CELEX: 51975PC0635
Language: de
Date: 1975-12-15
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend das Inverkehrbringen von Ammoniumnitrat-Einnährungsstoffdüngemittel (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (75) 635
Vol. 1975/0238
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER. EUROPAISCHEN- GEMEINSCHAFTEN
   *                                                                                X
                                                      KOM(75)635 endg.
                                                      Brüssel , den 15 Dezember 1975
                               Vorschlag für eine
                              RICHTLINIE DES RATES
  zur Angleichung der Rechts - und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaa­
  ten "betreffend das Inverkehrbringen von Ammoniumnitrat -Einnährungsstoff-
                                  düngemittel
                     (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
  KOM(75 ) 635 endg.
 ---pagebreak---                                          BEGHDHDUNG
I. ALLG0IEHTE EIfTjErTUNG
    Die Ent Schliessung des Rates vom 28 . Mai 196$ Uber ein Programm zur
    Beseitigender technischen Hemmnisse im Karenverkehr mit gei-rerbli chen
    Erzeugnissen sah unter anderem auch RichtlinienvorschlSge betreffend
  . Ein» und Mehrnahrstoffdtlnger vor .       Der Rat ist zur Zeit mit den ab-
    schliessenden Erörterungen ttber eine allgemeine Richtlinie ttber die
    Zusammensetzung, Kennzeichnung und Verpackung von* Ein– und MehrnÜhr–
    stoffdtfngern befasst .
    Aramoniumnitrat-ELnn?ihrstoffdtbiger haben für die Landwirtschaft besondere
    Bedeutung, da sie den dttngewirksamen Jkktor in hoher Konzentration
    enthalten und deshalb fttr denselben Düngemittel ei nsatz weniger lunge­
    rn! tt elmenge befördert und gelagert werden muss als bei Düngemitteln
    mit niedrigerem Stickstoffgehalt .
    Ammoniumnitrat ist ein chemisches Erzeugnis , das mit Ol vermengt auch
    als Katerial zur Herstellung von Sprengstoffen verwendet wird .        Ammonium­
    nitrat hoher Porosität ist nicht nur gut geeignet , Ol zu absorbieren }
    die hohe Porosität verleiht ihm ausserdem die Fähigkeit zur Detonations-
    fortpflanzung in Höherem Ifosse als dies bei Ammoniumnitrat geringBr
    Porosität der Fall ist .      Verschiedene weitere Parameter wie der pH-Grad
    und der Gehalt an Chloriden sind fttr die HitzebestSndigkeit des Ammonium-
    nitrats bestimmend »
    Die allgemeine Richtlinie zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
    Mitgliedstaaten fttr Dtlngemittel wird zwar die mit der Zusammensetzung,
    Verpackung und Kennzeichnung der Dtlngemittel zusammenhangenden Handels–
    hemmnisse "beseitigen. Der Handel mit Ammoniumnitrat–Einnghrstoffdtfngern
    wird aber dartfber hinaus auch durch Vorschriften Aber dessen Lagerung
    und Inverkehrbringen behindert , wodurch in einigen Mitgliedstaaten, in
     denen Ammoriivimnitratdttngemittel als explosionsgefährliche Stoffe ein­
     gestuft sind und ihre Lagerung durch entsprechende Vorschriften geregelt
     ist , bedeutende Beschränkungen bestehen . Diese Lagerungsvorschriften sind
     in den meisten Ilit gl i e&staa t en sehr kompliziert und auf sehr viele ver­
     schiedene , tatsächlich oder möglicherweise explosionsgefahrliche Stoffe anwendbar.
