CELEX: 31991L0628
Language: de
Date: 1991-11-19 00:00:00
Title: Richtlinie 91/628/EWG des Rates vom 19. November 1991 über den Schutz von Tieren beim Transport sowie zur Änderung der Richtlinien 90/425/EWG und 91/496/EWG

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31991L0628

Richtlinie 91/628/EWG des Rates vom 19. November 1991 über den Schutz von Tieren beim Transport sowie zur Änderung der Richtlinien 90/425/EWG und 91/496/EWG  

Amtsblatt Nr. L 340 vom 11/12/1991 S. 0017 - 0027

RICHTLINIE DES  RATESvom 19. November 1991über den Schutz von Tieren beim Transport sowie zur Änderung der  Richtlinien90/425/EWG und 91/496/EWG(91/628/EWG)DER RAT DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  insbesondere auf Artikel 43, auf Vorschlag der Kommission (1), nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2), nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3), in Erwägung nachstehender Gründe: In seiner Entschließung vom 20. Februar 1987 zu einer Politik zur Sicherung einer angemessenen  Behandlung landwirtschaftlicher Nutztiere (4) hat das Europäische Parlament die Kommission  aufgefordert, Vorschläge zum Schutz von Tieren beim Transport auszuarbeiten. Die Gemeinschaft hat Vorschriften erlassen, um die technischen Hemmnisse beim Handel mit lebenden  Tieren zu beseitigen und das reibungslose Funktionieren der jeweiligen Marktorganisationen sowie  den angemessenen Schutz der betroffenen Tiere zu gewährleisten. Alle Mitgliedstaaten haben das Europäische Übereinkommen zum Schutz von Tieren beim internationalen  Transport ratifiziert und das Zusatzprotokoll unterzeichnet, mit dem die Gemeinschaft als solche  diesem Übereinkommen beitreten kann. Die Verordnung (EWG) Nr. 3626/82 des Rates vom 3. Dezember 1982 zur Anwendung des Übereinkommens  über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen in der  Gemeinschaft (5) (im folgenden "CITES" genannt) regelt den Transport bestimmter Tier- und  Pflanzenarten. Mit der Richtlinie 77/489/EWG (6) wurden Vorschriften für den Schutz von Tieren beim  internationalen Transport festgelegt. Die Richtlinie 81/389/EWG (7) enthält Bestimmungen zur  Durchführung der Richtlinie 77/489/EWG und sieht insbesondere Kontrollen an den Binnengrenzen der  Gemeinschaft vor. Um diese Ziele und insbesondere das Ziel des Schutzes der Tiere beim Transport zu erreichen, sind  die Vorschriften der Richtlinie 90/425/EWG (8) im Hinblick auf die Vollendung des Binnenmarktes zu  ändern, um insbesondere die Vorabkontrollen in bezug auf die tiergerechte Beförderung zu  vereinheitlichen. Die Änderungen müssen sich auf den Transport von Tieren in, nach und aus der Gemeinschaft beziehen  und die Abschaffung der systematischen Kontrollen an den Binnengrenzen der Gemeinschaft  beinhalten. Aus Gründen der angemessenen Behandlung der Tiere sollte der Ferntransport von Tieren,  einschließlich Schlachttieren, so weit wie möglich eingeschränkt werden. Die vorgeschlagene Regelung muß einen effizienteren Schutz der Tiere beim Transport gewährleisten. Ausserdem ist die Richtlinie 91/496/EWG (9) zu ändern, um sie an die vorliegende Richtlinie  anzupassen. Die Richtlinien 77/489/EWG und 81/389/EWG sind aufzuheben -HAT FOLGENDE RICHTLINIE  ERLASSEN: KAPITEL I Allgemeine Bestimmungen Artikel 1(1)  Diese Richtlinie findet  Anwendung auf den Transport vona)  Einhufern und Tieren der Gattung Rind, Schaf, Ziege und  Schwein, soweit sie Haustiere sind; b)Hausgefluegel, Stubenvögeln, Hauskaninchen; c)Haushunden und Hauskatzen; d)anderen Säugetieren und Vögeln; e)anderen Wirbeltieren und kaltblütigen Tieren. ( 7) ABl. Nr. L 224 vom 18. 8. 1990, S. 29. Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie  91/496/EWG (ABl. Nr. L 268 vom 24. 9. 1991, S. 56). (§) ABl. Nr. L 268 vom 24. 9. 1991, S. 56. (2)  Diese Richtlinie betrifft nichta)Reisende, die Heimtiere ohne kommerzielle Absicht  mitführen, b)unbeschadet der einschlägigen einzelstaatlichen Rechtsvorschriften, den Transport von Tieren-  über eine Entfernung von höchstens 50 Kilometern vom Ausgangspunkt des Transports der Tiere bis zum  Bestimmungsort, - durch Tierzuechter bzw. -mäster mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen oder ihren eigenen  Transportmitteln, wenn die geographischen Gegebenheiten für bestimmte Tierarten eine Verbringung  ohne kommerzielle Absicht im Rahmen der saisonbedingten Wanderhaltung erforderlich machen. Artikel 2(1)  Zum Zwecke der Anwendung dieser Richtlinie gelten erforderlichenfalls die  Definitionen in Artikel 2 der Richtlinien 89/662/EWG (1), 90/425/EWG, 90/675/EWG (2) und  91/496/EWG. (2)  Ferner gelten folgende Begriffsbestimmungen: a)  "Transportmittel": Teile von Strassenfahrzeugen, Schienenfahrzeugen, Schiffen und  Luftfahrzeugen, die für das Verladen und den Transport von Tieren benutzt werden, sowie Behältnisse  zum Transport auf dem Land-, See- oder Luftweg; b)"Transport": jegliche Beförderung von Tieren mit einem Transportmittel, einschließlich Ver- und  Entladen; c)"Aufenthaltsort": ein Ort, an dem die Verbringung zum Ruhen, Füttern oder Tränken der Tiere  unterbrochen wird; d)"Umladeort": ein Ort, an dem der Transport zum Umladen der Tiere von einem Transportmittel auf  ein anderes unterbrochen wird; e)"Versandort": unbeschadet des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe b) der Ort, an dem ein Tier erstmals  auf ein Transportmittel verladen wird, sowie alle Orte, an denen die Tiere entladen und mindestens  zehn Stunden lang untergebracht, getränkt, gefüttert und gegebenenfalls behandelt werden,  ausgenommen ein Aufenthalts- oder Umladeort. Als Versandorte können auch die nach den Gemeinschaftsvorschriften