CELEX: 51988PC0708
Language: de
Date: 1988-12-22
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES über Massnahmen der Gemeinschaft zum Schutz von Süss-, Küsten- und Meerwasser vor der Verunreinigung durch Nitrate aus diffusen Quellen (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 708
Vol. 1988/0233
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
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on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                            KOM ( 88 ) 708 endg .
                                            Brüssel , den  22 . Dezember 1988
                           Vorschlag für eine
                          RICHTLINIE DES RATES
                           über Massnahmen
     der Gemeinschaft zum Schutz von Süss -, Küsten- und Meerwasser
       vor der Verunreinigung durch Nitrate aus diffusen Quellen
                     ( von der Kommission vorgelegt )
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Teil A. ERLAUTERUNG
I.      EINFUHRÜNG
II .    DERZEITIGE NITRATKONZENTRATIONEN IN DEN GEWÄSSERN DER
        EG UND VORAUSSICHTLICHE TENDENZEN
III .   VERWENDUNG VON GRUNDWASSER FÜR DIE TRINKWASSER¬
        VERSORGUNG IN DER GEMEINSCHAFT
IV .    GESUNDHEITSGEFAHRDUNG DURCH NITRATE IM TRINKWASSER
V.      EUTROPHIERUNG DER EG-GEWASSER
VI .    DUNGEMITTELVERBRAUCH
VII .   MASSNAHMEN DER MITGLIEDSTAATEN ZUR VERRINGERUNG DER
        DIFFUSEN STICKSTOFFEINTRAGE IN DIE UMWELT
VIII .  VORSCHLÄGE FÜR MASSNAHMEN DER GEMEINSCHAFT
Teil B. VORSCHLAG FÜR EINE RICHTLINIE DES RATES UBER MASSNAHMEN
        DER  GEMEINSCHAFT    ZUM   SCHUTZ VON  SUSS -, KUSTEN- UND
        MEERWASSER  VOR    DER   VERSCHMUTZUNG  DURCH  NITRATE AUS
        DIFFUSEN QUELLEN .
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Teil A. ERLAUTERUNG
I. Einführunq
Die Kommission ist besorgt über die Zunahme der Nitratgehalte
in den Gewässern der Gemeinschaft , und zwar sowohl in den
Oberflächen-       als   auch   in    den   Küstengewässern und  im
Grundwasser . Diese Zunahme führt zu zwei schwerwiegenden
Umweltproblemen . Das erste Problem stellt sich im Zusammenhang
mit der Sicherheit der Trinkwasserversorgung und das zweite
liegt in der Eutrophierung der Binnen- und Küstengewässer .
In der Richtlinie 80/ 778/ EWG ( 1 ) hat die EG den Höchstwert für
Nitrate im Trinkwasser auf 50 mg/ 1 festgelegt . Falls dieser
Wert überschritten wird , muss das Wasser behandelt oder mit
sauberem Wasser vermischt werden , so dass der Nitratgehalt auf
den EG-Grenzwert verringert wird . Sowohl die Behandlung als
auch die Verdünnung können ausserordentlich kostspielig sein
und lösen das eigentliche Problem nicht . Darüber hinaus ist
eine Behandlung in kleinen Gemeindewasserversorgungssystemen
nicht immer möglich .
Das zweite wichtige durch Nitrate ebenso wie durch Phosphate
verursachte Problem ist die Eutrophierung . Besonders die
Nitrate sind für die Eutrophierung des Meerwassers und die
infolgedessen auftretenden Algenblüten verantwortlich . In den
letzten Jahren konnten solche Algenblüten regelmässig in den
Frühjahrs - und Sommermonaten in der Ostsee , der Nordsee und in
der Adria beobachtet werden .
Diese Algenblüten können         grosse Schäden an der Flora und
Fauna , insbesondere am Fischbestand , verursachen und haben
weitreichende negative Auswirkungen auf den Fremdenverkehrswert
der betreffenden Regionen .
Die zwei wichtigsten diffusen Quellen der Nitrate sind die
Landwirtschaft und die Haushaltsabwässer .
( 1 ) ABI . Nr . L 229 vom 30.08.80 , S. 11 .
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 Die Nitratverunreinigung durch die Landwirtschaft wird vor
allem durch bestimmte         Bodenbewirtschaftungsmethoden ,      die
exzessive Verwendung von Dung auf landwirtschaftlichen Flächen
und    die    übermässige   Verwendung     chemischer     Düngemittel
verursacht .
Hohe Nitratkonzentrationen im Grundwasser und das Problem der
Eutrophierung treten in nahezu allen Mitgliedstaaten der
Gemeinschaft in bestimmten Gebieten auf . Einige Mitgliedstaaten
haben    bereits nationale Massnahmen zur Lösung dieser Probleme
eingeleitet . Andere internationale Gremien wie die Nordsee -
Schutzkonferenz haben ebenfalls die Notwendigkeit für Aktionen
erkannt .  Auf dem Seminar der Umweltminister im Juni         1988  in
Frankfurt wurde festgestellt , dass der Verringerung der
Nährstoffeinträge, bisher zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet
worden ist .
Die Kommission hat jetzt einen Vorschlag erarbeitet , der sich
mit der Notwendigkeit einer Kontrolle der Nitrateinträge in die
Gewässer befasst . Mit diesem Vorschlag wird ein Rahmen
festgelegt , an dem sich die Mitgliedstaaten bei der Erarbeitung
von Programmen - entweder allein oder in Zusammenarbeit mit
anderen Staaten - zur Lösung dieses Problems zu orientieren
haben . Zunächst sind die Mitgliedstaaten aufgefordert , Gebiete
zu ermitteln , in denen eine Verunreinigung durch Nitrate zu
erwarten ist und für die Massnahmen festgelegt werden sollten .
Diese   Massnahmen   sollen   die   EG-Höchstwerte    für   die    auf
landwirtschaftlichen Flächen zu verwendenden Mengen von Dung ,
die von den nationalen Behörden festgelegten Höchstwerte für
die     Verwendung     chemischer     Düngemittel ,     Bodenbewirt¬
schaftungsmethoden     und einen Höchstwert für den Nitratgehalt
von Haushaltsabwässern einschliessen .
Es ist festzustellen , dass die Anwendung dieser Richtlinie fuer
gewisse Landwirte in Regionen , in denen der Nitratgehalt des
Bodens durch Belastungen aus der Vergangenheit schon sehr hoch
ist , eine grosse Buerde darstellen kann .
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 In diesem Zusammenhang erinnert die Kommission an ihre
kuerzliche Mitteilung ueber Umwelt und Landwirtschaft , wonach ,
sofern Massnahmen notwendig sind , die ueber die Erfordernisse
einer landwirtschaftlichen Taetigkeit hinausgehen , es den
Mitgliedstaaten inter alia erlaubt wird , geeignete technische
und/ oder      finanzielle    Unterstuetzung     an    Landwirte     fuer
Massnahmen zur Anpassung an die neue agro-oekonomische Lage zu
gewaehren .       Solche Vorschriften unterliegen den ueblichen
gemeinschaftlichen Regeln .
II .    DERZEITIGE  NITRATKONZENTRATIONEN     IN DEN  GEWÄSSERN   DER  EG
      UND VORAUSSICHTLICHE TENDENZEN
      Bezugsquelle ist , sofern nichts anderes vermerkt , der
      EUREAU-Bericht über die Nitratprobleme vom Dezember 1984
       ( EUREAU - Union der Wasserversorgungsvereinigungen von
      Mitgliedsländern der Europäischen Gemeinschaften ) .
Lage in Belgien
Die Maas - eine wichtige Rohwasserquelle - hat an der belgisch¬
französischen      Grenze  eine   Nitratkonzentration   von   2  bis   14
 ( durchschnittlich 6 ) mg/ 1 und an der belgisch-niederländischen
Grenze eine Konzentration von 9 bis 16 ( durchschnittlich 13 )
mg/ 1 .
Der durchschnittliche Nitratgehalt des Grundwassers in den
Ardennen und den Karbonformationen bewegt sich zwischen 10 und
15 mg/ 1 ( Wasser der Brüsseler Wasserversorgung ).
Der Nitratgehalt des Grundwassers in landwirtschaftlichen
Gebieten im Süden von Brüssel liegt zwischen 20 und 50 mg
Nitrat/ 1 , nimmt jedoch ständig zu .
In      den    Niederungen    und    Küstengebieten ,   wo    Intensiv-
Landwirtschaft       sowie   Vieh -    einschliesslich    Schweinezucht
betrieben wird , erreicht der durchschnittliche Nitratgehalt der
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Oberflächengewässer ( kleine Flüsse )     im Winter bis 100 mg/ 1 ,
ausnahmsweise sind Gehalte von 800 mg/ 1 festgestellt worden .
Über die Tendenz konnte nichts ausgesagt werden ( 1 ).
( 1 ) Weltgesundheitsorganisation - Gesundheitsgefahren in Folge
      von Nitraten im Trinkwasser , Kopenhagen 1985 .
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Laqe in Danemark
In Dänemark treten Nitratprobleme dort auf , wo für die
Trinkwasserfassung benutzte wasserführende Schichten nach oben
nicht durch eine Tonschicht abgeschirmt sind .
Dies ist in sandigen Mooren im Westen Jütlands und in der
Umgebung von Aalborg der Fall . In Ost-Jütland und auf den
Inseln sind bis jetzt erst bei einzelnen Versorgungsanlagen
 ( Brunnen )   und bei Bohrlöchern geringer tiefe Probleme
aufgetreten , wo auch eine Gefahr der direkten Verschmutzung
durch Oberflächengewässer besteht .
Die Nitratanalysen von Wasserwerken , die mehr als 10.000 m3 pro
Jahr liefern ( d.h . mehr als 99 % des Trinkwassers Dänemarks ),
sind untersucht worden ( 1 ). Landesweit Übersteigen 8 % der
geprüften Versorgungsanlagen das Niveau von 50 mg/ 1 Nitrat
entweder vorübergehend oder ständig , und 18 % übersteigen das
Niveau von 25 mg Nitrat pro Liter .
Tendenzen in Danemark ( 2 )
Die dänische Umweltschutzbehörde hat mitgeteilt ( 1 ), dass sich
die Gesamtnitratkonzentration des Grundwassers in dreissig
Jahren von rund 4 mg/ 1 in den vierziger und fünfziger Jahren
auf derzeit 13 mg/ 1 verdreifacht hat .
Lage in Frankreich
1981 gab der Gesundheitsminister eine generelle Erhebung über
den Nitratgehalt des Wassers für den menschlichen Verbrauch in
Auftrag . Diese Erhebung beschränkte sich nicht nur auf die
Erfassung von Daten , sondern diente auch der Erarbeitung und
Durchführung konsequenter Gesundheitsschutzmassnahmen .
( 1 ) K. Overgaard , Ministerium für Umwelt , Dänemark , Tendenzen
      der Nitratverschmutzung des Grundwassers in Dänemark ,
      Wasserversorgung , Band 3 , Berlin ' A' S. 195-203 .
( 2 ) Prof . J. J. Fried , Verschmutzung des Grundwassers durch
      Nitrate , 1984 , EG-Vertrag U/ 83/ 206 ( 598 ) .
