CELEX: 51981PC0212
Language: de
Date: 1981-05-04
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES zur Festlegung eines Forschungs- und Entwicklungsprogramms unter dem Leitgedanken "Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung" 1982 - 1985 (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (81) 212
Vol. 1981/0077
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHÄFTEN
                              Τ    ι
                                                               KOM(81)212 endg.
                                                               Brüssel * den 4 . Mai 1981
                                  Vorschlag für einen
                                  BESCHLUSS DES RATES
          zur Festlegung eines Forschungs - und Entwicklungsprogramms
          unter dem Leitgedanken "Wissenschaft und Technik im Dienste
          der Entwicklung" 1982 - 1985
                     ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
                                              / v/      r-'o '     VA
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                                  INHALTSuBERSICHT
                                                                      Seite
  - ZUSAMMENFASSUNG
  I.  EINLEITUNG                                                        1
      A.  Internationaler Kontext                                       1
      B.  Aussichten für die Entwicklung des wissenschaftlichen         2
          und technischen Potentials zwischen Nord und Süd
      C.  Ein Programm an der Schnittstelle von zwei Gemeinschafts-     5
          Politiken
      D.  Ausarbeitung und Durchführung des Programms                   7
 II . DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS UND VERWALTUNGSSTRUKTUREN             10
III . DAS PROGRAMM                                          -          12
      A.  Tropische Landwirtschaft                                     12
          A.1 . Verbesserung der landwi rtschaf t Ii chen Erzeugung    13
          A.2 . Horizontale Themen und Erschliessung des Milieus       16
          A.3 . Nacherntetechnologie                                   17
          A.A. Ausbildung                                              18
      B.  Arztliche Versorgung , Gesundheitswesen und Ernährung
          in tropischen Gebieten                                       18
          B.1 . Arztliche Versorgung und Gesundheitswesen              19
          B.2 .  Ernährung                                             22
          B.3 .  Ausbildung                                            22
 IV . VORSCHLAG FÜR EINEN HAUSHALTSPLAN                                24
  V.  VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES                       '  26
      FINANZBOGEN Tropische Landwirtschaft                             30
      FINANZBOGEN Arztliche Versorgung, Gesundheitswesen und
                   Ernährung in « tropi sehen Gebieten                 34
                                           W
                                        *     *
 ---pagebreak---                                    ZUSAMMENFASSUNG
    Dieser Vorschlag betrifft ein Viehrjahresprogramm der Gemeinschaften zur
  ^ Unterstützung und Vertiefung der wissenschaftlichen Tätigkeiten der Mit­
    gliedstaaten für " Wissenschaft und Technik im Dienst der Entwicklung ".
    Dieses Programm ist auf den allgemeinen Hintergrund einer progressiven
    Neudefinition der Verteilung des Wissens und des wissenschaftlichen Poten­
    tials zwischen Nord und Süd angesiedelt . Es liegt an der Schnittstelle ,
    zweier Politiken der Gemeinschaft , nämlich der Politik der Kooperation mit
x   den Entwicklungsländern ( Abkommen von Lome II , Vereinbarungen mit den
    Anrainerstaaten des Mittelmeers , Vereinbarung mit den Ländern der Dritten
    Welt ) und der Politik auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik .   Sein .
    Ziel ist nicht , eine umfassende Antwort auf die Fragen der Länder der
    Dritten Welt zu geben , sondern Anreiz zu sein und die einzelstaatlichen
    Politiken , die es unterstützen und festigen soll , zu ergänzen .
    Zu diesem Zweck werden für die Tätigkeiten der Gemeinschaft zwei Teil-
   programme vorgeschlagen . Das erste Teilprogramm betrifft die tropische
    Landwirtschaft und enthält vier Forschungsgebiete : Verbesserung der land­
    wirtschaftlichen Erzeugung , horizontale Themen und Erschliessung der Um­
    welt , Nacherntetechnologie und Ausbildungswesen . Das zweite Teilprogramm
   bezietit sich auf die ärztliche Versorgung , das Gesundheitswesen und die
    Ernährung in tropischen Gebieten und enthält drei Forschungsgebiete :
   ärztliche Versorgung und Gesundheit , Ernährung und Ausbi Idungswesen *
    Diese Forschungsgebiete enthalten ihrerseits verschiedene Forschungs-
   themen .
    Das Programm soll im Wege von Kostenteilungsverträgen mit privaten und
   öffentlichen Organen der Mitgliedstaaten als indirekte Aktion durchgeführt
    werden .  Seine Kosten werden mit 40 MioECU  und sein Personalbedarf mit
    9 Bediensteten , davon 4 Bediensteten der Laufbahngruppe A , veranschlagt«.
 ---pagebreak---                                         -1-
I.     EINLEITUNG
   A.      Internationaler Kontext                                             , ■'
   A.1 .   Im letzten Jahrzehnt haben die internationalen Beziehungen im
           wirtschaftlichen und politischen Bereich tiefgreifende Änderungen •
           erfahren , die sowohl die Industriestaaten als auch die Entwicklungs­
           länder betreffen . Letztere wurden sich der Tatsache bewusst , ' dass
           ihre früher in zahlreichen internationalen Instanzen getrennt vor­
           getragenen Forderungen zusammenhingen und arbeiteten nunmehr auf
      .    globale Verhandlungen mit den Industrieländern hin , durch die eine
           neuen " Weltwi rtschaftsordnung " geschaf fen werden soll . Die Länder
           der Dritten Welt wollen in der internationalen Gemeinschaft als
           ebenbürtige Partner anerkannt werden, deren Gleichberechtigung und
           Souveränität bei der Verteilung und Bewirtschaftung der natürlichen
           Ressourcen, der Gewinne des Wachstums und der Kenntnisse respektiert
           werden .
           Gleichzeitig mit der Anmeldung dieser Global forderung zeigte sich
           bei jeder internationalen Sitzung im Rahmen der sogenannten
           " Gruppe der 77 " der Wille der Dritten Welt zur Einheit .
   A.2 .   In jüngster Zeit sihd sich die Länder.der Dritten Welt der grund­
           legenden Bedeutung von Wissenschaft und Technik für den Prozess
           der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung bewusst
           geworden und haben den Problemen des wissenschaftlichen Fortschritts
           eine hohe Dringlichkeit, und Priorität eingeräumt . Da ihrer Ansicht
           nach die wissenschaftlichen Kenntnisse weiterhin das Privileg der
           Industrieländer geblieben sind, haben sie darauf hingewiesen, dass
           die' Wissenschaft ohne Einschränkung weltweit übertragbar ist .
           Diese Auffassung , die zwar theoretisch durchaus einleuchtet , stösst
           jedoch in der Praxis auf beträchtliche Hindernisse , die ihrer
           Verwirklichung notwendigerweise Grenzen setzen .
            Diese allgemeinen Themen beherrschten die Diskussion der zweiten
           UNCSTD ,(*) und haben deren Endergebnis , das sogenannte " Wiener
           Programm", das von der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit
           der Entschl iessung 34/ 218 vom 23 . Januar 1980 angenommen wurde,
           stark beeinflusst .
           Ausgehend von dem Prinzip, "dass die notwendigen Ressourcen und das
           erforderliche technologische Potential verfügbar sind, um den Rück­
           stand der Entwicklungsländer aufzuholen ", nennt das Wiener Programm
           zwei Hauptziele :                                               -
    (*) UNCSTD : Konferenz der Vereinten Nationen für Wissenschaft und
                    Technik im Dienste der Entwicklung - ■               -
 ---pagebreak---                                        -2
         - Stärkung der wissenschaftlichen und technischen Mittel der Ent­
            wicklungsländer .
         - Neuordnung der gegenwärtigen internationalen Beziehungen auf dem
            Gebiet von Wissenschaft und Technik .               *
A.3 .    Das erste Ziel ergibt sich aus der Verantwortung der Länder der
         Dritten Welt , ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen . In der
         Tat wird die Priorität sowohl den erforderlichen Bemühungen zur
         Schaffung kohärenter nationaler Wissenschaftspolitiken und der für
         ihre Verwirklichung zuständigen Institutionen als auch den erforder­
         lichen materiellen und menschlichen Ressourcen dieser Länder zur
         Erreichung der kritischen Schwelle der wissenschaftlichen Effizienz
         zuerkannt .          *
         Das zweite Ziel , das sich auf die internationale Kooperation erstreckt ,
         entspricht dem dringenden Appell der Entwicklungsländer än die indus­
         trialisierte Welt , damit diese sich voll an der Wiederherstellung des
         notwendigen Gleichgewichts der wissenschaftlichen Mittel beteiligt
         und gleichzeitig den Bedarf der Dritten Welt im Bereich der Aus­
         richtung , Konzeption und Durchführung der Forschungsaktivitäten
         Priorität einräumt . Auf diesen Grundlagen enthält das Wiener Programm
         drei Schwerpunkte für die Zusammenarbeit . zwischen den entwickelten
         Ländern und den Entwicklungsländern :
         - Zugang der internationalen Gemeinschaft zu den von den reichen .
            Ländern gewonnenen Ergebnissen im Bereich von Forschung und Ent­
            wicklung .                                                       i
         - Spürbare Verstärkung des Forschungsaufwands der Industrieländer
            zur Lösung von wissenschaftlichen ProbCemen, die für die Entwicklungs
            länder vordringlich sind .
         - Unterstützung der entwickelten Länder und der internationalen Orga­
            nisationen für die Bemühungen der Länder der Dritten Welt zur
            Schaffung eines eigenen wissenschaftlichen Potentials und zur Aus­
            bildung ihrer Wissenschaftler und Techniker .
         Die Initiative eines Gemeinschaftsprogramms rouss zunächst in diesem
         allgemeinen Kontext gesehen werden .
B.       Aussichten für die Entwicklung des wissenschaftlichen und technischen
         Potentials Zwischen Nord"uftd Süd
6.1 . -'Es steht ausser Zweifel , dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit
         mit den Entwicklungsländern in zahlreichen Fällen bereits bestand
         bevor diese ihre Globalforderung zum Ausdruck brachten . Zahlreiche
         Initiativen der jüngeren Vergangenheit auf bilateraler oder multi -. '
         lateraler Basis zielten darauf ab, den Hauptforderungen der Dritten
         Welt gerecht zu werden .
 ---pagebreak--- B.2 .   Im bilateralen Bereich zeichnet sich Immer deutlicher die Tendenz ab ,
        die Politiken im Bereich der wissenschaftlichen Zusammenarbeit
        zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern durch , Verhandlungen
        festzulegen . Diese Entwicklung schlägt sich in der Schaffung origi­
        neller Strukturen für die wissenschaftliche und technische Zusammen­
        arbeit ( etwa das kanadische CRDI *), das im Jahr 1970 gegründet wurde ,
        oder daä 1974 geschaffene schwedische SAREC **) ) und in' der allmäh­
        lichen Änderung der Interventionsarten der Länder nieder , in denen -
        die wissenschaftliche und technische Kooperation über eine längere
        Tradition verfügt . Dies gilt insbesondere für eine Reihe von Mit­
        gliedstaaten der Gemeinschaft . Ferner werden sich die Industrie -,
        länder immer mehr der Notwendigkeit bewusst , gewisse in . Kooperation
        durchgeführte Forschungsprogramme auf Ziele im Rahmen der wirtschaft­
        lichen und gesellschaftlichen. Entwicklung auszurichten .
B.3 .   Auch im multilateralen Bereich zeichnet sich seit einigen Jahren das
        Bestreben ab , den Zielen der Länder der Dritten Welt durch Verstär­
        kung der Institutionen , der Infrastruktur und der Mittel für die
        Forschung gerecht zu werden . Dies gilt insbesondere für das System
        der Vereinten       Nationen ,, dessen gerfnge weltweite Wirkung auf die
      - Förderung der Wissenschaft in den Entwicklungsländern in Wien unter­
        strichen wurde . Die Erkenntnis dieser mangelnden Effizienz ist einer
        der Faktoren , die zur Schaffung eines " Vermittlungsfonds der Ver­
        einten     Nationen für Wissenschaft und Technik im Dienste der Ent­
        wicklung " geführt haben . Letzterer arbeitet nach dem Prinzip der
        direkten Intervention mit dem Ziel der Verstärkung der nationalen
        wissenschaftlichen Kapazitäten .
        Die Europäische Gemeinschaft hat hier wichtige Neuerungen geschaffen .
        Das Abkommen von Lome ist beispielgebend für die neuen Beziehungen
        zwischen Industrieländern und Entwicklungslandern . Durch ihre bahn­
        brechende Aktion beteiligt sich die Gemeinschaft so in vielen Fällen -
        an dem allgemeinen Trend zum Transfer von Initiativen , Mitteln und
        wissenschaftlichen Kompetenzen in die Entwicklungsländer .
