CELEX: C1999/100/02
Language: de
Date: 1999-04-10 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Fünfte Kammer) vom 21. Januar 1999 in der Rechtssache C-120/97 (Vorabenscheidungsersuchen des Court of Appeal): Upjohn Ltd gegen The Licensing Authority established by the Medicines Act 1968 u. a. (Arzneispezialitäten - Widerruf einer Genehmigung für das Inverkehrbringen - Gerichtliche Kontrolle)

10.4.1999             DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   C 100/1
                                                               I
                                                        (Mitteilungen)
                                               GERICHTSHOF
                                                       GERICHTSHOF
              URTEIL DES GERICHTSHOFES                            Ioannou Ð Generalanwalt: J. Mischo; Kanzler: R. Grass
                                                                  Ð am 21. Januar 1999 ein Urteil mit folgendem Tenor
                      (Sechste Kammer)                            erlassen:
                    vom 21. Januar 1999
                                                                  1. Das Urteil des Gerichts erster Instanz vom 11. Dezem-
in der Rechtssache C-73/97 P: Französische Republik
                                                                       ber 1996 in der Rechtssache T-70/94 (Comafrica und
                gegen Comafrica SpA u. a. (1)
                                                                       Dole Fresh Fruit Europe/Kommission) wird aufgeho-
(Rechtsmittel Ð Bananensektor Ð Nichtigerklärung                       ben.
der Verordnung (EG) Nr. 3190/93 Ð Einrede der
                        Unzulässigkeit)                           2. Die von Comafrica SpA und Dole Fresh Fruit Europe
                       (1999/C 100/01)                                 Ltd & Co. erhobene Nichtigkeitsklage wird als unzu-
                                                                       lässig abgewiesen.
                (Verfahrenssprache: Englisch)                     3. Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten.
                                                                  (1) ABl. C 131 vom 26.4.1997.
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                        Gerichtshofes)
In der Rechtssache C-73/97 P, Französische Republik                             URTEIL DES GERICHTSHOFES
(Bevollmächtigte: Catherine de Salins, Kareen Rispal-Bel-
langer und FreÂdeÂric Pascal) betreffend ein Rechtsmittel                                (Fünfte Kammer)
gegen das Urteil des Gerichts erster Instanz der Europä-                              vom 21. Januar 1999
ischen Gemeinschaften (Vierte Kammer) vom 11. Dezem-
ber 1996 in der Rechtssache T-70/94 (Comafrica und Dole           in der Rechtssache C-120/97 (Vorabenscheidungsersuchen
Fresh Fruit Europe/Kommission, Slg. 1996, II-1741) wegen          des Court of Appeal): Upjohn Ltd gegen The Licensing
Teilaufhebung dieses Urteils, soweit damit die von der             Authority established by the Medicines Act 1968 u. a. (1)
Kommission erhobene Einrede der Unzulässigkeit zurück-            (Arzneispezialitäten Ð Widerruf einer Genehmigung für
gewiesen worden ist, andere Verfahrensbeteiligte: Coma-                  das Inverkehrbringen Ð Gerichtliche Kontrolle)
frica SpA, Gesellschaft italienischen Rechts mit Sitz in
                                                                                         (1999/C 100/02)
Genua (Italien), Dole Fresh Fruit Europe Ltd & Co.,
Gesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Hamburg
(Deutschland), Prozeûbevollmächtigter: Solicitor Bernard                          (Verfahrenssprache: Englisch)
O'Connor, Zustellungsanschrift: Kanzlei des Rechtsan-
walts ArseÁne Kronshagen, 22, rue Marie-AdeÂlaïde, Luxem-
                                                                      (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
burg, Kommission der Europäischen Gemeinschaften
                                                                       erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
(Bevollmächtigter: Xavier Lewis), Vereinigtes Königreich
                                                                                          Gerichtshofes)
Groûbritannien und Nordirland, hat der Gerichtshof
(Sechste Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsiden-
ten P. J. G. Kapteyn (Berichterstatter) sowie der Richter         In der Rechtssache C-120/97 betreffend ein dem Gerichts-
G. F. Mancini, J. L. Murray, H. Ragnemalm und K. M.               hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Court of Appeal
 ---pagebreak--- C 100/2              DE                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 10.4.1999
(England & Wales) (Vereinigtes Königreich) in dem bei                 bringen zu erlassen, ohne die Stellungnahme des Aus-
diesem anhängigen Rechtsstreit Upjohn Ltd gegen The                   schusses für Arzneispezialitäten abzuwarten.
Licensing Authority established by the Medicines Act
1968 u. a. vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung             (1) ABl. C 142 vom 10.5.1997.
über die Auslegung der Richtlinie 65/65/EWG des Rates
vom 26. Januar 1965 zur Angleichung der Rechts- und
Verwaltungsvorschriften über Arzneispezialitäten (ABl. 22
vom 9.2.1965, S. 369/65) hat der Gerichtshof (Fünfte
Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J.-P.