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 Sie stützte sich auf die Ergebnisse von über 100.000 Analysen ,
 die in den Jahren 1979 , 1980 und im ersten Quartal 1981 für das
ganze Land mehr als 54 Millionen Einwohner - durchgeführt
worden waren .
Hohe Konzentrationen wurden häufiger bei ländlichen Wasser¬
versorgungseinrichtungen festgestellt , von denen 70 % weniger
als 1000 Einwohner versorgen .
Allerdings lebt die Hälfte der Bevölkerung , die mit Wasser mit
einem Nitratgehalt von mehr als 50 mg/ 1 versorgt wird , in 25
Orten mit mehr als 10.000 Einwohnern . Die Verteilungssysteme ,
in denen die Durchschnittskonzentrationen 50 mg/ 1 übersteigen ,
werden grösstenteils mit Grundwasser versorgt und befinden sich
hauptsächlich im Norden und Westen des Landes .
Die Erhebung hat gezeigt , dass mehr als eine Million Menschen
Wasser mit einem Nitratgehalt zwischen 40 und 50 mg/ 1 trinken .
Insgesamt 90 % des Wassers mit mehr als 50 mg/ 1 wird dem
Grundwasser entnommen .
Tendenzen in Frankreich
Wie in Dänemark nehmen die Nitratgehalte zu . Für den Zeitraum
1990    bis    1995    ist   ein   überschreiten    der   zulässigen
Höchstkonzentrationen in einem grossen Teil des Verteilungs ¬
netzes möglich , so dass zehn Millionen Menschen oder fast 20 %
der Bevölkerung davon betroffen sein könnte , im Vergleich zu
gegenwärtig 2 % .
Die Lage in der Bundesrepublik Deutschland
Zunehmende   Nitratkonzentrationen     über  rund  25   mg/ 1 Nitrat
werden in bestimmten Gebieten ,      insbesondere im Grundwasser ,
selten jedoch in Oberflächengewässern , festgestellt . Die
Ursache liegt hauptsächlich in der landwirtschaftlichen Nutzung
der   Böden  und    in   der  Düngungspraxis .  örtliche   begrenzte
Nitratquellen tragen in der Bundesrepublik Deutschland nicht
wesentlich zur Nitratbelastung des Grundwassers bei .
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Besonders getroffen sind die Gebiete mit leichten und
durchlässigen Böden mit geringem Humusgehalt sowie Gebiete mit
Intensivlandwirtschaft ,         besonderen      Kulturen ,    intensiv
gepflegtes Weideland und insbesondere Weinbaugebiete .
Ernsthaft belastet sind die Niederrheinregion in Nordrhein-
Westfalen , Gebiete in Niedersachsen und die Kiesgebiete in
Niederbayern . Weitere Probleme treten in den Weinbaugebieten
Hessens , von Rheinland-Pfalz , Baden-Württemberg und am Main
 ( Würzburg ) auf .
Oberf lâchengewàsser
Bergbäche       und     Wasserläufe      der    Mittelgebirge    weisen
Nitratgehalte von durchschnittlich 1-10 mg/ 1 , im Flachland
von durchschnittlich 20 mg/ 1 auf . Grössere Flüsse wie Donau ,
Main , Rhein und Ruhr haben Gehalte von 10 bis 20 mg/ 1 , höher
belastet ist der Neckar mit 20 bis 30 mg/ 1 und einer
Höchstkonzentration von 48 mg/ 1 . Im Bodensee und den meisten
Stauseen erreicht die Nitratkonzentration 5 mg/ 1 mit einem
Höchstgehalt von 15 mg/ 1 .
Grundwasser
Dem " Atlas der Trinkwasserqualität in der Bundesrepublik
Deutschland " ist zu entnehmen , dass 1980 29 von 330 ländlichen
Gemeinden und kreisfreien Städten (9 % ) im Trinkwasser einen
Nitratgehalt von 25 - 250 mg/ 1 hatten . Eine in den Jahren 1972
bis 1980 mit insgesamt 856 Trinkwasserproben aus der ganzen
Bundesrepublik       Deutschland     in    gleichmässiger    Verteilung
durchgeführte Untersuchung zeigte , dass die Schwelle von 50 mg
Nitrat pro Liter in 5 % aller Fälle überschritten worden war .
In Weinbaugebieten enthielten 13 % der Trinkwasserproben mehr
als     50    mg    pro    Liter .    Einem    Bericht   der    Länder¬
arbeitsgemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland aus dem
Jahre 1986 ist zu entnehmen , dass derzeit ( 1982/ 83 ) um 20 %
aller Wasserwerke im Trinkwasser Nitratgehalte von mehr als 25
mg pro Liter erreichen . In Baden-Württemberg haben nach einer
Erhebung      rund    20    %   von     rund   15.000   eigenständigen
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 Wasserversorgungsanlagen einen Nitratgehalt von mehr als 50 mg
 pro Liter .
 Tendenzen in der Bundesrepublik Deutschland fil
Auch die vom Bundesgesundheitsamt veröffentlichten Daten ( in
 Bibidat ) zeigen , dass die Nitratgehalte zunehmen und die Grenze
von 50 mg pro Liter in zahlreichen Gebieten bereits über¬
 steigen .
Lage in Irland
Aus Irland sind kaum Probleme im Zusammenhang mit den Nitrat¬
gehalten gemeldet worden , doch sind vor kurzem geringe Zunahmen
der Nitratgehalte in einer Anzahl grösserer Flüsse festgestellt
worden ( 2 ) .   Eine     Flut    von    Verunreinigungsfällen      durch
Silolagerung wurde 1987 bekannt .
Lage in Italien
Die Nitratverschmutzung des Grundwassers tritt mittlerweile in
allen Gebieten auf , in denen intensiv Landwirtschaft betrieben
wird , insbesondere in bestimmten Gebieten der Regionen Marche ,
Emilia-Romagna        und     Piemont .    Die       hiervon   betroffene
Gesamtbevölkerung liegt unter 100.000 Personen . In vielen
Fällen    können    die  Nitratkonzentrationen        des als Trinkwasser
gelieferten Wassers durch Mischen mit Wasser mit niedrigerer
Nitratkonzentration auf die zulässigen Höchstwerte verdünnt
werden .
Der Höchstwert von 100 mg pro Liter wurde in der Region Marche
festgestellt und wird nur zu bestimmten Jahreszeiten erreicht .
Lage in Luxemburg
( 1 ) Prof . J. j . Fried , Verschmutzung des Grundwassers durch
      Nitrate , 1984 , EG-Vertrag U/ 83 / 206 ( 598 ) .
( 2 ) Übersicht über die Wasserverschmutzung in Irland . Rat für
      Wasserverschmutzung . An Foras Forbatha , Juni 1983 .
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Der durchschnittliche Nitratgehalt des Grundwassers , das
grösstenteils aus hinreichend geschützten Sandsteinschichten im
Zentrum von Luxemburg stammt , liegt im allgemeinen zwischen
10 - 40 mg pro Liter , doch wird bei einigen Brunnen in land¬
wirtschaftlich    genutzten    Gebieten    eine    stetige    Zunahme
verzeichnet .
Der Höchstwert von 50 mg Nitrat pro Liter wird in rund 10 meist
kleiner Gemeinden mit insgesamt 1.800 Einwohnern ( 0,5 % der
Landesbevölkerung ) erreicht oder überschritten . Es handelt sich
ausschliesslich um ländliche Gemeinden , die aus Brunnen in
landwirtschaftlich genutzten Gebieten versorgt werden .
Weniger    belastete    Grundwasserreserven     stehen   nicht    zur
Verfügung . Generell werden Anstrengungen unternommen , um neue
Wasserquellen in entfernteren und geschützten Gebieten zu
erschliessen und deren Wasser mit denjenigen mit zu hohem
Gehalt zu vermischen oder direkt als Trinkwasser zu verteilen .
Dies  hat   für  die   betroffenen   kleinen   und   finanzschwachen
Gemeinden oft erhebliche Kosten zur Folge .
Lage in den Niederlanden
Trinkwasser
Die  Ergebnisse    sämtlicher   Untersuchungen    weisen   auf   eine
fortschreitende     Zunahme     der    Nitratkonzentrationen       im
Trinkwasser in den Niederlanden hin . Die Lage          ist   in  der
nachstehenden Tabelle zusammengefasst ( Tabelle 1 ) .
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         Tabelle 1 - Nitratkonzentration im Trinkwasser in den
                          Niederlanden ( 1981 )
      Nitratkonzentration ( mg/ l N03 )  0-10    10-25     25-50
      Häufigkeit ( % )                  84.8      12.8      2.4
      Gesamtzahl der Pumpwerke :          257
Oberflâchenwasser
35 % des Trinkwassers wird aus Oberflächenwasser gewonnen , das
hauptsächlich aus dem Rhein und der Maas abgeleitet wird . Die
Nitratkonzentration dieser Flüsse beträgt rund 15 mg/ 1 .
Grundwasser
In den Niederlanden sind 99,9 % aller Haushalte an die
öffentliche Wasserversorgung angeschlossen ; 65 % des Trink¬
wassers wird aus Grundwasser gewonnen . Die Zunahme der
Nitratkonzentrationen       im    Grundwasser      scheint     auf    die
Ausbringung       von   Gülle    aus    der     intensiven      Viehzucht
zurückzuführen zu sein . Unter Berücksichtigung der Gesamtmenge
der in Nähe der Grundwasserschicht ausgebrachten Gülle , der
Hydrogeologie und der vorhandenen ärobischen und anärobischen
Bedingungen       wird   geschätzt ,    dass     für    58     der    240
Grundwassergebiete Probleme auftreten werden . Das Wasser aus
privaten Brunnen hat bedeutend höhere Nitratgehalte ( bis zu 400
mg/ 1 ).
Tendenz in den Niederlanden
Für das Oberflächenwasser sind keine Probleme , beim Grundwasser
dagegen zunehmende Konzentrationen festgestellt worden ( 1 ) .
( 1 ) Weltgesundheitsorganisation : Gesundheitsgefahren durch
       Nitrate im Trinkwasser , Kopenhagen 1985 .
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Lage in Portugal
Es wird berichtet , dass generell keine Probleme im Zusammenhang
mit Stickstoff bestehen , doch        wird das  Auftreten    örtlicher
Probleme nicht ausgeschlossen .
Lage in Spanien
In Spanien gibt es ausgedehnte und intensiv bewässerte Gebiete ,
in denen die Nitratgehalte des Grundwassers 100 mg/ 1 über¬
steigen . In Katalonien sind Werte von 500 mg/ 1 festgestellt
worden .     Auch  in   wasserführenden   Schichten   unterhalb    von
trockenen , landwirtschaftlich genützten        Böden     werden  hohe
Nitratkonzentrationen gemeldet ( 1 ) .
Lage im Vereinigten Königreich ^)
Im     Vereinigten     Königreich   sind    die   höchsten     Nitrat¬
konzentrationen     in den  dichter besiedelten   Gebieten     Mittel ¬
und Südenglands festgestellt worden , wo die Regenmenge geringer
und die landwirtschaftliche Tätigkeit intensiver ist .
