CELEX: 51991DC0388
Language: de
Date: 1991-11-12 00:00:00
Title: MEMORANDUM OFFENER FERNUNTERRICHT IN DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                      -K0M(91) 388 endg.
                                       Brüssel, den 12. November 1991
                 OFFENER FERNUNTERRICHT
                          in der
                EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT
              (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                                                                             z
Hintergrund
1.   Die Bedeutung des Offenen Fernunterrichts für die Europäische
     Gemeinschaft wurde vom Europäischen Parlament in seiner Entschließung vom
     10. Juli 1987 zu den Fernuniversitäten in der Europäischen Gemeinschaft
     anerkannt( 1 ). Im Anschluß an mehrere Aufforderungen, die das Parlament
     in dieser Entschließung an die Kommission richtete, wurde ein vorläufiges
     Dokument zur Festsetzung prioritärer Bereiche für eine
     Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet des Offenen Fernunterrichts
     erstellt^ 2 ), und am 24. Mai 1991 nahm die Kommission einen Bericht über
     Offenes Lernen und Fernunterricht auf Hochschul ebene in der Europäischen
     Gemeinschaft an< 3 ).
2.   Auf Initiative der irischen Präsidentschaft (30. Mai 1990) erörterte der
     Rat die Möglichkeiten für Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet des
     Offenen Fernunterrichts und forderte die Kommission auf, in enger
     Abstimmung mit den Mitgliedstaaten Vorschläge für entsprechende
     Maßnahmen zu erarbeiten.
3.   Mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe nationaler Sachverständiger,
     deren von den Regierungen der Mitgliedstaaten benannte Mitglieder sowohl
     den allgemeinbildenden als auch den berufsbildenden Sektor vertreten,
     wurde die Gelegenheit geschaffen, die nationalen Prioritäten im Bereich
     des Offenen Fernunterrichts darzulegen und Bereiche aufzuzeigen, in
     denen gemäß dem Subsidiäritätsprinzip Gemeinschaftsaktionen
     gerechtfertigt wären.
4.   Dieses Memorandum stellt im einzelnen dar, welche Bedeutung der Offene
     Fernunterricht für die Mitgliedstaaten und die Europäische Gemeinschaft
     haben kann, wenn er in einem breiten Spektrum von Unterrichtsmaßnahmen
     eingesetzt wird. Es zählt die in diesem Bereich bereits angelaufenen
     Maßnahmen auf und zeigt, wie die Programme der Gemeinschaft und die in
     Zusammenhang mit bereits laufenden Gemeinschaftsprogrammen unternommenen
     Aktionen auf dem Gebiet des Offenen Fernunterrichts sich gegenseitig
     ergänzen. Ferner weist das Memorandum auf den Bedarf an grundsätzlichen
     Entscheidungen und Maßnahmen von Seiten einzelner Einrichtungen und der
     Mitgliedstaaten hin, mit denen Tätigkeitsbereich, Leistungskraft und
     Anwendungsmöglichkeiten des Offenen Fernunterrichts ausgedehnt werden
     könnten, und nennt Bereiche, in denen ein Austausch von Erfahrung und
     Fachwissen sowie eventuelle gemeinsame Aktionen auf europäischer Ebene
     nutzbringend im Rahmen der Schaffung einer europäischen Infrastruktur
     für Berufsbildung durchgeführt werden könnten.
 Investitionen in AusbiIdunasmaßnahmen - Eine gemeinschaftliche Priorität
5.   Es herrscht ein zunehmender Konsens darüber, daß die Europäische
     Gemeinschaft entschieden in ihr Humankapital investieren muß, wenn
     dieses in der Lage sein soll, die Herausforderungen der kommenden
     Jahrzehnte anzunehmen und zu bestehen. Diese Überzeugung hat sich
     angesichts der bevorstehenden Vollendung des Binnenmarkts
     herausgebildet, für dessen Gelingen ein ganzes Spektrum neuer
     Fähigkeiten in den Bereichen Management, Kommunikation und Organisation
     erforderlich sind. Die von der Gemeinschaft ergriffenen Maßnahmen in den
     Bereichen Fremdsprachenunterricht und Förderung der Mobilität während
     der Ausbildung zielen darauf ab, diese Fähigkeiten zu entwickeln.
(1)   Dok. A2-69/87
(2)   Fernunterricht
      Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen
      SEK(90)479, 7. März 1990
(3)   Offenes Lernen und Fernunterricht auf Hochschul ebene in der Europäischen
      Gemeinschaft. Bericht der Kommission. SEK(91)897 endg.. 24. Mai 1991
 ---pagebreak--- 6.   Die Fortschritte in Wissenschaft und Technik sowie ihre Anwendung in
     Wirtschaft und Verwaltung wie auch im täglichen Leben festigen diese
     Überzeugung. Angesichts solcher Fortschritte fangen die Fähigkeiten und
     Kenntnisse der heutigen Arbeitnehmer zunehmend schneller an zu veralten,
     woraus der Bedarf an häufigen Nachschulungsmaßnahmen erwächst. Eine
     weitere Folge ist die Verlagerung in Richtung auf die wachsende Bedeutung
     des Wissens für die Arbeit, da die Industrie in zunehmendem Maße ihre
     Basis und ihren Antrieb im Fachwissen findet. Infolge dieser Verlagerung
     zeigt sich die Notwendigkeit, die Qualifikationen der Arbeitskräfte
     anzuheben. Die Ausbildung wird als ausschlaggebend für wirtschaftlichen
     Erfolg angesehen, und häufig gibt man der Befürchtung Ausdruck, daß
     Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in technische
     Verbesserungen ohne begleitende Maßnahmen zur Entwicklung von
     Humanressourcen nicht zu den erwarteten Ergebnissen führen* 4 ).
7.   Derartige Anstrengungen wären auch gerechtfertigt im Hinblick auf die
     Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt. Den
     vorliegenden Informationen läßt sich entnehmen, daß die wichtigsten
     Wettbewerber der Gemeinschaft in den Industriestaaten ihre Bemühungen
     deutlich und stärker, als dies in Europa der Fall ist, auf die
     Verbesserung von Fähigkeiten und Fachkenntnissen ihrer derzeitigen und
     zukünftigen Arbeitskräfte konzentrieren.
8.   Anlaß zur Besorgnis gibt auch die demographische Situation in der
     Europäischen Gemeinschaft, insofern die Anzahl junger Menschen, die zur
     Erneuerung des Arbeitskräftepotentials in den nächsten zwei Jahrzehnten
     zur Verfügung stehen, im Rückgang begriffen ist. Unter diesen Umständen
     kann sich die Wirtschaft bezüglich der notwendigen Erneuerung von
     Fachkenntnissen und Fähigkeiten nicht auf Neueinstellungen verlassen,
     sondern muß in zunehmendem Maße auch für eine Anhebung der Qualifikation
     der bereits vorhandenen Arbeltskräfte Sorge tragen.
9.   Ferner muß eine verstärkte Beteiligung von bislang unterrepräsentierten
     Gruppen am Erwerbsleben angestrebt werden. Ein besonderes Beispiel einer
     solchen Gruppe sind Frauen, die nach mehrjähriger Tätigkeit innerhalb der
     Familie wieder ins Erwerbsleben zurückkehren möchten. Es sind
     Ausbildungsmaßnahmen zu treffen, die solchen Gruppen Zugang zu
     Fähigkeiten und Kenntnissen verschaffen, nach denen auf dem Arbeitsmarkt
     Nachfrage besteht.
