CELEX: 32002D0838
Language: de
Date: 2002-09-30 00:00:00
Title: 2002/838/Euratom: Entscheidung des Rates vom 30. September 2002 über ein von der Gemeinsamen Forschungsstelle durch direkte Aktionen für die Europäische Atomgemeinschaft durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und Ausbildung (2002—2006)

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32002D0838

2002/838/Euratom: Entscheidung des Rates vom 30. September 2002 über ein von der Gemeinsamen Forschungsstelle durch direkte Aktionen für die Europäische Atomgemeinschaft durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und Ausbildung (2002—2006)  

Amtsblatt Nr. L 294 vom 29/10/2002 S. 0086 - 0093

Entscheidung des Ratesvom 30. September 2002über ein von der Gemeinsamen Forschungsstelle durch direkte Aktionen für die Europäische Atomgemeinschaft durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und Ausbildung (2002-2006)(2002/838/Euratom)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 7 Absatz 1,auf Vorschlag der Kommission(1),nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments(2),nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses(3),in Erwägung nachstehender Gründe:(1) Mit dem Beschluss 2002/668/Euratom(4) hat der Rat das sechste Rahmenprogramm der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) im Bereich der nuklearen Forschung und Ausbildung als Beitrag zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums (2002-2006) (nachstehend "Rahmenprogramm" genannt) beschlossen; dessen Durchführung erfolgt gemäß Artikel 7 Euratom-Vertrag durch Forschungs- und Ausbildungsprogramme, in denen die Einzelheiten der Durchführung, die Laufzeit und die für notwendig erachteten Mittel festgelegt werden.(2) Für dieses Programm gelten die Regeln für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen sowie für die Verbreitung von Forschungsergebnissen (nachstehend "Beteiligungsregeln" genannt).(3) Bei der Durchführung dieses Programms sollte die Förderung der Mobilität der Wissenschaftler und der Ausbildung sowie der Innovation in der Gemeinschaft einen Schwerpunkt bilden.(4) Bei der Durchführung des Rahmenprogramms kann die internationale Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen, insbesondere auf der Grundlage des Kapitels 10 des Vertrags, zweckmäßig sein. In diesem Zusammenhang wird die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) anstreben, alle Interessen der Gemeinschaft und ihrer Mitgliedstaaten zu vertreten und die von ihr betriebenen Netze bestmöglich zu nutzen.(5) Bei der Durchführung dieses Programms sollte den Bewerberländern besondere Aufmerksamkeit gelten. Die GFS führt geeignete Ausbildungsmaßnahmen im Bereich Sicherheit und Sicherungsmaßnahmen durch, einschließlich Maßnahmen zur Kontrolle des illegalen Handels mit Kernmaterial.(6) Die GFS beteiligt sich an europäischen Netzen für die Kernreaktorsicherheit, mit denen bezweckt wird, die verschiedenen Sicherheitspraktiken und -konzepte zu verbessern, und wird somit dazu beitragen, dass in den Bewerberländern ein ähnliches Verfahren angewandt wird.(7) Bei den im Rahmen dieses Programms durchgeführten Forschungstätigkeiten sind die ethischen Grundprinzipien, einschließlich derjenigen, die in Artikel 6 des Vertrags über die Europäische Union und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt sind, zu beachten; außerdem ist die Akzeptanz dieser Tätigkeiten in der Öffentlichkeit zu berücksichtigen.(8) Im Anschluss an die Kommissionsmitteilung "Frauen und Wissenschaft" und die Entschließungen des Rates vom 20. Mai 1999(5) und 26. Juni 2001(6) sowie die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 3. Februar 2000(7) zu diesem Thema wird ein Aktionsplan durchgeführt, mit dem die Stellung und die Rolle der Frauen in Wissenschaft und Forschung gestärkt werden sollen und der die Wahrung der Chancengleichheit ungeachtet des Geschlechts gewährleisten sollte.