CELEX: 62008TJ0204
Language: de
Date: 2011-06-16 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts (Achte Kammer) vom 16. Juni 2011.#Team Relocations NV (T-204/08) und Amertranseuro International Holdings Ltd, Trans Euro Ltd und Team Relocations Ltd (T-212/08) gegen Europäische Kommission.#Wettbewerb - Kartelle - Markt für internationale Umzugsdienste in Belgien - Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird - Preisfestsetzung - Marktaufteilung - Manipulation von Ausschreibungen - Einheitliche und fortgesetzte Zuwiderhandlung - Zurechnung des rechtswidrigen Verhaltens - Geldbußen - Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen von 2006.#Verbundene Rechtssachen T-204/08 und T-212/08.

URTEIL DES GERICHTS (Achte Kammer)
      16. Juni 2011(*)
      
      „Wettbewerb – Kartelle – Markt für internationale Umzugsdienste in Belgien – Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird – Preisfestsetzung – Marktaufteilung – Manipulation von Ausschreibungen – Einheitliche und fortgesetzte Zuwiderhandlung – Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung – Geldbußen – Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen von 2006“
      In den verbundenen Rechtssachen T‑204/08 und T‑212/08
      Team Relocations NV mit Sitz in Zaventem (Belgien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte H. Gilliams und J. Bocken,
      
      Klägerin in der Rechtssache T‑204/08,
      Amertranseuro International Holdings Ltd,
      Trans Euro Ltd,
      Team Relocations Ltd
      mit Sitz in London (Vereinigtes Königreich), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt L. Gyselen,
      Klägerinnen in der Rechtssache T‑212/08,
      gegen
      Europäische Kommission, vertreten durch A. Bouquet, A. Antoniadis und N. von Lingen als Bevollmächtigte,
      
      Beklagte,
      wegen teilweiser Nichtigerklärung der Entscheidung C (2008) 926 final der Kommission vom 11. März 2008 in einem Verfahren
         nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/38.543 – Internationale Umzugsdienste) und, hilfsweise, Aufhebung
         oder Ermäßigung der gegen die Klägerinnen verhängten Geldbuße
      
      erlässt
      DAS GERICHT (Achte Kammer)
      unter Mitwirkung des Richters S. Papasavvas in Wahrnehmung der Aufgaben des Präsidenten sowie der Richter N. Wahl und A. Dittrich
         (Berichterstatter),
      
      Kanzler: N. Rosner, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 28. April 2010
      folgendes
      Urteil
       Sachverhalt
      1.     Gegenstand des Rechtsstreits
      1        Nach der Entscheidung C (2008) 926 final der Kommission vom 11. März 2008 in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53
         EWR‑Abkommen (Sache COMP/38.543 – Internationale Umzugsdienste) (im Folgenden: Entscheidung), von der eine Zusammenfassung
         im Amtsblatt der Europäischen Union vom 11. August 2009 (ABl. C 188, S. 16) veröffentlicht wurde, beteiligte sich die Team Relocations NV an einem auf dem Markt
         für internationale Umzugsdienste in Belgien bestehenden Kartell zur unmittelbaren und mittelbaren Preisfestsetzung, zur Marktaufteilung
         und zur Manipulation des Verfahrens zur Einreichung von Angeboten. Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften führt aus,
         dass das Kartell fast 19 Jahre lang bestanden habe (von Oktober 1984 bis September 2003). Die Teilnehmer hätten Preise festgesetzt,
         den Kunden unechte Kostenvoranschläge (sogenannte Schutzangebote) vorgelegt und sich untereinander über ein System von Abstandszahlungen
         (im Folgenden: Provisionen) für abgelehnte Angebote entschädigt.
      
      2.     Klägerinnen
      2        Team Relocations wurde am 7. Mai 1993 unter dem Namen Transeuro Worldwide Movers NV (Belgium) gegründet. Ihr Name wurde am
         5. September 2002 geändert. Seit Januar 1994 ist hundertprozentige Muttergesellschaft von Team Relocations die Team Relocations
         Ltd, eine im Sektor für Umzugsdienste tätige Gesellschaft, deren Anteile zu 100 % von der Trans Euro Ltd gehalten werden.
         Seit dem 8. September 2000 werden die Anteile an Trans Euro zu 100 % von der Amertranseuro International Holdings Ltd (im
         Folgenden: Amertranseuro) gehalten.
      
      3        Amertranseuro erzielte in dem am 30. September 2006 abgeschlossenen Geschäftsjahr einen weltweiten konsolidierten Umsatz von
         44 352 733 Euro.
      
      3.     Verwaltungsverfahren
      4        Der Entscheidung zufolge leitete die Kommission das Verfahren auf eigene Initiative ein, da sie über Informationen verfügte,
         die darauf hinwiesen, dass sich einige im Sektor für internationale Umzüge tätige belgische Gesellschaften an Vereinbarungen
         beteiligten, die geeignet waren, unter das Verbot des Art. 81 EG zu fallen.
      
      5        Daher wurden auf der Grundlage von Art. 14 Abs. 3 der Verordnung Nr. 17 des Rates vom 6. Februar 1962, Erste Durchführungsverordnung
         zu den Artikeln [81 EG] und [82 EG] (ABl. Nr. 13, S. 204), im September 2003 bei Allied Arthur Pierre NV, Interdean NV, Transworld
         International NV und Ziegler Nachprüfungen durchgeführt. Im Anschluss an diese Nachprüfungen beantragte Allied Arthur Pierre
         den Erlass oder die Ermäßigung ihrer Geldbuße gemäß der Mitteilung der Kommission über den Erlass und die Ermäßigung von Geldbußen
         in Kartellsachen (ABl. 2002, C 45, S. 3, im Folgenden: Mitteilung über die Zusammenarbeit von 2002). Allied Arthur Pierre
         räumte ihre Beteiligung an Provisions‑ und Schutzangebotsvereinbarungen ein, benannte die beteiligten Wettbewerber, insbesondere
         einen den Dienststellen der Kommission vorher nicht bekannten Beteiligten, und legte Dokumente vor, die ihre mündlichen Angaben
         bestätigten.
      
      6        Die an den wettbewerbswidrigen Vereinbarungen beteiligten Unternehmen, die Wettbewerber und ein Berufsverband wurden gemäß
         Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. Dezember 2002 zur Durchführung der in den Artikeln 81 [EG] und 82
         [EG] niedergelegten Wettbewerbsregeln (ABl. 2003, L 1, S. 1) schriftlich ersucht, Auskünfte zu erteilen. Am 18. Oktober 2006
         erging die Mitteilung der Beschwerdepunkte und wurde mehreren Gesellschaften übermittelt. Alle Adressaten antworteten auf
         diese Mitteilung. Ihre Vertreter, mit Ausnahme derjenigen von Amertranseuro, der Stichting Administratiekantoor Portielje,
         der Team Relocations Ltd und von Trans Euro, machten ihr Recht auf Zugang zu den Dokumenten der Kommissionsakte geltend, die
         lediglich in den Diensträumen der Kommission einsehbar waren. Der Zugang wurde ihnen vom 6. bis 29. November 2006 gewährt.
         Die mündliche Anhörung fand am 22. März 2007 statt.
      
      7        Am 11. März 2008 erließ die Kommission die Entscheidung.
      
      4.     Entscheidung
      8        Die Kommission stellt fest, dass die Adressaten der Entscheidung, darunter die Klägerinnen, Team Relocations, Amertranseuro,
         Trans Euro und Team Relocations Ltd, an einem Kartell im Sektor für internationale Umzugsdienste in Belgien beteiligt gewesen
         seien oder dafür haftbar gemacht würden. Die Kartellteilnehmer hätten mindestens von 1984 bis 2003 Preise festgesetzt, Kunden
         untereinander aufgeteilt und die Einreichung von Angeboten manipuliert. Damit hätten sie eine einheitliche und fortgesetzte
         Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG begangen.
      
      9        Die betreffenden Dienstleistungen würden sowohl für natürliche Personen – Privatpersonen oder Mitarbeiter von Unternehmen
         oder öffentlichen Einrichtungen – als auch für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen erbracht. Dabei bilde Belgien entweder
         den Ausgangs‑ oder den Zielort der Umzüge. Da zudem die fraglichen internationalen Umzugsunternehmen alle ihren Sitz in Belgien
         hätten und das Kartell seine Tätigkeit in Belgien entfalte, sei Belgien als das geografische Zentrum des Kartells anzusehen.
      
      10      Die mit internationalen Umzugsdiensten in Belgien erzielten kumulierten Umsätze aller Kartellteilnehmer schätzte die Kommission
         für 2002 auf 41 Millionen Euro. Da sie die Größe des Sektors auf ungefähr 83 Millionen Euro schätzte, setzte sie den kumulierten
         Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf etwa 50 % fest.
      
      11      Nach Ansicht der Kommission war das Kartell u. a. darauf gerichtet, erhöhte Preise zu etablieren und aufrechtzuerhalten und
         den Markt gleichzeitig oder nachfolgend untereinander aufzuteilen, und zwar in verschiedenen Formen: Preisvereinbarungen,
         Vereinbarungen über die Marktaufteilung mittels eines Systems von Schutzangeboten und Vereinbarungen über ein System von Abstandszahlungen
         für abgelehnte oder unterlassene Angebote (Provisionen).
      
      12      Von 1984 bis Anfang der 90er Jahre habe das Kartell insbesondere auf der Grundlage von schriftlichen Vereinbarungen über die
         Festsetzung von Preisen funktioniert. Parallel dazu seien die Provisionen und Schutzangebote eingeführt worden. Eine Provision
         sei ein versteckter Bestandteil des Endpreises, den der Verbraucher habe zahlen müssen, ohne eine entsprechende Leistung zu
         erhalten. Es handele sich nämlich um einen Geldbetrag, den das Umzugsunternehmen, das den Vertrag über einen internationalen
         Umzug erhalten habe, den Wettbewerbern geschuldet habe, die den Vertrag nicht erhalten hätten, gleichviel, ob diese ebenfalls
         ein Angebot abgegeben hätten oder nicht. Es handele sich also um eine Art finanzieller Entschädigung für die Umzugsunternehmen,
         die den Vertrag nicht erhalten hätten. Die Kartellmitglieder hätten sich gegenseitig Rechnungen über die Provisionen für die
         abgelehnten oder nicht abgegebenen Angebote ausgestellt, dabei fiktive Leistungen aufgeführt und den Kunden den Betrag dieser
         Provisionen in Rechnung gestellt. Diese Praxis sei als eine mittelbare Festsetzung der Preise für internationale Umzugsdienste
         in Belgien anzusehen.
      
      13      Die Kartellmitglieder hätten ferner zusammengearbeitet, um Schutzangebote abzugeben, die den Kunden, d. h. den Arbeitgebern,
         die den Umzug bezahlt hätten, den irrigen Eindruck vermittelt hätten, sie könnten anhand von wettbewerbsbasierten Kriterien
         eine Wahl treffen. Bei einem Schutzangebot handele es sich um einen unechten Kostenvoranschlag, den ein Umzugsunternehmen
         einem Kunden oder dem Umziehenden vorgelegt habe, ohne die Absicht zu haben, den Umzug durchzuführen. Für die Abgabe von Schutzangeboten
         habe das Umzugsunternehmen, das den Vertrag habe abschließen wollen (im Folgenden: anforderndes Unternehmen) dafür gesorgt,
         dass die Einrichtung oder das Unternehmen mehrere Kostenvoranschläge erhalten habe, entweder unmittelbar oder über die Person,
         die habe umziehen wollen. Dafür habe das anfordernde Unternehmen seinen Wettbewerbern den Preis, den Versicherungstarif und
         die Einlagerungskosten mitgeteilt, die sie für die Leistung in Rechnung stellen sollten. Dieser im Vergleich zu dem des anfordernden
         Unternehmens höhere Preis sei dann in den Schutzangeboten angegeben worden. Da ein Arbeitgeber gewöhnlich das Umzugsunternehmen
         wähle, das das günstigste Angebot abgebe, hätten die für denselben internationalen Umzug bietenden Unternehmen grundsätzlich
         im Voraus gewusst, wer von ihnen den Vertrag für diesen Umzug erhalten werde.
      
      14      Nach Auffassung der Kommission konnte der von dem anfordernden Unternehmen verlangte Preis zudem höher sein, als er es sonst
         gewesen wäre, weil die anderen für denselben Umzug bietenden Unternehmen Schutzangebote abgegeben hätten, in denen der vom
         anfordernden Unternehmen vorgegebene Preis genannt gewesen sei. Als Beispiel führt die Kommission im 233. Erwägungsgrund der
         Entscheidung eine interne E-Mail von Allied Arthur Pierre vom 11. Juli 1997 an, in der es heißt: „[D]er Kunde hat zwei [Schutzangebote]
         angefordert, wir können also einen höheren Preis verlangen.“ Die Kommission ist daher der Meinung, dass die Abgabe von Schutzangeboten
         gegenüber Kunden eine Manipulation des Verfahrens zur Einreichung von Angeboten dargestellt habe, so dass die Preise in allen
         Angeboten absichtlich höher gewesen seien als der Preis des anfordernden Unternehmens und jedenfalls höher als sie es in einem
         Umfeld mit funktionierendem Wettbewerb gewesen wären.
      
      15      Solche Absprachen seien bis 2003 getroffen worden. Diese komplexen Tätigkeiten hätten dasselbe Ziel gehabt, nämlich die Preise
         festzusetzen und den Markt aufzuteilen und damit den Wettbewerb zu verfälschen.
      
      16      Im Ergebnis stellte die Kommission in Art. 1 des verfügenden Teils der Entscheidung fest:
      
      „Die folgenden Unternehmen haben gegen Artikel 81 Absatz 1 [EG] verstoßen, indem sie während der nachstehenden Zeiträume unmittelbar
         und mittelbar Preise für Auslandsumzüge von und nach Belgien festsetzten, den Markt teilweise untereinander aufteilten und
         das Verfahren zur Einreichung von Angeboten manipulierten:
      
      …
      g)      [Team Relocations] vom 20. Januar 1997 bis 10. September 2003; gesamtschuldnerisch mit Trans Euro … und Team Relocations [Ltd]
         vom 20. Januar 1997 bis 7. September 2003; gesamtschuldnerisch mit [Amertranseuro], Trans Euro … und Team Relocations [Ltd]
         vom 8. September 2000 bis 10. September 2003;
      
      …“
      17      Die Kommission verhängte deshalb in Art. 2 Buchst. i der Entscheidung gegen Team Relocations eine Geldbuße in Höhe von 3,49
         Millionen Euro, wobei Trans Euro und Team Relocations Ltd für einen Betrag von 3 Millionen Euro und Amertranseuro, Trans Euro
         und Team Relocations Ltd (im Folgenden gemeinsam: Amertranseuro-Gruppe) für 1,3 Millionen Euro gesamtschuldnerisch mithaften.
      
      18      Für die Berechnung der Höhe der Geldbußen bediente sich die Kommission in der Entscheidung der Methode, die in ihren Leitlinien
         für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen gemäß Artikel 23 Absatz 2 Buchstabe a) der Verordnung Nr. 1/2003 (ABl. 2006,
         C 210, S. 2, im Folgenden: Leitlinien von 2006) dargestellt ist.
      
       Verfahren und Anträge der Parteien
      19      Die Klägerinnen haben mit Klageschriften, die am 4. Juni 2008 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen sind, die vorliegenden
         Klagen erhoben.
      
      20      Mit Beschluss des Präsidenten der Achten Kammer des Gerichts vom 5. März 2010 sind die Rechtssachen T‑204/08 und T‑212/08
         gemäß Art. 50 der Verfahrensordnung des Gerichts zu gemeinsamem mündlichen Verfahren und zu gemeinsamer Entscheidung verbunden
         worden.
      
      21      Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Achte Kammer) die mündliche Verhandlung eröffnet. In der Sitzung am 28.
         April 2010 haben die Parteien mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet. Mit Schriftsatz, der am 6. August 2010
         bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat Team Relocations die Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung beantragt.
         Dieser Antrag ist mit Entscheidung vom 23. September 2010 zurückgewiesen worden.
      
      22      In der Rechtssache T‑204/08 beantragt Team Relocations,
      
      –        Art. 1 der Entscheidung für nichtig zu erklären;
      –        Art. 2 der Entscheidung für nichtig zu erklären, soweit gegen sie darin eine Geldbuße in Höhe von 3,49 Millionen Euro verhängt
         wird;
      
      –        hilfsweise, die mit der Entscheidung verhängte Geldbuße erheblich zu ermäßigen;
      –        jedenfalls der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      23      Team Relocations beantragt außerdem, der Kommission aufzugeben, die Faktoren offenzulegen, die sie für die Ermäßigung der
         Geldbuße, die sonst gegen Interdean verhängt worden wäre, um 70 % herangezogen hat.
      
      24      In der Rechtssache T‑212/08 beantragen Amertranseuro, Trans Euro und Team Relocations Ltd,
      
      –        Art. 2 Buchst. i der Entscheidung für nichtig zu erklären, soweit darin festgestellt wird, dass sie für den von Team Relocations
         in der Zeit von Januar 1997 bis September 2003 mutmaßlich begangenen Verstoß gegen Art. 81 EG und Art. 53 EWR-Abkommen gesamtschuldnerisch
         mithaften;
      
      –        hilfsweise, Art. 2 Buchst. i der Entscheidung für nichtig zu erklären, soweit darin die gesamtschuldnerische Haftung von Amertranseuro
         nicht wirksam auf 1,3 Millionen Euro begrenzt wird;
      
      –        der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      25      Die Kommission beantragt in den Rechtssachen T‑204/08 und T‑212/08,
      
      –        die Klagen abzuweisen;
      –        den Klägerinnen die Kosten aufzuerlegen.
       Rechtliche Würdigung
      26      Team Relocations führt für die Nichtigerklärung der Entscheidung und für die Aufhebung oder Ermäßigung der Geldbuße acht Klagegründe
         an. Amertranseuro, Trans Euro und die Team Relocations Ltd machen zwei Klagegründe geltend, die sie darauf stützen, dass ihnen
         die von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen nicht zurechenbar seien und dass sie nicht in der Lage seien, die Geldbuße
         zu zahlen. Da die beiden letztgenannten Klagegründe mit dem ersten Teil des siebten Klagegrundes und mit dem achten Klagegrund
         von Team Relocations übereinstimmen, sind sie im Rahmen der Prüfung dieser Rügen zu behandeln.
      
      1.     Zum ersten Klagegrund: Team Relocations habe nicht an der in der Entscheidung beschriebenen einheitlichen und fortgesetzten
            Zuwiderhandlung teilgenommen
      27      Mit diesem Klagegrund bestreitet Team Relocations ihre Beteiligung an der in der Entscheidung beschriebenen einheitlichen
         und fortgesetzten Zuwiderhandlung.
      
       Vorbringen der Parteien
      28      Team Relocations trägt vor, dass die Kommission, um ihr die Verantwortung für die von der Entscheidung erfasste einheitliche
         Zuwiderhandlung auferlegen zu können, erstens beweisen müsse, dass sie von dem rechtswidrigen Verhalten der anderen Teilnehmer
         Kenntnis gehabt habe oder es vernünftigerweise habe vorhersehen können und dass sie bereit gewesen sei, die daraus erwachsende
         Gefahr auf sich zu nehmen, und zweitens, dass die verschiedenen in der Entscheidung beschriebenen Verhaltensweisen gemeinsamen
         Zielen dienten und sie mit ihrem eigenen Verhalten zum Erreichen dieser Ziele habe beitragen wollen.
      
      29      Die Kommission habe nicht dargetan, dass diese Voraussetzungen erfüllt gewesen seien. Erstens habe Team Relocations keine
         Kenntnis von einer einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung gehabt. In der Entscheidung werde nicht auf schriftliche
         Beweise Bezug genommen, die belegten, dass sie Kenntnis von den Preisvereinbarungen und den Schutzangeboten gehabt habe oder
         zwangsläufig hätte haben müssen, als sie ab 1997 zuweilen Provisionen zugestimmt habe. Erst im Februar 2002 habe sie das erste
         Mal ein Schutzangebot abgegeben oder angefordert. Sie habe auch nicht an wettbewerbswidrigen Zusammenkünften teilgenommen,
         in denen ein umfassender wettbewerbswidriger Plan gefasst worden wäre.
      
      30      Zweitens sei sie weder an einem umfassenden Plan noch an einer „fortgesetzten“ Zuwiderhandlung beteiligt gewesen. Sie habe
         sich an keiner der schriftlichen Vereinbarungen zur Festsetzung von Preisen beteiligt. Die Provisionen, mit denen sie sich
         einverstanden erklärt habe, seien dafür gedacht gewesen, den einzelnen Umzugsunternehmen zu ermöglichen, die Kosten für die
         Bewerbung um einen bestimmten Umzug ersetzt zu bekommen, und nicht, Preise festzusetzen oder Kunden oder den Markt untereinander
         aufzuteilen. Diese Provisionsabsprachen seien ad hoc erfolgt und nicht allgemein oder automatisch zur Anwendung gekommen. Die Schutzangebote seien stets auf Verlangen oder zumindest
         mit dem Einverständnis der natürlichen Person, die umgezogen sei, eingeholt worden und seien erst abgegeben worden, nachdem
         der Kunde das Umzugsunternehmen ausgewählt habe.
      
      31      Die Kommission tritt diesem Vorbringen entgegen und vertritt die Auffassung, dass Team Relocations durch ihre Teilnahme an
         mindestens zwei dieser Vereinbarungen von dem der einheitlichen Zuwiderhandlung zugrunde liegenden umfassenden Plan Kenntnis
         gehabt habe oder zwangsläufig hätte haben müssen. Zudem berühre die Behauptung, Team Relocations sei an der schriftlichen
         Preisvereinbarung nicht beteiligt gewesen, nicht die ihr aufzuerlegende Verantwortung für die einheitliche und fortgesetzte
         Zuwiderhandlung.
      
       Würdigung durch das Gericht
      32      Mit diesem Klagegrund bestreitet Team Relocations nicht, Zuwiderhandlungen gegen Art. 81 EG begangen zu haben. Sie macht hingegen
         geltend, an der in der Entscheidung beschriebenen einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung nicht beteiligt gewesen
         zu sein. Daher ist zunächst der Begriff der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung in Erinnerung zu rufen.
      
       Zum Begriff der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung
      33      In seinem Urteil vom 8. Juli 1999, Kommission/Anic Partecipazioni (C‑49/92 P, Slg. 1999, I‑4125, Randnr. 82), hat der Gerichtshof
         festgestellt, dass es gekünstelt wäre, ein durch ein einziges Ziel gekennzeichnetes kontinuierliches Verhalten zu zerlegen
         und darin mehrere selbständige Zuwiderhandlungen zu sehen, während es sich im Gegenteil um eine einheitliche Zuwiderhandlung
         handelt, die sich nach und nach sowohl durch Vereinbarungen als auch durch abgestimmte Verhaltensweisen konkretisiert hat.
      
      34      Unter solchen Umständen ist ein Unternehmen, das sich durch eigene Handlungen, die den Begriff von auf ein wettbewerbswidriges
         Ziel gerichteten Vereinbarungen oder aufeinander abgestimmten Verhaltensweisen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 EG erfüllt haben
         und zur Mitwirkung an der Verwirklichung der Zuwiderhandlung in ihrer Gesamtheit bestimmt waren, an einer solchen Zuwiderhandlung
         beteiligt hat, für die gesamte Zeit seiner Beteiligung an der genannten Zuwiderhandlung auch für das Verhalten verantwortlich,
         das andere Unternehmen im Rahmen der Zuwiderhandlung an den Tag legten (Urteil Kommission/Anic Partecipazioni, oben in Randnr. 33
         angeführt, Randnr. 83).
      
      35      Diesem Urteil ist zu entnehmen, dass die Kommission, um das Vorliegen einer einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung
         darzutun, zu beweisen hat, dass das Unternehmen durch sein Verhalten zur Erreichung der von allen Beteiligten verfolgten gemeinsamen
         Ziele beitragen wollte und von dem von anderen Unternehmen in Verfolgung dieser Ziele beabsichtigten oder an den Tag gelegten
         Verhalten wusste oder es vernünftigerweise vorhersehen konnte sowie bereit war, die daraus erwachsende Gefahr auf sich zu
         nehmen (Urteil Kommission/Anic Partecipazioni, oben in Randnr. 33 angeführt, Randnr. 87).
      
      36      Kartelle können nämlich nur dann als Bestandteile einer einheitlichen wettbewerbswidrigen Vereinbarung angesehen werden, wenn
         erwiesen ist, dass sie zu einem Gesamtplan gehörten, mit dem ein gemeinsames Ziel verfolgt wurde. Zudem kann die Teilnahme
         eines Unternehmens an den betreffenden Kartellen nur dann Ausdruck seines Beitritts zu dieser Vereinbarung sein, wenn es,
         als es an diesen Kartellen teilnahm, wusste oder hätte wissen müssen, dass es sich damit in die einheitliche Vereinbarung
         eingliederte (Urteil des Gerichts vom 15. März 2000, Cimenteries CBR u. a./Kommission, T‑25/95, T‑26/95, T‑30/95 bis T‑32/95,
         T‑34/95 bis T‑39/95, T‑42/95 bis T‑46/95, T‑48/95, T‑50/95 bis T‑65/95, T‑68/95 bis T‑71/95, T‑87/95, T‑88/95, T‑103/95 und
         T‑104/95, Slg. 2000, II‑491, Randnrn. 4027 und 4112).
      
      37      Aus dieser Rechtsprechung ergibt sich somit, dass für den Nachweis der Beteiligung an einer einheitlichen und fortgesetzten
         Zuwiderhandlung drei Voraussetzungen erfüllt sein müssen, nämlich das Vorliegen eines Gesamtplans, mit dem ein gemeinsames
         Ziel verfolgt wird, der vorsätzliche Beitrag dieses Unternehmens zu diesem Plan und die (bewiesene oder vermutete) Kenntnis
         des Unternehmens von dem rechtswidrigen Verhalten der anderen Teilnehmer.
      
      38      Der vorliegende Klagegrund ist daher anhand dieser Voraussetzungen zu prüfen.
      
       Zur Einordnung des fraglichen rechtswidrigen Verhaltens
      –       Zum Vorliegen eines Gesamtplans, mit dem ein gemeinsames Ziel verfolgt wird
      39      Erstens macht die Kommission zum Vorliegen eines Gesamtplans, mit dem ein gemeinsames Ziel verfolgt wird, geltend, dass die
         betreffenden Unternehmen ein einziges wirtschaftliches Ziel – die Verfälschung der Preisentwicklung – verfolgt hätten.
      
      40      Der Begriff des gemeinsamen Ziels kann jedoch nicht durch einen allgemeinen Verweis auf die Verzerrung des Wettbewerbs auf
         dem von der Zuwiderhandlung betroffenen Markt bestimmt werden, da die Beeinträchtigung des Wettbewerbs als Ziel oder Wirkung
         jedem von Art. 81 Abs. 1 EG erfassten Verhalten eigen ist. Eine solche Definition des Begriffs des gemeinsamen Ziels könnte
         dem Begriff der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung teilweise seinen Sinn nehmen, da sie zur Folge hätte, dass
         mehrere einen Wirtschaftssektor betreffende Verhaltensweisen, die nach Art. 81 Abs. 1 EG verboten sind, systematisch als Bestandteile
         einer einheitlichen Zuwiderhandlung eingestuft werden müssten. Es sind somit bei der Einstufung unterschiedlicher Vorgänge
         als einheitliche und fortgesetzte Zuwiderhandlung alle Umstände zu berücksichtigen, die ein Komplementaritätsverhältnis nachweisen
         oder in Frage stellen können, wie der Anwendungszeitraum, der Inhalt (einschließlich der verwendeten Methoden) und im Zusammenhang
         damit das Ziel der verschiedenen fraglichen Handlungen (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 12. Dezember 2007, BASF
         und UCB/Kommission, T‑101/05 und T‑111/05, Slg. 2007, II‑4949, Randnrn. 179 bis 181).
      
      41      Im vorliegenden Fall ist der Entscheidung zu entnehmen, dass das gemeinsame Ziel, das auf verschiedene, einem Gesamtplan zugehörige
         Arten verfolgt wurde, darin bestand, ein erhöhtes Preisniveau für die Erbringung von internationalen Umzugsdiensten in Belgien
         zu etablieren und aufrechtzuerhalten und diesen Markt aufzuteilen. Dieses gemeinsame Ziel wird in den Erwägungsgründen 314
         und 322 bis 344 der Entscheidung ausführlich dargestellt.
      
      42      Das Vorbringen von Team Relocations ist nicht geeignet, diesen Befund in Frage zu stellen.
      
      43      Bei dem Provisionssystem handelt es sich um ein System von Abstandszahlungen, das dem Bereich der Kundenaufteilung zuzuordnen
         ist, und die Abgabe von Schutzangeboten ist ein wesentlicher Bestandteil der Kundenaufteilung, wenn die Kunden Angebote von
         mehreren Kartellteilnehmern einholen möchten.
      
      44      Entgegen der Auffassung von Team Relocations betrafen die Absprachen über die Provisionen und die Schutzangebote die Preise.
         Zahl und Höhe der Provisionen wurden im Voraus festgelegt, noch bevor die Umzugsgesellschaften den Kunden ihre Kostenvoranschläge
         unterbreiteten. Selbst wenn die Provisionen, wie Team Relocations behauptet, nicht unmittelbar auf die Umzugspreise aufgeschlagen
         wurden, ist es unvermeidbar, dass sie Eingang in die Berechnungen der Unternehmen fanden und ihre Dienste verteuerten. Bei
         den Schutzangeboten wurde der im „unechten“ Angebot angegebene Preis von der Gesellschaft vorgegeben, die dieses angefordert
         hatte, und von der Gesellschaft, die es abgab, akzeptiert, was es der erstgenannten Gesellschaft erlaubte, ihren Preis höher
         anzusetzen, als er in einem freien Wettbewerb wäre, nämlich nahe an dem gemeinsam vereinbarten „unechten“ Preis. Im 233. Erwägungsgrund
         der Entscheidung hat die Kommission diese Wirkung der Schutzangebotspraxis auf die Preise nachgewiesen (siehe oben, Randnr. 14).
      
      45      Wie auch die schriftliche Preisvereinbarung verfolgten die beiden Verhaltensweisen ein gemeinsames Ziel, nämlich eine Beschränkung
         des Wettbewerbs zwischen den Kartellteilnehmern durch ein höheres Preisniveau, als dies ohne Vereinbarungen der Fall gewesen
         wäre. Die Provisionen, die den Wettbewerbern, die den Vertrag nicht erhielten, gezahlt wurden, hielten sie davon ab, einen
         wettbewerbsfähigen Preis anzubieten, und indem sie im Rahmen der Schutzangebote Informationen über ihre Angebote austauschten,
         beschränkten die Kartellmitglieder den Preiswettbewerb. Zudem erlaubte die Vereinbarung über die Schutzangebote den Kartellteilnehmern,
         die Preise auf einem höheren Niveau als ohne diese Vereinbarung zu halten.
      
      46      Zu dem Vorbringen, die Schutzangebote seien erst abgegeben worden, nachdem der Kunde seine Wahl getroffen habe, ist darauf
         hinzuweisen, dass derjenige, der mit dem Auftragnehmer in Kontakt tritt, z. B. der Bedienstete der Kommission, nicht der eigentliche
         Kunde der Umzugsunternehmen ist. Es ist nämlich Sache des Unternehmens oder der Einrichtung, die den Umzug finanziert, ein
         Umzugsunternehmen auszusuchen. Gerade um sich eine Wahl offenzuhalten, verlangen viele Unternehmen und öffentliche Einrichtungen
         die Einreichung mehrerer Angebote.
      
      –       Zum vorsätzlichen Beitrag von Team Relocations zum Gesamtplan
      47      Was zweitens den Beitrag von Team Relocations zur Zuwiderhandlung betrifft, hat sie unbestritten an zwei der drei in der Entscheidung
         beschriebenen Verhaltensweisen teilgenommen – an der Vereinbarung über die Provisionen und an der Vereinbarung über die Schutzangebote.
      
      48      An der schriftlichen Preisvereinbarung war Team Relocations dagegen zu keiner Zeit beteiligt. Zwar kann ein Unternehmen, das
         sich durch eigene Handlungen an einer Zuwiderhandlung beteiligt hat, auch für das Verhalten zur Verantwortung gezogen werden,
         das andere Unternehmen im Rahmen der Zuwiderhandlung an den Tag legten, doch gilt dies nur für die Zeit seiner Beteiligung
         an der Zuwiderhandlung (Urteil Kommission/Anic Partecipazioni, oben in Randnr. 33 angeführt, Randnr. 83). Folglich kann Team
         Relocations nicht für Verhaltensweisen zur Verantwortung gezogen werden, die mehr als fünf Jahre vor ihrem Beitritt zum Kartell
         eingestellt wurden.
      
      49      Jedoch hat die Kommission in der Entscheidung eine Zuwiderhandlung von Team Relocations gegen Art. 81 Abs. 1 EG nur für die
         Zeit vom 20. Januar 1997 bis 10. September 2003 festgestellt, also für den Zeitraum, in dem Team Relocations an allen Handlungen
         des Kartells beteiligt war. Daher hat die Kommission die Tatsache, dass Team Relocations erst ab 1997 am Kartell teilnahm,
         angemessen berücksichtigt.
      
      50      Zudem ist das Vorbringen von Team Relocations, die Provisions- und Schutzangebotsvereinbarungen seien nicht gleichzeitig zur
         Anwendung gekommen und die Absprachen über die Provisionen seien ad hoc erfolgt, unerheblich, da entgegen der Auffassung von Team Relocations diese beiden Verhaltensweisen dasselbe Ziel hatten.
      
      –       Zur Kenntnis von Team Relocations vom rechtswidrigen Verhalten
      51      Was drittens die Frage angeht, ob Team Relocations Kenntnis von dem rechtswidrigen Verhalten der anderen Kartellteilnehmer
         hatte, trifft es zwar zu, dass während ihrer Beteiligung keine wettbewerbswidrigen Zusammenkünfte stattgefunden haben. Dass
         Team Relocations zu keiner Zeit an einer solchen Zusammenkunft teilgenommen hat, ist jedoch nicht entscheidend, da die Funktionsweise
         des Kartells zeigt, dass seine Mitglieder nicht an Zusammenkünften teilnehmen mussten, um über die Provisions- oder Schutzangebotsvereinbarungen
         informiert zu sein oder an ihnen teilzunehmen. Die Vereinbarungen erfolgten im Allgemeinen mittels Telefon, E-Mail und/oder
         Telefax.
      
      52      Zudem musste Team Relocations zwangsläufig Kenntnis von dem rechtswidrigen Verhalten der anderen Teilnehmer haben, da die
         Provisions- und Schutzangebotspraxis auf einer wechselseitigen Zusammenarbeit mit bei jedem Anlass wechselnden Partnern beruhte.
         Dieses System beruhte nämlich auf dem Grundsatz do ut des, denn jedes Unternehmen, das eine Provision zahlte oder ein Schutzangebot abgab, erwartete, in der Zukunft selbst von diesem
         System zu profitieren und Provisionen oder Schutzangebote zu erhalten. Daher erfolgten diese Absprachen entgegen dem Vorbringen
         von Team Relocations nicht ad hoc, sondern wiesen ein Komplementaritätsverhältnis auf.
      
      53      Die Behauptung von Team Relocations, sie habe von den schriftlichen Vereinbarungen nichts gewusst und vor 1997 keine Kenntnis
         von der Provisionspraxis gehabt, ist unerheblich, da die Entscheidung Team Relocations für die Zuwiderhandlung erst ab diesem
         Datum haftbar macht. Spätestens 1997, als sie ihre erste Provision annahm, erfuhr Team Relocations davon, dass keines der
         Unternehmen seine Tätigkeit unter normalen Wettbewerbsbedingungen ausübt. Sie hatte demnach Kenntnis von dem rechtswidrigen
         Verhalten und von dem wettbewerbswidrigen Ziel, das von den anderen Unternehmen verfolgt wurde. Unter diesen Umständen ist
         es nicht glaubhaft, dass Team Relocations erst 2002 von der Schutzangebotspraxis erfahren hat.
      
      54      Folglich durfte die Kommission zu dem Schluss kommen, dass Team Relocations Kenntnis von dem rechtswidrigen Verhalten der
         anderen Kartellnehmer hatte oder hätte haben müssen.
      
      55      Nach alledem hat die Kommission zutreffend festgestellt, dass Team Relocations an der in der Entscheidung beschriebenen einheitlichen
         und fortgesetzten Zuwiderhandlung beteiligt war. Daher ist der erste Klagegrund zurückzuweisen.
      
      2.     Zum zweiten Klagegrund: Berechnung des Umsatzes von Team Relocations
       Vorbringen der Parteien
      56      Mit ihrem zweiten Klagegrund bestreitet Team Relocations die Höhe des Umsatzes, der bei der Berechnung des Grundbetrags der
         Geldbuße zugrunde gelegt wurde.
      
      57      Sie macht geltend, dass allein der Umsatz mit Umzügen, die tatsächlich von den rechtswidrigen Verhaltensweisen betroffen gewesen
         seien, bei der Berechnung der im Sinne der Ziff. 13 der Leitlinien von 2006 relevanten Umsätze zugrunde gelegt werden könne
         und nicht ihr gesamter Umsatz auf dem belgischen Markt für internationale Umzugsdienste.
      
      58      Hilfsweise trägt Team Relocations vor, dass der relevante Umsatz nicht den Umsatz mit Umzügen von Privatpersonen, d. h. natürlichen
         Personen, die die Kosten ihres Umzugs selbst tragen müssten, umfasse. Es sei unbestritten, dass in Bezug auf Team Relocations
         nie Provisionen oder Schutzangebote für Umzüge von Privatpersonen vereinbart oder angewandt worden seien. Im 528. Erwägungsgrund
         der Entscheidung habe die Kommission akzeptiert, Dienstleistungen im Rahmen von Militärumzügen nicht in den Umsatz von Gosselin
         einzurechnen, weil sie nicht von der Zuwiderhandlung betroffen gewesen seien. Daher könne der Umsatz mit Umzügen von Privatpersonen
         bei der Berechnung des relevanten Umsatzes von Team Relocations ebenfalls nicht berücksichtigt werden.
      
      59      Die Kommission tritt diesem Vorbringen entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      60      Team Relocations wendet sich gegen die Berechnung des relevanten Umsatzes und trägt hilfsweise vor, dass der Umsatz mit Umzügen,
         die von Privatpersonen finanziert worden seien, darin nicht eingerechnet werden dürfe.
      
       Zum relevanten Umsatz
      61      Zu dem Umsatz, der bei der Berechnung des Grundbetrags der Geldbuße zugrunde zu legen ist und dessen Höhe im ersten Teil des
         Klagegrundes bestritten wird, sieht Ziff. 13 der Leitlinien von 2006 vor:
      
      „Zur Festsetzung des Grundbetrags der Geldbuße verwendet die Kommission den Wert der von dem betreffenden Unternehmen … verkauften
         Waren oder Dienstleistungen, die mit dem Verstoß in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang stehen …“
      
      62      Entgegen der Auffassung von Team Relocations ist dieser Bestimmung nicht zu entnehmen, dass allein der Umsatz mit Umzügen,
         die tatsächlich von den rechtswidrigen Verhaltensweisen betroffen sind, bei der Berechnung des relevanten Umsatzes berücksichtigt
         werden kann.
      
      63      So verweist der Wortlaut der Ziff. 13 der Leitlinien von 2006 auf die „verkauften Waren oder Dienstleistungen, die mit dem
         Verstoß in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang stehen“ und nicht auf die „vom Verstoß betroffenen Waren oder
         Dienstleistungen“. Mit der Formulierung in Ziff. 13 ist also der auf dem relevanten Markt erzielte Umsatz gemeint. Dies ergibt
         sich im Übrigen sehr klar aus der deutschen Fassung der Ziff. 6 der Leitlinien von 2006, in der vom „Umsatz auf den vom Verstoß
         betroffenen Märkten“ die Rede ist. Erst recht sind von Ziff. 13 der Leitlinien von 2006 nicht nur die Fälle erfasst, in denen
         die Kommission über schriftliche Beweise für die Zuwiderhandlung verfügt.
      
      64      Diese Auslegung wird durch den Zweck der gemeinschaftlichen Wettbewerbsregeln gestützt. Die von Team Relocations vorgeschlagene
         Auslegung würde bedeuten, dass die Kommission für die Bestimmung des Grundbetrags der in Kartellsachen zu verhängenden Geldbußen
         in jedem Fall die einzelnen Vorgänge benennen müsste, die vom Kartell betroffen waren. Die Unionsgerichte haben ihr eine solche
         Pflicht nie auferlegt, und nichts weist darauf hin, dass sich die Kommission in den Leitlinien von 2006 eine solche Pflicht
         selbst auferlegen wollte.
      
      65      Zudem ist es in Kartellsachen, in denen es um naturgemäß heimliche Vorgänge geht, unvermeidbar, dass bestimmte Schriftstücke,
         die jeweils Teilhandlungen der wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen belegen, nicht entdeckt werden. Im vorliegenden Fall wäre
         es tatsächlich nicht möglich, für jeden einzelnen der betroffenen Umzüge Belege zu finden. So bestätigt Team Relocations in
         der Klageschrift, dass die „[Schutzangebote] und die Provisionen nicht in den Systemen der Klägerin verzeichnet waren, so
         dass nur die mit der Akte befassten Personen sie auffinden konnten“.
      
      66      Schließlich kann nach ständiger Rechtsprechung der Teil des Umsatzes, der mit den Waren erzielt wurde, auf die sich die Zuwiderhandlung
         bezog, einen zutreffenden Anhaltspunkt für das Ausmaß einer Zuwiderhandlung auf dem betreffenden Markt liefern (Urteil des
         Gerichtshofs vom 7. Juni 1983, Musique Diffusion française u. a./Kommission, 100/80 bis 103/80, Slg. 1983, 1825, Randnr. 121).
         Insbesondere stellt der Umsatz, der mit den Erzeugnissen erzielt wurde, die Gegenstand einer beschränkenden Verhaltensweise
         waren, ein objektives Kriterium dar, das zutreffend angibt, wie schädlich sich diese Verhaltensweise auf den normalen Wettbewerb
         auswirkt (Urteile des Gerichts vom 11. März 1999, British Steel/Kommission, T‑151/94, Slg. 1999, II‑629, Randnr. 643, und
         vom 8. Juli 2008, Saint-Gobain Gyproc Belgium/Kommission, T‑50/03, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 84).
         Dieser Grundsatz fand Eingang in die Leitlinien von 2006.
      
      67      In der mündlichen Verhandlung hat Team Relocations vorgetragen, dass die Kommission in der Entscheidung in der Sache „Carglass“
         (Sache COMP/39.125 – Automobilglas), von der eine Zusammenfassung im Amtsblatt der Europäischen Union vom 25. Juli 2009 (ABl. C 173, S. 13) veröffentlicht worden ist, anders als im vorliegenden Fall als für die Berechnung der
         Geldbuße relevante Umsätze nur die Verkäufe der Glashersteller an Autohersteller gezählt habe, für die sie direkte Beweise
         für das Kartell gehabt habe. Jedoch ist darauf hinzuweisen, dass die Kommission im 663. Erwägungsgrund der „Carglass“‑Entscheidung
         davon ausgeht, dass der Umstand, dass nicht für jede einzelne Diskussion über die „Fahrzeugrechnungen“ spezifische Beweise
         verfügbar seien, die Bestimmung des Umsatzes nicht auf die Aufträge begrenze, für die direkte Beweise vorlägen, da Kartellabsprachen
         naturgemäß geheime Vereinbarungen seien und die Beweise in den meisten Fällen, wenn nicht sogar immer, unvollständig blieben.
         Zwar hat die Kommission diesen Grundsatz später in den Erwägungsgründen 664 bis 667 dieser Entscheidung weiter differenziert,
         doch hat sie dies nur für zwei ganz besondere Zeitabschnitte getan, nämlich für den Beginn und das Ende des Zuwiderhandlungszeitraums,
         weil sie der Auffassung war, dass die Automobilglashersteller in diesen beiden Zeitabschnitten nur ihre Angebote für ausgewählte
         Großaufträge geändert hätten. Demnach steht der von der Kommission in jener Entscheidung verfolgte Ansatz dem in der Entscheidung
         verfolgten Ansatz nicht entgegen.
      
      68      Schließlich können nach ständiger Rechtsprechung in anderen Fällen ergangene Entscheidungen nur Hinweischarakter für das eventuelle
         Vorliegen einer Diskriminierung haben, da es wenig wahrscheinlich ist, dass die für sie kennzeichnenden Umstände wie die Märkte,
         die Waren, die Unternehmen und die betroffenen Zeiträume die gleichen sind (Urteile des Gerichtshofs vom 21. September 2006,
         JCB Service/Kommission, C‑167/04 P, Slg. 2006, I‑8935, Randnrn. 201 und 205, und vom 7. Juni 2007, Britannia Alloys & Chemicals/Kommission,
         C‑76/06 P, Slg. 2007, I‑4405, Randnr. 60). In Anbetracht der in den Erwägungsgründen 664 bis 667 der „Carglass“-Entscheidung
         genannten Umstände genügt das Vorbringen von Team Relocations nicht für die Feststellung, dass diese Voraussetzungen im vorliegenden
         Fall erfüllt waren.
      
      69      Daher ist der erste Teil dieses Klagegrundes zurückzuweisen.
      
       Zu den Umzügen, die von Privatpersonen finanziert wurden
      70      Zu dem hilfsweise vorgetragenen Argument, der relevante Umsatz dürfe nicht den Umsatz umfassen, der mit Umzügen von Privatpersonen
         erzielt worden sei, also mit Umzügen, deren Kosten nicht von Dritten übernommen worden seien, ist festzustellen, dass für
         diese Art von Umzügen nie Schutzangebote abgegeben wurden, weil eine Privatperson nie mehrere Kostenvoranschläge einer einzigen
         Umzugsgesellschaft akzeptiert hätte. Schutzangebote wurden nur bei den Umzügen eingesetzt, für die der Arbeitgeber des Umziehenden
         Kostenvoranschläge von mindestens einem weiteren Umzugsunternehmen als Bedingung für die Umzugskostenübernahme verlangte.
      
      71      Dem 537. Erwägungsgrund der Entscheidung ist aber zu entnehmen, dass sich einige der anderen Adressaten der Entscheidung offenbar
         bereit erklärt hatten, Provisionen für von Privatpersonen finanzierte internationale Umzüge zu zahlen. Anders als bei Umzügen
         im militärischen Bereich, bei denen Gosselin als Subunternehmer amerikanischer Umzugsunternehmen auftrat, ist daher nicht
         auszuschließen, dass einige private Umzüge von der fraglichen einheitlichen Zuwiderhandlung betroffen waren. Der entscheidende
         Unterschied zwischen Umzügen im militärischen Bereich und Umzügen von Privatpersonen ist nämlich, dass die Kartellteilnehmer
         für die Umzüge im militärischen Bereich nicht selbst die Geschäftsverhandlungen führten und daher keinerlei Einfluss auf den
         Hauptvertrag hatten. Eine solche strukturelle Garantie, die jede potenzielle Beeinträchtigung ausschließt, gibt es bei privaten
         Umzügen nicht. Daher hat die Kommission nicht den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt, als sie die eine Kategorie von Umzügen
         ausschloss, die andere aber nicht.
      
      72      Es trifft zwar zu, dass die Kommission in Bezug auf Team Relocations nicht dargetan hat, dass bei Umzügen von Privatpersonen
         Provisionen vereinbart oder angewandt wurden. Ließe man dieses Argument gelten, verpflichtete man jedoch letztlich die Kommission
         dazu, in den relevanten Umsatz nur die einzelnen Vorgänge einzubeziehen, die vom Kartell betroffen waren und für die sie über
         schriftliche Beweise verfügt. Das Bestehen einer solchen Pflicht wurde bereits im Rahmen der Prüfung des ersten Teils des
         vorliegenden Klagegrundes verneint.
      
      73      Der zweite Klagegrund ist daher zurückzuweisen.
      
      3.     Zum dritten Klagegrund: Zugrundelegung eines Satzes von 17 % des Umsatzes von Team Relocations für die Festsetzung des Grundbetrags
            ihrer Geldbuße
      74      Dieser Klagegrund besteht aus vier Teilen. Die ersten beiden betreffen eine Verletzung der Pflicht, die Höhe der Geldbuße
         nach der individuellen Rolle zu bestimmen, die Team Relocations bei der Zuwiderhandlung gespielt hat, und einen Verstoß gegen
         den Gleichbehandlungsgrundsatz. Mit dem dritten Teil macht Team Relocations geltend, dass die Festlegung des Satzes auf 17 %
         gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verstoße. Im vierten Teil dieses Klagegrundes geht es um einen Begründungsmangel.
      
       Vorbringen der Parteien
      75      Team Relocations trägt erstens vor, dass eine Geldbuße nach ständiger Rechtsprechung der Schwere der tatsächlich von dem einzelnen
         Unternehmen begangenen Zuwiderhandlung genau entsprechen müsse (Urteile des Gerichts vom 15. März 2006, BASF/Kommission, T‑15/02,
         Slg. 2006, II‑497, Randnr. 280, vom 26. April 2007, Bolloré u. a./Kommission, T‑109/02, T‑118/02, T‑122/02, T‑125/02, T‑126/02,
         T‑128/02, T‑129/02, T‑132/02 und T‑136/02, Slg. 2007, II‑947, Randnr. 429, und vom 12. September 2007, Coats Holdings und
         Coats/Kommission, T‑36/05, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnrn. 207 und 209). Im vorliegenden Fall hätten
         bei der Beurteilung der Schwere der von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlung mehrere besondere oder außergewöhnliche
         Umstände berücksichtigt werden müssen. Insbesondere habe sie vor 2002 kein Schutzangebot abgegeben oder angefordert und zu
         keiner Zeit an den schriftlichen Vereinbarungen über Preise oder andere Bedingungen für die Erbringung von internationalen
         Umzugsdiensten in Belgien teilgenommen. Die Kommission habe die individuelle Rolle, die Team Relocations bei den von der Entscheidung
         erfassten Verhaltensweisen gespielt habe, nicht dargetan. Aufgrund dieser fehlerhaften Beurteilung sei der ermittelte Umsatzanteil
         (17 %) und damit die gegen Team Relocations verhängte Geldbuße offensichtlich zu hoch.
      
      76      Zweitens macht Team Relocations geltend, dass ihre Zuwiderhandlung im Vergleich zu den allgemeinen schriftlichen Preisvereinbarungen,
         die zwischen einigen der anderen Adressaten der Entscheidung abgeschlossen worden seien, ganz anderer und deutlich weniger
         schwerwiegender Art gewesen sei. Indem die Kommission für die Berechnung sowohl der Geldbuße von Team Relocations als auch
         der Geldbußen der anderen Adressaten der Entscheidung denselben Umsatzanteil (17 %) festgesetzt habe, habe sie daher ihre
         Pflicht verletzt, die Höhe der Geldbußen diskriminierungsfrei festzusetzen.
      
      77      Drittens führe die Zugrundelegung von 17 % des Umsatzes zwangsläufig zu einem Geldbußenbetrag, der in mehrerlei Hinsicht offensichtlich
         außer Verhältnis zu dem tatsächlichen Schweregrad ihres Verhaltens stehe, nämlich zu ihrer tatsächlichen Verantwortlichkeit
         sowie zur begrenzten Schwere und geringen wirtschaftlichen Bedeutung ihrer Zuwiderhandlung.
      
      78      Viertens enthalte die Entscheidung keinen Hinweis, warum die Kommission nicht berücksichtigt habe, dass Team Relocations nicht
         an allen Handlungen der Zuwiderhandlung teilgenommen habe. Die Begründung für die Festsetzung des Umsatzanteils sei unzureichend
         und widersprüchlich.
      
      79      Die Kommission vertritt die Ansicht, dass sie für Team Relocations denselben Umsatzanteil von 17 % habe zugrunde legen dürfen
         wie für die anderen Kartellmitglieder, da Team Relocations an einer einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung teilgenommen
         habe, die als besonders schwere Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG zu qualifizieren sei. Die individuelle Rolle, die ein Unternehmen
         bei einer Zuwiderhandlung gespielt habe, werde nicht bei der Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung berücksichtigt, sondern
         bei der Anpassung der Geldbuße, um mildernden und/oder erschwerenden Umständen Rechnung zu tragen. Schließlich sei sie auch
         ihrer Begründungspflicht nachgekommen, denn sie habe in der Entscheidung die Beurteilungskriterien angegeben, die es ihr ermöglicht
         hätten, die Schwere der begangenen Zuwiderhandlung zu ermessen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      80      Im Rahmen dieses Klagegrundes wendet sich Team Relocations im Wesentlichen dagegen, dass bei der Beurteilung der Schwere der
         Zuwiderhandlung bei allen betreffenden Unternehmen einheitlich ein Satz von 17 % zugrunde gelegt wurde. Hierbei sind insbesondere
         zwei verschiedene Problembereiche zu unterscheiden, nämlich zum einen die Frage, ob Team Relocations im Vergleich zu den anderen
         Kartellteilnehmern angemessen behandelt wurde (erster und zweiter Teil), und zum anderen die Frage, ob der von der Kommission
         zugrunde gelegte Satz – isoliert betrachtet – dem Verhalten von Team Relocations angemessen war (dritter Teil).
      
       Zur Pflicht, den Grundbetrag der Geldbuße entsprechend der individuellen Rolle von Team Relocations zu bestimmen
      81      Zu den ersten beiden Teilen des Klagegrundes, die zusammen zu prüfen sind, weil sie eng miteinander verbunden sind, ist auf
         die ständige Rechtsprechung zu verweisen, wonach der Grundsatz der Nichtdiskriminierung oder der Gleichbehandlung, der einen
         fundamentalen Rechtsgrundsatz bildet, nicht nur verbietet, vergleichbare Sachverhalte unterschiedlich, sondern auch, unterschiedliche
         Sachverhalte gleich zu behandeln, es sei denn, dass eine solche Behandlung objektiv gerechtfertigt wäre (vgl. in diesem Sinne
         Urteile des Gerichtshofs vom 8. Oktober 1986, Christ-Clemen u. a./Kommission, 91/85, Slg. 1986, 2853, Randnr. 10, und vom
         28. Juni 1990, Hoche, C‑174/89, Slg. 1990, I‑2681, Randnr. 25 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      82      Die Kommission hat die Kartellteilnehmer bei der Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung hinsichtlich der Wahl des zugrunde
         gelegten Umsatzanteils aber nicht unterschiedlich behandelt, sondern für alle betroffenen Unternehmen einen einheitlichen
         Satz von 17 % festgesetzt. Die Kommission rechtfertigt diesen Ansatz damit, dass es sich um eine einheitliche und fortgesetzte
         Zuwiderhandlung gehandelt habe.
      
      83      Mithin stellt sich die Frage, ob die Kommission im Licht der von Team Relocations angeführten Rechtsprechung für die Bestimmung
         der Schwere der von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlung auf jegliche Unterscheidung zwischen den an der Zuwiderhandlung
         Beteiligten und jede Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalls verzichten durfte.
      
      84      Hierzu ist der Rechtsprechung zu entnehmen, dass bei Begehung einer Zuwiderhandlung durch mehrere Unternehmen die relative
         Schwere des Tatbeitrags jedes einzelnen von ihnen zu der Zuwiderhandlung zu prüfen ist (Urteile des Gerichtshofs vom 16. Dezember
         1975, Suiker Unie u. a./Kommission, 40/73 bis 48/73, 50/73, 54/73 bis 56/73, 111/73, 113/73 und 114/73, Slg. 1975, 1663, Randnr. 623,
         und Kommission/Anic Partecipazioni, oben in Randnr. 33 angeführt, Randnr. 150). Dies ist die logische Folge des Grundsatzes
         der individuellen Zumessung von Strafen und Sanktionen, wonach ein Unternehmen nur für Handlungen bestraft werden darf, die
         ihm individuell zur Last gelegt werden; dieser Grundsatz gilt in allen Verwaltungsverfahren, die zu Sanktionen nach den Wettbewerbsregeln
         der Gemeinschaft führen können (Urteil des Gerichts vom 29. November 2005, Union Pigments/Kommission, T‑62/02, Slg. 2005,
         II‑5057, Randnr. 119).
      
      85      Aus zahlreichen Urteilen des Gerichtshofs und des Gerichts ergibt sich zudem, dass die Schwere der Zuwiderhandlung individuell
         zu beurteilen ist, und zwar anhand einer Vielzahl von Gesichtspunkten, zu denen die besonderen Umstände der Rechtssache, ihr
         Kontext und die Abschreckungswirkung der Geldbußen gehören (vgl. Urteile des Gerichtshofs Musique Diffusion française u. a./Kommission,
         oben in Randnr. 66 angeführt, Randnr. 106, und vom 17. Juli 1997, Ferriere Nord/Kommission, C‑219/95 P, Slg. 1997, I‑4411,
         Randnr. 33 und die dort angeführte Rechtsprechung; Urteil des Gerichts vom 18. Juli 2005, Scandinavian Airlines System/Kommission,
         T‑241/01, Slg. 2005, II‑2917, Randnrn. 83 ff.). So hat der Gerichtshof entschieden, dass die Tatsache, dass sich ein Unternehmen
         nicht an allen Bestandteilen eines Kartells beteiligt oder aber bei seiner Beteiligung eine weniger bedeutende Rolle gespielt
         hat, bei der Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung und gegebenenfalls bei der Bemessung der Geldbuße zu berücksichtigen
         ist (vgl. Urteil Kommission/Anic Partecipazioni, oben in Randnr. 33 angeführt, Randnr. 90, und Urteil Bolloré u. a./Kommission,
         oben in Randnr. 75 angeführt, Randnr. 429 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      86      In der Spruchpraxis des Gerichts erfolgt die Beurteilung der individuellen Umstände jedoch nicht im Rahmen der Prüfung der
         Schwere der Zuwiderhandlung, also bei der Festsetzung des Grundbetrags der Geldbuße, sondern im Rahmen der Anpassung des Grundbetrags
         anhand von mildernden und erschwerenden Umständen (Urteil des Gerichts vom 8. Oktober 2008, Carbone‑Lorraine/Kommission, T‑73/04,
         Slg. 2008, II‑2661, Randnrn. 100 ff., im Rechtsmittelverfahren bestätigt durch Urteil des Gerichtshofs vom 12. November 2009,
         Carbone-Lorraine/Kommission, C‑554/08 P, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht). Auch wenn also in den von Team Relocations
         angeführten Passagen der Urteile BASF/Kommission und Coats Holdings und Coats/Kommission, oben in Randnr. 75 angeführt, der
         Begriff der Schwere benutzt wird, betrifft er nicht die Bestimmung des Grundbetrags der Geldbuße, sondern vielmehr die Frage,
         ob die Kommission die Anführerrolle als erschwerenden Umstand (Urteil BASF/Kommission, oben in Randnr. 75 angeführt, Randnr. 280)
         bzw. eine untergeordnete Rolle, die sich darüber hinaus der eines Schlichters angenähert hatte, als einen mildernden Umstand
         (Urteil Coats Holdings und Coats/Kommission, oben in Randnr. 75 angeführt, Randnr. 214) berücksichtigen durfte.
      
      87      Diese Rechtsprechung steht indes im Einklang mit der oben in den Randnrn. 84 und 85 angeführten Rechtsprechung. In diesen
         Urteilen wurde der Begriff der Schwere nämlich allgemein verwendet, um die Intensität der Zuwiderhandlung zu beschreiben,
         und nicht im technischen Sinne der Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen. Daher stand es der Kommission
         frei, bestimmte Aspekte der „Schwere“ im Sinne des Art. 23 der Verordnung Nr. 1/2003 im Rahmen der mildernden und erschwerenden
         Umstände und nicht im Rahmen der „Schwere“ im Sinne ihrer Leitlinien für die Festsetzung von Geldbußen zu berücksichtigen.
      
      88      Dies gilt insbesondere für die Beurteilung der relativen Schwere des Tatbeitrags zu einer einheitlichen und fortgesetzten
         Zuwiderhandlung, die von mehreren Unternehmen begangen wurde. Hierzu hat der Gerichtshof in Bezug auf die Leitlinien für das
         Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen, die gemäß Artikel 15 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und gemäß Artikel 65 Absatz 5
         EGKS-Vertrag festgesetzt werden (ABl. 1998, C 9, S. 3, im Folgenden: Leitlinien von 1998), bestätigt, dass die relative Schwere
         des Tatbeitrags jedes betroffenen Unternehmens im Rahmen der etwaigen Berücksichtigung erschwerender oder mildernder Umstände
         zu prüfen ist (Urteil vom 12. November 2009, Carbone-Lorraine/Kommission, oben in Randnr. 86 angeführt, Randnr. 27). Daher
         bezieht sich der Begriff „Verstoß“, wie er in den Leitlinien von 1998 verwendet wird, im Fall einer einheitlichen und fortgesetzten
         Zuwiderhandlung auf die gesamte Zuwiderhandlung, an der mehrere Unternehmen beteiligt sind, und die „Schwere“ dieser einheitlichen
         Zuwiderhandlung ist für alle Teilnehmer gleich.
      
      89      Das Urteil vom 12. November 2009, Carbone-Lorraine/Kommission, oben in Randnr. 86 angeführt, bezieht sich allerdings auf die
         Leitlinien von 1998. Die Leitlinien von 2006 haben zu einer grundlegenden Änderung der Berechnungsmethode für Geldbußen geführt.
         Erstens wurde die Einteilung der Zuwiderhandlungen in drei Kategorien („minder schwer“, „schwer“ und „sehr schwer“) aufgegeben.
         Das derzeitige System, das eine Bandbreite von 0 % bis 30 % vorsieht, ermöglicht eine feinere Abstufung nach der Schwere der
         Zuwiderhandlungen.
      
