CELEX: 
Language: de
Date: 2020-04-03 00:00:00
Title: BESCHLUSS (EU) …/… DER KOMMISSION über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für die Abfallbewirtschaftung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)

EUROPÄISCHE
                         KOMMISSION
                                                 Brüssel, den 3.4.2020
                                                 C(2020) 1971 final
                    BESCHLUSS (EU) …/… DER KOMMISSION
                                     vom 3.4.2020
            über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte
   Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und
    Leistungsrichtwerte für die Abfallbewirtschaftung gemäß der Verordnung (EG)
      Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem
   Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)
                          (Text von Bedeutung für den EWR)
DE                                                                               DE
 ---pagebreak---                           BESCHLUSS (EU) …/… DER KOMMISSION
                                            vom 3.4.2020
                  über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte
     Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und
       Leistungsrichtwerte für die Abfallbewirtschaftung gemäß der Verordnung (EG)
           Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem
     Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)
                                  (Text von Bedeutung für den EWR)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates
   vom 25. November 2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem
   Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung und zur
   Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 761/2001 sowie der Beschlüsse der Kommission
   2001/681/EG und 2006/193/EG1, insbesondere auf Artikel 46 Absatz 1,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)    Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 ist die Kommission verpflichtet, für
          bestimmte Wirtschaftszweige branchenspezifische Referenzdokumente zu erstellen.
          Diese Dokumente müssen bewährte Praktiken im Umweltmanagement, Indikatoren
          für die Umweltleistung und erforderlichenfalls Leistungsrichtwerte und Systeme zur
          Bewertung der Umweltleistungsniveaus umfassen. Organisationen, die im Rahmen des
          mit der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 eingeführten Systems für
          Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung registriert oder sich zu registrieren
          im Begriff sind, müssen diese Dokumente bei der Entwicklung ihres
          Umweltmanagementsystems und bei der Bewertung ihrer Umweltleistung in ihrer
          Umwelterklärung oder aktualisierten Umwelterklärung gemäß Anhang IV der
          Verordnung berücksichtigen.
   (2)    Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 ist die Kommission verpflichtet, einen
          Arbeitsplan zu erstellen, der eine als Anhaltspunkt dienende Liste der Branchen
          enthält, die bei der Ausarbeitung branchenspezifischer und branchenübergreifender
          Referenzdokumente Vorrang haben. In der Mitteilung der Kommission „Erstellung
          des Arbeitsplans mit einer als Anhaltspunkt dienenden Liste der Branchen für die
          Ausarbeitung branchenspezifischer und branchenübergreifender Referenzdokumente
          gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von
          Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und
   1
           ABl. L 342 vom 22.12.2009, S. 1.
DE                                                1                                          DE
 ---pagebreak---        Umweltbetriebsprüfung“2 wurde die Abfallbewirtschaftung als vorrangige Branche
       identifiziert.
   (3) Das branchenspezifische Referenzdokument für die Abfallbewirtschaftung sollte auf
       bewährte Verfahren, Indikatoren und Richtwerte für die Abfallbewirtschaftung
       abstellen         und       sich        an      öffentliche     wie      auch      an      private
       Abfallbewirtschaftungsunternehmen richten, einschließlich Unternehmen, die Systeme
       der Herstellerverantwortung umsetzen, und öffentlicher Verwaltungen, die auf lokaler
       Ebene für die Abfallbewirtschaftung zuständig sind. Es sollte bestehende Leitfäden für
       Aspekte, die unter andere Politikinstrumente der Union wie die Richtlinie 2008/98/EG
       des Europäischen Parlaments und des Rates3 und andere einschlägige
       Rechtsvorschriften für Abfall fallen, sowie die Merkblätter zu den besten verfügbaren
       Techniken (BVT-Merkblätter), die im Rahmen der Richtlinie 2010/75/EU des
       Europäischen Parlaments und des Rates4 erstellt werden, berücksichtigen und
       entsprechende Verweise enthalten.
   (4) Unter Berücksichtigung bewährter Umweltmanagementpraktiken5 sollte das
       branchenspezifische Referenzdokument für die Abfallbewirtschaftung spezifische
       Umweltleistungsindikatoren, Leistungsrichtwerte und Maßnahmen für Abfallbehörden
       sowie für private und öffentliche Abfallbewirtschaftungsunternehmen ermitteln, um
       deren Leistung bei der Abfallbewirtschaftung zu verbessern, etwa durch Förderung der
       Abfallvermeidung und das Erreichen höherer Wiederverwendungs- und
       Recyclingsquoten. Diese Elemente helfen Organisationen dabei, die besonders
       relevanten Bereiche zu ermitteln, in denen sie Maßnahmen zur Behandlung der
       wichtigsten Umweltaspekte ergreifen können, und einen Rahmen für die
       Weiterverfolgung von Verbesserungen bei der Nachhaltigkeit zu schaffen.
   (5) Damit Organisationen, Umweltgutachter und andere Akteure, darunter nationale
       Behörden, Akkreditierungs- und Zulassungsstellen und an der internen
       Umweltbetriebsprüfung beteiligte Prüfer, genügend Zeit haben, um sich auf die
       Einführung           des       branchenspezifischen         Referenzdokuments         für       die
       Abfallbewirtschaftung vorzubereiten, sollte dieser Beschluss erst 120 Tage nach dem
       Tag seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union angewendet
       werden.
   (6) Bei der Ausarbeitung des branchenspezifischen Referenzdokuments im Anhang dieses
       Beschlusses führte die Kommission Konsultationen mit den Mitgliedstaaten und
       anderen Interessenträgern im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009.
   2
       Mitteilung der Kommission — Erstellung des Arbeitsplans mit einer als Anhaltspunkt dienenden Liste
       der Branchen für die Ausarbeitung branchenspezifischer und branchenübergreifender
       Referenzdokumente gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von
       Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung
       (ABl. C 358 vom 8.12.2011, S. 2).
   3
       Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über
       Abfälle und zur Aufhebung bestimmter Richtlinien (ABl. L 312 vom 22.11.2008, S. 3).
   4
       Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 über
       Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) (ABl.
       L 334 vom 17.12.2010, S. 17).
   5
       Dri M., Canfora P., Antonopoulos I. S., Gaudillat P., Best Environmental Management Practice for the
       Waste Management Sector, JRC Science for Policy Report, EUR 29136 EN, Amt für
       Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg, 2018, ISBN 978-92-79-80361-1,
       doi:10.2760/50247,                                                                     JRC111059;
       http://susproc.jrc.ec.europa.eu/activities/emas/documents/WasteManagementBEMP.pdf
DE                                                      2                                                   DE
 ---pagebreak---    (7)    Die in diesem Beschluss vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme
          des gemäß Artikel 49 der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 eingesetzten
          Ausschusses —
   HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN:
                                            Artikel 1
   Das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte Umweltmanagementpraktiken,
   branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für die
   Abfallbewirtschaftung ist im Anhang dieses Beschlusses festgelegt.
                                            Artikel 2
   Dieser Beschluss tritt am zwanzigsten Tag nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der
   Europäischen Union in Kraft.
   Er gilt ab dem [Amt für Veröffentlichungen: bitte Datum einfügen – 120 Tage nach der
   Veröffentlichung].
   Brüssel, den 3.4.2020
                                              Für die Kommission
                                              Die Präsidentin
                                              Ursula VON DER LEYEN
DE                                              3                                          DE
 ---documentbreak---                          EUROPÄISCHE
                         KOMMISSION
                                                 Brüssel, den 3.4.2020
                                                 C(2020) 1971 final
                                                 ANNEX
                                       ANHANG
                                          des
                             Beschlusses der Kommission
            über das branchenspezifische Referenzdokument für bewährte
   Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren und
    Leistungsrichtwerte für die Abfallbewirtschaftung gemäß der Verordnung (EG)
      Nr. 1221/2009 über die freiwillige Teilnahme von Organisationen an einem
   Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS)
DE                                                                               DE
 ---pagebreak---                                   INHALTSVERZEICHNIS
1.      EINLEITUNG .............................................................................................................. 3
2.      GELTUNGSBEREICH ............................................................................................... 7
3.      BEWÄHRTE UMWELTMANAGEMENTPRAKTIKEN,
        BRANCHENSPEZIFISCHE UMWELTLEISTUNGSINDIKATOREN UND
        LEISTUNGSRICHTWERTE FÜR DIE ABFALLWIRTSCHAFT .......................... 10
3.1.    Bereichsübergreifende bewährte Umweltmanagementpraktiken .............................. 11
3.1.1.  Integrierte Abfallbewirtschaftungsstrategien ....................................................... 11
3.1.2.  Ökobilanz der Abfallbewirtschaftungsoptionen ................................................... 12
3.1.3.  Wirtschaftliche Instrumente ................................................................................... 13
3.1.4.  Verknüpfung zu anderen relevanten Referenzdokumenten für bewährte
        Verfahren .................................................................................................................. 14
3.2.    Bewährte Umweltmanagementpraktiken für feste Siedlungsabfälle ......................... 15
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Strategie ............................................... 15
3.2.1.  Kosten-Benchmarking ............................................................................................. 15
3.2.2.  Fortschrittliche Abfallüberwachung ...................................................................... 16
3.2.3.  Verursacherbezogenes Abfallgebührensystem ...................................................... 16
3.2.4.  Vergabe von leistungsbasierten Abfallbewirtschaftungsverträgen ..................... 18
3.2.5.  Sensibilisierung......................................................................................................... 19
3.2.6.  Einrichtung eines Netzes von Abfallberatern ........................................................ 20
3.2.7.  Kompostierung in Privathaushalten und in der Gemeinde ................................. 21
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Abfallvermeidung ................................ 22
3.2.8.  Lokale Abfallvermeidungsprogramme .................................................................. 22
3.2.9.  Regelungen zur Förderung der Wiederverwendung von Produkten und
        Vorbereitung zur Wiederverwendung von Abfällen ............................................ 23
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Abfallsammlung .................................. 24
3.2.10. Abfallsammelstrategie ............................................................................................. 24
3.2.11. Interkommunale Zusammenarbeit kleinerer Gemeinden ................................... 25
3.2.12. Wertstoffhöfe ............................................................................................................ 26
3.2.13. Logistische Optimierung der Abfallsammlung ..................................................... 27
3.2.14. Emissionsarme Fahrzeuge ....................................................................................... 28
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Regelungen zur erweiterten
        Herstellerverantwortung ......................................................................................... 28
3.2.15. Bestmögliche Nutzung von Anreizen durch Organisationen zur
        Herstellerverantwortung ......................................................................................... 28
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Abfallbehandlung ................................ 30
                                                            1
 ---pagebreak--- 3.2.16. Sortierung von gemischten Leichtverpackungsabfällen zur Maximierung des
        Recycling-Ertrags zwecks qualitativ hochwertiger Ausgabe ............................... 30
3.2.17. Behandlung gemischter Verpackungsabfälle aus Kunststoff zur Maximierung
        des Recycling-Ertrags zwecks qualitativ hochwertiger Ausgabe ........................ 31
3.2.18. Behandlung von Matratzen zwecks besserer Wertstoffverwertung ................... 32
3.2.19. Behandlung von absorbierenden Hygieneprodukten zwecks besserer
        Wertstoffverwertung................................................................................................ 33
3.3.    Allgemeine Umweltleistungsindikatoren für feste Siedlungsabfälle ......................... 34
3.3.1.  Erzeugung von festen Siedlungsabfällen ................................................................ 34
3.3.2.  Menge der gesammelten gemischten festen Siedlungsabfälle .............................. 36
3.3.3.  Der Energierückgewinnung bzw. Entsorgung zugeführte feste Siedlungsabfälle36
3.3.4.  Der Entsorgung zugeführte feste Siedlungsabfälle ............................................... 37
3.3.5.  Erfassungsquote eines bestimmten Abfallstroms .................................................. 38
3.3.6.  Verunreinigungsquote eines bestimmten Abfallstroms ........................................ 39
3.3.7.  Biomüll in gemischten Abfällen .............................................................................. 39
3.4.    Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Bau- und Abbruchabfälle .................... 40
3.4.1.  Integrierte Pläne für Bau- und Abbruchabfälle.................................................... 40
3.4.2.  Vermeidung der Verunreinigung von Bau- und Abbruchabfällen mit
        polychloriertem Biphenyl (PCB) ............................................................................ 41
3.4.3.  Lokale Systeme für eine ordnungsgemäße Behandlung von durch Einwohner
        entsorgten Asbestabfällen ........................................................................................ 41
3.4.4.  Behandlung von Abfällen aus Gipskartonplatten zur Förderung des Recyclings42
3.4.5.  Behandlung von Bau- und Abbruchabfällen zur Herstellung von Recycling-
        Zuschlagstoffen......................................................................................................... 43
3.5.    Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Abfälle aus dem Gesundheitswesen ... 44
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Trennung von Abfällen aus dem
        Gesundheitswesen .................................................................................................... 44
3.5.1.  Förderung der Trennung von Abfällen aus dem Gesundheitswesen in
        Gesundheitseinrichtungen ....................................................................................... 44
3.5.2.  Sammlung von Abfällen aus dem Gesundheitswesen in Privathaushalten ........ 45
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Behandlung von Abfällen aus dem
        Gesundheitswesen .................................................................................................... 46
3.5.3.  Alternative Behandlungen für Abfälle aus dem Gesundheitswesen ................... 46
4.      EMPFOHLENE BRANCHENSPEZIFISCHE WESENTLICHE
        UMWELTLEISTUNGSINDIKATOREN ................................................................. 49
                                                        2
 ---pagebreak--- 1.        EINLEITUNG
Dieses branchenspezifische Referenzdokument beruht auf einem detaillierten Wissenschafts-
und Politikbericht1 („Bericht über bewährte Praktiken“) der Gemeinsamen Forschungsstelle
(Joint Research Centre, JRC) der Europäischen Kommission.
Maßgeblicher Rechtsrahmen
Das Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS), an
dem sich Organisationen freiwillig beteiligen können, wurde 1993 mit der Verordnung
(EWG) Nr. 1836/93 des Rates2 eingeführt und anschließend mit folgenden Verordnungen
zweimal umfassend überarbeitet:
           Verordnung (EG) Nr. 761/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates3;
           Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates.
Ein wichtiges neues Element der letzten überarbeiteten Fassung, die am 11. Januar 2010 in
Kraft getreten ist, ist Artikel 46 über die Erarbeitung branchenspezifischer
Referenzdokumente für bewährte Umweltmanagementpraktiken, branchenspezifische
Umweltleistungsindikatoren sowie gegebenenfalls Leistungsrichtwerte und Punktesysteme
zur Bewertung des Leistungsniveaus.
Hinweise zum Verständnis und zur Verwendung dieses Dokuments
Das System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS) basiert auf der
freiwilligen Teilnahme von Organisationen, die für eine kontinuierliche Verbesserung der
Umwelt eintreten. Auf dieser Grundlage bietet das vorliegende Referenzdokument speziell
auf die Abfallwirtschaft zugeschnittene Leitlinien sowie eine Reihe von
Verbesserungsmöglichkeiten und bewährten Praktiken. Es berührt nicht die gesetzlichen
Anforderungen der Branche.
Das Dokument wurde von der Europäischen Kommission anhand von Beiträgen von
Interessenträgern verfasst. Eine von der Gemeinsamen Forschungsstelle geleitete technische
Arbeitsgruppe aus Experten und Interessenvertretern der Branche erörterte und vereinbarte
schließlich die in diesem Dokument beschriebenen bewährten Umweltmanagementpraktiken,
branchenspezifischen Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte; insbesondere
1
  Der Wissenschafts- und Politikbericht kann über folgende JRC-Website abgerufen werden:
  http://susproc.jrc.ec.europa.eu/activities/emas/documents/WasteManagementBEMP.pdf. Die im vorliegenden
  branchenspezifischen        Referenzdokument        enthaltenen   Schlussfolgerungen     zu       bewährten
  Umweltmanagementpraktiken und deren Anwendbarkeit, zu ermittelten branchenspezifischen Indikatoren für
  die Umweltleistung und zu Leistungsrichtwerten beruhen auf den im Wissenschafts- und Politikbericht
  dokumentierten Feststellungen. Alle Hintergrundinformationen und technischen Einzelheiten finden sich
  ebenfalls in diesem Bericht. Die vollständigen Angaben zum Wissenschafts- und Politikbericht lauten: Dri M.,
  Canfora P., Antonopoulos I. S., Gaudillat P., Best Environmental Management Practice for the Waste
  Management Sector, JRC Science for Policy Report, EUR 29136 EN, Publications Office of the European
  Union, Luxembourg, 2018, ISBN 978-92-79-80361-1, doi:10.2760/50247, JRC111059.
2
  Verordnung (EWG) Nr. 1836/93 des Rates vom 29. Juni 1993 über die freiwillige Beteiligung gewerblicher
  Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung
  (ABl. L 168 vom 10.7.1993, S. 1).
3
  Verordnung (EG) Nr. 761/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. März 2001 über die
  freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und
  die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) (ABl. L 114 vom 24.4.2001, S. 1).
                                                         3
 ---pagebreak--- Letztere wurden als repräsentativ für das Umweltleistungsniveau angesehen, das die
leistungsfähigsten Organisationen der Branche erreichen.
Das branchenspezifische Referenzdokument soll allen Organisationen, die ihre
Umweltleistung verbessern wollen, mit Ideen und Inspirationen sowie praktischen und
technischen Leitlinien Hilfestellung und Unterstützung leisten.
Das branchenspezifische Referenzdokument richtet sich in erster Linie an Organisationen, die
bereits EMAS-registriert sind, aber auch an Organisationen, die eine künftige EMAS-
Registrierung ins Auge fassen, sowie an alle Organisationen, die zur Verbesserung ihrer
Umweltleistung mehr über bewährte Umweltmanagementpraktiken erfahren möchten. Das
Ziel des Referenzdokuments besteht somit darin, Organisationen der Abfallwirtschaft bei der
Priorisierung relevanter – direkter und indirekter – Umweltaspekte zu unterstützen und ihnen
Informationen          über        bewährte         Umweltmanagementpraktiken,                angemessene
branchenspezifische Indikatoren zur Messung ihrer Umweltleistung und Leistungsrichtwerte
an die Hand zu geben.
Wie sollten branchenspezifische Referenzdokumente von EMAS-registrierten Organisationen
berücksichtigt werden?
Nach der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 müssen EMAS-registrierte Organisationen
branchenspezifische Referenzdokumente auf zwei verschiedenen Ebenen berücksichtigen:
Bei der Entwicklung und Anwendung ihres eigenen Umweltmanagementsystems auf der
Grundlage der Ergebnisse der Umweltprüfung (Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe b):
         Organisationen sollten relevante Teile des branchenspezifischen Referenzdokuments
         sowohl bei der Festlegung und Überprüfung ihrer Umweltzielsetzungen und -
         einzelziele (entsprechend den in der Umweltprüfung und Umweltpolitik ermittelten
         relevanten Umweltaspekten) als auch bei der Entscheidung über die Maßnahmen
         berücksichtigen, die zur Verbesserung ihrer Umweltleistung durchzuführen sind.
Bei der Erstellung der Umwelterklärung (Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe d und Artikel 4
         Absatz 4):
           Organisationen sollten die im branchenspezifischen Referenzdokument genannten
           relevanten branchenspezifischen Umweltleistungsindikatoren berücksichtigen, wenn
           sie über die Indikatoren4 für die Berichterstattung über die Umweltleistung
           entscheiden.
           Bei der Wahl der Indikatoren für die Berichterstattung sollten sie die im jeweiligen
           branchenspezifischen Referenzdokument vorgeschlagenen Indikatoren und deren
           Relevanz für die im Rahmen ihrer Umweltprüfung ermittelten wichtigen
4
  Gemäß Anhang IV Abschnitt B Buchstabe f der EMAS-Verordnung muss die Umwelterklärung Folgendes
  enthalten: „Zusammenfassung der verfügbaren Daten über die Umweltleistung der Organisation bezogen auf
  ihre bedeutenden Umweltauswirkungen. Die Berichterstattung bezieht sowohl die Kernindikatoren für die
  Umweltleistung als auch die spezifischen Indikatoren für die Umweltleistung gemäß Abschnitt C ein.“
  Anhang IV Abschnitt C Nummer 3 besagt: „Jede Organisation erstattet zudem alljährlich Bericht über ihre
  Leistung in Bezug auf die bedeutenden direkten und indirekten Umweltaspekte und -auswirkungen, die sich auf
  ihre Kerntätigkeiten beziehen, messbar und nachprüfbar sind und nicht bereits durch die Kernindikatoren
  abgedeckt sind. Die Berichterstattung zu diesen Indikatoren erfolgt im Einklang mit den in der Einleitung zu
  diesem Abschnitt festgelegten Anforderungen. Soweit verfügbar, berücksichtigt die Organisation
  branchenspezifische Referenzdokumente gemäß Artikel 46, um die Ermittlung einschlägiger
  branchenspezifischer Indikatoren zu erleichtern.“
                                                       4
 ---pagebreak---          Umweltaspekte berücksichtigen. Indikatoren müssen nur berücksichtigt werden,
         soweit sie für die Umweltaspekte relevant sind, die im Rahmen der Umweltprüfung
         als besonders wichtig erachtet wurden.
         Im Rahmen der Berichterstattung über ihre Umweltleistung und deren
         Einflussfaktoren sollten die Organisationen in ihrer Umwelterklärung angeben, in
         welcher Weise relevante bewährte Umweltmanagementpraktiken und, soweit
         verfügbar, Leistungsrichtwerte berücksichtigt wurden.
         Sie sollten beschreiben, inwieweit relevante bewährte Umweltmanagementpraktiken
         und Leistungsrichtwerte (die Indikatoren für das von den leistungsstärksten
         Organisationen erreichte Umweltleistungsniveau sind) verwendet wurden, um zur
         (weiteren) Verbesserung ihrer Umweltleistung Maßnahmen und Aktionen
         herauszuarbeiten und möglicherweise Prioritäten zu setzen. Die Anwendung
         bewährter Umweltmanagementpraktiken bzw. das Erreichen der ermittelten
         Leistungsrichtwerte ist jedoch nicht zwingend, denn aufgrund der Freiwilligkeit des
         EMAS-Systems wird die Kosten-Nutzen-Bewertung der Realisierbarkeit der
         Richtwerte und bewährten Praktiken den Organisationen selbst überlassen.
         Ähnlich wie bei den Umweltleistungsindikatoren sollte die Organisation die
         Relevanz und Anwendbarkeit der bewährten Umweltmanagementpraktiken und
         Leistungsrichtwerte auch unter dem Gesichtspunkt der im Zuge ihrer Umweltprüfung
         ermittelten wichtigen Umweltaspekte sowie technischer und finanzieller Aspekte
         prüfen.
Elemente der branchenspezifischen Referenzdokumente (Indikatoren, bewährte
Umweltmanagementpraktiken oder Leistungsrichtwerte), die in Bezug auf die von der
Organisation im Rahmen ihrer Umweltprüfung ermittelten wichtigen Umweltaspekte nicht für
relevant befunden wurden, sollten in der Umwelterklärung weder angegeben noch
beschrieben werden.
Die Teilnahme an EMAS ist ein fortlaufender Prozess. Wann immer eine Organisation plant,
ihre Umweltleistung zu verbessern (und diese überprüft), konsultiert sie das
branchenspezifische Referenzdokument zu bestimmten Themen, um Anregungen für die
thematischen Fragen zu finden, die in einem schrittweisen Ansatz als Nächstes geregelt
werden sollten.
Die EMAS-Umweltgutachter kontrollieren, ob und inwieweit die Organisation bei der
Erstellung ihrer Umwelterklärung das branchenspezifische Referenzdokument berücksichtigt
hat (Artikel 18 Absatz 5 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009).
Damit akkreditierte Umweltgutachter eine Umweltbetriebsprüfung durchführen können, muss
die betreffende Organisation nachweisen, inwieweit sie angesichts der Ergebnisse der
Umweltprüfung die relevanten Elemente des branchenspezifischen Referenzdokuments
ausgewählt und berücksichtigt hat. Die Gutachter kontrollieren nicht die Konformität mit den
beschriebenen Leistungsrichtwerten, sondern überprüfen vielmehr, inwieweit das
branchenspezifische Referenzdokument als Orientierungshilfe für die Ermittlung von
Indikatoren und geeigneten freiwilligen Maßnahmen konsultiert wurde, mit denen die
Organisation ihre Umweltleistung verbessern kann.
