CELEX: 62007FO0077(01)
Language: de
Date: 2009-01-20 00:00:00
Title: Beschluss des Gerichts für den öffentlichen Dienst (Erste Kammer) vom 20. Januar  2009. # Kay Labate gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften. # Kostenfestsetzung. # Rechtssache F-77/07 DEP.

BESCHLUSS DES GERICHTS FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DIENST(Erste Kammer)
      
      20. Januar 2009
      Rechtssache F-77/07 DEP
      Kay Labate
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften 
      „Verfahren – Kostenfestsetzung“
      Gegenstand: Anträge, mit denen K. Labate zunächst von der Kommission Erstattung der mit der Rechtssache F‑77/07 (Beschluss vom 1. Februar
         2008, Labate/Kommission, Slg. ÖD 2008, I-A-1-0000 und II-A-1-0000) verbundenen Anwaltshonorare und Kosten in Höhe eines Pauschalbetrags
         von 72 361,03 Euro – nach freiwilliger Reduktion des ursprünglich verlangten Betrags um 30 % – verlangt hat, sodann vorgeschlagen
         hat, diesen Betrag auf 45 000 Euro herabzusetzen, und schließlich Kostenfestsetzung beantragt hat 
      
      Entscheidung: Der Betrag der K. Labate in der Rechtssache F‑77/07 zu erstattenden Kosten wird auf 21 568,90 Euro festgesetzt. 
      
      Leitsätze
      Verfahren – Kosten – Festsetzung – Zu berücksichtigende Gesichtspunkte 
      (Verfahrensordnung des Gerichts erster Instanz, Art. 91 Buchst. b; Verfahrensordnung des Gerichts für den öffentlichen Dienst,
            Art. 122) 
      Der Gemeinschaftsrichter hat nicht die Vergütungen festzusetzen, die die Parteien ihren eigenen Anwälten schulden, sondern
         den Betrag zu bestimmen, der von der kostenpflichtigen Partei gefordert werden kann. Bei der Kostenfestsetzung hat er weder
         eine nationale Gebührenordnung für Anwälte noch eine zwischen der betroffenen Partei und ihren Bevollmächtigten oder Beiständen
         getroffene Gebührenvereinbarung zu berücksichtigen.
      
      In Ermangelung gemeinschaftlicher Gebührenbestimmungen muss der Gemeinschaftsrichter alle Umstände frei würdigen, wobei er
         den Gegenstand und die Art des Rechtsstreits, seine Bedeutung aus gemeinschaftsrechtlicher Sicht sowie den Schwierigkeitsgrad
         der Sache, den Arbeitsaufwand der Bevollmächtigten oder Beistände, der für das streitige Verfahren erforderlich gewesen sein
         konnte, und die wirtschaftlichen Interessen, die die Parteien am Ausgang des Rechtsstreits hatten, berücksichtigt. Beim Arbeitsaufwand
         hat der Gemeinschaftsrichter die Gesamtzahl der Arbeitsstunden, die für das streitige Verfahren objektiv notwendig erscheinen
         konnten, zu berücksichtigen. 
      
      (vgl. Randnrn. 24, 25 und 28)
      Verweisung auf:
      Gericht erster Instanz: 30. Oktober 1998, Kaysersberg/Kommission, T‑290/04 DEP, Slg. 1998, II‑4105, Randnr. 20; 9. September
         2002, Pannella/Parlament, T‑182/00 DEP, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 29; 20. November 2002, Spruyt/Kommission,
         T‑171/00 DEP, Slg. ÖD 2002, I‑A‑225 und II‑1127, Randnrn. 25, 26 und 29; 8. Juli 2004, De Nicola/EIB, T‑7/98 DEP, T‑208/98 DEP
         und T‑109/99 DEP, Slg. ÖD 2004, I‑A‑219 und II‑973, Randnr. 32