CELEX: 51962PC0109
Language: de
Date: 1962-06-06
Title: FESTSETZUNG DER FUTTERGETREIDEMENGE, DIE ZUR ERZEUGUNG EINES KÜKENS VON HAUSGEFLÜGEL ERFORDERLICH IST (nach Artikel 10 der Verordnung Nr. 22 über die schrittweise Errichtung einer gemeinsamen Marktorganisation für Geflügelfleisch) (Vorschlag der Kommission an den Rat)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (62) 109
Vol. 1962/0030
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
                         KOMMISSION
                                                 VI/K0M(62)109 . endg .
                                                 Brüssel , den 6 . Juni 1962
                                                 Vertraulich
                         FESTSETZUNG
            DER FUTTERGETREIDEMENGE ,. DIE ZUR ERZEUGUNG
            EINES KÜKENS VON HAUSGEFLÜGEL ERFORDERLICH
                                IST
             (nach Artikel 10 der Verordnung Nr . 22
              über die schrittweise Errichtung einer
              gemeinsamen Markt Organisation für Ge­
              flügelfleisch )
              (Vorschlag der Kommission an den Rat )
    VI/K0M(62)109 endg .
 ---pagebreak---                       BEGRÜNDUNG
Während der -irörterungen , die zum Beschluß dor Verordnung Nr . 22
über die Errichtung einer gemeinsamen Marktorganisation für Geflügel­
fleisch durch den Rat führten , ist die Kommission gebeten worden , für
Küken der verschiedenen Geflügelarten besondere , von Artikel 3 der Ver­
ordnung abweichende Bestimmungen vorzusehen .
Nach Artikel 10 der Verordnung Nr . 22 über die Errichtung einer gemein- ^
samen Marktorgani sation für Geflügelfleisch kann der Rat auf Vorschlag
der Kommission für Küken alle von der Verordnung Nr . 22 abweichenden
Maßnahmen treffen , um den besonderen Verhaltnissen Rechnung zu tragen ,
die bei diesen Erzeugnissen bestehen .
Bei dor Festsetzung abweichender Maßnahmen sollte jedoch , soweit dies
sachlich vertretbar erscheint , versucht werden , soweit wie möglich an
dem durch die Verordnung festgelegten Abschöpfungssystem festzuhalten .
Hs wird daher vorgeschlagen , in Abweichung von Artikel 3 einen Ver-
edelungskoeffizientcn für Küken festzusetzen und im übrigen die Abschöpfung
für Küken nach Artikel 3 bzw . 4 der genannten Verordnung zu berechnen ..
Für die Berechnung der Abschöpfung für Küken wurde also dieselbe Futter-'
Zusammensetzung und derselbe feste Teilbetrag wie bei der Berechnung der
Abschöpfung für Geflügel , -zur Anwendung gelangen .
Bei der Festsetzung dos Veredelungskoeffizienten für Küken ist folgendes
zu berücksichtigen :
    - der Begriff "Küken " muß so definiert werden , daß bei der Einführ
      die dio Abschöpfung erhebenden Stollen ohne Schwierigkeiten die
      zu erhebende Abschöpfung berechnen können ,          '
    - die Festsetzung des Veredelungskoeffizienten muß möglichst so er­
      folgen , daß der Handel mit Bruteiern nicht beeinträchtigt wird.
Küken werden in der Regel nach Stück , nicht nach Gewicht gehandelt . 3ine
Definition des Kükens , die auf das Alter des Tieres abstellt , würde die
die Abschöpfung erhebenden Stellen vor die Schwierigkeit stellen , das     ,
Alter der Tiere zu ermitteln . J3s ist daher für die Anwendung des Ab-
schöpfungssystems zweckmässig , bei der Bestimmung des Begriffs "Küken "
nicht auf das Alter , sondern auf das Gewicht abzustellen ? das Gewicht
kann von den die Abschöpfung erhebenden Stellen ohne weiteres nachge-
prüft werden .                                                               -
 ---pagebreak--- Zur Lirzeugung eines Kükens der Legerassen werden etwa 3 Bruteier , eines
Kükens der Mastrass-'n jedoch, nur etwa 1,5 Bruteior benötigt , weil zur
Mast männliche und weibliche 'Tiere verwendet werden können . Der Verede-
lungskoeffizient für Küken der iiast- und Legerassen ist daher vorschieden .
Die Unterscheidung von Küken der Mast- und Legerassen ist jedoch für
einen Laien unmöglich ; nur spezioll ausgebildete Fachleute mit grosser
Erfahrung können , das Geschlecht der Tiere mit Sicherheit bestimmen . Aus
diesem Grund ist es notwendig , für Küken der Mast- und Legerassen einen
einheitlichen Veredelungskoeffizionten festzusetzen , da die mit der Er­
hebung der .Abschöpfung befassten Stellen die Richtigkeit der Deklarationen
nicht oder nur mit grossen Schwierigkeiten feststellen können .
Es wird daher vorgeschlagen , für die Pestsetzung des Veredelungskoeffizien-
ten für Küken davon auszugehen , dass zur Erzeugung von einem Eintagsküken
1,5 Bruteier benötigt werden .
Die zur Erzeugung eines Bruteies notwendige Futtergetreidemange ist in
derselben Höhe angesetzt worden , wie solche bereits für Konsumeier festge­
setzt worden ist . Wie bereits hervorgehoben , ist die für Eruteier ange­
setzte Futtergetr ei domenge nur annähernd zutreffend , rfonn aber der Be­
rechnung des Veredelungskoeffizienten die tatsächlich für die Erzeugung der
Bruteier benötigte Futtergetreidemenge zugrunde gelegt worden würde , was
technisch möglich wäre , so würde dies zu einem anderen Voredelungskoeffizien-
ten für Küken fahren . Die Konsequenz wäre , dass der Handel mit Küken wegen
der im Verhältnis höheren Abschöpfung eingeschränkt würde und sich dafür
der Handel mit Bruteiern ausdehnen würde . Um also Verkehrsvorlagerungen zu
vermeiden , wird auch bei der Berechnung dos Veredelungskoeffizionten für
Küken von dem für Brut- und Konsumeier einheitlich festgesetzten Verede-
lungskoeffizienten ausgegangen werden müssen .
Endlich stellt sich die Frage , bis zu welchem Gewicht Küken als "Küken "
im Sinne der Verordnung bezeichnet werden sollen . Küken erreichen beim
Schlupf etwa 2/3 des Eigewichts . Zur Erzeugung eines ( 57>5 x 2)ä 3 =
38,3 gr schweren Huhnerkükens werden in Belgien beispielsweise 33öüil7,4 x
1,5 = 291,4 gr Futtergetreide benötigt .
würde der Veredelungskocffiziont für das Huhnerkuken nach dem Veredelungs-
koeffizienten für Jungmas thühner berechnet , so würden für die Erzeugung
des Kükens in Belgien nur 38,3 x 1,96 = 75»1      Futtergetreide benötigt .
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Das Gewicht dos "Kükens " im Sinne der Verordnung muss also so festgesetzt
werden , dass der Veredelungskoeffizient für "Küken " mit dem Veredelungs-
koeffizient für die geschlachteten Tiere vergleichbar wird . Dies wird da­
durch erreicht , dass als "Küken"' im Sinne der Verordnung dio Tiere be­
zeichnet werden , die das vierfache ihres Gewichts beim Schlupf erreicht
haben . Auf das oben angeführte Beispiel angewendet bedeutet das , dass sich
die Abschöpfiang für ein Tier mit einem Gewicht bis 38,3 x 4 = 153,2 gr
Gewicht nach dem Vcrodclungskoeffizienten für "Küken " richtet , also
291»4 gr Puttergctroidc als für die Urzeugung erforderlich angesehen
werden , während sich die Abschöpfung eines Tieres über 153>3 gr Gewioht
nach dem Vercdelungskoeffizienton für Jungmasthühner richten würde und
sich also eine zur Urzeugung notwendige Futtorgotroidemcngo von 153,3 x
1>96 = 300,5 gr ergaben würde .
Eine Schwierigkeit bei der Berechnung des Vercdelungskoeffizienton für
"Küken" ergibt sich noch aus der Tatsache , dass die Vor edelungsko effizienten
für Eier in der Schale für die Mitgliedstaaten verschieden sind , während
der Veredelungskoeffizient für "Küken " nach Artikel 3 der Verordnung Nr . 22
über die schrittweise TJrrichtung einer gemeinsamen Marktordnung für Ge­
flügelfleisch einheitlich sein soll . Indessen sind diese Schwierigkeiten
wenn überhaupt dann nur für die Dauer der ersten beiden Jahre nach dem
1 . Juli 1962 zu befürchten , da nach diesen Zeitpunkt auch der Veredelungs-
koeffizient für VDier in der Schale für die Gemeinschaft einheitlich sein
wird . Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte dann auch die Festsetzung des
Veredelungskoeffizienten für "Küken " überprüft werden . Bis zu diesem Zeit­
punkt sollte der für Belgien für Hühnereier in der Schale festgesetzte
Veredelungskoeffizient als Basis für die Berechnung des Vercdelungskoeffi-
zienton für "Küken " benützt worden .
Danach betragen dio Veredolungskoeffizienten für
1 . Hûhncrkukon
    Bis zu einem Gewicht von 153>2 gr 291,4 gr Futtergetroido
2 . Sntenkiikcn
    Bis zu einem Gewicht von 17 2,0 gr 327,0 gr Futtergetroido
3 . Putonkuken
    Bis zu einem Gewicht von 240,0 gr 45° »3 gr Futtergetroido
                                                             • • •/ • • •
 ---pagebreak--- Gdsscl
Bis zu oinom Gewicht von 480,0 gr 9H>85 gr Futtcrgotreide
Perlhühnorküken
Bis zu einen Gewicht von 133 >2 gr 253 9 5 gr Futtergetreide .
 ---pagebreak---                              S n t w u r f
                            Verordnung Hr .      ...
              über die- Festsetzung der für die Erzeugung
              eines Kükens von Hausgeflügel erforderliche
                            Put t ergo tr ei demenge
DÜR RAT DUR IDURGPAUISCHiU    IRT 3CiLi.PT oG "iMÜ INJ C HAFT -
gestutzt auf den Vertrag zur Gründung der europäischen Wirtschaftsge­
meinschaft ,
gestützt auf die Verordnung Kr . 22 über die schrittweise Errichtung einer
gemeinsamen iiarktorgani sation für Geflügelfleisch , insbesondere auf Ar­
tikel 10 ,
auf Vorschlag der Kommission und
in Erwägung nachstehender Grunde s
Die in Artikel 3 Absatz ( 4 ) Buchstabe a der Verordnung dos Rates Nr . 22
far die Urzeugung von einem Kilogramm geschlachtetem Geflügel erforderliche
Futtergotreidomonge kann für die Berechnung der ^bsciiöpfungsbe träge für
Küken nicht herangezogen werden , weil die in Artikel 3 Absatz ( 5 ) der Ver­
ordnung des Rates Nr . 22 genannten Kriterien wogen der besonderen Verhält­
nisse bei Küken für eine solche Berechnung ungeeignet sind .
Iiis ist daher notwendig , die für die Urzeugung eines Kükens erforderliche
Futtergetreidemenge nach Artikel 10 der Verordnung des Rates Nr . 22 fest­
zusetzen .
Da die Feststellung des Alters der Küken bei der Einfuhr zu Schwierig­
keiten führen würde , ist es notwendig , die Abgrenzung zwischen Küken und
Jungmastgeflügel nach dem Gewicht des Tieres zu bestimmen ; dieses Gewicht
muß so festgelegt werden , daß der Veredelungskoeffizi ont für Küken mit
dem Veredelungskoeffizient für geschlachtetes Geflügel vergleichbar wird.
Da das Geschlecht der Küken bei der Einfuhr ebenfalls nur schwierig
ermittelt werden kann , empfiehlt es sich , für Küken der Mast- und Lege-
rassen einen einheitlichen Veredelungskoeffizienten festzusetzen ; dabei
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ist davon auszugehen , dass zur Urzeugung von zwei Küken drei Brutexor
benötigt werden .
Uia Vorkehr svorlagorungcn beim Handel mit Küken zugunsten des Handels
mit Brutoicrn zu vermeiden , ist es erforderlich., bei der Berechnung
dar Vcredolungskooffizienton für Küken von dem für Eruteier festge­
stellten Vorodelungskoeffizicnton auszugehen .
Bis zu dorn Zeitpunkt , von dem an der Verodelungskoeff iziont für 'JJier
in der Schale für alle Mitgliodstaaton der gleiche sein muss , empfiehlt
es sich , den Verodelungskoeffizicnton für Küken nach Maßgabe dos für
Belgien für ~ier in der Schale festgelegten Verodelungskoeffizionten
zu verrechnen -
HAT FOLG . HD  VURORDNTJMG JRLASS2N  :
Artikel 1
Die für die Erzeugung eines Kükens erforderliche Futtergetrcidemenge wird
für alle Mitgliedstaaten einheitlich in folgender Höhe festgesetzt »
1 . 291,4 gr Futtergetreide für Hühnerküken bis zu einem Gewicht von
    153,2 gr .
2 . 327,0 gr Futtergetreide für Lntcnküken bis zu einem Gewicht von 172,0 gr .
3 « 456,3 gr Futtergetreide für Putenküken bis zu einem Gewicht von 240,0 gr .
4 « 911,85 gr Futtergetreide für Gossel bis zu einem Gewicht von 400,0 gr .
5 « 253,5 gr Futtergetreide für ^'erlhühnerküken bis zu einem Gewicht von
    133,2 gr .
Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt
der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittel­
bar in jedem Mitgliodstaat .
                                       Geschehen zu Brüssel am
                                             Im Namen des fiates
                                                Der Präsident
                                                             • • •j• • •