Oberf làchenwasser
Die mittleren Nitratkonzentrationen sind im Vereinigten
Königreich sehr unterschiedlich . Im allgemeinen sind die Werte
in Flüssen , in Mittel - und Süd-Ost-England höher . In bestimmten
Gebieten ist im Laufe der letzten 30 bis 40 Jahre eine oftmals
beträchtliche Zunahme der Nitratkonzentrationen im Oberflächen ¬
wasser festgestellt worden und bis 1976 ergaben die Langzeit¬
beobachtungen unterschiedliche Zuwachsraten . Seither sind die
Trends allerdings weniger eindeutig und die Werte blieben im
allgemeinen relativ konstant .
( 1 ) Sahuquilli A.   E.C. Workshop on Groundwater Protection
      against pollution by Nitrates , Varese 1985 .
( 2 ) Nitrate in Water - Department of the Environment 's Nitrate
      coordination Group ( DOE Pollution Paper Nr . 26 ) , November
      1986 .
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Rund 70 % der öffentlichen Wasserversorgung in Grossbritannien
werden aus Oberflächenwasser gedeckt , in einigen Bereichen von
Schottland und Wales , wo die Nitratwerte am niedrigsten sind ,
sogar über 90 % .
Grundwasser
Seit 1970 wurde eine beträchtliche Menge verlässlicher Daten
über das Grundwasser gesammelt . Die Nitratkonzentrationen   im
Grundwasser weichen je nach Gebiet stark voneinander ab . In
einigen Gebieten ist in den letzten Jahren eine sehr geringe
Zunahme oder sogar eine Abnahme der Nitratkonzentrationen zu
verzeichnen ; allgemein herrscht jedoch ein Trend zur Zunahme
der Konzentrationen vor . Besonders gefährdet sind nicht
abgeschlossene wasserführende Schichten in Gebieten , in denen
Ackerbau betrieben wird ; in Regionen mit sehr geringem
Niederschlag haben die Nitratkonzentrationen in einigen dieser
Gewässer den Wert von 100 mg/ 1 bereits überschritten und bei
anderen wird dies auf langer Sicht der Fall sein . Bei
Grundwasser in abgeschlossenen wasserführenden Schichten gibt
es kaum Hinweise auf steigende Nitratwerte . Rund 30 % der
öffentlichen Wasserversorgung in Grossbritannien werden aus
Grundwasser gedeckt .
Tendenzen im Vereinigten Königreich
Die vorliegenden Daten zur Vorhersage künftiger Entwicklungen
beim Oberflächenwasser sind nicht eindeutig ; allerdings scheint
sich   seit   1976  eine   Stagnation  der  Nitratkonzentrationen
abzuzeichnen .   Beim   Grundwasser   lässt  sich   aufgrund  der
vorliegenden Daten vermuten , das die Nitratkonzentrationen in
den meisten nicht abgeschlossenen wasserführenden Schichten
weiterhin leicht zunehmen werden , obwohl die Konzentrationen
theoretisch auch ein Gleichgewicht erreichen können . Eine
genaue Vorhersage ist schwierig , allerdings ist davon
auszugehen , dass in Gebieten mit sehr geringen Niederschlägen
( Teile von Ost– und Mittelengland ) die Nitratkonzentrationen
vieler Grundwasservorkommen langfristig den Wert von 100 mg
NO^/ 1 überschreiten werden . In anderen Teilen Grossbritanniens ,
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mit Ausnahme der Gebiete mit den höchsten Niederschlägen im
Westen , wird bei zahlreichen Grundwasservorkommen in nicht
abgeschlossenen wasserführenden      Schichten derzeit davon
ausgegangen , dass die Konzentrationen sich auf einem Wert im
Bereich von 50-100 mg NO3/], einpendeln werden .
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III .  VERWENDUNG VON GRÜNDWASSER FÜR DIE TRINKWASSERVERSORGUNG
       IN DER GEMEINSCHAFT m
Die Anteile des Grundwassers an der Trinkwasserversorgung in
der Gemeinschaft sind beträchtlich und erreichen folgende
Prozentsätze :
                                     Anteil des Grundwassers an der
                                     Trinkwasserversorgung f% )
Belgien                                         76
Bundesrepublik Deutschland -                    99
Dänemark                                        68
Frankreich                                      73
Republik Irland                                 20
Italien                                         88
Luxemburg                                       73
Niederlande                                     65
Spanien ( 2 )                                   40
Portugal ( 3 )                                  70
Vereinigtes Königreich                          32
( 1 ) Merkel Dr . W. EG-Arbeitstref fen über den Schutz des Grund¬
      wassers gegen die Verschmutzung durch Nitrate , Varese 1985
( 2 ) Information des spanischen Ministeriums für öffentliche
      Arbeiten und Städtsplanung , Generaldirektion Wasserver¬
      sorgung , 26.11.1986 .
( 3 ) Direkte Mitteilung des portugiesischen Umweltministeriums .
 ---pagebreak---                                    17
IV .  GESUNDHEITSGEFAHRDUNG AUFGRUND VON NITRATEN IM TRINKWASSER
Bei dem in der Richtlinie 80/ 778/EWG festgelegten Höchstwert
von 50 mg/ 1 Trinkwasser wurde davon ausgegangen , dass mit
diesem Wert ein ausreichender Gesundheitsschutz gewährleistet
ist .
Die Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsorganisation zum Thema
Gesundheitsgefährdung durch Nitrate           im Trinkwasser ,  die
speziell zur Überprüfung der Lage eingesetzt worden war ,
stellte in ihrem Bericht von 24 . Mai 1984 fest , dass
Trinkwasser , das nicht mehr als die empfohlene Menge von 10
mg/ 1 Nitratstickstoff ( 44 mg pro Liter Nitrat ) enthält , den
Qualitätsanforderungen für . Flaschenkinder entspricht , um die
Gefahr der Methämoglobinämie auszuschliessen .
In vielen ländlichen und abgelegenen Wohnstätten , die auf
kleine private Wasserquellen angewiesen sind , reicht der Grad
der Überwachung und die Häufigkeit der Probenahme kaum aus , um
einen angemessenen Schutz zu gewährleisten .             Obwohl man
Ionenaustauschkartuschen entwickelt hat , die zur Beseitigung
der Nitrate in Hausbrunnen angebracht werden , birgt auch ihre
Verwendung Gefahren für die Gesundheit ( 1 ) . Die meisten Fälle
von Methämoglobinämie sind in Gebieten aufgetreten , in denen es
keine öffentliche Wasserversorgung gibt ; in diesen Gebieten
sind deshalb Schutzmassnahmen erforderlich .
Die in dem beigefügten Vorschlag für eine Richtlinie des Rates
enthaltenen      Massnahmen    zum  Schutz   des   Süsswassers  vor
Verschmutzung zielen deshalb darauf ab , geeignete Schritte
vorzuschlagen , um eine höhere Stickstoffanreicherung als 50 mg
Nitrat pro Liter Wasser ( Artikel 2 , 3 und 4 ) zu verhindern .
( 1 ) Department of the Environment . Central Directorate of
      Environmental Protection . " Nitrate in Water " Pollution
      Paper No . 26 , HMSO 1986 .
 ---pagebreak---                                    18
 V. EUTROPHIERUNG DER EG-GEWASSER
 Der Begriff Eutrophierung bezeichnet die Zunahme der Nährstoff¬
 konzentration in Oberflächenwasser ,      die zu einem exzessiven
 Wachstum von Algen und Wasserpflanzen führt . Das Phänomen der
 Eutrophierung ist beim Süsswasser , z.B. bei Seen , künstlichen
 Wasserspeichern , langsam fliessenden Flüssen und Kanälen , aber
 auch bei flachen Küstengewässern wie der           Ostsee und dem
 Wattenmeer wohlbekannt .      Algen    benötigen   zehnmal   soviel
 Stickstoff  -   gemessen   am Gewicht    - wie   Phosphor für    ihr
 normales   Wachstum .    In   den    meisten    Süsswasservorkommen
 überschreiten die vorhandenen Stickstof fmengen gegenüber den
 Phosphormengen dieses Verhältnis , so dass das Algenwachstüm
 sehr häufig durch den Nährstoff Phosphor kontrolliert wird .
 Die Zusammensetzung und der Gesamtgehalt des Algenplanktons in
 den Gewässern der Gemeinschaft haben sich verändert . Dies liegt
 an den steigenden Nährstoffgehalten , insbesondere Nitraten , die
 zu einer Eutrophierung der Meere geführt haben . Unter
bestimmten Umständen führt das Verwelken grosser Algenblüten zu
einer   Abnahme   des  Sauerstoffs ,  was   in  manchen  Fällen   ein
bedrohliches     Absterben     der    Meeresbodenfauna    und    ein
Fischsterben verursacht . Dies kann wiederum ernste Folgen für
Fischfarmen und die Muschelfischerei haben , da die Fische
absterben und die Muscheln so kontaminiert werden , dass sie
nicht mehr für den Verzehr geeignet sind . Die aktuellsten
Beispiele hierfür sind die Algenblüten im Mai und Juni des
Jahres 1988 , von denen Fischfarmen in Schweden und Norwegen
betroffen waren , und die Algenblüte in der Adria , die
verheerende    Folgen    für den      Fremdenverkehr hatte .     Die
schädlichen Algenblüten scheinen immer häufiger aufzutreten und
die jüngsten Ereignisse zeigen , dass nicht nur flache
Küctenbereiche    sondern   auch   Teile   der  offenen  See   davon
betroffen sind .
Ökologisch kann die Eutrophierung dramatische Folgen haben .
Häufig sind Seen , Teiche , Flüsse und Küstengewässer wichtige
Anziehungspunkte für Touristen , denen sie Erholung und
Annehmlichkeiten bieten ; doch das unkontrollierte Wachstum der
 ---pagebreak---                                    19
Algen und Wasserpflanzen verringert die Transparenz des
Wassers , und die Zersetzung der Algen führt letztlich zum
Sauerstof fentzug des Wassers , der Verringerung oder dem
Verschwinden der Fische , negativen Auswirkungen auf die
Verwendung    der    Gewässer     für    die     Fischerei    und    zur
Beeinträchtigung ästhetischer Qualitäten .
Die  Eutrophierung    kann   auch    bei   der   Trinkwasserversorgung
Probleme aufwerfen . Aus zahlreichen Gründen führt sie zu einer
Verschlechterung      der     Wasserqualität       und     macht    die
Wasseraufbereitung schwieriger und kostspieliger . Es treten vor
allem folgende Probleme auf : rasche Verstopfung der Filter
durch Kieselalgen und sonstige Algen ; Störung der Ausflockung
durch organische Stoffe ; dauerhafter und unangenehmer Geschmack
und Geruch ; Verfärbung aufgrund unnormaler Mangan -, Eisen- oder
Ammoniakkonzentrationen ;   Gefahr erhöhten Bakterienwachstums im
Trinkwasser aufgrund der Verschmutzung des Verteilungsnetzes
und des hohen Nährstoffgehalts . Um zahlreichen dieser Probleme
zu begegnen wird eutrophiertes Wasser während der Aufbereitung
und Verteilung stark gechlort . Der hohe Gehalt sowohl an Chlor
als auch an organischen Stoffen führt zu einer hohen
Konzentration toxischer organischer Chlorverbindungen , die im
Trinkwasser äusserst unerwünscht und zum Teil karzinogen sind .
Die industrielle , landwirtschaftliche und städtische Ent ¬
wicklung der meisten Mitgliedstaaten in den fünfziger und
sechziger Jahren , führte zu einer Zunahme der Eutrophierung .