10. In der Gemeinschaft war das vergangene Jahrzehnt durch deutliche
     Qualifikationsdefizite bei gleichzeitig ansteigenden Arbeitslosenzahlen
     gekennzeichnet. Dieses scheinbare Paradox ist die Folge des raschen
     Tempos, mit dem der Abbau und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einem
     Wirtschaftssystem erfolgen, das schnellen Wandlungen und einer ständigen
     Modernisierung unterliegt. Inmitten dieses Wechsels stellt sich klar
     heraus, daß die besser ausgebildeten und qualifizierten Personen, die
     sich leichter an wechselnde Anforderungen des Arbeitsplatzes anpassen
     können, in den Genuß einer größeren Arbeitsplatzstabilität und eines
      höheren Lebensstandards kommen. Vor dem Hintergrund der hier skizzierten
     Situation schlägt die Gemeinschaft ein Recht der Arbeitnehmer auf Zugang
      zu Fortbildungsmaßnahmen vor* 5 ).
 (4)   Qua! if ikat ionsdef izite in Europa. IRDAC-Stel lungnahme (^ratender
       Ausschuß für industrielle Forschung und Entwicklung), frnember 1990
 (5)   Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte der Arbeit       mer,
       Artikel 15
 ---pagebreak---                                                                                y
11. Eine der wichtigsten Überlegungen im Zusammenhang mit der Strukturpolitik
    betrifft die Tatsache, daß der Erfolg neuer Unternehmen von
    qualifizierten Fachkräften abhängig ist. Daher haben die Strukturfonds in
    großem Umfang Ausbil dungs- und Nachschulungsmaßnahmen in den Regionen der
    Gemeinschaft und in Gebieten, in denen die herkömmlichen Industriezweige
    von einer wirtschaftlichen Umstrukturierung größeren Ausmaßes betroffen
    sind, unterstützt. Infolge der Weiterentwicklung der Agrarpolitik dürften
    Maßnahmen dieser Art in ländlichen Gebieten zunehmend an Bedeutung
    gewinnen.
12. Sämtliche genannten Faktoren sind zwingende Argumente für
    -  eine Anhebung des Qualifikationsniveaus neu einzustellender
       Arbeitskräfte,
    -  eine Auffrischung und Anhebung der Qualifikationen der bereits
       vorhandenen Arbeitskräfte durch Weiterbildung,
    -  Ausbildungsmaßnahmen, die dazu führen, daß bislang unterrepräsentierte
       Gruppen vermehrt am Erwerbsleben teilnehmen,
    -  die Sicherstellung eines verbesserten Zusammenwirkens zwischen
       Ausbildungssektor und Wirtschaftsleben, damit der Praxisbezug, die
       Ausgewogenheit und die Anwendungsmöglichkeit von Fähigkeiten und
       Kenntnissen gewährleistet werden.
13. Sollen die genannten Ziele erreicht werden, so sind vielfältigere,
    offenere und flexiblere Unterrichts- und Ausbildungsstrukturen
    erforderlich, die gemäß den Bedürfnissen der Kunden zu gestalten sind und
    die Möglichkeit einer Anpassung an deren Berufstätigkeit, soziale
    Verhältnisse und Vorkenntnisse bieten müßten. Für die Schaffung solcher
    Strukturen gilt der Offene Fernunterricht als Schlüsselelement.
Das Potential des Offenen Fernunterrichts
14. Unter "Offenem Unterricht" versteht man Jede Unterrichtsform, die
    aufgrund einer gewissen Flexibilität für die Lernenden leichter
    zugänglich ist als die herkömmlicherweise in Ausbildungszentren
    angebotenen Kurse. Diese Flexibilität kann unterschiedlich bedingt sein:
    durch den Inhalt des Kurses und die Art seiner Gliederung, den Ort des
    Unterrichtsangebots, durch Art, Medium oder Zeitplan der
    Kursdurchführung, das Tempo der Lernfortschritte, die Art der verfügbaren
    Unterstützung sowie die angebotenen Bewertungsarten (einschließlich der
    Anerkennung von in der Praxis erworbenen Vorkenntnissen). Häufig kommt
    der "offene Charakter" - zumindest teilweise - durch die Verwendung neuer
    Informations- und Kommunikationsmedien zustande.
 ---pagebreak---                                                                              o
15. "Fornunterricht" ist definiert als eine Form des Unterrichts, die sich
    nicht unter der ständigen oder unmittelbaren Kontrolle von Tutoren
    abspielt, die Jedoch die Vorteile der Planung, Anleitung und Betreuung
    durch eine helfende Organisation bietet. Unabhängiges bzw. autonomes
    Lernen spielt beim Fernunterricht eine große Rolle, und daher kommt es in
    hohem Maße auf die didaktische Gestaltung der Lehrmaterialien an, die an
    die Stelle der beim normalen Frontalunterricht zwischen Lernendem und
    Lehrer bestehenden Interaktivität treten muß. Die autonome Komponente
    wird stets durch Betreuungs- und Beratungssysteme ergänzt, die
    idealerweise in regionalen/lokalen Studienzentren und in zunehmendem Maße
    durch moderne Kommunikationsmedien angeboten werden. Da der Offene
    Fernunterricht sich an das Lerntempo des Studenten anpassen soll, ist das
    Material im allgemeinen in Einheiten oder Module gegliedert, die auf
    bestimmte Lernerfolge ausgerichtet sind.
    Das Vorhandensein einer stark autonomen Komponente im Offenen
    Fernunterricht steht deutlich in Einklang mit der im Hochschulwesen
    gängigen Vorstellung, den Studenten eine größere Verantwortung für das
    Erreichen ihrer eigenen Lernzieie zu übertragen.
16. Die Errungenschaften der Informations- und Kommunikationstechnologien
    (ICT) haben zur raschen Entwicklung des Offenen Fernunterrichts
    beigetragen.
    Das Entstehen von Telekom-Diensten wie Datennetzen und Zugang zu Online-
    Datenbanken hat die Möglichkeiten der Informationsspeicherung und
    -Wiedergewinnung revolutioniert. Ein ständig wachsender Markt der
     Informationsdienste bietet nunmehr weltweit zahlreiche Produkte und
    Dienstleistungen an.
    Die Entwicklung von Videotext-Diensten in Europa (Minitel in Frankreich,
    Prestel im Vereinigten Königreich, verschiedene Dienste in Spanien,
     Italien und Portugal usw.) schuf die Möglichkeit eines kostengünstigen
    Datenzugriffs für die breite Öffentlichkeit, während gleichzeitig völlig
    neue Dienstleistungen auf den Plan traten, die ausschließlich auf der
    neuen Technologie der Telematik beruhen. Gleichzeitig machen neue, auf
     ICT basierende Produkte den Benutzer mit zahlreichen Möglichkeiten
    bekannt, besonders für die Nutzung zu Ausbildungszwecken.
     Interaktive multimediale Technologien ermöglichen eine Interaktion mit
    dem Auszubildenden ohne unmittelbares und ständiges Tätigwerden eines
    menschlichen Tutors.
