CELEX: 51998PC0268
Language: de
Date: 1998-06-11
Title: Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung durch elektromagnetische Felder 0 Hz - 300 GHz

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                        Brüssel, den 11.06.1998
                                       KOM(1998)268endg.
                                       98/0166 (CNS)
                      Vorschlag für eine
                 EMPFEHLUNG DES RATES
zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung durch
             elektromagnetische Felder
                   0 Hz - 300 GHz
                (von der Kommission vorgelegt)
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                                    BEGRÜNDUNG
Einleitung
Mit der Entwicklung der modernen Telekommunikation, der massiven Verbreitung
elektrischer    und      elektronischer  Geräte     und    der    Zunahme       elektrischer
Hochspannungsleitungen ist die Problematik der Auswirkungen elektromagnetischer
Felder in den letzten Jahren zunehmend aktuell geworden, und es wird ständig nach
Maßnahmen und Leitlinien in diesem Bereich verlangt.
Strahlungen     elektromagnetischer     Felder treten     nahezu     überall     auf.    Für
Gesundheitsschutzzwecke         wird    üblicherweise   zwischen      ionisierender      und
nichtionisierender Strahlung unterschieden. Bestimmungen der Gemeinschaft zur
ionisierenden Strahlung sind gemäß Euratom-Vertrag festgelegt worden.
Zur nichtionisierenden elektromagnetischen Strahlung gehören die ultraviolette Strahlung,
die sichtbare Strahlung, die Infrarotstrahlung (die zusammen die optische Strahlung
bilden) sowie statische und zeitvariable elektromagnetische Felder (EMF). Die
Wechselwirkung dieser verschiedenen Strahlungen und Felder mit dem Menschen ist sehr
unterschiedlich und mögliche Gefährdungen sind sorgfältig zu prüfen.
Die optische Strahlung ist für den Menschen mit nicht unerheblichen Gesundheitsgefahren
verbunden.     So     ist wissenschaftlich     überzeugend     nachgewiesen,      daß die
Sonneneinstrahlung ein wesentlicher Risikofaktor beim Hautkrebs ist und auch an der
Entstehung des grauen Stars beteiligt sein kann. Je nach den Umständen können auch
andere Expositionen durch ultraviolette Strahlung, etwa durch Sonnenbänke und nicht
abgeschirmte Beleuchtungsquellcn, zu einer Gefährdung des Menschen beitragen, wenn
auch im allgemeinen sehr viel weniger als durch Sonneneinstrahlung.
Bei der Exposition der Bevölkerung gegenüber sichtbarer Strahlung (Licht) hat
Laserstrahlung, wie sie etwa fur Display- und Unterhaltungszwecke benutzt wird, das
größte Potential für Augenverletzungen.
Leitlinien zur Begrenzung der Belastung durch optische Strahlung und Empfehlungen zum
Gesundheitsschutz wurden von verschiedenen internationalen Gremien veröffentlicht und
werden z.Zt. auf Gemeinschaftsebene geprüft.
Bei elektromagnetischen Feldern sind Bedenken hinsichtlich möglicher gesundheitlicher
Auswirkungen künstlich erzeugter Felder laut geworden. Während die akuten Wirkungen
einer Exposition durch EMF im allgemeinen gut dokumentiert sind, ist die Diskussion
über langfristige gesundheitliche Wirkungen - vor allem Krebs - noch nicht
abgeschlossen. In den meisten Mitgliedsländern werden die Behörden ständig zu solchen
Auswirkungen befragt. Es gibt jedoch keinen überzeugenden wissenschaftlichen Nachweis
dafür, daß EMF Krebs verursachen und die Bedenken der Öffentlichkeit lassen sich nur
durch die Ergebnisse gezielter Forschung klären. Es gibt jedoch gesundheitliche
Auswirkungen der EMF, die gut dokumentiert sind, und hierzu verschiedene nationale
Verordnungen und internationale Leitlinien zur Begrenzung bzw. Einschränkung der
entsprechenden Belastung.
Mit den Verordnungen und Leitlinien in diesem Bereich sollen Gesundheitsschutzsysteme
anhand wissenschaftlich entwickelter Grundsätze und Kriterien errichtet werden; sie
umfassen Grundbeschränkungen zur Expositionsbegrenzung und Referenzwerte für
 ---pagebreak--- entsprechende Maßnahmen, wenn die Grundbeschränkungen nicht überschritten werden
sollen.
Ausgangspunkt für die Grundbeschränkungen und Referenzwerte sind Informationen und
wissenschaftliche Daten über die Quellen und Arten der EMF und die mit einer Exposition
möglicherweise verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen. Diese werden nachstehend
behandelt
Quellen und Arten elektromagnetischer Felder
Der Mensch ist bei seiner Arbeit und in seinem Lebensumfeld verschiedenen EMF aus
vielen technisch bedingten Quellen ausgesetzt.
Quellen statischer elektrischer und magnetischer Felder
Zusätzlich zu den statischen elektrischen und magnetischen Feldern aus der Umwelt
können neue Technologien wie Bildsichtgeräte sowie einige öffentliche Transportsysteme,
etwa in U-Bahn- und Straßenbahnzügen mit Gleichstromversorgung ebenfalls eine
Belastung durch statische und langsam zeitvariable Felder mit sich bringen.
Starkstromleitungen und elektrische Geräte
Die wichtigsten künstlichen Quellen niedrigstfrequenter Felder (ELF) sind
Hochspannungsleitungen und Geräte mit stromführender Verdrahtung. Innerhalb von
Gebäuden in der Nähe von Hochspannungsleitungen sind die elektrischen Felder je nach
Gebäudestruktur und Baustoff um das Zehn- bis Hundertfache niedriger als außerhalb.
Gängige Baustoffe schwächen Magnetfelder nicht wesentlich ab. Alle haus- und
arbeitsplatzüblichen elektrischen Geräte sind potentielle Quellen netzfrequenter
(50/60 Hz) elektrischer und magnetischer Felder. Die Magnetfelder schwanken von
einigen Zehnteln pT bis zu einigen mT in Gerätenähe und nehmen mit zunehmender
Entfernung rasch ab.
Gleisanlagen
Die meisten europäischen Eisenbahnsysteme sind elektrifiziert und arbeiten mit Gleich-
bzw. Wechselstrom bei Frequenzen von 16 2/3 Hz bzw. 50 Hz. So beträgt etwa die
elektrische Feldstärke in einem wechselstrombetriebenen Zug nur einige V/m, wogegen
die Feldstärken auf der Plattform sehr viel höher sein können. Die entsprechenden
Magnetfelder auf der Plattform und im Wageninnern betragen in der
Beschleunigungsphase mehrere zehn pT und sind stark zeitvariabel.
Sendeanlagen
Sendeanlagen benutzen Frequenzbänder von etwa 145 kHz bis 110 MHz für LF, MF, HF
und VHF (Rundfunk) und von 147 bis 854 MHz für UHF (Fernsehen). Die Messungen an
einer MF-Station mit zwei 50-kW- und zwei 75-kW-Sendern ergaben, daß die
elektrischen Felder im Abstand von 30 m von einem 75-kW-Sendemast etwa 275 V/m
betragen. Der öffentliche Zugang zum Nahbereich von Sendeantennen ist im allgemeinen
eingeschränkt.
Mobilfunk
 ---pagebreak---  Mobile Telekommunikationssysteme lassen sich je nach dem benutzten Funknetz in
 mehrere Kategorien unterteilen. Bei zellularen Mobilfunksystemen werden
 Handfunktelefone oder Fahrzeugfunksprechgeräte mit festen Basisstationen eingesetzt.
Analoge Zellularsysteme benutzen die Frequenzbänder 150, 200, 450 oder 900 MHz. Das
europäische Digitalsystem auf der Grundlage der vereinheitlichten europäischen GSM-
Norm wird vorwiegend auf 900 MHz betrieben und ist seit 1992 im Einsatz Das neue
DCS-1800-System wird auf 1800 MHz mit weitgehend GSM entsprechenden Kenndaten
betrieben, künftige Systeme bei sogar noch höheren Frequenzen.
Die Belastung durch Felder von Handfunktelefonen beschränkt sich normalerweise auf
kleinere Körperbezirke (Kopf und Hand).
Mobilfiiiik-Basisstationen
Basisstationen sind normalerweise auf freistehenden Masten oder auf Gebäudedächern
montiert. Der Zugang zum Antennennahbereich sollte eingeschränkt werden. Die
Sendeantennen bestehen aus geradläufigen Dipolreihen mit sehr geringer vertikaler
Strahlbrcilc. Die Abwärtsneigung der Antennen liegt unter 10°, so daß die Exposition der
Bevölkerung durch die Hauptstrahlung bei Entfernungen von weniger als etwa 60 m in der
Regel nicht möglich ist und die Expositionswerte in den meisten Fällen sehr gering sind.
Radar
Die Radarsysteme arbeiten mit Mikrowellenfrequenzen von 500 MHz bis etwa 15 GHz,
mitunter auch bis 100 GHz. Die erzeugten Signale unterscheiden sich von den meisten
Quellen dadurch, daß sie gepulst sind und Durchschnittsleistungen liefern, die mehrere
Größenordnungen unter den Maxima liegen.
Radarantennen haben nur bescheidene Richtwirkung bei einer Hauptstrahlbreite von nur
einigen Grad Bei vielen Systemen wird die Antennenrichtung kontinuierlich durch
horizontales Rotieren oder Auf- und Abschwenken verändert.
Schiffsradargerät reicht von den Großanlagen der Supertanker bis zu den kleineren an
Masten montierten Anlagen bei Jachten. Unter normalen Betriebsbedingungen bei
rotierender Antenne ergibt sich eine mittlere Leistungsdichte der Hochleistungssysteme im
Meterbereich des Drehkreises des Radarsystems von unter 10 Wm"2.
GESUNDHEITLICHE                    AUSWIRKUNGEN                  ELEKTROMAGNETISCHER
FELDER- EINE GRUNDLAGE FÜR EXPOSITIONSBESCHRÄNKUNGEN
Die Gesundheitswirkungen resultieren aus der Kopplung zwischen elektromagnetischen
Feldern      und      dem       Körper.      Es bestehen          nachgewiesene        grundlegende
Kopplungsmechanismen, durch die statische und zeitvariable elektrische und magnetische
Felder direkt mit lebender Materie in Wechselwirkung stehen1:
- die Kopplung an elektrische statische und ELF-Felder führt an einem exponierten
   Körper zu wahrnehmbaren Oberflächenladungen;
1
    United Nations Environment Programme/World Health Organization/International Radiation
    Protection Association. Electromagnetic fields (300 Hz to GHz). Geneva, World Health Organization;
    Environmental Health Criteria 137; 1993
 ---pagebreak---     die Kopplung an statische Magnetfelder durch Magnetinduktion verursacht einen
    elektrischen Strom und elektrische Spannungen durch die Blutgefäße; magneto-
    mechanische Wechselwirkungen führen zu Kräften an ferromagnetisehen Molekülen,
    Magnetteilchen und ferromagneti sehen Implantaten, ferner                elektronische
    Wechselwirkungsprozesse, die chemische Reaktionen beeinflussen können;
    die Kopplung an niederfrequente elektrische Felder führt zu einem elektrischen Strom,
    zur Polarisierung gebundener Ladung (Bildung elektrischer Dipole) und zur
    Umorientierung bereits im Gewebe vorhandener elektrischer Dipole;
- die Kopplung an niederfrequente Magnetfelder führt zu induzierten elektrischen
    Feldern und elektrischen Strömen, die elektrische Anregungswirkungen auslösen
    können;
- die Absorption von Energie aus elektromagnetischen Feldern mit Frequenzen über
    etwa 100 kHz können zu einer nicht unerheblichen Aufwärmung führen.
Hinzu kommen zwei indirekte Kopplungsmechanismen:
    Kontaktströme oder transiente Entladungen, wenn der menschliche Körper einen
    (iegenstand mit einem anderen elektrischen Potential berührt (d.h. wenn entweder der
    Gegenstand oder der menschliche Körper durch ein elektromagnetisches held
   aufgeladen ist),
- Kopplung elektromagnetischer Felder an vom Menschen getragene medizinische
   Geräte.
Die Nachweise für gesundheitliche Auswirkungen, die die Grundlage für
Expositionsbegrenzungen bilden, lassen sich separat für verschiedene Frequenzbereiche
zusammenfassen.
Gesundheitswirkungen statischer Felder
Die wenigen bisher durchgeführten experimentellen Untersuchungen über die biologischen
Wirkungen statischer elektrischer holder lassen keine schädlichen Auswirkungen auf die
menschliche Gesundheit erkennen. Bei den meisten Menschen treten direkt auf die
Körperoberfläche einwirkende störende elektrische Ladungen bei der Exposition durch
statische elektrische Feldstärken von weniger als etwa 25 kV/m nicht ein.
Akute Schadwirkungen einer Exposition durch statische Magnetfelder bis 2 T auf die
menschliche Gesundheit lassen sich experimentell nicht nachweisen. Nach der Analyse
bekannter Wechselwirkungsmechanismen dürfte die langfristige Exposition durch
Magnetflußdichten von 200 mT keine schädlichen Folgen für die Gesundheit haben.
Gesundheitswirkungen zeitvariabler Felder bei Frequenzen unter 100 kHz
In Laboruntersuchungen an zellularen und tierischen Systemen konnten keine auf
schädliche Gesundheitswirkungen hindeutende Wirkungen niederfrequenter Felder bei
einer induzierten Stromdichte von oder unter 10mA/m2 nachgewiesen werden. Bei
höheren Werten induzierter Stromdichte (10-100 mA/m2)konnten durchweg signifikantere
Gewebewirkungen - etwa funktionelle Änderungen im Nervensystem - beobachtet
werden.
 ---pagebreak---  Die Messung biologischer Reaktionen in Laboruntersuchungen und an freiwilligen
 Probanden ließen nur wenige Hinweise auf Schadwirkungen niederfrequenter Felder bei
 den Werten erkennen, denen Menschen normalerweise ausgesetzt sind.
 Ein Stromdichte-Schwellenwert von 10 mA/m2 bei Frequenzen bis 1 kHz wurde für
 kleinere Wirkungen auf Nervensystemfunktionen geschätzt. An freiwilligen Probanden
 wurden als häufigste Expositionswirkungen das Auftreten visueller Phosphene (schwaches
visuelles Flimmern) und eine geringe Reduzierung der Herzfrequenz während oder
 unmittelbar nach der Exposition durch ELF-Felder festgestellt, doch spricht nichts dafür,
daß diese transienten Wirkungen mit irgendeinem Langzeit-Gesundheitsrisiko verbunden
 sind. Eine Reduzierung der nächtlichen pinealen Melatoninsynthese wurde an mehreren
 Nagerarten nach Exposition durch schwache ELF-Elektro- und Magnetfelder beobachtet,
doch wurde bei Menschen, die unter kontrollierten Bedingungen ELF-Feldern ausgesetzt
 waren, über keine anhaltende Wirkung berichtet.
 Es gibt keine überzeugenden experimentellen Nachweise dafür, daß elektromagnetische
ELF-Felder genetische Schäden verursachen und es ist daher äußerst unwahrscheinlich,
daß sie irgendeine Wirkung auf die Auslösung von Krebs haben könnten. Nach
 LaboiUntersuchungen spricht nur wenig daltir, daß netzfrequenle Magnetfelder eine
tumorfördernde Wirkung haben. Zwar sind noch weitere Tierversuche notwendig, um
mögliche Wirkungen von ELF-Feldern auf die in Zellen erzeugten Signale und auf die
endokrine Regulierung zu klären - beides könnte die Entwicklung von Tumoren durch
Förderung der Proliferation initiierter Zellen beeinflussen -, doch kann nur geschlossen
werden, daß es derzeit keinen überzeugenden Beweis für karzinogene Wirkungen dieser
Felder gibt und daß diese Daten nicht als Grundlage zur Entwicklung von
Expositionsleitlinien herangezogen werden können.
Epidemiologische Daten über das Krebsrisiko infolge Exposition durch ELF-Felder bei in
der Nähe von Starkstromleitungen lebenden Menschen scheinen auf ein geringfügig
höheres Leukämierisiko bei Kindern hinzudeuten. Die Untersuchungen lassen jedoch kein
entsprechend erhöhtes Risiko für irgendeine andere Krebsform bei Kindern oder
Erwachsenen erkennen Die Grundlage für die hypothetische Relation zwischen Leukämie
bei Kindern und Aufenthalt im Nahbereich von Starkstromleitungen ist unbekannt.
Angesichts des Fehlens einer Untermauerung durch Laboruntersuchungen sind die
epidemiologischen Daten unzureichend, um die Empfehlung eines Expositionsgrenzwerts
zu erlauben.
Berichtet wurde über ein erhöhtes Risiko für einige Krebsarten wie Leukämie, Tumoren
des Nervengewebes und zu einem gewissen Grad Brustkrebs bei Elektroarbeitern. In den
meisten Untersuchungen wurden freilich zur Einteilung nach angenommenen Niveaus der
Magnetfeldexposition Berufsbezeichnungen herangezogen. In einigen neueren
Untersuchungen wurden allerdings feinere Methoden der Expositionsbewertung benutzt;
insgesamt deuteten diese Studien auf ein erhöhtes Risiko von Leukämie oder
Gehirntumoren hin, waren aber hinsichtlich der Art der Krebserkrankung, für die das
Risiko erhöht sein soll, weitgehend widersprüchlich. Die Daten sind als Grundlage für
Leitlinien zur ELF-Feld-Exposition unzureichend. In einer großen Zahl epidemiologischer
Untersuchungen konnte kein konsistenter Nachweis schädlicher reproduktiver Wirkungen
geführt werden.
Gesiindlieitswirkuiigcii von Feldern bei Frequenzen zwischen 100 kHz und 300 G Hz
Die vorliegenden experimentellen Erkenntnisse zeigen, daß die Exposition ruhender
menschlicher Probanden während rund 30 Minuten durch EMF bei einer spezifischen
 ---pagebreak--- Ganzkörper-Absorptionsrate (SAR) von 1 bis           4 W/kg zu einer Erhöhung der
Körpertemperatur von weniger als 1°C führt. Daten aus Tierversuchen weisen auf einen
Schwellenwert für Verhaltensreaktionen im gleichen SAR-Bereich hin Exposition durch
stärkere Felder bei SAR-Weiten über 4 W/kg kann die Wüimeiegulierungslahigkcit des
Körpers überfordern und eine schädliche Gewebeerwärmung verursachen. Viele
Laboruntersuchungen mit Modellen für Nager und nichtmenschliche Primaten haben die
breite Skala von Gewebeschädigungen demonstriert, die aus Teil- oder
Ganzkörperaufwärmung bei Temperaturerhöhungen über 1-2°C resultieren. Die
Empfindlichkeit verschiedener Gewebearten gegenüber Wärmeschädigung schwankt
erheblich, doch ist der Schwellenwert für irreversible Wirkungen selbst in den
empfindlichsten Geweben unter normalen Umgebungsbedingungen größer als 4 W/kg.
Diese Daten bilden die Grundlage für eine berufliche Expositionsbeschränkung von
0,4 W/kg, was noch eine hohe Sicherheitsspanne für andere limitierende Faktoren wie
hohe Umgebungstemperatur, Feuchtigkeit oder körperliche Aktivität gewährleistet.
Sowohl die Labordaten als auch die Ergebnisse begrenzter Untersuchungen am Menschen
zeigen deutlich, daß eine wärmebelastende Umgebung und der Gebrauch von Drogen
oder Alkohol die Wärmeregulierungsfähigkeit des Körpers in Frage stellen kann. Unter
diesen Voraussetzungen sollten Sicherheitsfaktoren zur Gewährleistung eines adäquaten
Schutzes für exponierte Einzelpersonen eingeführt werden.
Erkenntnisse über die menschliche Reaktion auf hochfrequente EMF, die eine
nachweisbare Aufwärmung verursachen, wurden aus der kontrollierten Exposition
freiwilliger Probanden und aus epidemiologischen Untersuchungen an Arbeitern
gewonnen, die Quellen wie Radar, medizinischem Diathermiegerät und Heißsiegelgeräten
ausgesetzt waren.
Sie bestätigen durchweg die Schlußfolgerungen aus Laboruntersuchungen, daß durch
Temperaturerhöhungen im Gewebe von über 1 ° C biologische Schadwirkungen verursacht
werden können. Epidemiologische Untersuchungen an exponierten Arbeitskräften und der
Allgemeinbevölkerung ließen keine größeren Gesundheitswirkungen im Zusammenhang
mit typischen Expositionsumgebungen erkennen. Obwohl die epidemiologischen Arbeiten
noch Unzulänglichkeiten aufweisen - etwa unzureichende Expositionsbewertung - , haben
die Untersuchungen keinen überzeugenden Nachweis dafür erbracht, daß typische
Expositionsniveaus zu Reproduktionsschädigungen oder einem erhöhten Krebsrisiko bei
exponierten Personen führen. Dies steht im Einklang mit den Ergebnissen von
Laboruntersuchungen an zellularen und Tiermodellen, bei denen weder teratogene noch
karzinogene Wirkungen einer Exposition durch athermische Niveaus von Hochfrequenz-
EMF nachgewiesen werden konnten.
Eine Exposition durch gepulste EMF ausreichender Intensität führt zu bestimmten
vorhersehbaren Wirkungen wie dem Mikrowellen-Hör-Phänomen und verschiedenen
Verhaltensreaktionen. Epidemiologische Untersuchungen an exponierten Arbeitskräften
und der Allgemeinbevölkerung haben nur begrenzte Erkenntnisse geliefert und keinen
Nachweis für Gesundheitswirkungen erbracht. Berichte über eine schwere
Netzhautschädigung wurden nach erfolglosen Versuchen einer Reproduzierung des
Befunds wieder in Frage gestellt.
Zahlreiche Untersuchungen über die biologischen Wirkungen amplitudenmodulierter
EMF, vorwiegend mit niedrigen Expositionsniveaus, erbrachten positive und negative
Ergebnisse. Wie eine gründliche Auswertung dieser Untersuchungen zeigt, schwanken die
Wirkungen amplitudenmodulierter Felder erheblich mit den Expositionsparametern, den
 ---pagebreak---                                              8
 beteiligten Zell- und Gewebearten und den untersuchten biologischen Endpunkten. Im
allgemeinen sind die Auswirkungen einer Exposition biologischer Systeme durch
athermische Niveaus amplitudenmodulierter EMF gering und nur schwer mit potentiellen
Gesundheitswirkungen in Verbindung zu bringen. Frequenz- und Leistungsdichte-
Reaktionsraster gegenüber diesen Feldern sind nicht nachweisbar.
Schlag- und Verbrennungseffekte können die indirekten Schadwirkungen hochfrequenter
EMF bei Berührung metallischer Gegenstände im Feld sein. Bei Frequenzen von 100 kHz
bis 110 MHz (der Obergrenze des FM-Sendebandes) schwanken die Schwellenwerte des
Kontaktstroms, die Wirkungen von der bloßen Wahrnehmung bis zu starkem Schmerz
verursachen, nicht signifikant als Funktion der Feldfrequenz. Der Schwellenwert für die
Wahrnehmung reicht von 25 bis 40 mA bei Probanden unterschiedlicher Größe, der für
Schmerz von etwa 30 bis 55 mA; über 50 mA kann es zu schweren Verbrennungen bei
Gewebekontakt mit einem metallischen Leiter im held kommen.
Formulierung von Grutidbeschränkuiigeii für die Exposition der Bevölkerung
Aus den bisher zusammengefaßten Informationen über die Gesundheitswirkungen ergeben
sich folgende Schlußfolgerungen:
- In einem statischen Magnetfeld von 200 mT beträgt die berechnete maximale induzierte
    Stromdichte (in der Aorta) 44 mA/m2, was unter dem Wert liegt, bei dem
    hämodynamische oder kardiovaskuläre Schadwirkungen zu erwarten wären.
- Funktionen des Zentralnervensystems können durch Stromdichten über 10 mA/m2 bei
    Frequenzen zwischen etwa 5 Hz und 1 kHz und durch höhere Stromdichten bei
   Frequenzen über- und unterhalb dieses Frequenzbereichs beeinträchtigt werden. Dies
   rechtfertigt Grundbeschränkungen in bezug auf die Stromdichte.
    Bei Frequenzen etwa über 100 kHz können biologische Schadwirkungen aus
   Temperaturerhöhungen im Gewebe von über 1° C verursacht werden. Hieraus lassen
   sich Grundbeschränkungen hinsichtlich der spezifischen Energieabsorptionsrate (SAR)
   für den Ganzkörper und für örtliche Expositionen ableiten. Bei Frequenzen über
    10 GHz beschränkt sich die Energieabsorption auf die Oberfläche des exponierten
    Körpers, und die Grundbeschränkungen werden dementsprechend auf die
   Leistungsdichte bezogen.
- Die Schwellenwerte für Kontaktstrom sind zwischen mehreren Hz und 100 kHz stark
   frequenzabhängig. Oberhalb des Frequenzbereichs von 100 kHz bis 110 MHz (der
   Obergrenze des FM-Sendebands) schwanken die Schwellenwerte für Kontaktstrom,
   die Wirkungen von der bloßen Wahrnehmung bis zu starkem Schmerz hervorrufen,
    nicht signifikant als Funktion der Feldfrequenz. Referenzniveaus sowohl für
    Kontaktstrom als auch für induzierten Strom werden festgelegt, um zu entscheiden, ob
   vor Schlag- und Verbrennungsrisiken gewarnt werden muß.
Die Unsicherheit in den wissenschaftlichen Daten und die unterschiedliche individuelle
Empfindlichkeit sowie die vielfältigen konkreten Expositionssituationen machen bei der
Ermittlung der Expositionseinschränkungen die Anwendung von Sicherheitsfaktoren
notwendig.
ÜBERBLICK ÜBER EINSCHLÄGIGE MAßNAHMEN DER MITGLIEDSTAATEN
 ---pagebreak--- Nur wenige Mitgliedstaaten haben umfassende Verordnungen und Normen für den Schutz
der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung erlassen. Angesichts der
zunehmenden Bedenken der Öffentlichkeit zu diesem Thema denken allerdings mehrere
Mitgliedstaaten und Drittländer an die zügige Verabschiedung entsprechender
Gesundheitsschutzmaßnahmen Dabei haben einige Mitgliedstaaten auf die Notwendigkeit
hingewiesen, Orientierungen zu Art und Umfang solcher Maßnahmen zu erhalten.
Einige Mitgliedstaaten haben Empfehlungen bzw. verbindliche Vorschriften fur niedrig-
und/oder hochfrequente elektromagnetische Felder festgelegt. Die Kommission hat einen
Überblick über Bestimmungen und Leitlinien in diesem Bereich veröffentlicht2. Im
allgemeinen unterscheiden die Mitgliedstaaten zwischen Gesundheitsschutzanforderungen
für Arbeitskräfte und solchen für die Allgemeinbevölkerung Ein Mitgliedstaat allerdings
hat sich dem nicht angeschlossen und unterscheidet zwischen der Exposition von
Erwachsenen und Kindern.
ÜBERBLICK OBER EINSCHLÄGIGE RECHTSVORSCHRIFTEN DER GEMEINSCHAFT
öffentliche Gesundheit
Das Europäische Parlament hat 1994 eine Entschließung zur Bekämpfung der
Schadwirkungen nichtionisierender Strahlung verabschiedet3 und die Kommission
aufgefordert, Verordnungen und Normen zur Begrenzung der Exposition von
Arbeitskräften und Bevölkerung durch nichtionisierende elektromagnetische Strahlung
vorzuschlagen.
Im Zusammenhang mit dem Aktionsrahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit4 hat
die Kommission am 4 Juni 1997 einen Vorschlag für ein Aktionsprogramm 1999-2003
der Gemeinschaft         über durch Umweltverschmutzung bedingte Krankheiten
               5
verabschiedet Darin wird der Tatsache Rechnung getragen, daß Gesundheitsrisiken
einschließlich derjenigen, die mit der Exposition durch elektromagnetische Felder in
Zusammenhang gebracht werden, von der Ölfentlichkeit vielfach ganz anders eingeschätzt
werden, als es den wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht Die Kommission hat daher
vorgeschlagen, dieses Problem mit gezielten Aktionen zur Verbesserung der Fähigkeit der
Mitgliedstaaten in Angriff zu nehmen, die öffentliche Einschätzung umweltbedingter
Gesundheitsrisiken zu verstehen und darüber aufzuklären, wie die Risiken zu bewerten
und zu bewältigen sind.
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
Mindestanforderungen zum Schutz der Arbeitnehmer vor bestimmten Gefahrensituationen
wurden gemäß Artikel 118a des EG-Vertrags festgelegt.
2
    europäische Kommission. Nichtionisierende Strahlung - Quellen, Exposition und
    Gesimdhcilswirkungcn. Ami für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften.
     19%, ISBN 92-X27-5492-X
3
    ABl. Nr. C205 vom 25.07.1994, S. 439
4
    KOM(93) 559 endg., 24.11.1993
5
    ABI. Nr. C 214 vom 16.7.1997, S. 7-10
 ---pagebreak---                                            10
Vorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit an
Bildschirmgeräten wurden in der Richtlinie des Rates 90/270/EWG erlassen6. Sie
verpflichtet die Arbeitgeber, dafür zu sorgen, daß die Arbeitsplätze - d. h. eine
Anordnung aus Bildschirmgeräten, Tastaturen, Zusatzgeräten und Anlagenelementen
einschließlich Telefon, Modem und Drucker - bestimmten Mindestanforderungen
entsprechen. Alle Strahlungen mit Ausnahme des sichtbaren Teils des elektromagnetischen
Spektrums müssen auf Werte verringert werden, die vom Standpunkt der Sicherheit und
des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer unerheblich sind.
In der Richtlinie des Rates 92/85/EWG7 über Maßnahmen zur Verbesserung der
Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit von schwangeren Frauen wird festgelegt, daß
der Arbeitgeber sämtliche Tätigkeiten auf eine spezifische Gefährdung durch Exposition
gegenüber Arbeitsstoffen einschließlich nichtionisierender Strahlung, Arbeitsverfahren
oder Arbeitsbedingungen bewertet und Art, Ausmaß und Zeitdauer der Exposition
überprüft, um entsprechende Maßnahmen zu veranlassen.
Außerdem hat die Kommission 1993 einen Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über
Mindestvorschriflen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der
Gefährdung durch physikalische Einwirkungen vorgelegt**. Die Richtlinie soll gelten für
die Gefährdung durch Lärm, Vibrationen, optische Strahlung und andere
elektromagnetische Felder und Wellen. Die vorgeschlagene Richtlinie, die aufgrund der
Stellungnahme des Europäischen Parlaments in einer ersten Lesung geändert wurde9,
betrifft die Gefährdung von Gesundheit und Sicherheit durch die Wirkungen elektrischer
Felder und Ströme sowie der Absorption von Energie bei Exposition gegenüber statischen
und zeitlich veränderlichen elektrischen und magnetischen Feldern mit Frequenzen bis
300 GHz.
Produktsicherheit
Wichtige Anforderungen an die Emissionscharakteristika von Anlagen sind auf
Gemeinschaftsebene im Zusammenhang mit der Errichtung des Binnenmarkts
insbesondere auf Grund von Artikel 100a des EG-Vertrags festgelegt worden. Nach der
Richtlinie des Rates 73/23/EWG10 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
Mitgliedstaaten über elektrische Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter
Spannungsgrenzen und speziell deren Anhang I dürfen elektrische Betriebsmittel nur dann
in den Mandel gebracht werden, wenn sie bestimmte wesentliche Anforderungen erfüllen,
etwa Maßnahmen, die gewährleisten sollen, daß keine Temperaturen, Lichtbogen oder
Strahlungen entstehen, aus denen sich Gefahren ergeben können.
Die Richtlinie des Rates 89/336/EWG11 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
Mitgliedstaaten über die elektromagnetische Verträglichkeit will elektromagnetische
6
    ABl. Nr. L 156 vom 21.6.1990, S. 14-18
7
    ABl. Nr. L 348 vom 28.11.1992, S. 1-8
8
    ABl. Nr. C 77 vom 18.3.1993, S. 12-29
9
    ABl. Nr. C 230 vom 19.8.1994. S. 3-29
10
    ABl. Nr. L 077 vom 26.3.1973, S. 29-33
• ' ABI. Nr. L 139 vom 23.5.1989, S. 19-26
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Störungen vermeiden, um den Betrieb insbesondere von Telekommunikationsnetzen,
Industrieausrüstungen, medizinischen und wissenschaftlichen Apparaten und Geräten,
informationstechnologischen Geräten oder Haushaltsgeräten und elektronischen
Maushaltsausrüstungen nicht zu beeinträchtigen Hierzu müssen die Geräte so hergestellt
werden, daß die Erzeugung elektromagnetischer Störungen soweit begrenzt wird, daß ein
bestimmungsgemäßer Betrieb von Funk- und Telekommunikationsgeräten sowie
sonstigen Geräten möglich ist und die Geräte eine angemessene Beständigkeit gegenüber
elektromagnetischen Störungen aufweisen.
Umweltverträglichkeitsprüfung
Die Richtlinie des Rates 85/337/EWG12 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei
bestimmten öffentlichen und privaten Projekten in der Fassung der Richtlinie des Rates
97/1 l/EG1-1 gilt u. a. auch für den Bau von Hochspannungsfreileitungen mit einer
Stromstärke von 220 kV oder mehr und mit einer Länge von mehr als 15 km. Danach hat
der Projektträger Angaben zu den Maßnahmen vorzulegen, mit denen erhebliche
nachteilige Auswirkungen vermieden, verringert und soweit möglich ausgeglichen werden
sollen, außerdem soll eine Übersicht über die wichtigsten anderweitigen vom Projektträger
geprüflen Lösungsmöglichkeiten unter Angabe der wesentlichen Auswahlgründe
vorgelegt werden.
Zur Ergänzung dieser Richtlinie 97/1 l/EG hat die Kommission eine Richtlinie des Rates
über die Prüfung der Umweltverträglichkeit bestimmter Pläne und Programme
vorgeschlagen14. Der Vorschlag bezieht sich auf Pläne und Programme, die als Teil des
EntScheidungsprozesses im Bereich Raumordnung den Rahmen für nachfolgende
Genehmigungen vorgeben, einschließlich strategischer Pläne und Programme in den
Bereichen Energie, Verkehr und Telekommunikation.
Forschung
Im Vierten Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft zur Forschung,
technologischen Entwicklung und Demonstration (1994-98)15 wird oder wurde eine Reihe
von EMF-bezogenen Forschungsaktivitäten durchgeführt. So haben insbesondere Biomed
2, COST und die Standard-, Meß- und Prüfprogramme entsprechende Vorschläge
gefördert, von denen einige noch nicht abgeschlossen sind.
Die potentiell gesundheitsschädigenden Wirkungen der Radiofrequenzen wurden auch im
Grünbuch der Kommission über ein gemeinsames Konzept zur Mobil- und
Personalkommunikation'6 behandelt. Als Ergebnis und Reaktion auf die Entschließung des
Europäischen Parlaments zur Bekämpfung der schädlichen                     Auswirkungen
nichtionisierender Strahlung hat die Kommission den Bedarf nach weiterer Forschung auf
diesem Gebiet bestätigt und ein Expertenteam für die Kommission Empfehlungen fur
12
    ABl. Nr. L 175 vom 5.7.1985, S. 40-48
13
    ABI. Nr. L 73 vom 14.3.1997, S. 5-15
14
    KOM(96) 511 endg. und ABl. Nr. C 129 vom 25.4.1997, S. 14
15
    ABI. Nr. L 126 vom 18.5.1994, S. 1-33
16
    KOM(94) 145 endg.
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epidemiologische, biophysikalische und biologische Forschungen sowie zur Forschung
 über     Expositionssysteme         und     Dosimetrie       erarbeitet. Der vorgeschlagene
 hoischungskalalog17 umfaßt auch Forschungen über die Auswirkungen auf das Immun-
und Nervensystem sowie die genetischen und krebsrelevanten Wirkungen Diese Themen
stehen nach wie vor im Vordergrund des Interesses der Öffentlichkeit und des
Europäischen Parlaments. .
Den Empfehlungen der Sachverständigen und dem Bedarf nach Forschungen über die
Gesundheitswirkungen der Exposition durch andere Frequenzen hat die Kommission bei
ihrem Vorschlag zum 5. Rahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaften zur
Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration (1998-2002)18 Rechnung
getragen. Darüber hinaus ist sich die Kommission bewußt, daß die Risikoaufklärung in
diesem Bereich wegen der umstrittenen Langzeitwirkungen einen hohen Stellenwert
besitzt. Sie hat daher Forschungen über die Risikowahrnehmung der Bevölkerung und die
Bewertung, Aufklärung und Beherrschung der Risiken vorgeschlagen.
VORGESCHLAGENE EMPFEHLUNGEN
Die zunehmende Beteiligung der Gemeinschaft an der Förderung von Tätigkeiten in
verschiedenen Industriezweigen, die die Exposition der Bevölkerung durch
elektromagnetische holder erhöhen dürften, sowie die zunehmenden Bedenken von
Entscheidungsträgern, Angehörigen der Gesundheitsberufe, Interessengruppen und der
Bevölkerung über die entsprechenden Auswirkungen zwingen dazu, sich auf
gemeinschaftsweite Grundsätze auf diesem Gebiet zu verständigen.
Durch die in einigen Mitgliedstaaten bestehenden Regelungen haben sich unterschiedliche
Systeme beim Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern herausgebildet.
Die bestehenden Unterschiede und Lücken in den Bestimmungen und Leitlinien tragen mit
dazu bei, daß sich bei vielen Gemeinschaftsbürgern ein Gefühl der Verwirrung und
Unsicherheit einstellt und das Vertrauen in die Gesundheitsschutzbehörden geschmälert
wird. Entsprechend dem angestrebten Beitrag zur Gewährleistung eines hohen
Gesundheitsschutzniveaus für die Bürger der Gemeinschaft und im Hinblick auf die von
einigen Mitgliedstaaten eingeleiteten Maßnahmen in diesem Bereich hält es die
Kommission für notwendig, einen gemeinsamen Rahmen lür den Schutz der Bevölkerung
vor elektromagnetischen heldern vorzuschlagen. Ein solcher Rahmen kann durch
Empfehlungen des Rates gemäß Artikel 129 des EG-Vertrags geschaffen werden und
sollte sich mit den allgemeinen Grundsätzen einer Begrenzung der Exposition auf ein
Gesundheitsschädigungen vermeidendes Maß befassen.
Mit dem Vorschlag für eine Empfehlung des Rates soll daher ein gemeinsam vereinbarter
Rahmen für ein hohes Schutzniveau gegenüber der Exposition der Bevölkerung durch
elektromagnetische Felder (EMF) anhand einer Reihe von international durch namhafteste
Fachleute auf diesem Gebiet entwickelten Grundbeschränkungen und Referenzwerten
geschaffen werden. Die vorgeschlagenen Empfehlungen über die Grundbeschränkungen
und Referenzwerte lehnen sich an die Internationale Kommission für den Schutz vor
nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) an und beruhen auf den neuesten
17
    Das Dokument "studyhr.doc" kan von der Intcrsite-Silc
    hUp.//www.isrx>.ccc.bc/infosoc/lcIccompoliy/cn heruntergeladen werden
18
    KOM(97) 142 endg. und ABl. Nr. C 173 vom 7.6.1997. S. 10
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wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie betreffen die Exposition von Einzelpersonen der
Bevölkerung und nicht die Emissionen bestimmter Vorrichtungen oder Geräte. Der
Beratung durch die 1CNIRP hat sich der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der
Kommission angeschlossen.
Die vorgeschlagenen Empfehlungen gelten nicht für die berulliche Exposition und die
Exposition von Patienten und Freiwilligen bei medizinischen Verfahren. Auch auf Fragen
der elektromagnetischen Verträglichkeit und der Interferenz mit medizinischen Geräten
geht der Vorschlag nicht ein. Die Schaffung eines umfassenden Schutzsystems in diesem
Bereich mit detaillierten Bestimmungen und Leitlinien nicht nur für die Exposition von
Einzelpersonen, sondern auch für die Emissionen durch Geräte und die Belastung durch
Vorgänge, bei denen solche Expositionen auftreten, sollte die Aufgabe der Mitgliedstaaten
unter Berücksichtigung der entsprechenden Bestimmungen der Gemeinschaft sein.
Die empfohlenen Grundbeschränkungen beruhen unmittelbar nur auf den nachgewiesenen
Gesundheitswirkungen. Die Referenzwerte werden zur Anwendung für die praktische
Expositionsbewertung empfohlen19 Die Einhaltung der Referenzwerte gewährleistet die
Einhaltung der entsprechenden Grundbeschränkung. Überschreitet der Meßwert den
Referenzwert, so bedeutet das noch nicht zwangsläufig die Überschreitung der
Grundbeschränkung. Es ist jedoch dann notwendig, nachzuweisen, ob die
Grundbeschränkung tatsächlich eingehalten worden ist.
 Es wird empfohlen, bei Überschreitung der Referenzwerte eine Bewertung der
 Expositionssituation vorzunehmen; die Veranlassung von Bewertungen und
 Folgemaßnahmen ist Sache der Mitgliedstaaten. Bei der Bewertung der tatsächlichen
 Expositionssituation könnten Kriterien wie z. B. die Expositionsdauer, die exponierten
 Körperteile, die Zahl der exponierten Einzelpersonen der Bevölkerung, ihr Alter und
 Gesundheitszustand herangezogen werden. Folgemaßnahmen müßten die Mitgliedstaaten
 etwa hinsichtlich der spezifischen Expositionssituation beschließen, wobei etwa die
 Aufklärung der betroffenen Bevölkerung, die Festlegung einzuhaltender Mindestabstände
zur Expositionsquelle, Änderungen der Installation oder der Auslegung der spezifischen
 Quelle oder der Betriebsart der Quelle notwendig sein können. Werden solche
 Maßnahmen in bezug auf die Exposition von Einzelpersonen der Bevölkerung gel roden,
 könnten die Mitgliedstaaten auch Kosten-Nutzen-Aspekte in Erwägung ziehen.
 Im Interesse einer rechtzeitigen Erfassung der reglementarischen und tatsächlichen
 Expositionssituation und wissenschaftlicher oder technologischer Entwicklungen, die eine
rasche Reaktion notwendig machen können, schlägt die Kommission schließlich noch vor,
daß die Mitgliedstaaten Berichte über ihre Maßnahmen und Leitlinien in dem durch die
vorgeschlagene Empfehlung erfaßten Bereich erstellen, wobei sie angeben, wie der
Empfehlung Rechnung getragen worden ist, und daß die Kommission dann anhand der
Berichte der Mitgliedstaaten einen Gesamtbericht vorlegt.
 19 Ein entsprechendes System mit einem Rahmen von Schwellenwerten und Auslöscschwellen wurde
    fur den Gesundheitsschutz der Arbeitskräfte vorgeschlagen.
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        VORSCHLAG FÜR EINE
      EMPFEHLUNG DES RATES
zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung
       durch elektromagnetische Felder
               0 H z - 3 0 0 GHz
       (von der Kommission vorgelegt)
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Di'K RAT D I M  l'iiKoi'Äisciii'N UNION
gestützt auf den Vertrag zur (iründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 129,
auf Vorschlag der Kommission1,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments2,
in Erwägung nachstehender Gründe:
 1   Nach Artikel 3 Buchstabe (o) des Vertrages muß die Gemeinschaft einen Beitrag zur
     Erreichung eines hohen Gesundheitsschutzniveaus leisten.
2    Das Europäische Parlament hat in seiner Entschließung zur Bekämpfung der
     schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung3 die Kommission aufgefordert,
     Maßnahmen zur Begrenzung der Exposition von Arbeitskräften und Bevölkerung
     gegenüber nichtionisierender elektromagnetischer Strahlung vorzuschlagen.
3.   Mindestvorschriften der Gemeinschaft fur den Schutz von Gesundheit und Sicherheit
     der Arbeitskräfte im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern bestehen fur
     die Arbeit am Bildschirmgerät4. Es wurden Maßnahmen der Gemeinschaft zur
     Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes von schwangeren
     Arbeitnehmerinnen, Wöchnerinnen und stillenden Arbeitnehmerinnen5 eingeführt,
     wonach die Arbeitgeber u. a. verpflichtet sind, die mit einem spezifischen Risiko
     einer Exposition durch nichtionisierende Strahlung verbundenen Tätigkeiten zu
     bewerten. Es wurden Mindestvorschriften zum Schutz der Arbeitnehmer vor
1
    ABl. Nr. xxx
2
    ABl. Nr. xxx
3
    ABI. Nr. C 205 vom 25.7.1994. S. 439
4
    ABl. Nr. L 156 vom 21.6.1990, S. 14-18
5
    ABl. Nr. L 348 vom 28.11.1992, S. 1-8
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    physikalischen     Einwirkungen       vorgeschlagen6,    die   auch     Maßnahmen      gegen
    nichtionisierende Strahlung enthalten
4   Es ist unbedingt notwendig, die Bevölkerung in der Gemeinschall vor nachweislich
    schädlichen Gesundheitswirkungen zu schützen, die als Folge der Exposition
    gegenüber elektromagnetischen Feldern eintreten können.
5.  Maßnahmen über elektromagnetische Felder sollten für alle Gemeinschaftsbürger ein
    hohes      Schutzniveau       gewährleisten.      Entsprechende        Bestimmungen       der
    Mitgliedstaaten sollten von einem gemeinsam vereinbarten Rahmen ausgehen, um
    einen konsistenten Schutz in der ganzen Gemeinschaft sicherzustellen.
6   Entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip darf jede neue Maßnahme auf einem Gebiet,
    das nicht in die ausschließliche Zuständigkeit der Gemeinschaft fällt           wie etwa der
    Schutz der Bevölkerung vor nichtionisierender Strahlung -, von der Gemeinschaft
    nur dann in die Wege geleitet werden, wenn wegen des Umfangs oder der
    Auswirkungen der vorgeschlagenen Aktion die angestrebten Ziele von der
    Gemeinschaft besser erreicht werden können als von den Mitgliedstaaten.
7.  Es ist notwendig, einen Gemeinschaftsrahmen für den Schutz der Bevölkerung vor
    elektromagnetischen Feldern durch Empfehlungen an die Mitgliedstaaten festzulegen.
8.  Dieser Rahmen muß von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und
    Gutachten in diesem Bereich ausgehen und sollte Grundbeschränkungen und
    Referenzwerte für die Exposition durch elektromagnetische Felder enthalten. Eine
    Beratung in dieser Frage erfolgte durch Internationale Kommission für den Schutz
    vor nichtionisierender      Strahlung (ICNIRP) und ist vom                Wissenschaftlichen
    Lenkungsausschuß der Kommission mitgetragen worden.
9.  Diese     Grundbeschränkungen          und    Referenzwerte      sollten    fur   alle   von
    elektromagnetischen Feldern emittierten Strahlungen mit Ausnahme der optischen
    und der ionisierenden Strahlung gelten. Bei der optischen Strahlung bedürfen die
    einschlägigen wissenschaftlichen Daten und Gutachten noch zusätzlicher Prüfung, für
   ABl. Nr. C 77 vom 18.3.1993, S. 12 und ABl. Nr. C 230 vom 19.8.1994, S. 3-29
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    die ionisierende Strahlung liegen entsprechende Gemeinschaftsbestimmungen bereits
    vor
10  Die Einhaltung der empfohlenen Beschränkungen und Referenzwertc dürfte ein
    hohes Schutzniveau in bezug auf die nachgewiesenen Gesundheitswii kungen aus der
    Exposition durch elektromagnetische Felder gewährleisten, schließen jedoch
    Interferenzprobleme mit bzw. Auswirkungen auf den Betrieb medizinischer Geräte
    wie metallische Prothesen, Herzschrittmacher und Deflbrillatoren sowie Cochlear
    implants nicht zwangsläufig aus. Interferenzprobleme mit Herzschrittmachern können
    bei Werten unterhalb der empfohlenen Referenzwerte auftreten und sollten
    entsprechende      Vorkehrungen      begründen,    die    jedoch     außerhalb    des
    Anwendungsbereichs dieser Empfehlung liegen.
11. Nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz         muß diese Empfehlung        allgemeine
    Grundsätze und Methoden für den Schulz der Bevölkerung aufstellen, detaillierte
    Vorschriften für eine Exposition durch elektromagnetische Felder verursachende
    Quellen und Tätigkeiten sowie die Einstufung der Expositionsbedingungen von
    Einzelpersonen     als    berufsbedingt    oder    nicht,    nach    Maßgabe      der
    Gemeinschaftsbestimmungen über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der
    Arbeitnehmer jedoch den Mitgliedstaaten überlassen.
12.  Die Mitgliedstaaten können für ein höheres Gesundheitsschutzniveau sorgen, als es
    diesen Empfehlungen entspricht.
13  Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf diesem Gebiet, gleichgültig ob verbindlich oder
    nicht, und die Art und Weise, wie diese Empfehlungen dabei berücksichtigt worden
    sind, sollten Gegenstand von Berichten auf nationaler und Gemeinschaftsebene sein.
14. Zur    Steigerung    des   Risikobewußtseins    und    zur   Aufklärung    über   die
    Schutzmaßnahmen        gegenüber     elektromagnetischen     Feldern    sollten   die
    Mitgliedstaaten die Verbreitung von Informationen und praktischen Vorschriften auf
    diesem Gebiet besonders im Hinblick auf die Auslegung, Installation und
    Verwendung der Geräte fördern und dabei Expositionsniveaus anstreben, die die
    empfohlenen Beschränkungen nicht überschreiten.
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15. Es ist auf eine angemessene Aufklärung über die mit elektromagnetischen Feldern
    verbundenen Gefahren unter Berücksichtigung der öffentlichen Risikowahrnehmung
    zu achten.
16. Die Mitgliedstaaten tragen dem Fortschritt der wissenschaftlichen Kenntnisse und
    Technologie in bezug auf den Schutz vor nichtionisierender Strahlung Rechnung.
    Diese Empfehlungen sind insbesondere anhand der Begutachtung durch einschlägige
    internationale Organisationen wie z. B. der Internationalen Kommission für den
    Schutz vor nichtionisierender Strahlung zu überprüfen.
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EMPFIEHLT:
I    Für diese Empfehlung ordnen die Mitgliedstaaten den in Anhang I.A aufgeführten
     physikalischen Größen die dort definierte Bedeutung zu.
II.  Im Interesse eines hohen Gesundheitsschutzniveaus bei der Exposition durch
     elektromagnetische Felder veranlassen die Mitgliedstaaten folgendes:
     a)        Sie führen ein System von Grundbeschränkungen und Referenzwerten nach
               Anhang IB ein;
     b)        sie führen auf der Grundlage dieses Systems Maßnahmen in bezug auf
               Quellen oder Tätigkeiten ein, die mit einer Exposition der Bevölkerung
               durch elektromagnetische Felder verbunden sind;
     c)        sie streben die Einhaltung der Grundbeschränkungen nach Anhang II für
               die Exposition der Bevölkerung an.
III. Zur Erleichterung und Förderung der Einhaltung der Grundbeschränkungen nach
     Anhang II
     a)        benutzen die Mitgliedstaaten die Referenzwerte in Anhang III bei der
                Bewertung       der   Exposition,     um    zu    entscheiden,     ob    die
               Grundbeschränkungen möglicherweise überschritten werden;
     b)        bewerten die Mitgliedstaaten Situationen, an denen Quellen mit mehr als
                einer Frequenz beteiligt sind, nach den Formeln in Anhang IV sowohl
                hinsichtlich der Grundbeschränkungen als auch der Referenzwerte.
IV. Zum besseren Verständnis der Gefährdung und zur Verbesserung des Schutzes
     gegenüber     der     Exposition  durch     elektromagnetische   Felder    klären   die
     Mitgliedstaaten die Bevölkerung in geeigneter Form über die gesundheitlichen
     Auswirkungen         elektromagnetischer      Felder    und    die      entsprechenden
     Abhilfemaßnahmen auf.
V.   Zur Erweiterung        der Kenntnisse     über die gesundheitlichen      Auswirkungen
     elektromagnetischer Felder fördern und prüfen die Mitgliedstaaten die Forschung zu
     EMF      und      menschlicher    Gesundheit       im   Rahmen      ihrer    nationalen
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    Forschungsprogramme         unter     Berücksichtigung    gemeinschaftlicher   und
    internationaler Forschungsempfehlungen und -anstrengungen.
VI. Als Beitrag zur Entwicklung eines tragfähigen Schutzsystems gegenüber der
    Gefährdung durch elektromagnetische Felder erstellen die Mitgliedstaaten Berichte
    über die Verabschiedung und Umsetzung der Maßnahmen, die sie auf dem von dieser
    Empfehlung erfaßten Gebiet treffen und unterrichten die Kommission hierüber nach
    Ablauf von drei Jahren nach Verabschiedung dieser Empfehlung unter Hinweis
    darauf, wie diese bei diesen Maßnahmen berücksichtigt worden ist
    FORDERT DIE KOMMISSION AUF,
    anhand der Berichte der Mitgliedstaaten einen Bericht für die Gemeinschaft als
    Ganzes zu erstellen und die in dieser Empfehlung behandelten Fragen im Hinblick auf
    ihre Überprüfung und Aktualisierung auch künftig zu verfolgen.
    Geschehen zu Brüssel am                         Im Namen des Rates
                                                    Der Präsident
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ANHANG I
BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
Im Sinne dieser Empfehlung bezeichnet der Begriff "elektromagnetische leider" statische
Felder, extern niederfrequente (ELF-) und Radiofrequenz-(RF) Felder einschließlich
Mikrowellen im Frequenzbereich 0 Hz bis 300 GHz.
A. Physikalische Größen
Im Zusammenhang mit der Exposition durch EMF sind acht physikalische Größen
gebräuchlich:
1.   Kontakts/mm (Ic) zwischen einer Person und einem Gegenstand, wird in Ampere (A)
     ausgedrückt. Ein Leiter in einem elektrischen Feld kann durch das Feld aufgeladen
     werden.
2.   Stromdichte (J) ist der durch einen Einheitsquerschnitt senkrecht zu seiner Richtung
     in einem Volumenleiter wie dem menschlichen Körper oder einem Teil davon
     hindurchtretende Strom, in Ampere/Quadratmeter (A/m2).
3    Elektrische Feldstärke ist eine Vektorgröße (E), die der Kraft entspricht, die auf ein
     geladenes Teilchen ungeachtet seiner Bewegung im Raum ausgeübt wird. Ihre
     Einheit ist Volt/Meter (V/m).
4.   Magnetische Feldstärke ist eine Vektorgröße (H), die neben der magnetischen
     Flußdichte zur Beschreibung des magnetischen Feldes in jedem Raumpunkt dient.
     Ihre Einheit ist Ampere/Meter (A/m).
5.   Magnetische Flußdichte ist eine Vektorgröße (B), mit einer auf bewegte Ladungen
     wirkenden Kraft; Einheit ist das Tesla (T). Im leeren Raum und in biologischem
     Material können magnetische Flußdichte und magnetische Feldstärke anhand der
     Äquivalenz I Am'1 --• 4JI I0"7 T umgerechnet werden.
6.   Leistungsdichte (S) wird für sehr hohe Frequenzen benutzt, bei denen die
     Eindringtiefe in den Körper niedrig ist. Es ist der senkrecht zu einer Oberfläche
     aurtreffende Energietluß, geteilt durch den Flächenbezirk der Oberfläche. Die Einheit
     ist Watt/Quadratmeter (W/m2).
7.   Spezifische Energieahsorplion (SA) ist die je Masseneinheit biologischen Gewebes
     absorbierte Energie, Einheit ist Joule/Kilogramm (J/kg).
     In diesen Empfehlungen wird sie zur Begrenzung der nichtthermischen Wirkungen
     gepulster Mikrowellenstrahlung benutzt.
8.   Spezifische Energieabsorptionsrate (SAR), gemittelt über den ganzen Körper oder
     Teile davon, ist die Rate, mit der Energie je Masseneinheit des Körpergewebes
     absorbiert wird; Einheit ist Watt/Kilogramm (W/kg). Die Ganzkörper-S AR ist ein
     weithin akzeptiertes Maß, um schädliche Wärmewirkungen zu einer RF-Exposition
     in Beziehung zu setzen. Neben der mittleren Ganzkörper-SAR sind örtliche SAR-
     Werte notwendig, um übermäßige Energiekonzentrationen in kleineren
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      Körperbereichen infolge besonderer Expositionsbedingungen zu bewerten und zu
      begrenzen. Beispiele für solche Zustände durch RF im niedrigen MHz-Bereich
      exponierte geerdete oder im Nahfeld einer Antenne exponierte Personen.
 Von diesen Größen lassen sich magnetische Flußdichte, Kontaktstrom, elektrische und
magnetische Feldstärke und die Leistungsdichte direkt messen.
 B. Grundbeschränkungen und Referenzwerte
Bei der Anwendung der Beschränkungen aufgrund der Bewertung möglicher
Gesundheitswirkungen elektromagnetischer Felder sollte zwischen Grundbeschränkungen
und Referenzwerten unterschieden werden.
      (irundheschränkungen. Direkt auf nachgewiesenen Gesundheitswirkungen und
      biologischen Erwägungen beruhende Beschränkungen der Exposition durch
      zeitvariable elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder werden als
      "Grundbeschränkungen" bezeichnet. Je nach der Feldfrequenz dienen als
      physikalische Größen zur Angabe dieser Beschränkungen die magnetische Flußdichte
      (B), Stromdichte (J) spezifische Energieabsorptionsrate (SAR) und Leistungsdichte
      (S). Magnetische Flußdichte und Leistungsdichte können am exponierten Menschen
      problemlos gemessen werden.
      Referenzwerte. Diese Werte dienen bei der praktischen Expositionsbewertung zur
      Entscheidung der Frage, ob die Grundbeschränkungen überschritten werden könnten.
      Einige Referenzwerte sind von einschlägigen Grundbeschränkungen mittels Meß-
      und/oder Rechenverfahren abgeleitet, andere erfassen die Wahrnehmung und
      schädlichen indirekten Wirkungen der EMF-Exposition. Die abgeleiteten Größen
      sind elektrische Feldstärke (E), magnetische Feldstärke (H), magnetische Flußdichte
      (B), Leistungsdichte (S) und Extremitätenstrom (\\). Größen, die die Wahrnehmung
      und andere indirekte Wirkungen erfassen, sind Kontaktstrom (I r ) und bei gepulsten
      Feldern die spezifische Energieabsorption (SA). In jeder Expositionssituation lassen
      sich die Meß- oder Rechenwerte jeder dieser Größen mit dem entsprechenden
      Referenzwert vergleichen. Die Einhaltung des Referenzwertes gewährleistet die
      Einhaltung der entsprechenden Grundbeschränkung. Überschreitet der Meßwert den
     Referenzwert, so bedeutet dies noch nicht zwangsläufig die Überschreitung der
     Grundbeschränkung. Es ist dann jedoch nachzuprüfen, ob die Grundbeschränkung
     eingehalten wird.
Mengenmäßige Beschränkungen für statische elektrische Felder werden in diesen
Empfehlungen nicht angegeben. Es wird jedoch empfohlen, die störende Wahrnehmung
elektrischer Oberflächenladungen und unangenehme bzw. belastende Funkenentladungen
zu vermeiden.
Einige Größen, so die magnetische Flußdichte (B) und die Leistungsdichte (S) dienen bei
bestimmen Frequenzen gleichzeitig als Grundbeschränkungen und Referenzwerte (siehe
Anhang II und III).
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ANHANG II
GRUNDBESCIIRÄNKUNGEN
Je      nach      der     Frequenz    werden      folgende     physikalische   Größen
(dosimctrischc/cxposimctrische Größen) zur Angabe der Grundbeschränkungen bei
elektromagnetischen Feldern herangezogen.
Zwischen 0 und 1 Hz werden Grundbeschränkungen für magnetische Flußdichten für
statische Magnetfelder (0 Hz) und Stromdichten für zeitvariable Felder bis 1 Hz
angegeben, um Wirkungen auf das kardiovaskuläre und das Zentralnervensystem zu
vermeiden.
Zwischen 1 Hz und 10 MHz werden Grundbeschränkungen für die Stromdichte
angegeben, um Wirkungen auf Funktionen des Nervensystems zu vermeiden.
Zwischen 100 kHz und 10 GHz werden Grundbeschränkungen für die SAR angegeben,
um Ganzkörper-Wärmebelastung und übermäßige lokale Erwärmung von Geweben zu
vermeiden. Im Bereich 100 kHz bis 10 MHz werden Beschränkungen sowohl der
Stromdichte als auch der SAR angegeben.
Zwischen lOGIIz und 300 GHz werden Grundbeschränkungen für die Leistungsdichte
angegeben, um eine Gewebeerwärmung an oder nahe der Körperobeiilache zu vermeiden.
Die in Tabelle I angegebenen Grundbeschränkungen sind so angesetzt, daß
Unsicherheiten infolge individueller Empfindlichkeit, Umgebungsbedingungen und
unterschiedlichen Alters und Gesundheitszustands von Einzelpersonen der Bevölkerung
Rechnung getragen wird.
Tabelle 1:     Grundbeschrankungen        fiir    elektrische,    magnetische      und
               elektromagnetische Felder (0 Hz - 300 GHz).
Frequenzbe-         Magnet.    Strom-    mittlere       Ortliche     Ortliche   Lei-
reich               Fluß-      dichte    CanzkSrper-    SAR (Kopf    SAR        stungs-
                    dichte     (mA/m2)   SAR            und          (Extremi-  dichte
                               (rms)     (W/kg)          RumpO       tfiten)    S
                    (mT)                                (W/kg)       (W/kg)     (W/in2)
(1 It/,             40         —         —              —            —          —
>0-l Hz             —          8         —              —            —          --
1-4 Hz              —          8/f       —              —            —          —
4 - 1000 Hz         —          2         —              —            —          —
1000 Hz -100 kHz    —          f/500     —              —            —          —
100 kHz - 10 MHz    —          f/500     0.08           2            4          —
10 MHz - 10 GHz     —          —         0.08           2            4          —
10 - 300GHz         —          —         —              —            —          10
Hinweise
 1. /ist die Frequenz in Hz.
2. Die Grundbeschränkung bei der Stromdichte soll vor akuten Expositionswirkungen
     auf ZNS-Gewebe in Kopf und Rumpf schützen und enthält einen Sicherheitsfaktor.
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3. Wegen der elektrischen Inhomogenität des Körpers sollten die Stromdichten über
    einen Querschnitt von 1 cm2 senkrecht zur Stromrichtung gemittelt werden.
4. Bei Frequenzen bis 100 kHz, lassen sich maximale Stromdichtewerte durch
    Multiplikation des rms-Werts mit V2 (~1.414) erhalten. Bei Pulsen der Dauer tp ist die
    lür die Grundbeschränkungen geltende äquivalente Frequenz zu berechnen als
   /     l/(2/P).
5. Bei Frequenzen bis 100 kHz und bei gepulsten Magnetfeldern läßt sich die zu den
     Impulsen gehörende maximale Stromdichte aus den Anstieg-/Abfallzeiten und der
    maximalen Änderungsgeschwindigkeit der Magnetflußdichte errechnen. Die induzierte
    Stromdichte kann dann mit der entsprechenden Grundbeschränkung vergleichen
    werden.
6. Alle SAR-Werte sind über eine beliebige 6-Minuten-Dauer zu mittein.
7. Die örtliche SAR-Mittelungsmasse sind beliebige 10 g benachbartes Gewebe; der so
    ermittelte maximale SAR-Wert sollte zur Expositionsabschätzung herangezogen
    werden.
8. Bei Pulsen der Dauer tp ist die für die Grundbeschränkungen geltende äquivalente
    Frequenz zu berechnen a l s / = l/(2/p). Bei gepulsten Expositionen im Frequenzbereich
    0,3 bis 10 GHz und bei lokalisierten Expositionen des Kopfes wird zur Begrenzung
    bzw. Vermeidung auditiver Effekte durch thermoelastische Dehnung als zusätzliche
    Grundbeschränkung empfohlen, daß die über 10 g Gewebe gemittelte SA 2mJ kg"1
     nicht überschreitet.
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ANHANG III
Referenzwerte
Referenzwerte werden zum Vergleich mit den Meßwerten angegeben Die Einhaltung
aller empfohlenen Referenzwerte gewährleistet auch die Einhaltung der
Grundbeschränkungen.
Sind die Meßwerte größer als die Referenzwerte, bedeutet dies nicht zwangsläufig auch
eine Überschreitung der Grundbeschränkungen. Es sollte dann aber geprüft werden, ob
die Expositionswerte unter den Grundbeschränkungen liegen.
Die Referenzwerte für die Expositionsbegrenzung werden aus den Grundbeschränkungen
für den Zustand einer maximalen Kopplung des Feldes an die exponierte Einzelperson
ermittelt, wodurch ein maximaler Schutz erzielt wird. Ein Überblick über die
Referenzwerte enthält Tabelle 2 und 3. Die Referenzwerte sollen generell über die
Körperdimension der exponierten Einzelperson räumlich gemittelte Werte sein, jedoch mit
dem wichtigen Gebot, daß die örtlichen Expositionsgrundbeschränkungen nicht
überschritten werden.
In bestimmten Situationen bei stark lokalisierter Exposition - etwa bei Handtelefonen und
dem menschlichen Kopf- ist von der Anwendung der Referenzwerte abzuraten. In diesen
Fällen sollte die Einhaltung der örtlichen Grundbeschränkung direkt bewertet werden.
 ---pagebreak---                                                 26
Referenzwerte für elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder
Tabelle 2:       Referenzwerte für elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder
                 (0 Hz - 300 GHz, ungestörte rms-Werte).
  Froqucnzbereich         E-Fcld-        H-Fcld-         B-Feld     Aquivalcntc    Lci-
                          stärke         stärke          <uT)       stungsdichtc    fiir
                          (V/m)          (A/m)                      cbene Wcllcn
                                                                    Sco (W/m2)
  0-1 Hz                   -             3.2 x 104       4xl0 4       -
  1-8 Hz                   10,000        3.2xl04/f*      4xl04/f*     -
  8 - 25 Hz                10,000        4,000/f         5,000/f      -
  0.025-0.8 kHz           250/f          4/f             5/f          -
  0.8-3 kHz               250/f          5               6.25         -
  3 - 150 kHz             87             5               6.25         -
  0.15- 1 MHz             87             0.73/f          0.92/f       -
  l-IOMHz                 87/f"2         0.73/f          0.92/f       -
  10-400 MHz              28             0.073           0.092        2
  400 - 2000 MHz           1.375 f"2     0.0037 f"2      0.0046 f"2   f/200
  2 - 300 GHz             61             0.16            0.20         10
Hinweise:
1.      / w i e in der Frequenzbereichsspalte.
2.       Bei Frequenzen zwischen 100 kHz und 10 GHz sind #«,, E2, H2 und B2 über einen
         beliebigen 6-Minuten-Zeitraum zu mittein.
3.       Bei Frequenzen über 10 Ghz sind «S'cq, E 2 , H2 und B2 über jeden beliebigen 68// °5-
         Minuten-Zeitraum zu mittein (/in GHz).
4.       Kein E-Feld-Wert wird für Frequenzen <l Hz angegeben, bei denen es sich um
         statische elektrische Felder handelt. Bei den meisten Menschen sind elektrische
         Oberflächenladungen bei Feldstärken unter 25 kV/m nicht störend wahrnehmbar.
         Belastende bzw. störende Funkenentladungen sind zu vermeiden.
Bei Spitzenwerten gelten für die E-Feldstärke (V/m), H-Feldstärke (A/m) und das B-Feld
(uT) folgende Referenzwerte:
-    Bei Frequenzen bis 100 kHz werden die maximalen Referenzwerte durch
     Multiplikation der entsprechenden rms-Werte mit V2 (-1.414) ermittelt. Bei
     Impulsdauern von /p ist die jeweilige äquivalente Frequenz zu errechnen als
     / = l/(2/p).
-    Bei Frequenzen zwischen 100 kHz und 10 MHz sind die maximalen Referenzwerte
     durch Multiplikation der entsprechenden rms-Werte mit
                   10" zu ermitteln, wobei a = (0.665 log(f/105)+0.176), fin kHz.
-    Bei Frequenzen zwischen 10 MHz und 300 GHz sind die maximalen Referenzwerte
     durch Multiplikation der entsprechenden rms-Werte mit 32 zu ermitteln.
 ---pagebreak---                                               27
Obwohl über die Beziehung zwischen biologischen Wirkungen und Spitzenwerten von
Impulsfeldern nur wenig bekannt ist, wird vorgeschlagen, daß bei Frequenzen über
 10 Milz das über die Impulsbreite gemittelte Seq das Tausendfache der Referenzwerte
nicht überschreiten sollte oder daß die Feldstärken das 32fache der Feldstäike-
Referenzwei le nicht überschreiten sollten. Bei Frequenzen zwischen etwa 0,3 (ill/, und
mehreren GHz und bei lokalisierter Exposition des Kopfes muß zur Begrenzung bzw.
Vermeidung auditiver Effekte durch thermoelastische Dehnung die spezitische Impuls-
absorption begrenzt werden. In diesem Frequenzbereich entspricht der SA-Schwellenwert
von 4-16 mJ kg"1 zur Erzeugung dieser Wirkung bei 30-us-Impulsen, SAR-Spitzenwerten
von 130-520 W kg"1 im Gehirn. Zwischen 100 kHz und 10 MHz ergeben sich
Spitzenwerte für die Feldstärken durch Interpolation des 1,5-Fold-Peak bei 100 kHz zum
32-Fold-Peak bei 10 MHz.
Kontakt- und Extremitätenströme
Bei Frequenzen bis 110 MHz werden zur Vermeidung einer Gefahrdung durch
Kontaktströme zusätzliche Referenzwerte empfohlen. Die Kontaktstrom-Referenzwerte
sind    in     Tabelle 3   angegeben.       Dabei   wurde     berücksichtigt, daß    die
Schwellenkontaktströme, die biologische Reaktionen bei Frauen und Kindern hervorrufen,
etwa zwei Drittel bzw. die I lälllc der Werte für Männer betragen.
Tabelle 3 :      Referenzwerte für Kontaktströme durch Leiter (f in kHz)
   Frequenzbereich                    Maximaler
                                      Kontaktstrom
                                      £mA)
   0 Hz -2.5 kHz                      0.5
   2.5 kHz-100 kHz                    0.2 f
    100 kHz- 110 MHz                  20
Für den Frequenzbereich 10 MHz bis 110 MHz wird ein Referenzwert von 45 m A -
bezogen auf den durch eine beliebige Extremität tretenden Strom empfohlen Damit sol
die lokalisierte SAR über einen beliebigen 6-Minuten-Zeitraum begrenzt werden
 ---pagebreak---                                                 28
 ANHANG IV
 Exposition durch Mchrfrcquciizqucllcii
 Bei gleichzeitiger Exposition durch Felder unterschiedlicher Frequenzen muß die
 Möglichkeit erwogen weiden, daß diese Expositionen sich in ihren Wirkungen summieren.
 Berechnungen auf der Grundlage einer solchen Summierung sind für jede Wirkung separat
 durchzuführen; so sind für thermische und elektrische Anregungseffekte am Körper
 separate Bewertungen vorzunehmen.
 Grundbeschränkungen
 Bei gleichzeitiger Exposition durch Felder unterschiedlicher Frequenzen sollten in bezug
 auf die Grundbeschränkungen nachstehende Kriterien erfüllt werden.
 Bei elektrischer Anregung und Frequenzen von 1 Hz bis 10 MHz sind die induzierten
 Stromdichten zu addieren nach:
                                       löStlh    .
                                        / Illz J l.,i
 Bei thermischen Wirkungen ab 100 kHz sind die spezifische Energieabsorptionsraten und
 Leistungsdichten zu addieren nach:
                            10GHz   0 À n         300GHz  0
                           / 100kHz SARl            j IOGHZSL
Dabei ist
.1, die Stromdichte bei der Frequenz i;
Ji , die Slronulichle-Grundbeschriinkung bei der Frequenz i nach Tabelle I.
SAR, die SAR durch Exposition bei der Frequenz i,
SARL die SAR-Grundbeschränkung nach Tabelle 1 ;
Sj die Leistungsdichte bei der Frequenz i;
SL die Leistungsdichte-Grundbeschränkung nach Tabelle 1.
 ---pagebreak---                                                 29
 Referenzwerte
Bei der Anwendung der Grundbeschränkungen sind folgende Kriterien für die
 Referenzwerte der Feldstärken anzuwenden.
Bei induzierten Stromdichten und elektrischen AnregungsWirkungen bis 10 MHz sind die
beiden folgenden Anforderungen an die Feldniveaus zu erfüllen:
                                   IMIlz  r       10MHz     r
                                  iwz    Eu      i irfiiz   a
und
                                 150kHz JJ
                                              +     WMHz JJ
                                 If Z **'
                                j 1Hz ti L,j     j -lSOktlzD
Dabei ist:
Ej die elektrische Feldstärke bei der Frequenz i;
Ei.i der Referenzwert der elektrischen Feldstärke nach Tabelle 2;
Hj die magnetische Feldstärke bei der Frequenz j ;
I h., der Referenzwerl der magnetischen Feldstärke nach Tabelle 2;
a beträgt 87 V/m, b beträgt 5 A/m ( 6.25 uT).
Im Vergleich zu den ICNIRP-Leitlinien1, die sich sowohl mit beruflicher als auch mit
allgemeiner        Exposition       befassen,     entsprechen        die     Grenzpunkte         den
Expositionsbedingungen für Einzelpersonen der Bevölkerung.
Die Anwendung konstanter Werte (a und b) oberhalb 1 MHz für das elektrische Feld und
oberhalb 150 kHz für das Magnetfeld ist darauf zurückzuführen, daß die Summierung auf
induzierten Stromdichten beruht, und ist nicht mit den Verhältnissen bei der thermischen
Wirkung zu verwechseln. Letztere bildet die Grundlage für E|„-tund HL.j oberhalb 1 MHz
bzw. 150 kHz nach Tabelle 2.
1
    Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung. Guidelines for Limiting
    Exposure to Time-Varying Electric, Magnetic, and Electromagnetic Fields (up to 300 GHz). Health
    Phys.; im Druck
 ---pagebreak---                                                 30
 Für thermische Wirkungen ab 100 kHz gelten für die Feldniveaus die beiden folgenden
 Anforderungen:
                             IMIlz     „     .WOGIIz
                                       C
                           / lOOkllz          i -IMIlz   &U
 und
                            150kHz            300GHz
                                   (—)+ Er—)*i
                         j lootdiz d         j .i50kllz H/^j
 Dabei ist:
 Ei die elektrische Feldstärke bei der Frequenz i;
 Ei,. ; der Referenzwert für das elektrische Feld nach Tabelle 2;
 Hj die magnetische Feldstärke bei der Frequenz j ;
H|„ j der Magnetfeld-Referenzwert nach Tabelle 2;
c beträgt 87/f"2 V/m, d beträgt 0.73/f A/m.
Auch hier wurden gegenüber den ICNIRP-Leitlinien einige Anpassungen                  zur
Berücksichtigung lediglich der Exposition der Bevölkerung vorgenommen.
Für Extremitäten- bzw. Kontaktstrom sollten die folgenden Anforderungen erfüllt werden:
                          UOM/Iz (   i   Y             UQMIk
                                                       MOMIfz f
                                       k
                                           <i           y A- <i
                         k=U)MllzK J'-k  J
Dabei ist:
Ik die Extremitätenstrom-Komponente bei der Frequenz k;
IL,IC der Referenzwert  für Extremitätenstrom, 45 mA;
In die Kontaktstrom-Komponente bei der Frequenz n;
Ic.n der Referenzwert für Kontaktstrom bei der Frequenz n (siehe Tabelle 3).
Die obigen Summierungsformeln unterstellen bei den Feldern aus Mehrfachquellen Worst-
case-Bedingungen. Als Ergebnis können die typischen Expositionssituationen in der Praxis
zu weniger restriktiven Expositionswerten führen, als die obigen Formeln für die
Referenzwerte ergeben.
 ---pagebreak---                                      *b1
                                                                    ISSN 0254-1467
                                                       KOM(98) 268 endg.
                                         DOKUMENTE
DE                                                            05    15  12 14
                                    Katalognummer : CB-CO-98-298-DE-C
                                                            ISBN 92-78-35919-X
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg