CELEX: 51987PC0090
Language: de
Date: 1987-03-18
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES über ein Aktionsprogramm zur Ausbildung und Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben (Von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (87) 90
Vol. 1987/0039
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit règlement ou sont considérés déclassifiés
conformément aux articles 26(3) et 59(2) de la décision (UE, Euratom) 2015/444 de la
Commission du 13 mars 2015 concernant les règles de sécurité aux fins de la protection des
informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
public. Where necessary, classified documents in this file have been declassified in conformity
with Article 5 of the aforementioned regulation or are considered declassified in conformity with
Articles (26.3) and 59(2) of the Commission Decision (EU, Euratom) 2015/444 of 13 March 2015
on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444    vom   13.   März   2015   über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak---      KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                     KOM(87 ) 90 endg .
                                                     Brüssel , den 18 . März 1987
                                       Vorschlag für einen
                                       BESCHLUSS DES RATES
                über ein Aktionsprogramm zur Ausbildung und Vorbereitung der
                      Jugendlichen auf das Erwachsenen - und Erwerbsleben
                                ( Von der Kommission vorgelegt )
                                                      ÿ    % ^
                                                                 <'*r -s
                                                  a7       ' - fV     P /,
                                                                     g ^ ES!
K0MC87 ) 90 endg .
 ---pagebreak---                                       1
EINLEITUNG
1 . Die Gemeinschaft muß der Förderung von Jugendlichen , ihres fach ¬
      lichen Könnens und ihrer Vielseitigkeit , ihres Unternehmungsgeistes
      und ihrer Fähigkeit , Wandel zu meistern , allergrößte Anstrengung
      widmen .  Sie  sind  die entscheidenden Humanressourcen für Wachstum
      und Wohlstand in der Zukunft der Gemeinschaft . Heute gibt es über
      53 Millionen Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren in der er ¬
      weiterten Europäischen Gemeinschaft , mit Spanien sind 6,5 Millionen
      und mit Portugal fast 1 Million zu den bisher 46 Millionen Jugend ¬
      lichen hinzugekommen .
2 . Wenngleich viele Jugendliche an Bildungs - oder Ausbildungsprogram ¬
      men teilnehmen bzw . erwerbstätig sind , ist ihre hohe Arbeitslosen ¬
      quote dennoch weiterhin besorgniserregend ; so ist fast jeder vierte
      junge Mann und jede dritte junge Frau arbeitslos . Die Gesamtar ¬
      beitslosenquote der Jugendlichen hat sich in den meisten Fällen
      seit 1983 nicht verbessert . Auch wenn die Bevölkerungsentwicklung
      sich in den meisten Mitgliedstaaten günstig auswirken könnte , da
      die Zahl der 15 - bis 24jährigen in der Gemeinschaft bis zum Ende
      dieses Jahrhunderts um 25 % abnehmen dürfte , verbergen sich hinter
      den einzelstaatlichen Statistiken über Jugendarbeitslosigkeit doch
      Gebiete , in denen die Quoten zwei-bis dreimal so hoch sind . Abgese ¬
      hen von der persönlichen Tragik so vieler nutzlos vergeudeter Exi ¬
      stenzen   kann  und  darf  die Gemeinschaft einen in den 90er Jahren
      fortdauernden Verlust oder die mangelnde Auslastung derer , die
      einen großen Teil ihrer erwachsenen Erwerbsbevölkerung ausmachen
      werden , nicht in Kauf nehmen .
3.     In den letzten Jahren hat die Gemeinschaft ihre Anstrengungen auf
      die Notwendigkeit konzentriert , Strategien zur Schaffung zusätzli ¬
      cher Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche zu entwickeln . Sie
      sind in der Entschließung ^) des Rates zur Förderung der Beschäfti ¬
      gung von Jugendlichen kurz dargestellt , in der hervorgehoben wurde ,
      daß solche Strategien mit Berufsbildungsprogrammen als Instrument
      einer aktiven Beschäftigungspolitik kombiniert werden müßten .
4 . Obgleich Fortschritte im allgemeinen und beruflichen Bildungswesen
      kein Allheilmittel zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sind
      und anerkannt werden muß , daß dieser Beitrag als Teil einer umfas ¬
      senderen Antwort auf die Beschäftigungslage zu sehen ist , vertritt
      die Kommission die Ansicht , daß die Förderung der Ausbildung ein
      grundlegender Faktor für die künftige soziale und wirtschaftliche
      Entwicklung ist . In diesem Zusammenhang schafft ein effizientes
      berufliches Bildungsangebot für Jugendliche wesentliche Vorausset ¬
      zungen für deren Teilnahme an Fort - und Weiterbildung während ihres
      gesamten späteren Erwerbslebens .
5 . Die Kommissionsvorschläge in dieser Mitteilung sind eine direkte
      Antwort auf das Mandat des Europäischen Rates , der die Kommission
      und die Mitgliedstaaten auf seiner Tagung vom 28 . und 29 . Juni 1985
 ( 1 ) Entschließung des Rates vom 23 .       Januar 1984 - ABI . C 29 vom
       4 . Februar 1984 .
 ---pagebreak---                                           2
     in Mailand beauftragte , die erforderlichen Schritte zur konkreten
     Durchführung der im Bericht des " Adonnino - Ausschusses " über ein
     " Europa der Bürger " vorgeschlagenen Maßnahmen zu unternehmen . In
     diesem Bericht , dem der Europäische Rat zugestimmt hat , wird die
     Bedeutung der Jugendpolitik für die Europäische Gemeinschaft unter ¬
     strichen und unter anderem gefordert , " daß die Mitgliedstaaten im
     Rahmen ihrer nationalen Politiken und nach Möglichkeit im Benehmen
     mit   den Unternehmen und Sozialpartnern alles daran setzen sollten ,
     damit alle Jugendlichen , die dies wünschen , zusätzlich zur obliga ¬
     torischen Schulausbildung eine Berufsausbildung von ein - oder mög ¬
     lichst zweijähriger Dauer erhalten ".
6 . Die Kommissionsvorschläge berücksichtigen neuere Entwicklungen in
     der Ausbildung und Vorbereitung von Jugendlichen für das Erwach ¬
     senen - und Arbeitsleben in den einzelnen Mitgliedsstaaten . Insbe ¬
     sondere    zielen     sie  darauf ab , die im Juli 1983 in der Entschlie ¬
     ßung ^)         Rates zur Berufsbildungspolitik während der 80er Jahre
     festgelegten gemeinsamen Ausbildungsmaßnahmen der neuesten Entwick ¬
     lung anzupassen und ihnen einen weiteren Anstoß zu geben , unter Be ¬
     rücksichtigung des von der Kommission im Mai 1986 (^) vorgelegten
     Überblicks über die von den Mitgliedstaaten zur Durchführung dieser
     Entschließung ergriffenen Maßnahmen . Besonderes Augenmerk galt da ¬
     rüber hinaus der kürzlichen Erweiterung der Gemeinschaft und der
     Notwendigkeit , Spanien und Portugal eng an den politischen Entwick ¬
     lungen und Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene zu beteiligen und dabei
     ihren verschiedenen nationalen Regelungen und Bedürfnissen im Aus ¬
     bildungsbereich Rechnung zu tragen . Darüber hinaus sind die Vor ¬
     schläge eine Reaktion auf die Entschließung des Rates vom 11 . De ¬
     zember 1986 über ein Aktionprogramm zur Förderung des Beschäfti ¬
     gungswachstums , in der die Kommission aufgefordert wird , im Jahre
     1987 Vorschläge zur Ausbildung von Jugendlichen vorzulegen .
7 . Insbesondere im Rahmen der Verpflichtungen aus den Römischen Ver ¬
     trägen sollen die Vorschläge der Kommission dazu beitragen , gemein ¬
     same politische Maßnahmen in folgenden Bereichen weiter zu fördern :
     a)   Anhebung des Niveaus und der Qualität des beruflichen Bildungs ¬
         und Ausbildungsangebots für Jugendliche in der gesamten Gemein ¬
         schaft , um sie besser auf das Erwachsenen - und Erwerbsleben vor ¬
         zubereiten ;
     b ) Modernisierung der verschiedenen Bildungs - und Ausbildungsmög ¬
         lichkeiten für Jugendliche , unter Vermeidung von Ad hoc - und
         Zwischenlösungen und Schärfung des Sinns für gemeinsame Verant ¬
         wortung bei allen Beteiligten im öffentlichen und privaten Sek ¬
         tor sowie bei den freien Trägern , um alle verfügbaren Ressourcen
         zu mobilisieren und den Bedürfnissen der Jugendlichen , der Wirt ¬
         schaft und der Gesellschaft im allgemeinen zu entsprechen ;
( 2 ) ABI . C 193 vom 20.7.1983
( 3 ) Die Berufsausbildung von Jugendlichen in der Europäischen Gemein ¬
       schaft , KOM ( 86 ) 285 endg . vom 29.5.1986 .
 ---pagebreak---                                           3
      c ) Angebot einer qualifizierenden Ausbildungserfahrung für Jugend¬
          liche , die - angebunden an das Regelsystem der beruflichen Qua ¬
          lifikationen - zu einem anerkannten Abschluß führt , den Zugang
          zur Beschäftigung verbessert und den Jugendlichen besseres Rüst ¬
          zeug für die Fort - und Weiterbildungsmöglichkeiten im Verlauf
          des Erwachsenenlebens mitgibt .
      d) Förderung größerer Flexibilität der Ausbildungssysteme gegenüber
          den vielfältigen Herausforderungen durch den raschen wirtschaft ¬
          lichen , technologischen und sozialen Wandel , so daß die Ausbil ¬
          dung zu einem grundlegenden und integrierenden Faktor der wirt ¬
          schaftlichen und sozialen Entwicklung wird ;
      e ) Stärkung der europäischen Dimension der verschiedenen Ausbil ¬
          dungsmaßnahmen und Förderung des Erfahrungsaustausches zwischen
          den Mitgliedstaaten als Beitrag zur Vollendung des Binnenmarktes
          und zur Beseitigung von Hemmnissen für die Freizügigkeit in der
          Gemeinschaft .
                                                                        «
8 . Diese Mitteilung ist außerdem eine Folgemaßnahme zum Memorandum der
      Kommission zum Internationalen Jahr der Jugend vom Juli 1985           ,
      das in Aussicht stellte , " weitere Vorschläge zur Verbesserung der
      Bildung und Ausbildung Jugendlicher , ihrer Information , Beratung
      und Begleitung zu unterbreiten und das zweite Aktionsprogramm auf
      Gemeinschaftsebene     ( 1983-1986 ) hinsichtlich des Übergangs Jugend¬
      licher    von   der Schule ins Erwerbs - und Erwachsenenleben auszudeh ¬
      nen " . Sie baut auf den bisherigen Erfahrungen aus diesem zweiten
      Programm auf , über das die Kommission dem Rat und dem Wirtschafts ¬
      und Sozialausschuß im Januar 1986 einen Zwischenbericht vorleg -
      te(5 ). Darüber hinaus ergänzt diese Mitteilung das vom Rat im Juli
      1986 angenommene COMETT-Programm(® ) sowie die Vorschläge für das
      ERASMUS - Programm^) und das "YES " - Programm^® ) , welche die Kommis ¬
      sion    in   den letzten Monaten als unmittelbare Antwort auf den Auf ¬
      trag unterbreitet hat , den ihr der Europäische Rat im Hinblick
      auf die notwendige Schaffung eines " Europa der Bürger " erteilt
      hat . Als ein Beitrag zur Erleichterung der Freizügigkeit und Nie ¬
      derlassungsfreiheit von Bürgern der Gemeinschaft ist die Mitteilung
      ebenfalls Teil des im Weißbuch ( 9 ) der Kommission dargelegten Pro ¬
      gramms zur Vollendung des Binnenmarktes .
9 . Berücksichtigt wurden ferner die vom Beratenden Ausschuß für die
      Berufsausbildung auf seiner Tagung vom 27 . und 28 . Mai 1986 abge ¬
      gebene Stellungnahme (vollständiger Text der Stellungnahme siehe
      Anlage 2 ) .
( 4 ) KOM(85 ) 247 endg . vom 1 . Juli 1985 .
( 5 ) KOM(85 ) 767 endg . vom 23 . Dezember 1985 .
( 6 ) ABI . L 222 vom 8.8.1986 , S. 17 .
( 7 ) KOM(85 ) 756 endg . vom 20 . Dezember 1985 .
( 8 ) KOM(85 ) 52 endg . vom 5 . März 1986 .
 ( 9 ) KOM(85 ) 310 endg . vom 14 . Juni 1985 .
 ---pagebreak---                                      4
GEGENWÄRTIGE LAGE
10 . In den letzten Jahren wurde das Angebot an weiterführenden Bil -
     dungs - und Ausbildungsgängen insbesondere für die Jugendlichen bis
     zu 18 Jahren erheblich erweitert , obgleich die Universitäten und
     das Hochschulsystem im allgemeinen in den meisten Mitgliedstaaten
     Kürzungen in Kauf nehmen mußten . Unabhängig davon , ob es Rechtsvor ¬
     schriften über Teilzeitschulpflicht im Anschluß an die Vollzeit ¬
     schule gibt , oder ob die derzeitige Ausbildungskapazität allen An ¬
     forderungen gerecht werden kann , herrscht heute zumindest weitge ¬
     hend Einstimmigkeit darüber , daß allen Jugendlichen die Möglichkeit
     für eine längere Bildungs - bzw . Ausbildungszeit geboten werden
     sollte , damit sie allgemeine und berufsspezifische Fertigkeiten für
     die Arbeitswelt vor Antritt ( bzw . Versuch der Aufnahme ) einer Voll ¬
     zeitbeschäftigung erwerben können . Im Unterschied zu den 70er Jah ¬
     ren geht der Druck auf Jugendliche , ihre Ausbildung und ihre Vorbe ¬
     reitung auf das Erwachsenenleben über das Mindestabgangsalter hin¬
     aus fortzusetzen , insbesondere von der Herausforderung der neuen
     Technologien und der zunehmenden Erkenntnis aus , daß Europa gut
     ausgebildete Arbeitskräfte benötigt , wenn es hochwertige Güter her ¬
     vorbringen und auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleiben will . Die
     Vorstellung , daß die allgemeine und berufliche Bildung lediglich
     eine   anerkennenswertere  Alternative zu bzw . eine Zuflucht vor Ar ¬
     beitslosigkeit bietet , verliert demgegenüber rasch an Wert .