(9) Das Programm sollte auf flexible, effiziente und transparente Weise durchgeführt werden, wobei die einschlägigen Erfordernisse der Nutzer der GFS und der Gemeinschaftspolitik zu berücksichtigen sind und das Ziel des Schutzes der finanziellen Interessen der Gemeinschaft zu beachten ist. Die im Rahmen des Programms durchgeführten Forschungstätigkeiten sollten gegebenenfalls diesen Erfordernissen sowie den wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen angepasst werden.(10) Die GFS wird weiterhin den Erfordernissen der Gemeinschaftspolitik gerecht werden, wie dies von den Nutzern zum Ausdruck gebracht wird. Im Sinne der Effizienz wird sie dazu ein angemessenes Gleichgewicht in Bezug auf die Forschungstätigkeiten wahren, die für herausragende wissenschaftliche Leistungen erforderlich sind.(11) Die GFS sollte die durch direkte Aktionen durchzuführenden Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen übernehmen, insbesondere die der Kommission durch den Vertrag zugewiesenen Aufgaben. Die Kommission sollte die ihr im Bereich der Kernspaltung zugewiesenen Aufgaben erfuellen, indem sie auf das Fachwissen der GFS zurückgreift.(12) Die GFS sollte Tätigkeiten im Bereich Innovation und Technologietransfer aktiv weiterverfolgen.(13) Bei der Durchführung dieses Programms sollte die Kommission nach den entsprechenden Bestimmungen des Kommissionsbeschlusses 96/282/Euratom vom 10. April 1996 über die Reorganisation der GFS(8) den GFS-Verwaltungsrat hören.(14) Die Kommission sollte zu gegebener Zeit eine unabhängige Bewertung der Tätigkeiten veranlassen, die auf den unter dieses Programm fallenden Gebieten durchgeführt worden sind. Diese Bewertung sollte unter Wahrung der Offenheit gegenüber allen Beteiligten durchgeführt werden.(15) Der Ausschuss für wissenschaftliche und technische Forschung ist zum wissenschaftlich-technischen Inhalt dieses spezifischen Programms gehört worden.(16) Der Verwaltungsrat der GFS ist zum wissenschaftlich-technischen Inhalt dieses spezifischen Programms gehört worden -HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:Artikel 1(1) Gemäß dem Beschluss 2002/668/Euratom über das Rahmenprogramm 2002-2006 (nachstehend "Rahmenprogramm" genannt) wird ein von der Gemeinsamen Forschungsstelle durch direkte Aktionen durchzuführendes spezifisches Programm für Forschung und Ausbildung (nachstehend "spezifisches Programm" genannt) für den Zeitraum vom 30. September 2002 bis zum 31. Dezember 2006 beschlossen.(2) Die Ziele sowie die wissenschaftlichen und technologischen Prioritäten des spezifischen Programms sind in Anhang I enthalten.Artikel 2Gemäß Anhang II des Beschlusses 2002/668/Euratom über das Rahmenprogramm belaufen sich die zur Durchführung des spezifischen Programms für notwendig erachteten Mittel auf 290 Millionen Euro. Die vorläufige Aufteilung dieses Betrags ist Anhang II zu entnehmen.Artikel 3(1) Für die Durchführung des spezifischen Programms ist die Kommission zuständig.(2) Das spezifische Programm wird gemäß den speziellen Regeln in Anhang III durchgeführt.Artikel 4(1) Die Kommission stellt ein Arbeitsprogramm zur Durchführung des spezifischen Programms auf, das allen Interessenten zur Verfügung gestellt wird und das die Ziele und Prioritäten, den Zeitplan für die Durchführung und die Durchführungsmodalitäten genauer darlegt.(2) Das Arbeitsprogramm trägt den relevanten Forschungstätigkeiten der Mitgliedstaaten, der assoziierten Staaten und europäischer und internationaler Organisationen Rechnung. Es wird gegebenenfalls aktualisiert.Artikel 5(1) Bei der Durchführung des spezifischen Programms hört die Kommission den GFS-Verwaltungsrat gemäß dem Kommissionsbeschluss 96/282/Euratom.(2) Die Kommission unterrichtet den Verwaltungsrat regelmäßig über die Durchführung des spezifischen Programms.Artikel 6(1) Die Kommission berichtet gemäß Artikel 4 des Rahmenprogramms regelmäßig über die Gesamtfortschritte bei der Durchführung des spezifischen Programms.(2) Die Kommission veranlasst die in Artikel 5 des Rahmenprogramms vorgesehene unabhängige Bewertung der Tätigkeiten auf den unter das spezifische Programm fallenden Gebieten.Artikel 7Die Kommission kann die GFS ersuchen, unter Anwendung des Kriteriums des gegenseitigen Nutzens Projekte in Zusammenarbeit mit juristischen Personen aus Drittländern durchzuführen, wenn dies einen wirksamen Beitrag zur Durchführung von direkten Aktionen leistet.Artikel 8Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.Geschehen zu Brüssel am 30. September 2002.Im Namen des RatesDer PräsidentB. Bendtsen(1) ABl. C 181 E vom 30.7.2002, S. 132.(2) Stellungnahme vom 13. Juni 2002 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).(3) ABl. C 221 vom 17.9.2002, S. 97.(4) ABl. L 232 vom 29.8.2002, S. 34.(5) ABl. C 201 vom 16.7.1999, S. 1.(6) ABl. C 199 vom 14.7.2001, S. 1.(7) ABl. C 309 vom 27.10.2000, S. 57.(8) ABl. L 107 vom 30.4.1996, S. 12.ANHANG IWISSENSCHAFTLICHE UND TECHNOLOGISCHE ZIELE SOWIE GRUNDZÜGE DER MASSNAHMEN1. EinleitungDie Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) soll auftraggeberorientierte wissenschaftlich-technische Unterstützung für die Konzipierung, Entwicklung, Durchführung und Überwachung der Gemeinschaftspolitik bereitstellen. Sie dient dem gemeinsamen Interesse der Mitgliedstaaten, ist jedoch unabhängig von privaten oder staatlichen Einzelinteressen.Der Beitrag der GFS zum Rahmenprogramm 2002-2006 berücksichtigt Empfehlungen der jüngsten Evaluierungen der GFS sowie die Anforderungen im Rahmen der Reform der Kommission, und zwar insbesondere:- eine verstärkte Nutzerorientierung;- Vernetzung zur Schaffung einer breiten Wissensbasis und engere Beteiligung der Laboratorien, Unternehmen und Regulierungsstellen der Mitgliedstaaten an der wissenschaftlich-technischen Unterstützung der Politik der Europäischen Union im Einklang mit den Zielen des Europäischen Forschungsraums (EFR);- die Konzentration der Tätigkeiten auf ausgewählte Themen, darunter Ausbildung von Wissenschaftlern zum Erhalt des kerntechnischen Fachwissens in der Europäischen Union und den mit ihr assoziierten Mitgliedstaaten.Die Arbeiten dieses Programms werden mit den indirekten Aktionen des spezifischen Euratom-Programms koordiniert.Berücksichtigt wird der ermittelte, eindeutig zum Ausdruck gebrachte Bedarf (insbesondere der Kommissionsdienststellen), dessen jeweiliger Stand im Rahmen systematischer und regelmäßiger Kontakte(1) festgestellt wird.In ihren Kompetenzbereichen wird sich die GFS um Synergien mit den entsprechenden thematischen Schwerpunkten der anderen spezifischen Programme bemühen, insbesondere durch Beteiligung an indirekten Aktionen mit dem Ziel, für die hier durchgeführten Arbeiten gegebenenfalls einen Zusatznutzen zu erbringen (z. B. durch Vergleich und Validierung von Prüfverfahren und sonstigen Verfahren und durch die Zusammenfassung von Ergebnissen für die politische Entscheidungsfindung).2. Gegenstand des Programms2.1. BegründungMit den Tätigkeiten der GFS im Kerntechnikbereich sollen die einschlägigen Gemeinschaftsmaßnahmen und die Erfuellung spezieller Verpflichtungen aus dem Vertrag, mit denen die Kommission betraut ist, unterstützt werden. Die Kernenergie liefert rund ein Drittel der Elektrizität in der Gemeinschaft, und es ist weiterhin besondere Sorgfalt geboten, damit die herausragende Sicherheitsbilanz der Gemeinschaft aufrechterhalten, der Weiterverbreitung von Nuklearmaterial auch künftig entgegengewirkt und die Behandlung und langfristige Lagerung von Abfällen sachkundig gehandhabt wird. Die Erweiterung der Union, verbunden mit der notwendigen Sicherung des aus der Abrüstung stammenden Materials, sowie neue technologische Entwicklungen bringen neue Herausforderungen mit sich.Die GFS, die ihre Tätigkeiten auf Bereiche konzentriert, in denen eine Beteiligung der Gemeinschaft sinnvoll ist, wird dort tätig, wo ihre gesamteuropäische Ausrichtung einen Zusatznutzen erbringt und ihre Arbeiten durch die grenzüberschreitenden Aspekte der nuklearen Sicherheit und Sicherung oder durch das öffentliche Interesse an solchen Fragen gerechtfertigt sind: Sicherungsmaßnahmen, Nichtverbreitung, Entsorgung radioaktiver Abfälle, Reaktorsicherheit und Überwachung ionisierender Strahlung werden die Hauptthemen sein.Wichtigstes Ziel ist der weitere Ausbau der Zusammenarbeit durch Vernetzung, damit auf europäischer Ebene und weltweit ein weit reichender Konsens über eine Vielzahl von Fragen erreicht wird. Die Anwendung von Sicherungsmaßnahmen durch das Amt für Euratom-Sicherheitsüberwachung (ESO) und die IAEO bedarf der F& E-Unterstützung und direkter Hilfe. Besondere Aufmerksamkeit wird der Zusammenarbeit mit künftigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union geschenkt werden. Eine wichtige Komponente der GFS-Tätigkeit werden Ausbildungsmaßnahmen bilden, damit die Europäische Union auch künftig über Wissenschaftler mit den erforderlichen Fähigkeiten und Sachkenntnissen auf dem Gebiet der Kerntechnik verfügt. Hauptforschungsbereiche:- Entsorgung radioaktiver Abfälle und Sicherung von Kernmaterialien;- Sicherheit der verschiedenen Reaktortypen, Überwachung und Metrologie im Bereich ionisierender Strahlung.2.2. Entsorgung radioaktiver Abfälle und Sicherung von KernmaterialienBehandlung und Lagerung abgebrannter Brennstoffe und hochaktiver AbfälleIm Hinblick auf abgebrannte Kernbrennstoffe und die Behandlung und Entsorgung radioaktiver Abfälle wird die GFS ihre Kenntnisse über Aktinide und aktinidenhaltige Erzeugnisse im Bereich der Grundlagenphysik, der Chemie und der Werkstoffwissenschaften weiter ausbauen.Die grundlegenden Vorgänge, die das Verhalten abgebrannter Brennstoffe bei der Zwischenlagerung oder langfristigen Lagerung in geologischen Formationen bestimmen, werden näher untersucht.Außerdem wird die GFS die Erprobung und Bewertung von Prozessen fortsetzen, mit denen sich die effiziente Trennung radiotoxischer Elemente aus abgebranntem Brennstoff und die anschließende Wiederaufarbeitung der dabei entstandenen Produkte verbessern lassen. Dies wird mit den europäischen Partnern im Rahmen des Transmutations- und Trennungsprogramms verwirklicht. Neben diesem experimentellen und theoretischen Ansatz wird die GFS ihre Beteiligung an Netzen fortführen und ausbauen, bei denen sie eventuell eine Koordinierungsrolle übernimmt, wie etwa in der internationalen Arbeitsgruppe über Brennstoffauslegung für beschleunigergetriebene Systeme.Sicherungsmaßnahmen im Nuklearbereich und NichtverbreitungIm Bereich der Sicherungsmaßnahmen wird direkte Unterstützung für die Inspektionsstellen (ESO und IAEO) und die Betreiber geleistet. Darüber hinaus werden zur Vorbereitung auf künftige Anforderungen flankierende Forschungsarbeiten durchgeführt: Hierunter fallen kontinuierliche Verbesserungen der Sicherungstätigkeiten zur Anpassung an die politischen Rahmenbedingungen, insbesondere an Änderungen in den Verifikationssystemen, und an die technologische Entwicklung. Die Arbeiten beinhalten die Entwicklung und Bewertung messtechnischer Ausrüstungen für zerstörende und zerstörungsfreie Prüfungen, die Bereitstellung zertifizierter Referenzmaterialien, Containment und Überwachung, die Schulung von Inspektoren sowie Nachrüstung und Betrieb von Laboratorien am Standort der Anlagen. Die GFS wird weiterhin die zentrale Anlaufstelle des Netzes der Europäischen Vereinigung für Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Sicherungsmaßnahmen (ESARDA) sein.Der Ausbau des Sicherungssystems stützt sich zur Erhöhung der Effizienz und zur Durchführung neuer Maßnahmen in zunehmenden Maße auf die Informationstechnologien. Fortsetzen wird die GFS ihre Anstrengungen auf den Gebieten Umweltüberwachung, Satellitenüberwachung und innovative Daten- und Informationsmanagementsysteme sowie verbesserte Kommunikations- und Fernüberwachungstechniken, damit bestimmte Arbeiten der Sicherungskontrolle von den Hauptstützpunkten aus erledigt werden können. Synergien mit den Arbeiten der GFS im Bereich der Betrugsbekämpfung werden ausgebaut.Die GFS wird weiterhin den Transfer des technologischen gemeinschaftlichen Besitzstands im Bereich der Sicherungsmaßnahmen in die Bewerberländer unterstützen.Die GFS beteiligt sich intensiv an den internationalen Bemühungen zur Aufdeckung illegaler Vorgänge und zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kernmaterialien. Die GFS wird ihre Tätigkeiten und Forschungsbemühungen in diesem Bereich weiter ausbauen, damit sie auf entsprechende Anfragen eines Mitgliedstaats oder Bewerberlandes eingehen kann. Weiterentwickelt wird auch die nuklearwissenschaftliche Kriminaltechnik.Das spezialisierte Know-how und die Techniken der GFS im Zusammenhang mit den Euratom-Sicherungsmaßnahmen im Nuklearbereich könnten für die internationalen Bemühungen zur Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen bereitgestellt werden. Zu diesem Zweck wird die GFS bestrebt sein, den gesamten verfügbaren Sachverstand zu bündeln und ihre Partner in vollem Umfang in das ESARDA-Netz einzubinden.2.3. Sicherheit der verschiedenen Reaktortypen, Überwachung und Metrologie im Bereich ionisierender StrahlungSicherheit der verschiedenen ReaktortypenEs muss ein hohes Sicherheitsniveau bei Kernkraftwerken in der Europäischen Union sichergestellt werden. Einige der Kraftwerke der heutigen Generation werden noch mindestens 20 Jahre lang betrieben werden. Die GFS wird ihre Unterstützung für Sicherheitsbehörden und Kernkraftwerksbetreiber fortsetzen, indem sie Netze zu den Themen Alterung, Entdeckung von Schäden, Prüfungen während des Betriebs und Bewertung der Unversehrtheit von Strukturen unterhält. Unfallanalyse und -management, Validierung von Regelwerken, Systemanalyse und die Entwicklung risikobasierter Methoden sind traditionelle Kompetenzbereiche der GFS, die sowohl für die Harmonisierung innerhalb der Europäischen Union als auch mit Blick auf die Erweiterung wichtig sind. Das PHEBUS-Programm wird weiterhin unterstützt. Unterstützt werden auch die Abfrage von Versuchsdaten und deren benutzerfreundliche Archivierung unter besonderer Berücksichtigung des Managements und der Verbreitung dieser Daten.Ein weiterer Bereich, in dem die GFS Unterstützung leistet, ist die Entwicklung einer gemeinsamen Sicherheitskultur in den mittel- und osteuropäischen Ländern. Hierzu gehören betriebliche Sicherheitsmaßnahmen und Anlagennachrüstung, strukturelle Unversehrtheit, Unfallvorbeugung und -management.In Bezug auf die Sicherheit von Kernbrennstoff wird die GFS den Schwerpunkt auf mechanische und chemische Wechselbeziehungen an der Schnittstelle Brennstoff/Hülle und auf das Brennstoffverhalten bei hohem Abbrand legen. Die TRANSURANUS-Brennstoffleistungscodes werden um weitere neue Daten ergänzt, die weit verbreitet werden sollen, und es werden weitere Schulungsmaßnahmen für Nutzer - auch für Wissenschaftler aus den osteuropäischen Ländern - angeboten.Zusammen mit der Industrie und F& E-Einrichtungen wird die GFS zur Analyse und Bewertung einer Reihe von Sicherheitsfunktionen verschiedener Energieerzeugungssysteme, die derzeit in mehreren Ländern geprüft werden, beitragen.Überwachung und Metrologie im Bereich ionisierender StrahlungDie Untersuchung der Frage, wie die Bevölkerung und die Umwelt vor den Folgen ionisierender Strahlung zu schützen sind, erfordert als Ausgangspunkt eine verlässliche Dosimetrie. In diesem Bereich soll das seit langem bestehende Fachwissen der GFS für Strahlenschutz und Metrologie verstärkt eingesetzt werden.Bei der Radionuklidmetrologie wird der Schwerpunkt auf Referenzmessungen und der Erstellung internationaler Normen für Referenzradioaktivitätsmessungen liegen. Außerdem sollen nukleare Sicherheits- und Sicherungsmaßnahmen, die Überwachung ionisierender Strahlung gemäß dem Euratom-Vertrag sowie die Messung extrem niedriger Dosen ionisierender Strahlung unterstützt werden.Die Kompetenz der GFS in der Radioaktivitätsspurenanalyse und -speziation wird im Umweltschutzbereich weiter ausgebaut.(1) Jährliche Nutzer-Workshops, dienststellenübergreifende Gruppe der Auftraggeber-GDS, bilaterale Vereinbarungen usw.ANHANG IIVORLÄUFIGE MITTELAUFTEILUNG>PLATZ FÜR EINE TABELLE>ANHANG IIISPEZIELLE DURCHFÜHRUNGSREGELN1. Die Kommission führt die direkte Aktion nach Anhörung des GFS-Verwaltungsrats auf der Grundlage der wissenschaftlichen Ziele und Inhalte des Anhangs I durch. Die Tätigkeiten im Rahmen dieser Aktion sind in den einschlägigen Instituten der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) durchzuführen.2. Im Rahmen ihrer Tätigkeit wird sich die GFS soweit sinnvoll und möglich an Netzen öffentlicher und privater Laboratorien in den Mitgliedstaaten bzw. europäischen Forschungskonsortien, die die politische Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene unterstützen, beteiligen bzw. solche schaffen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zusammenarbeit mit der Industrie, insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen. Forschungseinrichtungen aus Drittländern können, im Einklang mit Artikel 6 und gegebenenfalls Abkommen über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und dem jeweiligen Drittland, an den Projekten ebenfalls teilnehmen. Besondere Aufmerksamkeit gilt ferner der Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien und sonstigen Forschungseinrichtungen in den Bewerberländern und den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie in der ehemaligen Sowjetunion.Die GFS wird ferner geeignete Mechanismen einsetzen, um den Bedarf ihrer Auftraggeber und Nutzer fortlaufend zu ermitteln und sie an den diesbezüglichen Maßnahmen zu beteiligen.3. Die bei der Durchführung der Projekte erworbenen Kenntnisse werden von der GFS selbst verbreitet. Hierbei sind mögliche Beschränkungen aus Gründen der Vertraulichkeit zu beachten.4. Zu den Begleitmaßnahmen gehören:- Organisation der Besuche von GFS-Personal in nationalen Laboratorien, Industrielaboratorien und Hochschulen;- Förderung der Mobilität von Nachwuchswissenschaftlern, insbesondere aus den Bewerberländern;- gezielte Ausbildungsmaßnahmen mit Schwerpunkt auf dem Fachwissen im Nuklearbereich und der Kultur der nuklearen Sicherheit in der Europäischen Union;- Organisation der Aufenthalte von Gastwissenschaftlern und abgestellten nationalen Sachverständigen, insbesondere aus den Bewerberländern, in GFS-Instituten;- regelmäßiger Informationsaustausch, unter anderem durch wissenschaftliche Seminare, Workshops, Kolloquien und Veröffentlichungen;- unabhängige wissenschaftliche und strategische Evaluierung der Projekt- und Programmergebnisse.