CELEX: 51997PC0644
Language: de
Date: 1997-12-08
Title: Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Änderung der Richtlinie 82/714/EWG vom 4. Oktober 1982 über die technischen Vorschriften für Binnenschiffe

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51997PC0644

Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Änderung der Richtlinie 82/714/EWG vom 4. Oktober 1982 über die technischen Vorschriften für Binnenschiffe  /* KOM/97/0644 endg. - SYN 97/0335 */  

Amtsblatt Nr. C 105 vom 06/04/1998 S. 0001

Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Änderung der Richtlinie 82/714/EWG über die technischen Vorschriften für Binnenschiffe (98/C 105/01) (Text von Bedeutung für den EWR) KOM(97) 644 endg. - 97/0335 (SYN) (Von der Kommission vorgelegt am 9. Dezember 1997)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 75 Absatz 1,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,gemäß dem Verfahren des Artikels 189c des Vertrags, in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,in Erwägung nachstehender Gründe:Mit der Richtlinie 82/714/EWG des Rates vom 4. Oktober 1982 über die technischen Vorschriften für Binnenschiffe (1) wurden die Bedingungen für die Erteilung von Schiffszeugnissen in allen Mitgliedstaaten harmonisiert. Im Interesse der Sicherheit müssen diese Bedingungen an den technischen Fortschritt angepaßt werden. Hierbei müssen auch Veränderungen des Wasserstraßennetzes der Gemeinschaft berücksichtigt werden.Ab dem 1. Januar 1995 gelten die überarbeiteten Bedingungen und technischen Vorschriften für die Erteilung von Schiffszeugnissen gemäß Artikel 22 der Revidierten Rheinschiffahrtsakte. Aus Gründen des Wettbewerbs und der Sicherheit sollten Geltungsbereich und Inhalt dieser technischen Vorschriften für das gesamte Wasserstraßennetz der Gemeinschaft angepaßt werden.Es empfiehlt sich, daß die Gemeinschaftszeugnisse für Binnenschiffe, mit denen die vollständige Einhaltung der oben erwähnten technischen Vorschriften bescheinigt wird, für alle Wasserstraßen der Gemeinschaft gelten.Die Bedingungen für die Erteilung zusätzlicher Gemeinschaftszeugnisse durch die Mitgliedstaaten für den Verkehr auf den Wasserstraßen der Zonen 1 und 2 (Mündungsgebiete) sowie auf den Wasserstraßen der Zone 4 sollten in stärkerem Maße harmonisiert werden.Es empfiehlt sich, für schon in Dienst gestellte Schiffe, die noch kein Gemeinschaftszeugnis für Binnenschiffe besitzen, eine Übergangsregelung zu treffen, wenn sie einer ersten technischen Untersuchung im Rahmen der durch diese Richtlinie überarbeiteten technischen Vorschriften unterzogen werden müssen.Es empfiehlt sich, innerhalb bestimmter Grenzen und entsprechend der Kategorie des betreffenden Schiffes in jedem Einzelfall die Gültigkeitsdauer der Gemeinschaftszeugnisse festzulegen.Um eine schnellere Anpassung der Anhänge der Richtlinie an den technischen Fortschritt zu ermöglichen, müssen die zu diesem Zweck vorgesehenen Verfahren gemäß des Beschlusses des Rates 87/373/EWG (2) eingeführt werden.Die in der Richtlinie 76/135/EWG vom 20. Januar 1976 über die gegenseitige Anerkennung von Schiffsattesten für Binnenschiffe (3) enthaltenen Maßnahmen müssen weiterhin für die Schiffe gelten, die nicht von dieser Richtlinie abgedeckt werden -HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:Artikel 1Die Richtlinie 82/714/EWG wird wie folgt geändert:1. Der dritte Gedankenstrich von Artikel 1 wird wie folgt geändert:"- Zone 4: Die übrigen Wasserstraßen der Gemeinschaft der Liste in Anhang I Kapitel 3."2. Artikel 2 erhält folgende Fassung:"(1) Diese Richtlinie gilt für- Schiffe mit einer Länge von 20 m oder mehr;- Schiffe, bei denen das Produkt von L  7 B  7 T gemäß Anhang II Artikel 1.01 100 m³ oder mehr beträgt;- Schleppboote und Schubboote, die dazu gebaut sind, die im ersten Gedankenstrich aufgeführten Schiffe zu schleppen, zu schieben oder seitlich gekuppelt mitzuführen, einschließlich solcher, deren Länge 20 m nicht überschreitet oder bei denen das Produkt von L  7 B  7 T gemäß Anhang II Artikel 1.01 weniger als 100 m³ beträgt.(2) Diese Richtlinie gilt nicht für- Fahrgastschiffe, die zusätzlich zur Besatzung nicht mehr als 12 Fahrgäste befördern;- Fähren;- Wassersportfahrzeuge, deren Länge 24 m nicht überschreitet;- Dienstschiffe der Aufsichtsbehörden und Feuerlöschboote;- Militärschiffe;- Seeschiffe, einschließlich Seeschleppboote und -schubboote, die auf Seeschiffahrtsstraßen fahren oder halten oder die sich vorübergehend auf Binnenwasserstraßen aufhalten und die nachstehend aufgeführten gültigen Seefähigkeits- oder Sicherheitszeugnisse mit sich führen:- Zeugnis über die Einhaltung der Vorschriften des Internationalen Übereinkommens von 1974 zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS) oder ein gleichwertiges Zeugnis;- Zeugnis über die Einhaltung der Vorschriften des Internationalen Übereinkommens von 1966 über den Freibord oder ein gleichwertiges Zeugnis und ein IOPP-Zeugnis über die Einhaltung der Vorschriften des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL) in seiner geänderten Fassung,oder- für Fahrgastschiffe, die nicht unter eines dieser Übereinkommen fallen, ein gemäß der Richtlinie 98/. . ./EG des Rates erteiltes Zeugnis über Sicherheitsvorschriften und -normen für Fahrgastschiffe."3. Der erste und zweite Gedankenstrich von Artikel 3 erhalten folgende Fassung:"- auf den Wasserstraßen der Zone R ein gemäß Artikel 22 der Revidierten Rheinschiffahrtsakte erteiltes Schiffsattest oder ein nach dem 1. Juli 1998 gemäß Artikel 8 erteiltes Gemeinschaftszeugnis für Binnenschiffe, die den technischen Vorschriften des Anhangs II voll entsprechen, mit sich führen;- auf den Wasserstraßen der übrigen Zonen ein gemäß den Bestimmungen dieser Richtlinie und den technischen Vorschriften des Anhangs II erteiltes Gemeinschaftszeugnis für Binnenschiffe mit sich führen."4. Artikel 5 erhält folgende Fassung:"(1) Jeder Mitgliedstaat kann vorbehaltlich der Bestimmungen der Revidierten Rheinschiffahrtsakte und der Zustimmung der Kommission gemäß dem Verfahren des Artikels 19 Absatz 3 über die in Anhang II genannten Vorschriften hinaus weitere technische Vorschriften für Schiffe erlassen, die in seinem Gebiet auf Wasserstraßen der Zone 1 und 2 verkehren.Diese ergänzenden Vorschriften sind auf die in Anhang Va aufgeführten Bereiche beschränkt und müssen gemäß den darin enthaltenen Bestimmungen ausgearbeitet werden.(2) Die Übereinstimmung des Schiffes mit diesen ergänzenden Vorschriften wird auf dem Gemeinschaftszeugnis nach Artikel 3 oder - in dem in Artikel 4 Absatz 2 bezeichneten Fall - auf dem zusätzlichen Gemeinschaftszeugnis bescheinigt. Der Nachweis dieser Übereinstimmung muß auf den Wasserstraßen der Gemeinschaft der jeweiligen Zone anerkannt werden.(3) Jeder Mitgliedstaat kann vorbehaltlich der Zustimmung der Kommission und gemäß dem Verfahren des Artikels 19 Absatz 3 eine Einschränkung der technischen Vorschriften des Anhangs II für Schiffe gestatten, die in seinem Gebiet ausschließlich auf Wasserstraßen der Zone 4 verkehren. Eine solche Einschränkung betrifft nur die in Anhang Vb aufgeführten Bereiche. Entsprechen die technischen Merkmale eines Schiffes diesen eingeschränkten technischen Vorschriften, wird auf dem Gemeinschaftszeugnis oder - in dem in Artikel 4 Absatz 2 bezeichneten Fall - auf dem zusätzlichen Gemeinschaftszeugnis angegeben, daß dessen Gültigkeit auf die jeweiligen Wasserstraßen der Zone 4 beschränkt ist."5. Artikel 8 Absatz 2 werden folgende Unterabsätze hinzugefügt:"In den Fällen, in denen diese erste technische Untersuchung nach dem 1. Juli 1998 durchgeführt wird, muß eine Nichteinhaltung der technischen Vorschriften des Anhangs II im Gemeinschaftszeugnis angegeben werden. Sind die zuständigen Behörden der Ansicht, daß diese Unzulänglichkeiten keine ernsthafte Gefahr darstellen, kann das betreffende Schiff seinen Betrieb solange fortsetzen, bis die als unzulänglich ausgewiesenen Bauteile oder Bereiche des Schiffes ersetzt oder geändert worden sind. Danach müssen diese Bauteile oder Bereiche den Vorschriften des Anhangs II entsprechen.Die Ersetzung bestehender Bauteile durch identische Teile oder Teile von gleichwertiger Technologie und Bauart während routinemäßig durchgeführter Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten gilt nicht als Ersetzung im Sinne dieses Absatzes."6. Artikel 8 wird folgender Absatz hinzugefügt:"(4) Nach einer technischen Untersuchung, die nach Ablauf des gültigen Schiffszeugnisses, jedoch spätestens bis zum 30. Juni 2008 durchgeführt werden, muß um zu prüfen, ob das Schiff den technischen Vorschriften des Anhangs II entspricht, wird das Gemeinschaftszeugnis Schiffen erteilt, die ursprünglich vom Geltungsbereich dieser Richtlinie ausgeschlossen waren und diesem jetzt aufgrund der durch die Richtlinie 98/. . ./EG eingeführten Änderungen des Artikels 2 Absätze 1 und 2 unterliegen. Eine Nichteinhaltung dieser Vorschriften muß im Gemeinschaftszeugnis angegeben werden. Sind die zuständigen Behörden der Ansicht, daß diese Unzulänglichkeiten keine ernsthafte Gefahr darstellen, kann das betreffende Schiff seinen Betrieb solange fortsetzen, bis die als unzulänglich ausgewiesenen Bauteile oder Bereiche des Schiffes ersetzt oder geändert worden sind. Danach müssen diese Bauteile oder Bereiche den Vorschriften des Anhangs II entsprechen.Die Ersetzung bestehender Bauteile durch identische Teile oder Teile von gleichwertiger Technologie und Bauart während routinemäßig durchgeführter Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten gilt nicht als Ersetzung im Sinne dieses Absatzes."7. Artikel 11 erhält folgende Fassung:"(1) Die Gültigkeitsdauer des Gemeinschaftszeugnisses wird in jedem Einzelfall von der für die Erteilung des Zeugnisses zuständigen Behörde festgelegt. Die Gültigkeitsdauer darf für Fahrgastschiffe nicht mehr als 5 Jahre und für andere Schiffe nicht mehr als 10 Jahre betragen.(2) Jeder Mitgliedstaat kann in den in Artikel 12 und 16 dieser Richtlinie und in Kapitel 2.05 des Anhangs II aufgeführten Fällen vorläufige Gemeinschaftszeugnisse erteilen, deren Gültigkeitsdauer 6 Monate nicht überschreiten darf."8. Artikel 13 wird folgender Satz angefügt:"Für die Erneuerung der vor dem 1. Juli 1998 erteilten Gemeinschaftszeugnisse gelten die Übergangsbestimmungen des Kapitels 24 des Anhangs II."9. Der erste Satz des zweiten Unterabsatzes von Artikel 15 erhält folgende Fassung:"Nach dieser Untersuchung wird ein neues Zeugnis ausgestellt, in dem die technischen Merkmale des Schiffes aufgeführt sind, oder das bestehende Zeugnis wird entsprechend geändert."10. Artikel 19 erhält folgende Fassung:"(1) Alle Änderungen, die erforderlich sind, um die Anhänge der Richtlinie an den technischen Fortschritt oder an Entwicklungen in diesem Bereich anzupassen, die sich aus der Arbeit anderer internationaler Organisationen, insbesondere der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt ergeben, oder mit denen gewährleistet wird, daß die beiden in Artikel 3 erster Gedankenstrich aufgeführten Zeugnisse aufgrund der technischen Vorschriften erteilt werden, die ein gleichwertiges Sicherheitsniveau gewährleisten oder um die in Artikel 5 aufgeführten Fälle zu berücksichtigen, werden von der Kommission gemäß dem in den Absätzen 2 und 3 dieses Artikels festgelegten Verfahren verabschiedet.(2) Die Kommission wird von dem gemäß Artikel 7 der Richtlinie des Rates 91/672/EWG (*) eingesetzten Ausschuß, nachstehend als 'der Ausschuß' bezeichnet, unterstützt.(3) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird im Protokoll festgehalten; ferner kann jeder Mitgliedstaat verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird. Die Kommission wird die Stellungnahme des Ausschusses so weit wie möglich berücksichtigen. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, in welcher Form seine Stellungnahme berücksichtigt wurde.(*) ABl. L 373 vom 31.12.1991."11. Artikel 20 erhält folgende Fassung:"Für Schiffe, die nicht in den Geltungsbereich des Artikels 2 Absatz 1, sondern in den Geltungsbereich des Artikels 1 Buchstabe a) der Richtlinie 76/135/EWG fallen, gelten die Bestimmungen der vorgenannten Richtlinie."12. Die Anhänge I, II und III werden durch die im Anhang dieser Richtlinie enthaltenen Neufassungen ersetzt. Die im Anhang dieser Richtlinie enthaltenen Anhänge Va, Vb und VI werden dieser Richtlinie hinzugefügt.Artikel 2(1) Die Mitgliedstaaten setzen die zur Durchführung dieser Richtlinie erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften gleichzeitig und spätestens bis zum 1. Juli 1998 in Kraft. Sie setzen die Kommission hiervon unverzüglich in Kenntnis. Sie wenden diese Rechts- und Verwaltungsvorschriften ab dem 1. Juli 1998 an.(2) Wenn die Mitgliedstaaten diese Vorschriften erlassen, nehmen sie in den Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten der Bezugnahme.(3) Die Mitgliedstaaten werden Strafmaßnahmen im Fall eines Verstoßes gegen die gemäß dieser Richtlinie verabschiedeten einzelstaatlichen Vorschriften festlegen und alle Maßnahmen treffen um sicherzustellen, daß diese Strafen angewandt werden. Die festgelegten Strafmaßnahmen müssen wirksam, angemessen und abschreckend sein.(4) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission unverzüglich alle innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen. Die Kommission setzt die Mitgliedstaaten davon in Kenntnis.Artikel 3Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.(1) ABl. L 301 vom 28.10.1982, S. 1.(2) ABl. L 197 vom 18.7.1987, S. 33.(3) ABl. L 21 vom 29.1.1976, S. 10.ANHANG I LISTE DER IN GEOGRAPHISCHE ZONEN 1, 2, 3 UND 4 EINGETEILTEN BINNENWASSERSTRASSEN DES GEMEINSCHAFTSNETZES KAPITEL I Zone 1 Bundesrepublik Deutschland Ems: von der Verbindungslinie zwischen dem Kirchturm Delfzijl und dem Leuchtfeuer Knock seewärts bis zum Breitenparallel 53° 30' Nord und dem Meridian 6° 45' Ost, d. h. geringfügig seewärts des Leichterplatzes für Trockenfrachter in der Alten Ems, unter Berücksichtigung des Ems-Dollard-Vertrages.Zone 2 Bundesrepublik Deutschland Ems: von der bei der Hafeneinfahrt nach Papenburg über die Ems gehenden Verbindungslinie zwischen dem Diemer Schöpfwerk und dem Deichdurchlaß bei Halte bis zur Verbindungslinie zwischen den Leuchttürmen Delfzijl und Knock, unter Berücksichtigung des Ems-Dollard-Vertrages.Jade: binnenwärts der Verbindungslinie zwischen dem Oberfeuer Schillig und dem Kirchturm Langwarden.Weser: von der Eisenbahnbrücke in Bremen bis zur Verbindungslinie zwischen den Kirchtürmen Langwarden und Cappel mit den Nebenarmen Westergate, Rekumer Loch, Rechter Nebenarm und Schweiburg.Elbe: der von der unteren Grenze des Hamburger Hafens bis zur Verbindungslinie zwischen der Kugelbake bei Döse und der nordwestlichen Spitze des Hohen Ufers (Dieksand) mit den Nebenelben sowie die Nebenfluesse Este, Lühe, Schwinge, Oste, Pinnau, Krückau und Stör (jeweils vom Sperrwerk bis zur Mündung).Meldorfer Bucht: binnenwärts der Verbindungslinie von der nordwestlichen Spitze des Hohen Ufers (Dieksand) zum Westmolenkopf Büsum.Flensburger Förde: binnenwärts der Verbindungslinie zwischen dem Kegnas-Leuchtturm und Birknack.Eckernförder Bucht: binnenwärts der Verbindungslinie von Boknis-Eck zur Nordostspitze des Festlandes bei Dänisch Nienhof.Kieler Förde: binnenwärts der Verbindungslinie zwischen dem Leuchtturm Bülk und dem Marine-Ehrenmal Laboe.Leda: von der Einfahrt in den Vorhafen der Seeschleuse von Leer bis zur Mündung.Hunte: vom Hafen Oldenburg und von 140 m unterhalb der Amalienbrücke in Oldenburg bis zur Mündung.Lesum: von der Eisenbahnbrücke in Bremen-Burg bis zur Mündung.Este: vom Unterwasser der Schleuse Buxtehude bis zum Este-Sperrwerk.Lühe: von der Mühle 250 m oberhalb der Straßenbrücke am Marschdamm in Horneburg bis zum Lühe-Sperrwerk.Schwinge: von der Fußgängerbrücke unterhalb der Güldensternbastion in Stade bis zum Schwinge-Sperrwerk.Freiburger-Hafenpriel: von der Deichschleuse in Freiburg an der Elbe bis zur Mündung.Oste: vom Mühlenwehr Bremervörde bis zum Oste-Sperrwerk.Pinnau: von der Eisenbahnbrücke in Pinneberg bis zum Pinnau-Sperrwerk.Krückau: von der Wassermühle Elmshorn bis zum Krückau-Sperrwerk.Stör: vom Pegel Rensing bis zum Stör-Sperrwerk.Eider: vom Gieselaukanal bis zum Eider-Sperrwerk.Nord-Ostsee-Kanal: von der Verbindungslinie zwischen den Molenköpfen in Brunsbüttel bis zu der Verbindungslinie zwischen den Einfahrtsfeuern in Kiel-Holtenau mit Schirnauer See, Bergstedter See, Audorfer See, Obereidersee mit Enge, Achterwehrer Schiffahrtskanal und Flemhuder See.Trave: von der Eisenbahnbrücke und Holstenbrücke (Stadttrave) in Lübeck bis zur Verbindungslinie der beiden äußeren Molenköpfe in Travemünde mit dem Pötenitzer Wiek und dem Dassower See.Schlei: binnenwärts der Verbindungslinie der Molenköpfe Schleimünde.Wismarbucht, Kirchsee.Breitling, Salzhaff und Wismarer Hafengebiet: seewärts von den Verbindungslinien zwischen Hohen Wieschendorf Huk und dem Leuchtfeuer Timmendorf sowie zwischen dem Leuchtfeuer Gollwitz auf der Insel Poel und der Südspitze der Halbinsel Wustrow.Unterwarnow und Breitling: seewärts begrenzt durch die Verbindungslinie zwischen den nördlichsten Punkten der West-, Mittel- und Ostmole in Warnemünde.Gewässer, die vom Festland und den Halbinseln Darß und Zingst sowie den Inseln Hiddensee und Rügen (einschließlich Stralsunder Hafengebiet) eingeschlossen sind:seewärts begrenzt zwischen- Halbinsel Zingst und Insel Bock durch den Breitenparallel 54° 27' N,- Insel Bock und Insel Hiddensee: durch die Verbindungslinie von der Nordspitze der Insel Bock zur Südspitze der Insel Hiddensee,- Insel Hiddensee und Insel Rügen (Bug): durch die Verbindungslinie von der Südostspitze Neubessin zum Buger Haken.Greifswalder Bodden und Greifswalder Hafengebiet (mit Ryck): seewärts begrenzt durch die Verbindungslinie von der Ostspitze Thiessower Haken (Südperd) über die Ostspitze Insel Ruden zur Nordspitze Insel Usedom (54° 10' 37&Prime; Nord, 13° 47' 51&Prime; Ost).Gewässer, die vom Festland und der Insel Usedom eingeschlossen sind (Peenestrom einschließlich Wolgaster Hafengebiet, Achterwasser, Stettiner Haff): östlich begrenzt durch die Grenze zur Republik Polen im Stettiner Haff.Französische Republik Seine: von der Jeanne-d'Arc-Brücke in Rouen bis zur Mündung.Garonne und Gironde: von der Steinbrücke in Bordeaux bis zur Mündung.Rhône: von der Trinquetaille-Brücke in Arles und darüber hinaus in Richtung Marseille.Dordogne: von der Steinbrücke in Libourne bis zur Mündung.Loire: von der Haudaudine-Brücke über den Madeleine-Nebenarm bis zur Mündung und von der Pirmil-Brücke über den Pirmil-Nebenarm.Königreich der Niederlande Dollard.Ems.Wattensee: einschließlich der Verbindungen zur Nordsee.IJsselmeer: einschließlich Markermeer und IJmeer, aber ohne Gouwzee.Nieuwe Waterweg und Scheur.Calandkanaal westlich des Benelux-Hafens.Hollandsch Diep.Breediep, Beerkanaal und die daran angebundenen Häfen.Haringvliet und Vuile Gat: einschließlich der Wasserstraßen zwischen Goeree-Overflakkee einerseits und Voorne-Putten und Hoeksche Waard andererseits.Hellegat.Volkerak.Krammer.Grevelingenmeer und Brouwerschavensche Gat: einschließlich aller Binnenwasserstraßen zwischen Schouwen-Duiveland und Goeree-Overflakkee.Keten, Mastgat, Zijpe, Krabbenkreek, Eastern Scheldt und Roompot: einschließlich die Binnenwasserstraßen zwischen Walcheren, Noord-Beveland und Zuid-Beveland einerseits und Schouwen-Duiveland und Tholen andererseits, ausgenommen der Rhein-Schelde-Kanal.Schelde und Westerschelde und Mündungsgebiet: einschließlich der Binnenwasserstraßen zwischen Zeeuwsch-Vlaanderen einerseits und Walcheren und Zuid-Beveland andererseits, ausgenommen der Rhein-Schelde-Kanal.KAPITEL II Zone 3 Republik Österreich Donau: von der österreichisch-deutschen Grenze zur österreichisch-slowakischen Grenze.Inn: von der Mündung bis zum Kraftwerk Passau-Ingling.Traun: von der Mündung bis km 1,80.Enns: von der Mündung bis km 2,70.March: bis km 6,00.Königreich Belgien Seeschelde: von der Antwerpener Reede flußabwärts.Bundesrepublik Deutschland Donau: von Kelheim (km 2 414,72) bis zur deutsch-österreichischen Grenze.Rhein: von der deutsch-schweizerischen Grenze bis zur deutsch-niederländischen Grenze.Elbe: von der Einmündung des Elbe-Seiten-Kanals bis zur unteren Grenze des Hamburger Hafens.Müritz.Französische Republik Rhein.Königreich der Niederlande Rhein.Sneekermeer, Koevordermeer, Heegermeer, Fluessen, Slotermeer, Tjeukemeer, Beulakkerwijde, Belterwijde, Ramsdiep, Ketelmeer, Zwartenmeer, Veluwemeer, Eemmeer, Alkmaardermeer, Gouwzee, Buiten IJ, Afgesloten IJ, Noordzeekanaal, Hafen von IJmuiden, Hafengebiet Rotterdam, Nieuwe Maas, Noord, Oude Maas, Beneden Merwede, Nieuwe Merwede, Dordtsche Kil, Boven Merwede, Waal, Bijlandsch Kanaal, Boven Rijn, Pannersdensch Kanaal, Geldersche IJssel, Neder Rijn, Lek, Amsterdam-Rhein-Kanal, Veerse Meer, Rhein-Schelde-Kanal von der Landesgrenze bis zur Einmündung in den Volkerak, Amer, Bergsche Maas, die Maas abwärts von Venlo, Gooimeer, Europort, Calandkanaal (östlich des Benelux-Hafens), Hartelkanaal.KAPITEL III Zone 4 Republik Österreich Thaya: bis Bernhardsthal.March: oberhalb km 6,00.Königreich Belgien Alle belgischen Binnenwasserstraßen außer denen der Zone 3.Bundesrepublik Deutschland Alle Binnenwasserstraßen außer denen der Zonen 1, 2 und 3.Französische Republik Alle französischen Binnenwasserstraßen außer denen der Zonen 1, 2 und 3.Königreich der Niederlande Alle übrigen Flüsse, Kanäle und Seen, die nicht unter den Zonen 1, 2 und 3 aufgeführt sind.Italienische Republik Po: von Piacenza bis zur Mündung.Mailand-Kanal: Cremona-Po-Endabschnitt, Verbindung zum Po, auf 15 km Länge.Mincio: von Mantova, Governolo bis zum Po.Idrovia Ferrarese: vom Po (Pontelagoscuro), Ferrara bis Porto Garibaldi.Brondolo-Kanal und Valle-Kanal: vom Po di Levante zur Laguna di Venezia.Fissero-Tartaro-Canalbianco-Kanal: von der Adria zum Po di Levante.Litoranea Veneta: von der Laguna di Venezia bis Grado.Großherzogtum Luxemburg Mosel.ANHANG II Technische Mindestbestimmungen für Schiffe auf Binnenwasserstraßen der Zonen 1, 2, 3 und 4 TEIL I KAPITEL 1 ALLGEMEINES Artikel 1.01 Begriffsbestimmungen Nach den Bestimmungen der Richtlinie gelten alsFahrzeugarten 1. "Fahrzeug" ein Schiff oder ein schwimmendes Gerät;2. "Schiff" ein Binnenschiff oder ein Seeschiff;3. "Binnenschiff" ein Schiff, das ausschließlich oder vorwiegend für die Fahrt auf Binnengewässern bestimmt ist;4. "Seeschiff" ein Schiff, das zur See- oder Küstenfahrt zugelassen und vorwiegend dafür bestimmt ist;5. "Motorschiff" ein Tankmotorschiff oder ein Gütermotorschiff;6. "Tankmotorschiff" ein zur Güterbeförderung in festverbundenen Tanks bestimmtes Schiff, das mit eigener Triebkraft allein fahren kann;7. "Gütermotorschiff" ein zur Güterbeförderung bestimmtes Schiff, das mit eigener Triebkraft allein fahren kann und kein Tankmotorschiff ist;8. "Kanalpeniche" ein Binnenschiff, das eine Länge von 38,5 m und eine Breite von 5,05 m nicht überschreitet;9. "Schleppboot" ein eigens zum Schleppen gebautes Schiff;10. "Schubboot" ein eigens zur Fortbewegung eines Schubverbandes gebautes Schiff;11. "Schleppkahn" ein Tankschleppkahn oder ein Güterschleppkahn;12. "Tankschleppkahn" ein zur Güterbeförderung in festverbundenen Tanks bestimmtes und zur Fortbewegung durch Schleppen gebautes Schiff ohne eigene Triebkraft oder mit eigener Triebkraft, die nur erlaubt, kleine Ortsveränderungen vorzunehmen;13. "Güterschleppkahn" ein zur Güterbeförderung bestimmtes und zur Fortbewegung durch Schleppen gebautes Schiff ohne eigene Triebkraft oder mit eigener Triebkraft, die nur erlaubt, kleine Ortsveränderungen vorzunehmen und kein Tankschleppkahn ist;14. "Schubleichter" ein Tankschubleichter oder ein Güterschubleichter oder ein Trägerschiffsleichter;15. "Tankschubleichter" ein zur Güterbeförderung in festverbundenen Tanks bestimmtes und zur Fortbewegung durch Schieben gebautes oder eigens eingerichtetes Schiff ohne eigene Triebkraft oder mit eigener Triebkraft, die nur erlaubt, außerhalb eines Schubverbandes kleine Ortsveränderungen vorzunehmen;16. "Güterschubleichter" ein zur Güterbeförderung bestimmtes und zur Fortbewegung durch Schieben gebautes oder eigens eingerichtetes Schiff ohne eigene Triebkraft oder mit eigener Triebkraft, die nur erlaubt, außerhalb eines Schubverbandes kleine Ortsveränderungen vorzunehmen und kein Tankschubleichter ist;17. "Trägerschiffsleichter" ein Schubleichter, der für die Beförderung an Bord eines Seeschiffes und für die Fahrt auf Binnengewässern gebaut ist;18. "Fahrgastschiff" ein zur Beförderung von mehr als 12 Fahrgästen gebautes und eingerichtetes Schiff;19. "Tagesausflugschiff" ein Fahrgastschiff ohne Kabinen für die Übernachtung von Fahrgästen;20. "Kabinenschiff" ein Fahrgastschiff mit Kabinen für die Übernachtung von Fahrgästen;21. "Schwimmendes Gerät" eine schwimmende Konstruktion mit auf ihm vorhandenen Arbeitseinrichtungen wie Krane, Bagger, Rammen, Elevatoren;22. "Baustellenfahrzeug" ein Schiff, das aufgrund seiner Bauweise und Ausrüstung für die Verwendung auf Baustellen geeignet und bestimmt ist, wie eine Spül-, Klapp- oder Deckschute, ein Ponton oder ein Steinstürzer;23. "Sportfahrzeug" ein für Sport- oder Erholungszwecke bestimmtes Schiff, das kein Fahrgastschiff ist;24. "Schwimmende Anlage" eine schwimmende Einrichtung, die in der Regel nicht zur Fortbewegung bestimmt ist, wie eine Badeanstalt, ein Dock, eine Landebrücke, ein Bootshaus;25. "Schwimmkörper" ein Floß sowie andere einzeln oder in Verbindungen fahrtauglich gemachte Gegenstände, soweit er nicht ein Schiff, ein schwimmendes Gerät oder eine schwimmende Anlage ist;Fahrzeugzusammenstellungen 26. "Verband" ein starrer Verband oder ein Schleppverband;27. "Formation" Form der Zusammenstellung eines Verbandes;28. "starrer Verband" ein Schubverband oder gekuppelte Fahrzeuge;29. "Schubverband" eine starre Verbindung von Fahrzeugen, von denen sich mindestens eines vor dem oder den beiden Fahrzeugen mit Maschinenantrieb befindet, das oder die den Verband fortbewegt oder fortbewegen und als "schiebendes Fahrzeug" oder "schiebende Fahrzeuge" bezeichnet werden; als starr gilt auch ein Verband aus einem schiebenden und einem geschobenen Fahrzeug, deren Kupplungen ein gesteuertes Knicken ermöglichen;30. "gekuppelte Fahrzeuge" eine Zusammenstellung von längsseits starr gekuppelten Fahrzeugen, von denen sich keines vor dem Fahrzeug mit Maschinenantrieb befindet, das die Zusammenstellung fortbewegt;31. "Schleppverband" eine Zusammenstellung von einem oder mehreren Fahrzeugen, schwimmenden Anlagen oder Schwimmkörpern, die von einem oder mehreren zum Verband gehörigen Fahrzeugen mit Maschinenantrieb geschleppt wird;Besondere Bereiche der Fahrzeuge 32. "Hauptmaschinenraum" der Raum, in dem die Antriebsmaschinen aufgestellt sind;33. "Maschinenraum" ein Raum, in dem Verbrennungskraftmaschinen aufgestellt sind;34. "Kesselraum" ein Raum, in dem eine mit Brennstoff betriebene Anlage zur Dampferzeugung oder zur Erhitzung von Thermoöl aufgestellt ist;35. "geschlossener Aufbau" ein durchgehender fester und wasserdichter Aufbau mit festen Wänden, die mit dem Deck dauernd und wasserdicht zusammengefügt sind;36. "Steuerhaus" der Raum, in dem die zur Führung des Schiffes notwendigen Bedienungs- und Überwachungseinrichtungen vereinigt sind;37. "Wohnung" die für die gewöhnlich an Bord lebenden Personen bestimmten Räume einschließlich Küchen, Vorratsräume, Toiletten, Waschräume, Waschküchen, Dielen, Flure, jedoch nicht das Steuerhaus;38. "Laderaum" ein nach vorn und hinten durch Schotte begrenzter, offener oder durch Lukendeckel geschlossener Teil des Schiffes, der für die Beförderung von Gütern in Versandstücken, in loser Schüttung oder für die Aufnahme der vom Schiffskörper unabhängigen Tanks bestimmt ist;39. "festverbundener Tank" ein mit dem Schiff verbundener Tank, wobei die Tankwände durch den Schiffskörper selbst oder durch vom Schiffskörper unabhängige Wandungen gebildet sein können;40. "Arbeitsplatz" ein Bereich, in dem die Besatzung ihre berufliche Tätigkeit auszuüben hat, einschließlich Landsteg, Schwenkbaum und Beiboot;41. "Verkehrsweg" ein Bereich, der gewöhnlich dem Personen- und Warenverkehr dient;Schiffstechnische Begriffe 42. "Ebene der größten Einsenkung" die Schwimmebene, die der größten Einsenkung, bei der das Fahrzeug fahren darf, entspricht;43. "Sicherheitsabstand" der Abstand zwischen der Ebene der größten Einsenkung und der zu dieser Ebene parallelen Ebene durch den tiefsten Punkt, über dem das Fahrzeug nicht mehr wasserdicht ist;44. "Freibord" oder "F" der Abstand zwischen der Ebene der größten Einsenkung und der zu dieser Ebene parallelen Ebene durch den tiefsten Punkt des Gangbordes oder, in Ermangelung des Gangbordes, durch den tiefsten Punkt der oberen Kante der Bordwand;45. "Tauchgrenze" eine gedachte Linie auf der Bordwand, die mindestens 10 cm unterhalb des Schottendecks und mindestens 10 cm unterhalb des tiefsten, nicht wasserdichten Punktes der Bordwand verläuft. In Ermangelung eines Schottendecks ist eine Linie anzunehmen, die mindestens 10 cm unterhalb der niedrigsten Linie, bis zu der die Außenhaut wasserdicht ist, verläuft;46. "Wasserverdrängung" oder "[ ]" das eingetauchte Volumen des Schiffes in m³;47. "Ladeverdrängung" oder "D" Gesamtgewicht des Schiffes einschließlich der Ladung in t;48. "Völligkeitsgrad der Verdrängung" oder "d" Verhältnis der Wasserverdrängung zum Produkt aus Länge LWL  7 Breite BWL  7 Tiefgang T;49. "Überwasserlateralplan" oder "A" die Seitenfläche des Schiffes über der Wasserlinie in m²;50. "Schottendeck" das Deck, bis zu dem die vorgeschriebenen wasserdichten Schotte hinaufgeführt sind und von dem der Freibord gemessen wird;51. "Schott" eine gewöhnlich senkrechte Wand zur Unterteilung des Schiffes, die durch den Schiffsboden, Bordwände oder andere Schotte begrenzt und bis zu einer bestimmten Höhe hochgeführt wird;52. "Querschott" ein von Bordwand zu Bordwand reichendes Schott;53. "Wand" eine gewöhnlich senkrechte Trennfläche;54. "Trennwand" eine nicht wasserdichte Wand;55. "Länge" oder "L" die größte Länge des Schiffskörpers in m, ohne Ruder und Bugspriet;56. "Länge über alles" die größte Länge des Fahrzeuges in m einschließlich aller festen Anbauten wie Teile von Ruder- und Antriebsanlagen, maschinelle Einrichtungen und ähnliches;57. "Länge" oder "LWL" die in der Ebene der größten Einsekung des Schiffes gemessene größte Länge des Schiffskörpers in m;58. "Breite" oder "B" die größte Breite des Schiffskörpers in m, gemessen an der Außenseite der Beplattung (ohne Schaufelräder, Scheuerleisten und ähnliches);59. "Breite über alles" die größte Breite des Fahrzeuges in m einschließlich aller festen Anbauten wie Schaufelräder, Scheuerleisten, maschinelle Einrichtungen und ähnliches;60. "Breite" oder "BWL" die in der Ebene der größten Einsenkung des Schiffes an der Außenseite der Beplattung gemessene größte Breite des Schiffskörpers in m;61. "Seitenhöhe" oder "H" kleinster senkrechter Abstand zwischen Unterkante oder Bodenbeplattung oder des Kiels und dem tiefsten Punkt des Decks an der Seite des Schiffes in m;62. "Tiefgang" oder "T" der senkrechte Abstand vom tiefsten Punkt des Schiffskörpers an der Unterkante der Bodenbeplattung oder des Kiels bis zur Ebene der größten Einsenkung des Schiffskörpers in