Aufgrund der Freiwilligkeit des EMAS-Systems sollte die entsprechende Beweisführung für
die Organisation nicht mit einem unverhältnismäßigen Aufwand einhergehen. Insbesondere
dürfen die Gutachter keine spezielle Begründung für jede der bewährten Praktiken, jeden
                                               5
 ---pagebreak--- branchenspezifischen Umweltleistungsindikator und jeden Leistungsrichtwert verlangen, die
im branchenspezifischen Referenzdokument genannt sind, von der Organisation aufgrund
ihrer Umweltprüfung jedoch als irrelevant erachtet wurden. Sie könnten jedoch relevante
zusätzliche Elemente vorschlagen, die die Organisation künftig als weiteren Nachweis ihres
Engagements für ständige Leistungsverbesserung berücksichtigen kann.
Struktur des Dokuments
Das vorliegende Referenzdokument besteht aus vier Kapiteln. Kapitel 1 gibt eine Einführung
in den rechtlichen Rahmen des EMAS-Systems und beschreibt, wie das Dokument konsultiert
werden sollte, während Kapitel 2 den Anwendungsbereich dieses Referenzdokuments festlegt.
Kapitel 3        enthält      eine      kurze       Beschreibung    der    verschiedenen       bewährten
                                                   5
Umweltmanagementpraktiken (BUMP) sowie Informationen über ihre Anwendbarkeit.
Wenn         für       eine      bestimmte         bewährte      Umweltmanagementpraxis          konkrete
Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte formuliert werden konnten, sind diese
ebenfalls angegeben. Einige der Indikatoren und Richtwerte sind für mehrere bewährte
Umweltmanagementpraktiken relevant und werden in diesem Fall mehrfach genannt. In
Kapitel 3 werden neben den in den einzelnen bewährten Umweltmanagementpraktiken
festgelegten Indikatoren auch eine Reihe von Umweltleistungsindikatoren definiert, die zur
Beurteilung der Gesamtleistung der Abfallbewirtschaftungssysteme für feste Siedlungsabfälle
verwendet werden können. Es konnten nicht für alle bewährten Umweltmanagementpraktiken
und Indikatoren Leistungsrichtwerte festgelegt werden, da nur begrenzt Daten verfügbar
waren oder die besonderen Bedingungen der einzelnen Abfallbehörden oder
Entsorgungsunternehmen (z. B. Lage auf dem Land oder in der Stadt, Art der getrennten
Sammlung und Entsorgung oder das lokale Verbraucherverhalten) so unterschiedlich waren,
dass ein Leistungsrichtwert nicht sinnvoll wäre. Auch wenn Leistungsrichtwerte vorgegeben
werden, sind diese nicht als Zielvorgaben für alle Abfallbehörden oder
Abfallentsorgungsunternehmen zu verstehen oder etwa als Metriken, um die Umweltleistung
der Unternehmen des Sektors vergleichen zu können, sondern vielmehr als Maßstab dessen,
was möglich ist, um einzelnen Organisationen dabei zu helfen, ihre erzielten Fortschritte zu
evaluieren und sie zu weiteren Verbesserungen zu motivieren.
Kapitel 4 schließlich enthält eine umfassende Tabelle mit den wichtigsten
Umweltleistungsindikatoren, den zugehörigen Erläuterungen und den entsprechenden
Leistungsrichtwerten.
5
  Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen bewährten Praktiken mit praktischen Empfehlungen für deren
  Anwendung ist im Wissenschafts- und Politikbericht der Gemeinsamen Forschungsstelle zu finden:
  http://susproc.jrc.ec.europa.eu/activities/emas/documents/WasteManagementBEMP.pdf. Leser, die mehr über
  die in diesem Referenzdokument beschriebenen bewährten Praktiken erfahren möchten, sollten diesen Bericht
  konsultieren.
                                                        6
 ---pagebreak--- 2.         GELTUNGSBEREICH
Dieses Referenzdokument behandelt zwei Arten von Organisationen der Abfallwirtschaft:
(öffentliche und private) Abfallentsorgungsunternehmen, einschließlich Unternehmen, die
Programme für die Herstellerverantwortung umsetzen, und Abfallbehörden (für die
Abfallbewirtschaftung zuständige öffentliche Verwaltungen, hauptsächlich auf lokaler
Ebene). Diese Organisationen fallen unter die folgenden NACE-Codes (entsprechend der mit
Verordnung           (EG)     Nr. 1893/20066      aufgestellten       statistischen      Systematik der
Wirtschaftszweige):
  -    38.1 – Sammlung von Abfällen,
  -    38.2 – Abfallbehandlung und -beseitigung,
  -    38.3 – Rückgewinnung,
  -    39.0 – Beseitigung von Umweltverschmutzungen und sonstige Entsorgung,
  -    84.1 – Öffentliche Verwaltung.
Dieses Referenzdokument deckt keine Tätigkeiten von Organisationen ab, die Abfall
erzeugen und nicht der Abfallwirtschaft angehören (d. h. die meisten Organisationen).
Es werden vielmehr die bewährten Praktiken für folgende Phasen und Tätigkeiten der
Abfallentsorgung beschrieben:
  -    Erstellung einer Abfallbewirtschaftungsstrategie;
  -    Förderung der Abfallvermeidung;
  -    Unterstützung der Wiederverwendung von Produkten und Vorbereitung zur
       Wiederverwendung von Abfällen;
  -    Verbesserung der Abfallsammlung;
  -    Abfallbehandlung, beschränkt auf Tätigkeiten, die eine Materialrückführung
       ermöglichen.
Hinsichtlich der Abfallbehandlung beschränkt sich dieses Referenzdokument auf Anlagen,
deren Behandlung nicht in den Geltungsbereich der Richtlinie über Industrieemissionen7 fällt
(z. B. Sortieranlagen, die auf die Verwertung von Kunststoffen abzielen).
In diesem Referenzdokument geht es um folgende drei Abfallströme:
  -    feste Siedlungsabfälle: Haushaltsabfälle und Abfälle aus anderen Quellen, z. B.
       Einzelhandel, Verwaltung, Bildung und Erziehung, Gesundheitswesen, Beherbergung
       und Verpflegung sowie anderen Dienstleistungsbranchen und Tätigkeiten, bei denen Art
       und Zusammensetzung der Abfälle Haushaltsabfällen ähnelt;
  -    Bau- und Abbruchabfälle;
  -    Abfälle aus dem Gesundheitswesen.
Industrie- und Gewerbeabfälle, die keine festen Siedlungsabfälle sind, sind nicht Gegenstand
dieses Dokuments.
6
    Verordnung (EG) Nr. 1893/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 zur
   Aufstellung der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige NACE Revision 2 und zur Änderung der
   Verordnung (EWG) Nr. 3037/90 des Rates sowie einiger Verordnungen der EG über bestimmte Bereiche der
   Statistik (ABl. L 393 vom 30.12.2006, S. 1).
7
   Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen.
                                                      7
 ---pagebreak--- Dieses Referenzdokument ist in fünf Hauptkapitel unterteilt (Tabelle 2-1), die aus Sicht der
Zielorganisationen die wichtigsten Umweltaspekte im Zusammenhang mit der
Abfallbewirtschaftung abdecken.
Tabelle 2-1: Struktur des Referenzdokuments für die Abfallwirtschaft und die wichtigsten
behandelten Umweltaspekte.
                                                                Wichtigste            behandelte
Abschnitt                     Beschreibung
                                                                Umweltaspekte
                              Dieser Abschnitt befasst sich     Abfallvermeidungsmaßnahmen
                              mit      bereichsübergreifenden   Abfallsammlung
                              bewährten Praktiken, die für
                              alle in diesem Dokument           Abfallsortierung, Vorbereitung
3.1 Bereichsübergreifende     behandelten        Abfallströme   zur Wiederverwendung und
    bewährte                  gelten, von der Festlegung        Behandlung
    Umweltmanagementprak      einer Abfallstrategie über die    Transporttätigkeiten
    tiken                     Nutzung          wirtschaftlicher
                              Instrumente bis hin zur           Energierückgewinnung        aus
                              Feststellung         zusätzlicher Abfällen
                              bewährter Praktiken in anderen    Abfallentsorgung
                              EU-Referenzdokumenten.
                              In diesem Abschnitt wird          Abfallvermeidungsmaßnahmen
                              beschrieben,                  wie Abfallsammlung
                              Abfallbehörden                und
                              Entsorgungsunternehmen feste      Abfallsortierung, Vorbereitung
                              Siedlungsabfälle am besten        zur Wiederverwendung und
                              bewirtschaften           können,  Behandlung
                              einschließlich Entwurf einer      Transporttätigkeiten
                              Abfallstrategie,
3.2 Bewährte                  Abfallvermeidung,                 Energierückgewinnung        aus
    Umweltmanagementprak Wiederverwendung                  von  Abfällen
    tiken       für     feste Produkten und Vorbereitung        Abfallentsorgung
    Siedlungsabfälle          zur Wiederverwendung von
                              Abfällen, Abfallsammlung und
                              -behandlung. Es wird auch
                              eine                    bewährte
                              Umweltmanagementpraktik
                              beschrieben, die sich an
                              Organisationen                zur
                              Herstellerverantwortung
                              richten.
                              In diesem Abschnitt werden        Abfallvermeidungsmaßnahmen
3.3 Allgemeine                allgemeine                        Abfallsammlung
    Umweltleistungsindikato   Umweltleistungsindikatoren
    ren        für      feste beschrieben,        die       zur Abfallsortierung, Vorbereitung
    Siedlungsabfälle          Beurteilung                   der zur Wiederverwendung und
                              Gesamtleistung                der Behandlung
                                             8
 ---pagebreak---                               Abfallbewirtschaftungssysteme Transporttätigkeiten
                              für feste Siedlungsabfälle
                              verwendet werden können.          Energierückgewinnung     aus
                                                                Abfällen
                                                                Abfallentsorgung
                              Dieser Abschnitt befasst sich     Abfallvermeidungsmaßnahmen
                              im Wesentlichen mit den           Abfallsammlung
                              Tätigkeiten                 von
                              Abfallbehörden              und   Abfallsortierung     und   -
                              Entsorgungsunternehmen, die       behandlung
                              direkt oder indirekt für die      Transporttätigkeiten
                              Bewirtschaftung von Bau- und
                              Abbruchabfällen       zuständig   Abfallentsorgung
                              sind. Im Mittelpunkt stehen
3.4 Bewährte                  Bewirtschaftungspläne        für
    Umweltmanagementprak Bau- und Abbruchabfälle, die
    tiken für Bau- und Vermeidung                          der
    Abbruchabfälle            Kontamination von Bau- und
                              Abbruchabfällen              mit
                              polychloriertem        Biphenyl
                              (PCB), der Umgang mit aus
                              Abfällen entferntem Asbest
                              und die Behandlung von
                              Abfällen aus Gipskartonplatten
                              und      von      Bau-      und
                              Abbruchabfällen          zwecks
                              Recycling.
                              In diesem Abschnitt wird Abfallsammlung
                              dargestellt,                 wie Abfallbehandlung
                              Abfallbehörden              und
                              Entsorgungsunternehmen            Abfallentsorgung
3.5 Bewährte
                              Abfälle         aus         dem
    Umweltmanagementprak
                              Gesundheitswesen am besten
    tiken für Abfälle aus dem
                              bewirtschaften können. Den
    Gesundheitswesen
                              Schwerpunkt       bilden     die
                              Optimierung der Trennung
                              dieser Abfälle und alternative
                              Behandlungsmöglichkeiten.
Für jeden der wichtigsten Umweltaspekte in Tabelle 2-1 enthält Tabelle 2-2 die
dazugehörigen in diesem Dokument behandelten wesentlichen Umweltauswirkungen. Die in
Tabelle 2-1 und Tabelle 2-2 dargestellten Umweltaspekte wurden als relevanteste
Auswirkungen in diesem Sektor ausgewählt. Die von den jeweiligen Unternehmen zu
regelnden Umweltaspekte sind jedoch auf Einzelfallbasis zu beurteilen.
Tabelle 2-2 Relevanteste Umweltaspekte und dazugehörige, in diesem Dokument behandelte
wesentliche Umweltauswirkungen
                                            9
 ---pagebreak---                                     Wesentliche
 Wesentliche Umweltaspekte
                                    Umweltauswirkungen
 Abfallsammlung                     - Klimawandel
                                      (Treibhausgasemissionen)
                                    - Emissionen in die Luft
                                    - Erschöpfung der natürlichen
                                      Ressourcen
 Abfallvermeidungsmaßnahmen         - Klimawandel
                                      (Treibhausgasemissionen)
                                    - Emissionen in die Luft
                                    - Erschöpfung der natürlichen
                                      Ressourcen
 Abfallsortierung, Vorbereitung zur - Klimawandel
 Wiederverwendung               und   (Treibhausgasemissionen)
 Behandlung                         - Emissionen               in
                                      Luft/Wasser/Boden
                                    - Erschöpfung der natürlichen
                                      Ressourcen
                                    - Landnutzung
 Transporttätigkeiten               - Klimawandel
                                      (Treibhausgasemissionen)
                                    - Emissionen in die Luft
                                    - Erschöpfung der natürlichen
                                      Ressourcen
 Energierückgewinnung aus Abfällen - Klimawandel
                                      (Treibhausgasemissionen)
                                    - Emissionen               in
                                      Luft/Wasser/Boden
                                    - Erschöpfung der natürlichen
                                      Ressourcen
                                    - Landnutzung
 Abfallentsorgung                   - Klimawandel
                                      (Treibhausgasemissionen)
                                    - Emissionen               in
                                      Luft/Wasser/Boden
                                    - Erschöpfung der natürlichen
                                      Ressourcen
                                    - Landnutzung
3.      BEWÄHRTE                            UMWELTMANAGEMENTPRAKTIKEN,
        BRANCHENSPEZIFISCHE UMWELTLEISTUNGSINDIKATOREN UND
        LEISTUNGSRICHTWERTE FÜR DIE ABFALLWIRTSCHAFT
                                         10
 ---pagebreak--- 3.1.     Bereichsübergreifende bewährte Umweltmanagementpraktiken
 Bei den in diesem Abschnitt dargestellten bewährten Umweltmanagementpraktiken geht es
 um bereichsübergreifende Fragen der Abfallbewirtschaftung, die für alle behandelten
 Abfallströme relevant sind (d. h. feste Siedlungsabfälle, Bau- und Abbruchabfälle und Abfälle
 aus dem Gesundheitswesen).
 3.1.1.    Integrierte Abfallbewirtschaftungsstrategien
 Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Ausarbeitung und Umsetzung einer
 integrierten Abfallbewirtschaftungsstrategie, die Folgendes umfasst:
     -   die aktuellen und künftigen erwarteten Entwicklungen der Abfallströme;
     -   die Abfallhierarchie8 mit Priorisierung der Maßnahmen entsprechend der Hierarchie
         (erstens Abfallvermeidung, zweitens Vorbereitung zur Wiederverwendung usw.);
     -   die Verfügbarkeit und Kapazitäten der Abfallsortierungs- und -behandlungsanlagen in
         der Nähe;
     -   das Umweltbewusstsein und die Umweltwahrnehmung der Einwohner;
     -   sonstige besondere Bedingungen, die sich auf die Abfallbewirtschaftung auswirken
         (z. B. ein signifikantes Aufkommen von Touristen/Pendlern, besondere
         Wirtschaftstätigkeiten, Klima).
 Die Ausarbeitung einer Abfallbewirtschaftungsstrategie erfordert Kenntnisse über die
 Quantität und Qualität der einzelnen maßgeblichen Abfallströme, die sich durch ein
 angemessenes          Datenüberwachungskonzept              und      eine    solide      Bewertung        der
 Abfallbewirtschaftungsoptionen erlangen lassen. Dies kann mitunter die Verwendung einer
 Ökobilanz erforderlich machen, um die Optionen mit der besten Umweltleistung zu ermitteln
 (siehe bewährte Umweltmanagementpraxis 3.1.2), die auch von der Abfallhierarchie
 abweichen können.
 Anwendbarkeit
 Diese bewährte Umweltmanagementpraxis richtet sich vor allem an Abfallbehörden, die die
 Abfallbewirtschaftungsstrategie auf lokaler oder regionaler Ebene kontrollieren oder
 zumindest wesentlich beeinflussen – also vornehmlich an lokale Behörden. Möglicherweise
 müssen die Abfallbehörden Aspekte der strategischen Planung auslagern, wenn besondere
 Fachkenntnisse wie z. B. Datenanalysefähigkeiten und Kenntnisse der Abfallaufbereitung
 erforderlich sind.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                                 Leistungsrichtwerte
 (i1) Es sind Gesamtziele für die Verbesserung              (b1)     Es     existiert     eine     integrierte
 des Abfallbewirtschaftungssystems vorhanden                Abfallbewirtschaftungsstrategie               mit
 (die z. B. auf den in diesem Dokument                      langfristigen       (d. h.      10–20       Jahre
 festgelegten Indikatoren beruhen) (ja/nein).               umfassenden) und kurzfristigen (d. h. 1–5
                                                            Jahre umfassenden) Gesamtzielen für die
 (i2) Es sind spezifische Ziele für die
                                                            Verbesserung         der        Leistung      des
 Abfallvermeidung und die Wiederverwendung
                                                            Abfallbewirtschaftungssystems,                 die
 vorhanden (ja/nein).
                                                            regelmäßig (mindestens alle drei Jahre)
 8
   Die Abfallhierarchie besteht aus folgenden Schritten: Abfallvermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung,
   Recycling, Verwertung und Beseitigung.
                                                         11
 ---pagebreak---                                                      überprüft wird.
3.1.2.    Ökobilanz der Abfallbewirtschaftungsoptionen
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Einbeziehung von
Lebenszyklusdenken und Ökobilanzen in die Abfallbewirtschaftungsstrategie und die
dazugehörigen Tätigkeiten, wobei die (unten beschriebenen) Schritte 1 und 2 unerlässlich sind
und die Schritte 3 bis 8 die Durchführung einer Ökobilanz für den Einzelfall erfordern und
nicht immer notwendig sind:
    1) Systematische Anwendung des Lebenszyklusdenkens bei der Erarbeitung und
        Umsetzung        der    Abfallbewirtschaftungsstrategie        (zur     Ergänzung  der
        Abfallbewirtschaftungshierarchie).
    2) Analyse relevanter Literatur zum Thema Ökobilanz zwecks Einordnung der
        Umweltleistung der alternativen Abfallbewirtschaftungsoptionen, sofern die
        untersuchten Systeme hinsichtlich der verfügbaren Optionen direkt vergleichbar sind.
    3) Anwendung         der    Ökobilanz        auf    bestimmte        Bewirtschaftungs- und
        Technologieoptionen, für die sich keine zuverlässige Literatur finden lässt; dies
        erfordert die Beschaffung von Ökobilanz-Dienstleistungen oder die interne
        Verwendung einschlägiger Ökobilanz-Software.
    4) Sorgfältige Prüfung der Systemgrenzen, die einen genauen Vergleich der
        Abfallbewirtschaftungsoptionen gewährleistet und eine Systemerweiterung bzw.
        Ökobilanzen für vermiedene Prozesse (z. B. netzabhängige Stromerzeugung)
        einschließt.
    5) Erstellung und Dokumentation von Sachbilanzen in Bezug auf Referenzströme, wenn
        möglich anhand von über die gesamte Wertschöpfungskette erhobenen Primärdaten,
        mit Angaben zu Datenqualität und Unsicherheitsbereichen.
    6) Auswahl entsprechender Wirkungskategorien zur Erfassung der größten
        Umweltbelastungen.
    7) Präsentation normierter Ergebnisse für die relevanten Wirkungskategorien zur
        Bewertung von Komplementaritäten oder Nachteilen, mit eindeutiger Angabe von
        Fehlern aufgrund von Unsicherheiten und Sensibilitätsanalyse.
    8) Prüfung der Ökobilanzstudie durch einen unabhängigen Dritten (wesentliche
        Anforderung nach ISO 140449 hinsichtlich der Verbreitung der Ergebnisse in der
        Öffentlichkeit, aber auch bewährte Praxis bei ausschließlich interner Verwendung).
Anwendbarkeit
Es ist nicht immer eine vollständige Ökobilanz notwendig. Mitunter kann zur Ermittlung der
bewährten        Praktiken     eine     grundlegende         Priorisierung      der     in der
Abfallbewirtschaftungshierarchie genannten Abfallbewirtschaftungsoptionen ausreichend
sein. Oft wird allerdings ein detaillierter Vergleich der in der Abfallhierarchie ähnlich
eingestuften Optionen sowie der sich auf die Leistung der gesamten Abfallkette auswirkenden
Änderungen der Bewirtschaftung verlangt.
Das Lebenszyklusdenken und die Analyse von Ökobilanzstudien kann von
Entsorgungsorganisationen jeglicher Größe angewandt werden. Der Erwerb
maßgeschneiderter        Ökobilanz-Dienstleistungen         bzw.       die     Bezahlung   von
Mitarbeiterschulungen zum Thema Ökobilanz ist möglicherweise nur für größere
Organisationen wirtschaftlich tragbar.
9
  ISO 14044:2006: Umweltmanagement – Ökobilanz – Anforderungen und Anleitungen
                                                12
 ---pagebreak--- Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                          Leistungsrichtwerte
(i3)      Systematische       Anwendung        des  (b2) Die Abfallbewirtschaftungsstrategie
Lebenszyklusdenkens         und     gegebenenfalls  wird unter systematischer Anwendung
Erstellung von Ökobilanzen während der              des       Lebenszyklusdenkens        und
Erarbeitung        und        Umsetzung        der  gegebenenfalls mithilfe von Ad-hoc-
Abfallbewirtschaftungsstrategie (ja/nein).          Ökobilanzen erstellt und umgesetzt.
3.1.3.   Wirtschaftliche Instrumente
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Verwendung wirtschaftlicher
Instrumente, um das Verhalten der Abfälle erzeugenden Bevölkerung und Organisationen in
Richtung umweltfreundlicherer Ergebnisse zu lenken. Wirtschaftliche Instrumente können
dazu beitragen,
     -  die erzeugte Abfallmenge bzw. den Anteil gefährlicher Abfälle zu reduzieren;
     -  die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling von Abfällen zu fördern;
        den Anteil der Verbrennung und Deponierung zu mindern;
     -  das Produktdesign zu verbessern (z. B. durch Förderung der Verwendung
        rezyklierbarer Wertstoffe in Produkten).
Die wirtschaftlichen Instrumente im Bereich Abfallbewirtschaftung umfassen sowohl Anreize
(positive wirtschaftliche Signale, z. B. Rabatte, Gutscheine) als auch Hemmnisse (negative
wirtschaftliche Signale, z. B. Steuern, Abgaben, Bußgelder) und können in Folgendem
bestehen:
     -  Steuern und Steueranpassungen, z. B. Entsorgungssteuer, Deponiesteuer,
        Verbrennungssteuer;
     -  Produktionsabgaben (z. B. auf Kunststofftaschen oder Zuschlagstoffe);
     -  der Preisgestaltung für Abfälle, zum Beispiel einheitbasierten Preisen und
        verursacherbezogenen Abfallgebührensystemen;
     -  Pfandsystemen;
     -  Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung;
     -  Sonstigem,       z. B.      handelbaren      Zertifikaten,     Recyclingzuschüssen,
        Mehrwertsteuerbefreiungen.
Anwendbarkeit
Die größten Hemmnisse für die Anwendung wirtschaftlicher Instrumente auf lokaler Ebene
bilden der Regelungsrahmen und seine Umsetzung.
Darüber hinaus stellen Umweltbewusstsein, gute Managementfähigkeiten und
innovationsbasiertes Verhalten auf der Ebene der lokalen Regierung gepaart mit guten
Rechnungslegungspraktiken die Voraussetzungen für die Umsetzung wirtschaftlicher
Instrumente auf lokaler Ebene dar, die aus technischer, betriebswirtschaftlicher und sozialer
Sicht schwer zu verwalten sind.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
                                              13
 ---pagebreak--- Umweltleistungsindikatoren                                 Leistungsrichtwerte
                                                           (b3) Auf lokaler Ebene festgelegte
                                                           wirtschaftliche Instrumente in Form von
                                                           Steuern          und         Steueranpassungen,
                                                           Produktionsabgaben, Preisgestaltung für
                                                           Abfälle, Regelungen zur erweiterten
(i4) Anwendung wirtschaftlicher Instrumente                Herstellerverantwortung und Pfandsystemen
auf lokaler Ebene, um zu gutem Verhalten zu                werden systematisch umgesetzt, um die
animieren (ja/nein).                                       Ziele                 der                 lokalen
(i5) Anteil der Einwohner/Unternehmen, die                 Abfallbewirtschaftungsstrategie                 zu
ein freiwilliges wirtschaftliches Instrument               erreichen.
anwenden (in %).                                           (b4) Für die lokalen Behörden existiert für
                                                           alle Festivals und Großveranstaltungen im
                                                           Hoheitsgebiet der lokalen Behörde ein
                                                           Pfandsystem für Gläser, Becher, Geschirr
                                                           und Besteck.
