CELEX: 62001TJ0213
Language: de
Date: 2006-06-07 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Fünfte Kammer) vom 7. Juni  2006. # Österreichische Postsparkasse AG und Bank für Arbeit und Wirtschaft AG gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften. # Nichtigkeitsklage - Wettbewerb - Verordnung Nr. 17 - Verordnung (EG) Nr. 2842/98 - Beschluss 2001/462/EG, EGKS - Anhörungsbeauftragter - Handlung mit rechtlichen Wirkungen - Zulässigkeit - Berechtigtes Interesse - Stellung als Antragsteller oder Beschwerdeführer - Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen - Zugang zu der Mitteilung der Beschwerdepunkte - Vertrauliche Informationen - Ausreichendes Interesse. # Verbundene Rechtssachen T-213/01 und T-214/01.

Verbundene Rechtssachen T‑213/01 und T‑214/01
      Österreichische Postsparkasse AG und Bank für Arbeit und Wirtschaft AG
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      „Nichtigkeitsklage – Wettbewerb – Verordnung Nr. 17 – Verordnung (EG) Nr. 2842/98 – Beschluss 2001/462/EG, EGKS – Anhörungsbeauftragter – Handlung mit rechtlichen Wirkungen – Zulässigkeit – Berechtigtes Interesse – Stellung als Antragsteller oder Beschwerdeführer – Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen – Zugang zu der Mitteilung der Beschwerdepunkte – Vertrauliche Informationen – Ausreichendes Interesse“
      Urteil des Gerichts (Fünfte Kammer) vom 7. Juni 2006 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Nichtigkeitsklage – Rechtsschutzinteresse 
      (Artikel 230 Absatz 4 EG und 233 EG)
      2.     Nichtigkeitsklage – Anfechtbare Handlungen – Handlungen mit verbindlicher Rechtswirkung 
      (Artikel 230 Absatz 4 EG)
      3.     Nichtigkeitsklage – Anfechtbare Handlungen 
      (Artikel 230 Absatz 4 EG; Verordnungen Nrn. 17 des Rates, Artikel 3 Absatz 2, und 2842/98, Artikel 7; Beschluss Nr. 2001/462
            der Kommission, Artikel 9 Absatz 2)
      4.     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Anerkennung als Beschwerdeführer
      (Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 des Rates)
      5.     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Prüfung von Beschwerden 
      (Artikel 81 EG und 82 EG; Verordnung Nr. 17 des Rates, Artikel 3 Absatz 2)
      6.     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Rechte der Beschwerdeführer 
      (Artikel 81 EG und 82 EG; Verordnungen Nrn. 17 des Rates, Artikel 10 Absätze 3 und 6, und 2842/98, Artikel 7 und 8; Beschluss
            Nr.2001/462 der Kommission, Artikel 12 Absatz 4)
      7.     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Rechte der Beschwerdeführer 
      (Verordnung Nr. 2842/98 des Rates, Artikel 7)
      8.     Wettbewerb – Verwaltungsverfahren – Akteneinsicht 
      (Mitteilung 97/C 23/03 der Kommission)
      1.     Die Nichtigkeitsklage einer natürlichen oder juristischen Person ist nur dann zulässig, wenn der Kläger ein Interesse an der
         Nichtigerklärung der angefochtenen Entscheidung hat. Ein solches Interesse ist nur dann vorhanden, wenn die Nichtigerklärung
         der Entscheidung selbst Rechtswirkungen erzeugen kann.
      
      Das Organ, dem das für nichtig erklärte Handeln zur Last fällt, hat nach Artikel 233 EG die sich aus dem Urteil ergebenden
         Maßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen beziehen sich nicht auf die Entfernung der Handlung aus der Gemeinschaftsrechtsordnung,
         da diese Entfernung bereits aus der Nichtigerklärung durch den Richter folgt. Sie betreffen insbesondere die Beseitigung der
         Wirkungen, die die Handlung hervorgerufen hat und die durch die festgestellten rechtlichen Mängel berührt werden. Die Nichtigerklärung
         einer Handlung, die bereits vollzogen wurde, ist immer geeignet, Rechtswirkungen zu erzeugen. Die Handlung hat nämlich in
         der Zeit, in der sie galt, Rechtswirkungen hervorrufen können, die mit der Nichtigerklärung nicht zwangsläufig beseitigt sind.
         Eine Nichtigkeitsklage ist ferner zulässig, wenn damit vermieden werden kann, dass sich die gerügte Rechtswidrigkeit in der
         Zukunft wiederholt. Aus diesen Gründen stellt ein Nichtigkeitsurteil die Grundlage dafür dar, dass sich das betreffende Organ
         zu einer angemessenen Bereinigung der Situation des Klägers bereit findet oder darauf verzichtet, eine identische Handlung
         vorzunehmen. 
      
      Folglich lässt in einem Verfahren wegen wettbewerbsrechtlicher Zuwiderhandlungen der Umstand, dass eine Mitteilung von Beschwerdepunkten
         an einen beschwerdeführenden Dritten tatsächlich weitergegeben wurde, nachdem die Rechtmäßigkeit der dieser Weitergabe zugrunde
         liegenden Entscheidung mit einer Nichtigkeitsklage angegriffen worden war, diese Klage nicht gegenstandslos werden. Denn eine
         etwaige Nichtigerklärung der streitigen Entscheidung kann als solche für die Lage der von dem Verfahren betroffenen Unternehmen
         insbesondere dadurch Rechtswirkungen erzeugen, dass die Kommission von einem solchen Vorgehen in Zukunft Abstand nimmt und
         dass die Verwendung der zu Unrecht weitergeleiteten Mitteilung der Beschwerdepunkte rechtswidrig wird.
      
      (vgl. Randnrn. 53-55)
      2.     Nur Handlungen mit verbindlichen Rechtswirkungen, die geeignet sind, die Interessen des Klägers dadurch zu beeinträchtigen,
         dass sie seine Rechtsstellung in qualifizierter Weise verändern, können Gegenstand einer Nichtigkeitsklage im Sinne von Artikel
         230 EG sein.
      
      Grundsätzlich sind daher Zwischenmaßnahmen, die die abschließende Entscheidung vorbereiten sollen, keine anfechtbaren Handlungen.
         Jedoch gehören zu den anfechtbaren Handlungen auch Maßnahmen im Verfahren, die selbst ein besonderes Verfahren endgültig abschließen,
         das sich von dem, das der Kommission die Entscheidung in der Sache ermöglichen soll, unterscheidet, und die verbindliche Rechtswirkungen
         erzeugen, die geeignet sind, die Interessen des Klägers dadurch zu beeinträchtigen, dass sie seine Rechtsstellung in qualifizierter
         Weise verändern. 
      
      So entfaltet eine Entscheidung der Kommission, mit der ein in einem Zuwiderhandlungsverfahren beschuldigtes Unternehmen darüber
         unterrichtet wird, dass von ihm mitgeteilte Informationen nicht unter die gemeinschaftsrechtliche Garantie der vertraulichen
         Behandlung fallen und deshalb an einen dritten Beschwerdeführer weitergegeben werden dürfen, gegenüber diesem Unternehmen
         Rechtswirkungen, indem sie seine Rechtsstellung durch die Versagung eines im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Schutzes in qualifizierter
         Weise verändert. Eine solche Entscheidung ist auch abschließend und von der Endentscheidung, mit der ein Verstoß gegen die
         Wettbewerbsregeln festgestellt wird, unabhängig. 
      
      Dass das Unternehmen gegen eine abschließende Entscheidung, mit der ein Verstoß gegen Wettbewerbsvorschriften festgestellt
         wird, Klage erheben kann, gewährt ihm überdies keinen ausreichenden Schutz seiner in Frage stehenden Rechte. Zum einen nämlich
         braucht das Verwaltungsverfahren nicht zu einer Entscheidung zu führen, mit der ein Verstoß festgestellt wird. Zum anderen
         ermöglicht es die Klage, die gegen diese Entscheidung gegebenenfalls erhoben werden kann, dem Unternehmen in keiner Weise,
         den nicht wieder gutzumachenden Auswirkungen vorzubeugen, die eine rechtswidrige Weiterleitung bestimmter Unterlagen nach
         sich ziehen würde. 
      
      Eine solche Entscheidung ist daher geeignet, Gegenstand einer Nichtigkeitsklage zu sein.
      (vgl. Randnrn. 64-66)
      3.     Die auf der Grundlage von Artikel 9 Absatz 2 des Beschlusses 2001/462 über das Mandat von Anhörungsbeauftragten in bestimmten
         Wettbewerbsverfahren ergangene Entscheidung eines Anhörungsbeauftragten, mit der die Übermittlung der nichtvertraulichen Fassung
         einer Mitteilung von Beschwerdepunkten, die in einem wettbewerbsrechtlichen Zuwiderhandlungsverfahren gegen ein Unternehmen
         erhoben werden, an einen beschwerdeführenden Dritten genehmigt wird, schließt ein besonderes, von dem allgemeinen Verfahren
         der Anwendung des Artikels 81 EG zu unterscheidendes Verfahren dadurch ab, dass sie die Position der Kommission in der Frage
         der Weiterleitung der nichtvertraulichen Fassung der Mitteilung der Beschwerdepunkte an den beschwerdeführenden Dritten endgültig
         festlegt. Eine solche Entscheidung impliziert notwendig eine vorherige Anerkennung des beschwerdeführenden Dritten als Antragsteller
         mit berechtigtem Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17, weil sich aus dieser Eigenschaft sein Anspruch
         auf Übermittlung der Mitteilung der Beschwerdepunkte nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 über die Anhörung in bestimmten
         Verfahren nach Artikel [81 EG] und [82 EG] ergibt. 
      
      Folglich kann das von dem Verfahren betroffene Unternehmen mit seiner Klage sowohl die Entscheidung des Anhörungsbeauftragten,
         dem beschwerdeführenden Dritten eine nichtvertrauliche Fassung der Mitteilung der Beschwerdepunkte zu übermitteln, als auch
         die dieser Entscheidung unverzichtbar zugrunde liegende Feststellung der Kommission anfechten, dass ein berechtigtes Interesse
         des Dritten im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 zu erkennen ist. Andernfalls könnte das Unternehmen nicht
         verhindern, dass die von der Kommission gegen es erhobenen Beanstandungen einem Dritten zur Kenntnis gebracht werden, der
         einen Antrag oder eine Beschwerde eingereicht hat, jedoch nicht das von der gemeinschaftsrechtlichen Regelung verlangte berechtigte
         Interesse besitzt, oder – wenn die fragliche Übermittlung bereits stattgefunden hat – die Verwendung der betreffenden Informationen
         durch den Dritten nicht für rechtswidrig erklären lassen. 
      
      (vgl. Randnrn. 71-72, 78)
      4.     Für die Anerkennung als Antragsteller oder Beschwerdeführer verlangen die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 über die Anhörung
         in bestimmten Verfahren nach Artikel [81 EG] und [82 EG] nicht, dass die Eröffnung des Zuwiderhandlungsverfahrens durch die
         Kommission, insbesondere die Einleitung der Voruntersuchungsphase, auf dem Antrag oder der Beschwerde beruht. Personen oder
         Personenvereinigungen, die ein berechtigtes Interesse an der Feststellung einer wettbewerbsrechtlichen Zuwiderhandlung durch
         die Kommission darlegen, können daher einen Antrag oder eine Beschwerde in diesem Sinne auch dann einreichen, wenn die Voruntersuchungsphase
         des Zuwiderhandlungsverfahrens bereits von Amts wegen oder auf Antrag eines Dritten eingeleitet wurde. Andernfalls würden
         Personen, die ein solches berechtigtes Interesse besitzen, daran gehindert, während des Verfahrens die mit der Stellung eines
         Antragstellers oder Beschwerdeführers verbundenen Verfahrensrechte wahrzunehmen. 
      
      Die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 nehmen für die Beteiligung anderer Personen oder Personenvereinigungen an einem Zuwiderhandlungsverfahren
         als der Unternehmen, gegen die sich die Beschwerdepunkte der Kommission richten, eine Abstufung nach der Intensität der Beeinträchtigung
         ihrer Interessen vor. Diese Verordnungen enthalten folgende Unterscheidung: Sie nennen erstens „Antragsteller oder Beschwerdeführer
         mit berechtigtem Interesse“, denen die Kommission in Kopie eine nichtvertrauliche Fassung der Beschwerdepunkte zuleitet, wenn
         sie Beschwerdepunkte erlassen hat, die eine Frage betreffen, mit der sie durch den Antrag oder die Beschwerde befasst wurde
         (Artikel 3 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 6 bis 8 der Verordnung Nr. 2842/98). Zweitens nennen die Verordnungen
         „Dritte mit ausreichendem Interesse“, die, wenn sie ihre Anhörung beantragen, Anspruch auf eine schriftliche Unterrichtung
         über die Art und den Gegenstand des Verfahrens durch die Kommission und eine schriftliche Stellungnahme dazu gegenüber der
         Kommission haben (Artikel 19 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 9 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 2842/98). Drittens
         nennen die Verordnungen „andere Dritte“, denen die Kommission Gelegenheit zur mündlichen Stellungnahme geben kann (Artikel
         9 Absatz 3 der Verordnung Nr. 2842/98). 
      
      Jeder Antragsteller oder Beschwerdeführer, der ein berechtigtes Interesse darlegt, hat somit Anspruch auf Erhalt einer nichtvertraulichen
         Fassung der Mitteilung der Beschwerdepunkte. Im Fall Dritter mit ausreichendem Interesse ist es nicht ausgeschlossen, dass
         die Kommission, wenn die Umstände des gegebenen Falles dies rechtfertigen, ihnen, ohne allerdings dazu verpflichtet zu sein,
         eine nichtvertrauliche Fassung der Mitteilung der Beschwerdepunkte zuleitet, damit sie zu den angeblichen Zuwiderhandlungen,
         die den Gegenstand des Verfahrens bilden, umfassend und sachgerecht Stellung nehmen können. Außerhalb dieser beiden Fallgestaltungen
         sehen die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 nicht vor, dass die Kommission eine Mitteilung von Beschwerdepunkten an andere
         Personen oder Personenvereinigungen als die Unternehmen übermittelt, gegen die die Beschwerdepunkte gerichtet sind. 
      
      (vgl. Randnrn. 91, 106-108)
      5.     Ein Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen kann den Begriff des berechtigten Interesses im Sinne von Artikel 3 der Verordnung
         Nr. 17 erfüllen. Denn ein Endkunde, der darlegt, dass er durch die fragliche Wettbewerbsbeschränkung in seinen wirtschaftlichen
         Interessen beeinträchtigt wurde oder beeinträchtigt sein kann, hat ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung
         Nr. 17 an der Einreichung eines Antrags oder einer Beschwerde zu dem Zweck, die Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die
         Artikel 81 EG oder 82 EG durch die Kommission zu erwirken. 
      
      Die Anerkennung als Antragsteller oder Beschwerdeführer hängt demgemäß davon ab, dass der Betreffende durch die fraglichen
         Praktiken einen Vermögensschaden erleiden konnte, und nicht von seiner Beteiligung an jedem der von der Untersuchung der Kommission
         betroffenen Produktmärkte. 
      
      Insoweit wird mit den Bestimmungen, die einen unverfälschten Wettbewerb im Binnenmarkt gewährleisten sollen, letztlich der
         Zweck verfolgt, das Wohlergehen des Verbrauchers zu erhöhen. Dieser Zweck ergibt sich insbesondere aus dem Wortlaut des Artikels
         81 EG. Auch wenn nämlich von dem in Artikel 81 Absatz 1 EG festgelegten Verbot Vereinbarungen ausgenommen werden können, die
         zur Verbesserung der Warenerzeugung oder ‑verteilung oder zur Förderung des technischen oder wirtschaftlichen Fortschritts
         beitragen, ist diese in Artikel 81 Absatz 3 EG vorgesehene Möglichkeit doch namentlich an die Voraussetzung geknüpft, dass
         die Verbraucher der in Frage stehenden Waren an dem entstehenden Gewinn angemessen beteiligt werden. Das Wettbewerbsrecht
         und die Wettbewerbspolitik haben damit auf die konkreten wirtschaftlichen Interessen der Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen
         unbestreitbar bestimmte Auswirkungen. Dass diesen Endkunden – die geltend machen, sie hätten infolge eines Vertrages oder
         einer Verhaltensweise, die möglicherweise den Wettbewerb beschränken oder verfälschen, einen Vermögensschaden erlitten – ein
         berechtigtes Interesse an der Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und 82 EG durch die Kommission zuerkannt
         wird, trägt jedoch zur Verwirklichung der Ziele des Wettbewerbsrechts bei. 
      
      Diese Beurteilung läuft auch nicht darauf hinaus, dem Begriff des berechtigten Interesses durch eine Überdehnung seine Substanz
         zu nehmen, und ebnet nicht einer angeblichen „Popularklage“ den Weg. Wird einem Verbraucher, der darlegt, dass eine von ihm
         gerügte Vereinbarung seine wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigt, ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz
         2 der Verordnung Nr. 17 zuerkannt, so bedeutet dies nämlich nicht, dass damit jede Person oder Personenvereinigung ein solches
         berechtigtes Interesse besitzt. 
      
      Auch Bedenken, wonach eine Anerkennung von Endkunden als Antragsteller oder Beschwerdeführer die eingereichten Beschwerden
         vervielfachen und die Verwaltungsverfahren mit Schwierigkeiten belasten würde, erscheinen nicht geeignet, die Anerkennung
         des berechtigten Interesses eines Endkunden einzuschränken, der darlegt, dass er infolge einer von ihm beanstandeten wettbewerbswidrigen
         Verhaltensweise einen Vermögensschaden erlitten hat. 
      
      Ein Dritter als Antragsteller oder Beschwerdeführer muss somit darlegen, dass er an der Feststellung einer Zuwiderhandlung
         gegen Artikel 81 EG oder 82 EG ein berechtigtes Interesse besitzt, und die Kommission ist folglich verpflichtet, nachzuprüfen,
         ob der Dritte diese Voraussetzung tatsächlich erfüllt. 
      
      Schließlich ist es nicht Sache der Kommission, in einem Fall, in dem der Antragsteller sein berechtigtes Interesse dargelegt
         hat, die Frage zu überprüfen, ob er möglicherweise noch andere Motive besitzt.
      
      (vgl. Randnrn. 114-118, 124, 131)
      6.     Die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 über die Anhörung in bestimmten Verfahren nach Artikel [81 EG] und [82 EG] unterstellen
         die Ausübung des Rechts eines Antragstellers oder Beschwerdeführers, der ein berechtigtes Interesse dargelegt hat, auf Erhalt
         der Beschwerdepunkte und auf seine Anhörung im Rahmen des Zuwiderhandlungsverfahrens keiner besonderen Frist. Ebenso erlaubt
         der Beschluss 2001/462 über das Mandat von Anhörungsbeauftragten in bestimmten Wettbewerbsverfahren die Anhörung des Antragstellers
         oder Beschwerdeführers zu jedem Zeitpunkt im Verfahren und schreibt in seinem Artikel 12 Absatz 4 zum Zweck der Wahrung des
         Anhörungsrechts ausdrücklich vor, dass der Anhörungsbeauftragte „auch nach der mündlichen Anhörung Personen, Unternehmen oder
         Unternehmensvereinigungen die Möglichkeit zur schriftlichen Äußerung innerhalb einer von ihm festgesetzten Frist geben“ kann.
         Folglich kann ein Antragsteller oder Beschwerdeführer sein Recht auf Erhalt der Beschwerdepunkte und auf Anhörung im Verwaltungsverfahren
         zur Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und 82 EG ausüben, solange das Verfahren anhängig ist.
      
      Ferner wird nach Artikel 10 Absatz 3 der Verordnung Nr. 17 der Beratende Ausschuss für Kartell- und Monopolfragen vor jeder
         Entscheidung angehört, die ein Verfahren zur Feststellung von Zuwiderhandlungen gegen die Artikel 81 EG und 82 EG abschließt.
         Diese Anhörung bildet den letzten Verfahrensschritt vor dem Erlass der Entscheidung. Folglich kann der Anspruch eines Antragstellers
         oder Beschwerdeführers auf Erhalt der Beschwerdepunkte und auf seine Anhörung nicht als verwirkt angesehen werden, solange
         nicht der Beratende Ausschuss für Kartell- und Monopolfragen nach Artikel 10 Absatz 6 der Verordnung Nr. 17 zu dem von der
         Kommission vorgelegten Entscheidungsvorschlag Stellung genommen hat. Solange er nämlich diese Stellungnahme nicht abgegeben
         hat, ist die Kommission durch nichts daran gehindert, die Bemerkungen Dritter zu prüfen und gegebenenfalls in deren Licht
         ihre Position zu ändern. 
      
      (vgl. Randnrn. 148-149)
      7.     Es ist nicht Sache der Kommission, wegen eines bloßen Verdachts, dass die Beschwerdepunkte missbräuchlich verwendet werden
         könnten, das Recht eines Antragstellers, der ordnungsgemäß sein berechtigtes Interesse dargelegt hat, auf Erhalt einer Mitteilung
         der Beschwerdepunkte nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 über das Mandat von Anhörungsbeauftragten in bestimmten Wettbewerbsverfahren
         einzuschränken. 
      
