CELEX: 51998PC0805
Language: de
Date: 1999-01-06
Title: Vorschlag für eine Verordnung (EG) des Rates zur Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hartplatten mit Ursprung in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland und zur endgültigen Vereinnahmung der vorläufigen Zölle

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                 Brüssel, den 06.01.1999
                                                 KOM(1998)805endg.
                                Vorschlag für eine
                       VERORDNUNG (EG) DES RATES
 zur Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hartplatten
mit Ursprung in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland und zur
                endgültigen Vereinnahmung der vorläufigen Zölle
                         (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                      BEGRÜNDUNG
Am 7. November 1997 veröffentlichte die Kommission im Amtsblatt der Europäischen
Gemeinschaften C 336, Seite 2, eine Bekanntmachung über die Einleitung eines
Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Hartplatten mit Ursprung in
Brasilien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland.
Nach der Feststellung schädigenden Dumpings wurden am 6. August 1998 mit der
Verordnung (EG) Nr. 1742/98 vorläufige Antidumpingmaßnahmen eingeführt.
Im Rahmen der vorläufigen Sachaufklärung boten mit Ausnahme der russischen
Hersteller alle betroffenen ausführenden Hersteller Preisverpflichtungen an. Diese
ausführenden Hersteller verpflichteten sich, bestimmte Warentypen im Rahmen einer im
voraus festgelegten und vom Antidumpingzoll (Wertzoll) ausgenommenen jährlichen
Höchstmenge zu Preisen zur Ausfuhr in die Gemeinschaft zu verkaufen, durch die die
schädigende Wirkung des Dumpings beseitigt wird. Über diese Höchstmengen
hinausgehende Ausfuhren dieser Warentypen sollten dem vorläufigen Antidumpingzoll
unterliegen. Die Kommission vertrat die Auffassung, daß dieses System durchführbar sei
und wirksam überwacht werden könne und nahm daher diese Verpflichtungen an.
Nach    der Einführung      der vorläufigen     Antidumpingmaßnahmen   erhielten   alle
interessieren Parteien Gelegenheit, eine Anhörung zu beantragen und erneut Stellung zu
nehmen. Für die endgültigen Feststellungen paßte die Kommission ihre Analyse in
bestimmten Punkten zur Berücksichtigung der Sachäußerungen mehrerer interessierter
Parteien an. Insbesondere kumulierte die Kommission die Einfuhren aus Brasilien nicht
länger mit den übrigen betroffenen Einfuhren.
 ---pagebreak--- Die endgültige Sachaufklärung bestätigte außer im Falle Brasiliens das Vorliegen einer
dumpingbedingten Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft. Es wurde
festgestellt, daß die Einfuhren aus Brasilien nicht zur Schädigung des Wirtschaftszweigs
der Gemeinschaft beitrugen. Die Kommission schlägt daher vor, das Verfahren
gegenüber Brasilien ohne Einführung von Maßnahmen einzustellen. Dagegen bestätigte
sich, daß die Einfuhren aus den übrigen betroffenen Ländern die Ursache einer
bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sind.
Die Untersuchung, bei der alle auf dem Spiel stehenden Interessen und insbesondere
diejenigen der gewerblichen Verwender berücksichtigt wurden, führte außerdem zu dem
Schluß, daß die Einführung endgültiger Maßnahmen im Interesse der Gemeinschaft liegt.
Da alle ausführenden Hersteller mit Ausnahme der russischen im Rahmen der
vorläufigen Sachaufklärung Verpflichtungen angeboten hatten, wird vorgeschlagen, daß
diese Verpflichtungen unter Berücksichtigung der Anpassungen, die sich aus der
endgültigen Sachaufklärung ergeben, beibehalten werden. Zeitgleich mit der Verordnung
des Rates zur Einführung der endgültigen Antidumpingmaßnahmen ist ein gesonderter
Beschluß der Kommission zu veröffentlichen,              in dem die Änderungen       der
Verpflichtungen erläutert werden. Mit der Einstellung des Verfahrens gegenüber den
Einfuhren aus Brasilien werden die Verpflichtungen der brasilianischen ausführenden
 Hersteller hinfällig.
 ---pagebreak--- Die Kommission schlägt dem Rat daher gemäß Artikel 9 Verordnung (EG) Nr. 384/96
des Rates vor, der Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren aus
Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland zuzustimmen und das
Verfahren gegen Brasilien ohne Einführung von Maßnahmen einzustellen. In der
nachfolgenden Tabelle sind die vorgeschlagenen Zollsätze aufgeführt.
     Land                 Unternehmen             Zollsatz (%)    Taric-Zusatzcode
Bulgarien        Fazerles AD                           7,1                        8461
                 Sonstige Unternehmen                  7,2                        8900
Estland          Sämtliche Unternehmen                 6,0                           —
Lettland         Sämtliche Unternehmen                 4,7                           —
Litauen          Sämtliche Unternehmen                11,4                           —
Polen            Alpex-Karlino S.A.                   22,4                        8479
                 Ekopryta S.A.                         7,0                        8480
                 Zaklady Pryt Pilsniowych S.A.,        9,1                        8481
                 Przemysl
                 Koniecpolskie Zaklady Pryt            11,4                       8494
                 Pilsniowych S.A.
                 Zaklady Pryt Pilsniowych S.A w        11,0                       8495
                 Krosnie Odrzanskim
                 Sonstige Unternehmen                 34,8                        8900
RuOland          Sämtliche Unternehmen                 30,6
                                                                                     "
 ---pagebreak---                        VERORDNUNG (EG) Nr                  /.. DES RATES
                                              vom...
  zur Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hartplatten
mit Ursprung in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland und zur
                    endgültigen Vereinnahmung der vorläufigen Zölle
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 384/96 des Rates vom 22. Dezember 1995 über den
Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft gehörenden
Ländern , insbesondere auf Artikel 9 Absatz 4,
auf Vorschlag der Kommission nach Konsultation im Beratenden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe:
 1
    ABl. L 56 vom 6.3.1996, S. 1, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 905/98 (ABL L 128
    vom 30.4.1998, S. 18).
                                                                                                   V
 ---pagebreak---                                     A. ALLGEMEINES
      1. Vorläufige Maßnahmen
(1)   In diesem Verfahren wurden am 6. August 1998 mit der Verordnung (EG) Nr.
                2
      1742/98 (nachstehend "vorläufige Verordnung" genannt) vorläufige Antidumping-
      maßnahmen eingeführt. Die kooperierenden ausführenden Hersteller in allen
      betroffenen Ländern mit Ausnahme Rußlands boten Verpflichtungen an, die
      angenommen wurden.
      2.    Weiteres Verfahren
(2)   Nach der Einführung der vorläufigen Maßnahmen nahmen mehrere ausführende
      Hersteller, Einführer und Verwender der betroffenen Ware in der Gemeinschaft
      schriftlich Stellung. Den Parteien, die dies wünschten, wurde eine Anhörung
      gewährt.
(3)   Nach der Veröffentlichung der vorläufigen Verordnung wurden in den Betrieben
      der folgenden Unternehmen, die die betroffene Ware zur Herstellung von Türen
      verwenden, Untersuchungen durchgeführt:
            Svedex BV, Niederlande
            Swedoor, ein Unternehmen der Nobia Nordisk Bygginteriör AB, Schweden
            (zwei Fertigungsstätten)
            Righini SA, Frankreich
            Huet SA, Frankreich
            Theuma Deurenindustrie NV, Belgien.
      Besucht wurden außerdem ein Hersteller von Eukalyptushartplatten, der nicht zu
      den Antragstellern gehörte:
            Indüstria de Fibras de Madeira, Portugal,
      und ein unabhängiger Einfuhrer von Hartplatten:
            Firma Christian Kroger GmbH & Co. KG, Deutschland.
2
    ABl. L 218 vom 6.8.1998, S. 16.
 ---pagebreak---                     B. WARE UND GLEICHARTIGE WARE
    1. Ware
(4) Bei der von diesem Antidumpingverfahren betroffenen Ware handelt es sich um
    Hartplatten, d.h. um Faserplatten aus Holz oder anderen holzigen Stoffen, auch mit
    Harz oder anderen organischen Stoffen hergestellt und mit einer Dichte von mehr
    als 0,8 g/cm3, die derzeit den KN-Codes ex 4411 11 00 und ex 4411 19 00
    zugewiesen werden.
    Hartplatten werden ausschließlich im Naßverfahren hergestellt (im Gegensatz zu
    den unten beschriebenen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten), weisen
    normalerweise eine Dichte von 800 bis 1050 kg/m3 auf und sind zwischen 1,8 mm
    und 6,0 mm dick.
    Sie werden normalerweise in der Möbelindustrie, im Bauwesen, in der
    Automobilindustrie, für Türbeplankungen sowie zur Verpackung insbesondere von
    Obst und Gemüse verwendet.
    2,   "Dünne" im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten
(5) Nach der Einführung der vorläufigen Antidumpingmaßnahmen beantragten
    mehrere Einführer und Verwender erneut eine Erweiterung der Warendefinition im
    Rahmen dieses Verfahrens. Sie behaupteten insbesondere, die sogenannten
    "dünnen" Modelle (weniger als 6 mm dick) der im Trockenverfahren hergestellten
    Faserplatten wie Faserplatten mittlerer und hoher Dichte (dünne MDF und HDF)
    und Hartplatten hätten im wesentlichen die gleichen Endverwendungen und stellten
    daher eine einzige Ware dar. Folglich solle sich die Untersuchung des Dumpings,
    der Schädigung und des Interesses der Gemeinschaft auch auf all diese Waren
    erstrecken.
                                                                                       G
 ---pagebreak--- (6) Anhand der für die vorläufige Sachaufklärung übermittelten Informationen wurde
    zunächst vorläufig bewertet, inwieweit sich die Endverwendungen von Hartplatten
    und von dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten überschneiden.
    Anhand der nach der Veröffentlichung der vorläufigen Verordnung übermittelten
    Informationen wurde dann eine endgültige Bewertung vorgenommen, bei der sich
    herausstellte, daß sich die Endverwendungszwecke          theoretisch erheblich
    überschneiden und daß die beiden Waren nur in einigen Marktsegmenten überhaupt
    nicht austauschbar sind.
(7) Eine ähnliche Endverwendung ist jedoch nicht das einzige ausschlaggebende
    Kriterium für die Feststellung der Gleichartigkeit einer Ware. Die vorläufigen
    Schlußfolgerungen, daß Hartplatten und dünne im Trockenverfahren hergestellte
    Faserplatten nicht als eine einzige Ware anzusehen sind, stützten sich auf die
    Unterschiede in den physikalischen und chemischen Eigenschaften der beiden
    Waren. Nach einer weiteren Prüfung der fraglichen Punkte läßt sich die Analyse
    wie folgt vervollständigen:
    -    Es wird bestätigt, daß das dünne HDF-Modell der im Trockenverfahren
         hergestellten Faserplatten in ähnlichen oder höheren Dichten hergestellt
         werden kann wie Hartplatten. Mit einer vorgegebenen Dichte von mehr als
         800 kg/m3 kommen die dünnen HDF den Hartplatten am nächsten.