3.1.4.       Verknüpfung zu anderen relevanten Referenzdokumenten für bewährte
             Verfahren
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Umsetzung modernster Techniken zur
Maximierung der Ressourceneffizienz und Minimierung der Umweltauswirkungen in den
Bereichen der Abfallbehandlung (einschließlich Materialrückführung, Energierückgewinnung
und Abfallbeseitigung). Dafür können Organisationen folgende nützliche Referenzdokumente
(nicht erschöpfende Liste) zu modernsten Techniken zurate ziehen:
      -    Reference Document on Best Available Techniques for Waste Treatment [BVT-
           Merkblatt zur Abfallbehandlung]10;
      -    Kriterien über das Ende der Abfalleigenschaft11;
      -    Reference Document on Best Available Techniques for Waste Treatment [BVT-
           Merkblatt zur Abfallverbrennung];
      -    EU-Richtlinie über Abfalldeponien (99/31/EG)12.
Anwendbarkeit
Diese bewährte Umweltmanagementpraxis richtet sich an lokale Abfallbehörden und
Entsorgungsunternehmen,               die       Tätigkeiten      im       Bereich        Abfallbehandlung,
Materialrückführung, Energierückgewinnung und Abfallbeseitigung planen und umsetzen.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
10
    Für weitere Informationen über den Inhalt der BVT-Merkblätter und eine umfassende Erläuterung der Begriffe
   und Abkürzungen siehe Website der Europäischen Dienststelle zur integrierten Vermeidung und
   Verminderung der Umweltverschmutzung: http://eippcb.jrc.ec.europa.eu/.
11
     Kriterien über das Ende der Abfalleigenschaft wurden durch Artikel 6 der Richtlinie über Abfälle
   (2008/98/EG) vom Dezember 2008 eingeführt. Weitere Informationen finden Sie unter:
   http://ec.europa.eu/environment/waste/framework/end_of_waste.htm
12
    Weitere Informationen zum Inhalt der Richtlinie über Abfalldeponien und Zugang zum gesamten Dokument
   bekommen Sie auf folgender Website: http://ec.europa.eu/environment/waste/landfill_index.htm.
                                                      14
 ---pagebreak---  Umweltleistungsindikatoren                      Leistungsrichtwerte
 (i6) Die relevanten modernsten Techniken, die
 in      den       in      dieser    bewährten
 Umweltmanagementpraktik             genannten -
 Referenzdokumenten beschrieben werden,
 werden angewandt (ja/nein).
3.2.     Bewährte Umweltmanagementpraktiken für feste Siedlungsabfälle
 Die in diesem Abschnitt dargestellten bewährten Umweltmanagementpraktiken befassen sich
 mit der Behandlung von festen Siedlungsabfällen.
 Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Strategie
3.2.1.   Kosten-Benchmarking
 Entscheidungen im Bereich Abfallbewirtschaftung werden stark durch wirtschaftliche
 Faktoren beeinflusst; die Durchführung eines Kosten-Benchmarkings durch den Vergleich der
 Kostenstruktur einer Gemeinde mit Daten anderer Gemeinden stellt eine bewährte
 Umweltmanagementpraxis dar, da dadurch Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden,
 die umweltfreundlicheren Praktiken den Weg ebnen können. Kosten-Benchmarkings können
 intern, durch einen unabhängigen Dritten oder in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden
 durchgeführt werden. Dabei werden üblicherweise die Kosten für die Abfallbewirtschaftung
 und die Beseitigung bestimmter Abfallfraktionen sowie die Einnahmen aus dem Verkauf von
 der Vorbereitung zur Wiederverwendung bzw. dem Recycling zugeführten Abfällen und
 sonstigen Nebenprodukten analysiert.
 Beim Kosten-Benchmarking sind alle im betrachteten Gebiet angefallenen relevanten
 Abfallfraktionen, die als feste Siedlungsabfälle gelten, zu berücksichtigen. Bei dieser
 eingehenden Analyse werden die Kosten für die Abfallsammlung, -behandlung (Sortierung,
 Rückgewinnung, Entsorgung usw.) einschließlich der Verwaltung geschlossener Deponien,
 Personalkosten und sonstiger Abfallbewirtschaftungskosten berücksichtigt.
 Anwendbarkeit
 Kosten-Benchmarking kann innerhalb eines Gebiets (auf lokaler oder nationaler Ebene)
 angewandt werden, in dem die Bedingungen der Abfallbewirtschaftung vergleichbar sind und
 ein einheitlicher Rechtsrahmen existiert. Mitunter treten aufgrund besonderer Bedingungen
 jedoch starke Abweichungen auf. Besonders relevant ist Kosten-Benchmarking in Gebieten
 mit schlecht funktionierenden Abfallbewirtschaftungssystemen, um den Übergang zu besser
 funktionierenden Abfallbewirtschaftungsoptionen zu unterstützen.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                              Leistungsrichtwerte
 (i7) Regelmäßige Teilnahme an einer detaillierten
 Kosten-Benchmarking-Studie (ja/nein).
                                                         -
 (i8) Gesamtkosten für die Bewirtschaftung von festen
 Siedlungsabfällen pro Einwohner und Jahr
                                              15
 ---pagebreak---  (EUR/Kopf/Jahr).
3.2.2.   Fortschrittliche Abfallüberwachung
 Für     die    Erarbeitung    und    Umsetzung      einer   effizienten     und   effektiven
 Abfallbewirtschaftungsstrategie sind detaillierte Kenntnisse statistischer Daten zu den auf
 lokaler Ebene gesammelten und bewirtschafteten Abfallströmen erforderlich.
 Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht aus:
     -   einer regelmäßigen Erfassung und Verarbeitung der verfügbaren Daten auf der Ebene
         der einzelnen Abfallströme sowie für die verschiedenen Schritte der Sammlung,
         Wiederverwendung/Vorbereitung zur Wiederverwendung, Sortierung, Rückführung,
         Rückgewinnung und Beseitigung;
     -   einer regelmäßigen Analyse der Zusammensetzung gemischter Abfälle;
     -   einer Aufnahme von Vertragsklauseln zur systematischen Mitteilung sämtlicher Daten
         im Falle der Vergabe von Abfallbewirtschaftungsverträgen an Dritte.
 Daten zur Abfallüberwachung sind sowohl für die interne Analyse (z. B. die Beurteilung der
 potenziellen Umsetzung einer neuen Maßnahme) als auch zur Weitergabe an einschlägige
 öffentliche Behörden und die Bevölkerung nützlich, um das Bewusstsein zu schärfen und
 Verbesserungen zu erwirken.
 Anwendbarkeit
 Eine ausführliche Abfallüberwachung kann von allen lokalen Behörden und
 Entsorgungsunternehmen, die feste Siedlungsabfälle bewirtschaften, angewandt werden.
 Organisationen, die erst mit der Abfallüberwachung beginnen, sollten sich zunächst auf die
 wichtigsten Abfallfraktionen konzentrieren und dann schrittweise auch alle weiteren
 Fraktionen berücksichtigen.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                          Leistungsrichtwerte
 (i9) Verwendung webbasierter Instrumente zur (b5) Die Analyse der Zusammensetzung
 Verfolgung und Meldung von Abfalldaten gemischter Abfälle erfolgt mindestens
 (ja/nein).                                          viermal im Jahr (zu verschiedenen
 (i10)      Häufigkeit     der     Analyse      der Jahreszeiten) alle drei Jahre oder im
 Zusammensetzung gemischter Abfälle (eine Anschluss an wesentliche Änderungen
 Analyse der Zusammensetzung alle # Monate des Abfallbewirtschaftungssystems.
 bzw. Jahre).
3.2.3.   Verursacherbezogenes Abfallgebührensystem
 Verursacherbezogene Abfallgebührensysteme zielen auf eine faire Anwendung des
 Verursacherprinzips ab, indem von den Nutzern des Abfallbewirtschaftungssystems Gebühren
 entsprechend der Menge der von ihnen erzeugten Abfälle erhoben werden.
 Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Erhebung von Abfallgebühren bei den
 Nutzern anhand einer festen sowie einer zusätzlichen variablen Gebühr, um die
 Kostenstruktur der Abfallbewirtschaftung wiederzugeben, und in der Schaffung von Anreizen
                                               16
 ---pagebreak--- für die Nutzer (d. h. geringere Gebühren bei geringerer Abfallerzeugung) und die Entsorger
(stabile Einnahmen aufgrund der festen Gebühren).
In der Praxis kann dieses System verschiedene Formen annehmen und besteht meistens aus:
    -    mengenbasierten Regelungen (entsprechend der gewählten Größe der Müllcontainer);
    -    sackbasierten Regelungen (entsprechend der Anzahl der benutzten Müllsäcke), z. B.
         mit im Voraus bezahlten speziellen Säcken;
    -    gewichtsbasierten Regelungen (entsprechend dem Gewicht der Abfälle in einem
         bestimmten Container);
    -    häufigkeitsbasierten Regelungen (entsprechend der Häufigkeit der Leerung eines
         Containers – dies kann auch mit mengen- und gewichtsbasierten Regelungen
         kombiniert werden).
Im Mittelpunkt kann hierbei die Gebührenerhebung ausschließlich für Restabfälle oder auch
für getrennte Ströme stehen, wobei nach wie vor Abfalltrennung und -vermeidung
anzustreben sind.
Für die Umsetzung eines verursacherbezogenen Abfallgebührensystems sind folgende vier
Kernelemente erforderlich:
    -    die Ermittlung der einzelnen Nutzer13;
    -    die Messung der Abfallströme auf der Ebene der einzelnen Nutzer (z. B. durch
         Haussammlung, Container an der Straße oder Wertstoffhöfe);
    -    die Festlegung eines Preises pro Einheit, der eine spürbare Änderung des Verhaltens
         bewirkt;
    -    die Beteiligung der Einwohner, damit die Merkmale des Systems und seine Vorzüge
         richtig verstanden werden, sowie deren Engagement (um die illegale Entsorgung oder
         die Verbringung in andere Gebiete ohne verursacherbezogenes Abfallgebührensystem
         zu verhindern).
Anwendbarkeit
Dieses Konzept ist allgemein anwendbar, erfordert jedoch die Anpassung der bestehenden
Infrastruktur (z. B. zur Abholung der Abfälle). Für eine vollständige Umsetzung der
verursacherbezogenen Grundsätze muss generell eine Haussammlung erfolgen.
Es müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um eine entsprechende Umsetzung zu
gewährleisten (z. B. dürfen Abfälle nicht in die festen Siedlungsabfälle benachbarter lokaler
Behörden ohne verursacherbezogenes Abfallgebührensystem oder in Mülleimer an der Straße
„durchsickern“). Dies lässt sich leichter erreichen, wenn bei den Nutzern bereits ein
Bewusstsein für die Mülltrennung und allgemeinere Umwelt- und Abfallfragen vorhanden ist.
In Abhängigkeit von der Umsetzung (z. B. hinsichtlich der Ermittlung einzelner Nutzer
anhand individueller Eimer oder Beutel) sind angemessene Maßnahmen erforderlich, um
Datenschutz und Vertraulichkeit zu gewährleisten (z. B. sichere Datenspeicherung).
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                          Leistungsrichtwerte
(i11)          Es          existiert          ein (b6)    Es   existiert ein    verursacherbezogenes
13
   Bei verursacherbezogenen Abfallgebührensystemen, die auf im Voraus bezahlten Säcken beruhen, sind die
         ersten beiden Elemente nicht erforderlich.
                                                     17
 ---pagebreak---  verursacherbezogenes                         Abfallgebührensystem, bei dem den Nutzern
 Abfallgebührensystem (ja/nein).              mindestens 40 % der Kosten anhand der Menge
 (i12) Einbeziehung von an Wertstoffhöfe (kg oder m³) der entsorgten gemischten Abfälle,
 verbrachten       Abfällen      in    das der Größe der Mülleimer bzw. der Anzahl der
                                              Abholungen in Rechnung gestellt werden.
 verursacherbezogene System (ja/nein).
 (i13)    Anteil     der    Nutzer    ohne (b7) Das verursacherbezogene System umfasst
                                              auch an Wertstoffhöfe verbrachte Abfälle.
 Abfallaufkommen (in %).
3.2.4.   Vergabe von leistungsbasierten Abfallbewirtschaftungsverträgen
 Bei lokalen Behörden, die die Erbringung bestimmter Bewirtschaftungsdienstleistungen für
 feste Siedlungsabfälle an private Anbieter vergeben, besteht die bewährte
 Umweltmanagementpraxis in der Aufnahme von leistungsbasierten Klauseln in diese
 Verträge. Mit dieser leistungsbasierten Auftragsvergabe kann das Erreichen sowohl der
 ökologischen als auch der finanziellen Ziele gewährleistet werden.
 Ein leistungsbasierter Vertrag muss folgende drei Merkmale aufweisen:
     -   es müssen Ziele und Indikatoren zur Messung der Leistung des Auftragnehmers
         festgelegt werden;
     -   es müssen Daten zu den Leistungsindikatoren erhoben werden, um die Erbringung der
         Dienstleistung zu bewerten;
     -   eine gute bzw. schlechte Leistung muss Auswirkungen für den Auftragnehmer haben
         (höhere Einnahmen bzw. Sanktionen).
 Die lokalen Behörden müssen den Leistungsklauseln eine Reihe von Indikatoren zugrunde
 legen (sie können sich zum Beispiel an den Indikatoren in Abschnitt 3.3 orientieren) und für
 eine angemessene Überwachung sorgen. Besonders zu beachten und zu berücksichtigen sind
 dabei die Definition der Ausgangsbasis und der Einfluss der Änderung externer Bedingungen
 (u. a. wirtschaftlicher oder sozialer Art bzw. von Rechtsvorschriften) auf den
 Richtwertmechanismus.
 Anwendbarkeit
 Für     ein    leistungsbasiertes    Abfallüberwachungssystem       muss     ein    effektives
 Überwachungssystem für die Abfallbewirtschaftung existieren (das auf internen
 Managementpraktiken aufbaut und auch das Vertragsmanagement umfasst).
 Bei der erstmaligen Anwendung eines leistungsbasierten Vertrags muss auch ein Dialog mit
 den künftigen Auftragnehmern und allen beteiligten Interessenträgern etabliert werden, um
 herauszufinden, was technisch und wirtschaftlich machbar ist.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                               Leistungsrichtwerte
 (i14) Anteil des Vertragswerts, der vom Erreichen der
 Umweltziele          oder        der       festgelegten
 Umweltleistungsstufen abhängig ist (in %).               -
 (i15) Kundenzufriedenheit (% der Einwohner, der mit
 der Hausmüllsammlung und insbesondere der
                                                18
 ---pagebreak---  Sammlung getrennt gesammelter Fraktionen zufrieden
 ist).
3.2.5.   Sensibilisierung
 Bewährte Sensibilisierungspraktiken bestehen in der effektiven Anregung der Bevölkerung
 zur Abfallvermeidung sowie zu einem auf Wiederverwendung und Recycling ausgerichteten
 Verhalten im jeweiligen Sammelgebiet. Dies sollte letzten Endes zu einer besseren Leistung
 der Indikatoren für Abfallerzeugung und -trennung führen.
 Kampagnen, bei denen auf bewährte Praktiken aufmerksam gemacht werden soll, müssen:
      -  für eine durchgehende, einheitliche, ergänzende und klare Kommunikation mit klar
         definierten Zielen und Zielvorgaben sorgen;
      -  eindeutige Botschaften verbreiten, die sich an klar definierte Zielgruppen richten und
         zweckdienlich sind;
      -  für eine effiziente Wirkung sorgen, indem sie konkrete Tätigkeiten beinhalten und die
         Verantwortlichen klar benennen.
 Zwei wesentliche Recyclinghemmnisse, die sich durch Sensibilisierung beseitigen lassen,
 sind:
      -  fehlende Sachkenntnis seitens der Bevölkerung, welche Stoffe in welchen Container
         gehören, bzw. Unkenntnis des lokalen Recyclingsystems (z. B. der Abholtage usw.).
      -  persönliche Einstellungen und Wahrnehmungen: fehlende Akzeptanz, dass Recycling
         notwendig ist, fehlende Motivation, Abfall zu vermeiden und zu sortieren.
 Kampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung können von den Entsorgungsorganisationen
 direkt, von professionellen Agenturen in deren Namen oder von Partnerorganisationen
 (einschließlich Interessenträgern anderer Branchen) durchgeführt werden.
 Dafür können verschiedenste Kommunikationskanäle genutzt werden, beispielsweise
 Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Direktmarketing, gesellschaftliches Engagement, Online-
 Anzeigen, soziale Medien und Produktkennzeichnung.
 Anwendbarkeit
 In einem gewissen Maße lässt sich Sensibilisierung in jedem Kontext umsetzen.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                          Leistungsrichtwerte
 (i16) Haushaltsausgaben für die Sensibilisierung (b8)         Es      werden       systematisch
 pro Einwohner und Jahr (EUR/Kopf/Jahr).             Sensibilisierungskampagnen              für
                                                     verschiedene   Zielgruppen  (z. B.  Schüler,
 (i17) Auf die Sensibilisierung entfallender
 Anteil      der      Gesamtkosten     für     die allgemeine Öffentlichkeit, Nutzer von
 Bewirtschaftung von festen Siedlungsabfällen Wertstoffhöfen) durchgeführt und das
                                                     jährliche            Budget              für
 (in %).
                                                     Sensibilisierungsaktivitäten beläuft sich
 (i18) Anteil der Bevölkerung in dem auf mindestens 5 EUR pro Einwohner.
 Abfallsammelgebiet, der innerhalb eines
 bestimmten                             Zeitraums
 Sensibilisierungsbotschaften erhalten hat (z. B.
                                               19
 ---pagebreak---  % der Bevölkerung pro Monat).
3.2.6.   Einrichtung eines Netzes von Abfallberatern
 Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Einrichtung eines Netzes von
 Abfallberatern (bzw. sogenannten „Sachverständigen für Abfall(vermeidung)”,
 „Recyclingbeauftragten“, „Abfall(vermeidungs)beratern”) auf lokaler Ebene zur
 Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit (Bevölkerung und kleine Unternehmen, deren
 Abfälle in das lokale Bewirtschaftungssystem für feste Siedlungsabfälle eingehen).
 Abfallberater kommen besonders bei konkreten Problemen zum Einsatz, wenn es um ein
 spezielles Gebiet oder eine spezielle Zielgruppe mit einer schlechten Mülltrennungsquote
 bzw. einer starken Verunreinigung getrennt gesammelter Fraktionen geht, um gezielt darauf
 reagieren zu können, da Abfallberater den persönlichen Kontakt suchen.
 Abfallberater verfügen üblicherweise über eine Qualifikation im Umweltbereich und kennen
 sich mit den Praktiken der Abfallminimierung, Wiederverwendung und des Recyclings aus
 und arbeiten als Freiwillige, Teilzeit- oder Vollzeitkräfte. Sie übernehmen zahlreiche
 Aufgaben, beispielsweise:
     -   sensibilisieren sie die Bevölkerung und kleine Unternehmen für Umweltfragen im
         Zusammenhang mit der Abfallerzeugung und -bewirtschaftung;
     -   informieren sie die Bevölkerung und kleine Unternehmen über die Vorschriften im
         Bereich Abfallsammlung und die Behandlung und das Recycling der verschiedenen
         Fraktionen;
     -   geben sie der Bevölkerung und kleinen Unternehmen Orientierungshilfen an die Hand,
         wie sich Abfälle reduzieren oder besser bewirtschaften lassen (z. B. durch bessere
         Mülltrennung);
     -   arbeiten sie mit der Bevölkerung und kleinen Unternehmen an speziellen
         Abfallströmen, die als besonders problematisch gelten (Lebensmittelabfälle, Textilien,
         Windeln usw.);
     -   führen sie Aktionen zur Einbeziehung spezieller Zielgruppen durch (z. B.
         Kinder/Teenager, Rentner, Unternehmen, Ausländer);
     -   entwickeln sie ein besseres Verständnis für die Situation vor Ort (Fahrer, Gründe,
         Engpässe).
 Anwendbarkeit
 Diese bewährte Umweltmanagementpraxis kann auf jeder Ebene umgesetzt werden. Die
 Tätigkeit der Abfallberater beschränkt sich jedoch mehr auf die lokale Ebene, da operative
 Fragen behandelt werden (Leitlinien zu Abfallvermeidung und Recycling).
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                         Leistungsrichtwerte
 (i19) Anteil der Bevölkerung in dem (b9) Es existiert ein Netz von
 Abfallsammelgebiet, der innerhalb eines Abfallberatern mit mindestens einem
 bestimmten       Zeitraums     Ratschläge    von Berater pro 20 000 Einwohner.
 Abfallberatern erhalten hat (z. B. % der
 Bevölkerung pro Monat).
 (i20) Anzahl der Abfallberater pro 100 000
                                               20
 ---pagebreak---  Einwohner.
3.2.7.   Kompostierung in Privathaushalten und in der Gemeinde
 Wenn entsprechend der Abfallbewirtschaftungsstrategie bzw. einer Ökobilanzstudie zu den
 Abfallbewirtschaftungsoptionen (siehe Abschnitte 3.1.1 und 3.1.2) die Kompostierung in
 Privathaushalten und in der Gemeinde die geeignetste Abfallbewirtschaftungsoption für
 Biomüll darstellt, besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis in Folgendem:
     -   Systematische Anwendung und Unterstützung der Kompostierung in Privathaushalten
         und in der Gemeinde, Erfassung der daran beteiligten Einwohner, Registrierung der
         Stand- und Betriebsorte der Kompostierungsanlagen.
     -   Organisation erster Sensibilisierungsmaßnahmen mithilfe von grafischem Material,
         öffentlichen Treffen, Abfallberatern usw. (siehe Abschnitte 3.2.5 und 3.2.6) zur
         Information und Schulung der Bevölkerung zur Kompostierung in Privathaushalten
         und in der Gemeinde, ihren Vorteilen und der korrekten Umsetzung (zur Begrenzung
         der Methanemissionen und Bodenverunreinigung sowie zur Gewährleistung eines
         qualitativ guten Komposts) sowie zur Information über geeignete Bioabfälle usw.
     -   Regelmäßige Schulung der Bevölkerung sowie Information derselben über aktuelle
         Entwicklungen hinsichtlich der richtigen Kompostierung in Privathaushalten und in
         der Gemeinde.
     -   Regelmäßige Überwachung der Kompoststellen in Privathaushalten und in der
         Gemeinde. Um die richtige Kompostierung zu überprüfen und deren ökologische
         Vorteile zu sichern, kann eine bestimmte Anzahl repräsentativer Stellen jährlich
         inspiziert werden.
 Anwendbarkeit
 Wenn die Kompostierung in Privathaushalten und in der Gemeinde die geeignetste
 Abfallbewirtschaftungsoption für Biomüll darstellt, bestehen für die Umsetzung dieser
 bewährten Umweltmanagementpraxis keine wesentlichen Einschränkungen. Der Erfolg dieser
 Kompostierung als Umweltmanagementstrategie hängt jedoch stark von der Handhabung der
 Abfalltrennung und der Kompostierung durch die Einwohner ab, die zunächst überzeugt und
 motiviert werden müssen, organische Abfälle getrennt zu sammeln, und anschließend im
 richtigen Umgang mit der Kompostierung geschult werden müssen. Ferner sind zusätzliche
 Anstrengungen erforderlich, um in städtischen Gebieten die Kompostierung in
 Privathaushalten und in der Gemeinde zu organisieren.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                             Leistungsrichtwerte
 (i21) Anteil der Bevölkerung, die privat Abfälle
 kompostiert oder die in der Gemeinde die Möglichkeit
 zur Kompostierung hat (% der Gesamtbevölkerung im (b10) Alle Einwohner haben Zugang
 Abfallsammelgebiet).                                   zur getrennten Sammlung von
 (i22) Anteil der Bevölkerung, die privat/in der Biomüll oder zur Kompostierung im
 Gemeinde richtig kompostiert, ermittelt anhand eines Privathaushalt oder in der Gemeinde.
 jährlichen Besuchs und einer Analyse des erzeugten
 Komposts (% der Bevölkerung, die privat Abfälle
                                              21
 ---pagebreak--- kompostiert oder die in der Gemeinde die Möglichkeit
zur Kompostierung hat).
(i23) Vorhandensein eines Systems zur regelmäßigen
Überprüfung der Einwohner, die privat kompostieren
(ja/nein).
(i24) Anteil      der jährlich besuchten privaten
Kompostierer      (% der privat kompostierenden
Haushalte).
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Abfallvermeidung
3.2.8.    Lokale Abfallvermeidungsprogramme
Die     bewährte      Umweltmanagementpraxis        besteht  in    der     Einführung     von
Vermeidungsmaßnahmen, die sich sowohl an Privathaushalte als auch an öffentliche und
private Organisationen richten. Dies können zum Beispiel lokale Gebühren für
Kunststofftaschen, die Förderung der Gründung von Reparaturwerkstätten, die Einrichtung
von Tauschplätzen für Produkte/Wertstoffe im Hoheitsgebiet sowie die Zusammenarbeit mit
Organisationen der Sozialwirtschaft, NRO und Restaurants sein, um mithilfe von
Spendengeldern die Ausarbeitung von Vereinbarungen zur Reduzierung von
Lebensmittelabfällen zu fördern. Abfallvermeidungsmaßnahmen lassen sich ermitteln durch:
    -   Auswertung der aktuellen Abfallerzeugungsmuster im jeweiligen Hoheitsgebiet;
    -   Priorisierung der relevantesten Abfallströme in Bezug auf das Vermeidungspotenzial,
        z. B. Lebensmittelabfälle, Biomüll, Papier/Pappe, Kunststoff (Verpackung), Glas und
        Textilien;
    -   Ausarbeitung einer lokalen Abfallvermeidungsstrategie unter Einbeziehung der
        maßgeblichen Interessenträger (z. B. Einwohner, lokale Unternehmen, Organisationen
        der Sozialwirtschaft, NRO);
    -   Überwachung der Ergebnisse der Abfallvermeidungsmaßnahmen und Überprüfung
        der Abfallvermeidungsstrategie im Hinblick auf die Ergebnisse.
Anwendbarkeit
Abfallvermeidungsmaßnahmen müssen unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten
sorgfältig ausgewählt und gut umgesetzt werden (und mitunter z. B. auch durch finanzielle
Anreize gefördert werden), wobei jedoch für jeden Kontext geeignete Maßnahmen zur
Verfügung stehen.
Obwohl einige wesentliche Instrumente zur Abfallvermeidung nur auf internationaler oder
nationaler Ebene angestrebt werden können (z. B. Produktpolitik, Mehrwertsteuererhebung),
kann auch auf regionaler und lokaler Ebene etwas unternommen werden.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                            Leistungsrichtwerte
(i25)         Erstellung        eines        lokalen  (b11) Die Abfallvermeidung nimmt in
Abfallvermeidungsplans        mit      lang-     und  der Abfallbewirtschaftungsstrategie, die
kurzfristigen Zielen und Vorschriften zur             auch             ein            lokales
regelmäßigen Überwachung (ja/nein).                   Abfallvermeidungsprogramm            mit
                                               22
 ---pagebreak--- (i26)       Für       Abfallvermeidungsprogramme langfristigen (d. h. 10–20 Jahre
vorgesehenes Budget pro Einwohner und Jahr umfassenden) und kurzfristigen (d. h.
(EUR/Kopf/Jahr).                                       1–5          Jahre         umfassenden)
(i27) Auf die Abfallvermeidung entfallender Anteil Abfallvermeidungszielen                 und
                                                       Vorschriften       zur     regelmäßigen
der Gesamtkosten für die Bewirtschaftung von
                                                       Überwachung          beinhaltet,    eine
festen Siedlungsabfällen (in %).
                                                       strategische Bedeutung ein.
(i28) Anzahl der an Vermeidungsprogrammen
beteiligten Interessenträger.
3.2.9.    Regelungen zur Förderung der Wiederverwendung von Produkten und
          Vorbereitung zur Wiederverwendung von Abfällen
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Förderung der Umlenkung von
Produkten weg von den Abfallströmen hin zu den Wiederverwendungsströmen durch aktive
Schaffung bzw. Ermöglichung von kommunalen Gebrauchtwaren- und Tauschmärkten
(sofern erforderlich über Reparaturwerkstätten) oder der Sammlung entsprechender Produkte
zu wohltätigen Zwecken. Darüber hinaus können Entsorgungsorganisationen bestimmte
Abfallströme der Vorbereitung zur Wiederverwendung zuführen, indem sie die Einrichtung
von Zentren für Wiederverwendung/Reparatur ermöglichen oder unterstützen.
Die bewährte Umweltmanagementpraxis umfasst vier wesentliche Maßnahmen:
    -   Abholung von zur Wiederverwendung geeigneten Produkten, bevor sie als Abfall
        eingestuft werden, sofern erforderlich, Reparatur sowie Verteilung oder Verkauf
        derselben an Einwohner und Organisationen, einschließlich wohltätigen
        Einrichtungen;
    -   Abholung von zur Wiederverwendung geeigneten Abfällen, Reparatur zwecks
        Wiederverwendung sowie Verteilung oder Verkauf derselben an Einwohner und
        Organisationen, einschließlich wohltätigen Einrichtungen;
    -   Begründung eines effektiven Informationsaustauschs, um für die Nachfrage nach
        wiederverwendbaren Gebrauchtwaren zu werben und deren Verfügbarkeit zu
        vermarkten;
    -   Überwachung der Ausgabe (unabhängig von der Einstufung der Eingabe als Abfall
        oder Produkt) der nach Anhang IV der Richtlinie über Abfälle (2008/98/EG)
        akkreditierten Zentren für Reparatur und Wiederverwendung.
Anwendbarkeit
Diese bewährte Umweltmanagementpraxis gilt für alle Entsorgungsorganisationen, die
sämtliche Arten wiederverwendbarer Gegenstände handhaben, insbesondere Kleidung, Möbel
sowie elektrische und elektronische Geräte.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                                Leistungsrichtwerte
(i29)        Anzahl        der       Zentren        für (b12) In Wertstoffhöfen         stehen
Wiederverwendung/Reparaturstellen in der Gemeinde Tauschplätze                              für
pro 100 000 Einwohner.                                    Produkte/Wertstoffe               zur
(i30) Anzahl oder Menge (d. h. Gewicht oder Unterstützung                                   der
                                              23
 ---pagebreak--- Volumen)       der      zwecks      Wiederverwendung Wiederverwendung zur Verfügung.
gesammelten Altprodukte und der der Vorbereitung
zur Wiederverwendung zugeführten Abfallteile.
(i31) Jährliche Anzahl der Kunden der Zentren für
Wiederverwendung/Reparaturstellen           in      der
Gemeinde.
(i32) Verfügbarkeit von Tauschplätzen               für
Produkte/Wertstoffe       zur     Unterstützung     der
Wiederverwendung in Wertstoffhöfen (ja/nein).
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Abfallsammlung
3.2.10. Abfallsammelstrategie
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Erarbeitung und Umsetzung einer
Abfallsammelstrategie, in der Folgendes berücksichtigt wird:
    -   die wesentlichen Merkmale der Abfallbewirtschaftungsstrategie (z. B. die Anzahl der
        getrennt gesammelten Fraktionen);
    -   die in der Abfallbewirtschaftungsstrategie festgelegten Ziele (z. B. der Anteil der
        getrennt gesammelten Abfälle an der Gesamtmenge der gesammelten Abfälle, die
        Verunreinigungsquote der getrennt gesammelten Fraktionen, Einnahmen aus
        Wertstoffen);
    -   die Besonderheiten des Sammelgebiets (z. B. Bevölkerungsdichte und vorherrschende
        Gebäudetypen);
    -   das Umweltbewusstsein und die Umweltwahrnehmung der Einwohner;
    -   sonstige besondere Bedingungen, die sich auf die Abfallsammlung auswirken (z. B.
        ein     signifikantes     Aufkommen        von      Touristen/Pendlern,   besondere
        Wirtschaftstätigkeiten, Klima).
Das Hauptziel der Abfallsammelstrategie besteht darin, möglichst zeit- und kostensparend so
viele korrekt getrennte Abfälle zu sammeln wie möglich, um die daran anschließende
Abfallsortierung/-behandlung zwecks maximalem Recycling zu erleichtern. In vielen Fällen
lassen sich diese Ziele durch folgende Tätigkeiten erreichen:
    -   häufige Haussammlung getrennter Lebensmittelabfälle (z. B. wöchentlich oder noch
        häufiger, je nach Jahreszeit und Klima);
    -   weniger häufige Sammlung gemischter Abfälle (z. B. alle zwei Wochen);
    -   Haussammlung von Wertstoffen (z. B. Papier, Pappe, Dosen, Kunststoff, Glas),
        getrennt nach Quelle, sofern möglich, ansonsten vermengt zwecks Sortierung in einer
        Verwertungsanlage; am häufigsten effektiv getrennt gesammelt wird Glas, gefolgt von
        Papier und Pappe;
    -   ein sinnvolles Netz von Wertstoffhöfen (siehe Abschnitt 3.2.12), an denen sämtliche
        Abfallfraktionen aus Privathaushalten angenommen werden, die nicht per
        Haussammlung oder in Containern an der Straße gesammelt werden, einschließlich
        gefährlicher Abfälle und Biomüll.
Anwendbarkeit
Bei der Festlegung der Abfallsammelstrategie müssen der vorherrschende sozioökonomische
Status und das Recyclingbewusstsein in dem betreffenden Sammelgebiet berücksichtigt
                                               24
 ---pagebreak--- werden. Die kostspieligsten Strategien wie z. B. die Haussammlung können sich als am
rentabelsten erweisen, wenn sie uneingeschränkt funktionieren, erfordern jedoch
Anfangsinvestitionen.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                                           Leistungsrichtwerte
(i33) Beteiligungsquote, d. h. der Anteil der (b13) Die Haussammlung von
Bevölkerung, der das Abfallsammelsystem nutzt14, (in mindestens vier Abfallfraktionen15
%).                                                                  wird im gesamten Gebiet, in dem
(i34) Anteil des von einem bestimmten feste Siedlungsabfälle bewirtschaftet
Abfallsammelsystem abgedeckten lokalen Gebiets (in werden, durchgeführt.
%).
(i15) Kundenzufriedenheit (% der Einwohner, der mit
der Hausmüllsammlung und insbesondere der
Sammlung getrennt gesammelter Fraktionen zufrieden
ist).
(i35) Sperrmüllabholung auf Anforderung (ja/nein).
3.2.11. Interkommunale Zusammenarbeit kleinerer Gemeinden
Bei kleinen und mittleren Gemeinden besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis in
einer Zusammenarbeit, die die Umsetzung von Maßnahmen ermöglicht, die für eine
Gemeinde allein zu kostspielig wären, und kann zu einer besseren Umweltleistung des
Abfallbewirtschaftungssystems               führen.      Gemeinden            können    sich  bei      der
Abfallbewirtschaftung oder bei der Vergabe von Abfallbewirtschaftungsaufträgen
zusammenschließen, um Skaleneffekte zu erzielen und eine kritische Masse zu bilden.
Bei einer interkommunalen Zusammenarbeit wird den beteiligten Gemeinden Folgendes
ermöglicht:
      -   das Teilen der Verwaltungsausgaben,
      -   die Senkung der Kosten pro Einheit und eine bessere Dienstleistungsqualität durch
          Skaleneffekte,
      -   die Anziehung von für Projekte einer bestimmten Mindestgröße vorgesehenen
          Investmentfonds (z. B. EU-Strukturfonds und sonstige Investitionsmechanismen) und
      -   die Steigerung der wirtschaftlichen Leistung durch eine koordinierte Planung bei
          gleichzeitig besserem Umweltschutz.
Anwendbarkeit
Es bestehen keine besonderen Hindernisse für eine interkommunale Zusammenarbeit bei der
Abfallbewirtschaftung. Vorteile der Skaleneffekte zeigen sich jedoch nur für kleine und
mittlere Gemeinden.
  14
      Entsprechende Daten sind üblicherweise vorhanden und beruhen auf Schätzungen, Erhebungen, der Anzahl
     der Wertstoffabholungen usw.
  15
      In Gebieten, in denen die verschiedenen Abfallfraktionen gemischt gesammelt werden (z. B. Metall und
     Verpackungsabfälle aus Kunststoff), gilt die gemischte Fraktion als eine Fraktion.
                                                        25
 ---pagebreak--- Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                              Leistungsrichtwerte
(i36)      Umsetzung        der      interkommunalen
                                                        -
Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden (ja/nein).
3.2.12. Wertstoffhöfe
Als wichtige Ergänzung zu einer effektiven Haussammlung der häufigsten Abfallfraktionen
(an der Straßenkante) besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis in dem Betrieb von
Wertstoffhöfen (auch Containerparks, Sammelstellen, Recyclinghöfe, Abfallparks usw.
genannt), bei denen Einwohner und kleine Unternehmen so viele Abfallfraktionen wie
möglich zur getrennten Sammlung abgeben können.
Bewährte Praktiken in Bezug auf Wertstoffhöfe sind unter anderem:
    -   das Vorhandensein mindestens eines Wertstoffhofs in der Gemeinde oder die
        regelmäßige Anwesenheit eines mobilen Wertstoffhofs.
    -   die getrennte Sammlung möglichst vieler Abfallfraktionen und die Möglichkeit der
        Abladung sämtlicher Haushaltsabfälle.
    -   Schulung der Mitarbeiter der Wertstoffhöfe zur Maximierung von Recycling,
        Rückgewinnung und entsprechend sicherer Entsorgung.
    -   wasserdichte gepflasterte Flächen und Auffangen von Wasserabflüssen zwecks
        angemessener Aufbereitung.
    -   bürgernahe Standorte der Wertstoffhöfe (z. B. für einen Großteil der Bevölkerung
        ohne Auto erreichbar), auch dank mobiler/temporärer Wertstoffhöfe.
    -   lange Öffnungszeiten für größeren Komfort der Einwohner. Diese können sich
        jahreszeitbedingt ändern (insbesondere in Bezug auf Grünschnitt).
Anwendbarkeit
Das Konzept der Wertstoffhöfe ist allgemein umsetzbar. Ob die gesammelten Abfallströme
letzten Endes rezyklierbar sind, hängt auch von der Verfügbarkeit nachgelagerter Märkte ab.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                              Leistungsrichtwerte
                                                        (b14) In Gemeinden mit mindestens
(i37) Anzahl      der   Wertstoffhöfe    pro  100 000 1 000         Einwohnern       existiert
Einwohner.                                              mindestens ein Wertstoffhof oder ist
                                                        regelmäßig ein mobiler Wertstoffhof
(i38) Anzahl der in den Wertstoffhöfen gesammelten
                                                        präsent.
verschiedenen Abfallströme.
                                                        (b15) In den Wertstoffhöfen werden
(i32) Verfügbarkeit von Tauschplätzen für
                                                        mindestens       20     verschiedene
Produkte/Wertstoffe auf Wertstoffhöfen zwecks
                                                        Abfallfraktionen gesammelt.
Förderung der Wiederverwendung (ja/nein).
                                                        (b16) In den Wertstoffhöfen sind
(i39) Leichte Erreichbarkeit der Wertstoffhöfe, z. B.
                                                        Tauschplätze                       für
ohne Auto (ja/nein).
                                                        Produkte/Wertstoffe           zwecks
                                                        Förderung der Wiederverwendung
                                              26
 ---pagebreak---                                                                 vorhanden.
3.2.13. Logistische Optimierung der Abfallsammlung
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Optimierung der Logistik der
Abfallsammlung durch:
      -   die etwaige Aufstellung eines alternativen Sammelsystems zum Straßentransport, z. B.
          eines pneumatischen Systems in städtischen Gebieten;
      -   Verwendung einer computergestützten Touren- und Planungstechnik zur Optimierung
          der Abholungen;
      -   Sondierung          der        Kooperationsmöglichkeiten            mit        benachbarten
          Abfallentsorgungsorganisationen;
      -   Vergleich des Kraftstoff-/Energieverbrauchs bzw. der CO2-Emissionen;
      -   Berücksichtigung von einem oder mehreren Umweltmesswerten, z. B. dem
          kumulierten Energieaufwand bzw. den CO2-Emissionen bei den Algorithmen für die
          Netzerstellung und Routenoptimierung;
      -   Einbau von Telematikgeräten in die Sammelfahrzeuge zwecks GPS-basierter
          Routenoptimierung in Echtzeit und Schulung der Fahrer in umweltfreundlichen
          Fahrweisen.
Anwendbarkeit
Alle an der Abfallsammlung beteiligten Organisationen können ihre Logistik in gewissem
Maße optimieren (z. B. durch Planung der Standorte von Abfalleimern). Mitunter werden sie
jedoch durch bestehende organisatorische Strukturen in ihrem Handeln eingeschränkt (z. B.
durch laufende Verträge zur Auslagerung der Abfallsammlung).
Was die Optimierung der Sammelstrategie anbelangt, so ist diese im Vergleich zur
Optimierung des Recyclings sekundär.
Pneumatische Abfallsammelsysteme sind für dicht besiedelte Gebiete eher geeignet und
lassen sich in Neubaugebieten leichter verwirklichen als in bestehenden städtischen Gebieten.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                                      Leistungsrichtwerte
(i40) Kraftstoffverbrauch pro Tonne gesammelten
Abfalls16 (Liter/t).
                                                                -
(i41) Treibhausgasemissionen pro Tonne Abfall und
zurückgelegtem Kilometer (kg CO2e/tkm)
16
    In Abhängigkeit vom bestehenden Abfallsammelsystem (z. B. Sammlung mit Fahrzeugen bzw. pneumatische
   Sammlung, Fahrzeugtyp) und den verfügbaren Daten können nützlichere Alternativen zu diesem Indikator
   sein: Primärenergieverbrauch pro Tonne gesammelten Abfalls, kumulierter Energieaufwand pro Tonne
   gesammelten Abfalls, Treibhausgasemissionen pro Tonne gesammelten Abfalls.
                                                    27
 ---pagebreak--- 3.2.14. Emissionsarme Fahrzeuge
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Verringerung des
Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen von Abfallsammelfahrzeugen. Zu den bevorzugten
technischen Optionen gehören:
    -   Start-Stopp- und Leerlauf-Abschaltsysteme;
    -   Reifen mit geringem Rollwiderstand;
    -   Hybridfahrzeuge;
    -   Erdgas-/Biomethan-Fahrzeuge oder Zweistofffahrzeuge (Diesel/Gas);
    -   Elektrofahrzeuge.
Anwendbarkeit
Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein anwendbar. Das Vorhandensein von
Tankstellen bzw. Ladestationen ist bei Abfallsammelfahrzeugen weniger problematisch als
bei anderen Fahrzeugtypen, da sie normalerweise nur über eine begrenzte Distanz und von
einer zentralen Deponie aus betrieben werden, an der die Betankung stattfinden kann.
Komprimiertes Erdgas ist in allen EU-Mitgliedstaaten erhältlich. Biomethan steht
möglicherweise nicht in vielen Regionen zur Verfügung, aber für die Erzeugung von Biogas,
das zu Biomethan veredelt werden kann, können organische Nassabfälle (z. B.
Lebensmittelabfälle) verwendet werden.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                              Leistungsrichtwerte
(i42) Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch       der (b17) Alle neu gekauften oder
Abfallsammelfahrzeuge (Liter/100 km).                   gemieteten Abfallsammelfahrzeuge
                                                        der Entsorgungsorganisation sind
(i43) Anteil der Euro-6-Fahrzeuge an allen
                                                        Euro-6-Fahrzeuge und werden mit
Abfallsammelfahrzeugen (in %).
                                                        komprimiertem Erdgas oder Biogas
(i44) Anteil der Abfallsammelfahrzeuge mit Hybrid-, betrieben oder sind Hybrid- oder
Elektro-, Erdgas oder Biogasantrieb (in %).             Elektrofahrzeuge.
Bewährte       Umweltmanagementpraktiken          für    Regelungen       zur    erweiterten
Herstellerverantwortung
3.2.15. Bestmögliche Nutzung           von    Anreizen      durch    Organisationen      zur
          Herstellerverantwortung
Die bewährte Umweltmanagementpraxis für Organisationen zur erweiterten
Herstellerverantwortung besteht in der Verbesserung der Leistung ihrer entsprechenden
Systeme durch die Schaffung von (über die rechtlichen Auflagen hinausgehenden) Anreizen,
die zu einer verstärkten getrennten Sammlung, Wiederverwendung und Verwertung der
gesammelten Abfälle im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung animieren. Die von
den einschlägigen Organisationen umzusetzenden Maßnahmen umfassen:
    -   Motivation der Bevölkerung zu mehr und besserer getrennter Abfallsammlung durch
        innovative Kommunikationsmaßnahmen wie Wettbewerbe zwischen verschiedenen
        Gebieten;
                                             28
 ---pagebreak---     -   enge Zusammenarbeit (in finanzieller, technischer bzw. logistischer Hinsicht) mit den
        öffentlichen Behörden auf regionaler/lokaler Ebene;
    -   Zusammenarbeit mit Akteuren der Sozialwirtschaft bei der Sammlung und
        Wiederverwendung von Produkten;
    -   Schaffung von Anreizen für die Hersteller, mehr nachhaltige Erzeugnisse zu
        produzieren (z. B. über „Gebührenanpassung“);
    -   Vergleich der ökologischen Erfolge der verschiedenen von den Regelungen zur
        erweiterten Herstellerverantwortung abgedeckten Gebiete, z. B. auf der Ebene der
        Gebiete der öffentlichen Behörden auf regionaler/lokaler Ebene.
Anwendbarkeit
Welchen Einfluss eine Organisation zur Herstellerverantwortung auf das entsprechende
System hat, hängt von den nationalen Gegebenheiten und der rechtlichen Zuteilung der Rollen
und Aufgaben ab. Für die Anwendung einiger Anreize ist eine entsprechende Zuteilung der
Mittel erforderlich. Dafür kann die Führungsstruktur der Organisation eine Rolle spielen (ob
sie Eigentum oder kein Eigentum der Hersteller, gemeinnützig oder nicht ist, usw.).
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                              Leistungsrichtwerte
(i45) Recyclingquote (Anteil des tatsächlich
rezyklierten oder dem Recycling zugeführten Abfalls
an allen unter die Regelung zur erweiterten
Herstellerverantwortung fallenden Abfällen).
(i46) Quote der zur Wiederverwendung vorbereiteten
Abfälle (Anteil der Abfälle, die als Eingabe in ein
Zentrum zur Vorbereitung der Wiederverwendung
geliefert werden, an allen unter die Regelung zur
erweiterten      Herstellerverantwortung     fallenden
Abfällen).
(i47) (anwendbar für einen unter die Regelung zur
erweiterten      Herstellerverantwortung     fallenden
bestimmten Bereich auf lokaler Ebene) Anteil der – -
nach Analyse der Zusammensetzung – unter die
Regelung zur erweiterten Herstellerverantwortung
fallenden Produkte in Restabfällen (% aller
gemischten Abfälle).
(i48) (anwendbar für einen bestimmten nationalen,
regionalen oder lokalen Bereich, in dem eine
Regelung zur erweiterten Herstellerverantwortung für
Verpackungsmüll existiert) Anteil der unter diese
Regelung fallenden Verpackungen, auf die die
selektive getrennte Sammlung anwendbar ist (% aller
auf den Markt gebrachten, unter diese Regelung
fallenden Verpackungen).
                                              29
 ---pagebreak--- Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Abfallbehandlung
3.2.16. Sortierung von gemischten Leichtverpackungsabfällen zur Maximierung des
          Recycling-Ertrags zwecks qualitativ hochwertiger Ausgabe
Wenn Leichtverpackungsabfälle (d. h. Verpackungen aus Kunststoff, Verbundwerkstoffen,
Aluminium und Stahl, mitunter auch mit Papier- und Pappefasern) gemeinsam (gemischt)
gesammelt werden, besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis in einer fortschrittlichen
Sortierung der gemischten Verpackungsabfälle in den Verwertungsanlagen.
