CELEX: 51995PC0523
Language: de
Date: 1995-11-16
Title: Geänderter Vorschlag für eine RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über Seilbahnen für den Personenverkehr

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                             K(94) 523 endg.
                                                             Brüssel, den 08.02.1995
                                                             95/0026 (SYN)
                                                             95/0027 (CNS)
                               MITTEILUNG DER KOMMISSION
                                 POLITIK IM BEREICH DER
                                 AUDIOVISUELLEN MEDIEN
                         EIN WACHSTUMSFÖRDERNDES UMFELD
                      FÜR DIE UNTERNEHMEN DER EUROPÄISCHEN
                                    PROGRAMMINDUSTRIE
                                     (MEDIA II - 1996-2000)
yA -
                                       Vorschlag für einen
                                    BESCHLUSS DES RATES                               950026 (SYN)
               über ein Fortbildungsprogramm für die Fachkreise der europäischen
                    audiovisuellen Programmindustrie (MEDIA II-Fortbildung)
                                           (1996-2000)
                                       Vorschlag für einen
                                    BESCHLUSS DES RATES                              950Q27/(CNS)
           über ein Programm zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs
        europäischer audiovisueller Werke (MEDIA II - Projektentwicklung und Vertrieb)
                                          (1996 - 2000)
                                 (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---      POLITIK IM BEREICH DER
     AUDIOVISUELLEN MEDIEN
  EIN WACHSTUMSFORDERNDES UMFELD
FÜR DIE UNTERNEHMEN DER EUROPÄISCHEN
          PROGRAMMINDUSTRIE
           (MEDIA II - 1996-2000)
 ---pagebreak---                              Inhaltsübersicht
KAPITEL I
    Neue Orientierungen für die gemeinschaftlichen Förderungsmechanismen
    I.      Die Wettbewerbssituation der Programmindustrie
    II.     Notwendigkeit einer Überprüfung der Fördermechanismen
    III.    Grundsätze und Modalitäten für Förderung und Unterstützung
            III. 1 Ausbildung
            III 2  Projektentwicklung und Vorproduktion
            III.3  Produktion und Vertrieb
    IV.     Von MEDIA (1991-1995) zu den neuen gemeinschaftlichen
            Förderungsmechanismen (1996-2000)
            IV. 1  Bilanz und Erfahrungen mit dem MEDIA-Programm
            IV.2   Die neuen Voraussetzungen für die Aktion
KAPITEL II
    Fortbildungsprogramm       für  die   Fachkreise   der  audiovisuellen
    Programmindustrie
            Einführung
            II     Nutzung des Wachstumspotentials zur Schaffung neuer
                   Beschäftigungsmöglichkeiten
            1.2    Gemeinsame Verantwortung
            1.3    Gründe für eine Gemeinschaftsaktion
 ---pagebreak---     II.    Bestandsaufnahme
           II. 1   Fortbildungsangebot
           11.2    Ausbildung
           11.3    Gegenstand der Ausbildungsinhalte
    III.   Leitlinien für Maßnahmen der Europäischen Union
           III. 1  Ziele
           III.2   Prioritäre Aktionen
    Vorschlag für einen Beschluß des Rates
    Anhang:        Durchzuführende Maßnahmen
                   Verfahren zur Umsetzung
    Finanzbogen
KAPITEL III
    Programm zur Förderung der Proiektentwicklung und des Vertriebs
    europäischer audiovisueller Werke
    I.     Einleitung
    II.    Bestandsaufnahme
           II. 1   Vernachlässigung der Projektentwicklung
           II.2    Strukturschwächen im Vertrieb
    III.   Leitlinien für Maßnahmen der Europäischen Union
           III. 1   Projektentwicklung
           III.2   Vertrieb
           III. 3   Finanzierungsmechanismus
           Vorschlag für einen Beschluß des Rates
    Anhang:        Durchzuführende Maßnahmen
                   Verfahren zur Umsetzung
    Finanzbogen
    Anhang: Europäische Konferenz über audiovisuelle Medien, Anhörung über
    die Unterstützungsmechanismen
 ---pagebreak---            EIN WACHSTUMSFORDERNDES UMFELD FUR DIE
                    UNTERNEHMEN DER EUROPÄISCHEN
                             PROGRAMMINDUSTRIE
 Kapitel 1:      Neue Orientierungen für die gemeinschaftlichen Förderungsmechanismen
 Einleitung
 Angesichts der Strukturschwäche der europäischen Programmindustrie können die von der
 künftigen Informationsgesellschaft erwarteten Fortschritte im kulturellen aber auch im
 wirtschaftlichen Bereich nicht verwirklicht werden, falls es an einer Politik fehlt, die
 mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors sicherstellt.
 Auf diese Schwächen hatte die Kommission in ihrem Grünbuch vom April 1994 "Strategische
 Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuelle Politik der
 Europäischen Union" hingewiesen.
       Zersplitterung im Bereich der nationalen Märkte, so daß es an Unternehmen von
       ausreichender Größe fehlt, die in der Lage sind, sich auf dem europäischen und
       Weltmarkt zu behaupten
       Abschottung dieser Märkte, verstärkt durch die Schwächen des Vertriebs und den
       unzureichenden grenzüberschreitenden Austausch der Programme
       Teufelskreis eines chronischen Defizits
       Unfähigkeit, die für eine Sanierung erforderlichen Finanzmittel aufzubringen.
 Im Rahmen der Konsultationen auf der Grundlage des Grünbuchs der Kommission(1) mit den
 Mitgliedstaaten und den Fachkreisen bestand weitgehend Einmütigkeit über den Ernst der Lage
 der Programmindustrie sowie deren mögliche Konsequenzen. Unter den gegenwärtigen
Umständen wird es für die Unternehmen der europäischen audiovisuellen Industrie äußerst
 schwierig, die erwarteten Entwicklungen der Informationsgesellschaft mitzuvollziehen und bei
 der damit verbundenen Erweiterung der Übertragungskapazität mitzuhalten. Es besteht
zweifellos die Gefahr, daß eine Kluft zwischen dem Angebot europäischer Werke und dem
ständig wachsenden Bedarf der Film- und Fernsehveranstalter entsteht, so daß diese weitgehend
auf Programme angewiesen sind, die zum größten Teil von außereuropäischen Unternehmen
hergestellt werden und unter Umständen keine ausreichende Akzeptanz finden.
(1)
     "Strategische Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der
     audiovisuellen Politik der Europäischen Union - Grünbuch"
     Dok. KOM(94)96 endg. vom 6.4.1994
 ---pagebreak--- Letztlich geht es darum, für die europäischen Film- und Fernsehschaffenden aller Disziplinen
den Zugang zu den Kommunikationsmedien zu erhalten, die Ausstrahlung der nationalen
Kulturen zu bewahren und darüber hinaus die Rentabilität der Infrastrukturinvestitionen zu
sichern, da durch wenig attraktive Programme die Amortisierung gefährdet wäre.
Im Anschluß an den Europäischen Rat von Korfu hat der Außerordentliche Rat Industrie/Tele-
kommunikation am 28. September 1994 die Bedeutung der Informationsgesellschaft
unterstrichen und mit "besonderer Dringlichkeit" auf, die Frage der "Verbesserung der
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen und Informationsindustrie auf dem
Weltmarkt einschließlich der erforderlichen Entwicklung einer europäischen Programmindustrie
unter Berücksichtigung der kulturellen Besonderheiten und der Auswirkung der Programme auf
die Gesellschaft" hingewiesen.
Die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen und auf Dauer rentablen europäischen
Programmindustrie, die in der Lage ist den kulturellen und wirtschaftlichen Erforder-
nissen der Informationsgesellschaft gerecht zu werden, ist daher eines der wichtigsten
Ziele für die Europäische Union.
  L       Die Wettbewerbssituation der Programmindustrie
          Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Programme hat sich in
          den letzten Jahren beträchtlich verschlechtert:
                In zehn Jahren haben europäische Filme zwei Drittel der Zuschauer in
                europäischen Kinos verloren; ihr Marktanteil fiel auf weniger als 20 %
                zurück. Der rapide Rückgang der Kinobesuche in Europa (von 1,2 Mrd.
                Zuschauern auf 550 Mio. in 15 Jahren) hat vor allem die europäische
                Filmproduktion getroffen.
                Die Sendezeiten der europäischen Fernsehveranstalter haben sich seit 1988
                mehr als verdoppelt (500 000 Stunden gegenüber gegenwärtig 1 000 000),
                ohne daß die Produktion europäischer Werke entsprechend zugenommen
                hätte. Diese sind im Bereich der Rentabilität nicht wettbewerbsfähig mit den
                amerikanischen Programmen, die zu mitunter zehnmal geringeren Preisen
                auf dem Markt angeboten werden. Die europäischen Werke, die meistens für
                ein regionales oder nationales Publikum bestimmt sind, zirkulieren sehr
                wenig auf dem europäischen Markt.            '
                Folge dieser Situation ist die Zunahme des Handelsdefizits der Gemeinschaft
                im audiovisuellen Sektor. Gegenüber den Vereinigten Staaten beträgt das
                Defizit rund 3,6 Mrd. Dollar.
          Die unzureichende Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie ist zu einem
          großen Teil darauf zurückzuführen, daß die europäischen Unternehmen kaum in
          der Lage sind, Kataloge von Werken aufzustellen. Die Programmkataloge sind in
          der Tat das Schlüsselelement einer Entwicklungsstrategie, sie sind das Kapitel,
          dessen Rentabilisierung und Nutzung die Informationsgesellschaft sicherstellt.
 ---pagebreak---     Die Veränderung der Medienlandschaft in Europa, die nach der Inbetriebnahme
    neuer Sendekapazitäten und der Einführung neuer Dienste zu erwarten ist, wird
    sicher tiefgreifender sein als die Folgen der ersten Liberalisierungswelle. Die Zahl
    der Sender könnte 500 überschreiten, und die Sendestunden werden sich bis Ende
    des Jahrhunderts wahrscheinlich von heute 1 000 000 auf 3,5 Mio. erhöhen. In
    ihrem gegenwärtigen Zustand dürfte die europäische Film- und Fernsehwirtschaft
    dieser neuen Herausforderung wettbewerbsmäßig nicht gewachsen sein. Falls diese
    Anpassung an die Informationsgesellschaft nicht gelingt, dürften die Europäer nur
    teilweise in den Genuß der von der Einführung neuer Dienste erwarteten neuen
    Aktivitäten und zusätzlichen Arbeitsplätze (+ 1,8 Mio.) kommen.
II. NOTWENDIGKEIT EINER ÜBERPRÜFUNG DER FÖRPERUNGSMECHANISMEN
    In allen Mitgliedstaaten bestehen seit langem Unterstützungsmechanismen, die
    mitunter über beträchtliche Mittel zur Förderung der audiovisuellen Industrie
    verfügen. Die Gemeinschaft hat im Jahr 1990 das MEDIA-Programm aufgelegt,
    dessen Laufzeit bis 1995 reicht. 1993 wurde das Aktionsprogramm zur Einführung
    fortgeschrittener Fernsehdienste in Europa beschlossen.
    Der Konsultationsprozeß auf der Grundlage des Grünbuchs der Kommission und
    des Berichts des Reflexionsstabs hat hinreichend bewiesen, daß die Schwächen der
    europäischen Programmindustrie mit unterschiedlichem Ausmaß die ganze Kette
    der Produktion und Verteilung audiovisueller Werke betreffen. Die Ausbildung ist
    unzureichend entwickelt, Vorproduktion und Marketing verfugen verglichen mit
    den Mitteln, die die großen außereuropäischen Produzenten für die Entwicklung
    der Projekte einsetzen, in Europa über unzureichende Investitionen. Die
    Produktion erreicht selten den kritischen Umfang; Verteilung und Ausstrahlung
    sind oft auf den regionalen oder nationalen Bereich beschränkt und lassen nur
    einen geringen Austausch der Werke zu. Der vorhandene Lichtspieltheaterpark
    wird dem Bedarf nicht gerecht.
    Die regionalen, nationalen und gemeinschaftlichen Unterstützungsmechanismen
    haben versucht, gegen die Schwierigkeiten, die in diesem Wirtschaftszweig
    auftraten, anzugehen. Sicher sind beträchtliche Erfolge zu verzeichnen, die es
    einigen Ländern ermöglicht haben, eine echte Produktionstätigkeit
    aufrechtzuerhalten. Aber die Auswirkungen auf die Gesamtleistung der
    europäischen Programmindustrie sind begrenzt.
    Sicher ist die audiovisuelle Produktion eine Wirtschaftstätigkeit mit besonders
    hohem Risiko; sicher sind die kulturellen Erfordernisse ganz entscheidend.
    Dennoch ist es unerläßlich, die Organisation dieses Wirtschaftszweigs und der
    Förderungssysteme neu zu überdenken: von 500 Filmen, die jährlich in Europa
    produziert werden, kommen 200 nie in die Kinos; nur ganz wenige von den
    Filmen, die wirklich gezeigt werden, haben den erhofften Erfolg, und das meist
    nur im Ursprungsland.
 ---pagebreak---    Es wäre illusorisch, eine Strategie der Förderung und Entwicklung ausschließlich
   auf die Überprüfung und Mobilisierung der gemeinschaftlichen
   Förderungsmechanismen zu stützen. Zum einen stellen diese Mechanismen nur
   einen geringen Teil der in der Gemeinschaft bestehenden Förderungsmaßnahmen
   dar (weniger als 10 % der gesamten öffentlichen Aufwendungen); zum andern
   dürfen die gemeinschaftlichen            Förderungsmechanismen nicht die
   Unterstützungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten zur Förderung der nationalen
   kulturellen Identität ersetzen. Das Programm zur Förderung der europäischen
   audiovisuellen Industrie muß unter Wahrung der Komplementarität die
   Förderungsmechanismen auf regionaler, nationaler und gemeinschaftlicher Ebene
   einbeziehen.
HL GRUNDSÄTZE UND MODALITÄTEN FÜR FÖRDERUNG UND UNTERSTÜTZUNG
   Das Ziel einer starken europäischen Programmindustrie mit einem ausreichenden
   Wachstums- und Beschäftigungspotential, die ferner in der Lage ist, den
   Erfordernissen der Informationsgesellschaft gerecht zu werden, rechtfertigt die
   Mobilisierung von menschlichen und finanziellen Ressourcen über das bisher
   übliche Maß hinaus. Neben allgemeinen Maßnahmen zugunsten der Industrie, mit
   denen ein günstiges Umfeld für Investitionen geschaffen werden soll, und neben
   für diesen Wirtschaftszweig positiven legislativen Maßnahmen müssen die
   Mechanismen zur Stützung des audiovisuellen Sektors vorrangig die Mobilisierung
   der für die Verwirklichung des Ziels der Wettbewerbsfähigkeit erforderlichen
   Ressourcen begünstigen und die Wiederherstellung eines dynamischen Marktes
   ermöglichen.
   Dabei muß die Notwendigkeit einer Unterstützung durch die öffentliche Hand
   berücksichtigt werden, die Aktionen im Vorfeld des Marktes (wie gewisse
   Forschungs- und Ausbildungsaktionen) einschließt. Ferner muß die Diversität und
   Ausstrahlung der nationalen Kulturen gewahrt werden. Allerdings darf nicht
   übersehen werden, daß die Erfüllung dieser letzten Forderung weitgehend von der
   allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit des Sektors abhängig ist.
   Die in Betracht gezogene Entwicklungsstrategie setzt voraus, daß die
   Unterstützungsmechanismen die Entwicklung des Sektors in Richtung auf eine
   wirksamere Organisation erleichtern. Daher muß eine Vergeudung der Ressourcen
   vermieden werden, müssen die verfügbaren Mittel auf die strukturellen Ziele
   konzentriert werden. In denjenigen Stadien der Produktion und des Vertriebs, in
   denen eine Unterstützung zweckmäßig erscheint, muß auf eine klare Verteilung
   und die Komplementarität der Aktionen zwischen der regionalen, nationalen und
   gemeinschaftlichen Ebene geachtet werden.
   Diese Komplementarität wird durch den Vertrag über die Europäische Union, der
   die neuen Bedingungen für die Tätigkeit der Gemeinschaft festlegt, vorgegeben.
   Der Vertrag schreibt zunächst das Subsidiaritätsprinzip fest und schreibt in
   Artikel 3b vor, daß die Gemeinschaft nur tätig wird, "sofern und soweit die Ziele
   der in Betracht gezogenen Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten nicht
   ausreichend erreicht werden können und daher wegen ihres Umfangs oder ihrer
   Wirkungen besser auf Gemeinschaftsebene erreicht werden können". Darüber
 ---pagebreak--- hinaus weist der Vertrag der Kommission neue Kompetenzen im Bereich der
Industriepolitik (Artikel 130), der Berufsbildung (Artikel 127) und der Kultur
(Artikel 128) zu. In diesen drei Aktionsbereichen besteht die Aufgabe der
Gemeinschaft darin, die Tätigkeit der Mitgliedstaaten zu unterstützen und/oder zu
ergänzen, wobei deren jeweilige Zuständigkeiten zu achten sind.
Unter Bezugnahme auf Artikel 130 Absatz 2 des Vertrags über die Europäische
Union über die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ("die Mitgliedstaaten
konsultieren einander in Verbindung mit der Kommission und koordinieren, soweit
erforderlich, ihre Maßnahmen. Die Kommission kann alle Initiativen ergreifen, die
dieser Koordinierung förderlich sind") und um diese Synergie zu fördern, schlägt
die Kommission vor, einen Rahmen für den Gedankenaustausch und für
gemeinsame Überlegungen zu schaffen, in dem die zuständigen nationalen Stellen
vertreten sind. Unter Leitung der Kommission hätte diese Struktur vor allem
folgende Aufgaben:
       Erstellung einer Datenbank über die nationalen Förderungssysteme
       Erfahrungsaustausch im Bereich der Investitionsförderung, der Ausbildung
       und der Unterstützung für Produktion - Vertrieb.
Vorbehaltlich dieser Koordinierung lassen sich die Bereiche und Schwerpunkte der
neuen Unterstützungsmechanismen wie folgt beschreiben:
III. 1  Ausbildung
        Im Verlauf des Konsultationsprozesses wurde die Notwendigkeit einer
        öffentlichen Unterstützung im Stadium der Ausbildung deutlich. Nach
        Artikel 127 des Vertrags über die Europäische Union kommt den
        Mitgliedstaaten die Aufgabe zu, eine Politik der beruflichen Bildung zu
        führen, um die Anpassung der Menschen an den Wandlungsprozeß
        vorzubereiten. Dies gilt auch für den Sektor der audiovisuellen
        Programme.
        Es ist Aufgabe der Gemeinschaft, die Tätigkeit der Mitgliedstaaten zu
        unterstützen und zu ergänzen, die Zusammenarbeit zwischen
        Bildungseinrichtungen bzw. Einrichtungen der beruflichen Bildung und den
        Unternehmen zu fördern, den Informations- und Erfahrungsaustausch
        auszuweiten.
        Konkrete Maßnahmen müssen die "kulturellen Aspekte" (Artikel 128
        Absatz 4) berücksichtigen und dafür sorgen, daß die kulturelle Vielfall der
        Nationen und Regionen erhalten bleibt.
 ---pagebreak---       Hier muß die Gemeinschaft darauf hinarbeiten, daß die europäische
      Dimension in den verschiedenen Curricula Beachtung findet, damit
      Entscheidungsträger und Studenten das Entwicklungspotential des
      europäischen Marktes und des Weltmarktes beim Management, beim
      Marketing und bei den neuen Technologien berücksichtigen. Die
      Gemeinschaft darf aber nicht in die Kulturpolitik der Mitgliedstaaten
      eingreifen; sie kann daher z.B. bei der Ausbildung von Drehbuch-Autoren
      nicht tätig werden.
