CELEX: C1998/397/06
Language: de
Date: 1998-12-19 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES vom 22. Oktober 1998 in den verbundenen Rechtssachen C-10/97 bis C-22/97 (Vorabentscheidungsersuchen der Pretura Circondariale Rom): Ministero delle Finanze gegen IN.CO.GE.'90 Srl u. a. (Erstattung rechtsgrundlos gezahlter Beträge - Folgen der Unvereinbarkeit einer nationalen Abgabe mit dem Gemeinschaftsrecht)

C 397/4               DE                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  19.12.98
22. Oktober 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:          Emoda Srl (C-18/97), Sappesi Srl (C-19/97), Ing. Luigi
                                                                   Martini Srl (C-20/97), Giacomo Srl (C-21/97), Mafar Srl
                                                                   (C-22/97) vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung
                                                                   über die Folgen der Unvereinbarkeit einer nationalen
1. Die Artikel 17 und 18 der Verordnung (EWG)
                                                                   Abgabe mit dem Gemeinschaftsrecht im innerstaatlichen
     Nr. 2328/91 des Rates vom 15. Juli 1991 zur Verbesse-
                                                                   Recht hat der Gerichtshof unter Mitwirkung des Präsiden-
     rung der Effizienz der Agrarstruktur und Artikel 1 der
                                                                   ten G. C. Rodríguez Iglesias, der Kammerpräsidenten
     Richtlinie 75/268/EWG des Rates vom 28. April 1975
                                                                   P. J. G. Kapteyn, J.-P. Puissochet (Berichterstatter), G.
     über die Landwirtschaft in Berggebieten und in
                                                                   Hirsch und P. Jann sowie der Richter G. F. Mancini, J. C.
     bestimmten benachteiligten Gebieten stehen der
                                                                   Moitinho de Almeida, C. Gulmann, J. L. Murray, D. A. O.
     Gewährung einer Zulage zum Ausgleich ständiger
                                                                   Edward, H. Ragnemalm, L. Sevón, M. Wathelet, R.
     natürlicher Nachteile an einen Landwirt, der nicht
                                                                   Schintgen und K. M. Ioannou Ð Generalanwalt: D. Ruiz-
     dauernd auf seinem Hof wohnt, nicht entgegen.
                                                                   Jarabo Colomer; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler
                                                                   Ð am 22. Oktober 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor
                                                                   erlassen:
2. Weder der Grundsatz der Gleichbehandlung noch der
     der Rechtssicherheit stehen einer Regelung entgegen,
     nach der ein Landwirt, der die Ausgleichszulage bean-
                                                                   Das nationale Gericht muû aufgrund seiner Verpflichtung,
     sprucht und mehr als 12 Straûenkilometer vom
                                                                   eine innerstaatliche Regelung, durch die eine gemein-
     betrieblichen Mittelpunkt des Hofes entfernt wohnt,
                                                                   schaftsrechtswidrige Abgabe eingeführt worden ist, unan-
     den Hof selbst bewirtschaften und mindestens 50 %
                                                                   gewendet zu lassen, Anträgen auf Erstattung dieser
     seines Einkommens aus einer landwirtschaftlichen
                                                                   Abgabe grundsätzlich stattgeben. Die Erstattung ist gemäû
     oder vergleichbaren Tätigkeit erzielen und zudem das
                                                                   den Vorschriften des innerstaatlichen Rechts zu gewährlei-
     Vorliegen eines besonderen Grundes nachweisen muû.
                                                                   sten, wobei diese nicht ungünstiger gestaltet werden dürfen
                                                                   als bei entsprechenden Klagen, die nur innerstaatliches
(1) ABl. C 74 vom 8.3.1997 und ABl. C 166 vom 31.5.1997.           Recht betreffen; auch dürfen sie die Ausübung der durch
                                                                   die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte nicht
                                                                   praktisch unmöglich machen oder übermäûig erschweren.
                                                                   Eine eventuelle Neuqualifizierung der Rechtsbeziehungen,
                                                                   die durch die Erhebung einer später für gemeinschafts-
                                                                   rechtswidrig befundenen nationalen Abgabe zwischen der
                                                                   Finanzverwaltung eines Mitgliedstaats und den Gesell-
                                                                   schaften in diesem Staat entstanden sind, unterliegt somit
              URTEIL DES GERICHTSHOFES                             dem innerstaatlichen Recht.
                    vom 22. Oktober 1998
                                                                   (1) ABl. C 94 vom 22.3.1997.
in den verbundenen Rechtssachen C-10/97 bis C-22/97
(Vorabentscheidungsersuchen der Pretura Circondariale
Rom): Ministero delle Finanze gegen IN.CO.GE.'90 Srl
                            u. a. (1)
(Erstattung rechtsgrundlos gezahlter Beträge Ð Folgen
der Unvereinbarkeit einer nationalen Abgabe mit dem
                      Gemeinschaftsrecht)
                                                                                 URTEIL DES GERICHTSHOFES
                        (98/C 397/06)                                                    (Sechste Kammer)
                                                                                      vom 22. Oktober 1998
                (Verfahrenssprache: Italienisch)                   in den verbundenen Rechtssachen C-36/97 und C-37/97
                                                                   (Vorabentscheidungsersuchen des Schleswig-Holsteinischen
                                                                   Verwaltungsgerichts): Hilmar Kellinghusen gegen Amt für
                                                                   Land- und Wasserwirtschaft Kiel und Ernst-Detlef Ketelsen
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung                gegen Amt für Land- und Wasserwirtschaft Husum (1)
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                        Gerichtshofes)                             (Gemeinsame Agrarpolitik Ð Verwaltungsgebühren Ð
                                                                                  Erhebung von den Begünstigten)
                                                                                           (98/C 397/07)
In den verbundenen Rechtssachen C-10/97 bis C-22/97
betreffend ein dem Gerichtshof nach Artikel 177 EG-Ver-
trag von der Pretura Circondariale Rom (Italien) in den
bei dieser anhängigen Rechtsstreitigkeiten Ministero delle                         (Verfahrenssprache: Deutsch)
Finanze gegen IN.CO.GE.'90 Srl, Idelgard Srl (C-11/97),
Iris'90 Srl (C-12/97), Camed Srl (C-13/97), Pomezia Pro-
getti Appalti Srl (PPA) (C-14/97), Edilcam Srl (C-15/97),          In den verbundenen Rechtssachen C-36/97 und C-37/97
A. Cecchini & C. Srl (C-16/97), EMO Srl (C-17/97),                 betreffend dem Gerichtshof nach Artikel 177 EG-Vertrag