zugelassenen Märkte und  Sammelplätze gelten, - wenn der Ort, an dem die Tiere erstmals verladen wurden, weniger als 50 km von diesen Märkten und  Sammelplätzen entfernt ist; - wenn diese Entfernung zwar mehr als 50 km beträgt, die Tiere jedoch vor der erneuten Verladung  eine Ruhezeit hatten, deren Dauer nach dem Verfahren des Artikels 17 festzulegen ist, und getränkt  und gefüttert wurden; f)"Bestimmungsort": der Ort, an dem ein Tier endgültig von einem Transportmittel entladen wird,  ausgenommen ein Aufenthalts- oder Umladeort; g)"Verbringung": der Transport vom Versandort zum Bestimmungsort. KAPITEL II Transport und Kontrolle im Gebiet der Gemeinschaft Artikel 3(1)  Die  Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daßa)  für die Beförderung von Tieren in, nach und aus einem  Mitgliedstaat die Bestimmungen dieser Richtlinie und der Anhänge wie folgt Anwendung finden: - für die in Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe a) genannten Tiere die Bestimmungen von Kapitel I des  Anhangs; - für die in Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe b) genannten Tiere die Bestimmungen von Kapitel II des  Anhangs; - für die in Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe c) genannten Tiere die Bestimmungen von Kapitel III des  Anhangs; - für die in Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe d) genannten Tiere die Bestimmungen von Kapitel IV des  Anhangs; - für die in Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe e) genannten Tiere die Bestimmungen von Kapitel V des  Anhangs; b)ein Tier nur befördert werden darf, sofern sein körperlicher Zustand die geplante Verbringung  erlaubt und sofern für seine Betreuung während der Verbringung und bei der Ankunft am  Bestimmungsort geeignete Vorkehrungen getroffen worden sind. Kranke oder verletzte Tiere gelten  nicht als beförderungsfähig. Diese Bestimmung gilt jedoch nicht fürii)  leicht verletzte oder  leicht erkrankte Tiere, denen der Transport keine unnötigen Leiden verursachen würde, ii)  Tiere, die zu von der zuständigen Behörde genehmigten wissenschaftlichen Forschungszwecken  befördert werden; c)Tiere, die während der Beförderung erkranken bzw. sich verletzen, so bald wie möglich eine  Notversorgung erhalten. Gegebenenfalls sind sie einer geeigneten tierärztlichen Behandlung zu  unterziehen und erforderlichenfalls unter Vermeidung unnötiger Leiden notzuschlachten. (2)  Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b) können die Mitgliedstaaten den Transport von Tieren im  Hinblick auf eine tierärztliche Behandlung oder die Notschlachtung auch unter anderen Bedingungen  gestatten, als sie in dieser Richtlinie vorgesehen sind. Dabei tragen die Mitgliedstaaten dafür  Sorge, daß derartige Beförderungen nur gestattet werden, wenn die betroffenen Tiere nicht unnötig  leiden oder keiner schlechten Behandlung ausgesetzt sind. Erforderlichenfalls werden nach dem  Verfahren des Artikels 17 spezifische Durchführungsbestimmungen zu diesem Absatz erlassen. (3)  Unbeschadet der in Absatz 1 Buchstaben a) und b) und im Anhang vorgesehenen Anforderungen legt  der Rat mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag der Kommission geeignete zusätzliche Auflagen für  den Transport von bestimmten Tierarten wie Einhufern, Wildvögeln und Meeressäugetieren fest, um  deren artgerechte Behandlung zu gewährleisten. Bis zum Inkrafttreten dieser Bestimmungen können die Mitgliedstaaten unter Beachtung der  allgemeinen Vorschriften des Vertrages zusätzliche einschlägige innerstaatliche Bestimmungen  anwenden. Artikel 4Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, daß die Tiere während der gesamten Dauer der  Verbringung entsprechend Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c) der Richtlinie 90/425/EWG gekennzeichnet  und registriert sind und von den nach den gemeinschaftlichen bzw. einzelstaatlichen Vorschriften  vorgesehenen Dokumenten begleitet werden, damit die zuständige Behörde folgendes kontrollieren  kann: - Herkunft und Eigentümer; - Versandort und Bestimmungsort; - Tag und Uhrzeit des Versands. Artikel 5Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß1.  jede natürliche oder juristische  Person, die Tiertransporte zu kommerziellen Zwecken durchführt, a)  gemeldet ist, so daß die zuständige Behörde die Einhaltung der Anforderungen dieser Richtlinie  überwachen kann; b)für den Tiertransport im Sinne dieser Richtlinie Transportmittel einsetzt, mit denen den  Vorschriften im Anhang entsprochen werden kann; c)Tiere nicht so befördert oder befördern lässt, daß sie verletzt werden können oder unnötig leiden  müssen; 2. der Verantwortliche des Unternehmensa)den Transport von Personen durchführen lässt, die über die  Kenntnisse verfügen, die für eine angemessene Behandlung der beförderten Tiere erforderlich sind; b)im Fall von mehr als 24stuendigen Beförderungen den Transportweg ab dem Versandort und unter  Berücksichtigung des Bestimmungsortes, einschließlich der Aufenthaltsorte bzw. der etwaigen  Umladeorte, festlegt, damit eine Ruhezeit, das Füttern und Tränken und gegebenenfalls ein Entladen  und Unterbringen der Tiere unter Einhaltung der Anforderungen dieser Richtlinie für die jeweilige  Tierart gewährleistet werden kann; c)entsprechend den beförderten Tierarten bei Transporten über Entfernungen, für deren Zurücklegung  mehr als 24 Stunden benötigt werden, nachweisen kann, daß Vorkehrungen getroffen wurden, damit das  Füttern und Tränken der Tiere während der Verbringung selbst dann sichergestellt ist, wenn aus  nicht beeinflußbaren Gründen der Transportplan geändert oder die Verbringung unterbrochen wird; d)sich versichert, daß die Tiere ungeachtet der normalen Ruhezeiten für die Fahrer unverzueglich an  ihren Bestimmungsort gebracht werden; e)Vorkehrungen trifft, damit das Original des unter Buchstabe b) genannten Transportplans, in dem  ausserdem Tag, Ort und Uhrzeit der Abfahrt anzugeben sind, während des Transports mitgeführt wird; f)während eines von der zuständigen Behörde festgelegten Zeitraums eine Zweitausfertigung des  genannten Transportplans aufbewahrt, die der zuständigen Behörde auf Verlangen zur Überprüfung  vorzulegen ist; g)sich im Fall von Tiertransporten ohne Begleitung vergewissert, daß der Versender bei der  Übergabe der Tiere den Vorschriften dieser Richtlinie Genüge getan hat und der Empfänger die für  die Übernahme der Tiere erforderlichen Vorkehrungen getroffen hat; 3. die von dem Verantwortlichen im Sinne der Nummer 2 im vorhinein vereinbarten Aufenthaltsorte einer  regelmässigen Kontrolle durch die zuständige Behörde unterzogen werden. Artikel 6(1)  Die Richtlinie 90/425/EWG wird wie folgt geändert: a)  Artikel 1 Absatz 3 erhält folgende Fassung: "Von dieser Richtlinie nicht berührt sind Kontrollen, die in nichtdiskriminierender Weise von den  mit der allgemeinen Gesetzesanwendung in einem Mitgliedstaat betrauten Behörden im Rahmen ihrer  Aufgaben durchgeführt werden."b)Anhang A Abschnitt I wird durch folgende Bezugnahme ergänzt: "Richtlinie 91/628/EWG des Rates vom 19. November 1991 über den Schutz von Tieren beim Transport  sowie zur Änderung der Richtlinien 90/425/EWG und 91/496/EWG (ABl. Nr. L 340 vom 11. 12. 1991, S.  17)."(2)  Die in Artikel 3 der Richtlinie 90/425/EWG bezeichneten Bescheinigungen und Dokumente  werden zur Berücksichtigung der Anforderungen der vorliegenden Richtlinie nach dem Verfahren des  Artikels 17 ergänzt. (3)  Der Austausch der Informationen zwischen den Behörden über die Einhaltung der Anforderungen  dieser Richtlinie ist in das informatisierte System im Sinne des Artikels 20 der Richtlinie  90/425/EWG (ANIMO) bzw., was die Einfuhren aus Drittländern betrifft, in das SHIFT-Vorhaben gemäß  Artikel 12 Absatz 4 der Richtlinie 91/496/EWG einzubeziehen. Die Durchführungsvorschriften zu diesem Absatz werden nach dem Verfahren des Artikels 17 erlassen. Artikel 7(1)  Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß die erforderlichen Maßnahmen getroffen  werden, damit in den Fällen, in denen Streiks oder sonstige Ereignisse die Anwendung dieser  Richtlinie verhindern, keine oder möglichst geringe Transportverzögerungen eintreten und die Tiere  nicht oder so wenig wie möglich leiden. So sind namentlich in Häfen, Flughäfen, Bahnhöfen,  Rangierbahnhöfen und an den Grenzkontrollstellen gemäß Artikel 6 der Richtlinie 91/496/EWG  besondere Vorkehrungen zu treffen, um den Transport der Tiere unter Bedingungen, die den  Anforderungen der vorliegenden Richtlinie entsprechen, zu beschleunigen. (2)  Unbeschadet anderweitiger Tiergesundheitsvorschriften der Gemeinschaft dürfen Tiertransporte  nur aufgehalten werden, wenn dies für das Wohlbefinden der Tiere unbedingt erforderlich ist. Ist  ein Aufenthalt von mehr als zwei Stunden erforderlich, so sind geeignete Vorkehrungen für die  Betreuung der Tiere und gegebenenfalls für das Entladen und die Unterbringung zu treffen. Artikel 8Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß die zuständigen Behörden gemäß den in der  Richtlinie 90/425/EWG für die Kontrollen festgelegten Grundsätzen und Regeln die Einhaltung der  Anforderungen der vorliegenden Richtlinie durch folgende nichtdiskriminierende Kontrollen  gewährleisten: a)  Kontrollen von Transportmitteln und Tieren bei der Ankunft am Bestimmungsort; b)Kontrollen von Transportmitteln und Tieren auf Märkten, an Versandorten sowie an Aufenthalts-  und Umladeorten; c)Kontrollen der Angaben auf den Begleitdokumenten. Ferner können auch während des Transports der Tiere Kontrollen im Hoheitsgebiet des betreffenden  Mitgliedstaats vorgenommen werden, wenn der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats Informationen  vorliegen, die einen Verstoß vermuten lassen. Kontrollen, die in nichtdiskriminierender Weise von den mit der allgemeinen Gesetzesanwendung in  einem Mitgliedstaat betrauten Behörden im Rahmen ihrer Aufgaben durchgeführt werden, bleiben von  diesem Artikel unberührt. Artikel 9(1)  Stellt sich während des Transports heraus, daß die Bestimmungen dieser Richtlinie  nicht eingehalten werden bzw. nicht eingehalten wurden, so fordert die zuständige Behörde des  Ortes, an dem diese Feststellung getroffen wird, die für das Transportmittel verantwortlichen  Personen auf, alle Maßnahmen zu treffen, die sie zur Gewährleistung der artgerechten Behandlung der  betroffenen Tiere für notwendig erachtet. So kann die zuständige Behörde je nach den Umständen des Einzelfalles veranlassen, daßa)  die  weitere Verbringung oder die Rücksendung der Tiere zum Versandort auf dem kürzesten direkten Wege  erfolgt, sofern dies den Tieren kein unnötiges Leiden verursacht; b)die Tiere in geeigneten Unterkünften angemessen versorgt werden, bis das Problem gelöst ist; c)die Tiere so getötet werden, daß ihnen unnötige Leiden erspart werden. Für Bestimmungsort und  Verwendung der Tierkörper gilt die Richtlinie 64/433/EWG (1). (2)  Kommt die für das Transportmittel verantwortliche Person den Anordnungen der zuständigen  Behörde nicht nach, so lässt diese die betreffenden Maßnahmen unverzueglich durchführen und treibt  die hierbei entstehenden Kosten auf geeignete Weise bei. (3)  Die in den Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten vorgesehenen Rechtsmittel gegen  Entscheidungen der zuständigen Behörden bleiben von dieser Richtlinie