Eine Anlage mit modernster Technik verfügt üblicherweise über folgende fünf technische
Abteilungen:
    -   Zuführung und Vorbehandlung: dies beinhaltet das Öffnen der Müllsäcke und die
        kontinuierliche Zuführung von Ausgangsmaterial.
    -   Vorsortierung: hier werden ungeeignete Gegenstände aussortiert.
    -   Sortierung: diese umfasst mehrere Schritte, z. B. Trennen der Fasern von den
        Behältnissen; Sortieren der Fasern, Aussortieren von Metallbehältnissen mit
        Magneten, Wirbelströmen oder Röntgenstrahlen; erste Sortierung von
        Kunststoffbehältnissen nach Polymeren (z. B. Trennung der PET-Flaschen von
        anderen Kunststoffbehältnissen).
    -   Raffination: diese besteht in zusätzlichen Sortierschritten, nämlich einer weiteren
        Sortierung von Polymeren nach Typ (z. B. HDPE, PP) und Farbe, damit die Qualität
        des Ausgabematerials die Marktanforderungen erfüllt. Die Qualitätskontrolle erfolgt
        dabei durch automatische oder manuelle Sortierung.
    -   Produkthandhabung: hier werden die Abfälle zu Ballen gepresst und als Ballen, lose
        oder in Containern gelagert; sie kann auch Ladevorgänge für weitere nachgelagerte
        Prozesse umfassen.
Da Verwertungsanlagen meistens Stoffe aus verschiedenen lokalen Sammelsystemen mit
unterschiedlicher Zusammensetzung erhalten und sortieren, muss eine moderne Anlage so
flexibel sein, dass sie mit allen Zusammensetzungen umgehen kann.
Anwendbarkeit
Prinzipiell steht dem Bau und Betrieb einer Verwertungsanlage nichts im Wege. Im Rahmen
eines integrierten Abfallbewirtschaftungskonzepts ist jedoch eine sorgfältige Planung
erforderlich (bei der insbesondere die bestehenden Sammelsysteme, die Kapazitäten der
Anlagen und die Verfügbarkeit der Märkte für die sortierten Werkstoffe zu berücksichtigen
sind). Ein zu bestimmender wichtiger Faktor ist die optimale Kapazität der Anlage. Zudem
wirken sich die Verunreinigungsquoten der der Anlage zugeführten gemischten
Leichtverpackungsabfälle auf ihren Betrieb, ihre Leistung (z. B. ihre Sortierquote) und
Wirtschaftlichkeit (z. B. Abfallbehandlungskosten, Einnahmen aus rezyklierbaren Fraktionen)
aus.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                             Leistungsrichtwerte
(i49) Sortierquote der Anlage (Gewicht in %),          (b18) Die Verwertungsanlagen, die
berechnet als jährliche Menge der dem Recycling        gemischte Leichtverpackungsabfälle
zugeführten Wertstoffe, geteilt durch die jährliche    sortieren, haben eine Sortierquote
Menge          der       behandelten       gemischten  von mindestens 88 %.
                                              30
 ---pagebreak--- Verpackungsabfälle17.
(i50) Energieeffizienz (kJ/t), berechnet als jährlicher
Gesamtenergieverbrauch der Anlage, geteilt durch die
Menge            der        behandelten         gemischten
Verpackungsabfälle.
(i51) Treibhausgasemissionen (t CO2e/t), berechnet
als jährliches Gesamt-CO2-Äquivalent der Anlage
(Anwendungsbereich 1 und 2), geteilt durch die
Menge            der        behandelten         gemischten
Verpackungsabfälle.
3.2.17. Behandlung gemischter Verpackungsabfälle aus Kunststoff zur Maximierung
           des Recycling-Ertrags zwecks qualitativ hochwertiger Ausgabe
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Behandlung getrennt gesammelter
gemischter Verpackungsabfälle aus Kunststoff in einzelnen Wertstoffströmen, die in
wertvolle und qualitativ hochwertige Sekundärrohstoffe und Recyclingprodukte umgewandelt
werden können. Dabei werden folgende Schritte ausgeführt:
      -   Trennung von flexiblen und starren Verpackungsabfällen aus Kunststoff
          (Foliensortierung)      mithilfe    von     Foliengreifern,    Separiertrommeln         oder
          Ballistikseparatoren und anschließender manueller Qualitätssicherung;
      -   Sortierung von Kunststoffflaschen und anderen starren Gegenständen nach Polymer
          und Farbe mit optischen Sortiersystemen;
      -   Zerkleinerung der sortierten Folien und starren Restabfälle (als separate Ströme) zu
          Spänen mithilfe von Abfallmühlen;
      -   Reinigung der entstandenen Kunststoffspäne durch Reibung (per Trocken- oder
          Nasszerkleinerung);
      -   Reinigung und Trennung der Kunststoffspäne nach Polymer und Farbe mit optischen
          Sortiersystemen oder per Dichtetrennung;
      -   Pressen der entstandenen Späne zu Pellets.
Anwendbarkeit
Damit die rezyklierte Ausgabe für den Markt geeignet ist, muss für gute
Abfallsammelsysteme und eine gute Qualität der gesammelten Wertstoffe gesorgt sein. Durch
die aktuellen Marktentwicklungen hin zu komplexeren mehrschichtigen und aus mehreren
Wertstoffen bestehenden Kunststoffprodukten wird auch die Sortierung und
Wiederaufbereitung gemischter Kunststoffe immer schwieriger. Wie auch bei der vorherigen
bewährten Umweltmanagementpraxis steht dem Bau und Betrieb einer solchen Anlage
prinzipiell nichts im Wege. Wichtig ist jedoch eine sorgfältige Planung und Bestimmung der
optimalen Kapazitäten der Anlage.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                                   Leistungsrichtwerte
17
    Dieser Indikator kann sowohl für die Gesamtmenge an gemischten Verpackungsabfällen als auch für die
   einzelnen Ausgabeströme, basierend auf der Analyse der Zusammensetzung der behandelten gemischten
   Verpackungsabfälle, berechnet werden.
                                                  31
 ---pagebreak--- (i52) Behandlungsquote der Anlage (Gewicht in %),                 (b19) Die Verwertungsanlagen, die
berechnet als jährliche Menge der dem Recycling                   gemischte Verpackungsabfälle aus
zugeführten Wertstoffe, geteilt durch die jährliche               Kunststoff behandeln, haben eine
Menge             der        behandelten          gemischten      Behandlungsquote von mindestens
                                         18
Verpackungsabfälle aus Kunststoff .                               60 %.
(i50) Energieeffizienz (kJ/t), berechnet als jährlicher
Gesamtenergieverbrauch der Anlage, geteilt durch die
Menge             der        behandelten          gemischten
Verpackungsabfälle aus Kunststoff.
(i51) Treibhausgasemissionen (t CO2e/t), berechnet
als jährliches Gesamt-CO2-Äquivalent der Anlage
(Anwendungsbereich 1 und 2), geteilt durch die
Menge             der        behandelten          gemischten
Verpackungsabfälle aus Kunststoff.
(i53) Wasserverbrauch (m3/t), berechnet als jährlicher
Gesamtwasserverbrauch der Anlage, geteilt durch die
Menge             der        behandelten          gemischten
Verpackungsabfälle aus Kunststoff.
3.2.18. Behandlung von Matratzen zwecks besserer Wertstoffverwertung
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Desinfizierung und Zerlegung von
Altmatratzen, wobei die verschiedenen Wertstoffe nach Typ getrennt und sortiert werden.
Eine Verwertungsanlage, die Altmatratzen bestmöglich behandelt, wendet folgende fünf
wesentliche Verfahren an:
     -    Zuführung und Lagerung: Annahme (Abladung) und trockene Lagerung zur
          Vermeidung von Verunreinigung, Sortierung nach Typ;
     -    Desinfizierung: Anwendung von chemischen oder Wärmebehandlungen zwecks
          Sterilisation;
     -    Zerlegung: Zerschneiden des äußeren Stoffbezugs und der verbindenden Gurte;
     -    Demontage und Sortierung: Trennung und Sortierung der verschiedenen Wertstoffe
          nach Typ;
     -    Behandlung der Wertstoffe: Pressen zu Ballen und Lagerung als Ballen, lose (zur
          Sortierung der Reststoffe) oder in Containern (Metalle) vor der Übergabe an
          nachgelagerte Prozesse (z. B. Recycling von Metallen).
Die Demontage und Sortierung kann mechanisch oder (wie in den meisten Fällen) manuell
erfolgen.
Anwendbarkeit
Für die Anwendbarkeit dieser bewährten Umweltmanagementpraxis bestehen keine
wesentlichen          technischen     Hemmnisse.        Aufgrund        der     Unkompliziertheit      der
18
    Dieser Indikator kann sowohl für die Gesamtmenge an gemischten Verpackungsabfällen aus Kunststoff als
   auch für die einzelnen Ausgabeströme berechnet werden, basierend auf der Analyse der Zusammensetzung der
   behandelten gemischten Verpackungsabfälle aus Kunststoff.
                                                     32
 ---pagebreak--- Behandlungsverfahren sind keine wesentlichen Investitionen erforderlich, auch nicht für die
automatisierten Verfahren.
Die größten Hindernisse für das Recycling von Matratzen sind:
    -  wirtschaftliche Faktoren, vor allem die geringen Deponiekosten und die geringe
       Qualität der aus den Matratzen gewonnenen Wertstoffe, verbunden mit der
       Notwendigkeit, Altmatratzen an einem sauberen und trockenen Ort zu lagern, und der
       Tatsache, dass die Beschaffenheit moderner Matratzen eine leichte Demontage
       verhindert;
    -  die geringen Behandlungskapazitäten der Anlagen, die durch den Zustrom von
       Altmatratzen begrenzt werden, die im Gebiet um die Anlage zu erschwinglichen
       Transportkosten gesammelt werden können.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                               Leistungsrichtwerte
(i54) Sortierquote der Anlage (Gewicht in %), (b20) Die Verwertungsanlagen, die
berechnet als jährliche Menge der dem Recycling Altmatratzen behandeln, haben eine
zugeführten Wertstoffe, geteilt durch die jährliche Sortierquote von mindestens 91 %.
Menge der behandelten Altmatratzen.
(i50) Energieeffizienz (kJ/t), berechnet als jährlicher
Gesamtenergieverbrauch der Anlage, geteilt durch die
Menge der behandelten Altmatratzen.
(i51) Treibhausgasemissionen (t CO2e/t), berechnet
als jährliches Gesamt-CO2-Äquivalent der Anlage
(Anwendungsbereich 1 und 2), geteilt durch die
Menge der behandelten Altmatratzen.
3.2.19. Behandlung von absorbierenden               Hygieneprodukten      zwecks    besserer
         Wertstoffverwertung
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der getrennten Sammlung von Abfällen
aus absorbierenden Hygieneprodukten zwecks Recycling.
Den Kernprozess bildet eine Wärmebehandlung in einem Druckkessel, einem horizontalen
zylinderförmigen Kessel, in dem diese Abfälle desinfiziert und entleert werden. Anschließend
wird der austretende feste Strom zerkleinert und in einem mechanischen Prozess in die beiden
Komponenten getrennt: Polypropylen- und Polyethylen-Kunststoffe und Zellulosefasern, die
dem Recycling zugeführt werden können.
Anwendbarkeit
Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist allgemein anwendbar, da kein besonderes
geografisches oder technisches Hindernis existiert. Allerdings kann die technische und
wirtschaftliche Durchführbarkeit dieser Behandlung durch folgende besondere Bedingungen
beeinflusst werden:
    -  die Voraussetzung, dass ein selektives Sammelsystem für Abfälle aus absorbierenden
       Hygieneprodukten existiert;
    -  Mindestkapazitäten der Behandlungsanlage von 8000 t/Jahr;
                                              33
 ---pagebreak---        -   die Entfernung zwischen den Sammelgebieten und der Anlage und die Deponie- und
           Verbrennungskosten;
       -   die Bevölkerungsdichte im Sammelgebiet;
       -   Kriterien und Vorschriften für die Anerkennung des Endes der Lebensdauer und den
           lokalen Markt für zurückgewonnene Stoffe (Kunststoff und Zellulose).
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                                            Leistungsrichtwerte
 (i55) Sortierquote der           Anlage (Gewicht in %),               (b21) Die Verwertungsanlagen, die
 berechnet als jährliche         Menge der dem Recycling               Abfälle      aus        absorbierenden
 zugeführten Wertstoffe,         geteilt durch die jährliche           Hygieneprodukten behandeln, haben
 Menge der behandelten           Abfälle aus absorbierenden            eine Sortierquote von mindestens
 Hygieneprodukten.                                                     90 %.
 (i50) Energieeffizienz (kJ/t), berechnet als jährlicher
 Gesamtenergieverbrauch der Anlage, geteilt durch die
 Menge der behandelten Abfälle aus absorbierenden
 Hygieneprodukten.
 (i51) Treibhausgasemissionen (t CO2e/t), berechnet
 als jährliches Gesamt-CO2-Äquivalent der Anlage
 (Anwendungsbereich 1 und 2), geteilt durch die
 Menge der behandelten Abfälle aus absorbierenden
 Hygieneprodukten.
 (i53) Wasserverbrauch (m3/t), berechnet als jährlicher
 Gesamtwasserverbrauch der Anlage, geteilt durch die
 Menge der behandelten Abfälle aus absorbierenden
 Hygieneprodukten.
3.3.       Allgemeine Umweltleistungsindikatoren für feste Siedlungsabfälle
 Neben den in den einzelnen bewährten Umweltmanagementpraktiken für feste
 Siedlungsabfälle festgelegten Indikatoren werden in diesem Abschnitt die
 Umweltleistungsindikatoren festgelegt, die zur Beurteilung der Gesamtleistung der
 Abfallbewirtschaftungssysteme für feste Siedlungsabfälle verwendet werden können.
 Bei jedem Indikator in diesem Abschnitt werden nur bestimmte Elemente der Leistung des
 Bewirtschaftungssystems für feste Siedlungsabfälle bewertet. Um alle Einzelheiten zu
 verstehen, sollten die verschiedenen Indikatoren gemeinsam analysiert werden.
 Indikatoren für das gesamte Abfallbewirtschaftungssystem für feste Siedlungsabfälle
 3.3.1.      Erzeugung von festen Siedlungsabfällen
 Mit diesem Indikator wird die jährliche Gesamtmenge an festen Siedlungsabfällen 19 pro
 Einwohner20 gemessen. Er dient der Überwachung der allgemeinen Entwicklung der
 19
     Wenn ausschließlich Daten für Haushaltsabfälle vorliegen, kann bei der Berechnung dieses Indikators und der
    Indikatoren in Abschnitt 3.3.2, 3.3.3, 3.3.4 und 3.3.7 die jährliche Gesamtmenge an festen Siedlungsabfällen
    durch die jährliche Gesamtmenge an Haushaltsabfällen ersetzt werden.
                                                          34
 ---pagebreak--- Abfallerzeugung sowie             der     Ergebnisse     der   Bemühungen        zur   Unterstützung      der
Abfallvermeidung.
Umweltleistungsindikator                  Leistungsrichtwert
                                          (b22) Die Menge der jährlich erzeugten festen
                                          Siedlungsabfälle im verwalteten bzw. bewirtschafteten
                                          Gebiet (die von den verschiedenen Abfallsammelsystemen
                                          in diesem Gebiet erfasst wird) beträgt:
                                           - weniger       als    75 %       der     national      erzeugten
                                                                                             21
                                              Durchschnittsmenge an Siedlungsabfällen , wobei die
                                              nationale Definition von Siedlungsabfällen im jeweiligen
                                              Land verwendet wird; oder
                                           - weniger als 360 kg/Kopf, wenn sie nur für folgende
                                              Abfallfraktionen berechnet wird22:
(i56) Erzeugung von festen
Siedlungsabfällen                             i) organische Abfälle/Biomüll (z. B.             Grünschnitt,
(kg/Kopf/Jahr)                                Lebensmittel- und Küchenabfälle),
                                              ii) gemischte Verpackungen,
                                              iii) Papier und Pappe,
                                              iv) Glas,
                                              v) Kunststoffe,
                                              vi) Metalle,
                                              vii) Sperrmüll,
                                              viii) Elektro- und Elektronik-Altgeräte und
                                              ix) gemischte Abfälle.
Bei diesem Indikator werden alle verschiedenen Ströme von festen Siedlungsabfällen
berücksichtigt, die von den verschiedenen Abfallsammelsystemen in diesem Gebiet getrennt
gesammelt werden (z. B. Haussammlung, Wertstoffhöfe, Container an der Straße). In
Gebieten, in denen die Abfälle nicht detailliert überwacht werden oder in denen ein Teil der
erzeugten Abfälle nicht vom offiziellen Abfallsammelsystem der Gemeinde erfasst wird,
könnte es sein, dass die Angaben zur Erzeugung von festen Siedlungsabfällen nicht der
Realität entsprechen und die Zahlen in der Realität höher sind. Außerdem wird dieser
Indikator von externen Faktoren beeinflusst, die nicht im Zusammenhang mit der
Abfallbewirtschaftung in dem jeweiligen lokalen Gebiet stehen, beispielsweise der Lage des
20
    Wenn das Touristenaufkommen relevant ist, kann bei der Berechnung dieses Indikators und der Indikatoren in
Abschnitt 3.3.2, 3.3.3, 3.3.4 und 3.3.7 die Anzahl der Einwohner durch den Einwohnergleichwert ersetzt werden.
der Einwohnergleichwert wird anhand des Aufkommens von Touristen im für die Berechnung relevanten
Zeitraum berechnet.
21
    entsprechend den Meldungen der nationalen Behörden oder des Statistischen Amts der Europäischen Union
          (Eurostat)
22
      Diese Fraktionen wurden ausgewählt, weil sie von den lokalen Abfallbehörden und
   Abfallentsorgungsunternehmen in der EU allgemein überwacht werden und in Bezug auf feste
   Siedlungsabfälle im Allgemeinen die (mengenmäßig) wichtigsten Fraktionen darstellen.
                                                        35
 ---pagebreak--- Gebiets auf dem Land/in der Stadt, dem Bruttoinlandsprodukt und den Verbrauchsmustern,
dem Wetter und einem wesentlichen Aufkommen von Touristen/Pendlern.
3.3.2.   Menge der gesammelten gemischten festen Siedlungsabfälle
Mit diesem Indikator wird die jährliche Menge an gemischten festen Siedlungsabfällen pro
Einwohner gemessen. Er dient der Überwachung des getrennten Sammelsystems für feste
Siedlungsabfälle und dessen Fähigkeit, feste Siedlungsabfälle in getrennt gesammelte, dem
Recycling zuzuführende Fraktionen einzuteilen. In der Abfallhierarchie werden gemischte
Abfälle in der Tat generell weniger häufig bevorzugt behandelt als getrennt gesammelte
Fraktionen.
Umweltleistungsindikator                   Leistungsrichtwert
(i57)     Menge      der     gesammelten
gemischten Abfälle (kg/Kopf/Jahr).         -
Bei diesem Indikator werden die Abfälle berücksichtigt, die nicht getrennt gemischt
gesammelt werden. Beeinflusst wird er nicht nur durch die Menge, die getrennt gesammelt
hätte werden müssen, aber gemischt geliefert wurde, sondern auch durch die Art der
Abfallfraktionen, für die kein getrenntes Abfallsammelsystem existiert. Aus diesem Grund
unterscheidet sich die Menge der gemischten festen Siedlungsabfälle in Abhängigkeit von der
Art der etablierten Abfallsammelsysteme stark, z. B. ob Biomüll getrennt gesammelt wird
oder nicht, welche Art von Biomüll in der getrennt gesammelten Fraktion erlaubt oder nicht
erlaubt ist. Außerdem wird dieser Indikator von externen Faktoren beeinflusst, die nicht im
Zusammenhang mit der Abfallbewirtschaftung in dem jeweiligen lokalen Gebiet stehen,
beispielsweise der Lage des Gebiets auf dem Land/in der Stadt, dem Bruttoinlandsprodukt
und den Verbrauchsmustern, dem Wetter und einem wesentlichen Aufkommen von
Touristen/Pendlern.
3.3.3.   Der Energierückgewinnung bzw. Entsorgung zugeführte feste Siedlungsabfälle
Mit diesem Indikator wird die jährliche Menge an festen Siedlungsabfällen pro Einwohner
gemessen, die entweder unter Energierückgewinnung verbrannt bzw. entsorgt wird, zum
Beispiel auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen ohne Energierückgewinnung. Er dient
der Überwachung der festen Siedlungsabfälle, die entsprechend der Hierarchie (d. h.
Energierückgewinnung bzw. Entsorgung) mit – im Vergleich zum Recycling – weniger
günstigen Optionen behandelt werden.
Umweltleistungsindikator                   Leistungsrichtwerte
(i58) Der Energierückgewinnung bzw. (b23) Die           der Energierückgewinnung bzw.
Entsorgung        zugeführte      Abfälle Entsorgung    zugeführte jährliche Menge an
                                             36
 ---pagebreak--- (kg/Kopf/Jahr)                                      gemischten festen Siedlungsabfällen beträgt:
                                                       - weniger als 15 % der national erzeugten
                                                         Durchschnittsmenge an Siedlungsabfällen23
                                                         oder
                                                       - weniger als 70 kg/Kopf.
Bei diesem Indikator werden alle Ströme von festen Siedlungsabfällen berücksichtigt, die als
gemischte Abfälle oder nach einer Vorbehandlung (z. B. einer mechanisch-biologischen
Abfallbehandlung) direkt der Energierückgewinnung bzw. Entsorgung zugeführt werden. Er
umfasst auch den Strom des beim Sortieren/Recycling der getrennt gesammelten Fraktionen
angefallenen Ausschusses, der nicht rezykliert, sondern der Energierückgewinnung bzw.
Entsorgung zugeführt wird. Sollten zu diesem Strom des beim Sortieren/Recycling der
getrennt gesammelten Fraktionen angefallenen Ausschusses keine Informationen vorliegen,
kann dieser Indikator partiell berechnet werden, indem nur die Menge der der
Energierückgewinnung bzw. Entsorgung zugeführten gemischten Abfälle gemeldet wird. In
diesem       Fall      beziffert     die      lokale      Abfallbehörde        (oder     das     betreffende
Entsorgungsunternehmen) die Elemente, die in die Berechnung eingegangen bzw. nicht
eingegangen sind24.
Zu guter Letzt wird dieser Indikator von externen Faktoren beeinflusst, die nicht im
Zusammenhang mit der Abfallbewirtschaftung in dem jeweiligen lokalen Gebiet stehen,
beispielsweise der Lage des Gebiets auf dem Land/in der Stadt, dem Bruttoinlandsprodukt
und den Verbrauchsmustern, dem Wetter und einem wesentlichen Aufkommen von
Touristen/Pendlern.
3.3.4.     Der Entsorgung zugeführte feste Siedlungsabfälle
Bei diesem Indikator wird die jährliche Menge an der Entsorgung zugeführten festen
Siedlungsabfällen pro Einwohner gemessen, beispielsweise die ohne Energierückgewinnung
verbrannten oder auf Deponien entsorgten Abfälle. Mit diesem Indikator kann überwacht
werden, ob die Bewirtschaftung fester Siedlungsabfälle in der Abfallhierarchie aufgerückt ist:
ob also die Menge der der Entsorgung zugeführten Abfälle abnimmt, mehr Abfälle
vermieden, zur Wiederverwendung vorbereitet, rezykliert oder der Energierückgewinnung
zugeführt wurden.
Umweltleistungsindikator                            Leistungsrichtwert
                                                    (b24) Die jährliche Menge an der Entsorgung
(i59) Der Entsorgung zugeführte Abfälle zugeführten festen Siedlungsabfällen beträgt:
(kg/Kopf/Jahr).
                                                       - weniger als 2 % der national erzeugten
                                                         Durchschnittsmenge an Siedlungsabfällen oder
                                                       - weniger als 10 kg/Kopf.
Bei diesem Indikator werden alle Ströme von festen Siedlungsabfällen berücksichtigt, die als
gemischte Abfälle oder nach einer Vorbehandlung (z. B. einer mechanisch-biologischen
23
   entsprechend den Meldungen der nationalen Behörden oder des Statistischen Amts der Europäischen Union
         (Eurostat)
24
   Leistungsrichtwert b23 bezieht sich beispielsweise nur auf die Menge der als gemischte Abfälle gesammelten
    und der Energierückgewinnung bzw. Entsorgung zugeführten festen Siedlungsabfälle.