      Ziel der Gemeinschaft ist ferner die Erstellung eines Netzes der
      Ausbildungsmaßnahmen. Es wird ein wissenschaftlicher Ausschuß für die
      Ausbildung gebildet, dem Vertreter der wichtigsten öffentlichen und
      privaten Stellen im Bereich der audiovisuellen Ausbildung angehören und
      der die Kommission auf diesem Gebiet mit der notwendigen Sachkenntnis
      unterstützt.
III.2 Projektentwicklung und Vorproduktion
      Der Konsultationsprozeß hat deutlich gemacht, daß die europäischen
      Werke unter unzureichenden Investitionen im Stadium der Vorproduktion
      leiden. Die Projektentwicklung ist in erster Linie Sache der Unternehmen,
      die gegebenenfalls durch regionale oder nationale Förderungsmechanis-
      men unterstützt werden.
      Zwar ist die Schaffung von audiovisuellen Werken keine exakte Wissen-
      schaft, doch muß der Weg eines Werks bereits im Stadium der Konzeption
      vorgegeben werden. Falls in diesem Stadium keine Überlegung, keine
      Maßnahme geplant ist, um die europäische und internationale Dimension
      zu berücksichtigen, hat das Werk wenig Aussichten, außerhalb der
      Ursprungsregion anzukommen und Märkte zu finden, die die Rentabilisie-
      rung der Investitionen möglich machen.
      Dem zusätzlichen Investitionsaufwand bei der Vorproduktion muß eine
      weite Verbreitung des Film- oder Fernsehwerks entsprechen. Um diese
      Strukturarbeit zu erleichtern, wird die Gemeinschaft aufgrund von
      Artikel 30 zugunsten von Aktionen bei der Entwicklung von Projekten, die
      bei ihrer Verbreitungs- und Sendestrategie die europäische Dimension
      berücksichtigen, tätig werden. Die Kommission wird die regionalen und
      einzelstaatlichen Stellen auffordern, ihre Bemühungen ebenfalls verstärkt
      auf dieses Ziel zu richten.
IH.3  Produktion und Vertrieb
      Eine wirksamere Organisation der Produktions- und Vertriebsstrukturen,
      die die Dimension und die Kooperationsmöglichkeiten des Binnenmarktes
      nutzt, um auf den Weltmarkt vorzudringen, ist eine der wichtigsten
      Voraussetzungen für die Zukunft der europäischen Programmindustrie.
                                           10
 ---pagebreak---  Die Existenz von Film- und Fernsehwerken, die innerhalb Europas und
 weltweit vertrieben werden können und zwar über Vertriebs- und
 Verteilungsnetze, die die Tilgung und Rentabilisierung der Investitionen
 ermöglichen, ist eine Conditio sine qua non für die Mobilisierung
 zusätzlicher Personal- und Finanzressourcen.
 Diese Verbesserung der Organisationsstrukturen muß in erster Linie von
 der Wirtschaft finanziert werden, erfordert jedoch auch die Beteiligung
 öffentlicher Stellen, da die Förderungssysteme weitgehend Produktion und
 Vertrieb einschließen. Im Augenblick der Überprüfung dieser
Mechanismen wird deutlich, daß zusätzliche Aufwendungen für die
Produktion keine nennenswerte Wirkung haben, wenn der potentielle
 Absatz nicht besser organisiert wird. Zusätzliche Anstrengungen etwa zur
 Förderung der transeuropäischen Vertriebsnetze hätten keinen Sinn, wenn
 die produzierten Werke nicht über die ausreichende Publikumswirkung
 oder die kritische Finanzmasse verfügten, die es ihnen ermöglicht, sehr
 unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Ohne geeignete europäische
Werke würden über die auf europäischer Ebene geschaffenen Vertriebs-
 und Übertragungskanäle hauptsächlich nichteuropäische Werke verbreitet.
Wie im Grünbuch und im Bericht der Gruppe für prospektive Analysen
 dargelegt wird, ist das Ziel "ein Markt für unsere Produkte und Produkte
 für den Markt".
Für die einschlägigen Unternehmen geht es darum, die Produktion und den
 Vertrieb audiovisueller Werke auf dem europäischen Markt auszuweiten,
und zwar von Werken, die für eine weite Verbreitung geeignet und
aufgrund ihrer Konzeption und Verwirklichung attraktiv genug sind, so daß
die Amortisierung und Rentabilisierung ermöglicht und die Erstellung von
Katalogen erleichtert wird.
Im Hinblick darauf (nachdem Vertrieb und Verleih bisher dazu tendierten,
 sich aus der Vorfinanzierung der Produktion zurückzuziehen) ist es
 Aufgabe der Unterstützungsmechanismen, Anreize für eine dynamischere
Beziehung zwischen Produzenten und Verteilern auf europäischer Ebene
zu schaffen. Die Mitreißwirkung dieser verstärkten Zusammenarbeit auf
den gesamten Sektor würde noch größer wenn in Europa mehr Filme mit
großem Budget produziert und vertrieben würden, ein Marktsegment, in
dem die europäischen Unternehmen weitgehend fehlen. Die europäische
 audiovisuelle Industrie muß aber über die notwendigen Finanzmittel
verfügen, damit sie diese Marktlücke nutzen kann, denn die Erfahrung hat
gezeigt, daß die Wahrscheinlichkeit des finanziellen Erfolgs mit dem
Volumen des Budgets eines Films zunimmt. Dies war auch eines der
Ergebnisse der Europäischen Konferenz über audiovisuelle Medien
(30. Juni, 1. und 2. Juli in Brüssel): die Notwendigkeit für ganz Europa
jährlich etwa 15 bis 20 große Filme zu produzieren.
                                      11
 ---pagebreak---          Es ist daher Aufgabe der Mitgliedstaaten, dafür Sorge zu tragen, daß ihre
         Unterstützungsmechanismen den Zielen gerecht werden und zur Schaffung
         von Strukturen beitragen, die dem nationalen und europäischen Markt
         entsprechen. Ihre Tätigkeit, motiviert durch das Anliegen der Förderung
         der kulturellen Identität und Kreativität, sollte sich auf die gesamte
         Tätigkeit des Sektors von der Produktion bis zur Verteilung erstrecken und
         auch eine Verbesserung des Angebots von Kinosälen einschließen, für die
         die regionalen und lokalen Behörden zuständig sind.
         Nach Artikel 130 des Vertrags über die Europäische Union ist es Aufgabe
         der Gemeinschaft, zur "Erleichterung der Anpassung der Industrie an die
         strukturellen Veränderungen" beizutragen, indem sie "spezifische
         Maßnahmen zur Unterstützung der in den Mitgliedstaaten durchgeführten
         Maßnahmen" durchführt, um die Voraussetzungen für eine ausreichende
         Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu schaffen. Die Tätigkeit der
         Gemeinschaft muß ferner im Bereich der Film- und Fernsehwerke die
         Zusammenarbeit zwischen Produzenten und Verteilern/Veranstaltern im
         Hinblick auf die Produktion von Werken fördern, die für den europäischen
         und den Weltmarkt bestimmt sind, und die Schaffung von Netzen für die
         Verteilung/Ausstrahlung auf europäischer Ebene unterstützen.
IV. VON MEDIA (1991-1995) ZU DEN NEUEN GEMEINSCHAFTLICHEN
    FÖRDERUNGSMECHANISMEN (1996-2000)
    IV.l Bilanz und Erfahrungen mit dem MEDIA-Programm
         Das Aktionsprogramm zur Förderung der Entwicklung der europäischen
         audiovisuellen Industrie (MEDIA), das vom Rat (90/685/EWG) für eine
         Laufzeit von fünf Jahren (1991-1995) aufgelegt wurde, hatte die Aufgabe,
         in den verschiedenen Stadien der audiovisuellen Produktion und Verteilung
         mit Ausnahme der Finanzierung der Produktion Unterstützung zu
         gewähren. So wurden neunzehn Strukturen geschaffen, deren Tätigkeit von
          der Berufsbildung bis zur Verteilung reicht. Ursprünglich sollte die
          finanzielle Unterstützung es den Strukturen ermöglichen, dank ihrer
          finanziellen Eigendynamik autark zu werden.
         Der Konsultationsprozeß hat gezeigt, daß die Ergebnisse von MEDIA
          durchaus beachtlich sind. Zu diesem Ergebnis war bereits ein
          Bewertungsbericht gekommen, der nach Ablauf der Hälfte der Laufzeit
          von der Kommission auf der Grundlage eines unabhängigen Audit-Berichts
          und nach Konsultation der Fachkreise erstellt worden war. MEDIA hatte
          vor allem eine beträchtliche Hebelwirkung, jeder investierte ECU hat im
          Schnitt 3 ECU bei anderen Marktpartnern mobilisiert. Das Verhältnis
          zwischen den Investitionen im Rahmen von MEDIA und dem induzierten
          Umsatz betrug 1 zu 26, wenn man die Einnahmen der Verteilung auf die
          verschiedenen Medien, (Kinos, Fernsehen, Video) berücksichtigt. Ende
          1994 waren über 5000 professionelle Initiativen unterstützt worden.
          Darüber hinaus hat es MEDIA ermöglicht, Netze von Unternehmen und
          Filmschaffenden auf europäischer Ebene zu schaffen, so daß ein
          beträchtliches Entwicklungspotential für die künftigen Jahre konstituiert
          wurde.
                                             12
 ---pagebreak---      Neben diesen Ergebnissen wurden doch auch Schwächen festgestellt: die
     für die Programme bereitgestellten Finanzmittel haben sich als
     unzureichend für die zu bewältigenden Aufgaben erwiesen. Es konnte der
     Eindruck entstehen, daß die Kräfte zu sehr zerstreut waren. Dazu kommt
     die Unmöglichkeit, tiefgreifend auf die Strukturen der europäischen
     Programmindustrie einzuwirken.
     Im Verlauf des Konsultationsprozesses war die Mehrheit der Beteiligten
     (Mitgliedstaaten und Berufskreise) der Auffassung, daß die Konzentration
     der Unterstützungstätigkeit auf Gemeinschaftsebene auf im europäischen
     Rahmen relevante Ziele und große Aktionen unerläßlich ist, wenn deren
     Wirkung verbessert und eine echte Strukturwirkung erzielt werden soll.
IV.2 Die neuen Voraussetzungen für die Aktion
     Auf der Grundlage des Vertrags über die Europäische Union und nach den
     Konsultationen im Gefolge des Grünbuchs der Kommission müssen die
     Modalitäten für die Gemeinschaftsförderung der Programmindustrie
           auf strukturelle Wirkungen in der Programm industrie abgestellt sein,
           auf Gemeinschaftsebene einen echten Mehrwert schaffen,
           die Komplementarität der Anstrengungen der Gemeinschaft und der
           Mitgliedstaaten sowie die finanzielle Mitverantwortung der Film-
           und Fernseh Wirtschaft fördern,
           Mechanismen für finanzielle Anreize schaffen, wobei mehr auf
           rückzahlbare Vorschüsse und Zinsvergünstigungen als auf verlorene
           Zuschüsse zurückzugreifen ist,
           automatische Beihilfen gegenüber selektiven Beihilfen bevorzugen.
     Für die Durchführung der gemeinschaftlichen Aktionen, wie sie im
     Konsultationsprozeß erarbeitet wurden und um dem Inkrafttreten des
     Vertrags über die Europäische Union Rechnung zu tragen, werden zwei
     Instrumente vorgeschlagen, eines für die Ausbildung, das andere für
     Entwicklung und Vertrieb. Die Kommission zieht ferner die Unterstützung
     für die Schaffung von Mechanismen des Finanzengineering in Betracht,
     mit denen die Mobilisierung von Finanzmitteln für die Produktion von
     Filmen und Fernsehprogrammen gefördert werden soll. Gegebenenfalls
     wird die Kommission dem Entwurf eines Rechtsakts für ein
     Finanzierungsinstrument und seine Mittelausstattung ausarbeiten. Ferner
     wird die Natur der eventuellen Gemeinschaftsgarantie unter dem Aspekt
     der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung und der Haushaltsdisziplin
     geprüft, um die Risiken im Zusammenhang mit Darlehen und
     Darlehensbürgschaften Dritter für die audiovisuelle Produktion zu decken.
                                         13
 ---pagebreak--- KAPITEL I I -          FORTBILDUNGSPROGRAMM FUR DIE
                       FACHKREISE DER AUDIOVISUELLEN
                       PROGRAMMINDUSTRIE
I.     EINFÜHRUNG
1.    Nutzung des Wachstumspotentials zur Schaffung neuer Beschäfti-
       gungsmöglichkeiten
Durch den raschen Anstieg des Angebots an audiovisuellen Programmen,
der auf die Ausweitung und Diversifizierung der Produktionsbereiche und
Verbreitungsmöglichkeiten zurückzuführen ist, hat dieser Industriezweig
ein starkes Wachstumspotential entwickelt. Der europäische Programmarkt
hat mit einer effektiven jährlichen Wachstumsrate von 6 % weltweit die
rascheste Expansion zu verzeichnen.
Der enorme Aufschwung dieser Branche und die damit verbundene
Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa kann jedoch nur durch den
Einsatz hochqualifizierter Fachkräfte gesichert werden. Diese Auffassung
wird auch von der Kommission in ihrem Weißbuch "Wachstum, Wett-
bewerb, Beschäftigung" vertreten.
2.     Gemeinsame Verantwortung
Der beruflichen Fortbildung kommt heute eine Bedeutung zu, die weit über
den traditionellen Bereich von Schule und Hochschule hinausreicht. Der
rasche wirtschaftliche und technologische Wandel erfordert neben einer
äußerst soliden Grundausbildung im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit
des Industriezweigs auch eine ständige Fortbildung in allen Abschnitten
des Berufslebens.
In diesem Zusammenhang sind alle Beteiligten - Unternehmen, Fort-
bildungszentren, Fachverbände und Staat - aufgefordert, ungeachtet ihrer
spezifischen Maßnahmen ihre Verantwortung im Rahmen einer kohärenten
Aktion wahrzunehmen.
3.     Gründe für eine Gemeinschaftsaktion
Die erfolgreiche Umsetzung der nationalen bzw. gemeinschaftlichen
Fördermaßnahmen zugunsten der audiovisuellen Industrie ist nur unter der
Voraussetzung gewährleistet, daß zur Bewältigung der neuen Aufgaben die
entsprechende Fachkompetenz zur Verfügung steht.
Daher sollten parallel zu allen Investitionen in Unternehmen auch die
Humanressourcen gefördert werden. Es obliegt dem Staat, die Berufs-
bildung mittel- und langfristig nachhaltig zu fördern.
Die Bedeutung der gemeinschaftlichen Bildungspolitik wurde als eines der
Ziele im EG-Vertrag (Art. 127) festgeschrieben.
                                    14
 ---pagebreak--- Angesichts der Forderungen, die insbesondere auf der "Europäischen
Konferenz über audiovisuelle Medien" vom 30. Juni bis 2. Juli 1994 in
Brüssel vorgetragen wurden, hält es die Kommission für unbedingt
erforderlich, der beruflichen Weiterbildung als maßgeblichem Erfolgsfaktor
für die Zukunft der europäischen audiovisuellen Industrie einen
entsprechenden Stellenwert in ihrer audiovisuellen Politik einzuräumen.
Eine Gern ein Schaftsaktion erscheint daher - über die einschlägigen
Maßnahmen der Mitgliedstaaten hinaus - aus folgenden Gründen
angezeigt:
      den auf europäischer Ebene tätigen Fachkreisen sollte die
      Möglichkeit geboten werden, ihre Kenntnisse (insbesondere im
      Bereich Management und neue Technologien) zu erweitern;
      die Berufsbildungszentren sollten für die europäische Dimension des
      audiovisuellen Marktes sensibilisiert und dazu angeregt werden,
      entsprechende Bildungsgänge unter Berücksichtigung der neuesten
      Entwicklungen in ihr Angebot aufzunehmen;
      die bestehenden Bildungsgänge sollten im Hinblick auf einen
      verbesserten Austausch von Know-how und eine verstärkte
      Zusammenarbeit vernetzt werden. Dieses grenzübergreifende
      Vorgehen ist angesichts der Kosten der Hardware und ihrer raschen
      Weiterentwicklung insbesondere im Bereich der neuen Technologien
      dringend geboten.
n.    BESTANDSAUFNAHME
1.    Fortbildungsangebot
In den Bereichen Film und audiovisuelle Medien verfügen die
Mitgliedstaaten der Europäischen Union über zahlreiche unterschiedliche
Fortbildungsgänge, die schwerpunktmäßig in über 400 Facheinrichtungen
angeboten werden. Die wichtigsten von ihnen sind
      sehr gut ausgestattete Fachhochschulen, die in erster Linie auf eine
      technische Ausbildung abstellen;
      Einrichtungen, in denen - ohne Bezug zur Praxis - überwiegend
      theoretisches Wissen über audiovisuelle Medien vermittelt wird;
      äußerst unterschiedliche Einrichtungen vorwiegend auf
      Hochschulebene, die allgemeine Studiengänge im Bereich
      Kommunikation - in denen die audiovisuellen Medien nur eines
      zahlreicher Sachgebiete sind - anbieten und zahlenmäßig am
      stärksten vertreten sind;
      vereinzelte Einrichtungen, in denen technische Fachkenntnisse im
      Bereich Computergraphik vermittelt werden.
                                     15
 ---pagebreak--- Ein Wechsel des Ausbildungsgangs innerhalb dieser - in erster Linie durch
den Gegensatz von Theorie und Praxis geprägten - unterschiedlich
ausgerichteten Bildungsstätten ist nur in Einzelfällen möglich.
2.   Ausbildung
     Grundausbildung
     In den vergangenen vierzig Jahren wurden in Europa - häufig
     parallel - Ausbildungsgänge in Film- und Fernsehhochschulen sowie
     in Fachhochschulen für Bild- und Tontechnik angeboten. Dort
     werden in der Regel solide Grundkenntnisse vermittelt;
     Einführungskurse zum Thema "Funktionsweise des Medienmarktes"
      stehen jedoch nicht auf dem Programm.
     Berufliche Fortbildung
     Berufliche Fortbildungsgänge werden in Europa lediglich von
     bestimmten Rundfunkanstalten und Berufsverbänden ermöglicht. Der
     rasche Wandel der Technologien sowie der Mafktverhältnisse
     erfordert jedoch, daß die Industrie in allen Mitgliedstaaten
     kontinuierliche qualifizierte Fortbildungsmaßnahmen für Autoren,
      Regisseure, Produzenten und Techniker zur Förderung ihrer
     Fachkenntnis und Leistungsfähigkeit durchführt.
3.   Gegenstand der Ausbildungsinhalte
Bei den angebotenen Inhalten sind folgende Mängel zu verzeichnen:
      die Ausbildung zum Produzenten (Konzeption eines Produktions-
     vorhabens und einer Vertriebsstrategie, Erstellung eines Finanzie-
      rungsplans usw.) ist in der Regel nicht Bestandteil des traditionellen
      Lehrangebots.
      Dies gilt auch für die Bereiche Vertrieb. Verbreitung und Ver-
      wertung, für die es in Europa kaum spezifische Ausbildungsgänge
      gibt.
      Fachlehrgänge für neue Film- und Fernsehtechnologien (digitale
      Techniken, Multimedia, interaktive Dienste usw. ...) bestehen nur
      vereinzelt. Entsprechende Fortbildungsmaßnahmen werden von der
      Industrie punktuell als Praktika, Workshops oder Seminare ange-
      boten.
                                    16
 ---pagebreak---  III. LEITLINIEN FÜR EINE EUROPÄISCHE AKTION
 1.   Ziele
 1.1. Die Aktion der Union sollte allgemein auf die effizientere Gestaltung
      der Grundausbildung und beruflichen Fortbildung der audiovisuellen
      Fachkreise abstellen, bei der den stetig neuen Bedürfnissen der
      Industrie Rechnung getragen und ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt
      wird. Dies betrifft insbesondere folgende Bereiche:
                Ausrichtung der Management-Techniken im Bereich der
                audiovisuellen Medien auf die europäischen Gegebenheiten.