B.4 .    Dieser schrittweise Transfer ist sicher wünschenswert .       Er ist dar­
        über hinaus aber auch unvermeidbar . Diese posit iven Faktoren dürfen
        jedoch nicht darüber           hinwegtäuschen , dass einerseits die Bemü­
         hungen der Industrieländer im Verhältnis zu den Bedürfnissen der
         Entwicklungsländer insgesamt unzureichend sind und dass andererseits ,
        was nicht weniger schwerwiegend ist , ihr Kooperationspotential im
        personellen Bereich stagniert oder gar zurückgeht .
         In dieser Hinsicht kann die Verstärkung der nationalen wissenschaft­
         lichen Kapazität der Entwicklungsländer nicht aus dem Nichts erfolgen,
                 ' v     '    '            "   .        . '       r
 ,)      CRDI * Centre de Recherches pour le Développement International
**.
    )    SAREC s Swedish Agency for Research Cooperation with Developing
                  Countries
 ---pagebreak---                                                ί
         und während einer wahrscheinlich sehr langen Übergangsperiode werden
         die Wissenschaftler der Industrieländer aufgerufen sein, Kollegen
         auszubilden, die geeignete Methoden übertragen und entwickeln, um
         wissenschaftliche Kenntnisse, die das Ergebnis einer längeren Er­
         fahrung oder umfangreicherer Mittel sind, zu übermitteln . Mit Hilfe
         eines solchen Prozesses wird es möglich sein, den Kenntnistransfer
         realistisch und wirksam durchzuführen und die tiefwurzelriden Hinder­
         nisse, die ihm bisher entgegenstanden, zu überwinden .
                                                       ι
         Es erhebt sich daher die Frage , ob die wissenschaftlichen Einrichtungen
         der Industrieländer und vor allem der Mitgliedstaaten in den kommenden
         zehn oder zwanzig Jahren über ausreichende Kapazitäten verfügen werden,
         um einen wirksameren Beitrag zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit
         mit der Dritten Welt zu leisten .
F. 5 .   Man kann es sich leicht machen und feststellen, dass die Wissenschaft
"        universal ist und dass jeder Fortschritt der entwickelten Welt leicht
         auf die Entwicklungsländer anzuwenden ist . Diese Feststellung gilt
         vielleicht für einige Gebiete der exakten Wissenschaften oder manche
         Technologien .- Sie wird jedoch sehr zweifelhaft auf den meisten Ge­
         bieten der Naturwissenschaft , der Biologie und der Gesellschafts­
         wissenschaften, die sich auf die Kenntnis konkreter Gegenstände ,
         Mechanismen oder Phänomene gründen, die eng mit den Milieubedingungen
         zusammenhängen .
         Dieses Milieu ist sehr spezifisch . Die meisten Entwicklungsländer
         liegen in heissen , tropischen Gebieten, wo die zu erfassenden Be­
         dingungen ( Atmosphäre , Erde , Ozean, Fauna und Flora , Kulturpflanzen,
         menschliche Gruppen, Krankheiten , Anbautechniken, gesellschaftliche
         und wirtschaftliche Organisationsformen usw .) sich wesentlich von
         denjenigen der kalten oder gemässigten Zonen unterscheiden und über-
         dies'von Ort zu Ort verschieden sind .
         Diese spezifischen Bedingungen zusammen mit einer     grossen Diversität
         sind jedoch ebenfalls ein Ansporn für die gesamte     wissenschaftliche
         Gemeinschaft , aber sie sehen eine Spezialisierung    der Wissenschaftler
         oder der Forscherteams voraus , was biswei len sehr   -zeitraubend und
'      " schwierig ist .                                     s
B.6 .    Wie gross ist die gegenwärtige Kapazität der zehn Mitgliedstaaten im
         Bereich der Tropenforschung ?
         Aus einer Reihe von Gründen, vor allem historischer Natur , haben die
         umfangreichen Forschungseinrichtungen, die von einigen europäischen
         Ländern für ihre damaligen überseeischen Besitzungen geschaffen wurden,
         in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre ein unterschiedliches
         Schicksal erfahren; die meisten von ihnen wurden jedoch wesentlich
         reduziert .          '                                               ■ . ,
 ---pagebreak---            So wurden beträchtliche wissenschaftliche Grundlagen den neuen unab­
           hängigen Staaten überlassen,, während gleichzeitig die Wissenschaft - ^
           liehen Facheinrichtungen mehrerer Mitgliedstaaten, die die rückwärtige
           Basis für die Tropenforschung waren, beträchtlich beschnitten oder
  ' •      in einigen Fällen sogar vorläufig stillgelegt wurden .             ,
           Ferner wurden die ^ pezia listenteams aufgrund ihrer allmählichen Ueber-
   X       alterung , die durch das Ausbleiben von Neueinstellungen , unzureichende
           Berufsaussichten , die Aufgabe von Ausbildungsgängen und schliesslich
           durch die seltener gewordenen Möglichkeiten , "in der Dritten Welt Erfah­
           rungen zu sammeln noch verstärkt wird, bis zu einem gewissen Grad
           desorganisiert . In einigen Fällen konnten konjunkturbedingte kurzfristige
           Lösungen die institutionellen Mängel vorübergehend beheben : Zerstreuung
       • der Forscherteams in den internationalen wissenschaftlichen , Org'anisa-
  ■A       tionen, Unterstützung der angewandten Forschung für Entwicklungsprojekte ,
           usw .
           Als letzte nennenswerte Konsequenz wurde schliesslich der Anteil der
           Grundlagenforschung in zahlreichen Sektoren der Wissenschaft geringer ,-
   "" wodurch die Gesamtqualität der Forschungen und die langfristigen Aus­
           sichten verschlechtert wurden .
              I                    s
           Freilich haben gleichzeitig andere Mitgliedstaaten, die historisch
           gesehen nicht in den tropischen Gebieten engagiert waren, neue
           wissenschaftliche Aktivitäten entwickelt , die bis zu einem gewissen
           Grad den Rückzug anderer Länder ausgleichen . Vorbehaltlich einer
           nuancierteren Bewertung , wie sie die Diversität der wissenschaft­
           lichen Tätigkeit in den Mitgl iedstaaten erfordert , ist jedoch die
           Gesamtdiagnose des Potentials der europäischen Tropenforschung
           besorgniserregend und wird sich zweifellos in naher Zukunft ange- ■
           sichts der Weltwirtschaftskrise noch verschlechtern .
C.         Ein Programm an der Schnittstelle von zwei Gemeinschaftspolitiken
C.1 .      An diesem Punkt muss an einige Grundzüge der Politik der Gemeinschaft
           im Bereich der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern erinnert
           werden .
           Diese Politik , die sich im Laufe der Zeit beträchtlich entwickelt
           hat und neben den Politiken der Mitgliedstaaten besteht , gründet
           sich auf die objektive Anerkennung der engen und dauerhaften gegen­
           seitigen Abhängigkeit der Wirtschaft in Nord und Süd ,        .
C.2 .      Im Rahmen ihres Auftrags stützt sich die Tätigkeit der Gemeinschaft
      . auf zwei Schwerpunkte : einerseits bevorzugte vertragliche Verein­
     / bahrungen auf regionaler Ebene und andererseits w;',': weite Massnahmen .
           Die regionale Vertragspolitik und insbesondere das Abkommen Lome II ,
         - das mit 60 Ländern Afrikas , der Karibik und de ? pazifischen ksumes
           abgeschlossen wurde , die Kooperationsabkommen . . mit dtn 'Südlichen Mittel-
            meerländern und mit den ASEAN Ländern . sowie die noch in der Verhandlung
            befindlichen Abkommen besonders mit den Ländern des ArcHn-PaktcS/ mit
            Indien u.s.w ..., Ist eindeutig unter die Bemühungen zu rechne , f eine neue
             Welt wi rtschaftsordnung zu . schaffen . Sie begründet .in der Tat auf
            regionaler Ebene eine Politik gemeinsamer Bemühungen ausiish^nd von
             der ausdrücklichen Anerkennung der unterschiedlichen Gsge^nsi^itsn
 ---pagebreak---                                            •6-
            unter den Signatarstaaten ; sie stellt den Betroffenen , die selbst
            darüber entscheiden , welchen Gebrauch sie davon machen wollen ein
            Bündel von Aktionsmitteln zur Verfügung , das den sehr unterschiedlichen
            Entwicklungsanforderungen gerecht wird .
           In der Konvention von Lome II , die übrigens mit den anderen Massnahmen
           der Gemeinschaft zur Förderung der Entwicklung zusammenhängt , be­
           schränkte man sich nicht auf eine Erhöhung der Finanzhilfe für die -
           Länder der Dritten Welt , sondern bemühte sich um die Einleitung von
      .    Massnahmen, die darauf abzielen , eine Steigerung der Einkünfte aus
           eigenen Mitteln zu gewährleisten . In dieser Konvention wird den am
           wenigsten entwickelten Ländern , die keinen Zugang zum Meer haben
           oder Inselstaaten sind, durch Vorzugsbestimmungen besonders Be­
           achtung geschenkt ; schliesslich ist diese Konvention so ausgelegt ,
           dass die Früchte ihrer Aktionen in den Bereichen Industrie und -
           Handel in die Wirtschaften der europäischen Länder integriert werden .
           Weltweit zielt die Politik der Gemeinschaft darauf ab , die Kooperation
           mit allen Entwicklungsländern durch den Einsatz einer breiten Palette
«■         von Instrumenten und Aktionen zu vertiefen : technische Hilfen ver­
           schiedener Art , Förderung des Handels , Finanzierung von Projekten ,
        ~ Nahrungsmittelhilfe ,        Soforthilfe , usw . 1
               «                                             « .                   ,
C.3 .      Aus verschiedenen Gründen , zu denen insbesondere der dringende Be­
           darf der Entwicklungsländer an einer Entwicklung der Infrastruktu­
           ren und der Landwirtschaft zu zahlen ist ( was eine Konzentrierung
    ... der Gemeinschaftspolitik auf diese Bereiche zur Folge hatte ), trat
           die wissenschaftliche Seite bislang kaum zutage sondern war ledig- .
           lieh in die Projekte integriert und hatte demnach einen sehr ange-
      '    wandten Charakter .
           Dieser Tatbestand leitet sich auch , wie wir gesehen haben , daraus ab,
           dass die Bedeutung des wissenschaftlichen Fortschritts im Prozess
           der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung den Ländern
           der Dritten Welt erst vor kurzem bewusst geworden ist . Daher wird
           in den Schlussfolgerungen der UNCSTD II so grosser Wert auf die
           Definition der nationalen Wissenschaftspolitiken und auf die Er­
           richtung eigener Forschungsstrukturen gelegt .
C.4 .      Ausserdem fuhrt die Gemeinschaft im . Rahmen ihrer Wissenschafts- und .
           Technologiepolit ik eine grössere Aktion durch , die auf eine Ver­
           stärkung der Tätigkeiten der Mitgliedstaaten auf bestimmten , von .
           allen als vorrangig angesehenen Sektoren abzielt . Trotzdem war die
           Forschung zum Nutzen der Dritten Welt in den letzten Jahren nie
           Gegenstand irgendwelcher . Initiativen der Gemeinschaft , obwohl
           die Dienststellen der Kommission und der AWTF sich seit mehreren
           Jahren mit diesem Thema eingehend befassen . So hat der letztgenannte'
           1976 , eine Ad- hoc- Gruppe gebildet , in der untersucht werden sollte ,
           in welchem Rahmen eine Aktion auf diesem Sektor durchgeführt und
     . welchen Inhalt diese haben müsste . Die Empfehlungen dieser Gruppe
           haben nicht zu konkreten Aktionen geführt , da damals auf internatio­
           naler Ebene ( UNS STD ) 'eine breite Diskussion einsetzte , die zum Ziel
         " hatte , den .gesamten Fragenkomplex im Zusammenhang mit einer be­
           schleunigten Anwendung der Wissenschaft und der Technik auf die Ent­
           wicklung zu untersuchen * Diese Diskussion führte dann zur Verabschie­
           dung des VHener Akt -Iortsprogramros «                                    '
 ---pagebreak---   C.5 .    Das hier vorgeschlagene Programm muss alsö im wesentlichen an dor
           Schnittstelle dieser beiden Gemeinschaftspolitiken angesiedelt sein . ,
           Seine Logik drück sich in zahlreichen komplementären Zielsetzungen
           aus  :
           - Erhebliche Verstärkung des wissenschaftlichen und technischen
             Kooperationspotentials der Mitgliedstaaten , damit es der neuen ,
             sich in bilateralem oder Gemeinschaftsrahmen ausdrückenden Forderung
             gerecht werden kann ;
           - Herbeiführung einer gesteigerten Konzertierung zwischen Wissenschaft­
             lern der verschiedenen Mitgliedstaaten ; Förderung der gegenseitigen
             Ergänzung*) der Forschungen und Methodologien sowie der Zugänglichkeit
             zu den verschiedenen Verbindungsnetzen zwischen Wissenschaftlern aus
             den Mitgliedstaaten und der Dritten Welt ;         ■
           - Mitwi rkung . bei dem Bewusstwerdungsvorgang innerhalb der gesamten ,
             Wissenschaftswelt der Mitgliedstaaten von der Bedeutung der Probleme
             der Entwicklungsländer und Ermöglichung einer besseren Verteilung
             und Anwendung der wissenschaftlichen Ergebnisse auf die Fragen der
             Entwicklung ;
           - Beschleunigung der Einführung einer wissenschaftlichen und tech­
             nischen Dimension ( als solche oder integriert ) in die von der
             Gemeinschaft unterstützten Entwicklungsmassnahmen .
