CELEX: 51994PC0683
Language: de
Date: 1994-12-22
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EG) DES RATES zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Furfuraldehyd mit Ursprung in der Volksrepublik China

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                   KOM(94) 683 endg.
                                                  Brüssel, den 22.12.1994
                                  Vorschlag für eine
                              VERORDNUNG (EG) DES RATES
                   zur Kinführung eines endgültigen Antidumpingzolls
     auf die Einfuhren von Furfuraldehyd mit Ursprung in der Volksrepublik China
                           (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                         Begründung
1. Mit Verordnung (EG) Nr. 1783/94 der Kommission1 wurde ein vorläufiger
   Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Furfuraldehyd mit Ursprung in der
   Volksrepublik China eingeführt.
2. Dieser vorläufige Antidumpingzoll wurde mit Verordnung (EG) Nr. 2818/94 des
   Rates2 um zwei Monate verlängert.
3. Nach Prüfung der Stellungnahmen der interessierten Parteien hat die Kommission
   endgültige Feststellungen getroffen.
4. Gemäß Artikel 12 der Verordnung (EG) Nr. 2423/88 des Rates3 schlägt die
   Kommission nach Konsultationen in dem Beratenden Ausschuß vor, einen
   endgültigen Antidumpingzoll in Höhe des vorläufigen Antidumpingzolls
   einzuführen und die Sicherheitsleistungen für den vorläufigen Antidumpingzoll
   endgültig zu vereinnahmen.
   ABl. Nr. L 186 vom 21.7.1994, S. II.
   ABI. Nr. L 298 vom 19.1 1.1994, S. 31.
   ABI. Nr. 1.209 vom 2.8.1988, S. I.
 ---pagebreak---                           VERORDNUNG (EG) NR. DES RATES
                                               vom
                    zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls
   auf die Einfuhren von Furfuraldehyd mit Ursprung in der Volksrepublik China
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 2423/88 des Rates vom 11. Juli 1988 über den
Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus nicht zur Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft gehörenden Ländern4, zuletzt geändert durch die Verordnung
(EG) Nr. 522/945, insbesondere auf Artikel 12,
auf Vorschlag der Kommission nach Konsultationen in dem Beratenden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe:
A.      VORLÄUFIGE MASSNAHMEN
(1)     Mit Verordnung (EG) Nr. 1783/946, nachstehend "vorläufige Verordnung"
        genannt, führte die Kommission einen vorläufigen Antidumpingzoll auf die
        Einfuhren von Furfuraldehyd des KN-Codes 2932 12 00 mit Ursprung in der
        Volksrepublik China ein.
        Mit Verordnung (EG) Nr. 2818/947 verlängerte der Rat die Geltungsdauer dieses
        Zolls um einen Zeitraum von höchstens zwei Monaten.
        ABl. Nr. L 209 vom 2.8.1988, S. I.
        ABI. Nr. L 66 vom 10.3.1994, S. 10.
        ABI. Nr. I. 186 vom 21.7.1994, S. I I.
        ABI. Nr. L 298 vom 19.1 1.1994, S. 31.
 ---pagebreak--- B.  WEITERES VERFAHREN
(2) Nach der Einführung des vorläufigen Antidumpingzolls machte Sinochem, der
    größte chinesische Ausliihrer, schriftliche Sachäußerungen und wurde auf seinen
    Antrag hin angehört.
    Auch ein Einführer übermittelte der Kommission eine schriftliche Stellungnahme.
    Darüber hinaus nahm ein Einführer und Vcrarbeiter von Furfuraldehyd, der seine
    Tätigkeit erst Anfang 1994 aufgenommen hatte und daher bei der Einführung des
    vorläufigen   Antidumpingzolls nicht berücksichtigt worden war,        schriftlich
    Stellung und wurde auf seinen Antrag hin angehört.
(3) Die mündlichen und schriftlichen Sachäußerungen der interessierten Parteien
    wurden von den Kommissionsdienststellen geprüft und, soweit angemessen,
    berücksichtigt.
C.  WARE. GLEICHARTIGE WARE UND WIRTSCHAFTSZWEIG DER
    GEMEINSCHAFT
(4) Da keine neuen Argumente zu der Ware, der gleichartigen Ware und dem
    Wirtschaftszweig     der    Gemeinschaft    vorgebracht  wurden,   werden      die
    Feststellungen unter Randnummer 9 bis 12 der vorläufigen Verordnung bestätigt.