                Dadurch würde es den Fachkreisen ermöglicht, im Hinblick
                auf eine effiziente Nutzung der europäischen Dimension des
                Marktes für audiovisuelle Programme entsprechende
                Fachkenntnisse zu erwerben und aufgrund von Anreizen
                vielseitig nutzbare Vorhaben zu entwickeln, die auf die
                Erfordernisse des Marktes zugeschnitten sind;
                Entwicklung und Nutzung fortgeschrittener Techniken
                für die Produktion von Programmen für den europäischen
                und internationalen Markt;
                In diese Ausbildungsschwerpunkte sollte die europäische
                Dimension einbezogen werden.
 1.2. Die geplanten Maßnahmen sollten darauf abstellen, die
      Zusammenarbeit zwischen den an der Berufsbildung beteiligten
      Partnern - Fachbildungseinrichtungen, Fachkreise und Unternehmen -
       zu stärken.
 1.3. Bei der Konzeption der Maßnahmen sind strukturelle Ziele wie die
      Förderung der unabhängigen Produktion und insbesondere der KMU
      bzw. die Entwicklung des Potentials in Ländern bzw. Regionen mit
      geringer audiovisueller Produktionskapazität und/oder geographisch
      und sprachlich begrenzten Gebieten zu berücksichtigen.
 1.4  Die Kommission gewährleistet die Kohärenz der vorgeschlagenen
      Aktionen mit den übrigen Gemeinschaftsmaßnahmen im Bereich
      berufliche Fortbildung inbesondere im Rahmen des "Leonardo da
      Vinci-Programms" sowie der Ziele der Europäischen Strukturfonds.
2.    Prioritäre Aktionen
2.1. Konzeption und Aktualisierung von Fachbildungs- bzw. Fort-
      bildungsmodulen, die auf die Chancen und Gegebenheiten des
      europäischen und internationalen Programmarktes im audiovisuellen
      Bereich ausgerichtet sind, sollten gefördert werden.
Im Bereich der Grundausbildung und der beruflichen Fortbildung sollen
im Einvernehmen mit den für diesen Bereich zuständigen Stellen (sowie
auf der Grundlage der Erfahrungen des MEDIA-Programms) 1995
                                      17
 ---pagebreak--- breitgefächerte Module konzipiert werden, die zu Beginn des Media-II-
Programms eingesetzt werden können.
Gegenstand dieser Module sind:
      Europäisch ausgerichtete Management-Techniken
      Wesentliches Ziel ist die Sensibilisierung der Fachkreise für die
      europäische und internationale Dimension des audiovisuellen
      Marktes sowie die Förderung ihrer Fähigkeiten, diese Dimension
      effizient zu nutzen. Die Vermittlung dieser Techniken wird sich
      positiv auf die Bereiche Entwicklung europäischer Produktions-
      vorhaben, Finanzierungsmodalitäten, alle Aspekte des Vertriebs,
      Marktstudien, Werbung, größtmögliche Rentabilität der audio-
      visuellen Programme sowie die rechtlichen Aspekte auswirken;
      Fachbildung im Bereich neue Technologien
      Dies betrifft insbesondere Technologien mit direkten Auswirkungen
      auf die Produktion und den Vertrieb audiovisueller Programme im
      Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Zusammenhang
      ist darauf hinzuweisen, daß die meisten Medienberufe vom Einsatz
      digitaler Techniken betroffen sind. Der Ausbildung der im Gefolge
      dieser Entwicklung erforderlichen Fachkräfte in den Bereichen
      virtuelle Bilder, Multimedia und interaktive Dienste sowie Vorhaben
      auf der Grundlage neuer Technologien soll besondere Aufmerksam-
      keit gewidmet werden.
Angesichts der raschen Entwicklungen im audiovisuellen Sektor sollten die
Ausbildungsinhalte laufend überprüft und angepaßt werden.
2.2. Angebot dieser Module durch die Berufsbildungszentren
Ziel der Gemeinschaftsmaßnahmen ist es, die Bildungseinrichtungen der
Mitgliedstaaten (Hochschulen, Fachhochschulen, Berufsbildungszentren...)
zu veranlassen, diese Module in ihr Lehrangebot (Grundausbildung bzw.
berufliche Fortbildung) aufzunehmen.
Die Gemeinschaft wird sich an den entsprechenden Maßnahmen mit
höchstens 7 5 % der tatsächlichen Kosten (maximal 100 000 ECU je
Bildungseinrichtung pro Jahr) beteiligen. Dadurch sollen die genannten
Ausbildungsinhalte dauerhaft in den Lehrangeboten verankert werden.
2.3. Vernetzung der Fachbildungseinrichtungen
Im Hinblick auf eine rasche, effiziente Umsetzung der genannten
Maßnahmen sind die Zusammenarbeit und der grenzübergreifende
Austausch von "Know-how" zwischen den in Frage kommenden Partnern -
 Berufsbildungszentren, Unternehmen, Fachkreise des audiovisuellen
Sektors und Sozialpartner usw. - zu gewährleisten.
                                     18
 ---pagebreak--- Die Gemeinschaft kann sich an der Finanzierung folgender Maßnahmen
beteiligen:
2.3.1.         Verbesserung des Austauschs von Fachlehrkräften sowie
               der Mobilität von Studenten bzw. Fachkreisen, die an
               Fortbildungen teilnehmen, durch die Vergabe von
               Stipendien (höchstens 5 000 ECU je Stipendium pro Jahr).
2.3.2.         Durchführung von Unternehmenspraktika in anderen
               Mitgliedstaaten     zur Ergänzung der in            den
               Fachbildungszentren angebotenen Maßnahmen.
2.3.3.         Seminare zur Fortbildung von Ausbildern
Für eine Förderung im Rahmen des Fortbildungsprogramms kommen
zwischen 60 und 100 Fachbildungszentren sowie etwa 400 Stipendiaten
pro Jahr in Frage.
                                   19
 ---pagebreak---                                        Vorschlag für einen
                                   BESCHLUSS DES RATES
              über ein Fortbildungsprogramm für die Fachkreise der europäischen
                  audiovisuellen Programmindustrie (MEDIA II-Fortbildung)
                                           (1996-2000)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 127 Absatz 4,
auf Vorschlag der Kommission0V
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses(2),
gemäß dem Verfahren nach Artikel 189c des Vertrags,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Staats- und Regierungschefs haben am 10. und 11. Dezember 1993 auf der Tagung des
Europäischen Rates in Brüssel als Richtschnur des Handelns der Europäischen Union und ihrer
Mitgliedstaaten das Weißbuch "Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung" angenommen,
in dem das Konzept einer auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt gestützten
industriellen Entwicklung als Wachstums- und Beschäftigungsfaktor befürwortet wird. In dem
Weißbuch, insbesondere in Kapitel 7, wird auf die Notwendigkeit der Anpassung der
Fachkenntnisse an den industriellen und technologischen Wandel hingewiesen.
Die Staats- und Regierungschefs haben am 24. und 25. Juni 1994 auf der Tagung des
Europäischen Rates auf Korfu den Bericht der "Bangemann-Gruppe" zum Thema "Europa und
die globale Informationsgesellschaft - Empfehlungen für den Europäischen Rat" zur Kenntnis
genommen, in dem die strategische Bedeutung der audiovisuellen Programmindustrie
insbesondere unter inhaltlichen Aspekten hervorgehoben wird.
Gemäß Artikel 128 Absatz 4 EG-Vertrag ist die Gemeinschaft verpflichtet, die kulturellen
Aspekte bei ihrer Tätigkeit aufgrund anderer Bestimmungeff dieses Vertrags zu berücksichtigen.
Es ist dafür Sorge zu tragen, daß bei der Auswahl der Teilnehmer an dem Programm der
europäischen kulturellen Vielfalt Rechnung getragen wird.
Auf der gemeinsamen Tagung "Industrie/Telekommunikation" vom 28. September 1994 hat der
Rat die Mitteilung der Kommission vom 19. Juli 1994 "Europas Weg in die Informationsgesell-
schaft - ein Aktionsplan"(3) positiv aufgenommen und betont, daß die Wettbewerbsfähigkeit der
europäischen audiovisuellen Industrie verbessert werden muß.
(1)
    ABl. Nr.
(2)
    ABl. Nr.
(3)
    KOM(94) 347 endg. vom 19. 7.1994.
                                               20
 ---pagebreak--- Der Rat hat die Mitteilung der Kommission vom 1. September 1994 "Eine Politik der
industriellen Wettbewerbsfähigkeit für die Europäische Union"(4) zur Kenntnis genommen, in
der auf die enge Verbindung der Entwicklung von Technologien, Produkten, Programmen
- insbesondere im audiovisuellen Bereich -, Dienstleistungen und angegliederten Netzwerken
sowie auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, das Ausbildungsniveau der Arbeitskräfte zu
erhöhen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu gewährleisten.
Außerdem hat der Rat am 17. Juni 1994 das Grünbuch "Strategische Optionen für die Stärkung
der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der Europäischen Union"(5) zur
Kenntnis genommen.
Die Kommission hat die Fachkreise zu den in dem Grünbuch dargelegten Optionen gehört; sie
hat dazu insbesondere vom 30. Juni bis 2. Juli 1994 in Brüssel die "Europäische Konferenz
über audiovisuelle Medien" veranstaltet.
Das Europäische Parlament hat in seiner Entschließung vom 6. Mai 1994(6) die Probleme im
audiovisuellen Bereich nach der Richtlinie 89/552/EWG des Rates(7) "Fernsehen ohne Grenzen"
im Rahmen der Vorbereitung der Europäischen Konferenz über audiovisuelle Medien erörtert
und dabei die Auffassung vertreten, daß "die Prioritäten, die auch im Zuge der Diskussion über
die Änderung des MEDIA-Programms herausgearbeitet worden sind, nämlich Finanzierungs-
mechanismen, Vorstadium der Produktion, Verteilung und Bildung, die wichtigsten
Zielsetzungen sind, um zu systematischen und soliden europäischen Netzen zu gelangen".
Der Wirtschafts- und Sozialausschuß hat eine Stellungnahme(8) zu dem Grünbuch "Strategische
Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der
Europäischen Union" abgegeben und die Auffassung vertreten, daß "europaweite Konzepte wie
MEDIA die Entwicklung europäischer Programmstrukturen und Produktionswege günstig
beeinflussen könnten."
Die Kommission führt ein "Aktionsprogramm zur Förderung der Entwicklung der europäischen
audiovisuellen Industrie (MEDIA 1991-1995) durch, das durch Beschluß 90/685/EWG des
Rates(9) erlassen wurde und in dem unter anderem Maßnahmen zur Fortbildung der Fachkreise
der europäischen Programmindustrie vorgesehen sind.
Auf seiner Tagung vom 5. November 1993 vertrat der Rat - nach Kenntnisnahme der
Mitteilung der Kommission vom 23. Juli 1993 über den Bericht zur Bewertung der Ergebnisse
der zweijährigen Laufzeit des MEDIA-Programms - die Auffassung, daß bereits jetzt die
Maßnahmen geprüft werden sollten, die erforderlich sind, damit das MEDIA II-Programm nach
 1995 anlaufen kann.
    KOM(94) 319 endg. vom 14. 9.1994.
    KOM(94) 96 endg. vom 6. 4.1994.
    ABl. Nr. C 205 vom 25. 7.1994, S. 561
    ABl. Nr. L 289 vom 17.10.1989, S. 23.
    CES 1000/94 vom 14.9.94, S. 6.
    ABl. Nr. L 380 vom 31.12.1990, S. 37.
                                              21
 ---pagebreak--- Der Europäische Rat vom 9. und 10 Dezember 1994 in Essen hat die Kommission
aufgefordert, Vorschläge für ein neues MEDIA-Programm vorzulegen.
Der Rat hat am 6. Dezember 1994 durch Beschluß 94/819/EG(10) das Aktionsprogramm
"Leonardo da Vinci" zur Durchführung einer Berufsbildungspolitik der Europäischen
Gemeinschaft beschlossen. In Artikel 8 Absatz 1 ist vorgesehen, daß die Kommission für die
Gesamtkohärenz zwischen dem "Leonardo da Vinci "-Programm und den übrigen Maßnahmen
der Gemeinschaft im Bereich der Aus- und Fortbildung Sorge trägt.
Diese Aktionen sind mit den Maßnahmen der beruflichen Fortbildung im Rahmen der Ziele der
gemeinschaftlichen Strukturfonds angemessen zu koordinieren.
Der gegenwärtig entstehende europäische audiovisuelle Markt erfordert umfassende
Fachkenntnisse insbesondere in den Bereichen Management und Marketing sowie Nutzung
neuer Technologien bei der Konzeption, Entwicklung, Produktion und Verbreitung von
Programmen.
Im Hinblick auf die bestmögliche Nutzung der europäischen und internationalen Dimension
dieses Marktes und die Schaffung von Anreizen zur Entwicklung entsprechender Vorhaben
sollten den Fachkreisen angemessene Kenntnisse vermittelt werden.
Die wirtschaftlichen und technologischen Gegebenheiten sind in die einschlägige Grund-
ausbildung einzubeziehen; aufgrund ihres raschen Wandels sind ständig spezifische
Fortbildungsangebote für die Fachkreise erforderlich.
Die Vernetzung der Berufsbildungszentren ist im Hinblick auf den Austausch von Know-how
und die Konzeption europäisch orientierter Bildungsmodule zu fördern.
Bei der beruflichen Fortbildung sind strukturelle Ziele wie die Förderung der unabhängigen
Produktion und inbesohdere der KMU bzw. die Entwicklung des kreativen und des
Produktionspotentials in Ländern bzw. Regionen mit geringer audiovisueller Produktions-
kapazität und/oder geographisch und sprachlich begrenzten Gebieten zu berücksichtigen.
Die in diesem Programm vorgesehenen Maßnahmen stellen auf die grenzübergreifende
Zusammenarbeit ab. Dadurch wird eine umfassende Nutzung der - unter Wahrung des
 Subsidiaritätsprinzips - in den Mitgliedstaaten bzw. von Bildungsträgern durchgeführten
Maßnahmen gewährleistet -
(10)
     ABl. Nr. L 340 vom 29.12.1994, S. 8.
                                              22
 ---pagebreak--- BESCHLIESST:
                                            Artikel 1
 Für einen am 1. Januar 1996 beginnenden Zeitraum von fünf Jahren wird - ergänzend zu den
 Maßnahmen der Mitgliedstaaten - ein Fortbildungsprogramm (nachstehend "Programm"
genannt) beschlossen, mit dem den Fachkreisen der europäischen audiovisuellen Industrie im
Hinblick auf die bestmögliche Nutzung der europäischen Dimension dieses Marktes die
erforderlichen Fachkenntnisse insbesondere in den Bereichen Management und Marketing sowie
Nutzung neuer Technologien vermittelt werden sollen.
                                            Artikel 2
Mit dem Programm werden folgende Ziele angestrebt:
 1.   Durch eine effizientere Gestaltung der Grundausbildung und beruflichen Fortbildung der
       audiovisuellen Fachkreise soll den Erfordernissen dieser Industrie Rechnung getragen und
      ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Außerdem sollen verstärkt Fachkenntnisse zur
      Nutzung der europäischen Dimension des Marktes bei der Entwicklung von Unternehmen
      und Vorhaben vermittelt werden. Dies betrifft insbesondere die Bereiche
            Management und Marketing (einschließlich der rechtlichen Aspekte) im
            audiovisuellen Sektor
            Entwicklung und Nutzung neuer Technologien für die Produktion von umfassend
            nutzbaren Programmen.
2.    Die Zusammenarbeit und der Austausch von Know-how zwischen den beteiligten Partnern
      - Bildungszentren, Fachkreise und Unternehmen - soll gefördert werden.
                                            Artikel 3
Zur Verwirklichung der in Artikel 2 genannten Ziele gelangen die im Anhang bezeichneten
Maßnahmen zur Anwendung. Diese werden nach dem Verfahren des Artikels 6 durchgeführt.
                                            Artikel 4
Die an der Durchführung der in Artikel 3 genannten Maßnahmen beteiligten Begünstigten
tragen in der Regel einen Teil der Kosten; die Gemeinschaftsbeteiligung beträgt höchstens 75 %
der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahme.
                                               23
 ---pagebreak---                                            Artikel 5
1.    Die Durchführung des Programms liegt in den Händen der Kommission.
      Die Kommission wird von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der durch Beschluß
      95/.../EG des Rates über ein Programm zur Förderung der Projektentwicklung und des
      Vertriebs europäischer audiovisueller Werke (MEDIA-II - Projektentwicklung und
      Vertrieb) (1996-2000)°1} eingesetzt wird.
2.    Der Entwurf der von der Kommission zu treffenden Maßnahmen und das Verfahren zur
      Anhörung des Ausschusses sind identisch mit den Maßnahmen und dem Verfahren gemäß
      Artikel 6 Absätze 2 und 3 des in Absatz 1 genannten Beschlusses.
                                           Artikel 6
Nach dreijähriger Laufzeit des Programms unterbreitet die Kommission binnen sechs Monaten
nach Ablauf dieses Zeitraums dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und
Sozialausschuß einen Bericht, in dem die erzielten Ergebnisse bewertet und dem gegebenenfalls
geeignete Vorschläge beigefügt werden.
Nach Durchführung des Programms legt sie dem Europäischen Parlament, dem Rat sowie dem
Wirtschafts- und Sozialausschuß einen Bericht über die Abwicklung und die Ergebnisse des
Programms vor.
Geschehen zu Brüssel am                                    Im Namen des Rates
                                                           Der Präsident
(11)
     ABl. Nr.
                                              24
 ---pagebreak---                                          ANHANG
1.    DURCHZUFÜHRENDE MASSNAHMEN
Das Programm stellt darauf ab, die Fachkreise durch Bildungsangebote in den Bereichen
Management und Marketing, rechtliche Aspekte sowie neue Technologien auf die europäische
und internationale Dimension des audiovisuellen Marktes vorzubereiten.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen die Grundausbildung sowie die berufliche
Fortbildung.
1.1. Fortbildung im Bereich Management und Marketing
      Die Fachkreise sollen in die Lage versetzt werden, die europäische Dimension in den
      Bereichen Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verbreitung audiovisueller Programme
      zu nutzen.
      Vorgesehen sind folgende Maßnahmen.
      -     Förderung der Konzeption und Aktualisierung von Fortbildungsmodulen im Bereich
            Betriebsführung zur Ergänzung bestehender nationaler und regionaler Maßnahmen;
      -     verstärkte Einbeziehung dieser Module in bestehende Fortbildungslehrgänge;
      -     Vernetzung der Fortbildungsmaßnahmen, verstärkte Mobilität von Ausbildern sowie
            Studenten und Fachkreisen durch die Vergabe von Stipendien und die Durchführung
            von Unternehmenspraktika in anderen Mitgliedstaaten, Fortbildung von Ausbildern.
1.2. Fortbildung im Bereich neue Technologien
      Die Fachkreise sollen in die Lage versetzt werden, die fortgeschrittenen Techniken
      insbesondere in den Bereichen Computergraphik, Multimedia und interaktive Dienste zu
      nutzen.
      Vorgesehen sind folgende Maßnahmen
            Förderung der Konzeption und Aktualisierung von Fortbildungsmodulen im Bereich
            neue audiovisuelle Technologien zur Ergänzung nationaler bzw. regionaler
            Maßnahmen;
            verstärkte Einbeziehung dieser Module in bestehende Fortbildungsgänge;
     -      Vernetzung der Fortbildungsmaßnahmen, verstärkte Mobilität von Ausbildern sowie
            Studenten und Fachkreisen durch die Vergabe von Stipendien und die Durchführung
            von Unternehmenspraktika in anderen Mitgliedstaaten, Fortbildung von Ausbildern.
                                             25
 ---pagebreak--- 2.   VERFAHREN ZUR UMSETZUNG
2.1. KONZEPT
     Bei der Durchführung des Programms arbeitet die Kommission eng mit den betreffenden
     Einrichtungen (Bildungszentren, Berufsverbände, Unternehmen) zusammen. Sie trägt
     dafür Sorge, daß die europäische kulturelle Vielfalt durch eine geographisch ausgewogene
     Beteiligung der Fachkreise gewährleistet wird.