 ---pagebreak---                                                                               e
17. Ursache für das außergewöhnliche Potential des Offenen Fernunterrichts
    ist die Freiheit von Zwängen zeitlicher und örtlicher Art sowie von einem
    vorgegebenen Lerntempo. Daher ist Fernunterricht äußerst flexibel, d. h.
    leicht an die Bedürfnisse des Verbrauchers anzupassen. Besonderer
    Beliebtheit erfreut er sich bei Erwerbstätigen, da er so organisiert
    werden kann, daß Störungen der beruflichen Anforderungen minimal gehalten
    werden. Bei der Inanspruchnahme von Bildungsurlaub kann man sich nach den
    betrieblichen Erfordernissen richten, und der Wert eines solchen Urlaubs
    wird durch die Nutzung des Offenen Fernunterrichts maximiert. Offener
    Fernunterricht kann allein oder in Verbindung mit anderen Lernsystemen,
    von weit verstreuten Einzelpersonen oder von Gruppen genutzt werden.
    Seine Reichweite überschreitet die Grenzen von Regionen, Ländern und
    Kontinenten, und er besitzt - allein oder in Verbindung mit herkömmlichen
    Ausbildungssystemen - ein äußerst breit gefächertes
    Anwendungsspek t r um.* 6 )
(6)  Voll interaktive MuItimedien-Technoiogien verwenden in der Regel einen
     "wohltemperierten" PC-Arbeitsplatz, der durch eine Audio-Prozessor-
     Karte, ein interaktives Videosystem sowie Bildmanipulierungsmechanismen
     über Graphische Benutzerschnittstellen zu einem voll interaktiven
     multimedialen Gerät ausgebaut werden kann. Die Bildplatten-Technologie
     (Laservision und Compact-Disk) ermöglicht die kostengünstige Speicherung
     von Massendaten bei hoher Ton- und Bildqualität. Daher werden
     Bildplatten derzeit bei zahlreichen interaktiven multimedialen
     Ausbildungsanwendungen in ganz Europa verwendet. Eine weitere
     wettbewerbsfähige, kostengünstige Alternative stellt CD-ROM (Compact-
     Disk Read-Only Memory) dar. Digital Video Interactive (DVI) wird
     benötigt, wenn ein Standard-Bürocomputer die Basis eines MuI timedien-
     AusbiIdungssystems bilden soll. CD-I (Compact Disc - Interactive) ist
     ein einzigartiges neues System, das für den Verbraucher und die
     Ausbildungsmärkte der 90er Jahre entworfen wurde. DC-I ermöglicht die
     Verarbeitung von Bild, Text, Ton und Graphik und ist ferner ein
     ausgezeichnetes Medium für Sprache, da es ein einzigartiges 16-Tonkanal-
     System bietet. CDTV (Compact Disc Television) ist ein weiteres
     Multimedia-System für kostengünstige Anwendungen. Last but not least
     lassen sich per Satellitenfernsehen nicht nur lineare, sondern auch
     interaktive Lehrmaterialien anbieten, die kodiert und auf Magnetspeicher
     aufgezeichnet werden können und nach der Dekodierung gebrauchsfertig
     vorliegen. Es ist auch zu betonen, daß man sich von der Entwicklung
     neuer Software-Werkzeuge eine deutliche Verbesserung der Möglichkeiten
     der derzeitigen und künftigen Muldimedia-Hardware erhofft.
 ---pagebreak--- 18. In den folgenden Ausbildungsbereichen kann der Offene Fernunterricht eine
    sehr bedeutende Rolle spielen:
    -  Ausweitung der Möglichkeiten des Zugangs zu und der Teilnahme an
       Ausbildungsmaßnahmen auf sämtlichen Stufen;
    -  Ausbau der AusbiI dungs-Infrastruktur in benachteiligten Regionen und
       Randgebieten durch Vergrößerung des Ausbildungsangebots in
       Bildungseinrichtungen und unmittelbar für Einzelpersonen und Gruppen;
    -  Schaffung einer europäischen Infrastruktur für Ausbildung und damit
       Verbesserung des Zusammenhalts der europäischen Ausbildungssysteme
       durch Clearing- und Transferstellen für Austausch auf dem Gebiet des
       Offenen Fernunterrichts;
    -  Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer;
    -  Verbesserung der Qualität von Ausbildungsprogrammen durch Einbeziehung
       hochwertiger externer Inputs und durch Nutzung der Kompetenz im
       Multimedia-Bereich;
    -  Festigung der Partnerschaft im Ausbildungssektor innerhalb der und
       zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Lehreinrichtungen und
       der Industrie;
    -  Unterstützung der Umstellung und der Erneuerung des Ausbildungssektors
        in den Ländern Mittel- und Osteuropas;
    -  Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen und Verbreitung von
       ForschungsergebnIssen;
    -   Einbringung einer europäischen Dimension in die Ausbildung von
       Personen, die nicht die Möglichkeit haben, einen Teil ihrer Ausbildung
        im Ausland zu absolvieren, insbesondere in die praktische
       LehrerausbiIdung;
    -  weltweite Vermittlung von Kenntnissen über die Europäische
       Gemeinschaft, das EG-Recht sowie die Gemeinschaftsorgane und
       -poIi 11 ken ;
    -  Vermittlung von europaweiten Ausbildungsprogrammen im Wettbewerb.
 ---pagebreak---                                                                               ?
Die Stellung des Offenen Fernunterrichts in den Mitgliedstaaten
13. in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden große Anstrengungen
    unternommen, um den Offenen Fernunterricht als Mittel der Ausbildung -
    insbesondere für Erwachsene - zu fördern. Diese Bemühungen führten in
    einigen Ländern zur Schaffung von Abteilungen für Fernunterricht an
    bereits bestehenden Hochschulen. In anderen Ländern wie Spanien,
    Vereinigtes Königreich, Deutschland, Niederlande und Portugal wurden
    separate und unabhängige offene Universitäten bzw. Fernuniversitäten
    eingerichtet. Größe und Entwicklungsstand dieser Systeme sowie das Ausmaß
    ihres Zusammenhangs mit Institutionen des Bildungssektors differieren
    stark. Im einzelnen werden sie in der kürzlich vorgelegten Mitteilung der
    Kommission zu diesem Thema beschrieben. Die wichtigsten von staatlicher
    Seite veranlaßten Entwicklungen im Bereich des offenen Fernunterrichts
    betrafen den Hochschul- und Fortbildungssektor, wo hauptsächlich zu einem
    Hochschulabschluß führende Kurse und stark fachspezifische
    Auffrischungskurse für berufstätige Hochschulabsolventen angeboten
    werden.
20. In einigen Mitgliedstaaten spielen Facheinrichtungen und nationale
    Verbände für die Anwendung des Offenen Fernunterrichts in der
    Berufsbildung eine bedeutende Rolle, wenn es darum geht, den Bedarf an
    Fachkenntnissen zu decken.