m;63. "Vorderes Lot" die Senkrechte durch den vorderen Schnittpunkt des Schiffskörpers mit der Ebene der größten Einsenkung;64. "lichte Breite des Gangbords" der Abstand zwischen einer Senkrechten durch das am weitesten in das Gangbord hineinragende Bauteil am Lukensüll und einer Senkrechten durch die Innenkante der Absturzsicherung (Geländer, Fußleiste) an der Außenseite des Gangbords;Steuereinrichtungen 65. "Steuereinrichtung" jede zum Steuern des Schiffes erforderliche Einrichtung, die für das Erreichen der Manövriereigenschaften nach Kapitel 5 eingesetzt werden muß;66. "Ruder" der oder die Ruderkörper mit Ruderschaft, einschließlich des Quadranten und der Verbindungselemente mit der Rudermaschine;67. "Rudermaschine" der Teil der Steuereinrichtung, der die Bewegung des Ruders bewirkt;68. "Rudermaschinenantrieb" der Antrieb der Rudermaschine zwischen der Energiequelle und der Rudermaschine;69. "Energiequelle" die Energieversorgung des Rudermaschinenantriebs und der Steuerung aus dem Bordnetz, aus Batterien oder von einem Verbrennungsmotor;70. "Steuerung" die Bauteile und Schaltkreise zur Steuerung eines motorischen Rudermaschinenantriebs;71. "Antriebsanlage der Rudermaschine" der Rudermaschinenantrieb, dessen Steuerung und deren Energiequelle;72. "Handantrieb" ein Antrieb, bei dem die Bewegung des Ruders über eine vom Steuerrad von Hand betätigte mechanische Übertragung bewirkt wird, ohne zusätzliche Energiequelle;73. "handhydraulischer Antrieb" ein Handantrieb mit hydraulischer Übertragung;74. "Wendegeschwindigkeitsregler" eine Einrichtung, die nach Vorgabe von Eingangswerten eine bestimmte Wendegeschwindigkeit des Schiffes automatisch bewirkt und beibehält;75. "Radareinmannsteuerstand" ein Steuerstand, der derart eingerichtet ist, daß das Schiff bei Radarfahrt durch eine einzige Person geführt werden kann;Eigenschaften von Bauteilen und Werkstoffen 76. "wasserdicht" Bauteile oder Vorrichtungen, die so eingerichtet sind, daß das Durchdringen von Wasser verhindert wird;77. "sprühwasser- und wetterdicht" Bauteile oder Vorrichtungen, die so eingerichtet sind, daß sie unter den üblicherweise vorkommenden Verhältnissen nur eine unbedeutende Menge Wasser durchlassen;78. "gasdicht" Bauteile oder Vorrichtungen, die so eingerichtet sind, daß das Durchdringen von Gasen oder Dämpfen verhindert wird;79. "feuerbeständig" ein Werkstoff, der nicht brennbar ist und keine entzündbaren Dämpfe in solcher Menge entwickelt, daß sie sich bei einer Erhitzung auf etwa 750 °C selbst entzünden;80. "schwer entflammbar" ein Werkstoff, der selbst oder bei dem mindestens dessen Oberfläche schwer entzündbar ist und der die Ausbreitung eines Brandes in geeigneter Weise einschränkt;81. "feuerhemmend" Bauteile oder Vorrichtungen, die bestimmten Feuerwiderstandsanforderungen entsprechen.Sonstige Begriffe 82. Als "anerkannte Klassifikationsgesellschaft" werden zur Zeit geführt:Germanischer Lloyd, Bureau Veritas und Lloyd's Register of Shipping.83a. "Gemeinschaftszeugnis" ist das Schiffszeugnis, das gemäß Artikel 3 der Richtlinie von den zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats der Gemeinschaft für Binnenschiffe erteilt wird, die den nachfolgend aufgeführten technischen Vorschriften dieses Anhangs entsprechen.83b. "Zusätzliches Gemeinschaftszeugnis" ist das Schiffszeugnis, das gemäß Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie für die Binnenwasserstraßen der Zonen 1 und 2 sowie der Zonen 3 und 4, soweit die dort vorgesehenen sicherheitstechnischen Erleichterungen in Anspruch genommen werden, neben dem Rheinschiffzeugnis zusätzlich erforderlich ist.84. "Untersuchungskommissionen" sind die von den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft eingesetzten zuständigen Behörden, die die Untersuchung nach Maßgabe der in diesem Anhang aufgeführten Bestimmungen durchführen und das/die Schiffszeugnis(se) erteilen.Artikel 1.02 (ohne Inhalt) Artikel 1.03 (ohne Inhalt) Artikel 1.04 (ohne Inhalt) Artikel 1.05 (ohne Inhalt) Artikel 1.06 Anordnungen vorübergehender Art Die zuständige Behörde kann Anordnungen vorübergehender Art gemäß dem Verfahren des Artikels 19 der Richtlinie erlassen, wenn dies unerläßlich erscheint, um Versuche zu ermöglichen, ohne die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf des Schiffsverkehrs dadurch zu beeinträchtigen. Diese Anordnungen gelten höchstens drei Jahre.Artikel 1.07 Dienstanweisungen für die Untersuchungskommissionen Zur Erleichterung und Vereinheitlichung der Anwendung dieser Richtlinie können nach dem Verfahren des Artikels 19 der Richtlinie Dienstanweisungen für die Untersuchungskommissionen beschlossen werden.Diese Dienstanweisungen werden durch die zuständigen Behörden den Untersuchungskommissionen zur Kenntnis gebracht.Die Untersuchungskommissionen sind an diese Dienstanweisungen gebunden.KAPITEL 2 VERFAHREN Artikel 2.01 Untersuchungskommissionen (1) Untersuchungskommissionen werden von den Mitgliedstaaten an geeigneten Hafenplätzen eingesetzt.(2) Die Untersuchungskommissionen bestehen aus einem Vorsitzenden und aus Sachverständigen.Als Sachverständige sind in jede Kommission mindestens zu berufena) ein Beamter der für die Schiffahrt zuständigen Verwaltung;b) ein Sachverständiger für Schiffbau und Schiffsmaschinenbau der Binnenschiffahrt;c) ein Sachverständiger für Nautik mit Binnenschifferpatent.(3) Der Vorsitzende und die Sachverständigen einer jeden Untersuchungskommission werden von den Behörden des Staates, bei dem sie errichtet ist, berufen.(4) Die Untersuchungskommissionen können zu ihrer Unterstützung nach Maßgabe der jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften besondere Sachverständige heranziehen.Artikel 2.02 Antrag auf Untersuchung (1) Das Einreichungsverfahren für den Untersuchungsantrag und die Festsetzung von Ort und Zeitpunkt der Untersuchung fallen in den Zuständigkeitsbereich der Behörden, die das Schiffszeugnis ausstellen. Die Untersuchungskommission bestimmt die Unterlagen, die ihr vorzulegen sind. Das Verfahren muß so ablaufen, daß die Untersuchung in einer angemessenen Frist nach der Antragstellung stattfinden kann.(2) Der Eigner eines Fahrzeuges, das dieser Verordnung nicht unterliegt, oder sein Bevollmächtigter kann ein Schiffszeugnis beantragen. Dem Antrag ist stattzugeben, wenn das Schiff den Bestimmungen dieser Richtlinie entspricht.Artikel 2.03 Vorführung des Fahrzeuges zur Untersuchung (1) Der Eigner oder sein Bevollmächtigter hat das Fahrzeug ausgerüstet, unbeladen und gereinigt zur Untersuchung vorzuführen. Er hat bei der Untersuchung die erforderliche Hilfe zu leisten, wie ein geeignetes Boot und Personal zur Verfügung zu stellen und die Teile des Schiffskörpers oder der Einrichtungen freizulegen, die nicht unmittelbar zugänglich oder sichtbar sind.(2) Die Untersuchungskommission muß bei der Erstuntersuchung das Schiff auf Helling besichtigen. Die Besichtigung auf Helling kann entfallen, wenn ein Klassenzeugnis oder eine Bescheinigung einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft, wonach der Bau deren Vorschriften entspricht, vorgelegt wird. Bei Nach- oder Sonderuntersuchungen kann die Untersuchungskommission eine Besichtigung auf Helling verlangen.Die Untersuchungskommission muß Probefahrten bei der Erstuntersuchung von Motorschiffen und Verbänden sowie bei wesentlichen Änderungen an der Antriebsanlage oder an der Steuereinrichtung durchführen.(3) Die Untersuchungskommission kann zusätzliche Besichtigungen und Probefahrten durchführen sowie weitere Nachweise verlangen. Dies gilt auch während der Bauphase.Artikel 2.04 (ohne Inhalt) Artikel 2.05 Vorläufiges Schiffszeugnis (1) Die Untersuchungskommission kann ein vorläufiges Schiffszeugnis erteilen füra) Fahrzeuge, die zwecks Ausstellung eines Schiffszeugnisses zu einer Untersuchungskommission ihrer Wahl fahren wollen;b) Fahrzeuge, die wegen einer der in Artikel 2.07 oder in den Artikeln 12 und 16 dieser Richtlinie genannten Fälle ihr Schiffszeugnis vorübergehend nicht besitzen;c) Fahrzeuge, wenn nach der Untersuchung das Schiffszeugnis noch in Bearbeitung ist;d) Fahrzeuge, wenn nicht alle Voraussetzungen für die Ausstellung eines Schiffszeugnisses nach Anhang III (Gemeinschaftszeugnis) oder IV (zusätzliches Gemeinschaftszeugnis) erfuellt sind;e) Fahrzeuge, deren Zustand infolge eines Schadens nicht mehr mit dem Schiffszeugnis übereinstimmt;f) schwimmende Anlagen und Schwimmkörper, sofern die für Sondertransporte zuständige Behörde die Erlaubnis für die Durchführung des Sondertransports von dem Vorliegen eines solchen Zeugnisses abhängig macht. Sondertransporte dürfen nur mit besonderer Erlaubnis der Behörden, die für die zu durchfahrenden Strecken zuständig sind, durchgeführt werden. Sie unterliegen den Auflagen, die diese Behörden im Einzelfall festlegen. Für jeden Sondertransport ist ein Schiffsführer zu bestimmen, der ein Schifferpatent für die Fahrzeugart und die zu befahrende Strecke besitzt.(2) Das vorläufige Schiffszeugnis wird entsprechend Anhang VI erteilt, wenn die Fahrtauglichkeit des Fahrzeuges, der schwimmenden Anlage oder des Schwimmkörpers hinreichend gewährleistet erscheint.Es enthält die von der Untersuchungskommission für erforderlich gehaltenen Auflagen und ist gültiga) in den Fällen des Absatzes 1 Buchstaben a), d) bis f) für eine einmalige festgelegte Fahrt innerhalb eines angemessenen Zeitraumes, längstens innerhalb eines Monats;b) in den Fällen des Absatzes 1 Buchstaben b) und c) für einen angemessenen Zeitraum.Artikel 2.06 (ohne Inhalt) Artikel 2.07 Vermerke und Änderungen im Schiffszeugnis (1) Jede Namensänderung, jeden Eigentumswechsel, jede neue Eichung des Fahrzeuges sowie jede Änderung der amtlichen SchiffsNr., der Registrierung oder des Heimatorts hat der Eigner oder sein Bevollmächtigter einer Untersuchungskommission mitzuteilen. Er hat dabei das Schiffszeugnis zur Eintragung der Änderung vorzulegen.(2) Alle Vermerke im Schiffszeugnis oder Änderungen desselben können von jeder Untersuchungskommission vorgenommen werden.(3) Nimmt eine Untersuchungskommission eine Änderung des Schiffszeugnisses vor oder trägt sie einen Vermerk ein, hat sie dies der Untersuchungskommission, die das Zeugnis ausgestellt hat, mitzuteilen.Artikel 2.08 (ohne Inhalt) Artikel 2.09 Nachuntersuchung (1) Vor Ablauf der Gültigkeit des Schiffszeugnisses muß das Fahrzeug einer Nachuntersuchung unterzogen werden.(2) Auf begründeten Antrag des Eigners oder seines Bevollmächtigten kann die Untersuchungskommission die Gültigkeitsdauer des Schiffszeugnisses ohne Nachuntersuchung ausnahmsweise um höchstens ein Jahr verlängern. Diese Verlängerung wird schriftlich erteilt und muß sich an Bord des Fahrzeuges befinden.(3) Die Untersuchungskommission, die die Nachuntersuchung durchführt, legt je nach dem Ergebnis dieser Untersuchung die neue Gültigkeitsdauer des Schiffszeugnisses fest.Die Gültigkeitsdauer wird im Schiffszeugnis vermerkt und ist der Untersuchungskommission, die das Zeugnis ausgestellt hat, mitzuteilen.(4) Wird statt einer Verlängerung der Gültigkeitsdauer das Schiffszeugnis durch ein neues ersetzt, so ist das alte Zeugnis der Untersuchungskommission, die es ausgestellt hat, zurückzugeben.Artikel 2.10 Freiwillige Untersuchung Der Eigner eines Fahrzeuges oder sein Bevollmächtigter kann jederzeit eine freiwillige Untersuchung dieses Fahrzeugs unabhängig von den Sonderuntersuchungen nach Artikel 15 oder den zusätzlichen Untersuchungen nach Artikel 2.09 dieser Richtlinie verlangen.Dem Antrag auf Untersuchung ist stattzugeben.Artikel 2.11 (ohne Inhalt) Artikel 2.12 (ohne Inhalt) Artikel 2.13 (ohne Inhalt) Artikel 2.14 (ohne Inhalt) Artikel 2.15 Kosten Der Eigner eines Fahrzeuges oder sein Bevollmächtigter hat nach Maßgabe einer besonderen, von jedem Mitgliedstaat erlassenen Kostenordnung die durch die Untersuchung und die Ausstellung des Schiffszeugnisses entstehenden Kosten zu tragen.Artikel 2.16 Auskünfte Personen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen, können bei der Untersuchungskommission, die das Schiffszeugnis ausstellt, Einsicht in das Schiffszeugnis nehmen und auf ihre Kosten Auszüge daraus oder beglaubigte Abschriften erhalten, die als solche zu bezeichnen sind.Artikel 2.17 Verzeichnis der Schiffszeugnisse (1) Die Untersuchungskommissionen, die das Schiffszeugnis ausstellen, versehen es mit einer laufenden Nummer und tragen es in ein Verzeichnis ein.(2) Diese Untersuchungskommissionen haben von jedem Schiffszeugnis, das sie erteilt haben, die Urschrift oder eine Kopie aufzubewahren. In diese tragen sie alle Vermerke und Änderungen sowie Ungültigkeitserklärungen und Neuerteilungen ein.Artikel 2.18 Amtliche SchiffsNr.(1) Die Untersuchungskommission, die einem in einem Mitgliedstaat registrierten oder beheimateten Fahrzeug das Schiffszeugnis erteilt, trägt in dieses Zeugnis als amtliche SchiffsNr. die Nummer ein, unter der es in seinem Heimatland registriert worden ist.Fahrzeugen, die nicht aus einem Mitgliedstaat der Gemeinschaft stammen, wird die in das Schiffszeugnis einzutragende amtliche SchiffsNr. von der zuständigen Stelle des Staates erteilt, in dem sich die Untersuchungskommission befindet, die das Zeugnis erteilt.Diese Bestimmungen gelten nicht für Seeschiffe und Sportfahrzeuge.(2) Die amtliche SchiffsNr. bleibt während der gesamten Lebensdauer des Fahrzeuges bestehen. Wird das Fahrzeug jedoch in einem anderen Staat registriert oder erhält es dort seinen Heimatort, wird die amtliche SchiffsNr. ungültig. Das Schiffszeugnis ist dann einer Untersuchungskommission vorzulegen, damit die ungültige amtliche SchiffsNr. gelöscht und gegebenenfalls die neue, durch die zuständige Stelle erteilte amtliche SchiffsNr. eingetragen wird.Artikel 2.19 Gleichwertigkeit und Abweichungen (1) Schreiben die Bestimmungen des Teils II vor, daß bestimmte Werkstoffe, Einrichtungen oder Ausrüstungen auf einem Fahrzeug einzubauen oder mitzuführen sind oder daß bestimmte bauliche Maßnahmen oder bestimmte Anordnungen zu treffen sind, kann die Untersuchungskommission gemäß dem Verfahren des Artikels 19 der Richtlinie gestatten, daß auf diesem Fahrzeug andere Werkstoffe, Einrichtungen oder Ausrüstungen eingebaut oder mitgeführt werden oder daß andere bauliche Maßnahmen oder andere Anordnungen getroffen werden, wenn sie als gleichwertig angesehen werden.(2) Zu Versuchszwecken und für einen begrenzten Zeitraum kann eine Untersuchungskommission für ein Fahrzeug mit technischen Neuerungen, die von den Bestimmungen des Teils II abweichen, ein Schiffszeugnis ausstellen, sofern diese Neuerungen eine hinreichende Sicherheit bieten.(3) Die Gleichwertigkeiten und Abweichungen nach den Absätzen 1 und 2 sind in das Schiffszeugnis einzutragen. Sie sind der Kommission mitzuteilen.TEIL II KAPITEL 3 SCHIFFBAULICHE ANFORDERUNGEN Artikel 3.01 Grundregel Schiffe müssen nach dem Stand der Technik gebaut sein.Artikel 3.02 Festigkeit und Stabilität (1) Die Festigkeit des Schiffskörpers muß den Beanspruchungen genügen, denen er unter normalen Bedingungen ausgesetzt ist.a) Bei Neubauten und bei Umbauten, die die Festigkeit des Schiffes beeinträchtigen können, ist die genügende Festigkeit des Schiffskörpers durch einen rechnerischen Nachweis zu belegen. Bei Vorlage eines Klassenzeugnisses oder einer Bescheinigung einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft kann dieser Nachweis entfallen.b) Bei Untersuchungen nach Artikel 2.09 sind die Mindestdicken der Boden-, Kimm- und Seitenbeplattung der Außenhaut nach folgendem Verfahren zu überprüfen:Als Mindestdicke tmind ist der größere der nach folgenden Formeln ermittelten Werte zu nehmen:1. Für Schiffe mit L von mehr als 40 m: tmind = f  7 b  7 c (2,3 + 0,04 L) [mm];für Schiffe mit L kleiner oder gleich 40 m: tmind = f  7 b  7 c (1,5 + 0,06 L) [mm], jedoch mindestens 3,0 mm.2. tmind = 0,005  7 a &radic; T [mm].In diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>>PLATZ FÜR EINE TABELLE>genommen werden. Die Mindestdicke der Kimmbeplattung darf aber in keinem Fall die der Boden- und Seitenbeplattung unterschreiten.>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die nach dem vorstehenden Verfahren ermittelten Werte für die Mindestdicken der Außenhautplatten sind Grenzwerte bei normaler und gleichmäßiger Abnutzung unter der Voraussetzung, daß Schiffbaustahl verwendet ist und die inneren Konstruktionsteile, wie Spanten, Bodenwrangen und Hauptlängs- und -querverbände in gutem Zustand sind und am Schiffskörper keine Schäden auf Überbeanspruchung der Längsfestigkeit hinweisen.Wenn die ermittelten Werte unterschritten sind, müssen entsprechende Platten ersetzt oder repariert werden. Örtlich kleine dünnere Stellen können bis zu einer Abweichung von höchstens 10 % der Mindestdicke zugelassen werden.(2) Die Stabilität der Schiffe muß ihrem Verwendungszweck entsprechen.Artikel 3.03 Schiffskörper (1) Es müssen mindestens folgende wasserdichte, bis zum Deck oder, bei Schiffen ohne Deck, bis zur oberen Kante der Bordwand reichende Querschotte eingebaut sein:a) Ein Kollisionsschott in einem angemessenen Abstand vom Bug, so daß beim Fluten der wasserdichten Abteilung vor dem Kollisionsschott die Schwimmfähigkeit des vollbeladenen Schiffes erhalten bleibt und ein Restsicherheitsabstand von 100 mm nicht unterschritten wird.Die Anforderungen nach Absatz 1 gilt in der Regel als erfuellt, wenn das Kollisionsschott in einem Abstand, gemessen vom vorderen Lot, zwischen 0,04 L und 0,04 L + 2 m eingebaut ist.Ist dieser Abstand größer als 0,04 L + 2 m, muß die Anforderung nach Absatz 1 rechnerisch nachgewiesen werden.Der Abstand darf bis auf 0,03 L vermindert werden. In diesem Fall muß die Anforderung nach Absatz 1 rechnerisch nachgewiesen werden, wobei die Abteilung vor dem Kollisionsschott und die unmittelbar angrenzenden Abteilungen zusammen geflutet sind.b) Ein Heckschott in angemessenem Abstand vom Heck bei Schiffen mit L von mehr als 25 m.(2) Wohnungen sowie für die Sicherheit des Schiffes und des Schiffsbetriebs notwendige Einrichtungen dürfen nicht vor der Ebene des Kollisionsschotts liegen. Dies gilt nicht für Ankereinrichtungen.(3) Wohnungen, Maschinen- und Kesselräume sowie dazugehörige Arbeitsräume müssen von Laderäumen durch wasserdichte, bis zum Deck reichende Querschotte getrennt sein.(4) Wohnungen müssen von Maschinen-, Kessel- und Laderäumen gasdicht getrennt und unmittelbar von Deck aus zugänglich sein. Ist ein solcher Zugang nicht gegeben, muß zusätzlich ein Notausgang unmittelbar zum Deck führen.(5) Vorgeschriebene Schotte nach den Absätzen 1 und 3 und Raumbegrenzungen nach Absatz 4 dürfen keine Öffnungen haben.Jedoch sind Heckschottüren und Durchführungen insbesondere von Wellenleitungen und Rohrleitungen zulässig, wenn sie so ausgeführt sind, daß der Zweck der Schotte und Raumbegrenzungen nicht beeinträchtigt wird. Heckschottüren sind nur zulässig, wenn durch eine Fernüberwachung im Steuerhaus festgestellt werden kann, ob sie geschlossen oder geöffnet sind und auf beiden Seiten gut leserlich folgende Aufschrift angebracht ist:"Türe unmittelbar nach jedem Öffnen wieder schließen".(6) Wasserein- und ausläufe sowie angeschlossene Rohrleitungen müssen so beschaffen sein, daß ein unbeabsichtigtes Eindringen von Wasser in den Schiffskörper nicht möglich ist.Artikel 3.04 Maschinen-, Kessel- und Bunkerräume (1) Räume, in denen Maschinenanlagen oder Kessel sowie ihr Zubehör aufgestellt sind, müssen so beschaffen und eingerichtet sein, daß Bedienung, Wartung und Instandhaltung der Anlagen leicht und gefahrlos möglich sind.(2) Bunker für fluessige Brennstoffe oder Schmieröle dürfen mit Wohnungen keine gemeinsamen Begrenzungsflächen haben, die im normalen Betrieb unter dem statischen Druck der Flüssigkeit stehen.(3) Wände, Decken und Türen der Maschinen-, Kessel- und Bunkerräume müssen aus Stahl oder einem gleichwertigen feuerbeständigen Werkstoff hergestellt sein.(4) Maschinen- und Kesselräume sowie Räume, in denen sich brennbare oder giftige Gase entwickeln können, müssen ausreichend gelüftet werden können.(5) In Maschinen-, Kessel- und Bunkerräume führende Leitern und Treppen müssen fest angebracht und aus Stahl oder einem gleichwertigen stoßfesten und feuerbeständigen Werkstoff hergestellt sein.(6) Maschinen- und Kesselräume müssen zwei Ausgänge haben, von denen einer als Notausgang eingerichtet sein kann.Auf den zweiten Ausgang kann verzichtet werden, wenna) die Grundfläche (mittlere Länge  7 mittlere Breite in Flurplattenhöhe) eines Maschinen- oder Kesselraums insgesamt nicht mehr als 35 m² beträgt;b) der Fluchtweg von jedem Standort, an dem Bedienungshandlungen oder Wartungsarbeiten auszuführen sind, bis zum Ausgang oder zum Fußpunkt der Treppe am Ausgang, die ins Freie führt, nicht mehr als 5 m beträgt undc) an der von der Ausgangstür entferntesten Wartungsstelle ein Handfeuerlöscher vorhanden ist; dies gilt abweichend von Artikel 10.03 Absatz 1 Buchstabe e) auch dann, wenn die installierte Maschinenleistung 100 kW oder weniger beträgt.(7) Der höchstzulässige Schalldruckpegel in Maschinenräumen beträgt 110 dB(A). Die Meßstellen sind unter Berücksichtigung der bei normalem Betrieb der Anlage nötigen Wartungsarbeiten zu wählen.KAPITEL 4 SICHERHEITSABSTAND, FREIBORD UND TIEFGANGSANZEIGER Artikel 4.01 Sicherheitsabstand (1) Der Sicherheitsabstand muß mindestens 300 mm betragen.(2) Bei Schiffen mit Öffnungen, die nicht sprühwasser- und wetterdicht abgeschlossen werden können, und bei Schiffen, die mit ungedeckten Laderäumen fahren, muß der Sicherheitsabstand so weit erhöht werden, bis jede dieser Öffnungen mindestens 500 mm von der Ebene der größten Einsenkung entfernt ist.Artikel 4.02 Freibord (1) Der Freibord für Schiffe mit durchlaufendem Deck, ohne Sprung und ohne Aufbauten beträgt 150 mm.(2) Bei Schiffen mit Sprung und mit Aufbauten wird der Freibord nach folgender Formel berechnet:F = 150 (1 - á) - >NUM>âv  7 Sev + âá  7 Sea>DEN>15 [mm]In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(3) Der Koeffizient á wird nach folgender Formel berechnet:á = >NUM>Ólea + Ólem + Ólev>DEN>LIn dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die wirksame Länge eines Aufbaues wird nach folgenden Formeln berechnet:lem = l ( 2,5  7 >NUM>b>DEN>B - 1,5 )  7 >NUM>h>DEN>0,36 [m]lev resp. = lea = l ( 2,5  7 >NUM>b>DEN>Bl - 1,5 )  7 >NUM>h>DEN>0,36 [m]In diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Wenn >NUM>b>DEN>B oder >NUM>b>DEN>Bl kleiner ist als 0,6, ist die wirksame Aufbaulänge le gleich Null zu setzen.(4) Die Koeffizienten bv und ba werden nach folgenden Formeln berechnet:âv = l - >NUM>3  7 lev>DEN>Lâa = l - >NUM>3  7 lea>DEN>L(5) Der jeweils wirksame vordere und achtere Sprung Sev und Sea wird nach folgenden Formeln berechnet:Sev = Sv  7 pSea = Sa  7 pIn diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Dabei ist x die vom jeweiligen Ende ab gemessene Abszisse des Punktes, an dem der Sprung gleich 0,25 Sv oder 0,25 Sa ist (nachstehende Skizze):>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>Für den Koeffizienten p darf jedoch kein Wert größer als 1 eingesetzt werden.(6) Wenn der Wert von âá  7 Sea größer ist als der von âv  7 Sev, wird für den Wert von âá  7 Sea jener von âv  7 Sev eingesetzt.Artikel 4.03 Mindestfreibord Unter Berücksichtigung der Verminderung nach Artikel 4.02 darf der Mindestfreibord nicht geringer als 0 mm sein.Artikel 4.04 Einsenkungsmarken (1) Die Ebene der größten Einsenkung ist so festzusetzen, daß die Vorschriften über den Mindestfreibord und den Mindestsicherheitsabstand erfuellt sind. Die Untersuchungskommission kann aus Sicherheitsgründen einen größeren Sicherheitsabstand oder Freibord festsetzen.(2) Die Ebene der größten Einsenkung wird durch gut sichtbare und unaustilgbare Einsenkungsmarken gekennzeichnet.(3) Einsenkungsmarken bestehen aus einem Rechteck von 300 mm Länge und 40 mm Höhe, dessen Grundlinie horizontal ist und mit der Ebene der zugelassenen größten Einsenkung zusammenfällt. Andersartige Einsenkungsmarken müssen ein solches Rechteck enthalten.(4) Schiffe müssen mindestens drei Einsenkungsmarkenpaare haben, von denen ein Markenpaar auf etwa ½ L und die beiden anderen ungefähr auf   L hinter dem Bug und vor dem Heck angebracht sein müssen.Abweichend genügen:a) bei Schiffen, mit L weniger als 40 m, zwei Markenpaare, die auf ¼ L hinter dem Bug und vor dem Heck anzubringen sind;b) bei Schiffen, die nicht zur Beförderung von Gütern bestimmt sind, ein Markenpaar, das etwa auf ½ L anzubringen ist.(5) Die infolge einer erneuten Untersuchung ungültig gewordenen Einsenkungsmarken oder Angaben sind unter Aufsicht der Untersuchungskommission zu entfernen oder als ungültig zu kennzeichnen. Undeutlich gewordene Einsenkungsmarken dürfen nur unter Aufsicht einer Untersuchungskommission ersetzt werden.(6) Ist das Schiff nach dem Übereinkommen über die Eichung der Binnenschiffe geeicht worden und liegen die Eichmarken in der gleichen Höhe wie die in dieser Verordnung vorgeschriebenen Einsenkungsmarken, gelten diese Eichmarken auch als Einsenkungsmarken; ein entsprechender Vermerk ist in das Schiffszeugnis einzutragen.Artikel 4.05 Hoechstzulässige Einsenkung der Schiffe, deren Laderäume nicht immer sprühwasser- und wetterdicht geschlossen sind Ist die Ebene der größten Einsenkung unter der Voraussetzung festgesetzt, daß die Laderäume sprühwasser- und wetterdicht geschlossen werden können, und beträgt der Abstand zwischen der Ebene der größten Einsenkung und der Oberkante des Lukensülls weniger als 500 mm, muß die höchstzulässige Einsenkung für die Fahrt mit ungedeckten Laderäumen festgesetzt werden.Im Schiffszeugnis ist einzutragen:"Wenn die Luken der Laderäume ganz oder teilweise geöffnet sind, darf das Schiff höchstens bis zu . . . mm unter die Einsenkungsmarken geladen sein."Artikel 4.06 Tiefgangsanzeiger (1) An Schiffen, deren Tiefgang 1 m überschreiten kann, muß auf jeder Seite am Achterschiff ein Tiefgangsanzeiger angebracht sein; zusätzliche Tiefgangsanzeiger sind gestattet.(2) Der Nullpunkt jedes Tiefgangsanzeigers muß senkrecht unter diesem in der zur Ebene der größten Einsenkung parallelen Ebene liegen, die durch den tiefsten Punkt des Schiffskörpers oder, falls vorhanden, des Kieles geht. Der senkrechte Abstand über dem Nullpunkt ist in Dezimeter einzuteilen. Diese Einteilung ist von der Leerebene bis 100 mm über die Ebene der größten Einsenkung auf jedem Tiefgangsanzeiger durch eingestanzte oder eingemeißelte Marken zu kennzeichnen und in Form eines gut sichtbaren Streifens abwechselnd in zwei verschiedenen Farben aufzumalen. Die Einteilung muß neben dem Tiefgangsanzeiger mindestens alle 5 Dezimeter sowie am oberen Ende desselben durch Zahlen angegeben sein.(3) Die beiden hinteren Eichskalen, die nach dem in Artikel 4.04 Absatz 6 genannten Übereinkommen angebracht sind, können als Tiefgangsanzeiger dienen, wenn sie eine den vorstehenden Bestimmungen entsprechende Einteilung tragen; gegebenenfalls sind die Zahlen für den Tiefgang hinzuzufügen.KAPITEL 5 MANÖVRIEREIGENSCHAFTEN Artikel 5.01 Allgemeines Schiffe und Verbände müssen über ausreichende Fahr- und Manövriereigenschaften verfügen:- Schiffe ohne Maschinenantrieb, die dazu bestimmt sind, geschleppt zu werden, müssen den besonderen Anforderungen der Untersuchungskommission entsprechen;- Schiffe mit Maschinenantrieb und Verbände müssen den Artikeln 5.02 bis 5.10 entsprechen.Artikel 5.02 Probefahrten (1) Die Fahr- und Manövriereigenschaften sind durch Probefahrten zu ermitteln. Dabei sind festzustellen:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(2) Die Untersuchungskommission kann teilweise oder ganz auf Probefahrten verzichten, wenn die Erfuellung der Anforderungen an die Fahr- und Manövriereigenschaften auf andere Weise nachgewiesen wird.Artikel 5.03 Probefahrtstrecke (1) Die Probefahrten nach Artikel 5.02 sind auf den von den zuständigen Behörden benannten Abschnitten der Binnengewässer durchzuführen.(2) Die Probefahrtstrecken müssen sich in möglichst geraden Abschnitten von mindestens 2 km Länge und genügender Breite in strömenden oder stillen Gewässern befinden und mit gut erkennbaren Marken zur Feststellung der Schiffsposition ausgerüstet sein.(3) Die hydrologischen Daten, wie Wassertiefe, Fahrwasserbreite und mittlere Strömungsgeschwindigkeit im Bereich des Fahrwassers bei unterschiedlichen Wasserständen, müssen durch die Untersuchungskommission festgestellt werden können.Artikel 5.04 Beladungsgrad der Schiffe und Verbände während der Probefahrt Schiffe und Verbände, die zur Güterbeförderung bestimmt sind, müssen für die Probefahrten möglichst gleichlastig und mindestens zu 70 % beladen sein. Wird die Probefahrt mit geringerer Beladung durchgeführt, so ist die Zulassung für die Talfahrt auf diese Beladung zu beschränken.Artikel 5.05 Bordhilfsmittel für die Probefahrt (1) Bei den Probefahrten dürfen keiner Anker, jedoch alle im Schiffszeugnis unter Ziffer 34 und 52 eingetragenen Einrichtungen verwendet werden, die vom Steuerstand aus bedienbar sind.(2) Beim Aufdrehmanöver nach Artikel 5.10 dürfen jedoch die Buganker verwendet werden.Artikel 5.06 Mindestgeschwindigkeit (Vorausfahrt) (1) Schiffe und Verbände müssen eine Geschwindigkeit gegen Wasser von mindestens 13 km/h erreichen. Dies gilt nicht für Schubboote, wenn sie allein fahren.(2) Für Schiffe und Verbände, die ausschließlich auf Reeden und in Häfen verkehren, kann die Untersuchungskommission Abweichungen zulassen.Artikel 5.07 Stoppeigenschaften (1) Schiffe und Verbände müssen rechtzeitig Bug zu Tal anhalten können und dabei ausreichend manövrierfähig bleiben.(2) Bei Schiffen und Verbänden mit L von nicht mehr als 86 m und B von nicht mehr als 22,90 m können diese Stoppeigenschaften durch die Wendeeigenschaften ersetzt werden.(3) Die Stoppeigenschaften sind durch Stoppmanöver auf einer Probefahrtstrecke nach Artikel 5.03 und die Wendeeigenschaften durch Aufdrehmanöver nach Artikel 5.10 nachzuweisen.Artikel 5.08 Rückwärtsfahreigenschaften Wird das nach Artikel 5.07 notwendige Stoppmanöver in stillen Gewässern durchgeführt, ist zusätzlich ein Rückwärtsfahrversuch durchzuführen.Artikel 5.09 Ausweicheigenschaften Schiffe und Verbände müssen rechtzeitig ausweichen können. Die Ausweicheigenschaften sind durch Ausweichmanöver auf einer Probefahrtstrecke nach Artikel 5.03 nachzuweisen.Artikel 5.10 Wendeeigenschaften Schiffe und Verbände mit L von nicht mehr als 86 m und B von nicht mehr als 22,90 m müssen rechtzeitig wenden können.Diese Wendeeigenschaften können durch die Stoppeigenschaften nach Artikel 5.07 ersetzt werden.Die Wendeeigenschaften sind durch Aufdrehmanöver nachzuweisen.KAPITEL 6 STEUEREINRICHTUNGEN Artikel 6.01 Allgemeine Anforderungen (1) Schiffe müssen mit einer zuverlässigen Steuereinrichtung versehen sein, mit der mindestens die Manövriereigenschaften nach Kapitel 5 erreicht werden.(2) Motorisch betriebene Steuereinrichtungen müssen so beschaffen sein, daß sich das Ruder nicht unbeabsichtigt verstellen kann.(3) Die gesamte Steuereinrichtung muß für ständige Neigungen des Schiffes bis zu 15° und Umgebungstemperaturen von - 20 bis + 50 °C ausgelegt sein.(4) Die Einzelteile der Steuereinrichtung müssen festigkeitsmäßig so ausgelegt sein, daß alle im normalen Betrieb auf sie einwirkenden Kräfte sicher aufgenommen werden können. Die bei einer äußeren Einwirkung auf das Ruder auftretenden Kräfte dürfen die Funktionsfähigkeit der Rudermaschine und deren Antrieb nicht beeinträchtigen.