CELEX: 51989PC0105
Language: de
Date: 1989-02-24
Title: GEAENDERTER VORSCHLAG EINER ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER DIE DURCHFUEHRUNG AUF GEMEINSCHAFTSEBENE DER HAUPTPHASE DES STRATEGISCHEN PROGRAMMS FUER INNOVATION UND TECHNOLOGIETRANSFER SPRINT ( 1989-1993 )

Nr. C 68/10                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    18. 3. 89
                                                              II
                                                  (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                KOMMISSION
              Geänderter Vorschlag einer Entscheidung des Rates über die Durchführung auf Gemeinschafts-
              ebene der Hauptphase des strategischen Programms für Innovation und Technologietransfer (')
                                                   SPRINT (1989—1993)
                                                     KOM(89) 105 endg.
              (Von der Kommission gemäß Artikel 149 Absatz 3 des EWG-Vertrages               am 24. Februar 1989
                                                          vorgelegt)
                                                        (89/C 68/12)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                         fer — SPRINT 1983—1988 — (3) hat sich gezeigt, daß
                                                                  eine ehrgeizige Gemeinschaftspolitik im Bereich von In-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                novation und Technologietransfer, insbesondere im Hin-
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-             blick auf die Vollendung des Binnenmarktes bis Ende
kel 235,                                                           1992, notwendig und aufgrund der davon erwarteten
                                                                  Vorteile berechtigt ist.
auf Vorschlag der Kommission,                                     Es ist für die Zukunft der Gemeinschaft von wesentlicher
                                                                  Bedeutung, durch geeignete Maßnahmen die Innova-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                   tionsfähigkeit der Unternehmen anzuregen und die
                                                                  schnelle Anwendung der neuen Technologien, sobald sie
                                                                  verfügbar sind, zu fördern.
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses (2),
                                                                  Zahlreiche neuentwickelte Technologien werden in be-
                                                                  stimmten traditionellen Wirtschaftssektoren oder in Re-
in Erwägung nachstehender Gründe:                                 gionen im Entwicklungsrückstand bzw. im industriellen
                                                                  Niedergang noch nicht in dem Umfang eingesetzt, in
Nach Artikel 2 des Vertrages zur Gründung der Euro-               dem dies möglich wäre. Durch ihre rasche Integration
päischen Wirtschaftsgemeinschaft ist es unter anderem             könnten diese Sektoren und Regionen jedoch ihre Nach-
Aufgabe der Gemeinschaft, eine harmonische Entwick-               teile wettmachen und damit gleichzeitig die Wettbe-
lung des Wirtschaftslebens sowie eine beständige und              werbsfähigkeit und den wirtschaftlichen und sozialen
ausgewogene Wirtschaftsausweitung innerhalb der Ge-               Zusammenhalt der Gemeinschaft stärken.
meinschaft zu fördern. Außerdem müssen zur Förderung
einer harmonischen Entwicklung der Gemeinschaft als               Die Mitgliedstaaten haben Fachdienste in den Bereichen
Ganzes gemäß Artikel 130A des Vertrags die Maßnah-                Innovationsunterstützung, Technologietransfer, Innova-
men zur Stärkung ihres wirtschaftlichen und sozialen              tionsmanagementberatung, Finanzierung und industrielle
Zusammenhalts fortgesetzt werden.                                 Zusammenarbeit geschaffen; diese Infrastrukturen haben
                                                                  eine erhebliche Multiplikatorwirkung auf die Förderung
                                                                  von Innovation und technologischer Entwicklung der
Nach den Bestimmungen des Artikels 130F des Vertrages             Unternehmen, insbesondere der Kleinbetriebe; die Schaf-
hat sich die Gemeinschaft die Stärkung der wissenschaft-          fung von transnationalen Verbindungs-, Kooperations-,
lichen und technologischen Grundlagen der europäi-                Ausbildungs- und Transfermechanismen optimiert diese
schen Industrie und die Förderung der internationalen             nationalen Bemühungen.
