CELEX: 31970R0817
Language: de
Date: 1970-04-28 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 817/70 des Rates vom 28. April 1970 zur Festlegung besonderer Vorschriften für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete

Nr. L 99/20                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               5. 5. 70
                                       VERORDNUNG (EWG) Nr. 817/70 DES RATES
                                                    vom 28. April 1970
                 zur Festlegung besonderer Vorschriften für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete
 DER RAT DER EUROPAISCHEN                                        Die Faktoren, durch die sich die einzelnen Qualitäts­
 GEMEINSCHAFTEN —                                                weine bestimmter Anbaugebiete kennzeichnen lassen,
                                                                 müssen aufgezählt und näher bestimmt werden.
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä­
 ischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf
 Artikel 43 ,                                                    Bis zur Einführung von Gemeinschaftsverfahren zur
                                                                 Prüfung dieser Faktoren empfiehlt es sich, auf die
 gestützt auf die Verordnung Nr. 24 über die schritt­            Analysemethoden zurückzugreifen, die bei Inkrafttre­
 weise Errichtung einer gemeinsamen Marktorganisa­               ten dieser Verordnung in Anhang A zur Internationa­
 tion für Wein ( 1 ), insbesondere auf Artikel 4,                len Konvention zur Vereinheitlichung der Analyse­
                                                                 und Bewertungsmethoden für Weine vom 13 . Okto­
 auf Vorschlag der Kommission,                                   ber 1954 festgelegt sind; sofern dieser Anhang für
                                                                 die Prüfung der betreffenden Faktoren kein Verfahren
 nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                 vorsieht, sind die herkömmlichen Verfahren der ein­
                                                                 zelnen Mitgliedstaaten weiterhin anwendbar.
 in Erwägung nachstehender Gründe :
Die Verordnung (EWG) Nr. 816/70 des Rates vom                    Um die Erzeuger vor unlauterem Wettbewerb und die
 28 . April 1970 zur Festlegung ergänzender Vorschrif­           Verbraucher vor Verwechslungen und Täuschungen
ten für die gemeinsame Marktorganisation für                     zu schützen, muß die Bezeichnung „Qualitätswein
Wein (a) umfaßt eine Regelung, die, soweit ihre Trag­            eines bestimmten Anbaugebiets" den Weinen vorbe­
weite nicht auf andere Erzeugnisse beschränkt ist,               halten werden, welche den Gemeinschaftsvorschriften
 auch für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete                 entsprechen, ohne daß dabei die Verwendung spezifi­
 gilt ; die genannte Regelung sieht insbesondere einige          scher traditioneller Bezeichnungen ausgeschlossen
gemeinsame Regeln für die Erzeugung vor.                         wird —
Eine Politik der Qualitätsförderung in der Landwirt­
schaft und ganz besonders im Weinbau trägt zwangs­               HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
läufig zu einer Verbesserung der Marktverhältnisse
und damit zur Ausweitung der Absatzmöglichkeiten
bei ; die Annahme gemeinsamer Vorschriften für die                                       Artikel 1
Erzeugung und die Kontrolle der Qualitätsweine be­
stimmter Anbaugebiete in Ergänzung zur Verordnung                In dieser Verordnung sind besondere Bestimmungen
 (EWG) Nr. 816/70 fügt sich in den Rahmen dieser                 für die Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete vor­
Politik ein und kann dazu beitragen, daß die vorste­             gesehen.
hend genannten Ziele erreicht werden .
In Artikel 4 Absatz 2 der Verordnung Nr. 24 sind                 Unter Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete —
einige der Gesichtspunkte aufgeführt, denen bei der              im folgenden „Qualitätsweine b. A. " genannt — sind
Festlegung gemeinschaftlicher Bestimmungen Rech­                 Weine zu verstehen, die den Vorschriften dieser Ver­
nung zu tragen ist; die genannten Gesichtspunkte                 ordnung sowie den zur Durchführung dieser Verord­
müssen ihrem Wesen und ihrer Bedeutung nach prä­                 nung erlassenen Bestimmungen entsprechen und die
zisiert werden .                                                 in den einzelstaatlichen Regelungen definiert sind.
Wenn auch den herkömmlichen Produktionsbedin­
gungen Rechnung getragen werden muß, so ist es                                           Artikel 2
doch erforderlich, daß gemeinsame Bemühungen um
eine Harmonisierung hinsichtlich der Qualitätsanfor­             (1)    Unter einem bestimmten Anbaugebiet ist eine
derungen unternommen werden.                                     Weinanbaufläche oder eine Gesamtheit von Weinan­
                                                                 bauflächen zu verstehen, auf denen Weine mit beson­
                                                                 deren Qualitätsmerkmalen erzeugt werden und deren
i1) ABl . Nr. 30 vom 20. 4. 1962, S. 989/62.                     Name zur Bezeichnung der Weine verwandt wird, die
( 2) Siehe Seite 1 dieses Amtsblatts .                           zu den in Artikel 1 definierten Weinen gehören.
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(2)      Jedes bestimmte Anbaugebiet wird genau,                                      Artikel 4
möglichst nach Parzellen oder Rebflächen, abgegrenzt.
Diese Abgrenzung wird durch jeden betroffenen Mit­           Die Anbaumethoden, die zur Gewährleistung einer
gliedstaat durchgeführt ; dabei ist den Faktoren Rech­       optimalen Qualität der Qualitätsweine b . A. notwen­
nung zu tragen, die für die Qualität der in diesen Ge­       dig sind, werden durch jeden betroffenen Mitglied­
bieten erzeugten Weine mitbestimmend sind, nament­           staat in geeigneten Bestimmungen geregelt.
lich Boden und Untergrund, Klima sowie Lage der
Parzellen oder Rebflächen .
                                                             In einer Weinbauzone kann nur mit Zustimmung des
                                                             betreffenden Mitgliedstaats bewässert werden. Diese
                         Artikel 3
                                                             Zustimmung kann nur erteilt werden, wenn die Um­
                                                             weltbedingungen dies rechtfertigen.
 ( 1 ) Jeder Mitgliedstaat stellt ein Verzeichnis der für
die Erzeugung jedes einzelnen Qualitätsweins b . A.                                   Artikel 5
auf seinem Hoheitsgebiet geeigneten Rebsorten auf,
in welches nur Rebsorten der Art „vitis vinifera" auf­       (1)    a) Qualitätsweine b. A. dürfen nur aus innerhalb
genommen werden dürfen, die den in Artikel 16 der                      des bestimmten Anbaugebiets geernteten
Verordnung (EWG) Nr. 816/70 genannten empfohle­                        Trauben der im Verzeichnis nach Artikel 3
nen oder zugelassenen Gruppen angehören .                              Absatz 1 aufgeführten Rebsorten gewonnen
                                                                       werden .
 (2) Absatz 1 kann später vom Rat auf Vorschlag                        Die vorangehende Bestimmung schließt nicht
 der Kommission nach dem Abstimmungsverfahren                          aus, daß ein Qualitätswein b . A. gemäß Arti­
 des Artikels 43 Absatz 2 des Vertrages geändert wer­                  kel 3 Absatz 3 gewonnen oder nach traditio­
 den .                                                                 nellen Praktiken hergestellt wird.
 (3 ) Rebsorten, die in dem Verzeichnis nach Ab­                    b) Jede natürliche oder juristische Person, die
 satz 1 nicht aufgeführt sind, müssen von allen Parzel­                über Trauben oder Moste, die den Bedingun­
 len oder Rebflächen, die für die Erzeugung von Qua­                   gen für die Erzeugung von Qualitätswei­
 litätsweinen b . A. bestimmt sind, entfernt werden.                   nen b . A. entsprechen, und andere Trauben
                                                                       oder Moste verfügt, gewährleistet eine ge­
 Abweichend von Unterabsatz 1 können die Mitglied­                     trennte Weinbereitung; anderenfalls kann der
 staaten jedoch das Vorhandensein von nicht im Ver­                    erzeugte Wein nicht als Qualitätswein b . A.
 zeichnis aufgeführten Rebsorten während eines Zeit­                    gelten .
 raums von drei Jahren, beginnend
                                                              (2)     Die Verarbeitung der in Absatz 1 Buchstabe a)
 — mit Inkrafttreten dieser Verordnung für die be­            genannten Trauben zu Most und des Mostes zu Wein
      stimmten Gebiete, deren Abgrenzung zu diesem            hat innerhalb desselben bestimmten Anbaugebiets zu
      Zeitpunkt bereits wirksam geworden ist,                 erfolgen, in dem sie geerntet werden.
 — mit dem Wirksamwerden der Abgrenzung des be­               Vorbehaltlich angemessener Kontrollbestimmungen
      treffenden bestimmten Gebiets, wenn diese Ab­           kann diese Verarbeitung jedoch außerhalb dieses An­
      grenzung bei Inkrafttreten dieser Verordnung            baugebiets vorgenommen werden, wenn dies auf
      noch nicht erfolgt ist,                                 Grund der Regelung des erzeugenden Mitgliedstaats
                                                              zulässig ist.
  unter der Bedingung zulassen, daß diese Rebsorten
  der Art „vitis vinifera" angehören und daß sie nicht        (3 )    Die Durchführungsbestimmungen zu diesem
  mehr als 20 % des Rebsortenbestands der betreffen­
                                                              Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 7
  den Parzelle oder der betreffenden Rebfläche ausma­
                                                              der Verordnung Nr. 24 festgelegt.
  chen .
                                                              Sie sehen insbesondere folgendes vor :
  (4)     Spätestens nach Ablauf der Frist des Absat­         — die Vorschriften, nach denen die Mitgliedstaaten
  zes 3 dürfen alle zur Erzeugung von Qualitätswei­                Ausnahmen von der Regel genehmigen können,
  nen b . A. bestimmten Parzellen oder Rebflächen nur
                                                                   wonach die Verarbeitung von Trauben zu Most
  Rebsorten enthalten, die in dem in Absatz 1 genann­              und von Most zu Wein innerhalb desselben be­
  ten Verzeichnis aufgeführt sind. Bei Nichteinhaltung             stimmten Anbaugebiets zu erfolgen hat,
  der letztgenannten Bestimmungen verlieren alle
  Weine, die aus innerhalb dieser Parzelle oder dieser        — das Verzeichnis der Qualitätsweine b . A., die
  Rebfläche geernteten Trauben gewonnen werden, den                nach traditionellen Praktiken im Sinne von Ab­
  Anspruch auf die Bezeichnung Qualitätsweine b . A.               satz 1 hergestellt werden.
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                          Artikel 6                            (3 )   Ein Wein, der einen Gesamtalkoholgehalt von
                                                              mindestens 9° nicht erreicht, kann kein Qualitäts­
 ( 1 ) Jeder Mitgliedstaat setzt einen natürlichen             wein b . A. sein .
Mindestalkoholgehalt für jeden der in seinem
Hoheitsgebiet erzeugten Qualitätsweine b. A. fest.                                   Artikel 8
Bei der Festsetzung dieses natürlichen Alkoholgehalts
werden insbesondere die in den letzten zehn Jahren
 vor dieser Festsetzung festgestellten Alkoholgehalte          (1)    Die Bedingungen und die Grenzen für Säue­
berücksichtigt, wobei nur die qualitätsmäßig zufrie­          rung und Entsäuerung der frischen Trauben, des
denstellenden Ernten der repräsentativsten Rebgrund­          Traubenmostes, des teilweise gegorenen Traubenmo­
stücke bestimmter Anbaugebiete in Ansatz kommen.              stes und des jungen noch in Gärung befindlichen
                                                              Weines sowie das Verfahren, nach dem Abweichun­
 (2)    Vorbehaltlich abweichender Bestimmungen, die           gen zugelassen werden können, sind in Artikel 20 der
nach dem in Artikel 7 der Verordnung Nr. 24 vorge­            Verordnung (EWG) Nr. 816/70 festgelegt.
sehenen Verfahren festzulegen sind, dürfen die in Ab­
satz 1 genannten Alkoholgehalte nicht niedriger sein          (2)     Die Bedingungen und die Grenzen für die
 als :                                                        Süßung der Qualitätsweine b . A. sind in Artikel 21
                                                              der Verordnung (EWG ) Nr. 816/70 festgelegt.
             6°     in' der Zone A,
             7°     in der Zone B,
                                                                                     Artikel 9
             8°     in der Zone C I,
             9°     in der Zone C II,                         Die in den Artikeln 7 und 8 genannten Maßnahmen
                                                              sind nur gestattet, wenn sie nach Maßgabe des Arti­
             9,5° in der Zone C III.                          kels 22 der Verordnung (EWG) Nr. 816/70 durchge­
                                                              führt werden .
Die in Unterabsatz 1 genannten Zonen sind in An­
hang III der Verordnung (EWG) Nr. 816/70 festge­              Vorbehaltlich des Artikels 5 Absatz 2 dürfen die ge­
legt.                                                         nannten Maßnahmen nur in dem bestimmten Gebiet
                                                              durchgeführt werden, in dem die verarbeiteten fri­
                                                              schen Weintrauben geerntet worden sind.
                          Artikel 7
                                                                                    Artikel 10
( 1 ) Die einzelnen Weinbereitungsmethoden für die
Gewinnung von Qualitätsweinen b. A. werden für
jeden dieser Weine durch jeden betroffenen Mitglied­          (1)    Für jeden Qualitätswein b . A. wird durch den
staat festgelegt.                                             betreffenden Mitgliedstaat ein Hektarertrag in Trau­
                                                              ben-, Most- oder Weinmengen festgesetzt.
(2) Wenn es die Witterungsverhältnisse in einer der
in Artikel 6 genannten Weinbauzonen erforderlich              Dabei werden insbesondere die Erträge der zehn vor­
machen, können die betreffenden Mitgliedstaaten die           hergehenden Jahre berücksichtigt, wobei nur die qua­
Erhöhung des vorhandenen oder potentiellen natür­             litätsmäßig zufriedenstellenden Ernten der repräsen­
lichen Alkoholgehalts der frischen Trauben, des Trau­         tativsten Rebgrundstücke des bestimmten Anbauge­
benmostes, des teilweise gegorenen Traubenmostes,             biets in Ansatz kommen .
des jungen noch in Gärung befindlichen Weines und
des Weines, der zur Erzeugung von Qualitätswein               Dieser Ertrag kann von dem betreffenden Mitglied­
b . A. geeignet ist, zulassen.                                staat geändert werden.
Diese Erhöhung darf die in Artikel 18 der Verord­
nung (EWG) Nr. 816/70 genannten Grenzwerte nicht              (2)    Die Überschreitung des in Absatz 1 genannten
überschreiten und nur nach den Verfahren und Be­              Ertrags hat zur Folge, daß für die gesamte Ernte die
dingungen des Artikels 19, ausgenommen Absatz 6               Verwendung der beanspruchten Bezeichnung unter­
der genannten Verordnung, vorgenommen werden.                 sagt wird, es sei denn, daß in den geltenden Regelun­
                                                              gen der Mitgliedstaaten etwas anderes vorgesehen ist.
Allerdings darf die Erhöhung des natürlichen Alko­
holgehalts durch Zusatz von Saccharose in wäßriger
Lösung nach dem 30. Juni 1979 nicht mehr vorge­                                     Artikel 11
nommen werden ; ferner darf dabei das Volumen des
verarbeiteten Erzeugnisses um höchstens 10 % erhöht           (1)    Die Erzeuger sind verpflichtet, bei den Weinen,
werden .                                                      auf welche die Bezeichnung Qualitätsweine b . A. an­
 ---pagebreak--- 5 . 5 . 70                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. L 99/23
gewandt werden kann, eine analytische und eine                 (2)    Unbeschadet der zusätzlich nach den einzel­
organoleptische Prüfung vorzunehmen.                           staatlichen Rechtsvorschriften zulässigen Begriffe und
                                                               unter der Bedingung, daß die einzelstaatlichen Be­
a) Die analytische Prüfung erstreckt sich mindestens           stimmungen hinsichtlich der betreffenden Weine ein­
     auf die Werte der charakteristischen Faktoren des         gehalten werden, sind die in Absatz 1 genannten tra­
     betreffenden Qualitätsweins b . A. , die zu denen         ditionellen spezifischen Begriffe :
     gehören, die im Anhang aufgeführt sind.
                                                               a) für Deutschland :
     Die Grenzwerte dieser Faktoren werden von dem
     erzeugenden Mitgliedstaat für jeden Qualitäts­                 — bis zum '19 . Juli 1971 die die Herkunft der
     wein b . A. festgelegt.                                           Weine angebenden Bezeichnungen unter Zu­
                                                                       satz des Begriffs „Naturwein", „Originalabfül­
b ) Die organoleptische Prüfung erstreckt sich auf                     lung", „Spätlese", „Auslese", „Beerenauslese"
     Farbe, Klarheit, Geruch und Geschmack.                            oder „Trockenbeerenauslese";
                                                                    — nach dem 20 . Juli 1971 werden jedoch die ge­
(2)      Die in Absatz 1 genannten Prüfungen können                    nannten traditionellen Bezeichnungen durch
durch die von den einzelnen Mitgliedstaaten be­                         die Angaben über die Herkunft der Weine un­
stimmten zuständigen Stellen in Form von Stichpro­                     ter Zusatz der Bezeichnung „Qualitätswein"
ben durchgeführt werden, bis der Rat auf Vorschlag                     oder der Bezeichnung „Qualitätswein mit Prä­
der Kommission nach dem Abstirnfnungsverfahren                          dikat" in Verbindung mit einem der Begriffe
des Artikels 43 Absatz 2 des Vertrages geeignete Be­                   „Kabinett", „Spätlese", „Auslese", „Beeren­
stimmungen über ihre systematische und allgemeine                      auslese" oder „ Trockenbeerenauslese" ersetzt;
Durchführung erlassen hat.
                                                               b) für Frankreich :
(3 )     Solange noch keine gemeinsamen Methoden                    „Appellation d'origine contrôlée", „Appellation
                                                                    contrôlée", „Champagne" und „Vin délimité de
festgesetzt sind,
                                                                    qualité supérieure";
— sind zur Prüfung der Faktoren im Sinne von Ab­
     satz 1 sowie in allen anderen Fällen, in denen die        c) für Italien :
     Durchführung dieser Verordnung dies erforder­
     lich macht, diejenigen Analysemethoden anzu­                   „Denominazione di origine controllata" und „De­
     wenden, die in Anhang A der Internationalen                    nominazione di origine controllata e garantita";
     Konvention zur Vereinheitlichung der Analyse­
     und Bewertungsmethoden für Weine vom                      d) für Luxemburg :
     13 . Oktober 1954 festgelegt sind ;                            „Marque nationale du vin luxembourgeois".
— sind die herkömmlichen Methoden in jedem ein­
     zelnen Mitgliedstaat weiterhin anwendbar, sofern          (3 )    Der Name eines bestimmten Gebietes darf un­
     der genannte Anhang für die Prüfung bestimmter            beschadet des Artikels 30 Absatz 2 der Verordnung
     Faktoren im Sinne von Absatz 1 keine Methode
                                                               (EWG) Nr. 816/70 zur Bezeichnung eines Weines nur
     vorsieht.
                                                               verwendet werden, wenn es sich um einen Qualitäts­
                                                               wein b . A. handelt.
(4)      Die Durchführungsbestimmungen zu Absatz 1 ,
insbesondere die Verwendung der Weine, welche die
                                                               (4)     Ein Qualitätswein b. A. wird unter der Bezeich­
bei den betreffenden Prüfungen gestellten Bedingun­
gen nicht erfüllen, und die Bedingungen für diese              nung des bestimmten Gebietes in den Verkehr ge­
Verwendung werden nach dem Verfahren des Arti­                 bracht, die ihm von dem Mitgliedstaat, in dem er er­
                                                               zeugt wurde, zuerkannt wurde.
kels 7 der Verordnung Nr. 24 festgelegt.
                                                               Ein Wein, der den Bestimmungen dieser Verordnung
                         Artikel 12                            und den zur Durchführung dieser Verordnung erlas­
                                                               senen Bestimmungen entspricht, darf ohne den Be­
(1)      Der gemeinschaftliche Begriff „Qualitätswein          griff „Qualitätswein b . A." oder ohne einen in den
b . A. " oder ein spezifischer, traditioneller in den Mit­     Absätzen 1 und 2 genannten traditionellen spezifi­
gliedstaaten zur Bezeichnung bestimmter Weine                  schen Begriff nicht in den Verkehr gebracht werden.
üblicher Begriff kann nur für solche Weine verwendet
werden, die dieser Verordnung und den zur Durch­               Die Bezeichnung „Qualitätswein b. A. " ist auf dem
führung dieser Verordnung erlassenen Bestimmungen              in Artikel 29 Absatz 1 der Verordnung (EWG)
entsprechen.                                                   Nr. 816/70 genannten Begleitdokument einzutragen.
 ---pagebreak--- Nr. L 99/24                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              5 . 5. 70
(5 )   Die Herabstufung eines Qualitätsweins b. A.                                     Artikel 15
kann im Stadium der Produktion unter den in den
einzelstaatlichen Regelungen festgelegten Bedingun­           Abgesehen von den in dieser Verordnung vorgesehe­
gen erfolgen ; sie kann nur dann während der Ver­             nen Bestimmungen können die erzeugenden Mitglied­
marktung vorgenommen werden, wenn eine bei der                staaten für Qualitätsweine, die in bestimmten Gebie­
Reifung, Lagerung oder Beförderung festgestellte Ver­         ten innerhalb ihres Hoheitsgebiets erzeugt werden,
schlechterung die Merkmale des betreffenden Quali­            unter Berücksichtigung der ständigen und der Ver­
tätsweins b. A. abgeschwächt oder verändert hat.              kehrssitte entsprechenden Gepflogenheiten zusätz­
                                                              liche Merkmale und Bedingungen für die Erzeugung
( 6)   Die Durchführungsbestimmungen zu diesem                und das Inverkehrbringen festlegen oder die hierfür
Artikel, insbesondere die Bestimmungen über die Ver­          bestehenden Merkmale und Bedingungen strenger ge­
wendung der herabgestuften Qualitätsweine b . A.              stalten .
sowie die Bedingungen für diese Verwendung, wer­
den nach dem Verfahren des Artikels 7 der Verord­                                      Artikel 16
nung Nr. 24 festgelegt.
                                                              Die Mitgliedstaaten und die Kommission teilen sich
                                                              gegenseitig die zur Anwendung dieser Verordnung er­
                       Artikel 13                             forderlichen Angaben mit. Die Vorschriften für die
                                                              Übermittlung und Verbreitung dieser Angaben wer­
(1)    Jeder Mitgliedstaat gewährleistet die Kontrolle        den nach dem Verfahren des Artikels 7 der Verord­
und den Schutz der gemäß dieser Verordnung in den             nung Nr. 24 festgelegt.
Verkehr gebrachten Qualitätsweine b . A.
                                                                                       Artikel 17
(2)    Die Durchführungsbestimmungen zu diesem
Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 7
der Verordnung Nr. 24 festgelegt.                             Sollten Übergangsmaßnahmen erforderlich sein, um
                                                              den Ubergang auf die Regelung dieser Verordnung zu
                                                              erleichtern, und zwar insbesondere, wenn die Anwen­
                                                              dung dieser Regelung zum vorgesehenen Zeitpunkt
                       Artikel 14                             auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen würde, so wer­
                                                              den diese Maßnahmen nach dem Verfahren des Arti­
( 1 ), Die Mengen an Trauben, Mosten, zur Gewin­              kels 7 der Verordnung Nr. 24 festgelegt. Sie gelten
nung von Qualitätsweinen b. A. geeigneten Weinen              längstens bis zum 31 . August 1971 .
und an Qualitätsweinen b. A. werden in der Ernte-
und Bestandsmeldung getrennt aufgeführt, die in den
zur Durchführung des Artikels 2 der Verordnung                                         Artikel 18
Nr. 24 des Rates erlassenen Bestimmungen vorgese­
hen ist.                                                      Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer
                                                              Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Ge­
(2)    Die Durchführungsbestimmungen zu diesem                meinschaften in Kraft.
Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 7
der Verordnung Nr. 24 festgelegt.                             Sie gilt .ab 1 . Juni 1970.
              Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mit­
              gliedstaat.
              Geschehen zu Brüssel am 28. April 1970.
                                                                                 Im Namen des Rates
                                                                                     Der Präsident
                                                                                      Ch. HÉGER
 ---pagebreak--- 5 . 5 . 70                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. L 99/25
                                                     ANHANG
           Verzeichnis der Faktoren, unter denen bei der Anwendung des Artikels 11 eine Auswahl
           getroffen werden kann und die eine Kennzeichnung der Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete
                                                    ermöglichen
           A. Organoleptische Prüfung
                1 . Farbe
                2. Klarheit und Trub
                3 . Geruch und Geschmack
           B. Prüfung des Verhaltens des Weins
                4. Verhalten an der Luft
                5 . Verhalten bei Kälte
           C. Mikrobiologische Untersuchung
                6 . Verhalten im Brutschrank
                7. Aussehen des Weins und des Trubs
           D. Physikalische und chemische Analyse
                8 . Dichte
                9. Alkoholgehalt
               10. Gesamttrockensubstanz (ermittelt durch Dichtemessung)
               11 . Reduktionszucker
               12 . Saccharose
               13 . Asche
               14. Alkalinität der Asche
               15 . Gesamtsäure
               16. Flüchtige Säure
               17. Gebundene Säure
               18 . pH-Wert
               19. Freies Schwefeldioxyd
               20 . Gesamtes Schwefeldioxyd
           E. Zusätzliche Analyse
               21 . Kohlensäure (Perlweine und Schaumweine, atm . bei 20° C)