      (vgl. Randnr. 189)
      8.     Die Mitteilung der Kommission über interne Verfahrensvorschriften für die Behandlung von Anträgen auf Akteneinsicht in Fällen
         einer Anwendung der Artikel [81 EG] und [82 EG], der Artikel 65 und 66 EGKS-Vertrag und der Verordnung Nr. 4064/89 des Rates
         gewährt kein absolutes Recht auf die vertrauliche Behandlung von betriebsinternen Unterlagen eines Unternehmens, für die dieses
         um Geheimhaltung gegenüber Dritten gebeten hat. 
      
      (vgl. Randnr. 213)
URTEIL DES GERICHTS (Fünfte Kammer)
      7. Juni 2006(*)
      
      „Nichtigkeitsklage – Wettbewerb – Verordnung Nr. 17 – Verordnung (EG) Nr. 2842/98 – Beschluss 2001/462/EG, EGKS – Anhörungsbeauftragter – Handlung mit rechtlichen Wirkungen – Zulässigkeit – Berechtigtes Interesse – Stellung als Antragsteller oder Beschwerdeführer – Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen – Zugang zu der Mitteilung der Beschwerdepunkte – Vertrauliche Informationen – Ausreichendes Interesse“
      In den verbundenen Rechtssachen T-213/01 und T-214/01
      Österreichische Postsparkasse AG mit Sitz in Wien (Österreich), Prozessbevollmächtigte: zunächst Rechtsanwälte M. Klusmann, F. Wiemer und A. Reidlinger, dann
         Rechtsanwalt H.‑J. Niemeyer, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Bank für Arbeit und Wirtschaft AG mit Sitz in Wien, Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt H.‑J. Niemeyer, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Klägerinnen,
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch S. Rating als Bevollmächtigten, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Beklagte,
      wegen Nichtigerklärung der Entscheidungen des Anhörungsbeauftragten vom 9. August 2001 und vom 25. Juli 2001, einer österreichischen
         politischen Partei (der Freiheitlichen Partei Österreichs) nichtvertrauliche Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         in einem Verfahren nach Artikel 81 EG wegen der Festsetzung von Bankgebühren (COMP/36.571 – Österreichische Banken) zu übermitteln,
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZDER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Fünfte Kammer)
      
      unter Mitwirkung der Präsidentin P. Lindh sowie der Richter R. García-Valdecasas und J. D. Cooke,
      Kanzler: I. Natsinas, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 21. Oktober 2004
      folgendes
      Urteil
       Rechtlicher Rahmen
       Verordnung Nr. 17
      1       Artikel 3 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 17 des Rates vom 6. Februar 1962, Erste Durchführungsverordnung zu den Artikeln
         [81] und [82] des Vertrages (ABl. 1962, Nr. 13, S. 204), bestimmt:
      
      „(1) Stellt die Kommission auf Antrag oder von Amts wegen eine Zuwiderhandlung gegen Artikel [81] oder [82] des Vertrages
         fest, so kann sie die beteiligten Unternehmen und Unternehmensvereinigungen durch Entscheidung verpflichten, die festgestellte
         Zuwiderhandlung abzustellen. 
      
      (2) Zur Stellung eines Antrags sind berechtigt:
      …
      b)      Personen und Personenvereinigungen, die ein berechtigtes Interesse darlegen.“
      2       In Artikel 19 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 heißt es: „Beantragen Personen oder Personenvereinigungen, dass sie angehört
         werden, so ist diesem Antrag stattzugeben, wenn sie ein ausreichendes Interesse glaubhaft machen.“
      
      3       Nach Artikel 20 Absatz 1 der Verordnung Nr. 17, der das Berufsgeheimnis betrifft, dürfen nach verschiedenen Bestimmungen der
         Verordnung erlangte Kenntnisse „nur zu dem mit der Auskunft oder Nachprüfung verfolgten Zweck verwertet werden“. Nach Artikel
         20 Absatz 2 der Verordnung sind „[d]ie Kommission und die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten sowie ihre Beamten und
         sonstigen Bediensteten … verpflichtet, Kenntnisse nicht preiszugeben, die sie bei Anwendung dieser Verordnung erlangt haben
         und die ihrem Wesen nach unter das Berufsgeheimnis fallen; die Artikel 19 und 21 bleiben unberührt“.
      
       Verordnung Nr. 2842/98
      4       Am 22. Dezember 1998 erließ die Kommission die Verordnung (EG) Nr. 2842/98 über die Anhörung in bestimmten Verfahren nach
         Artikel [81] und [82] EG‑Vertrag (ABl. L 354, S. 18), die an die Stelle der Verordnung Nr. 99/63/EWG der Kommission vom 25.
         Juli 1963 über die Anhörung nach Artikel 19 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 17 (ABl. Nr. 127, S. 2268) trat. Hinsichtlich
         der Beteiligung an einem Zuwiderhandlungsverfahren unterscheidet die Verordnung Nr. 2842/98 bei den Personen, die nicht Adressaten
         der Beschwerdepunkte sind, zwischen „Antragstellern und Beschwerdeführern“, Personen, die „ein ausreichendes Interesse geltend
         machen“, und „anderen Dritten“.
      
      5       Für Antragsteller oder Beschwerdeführer sehen die Artikel 6, 7 und 8 der Verordnung Nr. 2842/98 vor:
      „Artikel 6
      Ist die Kommission der Auffassung, dass die von ihr ermittelten Umstände es nicht rechtfertigen, einem Antrag nach Artikel
         3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 … stattzugeben, so teilt sie dem Antragsteller bzw. Beschwerdeführer die Gründe hierfür mit
         und setzt ihm eine Frist zur schriftlichen Äußerung.
      
      Artikel 7
      Zieht die Kommission Beschwerdepunkte in Bezug auf einen Fall in Betracht, dessentwegen sie einen Antrag oder eine Beschwerde
         im Sinne von Artikel 6 erhalten hat, so übermittelt sie dem Antragsteller bzw. Beschwerdeführer eine Kopie der nichtvertraulichen
         Fassung der Beschwerdepunkte und setzt ihm eine Frist zur schriftlichen Äußerung. 
      
      Artikel 8
      Die Kommission kann in geeigneten Fällen den Antragstellern und Beschwerdeführern die Möglichkeit geben, ihre Auffassung mündlich
         vorzutragen, wenn sie dies in ihrer schriftlichen Äußerung beantragen.“
      
      6       Artikel 9 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 2842/98 bestimmt: 
      „(1) Wenn andere als die in den Kapiteln II [betreffend Beteiligte, denen die Kommission Beschwerdepunkte mitgeteilt hat]
         und III [betreffend Antragsteller und Beschwerdeführer] genannten Personen eine Anhörung beantragen und ein ausreichendes
         Interesse geltend machen, so unterrichtet die Kommission sie schriftlich über Art und Gegenstand des Verfahrens und setzt
         ihnen eine Frist zur schriftlichen Äußerung.
      
      (2) Die Kommission kann gegebenenfalls die in Absatz 1 genannten Personen auffordern, ihre Argumente anlässlich der mündlichen
         Anhörung der Parteien, gegen die Beschwerdepunkte in Betracht gezogen werden, vorzubringen, wenn sie dies in ihrer schriftlichen
         Äußerung beantragen.“
      
      7       Nach Artikel 9 Absatz 3 der Verordnung Nr. 2842/98 schließlich kann die Kommission „auch anderen Dritten“ Gelegenheit zur
         mündlichen Stellungnahme geben.
      
      8       Hinsichtlich der Vertraulichkeit der in einem Zuwiderhandlungsverfahren erlangten Informationen bestimmt Artikel 13 Absatz
         1 der Verordnung Nr. 2842/98, dass diese nicht mitgeteilt oder zugänglich gemacht werden, soweit sie Geschäftsgeheimnisse
         oder sonstige vertrauliche Angaben enthalten, und dass die Kommission die notwendigen Vorkehrungen für die Akteneinsicht trifft,
         wobei sie Sorge für den Schutz des Geschäftsgeheimnisses trägt. 
      
       Beschluss 2001/462
      9       Am 23. Mai 2001 erließ die Kommission den Beschluss 2001/462/EG, EGKS über das Mandat von Anhörungsbeauftragten in bestimmten
         Wettbewerbsverfahren (ABl. L 162, S. 21), der den Beschluss 94/810/EGKS, EG der Kommission vom 12. Dezember 1994 über das
         Mandat des Anhörungsbeauftragten in Wettbewerbsverfahren vor der Kommission (ABl. L 330, S. 67) ersetzte. 
      
      10     Nach Artikel 1 des Beschlusses 2001/462 trägt der Anhörungsbeauftragte „dafür Sorge …, dass das Recht auf Anhörung in Wettbewerbsverfahren
         vor der Kommission nach Artikel 81 [EG] und 82 [EG] … wirksam ausgeübt werden kann“. 
      
      11     Ferner bestimmt – der an die Stelle von Artikel 5 Absätze 3 und 4 des Beschlusses 94/810 getretene, praktisch wortgleiche
         – Artikel 9 Absätze 1 und 2 des Beschlusses 2001/462:
      
      „Besteht die Absicht, Informationen offenzulegen, die Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen enthalten könnten, wird das betroffene
         Unternehmen schriftlich hiervon unterrichtet. Ihm wird eine Frist gesetzt, innerhalb derer es sich hierzu schriftlich äußern
         kann.
      
      Erhebt das betroffene Unternehmen Einwand gegen die Offenlegung der Informationen und besteht die Auffassung, dass die Informationen
         nicht geschützt sind und deshalb offengelegt werden dürfen, wird dieser Standpunkt schriftlich in einer mit Gründen versehenen
         Entscheidung niedergelegt, die dem betroffenen Unternehmen zugestellt wird. Die Entscheidung nennt den Tag, ab dem die Informationen
         offengelegt werden. Die Offenlegung darf frühestens eine Woche nach Mitteilung der Entscheidung erfolgen.“
      
       Sachverhalt
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      12     Die Klägerinnen, die Österreichische Postsparkasse AG (Rechtssache T‑213/01) und die Bank für Arbeit und Wirtschaft AG (im
         Folgenden: BAWAG, Rechtssache T-214/01), sind österreichische Kreditinstitute.
      
      13     Am 6. Mai 1997 erlangte die Kommission Kenntnis von einem Dokument mit der Bezeichnung „Lombard 8.5“, durch das sie sich veranlasst
         sah, gegen die Klägerin und sieben weitere österreichische Banken ein Verfahren nach Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung Nr.
         17 einzuleiten.
      
      14     Mit Schreiben vom 24. Juni 1997 wurde der Kommission das genannte Dokument auch durch eine österreichische politische Partei,
         die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), übersandt. Die FPÖ ersuchte die Kommission in ihrem Schreiben, gegen acht österreichische
         Banken – darunter die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01, hingegen nicht die in der Rechtssache T‑213/01 – Ermittlungsverfahren
         zur Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und 82 EG einzuleiten. Zur Begründung ihres Antrags verwies
         die FPÖ darauf, dass sie als politische Partei auch dazu berufen sei, den freien Zugang zum Gemeinsamen Markt und die Gewährung
         eines unbeschränkten Wettbewerbs zu überwachen.
      
      15     Mit Schreiben vom 26. Februar 1998 teilte die Kommission der FPÖ nach Artikel 6 der Verordnung Nr. 99/63 (jetzt Artikel 6
         der Verordnung Nr. 2842/98) mit, dass sie ihren Antrag abzulehnen beabsichtige. Es seien nämlich nur Personen oder Personenvereinigungen
         antragsberechtigt, die ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 darlegten. Dies aber
         setze voraus, dass der Antragsteller „durch eine Wettbewerbsbeschränkung als Marktteilnehmer beeinträchtigt ist oder sein
         kann“. Die Geltendmachung lediglich eines allgemeinen Interesses an der Wahrung der Rechtsordnung reiche dafür nicht aus.
      
      16     Die FPÖ antwortete hierauf mit Schreiben vom 2. Juni 1998, dass sie sowohl als politische Partei als auch über ihre Mitglieder
         am gewöhnlichen Wirtschaftsleben teilnehme, täglich zahllose Bankgeschäfte ausführe und infolgedessen durch die beanstandeten
         Praktiken auch einen Vermögensnachteil erlitten habe. Sie besitze daher ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3
         Absatz 2 der Verordnung Nr. 17. Die FPÖ hielt demgemäß an ihrem Antrag fest, an dem Zuwiderhandlungsverfahren beteiligt zu
         werden und die Beschwerdepunkte einsehen zu können.
      
      17     Im Juni 1998 nahm die Kommission bei mehreren österreichischen Kreditinstituten, darunter bei den Klägerinnen, Nachprüfungen
         vor. 
      
      18     Am 16. Dezember 1998 übermittelten die vom Verfahren COMP/36.571 betroffenen Banken der Kommission eine gemeinsame Sachverhaltsdarstellung
         und legten 40 000 Seiten Beweismaterial vor. In einer Vorbemerkung ersuchten sie um vertrauliche Behandlung dieser Materialien
         und baten die Kommission nach Artikel 20 der Verordnung Nr. 17/62, sie Dritten nicht preiszugeben.
      
      19     Mit Schreiben vom 13. September 1999 übermittelte die Kommission den Klägerinnen eine erste Mitteilung der Beschwerdepunkte
         vom 10. September 1999, in der sie ihnen zur Last legte, wettbewerbswidrige Absprachen mit anderen österreichischen Banken
         über Gebühren und Konditionen im Firmen- und Privatkundengeschäft getroffen und damit gegen Artikel 81 EG verstoßen zu haben.
      
      20     Anfang Oktober 1999 unterrichtete die Kommission die Klägerinnen mündlich über ihre Absicht, die Mitteilung der Beschwerdepunkte
         vom 10. September 1999 nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 der FPÖ zu übermitteln.
      
      21     Mit Schreiben an die Kommission vom 6. und 12. Oktober 1999 widersprachen die Klägerinnen der beabsichtigten Übermittlung.
         Sie machten geltend, die FPÖ könne kein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 darlegen
         und sei daher nicht als Beschwerdeführerin zu betrachten. Es sei außerdem zu befürchten, dass die FPÖ die Mitteilung der Beschwerdepunkte
         zu politischen Zwecken missbrauchen werde. 
      
      22     In ihren Antwortschreiben an die Klägerinnen vom 5. November 1999 führte die Generaldirektion Wettbewerb aus, dass die FPÖ
         selbst Bankkundin sei und dass damit aus Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 die Verpflichtung folge, ihr eine nichtvertrauliche
         Fassung der Beschwerdepunkte zuzuleiten. Mit diesen Schreiben wurde den Klägerinnen ferner eine Aufstellung der der FPÖ nicht
         offenzulegenden Textstellen der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 übermittelt (im Folgenden: Aufstellung 1);
         danach sollten insbesondere die Namen und genauen Stellenbezeichnungen von Mitarbeitern entfernt und durch bloß allgemeine
         Funktionsbezeichnungen ersetzt werden. Außerdem sollte der FPÖ nur die Anlage A der Mitteilung der Beschwerdepunkte zugänglich
         gemacht werden, in der die dieser beigefügten Dokumente aufgelistet waren, nicht aber diese Dokumente selbst. Schließlich
         wurde in den Schreiben darauf hingewiesen, dass sich die Klägerinnen, falls sie mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden
         seien, an den Anhörungsbeauftragten wenden könnten.
      
      23     Mit Schreiben an den Anhörungsbeauftragten vom 17. November 1999 und 18. November 1999 widersprachen die Klägerinnen erneut
         der angekündigten Weiterleitung der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 an die FPÖ. Hilfsweise begehrten
         sie, dass aus der übermittelten Fassung zumindest alle Angaben zur Identität der betroffenen Unternehmen entfernt würden.
         Die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 ersuchte darum, dass auch alle Angaben zu den Zinsen, Gebühren und Geschäftsbedingungen
         der Banken entfernt würden.
      
      24     Am 18. und 19. Januar 2000 wurde zu den Verhaltensweisen, die Gegenstand der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September
         1999 waren, eine Anhörung durchgeführt. Die FPÖ nahm an der Anhörung nicht teil.
      
      25     Mit Schreiben vom 21. November 2000 übersandte die Kommission den Klägerinnen eine ergänzende Mitteilung der Beschwerdepunkte,
         mit der sie ihnen wettbewerbswidrige Absprachen mit anderen österreichischen Banken auch über Bankgebühren für den Umtausch
         der Euro-Währungen zur Last legte.
      
      26     Am 27. Februar 2001 fand eine zweite Anhörung statt, an der die FPÖ ebenfalls nicht teilnahm.
      27     Mit Schreiben vom 13. März 2001 wiederholte die FPÖ ihren Antrag unter Hinweis darauf, dass ihr die Kommission mit ihren Schreiben
         vom 5. Oktober 1999 und 16. März 2000 die Zuleitung der nichtvertraulichen Fassung der Beschwerdepunkte angekündigt, diese
         aber nie übersandt habe. Auch von den Anhörungen sei die FPÖ nicht unterrichtet worden. Sie sei damit in wesentlichen Verfahrensschritten
         übergangen und in ihrem rechtlichen Gehör und dem Anspruch auf Verfahrensbeteiligung verletzt worden. Die FPÖ wiederholte
         demgemäß ihren Antrag auf Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte sowie der dazu abgegebenen Stellungnahmen der Banken;
         sie beantragte außerdem, ihr Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben und sie an einer ergänzenden mündlichen Anhörung zu beteiligen.
      
      28     Mit Schreiben vom 27. März 2001 teilte der Anhörungsbeauftragte den Klägerinnen mit, dass die FPÖ ihren Antrag wiederholt
         habe und er beabsichtige, diesem stattzugeben. Hinsichtlich der aus der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September
         1999 zu entfernenden vertraulichen Informationen fügte der Anhörungsbeauftragte seinem Schreiben die Aufstellung 1 bei und
         wies im Übrigen die mit Schreiben vom 17. und 18. November 1999 gestellten Anträge der Klägerinnen auf Unkenntlichmachung
         auch der Identität der Banken zurück. Ebenso wies er den Antrag der Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 zurück, bestimmte
         weitere Angaben zu entfernen. Hinsichtlich der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 21. November 2000, zu der die
         Klägerinnen noch nicht Stellung genommen hatten, übermittelte der Anhörungsbeauftragte eine Aufstellung der zu entfernenden
         Textstellen (im Folgenden: Aufstellung 2), wonach ebenfalls Namen und Stellenbezeichnungen bestimmter Mitarbeiter entfernt
         und durch allgemeine Funktionsbezeichnungen ersetzt werden sollten. Er gab den Klägerinnen insoweit Gelegenheit zur Stellungnahme.
         
      
      29     Mit Schreiben vom 18. April 2001 widersprach die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01 der Weiterleitung der Mitteilung der
         Beschwerdepunkte an die FPÖ ein weiteres Mal und ersuchte die Kommission, ihr die Gründe zu erläutern, aus denen sie sich
         nunmehr unversehens für verpflichtet halte, dem Antrag der FPÖ doch stattzugeben. Ebenso widersprach mit Schreiben vom 24.
         April 2001 die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 der geplanten Übermittlung. Hilfsweise machte sie geltend, dass die Mitteilung
         der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999, falls eine Verpflichtung zu ihrer Übermittlung bestehe, jedenfalls völlig zu
         anonymisieren sei. Hingegen enthalte die Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 21. November 2000 keine weiteren Geschäftsgeheimnisse
         oder vertraulichen Informationen außer denen, die der Anhörungsbeauftragte laut seiner Aufstellung 2 bereits zu entfernen
         beabsichtige.
      
      30     Mit Schreiben vom 5. Juni 2001 bekräftigte der Anhörungsbeauftragte, dass er zur Übermittlung der Beschwerdepunkte an die
         FPÖ verpflichtet sei. Hinsichtlich der zu schützenden vertraulichen Angaben wies er die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01
         darauf hin, dass sie sich in ihrem letzten Schreiben zu den Informationen in den Aufstellungen 1 und 2 nicht geäußert habe
         und dass er daraus schließe, dass sie gegen die Übermittlung der nichtvertraulichen Fassungen der Beschwerdepunkte an die
         FPÖ keine wesentliche rechtliche Einwendung erhebe. Der Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 teilte der Anhörungsbeauftragte
         mit, er entnehme ihrem letzten Schreiben, dass sie, abgesehen von der Frage der Anonymisierung der Mitteilung der Beschwerdepunkte
         vom 10. September 1999, mit dem Inhalt der Aufstellungen 1 und 2 einverstanden sei. Der Anhörungsbeauftragte bat sie, hierzu
         Stellung zu nehmen, und teilte mit, dass er bei Ablehnung der von ihm vorgeschlagenen Lösung eine Entscheidung nach Artikel
         5 Absatz 4 des Beschlusses 94/810 (jetzt Artikel 9 Absatz 2 des Beschlusses 2001/462) erlassen werde.
      
      31     Mit Schreiben vom 25. Juni 2001 beantragte die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01 beim Anhörungsbeauftragten erneut, von
         der Übermittlung Abstand zu nehmen, und ersuchte um Unterrichtung über die vorgesehene weitere Vorgehensweise.
      
      32     Mit Schreiben an die Kommission vom selben Tage bat die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 um kurze Klarstellung des Sachstands
         und Erlass einer rechtsmittelfähigen Entscheidung.
      
