CELEX: 51989PC0092
Language: de
Date: 1989-02-24
Title: AENDERUNG DES VORSCHLAGS FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES ZUR FESTLEGUNG EINES SPEZIFISCHEN PROGRAMMS FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH DER MEERESWISSENSCHAFT UND -TECHNOLOGIE " MAST " 1989 - 1992

23. 3. 89                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 75/11
                                                             II
                                                (Vorbereitende Rechtsakte)
                                              KOMMISSION
          Änderung des Vorschlags für eine Entscheidung des Rates zur Festlegung eines spezifischen Pro-
          gramms für Forschung und technologische Entwicklung im Bereich der Meereswissenschaft und
                                        -technologie „MAST" (1989—1992) (')
                                            KOM(89)      92 endg. - SYN 162
           (Gemäß Artikel 149 Absatz 3 des EWG-Vertrags von der Kommission vorgelegt am 22. Februar
                                                           1989)
                                                       (89/C 75/15)
          Der Vorschlag der Kommission wird wie folgt geändert:
                                              Präambel bleibt unverändert
                                   Die Erwägungsgründe 1 bis 4 bleiben unverändert
          Der folgende neue Erwägungsgrund wird eingefügt:
          Das Europäische Parlament forderte in seiner Entschließung ferner ein umfassendes europäi-
          sches Programm für fortschrittliche Meerestechnologie, das entweder durch Schaffung einer
          entsprechenden Agentur oder in Form eines strategischen Programms nach den Grundsätzen
          des Programms ESPRIT ausgeführt werden sollte.
                                  Die Erwägungsgründe 5 bis 10 bleiben unverändert
                                                  Artikel 1 unverändert
                                                         Artikel 2
          Der für den finanziellen Beitrag der Gemeinschaft als notwendig abgeschätzte Mittelbedarf für
          die Durchführung des Programms wird auf 50 Millionen ECU veranschlagt. Darin sind die
          Kosten für einen Personalbestand von 13 Mitarbeitern enthalten.
          Eine indikative Zuweisung der als notwendig abgeschätzten Mittel ist im Anhang II gegeben.
                                          Artikel 3 und 4 bleiben unverändert
                                                         Artikel 5
          Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich.
          Die Kommission wird von einem Ausschuß von der Art eines beratenden Ausschusses — im
          folgenden „der Ausschuß" genannt — unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten
          zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.
          Folgender neuer Artikel wird zugefügt:
               „Artikel 6
               (1)     Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu
               treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme innerhalb einer Frist ab,
               die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage —
               falls erforderlich im Wege einer Abstimmung — festsetzen kann.
          O ABl. Nr. C 298 vom 23. 11. 1988, S. 17.
 ---pagebreak--- Nr. C 75/12                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    23. 3. 89
            (2)    Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen; darüber hinaus hat jeder Mit-
            gliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird.
            (3)    Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses.
            Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt hat."
                                                             Artikel 7
            (1)    Die Kommission wird ermächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrages mit Staaten, die der
            Gemeinschaft nicht angehören und internationalen Organisationen, insbesondere mit Staaten,
            die an der Europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und techni-
            schen Forschung (COST) beteiligt sind, und Staaten, die mit der Gemeinschaft Rahmenabkom-
            men über wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit geschlossen haben, Abkommen
            auszuhandeln, um sie ganz oder teilweise an dem Programm zu beteiligen.
            (2)    In den Fällen, in denen zwischen europäischen Drittstaaten und den Europäischen Ge-
            meinschaften Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit exi-
            stieren, können sich Organisationen und Unternehmen aus diesen Ländern an den Vorhaben
            dieses Programms beteiligen.
            Ein außerhalb der Gemeinschaft ansässiger Auftragnehmer, der als Partner an einem im Rah-
            men des Programms durchgeführten Projekt teilnimmt, hat kein Anrecht auf eine für dieses
            Programm vorgesehene Finanzierung der Gemeinschaft. Der Auftragnehmer beteiligt sich an
            den allgemeinen Verwaltungsausgaben.
                                            Artikel 7 (unverändert) wird Artikel 8
                                                             ANHANG
                                                          I. Zielsetzungen
            Absatz 1:
            — Beitrag zur Erweiterung der Kenntnisse über Meeresumwelt im Hinblick auf die Verbesserung ihrer
                Bewirtschaftung und ihres Schutzes sowie die Vorhersage von Veränderungen;
            Absatz 2:
            — Förderung der Entwicklung neuer Technologien zur Exploration, zum Schutz und zur Nutzung der
                Meeresumwelt;
            Absatz 3:
            — Verbesserung der Koordinierung, Kooperation und des Informationsaustauschs zwischen nationalen
                marinen FuE-Programmen in den Mitgliedstaaten sowie Vergrößerung der Effizienz dieser Programme
                durch bessere Nutzung der Forschungseinrichtungen;
                                                    Absatz 4 bleibt unverändert
            Neuer Absatz 5 wird zugefügt:
                 ,,— Beitrag zum wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in der Gemeinschaft, wobei die Beteili-
                      gung von Wissenschaftlern aus weniger entwickelten Mitgliedstaaten begünstigt und der Technolo-
                      gietransfer und die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen gefördert werden;"
                                               Absatz 5 (unverändert) wird Absatz 6
                                                    Absatz 7 bleibt unverändert
            Absatz 8:
                 ,,— soweit wie möglich Unterstützung der Beteiligung der Gemeinschaft an internationalen ozeanogra-
                      phischen Programmen."
                                            Letzter Paragraph ist in Anhang II enthalten
 ---pagebreak--- 23. 3. 89                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 75/13
                                                           II. Inhalt
                                                                                                          Indikative
                                                                                                         Zuweisung
          TEIL I    — GRUNDLAGEN U N D ANGEWANDTE MEERESWISSENSCHAFT                                    30—35 %
          Ausgerichtet auf Untersuchungen der Struktur, Stabilität und Dynamik der Meeresumwelt, mit Bezug zur
          Qualität des Seewassers und der Fauna und Flora. Der Schwerpunkt liegt auf Küstengewässern und auf den
          Meeren, die die Europäische Gemeinschaft umgeben (Mittelmeer, Nord-, Ost- und Irische See und auch
          der Ost-Atlantik nördlich der tropischen Zone).
          1. Erstellen von Modellen: Einrichtung von Systemen zur Entscheidungsfindung für eine bessere Verwal-
             tung.
             1.1. Kontinentalschelf und regionale Meeresgebiete: Entwicklung von physikalischen 3D-Modellen und
                  Management-Systemen der 4. Generation für Schelfe und Regionalmeere.
             1.2. Küstengewässer: Vergleich und Verbesserung der Modelle für Küstengewässer und Flüsse und
                  deren Integrierung in die Modelle der Regionalmeere.
             1.3. Modelle von Ökosystemen: Aufwertung der Modelle von Meeres-Ökosystemen zum Verständnis
                  der biologischen Vorgänge und um damit realistischere Pläne für deren Management zu bekom-
                  men.
             1.4. Koordinierung der Erstellung von Modellen innerhalb der Gemeinschaft.
          2. Ozeanographie: mit dem Schwerpunkt auf multidisziplinären Untersuchungen von Prozessen, die zu
             einem besseren Verständnis der marinen Systeme beitragen.
             2.1. Zirkulation und Austausch von Wassermassen: Bestimmung der vorherrschenden physikalischen
                  Kräfte, des Verbleibs von Eintragungen und des Austauschs an der Schelf/Ozean-Schnittstelle.
             2.2. Biogeochemische Zyklen und Flüsse: Darstellung der wesentlichen Bahnen und Lagerstätten in
                  biogeochemischen Prozessen.
             2.3. Schnittstellen und Grenzprozesse: Verständnis der Mechanismen, die den Austausch von Masse
                  und Energie an den Grenzen der Meeressysteme steuern.
             2.4. Biologische Prozesse: Verbesserung des Verständnisses der biologischen Prozesse in der Meeres-
                   umwelt, insbesondere im Hinblick auf die bestimmenden physikalischen und chemischen Größen.
             2.5. Sedimentbezogene Prozesse: Beschaffung besserer Informationen über die sedimentbezogenen
                   Prozesse, notwendig für eine ausgewogene Entwicklung der Ressourcen und für die Nutzung des
                   Meeresbodens und der Küste.
          TEIL II — WISSENSCHAFT DER KÜSTENZONEN U N D
                       KÜSTENINGENIEURWESEN                                                             15—20 %
          Befaßt sich mit Küstenproblemen und -prozessen (einschließlich Küstenschutz) und mit der Entwicklung
          besserer Entwurfskriterien im Küsteningenieurwesen.
          1. Küsten- und Morphodynamik: besseres Verständnis und Vorhersage von Küstenmorphologie und deren
             Veränderung.
          2. Küstenökosysteme: Verbesserung des Wissens über die vorherrschenden physikalischen, chemischen und
             biologischen Prozesse in Küstengewässern.
          3. Meteomarine Vorhersagen: Schaffung der Grundlagen für ein verbessertes Erstellen von Modellen und
             für die Vorhersage von Wellen, insbesondere für die Bedürfnisse bei Entwürfen im Küsteningenieur-
             wesen.
 ---pagebreak--- Nr. C 75/14                               Amtsblatt der Europäischen    Gemeinschaften                               23. 3. 89
           4. Küsteningenieurwesen: Untersuchung der Probleme zum Küstenschutz, z. B. Wellenbrecher, Wieder-
               herstellung der Küste, Einleitungsrohre und Maßnahmen hinsichtlich der Auswirkungen eines mögli-
               chen Anstiegs des Meeresspiegels.
                                                                                                          Indikative
                                                                                                          Zuweisung
           TEIL III — MEERESTECHNOLOGIE                                                                  30—35 %
           Ist im wesentlichen ausgerichtet auf die Entwicklung neuer Geräte und auf die Förderung allgemein nutz-
           barer Technologien, die zur Weiterentwicklung der Meereswissenschaften notwendig sind.
            1. Wissenschaftliche Meßgeräte: Förderung der Entwicklung neuer Sensoren, Instrumentenpakete und
               -Systeme, insbesondere für Langzeit-in-situ- und Fernmessungen.
           2. Allgemeine innovative Technologien: FuE sind in kritischen Bereichen der Unterwasserkommunikation,
               der Bildübertragungssysteme und der Robotertechniken zu unterstützen.
           3. Entwurfsbezogene Aspekte bei Großeinrichtungen: es sind Studien über den Entwurf von Spezialein-
               richtungen wie z. B. Forschungsschiffe und bemannte oder unbemannte Tauchfahrzeuge mit großem
               Aktionsradius zu erstellen.
           4. Studien über die Aussichten für die neunziger Jahre (Technologie und Ressourcen): Ausführung
               technisch-ökonomischer Studien zur Abschätzung der Durchführbarkeit und des Nutzens zukünftiger
               strategischer Initiativen.
           TEIL IV — UNTERSTÜTZENDE TÄTIGKEITEN                                                          10—15 %
           Sind ausgerichtet auf eine verbesserte Koordinierung, auf eine Vermeidung von Doppelarbeiten, auf eine
           kosteneffektivere Nutzung der Einrichtungen, auf die Anregung einer fortgeschrittenen Ausbildung, auf
           eine Förderung des Technologietransfers und zur Vor-Normung beizutragen.
            1. Europäisches Netzwerk für ozeanographische Daten und Informationen: Einrichtung eines gemeinsa-
               men Systems zur Verknüpfung bestehender ozeanographischer Datenzentren in Europa.
           2. Koordinierung von Forschungsschiffen und schweren Ausrüstungen: Erstellung eines Kommunikations-
               systems zur Koordinierung von Forschungsfahrten und des gemeinsamen Gebrauchs der Ausrüstung.
           3. Fortgeschrittene Ausbildung: Anregung zur Einrichtung von Fortgeschrittenenkursen, Austausch und
               Ausbildung von Personal; in Betracht kommen dabei unterstützende bestehende Einrichtungen in den
               Mitgliedstaaten.
           4. Vermessungstechnik zur Bewertung der Ressourcen: Unterstützung einer gemeinsamen neuen Vorge-
               hensweise in der Kartographie und in der bathymetrischen und hydrographischen Vermessung.
           5. Vorbereitung von technischen Normen und Standards: vergleichbare Prüfungen und Kalibrierungen von
               ozeanographischen Instrumenten und Systemen müssen vorangetrieben werden, wobei die Bedürfnisse
               des Umweltschutzes berücksichtigt werden sollten.
           6. Meeresbezogene Polarforschung und Forschung auf dem Gebiet der marinen Lithosphäre: Unterstüt-
               zung der Planung und Koordinierung europäischer Bemühungen auf den Gebieten der meeresbezoge-
               nen Polarforschung und der Lithosphärenforschung.
                                                 III. Durchführungsbestimmungen
           Paragraph 1:
           Das Programm wird mit Hilfe von Kostenteilungsverträgen, Koordinierungstätigkeiten (einschließlich kon-
           zertierter Aktionen), unterstützenden Tätigkeiten, Forschungsverträgen, Ausbildung und Austausch von
           Personal und Verbreitungstätigkeiten durchgeführt.
                                                  Paragraph 2 bleibt unverändert
                                                  Paragraph 3 bleibt unverändert
 ---pagebreak--- 23. 3. 89                             Amtsblatt der Europäischen       Gemeinschaften                              Nr. C 75/15
          Paragraph 4:
          Bei Kostenteilungsverträgen beläuft sich die Beteiligung der Gemeinschaft im allgemeinen auf 50 % der
          Gesamtkosten. Wenn die Projekte von Universitäten oder Hochschulinstituten ausgeführt werden, kann die
          Gemeinschaft bis zu 100 % der zusätzlichen Kosten nur in den Fällen tragen, in denen eine derartige
          Finanzierung zusätzliche Forschungstätigkeiten gewährleistete.
          Neuer Paragraph 5 wird hinzugefügt:
          „Koordiniert mit dem Programm VALUE wird die Kommission die FuE-Ergebnisse verbreiten und deren
          Anwendung fördern und die Informationen in den entsprechenden Datenbanken zur Verfügung stellen."
          Neuer Paragraph 6 wird hinzugefügt:
          „In von der Kommission geschlossenen Verträgen werden die Rechte und Pflichten der Parteien, insbeson-
          dere Regelungen für die Verbreitung, den Schutz und die Auswertung der Forschungsergebnisse, festgelegt."