Schaffung nationaler und regionaler Netze oder die
      Gründung von Verbänden von Fachlehrern im Bereich Umwelterziehung ergeben .
fl ) ABI . Nr . C 112 vom 20.12.1973 .
( 2 ) ABI . Nr . C 139 vom 13 . 6.1977 .
(3 ) ABI . Nr . C 46 vom 17 . 2.1983 .
( 4 ) ABI . Nr . C 70 vom 18 . 3.1987 .
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II .     NEUE ZIELE
         Nunmehr steht offensichtlich fest , daß für die Maßnahmen der Gemein¬
         schaft 1n diesem Bereich ehrgeizigere Ziele von größerer Reichweite
         festgelegt werden müssen . Nach dem neuen Artikel 130 r des EWG-Ver -
         trags unterliegt die Umweltpol i ti k der Gemeinschaft dem Grundsatz , Um¬
         weltbeeinträchtigungen vorzubeugen ; dessen Verwi rkl1 chung erfordert ,
        daß Umweltverschmutzung und - Schäden von vornherein verhindert und
         nicht erst nachträglich in Ihren Auswirkungen bekämpft werden . Dafür
         ist es zweckmäßig , die Umweltbildung auszubauen , da durch Maßnahmen
         in diesem Bereich , soweit sie der Sensibilisierung der Bürger für Um¬
         weltbelange und der Beeinflussung ihres Verhaltens im Sinne einer
        möglichst großen Aufgeschlossenheit für den Schutz der natürlichen
         Ressourcen dienen , ganz zweifellos eines der wirkungsvollsten Mittel
        zur Verhinderung von Umweltschäden sind .
         Darüber hinaus hat der Rat der Umweltminister anläßlich der Prüfung des
        vierten Aktionsprogramms ( 5 ) gefordert , daß die Gemeinschaft ihre Maß ¬
        nahmen auf bestimmte vorrangige Bereiche konzentriert , zu denen auch
        die Umweltbildung zählt . In seiner Stellungnahme zum vierten Aktions ¬
        programm ( 6 ) hat das Europäische Parlament ebenfalls auf die besondere
        Bedeutung dieses Bereichs hingewiesen .
        Allerdings läßt die Vielfalt der Bildungssysteme der Mi tg 11 edstaaten ,
        die stets als eine der Quellen des kulturellen Reichtums der europäischen
        Länder erachtet worden ist , nicht zu , daß Form und Einzelheiten der Ein¬
        führung bzw . Weiterentwicklung allgemein- und berufsbildender Maßnahmen
        im Bereich des Umweltschutzes allzu genau festgelegt werden . Vielmehr
        muß sich die Gemeinschaft bei eventuellen Maßnahmen in diesem Bereich
        darauf beschränken , einige allgemeine Grundsätze aufzustellen , deren
        Ausführung den zuständigen Behörden der Mi tgl i edstaaten unbeschadet even¬
        tueller eigener Maßnahmen der Kommission obliegt .
III .    INHALT DES VORSCHLAGS
        Ziel dieses Vorschlags ist es , im Bereich der allgemeinen und beruf ¬
         lichen Bildung ein Bündel kohärenter Maßnahmen, die wirkungsvoll zur
        Verhütung von UmweLtschäden beitragen sollen , festzulegen . Um dieses
        Ziel zu erreichen , müssen die Bildungssysteme der einzelnen Mitglied ¬
        staaten das Verhalten der Bürger im Sinne einer möglichst großen Auf­
( 5 ) ABI . Nr . C 289 vom 29.10.1987 .
( 6 ) ABI . Nr . C 156 vom 15.06.1987 .
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     ges ch Lossenhel t für den Umweltschutz beeinflussen und die Öffentlich¬
     keit für die Probleme 1n diesem Bereich sensibilisieren . Dazu scheint
     es insbesondere erforderlich / das Bewußtsein im Hinblick auf die in
     Artikel 1 Absatz 2 genannten Konzepte zu schärfen .
