CELEX: 21990A1231(03)
Language: de
Date: 1990-09-06 00:00:00
Title: Abkommen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Republik Côte d'Ivoire über die Fischerei vor der Küste von Côte d'Ivoire

Avis juridique important

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21990A1231(03)

Abkommen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Republik Côte d'Ivoire über die Fischerei vor der Küste von Côte d'Ivoire  

Amtsblatt Nr. L 379 vom 31/12/1990 S. 0003 - 0013

ABKOMMEN zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Republik Côte d'Ivoire über die Fischerei vor der Küste von Côte d'IvoireDIE EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT,nachstehend "Gemeinschaft" genannt,undDIE REPUBLIK CÔTE D'IVOIRE,nachstehend "Côte d'Ivoire" genannt,ANGESICHTS des Wunsches nach Zusammenarbeit zur Förderung der Fischerei aufgrund des AKP-EWG-Abkommens einerseits und der Beziehungen guter Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und der Côte d'Ivoire andererseits,IN ANBETRACHT des Bestrebens von Côte d'Ivoire, die rationelle Bewirtschaftung seiner Fischbestände durch eine verstärkte Zusammenarbeit zu fördern,EINGEDENK der Tatsache, daß die Gemeinschaft und Côte d'Ivoire das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen unterzeichnet haben und daß Côte d'Ivoire gemäß diesem Übereinkommen eine ausschließliche Wirtschaftszone von 200 Seemeilen, gerechnet von der Basislinie, ab der seine Hoheitsgewässer gemessen werden, errichtet hat, in der sie ihre Hoheitsrechte und ihre Gerichtsbarkeit zur Nutzung, Erhaltung und Bewirtschaftung der Meeresschätze dem Völkerrecht entsprechend ausübt,ENTSCHLOSSEN, ihre Beziehungen gemäß dem AKP-EWG-Abkommen unter Wahrung ihrer gegenseitigen Interessen im Bereich der Seefischerei zu gestalten,IN DEM WUNSCH, die Einzelheiten und Bedingungen für die Ausübung der Fischereitätigkeit, die von gemeinsamem Interesse für beide Parteien ist, festzulegen -SIND WIE FOLGT ÜBEREINGEKOMMEN: Artikel 1Gegenstand dieses Abkommens ist die Festlegung der Grundsätze, Regeln und Einzelheiten für die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und Côte d'Ivoire zur rationellen Bewirtschaftung der Meeresschätze sowie sämtlicher Bedingungen für die Ausübung der Fischereitätigkeit durch Fischereifahrzeuge unter der Flagge eines Mitgliedstaats der Gemeinschaft, nachstehend "Fischereifahrzeuge der Gemeinschaft" genannt, in den Gewässern, die hinsichtlich der Ausübung der Fischerei unter der Hoheitsgewalt und der Gerichtsbarkeit von Côte d'Ivoire stehen, nachstehend"Fischereizone von Côte d'Ivoire" genannt. Artikel 2Côte d'Ivoire gestattet den Fischereifahrzeugen der Gemeinschaft die Ausübung der Fischereitätigkeit in seiner Fischereizone nach Maßgabe dieses Abkommens und unter den Bedingungen im Anhang und im Protokoll, die diesem Abkommen beigefügt und Bestandteil dieses Abkommens sind. Artikel 3(1)  Die Gemeinschaft verpflichtet sich, alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu gewährleisten, daß ihre Fischereifahrzeuge dieses Abkommen und die für die Fischereitätigkeit in der Fischereizone von Côte d'Ivoire geltendenRechtsvorschriften in Übereinstimmung mit dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen einhalten.(2)  Die Behörden von Côte d'Ivoire unterrichten die Kommission der Europäischen Gemeinschaften über jede Änderung der genannten Rechtsvorschriften vor deren Anwendung.(3)  Fischereipolitische Maßnahmen, die die Behörden von Côte d'Ivoire zur rationellen Bewirtschaftung der Meeresschätze treffen, gründen sich auf objektive und wissenschaftliche Kriterien und gelten unterschiedslos für die Fischereifahrzeuge der Gemeinschaft und andere Fischereifahrzeuge, unbeschadet der zwischen Entwicklungsländern in derselben geographischen Region geschlossenen Abkommen einschließlich gegenseitiger Fischereiabkommen. Artikel 4(1)  Die Fischereitätigkeit in der Fischereizone von Côte d'Ivoire darf nur von Fischereifahrzeugen der Gemeinschaft ausgeuebt werden, die im Besitz einer auf Antrag der Gemeinschaft von den Behörden von Côte d'Ivoire ausgestellten Lizenz sind.(2)  Die Erteilung einer Lizenz ist für die betreffenden Reeder gebührenpflichtig.(3)  Das Antragsverfahren, die Höhe der Gebühren sowie die Zahlungsweise sind im Anhang angegeben.Artikel 5Die Fischereifahrzeuge, die im Rahmen dieses Abkommens in der Fischereizone von Côte d'Ivoire Fischfang betreiben dürfen, müssen den zuständigen Dienststellen von Côte d'Ivoire Fangmeldungen entsprechend den Einzelheiten im Anhang übermitteln. Artikel 6(1)  Die Vertragsparteien fördern die Zusammenarbeit im Bereich der Fischerei, insbesondere auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet. Sie verständigen sich in der Absicht, die verschiedenen Maßnahmen, die möglicherweise aufgrund dieses Abkommens getroffen werden, zu koordinieren und dauerhaft zu verbinden, um deren Wirkung zu verstärken.(2)  Sie fördern und erleichtern hierzu insbesondere den Informationsaustausch über Fangtechniken und Fanggeräte sowie über Verfahren zur Haltbarmachung und Verarbeitung von Fischereierzeugnissen.(3)  Ferner können sie spezifische Programme und Untersuchungen durchführen, die geeignet sind, die Interessensolidarität ihrer jeweiligen Wirtschaftsbetriebe zu stärken, insbesondere- spezifische Studien;- spezifische Programme mit dem Ziel, die Möglichkeiten der Bestandsabschätzung zu verbessern und die Erforschung neuer Fangtechniken zu fördern, die eine rationelle Bewirtschaftung begünstigen;- Programme zur Schulung von Staatsbürgern im Bereich der Fischerei.(4)  Für die in diesem Artikel vorgesehenen Programme und Studien wird auf Antrag der Behörden von Côte d'Ivoire eine finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft nach den Bestimmungen von Artikel 8 gewährt. Artikel 7Die Vertragsparteien verpflichten sich, sich direkt oder im Rahmen zuständiger internationaler Organisationen abzusprechen, um die Bewirtschaftung und Erhaltung der biologischen Meeresschätze im mittleren Ostatlantik zu gewährleisten und diesbezuegliche wissenschaftliche Forschungen zu erleichtern. Artikel 8Als Gegenleistung für die nach Artikel 2 eingeräumten Fangmöglichkeiten zahlt die Gemeinschaft an Côte d'Ivoire einen finanziellen Ausgleich nach Maßgabe des Protokolls zu diesem Abkommen, unbeschadet der Finanzierungen, die Côte d'Ivoire im Rahmen des AKP-EWG-Abkommens gewährt werden. Artikel 9Falls die Behörden von Côte d'Ivoire auf der Grundlage objektiver und wissenschaftlicher Kriterien Erhaltungsmaßnahmen beschließen, die die Tätigkeit der Fischereifahrzeuge der Gemeinschaft berühren, finden zur Anpassung desAnhangs und des Protokolls an die neuen Bedingungen, die für diese Fischereifahrzeuge gelten, Konsultationen zwischen den Parteien statt.Diese Konsultationen beruhen auf dem Grundsatz, daß jede wesentliche Einschränkung der im Protokoll genannten Fangmöglichkeiten entweder zu einer Kürzung der finanziellen Gegenleistung der Gemeinschaft führen oder eine Erweiterung bestimmter, von Côte d'Ivoire eingeräumter Fangmöglichkeiten zur Folge haben kann. Artikel 10Es wird ein Gemischter Ausschuß eingesetzt.Dieser Ausschuß tritt auf Antrag einer der beiden Vertragsparteien abwechselnd in der Republik Côte d'Ivoire und in der Gemeinschaft zusammen.Seine Aufgabe ist es, auf die ordnungsgemässe Anwendung dieses Abkommens zu achten, insbesondere- eine fortlaufende Verständigung über Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse, die das Fischereiabkommen betreffen, zu ermöglichen;- nach Maßgabe dieses Abkommens die etwaigen Anpassungen der von Côte d'Ivoire eingeräumten Fangmöglichkeiten zu prüfen und den von der Gemeinschaft gewährten finanziellen Ausgleich festzulegen;- sich um eine gütliche Beilegung sämtlicher Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien aus der Durchführung dieses Abkommens zu bemühen. Artikel 11Dieses Abkommen berührt oder präjudiziert in keiner Weise die Standpunkte der einen oder der anderen Vertragspartei in Seerechtsfragen. Artikel 12Dieses Abkommen gilt für die Gebiete, in denen der Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Anwendung findet, und nach Maßgabe jenes Vertrags einerseits sowie für das Gebiet der Republik Côte d'Ivoire andererseits. Artikel 13Dieses Abkommen wird für einen Zeitraum von drei Jahren ab Inkrafttreten geschlossen. Wird es nicht von einer der Parteien mindestens sechs Monate vor Ablauf dieses Dreijahreszeitraums gekündigt, so verlängert es sich jeweils um drei Jahre, es sei denn, es wird mindestens drei Monate vor Ablauf eines jeden neuen Dreijahreszeitraums gekündigt.Die Vertragsparteien treten bei einer Kündigung des Abkommens in Verhandlungen ein. Artikel 14Dieses Abkommen - abgefasst in zwei Urschriften in dänischer, deutscher, englischer, französischer, griechischer, italienischer, niederländischer, portugiesischer und spanischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist - tritt am Tag seiner Unterzeichnung in Kraft.ANHANG BEDINGUNGEN FÜR DIE AUSÜBUNG DER FANGTÄTIGKEIT DURCH FISCHEREIFAHRZEUGE DER GEMEINSCHAFT IN DER FISCHEREIZONE VON CÔTE D'IVOIREA.  Lizenzanträge und -erteilung1.  Die zuständigen Behörden der Grmeinschaft reichen über die Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire beim ivorischen Ministerium für Seefischerei mindestens 45 Tage vor Beginn der gewünschten Geltungsdauer einen Antrag für jedes Fischereifahrzeug ein, das nach Maßgabe des Abkommens Fischfang betreiben will.Der Antrag ist auf dem zu diesem Zweck von Côte d'Ivoire vorgesehenen Formular nach dem Muster in Anlage 1 einzureichen.Jedem Antrag auf eine Fanglizenz ist ein Beleg über die Zahlung der Gebühren für die Geltungsdauer der Lizenz beizufügen.Die Gebühren umfassen alle nationalen und lokalen Abgaben mit Ausnahme der Hafen- und Dienstleistungsgebühren.Die ivorischen Behörden teilen vor Inkrafttreten des Abkommens die erforderlichen Bankangaben für die Zahlung der Gebühren mit.2.  Die Lizenz wird auf den Namen eines bestimmten Fischereifahrzeugs ausgestellt und ist nicht übertragbar.Auf Antrag der Kommission der Europäischen Gemeinschaften wird jedoch im Fall höherer Gewalt die Lizenz eines Fischereifahrzeugs durch eine neue Lizenz für ein anderes Fischereifahrzeug mit vergleichbaren technischen Daten wie das zu ersetzende Schiff ersetzt. Der Reeder des zu ersetzenden Fischereifahrzeugs sendet die ungültig gewordene Lizenz über die Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire an das Ivorische Ministerium für Seefischerei zurück.Die neue Lizenz enthält folgende Angaben:- das Ausstellungsdatum,- den Hinweis, daß die Lizenz des vorherigen Fischereifahrzeugs nicht länger gültig ist und durch diese neue Lizenz ersetzt wird.Für die verbleibende Geltungsdauer ist keine Gebühr nach Artikel 4 Absatz 2 des Abkommens zu entrichten.3.  Die Lizenzen werden der Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire binnen 45 Tagen nach Eingang der Anträge ausgehändigt.4.  Das Original der Lizenz ist jederzeit an Bord des Fischereifahrzeugs mitzuführen und auf Verlangen der zuständigen ivorischen Behörden vorzulegen.5.  Schleppnetzfischer, die nach Artikel 2 des Abkommens Fischfang betreiben dürfen, müssen den zuständigen ivorischen Behörden jede Änderung der Angaben zu dem Fischereifahrzeug mitteilen, die in dem Antrag gemäß Anlage 1 gemacht und bei Erteilung der Lizenzen in dieser enthalten sind.6.  Erhöht sich die Tonnage (BRT) eines Trawlers, so ist ein neuer Lizenzantrag zu stellen.B. Bestimmungen für Thunfischfänger und Oberflächen-Langleinenfischer1.  Die Lizenz gilt für die Dauer eines Jahres. Sie kann verlängert werden.2.  Die Lizenzgebühren sind auf 20 ECU je in der Fischereizone von Côte d'Ivoire gefangener Tonne Thunfisch festgesetzt.3.  Die Lizenzen für Thunfischfänger und Oberflächen-Langleinenfischer werden erteilt, nachdem eine Pauschalsumme von 1 000 ECU/Jahr für jeden Thunfischwadenfänger und 200 ECU/Jahr für jeden Oberflächen-Langleinenfischer und jeden Thunfischfänger mit Angeln gezahlt worden ist; dies entspricht den Gebühren für den Fang von- 50 Tonnen Thunfisch pro Jahr pro Wadenfänger;- 10 Tonnen Arten pro Jahr pro Oberflächen-Langleinenfischer und Thunfischfänger mit Angeln.4.  Die Endabrechnung der für das Fischwirtschaftsjahr fälligen Gebühren wird von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften am Ende eines jeden Kalenderjahres auf der Grundlage der Fangmeldungen erstellt, die von jedem Reeder gemacht und von den für die Überprüfung der Fangangaben zuständigenwissenschaftlichen Instituten wie dem ORSTOM und dem IEO (Spanisches Ozeanographisches Institut) einerseits und dem Ozeanographischen Forschungszentrum von Côte d'Ivoire andererseits bestätigt worden sind. Diese Abrechnung wird den ivorischen Seefischereidienststellen und den Reedern gleichzeitig zugestellt. Die Reeder überweisen etwaige offenstehende Beträge spätestens 30 Tage nach Überstellung der Endabrechnung an die ivorischen Fischereidienststellen.Erreicht die Endabrechnung dagegen nicht den vorstehend genannten Vorschuß, so wird der entsprechende Restbetrag dem Reeder nicht erstattet.5.  Die ivorischen Behörden übermitteln vor dem Inkrafttreten des Abkommens die erforderlichen Angaben zu dem für die Überweisung der Gebühren zu benutzenden Bankkonto.C. Bestimmungen für Frostertrawler1.  Die Lizenzen für Frostertrawler haben eine Geltungsdauer von einem Jahr, von sechs oder drei Monaten. Sie können verlängert werden.2.  Die Gebühren für die Jahreslizenzen sind für die ersten beiden Anwendungsjahre des Protokolls auf 130 ECU/BRT je Fischereifahrzeug festgesetzt.Unter Berücksichtigung einer etwaigen Aufteilung der Fangmöglichkeiten für Frostertrawler, die ab dem dritten Anwendungsjahr des Protokolls vorgenommen werden kann, ist eine Überprüfung der Gebühren im Gemischten Ausschuß möglich.Die Gebühren für die Lizenzen mit einer Geltungsdauer von weniger als 12 Monaten sind zeitanteilig zu entrichten.D. Fangmeldungen1.  Fischereifahrzeuge, die im Rahmen des Abkommens in der Fischereizone von Côte d'Ivoire Fischfang betreiben dürfen, müssen ihre Fänge den Seefischereidienststellen mit Durchschrift an die Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire wie folgt melden:a)  Trawler fuellen Fangmeldungen nach dem Muster in Anlage 2 aus. Diese Meldungen werden monatlich zusammengestellt und sind mindestens einmal im Vierteljahr zu übermitteln;b)  Thunfischwadenfänger, Thunfischfänger mit Angeln und Oberflächen-Langleinenfischer führen über jeden Fangeinsatz in der Fischereizone von Côte d'Ivoire ein Fischereilogbuch nach dem Muster in Anlage 3 (Oberflächen-Langleinenfischer) bzw. dem Muster in Anlage 4 (Waden- und Angelfischer). Dieses Formular wird entweder den zuständigen Diensten des Ozeanographischen Forschungszentrums von Côte d'Ivoire im Hafen ausgehändigt oder denselben Diensten innerhalb von 45 Tagen nach Abschluß der Fangreise in der Fischereizone von Côte d'Ivoire übersandt.Diese Formulare sind leserlich auszufuellen und vom Kapitän des Fischereifahrzeugs zu unterzeichnen.2. Bei Nichtbeachtung dieser Vorschriften behalten sich die ivorischen Behörden das Recht vor, die Lizenz des betreffenden Fischereifahrzeugs bis zur Erfuellung der verlangten Formalität auszusetzen. In diesem Fall wird die Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire unverzueglich in Kenntnis gesetzt.E. Anlandung von FängenThunfischfänger und Oberflächen-Langleinenfischer, die ihre Fänge in einem Hafen von Côte d'Ivoire anlanden, bemühen sich darum, ihre Beifänge den ivorischen Unternehmern zu den örtlichen Marktpreisen zur Verfügung zu stellen.Ausserdem beteiligen sich die Thunfischfänger der Gemeinschaft an der Versorgung der Thunfischkonservenindustrie von Côte d'Ivoire zu einem Preis, der in gemeinsamem Einvernehmen zwischen den Reedern der Gemeinschaft und den ivorischen Unternehmern auf der Grundlage gängiger Weltmarktpreise festgesetzt wird. Die Zahlung erfolgt in konvertibler Währung. Das Anlandungsprogramm ist in gemeinsamem Einvernehmen zwischen den Reedern der Gemeinschaft und den ivorischen Unternehmern zu erstellen.F. Fischereizonen1.  Zum Schutz der Jungfischgebiete und der handwerklichen Fischerei ist den Fischereifahrzeugen der Gemeinschaft, die im Besitz einer Fanglizenz sind, die Ausübung der Fangtätigkeit nach Artikel 2 des Abkommens in folgendem Gebiet untersagt:- dem Küstenstreifen von sechs Seemeilen für Langleinenfischer, Thunfischfänger mit Angeln und Frostertrawler;- dem Streifen zwischen der Küste und der Isobathe von 200 m für Thunfischwadenfänger/Froster.2.  Unter Berücksichtigung einer etwaigen Aufteilung der Fangmöglichkeiten für Frostertrawler, die ab dem dritten Anwendungsjahr des Protokolls vorgenommen werden kann, ist eine erneute Überprüfung der Fischereizonen im Gemischten Ausschuß möglich.3.  Thunfischfängern mit Angeln, die lebenden Köder fischen, ist es jedoch gestattet, zur Deckung ausschließlich des eigenen Bedarfs in der vorstehend festgelegten Sperrzone Köderfische zu fangen.G. Befahren und Verlassen der Fischereizone1.  Sämtliche Fischereifahrzeuge der Gemeinschaft, die ihre Tätigkeit im Rahmen des Abkommens in der Fischerzone von Côte d'Ivoire ausüben, teilen der auf der Lizenz angegebenen Funkstation bei jedem Einlaufen und jedem Auslaufen aus der ivorischen Fischereizone Datum und Uhrzeit sowie ihre Position mit.2.  Ist diese Funkverbindung nicht möglich, so können die Fischereifahrzeuge auf andere Formen der Nachrichtenübermittlung wie Telex oder Telegramm ausweichen.3.  Ein Schiff, das Fischfang betreibt, ohne die ivorischen Behörden entsprechend unterrichtet zu haben, wird als ein Fischereifahrzeug ohne Lizenz angesehen.H. MaschenöffnungDie vorgeschriebene Mindestöffnung für gestreckt gemessene Maschen beträgta)  40 mm für Frostertrawler für den Fang von Tiefsee-Krebstieren und Kopffüssern,b) 60 mm für Frostertrawler für den Fang von Fischen.c) Im Thunfischfang finden die von der ICCAT empfohlenen internationalen Normen Anwendung.I. Anheuerung von SeeleutenReeder, denen die im Abkommen vorgesehenen Fanglizenzen erteilt wurden, fördern die praktische Berufsausbildung von Staatsbürgern von Côte d'Ivoire im Rahmen nachstehender Bedingungen und Grenzen:1. Die Reeder von Trawlern verpflichten sich zur Beschäftigung von- 1 Seemann für Schiffe mit weniger als 250 BRT,- 2 Seeleuten für Schiffe mit mehr als 250 BRT.Reeder von Thunfischfängern und Oberflächen-Langleinenfischern verpflichten sich, im Rahmen nachstehender Bedingungen und Grenzen ivorische Staatsbürger zu beschäftigen:- Die Flotte der Thunfischwadenfänger beschäftigt 30 ivorische Seeleute;- die Flotte der Thunfischfänger mit Angeln beschäftigt für die Zeit des Fangeinsatzes in der Fischereizone von Côte d'Ivoire 8 ivorische Seeleute, pro Schiff jedoch nicht mehr als einen Seemann;- die Flotte der Oberflächen-Langleinenfischer beschäftigt für die Zeit des Fangeinsatzes in der Fischereizone von Côte d'Ivoire 15 ivorische Seeleute, pro Schiff jedoch nicht mehr als einen Seemann.2.  