                                                                                    *
 ---pagebreak--- Die Durchschnittspreise für dünne HDF waren jedoch höher als diejenigen für
dünne MDF (im Durchschnitt um 10 % bis 15 %) und als diejenigen für die
meisten Hartplatten mit einer vergleichbaren Dicke von weniger als 6 mm, so
daß im Bezugszeitraum hauptsächlich dünne MDF (mit einer Dichte von
weniger als 800 kg/m3) bei einem Großteil der Endverwendungen mit den
Hartplatten konkurrierten, und zwar vor allem in der Möbelindustrie, teilweise
in der Verpackungsbranche, bei Bilderrahmen und in Teilen des Türensektors.
Außerdem wurde festgestellt,       daß jetzt neue, emissionsfreie,       dünne
Faserplatten im Trockenverfahren hergestellt werden, die kein Formaldehyd
enthalten. Dadurch sind dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten
nunmehr auch auf dem Markt für Lebensmittelverpackungen konkurrenzfähig,
von dem sie bisher wegen ihres Formaldehydgehalts ausgeschlossen waren.
Bei diesen emissionsfreien Waren handelt es sich jedoch um eine ganz neue
Erfindung, und obwohl es denkbar ist, daß dünne im Trockenverfahren
hergestellte Faserplatten in Zukunft zur Verpackung von Lebensmitteln
verwendet werden, dürfte dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund ihres
höheren Preises ausgeschlossen sein. Diese Entwicklungen traten erst nach
Ablauf des Untersuchungszeitraums ein, so daß sie nicht geprüft werden
konnten.
                                                                               1
 ---pagebreak--- Die Tatsache, daß dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten und
Hartplatten in einigen Bereichen die gleiche Endverwendung aufweisen,
bedeutet nicht, daß sie auf dem Markt als eine einzige Ware angesehen werden.
Die meisten Wirtschaftsbeteiligten in den betreffenden Sektoren bestätigten in
der Tat, daß sie die verschiedenen Arten von Platten wegen ihrer
unterschiedlichen materiellen Eigenschaften und technischen Leistungs-
merkmale in der Praxis nicht beliebig verwenden, sondern sie danach
aussuchen, welche Platte ihren technischen Anforderungen am besten
entspricht. So sind beispielsweise dünne MDF wegen ihrer poröseren und
stumpferen Oberfläche besser für Laminate geeignet. Außerdem haben sie
anders als die geschichteten Hartplatten eine gleichmäßige interne Struktur,
und sie neigen nicht dazu, unter Druckeinwirkung zu zerbrechen. Daher wird
in der Regel bei der Herstellung von laminierten Türen und Möbelelementen
lieber auf dünne MDF als auf Hartplatten zurückgegriffen. Hartplatten weisen
dagegen im allgemeinen bei solchen Verwendungen eindeutige Vorteile auf,
bei denen es auf die Dichte und/oder die Elastizität der Platte ankommt, wie
z.B. bei lackierten und vorgestrichenen Türen oder Autoteilen, oder bei denen
befürchtet wird, daß sich die in den dünnen im Trockenverfahren hergestellten
Faserplatten enthaltenen Harze, wie oben beschrieben, auf die Gesundheit
auswirken können, wie es bei Obst- und Gemüseverpackungen der Fall ist.
                                                                               3
 ---pagebreak--- (8)  Die endgültige Sachaufklärung bestätigt daher die vorläufigen Feststellungen, daß
     Hartplatten und dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten bei vielen
     Endverwendungen theoretisch zwar austauschbar sind, in der Praxis aber wegen
     ihrer unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften nicht als eine
     einzige Ware angesehen werden.
(9)  Obwohl dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten und Hartplatten nicht
     eine einzige Ware darstellen, wurde dennoch behauptet, daß das Ausmaß der
     Überschneidungen bei ihren Endverwendungen erhebliche Auswirkungen auf die
     Untersuchung     der Ursachen der Schädigung           des  Wirtschaftszweigs    der
     Gemeinschaft hat. Diese Frage wird unter "Schadensursache" behandelt.
     3.   Sperrholz und Spanplatten
(10) Es    gingen   Stellungnahmen     zur   Bekräftigung    der  bei  der    vorläufigen
     Sachaufklärung vorgebrachten Behauptung ein, Sperrholz und Spanplatten seien
     ebenfalls bei vielen Anwendungen mit Hartplatten austauschbar. Aus denselben
     Gründen wie für die im Trockenverfahren hergestellten dünnen Faserplatten
     reichen jedoch theoretisch ähnliche Endverwendungen allein nicht aus, um
     festzustellen, daß es sich um eine einzige Ware handelt. Da Hartplatten andere
     physikalische    und   chemische     Eigenschaften    aufweisen   als   Span-    und
     Sperrholzplatten, können sie nicht als ein und dieselbe Ware angesehen werden.
     Die vorläufigen Feststellungen werden daher bestätigt.
                                                                                          jfi
 ---pagebreak---      4.   Gleichartige Ware
(11) In der weiteren Untersuchung wurde bestätigt, daß die aus den betroffenen Ländern
     in die Gemeinschaft eingeführten und die vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
     hergestellten und auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften Hartplatten dieselben
     grundlegenden Eigenschaften und Verwendungen hatten. Dies gilt auch für die in
     Brasilien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen und Polen (Polen diente auch als
     Vergleichsland für die Einfuhren aus Rußland) hergestellten und auf den jeweiligen
     Inlandsmärkten verkauften Hartplatten. Daher wurde der Schluß gezogen, daß die
     vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hergestellten und auf dem Gemeinschafts-
     markt verkauften Hartplatten und die in Brasilien, Bulgarien, Estland, Lettland,
     Litauen und Polen hergestellten und auf den jeweiligen Inlandsmärkten verkauften
     Hartplatten sowie die aus den sieben von dieser Untersuchung betroffenen Ländern
     in die Gemeinschaft eingeführten Hartplatten als gleichartige Ware im Sinne des
     Artikels 1 Absatz 4 Verordnung (EG) Nr. 384/96 (nachstehend "Grundverordnung"
     genannt) anzusehen sind.
(12) Die brasilianischen ausführenden Hersteller sowie mehrere Hartplattenverwender,
     insbesondere die Hersteller von Türbeplankungen, machten wie schon in der
     vorläufigen Untersuchung geltend, daß die brasilianischen Hartplatten aus
     Eukalyptusholz und die von dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hergestellte
     Ware nicht gleichartig seien und daß die brasilianischen Hartplatten daher aus der
     Untersuchung auszuschließen seien.
                                                                                        *1
 ---pagebreak--- (13) Von den von dieser Untersuchung betroffenen ausführenden Herstellern liefern
     lediglich die brasilianischen ausführenden Hersteller Hartplatten aus Eukalyptus-
     holz für den Gemeinschaftsmarkt. In der Gemeinschaft gibt es ebenfalls zwei
     Hersteller von Eukalyptushartplatten, die beide auf der iberischen Halbinsel ihren
     Sitz haben und sich nicht an dem Antrag beteiligten, der zur Einleitung dieses
     Verfahrens führte.
(14) Die Anträge in bezug auf die Eukalyptushartplatten wurden eingehend geprüft.
     Nach der Einführung der vorläufigen Maßnahmen wurden mehrere Türhersteller in
     der Gemeinschaft besucht. Außerdem wurde ein Gemeinschaftshersteller von
     Eukalyptushartplatten in Portugal besucht, der nicht zu den Antragstellern gehörte.
     Diese Besuche dienten der Klärung der Frage, ob die brasilianischen Hartplatten in
     dieses Verfahren einzubeziehen sind.
     Dabei wurden folgende Erkenntnisse gewonnen:
     a) Technische Eigenschaften und Verwendungszwecke von Eukalyptushartplatten
(15) Die brasilianischen ausführenden Hersteller, die Türhersteller in der Gemeinschaft
     und die Antragsteller übermittelten zahlreiche technische Stellungnahmen zu den
     Eigenschaften von Eukalyptushartplatten. Die ausführenden Hersteller und die
     Türhersteller machten geltend, Eukalyptushartplatten hätten bestimmte besondere
     Eigenschaften, die sie von allen anderen Hartplatten sei es aus Weichholz oder aus
      anderen Harthölzern als Eukalyptus unterschieden. Weiter behaupteten sie, der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft produziere kein annehmbares Ersatzprodukt.
      Insbesondere die Türhersteller wiesen darauf hin, daß der Wirtschaftszweig der
      Gemeinschaft keine Eukalyptushartplatten für Türbeplankungen herstellt. Sie
      machten darauf aufmerksam, daß der einzige Hersteller von Eukalyptushartplatten
      in der Gemeinschaft, der für Türbeplankungen geeignete Hartplatten herstellt und
      in Portugal angesiedelt ist, nicht zu den Antragstellern gehört.
                                                                                         iL
 ---pagebreak--- (16) Es wurde festgestellt, daß sich Hartplatten aus Eukalyptusholz aufgrund mehrerer
     technischer Merkmale besonders gut für Beplankungen hochwertiger Fertigtüren
     eignen. Zum einen haben die fertigen Eukalyptushartplatten aufgrund ihrer
     besonders kurzen Fasern ein sehr gleichmäßiges Aussehen, eine hohe Dichte und
     eine bessere Zugfestigkeit als andere Hartplatten. Zum anderen hat der Eukalyptus-
     baum fast keine Rinde, so daß die gepreßte Platte nur minimale Fehler aufweist.
(17) Der Eukalyptusbaum ist jedoch nicht der einzige Baum mit kurzen Fasern. Die
     Antragsteller machten geltend, daß in Westeuropa 40 weitere Baumarten wachsen,
     deren Fasern etwa gleich lang sind wie beim Eukalyptus und teilweise sogar kürzer.
(18) Außerdem ist daraufhinzuweisen, daß die von den Türherstellern geforderte hohe
     Qualität nicht nur von der Art des Holzes abhängt, aus dem die Hartplatte besteht.
