CELEX: 51994PC0227
Language: de
Date: 1994-06-06
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES zur Weiterführung des Einsatzes der Fernerkundung in der Agrarstatistik im Zeitraum 1994-1998

Avis juridique important

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51994PC0227

Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES zur Weiterführung des Einsatzes der Fernerkundung in der Agrarstatistik im Zeitraum 1994-1998  /* KOM/94/227ENDG - CNS 94/0139 */  

Amtsblatt Nr. C 173 vom 25/06/1994 S. 0005

Vorschlag für einen Beschluß des Rates zur Weiterführung des Einsatzes der Fernerkundung in der Agrarstatistik im Zeitraum 1994-1998 (94/C 173/06) KOM(94) 227 endg. - 94/0139(CNS)(Von der Kommission vorgelegt am 7. Juni 1994)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 43,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,in Erwägung nachstehender Gründe:Das mit dem Beschluß 88/503/EWG eingeleitete Pilotvorhaben für den Einsatz der Fernerkundung in der Agrarstatistik, das am 31. Dezember 1993 ausgelaufen ist, bildete den ersten Teil eines für die Dauer von zehn Jahren angelegten Entwicklungsprogramms.Der dem Projekt zugrunde liegende Bedarf, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung der Agrarstatistiksysteme in der Gemeinschaft, besteht vor allem im Zusammenhang mit der neuen gemeinsamen Agrarpolitik auch weiterhin.Das Pilotvorhaben hat seine Zielsetzungen, insbesondere in bezug auf die Entwicklung und die Integration bestimmter fortgeschrittener Methoden in das landwirtschaftliche Informationssystem der Gemeinschaft, voll und ganz erreicht.Ein Teil der im Rahmen des Projekts durchgeführten Aktionen hat, wie vorgesehen, das operationelle Stadium erreicht und sollte daher von den Aktionen getrennt werden, bei denen noch Forschungsarbeiten erforderlich sind.Die im Zeitraum 1994-1998 fortzuführenden Aktionen betreffen den Einsatz der Fernerkundung für frühe Flächen- und Ertragsschätzungen auf europäischer und nationaler Ebene und dienen zur Verbesserung der statistischen Systeme in den Mitgliedstaaten.Die Aktionen, bei denen weitere Entwicklungsarbeiten in der zweiten Phase des ursprünglichen Zehnjahresprogramms erforderlich sind, werden durch das vierte Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung abgedeckt.Es ist jedoch dafür zu sorgen, daß sich die operationellen Aktionen und die Aktionen im Entwicklungsstadium des Zehnjahresprogramms für den Einsatz der Fernerkundung in der Agrarstatistik einander ergänzen.Die dank der Entwicklungsarbeiten erzielten technischen und methodologischen Verbesserungen sollten für operationelle Aktionen genutzt werden, die wiederum neue Forschungsarbeiten auslösen werden.Die Aktionen für den Einsatz der Fernerkundung in der Agrarstatistik entsprechen dem Subsidiaritätsprinzip, indem sie aufgrund von Rentabilitäts- und Durchführbarkeitskriterien die Zuständigkeit und die Durchführung der verschiedenen Aktionen auf die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission aufteilen.Diese Aktionen tragen zur Verbesserung des statistischen Systems der Gemeinschaft sowie zur Planung und Überwachung der gemeinsamen Agrarpolitik bei -BESCHLIESST:Artikel 1 Die Kommission wird ermächtigt, ab dem 1. Januar 1994 für einen Zeitraum von fünf Jahren die Anwendungen der Fernerkundung in der Agrarstatistik fortzuführen, die insbesondere dazu dienen,- vor der Ernte Flächen- und Ertragsschätzungen für die wichtigsten Kulturen auf europäischer oder nationaler Ebene anzustellen;- den Einsatz der Fernerkundung in den interessierten Mitgliedstaaten zu erleichtern, um dort zur Verbesserung der Systeme der Agrarstatistik beizutragen.Artikel 2 Die Kommission sorgt gemäß den Leitlinien im Anhang für die Durchführung dieser Maßnahmen und unterrichtet die Mitgliedstaaten jährlich nach dem Verfahren des Artikels 3 über die Durchführungsbedingungen und die erzielten Ergebnisse.Artikel 3 (1) Wird auf das Verfahren dieses Artikels Bezug genommen, so befasst der Vorsitzende des Ständigen agrarstatistischen Ausschusses, nachstehend "Ausschuß" genannt, diesen von sich aus oder auf Antrag des Vertreters eines Mitgliedstaats.