CELEX: C2006/294/17
Language: de
Date: 2006-12-02 00:00:00
Title: Rechtssache C-17/05: Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 3. Oktober 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Court of Appeal (England & Wales) (Civil Division) [Vereinigtes Königreich]) — B. F. Cadman/Health & Safety Executive (Sozialpolitik — Artikel 141 EG — Grundsatz des gleichen Entgelts für Männer und Frauen — Dienstalter (Anciennität) als entgeltbestimmender Faktor — Objektive Rechtfertigung — Beweislast)

2.12.2006   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 294/10
            
         Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 3. Oktober 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Court of Appeal (England & Wales) (Civil Division) [Vereinigtes Königreich]) — B. F. Cadman/Health & Safety Executive
   (Rechtssache C-17/05) (1)
   
   (Sozialpolitik - Artikel 141 EG - Grundsatz des gleichen Entgelts für Männer und Frauen - Dienstalter (Anciennität) als entgeltbestimmender Faktor - Objektive Rechtfertigung - Beweislast)
   (2006/C 294/17)
   Verfahrenssprache: Englisch
   Vorlegendes Gericht
   Court of Appeal (England & Wales) (Civil Division)
   Parteien des Ausgangsverfahrens
   
      Klägerin: B. F. Cadman
   
      Beklagter: Health & Safety Executive
   
      Streithelferin zur Unterstützung des Beklagten: Equal Opportunities Commission (Prozessbevollmächtigte: R. Allen, QC, und R. Crasnow, Barrister, sowie J. Hardwick und M. Robison, Solicitors)
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen des Court of Appeal (Civil Division) (Vereinigtes Königreich) — Auslegung des Artikels 141 EG — Gleiches Entgelt für männliche und weibliche Arbeitnehmer — Dienstalter als bestimmender Faktor des Entgelts mit unterschiedlicher Wirkung nach dem Geschlecht des Arbeitnehmers
   Tenor
   Artikel 141 EG ist in dem Fall, dass der Rückgriff auf das Kriterium des Dienstalters als entgeltbestimmenden Faktor Entgeltunterschiede bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit für die in den Vergleich einzubeziehenden männlichen und weiblichen Arbeitnehmer nach sich zieht, wie folgt auszulegen:
   
               —
            
            
               Da der Rückgriff auf das Kriterium des Dienstalters in der Regel zur Erreichung des legitimen Zieles geeignet ist, die Berufserfahrung zu honorieren, die den Arbeitnehmer befähigt, seine Arbeit besser zu verrichten, hat der Arbeitgeber nicht besonders darzulegen, dass der Rückgriff auf dieses Kriterium zur Erreichung des genannten Zieles in Bezug auf einen bestimmten Arbeitsplatz geeignet ist, es sei denn, der Arbeitnehmer liefert Anhaltspunkte, die geeignet sind, ernstliche Zweifel in dieser Hinsicht aufkommen zu lassen;
            
         
               —
            
            
               wird zur Festlegung des Entgelts ein System beruflicher Einstufung verwendet, dem eine Bewertung der zu verrichtenden Arbeit zugrunde liegt, braucht nicht nachgewiesen zu werden, dass ein individuell betrachteter Arbeitnehmer während des einschlägigen Zeitraums eine Erfahrung erworben hat, die es ihm ermöglicht hat, seine Arbeit besser zu verrichten.
            
         
      (1)  ABl. C 69 vom 19.3.2005.