CELEX: 31995M0587
Language: de
Date: 1995-06-22 00:00:00
Title: ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 22/06/1995 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall IV/M.587 - Hoechst AG / Marion Merrell Dow Inc.) gemäss der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Nur der Deutsche Text ist verbindlich)

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31995M0587

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 22/06/1995 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall IV/M.587 - Hoechst AG / Marion Merrell Dow Inc.) gemäss der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Nur der Deutsche Text ist verbindlich)  

Amtsblatt Nr. C 193 vom 27/07/1995 S. 0005

 ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 22/06/1995 zur Vereinbarkeit eines  Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall IV/M.587 - Hoechst AG /  Marion Merrell Dow Inc.) gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates  (Nur der Deutsche Text ist verbindlich). Die gedruckte Fassung der Entscheidung ist bei den Verkaufsstellen des Amtes für  Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. ÖFFENTLICHE VERSION FUSIONSVERFAHREN ARTIKEL 6 (1)(b) ENTSCHEIDUNG An die anmeldende Partei Betr.:<ind> Fall Nr. IV/M.587 Hoechst/Marion Merrell Dow <ind> Anmeldung vom 17. Mai 1995 nach Artikel 4 der Verordnung (EG) des Rates  Nr. 4064/89 Sehr geehrte Damen und Herren,  1.<ind> Am 17. Mai.1995 meldete die Hoechst AG (Hoechst) ein Vorhaben an,  wonach sie beabsichtigt, 72 % der Aktien der Marion Merrell Dow Inc. (MMD) von  The Dow Chemical Company zu erwerben. Zu einem späteren Zeitpunkt plant  Hoechst, die verbleibenden 28 % zu erwerben, die sich in Streubesitz befinden. I.<tab> Die Parteien 2.<ind> Hoechst ist im wesentlichen in der chemischen und in der pharmazeutischen  Industrie tätig. Seine Pharmasparte ist weltweit der fünftgrösste Anbieter. Der  Gesamtumsatz mit Pharmazeutika liegt bei 5400 MECU, davon 2600 MECU in der  EU. Hoechst versucht mit der Akquistion von MMD vor allem, seine Stellung in den  USA zu verbessern. Dort bietet Hoechst nur eine begrenzte Zahl an Produkten an,  erzielt nur [ 5-15 %] seines Umsatzes und erreicht einen Marktanteil von [ 0- 5 %].  Nach der Fusion könnte der Marktanteil auf [ 1- 5  %] ansteigen. MMD ist weltweit  auf Rang 21 mit einem Umsatz von 2600 MECU. Die Firma ist überwiegend in den  USA tätig (Marktanteil: [ 1- 5 %]) und erzielt [10-20  %] seines Umsatzes in der EU.  Durch den Kauf von MMD wird Hoechst eines der drei grössten Pharma- Unternehmen weltweit mit einem Weltmarktanteil von [ 1- 5  %]. II.    Der Zusammenschluß 3.<ind> Der Erwerb von MMD durch Hoechst bedeutet den Übergang der alleinigen  Kontrolle bei MMD auf Hoechst und ist daher ein Zusammenschluß im Sinne von  Artikel 3(1) (b) der Fusionskontrollverordnung (FKVO). III.  Gemeinschaftsweite Bedeutung 4.<ind> Der weltweite Gesamtumsatz der beteiligten Unternehmen überschreitet  5000 MECU.  Der aggregierte gemeinschaftsweite Umsatz jeder der zwei beteiligten  Parteien liegt über 250 MECU. Die beteiligten Unternehmen erreichen auch nicht  mehr als 2/3 ihres jeweiligen gemeinschaftsweiten Umsatzes in einem und demselben  Mitgliedstaat. Der Zusammenschluß hat daher gemeinschaftsweite Bedeutung. IV.  Die relevanten Märkte <tab> A. Relevante Produktmärkte 5.<ind> Medikamente können gemäß der "Anatomical Therapeutic Classification"  ("ATC"), die von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt und benutzt wird, in  therapeutische Klassen unterteilt werden. Diese Klassifikation,  die in früheren Fällen  von der Kommission verwendet wurde [Decision IV/M.072 - Sanofi/Sterling Drug  (10.06.91) - Decision IV/M.072 - Sanofi/Sterling Drug (10.06.91) - Decision  IV/M.323 - Procordia/Herbamont (20.04.93) - Decision IV/M.426 - Rhone  Poulenc/Cooper (180.04.94) - Decision IV/M.457 - La Roche/Syntex (20.06.94) -  Decision IV/M.500 - AHP/Cynamid (19.09.94) - Decision IV/M.555 -  Glaxo/Wellcome (28.02.95)], erlaubt es, Medikamente nach ihrer Zusammensetzung  und ihren therapeutischen Eigenschaften zu gruppieren. 6.<ind> Die dritte Stufe der ATC-Klassifikation ermöglicht eine Gruppierung von  Medikamenten nach ihren therapeutischen Indikationen, d.h. ihrer beabsichtigten  Verwendung, und kann daher  als eine operationale Marktdefinition verwendet  werden. Es kann jedoch sinnvoll werden, Analysen auf anderen Stufen der ATC- Klassifikation durchzuführen. So kann es beispielsweise notwendig sein, bestimmte  Gruppen zusammenzufassen. Dies wäre dann der Fall, wenn bestimmte Produkte aus  verschiedenen ATC-Klassen Substitute für die Behandlung einer spezifischen  Krankheit darstellen. 7.<ind> Darüber hinaus können Medikamente auf der Basis von verschiedenen  Kriterien, insbesondere der Nachfrageseite,  in verschiedene Segemente unterteilt  werden. Eine mögliche Unterscheidung ist die zwischen verschreibungspflichtigen und  nicht-verschreibungspflichtigen Medikamenten. Eine weitere Unterscheidung ist die  zwischen Medikamenten, die ganz oder teilweise durch die  Krankenversicherungssysteme erstattet werden, und solchen, die nicht erstattet  werden. Diese Segmente überlappen teilweise. Die meisten verschreibungspflichtigen  Medikamente werden erstattet, während die meisten nicht verschreibungspflichtigen  Medikamente nicht erstattet werden. Darüber hinaus ist die Zuordnung eines  Medikaments zu einem Segment nicht dauerhaft. Sie beruht vielmehr auf  Entscheidungen der Behörden, die zu Wechseln zwischen den Segmenten führen  können. 8. <tab> Pharmaunternehmen bieten teilweise einige der Wirkstoffe und  Wirkstoffkomponenten, die sie für die eigene Arzneimittelherstellung erzeugen, auch  auf dem Markt an. Da ein solcher Wirkstoff der Einsatzstoff für ein bestimmtes  Arzneimittel ist, kann die Produktmarktdefinition auch bei Wirkstoffen der ATC- Klassifikation folgen. 9.<ind> In der pharmazeutischen Industrie erfordert eine vollständige Beurteilung der  Wettbewerbsverhältnisse eine Untersuchung der Produkte, die noch nicht auf dem  Markt sind, sich aber in einer fortgeschrittenen Phase der Entwicklung befinden  (normalerweise nach einer äusserst bedeutsamen Investition). Das Potential dieser  Produkte mit anderen Produkten in Wettbewerb zu treten, die sich entweder in  Entwicklung befinden oder schon auf dem Markt befindlich sind, kann nur im  Hinblick auf ihre Charakteristika und beabsichtigte Benutzung bewertet werden. In  einigen Bereichen ist jeder Versuch einer solchen Produktmarktdefinition  problematisch (z.B. im HIV/Aids-Bereich). <tab> B.  Relevante geographische Märkte 10.<ind> Die Harmonisierung der technischen Gesetzgebung innerhalb der  Gemeinschaft und das Inkrafttreten von neuen Zulassungsprozeduren für  Medikamente repräsentieren die Vollendung des Programmes für den Gemeinsamen  Markt im Hinblick auf die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für  Medikamente. Seit Anfang 1995 haben Pharmazieunternehmen die Option (und bei  biotechnologischen Produkten sogar die Verpflichtung) einen Antrag auf  Zulassung  eines neuen Medikamentes bei der Europäischen Agentur für die Beurteilung von  Arzneimitteln zu stellen, die daraufhin eine Empfehlung an die Kommission  aussprechen wird, deren Entscheidung für alle Mitgliedsstaaten verbindlich ist. 11.<ind> Der Verkauf von Medikamenten wird von den admistrativen Verfahren oder  Einkaufspolitiken beeinflusst, die die nationalen Gesundheitsbehörden in den  Mitgliedsstaaten implementiert haben. So beeinflussen einige Länder die Preise direkt  oder indirekt und es gibt verschiedene Erstattungsniveaus durch das  Sozialversicherungssystem für verschiedene Kategorien von Medikamenten. Aus  diesem Grund können sich die Arzneimittelpreise von einem Mitgliedsstaat zum  anderen unterscheiden. Zusätzlich gibt es weitreichende Unterschiede in Bezug auf   Marken- und Packungsgrössenstrategien sowie die Distributionssysteme. Diese  Unterschiede deuten ebenfalls auf nationale Marktcharakteristika hin. 12.<ind> Wenn aus Sicht der Preispolitik die Märkte für Arzneimittel in der EU  überwiegend national bleiben, so gilt dies nicht für  die Forschung und Entwicklung  (F&E). In diesemBereich stehen pharmazeutische Unternehmen in einem weiteren  Wettbewerb und haben üblicherweise weltweite F&E-Strategien. 13.<ind> Die den Pharmamärkten vorgelagerten Märkte für Wirkstofffe bilden  ebenfalls internationale Märkte, die mindestens auf dem EU-Niveau untersucht  werden müssen. Im Hinblick auf nicht vorhandene Zollschranken und die häufige  gegenseitige Anerkennung von Produktionslizenzen zwischen den USA und dem  EWR könnte sogar eine weitere geographische Marktabgrenzung angemessen sein. 14.<ind> Aus diesen Gründen müssen die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf  den Märkten für Medikamente im Hinblick auf nationale  Wettbewerbsbedingungenbeurteilt werden. Im Hinblick auf F&E und Wirkstoffe  müssen EU- oder sogar weltweite Märkte untersucht werden. V.<ind> Vereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt 15.<ind> Bei Anwendung der oben beschriebenen Marktabgrenzungen ergeben sich  19 betroffene Märkte. Viele von ihnen verursachen jedoch keine wettbewerblichen  Probleme, da die kombinierten Marktanteile der Parteien unter 25% liegen und klare  Indikatoren für einen effektiven Wettbewerb vorliegen. Die Untersuchung  konzentriert sich daher auf die Märkte in denen eine der Parteien bereits einen hohen  Marktanteil besitzt oder in denen andere Hinweise für eine potentielle Marktmacht  existieren. Inhibitoren der Proteinase (B2C): 16.<ind> Im italienischen Markt für Inhibitoren der Proteinase hat Hoechst einen  signifikanten Marktanteil [40-50 %] zu dem MMD einen Anteil von [10-20 %] %  hinzufügt. Der kombinierte Marktanteil von [50-60 %] könnte ein Indikator für eine  beherrschende Stellung darstellen. Dabei ist hinsichtlich der wettbewerblichen  Heterogenität dieser Indikationsgruppe zu berücksichtigen, daß bei zwei von drei  Indikationen der vierten Stufe der ATC-Klassifikation der Markanteil von Hoechst  seit 1992 stark rückläufig ist, nämlich von [40-50 %] auf [10-20 %] (1994) für  Inhibitoren des Kallikrein-Kinin-Systems (B2C2) und von [20-30 %] auf [10-20 %]  (1994) für Inhibitoren der Fibrinolysis (B2C3). Ausserdem sind die Patente für alle  Hoechst-Produkte abgelaufen. Eines der beiden MMD-Produkte, das noch [65-75 %]  des Umsatzes hervorruft, ist ebenfalls patentfrei. Darüber hinaus gibt es zwei weitere  grosse internationale Wettbewerber im Markt, Bayer mit einem Marktanteil von [10- 20 %] und Immuno mit einem Marktanteil von [20-30 %]. Im Hinblick auf die  strukturellen Charakteristika und die Patentsituation ist daher nicht zu erwarten, daß  der Zusammenschluß eine beherrschende Stellung in diesem Markt begründen oder  verstärken wird. Diuretika (C3A): 17.