    Beispiele hierfür sind FUNDESCO in Spanien, FUNDETEC in Portugal und CNAM
    und CNED in Frankreich. Einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung
    stellt die Schaffung von AusbiIdungspartnerschaften zwischen Unternehmen
    und berufsbildenden Einrichtungen unter Verwendung von Methoden des
    Fernunterrichts dar. Insgesamt Jedoch gibt es nur geringe Hinweise
    darauf, daß von staatlicher Seite ernsthafte Schritte zur Anwendung des
    Offenen Fernunterrichts im Bereich der allgemeinen Grundbildung oder der
    Berufsbildung unterhalb der Hochschul ebene unternommen würden^'). Auf
    selten der privaten Unternehmen besteht ein großes Interesse an der
    Entwicklung von Multimedia-Paketen im Bereich der Berufsausbildung
    unterhalb der Hochschul ebene, und diese Pakete können im Offenen
    Fernunterricht eingesetzt werden. Hauptsächlich finden sie Verwendung in
    Großunternehmen und in branchenübergreifenden Unternehmen des
    Dienstleistungssektors. Aus den verfügbaren Informationen läßt sich
    entnehmen, daß die Teilnahme von Klein- und Mittel betrleben (KMB) am
    Offenen Fernunterricht wie auch an Fortbildungsmaßnahmen noch einer
    weiteren Entwicklung bedarf.
(7)  Mit Ausnahme von Portugal, wo das staatliche Fernsehen Programme zur
     allgemeinen Grundbildung auf der fünften und sechsten Jahrgangsstufe
     anbietet.
 ---pagebreak--- 21. In den letzten zehn Jahren wurden mehrere europäische Organisationen zum
    Brennpunkt für die Entwicklung des Offenen Fernunterrichts. Die
    Vereinigung der europäischen Fernstudieneinrichtungen (European
    Association of Distance Teaching Universities, EADTU) repräsentiert diese
    Einrichtungen in zwölf europäischen Ländern. EUROPACE ist eine Gruppe von
    High-Tech-Unternehmen und Universitäten, die satellitengestützte
    Weiterbildungsprogramme entwickelt. EUROSTEP ist eine Vereinigung der
    Satellitenbenutzer für berufs- und allgemeinbildende Programme.
    "Channel e" ist eine Fernsehanstalt, die großenteils Unterrichts- und
    Informations-SatelIItenprogramme ausstrahlt und gleichzeitig mehrere
    Forschungsaufgaben im Bereich der technischen Spezifikationen ausführt.
    SATURN stellt Verbindungen her zwischen Offenen
    Universitäten/Fernuniversitäten und Unternehmen, insbesondere bestimmten
    Klein- und Mittelbetrieben. Ferner gibt es die Vereinigung der
    Europäischen Institute für Fernunterricht (Association of European
    Correspondence Schools, AECS), die insbesondere die privaten Anbieter von
    Fernunterricht repräsentiert. Die genannten Organisationen erhielten im
    Rahmen der laufenden Gemeinschaftsprogramme zur Förderung einer größeren
    Zusammenarbeit im Ausbildungsbereich Anregungen von Seiten der
    Kommission. Ihre Arbeit scheint den Eindruck, daß viele Enwicklungen im
    Bereich des Offenen Fernunterrichts auf die Hochschul ebene abzielen, zu
    bestät igen.
22. Verschiedene Aspekte des Offenen Fernunterrichts dringen in zunehmendem
    Maße in die herkömmlichen Ausbildungsstrukturen ein. Insbesondere führte
    die Entwicklung billigerer Hardware und leistungsfähigerer Software-
    Werkzeuge dazu, daß der Einsatz von Medienverbundsystemen und Netzwerken,
    der den Offenen Fernunterricht kennzeichnet, sich zunehmend als
     Instrument der Lehrstoffvermittlung in zahlreichen verschiedenen Arten
    von Ausbildungseinrichtungen sowie auf unterschiedlichen Ebenen
    durchsetzt oder daß dies in naher Zukunft der Fall sein wird. Das dem
    Offenen Fernunterricht zugrundeliegende didaktische Prinzip, den
    Kursinhalt sorgfältig in einzelne Einheiten oder Module zu gliedern, die
    auf spezielle Lernerfolge abzielen, zieht auch die Aufmerksamkeit
     insbesondere von Hochschuleinrichtungen auf sich. Diese sehen in dem
    genannten Ansatz ein Mittel, bei ihren Studenten ein größeres
    Verantwortungsbewußtsein für ihre eigenen Lernfortschritte zu wecken und
    Unterrichtsstrukturen zu schaffen, die dem Bedürfnis einer erhöhten
    Durchlässigkeit entsprechen, die Mobilität der Studenten zwischen
    einzelnen Studiengängen, Einrichtungen und Ländern erleichtern und auf
    eine wachsende Anzahl von Weiterbildungsstudenten eingestellt sind. Es
    gibt verschiedene Beispiele dafür, daß Fernunterricht dazu verwendet
    wird, qualitativ hochstehende externe Inputs in herkömmliche
    Lehrprogramme einzubeziehen. Ungeachtet dieser Entwicklungen ist der Grad
    der Integration von Offenem Fernunterricht und herkömmlichen
    Bildungsstrukturen nicht sehr hoch, und eine Vermischung dieser
    verschiedenen Ansätze als Teil einer Gesamtstrategie für die Deckung des
    Bildungsbedarfs ist kaum in Sicht. Das Hervortreten der hier skizzierten
    gemeinsamen Grundlagen und des gemeinsamen Interesses könnte Jedoch dazu
    dienen, den gewünschten Integrationsgrad zu erzielen.
 ---pagebreak---                                                                               vi
23. Die hinsichtlich des Niveaus und des Spektrums von
    Fernunterrichtsangeboten bestehenden Beschränkungen steilen ebenfalls ein
    ernstes Problem dar. Es ist von größter Wichtigkeit, daß das Angebot
    ausgeweitet wird, so daß es dem Bedarf und den Prioritäten der
    Mitgliedstaaten, Unternehmen und Einzelpersonen entspricht. Angesichts
    der Heterogenität der mit Ausbildungsmaßnahmen zu versorgenden
    Bevölkerungsteile und der Verschiedenheit der dabei einzusetzenden
    Verfahren erscheint ein erweitertes Angebot in den Bereichen
    Naturwissenschaft, Technik, kaufmännische Ausbildung und Sprachen
    erforderlich. Hierbei müssen auch Ebenen unterhalb der Hochschul ebene
    berücksichtigt werden. Der wichtige Bereich der Ausbildung von
    Technikern, die die Vorhut der technologischen Veränderungen in der
    betrieblichen Praxis darstellen, muß mindestens auf der Ebene der
    Sekundarstufe II und insbesondere im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen
    abgedeckt werden. Das gleiche gilt für den Bereich des Handwerks, in dem
    der Erwerb von polyvalenten Fähigkeiten die typische Antwort auf sich
    verändernde Anforderungen darstellt. Fernlehrangebota zur Weiterbildung
    unterhalb der Hochschul ebene machen ebenfalls eine Entwicklung in
    mehreren Bereichen erforderlich, damit Arbeitnehmern, die im Rahmen eines
    Bildungsurlaubs ihre Fachkenntnisse auffrischen oder ihre Qualifikation
    verbessern möchten, entsprechende Maßnahmen angeboten werden können.
    Mitgliedstaaten, die sich bemühen, ihr Angebot an Maßnahmen zur
    allgemeinen Grundbildung durch vermehrte Kurse der Sekundarstufe II und
    ein größeres Fächerangebot - insbesondere durch Einbeziehung
    berufsspezifischer und technischer Module - auszubauen, können im
    Fernlehrwesen die Lösung für einige ihrer Probleme finden.
24. Am Offenen Fernunterricht ist ein breites Spektrum von Akteuren
    beteiligt, das sich in Zukunft wahrscheinlich noch ausweiten wird. Sie
    kommen aus allgemeinbildenden Einrichtungen verschiedener Art und
    verschiedenen Niveaus, aus berufsbildenden Einrichtungen der Stellen für
    Arbeitsvermittlung, aus Verlagen, von den Sozialpartnern und aus
    Unternehmen, die Produzenten, Vermittler und Verbraucher von
    Fernlehrprodukten sind. Um dem unterschiedlichen Koordinationsbedarf zu
    entsprechen, sollte hierfür mehr als ein Gremium ins Auge gefaßt werden.
    Will man dem Offenen Fernunterricht In den Regionen und den
    Mitgliedstaaten eine Struktur und eine gewisse Position geben, Standard
    und Qualität aufrechterhalten und eine gegenseitige Ergänzung von
    öffentlichen und privaten Unternehmen dieses Sektors gewährleisten, so
    sind ernsthafte Bemühungen um Koordination vonnöten. In folgenden
    Bereichen sind konkrete Maßnahmen erforderlich: Abschätzung des Bedarfs
    an und der Nachfrage nach Offenem Fernunterricht, Entwicklung der
    erforderlichen Unterrichtssysteme und der entsprechenden Technologie,
    Angebot von Beratung, Betreuung und interaktiver Unterstützung, die
    Studenten bei ihren Studien benötigen, sowie Sicherstellung dessen, daß
    Leistungen in demselben Maße durch Scheine und Qualifikationen anerkannt
    werden wie im Rahmen einer herkömmlichen Ausbildung und daß dabei die in
    der Praxis erworbenen Vorkenntnisse berücksichtigt werden. Das
    Zustandekommen von Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen und
    Unternehmen, die Schaffung von Netzen, denen Erzeuger und Verbraucher
 ---pagebreak---                                                                              "' -7
    angeschlossen sind, die Bildung von Konsortien für die Durchführung
    ganzer Unterrichtspakete, die Einrichtung von Beratungsstellen für KMB
    und für einzelne Sektoren, die auch für die Abschätzung des
    Ausbildungsbedarfs und die Vergabe der erforderlichen Ausbildungsaufträge
    verantwortlich wären: dies alles sind Strategien, die es auf wirksame und
    wirtschaftliche Weise ermöglichen könnten, daß der Offene Fernunterricht
    sich einen festen Platz im Ausbildungssektor erobert.
25. Es bleibt noch viel zu tun, u. a. auch die Klärung der Frage, welche
    Politik die Mitgliedstaaten hinsichtlich der Finanzierung des Offenen
    Fernunterrichts verfolgen wollen. Die wichtigen Fragen der Begründung und
    des Anteils des staatlichen Förderung müssen ebenso gelöst werden wie das
    Problem der Aufteilung der Subventionen zwischen Produzenten und
    Verbrauchern. Das Prinzip der Chancengleichheit dürfte wohl bedeuten, daß
    Personen, die Bildungsangebote auf dem Wege des Fernunterrichts nutzen
    möchten, durch diese Entscheidung nicht benachteiligt werden sollten.
    Sozialpolitische Überlegungen können durchaus die Bedingungen festlegen,
    unter denen der Offene Fernunterricht Gruppen wie den Arbeitslosen,
    Behinderten, in Randgebieten Wohnenden oder Arbeitnehmern, deren
    Lebensunterhalt bedroht ist, zugänglich gemacht wird. Wichtig ist, daß
    der Offene Fernunterricht seinen Platz finden sollte unter den
    bildungspolitischen Maßnahmen, die darauf abzielen, Industriezweige, die
    einer durch die neuen Technologien bedingten Umstrukturierung
    unterliegen, zu unterstützen oder Regionen im Sinne einer
    Entwicklungsstrategie in den Stand zu setzen, ihr Defizit im Niveau der
    theoretischen und praktischen Ausbildung zu decken. In den kommenden
    Jahrzehnten kann die Arbeitsmarktsituation durchaus ein Klima schaffen,
    in dem eine Mischung aus Arbeit und Ausbildung - unter Einbeziehung des
    Offenen Fernunterrichts - für zahlreiche Junge Menschen wesentlich
    häufiger die Norm darstellt.
 ---pagebreak---                                                                                  *e
Das Interesse der Europäischen Gemeinschaft am Offenen Fernunterricht
26. Das Interesse der Europäischen Gemeinschaft am Offenen Fernunterricht
     ergibt sich aus der Würdigung des Beitrags, den dieser zur Verwirklichung
     der Zielsetzungen für Allgemeinbildung und Berufsbildung in den
     Mitgliedstaaten und in der Gemeinschaft insgesamt spielen kann und durch
     den Umfang, in dem sich dieser Beitrag durch ein Zusammenwirken
     verstärken läßt. Eine Reihe von Merkmalen des Offenen Fernunterrichts
     macht diesen für ein Zusammenwirken geeignet. An erster Stelle steht
     dabei die Kostenstruktur, in der die Entwicklung und Produktion von
     Kursmaterial sowie die Einrichtung von Systemen für die Kursdurchführung
     und die Schaffung einer Infrastruktur für die Studierenden eine relativ
     hohe Anfangs invest it Ion erforderlich machen. Insbesondere in den Regionen
     der Gemeinschaft, wo das Bildungswesen am wenigsten entwickelt ist,
     dürften für diesen Zweck umfangreiche Investitionen erforderlich sein.-
     etwa die Errichtung von Demonstrations- und Studienzentren sowie von
     Telekommunikationsnetzen. Sobald man für die Festkosten aufgekommen ist,
     nehmen auf der anderen Seite die Grenzkosten pro Studierenden rasch ab.
     Die Kostendegression ist daher im Offenen Fernunterricht ein wichtiger
     Faktor und Je breiter die Verwendung des Unterrichtsmaterials ist, um so
     wirtschaftlicher wird der Lernbetrieb. Die Kosten werden auch dadurch
     bestimmt, wie schnell das Unterrichtsmaterial veraltet; daher ist bei der
     Gestaltung des Kursmaterials wichtig, daß sich veraltete Daten ersetzen
      lassen, ohne daß zuviel Substanz verlorengeht.
27. Der Offene Fernunterricht ist in mancher Hinsicht von nationalen Grenzen
     unabhängig, was zur Vergrößerung des potentionellen Marktes und damit zur
     Kostendegression beitragen kann. Dies ist auch eine wichtige Überlegung
      in bezug auf die Einführung einer europäischen Dimension in das
     Bildungsangebot. Die Qualität des Angebots an Offenem Fernunterricht kann
     viel aus einem Erfahrungsaustausch sowie aus der Vergemeinschaftung von
     Mitteln oder der Lizenzvergabe zwischen Institutionen, Unternehmen,
     Netzen und Mitgliedstaaten gewinnen. In dem größeren europäischen
     Binnenmarkt wird es Wettbewerb zwischen den Anbietern von Offenem
     Fernunterricht geben, und dies kann unter gewissen Umständen auch zu
     einer Verbesserung der Produktqualität führen.