     Artikel 2 legt fest , welche Maßnahmen von den zuständigen Behörden der
     Mltgliedstaaten getroffen werden müssen/ um den Ausbau der Umweltbildung
     zu fördern . Den Bestimmungen dieses Artikels liegen folgende Überlegungen
     zugrunde :
     - die Einführung der wesentlichen Bestandteile der Umweltbi Idung muß
       in allen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung ( einschließ¬
       lich Erwachsenenbildung ) gewährleistet werden;
     - Umweltschutz ist fachübergreifend und geht in sämtliche Unterricht ¬
       fächer ein , das heißt nicht nur in die Naturwissenschaften, sondern
       auch in die Sozialwissenschaften .
     Ein besonderer Bereich , der größte Aufmerksamkeit erfordert , betrifft
     die Ausbildung von Fachkräften 1n den verschiedenen Umweltdisziplinen .
     Nach den geltenden Rechtsvorschriften muß 1n den Unternehmen und Verwal¬
     tungen der einzelnen Staaten Personal mit den notwendigen Qualifikationen
     vorhanden sein . Daher wird in Artikel 2 Absatz 2 festgelegt , daß die
     Mitgliedstaaten die Ausbildung von Fachkräften in den verschiedenen Um¬
     weltdisziplinen durch die Aufnahme umweltbezogener Inhalte in das Weiter¬
     bildungsangebot fördern .
     In diesem Absatz wird ebenfalls darauf hingewiesen, daß der Umweltschutz
     auch in den Bereich der beruflichen Bildung und der Hochschulbildung
     eingehen muß . Damit soll das Umweltbewußtsein der zukünftigen Fachkräfte ,
     deren Verhalten sich häufig in nicht unerheblicher Weise auf die Umwelt
     und die natürlichen Ressourcen auswirken kann , geschärft werden .
IV . ERGÄNZENDE MASSNAHMEN DER GEMEINSCHAFT
     Die in den vorstehenden Abschnitten dargelegten Überlegungen haben deut ¬
     lich gemacht , daß es Aufgabe der Mitgliedstaaten ist , die zur Weiter ¬
     entwicklung der Umweltbi Idung erforderlichen Maßnahmen zu treffen . Dennoch
     kommt auch den Organen der Gemeinschaft eine wichtige Rolle zu .
 ---pagebreak--- Auf Gemeinschaftsebene müssen nämLich verschiedene Maßnahmen eingeleitet
werden , um die Aktionen der Mitgliedstaaten abzustützen und zu ergänzen .
Diese Maßnahmen , die teilweise im Rahmen des vierten Aktionsprogramms
für den Umweltschutz durchgeführt werden , sollten namentlich darauf
ausgerichtet sein , den Vergleich und den Transfer einzelstaatlicher
Erfahrungen 2u fördern und eine verstärkte Berücksichtigung der spezi ¬
fisch europäischen Aspekte der Umweltbildung herbeizuführen . Hierzu
muß insbesondere :
- eine Bestandsaufnahme aller Maßnahmen erstellt werden , die 1n den
  Mitgliedstaaten durchgeführt wurden bzw . durchgeführt werden ;
“ den Lehrkräften und Schülern grundlegendes Dokumentatlonsmateria l . über
  die verschiedenen GemeinBchaftsthemen im Umweltbereich 2ur Verfügung
  gestellt werden ;
- ein europäisches Handbuch der Hochschuleinrichtungen ausgearbeitet werden,
  die sich mit der Ausbildung von Fachkräften für den Umweltschutz be ¬
  fassen ;
- Zusammenkünfte , Seminare und Kolloquien sowie eine europäische Sommer ¬
  universität für die im pädagogischen Bereich Verantwortlichen veran ¬
  staltet werden .
Außerdem müssen Umweltthemen verstärkt in die bestehenden Programme
und Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen
Bildung einbezogen werden . Auf diese Weise wäre es möglich :
- im Rahmen der Programme " Jugend für Europa " ( YES ) und " Austausch
  junger Arbeitskräfte " Zusammenkünfte europäischer Jugendlicher über
  Themen des Umweltschutzes zu fördern;
- Jugendinitiativen zugunsten Jugendlicher auf dem Gebiet des Umwelt ¬
  schutzes zu unterstützen ;
- die Zusammenarbeit zwischen den im Umweltbereich tätigen Hochschulen
  2u verstärken , indem die durch das ERASMUS-programm gebotenen Möglich ¬
  keiten , namentlich die Mobilität der Studenten und Dozenten sowie die
  Entwicklung gemeinsamer Studienprogramme , genutzt werden;
 ---pagebreak---                                     5
- im Umweltberei ch die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirt -     j
  Schaft bei der Ausbildung in den neuen Technologien auf der Grund-      t
  läge des COMETT-programms zu fördern;
- die Kontakte zwischen den nationalen Verantwortungsträgern fQr die Um-  >
  weltblldung zu Intensivieren, indem das Thema " Umweltbildung 11 1n das ,
  ARION-Programm aufgenommen wird .