unberührt. Die von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten getroffenen Entscheidungen sind dem Versender  oder seinem Bevollmächtigten sowie der zuständigen Behörde des Versandmitgliedstaats mitzuteilen  und zu begründen. Auf Antrag sind dem Versender oder seinem Bevollmächtigten Entscheidungen schriftlich mitzuteilen  und zu begründen; dabei ist anzugeben, welche Rechtsmittel nach der Rechtsordnung des  Bestimmungsmitgliedstaats bestehen und in welcher Form und innerhalb welcher Frist sie einzulegen  sind. Bei Streitigkeiten können die beiden Parteien jedoch im gegenseitigen Einvernehmen den strittigen  Fall innerhalb einer Frist von höchstens einem Monat einem Sachverständigen, der in dem von der  Kommission zu erstellenden Sachverständigenverzeichnis der Gemeinschaft aufgeführt ist, zur  Beurteilung vorlegen. Der Sachverständige ist gehalten, sein Gutachten innerhalb einer Frist von höchstens 72 Stunden  abzugeben. Die Parteien richten sich nach dem Gutachten des Sachverständigen unter Einhaltung des  gemeinschaftlichen Veterinärrechts. Artikel 10(1)  Sofern dies für die einheitliche Anwendung dieser Richtlinie erforderlich ist,  können Sachverständige der Kommission in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der  Mitgliedstaaten Kontrollen vor Ort durchführen. Der Mitgliedstaat, in dessen Hoheitsgebiet eine  Kontrolle durchgeführt wird, gewährt den Sachverständigen bei der Durchführung ihrer Aufgabe jede  erforderliche Unterstützung. Die Kommission unterichtet die Mitgliedstaaten über die  Kontrollergebnisse. (2)  Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 17  erlassen. KAPITEL III Einfuhren aus Drittländern Artikel 11(1)  Die Richtlinie 91/496/EWG ist anwendbar,  und zwar insbesondere in bezug auf die Durchführung der Kontrollen und die sich daran anschließenen  Maßnahmen. (2)  Die Einfuhr, die Durchfuhr und der Transport von unter diese Richtlinie fallenden lebenden  Tieren mit Herkunft aus Drittländern in bzw. durch das Gebiet der Gemeinschaft sind nur zulässig,  wenn sich der Ausführer und/oder der Einführer schriftlich zur Einhaltung der Anforderungen dieser  Richtlinie verpflichten und die entsprechenden Vorkehrungen getroffen haben. (3)  Ab 1. Januar 1993 erhält Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe d) Unterabsatz 1 der Richtlinie  91/496/EWG folgende Fassung: "d)  die Prüfung der Einhaltung der Anforderungen der Richtlinie 91/628/EWG des Rates vom 19.  November 1991 über den Schutz von Tieren beim Transport sowie zur Änderung der Richtlinien  90/425/EWG und 91/496/EWG (*)(*) ABl. Nr. L 340 vom 11. 12. 1991, S. 17."(4)  Die in Artikel 4  Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Richtlinie 91/496/EWG bezeichneten Bescheinigungen oder  Dokumente werden zur Berücksichtigung der Anforderungen der vorliegenden Richtlinie nach dem  Verfahren des Artikels 17 ergänzt. Bis zum Erlaß dieser Bestimmungen sind die einschlägigen einzelstaatlichen Vorschriften unter  Beachtung der allgemeinen Vorschriften des Vertrages anzuwenden. KAPITEL IV Schlußbestimmungen Artikel 12Die in der Richtlinie 89/608/EWG (¹) vorgesehenen  Regeln und Unterrichtungsverfahren gelten entsprechend für die Zwecke der vorliegenden Richtlinie. (¹) ABl. Nr. L 351 vom 2. 12. 1989, S. 34. Artikel 13(1)  Die Kommission legt vor dem 1. Juli 1992 einen auf der Grundlage einer  Stellungnahme des Wissenschaftlichen Veterinärausschusses ausgearbeiteten Bericht, gegebenenfalls  zusammen mit Vorschlägen, über folgende Punkte vor: - Festlegung einer Hoechstdauer für den Transport bestimmter Tierarten; - Zeitabstände gemäß Kapitel I Abschnitt A Nummer 2 Buchstabe d) des Anhangs; - Dauer der Ruhezeit nach Artikel 5 Nummer 2 Buchstabe b); - Vorschriften für die Ladedichte beim Transport bestimmter Tierarten; - Vorschriften, denen die Transportmittel bei der Beförderung bestimmter Tierarten entsprechen  müssen. Der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit über diese Vorschläge. (2)  Die Kommission legt nach dem Verfahren des Artikels 17 nach Anhörung des Wissenschaftlichen  Veterinärausschusses die gemeinschaftlichen Kriterien fest, denen die Aufenthaltsorte in bezug auf  die Fütterung und Tränkung, die Ver- und Entladung sowie gegebenenfalls die Unterbringung  bestimmter Arten von Tieren entsprechen müssten. (3)  Die Kommission unterbreitet dem Rat drei Jahre nach Inkrafttreten dieser Richtlinie einen  Bericht über die Erfahrungen der Mitgliedstaaten insbesondere bei der Anwendung der aufgrund der  Absätze 1 und 2 erlassenen Bestimmungen sowie gegebenenfalls Vorschläge zur Änderung dieser  Bestimmungen; der Rat befindet über diese Vorschläge mit qualifizierter Mehrheit. (4)  Bis zum Inkrafttreten der Bestimmungen gemäß den Absätzen 1 und 2 sind die einschlägigen  einzelstaatlichen Vorschriften unter Beachtung der allgemeinen Vorschriften des Vertrages  anzuwenden. Artikel 14Der Anhang dieser Richtlinie wird vom Rat mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag  der Kommission geändert, um ihn insbesondere dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt  anzupassen. Artikel 15Nach dem Verfahren des Artikels 17 können die in den Gemeinschaftsvorschriften  vorgesehenen Bescheinigungen und Begleitdokumente für den Transport von Tieren im Sinne des  Artikels 1 durch eine Bescheinigung der zuständigen Behörde im Sinne des Artikels 2 Nummer 6 der  Richtlinie 90/425/EWG ergänzt werden, mit der bestätigt wird, daß die Anforderungen der  vorliegenden Richtlinie eingehalten werden. Artikel 16Nach dem Verfahren des Artikels 17 werden anhand der in Absatz 2 bezeichneten Angaben  die Vorschriften für die artgerechte