         . - Gewährleistung , dass die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten auf
             internationaler Ebene in den für die Wissenschaftspolitik zuständigen
             Organismen durch kompetente und bekannte Persönlichkeiten vertreten
             werden .
           Das Programm Tiat also nicht den Ehrgeiz , auf die FoFderungen - der -
           Länder der Dritten Welt in umfassender Weise einzugehen .      Es will im
           wesentlichen einen Anreiz geben und die nationalen Politiken ergänzen,
           unterstützen und intensivieren .
           Es ist die Fortschreibung der von der Ad- hoc- Gruppe des AWTF seit
           1976 durchgeführten Voruntersuchung .    In diesem Sinne enthält dieses
           Programm die- wichtigsten Empfehlungen des Berichtes dieser Gruppe ,
           den es dadurch einen zeitgemässeren und stärkeren Widerhall verschaf­
           fen will , dass es ihn in einen neuen internationalen Kontext hinein­
           stellt .               ;                         •
           Ausarbeitung und Durchführung des Programms
  D.1 . Die Notwendigkeit, ^ das Programm genau an der Schnittstelle der beiden
           obengenannten Gemeinschaftspolitiken anzusiedeln, war der Leitgedanke,
           der die Konzept ionsphase beherrschte .
           Es handelte sich , kurz gesagt , darum , eine selektive und dauerhafte
           Verstärkung der Sektoren der europäischen Forschung zu fördern, die am
           meisten geeignet gehalten werden, die wirtschaftlichen und sozialen
           Entwicklungsprobleme der Länder der Dritten Welt zu lösen .
*) In seiner Entschliessung ( Dok . 11453 / 1 / 80 , Rev . 2 vom 28.1-1.1980 , Anhang III
    Nr . 5) unterstreicht der Rat " die Bedeutung der Entwicklung der Forschungkapazi
    täten , vor allem im Hinblick auf die nahrungsmittelerzeugende Landwirtschaft
    der Entwicklungsländer und der gegenseitigen Ergänzung zwi sehen der Tätig--
_    keit der Forschungszentren in der Gemeinschaft und den diesbezüglichen An­
     strengungen der Entwicklungsländer ".
 ---pagebreak--- Bei der Wahl der prioritaren Wissenschaftssektoren wurden die beiden
Hauptgrundsätze der allgemeinen Entwicklungspolitik der Gemeinschaft
selbstverständlich berücksichtigt .     Diese sind :   -
- erstens ( geographisch selektiv ) die Förderung einer Kooperation
   zum Nutzen der ärmsten Länder ;
- zweitens ( aus ersterem sich ergebend ) die Konzentrierung der
   Aktivitäten auf Sektoren , die unmittelbar besonders schwere und
   dringende Probleme betreffen , wie beispielweise solche , die mit
   den elementarsten Bedürfnissen der Entwicklungsländer zusammen­
   hängen .
Von diesen Grundsätzen ausgehend hat man vier Wissenschaftssektoren
als prioritär festgelegt :
- Der erste betrifft das allgemeine Ernährungsproblem and erstreckt
   sich auf Forschungen, die eine Verbesserung der Landwirtschaft -,
   liehen Erzeugung im weitesten Sinne einschliesslich Tierzucht ,
   Fischerei , Wasseranbau, Forstwirtschaft sowie die Technologien
   zur Verwertung der landwirtschaf liehen Erzeugnisse zum Ziel haben .
- Der zweite berührt das allgemeine Problem der . menschlichen Gesund­
   heit und betrifft die Erforschung der infektiösen Tropenkrankheiten
   und der Erkrankungen durch mangelhafte Ernährung . -
- Der dritte behandelt den sich immer deutlicher bemerkbar machenden
   Energiemangel einer ganzen Reihe armer , vom Meer abgeschnittener      v
   Länder und erstreckt sich auf Forschungen im Bereich der Diversifi­
   zierung der Energiequellen
- Der vierte schneidet die Probleme der noch unausgebeuteten Möglich­
   keiten der tropischen Gegenden an und betrifft Forschungen , die zu
   einer Erschliessung der natürlichen und mineralischen Ressourcen
   beitragen .
 Schon bei oberflächlicher Betrachtung dieser Sektoren gelangt man-
schnell zu der Feststellung , dass es eine Illusion wäre , wollte man
angesichts der hierzu benötigten riesigen Mittel auf allediesen Ge­
bieten einen Beitrag leisten . Die Prioritäten müssen daher noch-
genauer bestimmt und später gegebenenfalls sektorenweise eingeschränkt
werden .                              ,
 Eine solche Einschränkung kann nur durch Förderung der Bereiche erreicht
 werden , die die tropische Welt unmittelbar und in besonderer Weise
 tangieren .
 Daher erschien eä angezeigt , das vorgeschlagene Programm auf die Sektoren
 Landwirtschaft und Gesundheitswesen auszurichten , die ihre eigenen , mit
den klimatischen und ökologischen Verhä Itnissen verknüpften Besonderheiten
 haben und in deren Rahmen es keine Wissenschaft liehen Tätigkeiten auf
 Gemeinschaftssbene gibt .
Es muss aber auch gesagt werden , dass die Laboratorien und Institute ,
die sich in den Gemeinschaftsländern auf diesen Gebieten spezialisiert
haben , während der letzten Jahre ihre Aktivitäten empfindlich reduziert
haben und damit auch Möglichkeiten junger europäischer Wissenschaftlern,
sich auf den genannten Gebieten zu spezialisieren . Darüber hinaus bemühen ,
 sich die Entwicklungsländer mit Unterstützung bi latera ler Hilfen und inter­
nationaler Organisationen die landwirtschaftliche und medizinische Forschuru
 in eigener Regie und mit eigenen Mitteln zu betreiben .
 ---pagebreak---                                       -9-
        iAnders ist die Lage dagegen a-jf den Sektoren Energie sowie na_tT; r Liehe
         Ressourcen und Mineralien , wo die Forschung in den Industrieländern in
         keiner Weise verlangsamt wurde .
         Zudem haben diese Technologien , die Gegenstand neuer Aktivitäten auf
         Gemeinschaftsebene sind , nicht denselben Spezif itätscharakter wie die .
         Landwirtschaft und die Tropenmedizin . In zahlreichen Fällen sind di5
         Techniken allerdings dem geographischen , wirtschafte chen und gesell­
         schaftlichen Hintergrund der Entwicklungsländer nicht angepasst .
         Statt neue Programme zu lancieren , scheint es daher angezeigt , künftig -
         die Anpassung und Ausreifung geeigneter industrieller Techniken in Aus­
         sicht zu nehmen , die von den derzeitigen Kenntni ssen und insbesondere von
         den Ergebnisse der laufenden Programme der Gemeinschaft ausgehen .
        Zuletzt muss . über die Wahl der prioritären Sektoren hinaus noch eine
        weitere Dimension , nämlich eine Vorausschau , in die allgemeinen Überlegungen
         einbezogen werden .    Das Gemeinschaftsprogramm soll nach Möglichkeit
        zu einer besseren Ausgewogenheit zwischen Grundlagenforschung und
        anwendungsbezogener Forschung beitragen und andererseits die Kapazität
        der Mitgliedstaaten zur wissenschaftlichen Ausbildung in jedem prio-
        ritären Sektor erhöhen , damit langfristig das wissenschaftliche
      v Kooperationsinstrument standig zur Verfügung steht .
D.2 .   Das Programm wurde in zwei aufeinanderfolgenden Abschnitten erarbeitet .
         Im ersten Abschnitt war eine . Gruppe unabhängiger Sachverstandiger
        damit beauftragt , für jeden der ausgewählten Wissenschaftssektoren
        eine Diagnose zu stellen . Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der
         Institute und Forscherteams eines jeden Mitgliedlandes wurden die
        kooperativ durchgeführten Programme unter den Gesichtspunkten ihrer
        Bedeutung und ihres wissenschaftlichen Wertes beurteilt ; in einigen
         Fällen erwies es sich als notwendig , parallel hierzu auch ausser-
        europäische Forschungsarbeiten ( fremde Institute oder internationale
        Organisationen ) zu beurteilen , um die Kompetenzbereiche der euro­
        päischen Forschung besser abstecken und Zweigleisigkeit vermeiden
        zu können . Parallel hierzu wurde für jeden Anwendungsbereich auch
        versucht , die Hauptentwicklungsprobleme der betreffenden Länder
        unter Berücksichtigung ihrer geographischen Vielfalt , ihrer Dring­
         lichkeit und ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aus­
        wirkungen zu beurteilen ; desgleichen wurden für bestimmte Wissen-
        schaftsbereiche-die möglichen wirtschaftlichen Rückwirkungen der
         Forschungsprogramme auf die Länder der Gemeinschaft identifiziert .
        Die Sachverständigen sollten mit ihren Arbeiten objektiv die Optionen
        bestimmen , damit für jeden Sektor die selektiven Prioritäten auf
        einer oder auf mehreren Ebenen festgelegt werden konnten .
        Diese Aufgabe wurde im zweiten Abschnitt auf mehreren Sitzungen an - *
        gegangen , an denen die aus . samt l ichen Mitgliedsländern ausgewählten
        Sachverständigen für den jeweiligen Sektor teilnahmen . Auf diese
        Weise konnte nach Aussprache und auf der Grundlage von Analyse-
        dokumenten eine Reihe allgemeinerEmpfehlungen oder spezifischer
        Prioritäten festgelegt werden , die den einen oder anderen Forschungs-
        gegenstand oder diesen oder jenen zu fördernden wissenschaftlichen
        Weg betrafen »
        Das Ergebnis dieser Synthese, die den breiten Konsens der befragten
        wissenschaftlichen Kreise widerspiegelt / bildet den Hintergrund dieses
        Programmvolschlags .
 ---pagebreak---                                          - 10-
II „ j DURCHFÜHRUNG DES» PROGRAMMS UND VERWALTUNGSSTRUKTUREN
    1o      Die Verantwortung für die wissenschaftliche und administrative
            Durchführung des Programms Liegt bei der Kommission » Sie
            schafft zu diesem Zweck einen k lei nen , f lexib len Mitarbei terstab,
           der von einem "Programmkoordinator " geleitet wird .
           Für die Durchführung des Programms ist nach Ansicht der Kommission
           die Mitwirkung von "Beratenden Pronramroausschüssen " CCCMGP ) erfor­
           derlich ;     Es wird daner vorgeschlafen, zwei Ausschüsse einzusetzen,
           einen für das Teilprogramm " Tropische Landwirtschaft ", den anderen
           für das Teilprogramm "Medizin, Gesundheit und Ernährung in tropischen
           Gebieten ". Aufgaben und Zusammensetzung dieser Ausschüsse sind in
           der Ratsentschliessung vom 18 . Juli 1977 *) festgelegt .
           Nach Artikel 2 dieser Entsch l iessung ist es die wesentliche Aufgabe der
           Beratenden Ausschüsse, die Kommission bei der Festlegung der Prioritäten
           unter Berücksichtigung der einzelstaatlichen und der gemeinschaftlichen
           Entwicklungspolitiken zu unterstützen .
           Zur Vermeidung von Doppelgleisigkeit und zur Gewährleistung der erforder­
           lichen Ergänzungsfähigkeit zwischen den neuen Aktionen und den bereits
           laufenden Arbeiten wäre es ausserdem angezeigt , Vertreter des
           " Standigen Agrarforsch ung saussch yss es " < CPRA)>
           des "Ausschusses für Medizinische Forschung*' < CRM>~lind~des "Tee hnTschen
           Zentrums für Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und im ländlichen
           Bereich" ( CTA) an den Arbeiten dieser CCMGP's zu beteiligen .
               .'      ■         t '        :
  2.      Dieses erste Programm "Wissenschaft und Technik im Dienste der Ent­
          wicklung " ist für einen Zeitraum von vier Jahren, beginnend mit dem
          1 . Januar 1982, vorgesehen . Vor Ablauf des dritten Jahres soll eine     x
          Überprüfung stattfinden .
