CELEX: C2005/171/02
Language: de
Date: 2005-07-09 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 3. Mai 2005 in den verbundenen Rechtssachen C-387/02, C-391/02 und C-403/02 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale Mailand und der Corte d'appello Lecce [Italien]): Strafverfahren gegen Silvio Berlusconi, Sergio Adelchi, Marcello Dell'Utri u. a. (Gesellschaftsrecht — Artikel 5 EWG-Vertrag [später Artikel 5 EG-Vertrag, jetzt Artikel 10 EG] und 54 Absatz 3 Buchstabe g EWG-Vertrag [später Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g EG-Vertrag, nach Änderung jetzt Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe g EG] — Erste Richtlinie 68/151/EWG, Vierte Richtlinie 78/660/EWG und Siebente Richtlinie 83/349/EWG — Jahresabschluss — Grundsatz der wahrheitsgetreuen Information — Maßregeln, die im Fall von wahrheitswidrigen Mitteilungen über Gesellschaften [Bilanzfälschung] vorgesehen sind — Artikel 6 der Ersten Richtlinie 68/151 — Erfordernis der Geeignetheit der Sanktionen bei Verstößen gegen das Gemeinschaftsrecht)

9.7.2005   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 171/1
            
         
      URTEIL DES GERICHTSHOFES
   
   (Große Kammer)
   vom 3. Mai 2005
   in den verbundenen Rechtssachen C-387/02, C-391/02 und C-403/02 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale Mailand und der Corte d'appello Lecce [Italien]): Strafverfahren gegen Silvio Berlusconi, Sergio Adelchi, Marcello Dell'Utri u. a. (1)
   
   (Gesellschaftsrecht - Artikel 5 EWG-Vertrag [später Artikel 5 EG-Vertrag, jetzt Artikel 10 EG] und 54 Absatz 3 Buchstabe g EWG-Vertrag [später Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g EG-Vertrag, nach Änderung jetzt Artikel 44 Absatz 2 Buchstabe g EG] - Erste Richtlinie 68/151/EWG, Vierte Richtlinie 78/660/EWG und Siebente Richtlinie 83/349/EWG - Jahresabschluss - Grundsatz der wahrheitsgetreuen Information - Maßregeln, die im Fall von wahrheitswidrigen Mitteilungen über Gesellschaften [Bilanzfälschung] vorgesehen sind - Artikel 6 der Ersten Richtlinie 68/151 - Erfordernis der Geeignetheit der Sanktionen bei Verstößen gegen das Gemeinschaftsrecht)
   (2005/C 171/02)
   Verfahrenssprache: Italienisch
   In den verbundenen Rechtssachen C-387/02, C-391/02 und C-403/02 betreffend Vorabentscheidungsersuchen nach Artikel 234 EG, eingereicht vom Tribunale Mailand (C-387/02 und C-403/02) und von der Corte d'appello Lecce (C-391/02) (Italien) mit Entscheidungen vom 26., 29. und 7. Oktober 2002, beim Gerichtshof eingegangen am 28. Oktober, 12. und 8. November 2002, in den Strafverfahren gegen Silvio Berlusconi (C-387/02), Sergio Adelchi (C-391/02), Marcello Dell'Utri u. a. (C-403/02) hat der Gerichtshof (Große Kammer) unter Mitwirkung des Präsidenten V. Skouris, der Kammerpräsidenten P. Jann, C. W. A. Timmermans (Berichterstatter), A. Rosas und A. Borg Barthet, der Richter J.-P. Puissochet und R. Schintgen, der Richterin N. Colneric sowie der Richter S. von Bahr, M. Ilešič, J. Malenovský, U. Lõhmus und E. Levits — Generalanwältin: J. Kokott; Kanzler: L. Hewlett, Hauptverwaltungsrätin — am 3. Mai 2005 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
   In einer Situation wie der in den Ausgangsverfahren gegebenen können sich die Behörden eines Mitgliedstaats gegenüber Angeklagten im Rahmen von Strafverfahren nicht auf die Erste Richtlinie 68/151/EWG des Rates vom 9. März 1968 zur Koordinierung der Schutzbestimmungen, die in den Mitgliedstaaten den Gesellschaften im Sinne des Artikels 58 Absatz 2 des Vertrages im Interesse der Gesellschafter sowie Dritter vorgeschrieben sind, um diese Bestimmungen gleichwertig zu gestalten, als solche berufen, weil eine Richtlinie für sich allein und unabhängig von zu ihrer Durchführung erlassenen innerstaatlichen Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats nicht die Wirkung haben kann, die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Angeklagten festzulegen oder zu verschärfen.
   
      (1)  ABl. C 19 vom 25.1.2003.