      90      Zweitens wurden die Pauschalbeträge abgeschafft. Seither errechnet sich der Grundbetrag anhand des mit dem Verstoß in einem
         unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang stehenden Umsatzes jedes einzelnen Unternehmens. Mit dieser neuen Methode kann
         daher das Ausmaß der individuellen Beteiligung des einzelnen Unternehmens an der Zuwiderhandlung im Rahmen der Beurteilung
         der Schwere der Zuwiderhandlung einfacher berücksichtigt werden. Mit ihr kann auch einer etwaigen Verringerung der Schwere
         einer einheitlichen Zuwiderhandlung im Laufe der Zeit Rechnung getragen werden.
      
      91      Drittens hat die Kommission in der mündlichen Verhandlung bestätigt, dass sie in ihrer Entscheidungspraxis nicht mehr zwangsläufig
         einen einheitlichen Satz auf alle an einer solchen Zuwiderhandlung Beteiligten anwendet. Die Kommission hat nämlich in den
         Entscheidungen „Candle waxes“, C (2008) 5476, vom 1. Oktober 2008 in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53 EWR-Abkommen
         (Sache COMP/C.39.181 – Kerzenwachse), von der eine Zusammenfassung im Amtsblatt der Europäischen Union vom 4. Dezember 2009 (ABl. C 295, S. 17) veröffentlicht wurde, und „Heat stabilisers“, C (2009) 8682, vom 11. November 2009,
         in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/38.589 – Wärmestabilisatoren), von der eine
         Zusammenfassung im Amtsblatt der Europäischen Union vom 12. November 2010 (ABl. C 307, S. 9) veröffentlicht wurde, auf unterschiedliche Kategorien von Kartellteilnehmern je nach
         der relativen Schwere ihres Tatbeitrags zur Zuwiderhandlung unterschiedliche Sätze angewandt. Insbesondere in der letztgenannten
         Sache wurde gegen die Unternehmen, die nicht nur an einer Preisfestsetzung, sondern auch an einer Aufteilung der Kunden und/oder
         der Märkte teilgenommen hatten, ein höherer Satz festgesetzt.
      
      92      Die neue Methode schreibt einen solchen Ansatz jedoch nicht vor. Nach der oben in den Randnrn. 84 und 85 angeführten Rechtsprechung
         sind zwar die relative Schwere des Tatbeitrags zur Zuwiderhandlung und die besonderen Umstände der Sache zu berücksichtigen,
         doch steht es der Kommission in Anwendung der Leitlinien von 2006 frei, dies bei der Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung
         oder bei der Anpassung des Grundbetrags anhand von mildernden und erschwerenden Umständen zu tun. In den Fällen, in denen
         die Kommission diesen letzteren Ansatz wählt, muss die Beurteilung der mildernden und erschwerenden Umstände jedoch eine angemessene
         Berücksichtigung der relativen Schwere des Tatbeitrags zu einer einheitlichen Zuwiderhandlung und einer etwaigen Veränderung
         dieser Schwere im Laufe der Zeit zulassen.
      
      93      Im vorliegenden Fall hat die Kommission einen einheitlichen Satz von 17 % für alle betreffenden Unternehmen festgesetzt. Soweit
         Team Relocations vorträgt, dass die relative Schwere ihres Tatbeitrags geringer als die anderer beteiligter Unternehmen sei
         und dass mehrere besondere oder außergewöhnliche Umstände hätten berücksichtigt werden müssen, wird die zur Stützung dieser
         Behauptung entwickelte Argumentation daher im Rahmen der Rügen gegen die fehlerhafte Beurteilung der mildernden Umstände durch
         die Kommission geprüft. Team Relocations nahm an allen Handlungen des Kartells teil, die während der Zeit ihrer Beteiligung
         am Kartell stattfanden, und macht nur eine geringere Intensität ihrer Beteiligung geltend. Daher sind der erste und der zweite
         Teil des vorliegenden Klagegrundes zurückzuweisen, und das Vorbringen von Team Relocations ist im Rahmen der Prüfung des sechsten
         Klagegrundes zu berücksichtigen (unten, Randnrn. 125 ff.).
      
       Zum Vorwurf des Verstoßes gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
      94      Was den Vorwurf des Verstoßes gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz anbelangt, ist das Gericht der Auffassung, dass ein
         Satz von 17 % für sich genommen zur tatsächlichen Verantwortlichkeit von Team Relocations für die Zuwiderhandlung, die u. a.
         in einer Marktaufteilung und Manipulation von Auftragsvergaben bestanden hat, nicht außer Verhältnis steht. Ziff. 23 der Leitlinien
         von 2006 weist klar darauf hin, dass für horizontale Vereinbarungen zur Festsetzung von Preisen und Aufteilung der Märkte
         grundsätzlich ein Betrag „am oberen Ende dieser Bandbreite“ anzusetzen ist. Die Kommission durfte daher einen Satz von 17 %
         verhängen, der sich im unteren Teil des „oberen Endes der Bandbreite“ befindet.
      
       Zum Vorwurf des Begründungsmangels
      95      Zum vierten Teil des vorliegenden Klagegrundes ist festzustellen, dass die Begründung für die Festsetzung des Grundbetrags
         der Geldbuße tatsächlich nicht sehr ausführlich ist. Der Gerichtshof hat jedoch entschieden, dass die Kommission ihrer Begründungspflicht
         bereits genügt, wenn sie in ihrer Entscheidung die Beurteilungskriterien angibt, die es ihr ermöglicht haben, die Schwere
         der begangenen Zuwiderhandlung zu ermessen, und dass sie nicht verpflichtet ist, darin eingehendere Ausführungen oder Zahlenangaben
         zur Berechnungsweise der Geldbuße zu machen (vgl. Urteil des Gerichts vom 29. April 2004, Tokai Carbon u. a./Kommission, T‑236/01,
         T‑239/01, T‑244/01 bis T‑246/01, T‑251/01 und T‑252/01, Slg. 2004, II‑1181, Randnr. 252 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      96      Im vorliegenden Fall hat die Kommission im 542. Erwägungsgrund der Entscheidung die Gründe angeführt, die sie dazu bewogen
         haben, die Zuwiderhandlung als besonders schwerwiegend einzustufen, nämlich die Art der offenkundigen Beschränkungen des Wettbewerbs
         selbst. Sie hat dort außerdem erläutert, warum sie die räumliche Ausdehnung und die Auswirkungen der Zuwiderhandlung nicht
         geprüft hat, und auf die Rechtsprechung verwiesen, wonach im Fall von Kernbeschränkungen die Zuwiderhandlung als besonders
         schwerwiegend eingestuft werden kann, ohne dass diese Verhaltensweisen durch eine besondere geografische Ausdehnung oder besondere
         Auswirkungen gekennzeichnet zu sein brauchten (Urteile des Gerichts Scandinavian Airlines System/Kommission, oben in Randnr.
         85 angeführt, Randnrn. 84 und 85, und vom 27. Juli 2005, Brasserie nationale u. a./Kommission, T‑49/02 bis T‑51/02, Slg. 2005,
         II‑3033, Randnrn. 178 und 179). Im Licht dieser Rechtsprechung hat die Kommission die Einordnung der Zuwiderhandlung als „sehr
         schwer“ daher hinreichend begründet.
      
      97      Dennoch erscheint es erstens wünschenswert, dass die Kommission die Berechnung der Geldbußen ausführlicher begründet, damit
         die Unternehmen die Berechnungsweise der gegen sie verhängten Geldbuße im Detail nachvollziehen können. Allgemein gesehen
         kann dies zur Transparenz des Verwaltungshandelns beitragen und dem Gericht die Ausübung seiner Befugnis zu unbeschränkter
         Nachprüfung erleichtern, in deren Rahmen es außer der Rechtmäßigkeit der angefochtenen Entscheidung auch die Angemessenheit
         der festgesetzten Geldbuße zu beurteilen hat (Urteil des Gerichtshofs vom 16. November 2000, KNP BT/Kommission, C‑248/98 P,
         Slg. 2000, I‑9641, Randnr. 46).
      
      98      Zweitens bezieht sich die von der Kommission angeführte Rechtsprechung auf die Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung
         von Geldbußen, die gemäß Artikel 15 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und gemäß Artikel 65 Absatz 5 [KS] festgesetzt werden (ABl.
         1998, C 9, S. 3), und geht auf die Zeit vor dem Erlass von Leitlinien zurück. Die Leitlinien von 2006 haben aber zu einer
         grundlegenden Änderung der Berechnungsmethode für Geldbußen geführt. Insbesondere wurde die Einteilung der Zuwiderhandlungen
         in drei Kategorien („minder schwer“, „schwer“ und „sehr schwer“) aufgegeben und eine Bandbreite von 0 % bis 30 % eingeführt,
         um eine feinere Abstufung zu ermöglichen. Zudem wird zur Bestimmung des Grundbetrags der Geldbuße seitdem „ein bestimmter
         Anteil am Umsatz, der sich nach der Schwere des Verstoßes richtet, mit der Anzahl der Jahre der Zuwiderhandlung multipliziert“
         (Ziff. 19 der Leitlinien von 2006). Grundsätzlich „kann ein Betrag von bis zu 30 % des Umsatzes festgesetzt werden“ (Ziff. 21).
         Für horizontale Vereinbarungen zur Festsetzung von Preisen, Aufteilung der Märkte oder Einschränkung der Erzeugung, die „ihrer
         Art nach zu den schwerwiegendsten Verstößen“ gehören, ist grundsätzlich „ein Betrag am oberen Ende dieser Bandbreite“ anzusetzen
         (Ziff. 23).
      
      99      Unter diesen Umständen kann sich die Kommission grundsätzlich nicht mehr damit begnügen, nur die Einordnung einer Zuwiderhandlung
         als „sehr schwerwiegend“ und nicht die Wahl des zugrunde gelegten Umsatzanteils zu begründen. Wie nämlich oben ausgeführt,
         ist die Pflicht zur Lieferung einer Begründung, die dem Betroffenen ermöglicht, die Gründe für den Erlass der Maßnahme zu
         erkennen, und dem Gericht, seine Kontrollaufgabe wahrzunehmen, die logische Konsequenz des der Kommission im Geldbußenbereich
         eingeräumten Ermessens.
      
      100    Im vorliegenden Fall hat die Kommission im 543. Erwägungsgrund der Entscheidung diesen Anteil auf kaum mehr als die Hälfte
         dieser Bandbreite festgesetzt, nämlich auf 17 %, und dies nur mit dem „sehr schwerwiegenden“ Charakter der Zuwiderhandlung
         begründet. Sie hat nicht näher erläutert, wie sie die Einordnung der Zuwiderhandlung als „sehr schwerwiegend“ dazu veranlasst
         hat, den Satz auf 17 % festzusetzen und nicht deutlich mehr „am oberen Ende [der] Bandbreite“. Diese Begründung kann nur dann
         genügen, wenn die Kommission einen Satz wählt, der sich nahe an der unteren Grenze der für die schwerwiegendsten Verstöße
         vorgesehenen Marge bewegt und der darüber hinaus für die Klägerin sehr günstig ausfällt. In diesem Fall nämlich ist eine zusätzliche
         Begründung, die über die schon in den Leitlinien enthaltene Begründung hinausgeht, nicht erforderlich. Hätte die Kommission
         einen höheren Satz anwenden wollen, hätte sie dagegen eine ausführlichere Begründung liefern müssen, wie sie es in den Entscheidungen
         „Carglass“ (Erwägungsgründe 669 bis 678), „Heat stabilisers“ und „Candle waxes“ (Erwägungsgründe 641 bis 653) getan hat.
      
      101    Zur Begründung für die Festsetzung des undifferenzierten Satzes von 17 % kann der Entscheidung entnommen werden, dass die
         Kommission davon ausgeht, die Feststellung einer einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung rechtfertige die Anwendung
         eines einheitlichen Satzes. Diese Feststellung ist hinreichend begründet und sachlich richtig (siehe oben, Randnrn. 39 ff.).
      
      102    Der vierte Teil des Klagegrundes ist somit zurückzuweisen.
      
      103    Nach alledem ist der dritte Klagegrund insgesamt zurückzuweisen.
      
      4.     Zum vierten Klagegrund: fehlende Grundlage für die Multiplikation des nach dem Umsatz errechneten Wertes mit der Anzahl der
            Jahre der Beteiligung an der Zuwiderhandlung
       Vorbringen der Parteien
      104    Team Relocations trägt vor, dass Ziff. 24 der Leitlinien von 2006, die die systematische Multiplikation des nach dem Umsatz
         errechneten Wertes mit der Anzahl der Jahre, die ein Unternehmen an der Zuwiderhandlung beteiligt gewesen sei, vorsehe, der
         behaupteten Dauer der Zuwiderhandlung im Vergleich zu den anderen relevanten Faktoren und insbesondere im Vergleich zur Schwere
         der Zuwiderhandlung eine unverhältnismäßige Bedeutung beimesse. Diese Bestimmung trage deshalb dem Erfordernis, dass die Höhe
         der gegen jedes Unternehmen verhängten Geldbuße an den Einzelfall angepasst sein müsse, nicht ausreichend Rechnung und sehe
         eine Berechnungsformel für die Geldbuße vor, die der Dauer der Zuwiderhandlung eine offensichtlich unverhältnismäßige Bedeutung
         beimesse.
      
      105    Hilfsweise beantragt Team Relocations, das Gericht möge einen Multiplikationskoeffizienten wählen, der 2 nicht übersteige.
         Jedenfalls macht Team Relocations für den Fall, dass das Gericht eine Multiplikation mit 7 bestätigen sollte, geltend, dass
         in ihrem Fall der Umsatzanteil für die ersten fünf Jahre (von 1997 bis 2001) auf maximal 5 % festzusetzen sei, weil sie sich
         in diesen Jahren nicht an den Schutzangeboten beteiligt habe, und für die beiden letzten Jahre (2002 und 2003) auf höchstens
         12 %.
      
      106    Die Kommission beantragt, diese Anträge zurückzuweisen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      107    Obwohl Team Relocations eine „fehlende Grundlage“ für die Multiplikation des nach dem Umsatz errechneten Wertes mit der Anzahl
         der Jahre der Beteiligung an der Zuwiderhandlung geltend macht, bestreitet sie nicht, dass diese Methode in den Bestimmungen
         der Leitlinien von 2006 ihre Grundlage findet. Daher betrifft der vorliegende Klagegrund vielmehr den Vorwurf einer Unverhältnismäßigkeit
         der Ziff. 24 der Leitlinien von 2006, soweit sie eine solche Multiplikation vorsieht.
      
      108    Art. 23 Abs. 3 der Verordnung Nr. 1/2003 bestimmt dazu nur, dass „[b]ei der Festsetzung der Höhe der Geldbuße … sowohl die
         Schwere der Zuwiderhandlung als auch deren Dauer zu berücksichtigen [ist]“, ohne Hinweis darauf, wie die Berücksichtigung
         der Dauer konkret zu erfolgen hat. Diese allgemeine Bestimmung ist in den verschiedenen Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung
         von Geldbußen konkretisiert worden. Im Einzelnen sahen die Leitlinien von 1998 für Verstöße von langer Dauer (in der Regel
         mehr als fünf Jahre) eine Erhöhung des für die Schwere des Verstoßes ermittelten Betrags um 10 % für jedes Jahr vor. Dagegen
         entspricht die in den Leitlinien von 2006 vorgesehene Multiplikation mit der Anzahl der Jahre der Beteiligung an der Zuwiderhandlung
         einer Erhöhung des Betrags um 100 % pro Jahr.
      