  *) Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften C / 192 / 1
 ---pagebreak--- Was die Verbreitung der Kenntnisse anbelangt , so ist die Kommission
angesichts des speziellen Charakters dieses Programms und seiner auf
die Interessen der Entwicklungsländer ausgerichteten Zielvorstellungen
der Meinung , dass für den Transfer der Resultate besondere Bestim­
mungen vorgesehen werden sollten . Diese Bestimmungen müssen die
Weitergabe von Ergebnissen der gemeinschaftlichen Forschung an Entwick­
lungsländer erlauben , besonders an solche , mit denen die EG Kooperations-
beziehungen unterhält ( Abkommen oder Konvent ionen) . Speziell im Rahmen der
Lome-Konvention könnte die Verbreitung der Resultate durch die Unterstützung
des ( in Gründung befindlichen) Technischen Zentrums für landwirtschaft­
liche und ländliche Zusammenarbeit realisiert werden , dessen Aufgabe •
es ist , den ACP-Staaten den Zugang zu Informationen über Forschung
und Innovationen auf dem Gebiet der Landwirtschaften und ländlichen
Entwicklung zu erleichtern .      '   -
                  *
Für die Verwaltung dieses Programms werden schätzungsweise 4 Bedienstete
der Laufbahngruppe A , 2 Bedienstete der Laufbahngruppe B und 3 Bedien­
stete der Laufbahngruppe C benötigt .
 ---pagebreak---                                         - 12-
III .   DAS PROGRAMM
      Der Vorschlag der Kommission enthalt zwei Teilprogramme, die sich
      auf nachstehende Sektoren erstrecken :
      - Tropische Landwirtschaft
      - Arztliche Versorgung , Gesundheitswesen und Ernährung in tropischen
        Zonen *
      Auf den folgenden Seiten sind die für diese beiden Sektoren vorge­
      schlagenen Aktionen beschrieben . ,              ■
      A. Tropische Landwirtschaft
      *  - In Anbetracht der beiden in der Einleitung erwähnten Grundsätze
           der allgemeinen Entwicklungspolitik der Gemeinschaft , nähmlich
            . Bevorzugung einer Kooperation zum Nutzen der ärmsten Völker ,
            . Verlagerung des Schwergewichts auf die Sektoren , die in un­
              mittelbarem Zusammenhang mit den besonders schweren und dringenden
              Problemen stehen, wie beispielweise solche , die mit den elementar­
              sten Bedürfnissen der Entwicklungsländer verknüpft sind,
         - In Anbetracht der in bilateralem und in multilateralem Rahmen unter­
           nommenen wissenschaftlichen Anstrengungen ( CGRAI , FAO ),
         - In Anbetracht der wissenschaftlichen Vorstellungen auf Sachver-
           ständigenebene sowie der SchlussfoLgerungen und Empfehlungen aus
           den beratenden Sitzungen von Wissenschaftlern aus den Mitglied­
           staaten
                9
         stellt sich die tropische Landwirtschaft als das Gebiet dar , worauf
         sich die Aktionen der Gemeinschaft vordringlich zu konzentrieren haben .
         Bei den für die Forschung auf dem Gebiet der tropischen Landwirtschaft
         zu bevorzugenden Orientierungen hat man sich auf eine Analyse nach
         Produkten geeinigt , da dieser Ansatz am wirksamsten und geeignesten
         erscheint,     festzustellen, wo es an Kenntnissen fehlt und wo eine
         Anwendung dieser Forschung bei der Lösung der Entwicklungsprobleme
         nötig ist .                  '
         Jedoch ist eine Reihe von sogenannten " horizontalen Themen "    von
         denen die produktbezogene Forschung abhängt , in Betracht zu ziehen ,
         damit letztere die gewünsche Wirkung auf die wirtschaftliche und
         soziale Entwicklung hat *
 ---pagebreak---                                - 13-
   Das Thema Nacherntetechnologie wurde wegen seiner Bedeutung für die Wirt­
   schaft der Entwicklungsländer insbesondere auf der Ebene der kleinen land
  wirtschaftlichen Betriebe , getrennt behandelt . Man schätzt nämlich ,
  das£,wenn sich die auf mangelhafte Haltbarmachung zurückzuführenden
- Verluste vermeiden Hessen, mit den auf diese Weise vor dem Verderb
  geretteten Erzeugnissen etwa 10 % der Weltbevölkerung ernährt werden
  könnte .
  So enthält das für den Bereich tropische Landwirtschaft vorgeschlagene
  Teilprogramm vier Forschungsgebiete :                -   . .
 - Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung ,
  - horizontale Themen und Erschliessung der Umwelt ,
  - Nacherntetechnologie ,
  - Ausbildung .
  Diese vier Forschungsgebiete unterteilen sich wiederum wie ^olgt s
  1.   Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung
       - Anbau für den Eigenbedarf und für die Industrie ,
       - Produktion von tierischem Eiweiss         .
                                             %
     ■ - forstwirtschaftliche Erzeugnisse .
  2.   Horizontale Themen und Erschliessung der Umwelt
       - Wasservorkommen und ihre Nutzung ,
       - Schutz / Stabilisierung und Erholung des Bodens ,
       - Schutz der Kulturen ,       *
  3.   Nacherntetechnologie
       - Haltbarmachung der Erzeugnisse ,
       - Verarbeitung der Erzeugnisse .
  4.   Ausbildung
  Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung
  Forschungen in Richtung auf eine Steigerung der Nahrungsnfitteler-
  zeugung der Entwicklungsländer bleiben natürlich eines der ersten
  Ziele , die zur Verringerung der Armut und zur Sicherstellung der
  Ernährung in diesen Ländern erreicht werden müssen .-
  Industrielle Anbaukulturen " sind jedoch für die meisten
  Länder ein wesentliches Mittel zum Erwerb der für ihren Aussen-
  handel erforderlichen Devisen . Daher wird der mit der Durchführung
 des Programms beauftragten Gruppe die Aufgabe zufallen , die hier
 nur hinweisend genannten Prioritäten genauer zu bestimmen .
 ---pagebreak---                                         - 14-
                                              \
       Anbau_für_den_ Ei genbedarf _und_indust rieller_Anbau
a)     Hier muss das Rahmenprogramm in erster Linie den Getreideanbau fördern .
        Der Anbau von Regenreis , Mais und Sorghum erhalten daher Priorität , ohne
       dass allerdings der Anbau anderer Feldfrüchte wie beispielweise der von
       Tritikal vernachlässigt wird .
       Forschungen auf dem Gebiet der Knollen- und Wurzelgemüse und auf dem
       der Hülsenfrüchte erhalten die Dringlichkeitsstufe zwei . Aus der ersten
       Gruppe wird insbesondere der Maniok Beachtung finden , während die For­
       schungen bei den Hülsenfrüchten eine bestimmte Diversifizierung haben "
       müssen , die über . den Rahmen der klassischen Kulturen hinausgeht .    Bei
       diesen Kulturen werden sich die Forschungen im wesentlichen auf die
       genetische Veredelung erstrecken . Trotz aller Bemühungen der inter­
       nationalen Wissenschaft ist nämlich das genetische Veredelungspotential
       bei diesen Eigenbedarfkulturen bei weitem noch nicht ausgeschöpft . Die
       Vielfalt und die wissenschaftliche Bedeutung der zu lösenden Probleme .,
     - rechtfertigen die erheblich verstärkte Beteiligung der Gemeinschaft
       an den bereits laufenden Forschungsarbeiten ( genetischer - Pool , gene­
       tische Strukturen der Arten, Erweiterung der bestehenden Vielfalt ,
       Selektion , Kreuzung usw .).                     ■ ' '
       Für wichtig erachtet werden auch noch diese kreiden Themen : die Physio­
        logie der Kulturpflanzen ( Photosynthese , Nutzung der Sonneneinstrahlung
       und anderer Ressourcen der Umwelt usw .) sowie die Fruchtbarmachung
       ( durch Stickstoffbindung , Mykorrhiza usw .).
b)     Zwar sollen die Kulturen zur Deckung des Eigenbedarfs eine gewisse
       Priorität geniessen, aber auch die landwirtschaftlichen Grossbetriebe
       und der Anbau zu Exportzwecken verdienen trotz der gelegentlichen
       Kritik aussenstehender Interessengruppen eine besondere Beachtung .
       Denn für diejenigen Entwicklungsländer , die über keine natürlichen
       Ressourcen ( Bodenschätze , Energiequellen usw .) verfügen, ist dies
       die einzige Quelle der für die Entwicklung ihrer Wirtschaft und ins­
       besondere für die Modernisierung ihrer Eigenbedarfskulturen unerläss­
       lichen Devisen .
       Ausserdem rechtfertigt der wissenschaftliche Vorsprung , den die Struk­
       turen der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der industriellen          . Er­
       zeugung erreicht haben, eine Fortsetzung der Forschungstätigkeit in
       diesem Bereich .
       Von den Nutzpflanzen, die sich für die industriellen     -    Erzeugung
       eignen , müssen generell die Baumwolle, die Erdnuss und die Sojabohne
   i   gefördert werden . Auch eine zweite Gruppe von Pflanzen, zu denen
       Kautschukpflanzen und andere Ölpflanzen ( Kokospalmen, ölpalmen usw .)
       gehören , müssen Forschungsgegenstand sein, da sie sowohl für die Ent­
       wicklungsländer wie auch für die Gemeinschaft 'von Bedeutung sind .
                                 ι                                                \
       Das vorrangige Forschungsthema ist bei diesen Pflanzen dem ähnlich ,
       das bereits im Zusammenhang mit den Eigenbedarfskulturen , insbesondere
       hinsichtlich der genetischen Veredelung , genannt wurde    ( Prospekt ion,
       genetischer Pool / Selektion/ Kreuzung , usw .).
 ---pagebreak---                                - 15-
  Produkt ion von^^erjschem^E^w^ss
  Die Bevölkerung der Dritten Welt ernährt sich in der Hauptsache durch
  den Anbau von Pflanzen . Dieser muss jedoch durch eine Erzeugung von
  tierischem Eiweiss ergänzt werden .       -
  In vielen Entwicklungsländern ist die Tierzucht zudem das einzige Mit­
  tel , den für den Ackerbau ungeeigneten Boden zu nutzen , und stellt
  die einzige Aktivität dar , die der Bevölkerung dieser Gegende gestattet
  ihren Bedarf an tierischem Eiweiss zu- decken und die für den Handel
  erforderlichen Einkünfte zu erwerben .
  Für einige Länder schliesslich ist die Fischerei ( Fluss -, See - und
  Küstenfischerei ) die Hauptquelle für tierisches Eiweis .
  Obwohl es für die Gemeinschaft Möglichkeiten gibt , in diesen Bereichen
  eigene Tätigkeiten zu entfalten , wird man sich in einer ersten Phase
  auf nachstehende Forschungsschwerpunkte beschränken :
  - Im Bereich der Tierzucht :
     . Verbesserung der Futtermittelerzeugung ,
     . tierärztliche Forschungen               " -
        ( Trypanosomiasis und Taileriase , Widerstandsfähigkeit gegenüber
       Zecken ) .
  - Im Bereich der Fischerei :
     . Bessere Nutzung der Fangergebnisse durch Verringerung der Fang-
        verluste und eine optimale Verwertung der Nebenerzeugnisse ,
     . Aquakultur ( Verbesserung der tropischen Arten usw .).
Forstwirtschaftl iche Erzeugmsse
Aus der Erforschung der tropischen Forstbestände sind sowohl für die
produzierenden Entwicklungsländer wie auch für die importierenden
Länder der Gemeinschaft vielseitige Nutzanwendungen zu erwarten .
Der von den Entwicklungsländern vorgebrachte Forschungsbedarf differiert
ein wenig nach der geographischen Lage .      •»   ;
Die Länder der feuchten tropischen Zonen setzen ihr Potential an natür­
lichem Baumbestand bereits in erheblichem Umfange zur schnellen Vei–
besserung ihrer Handelsbilanz ein . Erst kürzlich wurden weitere volks­
wirtschaftliche Ziele definiert : Veredelung der forstwirtschaf l ichen
Rohstoffe durch die Errichtung industrieller Baulinien an Ort und
Stelle sowie eine allgemeine Erholung der natürlichen Ressourcen ,
die in den vorangegangenen Etappen intensiver Ausbeutung oft stark
in Mitleidenschaft gezogen worden sind .
                        i
 ---pagebreak---   In den Landern trockener oder verödeter tropischer Zonen entspricht . !
 die Entwicklung der Forstwirtschaft den ausgeprägten Bemühungen um eine
  Selbstversorgung mit Energie und Rohstoffen ( Brennholz u.ä .)
                 Seit einigen Jahren findet sich übrigens die Bedeutung der •'
 Aufforstung für die Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts der Fak - I
 toren der landwirtschaftlichen Erzeugung bestätigt . Die neuerlichen, i
 durch plötzliche klimatische Einschläge ( Austrocknung des Sahel-gebietes )
 verursachten Verödungen haben zu riesigen Aufforstungsprojekten geführt,
 die eine energische wissenschaftliche
 erfordern .                         '
                                           Untersuchung und Weiterverfolgung;
   Es sind nachstehende Forschungsthemen zu fördern :
  - Allgemeine Intensivierung der Arbeiten an der genetischen Veredelung
      ( z.B. niedrige Fichten);        -                   <
 - Integriertes Vorgehen in der Handhabung forstlicher tropische Ökosysteme
     und Agro-Forstwirtschaft ;
     Umwandlung tropischer Forsterzeugnisse in Energie .
Horizontale Themen und Erschliessung des Milieus
Vorrangig sind die horizontalen Themen ausgewählt worden , die nahezu
sämtliche obengenannten Probleme berühren .