2.2. FINANZIERUNG
     Mit den von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellten Mitteln sollen Anreize für Partner
     auf nationaler bzw. regionaler Ebene geschaffen werden, bestehende Fortbildungs-
     maßnahmen durch neue Module im Bereich Management und neue Technologien zu
     ergänzen.
     Der Gemeinschaftsbeitrag wird sich auf höchstens 75 % der Kosten belaufen; der
     Restbetrag ist von den nationalen bzw. regionalen Partnern, die im Wege von Aus-
     schreibungen ausgewählt werden, zu finanzieren.
     Die Höhe der für die Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Management und neue
     Technologien bereitzustellenden Mittel wird nach Maßgabe der im Rahmen der
     Ausschreibungen vorgelegten Angebote festgesetzt.
2.3. UMSETZUNG
     Bei der Umsetzung des Fortbildungsprogramms wird die Kommission von einer
     Dienstleistungseinrichtung unterstützt, die die im Rahmen der Leitlinien festgelegten
     Aufgaben koordinieren soll und im Wege einer Ausschreibung ausgewählt wird.
     Die Kommission wird für diese Dienstleistungseinrichtung ein Leistungsverzeichnis mit
     den Modalitäten zur Durchführung der im Rahmen der Leitlinien festgelegten Aufgaben
     erstellen.
     Als Dienstleistungseinrichtung kommt eine gemeinnützige Einrichtung ohne Erwerbs-
     zweck in Frage.
     Für die Auswahl der Dienstleistungseinrichtung werden folgende Kriterien zugrundegelegt:
     -      einschlägige Erfahrung im Bereich Fortbildung (insbesondere in den Fachgebieten
            Management und Marketing sowie neue Technologien);
     -      Kontakte mit der Fachwelt auf europäischer, nationaler bzw. regionaler Ebene;
                                              26
 ---pagebreak--- gründliche Kenntnis der europäischen audiovisuellen Industrie sowie der Medien-
politik der Union;
Managementerfahrung auf grenzübergreifender bzw. europäischer Ebene;
Qualifikation der Mitarbeiter sowie gesunde Unternehmensstrukturen.
                                 27
 ---pagebreak---                                       FINANZBOGEN
1 BEZEICHNUNG DER MASSNAHME}
Fortbildungsprogramm für die Fachkreise der audiovisuellen Programmindustne
2. HAUSHALTSLINIE
    B 3 2010
3. RECHTSGRUNDLAGE
- Artikel 127 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft
- Beschluß des Rates und des Parlaments vom ... über die Durchführung eines Fortbildungs-
   programms für die Fachkreise der audiovisuellen Prögrammindustrie.
4. BESCHREIBUNG DER MASSNAHME
   4.1. Allgemeine Zielsetzung
         Mit dem rasch steigenden Angebot an audiovisuellen Programmen nimmt das
         Expansionspotential dieses Industriezweigs in erheblichem Umfang zu
         Die positiven Auswirkungen der in der Programmindustrie erwarteten Entwicklungen
         auf die Schaffung von Arbeitsplätzen sind nur zu gewährleisten, wenn die Fachkreise
         über entsprechende qualifizierte Kenntnisse verfügen. Darauf wird auch im Weißbuch
         "Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung" hingewiesen. Auch die Förder-
         mechanismen zugunsten der audiovisuellen Industrie können nur unter der Voraus-
         setzung effizient genutzt werden, daß die künftigen Herausforderungen entsprechend
         kompetent bewältigt werden.
         Berufliche Aus- und Fortbildung wird heute über den traditionellen Bereich von Schule
         und Hochschule hinaus vermittelt. Der rasche wirtschaftliche und technologische
         Wandel erfordert neben einer äußerst soliden Grundausbildung auch eine ständige
         Fortbildung in allen Abschnitten des beruflichen Lebens.
         Die Bedeutung der gemeinschaftlichen Bildungspolitik wurde als eines der Ziele im
         EG-Vertrag (Artikel 127) festgeschrieben Durch eine die einschlägigen Maßnahmen
         der Mitgliedstaaten ergänzende Gemeinschaftsaktion würde gewährleistet, daß
         - die auf europäischer Ebene tätigen Fachkreise ihre Kenntnisse erweitern;
         - die Berufsbildungszentren für die europäische Dimension sensibilisiert und angeregt
            werden, entsprechende Bildungsgänge - die laufend überprüft und angepaßt
            werden - in ihr Angebot aufzunehmen;
         - die bestehenden Fortbildungsmaßnahmen vernetzt werden.
         Die prioritären Maßnahmen der Europäischen Union sollen zur effizienteren Gestaltung
         der beruflichen Grundausbildung und Fortbildung der audiovisuellen Fachkreise in
         folgenden Schwerpunktbereichen beitragen:
                                              28
 ---pagebreak---         1/ Konzeption und Aktualisierung zusätzlicher Ausbildungs- und Fortbildungsmodule
           im Hinblick auf die Gegebenheiten und Chancen des europäischen und
           internationalen audiovisuellen Programmarkts.
       Gegenstand dieser Module sind:
       - europäisch ausgerichtetes Management
       - neue Technologien
       2/ Einbeziehung dieser Module in die Lehrangebote der Bildungszentren
       3/ Vernetzung dieser Zentren durch die
       * Mobilität der Ausbilder sowie der Studenten und Fachkreise in der Aus- und
           Fortbildung (die Stipendien in Anspruch nehmen können)
       * Durchführung von Unternehmenspraktika
       * Durchführung von Fortbildungsseminaren für Ausbilder.
   Die Kommission wird von Dienstleistungseinrichtungen unterstützt, die für die
   Koordinierung der im Rahmen der Leitlinien festgelegten Aufgaben zuständig sind und
    im Wege von Ausschreibungen ausgewählt werden.
   Die Kommission gewährleistet die Kohärenz der vorgeschlagenen Aktionen mit den
   übrigen Gemeinschaftsmaßnahmen im Bereich berufliche Fortbildung, insbesondere im
   Rahmen des "Leonardo da Vinci "-Programms sowie des Ziels Nr. 4 der Europäischen
    Strukturfonds.
   4.2. Zeitraum der geplanten Maßnahmen sowie Modalitäten für deren erneute
           Duchführung bzw. Weiterführung
           - Fünf Jahre (1996-2000)
           - Gegebenenfalls erneute Durchführung nach Maßgabe der Bewertung
           - Für eine erneute Durchführung ist ein Ratsbeschluß erforderlich.
5. BEZEICHNUNG DER AUSGABEN UND EINNAHMEN
   5.1. Nichtobligatorisehe Ausgaben
   5.2. Getrennte Mittel
   5.3. Art der geplanten Einnahmen: -
6. ART DER AUSGABEN/EINNAHMEN
   - Zuschuß für die Kofinanzierung mit sonstigen Mitteln der öffentlichen Hand bzw. des
       Privatsektors
   - Rückzahlungen bzw. zusätzliche Einnahmen werden nicht erwartet.
   Die Einbeziehung von Modulen in bestehende Lehrangebote wird von der Gemeinschaft
   in Höhe von 75 % der tatsächlichen Kosten, höchstens jedoch mit 100.000 ECU pro Jahr
   und Bildungszentrum, bezuschußt.
                                             29
 ---pagebreak---    Im Hinblick auf die Vernetzung dieser Zentren vergibt die Gemeinschaft individuelle
   Stipendien (in Höhe von höchstens 5.000 ECU pro Jahr) bzw. Zuschüsse zur Finanzierung
   von Praktikumsverträgen zwischen Bildungszentren sowie zwischen Bildungszentren und
   Unternehmen (höchstens 75 % - bis 100.000 ECU pro Jahr und Zentrum - der
   tatsächlichen Kosten der Maßnahmen).
   Bei Lehrgängen für Ausbilder handelt es sich um Zuschüsse im Rahmen der
   Kofinanzierung mit öffentlichen bzw. privaten Partnern.
   Die im vorliegenden Finanzbogen angegebenen Beträge entsprechen dem Gesamtzuschuß
   der Gemeinschaft in Höhe von 75 % der tatsächlichen Kosten der Maßnahmen.
7. FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN
   7.1. Berechnung der Gesamtkosten der Aktion (Festlegung der Einheitskosten):
          Bei der Durchführung des auf 5 Jahre angelegten Fortbildungsplans ist es
          wünschenswert, daß die Kosten während der ersten beiden Jahre ansteigen und
          während der folgenden drei Jahre gleich bleiben.
          Dabei sind zwei Ausnahmen zu berücksichtigen: die Ausbildung der Ausbilder
          sowie die Konzeption und Aktualisierung der Module, die während der ersten
          beiden Jahre einen umfangreicheren Finanzbetrag erfordern.
          Die Mittel für den Bereich "Management" sowie "Neue Technologien" werden nach
          Maßgabe der jeweiligen Kosten sowie der Vorschläge der im Wege der
          Ausschreibung ausgewählten Einrichtungen festgelegt.
          Indikative durchschnittliche Kosten:
          * Für die Konzeption und Aktualisierung der zusätzlichen Ausbildungs- bzw.
             Fortbildungsmodule ist jährlich durchschnittlich eine Mio. ECU, d.h. ein Zwölftel
             der jährlich insgesamt veranschlagten Mittel, erforderlich. Dieser Betrag wurde
             auf der Grundlage einschlägiger Angaben der Bildungszentren im audiovisuellen
             Bereich ermittelt. Ein wesentlicher Betrag davon ist für Forschungsarbeiten
             sowie Tagungs-, Reise- und Übersetzungskosten vorzusehen.
             Für die Einbeziehung von mindestens 60 Fortbildungsmodulen ist ein jährlicher
             Finanzbeitrag von durchschnittlich 6 Mio. ECU (60 Beiträge à 100.Ö00 ECU)
             vorzusehen. Dieser Betrag wurde (ebenso wie der maximale gemeinschaftliche
             Finanzierungsanteil) nach Maßgabe des im Rahmenprogramm "Fortbildung"
             vorgesehenen Höchstbetrags festgesetzt. Die geplante Zahl der Module wurde auf
             der Grundlage der Zahl der Zentren, die sich zur Erreichung der "kritischen
             Masse" an den genannten Maßnahmen beteiligen müßten (60 von 400 Zentren
             in der Europäischen Union), ermittelt.
             Für die Vernetzung der Ausbildungszentren können 320 Einzelstipendien in
             Höhe von jährlich durchschnittlich 1,6 Mio. ECU vergeben werden. Es ist davon
             auszugehen, daß sich von den 400 Facheinrichtungen für audiovisuelle Medien
             in der Union etwa 80 an der Vernetzung beteiligen. Bei einer voraussichtlichen
                                             30
 ---pagebreak--- Vergabe von durchschnittlich 4 Stipendien je Bildungszentrum ergibt sich die
jährliche Zahl von 320 Stipendien in Höhe von je 5.000 ECU. Dieser Betrag
wurde unter Berücksichtigung der spezifischen Fortbildungsbedürfnisse im
audiovisuellen Bereich auf der Grundlage der für ERASMUS-Stipendien zur
Verfügung gestellten Mittel festgelegt. Der Betrag für die Stipendien pro
Bildungszentrum darf 100.000 ECU keinesfalls überschreiten.
Für den Gemeinschaftsbeitrag zur Finanzierung der Praktikumsverträge sind
durchschnittlich 2,6 Mio. ECU pro Jahr (Kostenübernahme für mindestens 30
Praktika) vorzusehen.
Die für die Durchführung von Fortbildungsseminaren für Ausbilder
erforderlichen Einheitskosten werden auf 25.000 ECU pro Seminar veranschlagt.
Es ist wünschenswert, daß während der ersten beiden Jahre der Laufzeit des
Plans zahlreiche Seminare veranstaltet werden. Die entsprechenden Kosten für
Aufenthalt, Reise, Organisation, Übersetzung, Veröffentlichungen und Honorare
sind zu übernehmen.
N.B.:    - Die Kommission wird von einer Dienstleistungseinrichtung
            unterstützt, die im Wege einer Ausschreibung ausgewählt wird. Die
            entsprechenden Kosten (5 % der Gesamtkosten) sind in den für die
            Einzelmaßnahmen angegebenen Beträgen berücksichtigt.
         - Die im Finanzbogen angegebenen Beträge betreffen den gesamten
            Finanzbeitrag der Gemeinschaft in Höhe von höchstens 75 % der
            tatsächlichen Kosten der Maßnahmen.
                                31
 ---pagebreak---         7.2. Aufschlüsselung nach Kostenelementen
        Angaben in konstanten ECU (Basis 1994)
                                                                                 in Mio. ECU 1994
               Aufschlüsselung           Haus-         1997                 1998      1999       2000      INSGE-
                                       halts-plan                                                           SAMT
                                          1996
           Konzeption und              1,255         1,255                 0,830     0,830       0,830       5,000
           Aktualisierung von
           Modulen
           Einbeziehung der            2,500         5,000                 7,500     7,500       7,500     30,000
           Module
           - Vernetzung
              . Stipendien             0,680         1,320                 2,000     2,000       2,000       8,000
              . Praktika               1,250         2,000                 3,250     3,250       3,250     13,000
              . Fortbildung von        0,500         0,500                 0,334     0,333       0,333       2,000
               Ausbildern
           INSGESAMT                   6,185         10,075               13,914    13,913     13,913      58,000
         7.3. Indikativer Fälligkeitsplan
         7.3.1. Bei Vorlage eines Vorschlags für eine neue Maßnahme auszufüllender Fälligkeitsplan
                                                                                                in Mio. ECU 1994
                              1996             1997        1998                    1999          2000           INSGESAMT
Verpflichtungs-               6,185            10,075                13,914            13,913         13„913    58,000
ermächtigungen
Zahlungsermächti-             3                -                     -                 -             -             3
gungen 96
1997                          3,185            5                     -                 -             -             8,185
1998                          -                5,750                      6,750        -             -           11,825
1999                        •  -
                                                                          7,164        6,750         -           13,914
2000                          -                -                     -                   7,163         6,750     13,913
2001                          -                -                     -                                 7,163      7,163
INSGESAMT                        6,185         10,075                13,914            13,913         13,913     58,000
                                                           • • • • '  - -
                                                                32
 ---pagebreak---       7.3.2. Zur Vorbereitung des HVE auszufüllender Fälligkeitsplan bei mehrjährigen Aktionen
              Angabe des für erforderlich erachteten Betrags (gemäß Basis-Rechtsakte)
                                                                                         in Mio. ECU 1994
                                                                       INDIKATIVE PLANUNG
Kumulierter        Haushalt            HVE
Stand Ende                1995         1996
   1994                                          1997               1998           199?         2000       TOTAL
                        -            6,185       10,075          13,914          13,913       13,913       58,000
      8. VORGESEHENE BETRUGSBEKÄMPFUNGSMAßNAHMEN (UND ERGEBNISSE
          IHRER DURCHFÜHRUNG)
          Die Zahlung der Finanzierungsbeiträge erfolgt nur nach Vorlage ausführlicher Unterlagen und
          Tätigkeitsberichten sowie nach Kontrollen vor Ort und nach Durchführung zentraler
          Überwachungsmaßnahmen.
          Zudem überprüfen die einzelnen Kontrollorgane (Rechnungshof, Finanzkontrolle und
          anweisungsbefugte Dienststelle) regelmäßig die mit der Verwaltung der Aktionen betrauten
          Einrichtungen und die Zahlungsempfänger.
      9.  KOSTEN-WIRKSAMKEITS-ANALYSE
          9.1. Spezifische und quantifizierbare Ziele, Zielgruppen
               - Spezifische Ziele
               Durch die Fördermaßnahmen soll der de facto nicht existierende Ausbildungsgang für
               Produzenten eingerichtet werden. In den klassischen Facheinrichtungen wird dieser
               Ausbildungsgang nicht bzw. nur ansatzweise angeboten. Die entsprechenden Inhalte
               (Entwicklung von Produktionsvorhaben, Erstellung eines Produktions- und
               Finanzierungsplans, Marketingstrategien, usw.) sollten jedoch entsprechend den
               Gegebenheiten und der Dimension des europäischen Marktes formuliert werden.
               Femer sollen im Hinblick auf künftige Entwicklungen Fachkenntnisse im Bereich der neuen
               Technologien vermittelt werden. Der voraussichtliche Wandel im Gefolge der künftigen
               Informationsgescllschaft erfordert gezielte und effiziente Fortbildungsmaßnahmen. Sic sollen
               systematische und koordinierte Aktionen im Bereich digitale Techniken, Multi-Media und
               interaktive Dienste bewirken.
               Den Fachkreisen sollen entsprechende Kenntnisse vermittelt werden, um zu gewährleisten,
               daß sje $ je europäische Dimension des audiovisuellen Sektors effizient nutzen und Vorhaben
               entwickeln können, die nicht länger auf die abgeschotteten nationalen Märkte abstellen,
               sondern auf die Bedürfnisse des europäischen Marktes zugesçjinjttçn sind.
               Durch die Fortbildungsmaßnahmen sollen qualifizierte Facfu\r^fte jn die Lage versetzt
               werden, ihre Kenntnisse zu vertiefen und dadurch die wirtschaftlichen una* technologischen
               Herausforderungen besser zu meistern.
                                                        33
 ---pagebreak---      Ferner sind bereits zu Beginn der Grundausbildung der zukünftigen Fachkräfte Lehrangebote
     erforderlich, die die europäische Dimension des Marktes und die technologischen
     Herausforderungen einbeziehen.
     Die geplanten Maßnahmen sollen maßgeblich zu einer Verbesserung der Kenntnisse der
     Fachkreise in den Bereichen Betriebswirtschaft, Entwicklung, Produktion, Vertrieb/Verbreitung
     sowie Verwertung und Marketing beitragen.
     Darüber hinaus stellen sie auf umfassendere Kenntnisse im Bereich Nutzung der neuen
     Technologien für Produktion, Vertrieb/Vert>reitung sowie Verwertung der Programme ab.
     - Zielgruppen
     Gefördert werden sollen die beruflichen Fachbildungseinrichtungen für die Sparten Film und
     Fernsehen sowie Fachschulen für Computergrafik, Hochschuleinrichtungen, Fachkreise,
     Ausbilder und Unternehmen. Fortbildungsmaßnahmen sollen insbesondere in den Bereichen
     Betriebsführung und neue Technologien angeboten werden und auf europäischer Ebene die
     Schaffung von Stellen für hochqualifizierte Kräfte (die Verfasser des Weißbuchs "Wachstum,
     Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung" gehen davon aus, daß bis zum Jahr 2000 2 Mio. neue
     Arbeitsplätze entstehen) sowie eines leistungsfähigen europaweiten Netzes von Unternehmen
     und eine systematische Einbeziehung der europäischen Dimension in die Grundausbildung
     bewirken.
9.2. Begründung der Maßnahme
     - Notwendigkeit einer Förderung durch Gemeinschaftsmittel
     Dieser Förderplan wird im Rahmen der audiovisuellen Politik der Europäischen Union
     vorgelegt.
     Bei der Konzeption der Aktionen, die die bestehenden nationalen Maßnahmen ergänzen soll,
     wird das Subsidiaritätsprinzip zugrundegelegt und den Zielsetzungen des Vertrags
     (insbesondere Artikel 127) Rechnung getragen. Dies betrifft insbesondere
            die Förderung der Anpassung an den industriellen Wandel,
            eine effizientere berufliche Grundausbildung und Fortbildung,
            die verstärkte Zusammenarbeit von Fachbildungseinrichtungen bzw. beruflichen
            Fortbildungzentren sowie Unternehmen.
            Wahl der Interventionsmodalitätcn
      Die Zuschüsse der Gemeinschaft - in Höhe von höchstens 75 % der Gesamtkosten der
     Maßnahmen -sollen einen Anreiz für nationale bzw. regionale Partner bieten, das bestehende
     Ausbildungsangebot zu ergänzen.
