CELEX: 51993PC0306
Language: de
Date: 1993-07-05
Title: Vorschlag für eine Entscheidung des Rates zur Änderung der Entscheidung des Rates 89/286/EWG über die Durchführung auf Gemeinschaftsebene der Hauptphase des strategischen Programms für Innovation und Technologietransfer (1989-1993) (Programm SPRINT)

24 . 7 . 93                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 200 / 7
                                                               II
                                                  ( Vorbereitende Rechtsakte)
                                                KOMMISSION
               Vorschlag für eine Entscheidung des Rates zur Änderung der Entscheidung des Rates
               89/286 /EWG über die Durchführung auf Gemeinschaftsebene der Hauptphase des strategi­
               schen Programms für Innovation und Technologietransfer ( 1989—1993) (Programm Sprint)
                                                        (93/C 200/09)
                                                     KOM(93) 306 endg.
                                       (Von der Kommission vorgelegt am 6. Juli 1993)
DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                ternehmen, insbesondere kleiner und mittlerer Un­
                                                                         ternehmen (2), empfahl der Rat, daß die Kommission
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi­                       unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips die Maß­
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel                  nahmen fortsetzt, die erforderlich sind, um ein der
235 ,                                                                    Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, insbeson­
                                                                         dere der kleinen und mittleren Unternehmen, förder­
auf Vorschlag der Kommission,                                            liches Umfeld zu schaffen und deren Eingliederung
                                                                         in den Binnenmarkt nach 1992 zu flankieren .
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
                                                                     6. Angesichts der wirtschaftlichen Lage ist eine Initia­
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus­                       tive zur Wiederankurbelung des Wachstums erfor­
schusses,                                                                derlich, und zu ihrem Erfolg können Maßnahmen
                                                                         zur Anregung von Innovation und Technologietrans­
in Erwägung nachstehender Gründe :                                       fer insbesondere im Zusammenhang mit den KMU
                                                                         einen wesentlichen Beitrag leisten.
  1 . Nach Artikel 3 des Vertrages umfaßt die Tätigkeit
      der Gemeinschaft die Stärkung der Wettbewerbsfä­               7. Ein Gremium unabhängiger Sachverständiger hat ge­
      higkeit der Industrie der Gemeinschaft sowie des                   mäß Artikel 8 der Entscheidung 89/286/EWG 30
      wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts, ferner                Monate nach Beginn der Durchführung des Pro­
      die Förderung der Forschung und technologischen                    gramms einen Evaluierungsbericht über die erzielten
      Entwicklung.                                                       Ergebnisse vorgelegt ; die Kommission hat diesen Be­
                                                                         richt mit ihren Anmerkungen dem Parlament, dem
 2. Ein positives Umfeld für Innovation und Technolo­                    Rat und dem Wirtschafts - und Sozialausschuß über­
      gietransfer in allen Regionen und Sektoren der Ge­                 mittelt (J).
      meinschaft ist eine Bedingung für die Wettbewerbs­
      fähigkeit ihrer Industrie und die Stärkung ihrer wis­          8 . In dem Bericht ist die Angemessenheit der Ziele und
      senschaftlichen und technologischen Grundlagen.                    Hauptwesenszüge des Programms bestätigt, seine
                                                                         Verlagerung wird verlangt, und Empfehlungen zur
 3 . Innovationspolitik ist eine horizontale Maßnahme,                   Ausrichtung bestimmter Maßnahmen sind ausgespro­
      die also andere Politikbereiche — Regionalpolitik,                 chen .
      Industriepolitik, Unternehmenspolitik und Ausbil­
      dungspolitik — betrifft, zu diesen einen Beitrag lei­          9. Die im Rahmen des Programms Sprint angelaufenen
      stet und sie verstärkt ; hierzu sind Kontinuität und               Maßnahmen, deren Wirkung sich nur mittel- und
      Koordination erforderlich .                                        langfristig feststellen läßt, müssen fortgeführt und
                                                                         ausgebaut werden, damit die Wachstumsinitiative
 4 . Der Rat hat am 17 . April 1989 die Entscheidung                     verstärkt, die Kohärenz mit den anderen Instrumen­
      89/286/EWG über die Durchführung auf Gemein­                       ten der Gemeinschaft zur Förderung von Innovation
      schaftsebene der Hauptphase des strategischen Pro­                 und Technologietransfer sichergestellt und die Inte­
      gramms für Innovation und Technologietransfer                      gration von Sprint in das 4. Rahmenprogramm im
      ( 1989— 1993) (Programm Sprint) (*) erlassen.                      Bereich der Forschung und technologischen Ent­
                                                                         wicklung vorbereitet wird.
 5. In seiner Entschließung vom 17. Juni 1992 über Ge­
      meinschaftsmaßnahmen zur Unterstützung der Un­
                                                                   (2) ABl. Nr. C 178 vom 15. 7. 1992, S. 8 .
O ABl. Nr. L 112 vom 25 . 4. 1989, S. 12.                          O SEK(92) 2352 endg.
 ---pagebreak--- Nr. C 200 / 8                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       24 . 7 . 93
10. Zur Durchführung dieser Maßnahmen müssen natio­                    HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN :
     nale und regionale Einrichtungen herangezogen und
     soweit möglich dezentrale Managementstrukturen                                           Einziger Artikel
     genutzt werden. Die Maßnahmen konzentrieren sich
     im wesentlichen auf die Bildung transnationaler                   Die Entscheidung 89/286/EWG wird folgendermaßen
     Netze, in denen sektorale und regionale Akteure zu­               abgeändert :
     sammengeschlossen sind, auf die Ermittlung und                    1 . Die Bezeichnung wird durch folgenden Wortlaut er­
     Verbreitung optimaler Verfahren (best practice) über                  setzt : „über die Durchführung auf Gemeinschafts­
     die Landesgrenzen hinaus, und auf die gemeinsame                      ebene der Hauptphase des strategischen Programms
     Erprobung zur Senkung von Kosten und Risiko, die                      für Innovation und Technologietransfer ( 1989—1994)
     mit der versuchsweisen Durchführung neuer Pro­                        (Programm Sprint)".
     gramme verbunden sind. Sie ergänzen und unterstüt­
     zen folglich die auf nationaler und regionaler Ebene              2. Artikel 1 lautet nun folgendermaßen :
     durchgeführten Aktionen, so daß dem Grundsatz                         „Artikel 1
     der Subsidiarität Rechnung getragen wird.
                                                                           Die Hauptphase des strategischen Programms für In­
11 . Es wäre daher zweckmäßig, das Programm bis 31 .                       novation und Technologietransfer, nachfolgend ,Pro­
     Dezember 1994 weiterlaufen zu lassen .                                gramm Sprint' genannt, wird für einen Zeitraum von
                                                                           sechs Jahren ab dem 1 . Januar 1989 festgelegt."
                                                                       3. Artikel 4 lautet nun folgendermaßen :
12. Es      wäre       zweckmäßig,        die     Entscheidung
     89/286/EWG entsprechend abzuändern.                                   „Artikel 4
                                                                           Die Höhe der jährlich für die in dieser Entscheidung
13. Im Vertrag sind — außer in Artikel 235 — die für                       vorgesehenen Mäßnahmen bewilligten Mittel wird im
     die Annahme dieser Entscheidung erforderlichen Be­                    Rahmen des jährlichen Haushaltsverfahrens festge­
     fugnisse nicht vorgesehen —                                           legt."
                                                              ANHANG I
                                         VORLÄUFIGE INTERNE MITTELVERTEILUNG
                                                       (Sprint-Programm 1994)
                                                                                                        (in Millionen ECU)
              A. Europäische Dienstleistungs-Infrastruktur für den Innovationsbereich
                 1 . Verstärkung der Netze                                                                       6,5
                     a) Beratungsstellen für Technologietransfer und Innovation ; sektorale Zentren für
                        gemeinsame Forschung ; Vertragsforschungsgesellschaften/Schnittstelle For­
                        schung-Industrie bzw. Hochschule-Industrie/Ingenieurbüros/Technologie­
                        parks/Finanzierungseinrichtungen usw.
