CELEX: 62004TJ0186
Language: de
Date: 2005-06-15
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Zweite Kammer) vom 15. Juni  2005. # Spa Monopole, compagnie fermière de Spa SA/NV gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Gemeinschaftsmarke - Widerspruchsverfahren - Anmeldung der Gemeinschaftswortmarke SPAFORM - Ältere Wortmarken SPA und SPA THERMES - Teilweise Zurückweisung des Widerspruchs - Regel 18 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 2868/95. # Rechtssache T-186/04.

Rechtssache T-186/04
      Spa Monopole, compagnie fermière de Spa SA/NV
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
      „Gemeinschaftsmarke – Widerspruchsverfahren – Anmeldung der Gemeinschaftswortmarke SPAFORM – Ältere Wortmarken SPA und SPA THERMES – Teilweise Zurückweisung des Widerspruchs – Regel 18 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 2868/95“
      Urteil des Gerichts (Zweite Kammer) vom 15. Juni 2005 
      Leitsätze des Urteils
      Gemeinschaftsmarke – Bemerkungen Dritter und Widerspruch – Prüfung des Widerspruchs – Verpflichtung des Widersprechenden,
            die ältere Marke eindeutig erkennbar zu machen – Umfang – Keine Verpflichtung zur Wiedergabe der älteren Marke 
      (Verordnung Nr. 2868/95 der Kommission, Artikel 1 Regeln 15 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer vi und 18 Absatz 1)
      In Regel 18 Absatz 1 der Verordnung Nr. 2868/95 zur Durchführung der Verordnung Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke heißt
         es: „[L]ässt die Widerspruchsschrift nicht eindeutig erkennen, gegen welche Anmeldung sich der Widerspruch richtet oder welches
         die ältere Marke oder welches das ältere Zeichen ist, aufgrund deren Widerspruch erhoben wird, so weist das Amt den Widerspruch
         als unzulässig zurück, sofern die Mängel nicht vor Ablauf der Widerspruchsfrist beseitigt worden sind.“ 
      
      Diese Regel ist so auszulegen, dass die ältere Marke, aufgrund deren Widerspruch erhoben wird, so eindeutig zu erkennen sein
         muss, dass sie vor Ablauf der Widerspruchsfrist identifiziert werden kann. Die Angabe der Eintragungsnummer der betreffenden
         Marke und des Mitgliedstaats, in dem sie eingetragen wurde, lässt diese im Sinne der genannten Vorschrift eindeutig erkennen.
      
      Dagegen kann aus Regel 15 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer vi der Durchführungsverordnung betreffend den Inhalt der Widerspruchsschrift
         keine Verpflichtung zur Wiedergabe der älteren Marke im Rahmen von Regel 18 Absatz 1 dieser Verordnung abgeleitet werden.
      
      (vgl. Randnrn. 42, 46-47, 49)
URTEIL DES GERICHTS (Zweite Kammer)
      15. Juni 2005 (*)
      
      „Gemeinschaftsmarke – Widerspruchsverfahren – Anmeldung der Gemeinschaftswortmarke SPAFORM – Ältere Wortmarken SPA und SPA THERMES – Teilweise Zurückweisung des Widerspruchs – Regel 18 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 2868/95“
      In der Rechtssache T‑186/04
      Spa Monopole, compagnie fermière de Spa SA/NV, mit Sitz in Spa (Belgien), Prozessbevollmächtigte: L. de Brouwer, E. Cornu, É. De Gryse und D. Moreau,
      
      Klägerin,
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch G. Schneider als Bevollmächtigten,
      
      Beklagter,
      andere Beteiligte im Verfahren vor der Beschwerdekammer des HABM und Streithelferin im Verfahren vor dem Gericht: 
      Spaform Ltd mit Sitz in Southampton (Vereinigtes Königreich), Prozessbevollmächtigte: J. Gardner und A. Howard, Barristers,
      
      betreffend eine Klage gegen die Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des HABM vom 25. Februar 2004 (Sache R 827/2002‑4)
         in dem Widerspruchsverfahren zwischen der Spa Monopole, compagnie fermière de Spa SA/NV, und der Spaform Ltd
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZ DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Zweite Kammer)
      
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J. Pirrung sowie der Richter N. J. Forwood und S. Papasavvas,
      Kanzler: B. Pastor, Hilfskanzler,
      aufgrund der am 25. Mai 2004 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klageschrift,
      aufgrund der am 13. Oktober 2004 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung des HABM,
      aufgrund der am 7. Oktober 2004 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung der Streithelferin,
      auf die mündliche Verhandlung vom 1. Februar 2005
      folgendes
      Urteil
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1       Am 5. August 1997 meldete die Streithelferin gemäß der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die
         Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1) in ihrer geänderten Fassung beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken,
         Muster und Modelle) (HABM) eine Gemeinschaftsmarke an.
      
      2       Bei der angemeldeten Marke handelt es sich um das Wortzeichen SPAFORM.
      3       Die Waren, für die die Marke angemeldet wurde, gehören zu den Klassen 7, 9 und 11 im Sinne des Abkommens von Nizza vom 15.
         Juni 1957 über die internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken in seiner revidierten
         und geänderten Fassung und sind wie folgt beschrieben:
      
      –       „Pumpen, Druckregler, Druckventile“ der Klasse 7;
      –       „Geräte und Instrumente zur Druckmessung“ der Klasse 9;
      –       „Badewannen; Whirlpool-Badewannen; Heilbäder, Waschbecken; mit Druckstrahldüsen ausgestattete Badeeinrichtungen; Duschen;
         Wasserrohre“ der Klasse 11.
      
      4       Die Anmeldung wurde im Blatt für Gemeinschaftsmarken Nr. 55/1998 vom 27. Juli 1998 veröffentlicht.
      
      5       Am 27. Oktober 1998 legte die Klägerin Widerspruch gegen die Eintragung der angemeldeten Marke ein.
      6       Der Widerspruch wurde insbesondere auf die Marken SPA THERMES und SPA gestützt, die Gegenstand folgender Eintragungen sind:
      –       Eintragung Nr. 555 229 vom 26. Juli 1994 der Marke SPA THERMES in den Benelux-Staaten für folgende Waren und Dienstleistungen:
      –       „Wasch- und Bleichmittel; Putz-, Polier-, Fettentfernungs- und Schleifmittel; Seifen; Parfümerien, ätherische Öle, Mittel
         zur Körper- und Schönheitspflege, Haarwässer; Zahnputzmittel“ der Klasse 3;
      
      –       „Beleuchtungs-, Heizungs-, Dampferzeugungs-, Koch-, Kühl-, Trocknungs-, Ventilations-, Wasserverteilungs- und Sanitäranlagen
         einschließlich Anlagen zur Verteilung, Aufbereitung, Reinigung und Filterung von Wasser“ der Klasse 11;
      
      –       „Dienstleistungen im Rahmen eines Thermalbades einschließlich Gesundheitspflegedienste; Bäder, Duschen, Massagen“ der Klasse
         42;
      
      –       Eintragung Nr. 389 230 vom 21. Februar 1983 der Marke SPA in den Benelux-Staaten für „Mineralwässer und kohlensäurehaltige
         Wässer und andere alkoholfreie Getränke; Sirupe und andere Präparate für die Zubereitung von Getränken“ der Klasse 32.
      
      7       Die Widerspruchsschrift enthielt keine Wiedergabe dieser zweiten Marke. Außerdem berief sich die Klägerin auf „die Bekanntheit
         ihrer Marken für die Waren [der] Klasse 32 in den Benelux-Staaten“.
      
      8       Zur Begründung ihres Widerspruchs berief sich die Klägerin bezüglich der Eintragung Nr. 555 229 auf Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe
         b der Verordnung Nr. 40/94. Bezüglich der Eintragung Nr. 389 230 berief sie sich außerdem auf Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung.
      
      9       Am 4. Oktober 2000 forderte die Widerspruchsabteilung die Klägerin auf, zur Stützung ihres Widerspruchs Tatsachen, Nachweise
         oder Erklärungen vorzulegen, und teilte ihr mit, dass eine eingehende Prüfung der Widerspruchsschrift ergeben habe, dass der
         Widerspruch bezüglich des Artikels 8 Absatz 5 der Verordnung Nr. 40/94 unzulässig sei, da er das Zeichen der bekannten Marke
         nicht habe erkennen lassen und keine Eintragungsurkunde beigefügt worden sei, mit der die Marke hätte identifiziert werden
         können.
      
      10     Am 1. Dezember 2000 legte die Klägerin der Widerspruchsabteilung die Kopie der Eintragung vor, auf die sie sich zur Stützung
         ihres Widerspruchs nach Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung Nr. 40/94 bezogen hatte.
      
      11     Mit Entscheidung vom 31. Juli 2002 wies die Widerspruchsabteilung den Widerspruch mit der Begründung zurück, dass der auf
         Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung 40/94 gestützte Antrag unzulässig sei. Sie stützte sich dabei auf Artikel 42 der Verordnung
         Nr. 40/94 und auf Regel 18 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 2868/95 der Kommission vom 13. Dezember 1995 zur Durchführung
         der Verordnung Nr. 40/94 (ABl. L 303, S. 1, im Folgenden: Durchführungsverordnung). Die dem HABM bei Ablauf der Widerspruchsfrist,
         hier am 27. Oktober 1998, zur Verfügung stehenden Informationen hätten nämlich nicht ausgereicht, um die ältere bekannte Marke
         zu identifizieren. Im Übrigen entschied die Widerspruchsabteilung, dass keine Verwechslungsgefahr im Sinne von Artikel 8 Absatz
         1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 zwischen der angemeldeten Marke und der älteren Marke SPA THERMES bestehe.
      