     Es ist davon auszugehen, daß im Gefolge dieser Maßnahmen hochqualifizierte Arbeitsplätze
     in großem Umfang geschaffen werden.
      Die Kommission wird von Dienstleistungseinrichtungen unterstützt, die für die Koordinierung
     der auf der Grundlage der Leitlinien beschlossenen Maßnahmen zuständig sein werden. Diese
     Dicnstleistungsstrukturen werden im Wege von Ausschreibungen ausgewählt; ihre Verträge mit
     der Kommission haben eine Laufzeit von einem Jahr und können verlängert werden.
                                               34
 ---pagebreak---     9.3. Begleitung und Bewertung der Aktionen
          Ein Bewertungsbericht wird nach dreijähriger Laufzeit der Maßnahmen vorgelegt; nach der
          Durchfuhrung des Fortbildungsplans wird ein Schlußbericht erstellt.
    9.4. Übereinstimmung mit der Finanzplanung
          Die vorgesehenen Ausgaben sind in der jährlichen Finanzplanung der GD X berücksichtigt.
10. VERWALTUNGSAUSGABEN (TEIL A DES HAUSHALTSPLANS)
    Für die Verwaltung und Abwicklung des Programms sind 6 zusätzliche Stellen (2A, 2B, 2C)
    erforderlich.
Kapitel III -       Programm zur Förderung der Projektentwicklung                  und des Vertriebs
                    europäischer audiovisueller Werke
I.    Einleitung
      Kommen die gegenwärtigen Schwierigkeiten der europäischen Programmindustrie zur Sprache,
      so nennen Branchenvertreter als dringendstes Problem die geringe Verbreitung der in Europa
      hergestellten Filme und sonstiger audiovisueller Werke. Der europäische Markt wird von
      größtenteils in den USA hergestellten Werken beherrscht. Dagegen werden nur 15 % der in der
      Europäischen Union hergestellten Werke außerhalb ihres Ursprungslandes verbreitet.
      Dieses zunächst nur im Filmverleih festzustellende Ungleichgewicht wirkt sich jetzt auch verstärkt
      auf die weiteren Formen der Verbreitung, den Videoverleih und die Fernsehausstrahlung, aus.
      Als Gründe fur die geringe Weiterverbreitung europäischer Produktionen werden zumeist das
      Fehlen europaweiter Vertriebsnetze sowie ein Mangel an Werken angeführt, die bereits in der
      Entwicklungsphase für den europäischen Markt konzipiert werden.
IL    Bestandsaufnahme
       1.   Vernachlässigung der Proiektentwicklung
            Die noch vor der eigentlichen Produktion liegende Phase der Projektentwicklung ist
            ausschlaggebend für den Erfolg eines audiovisuellen Werkes. Sie umfaßt drei wesentliche
            Elemente: das Schreiben des Drehbuchs, die Finanzplanung und die Vertriebsplanung
            (Marketing). Die Qualität der Arbeit auf diesen Gebieten ist entscheidend für die Qualität des
            Endproduktes und seine Absatzchancen. Ein gut entwickeltes Projekt wird das Interesse der
            Verleihunternehmen wecken und sie veranlassen, sich an der l7inan/.ierung der Produktion
            zu beteiligen.
            Die europäische Industrie vernachlässigt die Projektentwicklung und gibt im Vergleich zu
           dem Aufwand der amerikanischen Film- und Fernsehindustrie zu wenig Geld für diesen
            Bereich aus. Die Investitionen in diesen Bereich belaufen sich in Europa nach verläßlichen
            Schätzungen auf 2-3 % der Produktionskosten gegenüber 7-10 % in den Vereinigten Staaten.
           Bereits in die Entwicklung des Drehbuchs, das an erster Stelle die Qualität eines
           Filmprojektes und seine Attraktivität für den Markt gewährleisten kann, wird zu wenig
           investiert. Das Fehlen finanzieller Mittel hat im europäischen Produktionssystem zur Folge,
           daß der Produzent sobald wie möglich mit der Produktion beginnen muß.
                                                   35
 ---pagebreak---          Außerdem widmen sich die europäischen Produzenten nicht ernsthaft genug schon mit
          Beginn der Entwicklungsphase der Erarbeitung eines Finanzplans und der Festlegung von
          Marketingstrategien. Für das Marketing der in Europa produzierten Filme werden zwischen
          3 und 6 % der Gesamtkosten eines Films investiert, während dieser Anteil für die von den
          großen amerikanischen Studios hergestellten Filme bis zu 50 % der Produktionskosten
          erreichen kann.
     2.   Strukturschwächen im Vertrieb
          Der Vertrieb europäischer audiovisueller Werke wird durch Strukturschwächen behindert, so
          daß ein Wettbewerbsnachteil gegenüber den in Europa agierenden mächtigen amerikanischen
          Verleihfirmen entsteht, die je nach Land zwischen 60 und 95 % der Kasseneinnahmen für
          sich verbuchen können.
          Innerhalb von zehn Jahren haben die europäischen Filme zwei Drittel ihres Publikums in den
          europäischen Kinos verloren. Die Kasseneinnahmen konzentrieren sich immer mehr auf eine
          kleine Zahl von Filmen, vor allem auf Produktionen mit großem Budget, die größtenteils
          nicht aus der Gemeinschaft stammen.
          In den Staaten der Europäischen Union sind mehrere hundert Verleihunternehmen tätig. Nur
          sehr wenige dieser Unternehmen sind jedoch noch in der Lage, vor der eigentlichen
          Vertriebsphase zu investieren, d.h. die Vertriebsrechte im Vorkauf zu erwerben und damit
          zur Finanzierung der Produktionen beizutragen. In der darauffolgenden Phase wird es für die
          europäischen Verleihunternehmen immer schwieriger, sich die Rechte an den kommerziell
          vielversprechenden europäischen Filmen zu sichern. Da sie dann nicht über ausreichend
          attraktive Programmkataloge verfügen, gestaltet sich der Zugang zu den Kinos schwierig: es
          fehlen Kinosäle, und die Unternehmen können den Kinostart nicht selbst bestimmen.
          Außerdem können die Verleihunternehmen, da sie in die Phase der Produktionsvorbereitung
          nicht einbezogen werden, nur selten umfangreiche Werbekampagnen planen.
          Der Vertrieb europäischer Werke wird auch dadurch behindert, daß die einzelnen
          Vertriebsphasen desselben Werkes auf unterschiedlichen Trägern (Kinoauswertung,
          Videoverleih, Fernsehausstrahlung) nicht koordiniert werden. Der Film- und der Videoverleih
          ein und desselben europäischen Films wird zum Beispiel oft von verschiedenen Unternehmen
          übernommen, so daß Investitionen nicht gebündelt und keine in sich schlüssigen
          Marketingkonzepte erstellt werden können. Die Fernsehausstrahlung europäischer Werke
          hingegen ist an nationale Märkte gebunden. Nach wie vor werden europäische Werke aus
          anderen Mitgliedstaaten nur in geringem Umfang ausgestrahlt (weniger als 10 %). Dies gilt
          insbesondere für die Bereiche Spielfilme und Serien sowie Dokumentarfilme. Diese Werke
          sind auf ein nationales Publikum zugeschnitten und finden nur selten andere Zuschauerkreise,
          da sie die innereuropäischen Sprachbarricren überwinden müssen.
III. Leitlinien für Maßnahmen der EU
     1.    Proiektentwicklung
           1.1.    Ziele
                   Wegen der Besonderheiten des Marktes und unter Berücksichtigung des Bedarfs
                   sollten Anreize fur größere Investitionen der audiovisuellen Industrie in die
                   Projektentwicklung geschaffen und dabei die Projekte gefördert werden, die für ein
                   europäisches und internationales Publikum konzipiert sind und die besten Chancen
                   für einen kommerziellen Erfolg besitzen.
                                                  36
 ---pagebreak---      Gleichzeitig sind bereits in der Entwicklungsphasc Maßnahmen durchzuführen, die
     die Produktionsfirmen mit Expansionschancen auf dem europäischen und
     internationalen Markt wirtschaftlich konsolidieren. In diesem Zusammenhang muß
     die Vernetzung der Unternehmen gefordert werden, um die Zusammenarbeit bei der
     Realisierung einer Reihe von Projekten mit europäischem Anspruch zu fördern.
     Ausgehend von den Erfahrungen mit dem MEDIA-Programm sollten verstärkt
     Anstrengungen in diese Richtung unternommen werden.
     Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei im Hinblick auf das Entstehen der
     Informationsgesellschaft die Entwicklung von Projekten, für die neue, kreative
     Techniken zum Einsatz kommen, sowie die Unternehmen, die sich auf die
     Entwicklung solcher Projekte spezialisiert haben.
     Bei den Maßnahmen sind strukturelle Ziele zu berücksichtigen, wie die Entwicklung
     der unabhängigen Produktion, insbesondere der KMU, sowie die Entwicklung des
     Potentials in Ländern bzw. Regionen mit geringer audiovisueller Produktionskapazität
     und/oder geographisch und sprachlich beschränkter Gebiete.
1.2. Vorrangige Maßnahmen
     Es sind Mechanismen zur Unterstützung der Entwicklung audiovisueller Werke
     (Spielfilme und Serien, Dokumentarfilme, Kinofilme und Animationsfilme) zu
     schaffen.
     Die Mechanismen sollten in drei Schwerpunktbereichen der Entwicklungsphase
     wirksam werden:
     -   Drehbuchgestaltung (Finanzhilfen und professionelle Unterstützung für die
         Schreibtechniken);
     -   Finanzplanung für die Produktion (Vernetzung der möglichen Partner);
     -   Marketingstrategie (Marktstudien, Planung der Werbekampagnen mit Blick auf
         den europäischen und internationalen Markt).
     Drei Arten von Maßnahmen sind vorgesehen:
     1.2.1.    Bereitstellung zusätzlicher Mittel für Drehbuchautoren und Produzenten für
               die Entwicklung von Projekten für den europäischen und internationalen
               Markt.
     1.2.2.    Unterstützung der Unternehmen, insbesondere durch die Stärkung der
               Wirtschaftskraft      unabhängiger Produktionsgesellschaftcn          mit
               Expansionschancen in Europa und langfristigen Strategien für die
               Entwicklung einer Reihe von Werken.
     1.2.3.    Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, insbesondere
               Verbesserung der Zusammenarbeit von Unternehmen, die die gemeinsame
               Entwicklung von Projekten für den europäischen und internationalen Markt
               planen.
               Bei der Umsetzung dieser drei Mechanismen ist insbesondere der Bedarf
               zu berücksichtigen, der für die Entwicklung innovativer Projekte entsteht,
                                     37
 ---pagebreak---                    wenn fortgeschrittene kreative Techniken zum Einsatz kommen.
                   Digitalvideo, per Computer erzeugte Bilder, Computeranimation, "virtuelle
                   Realität" (künstliche Wirklichkeit) und dynamisches Kino. Vorrang sollen
                   Multimedia-Programme und Anwendungen des interaktiven Fernsehens
                   haben.
                   Die im Rahmen dieser Mechanismen vorgesehen Finanzhilfen werden in
                   der Regel hauptsächlich unabhängigen europäischen Produktionsgesell-
                   schaften in Form von Zuschüssen bis zu einer Höhe von 50 % der Kosten
                   fur die Projektentwicklung gewährt; die Vorschüsse sind bis zum ersten
                   Drehtag zurückzuzahlen.
Vertrieb
2.1.    Ziele
        Damit die europäischen audiovisuellen Werke auf ihrem eigenen Markt und auf dem
        internationalen Markt wettbewerbsfähig werden, muß ihre Weiterverbreitung
        gefördert werden. Dazu sind die Verlagsfirmen und die für Kinoverleih und
        Fernsehausstrahlung tätigen Unternehmen zu stärken.
        Grundbedingung für eine bessere Verbreitung ist die Erstellung von Katalogen mit
        den Senderechten an europäischen Werken für die Verwertung im audiovisuellen
        Bereich in folgenden Hauptphasen: Kinovcrleih, Fcrnsehausstrahlung, Videoedition
        und -verleih sowie Multimedia.
        In dieser Hinsicht ist der Zusammenschluß von Vcrlcihuntcrnchmen und
        Fernsehveranstaltern im Hinblick auf die Finanzierung der Werke bereits in der
        Produktionsphase über den Vorkauf von Teilen der Verwertungsrechte bzw. der
        Verwertungsrechte insgesamt zu fördern. Dieser Zusammenschluß wird zu einem
        größeren Angebot und zu einer besseren Qualität der Werke fuhren, weil die für die
        Produktion verfügbaren Mittel erhöht und die Verleihunternehmen bzw. Fernsehver-
        anstalter in die Lage versetzt werden, die Verwertung der Kataloge besser zu steuern.
        Außerdem ist die Wirtschaftskraft der Verleihunternehmen insbesondere in den
        Bereichen Kino und Video zu stärken, damit ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöht wird.
        Dabei sind Gesellschaften mit Entwicklungspotential auf dem europäischen Markt
        und langfristigen Vermarktungsstrategien bevorzugt zu behandeln.
        Die Strukturmaßnahmen sind fortzuführen durch eine Vernetzung dieser Unternehmen
        für eine grenzübergreifende Zusammenarbeit. Über die Netze können abgestimmte
        Aktionen durchgeführt und so eine größere Verbreitung der Werke auf dem
        europäischen und internationalen Markt gewährleistet werden.
        Ausgehend von den Erfahrungen mit dem MEDIA-Programm sollten verstärkt
        Anstrengungen in diese Richtung unternommen werden.
        Damit die Effizienz der Werbeanstrengungen der Produktions- und
        Vertriebsgesellschaften (insbesondere der unabhängigen Firmen) gesichert ist, muß
        ihre Präsenz auf den großen Marketingveranstaltungen (Messen und Festivals) in
        Europa sowie weltweit verstärkt werden.
                                         38
 ---pagebreak---      Bei den Maßnahmen sind strukturelle Ziele zu berücksichtigen, wie die Entwicklung
     der unabhängigen Produktion, insbesondere der KMU, sowie die Entwicklung des
     Potentials in Ländern bzw. Regionen mit geringer audiovisueller Produktionskapazität
     und/oder geographisch und sprachlich beschränkter Gebiete.
2.2. Vorrangige Maßnahmen
     2.2.1.     Film- und Videoverleih
                Es sind zwei Arten von Maßnahmen geplant:
               2.2.1.1. Schaffung von Anreizen für ein gemeinsames Vorgehen von
                         Verleihunternehmen mehrerer europäischer Länder bei der
                         Finanzierung von Kinoproduktionen; dieses Vorgehen ist von
                         entscheidender Bedeutung für die Qualität der Filme, ihren
                         späteren Vertrieb und die Erstellung von Katalogen, in denen
                         Werke für den europäischen und internationalen Markt enthalten
                         sind.
                2.2.1.2. Förderung der Vernetzung der europäischen Vertriebs- und
                         Verlagsfirmen (Kino und Video) auf der Grundlage gemeinsamer
                         Strategien für den grenzübergreifenden Vertrieb einer bestimmten
                         Zahl europäischer Werke.
                         Die finanziellen Anreize werden bis zu einer Höhe von 50 % der
                         Kosten für den Ankauf der Verwertungsrechte für Werke mit
                         guten Vertriebschancen (Ziff. 2.2.1.1) oder der Kosten für den.
                         grenzübergreifenden Vertrieb (Ziff. 2.2.1.2) gewährt. Die
                         Höchstbeträge sind für beide Maßnahmen getrennt festzulegen.
                         Die Beteiligung erfolgt in Form von Vorschüssen, die durch die
                         Verwertung aller Rechte an den Werken auf dem europäischen
                         und internationalen Markt zurückzuzahlen sind.
     2.2.2.    Mechanismen zur Unterstützung der grenzübergreifenden Verbreitung von
               Fernsehwerken unabhängiger Produktionsgesellschaften (Spielfilme und
                Serien, Dokumentarfilme, Fernsehfilme und Animationsfilme)
                Im Rahmen dieser Mechanismen werden Darlehen für die Koproduktion
                von Weiken für den europäischen und internationalen Markt gewährt, wenn
                sich die beteiligten unabhängigen Produktionsgesellschaften und
                Fcrnsehveranstalter zu einer gemeinsamen Verbreitung der Werke auf dem
               jeweiligen Hoheitsgebiet verpflichten.
               Die Werke müssen für eine Verwertung auf dem Sekundärmarkt geeignet
               sein.
                                      39
 ---pagebreak--- In den Genuß dieser Unterstützungsmechanismen kommen gleichermaßen
- die Werke:
    Förderung der Beteiligung der Femsehveranstalter an der Produktion
    von Projekten, die von unabhängigen Produzenten eingereicht werden,
    und Förderung der europaweiten Ausstrahlung der so produzierten
    Werke;
    Gewährleistung der Verwertung dieser Werke auf dem Sekundärmarkt:
    Video, Kabel, Multimedia und interaktives Fernsehen;
- die Unternehmen:
    gleichermaßen unabhängige Produktionsgesellschaften, weil für einen
    bestimmten Anteil der Produktion die grenzübergreifende Verbreitung
    gewährleistet wird;
    wie Unternehmen, die Program mkatalogc anbieten, weil auf diese Weise
    die Verwertung der Werke auf dem Sekundärmarkt gewährleistet werden
    kann;
- Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen
    insbesondere zwischen Fernsehveranstaltern, da ihre Vernetzung zur
    Gewährleistung einer größeren Verbreitung der Werke gefördert wird.
Die Finanzhilfen werden in diesem Rahmen in Form von Darlehen gewährt.
Grundlage sind die Produktions- und Ausstrahlungspläne, die gemeinsam
von den unabhängigen Produzenten und den Femsehveranstaltern vorgelegt
werden.
Die Darlehen werden Fernsehveranstaltern aus mindestens zwei Ländern
gewährt, die die Koproduktion von Projekten für den europäischen und
internationalen Markt mit unabhängigen Produzenten planen. Die Rechte
für die Erst- und Zweitausstrahlung (innerhalb von höchstens fünf Jahren)
dieser Produktion behalten die Fernsehveranstalter, die als Koproduzenten
auftreten; die sonstigen Verwertungsrechte, insbesondere für den
 Sekundärmarkt, verbleiben bei den unabhängigen Koproduzenten, die
gegebenenfalls diese Rechte an Gesellschaften abtreten können, die
Programmkataloge verwalten.
Die Darlehen sind zinslos zurückzuzahlen, sobald die Produktion
abgeschlossen ist (bei Serien nach Abschluß der Produktion der ersten
Folge). Auf Antrag des Begünstigten kann eine zusätzliche Frist von einem
Jahr für die Rückzahlung des Darlehens eingeräumt werden; in diesem Fall
 wird ein Zins erhoben.
 Die für die Synchronisierung und Untertitelung bzw. für eine
mehrsprachige Produktion tatsächlich anfallenden Kosten müssen nicht
zurückgezahlt werden.
                      40
 ---pagebreak---         2.2.3. Zur Ergänzung der Bemühungen um die Weiterverbreitung der Werke sind eine
               Reihe von Dienstleistungen zu schaffen, damit die Präsenz der
               Produktionsgesellschaften und Verleihfirmen auf den großenjn Europa und weltweit
               stattfindenen Marketingveranstaltungen verbessert wird. (Besondere Beachtung ist
               dabei den kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Entwicklungspotential
               außerhalb ihres Ursprungslandes zu widmen.)
               Solche Dienstleistungen sind: Erleichterung des Zugangs zu den Veranstaltungen,
               Unterstützung für Werbeaktionen der Unternehmen, Sensibilisierung der Unternehmen
               für die auf europäischer Ebene notwendigen Werbestrategien sowie das Knüpfen von
               Kontakten mit den potentiellen Partnern.
