CELEX: 51993PC0713
Language: de
Date: 1994-01-24
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über bestimmte Methoden der quantitativen Analyse von binären Textilfasergemischen

Nr . C 96/20                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    6 . 4 . 94
                  Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über bestimmte
                              Methoden der quantitativen Analyse von binären Textilfasergemischen
                                                               ( 94/C 96/02 )
                                                     (Text von Bedeutung für den EWR)
                                                            KOM(93 ) 713 endg.
                                        (Von der Kommission vorgelegt am 25. Januar 1994)
DAS EUROPAISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER                                (5 ) ■ Der technische Fortschritt macht eine häufige
EUROPAISCHEN UNION —                                                            Anpassung der in den Einzelrichtlinien über die
                                                                                Analysenmethoden auf dem Textilsektor aufgeführ­
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen                          ten technischen Vorschriften erforderlich; um die
Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 100 a,                                   Durchführung der hierfür erforderlichen Maßnah­
                                                                                men zu erleichtern, muß ein Verfahren geschaffen
auf Vorschlag der Kommission,                                                   werden, das vorsieht, daß im Rahmen des Aus­
                                                                                schusses für die Anpassung der Analysenmethoden
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus­                         an den technischen Fortschritt bei Textilien eine
ses,
                                                                                enge Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten
                                                                                und Kommission stattfindet.
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)       Die Richtlinie 72/276/EWG des Rates vom 17. Juli               (6)    Bei binären Gemischen, für die keine einheitliche
          1972 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der                       Analysenmethode auf Gemeinschaftsebene besteht,
          Mitgliedstaaten über bestimmte Methoden der                           wird die Zusammensetzung dieser Gemische von
          quantitativen Analyse von binären Textilfasergemi­                    dem mit der Prüfung betrauten Laboratorium mit
          schen (*), zuletzt geändert durch die Richtlinie 87/                  Hilfe einer ihm zur Verfügung stehenden geeigne­
          184/EWG ( 2 ), ist mehrfach in wesentlichen Punk­                     ten Methode bestimmt, wobei in dem Analysenbe­
          ten geändert worden. Aus Gründen der Übersicht­                       richt das erzielte Ergebnis und die bei der Methode
          lichkeit und der Klarheit empfiehlt es sich daher,                    gegebene Genauigkeit, soweit sie bekannt ist, ange­
          die genannte Richtlinie zu kodifizieren .                             geben werden.
(2 )      Die Richtlinie .../.. ./EG des Europäischen Parla­
          ments und des Rates vom . . . zur Bezeichnung von              (7)    Die Bestimmungen dieser Richtlinie stimmen mit
         Textilerzeugnisssen sieht eine Kennzeichnungs­                         der Stellungnahme des Ausschusses für den Bereich
          pflicht für die Faserzusammensetzung von Textiler­                    der Richtlinien über die Bezeichnung und Etikettie­
          zeugnissen vor; die Übereinstimmung dieser Er­                        rung von Textilerzeugnisssen überein.
          zeugnisse mit den Angaben auf dem Etikett wird
          mittels Analyse geprüft.                                       (8)    Diese Richtlinie darf nicht die Pflichten der Mit­
(3)       Bei amtlichen Kontrollen in den Mitgliedstaaten                       gliedstaaten hinsichtlich der in Teil B des Anhangs
         müssen einheitliche Methoden zur Bestimmung der                        III genannten Umsetzungsfristen berühren —
          Faserzusammensetzung der Textilerzeugnissse an­
          gewandt werden, und zwar sowohl in bezug auf
          die Vorbehandlung der Probe als auch bei der
                                                                         HABEN FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
          quantitativen Analyse .
(4 )      Die Richtlinie .../.. ./EG sieht vor, daß in beson­
          deren Richtlinien die Methoden der Probenahme                                            Artikel 1
          und die Analysenmethoden angegeben werden, die
          in allen Mitgliedstaaten zur Bestimmung der Faser­             Diese Richtlinie betrifft Methoden zur quantitativen Ana­
          zusammensetzung der Erzeugnisse anzuwenden                     lyse von bestimmten binären Textilfasergemischen und
         sind .
                                                                         die Vorbereitung von Vorproben und Analysenproben .
         Infolgedessen werden in Anhang II dieser Richtlinie
          fünfzehn einheitliche Analysenmethoden für die
         meisten auf dem Markt vorhandenen Textilerzeug­                                           Artikel 2
         nissse aus binären Gemischen festgelegt.
                                                                         Unter Vorprobe ist eine für Analysenzwecke geeignete
                                                                         Teilprobe aus den Laboratoriumssammelproben zu ver­
(!) ABl . Nr . L 173 vom 31 . 7. 1992, S. 1 .                            stehen, die ihrerseits aus einer Lieferung des zu prüfenden
( 2 ) ABl . Nr . L 75 vom 17. 3 . 1987, S. 21 .                          Gutes entnommen worden sind .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr . C 96/21
Die Analysenprobe ist der Teil der Vorprobe, der zur           ( 2 ) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Aus­
Erzielung eines Analysenergebnisses im Einzelfall erfor­       schuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen . Der
derlich ist.                                                   Ausschuß nimmt zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist
                                                               Stellung, die der Vorsitzende nach der Dringlichkeit der
                                                               betreffenden Frage bestimmen kann. Die Stellungnahme
                           Artikel 3                           kommt mit einer Mehrheit von vierundfünfzig Stimmen
                                                               zustande, wobei die Stimmen der Mitgliedstaaten nach
                                                               Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages gewogen werden.
Die Mitgliedstaaten treffen gemäß der Richtlinie . . ./
. . ./EG alle erforderlichen Maßnahmen, damit bei amtli­
                                                               Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil .
chen Prüfungen zur Bestimmung der Zusammensetzung
von auf den Markt gebrachten Textilerzeugnisssen die
Bestimmungen der Anhänge I und II über die Methoden            ( 3 ) a ) Die Kommission trifft die geplanten Maßnahmen,
zur quantitativen Analyse bestimmter binärer Textilfaser­                wenn sie der Stellungnahme des Ausschusses ent­
gemische sowie über die Vorbereitung der Vorproben                       sprechen.
und Analysenproben befolgt werden.                                   b) Entsprechen die in Betracht gezogenen Maßnah­
                                                                         men nicht der Stellungnahme des Ausschusses
                                                                         oder ist keine Stellungnahme ergangen, so schlägt
                           Artikel 4                                     die Kommission dem Rat unverzüglich die zu
                                                                         treffenden Maßnahmen vor .
Das Laboratorium, das mit der Prüfung eines binären                      Der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit.
Gemisches, für das keine einheitliche Analysenmethode
auf Gemeinschaftsebene besteht, betraut ist, bestimmt die            c ) Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei
Zusammensetzung dieses Gemisches mit Hilfe einer ihm                     Monaten, nachdem ihm der Vorschlag übermittelt
zur Verfügung stehenden geeigneten Methode und gibt in                   worden ist, keinen Beschluß gefaßt, so werden die
dem Analysenbericht das erzielte Ergebnis und die bei der                vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommis­
Methode gegebene Genauigkeit, soweit sie bekannt ist,                    sion getroffen.
an .
                                                                                          Artikel 7
                           Artikel 5                           Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den Wortlaut
                                                               der wichtigsten innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit,
( 1 ) Es wird ein Ausschuß für die Anpassung der Analy­        die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet
senmethoden an den technischen Fortschritt bei Textilien       erlassen .
eingesetzt, im folgenden „ der Ausschuß " genannt, der
sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt                                     Artikel 8
und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz
führt.
                                                               Die in Teil A des Anhangs III aufgeführten Richtlinien
                                                               werden unbeschadet der Pflichten der Mitgliedstaaten
(2 ) Der Ausschuß gibt sich seine Geschäftsordnung.            hinsichtlich der in Teil B des Anhangs III genannten
                                                               Umsetzungsfristen aufgehoben.
( 3 ) Die Anpassung der in Anhang II vorgesehenen quan­
titativen Analysenmethoden an den technischen Fort­            Bezugnahmen auf die aufgehobenen Richtlinien gelten als
schritt erfolgt nach dem Verfahren des Artikels 6 .            Bezugnahmen auf diese Richtlinie und sind nach Maß­
                                                               gabe der Entsprechungstabelle im Anhang IV zu lesen.
                          Artikel 6                                                       Artikel 9
( 1 ) Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Verfahren     Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
Bezug genommen, so befaßt der Vorsitzende den Aus­
schuß von sich aus oder auf Antrag des Vertreters eines        Sie tritt am 20. Tag nach ihrer Veröffentlichung im
Mitgliedstaats.                                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
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                                                                   ANHANG I
              VORBEREITUNG DER VORPROBEN UND DER ANALYSENPROBEN ZUR BESTIMMUNG DER
                                         ZUSAMMENSETZUNG VON TEXTILERZEUGNISSEN
              1.   ANWENDUNGSBEREICH
                   Diese Anlage enthält allgemeine Hinweise für die Herstellung von Vorproben geeigneter Größe (d. h.
                   nicht über 100 g) zur Vorbehandlung für quantitative Analysen aus Laboratoriumssammelproben sowie
                   für die Auswahl von Analysenproben aus Vorproben, aus denen die nichtfaserigen Bestandteile in einer
                   Vorbehandlung entfernt worden sind (').
              2 . BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
                   2.1 . Prüfgut — Diejenige Materialmenge, die aufgrund einer Reihe von Untersuchungsergebnissen
                         beurteilt werden soll. Dazu kann zum Beispiel das gesamte Material einer Stofflieferung gehören,
                         das gesamte von einer bestimmten Maschine gewebte Gewebe, eine Sendung Garne oder ein Ballen
                         bzw. eine aus mehreren Ballen bestehende Lieferung.
                   2.2. Laboratoriumssammelprobe — Teil des /Prüfguts, der als repräsentativ aus der Gesamtmenge
                         entnommen worden ist und an das Laboratorium eingesandt wird. Größe und Art der Laborato­
                         riumssammelprobe sind so zu wählen, daß sie die Schwankungen innerhalb der Lieferung richtig
                         wiedergibt und im Laboratorium leicht zu handhaben ist (2).
                   2.3 . Vorprobe — Teil der Laboratoriumssammelprobe, aus dem in einer Vorbehandlung die nichtfaseri­
                         gen Bestandteile entfernt und anschließend die Analysenproben entnommen werden (3 ). Größe und
                         Art der Vorprobe sind so zu wählen, daß sie die Schwankungen innerhalb der Laboratoriumssam­
                         melprobe richtig wiedergibt.
                   2.4. Analysenprobe — Teil der Vorprobe, der für die quantitative Einzelanalyse erforderlich ist.
              3.   PRINZIP
                   Die Vorprobe wird so ausgewählt, daß sie die Laboratoriumssammelprobe repräsentiert.
                   Die Analysenproben werden aus der Vorprobe so ausgewählt, daß sie die letztere repräsentieren.
             4 . PROBENAHME AUS LOSEN FASERN
                   4.1 . Ungerichtete Fasern — Die Vorprobe wird aus zufallsbedingt der Laboratoriumssammelprobe
                         entnommenen Büscheln zusammengestellt. Die gesamte Vorprobe mischt man gründlich mit Hilfe
                         einer Laboratoriumskrempel (4). Die Krempelflor sowie die noch in der Krempel hängenden Fasern
                         und der aus der Krempel herausgefallene Faserbruch werden vorbehandelt. Anschließend werden
                         die Analysenproben im jeweiligen Gewichtsverhältnis aus dem Krempelflor, den anhängenden
                         Fasern und den herausgefallenen Fasern entnommen.
                         Bleibt die Form des Krempelflors durch die Vorbehandlung im wesentlichen unverändert, so werden
                         die Analysenproben in der unter Punkt 4.2 beschriebenen Weise entnommen. Wird der Krempelflor
                         durch die Vorbehandlung zerstört, so werden für die Restproben mindestens 16 kleine Büschel von
                         geeigneter und unter sich möglichst gleicher Größe aus der vorbehandelten Probe herausgenommen
                         und zu einer Probe zusammengefaßt.
                   4.2. Gerichtete Fasern (Krempelflor, Kammzug, Vorgarne) — Aus zufällig ausgewählten Teilen der
                         Laboratoriumssammelprobe werden mindestens 10 Schnittproben zu je etwa 1 g hergestellt. Die so
                         entstandene Vorprobe wird vorbehandelt. Dann werden die Schnittproben Kante an Kante
                         aneinandergelegt und daraus die Analysenproben in der Weise hergestellt, daß jeweils ein Schnitt so
                         durch die 10 Muster gelegt wird, daß von jeder der 10 Längen ein Teil erfaßt wird.
             5.    PROBENAHME AUS GARNEN
                   5.1 . Garne auf Hülsen oder in Strängen — Es müssen alle Hülsen oder Stränge der Laboratoriums­
                         sammelprobe verwendet werden .
             (*)  Gegebenenfalls kann man direkt die Analysenproben vorbehandeln.
             (2 ) Für Enderzeugnisse und Konfektionsartikel siehe Absatz 7.
             (3)  Siehe Anhang I 1 .
             (4 ) Statt mit einer Laboratoriumskrempel kann auch mit einem Fasermischer gearbeitet oder das Verfahren der
                  „ ausgekämmten Büschel " (Hecheln des Doublierens, Teilens und anteiliges Verwerfen ) angewendet werden.
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr . C 96/23
                       Man entnimmt jeder Hülse oder jedem Strang entsprechend zusammenhängende Fäden gleicher
                       Länge, indem man Stränge gleicher Zahl auf eine Haspel 0 ) aufwindet oder auf andere Weise. Die
                       einzelnen Längen werden zu einem einzigen Strang oder Kabel zusammengelegt, wobei darauf zu
                       achten ist, daß in jedem Strang oder Kabel immer gleiche Fadenlängen von jeder Hülse oder jedem
                       Strang vorhanden sind.
