CELEX: 62006CJ0372
Language: de
Date: 2007-12-13 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Vierte Kammer) vom 13. Dezember 2007.#Asda Stores Ltd gegen Commissioners of Her Majesty’s Revenue and Customs.#Ersuchen um Vorabentscheidung: VAT and Duties Tribunal, London - Vereinigtes Königreich.#Zollkodex der Gemeinschaften - Durchführungsmaßnahmen - Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 - Anhang 11 - Nichtpräferenzieller Ursprung von Waren - Fernsehempfangsgeräte - Begriff der wesentlichen Be- oder Verarbeitung - Kriterium des Mehrwerts - Gültigkeit und Auslegung - Assoziierungsabkommen EWG-Türkei - Beschluss Nr. 1/95 des Assoziationsrates - Unmittelbare Wirkung - Auslegung.#Rechtssache C-372/06.

Rechtssache C‑372/06
      Asda Stores Ltd
      gegen
      Commissioners of Her Majesty’s Revenue and Customs
      (Vorabentscheidungsersuchen des VAT and Duties Tribunal, London)
      „Zollkodex der Gemeinschaften – Durchführungsmaßnahmen – Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 – Anhang 11 – Nichtpräferenzieller Ursprung von Waren – Fernsehempfangsgeräte – Begriff der wesentlichen Be- oder Verarbeitung – Kriterium des Mehrwerts – Gültigkeit und Auslegung – Assoziierungsabkommen EWG–Türkei – Beschluss Nr. 1/95 des Assoziationsrates – Unmittelbare Wirkung – Auslegung“
      Urteil des Gerichtshofs (Vierte Kammer) vom 13. Dezember 2007 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Warenursprung – Bestimmung – Wesentliche Be- oder Verarbeitung
      (Verordnung Nr. 2913/92 des Rates, Art. 24 und 249; Verordnung Nr. 2454/93 der Kommission, Anhang 11)
      2.     Warenursprung – Bestimmung – Wesentliche Be- oder Verarbeitung
      (Verordnung Nr. 2913/92 des Rates, Art. 24; Verordnung Nr. 2454/93 der Kommission, Anhang 11)
      3.     Völkerrechtliche Verträge – Assoziierungsabkommen EWG-Türkei – Zollunion
      (Zusatzprotokoll zum Assoziierungsabkommen EWG–Türkei, Art. 47 Abs. 1 bis 3; Beschluss Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG–Türkei,
            Art. 44 bis 47)
      4.     Völkerrechtliche Verträge – Assoziierungsabkommen EWG–Türkei – Zollunion
      (Beschluss Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG–Türkei, Art. 47)
      5.     Völkerrechtliche Verträge – Assoziierungsabkommen EWG-Türkei – Zollunion
      (Zusatzprotokoll zum Assoziierungsabkommen EWG–Türkei, Art. 47 Abs. 2; Beschluss Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG–Türkei,
            Art. 46 und 47)
      1.     Ein Montagevorgang, bei dem verschiedene Teile zusammengesetzt werden, stellt eine wesentliche Be- oder Verarbeitung dar,
         die als ursprungsbegründend angesehen werden kann, wenn er aus technischer Sicht und im Hinblick auf die Definition der betreffenden
         Ware die entscheidende Herstellungsstufe bildet, auf der die Bestimmung der verwendeten Bestandteile konkretisiert wird und
         auf der der Ware ihre besonderen qualitativen Eigenschaften verliehen werden.
      
      Bei der Vielzahl der unter den Begriff der Montage fallenden Vorgänge kann es indes Sachverhalte geben kann, bei denen sich
         der Ursprung einer Ware nicht anhand technischer Kriterien bestimmen lässt. In diesen Fällen ist hilfsweise das Kriterium
         des durch die Montage erzielten Mehrwerts heranzuziehen.
      
      Insoweit muss die Kommission im Rahmen des Wertungsspielraums, über den sie beim Erlass der erforderlichen Maßnahmen zur Durchführung
         der Verordnung Nr. 2913/92 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaft, insbesondere der den Ursprung der Waren betreffenden
         Maßnahmen, verfügt, allgemeine Bestimmungen erlassen, die aus Gründen der Rechtssicherheit die Gesamtsituation eines Industriesektors
         dauerhaft berücksichtigen und folglich nicht durch die besondere Situation eines bestimmten Unternehmens dieses Sektors in
         einem bestimmten Zeitpunkt beeinflusst werden können.
      
      Somit kann die Berücksichtigung der großen Vielfalt der Vorgänge, die in dem gesamten in Rede stehenden Industriesektor unter
         den Begriff der Montage fallen, durch die Kommission die Heranziehung des Kriteriums des Mehrwerts rechtfertigen.
      
      (vgl. Randnrn. 36-37, 45-46, 51, Tenor 1)
      2.     Die Bestimmungen in Spalte 3 der in Anhang 11 der Verordnung Nr. 2454/93 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung Nr. 2913/92
         angeführten Tarifposition ex 8528 der Kombinierten Nomenklatur sind dahin auszulegen, dass für die Berechnung des Wertes,
         den die Farbfernsehempfangsgeräte bei ihrer Herstellung erworben haben, der nichtpräferenzielle Ursprung eines Einzelteils,
         wie z. B. eines vom Lieferanten des Endprodukts montierten Chassis, nicht getrennt zu bestimmen ist. Die fraglichen Bestimmungen
         sind nämlich allgemein gefasst und verleihen bei der Bestimmung des Ursprungs des betroffenen Produkts einem spezifischen
         Bestandteil desselben keine ausschlaggebende Bedeutung. Worauf es ankommt, ist, sämtliche Bauteile zu berücksichtigen, die
         tatsächlich und objektiv bei der Montage durch das Unternehmen verwendet werden, das das Endprodukt herstellt. In diesem Sinne
         sehen weder Art. 24 der Verordnung Nr. 2913/92 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften noch die Bestimmungen des Anhangs
         11 der Verordnung Nr. 2454/93 vor, dass eine solche Prüfung durchgeführt werden kann, ohne die Montagevorgänge in ihrer Gesamtheit
         zu berücksichtigen. Diese Bestimmungen zielen weder darauf ab, bei der Herstellung des Produkts bestimmte Montagevorgänge
         zu Lasten bestimmter anderer zu berücksichtigen, noch soll mit ihnen auf diese Art und Weise künstlich dieses oder jenes Teil,
         das seinerseits aus einer von demselben Lieferanten durchgeführten Montage hervorgegangen ist, isoliert werden. Müsste insoweit
         eines der vom Lieferanten montierten Teile bei der Fertigung getrennt betrachtet werden, weil es dann selbst die Eigenschaft
         eines Ursprungsprodukts erwerben könnte, liefe dies nämlich darauf hinaus, dem Importeur oder seinem Lieferanten die Beurteilung
         zu überlassen, in welchem Stadium der Fertigung eines der Bauteile des eingeführten Produkts die Eigenschaft eines Endprodukts
         erwirbt, das als Vormaterial bei der im selben Unternehmen stattfindenden Fertigung eines anderen Produkts zum Einsatz kommt.
         Ein solcher Ansatz, der somit den Ursprung eines Produkts von einer subjektiven, mit der Objektivität und Vorhersehbarkeit
         der fraglichen Bestimmungen unvereinbaren Beurteilung abhängig machte, nähme den Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung
         Nr. 2454/93 jede praktische Wirksamkeit.
      
      (vgl. Randnrn. 57-59, 73, Tenor 2)
      3.     Weder Art. 44 des Beschlusses Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG‑Türkei über die Durchführung der Endphase der Zollunion in
         Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 bis 3 des Zusatzprotokolls zum Assoziierungsabkommen EWG–Türkei noch die Art. 45 und 46 dieses
         Beschlusses haben unmittelbare Wirkung vor den nationalen Gerichten; sie verleihen daher einzelnen Gewerbetreibenden nicht
         das Recht, sich auf einen Verstoß gegen die betreffenden Artikel zu berufen, um der Zahlung von Antidumpingzoll zu entgehen,
         der sonst geschuldet wäre.
      
      Denn erstens räumt Art. 44 Abs. 1 des Beschlusses Nr. 1/95 dem Assoziationsrat EG–Türkei zwar die Befugnis ein, die Anwendung
         handelspolitischer Schutzinstrumente auszusetzen, knüpft dieses Recht aber an Bedingungen, da er seine Ausübung davon abhängig
         macht, dass die Republik Türkei die Wettbewerbsregeln, die Kontrolle staatlicher Beihilfen und andere binnenmarktbezogene
         Teile des gemeinschaftlichen Besitzstands durchgeführt und ihre wirksame Durchsetzung sichergestellt hat. Solche Bestimmungen
         berühren also nur dann die Rechte der Wirtschaftsteilnehmer, wenn weitere Maßnahmen hinzutreten, und können die Rechtsstellung
         der Einzelnen nicht unmittelbar regeln.
      
      Zweitens sind Art. 47 Abs. 1 bis 3 des Zusatzprotokolls zum Assoziierungsabkommen EWG–Türkei und Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95,
         da sie den Vertragsparteien die Möglichkeit lassen, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen, mit keinerlei Verpflichtung verbunden.
         Außerdem sehen die genannten Bestimmungen zwar vor, dass die betroffene Vertragspartei nach Art. 47 des Zusatzprotokolls den
         Assoziationsrat oder nach Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95 den Gemischten Ausschuss der Zollunion unterrichtet, doch verpflichten
         sie dadurch nur die Parteien des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei. Diese bloße Formalität der interinstitutionellen Unterrichtung,
         die die Rechte und Pflichten Einzelner in keiner Weise berührt und deren Nichtbeachtung ohne Auswirkung auf deren Situation
         bliebe, ist somit nicht geeignet, den betreffenden Bestimmungen unmittelbare Wirkung zu verleihen.
      
      Was drittens Art. 45 des Beschlusses Nr. 1/95 angeht, hält er lediglich die Vertragsparteien dazu an, durch Informationsaustausch
         und Konsultationen Möglichkeiten für die Koordinierung ihrer Maßnahmen zu finden, und enthält dementsprechend auch keine Verpflichtung.
         Die Rechtsprechung des Gerichtshofs zur unmittelbaren Wirkung ist daher ebenso wenig auf diese Bestimmung anwendbar.
      
      (vgl. Randnrn. 85-89, 91, Tenor 3)
      4.     Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG–Türkei über die Durchführung der Endphase der Zollunion hat unmittelbare
         Wirkung, und die von ihm erfassten Einzelnen sind berechtigt, sich vor den Gerichten der Mitgliedstaaten auf ihn zu berufen.
         Er stellt nämlich, ohne dass sein Vollzug und seine Wirkungen vom Erlass eines weiteren Aktes abhingen, eine klare, präzise
         und unbedingte Verpflichtung für die Behörden des Einfuhrstaats auf, wonach sie vom Einführer verlangen müssen, dass er den
         Ursprung der betreffenden Waren auf der Zollanmeldung angibt. In Anbetracht des Zwecks und der Natur dieser Bestimmung kann
         eine solche Verpflichtung, die den Willen der Vertragsparteien zum Ausdruck bringt, von den Einführern die Erteilung bestimmter
         Informationen zu fordern, die Rechtsstellung der Wirtschaftsteilnehmer unmittelbar regeln.
      