     Außerdem muß der wachsenden Erkenntnis Rechnung getragen werden ,
     daß die Gruppe der arbeitslosen Jugendlichen und insbesondere der
     wiederholt oder für längere Zeit Arbeitslosen eine unannehmbar hohe
     Zahl von Personen umfaßt , die über keinerlei Grundkenntnisse verfü ¬
     gen , nach ihrem eigenen Selbstverständnis in der Schule versagt ha ¬
     ben , und sich deshalb nicht in der Lage sehen , einen Arbeitsplatz
     zu finden , bzw . zu behalten . Die Bildungs - und Ausbildungssysteme
     können wesentlich dazu beitragen zu verhindern , daß ein Großteil
     der Jugendlichen vollkommen von der Gesellschaft ausgeschlossen
     wird .
11 . Insgesamt    nimmt in den Mitgliedstaaten mit dem relativen Rückgang
      der Zahl der Jugendlichen , die unmittelbar nach der Pflichtschul ¬
      zeit eine Vollzeitbeschäftigung suchen , die Bedeutung des " Wende ¬
      punktes " am Ende der Schulpflicht ab ; dies gilt umso mehr , als
      " Sondermaßnahmen" für arbeitslose Jugendliche in den Mitgliedstaa ¬
      ten zunehmend in das Regelsystem der beruflichen Bildung einbezo ¬
      gen oder als     "Übergangsmaßnahmen" zwischen der Schule und einem
      betrieblichen Ausbildungsverhältnis angeboten werden .
12 . Die Übergangszeit zwischen dem Schulabschluß und dem Eintritt in
      ein festes Arbeitsverhältnis ist oft sehr lang und wird für die
      Mehrzahl der Jugendlichen in der Europäischen Gemeinschaft immer
      länger .  Es gibt nicht nur einen einzigen Übergangspunkt , sondern
      eher   eine Vielfalt von Abgangs - und Zugangsschwellen , die von den
      Jugendlichen zu bewältigen sind . Darüber hinaus gibt es unter ¬
      schiedliche Arten von Einrichtungen und Organisationen , die beruf ¬
      liche Bildung , Beratung oder Arbeitserfahrung entsprechend dem
      spezifischen Abschnitt vermitteln , in dem die betreffenden Jugend¬
      lichen in diesem Prozeß stehen . Es muß erkannt werden , daß das be ¬
      rufliche Bildungsangebot in den meisten Mitgliedstaaten ziemlich
 ---pagebreak---                                     5
     zersplittert ist , da in den letzten Jahren unterschiedliche staat ¬
     liche Stellen , deren Zuständigkeiten sich im Ausbildungsbereich
     überschneiden , zeitlich befristete oder Intensivprogramme für Ju ¬
     gendliche durchgeführt haben . Die Notwendigkeit einer engeren Zu¬
     sammenarbeit bzw . Abstimmung zwischen ihnen wird zunehmend aner ¬
     kannt ,  und  die  Kommission hat in den letzten Jahren die einzel ¬
     staatlichen Behörden auf die Schwachstellen eines zersplitterten
     und unkoordinierten Angebots aufmerksam gemacht .
13 . Zusätzlich zu den von den meisten Mitgliedstaaten in den letzten
     Jahren geschaffenen neuen Ausbildungs Strukturen und - programmen ,
     die speziell auf Jugendliche zugeschnitten sind , änderten sich auf
     einzelstaatlicher Ebene auch die bildungspolitischen Strategien ,
     was entweder eine erneute Zentralisierung oder eine Dezentralisie ¬
     rung der Bildungs - und Ausbildungssysteme beinhaltete . Insbesonde ¬
     re die Ausbildungs - und Beratungsangebote und die gewöhnlich daran
     gebundenen unterschiedlichen finanziellen Bedingungen erscheinen
     den Jugendlichen häufig undurchschaubar und verwirrend . Auch zahl ¬
     reiche freie Träger haben versucht , die Lücken im Ausbildungsbe ¬
     reich für die am wenigsten qualifizierten und am stärksten gefähr ¬
     deten Jugendlichen zu füllen . Angesichts dieser verschiedenen
     Faktoren wächst die Besorgnis der Öffentlichkeit über die Zer ¬
     splitterung des Angebots für Jugendliche , und das Bedürfnis nach
     mehr Übersichtlichkeit und Abstimmung bei der Planung und Bereit ¬
     stellung von Angeboten nimmt zu .
14 . Beratung und Entscheidungshilfen sind von überaus großer Bedeutung
     für Mädchen und junge Frauen , die weiterhin herkömmliche Bildungs ¬
     und Ausbildungsentscheidungen treffen , d.h . Berufswahlen , die nur
     eine geringe Zahl von oft schlecht bezahlten Arbeitsmöglichkeiten
     mit geringen Aufstiegschancen eröffnen . Es sind daher Maßnahmen
     erforderlich , um einen Wandel in den Einstellungen zu bewirken und
     den Zugang zu allen Bildungs - und Ausbildungsmöglichkeiten unab ¬
     hängig vom Geschlecht zu verbessern . Auch hier könnte ein koordi ¬
     niertes Vorgehen aller Stellen und Orgnisationen , die für Beratung
     und Entscheidungshilfen im allgemeinen und für Mädchen im besonde ¬
     ren zuständig sind , dazu führen , daß gezielte Maßnahmen zur gründ ¬
     lichen Berufswahlvorbereitung für Mädchen weitläufig genutzt wer ¬
     den .
15 . Anstrengungen , die darauf zielen , daß die Jugendlichen die beruf ¬
     liche Bildung bis zum 18 . Lebensjahr und darüber hinaus fortset ¬
     zen , können letztendlich nur Erfolg haben , wenn die Jugendlichen
     wissen , daß sie eine Wahlmöglichkeit haben - d.h . die Wahl zwi ¬
     schen einer Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten oder berufsbezo ¬
     genen Tätigkeiten , die ihren persönlichen Wünschen und Fähigkeiten
     angepaßt sind . Dies setzt voraus , daß Qualität und Vielfalt des
     Ausbildungsangebots verbessert werden , so daß alle Jugendlichen
     vergleichbare Chancen haben und ähnlich motiviert werden , in ihre
     Zukunft zu investieren . Es liegt im Interesse der Gemeinschaft
     als Ganzes , daß besondere Anstrengungen zur Beseitigung regionaler
     Unterschiede auf diesem Gebiet gemacht werden , insbesondere ange ¬
     sichts der hohen Zahl von Schulabbrechern (beispielsweise in eini ¬
     gen ländlichen Gegenden oder in Gebieten , in denen das gesetzliche
     Schulentlassungsalter deutlich unter dem Gemeischaftsdurchschnitt
     liegt , wie in Portugal ).
 ---pagebreak---                                         6
16 . In zunehmendem Maße wird die Notwendigkeit neuer Partnerschaften
       anerkannt , um die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Bildung ,
       Ausbildung und Beratung von Jugendlichen stärker im Verbund aus ¬
       zubauen   und   besser durchschaubar zu machen , und so eine breitere
       Beteiligung    der Jugendlichen an den angebotenen Programmen zu ge ¬
       währleisten .   Diese   Partnerschaften sollten nicht nur öffentliche
       Stellen einbeziehen , sondern ein breites Spektrum sonstiger Stel ¬
       len und Interessenverbände des privaten Sektors und und der frei ¬
       en Träger , insbesondere auf örtlicher Ebene , aktiv beteiligen . Es
       besteht die Möglichkeit , solche Partnerschaften zwischen einzel ¬
       staatlichen , regionalen und lokalen Behörden in Einklang mit den
       spezifischen Entwicklungen und Traditionen der einzelnen Mitglied ¬
       staaten weiter auszubauen , insbesondere in bezug auf die aktive
       Rolle der Sozialpartner , so daß dieses Bemühen um Mobilisierung
       aller verfügbaren Ressourcen auf allen Ebenen Wirklichkeit wird .
       Breitere Kenntnisse der Öffentlichkeit von den Ausbildungssystemen
       und ein stärkeres Engagement in den Systemen durch aktive Beteili ¬
       gung an diesem Prozeß werden außerdem dazu beitragen , das Niveau
       anzuheben und die erforderliche Unterstützung für weitere Investi ¬
       tionen in die berufliche Bildung sicherzustellen . Eltern und So ¬
       zialpartner spielen in diesem Verbund eine besondere Rolle .
17 . Innerhalb dieser Partnerschaften sollte auf die Ermittlung von
       Möglichkeiten für effizientere Kontakte zwischen Schule und In ¬
       dustrie , Handel , Landwirtschaft und Dienstleistungssektor besonde ¬
       rer Nachdruck gelegt werden . Dies ist in einigen Mitgliedstaaten
       bereits der Fall und liefert u.a . die Grundlage für Betriebsprak ¬
       tika und kombinierte Arbeits -/Ausbildungsmöglichkeiten für Jugend¬
       liche ; eingebettet in einen breiteren Zusammenschluß der Interes ¬
       sen , die auf die Anpassung der vorhandenen Ausbildungseinrichtun¬
       gen und ihre Erweiterung gerichtet sind , könnte ein solches Vor ¬
       gehen weitere Verbreitung finden . Die besondere Lage und das Po ¬
       tential   kleinerer    und mittlerer Unternehmen müssen in diesem Zu ¬
       sammenhang    berücksichtigt werden , da Beschäftigungsmöglichkeiten ,
       insbesondere    am   örtlichen  Arbeitsmarkt , oft auf Unternehmen mit
       verhältnismäßig geringer Beschäftigtenzahl begrenzt sind . Die in
       kleineren Unternehmen erforderliche Anpassungsfähigkeit und Flexi ¬
       bilität der Arbeitnehmer kann in der beruflichen Bildung durch
       Verbindung der kleineren und mittleren Unternehmen mit den Schulen
       und Ausbildungsträgern besser erreicht werden . Auch die Jugendli ¬
       chen müssen auf die unternehmerischen Herausforderungen vorberei ¬
       tet werden , denen sie bei der Arbeit in einem kleineren oder mitt ¬
       leren Betrieb begegnen . Die Bedeutung dieses Aspekts wurde kürz ¬
       lich in dem Aktionsprogramm der Kommission für die kleineren und
       mittleren Unternehmen KMU(l^) unterstrichen , zu dem der Rat im Ok¬
       tober eine Entschließung angenommen hat .
18 . Eine Verbesserung der Qualität der Ausbildung für Jugendliche so ¬
       wie ihrer Vorbereitung auf das Erwachsenen - und Erwerbsleben setzt
       nicht nur eine enge Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten
       Stellen sondern auch die Entwicklung fachlicher Kompetenzen vor ¬
       aus . In diesem Zusammenhang ist besonderes Augenmerk auf die Aus­
 ( 10 ) KOM(86 ) 445 endg .
 ---pagebreak---                                        7
      bildung der Ausbilder sowie auf Weiterbildung und Mitarbeiterför ¬
      derung im allgemeinen zu richten . Die Erfahrung gemeinsamer Aus ¬
      bildungsprogramme , an der verschiedene Kategorien von Ausbildern
      teilnehmen , hat sich als brauchbar erwiesen und ermutigt zu einer
      effizienten Zusammenarbeit bei der Verfolgung gemeinsamer Ziele .
19 . Das Entstehen neuer Ausbildungsprogramme und - Strukturen , die Ver ¬
      längerung der Ausbildungszeiten und die zunehmende Zahl von Ab ¬
      gangs - und Zugangspunkten im Ausbildungsbereich bieten den Jugend ¬
      lichen ein verwirrendes und kompliziertes Bild . Ohne Frage ist es
      wünschenswert , daß die Jugendlichen über Wahlmöglichkeiten infor ¬
      miert sind und ihren eigenen Bildungsweg selbst bestimmen können ;
      Voraussetzung für wirkliche Bildungs - und Berufswahl ist jedoch ,
      daß sie sich der Breite des Angebots auch bewußt sind . Viele Ju ¬
      gendliche , insbesondere benachteiligte Jugendliche , sind darüber
      einfach nicht aufgeklärt . Sie wissen nichts über die Vielfältig ¬
      keit der Programme , Einrichtungen und Dienste , die ihnen zur Ver ¬
      fügung stehen . Nicht , daß es diese Informationen nicht gäbe ; in
      einigen Fällen herrscht schon fast ein Überangebot . Schuld ist
      vielmehr   allein  die Tatsache , daß die Information nicht in einem
      angemessenem Stil oder Format angeboten wird , um sie für Jugendli ¬
      che    attraktiv und verständlich zu machen . Die Kommission hat be ¬
      reits mehrere Vorhaben zur Jugendinformation unterstützt ^^-) , mit
      denen demonstriert wurde , wie die vorhandenen Stellen in Zusammen ¬
      arbeit mit Jugendlichen ihre Dienstleistungen zahlreichen anderen
      Jugendlichen in der Phase des Übergangs von der Schule ins Er ¬
      werbsleben anbieten können .
20 . Zusätzlich zu diesen Jugendinformationsvorhaben gibt es in den
      verschiedenen Mitgliedstaaten reichlich Beweise dafür , daß viele
      Jugendliche gerne selbst die Initiative zur Durchführung von Pro ¬
      jekten ergreifen möchten , die nicht nur ihre oft ungenutzten Ener ¬
      gien beanspruchen , sondern auch ihr Selbstvertrauen im Hinblick
      auf die Beteiligung an anderen Projekten stärken und gelegentlich
      zu einem Arbeitsplatz führen . Die Initiativen der Jugendlichen ,
      miteinander zu kommunizieren , einander gegenseitig zu informieren ,
      sich selbst in den Medien darzustellen usw . , tragen wesentlich
      dazu bei , daß der herkömmliche Paternalismus in der Jugendpolitik
      schwindet , der soviele gutgemeinte Bemühungen der öffentlichen
      Stellen , die Probleme der Jugendlichen für sie zu lösen , unter ¬
      graben hat . Die Kommission hat bereits in begrenztem Umfang auf
      experimenteller Basis mehrere Jugendinitiativen oder Projekte
      unterstützt , in denen Jugendliche eine führende Rolle bei der
      Planung und Durchführung gespielt haben , insbesondere auf dem
      Gebiet der Ausbildung , genossenschaftlicher Initiativen und der
      Kontakte zu den Medien .
( 11 ) Anmerkung : Als Beitrag zum Internationalen Jahr der Jugend und
       in Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Behörden hat die Kom¬
       mission im November 1985 eine Europäische Konferenz veranstaltet ,
       auf der erfolgversprechende Beispiele solcher Vorhaben vorge ¬
       stellt wurden . Die Ergebnisse dieser Konferenz sind im Beiheft
       zu Soziales Europa ( 3/ 86 ) enthalten .
 ---pagebreak---                                         8
      VORSCHLÄGE FÜR MASSNAHMEN
21 . Auf der Basis des vorstehenden Lageberichts wird im folgenden das
      neue Aktionsprogramm für den Zeitraum von 1987 bis 1992 vorge ¬
      schlagen , das eine Erweiterung der Maßnahmen beinhaltet , die der
      Rat bereits in seiner Entschließung vom 11 . Juli 1983 über die Be ¬
      rufsbildungspolitik während der 80er Jahre ( 12 ) un(j      der voran¬
      gegangenen    Entschließung  von 1979 über die alternierende Ausbil ¬
      dung von Jugendlichen (■“) angenommen hatte . Darüber hinaus stüt ¬
      zen sich die Vorschläge auf die beachtlichen Erfolge des gegenwär ¬
      tig laufenden Aktionsprogramms zum Thema " Übergang von der Schule
      ins   Erwerbs -  und  Erwachsenenleben ", das in seiner gegenwärtigen
      Form 1987 ausläuft ( 1^).
22 . Zentrales Ziel dieses Aktionsprogramms sollte insbesondere sein :
      die Erweiterung , Verbesserung und Diversifizierung des Berufsbil ¬
      dungsangebots in einer Weise , die sicherstellt , daß alle Jugend ¬
      lichen in der Europäischen Gemeinschaft , die dies wünschen , über
      ihre Schulpflicht hinaus eine einjährige , nach Möglichkeit zwei ¬
      jährige Berufsausbildung erhalten .
23 . Die von der Kommission einzuleitenden Maßnahmen , um die Mitglied ¬
      staaten in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern bei der
      Verwirklichung dieses zentralen Ziels zu unterstützen , sind in
      dem Entwurf eines Beschlusses und dem Anhang zu diesem Beschluß ¬
      entwurf enthalten , die gemeinsam mit dieser Mitteilung und zusam ¬
      men mit den einschlägigen Erläuterungen des beigefügten Memoran ¬
      dums vorgelegt werden . Die einzelnen von der Kommission zu ergrei ¬
      fenden Maßnahmen werden auf der Grundlage von Vorschlägen geplant ,
      welche die Mitgliedstaaten nach angemessener Beratung mit den So ¬
      zialpartnern auf einzelstaatlicher Ebene unterbreiten werden . Die
      Kommission plant die Einsetzung einer Arbeitsgruppe von nationalen
      Koordinatoren , die von den Mitgliedstaaten zu benennen sind und
      deren Aufgabe in Beratung bei der Aufstellung und Entwicklung des
      Programms bestehen wird . Die Kommission wird ihrem dreigliedrigen
      Beratenden Ausschuß für die Berufsausbildung und dem Ausschuß für
      Bildungsfragen des Rates jährlich über die Fortschritte des Pro ¬
      gramms berichten . In Einklang mit der Entschließung des Rates von
      1983 zielt das Programm darauf ab , die gemeinschaftliche Dimension
      bei der Planung und Durchführung der Berufsbildungsstrategien zu
      stärken ,  indem   zwischen den Vorhaben auf diesem Gebiet im Rahmen
      eines Europäischen Netzes ein Verbund geschaffen und für die Er ¬
      fassung und den Austausch von Erfahrun-gen zwischen den Mitglied ¬
      staaten gesorgt wird . Auf diese Weise kann die Kommission dafür
      gerüstet sein , ihre Katalysatorrolle in der Sammlung und dem Aus ¬
      tausch von Erfahrungen und der Ermittlung neuer , vielversprechen ¬
      der Modelle für künftige Entwicklungen weiter zu spielen .
( 12 ) ABI . C 193 vom 20 . Juli 1983 .
( 13 ) ABI . C 1 vom 3 . Januar 1980
( 14 ) ABI . C 193 vom 28 . Juli 1982 , S. 1 , in der geänderten Fassung des
ABI . C 328 vom 18.12.1985 , S. 3 .
 ---pagebreak---                                          9
24 . Die Kommission geht davon aus , daß dieser Arbeitsplan auch mit ih ¬
       ren neuerlichen Bemühungen um die Förderung von wirksameren Maß ¬
       nahmen zur beruflichen Weiterbildung von Erwachsenen eng verknüpft
       sein wird . Im Verlauf des Jahres 1987 wird die Mitteilung der Kom ¬
       mission ( 1 -*) über dieses weiter gefaßte Thema Gegenstand von Erör ¬
       terungen in der gesamten Gemeinschaft sein , insbesondere hinsicht ¬
       lich der Ausbildungsinvestitionen öffentlicher und privatwirt ¬
       schaftlicher      Unternehmen sowie der gemeinsamen Verantwortung von
       Regierungen ,     Betrieben und Einzelpersonen für die Finanzierung .
       Darüber      hinaus wird die Kommission sicherstellen , daß Entwicklun ¬
       gen    in der     Berufsbildungspolitik für Jugendliche und Erwachsene
       bei der anstehenden Überprüfung der Finanzierungsinstrumente der
       Gemeinschaft      in vollem Umfang berücksichtigt werden , um auf diese
       Weise die volle Übereinstimmung zwischen den von der Gemeinschaft
       verfolgten Maßnahmen und der Verwendung der Finanzmittel zu ge ¬
       währleisten , die ihr zur Verfügung stehen .
25 . Dieses      in den vorstehenden Paragraphen dargestellte Vorgehen be ¬
       stimmt    die Auswahl der folgenden gezielten Aktionen , die in der
       Zeit von 1987 bis 1992 auf Gemeinschaftsebene durchzuführen sind .
       Die Kommission wird den nachstehenden Neun - Punkte - Plan durchfüh ¬
       ren :
       ( a ) Errichtung eines Europäischen Netzes von Partnerschaf tsintia -
             tiven auf dem Gebiet der Ausbildung als Verbund von Vorhaben
             aus verschiedenen Mitgliedstaaten ;
       ( b ) fachliche Unterstützung auf dem Gebiet der Berufsausbildung ;
       ( c ) vergleichende Untersuchungen über Themen der beruflichen Bil ¬
             dung und Ausbildung ;
       ( d) gemeinsame Förderung von Erhebungen über Jugendausbildungspro ¬
             gramme und ihre Wirksamkeit ;
       ( e ) Überblick über die Entwicklung der beruflichen Qualifikationen
       ( f ) Unterstützung     für innovative Informationsprojekte betreffend
             den Übergang ins Erwachsenen - und Erwerbsleben , an deren Pla ¬
             nung , Organisation und Durchführung Jugendliche beteiligt
             sind ;
       ( g ) Unterstützung für Jugendinitiativen zur Förderung der Entwick ¬
             lung des Unternehmungsgeistes , der Eigenverantwortung und Kre ¬
             ativität der jungen Menschen ;
       ( h ) Austausch von Ausbildungsfachleuten ;
       ( i ) Gewährleistung eines regelmäßigen Dialogs zwischen politischen
             Entscheidungs trägem und den Sozialpartnern sowie einer Über ¬
             prüfung der praktischen Umsetzung des Beschlusses des Rates .
( 15 )
 ---pagebreak---                                   10
26 . Der Rat wird ersucht , den Entwurf des Beschlusses und des Anhangs
     zu dem Beschluß anzunehmen . Eine eingehende Erläuterung der von
     der Kommission zu ergreifenden Unterstützungsmaßnahmen ist im
     Memorandum enthalten , das sich an diese Mitteilung anschließt .
 ---pagebreak---                                  ERLÄUTERUNGEN
                   zu dem Entwurf des Beschlusses und Anhang
Zur Ergänzung und Unterstützung der von den Mitgliedstaaten ergriffe ¬
nen Maßnahmen wird die Kommission ihre Tätigkeiten zur Förderung der
Innovation und der qualitiativen Verbesserung der Systeme der beruf ¬
lichen Bildung und Ausbildung fortsetzen . Die Ziele der Maßnahmen auf
Gemeinschaftsebene im Kontext der Ausbildungspolitik für Jugendliche
werden in Einklang mit dem Entwurf des Beschlusses und dem Anhang ste ¬
hen . Sie werden die Wahl der gezielten Aktionen bestimmen , die während
des    Zeitraums     von 1987 bis 1992 auf Gemeinschaftsebene durchzuführen
sind .
Die verschiedenen auf Gemeinschaftsebene zu ergreifenden Maßnahmen
werden nachstehend beschrieben und entsprechen dem unter Ziffer 25 der
Mitteilung aufgeführten und im Anhang zum Entwurf des Beschlusses des
Rates erläuterten Neun - Punkte - Plan für Maßnahmen .
a ) Partnerschaftsinitiativen in der beruflichen Bildung und Ausbildung
i)     Die Kommission wird ein europäisches Verbundnetz von Partner ¬
       schaftsinitiativen auf dem Gebiet der Ausbildung für Jugendliche
       errichten . Die ausgewählten Projekte , die sich an diesem Netz be ¬
       teiligen sollen , müssen sich eindeutig für die Mobilisierung al ¬
       ler kollektiven Ressourcen des öffentlichen , privaten und freien
       Sektors einsetzen , um den Berufsbildungs - und Beratungsbedürfnis ¬
       sen der Jugendlichen durch ein kooperatives oder integriertes
       Vorgehen zu entsprechen und ein fruchtbares Klima für eine wirk ¬
       liche Partnerschaft zwischen den beteiligten Stellen zu fördern .
       Der Förderung der Beziehungen zwischen Schule und Wirtschaft ,
       Handel , Landwirtschaft und Dienstleistungssektor sowie der För ¬
       derung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Ausbildung der Aus ¬
       bilder , die auf den verschiedenen Stufen des allgemeinen und be ¬
       ruflichen Bildungswesens tätig sind , kommt dabei besonderes Inte ¬
       resse  zu .
ii )   Die Kommission wird die in das europäische Netz einzubeziehenden
       Vorhaben anhand von Vorschlägen auswählen , die die Mitgliedstaa ¬
       ten nach entsprechender Beratung mit den Sozialpartnern auf ein ¬
       zelstaatlicher Ebene unterbreiten . Die Mitgliedstaaten werden
       aufgefordert , Vorhaben anzugeben , die erfolgversprechende Initia ¬
       tiven im Sinne des Beschlußentwurfs und insbesondere seiner poli ¬
       tischen Zielsetzungen darstellen .
iii ) Die ausgwählten Projekte müssen außerdem ihre Möglichkeiten dar ¬
       legen , als Multiplikator für die Verbreitung erprobter Methoden
       sowohl in als auch zwischen den Mitgliedstaaten zu dienen . Auf
       diese Weise wird der aus der Beteiligung an dem europäischen Netz
       erwachsende Mehrwert die Maßnahmen auf einzelstaatlicher , regiona ¬
       ler und lokaler Ebene ergänzen . Die Projekte werden eine aktive
       Rolle in einem gemeinschaftsweiten Netz übernehmen mit fachlicher
       Unterstützung durch die Kommission , die auch eine kontinuierliche
       Berichterstattung über die verschiedenen Tätigkeiten und deren
       Überwachung gewährleisten wird .
 ---pagebreak---                                       А1
i.v )  1 ui Rahmen des europäischen Netzes sollen Parnterschaf ten zwischen
       regionalen oder örtlichen Bereichen außerdem das gegenseitige
       Verständnis der gemeinsamen wirtschaftlichen und kommerziellen
       Interessen der beteiligten Gebiete und Regionen sowie ihrer kul ¬
       turellen und kommerziellen Bindungen erweitern . Die Kommission
       wird den Austausch und die Beteiligung von Trägern beruflicher
       Bildungs - und Ausbildungsprogramme und der teilnehmenden Jugend ¬
       lichen zwischen den betreffenden Gebieten/Regionen fördern , um
       der Beteiligung an einem europäischen Programm dieser Art prak ¬
       tische Bedeutung zu verleihen . Durch dieses Vorgehen soll hervor ¬
       gehoben werden , wie bedeutsam die Tätigkeit der Gemeinschaft auf
       dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung für die Voll ¬
       endung des Binnenmarktes ist(l ) .
v)     In der Regel sollen die Projekte nicht länger als zwei Jahre an
       dem Netz beteiligt werden , wodurch ein flexibler Rahmen für die
       Einbeziehung innovativer Maßnahmen entsteht , die auf Veränderun ¬
       gen der einzelstaatlichen Politik während des Fünfj ahreszeitrau -
       mes reagieren und europäische Beispiele liefern könnten , die auf
       die Entwicklung der Regelsysteme in den einzelnen Mitgliedstaaten
       während der Dauer des Programms einwirken können .
vi )   Für jedes Projekt im Rahmen des europäischen Netzes wird ein Zu ¬
       schuß der Gemeinschaft für die Anknüpfung und den Ausbau von Kon ¬
       takten mit ähnlichen Projekten in anderen Mitgliedstaaten , z.B.
       in Form von Kooperationsvereinbarungen , sowie für die Koordinie ¬
       rung    der  Erstellung von Berichten an das europäische Netz ge ¬
       währt .   In Fällen , in denen Partnerschafts initiativen eine Zusam ¬
       menarbeit und den Austausch von Erfahrungen zwischen Regionen und
       Gemeinden aus verschiedenen Mitgliedstaaten beinhalten , würde der
       Gemeinschaftszuschuß eine Beteiligung an den Reisekosten , den
       Aufwendungen für Übersetzungen und zur Veranstaltung von Semina ¬
       ren zur Ausbildung der Ausbilder und/oder sonstiger Multiplikato ¬
       ren ( z.B Entwicklungsberater ) einschließen . Die Kommission wird
       ein Handbuch erstellen und an alle verteilen , das Material über
       Fallstudien im Rahmen der einzelnen Projekte enthält .
b ) Fachliche Unterstützung
Die    Verwirklichung    der   in dem Beschluß enthaltenen Ziele wird für
einige      Mitgliedstaaten   eine  beträchtliche Herausforderung sein . Es
gibt bereits Vereinbarungen mit Griechenland und Portugal über fach ¬
liche Unterstützung im Ausbildungsbereich . Die Kommission beabsich ¬
tigt , in Zusammenarbeit mit dem CEDEFOP die Möglichkeiten einer Bera ¬
tung und Unterstützung bei der Bewältigung der Ausbildungsprobleme für
Mitgliedstaaten , die eine derartige Hilfe benötigen , weiter auszubau ¬
en .   Zu    diesem Zweck werden besondere Maßnahmen fachlicher Unterstüt ¬
zung , einschließlich der Entsendung von Teams europäischer Sachver ¬
ständiger in bestimmte Regionen vorgesehen . In solchen Fällen wird die
Kommission außerdem einen Gemeinschaftszuschuß gewähren , um bei man ¬
gelnder Erfahrung mit den unter a ) beschriebenen Partnerschaftsansät ¬
zen deren Entwicklung zu fördern .
( 1 ) KOM(85 ) 310 endg . vom 14 . Juni 1985 .
 ---pagebreak--- c ) Vergleichende Forschung
1)    Zur Durchführung der Entscheidung wird es wesentlich darauf an -
      komrnen , Qualität und Effizienz der ergriffenen Maßnahmen zu über ¬
      wachen und zu evaluieren . Die Kommission plant deshalb , einen ko ¬
      operativen Forschungsprozeß in Gang zu setzen , der die Zusammen ¬
      führung von Forschungswissen und - ressourcen im Ausbildungsbe ¬
      reich erleichtern kann . Dies wird den Anstrengungen der einzelnen
      Mitgliedstaaten eine echte europäische Dimension hinzufügen und
      möglicherweise zu beträchtlichen Kostenersparnissen führen . Ein
      solches Vorgehen hat sich bereits bei der Durchführung des Ak ¬
      tionsprogramms der Gemeinschaft über neue Informationstechnolo ¬
      gien und Berufsbildung bewährt und konnte in diesem Bereich durch
      enge Zusammenarbeit zwischen Kommission , einzelstaatlichen Behör ¬
      den und Sozialpartnern effektiv angewandt werden .
ii )  Die Kommission schlägt deshalb vor , die einzelstaatlichen Stellen
      aufzufordern , Forschungsthemen oder - bereiche vorzuschlagen , die
      in Zusammenhang mit einem oder mehreren der vereinbarten Ziele
      stehen , und eine geeignete einzelstaatliche Stelle zu benennen ,
      die sich an dem kooperativen Gemeinschaftsprogramm beteiligen
      könnte . Die Kommission wird dann die geeignete fachliche Unter ¬
      stützung für eine Zusammenarbeit zwischen den bezeichneten Stel ¬
      len gewährleisten , dabei gegebenenfalls auf die fachliche Kompe ¬
      tenz des CEDEFOP zurückgreifen und mitunter Länder oder Gebiete
      in Gruppen zusammenzufassen , je nach deren besonderem Interesse
      an bestimmten Themenbereichen , die sie gemeinsam betreffen , wie
      z.B. :
      - Bedarf an der Erstellung geeigneter statistischer Unterlagen
        über das Angebot an beruflichen Bildungsprogrammen und die
        Teilnahme an solchen Programmen ;
      - Verbindungen zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung ;
      - Aufbau eines Systems für kontinuierliche Beratung und Entschei ¬
         dungshilfen ;
      - Berufsausbildung und voraus schauende Arbeitsmarktstrategien ;
      - Auswirkungen der demographischen Veränderungen auf die Ausbil ¬
         dungspolitik ;
      - Bedarf an Entwicklung von Systemen zur Beurteilung des prakti ¬
         schen Lernens    im Arbeitsprozeß und zur Einbeziehung von Ar ¬
        beitserfahrung und Beobachtung in die Lehrpläne der Schulen .
iii ) Die Kommission wird außerdem ihre Hilfe für die Veranstaltung von
      europäischen Konferenzen zur Synthese und stärkeren Verbreitung
      der Ergebnisse anbieten . Sie wird das CEDEFOP auffordern , für
      die Auswertung dieses Materials und seine Verarbeitung zu Ausbil ¬
      dungspaketen zu sorgen , die in der Ausbildung der Ausbilder oder
      sonstiger Fachleute , wie Beratern , in den einzelnen Mitgliedstaa ¬
      ten verwendet werden könnten .
 ---pagebreak--- d ) Erhebungen zur Reichweite von Jugendausbildunpsmaßnahmen
i)     Die   Erfahrungen der    Kommission bei der Erfassung von Maßnahmen
       zur Jugendausbildung im Jahre 1985(2 ) haben gezeigt , daß die Mit ¬
       gliedstaaten den Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche zwar
       hohe Priorität einräumen , im allgemeinen jedoch wenig darüber be ¬
       kannt ist , wie dieses Angebot von den Jugendlichen wahrgenommen
       wird , die sich durch die Vielfalt von Abgangs - und Zugangspunkten
       im Bildungs - und Ausbildungssystem einen Weg bahnen müssen ; das
       gilt insbesondere , wenn unterschiedliche Ministerien oder son ¬
       stige Stellen dafür zuständig sind , wie es in der Praxis häufig
       vorkommt . Es wird insbesondere der Notwendigkeit Rechnung getra ¬
       gen , die Qualität und Effizienz des Angebots in bestimmten Regio ¬
       nen und speziell für benachteiligte Gruppen von Jugendlichen zu
       überprüfen , von denen viele noch durch das Netz der angebotenen
       Maßnahmen rutschen .
ii )   Die Kommission wird deshalb gemeinsam mit einzelstaatlichen/
       regionalen Stellen Erhebungen über die Bewegungen der Jugendli ¬
       chen in und zwischen den Systemen der allgemeinen und beruflichen
       Bildung fördern . Dabei wird das Augenmerk auf Fragen im Zusammen ¬
       hang mit dem Angebot für Jugendliche , insbesondere für Schulab -
       brecher , Jugendliche in ländlichen und Randgebieten der Gemein ¬
       schaft und in den besonders strukturschwachen Gebieten gerichtet .
       Alle Erhebungsergebnisse werden nach Geschlecht aufgeschlüsselt ,
       um die Beteiligung junger Männer und junger Frauen an Ausbil ¬
       dungsprogrammen zu untersuchen .
iii ) Die Kommission schlägt vor , das Verfahren der gemeinsamen Finan ¬
       zierung und Förderung solcher Erhebungen in Partnerschaft mit den
       einzelstaatlichen und regionalen Stellen sowie mit fachlicher Un ¬
       terstützung des CEDEFOP anzuwenden und dabei auf Erhebungen auf ¬
       zubauen , die in einzelnen Mitgliedstaaten gegenwärtig laufen oder
       geplant sind . Diese Anstrengungen der Gemeinschaft werden die
       vergleichende Untersuchung von Auswirkungen der verschiedenen
       Ausbildungsangebote und der Reaktion darauf erleichtern und als
       ein europäisches Stimulans für die einzelstaatlichen und die re ¬
       gionalen Stellen dienen , die Entwicklungstrends systematischer
       zu verfolgen und die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zur Be ¬
       urteilung der Effizienz ihrer eigenen Systeme zu verbessern . Auf
       diese Weise wird es zunehmend auch möglich sein , das Niveau der
       Ausbildungsmaßnahmen in der ganzen Gemeinschaft anzuheben .
e ) Überprüfung der beruflichen Qualifikationen
i)     Die Kommission schlägt vor , sich weiter auf vergleichende Unter ¬
       suchungen über Lehrplanentwicklung und Ausbildungsabschlüsse zu
       konzentrieren , die auf europäischer Ebene entscheidend dazu bei ¬
       tragen können , die Entsprechung der beruflichen Qualifikationen
       und die Freizügigkeit der Arbeitnehmer zu erleichtern . Hierzu be ¬
       absichtigt die Kommission , mit fachlicher Unterstützung des
       CEDEFOP die Voraussetzungen für eine regelmäßige Überprüfung der
( 2 ) KOM(86 ) 285 endgl . vom 29.5.1986 .
 ---pagebreak---        Entwicklung    der beruflichen Qualifikationen in den Mitgliedstaa ¬
       ten zu schaffen . Diese Überprüfung wird in enger Zusammenarbeit
       mit   den Mitgliedstaaten eingeleitet durch die Benennung von Zen ¬
       tren , die als nationaleSchnittstellen auf diesem Gebiet dienen
       können und auf vorausschauende Arbeitsmarktpolitik und die vor ¬
       aussichtlichen Auswirkungen auf die beruflichen Qualifikationen
       spezialisiert sind . In diesem Zusammenhang wird die Kommission
       auch für die Erfassung von Erfahrungen mit der Entwicklung von
       modularen oder anderen innovativen Systemen in der Ausbildung und
       bei der Erlangung von Befähigungsnachweisen sorgen .
ii )   Diese Überprüfung der beruflichen Qualifikationen wird außerdem
       die   Kommission bei     der Durchführung der Entscheidung des Rates
       über die Entsprechung der beruflichen Befähigungsnachweise ^)
       unterstützen .   Den   sich rasch verändernden Strukturen der beruf ¬
       lichen Qualifikationen und der wachsenden Bedeutung von Berufs -
       feldern ist bei der Auswahl vorrangiger Bereiche für die Anwen ¬
       dung des Ratsbeschlusses Rechnung zu tragen .
iii ) Bei der Überprüfung ist besonderes Augenmerk darauf zu richten ,
       wie die beruflichen Qualifikationen direkter in Bezug zu den am
       Arbeitsplatz verlangten Fähigkeiten gebracht werden können , sowie
       auf einzelstaatliche Maßnahmen zur Festlegung des Ausbildungsni ¬
       veaus ,  auf   klare Strukturen und Kosteneffizienz bei der Neuord ¬
       nung beruflicher Qualifikationen usw .
fJJugendinformationsproi ekte
i)     In den vergangenen Jahren hat die Kommission in begrenztem Um¬
       fang verschiedene Jugendinitiativen unterstützt , die zur Erstel ¬
       lung von effizienterem und besser abgestimmtem Informationsmate ¬
       rial beitragen , um den Übergang der Jugendlichen ins Erwachsenen-
       und   Erwerbsleben zu erleichtern . Die Kommission hat mehrere Pro ¬
       jekte wie Young Scot (Vereinigtes Königreich), Viaggio ( Italien),
       Ung ABZ ( Dänemark ) finanziell unterstützt , bei denen Jugendliche
       mit den bestehenden zuständigen Stellen bei der Erstellung von
       Broschüren für Schulabgänger zusammengearbeitet haben . Diese Bro ¬
       schüren   informieren    über alles , von der Arbeit und Arbeitssuche
       bis hin zu billigen Reisemöglichkeiten . Die Kommission hat außer ¬
       dem andere Informationsprojekte gefördert , in denen Jugendliche
       an Film -, Video -, Fernseh - und Rundfunkaufzeichnungen und - Send ¬
       ungen sowie an der Einrichtung von Informationszentren beteiligt
       waren .
ii )   Die Kommission wird auch weiterhin darartige Projekte fördern und
       sicherstellen , daß die besonders innovativen europäischen Initia ¬
       tiven allen Mitgliedstaaten zur Kenntnis gebracht werden . Beson¬
       deres Augenmerk wird auf Initiativen zur Information junger
       Frauen und Mädchen gerichtet
g ) Jugendinitiativen
i)     Die   Kommission wird weiterhin Vorhaben direkt unterstützen , an
       deren Planungen und Organisation Jugendliche aktiv beteiligt
       werden und die       Initiative , Verantwortung und Kreativität unter
( 3 ) ABI . L 199 vom 31.7.1985 , S. 56
 ---pagebreak---         den Jugendlichen fördern . Solche Projekte können Ausbildungsmaß ¬
        nahmen , die Nutzung von Medien und neuen Technologien oder die
        Förderung freiwilliger und Gemeinwesenarbeit einschließen . Sie
        können als Ergänzung zu den stärker formalisierten institutionel ¬
        len Regelungen für Ausbildung und Beratung betrachtet werden . Die
        in solchen Vorhaben gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse können
        dazu beitragen , das Bewußtsein für die Bedürfnisse und Wünsche
        der Jugendlichen zu schärfen und den bestehenden Einrichtungen
        Hinweise , Vorschläge und Modelle liefern , die ihnen helfen , ihre
        Dienste den Jugendlichen leichter zugänglich zu machen . Dabei
        gilt Maßnahmen , die junge Frauen und Mädchen unterstützen , beson ¬
        deres Augenmerk .
ii )    Die Finanzhilfe der Kommission für die Inangriffnahme oder Wei ¬
        terentwicklung eines Projekts wird normalerweise in Form eines
        einmaligen Zuschusses für einen Zeitraum von höchstens 12 Monaten
        geleistet . Es wird erwartet , daß die Träger , und insbesondere
        solche , die öffentlichen Stellen angeschlossen sind , im allgemei ¬
        nen mindestens die Hälfte der Kosten ihrer Projekte selbst tragen
        und dafür öffentliche und private Mittel aufbringen . Vollständig
        von Jugendlichen durchgeführte Jugendinitiativen können mit grö ¬
        ßerer finanzieller Hilfe rechnen .
iii ) Zuschußfähige Projekte sollen offen sein für einen Informations ¬
        und Erfahrungsaustausch mit anderen Jugendinitiativen im eigenen
        Land oder in anderen Mitgliedstaaten . Die Kommission wird dann
        einen europäischen Erfahrungsaustausch über Jugendinitiativen un ¬
        terstützen , um eine breitere und aktivere Beteiligung von Jugend ¬
        lichen anzuregen . Die Kommission beabsichtigt , diesen Prozeß des
        Erfahrungsaustauschs schrittweise einzuleiten , um die aktiven In ¬
        teressen der nationalen/regionalen Behörden für die Förderung
        solcher Jugendinitiativen einzubinden , so daß sie zu einem inte ¬
        grierten Bestandteil der wesentlichen einzelstaatlichen Maßnahmen
        auf dem Gebiet der Bildung , Ausbildung und Beschäftigung werden .
