CELEX: 31992R0675
Language: de
Date: 1992-03-18 00:00:00
Title: VERORDNUNG (EWG) Nr. 675/92 DER KOMMISSION vom 18. März 1992 zur Änderung der Anhänge I und III der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates zur Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Höchstmengen für Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs #

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31992R0675

VERORDNUNG (EWG) Nr. 675/92 DER KOMMISSION vom 18. März 1992 zur Änderung der Anhänge I und III der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates zur Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Höchstmengen für Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs  -   

Amtsblatt Nr. L 073 vom 19/03/1992 S. 0008 - 0014 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 41 S. 0108  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 3 Band 41 S. 0108 

VERORDNUNG (EWG) Nr. 675/92 DER KOMMISSION  vom 18. März 1992  zur Änderung der Anhänge I und III der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates zur Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Hoechstmengen für  Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates vom 26. Juni 1990 zur Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Hoechstmengen für Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs (1), insbesondere auf die  Artikel 7 und 8,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 sind schrittweise Hoechstmengen für Rückstände aller pharmakologisch wirksamen Stoffe festzusetzen, die in der Gemeinschaft in Tierarzneimitteln für zur Lebensmittelerzeugung genutzte Tiere verwendet werden.  Die Hoechstmengen für Rückstände werden erst festgesetzt, nachdem der Ausschuß für Tierarzneimittel alle relevanten Daten zur Unbedenklichkeit von Rückständen des betreffenden Stoffes für den Verbraucher von Lebensmitteln tierischen Ursprungs und zu den  Auswirkungen der Rückstände auf die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln überprüft hat.  Bei der Festsetzung von Hoechstmengen für Tierarzneimittel in Lebensmitteln tierischen Ursprungs ist es erforderlich, die Tierart, in der Rückstände vorkommen können, die Mengen, die in jedem der aus dem behandelten Tier gewonnenen relevanten eßbaren  Gewebe vorkommen können (Zielgewebe), sowie die Beschaffenheit des für die Rückstandsüberwachung relevanten Rückstandes (Marker-Rückstand) zu spezifizieren.  Für die Kontrolle von Rückständen gemäß den entsprechenden Rechtsvorschriften der Gemeinschaft sind die Hoechstmengen normalerweise für das Zielgewebe Leber oder Niere festzusetzen. Leber und Nieren werden im internationalen Handel jedoch häufig aus den  Schlachtkörpern entfernt. Aus diesem Grund sind auch stets Hoechstmengen für Rückstände im Muskel- oder Fettgewebe festzusetzen.  Bei Tierarzneimitteln, die für Legegefluegel, Tiere in der Laktationsphase oder Honigbienen bestimmt sind, müssen auch Hoechstmengen für Rückstände in Eiern, Milch oder Honig festgesetzt werden.  Die Stoffe der Sulfonamidgruppe, bezogen auf Rückstände in Fleisch, und Ivermectin, Benzylpenicillin, Ampicillin, Amoxicillin, Oxacillin, Cloxacillin und Dicloxacillin sind in Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 aufzunehmen.  Dimetridazol, Ronidazol, Chloramphenicol, Azaperon und Carazolol, Verbindungen der Nitrofurangruppe, Trimethoprim, Dapson, Verbindungen der Tetracyclingruppe, Spiramycin, Febantel, Fenbendazol, Oxfendazol, Levamisol und - im Hinblick auf Rückstände in  der Milch - Verbindungen der Sulfonamidgruppe sind in Anhang III der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 aufzunehmen. Es ist jedoch erforderlich, für diese vorläufigen Hoechstmengen für Rückstände eine Geltungsdauer festzusetzen.  Bis zum Inkrafttreten dieser Verordnung muß den Mitgliedstaaten eine Frist von 60 Tagen gewährt werden, um ihnen zu ermöglichen, die gemäß der Richtlinie 81/851/EWG des Rates (2) erteilten Genehmigungen für das Inverkehrbringen von Tierarzneimitteln  erforderlichenfalls an die Bestimmungen dieser Verordnung anzupassen.  Die Bestimmungen dieser Verordnung entsprechen der Stellungnahme des Ausschusses für die Anpassung der Richtlinien zur Beseitigung der technischen Handelshemmnisse auf dem Gebiet der Tierarzneimittel an den technischen Fortschritt -  HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:  Artikel 1  Die Anhänge I und III der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 werden gemäß dem beiliegenden Anhang geändert.  Artikel 2  Diese Verordnung tritt am sechzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft. Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.  Brüssel, den 18. März 1992 Für die Kommission  Martin BANGEMANN  Vizepräsident   (1) ABl. Nr. L 224 vom 18. 8. 1990, S. 1. (2) ABl. Nr. L 317 vom 6. 11. 1981, S. 1.    ANHANG  A. Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 erhält folgende Fassung:   "ANHANG I  Verzeichnis der pharmakologisch wirksamen Stoffe, für die Hoechstmengen für Rückstände festgesetzt sind  1. Mittel gegen Infektionen  1.1. Chemotherapeutika  1.1.1. Sulfonamide          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         Alle Stoffe der Sulfonamidgruppe  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  100 mg/kg  Muskulatur, Leber,  Niere, Fett  Die Rückstände aller Stoffe der Sulfonamidgruppe dürfen insgesamt 100 mg/kg nicht überschreiten.        