Daraufhin     wurden      Anstrengungen        verstärkt ,     wichtige
Wasservorkommen durch Kontrollen an Einleitungspunkten für
Industrie -  und   Haushaltsabwässer      reinzuhalten .    Unterdessen
scheint klar geworden zu sein , dass die gleichen Anstrengungen
auch    für    die     Kontrolle      diffuser     Einleitungen     von
landwirtschaftlich genutzten Flächen erforderlich sind .
 ---pagebreak---                                   20
VI . DÜNGEMITTELVERBRAUCH
Der Verbrauch von Stickstoffdünger der Zwölf hat von 1.709.805
Tonnen   im  Jahre   1953   auf  8.875.559  Tonnen   im Jahre  1982
zugenommen .   Tabelle    2   zeigt   die  Werte   der   Zwölf  für
Stickstoffdünger von 1953 bis 1982 , während aus Tabelle 3 die
Zunahme des      durchschnittlichen Einsatzes       in kg/ha der
Gemeinschaft hervorgeht .
 ---pagebreak---  Tabelle 2 : Verbrauch von Stickstoffdüngern in der Zeliner-bzw Zwölfergemeinschaft zwischen 1953 und 1982 in
             Tonnen Pflanzennährstoff
Jahr             B-L      DK           FR        FRG          GR         IRL       IT         NL         UK      E-1 0    E-1 2
1953 / 54     1 00321     78528      295300    440000       37321      1 2037   209024     1 72900      245900 1 557741 1 709805
1 963 / 64    161642     152795      790672    74651 3    1 1 5933    34695     374984     289700       584000 3250934  367081 3
1973 / 74     179225     365148    1 833083    1 1 00841  244293     130200     672178     41 1 974     874400 5811342  6667521
1982 / 83     1 97000    391392    21 93000    1464524    408000     296000     967833     45671 8    1 560000 7937867  8875559
Quelle - FAO Fertilizer Yearbooks
 ---pagebreak--- Tabelle 3 : Einsatz von Stickstoffdüngern in kg Planzennährstoff je ha ( Pf lanzen-und Gras -) Anbaugebiet
            ( ausschliesslich Weideland ) in der Zehner-und Zwölfergemeinschaft zwischen 1955 und 1982 .
Jahr             B-L       DK         FR         FRG          IRL        IT         NL          UK         GR     E-1 0   E- 1 2
1955            49 . 53  28.67       14.52       35.20      2 . 90      14.62       82.08        19.00     4 . 79 19.18   15.47
1 9ó5           88.92    63.70       31.62       67.15      6 . 80      27.44      141.39        56.10    15.05   41.22   32.86
1975          113 . 00    116.03     62.78       97 . 36   32.60        50 . 06    221 . 65      84.63    33.64   70.95   57 . 07
198 2         129.45      136.37     80 . 20    124.12     63 . 43      66.77      231.44       125.03    49 . 76 93 . 00 73 . 58
  Quelle - FAO Fertilizer Yearbooks
 ---pagebreak---                                     23
VII .    MASSNAHMEN   DER   MITGLIEDSTAATEN  ZUR    VERRINGERUNG   DER
         DIFFUSEN STICKSTOFFEINTRAGE IN DIE UMWELT
BELGIEN
 1 . Französischsprachige Regionen
Derzeit gibt es keine Regelung über die Verwendung chemischer
Düngemittel . Das Konzept zum Schutz des Wassers vor der
Verunreinigung mit Düngemitteln umfasst
    1 . Eine stärkere Berücksichtigung der Bodenzusammensetzung ,
    2 . Empfehlungen offizieller Berater für einen besseren Umgang
        mit Düngemitteln , insbesondere für
         - die zu verwendenden Düngemittelmengen ,
         - die sachgerechte Verwendung der Düngemittel .
Dunq
Bisher gibt est keine Regelungen über die Verwendung von Dung ,
jedoch werden mittelfristig Regelungen und eine Unterstützung
durch bestimmte Organisationen erwartet , um die Produktion , die
Lagerung , die Beförderung und die Verwendung von Abfällen aus
intensiver Viehzucht zu verbessern .
2 . Flämische Region
Die Verwendung von Stickstoffdünger ist auf 400 kg N pro Hektar
begrenzt .     Pro Hektar dürfen höchstens 4     ausgewachsene Stück
Vieh gehalten werden und die Lagerung von Gülle sowohl              in
unterirdischen als auch in oberirdischen Silos in einem Umkreis
von     2   km  einer  Grundwasserentnahmestelle   ist  genehmigungs ¬
pflichtig ; dies gilt auch für Rohfuttersilos ( Erd - und Graben¬
silos ) .
 ---pagebreak---                                  24
Das Ausbringen von Stickstoffdünger ( einschliesslich Gülle ) ist
zwischen dem 1 . September und dem 31 . Januar in einem Umkreis
von 2 km von Grundwasserentnahmestellen verboten .
Für neu errichtete Ställe wird eine Lagerkapazität für den in
sechs Monaten anfallenden Dung gefordert .    Seit Februar 1987
gibt es eine flexible Begrenzung für in Ställen ohne Weide ¬
möglichkeiten gehaltene Grossvieheinheiten .
Die flämische Exekutive bereitet zur Zeit eine Regelung über
Dung vor . Es wird vorgeschlagen , dass
1 . der Umweltminister ermächtigt wird , darüber zu entscheiden ,
     wann ,   wieviel und wie Gülle verwendet werden darf ;
     endgültige Vorschläge für spezielle Höchstwerte in diesem
     Bereich wurden bisher nicht vorgelegt ;
2 . der Minister für jede Viehzuchteinheit eine Abgabe auf Dung
     erhebt , die sich nach der Anzahl der Tiere und der Dung ¬
     produktion pro Hektar richtet ;
3 . Vorkehrungen zur Erweiterung einer oder mehrerer Dung ¬
     deponien getroffen werden , die zum Ausgleich zwischen
     Gebieten mit einem Überschuss an Dung und solchen mit einem
     Defizit dienen sollen .
DANEMARK
Chemische Düngemittel
Zur Zeit gibt es keine Gesetze , Vorschriften oder Überwachung
für die Verwendung von Stickstoff in chemischen Düngemitteln ,
mit Ausnahme einiger Naturschutzgebiete , Ufer bestimmter Seen¬
gebiete oder wichtiger Gebiete für die Grundwassergewinnung .
Durch eine Bekanntmachung des Landwirtschaftsministeriums
( Nr . 655 vom 9 . Oktober 1987 ) wurde festgelegt , dass alle
Landwirte ein Düngungsprogramm für ihre Ländereien erstellen
müssen . Ausserdem gilt , dass 1988 45 % der landwirtschaftlich
 ---pagebreak---                                    25
genutzten Fläche während der Herbstmonate bis zum 20 . Oktober
bepflanzt sein müssen . Dieser Anteil soll 1989 auf 55 % und
 1990 auf 65 % erhöht werden .
Duna
Die Verwendung von Dung ist in der Bekanntmachung Nr . 668 des
Landwirtschaftsministeriums vom 14 . Oktober 1987 geregelt . Die
wichtigsten Punkte dieser Regelung lauten wie folgt :
1 . Nach einer Übergangszeit muss die Lagerkapazität für auf dem
     landwirtschaftlichen Betrieb anfallenden Dung in der Regel
     für neun Monate bemessen sein .
2 . Der Viehbestand darf folgende Höchstwerte nicht über¬
     schreiten :
    Rinderhaltungsbetriebe       :  2,3 Tiereinheiten pro ha .
    Schweinehaltungsbetriebe     :  1,7 Tiereinheiten pro ha .
    Ackerbaubetriebe             :  1,7 Tiereinheiten pro ha .
    Falls die Anzahl der Tiere Über diesen Wert liegt ,        sind
    Vereinbarungen    mit landwirtschaftlichen Betrieben in der
    Nachbarschaft über die Lagerung des Dung zu treffen .
3 . Für Jauche gelten folgende Regelungen :
    - Auf abgeerntete Felder aufgebrachte Jauche muss innerhalb
       von zwölf Stunden untergepflügt werden .
    - Jauche darf nicht auf gefrorene oder schneebedeckte Felder
       ohne Vegetation aufgebracht werden .
    - Das Ausbringen auf nicht bepflanzten Feldern ist zwischen
       der Ernte und dem 1 . November verboten .
    - An Wochenenden ist das Ausbringen im Umkreis von 200 m
      Wohngebieten verboten .
 ---pagebreak---                                    26
    - Ein Abfluss in Wasserkreisläufe etc . muss ausgeschlossen
      sein .
4 . Örtliche Behörden können zusätzlich besondere Regelungen
    erlassen , wenn sie der Ansicht sind , dass die Verwendung von
    Dünger aus der Viehzucht eine Gesundheitsgefährdung
    darstellt .
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
In der    Bundesrepublik    Deutschland    gibt  es  eine  Reihe von
Gesetzen und Verordnungen ,     die entweder direkt oder indirekt
mit dem Schutz der Umwelt und insbesondere dem Gewässerschutz
zu tun haben .
1 . Wasserhaushaltsqesetz
Im   Wasserhaushaltsgesetz     ist    die   Möglichkeit   vorgesehen ,
bestimmte     " Wasserschutzgebiete "     einzurichten ,   in   denen
bestimmte Tätigkeiten verboten oder eingeschränkt werden
können , ( z.B. ein - zeitlich begrenztes - Verbot , chemische
Düngemittel auszubringen ) .
Nach    dem     Wasserhaushaltsgesetz     sind   Jauche ,   chemische
Düngemittel      und    Siloprodukte     als    gefährliche    Stoffe
hinsichtlich des Wassers einzustufen .
 ---pagebreak---                                   27
2 . Bundes-Immissionsschutzgesetz
In diesem Gesetz wird die Eintragung und Überwachung aller
Einrichtungen zur Tieraufzucht im Hinblick auf den Schutz der
Umwelt vor entsprechenden Emissionen geregelt . In dem Gesetz
werden Höchstwerte , die über die für die Einrichtungen
geltenden hinausgehen sowie bestimmte andere Anforderungen
festgelegt .
3 . Abfallgesetz
Das Abfallgesetz gilt insbesondere für Jauche ,           chemische
Düngemittel und Dung insoweit , " als das übliche         Mass der
landwirtschaftlichen Düngung überschritten wird ".
Durch das Gesetz werden die zuständigen Behörden ermächtigt ,
das Aufbringen von Jauche und Dung zu regeln .
FRANKREICH
Zur Unterstützung der Vorbeugemassnahmen gegen die durch die
Landwirtschaft verursachten Wasserverschmutzung durch Nitrate
wurde ein Aktionsprogramm beschlossen . Das Hauptziel des
Programms liegt in der Verbesserung der landwirtschaftlichen
Methoden zur Verringerung der Versickerung von Nitraten im
Boden     und    in    einer     verbesserten    Information    von
landwirtschaftlichen Beratern und Landwirten über dieses Thema .
Dabei wird der Schwerpunkt auf einen vernünftigen Umgang mit
Düngemitteln gelegt ,      d.h . nur die für die Pflanze unbedingt
erforderliche    Menge    an    Stickstoff   zur   richtigen   Zeit
einzusetzen .
Im Oktober 1987 wurde von den Ministern für Landwirtschaft und
Umwelt ein Aktionsprogramm zur Lösung der durch die
Intensivlandwirtschaf t hervorgerufenen Probleme beschlossen .
Das Programm bezieht sich auf. folgende Bereiche :
1 . Beschaffenheit der Exkrete ( z.B. Vermeidung von Verdünnung )
 ---pagebreak---                                   28
 2 . Lagerung : Landesweit ist gesetzlich eine Mindestlager-
     kapazität für Gülle von eine in 45 Tagen anfallende Menge
     vorgeschrieben . Aufgrund der Niederschlagsbedingungen liegt
     der Idealwert in der Bretagne bei einer Lagerkapazität von
     rund 6 Monaten . In der Praxis sollte eine Mindestkapazität
     von 4 Monaten angestrebt werden . Bei Dung liegt das Ziel in
     einer besseren Sammlung von flüssigem und festem      Dung    in
     nicht abgedeckten Lagern .
3 . Düngung :
     - Bessere Kombination von chemischen Düngemitteln und Dung
     - Bessere Düngung durch entsprechende Warnhinweise
     - Bessere Überwachung der Düngungspläne
     - Bessere Verfahren und Ausrüstungen .
4 . Beförderung und/ oder Verarbeitung :
     - Verbreitung von Anzeigen über Angebot und Nachfrage für
       Gülle und andere Exkrete über Minitel
     - Untersuchung von      Verarbeitungsverfahren     -   entweder
       feuchten ( Kompostierung ) oder trockenen      ( Granulation )
       Verfahren   -  für Gef lügelexkrete  im Hinblick auf die
       Beförderung
     - Untersuchung von Verarbeitungsverfahren für Schweinegülle .
GRIECHENLAND
Chemische Düngemittel
Bisher gibt es keine speziellen Gesetze , Verordnungen oder Ver¬
waltungsvorschriften über chemische Düngemittel . Vom
Ministerium für Landwirtschaft werden zahlreiche Fortbildungs ¬
seminare veranstaltet , in denen für bestimmte Pflanzen zu ver-
 ---pagebreak---                                  29
wendende Mengen chemischer Düngemittel empfohlen werden .
Darüber hinaus wird die kontrollierte Verwendung organischer
Düngemittel wie Dung und Gef lügelexkrete gefördert .
 In der Verordnung Nr . 8181/ 87 des Gesundheitsministeriums
werden die Bedingungen der Einrichtung und der Betriebsübung
eines    landwirtschaftlichen     Tierhaltungsbetriebs   geregelt .
Darüber hinaus enthält die Verordnung Regeln und Maßnahmen für
die Behandlung und den Umgang mit festen und flüssigen Abfällen
vor ihrer Lagerung .
Es gibt keine besondere Vorschrift zur Beseitigung von
Stickstoff    oder   anderen    Mineralien   vor   der   Lagerung ,
ausgenommen die Bestimmung , daß die Lagerung der direkten
Ableitung flüssiger Abfälle ins Wasser vorzuziehen ist .        Die
künftige Politik im Zusammenhang mit der Landwirtschaft und der
Umwelt wird auf folgende Themen ausgerichtet sein :
1 . Integration von Tierhaltungsbetrieben in
    Pflanzenproduktionssysteme , bei denen die Abfälle auf den
    Anbauflächen verwertet werden können und so der Bedarf an
    künstlichen Düngemitteln verrringert wird ;
2 . Ausbildung und Teilnahme von Landwirten an
    Umweltschutzvorhaben , um die Anwendung von Gesetzen und
    Verordnungen zu vereinfachen und wirksamer zu gestalten ;
3 . Vergrößerung und Neugründung von Tierhaltungsbetrieben und
    Geflügelfarmen gemäß den Anforderungen des Umweltschutzes .
LÜXEMBURG
In der Regel zielen es die Landes - und Bezirksbehörden vor , im
Umkreis von Grundwasserbrunnen Schutzgebiete einzurichten und
bestimmte Tätigkeiten , die eine Verschmutzung des Grund- oder
Oberflächenwassers bewirken , in diesen Gebieten einzuschränken
oder zu verbieten .
Um Umweltprobleme ,  die durch die intensive Landwirtschaft -
insbesondere die Schweinehaltung - verursacht werden , geht es
 ---pagebreak---                                     30
 in der Großherzoglichen Verordnung vom 18 . März 1982 .         Unter
 anderem werden in dieser Verordnung die Bedingungen für die
 Lagerung und das Ausbringen von festem und flüssigem Dung aus
der Schweinehaltung festgelegt .
 Darüber hinaus gibt es Empfehlungen der Ministerien                für
Landwirtschaft und Umwelt über das Ausbringen von Jauche .
IRLAND
Chemische Düngemittel
Es gibt keine gesetzliche Regelung zur Begrenzung der
Verwendung chemischer Düngemittel .         Zwar hat die Verwendung
dieser Düngemittel ,      insbesondere des Stickstoffs , in den
letzten 20 Jahren        beträchtlich zugenommen , doch war die
Ausgangsmenge dabei      so niedrig , daß auch die Verwendung im
derzeitigen Umfang       nicht als Ursache für eine ernsthafte
Bedrohung der Umwelt    angesehen wird .
Die in Irland zuständigen Stellen für Forschung und Beratung
haben    den   für   verschiedene    landwirtschafliche    Unternehmen
angemessenen      Einsatz    von     Düngemitteln    untersucht    und
entsprechende Empfehlungen herausgegeben .         Diese Empfehlungen
werden den       Landwirten   im Rahmen von Ausbildungs - und
Beratungstätigkeiten übermittelt .
Dung
Es   wurde    ein   umfassendes    und   integriertes   Programm   von
Maßnahmen zur Bekämpfung der Wasserverschmutzung , insbesondere
durch     landwirtschaftliche     Tätigkeiten ,    aufgestellt .   Die
wichtigsten Punkte des Programms lauten wie folgt :
1 . Erweiterung der Befugnisse der örtlichen Behörden zur
    Regelung bestimmter Praktiken (wie der Silo-Lagerung und des
    Ausbringens von Dung ) , die , nach Meinung der Behörden , die
    Gefahr einer Verschmutzung darstellen .
 ---pagebreak---                                   31
2 . In jeder Grafschaft wurden bestimmte Einheiten eingerichtet ,
    die Erhebungen bei den landwirtschaftlichen Betrieben
    durchgeführt haben oder noch durchführen , mit deren Hilfe
    potentielle Quellen der Wassersverschmutzung ermittelt
    werden sollen .   Gegebenenfalls werden Folgemaßnahmen
    durchgeführt .
3 . An alle Landwirte werden Broschüren verteilt , mit
    Ratschlägen , Leitlinien und Empfehlungen zur Vermeidung der
    Verschmutzung .
4 . Es bestehen bereits Regelungen , die die Vergrößerung eines
    landwirtschaftlichen Betriebs ohne Planungsgenehmigung
    beschränken .
5 . Im Rahmen des " Farm Improvement Schema " ( Plan zur
    Verbesserung der landwirtschaftlichen Betriebe ) können
    finanzielle Beihilfen für die Lagerung landwirtschaftlicher
    Abfälle und für Düngemaschinen gewährt werden .
ITALIEN
Dung
In Italien ist dieses Thema im staatlichen Gesetz Nr . 319/ 76 ,
dem sogenannten Gesetz zur Kontrolle der Wasserverschmutzung ,
geregelt .         In    diesem   Gesetz    werden     zwei Arten
landwirtschaftlicher Betriebe unterschieden :
- Industrielle landwirtschaftliche Betriebe , d.h . Betriebe ohne
   Ackerland oder mit nicht genügend Acherland , um die
   Exkremente zur Düngung auszubringen ;
- bäuerliche landwirtschaftliche Betriebe , d.h . Betriebe mit
   ausreichend Ackerfläche , um den Dung auszubringen .
Die Betriebe der ersten Kategorie fallen unter das staatliche
Gesetz , während für die Betriebe der zweiten Kategorie die von
der jeweiligen Region beschlossenen Regelungen gelten .
 ---pagebreak---                                 32
Drei Arten der Beseitigung von Exkrementen sind zulässig :
- Ableitung in Oberflächengewässer - dieses Verfahren erfordert
   eine Behandlung der Abwässer in geeigneten Anlagen ;
- Ableitung in öffentliche Kanalisationsanlagen mit
  entsprechenden Reinigungsvorrichtungen ;
- Ausbringen auf Ackerland .
Die industriellen landwirtschaftlichen Betriebe wählen in der
Regel das erste Verfahren während die bäuerlichen Betriebe fast
ausschließlich das dritte Verfahren anwenden .
Für bäuerliche Betriebe ist mindestens eine Lagerkapazität für
die in drei Monaten anfallende Menge Gülle/ Dung vorgeschrieben .
Das Ausbringen der Exkremente ist dann erlaubt , wenn die
verwendeten Mengen für die landwirtschaftliche Produktion
sinnvoll sind und keine giftigen Stoffe enthalten , die sich in
Lebensmitteln anreichen können oder nicht biologisch abbaubar
sind .
Auf Ackerland , auf dem das Ausbringen von Dung erlaubt ist ,
darf die Höchstmenge ausgebrachter Exkremente die bei 4 Tonnen
Vieh pro Hektar aufallende Menge nicht überschreiten .
Die örtlichen Behörden können diese Menge herabsetzen , wenn die
physikalisch-chemischen und hydrogeologischen Bedingungen des
Ackerlandes dies erfordern .
DIE NIEDERLANDE
Chemische Düngemittel
In den Niederlanden ist die Verwendung chemischer Düngemittel
aufgrund fehlender geeigneter Überwachungsmöglichkeiten nicht
 ---pagebreak---                                  33
 geregelt . Einzige Ausnahme bildet ein Vorschlag für ein Verbot
 der Verwendung chemischer Düngemittel in Wassereinzugsgebieten .
 Die Politik ist daher mehr auf die Förderung einer sinnvollen
Anwendung als auf die Festlegung von Vorschriften gerichtet .
Duna
Aufgrund der Tatsache , daß die Produktion von Dung von 44 Mio
Tonnen im Jahre 1950 auf 94 Mio Tonnen im Jahre 1986 gestiegen
 ist , wurden vor kurzem Maßnahmen ergriffen , um eine weitere
Zunahme    der  Produktion  zu  verhindern  und das  Problem  von
Überschüssen zu lösen , die Düngeperioden zu begrenzen und die
Ammoniakfreisetzung zu bekämpfen .
Diese Maßnahmen können wie folgt zusammengefaßt werden :
- Erweiterung der Regelungen zur Verhinderung einer vermehrten
   Dungsproduktion ( seit 1986 in Kraft ) ,
- praktische Anleitungen zur Verwendung von Dung ,
- Überwachung und Aufzeichung der Dungproduktion zur Berechnung
   von Abgaben und Einführung künftiger Kontrollen ,
- Festlegung von Zeiträumen , in denen die Düngung mit Dung
   verboten ist .
PORTUGAL
Derzeit gibt es keine gesetzliche Regelung über die Verwendung
chemischer Düngemittel in der Landwirtschaft . Desgleichen gibt
es keine besonderen rechtlichen Kontrollen über die Verwendung
von Dung .
 ---pagebreak---                                34
SPANIEN
Chemische Düngemittel
Es gibt keine staatlichen Gesetze , durch die die Verwendung
chemischer Düngemittel in der Landwirtschaft geregelt wird .
Dies gilt auch für die autonomen Regionen Spaniens .
Duna
In Spanien gibt es keine staatlichen oder regionalen Gesetze ,
die sich speziell mit der Überwachung und Regelung der
intensiven Viehwirtschaft und der Verwendung von Dung
beschäftigen .
Die intensive Landwirtschaft wird weiterhin durch allgemeine
Gesetze geregelt .
 ---pagebreak---                                     35
VEREINIGTES KÖNIGREICH
Chemische Düngemittel
In den letzten Jahren wurden verstärkte Anstrengungen im
Bereich      Forschung    und   Aufklärung    unternommen ,    um  der
schädlichen übermäßigen Verwendung von Stickstoff ein Ende zu
bereiten . Leitlinien zur Verwendung von Düngemittel werden in
Ratgebern veröffentlicht , einschließlich der Leitlinien des
" Code    of    Good   Agricultural    Practice "   ( Kodex   für  die
Landwirtschaft ) , der im Rahmen des Control of Pollution Act
 ( Gesetz zur Überwachung der Umweltverschmutzung ) von 1974 quasi
Gesetzesstatus hat .        In umfangreichen staatlich und privat
finanzierten Forschungsarbeiten wird weiterhin nach Verfahren
gesucht , um die Stickstof faufnähme der Pflanzen an auf ein
Maximum zu vergrößern , und so den im Boden abgelagerten Teil ,
der als Nitrate ins Grundwasser sickert , zu verringern .
Dung
Vielfältige Forschungsarbeiten über die wirksame Verwendung von
Dung , Gülle und anderen landwirtschaftlichen Abfällen , die auf
das Ackerland ausgebracht werden ,           wurden mit dem Ziel
durchgeführt , die Gefahr der Umweltverschmutzung so weit wie
möglich zu verringern .
Die      aufgrund     der     Forschungsergebnisse      durchgeführten
Aufklärungsanstrengungen konzentrieren sich im wesentlichen auf
vier Hauptpunkte :
- Verringerung der Abfallmengen , die gelagert und beseitigt
    werden müssen , z.B. durch getrennte Sammel - und
    Kanalisationssysteme für sauberes und verunreinigtes Wasser ;
- Verbesserung der Lagerungsbedingungen , z.B. durch
    entsprechende Auslegung und Größe von Tanks und Klärteichen
    und Entwicklung neuer Materialien für Siloböden ;
 ---pagebreak---                                  36
- Verbesserung der Techniken für ein sicheres Ausbringen des
  Dungs auf Ackerland z.B. durch Pumpen und Sprühsysteme mit
  geringem Durchsatz und neue Arten von Düngerstreuern ;
  Hinweise für Landwirte auf Gebiete , Wetter- und
  Bodenbedingungen , in bzw . unter denen gedüngt werden kann ;
- Betonung der Notwendigkeit , die Nutzung von
  Pflanzennährstoffen zu erhöhen .
Alle   vier  Elemente    werden   in    den  beratenden  Schriften
einschließlich   des    Code   of    Good   Agricultural  Practice
behandelt .  Darüber hinaus steht den einzelnen Landwirten ein
kompletter Beratungs - und Plannungsdienst über die Überwachung
und Beseitigung von Abfällen zur Verfügung .
 ---pagebreak---                                   37
VIII . VORSCHLÄGE FÜR MASSNAHMEN DER GEMEINSCHAFT
 Da einige Mitgliedstaaten bereits rechtliche Regelungen über
die intensive Viehwirtschaft getroffen haben , ist es - nicht
nur zum Schutze der Umwelt sondern auch zur Vermeidung von
Wettbewerbsverzerrungen - dringend geboten , Maßnahmen auf
Gemeinschaftsebene vorzuschlagen .
Mit diesem Vorschlag soll verhindert werden ,               daß die
Konzentration der Nitrate im Wasser ein Niveau erreicht , durch
das die übliche Verwendung des Wassers beeinträchtigt wird oder
das zur Eutrophierung führt .        Die Gewässer der Gemeinschaft
dienen   vielen  verschiedenen    Zwecken .    Sie  sind  nicht  nur
Trinkwasserquelle , sondern sind auch für den Fremdenverkehr von
beträchtlichem Wert , sie sind ein Transportmittel , dienen der
Erholung und Freizeit , sind grundlegend für die Fischwirtschaft
und besitzen sogar einen Wert an sich aufgrund der ihnen
eigenen Schönheit . Durch den vorliegenden Vorschlag sollen die
diffusen Quellen der Nitratverschmutzung überwacht werden , so
daß    diese    und   andere     übliche    Verwendungszwecke    der
Gemeinschaftsgewässer nicht beeinträchtigt werden .
Es    wird    davon   ausgegangen ,     daß    die   Probleme    der
Nitratverschmutzung nicht in allen Gewässern der Gemeinschaft ,
wie Süßwasser , Grundwasser , Meeresbuchten , Küstengewässer und
Meerwasser , gleichermaßen auftreten .      Bestimmte Gebiete sind
weitaus stärker gefährdet als andere .        Daher werden in dem
vorliegenden    Vorschlag    vor    allem   Maßnahmen    für   diese
gefährdeten Gebiete festgelegt .         Die Mitgliedstaaten sind
aufgefordert , solche Gebieten ( Artikel 3 ) aufgrund von in
Anhang I festgelegten Kriterien zu ermitteln .
Diese Kriterien beziehen sich auf
- die Nitratkonzentration in Gewässern , die der
   Trinkwasserversorgung dienen und
 ---pagebreak---                                     38
 – Gefahr einer Eutrophierung der jeweiligen Gewässer           .
 Bei Gewässern , mit mehreren Anrainerstaaten sind Vorkehrungen
 für eine Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der Ermittlung
 der entsprechenden gefährdeten Gebiete getroffen .
 Innerhalb der gefährdeten Gebiete haben die Mitgliedstaaten
 eine Reihe von Maßnahmen zu treffen . Die Beseitigung von Dung
 stellt für zahlreiche Mitgliedstaaten ein großes Problem dar ,
 insbesondere weil der Dung von den Landwirten häufig als
Abfallprodukt und nicht als Nährstoffquelle angesehen wird .          In
dem vorliegenden Vorschlag wird die Höchstmenge von Dung
verschiedener Tiere , die auf Ackerland aufgebracht werden darf ,
 festgeigt .     Darüberhinaus      werden     die      Mitgliedstaaten
aufgefordert , Vorschriften über die Verwendungsverfahren für
Dung und die Lagerkapazitäten zu erlassen .
Die Mitgliedstaaten sind außerdem aufgefordert , im Hinblick auf
Artikel 1 bestimmte Quoten für die Verwendung chemischer
Düngemittel       auf     Ackerland     festzulegen ,      wobei    die
Stickstof fauf nähme verschiedener Pflanzen aus dem Boden und die
im Boden verbleibende Stickstoffmenge , einschließlich der durch
die Verwendung anderer Düngemittelarten wie Klärschlamm , Dung
etc . aufgebrachten Menge , zu berücksichtigen sind .
Für        gefährdete       Gebiete ,      die       aufgrund       von
Eutrophierungsproblemen        ermittelt     wurden ,      haben    die
Mitgliedstaaten zu gewährleisten , daß Klärwerke , die in
Gewässer ableiten , die in oder durch diese Gebiete fließen ,
ihre Abwässer so behandeln , daß die Nitratkonzentration unter
10 mg pro Liter liegt .
Zusätzlich     dazu   werden   in  Artikel    4,   Abs . 3  zahlreichen
Maßnahmen aufgeführt ,     die die Mitgliedstaaten ebenfalls zu
berücksichtigen haben .
( 1 ) Der Begriff Eutrophierung wird in Artikel 2 so definiert ,
      daß er sich nur auf Gewässer bezieht , in denen Stickstoff
      Minimumstoff ist . Eutrophe Gewässer , in denen Phosphor
      Minimumstoff ist , fallen nich unter diesen Vorschlag .
 ---pagebreak---                                  39
Um zu entscheiden , welche Gebiete zu gefährdeten Gebieten
erklärt werden , und um die erzielten Erfolge zu ermitteln ,
werden die Mitgliedstaaten eine regelmäßige Überwachung
durchführen .      Einzelheiten dieser Überwachung und die
entsprechenden Analysemethoden werden in Anhang IV dargelegt .
Die   Ergebnisse     der Überwachung werden der      Kommission
übermittelt , die im Abstand von jeweils drei Jahren einen
Bericht erarbeitet .
In bestimmten Abständen könnte es notwendig werden , die
technischen Bestimmungen der Richtlinie zu aktualisieren . Die
Einsetzung    eines     entsprechenden Ausschusses ,  der   die
vorgeschlagenen Maßnahmen erörtert , ist in dem vorliegenden
Vorschlag vorgesehen .
Abbildung 1 zeigt den Zeitplan für die Annahme und Durchführung
dieser Richtlinie .
 ---pagebreak---                                                  - 40-
 Abbildung 1
 Bekanntgabe der Richtlinie
+ 2 Jahre      . Ermittlung gefährdeter Gebiete        Uberwachung der Gewàsser
                            Artikel 3 Absatz 1         Artikel 5
                                                       Anhang IV , 1 a ) und c )
+ 4 Jahre      . Einleitung notwendiger Maßnahmen      Erarbeitung eines . Be.r.ichts
                            Artikel 4
                                                       Artikel 9
                                                       Anhang V
♦ 6 Jahre . Prüfung der Einstufungen .                 Uberwachung der Gewass ec
                            Artikel 3 , Absatz 4       Artikel 5
                                                       Anhang IV , 1 b ) und c )
+ 8 Jahre
                                                       Erarbeitung eines . Ber.ichts.
                                                       Artikel 9 , Anhang V
 ---pagebreak---                                     41
  Teil B. Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über Maßnahmen
    der Gemeinschaft zum Schutz von Süß-, Küsten- und Meerwasser
     vor der Verunreinigung durch Nitrate aus diffusen Quellen .
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 130 S ;
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Im Vierten Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für
den Umweltschutz         heißt es , daß die Kommission beabsichtigt ,
einen Vorschlag für eine Richtlinie über die Überwachung und
Verringerung der Gewässerverschmutzung aufgrund des Ausbringens
oder Ableitens von Tierhaltungsabfällen und der exzessiven
Verwendung von Düngemitteln vorlegen wird .
In der Entchließung des Rates 88/ C209/ 02 vom 28 . Juni 1988 wird
die Kommission aufgefordert , diesen Vorschlag so bald wie
möglich vorzulegen .
In dem Programm heißt es außerdem , daß die Kommission ihr
Augenmerk besonders auf die Verschmutzung richten soll , von der
mehrere Mitgliedstaaten gleichzeitig betroffen sind .
( 1 ) ABI . Nr . C 328 vom 7.12.1987 , S. 1
 ---pagebreak---                                        42
 Zum    Nutzen     der   gemeinschaftlichen     Landwirtschaft     ist   die
 Verwendung von bestimmten stickstoffhaltigen Düngemitteln und
 Dung erforderlich .
 In der im Grünbuch der Kommission der Europäischen
 Gemeinschaften mit dem Titel " Perspektiven für die gemeinsame
 Agrarpolitik" dargelegte Reform der gemeinsamen Agrarpolitik
 wird die exzessive Verwendung von Düngemitteln als Gefahr für
 die Umwelt ermittelt , die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen
 zur     Kontrolle      der    Probleme      aufgrund     der    intensiven
Viehwirtschaft und die Notwendigkeit einer Agrarpolitik , die
 die Umweltpolitik stärker berücksichtigt , festgestellt .
 Bestimmte Einzugsgebiete ,          von Gewässern ,       die von der
Verschmutzung durch Stickstoffverbindungen                 bedroht sind ,
benötigen einen besonderen Schutz .
Wichtigstes Ziel aller Maßnahmen im Zusammenhang mit der
Verwendung von Stickstof fverbindungen auf landwirtschaftlichen
Flächen     muß   der  Schutz   der   menschlichen   Gesundheit    und  der
Umwelt vor schädlichen Auswirkungen sein , die durch die
Lagerung von Stickstof fverbindungen und durch ihr Ausbringen
auf      landwirtschaftliche       Flächen     sowie    durch     bestimmte
Bewirtschaftungsmethoden verursacht werden .
Zum    Schutz    des   Süßwassers    in   der  Gemeinschaft    sollte   die
Verwendung von Dung und ähnliche Stoffen gefördert werden , um
die natürlichen Ressources zu bewahren .
Nach       dem      zweiten    Aktionsprogramm        der     Europäischen
Gemeinschaften für den Umweltschutz ( ^ hat die Kommission dem
Rat Vorschläge zur Verringerung der durch intensive Viehzucht
entstehenden Schäden und über Höchstwerte für das Ausbringen
von Abfällen auf Anbauflächen zu unterbreiten .
( 1 ) ABI . Nr . C 139 vom 13.6.1977 , S. 1
 ---pagebreak---                                 43
Es ist erforderlich , bestimmte Referenzmethoden zur Messung von
Stickstoffverbindungen    festzulegen ,   um   eine  ausreichende
Vergleichbarkeit der Messungen und Ergebnisse zu gewährleisten .
Aufgrund des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts
kann eine rasche Anpassung bestimmter technischer Vorschriften
notwendig   sein ,   und   um   die     Einführung  der   hierfür
erforderlichen Maßnahmen zu erleichtern ,    sollte ein Verfahren
zur engen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der
Kommission festgelegt werden .
Die Kommission sollte regelmäßig über die Durchführung dieser
Richtlinie in den Mitgliedstaaten Bericht erstatten .
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN
 ---pagebreak---                                     44
                                Artikel 1
 Diese      Richtlinie     gilt      für    die    Verwendung     von
 Stickstoffverbindungen       auf    landwirtschaftlichen    Flächen ,
 landwirtschaftliche       Bewirtschaftungsverfahren      und     die
 Behandlung von städtischen Abwässern und soll verhindern daß :
 a ) die Nitratkonzentration in Süßwasser - sowohl Oberflächen¬
      ais auch Grundwasser - ein Niveau erreicht , durch das die
      ordnungsgemäßen Verwendungsmöglichkeiten des Wassers
      beeinträchtigt werden .
 b ) eine Eutrophierung von Oberflächen-, Meeresbuchten-, Küsten -
     und Meerwasser stattfindet .
                               Artikel 2
Im Sinne dieser Richtlinie bedeutet
a ) Grundwasser : alles unterirdische Wasser in der
     Sättigungszone , das in unmittelbarer Berührung mit dem Boden
     oder dem Untergrund steht ;
b ) Süßwasser : natürlich vorkommendes Wasser mit geringer
     Salzkonzentration , das häufig zur Gewinnung und Aufbereitung
     als Trinkwasser geeignet ist ;
c ) Stickstof fverbindung : jeder stickstof fhaltige Stoff ,
     ausgenommen gasformiger Molekularstickstof f ;
d ) Viehbestand : alle Tiere , die zu Nutzzwecken oder zu
     gewerblichen Zwecken gehalten werden ;
e ) Düngemittel : jeder Stoff , der eine oder mehrere
     Stickstoffverbindungen enthält und auf landwirtschaftlichen
     Flächen zur Erhöhung des Pflanzenwachstums verwendet wird ;
 ---pagebreak---                                      45
      hierunter können auch Dung ( einschließlich Abfälle aus
      Fischzuchtbetrieben ) und Klärschlamm fallen ;
 f ) chemische Düngemittel : jedes Düngemittel , das chemisch
      hergestellt wird ;
 g ) Dung ; natürliche von Vieh ausgeschiedene Abfallprodukte ,
      oder eine Mischung aus Mist und natürlichen von Vieh
      ausgeschiedenen Abfallprodukten , unabhängig davon , ob das
      Vieh im Freien weidet oder in Intensivtierhaltungsbetrieben
      oder in Fischzuchtbetrieben gehalten wird ;
 h ) Verwendung auf landwirtschaftlichen Flächen : Ausbringen von
      Stoffen auf landwirtschaftliche Flächen , entweder durch
     Aufstreuen auf die Oberfläche , Einspritzung in den Boden ,
     Verbringen direkt unter die Oberfläche , Vermischung mit den
     Oberflächenschichten oder Einleitung in Gräben oder
     Wasserläufe auf dem Gelände ;
 i ) Eutrophierung : Anreichung des Wassers mit Nährstoffen ,
     wobei Stickstoff Minimumstoff ist , wodurch ein verstärktes
     Wachstum von Algen und höheren Pflanzenformen verursacht
     wird und das Gleichgewicht der Organismen und die Qualität
     des -. betroffenen Wassers in unerwünschter Weise
     beeinträchtigt wird .
j ) gefährdete Gebiete : Gebiete , die von einem Mitgliedstaat
     gemäß Artikel 3 Absatz 1 bezeichnet werden .
                                 Artikel 3
1 . Die Mitgliedstaaten werden innerhalb von zwei Jahren nach
     Bekanntgabe dieser Richtlinie alle Gebiete angeben , die
     durch        eine     Verunreinigung     des    Wassers     mit
     Sticktof fverbindungen gefährdet sind .      Diese gefährdeten
     Gebiete sind gemäß den Kriterien in Anhang 1 zu ermitteln .
2 . Fließt ein Fluß eines Mitgliedstaates in gefährdete Gebiete
     eines      anderen   Mitgliedstaates ,  so   wird   der   erste
 ---pagebreak---                                     46
    Mitgliedstaat dem zweiten Mitgliedstaat und der Kommission
    innerhalb von zwei Jahren nach Bekanntgabe dieser Richtlinie
    die notwendigen Informationen übermitteln .
3 . In diesen Fällen wird der erste Mitgliedstaat die
    notwendigen Maßnahmen ergreifen , um das entsprechende Gebiet
    in seinem Hoheitsgebiet gemäß Absatz 1 als gefährdetes
    Gebiet einzustufen , und Maßnahmen gemäß Artikel 4 dieser
    Richtlinie ergreifen ,     so als ob die Gewässer auf seinem
    Hoheitsgebiet den Kriterien nach Anhang 1 ( i ) ,      ( ii ) oder
     ( iii ) entsprechen .
4 . Die      Mitgliedstaaten    werden    ihre  Einstufungen ,    wenn
    notwendig , jedoch mindestens alle drei Jahre prüfen und
    gegebenenfalls ändern , um Veränderungen und zum Zeitpunkt
    der      ersten   Einstufung    unvorhergesehene   Faktoren     zu
    berücksichtigen ;      sie werden die Kommission von den
    Einzelheiten      jeder    Änderung    des  Verzeichnisses     der
    gefährdeten Gebiete unterrichten .
                                Artikel 4
1 . Zur Verwirklichung der in Artikel 1 genannten Ziele werden
    die Mitgliedstaaten innerhalb von vier Jahren nach
    Bekanntgabe dieser Richtlinie oder innerhalb eines Jahres
    nach jeder weiteren Einstufung hinsichtlich der gefährdeten
    Gebiete
    a ) alles Notwendige unternehmen , um zu gewährleisten , daß
         bei jedem Ackerbau– oder Tierhaltungsbetrieb nicht mehr
         Dung auf den Boden aufgebracht wird , als wir der in
         Anhang 2 festgelegten Zahl an Tieren produziert wird .
         Wenn in gefährdeten Gebieten besondere Umstände einen
         längeren Zeitraum für die Durchsetzung dieser Grenzwerte
         erforderlich machen , kann die Kommission eine
         Fristverlaengerung auf Ersuchen eines Mitgliedstaaten
         gewaehren .
    b) zu folgenden Punkten Vorschriften festlegen :
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          i ) Zeiträume , in denen die Verwendung von Dung auf
              landwirtschaftlichen Flächen verboten ist ;
        ii ) Verwendung von Dung auf geneigten landwirtschaftlichen
              Flächen ;
       iii ) Verwendung von Dung auf nassen , überschwämmten und
              gefrorenen oder schneebedeckten Böden ;
        iv ) Mindestabstand zwischen Wasserläufen und dem Bereich ,
              auf dem Dung verwendet wird .
         v ) Fassungsvermögen des Behälters zur Lagerung von Dung ,
              das größer sein muß als die für die Lagerung von Dung
              während des längsten Zeitraumes , in dem die Verwendung
              von Dung auf landwirtschaftlichen Flächen in den
              gefährdeten Gebieten verboten ist , erforderliche
              Kapazität , außer wenn bei der zuständigen Behörde
              nachgewiesen werden kann ;, daß die die gegebene
              Lagerkapazität übersteigende Menge so beseitigt werden
              kann , daß kein Schaden an der Umwelt entsteht ;
        vi ) Bauweise der Lagerbehälter einschließlich Maßnahmen
              zur Verhinderung des Durchsickerns von Flüssigkeiten
              in den Boden und des Ablaufens von Regenwasser von
              Gebäuden oder von Oberflächenwasser in den
              Lagerbehälter .
2 . Für die in Absatz 1 genannten Gebiete , Zeiträume und Zwecke
    legen die Mitgliedstaaten folgendes fest ;
    a ) maximale Quoten für die Verwendung chemischer Düngemittel
         auf landwirtschaftlichen Flächen unter Berücksichtigung :
         i ) der Stickstoffaufnahme durch die angebauten Pflanzen
 ---pagebreak---                                     48
        ii ) des Stickstoffgehaltes des Bodens , einschließlich
             unter anderem des durch die Aufbringung von Dung
             zugeführten Stickstoffs ;
    b ) Vorschriften zu folgenden Punkten :
         i ) Zeiträume , in denen die Verwendung chemischer
             Düngemittel auf landwirtschaftlichen Flächen verboten
             ist ;
        ii ) Aufbringen chemischer Düngemittel auf nassen ,
             überschwemmten und gefrorenen oder schneebedeckten
             Böden ;
       iii ) Mindestabstand zwischen Wasserläufen und dem Bereich ,
             in dem chemische Düngemittel verwendet werden .
3 . In diesen Gebieten und innerhalb des in Absatz 1 genannten
    Zeitraumes werden die Mitgliedstaaten weitere Maßnahmen ,
    einschließlich der in Anhang 3 genannten Maßnahmen erwägen ,
    um die Ziele nach Artikel 1 zu erfüllen .
