CELEX: 51989PC0603
Language: de
Date: 1989-12-05
Title: VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER EIN SPEZIFISCHES PROGRAMM ZUR VORBEREITUNG DER ENTWICKLUNG EINES EINSATZFAEHIGEN EUROTRA-SYSTEMS

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                           K0MC89) 603 endg. - SYN 228
                                           Brüssel, den 5. Dezember 1989
                           Vorschlag für eine
                         ENTSCHEIDUNG DES RATES
         über ein spezifisches Programm zur Vorbereitung der
           Entwicklung eines einsatzfähigen EUROTRA-Systems
                     (Von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                      Mitteilung der Kommission an den Rat
Betrifft; Vorschlag für eine Entscheidung des Rates betreffend ein
          spezifisches Programm zur Vorbereitung der Entwicklung elnee
          eI neatzfähIgen EUROTRA-Systems
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 I.   VORBEMERKUNG
 1.   Im Rahmenprogramm 1987-1991 (1) elnd unter Aktlonsllnle 8.4 zu den
      Sprachproblemen folgende Maßnahmen vorgesehen:
           Fertlgstellung eines ersten Prototyps eines mehrsprachigen
           automatIschsn ÜberSetzungssystems (für die neun Amtssprachen der
           Gemeinschaft) (EUROTRA) bis 1990;
            zu diesem Punkt hat die Kommission dem Rat am 1. Juni 1988 einen
           Vorschlag unterbreitet*2*, den ele unter Einbeziehung von
           Empfehlungen des Europäischen Parlaments am 7. Februar 1989
           abgeändert hat* 3 ); der Rat hat seine Entscheidung am 20. Juni
            1989 erlassen* 4 ).
           Unterstützung der Industriellen Entwicklung eines automatischen
           ÜberSetzungssystems, Entwicklung von Methoden und Werkzeugen zur
           Wiederverwendung lexikalischer Ressourcen bei rechnergestützten
           Anwendungen und Schaffung von Normen für lexikalische und
           terminologische Daten;
           diese Punkte sind Gegenstand des vorliegenden Vorschlags.
2.    In Aktlonsllnle 8.4 des Rahmenprogramms sind Insgesamt Ausgaben In Höhe
     von 55 Millionen ECU vorgesehen. Oleser Betrag Ist folgendermaßen auf
     die einzelnen spezifischen Programme aufgeteilt:
           VALUE* 5 )                                      38 Millionen ECU
           3. Phase von EUROTRA                             7 Millionen ECU
           vorliegender Vorschlag eines spezifischen
           Programms                                       10 Millionen ECU
           GESAMTBETRAG                                    55 Mill Ionen ECU
     Der vorliegende Vorschlag trägt diesen Faktoren und der Laufzelt des
     gegenwärtigen EUROTRA-Programms (bis 30. Juni 1990) Rechnung.
(1) ABI. L 302 vom 24.10.1987, S. 1
(2) KOM (88) 270 endg.
(3) KOM (89) 20 endg./2 - SYN 137
(4) ABI. L 200 vom 13.07.1989, S. 15
(5) ABI. L 200 vom 13.07.1989, S. 23
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II.  DIE AUSGANGSLAGE
3.   Der Vorschlag legt die Ergebniese des derzeitigen EUROTRA-Programms
     zugrunde.
     Ziel des Programms Ist die Schaffung eines automatischen
     Übersetzungssystems modernster Konzeption (EUROTRA) für alle
     Amtssprachen der Gemeinschaft.
     Nach Abschluß des Programms sollte ein einsatzfähiges Prototypsystem für
    einen begrenzten Fachbereich und eine begrenzte Anzahl von Textarten
    geschaffen sein, das als Grundlage für die Entwicklung eines
    praxistauglichen Systems in dem auf das derzeitige Programm folgenden
     Zeltraum dienen kann.
     Zu den praktischen Ergebnissen, die bei Abschluß der dritten Phase
    voraussichtlich erreicht sind, gehören:
          für jede der neun Sprachen Analyse- und Synthesemodule unter
          gründlicher Behandlung der In den gewählten Textarten auftretenden
           linguistischen Phänomene (Handbücher, Artikel für wissenschaftliche
          Veröffentlichungen Im Bereich der Telekommunikation);
          für Jede der Sprachen der In diesen Texten benutzte
          aIIgemeInsprachI Ichs Wortschatz (etwa 8 000 Einträge);
          die Fachterminologie einer Reihe von Teilbereichen der
          Telekommunikation (etwa 12 000 Einträge);
          hierfür Transfermodule für eine repräsentative Zahl von
          Sprachpaaren (etwa 50);
          eine Reihe linguistischer Forschungsergebnisse aue dem letzten Jahr
          der Programmlaufzelt, die In die künftige Entwicklung elnzubezlehen
          wären.
    Es Ist geplant. In der zweiten Jahreshälfte 1989 eine Zwischenbewertung
    des Fortschritts des EUROTRA-Programms durchzuführen. Soweit wie möglich
    sollen dieselben Sachverständigen, die die Programmbewertung Im Jahr
    1987 vorgenommen haben, für diese Bewertung herangezogen werden. Der
    Bewertungsbericht dürfte bis Ende 1989 vorliegen.
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 4.   In dem Ratsbeschluß vom 25. Juli 1988 betreffend den Übergang von
      EUROTRA zur dritten Phase* 6 ) und In der Entscheidung des Rates vom 20.
      Juni 1989 betreffend den Abechluß des Programms*7) sind diese
      Anfangsziele beibehalten. Darüber hinaus wurden entsprechend den
      Empfehlungen des unabhängigen Sachverständigengremiums, das das Programm
      1987 bewertete, und dee Ausschussee des Europäischen Parlaments für
      Energie, Forschung und Technologie zusätzliche Maßnahmen in das
      Arbeltsprogramm für die dritte Phase von EUROTRA aufgenommen.
 5.   Hierbei handelt es sich Insbesondere um vorbereitende Maßnahmen für die
      Implementierung eines praxistauglichen EUROTRA-Systsms, die Beteiligung
      Industrieller Partner, die Ausarbeitung geeigneter Kooperationsformen
      zwischen Forschungseinrichtungen und Privat Industrie sowie die
      Ausbildung von Forschern und Ingenieuren.
 6.   Im Laufe des Jahres 1989 hat die Kommission In einer Reihe von Studien
      folgende Themen behandeln lassen:
           Grobdefinition eines praxlstauglIchen EUROTRA-Systems unter
           Berücksichtigung seiner qualitativen und quantitativen
           Leistungsfähigkeit, seiner Anwender- und Systemwartungsumgebung,
           möglicher Unter-, Neben- und Spln-off-Produkte und -Systeme, der
           Entwicklungsstrategien und sonstiger Aspekte wie Teilnehmer,
           Zeltpläne, Kosten usw. Diese Studie sollte den Unternehmen u. a.
           die notwendigen Voraussetzungen dafür liefern, die
           Forschungsergebnisse des EUROTRA-Programms für die
           Produktentwicklung zu nutzen.