       Streitige Entscheidung in der Rechtssache T‑214/01
      33     Mit Schreiben vom 25. Juli 2001 erließ der Anhörungsbeauftragte die Entscheidung, mir der er gegenüber der Klägerin in der
         Rechtssache T‑214/01 das Verfahren der Übermittlung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 und 21. November
         2000 an die FPÖ abschloss (im Folgenden: streitige Entscheidung in der Rechtssache T‑214/01). In dem Schreiben heißt es: 
      
      „… im Anschluss an Ihr oben genanntes Schreiben [vom 25. Juni 2001] bin ich nochmals in eine Prüfung des Sachverhalts und
         seiner möglichen Rechtsfolgen eingetreten. Die Ergebnisse dieser Prüfung fasse ich wie folgt zusammen:
      
      1.      In der Frage der Antragsberechtigung der FPÖ halte ich an meiner bisherigen Rechtsauffassung fest. Diese Frage ist bereits
         im Jahre 1999 von Herrn Van Miert und Herrn Monti abschließend entschieden worden. Deren – verfahrensleitende – Entscheidung
         ist meines Erachtens nicht isoliert, sondern allenfalls im Rahmen einer Klage gegen die verfahrensabschließende Kommissionsentscheidung
         in der Hauptsache anfechtbar. 
      
      2.      Aus dem Beschluss 2001/462 … lässt sich nichts Gegenteiliges herleiten. Artikel 9 dieses Beschlusses ermächtigt den Anhörungsbeauftragten,
         im Namen der Kommission darüber zu entscheiden, ob bestimmte in der Verfahrensakte enthaltene Informationen Geschäftsgeheimnisse
         von Unternehmen darstellen und deshalb gegen eine Offenlegung geschützt sind. Für die Entscheidung über die Frage, ob eine
         Person oder eine Personenvereinigung im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 berechtigt ist, einen Antrag auf
         Abstellung von Zuwiderhandlungen einzureichen, ist der Anhörungsbeauftragte dagegen nicht zuständig. Eine solche Zuständigkeit
         lässt sich auch nicht auf eine analoge Anwendung von Artikel 9 des Beschlusses 2001/462 … der Kommission stützen. 
      
      Aus den vorstehenden Erwägungen weise ich Ihren im Namen der BAWAG gestellten Antrag, von einer Weitergabe der Beschwerdepunkte
         sowie der ergänzenden Beschwerdepunkte an die FPÖ abzusehen, hiermit als unzulässig zurück. 
      
      Ich bitte Sie, mir innerhalb einer Woche nach Empfang dieses Schreibens mitzuteilen, ob Sie beabsichtigen, in dieser Sache
         Klage zu erheben und vorläufigen Rechtsschutz zu beantragen. Eine Weitergabe der erwähnten Schriftstücke an die FPÖ wird auf
         keinen Fall vor Ablauf dieser Einwochenfrist erfolgen.
      
      …“
       Streitige Entscheidung in der Rechtssache T‑213/01
      34     Mit Schreiben vom 9. August 2001 erließ der Anhörungsbeauftragte die Entscheidung, mit der er gegenüber der Klägerin in der
         Rechtssache T‑213/01 das Verfahren der Übermittlung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 und 21. November
         2000 an die FPÖ abschloss (im Folgenden: streitige Entscheidung in der Rechtssache T‑213/01). In dem Schreiben heißt es: „Nach
         nochmaliger Prüfung der Sach- und Rechtslage entscheide ich die zwischen Ihrer Mandantin und der Kommission streitigen Fragen
         im Sinne meines Schreibens vom 5. [Juni] 2001.“ 
      
      35     Zur Begründung wies der Anhörungsbeauftragte zunächst darauf hin, dass über die Anerkennung eines Dritten als Antragsteller
         im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 das für Wettbewerbsfragen zuständige Mitglied der Kommission entscheide.
         Die Entscheidung zugunsten der FPÖ sei schon während des Jahres 1999 von Herrn Van Miert getroffen und anschließend von Herrn
         Monti bestätigt worden. Die Frage brauche somit dem zuständigen Kommissionsmitglied nicht erneut vorgelegt zu werden, da die
         Klägerin sachlich nichts Neues vorgetragen habe (S. 2 der streitigen Entscheidung, unter Nr. 1). Ferner sei die Zulassung
         der FPÖ als Beschwerdeführerin eine verfahrensleitende Maßnahme, die nicht selbständig mit Rechtsmitteln angreifbar sei, sondern
         nur im Rahmen einer Klage gegen die verfahrensabschließende Entscheidung angefochten werden könne (S. 2 der Entscheidung,
         unter Nr. 2).
      
      36     Zweitens habe die Anerkennung eines Antragsrechts im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 zur Folge, dass dem
         Antragsteller nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 eine nichtvertrauliche Fassung der Beschwerdepunkte zu übermitteln
         sei. Dabei spiele es keine Rolle, ob das förmliche Verfahren aufgrund des Antrags nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17
         oder von Amts wegen eingeleitet worden sei (S. 2 der streitigen Entscheidung, unter Nr. 2).
      
      37     Der Anhörungsbeauftragte äußerte sich drittens zu der Frage, welche Angaben aus den Mitteilungen der Beschwerdepunkte vom
         10. September 1999 und 21. November 2000 zu entfernen seien, um Geschäftsgeheimnissen und dem vertraulichen Charakter sonstiger
         Angaben Rechnung zu tragen (S. 3 f. der Entscheidung, unter Nr. 4). Insoweit entschied er zunächst, es seien alle Angaben
         gemäß den Aufstellungen 1 und 2 zu streichen, mit denen sich die Klägerin in ihrem letzten Schreiben einverstanden erklärt
         habe. Die Identität der Klägerin als solche sei hingegen kein Geschäftsgeheimnis und auch keine schutzwürdige vertrauliche
         Angabe (S. 3 der Entscheidung, unter Nr. 4 Buchstabe a). Auch die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September
         1999 enthaltenen Angaben zur Geschäftspolitik der Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 brauchten nicht entfernt zu werden,
         da es sich nur um Zahlen aus länger zurückliegenden Jahren handele (S. 4 der Entscheidung, unter Nr. 4 Buchstabe b). 
      
      38     Zusammenfassend erklärte der Anhörungsbeauftragte, dass „die Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 sowie
         die ergänzende Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 21. November 2000 in ihrer jeweiligen, bereinigten Fassung der FPÖ zur
         Stellungnahme in dem laufenden Verfahren COMP/36.571 – Österreichische Banken zu übermitteln“ seien und dass die Entscheidung
         „aufgrund von Artikel 9 Absatz 2 des Beschlusses [2001/462]“ ergehe. Abschließend forderte er die Klägerin auf, ihm binnen
         einer Woche nach Zustellung der Entscheidung mitzuteilen, ob sie beabsichtige, gegen die Entscheidung Klage zu erheben und
         vorläufigen Rechtsschutz zu beantragen; die Mitteilungen der Beschwerdepunkte würden der FPÖ nicht vor Ablauf dieser Frist
         übermittelt.
      
       Verfahren und Anträge der Parteien
      39     Mit Klageschriften, die am 19. September 2001 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen sind, haben die Klägerinnen die vorliegenden
         Klagen auf Nichtigerklärung der streitigen Entscheidungen erhoben.
      
      40     Mit gesonderten Schriftsätzen, die an demselben Tag bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen sind, haben die Klägerinnen in
         erster Linie beantragt, den Vollzug der angefochtenen Entscheidungen auszusetzen, und hilfsweise, die Kommission zu verpflichten,
         die Mitteilungen der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 und 21. November 2000 in der Sache COMP/36.571 nicht an die FPÖ
         weiterzuleiten. 
      
      41     Mit Beschluss vom 14. Dezember 2001 hat der Präsident der Fünften Kammer nach Anhörung der Parteien beschlossen, die Rechtssachen
         T‑213/01 und T‑214/01 zu verbinden.
      
      42     Mit Beschlüssen vom 20. Dezember 2001 in den Rechtssachen T‑213/01 R (Österreichische Postsparkasse/Kommission, Slg. 2001,
         II‑3967) und T‑214/01 R (Bank für Arbeit und Wirtschaft/Kommission, Slg. 2001, II‑3993) hat der Präsident des Gerichts die
         Anträge der Klägerinnen auf vorläufigen Rechtsschutz mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Voraussetzung der Dringlichkeit
         nicht erfüllt sei und die Interessenabwägung nicht für die Aussetzung des Vollzugs der angefochtenen Entscheidungen spreche;
         die Kostenentscheidung blieb vorbehalten.
      
      43     Im Januar 2002 hat die Kommission die von ihr erstellten nichtvertraulichen Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         der FPÖ zugeleitet.
      
      44     Mit gesondertem Schriftsatz, der am 12. Februar 2002 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat die Klägerin in der
         Rechtssache T‑214/01 im Verfahren der Hauptsache neue Tatsachen vorgetragen, von denen sie nach der Einreichung ihrer Erwiderung
         Kenntnis erlangt habe. Mit Schreiben, das bei der Kanzlei des Gerichts am 13. Februar 2002 eingegangen ist, hat sich die Klägerin
         in der Rechtssache T‑213/01 dem am 12. Februar 2002 in der Rechtssache T‑214/01 eingereichten Schriftsatz in vollem Umfang
         angeschlossen. Am 15. März 2002 hat die Kommission zu den Schriftsätzen Stellung genommen. 
      
      45     Mit Schreiben vom 30. März und 16. Juli 2004 hat das Gericht die Kommission im Wege prozessleitender Maßnahmen um die Vorlage
         verschiedener Schriftstücke und die Beantwortung von schriftlichen Fragen ersucht; die Kommission ist dem fristgerecht nachgekommen.
      
      46     Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Fünfte Kammer) beschlossen, die mündliche Verhandlung zu eröffnen.
      47     Die Parteien haben in der Sitzung vom 21. Oktober 2004 mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet.
      48     Die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 beantragt,
      –       die Entscheidung des Anhörungsbeauftragten vom 9. August 2001 für nichtig zu erklären;
      –       der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      49     Die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01 beantragt,
      –       die Entscheidung des Anhörungsbeauftragten vom 25. Juli 2001 für nichtig zu erklären;
      –       der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      50     Die Kommission beantragt in beiden Rechtssachen, 
      –       die Klagen als unzulässig oder jedenfalls unbegründet abzuweisen;
      –       den Klägerinnen die Kosten aufzuerlegen.
       Zur Zulässigkeit
      51     Die Kommission erhebt gegen die Zulässigkeit der Klage drei Einreden: Erstens sei mit der tatsächlichen Übermittlung der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ der Streitgegenstand entfallen. Zweitens habe die angefochtene Handlung keine rechtlichen Wirkungen, die die Interessen
         der Klägerinnen berührten. Drittens seien die Klagen verspätet erhoben.
      
       Zur Unzulässigkeitseinrede, wonach mit der tatsächlichen Zuleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ der Streitgegenstand entfallen
            sei
      52     Die Kommission weist darauf hin, dass mit den Klagen allein das Ziel verfolgt werde, die Übermittlung jeglicher oder hilfsweise
         der vom Anhörungsbeauftragten erstellten nichtvertraulichen Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ zu
         verhindern. Da die Beschwerdepunkte der FPÖ jedoch im Januar 2002 schon zugeleitet worden seien, hätten die Klagen im Sinne
         von Artikel 113 der Verfahrensordnung ihren Gegenstand verloren.
      
      53     Insoweit erinnert das Gericht daran, dass die Nichtigkeitsklage einer natürlichen oder juristischen Person nur dann zulässig
         ist, wenn der Kläger ein Interesse an der Nichtigerklärung der angefochtenen Entscheidung hat (Urteil des Gerichts vom 9.
         November 1994 in der Rechtssache T-46/92, Scottish Football/Kommission, Slg. 1994, II‑1039, Randnr. 14). Ein solches Interesse
         ist nur dann vorhanden, wenn die Nichtigerklärung der Entscheidung selbst Rechtswirkungen erzeugen kann (Urteil des Gerichtshofes
         vom 24. Juni 1986 in der Rechtssache 53/85, AKZO Chemie/Kommission, Slg. 1986, 1965, im Folgenden: Urteil Akzo, Randnr. 21).
      
      54     Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass das Organ, dem das für nichtig erklärte Handeln zur Last fällt, nach Artikel 233 EG
         die sich aus dem Urteil ergebenden Maßnahmen zu ergreifen hat. Diese Maßnahmen beziehen sich nicht auf die Entfernung der
         Handlung aus der Gemeinschaftsrechtsordnung, da diese Entfernung bereits aus der Nichtigerklärung durch den Richter folgt.
         Sie betreffen insbesondere die Beseitigung der Wirkungen, die die Handlung hervorgerufen hat und die durch die festgestellten
         rechtlichen Mängel berührt werden. Die Nichtigerklärung einer Handlung, die bereits vollzogen wurde, ist immer geeignet, Rechtswirkungen
         zu erzeugen. Die Handlung hat nämlich in der Zeit, in der sie galt, Rechtswirkungen hervorrufen können, die mit der Nichtigerklärung
         nicht zwangsläufig beseitigt sind. Eine Nichtigkeitsklage ist ferner zulässig, wenn damit vermieden werden kann, dass sich
         die gerügte Rechtswidrigkeit in der Zukunft wiederholt. Aus diesen Gründen stellt ein Nichtigkeitsurteil die Grundlage dafür
         dar, dass sich das betreffende Organ zu einer angemessenen Bereinigung der Situation des Klägers bereit findet oder darauf
         verzichtet, eine identische Handlung vorzunehmen (Urteil des Gerichtshofes vom 6. März 1979 in der Rechtssache 92/78, Simmenthal/Kommission,
         Slg. 1979, 777, Randnr. 32, und Urteil des Gerichts vom 25. März 1999 in der Rechtssache T‑102/96, Gencor/Kommission, Slg.
         1999, II‑753, Randnr. 41).
      
      55     Dass im vorliegenden Fall nach Erhebung der Klagen auf Feststellung, dass die Entscheidungen über die Übermittlung der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ rechtswidrig sind, die Beschwerdepunkte tatsächlich an die FPÖ weitergegeben wurden, lässt die Klagen nicht gegenstandslos
         werden. Denn eine etwaige Nichtigerklärung der streitigen Entscheidungen kann als solche für die Lage der Klägerinnen insbesondere
         dadurch Rechtswirkungen erzeugen, dass die Kommission von einem solchen Vorgehen in Zukunft Abstand nimmt und dass die Verwendung
         der damit zu Unrecht weitergeleiteten Mitteilungen der Beschwerdepunkte durch die FPÖ rechtswidrig wird (Urteil Akzo, Randnr.
         21).
      
      56     Das Vorbringen der Kommission, wonach der Rechtsstreit infolge der tatsächlichen Zuleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ
         gegenstandslos geworden sei, ist daher zurückzuweisen.
      
       Zur Unzulässigkeitseinrede, wonach die angefochtenen Handlungen ohne Rechtswirkungen seien
       Vorbringen der Parteien
      57     Die Kommission meint, der Verfügungsgehalt der streitigen Entscheidung in der Rechtssache T‑213/01 erschöpfe sich darin, dass
         der Anhörungsbeauftragte über die Vertraulichkeit der Angaben, die in den der FPÖ zuzuleitenden Mitteilungen enthalten seien,
         entschieden habe. Der einzige Aspekt, der für die Klägerin „Auswirkungen nach sich ziehen“ könne, sei die Übermittlung bestimmter
         vertraulicher Unterlagen an einen Antragsteller oder Dritten; dies falle unter das Urteil Akzo. In der Rechtssache T‑214/01
         werde in der streitigen Entscheidung hingegen über diese Frage, die bereits vorher geklärt worden sei, nicht entschieden.
         Denn die Klägerin habe bereits mit ihrem Schreiben vom 18. April 2001 zugestanden, dass die fraglichen Fassungen der Beschwerdepunkte
         keine vertraulichen Informationen enthielten. Die streitige Entscheidung in der Rechtssache T‑214/01 betreffe allein die darin
         vom Anhörungsbeauftragten ausgesprochene Zurückweisung des von der Klägerin am 25. Juni 2001 gestellten Antrags, den Anspruch
         der FPÖ auf Erhalt einer nichtvertraulichen Fassung der Beschwerdepunkte erneut zu prüfen. Diese Entscheidung entfalte aber
         gegenüber der Klägerin keinerlei verbindliche Rechtsfolgen.
      
      58     Selbst wenn man davon ausginge, dass die Kommission über die Anerkennung der FPÖ als Antragstellerin eine Entscheidung erlassen
         hätte, hätte diese für die Klägerinnen keine Rechtsfolgen und bildete nur eine verfahrensorganisatorische Maßnahme, die nicht
         unabhängig von der Klage gegen die Endentscheidung über die Feststellung einer Zuwiderhandlung mit einer eigenen Klage angegriffen
         werden könne (Urteil des Gerichts vom 18. Dezember 1992 in den Rechtssachen T‑10/92 bis T‑12/92 und T‑15/92, Cimenteries CBR
         u. a./Kommission, Slg. 1992, II‑2667, im Folgenden: Urteil Cimenteries, Randnr. 28).
      
      59     Außerdem ergebe sich der Anspruch der FPÖ auf Übermittlung von nichtvertraulichen Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         automatisch aus Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98. Die Klägerinnen wendeten sich folglich nicht gegen eine sie unmittelbar
         beeinträchtigende Entscheidung, sondern gegen Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98.
      
      60     Die Klägerinnen sind der Auffassung, dass die Klagen zulässig seien, da sie sich gegen Entscheidungen richteten, die verbindliche
         Rechtswirkungen erzeugten und deshalb anfechtbare Handlungen seien.
      
      61     In der Rechtssache T‑213/01 verletze eine Weiterleitung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ den Anspruch der
         Klägerin auf Geheimhaltung der darin enthaltenen Geschäftsgeheimnisse und sonstigen vertraulichen Informationen. Hierdurch
         werde die Rechtsstellung der Klägerin irreversibel beeinträchtigt, weshalb die Entscheidung über die Weiterleitung selbständig
         anfechtbar sei (Urteil Akzo und Beschluss des Präsidenten des Gerichts vom 1. Dezember 1994 in der Rechtssache T‑353/94 R,
         Postbank/Kommission, Slg. 1994, II‑1141, Randnr. 25).
      
      62     In der Rechtssache T-214/01 lege die streitige Entscheidung die Auffassung des Anhörungsbeauftragten über die Weiterleitung
         der Mitteilungen an die FPÖ abschließend fest. Diese Entscheidung sei auf der Grundlage des Beschlusses 2001/462 erlassen
         worden, demzufolge Entscheidungen des Anhörungsberechtigten über die Weiterleitung von Beschwerdepunkten an Dritte anfechtbar
         seien. Die Weiterleitung auch einer nichtvertraulichen Fassung der Beschwerdepunkte bedeute für das betroffene Unternehmen
         eine erhebliche und irreversible Belastung. Überdies enthalte die für die Weitergabe an die FPÖ vorgesehene Fassung der Mitteilung
         der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 eine Vielzahl von vertraulichen Informationen wie Namen der vom Verfahren betroffenen
         Personen und Banken, die von der Garantie der Vertraulichkeit umfasst seien. So sei auch der Präsident des Gerichts in seinem
         Beschluss vom 20. Dezember 2001 im Verfahren der einstweiligen Anordnung zu dem Ergebnis gelangt, dass die angefochtene Maßnahme
         die Rechtsstellung der Klägerin verändern könne.
      
      63     Die Klägerinnen betonen, dass die Bejahung der Antragstellereigenschaft der FPÖ nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr.
         17 und der Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Beschwerdepunkte der gerichtlichen Kontrolle unterlägen. Nach dem Urteil Akzo erstrecke
         sich diese Kontrolle einer Weiterleitung von Beschwerdepunkten nicht nur auf den Umfang der zu schützenden Angaben, sondern
         auch auf die Frage der Weiterleitung als solche. Auch wegen des schweren Eingriffs in die rechtlich verbürgte Unschuldsvermutung
         und in das Recht auf Schutz der personenbezogenen Daten nach den Artikeln 8 und 48 der Charta der Grundrechte der Europäischen
         Union (im Folgenden: Grundrechtecharta), der mit der Weiterleitung der Beschwerdepunkte möglicherweise verbunden sei, könne
         die Zuerkennung der Antragstellereigenschaft an einen Dritten nicht im Belieben der Kommission stehen, sondern setze die gerichtlich
         nachprüfbare Erfüllung der Tatbestandsvoraussetzungen von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 7 der Verordnung
         Nr. 2842/98 voraus.
      
       Würdigung durch das Gericht
      64     Nach ständiger Rechtsprechung können nur Handlungen mit verbindlichen Rechtswirkungen, die geeignet sind, die Interessen des
         Klägers dadurch zu beeinträchtigen, dass sie seine Rechtsstellung in qualifizierter Weise verändern, Gegenstand einer Nichtigkeitsklage
         im Sinne von Artikel 230 EG sein (Urteil des Gerichtshofes vom 11. November 1981 in der Rechtssache 60/81, IBM/Kommission,
         Slg. 1981, 2639, Randnr. 9, und Urteil Cimenteries, Randnr. 28). 
      
      65     Grundsätzlich sind daher Zwischenmaßnahmen, die die abschließende Entscheidung vorbereiten sollen, keine anfechtbaren Handlungen.
         Jedoch gehören zu den anfechtbaren Handlungen nach der Rechtsprechung auch Maßnahmen im Verfahren, die selbst ein besonderes
         Verfahren endgültig abschließen, das sich von dem, das der Kommission die Entscheidung in der Sache ermöglichen soll, unterscheidet,
         und die verbindliche Rechtswirkungen erzeugen, die geeignet sind, die Interessen des Klägers dadurch zu beeinträchtigen, dass
         sie seine Rechtsstellung in qualifizierter Weise verändern (Urteil IBM/Kommission, Randnrn. 10 und 11).
      