        Das Jugendforum der Europäischen Gemeinschaften wird aufgefor ¬
        dert , an der Entwicklung in diesem Bereich mitzuwirken , und auch
        die Zusammenarbeit mit dem Europarat soll entsprechend ausgebaut
        werden .   .
h ) Austausch von Ausbildungsfachleuten
Die Kommission wird Möglichkeiten zum Austausch von Ausbildungsfach ¬
leuten     weiter ausbauen , um Kenntnisse über erprobte Praktiken in der
ganzen     Gemeinschaft weiter zu verbreiten . Das Austauschprogramm , das
gegenwärtig mit fachlicher Unterstützung des CEDEFOP durchgeführt
wird , wird verstärkt , um mehr Gelegenheit für eine Gegenüberstellung
der aus den Entwicklungen der beruflichen Bildung und Ausbildung ge ¬
wonnenen Erfahrungen zu geben . Vorrang wird dabei der Auswahl von
Ausbildern eingeräumt , die an der Planung von Ausbildungsprogrammen
zur Durchführung von Artikel 1 und 2 des Ratsbeschlusses beteiligt
sind .
 ( 4 ) Anmerkungen zu den Schlußfolgerungen der Konferenz der europä ¬
       ischen Minister für Jugendfragen in Straßburg , Dez . 1985 .
 ---pagebreak--- i ) RegelmaMeer Dialog
Die Kommission wird mit den Mitgliedstaaten während des Fünfjahres -
zeitraums eine Reihe europäischer Konferenzen auf hoher Ebene durch ¬
führen , um die praktische Umsetzung des Beschlusses des Rates und des
entsprechenden Aktionsprogramms zu überwachen . Die Kommission wird die
Vorkehrungen für diesen intenisven Dialog mit Unterstützung der Bera ¬
tenden Gruppe der leitenden Beamten für die Berufsausbildung ( Vertre ¬
ter der verschiedenen für Ausbildung Jugendlicher und ihre Vorberei ¬
tung auf das Erwachsenen - und Erwerbsleben zuständigen Ministerien)
sowie mit Vertretern der Sozialpartner auf europäischer Ebene treffen
und dabei auch auf fachliche Hilfestellung durch das CEDEFOP zurück¬
greifen .
 ---pagebreak---                           VORSCHLAGES FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES
ÜLrr ein AV.t i onsprogr nnmi : ur Ausbildung und Vorbereitung der Jugendli ¬
                  chen aui  das Erwachsenen - und Erwerbsleben
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtechaf tsge -
uieinschaf t , insbesondere auf Artikel 128 ,
gestützt auf den Beschluß 63/266/EWG des Rates vom 2 . April 1963
über die Aufstellung allgemeiner Grundsätze für die Durchführung einer
gemeinsamen Politik der Berufsausbildung (1 ), insbesondere auf den zweiten
und dritten Grundsatz ,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahmne des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ,
 in Erwägung nachstehender Gründe :
Die im zweiten Grundsatz des Beschlusses 63/266 /EWG             festgelegten
 grundlegenden Ziele der gemeinsamen Politik der Berufsausbildung un ¬
 terstreichen insbesondere die Notwendigkeit , jedem die Gelegenheit zu
 geben , eine angemessene Berufsausbildung zu erwerben und jedenachteilige
Unterbrechung zwischen dem Abschluß der allgemeinen Schulbildung und
 dem Beginn der Berufsausbildung zu vermeiden
 Dem zehnten Grundsatz des Beschlusses 63 /266 /EWG zufolge können beson ¬
 dere Maßnahmen eingeleitet werden , um die Sonderprobleme bestimmter
 Tätigkeitsbereiche oder Personengruppen zu berücksichtigen .
 Der Rat bekräftigt in seiner Entschließung vom 18 . Dezember 1979 über
 die alternierende Ausbildung von Jugendlichen (2), daß die Entwicklung
 effektiver Verbindungen zwischen der Ausbildung und der am Arbeits ¬
 platz gewonnenen Erfahrung und die Aufstellung koordinierter Programme
 und Strukturen , die eine Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Ver ¬
 antwortlichen ermöglichen , weiterhin erforderlich ist .
 Es ist ein vorrangiges Ziel , die Jugendlichen angemessen auf das Er ¬
 werbsleben und ihre Verantwortung als Erwachsene sowie auf Maßnahmen
 vorzubereiten , die zur Verbesserung des Übergangs der Jugendlichen von
 der Schule in das Erwachsenen - und Erwerbsleben zu entwickeln sind .
  ( 1 ) ABI . 63    vom 20.4 . 1963, » 3^«\b3
   ( 2 ) ABI . C 1 vom 3.1.1980 , S. 1 .
 ---pagebreak---                                      Л°\
Alle Jugendlichen , die dies wünschen , sollen in: Anschluß an ihre Voll -
zeitschulpf licht für die Dauer von einen. Jahr oder , soweit möglich ,
zwei Jahren an einer beruflichen Bildungsmaßnahme teilnehmen können ,
wie es der Europäische Rat auf seiner Tagung vom Juni 1985 beschloß ,
als er den Bericht des Ad - hoc - Ausschusses für das Europa der Bürger
genehmigte , und die Kommission und den Rat beauftragte , im Rahmen
ihrer Jeweiligen Zuständigkeiten die Durchführung der darin enthal ¬
tenen Vorschläge zu gewährleisten .
Es   ist   erforderlich , weitere Maßnahmen zu fördern und auf bisher Er ¬
reichtes    sowie auf früher ergriffene Maßnahmen auf Gemeinschaftsebe ¬
ne       betreffend die Berufsausbildung aufzubauen und die gegenwärtig
im Rahmen des Europäischen Sozialfonds gewährten Zuschüsse zur Unter ¬
stützung der Ausbildung von Jugendlichen zu ergänzen .
Es ist erforderlich , den verschiedenen Maßnahmen zur Anhebung des Ni ¬
veaus der Berufsbildung für Jugendliche in der gesamten Gemeinschaft
eine   sichtbare   europäische   Dimension zu verleihen und ein stärkeres
Gewicht auf eine gründlichere Information der Jugendlichen , auf ihre
aktive Beteiligung und die Förderung ihrer unternehmerischen Fähig ¬
keiten zu legen .
 Es ist erforderlich , den verschiedenen Ausbildungsmaßnahmen eine euro ¬
päische Dimension zu verleihen und den Erfahrungsaustausch zwischen
 den Mitgliedsstaaten als Beitrag zur Verwirklichung des Binnenmaktes
und zur Beseitigung der Hemmnisse für die Freizügigkeit in der Gemein¬
 schaft zu fördern .
 ---pagebreak---                                      70
BESCHLI ESST :
Artikel 1
Es wird ein Programm zur Förderung von Verbesserungen der Ausbildung
und der Vorbereitung von Jugendlichen auf das Erwachsenen - und Erwerbs ¬
leben      in  der  Gemeinschaft für einen Zeitraum von fünf Jahren ab dem
1 . Juli 1987 festgelegt .
Dieses Programm soll in Anwendung der Gemeinschaftspolitik auf dem
Gebiet der Berufsausbildung die Mitgliedstaaten dabei unterstützen ,
allen Jugendlichen in der Europäischen Gemeinschaft , die dies wün ¬
schen , die Möglichkeit zu geben , im Anschluß an die Vollzeitschul ¬
pflicht für eine Dauer von einem oder , soweit möglich , zwei Jahren an
einer beruflichen Bildungsmaßnahme teilzunehmen .
Artikel 2
 Zur     Erhöhung  des Niveaus und der Qualität der beruflichen Bildung in
 der     gesamten  Gemeinschaft verfolgt das Programm die nachstehenden
 Ziele :
 1 . In Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern
      die Entwicklung und Einleitung von Maßnahmen zu unterstützen , um
      die Verbindung und Zusammenarbeit auf allen Ebenen innerhalb der
      Berufsbildungssysteme und mit allen öffentlichen und privaten
      Wirtschaftsbereichen zu verstärken , mit dem Ziel :
      - die Lehrpläne anzupassen , um die Fähigkeit der Jugendlichen zur
         vollen Selbstentfaltung zu stärken und dem wirtschaftlichen ,
         technologischen und sozialen Wandel Rechnung zu tragen ,
      - eine Vielfalt von Lernmöglichkeiten anzubieten und zu entwickeln ,
         die die Realitäten and praktischen      Bedürfnisse der Wirtschaft
         widerspiegeln und
      - den Jugendlichen soweit wie möglich zu helfen , fundierte Kennt ¬
         nisse über die Entwicklungen in Industrie und Handwerk , Handel ,
         Dienstleistungen und Landwirtschaft sowie über die für sie da ¬
         mit verbundenen Auswirkungen und Möglichkeiten für Ausbildung
         und Beschäftigung zu erwerben .
  2 . Eine engere Zusammenarbeit und eine Überbrückung der Kluft zwischen
      den verschiedenen an der Berufsbildung und - beratung der Jugendli ¬
       chen beteiligten Stellen zu unterstützen , je nach Zweckmäßigkeit
      unter Einschluß von öffentlichen Stellen , privaten und freien Ver ¬
      bänden und Jugendorganisationen auf nationaler , regionaler und lo ¬
       kaler Ebene . Eine derartige Kooperation sollte auf dem Gedanken ge ¬
       meinsamer Verantwortung für die gesellschaftliche und berufliche
       Eingliederung von Jugendlichen fußen und die Koordinierung und ko-
 ---pagebreak---                                        2l
     stenef f iziente Durchführung aller Dienstlf istungen und Maßnahmen
     für Jugendliche durch folgendes erleichtern :
     • eine     Diversifizierung   des beruflichen Bildungsangebots , um Ju ¬
         gendlichen mit unterschiedlichen Fähigkeiten echte Wahlmöglich ¬
         keiten zu   bieten , die   zu anerkannten  beruflichen Bildungsab ¬
         schlüssen führen ;
     - flexible Ansätze im Hinblick auf eine größere Ausgewogenheit zwi ¬
         schen dem Bedarf an mehr Breite in den angebotenen Programmen und
         den Erfordernissen einer notwendigen beruflichen Spezialisierung .
3 . Mit Rücksicht auf die vorgenannten Ziele , Partnerschaftsinitiativen
     zu fördern , die auf ein besser integriertes Vorgehen auf dem Gebiet
     der beruflichen Bildung und Beratung für Jugendliche als Teil der
     aktiven Beschäftigungspolitik der Gemeinschaft abzielen und die So ¬
     zialpartner an dem Dialog über die Festlegung des Ausbildungsnive ¬
     aus beteiligen .
4 . Eine stärkere Nutzung der Möglichkeiten zu fördern , die außerhalb
      der herkömmlichen Systeme im Hinblick auf eine stärker diversifi ¬
      zierte Beratung und Begleitung geschaffen wurden , und darüber hin ¬
      aus die koordinierte Beratung in den letzten Jahren der Pflicht ¬
      schulzeit und danach kontinuierlich unter Berücksichtigung der Be ¬
      dürfnisse der Jugendlichen , insbesondere der jungen Frauen zu för ¬
      dern .
 5 . Die Chancengleichheit zu fördern und Jugendlichen , die sei es wegen
      ihrer Kultur oder Rasse , ihrer geistigen oder körperlichen Behinde ¬
      rung , aufgrund sozialer oder wirtschaftlicher Schwierigkeiten oder
      wegen ihres niedrigen Ausbildungsniveaus als Schulabbrecher benach ¬
      teiligt sind , eine besondere Unterstützung zuteil werden zu lassen ,
      insbesondere durch :
           Ausbildungsprogramme zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit
          unter den Jugendlichen ;
       - Maßnahmen , die in den letzten Jahren der Pflichtschulzeit ergrif ¬
          fen werden , um den Erwerb von Grundfertigkeiten zu gewährleisten ;
       - Maßnahmen , um junge Frauen in die Lage zu versetzen , auf gleicher
          Basis an Berufsausbildungsprogrammen teilzunehmen .
 6 . Die Entfaltung von Kreativität , Eigeninitiative und Unternehmungs ¬
       geist zu fördern , um die Jugendlichen in die Lage zu versetzen , die
       Planung und Gestaltung ihrer eigenen Zukunft aktiv mitzubestimmen ,
       und ihnen zu helfen , sich die Fähigkeiten und das erforderliche
       Selbstvertrauen anzueignen , um an beruflichen Bildungsprogrammen
       teilzunehmen und/oder Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten , wobei
       der    für Arbeitnehmer in kleineren und mittleren Unternehmen erfor ¬
       derlichen Initiative und Anpassungsfähigkeit besonders Rechnung zu
        tragen ist .
 ---pagebreak---                                             22,
   7 . Die gemeinschaftliche Dimension in der Planung und praktischen Um ¬
         setzung von Strategien zur beruflichen Bildung zu starken , damit
         die    Ausbildungssysteme flexibler auf die vielfältigen Herausforde ¬
         rungen reagieren    können , die sich mit dem raschen wirtschaftlichen ,
         technologischen     und sozialen Wandel stellen und damit die Ausbil ¬
         dung zu einem       lebenswichtigen und integrierenden Bestandteil der
         wirtschaftlichen    und sozialen Entwicklung wird .
   Artikel 3
   1 . Zur Verwirklichung der in Artikel 2 genannten Ziele und zur Unter ¬
         stützung und Ergänzung der Tätigkeit der Mitgliedstaaten wird die
         Kommission gezielte Anreize geben und ergänzende Maßnahmen
         im Sinne des Anhangsergreifen .
    2 . In der Wahrnehmung dieser Aufgabe steht der Kommission ein Ausschuß
          zur Seite . Der Ausschuß besteht aus 26 MitSlLiedern uncj zwar aus .
          a ) zwei Beauftragten je Mitgliedstaat , die die entsprechenden Bil -
              dungs - und Ausbildungbehörden vertreten . Diese Ausschußmitglie ¬
              der werden von der Kommission auf Vorschlag der Mitgliedstaaten
              berufen ;
          b ) zwei Beauftragten der Sozialpartner , die von der Kommission auf
              Vorschlag der die Sozialpartner auf Gemeinschaftsebene vertre ¬
              tenden Verbände berufen werden ;
              Die Mitglieder des Ausschusses können sich von Sachverständigen
              oder Beratern unterstützen lassen .
              Ein Beauftragter des Jugendforums nimmt als Beobachter an der Arbeit
              des Ausschusses teil .
              Ein Vertreter des Kommission fühSt den Vorsitz .