           Systemanalyse der allgemeinen EUROTRA-Archltektur. Mit dieser
           Studie soll die Basis für die technologische Weiterentwicklung Im
           Bereich der maschinellen Übersetzung und sonstiger Anwendungen
           geschaffen werden.
           Konzeptlonsstudlen zur Definition der SystementwIck lungs-, Test-
           und Forschungsumgebung. Daraus sollte sich eine Reihe von
           Empfehlungen und Spezifikationen zu den einzelnen Systemkomponenten
           ergeben, die zur Entwicklung eines Systems In großem Maßstab,
           speziell Im Hinblick auf die wlrtechaftIiche Durchführbarkelt einer
           derartigen Entwicklung, erforderlich sind.
           Eine Projektdefinitlonsstudle über die WiederVerwendbarkeit
           lexikalischer Ressourcen in rechnergestützten Anwendungen.
     Darüber hinaus wirkt die Kommission aktiv In einem Internationalen
     Projekt "Text Encoding Initlatlve" mit, das auf eine Initiative mehrerer
     Berufsverbände zurückgeht und sich mit der Ausarbeitung eines Vorschlags
     für Internationale Standards für lexikalische und Textdaten beschäftigt.
(6) ABI. L 222 vom 12.08.1988, S. 1
(7) ABI. L 200 vom 13.07.1989, S. 15
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I M . PROGRAIHZIELE UND -INHALTE
7.    Angesichts dss für das vorgeschlagene Programm vorgesehenen zeitlichen
      und finanziellen Rahmens sind die Ziele zwangsläufig beschränkt.
      Das zweijährig angelegte Programm soll vom 1. Juli 1990 bis zum 30. Juni
      1992 laufen, vorgesehen sind GerneInschaftsmIttel In Höhe von
      durchschnittlich fünf Millionen ECU Jährlich.
8.    Entsprechend den Im Rahmenprogramm vorgesehenen Maßnahmen gliedern sich
      die Ziele dieses Vorschlags In drei Hauptthemen:
      I.   Vorbereitung der Entwicklung elnee einsatzfähigen EUROTRA-Systeme
           Hauptziel aller Maßnahmen unter dieser Überschrift Ist ausgehend
           von dem EUROTRA-Prototyp unter Nutzung der Ergebnisse einiger
           ESPRIT-Projekte geeignete Voraussetzungen für die Weiterentwicklung
           des Prototyps zu schaffen. Das beinhaltet auch eine weitere
           Forschungsarbelt zur Verbesserung der linguistischen
           Systemle Istung. Hauptakt Ions I Inlen sind:
           a) Schaffung einer beständigen, effizienten Systemsentwicklungs-
              und Testumgebung; dazu gehören:
              - ein überarbeiteter RegeIforma11smus unter besonderer Betonung
                von Ausdruckvermögen, Umkehrbarkelt, der deklarativen
                Eigenschaften, der ModularItat und KontrolImechanIsmen;
              - ein effizienter Regel Interpret lerer, mit dem es möglich Ist,
                umfangreiche Wörterbücher, Grammatiken und Texte mit
                akzeptabler Geschwindigkeit zu handhaben;
              - ein Datenbanksystem zur Speicherung und Verwaltung
                umfangreicher Wörterbücher, Grammatiken und Textkorpora;
              - eine Anwendungsumgebung für Aufbau und Pflege von
                Wörterbüchern und Grammatiken;
              - eine Testumgebung mit besonderer Betonung Interaktiver
                Prüfverfahren.
           b) Sprachspezifische linguistische Forschungs- und
              EntwIckIungsarbeIt zum Ausbau des Prototypsystems und zur
              Verbesserung der linguistischen Leistungsfähigkeit. Hierzu
              sollten gehören:
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    - Überprüfung der vorhandenen sprachlichen Implementierungen
       Die vorhandenen sprachlichen Implementierungen müssen an die
       Neufassung von Rahmen und Umgebung angepaßt werden, so daß sis
       als stabile Grundlage für weitere Im Rahmen des Jetzigen
       Programms und darüber hinaus vorgesehene Erweiterungen dienen
       können.
    - Aueweitung der sprachlichen Abdeckung
       Die grammatikalische Abdeckung muß nach und nach eo erweitert
      werden, daß Phänomene aus neuen Textarten abgedeckt sind.
      Besondsre Beachtung soll hlsrbel der optimalen Ausnutzung der
      modularen Systemarchitektur für die Erfassung tsxtart- und
      sachbereIchsspezifischer Phänomene zukommen.
    - Versuche mit Relais-Transfer
      Das Grundprinzip besteht darin, daß eine
      Schnittstellenstruktur ale Schaltstelle für den Transfer In
      alle und aus allen Sprachen benutzt wird. Wirtschaftlich
      gesehen muß bei einem praxistauglichen mehrsprachigen System
      (In Erwartung einer sprachübergreifenden Lösung) die
      geometrische Progression der einzelnen Sprachpaare (72 bei 9
      Sprachen) auf genau einen Transfer aus Jsder und In Jede
      Sprache reduziert werden. Erfolge bei den Versuchen In dieser
      Richtung würden die wirtschaftliche Durchführbarkelt eines
      wirklich mehrsprachigen Systems bei gleicher Abdeckung aller
      Übersetzungsrichtungen weitgehend verbessern.
   - Einbeziehung und Erprobung der Forschungsergebnisse
      EUROTRA Ist als evolutionäres System angelegt, In das neue
      Forschungsergebnisse einbezogen werden können. Diese müssen
      Jewel is In die entsprechenden Module eingearbeitet und
     gründlich erprobt werden, um zu sehen, ob sie wirklich die
     Probleme lösen helfen, für die sie gedacht elnd und die Im
     wesentlichen in drei Bereichen angesiedelt elnd:
     - Auflösung von Mehrdeutigkelten
     - Reduzierung komplexer TransferechrItte
     - stärker sprachübergreifende Schnittstellenstruktur.
     Letzten Endes dienen sie alle der Verbesserung der
     Übersetzungsqual Itat.
c) Allgmelne linguistische Forschung (Grundlagen- und angewandte
   Forschung)
   Um EUROTRA welter voranzutreiben, sind weitere linguistische
   Forschungsanstrengungen erfordert Ich.
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        Voraussichtlich wird sine erste Rslhe priorItärer Bereiche Im
        Anschluß an die Systemüberprüfung während der dritten Phaee und
        die Bewertung am Ende dee EUROTRA-Programms feetgelegt.
        Vorang hat stratsglsch gssshsn dis systematische, vollständige
        Nutzung des allgemeinen linguistischen Wlesene. Es ist Jedoch
        sine bekannte Tatsache, daß bestimmte Problemgruppen nicht
        allein mit linguistischem Wissen gelöet werden können, sondern
        daß hierzu auch außerIingulstIsches Wissen herangezogen werden
        muß (allgemeines Weltwissen, bereichsspezifisches Wissen,
        diskursspezifisches Wissen).
        Da außerhalb des vorliegenden Programms beträchtlicher
        Forschungsaufwand In den Bereichen Wissensbasen,
        Expertensysteme, InferenzmechanIsmen, moderne
        Informationssysteme usw. getrieben wird, geht es hisr
        hauptsächlich darum, dis bel derartigen Vorhaben erzielten
        Forschungsergebnisse zu nutzen und Im Zusammenwirken mit diesen
        Vorhaben Versuche durchzuführen.
    d) Erforschung von Systemarchitekturen
        EUROTRA let als Intelligentes wissensbasiertes System (IKBS)
        angelegt, das gegenwärtig linguistisches Fachwissen enthält;
        langfristig soll ihm auch intsrn über eine Schnittstelle nach
        außen außer IInguletIsches Wissen zur Verfügung stehen. An
        anderer Stelle wird beträchtlicher Forschungsaufwand In
       WlssensrepräsentatIon/Knowledge Engineering, Expertensysteme und
       modernste Hardware-Architekturen (parallele, assoziative,
       konnektIon 1st Ische Verarbeitung) gesteckt. Um EUROTRA und der
       Sprachtechnologie ganz allgemein ein ausreichendes
        Innovationspotential zu sichern, muß man eich ständig um eine
       Nutzung dieser durch die neuen Entwicklungen geschaffsnen
       Möglichkelten bemühen und schließlich ihren Einsatz für
       natürliche Sprachen erproben.
II. Entwicklung von Methoden und Werkzeugen zur Wiederverwendung
    lexikalischer Ressourcen bei rechnergestützten Anwendungen
    Hier werden zweierlei Ziele verfolgt:
    e) Benutzung vorhandener lexikalischer und terminologischer
       Ressourcen für die Schaffung von EUROTRA-Wörterbüchern
       Von grundlegender Bedeutung für ein praxistauglIchee MÜ-System
       und Jede andere Anwendung, bei der es um natürliche Sprache
       geht, ist, daß umfangreiche qualitativ anspruchsvolle
       Wörterbücher und terminologische Ressourchen vorhanden sind. Im
       Rahmen dieser Maßnahme sollen Methoden und Werkzeuge hierfür
       geschaffen werden. Die laufende Projektdefinitionsstudie soll
       nähere Einzelheiten hierzu ergeben.
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          f) WiederverwendbarkeIt lexikalischer und grammatikalischer
             Ressourcen
             Hier soll gezeigt werden, daß die für EUROTRA entwickelten
             Module tatsächlich auch In anderen Anwendungen Einsatz finden
             können, bei denen natürliche Sprache beteiligt Ist. Bei
             derartigen Pilot- und Demonstrationsprojekten müßte mit den für
             die entsprechenden AnwendungsproJskte Zuständigen
             zusammengearbeitet werden.
    III. Schaffung von Normen für lexikalische und terminologische Daten
          In Jedem Techno log lebereich sind Internationale Normen eine
         zwingende Notwendigkeit. Für die Sprachtechnologie hält die
         Kommission die Schaffung derartiger Normen für ein langfristiges
         Ziel. Im Rahmen des vorliegenden Programms können realistisch nur
         Vorarbeiten Ins Auge gefaßt werden, also pränormative Forschung und
         Förderungsmaßnahmen wie z. B.:
         g) aktive Mitwirkung In Initiativen zur Schaffung derartiger Normen
             (Wörterbücher, Terminologien, Korpora);
         h) Förderung von Tätigkelten, die auf eine angemessene
             terminologische Abdeckung der Amtssprachen In Schlüsseibereichen
             von Wissenschaft und Technologie abzielen.
9. Von diesem Programm werden folgende Ergebnisse erwartet:
         eine Reihe beständiger, effizienter und benutzerfreund I Icher
         Software-Instrumente und eine erprobte Methode für
         Systementwicklung In großem Maßstab;
         eine Reihe von Werkzeugen und Methoden zur Schaffung umfangreicher
        Wörterbücher durch weitgehenden Einsatz vorhandsner lexikalischer
        Ressourcen;
        eine Reihe von Werkzeugen und Methoden zur Einarbeitung von
        Fachterm I noIogIesammIungen;
        für alle neun Gemeinschaftssprachen: gut erprobte Implementierungen
        von Analyse- und Synthesemodulen mit möglichst umfangreicher
        grammatikalischer Abdeckung und repräsentativer lexikalischer
        Abdeckung (In diesem Programm sind keine größeren IexikographIschen
        Arbeiten vorgesehen, die Ergebnisse der Arbeiten über die
        Wiederverwendbarkeit lexikalischer und terminologischer Ressourcen
        werden abgewartet);
        bei positiven Ergebnissen der Versuche mit Relais-Transfer:
        Übersetzung von einer Sprache In alle übrigen Sprachen; andernfalls
        Übersetzung zwischen einer repräsentativen Zahl von Sprachpaaren;
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          Erfahrungen mit kooperativen Modellen zur Entwicklung eines
          praxi stauglIchsn mehrsprachigen ÜberSetzungssystems und als
          Zwischenstufe einer Reihe von Unter-, Neben- und Spln-off-
          Produkten.
IV. PLANUNG UND BETEILIGTE
10. An EUROTRA wirken alle zwölf Mltglledstaatsn aktiv mit, wobei die Form
    der Mitarbeit und das Verhältnis zwischen den eInzelStaatIIchen
    Beiträgen und dem Gemeinschaftsbeitrag zum Programm durch
    Betel IIgungsverträge mit den Mltglledstaatsn geregelt sind.
11.  im allgemeinen Ist Jede nationale Forschungsgruppe für Analyse und
    Generierung der eigenen Landessprache und für den Transfer aus den
    anderen In die eigene Sprache zuetändlg. An der niederländischen Sprache
    arbeiten gemeinsam die Niederlande und Belgien, an der französischen
    Sprache Frankreich und Belgien. Irland let für die Koordinierung der
    terminologischen Arbelt zuetändlg, während Luxemburg allgemeine
    Infrastrukturarbeiten für die Dokumentation sowie für die Erprobung und
    Weiterleitung der Software durchführt und Belgien auch für allgemeine
    elektronische lexIkographIsche Arbeiten zuetändlg Ist.
12. Alle nationalen Forechungegruppen sind aktiv an der linguistischen
    Grundlagen- und angewandten Forschung von allgemeinem Interesse
    beteiligt. Diese Arbeiten werden durch das Projektteam in der Kommission
    mit Unterstützung einiger Forscher aus den nationalen Teame, deren
    Arbelt zu 100 % aus Gemeinschaftsmitteln finanziert wird, koordiniert.
13. Die Konzeption des allgemeinen Systemrahmens und des Rege 1 forma11smus
    sowie die erste Prototyp-Implementlerung der Software wurden unter
    ähnlichen Rahmenbedingungen wie die allgemeine linguistische Forschung
    durchgeführt, im Verlauf der dritten Phase wurden Software-Entwicklung
    und -Pflege zunehmend auf das Projskttsam In der Kommission, untsrstützt
    von Sachverständigen aue der europäischen Software-Industrie, verlagert.
    Auch dless Arbeiten werden vollständig aus Gemeinschaftsmitteln
    finanziert.
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14.  Im Laufe der dritten Phase wurde das praktisch geschlossene System der
    BetellIgungsverträge für zusätzliche Forschungsinstitute und Unternehmen
    geöffnet, die eine Reihe von Systemanalyse-, Durchführbarke Its- und
    Konzeptlon88tudlen übernommen haben.
15.  Im Lichte der mit der Organisationsstruktur von EUROTRA gewonnenen
    Erfahrungen wird für dlesse Programm folgende Struktur vorgeschlagen:
    a)     Es wird damit gerechnet, daß Konzeption und Spezifikation der
          SystementwIck lungs- und TestUmgebung bis zum Bsglnn dieses
          Programms abgeschlossen sind. Für die Implementierung selbst, die
          voll aus Gemeinschaftsmitteln finanziert werden sollte, werden etwa
          20 % der Gesamtmittel veranschlagt.
    b)    Dia unter Ziffer 8 b) erläuterte sprachspezifische F&E-Arbslt
          sollte weitergeführt und entsprechend dem Schlüssel der derzeitigen
          Beteiligungsverträge von der Gemeinschaft und den Mitglledstaatsn
          gemeinsam finanziert werden. Vorgeschlagen wird, etwa 40 % der
          Gemeinschaftsmittel für diese Arbeiten zur Verfügung zu stellen.
    c)    Die eher vorbereitenden Arbeiten, Insbssondere die unter Ziffer
          8 c ) , d ) , e) und f) erläuterten, sollten ale Gemeinschaftsmaßnahmen
          von Industrie, Forschungsinstituten und den vorhandenen EUROTRA-
          Tsams durchgeführt und zu gleichen Teilen von der Gemeinschaft
          einerseits und den Teilnehmern andererssits finanziert wsrdsn. Dis
          einzelnen Vorhaben werden über Aufrufe zu Vorschlägen/Ausschrei-
          bungen ausgewählt. Für diese Arbeiten wären 30 % der Gesamtmittel
          zu verwenden.
    d)    Die Kommission Ist sich dee Mangels an Fachwissen und Können Im
          Bereich der maschinellen Übersetzung und der ComputerIInguIstIk
          bewußt. Es wird daher vorgeschlagen, 10 % der Gemeinschaftsmittel
          für Stipendien zur Verfügung zu stellen, damit sich Studenten nach
          dem Examen an der Arbelt der EUROTRA-Teams oder der sonstigen
          Programmteilnehmer beteiligen können.
    e)    Programmanagement und -koordlnlerung bleiben bei der Kommission. Es
          1st davon auszugshen, daß für die Durchführung dieses spezifischen
          Programms fünf zusätzliche Bedlenststs auf Zelt erforderlich sind.
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      f)   Die Kommles Ion schlägt vor, daß sis bel der Durchführung dieses
           Programms von einem Beratenden Ausschuß unterstützt wird, dsr untsr
           anderem auch die Aufgaben des Jetzigen BVKA-12 übernimmt.
V.    HAUSHALTSVORANSCHLAG
18.  Der Gesamthaushält von 10 Millionen ECU wäre folgendermaßen
     aufzugliedern (In 1 000 ECU):
                                       EG-         Nationals       INSGESAMT
                                     Beltrag        Be Itrage
. SYSTEMENTWICKLUNGS- UNO            2 000                          2 000
  TESTUMGEBUNG
. NATIONALE FORSCHUNGSGRUPPEN                                       8 000
  - Gemelnschaftsbeltrag             4 000
  - Natlonaler Beitrag                              4 000
. KOOPERATIVE VORHABEN                                             6 000
  - EG-Betrag                        3 000
  - Te11nehmer                                      3 000
. AUSBILDUNG                         1 000                          1 000
. INSGESAMT                         10 000          7 000         17 000
 ---pagebreak---                                     - 12 -
VI.  VOM RAT ERBETENER BESCHLUSS
17.  Die Kommission bittet den Rat, den beigefügten Vorschlag für eine
     Entscheidung betreffend ein spezifisches Programm zur Entwicklung eines
     einsatzfähigen EUROTRA-Systsms anzunehmen.
VII. ANLAGEN
     Vorschlag für sine Entscheidung des Rates betreffend ein spezifisches
     Programm zur Vorbereitung der Entwicklung eines einsatzfähigen EUROTRA-
     Systems
II.  Stellungnahme des BVKA-12 vom 26. Juni 1989
III. Finanzbogen
 ---pagebreak---                                         - 13 -
                                  Vorschlag für eine
                                Entscheidung des Rates
                  über ein spezifisches Programm zur Vorbereitung
               der Entwicklung eines einsatzfähigen EUROTRA-Systems
DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
gestützt       auf     den     Vertrag     zur    Gründung      der     Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesonders auf Artikel 130 q Absatz 2,
auf Vorschlag der Kommission^),
 In Zusammenarbeit mit dem Europasichen Par lament(2>,
nach Stellungnahme des Wlrtschafts- und SozialausschussesO),
 In Erwägung nachstehender Gründe:
Nach Artikel 130 k des Vertrages erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms
Im Wege spezifischer Programme, die Innerhalb einer Jeden Aktion entwickelt
werden.
Mit     seinem     Beschluß    87/516/EURATOM,    EWG<4>    hat     der   Rat    ein
gemeinschaftliches       Rahmenprogramm     Im   Bereich    der     Forschung    und
technologischen Entwicklung (1987-1991) verabschiedet, in dem unter anderem
Aktionen zum Thema Sprachprobleme vorgesehen sind (Aktlonsllene 8.4), zu
denen die Vorbereitung der Entwicklung eines einsatzfähigen maschinellen
Übersetzungssystems gehört.
Mit seinem Beschluß 82/752/EWG*5) verabschiedete er ein gemeinschaftliches
Forschungs- und Entwicklungsprogramm für ein maschinelles ÜberSetzungssystem
modernster Konzeption (EUROTRA).
Mit dem Beschluß 86/591/EWG<6> wurde der           Beschluß  82/752/EWG    nach  dem
Beitritt Spaniens und Portugals geändert.
Mit seinem Beschluß 88/445/EWG(7> hat der Rat den Übergang des EUROTRA-
Programms zur dritten Phase angenommen.
Mit seiner Entscheidung 89/410/EWG*8) hat er ein spezifisches Programm zur
Fertlggestellung von EUROTRA angenommen.
Der Beschluß 82/752/EWG sieht vor, daß am Ende des EUROTRA-Programms ein
Prototyp eines operatlonellen Systems zur Verfügung stehen soll, das In einem
Fachbereich und für beschränkte Textkategorlen einsatzfähig Ist.
(1)  ABI.
(2)  ABI.
(3)  ABI.
(4)  ABI.  Nr.  L 302 vom  24.10.1987, S. 1
(5)  ABI.  Nr.  L 317 vom  13.11.1982, S.  19
(6)  ABI.  Nr.  L 341 vom  04.12.1986, S.  39
(7)  ABI.  Nr.  L 222 vom  12.08.1988, S. 1
(8)  ABI.  Nr.  L 200 vom  13.07.1989, S.  15
 ---pagebreak---                                         -14 -
 Derselbe Beschluß sieht Im Rahmen des Arbeltsprogramms für die dritte Phase
 des EUROTRA-Programms die Ausarbeitung eines Vorschlags für die weitere
 Entwicklung des Systems vor.
 Die Ziele des EUROTRA-Programms sollen bis zum 30. Juni 1990 erreicht sein.
 Die Ergebnisse dieses Programms sollen eine solide Grundlage für die
 Vorbereitung der Entwicklung eines einsatzfähigen mehrsprachIgsn maschinellen
 Übersetzungssystems für die neun Amtssprachen dsr Gemeinschaft bieten.
 Das Programm soll einen bedeutenden Beitrag zum wirtschaftlichen, sozialen
und kulturellen Zusammenhalt der Gemeinschaft leisten. Es soll die Vorteile
der     sprachlichen    Vielfalt  der Gemeinschaft      mit       den Maßnahmen   zur
Verwirklichung des Binnenmarkts In Einklang bringen.
Das Programm bildet den ersten Schritt zur Entwicklung eines einsatzfähigen
maschinellen Übersetzungssystems.
Zur Erreichung dieses Ziels sind zusätzliche Anstrengungen der Gemeinschaft,
der Mltglledstaaten und der europäischen Industrie erforderlich.
Der Ausschuß für wissenschaftliche und        technische        Forschung (CREST) Ist
gehört worden.
Der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß "Sprachproblerne" (BVKA-
12) hat eine positive Stellungnahme abgegeben.
Eine Schätzung des zur Ausführung dieses Programms für erforderlich
gehaltenen finanziellen Beitrags der Gemeinschaft wird vorgenommen.
Dieser     Betrag   ist    in der   finanziellen Vorausschau           im Anhang  zur
 inter Inst Itutionellen Vereinbarung vom 29. Juni 1 9 8 8 ( 9 ) enthalten.
Die tatsächlich zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel werden im Rahmen des
Haushaltsverfahrens gemäß den Bestimmungen der obenerwähnten inter insti-
tut lone II en Vereinbarung festgelegt -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Artikel 1
Ein spezifisches Forschungs- und Entwicklungsprogramm zur Vorbereitung der
Entwicklung eines einsatzfähigen EUROTRA-Systems gemäß den Bestimmungen Im
Anhang wird für einen Zeitraum von zwei Jahren, beginnend am 1. Juli 1990,
angenommen.
(9) ABI. Nr. L 185 vom 15. 07.1988, S. 33
 ---pagebreak---                                     - 15 -
Artikel 2
1. Die zur Durchführung des mit dleeer Entscheidung angenommenen Programms
für erforderlich gehaltenen Mittel werden einschließlich dsr Ausgaben für
fünf Bedienstete auf Zeit auf 10 Millionen ECU veranschlagt.
2. Die Höhe des Jährlichen Mittelbedarfs wird Im Rahmen des Haushaltsplans
festgesetzt.
Artikel 3
Die Einzelheiten der Durchführung dieses Programme und die Höhe          der
finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft sind im Anhang festgelegt.
Artikel 4
Die Kommission nimmt Anfang 1992 eine Bewertung der erzielten Ergebnisse vor
und übermittelt dem Rat und dem Europäischen Parlament einen entsprechenden
Bericht. Dieser Bericht wird unter BerücketchtIgung der            Im Anhang
aufgeführten Ziele und in Übereinstimmung mit Artikel 2 Absatz 2 des
Beschlusses 87/516/EURATOM, EWG erstellt.
Artikel 5
1. Die Kommission sorgt für die Durchführung dee Programme.
2. Die von der Kommission abgeschlossenen Verträge regeln die Rechte und
Pflichten der einzelnen Partelen einsehtIsßlIch der Modalitäten für die
Verbreitung, den Schutz und die Nutzung der Forschungsergebnisse.
Artikel 6
1. Die Kommission wird von einem Ausschuß mit Beratungsfunktion unterstützt,
der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt; den Vorsitz führt
der Vertreter der Kommission.
2. Der Vertreter der Kommission legt dem Ausschuß einen Entwurf der zu
treffenden Maßnahmen vor. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem
Entwurf innerhalb einer bestimmten Frist ab, die der Vorsitzende Je nach der
Dringlichkeit der Angelegenheit und, falle erforderlich, durch Abstimmung
festlegen kann.
3. Die Stellungnahme wird In das Protokoll aufgenommen; außerdem hat Jeder
Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt in dae Protokoll
aufgenommen wird.
4. Die Kommission berücksichtigt die Stellungnahme dee Ausschusses so
weltgehend wie möglich. Sie informiert den Ausschuß über die Art und Weise,
In der seine Stellungnahme berückeicht Igt wurde.
 ---pagebreak---                                     - 16 -
Artikel 7
Gemäß Artikel 130 n des Vertrags wird die Kommission ermächtigt, mit
Internationalen Organisationen, Drittländern, die an der europäischen
Zusammenarbeit   im Bereich der wissenschaftlichen und technologischen
Forschung (COST) beteiligt sind, und europäischen Ländern, die mit der
Gemeinschaft Rahmenverträge Im Bereich der wissenschaftlichen und technischen
Zusammenarbeit abgeschlossen haben, Abkommen abzuschließen, um sie ganz oder
teilweise am Programm zu beteiligen.
In den Fällen, in denen zwischen europäischen Ländern und den Europäischen
Gemeinschaften    Rahmenverträge   für   wissenschaftliche    und  technische
Zusammenarbeit   abgeschlossen   wurden, können sich Organ!sationsn und
Unternehmen mit Sitz in diesen Ländern an einem im Rahmen dieses Programms
durchgeführten Projekt beteiligen.
