CELEX: 21987A0207(01)
Language: de
Date: 1958-12-15 00:00:00
Title: Europäisches Übereinkommen über den Austausch therapeutischer Substanzen menschlichen Ursprungs

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21987A0207(01)

Europäisches Übereinkommen über den Austausch therapeutischer Substanzen menschlichen Ursprungs  

Amtsblatt Nr. L 037 vom 07/02/1987 S. 0002 - 0003 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 11 S. 0347  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 11 S. 0347 

(ÜBERSETZUNG) EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN über den Austausch therapeutischer Substanzen menschlichen Ursprungs    DIE REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN DES EUROPARATS, DIE DIESES ÜBEREINKOMMEN UNTERZEICHNEN -  in der Erwägung, daß therapeutische Substanzen menschlichen Ursprungs ihrer Natur nach aus menschlichen Spenden herrühren und somit nur in beschränkten Mengen verfügbar sind,  in der Erwägung, daß es höchst erwünscht ist, wenn sich die Mitgliedstaaten im Bedarfsfall im Geist europäischer Solidarität bei der Beschaffung dieser therapeutischen Substanzen gegenseitig unterstützen,  in der Erwägung, daß diese gegenseitige Unterstützung nur dann möglich ist, wenn Beschaffenheit und Verwendung dieser therapeutischen Substanzen gemeinsam von den Mitgliedstaaten aufgestellten Vorschriften unterworfen sind und die notwendigen Erleichterungen und Ausnahmen für ihre Einfuhr gewährt werden -  SIND WIE FOLGT ÜBEREINGEKOMMEN:    Artikel 1 Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet der Ausdruck "therapeutische Substanzen menschlichen Ursprungs" das menschliche Blut und seine Derivate.  Dieses Übereinkommen kann durch Briefwechsel zwischen zwei oder mehr Vertragsparteien auf andere therapeutische Substanzen menschlichen Ursprungs ausgedehnt werden.   Artikel 2 Die Vertragsparteien verpflichten sich, therapeutische Substanzen menschlichen Ursprungs gegen Erstattung der Kosten ihrer Gewinnung, Zubereitung und Beförderung anderen Parteien, die ihrer dringend bedürfen, zu überlassen, sofern sie selbst über ausreichende Vorräte für ihren eigenen Bedarf verfügen.   Artikel 3 Therapeutische Substanzen menschlichen Ursprungs werden anderen Vertragsparteien unter der ausdrücklichen Bedingung zur Verfügung gestellt, daß damit keinerlei Gewinn verbunden ist, daß sie nur für medizinische Zwecke verwendet und nur an von den beteiligten Regierungen bezeichnete Stellen geliefert werden.   Artikel 4 Die Vertragsparteien gewährleisten, daß die in dem Protokoll zu diesem Übereinkommen bezeichneten Mindesterfordernisse betreffend die Beschaffenheit der therapeutischen Substanzen und Vorschriften betreffend ihre Bezeichnung, ihre Verpackung und ihren Versand beachtet werden.  Sie beachten ferner die von ihnen angenommenen einschlägigen internationalen Standardbestimmungen.  Jeder Sendung therapeutischer Substanzen ist eine Bescheinigung darüber beizufügen, daß sie gemäß den Vorschriften des Protokolls hergestellt wurden. Diese Bescheinigung entspricht dem in Anlage I zu dem Protokoll wiedergegebenen Muster.  Das Protokoll und seine Anlagen können von den Regierungen der Vertragsparteien dieses Übereinkommens geändert oder ergänzt werden.   Artikel 5 Die Vertragsparteien treffen alle notwendigen Maßnahmen, um die ihnen von anderen Vertragsparteien zur Verfügung gestellten therapeutischen Substanzen menschlichen Ursprungs von allen Eingangsabgaben zu befreien.  Sie treffen ferner alle notwendigen Maßnahmen, um sicherzustellen, daß diese Substanzen den in Artikel 3 bezeichneten Empfängern schnell und auf dem kürzesten Wege zugehen.   Artikel 6 Die Vertragsparteien übermitteln einander über den Generalsekretär des Europarats eine Liste der Stellen, die zur Ausstellung der in Artikel 4 vorgesehenen Bescheinigung befugt sind.  Sie übermitteln ferner eine Liste der Stellen, die zur Verteilung der eingeführten therapeutischen Substanzen menschlichen Ursprungs befugt sind.    Artikel 7 Dieses Übereinkommen liegt für die Mitglieder des Europarats zur Unterzeichnung aus ; sie können Vertragsparteien werden, indem sie es    a) ohne Vorbehalt der Ratifizierung unterzeichnen oder       b) unter Vorbehalt der Ratifizierung unterzeichnen und später ratifizieren.         Die Ratifikationsurkunden werden beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt.   Artikel 8 Dieses Übereinkommen tritt mit dem ersten Tag des Monats in Kraft, der auf den Tag folgt, an dem drei Mitglieder des Europarats das Übereinkommen gemäß Artikel 7 ohne Vorbehalt der Ratifizierung unterzeichnet oder es ratifiziert haben.  Für jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen später ohne Vorbehalt der Ratifizierung unterzeichnet oder es ratifiziert, tritt es mit dem ersten Tag des Monats in Kraft, der auf die Unterzeichnung oder die Hinterlegung der Ratifikationsurkunde folgt.   Artikel 9 Das Ministerkomitee des Europarats kann jeden Nichtmitgliedstaat des Rates einladen, diesem Übereinkommen beizutreten. Der Beitritt wird mit dem ersten Tag des Monats wirksam, der auf die Hinterlegung der Beitrittserklärung beim Generalsekretär des Europarats folgt.   Artikel 10 Der Generalsekretär des Europarats notifiziert den Mitgliedern des Rates und den beitretenden Staaten    a) den Zeitpunkt des Inkraftretens dieses Übereinkommens und die Namen der Mitglieder, die es ohne Vorbehalt der Ratifizierung unterzeichnet oder es ratifiziert haben;       b) die Hinterlegung jeder Beitrittsurkunde nach Artikel 9;       c) jede nach Artikel 11 eingegangene Notifikation und den Zeitpunkt, zu dem sie wirksam wird;       d) jede Änderung des Protokolls und seiner Anlagen nach Artikel 4 Absatz 4.          Artikel 11 Dieses Übereinkommen gilt für unbegrenzte Zeit.  Jede Vertragspartei kann dieses Übereinkommen unter Einhaltung einer Frist von einem Jahr durch Anzeige an den Generalsekretär des Europarats kündigen.        Zu Urkund dessen haben die von ihren Regierungen hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Übereinkommen unterschrieben.  Geschehen zu Paris am 15. Dezember 1958 in französischer und englischer Sprache, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, in einer Urschrift, die im Archiv des Europarats hinterlegt wird. Der Generalsekretär übermittelt allen Unterzeichnerregierungen und beitretenden Regierungen beglaubigte Abschriften.