                       Die auf diese Weise erhaltene Vorprobe wird vorbehandelt.
                       Zur Entnahme von Analysenproben aus der vorbehandelten Vorprobe werden Fadenabschnitte
                       gleicher Menge aus dem Strang oder Kabel herausgenommen; dabei ist darauf zu achten, daß keiner
                       der darin enthaltenen Fäden ausgelassen wird.
                       Ist t die Feinheit in „Tex " und n die Anzahl der Hülsen oder Stränge der Laboratoriumssammel­
                       probe, so beträgt die Fadenlänge von jeder Hülse oder jedem Strang, die eine Vorprobe von 10 g
                                 106
                       ergibt,       cm .
                                 nt
                       Ist nt sehr hoch, zum Beispiel über 2000, so wird ein schwerer Fadenstrang aufgewunden und in
                       zwei Teile zerschnitten, um einen Strang von geeignetem Gewicht herzustellen. Die Enden einer
                       Probe in Strangform sind vor Beginn der Vorbehandlung sorgfältig zusammenzubinden; die
                       Analysenproben sind an einer Stelle zu entnehmen, die von dem abgebundenen Ende genügend weit
                       entfernt ist.
                 5.2 . Kettfäden — Die Vorprobe wird in der Weise entnommen, daß man vom Ende der Kette ein Stück
                       abschneidet, das mindestens 20 cm lang ist und alle Kettfäden mit Ausnahme der Webkante enthält,
                       die verworfen wird. Man bündelt einige Fäden an einem Ende zusammen. Ist die Probe zu schwer,
                       um im ganzen vorbehandelt zu werden, so wird sie in zwei oder mehr Teile unterteilt, wobei jedes
                       Teil vor der Vorbehandlung zusammengebunden wird. Die einzelnen Teile werden getrennt
                       vorbehandelt und danach wieder zusammengefaßt. Von der Vorprobe wird eine Analysenprobe von
                       passender Länge in genügendem Abstand von der Bündelung abgeschnitten, wobei darauf zu achten
                       ist, daß keiner der Kettfäden ausgelassen wird. Bei einer Kette mit n Fäden der Fein­
                                                                                              105
                       heit t in „Tex" beträgt die Länge einer Probe von 1 g Gewicht              cm.
           6 . PROBENAHME AUS TEXTILEN FLACHENGEBILDEN
                 6.1 . Laboratoriumssammelprobe bestehend aus einem einzigen repräsentativen Abschnitt — Man
                       schneidet einen diagonalen Streifen von Ecke zu Ecke und entfernt die Webkanten. Dieser Streifen
                                                                                                      x • 104
                       ist die Vorprobe. Für eine Vorprobe x g beträgt die Fläche des Streifens               cm2.
                                                                                                         m
                       m = Flächengewicht des Gewebes in g/m2.
                       Nach der Vorbehandlung zerschneidet man den Streifen quer zur Länge in 4 gleiche Teile und legt
                       diese übereinander .
                       Man entnimmt Analysenproben aus einem beliebigen Teil des übereinandergeschichteten Materials,
                       in dem man alle Lagen in der Weise durchschneidet, daß man von jeder Lage eine Analysenprobe
                       mit gleicher Länge erhält.
                       Enthält der Stoff ein gewebtes Muster, so darf die Breite der Vorprobe, parallel zur Richtung der
                       Kette gemessen, nicht kleiner sein als eine Wiederholung des Musters in der Kette. Ist unter diesen
                       Bedingungen die Vorprobe zu groß, um im ganzen vorbehandelt zu werden, so muß sie in gleiche
                       Teile zerschnitten werden, die getrennt vorzubehandeln sind; diese Teile sind vor der Herstellung
                       der Analysenprobe übereinanderzulegen, doch ist darauf zu achten, daß entsprechende Teile des
                       Musters nicht zusammenfallen .
                6.2 . Laboratoriumssammelproben, die aus mehreren Stoffabschnitten bestehen — Jeder Abschnitt wird
                       gemäß 6.1 analysiert; die Ergebnisse werden getrennt angegeben.
           7. PROBENAHME VON ENDERZEUGNISSEN UND/ODER KONFEKTIONSARTIKELN
                Die Laboratoriumssammelprobe besteht in der Regel aus einem ganzen Konfektionsartikel oder aus
                einem repräsentativen Teilstück des Artikels.
                Gegebenenfalls ist der Prozentsatz der verschiedenen Teile zu bestimmen, die nicht den gleichen
                Fäsergehalt haben, damit festgestellt werden kann, ob Artikel 9 der Richtlinie zur Bezeichnung von
           (' ) Bei Verwendung in einer geeigneten Haspel können mehrere Hülsen gleichzeitig aufgewunden werden .
 ---pagebreak--- Nr . C 96/24                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   6 . 4 . 94
             Textilerzeugnissen anwendbar ist. Dem Teil des Enderzeugnisses bzw. des Konfektionsartikels, dessen
             Zusammensetzung durch ein Etikett gekennzeichnet werden soll, ist eine repräsentative Vorprobe zu
             entnehmen. Trägt der Fertigartikel mehrere Etiketten, so müssen repräsentative Vorproben aus jedem
             Teil, der durch ein Etikett bezeichnet werden soll, entnommen werden . Ist der Artikel, dessen
             Zusammensetzung bestimmt werden soll, nicht homogen, so kann es erforderlich sein, aus jedem Teil
             des Artikels Vorproben zu entnehmen und den proportionalen Anteil der einzelnen Teile, bezogen auf
             den ganzen Artikel, zu bestimmen.
             Die Prozentsätze werden dann unter Berücksichtigung der verhältnismäßigen Anteile der untersuchten
             Teile errechnet .
             Diese Vorproben werden vorbehandelt.
             Anschließend werden den vorbehandelten Vorproben repräsentative Analysenproben entnommen.
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 36/25
                                                            ANHANG II
            QUANTITATIVE ANALYSENMETHODEN FÜR BESTIMMTE BINÄRE TEXTILFASERGEMISCHE
                                                      1 . ALLGEMEINER TEIL
           Einleitung
           Die quantitativen Analysenmethoden bei Textilfasermischungen stützen sich hauptsächlich auf zwei Verfah­
           ren, nämlich auf das der manuellen Trennung und das der chemischen Trennung der Fasern.
           Dem manuellen Trennverfahren sollte nach Möglichkeit der Vorzug gegeben werden, denn im allgemeinen
           führt es zu genaueren Ergebnissen als das chemische Verfahren. Das manuelle Verfahren läßt sich auf alle
           Textilerzeugnisse, bei denen die dieses Erzeugnis bildenden Fasern keine untrennbare Mischung darstellen,
           anwenden, z. B. auf die aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzten Garne, bei denen die einzelnen
           Bestandteile aus einer einzigen Faserart gebildet werden, sowie auf Gewebe, bei denen die Kette aus einer
           anderen Faser als der Schuß besteht, oder auf Gewirke, die aus verschiedenartigen Garnen zusammengesetzt
           sind.
           In der Regel stützt sich die quantitative chemische Analysenmethode bei Textilfasergemischen auf die
           selektive Lösbarkeit der Einzelbestandteile der Mischung. Nach Entfernung eines Bestandteils wird der
           unlösliche Rückstand gewogen, und der Anteil des löslichen Bestandteils wird unter Zugrundelegung des
           Gewichtsverlusts berechnet. Im vorliegenden Dokument werden die Angaben, die sich generell bei einer
           Analyse nach diesem Verfahren ergeben und für die im vorliegenen Anhang genannten Fasergemische jeder
           Zusammensetzung gelten, zusammengestellt. Dieses Dokument muß daher in Verbindung mit den anderen
           Texten benutzt werden, die ausführliche Verfahren für besondere Fasermischungen enthalten. Es kann
           vorkommen, daß bestimmte chemische Analysen auf anderen Prinzipien als dem der selektiven Auflösbarkeit
           beruhen. In diesem Fall werden in dem entsprechenden Teil der einschlägigen Methode ausführliche
           Angaben hierüber gemacht.
           Die während der Herstellung der Textilerzeugnisse benutzten Fasergemische und in geringerem Maße auch
           die Fasergemische in den fertigen Textilien können oftmals als natürliche Beimengungen oder Erleichterung
           des Verarbeitungsvorganges Fette, Wachse oder Hilfsstoffe bzw. wasserlösliche Stoffe enthalten. Diese nicht
           zur Faser gehörenden Stoffe müssen vor der Analyse ausgesondert werden. Aus diesem Grund wird ebenfalls
           eine Methode der Vorbehandlung zwecks Entfernung von Ölen, Fetten, Wachsen und wasserlöslichen
           Stoffen angegeben.
           Textilien können außerdem Kunstharze oder andere Stoffe enthalten, die ihnen bestimmte Eigenschaften
           verleihen sollen. Diese Stoffe, zu denen in Ausnahmefällen auch Farbstoffe gehören, können die Einwirkung
           des Reagenzes auf die löslichen Bestandteile beeinträchtigen bzw. teilweise oder vollständig durch das
           Reagenz beseitigt werden. Diese Zusatzstoffe können somit Fehler hervorrufen und müssen vor der Analyse
           der Probe ausgeschieden werden. Ist dies unmöglich, so sind die in diesem Anhang beschriebenen Verfahren
           der quantitativen Analyse nicht mehr anwendbar.
           Farbstoffe in gefärbten Fasern werden als integrierender Bestandteil der Faser angesehen und nicht
           entfernt.
           Bei diesen Analysen wird vom Trockengewicht ausgegangen; es wird daher ein Verfahren zur Bestimmung
           des Trockengewichts angegeben.
           Bei der Ergebnisdarstellung werden zum Trockengewicht der einzelnen Fasern die in Anhang II der
           Richtlinie zur Bezeichnung von Textilerzeugnisssen angegebenen Feuchtigkeitszuschläge zugerechnet.
           Die in der Mischung enthaltenen Fasern sind vor der Analyse zu identifizieren. Bei bestimmten chemischen
           Methoden kann der unlösliche Bestandteil von Gemischen teilweise in dem Reagenz aufgelöst werden, das
           zur Auflösung der löslichen Bestandteile verwendet wird. Nach Möglichkeit wurden die Reagenzien so
           gewählt, daß sie nur einen geringen oder überhaupt keinen Einfluß auf die unlöslichen Fasern haben. Ist bei
           der Analyse mit einem Gewichtsverlust zu rechnen, so müssen die Ergebnisse entsprechend korrigiert
           werden; Korrekturfaktoren hierfür sind angegeben. Diese Korrekturfaktoren wurden in mehreren Laborato­
           rien dadurch bestimmt, daß durch Vorbehandlung gereinigte Fasern mit dem entsprechenden Reagenz unter
           Befolgung der Analysenmethode behandelt wurden.
           Diese Korrekturfaktoren gelten nur für normale Fasern, und weitere Korrekturfaktoren können erforderlich
           sei, wenn die Fasern vor oder während der Verarbeitung nicht intakt geblieben sind. Die angegebenen
           chemischen Analysenmethoden gelten für Einzelanalysen. Es muß mindestens an zwei getrennten Analysen­
           proben je eine Analyse sowohl beim manuellen Trennungsverfahren als auch beim chemischen Trennungs­
           verfahren durchgeführt werden. In Zweifelsfällen muß, sofern dies nicht technisch unmöglich ist, eine
           weitere Analyse durchgeführt werden, und zwar nach einem Verfahren, mit dem sich die bei dem ersten
           Verfahren als Rückstand gebildete Faser auflösen läßt.
           I.         Allgemeines über die quantitativ-chemischen Analysenmethoden für Fasergemische
                       Generelle Angaben zu den Verfahren der quantitativen chemischen Analyse von Fasergemischen
 ---pagebreak--- Nr . C 96/26                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       6 . 4 . 94
              1.1 .        Anwendungsbereich
                           Unter dem „ Anwendungsbereich " jeder Methode werden die Fasern aufgeführt, auf die sie
                           anzuwenden ist.
              1.2 .        Prinzip
                           Nach Identifizierung der einzelnen Bestandteile der Fasergemische wird einer der beiden Bestand­
                           teile entfernt, und zwar in der Regel durch selektive Auflösung ('), wobei der unlösliche
                           Rückstand gewogen und der Anteil des löslichen Bestandteils aus dem Gewichtsverlust berechnet
                           wird. Außer bei technischen Schwierigkeiten ist vorzugsweise die in größerer Menge vorhandene
                           Faser aufzulösen, damit man die in geringerer Menge vorhandene Faser als Rückstand erhält.
              1.3 . '      Erforderliches Material
              1.3.1 .       Geräte
              1.3.1.1 .    Filtertiegel und Wägegläser zum Einsetzen von Tiegeln oder andere gleichwertige Geräte
              1.3.1.2 .    Absaugflasche
              1.3.1.3 .    Exsikkator mit gefärbtem Kieselgel als Feuchtigkeitsindikator
             1.3.1.4       Trockenofen mit Ventilator zur Trocknung der Analysenproben bei ( 105 ± 3 ) °C
             1.3.1.5 .     Analysenwaage, Empfindlichkeit 0,0002 g
             1.3.1.6 .     Extraktionsapparat Soxhlet oder gleichwertige Apparatur
             1.3.2 .       Reagenzien
             1.3.2.1       Petroläther, nachdestillliert, Siedebereich 40 bis 60 °C
             1.3.2.2 .     Sonstige Reagenzien sind in den entsprechenden Teilen der Methode angegeben. Alle Reagenzien
                           müssen chemisch rein sein .
             1.3.2.3 .     Destilliertes oder entionisiertes Wasser
             1.4.          Konditionierungs- und Analysenatmosphäre
                           Da die Trockenmasse bestimmt wird, ist weder eine Konditionierung der Probe noch eine
                           Untersuchung in klimatisierter Atmosphäre erforderlich.
             1.5 .         Vorprobe
                           Es wird eine für die Laboratoriumsprobe repräsentative Vorprobe gewählt, die für sämtliche
                           erforderlichen Analysenproben von jeweils mindestens 1 g ausreicht.
             1.6.          Vorbehandlung der Vorprobe (2)
                           Ist einer der bei der Berechnung der Prozentsätze nicht zu berücksichtigenden Bestandteile
                           vorhanden (Artikel 12.3 der Richtlinie „ Bezeichnung von Textilerzeugnissen "), so ist dieser
                           zunächst durch eine geeignete Methode zu entfernen, die jedoch keinen der Faserbestandteile
                           angreifen darf.
                           Zu diesem Zweck werden die mit Hilfe von Petroläther und Wasser extrahierbaren nichtfaserigen
                           Bestandteile entfernt, indem die luftgetrocknete Probe im Soxhlet-Apparat mit Petroläther
                          während einer Stunde und mit mindestens sechs Umläufen pro Stunde behandelt wird.
             (' ) Methode Nr. 12 bildet eine Ausnahme. Sie geht von der Bestimmung eines wesentlichen Faktors eines der beiden
                  Bestandteile aus .
             (2) Vgl . Anhang I. 1 .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr . C 96/27
                     Anschließend wird der Petroläther der Probe verdampft; danach wird die Probe durch Direktbe­
                     handlung extrahiert, das heißt durch einstündiges Eintauchen in Wasser bei Zimmertemperatur
                     mit darauffolgendem einstündigen Eintauchen in Wasser bei (65 ± 5 ) °C unter zeitweiligem
                     Schütteln, Flottenverhältnis 1:100. Danach wird das überschüssige Wasser durch Ausquetschen,
                     Absaugen oder Zentrifugieren entfernt, bis die Probe lufttrocken ist.
                     Falls die nichtfaserigen Bestandteile nicht mit Hilfe von Petroläther und Wasser extrahiert werden
                     können, so müssen sie anstatt mit Wasser, wie oben beschrieben, mit einem geeigneten Stoff
                     entfernt werden, der keinen der Faserbestandteile wesentlich verändert. Bei einigen natürlichen
                     Pflanzen-Rohfasern (wie zum Beispiel Jute-, Kokosfasern) ist zu beachten, daß durch die normale
                     Vorbehandlung mit Petroläther und Wasser nicht alle natürlichen nichtfaserigen Bestandteile
                     ausgesondert werden. Trotzdem werden keine weiteren Vorbehandlungen vorgenommen, soweit
                     die Probe keine in Petroläther und in Wasser unlöslichen Appreturen enthält.
                     In den Analysenberichten müssen die gewählten Vorbehandlungsmethoden eingehend geschildert
                     werden.
           1.7.      Analysengang
           1.7.1 .   Allgemeine Anweisungen
           1.7.1.1 . Trocknung
                     Alle Trockenoperationen- sind mindestens 4 Stunden, jedoch nicht mehr als 16 Stunden, bei ( 105
                     ± 3 ) °C in einem belüfteten Ofen bei geschlossener Ofentür durchzuführen. Beträgt die
                     Trocknungsdauer weniger als 14 Stunden, muß überprüft werden, ob ein konstantes Gewicht
                     erreicht wurde. Dieses Gewicht kann als erreicht gelten, wenn der Gewichtsunterschied nach
                     einer neuen Trocknung von 60 Minuten weniger als 0,05% beträgt.
                     Die Filtertiegel und Wägegläser sowie die Proben oder die Rückstände sollen während des
                     Trocknungs-, Abkühlungs- und Wägevorgangs nicht mit bloßen Händen berührt werden.
                     Die Analysenproben werden in einem Wägeglas mit abgenommenen Stopfen getrocknet. Nach der
                     Trocknung wird das Wägeglas vor Herausnahme aus dem Ofen geschlossen und so schnell wie
                     möglich in den Exsikkator gebracht.
                     Der Filtertiegel, der mit seinem Deckel in einem Wägeglas untergebracht ist, wird im Ofen
                     getrocknet. Nach der Trocknung wird das Wägeglas verschlossen und so schnell wie möglich in
                     den Exsikkator gestellt.
                     Wird ein anderes Gerät als der Filtertiegel verwendet, so trocknet man im Trockenofen, um das
                     Trockengewicht der Fasern ohne Verlust zu bestimmen. .
           1.7.1.2.  Kühlung
                      Alle Kühlvorgänge werden in dem neben der Waage aufgestellten Exsikkator ausreichend lange
                      durchgeführt, um ein völliges Abkühlen der Wägegläser zu erreichen, wobei die Abkühldauer
                     mindestens 2 Stunden beträgt.
           1.7.1.3 .  wägung
                      Nach dem Kühlen wird das Wägeglas innerhalb von zwei Minuten nach Herausnahme aus dem
                      Exsikkator gewogen. Wägegenauigkeit 0,0002 g.
           1.7.2.     Verfahren
                      Man entnimmt aus der vorbehandelten Vorprobe eine Analysenprobe von mindestens 1 g
                      Gewicht. Das Garn und die Gewebe werden in Längen von etwa 10 mm ausgeschnitten und
                      soweit wie möglich zerlegt (zerschnitten). Die Analysenprobe wird in einem Wägeglas getrocknet,
                      im Exsikkator gekühlt und gewogen. Die Probe wird in ein Glasgefäß gegeben, das im
                      entsprechenden Teil der Gemeinschaftsmethode beschrieben ist, anschließend wird das Wägeglas
                      sofort wieder gewogen und das Trockengewicht der Probe durch Differenzbildung ermittelt. Die
                      Analyse wird gemäß den Angaben in dem entsprechenden Teil der Methode zu Ende geführt. Der
                      Rückstand wird mikroskopisch geprüft, um festzustellen, ob' durch die Behandlung die lösliche
                      Faser völlig ausgesondert worden ist.
           1.8 .      Berechnung und Ergebnisdarstellung
                      Das Gewicht des unlöslichen Bestandteils wird als Prozentsatz des Gesamtgewichts der im
                      Gemisch enthaltenen Fasern ausgedrückt. Der Prozentsatz des löslichen Faseranteils ergibt sich
                      aus der Differenz. Die Ergebnisberechnung erfolgt auf der Basis der Trockengewichte der reinen
                      Fasern, wobei einmal Feuchtigkeitszuschläge, zum anderen Berichtigungsfaktoren zur Berücksich­
                      tigung der Verluste bei der Vorbehandlung und der Analyse angewendet werden. Diese
                      Berechnungen erfolgen nach der unter Punkt 1.8.2 angegebenen Formel.
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             1.8.1 . Berechnung des prozentualen Gewichtsanteils der trockenen und reinen unlöslichen Bestandteile
                     ohne Berücksichtigung des Gewichtsverlusts der Fasern bei der Vorbehandlung:
                     P , % . -MüL    m
                     Pi ist der Prozentsatz des trockenen, reinen unlöslichen Faseranteils,
                     m ist die Trockenmasse der Probe nach der Vorbehandlung,
                     r     ist die Masse des trockenen Rückstands,
                     d ist der Berichtigungsfaktor zur Berücksichtigung des Gewichtsverlusts der unlöslichen
                           Bestandteile im Reagenz bei der Analyse.
                     Geeignete Werte für „ d" sind im entsprechenden Textteil der einzelnen Methoden anzugeben.
                     Selbstverständlich gelten die im Normalfall anwendbaren „ d"-Werte nicht für chemisch angegrif­
                     fene Fasern .
             1.8.2 . Berechnung des Prozentsatzes der unlöslichen Komponente nach Anwendung der üblichen
                     Feuchtigkeitszuschläge und etwaiger Berichtigungsfaktoren zur Berücksichtigung des Gewichtsver­
                     lusts durch die Vorbehandlung
                                              loo Pi (i + ai * 1 \
                     PlA % =
                                       r, h * -*^-1 ♦ <ioo - p,) i +
                     PLA% ist der Prozentsatz des unlöslichen Faseranteils unter Berücksichtigung des konventionellen
                              Feuchtigkeitszuschlags und des Gewichtsverlusts durch die Vorbehandlung.
                     Pj       ist der Prozentsatz des unlöslichen, trockenen und reinen Faseranteils, errechnet aus der
                              Formel nach 1.8.1 ,
                     at       ist der konventionelle Feuchtigkeitszuschlag des löslichen Faseranteils (vgl. Anhang II der
                              Richtlinie „ Bezeichnung von Textilerzeugnisssen "),
                     a2       ist der konventionelle Feuchtigkeitsgrad des löslichen Faseranteils (vgl. Anhang II der
                              Richtlinie „Bezeichnung von Textilerzeugnissen "),
                     bj       ist der prozentuale Gewichtsverlust des unlöslichen Faseranteils durch die Vorbehand­
                              lung,
                     b2       ist der prozentuale Gewichtsverlust des löslichen Faseranteils durch die Vorbehandlung.
                     Der Prozentsatz der zweiten Komponente ( P2A % ) beträgt 100 - PIA %­
                     Bei Anwendung einer besonderen Vorbehandlung müssen die Werte b , und b2 nach Möglichkeit
                     dadurch bestimmt werden, daß alle reinen Faserbestandteile der bei der Analyse angewandten
                     Vorbehandlung unterworfen werden. Als reine Fasern gelten die ' Fasern, die frei von jeglichen
                     nichtfaserhaltigen Stoffen sind, mit Ausnahme derjenigen Stoffe, die sie normalerweise (auf
                     Grund ihrer Beschaffenheit und des Herstellungsprozesses ) in dem Zustand (roh, gebleicht)
                     enthalten, in dem sich die zu analysierende Ware befindet.
                     Verfügt man nicht getrennt über reine Faserbestandteile, die zur Herstellung der zu analysieren­
                     den Ware gedient haben, so sind für bj und b2 Durchschnittswerte zugrunde zu legen, die aus der
                     Prüfung ähnlicher Fasern ermittelt wurden, wie sie die untersuchte Mischung enthält.
                     Wird die normale Vorbehandlung durch Extraktion mit Petroläther und mit Wasser durchge­
                     führt, so kann man im allgemeinen auf die Berichtigungsfaktoren b t und b2 verzichten, außer im
                     Fall von Rohbaumwolle, Rohflachs und Rohhanf, für die ein durch die Vorbehandlung bedingter
                     Gewichtsverlust, von 4% , im Fall von Polypropylen ein solcher von 1% konventionell festgelegt
                     ist .
                     Im Fall anderer Fasern wird konventionell festgelegt, daß der durch die Vorbehandlung bedingte
                     Gewichtsverlust für die Berechnung unberücksichtigt bleibt.
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           II.        Quantitative Analyse von Fasergemischen durch manuelle Trennung
           11.1 .     Anwendungsbereich
                      Die Methode läßt sich auf Fasermischungen beliebiger Beschaffenheit anwenden, vorausgesetzt,
                      daß sie keine untrennbare Mischung darstellen, und daß sie sich manuell trennen lassen.
           11.2 .     Prinzip
                      Nach Identifizierung der einzelnen Bestandteile der Fasergemische werden zunächst die nicht
                      faserhaltigen Bestandteile durch eine geeignete Vorbehandlung ausgesondert, anschließend die
                      Fasern von Hand getrennt, getrocknet und zwecks Berechnung des Anteils der einzelnen
                      Faserarten am Gemisch gewogen.
           11. 3 .    Erforderliche Geräte
           11.3.1 .   Wägeglas bzw. andere Geräfe, die gleichartige Ergebnisse liefern
           11.3.2 . ' Exsikkator mit gefärbtem Kieselgel als Feuchtigkeitsindikator
           II.3.3 .   Trockenofen mit Ventilator zur Trocknung der Analysenproben bei ( 105 ± 3 ) °C
           11. 3.4.   Analysenwaage, Empfindlichkeit 0,0002 g
           11. 3 .5 . Extraktionsapparat Soxhlet oder gleichwertige Apparatur
           11.3.6 .   Nadel
           11.3 . 7.  Garndrehungszähler oder gleichwertige Apparatur
           11.4 .     Reagenzien
           11.4 . 1 . Petroläther, nachdestilliert, Siedebereich 40-60 °C
           11.4.2 .   Destilliertes oder entionisiertes Wasser
           11.5 .     Konditionierungs- und Analysenatmosphäre
           11.6 .     Vorprobe
                      Vgl. Punkt 1.5
                                               m
           11. 7.     Vorbehandlung der Probe
                      Vgl. Punkt 1.6
           II. 8 .    Analysengang
           II. 8.1 .  Analyse von Garnen
                      Eine Analysenprobe von mindestens 1 g wird aus einer vorbehandelten Probe entnommen. Bei
                      sehr feinen Garnen kann die Analyse ungeachtet des Gewichts auf einer Mindestlänge von 30 m
                      durchgeführt werden.
                      Die Garne sind in Stücke von geeigneter Länge zu schneiden; aus diesen sind die einzelnen
                      Elemente mit Hilfe einer Präpariernadel und, falls erforderlich, mit Hilfe des Garndrehungszählers
                      herauszutrennen. Die auf diese Weise herausgetrennten Elemente werden dann in ein tariertes
                      Wägeglas gegeben und bei ( 105 ± 3 ) °C getrocknet, bis einn konstantes Gewicht gemäß 1.7.1 und
                      1.7.2 erreicht ist .
           II. 8 .2 . Analyse eines Gewebes
                      Eine Analysenprobe von mindestens 1 g wird aus einer vorbehandelten Probe entnommen, die
                      Analysenprobe wird so ausgeschnitten, daß sie außerhalb der Webkante liegt, exakt geschnittene
                      Ränder ohne Kräuselung aufweist und parallel zu Schuß und Kette bzw. bei Gewirken
                      gleichlaufend längs und quer zu den Maschenreihen geschnitten ist. Die einzelnen Garne werden
                      getrennt und in tarierten Wägegläsern gesammelt; dann wird wie unter Punkt II. 8.1 vorgegan­
                      gen .
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             II.9 .    Berechnung und Ergebnisdarstellung
                       Das Gewicht . jedes Bestandteils wird als Prozentsatz des Gesamtgewichts der im Gemisch
                       enthaltenen Fasern ausgedrückt. Die Berechnung erfolgt auf der Basis des Trockengewichts der
                       reinen Fasern unter Anwendung von Feuchtigkeitszuschlägen sowie von Berichtigungsfaktoren
                       zur Berücksichtigung der während der Vorbehandlung aufgetretenen Gewichtsverluste.
             II.9.1 .  Berechnung des Prozentsatzes der reinen Trockengewichte ohne Berücksichtigung des Gewichts­
                       verlusts der Fasern durch die Vorbehandlung.
                       Ii
                          n//o =
                                    100 mi    =
                                                      100
                                       - *"2      1 ^   III ?
                                                        ml
                       P, ist der Prozentsatz des trockenen und reinen ersten Faseranteils,
                       mx ist die reine Trockenmasse des ersten Faseranteils,
                       m2 ist die reine Trockenmasse des zweiten Faseranteils .
             II.9.2.   Berechnung des Prozentsatzes jeder einzelnen Komponente nach Anwendung der üblichen
                       Feuchtigkeitszuschläge und etwaiger Berichtigungsfaktoren zur Berücksichtigung des Gewichtsver­
                       lustes durch die Vorbehandlung: siehe Punkt 1.8.2 .
             III.l .   Genauigkeit des Verfahrens
                       Die für jedes Verfahren angegebene Genauigkeit bezieht sich auf die Reproduzierbarkeit
                       (Wiederholstreubereich ) .
                       Die Reproduzierbarkeit ist der Zuverlässigkeitsgrad, d. h. die Einengung der Übereinstimmung
                       zwischen den Versuchsergebnissen, die in verschiedenen Laboratorien oder zu verschiedenen
                       Zeiträumen erzielt werden, wenn dabei jeweils nach demselben Verfahren und an demselben
                       homogenen Prüfgut Einzelergebnisse ermittelt werden.
                       Die Reproduzierbarkeit wird durch die Zuverlässigkeitsgrenzen der Versuchsergebnisse bei einer
                       statistischen Sicherheit von 95 % ausgedrückt.
                       Dies besagt, daß die Abweichung zwischen den Ergebnissen einer in verschiedenen Laboratorien
                       durchgeführten Analysenreihe bei richtiger und normaler Anwendung der Methode an einer
                       gleichartigen homogenen Mischung nur in fünf von hundert Fällen überschritten werden darf.
             III.2 .   Analysenbericht
             111.2.1 . Angabe, ob die Analyse nach dem hier beschriebenen Verfahren durchgeführt worden ist.
             111.2.2.  Detaillierte Angaben über etwaige Spezial-Vorbehandlungen (siehe Punkt 1.6 ).
             III.2.3 . Angabe der Einzelergebnisse sowie des arithmetischen Mittels auf eine Dezimalstelle genau.
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                                 2 . EINZELVERFAHREN — UBERSICHTSTABELLE
           Verfahren                       Anwendungsbereich                                Reagenz
            Nr. 1    Acetat                         Bestimmte andere Fasern    Aceton
            Nr. 2    Bestimmte Eiweißfasern         Bestimmte andere Fasern    Natriumhypochlorit
            Nr. 3    Viskose, Cupro und ge­         Baumwolle                  Ameisensäure-Zinkchlorid
                     wisse Typen von Modal
            Nr. 4    Polyamid oder Nylon            Bestimmte andere Fasern    80 %ige Ameisensäure
            Nr. 5    Acetat                         Triacetat                  Benzylalkohol
            Nr. 6    Triacetat                      Bestimmte andere Fasern    Dichlormethan
            Nr. 7 '  Bestimmte Zellulosefasern      Polyester                  75 % ige Schwefelsäure
            Nr. 8    Acrylfasern, bestimmte         Bestimmte andere Fasern    Dimethylformamid
                     Modacrylfasern oder be­
                     stimmte Chlorvynilfasern
            Nr. 9    Bestimmte Chlorvinylfasern     Bestimmte andere Fasern    Schwefelkohlenstoff/Azeton
                                                                               ( 5,5/44,5 )
            Nr. 10   Acetat                         Bestimmte Chlorvinylfasern Essigsäure
            Nr. 11   Seide                          Wolle oder Tierhaare       75 % Schwefelsäure
            Nr. 12   Jute                           Bestimmte Fasern tieri­    Stickstoffbestimmungs­
                                                    schen Ursprungs            verfahren
            Nr. 13   Polypropylen                   Bestimmte andere Fasern    Xylol
            Nr. 14   Polychloridfasern ( auf Ho­    Bestimmte andere Fasern    Konzentrierte
                     mopolymerbasis von Vi­                                    Schwefelsäure
                     nylchlorid)
            Nr. 15   Polychloridfasern, be­         Bestimmte andere Fasern    Cyclohexanon
                     stimmte Modacryle, be­
                     stimmte Elasthane, Acetat,
                     Triacetat
 ---pagebreak--- Nr. C 96/32                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                 6 . 4 . 94
                                                                VERFAHREN Nr. 1
                                             ACETAT- UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                                                 (Azeton-Verfahren )
            1 . ANWENDUNGSBEREICH
                  Das Verfahren eignet sich nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                  1 . Acetat ( 19 )
                       mit
                  2 . Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Seide (4), Baumwolle (5 ), Flachs ( 7), Hanf ( 8 ), Jute (9 ), Abaca ( 10),
                       Alfagras ( 11 ), Kokos ( 12 ), Ginster ( 13 ), Ramie ( 14 ), Sisal ( 15 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), regenerier­
                       ten Proteinfasern (23 ), Viskose (25 ), Acryl (26 ), Polyamid oder Nylon ( 30 ) und Polyester ( 31 ).
                  Selbstverständlich ist eine Vorschrift nicht auf oberflächen-entacetylierte Acetatfasern anwendbar.
            2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                  Die Acetatfasern werden mittels Aceton aus einer bekannten Trockenmasse herausgelöst. Der Rückstand
                  wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen, seine — erforderlichenfalls berichtigte — Masse
                  wird in Prozentsätzen der Trockenmasse einer Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenen
                  Acetatfasern wird durch Differenzbildung ermittelt.
            3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                  3.1 . Gerät
                         200-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
                  3.2 . Reagenz
                         Aceton
            4 . DURCHFÜHRUNG
                  Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und dabei folgendermaßen
                  vorzugehen:                                          .»
                  Der Probe, die sich in einem mit einem Glasschliffstopfen versehenen Erlenmeyerkolben von mindestens
                  200 ml befindet, werden 100 ml Aceton je Gramm Probe zugegeben; der Kolben wird geschüttelt und
                  30 Minuten lang bei Raumtemperatur unter zeitweiligem Schütteln stehengelassen, anschließend wird die
                  Flüssigkeit über einen gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert.
                  Diese Behandlung wird noch zweimal wiederholt (insgesamt drei Extraktionen), doch jeweils nur
                  15 Minuten lang, so daß die Gesamtdauer der Acetonbehandlung eine Stunde beträgt. Der Rückstand
                  wird in einen Glasfiltertiegel überführt und danach mit Aceton unter Absaugen ausgewaschen. Der
                  Tiegel wird erneut mit Aceton gefüllt, das man ohne Absaugen von selbst ablaufen läßt.
                  Zum Schluß wird der Tiegel unter Absaugen entleert; Tiegel und Rückstand werden getrocknet, gekühlt
                . und gewogen.
            5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                  Die Ergebnisse werden nach dem im allgemeinen Teil angegebenen Verfahren berechnet. Der Wert „d"
                  beträgt 1,00.
            6.    GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                  Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                  ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr . C 96/33
                                                           VERFAHREN Nr. 2
                            BESTIMMTE EIWEISSVERFAHREN UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                                         (Hypochlorit-Verfahren)
           1 . ANWENDUNGSBEREICH
               Das Verfahren eignet sich nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
               1 . bestimmten Eiweißfasern wie : Wolle ( 1 ), Tierhaare (2 und 3 ), Seide (4 ), Proteinfasern ( 23 )
                    mit
               2 . Baumwolle ( 5 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Viskose (25 ) Polyacryl (26 ), Polychlorid (27), Polyamid
                    oder Nylon ( 30), Polyester ( 31 ), Polypropylen ( 33 ), Elasthan ( 39 ) und Glasfasern (40).
               Sind unterschiedliche Eiweißfasern Vorhänden, so liefert das Verfahren deren Gesamtmenge, jedoch nicht
               die prozentualen Anteile.
           2.  GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
               Die Eiweißfasern werden mit einer Hypochloritlösung aus einer bekannten Trockenmasse herausgelöst.
               Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen, seine — erforderlichenfalls
               berichtigte — Masse wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an
               trockenen Eiweißfasern wird durch Differenzbildung ermittelt.
               Für die Herstellung der Hydrochloritlösung kann Lithiumhypochlorit oder Natriumhypochlorit verwen­
               det werden .
               Lithiumhypochlorit empfiehlt sich dann, wenn die Zahl der Analysen gering ist oder Analysen in
               größeren zeitlichen Abständen durchgeführt werden. Der Grund liegt darin, daß festes Lithiumhypochlo­
               rit gegenüber Natriumhypochlorit einen nahezu konstanten Hypochloritanteil enthält. Ist dieser Hy­
               pochloritanteil bekannt, muß nicht bei jeder Analyse der Hypochloritgehalt jodometrisch ' überprüft
               werden, es kann vielmehr mit konstanter Einwaage an Lithiumhypochlorit gearbeitet werden.
           3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
               3.1 . Geräte
                     i ) 250-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
                     ii ) Thermostat, einstellbar auf 20 (± 2 ) °C
               3.2 . Reagenzien
                     i ) Hypochloritreagens
                           a ) Lithiumhypochloritlösung
                               Diese besteht aus einer frisch zubereiteten Lösung mit 35 (± 2 ) g/1 aktivem Chlor (etwa 1
                               M), der 5 (± 0,5 ) g/1 vorher gelöstes Natriumhydroxid zugegeben wurde. Man löst hierzu
                               100 g Lithiumhypochlorit mit 35 % aktivem Chlor ( bzw. 115 g mit 30 % aktivem Chlor)
                               in etwa 700 ml destilliertem Wasser, fügt 5 g in etwa 200 ml destilliertem Wasser gelöstes
                               Natriumhydroxid hinzu und füllt auf 1 Liter auf. Die frisch hergestellte Lösung braucht
                               nicht jodometrisch überprüft zu werden.
                           b) Natriumhypochloritlösung
                               Diese besteht aus einer frisch zubereiteten Lösung, mit 35 (± 2 ) g/1 aktivem Chlor (etwa 1
                               M), der 5 (± 0,5 ) g/1 vorher gelöstes Natriumhydroxid zugegeben wurden.
                               Vor jeder Analyse ist der Gehalt der Lösung an aktivem Chlor jodometrisch zu überprü­
                               fen .
                     ii) Verdünnte Essigsäure
                          5 ml Eisessig werden mit Wasser auf 1 Liter aufgefüllt.
           4 . DURCHFÜHRUNG
               Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzugehen:
               Etwa 1 g der Probe wird in den 250 ml-Kolben mit etwa 100 ml der Hypochloritlösung (Lithium- oder
               Natriumhypochlorit) versetzt und gut geschüttelt, um die Probe zu benetzen.
 ---pagebreak--- Nr. C 96/34                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       6 . 4 . 94
                Anschließend wird der Kolben 40 Minuten in einem Thermostat bei 20 °C gestellt und dabei
                kontinuierlich oder zumindest häufig geschüttelt. Da die Lösung der Wolle exotherm verläuft, ist die
                Reaktionswärme durch diese Arbeitsweise zu verteilen und abzuführen. Andernfalls können größere
                Fehler durch das Anlösen der unlöslichen Fasern entstehen.
                Nach 40 Minuten wird der Inhalt des Kolbens durch einen gewogenen Glasfiltertiegel filtriert; etwa
                zurückgebliebene Fasern werden durch Auswaschen des Kolbens mit etwas Hypochloritreagens in den
                Filtertiegel gespült. Der Filtertiegel wird mittels Unterdruck entleert und der Rückstand nacheinander mit
                Wasser, verdünnter Essigsäure und wieder mit Wasser gewaschen, wobei der Tiegel nach jeder
                Flüssigkeitszugabe unter Absaugen entleert wird, jedoch erst, nachdem die Flüssigkeit ohne Absaugen
                durchgelaufen ist.
                Zum Schluß wird der Tiegel durch Absaugen geleert, zusammen mit dem Rückstand getrocknet,
                abgekühlt und gewogen.
            5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Verfahren berechnet. Der Berichti­
                gungskoeffizient „d" hat den Wert 1,00, für Baumwolle, Viskose und Modal den Wert 1,01 und für
                ungebleichte Baumwolle den Wert 1,03 .
            6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 96/35
                                                             VERFAHREN Nr. 3
                          VISKOSE, CUPRO ODER GEWISSE TYPEN VON MODAL UND BAUMWOLLE
                                                         (Ameisensäure/Zinkchlorid )
           1 . ANWENDUNGSBEREICH
                Diese Methode gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                1 . Viskose (25 ) oder Cupro (21 ) sowie bestimmten Modalfasern (22 )
                     mit
                2 . Baumwolle ( 5 ).
                Wird die Anwesenheit von Modalfasern festgestellt, so ist ein Vorversuch auszuführen, um zu
                untersuchen, ob diese im Reagenz löslich sind. Das Verfahren gilt nicht für Mischungen, bei denen die
                Baumwolle durch übermäßigen chemischen Angriff verändert worden ist oder die Viskose- oder
                Cuprofasern durch Anwesenheit bestimmter Farbstoffe, Reagenzien oder Appreturmittel, die nicht
                vollständig entfernt werden können, nicht mehr vollständig löslich sind.
           2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                Die Viskose, Cupro- oder Modalfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mit einem Reagenz
                aus Ameisensäure und Zinkchlorid herausgelöst. Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet
                und gewogen, seine — erforderlichenfalls berichtigte — Masse wird in Prozentsätzen der Trockenmasse
                der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenen Viskose-, Cupro- oder Modalfasern wird durch
                Differenzbildung ermittelt.
           3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten )
                3.1 . Geräte
                      i) 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
                      ii) Einrichtung zur Erwärmung des Erlenmeyerkolbens auf 40 ± 2 °C
                3.2 . Reagenzien
                      i) Lösung aus 20 g wasserfreiem Zinkchlorid und 68 g wasserfreier Ameisensäure, mit Wasser auf
                           100 g aufgefüllt (d. h. aus 20 Gewichtsteilen wasserfreies Zinkchlorid in 80 Gewichtsteilen
                           Ameisensäure, 85 Gewichtsprozent).
                           In diesem Zusammenhang wird auf Anbang II Absatz 1 Punkt 1.3.2.2 hingewiesen, der
                           vorschreibt, daß alle verwendeten Reagenzien chemisch rein sein müssen; außerdem darf
                           ausschließlich geschmolzenes wasserfreies Zinkchlorid verwendet werden.
                      ii) Lösung aus 20 g wasserfreiem Zinkchlorid: 20 ml einer konzentrierten Ammoniaklösung
                           (Volumenmasse 0,880 g/ml) werden mit Wasser auf 1 1 verdünnt.
           4 . DURCHFÜHRUNG
                Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzugehen:
                Man gibt die Probe sofort in einen auf 40 °C vorgewärmten Erlenmeyer, versetzt sie mit 100 ml der
                Ameisensäure-Zinkchloridlösung je Gramm Probe, die auf 40° vorgewärmt ist. Der Kolben wird
                verschlossen und geschüttelt. Der Kolben und sein Inhalt werden 2 Vi Stunden lang bei 40 °C
                stehengelassen und während dieser Zeit zweimal in Intervallen von je 1 Stunde geschüttelt. Der Inhalt
                des Kolbens wird über einen gewogenen Glasfiltertiegel filtriert; dabei werden etwa am Kolben haftende
                Fasern mit Reagenzlösung in den Filtertiegel gespült. Mit 20 ml Reagenz nachspülen.
                Man wäscht Filtertiegel und Rückstand mit Wasser von 40 °C. Danach spült man den Faserrückstand
                mit ca. 100 ml kalter Ammoniaklösung ( 3.2 (ii)), wobei sichergestellt werden muß, daß dieser Rückstand
                10 Minuten lang vollständig in der Lösung eingetaucht bleibt ( J ); danach spült man gründlich mit kaltem
                Wasser .
                Keinen Unterdruck anwenden, solange die Spülflüssigkeit nicht von selbst vollständig durchgelaufen ist.
                Zum Schluß wird der noch verbleibende Flüssigkeitsüberschuß durch Absaugen entfernt und Tiegel und
                Rückstand getrocknet, abgekühlt und gewogen.
           (') Um die Einwirkungsdauer der Ammoniaklösung auf den Faserrückstand während 10 Minuten sicherzustellen, kann man
               z. B. den Filtertiegel mit einem Vorstoß mit Hahn versehen, der den Abfluß der Ammoniaklösung zu regeln gestattet.
 ---pagebreak--- Nr. C 96/36                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 6 . 4 . 94
            5.  BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnungsverfahren ermittelt. Der
                Berichtigungsfaktor „d" für Baumwolle beträgt 1,02.
            6 . GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 2 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 96/37
                                                           VERFAHREN Nr. 4
                                 POLYAMID ODER NYLON UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                                (Verfahren mit 80 %iger Ameisensäure)
           1.  ANWENDUNGSBEREICH
               Das Verfahren eignet sich nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
               1 . Polyamid oder Nylon ( 30)
                    mit
               2 . "Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Baumwolle ( 5 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Viskose (25 ), Acryl (26 ),
                    Chlorvinyl (27), Polyester ( 31 ), Polypropylen ( 33 ) und Glasfasern (40 ).
               Das Verfahren gilt wie vorstehend angegeben für wollhaltige Mischungen, doch ist bei einem Wollgehalt
               von über 25% das Verfahren Nr. 2 anzuwenden, d. h . Auflösung der Wolle in einer Natriumhypochlo­
               rit-Lösung .
           2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
               Das Polyamid wird aus einer bekannten Trockenmasse mittels Ameisensäure herausgelöst. Der Rück­
               stand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen, seine — erforderlichenfalls berichtigte —
               Masse wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenem
               Polyamid oder Nylon wird durch Differenzbildung ermittelt.
           3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
               3.1 . Gerät
                     200-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
               3.2 . Reagenzien
                     i) Ameisensäure zu 80 Gewichtsprozent, Dichte bei 20 °C: 1,186 . 880 ml Ameisensäure zu 90
                          Gewichtsprozent, Dichte bei 20 °C: 1,204 werden mit Wasser auf 1 1 aufgefüllt, oder es werden
                          780 ml Ameisensäure von 98 bis 100 % Dichte bei 20 °C: 1,220 mit Wasser auf 1 1 aufgefüllt.
                          Zwischen 77 und 83 Gewichtsprozent Ameisensäure ist die Konzentration nicht kritisch.
                     ii ) Verdünntes Ammoniak : 80 ml konzentriertes Ammoniak ( Dichte bei 20 °C : 0,880 ) werden mit
                          Wasser auf 1 1 aufgefüllt.
           4.  DURCHFUHRUNG
               Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzuge­
               hen :
               Die Probe wird mit einem 200-ml-Erlenmeyerkolben mit 100 ml Ameisensäure je Gramm Probe versetzt,
               der Kolben wird verschlossen und geschüttelt, um die Probe vollständig zu benetzen; 15 Minuten bei
               Raumtemperatur unter zeitweiligem Schütteln stehenlassen. Der Inhalt des Erlenmeyerkolbens wird
               durch einen gewogenen Glasfiltertiegel filtriert; etwa zurückbleibende Fasern werden durch Auswaschen
               des Kolbens mit etwas Ameisensäurelösung in den Filtertiegel überführt. Der Filtertiegel wird unter
               Absaugen entleert und der Rückstand nacheinander mit Ameisensäure, warmem Wasser, verdünntem
               Ammoniak und schließlich mit kaltem Wasser gewaschen, wobei der Tiegel nach jeder Flüssigkeitszu­
               gabe unter Absaugen entleert wird, jedoch erst, nachdem die Flüssigkeit ohne Absaugen durchgelaufen
               ist. Zum Schluß wird der Tiegel durch Absaugen geleert, zusammen mit dem Rückstand getrocknet,
               gekühlt und gewogen.
           5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
               Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnungsverfahren berechnet. Der
               Berichtigungsfaktor „ d" hat den Wert 1,00.
           6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
               Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
               ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- Nr . C 96/38                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  6 . 4 . 94
                                                         VERFAHREN Nr. 5
                                             ACETATFASERN UND TRIACETATFASERN
                                                       (Benzylalkohol-Verfahren)
             1 . ANWENDUNGSBEREICH
                 Das Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                 1 . Acetatfasern ( 19 )
                      mit
                 2 . Triacetatfasern ( 24 ).
             2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                 Die Acetatfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse des Gemischs mit Hilfe von Benzylalkohol
                 von 52 ± 2 °C herausgelöst. Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine
                 Masse wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenem
                 Acetat wird durch Differenzbildung ermittelt.
             3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                 3.1 . Geräte
                       i) 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
                       ii ) mechanischer Schüttler
                       iii) Thermostat oder anderes Gerät, das den Kolben einer Temperatur von 52 ± 2 °C aussetzen
                            kann .
                 3.2 . Reagenzien
                       i) Benzylalkohol
                       ii) Äthylalkohol
             4 . DURCHFÜHRUNG
                 Es ist den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu folgen und folgendermaßen vorzugehen:
                 Der im Kolben befindlichen Probe werden 100 ml Benzylalkohol je Gramm Probe zugegeben. Der
                 Kolben wird mit einem Stopfen verschlossen und so auf einem Schüttler befestigt, daß er in ein
                 Wasserbad von 52 ± 2 °C taucht, wo er mindestens 20 Minuten geschüttelt wird. (Unter Umständen
                 kann der mechanische Schüttler durch kräftiges Schütteln mit der Hand ersetzt werden.)
                 Die Flüssigkeit wird über einen gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert. Eine neue Portion Benzylalkohol
                 wird hinzugefügt und der Kolben nochmals 20 Minuten lang bei 52 ± 2 °C geschüttelt. Dann wird über
                 den Filtertiegel dekantiert. Diese Behandlung wird ein drittes Mal wiederholt.
                 Danach wird die Flüssigkeit und der Rückstand in den Filtertiegel gegossen. Etwa im Kolben
                 zurückbleibende Fasern werden durch Hinzufügung einer zusätzlichen Menge Benzylalkohol von 52 ± 2
                 °C übergespült.
                 Der Tiegel wird nun vollständig trockengeschleudert.
                 Die Fasern werden in einen Kolben überführt; Äthylalkohol wird zum Spülen beigefügt. Nach kräftigem
                 Schütteln mit der Hand wird über den Filtertiegel dekantiert.
                 Dieser Spülvorgang ist zwei- oder dreimal zu wiederholen. Der Rückstand wird in den Tiegel überführt
                 und vollständig trockengeschleudert. Filtertiegel und Rückstand werden getrocknet und nach Abkühlung
                 gewogen .
             5.  BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                 Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil beschriebenen Verfahren berechnet. Der
                 Berichtigungsfaktor „ d" hat den Wert 1,00.
             6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                 Bei homogenem Textilfasergemisch liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                 ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr. C 96/39
                                                         VERFAHREN Nr. 6
                                   TRIACETATFASERN UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                                      (Dichlormethan-Verfahren)
           1 . ANWENDUNGSBEREICH
               Dieses Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
               1 . Triacetatfasern ( 24 )
                    mit
               2 . Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Seite (4), Baumwolle (5 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Viskose (25 ),
                    Acryl (26 ), Polyamid oder Nylon ( 30), Polyester ( 31 ) und Glasfasern (40).
               Anmerkung:
               Triacetatfasern, die durch besondere Behandlung partiell verseift sind, sind im Reagenz nicht mehr voll
               löslich . In diesem Fall ist das Verfahren nicht anwendbar.
           2.  GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
               Die Triacetatfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mit Hilfe von Dichlormethan herausge­
               löst. Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine — erforderlichenfalls
               berichtigte — Masse wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an
            '  trockenem Triacetat wird durch Differenzbildung erreicht.
           3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
               3.1 . Gerät
                     200-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
               3.2 . Reagenz
                     i) Dichlormethan (Methylenchlorid)
           4 . DURCHFÜHRUNG
               Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzuge­
               hen :
               Die in einem 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen befindliche Probe wird mit 100 ml Dichlor­
               methan je Gramm Probe versetzt, der Kolben wird mit dem Stopfen verschlossen, in Abständen von zehn
               Minuten kräftig geschüttelt zwecks vollständiger Benetzung der Probe und 30 Min. bei Raumtemperatur
               unter zeitweiligem, regelmäßigem Schütteln stehengelassen. Die Flüssigkeit wird durch einen gewogenen
               Glasfiltertiegel dekantiert. Man gibt 60 ml Dichlormethan in den Kolben mit dem Rückstand, schüttelt
               von Hand und filtriert den Inhalt des Kolbens über den Glasfiltertiegel. Etwa zurückbleibende Fasern
               werden durch Spülen mit einer kleinen zusätzlichen Menge von Dichlormethan in den Tiegel überführt.
               Der Tiegel wird unter Absaugen entleert, dann erneut mit Dichlormethan gefüllt, das man vollständig
               ablaufen läßt .
               Schließlich wird der Flüssigkeitsüberschuß unter Absaugen entfernt, der Rückstand zur gänzlichen
               Entfernung des Lösungsmittels mit kochendem Wasser behandelt, abgesaugt und der Tiegel mit
               Rückstand getrocknet, abgekühlt und gewogen.
           5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
               Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnungsverfahren berechnet. Der
               Berichtigungsfaktor „ d" beträgt 1,00, ausgenommen bei Polyester, für den der Berichtigungsfaktor 1,01
               beträgt.
           6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
               Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
               ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- Nr . C 96/40                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  6 . 4 . 94
                                                             VERFAHREN Nr. 7
                                     BESTIMMTE ZELLULOSEFASERN UND POLYESTERFASERN
                                                  (Verfahren mit 75 %iger Schwefelsäure)
             1.  ANWENDUNGSBEREICH
                 Das Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                 1 . Baumwolle ( 5 ), Flachs ( 7), Hanf ( 8 ), Ramie ( 14 ), Cupro (21 ), Modal (22 ) und Viskose (25 )
                      mit
                 2 . Polyester ( 31 ).
             2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                 Die Zellulosefasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mit Hilfe 75 %iger Schwefelsäure
                 herausgelöst. Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine Masse wird in
                 Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenen Zellulosefasern
                 wird durch Differenzbildung ermittelt.
             3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten )
                 3.1 . Geräte
                       i) 500-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
                       ii) Thermostat oder anderes Gerät zur Erwärmung des Erlenmeyers auf 50 ± 5 °C
                 3.2 . Reagenzien
                       i) Schwefelsäure zu 75 Gewichtsprozent (± 2 %):
                            Herstellung in der Weise, daß 700 ml Schwefelsäure, Dichte bei 20 °C: 1,84 vorsichtig zu 350
                            ml destilliertem Wasser zugesetzt werden. Nach Abkühlung auf Raumtemperatur mit Wasser
                            auf 1 1 auffüllen .
                       ii ) Verdünnte Ammoniaklösung:
                            80 ml Ammoniaklösung, Dichte bei 20 °C: 0,88 , werden mit Wasser auf 1 1 aufgefüllt.
             4 . DURCHFUHRUNG
                 Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten und folgendermaßen
                 vorzugehen:
                 Die in einem 500-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen befindliche Probe wird mit 200 ml 75 %iger
                 Schwefelsäure je Gramm Probe versetzt, der Kolben wird mit dem Stopfen verschlossen und vorsichtig
                 geschüttelt, um die Probe vollständig zu benetzen. Der Kolben wird eine Stunde lang auf einer
                 Temperatur von 50 ± 5 °C gehalten und in Abständen von etwa 10 Minuten geschüttelt. Danach wird
                 der Inhalt des Kolbens unter Absaugen durch einen Filtertiegel filtriert. Etwa zurückgebliebene Fasern
                 werden durch Spülen des Kolbens mit etwas 75 %iger Schwefelsäure in den Glasfiltertiegel überführt.
                 Der Glasfiltertiegel wird durch Absaugen geleert und der auf dem Filter verbliebene Rückstand durch
                 erneute Zugabe von 75 %iger Schwefelsäure ein erstes Mal ausgewaschen . Es ist erst abzusaugen,
                 nachdem die Flüssigkeit ohne Absaugen hindurchgelaufen ist . Der Rückstand wird nacheinander
                 mehrmals mit kaltem Wasser, zweimal mit verdünnter Ammoniaklösung und dann gründlich mit kaltem
                 Wasser gewaschen, wobei nach jeder Flüssigkeitszugabe abzusaugen ist, jedoch jedesmal erst, nachdem
                 die Flüssigkeit ohne Absaugen hindurchgelaufen ist. Schließlich wird der Tiegel durch Absaugen entleert,
                 zusammen mit dem Rückstand getrocknet, abgekühlt und gewogen.
             5.  BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                 Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnungsverfahren berechnet. Der
                 Berichtigungsfaktor „d" hat den Wert 1,00 .
             6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                 Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                 ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         Nr . C 96/41
                                                              VERFAHREN Nr. 8
           ACRYLFÄSERN, MODACRYLFÄSERN, BESTIMMTE CHLORVINYLFÄSERN UND BESTIMMTE
                                                              ANDERE FASERN
                                                        (Dimethylformamid-Verfahren)
            1 . ANWENDUNGSBEREICH
                 Dieses Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                 1 . Acrylfasern (26 ), bestimmten Modacrylfasern (29 ) oder bestimmten Chlorvinylfasern (27) (!)
                      mit
                 2 . Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Seide (4 ), Baumwolle ( 5 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Viskose (25 ),
                      Polyamid oder Nylon ( 30 ) und Polyester ( 31 ).
                      Es gilt ferner für Acryl- und bestimmte Modacrylfasern, die mit vormetallisierten Farbstoffen, jedoch
                      nicht mit Nachchromierfarbstoffen behandelt sind .
           2.    GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                 Die Acrylfasern, bestimmte Modacrylfasern oder bestimmte Chlorvinylfasern werden aus einer bekann­
                 ten Trockenmasse mittels Dimethylformamid im kochenden Wasserbad herausgelöst. Der Rückstand
                 wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen, seine — erforderlichenfalls berichtigte — Masse
                 wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenen Acrylfa­
                 sern, Modacrylfasern oder Chlorvinylfasern wird durch Differenzbildung ermittelt.
           3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                 3.1 . Geräte
                       i ) 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
                       ii ) kochendes Wasserbad
                 3.2 . Reagenz
                       Dimethylformamid ( Siedepunkt 153 ± 1 ) °C mit nicht mehr als 1 % Wasser. Da das Reagenz giftig
                       ist, wird empfohlen, unter dem Abzug zu arbeiten.
           4.    DURCHFUHRUNG
                 Es ist nach den im Allgemeinen Teil angegebenen Anweisungen zu arbeiten und folgendermaßen
                 vorzugehen:
                 Die in einem 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen befindliche Probe wird mit 80 ml im
                 kochenden Wasserbad vorgewärmtem Dimethylformamid je Gramm Probe versetzt, der Kolben mit dem
                 Stopfen verschlossen, geschüttelt zwecks vollständiger Benetzung der Probe und eine Stunde lang im
                 kochenden Wasserbad belassen. Während dieser Zeit wird der Kolben und sein Inhalt fünfmal vorsichtig
                 geschüttelt.
                 Die Flüssigkeit wird durch einen gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert, wobei die Fasern im Erlenmeyer
                 zurückgehalten werden. Man gibt erneut 60 ml Dimethylformamid in den Kolben und erwärmt
                 wiederum 30 Minuten im kochenden Wasserbad, wobei der Kolben und sein Inhalt zweimal vorsichtig
                 von Hand geschüttelt werden.
                 Der Inhalt des Kolbens wird durch einen Glasfiltertiegel unter Absaugen filtriert.
                 Die zurückbleibenden Fasern werden durch Ausspülen des Kolbens mit Dimethylformamid in den
                 Glasfiltertiegel überführt. Der Tiegel wird unter Absaugen entleert. Die zurückbleibenden Fasern werden
                 mit etwa 1 Liter Wasser von 70-80 °C Temperatur gewaschen, wobei der Tiegel jedesmal mit Wasser
                 gefüllt wird. Nach jeder Wasserzugabe wird kurz abgesaugt, allerdings erst dann, wenn das Wasser
                 abgelaufen ist. Läuft das Waschwasser zu langsam durch den Tiegel, kann kurz abgesaugt werden.
                 Zum Schluß wird der Tiegel mit dem Rückstand getrocknet, abgekühlt und gewogen.
           ( J ) Die Löslichkeit dieser Modacryl- oder Chlorvinylfasern im Reagenz ist vor der Analyse zu prüfen.
 ---pagebreak--- Nr. C 96/42                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               6 . 4 . 94
            5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                Die Ergebnisse werden nach dem im allgemeinen Teil angegebenen Verfahren berechnet. Der Berichti­
                gungskoeffizient „d " beträgt 1,00, für:
                Wolle:                  1,01 •
                Baumwolle:              1,01
                Cupro :                 1,01
                Modal :                 1,01
                Polyester:              1,01 .
            6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                ermittelten Ergebnisse bei max. ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr . C 96/43
                                                            VERFAHREN Nr. 9
                            BESTIMMTE CHLORVINYLFÄSERN UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                          (Verfahren mit Schwefelkohlenstoff/Aceton 55,5/44,5 )
           1 . ANWENDUNGSBEREICH
               Das Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                1 . bestimmten Chlorvinylfasern (27), d. h. bestimmten, auch nachchlorierten Polyvinylchlorid­
                     fasern ( M.
                     mit
               2 . Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Seide (4), Baumwolle ( 5 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Viskose (25 ),
                     Acryl (26 ), Polyamid oder Nylon ( 30 ), Polyester ( 31 ), Glasfasern (40).
               Ist der Gehalt an Wolle oder Seide größer als 25 % , so ist Verfahren Nr. 2 anzuwenden. Ist der Gehalt
               an Polyamid oder Nylon größer als 25 % in der Mischung, so wird Verfahren Nr. 4 angewendet.
           2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
               Die Chlorvinylfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mit Hilfe einer aseotropischen
               Mischung von Schwefelkohlenstoff und Aceton herausgelöst. Der Rückstand wird gesammelt, gewa­
                schen, getrocknet und gewogen, seine — erforderlichenfalls berichtigte — Masse wird in Prozentsätzen
               der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenen Chlorvinylfasern wird durch
               Differenzbildung ermittelt.
           3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten )
                3.1 . Geräte
                      i) 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen
                      ii ) mechanischer Schüttler
               3.2 . Reagenzien
                      i) Aseotropische Mischung von Schwefelkohlenstoff und Aceton ( 55,5 Volumprozent Schwefel­
                           kohlenstoff und 44,5 Volumprozent Aceton). Da das Reagenz giftig ist, wird empfohlen, unter
                           dem Abzug zu arbeiten
                      ii) Äthylalkohol 92 Volumprozent, oder Methanol
           4 . DURCHFUHRUNG
               Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten und folgendermaßen
               vorzugehen:
               Die in einem 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen befindliche Probe wird mit 100 ml aseotropi­
               scher Mischung je Gramm Probe versetzt. Der Kolben wird sorgfältig verschlossen und 20 Minuten lang
               mit dem mechanischen Schüttler oder von Hand kräftig geschüttelt. Die Flüssigkeit wird durch einen
               gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert.
               Die Behandlung wird mit 100 ml frischem Lösungsmittel wiederholt. Diese Behandlung wird so oft
               fortgesetzt, bis ein Tropfen Lösungsmittel nach Verdunstung auf einem Ührglas keinerlei Polymernieder­
               schlag hinterläßt. Der Rückstand wird mit Hilfe einer zusätzlichen Menge Lösungsmittel in den
               Filtertiegel überführt, der Filtertiegel durch Sauganwendung entleert; Tiegel und Rückstand werden mit
               20 ml Alkohol gespült und anschließend dreimal mit Wasser nachgespült. Vor dem Absaugen muß die
               Spülflüssigkeit vollständig durchgelaufen sein. Tiegel und Rückstand werden getrocknet, abgekühlt und
               gewogen .
               Anmerkung:
               Die Proben mancher Mischungen mit hohem Gehalt an Polyvinylchlorid schrumpfen beim Trocknen
               beträchtlich, was die Beseitigung des Polyvinylchlorids durch das Lösungsmittel erschwert. Jedoch
               verhindert diese Schrumpfung nicht die vollständige Auflösung des Polyvinylchlorids.
           5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
               Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Verfahren berechnet. Der Berichti­
               gungsfaktor „d " beträgt 1,00.
           6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
               Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
               ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
           (') Die Löslichkeit der Chlorvinylfasern im Reagenz muß überprüft werden , bevor die Analyse durchgeführt wird.
 ---pagebreak--- Nr . C 96/44                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    6 . 4 . 94
                                                         VERFAHREN Nr. 10
                                         ACETAT- UND BESTIMMTE CHLORVENYLFÄSERN
                                                         (Essigsäure-Verfahren)
             1 . ANWENDUNGSBEREICH
                 Dieses Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                 1 . Acetatfasern ( 19 )
                      mit
                 2 . bestimmten Chlorvinylfasern (27) und zwar Polyvinylchloridfasern, auch nachchloriert.
             2.  GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                 Die Acetatfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mittels Essigsäure aufgelöst. Der Rückstand
                 wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine — erforderlichenfalls berichtigte — Masse
                 wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an trockenen Acetatfa­
                 sern wird durch Differenzbildung ermittelt.
             3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                 3.1 . Geräte
                       i) 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen
                       ii ) mechanischer Schüttler
                 3.2 . Reagenz
                       Essigsäure (mehr als 99 % ). Dieses Reagenz ist sehr ätzend, und bei seiner Verwendung ist daher
                       Vorsicht geboten.
             4.  DURCHFUHRUNG
                 Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten und folgendermaßen
                 vorzugehen:
                 Die in einem 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen befindliche Probe wird mit 100 ml Essigsäure
                 je Gramm Probe versetzt. Der Kolben wird sorgfältig verschlossen und bei Raumtemperatur 20 Minuten
                 mit einem mechanischen Schüttler oder von Hand kräftig geschüttelt. Die Flüssigkeit wird durch den
                 gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert. Diese Behandlung wird zweimal unter Verwendung von jeweils
                 100 ml frischem Lösungsmittel wiederholt, so daß insgesamt drei Extraktionen ausgeführt werden. Der
                 Rückstand wird in den Filtertiegel überführt, der Flüssigkeitsrückstand unter Sauganwendung entleert;
                 Tiegel und Rückstand werden mit 50 ml Essigsäure sowie anschließend dreimal mit Wasser nachgespült.
                 Nach jedem Auswaschen muß die Flüssigkeit von selbst durchlaufen, bevor abgesaugt wird. Tiegel und
                 Rückstand trocknen, abkühlen und wägen.
             5.  BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                 Die Ergebnisse werden in der im Allgemeinen Teil angegebenen Weise berechnet. Der Berichtigungsfak­
                 tor „ d " beträgt 1,00 .
             6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                 Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                 ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . C 96/45
                                                           VERFAHREN Nr. 11
                                                SEIDE UND WOLLE ODER TIERHAARE
                                                  (Verfahren mit 75 %iger Schwefelsäure)
            1 . ANWENDUNGSBEREICH
                Dieses Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                 1 . Seide ( 4 )
                     mit
                2 . Wolle ( 1 ) oder Tierhaaren (2 und 3 ).
            2.   GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                Die Seide wird aus einer bekannten Trockenmasse mit 75gewichtsprozentiger Schwefelsäure herausge­
                löst ( a ).
                Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen. Seine — erforderlichenfalls
                berichtigte — Masse wird in Prozentsätzen der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt. Der Anteil an
                trockener Seide wird durch Differenzbildung ermittelt.
            3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                3.1 . Gerät
                      200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen
                3.2 . Reagenzien
                      i)    75gewichtsprozentige Schwefelsäure (± 2 %):
                            Herstellungsweise: 700 ml Schwefelsäure, Dichte 1,84, werden vorsichtig zu 350 ml destilliertem
                            Wasser zugesetzt. Nach Abkühlung auf Raumtemperatur mit Wasser auf 1 1 auffüllen.
                      ii) Verdünnte Schwefelsäure: 100 ml konzentrierte Schwefelsäure werden mit destilliertem Wasser
                            auf 1900 ml aufgefüllt.
                      iii ) Verdünntes Ammoniak: 200 ml konzentriertes Ammoniak ( 0,880 Dichte bei 20 °C ) werden mit
                            destilliertem Wasser auf 1000 ml aufgefüllt.
           4 . DURCHFUHRUNG
                Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzuge­
                hen :
                Die in einem 200-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen befindliche Probe wird mit 100 ml 75prozen­
                tiger Schwefelsäure je Gramm Probe versetzt. Der Kolben wird verschlossen, kräftig geschüttelt und 30
                Minuten bei Raumtemperatur stehengelassen. Erneut schütteln, 30 Minuten stehenlassen. Ein letztes Mal
                schütteln und den Inhalt des Kolbens in den gewogenen Glasfiltertiegel überführen. Etwa im Kolben
                zurückbleibende Fasern werden mit 75prozentiger Schwefelsäure nachgespült. Der Rückstand wird im
                Filtertiegel nacheinander mit 50 ml verdünnter Schwefelsäure, 50 ml Wasser und 50 ml verdünntem
                Ammoniak ausgewaschen. Die Fasern müssen etwa 10 Minuten lang mit der Flüssigkeit in Kontakt
                bleiben, bevor abgesaugt wird. Schließlich wird mit Wasser nachgewaschen, wobei die Fasern 30
                Minuten im Wasser verbleiben. Die Restflüssigkeit wird unter Absaugen entfernt. Tiegel und Rückstand
                werden getrocknet, abgekühlt und gewogen.
           5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
                Die Ergebnisse werden in der im Allgemeinen Teil beschriebenen Weise berechnet. Der Faktor „d" hat
                den Wert 0,985 für Wolle ( i ).
           6.   GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
                Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
                ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
           (!) Wildseiden, wie zum Beispiel Tussahseide, werden mit 75 %iger Schwefelsäure nicht vollständig herausgelöst.
 ---pagebreak--- Nr . C 96/46                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  6 . 4 . 94
                                                              VERFAHREN Nr. 12
                                     JUTE UND BESTIMMTE FASERN TIERISCHEN URSPRUNGS
                                                   (Verfahren mittels Stickstoffbestimmung)
             1 . ANWENDUNGSBEREICH
                 Das Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für binäre Mischungen von:
                 1 . Jute ( 9 )
                      mit
                 2 . bestimmten Fasern tierischen Ursprungs.
                 Letztere können aus Tierhaaren (2 und 3 ) oder aus Wolle ( 1 ) oder einer Mischung von Tierhaaren und
                 Wolle bestehen. Selbstverständlich eignet sich das Verfahren nicht für Textilfasermischungen, die
                 nichtfaserige Bestandteile (Farbstoffe, Appreturmittel usw.) auf Stickstoffbasis enthalten.
             2.  GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                 Man bestimmt den Stickstoffgehalt der Mischung und berechnet hieraus sowie aus dem bekannten
                 Stickstoffgehalt der beiden Bestandteile der Mischung deren proportionalen Anteil.
             3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                 3.1 . Gerät
                       i) Kjeldahl-Zersetzungskolben von 200 bis 300 ml
                       ii) Kjeldahl-Destillationskolben mit Dampferzeuger
                       iii) Titriergerät, mit einer Genauigkeit bis zu 0,05 ml.
                 3.2 . Reagenzien
                       i)     Toluol
                       ii )   Methanol
                       iii)    Schwefelsäure (d = 1,84 bei 20 °C ) 0 )
                       iv)    Kaliumsulfat (*)
                       v)      Selendioxyd (*)
                       vi)    Natriumhydroxydlösung (400 g/1). 400 g Natriumhydroxyd werden in 400 bis 500 ml Wasser
                               aufgelöst und die Flüssigkeit mit Wasser auf 1 Liter verdünnt.
                       vii)   Indikatormischung. 0,1 g Methylrot werden in 95 ml Äthanol und 5 ml Wasser gelöst; diese
                               Lösung wird mit 0,5 g Bromkresolgrün, das in 475 ml Äthanol und 25 ml Wasser aufgelöst
                              ist, vermischt.
                       viii) Borsäurelösung. 20 g Borsäure werden in einem Liter Wasser gelöst.
                       ix)     Schwefelsäure 0,02 N (Normvolumenlösung).
             4 . VORBEHANDLUNG DER VORPROBE
                 An Stelle der im Allgemeinen Teil beschriebenen Vorbehandlung wird wie folgt vorgegangen:
                 Die lufttrockene Probe wird in einem Soxhlet-Apparat mit einer Mischung von einem Volumenteil
                 Toluol und drei Volumenteilen Methanol 4 Stunden lang bei mindestens 5 Umläufen pro Stunde
                 extrahiert. Man läßt die Lösungsmittel aus der Probe in Luft verdampfen Und entfernt die letzten Spuren
                 in einem Wärmeschrank bei 105 ± 3 °C. Sodann wird die Probe im Wasser ( 50 ml/g Probemenge ) durch
                 Sieden mit Rückkühlung 30 Minuten lang extrahiert. Nach dem Filtrieren wird die Probe in den Kolben
                 zurückgegeben und die Extraktion mit einem gleichen Volumen frischen Wassers wiederholt. Nach
                 erneutem Filtrieren wird das überschüssige Wasser durch Ausdrücken, Absaugen oder Zentrifugieren aus
                 der Probe entfernt, die man dann an der Luft trocknen läßt.
             (') Diese Reagenzien müssen stickstoffrei sein .
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr . C 96/47
               Anmerkung:
               Toluol und Methanol sind giftig; deshalb sind bei ihrer Verwendung alle erforderlichen Vorsichtsmaß­
               nahmen zu treffen.
           5 . ANALYSIERUNG
               5.1 . Allgemeine Anweisung
                     Hinsichtlich Entnahme, Trocknung und Wägung der Probe sind die im Allgemeinen Teil gemachten
                     Angaben zu befolgen.
               5.2. Ausführliche Anleitung
                     Zu der Probe von mindestens 1 g im Kjeldahl-Kolben werden der Reihe nach 2,5 g Kaliumsulfat,
                     0,1 bis 0,2 g Selendioxyd und 10 ml Schwefelsäure (d = 1,84) gegeben. Der Kolben wird zunächst
                     schwach erhitzt, bis das ganze Fasermaterial zersetzt ist, sodann wird kräftiger erhitzt, bis die
                     Lösung klar und nahezu farblos geworden ist. Die Erhitzung wird 15 Minuten lang fortgesetzt,
                     dann läßt man den Kolben abkühlen, verdünnt den Inhalt vorsichtig mit 10 bis 20 ml Wasser, kühlt
                     ab, überführt den Inhalt quantitativ in einem 200-ml-Maßkolben und füllt das Volumen mit Wasser
                     auf, um die Analysenlösung herzustellen.
                     In einen 100-ml-Erlenmeyerkolben werden etwa 20 ml Borsäurelösung gegeben; der Kolben wird
                     unter dem Kondensator des Kjeldahl-Destilliergeräts so aufgestellt, daß das Ablaufrohr gerade unter
                     den Spiegel der Borsäurelösung eintaucht. Es werden genau 10 ml Analysenlösung in den
                     Destillierkolben überführt und mindestens 5 ml Natriumhydroxydlösung in den Trichter gegeben.
                     Man hebt den Stopfen leicht an und läßt die Natriumhydroxydlösung langsam in den Kolben
                     fließen. Wenn die Analysenlösung und die Natriumhydroxydlösung bestrebt sind, zwei getrennte
                     Schichten zu bilden, so sind sie durch vorsichtiges Schütteln zu vermischen. Der Destillierkolben
                     wird leicht erwärmt und gleichzeitig Dampf aus dem Dampferzeuger in ihn eingeführt. Es werden
                     etwa 20 ml Destillat gesammelt und das Auffanggefäß so weit gesenkt, daß sich das Ende des
                     Ablaufrohrs etwa 20 mm über dem Spiegel der Flüssigkeit befindet, danach wird eine Minute lang
                     weiter destilliert. Das Ende des Ablaufrohrs wird mit Wasser ausgespült und das Reinigungswasser
                     im Erlenmeyer aufgefangen. Der Erlenmeyer wird sodann entfernt und durch einen zweiten
                     Erlenmeyer ersetzt, der etwa 10 ml Borsäurelösung enthält; darin werden etwa 10 ml Destillat
                     aufgesammelt.
                     Die beiden Destillate werden getrennt mit 0,02-N-Schwefelsäure unter Verwendung der Indikator­
                     mischung titriert. Die Ergebnisse für die beiden Destillate werden notiert. Wenn das Bestimmungs­
                     ergebnis des zweiten Destillats über 0,2 ml liegt, so ist die Bestimmung zu wiederholen; es muß also
                     nochmals mit einem anderen aliquoten Teil der Analysenlösung destilliert werden.
                     Es wird ein Blindversuch durchgeführt, wobei die Zersetzung und Destillation lediglich unter
                     Verwendung der Reagenzien erfolgt.
           6 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
               6.1 . Der prozentuale Anteil des Stickstoffs in der trockenen Probe wird folgendermaßen berechnet:
                                 28 (V-b)N
                     A /o "              W
                     A % = Prozentsatz Stickstoff im reinen Trockengewicht der Probe
                     V     =    Gesamtvolumen in ml der Standardschwefelsäure für die Bestimmung
                     b     =    Gesamtvolumen in ml der Standardschwefelsäure beim Blindversuch
                     N     =   tatsächlicher Titel der Standardschwefelsäure
                     W     = Trockenmasse (g) der Testprobe.
               6.2. Bei Verwendung des Wertes 0,22 % für den Stickstoffgehalt der Jute bzw. 16,2 % für den
                     Stickstoffgehalt der tierischen Fasern — beide Werte auf die Trockenmasse bezogen — berechnet
                     sich die Zusammensetzung der Mischung nach folgender Formel:
                                  A      n T>
                     PA % =               ^     x 100
                       A        16,2 — 0,22
                     Pa % =    Prozentsatz der tierischen Faser im reinen Trockengewicht der Probe.
           7.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
               Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der nach diesem Verfahren
               ermittelten Ergebnisse bei maximal ± 1 mit einer statistischen Sicherheit von 95 % .
 ---pagebreak--- Nr. C 96/48                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             6 . 4. 94
                                                                VERFAHREN Nr. 13
                                          POLYPROPYLEN UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                                                  (Xylol-Verfahren)
            1 . ANWENDUNGSBEREICH
                   Diese Methode ist nach Abtrennung der nichtfaserigen Bestandteile auf binäre Textilfasermischungen
                   anwendbar:
                   1 . Polypropylen ( 33 )
                        mit
                   2. Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Seide (4 ), Baumwolle (5 ), Acetat ( 19), Cupro (21 ), Modal (22 ),
                        Triacetat (24), Viskose (25% Acryl (26 ), Polyamid oder Nylon (30), Polyester (31 ) und Glasfaser
                        (40 ).
            2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                   Die Polypropylenfaser wird aus einer bekannten Menge der Trockenmasse durch Lösung mit kochendem
                   Xylol abgetrennt. Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine Menge
                   wird — gegebenenfalls nach der erforderlichen Korrektur — durch den Prozentanteil an der Trocken­
                   masse ausgedrückt. Das Mengenverhältnis des Polypropylen wird aus der Gewichtsdifferenz berechnet.
            3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (soweit nicht im Allgemeinen Teil erwähnt)
                   3.1 . Geräte
                         i) Erlenmeyerkolben, Mindestinhalt 200 ml, mit Schliffstopfen;
                         ii ) Rückflußkühler (geeignet für Flüssigkeiten mit erhöhtem Kochpunkt) mit zum Aufsetzen auf die
                               Erlenmeyerkolben (i) angepaßtem geschliffenem Übergangsteil.
                   3.2 . Reagenz
                         Xylol, Siedebereich zwischen 137° und 14 °C.
                          Bemerkung:
                          Dieses Reagenz ist sehr leicht entflammbar und entwickelt giftige Dämpfe. Während der Verwen­
                          dung sind deshalb entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
            4 . DURCHFUHRUNG
                   Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzuge­
                   hen:
                   Zu der in den Erlenmeyerkolben (3.1 i)) eingegebenen Probe werden 100 ml Xylol ( 3.2 ) pro Gramm
                   Probe hinzugegeben. Dann wird der Kühler ( 3.1 ii)) aufgesetzt und der Kolbeninhalt zum Kochen
                   gebracht; Kochdauer 3 Minuten. Die heiße Flüssigkeit wird sofort danach über den tarierten Glasfritte­
                   tiegel (siehe Bemerkung 1 ) dekantiert. Dieser Vorgang wird zweimal unter Verwendung von jeweils
                   50 ml frischem Lösungsmittel wiederholt.
                   Der im Kolben zurückgebliebene Rückstand wird nacheinander mit 30 ml kochendem Xylol (zweimal),
                   dann zweimal mit je 75 ml Petroläther (siehe I 3.2.1 Allgemeiner Teil) ausgewaschen. Nach dem zweiten
                   Waschen mit Petroläther wird der Inhalt des Kolbens durch den Tiegel filtriert; die zurückgebliebenen
                   Fasern weden mittels einer kleinen zusätzlichen Menge Petroläther in den Tiegel überführt. Dann läßt
                   man das Lösungsmittel vollständig verdampfen. Der Tiegel und der Rückstand werden getrocknet,
                   abgekühlt und gewogen.
                   Bemerkungen:
                    1 . Der Filtertiegel, über den das Xylol dekantiert wird, muß vorgewärmt werden.
                   2. Nach den Verfahrensschritten mit dem kochenden Xylol darauf achten, daß der den Rückstand
                        enthaltende Erlenmeyerkolben ausreichend abgekühlt wird, bevor der Petroläther dazugegeben
                        wird .
                   3 . Um die Gefährdung der Laboranten durch die Entflammbarkeit und Giftigkeit möglichst niedrig zu
                        halten, können Heißextraktionsapparaturen und geeignete Verfahren, die gleichartige Ergebnisse
                        erbringen, angewendet werden. (*)
             t 1 ) Diesbezüglich sei auf die in Melliand Textilberichte 56 ( 1975 ), S. 643-645 , beschriebene Apparatur hingewiesen.
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 96/49
           5. BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
              Die Ergebnisse werden in der im Allgemeinen Teil beschriebenen Weise berechnet. Der Wert „d " beträgt
              1,00 .
           6. GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
              Bei Anwendung dieses Verfahrens auf eine homogene Mischung von Textilstoffen liegt der Zuverlässig­
              keitsbereich der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse innerhalb von höchstens ± 1 bei einer
              Zuverlässigkeitsschwelle von 95 % .
 ---pagebreak--- Nr. C 96/50                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         6 . 4 . 94
                                                           VERFAHREN Nr. 14
            POLYCHLORIDFASERN (AUF HOMOPOLYMERBASIS VON VINYLCHLORID ) und BESTIMMTE
                                                            ANDERE FASERN
                                               (Verfahren mit konzentrierter Schwefelsäure)
            1 . ANWENDUNGSBEREICH
                Diese Methode ist nach Abtrennung der nichtfaserigen Bestandteile auf binäre Textilmischungen
                anwendbar:
                1 . Polychloridfasern (27) auf Homopolymerbasis von Vinylchlorid (nachchloriert oder nicht)
                     mit
                2 . Baumwolle ( 5 ), Acetat ( 19 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Triacetat (24 ), Viskose (25 ), bestimmte Acryl­
                     (26 ) und Modacryl- (29 ) Fasern, Polyamid oder Nylon ( 30) und Polyester ( 31 ).
                Die betreffenden Modacrylfasern sind diejenigen, die bei Behandlung in konzentrierter Schwefelsäure
                (d2o = 1,84 g/ml) eine klare Lösung ergeben.
                Diese Methode kann insbesondere anstelle der Methoden Nr. 8 und 9 angewendet werden.
            2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                Die unter 1.2 genannten Fasern werden aus einer bekannten Trockenmasse durch Auflösen in
                konzentrierter Schwefelsäure (d2o = 1,84 g/ml) abgetrennt. Der aus Polychloridfaser bestehende Rück­
                stand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine — gegebenenfalls nach der erforderli­
                chen Korrektur — durch Angabe des prozentualen Anteils der Trockenmasse ausgedrückt. Das
                Mengenverhältnis des zweiten Bestandteils wird aus der Gewichtsdifferenz berechnet.
            3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (soweit nicht im Allgemeinen Teil aufgeführt)
                3.1 . Geräte
                      i) Erlenmeyerkolben, Mindestinhalt 200 ml, mit Schliffstopfen;
                      ii) Glasstab mit abgeflachtem Ende.
                3.2. Reagenzien
                      i) Schwefelsäure konzentriert (d2o = 1,84 g/ml);
                      ii) Schwefelsäure, wäßrige Lösung etwa 50 % (m/m) Schwefelsäure.
                           Um dieses Reagenz herzustellen, werden vorsichtig und unter Kühlung 400 ml Schwefelsäure
                           {d2o = 1,84 g/ml) zu 500 ml Wasser hinzugegeben. Wenn die Lösung auf Zimmertemperatur
                           abgekühlt ist, wird mit Wasser auf 1 Liter angefüllt;
                      iii) Ammoniak, verdünnte Lösung
                           60 ml einer konzentrierten Ammoniaklösung (d2o = 0,880 g/ml) werden mit destilliertem Wasser
                           zu 1 Liter Lösung verdünnt.                                                               ^
            4 . DURCHFUHRUNG
                Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen und folgendermaßen vorzuge­
                hen :
                Zu der in den Erlenmeyerkolben ( 3.1 i )) eingegebenen Probe werden 100 ml Schwefelsäure ( 3.2 i )) pro
                Gramm Probe hinzugegeben.
                10 Minuten lang bei Zimmertemperatur unter öfterem Umrühren der Probenlösung mit dem Glasstab
                stehenlassen . Wenn es sich um ein Gewebe oder um gewirkte Ware handelt, so drückt man das
                Probestück leicht gegen die Kolbenwand, um auf diese Weise die durch die Schwefelsäure ausgelösten
                Bestandteile abzutrennen .
                Die Flüssigkeit wird über den tarierten Glasfrittetiegel dekantiert. Dann werden erneut 100 ml
                Schwefelsäure ( 3.2 . i)) in den Kolben gegeben und der Vorgang wiederholt. Den Inhalt des Kolbens über
                dem Tiegel entleeren und hierbei den faserigen Rückstand mit dem Glasstab abtrennen. Erforderlichen­
                falls etwas konzentrierte Schwefelsäure ( 3.2 . i)) in den Kolben nachgeben, um die an den Wänden
                hängenbleibenden Faserreste zu erhalten. Den Tiegel durch Absaugen entleeren; das Filtrat des Kolbens
                völlig entfernen oder den Kolben auswechseln, dann den Rückstand im Tiegel nacheinander mit der
                50 %igen Schwefelsäure ( 3.2 . ii)) destilliertem oder entionisiertem Wasser ( 1.3.2.3 Allgemeiner Teil) und
                der Ammoniaklösung ( 3.2. iii)) und schließlich gründlich mit destilliertem oder entionisiertem Wasser
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr . C 96/51
               auswaschen, wobei der Tiegel durch Absaugen nach jeder Zugabe vollständig entleert wird (während des
               Waschvorgangs ist nicht abzusaugen, sondern erst, nachdem die Flüssigkeit durch ihr Eigengewicht
               abgelaufen ist.)
               Den Tiegel und den Rückstand trocknen, abkühlen und wiegen.
               Während und zwischen den WaschVorgängen zunächst keinen Unterdruck anwenden, sondern die
               Flüssigkeit normal ablaufen lassen und erst dann absaugen.
               Zum Schluß wird der Tiegel mit dem Rückstand getrocknet, abgekühlt und gewogen.
           5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
               Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Verfahren berechnet. Der Berichti­
               gungskoeffizient „ d " beträgt 1,00, jedoch bei
               Seide:      1,01 ,
               Polyacryl: 0,98 .
           6.  GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
               Bei homogenen Textilgemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der Ergebnisse dieses Verfahrens bei
               höchstens ± 1 , wobei die statistische Sicherheit 95 % beträgt.
 ---pagebreak--- Nr . C 96/52                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      6 . 4 . 94
                                                              VERFAHREN Nr. 15
             POLYCHLORIDFASERN,                 BESTIMMTE        MODACRYLE,       BESTIMMTE       ELASTHANE,        ACETAT,
                                             TRIACETAT UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                                                             (Cyclohexanonverfahren)
             1.   ANWENDUNGSBEREICH
                  Dieses Verfahren gilt nach Beseitigung der Nichtfaserstoffe für binäre Gemische aus:
                  1 . Acetat ( 19 ), Triacetat (24 ), Polychlorid (27), bestimmten Modacrylen (29 ), bestimmten Elasthanen
                        ( 39 )
                        mit
                  2 . Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ), Seide (4 ), Baumwolle (5 ), Cupro (21 ), Modal (22 ), Viskose (25),
                        Polyamid ode Nylon ( 30 ), Polyacryl (26 ), Glasfasern (40 ).
                  Sind Modacryl- oder Elasthanfasern vorhanden, so ist ein Vorversuch notwendig, um festzustellen, ob
                  die Fasern in dem Reagenz vollständig löslich sind.
                  Zur Bestimmung von Gemischen mit Polychloridfasern sind auch die Verfahren Nr. 9 oder Nr. 14
                  anwendbar .
             2.   GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
                  Ausgehend von einer bekannten Trockenmasse des Gemischs werden Fasern von Acetat, Triacetat,
                  Polychlorid, bestimmte Modacryle, bestimmte Elasthane, mit Cyclohexanon bei annähernder Siedetem­
                  peratur aufgelöst. Der Rückstand wird gesammelt, gewaschen, getrocknet und gewogen; seine Masse
                  wird, gegebenenfalls nach Berichtigung, als Prozentsatz der Trockenmasse der Mischung ausgedrückt.
                  Der Anteil an Polychlorid-, Modacryl-, Elasthan, Acetat- und Triacetatfasern in Prozent wird durch
                  Differenzbildung ermittelt.
             3 . GERÄTE UND REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten)
                  3.1 . Geräte
                   i)      Heißextraktionsgerät, mit dem nach dem unter Kapitel 4 beschriebenen Verfahren gearbeitet
                           werden kann ( siehe Abbildung, die eine Variante des in Milliand Textilberichte 56 ( 1975 ) 643-645
                           beschriebenen Geräts darstellt );
                   ii )    Filtertiegel zur Aufnahme der Probe;
                   iii) poröse Scheidewand, Porosität 1 ;
                   iv)     für den Destillationskolben geeigneter Rückflußkühler;
                   v)      Heizgerät.
             3.2 . Reagenzien
                   i)      Cyclohexanon, Siedepunkt 156 °C;
                   ii)     Äthylalkohol, verdünnt auf 50 Volumprozent.
                           Anmerkung: Cyclohexanon ist brennbar und toxisch; beim Gebrauch sind entsprechende Schutz­
                                           vorkehrungen zu treffen.
             4 . DURCHFUHRUNG
                  Es ist nach den im Allgemeinen Teil angegebenen Anweisungen zu arbeiten und dann folgendermaßen
                  vorzugehen:
                  100 ml Cyclohexanon je Gramm Probe in den Destillationskolben geben, das Extraktionsgefäß ein- bzw.
                  aufsetzen und den Filtertiegel mit der Probe einführen. Auf den Filtertiegel die leicht geneigte poröse
                 Trennwand legen, danach den Rückflußkühler aufsetzen. Das Cyclohexanon bis zum Siedepunkt
                 erwärmen, 60 Minuten bei einer Mindestgeschwindigkeit von etwa 12 Zyklen extrahieren. Nach
                  Extraktion und Abkühlung den Filtertiegel aus dem Extraktionsgefäß nehmen und die poröse Scheide­
                  wand entfernen. Den Inhalt des Filtertiegels 3 bis 4mal mit auf etwa 60 °C erwärmten 50 prozentigem
                 Äthylalkohol und anschließend mit 1 Liter Wasser bei 60 °C waschen.
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr . C 96/53
           5 . BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
               Die Ergebnisse werden in der im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnungsweise ermittelt; der Wert
               „d" beträgt 1,00.
           6 . GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
               Bei Anwendung der Methode auf eine homogene Mischung von Textilstoffen liegt der Zuverlässigkeits­
               bereich der durch diese Methode erhaltenen Ergebnisse innerhalb von höchstens ± 1 bei einer
               Zuverlässigkeitsschwelle von 95 % .
 ---pagebreak--- Nr . C 96/54           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                6 . 4 . 94
             Skizze, die auf den Punkt 3.1 i) der Methode n° 15 abgezielt wurde
 ---pagebreak--- 6 . 4 . 94                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                         Nr . C 96/55
                                                       ANHANG III
                                                           TEIL A
                             IN ARTIKEL 8 AUFGEZAHLTE AUFGEHOBENE RICHTLINIEN
           — Richtlinie 72/276/EWG und ihre folgenden Abänderungen:
             — Richtlinie 79/76/EWG
             — Richtlinie 81 /75/EWG
             — Richtlinie 87/184/EWG.
                                                           TEIL B
                                                 UMSETZUNGSFRISTEN
                                  Richtlinie                                  Termin für die Umsetzung
           — 72/276/EWG ( ABl. Nr. L 173 vom 31 . 7. 1972,         18 . Januar 1974
             S. 1 )
           — 79/76/EWG ( ABl. Nr. L 17 vom 24 . 1 . 1979, S. 17 )  28 . Juni 1979
           — 81 /75/EWG ( ABl. Nr. L 57 vom 4 . 3 . 1981 , S. 23 ) 27 . Februar 1982
           — 87/184/EWG ( ABl. Nr. L 75 vom 17. 3 . 1987,          1 . September 1988
             S. 21 )
 ---pagebreak--- Nr. C 96/56                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                    6 . 4 . 94
                                                          ANHANG IV
                                                  ÜBEREINSTIMMUNGSTABELLE
                                 Diese Richtlinie                                Richtlinie 71 /276/EWG
            Artikel 1                                              Artikel 1
            Artikel 2                                              Artikel 2
            Artikel 3                                              Artikel 3
            Artikel 4                                              Artikel 4
            Artikel 5                                              Artikel 5
            Artikel 6                                              Artikel 6
            Artikel 7                                              Artikel 7 Absatz 2
            Artikel 8                                              —
            Artikel 9                                              Artikel 8
            Anhang   I                                             Anhang   I
            Anhang    II Nummer 1                                  Anhang    II Nummer 1
            Anhang    II Nummer 2                                  Anhang    II Nummer 2
            Anhang   II Verfahren Nr.   1                          Anhang    II Verfahren Nr.    1
            Anhang    II Verfahren Nr.  2                          Anhang    II Verfahren Nr.    2
            Anhang    II Verfahren Nr.  3                          Anhang    II Verfahren Nr.    3
            Anhang    II Verfahren Nr.  4                          Anhang    II Verfahren Nr.    4
            Anhang    II Verfahren Nr.  5                          Anhang    II Verfahren Nr.    5
            Anhang    II Verfahren Nr.  6                          Anhang    II Verfahren Nr.    6
            Anhang    II Verfahren Nr.  7                          Anhang    II Verfahren Nr.    7
            Anhang    II Verfahren Nr.  8                          Anhang    II Verfahren Nr.    8
            Anhang    II Verfahren Nr.  9                          Anhang    II Verfahren Nr.    9
            Anhang    II Verfahren Nr.  10                         Anhang    II Verfahren Nr.    10
            Anhang    II Verfahren Nr.  11                         Anhang    II Verfahren Nr.     11
            Anhang    II Verfahren Nr.  12                         Anhang    II Verfahren . Nr.  13
            Anhang    II Verfahren Nr.  13                         Anhang    II Verfahren Nr.    14
            Anhang    II Verfahren Nr.  14                         Anhang    II Verfahren Nr.    15
            Anhang    II Verfahren Nr.  15                         Anhang    II Verfahren Nr.     16
            Anhang    III                                          —
            Anhang    IV                                           —