1.2. Antibiotika  1.2.1. Penicilline          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         1.2.1.1. Benzylpenicillin  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  50 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere,  Fett      4 mg/kg  Milch   1.2.1.2. Ampicillin  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  50 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett      4 mg/kg  Milch   1.2.1.3. Amoxicillin  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten  Arten  50 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett      4 mg/kg  Milch   1.2.1.4. Oxacillin  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  300 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett      30 mg/kg  Milch   1.2.1.5. Cloxacillin   Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  300 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett      30 mg/kg  Milch   1.2.1.6. Dicloxacillin  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  300 mg/kg  Muskulatur, Leber,  Niere, Fett      30 mg/kg  Milch         2. Mittel gegen Parasiten  2.1. Mittel gegen Endoparasiten  2.1.1. Avermectine          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         2.1.1.1. Ivermectin  H2B1a-Metabolit  Rinder, Schafe, Schweine, Equiden  15 mg/kg  20 mg/kg  Leber,  Fett  Die MRL für Leber und Fett gelten für alle vier Arten."        B. Anhang III der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 erhält folgende Fassung:   "ANHANG III  Verzeichnis der in Tierarzneimitteln verwendeten pharmakologisch wirksamen Stoffe, für die vorläufige Hoechstmengen festgesetzt sind  1. Mittel gegen Infektionen  1.1. Chemotherapeutika  1.1.1. Sulfonamide          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         Alle Stoffe der Sulfonamidgruppe  Muttersubstanz  Rinder, Schafe, Ziegen  100 mg/kg  Milch  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1.  1. 1994. Die Rückstände aller Stoffe der Sulfonamidgruppe dürfen insgesamt 100 mg/kg nicht überschreiten.        1.1.2. Diamino-Pyrimidin-Derivate          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         1.1.2.1. Trimethoprim  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  50 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett,  Milch  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1996.        1.1.3. Nitrofurane          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         Alle Stoffe der Nitrofurangruppe  Alle Rückstände mit intakter 5-Nitro-Struktur  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten   5 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 7. 1993. Die Rückstände aller Stoffe dieser Gruppe dürfen insgesamt 5 mg/kg nicht überschreiten.        1.1.4. Nitroimidazol          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         1.1.4.1. Dimetridazol  Alle Rückstände mit intakter Nitroimidazolstruktur  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  10  mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1994.  1.1.4.2. Ronidazol  Alle Rückstände mit intakter Nitroimidazolstruktur  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  2 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett  Die  vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1994.        1.1.n. Andere Chemotherapeutika          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         1.1.n.1. Dapson  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  25 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett  Die  vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1994.     25 mg/kg  Milch         1.2. Antibiotika  1.2.2. Tetracycline          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         Alle Stoffe der Tetracyclingruppe  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  600 mg/kg  300 mg/kg  200 mg/kg  100 mg/kg  100 mg/kg  Niere  Leber  Eier  Muskulatur  Milch  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1994. Die Rückstände aller Stoffe der Tetracyclingruppe sollten insgesamt die angegebenen Werte nicht überschreiten.        1.2.3. Macrolide          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         1.2.3.1. Spiramycin  Muttersubstanz  Rinder, Schweine  300 mg/kg  200 mg/kg  50 mg/kg  Leber  Niere  Muskulatur  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 7. 1995.  Die MRL für Leber, Niere und Muskulatur gelten für Rinder und Schweine.          Rinder  150 mg/kg  Milch         1.2.4. Chloramphenicol und verwandte Verbindungen          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         1.2.4.1. Chloramphenicol  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  10 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere,  Fett  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 7. 1994.        2. Mittel gegen Parasiten  2.1. Mittel gegen Endoparasiten  2.1.1. Benzimidazol und Pro-Benzimidazol          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         2.1.1.1. Febantel  2.1.1.2. Fenbendazol  2.1.1.3. Oxfendazol  Kombinierte Rückstände von Oxfendazol, Oxfendazolsulfon und Fenbendazol  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  1 000 mg/kg  10 mg/kg  10 mg/kg  Leber  Muskulatur, Niere, Fett  Milch  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 7. 1995.  Die MRL umfassen alle Rückstände von Febantel, Fenbendazol und Oxfendazol.        2.1.2. Tetra-hydro-imidazole (Imidazolthiazole)          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         2.1.2.1. Levamisol  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  10 mg/kg  Muskulatur, Leber, Niere, Fett,  Milch  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1995.        3. Mittel, die auf das Nervensystem wirken  3.1. Mittel, die auf das Zentralnervensystem wirken  3.1.1. Butyrophenonhaltige Tranquilizer          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         3.1.1.1. Azaperon  Azaperol  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  100 mg/kg  50 mg/kg  Niere  Leber, Muskulatur, Fett  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 1. 1996.        3.2. Mittel, die auf das autonome Nervensystem wirken  3.2.1. Antiadrenergika          Pharmakologisch wirksame(r) Stoff(e)  Marker-Rückstand  Tierart  MRL  Zielgewebe  Sonstige Vorschriften         3.2.1.1. Carazolol  Muttersubstanz  Alle zur Lebensmittelerzeugung genutzten Arten  30 mg/kg  5 mg/kg  Leber, Niere  Muskulatur, Fett  Die vorläufige MRL gilt bis zum 1. 7. 1995."