CELEX: 51993PC0663
Language: de
Date: 1993-12-15
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EG) DES RATES zur Festlegung von Bewirtschaftungszielen und -strategien für bestimmte Fischereien oder Gruppen von Fischereien für den Zeitraum 1994 bis 1997

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                          K0M(93) 663 erutg,
                                          Brüssel, den 15. Dezember 1993
                           Vorschlag für eine
                       VERORDNUNG (EG) DES RATES
         zur Festlegung von Bewirtschaftungszielen und -Strategien
                      für bestimmte Fischereien oder
         Gruppen von Fischereien für den Zeitraum 1994 bis 1997
                    (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                                          BEGRÜNDUNG
Ziel dieses Vorschlags für eine Verordnung des Rates ist es, für bestimmte Fischereien oder
Gruppen von Fischereien für den Zeitraum 1993 bis 1997 Bewirtschaftungsziele und die zu ihrer
Erreichung geeigneten Strategien festzulegen. Diese Aufgabe fällt in den ausschließlichen
Zuständigkeitsbereich der Gemeinschaft und ergibt sich aus den Verpflichtungen nach Artikel 8
Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 des Rates vom 20. Dezember 19921.
Der Vorschlag greift die Empfehlungen von Wissenschaftlern auf, die diese in bezug auf die
Wiederauffullung bestimmter Bestände in sehr schlechtem Zustand, wie der Rundfischbestände,
wiederholt ausgesprochen haben.
Doch auch der Notwendigkeit einer schrittweisen Durchführung der Maßnahmen wurde
Rechnung getragen, um die Fischwirtschaft nicht übermäßig zu belasten, sondern eine allmähliche
Anpassung an die neue Situation zu gestatten.
Bei Beständen, deren Zustand weniger beunruhigend ist, muß sichergestellt werden, daß sich die
Lage nicht durch einen unkontrollierten Anstieg des Fischereiaufwands verschlechtert. Die
entsprechenden Strategien sind vorrangig darauf ausgerichtet, den Fischereiaufwand zu
stabilisieren. In bestimmten Fällen (Kaisergranatfang) sollte die gewählte Strategie nach und nach
zu einer direkten Kontrolle des Fischereiaufwands führen. Soweit möglich und angezeigt, ist auch
die schrittweise Einführung von Bewirtschaftungsmaßnahmen auf mehrjähriger Basis
berücksichtigt.
Besondere Beachtung wurde in allen Fällen dem Schutz von Jungfischen geschenkt. Dieser Schutz
sollte als eine Investition in die Zukunft angesehen werden, die sich mittelfristig auszahlen wird,
wenn die Fische zur Geschlechtsreife heranwachsen und als Eltern zur Auffüllung des
befischbaren Bestandes beitragen.
Ebenfalls vorgeschlagen werden begleitende Maßnahmen zur Überwachung der Entwicklung in
den nächsten vier Jahren. Dies ermöglicht eine Anpassung der Strategien, soweit erforderlich,
um die Erreichung der für diesen Zeitraum gesetzten Ziele zu garantieren.
   1
     ABI. Nr. L 389 vom 31.12.1992, S.l.
CTRATEGY/EXPOSE/dc/M
                                                  A
 ---pagebreak---                            VERORDNUNG (EG) Nr.                DES RATES
                                           vom   Dezember 1993
                    zur Festlegung von Bewirtschaftungszielen und -Strategien
                                     für bestimmte Fischereien oder
                    Gruppen von Fischereien für den Zeitraum 1994 bis 15)97
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 des Rates vom 20. Dezember 1992 zur
Einfuhrung einer gemeinschaftlichen Regelung für die Fischerei und die Aquakultur1,
insbesondere auf Artikel 8 Absatz 3,
auf Vorschlag der Kommission2,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments3
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses4,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Es ist erforderlich, die Grundsätze und bestimmte Verfahren des Fischereimanagements auf
Gemeinschaftsebene festzulegen, damit die Mitgliedstaaten die Tätigkeit der Flotten unter
ihrer Flagge oder Gerichtsbarkeit regeln können.
   1
          ABl. Nr. L 389 vom 31.12.1992, S.l.
     2
          ABl. Nr.
                                                    1 C*-
STRATEGY/TEXTE/de/M
 ---pagebreak--- Gemäß Artikel 4 der Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 obliegt es dem Rat, anhand der
verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten und insbesondere des Berichts
des    Wissenschaftlich-technischen    und   Wirtschaftlichen   Fischereiausschusses   die
Bewirtschaftungsmaßnahmen festzulegen, die zur Erreichung der in Artikel 1 derselben
Verordnung genannten Ziele erforderlich sind.
Gemäß Artikel 8 Absätze 2 und 3 der Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 legt der Rat, wenn
der Grad der Befischung für bestimmte Fischereien oder Fischereigruppen begrenzt werden
muß, auf Mehrjahresbasis Bewirtschaftungsziele nach Maßgabe der besonderen Merkmale der
betreffenden Bestände fest. Er legt ferner auf die Verwirklichung dieser Ziele abgestimmte
Bewirtschaftungsstrategien fest.
Bei Fischereien, die auf die Befischung von gemeinsam mit Drittländern bewirtschafteten
Beständen ausgerichtet sind, muß die Gemeinschaft die gegenüber diesen Ländern
eingegangenen Verpflichtungen berücksichtigen.
Die Gemeinschaft ist Unterzeichner des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen,
das Grundsätze und Regeln für die Erhaltung und Bewirtschaftung der lebenden
Meeresschätze enthält.
Der derzeitige Kenntnisstand läßt die Entwicklung weiterer Bewirtschaftungsmaßnahmen auf
Mehr-Arten-Basis nicht zu. Der Übergang zu einer Bewirtschaftung auf Mehrjahresbasis, die
der Fischwirtschaft die notwendige Flexibilität ermöglicht, kann in bestimmten Fällen in
Verbindung mit geeigneten Kontrollmaßnahmen eingeleitet werden.
In Übereinstimmung mit Artikel 39 Absatz 2 Buchstabe b des EWG-Vertrags wurde der
Notwendigkeit Rechnung zu tragen, die geeigneten Anpassungen stufenweise durchzuführen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
CTRATEGY/rEXTE/de/M
 ---pagebreak---                                            Artikel 1
Für bestimmte Fischereien oder Gruppen von Fischereien sind die Bewirtschaftungsziele und
die Bewirtschaftungsstrategien zur Erreichung dieser Ziele für den Zeitraum 1994 bis 1997
in den Anhängen I und II festgelegt.
Im Falle bestimmter gemeinsamer Bestände, deren Bewirtschaftung in Absprache mit
Drittländern erfolgt, bilden diese Bewirtschaftungsziele und -Strategien die Basis, von der die
Gemeinschaft in den betreffenden Konsultationen über gegenseitige Fangrechte ausgeht.
                                           Artikel 2
Die Kommission erstattet dem Rat vor dem 31. Oktober 1996 unter Berücksichtigung der bis
dahin verfügbaren wissenschaftlichen Gutachten Bericht über die Wirksamkeit der Strategien
im Hinblick auf die zu erreichenden Bewirtschaftungsziele.
Soweit angezeigt, enthält der Bericht Vorschläge an den Rat über erforderliche Anpassungen
der Strategien, um die Erreichung der Bewirtschaftungsziele bis zum 31. Dezember 1997
sicherzustellen.
Der Rat entscheidet über diese Vorschläge vor dem 31. Dezember 1996 in Übereinstimmung
mit Artikel 8 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 3760/92.
                                           Artikel 3
Diese Verordnung tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am            Dezember 1993
                                                            Im Namen des Rates
                                                                        Der Präsident
                                               3
STRATEGY/TEXTEAlc/M
 ---pagebreak---                                                         ANHANG I
               BEWIRTSCHAFTUNGSZIELE FÜR BESTIMMTE FISCHEREIEN
      ODER GRUPPEN VON FISCHEREIEN FÜR DEN ZEITRAUM 1994 bis 1997
 1.       GRUNDFISCHFANG IN_REÜLQN-2i_
1.1      Kabeljau und Schellfisch in der Nordsee6 und Köhler in der Nordsee sowie im
         Skagerrak und Kattegat:
Ziele: a)            Verringerung der derzeitigen fischereilichen Sterblichkeit um 30 % und
          b)         Erhaltung oder Wiederauffüllung der Biomasse des Laicherbestands auf
                     100.000 t (Kabeljau), 100.000 t (Schellfisch) und 100.000 t (Köhler).
1.2       Kabeljau im Skagerrak und Kattegat:
Ziele: a)            Verringerung der derzeitigen fischereilichen Sterblichkeit um 30 % und
          b)         Wiederauffüllung der Biomasse des Laicherbestands auf 20.000 t (Kabeljau im
                     Skagerrak) und 10.000 t (Kabeljau im Kattegat).
1.3      Kabetfau, Schellfisch, Köhler und Wittling westlich von Schottland (ICES-
         Unterabteilung VI):
Ziele: a)            Verringerung der derzeitigen fischereilichen Sterblichkeit um 30 % und
         Die in dieser Verordnung genannten ICES- und COPACE-Bereiche sind in den Mitteilungen der Kommission 85/C 347-/05 (ABl.
         Nr. C 347 vom 31.12.1985, S. 14) und 85/C 335/02 (ABl. Nr. C 335 vom 24.12.1985, S. 2) definiert.
         Im Sinne dieser Verordnung umfaßt die Nordsee die ICES-Unterabteilung IV und den Teil des ICES-Bereichs Œa, der nicht zum
         Skagerrak gemäß der nachstehenden Definition gehört.
         Im Sinne dieser Verordnung wird das Skagerrak im Westen durch eine Linie vom Leuchtturm von Hanstholm zum Leuchtturm
         von Lindesnes, im Süden durch eine Linie vom Leuchtturm vom Skagen zum Leuchtturm von Tistlama und von dort zum
         nächsten Punkt an der schwedischen Küste begrenzt.
         Im Sine dieser Verordnung wird das Kattegat im Norden durch eine Linie vom Leuchtturm von Skagen zum Leuchtturm von
         Tistlarna und von dort zum nächsten Punkt an der schwedischen Küste, im Süden durch eine Linie vom Kap Hasenore zum Kap
         Gniben, von Korshage nach Spodsberg und vom Kap Gilbjerg zum Kullen begrenzt.
CTRATEOY/TEXTEAie/M
 ---pagebreak---          b)       Erhaltung oder Wiederauffüllung der Biomassen des Laicherbestands auf
                  30.000 t (Kabeljau), 45.000 t (Schellfisch), 25.000 t (Köhler) und 25.000 t
                  (Wittling).
1.4      Kabeljau und Wittling in der Irischen See (ICES-Bereich Vila):
Ziele: a)         Verringerung der derzeitigen fischereilichen Sterblichkeit um 30 %;
         b)       Erhaltung oder Wiederauffüllung der Biomassen des Laicherbestands auf
                  8.000 t (Kabeljau) und 10.000 t (Wittling).
1.5      Kaisergranat (alle Bestände):
Ziele: a)         Verhinderung eines Anstiegs des Fischereiaufwands.
1.6      Seezunge und Scholle in der Nordsee (ICES-Unterabteilung IV):
Ziele: a)         Erreichen bzw. Stabilisieren der fischereilichen Sterblichkeit auf einen Wert
                  unter dem 1,25fachen von F max und
         b)       Erhaltung oder Wiederauffüllung der Biomassen des Laicherbestands über
                  35.000 t (Seezunge) und 350.000 t (Scholle).
1.7      Alle anderen Grundfischbestände, für die analytische Bestandsabschätzungen (der
         Art "Ertrag pro Fisch") durchgeführt werden können:
Ziele: a)         Fischereiliche Sterblichkeitsziffern unter dem 1,25fachen Wert von F max
1.8      Alle übrigen Grundfischbestände:
Ziel: a)          Verhinderung eines Anstiegs des Fischereiaufwands.
STRATEGY/TEXTEAWM
 ---pagebreak--- 2.        PELAGISCHER FISCHFANG IN REGION 2
2.1       Sprott im Skagerrak und Kattegat:
Ziel: a)             Stabilisierung einer gezielten Fischerei auf Sprotten mit einem Beifanganteil
                     an geschützten Arten unter 10 %.
2.2       Westlicher Makrelenbestand (gemäß der Definition des ACFM (Beratender
          Ausschuß für Fischereimanagement des ICES); hierzu zählen auch Makrelen aus
          den ICES-Bereichen Villa, b):
Ziel: a)             Erhaltung einer Biomasse des Laicherbestands von über 1.800.000 t.
2.3       Nordsee-Hering:
Ziele: a)            Erhaltung einer Biomasse des Laicherbestands von über 800.000 t und
          b)         eine fischereiliche Sterblichkeit von weniger als 0,4.
2.4       Andere Heringsbestände:
Ziele: a)            Erhaltung oder Verringerung der fischereilichen Sterblichkeit auf Werte unter
                     0,4.
2.5       Industriefischerei in der Nordsee (Unterabteilung IV) sowie im Skagerrak und
          Kattegatt (ICES-Bereich IUa)
Ziele: a)            Verhinderung eines Anstiegs des Fischereiaufwands.
3.        QRUNPFISÇHFANQ IN REGION 3
3.1       Seehecht
Ziel: a)             Erhaltung oder Verringerung der fischereilichen Sterblichkeit auf Werte unter
                     dem 1,25fachen von F max.
                                                     6
STTRATEOY/TEXTE/de/M
 ---pagebreak---           b)       Auffüllung und Stabilisierung der Biomasse des Laicherbestands auf einen
                   Wert oberhalb des ermittelten Durchschnitts für den Zeitraum 1978-1988.
3.2       Alle anderen Grundfischbestände, für die analytische Bestandsabschätzungen (der
          Art "Ertrag pro Fisch11) durchgeführt werden können:
Ziele: a)          Senkung oder Stabilisierung der fischereilichen Sterblichkeit auf Werte
                   unterhalb des 1,25fachen von F max.
4.        PELAGISCHER FISCHFANG IN REGION 3
4.1       Sardellen in der ICES-Unterabteilung Vffl
Ziel: a)           Erhaltung einer Biomasse des Laicherbestands von über 15.000 t
5.        MITTELMWHHSCHBREI
5.1       Sardellen
Ziel: a)           Verhinderung eines Anstiegs des Fischereiaufwands.
6.        TÏEFSEEARTEN IN ALLEN REGIONEN
6.1       Schwarzer Heilbutt, Orange Roughy (Kaiserbarsch), Grenadierfische, Haie,
          Rotbarsch, Degenfische und Tiefsee-Krebstiere
Ziel: a)           Verhinderung eines Anstiegs des Fischereiaufwands.
STRATEGY/TEXTEMa/M
 ---pagebreak---                                           ANHANG II
  STRATEGIEN ZUR ERREICHUNG DER BEWIRTSCHAFTUNGSZIELE FÜR DEN
                                    ZEITRAUM 1994-1997
I.       Rundfischbestände (einschließlich Seehecht)
LI       Festsetzung jährlicher TAC, die einer schrittweisen Senkung der fischereilichen
         Sterblichkeit bis auf den vorgegebenen Prozentsatz zum Ende des Zeitraums
         entsprechen, im Bedarfsfall allerdings eine Auffüllung der Biomasse des
         Laicherbestands ermöglichen. Im Falle umfangreicher Rekrutierungen genügt es, zur
         Senkung der fischereilichen Sterblichkeit die TAC des Vorjahres beizubehalten.
1.2       Anpassung, wiederum schrittweise, des Fischereiaufwands derjenigen Fangflotten, die
         den Bestand gezielt befischen (Zielart). Eine Reduzierung des Fischereiaufwands sollte
         durch eine kombinierte Einschränkung von Fangkapazitäten und Fangtätigkeit erreicht
         werden, vorzugsweise allerdings durch Kapazitätsabbau. Ein Anstieg der
         Fangkapazitäten ist in jedem Fall zu verhindern.
1.3       Zuteilung möglichst gezielter Quoten, vorzugsweise auf der Ebene einzelner Schiffe.
          Erteilung von Fanggenehmigungen nach Maßgabe der verfügbaren Quote.
1.4       Verhinderung von Jungfischfangen durch Anhebung der Maschenöffnungen sowie
          Schongebiete und -Zeiten. Bei der Zuteilung von Fangmöglichkeiten Bevorzugung
          derjenigen   Fangflotten,   die selektive Fanggeräte verwenden.          Entwicklung
          marktpolitischer Strategien, die den Absatz von Jungfischen erschweren.
H.        Plattfischbestände, Makrelen und Heringe
II. 1     Festsetzung jährlicher TAC, die der derzeitigen fischereilichen Sterblichkeit
          entsprechen. Führt dies zu einer Anhebung der TAC, so ist eine konstante TAC zu
          wählen, wenn die fischereiliche Sterblichkeit gesenkt werden muß. Jährliche
          Schwankungen der TAC sollten soweit wie möglich durch Kontrollmaßnahmen
         gemildert werden, die flexible Regelungen von einem Jahr zum anderen ermöglichen.
                                                 8
STRATEGY/TEXTE/de/M
 ---pagebreak--- II.2     Zuteilung so gezielter Quoten wie möglich, vorzugsweise auf der Ebene einzelner
         Schiffe. Überwachung der Fangtätigkeit. Ein Kapazitätsanstieg ist zu verhindern.
IL3      Unterbindung des Fischfangs in Gebieten und/oder zu Zeiten, in denen Laicher oder
        Jungfische konzentriert auftreten und gefährdeter sind.
II.4    Für Makrele Festsetzung einer konstanten TAC in derzeitiger Höhe.
DI.      Kaisergranatfang
III. 1 Für jeden Bestand Festsetzung einer konstanten TAC in derzeitiger Höhe. Einführung
         von Kontrollregelungen, die Quotenübertragungen (maximal 10 %) von einem Jahr
         zum anderen gestatten.
in.2     Zuteilung so gezielter Quoten wie möglich. Sorgfaltige Überwachung des Umfangs
         der Flottentätigkeit durch Beobachtung der einzelnen Fischereifahrzeuge.
III.3 Förderung selektiver Fangtechniken, insbesondere die Verwendung von Siebnetzen,
         aus denen kleine Fische entkommen können.
IV.      Entwicklung und Stabilisierung einer Sprottenfischerei im Skagerrak und
         Kattegat
IV. 1 Allmähliche Abschaffung (in jährlichen Schritten von 10.000 t) der TAC für gemischte
         Clupeiden. Entsprechende Erteilung von Fanggenehmigungen für diese besondere
         Fischerei.
IV.2 Überwachung der Sprottenpopulationen und deren getrennt von anderen Arten
         vorkommenden Konzentrationen.
IV.3 Festsetzung einer TAC für Sprotte nur dann, wenn eine gezielte Fischerei möglich ist
         (50 % Sprotte, weniger als 10 % geschützte Arten). Die gewählte TAC sollte ein
         Anwachsen      des    Bestandes  ermöglichen.     Entsprechende    Erteilung   von
         Fanggenehmigungen.
                                              9
CTRATEGY/TEXTE/de/M
 ---pagebreak--- V.       Industriefischerei
V. 1     Entwicklung     oder   Verbesserung   der   Probenahmen    zur  Bestimmung     der
         Zusammensetzung der industriellen Beifange nach Arten, auch wenn diese an Bord
         nicht sortiert werden.
V.2      Festsetzung      der    zulässigen   Menge      an   geschützten     Arten,    die
         Industriefischereifahrzeuge fangen dürfen, in Höhe von weniger als 10 % der ihnen
         zugewiesenen Quote für Industriefischarten.
V.3      Einfuhrung einer Regelung, wonach Beifange an geschützten Arten mit festgesetzter
         TAC grundsätzlich gemeldet und von den verfügbaren Quoten abgezogen werden
         müssen. Auch hier sollte das unter V. 1 genannte Probeverfahren eingesetzt werden.
         Sobald die Quoten für Beifangarten ausgeschöpft sind, werden die Beifange unter
         Anwendung geeigneter Äquivalenz- und Strafkoeffizienten von der Quote für die
         Zielart abgezogen.
                                              10
STRATEGY/TEXTE/de/M
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                         KOM(93) 663 en dg.
                                                    DOKUMENTE
DE                                                                             03
                                 Katalognummer : OB-CO-93-724-DE-C
                                                          ISBN 92-77-62876-6
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                         M