      109    Dieser Ansatz stellt einen grundlegenden Methodenwechsel für die Berücksichtigung der Dauer des Kartells dar. Art. 23 Abs. 3
         der Verordnung Nr. 1/2003 steht einer solchen Fortentwicklung jedoch nicht entgegen. Zwar scheint die französische Fassung
         dieser Bestimmung die Dauer im Vergleich zur Schwere für die Bemessung der Geldbuße als zweitrangig anzusehen. Andere Sprachfassungen
         wie die englische („… regard shall be had both to the gravity and to the duration of the infringement“) und die deutsche („… ist
         sowohl die Schwere der Zuwiderhandlung als auch deren Dauer zu berücksichtigen“) weisen hingegen darauf hin, dass diese Bestimmung
         der Schwere und der Dauer der Zuwiderhandlung das gleiche Gewicht beimisst.
      
      110    Zu den hilfsweise vorgetragenen Anträgen genügt die Feststellung, dass der Kommission, auch wenn sie in der Vergangenheit
         bei der Erhöhung der Geldbuße anhand der Dauer zuweilen die im Laufe der Zeit eingetretene Entwicklung einer Zuwiderhandlung
         berücksichtigt hat, keine Bestimmung der Leitlinien von 2006 vorschreibt, in einem solchen Fall einen Multiplikationskoeffizienten
         zu wählen, der 2 nicht übersteigt, oder den anhand der Schwere ermittelten Umsatzanteil zu ermäßigen. Das Gericht ist in Ausübung
         seiner Befugnis zu unbeschränkter Nachprüfung der Auffassung, dass die Ermäßigung, die Gegenstand des ersten Antrags von Team
         Relocations ist, nicht zu gewähren ist. Auf den zweiten Antrag wird unten in den Randnrn. 125 ff. eingegangen.
      
      111    Vorbehaltlich dieses letzten Punktes ist der vierte Klagegrund zurückzuweisen.
      
      5.     Zum fünften Klagegrund: fehlende Grundlage für die Erhebung eines Zusatzbetrags
      112    Im Rahmen dieses Klagegrundes macht Team Relocations Verstöße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
         geltend.
      
       Vorbringen der Parteien
      113    Team Relocations trägt erstens vor, dass die Hinzufügung eines Zusatzbetrags nach Ziff. 25 der Leitlinien von 2006 gegen den
         Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße, da sie im Gegensatz zu einigen anderen Adressaten der Entscheidung nicht zugleich Vereinbarungen
         über die Preise und über die Aufteilung der Märkte geschlossen habe. Die von Team Relocations an den Tag gelegten Verhaltensweisen
         fielen außerdem nicht in die Kategorien von Zuwiderhandlungen, die die Hinzufügung eines Zusatzbetrags zum Grundbetrag der
         Geldbuße rechtfertigen könnten.
      
      114    Zweitens verstoße die Entscheidung in Anbetracht der geringen Schwere der von ihr begangenen Zuwiderhandlung durch die Festsetzung
         des Zusatzbetrags auf 17 % der Umsätze gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz.
      
      115    Die Kommission hält den Aufschlag von 17 % für gerechtfertigt.
      
       Würdigung durch das Gericht
      116    Team Relocations macht in Bezug auf die Berechnung des Zusatzbetrags einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz (erster
         Teil) und gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (zweiter Teil) geltend. In diesem Zusammenhang heißt es in Ziff. 25 der
         Leitlinien von 2006:
      
      „[U]nabhängig von der Dauer der Beteiligung eines Unternehmens an der Zuwiderhandlung fügt die Kommission einen Betrag zwischen
         15 % und 25 % des Umsatzes … hinzu, um die Unternehmen von vornherein an der Beteiligung an horizontalen Vereinbarungen zur
         Festsetzung von Preisen, Aufteilung von Märkten oder Mengeneinschränkungen abzuschrecken.“
      
      117    Zum ersten Teil des Klagegrundes ist festzustellen, dass der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht verletzt worden ist, da die
         Kommission bei allen Adressaten der Entscheidung denselben Zusatzbetrag festgesetzt und dies damit begründet hat, dass sie
         alle an der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung teilgenommen hätten, die eine Preisfestsetzung und das eine Marktaufteilung
         umfasst habe. Ferner zeigt der Wortlaut der Ziff. 25 der Leitlinien von 2006 („inclura“, „will include“ und „fügt hinzu“),
         dass die Erhebung eines Zusatzbetrags bei offenkundigen Zuwiderhandlungen ein automatischer Vorgang ist, der nicht das Vorliegen
         weiterer Faktoren voraussetzt. Im Übrigen ist auf die in den vorstehenden Randnrn. 81 ff. entwickelte Argumentation zu verweisen,
         die für die Erhebung eines Zusatzbetrags entsprechend gilt.
      
      118    Hinsichtlich des zweiten Teils des Klagegrundes ist auf die vorstehende Randnr. 94 zu verweisen, in der das Gericht befunden
         hat, dass ein Satz von 17 % für sich genommen nicht außer Verhältnis zu der tatsächlichen Verantwortlichkeit von Team Relocations
         für die Zuwiderhandlung steht. Diese Erwägungen gelten gleichermaßen für den Zusatzbetrag, der ebenfalls auf 17 % festgesetzt
         wurde. Das Gericht ist außerdem der Ansicht, dass ein Satz von 17 % geeignet ist, eine angemessene abschreckende Wirkung zu
         gewährleisten. Dass die von den Leitlinien von 2006 vorgesehene Bandbreite für den Zusatzbetrag von 15 % bis 25 % reicht und
         nicht von 0 % bis 30 %, ändert hieran nichts.
      
      119    Daher ist der fünfte Klagegrund zurückzuweisen.
      
      6.     Zum sechsten Klagegrund: Vorliegen mildernder Umstände
       Vorbringen der Parteien
      120    Nach Ansicht der Klägerin liegen mehrere mildernde Umstände vor, die eine wesentliche Ermäßigung ihrer Geldbuße nach den Ziff. 20
         und 29 der Leitlinien von 2006 rechtfertigten. Die begrenzte Beteiligung des Unternehmens an der Zuwiderhandlung stelle einen
         solchen mildernden Umstand dar. Im vorliegenden Fall habe sie sich nicht aktiv am Zustandekommen wettbewerbswidriger Absprachen
         beteiligt, habe nie an einer Zusammenkunft teilgenommen, deren Gegenstand eine Beschränkung des Wettbewerbs gewesen sei, sei
         nie an den gravierendsten Handlungen der Zuwiderhandlung – den schriftlichen Vereinbarungen zur Festsetzung von Preisen und
         den für Büroumzüge getroffenen Absprachen über die Provisionen – beteiligt gewesen, habe nur gelegentlich und ad hoc Provisionen zugestimmt oder Schutzangebote abgegeben oder angefordert, und dies auch nur für eine sehr geringe Zahl von Kunden
         und Umzügen, und vor 2002 kein Schutzangebot abgegeben oder angefordert. Die Tatsache, dass ihre Beteiligung begrenzt gewesen
         sei, sei aber überhaupt nicht berücksichtigt worden – weder bei der Beurteilung der Schwere oder der Dauer der Zuwiderhandlung
         noch bei der Prüfung der mildernden Umstände.
      
      121    Ferner seien mehrere der Schutzangebote von Bediensteten der Kommission angefordert worden. Die Erklärungen von Allied Arthur
         Pierre bestätigten eindeutig, dass die Schutzangebote bei den Bediensteten der Kommission auf allen Hierarchieebenen weithin
         bekannt gewesen und sogar von ihnen angefordert worden seien. Die Kommission könne ihre Verantwortung für die Verhaltensweisen
         in Bezug auf die Schutzangebote nicht leugnen, die mit Einverständnis oder auf Betreiben ihrer eigenen Bediensteten stattgefunden
         hätten.
      
      122    Die Kommission vertritt die Auffassung, dass das Vorbringen von Team Relocations unerheblich sei, ins Leere gehe und/oder
         irreführend sei. Insbesondere seien die Absprachen, an denen Team Relocations beteiligt gewesen sei, nicht weniger schwerwiegend
         als die schriftlichen Preisvereinbarungen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      123    Aus der Entscheidung ergibt sich, dass die Kommission keinen mildernden Umstand festgestellt hat. Team Relocations macht jedoch
         geltend, dass es mehrere Umstände gebe, die ihre Zuwiderhandlung von der der anderen beteiligten Unternehmen unterschieden
         und zeigten, dass sie nur begrenzt beteiligt gewesen sei, oder die mit dem Verhalten der Kommission im Zusammenhang stünden.
      
       Zur Beteiligung am Zustandekommen wettbewerbswidriger Absprachen
      124    Erstens ist zu dem Argument, Team Relocations habe sich nicht aktiv am Zustandekommen der fraglichen wettbewerbswidrigen Absprachen
         beteiligt, festzustellen, dass ihre erste dokumentierte Teilnahme an der Durchführung der Provisionsvereinbarung tatsächlich
         1997 erfolgte, diese Verhaltensweisen aber bereits in den 80er Jahren begannen. Dieser Gesichtspunkt ist allerdings nur im
         Rahmen der Frage erheblich, ob ein Unternehmen die Rolle eines Anführers oder eines Anstifters gespielt hat, eine Rolle, die
         nach Ziff. 28 der Leitlinien von 2006 als erschwerender Umstand angesehen werden kann. Nicht aktiv am Zustandekommen der fraglichen
         wettbewerbswidrigen Absprachen teilgenommen zu haben, stellt hingegen für sich genommen keinen mildernden Umstand dar.
      
       Angeblich begrenzte Beteiligung von Team Relocations an der Zuwiderhandlung
      125    Was zweitens das Argument von Team Relocations anbelangt, sie habe sich nur sehr begrenzt an der Zuwiderhandlung beteiligt,
         steht fest, dass sie zu keiner Zeit an schriftlichen Vereinbarungen zur Festsetzung von Preisen, an Zusammenkünften mit wettbewerbswidrigem
         Gegenstand, an der Ad-hoc-Festsetzung von Preisen für einen bestimmten Umzug und an den Absprachen über die Provisionen für Büroumzüge teilnahm. Zudem
         beteiligte sie sich an den die Schutzangebote betreffenden Verhaltensweisen nur von Februar 2002 bis September 2003.
      
      126    Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass das betroffene Unternehmen nach Ziff. 29 dritter Gedankenstrich der Leitlinien von 2006,
         um in den Genuss einer Ermäßigung der Geldbuße aufgrund mildernder Umstände zu kommen, „Beweise [erbringen muss], dass die
         eigene Beteiligung sehr geringfügig war und sich das Unternehmen der Durchführung der gegen die Wettbewerbsregeln verstoßenden
         Vereinbarungen in dem Zeitraum, in dem sie ihnen beigetreten war, in Wirklichkeit durch eigenes Wettbewerbsverhalten auf dem
         Markt entzogen hat“. Diese Voraussetzungen liegen hier aber nicht vor.
      
      127    Die Formulierung „wie beispielsweise“ zeigt indes, dass die Liste der Umstände in Ziff. 29 der Leitlinien von 2006 nicht erschöpfend
         ist. Wie im Rahmen des dritten Klagegrundes bereits festgestellt, sind ferner die besonderen Umstände des Einzelfalls, insbesondere
         die Frage, ob ein Unternehmen an allen Bestandteilen einer Zuwiderhandlung teilgenommen hat oder nicht, zu berücksichtigen,
         wenn nicht bei der Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung, dann zumindest im Rahmen der Anpassung des Grundbetrags anhand
         mildernder oder erschwerender Umstände. Diese Verpflichtung war nämlich einer der Gründe, die dem Gerichtshof die Feststellung
         ermöglicht haben, dass der Begriff der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung nicht dem Grundsatz widerspricht, dass
         die Verantwortlichkeit für Zuwiderhandlungen gegen das Wettbewerbsrecht persönlichen Charakter hat (Urteil Kommission/Anic
         Partecipazioni, oben in Randnr. 33 angeführt, Randnr. 84). Die im dritten Gedankenstrich der Ziff. 29 genannten Kriterien
         allein sind nicht geeignet, diese Möglichkeit zu gewährleisten. Daher sind die besonderen Umstände des Einzelfalls zu beurteilen.
      
      128    Dabei steht fest, dass sich die fragliche Zuwiderhandlung im Laufe der Zeit entwickelt hat. Die schriftlichen Vereinbarungen
         fanden in der ersten Phase der Zuwiderhandlung von 1984 bis Anfang der 90er Jahre Anwendung und wurden dann aufgegeben. Die
         zweite Phase der Zuwiderhandlung ist durch den Rückgriff auf Schutzangebote und Provisionen gekennzeichnet. Daher könnte der
         nach Ziff. 19 der Leitlinien von 2006 zu ermittelnde Umsatzanteil grundsätzlich zeitlich gestaffelt werden. Dies könnte auch
         eine Ermäßigung der Geldbuße aufgrund mildernder Umstände rechtfertigen.
      
      129    Jedoch stellt das Verhalten, an dem sich Team Relocations beteiligt hat, keine weniger schweren Zuwiderhandlungen dar als
         die schriftlichen Vereinbarungen zur Festsetzung von Preisen oder die Ad-hoc-Festsetzung von Preisen für bestimmte Umzüge. Entgegen der Auffassung von Team Relocations wirkten sich die Schutzangebote
         und die Provisionen auch auf die Preise aus (siehe oben, Randnr. 44). Ebenso ist die Tatsache, dass Team Relocations an den
         Absprachen über die Provisionen für Büroumzüge nicht beteiligt war und am Schutzangebotssystem nicht vor Februar 2002, unter
         den Umständen des vorliegenden Falles für die Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung eher unerheblich. Dies gilt auch
         für den Verzicht auf die Teilnahme an Zusammenkünften mit wettbewerbswidrigem Ziel, da das Kartell mit Hilfe von Mechanismen
         funktionierte, die solche Zusammenkünfte überflüssig machten.
      
      130    Folglich durfte die Kommission für die gesamte Dauer der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung einen einheitlichen
         Satz festsetzen und die im Laufe der Zeit eingetretene Entwicklung dieser Zuwiderhandlung als mildernden Umstand unberücksichtigt
         lassen.
      
       Zur angeblichen Genehmigung des Verhaltens
      131    Drittens ist zu dem Argument, die Kommission habe die Schutzangebotspraxis genehmigt oder ermutigt, festzustellen, dass nach
         Ziff. 29 letzter Gedankenstrich der Leitlinien von 2006 „[d]er Grundbetrag der Geldbuße … verringert werden [kann], wenn die
         Kommission … [eine] Genehmigung oder Ermutigung des wettbewerbswidrigen Verhaltens durch die Behörden oder geltende Vorschriften
         [feststellt]“.
      
      132    Der Akte ist kein Beleg dafür zu entnehmen, dass die Kommission als Organ Schutzangebote genehmigt, angeregt oder angefordert
         hat. Tatsächlich hätte die Kommission gar kein Interesse daran gehabt, das Schutzangebotssystem anzuregen oder zu tolerieren,
         da es gegen ihre Interessen verstieß. Dass einige Bedienstete Schutzangebote für einen letztlich von der Kommission finanzierten
         Umzug angefordert haben mögen, bedeutet nicht, dass das Organ Kenntnis von dieser Praxis hatte oder daran teilnahm, denn es
         ist zwischen den Bediensteten der Kommission und der Kommission als Organ zu unterscheiden.
      
      133    Selbst wenn ein Bediensteter eines Organs Schutzangebote angefordert hätte, hätte Team Relocations wissen müssen, dass solche
         Aufforderungen nicht im Namen und auf Betreiben der Organe ergehen konnten, da sie deren finanziellen Interessen offensichtlich
         widersprachen. Das Erfordernis, zwei oder drei Kostenvoranschläge vorzulegen, dient gerade dazu, ein Minimum an Wettbewerb
         sicherzustellen und zu verhindern, dass der Preis für einen Umzug von einem einzigen Umzugsunternehmen einseitig festgelegt
         werden konnte.
      
      134    Zudem schlösse die Kenntnis des wettbewerbswidrigen Verhaltens allein nicht die stillschweigende „Genehmigung oder Ermutigung“
         dieses Verhaltens durch die Kommission im Sinne der Ziff. 29 letzter Gedankenstrich der Leitlinien von 2006 ein. Ein mutmaßliches
         Unterlassen kann nämlich nicht mit einem positiven Tun wie einer Genehmigung oder Ermutigung gleichgesetzt werden.
      
      135    Jedenfalls bezieht sich das Vorbringen von Team Relocations nur auf die Schutzangebote. Die Schutzangebotspraxis ist aber
         nur eine der Komponenten einer einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung. Die Provisionszahlungen können mit den vorgebrachten
         Argumenten keinesfalls gerechtfertigt werden.
      
      136    Daher sind diese Argumente und damit der sechste Klagegrund insgesamt zurückzuweisen.
      
      7.     Zum siebten Klagegrund von Team Relocations und zum ersten Klagegrund der Amertranseuro-Gruppe: keine Zurechenbarkeit der
            von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen an Amertranseuro
      137    Mit ihrem siebten Klagegrund macht Team Relocations im Wesentlichen geltend, dass die Kommission für die Festsetzung der in
         Art. 23 Abs. 2 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 1/2003 vorgesehenen Obergrenze von 10 % zu Unrecht die Umsätze von Amertranseuro
         zugrunde gelegt habe, da diese von den wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen ihrer Tochtergesellschaft keine Kenntnis gehabt
         habe. Die Amertranseuro-Gruppe beruft sich allgemeiner darauf, dass ihr die von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen
         nicht zugerechnet werden könnten.
      
       Vorbringen der Parteien
      138    Team Relocations ist der Auffassung, dass sie die einzige juristische Person sei, die als für das Verhalten einiger ihrer
         Beschäftigten verantwortlich angesehen werden könne. Doch übersteige die Geldbuße ihren Gesamtumsatz um mehr als 60 %. Weder
         Amertranseuro noch Trans Euro oder Team Relocations Ltd seien für diese Verhaltensweisen verantwortlich. Ihre Muttergesellschaften
         hätten zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von den gelegentlichen Vereinbarungen über Provisionen und Schutzangebote gehabt und hätten
         auch keinen Grund gehabt, ihre Existenz zu argwöhnen. Sollte das Gericht der Meinung sein, dass die Kommission einen Teil
         der von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlung deren Muttergesellschaften habe zurechnen dürfen, sei es jedoch unter
         den besonderen Umständen des vorliegenden Falles nicht mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar, die Obergrenze von
         10 % mit Blick auf den konsolidierten Umsatz von Amertranseuro festzusetzen.
      
      139    Die Amertranseuro-Gruppe macht erstens geltend, dass die Kommission die gesamtschuldnerische Haftung der Klägerinnen damit
         begründet habe, dass die drei Muttergesellschaften alle in einer Position gewesen seien, die es ihnen erlaubt habe, bestimmenden
         Einfluss auf die Geschäftspolitik von Team Relocations zu nehmen. Der Gerichtshof und das Gericht hätten den Umfang der Möglichkeit,
         bestimmenden Einfluss auszuüben, häufig wesentlich enger gefasst als die Kommission im 394. Erwägungsgrund der Entscheidung.
      
      140    Zweitens führe ein zu enger Begriff der Möglichkeit der Muttergesellschaften, bestimmenden Einfluss auf ihre Tochtergesellschaften
         auszuüben, zu einer nahezu unwiderleglichen Haftungsvermutung. Ihre Haftung werde in Wirklichkeit zu einer verschuldensunabhängigen
         Haftung (strict liability). Nur einfache Finanzinvestoren, die kein Interesse daran hätten, das strategische Verhalten der
         Gesellschaften zu bestimmen, in die sie investiert hätten, entgingen dieser Haftung.
      
      141    Drittens sei Team Relocations bei der Führung des Unternehmens vollkommen selbständig gewesen, und keine der drei Muttergesellschaften
         habe Kenntnis von den fraglichen Verhaltensweisen gehabt. Sie hätten also ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt.
      
      142    Viertens wirft die Amertranseuro-Gruppe der Kommission vor, in Bezug auf die Haftung der Muttergesellschaften im vorliegenden
         Fall einen „asymmetrischen“ Ansatz verfolgt zu haben. Für die Zeit vor dem 8. September 2000 habe sie zwei zwischengeschaltete
         Muttergesellschaften von Team Relocations (Team Relocations Ltd und Trans Euro), aber nicht Herrn E., den letzten Eigentümer
         an der Spitze dieser Gruppe, haftbar gemacht. Für die Zeit ab dem 8. September 2000 habe die Kommission hingegen nicht nur
         die Haftung dieser beiden zwischengeschalteten Muttergesellschaften, sondern auch die Haftung von Amertranseuro, der neuen
         Eigentümerin von Trans Euro, angenommen. Da Amertranseuro das gesamte Kapital der beiden zwischengeschalteten Muttergesellschaften
         halte, bedeute dies, dass ihre Anteilseigner de facto für die gesamte Zuwiderhandlung hafteten.
      
      143    Die Kommission tritt diesem Vorbringen entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      144    Mit diesem Klagegrund macht Team Relocations geltend, dass die Kommission gegen Art. 23 der Verordnung Nr. 1/2003 (erster
         Teil) und den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (zweiter Teil) verstoßen habe, indem sie ihr eine Geldbuße auferlegt habe, deren
         Betrag 10 % ihres Umsatzes übersteige. Da die Begründetheit des ersten Teils davon abhängt, ob die Umsätze von Amertranseuro
         für die Bestimmung der in Art. 23 Abs. 2 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 1/2003 vorgesehenen Obergrenze von 10 % berücksichtigt
         werden können, ist diese Rüge gemeinsam mit dem ersten Klagegrund der Amertranseuro-Gruppe zu prüfen, den diese darauf stützt,
         dass die von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen den Mitgliedern der Amertranseuro- Gruppe nicht zugerechnet werden
         könnten.
      
       Zur Zurechnung der von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen an die Mitglieder der Amertranseuro-Gruppe
      145    Nach dem Wettbewerbsrecht der Union stellen verschiedene Gesellschaften, die zum selben Konzern gehören, eine wirtschaftliche
         Einheit und somit ein Unternehmen im Sinne der Art. 81 EG und 82 EG dar, wenn sie ihr Marktverhalten nicht selbständig bestimmen
         (Urteil des Gerichtshofs vom 14. Juli 1972, Imperial Chemical Industries/Kommission, 48/69, Slg. 1972, 619, Randnrn. 132 und
         133, und Urteil des Gerichts vom 30. September 2003, Michelin/Kommission, T‑203/01, Slg. 2003, II‑4071, Randnr. 290). Das
         wettbewerbswidrige Verhalten eines Unternehmens, das sein Marktverhalten nicht selbständig bestimmt, sondern vor allem wegen
         der wirtschaftlichen und rechtlichen Bindungen zu einem anderen Unternehmen im Wesentlichen dessen Weisungen befolgt hat,
         kann daher dem anderen Unternehmen zugerechnet werden (Urteil des Gerichtshofs vom 28. Juni 2005, Dansk Rørindustri u. a./Kommission,
         C‑189/02 P, C‑202/02 P, C‑205/02 P bis C‑208/02 P und C‑213/02 P, Slg. 2005, I‑5425, Randnr. 117).
      
      146    Somit stellt sich die Frage, wann ein Unternehmen sein Marktverhalten nicht selbständig bestimmt, sondern im Wesentlichen
         den Weisungen seiner Muttergesellschaft folgt.
      
      147    Hierzu ergibt sich aus der Rechtsprechung, dass zwei kumulative Voraussetzungen vorliegen müssen: Zum einen muss die Muttergesellschaft
         in der Lage sein, bestimmenden Einfluss auf ihre Tochtergesellschaft zu nehmen, und zum anderen muss sie diesen Einfluss auch
         tatsächlich ausüben (Urteil Imperial Chemical Industries/Kommission, oben in Randnr. 145 angeführt, Randnr. 137).
      
      148    Hinsichtlich der ersten Voraussetzung besteht kein Zweifel daran, dass eine Muttergesellschaft jedenfalls dann bestimmenden
         Einfluss auf ihre Tochtergesellschaft nehmen kann, wenn sie – wie hier Amertranseuro – diese zu 100 % kontrolliert, sei es
         mittels einer direkten Beteiligung oder über ihre Beteiligungen an anderen Gesellschaften.
      
      149    Was die Frage anbelangt, welche Anforderungen an den Nachweis der tatsächlichen Ausübung eines bestimmenden Einflusses der
         Muttergesellschaft auf ihre Tochtergesellschaft zu stellen sind, sind die Klägerinnen der Meinung, dass die Muttergesellschaft
         nur dann für eine Zuwiderhandlung verantwortlich gemacht werden könne, wenn sie über die hundertprozentige Beteiligung hinaus
         Kenntnis von den geahndeten Verhaltensweisen gehabt habe oder ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei.
      
      150    Die Kommission stützt sich ihrerseits im 386. Erwägungsgrund der Entscheidung auf die Rechtsprechung, wonach in dem besonderen
         Fall, dass – wie hier – eine Muttergesellschaft 100 % des Kapitals ihrer Tochtergesellschaft hält, die ein wettbewerbswidriges
         Verhalten an den Tag gelegt hat, eine widerlegliche Vermutung besteht, dass eine solche Muttergesellschaft auch tatsächlich
         einen bestimmenden Einfluss auf die Geschäftspolitik ihrer Tochtergesellschaft ausübt (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs
         vom 25. Oktober 1983, AEG-Telefunken/Kommission, 107/82, Slg. 1983, 3151, Randnr. 50, und vom 16. November 2000, Stora Kopparbergs
         Bergslags/Kommission, C‑286/98 P, Slg. 2000, I‑9925, Randnr. 29, und Urteile des Gerichts vom 20. April 1999, Limburgse Vinyl
         Maatschappij u. a./Kommission, T‑305/94 bis T‑307/94, T‑313/94 bis T‑316/94, T‑318/94, T‑325/94, T‑328/94, T‑329/94 und T‑335/94,
         Slg. 1999, II‑931, Randnrn. 961 und 984, und vom 12. Dezember 2007, Akzo Nobel u. a./Kommission, T‑112/05, Slg. 2007, II‑5049,
         Randnr. 62).
      
      151    Diese Rechtsprechung ist vom Gerichtshof im Urteil vom 10. September 2009, Akzo Nobel u. a./Kommission (C‑97/08 P, Slg. 2008,
         I‑8237), bestätigt worden. Der Gerichtshof hat darin u. a. darauf hingewiesen, dass er zwar in den Randnrn. 28 und 29 des
         Urteils Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission, oben in Randnr. 150 angeführt, neben der hundertprozentigen Kapitalbeteiligung
         an dem Tochterunternehmen weitere Umstände, wie das Nichtbestreiten des vom Mutterunternehmen auf die Geschäftspolitik seines
         Tochterunternehmens ausgeübten Einflusses und die gemeinsame Vertretung der beiden Unternehmen im Verwaltungsverfahren, angeführt
         hat, doch wurden diese Umstände nur erwähnt, um die Gesamtheit der Gesichtspunkte aufzuführen, auf die das Gericht seine Argumentation
         gestützt hatte, und nicht, um die Geltung der vorgenannten Vermutung von der Beibringung zusätzlicher Indizien für die tatsächliche
         Einflussnahme durch die Muttergesellschaft abhängig zu machen (Randnr. 62 des Urteils).
      
      152    Im vorliegenden Fall ist es den Klägerinnen nicht gelungen, die Vermutung der Ausübung eines bestimmenden Einflusses zu widerlegen,
         da ihr Vorbringen auf politischen Erwägungen und bloßen Behauptungen wie der angeblichen Selbständigkeit von Team Relocations
         bei der Führung des Unternehmens beruht. Jedenfalls ergibt sich aus den Erwägungsgründen 490 und 491 der Entscheidung, dass
         die Kommission, um Amertranseuro die Verantwortung für die Kartellbeteiligung von Team Relocations aufzuerlegen, nicht ausschließlich
         auf die unbestrittene hundertprozentige Beteiligung von Amertranseuro am Kapital von Team Relocations abgestellt hat, sondern
         auch auf weitere tatsächliche Gesichtspunkte, die den bestimmenden Einfluss von Amertranseuro auf die Geschäftspolitik von
         Team Relocations belegen sollten.
      
      153    So fanden von 1994 bis September 2001 monatliche Zusammenkünfte statt zwischen dem Management von Team Relocations und den
         mit der operationellen und finanziellen Leitung der belgischen Tochtergesellschaft betrauten Vertretern von Trans Euro sowie
         mit dem damaligen Eigentümer der Trans-Euro-Gruppe, der die Gruppe mit Gesamtverantwortung für die belgische Tochtergesellschaft
         leitete. Vom 6. September 2001 bis September 2003 fanden auch zwischen Team Relocations und dem Vertreter von Amertranseuro,
         der die Gruppe mit Gesamtverantwortung für die belgische Tochtergesellschaft leitete, informelle Zusammenkünfte statt. Die
         Kommission hat außerdem festgestellt, dass Team Relocations mehrere Berichte, u. a. die jährlichen Betriebsergebnisse, vorzulegen
         hatte, und zwar der Team Relocations Ltd vom 1. Januar 1994 bis 7. September 2000 und Amertranseuro vom 8. September 2000
         an, also während ihrer Beteiligung an der Zuwiderhandlung.
      
      154    Unter diesen Umständen durfte die Kommission die von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen Amertranseuro zurechnen,
         denn die Klägerinnen stellen eine wirtschaftliche Einheit und damit ein Unternehmen im Sinne des gemeinschaftlichen Wettbewerbsrechts
         dar. Daher können die Umsätze von Amertranseuro für die Bestimmung der in Art. 23 Abs. 2 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 1/2003
         vorgesehenen Obergrenze von 10 % berücksichtigt werden. Die gegen diese Berücksichtigung erhobenen Rügen sind somit zurückzuweisen.
      
       Zum Vorwurf des „asymmetrischen“ Ansatzes der Kommission
      155    Die Amertranseuro-Gruppe wirft der Kommission vor, einen „asymmetrischen“ Ansatz verfolgt zu haben, indem sie Amertranseuro
         ab dem Zeitpunkt, zu dem sie die Trans-Euro-Gruppe erworben habe, also ab dem 8. September 2000, haftbar gemacht habe, während
         sie den vormaligen Eigentümer der Trans-Euro-Gruppe, Herrn E., für die Zeit vor dem 8. September 2000 nicht habe haften lassen.
      
      156    Soweit die Amertranseuro-Gruppe geltend macht, die Kommission hätte auch Herrn E. für die Zuwiderhandlung bis zum 7. September
         2000 haftbar machen müssen, ist darauf hinzuweisen, dass die Kommission dies zwar hätte tun können, die Tatsache, dass sie
         es nicht getan hat, von den Klägerinnen jedoch nicht als Beleg für die Rechtswidrigkeit der Entscheidung herangezogen werden
         kann. Aus der Rechtsprechung ergibt sich nämlich, dass die Kommission über einen Wertungsspielraum verfügt, um die Haftung
         für eine Zuwiderhandlung zusätzlich zur unmittelbar an dem wettbewerbswidrigen Verhalten beteiligten Gesellschaft auf die
         Muttergesellschaft zu erstrecken (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 14. Dezember 2006, Raiffeisen Zentralbank Österreich
         u. a./Kommission, T‑259/02 bis T‑264/02 und T‑271/02, Slg. 2006, II‑5169, Randnrn. 331 und 332). Dieser Wertungsspielraum
         erstreckt sich auch darauf, dass sich die Kommission dafür entscheiden kann, die Entscheidung nur an die derzeitigen Muttergesellschaften
         des fraglichen Unternehmens zu richten und nicht an die ehemaligen Eigentümer der Gruppe.
      