                                                       37
 ---pagebreak--- Abfallbehandlung) der Entsorgung zugeführt werden. Er umfasst auch den Strom des beim
Sortieren/Recycling der getrennt gesammelten Fraktionen angefallenen Ausschusses, der
nicht rezykliert, sondern der Entsorgung zugeführt wird. Sollten zu diesem Strom des beim
Sortieren/Recycling der getrennt gesammelten Fraktionen angefallenen Ausschusses keine
Informationen vorliegen, kann dieser Indikator partiell berechnet werden, indem nur die
Menge der in die Entsorgung zugeführten gemischten Abfälle gemeldet wird. In diesem Fall
beziffert die lokale Abfallbehörde (oder das betreffende Entsorgungsunternehmen) die
einschlägigen Elemente sowie die Elemente, die nicht in die Berechnung eingegangen sind.
Zu guter Letzt wird dieser Indikator von externen Faktoren beeinflusst, die nicht im
Zusammenhang mit der Abfallbewirtschaftung in dem jeweiligen lokalen Gebiet stehen,
beispielsweise der Lage des Gebiets auf dem Land/in der Stadt, dem Bruttoinlandsprodukt
und den Verbrauchsmustern, dem Wetter und einem wesentlichen Aufkommen von
Touristen/Pendlern.
Abfallstromspezifische Indikatoren
3.3.5.     Erfassungsquote eines bestimmten Abfallstroms
Bei diesem Indikator wird der Anteil der geschätzten Erzeugung einer bestimmten gemischt
gesammelten Abfallfraktion (z. B. Kunststoff, Metall, Papier und Pappe, Glas und gemischte
Verpackungen) gemessen. Er dient der Überwachung der Effizienz eines getrennten
Abfallsammelsystems in Bezug auf das Erfassen der rezyklierbaren Fraktionen.
Umweltleistungsindikator                              Leistungsrichtwerte
                                                      (b25) Die Erfassungsquote für als separate
                                                      Fraktion getrennt (d. h. nicht in einem gemischten
                                                      Sammelsystem) gesammeltes Altglas ist höher als
                                                      90 %.
                                                      (b26) Die Erfassungsquote für als separate
                                                      Fraktion getrennt (d. h. nicht in einem gemischten
(i60) Erfassungsquote eines bestimmten
                                                      Sammelsystem)       gesammelte       Papier-  und
Abfallstroms (in %)
                                                      Pappabfälle ist höher als 85 %.
                                                      (b27) Die Erfassungsquote für als separate
                                                      Fraktion getrennt (d. h. nicht in einem gemischten
                                                      Sammelsystem) gesammeltes Altmetall ist höher
                                                      als 75 %.
                                                      (b28) Die Erfassungsquote für gemischte
                                                      Verpackungsabfälle ist höher als 65 %.
Dieser Indikator wird durch Division der Gesamtmenge eines getrennt gesammelten
Abfallstroms durch die Gesamtabfallmenge dieser getrennten Sammlung berechnet, die
anhand der Analyse der Zusammensetzung der gemischten Abfälle berechnet wird25.
25
     Zur Veranschaulichung: Die Erfassungsquote für die getrennt gesammelte Abfallfraktion Glas wird
   folgendermaßen berechnet:
                            kg of separately collected glass
   Capture rate for glass=
                           kg of total glass waste generation
                                                         38
 ---pagebreak--- Dieser Indikator kann durch das Vorhandensein eines Pfandsystems für bestimmte
Abfallarten (z. B. Kunststoffflaschen) beeinflusst werden, für die die Daten auf lokaler Ebene
nicht aufgeschlüsselt werden können. In diesem Fall wäre die tatsächliche Erfassungsquote
höher als die berechnete, da die Mengen der vom Pfandsystem erfassten Abfälle nicht in den
lokalen Abfallstatistiken der getrennt gesammelten Abfallfraktionen erscheinen.
3.3.6.     Verunreinigungsquote eines bestimmten Abfallstroms
Mit diesem Indikator wird die Menge an nicht zur Zielgruppe gehörenden Stoffen in einem
bestimmten getrennt gesammelten Abfallstrom gemessen. Er dient der Überwachung der
Effektivität der getrennten Abfallsammlung durch Bewertung der Menge der Fehlwürfe in
den rezyklierbaren Fraktionen.
Umweltleistungsindikator                           Leistungsrichtwert
(i61)       Verunreinigungsquote           eines -
bestimmten Abfallstroms (in %)
Bei diesem Indikator wird die Menge der Fehlwürfe in den getrennt gesammelten Wertstoffen
berücksichtigt (die durch eine falsche Abfalltrennung entsteht und anhand einer Analyse der
Zusammensetzung getrennt gesammelter Abfallfraktionen bewertet wird). Die Menge der
Verunreinigungen in getrennt gesammelten Wertstofffraktionen unterscheidet sich auch je
nach Art des bestehenden Systems für die getrennte Abfallsammlung; bei im Rahmen von
Pfandsystemen gesammelten Kunststoffflaschen kommt es tendenziell sehr selten zu
Verunreinigungen, bei gemischten Leichtverpackungen jedoch deutlich häufiger.
3.3.7.     Biomüll in gemischten Abfällen
Mit diesem Indikator wird die jährliche Menge des in gemischten Abfällen enthaltenen
Biomülls pro Einwohner gemessen. Er dient der Überwachung der Menge des nicht richtig
sortierten Biomülls, die durch ein getrenntes Sammelsystem für Biomüll erfasst wird oder von
den Einwohnern in privaten/gemeinschaftlichen Kompoststellen verwendet wird.
Umweltleistungsindikator                           Leistungsrichtwert
                                                   (b29) Die jährliche Menge an Biomüll in
(i62) Biomüll in gemischten Abfällen
                                                   gemischten Abfällen beträgt weniger als
(kg/Kopf/Jahr).
                                                   10 kg/Kopf.
Die Menge des Biomülls in gemischten Abfällen wird anhand der Analyse der
Zusammensetzung der gemischten Abfälle berechnet. Die Menge des Biomülls in gemischten
Abfällen unterscheidet sich auch je nach Art des bestehenden Systems für die getrennte
Sammlung von Biomüll; zum Beispiel welche Art von Biomüll in der getrennt gesammelten
  Dabei gilt:
  Gesamte Altglasmenge = kg getrennt gesammeltes Glas + kg Glas in gemischten Abfällen
  kg Glas in gemischten Abfällen = kg aller gemischten Abfälle*% des Glases in gemischten Abfällen
  % des Glases in gemischten Abfällen wird anhand der Analyse der Zusammensetzung der gemischten Abfälle
  berechnet.
                                                      39
 ---pagebreak---  Fraktion zulässig ist, ob den Einwohnern private/gemeinschaftliche Kompoststellen zur
 Verfügung stehen usw.
3.4.     Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Bau- und Abbruchabfälle
  Bei den in diesem Abschnitt dargestellten bewährten Umweltmanagementpraktiken geht es
 um die Bewirtschaftung von Bau- und Abbruchabfällen.
3.4.1.   Integrierte Pläne für Bau- und Abbruchabfälle
 Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der Ausarbeitung und Umsetzung
 integrierter Pläne für Bau- und Abbruchabfälle seitens der lokalen Behörden, bei denen
     -   Akteure des lokalen Baugewerbes, Vertreter der Einwohner, lokale
         Unternehmerverbände und einschlägige öffentliche Interessenträger einbezogen
         werden;
     -   die Abfallvermeidung bei Bauprojekten durch an der Industrie und öffentlichen
         Verwaltung orientierte Instrumente priorisiert wird, beispielsweise einen
         Verhaltenskodex für Abrissunternehmen und die Förderung geeigneter Bestimmungen
         für ein umweltfreundliches öffentliches Beschaffungswesen;
     -   Mindestanforderungen für die Abfallsortierung und -behandlung auf Baustellen einer
         bestimmten       Größe    festgelegt    werden,      die    zum    Beispiel    einen
         Abfallbewirtschaftungsplan für Baustellen oder eine Trennung der Abfallfraktionen
         vorschreiben;
     -   künftige Abfallströme ermittelt und beziffert werden und dafür gesorgt wird, dass in
         den lokalen Stadtentwicklungsplänen ausreichend Raum für die Sammlung und
         Behandlung von Bau- und Abbruchabfällen vorhanden ist;
     -   die Gesamtkosten und die Auswirkung der Umsetzung berechnet werden;
     -   für Bau- und Abbruchabfälle ehrgeizigere Ziele festgelegt werden, als von der EU
         oder den nationalen Recyclingzielen vorgesehen, und angemessene Mechanismen für
         die Überwachung und Umsetzung eingeführt werden;
     -   Maßnahmen vorgesehen sind, um die illegale Entsorgung zu verhindern, und klare
         Leitlinien (z. B. für KMU, Einwohner und Erzeuger sehr geringer Mengen an Bau-
         und Abbruchabfällen) zur ordnungsgemäßen Handhabung von Bau- und
         Abbruchabfällen festgelegt werden.
 Anwendbarkeit
 Die Ausarbeitung und Umsetzung von lokalen Abfallbewirtschaftungsplänen für Bau- und
 Abbruchabfälle wird von Regionen und großen Gemeinden allgemein angewandt.
 Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
 Umweltleistungsindikatoren                      Leistungsrichtwerte
 (i63) Anteil an sämtlichen gesammelten Bau-     (b30) Bis 2020 wird ein integrierter
 und Abbruchabfällen, die ordnungsgemäß          Bewirtschaftungsplan     für     Bau-    und
 getrennt und zwecks Wiederverwendung,           Abbruchabfälle mit einer entsprechenden
 Recycling oder Rückgewinnung behandelt          Recyclingquote von mindestens 80 %
 werden (in %).                                  umgesetzt; außerdem werden Bestimmungen
 (i64) Vorhandensein einer Regelung zu für Mechanismen für die Überwachung und
 Abbrucharbeiten vorgeschalteten Prüfungen Umsetzung eingeführt.
 zwecks Wiederverwendung (ja/nein).
                                               40
 ---pagebreak--- 3.4.2.   Vermeidung der Verunreinigung von Bau- und Abbruchabfällen mit
         polychloriertem Biphenyl (PCB)
Bei dem Abbruch oder der Demontage und Sanierung von Gebäuden, Brücken und
Konstruktionen aus den 1950er, 1960er und 1970er Jahren besteht die Gefahr einer
Verunreinigung der Bau- und Abbruchabfälle mit polychlorierten Biphenolen (PCB), die ein
Recycling verhindern.
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, dass die Abfallbehörden
Bestimmungen in den Bewirtschaftungsplan für Bau- und Abbruchabfälle (siehe Abschnitt
3.4.1) aufnehmen, die Folgendes umfassen:
    -   eine Vorabprüfung und Kartierung des abzureißenden, zu demontierenden oder zu
        sanierenden Gebäudes bzw. der betreffenden Brücke oder Konstruktion, um PCB-
        haltige Materialien (z. B. Dichtungsmittel) zu ermitteln;
    -   eine separate Aussortierung des PCB-haltigen Materials aus dem Rest der Bau- und
        Abbruchabfälle;
    -   eine getrennte Sammlung und entsprechende Entsorgung des PCB-haltigen Materials.
Anwendbarkeit
Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist von für Bau- und Abbruchabfälle zuständigen
Abfallbehörden allgemein anwendbar. Arbeiten kleineren Umfangs, bei denen weniger als
1 Tonne Bau- und Abbruchabfälle entsteht oder weniger als 10 m2 der Fläche des Gebäudes
betroffen sind, können von den Bestimmungen zur Ermittlung und Trennung von PCB im
Bewirtschaftungsplan für Bau- und Abbruchabfälle ausgenommen werden.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                                Leistungsrichtwerte
(i65) Aufnahme von Bestimmungen für die Kartierung
und getrennte Entsorgung und Sammlung von PCB-
                                                          -
haltigen Materialien in den Bewirtschaftungsplan für
Bau- und Abbruchabfälle (ja/nein).
3.4.3.   Lokale Systeme für eine ordnungsgemäße Behandlung von durch Einwohner
         entsorgten Asbestabfällen
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, dass Abfallbehörden und
Entsorgungsunternehmen die ordnungsgemäße Behandlung der kleinen Mengen an
asbesthaltigen Bau- und Abbruchabfällen sicherstellen, die die Bewohner privater Gebäude
ohne ein spezielles Fachunternehmen selbst entsorgen. Um dies zu gewährleisten, können sie
Folgendes zur Verfügung stellen:
    -   klare Anweisungen zum geforderten Zustand (z. B. darf nicht die Gefahr einer
        Pulverdispersion bestehen), damit die betreffenden Privatleute das asbesthaltige
        Material entsorgen können, sowie zur Vorbereitung der Baustellen auf die
        Asbestbeseitigung;
    -   Leitlinien zu den Regeln, die Privatleute einhalten müssen, um die Gesundheit und
        Sicherheit der Anwohner während der Beseitigung zu gewährleisten;
                                              41
 ---pagebreak---     -   eine Liste zertifizierter Unternehmen oder Informationen zu den Sammelstellen für
        asbesthaltige Abfälle;
    -   verschließbare Säcke mit doppelter Beschichtung (für die Sammlung/Entsorgung) für
        die entsorgenden Einwohner;
    -   entweder geeignete Sammelstellen (z. B. auf Wertstoffhöfen) oder kostenlose
        Haussammlungen.
Fortschrittliche lokale Behörden gehen noch einen Schritt weiter und legen eine Strategie zur
Beurteilung des Vorhandenseins von Asbest in ihrem Hoheitsgebiet fest, unterstützen
Privatleute bei der Planung ihres Handelns und führen Buch über alle Asbestvorkommen in
Gebäuden, noch vor dessen Beseitigung.
Anwendbarkeit
Diese bewährte Umweltmanagementpraxis ist nur auf bestimmten zementgebundenen Asbest
(wie Asbestzementdächer, asbesthaltige Wand- und Deckenverkleidungen, Fallrohre und
Abflussrinnen usw.) in gutem Zustand (bei dem nicht die Gefahr einer Pulverdispersion
besteht) und sehr kleinen Mengen anwendbar. Zementgebundener Asbest, bei dem die Gefahr
einer Pulverdispersion besteht, sowie sonstige Asbestformen, insbesondere solche mit
geringerer Dichte (oder in brüchigem/flockigem Zustand), wie Dämmplatten,
Asbestverkleidungen oder Spritzasbest müssen immer von einem Fachunternehmen beseitigt
und entsorgt werden.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                            Leistungsrichtwerte
(i66) Anzahl der Sammelstellen für Asbestabfälle
pro 100 000 Einwohner.
                                                      (b31) Es existiert mindestens eine
(i67) Gesamtmenge des im Rahmen des jeweiligen
                                                      Sammelstelle pro 100 000 Einwohner
Systems gesammelten Asbests, ausgedrückt in
                                                      oder es erfolgt eine kostenlose
Gewicht (Tonnen) oder Fläche (m2).
                                                      Haussammlung der von Einwohnern
(i68) Anzahl der von den Einwohnern verwendeten entsorgten Asbestabfälle.
verschließbaren          Säcke         für        die
Sammlung/Entsorgung von Asbest.
3.4.4.   Behandlung von Abfällen aus Gipskartonplatten zur Förderung des Recyclings
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, dass Entsorgungsunternehmen Abfälle
aus Gipskartonplatten zwecks Rückgewinnung von Gips behandeln. Dabei müssen
üblicherweise folgende Schritte durchgeführt werden (bei gut getrennten Gipskartonabfällen):
Annahme, Sichtprüfung und Klassifizierung, Trennung ungeeigneter Stoffe (z. B. Metalle),
(sofern erforderlich) Sortierung der Platten nach Größe, Trennung von Papier und Gips (durch
Zerkleinern und Sieben) und Sieben des Gipses. Der zurückgewonnene Gips (üblicherweise
bis zu 25 % des gesamten Inhalts) kann dann für die Herstellung neuer Gipskartonplatten
verwendet werden.
Anwendbarkeit
Für die Anwendbarkeit dieser bewährten Umweltmanagementpraxis bestehen keine
technischen, jedoch bedeutende wirtschaftliche Hindernisse: die Rückführbarkeit der
                                               42
 ---pagebreak--- Gipskartonabfälle hängt vom Niveau der Trennung auf der Baustelle ab, auf der sie anfallen26,
und eine schlechte Trennung führt zu unwirtschaftlichen Lösungen. Auch die Kosten für den
Transport der Gipskartonabfälle über große Strecken können sich auf die wirtschaftliche
Tragfähigkeit auswirken.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                                        Leistungsrichtwerte
(i69) Effizienz der Materialrückgewinnung in der
                                                                  -
Verwertungsanlage für Gipskartonabfälle (in %).
3.4.5.     Behandlung von Bau- und Abbruchabfällen zur Herstellung von Recycling-
           Zuschlagstoffen
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht darin, dass Entsorgungsunternehmen Bau-
und Abbruchabfälle zur Rückgewinnung von Beton als Recyclingbetonzuschlag behandeln.
Dies erfolgt in Anlagen, in denen üblicherweise folgende Schritte durchgeführt werden (bei
gut getrennten Bau- und Abbruchabfällen): Annahme, Charakterisierung und Ermittlung der
eingehenden Bau- und Abbruchabfälle, (manuelle) Vorauswahl, Prüfung großer Materialien,
magnetische Trennung, Prüfung auf feine Materialien, Zerkleinerung, Prüfung und erneute
Zerkleinerung.
Die Rückführbarkeit der inerten Bestandteile von Bau- und Abbruchabfällen hängt vom
Niveau der Trennung auf der Baustelle ab, auf der sie anfallen 27, und eine schlechte Trennung
führt zu einer unwirtschaftlichen Behandlung von Bau- und Abbruchabfällen.
Anwendbarkeit
Es besteht keine besondere Einschränkung für die Anwendbarkeit dieser bewährten
Umweltmanagementpraxis, solange die Bau- und Abbruchabfälle auf den Baustellen gut in
die verschiedenen Fraktionen getrennt werden.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                               Leistungsrichtwerte
(i70) Effizienz der Materialrückgewinnung in
der Verwertungsanlage für Bau- und
Abbruchabfälle (in %).                                   -
(i71) Jährliche Menge des vermarkteten
Recyclingbetonzuschlags (t/Jahr).
26
    Es kann mitunter sein, dass die Trennung auf der Baustelle aufgrund räumlicher Beschränkungen nicht
   möglich ist. In diesen Fällen können die Gipskartonabfälle vorbehandelt und vor der Weiterbehandlung an
   verschiedenen Orten getrennt werden.
27
    Es kann mitunter sein, dass die Trennung auf der Baustelle aufgrund räumlicher Beschränkungen nicht
   möglich ist. In diesen Fällen können die Bau- und Abbruchabfälle vorbehandelt und vor der Weiterbehandlung
   zur Herstellung von Recycling-Zuschlagstoffen an verschiedenen Orten getrennt werden.
                                                       43
 ---pagebreak--- 3.5.     Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Abfälle aus dem Gesundheitswesen
 Bei den in diesem Abschnitt dargestellten bewährten Umweltmanagementpraktiken geht es
 um die Bewirtschaftung von Abfällen aus dem Gesundheitswesen.
 Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Trennung von Abfällen aus dem
 Gesundheitswesen
 3.5.1.    Förderung der Trennung von Abfällen aus dem Gesundheitswesen in
           Gesundheitseinrichtungen
 Es ist ein erhebliches Potenzial für die Senkung der Umweltauswirkungen der
 Bewirtschaftung von Abfällen aus dem Gesundheitswesen vorhanden, insbesondere durch
 eine bessere Vermeidung, Trennung und Behandlung nicht gefährlicher Abfälle unter
 gebührender Berücksichtigung der Sicherheit. Für Unternehmen, die Abfälle aus dem
 Gesundheitswesen bewirtschaften, besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis in
 Folgendem:
     -   Organisation von Abfallprüfungen in den Gesundheitseinrichtungen, um das Wissen
         um die verschiedenen Abfallfraktionen und aktuellen Bewirtschaftungspraktiken
         auszubauen.
     -   Unterstützung der Gesundheitseinrichtungen bei der Entscheidung für ein
         Abfallbewirtschaftungssystem durch Festlegung klarer Leitlinien für die Kategorien
         der zu sortierenden Abfälle.
     -   Organisation von Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter der
         Gesundheitseinrichtungen und Erläuterung der Vorschriften für die Abfalltrennung
         (wobei die Schulungen auf die verschiedenen Mitarbeiterpositionen innerhalb der
         Einrichtung zugeschnitten sein und besonders auf die bei Prüfungen festgestellten
         Verstöße gegen die Vorschriften für die Behandlung von Abfällen aus dem
         Gesundheitswesen seitens des Bewirtschaftungsunternehmens ausgerichtet sein
         sollten).
     -   Bereitstellung von Informationsmaterial (Plakate, Schilder auf den Abfallcontainern
         usw.) zur Unterstützung der Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtung mit
         entsprechenden Anweisungen.
     -   Überwachung der Ergebnisse und Auswirkungen der Maßnahmen durch Festlegung
         einer Reihe von Leistungsindikatoren (u. a. zum Risikomanagement und zu
         finanziellen Einsparungen).
     -   Umsetzung innovativer technischer Lösungen zur Minderung der allgemeinen
         Umweltauswirkungen         des    Abfallbewirtschaftungssystems,      z. B.     zur
         Wiederverwendung der Container für die Abfälle aus dem Gesundheitswesen.
 Eine bessere Trennung der in Gesundheitseinrichtungen erzeugten Abfälle ermöglicht ein
 umfangreicheres Recycling, da so vermieden wird, dass nicht gefährliche Abfälle
 einschließlich Wertstoffe (z. B. bedrucktes Papier, Kunststoffflaschen) fälschlicherweise
 zusammen mit gefährlichen Abfällen entsorgt werden.
 Anwendbarkeit
                                             44
 ---pagebreak--- Es besteht keine besondere Einschränkung für die Anwendbarkeit dieser bewährten
Umweltmanagementpraxis durch die Unternehmen, die Abfälle aus dem Gesundheitswesen
bewirtschaften. Das Engagement der Gesundheitseinrichtungen für eine bessere
Bewirtschaftung der Abfälle aus dem Gesundheitswesen spielt jedoch eine wesentliche Rolle
bei der Art der durchgeführten Maßnahmen und deren Erfolg.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                      Leistungsrichtwerte
(i72)    Anteil      der    Mitarbeiter    der
Gesundheitseinrichtung,      die    in     den
vergangenen zwei Jahren an einer Schulung
zum Thema Abfälle teilgenommen haben (in
%).
(i73) Anteil der richtigen Antworten der
Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtung bei
Erhebungen nach der Schulung zum Thema -
Umgang        mit      Abfällen     in     der
Gesundheitseinrichtung (in %).
(i74) Sammelquote pro Abfallfraktion, pro
Bett oder Patient, entsprechend den in den
jeweiligen           Gesundheitseinrichtungen
gesammelten                   Abfallfraktionen
(kg/Patient/Tag).
3.5.2.   Sammlung von Abfällen aus dem Gesundheitswesen in Privathaushalten
Bei dieser bewährten Umweltmanagementpraxis geht es um Sammelsysteme der lokalen
Behörden bzw. Entsorgungsunternehmen für von Privathaushalten erzeugte gefährliche
Abfälle aus dem Gesundheitswesen, insbesondere scharfe Gegenstände und Nadeln von zu
Hause durchgeführten Behandlungen.
Die bewährte Umweltmanagementpraxis besteht in der getrennten Sammlung von durch
Privathaushalte erzeugten Abfällen aus dem Gesundheitswesen, die eine sichere und
umweltfreundliche Sammlung und Behandlung dieser Abfälle gewährleistet durch:
    -   Bewertung der anfallenden Abfallmengen aus dem Gesundheitswesen;
    -   Bereitstellung geeigneter Sammelbehälter;
    -   Auswahl der Sammelmethoden und Häufigkeit der Sammlung entsprechend lokalen
        Gegebenheiten;
    -   Einbeziehung der Interessenträger, üblicherweise: Apotheken und sonstige Akteure im
        Gesundheitswesen (Ärzte und Pflegepersonal), Patienten, die zu Hause selbst
        Behandlungen vornehmen, und die Medizinbranche;
    -   Einführung von Kontrollen und Abhilfemaßnahmen für das Sammelsystem für
        Abfälle aus dem Gesundheitswesen.
Anwendbarkeit
                                              45
 ---pagebreak--- Die bewährte Umweltmanagementpraxis              ist auf   alle   lokalen Behörden  bzw.