Artikel 8
Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
Geschehen zu Brüssel am                      im Namen des Ratee
                                               Der Präsident
 ---pagebreak---                                        - 17 -
                                    ANHANG
 1    Ziele
     Das Programm bildet dsn ersten Schritt zur Entwicklung eines
     einsatzfähigen maschinellen Übersetzungssysterns modernster Konzeption für
     alls Amtssprachen der Gemeinschaft. SpezlfIsche Ziele des Programms sind:
 (a) Schaffung der Voraussetzungen für den Übergang zu einem einsatzfähigen
     System
     -   Implementierung einer EntwIck lungs-, Tsst- und Forschungsumgebung zur
        Unterstützung von Systemen In großem Maßstab;
     -   Ausweitung der sprachlichen Abdeckung und gründliche Erprobung der
        Analyse- und Synthesemodule für alle bei EUROTRA vertretenen Sprachen;
     -   Festlegung gemeinsamer Methoden für die Entwicklung der automatischen
        Übersetzung In großem Maßstab und anderer Anwendungen, bei denen
        natürliche Sprache Im Spiel Ist;
     -  Erprobung und Bswertung von Relais-Transfer, wobei eine
        Sehntttstsllenstruktur als Schaltstelle dient;
     -  Erforschung, Prototyp Imp Iementlerung und Bewertung neuer
         linguistischer Modelle zur Schaffung einer stärker
        sprachübergreifenden Schnittstellenstruktur und zur Kontrolle der
        "Übergenerlerung";
    -   Erforschung, Prototyp Implementlerung und Bewertung von Methoden für
        die Nutzung sachberelchs- und textartspeztflechen Wlsssns für die
        Übereetzung und andere Anwendungen.
(b) Fortführung der Arbeiten In den Bereichen Lexikographie und Terminologie
    -   Festlegung gemeinsamer Methoden und Werkzeuge für die Einbeziehung
        vorhandener lexikalischer und terminologischer Sammlungen;
    -   Mitwirkung bei der Formullerung Internationaler Normen für
        lexikalische, terminologische und Textdaten.
 ---pagebreak---                                        - 18 -
(c) Ausbildung und kooperative Projekte
    -   Ausbildung von Forschern und Ingenieuren über Stipendien;
    -    Schaffung, Erprobung und Bewertung von Formen der Zusammenarbeit
        zwischen Forschungsinstituten und Industrie.
2    PriorItäre AktlonslInlen, Wissenschaft!icher und technischer Inhalt
    2.1     SystsmentwIck lungs-, Tests- und Forschungsumgebung
    Nach kritischer Prüfung der bis Ends Juni 1990 vorhandenen
    Prototyp Implementierungen und Spezifikationen eoll die Verwirklichung
    einer SystsmentwIck lungs-, Test- und Forschungsumgebung global
    vertraglich an die europäische Software Industrie vergeben werden.
    Diese Umgebung soll folgende Merkmale aufweisen:
    -    leistungsfähiger und benutzerfreundlicher Formallsmus zur Bsschrsibung
        linguistischer Fakten (zur Codierung von Wörterbüchern und
        Grammatiken);
    -   spezielles Datenverwaltungssystem für Erstellung und Pflege
        umfangreicher Wörterbücher und Grammatiken mit besonderen
        Benutzerdiensten für die Ergänzung, Prüfung und Änderung der
        linguistischen Daten;
    -   effizienter Regel Interpret lerer, mit dem es möglich let, umfangreiche
        Wörterbücher, Grammatiken und Texte zu handhaben;
    -   Test Instrumentarium unter besonderer Betonung der Interaktiven
        Erprobung und der Korrektur von Wörterbüchern und Grammatiken.
    Bei der Systementwicklungsumgebung liegt das Schwergewicht auf der
    Modular!tat zur Stcherstsilung einer WiederVerwendbarkeit der
    geschaffsnsn linguistischen Ressourcen durch die Möglichkeit, die
    einzelnen Module für spezielle Aufgaben unterschiedlich zu kombinieren
    und sie mit externen Anwendungen zusammenzuschalten.
    2.2    Sprachspezifische Forschungs- und Entwicklungsarbelt
    2.2.1 Überprüfung und Erweiterung der vorhandenen Implementierungen
    Für Jede der neun abgedeckten Sprachen werden die Im Rahmen dee EUROTRA-
    Programms geschaffenen Analyse- und Synthesemodule gründlich überprüft,
   um ihre A!IgemelngültIgkeit slcherzustsllen, und an den überarbeiteten
    Formallsmus angepaßt.
   Ausgehend von diesen überarbeiteten Implement 1erungen wird die
   grammatikalische Abdeckung nach und nach so erweitert, daß zusätzliche
   Text- und Diskursarten einbezogen sind. Für diese Phaee elnd keine
   größeren lexikalischen und terminologischen Entwicklungen vorgesehen, die
   Ergebnlsss der Arbeiten über die WiederVerwendbarkeit lexIkallecher und
   terminologischer Ressourcen (siehe 2.3) werden abgewartet.
 ---pagebreak---                                       - 19 -
 2.2.2 Re I a la-Transfer
 Die Machbarkelt dieses Ansatzes soll erforscht und erprobt, eine optimale
 Strategie für seine Implementierung gefunden werden.
 2-3     A11gernetne 11ngulstlsehe Forschung
  in diesem Rahmen sollen die linguistische Leistungsfähigkeit des Systems
 und dis ÜbersetzungsqualItät nach und nach verbessert werden.
 Durchgeführt werden Im weeentIIchen dreierlei Maßnahmen:
 - Allgemeine linguistische Forschung zur Schaffung einer stärksr
     sprachübergreifenden Schnittstellenstruktur und zur Rsduzierung der
     "Übergenerlerung";
 - Heranziehung von sachberelchsspeziflechem Wissen (Terminologien,
     Klassifikationen, paradigmatische Beziehungen, Bereichsmodelle,
     Wissensbasen usw.);
 - Berücksichtigung text- und dlskursartspezifischer Zwänge zur
     Reduzierung der "Übergenerlerung".
 Es Ist für dlesss Programm mit einigen Fortschritten In diesem Bereich zu
 rechnen, doch sind für dis Zukunft weitere Arbeiten erforderlich.
2.4     Erforschung fortschrittlicher Systemarchitekturen
Um ein Innovât l on spot en t la ! zu schaffen und mit den schnellen
Fortschritten bei Hardware- und Softwaretechnologie Schritt zu halten,
muß die Erforschung nsusr Formalismen sowie der Software- und
Hardwarearchitektur ständig fortgesetzt führen, was In Einzelfallen bis
zur Erprobung und Prototypimplementierung (z. B. parallele
Systemarchitekturen) führen wird.
2.5     Wiederverwendbarkeit lexikalischer und terminologischer Ressourcen
Die Einzelheiten dieser Maßnahme werden In für 1989 und 1990 vorgesehenen
Projektdefinitionsstudien festgelegt.
Voraussichtlich wsrden sich zwei Aspekte ergeben:
- Entwicklung von Methoden und Werkzeugen für die Umsetzung der
    formal leierten Teile vorhandener Wörterbücher, die hauptsächlich
    orthographische, phonolog Ische, morphologische und syntaktische
    Angaben enthalten;
- Erforschung dsr Nutzung der nicht-formal leierten Teile der
    Wörterbücher, die hauptsächlich SachberelchsklasslfIkatlon,
    Diskursarten, Definitionen und Beispiele oder Verweise enthalten. Bei
    diesem speziellen Forschungsbereich läßt eich nicht vorhersagen, mit
    welchen Ergebnissen zu rechnen ist.
 ---pagebreak---                                     - 20 -
  2.0    Normen für lexikalische, terminologische und Textdaten
  Ol ess Tätigkeit stsht in engem Zusammenhang mit der WiederVerwendbarkeit
   linguistischer Ressourcen In der Zukunft. Die Kommission wird
   Internationale Tätigkelten in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit
  den Berufsverbänden sowie nationalen und Internationalen
  Normenorganisationen fördern und anregen.
  2.7    Aus- und Weiterbildung
  Mit Forschungsstipendien soll erreicht werden, daß Hochschulabsolventen
   Im Rahmen der hier aufgeführten Projekte an der Forschungs- und
  Entwicklungsarbelt mitwirken können.
  2.8    Bewertung
  Bei Abschluß des Programms wird eine Bewertung der Ergebnisse durch
  unabhängige Sachverständige vorgenommen.
3 Durchführung
   Im Rahmen der einzelnen AktlonslInlen werden unterschiedliche Ziele
  verfolgt, die auch unterschiedliche organisatorische, vertragliche und
  Finanzierungsformen erforderlich machen.
  3.1    Dienst Is Istungsverträge
  Ole Implementierung der SystsmentwIck lungs-, Teet- und Forschungsumgebung
  (AktlonslIn le 2.1), die für alle Beteiligten einen gemeinsamen Satz von
  Werkzeugen ergibt, wird Im Rahmen von Ausschreibungen an Vertragnehmer
  aus der Industrie vergeben. Sie wird voll aus Gemeinschaftsmitteln
  finanziert.
  3.2    Nationale Forschungsgruppshn
  Dis Arbeiten an den einzelnen Sprachen (AktlonslInle 2.2) werden von den
  nationalen Forschungsgruppen In den Mltglledetaaten durchgeführt und
  gemeinsam von der Kommission und den Mltglledetaaten finanziert.
  3.3    Vorhaben auf Kostente IlungsbasIs
  Die allgemeine linguistische Forschung (AktlonslInle 2.3), Forschung und
  Entwicklung Im Bereich modernster Systemarchitekturen (AktlonelInle 2.4)
  sowis Wiederverwendbarkeit lexikalischer und terminologischer Ressourcen
  (AktlonslInle 2.5) werden im Rahmen von Gemeinschaftsunternehmen zwischen
  Industrie, Forschungszentren und EUROTRA-Teams durchgeführt. Die
  einzelnen Vorhaben und Auftragnehmer werden über Aufrufe zu
  Vorschlägen/Ausschreibungen ausgewählt. Der Gemeinschaftsbeitrag wird bei
  diesen Projekten im allgemeinen 50 X betragen.
 ---pagebreak---                                      - 21 -
    3.4   Stipendien
    Qualifizierte Hochschulabsolventen können ein Stipendium erhalten.
    3.5   Beihilfen
    Die Kommission wird Berufsverbände und Normenorganisationen bei
    Aktlonsllnle 2.6 unterstützen.
4   Vorläufige Aufgliederung der Auegaben
    Die vorläufige Aufgliederung des für die Durchführung dee Programme für
    erforderlich gehaltenen Betrags von 10 Millionen ECU sieht folgendermaßen
    aus (In 1 000 ECU):
(a) Systementwicklungsumgebung                          2 000
(b) EG-Beitrag für nationale Forechungegruppen          4 000
(c) Forschungsprojekte auf Kostenteilungsbasis          3 000
(d) Ausbildung, Beihilfen, Bewertung                    1 000
                                          Insgesamt    10 000
 ---pagebreak---                                       - 22 -
                                                          ANLAGE II
     STELLUNGNAHME DES BERATENDEN VERWALTUNGS- UND KOORDINIERUNGSAUSSCHUSS
                           "SPRACHPROBLEME" (BVKA-12)
                                vom 26. JUNI 1989
 Betrifft: Entwurf eines Vorschlags für sin spezifisches Programm zur
           Vorbereitung der industriellen Entwicklung eines einsatzfähigen
           EUROTRA-Systems
 Auf seiner Sitzung vom 26. Juni 1989 prüfte der Ausschuß dsn übsrarbsltsten
 Entwurf der Mitteilung an den Rat und den In der Anlage enthaltenen Vorschlag
 für sine Entscheidung des Ratas betreffend ein spezifisches Programm zur
 Vorbereitung der Entwicklung eines einsatzfähigen EUROTRA-Systems (Dok. BVKA-
 12/193/89 Rsv. 1 ) .
 Der Ausschuß stellt fest, daß das vorgeschlagene Programm die unter
 Aktionsllnle 8.4 des Rahmenprogramms 1987-1991 vorgeeehenen Aktionen abdeckt,
 die Im Hinblick auf Sprachprobleme zusätzlich zu der vom Rat am 20. Juni 1989
 beschlossenen Fertlgstsllung dee EUROTRA-Programms folgende Maßnahmen
 vorslsht:
     Untsrstützung dsr Industristlen Entwicklung eines maschinellen
     Überestzungssystems;
     Entwicklung von Methoden und Werkzeugen zur Wiederverwendung
     lexikalischer Ressourcen bei rechnergestützten Anwendungen;
     Schaffung von Normen für lexikalische und termionolog Ische Daten.
Der Ausschuß stellt fest, daß für dlesss spezifische Programm 10 Millionen
ECU vorgesehen sind, von denen 5 Millionen erst 1992 als Beitrag zum Überhang
des Rahmenprogramms zur Verfügung gestellt werden, und daß folglich die Ziele
dieses Programme zwangsläufig begrenzt ssln müssen.
Der Ausschuß billigt dis Im Vorschlag aufgeführten Ziele und Prioritäten und
hält sie angesichts der Mittel und Zeltplanung dlesss Programms für
realistisch. Er betont die Bedeutung einer Gemeinschaftspol It Ik Im Bsrslch
der Lexikographie.
Der Ausschuß begrüßt die geplante Vorgehenswelse bei der Durchführung des
Programms, derzufolge neben den von nationalen Forschungsgruppen Im Rahmen
von Betel IIgungsverträgen durchgeführten F&E-Arbelten auch
Kooperationsprojekte vorgesehen sind, mit deren Hilfe auch die Industrie
durch Zusammenarbeit mit Universitäten zu einer verstärkten Beteiligung
angeregt werden soll. Er Ist ebenfalls der Ansicht, daß dis Verwendung von
10 % der vorgesehenen Mittel für Ausbildungsmaßnahmen durch Stipendien und
den Austausch von Forschern eine wirksame Maßnahme darstellt, um dem Mangel
an qualifizierten Forschern und Ingenisuren in diesem Bereich abzuhelfen.
Der Ausschuß weist erneut auf die dringende Notwendigkeit einer globalen
GerneInschaftspoiItik und eines strategischen F&E-Programms Im Bereich der
Sprachtechnologien hin, die er bereits In seiner Stellungnahme vom
27. Februar 1989 zum Ausdruck brachte, und hofft, daß seine Empfehlungen bei
der Ausarbeitung des Vorschlags der Kommission für die Revision des
Rahmenprogramms berücksichtigt werden.
 ---pagebreak---                                           - 25 -
                                                             ANLAG! IM
         SPEZIFISCHES PROGRAM! PUR Oll VORBEREITUNG DER EMT1ICWLUNO II Ni S
                            EINSATZFJtolGEN EUROTRA-SYSTEMS-
                                       FINANZBOGEN
 1    Haushaltsllnle                Posten B7389 (EUROTRA)
 2    Rechtsgrundlage
      EWG-Vertrag. Artikel 130 q, Absatz 2
      Bsschluß des Ratas 87/518/EURATOM, EWG vom 28. September 1987t1>
                                                                (2)
      Entscheidung des Ratss         /     /EWG vom
 3    Bsschrelbung, Zielsetzung und Begründung,
 3.1 Beschreibung
      Zlsl des Programms Ist die Unterstützung der Entwicklung eines
     maschinellen Übereetzungssystems durch Nutzung der Ergebnisse des
     derzeitigen EUROTRA-Programme - Prototyp eines operationeilen Systems,
     das in einem Fachbereich und für beschränkte Textkategorien einsatzfähig
      Ist - als Grundlage für weitere Entwicklungen.
     Das Programm umfaßt neun Akt Ions Knien, von der Implementierung einer
     SystementwIck lungs-, Tsst- und Forschungsumgebung über Arbeiten zur
     Wiederverwendung lexikalischer und terminologischer Ressourcen bis zur
     abschließenden Bewertung durch unabhängige Sachverständige. Für die
     einzelnen Akt IonslInien sind verschiedene vertragliche und finanzielle
     Modalitäten vorgesehen.
 3.2 Zielsetzung
     Am Ende des Programms wsrdsn folgsnds Ergebnisse erwartet:
     -   eine Reihe von Software-Instrumenten und eine erprobte Methode für
         Systementwicklung In großem Maßstab;
     - sine Reihe von Werkzeugen und Methoden zur Schaffung umfangreicher
         Wörterbücher durch weltgehenden Einsatz vorhandener lexikalischer
         Ressourcen;
     - sins Reihe von Werkzeugen und Methoden zur Einarbeitung von
         TermIno IogIesammIungen;
     - gut erprobte Implementierungen von Analyss- und Synthesemodulen In
         allen neun Gemeinschaftssprachen mit möglichst umfangreicher
         grammatikalischer Abdeckung und reprässntatlver lexikalischer
         Abdeckung ;
(1) ABl. L 302 vom 24.10.1987
(2) ABL. L                 vom ..
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     -   Implementierung des Relais-Transfers, falls die entsprechenden
        Versuche positiv vsrlaufen;
     - eine Strategie für die Industrielle Entwicklung einet prailstaugliehen
        mehrsprachigen Über est zungssystems und eine Reihe damit
        zusammenhängender Produkte;
     - eine Strategie für die Entwicklung einer in zahlreichen Anwendungen
        wiederverwendbaren allgemeinen Sprachtechnologie.
3.3 Begründung
     Hauptziel des Programms Ist, ausgehend von de« EUROTRA-Prototyp geeignete
     Voraussetzungen für die Industrielle Weiterentwicklung In große« Maßstab
     zu schaffen. Hierzu gehören sowohl die Entwicklung von Methoden und
    Werkzeugen zur Wiederverwendung lexikalischer Ressourcen bei
     rechnergestütztsn Anwendungen als auch die Schaffung von Normen für
     lexikalische und terminologische Datsn.
4    Finanz la ils Auswirkungen
     Dis Gesamtkosten für das Programm (01.07.1990-30.06.1992) verteilen sich
     folgt (in 1 000 ECU):
     a) SystementwIck lungs- und Testumgebung               2 000
    b)  EG-Beltrag für nationale Forechungegruppen          4 000
     c) Kooperationsprojekte                                3 000
    d)  Ausbildung, Beihilfen, Bewertung                    1 000
        Insgesamt                                          10 000
     Zu diesem Beitrag kommen noch 7 Millionen ECU an nationalen Beiträgen
    hinzu (4 Millionen für die nationalen Forschungsgruppen und 3 Millionen
    ECU von Teilnehmern an Kooperationsprojekten), womit sich die
    Gesamtausgaben für daa Programm auf 17 Millionen ECU belaufen.
    Der Finanzierungsplan das Programms (1990-1992) wird In den folgenden
    Tabellen zusammengefaßt:
    Postsn B7389
    Vsranschlagts Forschungsmittel:
    Haushaltsjahr                VE                       JE
    1990                          2 000*                     100
    1991                          3 000                   2 800
    1992                         5 000**                  5 000
    1993                                                  2 100
    Im Vorentwurf für den Haushaltsplan 1990 für das spezifische Programm
    bereitgestellt
•*  Beitrag zum Überhang dee Rahmenprogramms, 1987-1991
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Veranschlagte Haushaltsmittel:
0%r Vorentwurf dee Haushaltsplans 1990 sieht unter Poeten B7369 fünf Stellen
für Bedienetete auf Zeit (2A • IB • 20) für dlesss spezifische Progrès» vor.
Ole Verwaltungsausgaben für diese Stellen wurden In die für Kapitel A29 des
Vorsntwurfs dee Hauehalteplane 1990 beantragten Mittel aufgenommen.
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                                                                  ISSN 0254-140'
                                                     KOM(89) 603 endg.
                                                  DOKUMENTE
                                                                                 16
DE
                                   Katalogimmmer : CB-CO-89-579-D*-C
                                                        ISBN 92-77-55704-4
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 L-2985 Luxemburg