CELEX: 51994PC0068(01)
Language: de
Date: 1994-03-30
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der allgemeinrelevanten Telematikanwendungen (1994-1998)

Avis juridique important

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51994PC0068(01)

Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der allgemeinrelevanten Telematikanwendungen (1994-1998)  /* KOM/94/68ENDG - CNS 94/0079 */  

Amtsblatt Nr. C 228 vom 17/08/1994 S. 0001

Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der allgemeinrelevanten Telematikanwendungen (1994-1998) (94/C 228/01) (Text von Bedeutung für den EWR) KOM(94) 68 endg. - 94/0079 (CNS) (Von der Kommission vorgelegt am 30. März 1994)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130i Absatz 4,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,in Erwägung nachstehender Gründe:Mit Beschluß . . ./. . ./EG haben der Rat und das Europäische Parlament ein viertes Rahmenprogramm der Gemeinschaft im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration (nachstehend FTE genannt) mit Maßnahmen im Bereich der allgemeinrelevanten Telematikanwendungen für den Zeitraum 1994-1998 verabschiedet. Diese Entscheidung wird angesichts der Begründung im einleitenden Teil zu dem genannten Beschluß erlassen.Gemäß Artikel 130i Absatz 3 des Vertrages wird das Rahmenprogramm durch spezifische Programme innerhalb jedes Aktionsbereichs durchgeführt. In jedem spezifischen Programm werden die Einzelheiten seiner Durchführung, seine Laufzeit und die für notwendig erachteten Mittel festgelegt.Dieses Programm wird hauptsächlich durch Aktionen auf Kostenteilungsbasis konzertierte Aktionen, Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen verwirklicht.Gemäß Artikel 130i Absatz 3 ist eine Vorausschätzung der zur Durchführung dieses spezifischen Programms für notwendig erachteten Mittel vorzunehmen. Die endgültigen Beträge werden von der Haushaltsbehörde nach der relativen Priorität des Aktionsbereichs, der Gegenstand dieses Programms ist, innerhalb des ersten Aktionsbereichs des vierten Rahmenprogramms festgelegt.Nach dem Beschluß . . ./. . ./EG ist der Gesamthöchstbetrag des vierten Rahmenprogramms spätestens am 30. Juni 1996 im Hinblick auf eine Erhöhung zu überprüfen. Nach dieser Überprüfung könnte sich der zur Durchführung des vorliegenden Programms für notwendig erachtete Betrag erhöhen.Dieses Programm kann im Sinne des Weißbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (1) einen wesentlichen Beitrag zur Belebung des Wirtschaftswachstums, zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Gemeinschaft leisten.Auf seiner Tagung vom 10. und 11. Dezember 1993 in Brüssel beschloß der Europäische Rat, aufgrund des Weißbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung einen Aktionsplan durchzuführen, der sich auf konkrete Maßnahmen der Union und der Mitgliedstaaten stützt und vor allem neue Informationsinfrastrukturen und Telematikanwendungen betrifft.Die Entwicklung und Einführung neuer Generationen von Telematiksystemen und -diensten sind eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung der Gemeinschaftspolitik, insbesondere für das Funktionieren des Binnenmarktes, die effiziente Zusammenarbeit europäischer Forscher und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.Telematikanwendungen leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Wirtschaftlichkeit von Diensten für die Öffentlichkeit, des Zugangs zu Wissensbeständen und der Lebensqualität der Bürger. Sie fördern die Erfassung und den Austausch elektronischer Informationen in allen Sprachen der Europäischen Union.Die Mitwirkung der Benutzer ist in allen Phasen der FTE-Projekte entscheidend, damit sie ihren Bedarf äussern und in die Nutzung der Ergebnisse eingeführt werden.Der Inhalt des vierten Rahmenprogramms für FTE-Maßnahmen der Gemeinschaft wurde nach dem Subsidiaritätsprinzip festgelegt. Aus diesem spezifischen Programm geht hervor, welche Maßnahmen nach diesem Prinzip im Bereich der allgemeinrelevanten Telematiksysteme durchzuführen sind.Nach dem Beschluß . . ./. . ./EG sind Gemeinschaftsmaßnahmen gerechtfertigt, wenn die Forschung zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zu ihrer harmonischen Entwicklung beiträgt und die wissenschaftliche und technische Qualität das Hauptkriterium bleibt. Dieses Programm soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.Dieses Programm und seine Durchführung verstärken die Synergien zwischen FTE-Maßnahmen von Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen, insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen, der Mitgliedstaaten und einschlägigen FTE-Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der allgemeinrelevanten Telematiksysteme.Dieses spezifische Programm unterliegt den Regeln für die Beteiligung der Unternehmen, Forschungszentren (einschließlich der GFS) und Hochschulen und den Regeln für die Verbreitung der Forschungsergebnisse gemäß Artikel 130j.Bei der Durchführung dieses Programms könnte sich neben der Assoziierung der am Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beteiligten Länder auch eine internationale Zusammenarbeit gemäß Artikel 130m mit anderen Drittländern und internationalen Organisationen als zweckmässig erweisen.Die Durchführung dieses Programms erstreckt sich auch auf Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der FTE-Ergebnisse, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), vor allem in den Mitgliedstaaten oder Regionen, die am wenigsten am Programm beteiligt sind, sowie auf Maßnahmen zur Förderung der Mobilität und Ausbildung von Forschern im Rahmen dieses Programms, soweit sie zu dessen reibungsloser Abwicklung notwendig sind.Bei der Durchführung dieses Programms sind ferner Maßnahmen für eine stärkere Beteiligung der KMU, insbesondere durch technologische Förderung, vorzusehen.Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen und die etwaigen technologischen Risiken der Maßnahmen dieses Programms sind zu bewerten.Zum einen muß der Stand der Durchführung dieses Programms ständig und systematisch überprüft werden, um es gegebenenfalls an die wissenschaftliche und technologische Entwicklung in diesem Bereich anzupassen. Zum anderen muß zu gegebener Zeit eine unabhängige Bewertung des Stands der Durchführung des Programms vorgenommen werden, damit alle Faktoren, die zur Festlegung der Ziele des fünften FTE-Rahmenprogramms erforderlich sind, zur Verfügung stehen. Nach Abschluß dieses Programms sind die Ergebnisse anhand der Zielvorgaben dieser Entscheidung zu bewerten.Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) kann sich an den indirekten Aktionen des vorliegenden Programms beteiligen.Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) ist gehört worden -HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:Artikel 1Ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der allgemeinrelevanten Telematikanwendungen gemäß Anhang I wird für die Zeit vom (Datum der Annahme des vorliegenden Programms) bis zum 31. Dezember 1998 beschlossen.Artikel 2(1) Der zur Durchführung des Programms für notwendig erachtete Betrag beläuft sich auf 843 Millionen ECU, wovon 10,3 % auf Personal- und Verwaltungsausgaben entfallen.(2) Eine vorläufige Aufschlüsselung dieses Betrags ist in Anhang II enthalten.(3) Der obengenannte Betrag, der zur Durchführung des Programms für notwendig erachtet wird, könnte sich gemäß der Entscheidung nach Artikel 1 Absatz 3 des Beschlusses . . ./. . ./EG noch erhöhen.(4) Die Haushaltsbehörde entscheidet über die für jedes Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden Mittel unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen und technologischen Prioritäten des vierten Rahmenprogramms.Artikel 3Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sind, soweit sie nicht aus Artikel 5 hervorgehen, in Anhang III festgelegt.Artikel 4(1) Mit Hilfe von unabhängigen externen Sachverständigen überprüft die Kommission ständig und systematisch den Stand dieses Programms anhand der Zielvorgaben in Anhang I. Sie bewertet vor allem, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel noch der aktuellen Lage entsprechen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung legt sie gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung dieses Programms vor.(2) Als Beitrag zur Gesamtbewertung der Maßnahmen der Gemeinschaft, die in Artikel 4 Absatz 2 des Beschlusses über das vierte Rahmenprogramm festgelegt sind, beauftragt die Kommission zu gegebener Zeit unabhängige Experten, die Durchführung und Verwaltung der Maßnahmen in den unmittelbar unter dieses Programm fallenden Bereichen während der letzten fünf Jahre zu bewerten.(3) Nach Ablauf dieses Programms beauftragt die Kommission unabhängige Experten, die erzielten Ergebnisse anhand der Zielvorgaben in Anhang III des vierten Rahmenprogramms und in Anhang I dieser Entscheidung endgültig zu bewerten. Der Bericht über diese endgültige Bewertung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt.Artikel 5(1) Die Kommission erstellt ein Arbeitsprogramm nach den Zielvorgaben in Anhang I und bringt es gegebenenfalls auf den neuesten Stand. Es enthält eine ausführliche Beschreibung der wissenschaftlichen und technologischen Zielvorgaben und legt die Etappen der Durchführung des Programms sowie die geplante Finanzierung jeder Art der Verwirklichung fest.Im Arbeitsprogramm können gegebenenfalls auch spezifische Modalitäten vorgesehen sein, um die Interaktion mit den Vorbereitungsphasen bestimmter Eureka-Projekte zu verbessern.(2) Die Kommission erstellt Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für Projekte aufgrund des Arbeitsprogramms.Artikel 6(1) Die Kommission ist mit der Durchführung des Programms beauftragt.(2) In den in Artikel 7 Absatz 1 vorgesehenen Fällen wird die Kommission von einem Ausschuß unterstützt, der aus Vertretern der Mitgliedstaaten besteht und dessen Vorsitz ein Vertreter der Kommission führt.Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der erforderlichen Maßnahmen. Der Ausschuß nimmt dazu innerhalb einer Frist Stellung, die der Vorsitzende je nach Dringlichkeit der Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für Beschlüsse vorgesehen ist, die der Rat auf Vorschlag der Kommission fasst. Bei Abstimmungen des Ausschusses werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten dem vorgenannten Artikel gemäß gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.Die Kommission erlässt die geplanten Maßnahmen, wenn sie der Stellungnahme des Ausschusses entsprechen.Entsprechen die geplanten Maßnahmen der Stellungnahme des Ausschusses nicht oder liegt keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission dem Rat unverzueglich einen Vorschlag für die erforderlichen Maßnahmen. Der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit.Hat der Rat nach Ablauf von höchstens einem Monat nach seiner Befassung keinen Beschluß gefasst, so erlässt die Kommission die vorgeschlagenen Maßnahmen.Artikel 7(1) Das in Artikel 6 Absatz 2 festgelegte Verfahren gilt für:- die Aufstellung und Fortschreibung des Arbeitsprogramms im Sinne von Artikel 5 Absatz 1;- die Bewertung der für eine Gemeinschaftsfinanzierung vorgeschlagenen FTE-Projekte sowie des veranschlagten Betrags je Projekt, wenn er 2 Millionen ECU übersteigt;- die Maßnahmen zur Bewertung des Programms;- jegliche Anpassung der vorläufigen Aufschlüsselung der Mittel in Anhang II, für die kein Haushaltsbeschluß vorliegt.