                     b) Verknüpfung von Netzen zur Förderung von Innovation und Technologie­
                        transfer
                 2 . Begleitmaßnahmen                                                                            5,5
                     a) Förderung von Innovationsmanagement-Techniken (Mint), Expertennetze
                        (Design, Qualitätssicherung, Wertanalyse, Technologiemanagment, usw.) sowie
                        dazugehörige Fördermaßnahmen (Konferenzen, europäische Preise, Veröffent­
                        lichungen, Ausstellungen)
                     b) Instrumente zur Unterstützung der Netze
                     c) Einführung von Innovationen, die Ergebnis der Netze sind (Inve'stitionsforen,
                        Technologiebörsen, leistungsabhängige Technologiefinanzierung)
              B. Spezifische Projekte für innergemeinschaftlichen Innovationstransfer                            7
              C. Kenntnis des Innovationsprozesses, Konzertierung zwischen den Mitgliedstaaten und               4
                 der Kommission                                                           ,
                 1 . European Innovation Monitoring Initiative
                 2. Konzertierung und Erfahrungsaustausch
                                                                                         INSGESAMT             23
 ---pagebreak--- 24 . 7 . 93                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          Nr. C 200 / 9
                                                                ANHANG II
                                                          ARBEITSPROGRAMM
                                                          (Sprint-Programm 1994)
            A. Europäische Dienstleistungs-Infrastruktur für den Innovationsbereich
                 1 . Verstärkung der Netze
                     Netze verstärken bedeutet Förderung leistungsfähiger transnationaler Netze von öffentlichen oder
                     privaten Einrichtungen, die innovationsunterstützende Dienstleistungen für KMU anbieten und die­
                     sen insbesondere bei der Suche nach geeigneten Technologien und beim Aufbau von internationaler
                     Zusammenarbeit im Technologiebereich helfen. Die Zielsetzung dieser Netze hängt von Aufgaben­
                     stellung, Struktur und örtlichen Bedingungen der teilnehmenden Vermittlungseinrichtungen ab. Die
                     Bandbreite reicht von der Verbreitung technologischer Information bis hin zu dynamischem Techno­
                     logietransfer, einschließlich Unterstützung bei Management und Marketing, Er- und Vermittlung
                     von Technologien. Von den Netzteilnehmern wird ein nachfrageorientierter Ansatz verlangt. Vor­
                     aussetzung für eine Förderung ist, daß zusätzliche Leistungen erbracht werden, daß es sich um einen
                     Zusammenschluß führender Einrichtungen handelt, daß gegenseitig Wissen vermittelt und der wirt­
                     schaftliche und soziale Zusammenhalt gefördert wird. Soweit möglich werden für die Netze quanti­
                     tative Ziele gesetzt und die Gemeins'chaftsbeihilfen degressiv gestaltet.
                     Geplant sind dreierlei Maßnahmen :
                     — fortlaufende Unterstützung der leistungsfähigsten unter den bestehenden Netzen (Technologie­
                         vermittler und Innovationsmanagement-Berater zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen
                         KMU und externen technologischen Quellen ; lokale und regionale Entwicklungsagenturen,
                         Handelskammern und regionale Technologieberatungszentren zur Stärkung des Bewußtseins für
                         Innovationsmanagement-Techniken, technologische Möglichkeiten und Technologietransfer-Me­
                         chanismen sowie zur Förderung der Verbreitung diesbezüglicher Information an lokale Unter­
                         nehmen ; Forschungs- und Technologieeinrichtungen zur Förderung der Diffusion geeigneter
                         Technologien, der Implementierung technischer Normen und der Anwendung von Management­
                         techniken (z. B. im Bereich Qualitätssicherung) entsprechend dem ermittelten Bedarf der ein­
                         schlägigen Industriezweige ; Schnittstelle Forschung-Industrie bzw. Hochschule-Industrie zur
                         Förderung transnationaler Lizenzierung und Technologieverwertung ; Innovationsfinanzierungs
                         einrichtungen) ;
                     — Verstärkung der Netze von Technologieparks und ähnlichen Einrichtungen zur Förderung der
                         transnationalen und interregionalen Zusammenarbeit zwischen Technologieparks, den dort arbei­
                         tenden Unternehmen sowie Firmen in der näheren Umgebung ; dies bedeutet Fortsetzung der
                         Beratungsmaßnahme für Technologieparks, eventuell Durchführung des Spnet-Pilotprojekts
                         (Telematik-Anwendungen für Technologieparks und die dort arbeitenden Unternehmen) sowie
                         Förderüng einheitlicher Selbstbewertungs- und Monitoring-Techniken für Leiter und Betreiber
                         von Technologieparks ;
                     — Untersuchung der Notwendigkeit zur Schaffung neuer Netze von Einrichtungen, die bislang
                         nicht an Sprint beteiligt waren, wie z. B. Ingenieurbüros oder Technologiedemonstrationszentren,
                         als technologische Schnittstelle zwischen großen und kleinen Unternehmen dienende Einrichtun­
                         gen usw.