<ind> Hoechst hat einen Marktanteil von [25-35 %] im italienischen Markt für  Diuretika und MMD einen von [ 5-10 %]. Andere grosse internationale Wettbewerber  beinhalten  BASF/Boots [10-20 %], Du Pont [10-20 %] und Servier [...]. Der  Zusammenschluß wird daher nicht zum Erwerb einer beherrschenden Position in  diesem Markt führen. Systemische Corticosteroide (H2A): <ind>  18.<ind> Im Markt für systemische Corticosteroide ist Hoechst Marktführer in der  EU mit einem Marktanteil von [20-30 %]. MMD hält einen Marktanteil von [ 5-10  %]. Auf zwei nationalen Märkten, in Spanien und Italien, überschreitet der  kombinierte Marktanteil von Hoechst und MMD [25-35 %]. <ind> In Spanien hält MMD einen Marktanteil von [20-30 %], Hoechst einen von [  5-15 %]. Trotz dieser bedeutsamen Marktanteilsaddition sprechen aber eine Reihe  von Gesichtspunkten dafür, daß durch den Zusammenschluß keine beherrschende  Stellung entsteht, die wirksamen Wettbewerb behindern würde. Weder Hoechst noch  MMD halten Patente für die von ihnen verwendeten Wirkstoffe. Es sind 16 weitere  Anbieter auf dem Markt tätig, darunter eine Reihe von grossen international tätigen  Firmen. Der Marktführer Menarini [35-45 %] hat zwar von MMD eine Know-How- Lizenz bezueglich der Herstellung des Fertigarzneimittels Zamene aus dem Wirkstoff  Deflacort und bezueglich der für die Arzneimittelregistrierung benötigten medizinisch- pharmakologischen Daten genommen. Er vertreibt das Produkt aber mit einer eigenen  Arzneimittelzulassung und unter eigenem Namen. Das Herstellungsabkommen  zwischen diesen beiden Firmen, das zur Zeit noch vorsieht, daß MMD das Produkt  Zamene für Menarini fertigt und dafür ein Entgelt von 35 % des Großhandelspreises  erhält, wird Ende diesen Jahres ablaufen. Ab diesem Zeitpunkt wird Menarini über  eigene Fertigungskapazitäten verfügen und muß nur noch eine Lizenzgebühr von 5 %  des Großhandelspreises an MMD abführen. Diese Gebühr stellt keine derart starke  finanzielle Bindung dar, daß auf eine Abhängigkeit Menarinis vom Lizenzgeber MMD  geschlossen werden kann. Schließlich muß berücksichtigt werden, daß auf dem  spanischen Markt Hoechstpreise staatlich festgelegt werden. Dies kann dazu führen,  daß - wie bei Zamene von Menarini - neuen Produkten aus den dafür zugelassenen  vergleichsweise hohen Preisen innerhalb der Indikationsgruppe administrativ  veranlasste Erlöse zufließen. Der sich dabei ergebende hohe wertmässige Marktanteil  bedeutet jedoch nicht, daß sich das Verschreibungsverhalten der Ärzte, welches den  Verhaltensspielraum der Anbieter indiziert, signifikant geändert haben muß. Eine  angesichts des Fehlens von Patenten noch feststellbare  oligopolistische Marktmacht,  die  preiserhöhenden Verhaltensspielräume eröffnen könnte, ist daher auf diesem  Markt nicht festzustellen. <ind> Auf dem italienischen Markt haben Hoechst [10-20 %] und MMD [20-30 %]  einen gemeinsamen Marktanteil von [40-50 %], Menarini einen von [ 5-15 %]. Es  gibt eindeutige Anzeichen für funktionsfähigen Wettbewerb wie die Gegenwart von  14 Wettbewerbern, inklusive Glaxo [10-20 %], Upjohn [10-20 %] und Merck [ 5-15  %], so wie ausgeprägte Marktanteilsverschiebungen in den letzten Jahren. MMD und  Menarini haben zwischen 1992 und 1994 jeweils 10 %-Punkte Marktanteil verloren,  Hoechst, Upjohn und Glaxo haben jeweils rund 5 %-Punkte gewonnen. Thyreoid Präparate (H3A): 19.<ind> Im Markt für Thyreoid Präparate existiert in der EU eine Duopol-Situation  in der MMD [20-30 %] % des Marktes hält und Merck [35-45 %]. Der  Zusammenschluß führt nicht zu einem Zuwachs an Marktmacht, da Hoechst nur einen  Marktanteil von [ 0- 1 %] hinzufügt. Daneben hätte Hoechst auch nicht das Potential  in der Zukunft ein bedeutsamer Wettbewerber zu werden, da sein Produkt seit langem  im Markt eingeführt ist und Thyreoid Präparate nicht zu den  Hauptforschungsgebieten der Firma zählen.  <ind> Dieselbe Beurteilung kann für den deutschen Markt ausgesprochen werden.  Hier addiert Hoechst nur [ 0- 1 %] zu MMDs Marktanteil von [40-50  %]. Antituberkulotika (J4A): 20.<ind> Bis 1994 war MMD quasi Monopolist in Frankreich. In jenem Jahr hat das  Unternehmen mit dem Markteintritt von Pharmacia [35-45 %] seines Marktes  verloren und hält heute einen Marktanteil von [45-55 %]. Der erfolgreiche  Markteintritt ist ein Indikator für die Bestreitbarkeit dieses Marktes. Der  Zusammenschluß ändert nichts an dieser Wettbewerbssituation, da Hoechst nur einen  Marktanteil von [ 0- 1 %] hat. Systemische Antihistamine (R6A): 21.<ind> In diesem Produktmarkt gibt es zwei betroffene Märkte, das Vereinigte  Königreich und Irland. In beiden Märkte gibt es klare Anzeichen für funktionsfähigen  Wettbewerb. <ind> Im Vereinigten Königreich ist MMD der Marktführer mit einem Anteil von  [35-45 %]. Höcht hat nur einen Anteil von [ 0- 1 %]. In den letzten drei Jahren hat  MMD [15-25 %]-Punkte seines Marktanteils verloren, insbesondere an Schering  Plough, deren Anteil von [ 5-15 %] auf [15-25 %] gestiegen ist.  <ind> In Irland betragen MMDs und Hoechsts Marktanteil 29,4 % bzw. 9,1 %. Es  gibt weitere grosse internationale Wettbewerber mit hohen Marktanteilen. Wirkstoffe: <ind>  22.<ind> Benutzt man den EWR als geographischen Markt, gibt es eine Reihe von  Märkten für Wirkstoffe, in denen Hoechst oder MMD Marktanteile grösser als 50 %  halten. Diese sind jedoch keine betroffenen Märkte, da es keine Überschneidungen  gibt. <ind> Im Hinblick auf mögliche vertikale Ausschlusseffekte lassen sich zwei Märkte  für Wirkstoffe identifizieren, in denen Hoechst oder MMD einen Marktanteil grösser  als 25 % und einen Marktanteil grösser als 25 % auf dem nachgelagerten  Pharmamarkt besitzen. In beiden Fällen ist jedoch nur eine Partei vertreten; es handelt  sich dabei um die gleiche Partei auf dem vor- wie auch dem nachgelagerten Markt. Es  kommt daher durch den Zusammenschluß zu keinerlei Marktanteilsadditionen weder  auf den vor- noch den nachgelagerten Märkten. Es existieren auch keine vertikalen  Beziehungen zwischen den Parteien. Darüber hinaus sind die Eintrittsbarrieren in  diese Märkte für Wirkstoffe gering, da der Patentschutz abgelaufen und die  Produktionstechnologie am Markt erwerbbar ist. Der Zusamenschluß wird daher  nicht die Marktmacht von Hoechst in diesen Märkten erhöhen.  Forschung und Entwicklung (F&E): 23.<ind> Im Bereich F&E überschneiden sich die Forschungsgebiete der beiden  Firmen in den sehr breit definierten Arbeitsgebieten "Zentralnervensystem" und  "Herz-Kreislauf". Diese Gebiete umfassen eine Vielzahl von Krankheiten und  therapeutischen Möglichkeiten. Bei einer näheren Analyse der  Forschungsschwerpunkte für bestimmte Indikationen  gibt es keine  Überschneidungen, die wettbewerbliche Bedenken hervorrufen würden. VI.<ind> Schlußfolgerung 24.<ind> Der angemeldete Zusammenschluß wird nicht eine beherrschende Stellung  begründen oder verstärken, durch die wirksamer Wettbewerb im Gemeinsamen Markt  oder in einem wesentlichen Teil desselben erheblich behindert würde. Aus diesem  Grund hat die Kommission entschieden, dem angemeldeten Zusammenschluß nicht zu  widersprechen und ihn als vereinbar mit dem Gemeinsamen Markt und dem Artikel 57  des EWR-Abkommens zu erklären. Diese Entscheidung ergeht in Anwendung von  Artikel 6 (1) (b) der Verordnung des Rates Nr. 4064/89. Für die Kommission