28. Das Interesse der Gemeinschaft am Offenen Fernunterricht wird noch
     verstärkt durch die Vollendung des Binnenmarkts, wo die vier Freiheiten
     des Waren-, Dienst leistungs-, Personen- und Kapital Verkehrs vertraglich
     verankert sind. Das freie Angebot von Dienstleistungen über die Grenzen
     von Mitgliedstaaten hinweg hat große Bedeutung für die
      Internationalisierung des Offenen Fernunterrichts und für das Entstehen
     eines grenzübergreifenden Marktes für Erzeugnisse und Dienstleistungen im
     Offenen Fernunterricht. Die von der Kommission in ihrem Grünbuch über
     SateiIitenkommunikation<8) angekündigten Maßnahmen könnten zur Folge
     haben, daß der Zugang zu europäischen Telekommunikationssystemen sich für
     öffentliche und private Anbieter von Offenem Fernunterricht und für die
     Verbraucher verbessert.
 (8)   Auf dem Wege zu europaweiten Systemen und Diensten - Grünbuch über ein
       gemeinsames Vorgehen im Bereich der Satellitenkommunikation in der
       Europäischen Gemeinschaft, KOM (90) 490 vom 20. November 1990
 ---pagebreak---                                                                                '/ »J>
    Die Förderung von Erfahrungsaustausch, das Angebot von Information über
    Produkto und Dienstleistungen im Offenen Fernunterricht, die Übersetzung
    und Anpassung von Unterrichtsmaterial, Schritte zur Standardisierung oder
    Kompatibilität der Systeme, die Harmonisierung von Urheber- und
    Nutzungsrechten, die gemeinsame Schaffung von Produkten - all diese
    Faktoren sprechen für die Entwicklung eines europaweiten Marktes für
    Offenen Fernunterricht. Es 1st wichtig, daß lokale Strukturen und
     Infrastrukturen für die Studierenden nicht an lokale oder nationale
    Produzenten gebunden sind, wodurch das Funktionieren eines solchen
    Marktes behindert würde. Ein freier Markt würde den Wettbewerb zwischen
    Anbietern für Offenen Fernunterricht in Europa fördern, wirft Jedoch auch
    die Frage auf, wie Qualität gewährleistet und die Verbraucher als Käufer
     von Dienstleistungen über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg
    geschützt werden können.
29. Die gegenseitige Anerkennung der durch Offenen Fernunterricht erworbenen
    Qualifikationen wird ebenfalls ein wichtiger Faktor sein, um die
    Mobilität bei einer Fortsetzung des Studiums und in der Beschäftigung zu
    erleichtern, insbesondere wegen des internationalen Charakters des
    Marktes. Die allgemeine Richtlinie über die Anerkennung der
     Hochschul diplôme für eingetragene Berufe^ 9 ) beruht auf dem Abschluß
     eines mindestens dreijährigen Ausbildungsganges. Auf den ersten Blick
     scheint die Zuhilfenahme der Ausbildungsdauer als wichtigster Faktor für
     die Gewährung einer gegenseitigen Anerkennung ein Problem für den Offenen
     Fernunterricht darzustellen, wo das Erreichen einer Reihe von Lernzielen
     als Abschlußkriterium gilt und wo der Nachweis praktischer Erfahrung ein
     Beurteilungselement sein kann. In Wirklichkeit ist die allgemeine
     Richtlinie ohne Jegliche Änderung mit dem Offenen Lernen und dem
     Fernunterricht kompatibel, denn sie regelt die gegenseitige Anerkennung
     von Diplomen nicht nur für die traditionnellen Berufsausbildungen auf
     Hochschul ebene und mit einer Mindestdauer von drei Jahren, sondern auch
     für alle anderen Ausbildungen, die vom Ursprungsmitgliedstaat als
     gleichwertig hiermit anerkannt werden und dort in Bezug auf die Ausübung
     des betreffenden reglementierten Beruf dieselben Rechte ver leihen^ 10 ).
30. Um eine ausgewogene Entwicklung der allgemein- und berufsbildenden
     Systeme in allen Regionen der Gemeinschaft zu fördern und so einen
     größeren Zusammenhalt der europäischen Bildungssysteme zu schaffen, hat
     die Kommission den Offenen Fernunterricht zu einer der Prioritäten für
     ein gemeinschaftliches Aktionsprogramm über eine europäische
      Infrastruktur^11) erklärt.
(9)    Richtlinie des Rates 89/48/EWG vom 21. Dezember 1988 über eine
       allgemeine Regelung zur Anerkennung der Hochschul diplôme, die eine
       mindestens dreijährige Berufsausbildung abschließen. ABI. Nr. L 19 vom
       24. Januar 1989, S. 16.
 (10) Vgl. Artikel 1 Buchstabe a letzter Absatz der Richtlinie.
 (11) Auf dem Weg zu einer europäischen Infrastruktur - ein gemeinschaftliches
       Aktionsprogramm, KOM (90) 585 endg., 10. Dezember 1988.
 ---pagebreak---                                                                              7Ç
40. STRUKTURFONDS
    Im Rahmen der Strukturfonds wird der Offene Fernunterricht Insbesondere
    einen Beitrag zu den Gemeinschaftsinitiativen wie EUROFORM* 21 ),
    HORIZON^ 23 ) und NOW<22> leisten.
41. EUROPA ISCHE OFFENE UNIVERSITÄT
    In den letzten Jahren wurden verschiedene Vorschläge zur Einrichtung
    einer Europäischen Offenen Universität vorgebracht. Da bereits
    erhebliche Summen in bestehende Einrichtungen für offenen und
    Fernunterricht investiert wurden und auch in Anbetracht der Motivation,
    die diese für eine Zusammenarbeit untereinander gezeigt haben,
    befürwortet die Kommission die Idee, daß die Ziele einer Europäischen
    Offenen Universität sich eher durch die Herstellung eines Verbunds
    zwischen den bestehenden Einrichtungen verwirklichen lassen, als durch
    die Schaffung einer neuen Institution als solcher. Folglich mißt sie
    diesen eine zentrale Rolle bei der Durchführung von offenem und
    Fernunterricht bei, insbesondere im Rahmen des geplanten Programms zur
    gemeinsamen Kursentwicklung auf europäischer Ebene sowie bei gemeinsamen
    Aktionen für den Transfer von Kursen und Leistungsnachweisen zwischen
    diesen Studieneinrichtungen.
    Beispielsweise entwickelt die Vereinigung der Europäischen
    Fernstudieneinrichtungen (EADTU), mit Unterstützung aus verschiedenen
    Gemeinschaftsprogrammen Module für offenes Lernen über die europäische
    Integration, die als Bestandteil von Kursen auf Hochschuiniveau sowohl
    an den offenen und Fernuniversitäten als auch an traditionellen
    Bildungseinrichtungen geeignet sind.
Spezifische Aktionsbereiche
    Unter Berücksichtigung der spezifischen Rolle und Verantwortung der
    Mitglledstaaten für offenes Lernen und Fernunterricht in
    Allgemeinbildung und Berufsbildung und des Anliegens der Gemeinschaft
    zur Förderung einer ausgewogenen Entwicklung auf diesem Gebiet in allen
    Teilen Europas hat die Kommission positive Entwicklungen definiert, die
    ermutigt und gefördert werden sollten.
42. Maßnahmen der Mitgliedstaaten zum Ausbau der notwendigen
    Berufsbildungseinrichtungen in den am wenigsten begünstigten abgelegenen
    und ländlichen Gebieten der Gemeinschaft. Die zunehmende Inanspruchnahme
    von offenem Lernen und Fernunterricht in diesen Gemeinschaftsregionen
    könnte den Zugang zur Allgemeinbildung und Berufsbildung erheblich
    verbessern.
    Die Einrichtung von lokalen/regionalen Studienzentren hat sich in
    folgender Hinsicht als wirksames instrument erwiesen:
    -  Herstellung einer Verbindung zwischen den Fernstudieneinrichtungen
       und regionalen Berufsbildungskonsortien, insbesondere, um den
       AusbiIdungsbedarf der örtlichen Wirtschaft zu decken;
    -  Einführung und Demonstration von Unterrichtsmaterial und Systemen für
       offenes Lernen und Fernunterricht, um das Bewußtsein für die
       Möglichkeiten des offenen Fernunterrichts in örtlichen
       Wirtschaftskreisen zu wecken;
(21) ABI. Nr. C 327 vom 29.12.90, S. 3
(23) ABI. Nr. C 327 vom 29.12.90, S. 9
(22) ABI. Nr. C 327 vom 29.12.90, S. 5
 ---pagebreak---                                                                               M
35. TEMPUS* 15 )
    Im Rahmen des TEMPUS-Programms für den Ausbau des Hochschulwesens in
    Mittel- und Osteuropa entwickeln die Offenen und Fernuniversitäten
    gemeinsame Vorhaben mit Partnern in den betreffenden Ländern,
    beispielsweise die Einrichtung europäischer Studienzentren in den
    wichtigsten Städten der mittel- und osteuropäischen Länder* 16 ).
36. EUROTECNET*17)
    Dieses Programm fördert Aktionen zur Neubelebung der Erstausbildung und
    Weiterbildung, die sich aus der Identifizierung eines Bedarfs an
    neuartigen Qualifikationen der Arbeitskräfte oder aus einem
    technologischen Wandel ergeben. Auf Fernunterricht basierende
    Ausbildungsmethoden werden in diesem Programm zunehmend eine Rolle
    spielen.
37. FORCE*18>
    Das FORCE-Programm soll zur Unterstützung und Ergänzung der Maßnahmen der
    Mitgliedstaaten zur Förderung des Zugangs zur beruflichen Weiterbildung
    und der Beteiligung daran dienen. Dabei wird auch der mögliche Beitrag
    des Offenen Fernunterrichts zu innovativen Ausbildungsmethoden für
    erwachsene Lernende in der Wirtschaft erfaßt.
38. DELTA* 19 )
    Mit dem DELTA-Programm fördert die Gemeinschaft einschlägige Forschungen
    über die für Lernzwecke nutzbaren Möglichkeiten des technologischen
    Fortschritts. Diese Forschungen haben insbesondere die gemeinsame
    Entwicklung fortgeschrittener Lerntechnologien zum Gegenstand. Darüber
    hinaus umfaßt es Test und Validierung der Anwendung dieser Technologien,
    um ein höheres Niveau, deren Interoperabilität und Kosteneinsparungen zu
    gewährleisten, die diese auf dem Bildungsmarkt zu einem vernünftigen
    Preis zugänglich machen würden.
39. DAS DRITTE RAHMENPROGRAMM  IM BEREICH DER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHEN
    ENTWICKLUNG*20)
    Dieses Programm umfaßt sechs Kernbereiche, innerhalb derer es eine Reihe
    spezifischer Programme gibt. Weitere Arbeiten auf dem Gebiet des
    Fernunterrichts werden im Rahmen der Maßnahme "Entwicklung von
    Telematiksystemen in Bereichen von allgemeinem Interesse: flexibles
    Lernen und Fernunterricht" gefördert.
     Ihr Ziel ist es der Implementierung von Telematiknetzen durch
    vorwettbewerbIiche und prenormative Forschung und Entwicklung den Weg zu
    bereiten.
(15) ABI. Nr. L131 vom 23.05.90, S. 21
(16) Mit dem soeben (Mai 1991) geschaffenen Budapaster Forum für
      Zusammenarbeit zwischen Ost und West auf dem Gebiet des Fernunterrichts
      könnten sich noch weitere Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auf
      diesem Gebiet eröffnen.
(17) ABI. Nr. L393 vom 30.12.89, S. 29
(18) ABI. Nr. L 156 vom 21.06.90, S. 1
(19) ABS. L 206 vom 30.07.89, S. 20
(20) ABI. Nr. L 117 vom 08.05.90, S. 28
 ---pagebreak---                                                                            n
            Die Arbeit als Clearingstelle für Informationsaustausch über
            Möglichkeiten und Produkte für offenen und Fernunterricht und die
            Schaffung von Datenbanken in diesem Bereich sowie zur Förderung
            von Qualität und Normen für Unterrichtsmaterial und Systemen für
            del Kursdurchführung sowie für die Zulassung von Kursen für
            offenen und Fernunterricht und für deren Bewertung.
45. Spezifische Aktionen im Rahmen des ERASMUS-Programms zur Förderung von
    Fernunterricht in den ERASMUS-Hochschulkooperatlonsprogrammen (AKP) haben
    insbesondere folgende Zielsetzungen:
            Schaffung weiterer Möglichkeiten für Studenten in Europa, die
             ihren Curriculum durch Absolvierung eines ausländischen
            Fernkurses eine europäischen Dimension verleihen wollen;
            Förderung der Zusammenarbeit zwischen Fernuniversitäten und
            Präsenzuniversitäten in Europa bei der Ausarbeitung gemeinsamer
            Curricula;
            Schaffung von Möglichkeiten zur Teilnahme am ERASMUS-Programm für
            Erwachsene und/oder TeiIzeitstudenten (die nicht für längere Zeit
             ins Ausland gehen können);
            Verbesserung der Qualität der Hochschulbildung durch die
            Möglichkeit einer Einbeziehung eines externen hochstehenden
            pädagogischen Fachwissens in Programme und durch den Ausbau der
            multimedialen Kompetenz in Hochschuleinrichtungen.
46. Die Kommission möchte auch die aus diesen Gemeinschaftsaktionen gewonnene
    zusätzliche Erfahrung nutzen, um ein Inventar der geeigneten Forschungs-
    und Entwicklungsanwendungen, darunter die neuesten Möglichkeiten im
    Bereich des technologiegestützten Lernens, aufzunehmen, wobei die
    Informations- und Kommunikat ionstechno logien und die Herstellung von
    Synergien mit den verschiedenen F&E-Programmen der Gemeinschaft voll
    genutzt werden.
    Durch diese Vernetzung könnten die Kommission und die Mitgliedstaaten
    bestehende allgemeinbildende und berufsbildende Studienzentren in Europa
    darin unterstützen, in engere Verbindung miteinander zu treten, um auf
    diese Weise ihre Erfahrungen optimal zu nutzen.