Wasservorkommen_und_ihre_Nutzung
Das sich hier stellende allgemeine Problem besteht tiarin, wie die
Nutzung dieser Vorkommen dem aufgrund der steigenden Bevölkerungs-
zahl , des steigenden Lebensstandards , der expandierenden Landwirt­
schaft und der schnellen industriellen Entwicklung dem wachsenden Bedarf
der Entwicklungsländer angepasst werden kann .
Es handelt sich insbesondere um die Einschätzung der Wasservorkommen,
die Suche nach neuen Versorgungsquellen, aber auch um die Verbesserung
der Verfahren zur Nutzung der bekannten Vorkommen, insbesondere um eine
Verbesserung der Bewässerungstechniken, um die Vermeidung von Wasser­
verschwendung , um den Schutz der Wasserqualität und gegebenenfalls um
die Möglichkeiten der Wiederverwendung des Wassers . Wichtig ist auch , dass
 die ökologischen , wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Bewässerungs
Projekte in stärkerem .Umfange erforscht werden .
Ausserdem sollen die Probleme der verödeten Zonen untersucht werden
 ( Anpassung der Techniken zur Nutzung des verfügbaren Wassers ).
 ---pagebreak---                                           - 17
        Sch utzz_Stabi l2sierur)2- und_Erholung_des_Bodens
       Der Boden ist der Träger' jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit . Seine Bestands­
       aufnähme , seine Stabi lisierung , seine Erhaltung , die Einschätzung seiner Ertrags-
      fähigkeit , die Techniken der einzelnen Anbauverfahren und ihre Anwendung ,
      der Schutz und die Regenerierung des Bodens sind als vorrangig anzusehen .
      Zusätzlich zu den umfangreichen Bodenarbeiten könnte auch der Einsatz
      neuartiger Technologien wie die Fernerkundung in Betracht kommen .
       Zwar lebt über die Hälfte ^ der rasch anwachsenden Weltbevölkerung in dery
        Entwicklungsländern, an der Weltproduktion an Nahrungsmitteln sind die |
        letzt     genannten jedoch nur mit 30 % beteiligt .                           ;
        Die geringe Produktivität der tropischen Landwirtschaft ist zum Teil          j
        auf die durch Insekten und pflanzliche Schädlinge verursachten Schaden ;
        ( die bei den Kleinbauern; die nicht über die elementaren Bekampfungs- ;
        mittel verfügen, besonders schwer ins Gewicht fallen ) zuruckzufuhren . j
        Um sich hiervon eine Vorstellung zu machen : man schätzt die auf In-           '
        sekten und pflanzliche Schädlinge zurückzuführenden Verluste in AfnKa
        und in Asien auf mehr als 40 % der potentiellen Getreideerzeugung .             j
        Zahlreiche Untersuchungen über dieses Thema haben die Bedeutung des
        Problems und die der Rolle der Forschung auf diesem Gebiet aufgezeigt .
         Die Forschungsthemen auf diesem Gebiet müssen sich vorrangig auf Fragen
         der biologischen und integrierten Bekämpfung sowie auf die Kriterien
        der Resistenz gegen Krankheiten in Verbindung mit genetischer Verbesserung
        erstrecken .            -       _         .
A.3 .  - Nacherntetechnologie .
         Auf dem Sektor der Nacherntetechnologie kann die Forschung den Entwicklungs­
         ländern einen erheblichen Nutzen bringen . Es genügt nicht , mehr zu produ­
         zieren , wichtig ist auch , dass die Erzeugnisse sachgemäss haltbar gemacht
         werden und im Hinblick auf eine bessere Vä lori sierung verarbeitet werden
         können .
          Verluste nach der Ernte sind erheblich , wenn keine geeigneten Mittel für
          die Einlagerung vorhanden sind, wie dies bei kleineren Landwirtschaft - :
          liehen Betrieben häufig vorkommt . Bei primitiven Bedingungen können
          diese Verluste 10 bis 15 % betragen .
          Die vorrangigen Forschungsthemen im Hinblick auf eine Verbesserung der
          Mittel zur Haltbarmachung erstrecken sich auf :
         – Trocknungstechmken ,
         r Emlagerungs.techniken,              !
          - Schutz der Erzeugnisse ( gegen Mykotoxine , Parasiten usw .)
 ---pagebreak---                                                     -18-
         P j^e_Ve ra rbei t ung_der__Er zeugnTSse
         Im Rahmen der Massnahmen zur Energieeinsparung muss die Forschung einer­
         seits auf eine Verbesserung der Techniken und des Ausbeutesatzes der
         Verarbeitung und andererseits auf eine Verwertung der Neben- und Folge-
         erzeugnisse insbesondere als Viehfutter und Biomasse für die Energieerzeuquna
         abzielen .
        Ausserdem erscheinen Forschungen über die Konzeption kleinerer und in
        Klein- und Mittelbetrieben verwendbarer Verarbeitungseinheiten vorrangig .
A.4 . Ausbi Idung
        Seit etwa 10 Jahren wird es in den Landern der Gemeinschaft immer
        schwieriger , den Bedarf an qualifizierten Wissenschaftlern zu decken ,
        die auf den verschiedenen auf die Entwicklung der Landwirtschaft in den
        Ländern der dritten Welt ausgerichteten Sektoren der agronomischen
        Forschung arbeiten *)•
        Der Mangel an Nachwuchs und verfügbaren Kräften beeinträchtigt in unter­
        schiedlichem Masse die bilateralen Aktionen der Mitgliedstaaten, ihre
        Beteiligung an dem Betrieb der internationalen Zentren für landwirtschaft­
        liche Forschung , ihr Vermögen , der Nachfrage nach Ausbildung seitens der
        Entwicklungsländer selbst nachzukommen .
        Das ständige Vorhandensein eines wirksamen europäischen Wissenschafts-
        potentials müsste es gestatten , zunächst und in erster Linie den Forschern
        der Mitgliedstaaten, insbesondere auf den als vorrangig ausgewählten
        Gebieten ( Genetik , Schutz der Kulturen usw .) zu helfen ; längerfristig
        bilden die Bemühungen um eine Anpassung der Ausbildungsgänge an die
        Bedürfnisse der Entwicklungsländer ein nicht weniger wichtiges Ziel , das
        die Beständigkeit ieiner aktiven wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen
        der Gemeinschaft und den Ländern . der dritten Welt sicherstellen könnte .
B.      Arztliche Versorgung, Gesundheitswesen und Ernährung in tropischeri Gebieten
        Dieses Teilprogramm gliedert sich in drei Sektoren :
   .    - ärztliche Versorgung und Gesundheitswesen,
        - Ernährung ,
        - Ausbi Idung .
                                                  (      .               •
        In Anbetracht der laufenden Forschungen auf bilateraler wie auch auf multi­
        lateraler Ebene hat es sich herausgestellt , dass die Priorität in diesen
        drei Sektoren auf die Aktivitäten entfallen müsste , die nach den derzeit
      , laufenden Programmen nicht ausreichend gefördert werden .
 *) Auf diesem Hintergrund ist die Initiative der Beratenden Gruppe für die inter­
     nationale Agrarforschung ( GCRAD zu sehen, die zur Veranstaltung . der internatio­
      nalen Kurse für den Ausbau der gezielten Forschung in der Landwirtschaft ( C.IRA )
     geführt hat .
 ---pagebreak--- . Ärztliche Versorgung und Gesundheitswesen
    Positive Ergebnisse in der Bekämpfung der infektiösen Tropenkrankheiten
    können nur erzielt werden, wenn ein ständiges Gleichgewicht zwischen
    Untersuchungen auf dem Boden der betroffenen Länder und Laboratoriums-
   arbeiten auf hinreichend hoher Ebene herbeigeführt wird . Oerzeit
   erfolgen die meisten dieser Arbeiten in der Hauptsache in den Industrie-
    ländern, unter denen die Länder der Gemeinschaft eine wichtige Rolle spi elen .
   Zur Bestimmung der Schwerpunkte für die Forschung wurden unter Berück­
   sichtigung der aussergewöhnlichen Vielfalt der möglichen Aktionen auf
  diesem Sektor vier Hauptkriterien zugrundegelegt :
  - die Schwere der Erkrankung und ihre soziale und wirtschaftliche Aus- >
      Wirkung auf die Bevölkerung der betreffenden Länder;
  - die geographische Ausdehnung der Krankheit ( weltweit , aut Erdtei le ,
      Gegenden oder einzelne Orte bezogen;
  - Beurteilung des Standes der wissenschaftlichen Kenntnisse über die
      Krankheiten und parallel hierzu Beurteilung der derzeit zu einer '
   . wirksamen Bekämpfung zur Verfügung stehenden Mittel ;
  - die verfügbaren Mittel aus anderen Quellen (WHO usw .).
  Aus diesen vier Kriterien konnten durch Kombinierung die nachstehenden
  zwei Vorrangfolgen aufgestellt werden :
  "        J?£l2£i£§£ : t, ' e Krankheit ist tödlich oder führt zu schwerer
     Invalidität ; sie hat eine sehr weite geographische Ausdehnung, die in
      bestimmten Fällen zunehmen kann ; sie betrifft oder bedroht einen
      grossen Teil der Bevölkerung und hat sehr grosse wirtschaftliche und
      gesellschaftliche Auswirkungen ; Ausserdem hat sich die Forschung auf
      diesem Gebiet bislang als unzureichend erwiesen, weshalb sichere und ,
      allgemein anwendbare Bekämpfungsmethoden nicht entwickelt werden konnten .
  - Zweite_Priori tat : Die - nicht tödlich verlaufenden-Krankheiten haben
     erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen . Wegen
      ihrer geringeren Schwere wurden diese Krankheiten von der Forschung
     bislang vernachlässigt , zahlreiche Kenntnislücken bleiben zu schliessen .
  Es werden nachstehende Forschungsthemen vorgeschlagen :
  1 . Infektiöse Krankheiten
       - parasitäre Krankheiten **                                     - 1
         . Sumpffieber                                     -
         . afrikanische und amerikanische Trypanosomiasen beim Menschen
           ( Chaga 'sehe Krankheit ) , .
         . zwei Fi larienkrankheiten : die Onchocer.cose die Bankroftsche Krankheit ,
         . die Schistosomiasen                 '
         . Lei shmani ösen
Das spezielle Forschungs- und Ausbi Idungsprogramm der WHO auf dem Gebiet der
Tropfenkrankheiten erstreckt sich auf alle diese Krankheiten . 20 % seiner
Mittel sind ausserdemfür eine Ausweitung der Forschuiigskapa^itäten der       betref­
fenden Länder bereitgestellt . Es erweist sich jedoch als notwendig , die      Kapa­
zität der Mitgliedstaaten auszuweiten , um wirksam zu diesen weltweiten       Bemüh­
ungen beitragen zu können . Denn während anfänglich zahlreiche Arbeiten       in den
Mitgliedstaaten durch dieses Sonde rprog ramm unterstützt wurden , herrscht    nunmehr
eine starke Tendenz, diese Ausgaben direkt in die Länder der Dritten Welt f liessen zu
lassen, wodurch die Forschungsstellen der Gemeinschaft stark betroffen würden .
 ---pagebreak---           - Bakterielle Krankheiten
             ■ Krankheiten, die weltweit auf dem Geschlechtswege übertragen
                werden ( insbesondere Gonokokken, nichtspezifische Harnleiterer.t-
                 zündungen usw .)
             . Infektiöse Krankheiten des Verdauungssystems,
             . Tuberkulose
          - Viruskrankheiten
             . Hämorrhagische Fieber    *)
             . Virushepatites
         Im einzelnen wurden zu diesen Krankheiten nachstehende Erwägungen
        angestellt :
        - Zunächst ist zu erforschen, wie der Mangel an epidemologischen
           Kenntnissen ( vom krankheitserregenden Wirkstoff selbst , gegeben-
            falls vom Oberträger und von Öberträgerketten, von den Symptomen
           und den Diagnosemethoden, von der Einschätzung der gesellschaft­
            lichen und wirtschaftlichen Auswirkungen und von den Methoden zur
           Überwachung ) beseitigt werden kann; diese Lücken sind in den
           verschiedenen ökologischen und menschlichen Milieus unterschied­
           lich und schwanken auch mit den Jahreszeiten; ~
        - alsdann müssten Forschungsarbeiten , die auf Massnahmen zur Über­
           wachung der Krankheit abzielen und in verschiedenen Gliedern
           dieser Kette angesiedelt sein können folgen : Überwachung der
           Krankheitsüberträger, Impfung, integrierte Heilverfahren;
        - drittens sind Forschungen nötig, die auf eine Anpassung der
           Verfahren zur Bekämpfung der spezifischen Sachzwänge tropischer
           Entwicklungsländer abzielen : Klima und Ökologie, wirtschaftliche
           und finanzielle Sachzwänge , Niveau des Gesundheitswesens und der
            Infrastrukturen, Aufnahme der angebotenen Impfkampagnen durch die
           Bevölkerung usw .                                     ■  '
        Bei der Durchführung des Programms ist das effektiv vorhandene
        Potential an Kenntnissen und Erfahrungen in Betracht zu ziehen .
