CELEX: 51998PC0514
Language: de
Date: 1998-09-03
Title: Vorschlag für eine Verordnung (EG) des Rates zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in Brasilien und Vietnam, zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 81/96 über Antidumpingmaßnahmen betreffend die Einfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in der Republik Korea und Taiwan und zur Einstellung des Verfahrens betreffend die Einfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in den USA und Indonesien

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                              Brüssel, dcn<)3.()<).|<)98
                                              K<)M(IW8) 514 einig.
                             Vorschlag dir eine
                     VlvKORDNUNC; (I-Xi) DI(S KA'I'I'S
zur Kinführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die IMnfuhren von
      Mononatriumglulamat mit Ursprung in Brasilien und Vietnam, zur
   Änderung der Verordnung (TXi) Nr. 81/96 über Antidtimpingmaltnahmeii
   betreffend die Hinfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in der
        Republik Korea und Taiwan und zur rinstelluiig des Verfahrens
   betreffend die Hinfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in den
                             USA und Indonesien
                        (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                    BFX.RONIHINC;
Im Juli 1996 leitete die Kommission zwei Antidumpinguntersuehungen beireffend die
Hinfuhren von Mononatriumglutamat ein:
- eine Interimüberprüfung betreffend Taiwan, Indonesien und die Republik Korea;
- eine neue Untersuchung betreffend Brasilien, Vietnam und die USA.
Am 24. Oktober 1997 unterrichtete der Antragsteller Orsan die Kommission über
seine Entscheidung, den Antrag betreffend Brasilien und die USA zurückzuziehen.
Am 4. März 1998 widerrief Orsan die Zurücknahme des Antrags betreffend Brasilien
und die USA. Die Kommission erachtete den Widerruf der Zurücknahme durch Orsan
als zulässig, da er innerhalb der Frist für die Stellungnahmen nach der Unlerrichtung
erging. Da bis zum Widerruf der Zurücknahme des Antrags durch Orsan einige Zeil
verstrichen war, konnte die Kommission keine vorläufigen Maßnahmen mehr
einführen.
Die vorliegende Verordnung betrifft die Feststellungen sowohl der Überprüfung als
auch der neuen Untersuchung. Nach einer umfassenden Evaluierung beider Verfahren
bestätigten die endgültigen Feststellungen zu Dumping, Schädigung, Ursache,
Gemeinschaftsinteresse und Wahrscheinlichkeit eines erneuten Dumpings und einer
erneuten Schädigung, daß im Falle Brasiliens, Vietnams, Taiwans und der Republik
Koreas Schulzmaßnahmen in Form eines Wertzolls geboten sind. Für Indonesien und
die USA ergab die Untersuchung, daß keine Maßnahmen erforderlich sind und daß
das Verfahren in diesen beiden Fällen eingestellt werden sollte.
Da auf dem Gemeinschaftsmarkt fur Mononatriumglutamat zwar nur wenige
Lieferanten operieren, dies aber aus verschiedenen Ausfuhrländern tun, wird die
Kommission die Maßnahmen zwei Jahre nach ihrer Einführung mit Blick auf die
Wettbewerbssituation auf dem Gemeinschaftsmarkt überprüfen.
Es wird vorgeschlagen, dem Rat den als Anlage beigefügten Vorschlag einer
Verordnung zur Annahme vorzulegen.
                                                                                      d.
 ---pagebreak---                      VERORDNUNG (EG) Nr. /98 DES RATES
                                            vom
    zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von
           Mononatriumglutamat mit Ursprung in Brasilien und Vietnam, zur
       Änderung der Verordnung (EG) Nr. 81/96 über Antidumpingmaftnahmcn
       betreffend die Einfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in der
             Republik Korea und Taiwan und zur Einstellung des Verfahrens
       betreffend die Einfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung in den
                                     USA und Indonesien
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 384/96 des Rates vom 22. Dezember 1995 über
den Schutz gegen gedumpte Hinfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft
gehörenden Ländern1, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 905/98 des
Rates2, insbesondere auf Artikel 9 Absatz 2 und Absatz 4 und Artikel 11 Absatz 3,
auf Vorschlag der Kommission nach Konsultationen im Berate irden Ausschuß,
in Erwägung nachstehender Gründe:
1
   ABl. L 56 vom 6.3.1996, S. 1.
2
    ABl. L 128 vom 30.4.1998, S. 18.
 ---pagebreak---                                        A. VERFAHREN
 1. Allgemeines
(1)    Mit der Verordnung (EWG) Nr. 1798/903, geändert durch die Verordnung
       (EWG) Nr. 296Ö/924 und die Verordnung (EWG) Nr. 2455/935 führte der Rat
       endgültige Antidumpingzölle ein auf die Einfuhren von Mononatriumglulamat
       (nachstehend "MNG" genannt) mit Ursprung unter anderem in Indonesien, der
       Republik Korea (nachstehend Korea genannt) und Taiwan mit Ausnahme der
       Einfuhren bestimmter ausführender Hersteller in diesen Ländern, von denen die
       Kommission mit der Verordnung (EWG) Nr. 547/906, dem Beschluß
       92/493/EWG7 und dem Beschluß 93/479/EWG« Preis Verpflichtungen annahm.
(2)    Im Juli 1994 leitete die Kommission auf Antrag des Wirtschaftszweigs der
       Gemeinschaft eine Interimsüberprüfung der geltenden Antidumpingmaßnahmen
       betreffend die Einfuhren von MNG mit Ursprung unter anderem in Indonesien,
       Korea und Taiwan ein. Infolge dieser Überprüfung kündigte die Kommission
       mit Verordnung (EG) Nr. 1754/959 die Verpflichtungen aller Ausführer mit
       Ausnahme von zwei indonesischen Unternehmen und führte              vorläufige
       Antidumpingzölle auf alle andere Einfuhren mit Ursprung unter anderem in
       Indonesien, Korea und Taiwan ein. Der Rat führte dann mit der Verordnung
       (EG) Nr. 81/9610 endgültige Antidumpingzölle auf ausnahmslos alle MNG-
       Einfuhren aus den betroffenen Ländern ein.
3
     ABI. L 167 vom 30.06.1990, S. I.
4
     ABl. L 299 vom 15.10.1992, S. I.
5
     ABI. L 225 vom 4.9.1993, S. 1.
6
     ABl. L 56 vom 3.3.1990, S. 23.
7
     ABI. 1,299 vom 15.10.1992, S. 40.
x
     ABI. L 225 vom 4.9.1993, S. 35.
y
     ABI. L 170 vom 20.7.1995, S. 4.
10
     ABl. Nr. L 15 vom 20.1.1996, S. 20.
 ---pagebreak--- 2. Laufende Untersuchungen
(3)   Im Juli 1997 leitete die Kommission nach Konsultationen im Beratenden
      Ausschuß gemäß Artikel 11 Absatz 3 der Verordnung (HU) Nr. 384/96" des
      Rates     (nachstehend     "Grundverordnung"   genannt)  von  sich   aus   eine
      Interimsüberprüfung der Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Einfuhren
      von MNG mit Ursprung in Indonesien, Korea und Taiwan (nachstehend
      "Überprüfung" genannt) ein. Grund dafür waren die erheblichen Veränderungen
      des Mengen- und Preisgefüges der betroffenen Einfuhren, die seit der Änderung
      der Antidumpingmaßnahmen im Jahr 199612 dem Anschein nach stattgefunden
      haben.
(4)   Im Juli 1997 leitete die Kommission auf Antrag des einzigen MNG-Ilerstellers
      in der Uemeinschaft, Orsan SA, gemäß Artikel 5 der Urundverordnung ein
      Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren dieser Ware mit Ursprung in
      Brasilien, den USA und Vietnam (nachstehend "neue Untersuchung" genannt)
      ein. Der Antrag enthielt Beweise für das Vorliegen von Dumping bei den MNG-
      Einfuhren aus diesen drei Ländern und für eine dadurch verursachte
      Schädigung,       die     als    hinreichend angesehen    wurden,    um     ein
      Antidumpingverfahren einzuleiten".
(5)   Die vorliegende Verordnung betrifft die Feststellungen sowohl der Überprüfung
      als auch der neuen Untersuchung, da diese beiden l llersuclumgcn nahezu
      gleichzeitig eingeleitet wurden und sieh bei der Ermittlung von Dumping,
      Schädigung und Gemeinschaftsinteresse auf denselben Bezugszeitraum stützten.
      Da die eingeholten und geprüften Daten ebenso wie einige der von interessierten
      Parteien im Verlauf beider Untersuchungen vorgebrachten Argumente äußerst
      komplex waren, überstieg die Überprüfung die in Artikel 11 Absatz 5 der
      Grundverordnung vorgesehene Frist von zwölf Monaten.
11
    ABl. Nr. L 56 vom 6.3.1996, S. I.
12
    ABI. Nr. C201 vom 1.7. 1997, S. 4.
13
    ABI. Nr. C 205 vom 5.7.1997, S. 2.
 ---pagebreak--- (6) Die Kommission unterrichtete offiziell den antragslellenden Wirtschaftszweig
    der Gemeinschaft, die ausführenden         Hersteller um. die bekanntermaßen
    betroffenen Einführer sowie die Vertreter der ausführenden Länder und gab den
    unmittelbar betroffenen Parteien Gelegenheit, ihren Standpunkt schriftlich
    darzulegen und eine Anhörung zu beantragen.
(7)  Die Kommission sandte den bekanntermaßen betroffenen Parteien Fragebogen
    zu und erhielt Antworten von dem Gcmeinschaftshersteller, von                  fünf
    indonesischen      ausführenden     Herstellern     und      zwei    indonesischen
    Vertricbsgesellschaften, die mit drei der indonesischen ausführenden Hersteller
    verbunden sind, von einem koreanischen ausführenden Hersteller, von zwei
    verbundenen brasilianischen ausführenden Herstellern und den beiden mit ihnen
    verbundenen Unternehmen in der Gemeinschaft und von einem vietnamesischen
    ausfuhrenden Hersteller.
    ADM, der einzige bekannte ausfuhrende Hersteller in den USA, übermittelte
    keine Antwort. Das Unternehmen teilte der Kommission mit, daß es die MNG-
    Produktion und somit auch die Ausfuhren dieser Ware in die Gemeinschaft
    Ende 1997 endgültig einstellen werde.
(8) Ferner   schickte   die   Kommission     Fragebogen      an   eine  Vielzahl   von
    Wirtschaftsbeteiligten, bei denen es sich um mutmaßliche Käufer, Verwender
    und Einführer von MNG in der Gemeinschaft oder deren Vertreter handelte.
    Nur sehr wenige        dieser   Wirtschaftsbeteiligten    antworteten.  Außerdem
    übermittelte   die    Kommission      Fragebogen       an    bestimmte    wichtige
    Ausgangsstofflieferanten    des  Wirtschaftszweigs      der    Gemeinschaft.   Die
    Lieferanten füllten die Bogen zwar aus, aber ihre antworten waren nicht
    vollständig.