Tierbeförderung in einigen Teilen der in Anhang I der  Richtlinie 90/675/EWG genannten Gebiete, einschließlich - in bezug auf das Königreich Spanien - der  Kanarischen Inseln, festgelegt, um den dort herrschenden besonderen Naturgegebenheiten,  insbesondere der Entfernung vom Kontinentalgebiet der Gemeinschaft, Rechnung zu tragen. Zu diesem Zweck teilen die Mitgliedstaaten der Kommission spätestens am 1. Juli 1992 mit, welche  besonderen Vorschriften für die artgerechte Beförderung von Tieren innerhalb der betreffenden  Gebiete unter Berücksichtigung der dort bestehenden besonderen Sachzwänge gelten. Artikel 17(1)  Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Verfahren Bezug genommen, so befasst  der Vorsitzende des mit dem Beschluß 68/361/EWG (1) eingesetzten Ständigen Veterinärausschusses (im  folgenden "Ausschuß" genannt) diesen Ausschuß unverzueglich von sich aus oder auf Antrag des  Vertreters eines Mitgliedstaats. (2)  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden  Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die  der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der Angelegenheit festsetzen kann. Die  Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die  Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der  Abstimmung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten  Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil. (3)  Die Kommission trifft die in Aussicht genommenen Maßnahmen, wenn sie der Stellungnahme des  Ausschusses entsprechen. (4)  Entsprechen die beabsichtigten Maßnahmen nicht der Stellungnahme des Ausschusses oder ist  keine Stellungnahme ergangen, so schlägt die Kommission dem Rat unverzueglich die zu treffenden  Maßnahmen vor. Der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit. Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten, nachdem ihm der Vorschlag übermittelt worden  ist, keinen Beschluß gefasst, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommission erlassen,  es sei denn, der Rat hat sich mit einfacher Mehrheit gegen die genannten Maßnahmen ausgesprochen. Artikel 18(1)  Die Mitgliedstaaten treffen geeignete Maßnahmen, um Verstösse natürlicher oder  juristischer Personen gegen diese Richtlinie zu ahnden. (2)  Bei wiederholten Verstössen oder bei Verstössen, die den Tieren schwere Leiden verursachen, kann  ein Mitgliedstaat unbeschadet etwaiger anderer Sanktionen Vorkehrungen treffen, um die  festgestellten Mißstände abzustellen. Artikel 19Diese Richtlinie gilt unbeschadet der im Rahmen der Zollgesetzgebung geltenden  Verpflichtungen. Artikel 20Die Richtlinien 77/489/EWG und 81/389/EWG werden spätestens zu dem in Artikel 21  genannten Zeitpunkt aufgehoben. Artikel 21(1)  Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts- und  Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie vor dem 1. Januar 1993 nachzukommen. Sie setzen die  Kommission unverzueglich davon in Kenntnis. (2)  Wenn die Mitgliedstaaten Vorschriften nach Absatz 1 erlassen, nehmen sie in den Vorschriften  selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die  Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten der Bezugnahme. Artikel 22Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.Geschehen zu Brüssel am 19. November 1991. Im Namen des RatesDer PräsidentP. BUKMAN(1) ABl. Nr. C 214 vom 21. 8. 1989,  S. 36, und ABl. Nr. C 154 vom 23. 6. 1990, S. 7. (2) ABl. Nr. C 113 vom 7. 5. 1990, S. 206. (3) ABl. Nr. C 56 vom 7. 3. 1990, S. 29. (4) ABl. Nr. C 76 vom 7. 3. 1987, S. 185. (5) ABl. Nr. L 384 vom 31. 12. 1982, S. 1. Verordnung zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG)  Nr. 197/90 der Kommission (ABl. Nr. L 29 vom 31. 1. 1990, S. 1). (6) ABl. Nr. L 200 vom 8. 8. 1977, S. 10. (7) ABl. Nr. L 150 vom 6. 6. 1981, S. 1. Richtlinie zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr.  3768/85 (ABl. Nr. L 362 vom 31. 12. 1985, S. 8). (1) ABl. Nr. L 395 vom 30. 12. 1989. Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie 91/496/EWG  (ABl. Nr. L 268 vom 24. 9. 1991, S. 56). (2) ABl. Nr. L 373 vom 31. 12. 1990, S. 1. Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie  91/496/EWG (ABl. Nr. L 268 vom 24. 9. 1991, S. 56) (1) In der geänderten und kodifizierten Fassung durch die Richtlinie 91/497/EWG (ABl. Nr. L 268 vom  24. 9. 1991, S. 68). (1) ABl. Nr. L 255 vom 18. 10. 1968, S. 23.  ANHANG KAPITEL I EINHUFER UND TIERE DER GATTUNG RIND, SCHAF, ZIEGE UND SCHWEIN, DIE ALS  HAUSTIERE GEHALTEN WERDEN A.  Allgemeine Bestimmungen  1.  Trächtige Tiere, die  voraussichtlich während des Transports niederkommen werden oder die in einem Zeitraum von weniger  als 48 Stunden vor dem Transport niedergekommen sind, sowie neugeborene Tiere, bei denen die  Nabelwunde noch nicht vollständig verheilt ist, sind nicht als transportfähig anzusehen.  2. a)  Die Tiere müssen über angemessenen Raum verfügen, um in ihrer normalen Stellung stehen zu  können, und gegebenenfalls durch Begrenzungsvorrichtungen gegen die Bewegungen des Transportmittels  geschützt sein. Ferner müssen sie über Raum zum Liegen verfügen, es sei denn, daß dies aufgrund  besonderer tierschutzspezifischer Anforderungen nicht vorzusehen ist. b)  Die Transportmittel und -behältnisse müssen so gebaut sein und bedient werden, daß sie den  Tieren Schutz vor ungünstigen Witterungseinfluessen und starken klimatischen Schwankungen bieten.  