(2) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage - erforderlichenfalls durch eine Abstimmung - festsetzen kann.(3) Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen. Darüber hinaus hat jeder Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird.(4) Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seiner Stellungnahme Rechnung getragen hat.Artikel 4 Spätestens am 31. Juli 1998 erstattet die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat Bericht über die Durchführung dieser Aktionen und legt gegebenenfalls Vorschläge zur Weiterführung des Einsatzes der Fernerkundung in der Agrarstatistik vor.Artikel 5 Dieser Beschluß wird am Tag nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften wirksam.ANHANG Die im Zeitraum 1994-1998 durchzuführenden oder zu entwickelnden Anwendungen der Fernerkundung in der Agrarstatistik lassen sich wie folgt zusammenfassen:OPERATIONELLE AKTIONEN- Aktion A: Regionale Flächenerfassung- Aktion B: Schätzungen nach einem europäischen SchnellverfahrenAKTIONEN IM ENTWICKLUNGSSTADIUM- Aktion C: Integriertes System- Aktion D: Überwachung und Vorausschätzung der Ernten im EG-Ausland- Aktion E: Anwendung von neuen Verfahren oder Sensoren.I. OPERATIONELLE AKTIONENAktion A: Regionale FlächenerfassungDie regionalen Erhebungen wurden zum Ende der ersten Phase des Pilotvorhabens im wesentlichen auf die Mitgliedstaaten übertragen. Sie werden derzeit in den südeuropäischen Ländern und gelegentlich in den nördlichen Ländern durchgeführt. Für die Fortführung, Erweiterung und Finanzierung der Aktion sind die Mitgliedstaaten zuständig.Es ist jedoch wünschenswert, daß eine technische Hilfe geboten und deren Finanzierung durch den EG-Haushalt übernommen wird. Diese Hilfe umfasst im wesentlichen eine Unterstützung bei den statistischen Methoden und insbesondere bei der Schichtung sowie bestimmte begrenzte Pilotstudien und die Verbesserung der Software.Aktion B: Schätzungen nach einem europäischen SchnellverfahrenMit dieser Aktion wird Aktion 4 der ersten Phase des Pilotprojekts im operationellen Stadium weitergeführt. Es geht nicht mehr darum, eine Methode zu entwickeln, sondern sie in der Europäischen Gemeinschaft für die Zwecke der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) anzuwenden.Da die Ergebnisse zum Ende der ersten Phase zufriedenstellend waren, sind nur geringfügige Änderungen der Methode erforderlich. Jedoch könnten folgende Anpassungen vorgesehen werden:- Ausdehnung der Methode auf die neuen Mitgliedstaaten,- verbesserte Repräsentativität der ausgewählten Standorte sowohl auf Gemeinschaftsebene wie auch auf Ebene bestimmter Mitgliedstaaten,- Verbesserung der Methoden zur Erfassung der Entwicklungen bei Brachflächen,- Einführung der Radarbildauswertung im Hinblick auf eine zunehmend grössere Sicherheit und Zuverlässigkeit.II. AKTIONEN IM ENTWICKLUNGSSTADIUMAktion C: Integriertes SystemDiese Aktion betrifft die Überleitung zur operationellen Anwendung der Aktionen 2 und 3 der ersten Phase und insbesondere ihre Integration auf Ebene der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten.Maßnahme C-1: Überleitung zur operationellen Anwendung der Aktion 2. Hierzu gehört die Validierung der am Ende der ersten Phase erstellten "Vegetations-" und "Bodentemperaturindizes" sowie ein statistisches Modell zur Auswahl repräsentativer Gebiete für die verschiedenen Arten von Kulturen in bezug auf festgelegte Zielindizes. Für den Übergang zur operationellen Phase muß ausserdem die Produktionskette in bezug auf die Fristen und die Zuverlässigkeit der Ergebnisse verbessert werden.Maßnahme C-2: Überleitung zur operationellen Anwendung der Teilmaßnahmen von Aktion 3, verbessertes Agromet-Modell von EUROSTAT, agrarmeteorologisches Modell zur Ertragsvorausschätzung und Vorausschätzungen mit Hilfe des Pollenflugverfahrens.Wie für Aktion C-1 müssen diese Modelle validiert und die Zuverlässigkeit der Verarbeitungsketten verbessert werden, damit sie den operationellen Anforderungen genügen.Maßnahme C-3: Fortgeschrittenes landwirtschaftliches Informationssystem auf Gemeinschaftsebene. Diese Maßnahme besteht darin, die Informationen der Maßnahmen C-1, C-2 und B miteinander zu verknüpfen. Aktion B dürfte recht genaue Ergebnisse für die Flächenerfassung, aber weniger genaue für die Erträge liefern. Die Maßnahmen C-1 und C-2 dagegen bieten wesentliche Informationen über die Erträge. Durch die Integration und Ergebniskontrolle der Aktionen dürfte eine optimale Gestaltung des gesamten Systems möglich sein.Maßnahme C-4: Es geht darum zu prüfen, ob die Maßnahme C-3 auf die Ebene der Regionen oder der Mitgliedstaaten ausgedehnt werden kann. Der im Rahmen der Aktion B einbezogene Faktor "Fläche" liegt derzeit jedoch nur auf Gemeinschaftsebene vor. Auch nimmt die Qualität der Ertragsvorausschätzungen ab, wenn das untersuchte Gebiet kleiner ist. Mit der Maßnahme C-4 wird versucht, diese Schwierigkeiten in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten zu überwinden.Aktion D: Überwachung und Vorausschätzung der Ernten im EG-AuslandAufgrund der Validierung von Aktion 4 auf Gemeinschaftsebene und der Durchführung der Aktionen 2 und 3 kann man nun in Betracht ziehen, eine Überwachung und Vorausschätzung der Ernten im EG-Ausland vorzunehmen.Ziel der Aktion D ist es, eine solche Methode für den osteuropäischen Raum und ggf. den Maghreb auszuarbeiten. Die Länder dieser beiden geographischen Räume stellen ein wichtiges Exportpotential und in einigen Fällen auch ein nicht unbedeutendes Importpotential für die Gemeinschaft dar. In beiden Fällen betreibt die Europäische Gemeinschaft eine aktive Politik der Zusammenarbeit.Um die Durchführung dieser Aktion zu erleichtern, wird die Kommission versuchen, die notwendige Zusammenarbeit in Verbindung mit ähnlich ausgerichteten Programmen (wie das PHARE-Programm MARS) herbeizuführen. Die Anforderungen der Kommission haben jedoch im Rahmen dieses Projekts Vorrang.Aktion E: Anwendung von neuen Verfahren oder SensorenIn der ersten Programmphase war für die Hauptaktionen nur die Anwendung der Systeme Landsat-TM, SPOT und NOAA-AVHRR (hochauflösende Satelliten oder Wettersatelliten) vorgesehen. Voraussichtlich werden sich die für die nächsten fünf Jahre geplanten Maßnahmen weiterhin auf diese Art Sensoren stützen. Allerdings sollten auch die von anderen Sensortypen und insbesondere von den Radarsystemen gelieferten Informationen genutzt werden. Die auf diesem Gebiet bisher durchgeführten Arbeiten zeigen, daß die Radarbilder im Rahmen des Projekts angewendet werden können. Zu prüfen bleibt, ob diese Informationsquelle für ausgedehntere Gebiete als die bisher untersuchten Gebiete genutzt werden kann und sollte.Auch sollten die Satellitendaten von Meteosat berücksichtigt werden, die Aufschluß über bestimmte agrarmeteorologische Parameter bieten dürften.Im Rahmen der Aktion D sollten schließlich die bereits begonnenen Arbeiten zur Verarbeitung und Klassifizierung der Satellitendaten der letzten zehn Jahre fortgeführt werden. Angesichts des sehr grossen Umfangs der zu verarbeitenden Daten sollte untersucht werden, wie sich diese Aufgabe mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung lösen lässt.