      12     Am 30. September 2002 legte die Klägerin gegen diese Entscheidung beim HABM Beschwerde nach den Artikeln 57 bis 59 der Verordnung
         Nr. 40/94 ein.
      
      13     Mit Entscheidung vom 25. Februar 2004 (im Folgenden: angefochtene Entscheidung) wies die Vierte Beschwerdekammer des HABM
         die Beschwerde der Klägerin zurück. Die Beschwerdekammer war der Auffassung, dass das auf Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung
         Nr. 40/94 beruhende Eintragungshindernis nicht geprüft werden müsse, da der Widerspruch insoweit unzulässig sei. Sie stellte
         fest, dass „das fragliche eingetragene Zeichen nicht wiedergegeben wurde“. Im Übrigen entschied die Vierte Beschwerdekammer,
         dass keine Verwechslungsgefahr im Sinne von Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 zwischen der Marke SPAFORM
         und der älteren Marke SPA THERMES bestehe.
      
       Anträge der Beteiligten
      14     Die Klägerin beantragt,
      –       die angefochtene Entscheidung aufzuheben;
      –       dem HABM die Kosten aufzuerlegen.
      15     Das HABM beantragt,
      –       dem Antrag der Klägerin auf Aufhebung der angefochtenen Entscheidung stattzugeben;
      –       jeder Partei ihre eigenen Kosten aufzuerlegen.
      16     Die Streithelferin beantragt,
      –       die angefochtene Entscheidung zu bestätigen;
      –       die Klage insgesamt abzuweisen;
      –       der Klägerin die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
      17     In der mündlichen Verhandlung hat die Streithelferin beantragt, dem HABM die Kosten der mündlichen Verhandlung aufzuerlegen,
         da sie nicht erschienen wäre, wenn das HABM die Abweisung der Klage beantragt hätte.
      
       Entscheidungsgründe
       Zu den Anträgen des HABM
      18     Das HABM beantragt, dem Antrag der Klägerin auf Aufhebung der angefochtenen Entscheidung stattzugeben. Es verweist auf das
         Urteil des Gerichtshofes vom 12. Oktober 2004 in der Rechtssache C‑106/03 P (Vedial/HABM, Slg. 2004, I-0000, Randnrn. 26 und
         27). In diesem Urteil habe der Gerichtshof entschieden, dass das HABM nach Artikel 133 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts
         in dem Verfahren vor dem Gericht Beklagter und nicht befugt sei, die Vorgaben des Rechtsstreits zu ändern, wie sie sich aus
         den Anträgen und dem Vorbringen des Anmeldenden und des Widersprechenden ergäben. Dennoch ist das HABM der Ansicht, es könne
         nicht verpflichtet sein, systematisch jede angefochtene Entscheidung einer Beschwerdekammer zu verteidigen. Insoweit verweist
         es auf das Urteil des Gerichts vom 30. Juni 2004 in der Rechtssache T‑107/02 (GE Betz/HABM – Atofina Chemicals [BIOMATE],
         Slg. 2004, II-0000, Randnrn. 29 ff.).
      
      19     Das Gericht weist darauf hin, dass das HABM in einem Verfahren über die Klage gegen eine Entscheidung, die eine Beschwerdekammer
         im Rahmen eines Widerspruchsverfahrens erlassen hat, nicht befugt ist, durch seine vor dem Gericht gestellten Anträge die
         Vorgaben des Rechtsstreits zu ändern, wie sie sich aus den Anträgen des Anmeldenden und des Widersprechenden ergeben (vgl.
         Rechtsmittelurteil Vedial/HABM, Randnr. 26, mit dem das Urteil des Gerichts vom 12. Dezember 2002 in der Rechtssache T‑110/01,
         Vedial/HABM – France Distribution [HUBERT], Slg. 2002, II‑5275, bestätigt wurde).
      
      20     Aus dieser Rechtsprechung ergibt sich aber nicht, dass das HABM verpflichtet wäre, die Abweisung einer Klage gegen eine Entscheidung
         einer seiner Beschwerdekammern zu beantragen. Zwar verfügt das HABM nicht über die erforderliche Aktivlegitimation zur Erhebung
         einer Klage gegen eine Entscheidung einer Beschwerdekammer, doch es kann umgekehrt nicht verpflichtet sein, systematisch jede
         angefochtene Entscheidung einer Beschwerdekammer zu verteidigen oder zwingend die Abweisung jeder gegen eine solche Entscheidung
         gerichteten Klage zu beantragen (Urteil BIOMATE, Randnr. 34).
      
      21     Daher kann das HABM, wie im vorliegenden Fall, ohne die Vorgaben des Rechtsstreits zu ändern, beantragen, dem Antrag der Klägerin
         auf Aufhebung der angefochtenen Entscheidung stattzugeben.
      
       Zur Sache
      22     Die Klägerin stützt ihre Klage auf einen einzigen Grund, mit dem eine Verletzung der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung
         geltend gemacht wird.
      
       Vorbringen der Beteiligten
      23     Die Klägerin trägt vor, der von der Widerspruchsabteilung und der Vierten Beschwerdekammer des HABM begangene Verstoß betreffe
         nur die Anwendung der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung. Zu prüfen sei daher, ob die Widerspruchsschrift die ältere
         bekannte Widerspruchsmarke eindeutig habe erkennen lassen oder nicht.
      
      24     Sie räumt ein, die Widerspruchsschrift habe keine „Wiedergabe“ des Zeichens enthalten, das Gegenstand der Eintragung der bekannten
         Widerspruchsmarke gewesen sei. Dennoch hätten die Angabe der Benelux-Staaten als Gebiet der Eintragung, die Angabe der Nummer
         und des Datums der Eintragung sowie die Angabe der bezeichneten Waren die Eintragung genau erkennen lassen.
      
      25     Die Klägerin trägt vor, die Widerspruchsschrift, die von ihrem Anwalt am 27. Oktober 1998 bei der Widerspruchsabteilung des
         HABM eingereicht worden sei, habe auf Seite 5 in den Feldern 69, 70 und 71 des Formulars, die eine „ältere bekannte Marke“
         betreffen, folgende Angaben enthalten:
      
      –       „Bekanntheit: in einem Mitgliedstaat“;
      –       „Mitgliedstaat: Benelux (Eintragung Nr. 389 230 vom 21. Februar 1983)“;
      –       „Der Widerspruch beruht auf: Klasse 32: Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer und andere alkoholfreie Getränke; Sirupe
         und andere Präparate für die Zubereitung von Getränken“.
      
      26     Außerdem ergebe sich aus den anderen Feldern der Widerspruchsschrift, insbesondere denen, die die „Gründe“ auf Seite 6 beträfen,
         dass „eine Verwechslungsgefahr und die Gefahr [besteht], dass die Gemeinschaftsmarke SPAFORM mit den Widerspruchsmarken SPA,
         die auf den Namen der [Klägerin] [eingetragen] sind, gedanklich in Verbindung gebracht wird“; außerdem heiße es in Nummer
         3 auf Seite 6 der Widerspruchsschrift, dass „den Marken [der Klägerin] für Waren [der] Klasse 32 … in Benelux Wertschätzung
         entgegengebracht [wird]“.
      
      27     Die Klägerin ist der Auffassung, dass Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung nicht verlange, dass die Widerspruchsmarke
         „wiedergegeben“ werde. Dadurch, dass die Beschwerdekammer eine „Wiedergabe“ der Widerspruchsmarke verlangt habe, während die
         Regel nur fordere, dass die Widerspruchsschrift sie „eindeutig erkennen“ lasse, habe die Beschwerdekammer strengere Voraussetzungen
         aufgestellt, als sie von dieser Bestimmung gefordert würden.
      
      28     Die Anforderungen der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung seien vorliegend erfüllt worden. Vorrangiges Ziel der
         Regel 18 Absatz 1 der Verordnung sei es, dem Gemeinschaftsmarkenanmelder, der im Widerspruchsverfahren Gegner des Widersprechenden
         sei, die Möglichkeit zu geben, seine Verteidigungsrechte auszuüben, indem er in den Stand versetzt werde, festzustellen, welche
         Rechte ihm entgegengehalten würden.
      
      29     Im vorliegenden Fall sei dieses Ziel erreicht worden. Da die bekannte Widerspruchsmarke durch die vollständige Nennung der
         Eintragungsangaben eindeutig identifiziert worden sei, könne der Gemeinschaftsmarkenanmelder, der im Widerspruchsverfahren
         Gegner des Widersprechenden sei, die Grundlagen des Widerspruchs leicht erkennen und überprüfen.
      
      30     Die Klägerin macht auch geltend, die in der angefochtenen Entscheidung aufgestellten Anforderungen stünden nicht in Übereinstimmung
         mit der früheren Praxis der Beschwerdekammern des HABM zur Anwendung der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung und
         insbesondere der Entscheidung der Dritten Beschwerdekammer vom 6. März 2002 (Sache R 870/2001-3, Bridgewater/Bridgewater).
      
      31     Das HABM trägt vor, die eindeutige Identifizierung des älteren Rechts nach Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung sei
         eine absolute Zulässigkeitsvoraussetzung des Widerspruchs. Es sei nicht möglich, die fehlende Identifizierung der älteren
         Marke zu heilen, und die Widerspruchsabteilung sei nicht verpflichtet, den Widersprechenden aufzufordern, den Mangel zu beheben.
         Das HABM weist auch auf Richtlinien zum Widerspruchsverfahren vom 10. Mai 2004 hin, in denen in Kapitel 1, Abschnitt 1.A.VI.,
         zwischen „absoluten“ und „relativen“ Identifizierungselementen unterschieden werde. Wenn ein absolutes Identifizierungselement
         fehle, könne die ältere Marke nicht identifiziert werden und daher nicht als Grundlage für den Widerspruch dienen. Absolute
         Identifizierungselemente seien die Eintragungs-/Anmeldenummern der älteren Marke. Bei den relativen Identifizierungselementen
         handele es sich um die Wiedergabe der Marke, die Art der Marke, die Waren und Dienstleistungen und sonstige Angaben wie den
         Anmeldetag oder den Tag der Eintragung. Bezüglich der relativen Identifizierungselemente sei dem Widersprechenden eine Frist
         von zwei Monaten einzuräumen, um eventuelle Mängel zu beheben.
      
      32     Das HABM ist der Ansicht, unter Berücksichtigung der betroffenen Interessen sei die Rechtsauffassung der Vierten Beschwerdekammer
         bezüglich der Mindestanforderungen zur Identifizierung der älteren Marke, hier einer Wortmarke, zu streng gewesen. Die Entscheidung
         der Beschwerdekammer sei daher nicht durch Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung gerechtfertigt. Die Widerspruchsabteilung
         und die Beschwerdekammer hätten die Angabe der Eintragungsnummer und des betreffenden Mitgliedstaats als ausreichend für die
         Identifizierung der älteren Marke erachten müssen. Es hätte daher genügt, wenn die Widerspruchsabteilung ergänzende Angaben
         nach Regel 18 Absatz 2 der Durchführungsverordnung verlangt hätte.
      
      33     Die Widerspruchsabteilungen und die Beschwerdekammern hätten anfänglich nicht immer eine einheitliche Linie bezüglich der
         Elemente verfolgt, die zur eindeutigen Identifizierung des älteren Widerspruchsrechts erforderlich seien. Einige Beschwerdekammern
         hätten einen restriktiven Ansatz verfolgt (z. B. Entscheidung der Zweiten Beschwerdekammer vom 25. Februar 2002 in der Sache
         R 1184/2000-2 [P 51 Mustang/Ford Mustang] und Entscheidung Bridgewater/Bridgewater). Diese Entscheidungen hätten jedoch ältere
         Rechte betroffen, die nicht eingetragen gewesen seien, und es gebe widersprechende Entscheidungen der Beschwerdekammern (z. B.
         Entscheidung der Zweiten Beschwerdekammer vom 19. Dezember 2003 in der Sache R 704/2002-2 [Myo Max by CEFAR/cefar-centro de
         estudos de farmacoepidemiologia]). Schließlich wiesen auch die Richtlinien für das Widerspruchsverfahren in diese Richtung.
         
      
      34     Die Streithelferin weist auf die Anforderungen an den Inhalt der Widerspruchsschrift in Regel 15 Absatz 2 der Durchführungsverordnung
         hin, wonach „die Widerspruchsschrift … eine Wiedergabe und gegebenenfalls eine Beschreibung der älteren Marke oder des älteren
         Rechts [enthalten muss]“. Regel 15 Absatz 2 der Durchführungsverordnung verlange also ausdrücklich, dass die Widerspruchsschrift
         eine Wiedergabe der älteren Marke, d. h. mehr als ihre einfache Beschreibung, enthalte. Daher könne die Klägerin dem HABM
         nicht vorwerfen, es habe eine zusätzliche Zulässigkeitsvoraussetzung für den Widerspruch aufgestellt, da sich diese Anforderung
         ausdrücklich aus der Durchführungsverordnung ergebe.
      
      35     Nach der früheren Praxis des HABM und insbesondere der Entscheidung der Ersten Beschwerdekammer vom 4. März 2002 in der Sache
         R 662/2001-1 (ORANGEX/Orange X-PRESS, Randnr. 21) müsse jede Widerspruchsschrift „hinreichend klar und genau sein, um nicht
         zu Missverständnissen hinsichtlich ihres Inhalts und ihres Umfangs zu führen“. In der Entscheidung der Widerspruchsabteilung
         vom 6. Juli 2004 in der Sache Nr. 2218/2004 (Atlas Copco AB/The Black & Decker Corp.) heiße es: „Die Mindestanforderungen
         dafür, dass eine ältere Marke oder ein älteres Recht als eindeutig identifiziert gelten können, sind die Wiedergabe der Marke
         oder des Zeichens, die Angabe des Staats, in dem die Marke eingetragen oder angemeldet wurde oder in dem das frühere Recht
         besteht, und die Eintragungs-/Anmeldenummer (in Bezug auf eine eingetragene Marke oder eine Markenanmeldung).“
      
      36     Darüber hinaus macht die Streithelferin geltend, dass Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung, anders als Regel 18 Absatz
         2 der Verordnung, das HABM nicht verpflichte, den Widersprechenden aufzufordern, die in diesem Absatz aufgeführten Mängel
         zu beheben (Entscheidung der Ersten Beschwerdekammer vom 9. Januar 2004 in der Sache R 129/2003‑1 [Weekenders Worldwide Trade
         and Service Kft/Gregor Kohlruss, Randnr. 24]).
      
      37     Diese Mängel könnten nur vor Ablauf der Widerspruchsfrist beseitigt werden. Daher sei das HABM nicht verpflichtet, Informationen
         zu berücksichtigen, die nach diesem Datum eingereicht würden. Die Streithelferin verweist insoweit auf das Urteil des Gerichts
         vom 13. Juni 2002 in der Rechtssache T‑232/00 (Chef Revival USA/HABM – Massagué Marín [Chef], Slg. 2002, II‑2749, Randnrn.
         34 und 36), in dem festgestellt werde: „Entspricht die Widerspruchsschrift nicht den in Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung
         genannten Zulässigkeitsvoraussetzungen, so wird der Widerspruch als unzulässig zurückgewiesen, wenn die Mängel nicht noch
         vor Ablauf der Widerspruchsfrist behoben werden.“
      
      38     Die Klägerin habe die Begründung der Beschwerdekammer stark vereinfacht dargestellt. Aus den Randnummern 2, 3 und 13 der angefochtenen
         Entscheidung ergebe sich erstens, dass die Klägerin in die Widerspruchsschrift weder eine Wiedergabe der Marke SPA THERMES
         noch deren Eintragungsurkunde aufgenommen habe, zweitens, dass sie nur Informationen bezüglich einer der älteren Marken eingereicht
         habe, obwohl sich die Widerspruchsschrift auf mehrere Marken für Waren der Klasse 32 beziehe, und drittens, dass die Widerspruchsfrist
         am 27. Oktober 1998 abgelaufen sei. Die Klägerin habe aber die erforderlichen Informationen bis zu diesem Datum nicht vorgelegt,
         wie es von Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung verlangt werde. Sie habe vor dem 1. Dezember 2000 nämlich weder eine
         Eintragungsurkunde noch eine Wiedergabe der fraglichen älteren Marke eingereicht.
      
      39     Die Streithelferin trägt außerdem vor, die Klägerin habe vor der Vierten Beschwerdekammer des HABM eingeräumt, dass eine eindeutige
         Identifizierung der fraglichen älteren Marke nicht mit einer einfachen Identifizierung gleichzusetzen sei. Vernünftigerweise
         könne der Widersprechende nicht erwarten, dass das HABM Nachforschungen im Register des betreffenden Mitgliedstaats durchführe,
         um diese Marke zu identifizieren, obwohl der Widersprechende über diese Information verfüge. Die Identifizierung der Marke
         solle die Beschwerdekammer des HABM nämlich in die Lage versetzen, die ihr vorliegenden Streitigkeiten zu entscheiden. Die
         Aufgabe des HABM sei es, auf der Grundlage einer eindeutigen Identifizierung des älteren Widerspruchsrechts zu bestimmen,
         ob eine – dem ersten Anschein nach ordnungsgemäße – Anmeldung zurückzuweisen sei. Die Widerspruchsschrift solle diese Aufgabe
         erleichtern.
      
      40     Ziel der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung sei es nicht nur, den Anmelder der Marke, gegen die Widerspruch eingelegt
         worden sei, zu informieren, sondern auch, das HABM über Sachverhaltsaspekte im Zusammenhang mit dem Widerspruch zu informieren
         und es dadurch in die Lage zu versetzen, die Streitigkeit zu entscheiden. Dieses von Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung
         bezweckte Ziel habe die Klägerin nicht erreicht.
      
      41     Schließlich trägt die Streithelferin vor, die Widerspruchsabteilung habe den Widerspruch als unzulässig zurückgewiesen, weil
         „die Akten keine hinreichend eindeutigen Angaben über die Form der nicht eingetragenen Marke enthielten”. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      –        Zur Auslegung der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung
      42     In Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung heißt es: „[L]ässt die Widerspruchsschrift nicht eindeutig erkennen, gegen
         welche Anmeldung sich der Widerspruch richtet oder welches die ältere Marke oder welches das ältere Zeichen ist, aufgrund
         deren Widerspruch erhoben wird, so weist das Amt den Widerspruch als unzulässig zurück, sofern die Mängel nicht vor Ablauf
         der Widerspruchsfrist beseitigt worden sind.“
      
      43     Hierzu ist zu bemerken, dass die Klägerin im vorliegenden Fall die in den Benelux-Staaten unter der Nr. 389 230 eingetragene
         Wortmarke SPA, deren Bekanntheit sie zur Begründung ihres auf Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung Nr. 40/94 gestützten Widerspruchs
         geltend macht, in der Widerspruchsschrift nicht wiedergegeben hat. Daher ist zu prüfen, ob die von Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung
         geforderte eindeutige Erkennbarkeit eine Wiedergabe dieser Marke erforderlich macht.
      
      44     Zunächst ist festzustellen, dass die französische Fassung der Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung von einer „indication
         claire“ spricht („l’acte d’opposition n’indique pas clairement“), während in der englischen Fassung dieser Regel von einer
         „clear identification“ die Rede ist („the notice of opposition does not clearly identify“). Das Erfordernis einer einheitlichen
         Auslegung der Sprachfassungen einer Bestimmung des Gemeinschaftsrechts verlangt aber, falls diese voneinander abweichen, dass
         die fragliche Bestimmung anhand der allgemeinen Systematik und des Zweckes der Regelung ausgelegt wird, zu der sie gehört
         (Urteile vom 7. Dezember 1995 in der Rechtssache C‑449/93, Rockfon, Slg. 1995, I‑4291, Randnr. 28, und vom 24. Oktober 1996
         in der Rechtssache C‑72/95, Kraaijeveld u. a., Slg. 1996, I‑5403, Randnr. 28). Im vorliegenden Fall bezweckt die Regel 18
         Absatz 1 der Durchführungsverordnung, dass die ältere Widerspruchsmarke so eindeutig bezeichnet wird, dass das HABM und die
         andere Verfahrensbeteiligte sie identifizieren können. Angesichts dieses Zweckes führt die terminologische Abweichung zwischen
         den beiden Sprachfassungen nicht zu einem Widerspruch.
      
      45     Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Widerspruchsabteilung nach Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung nicht verpflichtet
         ist, den Widersprechenden aufzufordern, den Mangel der eindeutigen Erkennbarkeit der älteren Marke zu beseitigen.
      
      46     Darüber hinaus kann, entgegen dem Vorbringen der Streithelferin, in Ermangelung einer ausdrücklichen Verweisung aus Regel
         15 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer vi der Durchführungsverordnung keine Verpflichtung zur Wiedergabe der älteren Marke im Rahmen
         von Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung abgeleitet werden.
      
      47     Daraus folgt, dass Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung so auszulegen ist, dass die Widerspruchsschrift die ältere
         Marke, aufgrund deren Widerspruch erhoben wird, so eindeutig erkennen lässt, dass sie vor Ablauf der Widerspruchsfrist identifiziert
         werden kann.
      
      –       Zur eindeutigen Erkennbarkeit der Marke SPA
      48     Daher ist zu prüfen, ob die Widerspruchsschrift im vorliegenden Fall hinreichend genaue Angaben enthielt, um die in den Benelux-Staaten
         unter der Nr. 389 230 eingetragene Marke SPA eindeutig identifizieren zu können.
      
      49     Das Gericht stellt in dieser Hinsicht fest, dass die Angabe der Eintragungsnummer der Widerspruchsmarke und des Mitgliedstaats,
         in dem sie eingetragen wurde, diese im Sinne von Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung eindeutig erkennen lässt.
      
      50     Die Widerspruchsschrift enthielt die folgenden Angaben:
      –       „Bekanntheit: in einem Mitgliedstaat“;
      –       „Mitgliedstaat: Benelux (Eintragung Nr. 389 230 vom 21. Februar 1983)“;
      –       „Der Widerspruch beruht auf: Klasse 32: Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer und andere alkoholfreie Getränke; Sirupe
         und andere Präparate für die Zubereitung von Getränken“.
      
      51     Weiterhin stellt das Gericht fest, dass aus anderen Feldern der Widerspruchsschrift, insbesondere denen, die die Widerspruchsgründe
         betreffen, hervorgeht, dass „eine Verwechslungsgefahr und die Gefahr [besteht], dass die Gemeinschaftsmarke SPAFORM mit den
         Widerspruchsmarken SPA … gedanklich in Verbindung gebracht wird“, und dass „den Marken der SPA Monopole für Waren der Klasse
         32 … in den Benelux-Staaten Wertschätzung entgegengebracht [wird]“.
      
      52     Aufgrund dieser Tatsachen ist festzustellen, dass die Widerspruchsschrift die fragliche ältere Marke eindeutig erkennen ließ.
         Dieses Ergebnis wird durch die Argumente der Streithelferin nicht in Frage gestellt.
      
      53     Was zunächst das Vorbringen angeht, das sich auf eine Verwechslung der Widerspruchsmarken stützt, so ergibt sich aus den Akten,
         dass sich die Klägerin im Rahmen von Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung Nr. 40/94 nicht auf die Marke SPA THERMES beruft, die
         in den Benelux-Staaten unter der Nr. 555 229 eingetragen wurde, sondern auf die in den Benelux-Staaten unter der Nr. 389 230
         eingetragene Marke SPA. Im Übrigen führt der Hinweis auf mehrere Marken in der Widerspruchsschrift nicht zu einer Verwechslung,
         da dort zwar mehrere Marken SPA erwähnt sind, jede von ihnen aber mit einer eigenen Eintragungsnummer bezeichnet ist.
      
      54     Zum weiteren Vorbringen, mit dem geltend gemacht wird, dass die Klägerin die Eintragungsurkunde der Marke SPA nicht vorgelegt
         habe, genügt der Hinweis, dass Regel 18 Absatz 1 der Durchführungsverordnung für die eindeutige Angabe der älteren Marke nicht
         die Vorlage der Eintragungsurkunde verlangt (vgl. oben, Randnr. 49). Dieses Ergebnis wird durch Regel 16 Absatz 2 der Durchführungsverordnung
         gestützt, in der es heißt: „Beruht der Widerspruch auf einer älteren Marke, die keine Gemeinschaftsmarke ist, so ist der Widerspruchsschrift
         nach Möglichkeit ein Nachweis über die Eintragung oder Anmeldung, z. B. eine Urkunde der Eintragung, beizufügen.“ Ein Verstoß
         gegen diese Regel kann jedoch, wie im vorliegenden Fall, nach Absatz 3 innerhalb einer Frist nach Beginn des Widerspruchsverfahrens
         behoben werden.
      
      55     Zum übrigen Vorbringen, das sich auf die frühere Praxis der Beschwerdekammern stützt, verweist das Gericht darauf, dass die
         Entscheidungspraxis des HABM die Gemeinschaftsgerichte nicht bindet (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 20. November
         2002 in den Rechtssachen T‑79/01 und T‑86/01, Bosch/HABM [Kit Pro und Kit Super Pro], Slg. 2002, II‑4881, Randnr. 32). Jedenfalls
         betreffen die von der Streithelferin angeführten Entscheidungen Marken, die nicht Gegenstand einer älteren Eintragung waren
         und deren Wiedergabe folglich unabdingbar war, um eine eindeutige Erkennbarkeit sicherzustellen. Dies ist hier jedoch nicht
         der Fall, da es sich bei der älteren Marke um eine eingetragene Wortmarke handelt, deren Eintragungsnummer und Eintragungsmitgliedstaat
         eindeutig angegeben wurden (vgl. oben, Randnr. 49).
      
      56     Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass der von der Klägerin geltend gemachte Klagegrund begründet ist. Daher ist die angefochtene
         Entscheidung insoweit aufzuheben, als sie den auf Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung Nr. 40/94 gestützten Widerspruch, mit
         dem das Bestehen der in den Benelux-Staaten unter der Nr. 389 230 eingetragenen Marke SPA geltend gemacht wird, für unzulässig
         erklärt.
      
       Kosten
      57     Nach Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da
         das HABM insoweit unterlegen ist, als die Entscheidung der Beschwerdekammer teilweise aufgehoben wurde, sind ihm gemäß dem
         Antrag der Klägerin deren Kosten aufzuerlegen. Da die Streithelferin unterlegen ist, trägt sie ihre eigenen Kosten.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
            vom 25. Februar 2004 (Sache R 827/2002-4) wird insoweit aufgehoben, als sie den auf Artikel 8 Absatz 5 der Verordnung (EG)
            Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke gestützten Widerspruch, mit dem das Bestehen der in
            den Benelux-Staaten unter der Nr. 389 230 eingetragenen Marke SPA geltend gemacht wird, für unzulässig erklärt. 
      2.      Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
      3.      Das HABM trägt seine eigenen Kosten und die Kosten der Klägerin.
      4.      Die Streithelferin trägt ihre eigenen Kosten.
      
               Pirrung
            
            
               Forwood
            
            
               Papasavvas
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 15. Juni 2005.
      
               Der Kanzler
            
             
            
                     Der Präsident
            
         
               H. Jung
            
             
            
                     J. Pirrung
            
         * Verfahrenssprache: Englisch.