(2) Die Kommission unterrichtet den Ausschuß auf jeder seiner Sitzungen über die Durchführung des Programms insgesamt.Artikel 8Die Kommission wird gemäß Artikel 228 Absatz 1 ermächtigt, mit europäischen Drittländern Verhandlungen über den Abschluß internationaler Abkommen aufzunehmen, um diese ganz oder teilweise am Programm zu beteiligen.Artikel 9Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.(1) Dok. KOM(93) 700 endg. vom 5. 12. 1993.ANHANG I WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHE ZIELE UND INHALT Das vorliegende spezifische Programm spiegelt voll die Orientierungslinien des vierten Rahmenprogramms wider, wendet dessen Selektionskriterien an und präzisiert dessen wissenschaftliche und technologische Ziele.Der Absatz 1.A des Anhangs III, erster Aktionsbereich des genannten Rahmenprogramms, ist voller Bestandteil des vorliegenden Programmes.Einführung Der neue Schwerpunkt der FTE im Rahmen des spezifischen Programms auf dem Gebiet der Telematikanwendungen liegt auf der neuen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, die die Basis für die Informationsgesellschaft der Zukunft bilden wird. Die vorgeschlagenen FTE-Bereiche sind für die Entwicklung der Infrastruktur überaus wichtig. Dabei sind der Bedarf an gezielten, konzentrierten Maßnahmen sowie die angestrebte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Industrie, der Beschäftigungssituation in der Europäischen Union und der Lebensqualität zu berücksichtigen.Die sich ständig und rapide weiterentwickelnden Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) lassen sich zu Anwendungen von oftmals hoher Komplexität kombinieren und ermöglichen damit ein breitgefächertes Angebot an neuen Produkten und Diensten, die den grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Anforderungen verschiedener Anwendergruppen - insbesondere Behörden und Privatpersonen - entsprechen. Alle auf einer solchen Kombination beruhenden Hardware- und Software-Systeme und Dienste (Fernunterricht, Telearbeit, Telemedizin, Steuerung des Strassen- und Luftverkehrs usw.) fallen unter den Sammelbegriff "Telematikanwendungen".Die Forschung und technologische Entwicklung (FTE) auf dem Gebiet der Telematikanwendungen stellt die Verbindung her zwischen den Errungenschaften der IKT und den Bedürfnissen der Nutzer. Sie sorgt dafür, daß vorhandene Telematiksysteme und -dienste bei zunehmendem Bedienungskomfort stets mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, und kann entscheidende Auswirkungen haben, unter der Voraussetzung, daß die entwickelten Telematikanwendungen den Wünschen der Benutzer und den europäischen Interoperabilitätsanforderungen entsprechen.Mit der Verbreitung der Telematik in Europa können sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Europäer verbessern. Unternehmen und Behörden werden ihre Aktivitäten besser organisieren können. Neue Produkte und Dienste können das Wirtschaftswachstum ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen, und das alles wird nicht zuletzt auch zur Stärkung des Binnenmarktes und des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts in der Europäischen Union beitragen.Im übrigen stützt sich die Gemeinschafts-FTE für die neuen allgemeinrelevanten Telematikanwendungen (Telematik-Programm) auf Ergebnisse von anderen IKT-Forschungsprogrammen. Dies trägt dazu bei, die finanziellen Aufwendungen der Gemeinschaft für die Programme wie Esprit oder RACE mit zu rentabilisieren.Auf seiner Tagung vom 10. und 11. Dezember 1993 wies der Rat im Sinne des Weißbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung auf die Bedeutung hin, die neuen Telematikanwendungen im Hinblick auf Investitionen und Beschäftigung in den Bereichen wie Telearbeit und Teledienste für Aus- und Weiterbildung, Gesundheitswesen und Verkehr zukommt.I. EINORDNUNG DER TELEMATIK Das Telematik-Programm verfolgt zwei Ziele: zum einen sollen, wie schon bisher, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gestärkt sowie dank der Entwicklung von neuen Telematiksystemen und -dienstleistungen in Bereichen wie Telearbeit und Teledienste die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert werden und zum anderen - gemäß dem Vertrag über die Europäische Union - Forschungsarbeiten unterstützt werden, die zur Durchführung gemeinsamer Politiken in anderen Bereichen erforderlich sind. Es entspricht dem Wesen dieser anwenderorientierten Arbeiten, daß auch dieses neue Ziel Priorität hat.Die neuen FTE-Projekte werden auf den Erkenntnissen aufbauen, die das dritte Rahmenprogramm bereits erbracht hat. Drei neue Richtungen werden bevorzugt. Zum ersten wird der Schwerpunkt von der "Daten-Telematik" zur "Multimedia-Telematik" verlagert, die alle verteilten und interaktiven Multimedia-Anwendungen umfasst. Zweitens wird besonderes Augenmerk auf die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Benutzer gerichtet. Schließlich gilt besondere Aufmerksamkeit der Suche nach kostengünstigen Lösungen. Diese drei neuen Grundsätze gelten nicht nur für den gesamten Arbeitsbereich, sondern auch für jedes seiner einzelnen Projekte.Leitlinien für die Durchführung der Projekte Alle Projekte sind in der Regel in fünf Stufen durchzuführen und die Anwender auf allen Stufen eng in die Durchführung einzubeziehen.Erste Priorität ist die Untersuchung der verborgenen und offenen spezifischen Benutzerbedürfnisse. Zu den Benutzern zählen neben einem breiten Spektrum von Organisationen, wie Behörden oder Unternehmen, die auf Telearbeit angewiesen sind, zahlreiche Personengruppen, wie Forscher, Bibliothekare, Angehörige der Gesundheitsdienste oder Fluglotsen sowie auch Behinderte, die sich vernetzter Multimedia-Arbeitsstationen bedienen.Im zweiten Schritt wird nach der Übersetzung dieser Bedürfnisse in die Sprache der Telematik die Definition einer Reihe von Funktionsspezifikationen vorgenommen, die den gemeinsamen Anforderungen der betreffenden Benutzer Rechnung tragen, was Fragen der Datensicherheit und -vertraulichkeit einschließt und die Voraussetzungen für die Interoperabilität der Telematikeinrichtungen und -dienste auf europäischer Ebene schaffen.Auf diesen Spezifikationen aufbauend, werden in der dritten Phase auf einer vorwettbewerblichen, pränormativen und prälegislativen Basis Demonstrationsobjekte geschaffen, die vier Elemente in sich vereinigen sollten.Die ersten drei dieser vier Elemente sind allgemeiner Art: es handelt sich dabei um allgemeine Netze (z. B. leistungsstarke Glasfaser- oder Satelliten-Kommunikationsnetze), allgemeine Hardware (Multimedia-Arbeitsstationen, tragbare Datenspeicher- und Datenverarbeitungsgeräte usw.), Basisdienste (z. B. multimediale elektronische Post, Fernzugriff auf Datenbanken, Möglichkeiten der interaktiven Simulation, virtülle Umgebungen usw.).Die vierte Familie von Elementen deckt spezifische Hard- und Software ab. Letztere wird Gegenstand einer unmittelbar auf das jeweilige Projekt bezogenen FTE sein, um die entwickelte Anwendung auf den Benutzerbedarf abzustimmen. Um die Systemintegration auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu optimieren, muß bei den ersten drei allgemeinen Elementen möglichst oft von Ergebnissen anderer Programme, insbesondere RACE und Esprit, Gebrauch gemacht werden. Auf diese Weise werden alle Forschungsarbeiten im Rahmen der ersten drei spezifischen Programme des Rahmenprogrammes (1994-1998) eng aufeinander abgestimmt und darüber hinaus enge Beziehungen zu den Betreibern öffentlicher und privater Telekommunikationsnetze sowie zu Diensteanbietern und zur Elektronik- und Informatikindustrie hergestellt.An vierter Stelle erfolgt die Validierung der Demonstrationsanwendungen unter realen Bedingungen mit Benutzer-Gruppen, wobei die zuständigen öffentlichen und privaten Einrichtungen noch enger als bisher in diesen Prozeß einbezogen werden sollen, um die spätere Verbreitung der neuen Telematikanwendungen zu beschleunigen. Diese Validierungsversuche schließen nicht aus, daß frühere Phasen neu bearbeitet werden, die Funktionsspezifikationen werden umdefiniert, die FTE-Arbeit wird an spezifischen Bauteilen durchgeführt oder es wird auf andere IKT-bezogene Forschungsprogramme zurückgegriffen.Schließlich werden die validierten Anwendungen am Ende dieses Iterationsprozesses von einem Plan der Ergebnisnutzung, mit Empfehlungen an Normungseinrichtungen und Gesetzgeber und mit einer Anleitung für ihren erfolgreichen Einsatz in der Praxis begleitet.Bei den Projektarbeiten sind soweit wie möglich die Einschränkungen bei der Nutzung von Anwendungen durch Behinderte und Senioren zu berücksichtigen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung der Europäischen Union ausmachen. Daher ist dafür zu sorgen, daß sich die Anwendungen weiter entwickeln lassen, um bei möglichst niedrigen Kosten und grösstmöglicher Effizienz dem Bedarf dieser Benutzergruppen gerecht zu werden.Orientierungslinien zur Durchführung des gesamten Programms Telematik Die Bedürfnisse der Anwender stärker zu berücksichtigen und wirtschaftlichere Lösungen anzustreben, ist in der Programmdurchführung oberstes Gebot. Insbesondere sollen kostenträchtige Doppelentwicklungen vermieden und gleichartige Anwendungen, auch wenn sie in verschiedenen FTE-Bereichen angesiedelt sind, unter Zuhilfenahme möglichst vieler gemeinsamer Elemente implementiert werden. Gerade diese Kohärenz im grossen, gepaart mit wirtschaftlichen Überlegungen, macht Sinn und Zweck von einem sektorübergreifenden spezifischen Telematik-Forschungsprogramm aus.Die Arbeitsweise während der Laufzeit des dritten Rahmenprogramms war in erster Linie empirisch. In jedem der Bereiche fand mehrmals im Jahr ein reger Informationsaustausch im Rahmen eines vertikalen Konzertierungsmechanismus zwischen Projekten statt, um auch unnötige Überschneidungen bei der Entwicklung der Demonstrationsanwendungen zu vermeiden. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Projekten in der Validierungsphase, unter Beteiligung repräsentativer Anwenderkreise, führte zu praktischen Empfehlungen an die Einrichtungen, die neue Telematikanwendungen einführen müssen.Diese pragmatische Vorgehensweise soll beibehalten und weiter verbessert werden durch eine horizontale Konzertation von Projekten aus verschiedenen Bereichen, die sich aber mit ähnlichen Themen befassen, etwa mit der Problematik der Telearbeit (in der Forschung, in der Medizin, in der Verwaltung, auf dem Land und in der Stadt), mit der Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen und deren ergonomischen Aspekten oder mit der Verbesserung der europaweiten Telematiknetze und -dienste (im Interesse von Forschern, Behörden, Organbanken oder der Überwachung des Flugverkehrs).Ausserdem sind zur Unterstützung dieser empirischen Vorgehensweise im Rahmen der horizontalen FTE-Aktivitäten Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Telematik-"Engineering" vorgesehen.Schließlich gilt besondere Aufmerksamkeit der Koordinierung dieser Forschungsaktion der Gemeinschaft mit ähnlichen Initiativen auf nationaler oder europäischer Ebene (Eureka, ESA, Eurocontrol).Insgesamt wird das Programm Telematik die Voraussetzungen für den Aufschwung von anwendergerechten, leistungsfähigen und gleichzeitig wirtschaftlichen Telematiksystemen und -diensten schaffen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärken und einen Anreiz für die Investitionen geben, die notwendig sind, um Europa mit einer leistungsstarken Informations- und Kommunikationsinfrastruktur - einer sogenannten Infostruktur - auszustatten.Die Aktivitäten werden sich auf neun vertikale Anwendungsbereiche erstrecken, die in drei Themen zusammengefasst werden:- Telematik zur Verbesserung der Beschäftigungslage und der Lebensqualität: (Städtische und ländliche Gebiete, Senioren und Behinderte, Umweltschutz);- Wissensgestützte Telematik: (Wissenschaftler, Bibliotheken und Fernunterricht);- Telematik für Dienstleistungen für die Öffentlichkeit: (Verkehrswesen, Gesundheitswesen und Verwaltung).Ein vierter Bereich umfasst horizontale FTE-Maßnahmen in den Bereichen Telematik-, Informations- und Sprach-"Engineering". Durch diese Maßnahmen werden die bereichsspezifischen Tätigkeiten unterstützt.Dies wird ergänzt durch flankierende Maßnahmen zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit, der Verbreitung der Ergebnisse und der Ausbildung von Forschern und Anwendern.Maßnahmen zur technologischen Förderung, die sich auf Durchführbarkeitsprämien stützen, werden zur Ermöglichung der Beteiligung von kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) geschaffen.II. ARBEITSGEBIETE Bereich 1: Telematik für Dienstleistungen für die Öffentlichkeit Die europäische Infostruktur kann auch dazu beitragen, daß der Binnenmarkt besser funktioniert und daß die neuen Aufgaben, die sich aus dem Vertrag über die Europäische Union ergeben, ordnungsgemäß erfuellt werden. Dazu bedarf es neuer Telematikdienste. Die Forschung wird sich auf drei Bereiche von politischer, wirtschaftlicher und sozialer Relevanz konzentrieren: Verwaltung, Gesundheitswesen, Verkehr. Sie wird auf den Ergebnissen früherer Aktivitäten der Gemeinschaft in diesen Bereichen aufbauen.Verwaltung Die Implementierung von Systemen für die Datenverarbeitung und den Informationsaustausch zwischen Behörden ist Gegenstand des Programms TNA/IDA (Telematics Network for Administration/Interchange of Data between Administrations). Für Telematiknetze für Behörden (TNA) wurden bereits mehrere richtungweisende Konzepte erarbeitet. Sie werden im Rahmen der mehrjährigen Gemeinschaftsaktion IDA in Durchführbarkeitsstudien und Pilotprojekte umgesetzt. Zur Unterstützung des TNA/IDA-Programms sind vorgelagerte Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte notwendig, um technologische Fortschritte im Bereich der Multimedien-Telematik für Verwaltungen verfügbar zu machen.Ziel Die Behörden sollen in die Lage versetzt werden, die relevanten Ergebnisse der Telematikforschung, sobald sie vorliegen, in die Praxis umzusetzen, um den öffentlichen Dienst in ganz Europa schnell und ohne grossen Kostenaufwand effizienter zu gestalten. Die Behörden könnten die Möglichkeit erhalten, bei gleichzeitiger Rationalisierung der vorhandenen Infrastrukturen neue Telematiksysteme und -dienste einzuführen, so daß sich auch frühere Investitionen zur Verbesserung des öffentlichen Dienstes bezahlt machen. Diese FTE-Arbeiten ermöglichen ferner die Definition und Verbreitung offener Normen, die sich für Spezifikationen öffentlicher Aufträge im Zusammenhang mit Telematikanwendungen eignen.Art der Arbeiten Zwei Aspekte werden behandelt. Der erste betrifft die Entwicklung von Telematikanwendungen, die den Austausch von Informationen zwischen Behörden erleichtern. Hier geht es darum, die neuen Technologien in den Dienst von Verwaltungsbereichen zu stellen, die für das Funktionieren des gemeinsamen Marktes und die Umsetzung des Vertrages über die Europäische Union von strategischer Bedeutung sind. Sie werden beispielsweise die Bildübertragung (u. a. zur raschen Aktualisierung der zur Fernüberwachung und -steuerung des Schiffs- oder Strassenverkehrs benötigten See- oder Landkarten), die gemeinsame Nutzung von Multimedien- und Videokonferenzsystemen durch mehrere Behörden (Telearbeit zwischen nationalen und europäischen Behörden, um z. B. die Konzentration des Übersetzungs- und Dolmetscherpotentials in Brüssel zu vermeiden) oder die Entwicklung multimedialer Dokumentenserver für das öffentliche Auftragswesen und die Ordnungspolitik betreffen können.Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Art und Weise, wie die Telematikanwendungen eingesetzt werden. Im Interesse einer möglichst effizienten Zusammenarbeit von Verwaltungen unter optimalen Sicherheitsbedingungen werden unter anderem auch Untersuchungen über die Sicherheit öffentlicher Telematiknetze - unter Berücksichtigung finanzieller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Daten -, das Problem der unterschiedlichen Sprachen, die Verwendung elektronischer Unterschriften und die juristischen Aspekte des zwischenstaatlichen Datentransfers durchgeführt. Ebenfalls sollen auch geeignete Werkzeuge und Methoden für eine Leistungs- und Qualitätsanalyse Dienste entwickelt werden, die den Verwaltungen angeboten werden.Validierungstests und Pilotprojekte Um den Verwaltungen bei den Vorarbeiten für eine rasche Einführung neuer Telematiklösungen und ggf. bei der Anpassung ihrer internen Strukturen zu helfen, werden in der Validierungsphase auch Versuche mit fortgeschrittenen Telematikdiensten durchgeführt, die den Verwaltungen je nach Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Der Datenverarbeitungs- und Telekommunikationssektor und die betroffenen Behörden werden an den Validierungstests beteiligt und zur aktiven Mitarbeit herangezogen. Letztere werden durch ihren unmittelbaren Beitrag zur Validierung der im Programm vorgesehenen Lösungen den Weg für eine rasche Verbreitung der Ergebnisse im Verwaltungsbereich ebnen und dafür sorgen, daß dieser sich die technologischen Neuerungen zu eigen macht.Gesundheitswesen Das europäische Gesundheitswesen steht vor einer zweifachen Herausforderung. Einerseits müssen die Betriebskosten - bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Prinzips einer angemessenen und gesicherten Gesundheitsfürsorge für alle Bürger an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt - gesenkt werden. Andererseits müssen alle Mediziner einen rapiden Wissensfortschritt und immer kompliziertere Aufgaben bewältigen. Die Projekte des dritten Rahmenprogramms haben gezeigt, daß die Telematik zur Lösung dieser Probleme beitragen kann.Ziel Ziel der Aktion ist die Fortführung der bisherigen Forschungsarbeiten, um allen, die im Gesundheitswesen tätig sind, Zugang zu europaweiten Telematikdiensten zu verschaffen. Hierzu ist die Einführung neuer Anwendungen zu fördern, die das gesamte Spektrum vorhandener und neuer Technologien nutzen, wobei der Schwerpunkt auf multimedialen Werkzeugen liegt. Besonderes Augenmerk wird der Relevanz, Qualität, Vertraulichkeit, Kohärenz und Sicherheit der medizinischen Daten gelten. Vorgesehen ist eine enge Abstimmung mit dem spezifischen Programm für biomedizinische und Gesundheitsforschung sowie mit den Aktivitäten der Gemeinschaft im Gesundheitswesen, u. a. mit den Programmen "Europa gegen den Krebs" und "Europa gegen AIDS".Art der Arbeiten Die Projekte verteilen sich auf vier Bereiche. Der erste Bereich behandelt die gesamten multimedialen Krankenblätter, insbesondere das darin enthaltene Bildmaterial, sowie dessen Übertragung auf EDV-Systeme - und die Übermittlung in strukturierter und genormter Form zwischen den beteiligten Einrichtungen und medizinischen Zentren (Krankenhäuser, Fachärzte, praktische Ärzte, medizinische Laboratorien, Krankenkassen, usw.).Die europaweite Definition eines portablen, genormten Krankenblatts, in dem sich Daten und Bilder speichern lassen, wird ebenfalls zwischen allen Beteiligten und den künftigen Benutzern abgestimmt. Die Arbeiten werden zum Aufbau eines einheitlichen und sicheren Gesundheitssystems für alle Bürger auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene beitragen.Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Erweiterung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der medizinischen Berufe sowie auf der Verbesserung der Arbeitsweise des Gesundheitsapparates durch Entwicklung von Telematikanwendungen. Auf diese Weise werden der Austausch von patientenbezogenen Daten oder auch Konsultationen zwischen Kollegen ermöglicht. In den FTE-Arbeiten geht es einerseits um die Automatisierung bestimmter Diagnose- und Untersuchungsverfahren, deren Ergebnisse dann unmittelbar über Telematiknetze weitergegeben und erläutert werden können, und andererseits um die Zusammenschaltung von krankenhauseigenen Informationssystemen mit Diagnoseeinrichtungen, Expertensystemen und speziellen Bildübermittlungssystemen. Eine offene Systemarchitektur wird für die Kompatibilität und die Interoperabilität und Modularität der Anlagen sorgen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Übertragbarkeit der Daten und der Verwendung einheitlicher Anschlüsse an die Telematiknetze.Dank der raschen Fortschritte im Bereich der interaktiven Simulation und der virtüllen Umgebung sollen zu Ausbildungszwecken und zur Vorbereitung von Operationen "virtülle" Organe entwickelt werden. Ein Prototyp eines virtüllen Gehirns wird z. B. einen signifikanten Beitrag zu den internationalen Bestrebungen im Jahrzehnt des Gehirns leisten. Weitere Forschungsarbeiten gelten der medizinischen Fernbetreuung über virtülle Umgebungen ("Telepräsenz").Schließlich werden Telematikanwendungen entwickelt, die die Verwaltung der medizinischen Ressourcen, die Qualitätskontrollen der Behandlungen im Gesundheitswesen, die Verarbeitung und Weitergabe von epidemiologischen Daten und die Durchführung von Überwachungsprogrammen und Vorsichtsmaßnahmen erleichtern sollen.Der dritte FTE-Bereich ist die Telemedizin, die eine angemessene medizinische Versorgung von Patienten an entlegenen Orten und in schwierigen Fällen zwischen Ärzten auf räumlicher Distanz ermöglichen soll. Durch neue Telematikdienste auf der Basis interaktiver Multimedienkommunikation erhalten Patienten in unzugänglichen Gegenden oder auf See unmittelbar Zugang zu den geeigneten diagnostischen und therapeutischen Fachzentren.Dafür müssen Telematikanwendungen entwickelt werden, die einen völlig sicheren Austausch von biologischen Signalen und bewegten Bildern über terrestrische Breitbandnetze oder Satelliten gestatten. Ferner müsste es möglich sein, Ferndiagnosen zu stellen, z. B. die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen aus der Ferne zu interpretieren oder Behandlungen, wie z. B. eine Nierendialyse, unter Ausschluß jeglichen Sicherheitsrisikos aus der Ferne zu überwachen. Diese Telematikanwendungen werden ausserdem auf die Nachsorgung von Patienten, die zu Hause sind, oder von Opfern schwerer Unfälle direkt am Unfallort ausgedehnt und entsprechend angepasst.Schließlich sollen Telematikanwendungen zur Unterstützung der vorbeugenden Maßnahmen der Gemeinschaft entwickelt werden, um dem medizinischen Personal und den Bürgern jeweils individuell zugeschnittene Informationen über bewährte Methoden zur Vermeidung bzw. Erkennung seuchenartiger Krankheiten zu liefern.Validierungstests und Pilotprojekte Die Validierungstests werden in enger Zusammenarbeit mit allen, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind, durchgeführt. Besonderer Wert wird auf die Einbindung des Pflegepersonals auf lokaler Ebene in regionale, nationale und europaweite Telematiknetze gelegt. Hierzu werden vorzugsweise einzelne qualitativ hochwertige Referenzzentren, die wie Inseln über Europa verteilt sind, miteinander verbunden.Verkehrswesen Versuche und Pilotprojekte des dritten