Die Heuer dieser Seeleute ist vor Ausstellung der Lizenzen von den Reedern oder ihren Vertretern und den zuständigen Behörden von Côte d'Ivoire in gegenseitigem Einvernehmen festzusetzen. Sie geht zu Lasten der Reeder und muß die Sozialabgaben des Seemanns einschließen (unter anderem Lebens-, Unfall- und Krankenversicherung).3.  Werden keine Seeleute angeheuert, so müssen die Reeder von Thunfischwadenfängern, Thunfischfängern mit Angeln und Oberflächen-Langleinenfischern für die Zeit des Fangeinsatzes eine Pauschalsumme in Höhe der entsprechenden Löhne zahlen.Dieser Betrag wird für die Ausbildung ivorischer Seeleute verwendet und ist auf das von den zuständigen Behörden von Côte d'Ivoire angegebene Konto zu überweisen.J. Wissenschaftliche BeobachterJedes Fischereifahrzeug kann aufgefordert werden, einen von den zuständigen ivorischen Behörden bezeichneten wissenschaftlichen Beobachter an Bord zu nehmen.Für den Aufenthalt des wissenschaftlichen Beobachters an Bord gelten die gleichen Bedingungen wie für die Schiffsoffiziere; dies gilt im Rahmen des Möglichen auch für seine Unterbringung. Dem Beobachter sind alle für die Ausübung seiner Aufgaben erforderlichen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Die Anwesenheit des Beobachters und seine Arbeit dürfen die Fischereitätigkeit weder unterbrechen noch behindern.Vergütung und Sozialabgaben des Beobachters gehen zu Lasten der zuständigen Behörden von Côte d'Ivoire.K. Inspektion und KontrolleAuf Antrag der ivorischen Behörden gestatten alle Fischereifahrzeuge der Gemeinschaft, die im Rahmen des Abkommens Fischfang betreiben, jedem mit Inspektionen und Kontrollen beauftragten Beamten von Côte d'Ivoire, an Bord zu kommen, und unterstützen ihn bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben.Die Anwesenheit dieser Beamten an Bord darf die zur Erfuellung ihrer Aufgaben erforderliche Zeit nicht überschreiten.L. Aufbringen von FischereifahrzeugenJedes Aufbringen von Fischereifahrzeugen unter der Flagge eines Mitgliedstaats der Gemeinschaft im Rahmen der geltenden Gesetzgebung von Côte d'Ivoire wird der Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire sowie dem Konsularbeamten des Flaggenstaats binnen 72 Stunden mitgeteilt.Die Umstände und Gründe für dieses Aufbringen sind der Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in Côte d'Ivoire mitzuteilen.Anlage 1 MINISTERIUM FÜRTIERISCHE ERZEUGUNGPostfach V 84, Abidjan(Republik Côte d'Ivoire)REPUBLIK CÔTE D'IVOIREUNION-DISZIPLIN-ARBEITANTRAG AUF ERTEILUNG EINER FANGLIZENZ FÜR FISCHEREIFAHRZEUGETEIL A>PLATZ FÜR EINE TABELLE>TEIL B(Für jedes Fischereifahrzeug auszufuellen)>PLATZ FÜR EINE TABELLE>>PLATZ FÜR EINE TABELLE>-  drei Farbfotos des Fischereifahrzeugs (Seitenansicht), der Hilfsboote und des Hilfsgeräts zur Fischortung aus der Luft;-  Abbildung und ausführliche Beschreibung der verwendeten Fanggeräte;-  Bescheinigung, daß der Vertreter des Eigners/Reeders zur Unterzeichnung dieses Antrags befugt ist..(Tag der Antragstellung).(Unterschrift des Vertreters des Eigners/Reeders)Anlage 2>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Anlage 3 >PLATZ FÜR EINE TABELLE>Anlage 4 >PLATZ FÜR EINE TABELLE>