CELEX: 51980PC0382
Language: de
Date: 1980-07-11
Title: VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES ZUR VERABSCHIEDUNG EINES ZWEITEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROGRAMMS DER EUROPÄISCHEN ATOMGEMEINSCHAFT AUF DEM GEBIET DER URANSCHÜRFUNG UND URANGEWINNUNG (INDIREKTE AKTION 1981-1984) (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (80) 382
Vol. 1980/0135
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                         KOM(80 ) 382 endg .
                                                         Brüssel - den 11 . Juli 1980
                                   /*y          <=>   .    \v\
                                                ^ 13        ν<^\
                                  /: ;y         o>
                                  M .           ^
                                                 : ?, M
                                                     »>  »
                                 :k EINEN
                                        <i BESCHLUSS i f DE H
                  VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS               STRATES
             ZUR VERABSCHIEDUNG    EINES      ZWEITEN
                                      EINES ZWEITIN
                                    ^ /*V
                                                              FORSCHUNGS- UND
                  ENTWINCKLUNGSPROGRAMMS DER EUROPÄISCHEN     ÄISCHEN
                     ATOMGEMEINSCHAFT AUF DEM GEBIET DER
                      URANSCHÜRFUNG UND URANGEWINNUNG
                        ( INDIREKTE AKTION 1981-1984 )
                   (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
 K0M(80 ) 382 endg .
 ---pagebreak---                                            & -
                                 INHALTSVERZEICHNIS
                                                                        Seite
I. .   EINFÜHRUNG                                                           3
      1.1      Uranbedarf                                                   3
      1.2      Uranschurfung. in der Gemeinschaft                           7
II .  DAS ERSTE F & E - PROGRAMM IM BEREICH DER URANSCHÜRFUNG
      UND URANGEWINNUNG : ZIELSETZUNGEN UND ERHOFFTE ERGEBNISSE             8
                   *
III . ZWEITES PROGRAMM IM BEREICH DER URANSCHÜRFUNG UND DER
      URANGEWINNUNG                                                        11
      A.       WISSENSCHAFTLICHER UND TECHNISCHER INHALT                   11
      1.       F&E IM BEREICH DER URANSCHÜRFUNG                            11
      1.1      Entdeckung von Uranprovinzen - Urangeologie und
               Lagerstättenkunde                                           11
      1.2      Schurfungsverfahren                                         13
      1.3      Transport und Ablagerung von Uran                           17
      1.4      Bohr lochmessung                                            18
      2.       F&E - IM BEREICH DER URANGEWINNUNG UND - RÜCKGEWINNUNG      20
      2.1      Urangewinnung aus phosphorsäurehaltigen Flüssigkeiten       21
      2.2    " Urangewinnung aus Phosphatsedimenten                        21
  \   2.3      Urangewinnung bei der Aufbereitung der Abfälle von
               phosphatischem Gestein                                      22
      2.4      Urangewinnung durch Auslaugung von Abraum und aufge­
               häuften Erzen sowie durch bakterielle Laugung oder
               durch In-situ-Laugung ,                            ,        22
      2.5      Hochtemperatur-, Hochdrucklaugung                           23
      2.6      Gewinnung von Uran und sonstigen Wertstoffen aus
               Abbrand und anderen armen Ressourcen                        23
      2.7      Andere technische Aspekte im Zusammenhang mit dem
              Uranbergbau                                                 23
                                                                      .
      B.       FINANZIERUNG UND ABWICKLUNG DES F&E-PROGRAMMS              24
'     VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES                             25
         .    ANHANG A                                                    27
      FINANZB0GEN                                                         29
      STELLUNGNAHME DES WISSENSCHAFTLICHEN UND TECHNISCHEN AUSSCHUSSES    33
 ---pagebreak---                                          - 3 -
. EINFÜHRUNG
   Der vorliegende Vorschlag betrifft die Fortschreibung des ersten For-
   schungs - und Entwicklungsprogramms im Bereich der Uranschürf ung und Uran'
   gewinnung , das der Rat am 6 . März 1978 angenommen hat ( 1 ) und das am 31 .
   Dezember 1980 ausläuft .                                                   ,
   Um die notwendige Kontinuität der Forschungsanstrengungen der Gemein­
   schaft auf diesem Gebiet sicherzustellen , wird nunmehr eine Vierjahres-
   aktion vorgeschlagen . Es ist jedoch geplant , am 1 . Januar 1982 diese zu­
   sammen mit anderen Aktionen in ein umfassendes F&E-Programm auf dem Roh-
   stoffsektor aufzunehmen , das in Unterprogramme gegliedert wird . Dieser
  Vorschlag würde dann eines davon sein . Eine solche Gruppierung ent­
  spricht den Ergebnissen des Forschungsrates vom 20 . Dezember 1979 , in
  denen eine Konzentration der F&E-Programme der Gemeinschaft auf Sektoren
  von vorrangigem Interesse ( einschliesslich Energie , Rohstoffe , Umwelt­
  schutz , Landwirtschaft und bestimmte Sektoren der industriellen F&E )
  und eine Rationalisierung der Verfahren zu ihrer Ausarbeitung , Annahme
  und Durchführung empfohlen wurde . Die vorgeschlagene Gruppierung wird um
  ein Jahr verschoben , damit sie mit dem Ende des laufenden F&E-Programms
  über primäre Rohstoffe ( 2 ) zusammenfällt .
  Die' Förderung von F&E im Bereich der Uranschürfung und Urangewinnung .
  durch die Gemeinschaft ist eine der Aktionen , die die Kommission gegen­
  wärtig durchführt , um eine ausreichende und sichere Natururanversorgung
  in der Gemeinschaft zu gewährleisten .                                    '
  Innerhalb der Gemeinschaft leistet die Kommission im Rahmen von Artikel
  70 des Euratomvertrags einen finanziellen Beitrag zur Uranschürfung .
  Ferner ist die Kommission auch ausserhalb der Gemeinschaft tätig , um
  die Uranversorgung der Mitgliedstaaten durch . Verbesserung der Bedingun­
  gen zu erleichtern, unter denen Industriefirmen der Gemeinschaft ^ in
  Drittländern Uranschürfung und Urangewinnung betreiben können .
  Die Notwendigkeit , F&E zu finanzieren , ergibt sich aus dem wachsenden
  Natururanbedarf der Gemeinschaft . Deshalb müssen modernere Uranschür-
  fungsmethoden und eine weiter fortgeschrittene Technologie der Urange-
  winnung und -aufbereitung entwickelt werden , um potentielle Uranreser-
  ven verwerten und abbauen zu können . ,                       ,
  1 .1      Uranbedarf                ,       ■  ■
            Am 1 . Januar 1979 betrug die gesamte Kraftwerkskapazitat der
            Europäischen Gemeinschaft 303 GWe ( brutto ). Sie verteilte sich
            wie folgt ( 3 ):
                                                     GWe ( brutto )
            Konventionelle Wärmekraftwerke             232,2
            Wasserkraftwerke                            45,3
            Kernkraftwerke                              25, 6
                                        EG insgesamt   303,1
    ( 1 ) ABl . L 72    vom 14 . März 1978
    ( 2 ) ABl . L 72    vom 14 . März 1978         _                            '
    ( 3)' Investitionsvorhaben auf dem Elektrizitätssektor der Gemeinschaft
                                                              K0M(79 ) 719 endg .
 ---pagebreak---    Die Netto-Elektrizitätserzeugung der Gemeinschaft betrug 1979 ca . 1,18 Mio
   GWh ; davon wurden etwa 10,8 % aus Kernenergie gewonnen gegenüber 10,2 % 1978
   ( 1 ). Dies stellt eine Einsparung von 28 Millionen Tonnen Rohöl-Einheiten
  dar . Bei der Elektrizitätserzeugung in der Gemeinschaft tendiert man zuneh­
  mend zum Ausbau von Kernkraftwerken bzw . Kraftwerken , die feste Brennstoffe
  verbrauchen und zu einem schrittweisen Abbau der öl - und gasbetri ebenen
^ Kraftwerke .
  Auf seiner Sitzung vom 13 « Februar 1975 befürwortete der Rat die Förderung
  wirtschaftlicher und sicherer Uranvorkommen innerhalb der Gemeinschaft .
  Weiter regte er an , es solle geprüft werden , ob und wie in verschiedenen
  Bereichen Massnahmen ergriffen werden sollten einschliesslich der Prospek­
  tion von Mineralien ." In dem Kommissionspapier über die energiepolitischen
  Zielsetzungen der Gemeinschaft für 1990 und die Konvergenz der Politik der
  verschiedenen Mitgliedstaaten ( 2 ) wurde festgestellt , dass die energiepo­
   litischen Zielsetzungen der Gemeinschaft folgende Aspekte enthalten soll­
  ten :       ■. i -        ^ ■     ,                                .- ■
  -     Wachsende Nutzung fester Brennstoffe sowie der Kernenergie zur
        Elektrizitätserzeugung
  -     Verstärkte Nutzung heimischer konventioneller Energieträger und
        Förderung neuer Energiequellen                           -
  -     Sicherung der Energieversorgung aus dem Ausland durch verstärkte
      - Diversifizierung
  -     Eine Preispolitik , die die Kosten der Energieversorgung deckt , das
        Gleichgewicht der Energiebilanz gewährleistet und zu Energieein-
        sparungen ermutigt .
  In diesem Papier betonte die Kommission weiterhin , es müssten Massnahmen
  zur verstärkten Nutzung von festen Brennstoffen und Kernenergie ergriffen
  werden . Diese Energieträger müssten mindestens 70 bis 75 % der Elektrizi-
  tätserzeugung decken . Konkret bedeutet dies , dass jeder Mitgliedstaat zur
  Erreichung dieses auf die gesamte Gemeinschaft bezogenen Prozentsatzes
 beitragen sollte . Insbesondere durch :
 -      Vermehrten Einsatz fester Brennstoffe in Kraftwerken und bestimmten
        Industrien                                                  ■ ' •
 -      Wiederaufgreifen von Kernenergieprogrammen , soweit dies immer möglich
        ist .
  Im Augenblick ( 1980 ) wird in der Gemeinschaft etwa 31,6 GWe installierte
 elektrische Leistung aus Kernenergie erzeugt . Wie Tabelle I zeigt , rechnet
 man heute damit , dass Eride 1985 etwa 75 GWe und 1990 130 GWe aus Kern­
 energie erzeugt wird . 1980 beträgt der Bedarf an Natururan etwa 11.400 t ,
 aber in Zukunft wird er natürlich beträchtlich ansteigen .