Lüftung und Luftraum sind den Transportverhältnissen und der jeweiligen Tierart anzupassen. c)Die Transportmittel und -behältnisse müssen leicht zu reinigen, ausbruchsicher und so gebaut  sein, daß sich die Tiere nicht verletzen, ihnen kein unnötiges Leid verursacht wird und ihre  Sicherheit gewährleistet ist. Behältnisse, in denen Tiere transportiert werden, sind mit einem  Symbol für lebende Tiere zu kennzeichnen und müssen ein Zeichen tragen, das die Position der Tiere  anzeigt. Die Behältnisse müssen die Überwachung und Betreuung der Tiere ermöglichen und so  aufgestellt sein, daß die Luftzufuhr nicht beeinträchtigt wird. Beim Transport und beim Umgang mit  den Tieren müssen die Behältnisse stets aufrecht stehen und dürfen keinen starken Stössen oder  Erschütterungen ausgesetzt werden. d)Während des Transports müssen die Tiere in angemessenen Zeitabständen mit Wasser und geeignetem  Futter versorgt werden. Die Tiere dürfen nicht länger als 24 Stunden ohne Futter und Wasser  bleiben, es sei denn, daß in besonderen Fällen eine Verlängerung dieser Zeitspanne um höchstens  zwei Stunden, insbesondere unter Berücksichtigung der beförderten Arten, der eingesetzten  Transportmittel und der Nähe des Entladeortes im Interesse der Tiere liegt. e)Einhufer müssen während des Transports Halfter tragen. Diese Bestimmung braucht auf  halfterungewohnte Fohlen und in Einzelboxen transportierte Tiere nicht angewendet zu werden. f)Wenn die Tiere angebunden sind, müssen die verwendeten Anbindevorrichtungen so fest sein, daß  sie bei normaler Beanspruchung während des Transports nicht reissen; sie müssen lang genug sein,  damit sich die Tiere gegebenenfalls niederlegen sowie Futter und Wasser aufnehmen können, und so  beschaffen sein, daß sich die Tiere nicht strangulieren oder verletzen können. Die Tiere dürfen  nicht an den Hörnern oder an Nasenringen angebunden werden. g)Einhufer sind in Einzelboxen zu transportieren, die so gebaut sind, daß die Tiere gegen Stösse  geschützt sind. Doch können diese Tiere in Gruppen transportiert werden; in diesem Fall ist dafür  zu sorgen, daß Tiere, die sich gegeneinander feindselig verhalten, nicht zusammen transportiert  werden und daß anderenfalls den Tieren die Eisen an den Hinterhufen abgenommen werden. h)Einhufer dürfen nicht in mehrstöckigen Fahrzeugen transportiert werden.  3. a)Werden Tiere verschiedener Arten in demselben Transportmittel befördert, so sind sie nach Arten  zu trennen, sofern es sich nicht um zusammenlebende Tiere handelt, die unter der Trennung leiden  würden. Weiterhin sind Maßnahmen zur Vermeidung nachteiliger Folgen zu treffen, die sich ergeben  können, wenn von Natur aus einander feindlich gesinnte Tiere in derselben Sendung transportiert  werden. Werden Tiere verschiedenen Alters in demselben Transportmittel befördert, so sind  ausgewachsene Tiere und Jungtiere voneinander getrennt zu halten; diese Einschränkung gilt jedoch  nicht für säugende Muttertiere mit ihren Jungen. Nichtkastrierte ausgewachsene männliche Tiere sind  von den weiblichen Tieren getrennt zu halten. Zuchteber sind voneinander getrennt zu halten;  dasselbe gilt für Hengste. Diese Bestimmungen gelten nur insoweit, als die Tiere nicht in  kompatiblen Gruppen gehalten oder aneinander gewöhnt wurden. b)Güter, die das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigen könnten, dürfen nicht in Laderäume, in  denen Tiere transportiert werden, verladen werden.  4. Für das Verladen und Ausladen von Tieren sind geeignete Vorrichtungen wie Brücken, Rampen oder  Stege zu verwenden. Die Bodenfläche dieser Vorrichtungen muß so beschaffen sein, daß ein Ausgleiten  verhindert wird; die Vorrichtungen sind soweit notwendig mit einem Seitenschutz zu versehen. Die  Tiere dürfen weder in mechanischen Vorrichtungen hängend befördert noch am Kopf, an den Hörnern, an  den Beinen, am Schwanz oder am Fell hochgehoben oder gezogen werden. Ferner ist die Verwendung von  Stromstoßgeräten soweit möglich zu vermeiden.  5.  Der Boden des Transportmittels oder -behältnisses muß stark genug sein, um das Gewicht der  transportierten Tiere zu tragen, und rutschfest sein; ist er nicht dicht gefugt oder weist er  Löcher auf, so muß er glatt sein, damit sich die Tiere nicht verletzen. Der Boden muß mit einer  ausreichenden Menge Einstreu zur Aufnahme der Exkremente bedeckt sein, sofern der gleiche Zweck  nicht durch ein anderes, mindestens gleichwertiges Verfahren erreicht wird oder sofern die  Exkremente nicht regelmässig beseitigt werden.  6.  Während des Transports hat ein Begleiter für die notwendige Betreuung der Tiere zu sorgen, es  sei denn, daßa)  die Tiere in sicheren, angemessen belüfteten Behältnissen transportiert werden,  die gegebenenfalls in überlaufsicheren Ausgabetrögen ausreichend Futter und Wasser für einen  doppelt so langen Transport als geplant enthalten; b)der Transportunternehmer die Aufgaben des Begleiters übernimmt; c)der Versender einen Beauftragten bestimmt hat, der die Tiere an geeigneten Aufenthaltsorten  betreut.  7. a)Der Begleiter oder der Beauftragte des Versenders hat die Tiere zu versorgen, zu füttern und zu  tränken und gegebenenfalls zu melken. b)Milchgebende Kühe sind in Abständen von ungefähr 12 Stunden, mindestens jedoch alle 15 Stunden  zu melken. c)Für diese Betreuung muß gegebenenfalls eine geeignete Beleuchtung vorhanden sein.  8. Tiere dürfen nur in Transportmittel oder -behältnisse verladen werden, die zuvor gründlich  gesäubert und gegebenenfalls desinfiziert worden sind. Tote Tiere, Einstreu und Exkremente sind so  bald wie möglich zu entfernen. B.  Besondere Bestimmungen für Transporte auf der Schiene  9. Eisenbahnwagen, in denen Tiere transportiert werden, müssen mit einem Symbol für lebende Tiere  gekennzeichnet sein, es sei denn, die Tiere werden in Behältnissen befördert. Wenn Spezialwagen für  den Transport von Tieren nicht zur Verfügung stehen, sind die Tiere in gedeckten Wagen zu  transportieren, die eine hohe Fahrgeschwindigkeit zulassen und mit genügend grossen  Lüftungsöffnungen ausgerüstet sind oder die über ein selbst bei niedriger Fahrgeschwindigkeit  angemessenes Lüftungssystem verfügen. Die Innenwände der Wagen müssen aus Holz oder anderem  geeignetem glatten Material bestehen und in angemessener Höhe mit Ringen oder Stangen versehen  sein, an denen die Tiere gegebenenfalls festgebunden werden können. 10. Einhufer sind, wenn sie nicht in Einzelboxen transportiert werden, so anzubinden, daß sie bei  Querverladung zu derselben Seite des Wagens schauen oder bei Längsverladung sich gegenüberstehen.  Fohlen und halfterungewohnte Tiere sind jedoch nicht anzubinden. 11. Grosstiere sind so zu verladen, daß sich ein Begleiter zwischen ihnen bewegen kann. 12. Müssen die Tiere gemäß Nummer 3 Buchstabe a) getrennt werden, so kann dies entweder, wenn der Platz  dies zulässt, durch Anbinden der Tiere an getrennten Stellen des Wagens oder durch geeignete  Trennwände erfolgen. 13. Bei der Zugbildung und bei jeder Verschubbewegung ist jede Vorsorge zu treffen, um heftige Stösse  der Wagen, in denen sich Tiere befinden, zu vermeiden. C.  Besondere Bestimmungen für Transporte auf der Strasse 14. Die Fahrzeuge müssen ausbruchsicher und so beschaffen sein, daß die Sicherheit der Tiere  gewährleistet ist; sie müssen überdies mit einer Abdeckung versehen sein, die einen wirksamen  Schutz vor ungünstigen Witterungseinfluessen bietet. 15. Fahrzeuge, in denen Grosstiere befördert werden, die normalerweise anzubinden sind, müssen mit  Anbindevorrichtungen versehen sein. Ist eine Unterteilung der Fahrzeuge erforderlich, so müssen die  Trennwände aus widerstandsfähigem Material bestehen. 16. Die Fahrzeuge müssen über Ausrüstungen verfügen, die den Anforderungen unter Nummer 4 entsprechen. D.  Besondere Bestimmungen für Transporte auf dem Wasserweg 17. Die Schiffe müssen so ausgerüstet sein, daß die Tiere transportiert werden können, ohne sich zu  verletzen oder unnötig zu leiden. 18. Die Tiere dürfen nicht auf offenem Deck transportiert werden, es sei denn in ausreichend  gesicherten Behältnissen oder anderen Vorrichtungen, die von der zuständigen Behörde genehmigt  worden sind und ausreichenden Schutz vor der See und vor Witterungseinfluessen bieten. 19. Die Tiere sind anzubinden oder in geeigneter Weise in Verschlägen oder Behältnissen  unterzubringen. 20. Verschläge, Behältnisse und Fahrzeuge, in denen Tiere untergebracht sind, müssen ausreichend  zugänglich sein. Ausserdem ist für ausreichende Beleuchtung zu sorgen. 21. Die Anzahl der Begleiter muß unter Berücksichtigung der Zahl der Tiere sowie der Transportdauer  ausreichend sein. 22. Alle Teile des Schiffes, in denen Tiere untergebracht sind, müssen über Abflussanlagen verfügen und  sind in hygienisch einwandfreiem Zustand zu halten. 23. Es ist ein von der zuständigen Behörde genehmigtes Gerät mitzuführen, um nötigenfalls Tiere töten  zu können. 24. Die zum Transport von Tieren verwendeten Schiffe sind vor dem Auslaufen unter Berücksichtigung von  Art und Zahl der zu transportierenden Tiere sowie der Dauer des Transports mit ausreichenden  Vorräten an Trinkwasser - wenn das Schiff nicht über ein geeignetes Trinkwasseraufbereitungssystem  verfügt - und geeignetem Futter zu bestücken. 25. Es sind Einrichtungen vorzusehen, um kranke oder verletzte Tiere während des Transports absondern  und gegebenenfalls behandeln zu können. 26.  Die Nummern 17 bis 19 gelten nicht für die Tiere, die - in Eisenbahnwagen oder  Strassenfahrzeugen verladen - auf Fährbooten oder ähnlichen Schiffen transportiert werden. a)  Werden Tiere in Eisenbahnwagen nach diesem Huckepack-Verfahren befördert, so ist während der  gesamten Transportzeit für ausreichende Luftzufuhr zu sorgen. b)Werden Tiere in Strassenfahrzeugen nach diesem Huckepack-Verfahren befördert, so sind folgende  Maßnahmen zu treffen: i)  Der Verschlag der Tiere muß in geeigneter Weise am Fahrzeug befestigt sein; das Fahrzeug und  der Verschlag der Tiere müssen mit angemessenen Befestigungsvorrichtungen versehen sein, die eine  feste Verzurrung auf dem Schiff gewährleisten. Auf dem Deck eines überdachten  Roll-on/Roll-off-Schiffes muß unter Berücksichtigung der Zahl der beförderten Fahrzeuge eine  ausreichende Belüftung gewährleistet sein. Fahrzeuge, in denen Tiere transportiert werden, sollten,  soweit dies möglich ist, nahe einer Frischluftzufuhr abgestellt werden; iii)der Verschlag der Tiere muß mit einer ausreichenden Anzahl von Öffnungen oder anderen Mitteln  versehen sein, die unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Luftzufuhr in der Enge des  Fahrzeug-Laderaums eines Schiffes begrenzt ist, eine ausreichende Belüftung sicherstellen. Der  freie Raum innerhalb des Verschlags der Tiere und auf jeder seiner Ebenen muß eine ausreichende  Belüftung über den Tieren auch dann gestatten, wenn diese sich in ihrer natürlichen, stehenden  Haltung befinden; iii)in jedem Teil des Verschlags der Tiere ist ein direkter Zugang vorzusehen, damit die Tiere  gegebenenfalls während der Fahrt versorgt, gefüttert und getränkt werden können. E.  Besondere Bestimmungen für Transporte auf dem Luftweg 27. Die Tiere sind in artgerechten Behältnissen, Verschlägen oder Boxen zu transportieren, die  zumindest den jüngsten IATA-Vorschriften für den Transport lebender Tiere genügen. 28. Unter Berücksichtigung der Tierart sind Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit zu hohe oder zu  niedrige Temperaturen an Bord sowie starke Luftdruckschwankungen vermieden werden. 