(5) Steuereinrichtungen müssen einen motorischen Rudermaschinenantrieb haben, wenn die zur Betätigung des Ruders aufzubringenden Kräfte dies erfordern.(6) Rudermaschinen mit motorischem Antrieb müssen mit einem Überlastschutz versehen sein, der das antriebsseitig ausgeübte Moment begrenzt.(7) Wellendurchführungen von Ruderschäften müssen so ausgeführt sein, daß keine wassergefährdenden Schmiermittel austreten können.Artikel 6.02 Antriebsanlage der Rudermaschine (1) Bei Rudermaschinen mit motorischem Antrieb muß bei Ausfall oder Störung der Antriebsanlage der Rudermaschine innerhalb von 5 Sekunden eine zweite unabhängige Antriebsanlage oder ein Handantrieb in Betrieb gesetzt werden können.(2) Erfolgt die Inbetriebsetzung der zweiten Antriebsanlage oder des Handantriebs nicht automatisch, muß mit einer einzigen Bedienungshandlung eine unmittelbare, schnelle und einfache Inbetriebsetzung durch den Rudergänger möglich sein.(3) Auch bei Betrieb der zweiten Antriebsanlage oder des Handantriebs müssen die Manövriereigenschaften nach Kapitel 5 erreicht werden.Artikel 6.03 Hydraulische Antriebsanlage der Rudermaschine (1) An die hydraulische Antriebsanlage der Rudermaschine dürfen keine anderen Verbrauchsgeräte angeschlossen sein. Wenn zwei getrennte Rudermaschinenantriebe vorhanden sind, ist dies jedoch an einer der beiden Anlagen erlaubt, falls die Verbrauchsgeräte in der Rücklaufleitung angeschlossen sind und durch eine Absperrvorrichtung vom Rudermaschinenantrieb getrennt werden können.(2) Bei zwei hydraulischen Antriebsanlagen ist für jede Anlage ein separater Hydrauliktank erforderlich, wobei Doppeltanks zulässig sind. Die Hydrauliktanks sind mit Niveaualarmgebern auszurüsten, die ein Absinken des Ölstandes unter den für den sicheren Betrieb niedrigsten zulässigen Füllstand überwachen.(3) Kann das Steuerventil vom Steuerstand aus von Hand oder handhydraulisch betätigt werden, kann auf eine Doppelung dieses Steuerventils verzichtet werden.(4) Abmessungen, Konstruktion und Verlegung der Rohrleitungen müssen Beschädigungen durch mechanische Einfluesse oder Feuer soweit wie möglich ausschließen.(5) Bei hydraulischen Antriebsanlagen kann für die zweite Antriebsanlage der Rudermaschine auf eine getrennte Führung der Rohrleitungen verzichtet werden, wenn eine unabhängige Wirkung der beiden Antriebsanlagen gewährleistet ist und das Leitungssystem auf mindestens den 1,5-fachen höchstzulässigen Betriebsdruck ausgelegt ist.(6) Hydraulikschläuche sind nur zulässig, wenn Vibrationsdämpfung oder Bewegungsfreiheit der Bauteile deren Verwendung unumgänglich macht. Sie müssen mindestens für den höchstzulässigen Betriebsdruck ausgelegt sein.Artikel 6.04 Energiequelle (1) Steuereinrichtungen mit zwei motorischen Antrieben müssen zwei Energiequellen zur Verfügung stehen.(2) Ist die zweite Energiequelle einer Rudermaschine mit motorischem Antrieb während der Fahrt nicht kontinuierlich einsatzbereit, muß die für deren Startvorgang benötigte Zeit durch ein Puffersystem ausreichender Kapazität überbrückt werden.(3) Bei elektrischen Energiequellen dürfen aus den Einspeisungen der Steuereinrichtungen keine anderen Verbrauchsgeräte versorgt werden.Artikel 6.05 Handantrieb (1) Das Handsteuerrad darf durch einen motorischen Antrieb nicht mitgedreht werden können.(2) Ein Zurückschlagen des Steuerrads muß beim selbsttätigen Einkuppeln des Handantriebs bei jeder Ruderlage verhindert sein.Artikel 6.06 Ruderpropeller-, Wasserstrahl-, Zykloïdalpropeller- und Bugstrahlanlagen (1) Ist bei Ruderpropeller-, Wasserstrahl-, Zykloïdalpropeller- und Bugstrahlanlagen die Fernbedienung für die Richtungsänderung des Schubes elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch, müssen vom Steuerstand bis zur Propeller- oder Strahlanlage zwei voneinander unabhängige Steuerungssysteme vorhanden sein, die den Artikeln 6.01 bis 6.05 sinngemäß entsprechen.Das gilt nicht, wenn der Einsatz solcher Anlagen zur Erfuellung der Manövriereigenschaften nach Kapitel 5 nicht oder nur beim Stoppversuch erforderlich ist.(2) Sind zwei oder mehr voneinander unabhängige Ruderpropeller-, Wasserstrahl-, oder Zykloïdalpropelleranlagen vorhanden, ist das zweite Steuerungssystem nicht erforderlich, wenn das Schiff bei Ausfall einer dieser Anlagen manövrierfähig nach Kapitel 5 bleibt.Artikel 6.07 Anzeige und Überwachung (1) Die Lage des Ruders muß am Steuerstand eindeutig erkennbar sein. Elektrische Ruderlageanzeiger müssen eine eigene Einspeisung haben.(2) Es müssen mindestens folgende Anzeigen und Überwachungen am Steuerstand vorhanden sein:a) Niveau des Ölstandes der Hydrauliktanks nach Artikel 6.03 Absatz 2 und Betriebsdruck des hydraulischen Systems;b) Ausfall der elektrischen Steuerenergieversorgung;c) Ausfall der elektrischen Kraftenergieversorgung;d) Ausfall des Wendegeschwindigkeitsreglers;e) Ausfall der vorgeschriebenen Puffersysteme.Artikel 6.08 Wendegeschwindigkeitsregler (1) Wendegeschwindigkeitsregler und ihre Bauteile müssen Artikel 9.20 entsprechen.(2) Die Betriebsbereitschaft des Wendegeschwindigkeitsreglers muß am Steuerstand durch eine grüne Meldeleuchte angezeigt werden.Ausfall, unzulässige Abweichung der Versorgungsspannung und unzulässiger Abfall der Kreiseldrehzahl müssen überwacht werden.(3) Sind neben dem Wendegeschwindigkeitsregler noch weitere Steuersysteme vorhanden, muß am Steuerstand deutlich erkennbar sein, welches System eingeschaltet ist. Die Umschaltung von einem auf ein anderes System muß unverzüglich erfolgen können. Wendegeschwindigkeitsregler müssen gegenüber den Steuereinrichtungen rückwirkungsfrei sein.(4) Die elektrische Energieversorgung des Wendegeschwindigkeitsreglers muß von anderen Verbrauchsgeräten unabhängig sein.(5) Die in Wendegeschwindigkeitsreglern verwendeten Kreisel, Sensoren oder Wendeanzeiger müssen den Mindestanforderungen der Vorschriften betreffend die Mindestanforderungen und Prüfbedingungen für Wendeanzeiger in der Binnenschiffahrt entsprechen.Artikel 6.09 Abnahme (1) Die ordnungsgemäße Installation der Steuereinrichtung ist von einer Untersuchungskommission zu überprüfen. Dazu kann sie folgende Unterlagen verlangen:a) Beschreibung der Steuereinrichtung;b) Pläne und Angaben über die Antriebsanlagen der Rudermaschine und die Steuerung;c) Angaben über die Rudermaschine;d) Schaltplan für die elektrische Installation;e) Bescheinigung des Wendegeschwindigkeitsreglers;f) Betriebsanleitung der Anlage.(2) Bei einer Probefahrt ist die Funktion der gesamten Steuereinrichtung zu überprüfen. Bei Wendegeschwindigkeitsreglern ist das sichere Einhalten eines geraden Kurses und das sichere Fahren von Kurven zu prüfen.KAPITEL 7 STEUERHAUS Artikel 7.01 Allgemeines (1) Steuerhäuser müssen so eingerichtet sein, daß der Rudergänger seine Aufgaben während der Fahrt jederzeit erfuellen kann.(2) Bei normalen Betriebsbedingungen darf der Eigengeräuschpegel am Steuerstand in Kopfhöhe des Rudergängers den Wert von 70 dB(A) nicht überschreiten.(3) Bei Radareinmannsteuerständen muß der Rudergänger seine Aufgaben im Sitzen erfuellen können und müssen alle zur Führung des Schiffes notwendigen Anzeige-, Überwachungs- und Bedienungseinrichtungen so angeordnet sein, daß sie der Rudergänger während der Fahrt mühelos überwachen und bedienen kann, ohne dabei seinen Platz verlassen zu müssen und ohne den Radarbildschirm aus den Augen zu verlieren.Artikel 7.02 Freie Sicht (1) Vom Steuerstand aus muß nach allen Seiten genügend freie Sicht vorhanden sein.(2) Der Sichtschatten vor dem Bug des leeren Schiffes mit halben Vorräten und ohne Ballast darf für den Rudergänger 250 m nicht überschreiten.Optische Hilfsmittel zur Verkürzung des Sichtschattens dürfen bei der Untersuchung nicht berücksichtigt werden.(3) Das freie Blickfeld von dem Ort, an dem sich der Rudergänger gewöhnlich befindet, muß mindestens 240° des Horizonts betragen. Davon muß ein Blickfeld von mindestens 140° innerhalb des vorderen Halbkreises liegen.In der üblichen Sichtachse des Rudergängers dürfen sich keine Fensterpfosten, Stützen oder Aufbauten befinden.Ist eine ausreichende freie Sicht nach hinten nicht gewährleistet, kann die Untersuchungskommission andere Maßnahmen verlangen, insbesondere den Einbau von optischen Hilfsmitteln.(4) Die klare Sicht durch die Frontfenster muß durch geeignete Mittel bei jeder Witterung gewährleistet sein.(5) In Steuerhäusern verwendete Fensterscheiben müssen eine Mindestlichtdurchlässigkeit von 75 % haben.Artikel 7.03 Allgemeine Anforderungen an Bedienungs-, Anzeige- und Überwachungseinrichtungen (1) Zur Führung des Schiffes notwendige Bedienungseinrichtungen müssen leicht in ihre Betriebsstellung gebracht werden können. Diese Stellung muß eindeutig erkennbar sein.(2) Überwachungsinstrumente müssen leicht abzulesen sein; sie müssen stufenlos regelbar beleuchtet werden können. Beleuchtungsquellen dürfen nicht stören oder die Erkennbarkeit der Überwachungsinstrumente beeinträchtigen.(3) Eine Einrichtung zur Kontrolle der Meldeleuchten muß vorhanden sein.(4) Es muß eindeutig erkennbar sein, ob eine Anlage in Betrieb ist. Wird dies durch eine Meldeleuchte angezeigt, muß diese grün sein.(5) Störungen oder Ausfall von Anlagen, für die eine Überwachung vorgeschrieben ist, sind durch rote Meldeleuchten anzuzeigen.(6) Mit dem Aufleuchten einer der roten Meldeleuchten muß ein akustisches Signal ertönen. Akustische Alarmsignale können als Sammelmeldung erfolgen. Der Schalldruckpegel dieses Signals muß mindestens 3 dB(A) höher liegen als der am Steuerstand örtlich vorherrschende maximale Lärmpegel.(7) Das akustische Signal kann nach dem Erkennen des Ausfalls oder der Störung abgestellt werden. Die Funktion des Signals für weitere Störungen darf durch das Löschen nicht beeinträchtigt werden. Die roten Meldeleuchten dürfen dagegen erst nach Beseitigung der Störung erlöschen.(8) Überwachungen und Anzeigen müssen beim Ausfall ihrer Speisung automatisch auf eine andere Energiequelle geschaltet werden.Artikel 7.04 Besondere Anforderungen an Bedienungs-, Anzeige- und Überwachungseinrichtungen für Antriebsmaschinen und Steuereinrichtungen (1) Die Bedienung und Überwachung der Antriebsmaschinen und der Steuereinrichtungen muß vom Steuerstand aus möglich sein. Antriebsmaschinen, die mit einer vom Steuerstand aus bedienbaren Kupplung versehen sind oder einen vom Steuerstand aus bedienbaren Verstellpropeller antreiben, dürfen nur vom Maschinenraum aus an- und abgestellt werden können.(2) Für jede Antriebsmaschine darf nur ein Hebel zur Maschinensteuerung vorhanden sein. Der Hebel muß auf einem Kreisbogen in einer senkrechten, zur Schiffslängsachse annähernd parallelen Ebene beweglich sein. Das Bewegen dieses Hebels in Richtung Vorschiff muß die Vorausfahrt, das Bewegen in Richtung Achterschiff die Rückwärtsfahrt bewirken. Etwa in der Nullstellung des Hebels wird gekuppelt oder umgesteuert. In der Nullstellung muß der Hebel einrasten. Die Umstellung des Hebels von "Volle Fahrt voraus" sowie die Nullstellung zur Stellung "Volle Fahrt rückwärts" darf 90° nicht überschreiten.(3) Bei Radareinmannsteuerständen muß die Richtung der vom Antrieb auf das Schiff wirkenden Schubkraft und die Drehzahl der Propeller oder der Antriebsmaschinen angezeigt werden.(4) Anzeigen und Überwachungen nach Artikel 6.07 Absatz 2, Artikel 8.03 Absatz 2 und Artikel 8.05 Absatz 11 müssen am Steuerstand angeordnet sein.(5) Bei Radareinmannsteuerständen muß die Steuerung des Schiffes mittels eines Hebels erfolgen. Dieser Hebel muß mit der Hand bequem bedient werden können. Der Hebelausschlag muß der Stellung der Ruderblätter zur Schiffslängsachse entsprechen. Der Hebel muß in jeder beliebigen Lage losgelassen werden können, ohne daß sich hierdurch die Stellung der Ruderblätter ändert. Die Nullstellung des Hebels muß deutlich fühlbar sein.(6) Ist das Schiff mit Bugrudern oder besonderen Rudern (insbesondere für die Rückwärtsfahrt) ausgerüstet, müssen diese bei Radareinmannsteuerständen über besondere Hebel bedient werden können, die Absatz 5 sinngemäß entsprechen.Dies gilt auch, wenn bei Fahrzeugzusammenstellungen die Rudereinrichtungen anderer als des zum Führen des Verbandes benutzten Fahrzeugs eingesetzt werden.(7) Bei Einsatz von Wendegeschwindigkeitsreglern muß das Bedienungsorgan zum Einstellen der Wendegeschwindigkeit in jeder beliebigen Lage losgelassen werden können, ohne daß sich die eingestellte Wendegeschwindigkeit ändert.Der Drehbereich des Bedienungsorgans muß so sein, daß eine genügende Genauigkeit der Einstellung gewährleistet ist. Die Nullstellung muß sich fühlbar von anderen Stellungen unterscheiden. Die Skala muß stufenlos regelbar beleuchtet werden können.(8) Fernbetätigungseinrichtungen der gesamten Steuereinrichtung müssen fest eingebaut und so angeordnet sein, daß die gewählte Fahrtrichtung eindeutig erkennbar ist. Sind die Fernbetätigungseinrichtungen ausschaltbar, müssen sie mit einer Anzeigevorrichtung versehen sein, die den jeweiligen Betriebszustand "Ein" oder "Aus" angibt. Die Anordnung und die Betätigung der Bedienungselemente müssen funktionsgerecht sein.Für ergänzende Anlagen der Steuereinrichtung, wie Bugstrahlanlagen, sind nicht fest eingebaute Fernbetätigungseinrichtungen zulässig, wenn durch eine Vorrangschaltung im Steuerhaus die Betätigung der ergänzenden Anlage jederzeit übernommen werden kann.(9) Bei Ruderpropeller-, Wasserstrahl-, Zykloïdalpropeller- und Bugstrahlanlagen sind gleichwertige Bedienungs-, Anzeige- und Überwachungseinrichtungen zulässig.Anforderungen nach den Absätzen 1 bis 8 sind sinngemäß und unter Beachtung der besonderen Eigenschaften und der gewählten Anordnung der genannten aktiven Steuer- und Antriebsorgane zu erfuellen. Aus der Anzeige muß für jede Anlage entsprechend ihrer Position die Richtung des auf das Schiff wirkenden Schubes oder die Richtung des Strahls erkennbar sein.Artikel 7.05 Bedienung und Überwachung der Signallichter, Lichtzeichen und Schallzeichen (1) In diesem Artikel bedeuten:a) Signallichter: Topplichter, Seitenlichter, Hecklichter, von allen Seiten sichtbare Lichter, blaue Funkellichter und blaue Lichter für die Beförderung von gefährlichen Gütern;b) Lichtzeichen: die zu den Schallzeichen und zur blauen Tafel gehörenden Lichter.(2) Zur Kontrolle der Signallichter müssen Stromanzeigelampen oder gleichwertige Einrichtungen wie Meldeleuchten im Steuerhaus angebracht sein, sofern diese Kontrolle nicht unmittelbar vom Steuerhaus aus möglich ist.(3) Bei Radareinmannsteuerständen müssen zur Kontrolle der Signallichter und der Lichtzeichen Meldeleuchten am Steuerstand eingebaut sein. Die Schalter der Signallichter müssen in den Meldeleuchten integriert sein oder sich in unmittelbarer Nähe der Meldeleuchten befinden und diesen eindeutig zugeordnet sein.Anordnung und Farbe der Meldeleuchten der Signallichter und der Lichtzeichen müssen der wirklichen Lage und Farbe der geschalteten Signallichter und Lichtzeichen entsprechen.Der Ausfall eines Signallichtes oder eines Lichtzeichens muß das Erlöschen der entsprechenden Meldeleuchte bewirken oder auf andere Weise durch die entsprechende Meldeleuchte signalisiert werden.(4) Bei Radareinmannsteuerständen müssen sich die Schallzeichen durch Fußschalter geben lassen. Dies gilt nicht für das "Bleib-weg-Signal" nach Maßgabe der entsprechenden Verkehrsbestimmungen in den Mitgliedstaaten.Artikel 7.06 Radargerät und Wendeanzeiger (1) Radargerät und Wendeanzeiger müssen einem von der zuständigen Behörde zugelassenen Typ entsprechen. Die Vorschriften für den Einbau und die Funktionsprüfung müssen eingehalten sein.Der Wendeanzeiger muß vor dem Rudergänger in dessen Blickfeld angebracht sein.(2) Bei Radareinmannsteuerständena) darf der Radarbildschirm nicht wesentlich aus der Blickrichtung des Rudergängers verschoben sein;b) muß das Radarbild bei allen außerhalb des Steuerhauses herrschenden Lichtverhältnissen ohne Aufsatztubus oder Lichtabschirmhaube vollkommen erkennbar bleiben;c) muß der Wendeanzeiger unmittelbar über oder unter dem Radarbild angebracht oder in dieses integriert sein.Artikel 7.07 Sprechfunkanlage für Schiffe mit Radareinmannsteuerstand (1) Bei Schiffen mit Radareinmannsteuerstand muß für die Verkehrskreise Schiff-Schiff und Nautische Information der Empfang über Lautsprecher und das Senden über feste Mikrofone geschehen; das Umschalten Empfangen/Senden hat mittels Drucktaste zu erfolgen.Die Mikrofone dieser Verkehrskreise dürfen nicht für Verbindungen des Verkehrskreises öffentlicher Nachrichtenaustausch verwendet werden können.(2) Bei Schiffen mit Radareinmannsteuerstand, die mit einer Sprechfunkanlage für den Verkehrskreis öffentlicher Nachrichtenaustausch ausgerüstet sind, muß der Empfang vom Sitz des Rudergängers aus erfolgen können.Artikel 7.08 Interne Sprechverbindungen an Bord An Bord von Schiffen mit Radareinmannsteuerstand muß eine Einrichtung für interne Sprechverbindungen vorhanden sein.Vom Steuerstand aus müssen folgende Sprechverbindungen hergestellt werden können:a) zum Bug des Schiffes oder des Verbandes;b) zum Heck des Schiffes oder des Verbandes, wenn keine direkte Verständigung vom Steuerstand aus möglich ist;c) zu dem oder den Aufenthaltsräumen der Besatzung;d) zur Schiffsführerkabine.An allen Stellen dieser Sprechverbindungen hat der Empfang über Lautsprecher und das Senden über feste Mikrofone zu erfolgen. Zum Bug und zum Heck des Schiffes oder des Verbandes ist eine Funksprechverbindung zulässig.Artikel 7.09 Alarmanlage (1) Eine unabhängige Alarmanlage, mit der die Wohnungen, die Maschinenräume und gegebenenfalls separate Pumpenräume erreicht werden können, muß vorhanden sein.(2) Der Rudergänger muß in Reichweite einen Ein/Aus-Schalter für das Alarmsignal haben. Für dieses Signal darf kein Schalter verwendet werden, der beim Loslassen selbsttätig in die Stellung "Aus" zurückkehren kann.(3) Der Schalldruckpegel des Alarmsignals muß in den Wohnungen mindestens 75 dB(A) betragen.In Maschinen- und Pumpenräumen muß ein überall gut wahrnehmbares, rundum sichtbares Blinklicht als Alarmsignal vorhanden sein.Artikel 7.10 Heizung und Lüftung Steuerhäuser müssen mit einer wirksamen und regelbaren Heizung und Lüftung versehen sein.Artikel 7.11 Bedienungseinrichtung für Heckanker Auf Schiffen und Verbänden mit Radareinmannsteuerstand und L von mehr als 86 m oder B von mehr als 22,90 m muß der Rudergänger die Heckanker von seinem Platz aus setzen können.Artikel 7.12 In der Höhe verstellbare Steuerhäuser In der Höhe verstellbare Steuerhäuser müssen mit einer Notabsenkung versehen sein.Während jedes Absenkvorgangs muß selbsttätig ein akustisches Warnsignal deutlich wahrnehmbar sein. Dies gilt nicht, wenn durch geeignete bauliche Maßnahmen eine durch die Höhenverstellung verursachte Verletzungsgefahr ausgeschlossen ist.In allen Höhenstellungen muß ein gefahrloses Verlassen des Steuerhauses möglich sein.Artikel 7.13 Vermerk im Schiffszeugnis für Schiffe mit Radareinmannsteuerständen Entspricht ein Schiff den Sondervorschriften für Radareinmannsteuerstände nach den Artikeln 7.01, 7.04 bis 7.08, und 7.11, ist im Schiffszeugnis einzutragen:"Das Schiff verfügt über einen Radareinmannsteuerstand".KAPITEL 8 MASCHINENBAULICHE ANFORDERUNGEN Artikel 8.01 Allgemeine Bestimmungen (1) Maschinen sowie die dazugehörenden Einrichtungen müssen nach dem Stand der Technik ausgelegt, ausgeführt und eingebaut sein.(2) Überwachungsbedürftige Anlagen, insbesondere Dampfkessel, andere Druckbehälter sowie deren Zubehör und Aufzüge müssen den Vorschriften eines der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft entsprechen.(3) Es dürfen nur Verbrennungsmotoren eingebaut sein, die mit Brennstoffen betrieben werden, deren Flammpunkt über 55 °C liegt.Artikel 8.02 Sicherheitsvorrichtungen (1) Maschinenanlagen müssen so eingerichtet und aufgestellt sein, daß sie für Bedienung und Wartung ausreichend zugänglich sind und Personen, die sie bedienen oder warten, nicht gefährdet werden können. Sie müssen gegen unbeabsichtigte Inbetriebnahme gesichert werden können.(2) An Antriebs- und Hilfsmaschinen, Dampfkesseln, Druckbehältern und deren Zubehör müssen Sicherheitsvorrichtungen vorhanden sein.(3) Antriebe für Druck- und Saugventilatoren müssen für Notfälle auch außerhalb des Aufstellungsraumes und des Maschinenraumes abgeschaltet werden können.Artikel 8.03 Antriebsanlagen (1) Schiffsantriebe müssen zuverlässig und rasch in Gang gesetzt, gestoppt und umgesteuert werden können.(2) Die Bereichea) Temperatur des Kühlwassers der Antriebsmaschinen;b) Druck des Schmieröls der Antriebsmaschinen und der Getriebe;c) Öl- und Luftdruck der Umsteueranlage der Antriebsmaschinen, Wendegetriebe oder Propeller sind durch geeignete Einrichtungen zu überwachen, die bei Erreichen kritischer Werte Alarm auslösen.(3) Bei Schiffen mit nur einer Antriebsmaschine darf, außer durch den Überdrehzahlschutz, der Motor nicht automatisch stillgesetzt werden.(4) Wellendurchführungen müssen so ausgeführt sein, daß keine wassergefährdenden Schmiermittel austreten können.Artikel 8.04 Abgasleitungen von Verbrennungsmotoren (1) Abgase müssen restlos nach außen abgeführt werden.(2) Das Eindringen von Abgasen in die verschiedenen Schiffsräume muß durch zweckdienliche Maßnahmen verhindert sein. Sind Abgasleitungen durch Wohnungen oder das Steuerhaus geführt, müssen sie innerhalb dieser Räume in gasdichten Ummantelungen untergebracht sein. Der Raum zwischen Abgasleitung und Ummantelung muß mit der Außenluft verbunden sein.(3) Abgasleitungen müssen so verlegt und geschützt sein, daß sie keinen Brand verursachen können.(4) In Maschinenräumen müssen Abgasleitungen ausreichend isoliert oder gekühlt sein. Außerhalb der Maschinenräume kann ein Berührungsschutz genügen.Artikel 8.05 Brennstofftanks, -leitungen und Zubehör (1) Flüssige Brennstoffe müssen in zum Schiffskörper gehörenden oder in fest im Schiff eingebauten Tanks aus Stahl oder, wenn die Bauart des Schiffes es erfordert, aus einem hinsichtlich Feuerbeständigkeit gleichwertigen Werkstoff untergebracht sein. Dies gilt nicht für Tanks von Hilfsaggregaten mit einem Inhalt bis zu 12 l, die werksseitig fest mit diesen verbunden sind. Brennstofftanks dürfen keine gemeinsamen Begrenzungsflächen mit Trinkwasserbehältern haben.(2) Diese Tanks sowie Brennstoffleitungen und weiteres Zubehör müssen so angeordnet und eingerichtet sein, daß weder Brennstoff noch Gas unbeabsichtigt in die Schiffsräume gelangen kann. Ventile an Brennstofftanks, die zur Entnahme von Brennstoff oder zur Entwässerung dienen, müssen selbstschließend sein.(3) Vor dem Kollisionsschott dürfen sich keine Brennstofftanks befinden.(4) Tagestanks und deren Armaturen dürfen nicht über Maschinenanlagen oder Abgasleitungen angeordnet sein.(5) Füllöffnungen von Brennstofftanks müssen deutlich bezeichnet sein.(6) Füllrohre für Brennstofftanks mit Ausnahme der Tagesverbrauchstanks müssen von Deck ausgehen. Füllrohre müssen verschließbar sein. Diese Tanks müssen ein Entlüftungsrohr haben, das oberhalb des Decks ins Freie führt und so eingerichtet ist, daß kein Wasser eindringen kann. Der Querschnitt dieses Entlüftungsrohrs muß mindestens das 1,25-fache des Füllrohrquerschnitts betragen.Sind Tanks für fluessige Brennstoffe miteinander verbunden, muß der Querschnitt der Verbindungsleitung mindestens das 1,25-fache des Füllrohrquerschnitts betragen.(7) Austrittsleitungen für fluessige Brennstoffe müssen unmittelbar an den Tanks mit einer Absperrvorrichtung versehen sein, die von Deck aus betätigt werden kann.Dies gilt nicht für Brennstofftanks, die direkt am Motor angebaut sind.(8) Brennstoffleitungen, ihre Verbindungen, Dichtungen und Armaturen müssen aus Werkstoffen hergestellt sein, die den zu erwartenden mechanischen, chemischen und thermischen Beanspruchungen standhalten. Brennstoffleitungen dürfen schädlicher Wärmeeinwirkung nicht ausgesetzt sein und müssen auf ihrer ganzen Länge kontrolliert werden können.(9) Brennstofftanks müssen mit einer Peileinrichtung versehen sein, die bis zum höchsten Füllstand ablesbar sein muß. Peilgläser müssen gegen Beschädigungen geschützt, am unteren Ende mittels Selbstschlußeinrichtungen absperrbar und am oberen Ende wieder an die Tanks oberhalb des höchsten Füllstandes angeschlossen sein. Das Material der Peilgläser muß bei normalen Umgebungstemperaturen formfest bleiben.(10) Tanks für fluessige Brennstoffe müssen mit dicht verschließbaren Öffnungen versehen sein, die das Reinigen und Untersuchen ermöglichen.(11) Unmittelbar an die Antriebsmaschinen und an die zum Fahrbetrieb notwendigen Motoren angeschlossene Brennstofftanks müssen mit einer Einrichtung versehen sein, die optisch und akustisch im Steuerhaus anzeigt, daß die Füllung des Tanks für den weiteren sicheren Betrieb nicht mehr ausreichend ist.Artikel 8.06 Lenzeinrichtungen (1) Jede wasserdichte Abteilung muß für sich lenzbar sein. Dies gilt nicht für wasserdichte Abteilungen, die gewöhnlich luftdicht geschlossen gefahren werden.(2) Auf Schiffen, für die eine Besatzung vorgeschrieben ist, müssen zwei unabhängige Lenzpumpen vorhanden sein, die nicht in demselben Raum aufgestellt sein dürfen und von denen mindestens eine durch einen Motor angetrieben werden muß. Haben diese Schiffe jedoch eine Antriebsleistung von weniger als 225 kW oder eine Tragfähigkeit von weniger als 350 t oder bei Schiffen, die nicht zur Güterbeförderung bestimmt sind, eine Wasserverdrängung von weniger als 250 m³, genügt eine Hand- oder Motorlenzpumpe.Jede der vorgeschriebenen Pumpen muß für jede wasserdichte Abteilung verwendbar sein.(3) Die Mindestfördermenge Q1 der ersten Lenzpumpe ist nach folgender Formel zu berechnen:Q1 = 0,1  7 d1² [l/min]d1 ist nach folgender Formel zu berechnen:d1 = 1,5  7 &radic; L (B + H) + 25 [mm]Die Mindestfördermenge Q2 der zweiten Lenzpumpe ist nach folgender Formel zu berechnen:Q2 = 0,1  7 d2² [l/min]d2 ist nach folgender Formel zu berechnen:d2 = 2  7 &radic; l (B + H) + 25 [mm]Jedoch braucht das Maß d2 nicht größer als das Maß d1 zu sein.Bei der Bemessung von Q2 bezieht sich l auf die längste wasserdichte Abteilung.In diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(4) Sind die Lenzpumpen an ein Lenzsystem angeschlossen, müssen die inneren Lenzrohrdurchmesser mindestens das Maß d1 in mm und die inneren Durchmesser der Zweiglenzrohre mindestens das Maß d2 in mm aufweisen.Für Schiffe mit L von weniger als 25 m dürfen die Maße d1 und d2 bis auf 35 mm herabgesetzt werden.(5) Nur selbstansaugende Lenzpumpen sind zulässig.(6) In jeder lenzbaren Abteilung mit flachem Boden und einer Breite von über 5 m muß an Steuerbord und an Backbord mindestens je ein Sauger vorhanden sein.(7) Die Achterpiek darf über eine leicht zugängliche selbstschließende Armatur zum Hauptmaschinenraum entwässert werden können.(8) Zweiglenzrohre einzelner Abteilungen müssen durch ein absperrbares Rückschlagventil an das Hauptlenzrohr angeschlossen sein.Abteilungen oder andere Räume, die als Ballastzellen eingerichtet sind, brauchen nur über ein einfaches Absperrorgan an das Lenzsystem angeschlossen zu sein. Dies gilt nicht für Laderäume, die zur Ballastaufnahme eingerichtet sind. Das Füllen solcher Laderäume mit Ballastwasser muß durch eine von der Lenzleitung getrennte, fest installierte Ballastleitung oder durch Zweigleitungen erfolgen, die als flexible Leitungen oder mittels beweglicher Zwischenstücke mit der Hauptlenzleitung verbunden werden können. Bodenventile sind hierfür nicht zulässig.(9) Laderaumbilgen müssen mit Peilmöglichkeiten versehen sein.(10) Ist ein Lenzsystem mit fest installierten Rohrleitungen vorhanden, müssen in den Lenzrohren für Bilgen, die für das Sammeln von ölhaltigem Wasser bestimmt sind, Absperrorgane angeordnet und in geschlossenem Zustand von einer Untersuchungskommission mit einer Plombe versehen sein. Anzahl und Lage dieser Absperrorgane müssen in das Schiffszeugnis eingetragen sein.Artikel 8.07 Einrichtungen zum Sammeln von ölhaltigem Wasser und gebrauchtem Öl (1) Während des Betriebs anfallendes ölhaltiges Wasser muß an Bord gesammelt werden können. Dabei gilt die Maschinenraumbilge als Sammelbehälter.(2) Zum Sammeln von Altöl müssen in Maschinenräumen ein oder mehrere besondere Behälter vorhanden sein, deren Rauminhalt mindestens der 1,5-fachen Menge des Altöls aus den Ölwannen aller installierten Verbrennungsmotoren und Getriebe sowie der Menge des Hydrauliköls aus den Hydrauliköltanks entspricht.Anschlußstutzen zum Entleeren dieser Behälter müssen der europäischen Norm EN 1305 entsprechen.(3) Für Schiffe, die nur auf kurzen Strecken eingesetzt werden, kann die Untersuchungskommission Ausnahmen von Absatz 2 zulassen.Artikel 8.08 Geräusch der Schiffe (1) Fahrgeräusche der Schiffe, insbesondere Ansaug- und Auspuffgeräusche der Motoren, sind durch geeignete Vorrichtungen zu dämpfen.(2) Das Fahrgeräusch der Schiffe in einem seitlichen Abstand von 25 m von der Bordwand darf den Wert von 75 dB(A) nicht überschreiten.(3) Bei stilliegenden Schiffen, ausgenommen beim Umschlag, darf das Geräusch in einem seitlichen Abstand von 25 m von der Bordwand den Wert von 65 dB(A) nicht überschreiten.KAPITEL 9 ELEKTRISCHE ANLAGEN Artikel 9.01 Allgemeine Bestimmungen (1) Fehlen für bestimmte Teile einer Anlage besondere Vorschriften, wird der Sicherheitsgrad als ausreichend angesehen, wenn die betreffenden Teile nach einer geltenden europäischen Norm oder nach den Vorschriften einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft hergestellt sind.Erforderliche Unterlagen sind der Untersuchungskommission vorzulegen.(2) An Bord müssen sich folgende, von der Untersuchungskommission mit Sichtvermerk versehene Unterlagen befinden:a) Übersichtspläne über die gesamte elektrische Anlage;b) Pläne der Haupt-, Not- und Verteilerschalttafeln mit Angabe der wichtigsten technischen Daten wie über Sicherungsnennstromstärken, Schaltgeräte;c) Leistungsangaben über elektrische Betriebsmittel;d) Kabeltypen mit Angabe der Leiterquerschnitte.Auf unbemannten Fahrzeugen brauchen sich diese Unterlagen nicht an Bord zu befinden, müssen aber jederzeit beim Eigner verfügbar sein.(3) Die Anlagen müssen für ständige Neigungen des Schiffes bis zu 15° und für Umgebungstemperaturen im Innern von 0 °C bis +40 °C und auf Deck von -20 °C bis +40 °C ausgelegt sein. Sie müssen bis zu diesen Grenzwerten einwandfrei arbeiten.(4) Elektrische und elektronische Anlagen und Geräte müssen gut zugänglich und wartungsfreundlich sein.Artikel 9.02 Energieversorgungssysteme (1) Auf Fahrzeugen mit einer elektrischen Anlage muß deren Energieversorgung grundsätzlich aus mindestens zwei Energiequellen bestehen, so daß bei Ausfall einer Energiequelle die verbleibende Energiequelle in der Lage ist, Verbrauchsgeräte, die für die sichere Fahrt erforderlich sind, für mindestens 30 Minuten zu betreiben.(2) Die ausreichende Bemessung der Energieversorgung muß durch eine Leistungsbilanz nachgewiesen werden. Dabei kann ein angemessener Gleichzeitigkeitsfaktor berücksichtigt werden.(3) Unabhängig von Absatz 1 gilt für die Energiequellen von Steuereinrichtungen (Ruderanlagen) Artikel 6.04.(4) Auf Fahrgastschiffen müssen die Energiequellen nach Absatz 1 voneinander unabhängig sein.