Wettbewerbsentwicklung zum Ziel gesetzt. Die Verfol-
gung dieses Zieles schließt insbesondere eine entschlos-
                                                                  Die Gemeinschaft hat auch selbst, in Ergänzung zu den
sene Anstrengung ein, Innovation und Technologietrans-
                                                                  Aktionen der Mitgliedstaaten, Initiativen zur Unterstüt-
fer zu fördern.
                                                                  zung der Innovation und des Technologietransfers, als
                                                                  wichtige Bestandteile im Rahmen der Durchführung an-
Bei der Durchführung des gemeinschaftlichen strategi-             derer Maßnahmen der Gemeinschaft, gefördert.
schen Programms für Innovation und Technologietrans-
(') ABl. Nr. C 268 vom 15. 10. 1988, S. 3.                        (3) ABl. Nr. L 353 vom 15. 12. 1983, S. 12 und ABl. Nr. L 153
(2) ABl. Nr. C 23 vom 30. 1. 1989, S. 6.                              vom 13. 6. 1987, S. 45.
 ---pagebreak--- 18. 3. 89                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 68/11
Darüber hinaus ist es erforderlich, diese Initiativen, zur        in denen ihre Integration noch nicht vollständig ist,
Verstärkung ihrer Effizienz und Kohärenz, aufzugreifen            und somit Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen
und weiterzuentwickeln.                                           Zusammenhalts der Gemeinschaft im Bereich der
                                                                  Innovation und des Technologietransfers.
Es ist notwendig, in dieser Hauptphase des Programms
eine stärkere Mitwirkung der Wirtschaft und ihrer Ver-        3. Steigerung der Effizienz und Kohärenz der bestehen-
bände, und insbesondere der Finanzierungsgesellschaften,          den regionalen, nationalen und gemeinschaftlichen
Fachberatungsunternehmen und der einschlägigen Berufs-            Instrumente und Politiken im Bereich der Innovation
gruppen wie auch ihrer jeweiligen Verbände, vorzusehen.           und des Technologietransfers.
Aufgrund der Bedeutung von Technologietransfer und                                     Artikel 3
Innovation für die KMU ist es notwendig, die Maßnah-          Zur Erreichung der in Artikel 2 festgelegten Ziele wer-
men in diesem Bereich mit der von der Kommission im           den folgende Maßnahmen, unter aufmerksamer Berück-
Rahmen ihres Aktionsprogrammes zugunsten der KMU              sichtigung der bereits laufenden Initiativen, entsprechend
zu koordinieren (').                                          den in Artikel 5 definierten Modalitäten eingeleitet:
Es ist unbedingt erforderlich, über Instrumente zu verfü-     — Verstärkung der Dienstleistungsinfrastruktur für den
gen, die eine bessere Kenntnis des Innovationsprozesses            Innovationsbereich in der Gemeinschaft durch Konso-
und des Technologietransfers ermöglichen, um Hemm-                 lidierung bestehender transnationaler Netzwerke und
nisse besser ermitteln und die Auswirkungen der Instru-            durch Schaffung weiterer Netzwerke unter besonde-
mente und Politiken beurteilen zu können.                          rer Berücksichtigung der Gebiete der Gemeinschaft,
                                                                   in denen noch kein oder nur ein unzureichend geeig-
Die gegenseitige Information, der Austausch von Erfah-             neter Rahmen besteht, wobei auf bereits vorhandene
rungen und die Konzertierung zwischen den Mitglied-                Organisationsstrukturen aufgebaut werden soll;
staaten und der Kommission im Bereich der Innovations-        — Verstärkung der europäischen Dienstleistungsinfra-
politiken sind wesentliche Elemente der Verstärkung der            struktur für den Innovationsbereich durch Schaffung
Effizienz dieser Instrumente und Politiken und des Zu-             oder Konsolidierung transnationaler Netzwerke, wo-
sammenhalts der Gemeinschaft.                                      bei insbesondere auf in den Regionen bereits vorhan-
                                                                   denen Organisationsstrukturen aufgebaut werden
Zur Stimulierung der Innovation ist es notwendig, den              soll;
Zugang zu Technologien, Kapital und Märkten zu ver-
bessern.                                                      — Unterstützung von Pilotprojekten im Bereich des
                                                                   innergemeinschaftlichen Innovationstransfers, die von
Eine Gemeinschaftsaktion in den angesprochenen Berei-              gemeinschaftsweitem Interesse sind;
chen erscheint erforderlich, wobei der Vertrag jedoch         — Verbesserung des Innovationsumfeldes durch bessere
nicht die hierfür notwendigen Handlungsbefugnisse vor-             Kenntnisse der entsprechenden Abläufe und eine ver-
sieht —                                                            stärkte Konzertierung zwischen den Mitgliedstaaten
                                                                   und der Kommission.
 HAT FOLGENDE BESCHLÜSSE:                                      Diese Aktionen werden in Anhang I ausführlich be-
                                                               schrieben.
                          Artikel 1
 Die Hauptphase des strategischen Programms zur För-                                    Artikel 4
 derung von Innovation und Technologietransfer, nach-          Der zur Finanzierung des Beitrags der Gemeinschaft zu
 folgend „Programm SPRINT" („Strategie Programme               den in Artikel 3 aufgeführten Aktivitäten für erforderlich
 for Innovation and Technology Transfer") genannt, wird        gehaltene Betrag wird für die Gesamtdauer des Pro-
 für einen Zeitraum von fünf Jahren ab 1. Januar 1989          gramms auf 130 Millionen ECU veranschlagt.
 festgelegt.
                                                               Ein bedeutender Teil dieses Betrages wird vorzugsweise
                          Artikel 2                            zugunsten von Regionen im Entwicklungsrückstand bzw.
                                                               im industriellen Niedergang verwendet werden.
 Das Programm verfolgt nachstehende Ziele:
                                                               Die vorläufige Aufteilung dieser Mittel auf die einzelnen
 1. Stärkung der Innovationskapazität der europäischen         in Artikel 3 aufgeführten Aktionen ist Anhang II zu ent-
      Produzenten von Gütern und Dienstleistungen im           nehmen.
      Hinblick auf den großen Binnenmarkt von 1992;
 2. Förderung des schnellen Vordringens der neuen                                       Artikel 5
      Technologien und der Verbreitung der Innovationen        (1)     Die Kommission ist für die Ausführung des Pro-
      im gesamten Wirtschaftsgefüge der Gemeinschaft, ins-     gramms SPRINT verantwortlich.
      besondere in den Regionen und Wirtschaftssektoren,
                                                               (2)     Die Kommission wird von einem aus Vertretern
  (') COM(86) 445 endg.                                        der Mitgliedstaaten gebildeten Ausschuß unter dem Vor-
 ---pagebreak--- Nr. C 68/12                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                18. 3. 89
sitz des Vertreters der Kommission unterstützt. Der Aus-       (3)    Für diese Programmdurchführung wird die Kom-
schuß trägt die Bezeichnung „Ausschuß für Innovation".         mission auch auf im Rahmen anderer Gemeinschaftsak-
                                                               tionen eingesetzter Instrumente und beteiligter Organisa-
Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Aus-             tionen zurückgreifen — vor allem im Bereich der Regio-
schuß einen Entwurf der zu ergreifenden Maßnahmen.             nalpolitik — um die Programmeffizienz und die Gesamt-
Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Ent-           kohärenz zu verstärken.
wurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende ent-
sprechend der Dringlichkeit der jeweiligen Angelegenheit       (4)    Die Vertragspartner der Kommission müssen im
festgelegt. Die Stellungnahme wird mit der in Artikel 148      allgemeinen einen wesentlichen Teil der Finanzierung,
Absatz 2 des Vertrags vorgesehenen Mehrheit für die            nämlich mindestens 50 % der Gesamtkosten, tragen.
Annahme der Beschlüsse, die der Rat auf Vorschlag der
Kommission trifft, abgegeben. Anläßlich der Abstim-            Jedoch darf in Ausnahmefällen — nach Anhörung des
mung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter              „Ausschusses für Innovation" — ein Beitrag der Ge-
der Mitgliedstaaten entsprechend den Bestimmungen des          meinschaft, der den oben genannten prozentmäßigen
obenerwähnten Artikels des Vertrages gewichtet. Der            Anteil übersteigt, nicht von vorneherein ausgeschlossen
Vorsitzende beteiligt sich nicht an der Abstimmung.            werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die bei der
                                                               Teilnahme an grenzüberschreitenden Aktivitäten auftau-
Die Kommission legt Maßnahmen fest, die unmittelbar            chenden spezifischen Probleme von Regionen im Ent-
anwendbar sind. Stehen diese Maßnahmen nicht im Ein-           wicklungsrückstand bzw. im industriellen Niedergang
klang mit der abgegebenen Stellungnahme des Ausschus-          berücksichtigt werden müssen.
ses, so werden diese dem Rat umgehend von der Kom-
mission mitgeteilt. In diesem Fall kann die Kommission                                  Artikel 7
die Anwendung der von ihr beschlossenen Maßnahmen
um einen Zeitraum von maximal einem Monat ab dem               Entsprechend einem von der Kommission festzulegenden
Zeitpunkt dieser Mitteilung aufschieben.                       Verfahren und nach Anhörung des „Ausschusses für In-
                                                               novation" tauschen die Mitgliedstaaten und die Kommis-
Der Rat kann mit qualifizierter Mehrheit in der im vor-        sion regelmäßig alle einschlägigen Informationen über
angehenden Abschnitt festgelegten Frist eine abwei-            die Realisierung der Ziele des Programms aus, die Ge-
chende Entscheidung treffen.                                   genstand des vorliegenden Beschlusses sind.
(3)    Bei der Durchführung des in Artikel 3 vorgesehe-                                 Artikel 8
nen Aktionsplans hört die Kommission den Ausschuß
insbesondere in folgenden Bereichen an:                        Im Laufe des dritten Jahres der Durchführung des Pro-
                                                               gramms arbeitet die Kommission einen Evaluierungsbe-
— Prioritäten des Aktionsplans,                                richt über die erzielten Ergebnisse aus und leitet diesen
                                                               Bericht nach Anhörung des „Ausschusses für Innova-
— Bewertung der Projekte,
                                                               tion" an den Rat, an das Europäische Parlament und an
— Beurteilung des Programms im Hinblick auf die Aus-           den Wirtschafts- und Sozialausschuß weiter. Diesem Be-
    arbeitung des in Artikel 8 vorgesehenen Berichts.          richt können gegebenenfalls die sich angesichts dieser
                                                               Ergebnisse als notwendig erweisenden Vorschläge für
(4)    Die Kommission stellt eine enge Koordination            eine Änderung des Programms beigefügt werden.
zwischen SPRINT und benachbarten bzw. ergänzenden
Gemeinschaftsinitiativen, die bereits existieren oder sich     Eine Stellungnahme des Europäischen Parlamentes zu
in der Vorbereitungsphase befinden, sicher.                    diesem Bericht und den zugehörigen eventuellen Ande-
                                                               rungsvorschlägen wird eingeholt werden.
                         Artikel 6                             Nach Ablauf des Programms übermittelt die Kommission
(1)    Die finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft          nach Anhörung des Ausschusses dem Rat, dem Europäi-
wird den Besonderheiten der betreffenden Aktion ange-          schen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialaus-
paßt werden.                                                   schuß einen Bericht über die Durchführung und die Er-
                                                               gebnisse des Programmes.
Dies kann in Form einer direkten oder indirekten Sub-
vention, einer Eigenkapitalvorauszahlung, einer Beitrags-                               Artikel 9
zahlung für ein Garantieverfahren sowie in jeder ande-
ren angemessenen Form geschehen.                               Die Kommission verbreitet die Informationen über die in
                                                               Ausführung der vorliegenden Entscheidung durchgeführ-
Der prozentuale Beitrag der Gemeinschaft zu den Ge-            ten Maßnahmen und ihre Ergebnisse mit Hilfe geeigneter
samtkosten wird um so geringer ausfallen, je marktbezo-        Mittel in der ganzen Gemeinschaft.
gener das betreffende Projekt ist.
                                                                                       Artikel 10
(2)    Für die Durchführung des SPRINT Programmes
wird die Kommission im allgemeinen das Verfahren des           Die Mitgliedstaaten sind die Adressaten der vorliegenden
Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen vornehmen.             Entscheidung.
 ---pagebreak--- 18. 3. 89                               Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 68/13
                                                          ANHANG      I
               STRATEGISCHES PROGRAMM FÜR INNOVATION U N D TECHNOLOGIETRANSFER
                                                     SPRINT — 1989-1993
                                ZIELSETZUNG U N D FESTLEGUNG DER AKTIONSLINIEN
          Zielsetzung
          Das Programm verfolgt nachstehende Ziele:
          1. Stärkung der Innovationskapazität der europäischen Produzenten von Waren und Dienstleistungen im
             Hinblick auf den großen Binnenmarkt von 1992;
          2. Förderung des schellen Vordringens der neuen Technologien und der Verbreitung der Innovationen im
             gesamten Wirtschaftsgefüge der Gemeinschaft, insbesondere in den Regionen und Wirtschaftssektoren,
             in denen ihre Integration noch nicht vollständig ist. Hierdurch soll, in enger Zusammenarbeit mit wei-
             teren, von der Gemeinschaft geförderten, politischen Maßnahmen, Instrumenten und Organisationen,
             eine Stärkung ihres wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts im Bereich Innovation und des Tech-
             nologietransfers erzielt werden.
          3. Steigerung der Effizienz und Kohärenz der bestehenden regionalen, nationalen und gemeinschaftlichen
             Instrumente und Politiken im Bereich der Innovation und des Technologietransfers.
          Die vorgeschlagenen Aktionen, die in dreierlei prioritäre Maßnahmen gegliedert sind, dürften es ermög-
          lichen, die Gemeinschaftsdimension voll zu nutzen und die einzelstaatlichen Bemühungen im Bereich Inno-
          vation und Technologietransfer zu optimieren, so daß die technologische Entwicklung der europäischen
          Unternehmen beschleunigt wird.
          Aktionslinien
          A. VERSTÄRKUNG DER EUROPÄISCHEN DIENSTLEISTUNGS-INFRASTRUKTUR FÜR DEN
              INNOVATIONSBEREICH D U R C H AUFBAU INNERGEMEINSCHAFTLICHER NETZE
              Die zu ergreifenden Maßnahmen sind wie folgt:
              1. Verstärkung der innergemeinschaftlichen Netze für den Innovationsbereich'.
                  a) Konsolidierung und Weiterentwicklung vorhandener Netze, in denen sich vor allem folgende
                     Gruppen zusammengeschlossen haben:
                     — Technologie- und Managementberater,
                     — sektorale Zentren für gemeinsame Forschung,
                     — Innovationsfinanzierungseinrichtungen.
                  b) Errichtung neuer Netze, insbesondere von:
                     — Vertragsforschungsgesellschaften,
                     — Ingenieurbüros,
                     — Fachleuten für Qualitätssicherung, Wertanalyse, usw.
                  c) Verstärkung der innergemeinschaftlichen Zusammenarbeit zwischen:
                     — Schnittstellen Forschung-Industrie bzw. Hochschule-Industrie,
                     — Technologieparks und Gründerzentren.
                  d) Schaffung von Mechanismen für die Verknüpfung der verschiedenen Netze, die geeignet sind,
                     Innovation und Technologietransfer zu fördern.
               2. Begleitmaßnahmen für die Netze:
                  a) Sensibilisierungs- und Informationsmaßnahmen, Förderungsaktionen und Know-How-Transfer      im
                      Bereich Innovationsmanagement sowie Begleitmaßnahmen:
                      — transnationaler und interregionaler grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch, insbesondere
                         durch Unterstützung von Studien und Fachseminaren sowie Aufbau von Expertennetzen in
                         den einschlägigen Management-Bereichen (Qualitätssicherung, Wertanalyse, Marketing usw.),
                      — Verbreitung dieser Management-Methoden durch geeignete Fördermaßnahmen (Konferen-
                         zen, Ausstellungen, Veröffentlichungen, europäische Preise, „Success-Stories" usw.),
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                     — Schaffung von spezifischen Ausbildungsgängen mit transnationaler Ausrichtung bzw. Zweck-
                         bestimmung in den Bereichen Innovationsmanagement und Bewältigung des technologischen
                         Wandels; diese Kurse richten sich an verschiedene Zielgruppen, also Unternehmensleiter oder
                         Arbeitnehmer sowie insbesondere an Vermittler;
                 b) Spezifische Instrumente zur Steigerung der Effizienz der Netze, insbesondere:
                     — Kontaktherstellung zwischen den künftigen Partnern eines Netzes (z. B. durch Arbeitsbesuche
                         und Austausch von Fachkräften, Einführungsseminare usw.),
                    — Information über Technologieangebote und -gesuche, insbesondere durch Maßnahmen,
                        — die die überregionale Wirkung von Technologiemessen und -ausstellungen fördern (Zu-
                            sammenarbeit zwischen Veranstaltern aus verschiedenen Gebieten; Besuche von Unterneh-
                            mern in anderen Regionen usw.),
                        — durch die Kommunikationsinstrumente für die Information über Technologieangebote und
                            -gesuche geschaffen werden (Kataloge, Ausstellungen, Börsen, Datenbanken, Konferen-
                            zen und Seminare usw.),
                    — Definition optimaler Verfahren (best practice) für den Technologietransfer,
                    — spezifische Maßnahmen, die den Regionen der Gemeinschaft, in denen die Dienstleistungs-In-
                        frastruktur im Innovationsbereich weniger entwickelt ist, eine stärkere Beteiligung an den ein-
                        zelnen innergemeinschaftlichen Netzen ermöglichen;
                 c) Einführung von Innovationen, die sich aus diesen Netzen ergeben, durch Verbesserung des Dia-
                    logs zwischen Geldgebern, Technologen und Trägern von Innovationsprojekten, die jeweils von
                    den Netzen identifiziert werden (z. B. Datenbanken über die Projekte, ,Investment fora" und
                    „brokerage meetings" auf Gemeinschaftsebene).
          B. UNTERSTÜTZUNG V O N PILOTPROJEKTEN FÜR INNOVATIONSTRANSFER INNERHALB
             DER GEMEINSCHAFT, INSBESONDERE D U R C H :
             — Unterstützung von Pilotprojekten mit transnationaler Ausrichtung, die vor allem die industrielle Zu-
                 sammenarbeit fördern und bei denen der Schwerpunkt auf der Anwendung neuer Technologien auf
                 solche Tätigkeitsbereiche liegt, die in strukturschwachen Gebieten bzw. Gebieten mit sanierungsbe-
                 dürftigen Industrien innerhalb der Gemeinschaft zu finden sind,
             — begleitende, vorzugsweise transnational ausgerichtete Maßnahmen zur Sensibilisierung und Ausbil-
                 dung des Personals der beteiligten Unternehmen,
             — technische Unterstützung für Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, bei
                 denen Möglichkeiten zur Integration dieser Technologien bestehen, und zwar insbesondere durch
                 Einschaltung von besonderen Netzen für Technologietransfer bzw. Netzen von High-Tech-Zentren,
             — Unterstützung bei der Realisierung von Projekten, insbesondere durch Bereitstellung verfügbarer
                 öffentlicher und privater Finanzierungsmittel.
             Hier gibt es zwei Ansatzmöglichkeiten:
             — ausgehend von der Ermittlung verfügbarer Technologien, die sich aufgrund ihres Preis-Leistungs-
                 Verhältnisses für eine breite Anwendung auf Unternehmen in den Randgebieten der Gemeinschaft
                 bzw. mit traditioneller Industriestruktur eignen, wird die Benutzung dieser Technologien in den
                 betroffenen Sektoren gefördert,
             — ausgehend von der Ermittlung eines gemeinsamen Bedarfs einer Gruppe von Unternehmen eines
                 bestimmten Sektors oder einer bestimmten Region werden Identifizierung und etwaige Anpassung
                 der, für die Lösung des Problems, in Frage kommenden Technologien gefördert.
             Die geplanten Projekte müssen umfassend genug sein, um auf die Entwicklung der Sektoren und die
             Benutzung der Technologien eine Katalysatorwirkung ausüben zu können. Auch müssen sie ganz oder
             teilweise folgenden Kriterien entsprechen:
             Sie müssen:
             — von exemplarischem Charakter sein, indem sie bei der Einführung der technologischen Veränderung
                 einen globalen „systemischen" Ansatz berücksichtigen, sowohl was die eigentlichen technischen
                 Aspekte anbelangt als auch die einzelnen Komponenten der Unternehmensorganisation, der Ausbil-
                 dung und Motivierung des betroffenen Personals, des Einsatzes von Managementmethoden wie
                 Wertanalyse oder industrielle Kreativität, der Beurteilung des Marktpotentials,
             — durch transnationale (zwischen mehreren Mitgliedstaaten der Gemeinschaft) und, falls möglich,
                 funktionsübergreifende (zwischen Partnern aus verschiedenen Fachbereichen) sowie interregionale
                 Kooperationen eine optimale Verknüpfung von Fachkenntnissen gewährleisten,
 ---pagebreak--- 18. 3. 89                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 68/15
             — durch die Auswahl der Tätigkeitssektoren bzw. Technologien bedeutende wirtschaftliche Auswir-
                kungen gewährleisten,
             — aktiv zum Abbau der regionalen Unterschiede beitragen, was das Angebot an Technologien und den
                Zugang dazu anbelangt,
             — sich möglichst auf bestehende Infrastrukturen stützen und ihren Nutzungsgrad erhöhen,
             — einen Überwachungs- und Bewertungsmechanismus vorsehen, ausgehend von der Festlegung quanti-
                fizierbarer, leicht überprüfbarer Ziele,
             — einen Mechanismus für die automatische Wiederanwendung der Erkenntnisse vorsehen, nach Mög-
                lichkeit durch die beteiligten Unternehmen selbst, um eine größtmögliche Multiplikatorwirkung zu
                erzielen.
          C. VERBESSERUNG DES INNOVATIONSUMFELDS D U R C H BESSERE KENNTNIS DER ENT-
             SPRECHENDEN ABLÄUFE U N D GESTEIGERTE KONZERTIERUNG ZWISCHEN DEN MIT-
             GLIEDSTAATEN U N D DER KOMMISSION
             1. Aufmerksame Beobachtung und Bewertung des Innovationsgeschehens in Europa („European Inno-
                vation Monitoring System") und Beurteilung der Fördermaßnahmen,
             2. Verstärkung der Konzertierung und des Erfahrungsaustauschs zwischen den Mitgliedstaaten und der
                Kommission in den einzelnen Bereichen der Innovations- und Technologietransferpolitik, um insbe-
                sondere die Schaffung eines gesetzlichen und rechtlichen, wirtschaftlichen und fiskalischen Umfelds
                zu fördern, das Innovation und Technologietransfer begünstigt.