CELEX: C2006/224/15
Language: de
Date: 2006-09-16 00:00:00
Title: Rechtssache C-13/05: Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 11. Juli 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Juzgado de lo Social de Madrid — Spanien) — Sonia Chacón Navas/Eurest Colectividades SA (Richtlinie 2000/78/EG — Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf — Begriff der Behinderung)

16.9.2006   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 224/9
            
         Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 11. Juli 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Juzgado de lo Social de Madrid — Spanien) — Sonia Chacón Navas/Eurest Colectividades SA
   (Rechtssache C-13/05) (1)
   
   (Richtlinie 2000/78/EG - Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf - Begriff der Behinderung)
   (2006/C 224/15)
   Verfahrenssprache: Spanisch
   Vorlegendes Gericht
   Juzgado de lo social de Madrid
   Parteien des Ausgangsverfahrens
   
      Klägerin: Sonia Chacón Navas
   
      Beklagte: Eurest Colectividades SA
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen des Juzgado de lo Social Nr. 33 Madrid (Spanien) — Auslegung der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf (ABl. L 303, S. 16) — Anwendungsbereich — Kündigung wegen Krankheit — Krankheit und Behinderung
   Tenor
   
               1.
            
            
               Eine Person, der von ihrem Arbeitgeber ausschließlich wegen Krankheit gekündigt worden ist, wird nicht von dem durch die Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf zur Bekämpfung der Diskriminierung wegen einer Behinderung geschaffenen allgemeinen Rahmen erfasst.
            
         
               2.
            
            
               Das Verbot der Diskriminierung wegen einer Behinderung bei Entlassungen nach den Artikeln 2 Absatz 1 und 3 Absatz 1 Buchstabe c der Richtlinie 2000/78 steht der Entlassung wegen einer Behinderung entgegen, die unter Berücksichtigung der Verpflichtung, angemessene Vorkehrungen für Menschen mit Behinderung zu treffen, nicht dadurch gerechtfertigt ist, dass die betreffende Person für die Erfüllung der wesentlichen Funktionen ihres Arbeitsplatzes nicht kompetent, fähig oder verfügbar ist.
            
         
               3.
            
            
               Krankheit als solche kann nicht als ein weiterer Grund neben denen angesehen werden, derentwegen Personen zu diskriminieren nach der Richtlinie 2000/78 verboten ist.
            
         
      (1)  ABl. C 69 vom 19.3.2005.