CELEX: 31990R1256
Language: de
Date: 1990-05-07 00:00:00
Title: VERORDNUNG  (EWG) Nr. 1256/90 DES RATES  vom 7. Mai 1990 zur Eroeffnung und Verwaltung von Gemeinschaftszollkontingenten fuer bestimmte landwirtschaftliche und chemische Waren

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31990R1256

VERORDNUNG  (EWG) Nr. 1256/90 DES RATES  vom 7. Mai 1990 zur Eroeffnung und Verwaltung von Gemeinschaftszollkontingenten fuer bestimmte landwirtschaftliche und chemische Waren  

Amtsblatt Nr. L 124 vom 15/05/1990 S. 0004 - 0005

*****  VERORDNUNG  (EWG) Nr. 1256/90 DES RATES  vom 7. Mai 1990  zur Eröffnung und Verwaltung von Gemeinschaftszollkontingenten für bestimmte landwirtschaftliche und chemische Waren  DER RAT DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 28,  auf Vorschlag der Kommission,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Die Produktion von bestimmten landwirtschaftlichen und chemischen Waren in der Gemeinschaft reicht augenblicklich nicht aus, um den Bedarf der verarbeitenden Industrie in der Gemeinschaft zu decken. Die Versorgung der Gemeinschaft mit dieser Ware hängt somit gegenwärtig zu einem nicht unwesentlichen Teil von der Einfuhr aus Drittländern ab. Es ist angezeigt, den dringendsten Bedarf der Gemeinschaft an diesen Waren unverzueglich zu den günstigsten Bedingungen zu decken. Es empfiehlt sich deshalb, bis zum 30. Juni 1991 bzw. 31. Dezember 1990 zollfreie Gemeinschaftszollkontingente im Rahmen von angemessenen Mengen zu eröffnen. Um das Gleichgewicht der Märkte für diese Waren nicht zu gefährden, sind die Mengen von einigen dieser Gemeinschaftszollkontingente auf eine vorläufige Höhe festzusetzen, die den tatsächlich festgestellten sofortigen Bedarf deckt. Diese Festsetzung der Kontingentsmengen schließt jedoch nicht eine Anpassung während des Wirtschaftsjahres aus.  Es ist vor allem sicherzustellen, daß alle Importeure der Gemeinschaft gleichen, kontinuierlichen Zugang zu diesen Kontingenten haben und daß die vorgesehenen Kontingentszollsätze fortlaufend auf sämtliche Einfuhren der betreffenden Waren in allen Mitgliedstaaten bis zur Ausschöpfung der Kontingente angewandt werden.  Es ist angebracht, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine gemeinschaftliche, wirksame Verwaltung dieser Zollkontingente zu gewährleisten, indem vorgesehen wird, daß die Mitgliedstaaten die ihren tatsächlichen Einfuhren entsprechenden notwendigen Mengen aus den Kontingentsmengen ziehen können. Diese Art der Verwaltung erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission, die vor allem die Möglichkeit haben muß, den Stand der Ausnutzung der Kontingentsmenge zu verfolgen, und die die Mitgliedstaaten davon unterrichten muß.  Da sich das Königreich Belgien, das Königreich der Niederlande und das Großherzogtum Luxemburg zu der Wirtschaftsunion Benelux zusammengeschlossen haben und durch diese vertreten werden, kann jede Maßnahme im Zusammenhang mit der Verwaltung der gezogenen Mengen durch eines ihrer Mitglieder vorgenommen werden -  HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:  Artikel 1  (1) Vom 1. Juli 1990 bis zum 30. Juni 1991 werden die Zollsätze für die Einfuhr der nachstehenden Waren im Rahmen des angegebenen Gemeinschaftszollkontingents auf folgende Höhe ausgesetzt:  1.2.3.4.5 //  //  //  //  //  // Laufende Nummer  // KN-Code (a)   // Warenbezeichnung  // Kontingents- menge (in Tonnen)  // Kontingents- zollsatz (in %)   //    //   //   //   //  // 09.2701   // ex 0301 92 00 ex 0302 66 00 ex 0303 76 00  // Aale (Anguilla-Arten), lebend, frisch, gekühlt oder gefroren, zur Verarbeitung in Räuchereien oder Enthäutungsbetrieben oder zum industriellen Herstellen von Waren des KN-Code 1604 (1)   // 5 000   // 0   //    //   //  //   //  (a) Taric-Code: 0301 92 00*10, 0302 66 00*10, 0303 76 00*10.  (1) Die Überwachung der zweckentsprechenden Verwendung erfolgt nach den einschlägigen Gemeinschaftsbestimmungen.  (2) Ab Inkrafttreten dieser Verordnung bis zum 31. Dezember 1990 werden die Zollsätze für die Einfuhr der nachstehenden Waren im Rahmen der angegebenen Gemeinschaftszollkontingente auf folgende Höhe ausgesetzt:  1.2.3.4.5 //  //  //  //  //  // Laufende Nummer  // KN-Code (a)   // Warenbezeichnung  // Kontingents- menge (in Tonnen)  // Kontingents- zollsatz (in %)   //    //   //   //   //  // 09.2745   // ex 2909 60 90   // Tert-Butylhydroperoxid mit einem Gehalt an Wasser von nicht weniger als 28 und nicht mehr als 32 Gewichtshundertteilen   // 500   // 0   //    //   //  //   //   // 09.2749   // ex 2917 39 90  // Natrium-3,5-bis(methoxycarbonyl)benzolsulfonat   // 280  // 0   //    //   //   //   //   // 09.2795   // ex 2921 41 00   // Anilin   // 8 500   // 0   //    //   //   //   //  (a) Taric-Code: 2909 60 90*10, 2917 39 90*60, 2921 41 00*10.  (3) In den Grenzen dieser Zollkontingente wenden das Königreich Spanien und die Portugiesische Republik die entsprechend den einschlägigen Vorschriften der Beitrittsakte von 1985 berechneten Zollsätze an.  Artikel 2  Die Zollkontingente nach Artikel 1 werden durch die Kommission verwaltet, die alle für eine effiziente Verwaltung erforderlichen Maßnahmen treffen kann.  Artikel 3  Legt ein Importeur in einem Mitgliedstaat eine Anmeldung zur Abfertigung zum zollrechtlich freien Verkehr vor, die einen Antrag auf Gewährung der Zollbegünstigung für eine unter diese Verordnung fallende Ware enthält, und nehmen die Zollbehörden diese Anmeldung an, so nimmt der betreffende Mitgliedstaat durch Mitteilung an die Kommission die Ziehung einer seinem Bedarf entsprechenden Menge aus dem betreffenden Kontingent vor.  Die Anträge auf Ziehung sind der Kommission zusammen mit der Angabe, wann den Anmeldungen stattgegeben wurde, unverzueglich zu übermitteln.  Die Ziehungen werden von der Kommission entsprechend der zeitlichen Reihenfolge gewährt, in der die Zollbehörden des betreffenden Mitgliedstaats der Anmeldung zur Abfertigung zum zollrechtlich freien Verkehr stattgegeben haben, soweit der Restbetrag ausreicht.  Nutzt ein Mitgliedstaat die gezogenen Mengen nicht aus, so hat er den nicht ausgenutzten Teil so bald wie möglich auf das entsprechende Kontingent zurückzuübertragen.  Sind die beantragten Mengen höher als der verfügbare Rest des Kontingents, so erfolgt die Zuteilung anteilig im Verhältnis der Anträge. Die Mitgliedstaaten werden von der Kommission über die vorgenommenen Ziehungen unterrichtet.  Artikel 4  Jeder Mitgliedstaat garantiert den Einführern der betreffenden Waren gleichen, kontinuierlichen Zugang zu den Kontingenten, soweit der Rest des jeweiligen Kontingents ausreicht.  Artikel 5  Die Mitgliedstaaten und die Kommission arbeiten im Hinblick auf die Einhaltung dieser Verordnung eng zusammen.  Artikel 6  Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.  Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.  Geschehen zu Brüssel am 7. Mai 1990.  Im Namen des Rates  Der Präsident  G. COLLINS