Puissochet sowie der Richter J. C. Moitinho de Almeida,
C. Gulmann (Berichterstatter), D. A. O. Edward und M.
Wathelet Ð Generalanwalt: P. LeÂger; Kanzler: D. Louter-                        URTEIL DES GERICHTSHOFES
man-Hubeau, Hauptverwaltungsrätin Ð am 21. Januar                                      (Sechste Kammer)
1999 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
                                                                                      vom 21. Januar 1999
                                                                 in der Rechtssache C-207/97: Kommission der Euro-
                                                                    päischen Gemeinschaften gegen Königreich Belgien (1)
                                                                 (Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats Ð Richtlinie
                                                                 76/464/EWG des Rates Ð Wasserverschmutzung Ð
1. Die Richtlinie 65/65/EWG des Rates vom 26. Januar                                    Nichtumsetzung)
    1965 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungs-
    vorschriften über Arzneispezialitäten und das Gemein-                               (1999/C 100/03)
    schaftsrecht allgemein verpflichten die Mitgliedstaaten
    nicht, ein Verfahren der gerichtlichen Nachprüfung                          (Verfahrenssprache: Französisch)
    nationaler Entscheidungen über den Widerruf von
    Genehmigungen für das Inverkehrbringen von Arznei-
    spezialitäten einzuführen, das die zuständigen nationa-          (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
    len Gerichte ermächtigt, ihre Würdigung des Sachver-              erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
    halts, insbesondere der zur Begründung der Widerrufs-                                Gerichtshofes)
    entscheidung      herangezogenen      wissenschaftlichen
    Beweise, an die Stelle der Bewertung zu setzen, die die
    für den Widerruf der Genehmigungen für das Inver-            In der Rechtssache C-207/97, Kommission der Europä-
    kehrbringen zuständigen nationalen Behörden vorge-           ischen Gemeinschaften (Bevollmächtigte: zunächst Richard
    nommen haben.                                                B. Wainwright und Jean-Francis Pasquier, sodann Richard
                                                                 B. Wainwright und Olivier Couvert-CasteÂra) gegen König-
                                                                 reich Belgien (Bevollmächtigter: Jan Devadder) wegen
                                                                 Feststellung, daû das Königreich Belgien dadurch gegen
                                                                 seine Verpflichtungen aus dem EG-Vertrag verstoûen hat,
                                                                 daû es unter Verstoû gegen Artikel 7 der Richtlinie 76/
2. Das Gemeinschaftsrecht verlangt nicht, daû das natio-         464/EWG des Rates vom 4. Mai 1976 betreffend die Ver-
    nale Gericht, das mit einer Anfechtungsklage gegen           schmutzung infolge der Ableitung bestimmter gefährlicher
    eine Entscheidung über den Widerruf einer Genehmi-           Stoffe in die Gewässer der Gemeinschaft (ABl. L 129 vom
    gung für das Inverkehrbringen einer bestimmten               18.5.1976, S. 23) zumindest hinsichtlich der im Anhang
    Arzneispezialität befaût ist, über diese Klage unter         der Klageschrift aufgeführten 99 Stoffe die Programme zur
    Berücksichtigung aller einschlägigen nach Erlaû dieser       Verringerung der Verschmutzung einschlieûlich der Quali-
    Entscheidung gewonnenen wissenschaftlichen Erkennt-          tätsziele für die Gewässer nicht erlassen oder diese Pro-
    nisse entscheidet.                                           gramme und die Ergebnisse ihrer Durchführung der Kom-
                                                                 mission nicht in zusammenfassenden Übersichten mitge-
                                                                 teilt hat, hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter
                                                                 Mitwirkung des Kammerpräsidenten P. J. G. Kapteyn
                                                                 sowie der Richter G. F. Mancini, H. Ragnemalm, R.
                                                                 Schintgen und K. M. Ioannou (Berichterstatter) Ð Gene-
                                                                 ralanwalt: J. Mischo; Kanzler: L. Hewlett, Verwaltungsrä-
3. Die Richtlinie 65/65/EWG und die Zweite Richtlinie            tin Ð am 21. Januar 1999 ein Urteil mit folgendem Tenor
    75/319/EWG des Rates vom 20. Mai 1975 zur Anglei-            erlassen:
    chung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften über
    Arzneispezialitäten, beide in der Fassung der Richtlinie
    83/570/EWG, sind dahin auszulegen, daû sie in dem            1. Das Königreich Belgien hat dadurch gegen seine Ver-
    Fall, in dem der Ausschuû für Arzneispezialitäten von             pflichtungen aus Artikel 7 der Richtlinie 76/464/EWG
    mehreren Mitgliedstaaten im Anschluû an eine von der              des Rates vom 4. Mai 1976 betreffend die Verschmut-
    zuständigen nationalen Behörde erlassene Entschei-                zung infolge der Ableitung bestimmter gefährlicher
    dung über die Aussetzung einer Genehmigung für das                Stoffe in die Gewässer der Gemeinschaft verstoûen,
    Inverkehrbringen befaût worden und die Frist für die              daû es in bezug auf die im Anhang der Klageschrift
    Abgabe seiner Stellungnahme abgelaufen ist, diese                 aufgeführten 99 Stoffe keine Programme zur Verringe-
    Behörde nicht daran hindern, eine Entscheidung über               rung der Verschmutzung einschlieûlich der Qualitäts-
    den Widerruf dieser Genehmigung für das Inverkehr-                ziele für Gewässer aufgestellt hat.