Entsorgungsunternehmen anwendbar.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                      Leistungsrichtwerte
(i75) Anzahl der Sammelstellen für von
Privathaushalten erzeugte Abfälle aus dem
Gesundheitswesen pro 10 000 Einwohner,
nach Art (Wertstoffhöfe, Apotheken,
Container an der Straße).
(i76) Anzahl der einzelnen Behälter für von
Privathaushalten erzeugte Abfälle aus dem
Gesundheitswesen, die an den Sammelstellen
oder auf Nachfrage bereitgestellt werden.       -
(i77) Menge der gesammelten, von
Privathaushalten erzeugten Abfälle aus dem
Gesundheitswesen (kg/Kopf/Jahr).
(i78) Anteil der Abfälle           aus    dem
Gesundheitswesen          (z. B.       scharfe
Gegenstände)           in          gemischten
Haushaltsabfällen (in %).
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für die Behandlung von Abfällen aus dem
Gesundheitswesen
3.5.3.   Alternative Behandlungen für Abfälle aus dem Gesundheitswesen
Die häufigste Behandlungsmethode für Abfälle aus dem Gesundheitswesen ist – aufgrund von
Sicherheitsbedenken – die Verbrennung mit hoher Temperatur, die jedoch mit erheblichen
Umweltauswirkungen wie hohem Energieverbrauch, Erschöpfung der natürlichen Ressourcen
und Emissionen verbunden ist. Es gibt alternative Behandlungsmöglichkeiten, die auch für
die gebotene Sicherheit bei den fraglichen Abfallströmen (z. B. infektiösen Abfällen,
anatomischen Abfällen, scharfen Gegenständen und Pharmaabfällen) sorgen und eine bessere
Umweltleistung erzielen können als die Verbrennung mit hoher Temperatur, z. B. dank eines
geringeren Energieverbrauchs oder einer besseren Ressourceneffizienz (die die
Recyclingquote der Abfälle aus dem Gesundheitswesen erhöht).
Bei diesen alternativen Behandlungsmöglichkeiten für Abfälle aus dem Gesundheitswesen
besteht die bewährte Umweltmanagementpraxis in der Erfüllung folgender Kriterien:
    -   Autoklavieren:
        - optimale Trennung an der Quelle;
        - homogene Partikelgröße am Einlass;
        - Dampfsterilisation mit gleichzeitiger/späterer Zerkleinerung;
        - Trocknen nach der Behandlung;
                                              46
 ---pagebreak---         -   Trennung der Ausgabe in die einzelnen Materialströme, sofern möglich und eine
            Zuführung zum Recycling stattfindet;
        - Verbrennung mit Energierückgewinnung aus den geeigneten nicht rezyklierbaren
            Ausgaben.
    - Mikrowellenbehandlung:
        - optimale Trennung an der Quelle;
        - Wasserzugabe am Einlass;
        - Trocknen nach der Behandlung;
        - Trennung der Ausgabe in die einzelnen Materialströme, sofern möglich und eine
            Zuführung zum Recycling stattfindet;
        - Verbrennung mit Energierückgewinnung aus den geeigneten nicht rezyklierbaren
            Ausgaben.
    - Chemische Behandlungen:
        - optimale Trennung an der Quelle;
        - Nichteinstufung der Ausgabe als gefährlicher Abfall bzw. keine Behandlung der
            Ausgabe zwecks optimaler Rückgewinnung;
        - Rückführbarkeit des Sterilisiermittels innerhalb des Prozesses;
        - Trennung der Ausgabe in die einzelnen Materialströme, sofern möglich und eine
            Zuführung zum Recycling stattfindet;
        - Verbrennung mit Energierückgewinnung aus den geeigneten nicht rezyklierbaren
            Ausgaben.
Anwendbarkeit
Abfälle aus dem Gesundheitswesen werden nach wie vor am häufigsten mit hoher Temperatur
verbrannt. Die Anwendbarkeit alternativer Behandlungen wird von folgenden vier Faktoren
beeinflusst: der Trennung der Quellen, dem Nachweis der Sicherheit alternativer
Behandlungen bei der Behandlung bestimmter Fraktionen getrennter Abfälle, der optimalen
Betriebskapazität für die Verbrennung und dem nationalen Rechtsrahmen für die Behandlung
von Abfällen aus dem Gesundheitswesen.
Verbundene Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte
Umweltleistungsindikatoren                      Leistungsrichtwerte
(i79)         Anteil         der          vom
Entsorgungsunternehmen mit alternativen
Möglichkeiten behandelten Abfälle aus dem
Gesundheitswesen (in %).
(i80)     Menge     der    mit    alternativen
Möglichkeiten behandelten Abfälle aus dem -
Gesundheitswesen (kg Abfall pro Stunde,
Tag oder Zyklus).
(i81) Wasserverbrauch pro kg mit
alternativen    Möglichkeiten    behandelten
Abfalls (Liter/kg).
                                              47
 ---pagebreak--- 48 ---pagebreak--- 4.        EMPFOHLENE BRANCHENSPEZIFISCHE WESENTLICHE UMWELTLEISTUNGSINDIKATOREN
Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl wesentlicher Umweltleistungsindikatoren für die Abfallwirtschaft samt den entsprechenden
Leistungsrichtwerten und einem Hinweis auf die jeweiligen bewährten Umweltmanagementpraktiken (BUMP). Sie bilden eine Untergruppe aller in
Kapitel 3 genannten Indikatoren.
Tabelle 4.1: Wesentliche Umweltleistungsindikatoren und Leistungsrichtwerte für die Abfallwirtschaft
         Indikator              Übliche         Hauptzielgru            Kurzbeschreibung               Empfohlene     Zugehöriger        Leistungsrichtwert            Die
                               Einheiten             ppe                                              Mindestebene       EMAS-                                       jeweils
                                                                                                         für die      Kernindikat                                     beste
                                                                                                      Überwachung          or28                                      Umwel
                                                                                                                                                                    tmanag
                                                                                                                                                                    ementp
                                                                                                                                                                      raxis
                                                                                                                                                                    (BUMP
                                                                                                                                                                       )29
  Bereichsübergreifende bewährte Umweltmanagementpraktiken
  Es sind Gesamtziele für  ja/nein             Abfallbehörde  Es sind Gesamtziele für die            Verwaltetes      Abfälle        Es existiert eine integrierte  3.1.1
  die Verbesserung des                         n          und Verbesserung                       des Gebiet      oder                Abfallbewirtschaftungsstrat
                                                                                                                      Materialeffiz
  Abfallbewirtschaftungss                      Entsorgungsun  Abfallbewirtschaftungssystems          Organisation                    egie mit langfristigen (d. h.
                                                                                                                      ienz
  ystems vorhanden                             ternehmen      vorhanden (die z. B. auf den in                                        10-20 Jahre umfassenden)
                                                              diesem      Dokument      festgelegten                                 und kurzfristigen (d. h. 1-5
                                                              Indikatoren beruhen).                                                  Jahre          umfassenden)
                                                                                                                                     Gesamtzielen      für     die
                                                                                                                                     Verbesserung der Leistung
                                                                                                                                     des
                                                                                                                                     Abfallbewirtschaftungssyst
                                                                                                                                     ems,     die     regelmäßig
                                                                                                                                     (mindestens alle drei Jahre)
28
   EMAS-Kernindikatoren sind in Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (Abschnitt C Nummer 2) aufgeführt.
29
   Die Nummern beziehen sich auf die Abschnitte in diesem Dokument, in denen die dazugehörige beste Umweltmanagementpraxis beschrieben bzw. der Indikator dargestellt wird.
                                                                                     49
 ---pagebreak---         Indikator              Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung             Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert          Die
                              Einheiten      ppe                                            Mindestebene       EMAS-                                    jeweils
                                                                                               für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                           Überwachung           or28                                  Umwel
                                                                                                                                                       tmanag
                                                                                                                                                       ementp
                                                                                                                                                         raxis
                                                                                                                                                       (BUMP
                                                                                                                                                          )29
                                                                                                                          überprüft wird.
Systematische             ja/nein       Abfallbehörde Das     Lebenszyklusdenken      wird Verwaltetes      Abfälle       Die                          3.1.2
Anwendung            des                n         und systematisch     angewandt      und  Gebiet      oder               Abfallbewirtschaftungsstrat
                                                                                                            Materialeffiz
Lebenszyklusdenkens                     Entsorgungsun gegebenenfalls werden während der    Organisation                   egie        wird       unter
                                                                                                            ienz
und        gegebenenfalls               ternehmen     Erarbeitung und Umsetzung der                                       systematischer Anwendung
Erstellung           von                              Abfallbewirtschaftungsstrategie                       Emissionen    des Lebenszyklusdenkens
Ökobilanzen      während                              Ökobilanzen erstellt.                                               und gegebenenfalls mithilfe
der Erarbeitung und                                                                                                       von Ökobilanzen für den
Umsetzung            der                                                                                                  Einzelfall    erstellt  und
Abfallbewirtschaftungsst                                                                                                  umgesetzt.
rategie
Anwendung                 ja/nein       Abfallbehörde Wirtschaftliche Instrumente (z. B.   Verwaltetes      Abfälle       - Auf lokaler Ebene          3.1.3
wirtschaftlicher                        n         und Steuern und Steueranpassungen,       Gebiet      oder               festgelegte wirtschaftliche
                                                                                                            Materialeffiz
Instrumente auf lokaler                 Entsorgungsun Produktionsabgaben, Preisgestaltung  Organisation                   Instrumente in Form von
                                                                                                            ienz
Ebene, um zu gutem                      ternehmen     für    Abfälle,   Regelungen     zur                                Steuern                 und
Verhalten zu animieren                                erweiterten Herstellerverantwortung                   Emissionen    Steueranpassungen,
                                                      und Pfandsysteme) werden auf                                        Produktionsabgaben,
                                                      lokaler Ebene angewandt, um in                                      Preisgestaltung für Abfälle,
                                                      Bezug auf Abfallvermeidung und -                                    Regelungen zur erweiterten
                                                      bewirtschaftung zu gutem Verhalten                                  Herstellerverantwortung
                                                      zu animieren.                                                       und Pfandsystemen werden
                                                                                                                          systematisch umgesetzt, um
                                                                                                                          die Ziele der lokalen
                                                                                                                          Abfallbewirtschaftungsstrat
                                                                            50
 ---pagebreak---        Indikator               Übliche   Hauptzielgru           Kurzbeschreibung              Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert          Die
                              Einheiten      ppe                                              Mindestebene       EMAS-                                    jeweils
                                                                                                 für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                             Überwachung           or28                                  Umwel
                                                                                                                                                         tmanag
                                                                                                                                                         ementp
                                                                                                                                                           raxis
                                                                                                                                                         (BUMP
                                                                                                                                                            )29
                                                                                                                            egie zu erreichen.
                                                                                                                            - Für die lokalen Behörden
                                                                                                                            existiert für alle Festivals
                                                                                                                            und Großveranstaltungen
                                                                                                                            im     Hoheitsgebiet     der
                                                                                                                            lokalen     Behörde      ein
                                                                                                                            Pfandsystem für Gläser,
                                                                                                                            Becher,     Geschirr    und
                                                                                                                            Besteck.
Die            relevanten ja/nein       Abfallbehörde  Die modernsten Techniken, die in      Verwaltetes      Abfälle       k. A.                        3.1.4
modernsten Techniken,                   n         und  den in Abschnitt 3.1.4 genannten      Gebiet      oder
                                                                                                              Materialeffiz
die     in     den     in               Entsorgungsun  Referenzdokumenten        beschrieben Organisation
                                                                                                              ienz
Abschnitt 3.1.4                         ternehmen      werden und von der Organisation als
genannten                                              relevant angesehen werden, werden                      Emissionen
Referenzdokumenten                                     angewandt.
beschrieben       werden,
werden angewandt
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für feste Siedlungsabfälle
Gesamtkosten für die      EUR/Kopf/Jahr Abfallbehörde  Jährliche Gesamtkosten für die        Verwaltetes      Abfälle       k. A.                        3.2.1
Bewirtschaftung      von                n         und  Bewirtschaftung       von      festen Gebiet      oder
festen Siedlungsabfällen                Entsorgungsun  Siedlungsabfällen       in       dem  Organisation
pro Einwohner und Jahr                  ternehmen      betreffenden      lokalen      Gebiet
                                                       einschließlich aller Phasen und
                                                                             51
 ---pagebreak---        Indikator              Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung            Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert            Die
                             Einheiten      ppe                                           Mindestebene       EMAS-                                      jeweils
                                                                                             für die      Kernindikat                                    beste
                                                                                         Überwachung           or28                                    Umwel
                                                                                                                                                       tmanag
                                                                                                                                                       ementp
                                                                                                                                                         raxis
                                                                                                                                                       (BUMP
                                                                                                                                                          )29
                                                     Tätigkeiten der Abfallentsorgung,
                                                     pro Einwohner und Jahr.
Häufigkeit der Analyse   Monate        Abfallbehörde Wie oft die Zusammensetzung         Verwaltetes      Abfälle       Die       Analyse         der  3.2.2
der Zusammensetzung                    n         und gemischter      Abfälle      (einer Gebiet      oder               Zusammensetzung
                         Jahre                                                                            Materialeffiz
gemischter Abfälle                     Entsorgungsun repräsentativen Probe) analysiert   Organisation                   gemischter Abfälle erfolgt
                                                                                                          ienz
                                       ternehmen     wird      (eine    Analyse      der                                mindestens viermal im Jahr
                                                     Zusammensetzung alle # Monate                                      (zu           verschiedenen
                                                     oder Jahre).                                                       Jahreszeiten) alle drei Jahre
                                                                                                                        oder im Anschluss an
                                                                                                                        wesentliche      Änderungen
                                                                                                                        des
                                                                                                                        Abfallbewirtschaftungssyst
                                                                                                                        ems.
Es      existiert    ein ja/nein       Abfallbehörde In dem betreffenden lokalen Gebiet  Verwaltetes      Abfälle       Es        existiert       ein  3.2.3
verursacherbezogenes                   n         und existiert ein verursacherbezogenes  Gebiet      oder               verursacherbezogenes
                                                                                                          Materialeffiz
Abfallgebührensystem                   Entsorgungsun Abfallgebührensystem.               Organisation                   Abfallgebührensystem, bei
                                                                                                          ienz
                                       ternehmen                                                                        dem        den       Nutzern
                                                                                                                        mindestens      40 %      der
                                                                                                                        Kosten anhand der Menge
                                                                                                                        (kg oder m³) der entsorgten
                                                                                                                        gemischten Abfälle, der
                                                                                                                        Größe der Mülleimer bzw.
                                                                                                                        der Anzahl der Abholungen
                                                                                                                        in    Rechnung        gestellt
                                                                          52
 ---pagebreak---        Indikator              Übliche    Hauptzielgru           Kurzbeschreibung              Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert           Die
                             Einheiten       ppe                                             Mindestebene        EMAS-                                     jeweils
                                                                                                 für die      Kernindikat                                   beste
                                                                                             Überwachung           or28                                   Umwel
                                                                                                                                                          tmanag
                                                                                                                                                          ementp
                                                                                                                                                            raxis
                                                                                                                                                          (BUMP
                                                                                                                                                             )29
                                                                                                                            werden.
Einbeziehung von an      ja/nein        Abfallbehörde Von        den     Nutzern       des  Verwaltetes       Abfälle       Das verursacherbezogene       3.2.3
Wertstoffhöfe                           n         und Abfallbewirtschaftungssystems      an Gebiet       oder               System umfasst auch die an
                                                                                                              Materialeffiz
verbrachten Abfällen in                 Entsorgungsun Wertstoffhöfe verbrachte Abfälle      Organisation                    Wertstoffhöfe verbrachten
                                                                                                              ienz
das verursacherbezogene                 ternehmen     werden in das verursacherbezogene                                     Abfälle.
System                                                System einbezogen.
Haushaltsausgaben für    EUR/Kopf/Jahr  Abfallbehörde Jährliche        Ausgaben         für Verwaltetes       Abfälle       Es werden systematisch        3.2.5
die Sensibilisierung pro                n         und Sensibilisierungsmaßnahmen in dem     Gebiet       oder               Sensibilisierungskampagne
                                                                                                              Materialeffiz
Einwohner und Jahr                      Entsorgungsun betreffenden lokalen Gebiet, geteilt  Organisation                    n      für     verschiedene
                                                                                                              ienz
                                        ternehmen     durch die Anzahl der Einwohner.                                       Zielgruppen (z. B. Schüler,
                                                                                                                            allgemeine Öffentlichkeit,
                                                                                                                            Nutzer von Wertstoffhöfen)
                                                                                                                            durchgeführt     und     das
                                                                                                                            jährliche     Budget      für
                                                                                                                            Sensibilisierungsaktivitäten
                                                                                                                            beläuft sich auf mindestens
                                                                                                                            5 EUR pro Einwohner.
Anzahl der Abfallberater Anzahl/100 000 Abfallbehörde Anzahl der Abfallberater pro 100 000  Verwaltetes       Abfälle       Es existiert ein Netz von     3.2.6
pro 100 000 Einwohner    Einwohner      n         und Einwohner in dem betreffenden         Gebiet oder an                  Abfallberatern           mit
                                                                                                              Materialeffiz
                                        Entsorgungsun lokalen Gebiet.                       die                             mindestens einem Berater
                                                                                                              ienz
                                        ternehmen                                           Abfallbewirtsch                 pro 20 000 Einwohner.
                                                                                            aftung
                                                                                            angeschlossene
                                                                            53
 ---pagebreak---         Indikator              Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung                  Empfohlene      Zugehöriger        Leistungsrichtwert         Die
                              Einheiten      ppe                                                Mindestebene        EMAS-                                    jeweils
                                                                                                    für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                                Überwachung           or28                                  Umwel
                                                                                                                                                            tmanag
                                                                                                                                                            ementp
                                                                                                                                                              raxis
                                                                                                                                                            (BUMP
                                                                                                                                                               )29
                                                                                               Bevölkerung
Anteil der Bevölkerung,   %             Abfallbehörde Anteil der Bevölkerung, der privat       Verwaltetes       Abfälle       Alle Einwohner haben         3.2.7
der     privat    Abfälle               n         und Abfälle kompostiert, oder der in der     Gebiet oder an                  Zugang zur getrennten
                                                                                                                 Materialeffiz
kompostiert oder der in                 Entsorgungsun Gemeinde die Möglichkeit zur             die                             Sammlung von Biomüll
                                                                                                                 ienz
der     Gemeinde      die               ternehmen     Kompostierung        hat,     an     der Abfallbewirtsch                 oder zur Kompostierung im
Möglichkeit          zur                              Gesamtbevölkerung im betreffenden        aftung                          Privathaushalt oder in der
Kompostierung hat                                     lokalen Gebiet.                          angeschlossene                  Gemeinde.
                                                                                               Bevölkerung
Erstellung eines lokalen  ja/nein       Abfallbehörde Erstellung         eines         lokalen Verwaltetes       Abfälle       Die        Abfallvermeidung  3.2.8
Abfallvermeidungsplans                  n         und Abfallvermeidungsplans mit lang-         Gebiet       oder               nimmt          in        der
                                                                                                                 Materialeffiz
mit        lang-     und                Entsorgungsun und     kurzfristigen     Zielen und     Organisation                    Abfallbewirtschaftungsstrat
                                                                                                                 ienz
kurzfristigen Zielen und                ternehmen     Vorschriften      zur     regelmäßigen                                   egie, die auch ein lokales
Vorschriften         zur                              Überwachung.                                                             Abfallvermeidungsprogram
regelmäßigen                                                                                                                   m mit langfristigen (d. h.
Überwachung                                                                                                                    10-20 Jahre umfassenden)
                                                                                                                               und kurzfristigen (d. h. 1-5
                                                                                                                               Jahre          umfassenden)
                                                                                                                               Abfallvermeidungszielen
                                                                                                                               und      Vorschriften    zur
                                                                                                                               regelmäßigen
                                                                                                                               Überwachung beinhaltet,
                                                                                                                               eine strategische Bedeutung
                                                                                                                               ein.
                                                                              54
 ---pagebreak---         Indikator               Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung               Empfohlene     Zugehöriger       Leistungsrichtwert        Die
                               Einheiten      ppe                                             Mindestebene       EMAS-                                  jeweils
                                                                                                 für die      Kernindikat                                beste
                                                                                              Überwachung          or28                                Umwel
                                                                                                                                                       tmanag
                                                                                                                                                       ementp
                                                                                                                                                         raxis
                                                                                                                                                       (BUMP
                                                                                                                                                          )29
Anzahl oder Menge der      kg/Jahr       Abfallbehörde Jährliche Anzahl oder Menge (d. h.    Verwaltetes      Abfälle       k. A.                      3.2.9
zwecks                                   n         und Gewicht oder Volumen) der zwecks      Gebiet      oder
                           Anzahl/Jahr                                                                        Materialeffiz
Wiederverwendung                         Entsorgungsun Wiederverwendung         gesammelten  Organisation
                                                                                                              ienz
gesammelten                              ternehmen     Altprodukte     und       der    zur
Altprodukte und der der                                Vorbereitung zur Wiederverwendung
Vorbereitung          zur                              zugeführten Abfallteile.
Wiederverwendung
zugeführten Abfallteile
Jährliche Anzahl der       Anzahl/Jahr   Abfallbehörde Jährliche Anzahl der Kunden der       Verwaltetes      Abfälle       k. A.                      3.2.9
Kunden der Zentren für                   n         und Zentren     für    Reparatur     und  Gebiet      oder
                                                                                                              Materialeffiz
Wiederverwendung/Repa                    Entsorgungsun Wiederverwendung in der Gemeinde      Organisation
                                                                                                              ienz
raturstellen   in     der                ternehmen
Gemeinde
Verfügbarkeit         von  ja/nein       Abfallbehörde Verfügbarkeit von Tauschplätzen für   Verwaltetes      Abfälle       In Wertstoffhöfen stehen   3.2.9
Tauschplätzen          für               n         und Produkte/Wertstoffe              zur  Gebiet      oder               Tauschplätze           für
                                                                                                              Materialeffiz                            3.2.12
Produkte/Wertstoffe   zur                Entsorgungsun Unterstützung                    der  Organisation                   Produkte/Wertstoffe    zur
                                                                                                              ienz
Unterstützung         der                ternehmen     Wiederverwendung                   in                                Unterstützung          der
Wiederverwendung        in                             Wertstoffhöfen.                                                      Wiederverwendung       zur
Wertstoffhöfen                                                                                                              Verfügung.
Beteiligungsquote          %             Abfallbehörde Anteil der Bevölkerung, der das       Verwaltetes      Abfälle       k. A.                      3.2.10
                                         n         und Abfallsammelsystem             nutzt; Gebiet oder an
                                                                                                              Materialeffiz
                                         Entsorgungsun entsprechende       Daten       sind  die
                                                       üblicherweise     vorhanden      und  Abfallbewirtsch
                                                                             55
 ---pagebreak---         Indikator             Übliche     Hauptzielgru          Kurzbeschreibung                Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert          Die
                             Einheiten        ppe                                              Mindestebene        EMAS-                                    jeweils
                                                                                                   für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                               Überwachung           or28                                  Umwel
                                                                                                                                                           tmanag
                                                                                                                                                           ementp
                                                                                                                                                             raxis
                                                                                                                                                           (BUMP
                                                                                                                                                              )29
                                         ternehmen     beruhen        auf       Schätzungen,  aftung            ienz
                                                       Erhebungen,      der    Anzahl     der angeschlossene
                                                       Wertstoffabholungen usw.               Bevölkerung
Anteil des von einem      %              Abfallbehörde Anteil des von einem bestimmten        Verwaltetes       Abfälle       Die Haussammlung von         3.2.10
bestimmten                               n         und Abfallsammelsystem        abgedeckten  Gebiet       oder               mindestens              vier
                                                                                                                Materialeffiz
Abfallsammelsystem                       Entsorgungsun lokalen Gebiets, z. B. des städtischen Organisation                    Abfallfraktionen wird im
                                                                                                                ienz
abgedeckten       lokalen                ternehmen     Gebiets, in dem eine Haussammlung                                      gesamten Gebiet, in dem
Gebiets                                                der festen Siedlungsabfälle erfolgt.                                   feste       Siedlungsabfälle
                                                                                                                              bewirtschaftet      werden,
                                                                                                                              durchgeführt.