       (vgl. Randnrn. 90-91, Tenor 3)
      5.     Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG–Türkei über die Durchführung der Endphase der Zollunion ist dahin
         auszulegen, dass Gewerbetreibenden nicht die Informationen zur Kenntnis gebracht werden müssen, die diejenigen Vertragsparteien,
         die Antidumpingmaßnahmen getroffen haben, nach Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95 dem Gemischten Ausschuss der Zollunion oder
         gemäß Art. 47 Abs. 2 des Zusatzprotokolls dem Assoziationsrat zu erteilen haben.
      
      Denn die betroffenen Wirtschaftsteilnehmer haben zwar das Recht, vorab klar und präzise von den Antidumpingmaßnahmen informiert
         zu werden, denen sie unterworfen werden können, und solche Maßnahmen müssen folglich Gegenstand angemessener Veröffentlichung,
         insbesondere im Amtsblatt der Europäischen Union, sein, doch ergibt sich aus diesen Anforderungen keineswegs, dass die erwähnten
         Wirtschaftsteilnehmer darüber hinaus von Formalitäten unterrichtet werden müssten, die nur im Interesse der Vertragsparteien
         aufgestellt worden sind.
      
      (vgl. Randnrn. 95, 97, Tenor 4)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Vierte Kammer)
      13. Dezember 2007(*)
      
      „Zollkodex der Gemeinschaften – Durchführungsmaßnahmen – Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 – Anhang 11 – Nichtpräferenzieller Ursprung von Waren – Fernsehempfangsgeräte – Begriff der wesentlichen Be- oder Verarbeitung – Kriterium des Mehrwerts – Gültigkeit und Auslegung – Assoziierungsabkommen EWG–Türkei – Beschluss Nr. 1/95 des Assoziationsrates – Unmittelbare Wirkung – Auslegung“
      In der Rechtssache C‑372/06
      betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 234 EG, eingereicht vom VAT and Duties Tribunal London (Vereinigtes Königreich)
         mit Entscheidung vom 6. September 2006, beim Gerichtshof eingegangen am 11. September 2006, in dem Verfahren
      
      Asda Stores Ltd
      gegen
      Commissioners of Her Majesty’s Revenue and Customs
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Vierte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten K. Lenaerts sowie der Richter G. Arestis, E. Juhász, J. Malenovský (Berichterstatter)
         und T. von Danwitz,
      
      Generalanwalt: J. Mazák,
      Kanzler: L. Hewlett, Hauptverwaltungsrätin,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 13. Juni 2007,
      unter Berücksichtigung der Erklärungen
      –       der Asda Stores Ltd, vertreten durch P. De Baere und M. Kuschewsky, advocaten, 
      –       der Regierung des Vereinigten Königreichs, vertreten durch E. O’Neill als Bevollmächtigte im Beistand von K. Beal, Barrister,
      –       der italienischen Regierung, vertreten durch I. M. Braguglia als Bevollmächtigten im Beistand von G. Albenzio, avvocato dello
         Stato,
      
      –       der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch X. Lewis und J. Hottiaux als Bevollmächtigte,
      aufgrund des nach Anhörung des Generalanwalts ergangenen Beschlusses, ohne Schlussanträge über die Rechtssache zu entscheiden,
      folgendes
      Urteil
      1       Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Gültigkeit der Bestimmungen in Spalte 3 der in Anhang 11 der Verordnung (EWG)
         Nr. 2454/93 der Kommission vom 2. Juli 1993 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des Rates zur
         Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften (ABl. L 253, S.1) erwähnten Tarifposition ex 8528 der Kombinierten Nomenklatur
         (im Folgenden: streitige Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93). 
      
      2       In dem Ersuchen geht es außerdem um die Auslegung der genannten Bestimmungen. 
      3       Ferner betrifft das Ersuchen die Auslegung von Art. 47 des Zusatzprotokolls, das am 23. November 1970 in Brüssel unterzeichnet,
         mit der Verordnung (EWG) Nr. 2760/72 des Rates vom 19. Dezember 1972 (ABl. L 293, S. 1) im Namen der Gemeinschaft geschlossen,
         gebilligt und bestätigt und dem am 12. September 1963 in Ankara von der Republik Türkei sowie den Mitgliedstaaten der Europäischen
         Wirtschaftsgemeinschaft und der Gemeinschaft unterzeichneten und mit dem Beschluss 64/732/EWG des Rates vom 23. Dezember 1963
         (ABl. 1964, Nr. 217, S. 3685) geschlossenen, gebilligten und bestätigten Abkommen zur Gründung einer Assoziation zwischen
         der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Türkei (im Folgenden: Assoziierungsabkommen EWG–Türkei) als Anhang beigefügt
         wurde (im Folgenden: Zusatzprotokoll).
      
      4       Schließlich bezieht sich das Ersuchen auf die Auslegung der Art. 44 bis 47 des Beschlusses Nr. 1/95 des Assoziationsrates
         EG–Türkei vom 22. Dezember 1995 über die Durchführung der Endphase der Zollunion (ABl. 1996, L 35, S. 1, im Folgenden: Beschluss
         Nr. 1/95).
      
      5       Das Ersuchen ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen Asda Stores Ltd (im Folgenden: Asda) und den Commissioners of Her
         Majesty’s Revenue and Customs (Zollbehörden des Vereinigten Königreichs, im Folgenden: Zollbehörden) über die Erhebung von
         Antidumpingzoll und Mehrwertsteuer auf die Einfuhr von Farbfernsehempfangsgeräten (im Folgenden auch: Farbfernseher oder CTV),
         die in der Türkei montiert und in das Vereinigte Königreich eingeführt wurden.
      
       Rechtlicher Rahmen
       Assoziierungsabkommen EWG–Türkei
      6       Ziel des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei ist es nach dessen Art. 2 Abs. 1, eine beständige und ausgewogene Verstärkung der
         Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Vertragsparteien unter voller Berücksichtigung der Notwendigkeit zu fördern,
         dass hierbei der beschleunigte Aufbau der türkischen Wirtschaft sowie die Hebung des Beschäftigungsstandes und der Lebensbedingungen
         des türkischen Volkes gewährleistet werden. Gemäß Art. 2 Abs. 3 umfasst diese Assoziierung eine Vorbereitungsphase, eine Übergangsphase
         und eine Endphase.
      
      7       Art. 3 Abs. 1 des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei bestimmt:
      „Während der Vorbereitungsphase festigt die Türkei ihre Wirtschaft mit Hilfe der Gemeinschaft, um die ihr in der Übergangs-
         und Endphase erwachsenden Verpflichtungen erfüllen zu können.
      
      Die näheren Einzelheiten dieser Vorbereitungsphase und insbesondere der Hilfe der Gemeinschaft werden im Vorläufigen Protokoll
         und im Finanzprotokoll geregelt, die dem Abkommen anliegen.“
      
      8       Art. 6 des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei lautet:
      „Um die Anwendung und schrittweise Entwicklung der Assoziationsregelung sicherzustellen, treten die Vertragsparteien in einem
         Assoziationsrat zusammen; dieser wird im Rahmen der Befugnisse tätig, die ihm in dem Abkommen zugewiesen sind.“
      
      9       Art. 30 des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei bestimmt:
      „Die von den Vertragsparteien einvernehmlich dem Abkommen beigefügten Protokolle sind Bestandteil des Abkommens.“
      10     Art. 47 des Zusatzprotokolls sieht vor:
      (1)      Stellt der Assoziationsrat während eines Zeitraums von zweiundzwanzig Jahren auf Antrag einer Vertragspartei Dumping‑Praktiken
         in den Beziehungen zwischend der Gemeinschaft und der [Republik] Türkei fest, so richtet er Empfehlungen an den oder die Urheber,
         um diese Praktiken abzustellen.
      
      (2)      Die geschädigte Vertragspartei kann nach Unterrichtung des Assoziationsrats geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen,
      a)      falls der Assoziationsrat binnen drei Monaten nach Antragstellung keinen Beschluss auf Grund von Absatz 1 getroffen hat,
      b)      falls die Dumping‑Praktiken trotz der Abgabe der im Absatz 1 vorgesehenen Empfehlungen fortgesetzt werden.
      Die geschädigte Partei kann ferner, wenn die Wahrung ihrer Interessen sofortiges Handeln erfordert, nach Unterrichtung des
         Assoziationsrats vorsorglich einstweilige Schutzmaßnahmen treffen, zu denen auch Antidumping‑Zölle gehören können. Diese Maßnahmen
         dürfen von der Antragstellung oder dem Zeitpunkt an, zu dem die geschädigte Partei Schutzmaßnahmen auf Grund von Unterabsatz 1
         Buchstabe b) getroffen hat, höchstens drei Monate lang Anwendung finden.
      
      (3)      Sind Schutzmaßnahmen nach Absatz 2 Unterabsatz 1 Buchstabe a) oder nach Absatz 2 Unterabsatz 2 getroffen worden, so kann der
         Assoziationsrat jederzeit beschließen, dass diese Schutzmaßnahmen bis zur Abgabe der Empfehlungen nach Absatz 1 auszusetzen
         sind.
      
      Sind Schutzmaßnahmen nach Artikel 2 Unterabsatz 1 Buchstabe b) getroffen worden, so kann der Assoziationsrat empfehlen, diese
         Schutzmaßnahmen zu beseitigen oder umzugestalten.
      
      (4)      Sind Waren, die ursprünglich aus einer Vertragspartei stammen oder sich dort im freien Verkehr befanden, in die andere Vertragspartei
         ausgeführt worden, so können sie in die erstere wiedereingeführt werden, ohne hierbei einem Zoll, einer mengenmäßigen Beschränkung
         oder Maßnahmen gleicher Wirkung zu unterliegen.
      
      Der Assoziationsrat kann alle für die Anwendung dieses Absatzes zweckdienlichen Empfehlungen aussprechen; er lässt sich hierbei
         von den Erfahrungen leiten, welche die Gemeinschaft auf diesem Gebiet erworben hat.“
      
      11     Durch den Beschluss Nr. 1/95 wird eine Zollunion zwischen der Gemeinschaft und der Republik Türkei grundsätzlich für alle
         Waren mit Ausnahme von landwirtschaftlichen Erzeugnissen geschaffen. Er sieht die Beseitigung der Zölle und der Abgaben gleicher
         Wirkung sowie die Beseitigung der mengenmäßigen Beschränkungen und der Maßnahmen gleicher Wirkung vor.
      
      12     Abschnitt III („Handelspolitische Schutzinstrumente“) in Kapitel IV dieses Beschlusses enthält folgende Artikel:
      „Artikel 44
      (1)      Der Assoziationsrat überprüft auf Antrag einer Vertragspartei die grundsätzliche Anwendung anderer handelspolitischer Schutzinstrumente
         als Schutzmaßnahmen durch eine Vertragspartei in ihren Beziehungen zur anderen Vertragspartei. Während dieser Überprüfung
         kann der Assoziationsrat beschließen, die Anwendung dieser Instrumente auszusetzen, sofern die [Republik] Türkei die Wettbewerbsregeln,
         die Kontrolle staatlicher Beihilfen und andere binnenmarktbezogene Teile des gemeinschaftlichen Besitzstandes durchgeführt
         und ihre wirksame Durchsetzung sichergestellt hat und auf diese Weise eine Garantie gegen unlauteren Wettbewerb bietet, die
         der im Binnenmarkt bestehenden vergleichbar ist.
      
      (2)      Die Modalitäten für die Anwendung von Antidumpingmaßnahmen des Artikels 47 des Zusatzprotokolls bleiben in Kraft.
      Artikel 45
      Abweichend von Kapitel V Abschnitt II gelten die in diesem Abschnitt genannten Konsultations- und Beschlußfassungsverfahren
         nicht für die von den Vertragsparteien getroffenen handelspolitischen Schutzmaßnahmen.
      
      Im Rahmen der Anwendung handelspolitischer Schutzmaßnahmen gegenüber Drittländern bemühen sich die Vertragsparteien, durch
         Informationsaustausch und Konsultationen Möglichkeiten für die Koordinierung ihrer Maßnahmen zu finden, wenn die Umstände
         und die internationalen Verpflichtungen beider dies zulassen.
      
      Artikel 46
      Hat eine Vertragspartei in ihren Beziehungen zur anderen Vertragspartei oder zu Drittländern Antidumpingmaßnahmen oder andere
         Maßnahmen des in Artikel 44 genannten handelspolitischen Instrumentariums getroffen oder trifft sie sie, so kann sie abweichend
         von dem in Kapitel I niedergelegten Grundsatz des freien Warenverkehrs die Einfuhr der betreffenden Waren aus dem Gebiet der
         anderen Vertragspartei von der Anwendung dieser Maßnahmen abhängig machen. Sie unterrichtet in diesen Fällen den Gemischten
         Ausschuss der Zollunion.
      
      Artikel 47
      Bei der Erfüllung der Förmlichkeiten bei der Einfuhr von Waren einer Art, die den in den vorstehenden Artikeln vorgesehenen
         handelspolitischen Maßnahmen unterliegt, verlangen die Behörden des Einfuhrstaats von dem Einführer, den Ursprung der betreffenden
         Waren auf der Zollanmeldung anzugeben.
      
      Zusätzliche Nachweise können verlangt werden, wenn dies wegen ernster und begründeter Zweifel unbedingt notwendig ist, um
         den wahren Ursprung der betreffenden Ware nachzuprüfen.“
      
       Zollkodex der Gemeinschaften
      13     Art. 22 des Abschnitts 1 („Nichtpräferenzieller Ursprung“) von Kapitel 2 des Titels II der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des
         Rates vom 12. Oktober 1992 zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften (ABl. L 302, S. 1, im Folgenden: Zollkodex der
         Gemeinschaften) bestimmt:
      
      „Die Artikel 23 bis 26 enthalten die Begriffsbestimmung des nichtpräferenziellen Ursprungs für 
      a)      die Anwendung des Zolltarifs der Europäischen Gemeinschaften, mit Ausnahme der Maßnahmen nach Artikel 20 Absatz 3 Buchstaben
         d) und e); 
      
      b)      die Anwendung der anderen als zolltariflichen Maßnahmen, die durch besondere Gemeinschaftsvorschriften für den Warenverkehr
         festgelegt worden sind; 
      
      c)      die Ausstellung von Ursprungszeugnissen.“
      14     Art. 23 des Zollkodex der Gemeinschaften sieht vor:
      „(1)      Ursprungswaren eines Landes sind Waren, die vollständig in diesem Land gewonnen oder hergestellt worden sind. 
      2.      Vollständig in einem Land gewonnene oder hergestellte Waren sind: 
      a)      mineralische Stoffe, die in diesem Land gewonnen worden sind; 
      b)      pflanzliche Erzeugnisse, die in diesem Land geerntet worden sind; 
      c)      lebende Tiere, die in diesem Land geboren oder ausgeschlüpft sind und die dort aufgezogen worden sind; 
      d)      Erzeugnisse, die von in diesem Land gehaltenen lebenden Tieren gewonnen worden sind; 
      e)      Jagdbeute und Fischfänge, die in diesem Land erzielt worden sind; 
      f)      Erzeugnisse der Seefischerei und andere Meereserzeugnisse, die außerhalb des Küstenmeeres eines Landes von Schiffen aus gefangen
         worden sind, die in diesem Land ins Schiffsregister eingetragen oder angemeldet sind und die Flagge dieses Landes führen;
         
      
      g)      Waren, die an Bord von Fabrikschiffen aus unter Buchstabe f) genannten Erzeugnissen hergestellt worden sind, die ihren Ursprung
         in diesem Land haben, sofern die Fabrikschiffe in diesem Land ins Schiffsregister eingetragen oder angemeldet sind und die
         Flagge dieses Landes führen; 
      
      h)      Erzeugnisse, die aus dem Meeresgrund oder Meeresuntergrund außerhalb des Küstenmeeres gewonnen worden sind, sofern dieses
         Land ausschließliche Nutzungsrechte für diesen Meeresgrund oder -untergrund besitzt; 
      
      i)      Ausschuss und Abfälle, die bei Herstellungsvorgängen anfallen, und Altwaren, wenn sie in diesem Land gesammelt worden sind
         und nur zur Gewinnung von Rohstoffen verwendet werden können; 
      
      j)      Waren, die in diesem Land ausschließlich aus den unter den Buchstaben a) bis i) genannten Waren oder ihren Folgeerzeugnissen
         jeglicher Herstellungsstufe hergestellt worden sind. 
      
      3.      Im Sinne des Absatzes 2 schließt der Begriff ‚Land‘ auch das Küstenmeer des betreffenden Landes ein.“ 
      15     Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften lautet:
      „Eine Ware, an deren Herstellung zwei oder mehrere Länder beteiligt waren, ist Ursprungsware des Landes, in dem sie der letzten
         wesentlichen und wirtschaftlich gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung unterzogen worden ist, die in einem dazu eingerichteten
         Unternehmen vorgenommen worden ist und zur Herstellung eines neuen Erzeugnisses geführt hat oder eine bedeutende Herstellungsstufe
         darstellt.“ 
      
      16     Art. 25 des Zollkodex der Gemeinschaften bestimmt:
      „Eine Be- oder Verarbeitung, bei der festgestellt worden ist oder bei der die festgestellten Tatsachen die Vermutung rechtfertigen,
         dass sie nur die Umgehung von Bestimmungen bezweckt, die in der Gemeinschaft für Waren bestimmter Länder gelten, kann den
         so erzeugten Waren keinesfalls im Sinne des Artikel 24 die Eigenschaft von Ursprungswaren des Be- oder Verarbeitungslandes
         verleihen.“ 
      
      17     Art. 26 des Zollkodex der Gemeinschaften sieht vor:
      „(1)      Im Zollrecht oder in anderen besonderen Gemeinschaftsregelungen kann vorgesehen werden, dass der Ursprung der Waren durch
         die Vorlage einer Unterlage nachzuweisen ist. 
      
      (2)      Unbeschadet der Vorlage dieser Unterlage können die Zollbehörden im Fall ernsthafter Zweifel weitere Beweismittel verlangen,
         um sicherzustellen, dass die Angabe des Ursprungs tatsächlich den einschlägigen Regeln des Gemeinschaftsrechts entspricht.“
         
      
      18     Gemäß Art. 249 des Zollkodex der Gemeinschaften erlässt die Kommission der Europäischen Gemeinschaften die erforderlichen
         Durchführungsvorschriften zu diesem Zollkodex.
      
       Verordnung Nr. 2454/93
      19     Art. 39 der Verordnung Nr. 2454/93 lautet:
      „Für die in Anhang 11 genannten hergestellten Waren gelten als Be- oder Verarbeitungen, die gemäß Artikel 24 des Zollkodex
         den Ursprung verleihen, die in Spalte 3 des genannten Anhangs aufgeführten Be- oder Verarbeitungen. Die Einzelheiten der Anwendung
         der in Anhang 11 enthaltenen Regeln sind in den Einleitenden Bemerkungen in Anhang 9 erläutert.“ 
      
      20     Anhang 9 der Verordnung Nr. 2454/93 („Einleitende Bemerkungen zu den Listen der Be‑ oder Verarbeitungen, die einer hergestellten
         Ware den Ursprung verleihen oder nicht verleihen, sofern sie an Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft vorgenommen werden“)
         umfasst die folgenden Bemerkungen 2 und 3:
      
      „Bemerkung 2
      2.1.      Der Begriff ‚Herstellen‘ umfasst jede Be‑ oder Verarbeitung einschließlich ‚Zusammenbau‘ oder besondere Vorgänge.
      2.2.      Der Begriff ‚Vormaterialien‘ umfasst jegliche ‚Zutaten‘, ‚Rohstoffe‘, ‚Komponenten‘ oder ‚Teile‘ usw., die beim Herstellen
         der Ware verwendet werden.
      
      2.3.      Der Begriff ‚Ware‘ bezieht sich auf die hergestellte Ware, auch wenn sie zur späteren Verwendung in einem anderen Herstellungsvorgang
         bestimmt ist.
      
      Bemerkung 3
      3.1.      Die gemäß einer Regel in der Spalte 3 erforderlichen Be‑ oder Verarbeitungen müssen nur an den verwendeten Vormaterialien
         ohne Ursprungseigenschaft vorgenommen werden. Ebenso beziehen sich die in einer Regel in der Spalte 3 enthaltenen Beschränkungen
         nur auf verwendete Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft.
      
      3.2.      Wird eine Ware, die aus Vormaterialien ohne Ursprungeigenschaft hergestellt wurde und dabei die Ursprungeigenschaft erworben
         hat, zum Herstellen einer anderen Ware in der Liste verwendet, so wird auf sie die für die andere Ware in der Liste vorgesehene
         Regel nicht angewendet.
      
      Beispiel:
      Nicht bestickte Gewebe können die Ursprungseigenschaften erwerben, wenn sie aus Garnen gewebt werden. Werden sie anschließend
         beim Herstellen von bestickter Bettwäsche verwendet, so findet die für die Verwendung von nicht besticktem Gewebe festgelegte
         und als Vomhundertsatz ausgedrückte Höchstgrenze keine Anwendung.“
      
      21     Anhang 11 der Verordnung Nr. 2454/93 bestimmt:
      
               KN-Code
            
            
               Warenbezeichnung
            
            
               Be- oder Verarbeitungen von Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft, die den Ursprung verleihen
            
         
               (1)
            
            
               (2)
            
            
               (3)
            
         
               …
               ex 8528
            
            
               …
               Fernsehempfangsgeräte (ausgenommen Videotuner, Videomonitoren und Videoprojektoren), auch in einem Gehäuse mit einem Rundfunkempfangsgerät,
                  einem Tonaufzeichnungs‑ oder Wiedergabegerät kombiniert
               
            
            
               …
               Herstellen, bei dem der aufgrund der Montagevorgänge und gegebenenfalls der Verwendung von Ursprungswaren erworbene Wert mindestens
                  45 v. H. des Ab‑Werk‑Preises der Geräte beträgt
               
               
               Ist die 45 v. H.-Regel nicht erfüllt, so haben die Geräte ihren Ursprung in dem Land, in dem der Ab‑Werk‑Preis der Teile mehr
                  als 35 v. H. des Ab‑Werk‑Preises der Geräte beträgt
               
               Ist die 35 v. H.-Regel in zwei Ländern erfüllt, so gilt als Ursprungsland das Land, in dem die Teile mit dem höchsten Vomhundertsatz
                  ihren Ursprung haben
               
            
         
       Verordnung Nr. 2584/98
      22     Mit Art. 1 der Verordnung (EG) Nr. 2584/98 des Rates vom 27. November 1998 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 710/95 zur
         Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Farbfernsehempfangsgeräten mit Ursprung in Malaysia, der
         Volksrepublik China, der Republik Korea, Singapur und Thailand und zur endgültigen Vereinnahmung des vorläufigen Zolls (ABl.
         L 324, S. 1) wurde der Antidumpingzollsatz auf die genannten Geräte der Tarifposition ex 8528 festgesetzt.
      
       Ausgangsverfahren und Vorlagefragen
      23     Asda, eine Gesellschaft mit Sitz im Vereinigten Königreich, führte zwischen Juni 2000 und April 2001 Farbfernsehgeräte in
         das Vereinigte Königreich ein, die Vestel, Electronic Sanayi re Ticavet A.S. (im Folgenden: Vestel), eine Gesellschaft türkischen
         Rechts, in der Türkei montiert hatte. In den von Asda abgegebenen Einfuhrzollanmeldungen wurde als Ursprung der Waren die
         Türkei genannt.
      
      24     Den Sendungen waren A.TR1‑Bescheinigungen beigefügt, die von den türkischen Behörden ausgestellt worden waren und in denen
         bestätigt wurde, dass sich die Waren gemäß dem Beschluss Nr. 1/95 im freien Verkehr befanden. Den Bescheinigungen zufolge
         war in der Türkei eine Ausgleichsabgabe entrichtet worden. 
      
      25     Die Zollbehörden des Vereinigten Königreichs waren jedoch der Ansicht, dass die Farbfernseher in Anbetracht der Umstände ihrer
         Montage durch Vestel in der Türkei und nach dem in den streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 vorgesehenen
         Kriterium in Wirklichkeit ihren Ursprung in China und Korea hätten, Ländern, gegen die sich die in der Verordnung Nr. 2548/98
         vorgesehenen Antidumpingmaßnahmen richteten.
      
      26     Aufgrund der Einfuhren von Asda wurden daher zunächst im Juni, dann im Oktober 2003 Bescheide über die Nacherhebung von 410 786,52 GBP
         an Antidumpingzoll und Einfuhrumsatzsteuer erlassen.
      
      27     Asda beantragte eine Überprüfung dieser Abgaben bei den Zollbehörden des Vereinigten Königreichs, die die entsprechenden Bescheide
         jedoch aufrechterhielten, und erhob anschließend Klage beim VAT and Duties Tribunal London.
      
      28     Da Asda die Gültigkeit der streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 in Frage stellte und sich gegen
         die Auslegung dieser Bestimmungen und derjenigen des Zusatzprotokolls wie auch des Beschlusses Nr. 1/95 durch die Zollbehörden
         wandte, hat das VAT and Duties Tribunal London beschlossen, das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof folgende Fragen
         zur Vorabentscheidung vorzulegen:
      
      1.      Sind die Regeln für die Bestimmung des nichtpräferenziellen Ursprungs in den streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 zur Verordnung
         (EWG) Nr. 2454/93 ungültig für Farbfernseher, die in der Türkei hergestellt werden und unter die Tarifposition ex 8528 der
         Kombinierten Nomenklatur fallen, wie sie in Spalte 3 der Tabelle für diese Position beschrieben ist, weil die betreffenden
         Regeln nicht mit Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften vereinbar sind?
      
      2.      Falls die spezifische Ursprungsregel für Farbfernseher, die unter die streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 zur Verordnung
         Nr. 2454/93 fallen, gültig ist, muss dann der nichtpräferenzielle Ursprung eines Einzelteils, wie z. B. eines Chassis, das
         in einen fertigen Farbfernseher eingebaut wird, getrennt bestimmt werden? Wenn ja, ist dieser nichtpräferenzielle Ursprung
         zu bestimmen 
      
      a)      auf der Grundlage der physischen Be‑ oder Verarbeitung des Produktes in dem Sinne, dass untersucht wird, wo das fragliche
         Produkt seine letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be‑ oder Verarbeitung erfahren hat (wobei unterstellt
         wird, dass die anderen Voraussetzungen des Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften erfüllt sind), oder
      
      b)      anhand der speziellen Auffangregeln, auf die sich die Kommission und die Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Verhandlungsposition
         der Europäischen Gemeinschaft vor der Welthandelsorganisation (WTO) im Rahmen der Harmonisierung der Regeln über den nichtpräferenziellen
         Ursprung geeinigt haben, wobei die spezielle Regel hier in dem Kriterium bestünde, ob ein Mehrwert von mindestens 45 % erzielt
         wurde (45 %-Mehrwert-Kriterium), und die Auffangregel wäre, dass Ursprungsland der Ware das Land ist, in dem der überwiegende
         Anteil der Teile ohne Ursprungseigenschaft seinen Ursprung hat, bestimmt auf der in dem jeweiligen Kapitel angegeben Grundlage,
         jedoch mit der Maßgabe, dass, wenn die Vormaterialien mit Ursprungseigenschaft mindestens 50 % aller Vormaterialien ausmachen,
         Ursprungsland das Land des Ursprungs dieser Vormaterialien ist, oder 
      
      c)      auf irgendeiner anderen Grundlage?
      3.      Hat ein Teil eines Farbfernsehers, wie z. B. ein Chassis, nach Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften aufgrund eines auf
         die physische Be‑ oder Verarbeitung abstellenden Tests örtlichen Ursprung erlangt, ist es dann noch erforderlich, den Wert
         für dieses Teil zu ermitteln, um auf den Farbfernseher die spezifische Ursprungsregel für Farbfernseher in Anhang 11 zur Verordnung
         Nr. 2454/93 anzuwenden?
      
      4.      Falls auf die Regeln, die im Hinblick auf die Verhandlungsposition der EG vor der WTO vereinbart wurden, bei der Anwendung
         des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 zurückgegriffen werden kann, muss dann ein Teil für einen Farbfernseher, wie z. B.
         ein Chassis, seinen eigenen tatsächlichen Ab-Werk-Preis haben, oder kann ihm ein Wert zugeschrieben werden, der einem Ab-Werk-Preis
         entspricht? 
      
      5.      Ist nach der Antwort auf die dritte oder die vierte Frage ein Wert zu berücksichtigen, der einem Ab-Werk-Preis entspricht,
         wie ist dann dieser Wert zu ermitteln? Im Einzelnen:
      
      a)      Welche Vorschriften sind anzuwenden: (i) Art. 29 oder Art. 30 des Zollkodex der Gemeinschaften, (ii) einer der Art. 141 bis
         153 der Verordnung Nr. 2454/93 oder (iii) eine der Erläuternden Anmerkungen zum Zollwert in Anhang 23 zur Verordnung Nr. 2454/93?
      
      b)      Mit welchen Beweismitteln sind der Wert oder die Kosten zu belegen?
      c)      Unter welchen Umständen kann bei der Feststellung des nichtpräferenziellen Ursprungs eines Farbfernsehers auf errechnete oder
         geschätzte Kosten eines Teils für diesen Farbfernseher zurückgegriffen werden?
      
      d)      Welche Art von Kosten darf bei der Berechnung der errechneten oder geschätzten Kosten eines Teils berücksichtigt werden?
      e)      Dürfen Durchschnittswerte über einen bestimmten Zeitraum bei der Feststellung der Zollschuld für ein bestimmtes Produkt zu
         einem bestimmten Zeitpunkt angewandt werden?
      
      f)      Dürfen beim Vergleich der Kosten oder des Werts eines Teils mit den Kosten oder dem Wert eines fertigen ausgeführten Produkts
         verschiedene Methoden zur Berechnung der Kosten oder Werte verwendet werden?
      
      6.      War die Gemeinschaft nach Art. 44 Abs. 2 des Beschlusses Nr. 1/95 in Verbindung mit Art. 47 des Zusatzprotokolls verpflichtet,
         beim Assoziationsrat EWG–Türkei einen Antrag auf Abgabe einer Empfehlung zu stellen und diesen zu unterrichten, bevor sie
         den mit der Verordnung (EG) Nr. 2584/98 eingeführten Antidumpingzoll auch auf Produkte anwandte, die aus der Türkei eingeführt
         wurden und sich im freien Verkehr befanden?
      
      7.      Ist die Gemeinschaft gemäß Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95, nachdem sie mit der Verordnung Nr. 2584/98 Änderungen in Bezug
         auf die erfassten Produkte und die Zollsätze von drei früheren Verordnungen des Rates der Europäischen Union betreffend die
         Einfuhren bestimmter Farbfernseher mit Ursprung in China und Korea vorgenommen hat, verpflichtet, den Gemeinsamen Ausschuss
         der Zollunion von ihrer Absicht zu unterrichten, diese Maßnahmen auch auf Einfuhren aus der Türkei anzuwenden, bevor sie auf
         aus der Türkei stammende Einfuhren von Farbfernsehern, die ihren Ursprung in China oder Korea haben und sich im freien Verkehr
         befinden, den neuen Antidumpingzoll anwenden darf, der mit der Verordnung Nr. 2584/98 verhängt worden ist?
      
      8.      Schreiben die Art. 44 bis 47 des Beschlusses Nr. 1/95 vor, dass Gewerbetreibenden die nach Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95
         erteilten Informationen oder die gemäß Art. 47 Abs. 2 des Zusatzprotokolls erfolgte Unterrichtung mitgeteilt werden oder dass
         sie anderweitig darauf aufmerksam gemacht werden?
      
      9.      Falls ein Antrag oder eine Unterrichtung erforderlich ist:
      a)      Welcher Form bedürfen solche Anträge und Unterrichtungen nach Art. 44 des Beschlusses Nr. 1/95 in Verbindung mit Art. 47 des
         Zusatzprotokolls?
      
      b)      Welcher Form bedarf eine Unterrichtung gemäß Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95?
      c)      Hat die Europäische Kommission mit den von ihr im vorliegenden Fall unternommenen Schritten die für Antrag oder Unterrichtung
         erforderliche Form beachtet?
      
      d)      Welche Folge hat die Nichtbeachtung? 
      10.      Sind die Art. 44, 46 und 47 des Beschlusses Nr. 1/95 sowie Art. 47 des Zusatzprotokolls unmittelbar anwendbar, oder haben
         sie unmittelbare Wirkung vor den nationalen Gerichten, so dass sie einzelnen Gewerbetreibenden das Recht verleihen, sich auf
         einen Verstoß gegen die betreffenden Artikel zu berufen, um der Zahlung von Antidumpingzoll zu entgehen, der sonst geschuldet
         wäre?
      
       Zu den Vorlagefragen
       Zur ersten Frage
      29     Mit seiner ersten Frage möchte das vorlegende Gericht im Wesentlichen wissen, ob die streitigen Bestimmungen des Anhangs 11
         der Verordnung Nr. 2454/93 ungültig sind, weil sie nicht mit Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften vereinbar sind.
      
      30     Asda macht geltend, soweit nach den streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 der aufgrund der Montagevorgänge
         und gegebenenfalls der Verwendung von Ursprungswaren erworbene Wert mindestens 45 % des Ab‑Werk‑Preises der Farbfernseher
         betragen müsse, damit deren Herstellung ihnen den Ursprung in dem Land verleihe, in dem diese Montage erfolge, sei in ihnen
         ein „quantitatives“ Kriterium des Mehrwerts herangezogen worden, das mit den „qualitativen“ Kriterien des Art. 24 des Zollkodex
         der Gemeinschaften unvereinbar sei. Mit dem Erlass dieser Bestimmungen habe die Kommission die ihr vom Rat zur Durchführung
         der Bestimmungen dieses Zollkodex verliehenen Befugnisse überschritten. 
      
      31     Insoweit ist erstens darauf hinzuweisen, dass nach Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften eine Ware, an deren Herstellung
         zwei oder mehr Länder beteiligt waren, Ursprungsware des Landes ist, in dem sie der letzten wesentlichen und wirtschaftlich
         gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung unterzogen worden ist, die in einem dazu eingerichteten Unternehmen vorgenommen worden
         ist und zur Herstellung eines neuen Erzeugnisses geführt hat oder eine bedeutende Herstellungsstufe darstellt.
      
      32     Der betreffende Art. 24 greift den Wortlaut von Art. 5 der Verordnung (EWG) Nr. 802/68 des Rates vom 27. Juni 1968 über die
         gemeinsame Begriffsbestimmung für den Warenursprung (ABl. L 148, S. 1) auf, die vor Inkrafttreten des Zollkodex der Gemeinschaften
         galt. In Auslegung dieser Verordnung hat der Gerichtshof entschieden, dass sich aus diesem Art. 5 ergibt, dass das entscheidende
         Kriterium dasjenige der letzten wesentlichen Be- oder Verarbeitung ist (Urteil vom 13. Dezember 1989, Brother International,
         C‑26/88, Slg. 1989, 4253, Randnr. 15).
      
      33     Zweitens ist daran zu erinnern, dass Art. 249 des Zollkodex der Gemeinschaften eine hinreichende Ermächtigungsgrundlage darstellt,
         die es der Kommission erlaubt, die Anwendungsmodalitäten dieses Zollkodex zu erlassen (Urteil vom 11. November 1999, Söhl
         & Söhlke, C‑48/98, Slg. 1999, I‑7877, Randnr. 35). 
      
      34     Aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs ergibt sich, dass die Kommission befugt ist, alle für die Durchführung einer Grundverordnung
         erforderlichen oder zweckmäßigen Maßnahmen zu ergreifen, soweit diese nicht gegen die Grundverordnung oder die Anwendungsregeln
         des Rates verstoßen (vgl. u. a. Urteil Söhl & Söhlke, Randnr. 36).
      
      35     Zudem verfügt die Kommission bei der Ausübung der ihr vom Rat zur Durchführung von Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften
         verliehenen Befugnisse über einen Beurteilungsspielraum, um die abstrakten Begriffe dieser Bestimmung im Hinblick auf besondere
         Be- und Verarbeitungsvorgänge präzisieren zu können (vgl. Urteil vom 23. März 1983, Cousin u. a., 162/82, Slg. 1983, 1101,
         Randnr. 17).
      
      36     Zur Frage, ob ein Montagevorgang, bei dem verschiedene Teile zusammengesetzt werden, eine wesentliche Be- oder Verarbeitung
         darstellt, hat der Gerichtshof bereits entschieden, dass ein solcher Vorgang als ursprungsbegründend angesehen werden kann,
         wenn er aus technischer Sicht und im Hinblick auf die Definition der betreffenden Ware die entscheidende Herstellungsstufe
         bildet, auf der die Bestimmung der verwendeten Bestandteile konkretisiert wird und auf der der Ware ihre besonderen qualitativen
         Eigenschaften verliehen werden (Urteile vom 31. Januar 1979, Yoshida, 114/78, Slg. 1979, 151, und Brother International, Randnr.
         19). 
      
      37     Der Gerichtshof hat indes entschieden, dass es bei der Vielzahl der unter den Begriff der Montage fallenden Vorgänge Sachverhalte
         geben kann, bei denen sich der Ursprung einer Ware nicht anhand technischer Kriterien bestimmen lässt. In diesen Fällen ist
         hilfsweise das Kriterium des durch die Montage erzielten Mehrwerts heranzuziehen (Urteil Brother International, Randnr. 20).
      
      38     Der Gerichtshof hat ausgeführt, dass die Erheblichkeit dieses Kriteriums im Übrigen durch das Internationale Übereinkommen
         zur Vereinfachung und Harmonisierung der Zollverfahren (Übereinkommen von Kyoto), von dem mehrere Anlagen mit dem Beschluss
         77/415/EWG des Rates vom 3. Juni 1977 (ABl. L 166, S. 1) im Namen der Gemeinschaft angenommen wurden, bestätigt wird. In den
         Anmerkungen zu Norm 3 der Anlage D.1 dieses Übereinkommens heißt es, dass das Kriterium der wesentlichen Verarbeitung in der
         Praxis in der Regel des prozentualen Wertanteils zum Ausdruck kommen kann, wenn der Prozentsatz des Werts der verwendeten
         Waren oder der Prozentsatz des Wertzuwachses eine bestimmte Höhe erreicht (vgl. Urteil Brother International, Randnr. 21).
         
      
      39     Außerdem ist hervorzuheben, dass der Rat durch seinen Beschluss 94/800/EG vom 22. Dezember 1994 über den Abschluss der Übereinkünfte
         im Rahmen der multilateralen Verhandlungen der Uruguay-Runde (1986–1994) im Namen der Europäischen Gemeinschaft in Bezug auf
         die in ihre Zuständigkeiten fallenden Bereiche (ABl. L 336, S. 1) u. a. das der am 15. April 1994 in Marrakesch unterzeichneten
         Schlussakte beigefügte Übereinkommen über Ursprungsregeln (ABl. L 336, S. 144) angenommen hat, nach dem bei der Ausarbeitung
         dieser Regeln das Wertprozentsatzkriterium herangezogen werden kann.
      
      40     In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die internationalen Übereinkommen von ihrem Inkrafttreten an einen integralen
         Bestandteil der Gemeinschaftsrechtsordnung bilden (vgl. u. a. Urteil vom 10. Januar 2006, IATA und ELFAA, C‑344/04, Slg. 2006,
         I‑403, Randnr. 36). Nach ständiger Rechtsprechung sind Bestimmungen des abgeleiteten Gemeinschaftsrechts nach Möglichkeit
         in Übereinstimmung mit diesen Übereinkommen auszulegen (vgl. u. a. Urteil vom 9. Januar 2003, Petrotub und Republica/Rat,
         C‑76/00 P, Slg. 2003, I‑79, Randnr. 57).
      
      41     Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der Rückgriff auf das Kriterium des Mehrwerts für sich allein nicht mit
         Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften unvereinbar ist und dass die Kommission allein damit nicht die ihr nach Art. 249
         dieses Zollkodex zustehenden Durchführungsbefugnisse überschritten hat (Urteil vom 8. März 2007, Thomson und Vestel France,
         C‑447/05 und C‑448/05, Slg. 2007, I‑2049, Randnr. 31).
      
      42     Ferner ist daran zu erinnern, dass die Kommission zur Durchführung der Verordnung Nr. 802/68 die Verordnung (EWG) Nr. 2632/70
         vom 23. Dezember 1970 über die Bestimmung des Ursprungs von Rundfunk- und Fernsehempfangsgeräten (ABl. L 279, S. 35) erlassen
         hatte; deren Bestimmungen zum Kriterium des Mehrwerts wurden im Wesentlichen in die streitigen Bestimmungen des Anhangs 11
         der Verordnung Nr. 2454/93 übernommen.
      
      43     Nach dem zweiten Erwägungsgrund der Verordnung Nr. 2632/70 kann die Montage von Rundfunk- und Fernsehempfangsgeräten je nach
         Art der zusammengebauten Geräte, der benutzten Einrichtungen und der Umstände, unter denen die Montage erfolgt, mehr oder
         weniger komplizierte Vorgänge umfassen. Im dritten Erwägungsgrund dieser Verordnung wird außerdem hervorgehoben, dass „nach
         dem augenblicklichen Stand der Technik auf diesem Industriesektor“ die Montagevorgänge als solche im Allgemeinen noch keine
         bedeutende Herstellungsstufe im Sinne des Art. 5 der Verordnung Nr. 802/68 darstellen, dass es jedoch in bestimmten Fällen
         auch anders sein kann, z. B., wenn es sich um die Montage von Hochleistungsgeräten handelt oder wenn eine strenge Kontrolle
         der verwendeten Teile oder auch ein Zusammensetzen aller Einzelteile des Geräts erforderlich ist. Im vierten Erwägungsgrund
         der Verordnung Nr. 2632/70 wird hinzugefügt, dass die Vielfalt der Vorgänge, die unter den Begriff Montage fallen, es unmöglich
         macht, aufgrund eines technischen Maßstabs die Fälle festzulegen, in denen diese Vorgänge eine bedeutende Herstellungsstufe
         darstellen, und dass es unter diesen Voraussetzungen angebracht ist, sich an den durch die Montage geschaffenen Mehrwert zu
         halten.
      
      44     Diese Gründe sind geeignet, die Beibehaltung des Kriteriums des Mehrwerts in den streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der
         Verordnung Nr. 2454/93 zu rechtfertigen (Urteil Thomson und Vestel France, Randnr. 35).
      
      45     Die Kommission muss nämlich im Rahmen des Wertungsspielraums, über den sie beim Erlass der erforderlichen Maßnahmen zur Durchführung
         des Zollkodex der Gemeinschaft, insbesondere der den Ursprung der Waren betreffenden Maßnahmen, verfügt, allgemeine Bestimmungen
         erlassen, die aus Gründen der Rechtssicherheit die Gesamtsituation eines Industriesektors dauerhaft berücksichtigen und folglich
         nicht durch die besondere Situation eines bestimmten Unternehmens dieses Sektors in einem bestimmten Zeitpunkt beeinflusst
         werden können (Urteil Thomson und Vestel France, Randnr. 36).
      
      46     Unter diesen Umständen war die Heranziehung des Kriteriums des Mehrwerts dadurch gerechtfertigt, dass die Kommission die große
         Vielfalt der Vorgänge berücksichtigte, die in dem gesamten in Rede stehenden Industriesektor unter den Begriff der Montage
         fallen (Urteil Thomson und Vestel France, Randnr. 37).
      
      47     Im Übrigen geht aus den schriftlichen Erklärungen von Asda hervor, dass die Vorgänge der Montage der verschiedenen Bestandteile
         der Farbfernseher, die Gegenstand der Ausgangsverfahren sind, Teil eines komplexen Herstellungsprozesses sind. Zudem stützen
         die dem Gerichtshof vorgelegten Akten nicht die Annahme, dass dieser Prozess bei allen Herstellern von Farbfernsehern gleich
         ist. Jedenfalls lässt sich aus ihnen nicht folgern, dass in dem gesamten in Rede stehenden Industriesektor unter den Begriff
         der Montage keine große Vielfalt von Vorgängen fiele.
      
      48     Vor diesem Hintergrund war es angesichts des Erfordernisses der einheitlichen Geltung des Zollrechts im gesamten Zollgebiet
         der Gemeinschaft notwendig, die abstrakten Begriffe der letzten wesentlichen Be- oder Verarbeitung, die nach Art. 24 des Zollkodex
         der Gemeinschaft für sämtliche Waren gelten, für spezifische Produkte wie Farbfernseher durch Sondervorschriften zu konkretisieren,
         mit denen sich den verschiedenen Herstellungsprozessen dieser Geräte Rechnung tragen lässt. Folglich kann die Heranziehung
         eines eindeutigen und objektiven Kriteriums wie des Mehrwerts, anhand dessen für solche komplex zusammengesetzten Waren bestimmt
         werden kann, worin die den Ursprung verleihende wesentliche Verarbeitung besteht, nicht rechtsfehlerhaft sein (Urteil Thomson
         und Vestel France, Randnr. 39).
      
      49     Wenn die von der Klägerin des Ausgangsverfahrens angesprochene Situation auf der Entwicklung der Techniken zur Herstellung
         von Farbfernsehern beruht, wäre sie zudem lediglich durch die konkreten Umstände bedingt; im Übrigen kann die Entwicklung
         der aktuellen Herstellungstechniken, wie etwa auf dem Gebiet der Plasmabildschirme, diese Situation gegebenenfalls wesentlich
         verändern. Folglich kann die Heranziehung des Kriteriums des Mehrwerts nicht erfolgreich unter Berufung auf diese Situation
         beanstandet werden (vgl. in diesem Sinne Urteil Thomson und Vestel France, Randnr. 44).
      
      50     Das Gleiche gilt, soweit die Schwankung der Wechselkurse angeführt wird; da diese rein konjukturbedingt ist und ebenso gut
         nach oben wie nach unten gerichtet sein kann, führt sie nämlich nicht zwingend dazu, dass die Anwendung des Kriteriums des
         Mehrwerts für die betroffenen Unternehmen ungünstig ist. 
      
      51     Nach alledem ist auf die erste Frage zu antworten, dass deren Prüfung nichts ergeben hat, was die Gültigkeit der streitigen
         Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 berühren könnte.
      
       Zu den Fragen 2 bis 5
       Vorbemerkungen
      52     Die Fragen 2 bis 5, die die Auslegung der streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 betreffen, dienen
         der Bestimmung der Methoden zur Berechnung des Mehrwerts der Farbfernseher durch die Montagevorgänge und den Einbau von Originalteilen.
         
      
      53     Asda macht geltend, zur Durchführung dieser Berechnung sei unter den Teilen, die von ihrem Lieferanten, Vestel, zur Herstellung
         des in den eingeführten Farbfernsehern bestehenden Endprodukts montiert würden, zunächst der Ursprung eines dieser Teile,
         nämlich des Chassis, das seinerseits von demselben Lieferanten aus Teilen hergestellt werde, die aus mehreren Ländern stammten,
         getrennt zu bestimmen. Nach diesem Ansatz wäre das betreffende Chassis, d. h. die Konstruktion, die alle elektronischen Funktionen
         des Geräts steuere, Asda zufolge gemäß den auf es anwendbaren Ursprungregeln türkischen Ursprungs. Folglich betrüge der durch
         dessen Einbau und die Montagevorgänge erzielte Wert mindestens 45 % des Ab‑Werk‑Preises der betreffenden Farbfernseher, die
         dann selbst, wie bei ihrer Einfuhr angegeben, als türkischen Ursprungs anzusehen seien.
      
      54     In diesem Zusammenhang fragt das vorlegende Gericht daher mit dem ersten Teil seiner zweiten Frage im Wesentlichen, ob die
         streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 dahin auszulegen sind, dass für die Berechnung des Wertes,
         den die Farbfernseher bei ihrer Herstellung unter Bedingungen wie denen des Ausgangsverfahrens erworben haben, der nichtpräferenzielle
         Ursprung eines in das Endprodukt eingebauten Einzelteils, wie z. B. eines Chassis, getrennt bestimmt werden muss.
      
      55     Der zweite Teil der zweiten Frage und die Fragen drei bis fünf betreffen im Wesentlichen die Frage, anhand welcher Regeln
         für den Fall, dass der Ursprung eines solchen Teils getrennt bestimmt werden muss, dieser Ursprung und der Wert des betreffenden
         Teils zu ermitteln sind. Daher ist über diese Regeln nur zu entscheiden, wenn zuvor der erste Teil der zweiten Frage bejaht
         worden ist, der deshalb zuerst zu prüfen ist.
      
       Zum ersten Teil der zweiten Frage
      56     Nach den streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 muss der aufgrund der Montagevorgänge und gegebenenfalls
         der Verwendung von Ursprungswaren erworbene Wert mindestens 45 % des Ab‑Werk‑Preises der Fernsehempfangsgeräte betragen, damit
         ihre Herstellung ihnen den Ursprung des Landes verleiht, in dem die betreffende Montage aus Vormaterialien oder Teilen stattfand,
         die aus zwei oder mehr Ländern stammen.
      
      57     Vorab ist festzustellen, dass die im Ausgangsverfahren fraglichen Bestimmungen allgemein gefasst sind und bei der Bestimmung
         des Ursprungs des betroffenen Produkts einem spezifischen Bestandteil desselben, wie ihn etwa die Kathodenstrahlröhre darstellt,
         keine ausschlaggebende Bedeutung verleihen (Urteil Thomson und Vestel France, Randnr. 43); Entsprechendes gilt für das Chassis.
         Worauf es ankommt, ist, sämtliche Bauteile zu berücksichtigen, die tatsächlich und objektiv bei der Montage durch das Unternehmen
         verwendet werden, das das Endprodukt herstellt. 
      
      58     Zum einen sehen nämlich weder Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften noch die streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der
         Verordnung Nr. 2454/93 vor, dass eine solche Prüfung durchgeführt werden kann, ohne die Montagevorgänge in ihrer Gesamtheit
         zu berücksichtigen. Diese Bestimmungen zielen weder darauf ab, bei der Herstellung des Produkts bestimmte Montagevorgänge
         zu Lasten bestimmter anderer zu berücksichtigen, noch soll mit ihnen auf diese Art und Weise künstlich dieses oder jenes Teil,
         das seinerseits aus einer von demselben Lieferanten durchgeführten Montage hervorgegangen ist, isoliert werden.
      
      59     Zum anderen steht das Gebot der einheitlichen Anwendung der Zollregeln im gesamten Zollgebiet der Gemeinschaft einer anderen
         Auslegung der betreffenden Vorschriften entgegen. Müsste, wie Asda meint, eines der vom Lieferanten der Fernseher montierten
         Teile, hier das Chassis, bei der Fertigung getrennt betrachtet werden, weil es dann selbst die Eigenschaft eines Ursprungsprodukts
         erwerben könnte, liefe dies nämlich darauf hinaus, dem Importeur oder seinem Lieferanten die Beurteilung zu überlassen, in
         welchem Stadium der Fertigung eines der Bauteile des eingeführten Produkts die Eigenschaft eines Endprodukts erwirbt, das
         als Vormaterial bei der im selben Unternehmen stattfindenden Fertigung eines anderen Produkts zum Einsatz kommt. Ein solcher
         Ansatz, der somit den Ursprung eines Produkts von einer subjektiven, mit der Objektivität und Vorhersehbarkeit der fraglichen
         Bestimmungen unvereinbaren Beurteilung abhängig machte, nähme den streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr.
         2454/93 jede praktische Wirksamkeit.
      
      60     Da mit der gemeinschaftlichen Zollwertregelung für Waren ein gerechtes, einheitliches und neutrales System errichtet werden
         soll, das die Anwendung von willkürlichen oder fiktiven Zollwerten ausschließt (Urteil vom 16. November 2006, Compaq Computer
         International Corporation, C‑306/04, Slg. 2006, I‑10991, Randnr. 30 und die angeführte Rechtsprechung), kann die demselben
         Ziel dienende Gemeinschaftsregelung über den Ursprung der Waren nicht dahin ausgelegt werden, dass es nach ihr zulässig ist,
         diesen Ursprung von einer solchen subjektiven Beurteilung abhängig zu machen.
      
      61     Richtig ist, dass ein Teil, wie z. B. das Chassis, wenn es nicht vom Lieferanten montiert, sondern von diesem bei einem Dritten
         erworben würde, als solches der Anwendung der streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 zugrunde gelegt
         würde und nicht die Teile, aus denen es zusammengesetzt ist. Dadurch würden zwei technisch ähnliche Teile bei der Anwendung
         derselben gemeinschaftsrechtlichen Bestimmung auf Lieferanten von Fernsehern unterschiedlich behandelt, je nachdem, ob sie
         aus den Fertigungsstrukturen des betroffenen Lieferanten stammten oder ob er sie bei Dritten erworben hätte. 
      
      62     Richtig ist auch, dass nach ständiger Rechtsprechung die Beachtung der Grundsätze der Gleichheit und der Nichtdiskriminierung
         verlangt, dass vergleichbare Sachverhalte nicht unterschiedlich und unterschiedliche Sachverhalte nicht gleich behandelt werden,
         es sei denn, dass eine derartige Behandlung objektiv gerechtfertigt ist (vgl. u. a. Urteile vom 26. Oktober 2006, Koninklijke
         Coöperatie Cosun, C‑248/04, Slg. 2006, I‑10211, Randnr. 72, und vom 3. Mai 2007, Advocaten voor de Wereld, C‑303/05, Slg. 2007,
         I‑3633, Randnr. 56).
      
      63     Selbst wenn aber die Situation der Produkte, die aus den Fertigungsstrukturen des betroffenen Lieferanten stammen, und die
         Situation derjenigen, die von einem anderen Lieferanten erworben wurden, technisch identisch sein sollten, sind sie doch rechtlich
         nicht vergleichbar, insbesondere in Bezug auf die Anwendung der Ursprungsregeln. Für die zuletzt genannten Produkte ermöglicht
         es die geschäftliche Transaktion, in der sie von einem Dritten erworben wurden, grundsätzlich, objektiv den Zeitpunkt zu bestimmen,
         in dem sie ihre Eigenschaft als Endprodukt erlangt haben und in dem – ebenfalls objektiv – ihr Ursprung festgelegt werden
         kann. Für die anderen Produkte ist es hingegen nicht möglich, im Voraus diesen Zeitpunkt zu bestimmen, der somit dem Ermessen
         des Lieferanten unter Umständen überlassen bleibt, die, wie in Randnr. 59 des vorliegenden Urteils ausgeführt, subjektiver
         Art und als solche nicht mit der Anwendung der im Ausgangsverfahren streitigen Regelungen vereinbar sind.
      
      64     Es ist zwar nicht auszuschließen, dass der Lieferant dann einen Anreiz erhält, ein solches, mit der entsprechenden Montage
         beauftragtes Drittunternehmen zu errichten, um den Anschein zu erwecken, dass das betreffende Gut von einem Dritten erworben
         wurde.
      
      65     Jedoch ist daran zu erinnern, dass nach Art. 25 des Zollkodex der Gemeinschaften eine Be- oder Verarbeitung, bei der festgestellt
         worden ist oder bei der die festgestellten Tatsachen die Vermutung rechtfertigen, dass sie nur die Umgehung von Bestimmungen
         bezweckt, die in der Gemeinschaft für Waren bestimmter Länder gelten, den so erzeugten Waren keinesfalls im Sinne des Art. 24
         des Zollrechts die Eigenschaft von Ursprungswaren des Be- oder Verarbeitungslandes verleihen kann.
      
      66     Asda ist jedoch der Ansicht, dass gemäß der Einleitenden Bemerkung 3.2. des Anhangs 9 der Verordnung Nr. 2454/93 (im Folgenden:
         Einleitende Bemerkung 3.2.) der Ursprung des Chassis bestimmt werden müsse, bevor der Ursprung des Fernsehers festgelegt werde,
         in den dieses Chassis eingebaut sei.
      
      67     Die in Randnr. 20 des vorliegenden Urteils wiedergegebene Einleitende Bemerkung 3.2. hat ihren Ursprung in den Bestimmungen
         des Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 1364/91 der Kommission vom 24. Mai 1991 zur Bestimmung des Ursprungs von Spinnstoffen
         und Waren daraus des Abschnitts XI der Kombinierten Nomenklatur (ABl. L 130, S. 18), die mit Art. 913 der Verordnung Nr. 2454/93
         abgeschafft wurde. Die betreffenden Vorschriften sind in Anhang 9 der Verordnung Nr. 2454/93 übernommen worden und gelten
         deshalb grundsätzlich sowohl für die von Anhang 10 dieser Verordnung erfassten Textilwaren als auch die von Anhang 11 derselben
         Verordnung erfassten anderen Waren als Textilwaren.
      
      68     Aus der Einleitenden Bemerkung 3.2., die durch das ihr folgende Beispiel erläutert wird, folgt jedoch zwingend, dass ihre
         Anwendung auf den Fall beschränkt ist, dass für das in den Spalten 1 und 2 der Anhänge 10 und 11 der Verordnung Nr. 2454/93
         genannte Produkt in der dritten Spalte dieser Anhänge eine Regel vorgesehen ist, die einen Höchstwert für ein in dieses Produkt
         eingebautes Bauteil festlegt (z. B. die Bestimmungen in Spalte 3 der in Anhang 10 der Verordnung Nr. 2454/93 erwähnten Tarifpositionen
         6301 bis 6306 der Kombinierten Nomenklatur).
      
      69     Die Einleitende Bemerkung 3.2. kann hingegen nicht auch für die Produkte des Anhangs 11 gelten, für die, wie im Fall der Fernsehempfangsgeräte,
         in der dritten Spalte desselben Anhangs eine Regel vorgesehen ist, mit der kein Höchstwert für ein in dieses Produkt eingebautes
         Bauteil, sondern eine Schwelle für den Wert festgelegt wird, den das Produkt aufgrund der Montagevorgänge und gegebenenfalls
         der Verwendung von Ursprungswaren erworben hat.
      
      70     Wäre dies der Fall, verlöre die Anwendung der Einleitenden Bemerkung 3.2. auf ein Produkt wie das im Ausgangsverfahren in
         Rede stehende nämlich jeden Sinn. Da die streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung Nr. 2454/93 die Ursprungsregeln
         für Fernsehempfangsgeräte festlegen, gelten sie nicht für die Festlegung des Ursprungs anderer Produkte und somit nicht des
         im Ausgangsverfahren streitigen Chassis. Müsste die Einleitende Bemerkung 3.2. somit dahin verstanden werden, dass danach
         ein Bauteil dieser Fernseher von der Anwendung der für diese geltenden Ursprungsregel ausgenommen ist, wäre sie völlig überflüssig.
      
      71     Jedenfalls geht aus der Einleitenden Bemerkung 3.2. selbst hervor, dass sie auf den Fall abzielt, dass das fragliche Produkt
         die Ursprungseigenschaft im Laufe seiner Fertigung erworben hat. Demnach stellt sich für das betreffende Produkt die Frage
         des Ursprungs nicht mehr, so dass die Regel zur Festlegung seines Ursprungs, wie sie sich in Spalte 3 des Anhangs 11 der Verordnung
         Nr. 2454/93 findet, nicht für dieses Produkt, sondern allein für dasjenige gilt, bei dessen Montage es verwendet wird.
      
      72     Selbst wenn die Einleitende Bemerkung 3.2. dahin zu verstehen wäre, dass das Kriterium des Wertzuwachses nicht auf die Bestimmung
         des Ursprungs des Chassis anwendbar wäre und der Ursprung ausschließlich nach Art. 24 des Zollkodex der Gemeinschaften bestimmt
         werden müsste, könnte eine solche Auslegung nur von Interesse sein, wenn das Chassis selbst eingeführt würde und dann dessen
         Ursprung bestimmt werden müsste, was im Ausgangsverfahren nicht der Fall ist.
      
      73     Daher ist auf den ersten Teil der zweiten Frage zu antworten, dass die streitigen Bestimmungen des Anhangs 11 der Verordnung
         Nr. 2454/93 dahin auszulegen sind, dass für die Berechnung des Wertes, den die Farbfernseher bei ihrer Herstellung unter Bedingungen
         wie denen des Ausgangsverfahrens erworben haben, der nichtpräferenzielle Ursprung eines Einzelteils, wie z. B. eines Chassis,
         nicht getrennt zu bestimmen ist.
      
       Zum zweiten Teil der zweiten Frage und zu den Fragen 3 bis 5
      74     In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen sind diese Fragen nicht zu beantworten.
       Zu den Fragen 6 bis 10
       Vorbemerkungen
      75     Mit seinen Fragen 6 bis 10 möchte das vorlegende Gericht im Wesentlichen wissen, welchen Umfang die Verpflichtungen der Vertragsparteien
         des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei aus Art. 47 des Zusatzprotokolls und den Art. 44 bis 47 des Beschlusses Nr. 1/95 haben.
         Asda ist nämlich der Auffassung, dass der von ihr geforderte Antidumpingzoll auf der Grundlage von Bestimmungen festgesetzt
         worden sei, die die Gemeinschaft unter Verletzung dieser Verpflichtungen erlassen habe.
      
      76     Hierzu ist zum einen festzustellen, dass, wie die Regierung des Vereinigten Königreichs geltend macht und aus Art. 47 Abs. 1
         des 1970 unterzeichneten Zusatzprotokolls hervorgeht, die in diesem Artikel festgelegten Modalitäten für die Anwendung von
         Antidumpingmaßnahmen nur für einen Zeitraum von 22 Jahren vorgesehen wurden. Bleiben die Bestimmungen des betreffenden Artikels
         gleichwohl möglicherweise in einem Fall wie dem im Ausgangsverfahren streitigen anwendbar, dann beruht dies folglich auf Art. 44
         Abs. 2 des Beschlusses Nr. 1/95, der die erwähnten Anwendungsmodalitäten ausdrücklich in Kraft lässt.
      
      77     Zum andern ist zu bemerken, dass sich zwar die ersten drei Absätze des Art. 47 des Zusatzprotokolls auf Dumping-Praktiken
         beziehen und deshalb gegebenenfalls für die Entscheidung des Ausgangsrechtsstreits einschlägig sein könnten, Abs. 4 dieses
         Artikels aber den im Ausgangsrechtsstreit nicht gegebenen Fall von Produkten betrifft, die wieder eingeführt werden.
      
      78     Daher sind die Fragen 6 bis 9 dahin zu verstehen, dass sie die Auslegung des Art. 44 des Beschlusses Nr. 1/95 in Verbindung
         mit Art. 47 Abs. 1 bis 3 des Zusatzprotokolls sowie der Art. 45 bis 47 des Beschlusses Nr. 1/95 betreffen.
      
      79     Mit seiner zehnten Frage möchte das vorlegende Gericht dagegen im Wesentlichen wissen, ob die betreffenden Bestimmungen unmittelbare
         Wirkung vor den nationalen Gerichten haben und dadurch einzelnen Gewerbetreibenden das Recht verleihen, sich auf einen Verstoß
         gegen sie zu berufen, um der Zahlung von Antidumpingzoll zu entgehen, der sonst geschuldet wäre.
      
      80     Wäre auf diese Frage zu antworten, dass die genannten Bestimmungen keine unmittelbare Wirkung haben, verlöre deren Auslegung
         jede Bedeutung für die betreffenden Gewerbetreibenden, so dass die Fragen 6 bis 9 nicht mehr zu beantworten wären.
      
      81     Deshalb ist die Reihenfolge der Fragen umzukehren, und es sind zunächst die – umformulierte – zehnte Frage und anschließend
         gegebenenfalls die Fragen 6 bis 9 zu prüfen.
      
       Zur zehnten Frage
      82     Nach ständiger Rechtsprechung hat eine Bestimmung eines von der Gemeinschaft mit Drittländern geschlossenen Abkommens unmittelbare
         Wirkung, wenn sie unter Berücksichtigung ihres Wortlauts und im Hinblick auf den Zweck und die Natur dieses Abkommens eine
         klare und präzise Verpflichtung enthält, deren Erfüllung und deren Wirkungen nicht vom Erlass eines weiteren Aktes abhängen.
         Führt ein Abkommen eine Zusammenarbeit zwischen den Parteien ein, können folglich bestimmte seiner Bestimmungen unter den
         oben genannten Voraussetzungen und unter Berücksichtigung der Natur und des Zwecks dieses Abkommens die Rechtsstellung des
         Einzelnen unmittelbar regeln (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 12. April 2005, Simutenkov, C‑265/03, Slg. 2005, I‑2579, Randnrn. 21
         und 28). 
      
      83     Die Bestimmungen eines Beschlusses des Assoziationsrats EWG–Türkei können unmittelbare Wirkung haben (vgl. in diesem Sinne
         Urteile vom 20. September 1990, Sevince, C‑192/89, Slg. 1990, I‑3461, Randnrn. 14 und 15, und vom 4. Mai 1999, Sürül, C‑262/96,
         Slg. 1999, I‑2685, Randnr. 60).
      
      84     In den Randnrn. 23 und 25 seines Urteils vom 30. September 1987, Demirel (12/86, Slg. 1987, 3719), hat der Gerichtshof u. a.
         ausgeführt, dass die Bestimmungen des Zusatzprotokolls, die im Wesentlichen Programmcharakter haben und keine hinreichend
         genauen, nicht an Bedingungen geknüpfte Vorschriften sind, nicht als in der innerstaatlichen Rechtsordnung der Mitgliedstaaten
         unmittelbar anwendbare gemeinschaftsrechtliche Vorschriften angesehen werden können.
      
      85     Insoweit ist erstens festzustellen, dass Art. 44 Abs. 1 des Beschlusses Nr. 1/95 dem Assoziationsrat zwar die Befugnis einräumt,
         die Anwendung handelspolitischer Schutzinstrumente auszusetzen, dieses Recht aber an Bedingungen knüpft, da er seine Ausübung
         davon abhängig macht, dass die Republik Türkei die Wettbewerbsregeln, die Kontrolle staatlicher Beihilfen und andere binnenmarktbezogene
         Teile des gemeinschaftlichen Besitzstands durchgeführt und ihre wirksame Durchsetzung sichergestellt hat.
      
      86     Solche Bestimmungen berühren also nur dann die Rechte der Wirtschaftsteilnehmer, wenn weitere Maßnahmen hinzutreten. Diese
         an Bedingungen geknüpften Vorschriften können die Rechtsstellung der Einzelnen nicht unmittelbar regeln, so dass ihnen keine
         unmittelbare Wirkung zuerkannt werden kann.
      
      87     Zweitens sind Art. 47 Abs. 1 bis 3 des Zusatzprotokolls und Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95, da sie den Vertragsparteien
         die Möglichkeit lassen, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen, mit keinerlei Verpflichtung verbunden (vgl. in diesem Sinne
         zur Anwendung von Art. 25 des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei Urteil vom 14. November 2002, Ilumitrónica, C‑251/00, Slg. 2002,
         I‑10433, Randnr. 73). Die Rechtsprechung des Gerichtshofs zur unmittelbaren Wirkung ist daher nicht auf diese Bestimmungen
         übertragbar.
      
      88     Außerdem sehen zwar die genannten Bestimmungen für den Fall, dass von der betreffenden Möglichkeit Gebrauch gemacht wird,
         vor, dass die betroffene Vertragspartei nach Art. 47 des Zusatzprotokolls den Assoziationsrat oder nach Art. 46 des Beschlusses
         Nr. 1/95 den Gemischten Ausschuss der Zollunion unterrichtet, doch verpflichten sie dadurch nur die Parteien des Assoziierungsabkommens
         EWG–Türkei. Diese bloße Formalität der interinstitutionellen Unterrichtung, die die Rechte und Pflichten Einzelner in keiner
         Weise berührt und deren Nichtbeachtung ohne Auswirkung auf deren Situation bliebe, ist somit nicht geeignet, den betreffenden
         Bestimmungen unmittelbare Wirkung zu verleihen.
      
      89     Was drittens Art. 45 des Beschlusses Nr. 1/95 angeht, genügt die Feststellung, dass er lediglich die Vertragsparteien dazu
         anhält, durch Informationsaustausch und Konsultationen Möglichkeiten für die Koordinierung ihrer Maßnahmen zu finden, und
         dementsprechend auch keine Verpflichtung enthält. Die Rechtsprechung des Gerichtshofs zur unmittelbaren Wirkung ist daher
         ebenso wenig auf diese Bestimmung anwendbar.
      
      90     Was schließlich Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 betrifft, ist hingegen zu bemerken, dass er die Voraussetzungen der oben
         zitierten Rechtsprechung zur unmittelbaren Wirkung erfüllt. Er stellt, ohne dass sein Vollzug und seine Wirkungen vom Erlass
         eines weiteren Aktes abhingen, eine klare, präzise und unbedingte Verpflichtung für die Behörden des Einfuhrstaats auf, wonach
         sie vom Einführer verlangen müssen, dass er den Ursprung der betreffenden Waren auf der Zollanmeldung angibt. In Anbetracht
         des Zwecks und der Natur dieser Bestimmung kann eine solche Verpflichtung, die den Willen der Vertragsparteien zum Ausdruck
         bringt, von den Einführern die Erteilung bestimmter Informationen zu fordern, die Rechtsstellung der Wirtschaftsteilnehmer
         unmittelbar regeln. Daher ist der Vorschrift eine unmittelbare Wirkung zuzuerkennen, so dass die von ihr betroffenen Einzelnen
         berechtigt sind, sich vor den Gerichten der Mitgliedstaaten auf sie zu berufen.
      
      91     Daher ist auf die zehnte Frage zu antworten, dass weder Art. 44 des Beschlusses Nr. 1/95 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
         bis 3 des Zusatzprotokolls noch die Art. 45 und 46 des Beschlusses Nr. 1/95 unmittelbare Wirkung vor den nationalen Gerichten
         haben und daher einzelnen Gewerbetreibenden nicht das Recht verleihen, sich auf einen Verstoß gegen die betreffenden Artikel
         zu berufen, um der Zahlung von Antidumpingzoll zu entgehen, der sonst geschuldet wäre. Demgegenüber hat Art. 47 des Beschlusses
         Nr. 1/95 unmittelbare Wirkung, und die von ihm erfassten Einzelnen sind berechtigt, sich vor den Gerichten der Mitgliedstaaten
         auf ihn zu berufen.
      
       Zu den Fragen 6, 7 und 9
      92     Angesichts der Antwort auf die zehnte Frage sind die Fragen 6, 7 und 9, die die Auslegung anderer Vorschriften als der des
         Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 betreffen, nicht zu beantworten. 
      
       Zur achten Frage 
      93     Mit seiner achten Frage möchte das vorlegende Gericht im Wesentlichen wissen, ob Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 dahin auszulegen
         ist, dass Gewerbetreibenden danach die Informationen zur Kenntnis gebracht werden müssen, die diejenigen Vertragsparteien,
         die Antidumpingmaßnahmen getroffen haben, nach Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95 dem Gemischten Ausschuss der Zollunion oder
         gemäß Art. 47 Abs. 2 des Zusatzprotokolls dem Assoziationsrat zu erteilen haben.
      
      94     Hierzu ist festzustellen, dass Art. 47 Abs. 2 des Zusatzprotokolls und Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95, wie in Randnr. 88
         des vorliegenden Urteils ausgeführt, eine bloße Formalität der interinstitutionellen Unterrichtung aufstellen. Da die beiden
         Artikel ausschließlich die völkerrechtlichen Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und der Republik Türkei regeln, ist nicht
         anzunehmen, dass sie darüber hinaus eine Verpflichtung der Vertragsparteien umfassen, die ihrer Gerichtsbarkeit unterstehenden
         Einzelnen zu unterrichten. Mangels ausdrücklich entgegenstehender Bestimmungen kann Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 deshalb
         nicht dahin verstanden werden, dass er implizit von den Vertragsparteien verlangt, die betreffenden Informationen den Wirtschaftsteilnehmern
         zur Kenntnis zu bringen.
      
      95     Die betroffenen Wirtschaftsteilnehmer haben zwar das Recht, vorab klar und präzise von den Antidumpingmaßnahmen informiert
         zu werden, denen sie unterworfen werden können, und solche Maßnahmen müssen folglich Gegenstand angemessener Veröffentlichung,
         insbesondere im Amtsblatt der Europäischen Union, sein, doch ergibt sich aus diesen Anforderungen keineswegs, dass die erwähnten Wirtschaftsteilnehmer darüber hinaus von
         Formalitäten unterrichtet werden müssten, die nur im Interesse der Vertragsparteien aufgestellt worden sind.
      
      96     Außerdem hätte der Umstand, dass Antidumpingmaßnahmen wie die im Ausgangsverfahren streitigen, wie Asda meint, nicht hinlänglich
         bekannt gemacht worden sind – als bewiesen unterstellt und so bedauerlich das wäre –, jedenfalls keine Auswirkung auf den
         Umfang der Informationspflichten, die die Vertragsparteien ausschließlich gegenüber den Organen treffen, die sie errichtet
         haben, um die ordnungsgemäße Durchführung des Assoziierungsabkommens EWG–Türkei und der zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
         und der Republik Türkei geschaffenen Zollunion zu gewährleisten.
      
      97     Nach alledem ist auf die achte Frage zu antworten, dass Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 dahin auszulegen ist, dass Gewerbetreibenden
         nicht die Informationen zur Kenntnis gebracht werden müssen, die diejenigen Vertragsparteien, die Antidumpingmaßnahmen getroffen
         haben, nach Art. 46 des Beschlusses Nr. 1/95 dem Gemischten Ausschuss der Zollunion oder gemäß Art. 47 Abs. 2 des Zusatzprotokolls
         dem Assoziationsrat zu erteilen haben.
      
       Kosten
      98     Für die Beteiligten des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren ein Zwischenstreit in dem bei dem vorlegenden Gericht anhängigen
         Rechtsstreit; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. Die Auslagen anderer Beteiligter für die Abgabe von
         Erklärungen vor dem Gerichtshof sind nicht erstattungsfähig.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Vierte Kammer) für Recht erkannt:
      1.      Die Prüfung der ersten Vorlagefrage hat nichts ergeben, was die Gültigkeit der Bestimmungen in Spalte 3 der in Anhang 11 der
            Verordnung (EWG) Nr. 2454/93 der Kommission vom 2. Juli 1993 mit Durchführungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92
            des Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften angeführten Tarifposition ex 8528 der Kombinierten Nomenklatur berühren
            könnte.
      2.      Die Bestimmungen in Spalte 3 der in Anhang 11 der Verordnung Nr. 2454/93 angeführten Tarifposition ex 8528 der Kombinierten
            Nomenklatur sind dahin auszulegen, dass für die Berechnung des Wertes, den die Farbfernsehempfangsgeräte bei ihrer Herstellung
            unter Bedingungen wie denen des Ausgangsverfahrens erworben haben, der nichtpräferenzielle Ursprung eines Einzelteils, wie
            z. B. eines Chassis, nicht getrennt zu bestimmen ist.
      3.      Weder Art. 44 des Beschlusses Nr. 1/95 des Assoziationsrates EG–Türkei vom 22. Dezember 1995 über die Durchführung der Endphase
            der Zollunion in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 bis 3 des Zusatzprotokolls, das am 23. November 1970 in Brüssel unterzeichnet,
            mit der Verordnung (EWG) Nr. 2760/72 des Rates vom 19. Dezember 1972 im Namen der Gemeinschaft geschlossen, gebilligt und
            bestätigt und dem am 12. September 1963 in Ankara von der Republik Türkei sowie den Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
            und der Gemeinschaft unterzeichneten und mit dem Beschluss 64/732/EWG des Rates vom 23. Dezember 1963 geschlossenen, gebilligten
            und bestätigten Abkommen zur Gründung einer Assoziation zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Türkei als
            Anhang beigefügt wurde, noch die Art. 45 und 46 des Beschlusses Nr. 1/95 haben unmittelbare Wirkung vor den nationalen Gerichten
            und verleihen daher einzelnen Gewerbetreibenden nicht das Recht, sich auf einen Verstoß gegen die betreffenden Artikel zu
            berufen, um der Zahlung von Antidumpingzoll zu entgehen, der sonst geschuldet wäre. Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 hat unmittelbare
            Wirkung, und die von ihm erfassten Einzelnen sind berechtigt, sich vor den Gerichten der Mitgliedstaaten auf ihn zu berufen.
      4.      Art. 47 des Beschlusses Nr. 1/95 ist dahin auszulegen, dass Gewerbetreibenden nicht die Informationen zur Kenntnis gebracht
            werden müssen, die diejenigen Vertragsparteien, die Antidumpingmaßnahmen getroffen haben, nach Art. 46 des Beschlusses Nr.
            1/95 dem Gemischten Ausschuss der Zollunion oder gemäß Art. 47 Abs. 2 des Zusatzprotokolls dem Assoziationsrat zu erteilen
            haben.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Englisch.