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                               Vorschlag für eine
                            ENTSCHEIDUNG DES RATES
                              vom
Ober Maßnahmen der allgemeinen und beruflichen Bildung zur Verhütung von
Umweltschäden
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
insbesondere auf Artikel 130 r ,
auf Vorschlag der Kommission ( 1 )
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 2 ),
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ( 3 ),
in Erwägung nachstehender Gründe :
Nach Arti kel 130 r Absatz 2 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Wirt ¬
schaftsgemeinschaft beruht die Tätigkeit der Gemeinschaft im Bereich der Umwelt
vor allem auf dem Grundsatz , Umweltbeeinträchtigungen vorzubeugen .
In diesem Zusammenhang kommt der allgemeinen und beruflichen Bildung eine
wichtige Rolle zu , um die Öffentlichkeit für die vorhandenen Umweltprobleme
und möglichen Lösungen zu sensibilisieren und das Verhalten aller
 so zu beeinflußen , daß den Erfordernissen der Umwelt größere Beachtung
geschenkt wird .
 In den Aktionsprogrammen der Europäischen Gemeinschaft für den Umweltschutz aus
den Jahren 1973 ( 4 ), 1977 ( 5 ), 1983 ( 6 ) und 1987 ( 7 ) wird herausgestellt , daß
das Umweltbewußtsein der Öffentlichkeit durch gezielte Bildungsmaßnahmen
geschärft werden muß .
In der Entschließung des Rates der Europäischen Gemeinschaften und der 1m
Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 19 . Oktober
1987 ( 8 ) zur Fortschreibung und Durchführung einer Umweltpolitik und eines
Aktionsprogramms der Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz heißt
es , daß sich die Tätigkeit der Gemeinschaft unter Achtung der jeweiliegen
 m
 (2)
 (3)
 ( 4 ) ABI . Nr . C 112 vom 20.12,1973 ,
 ( 5 ) ABI . Nr . C 139 vom 13.6.1977.
 ( 6 ) ABI . Nr . C 46 vom 17.2.1983 .
 ( 7 ) ABL . Nr . 70 vom 18.3.1983 .
 ( 8 ) ABI . Nr . C 289 vom 29.10.1987 ,
 ---pagebreak---                                        - 7 -
Zuständigkeiten der Gemeinschaft und der Mitgl iedstaaten auf bestimmte
vorrangige Bereiche konzentrieren muß und verstärkte Anstrengungen zu unter¬
nehmen sind ^ um die Umweltbi Ldung auf geeigneter Ebene zu fördern .             I
In der Entschließung des Rates und[ per im Rat vereinigten Minister für
Bildungswesen vom 9 . Februar 1976 mit einem Aktionsprogramm im Bildungsbe ¬
reich ( 9 ) sind verschiedene Maßnahmen vorgesehen , um die Korrespondenz der
Bi Idungssysteme in Europa und die Zusammenarbeit im Hochschulbereich zu ver-     <
bessern .        ^
Da die Bi Ldungssysteme in den Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich sind ,          ;
müssen gemeinsame Grundsätze aufgestellt werden , deren Verwirklichung von
den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten zu gewährleisten ist ,                 !
Diese Grundsätze sind auf allen Stufen der allgemeinen und beruflichen             i
Bildung ( Vorschulerziehung , Primär-, Sekundär- und tertiärer Bereich ) zu
berücksichtigen -                                                                    i
Des weiteren haben die Mitgliedstaaten die Ausbildung einer •                      i
ausreichende Zahl von Fachkräften für den Umweltschutz sicherzustellen, um der
wachsenden Nachfrage der Unternehmen und der Verwaltungen zu entsprechen        .J
und die effektive Verwirklichung der Ziele der gemeinschaftlichen Umweltpolitik .
zu fördern .