                     Darüber hinaus sollen Mechanismen für die Verbindung zwischen den einzelnen Netzen eingeführt
                     werden, um beispielsweise Synergien und konkrete Zusammenarbeit und dadurch Innovation und
                     Technologietransfer zu fördern. Gegebenenfalls soll in enger Zusammenarbeit mit dem Phare-Pro­
                     gramm eine Öffnung der Netze für ost- und mitteleuropäische Einrichtungen angeregt werden.
                2. Maßnahmen zur Unterstützung von Netzen (')
                     a) Spezifische Instrumente zur Steigerung der Effizienz der Netze
                         Geplant ist folgendes :
                         — Maßnahmen zur Erleichterung der Bildung leistungsfähiger Netze, z. B. Instrumente zur Un­
                             terstützung bei der Ermittlung und sorgfältigen Auswahl künftiger Partner (Besuche und Aus­
                             tausch von Fachpersonal, Einführungsseminare usw.) ; besondere Aufmerksamkeit soll den Be­
                             dürfnissen und Möglichkeiten von Einrichtungen aus Ländern Mittel- und Osteuropas gewid­
                             met werden ;
                         — Maßnahmen, die dazu anregen, optimale Verfahren für Technologieverbreitung und Netzma­
                             nagement zu ermitteln, auszufeilen und zu verbreiten ;
            (') Diese Maßnahmen könnten auch andere netzorientierte Aktionen im Rahmen der gemeinschaftlichen FTE-Programme
                zur Förderung der Beteiligung von KMU (z. B. Craft) stützen. Um Synergie und Komplementarität zu gewährleisten,
                würde für eine weitgehende Koordinierung gesorgt.
 ---pagebreak--- Nr. C 200 / 10                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       24 . 7 . 93
                        — spezifische Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Strukturfonds und als Ergänzung hierzu,
                            um auf diese Weise sicherzustellen, daß diejenigen Regionen der Gemeinschaft, in denen die
                            Dienstleistungsinfrastruktur für Innovation und Technologietransfer weniger entwickelt ist, in
                            größerem Maße an den einzelnen im Rahmen des Programms geförderten innergemeinschaft­
                            lichen Netzen teilnehmen können.
                    b) Aktionen zur Information , Sensibilisierung , Förderung und Weitergabe von
                        Know-how im Bereich Innovationsmanagement sowie damit verbundene Maßnah­
                        men
                        Hier sind zwei Maßnahmenpakete vorgesehen :
                        — nach erfolgter Bewertung mögliche Ausdehnung des kürzlich initiierten Modellversuchs Mint
                            („Managing the Integration öf New Technology"): Untersuchung der Fähigkeit mittelständi­
                            scher Industrieunternehmen zur Übernahme eines integrierten Managementansatzes für den
                            Erwerb neuer Technologien und deren effizienten Einsatz im Rahmen der Unternehmensstra­
                            tegie sowie Untersuchung der Bedingungen für eine solche Übernahme); mit Hilfe dieses
                            dezentralen Modellprojekts wollen Mitgliedstaaten und EG gemeinsam versuchen, Informa­
                            tion auszutauschen über optimale Verfahren und die Ergebnisse aus der Anwendung eines
                            gemeinsamen Konzepts zur Sensibilisierung von KMU sowie zur Förderung der Nutzung von
                            Techniken für Informations- und Technologiemanagement in diesen Unternehmen ;
                        — zielgerichtetere Fortführung der transnationalen Kooperationsprojekte im Bereich Techniken
                            für Innovations- und Technologiemanagement (Design, Wertanalyse, Qualität, Technology
                            Watch, Marketing für neue Produkte, Schutz geistigen Eigentums usw.); geplant sind u. a.