      157    Im Übrigen hat die Kommission die Haftung für die fragliche Zuwiderhandlung auch nicht auf die Zenic International Holdings
         Ltd erstreckt, die derzeitige oberste Muttergesellschaft der Klägerinnen. Daher kann die Entscheidung nicht als „asymmetrisch“
         angesehen werden.
      
      158    Diese Rüge ist deshalb zurückzuweisen.
      
       Zum Vorbringen bezüglich des zweiten Antrags der Amertranseuro‑Gruppe
      159    In ihren Schlussfolgerungen und im Rahmen ihres ersten Klagegrundes scheint die Amertranseuro-Gruppe geltend zu machen, dass
         Amertranseuro, obwohl sie nur für einen Betrag von 1,3 Millionen Euro haftbar gemacht worden sei, der ihre Verantwortlichkeit
         für eine begrenzte Dauer, d. h. ab dem 8. September 2000, widerspiegele, in Wirklichkeit für den gesamten Geldbußenbetrag
         haftbar gemacht worden sei, da sie Eigentümerin und Aktionärin von Trans Euro und Team Relocations Ltd sei.
      
      160    Dieses Vorbringen ist nicht geeignet, die Rechtmäßigkeit der Entscheidung in Frage zu stellen, da es nur einige der Konsequenzen
         beschreibt, die sich für Amertranseuro aus dieser ergeben sollen. Der Antrag ist daher zurückzuweisen.
      
       Zum Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit der Geldbuße
      161    Zum zweiten Teil des Klagegrundes von Team Relocations genügt der Verweis auf die Erwägungen in der vorstehenden Randnr. 94,
         wonach der zugrunde gelegte Satz von 17 % nicht außer Verhältnis zu der tatsächlichen Verantwortlichkeit von Team Relocations
         für die Zuwiderhandlung steht. Dass der Betrag der Team Relocations auferlegten Geldbuße 10 % ihres Umsatzes übersteigt, ist
         unerheblich, da dieser Betrag deutlich unter der Grenze von 10 % der Umsätze der Amertranseuro-Gruppe bleibt.
      
      162    Nach alledem sind der siebte Klagegrund von Team Relocations und der erste Klagegrund der Amertranseuro-Gruppe zurückzuweisen.
      
      8.     Zum achten Klagegrund von Team Relocations und zum zweiten Klagegrund der Amertranseuro-Gruppe: fehlende Leistungsfähigkeit
            der Klägerinnen und Ermessensmissbrauch
       Vorbringen der Parteien
      163    Team Relocations trägt vor, dass sich aus ihren vorläufigen Jahresrechnungen für das am 30. September 2007 abgeschlossene
         Wirtschaftsjahr ergebe, dass der Betrag ihres Eigenkapitals unabhängig von einer eventuell an die Kommission zu zahlenden
         Geldbuße negativ sei, dass es in diesem Wirtschaftsjahr zu einem Verlust von 363 432 Euro gekommen sei und ihre Brutto-Selbstfinanzierungsquote
         negativ gewesen sei. Die Aktiva der Gesellschaft seien vollständig verpfändet gewesen. Sie sei nicht in der Lage, eine zusätzliche
         Finanzierung zu gewährleisten und daher außerstande, die von der Kommission gegen sie verhängte Geldbuße zu begleichen.
      
      164    Nach Ansicht von Team Relocations wusste die Kommission von ihrer prekären finanziellen Lage, so dass die Kommission ihr Ermessen
         missbraucht habe, indem sie eine Geldbuße in einer Höhe verhängt habe, die Team Relocations offensichtlich nicht habe begleichen
         können und die ihren Rückzug vom Markt zur Folge hätte. Außerdem habe die Kommission den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt.
         In diesem Zusammenhang beantragt Team Relocations, die Geldbuße um einen Betrag zu ermäßigen, der auf denselben Grundsätzen
         beruhe, wie sie die Kommission bei Interdean angewandt habe, und der Kommission nach den Art. 58 und 65 der Verfahrensordnung
         aufzugeben, die Faktoren offenzulegen, die sie für die Ermäßigung der Geldbuße von Interdean um 70 % herangezogen habe.
      
      165    Die Amertranseuro-Gruppe macht geltend, dass die gegen Team Relocations verhängte Geldbuße – die zwei Dritteln ihres 2006
         erzielten Jahresumsatzes entspreche und der in der Verordnung Nr. 1/2003 vorgesehenen absoluten Obergrenze von 10 % nahekomme
         – vollkommen unverhältnismäßig sei. Nach dem konsolidierten Jahresabschluss von Amertranseuro vom 30. September 2006 hätten
         sich die gesamten Schulden der Gruppe auf 35 Millionen Pfund Sterling (GBP) belaufen. Amertranseuro habe überdies einen Verlust
         bei der normalen Geschäftstätigkeit nach Abzug der Steuern erlitten, ihr Nettosachvermögen sei negativ und ihre gesamten Aktiva
         seien vollständig verpfändet. Folglich sei die Gruppe nicht in der Lage, die Geldbuße von 3,49 Millionen Euro zu zahlen oder
         eine Bankbürgschaft zu erhalten, um diese Zahlung später vorzunehmen.
      
      166    In der Erwiderung fügt die Amertranseuro-Gruppe hinzu, dass die Kommission, was das Erfordernis eines Antrags für die Anwendung
         der Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 angeht, zu dem in den Leitlinien von 1998 verwendeten Ansatz zurückkehren und die Zahlungsunfähigkeit
         von Amts wegen als einen Grund für die Ermäßigung der Geldbuße berücksichtigen müsse, wie sie dies in der Vergangenheit getan
         habe. Zudem habe sich die finanzielle Lage der Gruppe im Laufe des am 30. September 2007 abgeschlossenen Wirtschaftsjahrs
         noch weiter verschlechtert.
      
      167    Die Kommission tritt diesem Vorbringen entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      168    Mit ihrem letzten Klagegrund machen die Klägerinnen geltend, die Kommission habe, indem sie ihnen eine Geldbuße auferlegt
         habe, die ihre Leistungsfähigkeit übersteige, ihr Ermessen missbraucht, gegen Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 verstoßen und
         den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt.
      
      169    Zum Vorwurf des Ermessensmissbrauchs ist darauf hinzuweisen, dass nach ständiger Rechtsprechung eine Rechtshandlung nur dann
         ermessensmissbräuchlich ist, wenn aufgrund objektiver, schlüssiger und übereinstimmender Indizien anzunehmen ist, dass sie
         ausschließlich oder zumindest vorwiegend zu anderen als den angegebenen Zwecken oder mit dem Ziel erlassen worden ist, ein
         Verfahren zu umgehen, das der Vertrag speziell vorsieht, um die konkrete Sachlage zu bewältigen (vgl. Urteil des Gerichtshofs
         vom 13. November 1990, Fedesa u. a., C‑331/88, Slg. 1990, I‑4023, Randnr. 24 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      170    Die Klägerinnen machen im vorliegenden Fall aber nicht geltend, die Kommission habe gegen sie eine Geldbuße zu anderen als
         den angegebenen Zwecken, d. h. zur Durchsetzung des gemeinschaftlichen Wettbewerbsrechts, oder mit dem Ziel verhängt, ein
         Verfahren zu umgehen, das der Vertrag speziell vorsieht. Daher weist die Entscheidung keinen Ermessensmissbrauch auf.
      
      171    Zur Ermäßigung der Geldbuße nach Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 ist festzustellen, dass eine solche Ermäßigung unter drei
         kumulativen Voraussetzungen in Betracht kommt:
      
      –        Antragstellung im Verwaltungsverfahren;
      –        besonderes soziales und ökonomisches Umfeld;
      –        fehlende Leistungsfähigkeit des Unternehmens, wobei dieses eindeutig nachweisen muss, dass die Verhängung einer Geldbuße seine
         wirtschaftliche Überlebensfähigkeit unwiderruflich gefährden und seine Aktiva jeglichen Wertes berauben würde.
      
      172    Mindestens zwei dieser drei kumulativen Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Erstens haben die Klägerinnen im Gegensatz zu
         anderen betroffenen Unternehmen im Verwaltungsverfahren keinen Antrag auf Ermäßigung der Geldbuße wegen fehlender Leistungsfähigkeit
         gestellt, obwohl die Leitlinien von 2006 einen solchen Antrag vorschreiben. In diesem Zusammenhang ist das Argument, die Kommission
         habe nach den Leitlinien von 1998 die Zahlungsunfähigkeit von Amts wegen als einen Grund für die Ermäßigung der Geldbuße berücksichtigen
         können, unbeachtlich, da es nicht geeignet ist, die Behauptung eines Verstoßes gegen die Leitlinien von 2006 zu stützen. Sofern
         mit diesem Argument geltend gemacht werden soll, dass die Kommission unabhängig von Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 verpflichtet
         sei, die Leistungsfähigkeit der betroffenen Unternehmen von Amts wegen zu prüfen, ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsprechung
         eine solche Pflicht nicht zu entnehmen ist.
      
      173    Mit Schreiben an die Kanzlei vom 6. August 2010 hat Team Relocations die Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung mit der
         Begründung beantragt, die Kommission habe ihre Praxis bezüglich der Notwendigkeit der Antragstellung im Verwaltungsverfahren
         nach Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 geändert. Dieser Antrag ist mit Entscheidung vom 23. September 2010 zurückgewiesen worden,
         da in den von Team Relocations angeführten Rechtssachen entgegen deren Auffassung die Anträge im Verwaltungsverfahren gestellt
         worden waren. Zwar ergibt sich aus einem Presseartikel, dass die Kommission „eine formelle Änderung ihrer Leitlinien in Betracht
         zieht“, um nach Erlass der Entscheidung eingetretene Entwicklungen berücksichtigen zu können, doch ist diese Änderung noch
         nicht erfolgt. Jedenfalls könnte eine Änderung der Auslegung der Leitlinien von 2006 eine vor dieser Änderung ergangene Entscheidung
         nicht rechtswidrig machen.
      
      174    Zweitens sind die Klägerinnen der Feststellung der Kommission im 651. Erwägungsgrund der Entscheidung, dass es im vorliegenden
         Fall an einem „[besonderen] sozialen und ökonomischen Umfeld“ im Sinne der Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 fehle, nicht entgegengetreten.
      
      175    Unter diesen Umständen war die Kommission, ohne dass geprüft werden müsste, ob die dritte Voraussetzung, also die geltend
         gemachte fehlende Leistungsfähigkeit der Klägerinnen, im vorliegenden Fall erfüllt ist, zu Recht der Auffassung, dass die
         Anwendungsvoraussetzungen der Ziff. 35 der Leitlinien von 2006 nicht erfüllt waren.
      
      176    Zur Rüge eines Verstoßes gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz genügt die Feststellung, dass die Klägerinnen im Gegensatz zu
         Interdean die Frage nach ihrer Leistungsfähigkeit im Stadium des Verwaltungsverfahrens nicht aufgeworfen und keinen Antrag
         auf Ermäßigung ihrer Geldbußen aus diesem Grund gestellt haben. Daher ist ihre Situation nicht mit der Situation von Interdean
         vergleichbar. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Stellung eines Antrags auf Ermäßigung der Geldbuße kein bloßes
         Formerfordernis ist, sondern ein Erfordernis, ohne das keine zuverlässige Beurteilung der wirtschaftlichen Situation erfolgen
         kann, da die Kommission dann nicht über die relevanten Informationen wie z. B. interne Daten des betreffenden Unternehmens
         verfügt, die eine Beurteilung seiner wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit ermöglichen.
      
      177    Daher sind der letzte Klagegrund der Klägerinnen und der Antrag von Team Relocations, der Kommission aufzugeben, die Faktoren
         offenzulegen, die sie für die Ermäßigung der Geldbuße von Interdean um 70 % herangezogen hat, zurückzuweisen.
      
      178    Da alle Klagegründe zurückgewiesen worden sind, ist die Klage insgesamt abzuweisen.
      
       Kosten
      179    Nach Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da die
         Klägerinnen mit ihrem Vorbringen unterlegen sind, sind ihnen gemäß den Anträgen der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Achte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klagen werden abgewiesen.
      2.      Die Team Relocations NV, die Amertranseuro International Holdings Ltd, die Trans Euro Ltd und die Team Relocations Ltd tragen
            die Kosten.
      
               Papasavvas
            
            
               Wahl
            
            
               Dittrich
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 16. Juni 2011.
      Unterschriften
      Inhaltsverzeichnis
      
      Sachverhalt
      1.  Gegenstand des Rechtsstreits
      2.  Klägerinnen
      3.  Verwaltungsverfahren
      4.  Entscheidung
      Verfahren und Anträge der Parteien
      Rechtliche Würdigung
      1.  Zum ersten Klagegrund: Team Relocations habe nicht an der in der Entscheidung beschriebenen einheitlichen und fortgesetzten
         Zuwiderhandlung teilgenommen
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zum Begriff der einheitlichen und fortgesetzten Zuwiderhandlung
      Zur Einordnung des fraglichen rechtswidrigen Verhaltens
      –  Zum Vorliegen eines Gesamtplans, mit dem ein gemeinsames Ziel verfolgt wird
      –  Zum vorsätzlichen Beitrag von Team Relocations zum Gesamtplan
      –  Zur Kenntnis von Team Relocations vom rechtswidrigen Verhalten
      2.  Zum zweiten Klagegrund: Berechnung des Umsatzes von Team Relocations
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zum relevanten Umsatz
      Zu den Umzügen, die von Privatpersonen finanziert wurden
      3.  Zum dritten Klagegrund: Zugrundelegung eines Satzes von 17 % des Umsatzes von Team Relocations für die Festsetzung des
         Grundbetrags ihrer Geldbuße
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zur Pflicht, den Grundbetrag der Geldbuße entsprechend der individuellen Rolle von Team Relocations zu bestimmen
      Zum Vorwurf des Verstoßes gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz
      Zum Vorwurf des Begründungsmangels
      4.  Zum vierten Klagegrund: fehlende Grundlage für die Multiplikation des nach dem Umsatz errechneten Wertes mit der Anzahl
         der Jahre der Beteiligung an der Zuwiderhandlung
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      5.  Zum fünften Klagegrund: fehlende Grundlage für die Erhebung eines Zusatzbetrags
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      6.  Zum sechsten Klagegrund: Vorliegen mildernder Umstände
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zur Beteiligung am Zustandekommen wettbewerbswidriger Absprachen
      Angeblich begrenzte Beteiligung von Team Relocations an der Zuwiderhandlung
      Zur angeblichen Genehmigung des Verhaltens
      7.  Zum siebten Klagegrund von Team Relocations und zum ersten Klagegrund der Amertranseuro-Gruppe: keine Zurechenbarkeit
         der von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen an Amertranseuro
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zur Zurechnung der von Team Relocations begangenen Zuwiderhandlungen an die Mitglieder der Amertranseuro-Gruppe
      Zum Vorwurf des „asymmetrischen“ Ansatzes der Kommission
      Zum Vorbringen bezüglich des zweiten Antrags der Amertranseuro‑Gruppe
      Zum Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit der Geldbuße
      8.  Zum achten Klagegrund von Team Relocations und zum zweiten Klagegrund der Amertranseuro-Gruppe: fehlende Leistungsfähigkeit
         der Klägerinnen und Ermessensmissbrauch
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Kosten
      *  Verfahrenssprache: Englisch.