    Die Kommission möchte auch auf die Förderung von gemeinsamen Aktivitäten
    zwischen dem Bildungsbereich und den F&E-Programmen der Gemeinschaft für
    gemeinsame Normen, Software-InteroperabiIität und Kompatibilität zwischen
    den Hardware-Systemen und den Ausbildungsmethoden hinarbeiten.
 ---pagebreak---     -   Angebot von Unterstützung für die Lernenden auf lokaler Ebene
        (Wahrnehmung von Berater- und Tutorenaufgaben), insbesondere für das
        Personal von Wirtschaftsunternehmen, in denen solche Strukturen
        fehlen;
    -   Auslieferung von Unterrichtsmaterial (nationaler und internationaler
        Hersteller) für offenes Lernen auf lokaler Ebene.
43. Aktionen auf Gemeinschaftsebene zur Förderung der Bereitstellung von
    Unterrichtsmaterial für das offene Lernen auf europaweiter Ebene wurden
    deutlich auf den Ausbildungsbedarf von KMUs ausgerichtet, insbesondere in
    wichtigen industriellen Schlüssel Sektoren.
    Die Erfahrung und Fachkenntnisse aus dem COMETT-Programm und dem
    europaweiten COMETT-ÛETP-Netz nutzend und darauf aufbauend, Jedoch auch
    unter Einbeziehung des in den Mitgliedstaaten auf diesem Gebiet
    erreichten Stands (beispielsweise das Programm "Open Tec" im Vereinigten
    Königreich) sollte die Gemeinschaft folgende Maßnahmen fördern:
    -   Model Ivorhaben für offenes Lernen und Fernunterricht, die von Berufs-
        oder Wirtschaftskreisen zugunsten von Unternehmenspersonals gestartet
        werden; bei solchen Projekten können entweder neue Ausbildungskurse
        und neues Lernmaterial zum Einsatz kommen, oder erprobtes Kursmaterial
        kann an die Bedürfnisse der neuen Zielgruppe angepaßt werden;
    -   sektoral ausgerichtete Ausbildungsaktionen auf für die Wirtschaft der
        Gemeinschaft strategisch wichtigen Gebieten, vorzugsweise in Form von
        internationalen Arbeitsgemeinschaften zwischen
        Fernstudieneinrichtungen und den betreffenden Unternehmen;
    -   Vorhaben zur Förderung und Bewertung von FernausbiIdungsmodellen, die
        von großen Unternehmen zugunsten ihrer Zulieferer entwickelt wurden.
44. Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung transnationaler Zusammenarbeit
    zwischen derzeitigen und potentiellen Anbietern von offenem und
    Fernunterricht, um eine breiter gefächerte Nutzung der
    Berufsbildungsprodukte zu fördern.
     Im Hinblick hierauf sollte die Gemeinschaft folgende Maßnahmen fördern:
    -   Anpassung solcher Produkte an örtliche Bedürfnisse, insbesondere
        sprachlich und kulturell;
    -   Einrichtung transnationaler Telekommunikationsstrukturen für den
         Informationsaustausch und die Durchführung der Kurse, wobei auch die
        modernen Telekommunikations- und Informationstechnologien wie
        Satellitenkommunikation und Telematiknetze genutzt werden sollten;
    -   Maßnahmen zur Ausbildung der Ausbilder, um die Nutzung von Methoden
        des offenen Lernens und Fernunterrichts durch diesen Personenkreis zu
        verbessern und so zu einer Verfahrensoptimierung zu kommen.
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                            <?<3
47. Die europaweite Durchführung von Fernkursen für offenes Lernen in einem
     offenen Markt verlangt dringend Maßnahmen zur Förderung der Qualität und
     zum Schutz der Verbraucher.
48. Der offene Markt macht auch Gemeinschaftsmaßnahmen zur Harmonisierung von
     Urheberrecht und verwandten Schutzrechten notwendig. Das Urheberrecht
     schafft eine Grundlage für die geistig-schöpferische Tätigkeit. Der
     Schutz des Urheberrechts soll gewährleisten, daß Kreaktivität erhalten
     bleibt und sich entwickelt, im Interesse der Autoren, des kulturellen
     Sektors, der Verbraucher, der Bildungssysteme und schließlich der
     Gesellschaft insgesamt. Verwandte Schutzrechte untermauern diese
     Zielsetzung in verschiedener Weise, insbesondere, indem sie denjenigen,
     die in die Bereitstellung dieser Kulturgüter und -dienst le istungen
      investieren, ein Entgelt gewährleisten.
     Die Vollendung des Binnenmarkts macht es notwendig, daß Autoren und
     andere Inhaber von Schutzrechten ein identisches Schutzniveau vorfinden,
     wenn sie ihre Rechte in anderen Mitgliedstaaten nutzen wollen. Die
     Verleihung eines Schutzrechts und die praktische Nutzung dieses Rechts
     sind immer enger miteinander verknüpft.
     Der Wandel, den der technologische Fortschritt mit sich gebracht hat,
     macht einen stärkeren Schutz des Urheberrechts und der verwandten
     Schutzrechte dringend notwendig.
     Eine Reiche von rechtssetzenden Maßnahmen, Studien und anderen Schritten
     sind gegenwärtig in Vorbereitung* 24 ). Die wichtigsten Entscheidungen und
     Richtlinien sollen bis zum 31. Dezember 1992 verabschiedet werden.
     Schlußfolgerung
49. Bei der Aufstellung dieses Memorandums hat die Kommission die Standpunkte
     der Bildungsminister berücksichtigt, die auf den Ratstagungen vom
     31. Mai 1990 in Brüssel und vom 8. November 1990 in Siena zum Ausdruck
     gebracht wurden. Sie hat die Meinungen und Stellungnahmen der Gruppe der
     nationalen Sachverständigen für offenes Lernen und Fernunterricht
     beachtet, die auf Wunsch des Rates eingesetzt wurde. Sie hat sich auch
     auf die von Sachverständigen im Auftrag der Kommission durchgeführten
     Studien und auf die Studien und Berichte des Europarats und der OECD
     gestützt.
     Die Kommission ist davon überzeugt, daß offenes Lernen und Fernunterricht
     eine wichtige Rolle spielen können, wenn es darum geht, den Zugang zu
     Allgemeinbildung und Berufsbildung für alle europäischen Bürger zu
     erschließen. Auf der Grundlage der Diskussionen kann der Rat der für
     Bildungspolitik zuständigen Minister die Kommission dazu auffordern,
     spezifische politische Maßnahmen und Aktionen in diesem Bereich auf
     Gerne i nschaftsebene durchzuführen.
 (24) Grünbuch über Urheberrecht und die technologische Herausforderung
       (K0M(88) 172 ENDG. vom August 1988) und an das Grünbuch anschließend:
       Arbeitsprogramm der Kommission auf dem Gebiet des Urheberrechts und der
       verwandten Schutzrechte (K0M(90)584 ENDG. vom 17. Januar .991).
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                              •Zo
                                                                    ISSN 0254-1467
                                                           KOM(91) 388 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             16
                                 Katalognummer : CB-CO-91-435-DE-C
                                                           ISBN 92-77-76264-0
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg