CELEX: 51988PC0830
Language: de
Date: 1988-12-09
Title: MODIFIKATION EINES VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES ZUR ANNAHME EINES SPEZIFISCHEN PROGRAMMS FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IN DEN BEREICHEN INDUSTRIELLE FERTIGUNGSTECHNOLOGIEN UND VERWENDUNG FORTGESCHRITTENER WERKSTOFFE ( BRITE/EURAM ) ( 1989-1992 )

Nr. C 19/10                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              25. 1. 89
              Änderung des Vorschlags für eine Entscheidung des Rates zur Annahme eines spezifischen Pro-
              gramms Forschung und technologische Entwicklung in den Bereichen industrielle Fertigungs-
                       technologien und Verwendung fortgeschrittener Werkstoffe (BRITE/EURAM)
                                                       (1989-1992) (')
                                              KOM(88) 830 endg. — SYN 142
              (Gemäß Artikel 149 Absatz 3 des EWG-Vertrags von der Kommission vorgelegt am 9. Dezember
                                                            V.
                                                        (89/C 19/11)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                        lung in allen Bereichen zu fördern und zugleich um wis-
                                                                 senschaftliche und technische Qualität bemüht sind. Das
                                                                 Programm BRITE/EURAM soll zur Verwirklichung
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-               dieser Ziele beitragen.
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel
130q Absatz 2,                                                   Mit dem Beschluß 85/196/EWG des Rates (3) wurde ein
                                                                 erstes Mehrjahres-Forschungs- und Entwicklungspro-
                                                                 gramm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf
auf Vorschlag der Kommission,                                    dem Gebiet der technologischen Grundlagenforschung
                                                                 und der Anwendung neuer Technologien (BRITE)
                                                                 (1985—1988) beschlossen.
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,
                                                                 Mit dem Beschluß 86/235/EWG des Rates (4) wurde ein
                                                                 Forschungsprogramm über Materialien (Rohstoffe und
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-               moderne Werkstoffe) (1986—1989) beschlossen.
schusses,
                                                                 In denjenigen Bereichen, in denen der industrielle Fort-
in Erwägung nachstehender Gründe:                                schritt durch unzulängliches Grundlagenwissen gehemmt
                                                                 wird, müssen Vorhaben der zielorientierten Grundlagen-
                                                                 forschung unterstützt werden.
Artikel 130k des Vertrages legt fest, daß die Durchfüh-
rung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Pro-               Es sollte in angemessener Weise auf das Interesse rea-
gramme erfolgt, die innerhalb einer jeden Aktion entwik-         giert werden, das die Industrie an der zwischenstaatli-
kelt werden.                                                     chen Zusammenarbeit zeigt.
                                                                 Es ist notwendig, soweit wie möglich kleine und mittlere
Mit seinem Beschluß 87/516/Euratom, EWG (2) hat der              Unternehmen (KMU) an der Entwicklung der industriel-
Rat ein gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich             len Technologien zu beteiligen, wobei ihre spezifischen
der Forschung und technologischen              Entwicklung       Erfordernisse unter Wahrung der angestrebten wissen-
(1987-1991) angenommen, das Tätigkeiten auf dem Ge-              schaftlichen und technischen Qualität des Programms zu
biet der Wissenschaft und Technologie in den Bereichen           berücksichtigen sind.
Fertigungsindustrie und fortgeschrittene Werkstoffe vor-
sieht.
                                                                 Es ist notwendig, den industriellen und grenzüberschrei-
                                                                 tenden Charakter des Programms zu betonen und Vor-
                                                                 haben der angewandten Forschung mit mindestens zwei
Dieser Beschluß sieht vor, daß mit den Forschungstätig-
                                                                 industriellen Partnern aus zwei verschiedenen Mitglied-
keiten der Gemeinschaft im besonderen bezweckt wird,
                                                                 staaten durchzuführen.
die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen
der europäischen Industrie zu stärken und ihre interna-
tionale Wettbewerbsfähigkeit zu fördern; nach dem ge-            Es ist notwendig, den industriellen Charakter des Pro-
nannten Beschluß lassen sich Gemeinschaftsaktionen               gramms zu gewährleisten, indem Vorhaben der ziel-
dann rechtfertigen, wenn sie unter anderem dazu beitra-          orientierten Grundlagenforschung mit industrieller Un-
gen, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt              terstützung von mindestens zwei unabhängigen Unter-
der Gemeinschaft zu stärken, ihre harmonische Entwick-           nehmen durchgeführt werden.
(') ABl. Nr. C 228 vom 3. 9. 1988, S. 3.
    Original KOM(88) 385 end. — SYN 142;
    (23. August 1988).                                           (') ABl. Nr. L 83 vom 25. 3. 1985, S. 8.
O ABl. Nr. L 302 vom 24. 10. 1987, S. 1.                         (4) ABl. Nr. L 159 vom 14. 6. 1986, S. 36.
 ---pagebreak--- 25. 1. 89                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 19/11
Die Teilnahme von Organisationen aus EFTA-Ländern             Vorschlägen für eine Änderung oder Verlängerung, mit-
an industriell orientierten FuE-Vorhaben unter angemes-       geteilt.
senen Bedingungen kann zur Wettbewerbsfähigkeit der
Fertigungsindustrie insgesamt beitragen.                      (2)      Die Kommission wird vor dem Ende des Pro-
                                                              gramms eine Bewertung der Ergebnisse vornehmen und
Es liegt im Interesse der Gemeinschaft, die wissenschaft-     dem Rat und dem Europäischen Parlament darüber Be-
liche und technische Basis der europäischen Forschung         richt erstatten.
durch eine größere Beteiligung der EFTA-Länder an be-
stimmten Gemeinschaftsprogrammen zu erweitern, ins-           (3)      Die vorstehend genannten Berichte werden unter
besondere an Programmen, welche die Zusammenarbeit            Berücksichtigung der Zielsetzungen gemäß Anhang III
in Forschung und Entwicklung über grundlegende indu-          dieser Entscheidung und in Übereinstimmung mit Artikel
strielle Technologien, einschließlich fortgeschrittener       2 Absatz 2 des Rahmenprogramms festgelegt.
Werkstoffe, betreffen.
                                                                                        Artikel 6
Die Durchführung konzertierter Aktionen im Rahmen
der COST ist ein wesentlicher Faktor bei der Ergänzung        (1)      Die Kommission ist für die Durchführung des
industrieorientierter FuE-Vorhaben.                           Programms verantwortlich und wird von dem durch den
                                                              Beschluß 84/338/Euratom, EGKS, EWG des Rates O
Der Ausschuß für Wissenschaftliche und Technische             eingesetzten Beratenden Verwaltungs- und Koordinie-
Forschung (CREST) ist zu den nachstehenden Maßnah-            rungsausschuß (BVKA) Industrielle Technologien unter-
men angehört worden —                                         stützt.
                                                              (2)      Die von der Kommission abgeschlossenen Ver-
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                                              träge legen die Rechte und Pflichten der Parteien fest
                                                              sowie die Methoden der Verbreitung, des Schutzes und
                          Artikel 1                           der Auswertung der Forschungsergebnisse.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1989 wird für einen Zeit-
raum von vier Jahren ein spezifisches Programm für For-                                 Artikel 7
schung und technologische Entwicklung in den Berei-
                                                              (1)      Sind zwischen nicht der Gemeinschaft angehören-
chen industrielle Fertigungstechnologien und Verwen-
                                                              den europäischen Ländern und der Europäischen Ge-
dung fortgeschrittener Werkstoffe gemäß Anhang I ver-
                                                              meinschaft Rahmenabkommen über die wissenschaftliche
abschiedet.