               Besonders zu fördern sind Dienstleistungen, durch die die Präsenz und die
               Darstellung der europäischen Produktionsgesellschaften, ihrer Projekte und Produkte
               auf internationalen Veranstaltungen verbessert werden, insbesondere durch die
               Förderung einer gemeinsamen Vertretung dieser Gesellschaften und gemeinsamer
               Werbeaktionen.
3. Finanzierungsmechanismus
   Die Kommission beabsichtigt ebenfalls, die Schaffung von Finanzierungsmechanismen zu fördern,
   durch die Kapital für die audiovisuelle Produktion (Kino und Fernsehen) mobilisiert wird.
   In diese Mechanismen fließen zum einen Mittel aus Rückzahlungen von Vorschüssen und
   Darlehen ein, die im Rahmen von MEDIA I (91-95) gewährt wurden, sowie Mittel des
   vorgeschlagenen Programms für die Produktentwicklung und den Vertrieb audiovisueller Werke
   (Media II).
                                              41
 ---pagebreak---                                      Vorschlag für einen
                                 BESCHLUSS DES RATES
         über ein Programm zur Förderung der Prpjektentwicklung und^ des Vertriebs
      europäischer audiovisueller Werke (MEDIA II - Prpjektentwicklung und Vertrieb)
                                        (1996-2000)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 130 Absatz 3,
auf Vorschlag der Kommission(1),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments(2),
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses(3),
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Staats- und Regierungschefs haben am 10. und 11. Dezember 1993 auf der Tagung des
Europäischen Rates in Brüssel als Richtschnur des Handelns der Europäischen Union und ihrer
Mitgliedstaaten das Weißbuch "Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung" angenommen,
in dem das Konzept einer auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt gestützten
industriellen Entwicklung als Wachstums- und Beschäftigungsfaktor befürwortet wird. In dem
Weißbuch, insbesondere in Kapitel 5-C, wird auf die wirtschaftliche Bedeutung des
audiovisuellen Sektors hingewiesen.
Die Staats- und Regierungschefs haben am 24. und 25. Juni 1994 auf der Tagung des
Europäischen Rates auf Korfu den Bericht der "Bangemann-Gruppe" zum Thema "Europa und
die globale Informationsgesellschaft - Empfehlungen für den Europäischen Rat" zur Kenntnis
genommen, in dem die strategische Bedeutung der audiovisuellen Programmindustrie
insbesondere unter inhaltlichen Aspekten hervorgehoben wird.
Gemäß Artikel 128 Absatz 4 EG-Vertrag ist die Gemeinschaft verpflichtet, den kulturellen
Aspekten bei ihrer Tätigkeit aufgrund anderer Bestimmungen dieses Vertrags zu
berücksichtigen. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß bei der Auswahl der Teilnehmer an dem
Programm der europäischen kulturellen Vielfalt Rechnung getragen wird.
(,)
    ABI. Nr.
(2)
    ABl. Nr.
(3)
    ABl. Nr.
                                             42
 ---pagebreak--- Auf der gemeinsamen Tagung "Industrie/Telekommunikation" vom 28. September 1994 hat der
Rat die Mitteilung der Kommission vom 19. Juli 1994 "Europas Weg in die
Informationsgesellschaft - ein Aktionsplan"(4) positiv aufgenommen und betont, daß die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie verbessert werden muß.
Der Rat hat am 17. Juni 1994 das Grünbuch "Strategische Optionen für die Stärkung der
Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der Europäischen Union"(5) zur
Kenntnis genommen.
Die Kommission hat die Fachkreise zu den in dem Grünbuch dargelegten Optionen gehört; sie
hat dazu insbesondere vom 30. Juni bis 2. Juli 1994 in Brüssel die "Europäische Konferenz
über audiovisuelle Medien" veranstaltet.
Das Europäische Parlament hat mit Entschließung vom 6. Mai 1994(6) die Probleme im
audiovisuellen Bereich nach der Richtlinie 89/552/EWG des Rates(7) "Fernsehen ohne Grenzen"
im Rahmen der Vorbereitung der Europäischen Konferenz über die audiovisuellen Medien
erörtert und dabei die Auffassung vertreten, daß die Prioritäten, die auch im Zuge der
Diskussion über die Änderung des MEDIA-Programms herausgearbeitet worden sind, nämlich
Finanzierungsmechanismen, Vorstadium der Produktion, Verteilung und Bildung, die
wichtigsten Hilfszielsetzungen sind, um zu systematischen und soliden europäischen Netzen zu
gelangen.
Der Wirtschafts- und Sozialausschuß hat eine Stellungnahme(8) zu dem Grünbuch "Strategische
Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der
Europäischen Union" abgegeben und die Auffassung vertreten, daß europaweite Konzepte wie
MEDIA die Entwicklung europäischer Programmstrukturen und Produktionswege günstig
beeinflussen könnten.
Die Kommission führt ein "Aktionsprogramm zur Förderung der Entwicklung der europäischen
audiovisuellen Industrie (MEDIA, 1991-1995)" durch, das durch Beschluß 90/685/EWG des
Rates(9) erlassen wurde und in dem unter anderem Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung
und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke enthalten sind.
Der Rat hat auf seiner Tagung vom 5. November 1993 die Mitteilung der Kommission vom
23. Juli 1993 betreffend den Bewertungsbericht nach zwei Jahren der Durchführung des
MEDIA-Programms zur Kenntnis genommen und eingeschätzt, "daß die für ein Anlaufen eines
Programms MEDIA II über 1995 hinaus erforderlichen Maßnahmen zu prüfen sind".
Außerdem hat der Europäische Rat auf seiner Tagung vom 9. und 10. Dezember 1994 in Essen
die Kommission aufgefordert, Vorschläge für ein neues MEDIA-Programm vorzulegen.
(4)
    KOM(94) 347 endg. vom 19. 7.1994.
(5)
    KOM(94) 96 endg. vom 6.4.1994.
(6)
    ABl. Nr. C 205 vom 25. 7.1995, S. 561.
(7)
    ABl. Nr. L 298 vom 17.10.1989, S. 23.
(*) CES 1000/94 vom 14. 9.1994, S. 6.
(9)
    ABl. Nr. L 380 vom 31.12.1990, S. 37.
                                              43
 ---pagebreak--- Die Erfahrungen mit dem MEDIA-Programm haben gezeigt, daß in den der Produktion vor-
und nachgeordneten Bereichen (Vorproduktion und Postproduktion) Handlungsbedarf besteht;
es erscheint daher geboten, die Unternehmen dieser Branche, insbesondere die KMU, zu stärken
und die Zusammenarbeit zwischen Verleihunternehmen und Rundfunkveranstaltern einerseits
und Produzenten andererseits zu fördern.
Die Schaffung eines europäischen audiovisuellen Marktes erfordert die Entwicklung
europäischer Werke, das heißt von Werken, die nach Maßgabe von Artikel 6 der
Richtlinie 89/552/EWG in den Mitgliedstaaten der Union hergestellt worden sind.
Die Wettbewerbsfähigkeit der audiovisuellen Programmindustne erfordert den Einsatz neuer
Technologien bereits in der Phase der Projektentwicklung.
Es empfiehlt sich, die Bedingungen für den Vertrieb europäischer Kinofilme auf dem
europäischen und internationalen Markt zu verbessern.
Darüber hinaus sind die Bedingungen für die Fernsehausstrahlung europäischer Werke zu
verbessern.
Auch müssen Präsenz und Effizienz europäischer Produzenten und Verleihunternehmen auf den
Märkten für audiovisuelle Programme verbessert werden.
Die Entwicklung einer europäischen audiovisuellen Industrie erfordert Finanzierungs-
mechanismen, durch die öffentliche und private Mittel mobilisiert werden können.
Bei den Maßnahmen zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs sind strukturelle
Ziele zu berücksichtigen, wie die Entwicklung der unabhängigen Produktion, insbesondere der
KMU, sowie die Entwicklung des Potentials in Ländern bzw. Regionen mit geringer
audiovisueller Produktionskapazität und/oder geographisch und sprachlich beschränkter Gebiete.
Unter Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips sollte die Tätigkeit der Gemeinschaft die Tätigkeit
der in den Mitgliedstaaten zuständigen Stellen unterstützen und ergänzen -
BESCHLIESST:
                                           Artikel 1
Für einen am 1. Januar 1996 beginnenden Zeitraum von fünf Jahren wird ein Programm zur
Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke,
nachstehend "Programm" genannt, beschlossen, mit dem die europäische audiovisuelle Industrie,
insbesondere die Bereiche Projektentwicklung und Vertrieb, gestärkt werden sollen.
                                              44
 ---pagebreak---                                           Artikel 2
Mit dem Programm werden folgende Ziele angestrebt:
 1)   Projektentwicklung:
          Förderung der Entwicklung von Produktionsvorhaben für den europäischen und
           internationalen Markt und Unterstützung von Unternehmen, die solche Projekte
           entwickeln können;
           Entwicklung von Produktionsvorhaben, für die neue, kreative Techniken eingesetzt
          werden, und Unterstützung der Unternehmen, die solche Projekte entwickeln können.
2)    Vertrieb:
          Förderung der Bereitschaft von Verleihunternehmen, in die Produktion von
           Spielfilmen zu investieren und grenzübergreifende Netze für deren Vertrieb
           aufzubauen;
          Förderung der Bereitschaft von Fernsehveranstaltern, bei Investitionen in die
           Produktion von Werken für den europäischen und internationalen Markt
          zusammenzuarbeiten und grenzübergreifende Netze für deren Vertrieb aufzubauen;
          Unterstützung der Mehrsprachigkeit der Programme;
          Förderung des Zugangs europäischer Produktionen, insbesondere unabhängiger
          Produktionen, zu den Verkaufsförderungsveranstaltungen.
                                          Artikel 3
Zur Verwirklichung der in Artikel 2 genannten Ziele gelangen die im Anhang bezeichneten
Maßnahmen zur Anwendung. Diese werden nach dem Verfahren des Artikels 6 durchgeführt.
                                          Artikel 4
Die an der Durchführung der in Artikel 3 genannten Maßnahmen beteiligten Begünstigten
tragen in der Regel einen wesentlichen Teil der Kosten; die Gemeinschaftsbeteiligung beträgt
höchstens 50 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahme.
                                          Artikel 5
Die im Rahmen des Programms bewilligten Finanzhilfen können als Darlehen, rückzahlbare
Vorschüsse oder Zuschüsse gewährt werden. Die im Rahmen dieses Programms
zurückgezahlten Finanzmittel sowie die Rückflüsse aus den im Rahmen von MEDIA I
(1991-1995) durchgeführten Aktionen werden den Finanzierungsmechanismen zugeführt, mit
denen öffentliche und private Mittel für die europäische audiovisuelle Produktion mobilisiert
werden sollen.
                                              45
 ---pagebreak---                                           Artikel 6
1)   Die Durchführung des Programms liegt in den Händen der Kommission.
2)   Die Kommission wird von einem Ausschuß mit beratender Funktion unterstützt, der sich
     aus den Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der
     Kommission den Vorsitz führt.
     Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden
     Maßnahmen. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer
     Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden
     Frage - erforderlichenfalls durch eine Abstimmung - festsetzen kann.
     Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses.
     Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt
     hat.
3)   Die von der Kommission gemäß Absatz 2 einzuleitenden Maßnahmen betreffen im
     wesentlichen:
          die finanzielle Abwicklung des Programms;
          die Durchführung der im Anhang dieses Beschlusses vorgesehenen Maßnahmen;
          die Überwachung und Bewertung dieser Maßnahmen.
                                           Artikel 7
Nach dreijähriger Laufzeit des Programms unterbreitet die Kommission binnen sechs Monaten
nach Ablauf dieses Zeitraums dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und
Sozialausschuß einen Bericht, in dem die erzielten Ergebnisse bewertet und dem gegebenenfalls
geeignete Vorschläge beigefügt werden.
Nach Durchführung des Programms legt sie dem Europäischen Parlament, dem Rat sowie dem
Wirtschafts- und Sozial ausschuß einen Bericht über die Abwicklung und die Ergebnisse des
Programms vor.
Geschehen zu Brüssel am                                     Im Namen des Rates
                                                            Der Präsident
                                              46
 ---pagebreak---                                          Anhang
1. Durchzuführende Maßnahmen
   Die europäische audiovisuelle Industrie soll über dieses Programm in die Lage versetzt
   werden, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen und internationalen Markt zu
   verbessern, indem die Entwicklung von Projekten mit guten Absatzchancen und die
   Errichtung und Stärkung grenzübergreifender Netze für den Verleih und die Ausstrahlung
   von Werken gefördert werden.
   Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
   1.1. Projektentwicklung
        Verbesserung der Bedingungen für die Projektentwicklung (Vorproduktion) von
        Werken aus den Bereichen Spielfilme und Serien sowie Dokumentarfilme im
        Hinblick auf den Zugang zum europäischen und internationalen Markt:
              Unterstützung der Entwicklung auf ein europäisches und internationales
              Publikum zugeschnitter Werke in den Bereichen Spielfilme und Serien sowie
              Dokumentarfilme und Animationsfilme für Kino und Fernsehen, insbesondere
               durch eine Verbesserung der Drehbuchgestaltung;
              Unterstützung von Unternehmen, die mehrere Projekte mit guten Chancen auf
               dem europäischen und internationalen Markt entwickeln wollen;
              Förderung der Vernetzung von Unternehmen mit gemeinsamen Projekten für
               den europäischen und internationalen Markt.
   1.2 Verleih und Ausstrahlung
        1.2.1 Kino- und Videoverleih
               Verbesserung der Bedingungen für den Vertrieb europäischer Kinofilme und
               Videos mit sehr guten Verbreitungschancen auf dem europäischen und
               internationalen Markt:
               - Unterstützung der Schaffung europäischer Vertriebsstrukturen mit Anreizen
                   für die Verleihunternehmen, sich an der Finanzierung von Werken mit
                   guten Absatzchancen auf dem europäischen und internationalen Markt zu
                  beteiligen;
               - Förderung der Vernetzung europäischer           Verleihunternehmen    mit
                  gemeinsamen Strategien für diese Märkte.
                                           47
 ---pagebreak---         1.2.2. Fernsehausstrahlung
               Verbesserung der Bedingungen für die Verbreitung von Fernsehwerken für
               den europäischen und internationalen Markt:
                - Schaffung von Anreizen für die Fernsehveranstalter, sich an der
                   Finanzierung von Werken mit sehr guten Verbreitungschancen, die von
                   unabhängigen Produktionsgesellschaften produziert wurden, zu beteiligen
                   und diese Werke auf dem europäischen Markt auszustrahlen.
                - Förderung der Mehrsprachigkeit dieser Werke (Synchronisierung,
                   Untertitelung, mehrsprachige Produktion).
        1.2.3. Förderung unabhängiger Produktionen
                Verbesserung der Zugangsbedingungen für unabhängige Produzenten und
                Verleihunternehmen zum europäischen und internationalen Markt über die
               Realisierung von Dienstleistungen und Werbemaßnahmen im Rahmen von
                Verkaufsförderungsveranstaltungen (Märkten, Messen und Filmfestivals) auf
                europäischer und internationaler Ebene.
2. Verfahren zur Umsetzung
                                            )
   2.1. Konzept
        Zur Verwirklichung des Programms wird die Kommission mit den fur die
        Förderung der audiovisuellen Industrie in den Staaten der Union zuständigen
        öffentlichen Stellen eng zusammenarbeiten, damit sich die Maßnahmen dem
        Subsidiaritätsprinzip folgend möglichst reibungslos ergänzen. Sie wird dafür
        Sorge tragen, daß die Branchenvertreter geographisch ausgewogen an dem
        Programm beteiligt werden.
   2.2. Finanzierung
        Die von der Gemeinschaft bereitgestellten Mittel sollen Zugangsmöglichkeiten
        zum Markt für Werke verbessern, die auf ein europäisches und internationales
        Publikum zugeschnitten sind. Außerdem sollen die Produktions- und
        Vertriebsunternehmen mit einem bestimmten Expansionspotential auf dem
        europäischen Markt gestärkt und so eine Strukturreform in der Industrie ausgelöst
        werden
        In beiden Fällen darf die in Form rückzahlbarer Vorschüsse geleistete
        Gemeinschaftsbeteiligung 50 % der Kosten der geplanten Mäßnahmen nicht
        übersteigen. Die übrigen Mittel sind von den Partnern aus der Industrie
        aufzubringen.
        Zur Förderung der Mehrsprachigkeit der Werke wird die
        Gemeinschaftsunterstützung in Form von Zuschüssen gewährt.
                                              48
 ---pagebreak--- 2.3. Durchfuhrung des Programms
     Zur Verwirklichung des Programms wird die Kommission von zwei
     Dienstleistungseinrichtungen unterstützt, die die Erfüllung der im Rahmen der
     einzelnen Aktionslinien festgelegten Aufgaben koordinieren.
     Diese Einrichtungen werden in den Bereichen Projektentwicklung und Vertrieb
     tätig:
     •      Proj ektentwicklung:
            Projektentwicklung für Spielfilme und Serien, Animationsfilme und -Serien
            sowie Dokumentarfilme und Unterstützung der Unternehmen;
            Projektentwicklung für Programme, bei denen fortgeschrittene kreative
            Techniken zum Einsatz kommen;
     •      Vertrieb:
            Film- und Viedoverleih auf dem europäischen Markt;
            Ausstrahlung von Fernsehprogrammen auf dem europäischen Markt;
            Förderung des Zugangs zum europäischen und internationalen Markt für
            unabhängige Produktionen.
     Die Dienstleistungseinrichtungen werden im Rahmen von Ausschreibungen
     ausgewählt.
     Die Kommission wird für beide Einrichtungen Leistungsbeschreibungen erstellen,
     in denen die Durchfuhrungsmodalitäten für die im Rahmen der Aktionslinien
     festgelegten Aufgaben präzisiert werden.
     Die Einrichtungen erhalten Mittel zur Förderung der audiovisuellen Tätigkeit in
     den Bereichen Projektentwicklung und Vertrieb und verwalten diese Mittel im
     Auftrag der Kommission. Die Mittel werden den Produzenten der einzelnen
     Projekte in Form rückzahlbarer Vorschüsse bzw. Darlehen gewährt.
     Die Dienstleistungseinrichtungen müssen gemeinnützige Organisationen sein und
     dürfen keinen Erwerbszweck verfolgen.
     Die Einrichtungen werden nach folgenden Kriterien ausgewählt:
            Berufserfahrung in den Bereichen Projektentwicklung und Vertrieb;
            Kontakte zu den Fachkreisen in der audiovisuellen Industrie auf nationaler,
            regionaler und europäischer Ebene;
                                        49
 ---pagebreak--- eingehende Kenntnis der europäischen audiovisuellen Industrie und der
Politik der Union auf diesem Gebiet;
Erfahrung im grenzübergreifenden Management bzw. im Management auf
europäischer Ebene;
Eignung der Mitarbeiter und Solidität der Führungsstruktur.
                            50
 ---pagebreak---                                       FINANZBOGEN
1.   Bezeichnung der Maßnahme
Plan zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller
Werke
2.   Haushaltslinie
B 3 2010
3.    Rechtsgrundlage
          Artikel 130 des Vertrags über die Europäische Union
          Beschluß des Rates vom ... über die Durchführung eines Plans zur Förderung der
          Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke
4.   Beschreibung der Maßnahme
     4.1. Allgemeines Ziel der Maßnahme
          Die unzureichende Verbreitung europäischer Werke und Filme ist gegenwärtig einer
          der Hauptnachteile für die europäische Prografnmindustrie. Den größten Zugang zum
          europäischen Markt haben weiterhin außereuropäische Werke, die vor allem aus den
          USA stammen. Die in der europäischen Union produzierten Werke werden nur in
          begrenztem Umfang über die Grenzen ihres Ursprungslandes hinaus verbreitet: nur
          15 % finden außerhalb des Ursprungslandes Absatz. Dieses Ungleichgewicht
          verstärkt sich noch bei den nachfolgenden Vermarktungsstufen: bei Videoverleih und
   '      Fernsehausstrahlung. Die Gründe für diese geringe Weiterverbreitung europäischer
          Produktionen sind das Fehlen länderübergreifender Vertiebsnetze und der Mangel an
          marktgerechten Produktionen.
          Die Phase der Projektentwicklung ist von entscheidender Bedeutung für das
          Schicksal eines Fernsehbeitrags bzw. eines Films, für ihren Zugang zum Markt, aber
          auch für die Finanzierungsmöglichkeiten, die sich ihnen zuvor bieten müssen! Die
          europäische Industrie wendet wenig Mittel für die Phase der Projektentwicklung auf.
          Diese Phase, zu der vor allem die Drehbuchgestaltung, der Finanzierungsplan für die
          Produktion und die Werbestrategie gehören, wird von den Produzenten allzuoft
          vernachlässigt.
          In Übereinstimmung mit den Zielen des Vertrags, insbesondere mit Artikel 130, und
          nach Abschluß der Konsultationen der Kommission nach der Veröffentlichung des
          Grünbuchs über die audiovisuelle Politik der Europäischen Union erscheint es
          unerläßlich, die Prpjektentwicklung und den Vertrieb audiovisueller Werke zu
          fördern.
                                              51
 ---pagebreak--- Auf dem Gebiet der Projektentwicklung plant die Kommission:
Durch Förderung von Projekten, die für ein europäisches Publikum bestimmt sind,
die Unternehmen der audiovisuellen Industrie zu veranlassen, mehr in die Phase der
Programmentwicklung zu investieren, und durch geeignete Maßnahmen die
wirtschaftlichen Strukturen von Produktionsunternehmen, die auf dem europäischen
Markt Wachstumschancen haben, zu stärken und eine Vernetzung dieser
Unternehmen zu fördern.
Mit Blick auf die kommende Informationsgesellschaft muß besondere Beachtung
denjenigen Produktionsvorhaben geschenkt werden, bei denen neue
Kreationstechnologien eingesetzt werden. Das gleiche gilt für Unternehmen, die sich
auf die Entwicklung dieser Art von Projekten spezialisiert haben.
Es wird ein Unterstützungsmechani smus geschaffen mit dem Ziel der Förderung
audiovisueller Werke in den Bereichen Spielfilm, Dokumentarfilm sowie
Animationsfilm und -Serien. Der Mechanismus gilt für die drei wichtigsten Aspekte
der Entwicklungsphase: Drehbuchgestaltung, finanzielle Planung der Produktion und
Werbestrategie.
Die Unterstützung wird gewährt für
(1) Werke
(2)    Unternehmen
(3)    Arbeitsgemeinschaften von Unternehmen.
•      Für den Bereich Vertrieb strebt die Kommission die folgenden Ziele an:
       Die Europäischen Werke sollen auf ihrem eigenen Markt wettbewerbsfähig
       gemacht werden, indem ihre Verbreitung mit Hilfe einer Verstärkung der
       Strukturen für Produktion, Vertrieb und Ausstrahlung gefördert wird.
       Mit Blick auf die Verbesserung der Voraussetzungen für den Vertrieb von
       Filmen und Videos ist es von wesentlicher Bedeutung,
-      europäische Vertriebs- bzw. Verleihmechanismen zu schaffen, die die
       Verleihfirmen ermutigen, sich an der Finanzierung der Produktion von
       Werken mit einem kommerziellen Potential auf dem europäischen Markt zu
       beteiligen (während eines Zeitraums von fünf Jahren wird die Beteiligung der
       Verleihfirmen an der Produktion von ungefähr 130-140 Filmen durch
       rückzahlbare Vorschüsse erleichtert);
-      eine Vernetzung der europäischen Verleihfirmen mit gemeinsamen
       Vertriebsstrategien auf dem europäischen Markt zu fördern, um die Bildung
       von Katalogen für den Vertrieb europäischer Werke für den europäischen und
       den Weltmarkt zu begünstigen. Diese strukturorientierte Aktion wird es
       ermöglichen, Arbeitsgemeinschaften zwischen den Unternehmen zu bilden und
       so die wirtschaftlichen Strukturen der Verleihfirmen zu verstärken.
       Zur Verbesserung der Voraussetzungen für den Austausch von Fernsehwerken
       mit europäischer Zielsetzung auf dem europäischen Markt ist es unerläßlich,
                                    52
 ---pagebreak---                einen Mechanismus für die Unterstützung des transeuropäischen Vertriebs von
               Fernsehwerken zu schaffen, die von unabhängigen Firmen produziert werden:
               Spielfilme, Dokumentarfilme, Animationsfilme und -Serien.
               Zur Verbesserung der Voraussetzungen fur den Zugang der Produktions- und
               Verleihfirmen - vor allem unabhängiger Firmen - zum europäischen und
               Weltmarkt ist es unerläßlich,
        -      Präsenz und Effizienz der Werbeaktionen von Produzenten und Verleihfirmen
               im Rahmen von einschlägigen Veranstaltungen (Märkte, Messen, Festivals,
               Konferenzen) zu fördern
   4.2. Laufzeit des Plans und Modalitäten der Erneuerung bzw. Verlängerung
               fünf Jahre (1996-2000)
        -      gegebenenfalls Erneuerung im Anschluß an eine Bewertung
        -      im Fall der Erneuerung ist ein neuer Ratsbeschluß notwendig.
5. Einstufung der Ausgaben und Einnahmen
   5.1. Nicht obligatorische Ausgaben
   5.2. Getrennte Mittel
   5.3. Art der voraussichtlichen Einnahmen: trifft nicht zu
6. Art der Ausgaben bzw. Einnahmen
        Unterstützung für die Projektentwicklung:
        Die voraussichtliche finanzielle Unterstützung für die Prpjektentwicklung kann bis
        zu 50 % der Prpjektentwicklungskosten betragen und in Form von rückzahlbaren
        Vorschüssen gewährt werden.
        Unterstützung für Film- und Videovertrieb:
        Die finanziellen Anreize können bis 50 % der Vorkaufskosten der Rechte für Werke
        mit europäischer Zielsetzung betragen und werden in Form von Vorschüssen
        gewährt, die nach Nutzung sämtlicher Rechte auf dem europäischen und Weltmarkt
        zurückzuzahlen sind.
        Die finanziellen Anreize im Rahmen der Vernetzung der Vertriebs- bzw.
        Verleihunternehmen werden in Form von rückzahlbaren Vorschüssen bis zu 50 %
        der Kosten gewährt.
        Unterstützung für die europaweite Ausstrahlung von Fernsehwerken
        Es werden Darlehen gewährt für die Koproduktion von Werken mit europäischer
        Zielsetzung zwischen unabhängigen               Produktionsgesellschaften      und
        Fernsehveranstaltern, die sich verpflichten, diese Werke gemeinsam in ihrem
        jeweiligen Sendebereich auszustrahlen. Das Darlehen ist nach Beendigung der
        Produktion zinslos zurückzuzahlen. Für die Rückzahlung des Darlehens kann auf
                                            53
 ---pagebreak---         Antrag des Darlehensnehmers ein Aufschub von einem weiteren Jahr gewährt
        werden. In diesem Fall sind Zinsen zu zahlen. Schließlich kann eine
        nichtrückzahlbare Prämie gewährt werden für eine qualitativ hohe
        Synchronisierung/Untertitel für Verleihfirmen/Produzenten, die die Werke erwerben.
   -    Die Rückzahlungen von Vorschüssen und Darlehen werden von den beiden
        Dienststrukturen entgegengenommen, die von der Kommission nach einem
        Ausschreibungsverfahren eingesetzt werden. Diese Mittel werden im Rahmen der
        Mechanismen des Finanzengineering zur Finanzierung der audiovisuellen Produktion,
        über die der Rat später zu beschließen hat, eingesetzt.
   -    Der Anteil des Budgets, der für die Aspekte der "Neuen Technologien" eingesetzt
        wird, hängt bei jedem Kostenelement von den Angeboten ab, die auf die
        Ausschreibungen eingehen.
7. Finanzielle Auswirkungen
   7.1. Berechnungsweise der Gesamtkosten für die Maßnahme (Bestimmung der Kosten je
        Maßnahme):
               Proj ektentwi ckl un g
               Die Unterstützung für die Projektentwicklung gliedert sich in Unterstützung
               - für Werke
               - für Unternehmen
               - für die Vernetzung der Unternehmen.
        Es ist zweckmäßig, die Unterstützung für die Unternehmen und die Vernetzung der
        Unternehmen während der fünfjährigen Laufzeit des Aktionsplans schrittweise zu
        erhöhen. Auf diese Weise kann die angestrebte strukturelle Verstärkung konsolidiert
        werden.
        Für die Unterstützung der Werke wurde der umgekehrte Weg gewählt: Die
        Gemeinschaftshilfen nehmen schrittweise ab mit Blick auf das allgemeine Ziel einer
        Konzentration der Anträge auf die Strukturmechanismen.
        Die voraussichtliche Aufteilung der Kosten nach diesem Konzept ist in Tabelle 7.2
        wiedergegeben.
        Die Kosten nach der in 7.1 dargelegten Berechnungsweise werden in Form von
        Jahresdurchschnitten angegeben. Es handelt sich nur um voraussichtliche Beträge.
        -       Unterstützung für Werke:
        Auf der Grundlage der Unterstützungsmechanismen für die Entwicklung von
        Werken, die mit dem MEDIA-Programm (1991-1995) für Dokumentär-, Spiel- und
        Animationsfilme eingerichet wurden, ist eine Pauschalhilfe von 40 000 ECU pro
        Werk ein Durchschnitt, der eine signifikante Aktion ermöglicht. Es ist darauf
        hinzuweisen, daß die Entwicklungskosten je nach der Art des Werks (Dokumentär-,
                                           54
 ---pagebreak--- Spiel-, Animationsfilm) unterschiedlich sind. Innerhalb jeder Gattung können
beträchtliche Variationen auftreten. Es wird davon ausgegangen, daß in fünf Jahren
625 Werke durch Projektentwicklungshilfen unterstützt werden können, und zwar mit
einem Gesamtbetrag von 25 Mio. ECU über fünf Jahre (im Schnitt 5 Mio. ECU pro
Jahr).
       Unterstützung für Unternehmen:
Im Rahmen des Programms MEDIA (1991-1995) haben verschiedene Strukturen
Finanzhilfen für Produktionsgesellschaften gewährt, die gleichzeitig mehrere Projekte
entwickelten. Dieses Konzept erfordert auf der Grundlage der vor allem im Bereich
des Spielfilms gewonnenen Erfahrung Pauschalhilfen von durchschnittlich 100 000
bis 150 000 ECU. Um die Unterstützung einer ausreichenden Zahl von
Produktionsunternehmen über fünf Jahre sicherzustellen, ist ein Betrag von
37 Mio. ECU (im Schnitt 7,4 Mio. ECU) einzusetzen).
-      Unterstützung für die Vernetzung:
Die Erfahrungen mit dem Programm MEDIA (1991-1995) konzentrierten sich in
dieser Hinsicht auf den Animationssektor. Aufgrund einer Extrapolation der
Ergebnisse dieses Sektors (10 Arbeitsgemeinschaften von ungefähr 30 Studios) läßt
sich abschätzen, daß ungefähr 150 000 ECU pro beteiligtem Unternehmen
erforderlich sind. Um eine nennenswerte Wirkung zu erzielen, müssen ungefähr
 100 Produktionsgesellschaften (in den Bereichen Spiel-, Dokumentarfilm, neue
Technologien und Animation) sich an der Aktion beteiligen. Für fünf Jahre ist ein
Betrag von 15 Mio. ECU (3 Mio. ECU pro Jahr im Durchschnitt) erforderlich.
Die Gesamtkosten für die Unterstützung der Projektentwicklung belaufen sich somit
auf schätzungsweise 77 Mio. ECU.
Die jährlichen Kosten der Aktion betragen im Schnitt 15,4 Mio. ECU.
Bei der Durchführung dieser Aktionen wird die Kommission von einer Dienststruktur
unterstützt, die aufgrund eines Ausschreibungsverfahrens gewählt wird. Die
entsprechenden Kosten sind in die Beträge für die verschiedenen Aktionen
einbezogen. Ihr Anteil beträgt 5 % der Gesamtkosten.
Vertrieb:
Die Durchführung des Plans zur Unterstützung des Film- und Videovertriebs und zur
Verbesserung des Austauschs der Werke erfordert eine schrittweise Zunahme im
Lauf der beiden ersten Jahre, wahrend die Beträge in den drei folgenden Jahren
unverändert bleiben. Die Unterstützung der Unternehmen muß dagegen in den ersten
vier Jahren ständig wachsen.
Die Hilfen für den Vertrieb gliedern sich in:
Unterstützung für den Vertrieb von Filmen und Videos:
                                     55
 ---pagebreak--- -      Anreiz für die Beteiligung der VertriebsTVerleihunternehmen an der
       Finanzierung der Produktion
-      Anreiz für die Vernetzung der Vertriebsunternehmen im Hinblick auf die
       Erstellung von Katalogen
Unterstützung für die Verbesserung der Voraussetzungen für den Austausch von
Fernsehwerken
Unterstützung für die Förderung der Unternehmen auf dem europäischen und
Weltmarkt
Unterstützung für den Vertrieb von Filmen und Videos:
-      Anreiz für die Beteiligung der Vertriebs-/Verleihunternehmen an der
       Finanzierung der Produktion:
Aufgrund der Gutachten im Rahmen der Koordinierung der Strukturen des
Programms MEDIA (1991-1995), die für den Vertriebssektor zuständig sind, sowie
auf der Grundlage der durchschnittlichen Zahl der in der Europäischen Union
produzierten Filme (500) ist es zweckmäßig, einen Anreiz für die Beteiligung der
Vertriebs-/Verleihunternehmen an der Finanzierung von ungefähr 130-140 Filmen zu
schaffen. Nach Angaben des einschlägigen Sektors ist bei durchschnittlichen Kosten
eines großen europäischen Films (6 Mio. ECU) eine mittlere Beteiligung von rund
750 000 ECU erforderlich, um die durch den Mechanismus angestrebten Ziele zu
erreichen. Die Kosten für fünf Jahre würden sich somit auf 102 Mio. ECU
(20,4 Mio. ECU im Schnitt pro Jahr) belaufen.
-      Anreize für die Vernetzung
Auf der Grundlage der Ergebnisse im Bereich des Film- und Videovertriebs im
Rahmen des MEDIA-Programms (1991-1995) sowohl in bezug auf die erforderlichen
Beträge als auch die Zahl der zu vermarktenden Filme und die Zahl der
erforderlichen Vertriebs-/Verleihunternehmen, die für ein leistungsfähiges Netz
erforderlich sind, ergibt sich ein Betrag von 800 000 ECU zur Sicherstellung des
koordinierten Vertriebs von wenigstens fünf Filmen durch vier Verleihfirmen. Im
Durchschnitt müssen ungefähr 20 Arbeitsgemeinschaften pro Jahr erreicht werden.
Die Kosten für fünf Jahre werden auf 48 Mio. ECU veranschlagt (jährliches Mittel
von 9,6Mio. ECU) (vgl. Aufgliederung nach 7.2).
Unterstützung für die Verbesserung der Bedingungen für den Austausch europäischer
Werke:
Auf der Grundlage der Angaben vor allem über die jährlich in der Europäischen
Union produzierten Fernsehstunden und der geschätzten Stundenkosten sowie
aufgrund der Erfahrungen im Rahmen des MEDIA-Programms (1991-1995) wird der
durchschnittlich erforderliche Betrag, der einen nennenswerten Erfolg gewährleistet,
auf 0,5 Mio. ECU pro Fernsehwerk geschätzt.
                                    56
 ---pagebreak--- Es müßten ungefähr 210 Werke unterstützt werden, woraus sich über fünf Jahre
Kosten von 105 Mio. ECU ergeben (jährliches Mittel von 21 Mio. ECU).
Unterstützung für die Werbung der Unternehmen:
Die Erfahrung der Strukturen im Rahmen des MEDIA-Programms (1991-1995) im
Bereich der in den Ländern der Europäischen Union (Messen und Festivals) und
weltweit (vor allem Aktionen zur Förderung des europäischen Films) stattfindenden
Veranstaltungen ermöglicht es, die notwendigen Aktionen und die durchschnittlichen
Kosten einer Werbung für die europäischen Produktions- und Vertriebsunternehmen
zu präzisieren. Es müssen spezifische Aktionen ins Auge gefaßt werden, die es
ermöglichen, den Prozeß der Finanzmontage und der Koproduktion bei im Rahmen
dieses Ziels vorgesehenen spezifischen Veranstaltungen zu beschleunigen. Insgesamt
sind über fünf Jahre 7,5 Mio. ECU für Veranstaltungen in der Europäischen Union
und 2,5 Mio. ECU für Veranstaltungen in anderen Ländern einzusetzen (in
Anbetracht der Zahl der bestehenden Märkte), um eine wirksame Präsenz der
europäischen Firmen zu gewährleisten. Dies erfordert einen Betrag von insgesamt
10 Mio. ECU über fünf Jahre (jährliches Mittel 2 Mio. ECU).
       Die Kommission wird bei der Durchführung dieser Aktionen durch eine im
       Wege eines Ausschreibungsverfahrens gewählte Struktur unterstützt. Die
       entsprechenden Kosten sind in den Beträgen für die jeweiligen Aktionen
       einbezogen und betragen 5 % des Gesamtbetrags.
-      Die in diesem Finanzplan angegebenen Beträge betreffen die Gesamtkosten
       der Hilfen der Gemeinschaft, d.h. maximal 50 % der effektiven Kosten der
       Aktionen.
                                    57
 ---pagebreak---            7.2. Aufschlüsselung der Kosten der Maßnahme nach Einzelposten
                                                                                            in Mio. ECU 1994
            Aufschlüsselung             Haushalt       1997        1998      1999        2000    GESAMT
                                          1996
                                  Unterstützung der Projektentwicklung
   . Werke                                  7            6            5        4           3          25
   . Unternehmen                            6            7            7        8           9          37
   . Netze                                  2            3            3        3           4          15
   Insgesamt                                15           16          15       15           16         77
                       Unterstützung des Vertriebs von Kino- und Videofilmen
   * Anreize für die Beteiligung            15           18          20       23          26         102
   der Verleihunternehmen an der
   Produktion
                                          7,815        9,925       9,086    10,087      11,087       48
   * Aufbau von Vertriebsnetzen
   mit Blick auf die Erstellung
   von Program m katalogen
   Insgesamt                             22,815       27,925      29,086   33,087      37,087        150
               Verbesserung der Bedingungen für den Austausch von Fernsehwerken
                        (einschließlich hochwertiger Untertitelung und Synchronisation)
   . Darlehensbetrag                        15           15          25       25          25         105
          Werbung : Verbesserung der Zugangsbedingungen zu Werbeveranstaltungen,
                                    Filmfestivals, Foren, Fachmärkten
   . Europäischer Markt                    0,5          0,5         1,5       2,5         2,5        7,5
   . Internationaler Markt                 0,5          0,5         0,5       0,5         0,5        2,5
   Insgesamt                                 1            1          2         3           3          10
   ZUSAMMEN                              53,815       59,925      71,086   76,087      81,087        342
''     '*&•*"                         '
                                                      58
 ---pagebreak---        7.3. Vorläufiger Fälligkeitsplan
             7.3.1.     Wird eine neue Maßnahme vorgeschlagen, so ist ein Fälligkeitsplan zu
                         erstellen.
                                                                                        in Mio. ECU 1994
                                        1996       1997        1998    1999       2000     GESAMT
  Verpflichtungs-                    53,815      59,925     71,086    76,087    81,087     342
  ermächtigungen
  Beträge
  Zahlungsermächtigungen             38              -           -        -         -      38
  1996
  Zahlungsermächtigungen              15,815     42              -        -         -      57,815
  1997
  Zahlungsermächtigungen                  -      17,925     45            -         -      62,925
  1998
  Zahlungsermächtigungen                  -          -      26,086    46            -      72,086
  1999
  Zahlungsermächtigungen                  -          -           -    30,087    54         84,087
  2000
  Zahlungsermächtigungen                  -          -           -        -     27,087     27,087
  2001
  INSGESAMT                          53,815      59,925      71,086   76,087    81,087     342
       7.3.2.     Zur Vorbereitung des HVE ist für die Maßnahmen mit                 mehrjähriger
                  Mittelausstattung ein Fälligkeitsplan zu erstellen.
                                                                              in Mio. ECU1994
                                                         INDICATIVE PROGRAMMPLANUNG
 Gesamt-          Haushalt          HVE
lage Ende            1995           1996
   1994                                       1997             1998      1999         2000      TOTAL
     -               -           53,815       59,925       71,086     76,087      81,087       342,000
                                                      59
 ---pagebreak--- 8. Geplante Betrugsbekämpfungsmaßnahmen (und Ergebnisse ihrer Durchführung)
   Die Finanzierungsbeiträge werden nur nach Vorlage detaillierter Belege ausgezahlt.
   Zudem überprüfen die einzelnen Kontrollorgane (Rechnungshof, Finanzkontrolle und
   anweisungsbefugte Dienststelle) regelmäßig die mit der Verwaltung der Aktionen
   betrauten Einrichtungen und die Zahlungsempfänger.
9. Kosten-Nutzen-Analyse
   9.1. Spezifische und quantifizierbare Ziele, Zielgruppe
                 Spezifische Ziele
   Projektentwicklung:
   Behebung der vorhandenen Mängel im Stadium der Projektentwicklung im audiovisuellen
   Sektor; unter anderem: Entwicklung von Produktionsvorhaben, Ausarbeitung von
   Finanzierungsplänen, Marketing- und Werbestrategien, Finanzierungssysteme usw.
   Vertrieb
   Überwindung der wirtschaftlichen Nachteile, die aus dem ungenügenden Austausch von
   Filmen und Programmbeiträgen für das Fernsehen erwachsen (der Sektor kann keinen
   Nutzen aus einem großen Markt ziehen), insbesondere durch Förderung der "Annäherung"
   zwischen Vertrieb und Produktion, vorrangig im Spielfilmsektor.
   Förderung von Vereinbarungen über die Ausstrahlung und Zusammenarbeit zwischen
   Produzenten und Fernsehanstalten
   Erleichterung des Marktzugangs für europäische Produktionen
        Zielgruppe
   Begünstigte der Maßnahmen sind Einrichtungen verschiedener                          Art:
   Produktionsgesellschaften, Verleihunternehmen, Fernsehanstalten, Unternehmen, die neue
   Technologien anbieten.
   9.2. Begründung der Maßnahmen
                Notwendigkeit der Finanzierung aus dem Gemeinschaftshaushalt
        Der vorgeschlagene Förderplan ist Teil der audiovisuellen Politik der Europäischen
        Union.
        Er wird unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips ergänzend zu den einzelnen
        Initiativen auf Ebene der Mitgliedstaaten durchgeführt. Durch den Plan werden die
        auf Ebene der Mitgliedstaaten eingeleiteten Maßnahmen unterstützt und ergänzt. Der
        Plan dient den im Vertrag und insbesondere in Artikel 130 formulierten Zielen:
                                           60
 ---pagebreak---              der Beschleunigung der Anpassung der Industrie an den Strukturwandel,
             der Förderung eines günstigen Umfeldes für die Tätigkeit und die
             Entwicklung der Unternehmen in der Gemeinschaft insgesamt, insbesondere
             der kleineren und mittleren Unternehmen,
             der Förderung eines günstigen Umfeldes für die Zusammenarbeit zwischen
             den Unternehmen;
             der Förderung einer besseren Nutzung des industriellen Potentials aus den
             Politiken zur Förderung der Innovation, Forschung und technologischen
             Entwicklung.
     Modalitäten für die Gemeinschaftbeteiligung
     Finanzielle Anreize, mit denen zusätzliche Investitionen von Seiten der Industrie
     mobilisiert und der Umfang der Maßnahmen deutlich erhöht werden soll. Dieses
     Konzept steht in Einklang mit der wirtschaftlichen Realität und stimuliert gleichzeitig
     den Markt.
*    Durch die Mobilisierung von Kapital (im Rahmen des ersten MEDIA-Programms
     (1991-1995) hat die Gemeinschaftsfinanzierung einen mittleren Multiplikatoreffekt
     von 4. Die vorgesehene Maßnahme ermöglicht einen Strukturwandel und verstärkt
     die positive Wirkung der Gemeinschaftsmaßnahmen.
     Der größte Unsicherheitsfaktor liegt in der Natur der audiovisuellen Industrie selbst:
     sie ist der Prototyp einer neuen Industrie und daher mit hohem Risiko verbunden.
9.3. Weiterverfolgung und Bewertung der Maßnahmen
     Nach drei Jahren der Durchführung wird ein Bewertungsbericht und nach Auslaufen
     des Plans ein Abschlußbericht erstellt.
             Leistungsindikatoren.
             Im Rahmen eines zentralen Überwachungssystems wird auf zwei verschiedene
             Arten der Bewertung zurückgegriffen:
             statistische und finanzielle Informationen zur Bewertung der Verwaltung
             dieser Mechanismen;
             Erhebung und Auswertung statistischer Angaben, mit deren Hilfe die
             Auswirkung des Gesamtplans auf den Markt bewertet werden kann
             (insbesondere: Zahl der am Netz beteiligten Unternehmen, Zahl der
             entwickelten Projekte, die in Produktion gingen, Wert der begonnenen
             Produktionen, die von einem Mechanismus zur Förderung der Projekt-
             entwicklung unterstützt wurden, Anzahl der Werke, deren Austausch
             erleichtert wurde.)
                                          61
 ---pagebreak---                Modalitäten und Zeitplan für die vorgesehene Bewertung:
               Durch Auswertung von Fragebogen und Erhebung statistischer Angaben sowie
               durch Kontrollen der Verwaltungsstrukturen.
               Beurteilung der Ergebnisse
               Entsprechende Berichte werden regelmäßig erstellt.
    9.4. Übereinstimmung mit der Finanzplanung
         Die entsprechenden Ausgaben werden in die mehrjährige Finanzplanung der GD X
         aufgenommen.
10. Verwaltungsausgaben (Teil A des Haushaltsplans)
    Für die Leitung und Ausführung des Förderplans werden 25 zusätzliche Planstellen
    benötigt:
         zur Begleitung der Entwicklungsmaßnahmen: (2A, 2B, 2C = 6 Planstellen)
         zur Begleitung der Fördermaßnahmen für den Vertrieb von Kino- und Videofilmen,
         die Vernetzung von Verleihfirmen im Hinblick auf die Erstellung von Katalogen und
         die Verbesserung des Austauschs von Fernsehwerken: (6A, 4B, 6C = 16 Planstellen)
         zur Begleitung der Maßnahmen in den Bereichen Werbung und Verbesserung der
         Zugangsbedingungen zu Werbeveranstaltungen: (1A, IB, IC = 3 Planstellen).
                                          *    *
                                             *
                                            62
 ---pagebreak---                                                                                    ANLAGE
                                                                                   2. Juli 1994
           EUROPÄISCHE KONFERENZ FÜR AUDIOVISUELLE MEDIEN
                                THEMATISCHE SITZUNG 1
                         Fördermechanismen auf Gemeinschaftsebene
Vorsitz: Michael FLINT
Bei der Prüfung der Fragen, die das Grünbuch in bezug auf die Fördermechanismen auf
Gemeinschaftsebene aufgeworfen hat, wurden die vier grundlegenden Gesichtspunkte
berücksichtigt, von denen die Zukunft der europäischen Prögrammindustrie abhängt:
*     Sie muß in einem auf Öffnung             und Internationalisierung angelegten Sektor
      wettbewerbsfähig sein;
*     sie muß zukunftsorientiert arbeiten und am Entstehen der Informationsgesellschaft
      mitwirken;
*     sie muß das in Europa vorhandene künstlerische Potential und das Wesen der
      europäischen Völker wirkungsvoll zum Ausdruck bringen;
*     sie muß in der Lage sein, das Wachstum für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa
      zu nutzen.
Die Sitzungsteilnehmer erkennen an, daß es sich hierbei tatsächlich um grundlegende Leitlinien
für die Zukunft der Programmindustrie handelt.
Darüber hinaus bekräftigen sie folgende Aspekte:
*     Dem audiovisuellen Sektor wird eine Spitzenstellung unter den Wirtschaftssektoren mit
      großem Wachstums- und insbesondere Beschäftigungspotential zuerkannt;
*     das Anliegen, die Vielfalt der nationalen und regionalen Kulturen zu wahren, ist künftig
      in engem Zusammenhang mit der Entwicklung einer Programmindustrie zu sehen, die
      weitgehend europäisch ist und mittel- bis langfristig rentabel wirtschaftet;
*     die Technik der digitalen Kompression gilt als revolutionär, weil sie eine grundlegende
      Änderung der wirtschaftlichen Bedingungen dieses Sektors bewirken dürfte, vor allem
      dadurch, daß die strategische Bedeutung der Programmindustrie besonders herausgestellt
      wird;
*     will die Europäische Union ihre audiovisuelle Politik stärken, so muß sie unverzüglich
      handeln.
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 ---pagebreak--- Diagnose
Die Sitzungsteilnehmer stimmen der im Grünbuch gestellten Diagnose des derzeitigen Zustands
der Kinoindustrie zu:
*     Es herrscht eine für Unternehmen, die wegen ihrer geringen Größe den europäischen oder
      internationalen Markt nicht angehen können, fast existenzbedrohende Zersplitterung
      zwischen den verschiedenen nationalen Märkten;
*     diese Abschottung der nationalen Märkte wird noch verstärkt durch eine schwache
      Vertriebsstruktur und einen ungenügenden grenzübergreifenden Programmaustausch;
*     die europäische Programmindustrie befindet sich chronisch im Defizit;
*     sie ist nicht imstande, vorhandenes europäisches Kapital anzuziehen, das stattdessen in
      außereuropäische Programmindustrien fließt.
Die Fernsehindustrie sieht sich mit folgenden Problemen konfrontiert:
*     explosionsartige Zunahme der Nachfrage und steigende Produktionskosten;
*     ungenügender innereuropäischer Austausch der Programme;
*     ungenügende Produktionsstrukturen und für das europäische Publikum wenig attraktive
      Programmkatal oge.
Ziele
Die Sitzungsteilnehmer billigen ebenfalls die im Grünbuch genannten Ziele. Die Europäische
Union muß ihre personellen und finanziellen Ressourcen für die Entwicklung einer
Programmindustrie einsetzen, die sowohl auf ihrem eigenen als auch dem Weltmarkt
wettbewerbsfähig ist, und folglich ihre kulturelle Vielfalt zum Ausdruck bringen, Arbeitsplätze
schaffen und Gewinne erzielen kann. Das Endziel dieser mittel- bis langfristigen Politik ist, daß
die europäische Programmindustrie auf einem offenen und dynamischen Weltmarkt wieder
rentabel wirtschaften kann.
Auf die sogenannten "Europuddings", die das Ergebnis künstlicher Koproduktionen sind, sollte
verzichtet werden.
Die vorhandenen europäischen Instrumente
In bezug auf das MEDIA-Programm sind sich alle Teilnehmer darüber einig, daß die
verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die gesteckten Ziele zu verwirklichen.
Denkbare Lösungsmöglichkeiten:
                                               64
 ---pagebreak---       Beibehaltung der bisherigen Zahl der MEDIA-Projekten in Verbindung mit einer kräftigen
      Aufstockung der Finanzmittel, oder
*     Konzentration auf eine geringere Anzahl von Projekten bei gleichzeitiger Erhöhung der
      Ressourcen.
      Kritik am Aktionsplan wurde nicht geäußert, da er allgemein als erfolgreich gilt, auch
      wenn es für eine endgültige Bewertung noch zu früh ist.
Andere europäische Instrumente
Nach Einschätzung der Sitzungsteilnehmer hat der Fonds EURIMAGES insgesamt positive
Ergebnisse bei der Förderung europäischer Koproduktionen von Kino- und Fernsehfilmen
gezeitigt. Angesichts der großen Zahl von Anträgen sind jedoch zusätzliche Finanzmittel
erforderlich. Ferner wurde vorgeschlagen, die Bedingung für eine Förderung, wonach drei
Länder an der Koproduktion beteiligt sein müssen, dahingehend zu ändern, daß zwei nationale
Koproduzenten mit einem Verleiher aus einem anderen Land zusammenarbeiten.
Eine Bewertung von EUREKA - Audiovisuelle Medien erscheint noch verfrüht.
Prioritäten
Anschließend befaßten sich die Teilnehmer mit der Relevanz der im Grünbuch genannten
Schwerpunkte:
*      Ausbildung (marktorientiert und auf die neuen Technologien ausgerichtet);
*      Preproduktion und Projektentwicklung;
*      Distribution und Marketing, insbesondere qualitativ hochwertige Synchronisation und
      Untertitelung;
*      Schaffung von Anreizen für private Investitionen.
Einstimmig wurde festgestellt, daß die Ausbildung sich auf folgende Aspekte konzentrieren
muß:
*      Autoren;
*      Produzenten;
*       Unternehmensführung;
*      interaktive Programme und Multimedia-Systeme.
Ferner war man sich darüber einig, daß der Preproduktion und der Projektentwicklung
größere Priorität einzuräumen ist
Was den Bereich Distribution und Marketing betrifft, besteht zwischen den Teilnehmern
Einigkeit darüber, daß eine erstklassige Untertitelung und Synchronisation eine grundlegende
Voraussetzung für die Förderung des innergemeinschaftlichen Austauschs europäischer
Programme ist.
                                              65
 ---pagebreak--- Gleichwohl muß zwischen den Fördermechanismen für die Fernsehproduktion und die
Kinoproduktion unterschieden werden.
In bezug auf das Fernsehen kristallisierte sich ein gemeinsamer Standpunkt von
Rundfunkanstalten und Fernsehproduzenten heraus: beide Seiten bekräftigen, daß zur Förderung
der nationalen Verbreitung von Produktionen aus anderen europäischen Ländern Anreize in
Form von Prämien eingeführt werden sollten. Diese Anreize sind in dem Maße notwendig, als
Produktionen aus anderen europäischen Ländern für die Fernsehanstalten teurer sind als
nichteuropäische Produktionen. Da in Europa billige nichteuropäische Produktionen in großem
Umfang ausgestrahlt werden, hat sich das nationale Publikum daran gewöhnt und zieht
inzwischen die amerikanischen Programme den Produktionen aus anderen europäischen Ländern
vor. Künftig wird sich zeigen, daß auch diese Produktionen das europäische Publikum erreichen
können, wenn sie in ausreichendem Maße verbreitet werden.
Am eindeutigsten formuliert und von der großen Mehrheit getragen wurde das Ziel, jährlich 15
bis 20 Filme (Großproduktionen) für ganz Europa zu produzieren und vertreiben.
Die finanziellen Anreize für den Vertrieb von Spielfilmen im gesamten Binnenmarkt und die
Stimulation der Produktion durch die Verleiher werden für wichtig erachtet, doch konnte keine
Einigung darüber erzielt werden, in welcher Form diese Anreize gewährt werden sollten.
Zur Förderung privater Investitionen geeignet wären nach Auffassung der Sitzungsteilnehmer
Darlehen zu Vorzugskonditionen, die aus von der EU und den nationalen
Förderungsmechanismen bereitgestellten Mitteln finanziert werden.
Ob der Schwerpunkt auf der Förderung von Unternehmen oder von Projekten liegen soll, hängt
von der Art der Anreize ab.
Geographischer, zeitlicher und finanzieller Umfang der Fördermechanismen
Unbeschadet der Bemerkungen zu den Mitgliedstaaten oder Regionen mit geringer
audiovisueller Produktionskapazität, die später noch näher ausgeführt werden, herrscht Einigkeit
darüber, daß mit jedem Unterstützungssystem auf Unionsebene ein wirklich europäisches Ziel
verfolgt werden muß. Zwar gab es keine einheitliche Meinung zu den
Durchführungsmodalitäten, doch befürwortet die Mehrzahl der Teilnehmer europäische
Mechanismen (EU), in deren Rahmen der Zugang zu finanziellen Anreizen ausschließlich
Projekten mit internationalen Erfolgsaussichten vorbehalten sein soll. Außerdem sollten auch
die nationalen Mechanismen europäische Ziele berücksichtigen.
Auf jeden Fall besteht Einigkeit darüber, daß ein gesamteuropäisches Abgabensystem mit
Wiederverwendung der Mittel im audiovisuellen Sektor nicht wirkungsvoll ist und weitere
Mittel erforderlich sind. Nach Ansicht der Teilnehmer müssen die finanziellen Anreize in Form
von Darlehen zu Vorzugskonditionen, entweder als rückzahlbare (sobald ein Projekt oder
                                               66
 ---pagebreak--- Unternehmen rentabel wird) oder als freizugebende Garantien gewährt werden. Die Teilnehmer
erkennen gleichwohl an, das Anreize für die Ausbildung und die Umstrukturierung eines
Sektors (wie es im Sektor Animationsfilm der Fall war) sowie Förderprämien für die
Verbreitung von Produktionen aus anderen europäischen Ländern nicht in Form von Darlehen,
sondern als Direktbeihilfe gewährt werden müssen.
Was die Höhe der Finanzierung betrifft, waren sich die Teilnehmer darüber einig, daß die
bisherigen Mittel, auch wenn sie auf die vorrangigen Sektoren konzentriert sind, nicht
ausreichen. Eine endgültige Einigung über den benötigten Betrag wurde noch nicht erzielt, doch
nannten einige Teilnehmer eine Größenordnung von 1,5 Mrd. ECU.
Falls die EU der audiovisuellen Industrie eine strategische Bedeutung bei der Schaffung von-
Arbeitsplätzen beimißt, sollte nach Ansicht der Teilnehmer diese Industrie in gleichem Maße
gefördert werden wie anderen strategisch vorrangige Bereiche.
Was den Filmverleih betrifft, müßten nach Ansicht der Teilnehmer die Zusammenschlüsse von
Verleihern gefördert werden. Über die konkreten Modalitäten konnten sich die Teilnehmer zwar
nicht einigen, doch wurde vorgeschlagen, daß die Kommission diese Frage gemeinsam mit einer
Arbeitsgruppe abklären solle, die sich aus Geldgebern und Verleihern zusammensetzt. In diesem
Fall würde die Unterstützung auf die Schaffung eines Vertriebssystems abzielen, das die
gesamte EU abdeckt.
Da es den Amerikanern gelungen ist, solche Systeme ins Leben zu rufen, ist nur schwer
einzusehen, warum die europäischen Gesellschaften nicht in der Lage sein sollten, einen
europaweiten Verleih ihrer Filme sicherzustellen.
Bestimmte Programmarten, z.B. Dokumentarfilme, können mit Blick auf eine internationale
Vermarktung produziert werden, wenn geeignete Anreize - die nicht notwendigerweise
kostspielig sein müssen - geschaffen werden.
Mitgliedstaaten oder Regionen mit niedriger Produktionskapazität im audiovisuellen Bereich
In bezug auf diese Frage kamen die Sitzungsteilnehmer zu dem Schluß, daß eventuell Anreize
auf EU-Ebene geschaffen werden müßten. Mit ihrer Hilfe würde die audiovisuelle Industrie der
kleinen Länder Zugang sowohl zum gesamten Markt als auch zu den Strukturen finden, die
geschaffen werden sollten, damit die Programmindustrie der EU aus der Größe des
Binnenmarktes Nutzen ziehen kann.
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 ---pagebreak---                                                                   ISSN 0256-2383
                                                          KOM(94) 523 endg.
                                                DOKUMENTE
DE                                                                          15
                                 Katalognummer: CB-CO-95-043-DE-C
                                                         ISBN 92-77-85493-6
Amt für amtliche Veröffentlichung der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
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