D.  DUMPING
1.  Normalwert
(5) Da die Volksrepublik China nicht zu den Marktwirtschaftsländern gehört,
    bestimmte die Kommission den Normalwert gemäß Artikel 2 Absatz 5
    Buchstabe a)    Ziffer   i)  der  Grundverordnung     anhand   der  inländischen
    Verkaufspreise zweier Furfuraldehyd-llersleller in dem       Marktwirtschaftsland
    Argentinien.
 ---pagebreak--- (6) Ein Einführer machte geltend, Argentinien sei als Vergleichsland nicht geeignet,
    da die dortige Furfuraldehyd-Produktion       im Vergleich zu der geschätzten
    Weltproduktion und der Produktion in China zu gering sei.
    Bei der Anwendung von Artikel 2 Absatz 5 Buchstabe a) der Grundverordnung
    und insbesondere bei der Prüfung der Frage, ob die für die Bestimmung des
    Normalwertes herangezogenen         Verkäufe repräsentativ sind, vergleicht die
    Kommission üblicherweise das Volumen der angeblich gedumpten Ausfuhren in
    die Gemeinschaft mit dem Volumen der Verkäufe, auf die sich der Normalwert
    stützt. Dabei stellte die Kommission fest, daß die Inlandsverkäufe in Argentinien
    mehr als 10 % der chinesischen Ausfuhren in die Gemeinschaft ausmachten und
    daher als genügend repräsentativ angesehen werden können. Das Verhältnis
    zwischen der Produktion im Vergleichsland und der Weltproduktion bzw. der
    Produktion in dem Land, das Gegenstand der Untersuchung ist, ist für die Wahl
    des Vergleichslandes nicht maßgeblich.
(7) Derselbe Einführer machte geltend, daß die Produktionskosten in Argentinien
    höher seien als in anderen Ländern. Dies ließe sich durch die Tatsache beweisen,
    daß das argentinische Furfuraldehyd nur in andere südamerikanische Länder
    ausgeführt werden könne, die ihre Märkte durch hohe Zölle schützten, aber den
    Ländern    der   ALADI     (Lateinamerikanische   Integrationsvereinbarung)   eine
    Präferenzbehandlung      gewährten.  Die Kommission      stellte fest, daß   diese
    Behauptung des Einführers nicht zutrifft, da im Untersuchungszeitraum rund ein
    Drittel  der argentinischen     Furfuraldehyd-Produktion    in die    Gemeinschaft
    ausgeführt wurde.
(8) Sinochem wiederholte seine Einwände gegen die Wahl Argentiniens als
    Vergleichsland.     Die   Kommission    hat diese   Wahl    jedoch bereits   unter
    Randnummer 13 und 14 der vorläufigen Verordnung angemessen begründet.
 ---pagebreak---  (9)  Daher bestätigt der Rat die Schlußfolgerungen unter Randnummer 13 und 14 der
      vorläufigen Verordnung, denen zufolge die Wahl Argentiniens als Vergleichsland
     angemessen und nicht unvertretbar ist.
(10)  Für die Zwecke der endgültigen Sachaufklärung bestätigt der Rat somit auch den
     anhand der argentinischen Inlandspreise ermittelten Normalwert, wie unter
      Randnummer 15 der vorläufigen Verordnung aufgeführt.
2.    Ausfuhrpreise
(11) Zu der      Berechnung der Ausfuhrpreise     wurden   keine neuen   Argumente
     vorgebracht. Daher werden die Feststellungen unter Randnummer 16 bis 19
     bestätigt.
3.   Vergleich
(12) Zu der von der Kommission gewählten Methode für den Vergleich des
     Normalwertes     mit  dem     Ausfuhrpreis  wurden   keine   neuen  Argumente
     vorgebracht. Daher wird die unter Randnummer 20 der vorläufigen Verordnung
     beschriebene Methode bestätigt.
4.   Dumpingspanne
(13) Zu der Ermittlung der Dumpingspanne wurden keine neuen Argumente
     vorgebracht; in der vorläufigen Verordnung hatte die Kommission eine einzige
     Dumpingspanne in Höhe der gewogenen durchschnittlichen Dumpingspannen
     sowohl     der kooperierenden   als auch der nichtkooperierenden      Ausführer
     festgesetzt. Daher wird die unter Randnummer 21 der vorläufigen Verordnung
     genannte Dumpingspanne von 62,6 % bestätigt.