        Unter den möglichen Methoden scheinen (mit Ausnahme der opera-
        tionellen Forschung ) derzeit die Biologie der Krankheitsüberträger,
        die Chemotherapie und die Immunologie die besten Erfolgsaussichten
         in der Bekämpfung der infektiösen Tropenkrankheiten zu haben .
        Der Erfolg hängt hier zum grossen Teil , von einer multidisziplinären
        Vorgehensweise ab, die die Schaffung eines interinstitutionellen
        Kooperationsnetzes einbegreift , in dem jede Forschungsstelle an dem
        Programm aufgenommen ist und ihre eigenen Kenntnisse und Erfahrungen
        einbringt .
        Der Zeitpunkt scheint gekommen zu sein, die Anwendung der modernen
        Techniken der Biologie wie Genetik , Gentechnik , molekularbiologische
        Technologie und Immunologie sowie die Studien in der Pharmakologie
        und Pharmakokinetik der in der Tropenmedizin verwendeten Arzneimittel
        zu fördern .                ,
*) Um dringende Fälle behandeln zu können , müssen kompetente Teams an Ort und
   Stelle verfügbar sein » Ausserdem werden hochspezialisierte Laboratorien
   gebraucht «,
                ...   ■■              '
 ---pagebreak---  Gesundheit von Mutter und Kind
Hier handelt es sich um die Erforschung der tropischen Kinderkrank­
heiten; der Akzent liegt auf der Etiologie der Magen- und Oarmkrank-
heiten beim Säugling und beim Kleinkind .
Ein Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet wurde die Zusammenarbeit
zwischen den in einem tropischen Land vor Ort arbeitenden Teams und
den Dienststellen in den Mitgliedstaaten erfordern , die über umfang­
reiche Kenntnisse in der Mikrobiologie , in der Virolpgie und in der
tropischen Kinderheilkunde verfügen .
 Genetik                 –
 Die Untersuchungen sollen sich auf nachstehende Themen erstrecken s
 - Genetische Gastfaktoren , durch die die Prädisposition zu infektiösen
    Krankheiten beeinträchtigt wird, und ihr klinischer Ausdruck . Es
    konnte beispielsweise aufgezeigt werden , dass bestimmte HLA-Typen
    in Ägypten eine grössere Veranlagung zu einer Ansteckung mit dem
   Mansonschen Schistosom haben ( Darmschistosomiasis );
 - Genetik der Parasiten und sonstigen Krankheitsüberträger sowie
    Forschungen zur Isolation und Bestimmung der spezifischen Mutanten;
 - neue Lösungswege ( Diagnosen und Therapien ) zur Bekämpfung stark
    verbreiteter genetischer Störungen ( beispielsweise : Drepanozytose ,
    Thalassemie ) .
 Die meisten dieser Forschungsvorhaben erfordern eine Zusammenarbeit
 zwischen den in den tropischen und subtropischen Zonen vor Ort *
 arbeitenden Teams und den Forschungsstellen der Mitgliedstaaten , die
 über die erforderlichen Sachkenntnisse in der Genetik und Immun-
 genetik verfügen .
 Umwelthygiene
 Die Mitgliedstaaten verfügen äusserst spärlich Ober die spezifische Kenntniss
  über die dritte Welt . Diese Lücke könnte durch die-Einstellung junger Leute
 geschlossen werden , die ein Studium auf einer technischen Hochschule .
 abgeschlossen haben und die an Problemen mit geringer Technologie
 interessiert sind . Sie wären in Forschungsstellen auszubilden , in
 denen es eine Verbindung zwischen Sozialwissenschaften und Medizin            \
 gibt .  Der Erfolg dieser Personalwerbung würde von dem Vorhandensein           .
 eines geeigneten Berufsprofils abhängen .
 Die Umwelthygiene wirkt sich stark auf die durch das Wasser über­
 tragenen Krankheiten wie beispielsweise Diarrhoe , Sumpffieber,
 Schistosomiasis und Darminfektionen durch Wurmbefall aus .        Bei
 einigen dieser Erkrankungen ist die Chemotherapie ein zusätzliches
 Heilangebot , dessen praktische Durchführbarkeit gewährleistet ist .
 ---pagebreak---                                                    22-
  B.2 . . Ernährung            –      .
               Die Bedeutung • der Faktoren Nahrung und Nährwert für die wirtschaftliche
               Entwicklung und für die Entwicklung des Menschen ist bereits weitgehend
            . herausgestellt worden . In nicht wenigen Gegenden ist aber die Tätigkeit
              der Bevölkerung einzig und allein auf das überleben ausgerichtet , da die
          . Knappheit der Nahrungsmittel höhergesteckte Entwicklungsziele nicht
              gestattet und die knappen Nahrungsmittel sich auch nicht vermarkten
               lassen . Umgekehrt gibt es in anderen Gegenden einen Anbau zu Export-
              zwecken und einen Anbau für den Eigenbedarf , durch den sich eine Ver­
              besserung der Versorgung erreichen liesse .          .
              Zwei Hauptwirkungen einer mangelhaften Ernährung, nämlich die geringe
              Arbeitsfähigkeit und die physiologischen oder geistigen Folgeerscheinungen
              falscher Ernährung im kritischen Alter , tragen mit dazu bei , dass Initia-
              tivkräfte geschwächt und die Beteiligung an Entwicklungsaktionen gebremst
              werden . Falsche Ernährung verringert zudem die natürliche Widerstands­
             fähigkeit gegen infektiöse Krankheiten , und bei bestimmten empfindlichen
              Bevölkerungsgruppen ( Frauen und Kindern ) führt Unterernährung zusammen
              mit bestimmten sozio-kulturellen Verhaltensweisen zu erhöhten Sterb-
.             lichkeits-" und Erkrankungsziffern . Die Ziisammenwirkung von Unterernährung
           _ und tfiarrhöe ist in hohem Masse ursach lieh für d i e"S £erb l i c h k e i t der
              Kleinkinder .                               -
             Aus diesen Gründen ist ein wissenschaftlicher Ansatz zur Lösung der
             Ernährungsprobleme im Hinblick auf die Definition der Vorbeuge- oder '
             Korrekturmassnahmen ein allgemeines vorrangiges Ziel .
              Es gilt auch , die Formulierung wirksamer Ernährungspolitiken in den Entwick­
              lungsländern zu fördern, da es den Mitgliedstaaten an einschlägigen Sach-
      .       verständigen mangelt .
            In wenigstens fünf Mitgliedstaaten werden derzeit Forschungen über die
            Ernährungsprobleme in tropischen Karenzgebieten durchgeführt . Es is
            nicht leicht , eine Bilanz dieser Forschungen zu ziehen, da die behandelten
            Themen sehr unterschiedlich sind , was mit verhältnismässig spärlichen ■
            wissenschaftlichen Kontakten einhergeht . In den meisten Ländern wird in
            der Hauptsache Punktforschung betrieben , und zwar durch Universitäten
            oder durch vereinzelte Forscher .     Hier ist ein erstes Aktionsziel auf
            Gemeinschaftsebene gegeben : Vermehrung der wissenschaftlichen Kontakte ,
            Koordinierung der Programme und Einigung auf gemeinsame Methodologien .
            Zwei Formen von Mangelkrankheiten , nämlich Krankheiten durch allgemeinen
            Proteinmangel und Krankheiten durch Eisenmangel , erhielten wegen ihrer
            gesellschaftlich-wirtschaftlichen Auswirkungen und ihrer sehr grossen
         , Verbreitung die Vorfängstufe eins .          (        ,     •
            Die Vorrangstufe II      erhielten zwei andere Arten von Mangelkrankheiten,
            nämlich Krankheiten durch Jodmangel und Krankheiten durch Mangel an Vitamin A.
            Darüber hinaus sollte die Forschung auf dem Gebiet : der Lebensmittel - '
        „ toxikologie (Af latoxine,Cyanogene im Maniok , bakterielle Kontaminierung)
            gleichermassen aufgenommen werden .
   I-                                           ■     -
B.3 .       Ausbi Idung
            In den Sachverstlndigensitzungen wurde für jedes Forschungsgebiet die
            Notwendigkeit unterstrichen, in den fflitgliedstaaten der Gemeinschaft
            junge Menschen entsprechend auszubilden Dies würde bedeuten : Verbes­
            serung der ftögl1chl:siten zur Sammlung praktischer Erfahrungen in Über­
            see Ländern für die Forscher der Gsmeinschaft , Ausbitdung auf den
 ---pagebreak---                                    -23-
Gebieten der biomedizinischen Grundlagenforschung wie Immunologie ,
Pharmakologie und Genetik , Ausbi Idung von Technikern sowie Ausbildung
auf den Gebieten der Ernährung , der Umwelthygiene und der Verfahrensforschung .
Es wird betont, dass mehr Epidemologen ausgebildet werden müssen .
Grosser Nachdruck wird, auch auf die Tatsache gelegt , dass in den
Entwicklungsländern Forscher und Techniker ausgebildet werden müssen ,
wenn diese Länder wirklich selbständig werden sollen . .
Die Sachverständigen sind sich darin einig , dass eine verstärkte
Heranziehung der Forschungsinstitute der Mitgliedstaaten unterstützt
werden muss . Dies wird von der Mitarbeit abhängen , die beispielsweise .
im Rahmen gemeinsamer Ausbildungsgruppen oder durch Beiträge zu
ergänzenden Forschungsprogrammen geleistet wird . Um die verschiedenen
Programme gemeinsam durchzusprechen , müssen kleine Gruppen von Sach­
verständigen aus der Gemeinschaft gebildet werden .
Die Sachverständigen sind sich darin einig, dass es keinen Zweck hat ,
ein Ausbi Idungsprogramm aufzustellen , ohne den an der Forschung auf den
Gebieten Tropenmedizin, ärztliche Versorgung und Ernährung interessierten
jungen Menschen ihre Berufsaussichten zu definieren . Wenn keine Aktion
auf Gemeinschaftsebene und in den Mitgliedstaaten erfolgt , werden die
Kenntnisse auf diesem Gebiet nicht langer gemeinsam ausgewertet werden      ;
können .
                                                         f
Die in den Schulen der Gemeinschaft veranstalteten Ausbildungslehrgänge
sollten nach Möglichkeit ein Praktikum auf dem betreffenden Gebiet in
einem geeigneten Entwicklungsland enthalten .
 ---pagebreak---                                <
                               ' I       -24-
IV .    VORSCHLAG FUER EINEN HAUSHALTSPLAN
      Die Durchführung des Gemeinschaftsprogramms zur Unterstützung und
      Intensivierung der wissenschaftlichen Aktivitäten der Mitgliedstaaten
      für " Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung " wird ins­
      gesamt 40 Mio ERE in vier Jahren erfordern .
      Die Verteilung auf die Teilprogramme könnte etwa wie folgt aussehen :
      A. TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT                                              30 MioECU
          1 . Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung        45 %
              - Anbau für den Eigenbedarf und für die Industrie-
                      ι                                  *-
     *                                   ■ '
              - forstwirtschaftliche Erzeugnisse .
                                 i
          2 . Horizontale Themen und Erschliessung der Umwelt        20 %
              - Wasservorkommen und ihre Nutzung ,
              - Schutz und Erholung des Bodens ,
              - Schutz der Kulturen ,
                                                              „ /
          3 . Nacherntetechnologie                 .                 35%
              - Haltbarmachung der Erzeugnisse,
              - Verarbeitung der Erzeugnisse,                                        *
          4 . Ausbi Idung                     /
          M
      B. ARZTLICHE VERSORGUNG , GESUNDHEITSWESEN UND ERNAEHRUNG           .*   in MioECU
          IN TROPISCHEN GEBIETEN                                             '    !
          1 . Aerztliche Versorgung und Gesundheitswesen             80 %
              - Infektiöse Krankheiten
              - Gesundheit von Mutter und Kind
              - Genetik
              - Umwelthygiene'
                                       •                    '    N '
          2 . Ernährung                                              20 %
          3 . Ausbi Idung                                            -
  *) Die prozentuale Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Teilprogramme
       hat nur hinweisenden Charakter . Die endgültigen Beträge sowie die
       Höhe der Beihilfen für die Programmabschnitte "Ausbildung " werden
       nach Anhörung der Beratenden Programmausschüsse durch die Kommission
       festgelegt .
 ---pagebreak---                                                        HINWEISENDER TERMINPLAN
      VERPFLICHTUNGSERMAECHTIGUNGEN
                                                                                                              In MioECU
                                                  . 1982            1983         1984       1985
  A. TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT                         M          -    ir,o        6jQ           yr          -     . . IM
    - Verbesserung der landwirtschaftlichen
       Produktion
                                                      4.0 .
                                                       t
                                                                         5,0      2,7   .  Λ 1'8                      13,5
                                                                                                                             ι
                                                                                                                            m
    - Horizontale Themen und Erschliessung                                                                                  Ol
1      der Umwelt                                     1,8 .            . 2,2      1,2          0,8                     6,0   I
    - Nacherntetechnologie       _  .                 3,2           * 3,8         2,1           1 /4                  10,5
    - Ausbildung        *)                      -
                                                                          -                       -  *■ ■               -
  B. AERZTLICHE VERSORGUNG , GESUNDHEITSWESEN
      UND ERNAEHRUNG IN TROPISCHEN GEBIETEN           M '                          M             1.0·                 10 .0
                                                             «»
       M
    - Ärztliche Versorgung und Gesundheitswesen       2,4                3,2       1,6           0,8                   8,0
   - Ernährung                                        0,6                0,8       0,4         » 0,2      ·            2,0
    - Ausbildung        *)                               -                -         -        :    -
   INSGESAMT                                 ^       12,0                                        5,0                  40,0
     *) Die Ausbildung wird aus Mitteln der entsprechenden Forschungssektoren finanziert .
 ---pagebreak---                                              -26-
  - V.                   VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES
                ZUR FESTLEGUNG EINES FORSCHUNGS - UND ENTWICKLUNGSPROGRAMMS
               UNTER DEM LEITGEDANKEN "WISSENSCHAFT UND TECHNIK IM DIENSTE
                                      DER ENTWICKLUNG "
                                        1982 - 1985
         Der Rat der Europäischen Gemeinschaften ,
         gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschafts­
         gemeinschaft , insbesondere auf Artikel 235 ,
         auf Vorschlag der Kommission,          \
       ' nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments, *>
         nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaüsschusses ,
         in Erwägung nachstehender Gründe :
         Nach Artikel 2 des Vertrages ist es Aufgabe der Gemeinschaft , eine harmo­
         nische Entwicklung des Wirtschaftslebens sowie eine beständige und aus­
         gewogene Wirtschaftsausweitung zu fördern . Nach Artikel 3 umfassen die
         Tätigkeiten der Gemeinschaft im Sinne des Artikels 2 unter anderem die
         Steigerung des Handelsverkehrs und die Förderung der wirtschaftlichen und
          sozialen Entwicklung der . Entwicklungsländer durch gemeinsame Bemühungen .
          In seiner Entschliessung vom 18 . November 1980 unterstreicht der Rat
          " die Bedeutung der Entwicklung der Forschungskapazitäten , vor allem im
         Hinblick auf die nahrungsmittelerzeugende Landwi rtschaft der Entwicklungs­
          länder , und der gegenseitigen Ergänzung zwischen der Tätigkeit der Forschung
          Zentren in der Gemeinschaft und den diesbezüglichen Anstrengungen der
          Entwicklungsländer ".
         Die Entwicklungsländer sind sich der Rolle bewusst geworden , die Wissen­
/        schaft und Technik im Prozess der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
         Entwicklung spielen . Dieses Bewusstsein beherrschte die Debatten der
         zweiten UNCSTD und hat den abschliessenden Konsensus , das von der Haupt­
         versammlung der Vereinten Nationen verabschiedete sogenannten "Wiener
         Programm " tief geprägt .
                                                     s
         Eines der Hauptziele des Wiener Programms besten t         9          .... . it
          in "einer spürbaren Intensivierung der Forschungsbemühungen der Industrie­
          länder zur Lösung der wissenschaftlichen Probleme, die für die Entwicklungs­
          länder von vorrangiger Bedeutung sind ".
          Die Forschungs- und Entwicklungsaktionen, die Gegenstand dieses Beschlusses
          sind, betreffen daher zwei besonders schwere und dringende Probleme^an die
         die elementarsten Bedürfnisse der Entwicklungsländer geknüpft sind :
          Ernährung und Gesundheit »
          ABLo ?>îr „
 ---pagebreak---                                    - 27 -
  Die wissenschaftlichen Institute der Mitgliedstaaten brauchen mehr Unter­
  stützung , damit ihr Potential an wissenschaftlicher und technischer Koope­
  ration verstärkt wird und sie den neuen Anforderungen , wie sie sich in
  bilateralem oder im Gemeinschaftsrahmen ausdrücken , besser gerecht werden
  können .
  Es ist notwendig , dass sich die Wissenschaftler der verschiedenen Mit­
  gliedstaaten stärker als bisher konzertieren , um die gegenseitige Er­
  gänzung der Forschungen und Methoden sowie den Zugriff zu den verschiedenen
  Netzen wissenschaftlicher ; Verbindungen , die von den Mitgliedstaaten mit
  Partnern aus der Dritten Welt geknüpft wurden , zu erleichtern .
   Es ist wichtig , der von der Gemeinschaft unterstützen Entwicklungs-
   politik eine wissenschaftliche und technische Dimension zu geben .
   Im Vertrag sind die hierfür erforderlichen besonderen Befugnisse nicht
   vorgesehen .
   Der Rat hat am 14 . Januar 1974 eine Entschliessung betreffend eirv erstes
  Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften auf dem Gebiet der Wisseo-
. schaft und der Technologie -1 * verabschiedet .
 In Anbetracht des Gegenstandes und des speziellen Charakters dieses
 Programmes , das dem Interesse der Entwicklungsländer dient , erscheint
 es nützlich , für die Verbreitung der Kenntnisse , die aus der Durch­
 führung des Programmes resultieren^ besondere Regeln vorzusehen -
 Der Ausschuss für wissenschaftliche und technische Forschung ( AWTF ) hat
 zu diesem Vorschlag der Kommission Stellung genommen -
 BESCHLIESST :     ^
                                 Artikel 1                         '
 Die Gemeinschaft legt das im Anhang näher beschriebene Forschungs - und
 Entwicklungsprogramm zur Unterstützung und Stärkung der wissenschaftli­
 chen Tätigkeiten der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet von Wissenschaft und
 Technik im Dienste der Entwicklung fest , das am 1 . Januar 1932 anlaufen
 und vier Jahre dauern soll *
                                 Artikel 2
                 •          /,                   •"
   Die für die Gesamtdauer des Programms erforderlichen Mittel werden mit
   40 MioECU' und der Personalbedarf mit 9 Bediensteten veranschlagt . Die
   ECU ist in der geltenden Haushaltsordnung festgelegt .
   Bei diesen Zahlen handelt es sich lediglich - um Richtwerte .
   Eine hinweisende interne, Mittelvertei lung ist in den Punkten 1 und 2
   des Anhangs dargestellt.'          N                          -
  t ) Abi . Nr . C 7 vom 29.1.1974 , S. 6
 ---pagebreak---                                       Artikel 3
  Für die Durchführung des, Programms ist die Kommission zuständig . Es
  werden zwei Beratende Programmausschüsse eingesetzt , der eine für das
  Teilprogramm "Tropische Landwirtschaft ", der andere für das Teilprogramm
  "Aertzliche Versorgung, Gesundheitswesen und Ernährung in tropischen
  Gebieten" Aufgabe und       Zusammensetzung dieser Ausschüsse sind in der
  Entschliessung des Rates vom 18 . Juli 1977 betreffend die Beratenden
  Programmausschüsse           vorbehaltlich einer Teilnahme der Gemeinschafts-
~Vertreter de s"5 fand i genfig rä ffo r sc h ung sa us sc Kusse s,r~( C PR A)       ~ r
  des "Ausschusses für medizinische Forschung " ( CRM), 3) und des "Techni sehen
 Zentrums für Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und im ländlichen
 Bereich " ( CTA ) 4) an dem Arbeiten dieser Beratenden , Programmausschüsse ( CCMGP).-
   •          •  '                x                    '                       . V •  •    ■ •
                                      Artikel 4
 Im dritten Jahr der Laufzeit wird die Kommission das Programm über­
 prüfen und gegebenenfalls geeignete Abänderungen vorschlagen .
                           !    ,      Artikel 5
 Für die Verbreitung der Kenntnisse aus dem vorliegenden Forschungsprogramm
 gilt folgendes :
 1 . Die Kenntnisse und Erfindungen / patentfähig oder nicht , die aus der
      Durchführung dieses Forschungsprogramms resultieren , sind Eigentum der
      Gemeinschaft und ihr Schutz wird von der Kommission im Namen der Gemein­
      schaft besorgt .                                                                  ' , -
~2 . Die Eigentumsregelung und die Verpflichtungen der Gemeinschaft bzw . des
      des Vertragspartners bezüglich der patentfähigen oder nichtpatentfähigen
      Erfindungen , die im Rahmen von unter Vertrag durchgeführten Forschungen
      oder Arbeiten gemacht werden , wird von Fall zu Fall in den Verträgen festigeleg
 3. Die Kommission teilt die Kenntnisse und Erfindungen , über die sie verfügen
      kann , den Mitgliedsländern mit sowie den Personen und Unternehmen ,                       x
     die auf dem Territorium eines Mitgliedslandes oder eines Entwicklungs­
      landes eine Forschung oder Produktion betreiben , die den Zugang zu
     diesen Kenntnissen rechtfertigt .         Die Kommission kann die Kenntnisse
     auch an Entwicklungsländer weitergeben , besonders an solche, mit denen
     die Gemeinschaft ' Assoziations-^ oder Kooperationsabkommen geschlos­
     sen hat , oder an nichtassoziierte Entwicklungsländer, die eine finan-                        1
      zielle oder technische Gemeinschaftshilfe erhalten; sie kann diese
     Weitergabe an von ihr festzulegende Bedingungen knüpfen .
1 ) Abi . Nr . C 192 vom 11 .8.1977 , ~S . 1
2)   CPRA -     eingesetzt durch die Verordnung ( EWG ) Nr . . 1728/ 74 ~des Rate .« ;         .
                vom 27 . Juni 1974 ; ABl . Nr . L 182 , 2 . Juli 1974                     /
3)   CRM   -    Unterausschußs des AWTF , eungssetzt aufgrund von Art » 5 der
                Entschliessung des Rats vom 14 ? Januar 1974 , ABU Nr « C 7
       .       vom 29.» Januar 1974        .
4) CTA     --wird z . Zt „ eingerichtet im Rahmsn der Konvention Lome II .
 ---pagebreak---                                            -29-
                                         ANHANG
                                    INDIREKTE AKTION
                        Forschungs - und Entwicklungsprogramm
                  unter dem Leitgedanken " Wissenschaft und Technik
                              im Dienste der Entwicklung "
  Das Programm enthrlt nachstehende Tei Iprogramme :
  1 . TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT
t
       Die Mittelbindungen für dieses Teilprogramm betragen 30       Millionen
      ECU .
       Sektor A. Verbesserung der landwirtschaftlichen Erzeugung
                   - Anbau für den Eigenbedarf und für die Industrie
                   - Produktion von tierischem Eiweiss
                                                         S
                   - fortswirtschaft liehe Erzeugnisse
       Sektor B. Horizontale [ Themen und Erschliessung der Umwelt
                   - Wasservorkommen und ihre Nutzung
                   - Schutz1 , Stabilisierung und Erhöhung des Bodens
                   - Schutz der Kulturen              ,
       Sektor C. Nacherntetechnologie
                   - Haltbarmachung der Erzeugnisse
                   - Verarbeitung der Erzeugnisse
       Sektor . D. Ausbildung
  2 . ARZTLICHE VERSORGUNG , GESUNDHEITSWESEN UND ERNARUNG IN TROPISCHEN
       GEBIETEN
       Die Mittelbindungen für dieses Teilprogramm belaufen sich auf 10
       Millionen ECU .
       Sektor A. Ärztliche Versorgung und Gesundheitswesen
                   - Infektiöse Krankheiten
                   - Gesundheit von Mutter und Kind
                   - Genetik                            -
                   - Umwelthygiene
       Sektor B. Ernährung
       Sektor C. Ausbildung
 ---pagebreak---                                           •30-
                                 \ ' FINANZBOGEN
1.     HAUSHALTLINIE
       KAPITEL                   POSTEN    1      KENNZIFFER DES FINANZPLANS
2 ..   BEZEICHNUNG DER AKTION
       POSTEN : Wissenschaft und Technologie für die Entwicklung
       KENNZIFFER DES FINANZPLANS :               - Tropische Landwirtschaft
3.     RECHTSGRUNDLAGE
       Vyn der Kommission am                 gebilligter Programmvorschlag
4.   . BESCHREIBUNG , ZWECK UND BEGRUENDUNG DES VORHABENS
4.1 . Beschreibung
       Das Programm gliedert sich in folgende Themen :
       - Verbesserung der tandwirtschaftlichen Produktion
       - Horizontale Themen und Erschliessung der Umwelt
       - Nacherntetechnologie
       - Ausbildung
                            ι
4.2 . Ziel
       Koordinierung der und Betei lugung an Forschungsarbeiten , die im Wege
       von Verträgen zwischen der Kommission und den auf dem Gebiet der
       Tropenforschung spezialisierten Stellen der Mitgliedstaaten durch­
       geführt werden .        _- <
4.3 . Begründung
       Die Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung     und die Haltbarmachung
       der Erzeugnisse sind für viele Länder der Dritten     Welt die erste Etappe
       auf dem Weg zur Einleitung einer wirtschaftlichen     und gesel Ischaften
       Entwicklung , die der Bevölkerung eine angemessene    Ernährung garantieren
       kann .
       Gemäss den Beschlüssen der Mitgliedstaaten erhält die Kommission den
     - Auftrag , die Tätigkeiten auf diesem Gebiet zu fördern , tu koordinieren
       und zu harmonisieren , damit die Forschung , die in den Industriestaaten
       zur Lösung der für die Entwicklungsländer vorrangigen wissenschaftlichen
       Probleme betrieben wird, spürbar ausgeweitet werden kann .
 ---pagebreak---                                                     31
    5.    FINANZIELLE AUSWIRKUNG DES VORHABENS AUF DIE INTERVENTIONSMITTEL
          ( einschliesslich der Personalausgaben und der Ausgaben für den
          Verwaltungs - und technischen Betrieb).
    5.1 . Gesamtkosten während der vorgesehenen Laufzeit                     ' 30,0 MioECU
    5.2 . Finanzierungsantei le
          - aus dem Haushalt deh Gemeinschaft ,                                30,0 MioECU
          - aus den einzelstaatlichen Haushalten ,
          - aus anderen Sektoren auf nationaler Ebene .                            -
    5.3 . Fâlligkeitsplan
    5.3.1 . Verpf lichtungsermëchtigungen
                                                                                       In ECU
Art der          1982                1983         1984          1985       -
                                                                                     INSGESAMT
Ausgaben
Personal         271.000          293.000        317.000      342.000      -
                                                                                     1.223.000
Verwaltung        61.000             66.000       72.000       78.000      -
                                                                                       277.000
Verträge       8.668.000 . 10.641.000         5.611.000     3.580.000      -
                                                                                    28.500.000
Insgesamt      9.000.000       11.000.000     6.000.000-    4.000.000      -
                                                                                    30.000.000
  ' 5.3.2 . Verpf lichtungsermâchtigungen
Art der
                1982           1983         1984         1985        1986     1987       INSGESAMT
Aysgaben
Persona l       271 . 000'     293.000      317.000    342.000*                         1.223.000
Verwaltung       61.000         66.000       72.000      78.000                            277.000
Verträge      2.168.000 5.000.000         7.000.000 6.900.000 4.800.000.  2.632.000    28.500.000
Insgesamt     2.500.000    5 . 359 . ÖO'O 7.389.000 7.320.000 4.800.000   2.632.000    30.000.000
 ---pagebreak---                                             -32-
  ! 5.4 . Berechnungsmethode
                                 •   <1
 !                                               '                                     I
    5.4 . 1 . Personalausgaben
               Der Bedarf wurde auf der Grundlage der für dieses Programm benötig­
               ten Bediensteten veranschlagt :
                          2 Bedienstete der Laufbahngruppe A
                          1 Bediensteter der Laufbahngruppe B
                          2 Bedienstete der Laufbahngruppe C.
i              Abgesehen davon wurde bei den Berechnungen die für die Aufstellung
j              des Vorentwurfs des Haushaltsplans 1982 in Anschlag gebrachte Ent­
               wicklung der Dienstbezüge des Personals der Kommission berück­
               sichtigt , indem für die folgenden Jahre eine Erhöhung des Ausgaben­
               volumens vorgesehen wurde , die der zur Aufstellung der dreijährigen
               Vorausschauen zugrunde gelegten Preisentwicklung in der Gemeinschaft
           •   entspricht , nämlich 8 % jährlich .                   ,
           m
    5.4 . 2 . Verwaltungsausgaben und Ausgaben für den laufenden technischen Betrieb
               Veranschlagt sind insbesondere die Ausgaben für Dienstreisen und die
<              Veranstaltung von . Sitzungen . Sie fussen auf einem geschätzten
               Bedarfsdurchschmtt .
    5.4 . 3 . Ausgaben für Verträge
: '            Veranschlagt ist die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den
               im Rahmen von Kostenteilungsverträgen durchgeführten Forschungen
                ( Studienverträge , Forschungsverträge usw .), die mit den einschlägi­
               gen Unternehmen und Laboratorien der Mitgliedstaaten zu schliessen
               sind . Da die Art der Themen und die Qualifikationen der Vertragschlies-
               senden unterschiedlich sind , kann keine einheitliche Berechnungs­
               methode festgelegt werden . Bei der Bedarfsschätzung handelt es sich
               daher um eine Hypothese, die auf einer bestimmten Anzahl auszu­
               handelnder Verträge und einer durchschriittlichen finanziellen
               Beteiligung der Gemeinschaft an diesen Verträgen in Höhe von 50%
               fusst . Auf jeden Fall wird der Beratende Programmausschuss zu der ,
              'Mittelverwendung gehört und der AWTF unterrichtet .
• 6 . FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN AUF DIE PERSONAL- UND VERWALTUNGSAUSGABEN             j
        ( siehe oben unter Punkt 5 )
                                                                                     ;
    7 . FINANZIERUNG DER AUSGABEN
                                                                        J
        Die Mittel sind in den künftigen Aushaltsplänen einzusetzen .
                                   i    ,
 ---pagebreak--- - Gemeinschaft Steuer auf die Geholter der Beamten
- Beiträge der Beamten zur Versorgungsordnung .
                                             *
VORGESEHENE- KONTROLLEN
– Verwa Itungskont rollen durch die GD " Finanzkontrolle " hinsichtlich
  der Ausführung des Haushaltsplans und der Rechtmässigkeit und
  Ordnungsmässigkeit der Ausgaben sowie durch die Dienststelle "Ver
  waltung der Vertrage " der 6D XXI »
- Wissenschaftlich® Kontrollen : Zuständige Beamte der GO XII
                                   Beratender Programms usschuss
 ---pagebreak---                                       FINANZBOGEN
1.    HAUSHALTSLINIE                       j"
                                                   •        ■»
      KAPITEL            POSTEN            .    KENNZIFFER DES FINANZPLANS
2.    BEZEICHNUNG DER AKTION1 '        ' ä            .
      POSTEN : Wissenschaft und Technologie für die Entwicklung
      KENNZIFFER DES FINANZPLANS :              - Aerztliche Versorgung ^ Gesund­
                                          ;   '     heitswesen und Ernährung in tropi­
                                                    schen Gebieten
3.    RECHTSGRUNDLAGE
      Von der Kommission                    gebilligter Programnworschlag .
4.    BESCHREIBUNG . ZWECK UND BEGRUENDUNG DES VORHABENS
4.1 . Beschreibung            ,
      Das Programm gliedert sich in folgende Themen :                                :
      - ärztliche Versorgung und Gesundheitswesen
      - Ernährung
      - Ausbi Ldung
                                ' *              \
4.2 . Ziele
      Koordinierung und Beteiligung an Forschungsarbeiten , die im Wege von
      Verträgen zwischen der Kommission und den auf dem Gebiet der Tropen-
      medizin , des Gesundheitswesens und des Ernährungswesens spezialisierten
      Stellen der Mitgliedstaaten durchgeführt werden .
4.3 , Begründung                            ■
      Bislang sind die Forschungsarbeiten im Hinblick auf eine Bekämpfung der
      infektiösen T ropenkrankhei ten , von denen die Bevölkerung weiter Gebiete
      heimgesucht wird, nicht so intensiv betrieben worden , als dass sie zu
      sicheren und allgemein anwendbaren Heilverfahren geführt hätten . Die
      Probleme der genetischen Faktoren , die die Prädisposition zu Krankheiten
      mitbestimmten , die Gesundheit von Mutter und Kind und die Umwelthygiene erfordern
       eine 2usätz liehe Anstrengung . Nicht zuletzt verdienen die Aspekte Ernährung-
       Gesundheit eine besondere Beachtung , damit die Krankheiten aufgrund von
       Protein- und Mi nera Inienge l definiert werden können , die zu physischen
       oder geistigen Schäden in den verschiedenen Alterstufen .des Kindes
       und des Erwachsenen führen .
 ---pagebreak---                                              -35-
    5.     FINANZIELLE AUSWIRKUNG DES VORHABENS AUF DIE I NT E R VG NT 1 0 N SM I TT E L­
           ( einschliesslich der Personalausgaben und der Ausgaben für den Ver-
           waltungs- und_ technischen Betrieb).
    5.1 . Gesamtkosten während der vorgesehenen Laufzeit               ;        *10.0 MioECU
    5.2 . Finanzierungsantei le :
            - aus dem Haushalt der Gemeinschaft                            . , 10,0 MioECU
            - aus den einzelstaatlichen Haushalten ,
            - aus anderen Sektoren auf nationaler Ebene .
                                    » 4 -.      < •
     5.3 . Fälligkeitsplan
     5.3 . 1 . Verpflichtungsermächtigung
                                                                                         in ECU
Art der
                      1982         1983         1984             1985             -   ƒ    INSGESAMT
Ausgaben
Personal             217.000      233,000       254.000          274.000                      980.000
Verwaltung            49.000       53.000         57.000          61.000      1   M           220.000
Verträge         , 2.734.000  . 3.712.000     1.689.000     , 665.000                       8.800.000
 Insgesamt       - 3.000.000    4.000.000    2.000.000      1 ". 000.000          -
                                                                                           10.000.000
     5.3 . 2 . Zahlungsermâchtigungen                             1
                                                                                             in ECU
 Art der
                     1982     1983         1984        1985           1986          1987      INSGESAMT
 Ausgaben
Personal           217.000      235.000    254.000       274.000                                980.000
Verwaltung          49.000       53.000     57.000        61,000                      mm        220.000
Verträge           684.000   1.750.000 2.349,000      2.060.000 1.218.000          739.000    8.800.000
Insgesamt          950.000   2.038.000 2.660.000      2.395.000 1.218.000          739.000   1,0.000.000
 ---pagebreak---                                                                 l
                                           -36-
5.4.         Berechnungsmethode
5.4.1 . Personalausgaben
            Der Bedarf wurde auf der Grundlage der för dieses Programm benötigten
            Bediensteten veranschlagt :             •
                        2 Bedienstete der Laufbahngruppe A
                         1 Bediensteter der Laufbahngruppe B
                         1 Bediensteter der Laufbahngruppe C
                                                         /
            Abgesehen davon wurde bei den Berechnungen die für die Aufstellung
            des Vorentwurfs des Haushaltsplans 1982 in Anschlag gebrachte Ent­
            wicklung der Dienstbezüge des Personals der Kommission berücksich­
            tigt , indem für die fotgenden Jahre eine Erhöhung des Ausgabenvolu­
            mens vorgesehen wurde , die der zur Aufstellung der dreijährigen Vor­
        *   ausschauen zugrunde gelegten Preisentwicklung in der Gemeinschaft
            entspricht - nähmlich 8 Z jährlich .
5 . 4 . 2 . Verwaltungsausgaben und A usgaben für, den laufenden tec hn i schen
            Bet rie b
            Veranschlagt sind insbesondere die Ausgaben für Dienstreisen und die
            Veranstaltung von Sitzungen . Sie fussen auf einem geschätzten
            Bedarfsdurchschnitt .
                                         «
5.4.3. Ausgaben f ür Verträge
            Veranschlagt ist die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den
            im Rahmen von Kostentei lungsverträgen durchgeführten Forschungen
            ( Studienverträge , Forschungsverträge usw .),. die mit den einschlä­
            gigen Unternehmen lind Laboratorien der Mitgliedstaaten zu schliessen
            sind . Da die Art der Themen und die Qualifikation der Vertragschlies-
            senden unterschiedlich sind , kann keine einheitliche Berechnungs­
            methode festgelegt werden . Bei der Bedarfsschätzung handelt es sich
            daher um eine Hypothese, die auf einer bestimmte Anzahl auszuhandeln­
            der Verträge und einer durchschnittlichen finanziellen Beteiligung
            der Gemeinschaft an diesen Verträgen in Höhe von 50 X fusst . Auf
            jeden Fall wird der Beratende Programmausschuss zu der Mittelver-
            wendung gehört und der AWTS informiert .
6 . FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN AUF DIE PERSONAL - UND VERWALTUNGSAUSGABEN :
       ( siehe oben unter Punkt 5 ).
7 . FINANZIERUNG DER AUSGABEN
       Die Mittel sind in den künftigen Haushaltsplänen einzusetzen .
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" 8. AUSWIRKUNG AUF DIE EINKUENFTE
     - Gemeinsch'aftss teuer auf die Gehältsr der Beamten ,
     - Beiträge der Beamten zur Versorgungsordnung ,,
  9. VORGESEHENE KONTROLLEN
     - Verwaltungskontrcllen durch die GD " Finanzkontrolle" hinsicht­
       lich der Ausführung des Haushaltsplans und der Rechtmässigkeit
       und Ordnung smä ss igl'.eit der Ausgaben sowie durch die Dienststelle
       " Verwaltung der Verträge " der GD XII ..
     - wissenschaftliche Kontrollen ; Zuständige Beamte der GD KU
                r                         Seratender Programmausschuss