4 . Die Mitgliedstaaten stellen sicher , daß städtische Abwässer
    in Höhe eines testen Einwohnerbestandes von 5.000 oder mehr ,
    die direkt oder indirekt in ein nach Artikel 3 und Anhang 1
     ( iii ) eingestuftes gefährdetes Gebietes abgeleitet werden ,
    so behandelt werden ,      daß der Gesamtstickstoffgehalt der
    anschließend abgeleiteten Abwässer 10 mg pro Liter nicht
    überschreitet .
5 . Die Mitgliedstaaten stellen ferner sicher , daß über die
    entsprechende Gesamtmenge von Stickstoff aus künstlichen
    Düngemitteln und Tierdung , die in den gefährdeten Gebieten
    pro Jahr verwendet werden , die Gesamtfläche der Gebiete in
    ha und die Anzahl und Art des Viehbestandes pro ha Buch
    geführt wird .
6 . Für Flächen außerhalb der gefährdeten Gebiete sollten die
    Mitgliedstaaten erwägen , die nach Absatz lb ) und 2a ) und b )
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      erlassenen Vorschriften , die Viehbestandsquoten nach Anhang
      2 und die in Anhang 3 festgelegten Maßnahmen in Leitlinien
      für eine sinnvolle Landwirtschaft aufzunehmen .
                               Artikel 5
 1 . Die Mitgliedstaaten überwachen ihre Gewässer gemäß Anhang 4 .
 2 . Dabei werden die in Anhang 4 dieser Richtlinie beschriebenen
     Referenzmeßmethoden angewendet .
                               Artikel 6
Die in den Anhängen dieser Richtlinie enthaltenen technischen
Vorschriften       von    der      Kommission   entsprechend     dem
wissenschaftlichen und technischen Fortschritt geändert können .
Für diese Änderungen wird das Verfahren nach Artikel 8
gewendet .
                               Artikel 7
a)     Es wird ein Regelungsausschuß , im folgenden " Ausschuß "
     genannt , eingesetzt , um die in Artikel 6 vorgesehenen
     Änderungen vorzunehmen ;     der Ausschuß setzt sich aus
     Vertretern der Mitgliedstaaten zusammen und wird von einem
     Vertreter der Kommission geleitet .
b)    Darüber hinaus wird der Ausschuß die Kommission in allen
     Fragen unterstützen , die die Kommission dem Ausschuß
     vorlegt . In diesen Fällen nimmt der Ausschuß eine beratende
     Funktion wahr ; es erfolgt keine Abstimmung .
c ) Der Ausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung .
                              Artikel 8
1 . In den Fällen , in denen das in diesem Artikel festgelegte
     Verfahren    anzuwenden     ist ,   wird  die    entsprechende
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    Angelegenheit dem Ausschuß durch seinen Vorsitzenden
    entweder auf dessen eigene Initiative oder auf die Bitte
    eines Vertreters eines Mitgliedstaates hin vorgetragen .
2 . Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen
    Entwurf der zu treffenden Maßnahmen , die getroffen werden
    sollen .    Der Ausschuß nimmt zu dem Entwurf innerhalb einer
    vom Vorsitzenden gemäß der Dringlichkeit der Angelegenheit
    festgesetzten Frist Stellung . Die Stellungnahme erfolgt mit
    der nach Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages bei Beschlüssen
    des Rates , die auf Vorschlag der Kommission zu fassen sind ,
    erforderlichen    Mehrheit .     Die Stimmen der  Vertreter  der
    Mitgliedstaaten im Ausschuß werden , wie in dem genannten
    Artikel festgelegt , gewogen .       Der Vorsitzende ist nicht
    stimmberechtigt .
3 . ( a ) Die Kommission beschließt die geplanten Maßnahmen , wenn
          sie mit der Stellungnahme des Ausschusses
          übereinstimmen .
    ( b ) Falls die geplanten Maßnahmen mit der Stellungnahme des
          Ausschusses nicht übereinstimmen oder falls keine
          Stellungnahme abgegeben wird , unterbreitet die
          Kommission dem Rat umgehend einen Vorschlag über die
          geplanten Maßnahmen . Der Rat entscheidet mit
          qualifizierter Mehrheit .
    ( c ) Wird der Rat binnen drei Monaten nach Vorlage des
          Vorschlags nicht tätig , so werden die vorgeschlagenen
          Maßnahmen von der Kommission beschlossen .
                               Artikel 9
Die Mitgliedstaaten legen der Kommission innerhalb von vier
Jahren nach Bekanntgabe dieser Richtlinie und danach alle vier
Jahre einen Bericht mit den in Anhang 5 beschriebenen
Informationen sowie allen weiteren zutreffenden Informationen
von der Kommission mindestens sechs Monate vor Fälligkeit eines
solchen Berichts verlangten Angaben vor .
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                            Artikel 10
Auf der Grundlage der gemäß Artikel 9 erhaltenen Informationen
veröffentlicht  die  Kommission  alle vier Jahre  einen Bericht .
Anhand  dieser  Berichte  unterbreitet  die  Kommission dem  Rat
gegebenenfalls entsprechende Vorschläge .
                            Artikel 1 1
Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts - und
Verwaltungsvorschriften , um dieser Richtlinie binnen zwei
Jahren nach ihrer Bekanntgabe nachzukommen .     Sie setzen die
Kommission unverzüglich davon in Kenntnis .
                            Artikel 12
Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
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                               ANHANG 1
Als gefährdete Gebiete sind solche einzustufen , die direkt oder
indirekt Einzugsgebiet eines oder mehrerer der folgenden
Gewässer sind :
( i ) Oberflächensüßwasser , das zur Entnahme von Trinkwasser
      bestimmt ist und dessen Nitratgehalt auf über 50 mg/ Liter
      ansteigen könnte , wenn keine Schutzmaßnahmen getroffen
      werden ;
( ii ) Grundwasser , das zur Entnahme von Trinkwassr bestimmt ist
       und dessen Nitratgehalt über 50 mg/ Liter beträgt oder
       betragen könnte , wenn keine Schutzmaßnahmen getroffen
       werden ;
( iii ) Natürliche Süßwasserseen , andere natürliche
        Süßwasservorkommen , Meeresbuchten , Küstengewässer und
        Meere , bei denen eine Eutrophierung festgestellt wurde ,
        oder bei denen in Kürze eine Eutrophierung droht , wenn
        keine Schutzmaßnahmen getroffen werden .
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                               ANHANG 2
Höchstzahl dunqerzeuqender Tiere pro Helctar der für die Düncrunq
          mit Duner verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche
                                     Höchstzahl der Tiere pro
       Tiere                         Hektar ( 1 )
       Milchkühe                                    2
       Kälber oder Rinder                           4
       Mastschweine                                16
       Sauen mit Ferkeln                            5
       Puter , Enten                              100
       Legehennen                                 133
       Junghennen , 0-16 Wochen                   285
( 1 ) Die Zahlen sind nicht kumulierbar
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                                 ANHANG 3
 Maßnahmen , die bei der Aufstellung eines Aktionsprogramms nach
              Artikel 4 . Abs . 3 zu berücksichtigen wird
1 . Einschränkung oder Verbot des Unterpf lügens von Gemüse .
2 . Verhinderung des Absickerns des Wassers unterhalb des
    Wurzelwerks der Pflanzen bei Bewässerungssystemen .
3 . Anwendung wechselnder Fruchtfolgesysteme und Anbau von
    Zwischenfrüchten .
4 . Möglichst lange Bedeckung des Bodens mit Nutzpflanzen oder
    anderer Vegetation .
5 . Stillegung oder Wiederaufforstung landwirtschaftlicher
    Flächen .
6 . Diversifizierung der Landwirtschaft .
7 . Fortgesetzte Information und Ausbildung der Landwirte und
    Produzenten .
8 . Wissenschaftliche und agronomische Forschung zum Verhalten
    des Stickstoffs im Boden und in den Pflanzen .
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                                     ANHANG 4
Häufigkeit der Überwachung
 1 . Zum Zwecke der Einstufung und der Überprüfung der Einstufung
     von gefährdeten Gebieten werden die Mitgliedstaaten folgende
     Maßnahmen ergreifen :
     a ) Überwachung der Nitratkonzentration im Süßwasser über
           einen Zeitraum von einem Jahr innerhalb von zwei Jahren
           nach Bekanntgabe der Richtlinie , und zwar
            ( i ) an für die Wassereinzugsgebiete der Mitgliedstaaten
                  repräsentativen Oberf lächenwasser-Kontrollstationen
                  mindestens einmal monatlich und häufiger während der
                  Frühj ahrsüberschwemmungen ;
         ( ii ) an für die Grundwasser-führende Schichten der
                  Mitgliedstaaten repräsentativen Kontrollstationen
                  mindestens einmal monatlich ;
     b ) Wiederholung der unter Punkt la ) beschriebenen
          Überwachung in Zeitabständen von mindestens vier Jahren
          mit Ausnahme der Kontrollstationen , an denen die
          Nitratkonzentration bei allen bisherigen Proben unter 25
          mg pro Liter lag und keine neuen Faktoren aufgetreten
          sind , die zu einer Zunahme der Nitratwerte führen
          könnten ; in diesem Fall braucht die Überwachung nur alle
           6 Jahre wiederholt zu werden .
     c ) Überprüfung des Eutrophierungsgrades ihrer Oberflächen-,
          Meeresbuchten - und Küstengewässer alle drei Jahre .
2 . Die Mitgliedstaaten werden für die bezeichneten gefährdeten
     Gebiete geeignete Überwachungsprogramme erstellen , um die
     Wirkssamkeit der Maßnahmen nach Artikel 4 zu beurteilen .
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3 . ReferenzmeBmethoden
      a ) Düngemittel f ausgenommen Tierdung )
          Das Verfahren zur Messung der Stickstoffverbindungen ist
          in Übereinstimmung mit der Richtlinie 77/ 535/ EWG der
          Kommission zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
          Mitgliedstaaten über Probenahme und Analysemethoden für
          Düngemittel         durchzuführen .
      b ) SüBwasser
          Die Nitratkonzentration des Süßwasser ist in
          Übereinstimmung mit Artikel 4 Absatz 3 der Entscheidung
          77/ 759/ EWG ( 2 ) des Rates zu messen .
 ( 1 ) ABI . Nr . L 213 vom 22.8.1977 , S. 1
 ( 2 ) ABI . Nr . L. 334 vom 24.12.1977
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Der an die Kommission zu übermittelnde Bericht umfaßt folgende
Punkte :
a ) eine Karte , aus der die Lage der bezeichneten gefährdeten
    Gebiete hervorgeht , wobei zwischen bereits bestehenden und
    neuen Gebieten zu unterscheiden ist und für jeden Fall der
    entsprechende Absatz aus Anhang 1 , aufgrund dessen das
    Gebiet eingestuft wurde , anzugeben ist ;
b ) eine Karte , aus der die Lage aller Kontrollstationen
    hervorgeht ;
c ) die Ergebnisse der gemäß Artikel 5 und Anhang 4
    durchgeführten Überwachung ;
d ) die in Artikel 4 Absatz lb ) beschriebenen Vorschriften ;
e ) die maximalen Anwendungsquoten nach Artikel 4 Abs . 2a ) und
    die Vorschriften nach Artikel 4 Abs . 2b ).
f ) die Aufzeichnungen nach Artikel 4 Abs . 5 .