29. An Bord von Frachtflugzeugen ist ein von der zuständigen Behörde genehmigtes Gerät mitzuführen, um  nötigenfalls Tiere töten zu können. KAPITEL II GEFLÜGEL, STUBENVÖGEL UND HAUSKANINCHEN 30. Die folgenden Bestimmungen des Kapitels I gelten sinngemäß für den Transport von Gefluegel,  Stubenvögeln und Hauskaninchen: Nummer 2 Buchstaben a), b) und c), Nummern 3, 5, 6, 8, 9, 13, 17  bis 22, 24, 26 bis 29. 31. Geeignetes Futter und Wasser müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, ausserii)  bei  einer Transportdauer von weniger als 12 Stunden, Lade- und Entladezeiten nicht mitgerechnet; ii)bei Küken aller Art, deren Transport weniger als 24 Stunden dauert, sofern er innerhalb von 72  Stunden nach dem Schlupf beendet ist. KAPITEL III HAUSHUNDE UND HAUSKATZEN 32. Unbeschadet des Artikels 1 Absatz 2 Buchstabe a) gelten die folgenden Bestimmungen des Kapitels I  sinngemäß für den Transport von Haushunden und Hauskatzen: Nummer 1, Nummer 2 Buchstaben a), b) und  c), Nummern 3, 5, 6, Nummer 7 Buchstaben a) und c), Nummern 8, 9, 12, 13, 15 sowie 17 bis 29. 33. Die Tiere sind während des Transports in Abständen von nicht mehr als 24 Stunden zu füttern und in  Abständen von nicht mehr als 12 Stunden zu tränken. Klare schriftliche Anweisungen über Fütterung  und Tränkung müssen beigegeben sein. Läufige weibliche Tiere sind von männlichen Tieren getrennt zu  halten. KAPITEL IV ANDERE SÄUGETIERE UND VÖGEL 34.  a)  Dieses Kapitel gilt für den Transport der  Säugetiere und Vögel, die nicht von den vorhergehenden Kapiteln erfasst sind. b)Die folgenden Bestimmungen des Kapitels I gelten sinngemäß für den Transport der unter das  vorliegende Kapitel fallenden Tierarten: Nummer 1, Nummer 2 Buchstaben a), b) und c), Nummer 3  Buchstabe b), Nummern 4 bis 6, Nummer 7 Buchstaben a) und c), Nummern 8 und 9 sowie 13 bis 29. 35. Unbeschadet des Artikels 3 Absatz 1 Buchstabe b) dürfen nur gesunde, transportfähige Tiere  befördert werden. Hochträchtige oder kürzlich niedergekommene Tiere sowie noch von der Mutter  abhängige und von ihr nicht begleitete Säugetiere gelten nicht als transportfähig.  Ausnahmeregelungen sind nur in aussergewöhnlichen Fällen zulässig, wenn das Tier aus  gesundheitlichen Gründen an einen Ort befördert werden muß, an dem es entsprechend behandelt werden  kann. 36. Beruhigungsmittel dürfen nur unter aussergewöhnlichen Umständen und auch nur unter direkter Aufsicht  eines Tierarztes gegeben werden. Angaben über die Verabreichung des Mittels sind bis zum  Bestimmungsort mitzuführen. 37. Die Tiere dürfen nur in geeigneten Transportmitteln befördert werden, an denen gegebenenfalls  Hinweise anzubringen sind, daß es sich um ängstliche oder gefährliche wildlebende Tiere handelt.  Ausserdem müssen klare schriftliche Anweisungen über Fütterung und Tränkung sowie über eine  gegebenenfalls erforderliche Sonderbetreuung mitgeführt werden. Tiere, die unter das CITES fallen, sind entsprechend den jüngsten CITES-"Leitlinien für den  Transport und die entsprechende Vorbereitung von freilebenden Tieren und wildwachsenden Pflanzen"  zu befördern. Beim Transport auf dem Luftweg sind die Tiere zumindest entsprechend den jüngsten  IATA-Vorschriften für den Transport lebender Tiere zu transportieren. Sie sind unverzueglich an  ihren Bestimmungsort weiterzubefördern. 38. Die unter dieses Kapitel fallenden Tiere sind nach den unter Nummer 37 genannten Anweisungen und  Leitlinien zu betreuen. 39. Vor dem Transport ist eine angemessene Frist für die Vorbereitung der Tiere vorzusehen, während der  sie nötigenfalls nach und nach an ihre Transportbehältnisse gewöhnt werden. 40. Tiere unterschiedlicher Arten dürfen nicht in einem Behältnis befördert werden. Auch Tiere der  gleichen Art dürfen nur in ein und demselben Behältnis befördert werden, wenn sie sich  bekanntermassen vertragen. 41. Geweihtragende Tiere dürfen während der Bastzeit nicht transportiert werden. 42. Vögel sind in abgedunkelten Behältnissen zu befördern. 43. Unbeschadet der besonderen Vorschriften, die nach Artikel 3 Absatz 3 festzulegen sind, müssen  Meeressäugetiere von einer qualifizierten Begleitperson kontinuierlich betreut werden. Ihre  Transportbehältnisse dürfen nicht gestapelt werden. 44. a)  In den Behältniswänden sind zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten in Form hinreichend grosser  Öffnungen vorzusehen, damit eine angemessene und kontinuierliche Luftzufuhr gewährleistet ist.  Diese Öffnungen dürfen nur so groß sein, daß die Tiere von den Personen, die mit dem  Transportbehältnis umgehen, ferngehalten werden und sich nicht verletzen können. b)  Um im Fall der Stapelung oder der Verladung der Transportbehältnisse auf engem Raum die  Luftzufuhr zu gewährleisten, sind alle Wände, Decken und Böden der Behältnisse mit angemessen  grossen Distanzleisten zu versehen. 45. Die Tiere dürfen nicht in der Nähe von Lebensmitteln oder an Stellen, zu denen unbefugte Personen  Zugang haben, untergebracht werden. KAPITEL V SONSTIGE WIRBELTIERE UND KALTBLÜTIGE TIERE 46. Sonstige Wirbeltiere und kaltblütige Tiere sind in angemessenen Behältnissen und unter artgerechten  Bedingungen, insbesondere hinsichtlich Raum, Belüftung, Temperatur und Sicherheit, sowie mit so  viel Wasser und Sauerstoff zu transportieren, wie für die jeweilige Art notwendig ist. Tiere, die  unter das CITES fallen, sind entsprechend den CITES-"Leitlinien für den Transport und die  entsprechende Vorbereitung von freilebenden Tieren und wildwachsenden Pflanzen" zu transportieren.  Beim Transport auf dem Luftweg sind die Tiere zumindest entsprechend den jüngsten IATA-Vorschriften  für den Transport lebender Tiere zu transportieren. Sie sind unverzueglich an ihren Bestimmungsort  weiterzubefördern.