     Einige der erforderlichen Eigenschaften wie eine konstante und solide Stärke der
     von ihnen verwendeten Platte, eine hohe Dichte, eine gute Widerstandsfähigkeit
     gegen Hitze (Türen werden bei über 100°C zusammengebaut) und gegen
     Feuchtigkeit sowie makellose Oberflächen sind nicht unbedingt nur bei Eukalyptus
     zu finden, sondern können bei einem streng überwachten Produktionsverfahren
     auch mit anderen Hölzern erreicht werden. Zur Lackierfähigkeit wurde festgestellt,
     daß sich mit einigen Hartplatten, die aus anderem Holz als Eukalyptus hergestellt
     werden, beim Lackieren je nach Technik und Lackmenge zufriedenstellende
     Ergebnisse erzielen lassen. Der Vorteil von Eukalyptus und generell von
     Hartplatten aus Hartholz liegt in erster Linie darin, daß für ein gleichmäßiges
     Resultat weniger Lack benötigt wird.
                                                                                        A*>
 ---pagebreak--- (19) Darüber hinaus bestätigte die Prüfung der Tätigkeit der Türhersteller, daß bei
     halbfertigen Türen, die grundiert oder weiß vorgestrichen sind, aber vom
     Endverbraucher noch fertiggestellt werden müssen, die Beplankungen aus
     unterschiedlichen Holzarten hergestellt werden. Außerdem wurde festgestellt, daß
     einige Türhersteller zur Herstellung von Lacktüren in der Gemeinschaft produzierte
     Hartplatten verwendeten, die nicht aus Eukalyptusholz bestanden.
(20) Die Untersuchung ergab ferner, daß während des Untersuchungszeitraums
     Eukalyptushartplatten auch für bestimmte Anwendungen in der Möbelindustrie,
     beim Dachdecken und in der Automobilindustrie sowie in Form von Schnitt-
     abfallen von Hartplatten für Obst- und Gemüsekisten verwendet wurden.
     b) Schlußfolgerungen zu Eukalyptushartplatten als gleichartige Ware
(21) Die Prüfung der Stellungnahmen der interessierten Parteien bestätigte, daß eine
     Verwendung von Eukalyptushartplatten in Bereichen, in denen auch andere
     Hartplatten verwendet werden, trotz ihrer außergewöhnlichen Eigenschaften
     technisch nicht ausgeschlossen ist. Die Tatsache, daß sie in anderen Sektoren als
     der Herstellung von Türbeplankungen kaum verwendet werden, ist lediglich darauf
     zurückzuführen, daß diese Ware auf dem Markt zu einem höheren Preis verkauft
     wird als die übrigen Hartplatten aus Hartholz oder aus Weichholz.
     Die von den brasilianischen          ausführenden    Herstellern hergestellten und
     ausgeführten Eukalyptushartplatten weisen zwar bestimmte besondere Eigen-
     schaften auf, doch das reicht nicht für die Schlußfolgerung aus, daß die Eukalyptus-
     hartplatten und die vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft hergestellten
     Hartplatten nicht als gleichartige Ware im Sinne des Artikels 1 Absatz 4
     Grundverordnung anzusehen sind, die die gleichen grundlegenden materiellen
     Eigenschaften und Verwendungszwecke aufweist.
                                                                                          ^
 ---pagebreak---                                    C. DUMPING
     1.  Spezifische Fragen zur Ermittlung der Dumpingspannen für die einzelnen
         betroffenen Länder
     a) Brasilien
(22) Angesichts der Feststellungen zur Schadensursache unter den Randnummern 53 bis
     56 erscheint es nicht erforderlich, die Feststellungen zum Dumping bei den
     Einfuhren der betroffenen Ware aus Brasilien darzulegen.
     b) Bulgarien
(23) Die bulgarischen ausführenden Hersteller gaben nach der Unterrichtung und der
     Veröffentlichung der vorläufigen Verordnung keine Stellungnahme ab.
     Die für die bulgarischen ausführenden Hersteller ermittelten Dumpingspannen,
     ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft,
     bleiben unverändert:
          FazerlesAD:                                                 7,1%
          Lessoplast AD:                                               7,2 %
          nichtkooperierende ausführende Hersteller:                   7,2 %
     c) Estland
(24) Der estnische ausfuhrende Hersteller gab nach der Unterrichtung und der
     Veröffentlichung der vorläufigen Verordnung keine Stellungnahme ab.
                                                                                      Slf
 ---pagebreak---      Die für die estnischen ausführenden Hersteller ermittelten Dumpingspannen,
     ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft,
     bleiben unverändert:
          AS Repo Vabrikud:                                            6,0%
          nichtkooperierende ausführende Hersteller:                   6,0 %
     d) Lettland
     Allgemeines
     i)   Warenklassifizierung
(25) Nach der Eiriführung der vorläufigen Maßnahmen beantragte der lettische
     ausführende Hersteller eine Korrektur der Zuordnung bestimmter Warencodes des
     Unternehmens zu den Warenkontrollnummern. Der Antrag wurde damit begründet,
     daß bestimmte Warencodes des Unternehmens ursprünglich nicht richtig mitgeteilt
     worden seien und sich nicht auf Standardwaren sondern auf zugeschnittene Waren
     beziehen müßten.
     Dem Antrag wurde stattgegeben, da die fraglichen Warencodes des Unternehmens
     sich in der Tat nicht auf Standarddimensionen bezogen.
                                                                                      46
 ---pagebreak--- Normalwert
i)  Gewinnspanne bei der rechnerischen Ermittlung der Normalwerte
Der lettische ausführende Hersteller machte geltend, bei der rechnerischen
Ermittlung der Normalwerte müsse der mit Verkäufen im normalen Handels-
verkehr erzielte Gewinn als Prozentsatz des Gesamtumsatzes des Unternehmens
mit dem Verkauf der gleichartigen Ware auf dem Inlandsmarkt - einschließlich des
nichtgewinnbringenden Umsatzes - ausgedrückt werden und nicht als Prozentsatz
lediglich des Umsatzes mit den Verkäufen im normalen Handelsverkehr. Die von
der Kommission in der vorläufigen Verordnung gewählte Methode führe zu einer
überhöhten Gewinnspanne. Der lettische Hersteller behauptete ferner, es sei
widersprüchlich, daß die Kommission einerseits die Gewinnspannen unter
Ausschluß der nichtgewinnbringenden Verkäufe sowie die Dumpingbeträge unter
Ausschluß der negativen Dumpingbeträge berechne und andererseits die
Dumpingspannen als Prozentsatz des cif-Gesamtwerts ausdrücke.
                                                                                 AI
 ---pagebreak--- Diese Behauptung wurde zurückgewiesen. Die Methoden, nach denen die
Kommission die Normalwerte ermittelte und feststellte, welche Verkäufe im
normalen Handelsverkehr getätigt wurden, sind unter den Randnummern 29 und 31
der vorläufigen Verordnung dargelegt und stehen im Einklang mit Artikel 2
Absätze 4 und 6 Grundverordnung. Hierzu ist insbesondere folgendes anzumerken:
Erstens sieht Artikel 2 Absatz 6 Grundverordnung ausdrücklich vor, daß die
Beträge für (...) Gewinne anhand der Zahlen festgesetzt werden, die (...) bei der
Produktion und dem Verkauf der gleichartigen Ware im normalen Handelsverkehr
tatsächlich verzeichnet werden. Zweitens soll ein Gewinn ermittelt werden, der
normalerweise mit Verkäufen einer Ware auf dem Inlandsmarkt erzielt werden
kann. Drittens wird in Artikel 2 Absatz 4 Grundverordnung geregelt, unter welchen
Bedingungen Verlustverkäufe einer Ware wie Verkäufe im normalen Handels-
verkehr behandelt werden können, nämlich dann, wenn die mit Verlust verkaufte
Menge weniger als 20 % der gesamten Verkaufsmenge dieser Waren ausmacht.
Nur in diesem Fall wird der Gesamtumsatz mit einer Ware einschließlich der
Verlustverkäufe bei Berechnung der Gewinnspanne zugrunde gelegt.
Vergleich des Normalwertes mit dem Ausfuhrpreis
                                                                                  <tf
 ---pagebreak---      i)  Berichtigung für Währungsumrechnungen
     Der lettische ausführende Hersteller beantragte eine Berichtigung für Währungs-
     umrechnungen und stützte sich dabei auf einen Vergleich des Betrags in Lats, den
     das Unternehmen bei Anwendung des zum Zeitpunkt des jeweiligen Vertrags-
     abschlusses geltenden Wechselkurses erhalten hätte, mit dem tatsächlich erhaltenen
     Betrag. Bei diesem Antrag wird davon ausgegangen, daß das Datum des Vertrags-
     abschlusses auch das Verkaufsdatum ist. In der vorläufigen Verordnung hatte die
     Kommission diesen Antrag mit der Begründung abgelehnt, daß die vorgelegten
     Verträge die wesentlichen Verkaufsbedingungen nicht angemessen widerspiegelten
     und daß das Datum der Rechnung zur Ermittlung dieser Bedingungen besser
     geeignet war.
     Der ausführende Hersteller wiederholte seine Forderung mit dem Hinweis, daß
     Verträge geändert werden könnten. Dies bestätigt, daß das Unternehmen auf
     Wechselkursschwankungen durch Anpassung der Ausfuhrpreise reagieren konnte.
     Somit wird bestätigt, daß solche Verträge die wesentlichen Verkaufsbedingungen
     und insbesondere den Preis nicht besser widerspiegeln als Rechnungen. Dem
     Antrag konnte daher nicht stattgegeben werden.
     ii) Zinssätze für Kredite
(26) In bezug auf die Berichtigung für Kreditkosten beantragte der lettische ausführende
     Hersteller, daß der Habenzins und nicht der Sollzins zugrunde gelegt werden solle,
     da das Unternehmen über ausreichende Liquidität verfüge und seine Kreditkosten
     sich auf die Zinseinnahmen beschränkten, die ihm auf seinem Bankkonto entgehen.
                                                                                         •4?
 ---pagebreak---      Im Einklang mit der üblichen Praxis der Gemeinschaftsorgane erschien es nicht
     angemessen, die Berichtigung für Kreditkosten auf der Grundlage der Habenzinsen
     zu berechnen, da es sich hierbei um Opportunitätskosten und nicht um tatsächliche
     Kosten handelt.
     In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß die Zinsen, die die
     Kunden, wie den der Kommission vorgelegten Verträgen zu entnehmen ist, im
     Falle des Zahlungsverzugs zu zahlen hätten, von dem Unternehmen auf der
     Grundlage von Sollzinsen und nicht von Habenzinsen festgesetzt wurden.
     iii) Abschreibung der Maschinen des verbundenen inländischen Herstellers
(27) Der lettische ausführende Hersteller führte an, der Abschreibungsbetrag für die
     Maschinen des verbundenen inländischen Herstellers hätte unter Zugrundelegung
     eines Abschreibungszeitraums von zehn und nicht von fünf Jahren berechnet
     werden müssen.