(5) Für Notstromquellen auf Tagesausflugsschiffen mit LWL von 25 m oder mehr und auf Kabinenschiffen gilt Artikel 9.18.Artikel 9.03 Schutz gegen Berühren, Eindringen von Fremdkörpern und Wasser Die Mindestschutzart der fest installierten Teile der Anlage muß dem jeweiligen Aufstellungsort gemäß nachstehender Tabelle entsprechen:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Artikel 9.04 Explosionsschutz In Räumen, in denen sich explosionsfähige Gase oder Gasgemische ansammeln können (wie in Akkumulatorenräumen oder in Räumen, die zur Aufbewahrung von leicht entzündbaren Stoffen bestimmt sind), sind nur elektrische Einrichtungen in explosionsgeschützter Ausführung (bescheinigte Sicherheit) zulässig. Schaltgeräte für Leuchten und für andere elektrische Geräte dürfen in diesen Räumen nicht installiert sein. Der Explosionsschutz muß den Eigenschaften der auftretenden explosionsfähigen Gase und Gasgemische (Explosionsgruppe, Temperaturklasse) entsprechen.Artikel 9.05 Schutzerdung (1) Bei Anlagen mit Spannungen über 50 V ist eine Schutzerdung erforderlich.(2) Betriebsmäßig nicht unter Spannung stehende Metallteile, die der Berührung zugänglich sind, wie Grundrahmen und Gehäuse von Maschinen, Geräten und Leuchten, müssen separat geerdet sein, sofern sie nicht durch die Art ihres Einbaus mit dem Schiffskörper metallisch leitend verbunden sind.(3) Gehäuse von beweglichen Verbrauchsgeräten und Handgeräten müssen durch einen zusätzlichen, betriebsmäßig keinen Strom führenden Schutzleiter im Anschlußkabel geerdet sein.Dies gilt nicht bei Verwendung von Schutz-Trenntransformatoren und bei Geräten mit Schutzisolierung (Doppelisolierung).(4) Der Querschnitt des Schutzleiters muß mindestens den Angaben der nachfolgenden Tabelle entsprechen:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Artikel 9.06 Zulässige maximale Spannungen (1) Spannungen dürfen die folgenden Werte nicht überschreiten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(2) Unter Beachtung der erforderlichen Schutzmaßnahmen sind höhere Spannungen zulässig:a) für Kraftanlagen, deren Leistungen dies erfordern;b) für bordeigene Sonderanlagen wie Funkanlagen und Zündeinrichtungen.Artikel 9.07 Verteilungssysteme (1) Für Gleichstrom und Einphasenwechselstrom sind folgende Verteilungssysteme zulässig:a) 2-Leiter, von denen der eine geerdet ist (L1/N/PE);b) 1-Leiter und Schiffskörperrückleitung, nur für örtlich begrenzte Anlagen (wie Startanlagen eines Verbrennungsmotors, kathodischer Korrosionsschutz) (L1/PEN);c) 2-Leiter isoliert vom Schiffskörper (L1/L2/PE).(2) Für Drehstrom (3-Phasen-Wechselstrom) sind folgende Verteilungssysteme zulässig:a) 4-Leiter mit geerdetem Sternpunkt ohne Schiffskörperrückleitung (L1/L2/L3/N/PE) = (TN-S-Netz) oder (TT-Netz);b) 3-Leiter isoliert vom Schiffskörper (L1/L2/L3/PE) = (IT-Netz);c) 3-Leitersysteme mit geerdetem Sternpunkt und Schiffskörperrückleitung, jedoch nicht für Endstromkreise (L1/L2/L3/PEN).(3) Die Untersuchungskommission kann die Verwendung anderer Systeme zulassen.Artikel 9.08 Anschluß an Land oder andere externe Netze (1) Zuleitungen von Landnetzen und anderen externen Netzen zu Bordnetz-Anlagen müssen an Bord über fest installierte Klemmen oder fest installierte Steckvorrichtungen angeschlossen werden können. Kabelanschlüsse dürfen nicht auf Zug beansprucht werden können.(2) Der Schiffskörper muß bei einer Anschlußspannung von über 50 V wirksam geerdet werden können. Erdungsanschlüsse müssen besonders gekennzeichnet sein.(3) Durch Schalteinrichtungen der Anschlüsse muß sichergestellt sein, daß ein Parallelbetrieb der Bordnetzgeneratoren mit dem Landnetz oder einem anderen externen Netz vermieden wird. Ein kurzzeitiger Parallelbetrieb zur Umschaltung ohne Spannungsunterbrechung der Systeme ist zulässig.(4) Der Anschluß muß gegen Kurzschluß und Überlast geschützt sein.(5) Auf der Hauptschalttafel muß angezeigt werden, ob der Anschluß unter Spannung steht.(6) Anzeigeeinrichtungen müssen installiert sein, um bei Gleichstrom die Polarität und bei Drehstrom die Phasenfolge des Anschlusses mit dem des Schiffsnetzes vergleichen zu können.(7) Eine Hinweistafel beim Anschluß muß angeben:a) die zu treffenden Maßnahmen für die Herstellung des Anschlusses;b) Stromart und Nennspannung, bei Wechselstrom zusätzlich die Frequenz.Artikel 9.09 Stromabgabe an andere Schiffe (1) Wird Strom an andere Schiffe abgegeben, muß eine getrennte Anschlußvorrichtung vorhanden sein. Bei Verwendung von Steckvorrichtungen für die Stromabgabe an andere Schiffe für Nennströme über 16 A sind Einrichtungen (wie Schalter oder Verriegelungen) vorzusehen, die die Herstellung oder Trennung der Verbindung nur in stromlosem Zustand ermöglichen.(2) Kabelanschlüsse dürfen nicht auf Zug beansprucht werden können.(3) Artikel 9.08 Absätze 3 bis 7 ist sinngemäß anzuwenden.Artikel 9.10 Generatoren und Motoren (1) Generatoren, Motoren und ihre Klemmenkästen müssen für Besichtigungen, Messungen und Reparaturen zugänglich sein. Die Schutzart muß dem Aufstellungsort entsprechen (Artikel 9.03).(2) Generatoren, die von der Hauptmaschine, der Propellerwelle oder einem zu anderen Zwecken dienenden Hilfsaggregat angetrieben werden, müssen dem betriebsmäßig auftretenden Drehzahlbereich entsprechend bemessen sein.Artikel 9.11 Akkumulatoren (1) Akkumulatoren müssen zugänglich und so aufgestellt sein, daß sie sich bei Bewegungen des Schiffes nicht verschieben können. Sie dürfen nicht an Plätzen aufgestellt sein, an denen sie übermäßiger Hitze, extremer Kälte, Spritzwasser oder Dämpfen ausgesetzt sind.Sie dürfen nicht in Steuerhäusern, Wohnungen und Laderäumen untergebracht sein. Dies gilt nicht für Akkumulatoren in tragbaren Geräten sowie für Akkumulatoren mit einer Ladeleistung von weniger als 0,2 kW.(2) Akkumulatoren mit einer Ladeleistung von mehr als 2,0 kW - errechnet aus Maximalladestrom und Nennspannung der Akkumulatoren, unter Berücksichtigung der Ladekennlinien der Ladeeinrichtungen - müssen in einem besonderen Raum untergebracht sein. Bei Aufstellung an Deck genügt die Unterbringung in einem Schrank.Akkumulatoren mit einer Ladeleistung bis zu 2,0 kW dürfen auch unter Deck in einem Schrank oder Kasten aufgestellt sein. Sie dürfen auch offen in einem Maschinenraum oder an anderen gut belüfteten Stellen stehen; in diesen Fällen müssen sie gegen herabfallende Gegenstände und Tropfwasser geschützt sein.(3) Innenflächen aller für Akkumulatoren vorgesehenen Räume, Schränke oder Kästen sowie Regale und andere Bauelemente müssen gegen die schädlichen Auswirkungen des Elektrolyten geschützt sein.(4) Geschlossene Räume, Schränke oder Kästen, in denen Akkumulatoren aufgestellt sind, müssen wirksam belüftet werden können. Künstliche Belüftung ist vorzusehen bei Ladeleistungen von mehr als 2 kW für Nickel-Cadmium-Akkumulatoren und von mehr als 3 kW für Bleiakkumulatoren.Die Zuluft ist unten so zu- und die Abluft oben so abzuführen, daß ein einwandfreier Abzug der Gase gewährleistet ist.Belüftungskanäle dürfen keine Vorrichtungen wie Absperrschieber enthalten, die den freien Durchgang der Luft behindern.(5) Die erforderliche Luftmenge Q ist nach folgender Formel zu berechnen:Q = 0,11  7 I  7 n [m³/h]In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Bei Akkumulatoren in Pufferschaltung mit dem Bordnetz können bei ensprechender Ladekennlinie der Ladeeinrichtungen andere Berechnungsmethoden für die erforderliche Luftmenge von der Untersuchungskommission zugelassen werden, sofern sie auf Bestimmungen der anerkannten Klassifikationsgesellschaften oder einschlägigen Normen beruhen.(6) Bei natürlicher Lüftung muß der Querschnitt der Luftkanäle so bemessen sein, daß bei einer Luftgeschwindigkeit von 0,5 m/s die erforderliche Luftmenge erreicht wird. Der Querschnitt muß jedoch wenigstens 80 cm² für Bleiakkumulatoren und 120 cm² für Nickel-Cadmium-Akkumulatoren betragen.(7) Bei künstlicher Lüftung muß ein Lüfter, vorzugsweise ein Absauglüfter, vorhanden sein, dessen Motor nicht im Gas- oder Luftstrom angeordnet sein darf.Dieser Lüfter muß so ausgeführt sein, daß Funkenbildung bei Berührung eines Flügels mit dem Lüftergehäuse sowie elektrostatische Aufladung ausgeschlossen sind.(8) An den Türen oder Deckeln von Akkumulatorenräumen, -schränken oder -kästen muß ein Symbol für Rauchverbot mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm angebracht sein.Artikel 9.12 Schaltanlagen (1) Schalttafelna) Geräte, Schalter, Sicherungen und Instrumente in Schalttafeln müssen übersichtlich angeordnet und für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten zugänglich sein.Klemmleisten für Spannungen bis 50 V und solche für Spannungen über 50 V müssen voneinander getrennt angeordnet und entsprechend gekennzeichnet sein.b) Auf den Schalttafeln müssen Bezeichnungsschilder für alle Schalter und Geräte mit Angabe des Stromkreises angebracht sein.Sicherungen müssen mit Nennstromstärke und Stromkreis gekennzeichnet sein.c) Befinden sich hinter den Türen Geräte mit einer Betriebsspannung über 50 V, müssen spannungsführende Teile dieser Geräte gegen unbeabsichtigte Berührung bei offenen Türen geschützt sein.d) Werkstoffe für Schalttafeln müssen mechanisch fest, dauerhaft, schwer entflammbar, selbst verlöschend und dürfen nicht hygroskospisch sein.e) Sind in Schalttafeln NH-Sicherungseinsätze eingebaut, sind in der Nähe der Schalttafeln geeignete Hilfsmittel und Körperschutzausrüstungen zum Ziehen und Setzen dieser Einsätze vorzuhalten.(2) Schalter, Schutzeinrichtungena) Generator- und Verbrauchsgerätestromkreise müssen in jedem nicht geerdeten Leiter gegen Kurzschluß und Überstrom geschützt sein. Hierfür können Schalteinrichtungen mit Kurzschluß- und Überstromauslösung oder Schmelzsicherungen verwendet werden.Stromkreise für den elektrischen Antrieb von Steuereinrichtungen (Ruderanlagen) sowie deren Steuerstromkreise dürfen nur gegen Kurzschluß geschützt sein. Sind thermische Auslöser in Leistungsschaltern vorhanden, müssen diese unwirksam gemacht oder mindestens auf den zweifachen Nennstrom eingestellt sein.b) Verbrauchsgeräteabgänge von der Hauptschalttafel müssen bei Stromstärken über 16 A mit Lastschaltern oder Leistungsschaltern versehen sein.c) Verbrauchsgeräte, die für den Schiffsantrieb, die Steuereinrichtungen (Ruderanlagen), die Ruderlagenanzeiger, die Navigation und die Sicherheitssysteme notwendig sind, sowie Verbrauchseinrichtungen mit einem Nennstrom über 16 A müssen über einen separaten Stromkreis eingespeist werden.d) Stromkreise für Verbrauchsgeräte, die für den Schiffsantrieb und das Manövrieren erforderlich sind, müssen direkt von der Hauptschalttafel eingespeist werden.e) Schaltgeräte müssen entsprechend ihres Nennstromes, ihrer thermischen und dynamischen Festigkeit sowie ihres Schaltvermögens ausgewählt sein. Schalter müssen alle unter Spannung stehende Leiter gleichzeitig schalten. Die Schaltstellung muß erkennbar sein.f) Sicherungseinsätze müssen einen geschlossenen Schmelzraum besitzen und aus einem keramischen oder gleichwertigen Werkstoff bestehen. Sie müssen so ausgewechselt werden können, daß für den Bedienenden keine Gefahr einer Berührung besteht.(3) Meß- und Überwachungseinrichtungena) Für Generator-, Akkumulatoren- und Verteilerstromkreise müssen die für einen sicheren Betrieb der Anlage erforderlichen Meß- und Überwachungseinrichtungen vorhanden sein.b) Bei ungeerdeten Netzen mit einer Spannung über 50 V muß eine geeignete Erdschluß-Überwachungseinrichtung mit optischer und akustischer Warnung vorhanden sein. Für Sekundäranlagen, wie Steuerstromkreise, kann auf eine Erdschluß-Überwachungseinrichtung verzichtet werden.(4) Aufstellung von Schalttafelna) Schalttafeln müssen in gut zugänglichen und ausreichend belüfteten Räumen so aufgestellt sein, daß sie gegen Wasser- und mechanische Schäden geschützt sind.Rohrleitungen und Luftkanäle müssen so angeordnet sein, daß bei Leckagen die Schaltanlagen nicht gefährdet sind. Läßt sich ihre Verlegung in der Nähe von Schalttafeln nicht vermeiden, dürfen die Rohre in diesem Bereich keine lösbaren Verbindungen haben.b) Schränke und Nischen, in denen offene Schaltgeräte untergebracht sind, müssen aus schwer entflammbarem Werkstoff bestehen oder durch eine Auskleidung mit Metall oder einem anderen nicht brennbaren Werkstoff geschützt sein.c) Hauptschalttafeln müssen bei Spannungen über 50 V als Standortisolierung mit isolierenden Grätingen oder Matten versehen sein.Artikel 9.13 Notabschaltvorrichtungen Für Ölfeuerungsanlagen, Brennstoffpumpen, Brennstoffseparatoren und Maschinenraumlüfter müssen außerhalb der Aufstellungsräume an zentraler Stelle Notabschalteinrichtungen vorhanden sein.Artikel 9.14 Installationsmaterial (1) Kabeleinführungsstutzen von Geräten müssen den anzuschließenden Kabeln entsprechend bemessen und auf die verwendeten Kabeltypen abgestimmt sein.(2) Steckdosen verschiedener Verteilungssysteme mit voneinander abweichenden Spannungen oder Frequenzen müssen unverwechselbar sein.(3) Schalter müssen alle nicht geerdeten Leiter eines Stromkreises gleichzeitig ausschalten. In nicht geerdeten Netzen sind in Beleuchtungsstromkreisen von Wohnbereichen, außer in Wasch- und Baderäumen sowie übrigen Naßzellen, einpolige Schalter zulässig.(4) Bei Stromstärken über 16 A müssen die Steckdosen mit einem Schalter so verriegelt sein, daß weder Einsteckdosen noch Ziehen des Steckers unter Strom möglich ist.Artikel 9.15 Kabel (1) Kabel müssen schwer entflammbar, selbst verlöschend und widerstandsfähig gegen Wasser und Öl sein.In den Wohnungen kann die Verwendung von anderen Kabeltypen unter der Bedingung zugelassen werden, daß sie wirksam geschützt, schwer entflammbar und selbst verlöschend sind.(2) Für Kraft- und Beleuchtungsanlagen müssen Kabel mit einem Mindestleiterquerschnitt je Ader von 1,5 mm² verwendet sein.(3) Metallarmierungen, -abschirmungen und -mäntel von Kabeln dürfen betriebsmäßig nicht als Leiter oder Schutzleiter verwendet sein.(4) Metallabschirmungen und -mäntel von Kabeln in Kraft- und Beleuchtungsanlagen müssen mindestens an einem Ende geerdet sein.(5) Die Bemessung des Leiterquerschnitts muß der maximal zulässigen Leiterendtemperatur (Strombelastbarkeit) sowie dem zulässigen Spannungsfall entsprechen. Dieser darf zwischen der Hauptschalttafel und dem jeweils ungünstigsten Punkt der Anlage nicht mehr als 5 % für Beleuchtung und 7 % für Kraft und Heizung, bezogen auf die Nennspannung, betragen.(6) Kabel müssen gegen die Gefahr einer mechanischen Beschädigung geschützt sein.(7) Durch die Befestigung der Kabel muß sichergestellt sein, daß eventuell auftretende Zugbelastungen in den zulässigen Grenzen bleiben.(8) Werden Kabel durch Schotte oder Decks geführt, dürfen mechanische Festigkeit, Dichtigkeit und Feuerfestigkeit dieser Schotte und Decks nicht durch die Kabeldurchführungen beeinträchtigt werden.(9) Kabel zu beweglichen Steuerhäusern müssen ausreichend flexibel sein und eine Isolierung besitzen, die eine genügende Flexibilität bis - 20 °C aufweist und insbesondere gegen Dämpfe, UV-Strahlen und Ozon beständig ist.Artikel 9.16 Beleuchtungsanlagen (1) Leuchten müssen so angebracht sein, daß brennbare Gegenstände oder Bauteile nicht durch die von den Leuchten erzeugte Wärme entzündet werden können.(2) Leuchten auf dem offenen Deck müssen so angeordnet sein, daß die Erkennbarkeit der Signallichter nicht beeinträchtigt wird.(3) Sind zwei oder mehr Leuchten in einem Maschinen- oder Kesselraum vorhanden, müssen sie auf wenigstens zwei Stromkreise verteilt sein. Dies gilt auch für Räume mit Kühlmaschinen, Hydraulikmaschinen oder Elektromotoren.Artikel 9.17 Signalleuchten (1) Schalttafeln für Signalleuchten müssen im Steuerhaus angebracht sein. Sie müssen durch ein separates Kabel von der Hauptschalttafel gespeist werden oder durch zwei voneinander unabhängige Unterverteilungen versorgt werden können.(2) Signalleuchten müssen einzeln von der Schalttafel für Signalleuchten gespeist, geschützt und geschaltet werden können.(3) Zur Kontrolle der Signalleuchten müssen Stromanzeigelampen oder gleichwertige Einrichtungen auf der Schalttafel im Steuerhaus angebracht sein, sofern diese Kontrolle nicht unmittelbar vom Steuerhaus aus möglich ist. Ein Ausfall der elektrischen Überwachungseinrichtung darf den Betrieb der von ihr überwachten Leuchte nicht beeinträchtigen.(4) Mehrere örtlich und funktionell zusammengehörende Leuchten dürfen gemeinsam gespeist, geschaltet und überwacht werden. Die Überwachungseinrichtung muß bereits den Ausfall einer Leuchte melden. In Doppelstock-Signalleuchten (zwei in einem Gehäuse übereinander gebaute Signalleuchten) dürfen beide Lichtquellen nicht gleichzeitig betrieben werden können.Artikel 9.18 Notstromanlage (1) Auf Tagesausflugschiffen mit LWL von 25 m oder mehr und auf Kabinenschiffen muß eine Notstromanlage vorhanden sein, die bei Ausfall der Speisung die Versorgung der elektrischen Einrichtungen nach Absatz 3 übernehmen kann.(2) Die Notstromanlage (Notstromquelle und Notschalttafel) muß außerhalb des Hauptmaschinenraums und des Aufstellungsraums der Hauptschalttafel aufgestellt und von diesen Räumen durch feuerhemmende, wasserdichte Schotte abgetrennt sein.(3) Die Notstromquelle muß mindestens für den gleichzeitigen Betrieb folgender elektrischer Einrichtungen bemessen sein, soweit diese vorgeschrieben sind und keine eigene Stromquelle besitzen:a) Signalleuchten;b) Schallgeräte;c) Notbeleuchtung von Räumen und Stellen nach Artikel 15.10 Absatz 7;d) Sprechfunkanlage;e) Alarm- und Lautsprecheranlagen;f) Notscheinwerfer;g) Feuermeldesystem;h) weitere Sicherheitseinrichtungen wie Sprinkleranlage oder zweite Feuerlöschpumpe.(4) Als Notstromquelle sind zulässig:a) Aggregate mit eigener unabhängiger Brennstoffversorgung und unabhängigem Kühlsystem, die bei Netzausfall selbständig anlaufen und innerhalb von 30 Sekunden die Stromversorgung selbständig übernehmen oder, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe des Steuerhauses oder einer anderen ständig durch Fachpersonal besetzten Stelle befinden, von Hand angelassen werden können;b) Akkumulatoren, die bei Netzausfall die Speisung automatisch übernehmen oder, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe des Steuerhauses oder einer anderen ständig durch Fachpersonal besetzten Stelle befinden, von Hand zugeschaltet werden können. Sie müssen in der Lage sein, die aufgeführten Verbrauchsgeräte während der vorgeschriebenen Zeit ohne Zwischenladung und ohne unzulässigen Spannungsrückgang zu versorgen.Die für die Notstromversorgung vorzunehmende Betriebsdauer ist nach der Zweckbestimmung des Fahrzeuges festzulegen. Sie darf 30 Minuten nicht unterschreiten.(5) Störungen in der Haupt- und Notstromanlage dürfen nicht zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Betriebssicherheit der Anlagen führen.Artikel 9.19 Alarm- und Sicherheitssysteme für maschinentechnische Einrichtungen Alarm- und Sicherheitssysteme zur Überwachung und zum Schutz maschinentechnischer Einrichtungen müssen die nachfolgenden Anforderungen erfuellen:a) Alarmsysteme:Alarmsysteme sind so aufzubauen, daß Fehler im Alarmsystem nicht zum Ausfall des zu überwachenden Gerätes oder der Anlage führen können.Binäre Geber sind im Ruhestromprinzip oder als überwachtes Arbeitsstromprinzip auszuführen.Optische Alarme sollen bis zur Beseitigung der Störung sichtbar bleiben; ein quittierter Alarm soll von einem nichtquittierten unterschieden werden können. Jeder Alarm ist auch akustisch zu melden. Akustische Alarme müssen gelöscht werden können. Durch das Löschen eines akustischen Alarmes darf das Auslösen eines durch neue Ursachen hervorgerufenen Alarmes nicht verhindert werden.Für Alarmanlagen mit weniger als 5 Meßstellen sind Abweichungen hiervon möglich.b) Sicherheitssysteme:Sicherheitssysteme sind so auszuführen, daß sie vor Erreichung kritischer Betriebszustände die gefährdete Anlage abschalten, reduzieren oder an einer ständig besetzten Stelle dazu auffordern.Binäre Geber sind im Arbeitsstromprinzip auszuführen.Sind Sicherheitssysteme nicht selbstüberwachend ausgeführt, muß ihre Funktion überprüfbar sein.Sicherheitssysteme sind von anderen Systemen unabhängig auszuführen.Artikel 9.20 Elektronische Anlagen (1) AllgemeinesDie Prüfanforderungen nach Absatz 2 gelten nur für elektronische Geräte, die für Steuereinrichtungen (Ruderanlagen) und Maschinenanlagen für den Antrieb des Fahrzeuges, einschließlich ihrer Peripheriegeräte, erforderlich sind.(2) Prüfanforderungena) Nachfolgende Prüfbeanspruchungen dürfen nicht zu Schäden oder Fehlfunktionen elektronischer Geräte führen. Die Prüfungen nach den diesbezüglichen internationalen Normen (wie IEC-Publ. 92-504) sind bis auf die Kälteprüfung bei eingeschaltetem Gerät durchzuführen, wobei die Funktion zu überprüfen ist.b) Spannungs- und Frequenzabweichungen>PLATZ FÜR EINE TABELLE>c) WärmeprüfungDer Prüfling wird innerhalb einer halben Stunde auf 55 °C aufgeheizt und nach Erreichen der Beharrungstemperatur für 16 Stunden auf dieser Temperatur gehalten. Anschließend wird ein Funktionstest vorgenommen.d) KälteprüfungDer Prüfling wird im abgeschalteten Zustand auf -25 °C abgekühlt und für 2 Stunden auf dieser Temperatur gehalten. Anschließend wird die Temperatur auf 0 °C erhöht und ein Funktionstest vorgenommen.e) VibrationsprüfungVibrationsprüfungen sollen mit der Resonanzfrequenz des Gerätes oder von Bauteilen in allen drei Achsen für die Dauer von jeweils 90 Minuten durchgeführt werden. Wird keine ausgeprägte Resonanz festgestellt, erfolgt die Vibrationsprüfung mit 30 Hz.Die Vibrationsprüfung erfolgt mit sinusförmiger Schwingung innerhalb folgender Grenzen:Allgemein:f = 2,0 bis 13,2 Hz; a = ± 1 mm(Amplitude a = ½ Schwingbreite)f = 13,2 Hz bis 100 Hz; Beschleunigung ± 0,7 g.Betriebsmittel, die an Dieselmotoren oder an Rudermaschinen eingebaut werden sollen, sind wie folgt zu prüfen:f = 2,0 bis 25 Hz; a = ± 1,6 mm(Amplitude a = ½ Schwingbreite)f = 25 Hz bis 100 Hz; Beschleunigung ± 4 g.Sensoren für den Einbau in Abgasleitungen von Dieselmotoren können deutlich höheren Beanspruchungen unterliegen. Dies ist bei den Prüfungen zu berücksichtigen.f) Prüfungen elektromagnetischer Verträglichkeit sind auf der Grundlage der IEC-Publ. 801-2, 801-3, 801-4, 801-5 mit dem Prüfgrad 3 vorzunehmen.g) Der Nachweis, daß die elektronischen Geräte diesen Prüfanforderungen genügen, ist vom Hersteller zu erbringen. Als Nachweis gilt auch die Bescheinigung einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft.Artikel 9.21 Elektromagnetische Verträglichkeit Elektrische und elektronische Anlagen dürfen nicht durch elektromagnetische Störungen in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Allgemeine Maßnahmen sollten sich gleichrangig erstrecken aufa) die Entkopplung der Übertragungswege zwischen Störquelle und Störsenke;b) die Reduzierung der Störursachen an den Störquellen;c) die Verringerung der Störempfindlichkeit an den Störsenken.KAPITEL 10 AUSRÜSTUNG Artikel 10.01 Ankerausrüstung (1) Schiffe, die zur Güterbeförderung bestimmt sind, ausgenommen Trägerschiffsleichter mit L von nicht mehr als 40 m, müssen mit Bugankern ausgerüstet sein, deren Gesamtmasse P nach folgender Formel zu berechnen ist:P = k  7 B  7 T [kg]In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die Untersuchungskommission kann zulassen, daß auf Schiffen mit einer Tragfähigkeit von nicht mehr als 400 t, die wegen ihrer Bauart und Zweckbestimmung nur auf kurzen bestimmten Strecken eingesetzt werden, für Buganker nur   der Gesamtmasse P erforderlich sind.(2) Fahrgastschiffe und Schiffe, die nicht zur Güterbeförderung bestimmt sind, ausgenommen Schubboote, müssen mit Bugankern ausgerüstet sein, deren Gesamtmasse P nach folgender Formel zu berechnen ist:P = k  7 B  7 T [kg]In dieser Formel bedeutet:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(3) Schiffe nach Absatz 1 müssen mit Heckankern ausgerüstet sein, deren Gesamtmasse 25 % der Masse P beträgt.Schiffe mit L von mehr als 86 m müssen jedoch mit Heckankern ausgerüstet sein, deren Gesamtmasse 50 % der Masse P nach Absatz 1 oder 2 beträgt.Von der Ausrüstung mit Heckankern sind befreit:a) Schiffe, für die sich eine Gesamtmasse der Heckanker von weniger als 150 kg ergeben würde; für Schiffe nach Absatz 1 letzter Satz ist dabei die reduzierte Bugankermasse zugrunde zu legen;b) Schubleichter.(4) Schiffe, die zum Fortbewegen von starren Verbänden mit L nicht mehr als 86 m bestimmt sind, müssen mit Heckankern ausgerüstet sein, deren Gesamtmasse 25 % der größten Masse P beträgt, die für die im Schiffszeugnis zugelassenen Zusammenstellungen (als nautische Einheit betrachtet) nach Absatz 1 errechnet wird.Schiffe, die zum Fortbewegen von starren Verbänden mit L von mehr als 86 m in der Talfahrt bestimmt sind, müssen mit Heckankern ausgerüstet sein, deren Gesamtmasse 50 % der größten Masse P beträgt, die für die im Schiffszeugnis zugelassenen Zusammenstellungen (als nautische Einheit betrachtet) nach Absatz 1 errechnet wird.(5) Nach den Absätzen 1 bis 4 ermittelte Ankermassen dürfen bei gewissen Spezialankern vermindert werden.(6) Die für Buganker vorgeschriebene Gesamtmasse P kann auf einen oder zwei Anker verteilt werden. Sie darf um 15 % vermindert werden, wenn das Schiff mit nur einem Buganker ausgerüstet ist und die Ankerklüse in der Mittellängsebene angeordnet ist.Die für Heckanker vorgeschriebene Gesamtmasse darf bei Schubbooten und Schiffen mit L von mehr als 86 m auf einen oder zwei Anker verteilt werden.Die Masse des leichteren Ankers darf nicht weniger als 45 % dieser Gesamtmasse betragen.(7) Anker aus Gußeisen sind nicht zulässig.(8) Anker müssen mit ihrer Masse in erhabener Schrift dauerhaft gekennzeichnet sein.(9) Für Anker mit einer Masse von mehr als 50 kg müssen Ankerwinden vorhanden sein.(10) Bugankerketten müssen jeweils folgende Mindestlänge haben:a) 40 m für Schiffe mit L von nicht mehr als 30 m;b) 10 m mehr als L, wenn L zwischen 30 und 50 m liegt;c) 60 m für Schiffe mit L von mehr als 50 m.Ketten der Heckanker müssen mindestens je 40 m lang sein. Jedoch müssen Schiffe, die Bug zu Tal anhalten können müssen, Heckankerketten von jeweils mindestens 60 m Länge haben.(11) Die Mindestbruchkraft R einer Ankerkette ist nach folgenden Formeln zu berechnen:a) bei Ankern mit einer Masse bis 500 kg:R = 0,35  7 P' [kN];b) bei Ankern mit einer Masse über 500 bis 2 000 kg:R = (0,35 - >NUM>P' - 500>DEN>15 000)  7 P' [kN];c) bei Ankern mit einer Masse über 2 000 kg:R = 250  7 P' [kN]In diesen Formeln bedeutet:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die Bruchkraft der Ankerketten ist den in einem der Mitgliedstaaten geltenden Normen zu entnehmen.Werden schwerere Anker gewählt als sich aus den Absätzen 1 bis 6 ergibt, ist die Mindestbruchkraft der Ankerkette nach der vorhandenen größeren Masse zu ermitteln.(12) Sind solche schwereren Anker und die dazugehörigen stärkeren Ankerketten an Bord, sind die Sollmassen und Mindestbruchkräfte nach den Absätzen 1 bis 6 und 11 in das Schiffszeugnis einzutragen.(13) Verbindungsteile (Wirbel) zwischen Anker und Kette müssen einer Zugkraft standhalten, die 20 % höher als die Bruchkraft der entsprechenden Kette ist.(14) Drahtseile anstelle der Ankerketten sind zulässig. Drahtseile müssen die gleiche Bruchfestigkeit wie die vorgeschriebenen Ankerketten haben, jedoch muß ihre Länge 20 % größer sein.Artikel 10.02 Sonstige Ausrüstung (1) Folgende Ausrüstungsgegenstände müssen nach den verkehrspolizeilichen Bestimmungen in den Mitgliedstaaten mindestens vorhanden sein:a) Sprechfunkanlage;b) Geräte und Vorrichtungen, die zum Geben der vorgeschriebenen Sicht- und Schallzeichen sowie zur Bezeichnung der Schiffe erforderlich sind;c) vom Bordnetz unabhängige Notleuchten für die für das Stilliegen vorgeschriebenen Signalleuchten;d) ein gekennzeichneter feuerbeständiger Behälter mit Deckel zur Aufnahme ölhaltiger Putzlappen;e) je ein gekennzeichneter feuerbeständiger Behälter mit Deckel zum Sammeln fester Sonderabfälle und ein gekennzeichneter feuerbeständiger Behälter mit Deckel zum Sammeln fluessiger Sonderabfälle gemäß den entsprechenden verkehrspolizeilichen Bestimmungen;f) ein gekennzeichneter feuerbeständiger Behälter mit Deckel für Tankreinigungsabwässer.(2) Darüber hinaus müssen mindestens vorhanden sein:a) Drahtseile zum Festmachen:Schiffe müssen mit drei Drahtseilen zum Festmachen ausgerüstet sein. Ihre Mindestlänge muß betragen:1. Seil: L + 20 m, jedoch nicht mehr als 100 m,2. Seil:   des 1. Seils,3. Seil:   des 1. Seils.Bei Schiffen mit L von weniger als 20 m kann auf das kürzeste Seil verzichtet werden. Diese Drahtseile müssen für eine Mindestbruchkraft Rs ausgelegt sein, die nach folgender Formel zu berechnen ist:für L  7 B  7 T bis 1 000 m³: Rs = 60 + >NUM>L  7 B  7 T>DEN>10 [kN];für L  7 B  7 T über 1 000 m³: Rs = 150 + >NUM>L  7 B  7 T>DEN>100 [kN]Diese Drahtseile dürfen durch andere Seile gleicher Länge und gleicher Bruchkraft ersetzt werden;b) Drahtseile zum Schleppen:Schleppboote müssen mit einer ihrem Einsatz angemessenen Anzahl von Drahtseilen ausgerüstet sein.Das Hauptdrahtseil muß jedoch mindestens 100 m lang sein und seine Bruchkraft in kN mindestens einem Drittel der Gesamtleistung in kW der Antriebsmaschine(n) entsprechen.Zum Schleppen geeignete Motorschiffe und Schubboote müssen wenigstens mit einem Schleppdrahtseil von 100 m Länge ausgerüstet sein, dessen Bruchkraft in kN mindestens einem Viertel der Gesamtleistung in kW der Antriebsmaschine(n) entspricht;c) eine Wurfleine;d) ein Landsteg von mindestens 0,40 m Breite und mindestens 4 m Länge, dessen Seiten durch einen hellen Streifen gekennzeichnet sind; dieser Landsteg muß mit einem Geländer versehen sein. Bei kleinen Fahrzeugen kann die Untersuchungskommission kürzere Landstege zulassen;e) ein Bootshaken;f) ein Verbandskasten;g) ein Doppelglas, 7 × 50 oder größerer Linsendurchmesser;h) ein Plakat mit Hinweisen zur Rettung und Wiederbelebung Ertrinkender.(3) Auf Schiffen mit einer Bordhöhe von mehr als 1,50 m über der Leerwasserlinie muß eine Außenbordtreppe oder -leiter vorhanden sein.Artikel 10.03 Einrichtung zur Brandbekämpfung (1) An Bord müssen mindestens vorhanden sein:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(2) Handfeuerlöscher müssen folgenden Anforderungen entsprechen:a) Das Fassungsvermögen der Handfeuerlöscher nach Absatz 1 mit fluessiger Füllung muß 9 bis 13,5 Liter betragen. Die Füllmasse von Pulverlöschern muß mindestens 6 kg betragen.b) Das Löschmittel der Handfeuerlöscher nach Absatz 1 muß wenigstens für die Brandklasse geeignet sein, die in dem Raum oder den Räumen, für den oder die das Löschgerät vorgesehen ist, am ehesten zutrifft. Auf Schiffen mit elektrischen Anlagen von über 50 Volt Betriebsspannung muß das Löschmittel auch zur Bekämpfung von Bränden in elektrischen Anlagen geeignet sein, die Verwendungsart muß auf jedem Handfeuerlöscher klar angegeben sein.c) Handfeuerlöscher dürfen als Löschmittel weder Halon noch Mittel enthalten, die bei Benutzung giftige Gase erzeugen können wie Kohlenstofftetrachlorid. Handfeuerlöscher mit CO2 als Löschmittel dürfen nur zum Löschen von Bränden in bestimmten Einrichtungen wie Schalttafeln oder Küchen dienen; die Menge des CO2 dard die Gesundheit nicht gefährden.d) Handfeuerlöscher mit frost- und wärmeempfindlicher Füllung müssen so angebracht oder geschützt sein, daß ihre Wirksamkeit stets gewährleistet ist.(3) Feuerlöschgeräte müssen mindestens alle zwei Jahre geprüft werden. Hierüber ist eine vom Prüfer unterzeichnete Bescheinigung an Bord mitzuführen.(4) Sind Feuerlöschgeräte verdeckt aufgestellt, muß die Abdeckung durch ein rotes F von mindestens 10 cm Höhe gekennzeichnet sein.(5) In fest eingebauten Feuerlöschanlagen ist als Löschmittel Halon nicht zulässig. CO2 darf als Löschmittel unter folgenden Bedingungen verwendet werden:a) CO2-Feuerlöscheinrichtungen dürfen nur in Maschinen-, Kessel- und Pumpenräumen wirksam werden. Es müssen Vorrichtungen vorhanden sein, mit denen alle Öffnungen, die bei einem zu schützenden Raum Luft ein- oder CO2-Gas austreten lassen können, geschlossen werden können. Auslöseeinrichtungen müssen so installiert sein, daß deren Betätigung auch im Brandfall möglich ist. Eine selbsttätige Freigabe des CO2-Gases ist nicht zulässig.b) Verbrennungsluft für die im Fahrbetrieb notwendigen Verbrennungskraftmaschinen darf nicht aus Maschinen-, Kessel- oder Pumpenräumen angesaugt werden.c) Fest eingebaute CO2-Feuerlöschanlagen müssen mit einer Warnanlage versehen sein, deren CO2-Warnsignale in den Räumen, die mit CO2-Gas geflutet werden sollen, auch unter den Betriebsbedingungen mit dem größten Eigenlärm deutlich hörbar sind und sich eindeutig von allen anderen akustischen Signalzeichen an Bord unterscheiden.Diese CO2-Warnsignale müssen auch bei geschlossenen Verbindungstüren unter den Betriebsbedingungen mit dem größten Eigenlärm in den benachbarten Räumen deutlich hörbar sein, wenn diese Räume durch den Raum verlassen werden können, der mit CO2 geflutet werden soll. Das CO2-Warnsignal muß eine angemessene Zeit vor Abgabe des CO2-Gases ertönen.Neben jedem Ein- und Ausgang eines Raumes, der mit CO2-Gas beschickt werden kann, muß deutlich sichtbar ein Schild mit dem folgenden Text in deutscher, französischer und niederländischer Sprache, in roter Schrift auf weißem Grund, angebracht sein:"Bei Ertönen des CO2-Warnsignals . . . (Beschreibung des Signals) den Raum sofort verlassen! Erstickungsgefahr!""Quitter immédiatement ce local au signal CO2 . . . (description du signal)! Danger d'asphyxie!""Bij het in werking treden van het CO2-alarmsignaal . . . (omschrijving van het signaal) deze ruimte onmiddellijk verlaten! Verstikkingsgevaar!"d) Bei jeder Auslösevorrichtung für die CO2-Löschanlage muß die Bedienungsanweisung in deutscher, französischer und niederländischer Sprache deutlich sichtbar, gut leserlich und in dauerhafter Ausführung angebracht sein. Die Leitungen zu den einzelnen Räumen, die mit CO2 beschickt werden können, müssen jede für sich mit einem Absperrorgan versehen sein. Vor Inbetriebnahme der Löschanlage muß automatisch zuerst die Warnanlage nach Buchstabe c) ausgelöst werden.e) CO2-Behälter müssen in einem von anderen Räumen gasdicht getrennten Raum oder Schrank untergebracht sein. Die Türen dieser Aufstellungsräume und Schränke müssen nach außen öffnen, abschließbar sein und in roter Farbe auf weißem Grund die Aufschrift "CO2" tragen.Unter Deck liegende Aufstellungsräume für CO2-Behälter dürfen nur vom Freien her zugänglich sein. Direkte Verbindungen zu anderen Räumen sind nicht erlaubt.Aufstellungsräume unter Deck müssen über eine eigene, von anderen Lüftungssystemen an Bord völlig getrennte, ausreichende künstliche Lüftung mit Absaugschächten verfügen. Lüftungsöffnungen sind so anzuordnen, daß im Fall einer Undichtheit der CO2-Behälter kein entweichendes Gas in das Schiffsinnere dringen kann.Die Temperatur in diesem Raum darf 50 °C nicht überschreiten.Schränke oder Aufstellungsräume an Deck sind zulässig, wenn sie fest verankert sind und sich außerhalb des Wohnbereichs befinden. Im Fall einer Undichtigkeit der CO2-Behälter darf kein entweichendes Gas in das Schiffsinnere dringen können.Schränke oder Räume müssen die Behälter vor Wärme, Kälte und Feuchtigkeit schützen. Die Raumtemperatur darf 50 °C nicht überschreiten.Räume, die mit CO2 geschützt werden, müssen über wirksame Einrichtungen zum Absaugen des Löschmittels verfügen. Diese Absaugeinrichtungen dürfen während des Löschvorganges nicht eingeschaltet werden können.f) Bei Maschinenräumen muß das festverlegte Rohrleitungssystem dem Raum innerhalb von zwei Minuten 85 % der Gasmenge nach Absatz 2 zuführen können. Eine gleichmäßige Verteilung des Gases muß sichergestellt sein.Die Mindestmenge an CO2-Gas für den zu schützenden Raum beträgt 40 % des Bruttoraumvolumens. Für das Volumen des entspannten CO2-Gases ist 0,56 m³/kg zugrundezulegen. Ist die Menge des CO2-Gases zum Schutz von mehr als einem Raum bestimmt, so braucht die Menge des verfügbaren CO2-Gases nicht größer zu sein als die Hoechstmenge, die für einen einzelnen so geschützten Raum erforderlich ist.Der Füllungsgrad der Behälter mit CO2 darf 0,75 kg/l nicht überschreiten.Behälter müssen stehend aufgestellt und gegen Umfallen gesichert sein.CO2-Druckbehälter, -Armaturen und -Druckleitungen müssen den in einem der Mitgliedstaaten geltenden Vorschriften entsprechen.g) Warnanlagen nach Buchstabe c) und Feuerlöscheinrichtungen müssen mindestens alle zwei Jahre von einem zugelassenen Sachverständigen geprüft werden.Über die Prüfungen sind vom Prüfer unterzeichnete Bescheinigungen an Bord mitzuführen, aus denen das Datum der Prüfung ersichtlich ist.h) Bei Vorhandensein einer oder mehrerer geprüfter festeingebauter CO2-Feuerlöschanlagen ist dies in das Schiffszeugnis einzutragen.Andere Löschmittel sind nur aufgrund von Empfehlungen der hierfür zuständigen Behörden zulässig.Artikel 10.04 Beiboote (1) Folgende Fahrzeuge müssen mit einem Beiboot ausgerüstet sein:a) Motorschiffe und Schleppkähne mit mehr als 150 t Tragfähigkeit;b) Schlepp- und Schubboote mit mehr als 150 m³ Wasserverdrängung;c) schwimmende Geräte;d) Fahrgastschiffe, die für mehr als 250 Fahrgäste oder mehr als 50 Betten zugelassen sind.(2) Beiboote müssen schnell und sicher von einer Person zu Wasser gebracht werden können. Werden sie mittels motorisch betriebener Einrichtungen zu Wasser gebracht, müssen diese so beschaffen sein, daß bei Ausfall der Antriebsenergie das schnelle und sichere Zuwasserbringen nicht verhindert wird.(3) Beiboote müssen mindestens folgenden Anforderungen entsprechen:a) sie müssen sich leicht rudern lassen und gut zu manövrieren sein; sie müssen kursstabil sein und sich durch Wind, Strömung oder Wellenschlag nicht wesentlich vom Kurs abbringen lassen;b) sie müssen Sitzplätze für mindestens drei Personen aufweisen;c) sie müssen eine genügende Festigkeit aufweisen;d) ihr Volumen muß mindestens 1,5 m³ oder das Produkt LB  7 BB  7 HB muß mindestens 2,7 m³ betragen;e) ihr Freibord muß bei Besetzung mit drei Personen von je etwa 75 kg mindestens 25 cm betragen;f) ihre Stabilität muß ausreichend sein. Sie gilt als ausreichend, wenn zwei Personen von je etwa 75 kg an einer Seite möglichst dicht beim Dollbord sitzen und dabei ein Restfreibord von mindestens 10 cm verbleibt;g) der Restauftrieb in N des vollgeschlagenen unbemannten Bootes muß mindestens 300  7 LB  7 BB  7 HB betragen;h) mindestens folgende Ausrüstungsgegenstände müssen im Boot vorhanden sein:- ein Satz Ruderriemen;- eine Festmacheleine;- ein Schöpfgefäß.Schlauchboote sind zulässig, wenn sie den Anforderungen nach den Absätzen 2 und 3 entsprechen, ständig einsatzbereit sind und es sich um Mehrkammerschlauchboote handelt.(4) Werden Beiboote auf Fahrgastschiffen als Sammelrettungsmittel (Artikel 15.08 Absatz 5) mitgerechnet, müssen sie mindestens den Anforderungen nach Absatz 3 entsprechen. Jedocha) muß für jede Person mindestens eine Sitzbreite von 0,45 m auf Duchten oder Bänken vorhanden sein, wobei die höchstzulässige Personenzahl das Produkt von 3  7 LB  7 BB  7 HB nicht überschreiten darf;b) gilt die Stabilität als ausreichend, wenn die Hälfte der höchstzulässigen Personenzahl sich auf einer Bootsseite auf ihren Plätzen befindet und dabei ein Restfreibord von mindestens 10 cm erbleibt.(5) In den Absätzen 3 und 4 bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Artikel 10.05 Rettungsringe und Rettungswesten (1) An Bord der Fahrzeuge müssen mindestens drei Rettungsringe vorhanden sein. Sie müssen sich verwendungsbereit an geeigneten Stellen an Deck befinden und dürfen in ihren Halterungen nicht befestigt sein. Mindestens ein Rettungsring muß sich in unmittelbarer Nähe des Steuerhauses befinden.Rettungsringe müssena) einen Auftrieb im Frischwasser von mindestens 100 N haben;b) aus geeigneten Werkstoffen gefertigt und widerstandsfähig gegen Öl und Ölerzeugnisse sowie gegen Temperaturen bis 50 °C sein;c) durch ihre Farbe im Wasser gut sichtbar sein;d) eine Eigenmasse von mindestens 2,5 kg haben;e) einen Innendurchmesser von 45 cm ± 10 % haben;f) mit einer ringsherum laufenden Greifleine versehen sein.(2) An Bord der Fahrzeuge muß für jede gewöhnlich an Bord befindliche Person eine Rettungsweste griffbereit vorhanden sein.Rettungswesten müssen den Anforderungen nach Absatz 1 Buchstaben a) bis c) oder der europäischen Norm EN 395 (100 N Auftrieb) entsprechen.Aufblasbare Rettungswesten müssen selbständig und zusätzlich sowohl durch Handauslösung als auch mit dem Mund aufgeblasen werden können. Sie müssen entsprechend den Herstellerangaben geprüft sein.KAPITEL 11 SICHERHEIT IM ARBEITSBEREICH Artikel 11.01 Allgemeines (1) Schiffe müssen so gebaut, eingerichtet und ausgerüstet sein, daß Personen darauf sicher arbeiten und die Verkehrswege sicher benutzen können.(2) Für die Arbeit an Bord notwendige und fest installierte Einrichtungen müssen so beschaffen, angeordnet und gesichert sein, daß sie leicht und gefahrlos bedient, benutzt und gewartet werden können. Erforderlichenfalls müssen bewegliche und heiße Teile mit Sicherheitsvorrichtungen versehen sein.Artikel 11.02 Schutz vor Sturz und Absturz (1) Decks und Gangborde müssen eben und frei von Stolperstellen sein; Wasser darf sich auf ihnen nicht ansammeln können.(2) Decks sowie Gangborde, Maschinenraumböden, Podeste, Treppen und Pollerdeckel in den Gangborden müssen rutschhemmend sein.(3) Pollerdeckel in den Gangborden und Hindernisse in den Verkehrswegen, wie Stufenkanten, müssen im Kontrast zum umliegenden Deck gestrichen sein.(4) Außenkanten der Decks sowie solche Arbeitsbereiche, bei denen die Fallhöhe mehr als 1 m betragen kann, müssen mit Schanzkleidern oder Lukensüllen von jeweils mindestens 0,70 m Höhe oder mit Geländern nach der europäischen Norm EN 711 versehen sein, die aus Handlauf, Zwischenzug in Kniehöhe und Fußleiste bestehen. Bei Gangborden muß eine Fußleiste und ein durchlaufender Handlauf am Lukensüll vorhanden sein. Sind Gangbordgeländer vorhanden, die nicht umlegbar sind, kann auf den Handlauf am Lukensüll verzichtet werden.Artikel 11.03 Abmessung der Arbeitsplätze Arbeitsplätze müssen so groß sein, daß jede dort beschäftigte Person genügend Bewegungsfreiheit hat.Artikel 11.04 Gangbord (1) Die lichte Breite des Gangbords muß mindestens 0,60 m betragen. An bestimmten für den Schiffsbetrieb notwendigen Einbauten, wie Ventile für Deckwaschleitung, kann dieses Maß bis auf 0,50 m, an Pollern und Klampen bis auf 0,40 m verringert werden.(2) Bis zu einer Höhe von 0,90 m über dem Gangbord kann die lichte Breite des Gangbords bis auf 0,54 m verringert werden, wenn darüber eine lichte Breite, zwischen Bordwandaußenkante und Laderauminnenkante, von mindestens 0,65 m vorhanden ist. Die lichte Breite des Gangbords kann in diesem Fall weiter bis auf 0,50 m verringert werden, wenn an den Außenkanten der Gangborde Geländer nach der europäischen Norm EN 711 als Absturzsicherung aufgebaut sind. Bei Schiffen mit L von nicht mehr als 55 m mit Wohnungen nur auf dem Hinterschiff kann auf das Geländer verzichtet werden.(3) Die Anforderungen nach den Absätzen 1 und 2 gelten bis zu einer Höhe von 2,00 m über dem Gangbord.Artikel 11.05 Zugänge der Arbeitsplätze (1) Bei Gängen, Zugängen und Durchgängen, die von Personen oder zur Beförderung von Lasten benutzt werden, mußa) vor den Zugangsöffnungen genügend Platz für ungehinderte Bewegung vorhanden sein;b) die lichte Breite der Durchgänge der Zweckbestimmung der Arbeitsplätze entsprechen, mindestens jedoch 0,60 m betragen; bei Schiffen mit B von nicht mehr als 8 m braucht die Breite der Durchgänge nur 0,50 m zu betragen;c) die lichte Höhe der Durchgänge einschließlich der Süllhöhe mindestens 1,90 m betragen.(2) Türen müssen sich von beiden Seiten gefahrlos öffnen und schließen lassen. Sie müssen gegen unbeabsichtigtes Öffnen oder Schließen gesichert werden können.(3) Ein- und Ausgänge sowie Gänge, die Höhenunterschiede von mehr als 0,50 m aufweisen, müssen mit geeigneten Treppen, Steigleitern oder Wandsprossen versehen sein.(4) Beträgt der Höhenunterschied bei ständig besetzten Arbeitsplätzen mehr als 1,00 m, müssen Treppen vorhanden sein. Dies gilt nicht für Notausgänge.(5) Bei Schiffen mit Laderäumen müssen mindestens zwei tragbare Raumleitern vorhanden sein, die ein sicheres Ein- und Aussteigen ermöglichen. Dies gilt nicht, wenn je Laderaum eine gleichwertige Leiter fest eingebaut ist.Artikel 11.06 Ausgänge und Notausgänge (1) Anzahl, Konstruktion und Abmessungen der Ausgänge einschließlich der Notausgänge müssen dem Zweck und der Größe der Räume entsprechen. Ist einer dieser Ausgänge ein Notausgang, muß er besonders gekennzeichnet sein.(2) Notausgänge oder als Notausgang dienende Fenster oder Oberlichter müssen eine lichte Öffnung von mindestens 0,36 m² haben, wobei die kürzeste Seite mindestens 0,50 m betragen muß.Artikel 11.07 Steigvorrichtungen (1) Treppen und Steigleitern müssen sicher befestigt sein. Treppen müssen mindestens 0,60 m breit sein; die lichte Breite zwischen den Handläufen muß mindestens 0,60 m betragen; die Stufentiefe darf nicht kleiner als 0,15 m sein; die Trittflächen der Stufen müssen rutschhemmend sein, Treppen mit mehr als vier Stufen müssen Handläufe haben.(2) Steigleitern und Wandsprossen müssen eine lichte Breite von mindestens 0,30 m haben; der Sprossenabstand darf nicht mehr als 0,30 m betragen; der Abstand der Sprossen von Bauteilen muß mindestens 0,15 m groß sein.(3) Steigleitern und Wandsprossen müssen von oben erkennbar und mit Handgriffen über den Ausgangsöffnungen ausgestattet sein.(4) Anlegeleitern müssen mindestens 0,40 m und am unteren Ende mindestens 0,50 m breit sein; sie müssen gegen Kippen und Rutschen zu sichern sein; Sprossen müssen fest in die Holme eingelassen sein.(5) Anlegeleitern, die als Raumleitern dienen, müssen bei einem Steigungswinkel von 60° bis über den Lukenrand, mindestens jedoch bis 1,00 m über Deck reichen.Artikel 11.08 Innenräume (1) Arbeitsplätze im Schiffsinneren müssen nach Größe, Einrichtung und Anordnung den auszuführenden Arbeiten angepaßt sein und den Anforderungen der Hygiene und Sicherheit genügen. Sie müssen ausreichend und blendfrei beleuchtet und genügend belüftet werden können; erforderlichenfalls müssen sie mit Heizgeräten versehen sein, die eine angemessene Temperatur gewährleisten.(2) Fußböden der Arbeitsplätze im Schiffsinneren müssen fest, dauerhaft ausgeführt, frei von Stolperstellen und rutschhemmend sein. Öffnungen in Decks und Böden müssen in geöffnetem Zustand gegen Sturzgefahr gesichert sein. Fenster und Oberlichter müssen so beschaffen und angeordnet sein, daß sie gefahrlos betätigt und gereinigt werden können.Artikel 11.09 Schutz gegen Lärm und Vibrationen (1) Arbeitsplätze müssen so gelegen, eingerichtet und gestaltet sein, daß die Beschäftigten keiner Gefährdung durch Vibrationen ausgesetzt sind.(2) Ständig benutzte Arbeitsräume müssen darüber hinaus so gebaut und schallisoliert sein, daß die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht durch Lärm gefährdet wird.(3) Für Beschäftigte, bei denen voraussichtlich eine tägliche Lärmexposition von mehr als 85 dB(A) besteht, müssen individuelle Gehörschutzmittel vorhanden sein. An Arbeitsplätzen, an denen diese Werte 90 dB(A) übersteigen, muß durch Anschlag auf die Pflicht zum Benutzen der Gehörschutzmittel hingewiesen sein.Artikel 11.10 Lukenabdeckungen (1) Lukenabdeckungen müssen leicht erreicht und sicher bewegt werden können. Teile von Lukenabdeckungen mit einer Masse von mehr als 40 kg müssen sich außerdem schieben oder klappen lassen oder zum mechanischen Ausheben eingerichtet sein. Lukenabdeckungen, deren Handhabung mit Hilfe von Hebezeugen erfolgt, müssen mit geeigneten und leicht zugänglichen Vorrichtungen zum Festmachen der Anschlagmittel versehen sein. Auf Lukendeckeln und Scherstöcken, die nicht auswechselbar sind, muß deutlich die Luke, zu der sie gehören, und die richtige Lage auf dieser angegeben sein.(2) Lukenabdeckungen müssen gegen Ausheben durch Wind und Ladeeinrichtungen gesichert werden können. Schiebeluken müssen mit Sperren versehen sein, die ein nicht beabsichtigtes Bewegen in Längsrichtung um mehr als 0,40 m verhindern, sie müssen in der Endstellung feststellbar sein. Zum Befestigen aufgestapelter Lukendeckel müssen geeignete Vorrichtungen vorhanden sein.(3) Bei motorisch betätigten Lukenabdeckungen muß die Energiezufuhr nach Freigeben des Fahrschalters automatisch unterbrochen werden.(4) Lukenabdeckungen müssen die zu erwartenden Belastungen, begehbare Lukenabdeckungen mindestens 75 kg als Punktlast aufnehmen können. Nicht begehbare Lukenabdeckungen müssen gekennzeichnet sein. Lukenabdeckungen, die zur Aufnahme von Deckslast bestimmt sind, müssen mit der zulässigen Belastung in t/m² gekennzeichnet sein. Sind zum Erreichen der zulässigen Belastung Abstützungen erforderlich, muß an geeigneter Stelle darauf hingewiesen sein, in diesem Fall sind entsprechende Pläne an Bord mitzuführen.Artikel 11.11 Winden (1) Winden müssen so beschaffen sein, daß ein sicheres Arbeiten möglich ist. Sie müssen Einrichtungen haben, die ein unbeabsichtigtes Zurücklaufen der Last verhindern. Winden, die nicht selbsthemmend sind, müssen mit einer für die Zugkraft bemessenen Bremse ausgerüstet sein.(2) Handbetriebene Winden müssen mit Einrichtungen versehen sein, die ein Rückschlagen der Kurbeln verhindern. Winden, die sowohl Kraft- als auch Handantrieb haben, müssen so beschaffen sein, daß der Kraftantrieb die Handantriebswelle nicht in Bewegung setzen kann.Artikel 11.12 Krane (1) Krane müssen nach dem Stand der Technik gebaut sein. Die während des Betriebes auftretenden Kräfte müssen sicher in die Schiffsverbände eingeleitet werden; sie dürfen die Stabilität nicht gefährden.(2) An Kranen muß ein Fabrikschild mit folgenden Angaben angebracht sein:a) Name mit Anschrift des Herstellers;b) CE-Kennzeichnung mit Angabe des Baujahres;c) Bezeichnung der Serie oder des Typs;d) gegebenenfalls SerienNr.(3) An Kranen müssen die höchstzulässigen Belastungen dauerhaft und leicht erkennbar angebracht sein.Bei Kranen, deren Nutzlast 2 000 kg nicht überschreitet, braucht nur die höchstzulässige Nutzlast bei größter Ausladung dauerhaft und leicht erkennbar angebracht zu sein.(4) Zur Vermeidung von Quetsch- und Schergefahren müssen Schutzvorrichtungen vorhanden sein. Äußere Teile von Kranen müssen zu allen Teilen der Umgebung des Kranes hin einen Sicherheitsabstand nach oben, unten und nach den Seiten von mindestens 0,5 m haben. Der Sicherheitsabstand nach den Seiten hin ist außerhalb des Arbeitsbereiches und der Verkehrswege nicht erforderlich.(5) Kraftbetriebene Krane müssen gegen unbefugtes Benutzen gesichert werden können. Sie dürfen nur an der für den Kran vorgesehenen Steuereinrichtung eingeschaltet werden können. Bedienungselemente müssen selbstrückstellend sein (Schalter ohne Selbsthaltung); ihre Funktionsrichtung muß eindeutig erkennbar sein.Bei Ausfall der Antriebsenergie darf die Last nicht selbsttätig ablaufen können. Ungewollte Kranbewegungen müssen verhindert werden.Die Aufwärtsbewegung des Hubwerkes und die Überschreitung der Nutzlast müssen durch geeignete Einrichtungen begrenzt sein. Die Abwärtsbewegung des Hubwerkes muß begrenzt sein, wenn bei den vorgesehenen Einsätzen des Kranes beim Aufsetzen des Lastaufnahmemittels an der Seiltrommel zwei Seilumschlingungen des Tragseiles unterschritten werden. Nach dem Ansprechen der selbsttätig wirkenden Einrichtungen muß die jeweils entgegengesetzte Bewegung noch möglich sein.Die Bruchkraft von Drahtseilen für laufendes Gut soll mindestens das 5-fache der maximal zulässigen Seilzugkraft betragen. Die Konstruktion des Drahtseiles muß einwandfrei und für die Verwendung bei Kranen geeignet sein.(6) Vor der ersten Inbetriebnahme und vor der Wiederinbetriebnahme nach wesentlichen Änderungen sind ausreichende Festigkeit und hinreichende Stabilität rechnerisch und durch eine Belastungsprüfung an Bord nachzuweisen.Für Krane, deren Nutzlast 2 000 kg nicht überschreitet, kann der Sachverständige entscheiden, den rechnerischen Nachweis durch eine Erprobung mit dem 1,25-fachen der Nutzlast, die über den vollen Fahrweg abgefahren wird, zu ersetzen.Die Abnahme nach Absatz 1 oder 2 muß durch einen von der Untersuchungskommission anerkannten Sachverständigen durchgeführt werden.(7) Krane sind regelmäßig, mindestens jedoch alle zwölf Monate von einem Sachkundigen untersuchen zu lassen. Hierbei ist der arbeitssichere Zustand des Kranes durch Sicht- und Funktionskontrolle festzustellen.(8) Spätestens alle zehn Jahre nach Abnahme ist der Kran erneut durch einen von der Untersuchungskommission anerkannten Sachverständigen prüfen zu lassen.(9) Krane, deren Nutzlast 2 000 kg überschreitet, die dem Ladungsumschlag dienen oder an Bord von Hebeböcken, Pontons und sonstigen schwimmenden Geräten oder Baustellenfahrzeugen aufgestellt sind, müssen darüber hinaus den Vorschriften eines Mitgliedstaats entsprechen.(10) Für sämtliche Krane müssen sich mindestens folgende Unterlagen an Bord befinden:a) Bedienungsanleitung des Kranherstellers mit mindestens folgenden Angaben:- Verwendungsbereich und Funktion der Bedienungsorgane;- höchstzulässige Nutzlast entsprechend der Ausladung;- maximal zulässige Neigung des Krans;- Anleitung für Montage und Instandhaltung;- Richtlinien für die regelmäßigen Untersuchungen;- allgemeine technische Daten;b) Bescheinigung über erfolgte Prüfungen nach den Absätzen 6 bis 8 oder 9.KAPITEL 12 WOHNUNGEN Artikel 12.01 Allgemeine Bestimmungen (1) Schiffe müssen für die gewöhnlich an Bord lebenden Personen, wenigstens jedoch für die Mindestbesatzung, mit Wohnungen versehen sein.(2) Wohnungen müssen so gebaut, eingerichtet und ausgerüstet sein, daß sie den Bedürfnissen der Sicherheit, der Gesundheit und des Wohlbefindens der Personen an Bord entsprechen. Sie müssen leicht und sicher zugänglich sowie genügend gegen Kälte und Wärme isoliert sein.(3) Die Untersuchungskommission kann Ausnahmen von den Vorschriften dieses Kapitels zulassen, wenn Sicherheit und Gesundheit der Personen an Bord auf andere Art sichergestellt sind.(4) Die Untersuchungskommission trägt in das Schiffszeugnis Beschränkungen der Betriebsform oder der Art des Schiffsbetriebs ein, die aufgrund von Ausnahmen nach Absatz 3 erforderlich sind.Artikel 12.02 Besondere bauliche Anforderungen an die Wohnungen (1) Wohnungen müssen auch bei geschlossenen Türen genügend gelüftet werden können; außerdem müssen Aufenthaltsräume genügend Tageslicht erhalten und sollten nach Möglichkeit Sicht nach außen haben.(2) Wohnungen müssen, wenn ihr Zugang nicht decksgleich liegt und der Höhenunterschied mehr als 0,30 m beträgt, durch Treppen zugänglich sein.(3) Im Vorschiff dürfen die Fußböden nicht tiefer als 1,20 m unter der Ebene der größten Einsenkung liegen.(4) Aufenthalts- und Schlafräume müssen mindestens zwei möglichst weit voneinander entfernt liegende Ausgänge, die als Fluchtwege dienen, haben. Ein Ausgang kann als Notausgang eingerichtet sein. Dies gilt nicht für Räume, deren Ausgang direkt nach Deck oder auf einen Gang, der als Fluchtweg dient, führt, sofern dieser zwei voneinander entfernt liegende Ausgänge nach Back- und Steuerbord hat. Notausgänge, zu denen auch Oberlichter und Fenster gehören können, müssen eine lichte Öffnung von mindestens 0,36 m², eine kleinste Seitenlänge von mindestens 0,50 m aufweisen sowie eine rasche Räumung im Notfall erlauben. Isolierung und Verkleidung der Fluchtwege müssen aus schwer enflammbaren Werkstoffen hergestellt sein und die Benutzung der Fluchtwege muß durch geeignete Maßnahmen wie Leitern oder Wandsprossen jederzeit sichergestellt sein.(5) Wohnungen müssen gegen die Einwirkung von unzulässigem Lärm und Vibrationen geschützt sein. Die höchstzulässigen Schalldruckpegel betragen:a) in Aufenthaltsräumen: 70 dB(A);b) in Schlafräumen: 60 dB(A). Dies gilt nicht für Schiffe, die ausschließlich in der Betriebsform A1 eingesetzt sind. Die Einschränkung der Betriebsform ist im Schiffszeugnis zu vermerken.(6) In Wohnungen darf die Stehhöhe nicht kleiner als 2,00 m sein.(7) In der Regel müssen die Schiffe mindestens einen vom Schlafraum getrennten Aufenthaltsraum aufweisen.(8) In Aufenthaltsräumen darf die freie Bodenfläche nicht weniger als 2 m² pro Person, muß jedoch insgesamt mindestens 8 m² betragen (Möbel außer Tischen und Stühlen abgezogen).(9) Die Volumen der Wohn- und Schlafräume müssen mindestens je 7 m³ betragen.(10) In Wohnräumen beträgt das minimale Luftvolumen pro Person 3,5 m³. In Schlafräumen muß für die erste Person ein Luftvolumen von mindestens 5 m³, für jede weitere Person müssen noch mindestens 3 m³ vorhanden sein (das Volumen des Mobiliars ist abzuziehen). Schlafräume sollten für höchstens zwei Personen bestimmt sein. Betten müssen in einem Abstand von mindestens 0,30 m über dem Fußboden angebracht sein. Sind sie übereinander gestellt, muß über jedem Bett ein freier Raum mindestens 0,60 m Höhe vorhanden sein.(11) Türen müssen eine Öffnung haben, deren Oberkante mindestens 1,90 m über Deck oder Flur liegt und eine lichte Breite von mindestens 0,60 m aufweist. Die vorgeschriebene Höhe kann durch Anbringung von verschiebbaren oder klappbaren Deckeln oder Klappen erreicht werden. Türen müssen sich von beiden Seiten öffnen lassen. Türsülle dürfen maximal 0,40 m hoch sein; Bestimmungen anderer Sicherheitsvorschriften müssen jedoch eingehalten sein.(12) Treppen müssen fest angebracht und gefahrlos begehbar sein. Dies gilt als erfuellt, wenna) sie mindestens 0,60 m breit;b) die Stufen mindestens 0,15 m tief;c) die Stufen rutschsicher undd) Treppen mit mehr als drei Stufen mit mindestens einem Handgriff oder Handlauf versehen sind.(13) Leitungen für gefährliche Gase und gefährliche Flüssigkeiten, insbesondere solche, die unter so hohem Druck stehen, daß ein Leck Personen gefährden könnte, dürfen nicht in den Wohnungen und in den dahin führenden Gängen verlegt sein. Dies gilt nicht für Leitungen für Dampf- und Hydrauliksysteme, die in einem metallischen Schutzrohr untergebracht sind, sowie für Leitungen von Flüssiggasanlagen für Haushaltszwecke.Artikel 12.03 Sanitäre Einrichtungen (1) Schiffe mit Wohnungen müssen mindestens über folgende sanitäre Einrichtungen verfügen:a) eine Toilette je Wohneinheit oder je sechs Besatzungsmitglieder. Diese muß mit frischer Luft belüftet werden können;b) ein Waschbecken mit Ablauf und mit kaltem und warmem Trinkwasseranschluß je Wohneinheit oder je vier Besatzungsmitglieder;c) eine Dusche oder Badewanne mit kaltem und warmem Trinkwasseranschluß je Wohneinheit oder je sechs Besatzungsmitglieder.(2) Sanitäre Einrichtungen müssen sich in unmittelbarer Nähe der Wohnräume befinden. Toiletten dürfen keine direkte Verbindung zu den Küchen, Speiseräumen oder Wohnküchen haben.(3) Toilettenräume müssen eine Grundfläche von mindestens 1,00 m² haben, wobei die Breite 0,75 m und die Länge 1,10 m nicht unterschreiten darf. Toilettenräume in Kabinen bis zu zwei Personen können kleiner sein. Befindet sich im Toilettenraum eine Waschgelegenheit und/oder Dusche, muß die Grundfläche um mindestens die Fläche des Waschbeckens und/oder der Duschenwanne (oder gegebenenfalls der Badewanne) vergrößert sein.Artikel 12.04 Küchen (1) Küchen können mit Aufenthaltsräumen kombiniert sein.(2) Küchen müssen ausgerüstet sein mit:a) Kochgerät;b) Spülbecken mit Abfluß;c) Installation für die Versorgung mit Trinkwasser;d) Kühlschrank;e) genügend Abstell-, Arbeits- und Vorratsraum.(3) Eßbereiche in Wohnküchen müssen für die Zahl der Besatzungsmitglieder, die sie gewöhnlich gleichzeitig benutzen, ausreichen. Die Sitzplatzbreite darf nicht weniger als 0,60 m betragen.Artikel 12.05 Trinkwasser (1) Schiffe, auf denen Wohnungen vorhanden sind, müssen mit einem oder mehreren Trinkwasserbehältern ausgerüstet sein. Füllöffnungen der Trinkwasserbehälter und Trinkwasserschläuche sind mit einem Hinweis zu versehen, wonach sie ausschließlich für Trinkwasser bestimmt sind. Füllstutzen für Trinkwasser müssen oberhalb des Decks angeordnet sein.(2) Trinkwasserbehälter müssena) gegen übermäßige Erwärmung geschützt sein;b) ein Fassungsvermögen von mindestens 150 l je gewöhnlich an Bord lebende Person, wenigstens jedoch je Besatzungsmitglied haben;c) innen aus einem korrosionsbeständigen und physiologisch unbedenklichen Material bestehen;d) eine geeignete verschließbare Öffnung zur Innenreinigung haben;e) eine Füllstandsanzeige haben;f) Be- und Entlüftungsstutzen haben, die ins Freie führen oder die mit geeigneten Filtern ausgerüstet sind.(3) Trinkwasserbehälter dürfen keine gemeinsamen Wandungen mit anderen Behältern aufweisen. Trinkwasserleitungen dürfen nicht durch Behälter führen, die andere Flüssigkeiten enthalten. Verbindungen zwischen dem Trinkwassersystem und anderen Rohrleitungen sind nicht zulässig. Rohrleitungen für Gas oder andere Flüssigkeiten als Trinkwasser dürfen nicht durch Trinkwasserbehälter führen.(4) Druckbehälter für Trinkwasser dürfen nur mit nicht verunreinigter Drucklauft betrieben werden. Wird sie mit Hilfe von Kompressoren erzeugt, müssen unmittelbar vor dem Druckbehälter für Trinkwasser geeignete Luftfilter und Entöler angeordnet sein, es sei denn, das Trinkwasser ist von der Druckluft durch eine Membrane getrennt.Artikel 12.06 Heizung und Lüftung (1) Wohnungen müssen ihrem Zweck entsprechend beheizt werden können. Die Heizungen müssen für die vorkommenden Wetterbedingungen ausgelegt sein.(2) Wohn- und Schlafräume müssen auch bei geschlossenen Türen ausreichend belüftet werden können. Die Be- und Entlüftung muß unter allen klimatischen Bedingungen eine ausreichende Luftzirkulation ermöglichen.(3) Wohnungen müssen so angelegt und beschaffen sein, daß soweit wie möglich das Eindringen verschmutzter Luft aus anderen Schiffsabteilungen wie Maschinen- oder Laderäume verhindert wird; bei Zwangslüftung sind die Einlaßöffnungen so anzuordnen, daß sie diesen Anforderungen entsprechen.Artikel 12.07 Sonstige Wohnungseinrichtungen (1) Jedes an Bord wohnende Besatzungsmitglied muß über ein eigenes Bett und einen eigenen abschließbaren Kleiderschrank verfügen. Das Bett muß mindestens ein Innenmaß von 2,00  7 0,90 m aufweisen.(2) Für das Aufbewahren und Trocknen der Arbeitskleider sind außerhalb der Schlafräume geeignete Möglichkeiten vorzusehen.(3) Alle Räume müssen elektrisch beleuchtet werden können. Zusätzliche Lampen für gasförmige oder fluessige Brennstoffe sind nur in Aufenthaltsräumen zugelassen. Beleuchtungseinrichtungen mit fluessigem Brennstoff müssen aus Metall hergestellt sein und dürfen nur mit Brennstoffen, deren Flammpunkt über 55 °C liegt, oder mit handelsüblichem Petroleum betrieben werden. Sie müssen so aufgestellt oder angebracht sein, daß keine Brandgefahr besteht.KAPITEL 13 HEIZ-, KOCH- UND KÜHLEINRICHTUNGEN, DIE MIT BRENNSTOFFEN BETRIEBEN WERDEN Artikel 13.01 Allgemeine Anforderungen (1) Heiz-, Koch- und Kühleinrichtungen, die mit Flüssiggas betrieben werden, müssen den Vorschriften des Kapitels 14 entsprechen.(2) Heiz-, Koch- und Kühleinrichtungen einschließlich ihres Zubehörs müssen so beschaffen und aufgestellt sein, daß sie auch bei Überhitzung keine Gefahr darstellen; sie müssen gegen unbeabsichtigtes Kippen und Verschieben gesichert sein.(3) Die Einrichtungen nach Absatz 2 dürfen in Räumen, in denen Stoffe mit einem Flammpunkt bis 55 °C gelagert oder verwendet werden, nicht aufgestellt sein. Abzugsrohre dieser Einrichtungen dürfen nicht durch diese Räume hindurchführen.(4) Die für die Verbrennung notwendige Luftzufuhr muß sichergestellt sein.(5) Heizgeräte müssen fest mit Rauchrohren verbunden sein. Diese Rohre müssen mit geeigneten Hauben oder Schutzvorrichtungen gegen Wind versehen sein. Sie müssen so angelegt sein, daß eine Reinigung möglich ist.Artikel 13.02 Verwendung von fluessigem Brennstoff, Geräte für Petroleum (1) Werden Heiz-, Koch- und Kühleinrichtungen mit fluessigen Brennstoffen betrieben, darf nur Brennstoff mit einem Flammpunkt über 55 °C verwendet werden.(2) Abweichend von Absatz 1 sind Kocher und mit Dochtbrennern ausgerüstete Kühl- und Heizeinrichtungen, die mit handelsüblichem Petroleum betrieben werden, in Wohnungen und Steuerhäusern zulässig, wenn das Fassungsvermögen ihrer Verbrauchstanks 12 Liter nicht überschreitet.(3) Mit Dochtbrennern ausgerüstete Einrichtungen müssena) einen Brennstoffbehälter aus Metall mit verschließbarer Füllöffnung haben, der keine weichgelöteten Nähte unterhalb des höchsten Füllstandes aufweist und so gebaut und angebracht ist, daß er sich nicht unbeabsichtigt öffnen oder entleeren kann;b) ohne Hilfe einer anderen brennbaren Flüssigkeit angezündet werden können undc) so aufgestellt sein, daß die Verbrennungsgase sicher abgeführt werden.Artikel 13.03 Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern und Ölfeuerungsanlagen mit Zerstäubungsbrennern (1) Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern und Ölfeuerungsanlagen mit Zerstäubungsbrennern müssen nach dem Stand der Technik gebaut sein.(2) Ist ein Ölheizofen mit Verdampfungsbrenner oder eine Ölfeuerungsanlage mit Zerstäubungsbrenner in einem Maschinenraum aufgestellt, muß die Luftzufuhr für das Heizgerät und die Motoren so beschaffen sein, daß das Heizgerät und die Motoren unabhängig voneinander, einwandfrei und sicher arbeiten können. Erforderlichenfalls ist eine getrennte Luftzufuhr vorzusehen. Die Aufstellung muß so erfolgen, daß eine eventuell aus dem Feuerraum zurückschlagende Flamme keine anderen Teile der Einrichtung des Maschinenraums erreichen kann.Artikel 13.04 Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern (1) Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern müssen ohne Zuhilfenahme einer anderen brennbaren Flüssigkeit angezündet werden können. Sie müssen über eine Metallwanne befestigt sein, die die ölführenden Teile erfaßt und eine Randhöhe von mindestens 20 mm und ein Fassungsvermögen von mindestens 2 Liter hat.(2) Bei in Maschinenräumen aufgestellten Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern muß die Metallwanne nach Absatz 1 eine Randhöhe von mindestens 200 mm haben. Die Unterkante des Verdampfungsbrenners muß über dem Wannenrand liegen. Die Randhöhe muß außerdem mindestens 100 mm über den Flurplatten liegen.(3) Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern müssen geeignete Ölregler haben, die für die jeweils gewählte Einstellung einen praktisch gleichbleibenden Öldurchfluß zum Brenner gewährleisten und die bei einem etwaigen Verlöschen der Flamme jedes Auslaufen von Brennstoff verhindern. Als geeignet gelten Ölregler, die auch bei Erschütterungen und Neigungen bis 12° einwandfrei arbeiten und die außer mit einem Schwimmer zur Niveauregulierunga) mit einem zweiten Schwimmer versehen sind, der bei Überschreiten des zulässigen Ölniveaus die Brennstoffzufuhr sicher und zuverlässig schließt oderb) mit einem Überlaufrohr versehen sind, wenn die Ölauffangwanne mindestens den Inhalt des Verbrauchstanks fassen kann.(4) Ist der Brennstofftank vom Ölheizofen mit Verdampfungsbrenner getrennt aufgestellt,a) darf er nicht höher angebracht sein, als in den Betriebsvorschriften des Geräteherstellers angegeben ist;b) muß er gegen unzulässige Erwärmung geschützt angebracht sein;c) muß die Brennstoffzufuhr von Deck aus unterbrochen werden können.(5) Rauchrohre für Ölheizöfen mit Verdampfungsbrennern mit natürlichem Zug müssen mit Einrichtungen zur Verhinderung von Zugumkehr versehen sein.Artikel 13.05 Ölfeuerungsanlagen mit Zerstäubungsbrennern Ölfeuerungsanlagen mit Zerstäubungsbrennern müssen insbesondere folgenden Anforderungen entsprechen:a) vor Beginn der Ölzufuhr muß eine ausreichende Durchlüftung des Feuerraumes sichergestellt sein;b) die Brennstoffzufuhr muß thermostatisch geregelt werden;c) die Zündung muß elektrisch oder mit Zündbrennern erfolgen;d) eine Flammenüberwachungseinrichtung muß vorhanden sein, die bei Erlöschen der Flamme die Brennstoffzufuhr abstellt;e) der Hauptschalter muß außerhalb des Aufstellraumes an einer leicht zugänglichen Stelle angebracht sein.Artikel 13.06 Luftheizgeräte Luftheizgeräte, bei denen die Heizluft unter Druck um eine Brennkammer zu einem Verteilersystem oder Raum geführt wird, müssen folgenden Anforderungen entsprechen:a) Wird der Brennstoff unter Druck zerstäubt, muß die Zufuhr der Verbrennungsluft durch ein Gebläse erfolgen.b) Bevor der Brenner gezündet werden kann, muß die Brennkammer gut gelüftet sein. Dies kann auch durch Nachlauf des Verbrennungsluftgebläses erfolgen.c) Die Brennstoffzufuhr muß automatisch geschlossen werden, wenn- das Feuer erlischt;- keine ausreichende Verbrennungsluftzufuhr vorhanden ist;- die geheizte Luft eine vorher eingestellte Temperatur überschreitet oder- die Stromversorgung der Sicherheitseinrichtungen ausfällt.In diesen Fällen darf nach dem Schließen der Brennstoffzufuhr diese nicht selbsttätig wiedereinsetzen.d) Gebläse für Verbrennungs- und Heizluft müssen außerhalb des Raumes, in dem das Heizgerät aufgestellt ist, abgeschaltet werden können.e) Wird die Heizluft von außen angesaugt, müssen die Ansaugöffnungen möglichst hoch über Deck liegen. Deren Ausführung muß sprühwasser- und wetterdicht sein.f) Heizluftleitungen müssen aus Metall gefertigt sein.g) Austrittsöffnungen der Heizluft dürfen nicht völlig geschlossen werden können.h) Der bei einer Leckage austretende Brennstoff darf sich nicht bis in die Heizluftleitungen ausbreiten können.i) Luftheizgeräte dürfen ihre Heizluft nicht aus einem Maschinenraum ansaugen können.Artikel 13.07 Heizung mit festen Brennstoffen (1) Heizgeräte, die mit festen Brennstoffen betrieben werden, müssen so auf einem Blech mit aufgebördeltem Rand stehen, daß glühende Brennstoffe oder heiße Asche nicht über das Blech hinausfallen können.Dies ist nicht erforderlich in Räumen, die aus feuerbeständigen Werkstoffen gebaut und ausschließlich für die Unterbringung eines Heizkessels bestimmt sind.(2) Mit festen Brennstoffen beheizte Kessel müssen mit thermostatischen Reglern versehen sein, die die zur Verbrennung erforderliche Luftzufuhr regeln.(3) In der Nähe jedes Heizgerätes muß ein Mittel zur leichten Ablöschung der Asche vorhanden sein.KAPITEL 14 FLÜSSIGGASANLAGEN FÜR HAUSHALTSZWECKE Artikel 14.01 Allgemeines (1) Flüssiggasanlagen umfassen im wesentlichen eine Behälteranlage mit einem oder mehreren Behältern, einen oder mehrere Druckregler, ein Verteilungsnetz und Verbrauchsgeräte.Ersatz- und Leerbehälter außerhalb der Behälteranlage sind nicht als Teile einer Flüssiggasanlage anzusehen. Für sie gilt Artikel 14.05 entsprechend.(2) Die Anlagen dürfen nur mit handelsüblichem Propan betrieben werden.Artikel 14.02 Anlagen (1) Flüssiggasanlagen müssen in allen Teilen für den Betrieb mit Propan geeignet und nach dem Stand der Technik ausgeführt und eingebaut sein.(2) Flüssiggasanlagen dürfen nur Haushaltszwecken in den Wohnungen und im Steuerhaus sowie den entsprechenden Zwecken auf Fahrgastschiffen dienen.(3) An Bord dürfen mehrere getrennte Flüssiggasanlagen vorhanden sein. Durch einen Laderaum oder festen Tank getrennte Wohnungen dürfen nicht von derselben Flüssiggasanlage versorgt werden.(4) Im Maschinenraum darf sich kein Teil der Flüssiggasanlage befinden.Artikel 14.03 Behälter (1) Es sind nur Behälter mit einer Füllmasse von 5 bis 35 kg zulässig. Für Fahrgastschiffe kann die Untersuchungskommission Behälter mit größerer Füllmasse zulassen.(2) Behälter müssen den in einem der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft geltenden Vorschriften entsprechen.Sie müssen den amtlichen Stempel zum Zeichen der Abnahme aufgrund der vorgeschriebenen Prüfungen tragen.Artikel 14.04 Unterbringung und Einrichtung der Behälteranlagen (1) Behälteranlagen müssen an Deck in einem freistehenden oder eingebauten Schrank außerhalb der Wohnung so aufgestellt sein, daß der Verkehr an Bord nicht behindert wird. Sie dürfen nicht am vorderen oder achteren Schanzkleid aufgestellt sein. Der Schrank darf nur dann in Decksaufbauten eingebaut sein, wenn er zu diesen gasdicht ist und sich nur von der Außenseite der Aufbauten her öffnen läßt. Er muß so angeordnet sein, daß die Rohrleitungen zu den Verbrauchsstellen so kurz wie möglich sind.Es dürfen nur soviele Behälter zur gleichzeitigen Entnahme angeschlossen sein, wie es die Verbrauchsanlage erfordert. Mehrere Behälter dürfen nur unter Verwendung eines Umschalt- oder Zuschaltventils angeschlossen sein. Je Behälteranlage dürfen bis zu vier Behälter angeschlossen werden. Einschließlich der Ersatzbehälter dürfen sich je Anlage nicht mehr als sechs Behälter an Bord befinden.Auf Fahrgastschiffen mit Fahrgastküchen oder -kantinen können bis zu sechs Behälter angeschlossen werden. Einschließlich der Ersatzbehälter dürfen sich je Anlage nicht mehr als neun Behälter an Bord befinden.Der Druckregler, oder bei zweistufiger Regelung der Druckregler der ersten Stufe, muß sich in demselben Schrank befinden wie die angeschlossenen Behälter und fest eingebaut sein.(2) Behälteranlagen sind so anzuordnen, daß im Fall einer Undichtigkeit entweichendes Gas aus dem Schrank ins Freie treten und nicht in das Schiffsinnere dringen oder mit einer Zündquelle in Berührung kommen kann.(3) Schränke müssen aus schwer enflammbarem Werkstoff hergestellt und durch Öffnungen am unteren und oberen Teil eine ausreichende Lüftung sicherstellen. Die Behälter müssen in den Schränken stehend aufgestellt und gegen Umfallen gesichert sein.(4) Schränke müssen so beschaffen und aufgestellt sein, daß die Temperatur der Behälter 50 °C nicht übersteigen kann.(5) An der Außenseite der Schränke muß der Hinweis "Flüssiggas" und ein Symbol für Rauchverbot mit einem Durchmesser von mindestens 10 cm angebracht sein.Artikel 14.05 Ersatz- und Leerbehälter Ersatz- und Leerbehälter, die sich nicht in der Behälteranlage befinden, müssen außerhalb der Wohnung und des Steuerhauses in einem Schrank nach Artikel 14.04 gelagert sein.Artikel 14.06 Druckregler (1) Verbrauchsgeräte dürfen mit den Behältern nur mittels eines Verteilungsnetzes verbunden sein, das mit einem oder mehreren Druckreglern versehen ist, die den Gasdruck auf den Gebrauchsdruck herabsetzen. Die Herabsetzung kann in einer oder in zwei Stufen erfolgen. Alle Druckregler müssen auf einen bestimmten Druck nach Artikel 14.07 fest eingestellt sein.(2) In oder hinter dem letzten Druckregler muß eine Schutzvorrichtung eingebaut oder angebracht sein, die die Verbrauchsleitung bei Versagen des Reglers selbsttätig gegen Druckanstieg sichert. Es muß sichergestellt sein, daß im Fall einer Undichtigkeit aus der Schutzvorrichtung entweichendes Gas ins Freie treten und nicht in das Schiffsinnere dringen oder mit einer Zündquelle in Berührung kommen kann; erforderlichenfalls muß für diesen Zweck eine besondere Rohrleitung eingebaut sein.(3) Sicherheitsventile sowie Abblasleitungen müssen gegen Eindringen von Wasser geschützt sein.Artikel 14.07 Druck (1) Bei zweistufiger Regelung darf der mittlere Druck höchstens 2,5 bar über dem atmosphärischen Druck liegen.(2) Der Druck beim Austritt aus dem letzten Druckregler darf höchstens 0,05 bar über dem atmosphärischen Druck mit 10 % Toleranz liegen.Artikel 14.08 Rohr- und Schlauchleitungen (1) Leitungen müssen aus fest verlegten Stahl- oder Kupferrohren bestehen.Behälteranschlußleitungen müssen jedoch aus für Propan geeigneten Hochdruckschläuchen oder Rohrspiralen bestehen. Nicht fest eingebaute Verbrauchsgeräte dürfen mit geeigneten Schläuchen von höchstens 1 m Länge angeschlossen sein.(2) Leitungen müssen allen an Bord unter gewöhnlichen Betriebsbedingungen auftretenden Beanspruchungen, insbesondere hinsichtlich Korrosion und Festigkeit, genügen und nach Art und Anordnung eine ausreichende Versorgung der Verbrauchsgeräte bezüglich Menge und Druck sicherstellen.(3) Rohrleitungen sollen möglichst wenige Verbindungen aufweisen. Rohrleitungen und Verbindungen müssen gasdicht sein und ihre Dichtigkeit bei allen auftretenden Schwingungen und Dehnungen beibehalten.(4) Rohrleitungen müssen gut zugänglich verlegt, sachgemäß befestigt und überall da geschützt sein, wo die Gefahr von Stößen oder Reibungen besteht, insbesondere bei Durchführungen durch Stahlschotte oder Metallwände. Stahlrohre müssen allseitig mit Korrosionsschutz versehen sein.(5) Schlauchleitungen und ihre Verbindungen müssen allen an Bord unter normalen Betriebsbedingungen auftretenden Beanspruchungen genügen. Sie müssen ferner so verlegt sein, daß sie spannungsfrei sind, nicht unzulässig erwärmt und auf ihrer ganzen Länge kontrolliert werden können.Artikel 14.09 Verteilungsnetz (1) Das gesamte Verteilungsnetz muß durch ein jederzeit leicht und schnell erreichbares Hauptabsperrventil abgesperrt werden können.(2) Jedes Verbrauchsgerät ist an eine eigene Zweigleitung anzuschließen, die durch ein Absperrorgan für sich absperrbar sein muß.(3) Absperrventile müssen gegen Witterungseinfluesse und Stöße geschützt angebracht sein.(4) Hinter jedem Druckregler muß ein Prüfanschluß vorhanden sein. Mittels einer Absperrvorrichtung muß sichergestellt sein, daß der Druckregler bei der Prüfung nicht dem Prüfdruck ausgesetzt wird.Artikel 14.10 Verbrauchsgeräte und deren Aufstellung (1) Es dürfen nur Verbrauchsgeräte eingebaut sein, die in einem der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft für Propan zugelassen sind. Sie müssen mit Vorrichtungen versehen sein,, die ein Ausströmen unverbrannten Gases bei Erlöschen der Betriebs- oder der Zündflamme wirksam verhindern.(2) Verbrauchsgeräte müssen so aufgestellt und angeschlossen sein, daß sie nicht umfallen oder unbeabsichtigt verschoben werden können und ein unbeabsichtigtes Abreißen von der Anschlußleitung nicht möglich ist.(3) Heizgeräte, Warmwasserbereiter und Kühlschränke müssen an eine ins Freie führende Abgasleitung angeschlossen sein.(4) Verbrauchsgeräte dürfen im Steuerhaus nur dann aufgestellt sein, wenn es so gebaut ist, daß entweichendes Gas nicht in die tiefer liegenden Räume des Fahrzeuges, insbesondere bei Durchführungen von Steuerungsanlagen in den Maschinenraum eindringen kann.(5) Verbrauchsgeräte dürfen in Schlafräumen nur dann aufgestellt sein, wenn die Verbrennung von der Raumluft unabhängig erfolgt.(6) Verbrauchsgeräte mit von der Raumluft abhängiger Verbrennung müssen in einem genügend großen Raum aufgestellt sein.Artikel 14.11 Lüftung und Ableitung der Abgase (1) Die Lüftung der Räume, in denen von der Raumluft abhängige Verbrauchsgeräte aufgestellt sind, muß durch hinreichend große Zu- und Abluftöffnungen, mit einem freien Querschnitt von mindestens 150 cm² je Öffnung sichergestellt sein.(2) Lüftungsöffnungen dürfen keine Schließvorrichtungen aufweisen und nicht zu Schlafräumen führen.(3) Abgasanlagen müssen so ausgeführt sein, daß die Abgase einwandfrei abgeführt werden. Sie müssen betriebssicher und aus feuerbeständigen Werkstoffen gebaut sein. Ventilatoren zur Raumbelüftung dürfen die Abgasanlagen nicht nachteilig beeinflussen.Artikel 14.12 Bedienungs- und Sicherheitsvorschriften An geeigneter Stelle an Bord muß eine Bedienungsanleitung angebracht sein, sie muß mindestens folgende Hinweise enthalten:- "Die Absperrventile der Behälter, die nicht an das Verteilungsnetz angeschlossen sind, müssen geschlossen sein, selbst wenn die Behälter als leer gelten.";- "Die Schläuche sind zu ersetzen, sobald es ihr Zustand erfordert.";- "Sämtliche Verbrauchsgeräte müssen angeschlossen oder die betreffenden Zuleitungen dichtgesetzt sein."Artikel 14.13 Abnahme Vor Inbetriebnahme einer Flüssiggasanlage, nach jeder Änderung oder Instandsetzung und bei jeder Erneuerung der Bescheinigung nach Artikel 14.15 ist die gesamte Anlage von einem von der Untersuchungskommission anerkannten Sachverständigen abzunehmen. Bei dieser Abnahme hat er zu überprüfen, ob die Anlage diesem Kapitel entspricht. Er hat der Untersuchungskommission hierüber einen Abnahmebericht vorzulegen.Artikel 14.14 Prüfungen Die Anlage ist unter folgenden Bedingungen zu prüfen:1. Rohrleitungen unter mittlerem Druck zwischen der Absperrvorrichtung nach Artikel 14.09 Absatz 4 des ersten Druckreglers und den Absperrventilen vor dem letzten Druckregler:a) Druckprüfung mit Luft, inertem Gas oder Flüssigkeit unter einem Druck von 20 bar über atmosphärischem Druck;b) Dichtigkeitsprüfung mit Luft oder inertem Gas unter einem Druck von 3,5 bar über atmosphärischem Druck.2. Rohrleitungen unter Gebrauchsdruck zwischen der Absperrvorrichtung nach Artikel 14.09 Absatz 4 des einzigen oder des letzten Druckreglers und den Absperrventilen vor den Verbrauchsgeräten:Dichtigkeitsprüfung mit Luft oder inertem Gas unter einem Druck von 1 bar über atmosphärischem Druck.3. Leitungen zwischen der Absperrvorrichtung nach Artikel 14.09 Absatz 4 des einzigen oder des letzten Druckreglers und den Bedienungsarmaturen der Verbrauchsgeräte:Dichtigkeitsprüfung unter einem Druck von 0,15 bar über atmosphärischem Druck.4. Bei den Prüfungen nach Nummer 1 Buchstabe b und Nummern 2 und 3 gelten die Leitungen als dicht, wenn nach einer genügenden Wartezeit für den Temperaturausgleich der Prüfdruck während der anschließenden Prüfdauer von 10 Minuten nicht fällt.5. Behälteranschlüsse, Leitungsverbindungen und Armaturanschlüsse, die unter Behälterdruck stehen sowie der Anschluß des Reglers an die Verbrauchsleitung:Dichtigkeitsprüfung unter Betriebsdruck mit einem schaumbildenden Mittel.6. Verbrauchsgeräte sind bei Nennbelastung in Betrieb zu nehmen und auf ordnungsgemäßes störungsfreies Brennen bei verschiedenen Einstellungen zu prüfen.Zündsicherungen sind auf einwandfreie Wirkungsweise zu überprüfen.7. Nach der Prüfung nach Nummer 6 ist jedes Verbrauchsgerät, das an eine Abgasleitung angeschlossen ist, nach einer Betriebszeit von fünf Minuten unter Nennbelastung bei geschlossenen Fenstern und Türen und bei Betrieb der Lüftungseinrichtungen daraufhin zu prüfen, ob an der Strömungssicherung Abgas austritt.Tritt nicht nur vorübergehend Abgas aus, ist die Ursache unverzüglich festzustellen. Das Verbrauchsgerät darf zur Benutzung nicht freigegeben werden, ehe alle Mängel behoben sind.Artikel 14.15 Bescheinigung (1) Die Übereinstimmung jeder Flüssiggasanlage mit diesem Kapitel ist im Schiffszeugnis zu bescheinigen.(2) Diese Bescheinigung wird im Anschluß an die Abnahme nach Artikel 14.13 von der Untersuchungskommission ausgestellt.(3) Die Gültigkeitsdauer der Bescheinigung beträgt höchstens drei Jahre. Einer Erneuerung muß eine neue Abnahme nach Artikel 14.13 vorausgehen.Ausnahmsweise kann die Untersuchungskommission auf begründeten Antrag des Eigners oder seines Bevollmächtigten die Gültigkeit der Bescheinigung um höchstens drei Monate verlängern, ohne daß eine Abnahme nach Artikel 14.13 vorausgehen muß. Diese Verlängerung ist im Schiffszeugnis einzutragen.KAPITEL 15 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR FAHRGASTSCHIFFE Artikel 15.01 Allgemeine Bestimmungen (1) Die Artikel 4.01 bis 4.03 und 8.06 Absatz 7 gelten nicht.(2) Schiffe ohne eigene Triebkraft dürfen zur Beförderung von Fahrgästen nicht zugelassen werden.(3) Für Schiffe mit LWL von 25 m oder mehr muß der Nachweis der Schwimmfähigkeit im Leckfall nach Artikel 15.02 für alle vorgesehenen Beladungszustände erbracht werden.(4) Fahrgasträume müssen sich auf allen Decks hinter der Ebene des Kollisionsschotts befinden.(5) Räume, in denen Bordpersonal untergebracht ist, müssen den Artikeln 15.07 und 15.09 sinngemäß entsprechen.(6) a) Abweichend von Artikel 3.02 Absatz 1 Buchstabe b) bestimmt sich die Mindestdicke tmind der Boden-, Kimm- und Seitenbeplattung der Außenhaut von Fahrgastschiffen nach dem größeren Wert der folgenden Formeln:t1mind = 0,006  7 a  7 &radic; T [mm];t2mind = f  7 0,55  7 &radic; LWL [mm];In diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Der sich aus den Formeln ergebende größte Wert ist als Mindestdicke einzusetzen. Plattenerneuerungen sind durchzuführen, wenn Boden- oder Seitenplatten den vorstehend ermittelten Mindestwert unterschritten haben.b) Der sich nach den Formeln ergebende Mindestwert für die Plattendicke kann unterschritten werden, wenn der zulässige Wert auf Basis eines rechnerischen Nachweises für die genügende Festigkeit des Schiffskörpers festgelegt und bescheinigt ist.c) An keiner Stelle der Außenhaut darf die Plattenstärke jedoch den Wert von 3 mm unterschreiten.Artikel 15.02 Grundbedingungen zur Unterteilung des Schiffes (1) Die Schotteinteilung muß so gewählt sein, daß der Schiffskörper nach dem Fluten jeder beliebigen wasserdichten Abteilung nicht über die Tauchgrenze hinaus eintaucht und Artikel 15.04 Absatz 8 erfuellt ist.(2) Wasserdichte Fenster dürfen unterhalb der Tauchgrenze liegen, wenn sie sich nicht öffnen lassen, eine ausreichende Festigkeit besitzen und Artikel 15.07 Absatz 7 entsprechen.(3) Bei der Leckrechnung müssen die baulichen Gegebenheiten berücksichtigt werden.Im allgemeinen ist mit einer Flutbarkeit von 95 % zu rechnen.Wird durch eine Berechnung nachgewiesen, daß die mittlere Flutbarkeit in irgendeiner Abteilung kleiner ist als 95 %, kann der errechnete Wert eingesetzt werden. Bei einer solchen Berechnung sind jedoch mindestens folgende Werte für die Flutbarkeit einzusetzen:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(4) Zwischen Kollisionsschott und Heckschott gelten als wasserdichte Abteilungen nach Absatz 1 nur solche, die mindestens eine Länge von 0,10 LWL haben, jedoch 4 m nicht unterschreiten. Die Untersuchungskommission kann geringfügige Abweichungen zulassen.Ist eine wasserdichte Abteilung länger als nach Absatz 1 erforderlich und erhält sie örtliche Unterteilungen, die wasserdichte Teilräume bilden und zwischen denen die Mindestlänge wiederum vorhanden ist, können diese für die Leckrechnung angerechnet werden.Die Länge der ersten Abteilung hinter dem Kollisionsschott darf kleiner sein als 0,10 LWL oder 4 m. In diesem Fall sind die Vorpiek und die angrenzende Abteilung in der Leckrechnung als zusammenflutend anzusehen. Der Abstand zwischen dem vorderen Lot und dem hinteren Querschott dieser Abteilung darf jedoch 0,10 LWL nicht unterschreiten, muß jedoch mindestens 4 m betragen.Der Abstand des Kollisionsschotts vom vorderen Lot darf 0,04 LWL nicht unterschreiten und 0,04 LWL + 2 m nicht überschreiten.(5) Hat ein Fahrgastschiff wasserdichte Längsunterteilungen, müssen Asymmetrien zwischen Kollisionsschott und Heckschott wie folgt berücksichtigt werden:a) wenn die Längsschotte mindestens   BWL von der Außenhaut in der Linie der größten Einsenkung entfernt sind und dabei mindestens   BWL aber nicht weniger als 1,5 m voneinander entfernt sind, müssen in der Leckrechnung die Abteilungen A, B und C einzeln und die Abteilungen A + B und B + C zusammen als geflutet angesehen werden (Bild 1);b) wenn in der mittleren Abteilung B ein wasserdichtes Deck auf mehr als 0,50 m Abstand vom Schiffsboden vorhanden ist, braucht die Abteilung D über diesem Deck nicht als geflutet gerechnet zu werden (Bild 2). Dabei gelten hinsichtlich der Lage der Längsschotte die Voraussetzungen nach a).Bild 1 >VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>Bild 2 >VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Artikel 15.03 Querschotte (1) Zusätzlich zu den Schotten nach Artikel 3.03 Absatz 1 müssen Querschotte vorhanden sein, die sich aus der Leckrechnung ergeben.Vorgeschriebene Querschotte müssen wasserdicht und bis zum Schottendeck hochgeführt sein. Fehlt ein Schottendeck, müssen diese Schotte mindestens 20 cm über die Tauchgrenze hochgeführt sein. Artikel 15.04 Absatz 8 gilt entsprechend.Fahrgasträume und Wohnräume für Bordpersonal müssen von Maschinen- und Kesselräumen gasdicht getrennt sein.(2) Die Anzahl der Öffnungen in wasserdichten Querschotten nach Absatz 1 muß so gering gehalten sein, wie es die Bauart und der ordnungsgemäße Betrieb des Schiffes zulassen. Öffnungen und Durchführungen dürfen die wasserdichte Funktion der Schotte nicht nachteilig beeinflussen.Kollisionsschotte dürfen keine Öffnungen und Schottüren haben.Schotte, die Maschinenräume von Fahrgasträumen oder Wohnräumen für Bordpersonal trennen, dürfen keine Schottüren haben.(3) Handbetätigte, wasserdichte Schottüren ohne Fernbedienung sind nur außerhalb des Fahrgastbereichs zulässig. Sie müssen dauernd geschlossen bleiben und dürfen nur zum Durchgang kurzfristig geöffnet werden. Ihre schnelle und sichere Verschließbarkeit muß durch geeignete Vorrichtungen sichergestellt sein. Beide Seiten der Türen müssen mit der Aufschrift versehen sein: "Tür unmittelbar nach Durchgang schließen".Abweichend von Satz 1 ist eine handbetätigte Schottür im Fahrgastbereich zulässig, wenna) LWL 40 m nicht überschreitet;b) die Fahrgastzahl nicht größer ist als LWL;c) das Schiff über nur ein Deck verfügt;d) diese Tür unmittelbar vom Deck aus zu erreichen und nicht mehr als 10 m vom Zugang zum Deck entfernt ist;e) die Unterkante der Türöffnung mindestens 30 cm über dem Boden des Fahrgastbereiches liegt undf) die beiden benachbarten Abteilungen mit Bilgenalarm ausgerüstet sind.(4) Schottüren, die langfristig geöffnet sind, müssen an Ort und Stelle von beiden Seiten des Schotts und von einer gut zugänglichen Stelle oberhalb des Schottendecks geschlossen werden können. Nach einem fernbetätigten Schließen muß sich die Tür an Ort und Stelle erneut öffnen und sicher schließen lassen. Der Schließvorgang darf insbesondere nicht durch Teppiche oder Fußleisten beeinträchtigt werden.Die Dauer des fernbetätigten Schließvorgangs muß mindestens 30 Sekunden betragen und darf 60 Sekunden nicht überschreiten. Während des Schließvorgangs muß automatisch ein akustischer Alarm bei der Tür gegeben werden. Es muß sichergestellt sein, daß Türantrieb und Alarm auch unabhängig vom Bordnetz funktionieren. Am Ort der Fernbetätigung muß eine Vorrichtung vorhanden sein, die anzeigt, ob die Tür offen oder geschlossen ist.(5) Schottüren und ihre Betätigungsorgane müssen in einem sicheren Bereich liegen, der nach außen durch eine senkrechte Fläche begrenzt wird, die im Abstand von   BWL parallel zum Verlauf der Außenhaut in der Linie der größten Einsenkung verläuft. Im Steuerhaus muß eine optische Warnanlage als Überwachungseinrichtung vorhanden sein, die bei geöffneter Schottür aufleuchtet.(6) Rohrleitungen mit offenen Mündungen und Lüftungskanäle müssen so verlegt sein, daß über sie in keinem betrachteten Leckfall weitere Räume oder Tanks geflutet werden. Stehen mehrere Abteilungen über Rohrleitungen oder Lüftungskanäle in offener Verbindung miteinander, so müssen diese an geeigneter Stelle über die ungünstigste Leckwasserlinie hinaufgeführt werden. Geschieht dies bei Rohrleitungen nicht, so müssen an den durchbrochenen Schotten Absperrarmaturen mit Fernbetätigung von oberhalb des Schottendecks vorgesehen werden.Hat ein Rohrleitungssystem in einer Abteilung keine offene Mündung, gilt die Rohrleitung bei Beschädigung dieser Abteilung als unbeschädigt, wenn sie innerhalb des in Absatz 5 definierten sicheren Bereichs verläuft und vom Boden mehr als 0,50 m Abstand hat.(7) Werden die in den Absätzen 2 bis 6 genannten Öffnungen und Türen zugelassen, ist in das Schiffszeugnis als Betriebsvorschrift aufzunehmen:"Durch Anweisung an das Schiffspersonal muß sichergestellt sein, daß alle Öffnungen und Türen in wasserdichten Querschotten im Gefahrenfall unverzüglich wasserdicht geschlossen werden."(8) Ein Querschott darf mit einer Schottversetzung versehen sein, wenn alle Teile dieser Versetzung innerhalb des in Absatz 5 definierten sicheren Bereichs liegen.Artikel 15.04 Nachweis der Stabilität des intakten Schiffes und der Leckstabilität (1) Der Antragsteller hat den Nachweis der hinreichenden Intaktstabilität durch eine Berechnung aufgrund der Ergebnisse eines Krängungsversuches und, auf Verlangen der Untersuchungskommission, eines Drehkreisversuches zu erbringen.(2) Der rechnerische Nachweis der genügenden Intaktstabilität gilt als erbracht, wenn die Krängung bei voller Ausrüstung des Schiffes, bei halber Füllung der Brennstoff-, Wasserbehälter und Abwassersammeltanks und bei Einhaltung eines Restfreibordes und eines Restsicherheitsabstandes nach Absatz 7 unter gleichzeitiger Einwirkunga) der seitlichen Verschiebung der Personen nach Absatz 4;b) des Winddruckes nach Absatz 5;c) der Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung nach Absatz 6einen Winkel von 12° nicht überschreitet. Der allein durch die seitliche Verschiebung der Personen hervorgerufene Krängungswinkel darf 10° nicht überschreiten.Die Untersuchungskommission kann verlangen, daß der Berechnung auch andere Füllungsgrade der Tanks zugrunde gelegt werden.(3) Bei Schiffen mit LWL von weniger als 25 m kann die hinreichende Intaktstabilität anstelle des rechnerischen Nachweises nach Absatz 2 durch eine Belastungsprobe mit dem halben Gewicht der höchstzulässigen Personenzahl und bei der ungünstigsten Füllung der Brennstoff- und Wasserbehälter nachgewiesen werden. Dieses Gewicht ist, von der Seite aus beginnend, auf der für Fahrgäste verfügbaren freien Decksfläche mit einer Verdichtung von 3¾ Personen je m² unterzubringen. Dabei darf der Krängungswinkel von 7° nicht überschritten sowie ein Restfreibord von 0,05 B + 0,20 m und ein Restsicherheitsabstand von 0,05 B + 0,10 m nicht unterschritten werden.(4) Das krängende Moment aus der Verschiebung der Personen Mp ist die Summe der Einzelmomente für alle Decks, die Fahrgästen zugänglich sind. Die jeweiligen Einzelmomente berechnen sich:a) für freie Decks:Mpn = cp  7 b  7 P [kNm]In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>b) für belegte Decks:Für die Berechnung der seitlichen Verschiebung der Personen auf Decks, die teilweise mit festmontierten Bänken oder Tischen, mit Booten, kleinen Deckshäusern oder dergleichen besetzt sind, sind 3¾ Personen je m² freier Decksfläche anzunehmen. Bei Bänken ist je Fahrgast mit einer Sitzbreite von 0,50 m und einer Sitztiefe von 0,75 m zu rechnen.Die Berechnung ist für eine Verschiebung nach Steuerbord und nach Backbord auszuführen.Bei mehreren Decks ist die hinsichtlich Stabilität ungünstigste Verteilung des Gesamtgewichts der Personen auf die Decks anzunehmen. Auf Kabinenschiffen werden für die Berechnung der seitlichen Verschiebung der Personen die Kabinen als unbesetzt angenommen.Der Höhenschwerpunkt einer Person ist mit 1 m über dem tiefsten Punkt des jeweiligen Decks auf ½ LWL ohne Berücksichtigung von Sprung und Bucht und ihre Masse mit 75 kg einzusetzen.(5) Das krängende Moment infolge des Winddruckes Mw ist nach folgender Formel zu berechnen:Mw = pw  7 A(lw + >NUM>T>DEN>2) [kNm].In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(6) Das krängende Moment durch Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung Mdr ist nach folgender Formel zu berechnen:Mdr = Cdr  7 >NUM>D>DEN>LWL (>ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> - >NUM>T>DEN>2) [kNm].In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Wird der Krängungswinkel im Drehkreis durch Versuch nachgewiesen, kann der hierbei ermittelte Wert in die Berechnung eingesetzt werden. Dieser Versuch muß bei halber Hoechstgeschwindigkeit des Schiffes bei voller Beladung und dem dabei kleinstmöglichen Drehkreisdurchmesser durchgeführt werden.(7) In der durch die Krängungskräfte nach Absatz 2 Buchstaben a) bis c) hervorgerufenen Lage des Schiffes muß ein Restfreibord von mindestens 200 mm verbleiben.Bei Schiffen, deren Seitenfenster geöffnet werden können oder bei denen sonstige ungesicherte Öffnungen in der Außenhaut vorhanden sind, muß der Restsicherheitsabstand mindestens 100 mm betragen.(8) Der rechnerische Nachweis der genügenden Leckstabilität gilt als erbracht, wenn für alle Stadien des Vollaufens und für den Endzustand der Überflutung das aufrichtende Moment Ma größer ist als das krängende Moment Mk nach folgenden Formeln:Ma = Ca  7 >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>rest.  7 sinö  7 D [kNm]Mk = 0,2 Mp [kNm].In diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Artikel 15.05 Berechnung der sich aus der freien Decksfläche ergebenden Anzahl der Fahrgäste (1) Sind die Artikel 15.04 und 15.06 erfuellt, setzt die Untersuchungskommission die höchstzulässige Anzahl der Fahrgäste wie folgt fest:a) Der Berechnung wird die Summe der an Bord vorhandenen freien Decksflächen zugrunde gelegt, die zum regelmäßigen Aufenthalt der Fahrgäste bestimmt sind.Davon abweichend werden Decksflächen von Schlafräumen und Toiletten sowie Decksflächen von Räumen, die dauernd oder zeitweilig dem Schiffsbetrieb dienen, nicht in die Berechnung einbezogen, auch wenn sie den Fahrgästen zugänglich sind. Nicht einzubeziehen sind ferner Räume unter dem Hauptdeck. Im Hauptdeck versenkte Räume mit großen Fenstern über Deck dürfen jedoch mitgerechnet werden.b) Von der Summe der nach Buchstabe a) berechneten Fläche sind abzuziehen:- Flächen von Verbindungsgängen, Treppen und sonstigen Verkehrswegen;- Flächen unter Treppen;- Flächen, die dauernd mit Ausrüstungsgegenständen oder Möbeln belegt sind;- Flächen unter Beibooten, Rettungsflößen und Rettungsbooten, auch wenn diese so aufgestellt sind, daß sich Fahrgäste darunter aufhalten können;- kleine Flächen insbesondere zwischen Sitzen und Tischen, die tatsächlich nicht nutzbar sind.c) Auf den Quadratmeter der nach Buchstaben a) und b) ermittelten freien Decksfläche werden 2,5 Fahrgäste gerechnet, bei Schiffen mit LWL von weniger als 25 m jedoch 2,8.(2) Die höchstzulässige Anzahl der Fahrgäste muß an Bord an auffallender Stelle deutlich lesbar angeschlagen sein. Für Kabinenschiffe, die auch für Tagesausfluege eingesetzt werden, sind die Fahrgastzahlen als Tagesausflugsschiff und als Kabinenschiff zu berechnen und im Schiffszeugnis einzutragen.Für jede dieser Fahrgastzahlen müssen die Artikel 15.02 und 15.04 erfuellt sein.Für Kabinenschiffe, die nur für Reisen mit Übernachtung benutzt werden, ist als Fahrgastzahl die Anzahl der Schlafplätze maßgebend.Artikel 15.06 Sicherheitsabstand, Freibord und Einsenkungsmarken (1) Der Sicherheitsabstand muß mindestens der Summe entsprechena) aus der zusätzlichen seitlichen Eintauchung, die sich, gemessen an der Außenhaut, durch die zulässige Krängung ergibt undb) aus dem Restsicherheitsabstand nach Artikel 15.04 Absätze 2 und 7.Bei Schiffen ohne Schottendeck muß der Sicherheitsabstand mindestens 500 mm betragen.(2) Der Freibord muß mindestens der Summe entsprechena) aus der zusätzlichen seitlichen Eintauchung, die sich, gemessen an der Außenhaut, durch die Krängung nach Artikel 15.04 Absatz 2 ergibt undb) dem Restfreibord nach Artikel 15.04 Absätze 2 und 7.Der Freibord muß jedoch mindestens 300 mm betragen.(3) Die Ebene der größten Einsenkung ist so festzusetzen, daß der Sicherheitsabstand nach Absatz 1, der Freibord nach Absatz 2 und die Artikel 15.02 bis 15.04 eingehalten sind. Die Untersuchungskommission kann jedoch aus Sicherheitsgründen einen größeren Sicherheitsabstand oder Freibord festsetzen.(4) An jeder Seite eines Schiffes sind Einsenkungsmarken nach Artikel 4.04 anzubringen. Die Anbringung zusätzlicher Markenpaare oder einer durchgehenden Markierung ist zulässig. Die Lage aller Marken muß im Schiffszeugnis eindeutig bezeichnet sein.Artikel 15.07 Einrichtungen für Fahrgäste (1) Für Fahrgäste bestimmte, nicht geschlossene Teile der Decks müssen mit einem festen Schanzkleid oder einer Reling von mindestens 1,00 m Höhe umgeben sein. Die Reling ist so auszuführen, daß Kinder nicht hindurchfallen können. Öffnungen und Einrichtungen für das Anbord- oder Vonbordgehen sowie Öffnungen für das Ein- oder Ausladen müssen entsprechend gesichert sein. Landstege müssen mindestens 0,60 m breit und an beiden Seiten durch Geländer gesichert sein.(2) a) Verbindungsgänge und Treppen sowie Türen und Ausgänge, die für die Benutzung durch Fahrgäste bestimmt sind, müssen eine lichte Breite von mindestens 0,80 m haben. Bei Türen von Fahrgastkabinen und sonstigen kleinen Räumen darf dieses Maß bis auf 0,70 m herabgesetzt werden.Führt zu einem für Fahrgäste bestimmten Teil oder Raum nur ein Verbindungsgang oder eine Verbindungstreppe, muß deren lichte Breite mindestens 1 m betragen. Die Untersuchungskommission kann bei Schiffen mit LWL von weniger als 25 m ein Maß von 0,80 m zulassen.Bei Räumen oder Gruppen von Räumen, die für mehr als 80 Fahrgäste vorgesehen sind, muß die Summe der Breiten aller Ausgänge, die für Fahrgäste bestimmt sind und von diesen im Notfall benutzt werden müssen, mindestens 0,01 m je Fahrgast betragen.b) Räume oder Gruppen von Räumen, die für 30 oder mehr Fahrgäste vorgesehen oder eingerichtet sind oder für 12 oder mehr Fahrgäste Schlafgelegenheit aufweisen, müssen mindestens zwei Ausgänge haben. Eine wasserdichte Schottür nach Artikel 15.03 Absatz 2, 4 oder 5 zu einer benachbarten Abteilung, von der aus das höherliegende Deck unmittelbar erreicht werden kann, gilt als Ausgang.Diese Ausgänge müssen zweckmäßig angeordnet sein. Ist die Anzahl der Fahrgäste nach Buchstabe a) für die Gesamtbreite der Ausgänge maßgebend, muß die Breite jedes Ausgangs mindestens 0,005 m je Fahrgast betragen. Außer auf Kabinenschiffen darf einer dieser zwei Ausgänge durch zwei Notausgänge ersetzt sein.Befinden sich Räume unter dem Hauptdeck, müssen sie mindestens einen unmittelbaren Ausgang oder, wenn gestattet, einen Notausgang nach diesem oder ins Freie aufweisen. Dies gilt nicht für die einzelnen Kabinen.Notausgänge müssen eine lichte Öffnung von mindestens 0,36 m² und eine kleinste Seitenlänge von mindestens 0,50 m aufweisen.c) Treppen unter dem Hauptdeck müssen innerhalb senkrechter Ebenen liegen, die von der Außenhaut mindestens   BWL entfernt sind. Dieser Abstand ist nicht erforderlich, wenn auf jeder Schiffsseite im gleichen Raum mindestens eine Treppe vorhanden ist. Treppen müssen an beiden Seiten mit Handläufen versehen sein; bei einer Treppenbreite bis 0,90 m genügt ein Handlauf.(3) Türen von Aufenthaltsräumen für Fahrgäste, mit Ausnahme der Türen, die nach Verbindungsgängen führen, müssen sich nach außen öffnen lassen oder als Schiebetüren gebaut sein; sie dürfen während der Fahrt von Unbefugten nicht abgeschlossen oder verriegelt werden können.Kabinentüren müssen so beschaffen sein, daß sie jederzeit auch von der Außenseite aufgeschlossen werden können.(4) Fluchtwege und -ausgänge müssen deutlich markiert sein. Die Markierungen müssen von der Notbeleuchtung erfaßt werden.(5) Auf Schiffen, die bis zu 300 Fahrgäste befördern dürfen, muß für je 150 Fahrgäste mindestens eine Toilette vorhanden sein. Auf Schiffen für mehr als 300 Fahrgäste sind für die beiden Geschlechter getrennte Toiletten und zwar mindestens eine für je 200 Fahrgäste einzurichten.(6) Die nicht für Fahrgäste bestimmten Teile der Schiffe, insbesondere die Zugänge zum Steuerhaus und zu Maschinen- und Motorenräumen, sind gegen Zutritt Unbefugter zu sichern. An diesen Zugängen muß außerdem an auffälliger Stelle die Aufschrift "Zutritt verboten" oder ein entsprechendes Bildsymbol angebracht sein.(7) Im Fahrgastbereich dürfen nur Fensterscheiben aus vorgespanntem Glas, Verbundglas oder, wenn hinsichtlich Feuerschutz zulässig, Kunststoff verwendet werden.Artikel 15.08 Besondere Vorschriften für Rettungsmittel (1) An Bord der Fahrgastschiffe müssen Rettungsringe in der sich aus folgender Tabelle ergebenden Anzahl vorhanden sein:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Für die Festlegung der Anzahl der Rettungsringe ist jeweils der höhere Wert maßgebend, der sich aus der ersten oder zweiten Spalte ergibt.Die Hälfte der vorgeschriebenen Rettungsringe muß mit einer mindestens 30 m langen, schwimmfähigen Leine versehen sein.(2) An Bord der Schiffe mit LWL von weniger als 25 m müssen zusätzlich zu den Rettungsringen nach Absatz 1 für die gesamte der je nach Verwendungszweck höchstzulässigen Anzahl der Fahrgäste sowie für das zum Schiff gehörende Bedienungspersonal Einzel- oder Sammelrettungsmittel vorhanden sein. Wenn die Schwimmfähigkeit bei Wassereinbruch überprüft wurde, gelten die Vorschriften nach Absatz 3.(3) Rettungsmittel müssen an Bord so untergebracht sein, daß sie im Bedarfsfall leicht und sicher erreicht werden können. Verdeckte Aufbewahrungsstellen müssen deutlich gekennzeichnet sein.(4) Einzelrettungsmittel sind die Rettungsringe und Rettungswesten nach Artikel 10.05 sowie Rettungsblöcke und Ausrüstungsgegenstände, die zum Tragen einer sich im Wasser befindlichen Person geeignet sind.Rettungsblöcke und Ausrüstungsgegenstände müssena) einen Auftrieb im Frischwasser von mindestens 100 N haben;b) aus geeigneten Werkstoffen gefertigt und widerstandsfähig gegen Öl und Ölerzeugnisse sowie gegen Temperaturen bis zu 50 °C sein;c) mit geeigneten Haltevorrichtungen versehen sein undd) rückstrahlend orangefarbig sein oder dauerhaft angebrachte rückstrahlende Flächen von mindestens 100 cm² haben.Aufblasbare Einzelrettungsmittel müssen entsprechend den Herstellerangaben geprüft sein.(5) Sammelrettungsmittel sind Beiboote, Rettungsflöße und Ausrüstungsgegenstände, die zum Tragen mehrerer sich im Wasser befindlicher Personen geeignet sind. Sie müssena) über eine Beschriftung verfügen, aus der der Verwendungszweck und die Anzahl der Personen hervorgeht, für die sie geeignet sind;b) einen Auftrieb im Frischwasser von mindestens 100 N je Person haben;c) eine stabile Schwimmlage einnehmen sowie beibehalten können und dabei über geeignete Haltevorrichtungen für die angegebene Personenzahl verfügen;d) aus geeigneten Werkstoffen gefertigt und widerstandsfähig gegen Öl und Ölerzeugnisse sowie gegen Temperaturen bis zu 50 °C sein;e) rückstrahlend orangefarbig sein oder dauerhaft angebrachte rückstrahlende Flächen von mindestens 100 cm² haben undf) von ihrem Aufstellungsort rasch und sicher von einer Person über Bord gelassen werden können.(6) Aufblasbare Sammelrettungsmittel müssen darüber hinausa) aus mindestens zwei getrennten Luftkammern bestehen;b) beim Zuwasserbringen selbsttätig oder durch Handauslösung aufgeblasen werden können;c) bei jeder vorkommenden Belastung, auch wenn nur die Hälfte der Luftkammern aufgeblasen ist, eine stabile Schwimmlage einnehmen und beibehalten undd) entsprechend den Herstelleranweisungen geprüft sein.Artikel 15.09 Feuerschutz und Feuerbekämpfung im Fahrgastbereich (1) Decks zwischen Fahrgasträumen unter sich sowie zwischen Fahrgasträumen, Maschinenräumen und Steuerhaus, Schotte und Wände zwischen Fahrgast- und Maschinenräumen sowie zwischen Fahrgasträumen und Küchen müssen feuerhemmend sein.Trennwände und Türen zwischen Gängen und Kabinen sowie zwischen Kabinen unter sich müssen feuerhemmend sein.Trennwände zwischen Gängen und Kabinen müssen von Deck zu Deck durchlaufend oder bis zu einer feuerhemmenden Decke hochgeführt sein.Sind geeignete Sprinkleranlagen eingebaut, müssen die Vorschriften der Unterabsätze 2 und 3 nicht erfuellt werden.Zwischenräume über Decken, unter Fußböden und hinter Wandverschalungen müssen in Abständen von höchstens 10 m durch feuerbeständige Konstruktionsteile abgeschlossen sein.(2) Bei der Anordnung von Treppen, Ausgängen und Notausgängen muß berücksichtigt sein, daß bei Feuer in einem beliebigen Raum alle anderen Räume sicher verlassen werden können.Treppen einschließlich der Stufen müssen eine tragende Konstruktion aus Stahl oder einem anderen gleichwertigen feuerbeständigen Werkstoff haben. Die Treppenstufen müssen schwerentflammbar sein.Auf Kabinenschiffen müssen sie innerhalb eines durch feuerhemmende Wände mit feuerhemmenden, selbstschließenden Türen versehenen Schachtes liegen.Eine nur zwei Decks verbindende Treppe braucht nicht eingeschachtet zu sein, wenn eines dieser Decks durch feuerhemmende Wände mit feuerhemmenden, selbstschließenden Türen umschlossen ist oder geeignete Sprinkleranlagen vorhanden sind.Treppenschächte müssen eine unmittelbare Verbindung zu den Gängen und den Außendecks haben.(3) Dem erhöhten Brandrisiko in Küchen, Frisiersalons und Parfümerien ist nach Maßgabe der zuständigen Behörde Rechnung zu tragen.(4) In Innenräumen verwendete Farben, Lacke und andere Anstrichstoffe sowie Verkleidungen und Isolierungen müssen schwerentflammbar sein. Im Brandfall dürfen sie Rauch oder giftige Gase nicht in gefährlichem Maße entwickeln.Türklinken müssen im Brandfall genügend lange funktionsfähig bleiben.(5) Über 40 m lange Gänge müssen in Abständen von höchstens 40 m mit feuerhemmenden Trennwänden und entsprechenden selbstschließenden Türen versehen sein.(6) Feuerhemmende selbstschließende Türen, die im normalen Betrieb offen sind, müssen von einer ständig von Schiffspersonal besetzten Stelle aus und vor Ort geschlossen werden können.(7) Lüftungs- und Luftversorgungsanlagen müssen so ausgeführt sein, daß einer Ausbreitung von Feuer durch diese Systeme vorgebeugt ist. Öffnungen für Zu- und Abluft müssen geschlossen werden können.Durchgehende Kanäle müssen in Abständen von höchstens 40 m durch Feuerklappen unterteilt sein.Werden Luftversorgungskanäle durch Trennwände von Treppenhäusern sowie durch Maschinenraumschotte geführt, müssen sie an diesen Wänden mit Feuerklappen versehen sein.Eingebaute Ventilatoren müssen von einer zentralen Stelle außerhalb des Maschinenraums aus abstellbar sein.(8) Auf Kabinenschiffen müssen alle Kabinen und Aufenthaltsräume für Fahrgäste und Besatzungsmitglieder sowie Küchen und Maschinenräume an ein zweckmäßiges Feuermeldesystem angeschlossen sein. Das Vorhandensein eines Brandes sowie der Brandbereich müssen selbsttätig an einer ständig von Schiffspersonal besetzten Stelle angezeigt werden.(9) Fahrgastschiffe müssen mit einer Feuerlöschanlage versehen sein, bestehend aus:a) einer festinstallierten Feuerlöschpumpe mit motorischem Antrieb;b) einer Feuerlöschleitung mit einer ausreichenden Anzahl von Hydranten;c) einer ausreichenden Anzahl von Feuerwehrschläuchen.Feuerlöschanlagen müssen so ausgeführt und bemessen sein, daß jede beliebige Stelle des Schiffes von mindestens zwei örtlich verschiedenen Hydranten aus mit je einer einzigen Schlauchlänge von höchstens 20 m Länge erreicht werden kann. Der Druck muß bei den Hydranten mindestens 3 bar betragen. Auf dem höchsten Deck muß eine Wasserstrahllänge von mindestens 6 m erreicht werden können.Feuerlöschpumpen dürfen nicht vor dem Kollisionsschott aufgestellt sein. Wenn die Feuerlöschpumpe im Hauptmaschinenraum installiert ist, muß eine zweite Feuerlöschpumpe mit motorischem Antrieb vorhanden sein, die außerhalb dieses Raumes aufgestellt ist und unabhängig von den Maschinenraumsystemen betrieben werden kann. Diese Pumpe darf tragbar sein.Allgemeine Betriebs- und Deckwaschpumpen sowie Deckwaschleitungen dürfen, wenn sie dazu geeignet sind, in die Feuerlöschanlage einbezogen sein.Für Kabinenschiffe mit LWL von weniger als 25 m und für Tagesausflugschiffe mit LWL von weniger als 40 m gilt abweichend:a) die Feuerlöschpumpe braucht nicht festinstalliert zu sein;b) ist die Feuerlöschpumpe im Hauptmaschinenraum installiert, braucht keine zweite Pumpe vorhanden zu sein;c) es genügt, wenn jede beliebige Stelle des Schiffes von einem Hydranten aus mit einer einzigen Schlauchlänge von höchstens 20 m erreicht werden kann.(10) Zusätzlich zu den Handfeuerlöschern nach Artikel 10.03 Absatz 1 müssen mindestens folgende Handfeuerlöscher an Bord vorhanden sein:a) ein Handfeuerlöscher je angefangene 120 m² Brutto-Fußbodenfläche der Gesellschaftsräume, Eßzimmer und derartiger Aufenthaltsräume;b) ein Handfeuerlöscher je angefangene Gruppe von 10 Kabinen.Diese zusätzlichen Feuerlöscher müssen so aufgestellt und auf dem Schiff verteilt sein, daß bei einem Feuerherd an jeder beliebigen Stelle zu jeder Zeit ein Feuerlöscher unmittelbar erreicht werden kann.Artikel 15.10 Zusätzliche Bestimmungen (1) Für die Beleuchtung sind nur elektrische Anlagen zulässig.(2) Eine elektrische Notstromanlage nach Artikel 9.18 Absatz 2 muß vorhanden sein.(3) Besteht keine direkte Verständigung vom Steuerhaus zu den Aufenthaltsräumen der Besatzung, den Betriebsräumen sowie zum Vor- und Achterschiff und den Einstiegen für Fahrgäste, sind zur sicheren und einwandfreien Verbindung Nachrichtenübermittlungsanlagen vorzusehen.(4) Auf Fahrgastschiffen mit LWL von 40 m oder mehr oder für mehr als 75 Fahrgäste müssen Lautsprecher vorhanden sein, mit denen alle Fahrgäste erreicht werden können.(5) Auf Kabinenschiffen muß eine Alarmanlage vorhanden sein. Diese muß unterteilt sein in:a) eine Anlage zur Alarmierung von Schiffsführung und Besatzung.Dieser Alarm soll nur in den Räumen für Schiffsführung und Besatzung erfolgen und muß durch die Schiffsführung abgestellt werden können. Der Alarm muß mindestens an den folgenden Stellen ausgelöst werden können:- in jeder Kabine;- in Gängen, Aufzügen und Treppenschächten derart, daß der Weg zum nächsten Auslöser höchstens 10 m beträgt, mit mindestens einem Auslöser je wasserdichte Abteilung;- in Gesellschaftsräumen, Eßzimmern und ähnlichen Aufenthaltsräumen;- in Maschinenräumen, Küchen und ähnlichen feuergefährdeten Räumen;b) eine Anlage zur Alarmierung der Fahrgäste.Dieser Alarm muß in allen für Fahrgäste zugänglichen Räumen deutlich und unverkennbar wahrnehmbar sein. Er muß im Steuerhaus und an einer ständig von Personal besetzten Stelle ausgelöst werden können.Die Alarmauslöser müssen gegen unbeabsichtigten Gebrauch geschützt sein.(6) Kabinenschiffe müssen mit einer Sprechfunkanlage ausgerüstet sein, die den Sprechverkehr im öffentlichen Fernsprechnetz zuläßt.(7) Eine ausreichende Beleuchtung muß mindestens für folgende Räume und Stellen vorhanden sein:a) Stellen, an denen Sammelrettungsmittel aufbewahrt werden und an denen sie gewöhnlich zum Einsatz vorbereitet werden;b) Fluchtwege, Einstiege für Fahrgäste, Zu- und Ausgänge, Verbindungsgänge, Aufzüge und Treppen von Wohnungen, Kabinen- und Wohnbereichen;c) Markierungen der Fluchtwege und -ausgänge;d) Maschinenräume und ihre Ausgänge;e) Steuerhaus;f) Raum für die Notstromquelle;g) Stellen, an denen sich Feuerlöschgeräte und Feuerlöschpumpen befinden;h) Räume, in denen sich Fahrgäste und Besatzung im Notfall sammeln.(8) Auf Kabinenschiffen muß die für Notfälle erforderliche Sicherheitsrolle nach den geltenden verkehrspolizeilichen Vorschriften mit Aufgaben der Besatzung und des Personals vorhanden sein. Die Aufgaben müssen angegeben sein für die folgenden Fälle:a) Leckhavarie;b) Feuer an Bord;c) Evakuierung der Fahrgäste;d) Mann über Bord.Zur Sicherheitsrolle gehört ein Sicherheitsplan des Schiffes, auf dem deutlich und übersichtlich unter anderem bezeichnet sind:a) Rettungs- und Sicherheitsausrüstung;b) wasserdichte Türen unterdecks und ihre Bedienungsstellen, sowie sonstige Öffnungen nach Artikel 15.03 Absätze 2 und 6;c) feuerhemmende Türen;d) Feuerklappen;e) Alarmanlagen;f) Feuermeldesystem;g) Feuerlöschanlagen und Feuerlöscher;h) Fluchtwege und -ausgänge;i) Notstromanlage;j) Bedienungsorgane der Lüftungsanlagen;k) Landanschlüsse;l) Absperrorgane der Brennstoffzufuhrleitungen;m) Flüssiggasanlagen;n) Lautsprecheranlagen;o) Sprechfunkanlagen.Sicherheitsrolle und Sicherheitsplan müssen den Sichtvermerk der Untersuchungskommission tragen und an geeigneten Stellen deutlich sichtbar aufgehängt sein.(9) Auf Kabinenschiffen muß an dazu geeigneten Stellen ein Übersichtsplan der Fluchtwege für die Fahrgäste aufgehängt sein. Dieser Plan kann mit dem Sicherheitsplan nach Absatz 8 kombiniert sein.In jeder Kabine müssen sich die notwendigen Angaben für das Verhalten der Fahrgäste bei Alarm, Feuer, Havarie und Evakuierung sowie über den Aufstellungsort der Rettungsinsel befinden.Diese Angaben müssen in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch vorhanden sein.(10) Bei Schiffskörpern aus Holz, Aluminium oder Kunststoff müssen die Maschinenräume entweder aus Werkstoffen nach Artikel 3.04 Absätze 3 und 5 hergestellt oder mit einer festeingebauten Feuerlöschanlage nach Artikel 10.03 Absatz 5 versehen sein.Artikel 15.11 Einrichtungen zum Sammeln und Entsorgen von Abwässern (1) Kabinenschiffe mit mehr als 50 Schlafplätzen müssen mit Abwassersammeltanks oder Bordkläranlagen ausgerüstet sein.(2) Abwassersammeltanks müssen einen ausreichenden Inhalt haben. Die Tanks müssen mit einer Einrichtung zur Feststellung des Füllstandes oder des Füllungsrades versehen sein. Zur Entleerung der Tanks müssen bordeigene Pumpen und Leitungen vorhanden sein, mit denen das Abwasser an Anlegestellen auf beiden Seiten des Schiffes abgeleitet werden kann. Die Leitungen müssen mit einem Abgabeanschluß nach der europäischen Norm EN 1306 versehen sein.(3) Bordkläranlagen müssen an ihrem Auslauf die Grenzwerte entsprechend den geltenden verkehrspolizeilichen Vorschriften ohne vorherige Verdünnung ständig einhalten können. Unmittelbar vor dem Auslauf muß eine Probeentnahmeeinrichtung vorhanden sein.KAPITEL 16 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR FAHRZEUGE, DIE ZUR VERWENDUNG ALS TEIL EINES SCHUBVERBANDES, EINES SCHLEPPVERBANDES ODER EINER GEKUPPELTEN ZUSAMMENSTELLUNG BESTIMMT SIND Artikel 16.01 Zum Schieben geeignete Fahrzeuge (1) Fahrzeuge, die zum Schieben verwendet werden sollen, müssen mit einer geeigneten Schubvorrichtung versehen sein. Sie müssen so gebaut und ausgerüstet sein, daßa) der Übergang zum geschobenen Fahrzeug auch mit den Kupplungsmitteln leicht und gefahrlos möglich ist;b) sie eine feste Lage mit dem oder den gekuppelten Fahrzeugen einnehmen können undc) ein Verschieben der Fahrzeuge gegeneinander verhindert wird.(2) Werden zum Kuppeln Drahtseile verwendet, müssen an dem zum Schieben geeigneten Fahrzeug mindestens zwei Spezialwinden oder gleichwertige Einrichtungen zum Spannen der Seile angeordnet sein.(3) Kupplungseinrichtungen müssen eine starre Verbindung mit dem oder den geschobenen Fahrzeugen ermöglichen.Bei Schubverbänden, die aus einem schiebenden und nur einem geschobenen Fahrzeug bestehen, können die Kupplungseinrichtungen auch ein gesteuertes Knicken ermöglichen. Die dafür erforderlichen Antriebe müssen die zu übertragenden Kräfte einwandfrei aufnehmen können und leicht und gefahrlos zu bedienen sein. Für diese Antriebe gelten Artikel 6.02 bis 6.04 sinngemäß.4. Bei Schubbooten kann das Kollisionsschott nach Artikel 3.03 Absatz 1 Buchstabe a) entfallen.Artikel 16.02 Zum Geschobenwerden geeignete Fahrzeuge (1) Für Schubleichter ohne Steuereinrichtung, Wohnung, Maschinen- oder Kesselräume gelten nicht:a) Kapitel 5 bis 7 und 12;b) Artikel 8.06, Absätze 2 bis 8, Artikel 10.02, Artikel 10.05 Absatz 1.Sind Steuereinrichtungen, Wohnungen, Maschinen- oder Kesselräume vorhanden, sind die entsprechenden Anforderungen dieser Verordnung anzuwenden.(2) Für Trägerschiffsleichter mit L von nicht mehr als 40 m gilt außerdem:a) Wasserdichte Querschotte nach Artikel 3.03 Absatz 1 können entfallen, wenn die Stirnseite mindestens die 2,5-fache Belastung aufnehmen kann wie das Kollisionsschott eines Binnenschiffes mit entsprechendem Tiefgang, das nach den Vorschriften einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft gebaut ist.b) Abweichend von Artikel 8.06 Absatz 1 müssen schwer zugängliche Doppelbodenzellen nur dann lenzbar sein, wenn ihr Rauminhalt 5 % der Wasserverdrängung des Trägerschiffsleichters bei größter zulässiger Einsenkung übersteigt.(3) Fahrzeuge, die geschoben werden sollen, müssen mit Kupplungseinrichtungen versehen sein, die eine sichtbare Verbindung mit anderen Fahrzeugen gewährleistet.Artikel 16.03 Zum Fortbewegen von gekuppelten Fahrzeugen geeignete Fahrzeuge Auf Fahrzeugen, die zum Fortbewegen von gekuppelten Fahrzeugen verwendet werden sollen, müssen Poller oder gleichwertige Einrichtungen vorhanden sein, die nach Anzahl und Anordnung eine sichere Verbindung der gekuppelten Fahrzeuge ermöglichen.Artikel 16.04 Zum Fortbewegtwerden in Verbänden geeignete Fahrzeuge Fahrzeuge, die in Verbänden fortbewegt werden sollen, müssen über hierfür geeignete Kupplungseinrichtungen, Poller oder gleichwertige Einrichtungen verfügen, die nach Anzahl und Anordnung eine sichere Verbindung mit dem oder den anderen Fahrzeugen des Verbandes gewährleisten.Artikel 16.05 Zum Schleppen geeignete Fahrzeuge (1) Fahrzeuge, die zum Schleppen verwendet werden sollen, müssen folgenden Anforderungen genügen:a) Die Schleppeinrichtungen müssen so angeordnet sein, daß ihre Verwendung die Sicherheit des Fahrzeuges, seiner Besatzung und seiner Ladung nicht beeinträchtigt.b) Bugsierende und schleppende Fahrzeuge müssen mit einem vom Steuerhaus sicher auslösbaren Schlepphaken ausgerüstet sein.c) Als Schleppeinrichtungen müssen Schleppwinden oder ein Schlepphaken vorhanden sein, die vom Steuerhaus auslösbar sein müssen. Die Schleppeinrichtungen müssen vor der Schraubenebene liegen. Dies gilt nicht für Schleppboote, die mit dem Antriebsorgan gesteuert werden, wie Ruderpropeller oder Zykloïdalpropeller.d) Abweichend von Buchstabe c) genügt bei Fahrzeugen, die ausschließlich zum Schleppen von Fahrzeugen mit Maschinenantrieb verwendet werden, auch eine Schleppeinrichtung, wie Poller oder gleichwertige Einrichtungen, die vor der Schraubenebene angebracht werden muß.e) Besteht die Gefahr, daß sich die Schlepptrossen auf dem Achterschiff verfangen können, müssen dort Überläufer mit Drahtfänger angebracht sein.(2) Fahrzeuge mit L von mehr als 86 m dürfen zum Schleppen zu Tal nicht zugelassen werden.Artikel 16.06 Probefahrten mit Verbänden (1) Für Erteilung der Zulassung als Schubboot oder Motorschiff zum Fortbewegen von Fahrzeugen in einem starren Verband und der Eintragung des entsprechenden Vermerkes in das Schiffszeugnis bestimmt die Untersuchungskommission, ob und welche Formationen ihr vorzuführen sind und veranlaßt die Probefahrten nach Artikel 5.02 mit dem Verband in der oder den beantragten Formationen, die ihr am ungünstigsten erscheinen. Dabei muß dieser Verband die Artikel 5.02 bis 5.10 erfuellen.Die Untersuchungskommission vergewissert sich, ob die starre Verbindung aller Fahrzeuge des Verbandes bei den Manövern nach Kapitel 5 sichergestellt ist.(2) Werden bei den Probefahrten nach Absatz 1 besondere Einrichtungen an den im Verband fortbewegten Fahrzeugen (wie Ruderanlage, Antriebs- oder Manövriereinrichtungen, Gelenkkupplungen) eingesetzt, um die Artikel 5.02 bis 5.10 zu erfuellen, sind in diesem Fall in das Schiffszeugnis des den Verband fortbewegenden Fahrzeuges einzutragen: Formation, Position, Name und amtliche SchiffsNr. der zugelassenen Fahrzeuge, die über diese besonderen eingesetzten Einrichtungen verfügen.Artikel 16.07 Eintragungen in das Schiffszeugnis (1) Soll ein Fahrzeug einen Verband fortbewegen oder in ihm fortbewegt werden, muß im Schiffszeugnis vermerkt sein, daß es aufgrund der Anforderungen nach den Artikeln 16.01 bis 16.06 dafür geeignet ist.(2) In das Schiffszeugnis des fortbewegenden Fahrzeuges sind einzutragen:a) zugelassene Verbände und Funktionen;b) Art der Kupplungen;c) größte ermittelte Kupplungskräfte undd) gegebenenfalls Mindestbruchkraft der Kupplungsseile der Längsverbindungen sowie Anzahl der Seilführungen.KAPITEL 17 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR SCHWIMMENDE GERÄTE Artikel 17.01 Allgemeine Bestimmungen Für schwimmende Geräte gelten für Bau und Ausrüstung die Kapitel 3, 7 bis 14 und 16. Für schwimmende Geräte mit Fahrantrieb gelten zusätzlich die Kapitel 5 und 6. Antriebe, die nur kleine Ortsveränderungen erlauben, gelten nicht als Fahrantriebe.Artikel 17.02 Abweichungen (1) Die Untersuchungskommission kann von folgenden Bestimmungen Abweichungen zulassen:a) Artikel 3.03 Absätze 1 und 2 gilt sinngemäß;b) Artikel 7.03 gilt sinngemäß;c) die höchstzulässigen Schalldruckpegel nach Artikel 12.02 Absatz 5 Satz 2 dürfen während des Betriebes der Arbeitseinrichtungen überschritten werden, wenn während des Betriebes nicht an Bord übernachtet wird;d) von den übrigen Bestimmungen bezüglich Bau, Einrichtung und Ausrüstung, soweit im Einzelfall gleiche Sicherheit nachgewiesen ist.(2) Die Untersuchungskommission kann auf die Anwendung folgender Bestimmungen verzichten:a) auf Artikel 10.01 Absatz 1, wenn das schwimmende Gerät während des Betriebes der Arbeitseinrichtungen mittels Arbeitsankern oder Pfählen sicher verankert werden kann. Ein schwimmendes Gerät mit eigenem Fahrantrieb muß jedoch mindestens einen Anker nach Artikel 10.01 Absatz 1 haben, wobei der Koeffizient k gleich 45 und für T die kleinste Seitenhöhe einzusetzen sind;b) auf Artikel 12.02 Absatz 1 zweiter Halbsatz, wenn die Räume ausreichend elektrisch zu beleuchten sind.(3) Zusätzlich gilt:a) abweichend von Artikel 8.06 Absatz 2 Satz 2: Die Lenzpumpe muß motorisch angetrieben sein;b) abweichend von Artikel 8.08 Absatz 3: Bei stilliegenden schwimmenden Geräten darf während des Betriebes der Arbeitseinrichtungen das Geräusch in einem seitlichen Abstand von 25 m von der Bordwand den Wert von 65 dB(A) nicht überschreiten;c) abweichend von Artikel 10.03 Absatz 1: Bei frei auf Deck stehenden Arbeitsgeräten muß mindestens ein zusätzlicher Handfeuerlöscher vorhanden sein;d) abweichend von Kapitel 14: Flüssiggasanlagen für Haushaltszwecke dürfen auch andere Flüssiggasanlagen vorhanden sein. Diese Anlagen und deren Zubehör müssen den Vorschriften eines der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft entsprechen.Artikel 17.03 Sonstige Bestimmungen (1) Auf schwimmenden Geräten, auf denen während des Betriebes Personen anwesend sind, muß eine Generalalarmanlage vorhanden sein. Das Alarmsignal muß sich deutlich von anderen Signalen unterscheiden und in allen Wohnungen und an allen Arbeitsplätzen einen Schalldruckpegel erzeugen, der mindestens 5 dB(A) höher liegt als der örtlich vorherrschende maximale Lärmpegel. Die Alarmanlage muß im Steuerhaus und an den wichtigsten Bedienungsstellen ausgelöst werden können.(2) Arbeitseinrichtungen müssen für ihre Belastung eine genügende Festigkeit besitzen und den Vorschriften eines der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft entsprechen.(3) Standsicherheit und Festigkeit der Arbeitseinrichtungen und gegebenenfalls deren Befestigungen müssen derart sein, daß sie Beanspruchungen aus zu erwartender Krängung, Trimm und Bewegungen des schwimmenden Gerätes standhalten können.(4) Werden Lasten mittels Hebezeugen gehoben, ist die sich aus Stabilität und Festigkeit ergebende größte zulässige Last auf einer Tafel an Deck und an den Bedienstellen deutlich sichtbar anzubringen. Kann das Hubvermögen durch Ankuppeln von zusätzlichen Schwimmkörpern vergrößert werden, müssen die Werte mit und ohne Zusatzschwimmkörper angegeben sein.(5) Bei schwimmenden Geräten, die für den Einsatz im Küsten- oder Seebereich zugelassen sind, wird das Schiffszeugnis nach Anhang III bzw. IV erteilt.Artikel 17.04 Restsicherheitsabstand (1) Restsicherheitsabstand ist der kleinste senkrechte Abstand zwischen dem glatten Wasserspiegel und dem tiefsten Punkt, über dem das schwimmende Gerät nicht mehr wasserdicht ist, unter Berücksichtigung von Trimm und Krängung, die unter Einfluß der Momente nach Artikel 17.07 Absatz 4 auftreten.(2) Ein Restsicherheitsabstand nach Artikel 17.07 Absatz 1 ist an sprühwasser- und wetterdichten Öffnungen ausreichend, wenn er 300 mm beträgt.(3) An einer nicht sprühwasser- und wetterdichten Öffnung muß der Restsicherheitsabstand mindestens 400 mm betragen.Artikel 17.05 Restfreibord (1) Restfreibord ist der kleinste senkrechte Abstand zwischen dem glatten Wasserspiegel und Seite Deck unter Berücksichtigung von Trimm und Krängung, die unter Einfluß der Momente nach Artikel 17.07 Absatz 4 auftreten.(2) Der Restfreibord nach Artikel 17.07 Absatz 1 ist ausreichend, wenn er 300 mm beträgt.(3) Der Restfreibord darf verringert werden, wenn nachgewiesen wird, daß Artikel 17.08 eingehalten ist.(4) Weicht die Form des Schwimmkörpers wesentlich von der Pontonform ab, wie bei zylindrischen Schwimmkörpern oder bei einem Schwimmkörper, dessen Querschnitt mehr als vier Seiten aufweist, kann die Untersuchungskommission einen von Absatz 2 abweichenden Restfreibord fordern oder zulassen. Dies gilt auch bei einem schwimmenden Gerät mit mehreren Schwimmkörpern.Artikel 17.06 Krängungsversuch (1) Der Stabilitätsnachweis nach den Artikeln 17.07 und 17.08 muß auf Grundlage eines ordnungsgemäß durchgeführten Krängungsversuchs erbracht werden.(2) Können bei dem Krängungsversuch nur ungenügende Krängungswinkel erzielt werden oder führt die Durchführung des Krängungsversuchs zu unzumutbaren technischen Schwierigkeiten, kann ersatzweise eine Gewichts- und Schwerpunktrechnung durchgeführt werden. Das Ergebnis der Gewichtsberechnung ist mit Hilfe von Tiefgangsmessungen zu kontrollieren, wobei die Differenz nicht mehr als ± 5 % betragen darf.Artikel 17.07 Stabilitätsnachweis (1) Es ist nachzuweisen, daß bei den beim Einsatz und Fahrbetrieb auftretenden Belastungen ein ausreichender Restsicherheitsabstand und ein ausreichender Restfreibord vorhanden ist. Dabei darf die Summe der Winkel aus Krängung und Trimm nicht mehr als 10° betragen und der Boden des Schwimmkörpers darf nicht austauchen.(2) Der Stabilitätsnachweis muß folgende Daten und Unterlagen enthalten:a) Maßstabsgetreue Zeichnungen der Schwimmkörper und der Arbeitseinrichtungen sowie deren für den Stabilitätsnachweis erforderlichen Detailangaben wie Tankinhalte, Öffnungen zum Schiffsinneren;b) hydrostatische Daten oder Kurven;c) Hebelarmkurven der statischen Stabilität, soweit nach Absatz 5 oder Artikel 17.08 erforderlich;d) Beschreibung der Betriebszustände mit den entsprechenden Gewichts- und Schwerpunktangaben einschließlich Leer- und Überführungszustand;e) Berechnung der krängenden, trimmenden und aufrichtenden Momente mit Angabe der auftretenden Krängungs- und Trimmwinkel, Restsicherheitsabstände und Restfreiborde;f) Zusammenstellung der Rechenergebnisse mit Angabe der Einsatz- und Belastungsgrenzen.(3) Dem Stabilitätsnachweis sind mindestens folgende Lastannahmen zugrunde zu legen:a) Dichte des Baggergutes bei Baggern- Sand und Kies 1,5 t/m³;- sehr nasser Sand 2,0 t/m³;- Erdreich im Mittel 1,8 t/m³;- Gemisch aus Sand und Wasser in Rohrleitungen 1,3 t/m³;b) bei Greifbaggern sind die Werte nach Buchstabe a) um 15 % zu erhöhen;c) bei Hydraulikbaggern ist die größtmögliche Hubkraft zugrundezulegen.4.1. In dem Stabilitätsnachweis sind folgende Momente zu berücksichtigena) aus Last;b) aus baulichen Asymmetrien;c) aus Winddruck;d) aus Drehbewegung bei Geräten mit eigener Triebkraft;e) aus Queranströmung, soweit erforderlich;f) aus Ballast und Vorräten;g) aus Deckslasten und gegebenenfalls Ladung;h) aus freien Flüssigkeitsoberflächen;i) aus dynamischen Massenkräften;j) aus sonstigen mechanischen Einrichtungen.Dabei sind Momente, die gleichzeitig wirken können, zu addieren.4.2. Das Moment infolge des Winddruckes ist nach folgender Formel zu berechnen:Mw = c  7 pw  7 A (lw + >NUM>T>DEN>2) [kNm].In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>4.3. Für die Ermittlung der Momente aus der Drehbewegung nach Nr. 4.1 Buchstabe d) ist bei schwimmenden Geräten mit Fahrantrieb die Formel aus Artikel 15.04 Absatz 6 zu verwenden.4.4. Das durch Queranströmung nach Nr. 4.1 Buchstabe e) verursachte Moment braucht nur bei schwimmenden Geräten, die während des Betriebs in strömendem Wasser querliegend verankert oder vertäut sind, mitgerechnet zu werden.4.5. Bei der Berechnung der Momente aus fluessigem Ballast und fluessigen Vorräten nach Nr. 4.1 Buchstabe f) ist der für die Stabilisierung ungünstigste Füllungsgrad der Tanks zu ermitteln und das entsprechende Moment in die Rechnung einzusetzen.4.6. Das durch dynamische Massenkräfte verursachte Moment nach Nr. 4.1 Buchstabe i) muß in angemessener Weise berücksichtigt werden, wenn durch Bewegungen der Last und der Arbeitseinrichtungen eine Beeinflussung der Stabilität zu erwarten ist.5. Die aufrichtenden Momente können bei Schwimmkörpern mit senkrechten Seitenwänden nach der FormelMa = 10  7 D  7 >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>  7 sin j [kNm]berechnet werden.In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Dies gilt bis zu Krängungswinkeln von 10° oder bis zu einem Krängungswinkel, bei dem Seite Deck eintaucht oder bei dem der Boden austaucht. Dabei ist der kleinere Winkel ausschlaggebend. Bei schräg verlaufenden Seitenwänden gilt die Formel bis zu Krängungswinkeln von 5°; im übrigen gelten die Randbedingungen nach Absatz 3 und Nummer 4.Läßt die besondere Form des oder der Schwimmkörper diese Erleichterung nicht zu, sind Hebelarmkurven nach Absatz 2 Buchstabe c) erforderlich.Artikel 17.08 Stabilitätsnachweise bei reduziertem Restfreibord Wird ein verringerter Restfreibord nach Artikel 17.05 Absatz 3 in Anspruch genommen, muß für alle Betriebszustände nachgewiesen sein, daßa) nach Korrektur für freie Flüssigkeitsoberflächen die metazentrische Höhe nicht weniger als 0,15 m beträgt;b) innerhalb eines Krängungsbereichs von 0° bis 30° ein aufrichtender Hebel von mindestensh = 0,30 - 0,28  7 jn [m]vorhanden ist. Dabei ist jn der Krängungswinkel, von dem ab die Hebelarmkurve negative Werte annimmt (Stabilitätsumfang). Er darf nicht kleiner als 20° oder 0,35 rad sein und ist mit höchstens 30° oder 0,52 rad in die Formel einzusetzen, wobei für jn die Einheit Radiant (rad) zu verwenden ist (1° = 0,01745 rad);c) die Summe der Winkel aus Krängung und Trimm nicht mehr als 10° beträgt;d) ein Restsicherheitsabstand nach Artikel 17.04 vorhanden ist;e) ein Restfreibord von mindestens 0,05 m vorhanden ist;f) innerhalb eines Krängungsbereichs von 0° bis 30° ein Resthebel von mindestensh = 0,20 - 0,23  7 jn [m]vorhanden ist. Dabei ist jn der Krängungswinkel, von dem ab die Hebelarmkurve negative Werte annimmt; er ist mit höchstens 30° oder 0,52 rad in die Formel einzusetzen.Unter Resthebel ist die zwischen 0° und 30° Krängung vorhandene Differenz zwischen der Kurve der aufrichtenden Hebel und der Kurve der krängenden Hebel zu verstehen. Kommt eine Öffnung zum Schiffsinneren bei einem Krängungswinkel zu Wasser, der kleiner ist als der der größten Differenz zugeordnete Krängungswinkel, gilt die Resthebelforderung für diesen Krängungswinkel.Artikel 17.09 Einsenkungsmarken und Tiefgangsanzeiger Einsenkungsmarken nach Artikel 4.04 und Tiefgangsanzeiger nach Artikel 4.06 müssen angebracht sein.Artikel 17.10 Schwimmende Geräte ohne Stabilitätsnachweis (1) Auf die Anwendung der Artikel 17.04 bis 17.08 kann verzichtet werden bei schwimmenden Gerätena) durch deren Arbeitseinrichtung keinerlei Veränderung der Krängung oder des Trimms hervorgerufen werden kann undb) bei denen eine Verlagerung des Gewichtsschwerpunktes weitestgehend auszuschließen ist.(2) Jedoch müssena) bei größter Zuladung der Sicherheitsabstand 300 mm und der Freibord 150 mm betragen;b) der Sicherheitsabstand für nicht sprühwasser- und wetterdicht verschließbare Öffnungen 500 mm betragen.KAPITEL 18 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR BAUSTELLENFAHRZEUGE Artikel 18.01 Einsatzbedingungen Baustellenfahrzeuge, die als solche in dem Schiffszeugnis nach Anhang III bzw. IV bezeichnet sind, dürfen außerhalb von Baustellen nur unbeladen verkehren. Diese Auflage ist in das Schiffszeugnis einzutragen.Hierzu müssen diese Baustellenfahrzeuge über eine Bescheinigung der zuständigen Behörde über Dauer und örtliche Begrenzung der Baustelle, auf der das Fahrzeug eingesetzt werden darf, verfügen.Artikel 18.02 Anwendung des Teils II Sofern in diesem Kapitel nichts anderes bestimmt ist, gelten für Bau und Ausrüstung von Baustellenfahrzeugen die Kapitel 3 bis 14 des Teils II.Artikel 18.03 Abweichungen 1. a) Artikel 3.03 Absatz 1 gilt sinngemäß;b) Kapitel 5 und 6 gelten sinngemäß, wenn ein eigener Fahrantrieb vorhanden ist;c) Artikel 10.02 Absatz 2 Buchstaben a) und b) gelten sinngemäß;d) von den übrigen Bestimmungen über Bau, Einrichtung und Ausrüstung, kann die Untersuchungskommission Ausnahmen zulassen, wenn im Einzelfall gleiche Sicherheit nachgewiesen ist.2. Die Untersuchungskommission kann auf die Anwendung folgender Bestimmungen verzichten:a) auf Artikel 8.06 Absätze 2 bis 8, wenn keine Besatzung vorgeschrieben ist;b) auf Artikel 10.01 Absätze 1 und 3, wenn das Baustellenfahrzeug mittels Arbeitsankern oder Pfählen sicher verankert werden kann. Ein Baustellenfahrzeug mit eigenem Fahrantrieb muß jedoch mindestens einen Anker nach Artikel 10.01 Absatz 1 haben, wobei der Koeffizient k gleich 45 und für T die kleinste Seitenhöhe einzusetzen sind;c) auf Artikel 10.02 Absatz 1 Buchstabe c), wenn das Baustellenfahrzeug nicht über einen eigenen Fahrantrieb verfügt.Artikel 18.04 Sicherheitsabstand und Freibord (1) Wird ein Baustellenfahrzeug als Spül- und Klappschute betrieben, müssen Sicherheitsabstand außerhalb des Laderaumbereiches mindestens 300 mm und der Freibord mindestens 150 mm betragen. Die Untersuchungskommission kann einen geringeren Freibord zulassen, wenn rechnerisch nachgewiesen ist, daß die Stabilität bei Beladung mit einem Füllgut der Dichte 1,5 t/m³ ausreicht und keine Seite des Decks zu Wasser kommt. Der Einfluß verfluessigter Ladung muß dabei berücksichtigt werden.(2) Für Baustellenfahrzeuge, die nicht unter Absatz 1 fallen, gelten die Artikel 4.01 und 4.02 sinngemäß. Dabei darf die Untersuchungskommission für den Sicherheitsabstand und für den Freibord abweichende Werte festsetzen.Artikel 18.05 Beiboote Baustellenfahrzeuge brauchen nicht mit einem Boot ausgerüstet zu sein, wenna) kein Fahrantrieb vorhanden ist oderb) auf der Baustelle ein anderes Beiboot zur Verfügung steht.Diese Erleichterung ist in das Schiffszeugnis einzutragen.KAPITEL 19 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR KANALPENICHEN (Ohne Inhalt) KAPITEL 20 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR SEESCHIFFE (Ohne Inhalt) KAPITEL 21 SONDERBESTIMMUNGEN FÜR SPORTFAHRZEUGE Artikel 21.01 Allgemeines Für Sportfahrzeuge gelten für Bau und Ausrüstung nur die Artikel 21.02 und 21.03.Artikel 21.02 Anwendung des Teils II Für Sportfahrzeuge gelten:1. Aus Kapitel 3:Artikel 3.01, 3.02 Absatz 1 Buchstabe a) und Absatz 2, Artikel 3.03 Absatz 1 Buchstabe a) und Absatz 6, Artikel 3.04 Absatz 1;2. Kapitel 5;3. Aus Kapitel 6:Artikel 6.01 Absatz 1, Artikel 6.08;4. Aus Kapitel 7:Artikel 7.01 Absätze 1 und 2, Artikel 7.02, Artikel 7.03 Absätze 1 und 2, Artikel 7.04 Absatz 1, Artikel 7.05 Absatz 2, Artikel 7.13 für Sportfahrzeuge, die zur Führung des Fahrzeuges durch eine Person in der Radarfahrt zugelassen sind;5. Aus Kapitel 8:Artikel 8.01 Absätze 1 und 2, Artikel 8.02 Absätze 1 und 2, Artikel 8.03 Absätze 1 und 3, Artikel 8.04, Artikel 8.05 Absätze 1 bis 9 und 11, Artikel 8.06 Absätze 1, 2, 5, 7 und 10, Artikel 8.07 Absatz 1, Artikel 8.08;6. Aus Kapitel 9:Artikel 9.01 Absatz 1 sinngemäß;7. Aus Kapitel 10:Artikel 10.01 Absätze 2, 3, 5 bis 14, Artikel 10.02 Absatz 1 Buchstaben a) bis c) und Absatz 2 Buchstaben a) bis g) und h), Artikel 10.03 Absatz 1 Buchstaben a), b) und d), wobei mindestens zwei Feuerlöscher an Bord vorhanden sein müssen; Artikel 10.03 Absätze 2 bis 5, Artikel 10.05;8. Kapitel 13;9. Kapitel 14.KAPITEL 22 STABILITÄT VON SCHIFFEN, DIE CONTAINER BEFÖRDERN Artikel 22.01 Allgemeines (1) Die Bestimmungen dieses Kapitels gelten für Schiffe, die Container befördern, wenn die Stabilitätsunterlagen nach den verkehrspolizeilichen Vorschriften erforderlich sind.Die Stabilitätsunterlagen sind von einer Untersuchungskommission zu prüfen oder prüfen zu lassen und mit einem entsprechenden Sichtvermerk zu versehen.(2) Die Stabilitätsunterlagen müssen eine für den Schiffsführer verständliche Aussage über die Stabilität des Schiffes bei dem jeweiligen Beladungsfall ermöglichen.Die Stabilitätsunterlagen müssen mindestens enthalten:a) Angaben über die zulässigen Stabilitätsmerkmale, die zulässigen >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>-Werte oder die zulässigen Ladungsschwerpunkthöhen;b) Angaben über die Räume, die mit Wasserballast gefuellt werden können;c) Formblätter zur Stabilitätskontrolle;d) eine Beispielrechnung oder Anwendungshinweise für den Schiffsführer.(3) Können auf einem Schiff wahlweise Container ungesichert oder gesichert befördert werden, sind für die Beförderung ungesicherter und für die Beförderung gesicherter Containerladungen jeweils besondere Berechnungsverfahren für den Nachweis der Stabilität erforderlich.(4) Eine Containerladung gilt nur dann als gesichert, wenn die einzelnen Container mittels Führungen oder Spannvorrichtungen fest mit dem Schiffskörper verbunden sind und sich ihre Lage während der Fahrt nicht verändern kann.Artikel 22.02 Randbedingungen und Berechnungsverfahren für den Stabilitätsnachweis bei Beförderung ungesicherter Container (1) Bei ungesicherten Containern hat jedes Berechnungsverfahren zur Bestimmung der Stabilität des Schiffes von folgenden Randbedingungen auszugehen:a) Die metazentrische Höhe >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> darf 1,00 m nicht unterschreiten.b) Unter gleichzeitiger Einwirkung der Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung, des Winddruckes und des Einflusses der freien Flüssigkeitsoberflächen darf die auftretende Neigung 5 ° nicht überschreiten und Seite Deck nicht zu Wasser kommen.c) Der krängende Hebel aus der Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung ist nach folgender Formel zu berechnen:hKZ = cKZ  7 >NUM>v2>DEN>LWL  7 (>ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> - >NUM>T'>DEN>2) [m].In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>d) Der krängende Hebel aus Winddruck ist nach folgender Formel zu berechnen:hKW = ckw  7 >NUM>A'>DEN>D'  7 (lW + >NUM>T'>DEN>2) [m].In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>e) Der krängende Hebel aus freien Oberflächen von Regen- und Restwasser im Laderaum oder im Doppelboden ist nach folgender Formel zu berechnen:hKfO = >NUM>cKfO>DEN>D'  7 Ó (b  7 l  7 (b - 0,55 &radic; b)) [m].In dieser Formel bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>f) Für jeden Beladungsfall ist mit halben Vorräten an Treibstoff und Frischwasser zu rechnen.(2) Die Stabilität eines mit ungesicherten Containern beladenen Binnenschiffes gilt als ausreichend, wenn das vorhandene KG gleich oder kleiner als KGzul nach den folgenden Formeln ist. Hierbei muß KGzul für verschiedene Verdrängungen über den gesamten Tiefgangsbereich berechnet werden.a) >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>zul = >NUM"ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> + >NUM>BWL>DEN>2F  7 (Z  7 >NUM>Tm>DEN>2 - hKW - hKfO)>DEN>>NUM>BWL>DEN>2F  7 Z + l[m]Für >NUM>BWL>DEN>2F darf kein kleinerer Wert als 11,5 eingesetzt werden (11,5 = >NUM>l/>DEN>tan5 °).b) >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>zul = >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> - 1,00 [m].Der kleinere Wert für >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>zul nach Formel a) oder b) ist maßgebend.In diesen Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(3) Näherungsformel für >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD>Ist kein Kurvenblatt vorhanden, kann für die Berechnung nach Absatz 2 und Artikel 22.03 Absatz 2 der Wert für KM aus folgenden Näherungsformeln ermittelt werden:a) für Schiffe mit Pontonform:>ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> = >NUM>B²WL>DEN>(12,5 - >NUM>Tm>DEN>H)  7 Tm + >NUM>Tm>DEN>2 [m];b) für andere Schiffe:>ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> = >NUM>B²WL>DEN>(12,7 - 1,2  7 >NUM>Tm>DEN>H)  7 Tm + >NUM>Tm>DEN>2 [m].Artikel 22.03 Randbedingungen und Berechnungsverfahren für den Stabilitätsnachweis bei der Beförderung gesicherter Container (1) Bei gesicherten Containern muß jedes Berechnungsverfahren zur Bestimmung der Stabilität des Schiffes von folgenden Randbedingungen ausgehen:a) Die metazentrische Höhe >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> darf 0,50 m nicht unterschreiten.b) Unter gleichzeitiger Einwirkung der Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung, des Winddruckes und des Einflusses der freien Flüssigkeitsoberflächen darf keine Öffnung des Schiffskörpers zu Wasser kommen.c) Die krängenden Hebel aus der Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung, aus dem Winddruck und aus freien Flüssigkeitsoberflächen sind nach den Formeln von Artikel 22.02 Absatz 1 Buchstaben c) bis e) zu berechnen.d) Für jeden Beladungsfall sind die halben Vorräte an Treibstoff und Frischwasser zugrundezulegen.(2) Die Stabilität eines mit gesicherten Containern beladenen Binnenschiffes gilt als ausreichend, wenn das vorhandene KG gleich oder kleiner als KGzul nach den folgenden Formeln ist. Hierbei muß KGzul für verschiedene Verdrängungen über den gesamten Tiefgangsbereich berechnet werden.a) KGzul = >NUM"ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> - >NUM>I - i>DEN>2&forall; (1 - 1,5 >NUM>F>DEN>F') + 0,75 >NUM>BWL>DEN>F' ( Z  7 >NUM>Tm>DEN>2 - hKW - hKfO )>DEN>0,75  7 >NUM>BWL>DEN>F'  7 Z + l [m].Für >NUM>BWL>DEN>F' darf kein kleinerer Wert als 6,6 undfür >NUM>I - i>DEN>2&forall;  7 (1 - 1,5 >NUM>F>DEN>F') kein kleinerer Wert als 0 eingesetzt werden.b) KGzul = >ANFANG EINES SCHAUBILD>>ENDE EINES SCHAUBILD> - 0,50 [m].Der kleinere Wert für KGzul nach den Formeln a) oder b) ist maßgebend.In den Formeln bedeuten:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(3) Näherungsformel für I:Ist kein Kurvenblatt vorhanden, kann für die Berechnung nach Absatz 2 der Wert für das Breitenträgheitsmoment I der Wasserlinie aus folgenden Näherungsformeln verwendet werden:a) für Schiffe mit Pontonform:I = >NUM>B2WL  7 &forall;>DEN>(12,5 - >NUM>Tm>DEN>H)  7 Tm [m4];b) für andere Schiffe:I = >NUM>B2WL  7 &forall;>DEN>(12,7 - 1,2  7 >NUM>Tm>DEN>H)  7 Tm [m].Artikel 22.04 Verfahren für die Stabilitätsbeurteilung an Bord Das Verfahren der Stabilitätsbeurteilung kann den Unterlagen nach Artikel 22.01 Absatz 2 entnommen werden.KAPITEL 22a SONDERBESTIMMUNGEN FÜR FAHRZEUGE, DEREN LÄNGE 110 M ÜBERSCHREITET Artikel 22a.01 Anwendung des Teils I Für Fahrzeuge mit L von mehr als 110 m, ausgenommen Seeschiffe, ist zusätzlich zu Artikel 2.03 Absatz 3 die Untersuchungskommission, die später das Schiffszeugnis ausstellen soll, vor Baubeginn durch den Eigner oder seinen Bevollmächtigten zu benachrichtigen. Diese Untersuchungskommission führt während der Bauphase Besichtigungen durch. Die Besichtigungen können entfallen, wenn vor Baubeginn eine Bescheinigung vorgelegt wird, in der eine anerkannte Klassifikationsgesellschaft versichert, daß sie die Bauaufsicht durchführt.Artikel 22a.02 Anwendung des Teils II Für Fahrzeuge mit L von mehr als 110 m gelten zusätzlich zu den Anforderungen des Teils II die Artikel 22a.03 bis 22a.05.Artikel 22a.03 Festigkeit, Schwimmfähigkeit und Stabilität (1) Bei Fahrgastschiffen muß zusätzlich zu Kapitel 15 genügende Festigkeit des Schiffskörpers im Sinne von Artikel 3.02 Absatz 1 Buchstabe a) durch eine Bescheinigung einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft nachgewiesen sein.(2) Bei allen übrigen Fahrzeugen mit L von mehr als 110 m gelten die Absätze 4 bis 7.(3) Genügende Festigkeit des Schiffskörpers im Sinne von Artikel 3.02 Absatz 1 Buchstabe a) und genügende Festigkeit der Verbände (Längs- und Querfestigkeit sowie örtliche Festigkeit) unter Berücksichtigung der besonderen Bauweise nach Absatz 5 müssen durch eine Bescheinigung einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft nachgewiesen sein.(4) Das Fahrzeug muß im Bereich der Laderäume als Doppelhüllenschiff mit Wallgängen und Doppelboden ausgeführt sein.a) Der Abstand zwischen der Seitenwand des Schiffes und der Seitenwand der Laderäume muß mindestens 0,60 m betragen.b) Die Doppelbodenhöhe muß mindestens 0,40 m betragen.(5) Die ausreichende Schwimmfähigkeit und Stabilität im Leckfall muß für den ungünstigsten Beladungszustand nachgewiesen werden. Dabei ist von folgenden Voraussetzungen auszugehen:a) Die Innenhülle der Laderäume sowie das Kollisionsschott und Schotte zwischen Laderäumen und Maschinenräumen sind als unbeschädigt anzusehen.b) Es sind folgende Werte für die Flutbarkeit einzusetzen:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>c) Bei dem rechnerischen Nachweis ist grundsätzlich von der Flutung jeweils nur einer Abteilung auszugehen. Im Bereich der Doppelhülle ist mindestens von der Flutung jeweils zweier in Längsrichtung benachbarter Zellen auszugehen. Dabei ist die Ausdehnung des Schadensbereiches in Längsrichtung mit 0,10 L anzunehmen.d) Wenn der Bereich der Maschinenräume nicht in Doppelhüllenbauweise nach Absatz 5 ausgeführt ist, muß das Fahrzeug auch bei Flutung eines Maschinenraumes schwimmfähig bleiben.Im Endzustand der Flutung nach Buchstaben c) oder d) darf ein Restsicherheitsabstand von 100 mm nicht unterschritten und eine Neigung des Fahrzeugs von 5° nicht überschritten werden.Der rechnerische Nachweis gilt als erbracht, wenn Berechnungen nach Rn 110 295 des ADNR mit positivem Ergebnis vorgelegt werden.(6) Bei Fahrzeugen, die Container befördern, ist darüber hinaus der Einfluß des Winddruckes und der freien Oberflächen zu berücksichtigen. Bei Fahrzeugen, die ungesicherte Container befördern, darf darüber hinaus in der Endschwimmlage Seite Deck nicht zu Wasser kommen.(7) Soweit zur Erfuellung der Voraussetzungen nach Absatz 6 notwendig, ist die Ebene der größten Einsenkung neu festzusetzen.Artikel 22a.04 Manövriereigenschaften Fahrzeuge mit L von mehr als 110 m müssen ausreichende Fahr- und Manövriereigenschaften nach Kapitel 5 auch im unbeladenen Zustand nachweisen.Artikel 22a.05 Zusätzliche Ausrüstung Fahrzeuge mit L von mehr als 110 m müssen:a) über eine vom Steuerhaus bedienbare Bugstrahlanlage mit einer Leistung von mindestens 250 kW verfügen, die auch bei unbeladenem Fahrzeug wirksam ist;b) - über einen Doppelschraubenantrieb mit zwei Maschinen oder- über einen Einschraubenantrieb und eine Bugstrahlanlage nach a), die zusätzlich mindestens in Längs- und Querrichtung wirksam ist und eine Leistung von mindestens 500 kW hat, verfügen;c) über ein festinstalliertes Lenzsystem nach Artikel 8.06 verfügen;d) über eine Navigationsradaranlage mit Wendeanzeiger nach Artikel 7.06 Absatz 1 verfügen.Artikel 22a.06 (Ohne Inhalt) Artikel 22a.07 Anwendung des Teils IV bei UmbautenBei Fahrzeugen, die auf eine Länge von mehr als 110 m umgebaut werden, darf die Untersuchungskommission Kapitel 24 nur aufgrund von besonderen Empfehlungen der Kommission nach Anhörung des gemäß Artikel 19 der Richtlinie eingesetzten Ausschusses anwenden.Aufgrund dieser Empfehlungen kann die Untersuchungskommission nach Artikel 2.19 Absatz 1 Abweichungen von Artikel 22a.03 zulassen.TEIL III KAPITEL 23 BESATZUNGEN Artikel 23.01 (Ohne Inhalt) Artikel 23.02 (Ohne Inhalt) Artikel 23.03 (Ohne Inhalt) Artikel 23.04 (Ohne Inhalt) Artikel 23.05 Betriebsformen Es werden folgende Betriebsformen unterschieden:>PLATZ FÜR EINE TABELLE>TEIL IV KAPITEL 24 ÜBERGANGS- UND SCHLUSSBESTIMMUNGEN Artikel 24.01 Gültigkeit der bisherigen Schiffszeugnisse Unbeschadet der Bestimmungen des Artikels 2.09 Absatz 2 bleiben die Schiffszeugnisse, die aufgrund der bis zum 30. Juni 1998 geltenden Vorschriften ausgestellt wurden, bis zu dem im Schiffszeugnis angegebenen Datum gültig.Artikel 24.02 Erneuerung der bisherigen Schiffszeugnisse (1) Die Schiffe, die am 1. Juli 1998 ein gültiges Schiffszeugnis haben, im Bau oder Umbau sind und den Bestimmungen der Richtlinie, geändert durch die Richtlinie 98/. . ./EG, nicht voll entsprechena) müssen innerhalb der Fristen und gemäß den nachstehend aufgeführten Übergangsbestimmungen an diese Bestimmungen angepaßt werden;b) müssen vor ihrer Anpassung an die Bestimmungen der Fassung der derzeit geltenden Richtlinie vor den Änderungen gemäß der Richtlinie 98/. . ./EG entsprechen.(2) In der nachstehenden Tabelle bedeuten:- "N.E.U." die Vorschrift gilt nicht für die Fahrzeuge, die schon in Betrieb sind, es sei denn, die betroffenen Teile werden ersetzt oder umgebaut, d.h. die Vorschrift gilt nur für Neubauten sowie bei Ersatz oder bei Umbau der betroffenen Teile oder Bereiche. Werden bestehende Teile durch Austauschteile in gleicher Technik und Machart ersetzt, bedeutet dies keinen Ersatz "E" im Sinne dieser Übergangsbestimmungen.- "Erneuerung des Schiffszeugnisses" bedeutet, daß die Vorschrift bei der nächsten Erneuerung der Gültigkeitsdauer des Schiffszeugnisses nach dem 1. Juli 1998 eingehalten werden muß. Läuft das Schiffszeugnis in der Zeit vom 1. Juli 1998 bis zum 30. Juni 1999 ab, braucht die Vorschrift erst nach dem 1. Juli 1999 eingehalten werden.>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die Werte gelten für einen Spantabstand von a &le; 500 mm. Bei größerem Spantabstand muß die Mindestdicke mit dem Faktor>NUM>Spantabstand [mm]>DEN>500multipliziert werden.Bei Zwischenwerten der Schiffslängen sind die Werte für die Mindestdicken linear zu interpolieren. Die Mindestdicke in Abhängigkeit des Tiefgangs ist nach Artikel 3.02 Absatz 1 Buchstabe b) Formel 2 zu überprüfen.(1) 1. Vor dem 1. Januar 1985 fest eingebaute CO2-Feuerlöschanlagen bleiben weiterhin zugelassen, wenn sie den zu diesem Zeitpunkt geltenden nationalen Bestimmungen entsprechen.2. Vor dem 1. Juli 1998 fest eingebaute Feuerlöschanlagen, die mit dem Löschmittel Halon 1301 (CBrF3) betrieben werden, bleiben weiterhin zugelassen.3. Artikel 10.03 Absatz 5 Buchstabe b) gilt nur, wenn diese Anlagen in Schiffe eingebaut werden, deren Kiel nach dem 1. Januar 1999 gelegt wurde.(2) Die Vorschrift gilt für Schiffe, die nach dem 1. Januar 1996 auf Kiel gelegt wurden und für in Betrieb befindliche Schiffe mit folgender Maßgabe:Bei einer Erneuerung des gesamten Laderaumbereichs sind die Vorschriften des Artikel 11.04 einzuhalten.Bei Umbauten, die sich über die gesamte Länge des Gangbordbereichs erstrecken und durch die die lichte Breite des Gangbords verändert wird,a) muß Artikel 11.04 eingehalten werden, wenn die vor dem Umbau vorhandene lichte Breite des Gangbords bis zu einer Höhe von 0,90 m oder die lichte Breite darüber verringert werden soll;b) darf die vor dem Umbau vorhandene lichte Breite des Gangbords bis zu einer Höhe von 0,90 m oder die lichte Breite darüber nicht unterschritten werden, wenn diese Maße kleiner sind als die nach Artikel 11.04.ANHANG III MUSTER DES SCHIFFSZEUGNISSES DER GEMEINSCHAFT FÜR BINNENSCHIFFE (Artikel 3 der Richtlinie) >ANFANG EINES SCHAUBILD>SCHIFFSZEUGNIS DER GEMEINSCHAFT FÜR BINNENSCHIFFE(Platz für das Hoheitszeichen des Staates)STAATSNAMEN / STAATSWAPPENSCHIFFSZEUGNIS Nr. . Ort, Datum.Untersuchungskommission..(Unterschrift)Bemerkungen:Das Fahrzeug darf aufgrund dieses Zeugnisses nur solange zur Schiffahrt verwendet werden, wie es sich in dem darin angegebenen Zustand befindet.Nach jeder wesentlichen Änderung oder Havarie darf das Fahrzeug erst wieder in Fahrt gesetzt werden, nachdem es aufgrund einer Sonderuntersuchung erneut dafür zugelassen worden ist.Jede Namensänderung, jeder Eigentumswechsel, jede neue Eichung des Fahrzeuges sowie jede Änderung der amtlichen Schiffsnummer, der Registrierung oder des Heimatorts hat der Eigner oder sein Bevollmächtigter einer Untersuchungskommission mitzuteilen. Er hat dabei das Schiffszeugnis zur Eintragung der Änderung vorzulegen.Siegel>ENDE EINES SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>ANHANG Va Die von den Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5 Absatz 1 dieser Richtlinie erlassenen ergänzenden technischen Vorschriften für Schiffe, die auf Wasserstraßen der Zonen 1 und/oder 2 verkehren, sind auf die nachstehend aufgeführten Bereiche beschränkt:Zone 2 - Mindestfreibord;- Sicherheitsabstand;- Wasserdichte und Stärke der Fenster-, Tür-, Bullaugen-, Lukenverschlüsse usw.;- Ankerausrüstung einschließlich der Länge der Ankerketten;- Signallampen- und -hörner;- Kompaß;- Funksende- und -empfangsgerät (VHF);- Rettungsfloß und sonstige Rettungsgeräte;- Verfügbarkeit von Seekarten.Zone 1 Zusätzlich zu den für Zone 2 geltenden Vorschriften können die zuständigen Behörden die Einhaltung folgender Auflagen verlangen:- erhöhter Freibord und Sicherheitsabstand;- falls angebracht, Vorlage eines von einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft ausgestellten besonderen Zeugnisses zum Nachweis darüber, daß das Schiff ausreichend stark und stabil ist, um dem vorherrschenden Wellengang standzuhalten.ANHANG Vb Die von den Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5 Absatz 3 dieser Richtlinie erlassenen eingeschränkten technischen Vorschriften für Schiffe, die ausschließlich auf Wasserstraßen der Zone 4 verkehren, sind auf die nachstehend aufgeführten Bereiche beschränkt:Zone 4 - Mindestfreibord;- Sicherheitsabstand;- Ankerausrüstung, einschließlich der Länge der Ankerketten;- Mindestgeschwindigkeit;- Rettungsgeräte und Rettungsfloß.Für Schiffe, die ausschließlich zur Güter- oder Fahrgastbeförderung in einem streng begrenzten Gebiet eingesetzt werden, sind vereinfachte Bauvorschriften zulässig.ANHANG VI MUSTER DES VORLÄUFIGEN SCHIFFSZEUGNISSES DER GEMEINSCHAFT FÜR BINNENSCHIFFE (Artikel 11 der Richtlinie) >VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>>VERWEIS AUF EIN SCHAUBILD>