Rahmenprogramms haben gezeigt, daß Telematiksysteme und -dienste zur Erreichung der allgemeinen Ziele der gemeinsamen Verkehrspolitik beitragen können, in dem sie Verkehrsstaus verringern, die Mobilität von Personen und Gütern sowie die Sicherheit des Strassenverkehrs verbessern und die Umweltbelastung reduzieren.Ziele Die Forschung auf dem Gebiet der Telematik für den Strassenverkehr wird im Rahmen des Telematik-Programms fortgesetzt und konsolidiert und die gemeinschaftliche FTE wird auf die übrigen Verkehrsträger, vor allem auf den Luftverkehr ausgedehnt, um einen verstärkten Beitrag zur Erreichung der Ziele der EU-Verkehrspolitik zu leisten und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu steigern. Vorgesehen ist eine enge Koordinierung mit anderen spezifischen Programmen, die FTE-Arbeiten für das Verkehrswesen durchführen: industrielle Technologien, Technologien für eine umweltfreundlichere und effizientere Energienutzung, Verkehrswesen.Art der Arbeiten Die FTE-Tätigkeiten decken die gesamte Kette der verkehrsspezifischen Telematikanwendungen ab, von der Datenerfassung und -verarbeitung bis hin zum Senden, zur Übertragung und zum Empfang dieser Daten. Hier geht es darum, eine ganzheitliche industrielle Kohärenz der verschiedenen Komponenten, Spezifikationen und kompatible Schnittstellen sowie gemeinsame Empfehlungen für den Einsatz zu entwickeln, die den Netzverbund und die Interoperabilität von Geräten und Diensten gewährleisten. Aspekte des Einsatzes dieser Telematikanwendungen sind ebenfalls zu berücksichtigen.Bei den FTE-Arbeiten ist in erster Linie dem Benutzerbedarf Rechnung zu tragen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erstellung gemeinsamer Telematikwerkzeuge für die verschiedenen Verkehrsträger und auf der Entwicklung fortgeschrittener Telematikanwendungen, die die Effizienz und Sicherheit des Verkehrs wesentlich verbessern können. Diese Anwendungen können sich sowohl auf terrestrische Telematiknetze als auch auf die Satellitenkommunikation und -navigation stützen. Auch werden die Auswirkungen von Telematikanwendungen auf Reiseverhalten und Verkehrsbedarf untersucht werden. Schließlich sind Übergangsstrategien zu entwickeln, die den Einsatz verschiedener Generationen von Telematiksystemen gestatten.Im Bereich des Strassenverkehrs wird die Entwicklung und Integration leistungsfähiger Telematiksysteme und -dienste zur Überwachung, Steuerung und Nutzung des inner- und ausserstädtischen Personen- und Gütertransports fortgesetzt. Hierzu sind Pilot- und Demonstrationsanwendungen erforderlich, die sich auf die Ergebnisse des dritten Rahmenprogramms stützen. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit anderen spezifischen Programmen sowie nationalen bzw. europäischen Programmen durchgeführt.Weitere Aktionen zielen auf die Vervollständigung und Verbesserung des Fahrerbeistandes ab: hochentwickelte Kommunikations- und Navigationseinrichtungen und -dienste, Systeme zur Verbesserung der Sicht, Einrichtungen zur Überwachung des Fahrverhaltens, Fahrerwarn- und Antikollisionssysteme. Durch Integration dieser Komponenten dürften sich Telematiklösungen zum unterstützten Fahren auf der Autobahn, u. a. besonders zugunsten des kommerziellen Strassenverkehrs, ergeben.Einige dieser Anwendungen lassen sich unter anderem auch den Gegebenheiten des Stadtverkehrs anpassen. Wirtschaftliche Einschränkungen sind bei diesen Arbeiten zu berücksichtigen.Die Forschung betrifft ferner Telematikanwendungen zur Unterstützung der Verkehrsteilnehmer (Informationen über das Verkehrsaufkommen, um die Wahl des Verkehrsträgers und der Fahrstrecke zu erleichtern u. ä.), zur Verbesserung ihrer Sicherheit und Steuerung der Verkehrsnachfrage.Diese Forschungsarbeiten werden auch weiterhin sorgfältig mit dem spezifischen Programm "Verkehr", mit Eureka und den übrigen diesbezueglichen nationalen Forschungsprogrammen, koordiniert.Im Bereich der Luftfahrt ist die Dienstqualität für den Endbenutzer zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt daher auf der Entwicklung von Telematikanwendungen zum Aufbau eines harmonisierten und letztlich einheitlichen Kontrollsystems für den europäischen Flugverkehr.Dabei geht es zunächst um Telematikanwendungen, die über Satelliten und neueste Kommunikationsnetze eine bessere Lokalisierung und Überwachung der Flugzeuge ermöglichen, ihnen Navigationshilfen geben, einen besseren Kollisionsschutz in der Luft und auf dem Boden bieten sowie Allwetter-Landungshilfen bieten.Zweitens werden die Arbeiten zur Modernisierung der derzeitigen Flugsicherungssysteme durch Verbesserungen am transeuropäischen Luftfahrt-Telematiknetz beitragen. Mit multimedialen Telematikwerkzeugen, die auch Entscheidungshilfen geben, soll Fluglotsen und Piloten die Arbeit erleichtert werden. Die neuesten Erkenntnisse über die Technik der virtüllen Umgebung werden hier ebenfalls zum Tragen kommen.Diese Forschungsarbeiten werden mit den Akitivitäten koordiniert, die von europäischen Organisationen wie Eurocontrol oder ESA sowie einzelstaatlichen Organisationen für die zivile Luftfahrt bereits zum Thema Verkehr durchgeführt werden.Um für die verschiedenen Verkehrsmittel gemeinsame Telematiksysteme einzusetzen und somit Kosten einzusparen, werden sich die Forschungsarbeiten auch auf die See- und Flußschiffahrt und auf den Eisenbahnverkehr erstrecken.Was speziell den letzteren betrifft, wird an einer neuen Generation von Steuer- und Kommunikationssystemen gearbeitet, die einerseits eine Steigerung der Kapazität der Infrastruktur und andererseits die Inanspruchnahme von multimedialen Diensten durch die Fahrgäste ermöglichen wird.Für den kombinierten Güter- und Personenverkehr werden neue Telematiksysteme und -dienste entwickelt, um die Integration und Nutzung des gesamten Verkehrsystems zu verbessern, Reisende zu informieren und die Wahl der günstigsten Kombination von verschiedenen Verkehrsträgern zu erleichtern. Bei den Arbeiten zum Personenverkehr steht der Einsatz kollektiver Verkehrstransportmittel im Vordergrund. Auch zur Verbesserung des kombinierten Verkehrs werden geeignete Telematikanwendungen entwickelt. Hierzu sind die Möglichkeiten der direkten Kommunikation mit den betreffenden Behörden zu prüfen.Besonderes Augenmerk wird der Kontrolle der Umweltbelastung durch den Verkehr gelten. Hierfür müssen Telematikanwendungen entwickelt werden, die Strategien zur Reduzierung der durch Verkehrsmittel verursachten Umweltschäden und die mit dem Transport gefährlicher Stoffe verbundenen Risiken ermöglichen.Schließlich sollten diese Arbeiten durch die Integration geographischer Informationssysteme für die verschiedenen Verkehrsträger in die Telematikanwendungen ergänzt werden. Hierzu können die Ergebnisse des Gemeinschaftsprogramms zur Förderung des Informationsmarktes (Impact) herangezogen und mit den Arbeiten des spezifischen Programms "Verkehr" koordiniert werden. Ferner empfiehlt es sich, vor der Einleitung von Validierungs-Pilotprojekten in realer Umgebung Laborsimulationen mit Hilfe von Modellen durchzuführen, die im Rahmen dieses spezifischen Programmes zu entwickeln sind.Validierungstests und Pilotprojekte An diesen Tätigkeiten werden sich die zuständigen lokalen und nationalen Behörden aktiv beteiligen. Sie werden in enger Koordination mit den Validierungsarbeiten im Rahmen anderer spezifischer Programme erfolgen, die Forschungsarbeiten für das Verkehrswesen umfassen. Die Tests dienen dem Nachweis der technischen Leistung, der Funktionsfähigkeit und der Akzeptanz der Telematiklösungen, die entwickelt wurden, um die Flugsicherungssysteme, die integrierten Systeme zur Kontrolle des Stadt- und Autobahnverkehrs, das unterstützte Fahren auf der Autobahn, die automatische Kontrolle von Zuegen und die Systeme zur Kontrolle des maritimen Schiffsverkehrs sowie des multimodalen Verkehrs zu optimieren.Bereich 2: Wissensgestützte Telematik Als Wegbereiter für die neue Informationsgesellschaft braucht Europa eine Infostruktur, die den Fernzugriff auf das gespeicherte Wissen, dessen gemeinsame Nutzung und laufende Aktualisierung ermöglicht. Forschungszentren, Hochschulen, Schulungszenten von Unternehmen, Bibliotheken und Verlage sind als Produzenten und Anwender von Wissen die Hauptakteure in diesem Bereich. Die Forschung muß zur Entwicklung neuer Verfahren für den Zugang, die gemeinsame Nutzung und Aktualisierung der Wissensbestände beitragen. Die Anwendungen müssen sowohl dem Bedarf von Einzelpersonen und Unternehmen als auch den Möglichkeiten entsprechen, die der Markt bietet. Diese Tätigkeiten stützen sich auf Gemeinschaftsaktionen des dritten Rahmenprogramms zu diesen Themen.Telematik für die Forschung Die europäischen Wissenschaftler sind in zunehmendem Maß auf einen gut funktionierenden Informationsaustausch und den Fernzugang zu Versuchsanlagen, wissenschaftlichen Datenbanken und Hochleistungsrechnern in der Europäischen Union und anderen Teilen der Welt angewiesen.Ziel Es sollen fortgeschrittene Telematikanwendungen entwickelt werden, die europäischen Forschern unabhängig von ihrem Aufenthaltsort in der Europäischen Union die Zusammenarbeit mit Kollegen ermöglichen und gleichzeitig den Benutzern den Zugang zu Forschungsergebnissen erleichtern. Zwar gibt es bereits nationale und spezifische Netze; nun muß man sich jedoch die Fortschritte im Bereich der Hochleistungsnetze zunutze machen und sie vor allem zu einem europäischen Verbund mit hohem Durchsatz zusammenschalten. Mit der europäischen Infostruktur verfügt man eindeutig über ein ausgezeichnetes Mittel zur Koordinierung der nationalen FTE-Maßnahmen in der Europäischen Union. Darüber hinaus kommen die Ergebnisse auch den Bereichen zugute, die durch andere Telematikanwendungen abgedeckt werden.Art der Arbeiten Die Tätigkeiten betreffen die Problematik, die sich aus der Durchführung komplexer Forschungsversuche, gegebenenfalls an entfernt gelegenen Standorten sowie aus dem Betrieb grosser Rechnernetze ergibt, die in einer offenen Umgebung mit heterogenen Systemen arbeiten müssen und Kommunikationsdienste mit hohem Durchsatz erfordern. Zu lösen sind insbesondere die Probleme der Interoperabilität dieser Systeme, der Qualität der über diese Netze angebotenen Dienste sowie ihrer Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit. Die Forschungsarbeiten betreffen die Architektur und die Protokolle von Rechnernetzen, die Verwaltung und Überwachung sowie den Schutz solcher Netze. Die Arbeiten gliedern sich in drei Schwerpunktbereiche.Besondere Aufmerksamkeit gilt zunächst der Validierung der Verbesserungen, die am Verbund nationaler Netze auf europäischer Ebene vorzunehmen sind, vor allem der Erhöhung der Bitraten auf die Werte, die für die von den Nutzern dieser Netze vorgeschlagenen Anwendungen erforderlich sind. Für 1994-1998 wird mit einer Steigerung von zunächst auf 34 und später auf 155 Mbit/s gerechnet. Ein solcher Verbund ist für die Erhaltung des Stellenwerts der europäischen Forschung in der Welthierarchie unerläßlich und ein wichtiger Faktor für die Zukunft der europäischen Industrie.Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Arbeiten über fortgeschrittene, verteilte Multimediendienste, die die Zusammenarbeit der Forscher an Hochschulen und in der Industrie unterstützen. Hier geht es vor allem um die Entwicklung von Telematikwerkzeugen, mit deren Hilfe einerseits das Wissen in den grossen wissenschaftlichen Rechnernetzen von morgen leichter zugänglich und andererseits die Zusammenarbeit von räumlich getrennten Forschern durch Fernüberwachung von Experimenten sowie dank Telearbeit und wissenschaftlichen Videokonferenzen ermöglicht wird.Schließlich ist auf die Modalitäten der Auswahl, des Recherchierens und der Darstellung von wissenschaftlichen Informationen oder Ergebnissen laufender Forschungsarbeiten einzugehen, um sie Benutzern, die sie verwenden möchten, leicht zugänglich zu machen, wobei die Frage der geistigen Eigentumsrechte zu berücksichtigen ist.Validierungstests und Pilotprojekte 700 000 Wissenschaftler und Ingenieure, ein Grossteil davon Physiker und Naturwissenschaftler, sind förmlich dazu prädestiniert, die fortgeschrittenen Telematikanwendungen zu validieren, von denen anschließend andere Benutzerkategorien profitieren werden. Auf diese Weise werden die Normungstätigkeiten gefördert. Die Validierungstests werden über nationale Breitbanknetze durchgeführt, die auf europäischer Ebene zusammenzuschalten sind. Sie werden vor allem den Forschergemeinschaften zugute kommen, die am ersten Arbeitsbereich des vierten Rahmenprogramms (FTE für industrielle Technologien, Umwelt, Biowissenschaften und -technologien, Energie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien) beteiligt sind.Zur Stärkung der wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der übrigen Welt werden diese Aktionen in Abstimmung mit ähnlichen Initiativen in anderen Ländern, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, durchgeführt.Aus- und Fortbildung In einer Welt im Umbruch müssen sich auch die Aus- und Weiterbildungssysteme von Grund auf ändern, wenn sie zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft beitragen sollen. Alle Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), sehen sich gezwungen, die Qualifikationen ihrer Mitarbeiter laufend den Erfordernissen anzupassen. Gleichzeitig verlangen immer mehr Studierende und Arbeitnehmer, speziell die der neuen Generation, die mit dem Computer aufgewachsen sind, nach neuen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die sowohl ihren individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten als auch der fortschreitenden Entwicklung der theoretischen und praktischen Kenntnisse Rechnung tragen. Die Arbeiten des dritten Rahmenprogramms haben gezeigt, daß Universitäten und Fortbildungsabteilungen von Unternehmen in der Telematik eine wertvolle Hilfe bei der Bewältigung dieser Probleme finden können, einschließlich der Entwicklung von pädagogischer interaktiver Software.Ziel Ziel dieser Aktion ist die Fortsetzung dieser Forschungsarbeiten unter Einbeziehung der kontinuierlichen Fortschritte der Multimedienkommunikation über Breitbandnetze und Satelliten sowie auf dem Gebiet der interaktiven Simulation und der virtüllen Umgebungen, um das Zusammenwirken der angebotenen Dienste zu verbessern, Multimediendokumente und die gewünschten Dienste auch auf Distanz leichter zugänglich zu machen und persönliche Aus- und Weiterbildungsprogramme zu ermöglichen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen spezifischen Programm "Gesellschaftspolitische Schwerpunktforschung" und mit dem vierten Aktionsbereich des Rahmenprogramms - zur Ausbildung von Forschern - sowie mit anderen Aktivitäten der Gemeinschaft im Bereich der Aus- und Weiterbildung, einschließlich derjenigen, die besonders KMU betreffen.Art der Arbeiten Es sind zwei Arbeitsbereiche zu unterscheiden. In beiden liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach kostengünstigen Telematiklösungen. Zunächst werden im Anschluß an die mit dem dritten Rahmenprogramm eingeleiteten Tätigkeiten die Entwicklung und Validierung von Telematikdiensten fortgeführt, wobei die am besten geeignete Kombination vorhandener Kommunikationsnetze (Satelliten, ISDN, interaktive Kabelnetze) eingesetzt wird. Dieser Arbeit wird eine eingehende Untersuchung der technischen, wirtschaftlichen und pädagogischen Aspekte in einem operationellen Umfeld vorausgehen, die sich mit jedem Dienst- und jedem Benutzertyp (Hochschulen, Grossunternehmen, KMU, einzelne Benutzer) befasst. Mit dieser Aktion muß auch dafür gesorgt werden, daß die Teilnehmer an Fernlehrgängen über die europäischen Bibliotheksnetze Zugang zu grossen Wissensbeständen erhalten.Zweitens soll eine neue Generation von Telematikanwendungen für die Fernbetreuung und das Lernen in Gruppen mittels Videokonferenzen, rechnergestützten Konferenznetzen und multimedialer elektronischer Nachrichtenübertragung entwickelt werden. Tragende Elemente dieser Anwendungen sind die Technik des Tele-Schreibens, die Gruppenarbeit über Netz, der Zugriff auf verteilte Datenbanken für den Unterricht und Multimedien-Bibliotheken sowie der Zugang zu sog. virtüllen Laboratorien für die Durchführung von Tele-Experimenten. Voraussetzung hierfür sind Forschungsarbeiten zur Erstellung multimedialer Telematikanwendungen für den Fernunterricht, die Breitbandnetze und Satelliten nutzen.Die Tätigkeiten betreffen ferner die anwenderspezifische Gestaltung der Ausbildung und die Entwicklung neuer Lernmethoden. Dazu gehören vor allem die Integration von Ausbildungssystemen in einzelne oder vernetzte Arbeitsstationen zum Zweck der beruflichen Ausbildung vor Ort sowie Untersuchungen über Methoden zur Gestaltung von anwenderspezifischem interaktiven Lernmaterial, etwa die Zusammenstellung von stark interaktiven "elektronischen" Büchern, die eine weitgehende Abstimmung der Ausbildung auf die persönlichen Gegebenheiten der Lernenden ermöglichen. Besonderes Augenmerk gilt der Suche nach anwenderspezifischen Telematiklösungen für die Ausbildung von Wissenschaftlern in Europa. Einen sehr hohen Stellenwert hat ausserdem der für Europa so wichtige Fremdsprachenunterricht unter Verwendung von Spracherkennungs- und -übermittlungstechniken. Ein letztes Forschungsthema in diesem Bereich sind schließlich die durch die Technik der virtüllen Umgebung ermöglichten neuen Formen der Aus- und Weiterbildung.Validierungstests und Pilotprojekte Die entwickelten Anwendungen werden unter besonderer Berücksichtigung ihrer technischen Realisierbarkeit und der dazu erforderlichen Verfahren in realen Situationen bewertet, wobei die Reaktionen der Anwender, ergonomische Aspekte, der pädagogische Effekt, die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Auswirkungen auf die Organisation, der Aus- und Weiterbildung wichtige Kriterien sind. Die zuständigen lokalen, regionalen und nationalen Behörden werden eng in diese Tätigkeiten eingebunden.Diese Validierungstests stützen sich auf Netze, die Fachleuten - insbesondere Forschern und Ingenieuren, die sich einzeln oder in Gruppen weiterbilden, sowie anderen potentiellen Benutzerkategorien, die von den Forschungsarbeiten des Telematik-Programms betroffen sind, wie Bibliothekare oder Ärzte - eine akademische oder berufliche Ausbildung vermitteln. Besondere Aufmerksamkeit wird der Validierung von Telematiklösungen gewidmet, die auf den Bedarf der KMU zugeschnitten sind. Die Validierungsversuche gestatten auch die Vernetzung von Ausbildungszentren, damit sie ihre Ressourcen gemeinsam nutzen können. Damit bilden diese Versuche die Basis für ein europäisches Angebot an Fernunterrichtsdiensten.Bibliotheken Die Zukunft der modernen Gesellschaft und Volkswirtschaft wird in zunehmendem Masse von ihrem Wissen und der Verbreitung von Informationen bestimmt, und trotzdem wird der immense Reichtum der europäischen Bibliotheken viel zu wenig genutzt. Hier hat die Europäische Union Nachholbedarf, der dadurch bedingt ist, daß die meisten Bibliotheken heute noch nicht von allen Möglichkeiten der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und der Telematiknetze Gebrauch machen. Die Zahl derer, die mit modernen technischen Mitteln ihre Dokumenten- und Bücherbestände erfassen und verwalten, nimmt zwar ständig zu, aber sind z. Z. diese Archive weder ohne weiteres zugänglich noch ist es möglich, die Kataloge mehrerer Bibliotheken gleichzeitig auszuwerten. Nur wenige Bibliotheken haben bereits ausreichend Erfahrung in der Entwicklung und der Beherrschung von Telematikanwendungen.So bleibt den Nutzern von Telematiknetzen der problemlose Zugang zu wichtigen Quellen verwehrt, obwohl gerade die Bibliotheken die Drehscheiben innerhalb der europäischen Infostruktur sein müssten. Die Forschung trägt dazu bei, die Verbindung zwischen Bibliotheken, Verlagen, Forschern, Universitäten, Schulen und Ausbildungszentren durch Telematik zu verbessern und zu entwickeln.Ziel Die Aktion soll den Weg für Telematikanwendungen ebnen, mit deren Hilfe die Bibliotheksbestände leichter zugänglich werden, und die eine Einbeziehung der Bibliotheken in die europäische Infostruktur ermöglichen. Auf diese Weise soll ein europäischer Raum des Bibliothekswesens geschaffen werden.Die Bibliotheken, denen auf nationaler Ebene eine führende Rolle zukommt, sollen auf europäischer Ebene miteinander vernetzt werden. Dort, wo die moderne Technik noch nicht Einzug gehalten hat, sollen Anreize zur Einführung der Telematik geschaffen und die Bemühungen um die Fortbildung und Sensibilisierung der Bibliotheksangestellten durch den Austausch von bewährten Arbeitsweisen und Erfahrungen unterstützt werden.Art der Arbeiten Die FTE-Projekte werden auf den Ergebnissen der Vorarbeiten aufbauen, die im Laufe des dritten Rahmenprogramms durchgeführt werden. Sie bestehen in der Festlegung von bibliotheksgerechten EDV-Methoden und der Entstehung erster Spezifikationen für einen Bibliotheksverbund. Dabei sind zwei Hauptziele zu verfolgen.Zunächst geht es um die Entwicklung fortgeschrittener Systeme zur Erleichterung des Zugriffs auf Bibliotheksbestände. Dazu gehört insbesondere die Weiterentwicklung der Methoden für die Erstellung und den Austausch automatisierter Bibliographien sowie die Möglichkeit, Kataloge und andere bibliothekseigene Informationsquellen on-line über die vorhandenen Netze zugänglich zu machen. Ferner müssen Systeme für die elektronische Erfassung, Speicherung und Abfrage von Dokumenten entwickelt werden, die äusserst unterschiedliche Formate besitzen, und schließlich werden auch elektronische Archivierungsverfahren benötigt, die es gestatten, seltene oder empfindliche Werke zu konservieren und abzurufen.Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung der Bibliotheken untereinander und mit der europäischen Infostruktur. Hier geht es in erster Linie um die Interoperabilität von Anwendungen, die an heterogenen Systemen entwickelt wurden, um die Erstellung "virtüller Bibliotheken", die den Benutzern von einem beliebigen Standort in der Europäischen Union aus Zugang zu einer ganzen Reihe von vernetzten Bibliotheksdiensten und sonstigen Informationsquellen ermöglichen, und schließlich um die Herstellung elektronischer Verbindungswege zwischen den Bibliotheken für die rasche Anlieferung von Dokumenten verschiedener Herkunft (Datenbanken, Bibliotheken, Büchereien, Verlagshäuser oder sonstige Quellen).Validierungstests und Pilotprojekte An der Validierung der Ergebnisse dieser Arbeiten werden verschiedene potentielle Anwender mitwirken, z. B. - je nach Art der angebotenen Dienste - Forscher, Studenten und Firmen. Mitwirken können ferner Unternehmen aus den Bereichen Datenverarbeitung und Telekommunikation, Bibliotheken, Verlagshäuser, Büchereien und Endbenutzer. Parallel zu diesen Validierungstests werden Maßnahmen durchgeführt, die auf die Förderung der Normung des Austausches von Bibliotheksbeständen und auf die grösstmögliche Verbreitung der Ergebnisse dieser Arbeiten abzielen und dazu beitragen sollen, das Personal der Bibliotheken an die Telematik heranzuführen und mit ihr vertraut zu machen.Bereich 3: Telematik zur Verbesserung der Beschäftigungslage und der Lebensqualität Telematikdienste können auch dazu beitragen, die Beschäftigungslage und Lebensqualität der Bürger zu verbessern, indem sie sozial benachteiligten Gruppen der Gesellschaft, z. B. die Voraussetzungen für eine bessere Raumordnung schaffen, Senioren und Behinderten zu mehr Selbständigkeit verhelfen und für einen wirksameren Umweltschutz sorgen.Städtische und ländliche Gebiete Die Sondierungsaktion ORA des dritten Rahmenprogramms hat gezeigt, daß ländliche Gebiete, deren wirtschaftliche, soziale und kulturelle Infrastruktur für Unternehmen und Bürger nicht mehr attraktiv genug ist, diesen Nachteil mit Hilfe von Telematiksystemen und -diensten teilweise ausgleichen zu können. Diese erlauben, die Qualität der Dienstleistungen zu verbessern, die berufliche Umgebung der Unternehmen aufzuwerten, die Lebensumstände der Bevölkerung zu bereichern und Arbeitsplätze dank Telearbeit zu schaffen. Auch viele von der Rezession betroffene Städte und Großstadtviertel leiden unter einem ähnlichen Mangel, der mit Hilfe der Telematik behoben werden könnte.Ziel Ziel dieser Aktion ist es, neue wirtschaftliche Aktivitäten anzusiedeln, traditionelle Aktivitäten zu verstärken und die Lebensumstände zu verbessern, und zwar zugunsten von ländlichen Gegenden und Städten ohne ausreichende sozio-ökonomische und kulturelle Infrastruktur. Telematiklösungen wie Telearbeit erlauben es, neue Aktivitäten aufzunehmen, Unternehmen Fernzugriff zu Basisdienstleistungen wie Datenbanken, Wartung, Assistenz, berufliche Fortbildung zu geben - und der Bevölkerung in diesen Zonen Dienstleistungen anzubieten, die heutzutage in Bereichen wie Medizin, Ausbildung, Kultur sowie dem sozialen Bereich unverzichtbar sind.Dadurch könnte die Bevölkerungsabwanderung zu den städtischen Ballungsbereichen reduziert, die Verkehrsstaus in den Städten verringert werden, und neue Bevölkerungsgruppen könnten sich in den ländlichen Zonen ansiedeln. Eine enge Koordinierung mit anderen strukturpolitischen Aktivitäten und Programmen der Gemeinschaft, besonders auf dem Gebiet der beruflichen Weiterbildung sowie mit dem spezifischen Programm "Sozio-ökonomische Schwerpunktforschung", was die Aspekte des Ausschlusses betrifft, ist vorgesehen.Art der Arbeiten Gegenstand der FTE-Projekte wird die Entwicklung und Anpassung von im wesentlichen zwei Arten von Telematikanwendungen sein.Der eine Anwendungsbereich ist die Telearbeit, die durch Heimarbeit, Teledienst-Unternehmen, Gruppierungen von Untervertragspartnern oder kooperative Unternehmensnetze geschaffen wird. Im Mittelpunkt der Arbeiten wird der Einsatz allgemeiner Technologien stehen: Multimedien-Arbeitsstationen, Werkzeuge zum Management des computergestützten kooperativen Arbeitens, Audio- und Videokonferenzen, die Gesamtheit der verfügbaren Netze - öffentliches vermitteltes Netz, ISDN und die künftigen Breitbandnetze. Das Ziel ist insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität lokaler, insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen zu verbessern, von deren wirtschaftlicher Effizienz die Arbeitsplätze abhängen.Der zweite Anwendungsbereich umfasst die kollektiven Teledienste. Neue Technologien, wie digitales Mobiltelefon, interaktive CD, Kleinstantennen (Very Small Aperture Terminal, VSAT), interaktives Fernsehen, werden Werkzeuge sein, die Zugang zu Sprache, Daten und Bildern ermöglichen. Einzelpersonen, Unternehmen, Gebietskörperschaften und Behörden könnten so entfernte Datenbanken und Spezialbibliotheken nutzen, gesprochene Informationen abrufen und von den Dienstleistungen wie Telemedizin, audiovisuellen Diensten, Fernunterricht und sozialen Diensten sowie Tourismus Gebrauch machen können.Um existierende Lücken, besonders aufgrund der schlechten Flächendeckung der Kabel- und drahtlosen Netze zu schließen, sollen drahtlose Kommunikationssysteme entwickelt werden, um einen umfassenden Zugang zu Informationen und Dienstleistungen zu ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Möglichkeiten der Verbindung und Interoperabilität von lokalen mit nationalen und internationalen, insbesondere der aufzubauenden europäischen Infostruktur, gewidmet werden müssen.Validierungstests und Pilotprojekte Für die Validierungstests bieten sich die im Rahmen der Sondierungsaktion ORA bereits aufgebauten Partnernetze und die bestehenden innereuropäischen Städtepartnerschaften (Eurocities, Telecities usw.) an. Sie werden koordiniert mit Pilotprojekten im Rahmen einzelstaatlicher Raumordnungspläne einiger Mitgliedstaaten bzw. regionalpolitischer Gemeinschaftsprogramme. Besonderes Augenmerk wird auf den Bedienungskomfort der Telematikanwendungen und deren Akzeptanz von seiten der Anwender gerichtet.Behinderte und Senioren Die Sondierungsaktion TIDE hat gezeigt, daß sich mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien auch für die spezifischen Probleme dieser Personengruppen passende Lösungen finden lassen.Ziel Ziel dieser FTE-Aktion ist es, die IKT in den Dienst behinderter und älterer Mitmenschen zu stellen, um ihnen zu mehr Selbständigkeit, einer höheren Lebensqualität und einer besseren Integration in die Gesellschaft zu verhelfen. Besonderes Augenmerk gilt der Feststellung der Bedürfnisse dieser Personengruppen und der Validierung der Entwicklungsergebnisse durch die Anwender. Die Arbeiten werden sorgfältig mit anderen spezifischen Forschungprogrammen wie "Biomedizin und Gesundheit" und "Industrie- und Werkstofftechnologien" sowie mit dem spezifischen Programm über gesellschaftspolitische Schwerpunktforschung koordiniert, die ebenfalls generische Technologien, etwa die Biotechnologie oder die neuen Werkstofftechnologien, zum Nutzen Behinderter und Senioren einsetzen. Ferner ist eine enge Zusammenarbeit mit dem sozialen Programm der Gemeinschaft für Behinderte (Helios) vorgesehen.Art der Arbeiten Die Forschungsarbeiten werden sich auf zwei Hauptthemen konzentrieren: den Zugang zu Telematikdiensten und die Kompensation fehlender Funktionen. Damit Behinderte und Senioren auch mit reduzierter Wahrnehmungsfähigkeit uneingeschränkt am Wirtschafts- und Gesellschaftsleben teilnehmen können, müssen technische Vorrichtungen, insbesondere Seh- und Hörhilfen, und geeignete Schnittstellen entwickelt werden, die sie in die Lage versetzen, vorhandene bzw. in der Entwicklung stehende Telematiksysteme und -dienste zu nutzen, um leichteren Zugang zu Telearbeit, Informationen, Fernunterricht oder kulturellen Programmen zu erhalten. Benötig werden ferner "intelligente" Systeme als Hilfsmittel für diese Personen in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld, z. B. Fernbedienungen, Alarmsysteme oder Orientierungshilfen für unterwegs. Schließlich gilt es auch, Systeme für die Unterweisung der Betroffenen im Umgang mit diesen technischen Hilfen zu entwickeln.Telematikanwendungen zur funktionellen Kompensation sollen unter Zuhilfenahme der IKT funktionelle Einschränkungen von Behinderten und Senioren ganz oder teilweise ausgleichen. Hier geht es in erster Linie um die Verbesserung der Mobilität, der zwischenmenschlichen Kommunikation und der Fähigkeit der Betroffenen zu selbständigem Handeln in ihrem unmittelbaren Umfeld. In diese Forschungsarbeiten werden auch die neuesten Erkenntnisse über die Technik der virtüllen Umgebung und der Fernsteuerung ("Telepräsenz") einfließen.Validierungstests und Pilotprojekte Die technische Realisierbarkeit und die Funktionstüchtigkeit der im Rahmen dieser Aktion entwickelten Systeme und Dienste werden unter realen Bedingungen demonstriert. Die Validierung erfolgt mit Hilfe von Rehabilitations-Technologiezentren.Sondierungsaktion Telematik für die Umwelt Im Rahmen von Sondierungsaktionen sollen die Einsatzmöglichkeiten der Telematik auch in anderen Bereichen, und zwar zuerst im Umweltschutz, untersucht werden.Ziel Mit dieser Aktion soll geklärt werden, ob und inwieweit Telematikanwendungen in Verbindung mit einer gezielten Gemeinschaftspolitik und dem spezifischen FTE-Programm für die Umwelt zur Erhaltung und Verbesserung der Umwelt beitragen können.Art der Arbeiten Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich zunächst auf die Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet der Umwelt, die schon in anderen spezifischen Programmen abgehandelt werden und die von Telematiklösungen profitieren können. Dies betrifft insbesondere die Europäische Umweltagentur und das zukünftige Zentrum zur Erdbeobachtung.Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet werden auch automatische Warn- und Überwachungssysteme zur Kontrolle der Schadstoffe in der Atmosphäre sowie in Flüssen und Meeren stehen. Ebenfalls ist die Entwicklung von Systemen zur Überwachung von Kernkraftwerken, Chemiewerken und für das Naturkatastrophenmanagement, das die Probleme der Wüstenbildung, Erdbeben und Waldbrände einschließt, vorgesehen. Weitere Forschungsarbeiten werden sich mit dem Aufbau und der Verknüpfung von entsprechenden Informationsnetzen mit zentralen Einrichtungen zur Verhütung von Gefahrensituationen anhand von Datenbanken mit Fernzugriff und automatischer Aktualisierung und von Systemen zur Entscheidungsfindung befassen. Letztlich soll auch die Möglichkeit einer Erweiterung dieser Netze unter Einbeziehung der mittel- und osteuropäischen Länder untersucht werden.Validierungstests und Pilotprojekte Die Validierungstests werden in enger Absprache mit den zuständigen örtlichen und nationalen Behörden in Städten, Industriegebieten, Häfen, Küstenregionen und Flußniederungen mit besonders hoher Umweltbelastung durchgeführt.Andere Sondierungsaktionen Falls es während des Programms zweckmässig erscheinen sollte, könnten eventuell ab 1996 andere wichtige Sondierungsaktionen gestartet werden.Bereich 4: Horizontale FTE-Aktivitäten Ob sich Telematikanwendungen in der Praxis durchsetzen, hängt von mehreren horizontalen Faktoren ab, zu denen in erster Linie die Sprache und der Bedienungskomfort zählen. Telematikdienste, die ihre Anwender nicht in ihrer gewohnten Sprache ansprechen, werden in Europa keine schnelle Verbreitung finden, und solange es keine einfacheren Abfragemethoden gibt, wird das in den Datenbanken gespeicherte reichhaltige dokumentarische Material nicht in vollem Umfang genutzt werden. Das bedeutet, daß die Telematiksysteme unbedingt Sprachverarbeitungsprogramme und Hilfen für den Zugriff auf Datenbanken enthalten müssen.In Anbetracht des innovativen Charakters der neuen Telematiksysteme und -dienste bedarf es ausserdem spezieller Werkzeuge und Methoden, damit sie von den Anwendern angenommen werden und möglichst günstige Voraussetzungen für ihre Entwicklung durch Forscher und Ingenieure geschaffen werden.Eine adäquate Lösung für dieses Problem lässt sich nicht auf der Ebene der einzelnen Programmbereiche finden. Das ist der Grund für die sogenannten horizontalen Aktionen, von deren Ergebnis letztlich alle Bereiche profitieren werden.Telematik-"Engineering" Ziel Die Forschungsarbeiten im Rahmen dieser Aktion verfolgen drei Ziele. Zum einen geht es um die Bereitstellung von möglichst rationellen Entwicklungswerkzeugen und -methoden für Forscher und Ingenieure zur Entwicklung von Telematikanwendungen, die eine