 ---pagebreak--- E.   SCHÄDIGUNG
1.    Vorbemerkungen
(14) In der vorläufigen Verordnung ermittelte die Kommission die Schädigung anhand
     der Auswirkungen der gedumpten chinesischen Einfuhren auf die Preise. Dabei
     berücksichtigte sie nur den Teil des Marktes, auf dem das in der Gemeinschaft
     hergestellte Furfuraldehyd mit dem chinesischen Furfuraldehyd konkurrierte. Die
     Kommission      ließ    die     Einfuhren   mit    Ursprung    in  einem    Drittland
     unberücksichtigt, das aus Gründen der Vertraulichkeit nicht genannt werden kann.
     Die Einfuhren aus diesem Drittland erfolgen auf der Grundlage eines langfristigen
     Ausschließlichkeitsvertrages zwischen dem Hersteller in dem Drittland und einem
     Unternehmen, das mit dem größten Einführer in der Gemeinschaft geschäftlich
     verbunden ist und mehr als 80 % des von diesem Einführer                   gekauften
     Furfuraldehyds       liefert.      Aufgrund      dieses    Vertrags     kann      der
     Gemeinschaftshersteller      potentiell nur sehr wenige Geschäfte mit diesem
     Einführer abwickeln. Daher wurden die Einfuhren aus dem fraglichen Drittland
     als Geschäfte auf einem gebundenen Markt angesehen.
(15) Sinochem behauptete, es könne nicht von einem gebundenen Markt gesprochen
     werden, da der Antragsteller seine gesamte Produktion auf dem freien Markt
     verkaufe und der fragliche Einführer als größter Verbraucher von Furfuraldehyd
     in   der   Gemeinschaft       eindeutig   der   potentiell  größte  Abnehmer      des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sei. Durch den Ausschluß der Einfuhren aus
     dem Drittland sei die Kommission bei der Ermittlung des Verbrauchs und der
     Marktanteile zu unzutreffenden Ergebnissen gekommen.
 ---pagebreak--- (16) Die Kommission prüfte den Sachverhalt erneut und untersuchte dabei vor allem
     die besonderen vertraglichen Beziehungen zwischen dem Hersteller in dem
     Drittland und dem Unternehmen, das mit dem Einführer in der Gemeinschaft
     geschäftlich verbunden ist. Diese unter Randnummer 14 genannten vertraglichen
     Beziehungen bestehen seit den sechziger Jahren und bildeten im
     Untersuchungszeitraum die Grundlage für mehr als 80 % der Furfuraldehyd-
     Käufe des fraglichen Einführers. Bei der vorläufigen Sachaufklärung war die
     Kommission aufgrund der verfügbaren Informationen zu dem Schluß gekommen,
     daß ein gebundener Markt existierte. Nachdem nun zu dieser Frage mehr Fakten
     vorliegen, bestehen nach der erneuten Prüfung des Sachverhalts Zweifel daran, ob
     unter den vorgenannten Umständen eindeutig von einem gebundenen Markt
     gesprochen werden kann. Daher beschloß die Kommission, die Einfuhren aus
     dem fraglichen Drittland bei der endgültigen Ermittlung der Schädigung des
     Gemeinschaftsherstellers zu berücksichtigen.
 ---pagebreak--- 2.   Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
(17) Im Vergleich zur vorläufigen Sachaulklärung erhöht sich durch die Einbeziehung
     der Einfuhren aus dem Drittland zwangsläufig der Gemeinschaftsverbrauch,
     während     sich   der  Marktanteil    der  gedumpten     Einfuhren   bzw.   des
     Gemeinschaftsherstellers verringert; dennoch zeichnet sich in den letzten Jahren
     nach wie vor der gleiche Trend ab. Der neuberechnete Marktanteil des
     Gemeinschaftsherstellers im Untersuchungszeitraum beläuft sich auf 6,3 %.
     Dieser geringe     Prozentsatz erklärt sich dadurch, daß rund        75 % des
     Furfuraldehyd-Verbrauchs in der Gemeinschaft auf den vorgenannten Einführer
     (Randnummer 14 und 15) entfallen und die Furfuraldehyd-lmporte aus dem
     Drittland, wie oben dargelegt, unter besonderen Bedingungen getätigt werden und
     somit zu einem       anderen   Marktsegment    gehören  als die Verkäufe     des
     Gemeinschaftsherstellers.
3.   Marktanteile der gedumpten Einfuhren
(18) Nach der Einbeziehung der Furfuraldehyd-lmporte aus dem Drittland zeigt sich,
     daß das Volumen der gedumpten Einfuhren aus China zwischen 1989 und dem
     Untersuchungszeitraum mit 31,7 % stärker zurückging als der Gesamtverbrauch
     in der Gemeinschaft mit 23,7 %. Dies ist auf die Erhöhung des Marktanteils der
     Einführen aus dem unter Randnummer 14 genannten Drittland zwischen 1989
     und 1992 zurückzuführen; zwischen 1992 und dem Untersuchungszeitraum
     änderte sich dieser Trend jedoch, und der Marktanteil der chinesischen Einfuhren
     erhöhte sich von 13,7 % auf 15,2 %. Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß das
     Volumen der Einfuhren aus China mehr als doppelt so hoch ist wie das
     Absatzvolumen des Gemeinschaftsherstellers und diese Einfuhren abgesehen von
     den Importen aus dem fraglichen Drittland bei weitem die umfangreichsten sind.
 ---pagebreak--- 4.    Preise der gedumpten Einfuhren
(19)  Unter Randnummer 28 der vorläufigen Verordnung wurde festgestellt, daß die
      Einfuhrpreise von Furfuraldehyd mit Ursprung in China um 24,4 % niedriger
     waren als die Preise der Gemeinschaftshersteller und im Untersuchungszeitraum
     um mehr als 30 % zurückgingen. Die einschlägige Berechnung stützte sich auf die
     cif-Preise, die die chinesischen Ausführer den kooperierenden Einführern in
     Rechnung stellten. Sinochem beanstandete diese Berechnung nicht, behauptete
     jedoch, die Kommission habe bei der Schadensermittlung zu Unrecht die
     angeblichen Wiederverkäufe des Einführers berücksichtigt, der Furfuraldehyd
     hauptsächlich in dem vorgenannten Drittland kauft. Dieses Behauptung trifft nicht
     zu.
(20) Da zu den Preisen der gedumpten Einführen keine weiteren Argumente
     vorgebracht wurden, werden die Feststellungen unter Randnummer 28 der
     vorläufigen Verordnung bestätigt.
5.   Situation des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
(21) Zur Schädigung und insbesondere zur Situation des Wirtschaftszweigs der
     Gemeinschaft wurden keine weiteren Argumente vorgebracht. Die chinesischen
     Ausführer erhoben auch keine Einwände gegen die Feststellungen zu den
     finanziellen Verlusten des Gemeinschaftsherstellers. Die Feststellungen unter
     Randnummer 29, 30 und 32 bis 35 der vorläufigen Verordnung werden daher
     bestätigt.
6.   Schlußfolgerungen zur Schädigung
(22) Gleichzeitig werden auch die Feststellungen zur Schädigung unter Randnummer
     36 der vorläufigen Verordnung bestätigt, insbesondere was die hohen finanziellen
     Verluste des Gemeinschaftsherstellers infolge des starken Preisrückgangs auf dem
     Furfuraldehyd-Markt der Gemeinschaft anbetrifft.
F.    SCHADENSURSACHE
1.   Auswirkungen der gedumpten Einfuhren
(23) Da keine neuen Argumente zu den Auswirkungen der gedumpten Einfuhren
     vorgebracht wurden, werden die Feststellungen unter Randnummer 37 der
     vorläufigen Verordnung bestätigt.
 ---pagebreak--- 2.   Sonstige Faktoren
(24) Zur Schadensursache machte Sinochem geltend, die Kommission habe bei der
     Schadensbeurteilung durch den Ausschluß der Einführen aus dem fraglichen
     Drittland einen wichtigen Schadensfaktor unberücksichtigt gelassen. Diese
     Einfuhren würden die Importe aus der Volksrepublik China um mehr als das
     Vierfache übersteigen und würden dem obengenannten Einführer (Randnummer
      14 und 15) zu Billigpreisen angeboten.
(25) In den     letzten  dreißig   Jahren    wurde der     Furfuraldehyd-Bedarf   in   der
     Gemeinschaft größtenteils durch die Einfuhren aus dem fraglichen Drittland
     gedeckt. Diese Einfuhren waren jedoch nur für einen einzigen, wenn auch großen
     Importeur bestimmt, der aus den vorgenannten Gründen (Randnummer 14 und
     15) fast keinerlei Geschäfte mit dem Gemeinschaftshersteller             abwickelte.
     Dennoch gelang es letzterem bis 1991, seine Preise und seinen Marktanteil zu
     halten und weitgehend rentable Geschäftsergebnisse zu erzielen. Erst ab 1992, als
     der Preis des chinesischen Furfuraldehyds drastisch zurückging, war der
     Gemeinschaftshersteller     gezwungen, seine inländischen Verkaufspreise          zur
     Wahrung seines Marktanteils zu senken. Daher kann ausgeschlossen werden, daß
     die    Einfuhren    aus    dem     fraglichen   Drittland    die  Schädigung     des
     Gemeinschaftsherstellers verursacht haben. Zu dem Wiederverkauf des von dem
     Einführer importierten Furfuraldehyds und den möglichen Auswirkungen dieser
     Geschäfte auf das Preisniveau in der Gemeinschaft stellte die Kommission fest,
     daß der fragliche       Einführer   neben    dem   Furfuraldehyd   aus dem      unter
     Randnummer 14 genannten Drittland auch Furfuraldehyd aus China kaufte und
     eine bestimmte Menge des eingeführten Furfuraldehyds in der Gemeinschaft
     weiterverkaufte. Seine Wiederverkaufspreise waren jedoch stets deutlich höher
     als   diejenigen   der    chinesischen     Ausfuhren,   so   daß   die  Preise    der
     Gemeinschaftshersteller nicht unterboten wurden. Daher kommt der Rat zu dem
     Schluß, daß diese Wiederverkäufe nichts an den schädigenden Auswirkungen der
     chinesischen Ausfuhren ändern.
 ---pagebreak--- (26)  Da keine weiteren Argumente zu diesem Aspekt vorgebracht wurden und die
      neuberechneten Marktdaten die gleichen Trends erkennen lassen, werden die
      Schlußfolgerungen unter Randnummer 38 bis 41 der vorläufigen Verordnung
      bestätigt, denen zufolge die Billigeinfuhren aus der Volksrepublik China seit
      1992 zu einem Preisverfall geführt haben und für sich genommen die Ursache
      einer bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sind.
G.    INTERESSE DER GEMEINSCHAFT
(27)  Einige interessierte Parteien machten geltend, daß der Gemeinschaftshersteller die
      Nachfrage in der Gemeinschaft nicht decken könne. Außerdem behauptete ein
      Einführer    von    Furfuraldehyd,   der    Anfang   1994    die    Produktion      von
      Furfurylalkohol aufgenommen hatte, daß der Antidumpingzoll auf die Einführen
      von Furfuraldehyd aus China seine Produktion von Furfurylalkohol unrentabel
      mache, da er nicht wie der andere Einführer/Verarbeiter               aufgrund    einer
     Ausschließlichkeitsvereinbarung      billiges Furfuraldehyd     aus dem       fraglichen
      Drittland beziehen könne.
(28) Dem Rat ist bekannt, daß die Gemeinschaft ihren Furfuraldehyd-Bedarf nicht
     selbst decken kann; in Anbetracht der Zahl der Lieferanten in Drittländern ist
     jedoch davon auszugehen, daß es nicht zu einer Verknappung des Angebots
     kommen und nach wie vor ein beträchtlicher Preis Wettbewerb herrschen wird.
     Außerdem weist der Rat daraufhin, daß dieses Antidumpingverfahren gemäß der
     Bekanntmachung vom 31. Juli 1993 zum Zeitpunkt der Produktionsaufnahme des
     neuen Verarbeitungsunternehmens im Jahre 1994 bereits eingeleitet worden war.
     Dies hätte dem fraglichen Unternehmen bekannt sein müssen, so daß es der
     möglichen Einführung eines Antidumpingzolls auf seinen wichtigsten Rohstoff
     hätte Rechnung tragen müssen. Außerdem ist der dem Einführer/Verarbeiter
     entstehende Nachteil gegenüber der drohenden Einstellung der Produktion des
     einzigen noch in der Gemeinschaft tätigen Herstellers von Furfuraldehyd
     abzuwägen.       Dieser    Gemeinschaftshersteller    beliefert    in    erster    Linie
     Erdölverarbeitungsunternehmen, für die die sichere und fristgerechte Versorgung
     mit      Furfuraldehyd     von    strategischer    Bedeutung      ist.    Sollte     der
     Gcmcinschaftshersteller seine Produktion einstellen müssen, würden zudem
     mindestens 80 Arbeitsplätze in einem Gebiet verlorengehen, in dem eine der
     höchsten Arbeitslosenraten in der Gemeinschaft verzeichnet wird.
                                            11
 ---pagebreak---      Zum Interesse der Gemeinschaft wurden keine weiteren Argumente vorgebracht.
     Wie unter Randnummer 42 bis 49 der vorläufigen Verordnung dargelegt, kann
     daher die Auffassung        vertreten werden, daß die Einführung       endgültiger
     Antidumpingmaßnahmen zur Beseitigung der schädigenden Auswirkungen der
     gedumpten Einfuhren im Interesse der Gemeinschaft liegt.
H.   VERPFLICHTUNG
(29) Sinochem schlug eine Preisverpfiichtung vor und erklärte sich darüber hinaus
     bereit,   nur eine    bestimmte     Menge   Furfuraldehyd    in die Gemeinschaft
     auszuführen. Mit der Annahme einer solchen Verpflichtung würde Sinochem eine
     individuelle Behandlung eingeräumt. Als Staatsbetrieb erfüllt Sinochem jedoch
     nicht die Voraussetzungen, die ein Unternehmen              in einem Land    ohne
     Marktwirtschaft zur Einräumung einer individuellen Behandlung erfüllen muß.
     Außerdem wurden in den letzten Jahren mehrmals Verpflichtungen                 von
     chinesischen Auslührern, in einem Fall auch von Sinochem selbst, verletzt. Daher
     wird das Verpflichtungsangebot abgelehnt.
I.   ZOLL
(30) Bei    den   vorläufigen    Maßnahmen      handelte  es   sich  um  einen   festen
     Antidumpingzoll je Tonne. Wie unter Randnummer 51 der                  vorläufigen
     Verordnung dargelegt, wurde dieser Zoll auf der Höhe der Schadensschwelle
     festgesetzt, da diese niedriger war als die Dumpingspanne.
     Dagegen wurden keine Einwände erhoben. Daher werden die einschlägigen
     Feststellungen unter Randnummer 21 und 50 der vorläufigen Verordnung
     bestätigt. Der endgültige Antidumpingzoll sollte folglich genauso hoch sein wie
     der vorläufige Zoll.
                                           12
 ---pagebreak--- .!.    VEREINNAHMUNG              DER     SICHERHEITSLEISTUNGEN            FUR     DEN
       VORLÄUFIGEN ZOLL
(31)   In Anbetracht der festgestellten        Dumpingspanne und des Umfangs        der
       Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wird es für notwendig
       erachtet, die Sicherheitsleistungen für den vorläufigen Antidumpingzoll endgültig
       zu vereinnahmen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                         Artikel 1
1.     Auf die Einfuhren von Furfuraldehyd des KN-Codes 2932 12 00 mit Ursprung in
       der Volksrepublik China wird ein endgültiger Antidumpingzoll eingeführt.
2.     Der Zoll beläuft sich auf 352 ECU je Tonne.
3.     Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind die geltenden Zollbestimmungen
       maßgebend.
                                         Artikel 2
Die Sicherheitsleistungen für den vorläufigen Antidumpingzoll aufgrund der Verordnung
(EG) Nr. 1783/94 werden in voller Höhe endgültig vereinnahmt.
                                         Artikel 3
Diese Verordnung tritt am l a g nach ihrer Veröffentlichung          im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel                          Im Namen des Rates
                                             13
 ---pagebreak---                                                                    ISSN 0254-1467
                                                         KOM(94) 683 endg.
                                                    DOKUMENTE
DE                                                                       1102
                                Katalognummer : CB-CO-94-709-DE-C
                                                          ISBN 92-77-84557-0
Amt fur amdiche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                        -H,