(9) Die Kommission holte alle für die Ermittlung von Dumping, Schädigung und
    Gemeinschaftsinteresse für notwendig erachteten Informationen ein und prüfte
 ---pagebreak---  sie nach. Mit Ausnahme von zwei verbundenen brasilianischen ausführenden
 Herstellern, in deren Fall die Feststellungen ohne Kontrollbesuche getroffen
 wurden, führte sie Untersuchungen in den Betrieben folgender Unternehmen
 durch:
 a) Indonesien
 ausführende Hersteller:
 - P.T. Indomiwon Citra Inti, Jakarta
 - P.T. Sasa Inti, Surabaya
 - P.T. Cheil Samsung, Jakarta
 - P.T. Ajinomoto lndonesien,Jakarta.*
 - P.T. Ajinex International, Jakarta.*
verbundene Inlandsvertriebsgcsellschaftcn:
 P.T. Ajinomoto Sales, Jakarta (verbunden mit P.T. Ajinomoto und P.T. Ajinex)*
 PT. Rodamas Co. Ltd., Jakarta (verbunden mit PT. Sasa Inti)
b) Republik Korea:
ausführende Hersteller:
- Cheil Jedang Corporation, Seoul
c) Brasilien
ausführende Hersteller:
- Ajinomoto Interamericana Industria e Comercio Ltda, Sao Paulo *
- Ajinomoto Biolatina Industria e Comercio Ltda, Sao Paulo *
verbundene Einführcr:
- Ajinomoto Europe Sales GmbH, Hamburg, Deutschland *
verbundene Händler:
- Forum Products Ltd, London, Vereinigtes Königreich *
d) Vereinigte Staaten von Amerika
Hersteller:
- Ajinomoto USA Inc., New York, USA *
 ---pagebreak---        e) Gemeinschaftshersteller
       - Orsan S.A., Nesle, Frankreich
      f) Einführer und Händler
       - Helm AG, Hamburg, Deutschland
       - Burtell Foods Ltd, Evesham, Vereinigtes Königreich
       g) Verwender
       - IFF (Nederlands) NV, Tilburg, Niederlande
 (10) Alle mit einem * gekennzeichneten Unternehmen sind Mitglieder der
       Ajinomolo Gruppe, die letztlich Eigentum der Ajinomoto Co. Inc. of Tokyo,
      Japan, ist und von ihr kontrolliert wird. Diese Unternehmen waren in den
       Untersuchungen als Einheit vertreten und legten gemeinsame Sachäußerungen
      vor. In diesem Dokument werden alle Unternehmen der Gruppe unter der
      Bezeichnung "Ajinomolo" zusammengefaßt.
3. Untcrsuchungszcitraum
(11) In beiden Untersuchungen erstreckte sich die Dumpingermittlung auf den
      Zeitraum    vom    1. Juli    1996 bis zum      30. Juni     1997   (nachstehend
      "Untersuchungszeitraum"        genannt).   Der     Bezugszeitraum      für    die
      Schadensermittlung     erstreckte   sich  von    1994   bis    zum    Ende   des
      Untersuchungszeitraums.
4. Zurücknahme des Antrags betreffend Brasilien und die USA und weiteres
Verfahren
(12) Am 24. Oktober 1997 unterrichtete der Antragsteller Orsan die Kommission
      über seinen Entschluß, den Antrag betreffend          Brasilien und die USA
      zurückzunehmen, weil der einzige amerikanische ausführende Hersteller seine
      MNG-Produktion       aufgeben    wollte  und   die   brasilianischen   Hersteller
 ---pagebreak---        infolgedessen ihre Ausfuhren wahrscheinlich von der Gemeinschaft in die USA
       verlagern würden. Die Kommission setzte die interessierten Parteien von der
       teil weisen Zurücknahme des Antrags in Kenntnis und forderte sie zur
       Stellungnahme auf
 (13) Daraufhin machten drei ausführende Hersteller und ein Einführer geltend, daß
       bei Einstellung des Verfahrens gegenüber Brasilien unu den USA die gleiche
       Logik auch für Vietnam und die drei von der Überprüfung betroffenen Länder
      gelten müsse.
(14) Auf die Reaktionen der interessierten Parteien hin prüfte die Kommission, ob
      eine teilweise Einstellung des Verfahrens gegenüber den beiden Ländern und
      die Aufrechtbehaltung bzw. Einführung von Maßnahmen gegenüber den
      anderen Ländern eine Diskriminierung im Sinne von Artikel 9 Absatz 5 der
      Grundverordnung darstellen würde.
(15) Die Untersuchung ergab, daß die Einfuhren aus fünf der sechs Länder zu
      Dumpingpreisen getätigt wurden oder bei einem Verzicht auf die geltenden
      Maßnahmen wieder zu Dumpingpreisen getätigt werde i würden. Während im
      Fall der USA die Tatsache, daß der amerikanische ausführende Hersteller seine
      Produktion     aufgab,    eine    unterschiedliche    Vorgehensweise    durchaus
      rechtfertigte,    konnte      im     Fall    Brasilien    kein    entsprechender
      Rechtfertigungsgrund     festgestellt werden. Die Behauptung, brasilianische
      ausführende Hersteller würden ihre Verkäufe             wahrscheinlich von der
      Gemeinschaft in die USA verlagern, hielt einer eingehenden Prüfung nicht
      stand.
(16) Angesichts dieser Umstände wurde der Schluß gezogen, daß die Einführung von
      Maßnahmen gegenüber den anderen Ländern bei gleichzeitigem Verzicht auf
      Maßnahmen gegenüber Brasilien eine Diskriminierung darstellen würde. Ende
      Februar 1998 unterrichtete die Kommission die interessierten Parteien über
 ---pagebreak---      these Schlußfolgerung.
(17) Mit Schreiben vom 4. März 1998 widerrief Orsan die Zurücknahme des Antrags
     betreffend Brasilien und die USA, da die Untersuchung der Kommission gezeigt
     hatte, daß die Annahmen, auf die sich die Zurücknahme gestützt hatte, nicht
     fundiert waren, und bat die Kommission die Untersuchung gegenüber allen
     sechs Ländern fortzusetzen. Die Kommission vertrat die Auffassung, daß
     Orsans Widerruf der Zurücknahme zulässig war, da sie innerhalb der Frist für
     die Stellungnahmen nach der Unterrichtung erfolgte.
(18) Da Orsan die Zurücknahme des Antrags erst nach so geraumer Zeit widerrief,
     konnte die Kommission keine vorläufigen Maßnahmen einführen.
(19) Die Parteien wurden schriftlich über die wesentlichen        Tatsachen und
     Erwägungen unterrichtet, auf deren Grundlage beabsichtigt wurde, die
     Einführung von endgültigen Antidumpingzöllen und die Einstellung der
     Verfahren gegenüber den USA (vgl. Randnummer 96) und Indonesien (vgl.
     Randnummer 75) zu empfehlen. Nach dieser Unterrichtung wurde ihnen
     außerdem eine angemessene Frist zur Stellungnahme eingeräumt.
     Die mündlichen und schriftlichen Stellungnahmen der Parteien wurden geprüft
     und die Feststellungen der Kommission gegebenenfalls geändert, um sie zu
     berücksichtigen.
                   B. WARE UND GLEICHARTIGE WARE
1. Ware
(20) Die beiden Untersuchungen betreffen Mononatriumglutamat in Form von
     Kristallen unterschiedlicher Größe des KN-Codes ex 2922 42 00, das
     hauptsächlich als Geschmacksverstärker in Suppen, Brühen, Fisch-, Flcisch-
     und Fertiggerichten verwendet wird.
 ---pagebreak---       MNG wird in Packungen unterschiedlicher Größe angeboten, die von 0,5-g-
      I laushaltspackungen bis zu 1 OOO-kg-Säcken reichen. Die kleineren Packungen
      werden über Kleinhändler an private Abnehmer verkauft, während die größeren
      Packungen von 25 kg oder mehr für industrielle Abneh» er bestimmt sind. Das
      Mononatriumglutamat weist jedoch ungeachtet der Packungsgröße jeweils die
      gleichen Eigenschaften auf.
2. Gleichartige Ware
(21) Die Untersuchung ergab, daß das MNG, das vom Wirtschaftszweig der
      Gemeinschaft hergestellt und auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauft wird, der in
      allen von den beiden Untersuchungen betroffenen Ländern hergestellten und in
      die Gemeinschaft ausgeführten Ware gleichartig im Sinne von Artikel 1
      Absatz 4 der Grundverordnung ist, da diese Waren in ihren materiellen
      Eigenschaften praktisch identisch sind. Die Untersuchung ergab ferner, daß
      auch das in Brasilien, Indonesien, Korea, Taiwan und den USA hergestellte und
      verkaufte MNG dem aus diesen Ländern in die Gemeinschaft ausgeführten
      MNG gleichartig ist. Dies gilt auch für die in Thailand hergestellte und
      verkaufte Ware, das als Vergleichsland zur Bestimmung des Normalwertes für
      Vietnam herangezogen wurde,
                                   C. DUMPING
I. Vorbemerkungen
(22) Für alle betroffenen Ausfuhrländer wurde die Dumpinguntersuchung für die in
      die Gemeinschaft während des Untersuchungszeitraums ausgeführten relevanten
      Warentypen durchgeführt, d. h. auf der Grundlage von Packungen von 25 kg
      oder mehr.
 ---pagebreak--- (23) Von den fünf indonesischen ausführenden Herstellern, die auf den Fragebogen
     geantwortet hatten, gaben vier an, während des Untersuchungszeitraums keine
     Ausfuhren in die Gemeinschaft getätigt zu haben. Sasi Inti, der einzige
     kooperierende      ausführende    Hersteller  mit  Ausfuhrverkäufen     in  die
     Gemeinschaft, hatte ein einziges Ausfuhrgeschäft von lediglich 20 Tonnen
     getätigt. Dieses Ausfuhrgeschäft stellte Eurostal-Daten zufolge die Gesamtheil
     der indonesischen      MNG-Ausfuhren       in die Gemeinschaft     während des
     Untersuchungszeitraums dar. Angesichts der geringen Menge, die in die
     Gemeinschaft      ausgeführt    wurde,   und   der  infolgedessen   mangelnden
     Repräsentativität    des    entsprechenden    Ausfuhrpreises   wurde    es  für
     unangemessen erachtet, die Dumpingspanne für             Indonesien auf dieser
     Grundlage zu ermitteln.
(24) In Korea zeigte sich nur einer der beiden ausführenden Hersteller, denen ein
     Fragebogen übermittelt worden war, die Cheil Jedang Corporation, zur
     Mitarbeit bereit. Die Untersuchung ergab, daß dieses Unternehmen während des
     Untersuchungszeitraums MNG in die Gemeinschaft ausgeführt hatte. Einem
     Vergleich zwischen den Angaben dieses Unternehmens und den Eurostat-Daten
     über die Gesamteinfuhren aus Korea zufolge entfielen auf die Ausfuhren dieses
     Unternehmens nahezu die Hälfte der Gesamteinfuhren aus Korea.
(25) Die taiwanesischen Unternehmen waren nicht zur Mitarbeit bereit, obwohl
     Eurostat zufolge Taiwan von allen in die Überprüfung einbezogenen Ländern
     während des Untersuchungszeitraums die größten Mengen in die Gemeinschaft
     ausgeführt hatte.
(26) Auf die beiden brasilianischen kooperierenden ausführenden Hersteller, die den
     Feststellungen nach zu Ajinomoto gehörten, entfielen fast die gesamten MNG-
     Ausfuhren Brasiliens in die Gemeinschaft.
(27) Von den beiden der Kommission bekannten US-Herstellern führte nur einer
     (ADM) während des Untersuchungszeitraums MNG in die Gemeinschaft aus.
 ---pagebreak---      diese Ausfuhren entsprechen den Feststellungen zufolge den von Eurostat
     verzeichneten Gesamtausfuhren aus den USA. Der betreffende ausführende
     Hersteller beantwortete den Fragebogen der Kommission nicht, erklärte aber
     wie unter Randnummer 7 bereits erwähnt, daß er die MNG-Produktion
     endgültig aufgeben werde.
(28) Von den vietnamesischen ausführenden I lerstellern arbeitete nur einer bei der
     Untersuchung mit und gab an, daß auf ihn nur ein kleiner              Teil der
     Gesamlauslühren aus Vietnam entfiele.
2. Normalwert
(29) Aus den in Randnummer 23 genannten Gründen wurde für den einzigen
     indonesischen Ausführer, Sasa Inti, kein Normalwert ermittelt.
(30) Im Falle Koreas wurde der Normalwert gemäß Artikel 2 Absatz I und Absatz 2
     der Grundverordnung aufgrund         der von unabhängigen       Abnehmern im
     Ausfuhrland gezahlten Preisen bei repräsentativen und gewinnbringenden
     Verkäufen zum Verbrauch auf dem Inlandsmarkt bestimmt.
(31) Da die taiwanesischen Unternehmen jede Mitarbeit verweigerten, mußte der
     Normalwert nach Artikel 18 der Grundverordnung ermittelt werden. Xu diesem
     Xweck wurde es als angemessen angesehen, den koreanischen Normalwert für
     den einzigen kooperierenden ausführenden Hersteller in diesem Land zugrunde
     zu legen.
(32) Für die beiden kooperierenden brasilianischen ausführenden Hersteller wurde
     der Normalwert nach Artikel 2 Absatz 1 der Grundverordnung anhand der im
     normalen Handelsverkehr für die gleichartige Ware von unabhängigen
     Abnehmern     im Ausfuhrland      gezahlten   Preise ermittelt.  Da nach den
     Feststellungen alle Inlands verkaufe eines der beiden verbundenen ausführenden
     Hersteller an den anderen gingen, verkaufte folglich lediglich der zweite
     Hersteller seine Ware auf Inlandsmarkt an unabhängige Abnehmer. Daher
                                                                                 11
 ---pagebreak---      wurden nur diese Verkäufe bei der Ermittlung des Normalwerts berücksichtig!.
      Die Untersuchung ergab, daß die im Inland verkauften Mengen dieses
     ausführenden Herstellers ausreichten, um gemäß Artikel 2 Absatz 2 der
     Grundverordnung als repräsentativ angesehen zu werden. Da er mit über 80%
     seiner Inlandsverkäufe     Gewinne erzielte, wurde die Gesamtheit       seiner
     Inlandsverkäufe bei der Ermittlung des Normalwertes zugrunde gelegt.
(33) Im Falle der USA mußte der Normalwert nach Artikel 18 der Grundverordnung
     auf der Grundlage der verfügbaren Fakten ermittelt werden, da der einzige
     ausiührende US-Hersteller (ADM) den Fragebogen der Kommission nicht
     beantwortet hatte. In diesem Xusammenhang ging die Kommission davon aus,
     daß die nachgeprüften Angaben über die Inlandsverkaufspreise, die der andere
     der Kommission bekannte Hersteller (Ajinomoto USA Inc.) übermittelt hatte,
     eine angemessene Grundlage für die Ermittlung des Normalwerles darstellte.
     Diese Angaben entsprachen den Feststellungen zufolge dem im Antrag
     genannten Normalwert.
(34) Da Vietnam als Nichtmarktwirtschaftsland gilt, mußte der Normalwert gemäß
     Artikel 2 Absatz 7 der Grundverordnung auf der Grundlage des Normalwertes
     in einem Drittland mit Marktwirtschaft ermittelt werden. Xu diesem Xweck
     wurde in der Bekanntmachung über die Einleitung des Verfahrens Thailand als
     geeignetes Marktwirtschaftsland vorgesehen. Ein vietnamesischer ausführender
     Hersteller machte geltend, daß Thailand einen stark geschützten Markt
     aufweise, auf dem nur ein Hersteller tätig sei, dessen Inlandsverkäufe nicht
     ausreichten, um als repräsentativ angesehen zu werden. Der vietnamesische
     ausführende     Hersteller    schlug    daher      Taiwan   als   alternatives
     Marktwirtschafts land vor. Wie bereits erwähnt war keiner der taiwanesischen
     ausführenden Hersteller zu einer Mitarbeit bereit. Außerdem wurde festgestellt,
     daß fünf Unternehmen in Thailand, wo die Xollsätze mit denjenigen in anderen
     konkurrierenden Ländern vergleichbar sind und daher ein ausreichender
     Wettbewerb gegeben zu sein scheint, MNG herstellten und verkauften. Xudem
     werden die Inlands verkaufe in Thailand in repräsentativen Mengen getätigt, da
                                                                                 12
 ---pagebreak---      sie erheblich über den aus Vietnam in die Gemeinschaft ausgeführten Mengen
     liegen. Schließlich ist der Ausgangsstoff für die Herstellung von MNG,
     Tapioka, in Thailand leicht zu beziehen und die Produk'.onstechnologic mit der
     in Vietnam vergleichbar. Ein thailändischer Hersteller beantwortete den
     Fragebogen voll und willigte in einen Kontrollbesuch ein. Aus den
     vorstehenden Gründen wurde Thailand als geeignetes Marktwirtschaftsland zur
     die Bestimmung des Normalwertes für Vietnam herangezogen. Der Normalwert
     wurde somit auf der Grundlage der von unabhängigen Abnehmern in Thailand
     für die gleichartige Ware im normalen Handelsverkehr gezahlten oder zu
     zahlenden Preise, sofern die verkauften Mengen für einen angemessenen
     Vergleich ausreichten.
3. Ausfuhrpreis
(35) Für Indonesien wurde wegen der mangelnden F -präsentativität seiner
     Ausfuhren während des Untersuchungszeitraums kein Ausfuhrpreis ermittelt.
(36) Für Korea     wurde    der Ausfuhrpreis    nach  Artikel  2 Absatz     8 der
     Grundverordnung     anhand    der  von   unabhängigen    Abnehmern    in   der
     Gemeinschaft tatsächlich gezahlten Preise bestimmt.
(37) Für Taiwan mußte der Ausfuhrpreis angesichts der mangelnden Bereitschaft zur
     Mitarbeit nach Artikel 18 der Grundverordnung auf der Grundlage der
     verfügbaren Fakten bestimmt werden. Xahlenmaterial von lùirostat, dem
     zufolge die durchschnittlichen Ausfuhrpreise Taiwans nicht von denen der
     anderen in die Untersuchung einbezogenen Länder abwichen, wurde als
     angemessene Grundlage für die Bestimmung des Ausfuhrpreises angesehen.
(38) Alle Ausfuhren der beiden brasilianischen ausführenden Hersteller in die
     Gemeinschaft gingen an einen einzigen verbunden Einführer, der die Ware zum
     feil an einen verbundenen Händler in der Gemeinschaft weiterverkaufte. Daher
     mußte der Ausfuhrpreis sowohl für den verbundenen Einführer als auch für den
                                                                                 13
 ---pagebreak---      verbundenen Händler anhand des Preises ermittelt werden, zu dem die
     eingeführte Ware an den ersten unabhängigen Abnehmer in der Gemeinschaft
     verkauft wurde. Von dem Weiterverkaufspreis wurden gemäß Artikel 2
     Absatz 9     der  Grundverordnung      zur   Ermittlung  eines   zuverlässigen
     Ausfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft alle zwischen der Einfuhr und
     dem Wiederverkauf an unabhängige Abnehmer entstandenen Kosten sowie ein
     angemessener Betrag für Gewinne abgezogen. Der Betrag für Gewinne wurde
     anhand der von kooperierenden unabhängigen Einfulv.'ïrn erzielten Gewinne
     festgesetzt.
(39) Da der einzige ausführende Hersteller in den USA zu einer Mitarbeit nicht bereit
     war, mußte der Ausfuhrpreis nach Artikel 18 der Grundverordnung auf der
     Grundlage der verfügbaren Fakten ermittelt werden. Der anhand von Eurostat-
     Daten ermittelte Ausfuhrpreis konnte nicht als zuverlässig angesehen werden,
     da alle Einfuhren mit Ursprung in den USA von einem mit dem fraglichen US-
     Hersteller verbundenen Unternehmen getätigt wurden. Der Ausfuhrpreis wurde
     daher auf der Grundlage des Preises rechnerisch ermittelt, zu dem eine
     erhebliche Menge MNG vom verbundenen Einführcr an einen bei der
     Untersuchung mitarbeitenden unabhängigen Abnehmer weiterverkauft wurde.
     Da auch der verbundene Einfuhrer, wie der ausführende Hersteller, bei der
     Untersuchung nicht mitarbeitete, wurde es als angemessen angesehen, für alle
     zwischen der Einfuhr und dem Weiterverkauf entstandenen Kosten und für
     etwaige Gewinne die Berichtigungen zugrunde zu legen, die für den
     kooperierenden verbundenen Einführer aus Brasilien verwendet wurden.
(40) Im Falle von Vietnam wurde festgestellt, daß die Ausfuhrmenge des
     kooperierenden vietnamesischen ausführenden Herstellers geringfügig und
     daher als Grundlage für die Bestimmung des gewogenen durchschnittlichen
     Ausfuhrpreises nicht geeignet war. Aus diesem Grund mußte der Ausfuhrpreis
     auch für Vietnam nach Artikel 18 der Grundverordnung auf der Grundlage der
     verfügbaren Fakten ermittelt werden. Für die Bestimmung des Ausfuhrpreises
     wurden Eurostat-Daten, die den Feststellungen nach mit den im Antrag
 ---pagebreak---      angegebenen Ausfuhrpreis und den anläßlich eines Kor.iollbesuches bei einem
      kooperierenden      unabhängigen      Einführer  überprüften     Einfuhrpreisen
      übereinstimmten, als angemessene Grundlage angesehen.
4. Vergleich
(41) Der auf diese Weise ermittelte gewogene durchschnittliche Normalwert wurde
     gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundverordnung mit dem gewogenen
     durchschnittlichen Ausfuhrpreis verglichen. Für Korea, Taiwan, Brasilien und
     die USA wurde der Vergleich auf der Stufe ab Werk und für Vietnam auf der
     Stufe fob Ausführland vorgenommen. In allen Fällen wurde der Vergleich auf
     derselben Handelsstufe      angestellt. Xur Gewährleistung, eines gerechten
     Vergleichs wurden gemäß Artikel 2 Absatz 10 der Grundverordnung auf Antrag
     Unterschiede berücksichtigt, die nachweislich die Preise und damit die
     Vergleichbarkeit der Preise beeinflussten. In diesem Xusammenhang wurden
     Berichtigungen lür      Transport-, Versicherungs-, Bereitstellungs-, Verlade-,
     Neben- und Kreditkosten vorgenommen.
(42) Ajinomoto gab an, daß etwa ein Drittel der Inlandsverkäufe in Brasilien an eine
     Vielzahl kleiner industrieller Abnehmer und Einzelhändler ging, während die
     Ausfuhrverkäufe aus diesem Land in die Gemeinschaft ausschließlich an große
     industrielle Abnehmer gingen. Angesichts dieses Marktunterschieds sollten die
     Inlandsverkäufe an kleine industrielle Abnehmer und Einzelhändler bei der
     Berechnung des Normalwertes im Interesse eines fairen Vergleichs mit den
     Ausfuhrpreisen nicht berücksichtigt werden. In diesem Xusammenhang sei
     darauf verwiesen, daß bei dem Vergleich nur die Inland,' erkaufe an industrielle
     Endabnehmer berücksichtigt wurden. Außerdem wandte Ajinomoto kein den
     Abnahmemengen entsprechendes Preisgefüge an: mittleren Abnehmern wurden
     häufig und sehr kleinen Abnehmern gelegentlich niedrigere Preise in Rechnung
     gestellt als den beiden Hauptabnehmern, auf die ein größerer Teil der gesamten
     Inlandsverkäufe entfiel. Xudem wurden keine Beweise für unterschiedliche
                                                                                   15
 ---pagebreak---       Funktionen der verschiedenen Abnehmerkalegorien vorgelegt. Deshalb konnte
     keine entsprechende Berichtigung vorgenommen werden.
5. Dumpingspannc
(43) Der Vergleich ergab das Vorliegen von Dumping, wobei die Dumpingspanne
     dem Betrag entsprach, um den der rechnerisch ermittelt;; Normalwerl den Preis
     bei der Ausfuhr in die Gemeinschaft überstieg. Für Taiwan und Vietnam wird
     die genaue Dumpingspanne nicht genannt, da deren Offenlegung Dritten
     Rückschlüsse    auf   vertrauliche Informationen    über   die   kooperierenden
     ausführenden Hersteller in Korea und Thailand ermöglichen würde. Dabei
     wurden folgende Dumpingspannen, ausgedrückt als Prozentsatz des eif-
     Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft, festgestellt:
     Indonesien
     Wie bereits erwähnt beliefen sich die Einfuhren aus Indonesien in die
     Gemeinschaft während des Untersuchungszeitraums insgesamt auf lediglich
     20 Tonnen. Es wurde nicht als angemessen erachtet, für eine so geringe Menge
     die Dumpingspanne zu ermitteln. Nach Auffassung der Kommission mußte für
     Indonesien geprüft werden, ob es im Falle eines Verzichts oder einer Änderung
     der Maßnahmen wahrscheinlich erneut zu schädigendem Dumping kommen
     würde.
     Korea
     - Cheil Jedang Corporation                                   42,5 %
     Um    die mangelnde      Kooperationsbereitschaft  seitens   der   koreanischen
     Unternehmen, die bei der Untersuchung nicht mitarbeiteten oder sich nicht
     selbst meldeten, nicht zu belohnen, wurde es als angemessen erachtet, die
     Dumpingspanne auf der Grundlage der repräsentativen Ausfuhrgeschäfte des
     kooperierenden koreanischen Unternehmens mit dem modrigsten und somit am
 ---pagebreak--- stärksten gedumpten Ausfuhrpreis zu ermitteln. Die auf dieser Grundlage für
nichtkooperierende Unternehmen in Korea ermittelte Dumpingspanne' beträgt
44,2 %.
 Taiwan
- Alle Unternehmen                                          über 40 %
Brasilien
Die beiden kooperierenden ausführenden Hersteller sind zwar rechtlich zwei
eigenständige Unternehmen, aber dennoch geschäftlich miteinander verbunden.
Entsprechend der üblichen Vorgehensweise der Gemeinschaftsinstitutionen bei
von einem Antidumping verfahren betroffenen verbundenen Unternehmen und
um eine Umgehung etwaiger Maßnahmen vermeiden, wurde nur eine
Dumpingspanne für diese beiden Unternehmen ermittelt, die 19,9 % beträgt.
Für die nichtkooperierenden brasilianischen ausführenden Hersteller bzw.
diejenigen, die sich nicht selbst meldeten, mußten der Normalwert und der
Ausfuhrpreis nach Artikel 18 der Grundverordnung auf der Grundlage der
verfügbaren Fakten ermittelt werden. Da nahezu alle Einfuhren in die
Gemeinschaft auf die kooperierenden ausführenden Hersteller entfallen, wurden
die sie betreffenden Feststellungen als angemessenste Grundlage erachtet. Für
die nichtkooperierenden brasilianischen ausführenden Hersteller ergab sich eine
Dumpingspanne von 19,9 %.
Vereinigte Staaten von Amerika
- A DM                                                      38,9 %
Im Falle des bekannten US-Herstellers ohne Ausfuhren in die Gemeinschaft
während des Untersuchungszeitraums, Ajinomoto USA Inc., und für alle
anderen Unternehmen, die künftig möglicherweise MNG herstellen und in die
                                                                             17
 ---pagebreak---      Gemeinschaft   ausführen,   wurde es als angemessen          erachtet, dieselbe
     Dumpingspanne wie für ADM zugrunde zu legen, da auf diesen Hersteller die
     Gesamtheit der US-Ausfuhren in die Gemeinschaft in diesem Zeitraum entfiel.
     Vietnam
     Da    Vietnam   als   Nichtmarklwirlschaftsland    gilt, wurde    eine  einzige
     Dumpingspannc für das gesamte Land ermittelt.
     - Alle Unternehmen                                           über 40 %
D. DEFINITION DES WIRTSCHAFTSZWEIGS DER GEMEINSCHAFT
(44) Der antragstellende Gemeinschaftshcrsteller ist der einzige Hersteller der
     gleichartigen Ware in der Gemeinschaft und stellt somit nach Artikel 4 Absatz 1
     der Grundverordnüng den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft dar.
E. SCHÄDIGUNG BETREFFEND DIE IN DIE NEUE UNTERSUCHUNG
EINBEZOGENEN LÄNDER
1. Vorbemerkung
(45) Die Umstände der Einfuhren aus den von der Überprüfung betroffenen Länder,
     insbesondere der Rückzug Indonesiens vom Gemeinschaftsmarkt und der
     drastische Rückgang der Einfuhren aus Korea und Taiwan im Rahmen der
     aktiven Veredelung, veranlaßten die Kommission, es als angemessen zu
     erachten, den Schwerpunkt auf die Untersuchung der Wahrscheinlichkeit einer
     erneuten Schädigung durch diese Einfuhren zu legen. Außerdem gelangte sie zu
     der Auffassung, daß eine Entscheidung, ob diese Einfuhren mit denjenigen aus
     den von der neuen Untersuchung betroffenen Ländern kumuliert werden sollten,
     nicht notwendig sei.
 ---pagebreak--- (46) Da es nur einen einzigen Gemeinschaftshersteller gibt und angesichts der
      Vertraulichkeit der Angaben zu den Schadensindikatoren, werden die Daten
      über die Entwicklung von Produktion, Kapazität,             Kapazitätsauslastung.
      Gemeinschaftsverbrauch, Absatzmengen, Marktanteilen, Preisentwicklung und
      Rentabilität als Indexzahlen aufgeführt, wobei für die Zahlen aus dem Jahr 1994
     der Wert 100 angesetzt wird.
2. Verbrauch in der Gemeinschaft
(47) Der MNG-Verbrauch in der Gemeinschaft wurde ausgehend von den Einfuhren
     (Eurostat) zuzüglich der Verkäufe in der Gemeinschaft --iuren Orsan berechnet.
      Dies ergab trotz eines leichten Rückgangs im Jahr 1995 einen tendenziell
     steigenden Grund verbrauch während des Bezugszeitraumes der Untersuchung
     (1. Januar 1994 bis 30. Juni 1997), der - auf Indexbasis - 1994 100 betrug und
      1995 auf 91 fiel. 1996 stieg der Verbrauch auf 101 und während des
     Untersuchungszeitraums auf 106 an.
3. MNG-Einfuhren in die Gemeinschaft aus den in die neue Untersuchung
einbezogenen Ländern
a) Kumulierung
(48) Sind die Einfuhren einer Ware aus mehr als einem Land gleichzeitig
     Gegenstand einer Antidumpinguntersuchung, so werden nach Artikel 3 Absatz 4
     der Grundverordnung die Auswirkungen dieser Einführen nur dann kumulativ
     beurteilt, wenn festgestellt wird, daß a) die ermittelte Dumpingspanne für die
     Einfuhren aus jedem einzelnen Land den in Artikel 9 Absatz 3 genannten
     Mindestprozentsatz übersteigt und das Volumen der Einfuhren aus jedem
     einzelnen Land nicht unerheblich ist und b) eine kumulative Beurteilung der
     Auswirkungen der Einfuhren angesichts des Wettbewerbs zwischen den
     eingeführten Waren sowie des Wettbewerbs zwischen den eingeführten Waren
     und der gleichartigen Ware der Gemeinschaft angemessen ist. •*
 ---pagebreak--- (49) Der nachstehenden Tabelle ist zu entnehmen, daß das Volumen der Einfuhren
      und der entsprechende Marktanteil während des Untersuchungszeitraums als
      erheblich erachtet werden. Zudem überstiegen die für die drei Länder
      festgestellten Dumpingspannen den Mindestprozenlsal/ erheblich. Auf dieser
      (irundlage wurde weiter untersucht, ob der Wettbewerb eine kumulative
      Beurteilung der Einfuhren aus den drei Ländern rechtfertigte. In diesem
      Zusammenhang wurde festgestellt, daß die sich Preise dieser Einfuhren alle in
      derselben Höhe bewegten.
Land               Einfuhrvolumcn    Markanteil           Preisnivcau
                   in Tonnen         in%                  in ECU
USA                8 809             14%                  990
Brasilien          8 724             14%                  976
Vietnam            5 382             8,6 %                 1 042
      Außerdem sind das aus den drei Ländern eingeführt          MNG und das vom
      Wirtschaftszweig     der Gemeinschaft    hergestellte   und   verkaufte  MNG
      uneingeschränkt austauschbar, der Markt ist transparent, und es werden ähnliche
      Vertriebskanäle benutzt. Daraus wurde der Schluß gezogen, daß eine
      kumulative Beurteilung der Auswirkungen der Einfuhren aus den in die neue
      Untersuchung einbezogenen Ländern auch angesichts des Wettbewerbs
      zwischen den eingeführten Waren sowie des Wettbewerbs zwischen den
      eingeführten Waren und der gleichartigen Ware der Gemeinschaft angemessen
      ist.
b) Volumen, Wert und Marktanteil der gedumpten Einfuhren
(50) Das Volumen der Einfuhren aus den drei in die neue Untersuchung
      einbezogenen Ländern stieg von 5 766 Tonnen in Jahr 1994 auf 22 915 Tonnen
      während des Untersuchungszeitraums, eine Steigerung von nahezu 300 %. Im
      selben Zeitraum wuchs der Wert dieser Einfuhren von rund 6 Millionen ECU
      auf 22,8 Millionen ECU - eine Zunahme von rund 275 %.
                                                                                   20
 ---pagebreak--- (51) Ausgehend vom Gesamtverbrauch stieg der Marktanteil der gedumpten
      Einfuhren      von   9,7%     im   Jahr    1994   auf   36,6   %    während     des
      Untersuchungszeitraums eine Steigerung von 276 %.
c) Preise der gedumpten Einfuhren
(52) Zur Bestimmung der Preisunterbietung im Lalle der betroffenen Länder stützte
      sich die Kommission auf Zahlenangaben über den Untersuchungszeitraum.
      Die Preisunterbietung wurde anhand eines Vergleichs des Ausfuhrpreises,
      verzollt, mit dem vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft auf derselben
      Handelsstufe in Rechnung gestellten Preis ab Werk ermittelt. Bei der
      Bestimmung der Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
      mußte      die     Kommission      entscheiden,    ob    Ajinomoto      und    der
      Gemeinschaflshersleller geschäftlich miteinander in einem Ausmaß verbunden
      waren, daß der Preis, den der Gemeinschaftshersteller Ajinomoto für MNG in
      Rechnung stellte, nicht zuverlässig als nicht von der Geschäftsverbindung
      beeinflußter Preis betrachtet werden könne und bei der Bestimmung der
      Preisunterbietung     nicht    zu   berücksichtigen   sei.   Eine   entsprechende
      Entscheidung wurde jedoch nicht als notwendig erachtet, da der Großteil der
      Verkäufe des Gemeinschaftsherstellers in der Gemein-.chaft direkt an andere
      unabhängige Abnehmer ging. Die Preise bei diesen Verkäufe waren hinreichend
      repräsentativ.
      Eür Brasilien, Vietnam und die USA wurden die gewogenen durchschnittlichen
      Preise ab Werk, die der Gemeinschaftshersteller dem ersten unabhängigen
      Abnehmer in der Gemeinschaft in Rechnung stellte, mit den bei der
      Dumpinguntersuchung         zugrunde   gelegten   gewogenen     durchschnittlichen
      berichtigten Ausfuhrpreisen frei Grenze der Gemeinschalt, verzollt, verglichen.
                                                                                       21
 ---pagebreak---       Der Preisvergleich zeigte, daß die Preise der Einfuhren aus Brasilien, den USA
      und Vietnam 4,3 %, 3,4 % bzw. 4 % unter denjenigen des Wirtschaftszweigs der
      Gemeinschaft lagen.
4. Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
(53) Die Untersuchung der Schadensindikatoren betraf den Zeitraum von 1994 bis
      zum Ende des Untersuchungszeitraums. Während dieses Zeitraums waren die
      unter den Randnummern (1) und (2) genannten Maßnahmen in Kraft, die sich
      auf die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auswirkten.
a) Produktion, Kapazität und Kapazitätsauslastung
(54) Die Produktion des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft stieg von 1994 bis
      1995, ausgedrückt als Indexzahl, von 100 auf 106 an und ging 1996 auf 99
      zurück. Während des Untersuchungszeilraums fiel die Gemeinschaftsproduktion
      weiter   auf  86.   Die   Produktionskapazität    des  Wirtschaftszweigs    der
      Gemeinschaft der betroffenen Ware blieb im großen und ganzen stabil. 1995
      ging die Kapazität auf 102, 1996 weiter auf 98 und während des
      Untersuchungszeitraums     auf   96   zurück.    Zwischen   1994     und   dem
      Untersuchungszeitraum schwankte die Kapazitätsauslastung zwischen 100 und
      89.
h) Bestände
(55) Die Bestände nahmen von 1994 bis 1996 mit 97 % erheblich zu. Während des
      Untersuchungszeitraums      gingen    sie   wegen     der   Umstellung      des
      Produktionsverfahrens erheblich zurück
c) Verkäufe und Marktanteil
                                                                                   ??
 ---pagebreak--- (56) Das Absalzvolumen des (iemeinschaflsherstellers in Tonnen slieg von 100 im
      Jahr 1994 auf 104 im Jahr 1995. 1996 betrug die Verkaufsmenge 107, ging aber
      im Untersuchungszeitraum leicht zurück auf 102. Der Marktanteil des
      Gemcinschaftsherstcllers stieg - ausgedrückt als Indexzahl - von 100 im Jahr
      1994 auf 114 im Jahr 1995, fiel 1996 auf 107 und im Unlersuchungszeitraum
      weiter auf 97. Sein Marktanteil war jedoch zu jeder Zeit sehr erheblich.
d) Durchschnittlicher Verkaufspreis und Preisentwicklung
(57) Die Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft fielen von 100 im
      Jahr 1994 auf 95 im Jahr 1995, blieben 1996 stabil bei 95 und fielen im
      Unlersuchungszeitraum auf 91.
e) Rentabilität
(58) Zunächst sei darauf verwiesen, daß die Rentabilität der Verkäufe der
      betreffenden Ware durch den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft trotz der
      geltenden   Antidumpingmaßnahmen        während      des    Bezugszeitraums  der
      Untersuchung      zu   keiner   Zeit   zufriedenstellend     war,   obwohl   der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Hcrstellkosten hatte senken können.
      Die Rentabilität des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft lag nicht nur weit
      unter dem in der überprüften Verordnung als angemessen erachteten Niveau,
      sondern blieb über einen längeren Zeitraum so geringfügig,               daß die
      Lebensfähigkeit des Wirtschaftszweigs ernsthaft gefährdet war.
      Die 1994 bereits geringe Rentabilität ging 1995 noch weiter zurück und fiel
      1996 drastisch, als der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft Verluste zu
      verzeichnen     hatte.  Der    Abwärtstrend     hielt    bis   zum     Ende  des
      Untersuchungszeitraums an.
                                                                                    ±JS
 ---pagebreak---  I) Investitionen
 (59) Der Gemeinschaftshersteller      steigerte  seine   Investitionen   während   ties
       Bezugszeitraums der Untersuchung wesentlich, und zwar um das Dreifache.
       Diese Investitionen flössen hauptsächlich in die von ihm beschlossene
       Umstellung des Produktionsverfahrens.
 5. Schlußfolgerung zur Schädigung
 (60) Die Untersuchung der vorstehenden Schadenslaktoren ergab, daß die finanzielle
       Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft           trotz gewisser positiver
       Auswirkungen der geltenden Maßnahmen weiterhin prekär ist und sich durch
       zusätzliche finanzielle Verluste während des Unlersuchungszeilraums noch
       verschlechterte. Außerdem war bei der Entwicklung der Verkaufpreisc ein
      negativer Trend zu verzeichnen, die während des Untersuchungszeitraums einen
      Tiefpunkt erreichte, und der Marktanteil ging bis zum Ende dieses Zeitraums
      zurück. In der überprüften Verordnung war bereits das Vorliegen einer
      bedeutenden Schädigung festgestellt worden, und die neue Untersuchung ergab,
      daß die bedeutende Schädigung auch danach noch anhielt.
F. SCHADENSURSACHE
1. Einleitung
(61) Die Kommission prüfte, ob die Schädigung des Wirtschaftszweigs der
      Gemeinschaft durch die gedumpten Einfuhren aus den in die neue Untersuchung
      einbezogenen Ländern verursacht wurde oder ob andere bekannte Laktoren wie
      die     Entwicklung     anderer   Einfuhren,    der     Verbrauch      auf   dem
      Gemeinschaftsmarkt,      die   Ausfuhrtätigkeit   und    die    Preispolitik  des
      Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft die Schädigung verursacht oder dazu
      beigetragen hatten, um sicherzustellen, daß eine etwaige durch diese Faktoren
      verursachte Schädigung nicht den gedumpten Einfuhren angelastet wird.
                                                                                     24
 ---pagebreak---  2. Auswirkungen der gedumpten Einfuhren
 (62) Die kumulierten Einfuhren aus den in die neue Untersuchung einbezogenen
       Ländern stiegen gemessen an ihrem Marktanteil von 9 % im Jahr 1994 auf 36 %
       im Untersuchungszeitraum, d. h. um 27 Prozentpunkte bzw. 300 %. Im
       Gegensatz dazu stieg der Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
       im 14 % von 1994 bis 1995, insgesamt fiel er aber um 3 % zwischen 1994 und
      dem Untersuchungszeitraum.
       Der vorübergehende Anstieg des Marktanteils des Wirtschaftszweigs der
      Gemeinschaft fiel mit der Einführung geänderter Antidumpingmaßnahmen
      gegenüber vier Ländern, Indonesien, Korea, Thailand und Taiwan, im Jahr 1995
      zusammen. Der Marktanteil konnte wie bereits dargelegl auf diesem Niveau
      nicht gehalten werden, und der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft verlor ab
       1995 Marktanteile, und zwar in einem Zeitraum, in dem die Einfuhren aus den
      in die neue Untersuchung einbezogenen Ländern erheblich zunahmen. Dies
      zeigt, daß die Einführung von Maßnahmen gegenüber Indonesien, Korea,
      Thailand und Taiwan im Jahr 1995 dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
      nicht wirklich nützte, da der Rückgang der Einfuhren aus diesen Ländern (-
      10 554 Tonnen zwischen 1994 und dem Untersuchungszeitraum) sofort durch
      eine Zunahme der gedumpten Einfuhren aus den USA, Brasilien und Vietnam
      mehr als aufgewogen wurde (+ 17 147 Tonnen zwischen 1994 und dem
      Untersuchungszeitraum).
(63) Außerdem ergab die Untersuchung das Vorliegen einer Preisunterbietung für die
      in   die    neue  Untersuchung      einbezogenen    Länder.   Angesichts   der
      Preisempfindlichkeit und der Transparenz des Marktes wirkten sich die den
      potentiellen Abnehmern des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sehr wohl
      bekannten Billigeinfuhren zwangsläufig auf die Preise des Wirtschaftszweigs
      der Gemeinschaft aus, auf die sie folglich Druck ausübten. Daraufhin mußte der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Preise an die Marktsiluation anpassen,
                                                                                  25
 ---pagebreak---      um seinen Marktanteil nicht zu verlieren. Diese Verteidigungsstrategie des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft war auch deshalb um so notwendiger, als
     vom technischen Standpunkt aus ein kontinuierlicher            Produktionszyklus
     aufrechterhalten werden muß und die Herstellung weder eingeschränkt noch
     ohne großen Aufwand angepaßt werden kann, um die negativen Auswirkungen
     eines solchen Preisdrucks durch gedumpte Billigeinfuhren aufzufangen.
     Die Auswirkungen der zunehmenden Billigeinfuhren aus den in die neue
     Untersuchung      einbezogenen     Ländern    auf   den   Wirtschaftszweig    der
     Gemeinschaft erreichten ihren Höhepunkt im Untersuchungszeitraum, als das
     Volumen der Einfuhren aus den fraglichen Ländern in die Gemeinschaft am
     größten war. In diesem Zeitraum hatte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
     auch mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, insbesondere hinsichtlich
     der Rentabilität, der Preise und des Marktanteils.
(64) Die kooperierenden brasilianischen ausführenden Hersteller behaupteten, daß
     die Einfuhren aus Brasilien dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft keine
     bedeutende Schädigung verursachten. Sie brachten vor, daß die brasilianischen
     Einfuhrpreise im Bezugszeitraum über denjenigen der USA und Vietnams
     lagen. Außerdem machten sie geltend, daß ihr Marktanteil zwischen 1992 und
     dem    Untersuchungszeitraum      stabil  blieb.   Deshalb  beeinllussten   ihrer
     Auffassung nach die Einfuhren aus Brasilien die Preisentwicklung auf dem
     Gemeinschaftsmarkt nicht.
     Hierzu wurde festgestellt, daß die gedumpten Einfuhren aus Brasilien gemessen
     an der Menge zwischen 1994 und dem Ende des Untersuchungszeitraums um
     101 % stiegen und ihr Marktanteil im Untersuchungszeitraum einen Spitzenwerl
     erreichte, der im Vergleich zu 1996 nahezu doppelt so hoch lag. Außerdem
     wurde festgestellt, daß die Preise der Einfuhren aus Brasilien erheblich unter
     denen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft lagen. Auf jeden Lall aber ergab
     die Untersuchung, daß Preise der Einfuhren aus Brasilien bereits 1996 und im
     Untersuchungszeitraum niedriger waren als die durchschnittlichen Preise für
                                                                                    26
 ---pagebreak---      MNG mit Ursprung in den USA und Vietnam und folglich Druck auf die
     Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ausübten.
     Aus den vorstehenden Gründen mußten die zu diesem Punkt vorgebrachten
     Argumente und Beluuiplungen zurückgewiesen weiden.
3. Auswirkungen anderer Faktoren
Andere Einfuhren
(65) Die Auswirkungen anderer Einfuhren als denjenigen aus Brasilien, den
     Vereinigten Staaten und Vietnam auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
     wurden anhand von Zahlenmaterial geprüft, das von Eurostat übermittelt oder
     und im Zuge der Überprüfung gesammelt wurde. Die Einfuhren aus Ländern,
     die weder Gegenstand der neue Untersuchung noch der Überprüfung waren,
     beliefen sich im Untersuchungszeitraum auf 1 400 Tonnen, und ihr Marktanteil
     lag damit deutlich unter 2%. Diese Einfuhren kamen hauptsächlich aus der
     Schweiz, China, Peru, Thailand und I long Kong, und mit Ausnahme von I long
     Kong wurden in der Regel wesentlich höhere Preise in Rechnung gestellt, als für
     die Einfuhren aus den in die neue Untersuchung einbezogenen Ländern. Aus
     I long Kong wurden nur sehr geringe Mengen eingeführt.
(66) Aus den in die Überprüfung einbezogenen Ländern, Indonesien, Korea und
     Taiwan, wurden im Untersuchungszeitraum rund 3 000 Tonnen eingeführt, die
     einen Marktanteil von rund 5 % darstellten. Für diese Einfuhren wurden in der
     Regel Preise in Rechnung gestellt, die den Preisen der in die neue Untersuchung
     einbezogenen Länder im wesentlichen entsprachen.
Entwicklung des Verbrauchs
(67) Der Verbrauch in der Gemeinschaft ging von 1994 bis 1995 zwar zurück, stieg
     aber im Bezugszeitraum der Untersuchung insgesamt um 6 %.
                                                                                  27
 ---pagebreak--- Ausfuhrtätigkeit des Wirtschaftszweigs der (iemcinschaft
 (6X) Ajinomolo behauptete, die Schädigung des Wirtschaftszweigs der ( iemcinschaft
       beruhe auch auf dessen Entscheidung, eher die Ausfuhr als den Absatz in der
       Gemeinschaft zu fordern. Es sei daran erinnert, daß der Export im
       Bezugszeitraum der Untersuchung für den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
       kein wichtiger Tätigkeitsbereich war und daß die Ausfuhrmenge im Gegensatz
      zur Behauptung von Ajinomoto in diesem Zeitraum leicht zurückging.
      Etwaige Veränderungen in diesem Bereich hätten sich nur wenig auf die Lage
      des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und insbesondere auf die Produktion,
      die Kapazität und die Herstellkosten auswirken können. Bei der Ermittlung der
      Schädigung wurde ohnehin die Situation auf dem Gemeinschaftsmarkt und
      nicht die Ausfuhrleistung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zugrunde
      gelegt.
»St7A.v/verursachte Schädigung
(69) Ajinomoto zufolge besteht zwischen der Schädigung von Orsan und den
      gedumpten Einfuhren mit Ursprung in den in die neue Untersuchung
      einbezogenen Ländern und insbesondere Brasilien kein Zusammenhang, die
      Schädigung sei hauptsächlich auf die von Orsan geplante Kapazitätserweiterung
      zurückzuführen.
      Den     Feststellungen    nach   erweiterte der   Gemeinschaftshersteller    im
      Bezugszeitraum der Untersuchung seine Kapazität nicht, sondern verringerte sie
      sogar geringfügig. Zudem wurde festgestellt, daß der Gemeinschaftshersteller
      im Untersuchungszeitraum        sein Produktionsverfahren  auf einen      neuen
      Ausgangsstoff umstellte. Diese Maßnahme erfolgte vor dem Hintergrund eines
      umfassenderen     integrierten neuen Investitionsprogramms des wichtigsten
      Aktionärs des Gemeinschaftsherstellers. Ziel dieser Investition war eine
      kosteneffizientere Gestaltung der Produktion. In diesem Zusammenhang sei
                                                                                   28
 ---pagebreak---       darauf verwiesen, da/3 die Umstellung auf ein neues Produktionsverfahren nur
      einen     Teil  des    Untersuchungszeitraums     betraf,    in    dem   dem
      Gemeinschaftshersteller gewisse Anlaufkosten entstanden. Die Kommission
      untersuchte die Kostenelemente, die die Herstellkoster. in die Höhe getrieben
      haben könnten, sowie die damit verbundenen finanziellen Verluste und
      berichtigte die Angaben unter Buchstabe E entsprechend, damit etwaige
      Auswirkungen dieser Anfangsphase die Beurteilung der Schädigung nicht
      beeinflusslen.
4. Schlußfolgerung
(70) Angesichts der Tatsache, daß es sich bei MNG um einen Rohstoff handelt, der
     auf einem transparenten Markt über vergleichbare Vertriebskanäle in der
     Gemeinschaft verkauft wird, wurde die Auffassung           vertreten, daß die
     gedumpten MNG-Einfuhren mit Ursprung in den drei in die neue Untersuchung
     einbezogenen    Ländern für sich genommen dem Wirtschaftszweig             der
     Gemeinschaft eine bedeutende Schädigung verursachten.
     Diese Schlußfolgerung wurde bestätigt durch die Untersuchung etwaiger
     anderer Schadensfaktoren,    insbesondere der Einfuhren      aus den in die
     Überprüfung einbezogenen Ländern, die im Untersuchungszeitraum erheblich
     zurückgingen, und der Umstellung des Produktionsverfahrens durch den
     Wirtschaftszweig der Gemeinschaft. Keiner dieser Faktoren war so erheblich,
     daß sie den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Schädigung des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und den gedumpten Einfuhren aus den in
     die neue Untersuchung einbezogenen Ländern widerlegten.
                                                                                 29
 ---pagebreak--- G. WAHRSCHEINLICHKEIT EINES ANHALTENDEN ODER ERNEUTEN
SCHÄDIGENDEN DUMPINGS (IM FALLE DER IN DIE ÜBERPRÜFUNG
EINBEZOGENEN LÄNDER)
 1. Indonesien
(71) Aus       Indonesien      wurde   nach   den     Feststellungen   während   des
       Untersuchungszeitraums praktisch kein MNG in die Gemeinschaft ausgeführt.
       Aus diesem Grund war es im Zuge dieser Untersuchung besonders wichtig, die
       Wahrscheinlichkeit eines erneuten Dumpings im Falle Indonesiens zu prüfen.
(72) Die Prüfung ergab, daß die kooperierenden indonesischen ausführenden
       Hersteller    bei   der   MNG-Produktion    im   Untersuchungszeitraum   eine
       durchschnittliche Kapazitätsauslastung von 93 % erreichten und somit die
       verfügbare Kapazität für künftige Ausfuhren in die Gemeinschaft begrenzt ist.
       Außerdem wurde festgestellt, daß die indonesischen ausführenden Hersteller
       nicht beabsichtigen, ihre MNG-Produktionskapazitäl in absehbarer Zukunft zu
       auszubauen. Etwaige Neuinvestitionen mit diesem Ziel würden in jedem Fall
       erst mittelfristig zum Tragen kommen, da es rund zwei Jahre dauert, bis eine
       neue MNG-Produktionsanlage operationeil ist.
(73) Der Untersuchung zufolge wird fast die Hälfte dei indonesischen MNG-
       Produktion auf dem Inlandsmarkt zu gewinnbringenden Preisen verkauft. Die
       andere Hälfte der Produktion wird in Nichlgemeinschaftsländer ausgeführt zu
       Preisen,   die    unter  denen  auf  dem    indonesischen    Markt  und dem
       Gemeinschaftsmarkt liegen. Folglich kann nicht ausgeschlossen werden, daß
       dieser Preisunterschied bei einem Verzicht auf Maßnahmen einen Anreiz bietet,
       MNG zu gedumpten Preisen in die Gemeinschaft auszuführen.
(74) Es sei jedoch darauf verwiesen, daß die MNG-Einfuhrcn aus Indonesien im
       Gegensatz zu denen aus Taiwan und Korea 1995 drastisch zurückgingen und
       seit 1996 auf dem Gemeinschaftsmarkt          nicht mehr präsent sind. Die
                                                                                  30
 ---pagebreak---       Untersuchung ergab, daß der rasche Rückgang im Jahr 1995 nicht auf die im
     Juli    desselben      Jahres     eingeführten     vorläufigst    Antidumpingzölle
     zurückzuführen war, da die Zölle nicht für alle indonesischen Ausfuhren galten
      und im Wege von Preisverpllichlungen noch Ausfuhren getätigt werden
      konnten. Zudem entsprach die Höhe der vorläufigen Zölle in etwa derjenigen
     der Zölle, die für die ausführenden Hersteller in Korea und Taiwan galten, die
     nicht von Preisverpflichtungen profitierten.
      Die im Januar        1996    für   die drei    Länder eingeführten     endgültigen
     Antidumpingzölle böten zwar eine Erklärung für die geringen Einfuhrmengen,
     aber nicht dafür, daß Indonesien auf dem Gemeinschaftsmarkt überhaupt nicht
     mehr präsent ist. Trotz der Einführung endgültiger Zölle wurden immer noch
     erhebliche Mengen aus Korea und Taiwan eingeführt. Die indonesischen
     ausführenden Hersteller hätten wie die koreanischen und taiwanesischen
     ausführenden Hersteller mit ihrer Ware weiter in der Gemeinschaft präsent
     bleiben können im Rahmen der aktiven Veredelung, in deren Fall keine Zölle
     erhoben werden.
(75) In   Erwägung      aller   Gründe     wurde    der   Schluß    gezogen,     daß   die
     Wahrscheinlichkeit einer Wiederaufnahme indonesischer Einfuhren und folglich
     eines erneuten schädigenden Dumpings sehr gering ist.
2. Korea
(76) Im Falle Koreas wurde festgestellt,            daß die Einfuhrmenge         und der
     entsprechende     Marktanteil     während     des   Untersuchungszeitraums      nicht
     unerheblich waren. Diese Einfuhren gingen ab 1994 kontinuierlich zurück
     (-88 % bis zum Untersuchungszeitraum), wobei der Rückgang zwischen 1995
     und    1996    stärker    ausgeprägt     war,    da   in   diesem    Zeitraum     die
     Antidumpingmaßnahmen geändert und höhere Zölle eingeführt wurden. Diese
     Einfuhren      waren      gedumpt.       Hinsichtlich     der     Preispolitik    im
     Untersuchungszeitraum ist anzumerken, daß praktisch alle Einfuhren zur
                                                                                        31
 ---pagebreak---        aktiven   Veredelung    bestimmt    und   daher   von   Einfuhrabgaben    und
       Antidumpingzöllen befreit waren. Die Untersuchung der Einfuhren ergab eine
       Unterbietung der Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft um 11 %. Im
       Jahr 1996 und im Untersuchungszeitraum lagen die Preise der Einfuhren aus
       Korea über denen aller anderen in die Untersuchungen einbezogenen Länder.
 (77) Hinsichtlich des erneuten schädigenden Dumping wurde davon ausgegangen,
      daß die bei Verkäufen zur aktiven Veredelung erzielten Preise, die Preise, die
       bei in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführten Einfuhren in die
      Gemeinschaft erzielt würden, angemessen widerspiegelten. Davon ausgehend
       und unter Berücksichtigung des vertragsmäßigen Zollsatzes von 12,5 % würden
      diese Preise nicht unter denjenigen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
       liegen.
       Die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft waren jedoch bereits
      gedrückt und nicht mehr gewinnbringend. Die Preise der koreanischen
      Ausführen würden selbst nach der Einführung eines vertragsmäßigen Zolls
      erheblich unter denen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft liegen, sollten
      die Zölle auslaufen.
(78) Ferner wurde festgestellt, daß der kooperierende koreanische ausführende
      Hersteller   bei  der    MNG-Produktion      im  Unlersuchungszeitraum    eine
      durchschnittliche Kapazitätsauslastung von rund 90 % erreichte und somit die
      verfügbare Kapazität für künftige Ausfuhren durch diesen ausführenden
      Hersteller in die Gemeinschaft begrenzt ist. Außerdem wurde festgestellt, daß
      der koreanische ausführende Hersteller nicht beabsichtigt, seine MNG-
      Produktionskapazität in absehbarer Zukunft zu auszubauen.
(79) Nur 15 % der MNG-Produktion des koreanischen ausführenden I lerstellers wird
      zu gewinnbringenden Preisen auf dem Inlandsmarkt verkauft. 8 5 % werden in
      Nichtgemeinschaftsländer ausgeführt zu Preisen, die unter denen in Korea und
      in der Gemeinschaft liegen. Folglich kann nicht ausgeschlossen werden, daß der
                                                                                  M
 ---pagebreak---       relativ höhere Preis auf dem Gemeinschaftsmarkt bu einem Verzicht auf
      Maßnahmen einen Anreiz bietet, MNG nicht mehr in Drittländer, sondern zu
      gedumpten Preisen in die Gemeinschaft auszuführen.          Die Prüfung der
      Wahrscheinlichkeit eines erneuten schädigenden Dumpings im Falle eines
      Verzichts auf Antidumpingmaßnahmen wurde allerdings durch die mangelnde
      Bereitschaft  eines wichtigen koreanischen ausführenden       Herstellers zur
      Mitarbeit erheblich beeinträchtigt.
3. Taiwan
(80) Zunächst sei darauf verwiesen, daß kein ausführender Hersteller in Taiwan bei
      der Untersuchung mitarbeitete. Daher war eine detaillierte Prüfung der
      Wahrscheinlichkeit eines erneuten schädigenden Dur pings im Falle eines
      Verzichts auf Antidumpingmaßnahmen          anhand von Zahlenangaben       der
      Unternehmen nicht möglich.
      Das Volumen der Einführen aus Taiwan und der entsprechende Marktanteil
      waren im Untersuchungszeitraum ebenfalls nicht unerheblich. Der Marktanteil
      ging ab 1994 zwar deutlich zurück, dieser Rückgang war aber erheblich geringer
      als im Falle Indonesiens und Koreas (- 46 % bis zum Untersuchungszeitraum).
      Zudem waren diese Einfuhren gedumpl.
(81) Hinsichtlich der Preispolitik im Untersuchungszeitraum ist anzumerken, daß
      praktisch alle Einfuhren zur aktiven Veredelung bestimmt und daher von
      Einfuhrabgaben und Antidumpingzöllen befreit waren. Die Untersuchung der
      Einfuhren ergab eine Unterbietung der Preise des Wirtschaftszweigs der
      Gemeinschaft um 16,7 %.
(82) Hinsichtlich des erneuten schädigenden Dumping wurde davon ausgegangen,
      daß die bei Verkäufen zur aktiven Veredelung erzielten Preise, die Preise, die
      bei in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführten Einführen in die
      Gemeinschaft erzielt würden, angemessen widerspiegelten. Davon ausgehend
                                                                                  33
 ---pagebreak---       und unter Berücksichtigung des vertragsmäßigen Zollsatzes von 12,5 % würden
      diese Preise immer noch unter denen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
      liegen, und zwar um 6 %, was in etwa den Untcrbictungsspannen entspricht, die
      für die in die neue Untersuchung einbezogenen Länder festgestellt wurden. Nur
      die Aufrcchterhaltung des derzeit geltenden Antidumpingzolls würde eine
      Unterbietung verhindern.
4. Schlußfolgerung
(83) Im Falle von Korea und Taiwan ist die Tatsache, daß im Untersuchungszeitraum
      erhebliches Dumping festgestellt wurde, ein Beweis dafür, daß das Dumping bei
      einem Verzicht auf die derzeit geltenden Maßnahmen wahrscheinlich anhalten
      wird. Außerdem lassen auch die für Korea festgestellten Anreize für eine
      Verlagerung der Ausfuhren in die Gemeinschaft sowie die Preisunterbietung
      und die für Taiwan festgestellte Preisunterbietung darauf schließen, daß es im
      Falle einer Aufhebung der Maßnahmen zu einer erneuten Schädigung kommt.
(84) Im Gegensatz dazu sollte auf die für Indonesien geltenden Maßnahmen
      verzichtet werden, da die Wahrscheinlichkeit eines erneuten schädigenden
      Dumpings zu gering ist.
II. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT
1. Einleitung
(85) In den vorausgegangenen Untersuchungen, die die in die Überprüfung
      einbezogenen Länder betrafen, wurde die Einführung von Maßnahmen als im
      Interesse der Gemeinschaft liegend erachtet. Außerdem handelt es sich bei einer
      der gegenwärtigen Untersuchungen um eine Überprüfung, in deren Rahmen also
      ein Sachverhalt geprüft wird, in dem bereits          Antidumpingmaßnahmen
      eingeführt waren. Folglich ist es aufgrund des Zeitpunkts und der Art der
                                                                                   34
 ---pagebreak---       gegenwärtigen Untersuchungen möglich, etwaige negative Auswirkungen der
      geltenden Antidumpingmaßnahmen auf die betroffenen Parteien zu beurteilen.
      Auf dieser Grundlage wurde geprüft, ob es trotz der Feststellungen zu Dumping,
      Schädigung bzw. des erneuten schädigenden Dumpings zwingende Gründe gab,
      die zu dem Schluß führen würden, daß die Einführung oder Aufrechterhaltung
      von Maßnahmen in diesem besonderem Fall dem Interesse der Gemeinschaft
      zuwiderlaufen würde. Zu diesem Zweck und gemäß Artikel 21 Absatz 1 der
      Grundverordnung      prüfte   die   Kommission     die  Auswirkungen       etwaiger
      Maßnahmen auf alle in die Verfahren einbezogenen Parteien und die
      Auswirkungen eines Verzichts auf oder der Aufrechterhaltung von Maßnahmen.
2. Interesse des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
(86)   Antidumpingmaßnahmen sollen unfaire Handelspraktiken beseitigen, die eine
      Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verursachen. Ziel dieser
      Abhilfemaßnahmen        ist  die    Wiederherstellung    eines    funktionierenden
      Wettbewerbs auf dem Gemeinschaftsmarkt, der als solcher im Interesse aller
      Wirtschaftsbctciligtcn in der Gemeinschaft liegt.
(87) Den im Laufe dieser Untersuchung getroffenen Feststellungen zufolge ist der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft zwar überlebensfähig, wird aber weiterhin
      geschädigt, und mit großer Wahrscheinlichkeit ist davet auszugehen, daß sich
      die prekäre finanzielle Situation des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ohne
      Antidumpingmaßnahmen         weiter   verschlechtern   wird.   Dadurch      könnten
      letztendlich die Existenz des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und Hunderte
      von Arbeitsplätzen gefährdet sein.
      Außerdem zeigen die gegenwärtigen            Umslrukturicrungsbemühungen des
      Wirtschaftszweigs     der Gemeinschaft,     daß er     nicht   bereit  ist,   dieses
                                                                                        35
 ---pagebreak---      Produklionssegmenl aufzugeben. Die Einführung und Aufrechtcrhaltung von
     Antidumpingmaßnahmen läge daher im Interesse der Gemeinschaft.
3. Auswirkungen auf die Abnehmer
(88) Im Verlauf der gegenwärtigen Untersuchungen brachte kein Abnehmer in der
     Gemeinschaft Beweise für eine Auswirkung der geltenden Maßnahmen auf
     seine Uerstcllkosten vor.
(89) Einige interessierte Parteien argumentierten jedoch, daß die internationale
     Wettbewerbsfähigkeit        von   in   der   Gemeinschaft       hergestellten,    MNG
     enthaltenden Waren durch die Aufrechtcrhaltung               oder Einführung        von
     Antidumpingmaßnahmen gefährdet werde. Es wurde jedoch festgestellt, daß zur
     Herstellung von       Exportwaren in der Gemeinschaft bestimmtes MNG im
     Rahmen der aktiven Veredelung bei der Einfuhr in die Gemeinschaft vom Zoll
     befreit ist, und dieses Argument mußte daher zurückgewiesen werden.
(90) Eine    andere    interessierte  Partei   behauptete,    die    Einführung     weilerer
     Antidumpingzölle       liege nicht im Interesse der Gemeinschaft,              da der
     Wirtschaftszweig      der Gemeinschaft      den Gemeinschaftsmarkt          nicht    mit
     ausreichenden Mengen versorgen könne. Hierzu wurde festgestellt, daß der
     Wirtschaftszweig der Gemeinschaft aufgrund seines bedeutenden Marktanteils
     überlebensßihig      ist   und   größere     Beträge    in    den     Ausbau      seiner
     Produktionskapazität investiert hat und daß das Risiko eines allgemeinen
     Versorgungsengpasses sehr gering ist, da es weitere Lieferanten in Drittländern
     gibt.
(91) Was den Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt                     betrifft, so haben
     Abnehmerindustrien        und   andere     Wirtschaftsbetciliy,le   bereits    in    der
     Vergangenheit von der Präsenz mehrerer Wettbewerber auf dem Markt
     profiliert, da der Wirtschaftszweig         der Gemeinschaft       selbst bei voller
                                                                                           36
 ---pagebreak---      Kapazitätsauslastung den Bedarf auf dem Gemeinschaftsmarkt insgesamt nicht
     decken konnte.
      Daher werden weiterhin Einführen aus Drittländern benötigt. Nach der
      Einführung von Anlidumpingmaßnahmen könnten die ausführenden Hersteller
      in den betroffenen Ländern weiter zu fairen Preisen in die Gemeinschaft
     exportieren.
(92) In Ermangelung stichhaltiger Informationen und Beweise von den Abnehmern
     über die Auswirkungen der geltenden Maßnahmen au: die Herstellkosten bei
     der Nahrungsmittelproduktion mit MNG wurde keine Untersuchung dieser
     Auswirkungen durchgeführt. Die MNG-Abnchmcr gaben jedoch an, daß sich
     die geltenden Maßnahmen nur unerheblich auf ihre Herstcllkosten auswirkten.
     Außerdem können die MNG-Abnehmer auf Ersatzprodukte umsteigen, wenn
     die MNG-Preisc deutlich steigen.
4. Auswirkungen auf den Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt
(93) In bezug auf den Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt sind zwei Aspekte
     hervorzuheben. Erstens wird der Gemeinschaftsmarkt durch die im folgenden
     vorgeschlagenen Maßnahmen für die in die Untersuchung einbezogenen
     ausführende Hersteller nicht abgeriegelt, sie können weiterhin präsent bleiben.
     Zweitens gibt es keinen Hinweis darauf, daß Taiwan und Korea, deren
     Ausfuhren in die Gemeinschaft und Marktanteile im Untersuchungszeitraum
     deutlich zurückgingen, ihre Präsenz auf dem Gemeinschaftsmarkt nicht wieder
     ausbauen können, sobald wieder faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber
     gedumpten Einfuhren aus anderen Ländern herrschen. Untermauert wird diese
     Annahme noch durch die Tatsache, daß für Taiwan und Korea niedrigere als die
     bisher geltenden Zölle vorgeschlagen werden. Damit kämen die Abnehmer der
     betroffenen Ware weiterhin in den Genuß eines vom Wettbewerb einer ganzen
     Reihe von Lieferanten geprägten Marktes.
 ---pagebreak--- (94) Im Verlauf der gegenwärtigen l Intersuchung wurde der Stellung von Ajinomoto
      nicht nur auf tlcm Geineinschafts- sondern auch auf dem Wellmarkt besonderes
      Augenmerk gewidmet. Ajinomoto ist das größte Unternehmen im MNG-
      Geschäft. Ausgehend von den verfügbaren Informationen wurde der Schluß
      gezogen, daß ein Verzicht auf Antidumpingmaßnahmen mit der Gefahr einer
      Verdrängung des Gemeinschaftsherstcllcrs vom Markt erblinden ist. Im Falle
      von zwei anderen Gemeinschaftsherstellern ist dies bereits geschehen. In der
      folge gäbe es weniger Wettbewerber auf dem Markt. In diesem Fall würde
      Ajinomoto    eine heraussagende      Stellung  auf   dem   Gemeinschaftsmarkt
      einnehmen. Die Abnehmerindustrien könnten nicht mehr von einem echten
      Wettbewerb profitieren, und unter anderem würden auch die Preise steigen.
      Außerdem kommt Orsan auf dem Weltmarkt weit weniger Bedeutung zu als
      Ajinomoto, da dieses Unternehmen über eine Vielzahl von Produktionsanlagen
      in der ganzen Welt verfügt.
5. Schlußfolgerung
(95) Aufgrund der vorgenannten Tatsachen und Erwägungen und nach Prüfung der
      Argumente des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, der Abnehmer in Europa
      und der Einführer der betroffenen Ware wird die Auffassung vertreten, daß
      insgesamt keine zwingenden Gründe dafür sprechen, daß die Einführung oder
      Aufrechterhaltung   von     Maßnahmen      dem   Interesse der  Gemeinschaft
      zuwiderlaufen.
I. EINSTELLUNG DES VERFAHRENS GEGENÜBER DEN USA
(96) Ende 1997, d. h. nach dem Ende des Untersuchungszeitraums, stellte das US-
      amerikanische Unternehmen ADM seine MNG-Produktion endgültig ein. Der
      einzige verbleibende Hersteller in den USA hatte nie MNG in die Gemeinschaft
      ausgeführt und führte sogar selbst MNG in die USA ein, da seine Produktion
      zur Versorgung des Inlandsmarktes nicht ausreichte. Außerdem wird dieser
                                                                                 38
 ---pagebreak---         Hersteller nach der Schließung von ADM mit einer Nachfrage aus dem Inland
        konfrontiert, die seine Produktionskapazität bei weitem übersteigt. Aus diesem
        Grund wird es als unwahrscheinlich erachtet, daß dieser Hersteller seine
        bisherige     Strategie   ändert. Unter    diesen    Umständen     sind     keine
        Schutzmaßnahmen erforderlich.
J. ENDGÜLTIGE ZÖLLE
 1. SchadensschwcIIc
(97)     Bei der Festsetzung des einzuführenden Zolls wurde davon ausgegangen, daß
       die Preise der gedumpten Einführen bis zur SchadensschwcIIc angehoben
       werden müssen. Die notwendige Preiserhöhung wurde auf der Grundlage eines
       Vergleichs des gewogenen durchschnittlichen Einfuhrpreises, der - wie oben
       dargelegt - zur Ermittlung der Preisunterbietung herangezogen wurde, mit den
       Herstellkosten      des   einzigen Gemeinschaftsherslellers   zuzüglich      einer
       angemessenen Gewinnspanne ermittelt. Dabei wurde davon ausgegangen, daß
       der zugrunde gelegte Gewinn, der aus Gründen der Vertraulichkeit nicht
       bekanntgegeben werden kann, jedoch niedriger ist als der Gewinn des
       Herstellers in der Zeit vor den schädigenden Einfuhren, der bei Wegfall dieser
       gedumpten Einführen erzielt werden könnte und der Gewinnspanne entspricht,
       die die Kommission in der Überprüfung für angemessen hielt.
       Da sich der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nach der Umstellung des
       Produktionsverfahrens in einer Anlaufphasc befand, berientigte die Kommission
       die zur Festsetzung der vorgenannten Schadensschwelle herangezogenen
       Herstellkosten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft gebührend nach unten.
(98) Bei der Festsetzung der Schadensschwellen für die nichtkooperienden Hersteller
       in den betroffenen Ländern wurde dieselbe Vorgehensweise angewandt. Dazu
       wurden     die    zur   Ermittlung der  Dumpingspannen      zugrunde     gelegten
       Ausfuhrpreise herangezogen.
                                                                                       39
 ---pagebreak---        Der      vorgenannte      Vergleich    ergab     gewogene    durchschnittliche
       Schadensschwcllen, ausgedrückt als Prozentsatz den Preise frei Grenze der
       Gemeinschaft, die je nach Land zwischen 10,5 % und 20,4 % lagen.
(99) Da die festgestellten Schadensschwellcn unter den jeweiligen Dumpingspannen
       liegen, sollten die einzuführenden endgültigen Zölle gemäß Artikel 9 Absatz 4
       der Grundverordnung in Höhe der festgestellten Schade:; sschwellen festgesetzt
       werden.
2. Art des endgültigen Zolls
(100) Bei den geltenden Maßnahmen handelt es sich unter anderem wegen der
       Verletzung der Preisverpflichtungen durch Hersteller in Taiwan und Korea um
       spezifische Zölle. Da jedoch gegenüber Brasilien und Vietnam             neue
       Maßnahmen eingeführt werden müssen und die Zölle gemäß Artikel 9 Absatz 5
       ohne Diskriminierung einzuführen sind, wurde es als angemessen erachtet, für
       alle betroffenen Länder Wertzölle einzuführen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Artikel 1
     1. Auf die Einfuhren von Mononatriumglutamat des KN-Codes ex 2922 42 00
(Tarie-C'odc 2922 42 0010) mit Ursprung in Brasilien and Vietnam werden endgültige
Antidumpingzölle eingeführt.
     2. Die Zollsätze auf den Nettopreis frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt,
betragen:
Land                Ware hergestellt von         Zollsatz          Taric-Code
Brasilien           allen Unternehmen            17,8%
Vietnam             landesweit                   16,8%
                                                                                  40
 ---pagebreak--- Artikel 2
      Artikel 1 der Verordnung (EG) Nr. 81/96 wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:
     1. Auf die Einfuhren von Mononatriumglutamat des KN-Codes ex 2922 42 00
(Taric-Code 2922 42 0010) mit Ursprung in der Republik Korea und Taiwan werden
endgültige Antidumpingzölle eingeführt.
     2. Die Zollsätze auf den Nettopreis frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt,
betragen:
Land             Ware hergestellt von          Zollsatz           Taric-Code
 faiwan          allen Unternehmen             20,4 %
Korea            -Cheil Jedang Corporation     10,5%              8843
                 - allen übrigen Unternehmen   12,3%              8900
Artikel 3
     Das Verfahren betreffend die Einfuhren von Mononatriumglutamat mit Ursprung
in den USA und Indonesien wird eingestellt.
Artikel 4
     Sofern nichts anderes bestimmt ist, finden die geltenden Zollbestimmungen
Anwendung.
Artikel 5
     Diese Verordnung tritt am lag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
                                                                                 41
 ---pagebreak---     Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
jedem Mitgliedstaat.
    Geschehen zu Brüssel am
                                                 Im Namen des Rates
                                                 Der Präsident
                                                                                42
 ---pagebreak---                        I kkl AUIN(, »UK KOMMISSION
Auf Antrag der Mitglicdslaatcn und da auf dem Gemeinschaftsmarkt            für
Mononatriumglulamat zwar nur wenige Lieferanten operieren, dies aber aus
verschiedenen Ausfuhrländern tun, wird die Kommission die Maßnahmen gemäß
Artikel I I Absatz 3 der Antidumpingverordnung Nr. 384/96 zwei Jahre nach ihrer
Einführung mit Blick auf die Weltbewerbssituation auf dem Gcmcinschaftsmarkl
überprüfen.
   Stellungnahme zur Aufnahme in das Protokoll des Rates
                       Nicht zur Veröffentlichung
                                                                                43
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                       KOM(98)5l4endi».
                                         DOKUMENTE
DE                                                                  02  11   10
                                    Kalalognummer : CB-CO-98-524-DE-C
                                                            ISBN 92-78-34685-3
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg