CELEX: 31977R2775
Language: de
Date: 1977-12-14 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 2775/77 der Kommission vom 14. Dezember 1977 zur Einführung der Möglichkeit, für das Wirtschaftsjahr 1977/78 langfristige Verträge für die private Lagerhaltung bestimmter Tafelweine abzuschließen

Nr. L 320/26                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              15. 12. 77
                             VERORDNUNG (EWG) Nr. 2775/77 DER KOMMISSION
                                                   vom 14. Dezember 1977
                zur Einführung der Möglichkeit, für das Wirtschaftsjahr 1977/78 langfristige Ver­
                    träge für die private Lagerhaltung bestimmter Tafelweine abzuschließen
 DIE KOMMISSION DER EUROPAISCHEN                                  fristiger Verträge auslösen, erscheint es angezeigt, eine
 GEMEINSCHAFTEN —                                                 Erhöhung der in Artikel 1 1 der Verordnung (EWG)
                                                                  Nr. 2015/76 der Kommission vom 13 . August 1976
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä­                über Lagerverträge für Tafelweine, Traubenmost und
 ischen Wirtschaftsgemeinschaft,                                  konzentrierten Traubenmost (3), geändert durch die
                                                                  Verordnung (EWG) Nr. 2206/77 (4), vorgesehenen Bei­
 gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 816/70 des                 hilfe um 10 % vorzusehen . Für Tafelweine, deren Qua­
 Rates vom 28 . April 1970 zur Festlegung ergänzender             litätsniveau die Durchschnittsqualität der Tafelweine,
 Vorschriften für die gemeinsame Marktorganisation                für die langfristige Lagerverträge abgeschlossen wer­
 für Wein ('), zuletzt geändert durch die Verordnung              den können, übersteigt und deren Preis infolgedessen
 (EWG) Nr. 2211 /77 (2), insbesondere auf Artikel 5 Ab­           höher liegt, erscheint es angezeigt, eine Erhöhung um
                                                                  20 % vorzusehen .
 satz 6 und Artikel 6 Absatz 5,
 in Erwägung nachstehender Gründe :                               Um den Markt nachhaltiger zu entlasten und neue
                                                                  Schwierigkeiten nach dem Auslaufen der bereits ge­
                                                                  schlossenen kurzfristigen Lagerverträge zu vermeiden,
 Aus der Vorbilanz für 1977/78 geht hervor, daß die zu
 Beginn des Weinwirtschaftsjahres festgestellten verfüg­
                                                                  ist es angebracht, den Abschluß eines langfristigen
                                                                  Lagervertrags für Wein zu genehmigen, für den vor
 baren Mengen Tafelwein den voraussichtlichen Ge­
                                                                  Inkrafttreten dieser Verordnung ein kurzfristiger Lager­
 samtbedarf für das betreffende Weinwirtschaftsjahr
                                                                  vertrag abgeschlossen worden ist.
 um mehr als die Verbrauchsmenge von vier Monaten
 überschreiten . Damit sind die Voraussetzungen für die
 Möglichkeit zum Abschluß langfristiger Lagerverträge             Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen
 im Sinne von Artikel 5 Absatz 4 der obengenannten                entsprechen der Stellungnahme des Verwaltungsaus­
                                                                  schusses für Wein —
 Verordnung erfüllt.
 Die obengenannte Vorbilanz läßt das Vorhandensein
 von Uberschüssen erkennen, insbesondere bei allen
                                                                  HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
 Tafelweinarten sowie bei Tafelweinen , die mit diesen
 in einem engen wirtschaftlichen Zusammenhang ste­
 hen . Für diese Tafelweinarten ist die Möglichkeit des
 Abschlusses langfristiger Verträge vorzusehen .                                          Artikel 1
 Nach Artikel 6 Absatz 4 der Verordnung (EWG) Nr.                 (1)     Für alle Tafelweine sowie für Tafelweine, die in
 816/70 kann der Beihilfebetrag bei langfristigen Ver­            engem wirtschaftlichem Zusammenhang mit diesen
 trägen bis zu 20 % erhöht werden . In Anbetracht der             Tafelweinarten stehen, wird die Möglichkeit zum Ab­
 Verhältnisse dieses Wirtschaftsjahres und insbeson­              schluß langfristiger Lagerverträge eröffnet, sofern sie
 dere der verfügbaren Mengen , die den Abschluß lang­             folgenden Bedingungen entsprechen :
                I. Weißweine
                   a) vorhandener Mindestalkoholgehalt :               10 Vol.-%
                   b) Mindestgesamtsäuregehalt (in Wein­
                       säure ausgedrückt) :                           4,5 g je Liter
                   c) Höchstgehalt an flüchtiger Säure :              9 Milliäquivalente
                   d) Schwefeldioxidhöchstgehalt :                     160 mg je Liter
                   e) Restzuckerhöchstgehalt :                        2,5 g je Liter
                   f) Beständigkeit an der Luft :                     mindestens 24 Stunden
                   g) ohne Geschmacksfehler ;
(') ABl . Nr. L 99 vom 5 . 5 . 1970 , S. 1 .                      (}) ABl . Nr. L 221 vom 14. 8 . 1976, S. 20 .
(2) ABl . Nr. L 256 vom 7 . 10 . 1977, S. 1 .                      4) ABl . Nr. L 255 vom 6 . 10 . 1977, S. 13 .
 ---pagebreak--- 15. 12. 77                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                    Nr. L 320/27
           II . Rotweine
                 a) vorhandener Mindestalkoholgehalt :          10 Vol.-%
                 b) Mindestgesamtsäuregehalt (in Wein­
                     säure ausgedrückt) :                       5 g je Liter
                 c) Höchstgehalt an flüchtiger Säure :
                     — bei Weinen mit einem Alkoholge­
                         halt von weniger als 12,5 Vol.-% :     12 Milliäquivalente
                     — bei Weinen mit einem Alkoholge­
                         halt von 12,5 Vol.-% und mehr :        14 Milliäquivalente
                 d)  Schwefeldioxidhöchstgehalt :               125 mg je Liter
                 e)  Restzuckerhöchstgehalt :                   2,5 g je Liter
                 f)  Beständigkeit an der Luft :                mindestens 24 Stunden
                 g)  ohne Geschmacksfehler
                 h)  ohne Weinanteile von Hybriden .
           Roseweine müssen den vorgenannten für Rotweine vorgesehenen Bedingungen entspre­
           chen, abgesehen von den Höchstgrenzen für schweflige Säure ; diese Höchstgrenzen sind
           diejenigen, die für Weißweine gelten .
           Für Tafelweine der Arten R III, A II und A III gelten jedoch die Bedingungen unter den
           Buchstaben a), d) und e) nicht.
           (2) Zur Anwendung dieser Verordnung gelten :
           — als in engem wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Tafelwein der Weinart A I ste­
                 hend die weißen Tafelweine, die einen vorhandenen Alkoholgehalt von nicht weniger
                 als 12° und nicht mehr als 14° haben und die nicht zu den Weinarten A II oder
                 A III gehören ;
           — als in engem wirtschaftlichem Zusammenhang mit dem Tafelwein der Weinart R I
                 stehend die roten Tafelweine, die einen vorhandenen Alkoholgehalt von nicht weni­
                 ger als 12° und nicht mehr als 12,5° haben und nicht der Weinart R III angehören ;
           — als in engem wirtschaftlichem Zusammenhang mit dem Tafelwein der Weinart R II
                 stehend die roten Tafelweine, die einen vorhandenen Alkoholgehalt von mehr als
                  12,5° und nicht mehr als 14,5° haben und nicht der Weinart R III angehören .
                                                      Artikel 2
           Für die in Artikel 1 genannten Lagerverträge wird die in Artikel 1 1 der Verordnung
           (EWG) Nr. 2015/76 vorgesehene Beihilfe um 10 % erhöht. Für diejenigen Tafelweine, die
           den nachstehenden Bedingungen entsprechen, wird dieser Betrag jedoch um 20 % er­
           höht :
             I. Weißweine
                 a) vorhandener Mindestalkoholgehalt :           11 Vol.-%
                 b) Mindestgesamtsäuregehalt (in Wein­
                      säure ausgedrückt) :                      4,5 g je Liter
                 c) Höchstgehalt an flüchtiger Säure :          8 Milliäquivalente
                 d) Schwefeldioxidhöchstgehalt :                 140 mg je Liter
                  e) Restzuckerhöchstgehalt :                   2 g je Liter
                  f) Beständigkeit an der Luft :                mindestens 24 Stunden
                 g) ohne Geschmacksfehler ;
            II . Rotweine
                  a) vorhandener Mindestalkoholgehalt :          11 Vol.-%
                  b) Mindestgesamtsäuregehalt (in Wein­
                      säure ausgedrückt) :                      4,5 g je Liter
                  c) Höchstgehalt flüchtiger Säure :             1 1 Milliäquivalente
                  d) Schwefeldioxidhöchstgehalt :                100 mg je Liter
                  e) Restzuckerhöchstgehalt :                    höchstens 2 g je Liter
                  f) Beständigkeit an der Luft :                 mindestens 24 Stunden
                  e) ohne Geschmacksfehler
 ---pagebreak--- Nr. L 320/28                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             15 . 12. 77
           Roseweine müssen den vorgenannten für Rotweine vorgesehenen Bedingungen entspre­
           chen, abgesehen von den Höchstgrenzen für schweflige Säure ; diese Höchstgrenzen sind
           diejenigen, die für Weißweine gelten .
           Für Tafelweine der Arten R III, A II und A III gelten jedoch die Bedingungen unter den
           Buchstaben a), d) und e) nicht.
                                                    Artikel 3
           Die vor Inkrafttreten dieser Verordnung geschlossenen kurzfristigen Lagerverträge werden
           auf Antrag des Lagerhalters für diejenige Menge gekündigt, für die der Lagerhalter gleich­
           zeitig einen langfristigen Lagervertrag schließt.
           In diesem Fall bleibt für die Menge, für die ein langfristiger Lagervertrag geschlossen wor­
           den ist, der Anspruch auf Beihilfe für die kurzfristige Lagerhaltung für den Zeitraum be­
           stehen, in dem ein solcher Vertrag bestanden hat.
                                                    Artikel 4
           Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
           Gemeinschaften in Kraft.
           Sie gilt ab 16. Dezember 1977.
           Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
           Mitgliedstaat.
           Brüssel , den 14. Dezember 1977
                                                                      Für die Kommission
                                                                       Der Vizepräsident
                                                                       Finn GUNDELACH
                                                                                                                   i