                                                              und technische Zusammenarbeit geschlossen worden, so
                                                              können Organisationen und Unternehmen aus diesen
                          Artikel 2                           Ländern unter von der Kommission festzulegenden an-
Die für die Durchführung des Programms für erforder-          gemessenen Bedingungen sich als Partner an einem Vor-
lich gehaltenen Mittel belaufen sich, einschließlich der      haben beteiligen, das im Rahmen des Programms durch-
Ausgaben für einen Personalbestand, dessen Kosten             geführt wird. Der in Artikel 5 genannte Ausschuß unter-
4,5 % des Beitrags der Gemeinschaft nicht übersteigen         stützt die Kommission bei der Festlegung dieser Bedin-
dürfen, auf 439,5 Millionen ECU.                              gungen für jedes dieser Vorhaben.
In Anhang IV ist beschrieben, wie sich dieser Betrag indi-    (2)     Außerhalb der Gemeinschaft ansässige Vertrag-
kativisch aufteilt.                                           nehmer, die als Partner an Programmvorhaben teilneh-
                                                              men, haben keinen Anspruch auf eine im Rahmen des
                          Artikel 3                           Programms vorgesehene Finanzierung durch die Ge-
                                                              meinschaft. Der Vertragnehmer leistet einen Beitrag zu
Ausführliche Regeln für die Durchführung des Pro-             den allgemeinen Verwaltungsausgaben.
gramms und der Beteiligungssatz sind in Anhang II fest-
gelegt.                                                                                 Artikel 8
                          Artikel 4                           Die Kommission sorgt durch Gewährleistung eines regel-
                                                              mäßigen Informationsaustauschs zwischen dem in Artikel
Die Kommission wird die Informationspakete zu den             5 genannten Ausschuß und den betreffenden COST-
Ausschreibungen in allen Sprachen der Gemeinschaft ver-       Verwaltungsausschüssen dafür, daß Verfahren geschaf-
schicken, um gleiche Bedingungen für die Beteiligung von      fen werden, die eine geeignete Zusammenarbeit mit
Unternehmen, Universitäten und Forschungszentren in           COST-Aktionen in den durch das Programm abgedeck-
den Mitgliedstaaten zu gewährleisten.                         ten Forschungsbereichen ermöglichen.
                          Artikel 5                                                     Artikel 9
(1)     Im dritten Jahr der Durchführung wird    das Pro-     Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
gramm von der Kommission überprüft. Das          Ergebnis
dieser Überprüfung wird dem Rat und dem          Europäi-
schen Parlament, gegebenenfalls zusammen mit     etwaigen     (') ABl. Nr. L 177 vom 4. 7. 1984, S. 25.
 ---pagebreak--- Nr. C 19/12                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            25. 1. 89
                                                                   ANHANG      I
                                                        TECHNISCHER ANHANG
            1. Fortgeschrittene Werkstofftechnologien
                Die Arbeiten in diesem Bereich konzentrieren sich auf die Entwicklung verbesserter oder neuer Werk-
                stoffe sowie die Materialverarbeitung für ein breites Spektrum möglicher Anwendungen, mit Ausnahme
                derjenigen, die in direkter Beziehung zu den von ESPRIT (') abgedeckten IT-Anwendungen stehen.
                Hierzu gehören insbesondere:
                1.1. Metallische Werkstoffe und Metallmatrix-Verbundwerkstoffe
                      Ziele:
                      — Verlängerung der Lebensdauer von Komponenten
                      — höhere Betriebstemperaturen im Hinblick auf einen besseren thermischen Wirkungsgrad
                      — bessere und wirksamere Verarbeitungsverfahren für Werkstoffe
                1.2. Werkstoffe für magnetische, optische, elektrische und Supraleiter-Anwendungen
                      Ziel:
                      Verbesserte Werkstoffe und Werkstoffverarbeitung für optische, magnetische, elektrische und Su-
                      praleiter-Anwendungen.
                1.3. Nichtmetallische Hochtemperaturwerkstoffe
                      Ziele:
                      — Auslegungsmethodologien für Erzeugnisse auf der Grundlage von Keramiken, Gläsern und
                          amorphen Materialien
                      — verbesserte monolithische und keramische Verbundwerkstoffe sowie Metall-/Keramik-Schnitt-
                          stellen für industrielle Anwendungen
                      — bessere Verarbeitungstechniken und Qualitätskontrollstrategien
                1.4. Polymere und organische Matrix-Verbundwerkstoffe
                      Ziele:
                      — Entwicklung von Polymeren für spezifische Anwendungen
                      — kostenwirksamere Verfahrenstechniken für das Herstellen von Teilen aus Polymeren und Poly-
                          mermatrix-Verbundwerkstoffen
                      — Auslegungsregeln für die Spezifikation und Herstellung technischer Polymere und Verbund-
                          werkstoffe
                      — neue Polymere mit verbesserten Recycling-Eigenschaften
                      — verbesserte Techniken für die Produktsicherung
                1.5. Werkstoffe für Sonderanwendungen
                      Ziel:
                      verbesserte Werkstoffe und deren Verarbeitung für Sonderanwendungen
            (') Entwicklungen von Werkstoffen, die bereits durch ESPRIT abgedeckt werden, betreffen beispielsweise magnetische,
                magneto-optische und optische Dünnfilme für Sensoren, Aufzeichnungsmedien und -köpfe, optische Schichten und
                spezifische Materialien für Opto-Elektronik, Keramiken und Polymere für die Verkapselung von integrierten Schalt-
                kreisen und spezifischen Substraten sowie supraleitende Dünnfilme für Schwachstromanwendungen und Bauelemente.
 ---pagebreak--- 25. 1. 89                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 19/13
          2. Auslegungsmethodologie und Sicherung von Erzeugnissen und Verfahren
             Entwicklung von Techniken zur Verbesserung der Produktqualität, der Zuverlässigkeit und der Wart-
             barkeit von Konstruktionen und Fertigungssystemen durch Klarstellung der Auslegungsziele für Erzeug-
             nisse sowie Verfahren und Verfeinerung der Kriterien, an denen die Eigenschaften gemessen werden.
             Die Benutzung von Werkstoffen für Anwendungen in Sensoren und die Verringerung der Kosten von
             Sensoren für die Lebensdauer sind ebenfalls in diesem Abschnitt enthalten. Damit werden Arbeiten in
             den IT-Programmen der Gemeinschaft ergänzt, in denen die On-line-Steuerung, einschließlich Über-
             wachung und Diagnose, vorbeugender Wartung und Qualitätssicherung behandelt werden.
             Hierzu gehören insbesondere:
             2.1. Qualität, Zuverlässigkeit und Wartbarkeit in der Industrie
                  Ziele:
                  — verbesserte Messung der Leistungskennwerte für Fertigungsabläufe in einem breiten Spektrum
                      von Industriezweigen
                  — verbessertes und besser vorhersehbares physikalisches und umweltverträgliches Verhalten der
                      Erzeugnisse
                  — verbesserte Strategien für die Qualitätskontrolle
                  — Entwurfsregeln in bezug auf Zuverlässigkeit und Wartbarkeit von Komponenten, Konstruktio-
                      nen und Systemen, einschließlich Maschinen, die unter wechselnden Betriebsbedingungen arbei-
                      ten
             2.2. Prozeß- und Produktsicherung
                  Ziele:
                  — Verringerung der gesamten Lebensdauerkosten von Sensorsystemen für die Prozeßsteuerung
                  — Nutzung von Materialeigenschaften für Anwendungen in Sensoren
                  — Einsatz fortschrittlicher Meßtechniken im Hinblick auf eine kostenwirksamere Prüfung der
                      Topologie
                  — verbesserte energetische Regelung industrieller Anwendungen
                  — verbesserte zerstörungsfreie Prüfverfahren für die Produktsicherung
          3. Einsatz von Fertigungstechnologien
             Aufgabe dieses Bereichs ist die Feststellung und Behandlung der Erfordernisse der Fertigungsindustrie,
             vor allem der weniger fortgeschrittenen Sektoren, die vielfach zum großen Teil aus KMU bestehen. Es
             ist anzunehmen, daß das Modellieren physikalischer Eigenschaften ein wertvolles Instrument des Fort-
             schritts sein wird. Eingegangen wird auch auf die Herausforderung für diejenigen Industriezweige, die
             auf dem Einsatz flexibler Materialien basieren. Insgesamt gesehen werden sich die Arbeiten im wesentli-
             chen auf die Entwicklung von Erzeugnissen und Verfahren konzentrieren, durch die in anderen Sekto-
             ren bereits eingesetzte Technologien übertragen und angepaßt werden. Damit sollen die Arbeiten im
             Rahmen von ESPRIT ergänzt werden, wo IT-Systeme für die fortschrittliche Fertigung und die
             rechnerintegrierte Fertigung (CIM) entwickelt werden.