           Die Arbeit des Ausschusses ist vertraulich .
           Der Ausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung . Die Sekretariatsge ¬
           schäfte werden von der Kommission wahrgenommen .
    i
    | 3 . Die Kommission kann den Ausschuß zu allen Fragen anhören , die die
   •j      Durchführung des Programms bzw . seine Übereinstimmung mit einzel ¬
           staatlichen Politiken betreffen .
!\ I1 1
           Ersucht die Kommission den Ausschuß um seine Stellungnahme , so kann
      \    sie eine Frist setzen , bis zu der diese Stellungnahme erfolgen soll .
           Bei den Erörterungen im Ausschuß ist eine Abstimmung nicht vorgese
           hen . Jedes Ausschußmitglied kann jedoch verlangen daß seine
            Stellungnahme zu Protokoll genommen wi rd .
 ---pagebreak---                                         23
AniV-- fl .it
1 . Den: gemäß Beschluß 63 /688 / EWG des Rates (3 ) einge­
     setzten Beratenden Ausschuß für die Berufsausbildung und dem in An ¬
     wendung der Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Mi ¬
     nister für Bildungsfragen vom 9 . Februar 1976 (4 ) eingesetzten Aus ¬
     schuß für Bildungsfragen wird regelmäßig Bericht über die Durchfüh ¬
     rung des Aktionsprogramms erstattet .
2 . Die Mitgliedstaaten und die Kommission legen dem Rat und dem Euro ¬
     päischen Parlament vor Ende 1989 einen Zwischenbericht über die
     Durchführung dieses Aktionsprogramms vor , sowie einen Abschluß ¬
     bericht vor Ende 1992 .
       Geschehen   zu Brüssel am
       Im Namen des Rates ,
              190
  ( 3 ) ABI .  63 vom 30.12.1963 , S. 861
   (4 ) ABI . C 39 vom 19.2.1976 , S. 1
 ---pagebreak--- ANHANG ZUM ENTWURF DES BESCHLUSSES ÜBER EIN AKTIONSPROGRAMM ZUR
AUSBILDUNG UND VORBEREITUNG DER JUGENDLICHEN AUF DAS ERWACHSENEN - UND
ERWERESLEBEN
1 . Dieses     Aktionsprogramm enthalt verschiedene Anreize und ergänzende
    Maßnahmen ,     die  von  der Kommission in Zusammenarbeit mit den Mit ¬
    gliedstaaten und den Sozialpartnern zu ergreifen sind , um die Inno ¬
    vation und die qualitative Verbesserung der beruflichen Bildungs ¬
    systeme in der Europäischen Gemeinschaft zu fordern .
2 . Während     der   Dauer des Programms von 1987 bis 1992 können folgende
    Maßnahmen unterstützt        werden .
    a ) Unterstützung      von Partnerschaftsinitiativen auf dem Gebiet der
         beruflichen Bildung und Ausbildung , die :
         - sich ausdrücklich um die Mobilisierung aller kollektiven Res ¬
            sourcen des öffentlichen , privaten und freien Sektors bemühen ,
            um den Bedürfnissen der Jugendlichen in Hinblick auf berufli ¬
            che Bildung und Beratung durch ein kooperatives oder inte ¬
            griertes Vorgehen zu entsprechen ;
         - Bereitschaft zu Verbindungen mit ähnlichen Initiativen in an ¬
            deren Mitgliedstaaten zeigen , z.B. durch Kooperationsvereinba ¬
            rungen , und eine aktive Rolle in einem gemeinschaftsweiten
            Verbund zur fachlichen Unterstützung , Überwachung und Evaluie ¬
            rung zu übernehmen .
         Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft wird auf die Durchfüh ¬
         rungskosten von Maßnahmen mit einer Europäischen Dimension be ¬
         grenzt und ist an die Mitwirkung in dem Europäischen Verbund ¬
         netz gebunden , mit einem Höchstbetrag von 30.000 ECU pro Part ¬
         nerschaftsinitiative     und  für einen Zeitraum von höchstens zwei
         Jahren . Förderung bis zu 50 % der Kosten wird ebenfalls für spe ¬
         zifische Projekte gewährt , die dem Erfahrungsaustausch dienen .
    b ) Fachliche Unterstützung bestehend in :
          - besonderen Maßnahmen , einschließlich der Entsendung von Sach ¬
            verständigenteams zur Beratung oder Unterstützung bei der Be ¬
            wältigung von Ausbildungsproblemen in spezifischen Bereichen
            oder Gebieten ;
          - einem finanziellen Zuschuß zum Aufbau und weiteren Entwicklung
            der unter a ) genannten Ausbildungspartnerschaften .
          Der   finanzielle   Beitrag der Gemeinschaft beträgt höchstens
          50.000 ECU pro Projekt .
     c ) Unterstützung vergeichender Forschungsprojekte einschließlich
          fachlicher Unterstützung für die Zusammenarbeit zwischen benann ¬
          ten Stellen , die sich an dem kooperativen Programm beteiligen .
          Ein   Zuschuß wird außerdem für die Zusammenführung von Ergebnis ¬
          sen der kooperativen Forschung gewährt , sowie für Konferenzen
          auf einzelstaatlicher     und Gemeinschaftebene zur Weiterverbrei ¬
          tung der Ergebnisse .
 ---pagebreak---                                   Ί5
    Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft beträgt im Höchstfall
    40.000 ECU für Jedes vergleichende Forschungsprojekt . Der Zu ¬
    schuß zur Zusammenführung der Ergebnisse und für Konferenzen zu
    ihrer Weiterverbreitung beträgt im Einzelfall 50 % der Konfe ¬
    renzkosten , höchstens jedoch 50.000 ECU .
d ) Gemeinsame Förderung von Erhebungen zur Erfassung von Ausbil ¬
    dungsmaßnahmen für Jugendliche , die
    - Tendenzen der Bewegungen von Jugendlichen in und zwischen den
       Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung erfassen ;
    - das Augenwmerk auf spezifische Fragen im Zusammenhang mit dem
       Angebot für Jugendliche , insbesondere für Schulabbrecher , Ju ¬
       gendliche in ländlichen und Randgebieten der Gemeinschaft und
       in den besonders Struktur schwachen Gebieten richten ;
    - die Ergebnisse nach Geschlecht aufschlüsseln .
    Der Finanzzuschuß der Gemeinschaft beträgt höchstens 50.000 ECU
    pro Erhebungsprojekt .
d ) Unterstützung     und fachliche Hilfe zur Schaffung der Vorausset ¬
    zungen für eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklung der be ¬
    ruflichen Qualifikationen und die Zusammenführung von Erfahrun ¬
    gen in diesem Bereich .
f ) Unterstützung für Jugendinformationsprojekte , die
    - die   Schaffung effizienter Informationsquellen zur Erleichte ¬
       rung des Übergangs der Jugendlichen ins Erwachsenen - und Er ¬
       werbsleben beinhalten und Jugendliche aktiv an der Sammlung
       und Aufbereitung der Information beteiligen ;
    - die   bestehenden   Stellen darin unterstützen , ihre Dienste Ju ¬
       gendlichen besser zugänglich zu machen , insbesondere solchen
       Jugendlichen , die normalerweise nicht erreicht werden ;
    - die Verpflichtung beinhalten , Erfahrungen auszutauschen und
       gegenseitig Informationen auf einzelstaatlicher und Gemein ¬
       schaftsebene zu liefern .
    Der Finanzzuschuß der Gemeinschaft beträgt höchstens 10.000
    ECU pro Projekt , jedoch nicht mehr als 50 % der Projektkosten .
g) Unterstützung für Jugendinitiativen , die
     - Jugendliche in die Lage versetzen , durch Ausbildung , Einsatz
       von Medien und neue Technologien sowie durch freiwillige Ar ¬
       beiten und Gemeinwesenprojekte Fähigkeiten , Initiativen und
       Verantwortung zu entwickeln ;
     - benachteiligte Jugendliche und die Entwicklung von Fördermaß¬
       nahmen für diese Jugendlichen unterstützen ;
 ---pagebreak---         - eine Verpflichtung zum Erfahrungsaustausch und zur gegenseiti ¬
          gen  Information   auf einzelstaatlicher und Gemeinschaftsebene
          beinhalten .
        Der Finanzzuschuß beträgt höchstens 10.000 ECU pro Initiative
        und im allgemeinen nicht mehr als 50 % der Gesamtkosten der Ini ¬
        tiative ; bei ausschließlich von Jugendlichen selbst organisier ¬
        ten Initiativen kann der Zuschuß jedoch bis zu 80 % im Rahmen
        der Höchstgrenze betragen .
    h ) Der Ausbau des bestehenden Programms für den Austausch von Aus ¬
        bildungsfachleuten , das gegenwärtig mit fachlicher Unterstützung
        des CEDEFOP durchgeführt wird , wobei besonderes Augenmerk auf
        die Auswahl solcher Ausbildungsfachleute zu richten ist , die an
        der Verwirklichung der Ziele des Beschlusses beteiligt sind .
    i ) Unterstützung eines regelmäßigen Dialogs zur Überwachung der
        Durchführuung des Ratsbeschlusses und des entsprechenden Ak ¬
        tionsprogramms durch finanzielle Zuschüsse für verschiedene Kon ¬
        ferenzen auf hoher europäischer Ebene .
        Der Zuschuß der Gemeinschaft beträgt 50 % der Konferenzkosten ,
        höchstens jedoch 100.000 ECU pro Konferenz .
3 . Die   Kommission kann ergänzende Maßnahmen ergreifen , die folgendes
    einschlieÊen :
    - die Verbreitung von Information und einen Erfahrungsaustausch ;
    - Vorkehrungen für die Einbindung von Partnerschaftsinitiativen ,
       Jugendinformationsvorhaben und Jugendinitiativen in ein Verbund ¬
       netz ;
    - eine Kontrolle und Analyse auf Gemeinschaftsebene ;
    - Hilfestellung bei     der Veranstaltung von Seminaren , Konferenzen
       und bei gezielten Kooperationsvorhaben .
 ---pagebreak---                                       F1NANZB0GEN
1.      Haushal tsl Inle
        B 634 ( partiel l )
II .    Rechtsgrundlag e
        Artikel 128 des Vertrages
        Beschluß des Rates 63/266/EWG vom 2 . April 1963 ^)
III . Einstufung
        Nichtobligatorische Ausgaben
IV .    Beschreibung der Maßnahmen
        1 . Ziele
            a ) In Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und den Sozial ¬
                 partnern die Einleitung von Maßnahmen zu unterstützen , um
                 die Verbindung und Zusammenarbeit auf allen Ebenen inner ¬
                 halb der beruflichen Bildungssysteme und mit allen öffent ¬
                 lichen und privaten Wirtschaftsbereichen zu verstärken , mit
                 dem Ziel :
                 - die Lehrpläne anzupassen , um die Fähigkeit der Jugendli ¬
                     chen zur vollen Selbstentfaltung zu stärken und dem wirt ¬
                     schaftlichen , technologischen und sozialen Wandel Rech¬
                     nung zu tragen ,
                  - eine Vielzahl von Lernmöglichkeiten zu entwickeln , die
                     das Berufsleben und die praktischen Realitäten und Be ¬
                     dürfnisse der Wirtschaft widerspiegeln und
                  - den Jugendlichen zu helfen , Kenntnisse über die Entwick ¬
                     lungen von Industrie , Handel , Dienstleistungen und Land ¬
                     wirtschaft und über die für sie damit verbundenen Auswir ¬
                     kungen auf Ausbildung und Beschäftigung zu erwerben .
             b ) Auf eine engere Kooperation hinzuwirken und die Kluft zwi ¬
                  schen den verschiedenen an der Berufsbildung und - beratung
                  der Jugendlichen beteiligten Stellen zu überbrücken , ein ¬
                  schließlich der öffentlichen Stellen , der privaten und
                  freien Verbände und Jugendorganisationen auf nationaler ,
                  regionaler und lokaler Ebene . Eine derartige Kooperation
                  sollte auf dem Gedanken gemeinsamer Verantwortung für die
                  gesellschaftliche und berufliche Eingliederung Jugendlicher
                  fußen und die Koordinierung und kosteneffiziente Durchfüh¬
                  rung aller Dienstleistungen und Maßnahmen für Jugendliche
                  erleichtern , indem :
                   - das berufliche Bildungangebot diversifiziert und Jugend¬
                      lichen mit unterschiedlichen Fähigkeiten eine echte Wahl ¬
                      möglichkeit geboten wird , die zu einer anerkannten beruf ¬
                      lichen Qualifikation führt ;
  ( 1 ) ABI . 63 vom 30.4.1963], l33>%^b3 .
 ---pagebreak---      - flexiblen Ansätzen im Hinblick auf eine größere Ausgewo ¬
        genheit zwischen dem Bedarf an mehr Breite in den angebo ¬
        tenen Programmen und den Erfoldernissen einer notwendigen
        beruflichen Spezialisierung Rechnung getragen wird .
c ) Zur Erreichung der vorgenannten Ziele , Partnerschaftsini ¬
     tiativen zu fördern , die auf eine bessere Integration von
     beruflicher Bildung und Beratung für Jugendliche als Teil
     der aktiven Beschäftigungspolitik abzielen , und die Sozial ¬
     partner an dem Dialog über die Festsetzung des Ausbildungs ¬
     niveaus zu beteiligen .
d ) Für eine bessere Nutzung der Möglichkeiten zu sorgen , die
     außerhalb der formalen Systeme zur Diversifizierung des
     Beratungsangebots geschaffen wurden , und darüber hinaus die
     koordinierte Beratung in den letzten Jahren der Pflicht ¬
     schulzeit und danach kontinierlich unter Berücksichtigung
     der Bedürfnisse der Jugendlichen , insbesondere der jungen
     Frauen , zu fördern .
e ) Die Chancengleichheit zu fördern und besonderes Augenmerk
     auf Jugendliche zu richten , die - sei es wegen ihrer Kul ¬
     tur oder Rasse , geistiger oder körperlicher Behinderungen ,
     aufgrund sozialer oder wirtschaftlicher Schwierigkeiten
     oder wegen ihres niedrigen Ausbildungsniveaus als Schulab -
     brecher - benachteiligt sind , insbesondere durch :
      - Ausbildungsprogramme zur Unterstützung von jugendlichen
         Langzeitarbeitslosen ;
      - in der Schlußphase der Pflichtschulzeit zu ergreifende
         Maßnahmen zum Erwerb von Grundfertigkeiten ;
      - Maßnahmen , die junge Frauen in die Lage versetzen sollen ,
         auf gleicher Basis an Berufsausbildungsprogrammen teilzu ¬
         nehmen .
 f ) Die Entfaltung von Kreativität , Eigeninitiative und Unter ¬
      nehmungsgeist zu fördern , um die Jugendlichen in die Lage
      zu versetzen , die Gestaltung und Planung ihrer eigenen Zu ¬
      kunft aktiv mitzubestimmen , und ihnen zu helfen , sich die
      erforderlichen Fähigkeiten und Selbstvertrauen anzueignen ,
      um an Maßnahmen zur beruflichen Bildung teilzunehmen und/
      oder Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten , wobei besonders
      der in kleinen und mittleren Unternehmen verlangten Initia ¬
      tive und Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmer Rechnung zu
      tragen ist .
 g) Die Gemeinschafts-Dimension bei der Planung und praktischen
      Umsetzung der Berufsbildungsstrategien dahingehend zu ver ¬
       stärken , daß die Ausbildungssysteme flexibler auf die viel ¬
       fältigen Herausforderugen reagieren können , die der rasche
      wirtschaftliche , technologische und soziale Wandel stellt ,
      und damit die Ausbildung als ein wichtiger Faktor in die
      wirtschaftliche und soziale Entwicklung integriert wird .
 ---pagebreak--- 2 . ln Frage kommender Personenkreis
     * Jugendliche im Alter von 13 bis 2b Jahien , die in der schu ¬
       lischen oder sonstigen beruflichen Ausbildung stehen oder
       arbeitslos sind ;
     - Lehrer , Ausbilder , Eltern , Sozialhelfer und sonstige Perso ¬
       nen , die mit Jugendlichen arbeiten ;
     - die Sozialpartner ;
     - Ausbilder in Industrie , Handel , Dienstleistungssektor und
       Landwirtschaft .
3 . In Frage kommende Einrichtungen
     Für die berufliche Bildung und Ausbildung von Jugendlichen
     sowie für ihre Vorbereitung auf das Erwachsenenleben zustän ¬
     dige Einrichtungen .
Art der Ausgaben
Die Ausgaben sind zur Förderung , Durchführung , Beobachtung und
Evaluierung der folgenden Maßnahmen vorgesehen :
 - europäsches Verbundnetz von Ausbildungspartnerschaften für
    Jugendliche ;
 - fachliche Unterstützung bei der Entwicklung von Ausbildungs -
    partnerschaf ten ,
 - vergleichende Forschung im Rahmen eines gemeinschaftlichen Ko ¬
    operationsprogramms ;
 - Längsschnittuntersuchung der Auswirkungen von Ausbildungsmaß ¬
    nahmen für Jugendliche ;
 - Überprüfung der beruflichen Qualifikationen ;
  - Unterstützung von Jugendinformationsprojekten ;
  - Unterstützung von Jugendinitiativen ;
  - Austausch von Fachleuten für die berufliche Bildung ;
  - Konferenzen und Veranstaltungen zur Verstärkung der Interaktion
    mit den Mitgliedstaaten .
 ---pagebreak---                                             3>0
VI .     Berechnungsweise ( die in diesem Kapitel sowie in der beigeführten
         Tabelle enthaltenen Zahlen sind Schatzungen )
         1 . Fälligkeitsplan : nichtgetrennte Mittel . Diese Mittel bleiben
               im Rahmen der VierJ ahresvorausschatzungen ( 1987-1990 ) von
               Kapitel 63 ( Artikel 634 des Vorentwurfs des Haushaltsplans
               1987 ) .
                                        Verpflichtungen      Zahlungen
               1987                     7.225.000 *          7.225.000 *
               1988                     8.030.000            8.030.000
               1989                     8.500.000            8.500.000
               1990                     9.300.000            9.300.000
               1991                    10.000.000           10.000.000
          * Davon 3.000.000 für die Weiterverbreitung und Verwertung der
                Ergebnisse und die Evaluierung des zweiten Programms zum Über ¬
                gang der Jugendlichen von der Schule ins Erwachsenen - und Er ¬
               werbsleben .
          2 . a ) Partnerschaften und Berufsbildungsinitiativen
                     Die Kommission wird ein europäisches Netz von Ausbildungs ¬
                     partnerschaften für Jugendliche errichten . Der finanzielle
                     Beitrag der Kommission ist auf die Verwaltungskosten der
                     Proj ektaktivitäten mit europäischer Dimension begrenzt , die
                     sich aus dem Ausbau von Beziehungen zu anderen Projekten
                     im Rahmen des europäsichen Netzes ergeben , und wird höch ¬
                     stens 30.000 ECO je Partnerschaft betragen . Es wird vorge ¬
                     schlagen , nach und nach im Durchschnitt 90 Ausbildungspart ¬
                     nerschaften pro Jahr zu verbinden , wobei der Gerne inschafts -
                     beitrag zur Finanzierung der einzelnen Partnerschaften auf
                     höchstens zwei Jahre gegrenzt ist .
                     Außerdem wird Unterstützung für spezifische Erfahrungsaus ¬
                     tauschprojekte in Höhe von 50 % der Projektkosten gewährt .
                b ) Fachliche Unterstützung
                     Fachliche Unterstützung beim Aufbau der Partnerschaftsini ¬
                     tiativen und ein finanzieller Beitrag von höchstens 50.000
                     ECU pro Projekt . Es wird vorgeschlagen , durchschnittlich
                     16 Projekte pro Jahr zu fördern .
                 c ) Vergleichende Forschungen
                      Die Kommission wird kooperative Forschungsprojekte bis zu
                      einer Höchstgrenze von 40.000 ECU pro Projekt unterstützen .
                      Es wird vorgeschlagen , fünf bis sechs Forschungsprojekte
                      pro Jahr zu fördern .
                      Zur Verbreitung der Ergebnisse der vergleichenden Forschung
                      wird die Kommission außerdem eine Unterstützung für Konfe ¬
                      renzen zur Synthese der Ergebnisse bis zu einer Höchst ¬
                      grenze von 50.000 ECU bzw . 50 % der Konferenzkosten gewäh ¬
                      ren . 1987 ist die Finanzierung einer Konferenz , für die
                      Jahre 1988 bis 1990 von drei Konferenzen und im Jahre 1991
                      schließlich von 12 weiteren Konferenzen vorgesehen .
     ( 1 ) Diese Summen schließen nicht die dem Europäischen Zentrum für die
             Förderung der Berufsbildung - CEDEF0P - anzurechnenden Ausgaben
             ( Artikel 635 ) ein .
 ---pagebreak---                               31
d ) Längsschnittuntersuchung der Auswirkungen von Ausbildungs ¬
     maßnahmen
     Gemeinsame Finanzierung von in den Mitgliedstaaten durch ¬
      geführten Erhebungen zur Untersuchung der Bewegungen von
     Jugendlichen in und zwischen den Bildungs - und Ausbildungs ¬
      systemen bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 ECU je Erhe ¬
     bung . Die Gemeinschaft könnte fünf Erhebungen pro Jahr
      finanzieren .
e ) Untersuchung der beruflichen Qualifikationen
      Die Gemeinschaft wird vergleichende Untersuchungen über die
      Erneuerung der Lehrprogramme sowie die Schaffung der erfor ¬
      derlichen Voraussetzungen unterstützen , um mit fachlicher
      Unterstützung durch das CEDEFOP die Entwicklung der beruf ¬
      lichen Qualifikationen regelmäßig überprüfen .
 f ) Jugendinformationsprojekte
      Finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft für Informa ¬
      tionsprojekte für Jugendliche bis zu einem Höchstbetrag von
      10.000 ECU pro Projekt , jedoch nicht mehr als 50 % der
      Projektkosten . Es wird vorgeschlagen , durchschnittlich 65
      Projekte pro Jahr zu fördern .
 g) Jugendinitiativen
      Finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft zur Inangriff ¬
      nahme und Entwicklung von Jugendinitiativen in Form ein ¬
      maliger Zuschüsse für die Dauer eines Jahres . Finanzierung
      bis zu 50 % der Kosten , bzw . bis zu 80 % in Fällen , in de ¬
      nen die Projekte ausschließlich von Jugendlichen durchge ¬
       führt werden , in jedem Fall jedoch nur bis zu einer Höchst ¬
       grenze von 10.000 ECU pro Projekt . Es wird vorgeschlagen ,
       durchschnittlich 65 Projekte pro Jahr zu fördern .
 h ) Austausch von Ausbildungsfachleuten
       Bereits angelaufenes Programm ( siehe Arbeitsprogramm des
       CEDEFOP für 1986 und Vorentwurf des Haushaltsplans 1987 )
  i ) Konferenzen
       Veranstaltung einer Reihe von europäischen Konferenzen .
       Finanzielle Unterstützung je Konferenz : 100.000 ECU , jedoch
       nicht mehr als 50 % der Gesamtkosten . 1987 ist die Finan ¬
       zierung einer Konferenz , 1988 und 1989 von zwei , 1990 von
       vier und 1991 von 12 Konferenzen vorgesehen .
       Die Gemeinschaft wird eine Reihe von Aktivitäten zur Stär ¬
       kung der Effizienz der auf diesem Gebiet durchgeführten
       Politik und Maßnahmen fördern und fachliche sowie finanzi ¬
       elle Unterstützung für den Erfahrungsaustausch , die Betreu ¬
       ung des Netzes , die Veranstaltung von Seminaren , Konferen-
 ---pagebreak---                                         ъг
               zen und spezifischen Kooperationsprojekten gewahren . Wegen
               der fachlichen Aspekte und der Evaluierung werden speziali ¬
               sierte Einrichtungen oder Stellen zu Rate gezogen .
      3 . Anteil der Finanzierung aus Gemeinschaftsmitteln an den Ge ¬
            samtkosten des Programms
            Unterschiedlich nach Maßgabe der im Rahmen des Programms ein ¬
            geleiteten Maßnahmen .
      U.    Tabelle
            Aktionprogramm der Europäischen Gemeinschaft auf dem Gebiet
            der Ausbildung und Vorbereitung der Jugendlichen auf das Er ¬
            wachsenen - und Erwerbsleben
Vil . Bemerkunpen
      Die in der Tabelle unter Ziffer 6.4 aufgeführten Gesamthaushalts-
      mittel für die Jahre 1987 bis 1990 bleiben innerhalb des Rahmens
       der vierjährigen Haushaltsvoranschläge der Kommission für Kapitel
       63 .
VII I Finanzielle Auswirkungen auf die Mittel fùr Personal und
      Verwaltung
  )
       Von 1987 an erforderliches Personal
       1       A7/A4 Le i tung des Aktionsprogramms
       1       A7 /A4 Errichtung und Entwicklung des Netzes von
                      Ausbildungspartnerschaften
       1 / 2 A7 /A4 Koordinierung der Jugendinitiativen
       1          B   Verwaltung der Verträge des Aktionsprogramms
       1/2        B Verwaltungstechnische Vorbereitung von Sitzungen ,
                      Seminaren , Kooperationsprojekten usw .
        2         C   Sekretariatsarbeiten .
        Der Personalbedarf von zusätzlich :
        1     A7 /A4
        1        B
        1        C
        setzt wie bereits vorstehend angedeutet voraus , daß das Programm
        mit fachlicher Unterstützung externer Stellen abgewickelt werden
        kann , insbesondere in bezug auf den Erfahrungsaustausch , die Be­
         treuung des Netzes , die Entwicklung kooperativer Projekte sowie
         die Vorbereitung und Beobachtung der verschieden Veranstaltungen
         Der zusätzliche Personalbedarf kann durch interne Umbesetzuungen
         im Rahmen der für Januar 1987 vorgesehenen Anhörungen gedeckt
         werden .
 ---pagebreak---                                                   FINANZIELLE MITTELSCHÄTZUNGEN ( in ECU >
                                                             1987 - 1991
                                             1987                   1988                 1989       1990           1991
                Akt i on
a ) - Bildungspartnerschaften             1.200.000              3.000.000            3.000.000  3.300.000      3.300.0^0
    - Sonderprojekte zum Erfahrungs -        310.000                310.000              450.000    480.000        480.000
      austausch
b ) Fachliche Unterstützung                 600.000              1.000.000            1.200.000  1.200.000         5ΌΟ.Γ>οο
c ) - Synthese vergleichender Forschingen    160.000                320.000              320.000    320.000            -
                                              50.000                150.000              150.000    150.000       600.000
    - Kor ‘erenzen zur Synthese
                                                                    250.000              250.000    250.000        250 . Γ^Ό
d ) Untersuchungen der Auswirkungen          250.000
    von Bildungsmaßnahmen
                                              50.000                250.000              250.000    250.000        250.000
e ) Untersuchung beruflicher
    Qualifikationen
                                            400.000                 600.000              650.000    700.000       900.000
f ) Jugendinformationsprojekte
                                            400.000                 600.000              650.000    700.000       900 . OfΌ
g ) Jugendinitiativen
                                                                      p . fll .            p. «.      p. «.          ρ.· .
h ) Austausch von Ausbildungsfach-             p.m .
    leuten
                                            100.000                 200.000              200.000    400.000     1.200 . non
i ) Konferenzen
Fachliche Unterstützung von Erfah-
rungsaustauschen , Betreuung des                                                                 1.550.000      1.620 . Oort
                                            705.000              1.350.000            1.380.000
Netzes , Durchführung von Seminaren ,
Konferenzen und speziellen Koope-
rationsprojekten
                   INSGESAMT              4.225.000              8.030.000            8.500.000  9.300.000     10.000.000
                                                                                                            meææzmæmæætm
 ---pagebreak--- BOGEN : AUSWIRKUNGEN BESTIMMTER RECHTSAKTE AUF DIE KtfU UND DIE
ВКЯСМтСПЖ-
1 . Verwaltungsmäßig.? Verpflichtungen . die sich aus der Anwendung de r
     Gesetzgebung für Ule Unternehmen ergeben
     Es gibt keine zwingenden Vorschriften für die Unternehmen . Für
     Unternehmen , die sich an Ausbildungspartnerschaften beteiligen
     wollen , werden die durchgeführten Kooperat ionsir.aßnahmen gewisse
     Verwaltungsmaßnahmen nach sich ziehen .
2 . Vorteile für das Unternehmen
      - Ja
      - Die Möglichkeit , auf junge Arbeitnehmer zurückgreifen zu können ,
          die eine bessere Berufsausbildung und eine bessere Vorbereitung
          auf das Erwachsenen - und Erwerbsleben , einschließlich von Kennt ¬
         nissen des Arbeitsmarktes im allgemeinen und einer Arbeitserfah ¬
          rung nach Schulabschluß erhalten haben .
 3 . Nachteile für das Unternehmen ( zusätzliche Kosten )
       - Dem einzelnen Unternehmen überlassen . Es besteht die Möglichkeit
          einer finanziellen Unterstützung für Partnerschaften , die die
          Kosten der Beteiligung an dem europäischen Verbundnetz , dem Er ¬
          fahrungsaustausch usw . deckt .
 4 . Auswirkungen auf die Beschäftigung
       Ganz generell der Vorteil für die Arbeitgeber , gut qualifizierte
       und vorbereitete Jugendliche einstellen zu können . In der Ausbil ¬
       dungszeit eine gewisse Konzentration der Anstrengungen auf die Vor ¬
       bereitung der Jugendlichen zur Entfaltung von Eigeninitiative und
       Unternehmungsgeist . Unterstützung für Jugendliche , die ihre eigenen
       Projekte durhführen möchten , um ihnen auf diese Weise ihren eigenen
       künftigen Arbeitsplatz schaffen zu helfen und sie besser auf den
       Bedarf an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit , insbesondere hin ¬
        sichtlich der Beschäftigungsbedingungen in kleineren Unternehmen ,
       vorzubereiten .
  5 . Fand eine vorherige Abstimmung mit den Sozialpartnern statt ?
        - Ja , im Rahmen des dreigliedrigen Beratenden Ausschusses für die
           Berufsausbildung .
        - Dem Beschluß beigefügte Stellungnahme .
  6 . Gibt es eine andere weniger zwingende Vorgehensweise ?
        Die Akte enthält keine zwingenden Vorschriften .
 ---pagebreak---                         BOCEN : EINHEITLICHE AKTE
1 . Rechtsgrundlage für diesen Vorschlag , die von der Einheitlichen
    Akte nicht berührt wird , ist Artikel 128 des Vertrages .
2 . Das Kooperationsverfahren findet keine Anwendung auf Beschlüsse ,
    die mit einfacher Mehrheit gefaßt werden .
 ---pagebreak---                                                                           36
                Stellungnahme des Beratenden Ausschusses für die
         Berufsausbildung auf seiner Sitzung vom 27 . und 28 . Mai 1986
           zu der Arbeitsunterlage der Kommission " Die Ausbildung und
     Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen - und Erwerbsleben "
Auf seiner Vollsitzung vom 28 . Mai 1986 begrüßt der Beratende Ausschuß für
die Berufsausbildung generell die Arbeitsunterlage und die darin enthaltene
Analyse der gegenwärtigen Lage , soweit sich dies auf die Europäische Gemein ¬
schaft als Ganzes bezieht . Er stellt fest , daß die Arbeitsunterlage teilweise
auf dem Überblick der Kommission über die Berufsbildungsmaßnahmen für Jugend¬
liche seit 1983 basiert ( KOM 86 / 285 endgüultig ).
Der Ausschuß stel It insbesondere fest , daß der Rat und die Kommission dem
Mandat des Europäischen Rates nachkommen müssen , das auf seiner Tagung vom
28.-29 . Juni 1985 erteilt wurde und in dem die Mitgliedstaaten aufgefordert
wurden , im Rahmen ihrer einzelstaatlichen Politik , nach Möglichkeit in Zu ¬
sammenarbeit mit den Unternehmen und den Sozialpartnern , alles zu tun , um
sicherzustellen , daß alle Jugendlichen , die dies wünschen , im Anschluß an ihre
Pflichtschulzeit eine einjährige oder nach Möglichkeit eine zweijährige Berufs ¬
ausbildung absolvieren können . Der Ausschuß ist der Auffassung , daß diese
Formulierung als solche in die endgültigen Vorschläge aufgenommen werden sollte .
Außerdem ist nach Ansicht des Ausschusses zusätzlich darauf hinzuweisen , daß
diese Verpflichtung im Zusammenhang mit der aktiven Politik der Gemeinschaft
zur Förderung der Beschäftigung Jugendlicher zu sehen ist . Um klar herauszu ¬
stellen , womit sich die Arbeitsunterlage befaßt , sollte nach Auffassung des
Ausschusses im gesamten Wortlaut nach Möglichkeit der Begriff " fachtheoretische
und berufspraktische Ausbildung " verwendet werden .
Anschließend hebt der Ausschuß hervor , wie wichtig es ist , die Qualität des
Ausbildungsangebots zu gewährleisten , die Ausbildungsanforderungen in enger
Abstimmung mit den Sozialpartnern festzulegen und allen Jugendlichen die
Möglichkeit zu bieten , innerhalb und zwischen den Bildungs - und Ausbildungs ¬
systemen wechseln zu können . Die Ausbildung sollte zu anerkannten Qualifika ¬
tionen führen , die an die auf Landesebene festgelegten beruflichen Befähigungs ¬
nachweise gekoppelt sind .
Der Ausschuß ist der Auffassung , daß :
(i)     im Hinblick auf die Verwirklichung dieser Ziele die Mitgliedstaaten
        in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern Maßnahmen erarbeiten und
        einleiten müssen , die darauf ausgerichtet sind , die Verbindung und
        Kooperation zwischen der fachtheoretischen und berufspraktischen Aus ¬
        bildung auf allen Ebenen und in allen Wirtschaftszweigen des öffent ¬
        lichen und privaten Sektors zu verstärken , um
        - die Curricula so anzupassen, daß die Jugendlichen ihr volles Poten¬
          tial ausschöpfen können und den wirtschaftlichen , technologischen
          und sozialen Veränderungen Rechnung getragen wird ,
        - ein breites Angebot an Lernmöglichkeiten anzubieten und zu entwickeln ,
          das auf das Arbeitsleben abgestimmt ist und die Realitäten und
          Erfordernisse der Wirtschaft wiedergibt und
 ---pagebreak---                                                                                3^
          - den jungen Menschen nach Möglichkeit zu helfen , Verständnis für die
            Tendenzen in der Industrie , dem Handel , dem Dienstleistungssektor
            und der Landwirtschaft sowie die Auswirkungen und Chancen , die sich
            daraus für ihre Ausbildung und Beschäftigung ergeben , zu entwickeln .
( ii )    Die Mitgliedstaaten sollten Maßnahmen unterstützen , die eine engere
          Zusammenarbeit und Verbindung zwischen den verschiedenen Stellen be-
        ' wirken , die für die Ausbildung und Beratung Jugendlicher zuständig
          sind , wie entsprechende öffentliche und private Einrichtungen , freie
          Verbände und Jugendorganisationen auf nationaler , regionaler oder
          örtlicher Ebene . Eine solche Zusammenarbeit muß auf der Vorstellung
          einer geteilten Verantwortung für die soziale und berufliche Ein¬
          gliederung Jugendlicher beruhen und die Koordinierung und kosteneffi ¬
          ziente Durchführung aller Maßnahmen für Jugendliche erleichtern .
          In diesem Zusammenhang müssen die Mitgliedstaaten Schritte einleiten
          mit dem Ziel :
          - das fachtheoretische und berufspraktische Ausbildungsangebot zu
            diversifizieren , um Jugendlichen mit unterschiedlichen Fähigkeiten
            Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten , die zu anerkannten beruflichen
            Befähigungsnachweisen führen ;
          - ein flexibleres Vorgehen zu ermöglichen , um eine besser Ausgewogen ¬
            heit zwischen der erforderlichen Spannweite der angebotenen Programme
            und der notwendigen beruflichen Spezialisierung zu erreichen .
( iii )   Die Mitgliedstaaten müssen eine verstärkte Nutzung der Möglichkeiten
          fördern , die außerhalb der traditionellen Systeme im Hinblick auf
          eine di versi f i zi ertere Beratung und Orientierung geschaffen wurden ,
          und außerdem für ein koordiniertes Beratungs - und Orientierungsangebot
          sowohl in den Letzten Jahren der Pflichtschule als auch im Anschluß
          daran sorgen , wobei den Bedürfnissen junger Menschen , vor allem junger
          Frauen Rechnung zu tragen ist .
( iv )    Die Mitgliedlstaaten müssen die Chancengleichheit fördern und sich
          besonders um Jungendliche bemühen , die wegen ihrer Kultur oder Rasse ,
          einer geistigen oder körperlichen Behinderung , ihrer sozialen oder
          wirtschaftlichen Herkunft oder ihrer schulischen Leistungen benach ¬
          teiligt sind . Dabei sind insbesondere Ausbildungsprogramme zu entwickeln ,
          um langzeitarbeitslose Jugendliche zu unterstützen . Deswei teren müssen
          die flitgb'edstaaten Maßnahmen fördern , die den Jugendlichen helfen ,
          Einstellungen und Grundfertigkeiten ( wie Lese-und Schreibfähigkeit ,
          Rechenfähigkeit , Umgang mit neuen Informationstechnologien ) zu ent ¬
          wickeln , damit sie eine entsprechende Ausbildung oder Beschäftigung auf ¬
          nehmen können .
(v)       Die Mitgliedstaaten müssen Kreativität , Eigeninitiative und Unter ¬
          nehmungsgeist als ein wichtiges Zielfördern , damit Jugendliche in
          die Lage versetzt werden , ihre eigene Zukunft aktiv zu gestalten und
          zu planen und die fortlaufenden Veränderungen zu bewältigen; ebenso
          sind Initiativen zu unterstützen , die den Jugendlichen helfen , selbst
          solche Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben .
Der Ausschuß ist der Ansicht , daß die Kommission ihre Tätigkeiten im Hinblick
auf eine Innovation und qualitative Verbesserung der fachtheoretischen und
berufspraktischen Ausbildung fortsetzen sollte , um die Maßnahmen der Mitglied¬
staaten zu ergänzen und abzustützen . Eine Gemeinschaftskation im Bereich der
Ausbildungsmaßnahmen für Jugendliche sollte folgende Ziele verfolgen :
 ---pagebreak--- (i )    Förderung einer europäischen Dimension der Ausbi Ldungsmaßnahmen durch
        kooperative Vorhaben und Forschungsprojekte sowie einen Erfahrungs ¬
        und Informationsaustausch .
( ii )  In der ganzen Gemeinschaft ist darauf hinzuweisen , wie wichtig eine
        Mobilisierung aller verfügbaren Ressourcen ist , um das Niveau anzu ¬
        heben und die Effizienz der fachtheoretischen und berufspraktischen
        Ausbildung Jungendlicher zu verbessern und wie nützlich gemeinsame
        Initiativen sind , die auf ein integriertes Konzept für die fachtheore ¬
        tische und berufspraktische Ausbildung Jungendlicher abzielen .
( iii ) Die Multiplikatorenwirkung der verschieden gemeinsamen Initiativen in
        den einzelenen Mitgliedstaaten ist durch Partnerschaften zwischen
        Projekten der fachtheoretischen und berufspraktischen Ausbildung im
        Rahmen eines europäischen Netzes zu verstärken , das eine fortlaufende
        Übertragung erfolgreicher Erfahrungen gewährleisten und den einschlä ¬
        gigen Bemühungen eine europäische Dimension hinzufügen soll .
( iv )  Unterstützung Jugendlicher , selbst eine aktivere Rolle bei der Planung
        und Verwaltung der Projekte zu übernehmen , die ihnen helfen sollen , die
        wirtschaftlichen , technologischen und sozialen Veränderungen besser zu
        bewältigen und die Fertigkeiten und das notwendige Selbstvertrauen zu
        erwerben , um eine fachtheoretische oder berufspraktische Ausbildung
        bzw . eine Beschäftigung aufnehmen zu können .
(v)     Unterstützung der zahlreichen Initiativen im Hinblick auf eine bessere
        soziale und berufliche Eingliederung der Jugendlichen und verstärkte
        Anstrengungen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit .
Die gezielten Maßnahmen , die auf Gemeinschaftsebene in den Jahren 1987-1992
einzuleiten sind , müssen von diesen Zielsetzungen ausgehen . Außerdem ist der
Beratende Ausschuß der Meinung , daß die Aktionen und Maßnahmen , die der Rat
infolge der bevorstehenden Initiative der Kommission angenommen hat , bei der
Überprüfung eines koordinierten Einsatzes der Strukturfonds , namentlich des
Europäischen Sozialfonds , auf Gemeinschaf tsebene    in vollem Umfang berück ¬
sichtigt werden sollten .
Der Ausschuß begrüßt generell die vorgeschlagenen Maßnahmen , die in der Ar ¬
beitsunterlage der Kommission ( Ziffern 19-32 ) erläutert werden , insbesondere
die Errichtung eines europäischen Netzes der partnerschaftlichen Initiativen
im Bereich der fachtheoretischen und berufspraktischen Ausbildung Jugendlicher .
Des weiteren begrüßt der Ausschuß die vorgeschlagene Überwachung und Analyse
der Ausbildungsmaßnahmen auf Gemeinschaftsebene , um so eine Grundlage für
einen fortlaufenden Erf ahrungs-und Informationsaustausch zwischen den Mit ¬
gliedstaaten zu schaffen . Die meisten Mitglieder des Ausschusses sind der An ¬
sicht , daß die Kommission direkt Initiativen fördern sollte , an denen Jugend ¬
 liche selbst beteiligt sind , vor allem wenn solche Initiativen zur Ausbildung
oder Beschäftigung führen . Abschließend verweist der Ausschuß auf die ent ¬
scheidende Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Sozial ¬
partnern und den Bildungs -, Ausbi Idungs - und Arbeitsmarktbehörden bei der
Weiterentwicklung von Ausbildungsmaßnahmen für Jugendliche auf Gemeinschafts ¬
ebene .
 Der Beratende Ausschuß ersucht die Kommission , diese Stellungnahme zusammen
mit den verschiedenen Erklärungen , die im Sitzungsbericht aufgeführt werden ,
 bei der Formulierung ihrer Vorschläge an den Rat zu berücksichtigen .