Anzahl                der Anzahl/100 000 Abfallbehörde Anzahl der Wertstoffhöfe in dem        Verwaltetes       Abfälle       k. A.                        3.2.12
Wertstoffhöfe         pro Einwohner      n         und betreffenden lokalen Gebiet pro        Gebiet oder an
                                                                                                                Materialeffiz
100 000 Einwohner.                       Entsorgungsun 100 000 Einwohner.                     die
                                                                                                                ienz
                                         ternehmen                                            Abfallbewirtsch
                                                                                              aftung
                                                                                              angeschlossene
                                                                                              Bevölkerung
Anzahl der in         den Anzahl         Abfallbehörde Anzahl der in den Wertstoffhöfen       Verwaltetes       Abfälle       In den Wertstoffhöfen        3.2.12
Wertstoffhöfen                           n         und gesammelten             verschiedenen  Gebiet       oder               werden mindestens 20
                                                                                                                Materialeffiz
gesammelten                              Entsorgungsun Abfallfraktionen.                      Organisation                    verschiedene
                                                                                                                ienz
verschiedenen                            ternehmen                                                                            Abfallfraktionen
Abfallfraktionen                                                                                                              gesammelt.
                                                                              56
 ---pagebreak---         Indikator            Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung              Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert        Die
                            Einheiten      ppe                                             Mindestebene      EMAS-                                   jeweils
                                                                                              für die      Kernindikat                                beste
                                                                                          Überwachung          or28                                 Umwel
                                                                                                                                                    tmanag
                                                                                                                                                    ementp
                                                                                                                                                      raxis
                                                                                                                                                    (BUMP
                                                                                                                                                       )29
Treibhausgasemissionen   kg CO2e/tkm  Abfallbehörde Gesamtmenge       der    bei     der  Verwaltetes      Abfälle       k. A.                      3.2.13
pro Tonne Abfall und                  n         und Abfallsammlung innerhalb eines        Gebiet      oder
                                                                                                           Emissionen
zurückgelegtem                        Entsorgungsun bestimmten Zeitraums erzeugten        Organisation
Kilometer                             ternehmen     Treibhausgasemissionen,       geteilt                  Energieeffizi
                                                    durch die Menge der gesammelten                        enz
                                                    Abfälle    und    der    von     den
                                                    Abfallsammelfahrzeugen im gleichen
                                                    Zeitraum zurückgelegten Entfernung.
Durchschnittlicher       Liter/100 km Abfallbehörde Gesamtkraftstoffverbrauch        der  Organisation     Abfälle       k. A.                      3.2.14
Kraftstoffverbrauch der               n         und Abfallsammelfahrzeuge, geteilt durch
                                                                                                           Emissionen
Abfallsammelfahrzeuge                 Entsorgungsun die gesamte Entfernung (in hundert
                                      ternehmen     km) innerhalb eines bestimmten                         Energieeffizi
                                                    Zeitraums.                                             enz
Anteil    der    Euro-6- %            Abfallbehörde Anteil der Euro-6-Fahrzeuge an der    Organisation     Energieeffizi Alle neu gekauften oder    3.2.14
Fahrzeuge     an   allen              n         und Flotte der Abfallsammelfahrzeuge,                      enz           gemieteten
Abfallsammelfahrzeugen                Entsorgungsun geteilt durch die Gesamtzahl der                                     Abfallsammelfahrzeuge der
                                                                                                           Emissionen
                                      ternehmen     Abfallsammelfahrzeuge in der Flotte.                                 Abfallentsorgungsorganisat
                                                                                                                         ion sind Euro-6-Fahrzeuge
                                                                                                                         und       werden       mit
                                                                                                                         komprimiertem       Erdgas
                                                                                                                         oder Biogas betrieben oder
                                                                                                                         sind      Hybrid-     oder
                                                                                                                         Elektrofahrzeuge.
                                                                          57
 ---pagebreak---         Indikator           Übliche   Hauptzielgru             Kurzbeschreibung              Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert        Die
                           Einheiten      ppe                                               Mindestebene        EMAS-                                  jeweils
                                                                                                für die      Kernindikat                                beste
                                                                                            Überwachung           or28                                Umwel
                                                                                                                                                      tmanag
                                                                                                                                                      ementp
                                                                                                                                                        raxis
                                                                                                                                                      (BUMP
                                                                                                                                                         )29
Anteil der – nach        %           Organisatione   Anteil der – nach Analyse der         Verwaltetes       Abfälle       k. A.                      3.2.15
Analyse              der             n           zur Zusammensetzung der gemischten        Gebiet       oder
                                                                                                             Materialeffiz
Zusammensetzung        –             Herstellervera  Abfälle – unter die Regelung zur      betreffendes
                                                                                                             ienz
unter die Regelung zur               ntwortung,      erweiterten Herstellerverantwortung   lokales Gebiet
erweiterten                          Abfallbehörde   fallenden Produkte in Restabfällen.
Herstellerverantwortung              n          und
fallenden Produkte in                Entsorgungsun
Restabfällen                         ternehmen
Sortierquote der Anlage  %           Anlagenbetrei   Jährliche Menge der dem Recycling     Sortieranlage     Abfälle       Die Verwertungsanlagen,    3.2.16
in Bezug auf gemischte               ber             zugeführten Werkstoffe, geteilt durch                                 die              gemischte
                                                                                                             Materialeffiz
Leichtverpackungsabfäll                              die jährliche Menge der behandelten                                   Leichtverpackungsabfälle
                                                                                                             ienz
e                                                    gemischten Verpackungsabfälle.                                        sortieren,   haben    eine
                                                                                                                           Sortierquote           von
                                                     Dieser Indikator kann sowohl für die
                                                                                                                           mindestens 88 %.
                                                     Gesamtmenge        an     gemischten
                                                     Verpackungsabfällen als auch für die
                                                     einzelnen Ausgabeströme berechnet
                                                     werden.
                                                                           58
 ---pagebreak---         Indikator           Übliche  Hauptzielgru            Kurzbeschreibung              Empfohlene   Zugehöriger       Leistungsrichtwert         Die
                           Einheiten      ppe                                             Mindestebene     EMAS-                                   jeweils
                                                                                              für die   Kernindikat                                 beste
                                                                                          Überwachung        or28                                 Umwel
                                                                                                                                                  tmanag
                                                                                                                                                  ementp
                                                                                                                                                    raxis
                                                                                                                                                  (BUMP
                                                                                                                                                     )29
Behandlungsquote     der %           Anlagenbetrei Jährliche Menge der dem Recycling     Abfallbehandlu Abfälle       Die Verwertungsanlagen,     3.2.17
Anlage in Bezug auf                  ber           zugeführten Werkstoffe, geteilt durch ngsanlage                    die               gemischte
                                                                                                        Materialeffiz
gemischte                                          die jährliche Menge der behandelten                                Verpackungsabfälle      aus
                                                                                                        ienz
Verpackungsabfälle aus                             gemischten Verpackungsabfälle aus                                  Kunststoff       behandeln,
Kunststoff                                         Kunststoff.                                                        haben                  eine
                                                                                                                      Behandlungsquote       von
                                                   Dieser Indikator kann sowohl für die
                                                                                                                      mindestens 60 %.
                                                   Gesamtmenge        an    gemischten
                                                   Verpackungsabfällen als auch für die
                                                   einzelnen Ausgabeströme (z. B. PE,
                                                   HDPE, PP) berechnet werden.
Sortierquote der Anlage, %           Anlagenbetrei Jährliche Menge der dem Recycling     Sortieranlage  Abfälle       Die Verwertungsanlagen,     3.2.18
die         Altmatratzen             ber           zugeführten Wertstoffe, geteilt durch                              die           Altmatratzen
                                                                                                        Materialeffiz
behandelt                                          die jährliche Menge der behandelten                                behandeln, haben eine
                                                                                                        ienz
                                                   Altmatratzen.                                                      Sortierquote           von
                                                                                                                      mindestens 91 %.
Sortierquote der Anlage  %           Anlagenbetrei jährliche Menge der dem Recycling     Sortieranlage  Abfälle       Die Verwertungsanlagen,     3.2.19
in Bezug auf Abfälle aus             ber           zugeführten Werkstoffe, geteilt durch                              die       Abfälle       aus
                                                                                                        Materialeffiz
absorbierenden                                     die jährliche Menge der behandelten                                absorbierenden
                                                                                                        ienz
Hygieneprodukten                                   Abfälle       aus     absorbierenden                               Hygieneprodukten
                                                   Hygieneprodukten.                                                  behandeln, haben eine
                                                                                                                      Sortierquote           von
                                                                                                                      mindestens 90 %.
                                                                         59
 ---pagebreak---        Indikator             Übliche        Hauptzielgru            Kurzbeschreibung              Empfohlene      Zugehöriger        Leistungsrichtwert         Die
                            Einheiten            ppe                                             Mindestebene        EMAS-                                    jeweils
                                                                                                     für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                                 Überwachung           or28                                  Umwel
                                                                                                                                                             tmanag
                                                                                                                                                             ementp
                                                                                                                                                               raxis
                                                                                                                                                             (BUMP
                                                                                                                                                                )29
Allgemeine Umweltleistungsindikatoren für feste Siedlungsabfälle
                                                                                                                                Die Menge der jährlich
Erzeugung von festen    kg/Kopf/Jahr       Abfallbehörde   Jährliche Gesamtmenge an festen      Verwaltetes       Abfälle                                    3.3.1
                                                                                                                                erzeugten             festen
Siedlungsabfällen                          n          und  Siedlungsabfällen, geteilt durch die Gebiet       oder
                                                                                                                  Materialeffiz Siedlungsabfälle          im
                                           Entsorgungsun   Anzahl der Einwohner.                betreffendes
                                                                                                                  ienz          verwalteten            bzw.
                                           ternehmen                                            lokales Gebiet
                                                                                                                                bewirtschafteten     Gebiet
                                                                                                                                (die von den verschiedenen
                                                                                                                                Abfallsammelsystemen in
                                                                                                                                diesem Gebiet erfasst wird)
                                                                                                                                beträgt:
                                                                                                                                 - weniger als 75 % der
                                                                                                                                 national         erzeugten
                                                                                                                                 Durchschnittsmenge       an
                                                                                                                                 Siedlungsabfällen, wobei
                                                                                                                                 die nationale Definition
                                                                                                                                 von Siedlungsabfällen im
                                                                                                                                 jeweiligen Land verwendet
                                                                                                                                 wird; oder
                                                                                                                                 - weniger als 360 kg/Kopf,
                                                                                                                                 wenn sie nur für folgende
                                                                                                                                 Abfallfraktionen berechnet
                                                                                                                                 wird:
                                                                                                                                   i)            organische
                                                                                                                                   Abfälle/Biomüll (z. B.
                                                                                                                                   Grünschnitt,
                                                                                60
 ---pagebreak---        Indikator             Übliche   Hauptzielgru           Kurzbeschreibung               Empfohlene      Zugehöriger        Leistungsrichtwert          Die
                            Einheiten      ppe                                              Mindestebene        EMAS-                                     jeweils
                                                                                                für die      Kernindikat                                   beste
                                                                                            Überwachung           or28                                   Umwel
                                                                                                                                                         tmanag
                                                                                                                                                         ementp
                                                                                                                                                           raxis
                                                                                                                                                         (BUMP
                                                                                                                                                            )29
                                                                                                                              Lebensmittel-          und
                                                                                                                              Küchenabfälle),
                                                                                                                              ii)             gemischte
                                                                                                                              Verpackungen,
                                                                                                                              iii) Papier und Pappe,
                                                                                                                              iv) Glas,
                                                                                                                              v) Kunststoffe,
                                                                                                                              vi) Metalle,
                                                                                                                              vii) Sperrmüll,
                                                                                                                              viii)     Elektro-     und
                                                                                                                              Elektronik-Altgeräte und
                                                                                                                              ix) gemischte Abfälle.
Menge der gesammelten    kg/Kopf/Jahr Abfallbehörde Jährliche Menge an gemischten          Verwaltetes       Abfälle       k. A.                         3.3.2
gemischten        festen              n         und festen Siedlungsabfällen, geteilt      Gebiet       oder
                                                                                                             Materialeffiz
Siedlungsabfälle                      Entsorgungsun durch die Anzahl der Einwohner.        betreffendes
                                                                                                             ienz
                                      ternehmen                                            lokales Gebiet
                                                                                                                           Die                       der
Der                      kg/Kopf/Jahr Abfallbehörde Jährliche    Menge       an    festen  Verwaltetes       Abfälle                                     3.3.3
                                                                                                                           Energierückgewinnung
Energierückgewinnung                  n         und Siedlungsabfällen, die entweder unter  Gebiet       oder
                                                                                                             Materialeffiz bzw.              Entsorgung
bzw.         Entsorgung               Entsorgungsun Energierückgewinnung        verbrannt  betreffendes
                                                                                                             ienz          zugeführte jährliche Menge
zugeführte         feste              ternehmen     bzw. entsorgt wird (zum Beispiel auf   lokales Gebiet
                                                                                                                           an      festen    gemischten
Siedlungsabfälle                                    Deponien            oder           in
                                                                                                                           Siedlungsabfällen beträgt:
                                                    Verbrennungsanlagen             ohne
                                                                                                                            - weniger als 15 % der
                                                    Energierückgewinnung),         geteilt
                                                                                                                            national           erzeugten
                                                    durch die Anzahl der Einwohner.
                                                                                                                            Durchschnittsmenge        an
                                                                           61
 ---pagebreak---        Indikator              Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung              Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert          Die
                             Einheiten      ppe                                            Mindestebene        EMAS-                                    jeweils
                                                                                               für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                           Überwachung           or28                                  Umwel
                                                                                                                                                       tmanag
                                                                                                                                                       ementp
                                                                                                                                                         raxis
                                                                                                                                                       (BUMP
                                                                                                                                                          )29
                                                                                                                           Siedlungsabfällen oder
                                                                                                                           - weniger als 70 kg/Kopf.
                                                                                                                          Die jährliche Menge an der
Der          Entsorgung   kg/Kopf/Jahr Abfallbehörde Jährliche Menge an der Entsorgung    Verwaltetes       Abfälle                                    3.3.4
                                                                                                                          Entsorgung      zugeführten
zugeführte          feste              n         und zugeführten festen Siedlungsabfällen Gebiet       oder
                                                                                                            Materialeffiz festen    Siedlungsabfällen
Siedlungsabfälle                       Entsorgungsun (die      beispielsweise       ohne  betreffendes
                                                                                                            ienz          beträgt:
                                       ternehmen     Energierückgewinnung       verbrannt lokales Gebiet
                                                                                                                           - weniger als 2 % der
                                                     oder auf Deponien entsorgt wird),
                                                                                                                           national          erzeugten
                                                     geteilt durch die Anzahl der
                                                                                                                           Durchschnittsmenge       an
                                                     Einwohner.
                                                                                                                           Siedlungsabfällen oder
                                                                                                                           - weniger als 10 kg/Kopf.
Erfassungsquote    eines  %            Abfallbehörde Gesamtmenge       eines     getrennt Verwaltetes       Abfälle       - Die Erfassungsquote für    3.3.5
bestimmten Abfallstroms                n         und gesammelten Abfallstroms, geteilt    Gebiet       oder               als    separate     Fraktion
                                                                                                            Materialeffiz
                                       Entsorgungsun durch die Gesamtabfallmenge dieser   betreffendes                    getrennt (d. h. nicht in
                                                                                                            ienz
                                       ternehmen     getrennten Sammlung, die anhand      lokales Gebiet                  einem            gemischten
                                                     der Analyse der Zusammensetzung                                      Sammelsystem)
                                                     der gemischten Abfälle berechnet                                     gesammeltes Altglas ist
                                                     wird.                                                                höher als 90 %.
                                                                                                                          - Die Erfassungsquote für
                                                                                                                          als    separate     Fraktion
                                                                                                                          getrennt (d. h. nicht in
                                                                                                                          einem            gemischten
                                                                                                                          Sammelsystem)
                                                                                                                          gesammelte Papier- und
                                                                                                                          Pappabfälle ist höher als
                                                                           62
 ---pagebreak---         Indikator           Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung                Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert         Die
                           Einheiten      ppe                                              Mindestebene        EMAS-                                   jeweils
                                                                                               für die      Kernindikat                                 beste
                                                                                           Überwachung           or28                                 Umwel
                                                                                                                                                      tmanag
                                                                                                                                                      ementp
                                                                                                                                                        raxis
                                                                                                                                                      (BUMP
                                                                                                                                                         )29
                                                                                                                          85 %.
                                                                                                                          - Die Erfassungsquote für
                                                                                                                          als    separate   Fraktion
                                                                                                                          getrennt (d. h. nicht in
                                                                                                                          einem           gemischten
                                                                                                                          Sammelsystem)
                                                                                                                          gesammeltes Altmetall ist
                                                                                                                          höher als 75 %.
                                                                                                                          - Die Erfassungsquote für
                                                                                                                          gemischte
                                                                                                                          Verpackungsabfälle      ist
                                                                                                                          höher als 65 %.
Verunreinigungsquote    %            Abfallbehörde Menge an nicht zur Zielgruppe          Verwaltetes       Abfälle       k. A.                       3.3.6
eines        bestimmten              n         und gehörenden Stoffen in einem            Gebiet       oder
                                                                                                            Materialeffiz
Abfallstroms                         Entsorgungsun bestimmten getrennt gesammelten        betreffendes
                                                                                                            ienz
                                     ternehmen     Abfallstrom.                           lokales Gebiet
Biomüll in gemischten   kg/Kopf/Jahr Abfallbehörde Jährliche Menge an Biomüll in          Verwaltetes       Abfälle       Die jährliche Menge an      3.3.7
Abfällen                             n         und gemischten Abfällen (berechnet         Gebiet       oder               Biomüll in gemischten
                                                                                                            Materialeffiz
                                     Entsorgungsun anhand       der      Analyse      der betreffendes                    Abfällen beträgt weniger
                                                                                                            ienz
                                     ternehmen     Zusammensetzung der gemischten         lokales Gebiet                  als 10 kg/Kopf.
                                                   Abfälle), geteilt durch die Anzahl der
                                                   Einwohner.
                                                                           63
 ---pagebreak---         Indikator            Übliche     Hauptzielgru          Kurzbeschreibung              Empfohlene     Zugehöriger       Leistungsrichtwert          Die
                            Einheiten        ppe                                            Mindestebene       EMAS-                                    jeweils
                                                                                               für die      Kernindikat                                  beste
                                                                                            Überwachung          or28                                  Umwel
                                                                                                                                                       tmanag
                                                                                                                                                       ementp
                                                                                                                                                         raxis
                                                                                                                                                       (BUMP
                                                                                                                                                          )29
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Bau- und Abbruchabfälle
Anteil an sämtlichen     %              Abfallbehörde Jährliche Menge an Bau- und          Verwaltetes      Abfälle       Bis     2020    wird     ein 3.4.1
gesammelten Bau- und                    n         und Abbruchabfällen, die ordnungsgemäß   Gebiet      oder               integrierter
                                                                                                            Materialeffiz
Abbruchabfällen,     die                Entsorgungsun getrennt        und          zwecks  Organisation                   Bewirtschaftungsplan für
                                                                                                            ienz
ordnungsgemäß getrennt                  ternehmen     Wiederverwendung, Recycling oder                                    Bau- und Abbruchabfälle
und               zwecks                              Rückgewinnung behandelt werden,                                     mit einer entsprechenden
Wiederverwendung,                                     geteilt durch die Gesamtmenge an                                    Recyclingquote          von
Recycling           oder                              Bau- und Abbruchabfällen.                                           mindestens             80 %
Rückgewinnung                                                                                                             umgesetzt;        außerdem
behandelt werden                                                                                                          werden Bestimmungen für
                                                                                                                          Mechanismen       für    die
                                                                                                                          Überwachung             und
                                                                                                                          Umsetzung eingeführt.
Anzahl               der Anzahl/100 000 Abfallbehörde Anzahl der Sammelstellen für         Verwaltetes      Abfälle       Es existiert mindestens eine 3.4.3
Sammelstellen        für Einwohner      n         und Asbestabfälle      pro      100 000  Gebiet      oder               Sammelstelle pro 100 000
                                                                                                            Materialeffiz
Asbestabfälle        pro                Entsorgungsun Einwohner in dem betreffenden        Organisation                   Einwohnern oder es erfolgt
                                                                                                            ienz
100 000 Einwohner                       ternehmen     lokalen Gebiet                                                      eine             kostenlose
                                                                                                                          Haussammlung der von
                                                                                                                          Einwohnern        entsorgten
                                                                                                                          Asbestabfälle.
Effizienz            der %              Anlagenbetrei Gesamtmenge der in der Anlage        Abfallbehandlu   Abfälle       k. A.                        3.4.4
Materialrückgewinnung                   ber           behandelten       Gipskartonabfälle, ngsanlage
                                                                                                            Materialeffiz
in                   der                              abzüglich der Menge des erzeugten
                                                                            64
 ---pagebreak---         Indikator              Übliche     Hauptzielgru           Kurzbeschreibung             Empfohlene      Zugehöriger       Leistungsrichtwert    Die
                              Einheiten        ppe                                            Mindestebene        EMAS-                              jeweils
                                                                                                  für die      Kernindikat                            beste
                                                                                              Überwachung           or28                            Umwel
                                                                                                                                                    tmanag
                                                                                                                                                    ementp
                                                                                                                                                      raxis
                                                                                                                                                    (BUMP
                                                                                                                                                       )29
Verwertungsanlage      für                              Ausschusses, geteilt     durch die                     ienz
Gipskartonabfälle                                       Gesamtmenge       der    behandelten
                                                        Gipskartonabfälle.
Effizienz             der  %              Anlagenbetrei Gesamtmenge der in der Anlage        Abfallbehandlu    Abfälle       k. A.                  3.4.5
Materialrückgewinnung                     ber           behandelten         Bau-        und  ngsanlage
                                                                                                               Materialeffiz
in                    der                               Abbruchabfälle,     abzüglich    der
                                                                                                               ienz
Verwertungsanlage für                                   Menge des erzeugten Ausschusses,
Bau- und Abbruchabfälle                                 geteilt durch die Gesamtmenge der
                                                        behandelten         Bau-        und
                                                        Abbruchabfälle.
Bewährte Umweltmanagementpraktiken für Abfälle aus dem Gesundheitswesen
Sammelquote           pro  kg/Patient/Tag Entsorgungsun Tägliche Menge einer bestimmten      Gesundheitseinr   Abfälle       k. A.                  3.5.1
Abfallfraktion, pro Bett                  ternehmen     Abfallfraktion, geteilt durch die    ichtung
                           kg/Bett/Tag                                                                         Materialeffiz
oder              Patient,                              Anzahl der Patienten oder Betten in
                                                                                                               ienz
entsprechend den in den                                 der Gesundheitseinrichtung.
jeweiligen
Gesundheitseinrichtunge
n            gesammelten
Abfallfraktionen
Menge der gesammelten,     kg/Kopf/Jahr   Abfallbehörde Jährliche     Menge      der    von  Verwaltetes       Abfälle       k. A.                  3.5.2
von      Privathaushalten                 n         und Privathaushalten erzeugten und in    Gebiet       oder
erzeugten Abfälle aus                     Entsorgungsun einem getrennten Sammelsystem für
                                                                              65
 ---pagebreak---        Indikator           Übliche   Hauptzielgru          Kurzbeschreibung            Empfohlene      Zugehöriger     Leistungsrichtwert    Die
                          Einheiten      ppe                                           Mindestebene      EMAS-                             jeweils
                                                                                          für die      Kernindikat                          beste
                                                                                      Überwachung          or28                           Umwel
                                                                                                                                          tmanag
                                                                                                                                          ementp
                                                                                                                                            raxis
                                                                                                                                          (BUMP
                                                                                                                                             )29
dem Gesundheitswesen                ternehmen     Einwohner gesammelten Abfälle aus   Organisation
                                                  dem Gesundheitswesen, geteilt durch
                                                  die Anzahl der Einwohner
Anteil der Abfälle aus  %           Abfallbehörde Anteil der Abfälle aus dem          Verwaltetes      Abfälle     k. A.                  3.5.2
dem Gesundheitswesen                n         und Gesundheitswesen in gemischten      Gebiet      oder
in           gemischten             Entsorgungsun Haushaltsabfällen, die bei der      Organisation
Haushaltsabfällen                   ternehmen     Analyse der Zusammensetzung einer
                                                  repräsentativen   Probe   ermittelt
                                                  werden.
                                                                       66