             Hierzu gehören insbesondere:
             3.1. Fortschrittliche Fertigungspraktiken
                  Ziele:
                  — Identifizierung von Mitteln zur Verbesserung der Fertigungspraktiken in spezifischen Sektoren
                  — Transfer und Anpassung von Technologien, die bereits in anderen Sektoren genutzt werden
             3.2. Fertigungsverfahren für flexible Materialien
                  Ziele:
                  — größere Flexibilität des Verfahrens
                  — Verringerung des Ausschusses
                  — Verbesserung der Verfahrens- und Erzeugnisqualität
 ---pagebreak--- Nr. C 19/14                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   25. 1. 89
            4. Technologien für Fertigungsverfahren
               Verbesserte Techniken für Formgebung, Verbindung und Zusammenfügung, Oberflächenbehandlung,
               chemische Verfahrenstechnik und Partikeltechnologie sind grundlegende Erfordernisse der Industrie.
               Die Förderung dieser Verfahren ist von entscheidender Bedeutung, um die Wettbewerbsfähigkeit der
               Fertigungsindustrie zu gewährleisten.
               Hierzu gehören insbesondere:
               4.1. Oberflächentechniken
                    Ziele:
                    — kostenwirksame Oberflächenbehandlungen für industrielle Anwendungen
                    — Techniken für die Qualitätssicherung und Steuerung des Behandlungsverfahrens
               4.2. Formgebung, Zusammenfügung und Verbindung
                    Ziele:
                    — verbesserte Methodologien für Formgebungsverfahren und Zusammenfügung
                    — verbesserte Verbindungstechniken zur Erhöhung der Zuverlässigkeit und zur Verringerung der
                        Fehlerebene
                    — Verfahren zum Testen geschweißter und geklebter Verbindungen, um die Zuverlässigkeit der
                        Erzeugnisse und die Vorhersehbarkeit des Betriebsverhaltens zu verbessern
                    — Entwurfsmethodologie für Verbindungen
                    — besseres Verständnis der Wechselbeziehungen Strahl/Werkstück für Verfahren mit industriellen
                        Leistungsstrahlverfahren
               4.3. Chemische Verfahren
                    Ziele:
                    — verbesserte Vorhersehbarkeit und verbesserter Ertrag bei chemischen Verfahren
                    — Membranwerkstoffe mit verbesserten Merkmalen
                    — verbesserte Leistungskennwerte von Membranprozessen
                    — neue Trennsysteme für gefährliche Umgebungen
               4.4. Partikel- und Pulververfahren
                    Ziele:
                    — verbesserte Techniken für die Partikelerzeugung zur Optimierung von Form, Struktur und Sta-
                        bilität
                    — kostenwirksame Techniken in bezug auf die Klassifizierung von Partikeln und die Leistungs-
                        kennwerte von Verfahren
                    — bessere Konzepte für Handhabung und Trennung
                    — kostenwirksame Verfahren für kleine Lose qualitativ hochwertiger Pulver
                                                          ANHANG      II
                                              DURCHFÜHRUNGSMODALITÄTEN
           Teilnehmer können in der Gemeinschaft ansässige Industrieverbände, Forschungsinstitute und Hochschu-
            len sein. Der Beitrag der Gemeinschaft wird in der Regel 50 % der Gesamtausgaben nicht überschreiten;
           der Rest ist im Prinzip von den Teilnehmern aus der Industrie aufzubringen. Zu den Teilnehmern aus der
            Industrie gehören Forschungsinstitute, die vollständig oder hauptsächlich durch Industrieverbände finan-
           ziert werden.
 ---pagebreak--- 25. 1. 89                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr. C 19/15
          Angewandte industrielle Forschung
          Die Hauptform der Unterstützung für die angewandte industrielle Forschung mit Vorwettbewerbscharak-
          ter ist die Aktion auf Kostenteilungsbasis.
          An jedem Vorhaben müssen mindestens zwei voneinander unabhängige Industrieunternehmen aus verschie-
          denen Mitgliedsländern teilnehmen. Es wird erwartet, daß jeder Vertragspartner einen signifikanten Bei-
          trag zu den Vorhaben leistet. Die Vertragspartner übernehmen einen wesentlichen Teil der Kosten, die in
          der Regel zu 50 °/o von der Gemeinschaft getragen werden. Bei Universitäten und Forschungsinstituten, die
          an Vorhaben beteiligt sind, kann die Gemeinschaft bis zu 100 % der damit verbundenen Ausgaben tragen.
          Angesichts der wichtigen Rolle der KMU bei der Entwicklung der fertigungstechnischen Grundstruktur
          der Gemeinschaft und ihrer Verdienste bei der Mitarbeit an dem Programm überlegt die Kommission in
          Verbindung mit dem IRDAC, auf welche Weise die Forschungsorganisationen im Rahmen des Programms
          am besten als Brennpunkt für die Deckung des Bedarfs der KMU an FuE dienen können. Die Vorhaben
          sollten sich über eine Tätigkeit von mindestens zehn Mannjahren erstrecken, was für ein wirksames ge-
          meinsam durchgeführtes Vorhaben eine realistische Mindestzeit ist; die Gesamtkosten des Vorhabens soll-
          ten in einer Größenordnung von 1 bis 3 Millionen ECU liegen. Tochtergesellschaften von multinationalen
          Firmen, die außerhalb der Gemeinschaft ansässig sind, können sich beteiligen, wenn FuE und Nutzung
          innerhalb der Gemeinschaft erfolgen.
          Zielorientierte Grundlagenforschung
          An Vorhaben der zielorientierten Grundlagenforschung müssen mindestens zwei Partner teilnehmen, die in
          verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sind. Wenn es sich bei den Partnern um Hochschulen oder For-
          schungsinstitute handelt, sollte das Vorhaben von mindestens zwei rechtlich unabhängigen Industrieunter-
          nehmen unterstützt werden. In diesem Fall könnte die Gemeinschaft bis zu 100 % der Grenzkosten solcher
          Partner übernehmen. Die Vorhaben müssen eine Tätigkeit von mindestens zehn Mannjahren umfassen und
          in der Größenordnung zwischen 0,4 und 1 Million ECU Gesamtkosten liegen.
          Durchführbarkeitsprämie für die KMU
          Die Kommission will ein Pilotsystem für Durchführbarkeitsprämien einführen, um die KMU bei der Fest-
          stellung der Realisierbarkeit einer Einrichtung, eines Verfahrens oder eines Konzepts zu unterstützen, um
          leichter einen Partner für eine spätere Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der
          Aktion auf Kostenteilungsbasis zu finden. Die Kommission wird bis zu 75 % (höchstens 25 000 ECU) der
          Kosten für Forschungsarbeiten übernehmen, die bis zu sechs Monaten dauern dürfen. Hochgesteckte Be-
          wertungsnormen sollen sicherstellen, daß die Preise in hohem Maße wettbewerbsorientiert sind und sich
          einer ausgezeichneten Wertschätzung erfreuen. Dieses System wird von der Task Force KMU mitfinan-
          ziert.
          Koordinierte   Tätigkeiten
          In Fällen, in denen Arbeiten, die einzelstaatliche Beihilfen erhalten oder ausschließlich von privater Hand
          finanziert werden, bereits angelaufen sind, kann sich die Rolle der Kommission auf die Koordinierung der
          Arbeit beschränken und der Finanzbeitrag der Gemeinschaft lediglich die Kosten für eine solche Koordi-
          nierung decken. In einigen Fällen jedoch, in denen strategisch wichtige Arbeiten eindeutig mehr als eine
          einfache Koordinierung erfordern, kann die Kommission nach Konsultation des BVKA einen höheren fi-
          nanziellen Beitrag der Gemeinschaft in Erwägung ziehen.
                                                          ANHANG      III
                                 KRITERIEN FÜR DIE BEWERTUNG DES PROGRAMMS
          Die Ergebnisse, an denen das Programm gemessen werden sollte, müssen seine Ziele und die weiterge-
          steckten Ziele des Rahmenprogramms widerspiegeln.
          1. Da das Hauptziel darin besteht, die Wettbewerbsposition der Fertigungsindustrie zu verbessern, sollte
             bei der Bewertung folgendes festgestellt werden:
             — inwieweit Vorhaben in bezug auf glaubwürdige und meßbare industrielle Kriterien ausgewählt wur-
                 den;
 ---pagebreak--- Nr. C 19/16                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   25. 1. 89
               — inwieweit signifikante Produkt- oder Prozeßentwicklungen aus den geförderten Arbeiten hervorge-
                   gangen sind.
            2. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich der strategi-
               schen industriellen Forschung. Die Bewertung sollte feststellen:
               inwieweit vor oder nach dem Abschluß des Vorhabens weiterhin Beziehungen zwischen den Partnern in
               bezug auf Forschung, Entwicklung, Fertigung, Marketing oder Ausbildung des Personals bestanden.
            3. Ein weiteres Programmziel ist die Förderung des Technologietransfers über die Grenzen der Gemein-
               schaft hinweg und zwischen Sektoren, vor allem solchen mit einem hohen Anteil an KMU. Die Bewer-
               tung sollte feststellen:
               — inwieweit KMU Technologien und Werkstoffe genutzt haben, die aus erfolgreich abgeschlossenen
                   Vorhaben hervorgehen;
               — inwieweit Ergebnisse durch Patente geschützt oder verbreitet werden, um das Bewußtsein für die
                   Europäische Forschungs- und Technologiegemeinschaft zu schärfen.
            4. Im umfassenderen Zusammenhang des Rahmenprogramms sollte die Bewertung feststellen:
               — inwieweit die Vorhaben zur Harmonisierung der Gemeinschaft durch Abbau der technischen Han-
                   delshemmnisse beigetragen haben;
               — inwieweit die Vorhaben zur Verstärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Ge-
                   meinschaft und zur Förderung ihrer harmonischen Entwicklung insgesamt beigetragen haben.
            Die Bewertung wird durch unabhängige Gutachter durchgeführt.
                                                          ANHANG       IV
                            INTERNE AUFTEILUNG DER MITTEL MIT HINWEISCHARAKTER
                                                                                                             in %
             I. Sektoren FuE
                Technologien für fortgeschrittene Werkstoffe                                                    30
                Auslegungsmethodologie und Sicherung von Erzeugnissen und Verfahren                             21
                Einsatz von Fertigungsverfahren                                                                 21
                Technologien für Fertigungsverfahren                                                            21
            II. Personal- und Verwaltungsausgaben
                Personal                                                                                         4,5
                Verwaltung                                                                                       2^5
                                                                                                               100,0
                Mindestens 7 % der Haushaltsmittel werden für die gezielte Grundlagenforschung in den Bereichen
                der Werkstoffentwicklung bereitgestellt, in denen der industrielle Fortschritt durch unzulängliches
                Grundlagenwissen gehemmt wird.