  ( 1 ) Vorläufige    Eurostat-Zahlen - elektrische Energie 6.2.80
  ( 2 ) K0M(79 ) 316
 ---pagebreak---                                    T A B E L L E
             VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DER ELEKTRISCHEN LEISTUNG AUS
                          KERNENERGIE UND DES URANBEDARFS
                                     < 1980 bis 1990 )
                                                1980      1985      1990
             Installierte elektrische
             Leistung aus Kernenergie
             ( in GWe )                         31,6       75        130
             X der gesamten elektrischen
            Leistung                            12         26         35
            Uranbedarf ( in 1000 Tonnen )       11,4       16         24
            Uranbedarf , kumuliert
            ab 1980                             11,4       90        200
Die Mitgliedstaaten importieren etwa 80 % ihres Natururanbedarfs . Die EG-
Produktion liegt bei etwa 2.300 t , wovon Frankreich wiederum bei weitem den
grössten Teil liefert ( siehe Tabelle II ). Wahrscheinlich wird nicht nur
unsere Abhängigkeit von Natururanimporten prozentual weiter wachsen . Auch
die benötigten Natururanmengen ( in absoluten Zahlen ) dürften bis mindestens
1990 sprunghaft ansteigen ( siehe Tabelle I ). Unsere augenblicklichen hinrei­
chend gesicherten Uranressourcen ( siehe Tabelle III ) können nur einen Teil
unseres Bedarfs decken , und die zusätzlichen Uranvorkommen müssen erst noch
gefunden werden , vor allem durch die Entwicklung neuer Schürfverfahren . Die
potentiellen Uranvorkommen einiger Mitgliedsländer £z . B. Irland , Dänemark
( GrönlandU müssen noch weiter bewertet werden und könnten zusätzliche
Ressourcen bringen . Zusammen mit den F&E-Anstrengungen im Bereich der Uran-
gewinnung ( z . B. durch Urangewinnung aus Phosphatgesteinen) könnten diese
möglichen zusätzlichen Ressourcen unsere Abhängigkeit von anderen Ländern
verringern , das Defizit unserer Zahlungsbilanz verbessern und gleichzeitig
der Gemeinschaftsindustrie neue Methoden an die Hand geben , die diese so­
wohl innerhalb als auch ausserhalb der EG einsetzen kann .
                                  TABELLE            II
                                                                     (1 )
                   URANPRODUKTION IN DER GEMEINSCHAFT ( in Tonnen )
                                  vor 1977      1977     1978    1979 ( geplant )
             FRANKREICH             23.133      2.097    2.183   2.180
            BUNDESREPUBLIK
            DEUTSCHLAND                 151,1      14,7     41,1   n.a .
            EG INSGESAMT            23.284,1    2.111,7 2.224,1
            GES . WESTL . WELT    469.933      28.852   33.900
 ( 1 ) Quelle : Uranium - reserves , production and demand
                 NEA and AIEA - OECD report Dec . 1979
 ---pagebreak---                                T A B E L L E    III
                    URANRESERVEN UND ZUSATZLICHE VORRATE ( in 1000 t U )
                        I. Hinreichend gesicherte Reserven
                                                                Insgesamt
Kostengruppe                <i 80 / kg U     S 80-130 / kg U <2 130 / kg U
DANEMARK ( GRONLAND ) _                             27             27
FRANKREICH                       39,6               15,7           55,3
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND        4                  0,5             4,5
ITALIEN                           -              •   1,2             1,2
EG INSGESAMT                     43,6               44,4           88,0
GESAMTE WESTL . WELT'         1.85Q                740          2.590
                                           \
                       II . Geschätzte zusätzliche Ressourcen ( in 1000
                                                                Insgesamt
Kostengruppe      '         4 i 80 / kg U    i 80-130 / kg U <i 130 / kg U
DANEMARK ( GRONLAND )                               16              16
FRANKREICH                       26,2               20             46,2
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND        7,0                0,5      1      7,5
ITALIEN                     '                        2               2"
EG INSGESAMT                     33,2               38,5           71,7
GESAMTE WESTL . WELT          1.480                970,0        2.450
( 1 ) Quelle : Uranium - reserves , production and demand
               NEA and AIEA - OECD report Dec . 1979
 ---pagebreak---                                 - 7 -
1 .2  Uranschürfung in der Gemeinschaft
      Die Uranschürfung ist eines der Gebiete , auf dem die Gemeinschaft
      eine wirklich integrierte Versorgungspolitik hat . Im Rahmen von
      Artikel 70 Euratom-Vertrag hat die Kommission seit 1976 Uran-
      schürf ungsprogramme in den Mitgliedstaaten gefördert . Diese Pro­
      gramme waren erfolgreich , denn sie führten zur Entdeckung be­
      trächtlicher neuer Uranreserven in Grönland und in Italien . In
      der Bundesrepublik und in Irland sind neue Uranvorkommen gefunden
      worden . Es wird beabsichtigt , diese Programme zusammen mit den
      nicht im Rahmen von Artikel 70 finanzierten Programmen weiterzufüh­
      ren und auszubauen , damit die potentiellen Uranreserven der Ge­
     meinschaft vollständig bewertet werden können .
      In diesem Zusammenhang ist die Förderung der Erforschung und Ent­
     wicklung neuer Urantechnologien unverzichtbar , damit neue Instru­
     mente zur Entdeckung neuer Uranprovinzen und spezifische Vorkommen
     zum Nutzen der gesamten Gemeinschaft entwickelt werden können .
     Ausserdem ist F&E wichtig zur Verbesserung der Erzaufbereitungs-
     verfahren sowie zur Gewinnung von Uran aus armen Ressourcen . Wei­
     terhin dürften die Ergebnisse des F&E-Programms auch ausserhalb
     der Gemeinschaft nützliche Anwendungsmöglichkeiten finden . Es sei
     darauf hingewiesen , dass auf Gemeinschaftsebene dort , wo F&E so­
     wie Schürfungsprogramme erfolgreich durchgeführt wurden , auch wei­
     tere Mechanismen zur Förderung der Uranproduktion ( über Euratom-
     Anleihen , Kredite der Euratom-Versorgungsagentur usw .) zur Verfü­
     gung stehen oder vorgeschlagen sind .
 ---pagebreak---                                           - 8 -
 II .   DAS ERSTE F8E-PR0GRAMM AUF DEM GEBIET DER URANSCHORFUNG UND URAN- '
        GEWINNUNG :
       n
                         ZIELSETZUNGEN UND ERHOFFTE ERGEBNISSE
       Am 6 . März 1978 nahm der Rat das erste F&E-Programm auf dem Gebiet der
       Uranschürfung und Urangewinnung an ( 1 ). Hauptziel dieses Programms war
       die Steigerung der £G-Uranversorgung angesichts des wachsenden Bedarfs .
       Dieses erforderte F&E im Bereich der Uranschürfung und Urangewinnung ,
       und zwar aus folgenden Gründen :
            Steigende Preise für 01 / das die EG zum grössten Teil aus Dritt­
             ländern importieren tr.uss ;                      >
             wachsende Urannachfrage zur Erzeugung elektrischer Energie sowohl
             in der gesamten Welt als auch innerhalb der EG ;
        -    steigende Uranpreise , wodurch auch der Abbau von Uran aus armen
             Ressourcen wirtschaftlich wird ;
             notwendige Entwicklung neuer Prospektionsverfahren , da es schwierig
             ist , sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Gemeinschaft neue
             Uranvorkommen zu entdecken ;
        -    notwendige Entwicklung weniger kostspieliger Urangewinnungs- -
             methoden und neuer Verfahren zur Gewinnung von Uran aus poten­
             tiellen Ressourcen .
        Die F&E-Ziele auf dem Gebiet der Uranschürfung waren :
             Die Verbesserung geologischer Kenntnisse und interpretati ver
             Fähigkeiten bei der Uranschürfung ;
             die Verbesserung der Prospektionsverfahren, die für verschiedene'
             geologische Verhältnisse und Gebiete geeignet sind ;
             die Entwicklung von Verfahren zum Nachweis von Uranvorkommen
             in grosser Tiefe oder unter Deckschichten, die mit traditionellen
             Prospektionsverfahren nicht entdeckt werden können .
                                                                  ι
        Die F&E-Ziele auf dem Gebiet der Urangewinnung waren :
            Die Verbesserung der Urangewinnung aus armen Erzen sowie aus
            anderen bisher ungenutzten Quellen ( z . B. Phosphaten );
            die Entwicklung neuer fortschrittlicher Gewinnungsverfahren
            zum Nutzen der ganzen Gemeinschaft ;
            die Entwicklung neuer Uranaufbereitungsverfahren, die zu              ~
            einer signifikanten Kostensenkung führen .        . .
       Alle diese F&E-Aktionen sind für die Hitgliedstaaten interessant . Sie
       verstärken nicht nur die einzelstaatlichen F&E-Bemühungen, sondern .
       vermeiden darüber hinaus unnütze Doppelarbeiten .
( 1 ) ABl . L 72 vom U. März 1978
 ---pagebreak---                                     - 9 -
  Die im Rahmen des ersten Programms finanzierten F&E-Projekte wurden von
  der Kommission nach Anhörung des Beratenden Programmausschusses aufgrund
  der Qualität oder Originalität ihres wissenschaftlichen Inhalts sowie
  unter Berücksichtigung ihres praktischen Nutzens für die Gemeinschaft
  ausgewählt . Da die meisten Verträge 1979 anliefen , stehen nur vorläufige
  Ergebnisse zur Verfügung . Dennoch ist eine Vielzahl von interessanten
  Entwicklungen im Gange , die wirkungsvoll für die Uranschürfung genutzt
 werden können . Auch im Bereich der Urangewinnung wurden Fortschritte er­
 zielt . Darüber hinaus haben die von der Kommission organisierten Zusam­
 menkünfte zwischen den beteiligten Laboratorien zu einem fruchtbaren
 Austausch von Ideen und Erfahrungen sowie zu einer besseren Koordinierung
 der F&E-Anstrengungen und in einigen Fällen sogar zu einer besseren Aus­
 richtung des F&E-Programms geführt .
 Im Bereich der Uranschürfung besteht das Hauptziel der geologischen und
 lagerstättenkundli chen Forschung darin , die Unterscheidung zwischen erz-
führendem und taubem Gestein zu erleichtern sowie unsere Kenntnisse über
die wichtigsten Faktoren des Urantransports und der Uranablagerung zu
verbessern .
Vorläufige Ergebnisse bestätigen den Wert verschiedener hauptsächlich auf
Gesteinsgeochemie gegründeter Projekte bei der Definition von Indikator-
elementen zur Entdeckung neuer Uranprovinzen vor allem in den graniti-
schen Gebieten der EG und für die Lokalisierung von Uranablagerungen in
einer gegebenen Uranprovinz . Diese Projekte könnten zu einer beträcht­
lichen Verringerung der Schürfungskosten führen und könnten auch neue
Werkzeuge für die Uranprospektion liefern .
Eine vergleichende Untersuchung mehrerer minerali si erter und nichtminera-
lisierter permischer Sedimentationsbecken in Frankreich scheint für die
Festlegung von Kriterien für die Uranschürfung wertvoll zu sein . Sie
könnte auch auf andere kontinentale Sedimentat_ionsformationen in mehre --
ren Mitgliedstaaten ausgedehnt werden . Diese Formationen sind weiterhin-
geologisch wenig erforscht , könnten jedoch wichtige Uranressourcen ent­
halten .      . '         :  .
Das Uranpotential verschiedener alkaliner Gesteine muss bewertet werden .
Augenblicklich wird ein geochemi sches Verfahren zum Nachweis primärer
Uranmineralisierungen getestet .
Die laufenden Projekte über das radioaktive Ungleichgewicht zwi,schen ^
Uran- und seinen Tochtererzeugnissen könnten nützliche Informationen über
Wanderung und Ablagerung von Uran liefern .
 Bedeutsame Fortschritte wurden auch bei der Verbesserung hydrogeoche-
 mischer Prospektionen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen zum
 Nachweis von Uranlagerstätten in granitischen Bereichen erzielt .
 Verschiedene Projekte stehen im Zusammenhang mit der Entwicklung von
  Prospekti onsmethoden , die in Feldversuchen getestet werden . .
  Experimente mit der Messung des Bleiisotopenverhältnisses zum Nachweis
  tiefliegender Uranmineralisierungen machen Fortschritte, und die ana­
  lytischen Probleme dürften in Kürze gelöst sein .
 ---pagebreak---                                'i ^ f* 10 •
 Es wird an einem hochempfindlichen und sehr genauen Plasmamassenspek-
 trometer für rasche Routineanalysen bei der Uranschürfung gearbeitet ,
 dessen Leistung noch weiter verbessert werden soll .
Ausserdem wurde ein neuer Typ eines leistungsfähigeren aktivierten
Holzkohleabsorbers zum Nachweis von Radonemanationen entwickelt , der
 jetzt zusammen mit anderen Verfahren in Feldversuchen erprobt wird .
 Die Einsatzmöglichkeit der Thermolumineszens für die Entdeckung tief-
 liegender Uranmineralisierungen wird an verschiedenen Standorten geprüft ,
wobei das Hauptproblem in der richtigen Auslegung-der Ergebnisse besteht .
Dieses Verfahren wird mit anderen einschlägigen Verfahren verglichen
 ( Emanationsmessung, aktivierte Holzkohleabsorber , Bahnspurendetektoren ).
Ein mit verzögerten Neutronen- arbeitendes Gerät wurde entwickelt und wird
zur Zeit auf seine Brauchbarkeit für die quantitative Uranbestimmung im
Bohrloch getestet . Ein solches Instrument würde, die Bewertung der Uran-
reserven erleichtern .                                                  -
Das Risd National Laboratory ( Dänemark ) verfügt über die Apparaturen zur
Eichung von Feldszinti llometern und Spektrometern ( die zum Teil im Rahmen
des F&E-Programms bereitgestellt wurden ), die zu Vergleichen von Unter­
suchungen innerhalb der EG beitragen können -.      v/.                  „
Im Bereich der Urangewinnung ist es wiederum noch zu früh , um die Ergeb­
nisse der acht vergebenen Verträge zu beurteilen , da diese Verträge erst
spät unterzeichnet wurden . Die Urangewinnung aus phosphorsäurehaltigen
Flüssigkeiten gewinnt in der Industrie zunehmend an Interesse . Mehrere
Forschungsverträge behandeln dieses Problem . Ein Projekt , das gute Fort­
schritte macht , befasst sich mit der Uranrückgewinnung aus bei Nassver-
fahren anfallender Phosphorsäure . Dabei werden zur Urantrennung Molekül-
gruppen benutzt , die das Uran anlagern und die dann in feste Substrate
eingeschlossen werden . Auf dem gleichen Gebiet werden noch zwei weitere
Projekte in der EG finanziert ( in Belgien und in Holland ).
Ausser den Arbeiten über phosph'atisches Gestein läuft ein Projekt zur
Untersuchung der Urangewinnung aus einer grösseren Lagerstätte^schwer
aufschliessbaren Erzes in Grönland . Ein weiteres gefördertes Projekt        ,
untersucht die Säureauslaugung unter Druck zur Rückgewinnung von Uran-
abfällen aus schwer aufschliessbaren Erzen .            ,
Im Bereich der In-situ-Laugung beschäftigt sich ein Projekt fliit der Ent­
wicklung eines Laugungsverfahrens zur Gewinnung von Uran aus kleinen
bzw . armen Uranerzvorkommen in Graniten . Dieses Projekt ist vielverspre-
chend , und wenn die Ergebnisse positiv ausfallen , könnte Uran aus vielen ,
in der gesamten EG verteilten kleinen Vorkommen abgebaut werden .
 ---pagebreak---                                       - 11 -
III . ZWEITES PROGRAMM AUF DEM GEBIET DER URANSCHÜRFUNG UND URANGEWINNUNG
  A. WISSENSCHAFTLICHER UND TECHNISCHER INHALT
  1.   F&E AUF DEM GEBIET DER URANSCHÜRFUNG
       Die Entwicklung und Verbesserung der Methoden zur Erkennung neuer
      Uranprovinzen und Üranvorkommen ist für die EG von eminenter Bedeu­
      tung . Dadurch würden sich nicht nur unsere eigenen Uranreserven ver-
      grössern , sondern auch nützliche Anwendungsmöglichkeiten in Dritt­
       ländern eröffnen . Ein solches F&E-Programm ist gerechtfertigt , weil
      klassische radiometrische Verfahren nur Hinweise auf zutage tretende
      oder nahe unter der Oberfläche gelegene Uranmineralisierungen geben
      und Uranvorkommen immer schwerer zu finden sind . In vielen Fällen
      kann man mit den traditionellen Verfahren keine Ergebnisse erzielen ,
      vor allem in stark verwitterten Gebieten oder bei in grosser Tiefe
      liegenden Uranmineralisierungen . Daher müssen neue Methoden und Kri-
  -   Serien für den Nachweis neuer Uranprovinzen und für die Entdeckung
      spezifischer Uranvorkommen entwickelt werden . Die meisten der weiter
      unten im Kapitel " Schürfungsverfahren " behandelten Themen gelten so­
      wohl für die Entdeckung neuer Uranprovinzen als auch für die Pro­
      spektion von Uranerzkörpern innerhalb einer bekannten Uranprovinz .
      Darüber hinaus kann eine bessere Kenntnis des Verhaltens des Urans
     und seiner Folgeprodukte neue Instrumente für die Uranschürfung lie­
     fern und die Interpretation der Prospektionsergebnisse verbessern .
     In Fortschreibung des ersten Programms sind die Ziele der F&E-Aktionen
     auf dem Gebiet der Uranschürfung :
     -    Neue Techniken für die Gemeinschaftsindustrie zur Uranschürfung
           innerhalb und ausserhalb der EG zu liefern ;
     -    unsere Grundlagenkenntnisse und die Interpretation der Daten bei
          der Uranprospektion zu verbessern ;
     -    die jeweils beste Methode für die verschiedenen geologischen
          und klimatischen Verhältnisse zu definieren;
     -     eine bessere Koordinierung der F&E auf dem Gebiet der Uran-
           schürfung zu erreichen ;
      - die Prospektionskosten zu senken . |
      Eine enge praktische Verbindung des F&E-Programms über Uranschürfung
      mit den nationalen Prospektionsprogrämmen und denjenigen , die im Rah­
      men von Artikel 70 Euratom-Vertrag unterstützt werden , wäre für die
      Gemeinschaft von grossem Nutzen . Ausserdem wurde unter Berücksichti­
      gung der Arbeiten der Kernenergieagentur ( OECD ) und der gemeinsamen
      Sachverständigengruppe für F&E im Bereich der Uranschürfungsverfahren
      der Internationalen Atomenergieagentur ( IAEA ) der Forschungsbedarf
      festgestellt .
      1 .1     Entdeckung von Uranprovinzen - Urangeologie und   Lagerstätten-
               kunde
               Neue Uranprovinzen könnten in den granitischen und vulkanischen
               Gebieten der EG sowie den daran angrenzenden Becken mit Sedi-
               mentablagerungen gefunden werden . Darüber hinaus herrscht noch
               eine grosse Ungewissheit über mögliche Uranvorkommen in alka-
 ---pagebreak---    Linen Gesteinen . Obwohl die Uranmineralisierungen im Herzynikum
  innerhalb der EG recht gut bekannt sind , bedarf es weit besserer
  Kenntnisse über die Urankonzentrationsprozesse auf regionaler
  Ebene . Ausserdem sollte das Uranpotential der präkambrischen ,
  der kaledonischen sowie der tertiären Intrusiv- und Ergussge-
  steine bewertet werden ( z . B. der Donegal-Granit ) .
  Die unter dem ersten Programm begonnene Forschung muss ausge­
  baut und verstärkt werden , damit die Kenntnisse über - die wich­
  tigsten Faktoren der Uranmineralisierung vertieft und die grund­
  legenden Informationen über die Uranerzentstehung in verschie­
  denen geologischen Gebieten ( graniti sehe , vulkanische , alkaline
  oder sedimentäre Gesteine ) verbessert werden können . Die Bezie­
  hungen zwischen Uranmineralisierung und Muttergestein , Tektonik
  und Gesteinsgeochemie müssen sorgfältig untersucht werden .
  Fortschritte auf diesem Gebiet sind erforderlich , um der Uran-
  schürfungsplanung durch die Gemeinschaftsindustrie innerhalb
  und ausserhalb der EG bessere Grundlageninformationen liefern
  zu können .         "
  F&E ist notwendig zur Entdeckung neuer Uranprovinzen in ver-'
  schiedenen geologischen Gebieten :
  a ) Granitische Gebiete       :
  Uranmineralisierung im Zusammenhang mit Granitintrusionen sind
  hauptsächlich auf postmagmatische Vorgänge oder spätere Uran-
  remobi lisierungen in. akzessorischen Gemengeteilen zurückzufüh­
  ren . Fortschritte wären möglich durch :       -
  -   Anwendung weiterer mineralogischer und geochemi scher Kri - ^
      terien , die eine Unterscheidung zwischen erzführenden und
      tauben Graniten .erlauben;
  -   bessere Kenntnisse der Remobi lisierungs - und Rekonzentrie-    •
      rungsvorgänge und der strukturellen Faktoren , die zur Uran-
      mineralisierung führen .                                  ^
  b ) Saure Eruptivgesteine ( z.b . Rheinland-Pfalz , Alpen )
s Saure Eruptivgesteine und damit verbundene Sedimente könnten
  möglicherweise Uran enthalten . In diesen Gebieten sollte die
  Forschung daher :
  -   das Uranpotential saurer Ergussgesteine in der EG sowie die
      möglichen strukturellen Faktoren der Mineralisationen be­
      werten;                   ^                     '
  -   unsere Kenntnisse der Geochemie sowie der Vorgänge , die zur
      Uranmineralisierung führen , vermehren .
  c ) Alkaline Gesteine
 Auch in alkalinen Gesteinen einschliesslich Karbonatiten ( z.B.
 Grönland , Latium ) kann es zu Uranmineralisationen kommen . For­
  schung soll einen besseren Einblick in folgende Gebiete geben :
 -    Die Urankonzentrationsvorgange ;
 - die Geochemie «dieser Gesteine , die andere wertvolle Stoffe
 ---pagebreak---                                   - 13 -
          enthalten können ;
    -     die strukturellen Faktoren der Uranmineralisation .
    d ) Sedimentationsbecken
     Das Uranpotential vieler Sedimentationsbecken in der EG ist
    noch wenig erforscht . Aber Schürfungen in der letzten Zeit
     ( z.B. . Aquitaine-Becken in Frankreich ) haben deren Bedeutung als
    potentielle Uranquelle eindeutig gezeigt . Eines der Projekte
     im Rahmen des ersten Programmes betraf die Untersuchung der
    permischen Becken . Dieses Projekt soll nun auch auf tertiäre
    Becken ausgedehnt werden . Einige andere Sedimentationsforma-
    tionen unterschiedlichen Alters ( Präkambrium, Kambrium, Devon,
    Mesozoikum)      könnten in Zukunft auch auf ihr Uranpotential
    untersucht werden .
                              ·«,
    Die Forschung auf diesem Gebiet wird abzielen auf :
  ' - Eine bessere Kenntnis und Vergleich der paleogeographischen
         Gegebenheiten, Stratigraphie , Tektonik , Geochemie und Struk­
         tur der verschiedenen Becken;
    - . die Bestimmung von Schlüsselhorizonten ( z.B. an organischen
         Stoffen reiche Sedimente ) und strukturellen Faktoren ( z.B.
         alte FLussläufe ) für eventuelle Uranmineralisationen ;
    - eine Bewertung der Uranmuttergesteine und die mögliche Re-
         mobil isi.erung von Uran ( z.B. durch tektonische Vorgänge ).
    Dank dieser Grundlageninformationen wird es sehr viel besser
    möglich sein , Leitlinien für die Entdeckung neuer Uranprovinzen
    innerhalb und ausserhalb der EG zu definieren . Dies könnte dar -4,
    über hinaus die Erstellung eines Inventars der Uranressourcen
    der EG erleichtern und einige neue günstige geologische Forma­
    tionen aufzeigen .
    Eine Bestimmung des Durchschnittsgehalts an radioaktiven Ele­
    menten bei frischen Proben aller möglichen Gesteinsarten wäre
    ebenfalls nützlich . Es ist nämlich ungewiss , ob in der Vergan­
    genheit die Clarke-Werte vieler Gesteine genau bestimmt wurden .
1.2 Schurfungsverfahren                      ,                  • •
    Die Verbesserung der Schürfungsverfahren sollte jedoch nicht nur
    über die Weiterentwicklung der Schürfungsinstrumente angestrebt
    werden . Darüber hinaus müssen die Daten sowohl für die Entdek-
    kung neuer Uranprovinzen als auch für die Auffindung spezifi­
    scher Vorkommen innerhalb bekannter Uranprovinzen besser inter­
    pretiert werden können . Fortschritte auf diesem Gebiet dürften
    für die Schürfung durch die Gemeinschaftsindustrie innerhalb
    und ausserhalb der EG ausserordentlich nutzbringend sein . Eines
    der grössten Probleme besteht in der Entwicklung besserer Nach-
    weismethoden zur Entdeckung von Uranmineralisierungen unter
    Deckschichten in verschiedenen geologischen Einheiten ( grani-
    tisch , sedimentär, magmatisch ) und unter verschiedenen klima­
 ---pagebreak---                                        - 14 -
             tischen Bedingungen . Ausserdem müssen die verschiedenen Pro­
             spektionsverfahren für die Entdeckung oberflächennaher bzw .
             unter Deckschichten liegende r Uranvorkommen auf verschiedenen
             Testgeländen geprüft und miteinander verglichen werden , um je
             nach den Verhältnissen die beste Methode auswählen zu können .
1.2.1 Gammaspektrometrie
             Diese Methode wird sowohl für die Entdeckung neuer Uranprovin-
             zen als auch zur Auffindung spezifischer Vorkommen häufig ein­
             gesetzt . Es sollte mehr daran gesetzt werden :
            -      die Interpretation bodenferner Messungen durch Computer­
                   modelle zu verbessern und einen Atlas von Antwortfunktionen
                   zu erstellen , der als Hilfsmittel bei der bodenfernen Gam-
                   manachwei smethode zur Entdeckung von Uranmineralisierung
                   eingesetzt werden könnte ;
       .    -      die Interpretation der Messwagenmessungen zu verbessern ;
            -      vor. allem bei Bodenmessungen eine mehr quantitative Analyse
                   der Ergebnisse der Strahlungsmessung zu erzielen ;
                \    ■       •       .                         -
            -      die Instrumente zu kalibrieren .
1.2.2 Fernmessung
     '                    •                      " •'        '
             Der Einsatz , von Fernmessverfahren bei der Suche nach Uranpro- .
            vinzen und mineralisierten Gebieten sollte weiter untersucht
            werden . Im Rahmen des nach Artikel 70 geförderten Uranschür-
            fungsprogramms erzielte man mit Landsat-Bildern schon einige
   '         interessante Ergebnisse . Mit Hilfe verschiedener Fernmess - und
            Bildverstärkungsverfahren kann man Lineamente , Klüfte , Struk­
            turen oder Gesteinsveränderungen , - die mit Uranmineralisierungen
            einhergehen könnten* erkennen * Wahrscheinlich können sie eben­
            falls Aufschlüsse über die Struktur und Tektonik günstiger .
 .          Sedimentationsbecken liefern . Wegen des höheren Auflösungsver-
            mögens sind zur Erforschung einer Region oder eines Bezirks im
            allgemeinen Flugzeugbilder vorzuziehen . Die Einbeziehung von
            Fernmessungsdaten in die Uranschürfung könnte die Entdeckung
            von Uranmineralisationen ( z.B * Gangmineralisierungen ) beträcht­
            lich erleichtern und die Schürfungskosten senken . Auf diesem
         : Gebiet ist F&E wichtig :                                      /
       ■ j - zur Bewertung der Fernmessdaten CMultispektral-Daten, Infra-
         j        rotaufnahmen und Seitwinkelradar ), für die Lokalisierung von
                  günstigen Strukturen für Uranmineralisationen ; •
            -     für die Erkennung von Gesteinsveränderungen im Zusammenhang
                  mit Uranmineralisierungen durch Fernmessverfahren einschliess-
                  lich der Interpretation von Vegetationsmustern ;     -
            -     für die Bewertung der Einsatzmöglichkeiten von Seitwinkel-
                  radar - und anderen Verfahren an bestimmten Teststandorten
                  in Sedimentationseinheiten ;
           .-    für die Verbesserung der Datenverarbeitung ( Spektralmerkmal )
                 und die Interpretation von Fernmessdaten .
            Es erscheint ferner wichtig , Fernmessungstechniken "als neues
            Werkzeug in Bereichen anzuwenden , auf denen mit traditionellen
 ---pagebreak---                                - 15 -
       Methoden gute Erfolge erzielt werden . So könnte festgestellt
       werden , welche Wirkung die Fernmessung gehabt hätte , wenn sie
       schon früher in der Schürfung verwendet worden wäre .
1.2.3 Geochemische Nachwei sverfahren
       Fluss-Sedimentuntersuchungen und hyrdrogeochemi sehe Prospek-
       tionsmethoden werden häufig zur Entdeckung von Uranprovinzen
       und Uranmineralisierungen eingesetzt . Zur Verbesserung der ana­
       lytischen Verfahren und der Interpretationsergebnisse bedarf es
       weiterer Forschung .
       Da in verschiedenen Fällen Indikatoren besser geeignet sind als
      Uran selbst , sollte die Entwicklung einer raschen Analyseme­
      thode für eine möglichst grosse Zahl von Elementen weiter voran­
      getrieben werden .
      Ausserdem sollte geprüft werden , inwieweit Radium zur Auffindung
      von Uranmineralisationen eingesetzt werden kann . Auch wäre ein
      Vergleich der Radium- und Urananalyseverfahren zur Entdeckung
      von Uranmineralisierungen unter verschiedenen Verhältnissen
      lohnend .
1.2.4 Gesteinsgeochemie
      Zonen mit Uranmineralisationen sind durch chemische Veränderun­
      gen der Gesteinszusammensetzungen gekennzeichnet , die oft zur
      Ausbildung von Verwitterungshöfen unterschiedlicher Grösse
      führen . Diese Veränderungen der Gesteinsgeochemie und ihre
      räumliche Ausdehnung müssen sorgfältiger untersucht werden ,
      weil sie für die Entdeckung von Uranmineralisierungen unter
      Deckschichten von Bedeutung sein können .
      F&E ist notwendig :
      -    um die Wechselbeziehungen zwischen Uran und den anderen
           Elementen in mineralisierten und nichtmineralisierten Zonen
         • zu untersuchen ;
      -    um Indikatoren für den Einsatz unter gegebenen geologischen
           Verhältnissen zu finden ;
      -    um die quantitative Interpretation geochemischer Daten zu
           verbessern ;
       -   um Labor- und Feldinstrumente für rasche Analysen einer
           möglichst grossen Zahl von Elementen zu entwickeln .
1.2.5 Biogeochemie
       Biogeochemi sehe Prospektion durch die Analyse von sich zer­
       setzenden organischen Stoffen ist in Torfmoorgebieten sowohl
       zur Erkundung als auch zur Lokalisierung von Uran- und ande­
        ren Metallvorkommen mit Erfolg angewandt worden . Dieses Ver­
       fahren liesse sich unter ähnlichen Verhältnissen auch in der
       EG anwenden .
       Biogeochemische Prospektion mit Hilfe lebender pflanzlicher
       Stoffe liesse sich innerhalb und ausserhalb der EG insbeson- ,
 ---pagebreak---                                       - 16 -
            dere zum Nachweis tiefliegender Mineralisierungen in günstigen
            Gebieten einsetzen . Es bedarf weiterer Forschungsanstrengungen ,
            um die etwaige Anwendung biogeochemischer Verfahren in der
            Uranschürfung zu beurteilen .           '
   1.2.6 Gasgeochemie
           Bisher war der Einsatz von Gas bei der Uranprospektion ( vor           .
           allem Rn und He ) zum Nachweis tiefliegender Mineralisierungen- ■
           nur in einer begrenzten Anzahl von Fällen erfolgreich . Zu unter-
         i suchende Themen sind :
, -     1                      ■'                 .   •                  . /■
           -    Das Verhalten von Rn , He und anderen Gasen auf Testgeländen
               unter verschiedenen geologischen Verhältnissen ;
           -   Vergleich der Effizienz verschiedener Messverfahren für He
               und Rn ( Emanationsmesser , Bahnspurendetektoren , Kohledetek-   -
               toren ) an der Oberfläche und im Grundwasser mit Bewertung
               dieser Verfahren zum Nachweis tiefliegender Uranminerali-
               sierungen unter verschiedenen geologischen Verhältnissen ;
           -   Einbeziehung und Bewertung der Einsatzmöglichkeit anderer .    -
               Verfahren , wie z . B. Messung der Thermolumineszenz , des
               He / Ar-Verhältnisses und anderer Parameter ( z.B. U oder Ra
               im Grundwasser );                                           ,
           -   Bewertung radioaktiver Aerosole für die Uranschürfung ;
           -   Verbesserung der Interpretation der Ergebnisse unter Be- .
               rücksichtigung der Geologie , der Anordnung" der Brüche und
               der Hydrogeologie ;
           -   Entwicklung von Feldinstrumenten für Oberflächen- und Bohr-
               lochmessungen ;
           -   Erarbeitung einer Methode zum Nachweis tiefliegender Erz-
               körper unter verschiedenen geologischen Verhältnissen und
               klimatischen Bedingungen .
  1.2.7 Blei isotopen-Verhå Itni sse                         "
           Die Messung von Blei isotopen-Verhältnissen könnte wertvolle
     •     Informationen für die Entdeckung neuer Uranprovinzen und spe­
           zifischer Vorkommen liefern . Dazu muss :       ,
        K-     der potentielle Einsatz von Bleiisotopen-Verhältnissen in
               Grundwasser für Uranschürfung bewertet werden ;
           -   die Interpretation der Daten verbessert und die Ergebnisse
               mit anderen Methoden verglichen werden ;
           -   die Möglichkeit der Anwendung dieser Methode für Oberflä-
               chenwasser in relativ wenig verschmutzten Gebieten sowie
               für gemeine Bleiminerale geprüft werden .
  1.2.8 Indirekte geophysikalische Methoden
           Magnetische und elektromagnetische bodenferne Vermessungen
           erleichtern das Kartographieren geologischer Formationen , das
           einen wichtigen Bestandteil der Uranschürfung darstellt .
 ---pagebreak---                                   - 17 -
         Detaillierte Messungen des Schwere - und Magnetfeldes / des elek­
         trischen Widerstandes , der induzierten Polarisation und seis­
         mische Untersuchungen können Aufschluss über die für Uranablage-
         rungen günstigen Strukturen geben . Auf diesem Gebiet muss weiter
         geforscht werden , sowohl zur Verbesserung der Verfahren und der
         Interpretation der Ergebnisse als auch zur Entwicklung von
         Instrumenten .
1 . 2.9 Mikrotektonik
         Die Bruchanalyse in mineralisierten Zonen ist recht erfolgreich
         auf Granitformationen angewandt worden . Sie liefert nützliche
         Informationen über den Ort der Uranmineralisierung und ermög­
         licht darüber hinaus eine Senkung der Bohrkosten . Forschung ist
         notwendig :
         -   um die Interpretation der Ergebnisse zu verbessern ;
         -   um die Methode unter anderen geologischen Verhältnissen
             zu bewerten .
1.3     Transport und Ablagerung von Uran
        Für die Entwicklung neuer Prospektionsverfahren zur Uranschür-
        fung muss man den Transport und die Ablagerung von Uran im Mag-
        mazyklus und bei der Verwitterung besser kennenlernen . Flüssige
        Einschlüsse liefern grundlegende Erkenntnisse über das Entste­
        hen von Uranablagerungen und können möglicherweise als neues
        Hilfsmittel zum Nachweis von Uranmineralisationen benutzt wer­
        den . Das unterschiedliche Verhalten des Urans , Thoriums und
        ihrer Zerfallprodukte bei Verwitterungsvorgängen kann wertvolle
        Hinweise für die Uranschürfung liefern . Für die Entwicklung
        neuer Methoden zur Entdeckung spezifischer Uranvorkommen sowie
        die Erkundung neuer Uranprovinzen muss man diese Informationen
        besser zu werten verstehen . Daher ist F&E auf diesem Gebiet von
        höchster Priorität .
                                                          Λ
1.3.1 Flussigkeitseinschlusse
        Untersuchungen über Flüssigkeitseinschlüsse sind wichtig für
         ein besseres Verständnis der Vorgänge und Bedingungen , die zur
         Bildung der Uranablagerungen führen . Forschung ist notwendig ;
         -   um unser Wissen über die Zusammensetzung der Flüssigkeits-
             einschlüsse unter verschiedenen geologischen Verhältnissen
             und über die unterschiedlichen physikalischen und chemischen
             Bedingungen der Uranablagerung zu erweitern ;
      j - . um die Bedeutung von Kohlenwasserstoffverbindungen bei der
      |      Uranablagerung zu verstehen;
         -   um die Möglichkeit des Einsatzes von Flüssigkeitsein-
             schlüssen als neues Prospektionsinstrument zu prüfen .
1.3.2 Transport und Ablagerung von Uran im hydrogeochemi sehen Mi lieu
         Uran ist im hydrogeochemi sehen Milieu in der Regel beweglich .
         Es ist jedoch schwierig, anormale Uranwerte zu interpretieren ,
         da die in diesem Milieu wirksamen Faktoren nicht in vollem
 ---pagebreak---        Umfang bekannt sind . Eine Untersuchung über den Transport von
       Uran und anderen Begleitelementen im Wasser, - die Übertragung
       auf den Boden , die See-Sedimente und die Vegetation in bekannten
       Urangebieten ist erforderlich , um die Kenntnisse Cber die physi­
       kalisch-chemischen Faktoren zu verbessern .
1.3.3 Radioaktives Ungleichgewicht                                *     .
       Die Schwankung in der Häufigkeit der Zerfallprodukte des U238*
       u235 und Th232 ist eines der nützlichsten Hilfsmittel bei der
       Untersuchung geochemi scher Vorgänge bei der Uranwanderung ( z.B.
      die Rosholt-Methode ) . Bei der Uranschürf ung könnte die Inter­
      pretation des radioaktiven Ungleichgewichts wertvolle Hinweise
       auf den Ort der Uranablagerungen, vor allem in Sedimentations-
       gebieten sowie auch auf neue Uranprovinzen geben . Für die Ent­
       wicklung neuer Methoden zur Uranprospektion ist Forschung auf
      diesem Gebiet wichtig :
      -   zur Erkennung der Wanderung von Uranlösungen mit Hilfe von
          Zerfallsprodukten,
      - zur Entwicklung einer Methodik zur Messung und Interpreta­
          tion der Ergebnisse,            _
      -   zur Bewertung der Einsatzmöglichkeiten der Daten über das
        - radioaktive Ungleichgewicht zur Uranschürfung auf regionaler
          Ebene ,
      - 'um zu prüfen , wie Daten über Radio-Isotope für xlie Entdek-
          kung neuer Uranprovinzen nutzbar gemacht werden können .
1.4   Bohrlochmessung
      Neue Messinstrumente für Bohrlochmessungen müssen entwickelt
      werden . Ausserdem muss die Interpretation der Messergebnisse
      verbessert werden . Hier ist besonderer Nachdruck auf direkte
      Messungen von Uran in situ zu legen, denn die Gammaspektro-
      metrie ist wegen des häufig auftretenden radioaktiven Ungleich­
      gewichts zwischen dem Uran und seinen Zerfallsprodukten nicht
      genau genug .
1.4.1 Direktmessungen von Uran, in situ
      Die Direktmessung von Uran in situ ist für die Bewertung der
      Reserven von besonderem Nutzen, d.h . für den wichtigsten
      Schritt vor Beginn des eigentlichen Abbaus . Die im Augen­
      blick verfügbaren Verfahren ( Röntgenf luoreszenz , Neutronen-
      aktivierung) müssen noch durchentwickelt werden . Auch die
      vorhandenen Instrumente und Verfahren bedürfen einer Weiter­
      entwicklung und Bewertung .
      Die Datenverarbeitung sowie die Interpretation der bei Bohr-
      lochmessungen gewonnenen Daten werfen ebenfalls schwierige
      Probleme auf . Eine Weiterentwicklung auf diesem Gebiet ist
      daher unabdingbar .
 ---pagebreak---                                - 19 -
1.4.2 Andere Instrumente für In-si tu-Messungen    ■
      Ausser dem Uran müssen bei den Bohrlochmessungen auch noch
      andere physikalische und chemische Parameter gemessen werden *
      ( wie z . B. spezifischer Widerstand , Leitfähigkeit , pH-Wert
      usw .). Auch auf diesem Gebiet müssen neue Instrumente ent-
    • wickelt und die Datenverarbeitungs - und Interpretationsver-
      fahren verbessert werden .
 ---pagebreak---  F 8 E BEI DER URANGEWINNUNG UNO- URANRÜCKGEWINNUNG
Mit Hilfe der Mitglieder des Beratenden Programmausschusses
 und Vertragsnehmern hat die Kommission den Stand der F&E-Arbei-
ten im Zusammenhang mit Uranerzaufbereitung und Urangewinnung
 in den verschiedenen Mitgliedsländern analysiert .
Die Untersuchung hat ergeben , dass immer noch beträchtliches
 Interesse in diesem Bereich besteht , da der Welt-Uranbedarf
wächst , die Abhängigkeit von auswärtigen Quellen^ so hoch ist
und die EG-Industrie unterstützt werden muss , um fortschritt­
 liche Technologien zu entwickeln .
Da die Uranreserven innerhalb der Gemeinschaft begrenzt sind ,
müssen F&E-Bemühungen auf Gemeinschaftsebene unternommen wer­
den ( in einigen Fällen auch Pilotprojekte ), um das Interesse
an der Urangewinnung aus verschiedenen Quellen , auch aus armen -
Erzen , zu fördern .
Mittel - und langfristig werden die ausgewählten Forschungsthemen
zu einer beträchtlichen Senkung der Aufbereitungskosten oder
zur Urangewinnung aus heimischen Quellen führen ,, die bisher noch
nicht abgebaut worden sind .
Darüber hinaus sollten F&E-Arbeiten auf Gemeinschaftsebene durch
geführt werden , um der europäischen Industrie zu helfen , fort­
schrittliche Technologien zu entwickeln , die für die Mitglied­
staaten von grossem Nutzen sein könnten . Die Ausfuhr moderner
Technologien zur Urangewinnung aus uranhaltigem Material könnte
sich auch positiv auf die Zahlungsbilanzen der Mitgliedsstaaten
auswi rken .              ■ ■ ■ S . ■                    -
Solche Forschungsarbeiten
-   wären für alle Mitgliedsstaaten unmittelbar oder indirekt
    interessant ,
-   ergänzen oder verstärken die einzelstaatliche F&E ,
-   vermeiden unnütze Überschneidungen einzelstaatlicher F&E .
Als eine Fortschreibung des ersten Programms werden folgende
Gebiete für F&E-Arbeiten zur Urangewinnung und - rückgewinnung
empfohlen :
-   Urangewinnung aus phosphorsäurehaltigen Flüssigkeiten , aus
    phosphatischem -Gestein und bei der Aufbereitung der Abfälle
    von phosphatischem Gestein ;
-   In-si tu-Laugung ( chemisch und / oder bakteriell );
-   Auslaugung von Abraum , Auslaugung der aufgehäuften' Erze ;
-   bakterielle Laugung ;
-   Hochtemperatur-, Hochdrucklaugung ( soll vo> allem bei mit
    konventionellen Methoden schwer auf schliessbaren Erzen ver­
    wendet werden );                                   . ■ ■<
 ---pagebreak---                                  - 21 -
       -    Gewinnung von Uran und anderen Wertstoffen aus Abbrand und
            armen Erzen ;
       -    andere technische Aspekte im Zusammenhang mit dem Uranbergbau .
2.1    Urangewinnung aus phosphorsäurehaltigen Flüssigkeiten
       Phosphatgestein mit einem Urangehalt von 50 - 200 ppm wird zur     ~
       Erzeugung von rund 4.000.000 t / a P2O5 in die Gemeinschaftsländer
       eingeführt . Ein grosser Teil - des Urans befindet sich in phosphor-
       säurehaltigen Prozessflüssigkeiten / und es besteht die Möglich - .
       keit ^ 1.500 t / a UjOg rückzugewinnen .
       Die Uranpreise bieten der Phosphatindustrie eine attraktive Ge­
       legenheit zur Gewinnung von Uran als Nebenprodukt der Düngemit-
      telherstellung . Mit der Rückgewinnung aus phosphorsäurehaltigen
    ; Flüssigkeiten werden bedeutende Ressourcen geschaffen, mit denen
    j die Uranversorgung der EG verbessert werden könnte . Gleichzeitig
    ; würde ein kontaminierender radioaktiver Stoff aus den Prozess-
      rückständen und Düngemitteln entfernt .
      Es sind verschiedene Uranrückgewinnungsverfahren auf der Basis
      der Ausscheidung , der Lösungsmittelextraktion und des Ionenaus-
      tausahs entwickelt worden . Während einige davon bereits gross-
      industriell angewandt werden , können die derzeitigen Verfahren
      noch nicht allgemein eingesetzt werden , weil sie nur bei Durchr
      Sätzen wirtschaftlich rentabel sind , die erheblich über dem
      normalen Durchsatz in vielen Phosphorsäureanlagen besonders in
      Europa liegen . Ausserdem ist die Anwendung dieser Verfahren
      auf die Urangewinnung aus hochkonzentrierten , phosphorsäure-
      haltigen Flüssigkeiten mit Schwierigkeiten verbunden .
      Es wird vorgeschlagen , alternative Verfahren einschliesslich der
      Benutzung ähnlicher Lösungsmittelextraktions - und Ionenaustausch-
      techniken , aber mit neuen Reagenzien , mit denen die Rückge­
      winnung aus hochkonzentrierten säurehaltigen Flüssigkeiten wirt­
      schaftlich ist , zu entwickeln . Besondere Beachtung verdienen die
      Vorschläge , eine " Zweite Generation " von Anlagen und Extrak-
      tionsmitteln zu entwickeln , sowie der Vorschlag , Verfahren zu
      entwickeln , mit denen die unreinen " schwarzen " phosphorsäure-
      haltigen Flüssigkeiten direkt behandelt werden können . Ein wei­
      terer Bereich , auf dem Arbeiten unbedingt notwendig sind , be­
      trifft die Entwicklung billiger Verfahren und Techniken, die in
      mittleren und kleinen Phosphorsäureanlagen eingesetzt werden
       können . Je nach den Ergebnissen der von der Kommission schon
       im Rahmen des ersten Programms geförderten Arbeiten auf diesem
       Gebiet können Vorschläge für Pilotanlagen vorgelegt werden .
2.2    Urangewinnung aus Phosphat Sedimenten
          \
       Das Interesse richtet sich gegenwärtig auf die potentiellen
       Uranreserven in phosphatischem Gestein in der EG . Einige Vor­
       kommen sind bereits nachgewiesen worden . Mineralogische Unter­
       suchungen und Labortests sind schon eingeleitet worden, um
       technische Lösungen zur Gewinnung von Uran zu entwickeln . Auf
       den erfolgreichen Abschluss der Laborarbeiten könnten in einer
       zweiten Phase Arbeiten im Pilot-Masstab folgen .
 ---pagebreak---                                    - 22 -
2.3        Urangewinnung bei der Aufbereitung der Abfälle von phospha-
           tischem Gestein
           Bei der Produktion von Phosphorsäure und Düngemitteln entstehen
     ' bekanntlich Abfälle wie Laugungsrückstände und phosphatischer -
          GipS / die wertvolles Uran enthalten und deren Beseitigung Pro­
          bleme aufwirft . Wenn die Ergebnisse der bis jetzt geförderten
          Aktionen ermutigend sind / wird vorgeschlagen / Untersuchungen
           im Pilot-Masstab zu fördern .
2.4       Urangewinnung durch Auslaugung von Abraum und aufgehäuften ,.
          Erzen sowie durch bakteri el le . oder In-si tu-Laugung
          Die Verfahren der Auslaugung von Abraum und aufgehäuften Erzen/
          der bakteriellen und der In-si tu-Laugung haben viele Gemeinsam-         -
          keiten / auch wenn sie an verschiedenen Erzkörpern angewendet
          werden .                               >   -  .
          Die Sickerlaugung von Abraum und aufgehäuften Erzen ist ein
          Verfahren mit geringen Kapital - und Betriebskosten und kann
          daher für arme Erze ( vor allem kleine Vorkommen ) oder Rück­
          stände benutzt werden / deren Behandlung durch konventionelle /
          energieintensive Verfahren unwirtschaftlich wäre . Obwohl diese        ^
          Technik einfach anwendbar ist / kompliziert sich der Uranauflö-
          sungsvorgang in Abraum oder aufgehäuften Erzen häufig durch zu
          viele Faktoren / einschliesslich des Säureangriffs und des Wachs­
          tums von Bakterien im Erzhaufen / so dass nicht immer zufrieden­
          stellende Ergebnisse erzielt werden können .                       '
          Die Bakterienlaugung ist ein wesentlicher Bestandteil vieler
          Verfahren der Auslaugung von Abraum > aufgehäuften Erzen und
          In- situ-Laugungsverfahren/ kann aber ebenfalls als alternatives
          Verfahren zur Behandlung kleiner hochhaltiger Vorkommen einge­
          setzt werden .
          Verschiedene bakterielle Laugungsprozesse ( Botti ch-Laugung , .Aus­
          laugung von Abraum / bakterielle Regenerierung der Laugen ) können
          verschiedene Vorteile gegenüber chemischen Verfahren haben , wie
          geringer Chemikalienaufwand / reduzierte Kapitalkosten und nie­
          drigere Wirtschaftlichkeitsschwelle der Erze . Bisher ist die bak­
          terielle Laugung nur auf Sulfiderze angewandt worden . Falls es .
          technisch möglich wäre / wäre es besonders vorteilhaft / sie für
          Erze zu verwenden / deren Behandlung sehr energieintensiv ist .
          Möglicherweise könnte die bakterielle Laugung auch für andere
       . Erze ( z.B. in Sandsteinen ) angewendet werden . Arbeiten über alle ,
          Aspekte dieses Problems einschliesslich der Sammlung von Angaben
        . über die technischen Auslegungsparamteter sollen gefördert werden .
          Für grosse Vorkommen könnte die In-si tu-Laugung einen wirtschaft­
    | liehen Abbau dort ermöglichen/ wo die Kapitalinvestitionen zur
          Behandlung solcher Vorkommen mit konventionellen Verfahren so
          hoch wären / dass sich ein Abbau verböte .
                         ' ■           -           '        _     ' -  1       \    '
          Die Probleme bei der Auslaugung von Abraum und aufgehäuften
          Erzen / z.B. die Schwierigkeit von Voraussagen über das Strö-
          mungsverhalten und damit über die Gesamturanausbeute sind bei
 '    " der In- situ-Laugung noch schwieriger zu lösen / unter anderem
          wegen der Probleme im Zusammenhang mit der Kontrolle der Ge-
 ---pagebreak---                                 - 23 -
       steinsbruchanordnung und des Reagenzmittelf Lusses .
       Angesichts des oben Gesagten sowie der Ergebnisse der unter dem
       ersten Programm eingeleiteten Arbeiten muss diese Aktion fortge­
       schrieben werden . Tests unter Verwendung von In- situ-Laugungs-
       verfahren mit sauren oder alkalischen Lösungen sollten durchge­
       führt werden . Besonderes Gewicht wird darauf gelegt , dass die
       Erzlagerstätten so vorbereitet werden , dass :
       -   Umweltbelastungen , vor allem eine Verschmutzung des Grund-    \
           wassers , vermieden werden ;
       -   der Kontakt zwischen Erzen und Reagenzien verbessert wird .
       Dieses Gewinnungsverfahren wird an anderen geeigneten Stand­
       orten getestet werden , um seine Vortei le zu beurteilen .
  2.5  Hochtemperatur-, Hochdrucklaugung
       Der Einsatz hoher Temperaturen und Drücke zum Laugen kann für
      verschiedene Erzarten ein geeignetes Aufbereitungsverfahren dar­
      stellen . Schwer aufschliessbare und / oder arme Erze und Abfälle
      können auf diese Weise aufbereitet werden , wie andere mit kon­
      ventionellen Verfahren schwer aufzubereitende Erze , z.B. ba­
      sisches Gestein . Dafür gibt es mehrere Gründe . Das Laugungs­
      mittel wirkt aggressiver und die Reaktionskinetik ist besser .
      Darüber hinaus kann wegen der stärkeren Aktivität des Sauer-
      stoffes oder der Luft die Benutzung konventioneller Oxydations-
      mittel vermieden werden . Auch wurde geltend gemacht , dass solch
      ein Laugungsverfahren dort von Nutzen sein kann , wo die Trennung   .
      von Feststoffen und Flüssigkeit Probleme aufwirft , z.B. bei
      tonigem Material .     ^
      Es sollen Laboi– und Pilotversuche gefördert werden . Wegen des
      hohen Energieaufwands bei diesem Laugungsverfahren werden ausser-
      dem vor dem Übergang zum Pilot-Masstab Untersuchungen über die
      Wirtschaftlichkeit dieser Methode gefördert werden .
  2.6 Gewinnung von Uran und sonstigen Wertstoffen aus Abbrand und
      armen Ressourcen
       In der EG gibt es umfangreiche Reserven von Materialien, aus
       denen nach dem Abbrennen Uran und andere Wertstoffe , wie z.B.
       Aluminium und Vanadium, gewonnen werden könnten . Darunter fallen
       u.a . öl - und Kohleschiefer , Braunkohle , Torf , Kohle usw . Die
i      meisten dieser Materialien haberv Bedeutung als Energiequellen ,
       aber nach ihrer Verbrennung fihdet man in ihrer Asche bzw . ihrer
       Flugasche höhere Urananteile . Projekte zur Rückgewinnung von
       Uran und anderen Wertstoffen aus diesen Materialien werden ge­
       fördert .
  2.7  Andere technische Aspekte im Zusammenhang mit dem Uranbergbau
       Der Ausbau des Uranbergbaus erfordert F&E zur Verbesserung der
       Verfahren , insbesondere zur Aufbereitung der Abwässer , zur Lage­
       rung von Abraum, zur Stabilisierung von Schlammteichen und zur
       Nutzbarmachung von Bergwerksgelände nach dem Abbau . In diesem
       Zusammenhang stellt der Abbau und die Aufbereitung von armen
 ---pagebreak---                                - 24 -
      Erzen sowie der Einsatz von Laugungsverfahren vor besondere
      Probleme .
      Forschung wird in folgenden Gebieten gefördert :
     -    Verbesserung der Aufbereitung von Abwässern ;
     -    Lagerung von Abraum und Nutzbarmachung von Bergwerksge-
          länden nach dem Abbau ;
     -    langfristige Stabilisierung von Schlammteichen .
B. . FINANZIERUNG UND ABWICKLUNG DES F & E - PROGRAMMS
1.   Das Programm wird als indirekte Aktion der Gemeinschaft durch­
     geführt . 'Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft zu dieser in­
     direkten Aktion wird auf 8 Mio ERE in 4 Jahren ( 1981-1984 ) ver­
     anschlagt . Dieser Betrag wird für notwendig erachtet , um die An­
     wendung der Ergebnisse aus dem ersten Programm sowohl im Gelände
      ( Schürfungs-F&E ) als auch in industriellen Pilotanlagen ( Ge-
      winnungs-F&E ) zu ermöglichen und um neue Vorhaben zu beginnen .
      Die Verteilung der Gelder wird in etwa wie folgt vorgenommen
      werden :
                        Schurfung : 45 - 55 %
                        Gewinnung : 45 - 55 %
     Natürlich erfolgt die endgültige Mittelvergabe nach Prüfung
     der aufgrund einer Ausschreibung eingegangenen Vorschläge .
2.   Die Kommission wird das Programm in enger Zusammenarbeit mit dem
     Beratenden Programmausschuss durchführen , den der Rat schon für
     das erste Programm eingesetzt hat .
     Der Ausschuss wird alle eingehenden F&E-Vorschläge prüfen und
     die Kommission über die jeweiligen Vorzüge dieser Vorschläge
     unterrichten . Er wird die Durchführung der Projekte verfolgen
     und die Ergebnisse nach Abschluss der Arbeit beurteilen . Er
     wird auch Empfehlungen zu notwendigen weiteren Forschungsar­
     beiten und Prioritäten für die Weiterführung des Programms ^
     aussprechen .                                               .
3.   Wie in der Einführung ( S. 3 ) erwähnt , wird das Programm am
     1 . Januar 1982 ein Unterprogramm des netien sektoriellen F&E-
     Programms im Bereich der Rohstoffe werden , das dem Rat 1981
     vorgelegt wird . Dadurch ist eine stärkere Flexibilität in der
     Forschungsabwicklung zu erwarten , d.h . ein weiteres . Unterpro­
     gramm ( über primäre Rohstoffe ) dürfte mehrere ähnliche Themen_
     enthalten , die , soweit möglich , mit den im Rahmen des Uranr
     unterprogramms durchgeführten Massnahmen koordiniert werden
     könnten .
 ---pagebreak---                                           - 25 -
               VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES   ZUR VERAB­
               SCHIEDUNG EINES ZWEITEN FORSCHUNGS - UND ENTWICKLUNGSPROGRAMMS
               DER EUROPAISCHEN ATOMGEMEINSCHAFT AUF. DEM GEBIET DER URANSCHÜR-
                                 FUNG UND URANGEWINNUNG
                             ( Indirekte Aktion 1981-1984 )
    Der Rat der Europaischen Gemeinschaften -
    gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft ,
    insbesondere auf Artikel 7 ,
   nach Kenntnisnahme von dem nach Anhörung des wissenschaftlichen und tech-
                   ♦
< nischen Ausschusses von der Kommission vorgelegten Vorschlag ,
   nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
 . in Erwägung nachstehender Gründe :
                                                               mt
   Im Rahmen der Wissenschafts - und Technologiepolitik stellt das mehrjährige
   F&E-Programm einen wesentlichen Beitrag der Gemeinschaft zur Entwicklung
   der Nuklearindustrie und zur Erlangung und Verbreitung von Kenntnissen auf
   dem Nuklearsektor dar .
   Da die Versorgung der Gemeinschaft mit Natururan in hohem Masse von Dritt­
   ländern abhängt , liegt es im Interesse der Gemeinschaft , die auf ihrem Ge­
   biet liegenden Ressourcen      verstärkt zu nutzen .
   Die Forschungs - und Entwicklungstätigkeit der Gemeinschaft auf dem Gebiet
   der Uranschürfung und Urangewinnung kann zur Verwirklichung dieser Ziele ,
   beitragen .
   Anlässlich seiner Beratungen vom 20 . Dezember 1979 ersuchte der Rat die
   Konniission , die Forschungsprogramme auf Sektoren von vorrangigem Interesse ,
   einschliesslich Energie und Rohstoffe , zu kenzentrieren und die Strukturen
   für die Ausarbeitung , Annahme und Durchführung dieser Programme zu ratio­
   nal i sie ren c
 ---pagebreak---                                     - 26 -
Der Rat nimmt die Absicht der Kommission zur Kenntnis , 1981 den Vorschlag
für ein Forschungsprogramm im Bereich der Rohstoffe vorzulegen, in den
dieses Programm aufgenommen wird .
Eine Überprüfung des oben erwähnten Forschungsprogramms im Bereich der
Rohstoffe , einschliesslich des vorliegenden Programms als darin enthal­
tenes Unterprogramm , wird während seiner Durchführung erfolgen
BESCHLIESST :
                                    Artikel 1
Ab 1 . Januar 1981 wird ein Forschungs - und Entwicklungsprogramm für Uran-
schürfung und Urangewinnung , wie es im Anhang    festgelegt * ist , für die
Dauer von vier Jahren eingeführt .
                                    Artikel 2
Der zur Durchführung dieses Programms erforderliche Ausgabenbetrag wird
auf 8 Mio ERE und das erforderliche Personal auf höchstens drei Personen
veranschlagt . Der Wert der Rechnungseinheit wird entsprechend der gelten­
den Haushaltsordnung festgelegt .
                                   Geschehen zu Brüssel
                                   Im Namen des Rates
                                   Der Präsident
 ---pagebreak---                                     - 27 -
                                                           ANHANG
                                PROGRAMMINHALT
 1.        Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Uranschürfung
 1.1      Suche nach neuen Uranprovinzen - Urangeologie und Lagei–
          Stättenkunde
       - -    granitische Gebiete
          -   saure Erupti vgesteine
          -   Alkali-Gesteine
         -    Sedimentationsbecken
                 «
     I
 1.2' ' Schurfungsverfahren
         -    Gammaspektrometrie
         -    Fernmessung
         -   geochemische Prospektionsverfahren
         -   Gestemsgeochemie
         -   Biogeochemie
         -   Gasgeochemie
         -   Blei isotopen-Verhältmsse                   '
        -    indirekte geophysikalische Methoden
        -    Mikrotektomk
1.3     Beförderung und Ablagerung von Uran
        -    Flùssigkeitseinschlusse
        -    Transport und Ablagerung von Uran im
             hydrogeochemischen Milieu
        -    radioaktives Ungleichgewicht
1.4     Bohrlochmessung
        -    direkte Uranmessung in situ
        -    sonstige Instrumente für In- situ-Messungen
 ---pagebreak---                               28 -
2.  , Forschung und Entwicklung bei der Urangewinnung
      und Uranrückgewinnung
2.1   Urangewinnung aus phosphorsäurehaltigen Flüssigkeiten
2.2   Urangewinnung aus phosphatischem Gestein
2.3   Urangewinnung bei der Aufbereitung der Abfälle von
      phosphatischem Gestein
2.4   Urangewinnung durch Auslaugung von Abraum und auf­
      gehäuften Erzen sowie bakterielle oder In- situ-Laugung
2.5   Hochtemperatur-, Hochdrucklaugung
2.6   Gewinnung von Uran und sonstigen Wertstoffen aus Abbrand
      und armen Quellen
2.7   Sonstige technische Aspekte im Zusammenhang mit dem
      Uranbergbau "              •
 ---pagebreak---                                       - 29 -
                                   FINANZBOGEN
1.  HAUSHALTSLINIE : 3350-3     '
2.  BEZEICHNUNG DER HAUSHALTSLINIE ;
    Primäre und sekundäre Rohstoffe - Uranschürfung und Urangewinnung
    ( indirekte Aktion 1981-1984 )
3.  RECHTSGRUNDLAGE : Artikel 7 des EAG-Vertrags
4. BESCHREIBUNG , ZWECK UND BEGRÜNDUNG DES VORHABENS :
   4.1     Beschreibung
           Zweites Programm über Uranschürfung und Urangewinnung .
           Durch Kostentei Lungsverträge mit Forschungsorganisationen der
         ! Mitgliedstaaten in nachstehenden Bereichen durchgeführtes For-
         ! schungsprogramm ( indirekte Aktion ):
           a ) Forschung und Entwicklung im Bereich Uranschürfung
           b ) Forschung und Entwicklung im Bereich Urangewinnung
               und - rückgewinnung
   4.2     Zweck
           F&E im Hinblick auf :
           a ) Erhöhung des Uranselbstversorgungspotentials der EG
           b ) Entwicklung neuer Techniken der Schürfung und Ausbeutung
               von Uranvorkommen
           c ) Entwicklung fortgeschrittener Abbautechnologien und Ver­
               ringerung der Erzaufbereitungskosten
   4.3     Begründung
           Vorläufige Ergebnisse der Forschungen im Rahmen des ersten Pro­
           gramms erwiesen den Nutzen und die Notwendigkeit eines zweiten
           Programms . Aktionen auf Gemeinschaftsebene schaffen optimale
           Bedingungen für die Produktivität der Forschung in den Mitglied­
           staaten durch Vermeidung überflüssiger Doppelarbeit und
           Schliessen von Lücken . So kann auch das Potential der Forschungs
           Organisationen in den Mitgliedstaaten auf Probleme von gemein­
           samem Interesse konzentriert und die Entwicklung fortgeschritte­
           ner Technologien erleichtert werden .
 ---pagebreak---       5.   FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES VORHABENS AUF DIE INTERVENTIONSMITTEL
         - ( einschliesslich der Persona lausgaben und der Ausgaben für den Ver-
              waltungs - und technischen Betrieb )
           5.1     Gesamtkosten während der vorgesehenen Laufzeit             8.000.000 ERE
           5.2     Finanzierungsantei le
                   -   aus dem Haushalt der Gemeinschaft                      8.000.000 ERE
       i           -   aus den einzelstaatlichen Haushalten                                ERE -
                   -   aus anderen Sektoren auf nationaler Ebene                            ERE
           5.3     Mehrjähriger Fälligkeitsplan
           5.3.1.1        Verpflichtungsermächtigungen                                  in ERE
                                                                                     1   ––
Art der Ausgaben       1981           1982               1983        1984          INSGESAMT     i         '
                                                                                                 ! '
Personal                158.400        171.200            185.100       200.100        714.80C)
Verwaltung               50.000           54.000           58.400        59.900        222.300
Verträge              3,502.600        500.800          3.059.500                  7.062.900
                                  i
Insgesamt   .         3.711.000        726.000          3.303.000       260.000    8.000.000
                                  i
                               x    '         '   • •             ..  .    .
           5.3.1.2       Zahlungsermächtigungen                                   in ERE
                                                                                                i
                                        ■  •
Art der Ausgaben       1981           1982               1983        1984           ';;71085         INSGESAMT
                                                :     i
Personal                158.400           171.200         185.100       200.100                        714.800
Verwaltung ;             50.000             54.000         58.400        59.900                        222.300
Verträge              1.752.600       2.000.800         2.078.500    1.099.000       132.000         7.062.900
                                            «
                    I
Insgesamt             1.961.000       2.226.000         2.322.000    1.359.000    • 132.000          8.000.000
 ---pagebreak---  5.3.2 Berechnungsmethode
                                                                           t
         ( einschliesslich mehrjähriger Veranschlagung )
        a ) Persona laus gaben
             Der Personalbedarf für dieses Programm wird auf drei Per­
             sonen veranschlagt .
             1981-1984 (4 Jahre )
             2 Beamte Lauf bahngruppe A
             1 Beamter Laufbahngruppe C
             Neben den Personalschätzungen berücksichtigen die Berechnungen
             auch die für die Aufstellung des Vorentwurfs des Haushalts­
             plans 1981 in Anschlag gebrachte Entwicklung der Dienstbe-
             züge des Personals der Kommission; die zur Aufstellung der
             dreijährigen Vorausschauen zugrunde gelegte Preisentwicklung
             in der Gemeinschaft entspricht 8,1 % jährlich .
       b ) Verwaltungsausgaben und / oder Ausgaben für den laufenden
            technischen Betrieb
            Veranschlagt sind insbesondere die Ausgaben für Dienstreisen
            und die Veranstaltung von Sitzungen . Sie fussen auf einem ge­
            schätzten Bedarfsdurchschnitt .
       c ) Ausgaben für Verträge
            Veranschlagt ist die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft
            an den auf der Basis von Kostenteilungsverträgen ( für Stu­
            dien , Forschungen usw .) durchgeführten Forschungen , die mit
            einschlägigen Forschungsinstitutionen in den Mitgliedstaaten
            zu schliessen sind . Da die Art der Themen und die Qualifika­
            tionen der vertragschliessenden Parteien unterschiedlich sind ,
            kann keine einheitliche Berechnungsmethode festgelegt werden .
            Bei der Bedarfsschätzung handelt es sich daher um eine Hypo­
            these , die auf einer bestimmten Anzahl auszuhandelnder Ver­
            träge und einer durchschnittlichen finanziellen Beteiligung
            der Gemeinschaft an diesen Verträgen in Höhe von 50 % der Ge­
            samtkosten beruht . Auf jeden Fall wird der Beratende Programm-
            ausschuss zu der Mittelverwendung gehört .
FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN AUF DIE PERSONAL - UND VERWALTUNGSAUSGABEN :
( siehe oben unter Punkt 5 )
 ---pagebreak--- 7, FINANZIERUNG DER AUSGABEN :
   7.4   Die Mittel für die Beteiligung der Gemeinschaft an dieser
         Projekt sind in den künftigen Haushaltsplänen einzusetzen .
8. AUSWIRKUNGEN AUF DIE EINNAHMEN ;
   - Gemeinschaftssteuer auf die Gehälter der Beamten
   - Beiträge der Beamten zur Versorgungsordnung   .
9. VORGESEHENE KONTROLLEN :
   - Verwaltungskontrollen durch die GD " Finanzkontrolle " hinsichtlich
     der Ausführung des Haushaltsplans und der Rechtmässigkeit und Ord
     nungsmässigkeit der Ausgaben sowie durch die Dienststelle " Ver­
     waltung der Verträge " der GD XII .
   - Wissenschaftliche Kontrollen : BPA ;
                                    zuständige Beamte der GD XII .
 ---pagebreak---     Stel lungnahme des Wissenschaftlichen und Technischen Ausschusses
    über den Vorschlag für ein Programm im Bereich der Uranschürfung
                    und Urangewinnung ( 1981-1984 )
 Auf seiner Sitzung vom' 29 . April 1980 hat der Wissenschaftliche und Tech­
 nische Ausschuss den "Vorschlag für einen Beschluss des Rates zur Annahme
 eines zweiten Forschungs - und Entwicklungsprogramms der Europäischen Atom­
 gemeinschaft im Bereich der Uranschürfung und Urangewinnung " geprüft und
 erörtert ( Dok . XII / 364 / 80 ).
Dieser Vorschlag betrifft ein vierjähriges Programm < 1981-1984 ) zur Fort­
schreibung des gegenwärtigen F&E-Programms 1978-1980 im Bereich der Uran-
schürfung und Urangewinnung . Es wird auf der Basis von Kostenteilungsver-
trägen ( indirekte Aktion ) mit Forschungsorganisationen und der Industrie
aus den Mitgliedstaaten durchgeführt .
Die von der Gemeinschaft für diese indirekte Aktion bereitzustellenden
Mittel werden auf höchstens 10 Mio ERE für vier Jahre veranschlagt und
decken ungefähr die Hälfte der Gesamtkosten der durchzuführenden For-
schungs - und Entwicklungsarbeiten . Davon entfallen etwa 50 % auf die For­
schung im Bereich der Uranschürfung und die restlichen 50 % auf F&E-Mass-
nahmen im Bereich der Urangewinnung , wie im Vorschlag ( Dok . XII / 364 / 80 )
festgelegt .
Der Ausschuss hält den Vorschlag der Kommission durchaus für gerecht­
fertigt , da er die Weiterführung , Entwicklung und Anwendung der im Rahmen
des ersten Programms eingeleiteten Forschungen sicherstellt .
Der Ausschuss nimmt von der erheblichen Mittelzunahme Kenntnis , ist jedoch
der Meinung , dass sich diese Erhöhung in Anbetracht der strategischen Be­
deutung des Themas vertreten lässt . Bei der Durchführung des Programms
 sollte die Kommission indessen besondere Aufmerksamkeit auf die Auswahl
der zu unterstützenden Forschungsvorschläge verwenden .
 Angesichts des vorhersehbaren Bedarfs der Gemeinschaft an Natururan zur
 Stromerzeugung, der hohen Abhängigkeit von aussergemeinschaftlichen Quellen
 der zunehmenden Schwierigkeit , neue Vorkommen zu finden und der langen
 Anlaufzeit , bevor die Förderung bei einem neu entdeckten Vorkommen aufge-
 ---pagebreak---                                    - 34 -
 nommen oder eine neue Fördertechnologie angewandt werden kann , liegt es
eindeutig im Interesse der Gemeinschaft , jede Möglichkeit der Selbstver­
sorgung sowohl aus kleinen hochwertigen Vorkommen als auch aus grossen
armen Vorkommen , aus Rückständen und anderen Quellen zu nutzen und Know-
how zu entwickeln , das die Gemeinschaftsindustrie in ihren weltweiten
Tätigkeiten verwerten kann . Das vorgeschlagene F&E-Programm würde die
Anstrengungen der Gemeinschaft zur Förderung der Uranprospektion auf ihrem
Hoheitsgebiet ( Tätigkeit im Rahmen von Artikel 70 ) oder ausserhalb sowie
andere Aktionen im Hinblick auf die Sicherstellung genügender und sicherer
Natururanreserven nützlich ergänzen .
Der Ausschuss stellt fest , dass auch die gesundheitlichen und Umwelt-
aspekte der Urangewinnung im Rahmen des Programms " Biologie-Gesundheits-
schutz " fortgesetzt werden .
Der Wissenschaftliche und Technische Ausschuss vertritt die Auffassung ,
dass das vorgeschlagene F&E-Programm im Bereich der Uranschürfung und Uran-
gewinnung in bezug auf Inhalt , finanziellen Umfang und Dauer angemessen ist
und empfiehlt seine Annahme durch den Rat .