Neben den Maßnahmen auf Länderebene müssen auch die Gemeinschaftsorgane            ■>
tätig werden , um den Vergleich und den Transfer einzeLstaatli eher Erfahrungen
zu intensivieren , die Berücksichtigung spezifisch europäischer Aspekte
zu unterstützen und den Umweltschutz in die bestehenden Gemeinschaftsprogramme
im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung einzubeziehen -                ii
                                                                                   I
hat folgende Entscheidung erlassen :                                                I
Artikel 1
                                                                                  i
1 . Die Bürger müssen verstärkt für vorhandene Umweltprobleme und mögliche          \
     Lösungen sensibilisiert werden .
2 . Um dieses Ziel zu erreichen , müssen insbesondere folgende Aspekte ins
     Bewußtsein gerückt werden :
     - die Umwelt a„l.s gemeinsames Erbe der Menschheit ;
     - das ökologische Gleichgewicht und seine Erhaltung ;                         j
     - das Recht auf ein Leben in einer nicht verschmutzten Umwelt ;                 l
( 9 ) ABI . Nr . C 38 vom 9.2.1976 .
 ---pagebreak---                                     - 8 -
   - die Notwendigkeit einer rationelleren Nutzung der natürlichen
      Ressourcen ;
   - die Auswirkungen der menschlichen Tätigkeiten auf die Umwelt im lokalen ,
     nationalen und globalen Zusammenhang ;
   - den Beitrag des Einzelnen zum Umweltschutz , vor allem durch sein Ver¬
     halten als Verbraucher .
Artikel 2
1 . Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge , daß
    die in Artikel 1 Absatz 2 genannten Ziele in Zusammenarbeit mit den lokalen
    Stellen und gegebenenfalls mit den Eltern der Schüler in alle Bereiche
    der allgemeinen und beruflichen Bildung ( einschließlich der Erwachsenen¬
    bildung ) einbezogen werden .
Hierzu werden die zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten :
- diese Ziele bei der Erstellung der Lehrpläne für die betreffenden Fächer
   sowie bei der Durchführung fachübergreifender Kurse berücksichtigen ;
- außerschulische Tätigkeiten vorsehen , um die theoretischen Kenntnisse über
   die Umwelt in die Praxis umzusetzen ;
- geeignete Maßnahmen treffen , um die Kenntnisse der Lehrkräfte 1m Rahmen
   der Erstausbildung und der Fortbildung zu vertiefen und ihre Weiterbildung
   durch Modellversuche und Forschungsvorhaben zu fördern ;
- gezielte Maßnahmen einleiten , um geeignetes Unterrichtsmaterial für
   Lehrkräfte und Schüler bereitzustellen .
2 . Außerdem fördern die Mitgliedstaaten die Ausbildung von Fach kräften in den
    umweltbezogenen Fachgebieten , indem sie ökologische Themen 1n die ye itor -
    bi Ldungsprogramme aufnehmen . Ein solches Vorgehen wird auch im Bereich der
    beruflichen Bildung , einschließlich der Hochschulbildung begünstigt ,
    um so das Verhalten künftiger Fachkräfte stärker auf die Erhaltung der
    Umwelt und der natürlichen Ressourcen auszurichten .
3 . Im Hinblick auf eine bessere Einbeziehung der in den beiden vorgenannten
    Absätzen aufgeführten Maßnahmen in die pädagogische Struktur und Aus ¬
    richtung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung erstellen die
 ---pagebreak--- GN / sl                               9
     zuständiegn Behörden der einzelnen Mitgliedstaaten ein Programm , das die
     Modalitäten für die Verwirklichung des in Artikel 1 Absatz 1 vorgegebenen
     Ziels genau festlegt .
4 . Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen , daß die Umweltbildung grund¬
     sätzlich fachübergreifend erfolgen muß und sowohl 1n die Naturwissenschaften
     als auch in die SoziaLwissenschaften eingeht .
Artikel 3
Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen , um dieser Entscheidung
spätestens bis zum 1 . April 1990 nachzukommen , und setzen die Kommission
unverzüglich davon in Kenntnis .
Artikel 4
Die Kommission legt dem Rat und dem Europäischen Parlament voh dem 1 . Juli 1992
einen Bericht über die Durchführung der Entscheidung vor .
Artikel 5
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet