CELEX: 31991D0482
Language: de
Date: 1991-07-25 00:00:00
Title: 91/482/EWG: Beschluß des Rates vom 25. Juli 1991 über die Assoziation der überseeischen Länder und Gebiete mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft

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31991D0482

91/482/EWG: Beschluß des Rates vom 25. Juli 1991 über die Assoziation der überseeischen Länder und Gebiete mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft  

Amtsblatt Nr. L 263 vom 19/09/1991 S. 0001 - 0153 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 18 S. 0003  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 18 S. 0003 

BESCHLUSS DES  RATES vom 25. Juli 1991 über die Assoziation der überseeischen Länder und Gebiete mit der  Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (91/482/EWG) DER RAT DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  insbesondere auf Artikel 136,  gestützt auf das am 16. Juli 1990 in Brüssel unterzeichnete Interne Abkommen über die Finanzierung  und Verwaltung der Hilfe der Gemeinschaft, nachstehend "Internes Abkommen" genannt,  auf Vorschlag der Kommission  (1),  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments  (2),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Die Bestimmungen für die Assoziation der überseeischen Länder und Gebiete, nachstehend ÜLG  genannt, mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft müssen für einen neuen Zeitraum festgelegt  werden. Diese Bestimmungen gelten für die zu der Französischen Republik gehörenden Gebiete, die zum  Vereinigten Königreich gehörenden Länder und Gebiete, die zum Königreich der Niederlande gehörenden  Länder und zum Teil für Grönland.    Diese Bestimmungen sind ein Teil der Bemühungen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, zur  internationalen Zusammenarbeit und zur Lösung der weltweiten Probleme wirtschaftlicher, sozialer  und kultureller Art im Einklang mit den Bestrebungen der internationalen Völkergemeinschaft nach  einer gerechteren und ausgewogeneren internationalen Wirtschaftsordnung beizutragen. Diese  Bemühungen finden im übrigen insbesondere in dem Vierten AKP-EWG-Abkommen ihren konkreten Ausdruck,  das am 15. Dezember 1989 in Lome unterzeichnet wurde und nachstehend "Abkommen" genannt wird;  angesichts der zahlreichen Entsprechungen zwischen den ÜLG und zahlreichen AKP-Staaten ist es -  unter Beachtung der Unterschiede ihres jeweiligen Status - angebracht, für die ÜLG die gleiche  Laufzeit der Bestimmungen festzulegen wie für die AKP-Staaten.  Die Gemeinschaft hat ihren Markt seit langem für Ursprungserzeugnisse der ÜLG, wie auch der  AKP-Staaten, geöffnet. Angesichts der besonderen Beziehungen zwischen den ÜLG, die sich auf die  Bestimmungen des Vertrages und insbesondere des vierten Teils gründen, müssen dessen Bestimmungen  dadurch verbessert werden, daß für die ÜLG eine grössere Flexibilität hinsichtlich der  Ursprungsregeln für Ursprungswaren der ÜLG gewährt wird, und zwar durch neue Bestimmungen über  bestimmte Erzeugnisse, die nicht Ursprungserzeugnisse der ÜLG sind.  Die Entwicklungserfordernisse der ÜLG und die notwendige Förderung ihrer industriellen Entwicklung  rechtfertigen es dagegen, daß sie weiterhin die Möglichkeit haben, Zölle zu erheben und  mengenmässige Beschränkungen wie auch abweichende Regelungen zugunsten der Bevölkerung oder der  einheimischen Wirtschaftszweige einzuführen, durch die der lokale Arbeitsmarkt gefördert oder  gestützt wird.   Für Rum, Arrak und Taffia sollten besondere Bestimmungen festgelegt werden.  Dieser Beschluß berührt in keiner Weise die im Anhang zum Beschluß 86/47/EWG des Rates vom 3. März  1986 zur Festlegung der Handelsregelung Spaniens und Portugals mit den überseeischen Ländern und  Gebieten (ÜLG)  (1), zuletzt geändert durch den Beschluß 90/699/EWG  (2), enthaltene Sonderregelung  für die Einfuhr von Waren aus den Ländern und Gebieten nach Portugal und Spanien.  Der Einsatz der Gemeinschaft für die Lösung der wirtschaftlichen und sozialen Probleme der ÜLG und  der AKP-Staaten bestimmt die Gemeinschaft dazu, die Beziehungen zwischen ÜLG- und AKP-Staaten in  den verschiedenen Bereichen der Zusammenarbeit, einschließlich des Handelsverkehrs, zu  intensivieren.  Einige ÜLG liegen in den gleichen geographischen Zonen wie die überseeischen Departements (ÜD) und  AKP-Staaten. Die Entwicklung der verschiedenen Gebiete, Länder und Staaten einer gleichen  geographischen Zone mit ähnlichen Zwängen und Charakteristiken sollte insbesondere im Rahmen  gemeinsamer Regionalvorhaben unabhängig von ihrem Status im Verhältnis zum Gemeinschaftsrecht  gefördert werden, was Kosteneinsparungen ermöglicht und die regionale Zusammenarbeit zwischen den  betreffenden Partnern verbessert. Die Gemeinschaft hat für diese verbesserte Zusammenarbeit schon  Mittel, vor allem Finanzmittel, bereitgestellt: Für die ÜD durch die Verordnung (EWG) Nr. 2052/88  des Rates über die Aufgaben der Strukturfonds und der Europäischen Investitionsbank  (3),  nachstehend "Bank"  genannt, die anschließenden Texte und den Beschluß 89/687/EWG des Rates vom 22.  Dezember 1989 zur Einführung eines Programms zur Lösung der spezifisch auf die Abgelegenheit und  Insellage der französischen überseeischen Departements zurückzuführenden Probleme (POSEIDOM)  (4)  und für die AKP-Staaten das Abkommen und das Interne Abkommen.  Überdies sehen sich diese benachbarten Länder, Gebiete und Staaten trotz ihres unterschiedlichen  Status traditionell mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Eine auf die örtlichen Gegebenheiten  abgestellte regionale Zusammenarbeit erfordert einen direkteren Dialog zwischen den betreffenden  Parteien. Regionale Konsultationsverfahren zwischen ÜD, ÜLG und AKP-Staaten in enger Verbindung mit  den für die ÜD und ÜLG jeweils zuständigen Mitgliedstaaten müssen daher gefördert werden.   Während der Verhandlungen über das Abkommen hat die Gemeinschaft eine Reihe von Bestimmungen  betreffend die Bereiche oder Instrumente der Zusammenarbeit mit den AKP-Staaten verbessert. Für die  ÜLG sollten sie in gleicher Weise verbessert werden.  Zur Vereinfachung der künftigen Anwendung dieses Beschlusses wie auch zur Gewährleistung der  möglichst gerechten Verwendung der Finanzhilfe ist es angezeigt, sie auf die zur Französischen  Republik gehörenden Gebiete einerseits, die zum Vereinigten Königreich gehörenden Länder und  Gebiete andererseits und schließlich die zum Königreich der Niederlande gehörenden Länder unter  Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen aufzuteilen und die Verfahren für die Programmierung  und Abwicklung der Zusammenarbeit zur Finanzierung der Entwicklung so weit wie möglich zu  beschleunigen.  Die aktive Mitarbeit der lokalen Behörden der einzelnen Regionen der Gemeinschaft wie auch von  Drittländern bei der Durchführung gemeinsamer Politiken oder in den Beziehungen mit der  Gemeinschaft wird allgemein als wichtig anerkannt. Die Assoziation der ÜLG mit der Gemeinschaft  sieht diese Mitarbeit nur im Falle der Zusammenarbeit zur Finanzierung der Entwicklung in  bestimmten ÜLG oder allgemeiner in bestimmten anderen ÜLG vor. Diese Mitarbeit der von der  betreffenden Bevölkerung gewählten Vertreter muß unter Achtung der jeweiligen Verfassungen der  Mitgliedstaaten, zu denen die ÜLG gehören, verstärkt werden. Mit dem Prinzip der  partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Kommission, Mitgliedstaat und ÜLG wird diesem  zweifachen Anliegen entsprochen.  Die verschiedenen Regelungen für die Vollendung des Binnenmarktes sind auf die ÜLG nicht  anwendbar; es dürfte jedoch zweckmässig sein, die Modalitäten für ihre uneingeschränkte oder  teilweise Ausweitung auf die ÜLG vor allem im Rahmen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu  prüfen.  Nach Artikel 362 des Abkommens kann ein im vierten Teil des Vertrages genanntes Land oder Gebiet,  das unabhängig geworden ist, dem Abkommen beitreten. Daher ist die Möglichkeit einer Änderung  dieses Beschlusses vorzusehen. Nach Artikel 1 des Internen Abkommens werden im Falle des Beitritts  eines unabhängig gewordenen ÜLG zum Abkommen durch Beschluß des Rates die Beträge der Finanzhilfe  aus den für die ÜLG vorgesehenen Mitteln des Europäischen Entwicklungsfonds gekürzt und die für die  AKP-Staaten vorgesehenen Beträge entsprechend erhöht - BESCHLIESST:  ERSTER  TEIL GRUNDLAGEN DER EWG-ÜLG-ZUSAMMENARBEIT Kapitel 1 Ziele und Grundsätze der Zusammenarbeit  Artikel 1  Dieser Beschluß soll die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung der in  Anhang I aufgeführten ÜLG fördern und beschleunigen. Artikel 2  Die Gemeinschaft unterstützt die  Bemühungen der ÜLG um eine umfassende Entwicklung auf der Basis ihrer sozialen und kulturellen  Werte, ihres menschlichen Potentials, ihrer natürlichen Ressourcen und ihrer wirtschaftlichen  Möglichkeiten mit dem Ziel, den gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt  der ÜLG und das Wohl ihrer Bevölkerung durch die Befriedigung ihrer grundlegenden Bedürfnisse, die  Anerkennung der Rolle der Frau und die Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten unter Achtung ihrer  Würde zu fördern.  Grundlage für diese Entwicklung ist ein beständiges Gleichgewicht zwischen ihren wirtschaftlichen  Zielen, der rationellen Bewirtschaftung der Umwelt und der Nutzung der natürlichen und menschlichen  Ressourcen. Artikel 3  Ziel der Zusammenarbeit ist eine auf den Menschen als ihren  hauptsächlichen Betreiber und Nutznießer ausgerichtete Entwicklung, die somit die Achtung und die  Förderung der Menschenrechte insgesamt voraussetzt. Die Aktionen der Zusammenarbeit erfolgen in  dieser positiven Perspektive, bei welcher die Achtung der Menschenrechte als ein Grundfaktor für  eine echte Entwicklung anerkannt und die Zusammenarbeit selbst als ein Beitrag zur Förderung dieser  Rechte konzipiert wird.  Zugleich werden auch die Bedeutung und die Möglichkeiten von Initiativen von Einzelpersonen oder  Gruppen anerkannt und gefördert, um eine echte Beteiligung der Bevölkerung an den  Entwicklungsbemühungen in der Praxis zu gewährleisten. Artikel 4  Die Gemeinschaft und die ÜLG  messen den Bemühungen um Zusammenarbeit und regionale Integration besondere Bedeutung und hohe  Priorität bei. In diesem Rahmen unterstützt die Gemeinschaft wirksam die Bemühungen der ÜLG, um  sich regional zu organisieren und ihre Zusammenarbeit auf regionaler und interregionaler Ebene  auszubauen, damit eine gerechtere und ausgewogenere Weltwirtschaftsordnung gefördert wird. Artikel  5  Die Gemeinschaft erkennt die Notwendigkeit an, den am wenigsten entwickelten ÜLG eine besondere  Behandlung zuteil werden zu lassen und ihre besonderen Schwierigkeiten zu berücksichtigen.  Besondere Aufmerksamkeit schenkt sie der Verbesserung der Lebensbedingungen der am meisten  benachteiligten Bevölkerungsschichten.  Die Zusammenarbeit betrifft vor allem eine besondere Behandlung bei der Festlegung des Umfangs der  Finanzmittel sowie der Voraussetzungen, an die die Gewährung dieser Mittel geknüpft ist, damit die  ÜLG die strukturellen und sonstigen Hindernisse überwinden können, die ihrer Entwicklung im Wege  stehen. Artikel 6  Die an dem Verfahren der partnerschaftlichen Zusammenarbeit nach Artikel 10  dieses Beschlusses beteiligten Behörden prüfen im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit regelmässig  die Ergebnisse seiner Durchführung, geben die notwendigen Impulse und treffen alle für die  Verwirklichung seiner Ziele zweckdienlichen Entscheidungen und Maßnahmen.  Probleme, die eine wirksame Durchsetzung der Ziele dieses Beschlusses unmittelbar behindern  könnten, können im Rahmen dieses Verfahrens zur Sprache gebracht werden.  Kapitel 2 Dezentralisierte und partnerschaftliche Zusammenarbeit Artikel 7  Zur Förderung der  Entfaltung und Mobilisierung von Initiativen seitens aller Kräfte in den ÜLG und der Gemeinschaft,  die zur autonomen Entwicklung der ÜLG beitragen könnten, sind im Rahmen der Zusammenarbeit  innerhalb der von den zuständigen Behörden festgesetzten Grenzen auch die Entwicklungsmaßnahmen zu  unterstützen, die von Akteuren des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens im Rahmen  einer dezentralisierten Zusammenarbeit betrieben werden und insbesondere in der Form erfolgen, daß  jeweils gleichar tige Stellen in den ÜLG und der Gemeinschaft gemeinsam Anstrengungen unternehmen  und ihre Mittel zusammenlegen. Mit dieser Form der Zusammenarbeit wird vor allem bezweckt, die  Kompetenzen, die Originalität der Vorgehensweise und die Mittel dieser Akteure für die Entwicklung  der ÜLG nutzbar zu machen.  Akteure im Sinne dieses Artikels sind dezentral arbeitende Behörden, ländliche und dörfliche  Zusammenschlüsse, Genossenschaften, Unternehmen, Gewerkschaften, Bildungs- und Forschungszentren,  im Entwicklungsbereich tätige Nichtregierungsorganisationen, sonstige Vereinigungen sowie alle  Gruppen und Akteure, die einen spontanen und originellen Beitrag zur Entwicklung der ÜLG leisten  möchten und dazu fähig sind. Artikel 8  Durch die Zusammenarbeit werden die Initiativen von ÜLG  im Sinne von Artikel 7 gefördert und unterstützt, sofern sie den von den zuständigen Behörden der  ÜLG festgelegten Prioritäten, Orientierungen und Entwicklungsmethoden entsprechen. Unter diesen  Bedingungen werden sowohl autonome Aktionen der ÜLG-Akteure unterstützt als auch Aktionen, die von  diesen mit Unterstützung durch entsprechende Akteure aus der Gemeinschaft durchgeführt werden,  welche ihnen ihre fachliche Kompetenz und Erfahrung, ihre technischen und organisatorischen  Fähigkeiten oder ihre Finanzierungsquellen zur Verfügung stellen.  Im Rahmen der Zusammenarbeit wird dazu ermutigt, daß die Akteure der ÜLG und der Gemeinschaft  durch zusätzliche finanzielle und technische Mittel zu den Entwicklungsbemühungen beitragen. Für  Aktionen der dezentralisierten Zusammenarbeit kann dabei unter Einhaltung der Bedingungen des  Artikels 9 eine finanzielle und/oder technische Unterstützung aus den Mitteln des Beschlusses  gewährt werden.   Diese Form der Zusammenarbeit ist unter uneingeschränkter Achtung der Rolle und der Vorrechte der  Behörden der ÜLG durchzuführen. Artikel 9  Die Aktionen der dezentralisierten Zusammenarbeit  können durch die Instrumente der Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierung unterstützt  werden, wenn die zuständigen Behörden der ÜLG - und zwar vorzugsweise schon in der  Programmierungsphase - sich mit dem Grundsatz und den Bedingungen der Unterstützung dieser Form der  Zusammenarbeit einverstanden erklären. Die genannte Unterstützung wird in dem Masse geleistet, wie  sie für eine erfolgreiche Durchführung der vorgeschlagenen Aktionen erforderlich ist, sofern deren  Nützlichkeit anerkannt ist und die Bestimmungen über die Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung eingehalten werden. Projekte im Rahmen dieser Form der Zusammenarbeit  können mit den in den Schwerpunktbereichen der Richtprogramme durchgeführten Programmen verknüpft  sein oder auch nicht, wobei den Projekten Vorrang zu geben ist, die sich auf die  Schwerpunktbereiche beziehen. Artikel 10  Um es den zuständigen örtlichen Behörden der ÜLG zu  ermöglichen, sich im Rahmen der Verfassung des für sie zuständigen Mitgliedstaats und unter  Beachtung der Kompetenzen der jeweiligen Zentralbehörden stärker an der Durchsetzung der Grundsätze  der Assoziation der ÜLG mit der EWG zu beteiligen, wird ein Konsultationsverfahren auf der  Grundlage der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Kommission, Mitgliedstaat und ÜLG eingeführt.  Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit, deren Einzelheiten in den Artikeln 234, 235 und 236  geregelt sind, wird es ermöglichen, die Ergebnisse der Assoziation zu prüfen und etwaige Probleme  in den Beziehungen zwischen den ÜLG und der Gemeinschaft zu erörtern.  ZWEITER TEIL BEREICHE DER ÜLG-EWG-ZUSAMMENARBEIT TITEL I UMWELT Artikel 11  (1)    Im Rahmen  dieses Beschlusses sind der Schutz und die Erschließung der Umwelt und der natürlichen Ressourcen,  die Verhinderung einer weiteren Degradation der Böden und Wälder, die Wiederherstellung des  ökologischen Gleichgewichts, die Erhaltung der natürlichen Ressourcen sowie deren rationelle  Nutzung grundlegende Ziele, die die betroffenen ÜLG mit Hilfe der Gemeinschaft zu erreichen suchen,  um die Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung für die unmittelbare Zukunft zu verbessern und die  Lebensbedingungen der künftigen Generationen zu sichern. (2)    Die Gemeinschaft erkennt an, daß bestimmte ÜLG aufgrund einer rasch fortschreitenden  Verschlech terung ihrer Umwelt, die allen Entwicklungsbemühungen entgegenwirkt und insbesondere die  vorrangigen Ziele der Selbstversorgung und der Ernährungssicherheit in Frage stellt, in ihrer  Existenz bedroht sind. Die Bekämpfung dieser Umweltverschlechterung und die Bemühungen um die Erhaltung der natürlichen  Ressourcen sind für viele ÜLG ein dringendes Gebot, das die Planung und die Durchführung  kohärenter, die ökologischen Gleichgewichte achtender Formen der Entwicklung erforderlich macht.  Artikel 12  Angesichts des Ausmasses des Phänomens und des Umfangs der einzusetzenden Mittel  müßsen sich die Maßnahmen in langfristige Gesamtpolitiken einfügen, die die zuständigen Behörden  der ÜLG auf lokaler, nationaler, regionaler oder internationaler Ebene im Rahmen internationaler  solidarischer Anstrengungen planen und durchführen.  Zu diesem Zweck wird die Gemeinschaft bei ihrem Vorgehen folgendem Vorrang einräumen: -  einem präventiven Ansatz, um negative Folgen von Programmen oder Aktionen für die Umwelt zu  vermeiden; -einem systematischen Ansatz, der die ökologische Vertretbarkeit in allen Stadien - von der  Ermittlung bis zur Durchführung - gewährleistet; -einem sektorübergreifenden Ansatz, der sowohl die unmittelbaren als auch die mittelbaren  Auswirkungen der eingeleiteten Maßnahmen berücksichtigt. Artikel 13  Der Schutz der Umwelt und  der natürlichen Ressourcen erfordert ein globales Vorgehen, das die soziale und kulturelle  Dimension mit einschließt.  Die Berücksichtigung dieser besonderen Dimension erfordert, daß geeignete Maßnahmen auf dem Gebiet  der Bildung, Ausbildung, Information und Forschung in die Projekte und Programme mit einbezogen  werden. Artikel 14  Es werden dieser Problematik angepasste Instrumente der Zusammenarbeit  ausgearbeitet und eingesetzt.  Je nach Bedarfsfall können sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien herangezogen werden.  Zur Beurteilung der Umwelttauglichkeit der vorgeschlagenen Aktionen werden unabhängig von deren  Grössenordnung gegebenenfalls nach dem Verfahren der partnerschaftlichen Zusammenarbeit gemäß den  Artikeln 234, 235 und 236 gemeinsam vereinbarte Listen der zu berücksichtigenden Faktoren zugrunde  gelegt. Bei grossangelegten Projekten und Projekten mit erheblichen Risiken für die Umwelt werden  Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt, die zumindest enthalten: -eine Beschreibung der geplanten Maßnahmen, um etwaige weitreichende negative Auswirkungen zu  verhindern und zu vermindern und, soweit möglich, zu beseitigen; -die notwendigen Angaben, anhand deren sich die voraussichtlich wichtigsten Auswirkungen des  Vorhabens auf die Umwelt herausstellen und beurteilen lassen.  Um diese effektive Berücksichtigung der Umwelt wirksam zu unterstützen, wird der - nach  Möglichkeit bewertete - reale Bestand erfasst.  Der Einsatz dieser Instrumente ermöglicht es in dem Fall, daß negative Folgen für die Umwelt  vorhersehbar sind, die unerläßlichen Korrekturmaßnahmen bereits im Anfangsstadium der geplanten  Programme und Projekte zu treffen, damit diese mit Verbesserungen im Hinblick auf den Schutz der  Umwelt und der natürlichen Ressourcen entsprechend den vorgesehenen Zeitplänen fortschreiten  können. Artikel 15  In dem Bemühen um einen tatsächlichen Schutz und eine effiziente  Bewirtschaftung der Umwelt und der natürlichen Ressourcen vertritt die Gemeinschaft die Auffassung,  daß die unter den zweiten Teil fallenden Bereiche der ÜLG-EWG-Zusammenarbeit unter diesem  Blickwinkel systematisch zu analysieren und zu bewerten sind.  In diesem Geiste unterstützt die Gemeinschaft die Anstrengungen der zuständigen Behörden der ÜLG  auf lokaler, einzelstaatlicher, regionaler und internationaler Ebene wie auch die Maßnahmen der  zwischenstaatlichen und der Nichtregierungsorganisationen zur Förderung lokaler, einzelstaatlicher  und zwischenstaatlicher Strategien und Prioritäten. Artikel 16  (1)    Die Gemeinschaft  verpflichtet sich, in ihrem Zuständigkeitsbereich alles zu unternehmen, damit der internationale  Verkehr mit gefährlichen Abfällen und radioaktiven Abfällen allgemein unter Kontrolle gebracht  wird, und weist auf die Bedeutung hin, die einer wirksamen internationalen Zusammenarbeit auf  diesem Gebiet zukommt.  Unbeschadet der in den zuständigen internationalen Gremien diesbezueglich schon eingegangenen oder  noch einzugehenden spezifischen internationalen Verpflichtungen, untersagt die Gemeinschaft in  diesem Zusammenhang jegliche direkte oder indirekte Ausfuhr solcher Abfälle in die ÜLG, während die  zuständigen Behörden der ÜLG gleichzeitig die direkte oder indirekte Einfuhr  dieser Abfälle aus  der Gemeinschaft oder aus anderen Ländern in ihr Hoheitsgebiet untersagen.  Diese Bestimmungen hindern einen Mitgliedstaat, in den auf Beschluß eines ÜLG Abfälle zur  Aufbereitung ausgeführt werden, nicht daran, die aufbereiteten Abfälle wieder in das betreffende  Ursprungs-ÜLG auszuführen.  Die Gemeinschaft und gegebenenfalls die zuständigen Behörden der ÜLG treffen so bald wie möglich  die internen rechtlichen und administrativen Maßnahmen, die erforderlich sind, um dieser  Verpflichtung nachkommen zu können.  (2)    Die zuständigen Behörden der ÜLG verpflichten sich, eine strenge Kontrolle der Anwendung  der Verbotsmaßnahmen gemäß Absatz 1 zweiter Unterabsatz zu gewährleisten.  (3)    Im Rahmen dieses Artikels gelten als "gefährliche Abfälle" die Abfallkategorien, die in den  Anhängen 1 und 2 des Baseler Übereinkommens über die Kontrolle der grenzueberschreitenden  Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Beseitigung aufgeführt sind.  Für radioaktive Abfälle gelten die Definitionen und Schwellen, die künftig im Rahmen der  Internationalen Atomenergie-Organisation (IÄO) festgelegt werden. Bis zu dieser Festlegung gelten  die in der Erklärung in Anhang VI dieses Beschlusses enthaltenen Definitionen und Schwellen.  Artikel 17  Auf Antrag der zuständigen Behörden der ÜLG erteilt die Gemeinschaft die verfügbaren  technischen Informationen zu Schädlingsbekämpfungsmitteln und anderen chemischen Erzeugnissen, um  ihnen zu helfen, die sachgerechte und sichere Anwendung dieser Erzeugnisse zu planen oder zu  fördern.  Erforderlichenfalls kann gemäß den Bestimmungen der Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung technische Hilfe gewährt werden, um sichere Bedingungen in allen Stadien -  von der Herstellung bis zur Beseitigung dieser Erzeugnisse - zu gewährleisten. Artikel 18  Die  Gemeinschaft und die zuständigen Behörden der ÜLG erkennen an, daß ein nach den im Beschluß  vorgesehenen Konsultationsmechanismen erfolgender Gedankenaustausch über die grossen ökologischen  Risiken von weltweiter Tragweite (Treibhauseffekt, Abbau der Ozonschicht, Entwicklung der  tropischen Wälder usw.) oder von spezifischerer Tragweite und über die sich aus der Anwendung  industrieller Technologien ergebenden Risiken von Nutzen ist. Diese Konsultationen können  von der  Kommission, einem Mitgliedstaat oder den zuständigen Behörden eines ÜLG beantragt werden, sofern  diese Risiken ein ÜLG konkret betreffen können, und haben zum Ziel, gemeinsame Aktionsmöglichkeiten  gemäß den Bestimmungen dieses Beschlusses zu ermitteln. Bei den Konsultationen kann gegebenenfalls  auch ein Gedankenaustausch vor den diesbezueglichen Beratungen in den entsprechenden internationalen  Gremien geführt werden.  TITEL II LANDWIRTSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT, ERNÄHRUNGSSICHERHEIT UND LÄNDLICHEENTWICKLUNG Artikel 19  Die Zusammenarbeit auf dem  landwirtschaftlichen und ländlichen Sektor (Landwirtschaft, Tierzucht, Fischerei, Forstwirtschaft)  zielt insbesondere darauf ab, -  eine durchführbare und dauerhafte Entwicklung, die insbesondere auf dem Umweltschutz und der  rationellen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen basiert, beständig und systematisch zu  fördern; -die Bemühungen der ÜLG um eine erhöhte Nahrungsmittelselbstversorgung zu unterstützen, und zwar  insbesondere durch Verstärkung ihrer eigenen Fähigkeit, ihrer Bevölkerung eine quantitativ und  qualitativ ausreichende Ernährung zu geben und ein befriedigendes Ernährungsniveau zu  gewährleisten; -die Ernährungssicherheit auf lokaler, regionaler und interregionaler Ebene durch Belebung des  regionalen Handels mit Nahrungsmitteln und durch eine bessere Koordinierung der auf die  Eigenbedarfsproduktion gerichteten Politiken der betreffenden Länder zu erhöhen; -der ländlichen Bevölkerung ein zu einer merklichen Anhebung des Lebenshaltungsniveaus führendes  Einkommen zu sichern, damit sie ihre Grundbedürfnisse in bezug auf Ernährung, Bildung, Gesundheit  und Lebensbedingungen decken kann; -die aktive Beteiligung der ländlichen Bevölkerung - Frauen in gleicher Weise wie Männer - an ihrer  eigenen Entwicklung durch Bildung von Zusammenschlüssen sowie durch eine stärkere Integration der  Erzeuger - Männer und Frauen - in den einzelstaatlichen und internationalen Wirtschaftskreislauf zu  fördern; -die Beteiligung der Frauen in ihrer Erzeugerrolle, insbesondere durch Verbesserung ihrer  Zugangsmöglichkeiten zu allen Produktionsfaktoren (Grund und  Boden, Input-Erzeugnisse, Kredite,  Beratung, Ausbildung), zu verstärken; -für die Landbevölkerung befriedigende Lebensbedingungen und einen befriedigenden Lebensrahmen zu  schaffen, insbesondere durch die Entwicklung sozialer und kultureller Tätigkeiten; -die Produktivität der ländlichen Tätigkeiten insbesondere durch den Transfer geeigneter  Technologie und durch rationelle Nutzung der pflanzlichen und tierischen Ressourcen zu verbessern; -die Verluste nach Einholung der Ernte zu verringern; -die Arbeitsbelastung der Frauen zu verringern, insbesondere durch die Förderung geeigneter  Technologie für die Phasen nach der Ernte und für die Verarbeitung von Nahrungsmitteln; -die ländlichen Tätigkeiten, durch die Arbeitsplätze geschaffen werden können, zu diversifizieren  und die produktionsverwandten Tätigkeiten zu entwickeln; -die Produktion durch an Ort und Stelle erfolgende Verarbeitung der Erzeugnisse der Landwirtschaft,  Tierzucht, Fischerei und Forstwirtschaft rentabler zu gestalten; -ein besseres Gleichgewicht zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung für den Eigenbedarf und  Erzeugung für die Ausfuhr zu gewährleisten; -eine den natürlichen und menschlichen Bedingungen des Landes und der Region angepasste und den  Beratungsbedürfnissen sowie den Geboten der Ernährungssicherheit entsprechende Ackerbauforschung zu  entwickeln und zu verstärken; -im Rahmen der vorstehend genannten Ziele die natürliche Umwelt, insbesondere durch spezifische  Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung der Ökosysteme zu schützen. Artikel 20  (1)    Zur  Verwirklichung der in Artikel 19 genannten Ziele sind auf lokaler, regionaler und interregionaler  Ebene möglichst vielfältige, konkrete Maßnahmen zu treffen.  (2)    Ihre Planung und Durchführung erfolgt im Hinblick auf die Verwirklichung der von den  zuständigen Behörden der ÜLG festgelegten Politiken und Strategien und unter Beachtung ihrer  Prioritäten.  (3)    Die landwirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt diese Politiken und Strategien gemäß den  Bestimmungen dieses Beschlusses.  Artikel 21  (1)    Die Entwicklung der Produktion erfolgt über  eine rationelle Intensivierung der pflanzlichen und tierischen Produktion und setzt folgendes  voraus: -die Verbesserung der verschiedenen Formen des Regenfeldbaus unter Erhaltung der Fruchtbarkeit der  Böden; -die Entwicklung der Bewässerungskulturen, insbesondere durch landwirtschaftliche  Wasserbaumaßnahmen verschiedener Art (Wasserbaumaßnahmen in den Dörfern, Regulierung von  Wasserläufen und Erschließung von Anbauflächen), die den optimalen Einsatz und die sparsame  Bewirtschaftung des Wassers ermöglichen und von den Landwirten und örtlichen Einrichtungen bedient  werden können; ferner bestehen die Maßnahmen in der Reaktivierung vorhandener Anlagen; -die Verbesserung und Modernisierung der Anbautechniken sowie die bessere Nutzung der  Produktionsfaktoren (verbesserte Arten und Rassen, landwirtschaftliches Gerät, Düngemittel,  Pflanzenbehandlungsmittel); -im Bereich der Tierzucht die Verbesserung der Tierernährung (angemessenere Bewirtschaftung der  Weiden, Entwicklung der Futtermittelproduktion, erhöhte Neuanlage und Reaktivierung von  Wasserstellen) und der tiergesundheitlichen Verhältnisse, einschließlich der Entwicklung der dazu  erforderlichen Infrastruktur; -eine bessere Verbindung von Landwirtschaft und Tierzucht; -im Bereich der Fischerei modernere Methoden für die Bewirtschaftung der Fischbestände und die  Entwicklung der Aquakultur.  (2)    Ferner setzt die Entwicklung der Produktion folgendes voraus: -die Ausweitung der flankierenden Sekundär- und Tertiärtätigkeiten in der Landwirtschaft, wie die  Herstellung, Modernisierung und Förderung des Einsatzes von landwirtschaftlichem Gerät und  landwirtschaftlichen Anlagen sowie von Inputs und gegebenenfalls deren Einfuhr; -die Schaffung oder Verbesserung von den örtlichen Bedingungen gemässen landwirtschaftlichen  Spar-und Kreditsystemen, um den Zugang der Landwirte zu den Produktionsfaktoren zu fördern; -die Förderung jeder den örtlichen Verhältnissen angemessenen Politik und Maßnahme zur Schaffung  von Erzeugeranreizen, um die Produktivität und die Einkommen der Landwirte zu erhöhen.    Artikel 22  Im Interesse der Rentabilisierung der Erzeugung trägt die landwirtschaftliche  Zusammenarbeit dazu bei, folgendes zu gewährleisten: -  angemessenes Haltbarmachungsmaterial und entsprechende Lagerhaltungsstrukturen auf  Erzeugerebene; -eine wirksame Bekämpfung von Krankheiten, Insektenplagen und sonstigen Ursachen für  Produktionsverluste; -ein grundlegendes Vermarktungssystem, das auf einer geeigneten Organisation der Erzeuger, der die  erforderlichen finanziellen und materiellen Mittel zur Verfügung stehen, sowie auf entsprechenden  Kommunikationsmitteln beruht; -das elastische Funktionieren der Vermarktungssysteme unter Berücksichtigung aller geeigneten  öffentlichen oder privaten Initiativen, um die Versorgung der örtlichen Märkte, der Gebiete mit  Zuschußbedarf und der städtischen Märkte zu ermöglichen und so die Abhängigkeit von aussen zu  verringern; -Mechanismen zur Vermeidung von Versorgungsengpässen (Sicherheitslager) und unkontrollierten  Preisschwankungen (Interventionslager); -die Verarbeitung, Verpackung und Aufmachung sowie Vermarktung der Erzeugnisse entsprechend der  Marktentwicklung, insbesondere durch den Aufbau handwerklicher und agro-industrieller Einheiten.  Artikel 23  Die Maßnahmen zugunsten der Landbevölkerung umfassen-die Bildung von  Erzeugerzusammenschlüssen oder -gemeinschaften im Hinblick auf die bessere Nutzung der Märkte,  Investitionen und Ausrüstungsgüter von gemeinsamem Interesse; -die Förderung der Beteiligung der Frauen sowie Bemühungen um die Anerkennung der Frau in ihrer  aktiven Rolle als vollwertige Partnerin im Prozeß der ländlichen Erzeugung und der wirtschaftlichen  Entwicklung; -die Entwicklung von für die Verbesserung des Lebensrahmens der Landbevölkerung unerläßlichen  sozialen und kulturellen Tätigkeiten (Gesundheit, Bildung, Kultur usw.); -die Ausbildung der ländlichen Erzeuger - Frauen in gleicher Weise wie Männer - durch angemessene  Beratung und Betreuung; -die Verbesserung der Bedingungen für die Ausbildung der Ausbilder auf allen Ebenen.  Artikel 24   Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der agronomischen und agrartechnischen Forschung trägt dazu bei, -in den ÜLG lokale und regionale Forschungskapazitäten aufzubauen, die den natürlichen und den  örtlichen sozio-ökonomischen Bedingungen bei der Pflanzen- und Tiererzeugung gerecht werden; -insbesondere die Arten und Rassen, den Nährwert der Erzeugnisse und deren Verpackung oder  Aufmachung zu verbessern und erzeugergerechte Techniken und Verfahren zu entwickeln; -die in einem ÜLG, einem AKP-Staat oder Nicht-AKP-Staat erzielten Forschungsergebnisse, die in  anderen ÜLG oder AKP-Staaten angewandt werden könnten, besser zu verbreiten; -die Forschungsergebnisse an möglichst viele Benutzer weiterzugeben; -die Koordinierung der Forschung, insbesondere auf regionaler und internationaler Ebene, zu fördern  und zu verstärken und zur Verwirklichung dieser Ziele geeignete Maßnahmen zu treffen. Artikel 25   Die Maßnahmen der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit erfolgen nach den für die Zusammenarbeit bei  der Entwicklungsfinanzierung festgelegten Einzelheiten und Verfahren und können sich in diesem  Rahmen auch auf folgendes beziehen:  1.  im Bereich der technischen Zusammenarbeit: -  Austausch von Informationen zwischen der Gemeinschaft, den ÜLG und den AKP-Staaten sowie  zwischen ÜLG und AKP-Staaten über Wasserverwendung, Praktiken der Produktionsintensivierung,  Forschungsergebnisse; -Erfahrungsaustausch zwischen Angehörigen des Kredit- und Sparwesens, der Genossenschaften, der  Vereine auf Gegenseitigkeit, des Handwerks, des Kleingewerbes in ländlichen Gebieten;  2.im Bereich der finanziellen Zusammenarbeit: -Bereitstellung von Produktionsmitteln; -Unterstützung der Marktregulierungseinrichtungen aufgrund einer kohärenten Inangriffnahme der  Produktions- und Vermarktungsprobleme; -Beteiligung an der Aufbringung von Mitteln für die landwirtschaftlichen Kreditsysteme;   -Eröffnung von Kreditlinien zugunsten ländlicher Erzeuger, landwirtschaftlicher  Berufsorganisationen, des Handwerks, der Zusammenschlüsse von Frauen und des ländlichen  Kleingewerbes entsprechend den jeweiligen Tätigkeiten (Versorgung, Erstvermarktung, Lagerung usw.)  sowie zugunsten von Zusammenschlüssen zur Durchführung thematischer Aktionen; -Unterstützung des gemeinsamen Einsatzes von industriellen Mitteln und beruflichem Können in den  ÜLG und in der Gemeinschaft im Rahmen handwerklicher oder gewerblicher Einheiten für die  Herstellung von Inputs und Material, Instandhaltung, Verpackung und Aufmachung, Lagerung,  Beförderung und Verarbeitung der Erzeugnisse usw. Artikel 26  (1)    Die Maßnahmen der  Gemeinschaft zugunsten der Ernährungssicherheit der ÜLG werden im Rahmen der Ernährungsstrategie  oder -politik der zuständigen Behörden der ÜLG und der von ihnen festgelegten Entwicklungsziele  durchgeführt. Sie werden in Abstimmung mit den Instrumenten dieses Beschlusses im Rahmen der Politik der  Gemeinschaft und der daraus resultierenden Maßnahmen unter Wahrung der internationalen  Verpflichtungen der Gemeinschaft durchgeführt.  (2)    In diesem Zusammenhang kann zusammen mit den zuständigen Behörden der ÜLG, die dies  wünschen, eine unverbindliche Mehrjahresprogrammierung vorgenommen werden, damit genauere Prognosen  über die Nahrungsmittelversorgung dieser Staaten möglich sind. Artikel 27  Für den Bereich der  verfügbaren Agrarerzeugnisse verpflichtet sich die Gemeinschaft, dafür zu sorgen, daß die  Erstattungen bei der Ausfuhr in alle ÜLG für bestimmte, entsprechend ihrem jeweiligen  Nahrungsmittelbedarf ausgewählte Erzeugnisse länger im voraus festgesetzt werden können.  Die Festsetzung kann ein Jahr im voraus erfolgen, und diese Vorausfestsetzung wird während der  Geltungsdauer dieses Beschlusses alljährlich angewendet, wobei die Höhe der Erstattung nach den  üblichen Methoden der Kommission festgelegt wird. Artikel 28  Bei der Durchführung der  Bestimmungen dieses Titels ist insbesondere dafür zu sorgen, daß den am wenigsten entwickelten ÜLG  dabei geholfen wird, sie in vollem Umfang zu nutzen. Auf Antrag der zuständigen Behörden der  betreffenden ÜLG wird den spezifischen Schwierigkeiten dieser ÜLG bei der Verwirklichung ihrer  Politik und Strategie für eine bessere Selbstversor gung und Ernährungssicherheit besondere  Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei erstreckt sich die Zusammenarbeit insbesondere auf die Bereiche  Produktion (einschließlich Versorgung mit materiellen, technischen und finanziellen Inputs),  Verkehr, Vermarktung, Verpackung und Aufmachung sowie Schaffung von Lagerhaltungsstrukturen.  Artikel 29  Die ÜLG können auf Antrag ihrer zuständigen Behörden die Dienste des Technischen  Zentrums für die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und im ländlichen Bereich in Anspruch nehmen,  dessen Aufgaben in Artikel 53 des Abkommens aufgeführt sind.  Die technischen eventuellen Kosten der von den ÜLG in Anspruch genommenen Leistungen des Zentrums  werden aus den in Artikel 154 vorgesehenen Mitteln für die jeweils betroffene der drei Zonen  finanziert.  TITEL III ENTWICKLUNG DER FISCHEREI Artikel 30  Im Interesse einer stärkeren Nutzung der  Fischereiressourcen der ÜLG finden auf die Fischerei alle in diesem Beschluß vorgesehenen  Mechanismen der Unterstützung und Zusammenarbeit, insbesondere die finanzielle und technische  Zusammenarbeit nach den Modalitäten von Titel III des dritten Teils Anwendung.  Vorrangige Ziele dieser Zusammenarbeit sind-  eine bessere Kenntnis der Umwelt und der  Ressourcen; -die Verstärkung der Mittel zum Schutz der Fischereiressourcen und zur Überwachung ihrer  rationellen Nutzung; -die Förderung der rationellen Nutzung der Fischereiressourcen der ÜLG und der Hochseeressourcen,  an denen die ÜLG und die Gemeinschaft ein gemeinsames Interesse haben; -die Erhöhung des Beitrags der Fischerei - einschließlich der Teilgebiete der Aquakultur, der  handwerklichen Fischerei und der Binnenfischerei - zur ländlichen Entwicklung unter besonderer  Würdigung der Bedeutung des Fischfangs für die Verbesserung der Ernährungssicherheit, des  Ernährungsniveaus und der sozio-ökonomischen Verhältnisse der betreffenden Bevölkerungskreise;  Voraussetzung hierfür ist unter anderem, daß die im Anschluß an den Fischfang sowie in der  Vermarktungsphase von den Frauen geleistete Arbeit anerkannt und unterstützt wird;   -die Erhöhung des Beitrags der Fischerei zur industriellen Entwicklung durch Erhöhung der Fänge,  des Ertrags, der Verarbeitung und der Ausfuhren. Artikel 31  Die Unterstützung der Entwicklung  der Fischerei durch die Gemeinschaft umfasst unter anderem Hilfsmaßnahmen in folgenden Bereichen: a)  Fischereiproduktion, einschließlich des Erwerbs von Booten, Ausrüstung und Fanggerät, Ausbau  der für die Fischereigemeinschaften in ländlichen Gebieten und die Fischereiindustrie  erforderlichen Infrastruktur sowie Unterstützung von Aquakultur-Projekten, insbesondere durch  Eröffnung spezieller Kreditlinien zugunsten entsprechender ÜLG-Institutionen, die die Darlehen an  die betreffenden Personen weiterleiten; b)Bewirtschaftung und Schutz der Fischereiressourcen, einschließlich der Evaluierung dieser  Ressourcen und des Aquakulturpotentials; bessere Pflege und Überwachung der Umwelt sowie  Entwicklung der Fähigkeit der zuständigen Behörden der ÜLG zur rationellen Bewirtschaftung der  Fischereiressourcen in den ausschließlichen Wirtschaftszonen vor den Küsten der ÜLG; c)Verarbeitung und Vermarktung von Fischereierzeugnissen, einschließlich der Entwicklung der  Anlagen für die Verarbeitung, Einsammlung, Verteilung und Vermarktung sowie der betreffenden  Tätigkeiten; die Verringerung von Verlusten nach den Fängen und die Förderung von Programmen zur  Verbesserung der Nutzung des Fischs und zur Verbesserung der auf Fischereierzeugnissen basierenden  Ernährung; d)Ausbildungsbedarf der Angehörigen der ÜLG in allen Bereichen des Fischereiwesens, die Entwicklung  und Förderung der Forschungskapazitäten der ÜLG sowie Förderung der regionalen Zusammenarbeit bei  der Bewirtschaftung und Förderung des Fischereiwesens. Artikel 32  Bei der Durchführung der  Artikel 30 und 31 ist im besonderen darauf zu achten, daß die am wenigsten entwickelten ÜLG die  Möglichkeit erhalten, ihre Fähigkeit zur Bewirtschaftung der eigenen Fischereiressourcen auf ein  Hoechstmaß zu steigern. Artikel 33  Die Erhaltung und die optimale Nutzung der biologischen  Meeresressourcen werden im Wege der Zusammenarbeit entweder unmittelbar oder auf regionaler Basis  oder gegebenenfalls über internationale Organisationen erreicht.   TITEL IV ZUSAMMENARBEIT IM GRUNDSTOFFBEREICH Artikel 34  Bei der Zusammenarbeit mit den ÜLG  im Grundstoffbereich wird folgendes berücksichtigt: -  die starke Abhängigkeit der Volkswirtschaften zahlreicher ÜLG von ihren Grundstoffausfuhren, -die in den meisten Fällen eingetretene Verschlechterung ihrer Ausfuhrsituation, die hauptsächlich  auf eine ungünstige Entwicklung der Weltmarktpreise zurückzuführen ist, -der strukturelle Charakter der Schwierigkeiten, die in zahlreichen Grundstoffsektoren sowohl  innerhalb der Volkswirtschaften der ÜLG als auch auf internationaler Ebene zutage treten. Artikel  35  Hauptziele der Zusammenarbeit in diesem Bereich sind: -die horizontale und vertikale Diversifizierung der Volkswirtschaften der ÜLG und insbesondere die  Förderung von Verarbeitung, Vermarktung, Vertrieb und Transport (VVVT), -die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von ÜLG-Grundstoffen auf den Weltmärkten durch  Reorganisation und Rationalisierung ihrer Produktions-, Vermarktungs- und Vertriebstätigkeit.  Um diese Ziele möglichst weitgehend zu verwirklichen, ist von allen geeigneten Mitteln Gebrauch zu  machen; die gesamten Instrumente und Mittel dieses Beschlusses müssen daher koordiniert eingesetzt  werden. Artikel 36  Die Maßnahmen im Rahmen der Zusammenarbeit im Grundstoffbereich sind auf die  Entwicklung der internationalen, regionalen und lokalen Märkte ausgerichtet; sie werden nach den  Modalitäten und Verfahren des Beschlusses, insbesondere betreffend die Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung, durchgeführt. In diesem Rahmen können sie sich auf folgende Bereiche  beziehen: 1.  Bessere Nutzung der menschlichen Ressourcen; dazu gehören insbesondere: -  Ausbildungs- und Lehrgangsprogramme für die Wirtschaftsteilnehmer der betreffenden Sektoren; -Unterstützung der lokalen oder regionalen Fachschulen und -einrichtungen in diesem Bereich;   2.Förderung der Investitionen der Unternehmer aus der EWG und den ÜLG in diesem Sektor,  insbesondere durch folgende Maßnahmen: -Informations- und Aufklärungskampagnen, die auf die Unternehmer zielen, die in Maßnahmen zur  Diversifizierung und besseren Nutzung der Grundstoffe der ÜLG investieren könnten; -dynamischerer Einsatz von Risikokapital bei den Unternehmen, die in die VVVT-Tätigkeiten  investieren wollen; -Anwendung der einschlägigen Bestimmungen über Förderung, Schutz, Finanzierung und Unterstützung  von Investitionen;  3.Entwicklung und Verbesserung der für die Tätigkeiten in diesem Bereich notwendigen  Infrastrukturen, insbesondere der Verkehrs- und Telekommunikationsnetze. Artikel 37  Bei der  Verfolgung der Ziele des Artikels 35 messen die Vertragsparteien folgenden Punkten besondere  Bedeutung bei: -  Sicherstellung der angemessenen Berücksichtigung der Signale, die von den örtlichen, regionalen  und internationalen Märkten ausgehen; -Berücksichtigung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen; -Herbeiführung einer grösseren Kohärenz zwischen den von den verschiedenen ÜLG verfolgten Strategien  auf regionaler und internationaler Ebene; -Förderung einer effizienten Verteilung der Ressourcen auf die verschiedenen Tätigkeiten und  Wirtschaftsteilnehmer der betreffenden Produktionsbereiche.  TITEL V INDUSTRIELLE ENTWICKLUNG, HERSTELLUNG UND VERARBEITUNG Artikel 38  Damit die ÜLG ihre  industriellen Entwicklungsziele leichter erreichen können, sollte eine Strategie für ihre  integrierte und wirtschaftlich lebensfähige Entwicklung ausgearbeitet werden, bei der die  Tätigkeiten der verschiedenen Sektoren miteinander verknüpft werden. Es gilt somit, für die  Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung, den gewerblichen Sektor, den Bergbau, das  Energiewesen, die Infrastrukturen und den Dienstleistungsbereich sektorale Strategien so zu  konzipieren, daß eine Interaktion in und unter diesen Sektoren begünstigt und auf diese Weise die  lokale Wertschöpfung maximiert und unter gleichzeitigem Schutz der Umwelt und der natürlichen  Ressourcen soweit wie möglich eine wirkliche Kapazität für die Ausfuhr von gewerblichen  Erzeugnissen geschaffen wird.  Zur Durchsetzung dieser Ziele werden neben den spezifischen Bestimmungen für die industrielle  Zusammenarbeit die Bestimmungen über die Handelsregelung, die Förderung des Handels mit  ÜLG-Erzeugnissen und die privaten Investitionen angewendet. Artikel 39  Die industrielle  Zusammenarbeit hat als ausschlaggebendes Instrument für die Verwirklichung der industriellen  Entwicklung folgende Ziele: a)  Schaffung der Grundlagen und des Rahmens für eine wirksame Zusammenarbeit zwischen der  Gemeinschaft und den ÜLG in den Bereichen Herstellung und Verarbeitung, bessere Nutzung der  Bergbau- und Energieressourcen, Verkehr und Kommunikation; b)Förderung der Schaffung günstiger Bedingungen für die Entwicklung gewerblicher Unternehmen sowie  für in- und ausländische Investitionen; c)Verbesserung der Kapazitätsausnutzung und Reaktivierung schon vorhandener potentiell  lebensfähiger gewerblicher Unternehmen, damit die Produktionskapazität der ÜLG-Volkswirtschaften  wiederhergestellt wird; d)Förderung der Gründung von bzw. der Beteiligung an Unternehmen seitens ÜLG-Angehöriger,  insbesondere der Gründung von Klein- und Mittelunternehmen, die lokale Input-Erzeugnisse herstellen  und/oder verwenden; Unterstützung der neuen und Ausbau der schon bestehenden Unternehmen;e)Unterstützung der Schaffung neuer Industriezweige, die die örtlichen Märkte rentabel beliefern  und das Wachstum der nicht traditionellen Ausfuhren sichern, so daß die Einnahmen gesteigert,  Arbeitsmöglichkeiten geschaffen und die Realeinkommen erhöht werden; f)Entwicklung immer engerer Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und den ÜLG im industriellen  Bereich sowie stärkere Förderung insbesondere des raschen Aufbaus gemeinsamer gewerblicher  Unternehmen der ÜLG und der EWG-Staaten; g)Förderung der berufsständischen Vereinigungen in den ÜLG sowie anderer Einrichtungen, die sich  mit gewerblichen Unternehmen oder der Unternehmensentwicklung befassen. Artikel 40  Die  Gemeinschaft unterstützt die ÜLG, um ihren institutionellen Rahmen zu verbessern, ihre  Finanzierungsinstitute zu stärken und die für die Industrie notwendigen  Infrastrukturen zu  schaffen, wiederherzustellen und zu verbessern. Die Gemeinschaft unterstützt die ÜLG auch bei ihren  Bemühungen um die Integrierung der industriellen Strukturen auf regionaler und interregionaler  Ebene. Artikel 41  Auf Antrag der zuständigen Behörden eines ÜLG leistet die Gemeinschaft die  notwendige Unterstützung bei der Ausbildung in Industrieberufen auf allen Ebenen, insbesondere bei  der Feststellung des Bedarfs an Ausbildung in Industrieberufen und der Aufstellung der  entsprechenden Programme, der Schaffung und dem Betrieb von lokalen oder regionalen Einrichtungen  zur Ausbildung in Industrieberufen, der Ausbildung von Angehörigen der ÜLG in geeigneten  Einrichtungen und der Ausbildung am Arbeitsplatz in der Gemeinschaft und in den ÜLG sowie bei der  Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen zur Ausbildung in Industrieberufen in der Gemeinschaft und  den ÜLG, zwischen Einrichtungen zur Ausbildung in Industrieberufen in den ÜLG sowie zwischen diesen  Einrichtungen und entsprechenden Einrichtungen in anderen Entwicklungsländern. Artikel 42  Damit  die industriellen Entwicklungsziele erreicht werden können, unterstützt die Gemeinschaft die  Schaffung und Erweiterung jeglicher Art von wirtschaftlich lebensfähigen gewerblichen Tätigkeiten,  die die zuständigen Behörden der ÜLG zur Verwirklichung ihrer Ziele und Prioritäten im Bereich der  Industrialisierung für wichtig erachten.  Besondere Aufmerksamkeit verdienen in diesem Zusammenhangi)  die Verarbeitung von Grundstoffena)   die Industrien, welche auf lokaler oder regionaler Ebene zur Ausfuhr bestimmte Grundstoffe  verarbeiten; b)die den örtlichen Bedarf deckenden und örtliche Ressourcen nutzenden Industrien, die auf die  lokalen und regionalen Märkte ausgerichtet sind und vorrangig zu den kleinen und mittleren  Unternehmen gehören; die Industrien mit Ausrichtung auf die Modernisierung der Landwirtschaft, die  effiziente Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte sowie die Herstellung von  Input-Erzeugnissen und landwirtschaftlichem Gerät; ii)die Industrien im Bereich des Maschinenbaus, der Metallverarbeitung und der  Chemiea)Maschinenbauunternehmen, die Werkzeug und Ausrüstungsgegenstände herstellen und  hauptsächlich zum Zweck der Instandhaltung der in den ÜLG bereits vorhandenen Fabriken und  Ausrüstungen geschaffen wurden. Diese Unternehmen müssen vorrangig den Sektor Herstellung  und  Verarbeitung, den Grossausfuhrsektor sowie die die Grundbedürfnisse deckenden kleinen und mittleren  Unternehmen unterstützen; b)die metallverarbeitenden Industrien, die die sekundäre Verarbeitung der Bergbauerzeugnisse der  ÜLG zur Versorgung der Maschinenbauunternehmen und der chemischen Unternehmen der ÜLG durchführen; c)insbesondere die kleinen und mittleren chemischen Unternehmen, die die sekundäre Verarbeitung von  mineralischen Stoffen für andere Industriezweige sowie für die Landwirtschaft und den  Gesundheitssektor vornehmen; iii)Reaktivierung und Nutzung der industriellen Kapazitäten: die Wiederherstellung, Verbesserung,  Sanierung, Umstrukturierung und Instandhaltung der vorhandenen industriellen Kapazitäten mit  potentieller wirtschaftlicher Lebensfähigkeit. In diesem Zusammenhang sind die Industriezweige  bevorzugt zu behandeln, die ihre Erzeugnisse unter Verwendung eines sehr geringen Anteils an  Importwaren herstellen, sich auf die vor- und nachgelagerten Stufen auswirken und  beschäftigungsfördernd sind. Die Reaktivierungstätigkeiten sollten die Schaffung der notwendigen  Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Lebensfähigkeit der reaktivierten Unternehmen zum Ziel  haben. Artikel 43  Die Gemeinschaft hilft den ÜLG, während der Laufzeit des Beschlusses vorrangig  wirtschaftlich lebensfähige Industrien im Sinne des Artikels 42 nach Maßgabe der Kapazitäten und  Entscheidungen der zuständigen Behörden der einzelnen ÜLG zu entwickeln; dies hat in Anbetracht der  ihnen verfügbaren Mittel so zu erfolgen, daß der Anpassung der industriellen Strukturen an die in  den ÜLG, in der Gemeinschaft wie auch auf weltweiter Ebene eingetretenen Änderungen Rechnung  getragen wird. Artikel 44  Zur Förderung der beiderseitigen Interessen trägt die Gemeinschaft  durch Maßnahmen der gegenseitigen Unterrichtung und Förderung der Industrien zur Entwicklung der  Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der ÜLG und der EWG, zwischen Unternehmen der verschiedenen ÜLG  und zwischen Unternehmen der ÜLG und der AKP-Staaten bei.  Zweck dieser Maßnahmen ist es, den regelmässigen Informationsaustausch zu verstärken, die  notwendigen Kontakte im industriellen Bereich zwischen Verantwortlichen der Industriepolitik,  Investoren und Wirtschaftsunternehmen der Gemeinschaft, der ÜLG und der AKP-Staaten herzustellen,  Untersuchungen, insbesondere Durchführbarkeitsstudien, durchzuführen, die Schaffung und das  Funktionieren von ÜLG-Einrichtungen zur Förderung der industriellen Entwicklung zu erleichtern und   das Zustandekommen von Koinvestitionen und Zulieferungsverträgen sowie jede andere Form der  industriellen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft, der ÜLG und  der AKP-Staaten zu fördern. Artikel 45  Die Gemeinschaft trägt dazu bei, kleine und mittlere  Handwerks-, Handels-, Dienstleistungs- und Industriebetriebe zu errichten und auszubauen, da diese  einerseits in modernen und in informellen Sektoren als ein diversifiziertes wirtschaftliches  Geflecht für die allgemeine Entwicklung der ÜLG eine wesentliche Rolle spielen und andererseits für  die Erlangung beruflicher Qualifikationen, den integrierten Transfer und die Anpassung geeigneter  Technologien sowie den bestmöglichen Einsatz der einheimischen Arbeitskräfte Vorteile bieten. Die  Gemeinschaft trägt auch zu folgendem bei: sektorale Beurteilung und Aufstellung von  Aktionsprogrammen, Schaffung geeigneter Infrastrukturen sowie Stärkung und Funktionieren von  Einrichtungen für Information, Stimulierung, Beratung, Ausbildung, Kredite oder Bürgschaften und  Technologietransfer.  Die Gemeinschaft und die zuständigen Behörden der ÜLG fördern die Zusammenarbeit und die Kontakte  zwischen kleinen und mittleren Unternehmen der Mitgliedstaaten, der ÜLG und der AKP-Staaten.  Artikel 46  Um den ÜLG zu helfen, ihre technologische Basis und eigene Kapazität auf dem Gebiet  der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung zu stärken, und um den Erwerb, den Transfer  und die Anpassung von Technologien unter Bedingungen zu erleichtern, die den grösstmöglichen Nutzen  bei möglichst geringen Kosten versprechen, kann das Instrumentarium der Zusammenarbeit zur  Finanzierung der Entwicklung insbesondere einen Beitrag leistena)  zur Errichtung und Stärkung von  industriebezogenen wissenschaftlichen und technischen Infrastrukturen in den ÜLG; b)zur Aufstellung und Durchführung von Forschungs-und Entwicklungsprogrammen; c)zur Ermittlung und Schaffung von Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen  Forschungsinstituten, Hochschuleinrichtungen und Unternehmen der ÜLG, der AKP-Staaten, der  Gemeinschaft, der Mitgliedstaaten und anderer Länder; d)zur Aufnahme und Förderung von Tätigkeiten zur Konsolidierung geeigneter lokaler Technologien und  zum Erwerb relevanter ausländischer Technologien, insbesondere von Technologien anderer  Entwicklungsländer;  e)zur Ermittlung, zur Beurteilung und zum Erwerb von industriellen Technologien, einschließlich  der Aushandlung günstiger Bedingungen für den Erwerb ausländischer Technologien und Patente sowie  anderen ausländischen gewerblichen Eigentums, insbesondere durch Finanzierung und/oder andere  geeignete Vereinbarungen mit Unternehmen und Einrichtungen in der Gemeinschaft; f)zur Einrichtung von Beratungsdiensten zur Unterstützung bei der Ausarbeitung von Vorschriften für  den Technologietransfer und bei der Weitergabe verfügbarer Informationen, insbesondere hinsichtlich  der Bedingungen von Technologieverträgen, der Technologiearten und -quellen sowie der Erfahrungen  der ÜLG und anderer Länder mit der Verwendung bestimmter Technologien; g)zur Förderung der technologischen Zusammenarbeit zwischen den ÜLG sowie zwischen ÜLG und  AKP-Staaten oder anderen Entwicklungsländern, einschließlich der Forschungs- und  Entwicklungseinrichtungen, insbesondere auf regionaler Ebene, um alle besonders geeigneten  wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten, über die diese ÜLG gegebenenfalls verfügen,  optimal zu nutzen; h)zur möglichst weitgehenden Erleichterung des Zugangs zu den in der Gemeinschaft verfügbaren  Dokumentationsquellen und anderen Datenquellen sowie deren Benutzung. Artikel 47  Damit die ÜLG  aus der Handelsregelung und den übrigen Bestimmungen dieses Beschlusses grösseren Nutzen ziehen  können, werden Aktionen zur Förderung des Absatzes von Industrieerzeugnissen der ÜLG auf dem  Gemeinschaftsmarkt und anderen ausländischen Märkten durchgeführt; hierdurch soll zugleich der  Austausch von Industrieerzeugnissen zwischen ÜLG sowie zwischen ÜLG und AKP-Staaten angeregt und  entwickelt werden. Gegenstand dieser Aktionen werden insbesondere Marktstudien, Vermarktung,  Qualität und Standardisierung von gewerblichen Erzeugnissen gemäß den Artikeln 152 und 153 und  unter Berücksichtigung der Artikel 84 und 85 sein. Artikel 48  Auf Antrag ihrer zuständigen  Behörden können die ÜLG die Dienste des Zentrums für industrielle Entwicklung in Anspruch nehmen,  dessen Ziele in Artikel 89 des Abkommens niedergelegt sind und dessen Aufgaben dort in Artikel 90  aufgeführt werden; das gleiche gilt für die Dienste der EG-Beratungsstellen für Unternehmen (Euro  Info Centre), die im Rahmen der Politik der Gemeinschaft zugunsten der Unternehmen eingeführt  wurden.  Die etwaigen Kosten der Leistungen des Zentrums für industrielle Entwicklung oder der genannten  EG-Bera tungsstellen zugunsten der ÜLG, die diese in Anspruch nehmen, werden aus den in Artikel 154  vorgesehenen Mitteln für die jeweils betroffene der drei ÜLG-Zonen finanziert. Artikel 49  (1)     Bei der Durchführung der Bestimmungen dieses Titels gilt die besondere Aufmerksamkeit der  Gemeinschaft den spezifischen Bedürfnissen und Problemen der am wenigsten entwickelten ÜLG, damit  vor allem im Hinblick auf eine bessere Nutzung ihrer örtlichen Rohstoffe und sonstigen Ressourcen  durch die Ausarbeitung von Industriepolitiken und -strategien, die Schaffung einer wirtschaftlichen  Infrastruktur und die Ausbildung in Industrieberufen die Grundlagen für ihre Industrialisierung  geschaffen werden; das gilt insbesondere für folgende Bereiche: -  Verarbeitung der Rohstoffe; -Entwicklung, Transfer und Anpassung der Technologie; -Erarbeitung von Aktionen zugunsten der kleinen und mittleren gewerblichen Unternehmen und ihre  Finanzierung; -Entwicklung der Industrieinfrastrukturen und bessere Nutzung der Energie- und Bergbauressourcen; -angemessene Ausbildung in wissenschaftlichen und technischen Bereichen; -Produktion von Ausrüstungsgegenständen und Input-Erzeugnissen für den ländlichen Bereich.  Die betreffenden Aktionen können in Zusammenarbeit mit dem ZIE oder den EG-Beratungsstellen für  Unternehmen durchgeführt werden.  (2)    Auf Antrag eines oder mehrerer der am wenigsten entwickelten ÜLG gewährt das Zentrum  besondere Unterstützung bei der an Ort und Stelle erfolgenden Ermittlung von Förderungs- und  Entwicklungsmöglichkeiten im industriellen Bereich, und zwar insbesondere hinsichtlich der  Verarbeitung der Rohstoffe und der Produktion von Ausrüstungsgegenständen und Input-Erzeugnissen  für den ländlichen Bereich. Artikel 50  Im Hinblick auf die industrielle Zusammenarbeit trägt die  Gemeinschaft zur Verwirklichung von Programmen, Projekten und Aktionen bei, die ihr von den  zuständigen Behörden der ÜLG oder mit deren Zustimmung unterbreitet werden. Sie setzt zu diesem  Zweck alle in diesem Beschluß vorgesehenen Mittel ein, und zwar insbesondere die ihr im Rahmen der  finanziellen und technischen Zusammenarbeit zur Verfügung stehenden Mittel und namentlich die von  der Bank verwalteten Mittel; dies gilt  unbeschadet von Aktionen, die den ÜLG dazu verhelfen  sollen, Mittel aus anderen Quellen zu beschaffen.  Für die Durchführung der Programme, Projekte und Aktionen der industriellen Zusammenarbeit, zu  denen die Gemeinschaft finanziell beiträgt, gelten die Bestimmungen von Titel III des dritten Teils  dieses Beschlusses unter Berücksichtigung der besonderen Merkmale der Maßnahmen im industriellen  Bereich.  TITEL VI ENTWICKLUNG DES BERGBAUS Artikel 51  Die Entwicklung des Bergbaus hat folgende  Hauptziele: -  Nutzung der mineralischen Ressourcen jeglicher Art in einer Weise, bei der die Rentabilität des  Bergbaus sowohl auf den Exportmärkten als auch auf den einheimischen Märkten gewährleistet und  zugleich den Anliegen des Umweltschutzes Rechnung getragen wird, -Valorisierung des Arbeitskräftepotentials,  und zwar jeweils im Hinblick auf die Förderung und Beschleunigung einer diversifizierten  wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Artikel 52  Auf Antrag der zuständigen Behörden eines  oder mehrerer ÜLG führt die Gemeinschaft Maßnahmen der technischen Hilfe oder Ausbildungsmaßnahmen  durch, um die wissenschaftliche und technische Leistungsfähigkeit der betreffenden Staaten in den  Bereichen Geologie und Bergbau zu steigern, so daß diese Staaten aus den verfügbaren Kenntnissen  grösseren Nutzen ziehen und ihre Forschungs- und Explorationsprogramme entsprechend ausrichten  können. Artikel 53  Unter Berücksichtigung der lokalen, nationalen wie der internationalen  Wirtschaftsfaktoren und im Bemühen um Diversifizierung beteiligt die Gemeinschaft sich  gegebenenfalls durch Programme für eine finanzielle und technische Hilfe an den Bemühungen, die die  ÜLG auf den verschiedenen Ebenen für die Forschung und Exploration im Bergbau, und zwar sowohl auf  dem Lande als auch auf dem Festlandssockel, wie dieser im Völkerrecht definiert ist, unternehmen.  Sie gewährt gegebenenfalls auch technische und finanzielle Unterstützung bei der Bereitstellung  lokaler, nationaler oder regionaler Mittel für Explorationsvorhaben in den ÜLG.    Artikel 54 Zur Unterstützung der Bemühungen um die Nutzung der Bodenschätze in den ÜLG  leistet die Gemeinschaft einen Beitrag zu Projekten für die Reaktivierung, Unterhaltung,  Rationalisierung und Modernisierung wirtschaftlich lebensfähiger Produktionsanlagen, um diese  leistungsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen.  Sie beteiligt sich auch an der Ermittlung, Ausarbeitung und Durchführung neuer wirtschaftlich  lebensfähiger Projekte, soweit dies mit den Investitions- und Verwaltungsmöglichkeiten und der  Marktentwicklung vereinbar ist, wobei sie insbesondere die Finanzierung von Durchführbarkeits- und  Vorinvestitionsstudien berücksichtigt.  Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei-  Aktionen mit dem Ziel einer Stärkung der Rolle von  kleinen und mittleren Projekten, durch welche sich örtliche Bergbauunternehmen fördern lassen; dies  gilt namentlich für die industriell und landwirtschaftlich zu nutzenden Mineralien, die  insbesondere für den einheimischen oder den regionalen Markt bestimmt sind, sowie für die neuen  Erzeugnisse; -Aktionen für den Umweltschutz.  Sie unterstützt ferner die Bemühungen der zuständigen Behörden der ÜLG um-einen Ausbau der  dazugehörigen Infrastruktur; -Maßnahmen, mit denen ein möglichst grosser Beitrag der Entwicklung des Bergbaus zur  sozio-ökonomischen Entwicklung der Erzeugerländer erreicht werden soll, wie z.  B. die optimale  Verwendung der Einkünfte aus dem Bergbau oder die Einbindung der Entwicklung des Bergbaus in die  industrielle Entwicklung und in eine angemessene Raumordnungspolitik; -Förderung von Investitionen; -regionale Zusammenarbeit. Artikel 55  Im Hinblick auf die vorstehend genannten Zielsetzungen ist  die Gemeinschaft bereit, technische und finanzielle Unterstützung zu gewähren, um nach den  Modalitäten der einzelnen Instrumente, über die sie verfügt, und im Einklang mit den Bestimmungen  dieses Beschlusses zur Erschließung des Bergbaupotentials der ÜLG beizutragen.  Bei den Forschungsarbeiten und Investitionen zur Vorbereitung der Durchführung von  Bergbauprojekten kann die Gemeinschaft eine Hilfe in Form von Risikokapital gewähren,  gegebenenfalls in Verbindung mit Kapitalbeteiligungen der betreffenden ÜLG und anderen  Finanzierungsquellen gemäß Artikel 156.   Die in diesen Bestimmungen vorgesehenen Mittel können bei Projekten von gegenseitigem Interesse  ergänzt werden durcha)  andere finanzielle und technische Mittel der Gemeinschaft, b)Maßnahmen zur Bereitstellung von staatlichem und privatem Kapital, einschließlich  Kofinanzierungsmaßnahmen. Artikel 56  Die Bank kann im Einklang mit ihrer Satzung je nachdem ihre  eigenen Mittel über den in Artikel 154 festgelegten Betrag hinaus für Investitionsprojekte im  Bergbau binden, die von den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG und der Gemeinschaft als im  beiderseitigen Interesse liegend anerkannt worden sind.  TITEL VII ENTWICKLUNG DES ENERGIEPOTENTIALS Artikel 57  Wegen der ernsten Lage im  Energiesektor der meisten ÜLG, die zum Teil auf die Krise zurückzuführen ist, die in vielen Ländern  durch die Abhängigkeit von eingeführten Mineralölerzeugnissen ausgelöst worden ist, sowie in  Anbetracht der klimatischen Folgen der Verwendung fossiler Brennstoffe ist es angezeigt, in diesem  Bereich gemeinsam Lösungen für ihre Energieprobleme zu erarbeiten.  Besondere Bedeutung wird im Rahmen dieser Zusammenarbeit der Aufstellung von Energieprogrammen,  den Maßnahmen zur Erhaltung und rationellen Nutzung der Energie sowie der Erkundung des  Energiepotentials und der Förderung neuer und regenerierbarer Energiequellen unter angemessenen  technischen und wirtschaftlichen Bedingungen beigemessen. Artikel 58  Die Zusammenarbeit im  Energiesektor soll die Entwicklung des herkömmlichen Energiepotentials und neuer Energiequellen  sowie die Selbstversorgung der ÜLG unterstützen.  Die Entwicklung des Energiepotentials ist insbesondere darauf ausgerichtet, a)  die wirtschaftliche und soziale Entwicklung durch eine bessere Verwertung und Entwicklung der  lokalen oder regionalen Energieressourcen unter angemessenen technischen, wirtschaftlichen und  Umweltbedingungen zu fördern; b)den Wirkungsgrad bei der Erzeugung und Nutzung von Energie zu verbessern und gegebenenfalls zur  Selbstversorgung im Energiebereich zu gelangen;   c)die zunehmende Nutzung neuer und regenerierbarer Ersatzenergiequellen zu fördern; d)die Lebensbedingungen in den Ballungsgebieten und städtischen Randgebieten sowie im ländlichen  Raum zu verbessern und für die Energieprobleme dieser Gebiete dem örtlichen Bedarf und den  örtlichen Ressourcen entsprechende Lösungen zu entwickeln. Artikel 59  Damit die obengenannten  Ziele erreicht werden, kann sich die Zusammenarbeit im Energiesektor auf Wunsch der zuständigen  Behörden des oder der betreffenden ÜLG insbesondere auf folgende Bereiche konzentrieren: a)  Zusammenstellung, Analyse und Verbreitung von brauchbaren Informationen; b)Verstärkung der Verwaltung und Kontrolle der Energieressourcen der ÜLG durch diese Staaten gemäß  ihren Entwicklungszielen zwecks Ermittlung von Energieangebot und -nachfrage sowie zur Entwicklung  einer Strategie auf dem Energiesektor, unter anderem durch Unterstützung bei der Aufstellung von  Energieprogrammen und technische Hilfe zugunsten der Stellen, die für die Planung und Durchführung  der jeweiligen Energiepolitik verantwortlich sind; c)Untersuchung der Auswirkungen der Entwicklungsprogramme und -projekte auf dem Energiesektor unter  Berücksichtigung der Möglichkeiten für Energieeinsparungen und für die Ersetzung der primären  Energiequellen. In dieser Hinsicht ist eine Verstärkung der Rolle der neuen und regenerierbaren  Energiequellen, insbesondere in ländlichen Gebieten, durch Programme oder Projekte anzustreben, die  auf die örtlichen Bedürfnisse und Ressourcen zugeschnitten sind; d)Durchführung geeigneter Aktionsprogramme mit kleinen und mittleren Projekten zur  Energieentwicklung; e)Entwicklung des Investitionspotentials für die Erforschung und Erschließung lokaler und  regionaler Energiequellen sowie für die Entwicklung von Grossanlagen zur Erzeugung von Energie für  Industrien mit starkem Energieverbrauch; f)Förderung der Forschung, Anpassung und Verbreitung der entsprechenden Technologien sowie der  notwendigen Ausbildung zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs im Energiesektor; g)Verstärkung der Leistungsfähigkeit der ÜLG auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung,  insbesondere bei neuen und regenerierbaren Energiequellen; h)Reaktivierung der für die Erzeugung, den Transport und die Verteilung von Energie notwendigen  Infrastruktur unter besonderer Berücksichtigung der Elektrifizierung der ländlichen Gebiete;  i)Förderung der Zusammenarbeit zwischen den ÜLG und zwischen ÜLG und AKP-Staaten im  Energiebereich, insbesondere der Zusammenarbeit zwischen ÜLG, AKP-Staaten und anderen benachbarten  Staaten, die eine Gemeinschaftshilfe erhalten. Artikel 60  Vorstehende Ziele lassen sich mit  technischer und finanzieller Unterstützung der Gemeinschaft verwirklichen, um nach den Modalitäten  der einzelnen Instrumente, über die sie verfügt, und im Einklang mit den Bestimmungen dieses  Beschlusses zur Erschließung des Energiepotentials der ÜLG beizutragen.  Bei den Forschungsarbeiten und Investitionen zur Vorbereitung der Durchführung von  Energieprojekten kann die Gemeinschaft eine Hilfe in Form von Risikokapital gewähren,  gegebenenfalls in Verbindung mit Kapitalbeteiligungen der Mitgliedstaaten und der betreffenden ÜLG  und anderen Finanzierungsquellen gemäß Artikel 156.  Die in diesen Bestimmungen vorgesehenen Mittel können bei Projekten von gegenseitigem Interesse  ergänzt werden durcha)  andere finanzielle und technische Mittel der Gemeinschaft, b)Maßnahmen zur Bereitstellung von staatlichem und privatem Kapital, einschließlich  Kofinanzierungsmaßnahmen. Artikel 61  Die Bank kann im Einklang mit ihrer Satzung je nach Fall  ihre eigenen Mittel über den in Artikel 154 festgelegten Betrag hinaus für Investitionsvorhaben im  Energiesektor binden, die von dem betreffenden ÜLG und der Gemeinschaft als im beiderseitigen  Interesse liegend anerkannt worden sind.  TITEL VIII ENTWICKLUNG DER UNTERNEHMEN Artikel 62  (1)    Die Gemeinschaft hebt hervor, daßi)   die Unternehmen eines der Hauptinstrumente dafür darstellen, daß die Ziele einer Stärkung des  wirtschaftlichen Gefüges, der Förderung der intersektoralen Integration, der Schaffung von  Arbeitsplätzen, der Verbesserung der Einkommen und der Anhebung des Qualifikationsniveaus erreicht  werden können;   ii)die gegenwärtigen Bemühungen der zuständigen Behörden der ÜLG um die Umstrukturierung ihrer  Volkswirtschaften mit Bemühungen um eine Stärkung und Ausweitung ihrer Produktionsgrundlagen  einhergehen müssen. Dem Unternehmenssektor muß in Strategien der ÜLG zur Wiederbelebung des  Wirtschaftswachstums eine Hauptrolle zukommen; iii)zur Stimulierung des Unternehmenssektors der ÜLG sowie zur Ermutigung zu Investitionen aus  Europa ein stabiles und günstiges Umfeld sowie ein effizienter nationaler und lokaler Finanzsektor  geschaffen werden müssen; iv)der Privatsektor - und vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die den Bedingungen der  ÜLG-Volkswirtschaften am besten angepasst sind - dynamischer werden und eine wichtigere Rolle  spielen muß. Kleinstunternehmen und Handwerk müssten ebenfalls gefördert und unterstützt werden; v)die ausländischen Privatanleger, die sich nach den Zielen und Prioritäten der Assoziation  richten, ermutigt werden müssen, sich an den Entwicklungsbemühungen der ÜLG zu beteiligen. Für  diese Anleger muß eine gerechte und ausgewogene Behandlung sowie ein günstiges, sicheres und  vorhersehbares Investitionsklima gewährleistet sein; vi)die Stimulierung des Unternehmergeistes in den ÜLG für die Entfaltung ihrer  Entwicklungsmöglichkeiten unabdingbar ist.  (2)    Es müssen Anstrengungen unternommen werden, damit ein grösserer Teil der Finanzierungsmittel  dieses Beschlusses für die Förderung des Unternehmertums und der Investitionen sowie für  unmittelbar produktive Tätigkeiten zum Einsatz kommt. Artikel 63  Im Hinblick auf die  vorgenannten Ziele muß die gesamte Palette der in diesem Beschluß vorgesehenen Instrumente  einschließlich der technischen Unterstützung in folgenden Aktionsbereichen genutzt werden, damit  die Entwicklung des privaten Sektors unterstützt wird: a)  Unterstützung bei der Verbesserung des rechtlichen und steuerlichen Rahmens für die Unternehmen  sowie Ausweitung der Rolle der berufsständischen Organisationen und der Handelskammern bei der  Entwicklung der Unternehmen; b)unmittelbare Hilfe bei der Gründung und dem Ausbau von Unternehmen (Spezialleistungen für die  Anlaufphase von Unternehmen, Hilfe bei der Umschulung ehemaliger öffentlicher Bediensteter, Hilfe  beim Technologietransfer und bei technologischen Entwicklungen, Managementdienste und  Marktstudien);  c)Entwicklung von Dienstleistungen zur Unterstützung des unternehmerischen Sektors in Form von  Beratungen im rechtlichen und technischen Bereich sowie in Fragen der Betriebsführung; d)spezifische Programme für die Ausbildung von Unternehmensleitern und für die Entwicklung ihrer  Fähigkeiten, insbesondere im Bereich der kleinen Unternehmen und der Unternehmen des informellen  Sektors. Artikel 64  Zur Unterstützung der Entwicklung des Sparwesens und der lokalen  Finanzsektoren ist folgenden Bereichen besondere Aufmerksamkeit zu widmen: a)  Hilfe für die Mobilisierung der lokalen Sparsysteme und die Entwicklung der Finanzvermittlung; b)technische Unterstützung für die Umstrukturierung und Reform der Finanzinstitute. Artikel 65   Die Gemeinschaft trägt vorbehaltlich der im dritten Teil in Titel III festgelegten Bedingungen  durch technische und finanzielle Unterstützung zur Entwicklung der Unternehmen in den ÜLG bei.  TITEL IX ENTWICKLUNG DER DIENSTLEISTUNGEN Kapitel 1 Ziele und Grundsätze der Zusammenarbeit  Artikel 66  (1)    Der Dienstleistungssektor ist für die Gestaltung der Entwicklungspolitiken von  grosser Bedeutung, die Zusammenarbeit in diesem Bereich muß daher verstärkt werden.  (2)    Die Gemeinschaft unterstützt die Bemühungen der zuständigen Behörden der ÜLG, ihre internen  Dienstleistungskapazitäten zu verstärken, um das Funktionieren ihrer Volkswirtschaften zu  verbessern, ihre Zahlungsbilanzzwänge abzumildern und den Prozeß der regionalen Integrierung zu  stimulieren.  (3)    Mit diesen Aktionen soll bewirkt werden, daß die ÜLG auf lokaler und regionaler Ebene den  grösstmöglichen Nutzen aus den Bestimmungen dieses Beschlusses ziehen und ausserdem in die Lage  versetzt werden, -  an den Märkten der Gemeinschaft, den örtlichen, regionalen und internationalen Märkten durch  Diversifizierung des Angebots und Steigerung des Wertes und Umfangs des ÜLG-Handels mit Gütern und   Dienstleistungen unter möglichst günstigen Bedingungen teilzunehmen; -ihre kollektiven Kapazitäten durch eine erhöhte wirtschaftliche Integration und durch  Konsolidierung der funktionellen oder thematischen Zusammenarbeit zu verstärken; -die Entwicklung der Unternehmen insbesondere durch Förderung der ÜLG-EWG-Investitionen im  Dienstleistungsbereich anzuregen, damit Arbeitsplätze geschaffen werden, Einkommen entstehen und  verteilt werden und der Transfer von Technologien sowie ihre Anpassung an die spezifischen  Bedürfnisse der ÜLG erleichtert wird; -aus dem lokalen oder regionalen Fremdenverkehr möglichst grossen Nutzen zu ziehen und ihre  Beteiligung am weltweiten Tourismus zu verbessern; -Verkehrs- und Kommunikationsnetze sowie die für ihre Entwicklung erforderlichen Informatik- und  Telematiksysteme zu schaffen; -in Anbetracht der ausschlaggebenden Rolle, die den Humanressourcen bei der Entwicklung des  Dienstleistungssektors zukommt, die Anstrengungen auf dem Gebiet der Berufsausbildung und des  Know-how-Transfers zu verstärken.  (4)    Zur Verwirklichung dieser Ziele werden ausser den spezifischen Bestimmungen über die  Zusammenarbeit im Dienstleistungswesen auch die Bestimmungen über die Handelsregelung, die  Absatzförderung, die industrielle Entwicklung, die Investitionen sowie das Bildungs- und das  Ausbildungswesen durchgeführt. Artikel 67  (1)    In Anbetracht des Umfangs des  Dienstleistungsangebots und des unterschiedlichen Beitrags der einzelnen Dienstleistungen zum  Entwicklungsprozeß und in dem Bestreben, die Gemeinschaftshilfe zur Entwicklung der ÜLG möglichst  wirkungsvoll einzusetzen, wird den für das Funktionieren ihrer Volkswirtschaften erforderlichen  Dienstleistungen in folgenden Bereichen besondere Aufmerksamkeit gewidmet: -  Dienstleistungen zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung; -Tourismus; -Verkehr, Kommunikation und Informatik.  (2)    Zwecks Verwirklichung der Zusammenarbeit im Dienstleistungssektor trägt die Gemeinschaft  zur Durchführung von Programmen, Vorhaben und Aktionen bei, die ihr auf Initiative oder mit  Zustimmung der zuständigen Behörden der ÜLG unterbreitet werden. Sie verwendet hierfür die in  diesem Beschluß vorgesehenen Mittel, insbesondere die Mittel für die Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung, einschließlich der von der Bank verwalteten Mittel.  Artikel 68  In den  Bereichen betreffend die Entwicklung der Dienstleistungen gilt ein besonderes Augenmerk den  spezifischen Bedürfnissen und der wirtschaftlichen Lage der am wenigsten entwickelten ÜLG.  Kapitel 2 Dienstleistungen zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung Artikel 69  Im  Hinblick auf die Ziele der Zusammenarbeit in diesem Sektor stellt die Zusammenarbeit auf die  kaufmännischen Dienstleistungen ab, ohne dabei jedoch bestimmte halb-öffentliche, für die  Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds erforderliche Dienstleistungen, wie z.  B. die  Informatisierung der Zollverfahren, zu vernachlässigen; den Vorrang erhalten folgende  Dienstleistungen: -  Dienstleistungen zur Unterstützung des Aussenhandels; -Dienstleistungen zur Unterstützung der Unternehmen; -Dienstleistungen zur Unterstützung der regionalen Integration. Artikel 70  Um zur  Wiederherstellung der aussenwirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der ÜLG beizutragen, wird bei der  Zusammenarbeit im Dienstleistungssektor den Dienstleistungen zur Unterstützung des Aussenhandels  Vorrang eingeräumt, und zwar für folgende Bereiche: i)  Schaffung einer geeigneten kommerziellen Infrastruktur durch Aktionen, mit denen insbesondere  folgende Ziele verfolgt werden: Verbesserung der Aussenhandelsstatistiken, Automatisierung der  Zollverfahren, Verwaltung der Häfen und Flughäfen sowie Herstellung engerer Beziehungen zwischen  den verschiedenen am Handelsverkehr Beteiligten wie Exporteuren, Handelsfinanzierungsinstitutionen,  Zollbehörden und Zentralbanken; ii)Ausbau der spezifisch auf den Handel ausgerichteten Dienstleistungen wie der - auch auf den  Dienstleistungssektor anzuwendenden - Maßnahmen zur Handelsförderung; iii)Entwicklung der übrigen Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Aussenhandel, wie  Finanzierungs-, Zahlungs- und Clearingmechanismen oder der Zugang zu Informationsnetzen.  Artikel  71  Zur Förderung der Stärkung der Wirtschaftsstruktur der ÜLG wird unter Berücksichtigung der  Bestimmungen über die Entwicklung der Unternehmen folgenden Bereichen besondere Aufmerksamkeit  gewidmet: i)Unternehmensberatung mit dem Ziel, die Unternehmensführung zu verbessern, wobei insbesondere der  Zugang zu Management-, Rechnungsführungs- und Informatikdiensten sowie zu Rechts-, Steuer- und  Finanzberatungsdiensten erleichtert werden soll; ii)Schaffung geeigneter flexibler und bedarfsgerechter Finanzierungsmechanismen, um das Wachstum  oder die Schaffung von Dienstleistungsunternehmen zu stimulieren; iii)Stärkung der Kapazitäten der ÜLG im Bereich der Finanzdienste sowie technische Hilfe bei der  Entwicklung von Versicherungs- und Kreditinstituten in Verbindung mit der Förderung und Entwicklung  ihres Handels. Artikel 72  Als Beitrag zur Stärkung der wirtschaftlichen Integration, die zur  Schaffung lebensfähiger Wirtschaftsräume führen könnte, wird unter Berücksichtigung der  Bestimmungen über die regionale Zusammenarbeit folgenden Bereichen besondere Aufmerksamkeit  gewidmet: i)Dienste zur Unterstützung des Warenverkehrs zwischen den einzelnen ÜLG sowie zwischen ÜLG und  AKP-Staaten durch kommerzielle Maßnahmen wie Marktstudien; ii)zur Ausweitung des Dienstleistungsverkehrs zwischen den einzelnen ÜLG und zwischen ÜLG und  AKP-Staaten erforderliche Dienste, mit denen ihre Komplementarität verstärkt werden soll, wobei  insbesondere die herkömmlichen Maßnahmen zur Absatzförderung auf den Dienstleistungssektor  ausgeweitet und, soweit erforderlich, entsprechend angepasst werden; iii)Schaffung regionaler Dienstleistungsschwerpunkte zur Unterstützung spezifischer  Wirtschaftssektoren oder gemeinsam durchgeführter sektoraler Politiken, insbesondere über die  Entwicklung moderner Kommunikations- und Informationsnetze und Datenbanken.  Kapitel 3 Fremdenverkehr Artikel 73  Angesichts der realen Bedeutung des Fremdenverkehrs für  die ÜLG werden Maßnahmen und Aktionen zur Entwicklung und Unterstützung des Fremdenverkehrs   durchgeführt. Diese Maßnahmen können in sämtlichen Stadien, beginnend mit der Ermittlung des  touristischen Produkts bis hin zu seiner Vermarktung und der Werbung dafür, erfolgen.  Ziel ist die Unterstützung der Anstrengungen der zuständigen Behörden der ÜLG, die darauf  gerichtet sind, aus dem lokalen, regionalen und internationalen Tourismus in Anbetracht seiner  Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung möglichst grossen Nutzen zu ziehen, sowie eine  entsprechende Stimulierung der privaten Finanzströme aus den Staaten der Gemeinschaft sowie aus  anderen Quellen zur Entwicklung des Fremdenverkehrs in den ÜLG. Besonderes Augenmerk wird dabei  darauf gerichtet, daß der Fremdenverkehr in das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben der  Bevölkerung zu integrieren ist. Artikel 74  Inhalt der spezifischen Aktionen zur Entwicklung des  Fremdenverkehrs ist die Festlegung, Anpassung und Ausarbeitung geeigneter Politiken auf lokaler,  subregionaler, regionaler und internationaler Ebene. Mit den Programmen und Projekten zur  Entwicklung des Fremdenverkehrs werden auf der Grundlage dieser Politiken folgende vier Hauptziele  angestrebt: a)  Valorisierung der Humanressourcen und Ausbau der entsprechenden Einrichtungen, unter anderem  durch-  Weiterbildung der Führungskräfte in spezifischen Fachbereichen sowie Fortbildung im  öffentlichen und privaten Sektor auf entsprechendem Niveau, um eine befriedigende Planung und  Entwicklung zu gewährleisten; -Schaffung und Ausbau von Zentren zur Förderung des Fremdenverkehrs; -Bildung und Ausbildung für spezifische Bevölkerungsgruppen sowie im Fremdenverkehrssektor tätige  öffentliche und private Organisationen, einschließlich des Personals in den  Fremdenverkehrs-Nebentätigkeiten; -Zusammenarbeit und Austausch zwischen ÜLG sowie zwischen ÜLG und AKP-Staaten in den Bereichen  Ausbildung, technische Hilfe und Ausbau der Institutionen; b)Produktentwicklung, wozu unter anderem folgendes gehört: -Ermittlung des touristischen Produkts, Entwicklung nicht herkömmlicher bzw. neuer touristischer  Produkte und Anpassung schon vorhandener Produkte einschließlich der Erhaltung und Entwicklung des  Kulturerbes, der Umweltaspekte, Management, Schutz und Erhaltung von Fauna und Flora, Bewahrung  historischer, sozialer und sonstiger natürlicher Werte sowie Entwicklung von Hilfsdiensten;   -Ermutigung zu Privatinvestitionen und insbesondere zu gemeinsamen Unternehmen auf dem  Fremdenverkehrssektor der ÜLG; -Bereitstellung technischer Hilfe für das Hotelgewerbe; -Herstellung kulturell geprägter handwerklicher Erzeugnisse für den Touristikmarkt; c)Marktentwicklung unter anderem durch-Unterstützung bei der Festlegung und Verwirklichung von  Entwicklungszielen und -plänen auf lokaler, subregionaler, regionaler und internationaler Ebene; -Unterstützung der Bemühungen der ÜLG um Zugang zu den auf dem Fremdenverkehrssektor bestehenden  Diensten wie den zentralen Buchungssystemen oder den Kontroll- und Sicherheitssystemen für den  Luftverkehr; -Durchführung von Vermarktungs- und Absatzförderungsmaßnahmen sowie Bereitstellung des  diesbezueglichen Materials im Rahmen integrierter Marktentwicklungspläne und -programme im Hinblick  auf eine verbesserte Marktdurchdringung, wobei die Hauptverursacher der Touristenströme in den  traditionellen und nicht-traditionellen Ursprungsmärkten die Zielgruppe darstellen, sowie  spezifische Maßnahmen wie die Beteiligung an speziellen Handelsveranstaltungen, z.  B. Messen,  Herstellung von qualitativ hochwertigen Dokumentationsunterlagen, Filmen sowie von Material, das  die Vermarktung betrifft; d)Forschung und Informationen unter anderem-zur Verbesserung der Informationssysteme im  touristischen Bereich sowie zur Einholung, Analyse, Verbreitung und Nutzung der statistischen  Daten; -zur Evaluierung der sozio-ökonomischen Auswirkungen des Fremdenverkehrs auf die  ÜLG-Volkswirtschaften, wobei der Nachdruck auf die Komplementaritäten zu anderen Bereichen wie z.   B. Nahrungsmittelindustrie, Bauwesen, Technologie und Verwaltung in den ÜLG und der Region, zu der  sie gehören, zu legen ist.  Kapitel 4 Verkehr, Kommunikationswesen und Informatik Artikel 75  (1)    Die Zusammenarbeit im  Verkehrswesen zielt auf die Entwicklung des Strassen- und Eisenbahnverkehrs, der Hafeneinrichtungen  und des Seeverkehrs, des Verkehrs auf Binnenwasserstrassen und des Luftverkehrs ab.   (2)    Die Zusammenarbeit im Kommunikationswesen zielt auf die Entwicklung des Post- und  Fernmeldewesens, einschließlich des Funkverkehrs und der Informatik ab.  (3)    Durch die Zusammenarbeit in diesen Bereichen sollen insbesondere die folgenden Ziele  verwirklicht werden: a)  Schaffung günstiger Voraussetzungen für den Waren-, Dienstleistungs- und Personenverkehr auf  lokaler, regionaler und internationaler Ebene; b)Einrichtung, Wiederherstellung, Wartung und rationelle Nutzung von Systemen, die auf  Kosten/Nutzen-Kriterien beruhen, den Erfordernissen der sozio-ökonomischen Entwicklung entsprechen  und den Bedürfnissen der Benutzer sowie der gesamtwirtschaftlichen Lage der betroffenen ÜLG gerecht  werden; c)grössere Komplementarität der Verkehrs- und Kommunikationssysteme auf lokaler, regionaler und  internationaler Ebene; d)Harmonisierung der lokalen Systeme unter gleichzeitiger Förderung ihrer Anpassung an den  technischen Fortschritt; e)Abbau der zwischen den Ländern, Gebieten und Staaten bestehenden Hindernisse im Verkehrs- und  Kommunikationswesen, insbesondere auf der Ebene der Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie der  Verwaltungsverfahren. Artikel 76  (1)    Bei der Durchführung aller entsprechenden Projekte und  Aktionsprogramme ist die Gewährleistung eines angemessenen Technologie- und Know-how-Transfers  anzustreben.  (2)    Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Ausbildung von Angehörigen der ÜLG in Fragen der  Planung, der Verwaltung, der Wartung und des Betriebs von Verkehrs- und Kommunikationssystemen.  Artikel 77  (1)    Der Luftverkehr ist für den Ausbau der wirtschaftlichen, kulturellen und  sozialen Beziehungen zwischen den einzelnen ÜLG, zwischen den ÜLG und den AKP-Staaten wie auch  zwischen den ÜLG und der Gemeinschaft sowie für die Beseitigung der Standortnachteile der  isolierten oder schwer zugänglichen Regionen und für die Entwicklung des Tourismus von grosser  Bedeutung.  (2)    Mit der Zusammenarbeit in diesem Sektor werden folgende Ziele angestrebt: Förderung der  harmonischen Entwicklung der lokalen oder regionalen Luftverkehrssysteme und die Anpassung der  lokalen Luftflotte an den technischen Fortschritt; Verwirklichung des Luftver kehrsplanes der ICAO;  Verbesserung der Aufnahmeinfrastrukturen und die Anwendung internationaler Betriebsnormen;  Entwicklung bzw. Ausbau der Zentren für die Flugzeugwartung; Ausbildung; Entwicklung moderner  Systeme für die Flughafensicherheit. Artikel 78  (1)    Die Verkehrsdienste der Seeschiffahrt  gehören zu den für wirtschaftliche Entwicklung und Förderung des Handels zwischen den ÜLG und der  Gemeinschaft wichtigsten Gewerbezweigen.  (2)    Die Zusammenarbeit in diesem Sektor hat zum Ziel, die harmonische Entwicklung wirksamer und  zuverlässiger Verkehrsleistungen der Seeschiffahrt unter wirtschaftlich befriedigenden Bedingungen  dadurch zu gewährleisten, daß allen Parteien die aktive Teilnahme unter Wahrung des Grundsatzes  eines uneingeschränkten Zugangs zum Verkehrssektor auf kommerzieller Basis erleichtert wird.  Artikel 79  Im Rahmen der finanziellen und technischen Hilfe für den Seeverkehr wird folgenden  Bereichen besondere Aufmerksamkeit gewidmet: -  der effektiven Entwicklung effizienter und zuverlässiger Seeverkehrsdienste in den ÜLG,  insbesondere der Anpassung der Hafeninfrastruktur an die Erfordernisse des Verkehrs sowie der  Instandhaltung der Hafenausrüstungen; -der Instandhaltung bzw. dem Erwerb von Umschlagseinrichtungen und schwimmendem Material und deren  Anpassung an den technischen Fortschritt; -der Entwicklung interregionaler Seeverkehrsverbindungen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen  den einzelnen ÜLG sowie zwischen den ÜLG und den AKP-Staaten und das Management der  Schiffahrtsindustrie der ÜLG zu fördern; -dem Technologietransfer, einschließlich des kombinierten Verkehrs und des Containerverkehrs zur  Förderung gemeinsamer Unternehmen; -der Einführung einer geeigneten Rechts- und Verwaltungsstruktur und der Verbesserung der  Hafenverwaltung, und zwar insbesondere durch die berufliche Ausbildung; -der Entwicklung des Seeverkehrs zwischen Inseln und der Infrastruktur der Verkehrsverbindungen  sowie der verstärkten Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern. Artikel 80  Besondere Bedeutung  wird der Förderung der Sicherheit auf See, der Sicherheit der Besatzungen und Maßnahmen zur  Verhütung der Verschmutzung beigemessen.  Artikel 81  (1)    Bei der Zusammenarbeit im  Kommunikationswesen gilt ein besonderes Augenmerk der technologischen Entwicklung durch  Unterstützung der ÜLG bei ihren Bemühungen um die Einrichtung und Entwicklung leistungsfähiger  Systeme. Hierzu gehören auch - sofern dies operationell gerechtfertigt ist - Untersuchungen und  Programme im Bereich der Nachrichtenübertragung durch Satelliten, und zwar insbesondere auf  regionaler und subregionaler Ebene. Die Zusammenarbeit betrifft auch die Einrichtungen zur  Erdbeobachtung durch Satelliten im Bereich der Meteorologie und der Fernerkundung, insbesondere  betreffend jegliche Art von Umweltverschmutzung sowie die Bewirtschaftung der natürlichen  Ressourcen, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Bergbau, und zu Zwecken der  Raumordnung.  (2)    Im Hinblick auf die Stimulierung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in  ländlichen Gebieten ist der Telekommunikation in diesen Gebieten besondere Bedeutung beizumessen.  Artikel 82  Die Zusammenarbeit im Informatikbereich bezweckt eine Erweiterung der Kapazitäten der  ÜLG in den Bereichen Informatik und Telematik, wobei den ÜLG, die diesem Sektor grossen Vorrang  einräumen, Unterstützung bei ihren Anstrengungen zum Erwerb und zur Einrichtung von  Informatiksystemen geboten wird; ferner bezweckt sie die Entwicklung leistungsfähiger  Telematiknetze, auch auf dem Gebiet internationaler Finanzinformationen, und auf längere Sicht die  Produktion von Hardwarebauteilen und von Software in den ÜLG sowie schließlich deren Beteiligung an  den internationalen Tätigkeiten in den Bereichen Datenverarbeitung und Veröffentlichung von Büchern  und Zeitschriften. Artikel 83  Die Kooperationsaktionen auf dem Gebiet des Verkehrs-und  Kommunikationswesens werden nach den im dritten Teil in Titel III festgelegten Bestimmungen und  Verfahren durchgeführt.  TITEL X ENTWICKLUNG DES HANDELS Artikel 84  Um die in Artikel 100 festgelegten Ziele zu  erreichen, führt die Gemeinschaft von der Phase der Konzeption bis zur Schlussphase der  Warenverteilung Aktionen zur Entwicklung des Handels durch. Durch diese Aktionen soll erreicht werden, daß die ÜLG aus den Bestimmungen dieses Beschlusses  betreffend die  kommerzielle, landwirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit möglichst grossen  Nutzen ziehen und an den Märkten der Gemeinschaft, den Binnenmärkten, den subregionalen, den  regionalen und den internationalen Märkten durch Diversifizierung des Angebots und Steigerung des  Wertes und Umfangs ihres Handels mit Gütern und Dienstleistungen unter möglichst günstigen  Bedingungen teilnehmen können. Artikel 85  (1)    Im Rahmen der Bemühungen zur Förderung der  Entwicklung des Handels und der Dienstleistungen wird zusätzlich zum Ausbau des Handels zwischen  den ÜLG und der Gemeinschaft besondere Aufmerksamkeit den Aktionen gewidmet, die darauf  ausgerichtet sind, die Eigenständigkeit der ÜLG zu vergrössern, den Handel untereinander wie auch  zwischen ihnen und den AKP-Staaten sowie den internationalen Handel zu entwickeln und die regionale  Zusammenarbeit im Handels- und Dienstleistungsbereich auszubauen.  (2)    Die auf Wunsch der zuständigen Behörden der ÜLG unternommenen Aktionen betreffen  hauptsächlich folgende Bereiche: -  Einführung kohärenter Handelsstrategien; -Valorisierung der Humanressourcen und Förderung der beruflichen Fachkenntnisse im Bereich des  Handels und der Dienstleistungen; -Schaffung, Anpassung und Ausbau von für die Entwicklung des Handels und der Dienstleistungen  zuständigen Einrichtungen in den ÜLG, wobei die spezifischen Bedürfnisse der Einrichtungen der am  wenigsten entwickelten ÜLG besonders zu berücksichtigen sind; -Unterstützung der Bemühungen der ÜLG um eine Verbesserung der Qualität ihrer Erzeugnisse, um deren  Anpassung an die Markterfordernisse sowie um eine Diversifizierung ihrer Absatzmärkte; -Maßnahmen zur Entwicklung des Handels, insbesondere Intensivierung der Kontakte und des  Informationsaustausches zwischen den Wirtschaftsunternehmen der ÜLG, der Mitgliedstaaten der  Gemeinschaft und der Drittländer; -Unterstützung der ÜLG bei der Anwendung moderner Marketing-Methoden in den Sektoren und bei den  Programmen, die auf die Erzeugung in Bereichen wie dem der ländlichen Entwicklung und der  Landwirtschaft ausgerichtet sind; -Unterstützung der Bemühungen der ÜLG um eine Entwicklung und Verbesserung der Infrastruktur der  flankierenden Dienstleistungen, einschließlich der Beförderungs- und Lagereinrichtungen, um die  effiziente Verteilung der Güter und Dienstleistungen zu  gewährleisten und die Ausfuhren der ÜLG zu  steigern; -Unterstützung der ÜLG bei der Entwicklung ihrer internen Kapazitäten, ihrer Informationssysteme  und der Einschätzung der Rolle und Bedeutung des Handels für die wirtschaftliche Entwicklung; -Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen im Hinblick auf die Ermittlung und Entwicklung  von Erzeugnissen, Absatzmärkten und gemeinsamen Handelsunternehmen.  (3)    Zwecks Beschleunigung der Verfahren können die Finanzierungsbeschlüsse gemäß den  Bestimmungen des Artikels 196 über die Durchführungsverfahren mehrjährige Programme betreffen.  (4)    Die ÜLG können für die Teilnahme an Messen, Ausstellungen und Handelsmissionen nur dann  Unterstützung erhalten, wenn diese Veranstaltungen Teil von Globalprogrammen zur Entwicklung des  Handels sind.  (5)    Die Beteiligung der am wenigsten entwickelten ÜLG an den verschiedenen Handelstätigkeiten  wird durch Sonderbestimmungen gefördert; insbesondere werden bei ihrer Teilnahme an örtlichen,  regionalen oder in Drittländern stattfindenden Messen, Ausstellungen und Handelsmissionen die  Kosten für die Beförderung des Personals und der Exponate, einschließlich der Kosten für die  Errichtung und/oder Anmietung von Messeständen übernommen. Eine besondere Beihilfe wird den am  wenigsten entwickelten ÜLG für die Erstellung und/oder den Kauf von Werbematerial gewährt. Artikel  86  Im Rahmen der in diesem Beschluß vorgesehenen Instrumente und gemäß den Bestimmungen für den  Bereich der Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierung umfasst die Hilfe für die Entwicklung  des Handels und der Dienstleistungen eine technische Unterstützung für die Einrichtung und den  Ausbau von Versicherungs- und Kreditinstituten im Zusammenhang mit der Entwicklung des Handels.  Artikel 87  Zusätzlich zu den Mitteln, die im Rahmen der einzelstaatlichen Richtprogramme nach  Artikel 187 von jedem ÜLG für die Finanzierung der Maßnahmen zur Entwicklung der in den im zweiten  Teil in Titel IX und X genannten Bereiche zugewiesen werden können, kann der Beitrag der  Gemeinschaft zur Finanzierung dieser Maßnahmen, sofern sie regionaler Art sind, im Rahmen der in  Artikel 90 genannten Programme für regionale Zusammenarbeit bis zur Höhe des in Artikel 154 dieses  Beschlusses genannten Betrags geleistet werden.     TITEL XI ZUSAMMENARBEIT IM KULTURELLEN UNDSOZIALEN BEREICH Artikel 88  Die Zusammenarbeit  trägt zur autonomen, auf den Menschen ausgerichteten und in der Kultur der einzelnen Völker  wurzelnden Entwicklung der ÜLG bei. Die menschliche und kulturelle Dimension muß alle Bereiche  durchdringen und in allen Entwicklungsvorhaben und -programmen ihren Niederschlag finden. Die  Zusammenarbeit unterstützt die von den zuständigen Behörden der ÜLG beschlossenen Politiken und  Maßnahmen zur Valorisierung des menschlichen Potentials, zur Steigerung der eigenen schöpferischen  Fähigkeiten und zur Förderung ihrer kulturellen Identität. Sie fördert die Beteiligung der  Bevölkerung am Entwicklungsprozeß. Diese Zusammenarbeit findet ihren Ausdruck in: -  der Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Dimension; -der Förderung der kulturellen Identität, im interkulturellen Dialog, insbesondere im Zusammenhang  mit dem Schutz des Kulturerbes, in der Erzeugung und Verbreitung von Kulturgütern, in kulturellen  Veranstaltungen, durch Information und Kommunikation; -Aktionen zur Valorisierung des menschlichen Potentials, insbesondere im Zusammenhang mit den  Themen Bildung und Ausbildung, wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit, Frauen und  Entwicklung, Gesundheit und Ernährung, Bevölkerung und Demographie. Artikel 89  Für die  Zusammenarbeit im kulturellen und sozialen Bereich gelten die Bestimmungen und Verfahren von Titel  III im dritten Teil dieses Beschlusses.  TITEL XII REGIONALE ZUSAMMENARBEIT Artikel 90  (1)    Die Gemeinschaft unterstützt die  Bemühungen der für die ÜLG zuständigen Behörden, durch regionale Zusammenarbeit und regionale  Integration eine langfristig angelegte, kollektive, autonome, sich selbst tragende und integrierte  wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung herbeizuführen sowie zu einer verstärkten  regionalen Selbstversorgung zu gelangen. Bei dieser Unter- stützung wird dem spezifischen  Rechtsstatus der ÜLG Rechnung getragen.  (2)    Die Unterstützung der Gemeinschaft erfolgt im Rahmen der grossen Ziele der regionalen  Zusammenarbeit und regionalen Integration, die die ÜLG sich auf regionaler und interregionaler  sowie internationaler Ebene gesetzt haben oder noch setzen werden.  (3)    Um das gemeinsame Potential der ÜLG zu fördern und zu stärken, leistet die Gemeinschaft  eine wirksame Hilfe zur Intensivierung der regionalen wirtschaftlichen Integration und zur  Konsolidierung der funktionellen oder thematischen Zusammenarbeit im Sinne der Artikel 92 und 93.  (4)    Die regionale Zusammenarbeit kann unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten über  die Grenzen der geographischen Zugehörigkeit hinausgehen. Sie erfasst ausserdem auch die regionale  Zusammenarbeit zwischen ÜLG. Sie erstreckt sich ferner auf die regionale Zusammenarbeit zwischen ÜLG, AKP-Staaten und  überseeischen Departements gemäß Artikel 98. Die für die Beteiligung der AKP-Staaten und  Departements erforderlichen Mittel sind zusätzliche Mittel, die zu den den ÜLG im Rahmen dieses  Beschlusses gewährten Mitteln hinzukommen. Artikel 91  (1)    Die regionale Zusammenarbeit  erstreckt sich auf Aktionen, die zwischen folgenden Partnern vereinbart wurden: -  zwei oder mehreren oder allen ÜLG; -einem oder mehreren ÜLG und einem oder mehreren benachbarten Staaten, auch Nicht-AKP-Staaten; -einem oder mehreren ÜLG und einem oder mehreren AKP-Staaten oder überseeischen Departements; -mehreren regionalen Organisationen, denen ÜLG angehören; -einem oder mehreren ÜLG und regionalen Organisationen, denen ÜLG, AKP-Staaten oder überseeische  Departements angehören.  (2)    Die regionale Zusammenarbeit kann sich auch auf Projekte und Programme erstrecken, die  zwischen zwei oder mehreren ÜLG und einem oder mehreren benachbarten Entwicklungsländern, auch  Nicht-AKP-Staaten, vereinbart wurden, und, sofern besondere Umstände dies rechtfertigen, auch auf  Projekte und Programme, die zwischen einem einzigen ÜLG und einem oder mehreren nicht benachbarten  Entwicklungsländern, auch Nicht-AKP-Staaten, vereinbart wurden.   Artikel 92  (1)    Im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit werden folgende Faktoren besonders  berücksichtigt: a)  Ermittlung und Nutzung der vorhandenen und potentiellen dynamischen Ergänzungsmöglichkeiten in  allen in Betracht kommenden Bereichen; b)maximale Nutzung des menschlichen Potentials in den ÜLG sowie optimale und weitsichtige  Erforschung, Erhaltung, Verarbeitung und Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen; c)Förderung der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit zwischen den ÜLG sowie zwischen  den ÜLG und den AKP-Staaten, einschließlich der Programme für technische Hilfe zwischen ÜLG und  zwischen AKP-Staaten entsprechend Artikel 181 Buchstabe e) des Beschlusses; d)beschleunigte wirtschaftliche Diversifizierung mit dem Ziel einer grösseren Komplementarität und  verstärkte Zusammenarbeit und Entwicklung in und zwischen den Regionen der ÜLG sowie zwischen  diesen Regionen und den AKP-Staaten und überseeischen Departements; e)Förderung der Ernährungssicherheit; f)stärkere Verflechtung von Ländern oder Ländergruppen mit gleichartigen Merkmalen, Denkweisen und  Problemen zur Lösung dieser Probleme; g)maximale Nutzung der Kostendegression bei wachsender Betriebsgrösse überall dort, wo regionale  Lösungen effizienter sind als lokale Lösungen; h)Erweiterung der Märkte der ÜLG durch Förderung des Handels zwischen den ÜLG sowie zwischen ÜLG,  AKP-Staaten und benachbarten Drittländern oder überseeischen Departements; i)Integration der Märkte der ÜLG durch Liberalisierung des ÜLG-internen Handels sowie des Handels  zwischen ÜLG und AKP-Staaten und Beseitigung der Zoll-, Währungs- und Verwaltungshemmnisse sowie  der nichttarifären Hemmnisse.  (2)    Auf die Förderung und Verstärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration wird  besonderer Nachdruck gelegt. Artikel 93  Der Anwendungsbereich der regionalen Zusammenarbeit  umfasst bei Berücksichtigung von Artikel 92 folgendes:  a)    Landwirtschaft, Entwicklung im ländlichen Bereich, insbesondere  Nahrungsmittelselbstversorgung und Ernährungssicherheit; b)Gesundheitsprogramme, einschließlich von Programmen zur Erziehung, Ausbildung, Forschung und  Unterrichtung betreffend elementare Gesundheitspflege und die Bekämpfung der wichtigsten  Krankheiten, einschließlich der wichtigsten Tierseuchen; c)Evaluierung, Erschließung, Ausbeutung und Erhaltung der Fischereiressourcen und Meeresschätze,  einschließlich der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit bei der Überwachung der  ausschließlichen Wirtschaftszonen; d)Erhaltung und Verbesserung der Umwelt mit dem Ziel einer sinnvollen und ökologisch ausgewogenen  Entwicklung, insbesondere durch Programme zur Bekämpfung der Wüstenbildung, der Bodenerosion, der  Entwaldung, der Verschlechterung des Zustands der Küsten und der Auswirkungen einer  Meeresverschmutzung grossen Ausmasses einschließlich des unfallbedingten Ablassens grosser Mengen von  Öl oder anderen Schadstoffen; e)Industrialisierung, einschließlich der Schaffung regionaler und interregionaler Unternehmen für  Erzeugung und Vermarktung; f)Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, insbesondere die Erzeugung und Bereitstellung von  Energie; g)Verkehrs- und Nachrichtenwesen: Luft- und Seeverkehr, Binnenschiffahrtswege, Post und  Fernmeldewesen; h)Entwicklung und Ausweitung des Warenverkehrs; i)Unterstützung beim Auf- oder Ausbau regionaler Zahlungsfazilitäten, einschließlich der  Abrechnungs-und Finanzierungsmechanismen für den Handel; j)Unterstützung der ÜLG bei der Bekämpfung des Drogenhandels auf regionaler und interregionaler  Ebene; k)Unterstützung der Aktionsprogramme, die von Wirtschaftsverbänden oder Handelsvereinigungen in den  ÜLG, auf ÜLG-AKP- und auf AKP-EWG-Ebene durchgeführt werden, um die Erzeugung von Waren und deren  Vermarktung im Ausland zu verbessern; l)Erziehung und Ausbildung, Forschung, Wissenschaft und Technologie, Informatik, Verwaltung,  Information und Kommunikation, Errichtung und Ausbau von Ausbildungs- und Forschungsinstituten und  Facheinrichtungen für den Technologieaustausch sowie die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen;   m)andere Dienstleistungssektoren einschließlich des Fremdenverkehrs; n)kulturelle und soziale Zusammenarbeit, einschließlich der Unterstützung der von den ÜLG auf  regionaler Ebene durchgeführten Aktionsprogramme zur Aufwertung der Stellung der Frau, zur  Verbesserung ihrer Lebensbedingungen, zur Ausweitung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Rolle und  zur Unterstützung ihrer uneingeschränkten Teilnahme am Prozeß der wirtschaftlichen, kulturellen und  sozialen Entwicklung. Artikel 94  (1)    Die von den zuständigen Behörden der ÜLG oder von ihnen  und den betroffenen AKP-Staaten ordnungsgemäß betrauten Regionalorganisationen haben bei der  Konzeption und der Durchführung der Regionalprogramme eine wichtige Rolle zu spielen.  (2)    Sie können bei der Programmierung und auch bei der Durchführung und der Verwaltung der  regionalen Programme und Projekte tätig werden.  (3)    Wird eine Aktion von der Gemeinschaft über eine Einrichtung der regionalen Zusammenarbeit  finanziert, so werden die Konditionen für die Endbegünstigten zwischen der Gemeinschaft und dieser  Einrichtung im Einvernehmen mit dem (den) ÜLG und gegebenenfalls mit dem (den) betreffenden  AKP-Staat(en) vereinbart. Artikel 95  Eine Aktion hat regionalen Charakter, wenn sie unmittelbar  zur Lösung eines Entwicklungsproblems, das mindestens zwei Länder oder Gebiete gemeinsam betrifft,  durch gemeinsame Aktionen oder koordinierte Aktionen beiträgt und mindestens einem der folgenden  Kriterien entspricht: a)  Die Aktion muß aufgrund ihrer Art oder ihrer Merkmale über die Grenzen eines ÜLG hinausgehen  und kann weder von einem ÜLG allein durchgeführt noch in lokale Aktionen aufgespalten werden, die  die einzelnen ÜLG für sich verwirklichen können. b)Die regionale Lösung ermöglicht aufgrund der Grössenvorteile erhebliche Kostensenkungen gegenüber  lokalen und nationalen Aktionen. c)Die Aktion ist die regionale oder interregionale Umsetzung einer sektoralen oder globalen  Strategie. d)Die aus der Aktion resultierenden Vorteile und Kosten sind auf die Länder, Gebiete und Staaten,  die aus ihr Nutzen ziehen, ungleichmässig verteilt.  Artikel 96  Für den Beitrag der Gemeinschaft  zur regionalen Zusammenarbeit bei Aktionen, die sich teilweise auf lokaler Ebene verwirklichen  ließen, gelten folgende Kriterien: a)  Die Aktion verstärkt die Zusammenarbeit zwischen den ÜLG und, gegebenenfalls, den AKP-Staaten  auf der Ebene der Verwaltung, Institutionen oder Unternehmen dieser Länder, Gebiete und Staaten  durch Einschaltung regionaler Einrichtungen oder durch Beseitigung gesetzlicher oder finanzieller  Hindernisse. b)Die Aktion wird auf der Basis gegenseitiger Verpflichtungen zwischen mehreren ÜLG und,  gegebenenfalls, AKP-Staaten durchgeführt, insbesondere hinsichtlich der Aufteilung der  Projektergebnisse, der Investitionen und der Leitungsaufgaben. Artikel 97  (1)    Für Anträge auf  Finanzierung aus Mitteln, die für die regionale Zusammenarbeit bestimmt sind, gelten folgende  allgemeine Verfahren: a)  Die Finanzierungsanträge werden von jedem ÜLG gestellt, das sich an einer regionalen Aktion  beteiligt. b)Wenn eine Aktion regionaler Zusammenarbeit ihrer Art nach für andere ÜLG oder AKP-Staaten von  Interesse sein kann, werden diese oder gegebenenfalls sämtliche ÜLG oder AKP-Behörden von der  Kommission im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden, die den Antrag gestellt haben, davon  unterrichtet. Die interessierten ÜLG bestätigen dann ihre Absicht, an der Aktion teilzunehmen. Ungeachtet dieses Verfahrens prüft die Kommission den Finanzierungsantrag unverzueglich, sofern  dieser von mindestens zwei ÜLG oder einem ÜLG und einem AKP-Staat gestellt wurde. Der  Finanzierungsbeschluß ergeht, sobald die konsultierten Behörden ihre Absicht mitgeteilt haben. c)Hat sich ein einzelnes ÜLG mit AKP-Staaten oder Nicht-AKP-Staaten gemäß Artikel 94  zusammengeschlossen, so genügt der Antrag dieses ÜLG. d)Die Einrichtungen der regionalen Zusammenarbeit können Finanzierungsanträge für eine oder mehrere  spezifische Aktionen der regionalen Zusammenarbeit im Namen und mit ausdrücklicher Zustimmung der  beteiligten ÜLG stellen. e)Jeder Finanzierungsantrag, der im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit gestellt wird, muß  gegebenenfalls Vorschläge enthalten für  i)  das Eigentumsrecht an den Gütern und  Dienstleistungen, die im Rahmen der Aktion finanziert werden, sowie für die Aufteilung der  Verantwortung für Betrieb und Unterhalt; ii)die Benennung des regionalen Anweisungsbefugten und der zuständigen Behörden des ÜLG, Staates  oder der Einrichtung, die zur Unterzeichnung des Finanzierungsabkommens im Namen aller  teilnehmenden ÜLG oder, gegebenenfalls, AKP-Staaten oder AKP-Einrichtungen befugt sind.  (2)    In die Richtprogramme für die einzelnen Regionen können Sondervorschriften für die  Einreichung der Finanzierungsanträge aufgenommen werden.  (3)    Das oder die ÜLG oder die AKP-Staaten oder regionalen Einrichtungen, die gemeinsam mit  Drittländern an einer regionalen Aktion gemäß Artikel 94 teilnehmen, können bei der Gemeinschaft  die Finanzierung des auf sie entfallenden Anteils an dieser Aktion oder eines Teils derselben  beantragen, der den ihnen aus der Aktion erwachsenden Vorteilen entspricht. Artikel 98  (1)    Um  die regionale Zusammenarbeit zu verbessern, werden Konsultationen zwischen den zuständigen Behörden  der verschiedenen Staaten, insbesondere der AKP-Staaten, der ÜLG und der ÜD der betreffenden  geographischen Regionen gefördert, und zwar, soweit es die ÜLG und ÜD betrifft, im Benehmen mit den  Behörden der für sie zuständigen Mitgliedstaaten.  (2)    Im Bereich des Handels kann die regionale Zusammenarbeit nach Maßgabe des Vertrages und des  Abkommens im Wege regionaler Handelsabkommen erfolgen.  (3)    Im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Verwaltung des EEF und der Strukturfonds und nach  Maßgabe der jeweiligen über die Förderungswürdigkeit entscheidenden Regeln dieser Fonds sorgt die  Kommission dafür, daß die ÜLG (EEF), ÜD (Strukturfonds) und AKP-Staaten (EEF) im Rahmen gemeinsamer  Regionalvorhaben oder -programme für ÜLG, ÜD und AKP-Staaten ein und derselben geographischen  Region in die Interventionen der Gemeinschaftsfonds einbezogen werden, soweit-  es sich um  gemeinsame Regionalvorhaben oder -programme handelt, deren Ziele, Anwendungsbereiche und  Verfahrensregeln in den betreffenden Artikeln des Abkommens und dieses Beschlusses festgelegt  sind; -für die Finanzierung dieser Vorhaben bzw. Programme die in den jeweiligen Gemeinschaftsfonds  festgelegten Verfahrensregeln gelten. Die Kommission sorgt für eine zeitliche Koordinierung dieser Finanzierungen und der anschließenden  Durchführung dieser Vorhaben bzw. Programme. Artikel 99  Für die Ziele dieses Titels wird als  Finanzbeitrag der Gemeinschaft der in Artikel 154 dieses Beschlusses angegebene Betrag  bereitgestellt.  DRITTER TEIL DIE INSTRUMENTE DER ÜLG-EWG-ZUSAMMENARBEIT TITEL I HANDELSPOLITISCHE  ZUSAMMENARBEIT Kapitel 1 Allgemeine Handelsregelung Artikel 100  (1)    Auf dem Gebiet der  handelspolitischen Zusammenarbeit ist es das Ziel dieses Beschlusses, sowohl den Handel zwischen  den ÜLG und der Gemeinschaft, und zwar unter Berücksichtigung des jeweiligen Entwicklungsstands,  als auch den Handel zwischen den ÜLG zu fördern.  (2)    Bei der Verfolgung dieses Ziels wird besonders darauf geachtet, daß für den Warenaustausch  der ÜLG mit der Gemeinschaft tatsächliche zusätzliche Vergünstigungen gewährt und die Bedingungen  für den Zugang ihrer Waren zum Markt verbessert werden, damit das Wachstumstempo ihres Handels und  insbesondere der Strom ihrer Ausfuhren in die Gemeinschaft beschleunigt und ein besseres  Gleichgewicht im Warenverkehr der Parteien erreicht wird.  (3)    Zu diesem Zweck führen die betroffenen Parteien die Bestimmungen dieses Titels sowie andere  geeignete Maßnahmen durch, die in Titel III dieses Teils sowie im zweiten Teil dieses Beschlusses  vorgesehen sind.  Artikel 101  (1)    Waren mit Ursprung in den ÜLG sind frei von Zöllen und  Abgaben gleicher Wirkung zur Einfuhr in die Gemeinschaft zugelassen.  (2)    Waren, die keine Ursprungswaren der ÜLG sind, sich aber im zollrechtlich freien Verkehr in  einem ÜLG befinden und in unverändertem Zustand in die Gemeinschaft wiederausgeführt werden, sind  bei der Einfuhr in die Gemeinschaft von Zöllen und Abgaben gleicher Wirkung befreit, sofern-  für  sie in dem betreffenden ÜLG Zölle oder Abgaben gleicher Wirkung entrichtet worden sind, die den  Zöllen entsprechen oder sie übersteigen, die bei der Einfuhr derselben Erzeugnisse mit Ursprung in  Drittländern, für die die Meistbegünstigungsklausel gilt, in der Gemeinschaft anwendbar wären, -sie nicht Gegenstand einer vollständigen oder teilweisen Befreiung oder Erstattung der Zölle oder  Abgaben gleicher Wirkung waren, -sie von einer Ausfuhrbescheinigung begleitet werden.  (3)    Die Bestimmungen des Absatzes 2 finden keine Anwendung-auf landwirtschaftliche Erzeugnisse  gemäß der Liste in Anhang II des Vertrages sowie auf die Erzeugnisse gemäß der Verordnung (EWG) Nr.  3033/80 des Rates vom 11. November 1980 zur Festlegung der Handelsregelung für bestimmte aus  landwirtschaftlichen Erzeugnissen hergestellte Waren  (1), zuletzt geändert durch die Verordnung  (EWG) Nr. 1436/90  (2), -auf Waren, die bei der Einfuhr in die Gemeinschaft mengenmässigen Beschränkungen unterliegen, -auf Waren, die bei der Einfuhr in die Gemeinschaft Antidumpingzöllen unterliegen.  (4)    Falls die Bestimmung des Absatzes 1 für die Ursprungswaren der ÜLG zu einer günstigeren  Zollregelung führt als die Regelung nach Verordnung (EWG) Nr. 715/90  (3), erfolgt die Beseitigung  der Zollsätze schrittweise in denselben Zeiträumen und nach demselben Zeitplan, wie dies in der  Akte über den Beitritt Spaniens und Portugals für dieselben Erzeugnisse vorgesehen ist, die aus  diesen Staaten in die Gemeinschaft in ihrer Zusammensetzung vom 31. Dezember 1985 eingeführt  werden.   Sind während dieser schrittweisen Verringerung die bei der Einfuhr in die Gemeinschaft in ihrer  Zusammensetzung vom 31. Dezember 1985 angewandten Zollsätze auf die Waren Spaniens und Portugals  für beide Länder unterschiedlich, so wird der höhere Zollsatz auf die Ursprungswaren der ÜLG  angewandt. Der Zollabbau beginnt ab dem Zeitpunkt, zu dem die auf dieselben Waren mit Ursprung in  Spanien und Portugal angewandten Zölle unter den Zollsätzen auf die Ursprungswaren der ÜLG liegen.  (5)    Im Rahmen dieses Beschlusses wenden Spanien und Portugal Zollsätze an, die nach dem  Beschluß 86/47/EWG, zuletzt geändert durch den Beschluß 90/669/EWG berechnet werden. Artikel 102   Die Gemeinschaft wendet bei der Einfuhr von Ursprungswaren der ÜLG keine mengenmässigen  Beschränkungen oder Maßnahmen gleicher Wirkung an. Artikel 103  (1)    Artikel 102 steht  Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhrverboten oder -beschränkungen nicht entgegen, die aus Gründen der  öffentlichen Sittlichkeit und Ordnung, zum Schutz der Gesundheit und des Lebens von Menschen,  Tieren und Pflanzen, des nationalen Kulturguts von künstlerischem, geschichtlichem oder  archäologischem Wert oder des gewerblichen und kommerziellen Eigentums gerechtfertigt sind.  (2)    Diese Verbote oder Beschränkungen dürfen auf keinen Fall ein Mittel zur willkürlichen  Diskriminierung oder eine verschleierte Beschränkung des Handels im allgemeinen darstellen.  (3)    Die Bestimmungen über den Verkehr mit gefährlichen Abfällen und mit radioaktiven Abfällen  sind im Titel I des zweiten Teils dieses Beschlusses enthalten. Artikel 104  Dieser Beschluß  präjudiziert nicht die Behandlung, die die Gemeinschaft bestimmten Waren in Anwendung der von ihr  unterzeichneten internationalen Übereinkommen über diese Waren vorbehält. Artikel 105  Bezueglich  Grönlands gilt dieser Beschluß vorbehaltlich der Einhaltung der Bedingungen, die im Protokoll über  die Sonderregelung für Grönland im Anhang zum Vertrag zur Änderung der Verträge zur Gründung der  Europäischen Gemeinschaften bezueglich Grönlands  (4) vorgesehen sind.    Artikel 106  (1)    In Anbetracht der derzeitigen Entwicklungserfordernisse der ÜLG können  die zuständigen Behörden der ÜLG bei der Einfuhr von Waren mit Ursprung in der Gemeinschaft oder in  anderen ÜLG die Zölle oder mengenmässigen Beschränkungen einführen oder beibehalten, die sie für  notwendig erachten.  (2)  a)  Die von den ÜLG gegenüber der Gemeinschaft angewandte Handelsregelung darf weder zu einer  unterschiedlichen Behandlung der Mitgliedstaaten führen noch weniger günstig als die durch die  Meistbegünstigung eingeräumte Behandlung sein.  b)Unbeschadet der spezifischen Bestimmungen dieses Beschlusses unterlässt die Gemeinschaft auf dem  Gebiet des Handels jede Diskriminierung zwischen den ÜLG.  c)Buchstabe a) hindert ein ÜLG nicht daran, auf bestimmte andere ÜLG oder auf andere  Entwicklungsländer eine günstigere Regelung anzuwenden als auf die Gemeinschaft. Artikel 107   Dänemark, Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich teilen der Kommission binnen  drei Monaten nach Inkrafttreten dieses Beschlusses die Zolltarife der ÜLG mit, mit denen sie  besondere Beziehungen unterhalten.  Die betreffenden Mitgliedstaaten teilen der Kommission auch alle weiteren Änderungen dieser  Maßnahmen mit, sofern und sobald sie vorgenommen werden. Artikel 108  (1)    Für die Anwendung  dieses Kapitels-  sind die Bestimmung des Begriffs Ursprungswaren sowie die Methoden für die  Zusammenarbeit der Verwaltungen auf diesem Gebiet in Anhang II festgelegt; -werden die Bedingungen für die Zulassung in der Gemeinschaft der Erzeugnisse, die nicht  Ursprungserzeugnisse der ÜLG sind und sich in den ÜLG im freien Verkehr befinden, sowie die  Methoden der Zusammenarbeit der Verwaltungen auf diesem Gebiet in Anhang III festgelegt.  (2)    Jede Änderung der Anhänge II und III wird vom Rat auf Vorschlag der Kommission einstimmig  beschlossen.  (3)    Soweit der Begriff Ursprungswaren für eine bestimmte Ware noch nicht in Anwendung des  Absatzes 1  oder des Absatzes 2 festgelegt wurde, wenden die Mitgliedstaaten ihre eigene Regelung  an. Artikel 109  (1)    Wenn die Anwendung dieses Kapitels ernste Störungen für einen  Wirtschaftsbereich der Gemeinschaft oder eines oder mehrerer Mitgliedstaaten mit sich bringt oder  deren äussere finanzielle Stabilität gefährdet oder wenn Schwierigkeiten auftreten, die die  Beeinträchtigung eines Wirtschaftsbereichs der Gemeinschaft oder einer ihrer Regionen nach sich  ziehen könnten, so kann die Kommission nach dem in Anhang IV festgelegten Verfahren die notwendigen  Schutzmaßnahmen treffen oder den betreffenden Mitgliedstaat dazu ermächtigen.  (2)    Bei der Durchführung des Absatzes 1 sind vorzugsweise Maßnahmen zu wählen, die die  geringsten Störungen für das Funktionieren der Assoziation und der Gemeinschaft mit sich bringen.  Diese Maßnahmen dürfen nicht über das zur Behebung der aufgetretenen Schwierigkeiten unbedingt  erforderliche Maß hinausgehen. Artikel 110  Bei Genehmigung, Änderung oder Aufhebung von  Schutzmaßnahmen wird den Interessen der am wenigsten entwickelten ÜLG besondere Aufmerksamkeit  gewidmet.  Kapitel 2 Besondere Verpflichtungen betreffend Rum Artikel 111  Bis zum Inkrafttreten einer  gemeinsamen Marktorganisation für Spirituosen wird die Einfuhr von Waren der KN-Codes 2208  40  10,  2208  40  90, 2208  90  11 und 2208  90  19 - Rum, Arrak, Taffia - mit Ursprung in den ÜLG in die  Gemeinschaft unbeschadet von Artikel 101 Absatz 1 durch Anhang V geregelt. Artikel 112  Dieses  Kapitel sowie Anhang IV gelten nicht für die Beziehungen zwischen den ÜLG und den französischen  überseeischen Departements.  Kapitel 3 Dienstleistungsverkehr Artikel 113  (1)    Der Dienstleistungsverkehr ist für die  Entwicklung der Volkswirtschaften der ÜLG von grosser Bedeutung, weil dieser Sektor im Welthandel  eine immer grössere Rolle spielt und ein beträchtliches Wachstumspotential besitzt.   (2)    Langfristig ist die schrittweise Liberalisierung des Dienstleistungsverkehrs anzustreben,  wobei den Zielen der Politik der einzelnen ÜLG und ihrem Entwicklungsniveau gebührend Rechnung  getragen werden muß.  (3)    Es ist zweckmässig und notwendig, die Zusammenarbeit in diesem Sektor auszubauen, wenn die  Ergebnisse der multilateralen Handelsverhandlungen vorliegen.  (4)    Deshalb kann der Rat auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit Änderungen  bzw. Ergänzungen zu dem vorliegenden Beschluß beschließen, um dadurch die Ergebnisse der  multilateralen Handelsverhandlungen, die zur Zeit im Rahmen des GATT geführt werden, zu  berücksichtigen und umzusetzen.  TITEL II ZUSAMMENARBEIT IM BEREICH DER GRUNDSTOFFE Kapitel 1 Stabilisierung der Erlöse aus der  Ausfuhr von landwirtschaftlichen Grundstoffen (Stabex) Artikel 114 (1)    Um die schädlichen  Auswirkungen der Schwankungen der Ausfuhrerlöse zu beheben und den ÜLG zu helfen, eines der  Haupthindernisse für die Stabilität, die Rentabilität und das anhaltende Wachstum ihrer Wirtschaft  zu überwinden, um ihre Entwicklungsanstrengungen zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu  geben, auf diese Weise den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ihrer Bevölkerung zu sichern  und zum Schutz ihrer Kaufkraft beizutragen, wird ein System angewandt, das die Stabilisierung der  Ausfuhrerlöse für die von den ÜLG in die Gemeinschaft oder nach anderen Bestimmungen im Sinne des  Artikels 117 ausgeführten Waren, von denen ihre Wirtschaft abhängig ist und die Preis-oder  Mengenschwankungen oder gleichzeitigen Schwankungen dieser beiden Faktoren unterliegen,  gewährleisten soll.  (2)    Zur Verwirklichung dieser Ziele müssen die transferierten Mittel gemäß einem in jedem  Einzelfall zwischen den zuständigen Behörden des begünstigten ÜLG und der Kommission zu  vereinbarenden Regelwerk gegenseitiger Verpflichtungen entweder für den - im weitestmöglichen Sinne  verstandenen - Sektor verwendet werden, in dem der Rückgang der Ausfuhrerlöse zu verzeichnen ist,  um dort den von dieser Erlöseinbusse betroffenen Wirtschaftsteilnehmern zugute zu kommen, oder  überall dort, wo dies angezeigt ist, für Zwecke der Diversifizierung eingesetzt werden, um entweder  in geeignete andere - grundsätzlich landwirtschaftliche - Produktionsbereiche gelenkt zu werden  oder aber der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu dienen.  Artikel 115  (1)     Folgende Waren sind in das System einbezogen: >PLATZ FÜR EINE TABELLE>(2)    Um den Interessen des betreffenden ÜLG Rechnung zu tragen,  betrachtet die Kommission in allen Fällen bei der Anwendung des Systems als Ware im Sinne dieses  Kapitelsa)  jede in Absatz 1 aufgeführte Ware, b)die Warengruppen 1 und 2, 3 bis 7, 8 und 9, 10 und 11, 12, 13 und 14, 15, 16 und 17, 18 bis 21,  22 und 23, 24 und 25, 47 und 48. Artikel 116  Treten zwölf Monate nach Inkrafttreten dieses  Beschlusses für eine oder mehrere Waren, die nicht in Artikel 115 aufgeführt sind, von denen aber  die Wirtschaft eines oder mehrerer ÜLG in erheblichem Umfang abhängig ist, starke Schwankungen auf,  so kann der Rat spätestens sechs Monate, nachdem die zuständigen Behörden des oder der betroffenen  ÜLG einen Antrag gestellt haben, auf Vorschlag der Kommission die Aufnahme dieser Ware oder Waren  in diese Liste beschließen; dabei berücksichtigt er Faktoren wie Beschäftigungslage,  Verschlechterung der Austauschrelationen zwischen der Gemeinschaft und dem betreffenden ÜLG, seinem  Entwicklungsstand sowie die Bedingungen, die für die Ursprungswaren der Gemeinschaft kennzeichnend  sind. Artikel 117  Das System ist auf die Ausfuhrerlöse anwendbar, die die einzelnen ÜLG aus der  Ausfuhr aller Waren nach Artikel 115 Absatz 2 nach der Gemeinschaft erzielen. Artikel 118  Für  die in Artikel 114 dargelegten Zwecke wird der in Artikel 154 Absatz 1 Buchstabe a) Ziffer iii)  dieses Beschlusses genannte Betrag für die in diesem Artikel festgelegte Laufzeit dem System  zugewiesen. Dieser Betrag ist zur Erfuellung der gesamten Verpflichtungen im Rahmen des Systems  bestimmt. Er wird von der Gemeinschaft verwaltet. Artikel 119  (1)    Der Gesamtbetrag nach  Artikel 118 wird entsprechend der Zahl der Jahre der Anwendung von Artikel 154 in gleiche jährliche  Tranchen aufgeteilt.  (2)    Restbeträge am Ende eines jeden - mit Ausnahme des letzten - Jahres der Anwendung von  Artikel 154 werden automatisch auf das folgende Jahr übertragen. Artikel 120  Die für jedes  Anwendungsjahr verfügbaren Mittel bestehen aus der Summe1.  der jährlichen Tranche, gegebenenfalls  gekürzt oder erhöht um die gemäß Artikel 121 Absatz 1 verwendeten oder freigewordenen Beträge; 2.der gemäß Artikel 119 Absatz 2 übertragenen Mittel. Artikel 121  (1)    Übersteigt der  Gesamtbetrag der gemäß Artikel 124 berechneten und gegebenenfalls gemäß den Artikeln 128, 129 und  130 herabgesetztenTransfergrundlagen für ein Anwendungsjahr die für das betreffende Jahr zur  Verfügung stehenden Mittel des Systems, so wird jedes Jahr, ausser im letzten, automatisch ein  Vorgriff von höchstens 25  % auf die Tranche des folgenden Jahres vorgenommen.  (2)    Sind die verfügbaren Mittel nach der Maßnahme gemäß Absatz 1 immer noch geringer als der in  Absatz 1 genannte Gesamtbetrag der Transfergrundlagen für dasselbe Anwendungsjahr, so wird der  Betrag jeder Transfergrundlage um 10  % dieses Betrages gekürzt.  (3)    Ist der so ermittelte Gesamtbetrag der Transfers nach der Kürzung gemäß Absatz 2 geringer  als die verfügbaren Mittel, so wird der Restbetrag proportional zu den Kürzungen der  Transfergrundlagen unter allen Transfers aufgeteilt.  (4)    Übersteigt der Gesamtbetrag der Transfers, die Zahlungen bewirken können, nach der gemäß  Absatz 2 durchgeführten Kürzung die verfügbaren Mittel, so prüft der Rat auf Vorschlag der  Kommission und nach einer Lagebeurteilung anhand eines Berichts der Kommission über die  voraussichtliche Entwicklung des Systems die Abhilfemaßnahmen, die im Rahmen dieses Beschlusses zu  treffen sind.    Artikel 122  Mit den Restbeträgen, die von dem in Artikel 118 genannten Gesamtbetrag nach  Ablauf des letzten Jahres der Durchführung des Systems gemäß Artikel 154 gegebenenfalls verbleiben,  wird wie folgt verfahren: a)  Die in Anwendung der Prozentsätze nach Artikel 124 Absätze 3 und 4 frei gewordenen Beträge  werden an jedes ÜLG proportional zu den ihm aufgrund dieser Bestimmungen abgezogenen Beträgen  zurückgezahlt; b)über die Verwendung der nach Anwendung von Buchstabe a) gegebenenfalls verbleibenden Restbeträge  entscheidet der Rat auf Vorschlag der Kommission. Artikel 123  (1)    Das System ist auf die  Erlöse eines ÜLG aus der Ausfuhr der Waren nach Artikel 115 Absatz 2 anwendbar, wenn die Erlöse aus  der Ausfuhr der einzelnen Waren nach allen Bestimmungen im Jahr vor dem Anwendungsjahr mindestens 5   % seiner Gesamterlöse aus der Ausfuhr sämtlicher Waren, nach Abzug der Wiederausfuhren, ausgemacht  haben. Dieser Satz beträgt für Sisal 4  %.  (2)    Ist während des dem Anwendungsjahr vorangehenden Jahres die Produktion der betreffenden  Ware aufgrund einer Naturkatastrophe erheblich zurückgegangen, so wird bei der Berechnung des in  Absatz 1 genannten Satzes der Durchschnitt der Ausfuhrerlöse zugrunde gelegt, die in den drei dem  Katastrophenjahr vorangehenden Jahren für die betreffende Ware erzielt wurden. Als erheblich gilt ein Produktionsrückgang von mindestens 50  % gegenüber der  Durchschnittsproduktion in den drei dem Katastrophenjahr vorangehenden Jahren. Artikel 124  (1)     Zur Durchführung des Systems werden für jedes ÜLG und für die Ausfuhr jeder in Artikel 115 Absatz  1 genannten Ware nach der Gemeinschaft oder nach anderen Bestimmungen ein Bezugsniveau und eine  Transfergrundlage errechnet.  (2)    Das Bezugsniveau entspricht dem Durchschnitt der Ausfuhrerlöse von sechs den einzelnen  Anwendungsjahren vorangehenden Kalenderjahren, wobei die beiden Jahre mit den am weitesten  auseinanderliegenden Ergebnissen unberücksichtigt bleiben.  (3)    Die Differenz zwischen dem Bezugsniveau und den tatsächlichen Erlösen des  Anwendungskalenderjahres, abzueglich eines Betrages, der 4,5  % dieses Bezugsniveaus entspricht,  stellt die Transfergrundlage dar.  (4)    Die Abzuege nach Absatz 3 erfolgen nicht, wenn die Differenz zwischen dem Bezugsniveau und  den tatsächlichen Erlösen weniger als 1 Million ECU beträgt.  Keinesfalls wird die Differenz zwischen dem Bezugsniveau und den tatsächlichen Erlösen um mehr als  30  % vermindert.  (5)    Der Transferbetrag entspricht der Transfergrundlage nach etwaiger Anwendung der Artikel  128, 129, 130 und des Artikels 121. Artikel 125  (1)    Um ein wirksames und rasches  Funktionieren des Systems zu gewährleisten, arbeiten die zuständigen Behörden der einzelnen ÜLG und  die Kommission künftig auf dem Gebiet der Statistik zusammen.  (2)    Für das erste Anwendungsjahr teilen die ÜLG der Kommission folgendes mit: a)  Wert ihrer gesamten Warenausfuhren nach jedweder Bestimmung während des dem Anwendungsjahr  vorausgehenden Jahres; b)Umfang der vermarkteten Produktion des bzw. der betreffenden Erzeugnisse während des  Bezugszeitraums und während des Anwendungsjahres; c)Umfang und Wert der Ausfuhren des bzw. der betreffenden Erzeugnisse nach jedweder Bestimmung  während des Bezugszeitraums und während des Anwendungsjahres; d)Umfang und Wert der Ausfuhren des bzw. der betreffenden Erzeugnisse nach der EWG während des  Bezugszeitraums und während des Anwendungsjahres.  (3)    In den darauffolgenden Jahren der Durchführung des Systems erstreckt sich der jeweilige  statistische Bedarf nur auf das Jahr, das durch die Mitteilungen des Vorjahres nicht abgedeckt  ist.  (4)    Diese Angaben werden der Kommission spätestens an dem auf das Anwendungsjahr folgenden 31.  März übermittelt. Andernfalls verliert das ÜLG jeden Transferanspruch für die betreffende(n)  Ware(n) für das in Frage stehende Anwendungsjahr. Artikel 126  (1)    Die Durchführung des  Systems betrifft die in Artikel 115 aufgeführten Waren,a)  die in der Gemeinschaft in den freien Verkehr gebracht werden oderb)die sich in der  Gemeinschaft im aktiven Veredelungsverkehr befinden.  (2)    Für die Berechnungen nach Artikel 124 werden die vom Statistischen Amt der Europäischen  Gemeinschaften berechneten und veröffentlichten Statistiken zugrunde gelegt.  Artikel 127  Ein  Transfer erfolgt nicht, wenn es sich bei der Prüfung des Vorgangs durch die Kommission in  Verbindung mit den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG zeigt, daß der Rückgang der Erlöse aus  der Ausfuhr in die Gemeinschaft die Folge diskriminierender Maßnahmen oder Politiken zum Schaden  der Gemeinschaft ist. Artikel 128  Die Transfergrundlage wird bei einem Rückgang der Erlöse für  die Ausfuhr der betreffenden Ware in die Gemeinschaft entsprechend gekürzt, wenn nach gemeinsamer  Prüfung durch die Kommission und die zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG deutlich wird, daß  dieser Erlösrückgang das Ergebnis handelspolitischer Maßnahmen ist, die von dem ÜLG selbst oder  mittelbar über seine Wirtschaftsteilnehmer getroffen worden sind und die auf eine Einschränkung des  Angebots abzielen; diese Kürzung kann zu einer Annullierung der Transfergrundlage führen. Artikel  129  Werden bei der Prüfung der Entwicklung der Ausfuhr eines ÜLG nach allen Bestimmungen und der  Produktion der fraglichen Ware durch das betreffende ÜLG sowie der Nachfrage in der Gemeinschaft  erhebliche Veränderungen festgestellt, so finden zwischen der Kommission und den zuständigen  Behörden des antragstellenden ÜLG Konsultationen statt, um zu ermitteln, ob und inwieweit die  Transfergrundlage beibehalten oder gekürzt werden muß. Artikel 130  Die Transfergrundlage für  eine bestimmte Ware darf auf keinen Fall höher sein als der entsprechende Betrag, der anhand der  Ausfuhren des betreffenden ÜLG nach allen Bestimmungen errechnet wurde. Artikel 131  (1)    Nach  Abschluß der in Verbindung mit den zuständigen Behörden des ÜLG vorgenommenen Prüfung fasst die  Kommission einen Transferbeschluß; diese Prüfung bezieht sich sowohl auf die statistischen Angaben  als auch auf die Bestimmung der Transfergrundlage, die eine Zahlung bewirken kann.  (2)    Über jeden Transfer wird zwischen der Kommission und den zuständigen Behörden des ÜLG ein  Transferabkommen geschlossen. Artikel 132  (1)    Soweit die zuständigen Behörden des ÜLG gemäß  Artikel 125 Absatz 4 vor dem auf das Anwendungsjahr folgenden 31. März sämtliche erforderlichen  statistischen Angaben übermittelt haben, unterrichtet die Kommission jedes ÜLG spätestens am  darauffolgenden 30. April davon, wie sich seine Lage in bezug auf jede der in Artikel 115  Absatz 2  aufgeführten Waren, die von diesem ÜLG im Laufe des betreffenden Jahres ausgeführt worden ist,  darstellt.  (2)    Die zuständigen Behörden des ÜLG und die Kommission setzen alles daran, damit das in den  Artikeln 127, 128 und 129 vorgesehene Verfahren spätestens am 30. Juni des betreffenden Jahres  abgeschlossen wird. Nach Ablauf dieser Frist teilt die Kommission den zuständigen Behörden des ÜLG  den Transferbetrag mit, der sich aus der Bearbeitung des Dossiers ergibt.  (3)    Die Kommission fasst spätestens am 31. Juli des betreffenden Jahres Beschlüsse über  sämtliche Transfers, ausgenommen solche, bei denen die Konsultationen noch nicht abgeschlossen  sind. Artikel 133  (1)    Wird gemäß den Artikeln 123 und 124 eine Transfergrundlage  festgestellt, so übermitteln die zuständigen Behörden des begünstigten ÜLG der Kommission in dem  Monat, der auf den Eingang der in Artikel 132 Absatz 1 genannten Mitteilung folgt, eine konkrete  Analyse des von dem Rückgang der Erlöse betroffenen Sektors, der Ursachen dieses Rückgangs, der von  den Behörden in dieser Hinsicht verfolgten Politik sowie der Projekte, Programme und Maßnahmen, für  die sie die Mittel entsprechend den Zielsetzungen von Artikel 114 Absatz 2 zu verwenden sich  verpflichten.  (2)    Gedenken die zuständigen Behörden des begünstigten ÜLG, die Mittel gemäß Artikel 114 Absatz  2 ausserhalb des Sektors zu verwenden, in dem der Rückgang der Erlöse eingetreten ist, so teilen sie  der Kommission die Gründe für diese Verwendung der Mittel mit.  (3)    Die Projekte, Programme und Maßnahmen, für die die zuständigen Behörden des begünstigten  ÜLG die transferierten Mittel zu verwenden sich verpflichten, werden von der Kommission und ihnen  gemeinsam geprüft. Artikel 134  Ist über die Verwendung der Mittel Einvernehmen erzielt worden,  so unterzeichnen die zuständigen Behörden des ÜLG und die Kommission ein Protokoll, in dem der  Rahmen gegenseitiger Verpflichtungen abgesteckt und die Modalitäten der Verwendung der  Transfermittel in den verschiedenen Phasen der vereinbarten Maßnahmen festgelegt werden. Artikel  135  (1)    Bei der Unterzeichnung des Transferabkommens nach Artikel 131 Absatz 2 wird der  Transferbetrag in Ecu auf ein zinsbringendes Konto überwiesen, für das zwei Unterschriften, die der  zuständigen Behörden des ÜLG und die der Kommission, erforderlich sind. Der Zinsertrag wird diesem  Konto gutgeschrieben.   (2)    Der Betrag auf dem in Absatz 1 genannten Konto wird entsprechend dem Fortgang der in dem  Protokoll über die Verwendung der Mittel angegebenen Maßnahmen bereitgestellt, sofern die  Bestimmungen des Artikels 136 eingehalten worden sind.  (3)    Die Verfahren nach Absatz 2 sind entsprechend auf die gegebenenfalls anfallenden  Gegenwertmittel anwendbar. Artikel 136  (1)    Binnen zwölf Monaten nach Bereitstellung der  Mittel übermitteln die zuständigen Behörden des Empfänger-ÜLG der Kommission einen Bericht darüber,  wie die transferierten Mittel verwendet wurden.  (2)    Wird der in Absatz 1 genannte Bericht nicht binnen der vorgesehenen Frist übermittelt oder  gibt er Anlaß zu Bemerkungen, so verlangt die Kommission eine Begründung von seiten der zuständigen  Behörden des ÜLG, die gehalten sind, binnen zwei Monaten diese Begründung vorzulegen.  (3)    Nach Ablauf der in Absatz 2 genannten Frist kann die Kommission nach Befassung des Rates  und ordnungsgemässer Unterrichtung der zuständigen Behörden des ÜLG drei Monate nach Abschluß des  Verfahrens die Anwendung der Beschlüsse über erneute Transfers so lange aussetzen, bis die  erforderlichen Angaben vorliegen. Dieser Beschluß wird den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG unverzueglich mitgeteilt.  Kapitel 2 Bergbauerzeugnisse Besondere Finanzierungsfazilität (Sysmin) Artikel 137  (1)    Es  wird eine besondere Finanzierungsfazilität geschaffen, die an die ÜLG gerichtet ist, für deren  Wirtschaft der Bergbau eine wichtige Rolle spielt und in denen in diesem Bereich Schwierigkeiten  festzustellen bzw. für die nahe Zukunft vorhersehbar sind.  (2)    Die Zielsetzung des Systems besteht darin, einen Beitrag zur Schaffung einer stabileren  oder sogar erweiterten Grundlage für die Entwicklung der ÜLG zu leisten, indem deren zuständige  Behörden unterstützt werden bei ihren Bemühungen-  um den Schutz der Erzeugung und Ausfuhr von  Bergbauerzeugnissen durch Sanierungs- und Vorbeugungsmaßnahmen, mit welchen den schwerwiegenden  volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Verlusts an Lebensfähigkeit entgegengewirkt werden soll, der  auf eine Verringerung der Produktions- bzw. Ausfuhrkapazität und/oder der Ausfuhrerlöse im  Bergbausektor infolge einschneidender technologischer oder wirtschaftlicher Veränderungen oder  infolge vorübergehender oder unvorhersehbarer Störungen zurückzuführen ist, auf die das betreffende  ÜLG und das auf dem betroffenen Sektor tätige Unternehmen keinen Einfluß haben; dabei wird der  Anpassung der Wettbewerbssituation der Unternehmen an die veränderten Marktbedingungen besondere  Aufmerksamkeit gewidmet; -oder um die Diversifizierung und Erweiterung der Grundlagen für ihr Wirtschaftswachstum, wobei den  AKP-Staaten, die in starkem Masse von den Ausfuhren eines Bergbauerzeugnisses abhängen, insbesondere  bei der Durchführung ihrer bereits eingeleiteten Entwicklungsprojekte und -programme geholfen wird,  wenn diese infolge erheblicher Rückgänge der für dieses Bergbauerzeugnis erzielten Ausfuhrerlöse  ernstlich gefährdet sind.  (3)    Im Hinblick auf die Erreichung der genannten Ziele wird-diese Unterstützung den  Umstrukturierungserfordernissen der Wirtschaft des betreffenden ÜLG angepasst; -bei der Festlegung und Durchführung der Unterstützungsmaßnahme den beiderseitigen Interessen von  ÜLG und Mitgliedstaaten Rechnung getragen. Artikel 138  (1)    Die in Artikel 137 vorgesehene  besondere Finanzierungsfazilität richtet sich an die ÜLG, deren Ausfuhren in die Gemeinschaft gehen  und die während zumindest zwei der vier dem Jahr der Antragstellung vorangegangenen Jahrea)   mindestens 15  % ihrer Ausfuhrerlöse aus der Ausfuhr eines der folgenden Erzeugnisse bezogen haben:  Kupfer (einschließlich Kobalt), Phosphate, Mangan, Bauxit und Aluminiumoxid, Zinn, Eisenerz, auch  agglomeriert, Uran; b)oder mindestens 20  % ihrer Ausfuhrerlöse aus der Ausfuhr sämtlicher Bergbauerzeugnisse (mit  Ausnahme von Edelmetallerzen, ausser Gold, Erdöl und Erdgas) bezogen haben. Im Falle der am wenigsten entwickelten ÜLG beträgt der in Buchstabe a) vorgesehene Satz 10  % und  der in Buchstabe b) vorgesehene Satz 12  %. Bei der Berechnung der unter den Buchstaben a) und b) genannten Schwellenwerte bleiben die Erlöse  aus der Ausfuhr der Bergbauerzeugnisse, die nicht unter das System fallen, unberücksichtigt.  (2)    Die besondere Finanzierungsfazilität kann in Anspruch genommen werden, wenn im Licht der  vorgenannten Ziele  a)festgestellt oder damit gerechnet wird, daß die Lebensfähigkeit eines oder  mehrerer Unternehmen des Bergbausektors durch vorübergehende oder unvorhersehbare materielle,  wirtschaftliche oder politische Ereignisse ernsthaft beeinträchtigt wurde oder werden wird, auf die  das betreffende ÜLG und das betreffende Unternehmen keinen Einfluß haben, und wenn diese  Beeinträchtigung der Lebensfähigkeit in einem merklichen Rückgang der Einkünfte des betreffenden  ÜLG - wofür im besonderen ein Rückgang der Produktions- oder Ausfuhrkapazität bei dem betreffenden  Erzeugnis um etwa 10  % maßgebend ist - und/oder einer Verschlechterung seiner Leistungsbilanz zum  Ausdruck kommt bzw. kommen könnte. Kennzeichnend für eine voraussichtliche Beeinträchtigung der Lebensfähigkeit ist es, wenn eine  Verschlechterung des Zustands der Produktionsanlagen einsetzt, die Auswirkungen auf die  Volkswirtschaft des ÜLG hat; b)in dem in Absatz 1 Buchstabe a) genannten Fall festgestellt wird, daß ein starker Rückgang der  Ausfuhrerlöse für das betreffende Bergbauerzeugnis - verglichen mit den Durchschnittserlösen der  beiden der Antragstellung vorangegangenen Jahre - die Durchführung bereits eingeleiteter  Entwicklungsprojekte oder -programme ernstlich gefährdet. Um berücksichtigt zu werden, muß dieser  Rückgang-  die Folge materieller, wirtschaftlicher oder politischer Ereignisse sein; er darf weder  mittel- noch unmittelbar künstlich durch Politiken und Maßnahmen der zuständigen Behörden des ÜLG  oder der betreffenden Wirtschaftsteilnehmer hervorgerufen worden sein; -zu einem entsprechenden Rückgang von mindestens 10  % der gesamten Ausfuhrerlöse des dem Jahr der  Antragstellung vorangegangenen Jahres führen. Die genannten unvorhersehbaren Ereignisse beziehen sich auf Störungen wie Unfälle, ernste  technische Zwischenfälle, schwerwiegende interne oder externe politische Ereignisse, wichtige  technologische und wirtschaftliche Veränderungen oder erhebliche Veränderungen in den  Handelsbeziehungen zur Gemeinschaft.  (3)    Die zuständigen Behörden eines ÜLG können eine Finanzhilfe aus den Mitteln der besonderen  Finanzierungsfazilität beantragen, wenn die Bedingungen der Absätze 1 und 2 erfuellt sind. Artikel  139  (1)    Die in Artikel 138 vorgesehene Finanzhilfe wird zur Erreichung der in Artikel 137  Absatz 2 genannten Ziele verwendet. Wird die Aufrechterhaltung oder die Wiederherstellung der Lebensfähigkeit eines (der) betroffenen  Bergbauunternehmen(s) für möglich und angebracht gehalten, so ist die Finanzhilfe dazu bestimmt,  Projekte oder Programme - einschließlich Projekte oder Programme zur finanziellen Umstrukturierung  der betroffenen Unternehmen - zu finanzieren, die die Aufrechterhaltung, Wiederherstellung oder  Rationalisierung der betreffenden Produktions- oder Ausfuhrkapazitäten auf einem wirtschaftlich  lebensfähigen Stand bezwecken. Gilt die Aufrechterhaltung oder die Wiederherstellung der Lebensfähigkeit als nicht möglich, so ist  die Finanzhilfe dazu bestimmt, die Grundlagen des Wirtschaftswachstums durch die Finanzierung von  Projekten oder Programmen für eine lebensfähige Umstellung oder horizontale oder vertikale  Diversifizierung zu erweitern. Das Ziel einer Diversifizierung kann im gegenseitigen Einvernehmen auch dann angestrebt werden,  wenn der Grad der Abhängigkeit der Wirtschaft von dem betreffenden Bergbauerzeugnis bedeutend ist,  und zwar selbst dann, wenn die Lebensfähigkeit sich wiederherstellen ließe. Findet Artikel 138 Absatz 2 Buchstabe b) Anwendung, so wird das Ziel einer Diversifizierung im Wege  einer Finanzierung angestrebt, die zur Verwirklichung von ausserhalb des Bergbausektors liegenden  Entwicklungsprojekten und -programmen beiträgt, die bereits eingeleitet sind und sonst gefährdet  wären.  (2)    In dieser Hinsicht ist bei dem Beschluß über die Zuweisung von Mitteln für Projekte oder  Programme den wirtschaftlichen Interessen und den sozialen Auswirkungen einer solchen Finanzhilfe  in dem betreffenden ÜLG sowie in der Gemeinschaft gebührend Rechnung zu tragen, wobei der Beschluß  den Bedürfnissen der wirtschaftlichen Umstrukturierung dieses ÜLG anzupassen ist. Im Rahmen der Anträge nach Artikel 138 Absatz 1 Buchstabe b) bemühen sich die Gemeinschaft und die  zuständigen Behörden des ÜLG gemeinsam und systematisch darum, den Anwendungsbereich und die  Einzelheiten der etwaigen Finanzhilfe so festzulegen, daß dem konkurrierenden Bergbau in der  Gemeinschaft durch diese Finanzhilfe kein Schaden entsteht. Die Beurteilung und die Berücksichtigung der vorgenannten Aspekte sind Bestandteil der Diagnose  nach Artikel 140 Absatz 2.  (3)    Besondere Aufmerksamkeit gilt-  den Tätigkeiten im Bereich der Verarbeitung und des  Verkehrs, insbesondere auf regionaler Ebene, sowie der reibungslosen Eingliederung des  Bergbausektors in den Gesamtprozeß der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des ÜLG; -den Vorbeugungsmaßnahmen, mit denen sich Störungen im Wege der Anpassung an die Technolo gien, der  Vervollkommnung der technischen und Managementfähigkeiten des örtlichen Personals sowie im Wege der  Anpassung der Fähigkeiten des örtlichen Personals an die Betriebsführungstechniken der Unternehmen  auf ein Mindestmaß beschränken lassen; -sowie der Stärkung des wissenschaftlichen und technologischen Potentials der ÜLG zur Herstellung  neuer Materialien. Artikel 140  (1)    Der Antrag auf Finanzhilfe enthält die Angaben über die  Art der aufgetretenen Probleme, die festgestellten oder erwarteten Auswirkungen der Störungen  sowohl auf lokaler Ebene als auch auf der Ebene des (der) betroffenen Bergbauunternehmen(s) sowie  Angaben (in Form von Merkblättern) über die Maßnahmen oder Aktionen, die zur Beseitigung der  Störung eingeleitet wurden bzw. erwünscht sind. Der Antrag wird sofort nach Feststellung der vorgenannten Auswirkungen innerhalb einer Frist für  die Zusammenstellung des Dossiers von höchstens zwölf Monaten gestellt.  (2)    Vor jeder Entscheidung der Gemeinschaft wird systematisch eine technische, wirtschaftliche  und finanzielle Diagnose des betroffenen Bergbausektors durchgeführt, um sowohl die Zulässigkeit  des Antrags als auch das geplante Projekt oder Nutzungsprogramm zu beurteilen. Bei dieser sehr  gründlichen Diagnose werden zur Bestimmung der Finanzhilfe insbesondere die Weltmarktaussichten  sowie - unbeschadet des Artikels 139 Absatz 2 erster Unterabsatz - die Lage auf dem  Gemeinschaftsmarkt für die betreffenden Erzeugnisse berücksichtigt. Die Diagnose umfasst zudem eine  Analyse der Auswirkungen, die sich aufgrund einer derartigen Finanzhilfe unter Umständen für den  konkurrierenden Bergbau in den Mitgliedstaaten ergeben, sowie eine Analyse der Auswirkungen, die  sich für das betreffende ÜLG ergeben können, wenn die Finanzhilfe nicht gewährt würde. Anhand  dieser Diagnose soll geprüft werden, -  ob die Lebensfähigkeit der betreffenden Produktionsanlagen beeinträchtigt worden ist oder werden  könnte, ob sie wiederhergestellt werden kann oder ob Diversifizierungsmaßnahmen zweckmässiger  erscheinen; -oder ob der in Artikel 138 Absatz 2 Buchstabe b) genannte Rückgang der Ausfuhrerlöse die  Durchführung der bereits eingeleiteten Entwicklungsprojekte oder -programme ernstlich gefährdet. Diese Diagnose wird nach dem Verfahren der finanziellen und technischen Zusammenarbeit vorgenommen.  Ihre Durchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden des ÜLG und dessen  hierfür in Frage kommenden Wirtschaftsteilnehmern.  (3)    Förderungswürdigkeit und Finanzierungsvorschlag sind Gegenstand eines einzigen  Beschlusses.  Es werden die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die Prüfung der Anträge voranzutreiben und um  eine rasche Durchführung der geeigneten Finanzhilfe zu ermöglichen. Artikel 141  (1)    Für das  Anlaufen und die Überwachung des Projekts kann im Bedarfsfall aus den Mitteln der in Artikel 142  vorgesehenen besonderen Finanzierungsfazilität eine technische Hilfe gewährt werden.  (2)    Die Verfahren für die Gewährung einer solchen Hilfe und die entsprechenden  Durchführungsbestimmungen sind dem die Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierung betreffenden  Teil des Abkommens zu entnehmen. Artikel 142  (1)    Für die in Artikel 137 genannten Zwecke  stellt die Gemeinschaft für den in Artikel 154 dieses Beschlusses festgelegten Zeitraum den in  Artikel 154 Absatz 1 Buchstabe a) Ziffer iv) genannten Gesamtbetrag zur Erfuellung ihrer gesamten  Verpflichtungen im Rahmen der besonderen Finanzierungsfazilität bereit. Der dieser Fazilität  zugewiesene Betrag wird von der Kommission verwaltet.  (2)    Der Rat beschließt vor Ablauf des in Artikel 154 festgelegten Zeitraums auf Vorschlag der  Kommission über die Verwendung etwaiger Restmittel aus dem Gesamtbetrag.  (3)    Der Betrag der in Artikel 138 vorgesehenen Finanzhilfe wird von der Kommission nach Maßgabe  der für die besondere Finanzierungsfazilität verfügbaren Mittel, der Art der Durchführungsprojekte  und -programme, der Möglichkeit einer Mitfinanzierung sowie der relativen Bedeutung der  betreffenden Bergbauindustrie für die Volkswirtschaft des ÜLG festgelegt.  (4)    Die einem ÜLG im Rahmen der Finanzierungsfazilität gewährten Hilfen können von diesem an  den Enddarlehensnehmer weitergegeben werden, und zwar zu anderen finanziellen Bedingungen, die im  Rahmen des Finanzierungsbeschlusses festgelegt werden und sich aus der Prüfung des  Interventionsprojekts anhand der üblichen wirtschaftlichen und finanziellen Kriterien für die  vorgesehene Projektart ergeben.  (5)    Die in Artikel 140 genannte Diagnose wird aus den Mitteln der Fazilität finanziert.  (6)    In Ausnahmefällen im Zusammenhang mit einer Notsituation, die die Diagnose in einer ersten  Phase bestätigen und rechtfertigen muß, kann einem ÜLG, das einen entsprechenden Antrag stellt,  eine Vorauszahlung als teilweise Vorfinanzierung des geplanten Projekts oder Programms gewährt  werden.    TITEL III ZUSAMMENARBEIT BEI DER ENTWICKLUNGS-FINANZIERUNG Kapitel 1 Allgemeine  Bestimmungen Abschnitt 1 Ziele Artikel 143  Die Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung soll durch die Gewährung ausreichender Finanzmittel und geeignete  technische Hilfea)  die Bemühungen der ÜLG unterstützen und fördern, ihre integrierte,  selbstbestimmte, auf eigene Kraft gestützte und sich langfristig selbst tragende soziale,  kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten auf der Grundlage des beiderseitigen  Interesses und im Geiste der Interdependenz; b)zur Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung der ÜLG und zur Verbesserung ihrer  Lebensbedingungen beitragen; c)Maßnahmen, die die Initiative der Bevölkerung mobilisieren können, und die Mitarbeit der Personen  fördern, die von der Konzipierung und Durchführung der Entwicklungsprojekte betroffen sind; d)dazu beitragen, daß möglichst grosse Bevölkerungskreise aus der Entwicklung grossen Nutzen ziehen; e)die Fähigkeit der ÜLG entwickeln helfen, neue Technologien einzuführen und vorhandene  Technologien anzupassen und umzugestalten; f)zur optimalen und vernünftigen Erschließung, Erhaltung, Verarbeitung, Bearbeitung und Nutzung der  natürlichen Ressourcen der ÜLG beitragen, um so ihre Industrialisierungs- und  Diversifizierungsbemühungen zu unterstützen; g)die optimale Entwicklung ihres menschlichen Potentials unterstützen und fördern; h)eine ihrem Entwicklungsbedarf entsprechende Steigerung der Finanzströme in die ÜLG begünstigen  und deren Bemühungen um eine Harmonisierung der internationalen Zusammenarbeit zugunsten ihrer  Entwicklung durch Kofinanzierungsmaßnahmen in Verbindung mit anderen Finanzierungseinrichtungen  oder Dritten unterstützen; i)zur Suche nach neuen Methoden zur Förderung privater Direktinvestitionen in den ÜLG anregen, die  Entwicklung eines gesunden, florierenden und dynamischen Privatsektors in den ÜLG unterstützen und   private Investitionen im produzierenden Gewerbe aus einheimischen und ausländischen Quellen  fördern; j)die Zusammenarbeit zwischen ÜLG sowie zwischen ÜLG und AKP-Staaten und auch deren regionale  Zusammenarbeit unterstützen; k)im Hinblick auf eine neue Weltwirtschaftsordnung ausgewogenere wirtschaftliche und soziale  Beziehungen und ein besseres Verständnis zwischen den ÜLG, den AKP-Staaten, den Mitgliedstaaten der  Gemeinschaft und der übrigen Welt ermöglichen; l)es den ÜLG, die sich ausserordentlich ernsten wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten  gegenübersehen, die auf Naturkatastrophen oder vergleichbare aussergewöhnliche Umstände  zurückzuführen sind, ermöglichen, in den Genuß von Soforthilfen zu kommen; m)den am wenigsten entwickelten ÜLG helfen, die besonderen Hindernisse, die ihre  Entwicklungsbemühungen hemmen, zu überwinden.  Abschnitt 2 Grundsätze Artikel 144  Die Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierunga)   wird auf der Grundlage der von den zuständigen Behörden der ÜLG festgelegten Entwicklungsziele,  -strategien und -prioritäten auf lokaler und regionaler Ebene einvernehmlich und unter angemessener  Berücksichtigung ihrer jeweiligen geographischen, sozialen und kulturellen Besonderheiten sowie  ihrer spezifischen Möglichkeiten durchgeführt; b)wird zu sehr günstigen Bedingungen gewährt; c)sorgt dafür, daß der Zufluß der Mittel mit grösserer Berechenbarkeit und Regelmässigkeit erfolgt; d)gewährleistet die Teilnahme der ÜLG an der Verwaltung und dem Einsatz der Finanzmittel sowie eine  wirksame Dezentralisierung der Entscheidungsbefugnisse; e)unterstreicht und nutzt soweit irgend möglich die menschlichen Ressourcen und die  Verwaltungsstrukturen in den ÜLG; f)wird flexibel gehandhabt und berücksichtigt die Lage des jeweiligen ÜLG sowie die Besonderheiten  des betreffenden Projekts oder Programms; g)erfolgt mit möglichst geringem Verwaltungsaufwand und unter Anwendung einfacher und rationeller  Verfahren, damit die Projekte und Programme rasch und effizient durchgeführt werden können;   h)sieht vor, daß technische Hilfe nur auf Ersuchen der zuständigen Behörden der ÜLG gewährt wird,  daß sie den Anforderungen und einem tatsächlichen Bedarf entsprechen sowie einen günstigen  Kosten-Wirksamkeits-Grad aufweisen muß und daß auch Vorkehrungen getroffen werden, um das  einheimische Personal, das die Ablösung sicherstellen soll, rasch auszubilden.  Abschnitt 3 Leitlinien Artikel 145  (1)    Die im Rahmen des Beschlusses finanzierten  Maßnahmen werden von den zuständigen Behörden der ÜLG und der Gemeinschaft als gleichgestellten  Partnern in enger Zusammenarbeit durchgeführt.  (2)    Die zuständigen Behörden der ÜLG sind verantwortlich füra)  die Festlegung der Ziele und  Prioritäten, die den Richtprogrammen zugrunde liegen; b)die Auswahl der Projekte und Programme; c)die Vorbereitung und Vorlage der Projekte und Programmunterlagen; d)die Vorbereitung, Aushandlung und Vergabe der Aufträge; e)die Ausführung und Verwaltung der Projekte und Programme; f)die Fortführung der Projekte und Programme.  (3)    Die zuständigen Behörden der ÜLG und die Gemeinschaft sind gemeinsam verantwortlich  füra)die Festlegung der allgemeinen Leitlinien für die Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung im Rahmen der im fünften Teil erläuterten partnerschaftlichen  Zusammenarbeit; b)die Aufstellung der Richtprogramme; c)die Prüfung der Projekte und Programme; d)die Gewährleistung gleicher Bedingungen für die Teilnahme an Ausschreibungen und Aufträgen; e)die Überwachung und Ex-post-Evaluierung der Projekte und Programme;  f)die Gewährleistung einer angemessenen, raschen und effizienten Durchführung der Projekte und  Programme.  (4)    Die Gemeinschaft ist verantwortlich für die Finanzierungsbeschlüsse betreffend die Projekte  und Programme. Artikel 146  Soweit dieser Beschluß nichts anderes bestimmt, gilt jede  Entscheidung, die der Zustimmung einer der Parteien der Assoziation bedarf, als angenommen, wenn  diese nicht innerhalb von 60 Tagen nach der Notifizierung durch die andere Partei ihre Zustimmung  erteilt hat.  Abschnitt 4 Anwendungsbereich Artikel 147  Gegenstand der Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung sind im Rahmen dieses Beschlussesa)  Investitionsprojekte und  -programme; b)die Reaktivierung von Projekten und Programmen; c)sektororientierte Programme; d)Programme für die technische Zusammenarbeit; e)abgestimmte Mechanismen zur Unterstützung der Eigeninitiativen der kleinen Gemeinden; f)die laufenden Kosten (insbesondere die laufenden Ausgaben für Verwaltung, Betrieb und  Instandhaltung in Landeswährung und Devisen) der neuen, laufenden und abgeschlossenen Projekte und  Programme; g)von Fall zu Fall die zusätzlichen Ausgaben der ÜLG, die ausschließlich die Verwaltung und  Überwachung der aus dem Europäischen Entwicklungsfonds (im folgenden "Fonds" genannt) finanzierten  Projekte und Programme betreffen; h)die Kreditlinien und die Unterstützung von regionalen Zahlungsmechanismen und  Exportkreditgeschäften in den ÜLG; i)Beteiligungen; j)die Verbindung aller oder einiger der vorgenannten Elemente im Rahmen von sektoralen  Entwicklungsprogrammen. Artikel 148  Die sektoralen Einfuhrprogramme werden auf Antrag gemäß  Artikel 187 aus den Mitteln des Richtprogramms finanziert, um die Maßnahmen der zuständigen Behör  den des ÜLG in dem (den) Sektor(en) zu unterstützen, für den (die) eine Hilfe beantragt wird. Die  Einfuhrprogramme zielen auf eine optimale Leistung des produzierenden Gewerbes, die Erhöhung der  Produktions- und Ausfuhrkapazitäten, den Transfer oder die Entwicklung von Technologien und die  Befriedigung der Grundbedürfnisse des Menschen ab. Die Einfuhrprogramme erlauben die Finanzierung  der Einfuhr von Inputs wie Investitionsgüter und Zwischenerzeugnisse, Grundstoffe, Ersatzteile,  Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Lieferungen zur Verbesserung des Gesundheits-und des  Bildungswesens. Artikel 149  Soweit nicht anders bestimmt, dienen die Gegenwertmittel, die beim  Einsatz der verschiedenen Gemeinschaftsinstrumente anfallen, speziell der Finanzierung von lokalen  Ausgaben für: a)  Projekte und Programme des Fonds im Rahmen des Richtprogramms, b)andere vereinbarte Projekte und Programme, c)spezifische Haushaltsposten im Rahmen der Programme für die öffentlichen Ausgaben der ÜLG,  beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Ausbildung, Schaffung von Arbeitsplätzen  sowie Umweltschutz. Artikel 150  (1)    Einem ÜLG können Mittel für die Finanzierung laufender  Kosten (Verwaltungs-, Instandhaltungs- und Betriebskosten) gewährt werden, um die optimale Nutzung  von Investitionen zu gewährleisten, die für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des  betreffenden ÜLG besonders wichtig sind und deren Nutzung für ÜLG oder etwaige andere Begünstigte  zunächst mit Problemen verbunden ist. Diese Unterstützung kann bei früheren oder neuen Projekten  und Programmen die laufenden Verwaltungs- und Betriebskosten decken, beispielsweisea)  die Kosten,  die bei Investitionsprojekten oder -programmen in der Anlaufphase die Durchführung, die  Inbetriebnahme und die Nutzung verursachen; b)die Betriebs-, Instandhaltungs- und/oder Verwaltungskosten von bereits durchgeführten  Investitionsprojekten und -programmen. (2)    Den am wenigsten entwickelten ÜLG wird zur Finanzierung ihrer laufenden Kosten eine  besondere Behandlung eingeräumt. Artikel 151  Mit der im Rahmen dieses Beschlusses gewährten  Finanzhilfe können sämtliche im Ausland oder vor Ort anfallenden Projekte und Programmausgaben  bestritten werden.   Abschnitt 5 Interventionsbereiche Artikel 152  (1)    Im Rahmen der von den zuständigen  Behörden der ÜLG auf lokaler, nationaler oder regionaler Ebene festgelegten Prioritäten kann für  Projekte und Programme in den in diesem Beschluß genannten Sektoren und Bereichen eine Beihilfe  gewährt werden; dies gilt insbesondere für folgende Sektoren: a)  Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums, insbesondere die auf Selbstversorgung  und Ernährungssicherheit abzielenden Programme, b)Industrie, Handwerk, Energiewirtschaft, Bergbau und Fremdenverkehr, c)wirtschaftliche und soziale Infrastruktur, d)strukturelle Verbesserung des produzierenden Gewerbes, e)Schutz und Bewahrung der Umwelt, f)Aufsuchen, Exploration und Nutzung von natürlichen Ressourcen, g)Bildungs- und Ausbildungsprogramme, Grundlagenforschung und angewandte Forschung in den Bereichen  Wissenschaft und Technik, technische Anpassung oder Neuerung sowie Technologietransfer, h)Industrieförderung und -information, i)Vermarktung und Absatzförderung, j)Förderung, Entwicklung und Ausbau der lokalen, nationalen und regionalen Klein- und  Mittelbetriebe, k)Unterstützung der Entwicklungsbanken und der lokalen, nationalen und regionalen Finanzinstitute  sowie der Zahlungs- und Ausgleichseinrichtungen zur Förderung des regionalen Handels, l)Kleinstvorhaben zur Entwicklung an der Basis, m)Verkehrs- und Nachrichtenwesen, insbesondere Förderung des Luft- und Seeverkehrs, n)Nutzung der Fischereiressourcen, o)Entwicklung und optimale Nutzung des menschlichen Potentials unter besonderer Berücksichtigung  der Rolle der Frau im Rahmen der Entwicklung, p)Verbesserung der sozio-kulturellen Infrastruktur und der entsprechenden Dienste, insbesondere in  den Bereichen Gesundheit, Wohnungswirtschaft, Wasserversorgung usw.  .  .  ,   q)Unterstützung der Wirtschaftsverbände und Handelsvereinigungen in den ÜLG, auf ÜLG-AKP- und auf  ÜLG-AKP-EWG-Ebene zur Verbesserung der Produktion sowie Vermarktung der Erzeugnisse auf den  ausländischen Märkten, r)Investitionsförderung und -unterstützung, s)von Wirtschafts-, Kultur-, Sozial- und Bildungsorganisationen im Rahmen der dezentralisierten  Zusammenarbeit vorgeschlagene Entwicklungsmaßnahmen, insbesondere Maßnahmen, die einen gemeinsamen  Arbeits- und Mitteleinsatz von ÜLG-Organisationen und entsprechenden Einrichtungen in der  Gemeinschaft vorsehen.  (2)    Diese Projekte und Programme können auch thematische Aktionen betreffen, so z.  B.: a)  den Schutz der natürlichen Ressourcen, b)die Katastrophenverhütung und -vorsorge, um insbesondere Vorhersage- und Frühwarnsysteme zu  schaffen und so die Katastrophenfolgen zu mildern; c)Bekämpfung von Endemien und Epidemien des Menschen; d)Hygiene und grundlegender Gesundheitsschutz; e)Bekämpfung von endemischen Viehseuchen; f)Bemühungen um Energieeinsparungen; g)generell Aktionen, die auf lange Sicht angelegt sind und somit einen bestimmten Zeithorizont  übersteigen.  Abschnitt 6 Förderungswürdigkeit Artikel 153  (1)    Finanzielle Unterstützung im Rahmen des  Beschlusses erhaltena)  die ÜLG. Jedoch kann Grönland während der Geltungsdauer des am 16. Juli  1990 von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft einerseits und der Regierung Dänemarks und der  örtlichen Regierung Grönlands andererseits unterzeichneten Fischereiprotokolls keine Finanzhilfe  aufgrund seines ÜLG-Status in Anspruch nehmen; b)die regionalen oder zwischenstaatlichen Einrichtungen, an denen sich ein oder mehrere ÜLG  beteiligen und die von deren zuständigen Behörden bevollmächtigt sind; c)gemischte Einrichtungen der Gemeinschaft und der ÜLG zur Verwirklichung bestimmter Sonderziele.  (2)    Begünstigt werden ausserdem im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden des oder der ÜLG:  a)staatliche oder halbstaatliche Einrichtungen auf lokaler, nationaler und/oder regionaler Ebene,  Ministerien oder örtliche Gebietskörperschaften der ÜLG und insbesondere Finanzinstitute und  Entwicklungsbanken; b)Gesellschaften und Unternehmen der ÜLG; c)Unternehmen eines Mitgliedstaats der Gemeinschaft, damit diese zusätzlich zu ihrem eigenen  Beitrag die Möglichkeit erhalten, gewerbliche Projekte auf dem Gebiet eines ÜLG in Angriff zu  nehmen; d)beauftragte Finanzinstitute der ÜLG oder der EWG, die kleinen und mittleren Unternehmen  Finanzmittel gewähren, sowie Finanzinstitute, die private Investitionen in den ÜLG fördern und  finanzieren; e)Erzeugerverbände der ÜLG; f)Stipendiaten und Praktikanten; g)örtliche Gemeinwesen, Genossenschaften, Gewerkschaften, NRO, Bildungs- und  Forschungseinrichtungen der ÜLG und der Gemeinschaft, damit diese im Rahmen der dezentralisierten  Zusammenarbeit wirtschaftliche, kulturelle, soziale und bildungsbezogene Projekte und Programme in  den ÜLG durchführen können.  Kapitel 2 Finanzielle Zusammenarbeit Abschnitt 1 Finanzmittel Artikel 154  (1)    Für die  Zwecke des Kapitels 1 dieses Titels beläuft sich der Gesamtbetrag der Finanzhilfe der Gemeinschaft  für einen am 1. März 1990 beginnenden Zeitraum von fünf Jahren auf 165 Millionen ECU. Dieser Betrag umfassta)  140 Millionen ECU aus dem Fonds, davoni)  für die in den Artikeln 143,  144 und 147 genannten Zwecke 106,5 Millionen ECU in Form von Zuschüssen; ii)für die in den Artikeln 143, 144 und 147 genannten Zwecke 25 Millionen ECU in Form von  Risikokapital; iii)für die in den Artikeln 114 bis 136 genannten Zwecke 6 Millionen ECU in Form von Transfers  aufgrund des Stabex; iv)für die in den Artikeln 137 bis 142 genannten Zwecke 2,5 Millionen ECU in Form von Zuschüssen  für Sysmin;   b)für die in den Artikeln 143, 144 und 147 genannten Zwecke bis zu 25 Millionen ECU in Form von  Darlehen der Bank, die diese aus Eigenmitteln nach Maßgabe ihrer Satzung gewährt. Für diese  Darlehen gilt Artikel 157 betreffend die Zinsvergütungen.  (2)    Der Betrag unter Absatz 1 Buchstabe a) Ziffer i) wird wie folgt aufgeteilt. a)86 Millionen ECU für die Finanzierung von Vorhaben und Programmen in deni)britischen ÜLG: 15,5  Millionen ECUii)französischen ÜLG: 40,2 Millionen ECUiii)niederländischen ÜLG: 30,3 Millionen  ECUb)11,5 Millionen ECU für die Finanzierung von regionalen Vorhaben und Programmen der ÜLG  einschließlich regionaler Programme zur Förderung von Handel und Dienstleistungen gemäß Artikel  85; c)6 Millionen ECU für die Finanzierung der Zinsvergütungen nach Artikel 157; d)eine Sonderrückstellung von 3 Millionen ECU; davoni)2,5 Millionen ECU für die Soforthilfen gemäß  Artikel 164 undii)0,5 Millionen ECU für die Flüchtlings-, Rücksiedlungs- und Vertriebenenhilfen  gemäß Artikel 165; iii)ist die in einem der vorgenannten Artikel vorgesehene Sonderrückstellung vor Ablauf dieses  Beschlusses erschöpft, so sind Übertragungen der in dem anderen Artikel vorgesehenen Mittel  zulässig.iv)Bei Ablauf dieses Beschlusses werden die für Soforthilfen und für Flüchtlings-,  Rücksiedlungs-und Vertriebenenhilfen nicht gebundenen Mittel dem Fonds wieder zugeführt und können  zur Finanzierung anderer Maßnahmen, die in den Bereich der Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung fallen, verwendet werden, sofern der Rat nichts anderes beschließt. v)Ist die Sonderrückstellung vor Ablauf dieses Beschlusses erschöpft, so erlässt der Rat auf  Vorschlag der Kommission die geeigneten Maßnahmen, um bei Situationen im Sinne der Artikel 164 und  165 Abhilfe zu schaffen. (3)    Die Bank verwaltet die aus Eigenmitteln gewährten Darlehen einschließlich Zinsvergütungen  sowie Risikokapital. Alle übrigen Finanzmittel entsprechend diesem Beschluß werden von der  Kommission verwaltet.  (4)    Für den zweiten Fünfjahreszeitraum dieses Beschlusses werden von der Gemeinschaft neue  Finanzbeiträge festgesetzt.   Abschnitt 2 Formen und Bedingungen der Finanzierung Artikel 155  (1)    Die Projekte oder  Programme können durch Zuschüsse, durch die Einbringung von Risikokapital aus dem Fonds, durch  Darlehen der Bank aus deren Eigenmitteln oder aber durch Verbindung zweier oder mehrerer dieser  Finanzierungsformen finanziert werden.  (2)    Die Finanzierungsformen für das jeweilige Projekt oder Programm werden von den zuständigen  Behörden des oder der ÜLG und der Gemeinschaft gemeinsam bestimmt entsprechenda)  dem  Entwicklungsstand und der geographischen, wirtschaftlichen und finanziellen Lage der betreffenden  ÜLG; b)der Art des Projekts oder Programms, seiner voraussichtlichen wirtschaftlichen und finanziellen  Rentabilität sowie seinen sozialen und kulturellen Auswirkungen undc)im Falle von Darlehen, den  Faktoren, die den Schuldendienst garantieren. (3)    Eine Finanzhilfe kann den betreffenden ÜLG  oder - über diese ÜLG bzw. mit ihrem Einverständnis, über dafür in Betracht kommende  Finanzierungseinrichtungen bzw. unmittelbar - jedem anderen in Betracht kommenden Begünstigten  gewährt werden.  (4)    Wird die Finanzhilfe dem Endbegünstigten durch eine Zwischeninstanz gewährt, soa)  werden  die Bedingungen für die Gewährung dieser Mittel durch die Zwischeninstanz an den Endbegünstigten im  Finanzierungsabkommen oder im Darlehensvertrag festgelegt; b)wird jede der Zwischeninstanz aufgrund dieser Transaktion zustehende Finanzmarge unter den im  Finanzierungsabkommen oder im Darlehensvertrag vorgesehenen Bedingungen zu Entwicklungszwecken  verwendet, nachdem die Verwaltungskosten, die Finanz- und Wechselkursrisiken sowie die Kosten der  dem Endbegünstigten geleisteten technischen Hilfe berücksichtigt worden sind. Artikel 156  (1)     Risikokapital kann in Form von Darlehen oder Beteiligungen bereitgestellt werden. a)  Die Darlehen können im wesentlichen gewährt werden alsi)  nachrangige Darlehen, bei denen  Tilgung und gegebenenfalls Zinszahlung erst einsetzen, nachdem die sonstigen Forderungen beglichen  worden sind;   ii)bedingte Darlehen, bei denen Tilgung und/oder Laufzeit von der Erfuellung bestimmter  Bedingungen hinsichtlich der Ergebnisse des finanzierten Projekts, wie etwa Gewinn oder vorgesehene  Produktion, abhängen. Die spezifischen Bedingungen werden bei der Gewährung des Darlehens  festgelegt. b)Beteiligungen können in der Form erfolgen, daß im Namen der Gemeinschaft vorübergehend  Minderheitsbeteiligungen am Kapital von ÜLG-Unternehmen oder von Instituten, die  Entwicklungsprojekte in den ÜLG finanzieren oder von Finanzinstituten von ÜLG, die  Privatinvestitionen in ÜLG fördern und finanzieren, erworben werden. Diese Beteiligungen werden im  Einvernehmen mit den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG auf Einwohner oder Einrichtungen der  ÜLG übertragen oder in anderer Weise eingesetzt, sobald die erforderlichen Voraussetzungen gegeben  sind. c)Die Bedingungen für die Bereitstellung von Risikokapital richten sich nach den Merkmalen der  einzelnen Projekte oder Programme und sind im allgemeinen günstiger als bei zinsbegünstigten  Darlehen. Der Zinssatz für Darlehen übersteigt in keinem Fall 3  %.  (2)    Um die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen zu mildern, wird das Problem des  Wechselkursrisikos in folgender Weise behandelt: a)Bei Risikokapital, durch das die Eigenmittel eines Unternehmens gestärkt werden sollen, wird das  Wechselkursrisiko in der Regel von der Gemeinschaft getragen. b)Bei Risikokapital für Investitionen von privaten Gesellschaften und KMU wird das  Wechselkursrisiko von der Gemeinschaft einerseits und den übrigen Parteien andererseits - und zwar  im Durchschnitt zu gleichen Teilen - getragen. Artikel 157  Die Darlehen der Bank aus  Eigenmitteln werden unter folgenden Bedingungen gewährt: a)  Als Zinssatz vor Abzug der Zinsvergütung gilt der Zinssatz, den die Bank je nach Währung,  Laufzeit und Tilgungsmodalitäten für das betreffende Darlehen am Tag des Vertragsabschlusses  anwendet. b)Dieser Zinssatz wird durch eine Zinsvergütung von 4  % gesenkt. Der Vergütungssatz wird  automatisch so angepasst, daß der vom Darlehensnehmer in Rechnung gestellte Zinssatz für ein zum  Referenzzinssatz aufgenommenes Darlehen mindestens 3  % und nicht mehr als 6  % beträgt. Der bei  der Berechnung der Anpassung des Vergütungssatzes zugrunde gelegte Referenzzinssatz ist der  Ecu-Zinssatz, den die Bank am Tag des Vertragsabschlusses für ein Darlehen mit gleicher Laufzeit  und denselben Tilgungsmodalitäten verlangt.  c)Der Betrag der Zinsvergütungen, der nach dem zum Zeitpunkt der Auszahlung des Darlehens  geltenden Wert kapitalisiert wird, wird auf den Betrag der Zuschüsse angerechnet und unmittelbar an  die Bank überwiesen. d)Die Laufzeit der von der Bank aus Eigenmitteln gewährten Darlehen wird nach den wirtschaftlichen  und finanziellen Merkmalen des Projekts festgelegt; sie darf höchstens 25 Jahre betragen. Diese  Darlehen sind in der Regel mit einem Tilgungsaufschub verbunden, der entsprechend der Dauer der  Bauarbeiten sowie dem Mittelbedarf für das Vorhaben festgesetzt wird. Artikel 158  Die Bank hat  die Aufgabe, a)  durch Einsatz der von ihr verwalteten Mittel zur wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung  der ÜLG selbst und auf regionaler Ebene beizutragen; zu diesem Zweck finanziert sie vorrangig  produktive Projekte und Programme in den Sektoren Industrie, Agro-Industrie, Fremdenverkehr,  Bergbau und Energieproduktion sowie in zu diesen Sektoren gehörigen Transport- und  Telekommunikationsbereichen. Diese sektoriellen Prioritäten schließen nicht aus, daß die Bank auch  in anderen Sektoren, insbesondere in der gewerblichen Landwirtschaft, produktive Projekte und  Programme aus Eigenmitteln finanzieren kann; b)enge Kooperationsbeziehungen zu lokalen und regionalen Entwicklungsbanken sowie zu Bank- und  Finanzinstituten der ÜLG zu entwickeln; c)im Benehmen mit den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG die in diesem Beschluß festgelegten  Modalitäten und Verfahren für die praktische Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierung  anzupassen, damit gegebenenfalls der Art der Projekte und Programme Rechnung getragen und im Rahmen  der in ihrer Satzung festgelegten Verfahren den Zielsetzungen des Beschlusses entsprochen werden  kann. Artikel 159  Bei Darlehen und Beteiligungen im Rahmen des Beschlusses, mit denen sich die  zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG schriftlich einverstanden erklärt haben, werden von  ihnena)  die Zinsen, Provisionen und Tilgungszahlungen von allen im Rahmen der jeweiligen  ÜLG-Rechtsvorschriften fälligen nationalen oder örtlichen Steuern oder Abgaben befreit; b)den Begünstigten die erforderlichen Devisen zur Zahlung der Zinsen, Provisionen und  Tilgungsbeträge, die im Rahmen der zur Durchführung von Projekten und Programmen in ihrem  Hoheitsgebiet geschlossenen Finanzierungsverträge fällig werden, zur Verfügung gestellt;    c)  der Bank die erforderlichen Devisen für den Transfer aller bei ihr in Landeswährung  eingegangenen Beträge, die die Nettörlöse und -erträge aus den Unternehmensbeteiligungen der  Gemeinschaft darstellen, zu dem am Tag des Transfers geltenden Wechselkurs zwischen der Ecu oder  anderen Transferwährungen einerseits und der Landeswährung andererseits zur Verfügung gestellt.  Artikel 160  Den am wenigsten entwickelten ÜLG wird bei der Festlegung der Finanzmittel, die sie  von der Gemeinschaft im Rahmen ihres Richtprogramms erwarten können, eine besondere Behandlung  eingeräumt. Diese Finanzmittel werden unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage und des  spezifischen Bedarfs der einzelnen ÜLG zu günstigeren Konditionen gewährt. Es handelt sich dabei  hauptsächlich um Zuschüsse und, soweit angebracht, um Risikokapital oder Darlehen der Bank, wobei  die Kriterien des Artikels 155 Absatz 2 berücksichtigt werden.  Abschnitt 3 Kofinanzierungsmaßnahmen Artikel 161  (1)    Auf Antrag der zuständigen Behörden  der ÜLG können die im Beschluß vorgesehenen Finanzmittel für Kofinanzierungen verwendet werden  (insbesondere in Zusammenarbeit mit Entwicklungsorganisationen und -einrichtungen,  EWG-Mitgliedstaaten, ÜLG, AKP-Staaten, Drittländern oder internationalen oder privaten  Finanzeinrichtungen, Unternehmen bzw. Ausfuhrkreditanstalten).  (2)    Besondere Aufmerksamkeit gilt der Möglichkeit von Kofinanzierungsmaßnahmen, vor allem  beia)  Grossprojekten, die nicht nur von einem einzigen Geldgeber finanziert werden können;  b)Vorhaben, bei denen die Beteiligung der Gemeinschaft und ihre Erfahrung mit Projekten die  Beteiligung anderer Finanzierungseinrichtungen erleichtern könnten; c)gemischt finanzierten Projekten, bei denen sowohl vergünstigte Mittel als auch Gelder zu normalen  Bedingungen eingesetzt werden;  d)Projekte, die sich in Teilprojekte zerlegen lassen, für die unterschiedliche  Finanzierungsquellen in Betracht kommen;  e)Projekte, bei denen sich eine Diversifizierung der Finanzierung unter dem Gesichtspunkt der  Finanzierungs- oder Investitionskosten sowie unter anderen mit ihrer Verwirklichung  zusammenhängenden Aspekten als vorteilhaft erweisen kann;   f)regionale oder interregionale Projekte.  (3)    Kofinanzierungsmaßnahmen können in Form einer gemeinsamen Finanzierung oder einer  Parallelfinanzierung durchgeführt werden. Dabei ist jeweils der Lösung der Vorzug zu geben, die in  bezug auf Kosten und Nutzeffekt am zweckmässigsten erscheint.  (4)    Im Einvernehmen mit den Beteiligtena)  wird bei den Maßnahmen der Gemeinschaft und denen  der anderen Geldgeber für die erforderliche Harmonisierung und Koordinierung gesorgt, damit die  Zahl der von den ÜLG durchzuführenden Verfahren verringert wird und diese Verfahren flexibler  gestaltet werden können, und zwar insbesondere in bezug auf i)  die Erfordernisse der Begünstigten  und der übrigen Geldgeber;  ii)die Zahl der Kofinanzierungsprojekte und die Bestimmungen über ihre Durchführung;  iii)die Harmonisierung der Regeln und Verfahren für Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge;  iv)die Zahlungsbedingungen;  v)die Auswahlkriterien und Wettbewerbsregeln;  vi)die den ÜLG eingeräumte Präferenzspanne;  b)müssen die Konsultation und Koordination mit den an Kofinanzierungsmaßnahmen Beteiligten und den  sonstigen Geldgebern verstärkt und weiterentwickelt werden, indem nach Möglichkeit für die  Kofinanzierung Rahmenabkommen geschlossen werden; die Kofinanzierungsleitlinien und -verfahren  müssen überprüft werden, um Effizienz und optimale Bedingungen zu gewährleisten;  c)kann die Gemeinschaft den anderen beteiligten Geldgebern verwaltungstechnische Unterstützung  gewähren oder bei den Projekten, an deren Finanzierung sie sich beteiligt, die Federführung oder  die Koordinierung übernehmen, um die Durchführung der gemeinsam finanzierten Projekte oder  Programme zu erleichtern.  Abschnitt 4 Kleinstvorhaben Artikel 162  (1)    Um den Entwicklungserfordernissen der lokalen  Gebietskörperschaften Rechnung zu tragen, beteiligt sich der Fonds auf Antrag der zuständigen  Behörden des betreffenden ÜLG an der Finanzierung lokaler Kleinstvorhaben, diea)  sich  wirtschaftlich und sozial auf das Leben der Bevölkerung auswirken;   b)einem vorrangigen Bedarf entsprechen, der bekundet und festgestellt worden ist, und c)auf  Initiative und unter aktiver Beteiligung der begünstigten Gebietskörperschaft durchgeführt werden.  (2)    Kleinstvorhaben werden finanziert vona)  der betreffenden lokalen Gebietskörperschaft  durch Sach-, Dienst- oder Geldleistungen, die ihren Möglichkeiten entsprechen;  b)dem Fonds, dessen Beitrag grundsätzlich drei Viertel der jeweiligen Projektgesamtkosten, auf  jeden Fall aber 300  000 ECU nicht übersteigen darf;  c)ausnahmsweise von dem betreffenden ÜLG durch einen finanziellen Beitrag, durch Bereitstellung  öffentlicher Ausrüstungen oder durch Erbringung von Dienstleistungen.  (3)    Die Beiträge des Fonds werden aus den für das nationale Richtprogramm bereitgestellten  Zuschüssen bestritten.  (4)    Der Ausarbeitung und Durchführung von Kleinstvorhaben in den am wenigsten entwickelten ÜLG  wird besonderer Vorrang eingeräumt. Artikel 163  Mit Zustimmung der zuständigen Behörden der  betreffenden ÜLG und auf Antrag der lokalen Gebietskörperschaften der betreffenden ÜLG können die  gemeinnützigen Organisationen der ÜLG und der Gemeinschaft im Einklang mit den Bestimmungen über  die in Artikel 196 vorgesehenen Mehrjahresprogramme über die Kofinanzierungsmöglichkeiten hinaus  Kleinstvorhaben bzw. Mehrjahresprogramme für Kleinstvorhaben koordinieren, überwachen oder  durchführen.  Abschnitt 5 Soforthilfe Artikel 164  (1)    ÜLG, die sich infolge von Naturkatastrophen oder  sonstigen vergleichbaren aussergewöhnlichen Umständen in ernsten wirtschaftlichen und sozialen  Schwierigkeiten mit Ausnahmecharakter befinden, werden Soforthilfen gewährt. Die Soforthilfe, die  durch optimale Maßnahmen einen echten Beitrag zur Überwindung der unmittelbaren Schwierigkeiten  leisten soll, a)  muß so flexibel sein, daß sie entsprechend den Umständen jede Form annehmen kann,  einschließlich der Bereitstellung einer Vielzahl wesentlicher Güter und  wichtiger Dienstleistungen  sowie von Geldleistungen zugunsten der Opfer;  b)kann sich auch auf die Finanzierung von Sofortmaßnahmen mit dem Ziel erstrecken, beschädigte  Anlagen und Einrichtungen wieder in Betrieb zu nehmen und wenigstens in geringem Umfang zu nutzen;  c)ist nicht rückzahlbar und wird rasch und flexibel gewährt.  (2)    Die Gemeinschaft trifft die erforderlichen Vorkehrungen zur Erleichterung einer raschen  Durchführung der Maßnahmen, die angesichts der Notsituation erforderlich sind; hierbei ist wie  folgt zu verfahren: a)  Die Soforthilfemittel müssen innerhalb von 180 Tagen nach der Festlegung der  Durchführungsmodalitäten vollständig gebunden und ausgegeben sein, sofern dem keine einvernehmlich  getroffenen Vorkehrungen entgegenstehen;  b)sind die bereitgestellten Mittel innerhalb der vorgesehenen Frist oder einer nach Buchstabe a)  festgelegten anderen Frist nicht in voller Höhe ausgegeben worden, so wird der Restbetrag der in  Artikel 154 Absatz 2 Buchstabe d) genannten Sonderrückstellung zugeführt;c)die Einzelheiten der Zuteilung und Durchführung der Soforthilfe werden in einem flexiblen  Eilverfahren geregelt;  d)die Mittel können für die rückwirkende Finanzierung sofortiger Hilfsmaßnahmen, die die ÜLG  selbst ergriffen haben, eingesetzt werden. Artikel 165  (1)    AKP-Staaten, die Flüchtlinge oder  Rückwanderer aufnehmen, können Hilfen gewährt werden, damit die dringenden Bedürfnisse, die durch  die Soforthilfe nicht abgedeckt werden, befriedigt und längerfristig Projekte und Programme mit dem  Ziel der Selbstversorgung und Eingliederung bzw. Wiedereingliederung dieser Personen durchgeführt  werden können.  (2)    Ähnliche Beihilfen wie nach Absatz 1 können in Betracht gezogen werden, um die freiwillige  Eingliederung bzw. Wiedereingliederung von Personen zu erleichtern, die ihren Wohnort wegen eines  Konflikts oder einer Naturkatastrophe verlassen mussten. Bei der Durchführung dieser Bestimmung zu  berücksichtigen sind alle Faktoren, die den Wechsel des Wohnortes ausgelöst haben, sowie die  Wünsche der betreffenden Bevölkerungsgruppe und die Verpflichtung der Regierung, die Bedürfnisse  der eigenen Bevölkerung zu befriedigen.  (3)    Wegen ihrer entwicklungspolitischen Zielsetzung können die nach diesem Artikel gewährten  Hilfen zusammen mit Mitteln des Richtprogramms des betreffenden Staates verwendet werden.   (4)    Die Hilfen werden nach Verfahren verwaltet und durchgeführt, die ein flexibles und rasches  Eingreifen ermöglichen. Es ist ganz besonders darauf zu achten, daß der betroffenen Bevölkerung  möglichst wirksam geholfen wird. Die Zahlungs- und Durchführungsbedingungen werden von Fall zu Fall  festgelegt. Mit Zustimmung der zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG können diese Hilfen unter  Mitwirkung spezialisierter Einrichtungen, insbesondere der Vereinten Nationen, oder aber  unmittelbar von der Kommission selbst durchgeführt werden. Artikel 166  Die Aufträge im  Zusammenhang mit der Soforthilfe werden nach den in Kapitel 5 Abschnitt 5 festgelegten Modalitäten  vergeben. Artikel 167  Die auf die Notstandsphase folgenden Maßnahmen zum materiellen  Wiederaufbau und zur sozialen Reaktivierung nach Naturkatastrophen oder unter vergleichbaren  ausserordentlichen Umständen können von der Gemeinschaft im Rahmen des Beschlusses finanziert  werden. Der nach der Notstandsphase bestehende Bedarf kann mit anderen Mitteln finanziert werden,  insbesondere durch die beim Einsatz der Gemeinschaftsinstrumente anfallenden Gegenwertmittel, die  Sonderrückstellung für Flüchtlinge, Rückwanderer und Vertriebene, die Richtprogramme der ÜLG oder  durch eine Kombination dieser Fonds.  Vorbehaltlich der Bestimmungen des Artikels 154 Absatz 2 Buchstabe d) kann dieser Bedarf ferner  durch Restmittel der Sonderrückstellung für Soforthilfe gedeckt werden, die beim Auslaufen dieses  Beschlusses noch vorhanden sind.  Kapitel 3 Investitionen Abschnitt 1 Investitionsförderung Artikel 168  Die zuständigen  Behörden der ÜLG und die Gemeinschaft, die die Bedeutung der privaten Investitionen für die  Stärkung ihrer entwicklungspolitischen Zusammenarbeit sowie die Notwendigkeit anerkennen, Maßnahmen  zur Förderung derartiger Investitionen zu treffen, a)  ergreifen Maßnahmen, um private Investoren, welche die Ziele und Prioritäten der  entwicklungspolitischen ÜLG-EWG-Zusammenarbeit sowie die geltenden Gesetze und Bestimmungen  beachten, zur Mitwirkung bei ihren Entwicklungsbemühungen zu ermutigen;   b)lassen solchen Investoren eine gerechte und angemessene Behandlung zuteil werden;  c)treffen die Maßnahmen und Vorkehrungen, mit denen ein berechenbares und sicheres  Investitionsklima geschaffen und erhalten werden kann, und handeln Abkommen zur Verbesserung dieses  Klimas aus;  d)fördern die effiziente Zusammenarbeit zwischen ÜLG-Unternehmen und zwischen diesen und  Unternehmen der Gemeinschaft, um den Transfer von Kapital, Managementkenntnissen, Technologien und  anderen Formen des Know-how zu steigern;  e)fördern einen stärkeren und stetigen Fluß privater Gelder von der Gemeinschaft in die ÜLG, indem  sie zur Beseitigung der Hindernisse beitragen, die den Zugang der ÜLG zu den internationalen  Kapitalmärkten, insbesondere denen der Gemeinschaft, versperren;  f)schaffen ein günstiges Umfeld für die Entwicklung von Finanzierungseinrichtungen und die  Bereitstellung der Mittel, die für die Kapitalbildung und die Ausweitung unternehmerischer  Initiativen erforderlich sind;  g)fördern die Entwicklung der Unternehmen mit Maßnahmen, die sich als erforderlich erweisen, um  die Rahmenbedingungen der Unternehmen zu verbessern und um insbesondere einen rechtlichen,  administrativen und finanziellen Rahmen zu schaffen, mit dem Aufbau und Entwicklung eines  dynamischen privaten Sektors, einschließlich der Basisunternehmen, gefördert werden können;  h)stärken die lokalen Einrichtungen der ÜLG in ihrer Fähigkeit, ein breites Spektrum an  Dienstleistungen anzubieten, mit denen die Beteiligung Einheimischer an Industrie- und  Handelsunternehmen ausgeweitet werden kann. Artikel 169  Um Privatinvestitionen und die  Entwicklung der Unternehmen zu fördern, empfiehlt es sich, mit anderen interessierten Stellen im  Rahmen des Beschlussesa)  die Förderung privater europäischer Investitionen in den ÜLG durch die  Abhaltung von Konsultationen zwischen allen interessierten ÜLG und potentiellen privaten Investoren  über die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, die die ÜLG den Investoren bieten können,  zu unterstützen;  b)die Information über Investitionsmöglichkeiten durch Veranstaltungen zur Förderung von  Investitionen, durch regelmässige Informationen über bestehende Finanz- oder sonstige  Spezialeinrichtungen und deren Dienstleistungsangebot und Konditionen und durch Hilfe bei der  Einrichtung von Tagungsstätten für solche Veranstaltungen zu fördern;   c)die Verbreitung von Informationen über Art und Verfügbarkeit von Investitionsgarantien und  Versicherungsmechanismen zur Erleichterung von Investitionen in den ÜLG zu fördern;  d)die kleinen und mittleren Unternehmen der ÜLG in ihren Bemühungen um eine Finanzierung in Form  von Beteiligungen oder Darlehen zu optimalen Bedingungen zu unterstützen;  e)nach Möglichkeiten zur Ausschaltung oder Verringerung des im Empfängerland bestehenden Risikos  für private Investitionen, die zum wirtschaftlichen Fortschritt beitragen könnten, zu suchen;  f)den ÜLG in finanzieller und technischer Hinsicht zu helfen i)  bei deren Bemühungen um eine  Verbesserung der Durchführbarkeitsstudien und der Projektvorbereitung, damit auf wirtschaftlichem  und finanziellem Gebiet sachgerechte Schlußfolgerungen gezogen werden können;  ii)bei der Entwicklung eines integrierten Projektmanagements, das sich auf die gesamte Laufzeit  der Projekte im Rahmen des Entwicklungsprogramms des betreffenden ÜLG erstreckt.  Abschnitt 2 Finanzierung der Investitionen Artikel 170  (1)    Um die Durchführung unmittelbar  produktiver, der wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung der ÜLG förderlicher Investitionen  sowohl des öffentlichen als auch des privaten Bereichs zu erleichtern, leistet die Gemeinschaft  vorbehaltlich der Bestimmungen des Kapitels 2 eine Finanzhilfe in Form von Risikokapital oder  Darlehen aus den eigenen Mitteln der Bank. Diese Finanzhilfe kann unter anderem dazu benutzt  werden, a)  die Eigenmittel von staatlichen, halbstaatlichen oder privaten Unternehmen unmittelbar oder  mittelbar zu erhöhen und diesen Unternehmen eine Finanzierung in Form von Darlehen zu  Investitionszwecken zu gewähren;  b)Projekte und Programme für produktive Investitionen zu unterstützen, die vom Zentrum für  industrielle Entwicklung und vom Technischen Zentrum für Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und  im ländlichen Bereich ermittelt und gefördert werden;  c)Maßnahmen zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen zu finanzieren.  (2)    Zur Verwirklichung der Ziele gemäß Absatz 1 wird ein bedeutender Teil des Risikokapitals  für die Unterstützung von Investitionen des privaten Sektors verwendet.  Artikel 171  Ausser den  vorstehend genannten Finanzierungsinstrumenten können die zuständigen Behörden des oder der ÜLG die  im Rahmen des Richtprogramms oder des regionalen Programms vorgesehenen Finanzierungsinstrumente  unter anderem für folgende Maßnahmen einsetzen: a)  Finanzierung von Maßnahmen zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen;  b)Förderung des Auf- oder Ausbaus lokaler oder regionaler Finanzierungseinrichtungen in den ÜLG  zur effizienten Befriedigung des Finanzbedarfs des privaten Sektors;  c)sachgerechte und effiziente Unterstützung der Ausfuhrförderung;  d)allgemeine oder spezifische Zusammenarbeit, die den Erfordernissen des pivaten Sektors  entspricht. Artikel 172  Die Finanzierung von unmittelbar produktiven Projekten kann sowohl neue  Investitionen als auch die Reaktivierung oder Nutzung bestehender Kapazitäten betreffen. Artikel  173  Erfolgt die Finanzierung über eine zwischengeschaltete Stelle, so ist es deren Aufgabe, die  einzelnen Projekte auszuwählen und zu prüfen und die Mittel zu verwalten, die ihr nach Maßgabe  dieses Beschlusses im gegenseitigen Einvernehmen der zuständigen Behörden der ÜLG und der  Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.  Abschnitt 3 Mittel zur Investitionsförderung Artikel 174  Um die einzelnen Ziele des  Beschlusses in bezug auf die Förderung privater Investitionen effizient zu verwirklichen und damit  konkrete Multiplikatoreffekte auszulösen, leisten die Bank und/oder die Kommission einen Beitrag  mit folgenden Mitteln: a)  Finanzhilfe, einschließlich Beteiligungen;  b)technische Hilfe;  c)Beratungsdienste;  d)Informations- und Koordinationsdienste.  Artikel 175  (1)    Die Bank verwendet das  Risikokapital für Tätigkeiten zur Förderung und Unterstützung des privaten Sektors in den ÜLG. Zu  diesem Zweck kann das Risikokapital für folgende Maßnahmen verwendet werden: a)  Gewährung von direkten Darlehen für Investitionen staatlicher, halböffentlicher oder privater  Unternehmen der ÜLG, einschließlich KMU;  b)Aufstockung der Eigenmittel oder der als Eigenmittel behandelten Mittel staatlicher,  halbstaatlicher oder privater Unternehmen durch direkte Beteiligungen im Namen der Gemeinschaft;  c)mit Zustimmung der zuständigen Behörden der betreffenden ÜLG Beteiligung an  Finanzierungseinrichtungen zur Förderung der privaten Investitionen in den ÜLG;  d)Gewährung von Mitteln an Finanzierungseinrichtungen der ÜLG oder - mit Zustimmung des  betreffenden ÜLG - an Investoren der ÜLG und/oder der Gemeinschaft, die über ihren eigenen Beitrag  hinaus Investitionen in gemeinsamen ÜLG-EWG-Unternehmen zur Stärkung der Eigenmittel der  ÜLG-Unternehmen tätigen möchten;  e)mit Zustimmung der zuständigen Behörden des oder der betreffenden ÜLG Unterstützung der zur  Finanzierung der KMU der ÜLG beitragenden zwischengeschalteten Finanzierungseinrichtungen der  AKP-Staaten oder der Gemeinschaft, damit diese i)  Beteiligungen an KMU der ÜLG erwerben können;  ii)Beteiligungen von privaten ÜLG-Investoren und/oder Investoren der Gemeinschaft an KMU der ÜLG  gemäß Buchstabe d) finanzieren können;  iii)Darlehen für die Finanzierung von Investitionen der KMU der ÜLG gewähren können;  f)Hilfe zur Umstrukturierung oder Neukapitalisierung der Finanzierungseinrichtungen der ÜLG;  g)Finanzierung von Untersuchungen, Forschungsarbeiten oder spezifischen Investitionen zur  Vorbereitung und Ermittlung von Projekten; Unterstützung von Unternehmen insbesondere durch  Ausbildungs-, Management- und Investitionshilfen durch die Bank bei der Vorbereitung von  Investitionen oder zu Reaktivierungszwecken; gegebenenfalls Teilübernahme von Anlaufkosten  einschließlich Bürgschafts- und Versicherungsprämien für die Investitionen, die für das Treffen der  Finanzierungsentscheidung erforderlich sind.  (2)    In geeigneten Fällen werden sowohl direkte als auch indirekte Darlehen für die Finanzierung  von Investitionen und sektoralen Hilfsprogrammen von der Bank aus eigenen Mitteln gewährt.   Artikel 176  Um günstige Bedingungen für die Förderung und den Ausbau ihres privaten Sektors zu  schaffen, können die zuständigen Behörden der ÜLG die Finanzmittel ihres Richtprogramms für  folgende Maßnahmen verwenden: a)  Unterstützung der Entwicklung von Unternehmen durch Ausbildungslehrgänge, Hilfen auf dem Gebiet  des betrieblichen Rechnungswesens und der Projektvorbereitung, Sonderleistungen in der Anlaufphase,  Entwicklungs- und Managementleistungen sowie Förderung des Technologietransfers; b)geeignete und effiziente Unterstützung für die Investitionsförderung, einschließlich einer Hilfe  für Projektträger; c)Unterstützung beim Auf- und Ausbau einzelstaatlicher oder regionaler  Exportfinanzierungseinrichtungen in den ÜLG; d)Finanzierung der Einfuhr von Zwischenerzeugnissen für die Exportindustrie eines antragstellenden  ÜLG; e)Eröffnung von Kreditlinien zugunsten der KMU; f)sachgerechte und effiziente Unterstützung der Ausfuhrförderung; g)Verbesserung des Investitionsklimas und insbesondere der rechtlichen und steuerlichen  Rahmenbedingungen der Unternehmen sowie Entwicklung der Dienste zur Unterstützung des  Unternehmenssektors, um den Unternehmen Beratungsdienste im rechtlichen, technischen und  betriebswirtschaftlichen Bereich zu bieten; h)technische Zusammenarbeit zur Stärkung der auf dem Gebiet der KMU-Förderung tätigen Einrichtungen  der ÜLG; i)Durchführung geeigneter Programme zur Berufsausbildung und zur Vermittlung von  Managementkenntnissen, insbesondere im Bereich der kleinen Unternehmen und der Unternehmen des  informellen Sektors; j)Unterstützung bei der Mobilisierung von Spargeldern, der Entwicklung des Finanzsektors und der  neuen Finanzierungsinstrumente, der Rationalisierung der Politik zur Unternehmensförderung und zur  Förderung ausländischer Investitionen; k)Finanzierung der Projekte von Genossenschaften oder örtlichen Gemeinwesen der ÜLG und Einrichtung  oder Aufstockung von KMU-Garantiefonds. Artikel 177  Zur Mobilisierung von öffentlichem wie  privatem Auslandskapital sollte nichts unversucht gelassen werden, um Kofinanzierungsmöglichkeiten  zu nutzen oder Mittel zur  parallelen Finanzierung einzelner Projekte oder Programme zu gewinnen.  Artikel 178  Zur Unterstützung der ÜLG bei den im Titel II definierten VVVT-Investitionen sollten  im besonderen das bestehende Potential in dem betreffenden ÜLG optimal genutzt und dem  Reaktivierungsbedarf Rechnung getragen werden. Artikel 179  Zur Unterstützung der  Investitionsförderung in den ÜLG koordinieren die Kommission und die Bank ihre Tätigkeiten in  diesem Bereich und berücksichtigen dabei gebührend, daß sich ihre Rollen hier gegenseitig  ergänzen.  Die Kommission und die Bank gewährleisten mit Hilfe der Mitgliedstaaten und der ÜLG eine wirksame  Koordinierung auf operationeller Ebene zwischen allen an der Investitionshilfe in den ÜLG  beteiligten Parteien.  Abschnitt 4 Laufende Zahlungen und Kapitalverkehr Artikel 180  (1)    Die zuständigen Behörden  der ÜLG und die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft unterlassen hinsichtlich der Devisenregelung für  den mit den Investitionen verbundenen Kapitalverkehr und die laufenden Zahlungen Maßnahmen, die mit  den Verpflichtungen unvereinbar wären, die sich für sie aus der Anwendung der Bestimmungen dieses  Beschlusses für die Bereiche des Waren-und Dienstleistungsverkehrs, des Niederlassungsrechts und  der industriellen Zusammenarbeit ergeben. Diese Verpflichtungen hindern die Parteien jedoch nicht  daran, im Falle ernster wirtschaftlicher Schwierigkeiten oder schwerwiegender  Zahlungsbilanzprobleme die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu treffen.  (2)    Bezueglich der Devisengeschäfte in Verbindung mit den Investitionen und den laufenden  Zahlungen unterlassen es die zuständigen Behörden der ÜLG einerseits und die Mitgliedstaaten  andererseits im Rahmen des Möglichen, gegen die andere Partei diskriminierende Maßnahmen zu treffen  oder dritten Staaten eine günstigere Behandlung zu gewähren, wobei sie dem evolutiven Charakter des  internationalen Währungssystems, bestehenden spezifischen Währungsvereinbarungen und  Zahlungsbilanzproblemen Rechnung tragen.  Falls sich solche Maßnahmen oder eine solche Behandlung als unvermeidbar erweisen sollten, so  würden sie im Einklang mit den geltenden internationalen Devisenvorschriften beibehalten oder  getroffen, und es würden alle Anstrengungen unternommen, um die negativen Auswirkungen für die  betreffenden Parteien auf ein Mindestmaß zu verringern.   Kapitel 4 Technische Zusammenarbeit Artikel 181  Die technische Zusammenarbeit soll den ÜLG  dabei helfen, ihr lokales und regionales menschliches Potential besser zu nutzen und ihre  Institutionen dauerhaft aufzubauen; sie trägt zur Verwirklichung der Ziele der Projekte und  Programme bei. In diesem Zusammenhang wird folgendes vorgesehen: a)  Personal für technische Hilfe wird nur auf Antrag der zuständigen Behörden des oder der  betreffenden ÜLG bereitgestellt; b)die technische Zusammenarbeit muß einen günstigen Kosten-Wirksamkeitsgrad aufweisen, den  Bedürfnissen entsprechen, für die sie konzipiert worden ist, den Transfer von Kenntnissen  erleichtern und die lokalen und regionalen Kapazitäten erweitern; c)es werden Vorkehrungen getroffen, um die Beteiligung von lokalen Sachverständigen, Studienbüros  und Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen an den vom Fonds finanzierten Aufträgen zu erhöhen und  um das menschliche Potential der ÜLG dadurch besser zu nutzen, daß lokale Führungskräfte  vorübergehend als Berater bei einer Institution ihres eigenen ÜLG, eines benachbarten ÜLG oder  einer regionalen Organisation eingesetzt werden; d)die ÜLG können auf lokaler oder regionaler Ebene die für die Finanzierung der Entwicklung  vorgesehenen Instrumente und Mittel der Zusammenarbeit nutzen, um Grenzen und Potential des lokalen  und regionalen Personals besser abstecken zu können und um eine Liste von Sachverständigen,  Beratern und Studienbüros der ÜLG zu erstellen, an die sich die ÜLG für die vom Fonds finanzierten  Projekte und Programme wenden können, und um ferner die Möglichkeiten für den Einsatz lokalen und  regionalen Fachpersonals bei den vom Fonds finanzierten Projekten zu ermitteln; e)die technische Hilfe zwischen den ÜLG und zwischen den AKP-Staaten wird durch die für die  Finanzierung der Entwicklung vorgesehenen Instrumente der Zusammenarbeit unterstützt, so daß der  Austausch von Führungskräften und Sachverständigen auf dem Gebiet der technischen Hilfe und der  Verwaltung zwischen den ÜLG und zwischen ihnen und den AKP-Staaten ermöglicht wird; f)in den Projekt- und Programmunterlagen müssen Aktionsprogramme zur langfristigen Entwicklung von  Institutionen und Personal vorgesehen und der Finanzbedarf berücksichtigt werden; g)um die Abwanderungsbewegung von Führungskräften der ÜLG umzukehren, hilft die Gemeinschaft den  zuständigen Behörden der ÜLG auf Antrag dabei, die  Rückkehr der in den entwickelten Ländern  niedergelassenen qualifizierten Staatsangehörigen von ÜLG durch geeignete Anreize zu fördern; h)bei der Prüfung der Projekte und Programme wird den Sachzwängen hinsichtlich des lokalen  menschlichen Potentials gebührend Rechnung getragen und für eine Strategie zur besseren Nutzung  dieses Potentials gesorgt; i)das Personal der technischen Hilfe muß die erforderliche Befähigung besitzen, um seine  spezifischen Aufgaben entsprechend dem Antrag der zuständigen Behörden des oder der betreffenden  ÜLG durchführen zu können; ferner muß es in die begünstigte ÜLG-Institution integriert sein; j)die zuverlässige Ausbildung von lokalem Personal gehört zu den Aufgaben des im Rahmen der  technischen Zusammenarbeit tätigen Personals, damit die technische Hilfe schrittweise abgebaut und  ausschließlich lokale Kräfte als ständiges Personal für die Projekte vorgesehen werden können; k)im Rahmen der Zusammenarbeit werden Vorkehrungen getroffen, um die Fähigkeit der ÜLG zur  Erweiterung ihrer technischen Kenntnisse und zur Verbesserung der beruflichen Befähigung ihrer  eigenen Berater, Studienbüros oder Beratungsunternehmen zu fördern; l)besondere Aufmerksamkeit sollte der Entwicklung der Fähigkeiten der ÜLG im Bereich der Planung,  Durchführung und Evaluierung der Projekte und Programme gelten. Artikel 182  (1)    Die  technische Zusammenarbeit kann im spezifischen oder im allgemeinen Rahmen erfolgen.  (2)    Die allgemeine technische Zusammenarbeit umfasst insbesondere: a)  Entwicklungsstudien, Untersuchungen über die Entwicklungs- und Diversifizierungsaussichten bzw.  -möglichkeiten der Volkswirtschaften der ÜLG sowie über Probleme, die Gruppen von ÜLG oder alle ÜLG  betreffen; b)Untersuchungen nach Wirtschaftszweigen und nach Erzeugnissen; c)Entsendung von Sachverständigen, Beratern, Technikern und Ausbildern mit einem bestimmten und  befristeten Auftrag; d)Lieferung von Lehr-, Versuchs-, Forschungs- und Vorführmaterial; e)allgemeine Unterrichtung und Dokumentation, einschließlich Statistiken, zur Förderung der  Entwicklung der ÜLG sowie der vollen Verwirklichung der Ziele der Zusammenarbeit;  f)Austausch von Führungs- und Fachkräften, Studenten und Forschern sowie von Betreuern und Leitern  für Vereinigungen oder Verbände mit sozialen oder kulturellen Zielsetzungen; g)Vergabe von Stipendien für Studienaufenthalte oder Praktika insbesondere an Personen, die schon  im Berufsleben stehen und eine ergänzende Ausbildung benötigen; h)Organisation von Bildungs-, Informations- und Weiterbildungsseminaren oder -tagungen; i)Schaffung oder Ausbau von Informations- und Dokumentationseinrichtungen, insbesondere zum Zweck  des Austauschs von Kenntnissen, Methoden und Erfahrungen zwischen den ÜLG selbst, zwischen ÜLG und  AKP-Staaten sowie zwischen den ÜLG und der Gemeinschaft; j)Zusammenarbeit oder Patenschaften zwischen ÜLG-Einrichtungen selbst, zwischen ÜLG- und  AKP-Einrichtungen und zwischen diesen und entsprechenden Einrichtungen der Gemeinschaft,  insbesondere zwischen Hochschulen und anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen; k)Unterstützung wichtiger kultureller Veranstaltungen.  (3)    Die an spezifische Maßnahmen gebundene technische Zusammenarbeit umfasst insbesondere: a)  die für die Ausarbeitung der Projekte und Programme notwendigen technischen, wirtschaftlichen,  finanziellen und kaufmännischen Studien sowie die erforderlichen Forschungs- und  Prospektionsarbeiten, auch in bezug auf Investitionen; b)Vorbereitung der Projekte und Programme; c)Durchführung und Überwachung der Projekte und Programme; d)Durchführung vorübergehender Maßnahmen, die für die Errichtung, die Inbetriebnahme, den Betrieb  und die Instandhaltung eines bestimmten Projekts erforderlich sind; e)Überwachung und Evaluierung der Maßnahmen; f)integrierte Ausbildungs-, Informations- und Forschungsprogramme. Artikel 183  Die Gemeinschaft  ergreift konkrete Maßnahmen, um die den zuständigen Behörden der ÜLG übermittelten Informationen  über die Verfügbarkeit und die Befähigung entsprechender Fachkräfte auszuweiten und zu verbessern.    Artikel 184  (1)    Die Wahl zwischen der Beauftragung eines Studienbüros oder  Beratungsunternehmens oder einzelner Sachverständiger ist abhängig von der Art der Probleme, dem  Umfang und der Komplexität der technischen Mittel und der erforderlichen Verwaltungsarbeit sowie  vom Ergebnis eines Kostenvergleichs zwischen diesen beiden Lösungen. Ferner werden Maßnahmen  ergriffen, um sicherzustellen, daß die für die Einstellung von Personal Verantwortlichen in der  Lage sind, den jeweiligen Grad der Befähigung und internationalen Erfahrung richtig einzuschätzen.  Kriterien für die Auswahl der Vertragspartner und ihres Personals sind: a)  fachliche Befähigung (technische Kompetenz und ausbilderische Fähigkeiten) und menschliche  Qualitäten; b)Respektierung der kulturellen Werte und der politischen und verwaltungsmässigen Verhältnisse des  oder der betreffenden ÜLG; c)die zur Ausführung des Vertrages erforderlichen Sprachkenntnisse; d)praktische Erfahrung mit den zu lösenden Problemen; e)die Kosten.  (2)    Die Einstellung von Fachkräften der technischen Hilfe, die Festlegung von deren Zielen und  Aufgaben, die Dauer ihrer Missionen, Dienstvergütungen und Beiträgen zur Entwicklung der ÜLG, in  denen sie Dienst tun, müssen den Grundsätzen für die Politik der technischen Zusammenarbeit gemäß  Artikel 181 entsprechen. Die in diesem Zusammenhang anzuwendenden Verfahren müssen die Objektivität  der Auswahl und die Qualität der erbrachten Leistungen gewährleisten. Daher gelten folgende  Grundsätze: a)  Die Einstellung wird von den Einrichtungen der ÜLG, die die technische Hilfe in Anspruch nehmen  werden, entsprechend den Bestimmungen für Wettbewerb und Bevorzugung vorgenommen; b)es werden Vorkehrungen getroffen, um den direkten Kontakt zwischen dem Bewerber und dem künftigen  Empfänger der technischen Hilfe zu erleichtern; c)andere Formen der technischen Hilfe sollten in Betracht gezogen werden, wie beispielsweise der  Einsatz von Freiwilligen, von Nichtregierungsorganisationen, von Führungskräften im Ruhestand sowie  Partnerschaftsverträge;d)bei einem Antrag auf technische Hilfe müssen die zuständigen Behörden des ÜLG und die Delegation  der Kommission einen Kosten-Nutzen-Vergleich zwischen den einzelnen Formen des Technologietransfers  und der Förderung der Fachkenntnisse anstellen; e)in den Ausschreibungsunterlagen ist vorgesehen, daß jeder Bewerber in seinem Angebot präzisieren  muß,  welche Methoden und welches Personal er einzusetzen gedenkt und welche Strategie einer  Entwicklung der lokalen und/oder regionalen Kapazitäten nach Beginn des Vertrages förderlich sein  könnte; f)die Gemeinschaft liefert den zuständigen Behörden der begünstigten ÜLG ausführliche Informationen  über die Gesamtkosten der technischen Hilfe, damit diese die Verträge auf der Basis eines günstigen  Kosten-Nutzen-Verhältnisses aushandeln können. Artikel 185  Um die Fähigkeit der ÜLG zur  Erweiterung ihrer technischen Kenntnisse und zur Verbesserung des technischen Know-hows ihrer  Berater weiterzuentwickeln, werden Partnerschaftsverträge zwischen Studienbüros und beratenden  Ingenieuren, Sachverständigen und Einrichtungen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und der ÜLG  gefördert. Zu diesem Zweck werden alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, uma)  durch  Arbeitsgemeinschaften die Weitervergabe an Nachunternehmer oder die Heranziehung von  Sachverständigen der ÜLG in den Teams von Studienbüros, beratenden Ingenieuren oder Einrichtungen  der Mitgliedstaaten zu fördern; b)die Bieter in den Ausschreibungsunterlagen über die in diesem Beschluß vorgesehenen Auswahl- und  Bevorzugungskriterien und insbesondere über die Kriterien zur Förderung der Nutzung des  menschlichen Potentials der ÜLG zu informieren. Artikel 186  (1)    Vorbehaltlich der  Bestimmungen dieses Kapitels werden die Vergabe von Dienstleistungsaufträgen und die Vorschriften  für Wettbewerb und Bevorzugung entsprechend Kapitel 5 Abschnitt 5 festgelegt.  (2)    Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit werden Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen,  mehrjährige Ausbildungsprogramme einschließlich Stipendien, die in Titel XI genannt sind,  unterstützt.  Kapitel 5 Durchführungsverfahren Abschnitt 1 Programmierung Artikel 187  (1)    Zu Beginn  der Geltungsdauer des Beschlusses übermitteln Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte  Königreich der Kommission so bald wie möglich  klare Angaben über den programmierbaren Betrag, über  den jedes zu diesen Mitgliedstaaten gehörende ÜLG in einem Zeitraum von fünf Jahren verfügen kann;  diese Mitgliedstaaten unterrichten gleichzeitig auch die zuständigen Behörden der betreffenden  ÜLG.  (2)    Bei der Festsetzung dieser Beträge tragen die Mitgliedstaaten in besonderem Maß den  Bedürfnissen der am wenigsten entwickelten ÜLG Rechnung.  (3)    Sobald die Höhe der jedem ÜLG zustehenden Beträge bekannt ist, erstellen die zuständigen  Behörden der ÜLG nach Maßgabe der Entwicklungsziele und -prioritäten des betreffenden ÜLG den  Entwurf eines Richtprogramms und unterbreiten ihn der Gemeinschaft; dieser Entwurf eines  Richtprogramms enthält Angaben übera)  die vorrangigen nationalen und regionalen Entwicklungsziele  des betreffenden ÜLG; b)den oder die Schwerpunktbereiche oder Sektoren, bei denen eine Unterstützung am geeignetsten  erscheint; c)die zur Verwirklichung der Ziele in dem/den bezeichneten Schwerpunktbereich(en) oder Sektor(en)  am besten geeigneten Maßnahmen und Aktionen; d)soweit möglich, die spezifischen Projekte und Aktionsprogramme, die eindeutig festgelegt worden  sind; das gilt insbesondere für Projekte und Programme zur Fortsetzung von bereits eingeleiteten  Aktionen; e)alle Vorschläge betreffend regionale Projekte und Programme. Artikel 188  (1)    Über den  Entwurf eines Richtprogramms findet zwischen den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG und der  Gemeinschaft, die den lokalen Bedürfnissen des ÜLG gebührend Rechnung trägt, ein Meinungsaustausch  statt. Danach wird auf der Grundlage des von den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG  vorgeschlagenen Entwurfs das Richtprogramm von der Gemeinschaft und diesem ÜLG in gegenseitigem  Einvernehmen aufgestellt. Das Richtprogramm ist vorzugsweise binnen höchstens sechs Monaten  anzunehmen.  (2)    Es enthält insbesondere Angaben übera)  den oder die Schwerpunktbereiche, für die die  Gemeinschaftshilfe bestimmt ist, und die hierfür einzusetzenden Mittel; b)die für die Erreichung der Ziele in den vorgesehenen Sektoren erforderlichen Maßnahmen und  Aktionen;  c)den Zeitplan für die Verpflichtungen und zu ergreifenden Maßnahmen; d)die für etwaige Reklamationen und zur Deckung unvorhergesehener Erhöhungen der Kosten und  Ausgaben vorgenommenen Rückstellungen; e)die Projekte und Programme, die nicht den oder die Schwerpunktbereiche betreffen, sowie die  Vorschläge für regionale Projekte und Programme.  (3)    Das Richtprogramm ist so flexibel, daß die Übereinstimmung der Aktionen mit den Zielen  stets gewährleistet ist und mögliche Änderungen der wirtschaftlichen Lage, der Prioritäten und  Ziele des ÜLG berücksichtigt werden können. Es kann auf Antrag der zuständigen Behörden des  betreffenden ÜLG geändert werden. Artikel 189  Die Gemeinschaft und die zuständigen Behörden der  ÜLG treffen alle erforderlichen Maßnahmen, um die Annahme des Richtprogramms so rasch wie möglich,  vorzugsweise jedoch vor Inkrafttreten dieses Beschlusses, zu gewährleisten. Artikel 190  (1)     Im Richtprogramm werden die Gesamtbeträge der programmierbaren Hilfe festgelegt, die den einzelnen  ÜLG zur Verfügung gestellt werden kann. Die programmierbare Hilfe umfasst nur die Zuschüsse nach  Artikel 154 Absatz 2 Buchstabe a).  (2)    Der am Ende der in Artikel 154 festgesetzten Frist verbleibende Restbetrag aus dem Fonds  wird bis zu seiner völligen Ausschöpfung nach den gleichen Bedingungen, wie sie in diesem Beschluß  vorgesehen sind, verwendet.  (3)    Jedes Jahr erstellen der Anweisungsbefugte des ÜLG und der Kommissionsbeauftragte eine  Gegenüberstellung der Mittelbindungen und Zahlungen; sie treffen die Maßnahmen, die für die  Einhaltung des bei der Programmierung vereinbarten Zeitplans für die Verpflichtungen erforderlich  sind, und ermitteln die Ursachen für die bei ihrer Durchführung festgestellten Verzögerungen, um  die zu ihrer Behebung gebotenen Maßnahmen vorzuschlagen.  Abschnitt 2 Auswahl, Vorbereitung und Prüfung von Projekten Artikel 191  Für die Auswahl und  die Vorbereitung der Projekte und Programme sind die zuständigen Behörden des betref fenden ÜLG  oder jeder andere in Frage kommende Begünstigte verantwortlich. Artikel 192  Die Unterlagen über  die vorbereiteten und zur Finanzierung vorgelegten Projekte und Programme müssen alle zur Prüfung  der Projekte bzw. Programme notwendigen Auskünfte oder, wenn diese Projekte und Programme nicht  vollständig festgelegt worden sind, eine zusammenfassende Beschreibung, anhand deren sie geprüft  werden können, enthalten. Diese Unterlagen werden der Gemeinschaft entsprechend diesem Beschluß von  den zuständigen Behörden der ÜLG oder den anderen Begünstigten offiziell übermittelt. Handelt es  sich bei den Begünstigten nicht um ÜLG, so ist die förmliche Zustimmung der zuständigen Behörden  des betreffenden ÜLG erforderlich. Artikel 193  (1)    Das bzw. die betreffenden ÜLG und die  Gemeinschaft prüfen die Projekte und Programme gemeinsam. Zur Beschleunigung der Verfahren  überträgt die Kommission ihrem Beauftragten die erforderliche Befugnis zur Durchführung dieser  gemeinsamen Prüfung; handelt es sich um ein ÜLG in einer Region, für die die Kommission keinen  Beauftragten benannt hat, so wird die Prüfung von der Kommission und den Behörden des Staates  vorgenommen, zu dem das ÜLG gehört; diese Behörden sorgen für die Kontakte zu den zuständigen  Behörden des betreffenden ÜLG.  (2)    Bei der Prüfung der Projekte und Programme wird den spezifischen Merkmalen und Zwängen  jedes ÜLG sowie folgenden Faktoren Rechnung getragen: a)  der Wirksamkeit und Durchführbarkeit der beantragten Maßnahmen sowie ihrer Rentabilität, nach  Möglichkeit anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse, wobei etwaige Varianten geprüft werden; b)den direkten und indirekten sozialen, kulturellen, geschlechtsspezifischen und ökologischen  Aspekten sowie der Auswirkung auf die Bevölkerung der einzelnen Länder; c)der Verfügbarkeit von Arbeitskräften und anderer für die Durchführung, das Funktionieren und die  Verwaltung der Projekte und Programme erforderlichen lokalen Ressourcen; d)der Einrichtung und der institutionellen Entwicklung, die für die Verwirklichung der Ziele der  Projekte und Programme notwendig ist; e)der Belastung, die die Verwaltungskosten für den Begünstigten darstellen; f)den auf lokaler Ebene nachzukommenden Verpflichtungen und unternommenen Bemühungen;  g)den Erfahrungen, die mit ähnlichen Maßnahmen gesammelt wurden; h)den Ergebnissen von Studien, die bereits zu ähnlichen Projekten oder Programmen durchgeführt  wurden, damit die Durchführung der Verfahren beschleunigt werden kann und die Kosten sich auf ein  Minimum reduzieren lassen.  (3)    Die spezifischen Schwierigkeiten und Zwänge der am wenigsten entwickelten ÜLG, die den  Nutzeffekt, die Lebensfähigkeit und die wirtschaftliche Rentabilität der Projekte und Programme  beeinträchtigen, werden bei deren Prüfung berücksichtigt.  Abschnitt 3 Finanzierungsvorschlag und Finanzierungsbeschluß Artikel 194  (1)    Die  Ergebnisse der Prüfung werden ausser in den in Artikel 193 genannten Ausnahmefällen vom  Kommissionsbeauftragten in enger Zusammenarbeit mit dem Anweisungsbefugten des ÜLG in einem  Finanzierungsvorschlag zusammengefasst.  (2)    Der Finanzierungsvorschlag umfasst einen Zeitplan für die technische und finanzielle  Durchführung des Projekts oder Programms und gibt die Dauer der einzelnen Phasen der Durchführung  an.  (3)    Der Finanzierungsvorschlaga)  trägt den Bemerkungen der zuständigen Behörden des bzw. der  betreffenden ÜLG Rechnung; b)wird durch den Kommissionsbeauftragten zugleich dem oder den betreffenden ÜLG und der Kommission  übermittelt.  (4)    Die Kommission erstellt die endgültige Fassung des Finanzierungsvorschlags und übermittelt  diese mit oder ohne Änderungen dem beschlußfassenden Organ der Gemeinschaft. Der oder die  betreffenden ÜLG können Bemerkungen zu jeder sachlichen Änderung machen, die die Kommission an dem  Vorschlag vornehmen will; diese Bemerkungen kommen in dem geänderten Finanzierungsvorschlag zum  Ausdruck. Artikel 195  Vorbehaltlich des Artikels 194 Absatz 4 teilt das beschlußfassende Organ  der Gemeinschaft seinen Beschluß innerhalb von 120 Tagen nach Übermittlung des Vorschlags durch den  Kommissionsbeauftragten - bzw. in den in Artikel 193 genannten Fällen, in denen kein Beauftragter  benannt wurde, nach Übermittlung durch die Behörden des Staates, zu dem das betreffende ÜLG gehört  - gemäß Artikel 194 Absatz 3 Buchstabe b) mit.  Artikel 196  (1)    Zwecks Beschleunigung der  Verfahren können die Beschlüsse über die Finanzierung in Abweichung von den Artikeln 194 und 195  Mehrjahresprogramme betreffen, wenn es sich um die Finanzierung von Maßnahmen in folgenden  Bereichen handelt: a)  Ausbildung; b)  Kleinstvorhaben; c)  Absatzförderung; d)  Maßnahmenpakete begrenzten Umfangs in einem bestimmten Sektor; e)technische Zusammenarbeit.  (2)    In diesen Fällen können die zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG dem  Kommissionsbeauftragten ein mehrjähriges Programm unterbreiten, aus dem das Projekt in groben  Zuegen, die geplanten Arten von Maßnahmen und die finanziellen Verpflichtungen ersichtlich sind.  Der Finanzierungsbeschluß für jedes mehrjährige Programm wird vom Hauptanweisungsbefugten  getroffen. Das Schreiben des Hauptanweisungsbefugten an den Anweisungsbefugten des ÜLG, in dem  dieser Beschluß mitgeteilt wird, stellt das Finanzierungsabkommen im Sinne des Artikels 197 dar.  Im Rahmen der so genehmigten Mehrjahresprogramme sorgt der Anweisungsbefugte des ÜLG dafür, daß  jede Maßnahme nach Maßgabe des Abkommens und des Finanzierungsabkommens durchgeführt wird.  Zum Ende eines jeden Jahres übermittelt der Anweisungsbefugte des ÜLG der Kommission einen im  Benehmen mit dem Kommissionsbeauftragten erstellten Bericht über die Durchführung der Programme.  Abschnitt 4 Finanzierungsabkommen und Mittelüberschreitung Artikel 197  (1)    Für jedes  Projekt oder Programm, das durch einen Zuschuß des Fonds finanziert wird, wird zwischen der  Kommission und den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG binnen 60 Tagen nach Beschlußfassung  des Beschlußfassungsorgans der Gemeinschaft ein Finanzierungsabkommen geschlossen.  (2)    In diesem Abkommen werden insbesondere die finanziellen Verpflichtungen des Fonds sowie die  Finanzierungsmodalitäten und -bedingungen und die allgemeinen und spezifischen Bestimmungen zu dem  betreffenden Projekt bzw. Programm angegeben; es enthält ferner den Zeitplan für die technische  Durchführung des im Finanzierungsvorschlag enthaltenen Projekts oder Programms.  (3)    In den Finanzierungsabkommen zu jedem Projekt und Aktionsprogramm sind Mittel zur Deckung  der Kostensteigerungen und unvorhergesehener Ausgaben in entsprechender Höhe enthalten.  (4)    Nach Unterzeichnung des Finanzierungsabkommens werden die Zahlungen entsprechend dem in  diesem Abkommen festgelegten Finanzierungsplan vorgenommen.  (5)    Etwaige Restbeträge, die nach Abschluß der Projekte und Programme festgestellt werden,  stehen dem betreffenden ÜLG zu und werden als solche im Fonds verbucht. Sie können in der im  Beschluß vorgesehenen Weise für die Finanzierung der Projekte und Programme verwendet werden.  Mittelüberschreitung Artikel 198  (1)    Sobald sich die Möglichkeit einer Mittelüberschreitung  über die in dem Finanzierungsabkommen festgelegten Grenzen hinaus abzeichnet, informiert der  Anweisungsbefugte des ÜLG den Hauptanweisungsbefugten hiervon über den Kommissionsbeauftragten und  gibt die Maßnahmen an, die er zur Deckung dieser in bezug auf die Mittelausstattung erfolgte  Mittelüberschreitung zu treffen beabsichtigt, sei es eine Einschränkung des Projekts oder  Aktionsprogramms, sei es ein Rückgriff auf inländische Mittel oder andere nichtgemeinschaftliche  Mittel.  (2)    Wenn nicht einvernehmlich beschlossen wird, den Umfang des Projekts oder Aktionsprogramms  zu verringern, oder wenn es nicht möglich ist, die Überschreitung aus anderen Mitteln zu decken,  kann die Überschreitunga)  durch Restbeträge gedeckt werden, die nach Abschluß der im Rahmen von  Richtprogrammen finanzierten Projekte und Programme festgestellt wurden und die im Rahmen eines  Hoechstbetrags, der auf 20  % der für das betreffende Projekt bzw. Aktionsprogramm vorgesehenen  finanziellen Verpflichtung festgelegt wurde, nicht neu zugeteilt worden sind oderb)durch Mittel  des Richtprogramms finanziert werden.  Rückwirkende Finanzierung Artikel 199  (1)    Um eine rasche Inangriffnahme der Projekte  sicherzustellen und Unterbrechungen zwischen Folgeprojekten sowie Verzögerungen zu vermeiden,  können die zuständigen Behörden der ÜLG im Einvernehmen mit der Kommission, sobald die Prüfung des  Projekts beendet ist und bevor der Finanzierungsbeschluß getroffen wird, i)  Ausschreibungen für alle Arten von Verträgen - mit Vorbehaltsklauseln - durchführen,  ii)bis zu einem bestimmten Betrag Tätigkeiten vorfinanzieren, die mit Vorarbeiten und  saisonbedingten Arbeiten, mit Ausrüstungsaufträgen, für die eine lange Lieferzeit einzuplanen ist,  sowie mit bestimmten laufenden Maßnahmen in Verbindung stehen. Diese Ausgaben müssen mit den  Verfahren des Beschlusses im Einklang stehen.  (2)    Diese Bestimmungen präjudizieren nicht die Zuständigkeiten des Beschlußfassungsorgans der  Gemeinschaft.  (3)    Die von einem ÜLG aufgrund dieses Artikels getätigten Ausgaben werden nach Unterzeichnung  der Finanzierungsvereinbarung rückwirkend im Rahmen des Projekts oder des Programms finanziert.  Abschnitt 5 Wettbewerb und Vorzugsbehandlung Voraussetzungen für die Teilnahme Artikel 200   Soweit nicht nach Artikel 202 eine Ausnahme zugelassen wird, a)  steht die Beteiligung an den Ausschreibungen für die aus dem Fonds finanzierten Aufträge zu  gleichen Bedingungen offen: i)  den natürlichen Personen, Gesellschaften und Firmen oder Unternehmen, öffentlichen oder  gemischtwirtschaftlichen Organisationen in den ÜLG, den AKP-Staaten und der Gemeinschaft,  ii)den Genossenschaften, sonstigen juristischen Personen des öffentlichen oder privaten Rechts -  mit Ausnahme derjenigen, die keinen Erwerbszweck verfolgen - in der Gemeinschaft, den ÜLG und/oder  den AKP-Staaten,  iii)allen Gemeinschaftsunternehmen oder Zusammenschlüssen dieser Unternehmen oder dieser  Gesellschaften und Firmen in den ÜLG, den AKP-Staaten und/oder der Gemeinschaft; b)müssen die Lieferungen ihren Ursprung in der Gemeinschaft, in den ÜLG und/oder in den AKP-Staaten  haben.   Gleiche Teilnahmebedingungen Artikel 201  Die zuständigen Behörden der ÜLG und die Kommission  treffen die erforderlichen Maßnahmen, um unter gleichen Bedingungen eine möglichst umfassende  Beteiligung an den Ausschreibungen für Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge zu gewährleisten,  und gegebenenfalls insbesondere Maßnahmen, mit denen erreicht werden soll, daßa)  die  Ausschreibungen im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, in den Amtsblättern der betreffenden  ÜLG sowie durch andere geeignete Informationsträger insbesondere in den ÜLG und den in der  betreffenden Region gelegenen AKP-Staaten veröffentlicht werden; b)diskriminierende Praktiken oder technische Spezifikationen ausgeschlossen werden, die einer  umfassenden Beteiligung unter gleichen Bedingungen im Wege stehen könnten; c)die Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaften und Firmen oder Unternehmen der Mitgliedstaaten,  der ÜLG und der AKP-Staaten gefördert wird; d)alle Auswahlkriterien in den Ausschreibungsunterlagen enthalten sind; e)das Angebot gewählt wird, das den in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Bedingungen und  Kriterien entspricht.  Ausnahmeregelung Artikel 202  (1)    Im Hinblick auf ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis des  Systems können natürliche oder juristische Personen aus den Entwicklungsländern, die nicht zu den  AKP-Staaten gehören, auf begründeten Antrag der zuständigen Behörden der betreffenden ÜLG  ermächtigt werden, sich an den von der Gemeinschaft finanzierten Aufträgen zu beteiligen. Die  betreffenden ÜLG stellen dem Beauftragten der Gemeinschaft jeweils die für ihre Beschlußfassung  über diese Ausnahmen erforderlichen Angaben zur Verfügung, wobei folgenden Aspekten besondere  Beachtung geschenkt wird: a)  geographische Lage des betreffenden ÜLG; b)Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmer, Lieferanten und Beratungsbüros der Gemeinschaft, der ÜLG  und der AKP-Staaten; c)Vermeidung einer übermässigen Steigerung der Ausführungskosten;   d)Beförderungsschwierigkeiten und Verzögerungen aufgrund von Lieferfristen und ähnlichen  Problemen; e)den örtlichen Bedingungen am besten angepasste und geeignetste Technologie.  (2)    Die Beteiligung dritter Länder an den von der Gemeinschaft finanzierten Aufträgen kann auch  genehmigt werden: a)wenn sich die Gemeinschaft an der Finanzierung von Drittländer betreffenden Maßnahmen der  regionalen oder interregionalen Zusammenarbeit beteiligt; b)bei Kofinanzierung von Projekten und Aktionsprogrammen; c)bei Soforthilfemaßnahmen.  (3)    In aussergewöhnlichen Fällen können sich Studienbüros oder Sachverständige aus dritten  Ländern mit Zustimmung der Kommission an den Dienstleistungsverträgen beteiligen.  Wettbewerb Artikel 203  Vorbehaltlich anderslautender Bestimmungen in Artikel 208 werden die  aus den Mitteln des Fonds finanzierten Bau- und Lieferaufträge im Anschluß an eine offene  Ausschreibung und die Dienstleistungsaufträge im Anschluß an eine beschränkte Ausschreibung  erteilt. Artikel 204  (1)    Die zuständigen Behörden des oder der ÜLG können gemäß den Absätzen  2, 3 und 4 des vorliegenden Artikels und Artikel 205 mit Zustimmung der Kommissiona)  Aufträge  nach beschränkten Ausschreibungen gegebenenfalls im Anschluß an eine Vorauswahl vergeben; b)Aufträge freihändig vergeben; c)Aufträge in direkter Regie durch öffentliche oder halböffentliche Dienste der ÜLG ausführen  lassen.  (2)    Beschränkte Ausschreibungen können angewandt werden: a)wenn Dringlichkeit festgestellt worden ist oder wenn die Art oder bestimmte besondere Umstände  des Auftrags dies rechtfertigen; b)bei hochspezialisierten Projekten oder Programmen; c)bei Aufträgen von grosser Bedeutung im Anschluß an eine Vorauswahl.   (3)    Aufträge können freihändig vergeben werdena)bei Maßnahmen von geringer Bedeutung, in  Dringlichkeitsfällen oder bei kurzfristigen Maßnahmen der technischen Zusammenarbeit; b)bei Soforthilfemaßnahmen; c)bei Maßnahmen, mit deren Durchführung einzelne Sachverständige betraut sind; d)bei ergänzenden oder für die Vollendung anderer bereits laufender Maßnahmen erforderlichen  Maßnahmen; e)wenn die Ausführung des Auftrags ausschließlich den Inhabern von Patenten oder Lizenzen  vorbehalten ist, die für die Verwendung, die Behandlung oder die Einfuhr der betreffenden Artikel  maßgeblich sind; f)im Anschluß an eine ergebnislos verlaufene Ausschreibung.  (4)    Für beschränkte Ausschreibungen und für die freihändige Vergabe von Aufträgen gilt  folgendes Verfahren: a)bei Bau- und Lieferaufträgen wird von den zuständigen Behörden des oder der betreffenden ÜLG mit  Zustimmung des Beauftragten gegebenenfalls nach einer Vorauswahl eine beschränkte Liste der  etwaigen Bieter erstellt; b)bei Dienstleistungsaufträgen wird die beschränkte Liste der Bewerber von den zuständigen Behörden  der ÜLG im Einvernehmen mit der Kommission auf der Grundlage der Vorschläge der zuständigen  Behörden des oder der betreffenden ÜLG sowie der Vorschläge der Kommission erstellt; c)bei freihändig vergebenen Aufträgen nehmen die zuständigen Behörden des ÜLG in freier  Entscheidung die von ihnen für zweckmässig erachteten Gespräche mit den Bietern auf, die auf der von  ihnen gemäß den vorstehenden Absätzen erstellten Liste stehen, und vergeben den Auftrag an den  Bieter ihrer Wahl.  Aufträge in direkter Regie Artikel 205  (1)    Die Aufträge werden in direkter Regie von  öffentlichen oder halböffentlichen Stellen des oder der betreffenden ÜLG ausgeführt, wenn in dem  ÜLG bei den staatlichen Stellen qualifiziertes Führungspersonal für Aufträge im Rahmen der  Soforthilfe, Dienstleistungsaufträge und alle anderen Maßnahmen mit geschätzten Kosten unter 5  Millionen ECU in ausreichendem Umfang zur Verfügung steht.  (2)    Die Gemeinschaft leistet einen Beitrag zu den Ausgaben der betreffenden Dienste durch die  Bereitstel  lung fehlender Ausrüstung und/oder fehlenden Materials und/oder von Mitteln, die das  ÜLG in die Lage versetzen, erforderliches zusätzliches Personal wie beispielsweise Sachverständige  aus dem betreffenden ÜLG, einem anderen ÜLG oder einem AKP-Staat einzustellen. Die Beteiligung der  Gemeinschaft betrifft nur die Übernahme ergänzender Mittel oder vorübergehender Ausgaben für die  Ausführung, die lediglich auf den Bedarf der betreffenden Maßnahme beschränkt sind.  Verträge für Soforthilfen Artikel 206  Die Art der Ausführung der Aufträge im Rahmen der  Soforthilfe muß der Dringlichkeit der Lage angepasst sein. In diesem Zusammenhang können die  zuständigen Behörden des ÜLG bei allen Soforthilfemaßnahmen mit Zustimmung des Beauftragten  folgendes genehmigen: a)  die freihändige Vergabe von Aufträgen; b)die Ausführung von Aufträgen in direkter Regie; c)die Ausführung über Fachorganisationen; d)die unmittelbare Durchführung durch die Kommission.  Beschleunigtes Verfahren Artikel 207  (1)    Um die rasche und wirksame Durchführung der  Projekte und Programme zu gewährleisten, wird ein beschleunigtes Verfahren zur Bekanntgabe von  Ausschreibungen angewandt, sofern sich die zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG oder die  Kommission - im Wege eines den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG zur Zustimmung  unterbreiteten Vorschlags - nicht dagegen aussprechen. Bei dem beschleunigten Verfahren zur  Bekanntgabe von Ausschreibungen sind die Fristen für die Einreichung der Angebote kürzer, und die  Ausschreibung ist auf die betreffenden ÜLG, die benachbarten ÜLG und AKP-Staaten entsprechend den  Rechtsvorschriften des betreffenden ÜLG beschränkt. Das beschleunigte Verfahren wird angewandt  bei: a)  Bauaufträgen mit geschätzten Kosten unter 5 Millionen ECU; b)Soforthilfemaßnahmen ungeachtet der Höhe des Betrags.  (2)    Abweichend davon kann sich der Anweisungsbefugte des ÜLG mit Zustimmung des Beauftragten  für einen begrenzten Betrag Lieferungen und/oder Dienstleistungen in den betreffenden ÜLG oder den  benachbarten  ÜLG und AKP-Staaten beschaffen, in denen diese Lieferungen oder Dienstleistungen  verfügbar sind. Artikel 208  Zur Beschleunigung des Verfahrens können die zuständigen Behörden  der ÜLG die Kommission ersuchen, in ihrem Namen unmittelbar oder über ihre zuständige Aussenstelle  Dienstleistungsaufträge auszuhandeln, zu erstellen und abzuschließen.  Vorzugsbehandlung Artikel 209  Maßnahmen zur Förderung einer möglichst breiten Beteiligung von  natürlichen und juristischen Personen der ÜLG an der Ausführung der vom Fonds finanzierten Aufträge  sollen eine optimale Nutzung der natürlichen und menschlichen Ressourcen dieser ÜLG ermöglichen. Zu  diesem Zweck wird folgendes vorgesehen: a)  bei Bauaufträgen im Werte von weniger als 5 Millionen ECU wird Bietern aus den ÜLG, sofern  mindestens ein Viertel des Kapitals und der Führungskräfte aus einem oder mehreren ÜLG stammt, beim  Vergleich mit wirtschaftlich und technisch gleichwertigen Angeboten eine Präferenz von 10  %  eingeräumt; b)bei Lieferaufträgen wird unabhängig vom Wert der Lieferungen Bietern der ÜLG, die Lieferungen  anbieten, die zu mindestens 50  % des Vertragswerts ÜLG-Ursprung haben, beim Vergleich mit  wirtschaftlich und technisch gleichwertigen Angeboten eine Präferenz von 15  % eingeräumt; c)bei Dienstleistungsaufträgen wird beim Vergleich mit wirtschaftlich und technisch gleichwertigen  Angeboten den Sachverständigen, Institutionen, Studienbüros oder Beratungsunternehmen aus den ÜLG,  die die erforderliche Kompetenz besitzen, der Vorzug gegeben; d)wird die Hinzuziehung von Nachunternehmen in Betracht gezogen, so gibt der ausgewählte Bieter  natürlichen Personen, Gesellschaften oder Firmen und Unternehmen der ÜLG den Vorzug, die fähig  sind, den Auftrag unter gleichen Bedingungen auszuführen; e)die zuständigen Behörden des ÜLG können den etwaigen Bietern in der Ausschreibung die  Unterstützung von Gesellschaften, Sachverständigen oder Beratern aus den ÜLG, die in gegenseitigem  Einvernehmen ausgewählt werden, vorschlagen. Diese Zusammenarbeit kann die Form eines gemeinsamen  Unternehmens oder eines Weitervergabeauftrags oder auch einer berufsbegleitenden Ausbildung des  Personals annehmen.   Zuschlag Artikel 210  (1)    Die zuständigen Behörden des ÜLG vergeben den Auftraga)  an den  Bieter, dessen Angebot als den Bedingungen der Ausschreibungsunterlagen entsprechend angesehen  wird; b)bei Bau- und Lieferaufträgen an den Bieter, der das günstigste Angebot abgegeben hat, das  insbesondere nach Maßgabe folgender Kriterien beurteilt wird: i)  Betrag des Angebots, Betriebs- und Wartungskosten,  ii)Qualifikation und vom Bieter gebotene Sicherheiten, technische Qualität des Angebots sowie  Angebot eines Kundendienstes in dem ÜLG;  iii)Art des Auftrags, Bedingungen und Fristen für die Ausführung, Anpassung an die örtlichen  Gegebenheiten; c)bei Dienstleistungen an den Bieter, der unter Berücksichtigung unter anderem des Betrags des  Angebots, der technischen Qualität des Angebots, der für die Durchführung der Dienstleistungen  vorgeschlagenen Organisation und Verfahrensweise sowie der fachlichen Eignung, der Unabhängigkeit  und der Verfügbarkeit des vorgeschlagenen Personals das günstigste Angebot abgibt.  (2)    Werden zwei Angebote nach den obengenannten Kriterien als gleichwertig eingestuft, so wird  der Vorzug eingeräumt: a)dem Angebot des Bieters aus einem ÜLG oder einem AKP-Staat oder, b)wenn ein solches Angebot nicht vorliegt, dem Angebot, das die bestmögliche Inanspruchnahme der  materiellen und menschlichen Ressourcen der ÜLG ermöglicht.  Allgemeine Vorschriften Artikel 211  Die Vergabe der vom Fonds finanzierten Aufträge wird durch  diesen Beschluß und die allgemeinen Vorschriften geregelt, die der Rat auf Vorschlag der Kommission  beschließt.  Allgemeine Bedingungen Artikel 212  Für die Ausführung der vom Fonds finanzierten Bau-, Liefer-  und Dienstleistungsaufträge geltena)  die allgemeinen Bedingungen für die vom Fonds finanzierten  Aufräge, die der Rat auf Vorschlag der Kommission beschließt; b)bei kofinanzierten Projekten und Programmen oder im Falle der Gewährung einer Ausnahmeregelung  für die Ausführung durch Dritte oder im Falle eines beschleunigten Verfahrens oder in anderen  geeigneten Fällen alle anderen von den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG und der  Gemeinschaft akzeptierten allgemeinen Bedingungen, nämlich: i)  die allgemeinen Bedingungen gemäß den inländischen Rechtsvorschriften des betreffenden ÜLG oder  die in diesem ÜLG für internationale Aufträge zugelassene Praxis, ii)alle anderen internationalen allgemeinen Bedingungen für Aufträge.  Beilegung von Streitigkeiten Artikel 213  Streitigkeiten zwischen der Verwaltung eines ÜLG und  einem Unternehmer, einem Lieferanten oder einem Dienstleistungserbringer während der Ausführung  eines vom Fonds finanzierten Auftrages werden entschieden: a)im Falle eines inländischen Auftrages gemäß den inländischen Rechtsvorschriften des betreffenden  ÜLG undb)im Falle eines internationalen Auftrages im Wege der Schiedsgerichtsbarkeit gemäß einer  Verfahrensordnung, die durch Beschluß des Rates auf Vorschlag der Kommission erlassen wird.  Abschnitt 6 Steuer- und Zollregelung Artikel 214  Die ÜLG wenden auf die von der Gemeinschaft  finanzierten Aufträge eine Steuer- und Zollregelung an, die nicht weniger günstig ist als die  Regelung für den meistbegünstigten Staat oder die meistbegünstigten internationalen Organisationen  auf dem Gebiet der Entwicklung, zu denen sie Beziehungen unterhalten. Bei der Festlegung der  Regelung für den meistbegünstigten Staat werden die von den zuständigen Behörden des betreffenden  ÜLG gegenüber anderen AKP-Staaten oder anderen Entwicklungsländern angewandten Regelungen nicht  berücksichtigt. Artikel 215  Vorbehaltlich des Artikels 214 gilt folgende Regelung für die von  der Gemeinschaft finanzierten Aufträge:   a)auf die Aufträge werden weder Stempel- und Eintragungsgebühren noch Steuerabgaben gleicher  Wirkung erhoben, die in dem begünstigten ÜLG gelten oder eingeführt werden; allerdings werden diese  Aufträge nach Maßgabe der geltenden Gesetze des betreffenden ÜLG eingetragen, und diese Eintragung  kann mit einer Gebühr verbunden sein, die einer Vergütung der Dienstleistungen entspricht; b)die bei der Ausführung der Aufträge erzielten Gewinne und/oder Einkünfte sind nach der  inländischen Steuerregelung des betreffenden ÜLG zu versteuern, sofern die natürlichen oder  juristischen Personen, die diese Gewinne und/oder Einkünfte erzielt haben, in diesem ÜLG einen  ständigen Sitz haben oder die Dauer der Ausführung der Aufträge sechs Monate überschreitet; c)den Unternehmen, die zur Ausführung von Bauaufträgen Ausrüstung einführen müssen, wird auf Antrag  eine Regelung der vorübergehenden Verwendung gewährt, wie sie in den Rechtsvorschriften des  begünstigten ÜLG für diese Ausrüstung festgelegt ist; d)Berufsausrüstung, die zur Ausführung der in Dienstleistungsaufträgen festgelegten Aufgaben  erforderlich ist, wird in dem oder den begünstigten ÜLG gemäß den Rechtsvorschriften des  betreffenden ÜLG unter Befreiung von Steuern, Eingangsabgaben, Zöllen und anderen Abgaben gleicher  Wirkung zur vorübergehenden Verwendung zugelassen, insofern als diese Steuern und Abgaben nicht die  Vergütung einer Dienstleistung darstellen; e)Einfuhren im Rahmen der Ausführung eines Lieferauftrags werden in den begünstigten ÜLG unter  Befreiung von Zöllen, Eingangsabgaben, Steuern oder anderen Steuerabgaben gleicher Wirkung  zugelassen. Der Auftrag für Lieferungen mit Ursprung in dem betreffenden ÜLG wird zum Preis ab Werk  zuzueglich der in dem ÜLG für diese Lieferungen gegebenenfalls geltenden Steuerabgaben  abgeschlossen; f)Käufe von Kraftstoffen, Schmierstoffen und Kohlenwasserstoff-Bindemitteln sowie ganz allgemein  aller Materialien, die bei einem Bauauftrag verwendet werden, gelten als am inländischen Markt  getätigt und unterliegen der gesetzlich vorgeschriebenen Steuerregelung in dem begünstigten ÜLG; g)persönliches Gut, das zum persönlichen oder häuslichen Gebrauch der nicht im Inland angeworbenen  natürlichen Personen, die mit der Ausführung der in einem Dienstleistungsauftrag festgelegten  Aufgaben betraut sind, sowie deren Familienmitglieder bestimmt ist, kann nach Maßgabe der geltenden  Rechtsvorschriften des begünstigten ÜLG ohne Erhebung der Zölle, Eingangsabgaben, Steuern und  anderen Steuerabgaben gleicher Wirkung eingeführt werden.  Artikel 216  (1)    Für alle in den  Artikeln 214 und 215 nicht bezeichneten Angelegenheiten gelten die Rechtsvorschriften des  betreffenden ÜLG.  (2)    Die für die Beauftragten der Kommission und das Delegationspersonal geltende Steuerregelung  ist in Artikel 222 dieses Beschlusses festgelegt.  Kapitel 6 Instanzen der Verwaltung und Durchführung Abschnitt 1 Der Hauptanweisungsbefugte  Artikel 217  (1)    Die Kommission bestellt den Hauptanweisungsbefugten des Fonds; dieser hat die  Verantwortung für die Verwaltung der Mittel des Fonds.  (2)    Der Hauptanweisungsbefugte hat in diesem Zusammenhang folgende Aufgaben: a)er nimmt die Mittelbindungen, die Feststellung der Ausgabenverpflichtungen und die Anordnung der  Ausgaben vor und sorgt für die buchmässige Erfassung der Mittelbindungen und  Auszahlungsanordnungen;b)er sorgt für die Einhaltung der Finanzierungsbeschlüsse; c)er entscheidet in enger Zusammenarbeit mit dem Anweisungsbefugten des ÜLG über die  Mittelbindungen und die finanziellen Maßnahmen, die in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht  für die ordnungsgemässe Durchführung der genehmigten Maßnahmen erforderlich sind; d)er billigt vorbehaltlich der Befugnisse des Kommissionsbeauftragten nach Artikel 223 vor  Bekanntgabe der Ausschreibung die Ausschreibungsunterlagen; e)er sorgt für die Veröffentlichung der Ausschreibungen innerhalb vertretbarer Fristen gemäß  Artikel 201; f)er billigt vorbehaltlich der Befugnisse des Kommissionsbeauftragten nach Artikel 223 den  Vorschlag für die Auftragsvergabe.(3)    Der Hauptanweisungsbefugte übermittelt zum Ende eines jeden Wirtschaftsjahres eine  detaillierte Bilanz des Fonds, in welcher der Saldo der Beiträge der Mitgliedstaaten an den Fonds  und die Gesamtzahlungen für jede einzelne Finanzierungsrubrik einschließlich der regionalen  Zusammenarbeit, der Soforthilfe, des Stabex-und des Sysminsystems aufzuführen sind.    Abschnitt 2 Der Anweisungsbefugte des ÜLG Artikel 218  (1)    Die zuständigen Behörden eines  jeden ÜLG bestellen einen Anweisungsbefugten für das ÜLG; dieser vertritt das ÜLG bei allen  Maßnahmen, die aus den von der Kommission verwalteten Mitteln des Fonds finanziert werden. Der  Anweisungsbefugte des ÜLG ist auch über die Maßnahmen zu unterrichten, die aus den von der Bank  verwalteten Mitteln finanziert werden.  (2)    Der Anweisungsbefugte des ÜLG kann einen Teil seiner Aufgaben übertragen; er unterrichtet  den Hauptanweisungsbefugten über die von ihm vorgenommenen Befugnisübertragungen. Artikel 219   (1)    Der Anweisungsbefugte des ÜLGa)  ist in enger Zusammenarbeit mit dem  Kommissionsbeauftragten für die Vorbereitung, Vorlage und Prüfung der Projekte und Aktionsprogramme  verantwortlich; b)übernimmt in enger Zusammenarbeit mit dem Beauftragten die Bekanntgabe der Ausschreibungen, die  Entgegennahme der Angebote, die Aufsicht über die Angebotsauswertung, die Feststellung von deren  Ergebnis, die Unterzeichnung der Aufträge und Nachtragsvereinbarungen sowie die Billigung der  Ausgaben; c)unterbreitet vor Bekanntgabe der Ausschreibungen die Ausschreibungsunterlagen dem Beauftragten,  der sie innerhalb der Frist nach Artikel 223 zu billigen hat; d)schließt die Prüfung der Angebote innerhalb der Fristen ab, für die sie gültig sind, wobei er dem  Zeitbedarf für die Genehmigung des betreffenden Auftrags Rechnung trägt; e)übermittelt das Ergebnis der Angebotsauswertung zusammen mit einem Vorschlag für die  Auftragsvergabe dem Beauftragten, der seine Billigung binnen 30 Tagen oder binnen der Frist nach  Artikel 223 erteilt; f)nimmt im Rahmen der ihm zugewiesenen Mittel die Feststellung der Ausgabenverpflichtungen und die  Anordnung der Ausgaben vor; g)nimmt während der Durchführung der Maßnahmen die Änderungen vor, die in wirtschaftlicher und  technischer Hinsicht für die ordnungsgemässe Durchführung der genehmigten Projekte und Programme  erforderlich sind.   (2)    Vorbehaltlich der entsprechenden Unterrichtung des Kommissionsbeauftragten entscheidet der  Anweisungsbefugte des ÜLG während der Durchführung der Maßnahmen übera)technische Anpassungen und  Änderungen im Detail, sofern sie die vereinbarten technischen Lösungen nicht verändern und sich im  Rahmen der Rückstellung für Änderungen halten; b)Änderungen bei Kostenvoranschlägen für laufende Arbeiten; c)Mittelübertragungen von Artikel zu Artikel innerhalb der Kostenvoranschläge; d)aus technischen, wirtschaftlichen oder sozialen Gründen gerechtfertigte Standortänderungen bei  Projekten oder Programmen, die mehrere Einheiten umfassen; e)die Verhängung oder den Erlaß von Vertragsstrafen; f)die Befreiung der Bürgen; g)Käufe auf dem örtlichen Markt ohne Rücksicht auf den Ursprung; h)die Verwendung von nicht aus den Mitgliedstaaten, den ÜLG oder den AKP-Staaten stammendem  Baustellengerät, für das es in den Mitgliedstaaten, den ÜLG und den AKP-Staaten keine vergleichbare  Produktion gibt; i)Weitervergaben an Nachunternehmen; j)endgültige Abnahmen, sofern der Kommissionsbeauftragte an den vorläufigen Abnahmen teilnimmt, die  entsprechenden Protokolle mit seinem Sichtvermerk versieht und gegebenenfalls auch an den  endgültigen Abnahmen teilnimmt, insbesondere dann, wenn wegen des Umfangs der Beanstandungen bei  der vorläufigen Abnahme wesentliche Nachbesserungen vorgenommen werden müssen; k)die Heranziehung von Beratern und anderen Sachverständigen der technischen Hilfe. Artikel 220   Alle Dokumente und Vorschläge, die der Kommission oder ihrem Beau´ftragten vom Anweisungsbefugten  des ÜLG zur Genehmigung oder Billigung gemäß diesem Beschluß unterbreitet werden, sind innerhalb  der in diesem Beschluß festgesetzten Fristen oder in Ermangelung einer Fristsetzung binnen 30 Tagen  zu genehmigen bzw. gelten nach Ablauf dieser Fristen als genehmigt. Artikel 221  Zum Ende eines  jeden Haushaltsjahres erstellt der Anweisungsbefugte des ÜLG einen Bericht über die Aktionen, die  im Rahmen des Richtprogramms der Regional programme in dem betreffenden ÜLG durchgeführt wurden.  Dieser Bericht umfasst u.  a. a)den Bericht gemäß Artikel 190 über die Mittelbindungen, die Zahlungen und den  Durchführungszeitplan für das Richtprogramm sowie einen Bericht über den Stand der Arbeiten bei den  Projekten und Programmen; b)die Mittelbindungen, die Zahlungen, den Durchführungszeitplan und den Stand der Arbeiten in bezug  auf die in diesem ÜLG durchgeführten regionalen Projekte und Programme; c)den in Verbindung mit dem Kommissionsbeauftragten erstellten Bericht nach Artikel 196 über die  Mehrjahresprogramme; d)eine Evaluierung der in dem ÜLG durchgeführten Aktionen im Rahmen der Zusammenarbeit bei der  Entwicklungsfinanzierung, unter Berücksichtigung auch der Regionalprogramme. Eine Kopie dieses Berichts wird dem Kommissionsbeauftragten spätestens 90 Tage nach Ablauf des  betreffenden Haushaltsjahres übermittelt.  Abschnitt 3 Der Kommissionsbeauftragte Artikel 222  (1)    Die Kommission ist in jedem ÜLG  oder in jeder regionalen Gruppe, die dies ausdrücklich wünscht, durch einen Beauftragten  vertreten.  (2)    Handelt es sich um ein ÜLG in einer Region, für die die Kommission keinen Beauftragten  benannt hat, so sorgen die Behörden des Staates, zu dem das ÜLG gehört, für die Kontakte zwischen  der Kommission und den zuständigen Behörden dieses ÜLG.  (3)    Der Beauftragte der Kommission und das Personal der Delegationen mit Ausnahme des im Inland  angeworbenen Personals sind in dem ÜLG, in dem sie niedergelassen sind, von allen Steuern befreit. Für das in diesem Absatz genannte Personal gilt Artikel 215 Buchstabe g) gleichfalls. Artikel 223   Der Kommissionsbeauftragte erhält die erforderlichen Weisungen und Befugnisse zur Erleichterung  und Beschleunigung der Vorbereitung, Prüfung und Durchführung der Projekte und Programme sowie die  hierzu notwendige Unterstützung. Zu dem genannten Zweck erfuellt der Kommissionsbeauftragte in enger  Zusammenarbeit mit dem Anweisungsbefugten des ÜLG folgende Aufgaben: er a)    nimmt auf Ersuchen  des betreffenden AKP-Staats an der Ausarbeitung der Projekte und Programme sowie an der Aushandlung  der Verträge über technische Hilfe teil und gibt hierbei Unterstützung; b)nimmt an der Prüfung der Projekte und Programme, der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und  der Suche nach Mitteln, mit denen die Prüfung der Projekte und Programme sowie die  Abwicklungsverfahren vereinfacht werden sollen, teil; c)erstellt die Finanzierungsvorschläge; d)billigt bei beschleunigten Verfahren, bei der freihändigen Auftragsvergabe und bei Aufträgen im  Rahmen einer Soforthilfe vor Bekanntgabe der Ausschreibung durch den Anweisungsbefugten des ÜLG die  Ausschreibungsunterlagen binnen 30 Tagen, nachdem sie ihm vom Anweisungsbefugten übermittelt  wurden; e)übermittelt in allen anderen als den unter Buchstabe d) aufgeführten Fällen die  Ausschreibungsunterlagen dem Hauptanweisungsbefugten zur Billigung binnen 30 Tagen, nachdem sie ihm  vom Anweisungsbefugten des ÜLG übermittelt wurden; f)ist bei der Öffnung der Angebote anwesend und erhält eine Kopie dieser Angebote sowie der  Ergebnisse ihrer Prüfung; g)erteilt bei alleni)  freihändig zu vergebenden Aufträgen, ii)Dienstleistungsaufträgen, iii)Aufträgen im Rahmen von Soforthilfen, iv)Aufträgen, die im beschleunigten Verfahren vergeben werden, sowie Bauaufträgen im Wert von  weniger als 5 Millionen ECU und Lieferaufträgen im Wert von weniger als 1 Million ECUbinnen 30  Tagen seine Zustimmung zu dem ihm vom Anweisungsbefugten des ÜLG unterbreiteten Vorschlag für die  Auftragsvergabe; h)erteilt binnen 30 Tagen seine Zustimmung zu einem nicht unter Buchstabe g) fallenden Vorschlag  für die Auftragsvergabe, der ihm von Anweisungsbefugten des ÜLG unterbreitet wurde, sofern folgende  Bedingungen erfuellt sind: das ausgewählte Angebot ist das niedrigste Angebot unter den die  Ausschreibungsbedingungen erfuellenden Angeboten, es entspricht den in den Ausschreibungsunterlagen  festgelegten Auswahlkriterien, und es übersteigt nicht die für den Auftrag vorgesehenen Mittel; i)übermittelt, wenn die Bedingungen nach Buchstabe h) nicht erfuellt sind, den Vorschlag für die  Auftrags vergabe dem Hauptanweisungsbefugten, der binnen 60 Tagen nach Eingang des Vorschlags bei  dem Kommissionsbeauftragten darüber entscheidet. Übersteigt die Angebotssumme die für den Auftrag  bereitgestellten Mittel, so beschließt der Hauptanweisungsbefugte nach Billigung des Auftrags die  erforderlichen Mittelbindungen; j)erteilt im Falle einer Ausführung in Regie seine Zustimmung zu den Aufträgen und  Kostenvoranschlägen, zu den Nachtragsvereinbarungen dazu sowie zu den vom Anweisungsbefugten des  ÜLG gegebenen Zahlungsermächtigungen; k)prüft nach, ob die Projekte und Programme, die aus den von der Kommission verwalteten Mitteln des  Fonds finanziert werden, in finanzieller und technischer Hinsicht ordnungsgemäß ausgeführt werden; l)arbeitet durch regelmässige Evaluierung der Aktionen mit den örtlichen Behörden des ÜLG, in dem er  die Kommission vertritt, zusammen; m)unterhält mit dem territorialen Anweisungsbefugten enge, ständige Kontakte, um spezifische  Probleme, die sich bei der Durchführung der Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierung  ergeben, zu analysieren und zu lösen; n)überprüft insbesondere in regelmässigen Abständen, ob die Aktionen dem in dem  Finanzierungsbeschluß vorgesehenen Zeitplan gemäß fortschreiten; o)übermittelt den zuständigen Behörden des ÜLG alle Auskünfte oder Dokumente, die hinsichtlich der  Verfahren für die Durchführung der Zusammenarbeit bei der Entwicklungsfinanzierung von Nutzen sind,  insbesondere in bezug auf die Kriterien für die Prüfung und Evaluierung der Angebote; p)unterrichtet die örtlichen Behörden des ÜLG regelmässig über Gemeinschaftsaktivitäten, die für die  Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und den ÜLG unmittelbar von Interesse sein könnten.  Artikel 224  Zum Ende eines jeden Haushaltsjahres erstellt der Kommissionsbeauftragte einen  Bericht über die Durchführung des Richtprogramms und der Regionalprogramme, insbesondere  hinsichtlich der von der Kommission verwalteten Maßnahmen des Fonds. Dieser Bericht umfasst unter  anderema)  das Finanzvolumen des Richtprogramms, die Mittelbindungen, die Zahlungen und den  Zeitplan für die Durchführung des Richtprogramms und der Regionalprogramme; b)einen Bericht über den Stand der Durchführung der Projekte und Programme;  c)eine Evaluierung der Maßnahmen des Fonds in dem betreffenden ÜLG und im Rahmen der  Regionalprogramme. Eine Kopie des Berichts wird gleichzeitig den zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG und der  Gemeinschaft übermittelt.  Abschnitt 4 Zahlungen - beauftragte Zahlstellen Artikel 225  (1)    Zur Ausführung der  Zahlungen in den Landeswährungen der ÜLG werden in jedem ÜLG im Namen der Kommission auf die  Währung eines Mitgliedstaats oder auf Ecu lautende Konten bei einem staatlichen oder  halbstaatlichen Kreditinstitut eröffnet, das im gegenseitigen Einvernehmen zwischen den zuständigen  Behörden des ÜLG und der Kommission ausgewählt wird. Dieses Kreditinstitut nimmt die Aufgaben einer  beauftragten Zahlstelle wahr.  (2)    Den in Absatz 1 genannten Konten werden von der Gemeinschaft entsprechend dem geschätzten  künftigen Kassenbedarf Mittel in der Währung eines Mitgliedstaats oder in Ecu so rechtzeitig im  voraus zugewiesen, daß die Notwendigkeit einer Vorfinanzierung durch die ÜLG sowie Zahlungsverzuege  vermieden werden.  (3)    Die beauftragte Zahlstelle erbringt ihre Dienstleistungen unentgeltlich; auf die Einlagen  wird kein Zins gezahlt.  (4)    Zur Ausführung der Zahlungen in Ecu werden bei Kreditinstituten in den Mitgliedstaaten im  Namen der Kommission auf Ecu lautende Konten eröffnet. Die betreffenden Institute nehmen die  Aufgaben einer beauftragten Zahlstelle in Europa wahr. Die zu Lasten dieser Konten gehenden  Zahlungen können auf Anweisung der Kommission oder, bei Ausgaben, die vom Anweisungsbefugten des  ÜLG oder vom Hauptanweisungsbefugten nach vorheriger Zustimmung des Anweisungsbefugten des ÜLG  angeordnet werden, auf Anweisung des im eigenen Namen tätig werdenden Kommissionsbeauftragten  erfolgen.  (5)    Die beauftragten Zahlstellen nehmen im Rahmen der auf den Konten verfügbaren Mittel die vom  Anweisungsbefugten des ÜLG oder gegebenenfalls vom Hauptanweisungsbefugten angeordneten Zahlungen  vor, nachdem sie die sachliche und rechnerische Richtigkeit der vorgelegten Belege sowie die  schuldbefreiende Wirkung der Zahlung nachgeprüft haben.  (6)    Die Verfahren für die Feststellung der Ausgabenverpflichtung sowie die Anordnung und  Zahlung der Ausgaben sind spätestens 90 Tage nach deren Fälligwerden abzuschließen. Spätestens 45  Tage vor dem Fällig keitstermin hat der Anweisungsbefugte des ÜLG die Anordnung der Zahlung  vorzunehmen und sie dem Beauftragten zu notifizieren.  (7)    Für Reklamationen im Zusammenhang mit Zahlungsverzuegen haben die zuständigen Behörden des  bzw. der betreffenden ÜLG sowie die Kommission jeweils für den Teil des Verzugs, für den sie gemäß  Absatz 6 verantwortlich sind, aus ihren eigenen Mitteln aufzukommen.  (8)    Die beauftragten Zahlstellen, der Anweisungsbefugte des ÜLG, der Kommissionsbeauftragte und  die zuständigen Dienststellen der Kommission bleiben bis zur endgültigen Billigung durch die  Kommission finanziell für die Maßnahmen verantwortlich, mit deren Ausführung sie beauftragt  wurden.  Abschnitt 5 Überwachung und Evaluierung Artikel 226  Mit der Überwachung und Evaluierung soll  eine unabhängige Bewertung der Entwicklungsmaßnahmen (ihrer Vorbereitung und ihrer Durchführung)  erreicht werden, um die Effizienz der gegenwärtig laufenden wie auch der künftigen Maßnahmen zu  verbessern. Die betreffenden Arbeiten werden von den ÜLG und der Gemeinschaft gemeinsam  durchgeführt. Artikel 227  (1)    Im einzelnen wird mit den betreffenden Arbeiten insbesondere  bezweckt, a)eine gemeinsame, regelmässige und unabhängige Überwachung und Evaluierung der aus dem Fonds  finanzierten Maßnahmen und Tätigkeiten zu bewirken; b)die gemeinsame Überwachung und Evaluierung der noch laufenden und der abgeschlossenen Maßnahmen  zu organisieren und einen Soll-Ist-Vergleich vorzunehmen. Die Verwaltung, der Betrieb und die  Instandhaltungsarbeiten im Zusammenhang mit den betreffenden Maßnahmen sollten systematisch  überprüft werden; c)dem Rat über die Ergebnisse der Evaluierungsarbeiten Bericht zu erstatten und die dabei  gewonnenen Erfahrungen für die Konzeption und Durchführung künftiger Maßnahmen zu nutzen; d)darauf zu achten, daß die zuständigen Behörden der ÜLG sich zu allen Überwachungs- und  Evaluierungsberichten äussern, und in allen Fällen sicherzustellen, daß die Sachverständigen der ÜLG  stets unmittelbar an den Überwachungs- und Evaluierungsarbeiten sowie an der Erstellung der  Berichte beteiligt sind; e)dafür zu sorgen, daß die ÜLG und die Gemeinschaft die Evaluierungsarbeiten regelmässig  programmieren;  f)  eine Synthese der Überwachungs- und Evaluierungsergebnisse nach Sektoren, Instrumenten,  Themen, ÜLG und Regionen zu erstellen. Zu diesem Zwecki)  werden die Berichte über die  Überwachungs- und Evaluierungsergebnisse in vereinbarten zeitlichen Abständen erstellt und  veröffentlicht, ii)wird ein jährlicher Bericht über die Ergebnisse der Durchführung der Maßnahmen erstellt; g)zu gewährleisten, daß die Überwachungs- und Evaluierungsergebnisse bei der Politik und der Praxis  im Entwicklungsbereich in operationeller Weise erneut zum Tragen gebracht werden, indem wirksame  Mechanismen für eine solche Rückkoppelung geschaffen, Seminare und Workshops organisiert und  konzise Informationen über die wichtigsten Aufschlüsse, Schlußfolgerungen und Empfehlungen  veröffentlicht und verteilt werden; durch einen Prozeß der Erörterung und ständigen Verfolgung des  Geschehens gemeinsam mit dem für die Maßnahmen und die Leitlinien verantwortlichen Personal sollen  damit diese Erfahrungen für die Konzeption und Durchführung künftiger Maßnahmen sowie für deren  etwaige Neuorientierung nutzbar gemacht werden; h)aus den bisherigen Erfahrungen die Lehre zu ziehen und sie als Beitrag zur Verbesserung der  Konzeption und Durchführung künftiger Maßnahmen bekannt zu machen; i)gemeinsam mit lokalen und internationalen Organisationen für die Zusammenarbeit in  Entwicklungsfragen verfügbare einschlägige Informationen zu sammeln und auszuwerten.  (2)    Die Arbeiten gelten insbesondere folgenden Bereichen: a)den Sektoren der Entwicklung; b)den Instrumenten und Themen der Entwicklung; c)den auf lokaler oder regionaler Ebene vorgenommenen Revisionen; d)den individuellen Entwicklungsmaßnahmen. Artikel 228  Zur Gewährleistung des praktischen  Nutzens der Überwachung und Evaluierung in bezug auf die Ziele des Beschlusses und zur Verbesserung  des Informationsaustauschesa)unterhält die Kommission enge Beziehungen zu den Überwachungs- und  Evaluierungsstellen in den ÜLG und der Gemeinschaft sowie zu den Anweisungsbefugten der ÜLG, den  Delegationen der Kommission und den übrigen betroffenen Diensten der lokalen Behörden und der  regionalen Organisationen der ÜLG;   b)unterstützt die Kommission die ÜLG bei der Entfaltung oder dem Ausbau ihrer Überwachungs- und  Evaluierungskapazitäten durch Konsultationen oder Ausbildungsveranstaltungen im Bereich der  Überwachungs- und Evaluierungstechniken.  TITEL IV ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN BETREFFEND DIE AM WENIGSTEN ENTWICKELTEN ÜLG Artikel 229  Den  am wenigsten entwickelten ÜLG wird entsprechend ihren besonderen Bedürfnissen und Problemen  besondere Beachtung geschenkt, damit sie die durch diesen Beschluß gebotenen Möglichkeiten voll  nutzen können und um ihnen zu helfen, die grossen wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten zu  überwinden, die ihre Entwicklung behindern. Unabhängig von den spezifischen Maßnahmen, die in den verschiedenen Kapiteln des Beschlusses  vorzusehen sind, wird hinsichtlich der am wenigsten entwickelten ÜLG folgenden Aspekten besondere  Aufmerksamkeit gewidmet: -  dem Ausbau der regionalen Zusammenarbeit; -den Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen; -der effizienten Nutzung der Meeresressourcen und der Vermarktung der betreffenden Erzeugnisse; -der Anwendung von Ernährungsstrategien und der Durchführung von integrierten  Entwicklungsprogrammen. Artikel 230  (1)    Als am wenigsten entwickelte ÜLG im Sinne dieses  Beschlusses gelten: -  Anguilla, -  Mayotte, -  Montserrat, -  St. Helena, -  Turks- und Caicosinseln, -  Wallis und Futuna.  (2)    Die Liste der ÜLG in Absatz 1 kann auf Vorschlag der Kommission durch Beschluß des Rates  geändert werden, falls sich die Wirtschaftslage eines dieser ÜLG so erheblich und dauerhaft ändert,  daß seine Einbeziehung in die Gruppe der am wenigsten entwickelten ÜLG erforderlich wird oder daß  die Einbeziehung nicht mehr gerechtfertigt ist.  Artikel 231  Die gemäß Artikel 229 in bezug auf  die am wenigsten entwickelten ÜLG festgelegten Bestimmungen sind in folgenden Artikeln enthalten:   1.  Ziele Artikel 5  2.Landwirtschaftliche Zusammenarbeit, Ernährungssicherheit und ländliche  Entwicklung Artikel 28  3.Entwicklung der Fischerei Artikel 32  4.Industrielle Zusammenarbeit  Artikel 49  5.Entwicklung der Dienstleistungen Artikel 68  6.Entwicklung des Handels Artikel 85  Absatz 5  7.Schutzmaßnahmen - Handelspolitische Zusammenarbeit Artikel 110  8.Sysmin Artikel  138 Absatz 1  9.Finanzierung der laufenden Kosten Artikel 150 Absatz 210.Aufteilung der  Finanzmittel Artikel 16011.Kleinstvorhaben Artikel 162 Absatz 412.Programmierung Artikel 187  Absatz 213.Prüfung der Projekte Artikel 193 Absatz 314.Anhang betreffend die Ursprungsregeln  Artikel 30 Absätze 3 und 5  VIERTER TEIL NIEDERLASSUNG UND DIENSTLEISTUNGEN Artikel 232   Hinsichtlich der Niederlassungs- und Dienstleistungsregelung wenden die zuständigen Behörden der  ÜLG gegenüber den Staatsangehörigen, Gesellschaften und Unternehmen der Mitgliedstaaten keine  diskriminierende Behandlung an. a)  Die zuständigen Behörden eines ÜLG können jedoch Regelungen treffen, die zugunsten seiner  Bevölkerung und der örtlichen Tätigkeiten von den normalerweise für Staatsbürger, Gesellschaften  und Unternehmen aller Mitgliedstaaten geltenden Regeln abweichen, sofern sich diese Ausnahmen auf  empfindliche Sektoren der Wirtschaft des betreffenden ÜLG beschränken und der Schaffung oder  Erhaltung einheimischer Arbeitsplätze dienen. Diese Ausnahmen können von der Kommission auf Antrag der zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG  nach Konzertierung im Rahmen des Verfahrens für die partnerschaftliche Zusammenarbeit gemäß den  Artikeln 234 bis 236 genehmigt werden. Dieser Antrag ist mit einer Begründung unter Angabe insbesondere der betreffenden Sektoren sowie  der Dauer und den anderen in Betracht gezogenen Modalitäten zu versehen. Er wird der Kommission  mitgeteilt, die die Mitgliedstaaten davon unterrichtet und innerhalb von drei Monaten hierüber  entscheidet. Hat die Kommission innerhalb dieser Frist nicht Stellung genommen, so gilt die  Ausnahme als genehmigt. b)Ist jedoch in bezug auf eine bestimmte Tätigkeit ein Mitgliedstaat nicht gehalten, Bewohnern  eines ÜLG, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaats sind oder eine ÜLG-spezifische Rechtsstellung  genießen, sowie in einem ÜLG ansässigen Gesellschaften oder Unternehmen im Sinne des Artikels 233  eine nichtdiskriminierende Behandlung aufgrund des Gemeinschaftsrechts oder - in Ermangelung von  Gemeinschaftsvorschriften - des einzelstaatlichen Rechts zu gewähren, so sind die Behörden dieses  ÜLG nicht gehalten, eine solche Behandlung zu gewähren. Artikel 233  Gesellschaften oder  Unternehmen im Sinne dieses Beschlusses sind die Gesellschaften oder Unternehmen des bürgerlichen  Rechts und des Handelsrechts einschließlich öffentlich-rechtlicher oder sonstiger Gesellschaften,  Genossenschaften und der sonstigen juristischen Personen und Personengesellschaften des  öffentlichen oder privaten Rechts mit Ausnahme derjenigen, die keinen Erwerbszweck verfolgen. Gesellschaften oder Unternehmen der Mitgliedstaaten sind die nach den Rechtsvorschriften eines  Mitgliedstaats gegründeten Gesellschaften oder Unternehmen, die ihren satzungsmässigen Sitz, ihre  Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung in einem Mitgliedstaat haben; sollten sie indessen nur  ihren satzungsmässigen Sitz in einem Mitgliedstaat haben, so muß ihre Tätigkeit in tatsächlicher und  dauerhafter Verbindung mit der Wirtschaft dieses Mitgliedstaats stehen. Gesellschaften oder Unternehmen Dänemarks, Frankreichs, der Niederlande oder des Vereinigten  Königreichs, die in einem ÜLG niedergelassen sind, sind die nach dänischen, französischen,  niederländischen bzw. britischen Rechtsvorschriften gegründeten Gesellschaften oder Unternehmen,  die ihren satzungsmässigen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung in diesem ÜLG  haben; sollten sie indessen nur ihren satzungsmässigen Sitz in einem ÜLG haben, so muß ihre  Tätigkeit in tatsächlicher und dauerhafter Verbindung mit der Wirtschaft dieses ÜLG stehen. Gesellschaften oder Unternehmen, die den Rechtsvorschriften des betreffenden ÜLG unterliegen und  dort niedergelassen sind, sind die nach den Rechtsvorschriften eines bestimmten ÜLG gegründeten  Gesellschaften oder Unternehmen, die ihren satzungsmässigen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre  Hauptniederlassung in diesem ÜLG haben; sollten sie indessen nur ihren satzungsmässigen Sitz in  einem ÜLG haben, so muß ihre Tätigkeit in tatsächlicher und dauerhafter Verbindung mit der  Wirtschaft dieses ÜLG stehen.  FÜNFTER TEIL DIE PARTNERSCHAFTLICHE ZUSAMMENARBEIT KOMMISSION/MITGLIED- STAAT/ÜLG Artikel 234   Die Maßnahmen der Gemeinschaft gründen sich soweit wie möglich auf eine enge Konzertierung  zwischen der Kommission, dem Mitgliedstaat, zu dem ein ÜLG gehört, und den zuständigen örtlichen  Behörden des ÜLG. Diese Konzertierung wird nachstehend "partnerschaftliche Zusammenarbeit" genannt. Artikel 235   (1)    Die partnerschaftliche Zusammenarbeit erstreckt sich auf die Programmierung, Vorbereitung,  Finanzierung, Überwachung und Evaluierung der Aktionen der Gemeinschaft im Rahmen dieses  Beschlusses sowie auf alle Probleme, die sich in den Beziehungen zwischen den ÜLG und der  Gemeinschaft stellen.  (2)    Zu diesem Zweck können im Rahmen der Assoziation der ÜLG Arbeitsgruppen mit beratender  Funktion eingesetzt werden, die sich aus den drei in Artikel 234 genannten Partnern zusammensetzen  und deren Aufgabenbereich insbesondere auf Antrag der betreffenden ÜLG entweder nach den  geographischen Zonen der ÜLG oder nach den Gruppen von ÜLG, die zu ein und demselben Mitgliedstaat  gehören, aufgeteilt wird. Diese Gruppen werden gebildet: -  auf Ad-hoc-Basis zur Behandlung spezifischer Probleme oder-als ständige Einrichtung für den im  Rahmen des Assoziierungsbeschlusses verbleibenden Zeitraum; in diesem Fall treten sie einmal im  Jahr zusammen, um sich einen Überblick über die Durchführung dieses Beschlusses zu verschaffen oder  um andere in Absatz 1 genannte Fragen zu behandeln.  (3)    Den Vorsitz in den Arbeitsgruppen führt die Kommission. Ein Vertreter der Bank nimmt an den  Sitzungen teil, wenn Fragen in Bereichen, die sie betreffen, auf der Tagesordnung stehen. Die allgemeinen Kosten der Arbeitsgruppensitzungen und der Teilnahme der Vertreter aus den ÜLG  werden von den zuständigen Behörden der ÜLG übernommen. Artikel 236  (1)    Die Empfehlungen  einer Arbeitsgruppe werden den übrigen ÜLG von der Kommission mitgeteilt.  (2)    Die Stellungnahmen der Arbeitsgruppen werden von der Kommission, insbesondere angesichts  ihrer Zuständigkeit für die Verwaltung des EEF angemessen berücksichtigt. Gegebenenfalls bilden sie  die Grundlage für Vorschläge der Kommission an den Rat, die darauf gerichtet sind, gemäß Artikel  136 des Vertrages neue Elemente für die Durchführung der Assoziation der ÜLG mit der EWG vor allem  hinsichtlich der Folgen einzubringen, die die Vollendung des Binnenmarkts für die ÜLG haben wird. SECHSTER TEIL SCHLUSSBESTIMMUNGEN Artikel 237  Dieser Beschluß gilt - vorbehaltlich der darin  vorgesehenen besonderen Bestimmungen über die Beziehungen zwischen den ÜLG und den französischen  überseeischen Departements - für die Gebiete, in denen der Vertrag zur Gründung der Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft angewendet wird, und, nach Maßgabe jenes Vertrages einerseits sowie für die  Gebiete der ÜLG andererseits. Artikel 238  (1)    Die ÜLG, für die dieser Beschluß gilt, sind in  Anhang I aufgeführt.   (2)    Der Rat kann auf Vorschlag der Kommission Anhang I einstimmig ändern oder ergänzen.  Artikel 239  Erlangt ein Land oder Gebiet die Unabhängigkeit, soa)  kann die in diesem Beschluß  vorgesehene Regelung auf das ÜLG nach vom Rat festgelegten Bedingungen weiterhin vorläufig  Anwendung finden; b)beschließt der Rat auf Vorschlag der Kommission einstimmig die erforderlichen Anpassungen dieses  Be schlusses, insbesondere die Änderung der Beträge des Artikels 154. Artikel 240  (1)    Dieser  Beschluß gilt für einen Zeitraum von zehn Jahren, der am 1. März 1990 beginnt.  (2)    Spätestens am 31. Dezember 1993 nimmt der Rat im Anschluß an einen Bericht der Kommission  eine Überprüfung der Durchführung der Mechanismen der Handelsregelung vor; dabei hat er die  Möglichkeit, diese Mechanismen zu ändern, falls diese Überprüfung ergibt, daß sie - insbesondere  unter Berücksichtigung der Entwicklung der Investitionen - nicht dem Ziel der wirtschaftlichen und  sozialen Entwicklung der ÜLG gerecht geworden sind oder zu Verkehrsverlagerungen geführt haben.  (3)    Vor Ablauf des ersten Fünfjahreszeitraums beschließt der Rat gegebenenfalls ausser der  finanziellen Hilfe nach Artikel 154 Absatz 1 auf Vorschlag der Kommission einstimmig aucha)die  etwaigen Änderungen an den Bestimmungen, von denen die zuständigen Behörden der ÜLG die Kommission  spätestens zehn Monate vor Ablauf dieses Fünfjahreszeitraums unterrichtet haben; b)die etwaigen Änderungen, die von der Kommission aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen oder aufgrund  von Änderungen, die zwischen der Gemeinschaft und den AKP-Staaten ausgehandelt werden,  vorgeschlagen worden sind; c)die bis zum Inkrafttreten der nach Buchstaben a) und b) geänderten Bestimmungen erforderlichen  Übergangsmaßnahmen.  (4)    Vor Ablauf dieses Beschlusses legt der Rat auf Vorschlag der Kommission einstimmig die  Bestimmungen zur Anwendung der in den Artikeln 131 bis 135 des Vertrages niedergelegten Grundsätze  fest. Er trifft gegebenenfalls die bis zum Inkrafttreten eines neuen Beschlusses erforderlichen  Übergangsmaßnahmen. Artikel 241  Dieser Beschluß tritt am Tag nach seiner Veröffentlichung im  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft, mit Ausnahme jedoch der finanziellen  Verpflichtungen zur Durchführung des dritten Teils, Titel II und III.  Diese Verpflichtungen werden ab der Ratifikation des internen Abkommens wirksam. Artikel 242   Dieser Beschluß wird im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.  Geschehen zu Brüssel am 25. Juli 1991.  Im Namen des Rates Der Präsident P. DANKERT (1)  ABl. Nr. C 95 vom 11. 4.  1991, S. 1.   (2)  ABl. Nr. C 183 vom 15. 7. 1991. (1)  ABl. Nr. L 63 vom 5. 3. 1986, S. 95.   (2)  ABl. Nr. L 365 vom 28. 12. 1990, S. 79.   (3)  ABl. Nr. L 185 vom 15. 7. 1988, S. 9.   (4)  ABl. Nr. L 399 vom 30. 12. 1989, S. 39. (1)  ABl. Nr. L 323 vom 29. 11. 1980, S. 1.   (2)  ABl. Nr. L 138 vom 31. 5. 1990, S. 9.   (3)  ABl. Nr. L 84 vom 30. 3. 1990, S. 85. (4)  ABl. Nr. L 29 vom 1. 2. 1985, S. 1.  ANHANG I   Liste der Länder und Gebiete nach Artikel 1  (Diese Liste präjudiziert weder  den Status dieser Länder und Gebiete noch dessen Entwicklung) 1.  Länder, die besondere  Beziehungen zum Königreich Dänemark unterhalten: Grönland 2.Überseeische Gebiete der Französischen  Republik: -  Neukaledonien und Nebengebiete -Französisch-Polynesien -Französische Süd- und  Antarktisgebiete-Wallis und Futuna 3.Gebietskörperschaften der Französischen Republik:  -Mayotte -St. Pierre und Miquelon 4.Nichteuropäische Länder des Königreichs der Niederlande:  -Aruba -Niederländische Antillen:  -  Bonaire -Curaçao -Saba -St. Eustatius -St. Maarten 5.Überseeische Länder und Gebiete, die  besondere Beziehungen zum Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland unterhalten:  -Anguilla -Kaimaninseln -Falklandinseln -Südliche Sandwichinseln und Nebengebiete -Montserrat  -Pitcairn -St. Helena und Nebengebiete -Britisches Antarktis-Territorium -Britisches Territorium  im Indischen Ozean -Turks- und Caicosinseln -Britische Jungferninseln  ANHANG II   über die Bestimmung des Begriffs "Ursprungswaren" und über die Methoden der  Zusammenarbeit der Verwaltungen  TITEL I BESTIMMUNG DES BEGRIFFS "URSPRUNGSWAREN" Artikel 1  Ursprungskriterien Zur Anwendung der handelspolitischen Bestimmungen des Beschlusses gilt ein  Erzeugnis als Ursprungsware der nachstehend "ÜLG" genannten Länder und Gebiete, der Gemeinschaft  oder der AKP-Staaten, wenn es dort entweder vollständig hergestellt oder gewonnen oder in  ausreichendem Masse be- oder verarbeitet worden ist. Artikel 2 Vollständig hergestellte bzw.  gewonnene Erzeugnisse (1)    Als in den ÜLG, in der Gemeinschaft oder in den AKP-Staaten  vollständig hergestellte bzw. gewonnene Erzeugnisse gelten: a)  dort aus dem Boden oder dem Meeresgrund gewonnene mineralische Stoffe; b)dort geerntete pflanzliche Erzeugnisse; c)dort geborene und aufgezogene lebende Tiere; d)Erzeugnisse von dort gehaltenen lebenden Tieren; e)Erzeugnisse der dort betriebenen Jagd und Fischerei; f)Erzeugnisse der Seefischerei und andere von ihren Schiffen aus der See gewonnene Erzeugnisse; g)Erzeugnisse, die an Bord ihrer Fabrikschiffe ausschließlich aus den unter Buchstabe f) genannten  Erzeugnissen hergestellt werden; h)dort gesammelte Altwaren, die nur zur Gewinnung von Rohstoffen verwendet werden können; i)Abfälle, die bei einer dort ausgeuebten Produktionstätigkeit anfallen; j)Waren, die dort ausschließlich aus Erzeugnissen gemäß den Buchstaben a) bis i) hergestellt  werden.  (2)    Der Ausdruck "ihre Schiffe" in Absatz 1 Buchstabe f) ist nur anwendbar auf Schiffe, -  die in einem Mitgliedstaat, einem AKP-Staat oder einem ÜLG im Schiffsregister eingetragen oder  dort angemeldet sind;  -die die Flagge eines Mitgliedstaats, eines AKP-Staats oder eines ÜLG führen; -die zur Hälfte Eigentum von Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten, der AKP-Staaten oder  Angehörigen eines ÜLG oder einer Gesellschaft sind, deren Hauptsitz in einem dieser Staaten oder  ÜLG gelegen ist, bei der der oder die Geschäftsführer, der Vorsitzende des Verwaltungsrats oder des  Aufsichtsrats und die Mehrheit der Mitglieder dieser Gremien Staatsangehörige der Mitgliedstaaten,  der AKP-Staaten oder eines ÜLG sind und im Falle von Personengesellschaften oder Gesellschaften mit  beschränkter Haftung das Gesellschaftskapital ausserdem mindestens zur Hälfte Mitgliedstaaten,  AKP-Staaten, öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Staatsangehörigen solcher Staaten oder  eines ÜLG gehört; -deren Besatzung, einschließlich der Offiziere und des Kapitäns, zu mindestens 50  % aus  Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten, der AKP-Staaten oder eines ÜLG besteht.  (3)    Ungeachtet des Absatzes 2 kann ein ÜLG, wenn es der Gemeinschaft die Möglichkeit zur  Aushandlung eines Fischereiabkommens anbietet, die Gemeinschaft dieses Angebot jedoch nicht  annimmt, Drittlandschiffe zum Fischfang in seiner ausschließlichen Wirtschaftszone chartern oder  leasen und beantragen, daß diese Schiffe im Sinne dieses Artikels als "seine Schiffe" behandelt  werden. Die Gemeinschaft erkennt die von einem ÜLG gecharterten oder geleasten Schiffe als "seine Schiffe"  an, sofern-die Gemeinschaft die Möglichkeit zur Aushandlung eines Fischereiabkommens mit dem  betreffenden ÜLG nicht genutzt hat; -die Besatzung, einschließlich der Offiziere und des Kapitäns, zu mindestens 50  % aus  Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten, der AKP-Staaten oder eines ÜLG besteht; -die Kommission den Charter- oder Leasingvertrag als Gewähr dafür akzeptiert hat, daß er  ausreichende Möglichkeiten zur Entwicklung der Fischfangtätigkeit auf eigene Rechnung bietet und  der ÜLG-Seite insbesondere die Verantwortung für die nautische und kommerzielle Verwaltung des ihm  für einen nennenswerten Zeitraum zur Verfügung gestellten Schiffs überträgt.  (4)    Die Begriffe "AKP-Staaten", "Gemeinschaft" und "ÜLG" umfassen auch deren Hoheitsgewässer.   Die auf See befindlichen Schiffe einschließlich der Fabrikschiffe, auf denen ihre  Fischfangerzeugnisse be- oder verarbeitet werden, gelten als Teil des Gebietes des oder der  AKP-Staaten, der Gemeinschaft oder der ÜLG, denen sie gehören, sofern sie die Voraussetzungen des  Absatzes 2 erfuellen. Artikel 3 In ausreichendem Masse verarbeitete Erzeugnisse (1)    Für die  Anwendung des Artikels 1 gelten vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 Vormaterialien ohne  Ursprungseigenschaft als ausreichend be- oder verarbeitet, wenn das hergestellte Erzeugnis in eine  andere als die Position einzureihen ist, in die jedes einzelne bei der Herstellung verwendete  Vormaterial ohne Ursprungseigenschaft einzureihen ist. Unter den in diesem Anhang verwendeten Begriffen "Kapitel" und "Positionen" sind die Kapitel und  die vierstelligen Codes der Nomenklatur des Harmonisierten Systems zur Bezeichnung und Codierung  der Waren, im folgenden als "Harmonisiertes System" oder "HS" bezeichnet, zu verstehen. Unter dem Begriff "einreihen" ist die Einreihung von Erzeugnissen oder Vormaterialien unter einem  bestimmten Code zu verstehen.  (2)    Bei einem in den Spalten 1 und 2 der Liste des Anhangs 2 genannten Erzeugnis müssen  anstelle der Vorschrift des Absatzes 1 die für dieses Erzeugnis in der Spalte 3 festgelegten  Bedingungen erfuellt werden. a)  Wird in der Liste des Anhangs 2 zur Feststellung der Ursprungseigenschaft eines in einem ÜLG  hergestellten Erzeugnisses eine Prozentregel angewandt, so muß der aufgrund der Be- oder  Verarbeitungen hinzugefügte Wert dem Preis ab Werk dieses Erzeugnisses abzueglich des Werts der in  die Gemeinschaft, in die AKP-Staaten oder in die ÜLG eingeführten Vormaterialien entsprechen. b)Unter dem Begriff "Wert" in der Liste des Anhangs 2 ist der Zollwert der verwendeten  Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft zum Zeitpunkt ihrer Einfuhr oder, wenn der Zollwert nicht  bekannt ist oder nicht festgestellt werden kann, der erste feststellbare Preis, der im betreffenden  Land für die Vormaterialien gezahlt wird, zu verstehen. Wenn der Wert von verwendeten Vormaterialien mit Ursprungseigenschaft bestimmt werden muß, ist  Unterabsatz 1 sinngemäß anzuwenden. c)Unter dem Begriff "Preis ab Werk" in der Liste des Anhangs 2 ist der Preis zu verstehen, der dem  Hersteller gezahlt wird, in dessen Unternehmen die letzte Be- oder Verarbeitung durchgeführt worden  ist, sofern dieser Preis den Wert allen verwendeten Vormaterials umfasst, abzueglich aller internen  Abgaben, die  erstattet werden oder erstattet werden können, wenn das hergestellte Erzeugnis  ausgeführt wird. d)Als "Zollwert" gilt der Wert, wie er in dem am 12. April 1979 in Genf unterzeichneten  Übereinkommen zur Durchführung von Artikel VII des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT)  festgelegt ist.  (3)    Zur Anwendung der Absätze 1 und 2 gelten ohne Rücksicht darauf, ob ein Wechsel der Position  stattgefunden hat, folgende Be- oder Verarbeitungen als nicht ausreichend, um die  Ursprungseigenschaft zu verleihen: a)Behandlungen, die dazu bestimmt sind, die Ware während des Transports oder der Lagerung in ihrem  Zustand zu erhalten (Lüften, Ausbreiten, Trocknen, Kühlen, Einlegen in Salzlake oder in Wasser mit  Schwefel oder mit einem Zusatz von anderen Stoffen, Entfernen verdorbener Teile und ähnliche  Behandlungen); b)einfaches Entstauben, Sieben, Aussondern, Einordnen, Sortieren (einschließlich des  Zusammenstellens von Sortimenten), Waschen, Anstreichen, Zerschneiden; c)i)  Auswechseln von Umschließungen, Teilen oder Zusammenstellen von Packstücken; ii)einfaches Abfuellen in Flaschen, Fläschchen, Säcke, Etuis, Schachteln, Befestigen auf Brettchen  usw. sowie alle anderen einfachen Behandlungen zur verkaufsmässigen Aufmachung; d)Anbringen von Warenmarken, Etiketten oder anderen gleichartigen Unterscheidungszeichen auf den  Erzeugnissen selbst oder auf ihren Umschließungen; e)i)einfaches Mischen von Erzeugnissen der gleichen Art, wenn ein oder mehrere Bestandteile der  Mischung nicht die im Protokoll festgelegten Voraussetzungen erfuellen, um als Ursprungsware eines  AKP-Staats, der Gemeinschaft oder eines ÜLG zu gelten; ii)einfaches Mischen von Erzeugnissen verschiedener Art, sofern nicht ein oder mehrere Bestandteile  die in diesem Protokoll festgelegten Voraussetzungen erfuellen, um als Ursprungswaren eines  AKP-Staats, der Gemeinschaft oder eines ÜLG zu gelten, und sofern dieser Bestandteil bzw. diese  Bestandteile zur Bestimmung der wesentlichen Beschaffenheitsmerkmale des fertigen Erzeugnisses  beitragen; f)einfaches Zusammenfügen von Teilen von Artikeln zu einem vollständigen Artikel; g)Kumulierung von zwei oder mehr der unter den Buchstaben a) bis f) genannten Behandlungen; h)Schlachten von Tieren.  Artikel 4 Neutrale Elemente Bei der Feststellung, ob ein Erzeugnis eine  Ursprungsware der AKP-Staaten, der Gemeinschaft oder eines ÜLG ist, wird nicht geprüft, ob  elektrische Energie, Brennstoffe, Anlagen und Ausrüstung, Maschinen und Werkzeuge, die zur  Herstellung der fertigen Ware verwendet wurden, oder die bei der Herstellung verwendeten, aber  nicht in die endgültige Zusammensetzung der Waren eingehenden Vormaterialien und Erzeugnisse ihren  Ursprung in Drittländern haben. Artikel 5 Werttoleranz Ungeachtet des Artikels 3 Absätze 1 und 2  und vorbehaltlich der Bestimmungen gemäß Anhang I Anmerkung 4 Nummer 4 können Erzeugnisse ohne  Ursprungseigenschaft bei der Herstellung eines bestimmten Erzeugnisses verwendet werden, sofern ihr  Wert 10  % des Wertes ab Werk nicht übersteigt. Artikel 6 Kumulierung (1)    Zur Anwendung dieses  Titels gelten die ÜLG als ein Gebiet.  (2)    Wenn vollständig in der Gemeinschaft oder in den AKP-Staaten hergestellte bzw. gewonnene  Erzeugnisse in den ÜLG be- oder verarbeitet werden, gelten sie als vollständig in den ÜLG  hergestellt.  (3)    Die in der Gemeinschaft oder in den AKP-Staaten vorgenommenen Be- oder Verarbeitungen  gelten als in den ÜLG vorgenommen, wenn die hergestellten Vormaterialien später in den ÜLG be- oder  verarbeitet werden.  (4)    Die Absätze 2 und 3 gelten für jede in den ÜLG vorgenommene Be- oder Verarbeitung  einschließlich der in Artikel 3 Absatz 3 genannten Behandlungen. Artikel 7 Zuerkennung der  Ursprungseigenschaft Ursprungswaren, die aus in zwei oder mehr ÜLG oder in einem oder mehr  AKP-Staaten und in einem oder mehr ÜLG vollständig hergestellten bzw. gewonnenen oder in  ausreichendem Masse verarbeiteten Vormaterialien bestehen, gelten als Ursprungswaren des ÜLG oder  des AKP-Staates, in dem die letzte Be- oder Verarbeitung stattgefunden hat, sofern diese Be- oder  Verarbeitung über die in Artikel 3 Absatz 3 genannten nicht ausreichenden Behandlungen oder die  Kumulierung mehrerer dieser Behandlungen hinausgeht.  Artikel 8 Zubehör, Ersatzteile und Werkzeug  Zubehör, Ersatzteile und Werkzeuge, die mit Geräten, Maschinen oder Fahrzeugen geliefert werden,  werden mit diesen zusammen als Einheit angesehen, wenn sie als Bestandteil der Normalausrüstung in  deren Preis enthalten sind oder nicht gesondert in Rechnung gestellt werden. Artikel 9  Warenzusammenstellungen Warenzusammenstellungen im Sinne der Allgemeinen Vorschrift 3 des  Harmonisierten Systems gelten als Ursprungswaren, wenn alle dazugehörigen Artikel Ursprungswaren  sind. Jedoch gilt eine Warenzusammenstellung aus Ursprungsartikeln und Artikeln ohne  Ursprungseigenschaft insgesamt als Ursprungsware, sofern der Wert der Artikel ohne  Ursprungseigenschaft 15  % des Preises ab Werk der Warenzusammenstellung nicht überschreitet.  Artikel 10 Unmittelbare Beförderung (1)    Die im Rahmen der handelspolitischen Bestimmungen des  Beschlusses vorgesehene Präferenzregelung gilt allein für die Erzeugnisse und Vormaterialien, die  zwischen dem Gebiet der AKP-Staaten, der Gemeinschaft oder der ÜLG befördert werden, ohne dabei ein  anderes Gebiet zu berühren. Jedoch kann die Beförderung von Waren, die eine einzige Sendung bilden,  unter Durchfuhr durch andere Gebiete als die der AKP-Staaten, der Gemeinschaft oder der ÜLG,  gegebenenfalls auch mit einer Umladung oder vorübergehenden Einlagerung in diesen Gebieten  erfolgen, sofern die Waren unter der zollamtlichen Überwachung der Behörden des Durchfuhr- oder  Einlagerungsstaats verbleiben und dort nur ent- und verladen worden sind oder eine auf die  Erhaltung ihres Zustands gerichtete Behandlung erfahren haben.  (2)    Der Nachweis, daß die in Absatz 1 genannten Voraussetzungen erfuellt sind, ist erbracht,  wenn den zuständigen Zollbehörden folgendes vorgelegt wird: a)  ein einziges, in dem begünstigten Ausfuhrland ausgestelltes durchgehendes Frachtpapier, mit dem  die Beförderung durch das Durchfuhrland erfolgt ist, b)oder eine von den Zollbehörden des Durchfuhrlands ausgestellte Bescheinigung mit folgenden  Angaben: -  genaue Warenbeschreibung, -Zeitpunkt des Ent- und Wiederverladens der Waren, gegebenenfalls unter Angabe der benutzten  Schiffe,   -die Bescheinigung über die Bedingungen, unter denen sich die Waren im Durchfuhrland aufgehalten  haben, c)oder, falls die vorgenannten Papiere nicht vorhanden sind, eine sonstige beweiskräftige  Unterlage. Artikel 11 Territoriale Kontinuität Die in Titel I für den Erwerb der  Ursprungseigenschaft vorgesehenen Bedingungen müssen ohne Unterbrechung in der Gemeinschaft, in den  AKP-Staaten oder in den ÜLG erfuellt werden. Ursprungswaren, die aus der Gemeinschaft, aus den AKP-Staaten oder aus den ÜLG in ein anderes Land  ausgeführt wurden, gelten bei ihrer Wiedereinfuhr als Waren ohne Ursprungseigenschaft, es sei denn,  es kann den Zollbehörden glaubhaft dargelegt werden, -  daß die wiedereingeführten Waren dieselben wie die ausgeführten Waren sindund-daß sie während  ihres Aufenthalts in dem betreffenden Land oder während der Ausfuhr keine Behandlung erfahren  haben, die über das zur Erhaltung ihres Zustandes erforderliche Maß hinausgeht.  TITEL II NACHWEIS DER URSPRUNGSEIGENSCHAFT Artikel 12 Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 (1)     Der Nachweis, daß Waren die Ursprungseigenschaft im Sinne dieses Protokolls besitzen, wird durch  eine Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 erbracht, deren Muster in Anhang 4 wiedergegeben ist.  (2)    Die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 darf nur ausgestellt werden, wenn sie als Urkunde zur  Anwendung des Beschlusses dienen soll.  (3)    Die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 wird nur auf schriftlichen Antrag des Ausführers oder  - unter der Verantwortlichkeit des Ausführers - seines bevollmächtigten Vertreters ausgestellt.  Dieser Antrag wird auf dem Formblatt nach dem Muster in Anhang 4 gestellt und nach Maßgabe dieses  Anhangs ausgefuellt.  (4)    Die Anträge auf Warenverkehrsbescheinigungen sind von den Zollbehörden des Ausfuhrlands  mindestens drei Jahre lang aufzubewahren.   (5)    Der Ausführer oder sein Vertreter fügt dem Antrag alle zweckdienlichen Unterlagen zum  Nachweis dafür bei, daß für die Ausfuhrwaren eine Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 ausgestellt  werden kann.  Er verpflichtet sich, den zuständigen Behörden auf deren Ersuchen alle zusätzlichen Nachweise  vorzulegen, die sie im Hinblick auf die Prüfung der Richtigkeit der Ursprungsangaben über die für  eine Präferenzbehandlung in Frage kommenden Waren für notwendig halten, und er verpflichtet sich,  einer Prüfung seiner Bücher und der Verfahren der Herstellung dieser Waren zuzustimmen.  Der Ausführer ist gehalten, die im vorstehenden Absatz genannten Nachweise mindestens zwei Jahre  lang aufzubewahren.  (6)    Die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 wird von den Zollbehörden des ÜLG der Ausfuhr  ausgestellt, wenn die Waren als Ursprungswaren im Sinne dieses Anhangs angesehen werden können.  (7)    Die Zollbehörden können zur Prüfung, ob die in Absatz 6 genannten Voraussetzungen erfuellt  sind, alle Beweismittel verlangen oder alle Kontrollmaßnahmen durchführen, die ihnen zweckdienlich  erscheinen.  (8)    Die Zollbehörden des Ausfuhrstaats achten darauf, daß die in Absatz 1 erwähnten Formblätter  ordnungsgemäß ausgefuellt werden. Sie überprüfen insbesondere, ob die Angaben im Feld  "Warenbezeichnung" so eingetragen sind, daß jede Möglichkeit eines mißbräuchlichen Zusatzes  ausgeschlossen ist. Zu diesem Zweck ist die Warenbezeichnung ohne Zeilenzwischenraum einzutragen.  Ist das Feld nicht vollständig ausgefuellt, so ist unter der letzten Zeile ein waagerechter Strich  zu ziehen und der nichtausgefuellte Teil durchzustreichen.  (9)    In dem von der Zollbehörde auszufuellenden Teil der Warenverkehrsbescheinigung ist der  Zeitpunkt der Ausstellung der Bescheinigung anzugeben.  (10)    Die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 wird bei der Ausfuhr der Waren, auf die sie sich  bezieht, von den Zollbehörden des ÜLG der Ausfuhr ausgestellt. Sie wird zur Verfügung des  Ausführers gehalten, sobald die Ausfuhr tatsächlich erfolgt oder sichergestellt ist. Artikel 13  Nachträglich ausgestellte Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 (1)    Ausnahmsweise kann die  Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 auch nach Ausfuhr der Waren, auf die sie sich bezieht,  ausgestellt werden, wenn sie infolge eines Irrtums, unverschuldeten Versehens oder besonderer  Umstände bei der Ausfuhr nicht ausgestellt worden ist.  (2)    Bei Anwendung von Absatz 1 muß der Ausführer in dem Antrag  -  den Versandort und -tag der  Waren angeben, auf die sich die Warenverkehrsbescheinigung bezieht, -bestätigen, daß bei der Ausfuhr der betreffenden Waren keine Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1  ausgestellt worden ist; die Gründe hierfür sind anzugeben.  (3)    Die Zollbehörden dürfen eine Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 nachträglich erst  ausstellen, nachdem sie geprüft haben, ob die Angaben im Antrag des Ausführers mit den  entsprechenden Unterlagen übereinstimmen.  Nachträglich ausgestellte Warenverkehrsbescheinigungen müssen folgende Vermerke tragen: "EXPEDIDO  A POSTERIORI", "UDSTED EFTERFÖLGENDE", "NACHTRAEGLICH AUSGESTELLT", "AAÊÄÏÈAAÍ AAÊ ÔÙÍ ÕÓÔAAÑÙÍ",  "ISSÜD RETROSPECTIVELY", "DÉLIVRÉ A POSTERIORI", "RILASCIATO A POSTERIORI", "AFGEGEVEN A  POSTERIORI", "EMITIDO A POSTERIORI". Artikel 14 Ausstellung eines EUR. 1-Duplikats Bei Diebstahl,  Verlust oder Vernichtung einer Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 kann der Ausführer bei den  Zollbehörden, die sie ausgestellt haben, ein Duplikat beantragen, das anhand der in ihrem Besitz  befindlichen Ausfuhrdokumente ausgefertigt wird.  Dieses Duplikat wird mit einem der folgenden Vermerke versehen: "DUPLICADO", "DUPLIKAT",  "DUPLIKAT", "ÁÍÔÉÃÑÁÖÏ", "DUPLICATE", "DUPLICATA", "DUPLICATO", "DUPLICAAT", "SEGUNDA VIA". Artikel  15 Ersetzen von Bescheinigungen Eine oder mehrere Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 können  stets durch eine oder mehrere andere Bescheinigungen EUR. 1 ersetzt werden, sofern der Austausch  bei der Zollstelle vorgenommen wird, bei der sich die Waren befinden. Artikel 16 Geltungsdauer der  Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 (1)    Die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 muß innerhalb einer  Frist von zehn Monaten, nachdem sie durch die Zollbehörde des ÜLG der Ausfuhr ausgestellt worden  ist, der Zollstelle des Einfuhrstaats vorgelegt werden, bei der die Waren gestellt werden.  (2)    Die Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1, die den Zollbehörden des Einfuhrstaats nach Ablauf  der in  Absatz 1 genannten Vorlagefrist vorgelegt werden, können zur Anwendung der  Vorzugsbehandlung angenommen werden, wenn die Frist aus Gründen höherer Gewalt oder wegen  aussergewöhnlicher Umstände nicht eingehalten werden konnte.  (3)    In allen anderen Fällen können die Zollbehörden des Einfuhrstaats die Bescheinigungen  annehmen, wenn ihnen die Waren vor Ablauf der Vorlagefrist gestellt worden sind. Artikel 17  Transitverfahren Werden die Waren in einen AKP-Staat oder ein ÜLG verbracht, der bzw. das nicht  das Ursprungsland ist, so beginnt eine neue Frist von zehn Monaten mit dem Zeitpunkt, an dem die  Zollbehörden des Durchfuhrlandes in Feld 7 der Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 folgendes  angebracht haben: -  den Vermerk "Transit"; -den Namen des Durchfuhrlandes; -den amtlichen Stempel, dessen Abdruck der Kommission gemäß Artikel 25 vorab übermittelt wurde; -das Datum der genannten Bescheinigungen. Artikel 18 Ausstellungen (1)    Werden Waren aus einem  ÜLG zu einer Ausstellung in einen anderen als einen AKP-Staat, einen Mitgliedstaat oder ein ÜLG  versandt und nach der Ausstellung zur Einfuhr in die Gemeinschaft verkauft, so ist der Beschluß bei  der Einfuhr auf sie anzuwenden, sofern sie die Voraussetzungen dieses Anhangs für die Anerkennung  als Ursprungswaren eines ÜLG erfuellen und sofern den zuständigen Zollbehörden des Einfuhrstaats  nachgewiesen wird, daßa)  ein Ausführer diese Waren aus einem ÜLG in den Staat der Ausstellung  gesandt und dort ausgestellt hat; b)dieser Ausführer die Waren einem Empfänger in der Gemeinschaft verkauft oder überlassen hat; c)die Waren während oder unmittelbar nach der Ausstellung in die Gemeinschaft in dem Zustand  versandt worden sind, in dem sie zur Ausstellung gesandt wurden; d)die Waren von dem Zeitpunkt ab, an dem sie zur Ausstellung gesandt wurden, nicht zu anderen  Zwecken als zur Vorführung auf dieser Ausstellung verwendet worden sind.    (2)    Den Zollbehörden ist eine Warenverkehrsbescheinigung unter den üblichen Voraussetzungen  vorzulegen. In der Bescheinigung sind Bezeichnung und Anschrift der Ausstellung anzugeben. Falls  erforderlich, kann ein zusätzlicher schriftlicher Nachweis über die Beschaffenheit der Waren und  die Umstände verlangt werden, unter denen sie ausgestellt worden sind.  (3)    Absatz 1 gilt für alle Ausstellungen, Messen und ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen  kommerzieller, industrieller, landwirtschaftlicher oder handwerklicher Art, bei denen die Waren  unter Zollüberwachung bleiben; ausgenommen sind Veranstaltungen zu privaten Zwecken für den Verkauf  ausländischer Waren in Läden oder Geschäftslokalen. Artikel 19 Vorlage der Bescheinigungen Im  Einfuhrstaat ist die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 den Zollbehörden nach den dort geltenden  Verfahrensvorschriften vorzulegen. Diese Behörden können eine Übersetzung verlangen. Sie können  ausserdem verlangen, daß die Einfuhrzollanmeldung durch eine Erklärung des Einführers ergänzt wird,  aus der hervorgeht, daß die Waren die Voraussetzungen für die Anwendung des Beschlusses erfuellen.  Artikel 20 Einfuhr in Teilsendungen Wird auf Antrag des Zollanmelders ein zerlegter oder nicht  montierter Artikel der Kapitel 84 und 85 des Harmonisierten Systems gemäß den von den zuständigen  Behörden festgelegten Bedingungen in Teilsendungen eingeführt, so wird er als eine einzige Ware  betrachtet, und es kann bei der Einfuhr der ersten Teilsendung eine Warenverkehrsbescheinigung für  den vollständigen Artikel vorgelegt werden. Artikel 21 Formblatt EUR. 2 (1)    Ungeachtet der  Bestimmungen des Artikels 12 wird der Nachweis, daß Waren, die mit der Post versandt werden  (einschließlich Postpakete), die Ursprungseigenschaft im Sinne dieses Anhangs besitzen, - soweit es  sich um Sendungen handelt, die ausschließlich Ursprungswaren enthalten, deren Wert je Sendung 2   820 ECU nicht überschreiten - durch ein vom Ausführer ausgefuelltes Formblatt EUR. 2 erbracht,  dessen Muster in Anhang 5 wiedergegeben ist.  (2)    Bis 30. April 1991 entspricht der für die Umrechnung in die Landeswährung eines  Mitgliedstaats der Gemeinschaft anzuwendende Ecu dem Gegenwert des Ecu in der Landeswährung dieses  Staates am 1. Oktober 1988. Für jeden weiteren Zeitraum von zwei Jahren entspricht sie dem  Gegenwert des Ecu in der Landeswährung dieses Staates am ersten Werktag im Oktober des  Jahres, das  diesem Zeitraum von zwei Jahren vorangegangen ist.  (3)    Zu Beginn jedes weiteren Zeitraums von zwei Jahren können von der Gemeinschaft  erforderlichenfalls berichtigte Beträge eingeführt werden, die die in diesem Artikel und in Artikel  22 Absatz 2 in Ecu ausgedrückten Beträge ersetzen. Diese Beträge sind in jedem Fall so  festzusetzen, daß sich der in der Landeswährung eines Mitgliedstaats ausgedrückte Wert der  Begrenzung nicht verringert.  (4)    Ist die Rechnung für eine Ware in der Währung eines anderen Mitgliedstaats ausgestellt, so  erkennt der Einfuhrstaat den von dem betreffenden Staat angegebenen Betrag an.  (5)    Für jede Postsendung ist ein Formblatt EUR. 2 auszustellen. Nach Ausfuellung und  Unterzeichnung des Formblatts heftet es der Ausführer bei Paketpostsendungen an die Paketkarte an.  Beim Versand mit der Briefpost legt der Ausführer das Formblatt in die Sendung.  (6)    Diese Bestimmungen befreien die Ausführer nicht von der Erfuellung aller sonstigen durch  Zoll- oder Postvorschriften festgelegten Förmlichkeiten. Artikel 22 Ausnahmen vom  Ursprungsnachweis (1)    Waren, die in Kleinsendungen an Privatpersonen verschickt werden oder die  sich im persönlichen Gepäck von Reisenden befinden, werden ohne Vorlage einer  Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 oder ohne Ausfuellung eines Formblatts EUR. 2 als Ursprungswaren  angesehen, sofern es sich um Einfuhren handelt, denen keine kommerziellen Erwägungen zugrunde  liegen, und angemeldet wird, daß sie den Voraussetzungen für die Anwendung dieser Bestimmungen  ensprechen, wobei an der Richtigkeit dieser Erklärung kein Zweifel bestehen darf.  (2)    Als Einfuhren nichtkommerzieller Art gelten solche, die gelegentlich erfolgen und die  ausschließlich aus Waren bestehen, die zum persönlichen Ge- oder Verbrauch der Empfänger oder  Reisenden oder zum Ge-oder Verbrauch in deren Haushalt bestimmt sind, und sofern auch weder die  Beschaffenheit noch die Menge vermuten lassen, daß die Einfuhr aus geschäftlichen Gründen erfolgt.  Ausserdem darf der Gesamtwert der Waren bei Kleinsendungen 200 ECU und bei den im persönlichen  Gepäck von Reisenden enthaltenen Waren 565 ECU nicht überschreiten. Artikel 23  Informationsverfahren für Kumulierungszwecke (1)    Bei Anwendung von Artikel 6 berücksichtigt bei  der Ausstellung einer Warenverkehrsbescheinigung  EUR. 1 die zuständige Zollstelle des ÜLG, in dem  eine solche Bescheinigung für Waren beantragt wird, bei deren Herstellung Vormaterialien mit  Herkunft aus anderen ÜLG, aus der Gemeinschaft oder aus den AKP-Staaten verwendet wurden, eine  Erklärung, deren Muster in Anhang 6  A bzw. B wiedergegeben ist; diese Erklärung wird vom Ausführer  des Herkunftsstaats oder des Herkunfts-ÜLG entweder auf der Handelsrechnung für diese  Vormaterialien oder in einer Anlage zu dieser Rechnung gegeben.  (2)    Der Lieferant gibt für jede Vormaterialsendung entweder auf der Handelsrechnung für die  Sendung oder in einer Anlage zu dieser Rechnung oder aber auf einem Lieferschein oder jedwedem  Handelsdokument, das diese Sendung betrifft und eine zur Feststellung der Nämlichkeit der  betreffenden Vormaterialien hinreichend detaillierte Beschreibung aufweist, eine gesonderte  Lieferantenerklärung ab.  (3)    Die Lieferantenerklärung zu Vormaterialien mit Präferenzursprung erfolgt in der in Anhang 6  A vorgesehenen Form.  (4)    Die Lieferantenerklärung zu Vormaterialien ohne Präferenzursprung, die in den AKP-Staaten,  den ÜLG oder in der Gemeinschaft be- oder verarbeitet worden sind, erfolgt in der in Anhang 6 B  vorgesehenen Form.  (5)    Die Lieferantenerklärung kann auf einem vorgedruckten Formblatt erfolgen.  (6)    Die Lieferantenerklärung wird von Hand unterzeichnet. Werden die Rechnung und die Erklärung  des Lieferanten jedoch mit Computer erstellt, so braucht die Lieferantenerklärung nicht unbedingt  von Hand unterzeichnet zu sein, sofern der verantwortliche Angestellte der Liefergesellschaft für  die Zollbehörden des Staates, in dem die Lieferantenerklärungen erstellt werden, hinreichend  identifizierbar ist. Die genannten Behörden können Bedingungen für die Anwendung dieses Absatzes  festlegen.  (7)    Die Lieferantenerklärungen und die Auskunftsblätter, die vor Inkrafttreten dieses  Beschlusses nach Maßgabe der Artikel 20 und 21 des Anhangs II zu dem Beschluß 86/283/EWG  (1)  ausgestellt worden sind, behalten ihre Gültigkeit. Artikel 24 Abweichungen Bei geringfügigen  Abweichungen zwischen den Angaben in der Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1, dem Formblatt EUR. 2  oder den Lieferantenerklärungen gemäß Artikel 23 und den Angaben in den Unterlagen, die den  Zollbehörden zur Erfuellung der Einfuhrförmlichkeiten   für die Waren vorgelegt werden, wird die  Bescheinigung nicht allein dadurch nichtig, sofern einwandfrei nachgewiesen wird, daß die  Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1, das Formblatt EUR. 2 oder die Lieferantenerklärung sich auf die  gestellten Waren beziehen.  TITEL III METHODEN DER ZUSAMMENARBEIT DER VERWALTUNGEN Artikel 25 Übermittlung von  Stempelabdrucken Die Abdrucke der verwendeten Stempel sowie die Anschriften der für die  Ausstellung der Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 und die nachträgliche Prüfung der  Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 und der Formblätter EUR. 2 zuständigen Zollstellen sind der  Kommission zu übermitteln.  Die Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 und die Formblätter EUR. 2 werden zum Zwecke der  Vorzugsbehandlung ab dem Tag angenommen, an dem die Kommission diese Angaben erhält.  Die Kommission leitet diese Angaben an die Zollbehörden der Mitgliedstaaten weiter.Die Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 und die Formblätter EUR. 2, die den Zollbehörden des  Einfuhrstaats vor diesem Zeitpunkt vorgelegt werden, werden nach den gemeinschaftlichen  Rechtsvorschriften angenommen. Artikel 26 Prüfung der Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 und der  Formblätter EUR. 2 (1)    Die nachträgliche Prüfung der Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 oder  der Formblätter EUR. 2 erfolgt stichprobenweise; sie wird immer dann vorgenommen, wenn die  Zollbehörden des Einfuhrstaats begründete Zweifel an der Echtheit des Dokuments oder an der  Richtigkeit der Angaben über den tatsächlichen Ursprung der betreffenden Ware haben.  (2)    Um die ordnungsgemässe Anwendung dieses Anhangs zu gewährleisten, leisten die  Mitgliedstaaten, die ÜLG und die AKP-Staaten einander durch ihre Zollverwaltungen Amtshilfe bei der  Prüfung der Echtheit der Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1, der Richtigkeit der Angaben über den  tatsächlichen Ursprung der betreffenden Waren, der Erklärungen der Ausführer auf den Formblättern  EUR. 2 und der Echtheit und Ordnungsmässigkeit der in Artikel 27 Absatz 2 genannten  Auskunftsblätter.   Die befragten Behörden erteilen alle zweckdienlichen Auskünfte über die Voraussetzungen, unter  denen die Ware hergestellt worden ist, und geben dabei insbesondere die Voraussetzungen an, unter  denen die Ursprungsregeln in den verschiedenen AKP-Staaten, Mitgliedstaaten oder ÜLG beachtet  worden sind.  (3)    Wenden die Zollbehörden des Einfuhrstaats bis zum Eingang des Ergebnisses der Nachprüfung  den Beschluß nicht an, so können sie dem Einführer vorbehaltlich der für notwendig erachteten  Sicherungsmaßnahmen die Waren freigeben.  (4)    Zur Anwendung von Absatz 1 senden die Zollbehörden des Einfuhrstaats die  Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 oder das Formblatt EUR. 2 oder eine Fotokopie dieser  Bescheinigung oder dieses Formblatts an die Zollbehörden des ÜLG der Ausfuhr zurück und nennen  dabei gegebenenfalls die sachlichen oder formalen Gründe, die eine Untersuchung rechtfertigen. Sie  fügen der Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 oder dem Formblatt EUR. 2 die zweckdienlichen  Handelsdokumente oder eine Abschrift dieser Dokumente bei und teilen alle bekannten Umstände mit,  die auf die Unrichtigkeit der Angaben in der Warenverkehrsbescheinigung oder im Formblatt schließen  lassen.  (5)    Das Ergebnis der nachträglichen Prüfung ist den Zollbehörden des Einfuhrstaats innerhalb  einer Frist von höchstens sechs Monaten mitzuteilen. Anhand des Ergebnisses muß sich feststellen  lassen, ob die beanstandete Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 oder das beanstandete Formblatt EUR.  2 für die tatsächlich ausgeführten Waren gilt und ob auf diese Waren wirklich die Vorzugsbehandlung  Anwendung finden kann.  (6)    Lassen die Prüfungsergebnisse oder andere verfügbare Informationen vermuten, daß die  Bestimmungen dieses Anhangs nicht eingehalten wurden, so nimmt das ÜLG von sich aus oder auf  Ersuchen der Kommission die erforderlichen Untersuchungen vor oder trifft die entsprechenden  Vorkehrungen dafür, daß diese Untersuchungen mit der gebotenen Dringlichkeit durchgeführt werden,  damit derartige Übertretungen aufgedeckt werden und ihnen zuvorgekommen werden kann. Die Kommission  kann an diesen Untersuchungen mitwirken.  Lassen die Prüfungsergebnisse oder andere verfügbare Informationen vermuten, daß die Bestimmungen  dieses Anhangs nicht eingehalten würden, müssen zunächst die in diesem Anhang vorgesehenen und  gegebenenfalls eingeleiteten Amtshilfeverfahren - einschließlich insbesondere des  Überprüfungsverfahrens - abgeschlossen sein, bevor den Waren die Ursprungseigenschaft im Sinne  dieses Anhangs zuerkannt werden kann.  (7)    Beanstandungen, welche die Zollbehörden des Einfuhrstaats und des ÜLG der Ausfuhr nicht  klären können oder die Fragen der Auslegung dieses Anhangs aufwerfen, werden dem durch die  Verordnung (EWG)  Nr. 802/68  (1) eingesetzten Ausschuß für Ursprungsfragen vorgelegt.  (8)    Für die Regelung von Streitfällen zwischen dem Einführer und den Zollbehörden des  Einfuhrstaats gilt stets das Recht des Einfuhrstaats. Artikel 27 Überprüfung der  Lieferantenerklärung (1)    Die Überprüfung der Lieferantenerklärung erfolgt stichprobenweise oder  dann, wenn die Zollbehörden des Einfuhrstaats begründete Zweifel an der Echtheit des Dokuments oder  an der Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben über den tatsächlichen Ursprung der  betreffenden Ware haben.  (2)    Die mit einer Lieferantenerklärung befassten Zollbehörden können die Zollbehörden des  Staates, in dem die Erklärung vorgelegt wurde, um ein nach dem Muster des Anhangs 7 zu diesem  Anhang ausgestelltes Auskunftsblatt ersuchen. Oder sie können vom Ausführer verlangen, daß er ein  Auskunftsblatt vorlegt, das von den Zollbehörden des Staates ausgestellt wurde, in dem die  Erklärung abgegeben wurde.  Die Zollstelle, die das Auskunftsblatt ausgestellt hat, bewahrt hiervon mindestens zwei Jahre lang  eine Ausfertigung auf.  (3)    Die Zollbehörden des Einfuhrstaats sind über die Ergebnisse der Überprüfung so bald wie  möglich zu unterrichten. In der Antwort ist eindeutig anzugeben, ob die Erklärung zur Eigenschaft  der Waren zutrifft oder nicht.  (4)    Zu Kontrollzwecken haben die Lieferanten eine Kopie des die Erklärung enthaltenden  Dokuments sowie jedwede Unterlage zum Nachweis der tatsächlichen Eigenschaft der Waren mindestens  zwei Jahre lang aufzubewahren.  (5)    Die Zollbehörden des Staates, in dem die Lieferantenerklärung abgegeben wurde, können  jedweden Nachweis verlangen und sämtliche Kontrollen durchführen, die sie zur Überprüfung der  Richtigkeit der Lieferantenerklärung als zweckdienlich erachten.  (6)    Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 oder Formblätter EUR. 2, die auf der Grundlage einer  falschen Erklärung des Lieferanten erteilt beziehungsweise erstellt wurden, sind als nichtig  anzusehen.  (7)    Bei Beanstandungen hinsichtlich der Lieferantenerklärungen oder der Auskunftsblätter ist  das Verfahren des Artikels 26 Absatz 7 anzuwenden.   Artikel 28 Sanktionen Sanktionen werden gegen denjenigen angewendet, der zwecks Erlangung der  Vorzugsbehandlung für eine Ware ein Schriftstück mit sachlich falschen Angaben anfertigt oder  anfertigen lässt, um eine Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 zu erhalten, oder der ein Formblatt EUR.  2 mit sachlich falschen Angaben anfertigt oder anfertigen lässt. Artikel 29 Freizonen Die  Mitgliedstaaten und die zuständigen Behörden der ÜLG treffen alle erforderlichen Maßnahmen, um zu  verhindern, daß von einer Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 oder einer Lieferantenerklärung  begleitete Waren, die während der Beförderung zeitweilig in einer Freizone auf ihrem Gebiet  verbleiben, dort ausgetauscht oder anderen als den üblichen Behandlungen unterzogen werden, die zu  ihrer Erhaltung bestimmt sind. Artikel 30 Abweichungen (1)    Abweichungen von diesem Anhang  können genehmigt werden, wenn die Entwicklung bestehender oder die Ansiedlung neuer Industrien dies  rechtfertigen.  Der Mitgliedstaat oder gegebenenfalls die zuständigen Behörden des betreffenden ÜLG unterrichten  die Gemeinschaft und fügen die gemäß Absatz 2 erstellten Unterlagen zur Begründung bei.  Die Gemeinschaft gibt allen Anträgen statt, die im Sinne dieses Artikels hinreichend begründet  sind - insbesondere in Fällen, in denen eine wesentliche Be- oder Verarbeitung von dem  antragstellenden ÜLG vorgenommen wird - und die nicht zu schweren Schäden für einen Industriezweig  der Gemeinschaft führen können.  (2)    Zur Erleichterung der Prüfung der Abweichungsanträge legen der antragstellende  Mitgliedstaat oder das antragstellende ÜLG zur Begründung seines Antrags mit dem in Anhang 9 dieses  Anhangs vorgesehenen Formblatt möglichst vollständige Unterlagen vor, in denen insbesondere die  nachstehenden Fragen beantwortet werden: -  Bezeichnung der fertigen Ware, -Art und Menge der Vormaterialien mit Ursprung in Drittländern, -Art und Menge der Vormaterialien mit Ursprung in den AKP-Staaten, der Gemeinschaft oder den ÜLG,  oder die dort verarbeitet wurden, -Herstellungsverfahren, -Mehrwert, -Beschäftigtenzahl des betreffenden Unternehmens, -voraussichtliches Volumen der Ausfuhren nach der Gemeinschaft, -andere Möglichkeiten der Rohstoffversorgung, -Begründung der beantragten Dauer unter Berücksichtigung der vorangegangenen Ermittlungen zur  Erschließung neuer Versorgungsquellen, -sonstige Bemerkungen.  Das gleiche gilt für etwaige Verlängerungsanträge. Das Formblatt kann nach dem Verfahren des Artikels 14 Absätze 2 und 3 der Verordnung (EWG) Nr.  802/68 geändert werden.  (3)    Bei der Prüfung der Anträge werden insbesondere berücksichtigt: a)  der Entwicklungsstand oder die geographische Lage des betreffenden ÜLG; b)Fälle, in denen die Anwendung der Ursprungsregeln die Möglichkeit einer in einem ÜLG bestehenden  Industrie, ihre Ausfuhren in die Gemeinschaft fortzusetzen, merklich beeinträchtigen würde, und  besonders Fälle, in denen diese Anwendung die Einstellung der Tätigkeit zur Folge haben könnte; c)spezifische Fälle, in denen eindeutig bewiesen werden kann, daß grössere Investitionen in eine  Industrie wegen der Ursprungsregeln unterbleiben könnten und in denen eine Abweichung die  Durchführung eines Investitionsprogramms begünstigen und die schrittweise Einhaltung dieser Regeln  ermöglichen würde.  (4)    In allen Fällen ist zu prüfen, ob das Problem nicht mit Hilfe der Regeln über den  kumulativen Warenursprung gelöst werden kann.  (5)    Ferner wird der Antrag auf Genehmigung einer Abweichung im Fall eines der am wenigsten  entwickelten ÜLG wohlwollend geprüft, wobei die folgenden Faktoren besonders berücksichtigt  werden: a)  die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der zu fassenden Beschlüsse, insbesondere auf  die Beschäftigungsgrundlage; b)die Notwendigkeit, die Abweichung während eines bestimmten Zeitraums anzuwenden, der der  besonderen Lage dieses ÜLG und seinen Schwierigkeiten Rechnung trägt.   (6)    Bei der Prüfung der einzelnen Anträge ist insbesondere die Möglichkeit zu berücksichtigen,  daß die Ursprungseigenschaft Waren verliehen werden kann, bei deren Herstellung  Ursprungs-Vormaterialien aus benachbarten Entwicklungsländern oder aus Entwicklungsländern, die zu  den am wenigsten entwickelten Ländern gehören, verwendet worden sind; Voraussetzung hierfür ist das  Zustandekommen einer zufriedenstellenden Zusammenarbeit der Verwaltungen.  (7)  a)  Unbeschadet der Absätze 1 bis 6 wird die Abweichung gewährt, wenn der Wert, der den in  dem betreffenden ÜLG verwendeten Waren ohne Ursprungseigenschaft hinzugefügt wird, mindestens 45  %  des Wertes der Fertigware beträgt, sofern die Abweichung nicht geeignet ist, einem  Wirtschaftssektor der Gemeinschaft oder eines oder mehrerer ihrer Mitgliedstaaten schweren Schaden  zuzufügen. b)Unbeschadet des Buchstaben a) wird die Abweichung automatisch gewährt, -  wenn sie nichtempfindliche Vormaterialien oder Erzeugnisse betrifft, die in dem von der  Gemeinschaft im Zeitpunkt der Antragstellung angewandten Schema der allgemeinen Präferenzen (APS)  aufgeführt sind; -bei allen anderen Erzeugnissen, wenn die Anträge auf Abweichung eine jährliche Gesamtmenge  betreffen, welche 1  % des Wertes der durchschnittlichen Einfuhren dieser Vormaterialien bzw.  Erzeugnisse in die Gemeinschaft während der letzten drei Jahre, für die im Zeitpunkt der  Antragstellung Statistiken vorliegen, nicht überschreiten. In allen Anträgen auf eine  diesbezuegliche Abweichung ist unbedingt anzugeben, welche Lösungen erwogen werden, um die  Notwendigkeit einer solchen Abweichung in Zukunft zu vermeiden. c)Buchstabe b) gilt nicht, wenn die in den ÜLG vorgenommenen Behandlungen sich auf Be- oder  Verarbeitungen nach Artikel 3 Absatz 3 beschränken.  (8)a)Der Rat und die Kommission treffen alle erforderlichen Maßnahmen, damit so bald wie möglich,  spätestens jedoch sechzig Werktage nach Eingang des Antrags beim Vorsitzenden des Ausschusses für  Ursprungsfragen, ein Beschluß gefasst wird. In diesem Zusammenhang ist der Beschluß 90/523/EWG  (1)  sinngemäß auf die ÜLG anwendbar.  b)Kommt innerhalb der in Buchstabe a) genannten Frist kein Beschluß zustande, so gilt der Antrag  als angenommen.(9)a)Die Dauer der Abweichungen wird je nach Fall bestimmt. b)In dem Abweichungsbeschluß können Verlängerungen vorgesehen werden, ohne daß ein erneuter  Beschluß erforderlich wird, sofern der betreffende Mitgliedstaat oder das betreffende ÜLG drei  Monate vor Ablauf des jeweiligen Zeitraums den Nachweis erbringen, daß sie den Bestimmungen dieses  Anhangs, von denen abgewichen wird, noch nicht nachkommen konnten. Werden Einwände gegen die Verlängerung erhoben, so prüft der Ausschuß diese so bald wie möglich und  beschließt nach dem in Absatz 8 vorgesehenen Verfahren über eine erneute Verlängerung der  Abweichung. Es werden alle geeigneten Schritte unternommen, um Unterbrechungen in der Anwendung der  Abweichung zu vermeiden.  (10)    Falls eine gemäß Absatz 7 Buchstabe b) gewährte Abweichung ernste Störungen in  Wirtschaftszweigen bestimmter Gebiete der Gemeinschaft hervorruft, so wird sie unbeschadet der  Dringlichkeitsmaßnahmen, die die Kommission treffen kann, nach dem Verfahren des Artikels 14  Absätze 2 und 3 der Verordnung (EWG) Nr. 802/68 überprüft.  Im Anschluß an die Prüfung kann der Beschluß geändert oder aufgehoben werden.  TITEL IV KANARISCHE INSELN UND CEUTA UND MELILLA Artikel 31 Besondere Bestimmungen (1)    Bei  der Anwendung des Beschlusses 86/47/EWG, zuletzt geändert durch den Beschluß 90/699/EWG, gilt  vorbehaltlich der in den nachstehenden Absätzen 2 bis 8 aufgeführten besonderen Bedingungen dieser  Anhang sinngemäß.  (2)    Im Sinne dieses Anhangs umfasst der Begriff "Gemeinschaft" weder die Kanarischen Inseln noch  Ceuta und Melilla. Der Begriff "Ursprungswaren der Gemeinschaft" umfasst nicht die Ursprungswaren  der Kanarischen Inseln und von Ceuta und Melilla.   (3)    Anstelle von Artikel 6 Absätze 2 und 3 gelten die nachstehenden Absätze, und die  Verweisungen auf Artikel 6 gelten sinngemäß als Verweisungen auf diesen Artikel.  (4)    Werden Waren, die auf den Kanarischen Inseln, in Ceuta und Melilla, in den AKP-Staaten oder  in der Gemeinschaft vollständig hergestellt wurden, in den ÜLG be- oder verarbeitet, so gelten sie  als vollständig in den ÜLG hergestellt.  (5)    Die auf den Kanarischen Inseln, in Ceuta und Melilla, in den AKP-Staaten oder in der  Gemeinschaft vorgenommenen Be- oder Verarbeitungen gelten als in den ÜLG vorgenommen, wenn die  hergestellten Vormaterialien später in den AKP-Staaten be- oder verarbeitet worden sind.  (6)    Werden Waren, die in den AKP-Staaten, in den ÜLG oder in der Gemeinschaft vollständig  hergestellt wurden, auf den Kanarischen Inseln oder in Ceuta und Melilla be- oder verarbeitet, so  gelten sie als vollständig auf den Kanarischen Inseln bzw. in Ceuta und Melilla hergestellt.  (7)    Die in den AKP-Staaten, in den ÜLG oder in der Gemeinschaft vorgenommenen Be- oder  Verarbeitungen gelten als auf den Kanarischen Inseln bzw. in Ceuta und Melilla vorgenommen, wenn  die hergestellten Vormaterialien später auf den Kanarischen Inseln bzw. in Ceuta und Melilla be-  oder verarbeitet worden sind.  (8)    Die Kanarischen Inseln und Ceuta und Melilla gelten als ein einziges Gebiet.   TITEL V SCHLUSSBESTIMMUNGEN Artikel 32 Mineralölerzeugnisse Die in Anhang 8 aufgeführten  Waren sind vorübergehend von der Anwendung dieses Anhangs ausgeschlossen. Die Bestimmungen für die  Zusammenarbeit der Verwaltungen gelten dennoch sinngemäß für diese Waren. Artikel 33 Überprüfung  der Ursprungsregeln Der Rat überprüft erforderlichenfalls oder jedesmal, wenn die zuständigen  Behörden der Gemeinschaft oder eines ÜLG dies beantragen, die Durchführung dieses Anhangs und seine  wirtschaftlichen Auswirkungen, um die notwendigen Änderungen oder Anpassungen vorzunehmen. Der Rat berücksichtigt dabei unter anderem die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf die  Ursprungsregeln. Die ergangenen Beschlüsse treten so bald wie möglich in Kraft. Artikel 34 Anhänge Die Anhänge  sind Bestandteil dieses Anhangs.   Anhang 1 zu Anhang II ANMERKUNGEN Vorbemerkung Diese Anmerkungen gelten gegebenenfalls auch  für alle Erzeugnisse, die unter Verwendung von Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft hergestellt  werden, und zwar auch dann, wenn diese Erzeugnisse nicht Gegenstand besonderer Veränderungen gemäß  der Liste des Anhangs 2 waren, sondern allein der Regel des Wechsels der Position gemäß Artikel 3  Absatz 1 unterliegen.  Anmerkung 1:  1.1.  Die ersten beiden Spalten in dieser Liste beschreiben das hergestellte bzw. gewonnene  Erzeugnis. In der ersten Spalte steht die Position oder das Kapitel nach dem Harmonisierten System,  in der zweiten Spalte die Warenbezeichnung, die im Harmonisierten System für diese Position oder  dieses Kapitel verwendet wird. Für jede Eintragung in den ersten beiden Spalten ist in der Spalte 3  eine Regel vorgesehen. Steht vor der Eintragung in der ersten Spalte ein ,,ex'', so bedeutet dies,  daß die Regel in der Spalte 3 nur für jenen Teil der Position oder des Kapitels gilt, der in der  Spalte 2 genannt ist.  1.2.In der Spalte 1 sind in bestimmten Fällen mehrere Positionen zusammengefasst oder Kapitel  angeführt; dementsprechend ist die zugehörige Warenbezeichnung in der Spalte 2 in allgemeiner Form  enthalten. Die entsprechende Regel in der Spalte 3 bezieht sich dann auf alle Waren, die gemäß dem  Harmonisierten System in die Positionen des Kapitels oder in jede der Positionen einzureihen sind,  die in der Spalte 1 zusammengefasst sind.  1.3.Wenn in dieser Liste verschiedene Regeln angeführt sind, die auf verschiedene Waren einer  Position anzuwenden sind, enthält jede Eintragung die Bezeichnung jenes Teils der Position, auf die  sich die entsprechende Regel in der Spalte 3 bezieht.  Anmerkung 2:  2.1.Der Begriff ,,Herstellen'' umfasst jede Be- oder Verarbeitung einschließlich ,,Zusammenbau''  oder besonderer Vorgänge. Siehe jedoch die folgende Bemerkung 3.5.  2.2.Der Begriff ,,Vormaterial'' umfasst jegliche ,,Zutaten'', ,,Rohstoffe'', ,,Komponenten'' oder  ,,Teile'' usw., die beim Herstellen der Ware verwendet werden.  2.3.Unter dem Begriff ,,Erzeugnis'' ist das hergestellte bzw. gewonnene Erzeugnis zu verstehen,  auch wenn es zur späteren Verwendung in einem anderen Herstellungsvorgang bestimmt ist.  2.4.Der Begriff ,,Waren'' umfasst sowohl den Begriff ,,Vormaterial'' als auch den Begriff  ,,Erzeugnisse''.  Anmerkung 3:  3.1.Bei allen Positionen oder Teilen einer Position, die nicht in dieser Liste angeführt sind,  gilt die Regel des Wechsels der Position gemäß Artikel 3 Absatz 1. Wenn bei einer Eintragung in der  Liste das Erfordernis des Wechsels der Position gilt, dann ist dies bei der Regel in der Spalte 3  angegeben.  3.2.Die gemäß einer Regel in der Spalte 3 erforderlichen Be- oder Verarbeitungen müssen nur an den  verwendeten Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft vorgenommen werden. Ebenso beziehen sich die  in einer Regel in der Spalte 3 enthaltenen Beschränkungen nur auf verwendete Vormaterialien ohne  Ursprungseigenschaft.  3.3.Wenn eine Regel besagt, daß ,,Vormaterialien jeder Position'' verwendet werden können, können  Vormaterialien derselben Position wie die hergestellte Ware ebenfalls verwendet werden, wenn die  besonderen Beschränkungen beachtet werden, die die Regel enthält. Jedoch bedeutet der Ausdruck  ,,Herstellen aus Vormaterialien jeder Position, einschließlich anderer Vormaterialien der Position   .  .  .'', daß nur Vormaterialien derselben Position wie die hergestellte Ware mit einer anderen  Warenbezeichnung als der, die sich aus Spalte 2 ergibt, verwendet werden können.   3.4.Wird eine Ware, die aus eingeführten Vormaterialien hergestellt wurde und dabei durch die  Regel des Wechsels der Position oder durch ihre eigene Regel in dieser Liste die  Ursprungseigenschaft erworben hat, zur Herstellung einer anderen Ware verwendet, so wird auf sie  eine für die andere Ware vorgesehene Regel nicht angewendet. Beispiel: Ein Motor der Position 8407 wird aus vorgeschmiedetem, legiertem Stahl der Position 7224  hergestellt. Die Regel für Motoren der Position 8407 sieht vor, daß der Wert der verwendbaren  Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft 40 v.  H. des Ab-Werk-Preises nicht übersteigen darf. Wenn dieser vorgeschmiedete Stahl in dem betreffenden Land aus einem Ingot ohne  Ursprungseigenschaft geschmiedet wurde, hat er bereits die Ursprungseigenschaft durch die Regel der  Position ex 7224 dieser Liste erworben. Bei der Berechnung der Wertanteile für den Motor kann der  geschmiedete Stahl daher als Ursprungserzeugnis angerechnet werden, ohne Rücksicht darauf, ob er im  selben Unternehmen oder in einem anderen hergestellt wurde. Der Wert des Ingots ohne  Ursprungseigenschaft wird daher nicht zu den bei der Herstellung des Motors verwendeten  Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft gerechnet.  3.5.Selbst wenn die Regel des Wechsels der Position oder die in dieser Liste enthaltene Regel  erfuellt ist, hat die hergestellte Ware nicht die Ursprungseigenschaft, wenn der vorgenommene  Herstellungsvorgang insgesamt nicht ausreichend im Sinne von Artikel 3 Absatz 3 ist.  3.6.Maßgebende Einheit für die Anwendung der Ursprungsregeln ist jede Ware, die als Grundlage für  die Einreihung in die Position des Harmonisierten Systems dient. Bei Warenzusammenstellungen, die  gemäß der Allgemeinen Vorschrift 3 zur Auslegung des Harmonisierten Systems einzureihen sind, ist  maßgebende Einheit jede einzelne Ware der Warenzusammenstellung. Diese Bestimmung gilt auch für  Warenzusammenstellungen der Positionen 6308, 8206 und 9605. Daraus ergibt sich, daß-  jede Gruppe oder Zusammenstellung von Waren, die nach dem Harmonisierten  System in eine einzige Position eingereiht wird, als Ganzes die maßgebende Einheit darstellt; -bei einer Sendung mit gleichen Waren, die in dieselbe Position des Harmonisierten Systems  eingereiht werden, jede Ware bei der Anwendung der Ursprungsregeln für sich berechnet werden muß; -Umschließungen, wenn sie gemäß der Allgemeinen Vorschrift 5 zur Auslegung des Harmonisierten  Systems wie die darin enthaltenen Waren eingereiht werden, zur Feststellung des Ursprungs wie die  Waren behandelt werden.  Anmerkung 4:  4.1.Die Regel in dieser Liste legt das Mindestausmaß der erforderlichen Be- oder Verarbeitungen  fest, ein darüber hinausgehender Herstellungsvorgang verleiht gleichfalls die Ursprungseigenschaft;  umgekehrt verleiht ein weniger weit gehender Herstellungsvorgang nicht die Ursprungseigenschaft.  Wenn daher eine Regel vorsieht, daß Vormaterial ohne Ursprungseigenschaft einer bestimmten  Verarbeitungsstufe verwendet werden kann, ist auch die Verwendung von Vormaterial dieser Art in  einer vorhergehenden Verarbeitungsstufe zulässig, nicht aber die Verwendung von solchem Vormaterial  in einer höheren Verarbeitungsstufe.  4.2.Wenn eine Regel in dieser Liste vorsieht, daß eine Ware aus mehr als einem Vormaterial  hergestellt werden kann, bedeutet dies, daß eines oder mehrere dieser Vormaterialien verwendet  werden können; es müssen aber nicht alle verwendet werden. Beispiel: Die Regel für Gewebe sieht vor, daß natürliche Fasern verwendet werden können, daß aber  chemische Materialien - neben anderen - ebenfalls verwendet werden können. Das bedeutet nicht, daß  beide verwendet werden müssen; man kann sowohl die einen wie auch die anderen oder beide  verwenden. Bezieht sich hingegen eine Beschränkung auf ein Vormaterial und eine andere Beschränkung in  derselben Regel auf ein anderes Vormaterial, dann ist nur die auf das tatsächlich verwendete  Vormaterial bezuegliche Beschränkung anzuwenden.   Beispiel: Die Regel für Nähmaschinen sieht vor, daß der verwendete Mechanismus für die  Oberfadenzuführung ein Ursprungserzeugnis sein muß und daß die verwendeten Steuerorgane für den  Zick-Zack-Stich gleichfalls Ursprungseigenschaft haben müssen; beide Beschränkungen finden nur dann  Anwendung, wenn die betreffenden Mechanismen auch tatsächlich in die Nähmaschine eingebaut werden.  4.3.Wenn eine Regel in dieser Liste vorsieht, daß eine Ware aus einem bestimmten Vormaterial  hergestellt werden muß, so schließt diese Bedingung die Verwendung anderer Vormaterialien nicht  aus, die ihrer Natur nach nicht unter diese Regel fallen können. Beispiel: Die Regel für die Position 1904 schließt die Verwendung von Getreide und seinen  Folgeprodukten ausdrücklich aus, verhindert aber nicht die Verwendung von Salzen, Chemikalien und  anderen Zusätzen, die nicht aus Getreide hergestellt werden. Beispiel: Bei einer Ware aus Vließtoffen ist die Verwendung nur von Garnen ohne  Ursprungseigenschaft zulässig; obwohl Vließtoffe normalerweise nicht aus Garnen hergestellt werden  können, darf man jedoch nicht von Vließtoffen ausgehen. In solchen Fällen müsste das zulässige  Vormaterial normalerweise eine Stufe vor dem Vließtoff liegen, d.  h. auf der Stufe der Fasern.  (Siehe ferner Anmerkung 7.3 bezueglich Textilerzeugnisse).  4.4.Sind in einer Regel in dieser Liste als Hoechstwert für die zulässigen Vormaterialien ohne  Ursprungseigenschaft zwei oder mehr v.  H.-Sätze vorgesehen, so dürfen diese nicht zusammengezählt  werden. Der Gesamtwert aller Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft darf den höchsten der  vorgesehenen v.  H.-Sätze niemals überschreiten. Darüber hinaus dürfen die einzelnen v.  H.-Sätze  bezueglich der jeweiligen Vormaterialien, für die sie vorgesehen sind, nicht überschritten werden.  Diese Anmerkung gilt auch für die Werttoleranz gemäß Artikel 5.  Anmerkung 5:  5.1.Der in dieser Liste verwendete Begriff ,,natürliche Fasern'' bezieht sich auf alle Fasern, die  nicht künstlich oder synthetisch sind; er ist auf die Verarbeitungsstufen vor dem Spinnen  beschränkt und schließt auch Abfälle ein. Soweit nichts Gegenteiliges bestimmt ist, umfasst er daher  auch Fasern, die kardiert, gekrempelt, gekämmt oder in anderer Weise bearbeitet, aber noch nicht  gesponnen sind.  5.2.Der Begriff ,,natürliche Fasern'' umfasst Roßhaar der Position 0503, Seide der Positionen 5002  und 5003, Wolle, feine und grobe Tierhaare der Positionen 5101 bis 5105, Baumwolle der Positionen  5201 bis 5203 und andere pflanzliche Spinnstoffe der Positionen 5301 bis 5305.  5.3.Die Begriffe ,,Spinnmasse'', ,,chemische Materialien'' und ,,Materialien für die  Papierherstellung'' stehen in dieser Liste als Beispiel für alle nicht in die Kapitel 50 bis 63  einzureihenden Vormaterialien, die für die Herstellung künstlicher oder synthetischer Fasern oder  Garne oder solcher aus Papier verwendet werden können.  5.4.Der in dieser Liste verwendete Begriff ,,synthetische oder künstliche Spinnfasern'' bezieht  sich auf synthetische oder künstliche Spinnfasern oder auf Abfälle der Positionen 5501 bis 5507.  Anmerkung 6:  6.1.Bei Waren, die in dieser Liste mit einem Hinweis auf diese Anmerkung versehen sind, werden die  in der Spalte 3 der Liste vorgesehenen Bedingungen auf alle bei ihrer Herstellung verwendeten  textilen Grundmaterialien nicht angewendet, die zusammengenommen 10 v.  H. oder weniger des  Gesamtgewichts aller verwendeten textilen Grundmaterialien ausmachen (siehe jedoch auch die  folgenden Anmerkungen 6.3 und 6.4).   6.2.Diese Toleranz kann jedoch nur auf Mischwaren angewendet werden, die aus zwei oder mehr  textilen Grundmaterialien hergestellt sind. Textile Grundmaterialien sind:  -  Seide,  -  Wolle,  -  grobe Tierhaare,  -  feine Tierhaare,  -  Roßhaar,  -  Baumwolle,  -  Materialien für die Papierherstellung und Papier,  -  Flachs,  -  Hanf,  -  Jute und andere textile Bastfasern,  -  Sisal und andere textile Agavefasern,  -  Kokos, Abaca, Ramie und andere pflanzliche Spinnstoffe,  -  synthetische Filamente,  -  künstliche Filamente,  -  synthetische Spinnfasern,  -  künstliche Spinnfasern. Beispiel: Ein Garn der Position 5205, das aus Baumwollfasern der Position 5203 und aus  synthetischen Spinnfasern der Position 5203 und aus synthetischen Spinnfasern der Position 5506  hergestellt ist, ist ein Mischgarn. Daher dürfen synthetische Spinnfasern, die nicht die  Ursprungsregeln erfuellen (die die Verwendung von chemischen Vormaterialien verlangen), bis zum  Gewicht von 10 v.  H. des Garns verwendet werden. Beispiel: Ein Kammgarngewebe aus Wolle der Position 5112, das aus Kammgarn aus Wolle der Position  5107 und aus Garn aus synthetischen Spinnfasern der Position 5509 hergestellt ist, ist ein  Mischgewebe. Daher darf Garn aus synthetischen Spinnfasern, das nicht die Ursprungsregeln erfuellt  (die die Verwendung von Spinnfasern ohne Ursprungseigenschaft, weder gekrempelt noch gekämmt oder  anderweit für das Spinnen vorbereitet, verlangen), oder Garn aus Wolle, das nicht den  Ursprungsregeln entspricht (die die Verwendung von Naturfasern verlangen), oder eine Kombination  aus diesen beiden Garnarten bis zum Gewicht von 10 v.  H. des Gewebes verwendet werden. Beispiel: Ein getuftetes Spinnstofferzeugnis der Position 5802, das aus Baumwollgarn der Position  5205 und Baumwollgewebe der Position 5210 hergestellt ist, ist nur dann eine Mischware, wenn das  Baumwollgewebe selbst eine Mischware aus Garnen ist, die in zwei verschiedenen Positionen  eingereiht werden, oder wenn die verwendeten Baumwollgarne selbst eine Mischware sind. Beispiel: Wenn das betreffende getuftete Spinnstofferzeugnis aus Baumwollgarn der Position 5205 und  synthetischem Gewebe der Position 5407 hergestellt worden ist, sind die verwendeten Garne zwei  verschiedene textile Vormaterialien und ist das getuftete Spinnstofferzeugnis folglich eine  Mischware. Beispiel: Ein getufteter Teppich, der aus künstlichen Garnen und aus Baumwollgarnen und einem  Grundgewebe aus Jute hergestellt ist, ist eine Mischware, weil drei textile Grundmaterialien  verwendet worden sind. Daher können alle anderen Vormaterialien ohne Ursprungseigenschaft einer  weiteren Verarbeitungsstufe, als die Regel erlaubt, verwendet werden, wenn ihr Gesamtgewicht 10 v.   H. des Gewichts des Teppichs nicht überschreitet. Die künstlichen Garne und das Grundgewebe aus  Jute können in dieser Verarbeitungsstufe eingeführt werden, vorausgesetzt, die Gewichtsgrenze ist  eingehalten.  6.3.Diese Toleranz erhöht sich auf 20 v.  H. für Gewebe aus Polyurethangarnen mit Zwischenstücken  aus elastischen Polyethersegmenten, auch umsponnen.  6.4.Diese Toleranz erhöht sich auf 30 v.  H. für Gewebe aus Streifen mit einer Breite von nicht  mehr als 5 mm, bestehend aus einer Seele aus einem dünnen Aluminiumstreifen oder aus einem mit  Aluminiumpuder bedeckten oder nicht bedeckten Kunststoffstreifen, die mit durchsichtigem oder  gefärbtem Leim zwischen zwei Streifen aus Kunststoff geklebt ist.   Anmerkung 7:  7.1.Textile Garnituren und textiles Zubehör, die nicht die Regel erfuellen, die in der Spalte 3  dieser Liste für die betreffenden Konfektionswaren vorgesehen ist, können dennoch verwendet werden,  vorausgesetzt, ihr Gewicht überschreitet nicht 10 v.  H. des Gesamtgewichts aller verwendeten  Textilmaterialien; dies gilt jedoch nur für jene Konfektionswaren, die in dieser Liste mit einer  auf diese Anmerkung bezueglichen Fußnote bezeichnet sind. Textile Garnituren und textiles Zubehör sind solche, die in die Kapitel 50 bis 63 eingereiht  werden. Futter und Einlagestoffe gelten nicht als Garnituren und Zubehör.  7.2.Nicht-textile Garnituren und nicht-textiles Zubehör oder andere Vormaterialien, die Textilien  enthalten und deshalb nicht unter die Voraussetzungen der Anmerkung 4.3 fallen, müssen die in der  Spalte 3 angeführten Bedingungen nicht erfuellen.  7.3.In Übereinstimmung mit der Anmerkung 4.3 können nicht-textile Garnituren und nicht-textiles  Zubehör ohne Ursprungseigenschaft oder alle anderen Waren, die keine Textilien enthalten,  unbeschränkt verwendet werden, weil sie nicht aus den in der Spalte 3 genannten Vormaterialien  hergestellt werden können. Beispiel: Wenn eine Regel in der Liste vorsieht, daß für ein bestimmtes Textilerzeugnis, wie etwa  eine Bluse, Garn verwendet werden muß, schließt dies nicht die Verwendung von Metallgegenständen,  wie etwa Knöpfen, aus, weil diese nicht aus textilen Vormaterialien hergestellt werden können.  7.4.Ihr Wert muß aber bei der Berechnung des Wertes der verwendeten Vormaterialien ohne  Ursprungseigenschaft berücksichtigt werden, wenn eine Prozentregel gilt.  Anhang 2 zu Anhang II LISTE DER BE- ODER VERARBEITUNGEN, DIE AN VORMATERIALIEN OHNE  URSPRUNGSEIGENSCHAFT VORGENOMMEN WERDEN MÜSSEN, UM DER HERGESTELLTEN WARE DIE URSPRUNGSEIGENSCHAFT  ZU VERLEIHEN >PLATZ FÜR EINE TABELLE>    (1) (2) (3) >PLATZ FÜR EINE TABELLE>   (1) (2)  (3) >PLATZ FÜR EINE TABELLE>    >PLATZ FÜR EINE TABELLE>    >PLATZ FÜR EINE TABELLE>    Anhang 3 zu Anhang II Als "AKP-Staaten" im Sinne dieses Anhangs gelten folgende Staaten, die  Vertragsparteien des am 15. Dezember 1989 in Lome unterzeichneten Vierten AKP-EWG-Abkommens sind:  (unbeschadet etwaiger künftiger Änderungen dieser Liste) >PLATZ FÜR EINE TABELLE> Anhang 4 zu  Anhang II WARENVERKEHRSBESCHEINIGUNGEN 1.  Die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 ist auf dem  Formblatt auszustellen, dessen Muster in diesem Anhang wiedergegeben ist. Dieses Formblatt ist in  einer oder mehreren Sprachen gedruckt, in denen das Abkommen verfasst ist. Es ist in einer dieser  Sprachen abzufassen und muß den internen Rechtsvorschriften des Ausfuhrstaats entsprechen. Wird es  handschriftlich ausgefuellt, so muß dies mit Tinte oder Kugelschreiber und in Druckschrift  erfolgen.  2.Die Bescheinigung hat das Format 210  ×  297 mm, wobei die Länge höchstens 5 mm weniger und 8 mm  mehr betragen darf. Es ist weisses, holzfreies, geleimtes Schreibpapier mit einem  Quadratmetergewicht von mindestens 65 g zu verwenden. Dieses ist mit einem grünen, guillochierten  Überdruck zu versehen, auf dem jede mechanisch oder chemisch vorgenommene Verfälschung sichtbar  wird.  3.Die Ausfuhrstaaten können sich den Druck der Warenverkehrsbescheinigungen vorbehalten oder ihn  Druckereien überlassen, die sie hierzu ermächtigt haben. Im letzteren Fall muß in jeder  Warenverkehrsbescheinigung auf diese Ermächtigung hingewiesen werden. Jede Bescheinigung muß den  Namen und die Anschrift oder das Kennzeichen der Druckerei enthalten. Sie trägt ferner zur  Kennzeichnung eine Seriennummer, die auch aufgedruckt sein kann.  4.Die Formblätter, deren Muster in Anhang 5 zu Anhang II des Beschlusses 86/283/EWG wiedergegeben  ist, können weiter verwendet werden, bis die vorhandenen Bestände aufgebraucht sind, spätestens  jedoch bis 31. Dezember 1992.  WARENVERKEHRSBESCHEINIGUNG >PLATZ FÜR EINE TABELLE>ANMERKUNGEN 1.  Die  Warenverkehrsbescheinigung darf weder Rasuren noch Übermalungen aufweisen. Etwaige Änderungen sind  so vorzunehmen, daß die irrtümlichen Eintragungen gestrichen und gegebenenfalls die beabsichtigten  Eintragungen hinzugefügt werden. Jede so vorgenommene Änderung muß von demjenigen, der die  Bescheinigung ausgefuellt hat, gebilligt und von der Zollbehörde des ausstellenden Staates oder  Gebietes bestätigt werden.  2.  Zwischen den in der Warenverkehrsbescheinigung angeführten Warenposten dürfen keine  Zwischenräume bestehen, jeder Warenposten muß mit einer laufenden Nummer versehen sein. Unmittelbar  unter dem letzten Warenposten ist ein waagerechter Schlußstrich zu ziehen. Leerfelder sind durch  Streichungen unbrauchbar zu machen.  3.Die Waren sind nach dem Handelsbrauch so genau zu bezeichnen, daß die Feststellung der  Nämlichkeit möglich ist.   ANTRAG AUF AUSSTELLUNG EINER WARENVERKEHRSBESCHEINIGUNG >PLATZ FÜR EINE TABELLE>  ERKLÄRUNG DES  AUSFÜHRERS/EXPORTEURS Der Unterzeichner, Ausführer/Exporteur der auf der Vorderseite beschriebenen  Waren,  ERKLÄRT, daß diese Waren die Voraussetzungen erfuellen, um die beigefügte Bescheinigung zu  erlangen;  BESCHREIBT  den Sachverhalt, aufgrund dessen diese Waren die vorgenannten Voraussetzungen  erfuellen, wie folgt:                  LEGT  folgende Nachweise VOR (1):                  VERPFLICHTET  SICH, auf Verlangen der zuständigen Behörden alle zusätzlichen  Nachweise zu erbringen, die für die Ausstellung der beigefügten Bescheinigung erforderlich sind,  und gegebenenfalls jede Kontrolle seiner Buchführung und der Herstellungsbedingungen für die  obengenannten Waren zu dulden;  BEANTRAGT  die Ausstellung der beigefügten Bescheinigung für diese Waren.  >PLATZ FÜR EINE TABELLE>    Anhang 5 zu Anhang II FORMBLATT EUR. 2 1.  Das Formblatt EUR. 2,  dessen Muster in diesem Anhang wiedergegeben ist, ist vom Ausführer auszufuellen. Es ist in einer  der Amtssprachen abzufassen, in denen das Abkommen verfasst ist, und muß den internen  Rechtsvorschriften des Ausfuhrstaats entsprechen. Falls es handschriftlich ausgefuellt wird, muß  dies mit Tinte oder Kugelschreiber und in Druckschrift geschehen.  2.Das Formblatt EUR. 2 besteht aus einem einzigen Blatt im Format von 210  ×  148 mm. Es ist  weisses, holzfreies, geleimtes Schreibpapier mit einem Quadratmetergewicht von mindestens 65 g zu  verwenden.  3.Die Ausfuhrstaaten können sich den Druck der Formblätter vorbehalten oder ihn Druckereien  überlassen, die sie dazu ermächtigt haben. Im letzteren Fall muß auf jedem Formular auf diese  Ermächtigung hingewiesen werden. Jedes Formblatt muß das Kennzeichen der Druckerei sowie eine  Seriennummer tragen, die auch aufgedruckt sein kann.  4.Die Formblätter, deren Muster in Anhang 6 zu Anhang II des Beschlusses 86/283/EWG wiedergegeben  ist, können weiterverwendet werden, bis die vorhandenen Bestände aufgebraucht sind, spätestens  jedoch bis 31. Dezember 1992.     >PLATZ FÜR EINE TABELLE>>PLATZ FÜR EINE TABELLE> Hinweise zur Ausstellung des Formblatts  EUR.  2 1.  Ein Formblatt EUR.  2 darf nur für Waren ausgestellt werden, die im Ausfuhrstaat den  Bestimmungen für den in Feld 1 genannten Warenverkehr entsprechen. Diese Bestimmungen sind vor dem  Ausfuellen des Formblatts sorgfältig zu lesen.  2.Im Postverkehr heftet der Ausführer bei Paketsendungen das Formblatt an die Paketkarte an, bei  Briefsendungen legt er das Formblatt in die Sendung. Ausserdem trägt er entweder auf dem grünen  Etikett C  1 oder auf der Zollinhaltserklärung C  2/C  P  3 den Hinweis ,,EUR.  2'' sowie die  Seriennummer des Formblatts ein.  3.Diese Bestimmungen befreien den Ausführer nicht von der Erfuellung aller sonstigen durch Zoll-  oder Postvorschriften festgelegten Förmlichkeiten.  4.Die Verwendung dieses Formblatts begründet für den Ausführer die Verpflichtung, den zuständigen  Behörden alle Nachweise zu erbringen, die sie für erforderlich halten, und jede Kontrolle seiner  Buchführung und der Herstellungsbedingungen der in Feld 11 des Formblatts genannten Waren durch die  zuständigen Behörden zu dulden. >PLATZ FÜR EINE TABELLE>  Anhang 6  A zu Anhang II ERKLÄRUNG FÜR WAREN MIT PRÄFERENZURSPRUNG  Der Unterzeichner erklärt, daß die in dieser Rechnung   (1)aufgeführten Waren hergestellt worden  sind in   (2)und den Ursprungsregeln für den Präferenzverkehr zwischen der Europäischen  Gemeinschaft und den ÜLG entsprechen. Er verpflichtet sich, den Zollbehörden auf Verlangen Nachweise zu dieser Erklärung vorzulegen.    (3)   (4)   (5)Anmerkung: Der Wortlaut im Kasten stellt nach Ergänzung gemäß den Fußnoten die Lieferantenerklärung dar. Die  Fußnoten brauchen nicht wiedergegeben zu werden.      Anhang 6  B zu Anhang II ERKLÄRUNG FÜR WAREN OHNE PRÄFERENZURSPRUNG >PLATZ FÜR EINE  TABELLE>Anmerkung:  Der Wortlaut im Kasten stellt nach Ergänzung gemäß den Fußnoten die Lieferantenerklärung dar. Die  Fußnoten brauchen nicht wiedergegeben zu werden.       Anhang 7 zu Anhang II AUSKUNFTSBLATT 1.  Für das Auskunftsblatt sind die Formblätter zu  benutzen, deren Muster in diesem Anhang wiedergegeben ist; sie sind in einer oder mehreren der  Amtssprachen zu drucken, in denen das Abkommen verfasst ist, und müssen den internen  Rechtsvorschriften des Ausfuhrstaats entsprechen. Die Auskunftsblätter sind in einer dieser  Sprachen auszufuellen. Werden sie handschriftlich ausgefuellt, so muß dies mit Tinte oder  Kugelschreiber und in Druckschrift erfolgen. Sie tragen zur Kennzeichnung eine Seriennummer, die  auch eingedruckt sein kann.  2.Das Auskunftsblatt hat das Format DIN A4 (210  ×  297 mm), wobei die Länge höchstens 5 mm  weniger und 8 mm mehr betragen darf. Es ist weisses, holzfreies, geleimtes Schreibpapier mit einem  Quadratmetergewicht von mindestens 65 g zu verwenden.  3.Die einzelstaatlichen Verwaltungen können sich den Druck der Formblätter vorbehalten oder ihn  Druckereien überlassen, die sie hierzu ermächtigt haben. Im letzteren Fall muß der Vordruck den  Namen und die Anschrift oder das Kennzeichen der Druckerei enthalten.     EUROPÄISCHE GEMEINSCHAFTEN >PLATZ FÜR EINE TABELLE> >PLATZ FÜR EINE TABELLE>HINWEISE ZUR  VORDERSEITE   Anhang 8 zu Anhang II LISTE DER WAREN, AUF DIE IN ARTIKEL 33 VERWIESEN WIRD UND  DIE VORLÄUFIG NICHT UNTER DIESEN ANHANG FALLEN >PLATZ FÜR EINE TABELLE>  ANMERKUNGEN 1.  Sollten  die auf dem Formblatt vorgesehenen Felder für alle sachdienlichen Angaben nicht ausreichen, so  können dem Formblatt Anlagen beigefügt werden. Für diesen Fall sollte in dem entsprechenden Feld  der Hinweis ,,siehe Anlage'' erfolgen.  2.Dem Formblatt sind - soweit möglich - Muster oder Abbildungen (Photographien, Zeichnungen,  Pläne, Kataloge usw.) der Fertigware und der verwendeten Vormaterialien beizufügen.  3.Für jede Ware, für die ein Antrag eingereicht wird, ist jeweils ein Formblatt auszufuellen.  Felder  3,  4,  5,  7:  Unter dem Begriff ,,Drittländer'' ist jedes Land ausser den AKP-Staaten,  den Mitgliedstaaten oder den ÜLG zu verstehen. Feld 12:Sind Vormaterialien mit Herkunft aus Drittländern in der Gemeinschaft oder den ÜLG be- oder  verarbeitet worden, ohne Ursprungseigenschaft erlangt zu haben, bevor sie in dem AKP-Staat, der den  Antrag auf Abweichung stellt, erneut verarbeitet werden, so ist die Art der in der Gemeinschaft  oder den ÜLG vorgenommenen Be- oder Verarbeitung anzugeben. Feld 13:Hier ist der Beginn und das Ende des Zeitraums anzugeben, in dem EUR.  1-Warenverkehrsbescheinigungen im Rahmen der Abweichung ausgestellt werden können. Feld 18:Hier ist entweder der Prozentsatz des Mehrwertes gegenüber dem Preis ab Werk der Fertigware  oder der Geldbetrag des Mehrwertes pro Wareneinheit anzugeben. Feld 19:Sind andere Versorgungsquellen für Vormaterialien vorhanden, so sind diese anzugeben und -  soweit möglich - die Gründe (Kosten- oder sonstige Aspekte) dafür zu nennen, weshalb auf diese  Quellen nicht zurückgegriffen wird. Feld 20:Angabe der Investitionen oder der Diversifizierung der Versorgungsquellen, die geplant  sind, damit die Abweichung nur für einen befristeten Zeitraum erforderlich ist.   (1)  ABl. Nr. L 175 vom 1. 7. 1986, S. 1. (1)  ABl. Nr. L 148 vom 28. 6. 1968, S. 1. (1)  Siehe ABl. Nr. L 290 vom 23. 10. 1990, S. 33. (1)  Wegen der besonderen Vorschrift betreffend Waren, die aus verschiedenen textilen  Vormaterialien bestehen, siehe Einleitende Bemerkung 6. (1)  Wegen der besonderen Vorschrift betreffend Waren, die aus verschiedenen textilen  Vormaterialien bestehen, siehe Einleitende Bemerkung 6. (1)  Zum Beispiel: Einfuhrpapiere, Warenverkehrsbescheinigungen, Rechnungen, Erklärungen des  Herstellers usw. über die verwendeten Erzeugnisse oder die in unverändertem Zustand wieder  ausgeführten Waren.  (1) Angabe der betreffenden Staaten, Staatengruppen oder Gebiete.   (2) Hinweise auf Prüfungen durch die zuständige Behörde oder Dienststelle, soweit sie schon  stattgefunden haben.   (3) Als Ursprungsstaat gilt der Staat, die Staatengruppe oder das Gebiet, als dessen bzw. deren  Ursprungswaren die Waren gelten.   (4) Als Staat gilt auch eine Staatengruppe oder ein Gebiet. (*)  Die nachträgliche Prüfung des Formblatts erfolgt stichprobenweise oder immer dann, wenn die  Zollbehörden des Einfuhrstaats begründete Zweifel an der Echtheit des Formblatts und an der  Richtigkeit der Angaben über den tatsächlichen Ursprung der betreffenden Waren haben. (1)  -  Sind nur bestimmte Waren auf der Rechnung betroffen, so sind sie eindeutig zu kennzeichnen:  auf diese Kennzeichnung ist mit folgendem Vermerk hinzuweisen: ,,.  .  ., daß die in dieser  Rechnung aufgeführten und .  .  . gekennzeichneten Waren hergestellt worden sind in .  .  .''. -  Wird ein anderes Papier als die Rechnung oder eine Anlage zu der Rechnung verwendet, so ist die  Bezeichnung dieses Papiers anstelle von ,,Rechnung'' einzusetzen.   (2)  Gemeinschaft, Mitgliedstaat, ÜLG oder AKP-Staat. Wird ein AKP-Staat oder ein ÜLG aufgeführt,  sind ferner anzugeben: die Zollstelle der Gemeinschaft, der gegebenenfalls die betreffenden  Warenverkehrsbescheinigungen EUR. 1 oder Formblätter EUR. 2 vorliegen, die Nummern dieser  Warenverkehrsbescheinigungen oder Formblätter und wenn möglich die betreffende  Zolleintragungsnummer.   (3)  Ort und Datum.   (4)  Name und Stellung in der Firma.   (5)  Unterschrift. (1)  -  Sind nur bestimmte Waren auf der Rechnung betroffen, so sind sie eindeutig zu kennzeichnen:  auf diese Kennzeichnung ist mit folgendem Vermerk hinzuweisen: ,,  .  .  . daß die in dieser  Rechnung aufgeführten und .  .  . gekennzeichneten Waren hergestellt worden sind in .  .  .''.  -Wird ein anderes Papier als die Rechnung oder eine Anlage zu der Rechnung verwendet, so ist die  Bezeichnung dieses Papiers anstelle von ,,Rechnung'' einzusetzen.   (2)Gemeinschaft, Mitgliedstaat, AKP-Staat oder ÜLG.   (3)Warenbezeichnung in allen Fällen. Die Bezeichnung muß angemessen und so genau sein, daß die  Tarifierung der betreffenden Waren ermittelt werden kann.   (4)Zollwert, falls erforderlich.   (5)Ursprungsland, falls erforderlich. Der anzugebende Ursprung muß ein Präferenzursprung sein;  jeder andere Ursprung ist als ,,Drittland'' anzugeben.   (6)Zusatz ,,und in (der Gemeinschaft) (Mitgliedstaat) [AKP-Staat] [ÜLG] folgenden Be- oder  Verarbeitungen unterzogen worden sind:'' mit einer Beschreibung der durchgeführten Be- oder  Verarbeitungen, falls erforderlich.   (7)Ort und Datum.   (8)Name und Stellung in der Firma.(9)Unterschrift. (1)  (2)  (3)  (4)  (5) Siehe Rückseite. (1)  Name oder Firmenbezeichnung und vollständige Adresse.   (2)  Freiwillige Angabe.   (3)  kg, hl, m³ oder andere Masse.   (4)Umschließungen gelten als zu den in ihnen verpackten Waren gehörig. Diese Vorschrift findet  jedoch keine Anwendung auf Umschließungen, wenn sie für die in ihnen verpackten Waren nicht üblich  sind und sie unabhängig von ihrer Verwendung als Umschließung einen dauernden selbständigen  Gebrauchswert haben.   (5)Der Wert ist entsprechend den Vorschriften des Abkommens anzugeben, auf das Bezug genommen  wird.  ANHANG III   über die Bedingungen für die Zulassung von Erzeugnissen in der  Gemeinschaft, die keine Ursprungserzeugnisse der ÜLG sind, sowie die Methoden der Zusammenarbeit  der Verwaltungen  Artikel 1 Unmittelbare Beförderung (1)    Die im Rahmen der handelspolitischen  Bestimmungen in Artikel 101 Absatz 2 des Beschlusses vorgesehene Präferenzregelung gilt allein für  die Erzeugnisse und Vormaterialien, die zwischen dem Gebiet der ÜLG und der Gemeinschaft befördert  werden, ohne dabei ein anderes Gebiet zu berühren. Jedoch kann die Beförderung von Waren, die eine  einzige Sendung bilden, unter Durchfuhr durch andere Gebiete als die ÜLG, gegebenenfalls auch mit  einer Umladung oder vorübergehenden Einlagerung in diesen Gebieten erfolgen, sofern die Waren unter  der zollamtlichen Überwachung der Behörden des Durchfuhr- oder Einlagerungslandes verbleiben und  dort nur ent- und verladen worden sind oder eine auf die Erhaltung ihres Zustands gerichtete  Behandlung erfahren haben.  (2)    Der Nachweis, daß die in Absatz 1 genannten Voraussetzungen erfuellt sind, ist erbracht,  wenn den zuständigen Zollbehörden folgendes vorgelegt wird:  a)  ein einziges, in dem begünstigten Ausfuhrland ausgestelltes durchgehendes Frachtpapier, mit  dem die Beförderung durch das Durchfuhrland erfolgt ist, b)oder eine von den Zollbehörden des Durchfuhrlands ausgestellte Bescheinigung mit folgenden  Angaben: -  genaue Warenbeschreibung, -Zeitpunkt des Ent- und Wiederverladens der Waren, gegebenenfalls unter Angabe der benutzten  Schiffe, -die Bescheinigung über die Bedingungen, unter denen sich die Waren im Durchfuhrland aufgehalten  haben, c)oder, falls die vorgenannten Papiere nicht vorhanden sind, eine sonstige beweiskräftige  Unterlage. Artikel 2 Ausfuhrbescheinigung EXP (1)    Der Nachweis, daß die Bestimmungen des  Artikels 101 Absatz 2 des Beschlusses eingehalten wurden, wird durch eine Ausfuhrbescheinigung EXP  erbracht, deren Muster in Anhang 1 in diesem Anhang wiedergegeben ist.  (2)    Die Ausfuhrbescheinigung EXP darf nur ausgestellt werden, wenn sie als Urkunde zur  Anwendung des Beschlusses dienen soll.   (3)    Die Ausfuhrbescheinigung EXP wird nur auf schriftlichen Antrag des Ausführers oder - unter  der Verantwortlichkeit des Ausführers - seines bevollmächtigten Vertreters ausgestellt. Dieser  Antrag wird auf dem Formblatt nach dem Muster in Anhang 1 gestellt und nach Maßgabe dieses Anhangs  ausgefuellt.  (4)    Die Anträge auf Ausfuhrbescheinigungen EXP sind von den Zollbehörden des Ausfuhrlands  mindestens drei Jahre lang aufzubewahren.  (5)    Der Ausführer oder sein Vertreter fügt dem Antrag alle zweckdienlichen Unterlagen zum  Nachweis dafür bei, daß für die Ausfuhrwaren eine Ausfuhrbescheinigung EXP ausgestellt werden  kann. Er verpflichtet sich, den zuständigen Behörden auf deren Ersuchen alle zusätzlichen Nachweise  vorzulegen, die sie im Hinblick auf die Prüfung der Richtigkeit seines Antrags für notwendig  halten, und er verpflichtet sich, einer Prüfung seiner Bücher und der Verfahren der Überführung in  den zollrechtlich freien Verkehr dieser Waren zuzustimmen. Der Ausführer ist gehalten, die in diesem Absatz genannten Nachweise mindestens zwei Jahre lang  aufzubewahren.  (6)    Die Ausfuhrbescheinigung EXP wird von den Zollbehörden des ÜLG der Ausfuhr ausgestellt,  wenn die Waren als im zollrechtlich freien Verkehr im Sinne des Artikels 101 Absatz 2 des  Beschlusses befindlich angesehen werden können.  (7)    Die Zollbehörden können zur Prüfung, ob die in Absatz 6 genannten Voraussetzungen erfuellt  sind, alle Beweismittel verlangen oder alle Kontrollmaßnahmen durchführen, die ihnen zweckdienlich  erscheinen.  (8)    Die Zollbehörden des Ausfuhrstaats achten darauf, daß die in Absatz 1 erwähnten Formblätter  ordnungsgemäß ausgefuellt werden. Sie überprüfen insbesondere, ob die Angaben im Feld  "Warenbezeichnung" so eingetragen sind, daß jede Möglichkeit eines mißbräuchlichen Zusatzes  ausgeschlossen ist. Zu diesem Zweck sind die Warenbezeichnung sowie die anderen in diesem Feld  erforderlichen Angaben ohne Zeilenzwischenraum einzutragen. Ist das Feld nicht vollständig  ausgefuellt, so ist unter der letzten Zeile ein waagerechter Strich zu ziehen und der nicht  ausgefuellte Teil durchzustreichen.  (9)    In dem von der Zollbehörde auszufuellenden Teil der Ausfuhrbescheinigung ist der Zeitpunkt  der Ausstellung der Bescheinigung anzugeben.   (10)    Die Ausfuhrbescheinigung EXP wird bei der Ausfuhr der Waren, auf die sie sich bezieht,  von den Zollbehörden des ÜLG der Ausfuhr ausgestellt. Sie wird zur Verfügung des Ausführers  gehalten, sobald die Ausfuhr tatsächlich erfolgt oder sichergestellt ist. Artikel 3 Ausstellung  eines Duplikats der Ausfuhrbescheinigung EXP Bei Diebstahl, Verlust oder Vernichtung einer  Ausfuhrbescheinigung EXP kann der Ausführer bei den Zollbehörden, die sie ausgestellt haben, ein  Duplikat beantragen, das anhand der in ihrem Besitz befindlichen Ausfuhrdokumente ausgefertigt  wird. Dieses Duplikat wird mit einem der folgenden Vermerke versehen: "DUPLICADO", "DUPLIKAT",  "DUPLIKAT", "ÁÍÔÉÃÑÁÖÏ", "DUPLICATE", "DUPLICATA", "DUPLICATO", "DUPLICAAT", "SEGUNDA VIA". Artikel  4 Geltungsdauer der Ausfuhrbescheinigung EXP (1)    Die Ausfuhrbescheinigung EXP muß innerhalb  einer Frist von zehn Monaten, nachdem sie durch die Zollbehörde des ÜLG der Ausfuhr ausgestellt  worden ist, der Zollstelle des Einfuhrstaats vorgelegt werden, bei der die Waren gestellt werden.  (2)    Die Ausfuhrbescheinigungen EXP, die den Zollbehörden des Einfuhrstaats nach Ablauf der in  Absatz 1 genannten Vorlagefrist vorgelegt werden, können zur Anwendung der Regelung angenommen  werden, wenn die Frist aus Gründen höherer Gewalt oder wegen aussergewöhnlicher Umstände nicht  eingehalten werden konnte.  (3)    In allen anderen Fällen können die Zollbehörden des Einfuhrstaats die Bescheinigungen  annehmen, wenn ihnen die Waren vor Ablauf der Vorlagefrist gestellt worden sind. Artikel 5 Vorlage  der Bescheinigungen Im Einfuhrstaat ist die Ausfuhrbescheinigung EXP den Zollbehörden nach den  dort geltenden Verfahrensvorschriften vorzulegen. Diese Behörden können eine Übersetzung verlangen.  Sie können ausserdem verlangen, daß die Einfuhrzollanmeldung durch eine Erklärung des Einführers  ergänzt wird, aus der hervorgeht, daß die Waren die Voraussetzungen für die Anwendung des  Beschlusses erfuellen.   METHODEN DER ZUSAMMENARBEIT DER VERWALTUNGEN Artikel 6 Übermittlung von Stempelabdrucken Die  Abdrucke der verwendeten Stempel sowie die Anschriften der für die Ausstellung der  Ausfuhrbescheinigungen EXP und die nachträgliche Prüfung der Ausfuhrbescheinigungen EXP zuständigen  Zollstellen sind der Kommission zu übermitteln, wenn sie sich von denen nach Artikel 25 des Anhangs  II unterscheiden. Die Ausfuhrbescheinigungen EXP werden zum Zwecke der Anwendung der vorgesehenen Regelung ab dem Tag  angenommen, an dem die Kommission diese Angaben erhält. Die Kommission leitet diese Angaben an die Zollbehörden der Mitgliedstaaten weiter. Die Ausfuhrbescheinigungen EXP, die den Zollbehörden des Einfuhrstaats vor diesem Zeitpunkt  vorgelegt werden, werden nach den gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften angenommen. Artikel 7  Prüfung der Ausfuhrbescheinigungen EXP (1)    Die nachträgliche Prüfung der Ausfuhrbescheinigungen  EXP erfolgt stichprobenweise; sie wird immer dann vorgenommen, wenn die Zollbehörden des  Einfuhrstaats begründete Zweifel an der Echtheit des Dokuments oder an der Richtigkeit der Angaben  über den tatsächlichen Ursprung der betreffenden Ware haben.  (2)    Um die ordnungsgemässe Anwendung dieses Anhangs zu gewährleisten, leisten die  Mitgliedstaaten und die ÜLG einander durch ihre Zollverwaltungen Amtshilfe bei der Prüfung der  Echtheit der Ausfuhrbescheinigungen EXP und der Richtigkeit der Angaben auf diesen  Bescheinigungen.  (3)    Wenden die Zollbehörden des Einfuhrstaats bis zum Eingang des Ergebnisses der Nachprüfung  den Beschluß nicht an, so können sie dem Einführer vorbehaltlich der für notwendig erachteten  Sicherungsmaßnahmen die Waren freigeben.  (4)    Zur Anwendung von Absatz 1 senden die Zollbehörden des Einfuhrstaats die  Ausfuhrbescheinigung EXP oder eine Fotokopie dieser Bescheinigung an die Zollbehörden des ÜLG der  Ausfuhr zurück und nennen dabei gegebenenfalls die sachlichen oder formalen Gründe, die eine  Untersuchung rechtfertigen. Sie fügen der Ausfuhrbescheinigung EXP die zweckdienlichen Handelsdoku  mente oder eine Abschrift dieser Dokumente bei und teilen alle bekannten Umstände mit, die auf die  Unrichtigkeit der Angaben in der Ausfuhrbescheinigung schließen lassen.  (5)    Das Ergebnis der nachträglichen Prüfung ist den Zollbehörden des Einfuhrstaats innerhalb  einer Frist von höchstens sechs Monaten mitzuteilen. Anhand des Ergebnisses muß sich feststellen  lassen, ob die beanstandete Ausfuhrbescheinigung EXP für die tatsächlich ausgeführten Waren gilt  und ob auf diese Waren wirklich die vorgesehene Regelung Anwendung finden kann.  (6)    Lassen die Prüfungsergebnisse oder andere verfügbare Informationen vermuten, daß die  Bestimmungen dieses Anhangs nicht eingehalten wurden, so nimmt das ÜLG von sich aus oder auf  Ersuchen der Kommission die erforderlichen Untersuchungen vor oder trifft die entsprechenden  Vorkehrungen dafür, daß diese Untersuchungen mit der gebotenen Dringlichkeit durchgeführt werden,  damit derartige Übertretungen aufgedeckt werden und ihnen zuvorgekommen werden kann. Die Kommission  kann an diesen Untersuchungen mitwirken. Lassen die Prüfungsergebnisse oder andere verfügbare Informationen vermuten, daß die Bestimmungen  dieses Anhangs nicht eingehalten würden, müssen zunächst die in diesem Anhang vorgesehenen und  gegebenenfalls eingeleiteten Amtshilfeverfahren abgeschlossen sein, bevor die Waren als im  zollrechtlich freien Verkehr im Sinne dieses Beschlusses befindlich anerkannt werden können.  (7)    Beanstandungen, welche die Zollbehörden des Einfuhrstaats und des ÜLG der Ausfuhr nicht  klären können oder die Fragen der Auslegung dieses Anhangs aufwerfen, werden dem Ausschuß für  Zollrecht vorgelegt.  (8)    Für die Regelung von Streitfällen zwischen dem Einführer und den Zollbehörden des  Einfuhrstaats gilt stets das Recht des Einfuhrstaats. Artikel 8 Sanktionen Sanktionen werden  gegen denjenigen angewendet, der zwecks Zulassung einer Ware zu der vorgesehenen Regelung ein  Schriftstück mit sachlich falschen Angaben anfertigt oder anfertigen lässt, um eine  Ausfuhrbescheinigung EXP zu erhalten. Artikel 9 Freizonen Die Mitgliedstaaten und die zuständigen  Behörden der ÜLG treffen alle erforderlichen Maßnahmen, um zu verhindern, daß von einer  Ausfuhrbescheinigung EXP begleitete Waren, die während der Beförderung zeitweilig in einer Freizone  auf ihrem Gebiet verbleiben, dort ausgetauscht oder anderen als den üblichen Behandlungen  unterzogen werden, die zu ihrer Erhaltung bestimmt sind. Artikel 10 Anhänge Die Anhänge zu diesem  Anhang sind Bestandteil desselben.  Anhang 1 zu Anhang III AUSFUHRBESCHEINIGUNGEN 1.  Die  Ausfuhrbescheinigung EXP ist auf dem Formblatt auszustellen, dessen Muster in diesem Anhang  wiedergegeben ist. Dieses Formblatt ist in einer oder mehreren Amtssprachen der Gemeinschaft  gedruckt. Es ist in einer dieser Sprachen abzufassen und muß den internen Rechtsvorschriften der  ÜLG der Ausfuhr entsprechen. Wird es handschriftlich ausgefuellt, so muß dies mit Tinte oder  Kugelschreiber und in Druckschrift erfolgen.  2.Die Bescheinigung hat das Format 210×297 mm, wobei die Länge höchstens 5 mm weniger und 8 mm  mehr betragen darf. Es ist weisses, holzfreies, geleimtes Schreibpapier mit einem  Quadratmetergewicht von mindestens 65 g zu verwenden. Dieses ist mit einem hellblauen,  guillochierten Überdruck zu versehen, auf dem jede mechanisch oder chemisch vorgenommene  Verfälschung sichtbar wird.  3.Die zuständigen Behörden der ÜLG der Ausfuhr können sich den Druck der Bescheinigungen  vorbehalten oder ihn Druckereien überlassen, die sie hierzu ermächtigt haben. Im letzteren Fall muß  in jeder Bescheinigung auf diese Ermächtigung hingewiesen werden. Jede Bescheinigung muß den Namen  und die Anschrift oder das Kennzeichen der Druckerei enthalten. Sie trägt ferner zur Kennzeichnung  eine Seriennummer, die auch aufgedruckt sein kann.  AUSFUHRBESCHEINIGUNG >PLATZ FÜR EINE TABELLE>ANMERKUNGEN 1.  Die Bescheinigung darf weder  Rasuren noch Übermalungen aufweisen. Etwaige Änderungen sind so vorzunehmen, daß die irrtümlichen  Eintragungen gestrichen und gegebenenfalls die beabsichtigten Eintragungen hinzugefügt werden. Jede  so vorgenommene Änderung muß von demjenigen, der die Bescheinigung ausgefuellt hat, gebilligt und  von der Zollbehörde des ausstellenden Staates oder Gebietes bestätigt werden.  2.  Zwischen den in der Bescheinigung angeführten Warenposten dürfen keine Zwischenräume bestehen,  jeder Warenposten muß mit einer laufenden Nummer versehen sein. Unmittelbar unter dem letzten  Warenposten ist ein waagerechter Schlußstrich zu ziehen. Leerfelder sind durch Streichungen  unbrauchbar zu machen.  3.Die Waren sind nach dem Handelsbrauch so genau zu bezeichnen, daß die Feststellung der  Nämlichkeit möglich ist.   ANTRAG AUF AUSSTELLUNG EINER AUSFUHRBESCHEINIGUNG >PLATZ FÜR EINE TABELLE>  ERKLÄRUNG DES  AUSFÜHRERS/EXPORTEURS Der Unterzeichner, Ausführer/Exporteur der auf der Vorderseite beschriebenen  Waren,ERKLÄRT, daß diese Waren die Voraussetzungen erfuellen, um die beigefügte Bescheinigung zu  erlangen;  BESCHREIBT  den Sachverhalt, aufgrund dessen diese Waren die vorgenannten Voraussetzungen  erfuellen, wie folgt:                  LEGT  folgende Nachweise VOR (1):                  VERPFLICHTET  SICH, auf Verlangen der zuständigen Behörden alle zusätzlichen  Nachweise zu erbringen, die für die Ausstellung der beigefügten Bescheinigung erforderlich sind,  und gegebenenfalls jede Kontrolle seiner Buchführung und der Herstellungsbedingungen für die  obengenannten Waren zu dulden;  BEANTRAGT  die Ausstellung der beigefügten Bescheinigung für diese Waren.  >PLATZ FÜR EINE TABELLE>    (1)  Zum Beispiel: Einfuhrpapiere,  Warenverkehrsbescheinigungen, Rechnungen, Erklärungen des Herstellers usw. über die verwendeten  Erzeugnisse oder die in unverändertem Zustand wieder ausgeführten Waren.   ANHANG IV   betreffend Schutzmaßnahmen  Für die Durchführung von Artikel 109 des  Beschlusses gelten die nachstehenden Modalitäten: Artikel 1 (1)    Beantragt ein Mitgliedstaat bei  der Kommission die Anwendung von Schutzmaßnahmen gemäß Artikel 109 des Beschlusses und entscheidet  die Kommission, keine Schutzmaßnahmen anzuwenden, so teilt sie dies dem Rat, den Mitgliedstaaten  und den zuständigen Behörden der ÜLG binnen drei Arbeitstagen nach Eingang des Antrags des  Mitgliedstaats mit. Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die Angaben mit, die zur Begründung ihrer Anträge auf  Anwendung von Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Jeder Mitgliedstaat kann den Rat mit der Entscheidung der Kommission binnen zehn Arbeitstagen nach  Bekanntgabe dieser Entscheidung befassen. Der Rat kann binnen zwanzig Arbeitstagen mit qualifizierter Mehrheit eine andere Entscheidung  treffen.  (2)    Stellt die Kommission auf Antrag eines Mitgliedstaats oder von sich aus fest, daß die  Anwendung von Schutzmaßnahmen gemäß Artikel 109 des Beschlusses angebracht ist, so-  unterrichtet  sie die Mitgliedstaaten unverzueglich oder, wenn sie einem Antrag eines Mitgliedstaats entspricht,  binnen drei Arbeitstagen nach Eingang dieses Antrags hierüber; -konsultiert sie einen Ausschuß, der aus Vertretern der Mitgliedstaaten besteht und dessen Vorsitz  von einem Vertreter der Kommission wahrgenommen wird. (3)    Nach Konsultation des in Absatz 2  genannten Ausschusses kann die Kommission geeignete Maßnahmen zur Durchführung des Artikels 109 des  Beschlusses treffen.  (4)    Die Entscheidung nach Absatz 3 wird dem Rat, den Mitgliedstaaten und den zuständigen  Behörden der ÜLG unverzueglich mitgeteilt. Sie ist sofort anwendbar.  (5)    Jeder Mitgliedstaat kann den Rat mit der Entscheidung der Kommission nach Absatz 3 binnen  zehn Arbeitstagen nach Bekanntgabe dieser Entscheidung befassen.  (6)    Hat die Kommission binnen einundzwanzig Arbeitstagen keine Entscheidung getroffen, so kann  jeder Mitgliedstaat, der die Kommission gemäß Absatz 2 befasst hat, den Rat befassen.  (7)    In den in den Absätzen 5 und 6 genannten Fällen kann der Rat binnen einundzwanzig  Arbeitstagen mit qualifizierter Mehrheit eine andere Entscheidung treffen. Artikel 2 (1)    Die  Kommission kann Schutzmaßnahmen unverzueglich treffen oder einen Mitgliedstaat dazu ermächtigen.  (2)    Ist die Kommission mit einem Antrag eines Mitgliedstaats befasst worden, so entscheidet sie  darüber binnen drei Arbeitstagen nach Eingang des Antrags. Die Entscheidung der Kommission wird dem Rat, den Mitgliedstaaten und den zuständigen Behörden der  ÜLG bekanntgegeben.   (3)    Jeder Mitgliedstaat kann den Rat gemäß dem Verfahren des Artikels 1 Absatz 5 mit der  Entscheidung der Kommission befassen. Das Verfahren des Artikels 1 Absatz 7 ist anwendbar. Hat die Kommission innerhalb der Frist nach Absatz 2 keine Entscheidung getroffen, so kann jeder  Mitgliedstaat, der die Kommission befasst hat, den Rat gemäß dem in den Unterabsätzen 1 und 2  vorgesehenen Verfahren befassen. Artikel 3 Dieser Anhang steht der Anwendung der Regelungen über  die gemeinsamen Agrarmarktorganisationen und der sich daraus ergebenden gemeinschaftlichen oder  einzelstaatlichen Verwaltungsvorschriften sowie der aufgrund von Artikel 235 des Vertrages  erlassenen spezifischen Regelungen für Waren aus der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse  nicht entgegen.    ANHANG V   betreffend Rum  Artikel 1 Bis zum Inkrafttreten einer gemeinsamen  Marktorganisation für Alkohol werden die Waren der KN-Codes 2208  40  10, 2208  40  90, 2208  90   11 und 2208  90  19 mit Ursprung in den ÜLG gemäß den nachstehenden Bestimmungen zollfrei zur  Einfuhr in die Gemeinschaft zugelassen. Artikel 2 a)  Abweichend von Artikel 101 Absatz 1 dieses  Beschlusses setzt der Rat auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit jährlich bis zum  31. Dezember 1995 die Mengen fest, die zollfrei eingeführt werden können. Diese Mengen werden wie folgt festgesetzt: -  Bis zum 31. Dezember 1993 werden die grössten jährlichen Mengen zugrunde gelegt, die aus den ÜLG  im Laufe der letzten drei Jahre, für die Statistiken vorliegen, in die Gemeinschaft eingeführt  wurden, zuzueglich einer jährlichen Zuwachsrate von 27  % für die Zeit bis zum 31. Dezember 1992. Der Rat kann jedes Jahr auf Vorschlag der Kommission einstimmig die im vorstehenden Unterabsatz  vorgesehene Zuwachsrate unter Berücksichtigung des Verbrauchs und der Erzeugung in der  Gemeinschaft, der Entwicklung der Handelsströme in der Gemeinschaft sowie zwischen der  Gemeinschaft, den ÜLG und den AKP-Staaten erhöhen oder senken. Die jährliche Menge beträgt jedoch in keinem Fall weniger als 15  000 hl reinen Alkohols. -Für die Jahre 1994 und 1995 entspricht die Menge des gesamten Kontingents jedesmal der um 1  740  hl reinen Alkohols aufgestockten Menge des Vorjahres.  b)Für die ab 1996 geltende Regelung legt der Rat auf Vorschlag der Kommission vor dem 1. Februar  1995 unter Zugrundelegung eines Berichts, den die Kommission dem Rat vor dem 1. Februar 1994  vorlegen wird, mit qualifizierter Mehrheit die Einzelheiten für den bereits in Betracht gezogenen  Abbau des Gemeinschaftszollkontingents fest, wobei er der Lage und der voraussichtlichen  Entwicklung des Gemeinschaftsmarkts für Rum und der Ausfuhren der ÜLG und der AKP-Staaten Rechnung  trägt. Artikel 3 Die in Absatz 1 genannten Waren unterliegen einer gemeinschaftlichen Überwachung,  deren Modalitäten vom Rat bei der Annahme der in Artikel 2 Buchstabe a) vorgesehenen Bestimmungen  erlassen werden. Artikel 4 Die Gemeinschaft hilft den ÜLG auf deren Antrag im Rahmen des dritten  Teils Titel I Kapitel 2 des Beschlusses, ihre Rumverkäufe auf den traditionellen und den nicht  traditionellen Märkten der Gemeinschaft zu fördern und auszuweiten.    ANHANG VI   über den Verkehr mit gefährlichen Abfällen und mit radioaktiven Abfällen   Im klaren Bewusstsein der mit radioaktiven Abfällen verbundenen besonderen Gefahren untersagen die  Mitgliedstaaten und die zuständigen Behörden der ÜLG jegliche Form der Ablagerung oder Einleitung  solcher Abfälle, die die Souveränität von Staaten beeinträchtigen oder eine Bedrohung für die  Umwelt oder die Gesundheit der Bevölkerung in anderen Ländern darstellen könnte. Sie messen dem  Ausbau der internationalen Zusammenarbeit zum Zwecke des Schutzes der Umwelt und der Gesundheit der  Bevölkerung gegen diese Gefahren grösste Bedeutung bei. In diesem Sinne bekräftigen sie ihre  Entschlossenheit, zu den laufenden Arbeiten in der IÄO im Hinblick auf die Ausarbeitung eines auf  internationaler Ebene gebilligten Verhaltenskodex aktiv beizutragen.  Bis zur Festlegung einer genaueren Definition in diesem Rahmen gelten als "radioaktive Abfälle"  alle Stoffe, für die keine spätere Verwendung vorgesehen ist und die Radionuklide enthalten oder  durch Radionuklide kontaminiert sind, deren Radioaktivität und Konzentration die Grenzwerte  übersteigen, die sich die Gemeinschaft selbst zum Schutz ihrer Bevölkerung in Artikel 4 Buchstaben  a) und b) der Richtlinie 80/836/Euratom  (1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 84/467/Euratom   (2), vorgegeben hat. Für die Radioaktivität reichen diese Grenzwerte von 5×103 Bq bei Nukliden sehr  hoher Radiotoxizität bis 5×106 Bq bei Nukliden niedriger Radiotoxizität. Für die Konzentration  betragen diese Grenzwerte 100 Bq/g - bzw. 500 Bq/g bei festen natürlichen radioaktiven Stoffen.    (1)  ABl. Nr. L 246 vom 17. 9. 1980, S. 1.   (2)  ABl. Nr. L 265 vom 5. 10. 1984, S. 4.  ANHANG VII   betreffend den Ursprung der Fischereierzeugnisse  Was die Verarbeitung der  Fischereierzeugnisse in den überseeischen Ländern und Gebieten anbelangt, so erklärt sich die  Gemeinschaft bereit, diejenigen Anträge auf Abweichung von den Ursprungsregeln für  Verarbeitungserzeugnisse dieses Produktionsbereichs unvoreingenommen zu prüfen, die sich darauf  stützen, daß in Fischereiabkommen mit Drittländern obligatorische Anlandungen von Fängen vorgesehen  sind. Bei der Prüfung der Anträge wird die Gemeinschaft insbesondere berücksichtigen, daß die  betreffenden Drittländer nach der Verarbeitung das normale Funktionieren des Marktes für diese  Erzeugnisse sicherstellen sollten, soweit die Erzeugnisse nicht für den lokalen oder regionalen  Verbrauch bestimmt sind.  In diesem Zusammenhang wird die Gemeinschaft in bezug auf Thunfischkonserven die Anträge der  zuständigen Behörden der überseeischen Länder und Gebiete von Fall zu Fall wohlwollend prüfen,  sofern aus den jedem Antrag beizufügenden wirtschaftlichen Unterlagen klar hervorgeht, daß einer  der im ersten Absatz genannten Fälle vorliegt. In dem Beschluß, der innerhalb der Fristen gemäß  Artikel 30 Absatz 8 des Anhangs II ergeht, werden unter Berücksichtigung von Artikel 30 Absatz 9  des genannten Anhangs die vorgesehenen Mengen sowie seine Geltungsdauer festgelegt.  Die im Rahmen dieses Anhangs gewährten Abweichungen berühren nicht die Rechte der zuständigen  Behörden der überseeischen Länder und Gebiete, Abweichungen nach Artikel 30 des Anhangs II zu  beantragen und bewilligt zu erhalten.     ANHANG VIII   Erklärung der Regierung des Königreichs der Niederlande  Die Regierung  des Königreichs der Niederlande weist auf den in dem Statut vom 29. Dezember 1954 festgelegten  verfassungsrechtlichen Aufbau des Königreichs hin, und zwar insbesondere auf die Autonomie der  Länder des Königreichs hinsichtlich der Bestimmungen des Beschlusses sowie auf die Tatsache, daß  dieser Beschluß daher unter Mitwirkung der Regierung der Niederländischen Antillen und der  Regierung Arubas nach dem im Königreich geltenden verfassungsrechtlichen Verfahren gefasst worden  ist.  Sie erklärt, daß die Regierung der Niederländischen Antillen und die Regierung Arubas daher  unbeschadet der Rechte und Pflichten der niederländischen Regierung aus dem Vertrag und dem  Beschluß ihren Verpflichtungen aus diesem Beschluß nachkommen werden.  Im übrigen weist die Regierung des Königreichs der Niederlande darauf hin, daß die Regierung der  Niederländischen Antillen und die Regierung Arubas unter Hinweis auf den Vertrag, insbesondere auf  Artikel 132 Nummer 5, und auf die Artikel 232, 233 und 234 des Beschlusses mitgeteilt haben, daß  sie es für wünschenswert halten, zu genaueren Regelungen über die Bedingungen zu gelangen, unter  denen das Recht auf Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit für natürliche und juristische  Personen im Rahmen der Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten und den Niederländischen Antillen  und Aruba ausgeuebt wird.  Sie erklärt, daß aus diesem Grunde und unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Vertrages, des  Beschlusses und des vorstehend genannten Statuts Schritte unternommen werden, um zu solchen  Regelungen zu gelangen, die mit den erforderlichen Garantien versehen sein müssen.