      66     Wie der Rechtsprechung klar und unzweideutig zu entnehmen ist, entfaltet eine Entscheidung der Kommission, mit der ein in
         einem Zuwiderhandlungsverfahren beschuldigtes Unternehmen darüber unterrichtet wird, dass von ihm mitgeteilte Informationen
         nicht unter die gemeinschaftsrechtliche Garantie der vertraulichen Behandlung fallen und deshalb an einen dritten Beschwerdeführer
         weitergegeben werden dürfen, gegenüber diesem Unternehmen Rechtswirkungen, indem sie seine Rechtsstellung durch die Versagung
         eines im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Schutzes in qualifizierter Weise verändert. Eine solche Entscheidung ist auch abschließend
         und von der Endentscheidung, mit der ein Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln festgestellt wird, unabhängig. Dass das Unternehmen
         gegen eine abschließende Entscheidung, mit der ein Verstoß gegen Wettbewerbsvorschriften festgestellt wird, Klage erheben
         kann, gewährt ihm überdies keinen ausreichenden Schutz seiner in Frage stehenden Rechte. Zum einen nämlich braucht das Verwaltungsverfahren
         nicht zu einer Entscheidung zu führen, mit der ein Verstoß festgestellt wird. Zum anderen ermöglicht es die Klage, die gegen
         diese Entscheidung gegebenenfalls erhoben werden kann, dem Unternehmen in keiner Weise, den nicht wieder gutzumachenden Auswirkungen
         vorzubeugen, die eine rechtswidrige Weiterleitung bestimmter Unterlagen nach sich ziehen würde (Urteil Akzo, Randnrn. 18 bis
         20). Eine solche Entscheidung ist daher geeignet, Gegenstand einer Nichtigkeitsklage zu sein.
      
      67     Mit den vorliegenden Klagen wird beantragt, die Entscheidungen des Anhörungsbeauftragten vom 25. Juli und 9. August 2001,
         der FPÖ in einem Verfahren nach Artikel 81 wegen der Festsetzung von Bankgebühren (COMP/36.571 – Österreichische Banken) nichtvertrauliche
         Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte zu übermitteln, gegenüber den Klägerinnen, die von diesen Mitteilungen betroffen
         sind und ihrer Weiterleitung an die FPÖ widersprochen hatten, für nichtig zu erklären. 
      
      68     Die einschlägige Regelung gewährt Dritten, die ein berechtigtes Interesse darlegen, einen Anspruch auf Erhalt einer nichtvertraulichen
         Fassung der Mitteilung der Beschwerdepunkte, damit sie sich schriftlich äußern können. So sind nach Artikel 3 Absätze 1 und
         2 der Verordnung Nr. 17 Personen und Personenvereinigungen, die ein berechtigtes Interesse darlegen, zu dem Antrag berechtigt,
         dass die Kommission eine Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und 82 EG feststellt. Ferner bestimmt Artikel 7 der Verordnung
         Nr. 2842/98, dass die Kommission, wenn sie Beschwerdepunkte in Bezug auf einen Fall in Betracht zieht, dessentwegen sie einen
         Antrag oder eine Beschwerde erhalten hat, dem Antragsteller oder Beschwerdeführer eine Kopie der nichtvertraulichen Fassung
         der Beschwerdepunkte übermittelt, damit er sich schriftlich äußern kann.
      
      69     Erhebt das von einem Zuwiderhandlungsverfahren nach den Artikeln 81 EG und 82 EG betroffene Unternehmen gegen die Offenlegung
         von Informationen, die Geschäftsgeheimnisse enthalten können, Einwände und ist die Kommission der Auffassung, dass die Informationen
         nicht geschützt sind und deshalb offengelegt werden dürfen, so wird nach Artikel 9 Absatz 2 des Beschlusses 2001/462 dieser
         Standpunkt schriftlich in einer mit Gründen versehenen Entscheidung niedergelegt, die dem betroffenen Unternehmen zugestellt
         wird.
      
      70     Im vorliegenden Fall wurde mit der streitigen Entscheidung in der Rechtssache T‑213/01 das Verfahren der Übermittlung einer
         „bereinigten Fassung“ der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 und der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte
         vom 21. November 2000 an die FPÖ abgeschlossen. Mit der Entscheidung wird sowohl der Einwand zurückgewiesen, den die Klägerin
         gegen die Weiterleitung dieser Unterlagen an die FPÖ erhoben hatte, als auch für bestimmte in den Unterlagen enthaltene Informationen
         die von der Klägerin beanspruchte vertrauliche Behandlung abgelehnt. Mit der streitigen Entscheidung in der Rechtssache T‑214/01
         hingegen werden die Einwendungen, die die Klägerin gegen die Übermittlung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ
         erhoben hatte, endgültig zurückgewiesen. Beide Entscheidungen wurden auf der Grundlage von Artikel 9 Absatz 2 des Beschlusses
         2001/462 erlassen, wonach die Kommission, wenn das betroffene Unternehmen gegen die Offenlegung der Informationen Einwände
         erhebt und der Anhörungsbeauftragte der Auffassung ist, dass die Informationen nicht geschützt sind und deshalb offengelegt
         werden dürfen, diesen Standpunkt schriftlich in einer mit Gründen versehenen Entscheidung niederlegt, die dem betroffenen
         Unternehmen zugestellt wird. Nach der Bestimmung nennt diese Entscheidung weiter den Tag, ab dem diese Informationen offengelegt
         werden, und darf die Offenlegung frühestens eine Woche nach Mitteilung der Entscheidung erfolgen. Im vorliegenden Fall ersuchte
         der Anhörungsbeauftragte die Klägerinnen, ihm innerhalb einer Woche mitzuteilen, ob sie beabsichtigten, in der Sache Klage
         zu erheben oder vorläufigen Rechtsschutz zu beantragen. Er wies darauf hin, dass die Mitteilungen der Beschwerdepunkte nicht
         vor Ablauf dieser Frist an die FPÖ weitergeleitet würden.
      
      71     Die streitigen Entscheidungen schließen damit ein besonderes, von dem allgemeinen Verfahren der Anwendung des Artikels 81
         EG zu unterscheidendes Verfahren dadurch ab, dass sie die Position der Kommission in der Frage der Weiterleitung der nichtvertraulichen
         Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ endgültig festlegen. Die Entscheidungen implizieren notwendig eine
         vorherige Anerkennung der FPÖ als Antragstellerin mit berechtigtem Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 17, weil sich aus dieser Eigenschaft ihr Anspruch auf Übermittlung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte nach Artikel
         7 der Verordnung Nr. 2842/98 ergibt.
      
      72     Folglich können die Klägerinnen mit ihren Klagen sowohl die Entscheidung des Anhörungsbeauftragten, der FPÖ eine nichtvertrauliche
         Fassung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte zu übermitteln, als auch die dieser Entscheidung unverzichtbar zugrunde liegende
         Feststellung der Kommission anfechten, dass ein berechtigtes Interesse der FPÖ im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 17 anzuerkennen ist. Andernfalls könnten die Klägerinnen nicht verhindern, dass die von der Kommission gegen sie erhobenen
         Beanstandungen einem Dritten zur Kenntnis gebracht werden, der einen Antrag oder eine Beschwerde eingereicht hat, jedoch nicht
         das von der gemeinschaftsrechtlichen Regelung verlangte berechtigte Interesse besitzt, oder – wenn die fragliche Übermittlung
         bereits stattgefunden hat – die Verwendung der betreffenden Informationen durch den Dritten nicht für rechtswidrig erklären
         lassen.
      
      73     Die Unzulässigkeitseinrede, wonach die streitige Entscheidung in der Rechtssache T‑214/01 und die vom Anhörungsbeauftragten
         in der streitigen Entscheidung in der Rechtssache T‑213/01 getroffenen Feststellungen, dass die FPÖ als Antragstellerin anzuerkennen
         ist und den Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte beanspruchen kann, keine Rechtswirkungen haben sollen, ist daher
         zurückzuweisen.
      
       Zur Unzulässigkeitseinrede der verspäteten Klageerhebung
       Vorbringen der Parteien
      74     Die Kommission meint, dass die streitigen Entscheidungen die Anerkennung der FPÖ als Antragstellerin und ihren Anspruch auf
         Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte lediglich bestätigten. Die Klagen seien folglich verspätet erhoben.
      
      75     Was die Anerkennung der FPÖ als Antragstellerin im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 angehe, so habe die
         Kommission hierüber bereits im Laufe des Jahres 1999 eine abschließende Entscheidung getroffen und die Klägerinnen hierüber
         mit Schreiben vom 5. November 1999 unterrichtet. In seinem Schreiben vom 27. März 2001 habe der Anhörungsbeauftragte lediglich
         bestätigt, dass das für die Antragstellung erforderliche berechtigte Interesse der FPÖ anerkannt worden sei und dies erneut
         erläutert. Selbst wenn das Schreiben vom 27. März 2001 insoweit eine Entscheidung dargestellt hätte, habe die Klägerin es
         doch gleichfalls nicht angefochten. Schließlich hätten die Klägerinnen in ihren Klageschriften selbst eingeräumt, dass die
         streitige Entscheidung die der FPÖ in einer früheren Entscheidung zuerkannte Verfahrensstellung lediglich „bestätige“. 
      
      76     Was den Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte anbelange, so habe die Kommission die Klägerinnen
         bereits Anfang 1999 mündlich und sodann mit Schreiben vom 5. November 1999 darüber unterrichtet, dass sie nach Artikel 7 der
         Verordnung Nr. 2842/98 zu verfahren beabsichtige. Selbst wenn die Kommission über den Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Mitteilungen
         der Beschwerdepunkte eine „Entscheidung“ erlassen hätte und diese eine anfechtbare Handlung wäre, so wäre sie doch durch die
         streitige Entscheidung insoweit nur bestätigt worden, so dass Letztere nicht mit der Klage angreifbar sei.
      
      77     Die Klägerinnen halten ihre Klage für nicht verfristet. Die endgültige Auffassung der Kommission zur Stellung der FPÖ als
         Beschwerdeführerin und zur Übermittlung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ sei erst durch die streitigen Entscheidungen
         festgelegt worden, während alle vorherigen Schreiben des Anhörungsbeauftragten und der Dienststellen der Kommission bloß vorbereitende
         Maßnahmen gewesen seien. Die streitigen Entscheidungen, mit denen die Kommission das Verfahren der Übermittlung der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ abgeschlossen habe, seien daher nicht nur bestätigende Handlungen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      78     Wie oben entschieden wurde, können die Klägerinnen im Rahmen der vorliegenden Klagen gegen die endgültigen Entscheidungen,
         mit denen die besonderen Verfahren der Weiterleitung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ abgeschlossen wurden,
         die diesen Entscheidungen zugrunde liegende Feststellung der Kommission anfechten, dass ein berechtigtes Interesse und damit
         die Antragstellereigenschaft der FPÖ im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 anzuerkennen sei. Dabei ist es
         diese Feststellung, die den Anspruch der FPÖ aus Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 auf Erhalt einer nichtvertraulichen
         Fassung der Beschwerdepunkte begründet.
      
      79     Daher kann die Kommission nicht mit Erfolg geltend machen, dass die Klägerinnen jeweils gegen die verschiedenen Zwischenmaßnahmen,
         die in den Verfahren der Übermittlung der Beschwerdepunkte ergangen sind, hätten Klage erheben müssen, um daraus herzuleiten,
         dass mit den vorliegenden Klagen – gegen die diese Verfahren abschließenden Entscheidungen – diese Zwischenmaßnahmen, in deren
         Anschluss die abschließenden Entscheidungen erlassen wurden, nicht mehr angefochten werden könnten.
      
      80     Die Unzulässigkeitseinrede einer verspäteten Klageerhebung ist daher ebenfalls zurückzuweisen.
       Zur Begründetheit
      81     Die Klägerinnen stützen ihre Klage auf sieben Gründe. Mit dem ersten und zweiten Klagegrund machen sie einen Verstoß gegen
         Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und gegen Artikel 6 der Verordnung Nr. 2842/98 sowie Begründungsmängel geltend. Mit
         dem dritten Klagegrund rügen sie eine Verletzung des Grundsatzes der Verfahrensökonomie. Mit dem vierten Klagegrund machen
         sie geltend, dass durch die verspätete Zuleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ ihre Verteidigungsrechte verletzt worden
         seien. Fünftens führen sie an, dass die FPÖ ihren Anspruch auf Verfahrensbeteiligung verwirkt habe. Sechstens liege ein Verstoß
         gegen Artikel 20 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 in Verbindung mit Artikel 287 EG vor, da die Weiterleitung der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ das Recht der Klägerinnen auf Schutz ihrer Geschäftsgeheimnisse verletzt habe. Siebentens sei der Grundsatz des
         Vertrauensschutzes verletzt worden.
      
       Zum ersten und zweiten Klagegrund: Verstoß gegen Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und gegen Artikel 6 der Verordnung
            Nr. 2842/98 sowie Begründungsmängel
      82     Die Klägerinnen tragen vor, dass die Entscheidung des Anhörungsberechtigten über die Weiterleitung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ rechtswidrig sei, da die FPÖ nicht als Antragstellerin im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und
         Artikel 6 der Verordnung Nr. 2842/98 angesehen werden könne.
      
      83     Die Klägerinnen verweisen insoweit erstens darauf, dass zwischen dem Antrag der FPÖ und der Verfahrenseröffnung kein Kausalzusammenhang
         bestehe. Zweitens habe die FPÖ kein berechtigtes Interesse im Sinne der genannten Bestimmungen dargelegt. Drittens habe die
         Kommission das Bestehen eines solchen berechtigten Interesses der FPÖ weder überprüft noch begründet. 
      
       Zum ersten Teil des Klagegrundes: Fehlender Kausalzusammenhang zwischen dem Antrag der FPÖ und der Verfahrenseröffnung
      –       Vorbringen der Parteien
      84     Die Klägerinnen meinen, die FPÖ sei deshalb kein Antragsteller im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel
         6 der Verordnung Nr. 2842/98, weil ihr Antrag das Zuwiderhandlungsverfahren nicht in Gang gebracht habe. Nach Artikel 3 Absatz
         1 der Verordnung Nr. 17 würden Verfahren „auf Antrag oder von Amts wegen“ eingeleitet. Werde ein Verfahren von Amts wegen
         eröffnet, so handele es sich nicht mehr um eine Entscheidung der Kommission „auf Antrag“. Im vorliegenden Fall habe die FPÖ
         ihren Antrag erst zwei Monate nach der Eröffnung des Verfahrens durch die Kommission von Amts wegen gestellt. Folglich könne
         ihr auch nicht der Status einer Antragstellerin im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 zuerkannt werden, sondern
         sei sie allenfalls als eine Dritte mit ausreichendem Interesse im Sinne von Artikel 19 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und
         Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung Nr. 2842/98 anzusehen.
      
      85     Außerdem habe die Kommission den Unterschied zwischen förmlichen Beschwerden und formlosen Anzeigen verkannt. Nur eine förmliche
         Beschwerde könne prozessuale Rechte auslösen.
      
      86     Die Kommission hält diese Argumente der Klägerinnen für verfehlt und ohne Grundlage. So spiele es keine Rolle, ob das Verfahren
         aufgrund eines Antrags nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 oder von Amts wegen eingeleitet worden sei. Das förmliche
         Verfahren nämlich werde erst, und zwar durch die Mitteilung der Beschwerdepunkte, lange nach der Anerkennung eines Antragsrechts
         eingeleitet. Im vorliegenden Fall habe die Kommission das Zuwiderhandlungsverfahren mit dem Erlass der ersten Mitteilung der
         Beschwerdepunkte vom 10. September 1999, also erst zwei Jahre nach dem Antrag der FPÖ, eingeleitet. Jedenfalls sei der FPÖ
         bei ihrer Antragstellung die Einleitung eines Verfahrens unbekannt gewesen, da die Kommission die vorbereitenden Arbeiten
         im Interesse der Effizienz der im Juni 1998 vorgenommenen Nachprüfungen geheim gehalten habe.
      
      87     Die von den Klägerinnen geltend gemachte Unterscheidung zwischen förmlichen Beschwerden und nichtförmlichen Anzeigen entbehre
         der Grundlage. Ein Beschwerdeführer mit berechtigtem Interesse habe bereits vor der Verfahrenseröffnung und selbst bei deren
         Ausbleiben bestimmte Rechte wie etwa das der Anfechtung von Entscheidungen nach Artikel 6 der Verordnung Nr. 17. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      88     Nach Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung Nr. 17 kann die Kommission, wenn sie „auf Antrag oder von Amts wegen“ eine Zuwiderhandlung
         gegen Artikel 81 EG oder Artikel 82 EG feststellt, die beteiligten Unternehmen und Unternehmensvereinigungen durch Entscheidung
         verpflichten, die festgestellte Zuwiderhandlung abzustellen.
      
      89     Artikel 3 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 17 und den Artikeln 6 und 7 der Verordnung Nr. 2842/98 ist zu entnehmen, dass
         der „Antragsteller“ eine Person oder Personenvereinigung ist, die unter Darlegung ihres insoweit gegebenen berechtigten Interesses
         bei der Kommission beantragt, eine Zuwiderhandlung gegen Artikel 81 EG oder Artikel 82 EG festzustellen. Die genannten Bestimmungen
         der Verordnung Nr. 2842/98 qualifizieren einen solchen Antragsteller außerdem als „Beschwerdeführer“ nach den Verordnungen
         (EWG) Nrn. 1017/68 des Rates vom 19. Juli 1968 über die Anwendung von Wettbewerbsregeln auf dem Gebiet des Eisenbahn-, Straßen-
         und Binnenschiffsverkehrs (ABl. L 175, S. 1), 4056/86 des Rates vom 22. Dezember 1986 über die Einzelheiten der Anwendung
         der Artikel 85 und 86 des Vertrages auf den Seeverkehr (ABl. L 378, S. 4) und 3975/87 des Rates vom 14. Dezember 1987 über
         die Einzelheiten der Anwendung der Wettbewerbsregeln auf Luftfahrtunternehmen (ABl. L 374, S. 1). Nach den genannten Bestimmungen
         sind auch die Mitgliedstaaten, die dafür keinerlei besonderes Interesse darlegen müssen, zur Einreichung solcher „Anträge“
         oder „Beschwerden“ berechtigt, die auf die Feststellung von Zuwiderhandlungen gegen die genannten wettbewerbsrechtlichen Vorschriften
         gerichtet sind.
      
      90     Die Klägerinnen vertreten im Wesentlichen die Auffassung, dass einem Dritten, wenn ein Zuwiderhandlungsverfahren von Amts
         wegen eingeleitet worden ist, nicht mehr die Eigenschaft eines Antragstellers zuerkannt werden kann. Diesem Vorbringen kann
         jedoch nicht gefolgt werden.
      
      91     Für die Anerkennung als Antragsteller oder Beschwerdeführer verlangen die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 nämlich nicht,
         dass die Eröffnung des Zuwiderhandlungsverfahrens durch die Kommission, insbesondere die Einleitung der Voruntersuchungsphase,
         auf dem Antrag oder der Beschwerde beruht. Personen oder Personenvereinigungen, die ein berechtigtes Interesse an der Feststellung
         einer wettbewerbsrechtlichen Zuwiderhandlung durch die Kommission darlegen, können daher einen Antrag oder eine Beschwerde
         in diesem Sinne auch dann einreichen, wenn die Voruntersuchungsphase des Zuwiderhandlungsverfahrens bereits von Amts wegen
         oder auf Antrag eines Dritten eingeleitet wurde. Andernfalls würden Personen, die ein solches berechtigtes Interesse besitzen,
         daran gehindert, während des Verfahrens die mit der Stellung eines Antragstellers oder Beschwerdeführers verbundenen Verfahrensrechte
         wahrzunehmen.
      
      92     Das Vorbringen der Klägerinnen liefe darauf hinaus, für Dritte eine in den Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 nicht vorgesehene
         Zusatzbedingung zu statuieren. Die Zuerkennung der Eigenschaft eines Antragstellers oder Beschwerdeführers wäre damit nämlich
         nicht mehr allein von der Einreichung eines Antrags oder einer Beschwerde und der Darlegung eines entsprechenden berechtigten
         Interesses abhängig, sondern setzte außerdem voraus, dass die Kommission nicht schon eine Untersuchung der dargelegten Zuwiderhandlung
         eingeleitet hat. Es kommt hinzu, dass ein Dritter mit berechtigtem Interesse, da die Verfahrenseröffnung im Interesse der
         Effizienz der zu ergreifenden Maßnahmen üblicherweise geheim gehalten wird, nicht wissen kann, ob die Kommission bereits eine
         Untersuchung der in Frage stehenden Vereinbarungen oder Verhaltensweisen eingeleitet hat oder nicht.
      
      93     So ist im vorliegenden Fall festzustellen, dass die FPÖ ihren Antrag unverzüglich nach der Einleitung des Verfahrens von Amts
         wegen stellte. Denn sie reichte ihren Antrag am 24. Juni 1997 und damit sieben Wochen nach der Eröffnung des Untersuchungsverfahrens
         am 6. Mai 1997 ein. Den Akten kann nicht entnommen werden, dass die Kommission diese Verfahrenseinleitung bekannt gemacht
         hätte.
      