optimale Kombination von generischen Einrichtungen, Netzen und Diensten mit spezifischen Einrichtungen und Software darstellen (Anwendungs-"Engineering"). Zum anderen geht es darum, die Veränderungen im Umfeld der Anwender, die für die erfolgreiche Einführung einer neuen Telematikanwendung notwendig sind (Prozeß-"Engineering"), zu analysieren. Schließlich müssen übergreifende Fragen wie Datenschutz und geistige Eigentumsrechte behandelt werden. Diese Tätigkeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den spezifischen Programmen "Informationstechnologien" und "Fortgeschrittene Kommunikationsdienste".Art der Arbeiten Das Prozeß- und Verfahrens-"Engineering" in den Anwenderbereichen des Programms (Krankenhäuser, Hochschulen, Verwaltungen, u. a.) beinhaltet eine Bewertung der Auswirkungen und der Benutzer-Akzeptanz von alten als auch neuen Telematikanwendungen (Telearbeit, Telemedizin oder Fernfortbildung). Vergleichende Studien und Forschungsarbeiten werden in den Bereichen der Aktivitäten durchgeführt, die durch das Telematik-Programm (Verwaltung, Krankenhäuser, Forschungszentren oder Unternehmen, die Telearbeit einführen) abgedeckt werden. Diese werden die Effizienz der Verwaltung, Betriebsführung und Arbeitsorganisation in diesen verschiedenen privatwirtschaftlichen und öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen vor und nach der Einführung von Telematikanwendungen analysieren und das Ergebnis in möglichst allgemeine praktische Empfehlungen umsetzen. Damit dürfte es möglich sein, allgemeine Strategien zu entwickeln, die einerseits eine Umorganisation der betreffenden Anwenderbereiche bei grösstmöglicher Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz ermöglichen und andererseits eine Analyse der Vorteile und Einsparungen gestatten, die durch neue Telematiksysteme entstehen. Da diese Systeme auch zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen sollen, wird den ergonomischen Aspekten besondere Aufmerksamkeit geschenkt.Das Anwendungs-"Engineering" zielt darauf ab, die Methoden für generische und spezifische Komponenten sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich so miteinander zu verbinden, daß die in den verschiedenen Programmsparten entwickelten Telematikanwendungen bestimmte grundlegende Merkmale aufweisen: angemessene Funktionalität und Zuverlässigkeit, einfache Handhabung und Nutzung sowie Offenheit für weitere technische Fortschritte. Besondere Aufmerksamkeit wird der Suche nach modularen und generischen Lösungen sowie Fragen der Interoperabilität (Protokolle, Schnittstellen) gewidmet. Die Arbeiten werden auf Ergebnisse und laufende Arbeiten von Programmen wie derjenigen über Informationstechnologien und Telekommunikation oder anderer ähnlicher Initiativen und die im Laufe des vorhergehenden Programms Telematik gewonnenen Erfahrungen zurückgreifen.Schließlich werden Studien für das gesamte Spektrum der Projekte durchgeführt, die auf wirksame Weise horizontale Fragen über den Datenschutz und die Vertraulichkeit, Urheberrechte oder Normierungsprojekte behandeln.Durch diese Telematik-"Engineering"-Arbeiten werden allmählich untereinander möglichst kohärente und einheitliche Methoden, Techniken, Werkzeuge oder Empfehlungen gegeben, die weite Verbreitung unter den Beteiligten des Telematikprogramms ermöglichen. Durch spezielle Verbreitungsaktionen kommen sie auch allen Forschern und Benutzern von Telematikanwendungen zugute.Sprach-"Engineering" Die Sprache ist das Vehikel des wissenschaftlichen und technischen Wissens, Stütze der Kultur und wesentliches Kommunikationsinstrument in Handel und Verwaltung. Telematiksysteme verwenden eine rudimentäre Sprache, die von der gewohnten Ausdrucksweise ihrer Benutzer oft weit entfernt ist. Eine wesentliche Voraussetzung für die Erleichterung des Umgangs mit diesen Informations- und Kommunikationssystemen und ihrer weiten Verbreitung ist ihre sprachtechnologische Aufrüstung. Systeme, die in der Lage sind, gesprochene und geschriebene Sprache zu verarbeiten, können zur Überwindung der Sprachbarrieren beitragen, die den europaweiten Einsatz von Telematiksystemen erschweren. Die Aktion wird die unter dem dritten Rahmenprogramm begonnenen Forschungsarbeiten auf ein weiteres Feld ausdehnen, wobei der Akzent auf der Integrierung der Sprachtechnologien in konkrete Anwendungen (z. B. in den Bereichen der Verwaltung, Gesundheit und Ausbildung) und auf der Verbesserung der Auswertemethoden liegt. Diese Aktion wird sich auf die anderen FTE-Gemeinschaftsaktionen stützen und wird mit den linguistischen Forschungsprogrammen der Mitgliedstaaten und im Eureka-Rahmen koordiniert.Ziel Ziel der Aktion ist der Einbau von sprachverarbeitenden Elementen in Telematiksysteme, um deren Gebrauch innerhalb Europas zu vereinfachen und ihr Kommunikationspotential zu entwickeln, um damit die Verwendung der Telematikanwendungen für alle Sprachen in Europa zu erleichtern unter Integrierung neuer Verarbeitungsmethoden für die schriftliche und gesprochene Sprache.Die FTE-Arbeiten werden sich im wesentlichen auf folgende grosse Kategorien von Telematikanwendungen konzentrieren: dokumentenbasierte Informationsdienste (mit Systemen zur Bearbeitung und Archivierung von Dokumenten), Teledienste für Transaktionen (z. B. Telebanking, elektronische Verzeichnisse), und die zwischenmenschliche Kommunikation, die die elektronische Post und den Videokonferenzdienst beinhaltet.Art der Arbeiten Die FTE-Arbeiten werden sich um drei Schwerpunkte gruppieren:Erstens müssen die Ergebnisse früherer Forschungsarbeiten im Hinblick auf die Entwicklung von sprachtechnologisch ausbaufähigen Systemen für multisektorielle Bereiche, in denen die Sprachverarbeitung eine wichtige Rolle spielt, ausgewertet werden.Dazu gehört in erster Linie die Entwicklung linguistischer Hilfen für die bessere Erstellung und Handhabung elektronischer Dokumente in mehreren Sprachen. Darunter sind hochentwickelte mehrsprachige Werkzeuge für Autoren, verbesserte Methoden der Indexierung und Recherche für Dokumente, die in einer nicht genormten Schreibweise abgefasst sind, und Methoden für die automatische Extraktion und Kombination von Informationselementen aus unterschiedlichen Dokumentenarchiven und Datenbanken zu verstehen. Ferner müssen Schnittstellen entwickelt werden, die eine anwendergerechte Anpassung der sowohl für Fachleute als auch für die Allgemeinheit bestimmten Transaktionsdienste an die jeweilige Landessprache der verschiedenen Mitgliedstaaten ermöglichen, und zwar sowohl in geschriebener als auch gesprochener Form. Zur Verbesserung der linguistischen Qualität von Telearbeit und elektronischer Post sind ausserdem Techniken für die Konvertierung von gesprochener in geschriebene Sprache und vice versa die automatische Weiterleitung von Mitteilungen und Zugang in Echtzeit zur automatischen Simultanübersetzung bei Telekonferenzen und zu anderen linguistischen Diensten zu entwickeln.Ein weiterer Punkt ist die Verfeinerung der vorhandenen Werkzeuge, Methoden und Systeme für die automatische und rechnergestützte Übersetzung im Hinblick auf deren Integration in das Arbeitsumfeld des jeweiligen Anwenders.Schließlich steht auch die Entwicklung linguistischer Werkzeuge und Methoden zur Unterstützung des Sprachunterrichts auf dem Programm.Der zweite Schwerpunkt ist die Entwicklung und Harmonisierung linguistischer Hilfsmittel, z. B. von elektronischen Grammatiken und Wörterbüchern, im Hinblick auf deren Verwendbarkeit in verschiedenen Systemen, um deren Nutzung zu erweitern.Der dritte Schwerpunkt ist die Untersuchung von Bereichen der Linguistik, die mittel- und langfristig als Ausgangspunkte für Anwendungen in Betracht kommen. In dieser Richtung muß weiter geforscht werden, um die Komplexität der Sprachen besser in den Griff zu bekommen und die Methoden der analytischen Sprachdatenverarbeitung zu verbessern. Auch hier sind wiederum drei Schwerpunkte vorgesehen: die Repräsentation der Begriffe in verschiedenen Sprachen zur Erleichterung der elektronischen Textanalyse und des Mensch-Maschine-Dialogs, die Anwendung fortgeschrittener DV-Techniken bei der Verarbeitung der natürlichen Sprache und die Verfeinerung der für die Verarbeitung von geschriebener und gesprochener Sprache verwendbaren Methoden (Freitextverarbeitung, fortgeschrittene Spracherkennung, automatische Simultanübersetzung).Validierungstests und Pilotprojekte Zur Überprüfung der technischen Realisierbarkeit, Funktionsfähigkeit und Praxistauglichkeit der gefundenen Lösungen für linguistische Probleme werden Pilotprojekte, insbesondere mit Telematikanwendungen, die in anderen Programmbereichen entwickelt wurden, durchgeführt. Neben geeigneten Methoden für vergleichende Tests und objektiven Kriterien für die Bewertung linguistischer Werkzeuge werden auch Verfahren für die Qualitätskontrolle von sprachverarbeitenden Systemen und Diensten sowie Empfehlungen an die Adresse der zuständigen Standardisierungsgremien erarbeitet.Informations-"Engineering" Die Menge der elektronisch gespeicherten und über Telematiksysteme verbreiteten Informationen nimmt ständig und bedeutend zu. Gleichwohl sind sie nur schwer zugänglich, da aus Gründen wie Anzahl, Streuung und Heterogenität der Informationsdienste die Telematiksysteme nur unzureichend genutzt werden und verschiedene Anwendergruppen nur beschränkte Auswahlmöglichkeiten haben. Um hier Abhilfe zu schaffen, muß die Anwendung der Informationsdienste bei den fortgeschrittenen Telematikanwendungen im Bereich des elektronischen Editierens und dem Informationszugriff beschleunigt werden. Die Arbeiten werden soweit wie möglich die Ergebnisse anderer Gemeinschaftsprogramme benutzen - z. B. im Bereich der Informationstechnologie - und werden sich auf existierende oder in der Entwicklung befindliche fortschrittliche Technologien stützen.Ziel Durch den Einsatz von Methoden und Systemen, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien basieren, soll der selektivere Zugriff auf elektronische Informationen in jeder Form erleichtert und vereinfacht werden.Art der Arbeiten Durch die FTE-Arbeiten werden die wichtigsten Elemente des Mehrwerts von elektronischer Information behandelt (Produktion, Verbreitung, Zugang).Im Bereich elektronisches Editieren wird an Wendungen gearbeitet, deren "Produkte" (z. B. Datenbanken und elektronische Manuskripte) für alle Arten von Geräten und Software geeignet sind und auf jede beliebige Art publiziert werden können und somit den Bedürfnissen verschiedener Anwendergruppen ohne weiteres gerecht werden. Dafür werden fortgeschrittene Anwendungen entwickelt, die den Autoren und Editoren eine generische Beschreibung von Struktur und Format der Informationen ermöglichen, und zwar unabhängig von der benutzten technologischen Plattform. Diese Anwendungen müssen sich ohne weiteres in die derzeitige Umgebung der Informations-"Produzenten" integrieren lassen.In der Rubrik Verbreitung digitalisierter Informationen wird an neuen Arten der Informationsdarbietung gearbeitet, die dem Anwender das Auffinden der gesuchten Information ohne jegliche Vorkenntnis über Struktur und Inhalt der Datenbanken ermöglichen. Die Forschungsarbeiten werden auch die Integration von Informationen in unterschiedlicher Form (Text, Bild, Ton) in dasselbe Dokument beinhalten. Ausserdem soll der modulare Charakter der Informationsblöcke in längeren Texten unter Zuhilfenahme der neuesten Erkenntnisse über den Aufbau von Datenbanken, um die transaktionelle und wirtschaftliche Dimension der Informationsverbreitung zu berücksichtigen, weiter betont werden.Zur besseren Erschließung der immer zahlreicher werdenden, verstreuten und heterogenen Informationsquellen für die Benutzer werden fortschrittliche Recherchemethoden zur Auffindung der digitalisierten Information entwickelt. Diese Methoden werden dem Anwender die Lokalisierung der gesuchten Informationsquellen durch on-line Orientierungshilfen ermöglichen. Der Anwender wird in die Lage versetzt - unter Vermeidung von Redundanz -, die gleiche Suche in mehreren Datenbanken durchzuführen. Dabei soll es möglich sein, die Informationsinhalte durch Ideenverbindung zu überfliegen wie auch Informationen abzurufen und sie problemlos in eine Anwendung zu übertragen.Validierungstests und Pilotprojekte Grundlage für die Validierung im Rahmen von Pilotprojekten sind die Anforderungen sämtlicher Anwender, die - als unerfahrene Neulinge im Bereich der Informatik oder routinierte Fortgeschrittene - mit der Kette der Informationsproduktion in Berührung kommen. Sie wird zur Entwicklung der Qualitätskontrolle und Leistungsmessung von Informationssystemen führen und der Standardisierung der Datenaustauschformate Vorschub leisten.Bereich 5: Horizontale Maßnahmen Horizontale Maßnahmen behandeln Aspekte, die mehrere Gebiete des Programms betreffen."Telematik-Observatorium" und Maßnahmen zur Konsensbildung Eine Aktivität "Telematik-Observatorium" soll ständig den Bedarf der Nutzer, die Entwicklung der Telematik-Technologie und des Marktes beobachten und Mechanismen aufzeigen, mit denen sich die Innovationsgeschwindigkeit auf der Seite der Nutzer erhöhen lässt. Konsensbildung der Beteiligten verschiedener Bereiche bezieht sich insbesondere auf Normen und auf allgemeine Telematik-Infrastrukturen, die den Einsatz neuer Telematik-Dienste beschleunigen können. Horizontale Konzertierung wird den Erahrungsaustausch zwischen den Gebieten des Programms intensivieren.Zusammenarbeit mit COST und Eureka im gesamten Gebiet der Telematik wird wohl erfolgversprechend erfolgen, ebenso wie Koordination mit Aktivitäten, die unter dem ESF, dem EFRE, dem EIF, durch die EIB oder aus dem Kohäsionsfond finanziert werden.Verbreitung der Ergebnisse und Verbreitung der Telematik Die Verbreitung und Auswertung der Ergebnisse sind von entscheidender Wichtigkeit für dieses Programm, das sich auf die Benutzer konzentriert und ihnen auf der Basis von Pilotprojekten und Validierungstests neue Telematikanwendungen anbietet, besonders solche, die Arbeitsplätze schaffen und die im Weißbuch erwähnt werden: Telearbeit und Teledienste, für Erziehung und Ausbildung, Gesundheitswesen oder Verkehr. Die sich in diesem Rahmen anbahnende Zusammenarbeit hat als Hauptziel die notwendigen Investitionen zu ermöglichen, um die neuen Anwendungen im grossen Stil zu verbreiten und zu nutzen. Unter diesem Blickwinkel werden Demonstrationsprojekte unterstützt, insbesondere wenn mehrere Anwendungsgebiete der Telematik beteiligt sind. Hierbei soll auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Demonstrationszentren angeregt werden. Weiterhin soll die Durchführung von Workshops, Seminaren, Konferenzen und Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem europäischen Netz von Zentren zur Verwertung und Verbreitung der Forschungsergebnisse unterstützt werden. Die an den Projekten beteiligten Forscherteams werden angehalten, von Anfang an ihre Beteiligung an Aktionen zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse ihrer Arbeit in allen Teilen der Europäischen Union einzuplanen. Ein nicht unerheblicher Teil des Etats für die Projekte (19 Millionen ECU) wird für diese Art von Aktion zur Verfügung gestellt.Internationale Zusammenarbeit In den meisten Forschungsbereichen werden auf internationaler Ebene Aktivitäten, wie Konferenzen, Studienreisen, Veranstaltungen zur Demonstration von wirtschaftlich verwertbaren Ergebnissen usw., eingeleitet, sobald eindeutig feststeht, daß diese Aktivitäten für die Europäische Union von gegenseitigem und ausgewogenem Interesse sind, insbesondere auf den im Weißbuch erwähnten Bereichen. Eine grosse Bedeutung wird der Zusammenarbeit mit den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie den neuen unabhängigen Staaten der Ex-Sowjetunion beigemessen. Bei einigen Projekten kann möglicherweise ein Austausch von Wissenschaftlern stattfinden. Zu den Telematikaktivitäten, die von den Programmen PHARE und TACIS sowie derjenigen, die von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) finanziert werden, wird es Kontakte geben, und im übrigen wird es eine enge Koordination zwischen den Forschungsaktivitäten der Gemeinschaft unternommen im Rahmen dieses Aktionsbereiches und anderen FTE-ähnlichen nationalen oder europäischen Programmen (COST, Eureka, ESA, CERN, Eurocontrol) geben.Ausbildung Der Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen den Forschern in bezug auf die untersuchten Telematikanwendungen wie auch die Vernetzung der bestehenden Forschungseinrichtungen wird gefördert. Ausserdem wird auch für die Fortbildung von Anwendern sowie Erfahrungsaustausch in diesem Bereich eine Gemeinschaftsunterstützung genehmigt werden können.ANHANG II >PLATZ FÜR EINE TABELLE>ANHANG III MODALITÄTEN DER DURCHFÜHRUNG DES PROGAMMS 1. Die Verfahren für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang IV des Beschlusses über das vierte Rahmenprogramm festgelegt.Die Verfahren für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen sowie für die Verbreitung der Ergebnisse sind in den Bestimmungen, die der Artikel 130j des Vertrages vorsieht.Im Hinblick auf die Durchführung des Programms ist jedoch wie folgt zu präzisieren:1.1. Eine von der Gemeinschaft unterstützte Teilnahme am Programm ist möglich:a) für alle Körperschaften, die normalerweise FuE-Aktivitäten durchführen und- ihren Sitz in der Gemeinschaft haben;- ihren Sitz in einem Land haben, das infolge eines zwischen der Gemeinschaft und diesem Drittland abgeschlossenem Abkommen ganz oder teilweise mit dem betreffendem Programm assoziiert ist;b) für die gemeinsame Forschungsstelle.1.2. Eine von der Gemeinschaft nicht finanzierte Teilnahme am Programm ist, unter der Bedingung, daß ihre Teilnahme für die Gemeinschaft von Interesse ist, möglich:a) für rechtliche Körperschaften, die in einem Land ihren Sitz haben, das mit der Gemeinschaft ein Abkommen über Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie abgeschlossen hat, welches die von diesem Programme abgedeckten Bereiche betrifft, und zwar unter der Bedingung, daß diese Teilnahme dem o.g. Abkommen nicht zuwider läuft;b) für rechtliche Körperschaften mit Sitz in europäischen Ländern;c) für internationale Forschungseinrichtungen.1.3. In bestimmten Fällen kann die Teilnahme internationaler Organisationen mit Sitz in Europa auf die gleiche Art und Weise finanziert werden, wie die Teilnahme von Institutionen, die ihren Sitz in der Gemeinschaft haben.2. Das vorliegende Programm wird wie folgt durchgeführt:2.1. Finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an FTE-Tätigkeiten, die von Dritten oder den Instituten der GFS in Zusammenarbeit mit Dritten durchgeführt werden:a) Aktionen auf Kostenteilungsbasis mit nachstehenden Modalitäten:- FTE-Projekte, die von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen, einschließlich der "integrierten" Konsortien zu einem gemeinsamen Thema durchgeführt werden. Hier ist eine Beteiligung potentieller Anwender in allen Projektphasen erforderlich;- technologische Förderung der Beteiligung vom KMU durch Gewährung einer Prämie für die Sondierungsphase - die auch die Suche nach Partnern umfasst - einer FTE-Aktion sowie durch kooperative Forschung. Diese Prämie wird nach der Auswahl von Vorschlägen gewährt, die zu einem beliebigen Zeitpunkt eingereicht werden können;- Unterstützung bei der Finanzierung von Infrastruktur oder Anlagen, die zur Durchführung der Versuche und einer Koordinierungsaktion unbedingt notwendig sind (verstärkte Koordinierungstätigkeit).b) Konzertierte Aktionen, bei denen bereits von staatlichen Behörden oder privaten Organisationen finanzierte FTE-Projekte insbesondere in Form von Konzertierungsnetzen koordiniert werden. Die konzertierte Aktion kann auch zu der für das Funktionieren der thematischen Netze erforderlichen Koordinierung dienen. In diesen Netzen arbeiten Hersteller, Verbraucher, Hochschulen und Forschungszentren an FTE-Projekten auf Kostenteilungsbasis zusammen (siehe Absatz 2.1 Buchstabe a) erster Gedankenstrich).c) Spezifische Maßnahmen, zum Beispiel zugunsten der Normung und zum Einsatz von allgemeinen Werkzeugen für Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen. Die Beteiligung der Gemeinschaft deckt bis zu 100 % der Kosten dieser Maßnahmen ab.2.2. Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen, u. a. mit nachstehenden Modalitäten:- Studien zur Unterstützung dieses Programms und Ausarbeitung etwaiger künftiger Aktionen;- Konferenzen, Seminare, Workshops oder sonstige wissenschaftliche bzw. technische Sitzungen. Dazu gehören u. a. Konferenzen auf europäischer und einzelstaatlicher Ebene zur Verbreitung und Verwertung der Forschungsergebnisse sowie Sitzungen zur Konzertierung mehrerer Projekte desselben Anwendungsbereichs (vertikale Konzertierung) oder von Projekten, die dieselben technischen Systeme einsetzen (horizontale Konzertierung);- Inanspruchnahme externer Fachkenntnisse einschließlich des Zugangs zu wissenschaftlichen Datenbanken und sonstigen Telematikdiensten, um die Komunikation zwischen den Programmteilnehmern sowie zwischen diesen und externen Organisationen zu verbessern, die an den Ergebnissen des Programms interessiert sind;- wissenschaftliche Veröffentlichungen, einschließlich Verbreitung, Förderung und Verwertung der Ergebnisse (in Abstimmung mit den Tätigkeiten des dritten Rahmenprogramms);- Studien zur Bewertung der sozioökonomischen Folgen sowie der technologischen Risiken sämtlicher Projekte dieses Programms. Eine enge Zusammenarbeit ist mit dem Programm "Gesellschaftspolitische Schwerpunktforschung" zu pflegen, um eine optimale Verwertung und spätere Nutzung der Ergebnisse dieser Studien zu gewährleisten;- Ausbildung in den Forschungsbereichen des Programms für Forscher und Nutzer der Ergebnisse dieser Arbeiten;- unabhängige Bewertung (mit Studien) der Abwicklung und der Ergebnisse des Programms, einschließlich der Projektvorschläge und Projekte selbst;- Maßnahmen, die die Beteiligung von Unternehmen und Forschungsorganisationen an dem Programm fördern und ihnen den Zugang zu den Ergebnissen erleichtern;- Maßnahmen zur Förderung des Betriebs von Sensibilisierungsnetzen und zur dezentralisierten Unterstützung von KMU in Abstimmung mit der Aktion Euromanagement - FTE-Audits.Die Tätigkeiten des Programms zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse ergänzen diejenigen des dritten Aktionsbereichs und werden in enger Abstimmung mit diesen durchgeführt. Die Partner der FTE-Projekte bilden ideale Netze zur Verbreitung und Verwertung von Ergebnissen. Wie bereits erwähnt, werden sie durch Publikationen, Konferenzen, Förderung von Ergebnissen, Studien über das technisch-wirtschaftliche Potential u. ä. unterstützt. Um eine optimale Nutzung zu gewährleisten, sind Faktoren, die eine spätere Verwertung der Ergebnisse begünstigen, von Anfang an und während der gesamten Laufzeit der FTE-Projekte zu berücksichtigen.