     Gemäß Artikel 2 Absatz 5 Grundverordnung konnte diesem Vorbringen nicht
     gefolgt werden, da der zugrunde gelegte Betrag dem im geprüften Jahresabschluß
      1997 angegebenen Betrag entspricht und der herangezogene Abschreibungsbetrag
     in Höhe von 20 % pro Jahr daher die Abschreibungskosten im Zusammenhang mit
     der Herstellung der betroffenen Ware angemessen widerspiegelt.
                                                                                       tß
 ---pagebreak---      Dumping
(28) Auf dieser Grundlage wurden für die lettischen ausführenden Hersteller die
     folgenden geänderten Dumpingspannen, ausgedrückt als cif-Einfuhrpreis frei
     Grenze der Gemeinschaft, ermittelt:
          AS "Bolderâja":                                                4,7 %
          nichtkooperierende ausführende Hersteller:                     4,7 %
     e) Litauen
(29) Der litauische ausführende Hersteller gab nach der Unterrichtung und der
     Veröffentlichung der vorläufigen Verordnung keine Stellungnahme ab.
     Die für die litauischen ausführenden Hersteller ermittelten Dumpingspannen,
      ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft,
      bleiben unverändert:
           JSC Grigiskes:                                               11,4%
           nichtkooperierende ausführende Hersteller:                   11,4 %
     fi Polen
      Normalwert
      i)   Gewinnspanne bei der rechnerischen Ermittlung der Normalwerte
(30) Die polnischen ausführenden Hersteller stellten im Zusammenhang mit der
      Berechnung der Gewinnspanne bei der rechnerischen Ermittlung des Normalwertes
      denselben Antrag wie der lettische ausführende Hersteller (siehe Randnummer 25).
      Dieser Antrag wurde aus den unter Randnummer 25 dargelegten Gründen
      abgelehnt.
                                                                                       %1
 ---pagebreak---      ii) Verteilung der Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten
(31) Ein polnischer ausführender Hersteller machte geltend, anstelle der von der
     Kommission gewählten Methode zur Verteilung der bei den Inlandsverkäufen
     angefallenen Vertriebs- Verwaltungs- und Gemeinkosten auf Umsatzbasis solle die
     von dem Unternehmen normalerweise verwendete Methode angewendet werden,
     die es auch bei der Beantwortung des Fragebogens zugrunde gelegt hatte. Diese
     Methode basiert auf den Verkaufsmengen in Tonnen, auf die je nach der Dicke des
     jeweiligen Hartplattentyps Konversionsfaktoren (zum Umrechnen von Tonnen in
     m2) angewendet werden.
     Die Prüfung des Antrags ergab, daß die in dem Fragebogen angewendete
     Verteilungsmethode      der normalen    Buchführungspraxis   des   Unternehmens
      entspricht. Die Methode zur Verteilung der Vertriebs-, Verwaltungs- und
      Gemeinkosten wurde deshalb gemäß dem Antrag des Unternehmens geändert.
      iii) Ausschluß bestimmter Transaktionen
(32) Ein polnischer ausführender Hersteller erhob Einwände dagegen, daß die
      Kommission den Normalwert unter Ausschluß der Verkäufe minderwertiger
      Hartplatten ermittelte. Der Ausschluß dieser Verkäufe führe zu einer künstlichen
      Überbewertung der Gewinne und wirke sich dadurch auf die Dumpingspanne aus.
                                                                                       xi
 ---pagebreak---      Wie unter Randnummer 27 der vorläufigen Verordnung dargelegt, sind nur
     diejenigen Hartplatten unmittelbar vergleichbar, die die gleichen Eigenschaften und
     die gleiche Qualität aufweisen. Denn in erster Linie ist die Qualität der Hartplatte
     für ihren Preis und ihre Eignung für bestimmte                 Verwendungszwecke
     ausschlaggebend. Angesichts dieser Sachlage sowie der Tatsache, daß keine
     minderwertigen Hartplatten in die Gemeinschaft eingeführt wurden, konnte dem
     Antrag des Unternehmens nicht stattgegeben werden.
     iv) Produktionskosten
(33) Ein polnischer ausführender Hersteller schlug für die Berechnung der Kosten für
     das Zuschneiden von Standardhartplatten in zugeschnittene Platten eine andere
     Methode vor als die, die er in dem Fragebogen angewendet hatte. Bei dieser neuen
     Kostenverteilung wurde auch die Dicke der zugeschnittenen Platten und nicht nur
     die Zahl der zugeschnittenen Quadratmeter berücksichtigt. Dieser Antrag wurde
     damit begründet, daß die Schneidemaschinen mehrere Platten übereinander bis zu
     einer Dicke von 100 mm gleichzeitig zuschneiden können. Daher wurde geltend
     gemacht, daß das Unternehmen in einem Schneidevorgang je nach Stärke der
     Platten unterschiedlich viele Quadratmeter zuschneiden könne. Dem Antrag wurde
     daher stattgegeben.
     Vergleich des Normalwertes mit dem Ausfuhrpreis
 ---pagebreak---      i)   Anlaufkosten
(34) Ein unter Randnummer 65 der vorläufigen Verordnung genannter polnischer
     ausführender Hersteller erhob Einwände dagegen, daß die Kommission eine
     Berichtigung für die Anlaufkosten im Zusammenhang mit der Produktion
     bearbeiteter Hartplatten abgelehnt hatte. Da dieser Hersteller jedoch keine neuen
     Beweise vorlegte, werden die Feststellungen unter Randnummer 65 der vorläufigen
     Verordnung bestätigt.
     Dumping
(35) Ein polnischer ausführender Hersteller stellte die von der Kommission angewandte
     Methode in Frage, für alle Hartplattentypen eine einzige Dumpingspanne zu
     berechnen, anstatt separate Dumpingspannen für unbearbeitete und bearbeitete
     Hartplatten zu ermitteln.
     Diesem Vorbringen konnte nicht gefolgt werden. Es entspricht der üblichen Praxis
     der Gemeinschaftsorgane, gemäß den Artikeln 1 und 2 Grundverordnung die
     Dumpingspanne für die von der Untersuchung betroffene Ware insgesamt und nicht
     getrennt nach Kategorie, Typ oder Modell der betroffenen Ware zu ermitteln. Dies
     liegt darin begründet, daß bei einer Ware wie Hartplatten, die es in vielen
     verschiedenen Ausführungen gibt, die Anwendung von Antidumpingmaßnahmen
     und insbesondere von Antidumpingzöllen auf Basis der Warentypen aus Sicht des
     Zolls nicht praktikabel ist.
(36) Auf dieser Grundlage wurden für die polnischen ausführenden Hersteller die
      folgenden geänderten Dumpingspannen, ausgedrückt als cif-Einfuhrpreis frei
      Grenze der Gemeinschaft, unverzollt, ermittelt:
                                                                                       2V
 ---pagebreak---          Ekopfyta S.A.:                                             20,6 %
         Zaklady Pfyt Pilsniowych S.A w Krosnie Odrzanskim:          11,0 %
         Czarna Woda Zaklady Pfyt Pilsniowych:                      34,8 %
         Alpex-Karlino S.A. :                                        22,4 %
         Zaklady Pfyt Piléniowych S.A., Przemysl :                    9,1 %
         Koniecpolskie Zaklady Pfyt Pilsniowych S.A:                 11,4 %
         nichtkooperierende ausführende Hersteller:                  34,8 %
     In Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen und Polen wurde insgesamt eine hohe
     Bereitschaft zur Mitarbeit festgestellt. Wie unter Randnummer 35 der vorläufigen
     Verordnung dargelegt, wurde es daher als angemessen angesehen, für die
     nichtkooperierenden Unternehmen in den Ländern mit hoher Bereitschaft zur
     Mitarbeit die höchste bzw. die einzige Dumpingspanne zugrunde zu legen, die für
     ein kooperierendes Unternehmen in demfraglichenLand ermittelt wurde.
     g) Rußland
(37) Keiner der russischen ausführenden Hersteller gab nach der Unterrichtung und der
     Veröffentlichung der vorläufigen Verordnung eine Stellungnahme ab.
     Der Normalwert für Rußland wurde auf der Grundlage des gewogenen
     Durchschnitts der für die kooperierenden polnischen Unternehmen ermittelten
     Normalwerte errechnet.
     Die Dumpingspanne für Rußland wurde unter Berücksichtigung der unter den
     Randnummern 30 bis 33 beschriebenen Änderungen der Normalwerte der
     polnischen Unternehmen neu berechnet.
                                                                                      5f
 ---pagebreak---      Auf dieser Grundlage ergab sich für die russischen ausführenden Hersteller eine
     neue einzige Dumpingspanne von 30,6 %, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-
     Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt.
                                  D. SCHÄDIGUNG
     1.  Verbrauch
(38) Die vorläufigen Feststellungen werden bestätigt.
     2. Gedumpte Einfuhren
     a) Kumulierung
(39) Die brasilianischen ausführenden Hersteller beantragten erneut, die Einfuhren aus
     Brasilien in die Gemeinschaft nicht mit den Einfuhren aus den anderen von diesem
     Verfahren betroffenen Ländern zu kumulieren. Sie machten geltend, daß die in
     Brasilien hergestellten und in die Gemeinschaft ausgeführten Hartplatten aus
     folgenden Gründen nicht mit den Einfuhren mit Ursprung in den anderen Ländern
     konkurrierten:
     - Die brasilianischen Ausfuhrpreise liegen im Durchschnitt über denen der
        anderen betroffenen Länder, was aus der in der vorläufigen Untersuchung
        ermittelten niedrigeren Preisunterbietungsspanne ersichtlich wird.
     - Das Volumen und der Marktanteil der Einfuhren entwickelten sich im
        Bezugszeitraum anders als im Falle der übrigen betroffenen Länder.
                                                                                       &
 ---pagebreak---      - Die Ware wird an andere Kunden, in erster Linie Lacktürhersteller, verkauft.
(40) Die Prüfung dieser Behauptungen ergab folgendes:
     Fast alle Einfuhren aus Brasilien waren für besondere Verwendungszwecke,
     nämlich hauptsächlich zur Lacktürherstellung, bestimmt; dies ist ein Sektor, in dem
     hohe Preise erzielt werden und an den die anderen betroffenen Länder nicht
     verkaufen. In der Tat hielten die Verwender der brasilianischen Hartplatten die
     Einfuhren aus diesen anderen Ländern sowohl aus technischen als auch aus
     wirtschaftlichen Gründen als für ihre Zwecke völlig ungeeignet.
     Diese Feststellungen zum Endverwendungszweck werden durch das brasilianische
     Preisniveau bestätigt, das deutlich über dem der Einfuhren aus den anderen
     betroffenen Ländern liegt. Außerdem sind die Einfuhrmengen aus Brasilien
     rückläufig, während die anderen zunehmen.
(41) Daher ist es in diesem Fall nicht unvertretbar, den Schluß zu ziehen, daß eine
     kumulative Bewertung der Einfuhren aus Brasilien und der Auswirkungen der
      Einfuhren aus den anderen von der Untersuchung betroffenen Ländern
      unangemessen wäre.
      Die Auswirkungen der Einfuhren aus Brasilien wurden daher getrennt untersucht.
                                                                                         n-
 ---pagebreak---      b) Mengen- und wertmäßige Entwicklung der gedumpten Einfuhren
(42) Die vorläufigen Feststellungen werden bestätigt.
     Da jedoch beschlossen wurde, die Auswirkungen der Einfuhren aus Brasilien
     getrennt von den Auswirkungen der Einfuhren aus den anderen Ländern zu prüfen,
     stellt sich die Analyse der Einfuhrmengen und Preisentwicklungen wie folgt dar:
     Einfuhren aus Brasilien:
                                 1993       1994       1995       1996      H
                                                                           will
     Mengen (Tonnen)               62.193    61.605     69.783      58.514H
     Indexiert                        100        99        112          94m
     Wert (1000 Ecu)               18.117    17.724     20.767      16,772gl
     Indexiert                        100        98        115          °3m
     Marktanteil (in %)                6,3       5,4        6,0        5 2 Hi
     Indexiert                        100        86          95         82\m
     Preis pro Tonne                  291       288        298
      Indexiert                       100         99       102
                                                                           m
(43) Die Einfuhrmengen und der Marktanteil gingen zwischen 1995 und dem
     Untersuchungszeitraum erheblich zurück, während die Preise über den gesamten
     Bezugszeitraum hinweg relativ stabil blieben.
 ---pagebreak--- Einfuhren aus den anderen betroffenen Ländern:
                         1993         1994       1995        1996
Mengen (Tonnen)           171.890     192.165   253.041      209.727
Indexiert                     100         112        147          122
Wert (1000 Ecu)            28.707      33.919     49.103       43.461
Indexiert                     100         118        171          151
Marktanteil (in %)            17,4        16,9      21,7          18,5
Indexiert                      100          97       125          107
Preis pro Tonne                167         177       194          207|
Indexiert                      100        106        116           124%
Die Einfuhrmengen und die Marktanteile erhöhten sich zwischen 1993 und 1995
erheblich, gingen 1996 zurück und stiegen schließlich im Untersuchungszeitraum
erneut. Sowohl absolut gesehen als auch gemessen am Marktanteil waren die
Einfuhren im Untersuchungszeitraum höher als zu Beginn des Bezugszeitraums.
Obwohl sich die Preise während des für die Schadensuntersuchung zugrunde
gelegten Zeitraums deutlich erhöhten, wurden die Preise des Wirtschaftszweigs der
Gemeinschaft im Untersuchungszeitraum durch die Einfuhren aus allen diesen
Ländern weiterhin erheblich unterboten.
                                                                                  tf
 ---pagebreak---      c) Preisvergleich
(44) Nach der Unterrichtung über die vorläufigen Feststellungen wurden von den
     brasilianischen ausführenden Herstellern Bemerkungen zur Methode für die
     Berechnung der Preisunterbietung übermittelt.
     Es wurde darauf hingewiesen, daß das Gefälle zwischen den brasilianischen
     Ausfuhrpreisen    und den Preisen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
     hauptsächlich auf einen kleinen Teil der Verkäufe im Untersuchungszeitraum
     zurückzuführen sei, auf den weniger als 1 % der Gemeinschaftsproduktion entfalle.
     Einer der brasilianischen ausführenden Hersteller beantragte, für den Vergleich
     gegebenenfalls den Preis heranzuziehen, der dem mit ihm verbundenen Einführer
     von dem ersten unabhängigen Kunden in der Gemeinschaft gezahlt wurde, da
     dieser Preis dieselbe Handelsstufe betreffe wie die Preise des Wirtschaftszweigs der
     Gemeinschaft. Ferner wurde beantragt, die festgestellten Spannen als Prozentsatz
     des Gesamtwerts der Einfuhren im Untersuchungszeitraum auszudrücken und
     somit auch diejenigen Einfuhren einzubeziehen, die bei dem Vergleich nicht
     berücksichtigt wurden, weil von den Gemeinschaftsherstellern keine vergleichbaren
     Modelle verkauft worden waren.
(45) Diesem Antrag wurde nicht stattgegeben. Bei den Gemeinschaftsorganen ist es
     gängige Praxis, nur den cif-Wert derjenigen Einfuhren im Untersuchungszeitraum
     zu berücksichtigen, für die das Vorliegen einer Preisunterbietung tatsächlich
     geprüft wurde, d.h., für die zum Zeitpunkt der Ermittlung der Spannen
     vergleichbare in der Gemeinschaft hergestellte Warentypen gefunden wurden.
                                                                                          °&o
 ---pagebreak--- (46) Ferner wurden die von den ausführenden Herstellern und den Gemeinschafts-
      herstellern   mitgeteilten    Warenkontrollnummern      sorgfältig überprüft    und
      erforderlichenfalls berichtigt, um einen fairen Vergleich zu gewährleisten. Der Ab-
      Werk-Preis der Gemeinschaftshersteller wurde dann auf derselben Handelsstufe mit
      den cif-Ausfuhrpreisen frei Grenze der Gemeinschaft, verzollt, verglichen, sofern
      die Ware von den ausführenden Herstellern direkt an einen unabhängigen Kunden
      verkauft wurde, und anderenfalls mit dem Ab-Lager-Wiederverkaufspreis, zu dem
      die Ware von dem verbundenen Einführer an den ersten unabhängigen Kunden
      verkauft wurde.
(47) Zur Berechnung der Preisunterbietungsspanne wurden die durchschnittlichen
      Unterbietungsbeträge bei den einzelnen Warentypen auf der Grundlage der
      gedumpten Einfuhrmengen          multipliziert mit den Durchschnittspreisen der
      entsprechenden in der Gemeinschaft hergestellten Typen gewogen.
      Diese Methode wurde auch beim Preisvergleich für die übrigen betroffenen Länder
      angewandt.
(48) Die für den Vergleich herangezogenen Exportverkäufe entsprachen mindestens
      74 % der Gesamtausfuhren der einzelnen betroffenen Länder.
 (49) Die Überprüfung der Berechnungen bestätigte, daß bei allen betroffenen Ländern
      mit Ausnahme Brasiliens eine Preisunterbietung vorlag. Die neuen Preis-
      unterbietungsspannen sind in nachstehender Tabelle aufgeführt:
                                                                                          vi
 ---pagebreak---              UBERBLICK UBER DIE PREISUNTERBIETUNGSSPANNEN
                    Land                Gewogene durchschnittliche Preisunterbietung
                                          bei direktem Vergleich nach Warentypen
     BRASILIEN
     BULGARIEN                                              44 %
     ESTLAND                                                65 %
     LETTLAND                                               48 %
     LITAUEN                                                45 %
     POLEN                                                  53 %
     RUSSLAND                                               65 %
     3.   Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
(50) Die vorläufigen Feststellungen werden bestätigt.
     4,   Schlußfolgerung zur Schädigung
(51) Die polnischen und lettischen ausführenden Hersteller stellten die vorläufigen
     Schlußfolgerungen zur Schädigung in Frage und machten geltend, der Trend bei
     einigen   Schadensfaktoren    wie Produktion, Marktanteil     und Umsatz des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sei nicht negativ genug, um auf das Vorliegen
     einer bedeutenden Schädigung hinzudeuten.
     Diese Einwände wurden geprüft, ihnen konnte jedoch nicht stattgegeben werden.
     Die Gesamtanalyse aller die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
     betreffenden Indikatoren auf Gemeinschaftsebene bestätigt insbesondere unter
     Berücksichtigung des erheblichen Rückgangs der Verkaufspreise und der
     zunehmenden finanziellen Verluste das Vorliegen einer Schädigung.
                                                                                      ?>l
 ---pagebreak--- (52) Die vorläufigen Feststellungen zur Schädigung werden daher bestätigt.
                              E. SCHADENSURSACHE
     1. Auswirkungen der gedumpten Einfuhren aus Brasilien
(53) Die brasilianischen ausführenden Hersteller behaupteten, die Einfuhren der Ware
     mit Ursprung in Brasilien könnten die Schädigung aus folgenden Gründen nicht
     verursacht haben:
     - Die aus Brasilien eingeführten Mengen seien zwischen 1995 und dem
        Untersuchungszeitraum um 20 % zurückgegangen.
     - Die brasilianische Ware konkurriere nicht mit der in der Gemeinschaft
        hergestellten Ware, da sie an spezialisierte Verwender verkauft werde, nämlich
        an die Hersteller von lackierten Türen und Telleruntersetzern sowie an die
        Automobilindustrie, die wegen ihrer besonderen Qualitätsanforderungen die
        brasilianischen Eukalyptushartplatten benötigten und diese trotz ihres höheren
        Preises nicht durch andere Hartplatten ersetzen könnten.
     - Die      Verkaufspreise   der   Gemeinschaftshersteller   würden     durch   die
        brasilianischen Ausfuhren nicht unterboten, vor allem nicht in den genannten
        Spezialbereichen.
(54) Zur ersten Behauptung ist festzustellen, daß der Rückgang der Einfuhrmengen
     nicht ausschließt, daß durch diese Einfuhren im Untersuchungszeitraum eine
      Schädigung verursacht wurde; denn die Einfuhren wiesen immer noch ein
     beträchtliches Niveau auf und lagen deutlich über der Geringfugigkeitsschwelle des
     Artikels 5 Absatz 7 Grundverordnung.
                                                                                        3*
 ---pagebreak--- (55) Zu den übrigen Behauptungen wurde folgendes festgestellt:
     - Im Untersuchungszeitraum waren rund 68 % der Einfuhren aus Brasilien für die
       Herstellung lackierter Türen in der Gemeinschaft bestimmt. Die Lacktür-
       industrie in der Gemeinschaft stellt strenge Qualitätsanforderungen, die von den
       brasilianischen Eukalyptushartplatten besonders gut erfüllt werden. Wie bereits
       unter Randnummer 18 dargelegt, hängt die von den Türherstellern verlangte
       hohe Qualität jedoch nicht allein von der verwendeten Holzsorte, in diesem Fall
       Eukalyptus, ab. Die brasilianischen Hartplatten sind nicht nur deshalb besonders
        gut für die Herstellung lackierter Türen geeignet, weil sie aus Eukalyptusholz
        gefertigt werden, sondern auch, weil die brasilianischen Hersteller die Qualität
        ihrer Ausfuhren in die Gemeinschaft sehr streng kontrollieren.
     - Im Untersuchungszeitraum wurden die vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
        hergestellten Hartplatten nur in sehr geringen Mengen für die Herstellung
        lackierter Türen verwendet; die Nachfrage wurde fast vollständig mit
        Eukalyptushartplatten gedeckt, die entweder aus Brasilien eingeführt oder von
        dem portugiesischen Hersteller geliefert wurden, der nicht zu den Antragstellern
        gehörte. Die Türhersteller begründeten ihre Wahl mit der bei diesen Lieferanten
        garantierten hohen Qualität.
                                                                                         3*f
 ---pagebreak---      - Das Argument der besonderen Endverwendungen wird durch die Tatsache
         gestützt, daß keine Unterbietung durch die Preise der für die Herstellung von
         Türbeplankungen bestimmten brasilianischen Ausfuhren stattfindet; diese liegen
         erheblich über denen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft.
     - Die Behauptung der Gemeinschaftshersteller, die Marktpreise würden durch die
         brasilianischen Einfuhren gedrückt, und dieser Preisdruck hindere sie daran, der
         brasilianischen Ware qualitativ gleichwertige und zur Herstellung lackierter
         Türen geeignete Türbeplankungen herzustellen, läßt sich demnach nicht
         belegen.
      - Durch die nicht im Marktsegment Lacktüren verkauften Einfuhren aus Brasilien
         wurden die Preise der Gemeinschaftshersteller im Durchschnitt nicht unterboten.
(56) Dies führt zu dem Schluß, daß die Einfuhren aus Brasilien nicht die Ursache einer
     bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft waren und daß
     das Verfahren im Falle Brasiliens daher ohne Einführung von Maßnahmen
      eingestellt werden sollte.
                                                                                          33
 ---pagebreak---      2.   Auswirkungen der gedumpten Einfuhren aus den übrigen von der
          Untersuchung betroffenen Ländern
(57) Die Einfuhren aus den übrigen von der Untersuchung betroffenen Ländern nahmen
     zwischen 1993 und dem Untersuchungszeitraum mengenmäßig um 29% zu.
     Obwohl die Preise dieser Einfuhren im selben Zeitraum um durchschnittlich 32 %
     stiegen, lagen sie im Untersuchungszeitraum immer noch erheblich unter den
     Preisen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft. Infolge dieser Preisunterbietung
     um 44 % bis 67 % mußte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft einen Rückgang
     seiner Verkaufspreise um 16 % und eine erhebliche Verschlechterung seiner
     finanziellen Lage hinnehmen.
     Die vorläufige Feststellung, daß dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft durch die
     gedumpten Einfuhren aus Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland
     eine bedeutende Schädigung verursacht wurde, wird daher bestätigt.
     3.   Auswirkungen der Einfuhren aus anderen Drittländern
(58) Einige ausführende Hersteller in den betroffenen Ländern wiederholten ihre
     Behauptung, die Schädigung sei durch den Anstieg der Einfuhren aus anderen
     Drittländern verursacht worden, übermittelten jedoch keine neuen Informationen,
     die zu einer Änderung der vorläufigen Feststellungen fuhren könnten.
     Die vorläufigen Feststellungen werden daher bestätigt.
                                                                                      36
 ---pagebreak---                                                          **^ï¥^#tS^te!^^^*tî<#i!i
     4.   Wettbewerb durch die nichtantragstellenden Gemeinschaftshersteller
(59) Einige der betroffenen ausführenden Hersteller wiesen darauf hin, daß die
     nichtantragstellenden Gemeinschaftshersteller die Preise des Wirtschaftszweigs der
     Gemeinschaft zwar nicht im Untersuchungszeitraum, wohl aber zwischen 1993 und
     1995 im Durchschnitt unterboten hätten und daß dies zu diesem Zeitpunkt
     möglicherweise eine Ursache für die Schädigung gewesen sei.
(60) Die Preise der nichtantragstellenden Hersteller lagen zwar unter denen des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, jedoch erheblich über den Durchschnitts-
     preisen der Einfuhren aus den betroffenen Ländern mit Ausnahme Brasiliens: 1993
     betrug der Durchschnittspreis dieser Einfuhren           167 ECU pro Tonne, der
     Durchschnittspreis der nichtantragstellenden Hersteller dagegen 1,02 ECU pro m2,
     d.h. mehr als 300 ECU pro Tonne.
(61) Angesichts dieser Preisrelationen erscheint es unwahrscheinlich, daß die Preis-
     gestaltung der nichtantragstellenden Hersteller eine Ursache für die Schädigung des
     Wirtschaftszweigs    der   Gemeinschaft    war;    auf jeden         Fall    reichen ihre
     Auswirkungen nicht aus, um den Kausalzusammenhang zwischen den gedumpten
     Einfuhren aus den sechs Ländern und der Schädigung zu durchbrechen.
     5.   Auswirkungen der im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten
(62) Nach Einführung der vorläufigen Maßnahmen machten mehrere ausführende
     Hersteller erneut geltend, die Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
     sei nicht auf die gedumpten Einfuhren zurückzuführen, sondern auf den
     Wettbewerb mit dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten.
                                                                                               "Pr
 ---pagebreak---   (63) Die Untersuchung ergab, daß in den meisten Bereichen, in denen Hartplatten
*      verwendet werden, auch dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten
       eingesetzt werden könnten. Der Markt für im Trockenverfahren hergestellte
       Faserplatten ist zwar in den letzten Jahren stark gewachsen, jedoch nicht zu Lasten
       des Hartplattensektors, wie durch den ebenfalls zunehmenden Verbrauch von
       Hartplatten belegt wird.
  (64) Mehrere interessierte Parteien legten Schätzungen für die Größe des Sektors der
       dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten vor. Auf der Grundlage von
       Statistiken der europäischen MDF-Industrie wird das Produktionsvolumen für
       dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten im Jahr 1997 auf 500.000 bis
       600.000 m3 geschätzt, was einem Anstieg um 50% zwischen 1993 und 1997
       entspricht. Gesonderte Statistiken für die Einfuhren dünner im Trockenverfahren
       hergestellter Faserplatten liegen nicht vor, bis 1997 wurden aber nur geringfügige
       Einfuhren von im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten aller Stärken
       gemeldet.
  (65) Bei der vorläufigen Sachaufklärung erwies es sich jedoch als unwahrscheinlich,
       daß die Schädigung in erheblichem Maße durch die steigende Nachfrage nach
       dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten verursacht wurde, da auch
       der Verbrauch von Hartplatten zwischen 1993 und dem Untersuchungszeitraum um
       20 % gestiegen war (es sei daran erinnert, daß sich der Verbrauch im
       Untersuchungszeitraum trotz des Anstiegs bei den dünnen im Trockenverfahren
       hergestellten Faserplatten auf rund 1,2 Mio. Tonnen belief). Die Schädigung des
       Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft bestand nicht in einem Rückgang der
       Verkaufsmengen, der auf eine Substitution hätte hindeuten können. Sie äußerte sich
       vielmehr in finanziellen Verlusten infolge des von den gedumpten Einfuhren
       ausgehenden starken Preisdrucks.
                                                                                           rt>
 ---pagebreak--- (66) Nach den vorliegenden Angaben lag der Durchschnittspreis der dünnen im
      Trockenverfahren hergestellten Faserplatten im gesamten Zeitraum 1993-1996
      über dem der in der Gemeinschaft hergestellten Hartplatten gleicher Stärke. Nur für
      den Untersuchungszeitraum wurden Anhaltspunkte dafür gefunden, daß der Preis
      für einen bestimmten Typ von dünnen im Trockenverfahren hergestellten
      Faserplatten, nämlich für dünne MDF, in bestimmten Gebieten der Gemeinschaft
      auf das Niveau des Preises für in der Gemeinschaft hergestellte Hartplatten
      gesunken sein könnte. Auch bei diesem Szenario wurden die aus den betroffenen
      Ländern     eingeführten   Hartplatten  im   Untersuchungszeitraum,     wie   unter
      Randnummer 49 erläutert, zu erheblich niedrigeren Preisen verkauft.
(67) Wegen der Austauschbarkeit aller Arten von Waren auf Holzbasis sind dünne im
      Trockenverfahren hergestellte Faserplatten nun auf allen Märkten fur Platten auf
      Holzbasis präsent, so auch auf dem Hartplattenmarkt. Dank der allgemein
      gestiegenen Nachfrage nach Holzplatten, insbesondere nach Faserplatten, konnte
      auch die Nachfrage nach Hartplatten trotz des Angebots konkurrierender Waren
      steigen.
(68) Es wurden keine neuen Informationen übermittelt, die zu einer Änderung der
      vorläufigen Feststellung fuhren könnten, daß ungeachtet der gestiegenen Nachfrage
      nach dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten die gedumpten
      Einfuhren von Hartplatten aus den von der Untersuchung betroffenen Ländern mit
       Ausnahme Brasiliens für sich genommen die Ursache einer bedeutenden
       Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft in Form von Preisdruck und
       finanziellen Verlusten sind.
       6.   Schlußfolgerung zur Schadensursache
 (69) Die vorläufigen Feststellungen zur Schadensursache werden daher mit Ausnahme
       der Feststellungen zu den Einfuhren aus Brasilien bestätigt.
                                                                                          il
 ---pagebreak---                       F. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT
     1. Endgültige Sachaufklärung
(70) Nach Einführung       der vorläufigen   Maßnahmen wurde die Prüfung         der
     Auswirkungen der Antidumpingmaßnahmen auf die von der Untersuchung
     betroffenen Sektoren fortgesetzt. Wie unter Randnummer 3 erläutert, wurden
     Besuche bei Verwendern von Hartplatten sowie bei einem nichtantragstellenden
     Gemeinschaftshersteller von Eukalyptushartplatten durchgeführt.
     2.   Auswirkungen auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
(71) Nach Einführung der vorläufigen Maßnahmen wurden mehrere Argumente zu den
     voraussichtlichen Auswirkungen endgültiger Maßnahmen auf den Wirtschafts-
     zweig der Gemeinschaft vorgebracht.
     Diese Argumente betrafen das Verhältnis zwischen Hartplatten und dünnen im
     Trockenverfahren hergestellten Faserplatten.
     a) Argumente der interessierten Parteien
(72) Einige interessierte Parteien behaupteten, der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
     könne wegen der Austauschbarkeit von Hartplatten und dünnen im Trocken-
     verfahren hergestellten Faserplatten keinen Nutzen aus den Antidumping-
     maßnahmen ziehen.
                                                                                      v°
 ---pagebreak---      Zur Stützung dieser Behauptung wurde angeführt, der Preis für dünne im Trocken-
     verfahren hergestellte Faserplatten sei auf das Niveau des Preises für Hartplatten
     gleicher Stärke gesunken. Die Einführung von Antidumpingmaßnahmen mit dem
     Ziel, die Preise für Hartplatten in der Gemeinschaft anzuheben, würde zu einem
     höheren Preis für Hartplatten als für die konkurrierenden dünnen im Trocken-
     verfahren hergestellten Faserplatten fuhren. Aufgrund der Austauschbarkeit der
     beiden Waren würden sich die Kunden infolge der Antidumpingmaßnahmen für die
     Verwendung dünner im Trockenverfahren hergestellter Faserplatten entscheiden.
     Mit anderen Worten würden Antidumpingmaßnahmen nur dazu fuhren, daß der
     Verbrauch von Hartplatten gesenkt und der Umstieg der Verwender auf dünne im
     Trockenverfahren hergestellte Faserplatten gefördert würde.
(73) Ferner wurde geltend gemacht, die dünnen im Trockenverfahren hergestellten
     Faserplatten seien eine Ware, bei der ein Anstieg der Nachfrage sowie der
     Investitionen zum Ausbau der Produktionskapazität zu beobachten sei und die im
     Falle einer Änderung der Preisrelationen die Hartplatten bei den meisten
     Endverwendungen ersetzen könne.
     b)    Größe des Sektors der dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten
(74) Wie unter Randnummer 64 erwähnt, stieg die Produktion dünner im
     Trockenverfahren hergestellter Faserplatten zwischen 1993 und 1997 um 50 % und
     erreichte 1997 500.000 bis 600.000 m3. Die Kapazität der auf die Herstellung dieser
     dünnen Platten spezialisierten Betriebe (d.h. der Betriebe, die über einen Kalander
     verfügen) ist jedoch zur Zeit fast voll ausgelastet, und die meisten Neuinvestitionen
     in die Herstellung von Faserplatten im Trockenverfahren werden in Betrieben
     getätigt, die am besten für die Herstellung "mittlerer" (nicht von dieser
     Untersuchung betroffener) Stärken (6 - 30 mm) ausgerüstet sind.
                                                                                           \A
 ---pagebreak---      Ein Anstieg der Produktion dünner Faserplatten im Trockenverfahren ist daher
     kurzfristig unwahrscheinlich.
     c)   Wettbewerb zwischen Hartplatten und dünnen im Trockenverfahren
          hergestellten Faserplatten
(75) Wie unter den Randnummern 5 bis 9 erläutert, sind Hartplatten und im Trocken-
     verfahren hergestellte Faserplatten bei vielen Endverwendungen theoretisch
     austauschbar, haben aber wegen ihrer unterschiedlichen materiellen Eigenschaften
     bei jeder Endverwendung ihre besonderen Vor- und Nachteile.
(76) Die ausführenden Hersteller behaupteten, bei einer Änderung des Preisverhältnisses
     zwischen den beiden konkurrierenden Waren könnten Zusatzkosten infolge
     technischer Probleme im Zusammenhang mit der Umstellung auf dünne im
     Trockenverfahren hergestellte Faserplatten in Kauf genommen werden, wenn der
     Preisvorteil gegenüber den Hartplatten groß genug werde.
(77) Dagegen behauptete der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, die Ersetzung der
     Hartplatten durch im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten habe bei den
     Endverwendungen, bei denen letztere technisch von Vorteil seien, bereits
     stattgefunden, und die Wettbewerbslage auf dem Markt befinde sich zur Zeit im
     Gleichgewicht, woran sich durch die vorgeschlagenen Antidumpingmaßnahmen
     nichts wesentliches ändern werde. Daß der Verbrauch von Hartplatten im Bezugs-
     zeitraum um weitere 20 % gestiegen ist, deutet darauf hin, daß die Hartplatten mit
     den dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten wirksam konkurrieren
     konnten,    und   unterstützt die Argumentation      des Wirtschaftszweigs     der
     Gemeinschaft. Wegen des kontinuierlichen technischen Fortschritts bei der
     Herstellung dünner Faserplatten im Trockenverfahren ist jedoch schwer zu
      beurteilen, inwieweit diese künftig in Bereichen verwendet werden könnten, in
      denen bisher Hartplatten dominieren.
                                                                                        v2.
 ---pagebreak--- (78) Dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten waren im größten Teil des
      Bezugszeitraums teurer als Hartplatten gleicher Stärke; allerdings sank ihr Preis
      aufgrund des technologischen Fortschritts und der damit einhergehenden Kosten-
      senkungen im Bezugszeitraum kontinuierlich und erreichte 1997 etwa das Niveau
      der in der Gemeinschaft hergestellten Hartplatten gleicher Stärke.
      Es läßt sich nicht absehen, ob dieser rückläufige              Preistrend aufgrund
      kontinuierlicher Kostensenkungen durch technologischen Fortschritt in nächster
      Zeit anhalten wird. Nach Angaben des Antragstellers ist in der Gemeinschaft bei
      den dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten nicht mit nennens-
      werten weiteren Preissenkungen zu rechnen. Die Ware habe die Phase des
      schnellen Wachstums der letzten Jahre und der damit einhergehenden sinkenden
      Stückkosten überschritten, und die Betriebe näherten sich nun mit einer ähnlichen
      Kostenstruktur wie bei den Hartplatten der vollen Kapazitätsauslastung. Im Falle
      der Einführung endgültiger Antidumpingmaßnahmen dürfte daher der Preis für
      dünne im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten auf dem Niveau der Preise fur
      in der Gemeinschaft hergestellte Hartplatten bleiben.
 (79) Allerdings sind die bei der Produktion dünner Faserplatten im Trockenverfahren
      eingesetzten Fließbänder und Kalander nach Angaben der Industrie effizienter als
      die zur Herstellung von Hartplatten verwendeten Etagenpressen. Insbesondere
      fallen bei diesen MDF-Fertigungsverfahren angeblich sehr viel weniger Schnitt-
      und sonstige Abfalle an als bei Etagenpressen, obwohl die Produktions-
      geschwindigkeit höher ist. Daher wird behauptet, daß die Preise für in der
      Gemeinschaft im Trockenverfahren hergestellte dünne Faserplatten tendenziell
      weiter sinken könnten. Der gleiche Trend wird von einigen interessierten Parteien
       auch für die Preise der Einfuhren dünner im Trockenverfahren hergestellter
       Faserplatten aus Drittstaaten vorhergesagt.
                                                                                         Ui
 ---pagebreak---      Diese Entwicklungen wirken sich auch auf die Verwendung von Hartplatten in den
     Bereichen aus, in denen sich ihre Endverwendung mit der der im Trockenverfahren
     hergestellten Faserplatten überschneidet, z.B. in der Möbelindustrie. Sollten die
     Preise für im Trockenverfahren hergestellte Faserplatten nach Einführung der
     endgültigen Antidumpingzölle weiter sinken, so könnte sich der Verbrauch in den
     Marktsegmenten, in denen die beiden Plattensorten austauschbar sind, von den
     Hartplatten auf die dünnen im Trockenverfahren hergestellten Faserplatten
     verlagern.
     d) Schlußfolgerung zu den Auswirkungen der Maßnahmen auf den Wirtschafts-
          zweig der Gemeinschaft
(80) Auf der Grundlage dieser Analyse wurde festgestellt, daß die vorgeschlagenen
     Maßnahmen sich höchstwahrscheinlich positiv auf die Lage des Wirtschaftszweigs
     der Gemeinschaft auswirken werden. Sollten keine Antidumpingmaßnahmen
     eingeführt werden, so würden die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
     durch die gedumpten Einfuhren weiter erheblich unterboten. Angesichts der bei der
     Schadensermittlung     festgestellten  finanziellen  Schwierigkeiten   wäre   die
     Fortsetzung der Geschäftstätigkeit des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
     ernstlich bedroht und ein großer Teil der Gemeinschaftsproduktion von Hartplatten
     gefährdet, durch die zur Zeit eine breite Palette von Kundenwünschen abgedeckt
     wird; die Verwender wären gezwungen, auf nicht optimale Alternativen
     auszuweichen, z.B. auf die gedumpten Einfuhren oder auf andere Platten auf
     Holzbasis.
     Ferner ist zu berücksichtigen, daß einige positive Auswirkungen der Antidumping-
     maßnahmen zwar möglicherweise anderen Wirtschaftszweigen als der Hartplatten-
     industrie zugute kommen, daß es jedoch höchst unwahrscheinlich ist, daß der
     Wirtschaftszweig der Gemeinschaft Schutz gegen unlautere Handelspraktiken
     beantragt hätte, wenn er sich nicht einen Vorteil von den Maßnahmen versprochen
     hätte.
                                                                                       \\H
 ---pagebreak---      Je nach Entwicklung des Preisverhältnisses zwischen Hartplatten und im Trocken-
     verfahren      hergestellten Faserplatten könnte jedoch die Wirksamkeit       der
     Maßnahmen nachlassen, so daß gegebenenfalls eine Überprüfung nach Artikel 11
     Absatz 3 Grundverordnung gerechtfertigt sein könnte.
     3.   Auswirkungen auf die vorgelagerten Wirtschaftszweige
(81) Da    keine      weiteren   Stellungnahmen  eingingen,  werden  die   vorläufigen
     Feststellungen bestätigt.
     4. Auswirkungen auf die Einführer
(82) Mangels weiterer Stellungnahmen werden die vorläufigen Feststellungen bestätigt.
     5.    Auswirkungen auf die Verwender
(83) Alle Verwender, die an der Untersuchung mitarbeiteten, waren Türhersteller, die
     ausschließlich aus Brasilien eingeführte Hartplatten verwendeten. Es wurde
      festgestellt,   daß die Einfuhren      aus Brasilien dem Wirtschaftszweig     der
      Gemeinschaft keine Schädigung verursacht haben und daß im Falle dieses Landes
      keine Maßnahmen eingeführt werden sollten.
      Die Auswirkungen auf die übrigen Verwender dürften angesichts der Höhe der
      vorgeschlagenen Antidumpingzollsätze und des geringen Anteils der Hartplatten an
      den Produktionskosten der meisten dieser Verwender nicht ins Gewicht fallen.
                                                                                        k"f
 ---pagebreak---       6.   Schlußfolgerung zum Interesse der Gemeinschaft
(84) Daher wird der Schluß gezogen, daß kein Grund zu der Annahme besteht, die
      Einführung endgültiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren von Hartplatten mit
      Ursprung in den Ländern, für die endgültige Maßnahmen getroffen werden sollen,
      liege nicht im Interesse der Gemeinschaft insgesamt.
                          G. VORGESCHLAGENE MASSNAHMEN
      1. Einstellung des Verfahrens im Falle Brasiliens
(85) Aufgrund der Schlußfolgerungen der endgültigen Sachaufklärung wird das
      Verfahren betreffend die Einfuhren mit Ursprung in Brasilien mit Beschluß ... der
      Kommission3           ohne      Einführung von   Maßnahmen    eingestellt.   Die
      Sicherheitsleistungen für den vorläufigen Antidumpingzoll werden freigegeben.
      Die vorläufig angenommenen Verpflichtungen der beiden ausführenden Hersteller
      in Brasilien werden damit nach Artikel 8 Absatz 6 Grundverordnung automatisch
      hinfällig.
      2.   Endgültige Maßnahmen
      a) Schadensbeseitigungsschwelle
(86) Die Schadensbeseitigungsschwelle wurde nach der in der vorläufigen Verordnung
      unter Randnummer 113 beschriebenen Methode berechnet; dabei wurde eine
      Berichtigung für Unterschiede bei der Handelsstufe vorgenommen, um den über
      Händler getätigten Verkäufen Rechnung zu tragen.
3
   Siehe Seite ... dieses Amtsblatts.
                                                                                        \L
 ---pagebreak--- (87) Mit Hilfe dieser Vergleiche wurde für jeden betroffenen ausführenden Hersteller
     eine Schadensspanne ermittelt und als Prozentsatz des cif-Wertes seiner Ausfuhren
     in die Gemeinschaft ausgedrückt, denen vergleichbare in der Gemeinschaft
     hergestellte Warentypen gegenüberstanden.
     b) Form und Umfang der endgültigen Maßnahmen
(88) Auf der Grundlage der Schlußfolgerungen zum Dumping, zur Schädigung, zum
     Kausalzusammenhang und zum Interesse der Gemeinschaft wurde geprüft, in
     welcher Form und in welcher Höhe Antidumpingzölle eingeführt werden müssen,
     um die handelsverzerrenden Auswirkungen des schädigenden Dumpings zu
     beseitigen und einen wirksamen Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt
     wiederherzustellen.
     Endgültige Maßnahmen sollten in Form von Wertzöllen eingeführt werden, die als
     geeignet erscheinen, die durch die gedumpten Einfuhren verursachte Schädigung zu
     beseitigen.
     Da im Falle eines polnischen ausführenden Herstellers die Schadensspanne
     niedriger war als die festgestellte Dumpingspanne, wird der endgültige
     Antidumpingzoll für dieses Unternehmen nach Artikel 9 Absatz 4 Grund-
     verordnung auf der Höhe der Schadensspanne festgesetzt. Bei allen anderen
     ausführenden Herstellern sind die Schadensspannen höher als die entsprechenden
      Dumpingspannen, so daß die Antidumpingzölle den Dumpingspannen entsprechen.
      Das gleiche gilt für die Residualzölle.
                                                                                       u>
 ---pagebreak---       c) Verpflichtungen
(89) Wie unter den Randnummern 115 ff. der vorläufigen Verordnung dargelegt,
      wurden von den kooperierenden ausführenden Herstellern in Brasilien, Bulgarien,
      Estland, Lettland, Litauen und Polen Verpflichtungen angeboten und von der
      Kommission vorläufig angenommen.
      Diese Verpflichtungen, mit Ausnahme der von den brasilianischen Unternehmen
      angebotenen Verpflichtungen, entsprechen hinsichtlich der darin vereinbarten
      Mindestpreise den endgültigen Feststellungen der Untersuchung und wurden mit
                                      4
      Beschluß ... der Kommission endgültig angenommen.
      3.   Vereinnahmung der vorläufigen Zölle
(90) Angesichts des Umfangs der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
      wird es für notwendig erachtet, die Sicherheitsleistungen für die vorläufigen
      Antidumpingzölle nach Verordnung (EG) Nr. 1742/98 bis zur Höhe der
      endgültigen Zölle endgültig zu vereinnahmen -
 4
   Siehe Seite ... dieses Amtsblatts.
                                                                                      ut
 ---pagebreak--- HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                        Artikel 1
(1) Auf die Einfuhren von Hartplatten, definiert als im Naßverfahren hergestellte
    Faserplatten aus Holz oder anderen holzigen Stoffen, auch mit Harz oder anderen
    organischen Stoffen hergestellt und mit einer Dichte von mehr als 0,8 g/cm3, der
    KN-Codes ex 4411 11 00 und ex 4411 19 00 (Taric-Codes 4411 11 00* 10 und 4411
    19 00*10) mit Ursprung in Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland
    wird ein endgültiger Antidumpingzoll eingeführt.
(2) Auf den Nettopreis frei Grenze der Gemeinschaft der von nachstehend aufgeführten
    Unternehmen hergestellten Warefindenfolgende Zollsätze Anwendung:
        Land              Unternehmen           Zollsatz (%)      Taric-Zusatzcode
    Bulgarien    Fazerles AD                         7,1                8461
                 alle übrigen Unternehmen            7,2                8900
    Estland      alle Unternehmen                    6,0                 -
     Lettland    alle Unternehmen                    4,7                 -
    Litauen      alle Unternehmen                   11,4                 -
    Polen        Alpex-Karlino S.A.                 22,4                8479
                 Ekopfyta S.A.                       7,0                8480
                 Zaklady Pfyt Pilsniowych            9,1                8481
                 S.A., Przemysl
                 Koniecpolskie Zaklady Pryt         11,4                8494
                 Pilsniowych S.A.
                 Zaklady Plyt Pilsniowych           11,0                8495
                 S.A. w Krosnie Odrzanskim
                 alle übrigen Unternehmen           34,8                8900
     RuBland     alle Unternehmen                   30,6                  -
                                                                                       vS
 ---pagebreak---                                         Artikel 2
(1) Abweichend von Artikel 1 findet der endgültige Zoll keine Anwendung auf die
    Einfuhren von Hartplatten, die von den in Absatz 3 aufgeführten Unternehmen
    hergestellt, direkt in die Gemeinschaft ausgeführt und einem Einfuhrunternehmen in
    der Gemeinschaft in Rechnung gestellt werden, sofern die Bedingungen des
    Absatzes 2 erfüllt sind.
(2) Bei der Anmeldung zur Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr ist die
    Zollbefreiung von der Vorlage einer von einem der in Absatz 3 aufgeführten
    Unternehmen ausgestellten gültigen Verpflichtungsrechnung bei den Zollstellen des
    zuständigen Mitgliedstaates abhängig. Die Verpflichtungsrechnung mit den im
    Anhang aufgeführten Angaben muß die Voraussetzungen erfüllen, die für diese
    Rechnungen in der mit Beschluß ... der Kommission angenommenen Verpflichtung
    festgelegt sind.
(3) Die Einfuhren, für die eine Verpflichtungsrechnung vorgelegt wird, sind unter
    folgenden Taric-Zusatzcodes anzumelden:
5
   Siehe Seite ... dieses Amtsblatts.
                                                                                       \o
 ---pagebreak---        Land                         Unternehmen                    Taric-Zusatzcode
    Bulgarien  FazerlesAD                                                8496
                Lessoplast AD                                            8497
    Estland     AS Repo Vabrikud                                         8498
    Lettland    AS "Bolderaja"                                           8499
    Litauen     JSC Grigiskes                                            8510
    Polen       Alpex-Karlino S.A.                                       8511
                Czarna Woda Zaklady Pfyt Pilsniowych                     8600
                EkoplytaS.A.                                             8513
                Zaklady Plyt Pilsniowych S.A., Przemysl                  8545
                Koniecpolskie Zaklady Plyt Pilsniowych S.A.              8546
                Zaklady Plyt Pilsniowych S.A. w Krosnie Odrzanskim       8547
                                        Artikel 3
(1) Die Sicherheitsleistungen für die mit Verordnung (EG) Nr. 1742/98 eingeführten
    vorläufigen Antidumpingzölle auf die Einfuhren mit Ursprung in den in Artikel 1
    genannten Ländern werden bis zur Höhe der endgültigen Zölle endgültig
    vereinnahmt.
(2) Die Sicherheitsleistungen für die mit Verordnung (EG) Nr. 1742/98 eingeführten
    vorläufigen Antidumpingzölle auf die Einfuhren mit Ursprung in Brasilien werden
    freigegeben.
                                                                                    M
 ---pagebreak---                                      Artikel 4
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am ...
                                          Im Namen des Rates
                                                                                     rz-
 ---pagebreak---                                             ANHANG
Angaben auf der in Artikel 2 Absatz 2 genannten Verpflichtungsrechnung:
1. Warenkenncode (wie im Verpflichtungsangebot des betreffenden ausführenden
    Herstellers festgelegt);
2.  genaue Warenbezeichnung mit folgenden Angaben:
    •   Warencode des Unternehmens; Angabe, ob die Hartplatten unbearbeitet oder
        bearbeitet sind; Stärke und genaue Abmessungen der Platten (in Klammern ist
        anzugeben, ob sie Standardmaße (STA) aufweisen oder zugeschnitten (cut-to-
        size = CTS) wurden);
    •   KN-Code;
    •   Taric-Zusatzcode, unter dem die Ware an der Gemeinschaftsgrenze zollrechtlich
        abgefertigt werden kann (wie in der Verordnung erläutert);
    •    Menge (in m2);
3.  Beschreibung der Verkaufsbedingungen, u.a. :
    •    Preis pro Quadratmeter1;
    •    Zahlungsbedingungen;
    •    Lieferbedingungen;
    •    Summe der Preisnachlässe und Rabatte;
4. Name des Einführers, dem das Unternehmen die Ware direkt in Rechnung stellt;
5. Name des Vertreters des Unternehmens, der die Verpflichtungsrechnung ausgestellt
     und die folgende Erklärung unterzeichnet hat:
 1
   Im Falle des lettischen ausführenden Herstellers AS "Bolderâja" muß der Preis pro m2 bei Verkäufen
   über in der Gemeinschaft niedergelassene Verkaufsagenten nicht auf der von AS "Bolderâja"
   ausgestellten Verpflichtungsrechnung erscheinen, sondern kann auf einer von dem Agenten
   ausgestellten Zusatzrechnung angegeben werden. In diesem Fall ist auf der Verpflichtungsrechnung der
   Name des Agenten zu nennen.
                                                                                                        ^i
 ---pagebreak---     "Der Unterzeichnete bestätigt, daß der Verkauf der auf dieser Rechnung aufgeführten
    Waren zur Direktausfuhr in die Europäische Gemeinschaft im Geltungsbereich und
   gemäß den Bedingungen der von ... [Unternehmen] angebotenen und von der
    Europäischen Kommission mit Beschluß ... 2 angenommenen Verpflichtung erfolgt.
    Die Angaben auf dieser Rechnung sind vollständig und richtig."
2
  Siehe Seite ... dieses Amtsblatts.
                                                                                        ?1
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                       KOM(98) 805 endg.
                                         DOKUMENTE
DE                                                            02 11 06 01
                                    Katalognummer : CB-CO-98-813-DE-C
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                                                                   5\$