                            der Informationsaustausch zwischen Mitgliedstaaten und Regionen über von ihnen implemen­
                            tierte Fördermaßnahmen, die Bildung von Expertennetzen und Netzen von Fördereinrichtun­
                            gen in den einschlägigen Disziplinen sowie gegebenenfalls gemeinsame Werbeaktionen
                            (Konferenzen, Ausstellungen, europäische Preise, Success-stories usw.).
                    c) Einführung von Innovationen , die sich aus den Netzen ergeben , durch Verbesse­
                        rung des Dialogs zwischen Geldgebern , Technologen und Trägern von Innova­
                        tionsprojekten
                        Geplant sind die weitere Unterstützung der innergemeinschaftlichen Investitionsforen/Technolo­
                        giebörsen und die Sondierung sonstiger erforderlicher Maßnahmen in diesem Bereich ; vorgese­
                        hen sind ferner die Bewertung und eventuelle Fortsetzung der versuchsweise eingeführten lei­
                        stungsabhängigen Technologiefinanzierung sowie die Prüfung der Durchführbarkeit eines euro­
                        paweiten elektronischen Verzeichnisses verfügbarer technologischer Kompetenz und von ein­
                        schlägigen Diensten für KMU („European Technology Yellow Pages").
             B. Unterstützung spezifischer Projekte für Innovationstransfer innerhalb der Gemeinschaft
                Im Rahmen dieser Aktionslinie wurde Unterstützung gewährt für eine erste Reihe transnational ausge­
                richteter „spezifischer Projekte", die optimale Verfahren für den innergemeinschaftlichen Technologie­
                transfer demonstrieren, die industrielle Zusammenarbeit verstärken und die Anwendung neuer Techno­
                logien betreffen. Deshalb sind zwei zusätzliche Aktivitäten vorgesehen :
                — Ausschöpfung des gesamten Potentials der laufenden Projekte ; das bedeutet, daß — wo immer
                    möglich — neue Partner einbezogen werden, wobei insbesondere Endbenutzer und Regionen be­
                    rücksichtigt werden, die noch nicht an diesen Vorhaben mitwirken, u. U. werden auch die Verbrei­
                    tungstätigkeiten im Zusammenhang mit diesen Projekten verstärkt; .
                — Untersuchung der Durchführbarkeit einer neuen Projektreihe mit Schwerpunkt auf Nachfrageorien­
                    tierung und systemischem, integrierten Ansatz ; es sollen große Anstrengungen unternommen wer­
                    den, um die nach einem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählten Projekte nach Sek­
                    toren und Technologien zusammenzufassen, damit eine maximale Wirkung erzielt wird.
                Da diese Projekte einen systemischen, integrierten Ansatz verfolgen, kann in bestimmten Fällen eine
                partielle Unterstützung für Tätigkeiten zur Technologieanpassung gewährt werden, sofern diese für den
                Transfer der betreffenden Technologien in andere Sektoren oder Regionen der Gemeinschaft erforder­
                lich sind. Diese Tätigkeiten zur Technologieanpassung tragen bei zur Realisierung des Gesamtziels der
                Aktionslinie, d. h. zur verstärkten Verbreitung geeigneter neuer Technologien in der ganzen Gemein­
                schaft.
                In jedem Fall erfolgt eine Koordinierung mit den einschlägigen FTE-Tätigkeiten der Gemeinschaft, um
                auf diese Weise Synergie und Komplementarität sicherzustellen.
 ---pagebreak--- 24 . 7 . 93                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr. C 200 / 11
            C. Verbesserung des Innovationsumfelds durch bessere Kenntnis der entsprechenden Abläufe und gestei­
               gerte Konzertierung zwischen Mitgliedstaaten und Kommission
               1 . Aufmerksame Beobachtung und Bewertung des Innovationsgeschehens in Europa (European Innovation
                   Monitoring Initiative, EIMI)
                    EIMI ist heute gut eingeführt. Soll das Projekt weiterentwickelt werden, ist folgendes erforderlich :
                   — in enger Zusammenarbeit mit EUROSTAT kontinuierlicher Aufbau eines dauerhaften Systems
                       zur Erfassung von Daten auf Gemeinschaftsebene als Basis für die Beobachtung der Innovations­
                       fähigkeit und -leistung von Industrie und Regionen — EIMI-Beobachtungsgremium ;
                   — systematische Verbreitung der Ergebnisse einschlägiger Studien und Untersuchungen — EIMI­
                       Clearingstelle ;
                   — permanente Verbindung von Kompetenzzentren (Centres of excellence), die angewandte Innova­
                       tionsforschung betreiben und Erhebungen auf europäischer Ebene durchführen — EIMI-Netz.
                   Der Schwerpunkt der EIMI-Tätigkeit liegt auf folgenden vier Bereichen :
                   — Innovation und Unternehmen : prioritär behandelt wird in diesem Bereich u. a. die Nutzung der
                       Ergebnisse aus den in Zusammenarbeit mit EUROSTAT eingeführten und von den nationalen
                       Statistischen Ämtern und Forschungsteams durchgeführten koordinierten Innovationserhebungen
                       (Gemeinschaftserhebung über Innovation) sowie aus weiteren Untersuchungen über Technolo­
                       gieerwerb, Innovationsschutz und Informationsgebaren von Unternehmen ;
                   — Innovationssysteme, Infrastruktur und unterstützende Dienstleistungen : ein besonderes Interesse
                       gilt der regionalen Infrastruktur, den Beziehungen zwischen kleineren Unternehmen und den
                       angebotenen Diensten sowie einer ausführlichen Analyse der Bereitstellung bestimmter Dienstlei­
                       stungstypen in der ganzen Gemeinschaft;
                   — Innovationspolitik : die Politik im Bereich Innovation und Technologieverbreitung in den Mit­
                       gliedstaaten und in der Triade Japan/Amerika/Europa wird auf Begründung und Tendenzen hin
                       systematisch untersucht, wobei die verschiedenen staatlichen Ebenen berücksichtigt werden; ins­
                       besondere sollen in enger Zusammenarbeit mit den für Regionalpolitik zuständigen Dienststellen
                       der Kommission regionale Akteure unterstützt werden, die Innovationspotential, Infrastruktur
                       und Politik in ihrem Umfeld bewerten möchten ;
                   — Politikevaluierung : insbesondere soll die Frage beantwortet werden, ob die wichtigsten Sprint­
                       Maßnahmen angemessen und effizient sind, ferner sollen thematische Bewertungen der Gemein­
                       schaftsförderung in den Bereichen Innovation, Technologieverbreitung und Innovationsinfra­
                       struktur vorgenommen werden.
               2. Verstärkte Konzertierung und Erfahrungsaustausch zwischen Mitgliedstaaten und Kommission zur Förde­
                   rung eines günstigen Umfelds für Innovation und Technologietransfer
                   Vorgesehen ist hier die Durchführung einer Reihe von Bewertungen und Workshops im Bereich
                   öffentliche Maßnahmen und Politik zur Förderung von Innovation und Technologietransfer auf re­
                   gionaler, nationaler oder Gemeinschaftsebene. Geschaffen werden soll ein Forum für den Austausch
                   von Information und Erfahrung im Zusammenhang mit Konzeption, Implementierung und Bewer­
                   tung von politischen Maßnahmen und Förderprogrammen. Im Hinblick auf die Realisierung des
                   wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts wird die Kommission Informationen über optimale
                   Verfahren weiterleiten und auf diese Weise dazu beitragen, daß regionale, nationale und gemein­
                   schaftliche Aktionen effizienter und kohärenter gestaltet sowie besser aufeinander abgestimmt wer­
                   den ; ausgegangen wird hierbei von den Grundsätzen Subsidiarität und Komplementarität und dem
                   Ziel, ein rechtliches, wirtschaftliches und fiskalisches Umfeld zu schaffen, das Innovation und Tech­
                   nologietransfer begünstigt.