      94     Aus diesen Gründen steht der Anerkennung der FPÖ als Antragstellerin im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 und Artikel
         6 der Verordnung Nr. 2842/98 nicht der Umstand entgegen, dass die Untersuchung der angeblichen Zuwiderhandlung der Klägerinnen
         bereits vor der Antragstellung durch die FPÖ eingeleitet worden war. 
      
      95     Was schließlich die von den Klägerinnen geltend gemachte Unterscheidung zwischen einer förmlichen Beschwerde und einer „formlosen
         Anzeige“ anbelangt, so ist sie in den vorliegenden Rechtssachen unerheblich. Aus den Akten geht nämlich hervor, dass sich
         die FPÖ im vorliegenden Fall nicht auf die Anzeige bestimmter Vorgänge bei der Kommission beschränkte, sondern um Einleitung
         einer Untersuchung zur Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und 82 EG und ferner darum ersuchte, die
         beteiligten Bankinstitute zur Beendigung dieses Verstoßes zu verpflichten und ihnen Geldbußen aufzuerlegen.
      
      96     Der erste Teil des vorliegenden Klagegrundes ist daher zurückzuweisen.
       Zum zweiten Teil des Klagegrundes: Fehlende Darlegung eines berechtigten Interesses im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 17 durch die FPÖ
      
      –       Vorbringen der Parteien
      97     Die Klägerinnen meinen, dass die FPÖ deshalb nicht als Antragstellerin eingestuft werden könne, weil es sich bei dem von ihr
         als politischer Partei geltend gemachten wirtschaftlichen Interesse nicht um ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel
         3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 handele.
      
      98     Erstens sei die Stellung der FPÖ als Bankkundin nur ein Vorwand und verfolge die FPÖ ausschließlich politische Interessen.
         Sie wolle die Mitteilungen der Beschwerdepunkte ausschließlich zu dem Zweck einsehen, diese politisch auszuschlachten. Die
         weiteren Ereignisse nach der Übermittlung der Beschwerdepunkte an die FPÖ bestätigten dies. Folglich habe die FPÖ keinesfalls
         ein „berechtigtes“ Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17.
      
      99     Zweitens könne der FPÖ jedenfalls nicht allein deshalb, weil sie Bankkundin sei, ein berechtigtes Interesse zuerkannt werden.
         Ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 setze voraus, dass das angeblich wettbewerbswidrige
         Verhalten geeignet erscheine, die gewerblichen Interessen des Antragstellers zu beeinträchtigen; er müsse also, um eine persönliche
         Beeinträchtigung darlegen zu können, in dem betroffenen Geschäftsbereich tätig sein. So habe die Kommission ein solches berechtigtes
         Interesse bislang als auf Personen oder Personenvereinigungen beschränkt gesehen, die durch ein wettbewerbswidriges Verhalten
         „in ihren gewerblichen Aktivitäten berührt“ gewesen seien. Die Kommission habe den Begriff des berechtigten Interesses bisher
         sogar eng ausgelegt und es im Fall von Wettbewerbern verneint, die nicht auf demselben Markt wie das betroffene Unternehmen
         tätig gewesen seien. Die Position, die die Kommission im vorliegenden Fall eingenommen habe, bedeute somit eine radikale Abkehr
         von ihrer bisherigen Praxis. Weder die Kommission noch das Gericht hätten bisher ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel
         3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 von Endkunden im Massengeschäft – wie Bankkunden – anerkannt. In diesem Zusammenhang sei
         der Hinweis der Kommission auf die Rechtssache „Griechische Fährschiffe“ (vgl. unten, Randnr. 103) irreführend, denn in dieser
         habe sie nicht die Weiterleitung von Mitteilungen der Beschwerdepunkte an Endverbraucher gebilligt.
      
      100   Drittens würde – mit allen daraus erwachsenden nachteiligen Folgen – eine extensivere Auslegung des berechtigten Interesses
         einer Popularbeschwerde den Weg ebnen. Denn zum einen müsste die Kommission dann eine Vielzahl von Beschwerden prüfen und
         bescheiden, während bei einem Anspruch jedes Verbrauchers auf Einsicht der Beschwerdepunkte und Teilnahme an der Anhörung
         eine Abwicklung der Verfahren mit vertretbarem Aufwand nicht mehr möglich wäre. Dies würde außerdem, besonders in öffentlichkeitswirksamen
         Verfahren, Missbräuchen Tür und Tor öffnen, da jedermann allein in seiner Eigenschaft als Endverbraucher die Beschwerdepunkte
         erlangen könnte.
      
      101   Zum anderen stehe einer solchen Auslegung auch die Systematik der Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 entgegen. Mit der Unterscheidung
         zwischen „Antragstellern mit berechtigtem Interesse“ (Artikel 6 und 7 der Verordnung Nr. 2842/98), „Dritten mit ausreichendem
         Interesse“ (Artikel 19 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung Nr. 2842/98) und „anderen Dritten“
         (Artikel 9 Absatz 3 der Verordnung Nr. 2842/98) habe der Gesetzgeber eine Abstufung nach der Intensität der Beeinträchtigung
         der wirtschaftlichen Interessen Dritter vorgenommen. Diese Unterscheidung würde jedoch keinen Sinn machen, wenn alle Endkunden
         als Antragsteller mit berechtigtem Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 angesehen würden. Der Endkunde habe
         die Möglichkeit, gegen Unternehmen, die er wettbewerbsrechtlich unzulässiger Absprachen verdächtige, Anzeigen vorzubringen.
         Sein Interesse an einer Verfahrensbeteiligung könne er bei Geltendmachung eines „ausreichenden Interesses“ dadurch wahren,
         dass er sich von der Kommission anhören und über den voraussichtlichen Verfahrensverlauf unterrichten lasse. Dadurch werde
         seine Anzeige aber nicht zu einer Beschwerde im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und bedürfe es nicht der
         Übermittlung von Beschwerdepunkten. Der Schutz der Verbraucher im Wettbewerbsrecht könne daher nicht so weit gehen, dass ihnen
         grundsätzlich ein berechtigtes Interesse zuerkannt werde, es sei denn, es träten zusätzliche Gesichtspunkte hinzu. 
      
      102   Die Kommission trägt vor, dass dieses Vorbringen der Klägerinnen keine Grundlage habe. Als Empfängerin von Bankdienstleistungen
         sei die FPÖ von der mutmaßlichen Absprache betroffen und habe deshalb ein berechtigtes Interesse an der Einreichung eines
         Antrags im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17, ohne dass ihr etwaiges politisches Interesse für ihre Anerkennung
         als Antragstellerin eine Rolle spiele. Wenn die FPÖ aber ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung
         Nr. 17 habe, sei es nicht Sache der Kommission, das Vorliegen etwaiger weiterer Motive der FPÖ zu prüfen.
      
      103   Was das wirtschaftliche Interesse der FPÖ angehe, so entbehre das von den Klägerinnen behauptete zusätzliche Erfordernis,
         wonach ein Beschwerdeführer „im betroffenen Geschäftsbereich tätig sein“ müsse, jeder Rechtsgrundlage. Das Wettbewerbsrecht
         diene zuvörderst dem Schutz des Verbrauchers, der schon deswegen ein berechtigtes Interesse an Beschwerden über ihn betreffendes
         Marktverhalten habe. Dieser Grundsatz werde durch die Praxis der Kommission bestätigt (vgl. z. B. ihre Entscheidung 1999/271/EG
         vom 9. Dezember 1998 in einem Verfahren nach Artikel 85 EG-Vertrag [IV/34.466 – Griechische Fährschiffe], ABl. 1999, L 109,
         S. 24). Das heiße nicht, dass die Kommission das berechtigte Interesse im Sinne des Artikels 3 Absatz 2 der Verordnung Nr.
         17 einem „jedermann zukommenden Popularinteresse“ gleichsetze. Nicht grundsätzlich jedem Verbraucher komme ein Antragsinteresse
         zu, sondern nur den von der Absprache unmittelbar betroffenen Endkunden. Im vorliegenden Fall habe die Kommission die Auffassung
         eingenommen, dass die FPÖ nicht als „jedermann“, sondern als Kundin von Bankdienstleistungen in ihren wirtschaftlichen Interessen
         unmittelbar betroffen sei, wenn ein Kartell die Gesamtheit dieser Dienstleistungen umfasse. 
      
      104   Auch die angeblichen Schwierigkeiten in Verwaltungsverfahren mit einer Vielzahl von Beschwerdeführern und das Vorbringen zur
         Zulässigkeit von „Popularklagen“ hätte nichts mit dem berechtigten Interesse an einem Antrag nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 17 zu tun. Die Ausführungen der Klägerinnen zu den Rechten Dritter mit nur „ausreichendem“ Interesse seien auf den vorliegenden
         Fall nicht anwendbar. Die Verordnung Nr. 2842/98 sichere dem Beschwerdeführer einen verfahrensrechtlichen Status, der dem
         sonstiger verfahrensbeteiligter Dritter weit überlegen sei.
      
      105   Schließlich komme es im vorliegenden Fall auf die Frage der Anerkennung der Verfahrensstellung der FPÖ jedenfalls deshalb
         nicht an, weil die Kommission nichtvertrauliche Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte auch an von dem Verfahren
         nicht betroffene Personen übermitteln dürfe, wenn ihr dies sachgerecht erscheine. Selbst wenn also das Gericht zu dem Ergebnis
         käme, dass die FPÖ kein berechtigtes Interesse an einem Antrag im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 habe,
         läge es noch innerhalb des der Kommission zustehenden Ermessens, der FPÖ eine nichtvertrauliche Fassung der Beschwerdepunkte
         zuzuleiten (Beschluss Postbank/Kommission, Randnr. 8).
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      106   Die im vorliegenden Fall in Frage stehende Beteiligung anderer Personen oder Personenvereinigungen an einem Zuwiderhandlungsverfahren
         als der Unternehmen, gegen die sich die Beschwerdepunkte der Kommission richten, wird durch die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98
         geregelt. Diese Verordnungen enthalten folgende Unterscheidung: Sie nennen erstens „Antragsteller oder Beschwerdeführer mit
         berechtigtem Interesse“, denen die Kommission in Kopie eine nichtvertrauliche Fassung der Beschwerdepunkte zuleitet, wenn
         sie Beschwerdepunkte erlassen hat, die eine Frage betreffen, mit der sie durch den Antrag oder die Beschwerde befasst wurde
         (Artikel 3 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 6 bis 8 der Verordnung Nr. 2842/98). Zweitens nennen die Verordnungen
         „Dritte mit ausreichendem Interesse“, die, wenn sie ihre Anhörung beantragen, Anspruch auf eine schriftliche Unterrichtung
         über die Art und den Gegenstand des Verfahrens durch die Kommission und eine schriftliche Stellungnahme dazu gegenüber der
         Kommission haben (Artikel 19 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 9 Absätze 1 und 2 der Verordnung Nr. 2842/98). Drittens
         nennen die Verordnungen „andere Dritte“, denen die Kommission Gelegenheit zur mündlichen Stellungnahme geben kann (Artikel
         9 Absatz 3 der Verordnung Nr. 2842/98). Der Gesetzgeber hat damit für die Beteiligung dieser verschiedenen Dritten an einem
         Zuwiderhandlungsverfahren eine Abstufung nach der Intensität der Beeinträchtigung ihrer Interessen vorgenommen.
      
      107   Daraus ist zu schließen, dass jeder Antragsteller oder Beschwerdeführer, der ein berechtigtes Interesse darlegt, Anspruch
         auf Erhalt einer nichtvertraulichen Fassung der Mitteilung der Beschwerdepunkte besitzt. Im Fall Dritter mit ausreichendem
         Interesse ist es nach Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung Nr. 2842/98 nicht ausgeschlossen, dass die Kommission, wenn die Umstände
         des gegebenen Falles dies rechtfertigen, ihnen, ohne allerdings dazu verpflichtet zu sein, eine nichtvertrauliche Fassung
         der Mitteilung der Beschwerdepunkte zuleitet, damit sie zu den angeblichen Zuwiderhandlungen, die den Gegenstand des Verfahrens
         bilden, umfassend und sachgerecht Stellung nehmen können.
      
      108   Außerhalb dieser beiden in der vorstehenden Randnummer genannten Fallgestaltungen sehen die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98
         nicht vor, dass die Kommission eine Mitteilung von Beschwerdepunkten an andere Personen oder Personenvereinigungen als die
         Unternehmen übermittelt, gegen die die Beschwerdepunkte gerichtet sind.
      
      109   Im vorliegenden Fall hat die Kommission die FPÖ in dem gegen die Klägerinnen und weitere Unternehmen geführten Zuwiderhandlungsverfahren
         als Antragstellerin anerkannt. Es stellt sich damit die Frage, ob die FPÖ ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel
         3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 besaß.
      
      110   In ihrem Schreiben vom 2. Juni 1998 machte die FPÖ geltend, dass sie als Endabnehmerin von Bankdienstleistungen in Österreich
         durch die beanstandete Absprache einen Vermögensschaden erlitten habe. Dass sich die FPÖ in ihrem Antrag vom 24. Juni 1997
         auf ein allgemeines Interesse wie das an der Wahrung der Rechtsordnung berufen hatte, nahm ihr nicht die Möglichkeit, später
         als berechtigtes Interesse im Sinne der Verordnung Nr. 17 ihre Eigenschaft als Kundin der Banken, gegen die das Verfahren
         eröffnet worden war, und den durch die fraglichen Absprachen angeblich erlittenen Vermögensschaden geltend zu machen.
      
      111   Die Klägerinnen vertreten jedoch im Wesentlichen die Auffassung, dass die Eigenschaft als Endabnehmer von Bankdienstleistungen
         nicht für die Darlegung eines berechtigten Interesses genüge, das vielmehr nur ein Antragsteller habe, der auf dem betreffenden
         Markt tätig und durch das angeblich wettbewerbswidrige Verhalten in seiner gewerblichen Tätigkeit betroffen sei. 
      
      112   Das Gericht hat allerdings bereits entschieden, dass ein Unternehmensverband, auch wenn er durch die gerügte Verhaltensweise
         nicht unmittelbar als ein auf dem fraglichen Markt tätiges Unternehmen betroffen ist, gleichwohl ein berechtigtes Interesse
         an der Einreichung einer Beschwerde nach Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 geltend machen kann, sofern die beanstandete Verhaltensweise
         geeignet ist, die Interessen seiner Mitglieder zu verletzen (Urteil des Gerichts vom 24. Januar 1995 in der Rechtssache T‑114/92,
         BEMIM/Kommission, Slg. 1995, II‑147, Randnr. 28).
      
      113   Was speziell die Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen anbelangt, so hat die Kommission vorgetragen, es werde durch
         ihre ständige Praxis bewiesen, dass der Verbraucher ein berechtigtes Interesse an einer Beschwerde habe, wenn er von dem wettbewerbswidrigen
         Verhalten auf dem Markt betroffen sei. Auf Fragen des Gerichts hat die Kommission allerdings selbst eingeräumt, dass bisher
         kein Endverbraucher nach einer vorherigen Entscheidung über sein berechtigtes Interesse eine nichtvertrauliche Fassung der
         Beschwerdepunkte erhalten hat. Damit wäre die FPÖ der erste Endverbraucher, dem die Kommission ein berechtigtes Interesse
         im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 und damit einen Anspruch auf Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte zuerkannt
         hat. 
      
      114   Nach Auffassung des Gerichts steht jedoch nichts der Möglichkeit entgegen, dass ein Endabnehmer von Waren oder Dienstleistungen
         den Begriff des berechtigten Interesses im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 erfüllt. Vielmehr hat ein Endkunde, der
         darlegt, dass er durch die fragliche Wettbewerbsbeschränkung in seinen wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigt wurde oder
         beeinträchtigt sein kann, ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 an der Einreichung eines
         Antrags oder einer Beschwerde zu dem Zweck, die Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG oder 82 EG durch
         die Kommission zu erwirken.
      
      115   Insoweit ist daran zu erinnern, dass mit den Bestimmungen, die einen unverfälschten Wettbewerb im Binnenmarkt gewährleisten
         sollen, letztlich der Zweck verfolgt wird, das Wohlergehen des Verbrauchers zu erhöhen. Dieser Zweck ergibt sich insbesondere
         aus dem Wortlaut des Artikels 81 EG. Auch wenn nämlich von dem in Artikel 81 Absatz 1 EG festgelegten Verbot Vereinbarungen
         ausgenommen werden können, die zur Verbesserung der Warenerzeugung oder ‑verteilung oder zur Förderung des technischen oder
         wirtschaftlichen Fortschritts beitragen, ist diese in Artikel 81 Absatz 3 EG vorgesehene Möglichkeit doch namentlich an die
         Voraussetzung geknüpft, dass die Verbraucher der in Frage stehenden Waren an dem entstehenden Gewinn angemessen beteiligt
         werden. Das Wettbewerbsrecht und die Wettbewerbspolitik haben damit auf die konkreten wirtschaftlichen Interessen der Endabnehmer
         von Waren oder Dienstleistungen unbestreitbar bestimmte Auswirkungen. Dass diesen Endkunden – die geltend machen, sie hätten
         infolge eines Vertrages oder einer Verhaltensweise, die möglicherweise den Wettbewerb beschränken oder verfälschen, einen
         Vermögensschaden erlitten – ein berechtigtes Interesse an der Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und
         82 EG durch die Kommission zuerkannt wird, trägt jedoch zur Verwirklichung der Ziele des Wettbewerbsrechts bei.
      
      116   Entgegen dem Vorbringen der Klägerinnen läuft diese Beurteilung nicht darauf hinaus, dem Begriff des berechtigten Interesses
         durch eine Überdehnung seine Substanz zu nehmen, und ebnet nicht einer angeblichen „Popularklage“ den Weg. Wird einem Verbraucher,
         der darlegt, dass eine von ihm gerügte Vereinbarung seine wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigt, ein berechtigtes Interesse
         im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 zuerkannt, so bedeutet dies nämlich nicht, dass damit jede Person oder
         Personenvereinigung ein solches berechtigtes Interesse besitzt.
      
      117   Auch die Argumentation der Klägerinnen, wonach eine Anerkennung von Endkunden als Antragsteller oder Beschwerdeführer die
         eingereichten Beschwerden vervielfachen und die Verwaltungsverfahren mit Schwierigkeiten belasten würde, kann nicht durchgreifen.
         Wie die Kommission zutreffend ausgeführt hat, erscheinen diese Einwände nicht geeignet, die Anerkennung des berechtigten Interesses
         eines Endkunden einzuschränken, der darlegt, dass er infolge einer von ihm beanstandeten wettbewerbswidrigen Verhaltensweise
         einen Vermögensschaden erlitten hat. 
      
      118   Schließlich kann es, wie die Kommission ebenfalls zutreffend hervorgehoben hat, entgegen der Auffassung der Klägerinnen nicht
         Sache der Kommission sein, in einem Fall, in dem der Antragsteller sein berechtigtes Interesse dargelegt hat, die Frage zu
         überprüfen, ob er möglicherweise noch andere Motive besitzt.
      
      119   Im Ergebnis konnte sich die FPÖ somit auf ihre Stellung als Endkundin von Bankdienstleistungen in Österreich und eine Verletzung
         ihrer wirtschaftlichen Interessen durch die als wettbewerbswidrig gerügten Verhaltensweisen stützen, um ein berechtigtes Interesse
         an ihrem bei der Kommission gestellten Antrag darzulegen, festzustellen, dass diese Verhaltensweisen eine Zuwiderhandlung
         gegen die Artikel 81 EG und 82 EG darstellen.
      
      120   Der zweite Teil des vorliegenden Klagegrundes, wonach die FPÖ kein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2
         der Verordnung Nr. 17 besessen habe, ist daher zurückzuweisen.
      
       Zum dritten Teil des Klagegrundes: Keine Überprüfung des berechtigten Interesses der FPÖ durch die Kommission und fehlende
         Begründung 
      
      –       Vorbringen der Parteien
      121   Die Klägerinnen machen geltend, die Kommission habe die Frage, ob die Voraussetzungen des Artikels 3 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 17 und des Artikels 7 der Verordnung Nr. 2842/98 im vorliegenden Fall erfüllt gewesen seien, weder nachgeprüft noch für
         ihre Bejahung eine Begründung gegeben. So habe die Kommission keineswegs dargetan, dass die FPÖ das erforderliche berechtigte
         Interesse tatsächlich besitze, denn sie habe gar nicht überprüft, ob und bei welchen der betroffenen Banken die FPÖ Bankgeschäfte
         getätigt habe, welche Dienstleistungen sie beansprucht habe und inwiefern ihr angebliches Interesse über ein bloß „ausreichendes“
         oder „sonstiges“ Interesse hinausgegangen sei. Die bloße Behauptung, dass die FPÖ Inhaberin von Bankkonten sei, könne für
         ihre Anerkennung als Antragstellerin nicht genügen, zumal der Kommission dieser Umstand bereits bei Erlass ihrer ablehnenden
         Entscheidung vom 26. Februar 1998 bekannt gewesen sei. Außerdem habe die Kommission weder begründet, warum die von der FPÖ
         erhobene Rüge den Anforderungen eines Antrags im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 genüge, noch dargelegt, welche
         konkreten Gründe für ein berechtigtes Interesse der FPÖ sprächen, obwohl die Kommission selbst ursprünglich der entgegengesetzten
         Ansicht gewesen sei und die FPÖ außerdem durch ihre Untätigkeit mehr als zwei Jahre lang darauf verzichtet habe, mittels ihrer
         Beteiligung am Verfahren ihr Interesse zu bekunden.
      
      122   Die Klägerinnen verweisen ferner darauf, dass die Kommission in dem Kartellverfahren, das zu dem Urteil Cimenteries geführt
         habe, zwischen zwei Arten von Beschwerdepunkten je nach dem betroffenen Markt unterschieden und diese je nach den Märkten,
         auf denen die betroffenen Unternehmen tätig gewesen seien, unterschiedlich weitergeleitet habe (Urteil Cimenteries, Randnrn.
         4 bis 7). Ebenso hätte die Kommission im vorliegenden Fall das wirtschaftliche Interesse der FPÖ im Hinblick auf die einzelnen
         betroffenen Bankmärkte genau ermitteln und begründen müssen. Desgleichen hätte der Anhörungsbeauftragte vor der Weiterleitung
         der Mitteilungen der Beschwerdepunkte nachprüfen müssen, ob die FPÖ ein berechtigtes Interesse besessen habe, anstatt sich
         auf den Standpunkt zu stellen, diese Frage sei bereits durch das Schreiben der GD Wettbewerb der Kommission vom 5. November
         1999 entschieden worden. Zum einen fehle für eine solche interne Bindungswirkung der Stellungnahme der GD Wettbewerb in der
         Verordnung Nr. 2842/98 jeder Anhaltspunkt, und zum anderen hätten die Beschlüsse 94/810 und 2001/462 über das Mandat des Anhörungsbeauftragten
         die Entscheidung über Fragen, die im Zusammenhang mit dem Anhörungsrecht aufträten, in weitem Umfang gerade in die Hände des
         Anhörungsbeauftragten gelegt (vgl. u. a. Artikel 4 Absätze 1 und 2 Buchstabe b des Beschlusses 2001/462). 
      
      123   Die Kommission hält diese Rügen der Klägerinnen für unerheblich, weil die Anerkennung eines berechtigten Interesses der FPÖ
         nur eine verfahrensorganisatorische Maßnahme ohne rechtliche Auswirkungen auf die Klägerinnen sei. Das Vorbringen der Klägerinnen
         zur Frage der Beweislast greife deshalb nicht durch, denn diese Frage betreffe allein die Kommission und den Antragsteller,
         also die FPÖ. Jedenfalls sei eine nähere Darlegung der von der FPÖ in Anspruch genommenen Bankdienstleistungen im vorliegenden
         Fall deshalb nicht erforderlich gewesen, weil das mutmaßliche Kartell alle Aspekte des österreichischen Bankensystems umfasst
         habe. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      124   Was erstens das Vorbringen der Klägerinnen angeht, es habe eine Pflicht zur Überprüfung des berechtigten Interesses der FPÖ
         bestanden und die Kommission trage insoweit die Beweislast, ist daran zu erinnern, dass nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 17 ein Dritter als Antragsteller oder Beschwerdeführer darlegen muss, dass er an der Feststellung einer Zuwiderhandlung
         gegen Artikel 81 EG oder 82 EG ein berechtigtes Interesse besitzt. Folglich ist die Kommission verpflichtet, nachzuprüfen,
         ob der Dritte diese Voraussetzung tatsächlich erfüllt.
      
      125   Im vorliegenden Fall ist dem Schriftwechsel zwischen der Kommission und den Klägerinnen während des Verwaltungsverfahrens
         zu entnehmen, dass die Kommission der FPÖ wegen ihrer Eigenschaft als Bankkundin in Österreich ein berechtigtes Interesse
         zuerkannt hat. Aus den Akten ist indessen nicht ersichtlich, dass die Kommission bei der FPÖ Unterlagen angefordert hätte,
         die belegten, dass die FPÖ tatsächlich Kundin der von dem vorliegenden Verfahren betroffenen Banken war und dass ihre Konten
         infolge der fraglichen Vereinbarungen mit Bankgebühren belastet wurden. Die Kommission hat dies auf Fragen des Gerichts bestätigt
         und eingeräumt, dass sie insoweit weder eine Nachprüfung vorgenommen noch es für erforderlich gehalten habe, von der FPÖ Nachweise
         für ihr berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 zu verlangen. Zur Begründung ihrer Haltung trägt
         die Kommission jedoch vor, es sei offensichtlich gewesen, dass die FPÖ Kundin der betroffenen Banken gewesen und angesichts
         des Umfangs der fraglichen Bankenabsprachen durch diese zwangsläufig wirtschaftlich geschädigt worden sei.
      
      126   Was die Stellung der FPÖ als Bankkundin angeht, so ist nach Auffassung des Gerichts die Feststellung, dass die FPÖ als politische
         Partei für ihre Tätigkeit in Österreich notwendig über diverse Bankkonten verfügte und regelmäßig Bankgeschäfte vornahm, ohne
         weiteres schlüssig. Tatsächlich ist von den Klägerinnen im gesamten Verwaltungsverfahren niemals bestritten worden, dass die
         FPÖ entsprechende Bankdienstleistungen in Anspruch nahm.
      
      127   Was den Umfang der beanstandeten Praktiken angeht, so ist der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 zu entnehmen,
         dass die von dem Verfahren betroffenen Absprachen „alle Dienstleistungen“ erfasst hätten, die Universalbanken in den Bereichen
         Privatkundengeschäft und Firmenkundengeschäft typischerweise erbrächten (Einlagen, Kredite, Zahlungsverkehr usw.) (Randnr.
         10 der Mitteilung der Beschwerdepunkte), und „inhaltlich umfassend sowie im höchsten Maße institutionalisiert und miteinander
         vernetzt“ gewesen seien (Randnr. 42 der Mitteilung der Beschwerdepunkte). Ferner heißt es in Randnummer 383 dieser Mitteilung,
         dass an den fraglichen Praktiken eine sehr große Zahl von Banken beteiligt gewesen sei; die Adressaten der Mitteilung hätten
         „aufgrund ihrer Größe auf dem österreichischen Bankenmarkt eine bedeutende Rolle“ gespielt. Es habe sich dabei um die wichtigsten
         österreichischen Bankinstitute und ‑konzerne mit einem Anteil von 99 % des österreichischen Marktes gehandelt (Randnr. 10
         der Mitteilung der Beschwerdepunkte). Aus der Anlage A der Mitteilung, die die an den verschiedenen Treffen beteiligten Bankinstitute
         aufführt, geht außerdem hervor, dass an den fraglichen Praktiken eine weitaus größere Zahl von Banken beteiligt war als nur
         die acht Adressaten der Beschwerdepunkte. 
      
      128   Die Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 21. November 2000 war ihrerseits an dieselben Adressaten gerichtet wie die vom 10.
         September 1999 und legte ihnen eine Vereinbarung über die Festsetzung von Bankgebühren für den Umtausch von Banknoten und
         Münzen im Euro-Währungsgebiet zur Last. Die vorstehenden Erwägungen zum Umfang der fraglichen Absprachen gelten daher ebenso
         für diese Vereinbarung.
      
      129   Die im Verwaltungsverfahren beanstandeten Praktiken waren somit weit verbreitet, erfassten alle Aspekte des österreichischen
         Bankensystems und erstreckten sich auf das gesamte österreichische Hoheitsgebiet. Damit ist festzustellen, dass die in den
         Mitteilungen der Beschwerdepunkte gerügten Vereinbarungen die FPÖ als Bankkundin zwangsläufig zu schädigen drohten.
      
      130   Im Übrigen ist festzustellen, dass zwar die – der Landesregierung von Kärnten gehörende – Bank, die die Klägerin in der mündlichen
         Verhandlung als die kontoführende Bank der FPÖ bezeichnet hat, nicht zu den acht Adressaten der streitigen Entscheidung gehört,
         dass sie aber in der Anlage A der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 als eine der Banken genannt ist,
         die gewöhnlich an den Treffen zu den fraglichen Absprachen teilgenommen hätten.
      
      131   Soweit die Klägerinnen geltend machen, dass die Kommission für jeden der betroffenen Bankmärkte hätte begründen müssen, warum
         die FPÖ insoweit ein wirtschaftliches Interesse habe, kann ihrem Vorbringen nicht gefolgt werden. Wie bereits ausgeführt,
         hängt nämlich die Anerkennung als Antragsteller oder Beschwerdeführer davon ab, dass der Betreffende durch die fraglichen
         Praktiken einen Vermögensschaden erleiden konnte, und nicht von seiner Beteiligung an jedem der von der Untersuchung der Kommission
         betroffenen Produktmärkte (vgl. oben, Randnrn. 112 und 114). Die Klägerinnen können sich für dieses Vorbringen auch nicht
         auf die Vorgehensweise der Kommission in dem Verwaltungsverfahren der Rechtssache Cimenteries stützen. Darin unterschied die
         Kommission zwischen Verhaltensweisen auf internationaler Ebene einerseits und auf den einzelnen nationalen Märkten andererseits
         und übersandte die Teile der Mitteilung der Beschwerdepunkte, die nur die nationalen Märkte betrafen, lediglich an die im
         jeweiligen Mitgliedstaat ansässigen Adressaten der Beschwerdepunkte (Urteil Cimenteries, Randnr. 6). Im vorliegenden Fall
         hingegen bezieht sich die fragliche Mitteilung der Beschwerdepunkte nur auf einen einzigen räumlichen Markt, nämlich den des
         gesamten österreichischen Staatsgebiets.
      
      132   Ebenso ist das Vorbringen der Klägerinnen zurückzuweisen, dass der Anhörungsbeauftragte selbst hätte nachprüfen müssen, ob
         die FPÖ ein berechtigtes Interesse am Erhalt der Mitteilung der Beschwerdepunkte besaß. Nach Artikel 7 der Verordnung Nr.
         2842/98 folgt nämlich die Übermittlung der Mitteilung der Beschwerdepunkte an den Antragsteller oder Beschwerdeführer zwingend
         aus seiner Anerkennung als ein diese Stellung einnehmender Dritter, der ein berechtigtes Interesse besitzt. Nach dem Beschluss
         2001/462 beschränken sich die Aufgaben des Anhörungsbeauftragten darauf, für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Anhörung zu
         sorgen und zur Objektivität sowohl der Anhörung als auch der späteren Entscheidung beizutragen (Artikel 5), über Anträge Dritter
         auf Anhörung zu entscheiden (Artikel 6 und 7), über Akteneinsichtsgesuche zu entscheiden (Artikel 8) und die vertrauliche
         Behandlung von Informationen zu gewährleisten, die Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen enthalten (Artikel 9). 
      
      133   Demnach hat die Kommission unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Falles nicht ihre Pflicht zur Prüfung der
         Frage verletzt, ob die FPÖ ein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 besaß.
      
      134   Was zweitens die Begründungspflicht angeht, so muss die nach Artikel 253 EG vorgeschriebene Begründung der Natur des betreffenden
         Rechtsakts angepasst sein und die Überlegungen des Gemeinschaftsorgans, das den Rechtsakt erlassen hat, so klar und eindeutig
         zum Ausdruck bringen, dass die Betroffenen ihr die Gründe für die erlassene Maßnahme entnehmen können und das zuständige Gericht
         seine Kontrolle wahrnehmen kann. In der Begründung brauchen nicht alle tatsächlich oder rechtlich einschlägigen Gesichtspunkte
         genannt zu werden, da die Frage, ob die Begründung eines Rechtsakts den Erfordernissen der genannten Vorschrift genügt, nicht
         nur anhand seines Wortlauts zu beurteilen ist, sondern auch anhand seines Kontextes sowie sämtlicher Rechtsvorschriften auf
         dem betreffenden Gebiet (Urteile des Gerichtshofes vom 14. Februar 1990 in der Rechtssache C‑350/88, Delacre u. a./Kommission,
         Slg. 1990, I‑395, Randnr. 16, und vom 2. April 1998 in der Rechtssache C‑367/95 P, Kommission/Sytraval und Brink’s France,
         Slg. 1998, I‑1719, Randnr. 63).
      
      135   Im vorliegenden Fall kann dem Kontext, in dem die streitigen Entscheidungen ergangen sind, und insbesondere den Schreiben
         der GD Wettbewerb vom 5. November 1999 und des Anhörungsbeauftragten vom 27. März 2001, in denen auf die Eigenschaft der FPÖ
         als Bankkundin hingewiesen wurde, entnommen werden, dass das berechtigte Interesse der FPÖ im Sinne von Artikel 3 Absatz 2
         der Verordnung Nr. 17 in den streitigen Entscheidungen stillschweigend wegen ihrer Eigenschaft als Endabnehmerin der österreichischen
         Bankdienstleistungen, auf die sich die beanstandeten Praktiken bezogen, anerkannt wurde. 
      
      136   Angesichts der Merkmale und des Ausmaßes der beanstandeten Praktiken muss eine solche Begründung im vorliegenden Fall als
         ausreichend angesehen werden.
      
      137   Die Rüge der Klägerinnen greift daher nicht durch.
      138   Auch der dritte Teil des vorliegenden Klagegrundes, wonach die Kommission ihrer Pflicht, das berechtigte Interesses der FPÖ
         zu überprüfen, und ihrer insoweit bestehenden Begründungspflicht nicht nachgekommen sei, ist daher nicht stichhaltig.
      
      139   Die Klagegründe eines Verstoßes gegen Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und Artikel 6 der Verordnung Nr. 2842/98 sowie
         einer Verletzung der Begründungspflicht sind daher zurückzuweisen.
      
       Zum dritten, vierten und fünften Klagegrund: Verletzung des Grundsatzes der Verfahrensökonomie, Verletzung der Rechte der
            Verteidigung und Verwirkung des Anspruchs der FPÖ auf Verfahrensbeteiligung
      140   Die Klägerinnen machen weiter geltend, dass selbst dann, wenn es einen Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         gegeben haben sollte, deren Übermittlung doch im gegebenen Verfahrensstadium zum einen deswegen rechtswidrig sei, weil die
         FPÖ ihr Recht auf Beteiligung am Verfahren verwirkt habe, und zum anderen deshalb, weil die Übermittlung den Grundsatz der
         Verfahrensökonomie und die Rechte der Verteidigung verletze.
      
       Zum ersten Teil des Klagegrundes: Verwirkung des Anspruchs der FPÖ auf Verfahrensbeteiligung 
      –       Vorbringen der Parteien
      141   Die Klägerinnen meinen, dass ein etwaiger Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Beschwerdepunkte und Verfahrensbeteiligung, selbst
         wenn es ihn gegeben haben sollte, doch mittlerweile verwirkt wäre. Die FPÖ habe nämlich seit der Ablehnung ihres Antrags im
         Februar 1998 nichts unternommen, um ihre Beteiligung am Verfahren vor den Anhörungen zu erwirken, und damit durch die Bekundung
         ihres Desinteresses auf dieses Recht verzichtet.
      
      142   Diese Verwirkung greife auch ein, wenn die verspätete Übermittlung der Beschwerdepunkte der Kommission zuzurechnen sein sollte.
         Nach dem allgemeinen Prinzip, demzufolge eine Verwaltungsbehörde ihre Befugnisse innerhalb angemessener zeitlicher Grenzen
         ausüben müsse (Urteil des Gerichtshofes vom 15. Juli 1970 in der Rechtssache 45/69, Boehringer/Kommission, Slg. 1970, 769,
         Randnr. 6), sei die Kommission zu einer Weiterleitung der Beschwerdepunkte nicht mehr berechtigt. Anders als bei abschließenden
         Entscheidungen in der Sache, die häufig lange Ermittlungen erforderten, sei die Frage der Gewährung von Akteneinsicht für
         Dritte jederzeit prüf- und bescheidbar, so dass über sie bereits vor Durchführung der mündlichen Anhörungen abschließend hätte
         entschieden werden müssen. Im gegenwärtigen Verfahrensstadium könne die Kommission eine Beteiligung der FPÖ nur noch ablehnen,
         da die Beschwerdepunkte an die betroffenen Banken übersandt worden seien, die Anhörungen bereits stattgefunden hätten, der
         Sachverhalt aufgeklärt sei und das Verfahren kurz vor dem Abschluss stehe. Der wesentliche Sinn und Zweck der in Frage stehenden
         Übermittlung, die es einem Beschwerdeführer erlauben solle, vor der Anhörung zur Klärung des Sachverhalts beizutragen und
         sich auf die Anhörung vorzubereiten, könne damit nicht mehr erreicht werden. 
      
      143   Nach Ansicht der Kommission geht diese Argumentation fehl. Die FPÖ habe auf ihre Rechte schon deshalb nicht verzichtet, weil
         ihr der Erlass der Beschwerdepunkte nicht bekannt gewesen sei. Die FPÖ habe ihren Anspruch auf Übermittlung der Beschwerdepunkte
         auch nicht etwa dadurch verwirkt, dass sie auf seine sofortige Durchsetzung verzichtet und auch am Anhörungsverfahren nicht
         teilgenommen habe. Eine Personenvereinigung könne zumindest so lange Stellung nehmen, wie die Dienststellen der Kommission
         noch keinen vorläufigen Entwurf der verfahrensabschließenden Entscheidung an die Mitglieder des Beratenden Ausschusses für
         Kartell- und Monopolfragen abgesandt hätten. Im vorliegenden Fall sei das Verfahren nicht abgeschlossen, da keine abschließende
         Entscheidung ergangen sei und die Kommission nach Anhörung der Parteien, darunter auch der FPÖ, die ursprünglichen Beschwerdepunkte
         nach wie vor ändern könne.
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      144   Es ist erstens festzustellen, dass die FPÖ, wie sich aus ihrem Schreiben an die Kommission vom 13. März 2001 ergibt, über
         den Verlauf des Verfahrens und die Anhörungstermine nicht unterrichtet war. So wird in dem Schreiben erklärt, dass die Kommission
         der FPÖ mit Schreiben vom 5. Oktober 1999 und 16. März 2000 den Erhalt einer nichtvertraulichen Fassung der Mitteilungen der
         Beschwerdepunkte angekündigt habe, dass jedoch nach deren Ausbleiben die FPÖ mit der Kommission Kontakt aufgenommen und dabei
         von dieser erfahren habe, dass die Anhörungen bereits stattgefunden hätten und das Verfahren bald abgeschlossen werde. Demgemäß
         ersuchte die FPÖ darum, ihr die Beschwerdepunkte unverzüglich zuzuleiten und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Teilnahme
         an einer ergänzenden mündlichen Anhörung zu geben.
      
      145   Außerdem geht aus den bereits genannten, auf Ersuchen des Gerichts vorgelegten Schreiben der Kommission vom 5. Oktober 1999
         und 16. März 2000 hervor, dass diese der FPÖ die unverzügliche Zuleitung der Beschwerdepunkte angekündigt hatte. Dabei hatte
         sie in ihrem Schreiben vom 5. Oktober 1999 sogar betont, sie sei bemüht, ihr „die nichtvertrauliche Fassung in der zweiten
         Hälfte dieses Monats zukommen zu lassen“, und sodann in ihrem Schreiben vom 16. März 2000 ausgeführt, dass „[d]ie von der
         Generaldirektion Wettbewerb in Aussicht genommene Übermittlung der nichtvertraulichen Fassung der Beschwerdepunkte … noch
         nicht [habe erfolgen können], da einige Fragen im Zusammenhang mit dem Bestehen von Geschäftsgeheimnissen noch nicht abschließend
         geklärt“ seien. Demnach kann der FPÖ nicht vorgeworfen werden, sie habe nichts unternommen, um die Beschwerdepunkte früher
         zu erlangen, denn angesichts dieser Ankündigungen konnte sie mit gutem Grund annehmen, dass diese Übermittlung stattfinden
         werde, um ihr die Wahrnehmung ihres Anspruchs auf Stellungnahme und Verfahrensbeteiligung zu ermöglichen.
      
      146   Das Vorbringen der Klägerinnen, wonach die FPÖ auf ihren Anspruch auf Erhalt der Beschwerdepunkte verzichtet habe, greift
         deshalb nicht durch.
      
      147   Die Klägerinnen meinen weiter, jedenfalls sei dieser Anspruch der FPÖ im gegenwärtigen Verfahrensstadium verwirkt und damit
         die Kommission nicht mehr berechtigt, der FPÖ die Mitteilungen der Beschwerdepunkte zuzuleiten.
      
      148   Insoweit ist festzustellen, dass die Verordnungen Nrn. 17 und 2842/98 die Ausübung des Rechts eines Antragstellers oder Beschwerdeführers,
         der ein berechtigtes Interesse dargelegt hat, auf Erhalt der Beschwerdepunkte und auf seine Anhörung im Rahmen des Zuwiderhandlungsverfahrens
         keiner besonderen Frist unterstellen. So wird in den Artikeln 7 und 8 der Verordnung Nr. 2842/98 lediglich festgelegt, dass
         die Kommission dem Antragsteller oder Beschwerdeführer die Beschwerdepunkte übermittelt und ihm eine Frist zur schriftlichen
         Äußerung setzt, wobei er auf Antrag auch mündlich angehört werden kann. Ebenso erlaubt der Beschluss 2001/462 die Anhörung
         des Antragstellers oder Beschwerdeführers zu jedem Zeitpunkt im Verfahren und schreibt in seinem Artikel 12 Absatz 4 zum Zweck
         der Wahrung des Anhörungsrechts ausdrücklich vor, dass der Anhörungsbeauftragte „auch nach der mündlichen Anhörung Personen,
         Unternehmen oder Unternehmensvereinigungen die Möglichkeit zur schriftlichen Äußerung innerhalb einer von ihm festgesetzten
         Frist geben“ kann. Folglich kann ein Antragsteller oder Beschwerdeführer sein Recht auf Erhalt der Beschwerdepunkte und auf
         Anhörung im Verwaltungsverfahren zur Feststellung einer Zuwiderhandlung gegen die Artikel 81 EG und 82 EG ausüben, solange
         das Verfahren anhängig ist. 
      
      149   Ferner wird nach Artikel 10 Absatz 3 der Verordnung Nr. 17 der Beratende Ausschuss für Kartell- und Monopolfragen vor jeder
         Entscheidung angehört, die ein Verfahren zur Feststellung von Zuwiderhandlungen gegen die Artikel 81 EG und 82 EG abschließt.
         Nach der Rechtsprechung bildet diese Anhörung den letzten Verfahrensschritt vor dem Erlass der Entscheidung (Urteil des Gerichtshofes
         vom 7. Juni 1983 in den Rechtssachen 100/80 bis 103/80, Musique diffusion française u. a./Kommission, Slg. 1983, 1825, Randnr.
         35). Folglich kann der Anspruch eines Antragstellers oder Beschwerdeführers auf Erhalt der Beschwerdepunkte und auf seine
         Anhörung nicht als verwirkt angesehen werden, solange nicht der Beratende Ausschuss für Kartell- und Monopolfragen nach Artikel
         10 Absatz 6 der Verordnung Nr. 17 zu dem von der Kommission vorgelegten Entscheidungsvorschlag Stellung genommen hat. Solange
         er nämlich diese Stellungnahme nicht abgegeben hat, ist die Kommission durch nichts daran gehindert, die Bemerkungen Dritter
         zu prüfen und gegebenenfalls in deren Licht ihre Position zu ändern. 
      
      150   Im vorliegenden Fall ist unstreitig, dass die Kommission, als sie die streitige Entscheidung erließ, dem Ausschuss ihren Entscheidungsvorschlag
         noch nicht zugeleitet hatte. Folglich war der Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Beschwerdepunkte und auf Beteiligung am Verfahren
         im Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Entscheidung nicht verwirkt. 
      
      151   Was schließlich das Vorbringen der Klägerinnen angeht, die Kommission sei zur Übermittlung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         deshalb nicht mehr berechtigt gewesen, weil sie den Erlass einer Entscheidung innerhalb angemessener Fristen versäumt habe,
         ist erstens darauf hinzuweisen, dass die Verzögerung des Verfahrens der Übermittlung der Beschwerdepunkte in erheblichem Umfang
         darauf zurückging, dass die Klägerinnen gegen die Weiterleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ fortwährend Einwände erhoben.
         Die Klägerinnen können sich jedoch nicht auf eine Sachlage berufen, zu deren Entstehung sie selbst beigetragen haben. Zweitens
         haben die Klägerinnen nicht belegt, dass das Verfahren der Übermittlung der Beschwerdepunkte an die FPÖ für den Erlass der
         Entscheidung über die Feststellung einer Zuwiderhandlung irgendeine Verzögerung bewirkt hätte, die geeignet gewesen wäre,
         ihre Verteidigungsrechte zu beeinträchtigen. Die Klägerinnen berufen sich lediglich auf künftige und hypothetische Fallgestaltungen,
         die eine solche Beeinträchtigung nicht begründen können (vgl. unten, Randnr. 162).
      
      152   Die Rüge, wonach eine angemessene Frist nicht eingehalten worden sei, kann daher ebenfalls nicht durchgreifen.
      153   Das Vorbringen der Klägerinnen, wonach der Anspruch der FPÖ auf Verfahrensbeteiligung verwirkt sei, ist somit zurückzuweisen.
       Zum zweiten Teil des vorliegenden Klagegrundes: Verletzung des Grundsatzes der Verfahrensökonomie und der Rechte der Verteidigung
      –       Vorbringen der Parteien
      154   Die Klägerinnen tragen vor, dass die Weiterleitung der Beschwerdepunkte im gegebenen Verfahrensstadium den Grundsatz der Verfahrensökonomie
         und ihre Verteidigungsrechte verletze. 
      
      155   Nach Auffassung der Klägerinnen wäre der Kommission, wenn sie die Beschwerdepunkte noch bis zur Ausarbeitung des vorläufigen
         Entwurfs der verfahrensabschließenden Entscheidung an Dritte versenden könnte, die Durchführung eines zügigen Verfahrens unmöglich.
         Machten nämlich die Dritten noch Angaben zur Sache, so wären die Unternehmen erneut anzuhören, wodurch sich das Verfahren
         verzögerte und der Grundsatz der Verfahrensökonomie verletzt würde.
      
      156   Ebenso verletze eine verspätete Übermittlung die Verteidigungsrechte der Klägerinnen. Gehe es bei der Zuleitung der Beschwerdepunkte
         nicht darum, dass die FPÖ Stellung nehmen könne, wäre hierzu keine Übermittlung der Beschwerdepunkte erforderlich gewesen,
         sondern hätte eine formlose Mitteilung über den Verfahrensstand ausgereicht. Würde die FPÖ hingegen noch Stellung nehmen und
         die Kommission den Adressaten der Beschwerdepunkte erneut Gelegenheit zur Rechtsverteidigung geben, so würde das Verfahren
         unter Missachtung der Interessen der betroffenen Unternehmen ungebührlich hingezogen und deren strukturierte und effiziente
         Verteidigung in Frage gestellt. Würde die Kommission wiederum den Adressaten der Beschwerdepunkte keine Gelegenheit zur Stellungnahme
         mehr einräumen, so wären die Verteidigungsrechte erst recht verletzt, denn in diesem Fall hätten die Unternehmen keine Gelegenheit
         mehr, vor einer etwaigen gerichtlichen Klage gegen die abschließende Entscheidung die geäußerte Gegenposition zu berücksichtigen.
         Im Ergebnis würden daher, gestattete man Dritten eine Beeinflussung des Verfahrens durch den willkürlich gewählten Zeitpunkt
         ihrer Intervention, in nicht zumutbarer Weise die Verteidigungsrechte der Klägerinnen verletzt.
      
      157   Schließlich sei die Kommission eine Erklärung dafür schuldig geblieben, weshalb sie sich von der Übermittlung der Beschwerdepunkte
         zusätzliche Beweismittel für das Ermittlungsverfahren verspreche, da die FPÖ bisher keinerlei Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts
         geleistet habe. 
      
      158   Die Kommission hält dieses Vorbringen für nicht stichhaltig. Die Übermittlung der Beschwerdepunkte beeinträchtige nicht den
         normalen Ablauf des Verfahrens, weil die Dienststellen der Kommission im vorliegenden Fall noch keinen vorläufigen Entwurf
         der verfahrensabschließenden Entscheidung an die Mitglieder des Beratenden Ausschusses abgesandt hätten. Ferner diene Artikel
         7 der Verordnung Nr. 2842/98 dem Schutz Dritter, die einen Antrag nach Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 eingereicht
         hätten, und räume ihnen eine deutlich stärkere Verfahrensstellung ein als sonstigen am Verfahren beteiligten Dritten. Es stehe
         der Kommission daher nicht zu, das Anhörungsrecht dieser Antragsteller zu beschneiden. 
      
      –       Würdigung durch das Gericht
      159   Dem Vorbringen der Klägerinnen kann nicht gefolgt werden.
      160   Was zunächst die Rüge angeht, es seien die Anforderungen der Verfahrensökonomie verkannt worden, ist daran zu erinnern, dass
         der Anspruch der FPÖ auf Erhalt der Mitteilungen der Beschwerdepunkte solange nicht als verwirkt angesehen werden kann, wie
         das Verwaltungsverfahren noch anhängig ist und der Beratende Ausschuss den Entwurf der abschließenden Sachentscheidung noch
         nicht erhalten hat. Daher können nicht Erwägungen der Verfahrensökonomie geltend gemacht werden, um den Anspruch des Antragstellers
         oder des Beschwerdeführers auf Erhalt der Mitteilung der Beschwerdepunkte zu beschränken.
      
      161   Soweit die Klägerinnen außerdem geltend machen, sie seien durch die verspätete Übermittlung der Beschwerdepunkte an die FPÖ
         in ihren Verteidigungsrechten verletzt, ist festzustellen, dass sich die Klägerinnen insoweit nur auf künftige und hypothetische
         Fallgestaltungen berufen, in denen ihre Verteidigungsrechte angeblich durch eine verzögerte Übermittlung der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ verletzt werden könnten. Der Schutz der Verteidigungsrechte ist aber anhand der Sach- und Rechtslage zu beurteilen,
         die im Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Entscheidung besteht (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofes vom 7. Februar
         1979 in den Rechtssachen 15/76 und 16/76, Frankreich/Kommission, Slg. 1979, 321, Randnr. 7, und vom 17. Mai 2001 in der Rechtssache
         C‑449/98 P, IECC/Kommission, Slg. 2001, I‑3875, Randnr. 87). Er kann daher nicht an künftigen und nur hypothetischen Ereignissen
         gemessen werden.
      
      162   Die Rüge einer Verletzung der Verteidigungsrechte ist daher unbegründet.
      163   Soweit die Klägerinnen schließlich vortragen, die Kommission habe nicht erklärt, aus welchen Gründen sie sich von einer Übermittlung
         der Beschwerdepunkte an die FPÖ in dem Verfahren zusätzliche Beweismittel verspreche, ist ihr Vorbringen unerheblich. Die
         Artikel 7 und 8 der Verordnung Nr. 2842/98 machen die Übermittlung der Beschwerdepunkte an Antragsteller und Beschwerdeführer,
         die die in Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 festgelegten Kriterien erfüllen, nicht davon abhängig, dass diese Dritten
         anschließend der Kommission im anhängigen Verfahren Beiträge zur Sachverhaltsaufklärung liefern.
      
      164   Das Vorbringen einer Verletzung des Grundsatzes der Verfahrensökonomie und der Verteidigungsrechte ist daher unbegründet.
      165   Nach alledem sind auch der dritte, vierte und fünfte Klagegrund zurückzuweisen.
       Zum sechsten Klagegrund: Verstoß gegen Artikel 20 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 in Verbindung mit Artikel 287 EG, da die
            Übermittlung der Beschwerdepunkte an die FPÖ den Anspruch auf Schutz von Geschäftsgeheimnissen verletze 
      166   Die Klägerinnen meinen, dass die streitigen Entscheidungen deswegen rechtswidrig seien, weil die der FPÖ zuzuleitenden Mitteilungen
         der Beschwerdepunkte Geschäftsgeheimnisse und andere gegenüber Dritten vertrauliche Informationen enthielten, deren Offenlegung
         ihren Anspruch auf Geheimnisschutz nach Artikel 20 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 in Verbindung mit Artikel 287 EG verletze.
      
       Zur Zulässigkeit
      –       Zur Einhaltung der Voraussetzungen des Artikels 44 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung
      167   Die Kommission hält diesen Klagegrund für unzulässig, weil die in den vorliegenden Rechtssachen eingereichten Klageschriften
         insoweit nicht den Anforderungen des Artikels 44 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung genügten. So habe die Klägerin in der
         Rechtssache T‑213/01 nur verschiedene Rechtsgrundsätze aufgeführt, ohne bestimmte Tatsachen darzulegen und einer bestimmten
         Rechtsregel zuzuordnen und ohne Gründe für die angebliche Vertraulichkeit der streitigen Angaben zu nennen. Ebenso habe die
         Klägerin in der Rechtssache T‑214/01 in ihrer Erwiderung nur auf „eine Vielzahl von Informationen“, die angeblich vertraulich
         seien (Randnr. 44), und der Kommission geliefertes „umfangreiches Beweismaterial“ (Randnr. 49) verwiesen, ohne aus den Mitteilungen
         der Beschwerdepunkte einen einzigen Passus zu zitieren, dessen vertrauliche Behandlung sie beanspruchen könne.
      
      168   Das Gericht erinnert insoweit daran, dass die Klageschrift nach Artikel 44 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung so klar und
         genau sein muss, dass dem Beklagten die Vorbereitung seiner Verteidigung und dem Gericht die Ausübung seiner gerichtlichen
         Kontrolle ermöglicht wird. Nach dieser Bestimmung ist eine Klage nur zulässig, wenn die wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen
         Umstände, auf denen sie beruht, zumindest in gedrängter Form, jedenfalls aber zusammenhängend und verständlich, aus dem Wortlaut
         der Klageschrift selbst hervorgehen (Beschluss des Gerichts vom 28. April 1993 in der Rechtssache T‑85/92, De Hoe/Kommission,
         Slg. 1993, II-523, Randnr. 20). 
      
      169   In der Rechtssache T‑213/01 geht aus dem Wortlaut der Randnummern 18 und 29 der Klageschrift hervor, dass sich die Klägerin
         gegen die Weigerung der Kommission wendet, eine vertrauliche Behandlung zum einen der Angaben zur Identität der Klägerin und
         zum Umfang ihrer Beteiligung an den fraglichen Absprachen und zum anderen der in den Mitteilungen der Beschwerdepunkte wörtlich
         zitierten Auszüge aus den diesen beigefügten Schriftstücken, deren vertrauliche Behandlung beantragt worden war (vgl. oben,
         Randnr. 18), zu gewährleisten. Auch die Gründe, aus denen diese Angaben nach Auffassung der Klägerin als vertraulich einzustufen
         sind, ergeben sich rechtlich hinreichend aus ihren Schriftsätzen. 
      
      170   In der Rechtssache T‑214/01 hat die Klägerin in ihrer Klageschrift geltend gemacht, die Kommission dürfe nicht Kenntnisse
         preisgeben, die sie bei ihren Ermittlungen erlangt habe und die unter das Berufsgeheimnis fielen. Die Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         enthielten Geschäftsgeheimnisse, und ihr Recht auf Geheimhaltung der in den Mitteilungen der Beschwerdepunkte enthaltenen
         Informationen würde bei Weiterleitung an die FPÖ unwiederbringlich verletzt (vgl. Randnrn. 44 bis 46 der Klageschrift). Insbesondere
         sei die vom Anhörungsbeauftragten erstellte „nichtvertrauliche“ Fassung der Beschwerdepunkte nur unzureichend anonymisiert
         (Randnr. 17 der Klageschrift). Die Klägerin hat diese Rüge anschließend in ihrer Erwiderung präzisiert und weiterentwickelt
         und dabei insbesondere betont, dass die Kommission die Namen aller Personen und Banken in den Beschwerdepunkten hätte unkenntlich
         machen müssen (vgl. Randnrn. 44 bis 49).
      
      171   Demnach genügt das Vorbringen der Klägerinnen den Anforderungen des Artikels 44 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung.
      172   Die Unzulässigkeitseinrede ist daher zurückzuweisen.
      –       Zur Einhaltung der Voraussetzungen des Artikels 48 § 2 der Verfahrensordnung
      173   In der Rechtssache T‑213/01 rügt die Kommission das Vorbringen der Klägerin zur Vertraulichkeit der gesamten Beschwerdepunkte
         gegenüber der FPÖ und zu den Artikeln 8 und 48 der Grundrechtecharta als im Sinne von Artikel 48 § 2 der Verfahrensordnung
         verspätet und daher unzulässig. In der Rechtssache T‑214/01 macht die Kommission geltend, dass das Vorbringen der Klägerin
         in ihrer Erwiderung zu den angeblich vertraulichen Informationen in den fraglichen Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         ein neuer und deshalb verspäteter Klagegrund sei. 
      
      174   Nach Artikel 48 § 2 Absatz 1 der Verfahrensordnung können neue Angriffs- und Verteidigungsmittel im Laufe des Verfahrens nicht
         mehr vorgebracht werden, es sei denn, dass sie auf rechtliche oder tatsächliche Gründe gestützt werden, die erst während des
         Verfahrens zutage getreten sind.
      
      175   Die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 hat in ihrer Erwiderung geltend gemacht, dass die Beschwerdepunkte gegenüber der
         FPÖ insgesamt vertraulich seien, weil diese als politische Partei kein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz
         2 der Verordnung Nr. 17 dargelegt habe und deshalb für ihre Einsichtnahme in die Beschwerdepunkte keine Rechtsgrundlage bestehe.
         Im gleichen Sinne hat sich die Klägerin auf die in den Artikeln 8 und 48 der Grundrechtecharta niedergelegten Grundsätze berufen,
         die sie als eine zusätzliche Stütze für ihr bereits in der Klageschrift entwickeltes Vorbringen anführt, dass die FPÖ kein
         berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 besitze und deshalb nicht als Antragstellerin oder Beschwerdeführerin
         qualifiziert werden könne, womit nach den genannten Grundsätzen die gesamten Beschwerdepunkte gegenüber der FPÖ als vertraulich
         zu behandeln seien. Nach Auffassung des Gerichts bezieht sich das Vorbringen der Klägerin damit ordnungsgemäß auf rechtliche
         Gesichtspunkte, die erst während des Verfahrens zutage getreten sind.
      
      176   In der Rechtssache T‑214/01 genügt der bereits oben (in Randnr. 170) gegebene Hinweis, dass die Klägerin mit dem Vorbringen
         in ihrer Erwiderung lediglich die bereits in ihrer Klageschrift erhobene Rüge präzisiert und weiterentwickelt hat.
      
      177   Die Unzulässigkeitseinrede nach Artikel 48 § 2 der Verfahrensordnung ist daher zurückzuweisen.
       Zur Begründetheit
      –       Vorbringen der Parteien
      178   Die Klägerinnen tragen vor, dass die Weiterleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ Artikel 20 Absatz 2 der Verordnung Nr.
         17 in Verbindung mit Artikel 287 EG verletze, weil die weiterzuleitenden Mitteilungen der Beschwerdepunkte Geschäftsgeheimnisse
         und andere vertrauliche Informationen enthielten.
      
      179   Die Klägerinnen machen in erster Linie geltend, dass im Verhältnis zur FPÖ sämtliche in den Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         enthaltenen Angaben vertraulicher Art seien. Nach den Artikeln 8 und 48 der Grundrechtecharta seien, um die Unschuldsvermutung
         zu wahren, alle personenbezogenen Daten gegenüber Dritten, die sich nicht auf eine gesetzliche legitime Grundlage stützen
         könnten, als vertraulich zu behandeln. Da die Kommission im vorliegenden Fall nicht nachgewiesen habe, dass die FPÖ ein berechtigtes
         Interesse besitze, seien die Beschwerdepunkte insgesamt als vertraulich zu behandeln. Überdies seien die Beschwerdepunkte
         nicht nach Abschluss eines kontradiktorischen Verfahrens erlassen worden, womit die FPÖ im Fall ihrer Kenntnisnahme aus ihnen
         unberechtigte Schlussfolgerungen ziehen und eine Vorverurteilung der Klägerinnen bewirken könnte.
      
      180   Diese Vertraulichkeit sei gegenüber der FPÖ in besonderem Maße geboten, weil deren Tätigkeit nicht dem Schutz eigener Interessen
         als Kundin diene, sondern nur der Verfolgung politischer Interessen. Die Kommission verfüge über keine rechtliche Handhabe,
         um einen Missbrauch der Beschwerdepunkte zu verhindern, denn mit einer Schadensersatzklage gegen die Kommission lasse sich
         eine Ansehensschädigung der Klägerinnen nicht wieder gutmachen. Daher müsse das berechtigte Interesse der Klägerinnen an der
         Geheimhaltung der Beschwerdepunkte vor dem angeblichen Interesse der FPÖ Vorrang haben. Im Übrigen habe die FPÖ die Beschwerdepunkte
         nach deren Erhalt tatsächlich für politische Zwecke genutzt, indem sie sie der Presse zur Verfügung gestellt und ein verzerrtes
         Bild von ihrem Inhalt und ihrer Tragweite vermittelt habe. So habe der frühere FPÖ-Vorsitzende und der Partei weiterhin angehörende
         Kärntner Landeshauptmann J. Haider am 27. Januar 2002 in einem Fernsehinterview den Inhalt der von der Kommission übermittelten
         Beschwerdepunkte offengelegt und dabei gegen die betroffenen Banken diverse Vorwürfe erhoben. Diese Vorwürfe seien anschließend
         auf verschiedenen Internetseiten, darunter solchen der FPÖ, weiter verbreitet worden. Am 1. Februar 2002 habe Herr Haider
         seine Anschuldigungen in einer Pressekonferenz wiederholt. Diese Äußerungen seien sodann von den österreichischen Medien aufgegriffen
         worden, die dabei in Presseartikeln aus der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 wörtlich zitiert hätten.
         Die Namen der Klägerinnen seien wiederholt erwähnt worden. Dem aus dieser Vorverurteilung in den Medien resultierenden Vertrauensverlust
         bei ihren Kunden stünden die Klägerinnen machtlos gegenüber.
      
      181   Die Klägerinnen machen schließlich geltend, dass die Übermittlung der Beschwerdepunkte im vorliegenden Fall ihre Hauptfunktion,
         dem Beschwerdeführer eine Vorbereitung auf die Anhörung zu ermöglichen (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 18. September
         1996 in der Rechtssache T‑353/94, Postbank/Kommission, Slg. 1996, II‑921, Randnr. 10), nicht mehr erfüllen könne, weil die
         Anhörung bereits stattgefunden habe. Infolgedessen habe die Kommission die beteiligten Interessen falsch abgewogen, indem
         sie das berechtigte Interesse der Klägerinnen an der vertraulichen Behandlung der Beschwerdepunkte insgesamt der formalen
         Wahrung des von der FPÖ behaupteten Akteneinsichtsrechts untergeordnet habe.
      
      182   Hilfsweise machen die Klägerinnen geltend, dass die angeblich nichtvertraulichen Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte,
         die der FPÖ zugeleitet werden sollten, jedenfalls zahlreiche Angaben enthielten, die unter den Geheimnisschutz fielen.
      
      183   So trägt die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 vor, dass die in den Randnummern 216, 218 und 219 der Mitteilung der Beschwerdepunkte
         vom 10. September 1999 enthaltenen Angaben zu Art und Umfang ihrer Beteiligung an den Absprachen gegenüber der FPÖ als vertraulich
         zu behandeln seien. Die Behauptung der Kommission, dass diese Angaben deshalb nicht unter den Schutz des Geschäftsgeheimnisses
         fielen, weil die Identität der Klägerin der FPÖ bereits bekannt gewesen sei, treffe nicht zu, denn die FPÖ habe die Klägerin
         bei ihrer Antragstellung nicht benannt. Nach Artikel 13 Absatz 1 der Verordnung Nr. 2842/98 und nach der Mitteilung der Kommission
         über interne Verfahrensvorschriften für die Behandlung von Anträgen auf Akteneinsicht in Fällen einer Anwendung der Artikel
         [81 EG] und [82 EG], der Artikel 65 und 66 EGKS-Vertrag und der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (ABl. C 23 vom 23.
         Januar 1997, S. 3) seien ferner die Informationen als vertraulich zu behandeln, die in den von der Klägerin freiwillig übermittelten
         Unterlagen enthalten und in der Mitteilung der Beschwerdepunkte zitiert seien. Die vom Anhörungsbeauftragten getroffene Entscheidung,
         diese Unterlagen nicht weiterzuleiten, genüge dem Geheimhaltungsinteresse nicht, weil die Unterlagen in der Mitteilung der
         Beschwerdepunkte wörtlich zitiert seien.
      
      184   In der Rechtssache T‑214/01 trägt die Klägerin vor, der Anhörungsbeauftragte habe ihr Ersuchen vom 18. November 1999, zumindest
         alle Eigennamen von Personen und Banken zu streichen, in der irrigen Annahme zurückgewiesen, dass nur Geschäftsgeheimnisse
         als vertraulich zu behandeln seien. Die Mitteilungen der Beschwerdepunkte enthielten jedoch noch zahlreiche weitere Informationen,
         die unter die Garantie der vertraulichen Behandlung fielen.
      
      185   Nach Ansicht der Kommission ist dieses Vorbringen ohne jede Grundlage.
      –       Würdigung durch das Gericht
      186   Die Klägerinnen machen in erster Linie geltend, dass sämtliche in den Mitteilungen der Beschwerdepunkte enthaltenen Informationen
         gegenüber der FPÖ vertraulich seien, da diese kein berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung Nr.
         17 dargelegt habe.
      
      187   Diese Rüge kann nicht durchgreifen. Denn wie oben bereits entschieden wurde, verfügte die FPÖ über ein berechtigtes Interesse
         im Sinne von Artikel 3 der Verordnung Nr. 17 an der Feststellung der behaupteten Zuwiderhandlung gegen Artikel 81 EG (vgl.
         oben, Randnrn. 110 bis 118). Als Antragstellerin hatte sie somit nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 Anspruch auf Erhalt
         einer nichtvertraulichen Fassung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte.
      
      188   Diese Beurteilung wird weder durch das Vorbringen der Klägerinnen zu einer etwaigen missbräuchlichen Verwertung der Beschwerdepunkte
         durch die FPÖ noch durch die Ereignisse in Frage gestellt, die sich nach der tatsächlichen Weiterleitung der Beschwerdepunkte
         an die FPÖ zugetragen haben sollen.
      
      189   Erstens obliegt es der Kommission nicht, wegen eines bloßen Verdachts, dass die Beschwerdepunkte missbräuchlich verwendet
         werden könnten, das Recht eines Antragstellers, der ordnungsgemäß sein berechtigtes Interesse dargelegt hat, auf Erhalt der
         Mitteilungen der Beschwerdepunkte nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 einzuschränken. Wie ferner zu beachten ist, wies
         die Kommission die FPÖ im vorliegenden Fall darauf hin, dass die Zuleitung der Beschwerdepunkte allein im Rahmen und nur für
         die Zwecke des Zuwiderhandlungsverfahrens erfolge. Wie aus dem Schreiben des Anhörungsberechtigten vom 30. Januar 2002 hervorgeht,
         teilte die Kommission der FPÖ mit, dass ihr die Zuleitung der Beschwerdepunkte nur die Wahrnehmung ihrer Rechte als Antragstellerin
         erleichtern solle, dass die Beschwerdepunkte lediglich eine vorläufige Beurteilung der Kommission wiedergäben, dass jede Verwendung
         der Unterlagen oder ihres Inhalts zu verfahrensfremden Zwecken unzulässig sei und dass die von dem Verfahren betroffenen Banken
         – die die Beschwerdepunkte bestritten hätten – bis zum Erlass einer abschließenden Sachentscheidung durch die Kommission als
         unschuldig anzusehen seien.
      
      190   Was zweitens die Vorgänge nach der Zuleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ anbelangt, so ist daran zu erinnern, dass die
         Rechtmäßigkeit einer Handlung nach den rechtlichen und tatsächlichen Umständen zu beurteilen ist, die im Zeitpunkt des Erlasses
         der betreffenden Entscheidung bestanden, so dass Handlungen, die nach einer Entscheidung vorgenommen werden, deren Gültigkeit
         nicht beeinträchtigen können (Urteile des Gerichtshofes vom 8. November 1983 in den verbundenen Rechtssachen 96/82 bis 102/82,
         104/82, 105/82, 108/82 und 110/82, IAZ u. a./Kommission, Slg. 1983, 3369, Randnr. 16, und vom 17. Oktober 1989 in der Rechtssache
         85/87, Dow Benelux/Kommission, Slg. 1989, 3137, Randnr. 49). Aus diesen Ereignissen lässt sich daher nichts gegen die Rechtmäßigkeit
         der streitigen Entscheidung herleiten.
      
      191   Schließlich ist aus den oben in Randnummer 148 genannten Gründen das Vorbringen der Klägerinnen zurückzuweisen, dass die Übermittlung
         der Beschwerdepunkte im vorliegenden Fall nicht mehr ihre wesentliche Funktion habe erfüllen können, dem Beschwerdeführer
         eine Vorbereitung auf die Anhörung zu ermöglichen.
      
      192   Das Vorbringen der Klägerinnen, wonach sämtliche Beschwerdepunkte gegenüber der FPÖ als vertraulich anzusehen seien, greift
         daher nicht durch.
      
      193   Hilfsweise machen die Klägerinnen geltend, dass jedenfalls bestimmte der in den Mitteilungen der Beschwerdepunkte enthaltenen
         Informationen gegenüber der FPÖ vertraulicher Art seien. 
      
      194   So trägt die Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 vor, dass die in den Randnummern 216, 218 und 219 der Mitteilung der Beschwerdepunkte
         vom 10. September 1999 enthaltenen Angaben zu ihrer Identität und zu Art und Umfang ihrer Beteiligung an der Zuwiderhandlung
         als vertraulich anzusehen und deshalb aus der der FPÖ zuzuleitenden Fassung der Beschwerdepunkte zu streichen seien. 
      
      195   Was die Identität der Klägerin betrifft, so hat diese nicht dargelegt, aus welchen Gründen ihr Name vertraulich sei. Diese
         Rüge ist daher als nicht hinreichend substanziiert zurückzuweisen. Im Übrigen ist festzustellen, dass die Klägerin bereits
         vor der Zuleitung der Beschwerdepunkte an die FPÖ als eine der Beklagten in der Sammelklage benannt war, die vor den Gerichten
         der Vereinigten Staaten von Amerika wegen derselben Praktiken erhoben worden war. Überdies hat die Klägerin im Verfahren der
         einstweiligen Anordnung nicht bestritten, dass ihr Name in der Presse bereits im Zusammenhang mit der in Frage stehenden Angelegenheit
         genannt worden ist. Entgegen ihrem Vorbringen war der Öffentlichkeit somit bereits bekannt, dass sie von den fraglichen Untersuchungen
         betroffen war. Angesichts dieser Umstände kann der Name der Klägerin nicht allein deshalb als eine gegenüber dritten Antragstellern
         vertrauliche Angabe angesehen werden, weil er in dem bei der Kommission gestellten Antrag der FPÖ vom 24. Juni 1997 nicht
         genannt ist.
      
      196   Die Rüge, wonach die Identität der Klägerin vertraulich sei, greift daher nicht durch.
      197   Was die Angaben zum Umfang der Beteiligung der Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 an den beanstandeten Praktiken angeht,
         so enthalten die oben genannten Randnummern der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 Angaben zu den Stellungen
         der Mitarbeiter der Klägerin, die angeblich an den wettbewerbswidrigen Treffen teilgenommen haben. Die Klägerin legt jedoch
         nicht dar, inwiefern diese Angaben ihre Interessen beeinträchtigen oder aus welchen Gründen sie gegenüber dritten Antragstellern
         unter den Geheimnisschutz fallen. 
      
      198   Was schließlich die in Randnummer 219 der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 genannten Bankkonditionen
         betrifft, die von den beschuldigten Banken angeblich in einer Sitzung erörtert wurden, ist darauf hinzuweisen, dass geschäftlich
         sensible Informationen aus den betroffenen Unternehmen in einem Zuwiderhandlungsverfahren vertrauliche Informationen darstellen,
         die unter den Geheimnisschutz fallen. So nennt Artikel 287 EG als vom Geheimnisschutz erfasste Informationen ausdrücklich
         „Auskünfte über Unternehmen sowie deren Geschäftsbeziehungen oder Kostenelemente“.
      
      199   Dass die fraglichen Angaben vertraulich sind, kann jedoch angesichts ihres Alters vernünftigerweise ausgeschlossen werden
         (Beschlüsse des Gerichts vom 15. November 1990 in den Rechtssachen T‑1/89 bis T‑4/89 und T‑6/89 bis T‑15/89, Rhône-Poulenc
         u. a./Kommission, Slg. 1990, II‑637, Randnr. 23, und vom 19. Juni 1996 in den Rechtssachen T‑134/94, T‑136/94 bis T‑138/94,
         T‑141/94, T‑145/94, T‑147/94, T‑148/94, T‑151/94, T‑156/94 und T‑157/94, NMH Stahlwerke u. a./Kommission, Slg. 1996, II‑537,
         Randnr. 24). Wie den Randnummern 216, 218 und 219 der Mitteilung der Beschwerdepunkte entnommen werden kann, betreffen die
         streitigen Angaben im Wesentlichen Kreditmindestzinssätze für verschiedene Bankprodukte, die die Klägerin und die anderen
         beschuldigten Banken im April 1994 vermarktet haben sollen. Da diese Informationen somit bei Erlass der streitigen Entscheidung
         mehr als fünf Jahre alt waren, konnte der Anhörungsbeauftragte zu Recht annehmen, dass sie nur noch historischen Charakter
         hatten und damit der FPÖ mitgeteilt werden durften.
      
      200   Das Vorbringen der Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 zur Vertraulichkeit der Angaben in den Randnummern 216, 218 und 219
         der Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 ist daher zurückzuweisen.
      
      201   Die Klägerin in der Rechtssache T-213/01 macht ferner geltend, dass auch die wörtlichen Zitate als vertraulich anzusehen seien,
         die aus den ihrerseits als vertraulich anerkannten Anlagen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte stammten und in den Mitteilungen
         selbst enthalten seien.
      
      202   Indessen beschränkt sich die Klägerin auf dieses Vorbringen, ohne die fraglichen Informationen und die sie enthaltenden Abschnitte
         der Mitteilungen der Beschwerdepunkte näher zu bezeichnen und genaue und spezifische Gründe dafür anzuführen, dass die Vertraulichkeit
         dieser Informationen gewährleistet bleiben müsse.
      
      203   Folglich kann das Vorbringen der Klägerin in der Rechtssache T‑213/01 zur Vertraulichkeit bestimmter Angaben in den Mitteilungen
         der Beschwerdepunkte nicht als begründet angesehen werden.
      
      204   Die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01 macht geltend, dass der Anhörungsbeauftragte die Namen der betroffenen Personen und
         Banken hätte unkenntlich machen müssen. Jedoch war die Klägerin in dem Antrag der FPÖ bei der Kommission vom 24. Juni 1997
         bereits ausdrücklich namhaft gemacht worden. Sie gehörte auch zu den Beklagten in der Sammelklage, die in den Vereinigten
         Staaten von Amerika anhängig gemacht worden war. Was schließlich die Namen der betroffenen Personen angeht, so wird ihre Identität
         in den nichtvertraulichen Fassungen der Mitteilungen der Beschwerdepunkte nicht offengelegt, die vielmehr, wie bereits erwähnt,
         nur ihre jeweiligen Stellungen oder allgemeinen Bezeichnungen ihrer Funktion angeben (vgl. oben, Randnr. 197).
      
      205   Die Klägerin in der Rechtssache T‑214/01 macht schließlich geltend, dass die Mitteilungen der Beschwerdepunkte zahlreiche
         weitere unter den Geheimnisschutz fallende Informationen enthielten. Insoweit genügt der Hinweis, dass die Klägerin diese
         Informationen in keiner Weise näher bezeichnet und für ihren angeblich vertraulichen Charakter auch keine Begründung gegeben
         hat.
      
      206   Demnach sind die Rügen der Klägerin in der Rechtssache T-214/01 zur Vertraulichkeit bestimmter Informationen in den Mitteilungen
         der Beschwerdepunkte ebenfalls zurückzuweisen.
      
      207   Demnach greift der sechste Klagegrund eines Verstoßes gegen Artikel 20 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 in Verbindung mit Artikel
         287 EG nicht durch.
      
       Zum siebenten Klagegrund: Verletzung des Grundsatzes des Vertrauensschutzes
       Vorbringen der Parteien
      208   Die Klägerinnen machen geltend, dass die Weiterleitung der Mitteilungen der Beschwerdepunkte an die FPÖ auch gegen den Grundsatz
         des Vertrauensschutzes verstoße. Sie hätten bei der gemeinsamen Sachverhaltsdarstellung mit der Kommission zusammengearbeitet
         und dabei eine Vielzahl von Dokumenten unter der Voraussetzung vorgelegt, dass diese Informationen nicht Dritten zugänglich
         gemacht würden. Dennoch habe die Kommission die unter der Voraussetzung der Vertraulichkeit vorgelegten Schriftstücke in den
         Mitteilungen der Beschwerdepunkte auszugsweise wörtlich zitiert. Indem die Kommission die Mitteilungen der Beschwerdepunkte
         nunmehr der FPÖ zugänglich mache, enttäusche sie die Banken in ihrem berechtigten Vertrauen auf Geheimhaltung der Informationen
         (Urteil des Gerichtshofes vom 3. Mai 1978 in der Rechtssache 112/77, Töpfer/Kommission, Slg. 1978, 1019, 1032). Die Haltung
         der Kommission stehe außerdem in Widerspruch zu ihrer Mitteilung über interne Verfahrensvorschriften für die Behandlung von
         Anträgen auf Akteneinsicht in Fällen einer Anwendung der Artikel [81 EG] und [82 EG], der Artikel 65 und 66 EGKS-Vertrag und
         der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates, die den Schutz von Informationen betreffe, um deren vertrauliche Behandlung gebeten
         worden sei, und diesen Schutz insbesondere dann vorsehe, „wenn bei einer Nachprüfung in einem Unternehmen betriebsinterne
         Schriftstücke gesammelt werden, um deren vertrauliche Behandlung es gebeten hat“ (Abschnitt I A 2, zweiter Absatz, der Mitteilung).
      
      209   Die Kommission verweist darauf, dass nach Artikel 7 der Verordnung Nr. 2842/98 jeder Beschwerdeführer Anspruch auf Erhalt
         einer nichtvertraulichen Fassung der Beschwerdepunkte habe. Hieran könnten auch Zusagen über die Sicherung der „Parteienvertraulichkeit“
         bestimmter, von den betroffenen Unternehmen freiwillig gelieferter Angaben nichts ändern.
      
       Würdigung durch das Gericht
      210   Nach ständiger Rechtsprechung kann sich auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes jeder berufen, aus dessen Lage sich ergibt,
         dass die Gemeinschaftsbehörden bei ihm begründete Erwartungen geweckt haben (Urteil des Gerichtshofes vom 11. März 1987 in
         der Rechtssache 265/85, Van den Bergh en Jurgens/Kommission, Slg. 1987, 1155, Randnr. 44, und Urteil des Gerichts vom 17.
         Dezember 1998 in der Rechtssache T‑203/96, Embassy Limousines & Services/Parlament, Slg. 1998, II‑4239, Randnr. 74). Eine
         Verletzung dieses Grundsatzes kann jedoch niemand geltend machen, dem die Verwaltung keine konkreten Zusicherungen gemacht
         hat (Urteile des Gerichts vom 29. Januar 1998 in der Rechtssache T‑113/96, Dubois et Fils/Rat und Kommission, Slg. 1998, II‑125,
         Randnr. 68, und vom 18. Januar 2000 in der Rechtssache T‑290/97, Mehibas Dordtselaan/Kommission, Slg. 2000, II‑15, Randnr. 59).
      
      211   Im vorliegenden Fall haben die Klägerinnen und die übrigen betroffenen Banken durch eine Vorbemerkung, die sie ihrer Sachverhaltsdarstellung
         für die Kommission vom 16. Dezember 1998 voranstellten, darum gebeten, diese Sachverhaltsdarstellung gegenüber Dritten vertraulich
         zu behandeln. Den Akten lässt sich allerdings nicht entnehmen, dass die Kommission den Klägerinnen ihrerseits die Zusicherung
         gemacht hätte, die in dieser Darstellung enthaltenen Informationen dritten Antragstellern nicht zugänglich zu machen. Die
         Klägerinnen haben auch keinen Umstand oder Anhaltspunkt angeführt, der beweisen könnte, dass die Kommission die beanspruchte
         absolute Geheimhaltung dieser Unterlagen zugesichert hätte.
      
      212   Unter diesen Umständen kann eine Verletzung des Grundsatzes des Vertrauensschutzes nicht geltend gemacht werden.
      213   Dem steht nicht entgegen, dass der Anhörungsbeauftragte in der Aufstellung 1 ausdrücklich angab, dass die der Mitteilung der
         Beschwerdepunkte vom 10. September 1999 beigefügten Unterlagen dritten Antragstellern nicht zugänglich gemacht würden. Der
         Inhalt dieser Aufstellung konnte bei den Klägerinnen kein berechtigtes Vertrauen erwecken, da die darin enthaltene Auflistung
         einzelner Punkte in den weiterzuleitenden Mitteilungen der Beschwerdepunkte niemals eine Entfernung oder Unkenntlichmachung
         der in den Mitteilungen enthaltenen Auszüge aus ihren Anlagen umfasste. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass die Mitteilung
         der Kommission über die Behandlung von Anträgen auf Akteneinsicht entgegen dem Vorbringen der Klägerin kein absolutes Recht
         auf die vertrauliche Behandlung von betriebsinternen Unterlagen eines Unternehmens gewährt, für die dieses um Geheimhaltung
         gegenüber Dritten gebeten hat.
      
      214   Der siebente Klagegrund ist daher als unbegründet zurückzuweisen.
      215   Nach alledem sind die Klagen insgesamt abzuweisen.
       Kosten
      216   Nach Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Nach
         Artikel 87 § 3 kann das Gericht die Kosten teilen oder beschließen, dass jede Partei ihre eigenen Kosten trägt, wenn jede
         Partei teils obsiegt, teils unterliegt oder wenn ein außergewöhnlicher Grund vorliegt.
      
      217   In Anbetracht der Umstände des vorliegenden Falles, insbesondere des Unterliegens der Kommission hinsichtlich ihrer Unzulässigkeitseinreden,
         sind der Kommission die Kosten im Zusammenhang mit dem Vorbringen zur Zulässigkeit der Klagen aufzuerlegen, die das Gericht
         auf ein Drittel der Kosten des Verfahrens der Hauptsache bemisst. Damit tragen die Klägerinnen zwei Drittel der Kosten des
         Verfahrens der Hauptsache und die gesamten Kosten der Verfahren der einstweiligen Anordnung.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Fünfte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klagen werden abgewiesen.
      2.      Die Klägerinnen tragen zwei Drittel der Kosten des Verfahrens der Hauptsache und die gesamten Kosten der Verfahren der einstweiligen
            Anordnung. 
      3.      Die Kommission trägt ein Drittel der Kosten des Verfahrens der Hauptsache.
      
               Lindh 
            
            
                García-Valdecasas 
            
            
                Cooke
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 7. Juni 2006.
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                      Die Präsidentin
            
         
               E. Coulon 
            
             
            
                      P. Lindh
            
         * Verfahrenssprache: Deutsch.