                                                                              /
                                                              «            •,   •
 ---pagebreak--- Ihre Harmon si erung wSre deshalb eine ausserordentlich schwierige und
komplizierte Aufgabe «
Aus der Vergangenheit 3ind zwar verschiedene F£lle schwerer Explosionen
grosser LrgerbestKnde von Ammoniumnitratdftngern "bekannt , einige hiervon
sogar mit hohen Verlusten an Menschenleben ,   Mit den modernen Praduktions-
techniken ist es heute jedoch m8 glich , ein sicheres und stabiles Düngemittel
herzustellen , das von explosionsgefährlichen Erzeugnissen eindeutig untei^-
scheidbar ist .   Bei der Vorlage dieses Richtlinienvorschlags fttr die Ein­
stufung von AmmoniumrdtratdTIngemitteln geht die Kommission von der Erwfigung
aus , da.ss diese Massnahme einen wichtigen Schritt zur Beseitung der technischen
Ifendelshemmnisse darstellen wird .  Die klarere Definition des Düngemittels
im Rehmen dieser Richtlinie wird es den I'Iitgliedstaaten ermöglichen , ihre
Lagerungsvorschriften für Ammoniumnitratdttnger.dttel entsprechend zu &dem ,
und tatsächlich heben einige Mitgliedetaaten schon während der Ausarbeitung
dieses Vorschlags Arbeiten in diese Richtung eingeleitet .
Sofern auch nach Erlass dieser Richtlinie weiterhin schwerwiegende Handels-
hemmnisse bestehen sollten , värd die Kommission weitere geeignete Massnahmen
in ErwSgung ziehen und entsprechende Vorschlüge zur Lagerung ausarbeiten .
 ---pagebreak--- II . BMERKU1TG0T Z(J DU! ETWZELHIir ARTIKELN
     Artikel 1
     Definiert den Geltungsbereich der Richtlinie und stellt die Verbindung
     zu der allgemeinen Ratsrichtlinie für Büngemittel her»
     Artikel 2
     Legt das Verfahren für die vor dem Inverkehrbringen und danach in
     regelmässigen Zeitabständen durchzuführenden Prttfversuche ( Tests )
     in bezug auf die Explosivität und Fbrosität des Düngemittels sowie
     für die Erteilung der entsprechenden Bescheinigungen fest ,,  Ferner
     schreibt er vor , in welchen Fällen eine Wiederholung der Tests verlangt
     werden kann ,
     Artikel 3
     Beschreibt das Verfahren ftfr die Benennung und Bekanntgabe der für
     das Bescheinigungsverfahren zuständigen Behörden .
     Artikel 4
     Legt die Anforderungen in bezug auf die Kennzeichnung fest , die auf.
     der Verpackung, den Etiketten und in den Begleit papieren zusätzlich
     zu den in der allgemeinen Richtlinie vorgeschriebenen Kennzeichnungen
     zur Identifizierung des Düngemittels , für das die Prftfbescheinigung
     gilt , anzubringen ist .
     Artikel 5     . .                                                  •
     Fordert die Mitgliestaaten auf , die Übereinstimmung eines ordnungsgemäss
     gekennzeichneten- und mit der entsprechenden Bescheinigung versehenen
     Düngemittels ansuerkennenf ihr Recht , weitere Nachprüfungen durchzuführen,
     wird hierdurch berührt .
     Artikel 6
     Enthält die Standardforael für den freien Warenverkehr .
 ---pagebreak---      Artikel 7
     Fordert die Mit gliedstaat an auf, die erforderlichen Kontrollmassnahmen zu
     treffen, um sicherzustellen , dass DHngemittel , die nach den in dieser
     Richtlinie festgelegten System in den Verkehr gebracht werden, den Vor–
     Schriften der Richtlinie entspreche!.
     Artikel
     Legt das Verfahren fttr die Anpassung der Richtlinie an den technischen
     Portschritt fest .
     Artikel 9
     Gibt eine Standard–SicherheitssCÜUteklausel wieder .
     Artikel 10 und 11                                        .
     Diese Artikel beschliessen alle Richtlinien .
III »AHTTOKUITG DER BETEELIGTEfT KREISE
     Der Richtlinienvorschlag wurde aufgrund ausgedehnter Erörterungen mit einer
     aus Sachverständigen fttr Düngemittel , Explosivstoffe sowie fttr öffentliche
     und gewerbliche Sicherheit gebildeten Arbeitsgruppe und in enger Zusammen­
     arbeit mit den Berufsor^rni sationen der betreffenden Industriekreise
     ausgearbeitet .
IV. AMIOHDUI'TG DES EUROH?ISCHEtI BlHLAMMTS UKD DES WIRTSCHAFTE TMP SOZIALAUSSCHUSSES
     Die Durohftthrung dieser Richtlinie wird eine Jfnderong von gesetzlichen Vor­
     schriften der Mitgliedstaaten zur Folge haben j gemäss Artikel 100 Absatz 2
 ;   EWGV ist somit die Anhörung des EurbpSi sehen Tferlaments und des Wirtschafts–
     und Sozialausschusses erforderlich*              ■
 ---pagebreak---                       VORSCHLAG PUR EINE RICHTLINIE DES RATES
                  zur Ar.gleichi.mg' der Re cht vo rs ch ri f t en der Mit­
                  glied st- atcn betreffend das Inverkbhrbringen von
                                Amnraniiunnitrat–DHngeinitteln
DER RAT DER EURORfl SCHEU GH-HEINS CHATTET -
gestutzt auf den Vertrag zu.r Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
insbesondere auf Artikel 100 ,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Uirt schafts– und Sozialausschusses ,
in Erv.fTgungi nachstehender Gründe :
In der Richtlinie des Rates vom                                       zur Anglei chur.g der
Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten fttr Düngemittel sind bereits Gemein–
Schaftsvorschriften tfber die Bezeichnung, Zusammensetzung, Kennzeichnung und
Verna cJrung der mächtigsten Ein- und MehrnShrstoffdttnger in der Gemeinschaft
festgglcgt .    Die vorliegende Richtlinie befasst sich im "besonderen mit den Am–
moiiiumnitrat–Einnährstoffdßngemitteln , da es im Hinblick auf dio besondere
Art dieser DtTngemittelprodulcte und die daraus abzuleitenden Ar.forierungen in .
bezug auf die öffentliche Sicherheit erforderlich erscheint ,               v ^ itere
Gemeinschaftsregeln         zu erlassen .
Ammoniumnitrat ist der wesentliche Bestandteil einer Reihe von Erzeugnisse ,
von denen einige zur Verwendung ? ls Düngemittel , andere zur Verwendung als
Sprengstoffe bestimmt sind .        Auf Grund der Unterschiede zwischen den einzel­
staatlichen Vorschriften fttr die Einstufung der zur Verwendung als Dtlngemittel
bestimmten Erzeugnisse im Vergleich zu anderen Ammoniumni trat erZeugnissen gelten
in bezug auf das Inverkehrbringen von Ammoniumni trat–Düngemitteln in den einzelnen
Mit gl i edstaat en unterschiedliche Bestimmungen .        Durch diese Unterschiede wird der
Handel mit solchen Dttru • e-dL 11 ein innerhalb der Strophischen ifi rt s chaft sgemeinschaf"t
 ---pagebreak--- Diese Hindernisse , die der Errichtung des Gemeinsamen Marktes entgegenstehen ,
lassen sich dadurch teilweise oder sogar g>ns "beseitigen , d.?, ss alle ."it -rlis.- f.-'t ™ tnn
entweder zusätzlich zu ihren derzeit geltenden Rechtsvorschriften oder an deren
Stelle {übereinstimmende Vorschriften erlassen .    Zu diesem Zweck ist es im Interesse
der Öffentlichen Sicherheit erforderlich , auf Gemeinschaftsebene die zur Unter­
scheidung der zur Verwendung als Düngemittel von den zur Verwendung als Spreng»-
stoffe "bestimmten Ammoniumnitraterzeugnissen erforderlichen Kenndaten und
T'erkmale festzulegen .
Als Hsuptkriterium fttr die Beurteilung eines Ammoniumnitrat–Düngemittels mit
hohem Stickstoffgehalt gilt der Detonationstest .     Es empfiehlt sich deshalb ,
solche Dtlngemittelgemische vor dem Inverkehrbringen und danach in bestimmten
Zeita"bst£nde einem Detonationstest zu unterziehen .    Die EBgcbnisse dieses Tests
sind mit anderen wichtigen Parametern , die mit der Explosivität in Zusammenhang
stehend , z.B. der Porosität , in Relation zu bringen .
Sowohl die Festlegung der Analysenethoden als auch etwaige im Hinblick auf den
technischen Fortschritt erforderliche Änderungen oder ErgSnzugen stellen
technische Massnahmen dar .   Es ist zweckmässig, zur Vereinfachung und Beschleu­
nigung des Verfahrens den Erlass dieser I-fe.ssna.hmen der Kommission zu übertragen »
Der technische Fortschritt macht die rasche Anpassung der technischen Vorschriften
dieser Richtlinie erforderlich . Ein Verfahren zur Anpassung der im Bereich der
Düngemittel erlassenen Richtlinien an den technischen Fortschritt ist bereits
in den Artikeln 10 und 11 der Richtlinie des Rates vom                        zur
Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten fttr Düngemittel festgelegt
worden –
FAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN :                          -
 ---pagebreak---                                       Artikel 1
1 « Diese Richtlinie gilt für Ammoniumnitrat-ELnnShrstoffdüngemittel , die
    gemäss der Richtlinie des Rates vom                            zur Angleichung
    der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Düngemitel in dem Verkehr
    gebracht werden#
2. Unter Düngemittel im Sinne dieser Richtlinie ist "Aimiioniunnitrat-Sinnährstoff -
    dttnger" zu verstehen , d.h . jedes auf chemischem Wege gewonnene Produkt mit
    mindestens 28 Gewi cht shundertt eilen   Stickstoff     als Hauptbestandteil ,
    cUes   auch anorganische Zusätze oder JTtllstoffe wie gemahlenen Kalkstein
    oder Dolomit , Kalzium- und Magnesiumsulfat oder Kieserit enthalten kann .
3« Anorganische Zusätze -lind Füllstoffe sind Stoffe , die "bei der Zusammen­
    stellung von DT!ngemitteln verwendet werden ; sie dürfen die Hitze- oder          '
    Detonations«mpfindlichkeit nicht erhöhen .
                                                               \ .
                                      Artikel 2
2.1a     Vor dem Inverkehrbringen eines Ammoniumnitrat-E.nnirhrstoffdtrngenit.tels
         wird eine repräsentative Probe des Düngemittelprodukte durch eine der
         gemäss Artikel-Henannten zuständigen Behörden den in Anhang I zu dieser
        Richtlinie beschri ebenen Prüfversuchen unterzogen .
2.1b . Wird nach Durchführung der Wärmezyklen gemäss Anhang 1 Nr. 2 ein Ol–
         rückhaltevermögen von 4 % oder weniger festgestellt , so ist das oben-
         genannte Verfahren in jährlichen Abständen zu wiederholen . .
2.1c     Wird nach Durchführung der Wnnezyklen gemäss Anhang I Nr. 2 ein Ol rück–
         halt evermögen von 4 $ oder mehr, jedoch höchstens 7 *1° festgestellt ,
         so ist das obengenannte Verfahren alle vier Monate zu wiederholen ,
2.2.     Ergeben die Prüfversuche die Übereinstimmung eines " ttngemittels mit
         den Vorschriften des Anhangs i ; so wird hierüber eine Bescheinigung zugestellt
         die das Datum der Prtlfung, das Prüfergebni s , Firma und Anschrift des
         Herstellers, die Produktennummer des Düngemittels und gegebenenfalls
         weitere zweckdienliche Angaben enthält ; diese Bescheinigung wird den
         zuständigen Behörden der lüt Gliedstaaten übermittelt .
 ---pagebreak---                                        - 4 -
2.3 »   Jede Änderung der cherai sehen Zusammensetzung, der Füllstoffe oder
        Zusätze erfordert die Durchführung eines neuen Prüfverfahrens .
2.4 * Wenn bei einer Stichprobe gemäss Anhang II Nr, 1 ( ohne vorherige An­
        wendung der Wärmezyklen ) ein Ol rückhaltevermögen von mehr als 4 $
        festgestellt wird und der festgestellte Wert den ih der Prttfbescheinigung
        angegebenen , anhand eines gerades Anhang I Nr . 2 durchgeführten Prüf Versuchs
        ( rät Wärmezyklcn ) ermittelten Wert um 1 % oder mehr übersteigt , BO kann
        ein Mitgliedstaat verlangen , dass die R?,rtie erneut einem Detonations-
        test gemäss Anhang I unterzogen oder vom Verkauf zurückgezogen oder an
        den Hersteller zurückgeleitet wird , bis die Ergebnisse des Doton-.tions-
        tests bekannt sind .
                                     Artikel 3
Die Mitgliedstaaten benennen die zur Durchführung des Prüfverfahrens im Sinne
von Artikel 2 und gemäss Anhang I dieser Richtlinie in ihrem Hoheitsgebiet
zuständigen Behörden ; sie geben die De Zeichnungen und Anschleiften dieser
Behörden den anderen Mit Gliedstaaten und der Kommission bekannt » Die Kommission
veröffentlicht die Bezeichnungen und Anschriften der Behörden im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften .
                                    Artikel 4
      Verpackungen , Etikette und Begleitpapiere von Arrnnonium»itrat-Einn**hrstoff-
düngemitteln , die im Sinne dieser Richtlinie in den Verkehr gebracht werden ,
müssen zusätzlich zu den in der Richtlinie des Rates vom
vorgeschriebenen Angaben die Düngemittel-Produkt ennummer des Herstellers
tragen .
                                    Artikel 3
Unbeschadet sonstiger Prüfmethoden treffen       die Mitgliedsta' ten alle zweckdien­
lichen Massnahmen , um sicherzustellen , dass ihre zuständigen Behörden die Über­
einstimmung mit den Anforderungen des Anhangs I anerkennen , wenn die Verpaclrung
bzw. Etikettienmg oder die Begleitpapiere die Firma des Heratellers und die
Produkt ennummer des Düngemitels tragen , in beziig auf welches sie in Kenntnis
gesetzt wurden , d?.ss d?.s Verfahren geräss Artikel 2 durchgeführt vor-d     3 ~t .
 ---pagebreak---                                    Artikel 6
Die Mitgliedstaaten dürfen das Inverkehrbringen von Düngemitteln, die den Be­
stimmungen dieser Richtlinie und ihrer A,nhSnge genügen, nicht verMeten, "be ­
schränken oder "behindern ,
                                   Artikel 7
Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Massnahmen ,, um zu gewährleisten,
dass Ammoniumnitrat«»ELnnghrstoffdüngemittel , die mit dem Prüfzeichen " EWG–
Düngemittel " gekennzeichnet werden , den vorgeshhri e"benen amtlichen Kontrollen
zur Eachprüfung ihrer Übereinstimmung mit dieser Richtlinie und deren Anhang II
unterzogen werden .
                                   Artikel 8
1 , . Die zur Anpassung der Anhänge dieser Richtlinie an den technischen
      Fortschritt erforderlichen Änderungen werden nach den in Artikel 11
      der Richtlinie des Rates vom                             zur Angleichung
      der Rechts– und Verhaltungsvorschriften für Düngemittel festgelegten
      Verfahren erlassen .
2.    Die Probenahme– und Prüfmethoden werden ebenfalls nach diesem Ver–     • '
      fahren festgelegt .
 ---pagebreak---                                   Artikel 9
1«  Stellt ein Mitgliedstaart auf der Grundlage einer ausftthrliohen Be­
    gründung fest , dass ein Ammoniumnitrat–ELnn£hrstoffdüngemi+tel eine
    Gefahr für die Sicherheit darstellt , obgleich es den Anforderungen
    dieser Richtlinie gentigt , so kann er das Inverkehrbringen dieses
    Produkts in seinem Hoheitsgebiet vorläufig unt ersagen oder besonderen Voraus–
    00+ zun«m     unterwerfen, Er unterrichtet hiervon unverzüglich die
    anderen Mitgliedstaaten und die Kommission unter Ang9.be der Gründe für
    diese   Bit Scheidung.
2.  Die Kommission konsultiert binnen sechs Mochen die beteiligten Mitglied–
    Staaten; Anschliessend gibt sie unverzüglich ihre Stellungnahme ab und
    trifft die entsprechenden Massnahmen .
3.  Ist die Kommission der Ansicht , dass technische Anpassungen der Richt­
    linie erforderlich sind , so werden diese                entweder von der
    Kommission oder vom Rat nach dem Verfahren des Artikels 9 durchgeführt..
   j.n diesem Fall kann der Mitgliedstaat , der Schutzmassnahmen getroffen hat ,
    diese bis zum Inkrafttreten      der Anpassungen beibehalten .
                                    Artikel 10
1.  Die Mitgliedstaaten erlassen und veröffentlichen bis zum 1 . Juli 1977 die
    erforderlichen Vorschriften, um dieser Richtlinie nachzukommen, und
    setzen die Kommission hiervon unverzüglich in Kenntnis . Die Mitgliedstaaten
    wenden diese Vorschriften ab 1 « Januar 1978 an.
2. Vom Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Richtlinie ab unterrichten die
    Mitgliedstaaten die Kommission tfber alle Entwürfe für Rechts- und Verwaltungs-
    vorschriften, die sie im Rahmen des Geltungsbereichs dieser Richtlinie vor­
    bereiten, so rechtzeitig, dass sie hierzu Stellung nehmen kann.
                                    Artilcel 11
Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedataarten    gerichtet .
 ---pagebreak---                                     A1ITÏLNG I
                                  Testverfahren
                 zur Prüfung von Ammoniucmi trat–EinnShrstoff-
                dttngemitteln im Sinne des in Artikel 3 fest­
                               gelegten Verfahrens
Die Tests sind an einer repräsentativen Probe innerhalb von 30 Tagen nach
dem Herstellungstag durchzufahren .       Vor der Prüfung auf Explosivität und
Olrtlckhaltevermögen ist die gesamte Probemenge einem fünfmaligen Wärmo-
zyklus zwischen 25°C und 50°C zu unterziehen .
1 » Detonati onst est
     Zur Durchführung des Detonationstests wird die Dttngemittelprobe in ein
     horizontal anzuordnendes Stahlrohr eingebracht ; es gelten folgende
     Versuchsbedingungen s
Rohrraat erial                                  Stahl - ISO stark ( NBN 53 201 )
                                                oder ähnlicher Spezifikation
Rohrlânge                                       1000 mm
Aussendurchmess er                              114 icni
fenddicke                                       5 mm
Verst&rkungsladung                              500 g gelatinîîcer Nitrosprengstoff
                                                mit 22 bis 28 $ Spren^l
Teit t enperatur                                25°C
Blei zylinder zum Messen der                    50 mm Durchmesser
Explosi onswi rkung                             100 mm Htthe
Die Blei zylinder werden zum Auflegen des Detonationsrohrs in Abständen von
150 mm horizontal angeordnet .
Der Test wird zweimal durchgeführt . Das Dttngemittel gilt als den Anforderungen
entsprechend, wenn in beiden Tests ein oder mehrere der a,lö Stßtzen dienenden
Blei zylinder weniger als 5      gestaucht werden .
 2 . OLrtfckhalt everrao^en                                     -
     Das OlrOckhaltevermlJgen einer Probe des vom Hersteller oder Importeur zum Ver­
     kauf angebotenen Düngemittels darf nach. f'nfmaligem Würmezyklus zwischen 25°C .
     und 50°C 7 Gewichtsprozent nicht tfb erst ei gen. Als p^Ufergebnis gilt das Mittel
     der bei fttnf Prttfversuchen gemessenen Vierte . •
 ---pagebreak---                                   ANHANG   II
                                   *>
Aramoniumnitrat–I&rmährstoffcttlngemittel mttssen in jeder Phase der Vermarktung
folgenden Anforderungen entsprechen :
1 « Porosität ( ülrCckhaltevermögen)
    Das Olrttckbalt ©vermögen des Düngemittels darf 7 Gewichtsprozent nicht
    tfberst eigen .
2» Brennbare Stoffe
    Das Gewicht an "brennbaren Stoffen darf, als C gesessen , "bei Düngemitteln
    mit einem Stickstoffgehalt von mindestens 31 » 5 Gewichtsprozent nicht
    mehr als 0,2 $ und "bei DHngeciitfeln mit einem Stickstoffgehalt von weniger
    als 31 » 5» aber mindestens 28 Gewichtsprozent nicht mehr als 0,4 $
    "betragen .
3 . £H
    Eine Lösung mit dem löslichen Anteil von 10 g des Dttngemittels m 100 ml
    Wasser muss einen pH-Wert von mindestens 4» 5 aufweisen,
4 , Korn^rössen
    Höchstens 5 Gewichtsprozent des Dttngemittels dttrfen ein Sieh von 1 mm
    Sfeschenweite und höchstens 3 Gewichtsprozent ein Sieb von 0,5 nun Maschenweite
    passieren .
5» Chlor
    Der Chlorgehalt des Dttngemittels darf höchstens 0,1 Gewichtsprozent betragen .