CELEX: 31988D0416
Language: de
Date: 1988-06-29 00:00:00
Title: 88/416/EWG: Entscheidung des Rates vom 29. Juni 1988 über ein Gemeinschaftsprogramm auf dem Gebiet der Straßenverkehrsinformatik und -telekommunikation (DRIVE)

30 . 7 . 88                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . L 206 / 1
                                                                         n
                                               (Nicht veröffentlichungsbedürftige Rechtsakte)
                                                                     RAT
                                                      ENTSCHEIDUNG DES RATES
                                                              vom 29. Juni 1988
                     über ein Gemeinschaftsprogramm auf dem Gebiet der Straßenverkehrsinformatik und
                                                        -telekommunikation DRIVE
                                                                ( 88 / 416 / EWG)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                    Das Europäische Parlament hat in seiner Beurteilung der
                                                                              Lage und Entwicklung des Straßenverkehrs dessen Rolle
                                                                              für die künftige politische, soziale und wirtschaftliche Ent­
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen                       wicklung der Gemeinschaft betont und vor allem auf die
 Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130 q                      Notwendigkeit der Entwicklung elektronischer Hilfen für
 Absatz 2 ,                                                                   die Sicherheit im Straßenverkehr hingewiesen und hat
                                                                              durch die Annahme des Berichts seines Ausschusses für
 auf Vorschlag der Kommission O ),                                            Wirtschaft, Währung und Industriepolitik über die Auto­
                                                                              mobilindustrie der Europäischen Gemeinschaft die europäi­
 in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament ( 2 ),                      sche Dimension dieses Industriezweigs hervorgehoben.
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus­
 ses ( 3 ),                                                                   Der Rat hat in seiner Entschließung vom 19 . Dezember
                                                                              1984 auf dem Gebiet der Sicherheit im Straßenverkehr (4 )
                                                                              die Kommission aufgefordert, Vorschläge vorzulegen .
 in Erwägung nachstehender Gründe:
 Die Gemeinschaft hat die Aufgabe , durch die Errichtung                      Die Einheitliche Europäische Akte enthält eine neue politi­
eines gemeinsamen Marktes und schrittweise Annäherung                         sche und rechtliche Basis für die Entwicklung einer wissen­
 der Wirtschaftspolitiken der Mitgliedstaaten eine harmoni­                   schaftlichen und technologischen Strategie , wobei dem
 sche Entwicklung des Wirtschaftslebens innerhalb der                         Ziel , die industrielle Wetttbewerbsfähigkeit zu fördern ,
Gemeinschaft und engere Beziehungen zwischen ihren Mit­                       besondere Wichtigkeit beigemessen wird .
gliedstaaten zu fördern .
 Die Staats- und Regierungschefs haben die Bedeutung des                      Der Rat hat durch seinen Beschluß 87 / 51 6 / Euratom ,
 effizienten Straßenverkehrs , seinem Sicherheit und Umwelt­                  EWG ( 5 ) ein gemeinschaftliches Rahmenprogramm im
verträglichkeit als wesentlichen Faktor für das Wirtschafts­                  Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
wachstum und die soziale Entwicklung innerhalb des in                          ( 1987— 1991 ) angenommen , das Aktivitäten auf dem
Artikel 75 des Vertrages beschriebenen Rahmens hervorge­                      Gebiet der Anwendung von Informationstechnologie , Tele­
 hoben .                                                                      kommunikation und audiovisueller Technologie vorsieht ,
                                                                              um gemeinsamen sozialen Erfordernissen , insbesondere
                                                                              dem Straßenverkehr, Rechnung zu tragen .
(M ABl . Nr . C 355 vom 31 . 12 . 1987 , S. 1 , und ABl . Nr. C 146
      vom 3 . 6 . 1988 , S. 18 .
( 2 ) ABl . Nr . C 94 vom 11.4 . 1988 , S. 194 , und ABl . Nr . C 187
      vom 18 . 7 . 1988 .                                                     (<) ABl . Nr. C 341 vom 21 . 12 . 1984 , S. 1 .
( 3 ) ABl . Nr . C 347 vom 22 . 12 . 1987 , S. 26 .                           ( 5 ) ABl Nr . L 302 vom 24 . 10 . 1987 , S. 1 .
 ---pagebreak---                                                                                                                             30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 2                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
Nach Artikel 130 k des Vertrages erfolgt die Durchführung               Die Fortschritte in Straßenverkehrseffizienz und -Sicherheit
des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Programme ,                    werden zur Lösung des Problems der unerträglichen sozia­
die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt werden.                     len und sonstigen Folgen von Unfällen beitragen .
Der Rat hat in seinem Beschluß 87 / 95 / EWG (*) die Wich­              Konzertierte Bemühungen in diesem Bereich werden zur
tigkeit einer Normung auf dem Gebiet der Informations­                  Schaffung des Binnenmarktes beitragen und die Entstehung
technik und Telekommunikation anerkannt . Eine Zusam­                   neuer interner Hindernisse im Bereich der Verkehrssicher­
menarbeit in prä-normativer und vorwettbewerblicher For­                heit vermeiden .
schung und Entwicklung kann für die Entwicklung von
Standards einen wichtigen Beitrag leisten , besonders durch
Erleichterung der Entwicklung zu einem in Zukunft effi­                 Die Entwicklung von gemeinsamen Funktionsspezifikatio­
zienteren lind sichereren Straßenverkehr auf regionaler und             nen für Geräte und Dienste wird den Zusammenhalt in der
lokaler Ebene .                                                         Gemeinschaft stärken und es den weniger entwickelten
                                                                        Regionen erlauben , voll von den Anstrengungen der Mit­
                                                                        gliedstaaten zur profitieren , und so zu Verbesserungen bei
Der Wirtschafts- und Sozialausschuß hat vor allem auf die               der Entwicklung der Infrastrukturen für Transport- und
Bedeutung der elektronischen Verkehrshilfen auf Haupt­                  Verkehrsmanagement in der Gemeinschaft führen .
verkehrsstraßen und die Notwendigkeit der Verwirkli­
chung eines Gemeinschaftsprogramms über Straßensicher­
 heit hingewiesen .                                                      Die Entwicklung der Technologien für die Infrastruktur
                                                                         des Straßenverkehrs und der entsprechenden Dienste bietet
                                                                         eine breite Palette von Möglichkeiten für kleine und mitt­
 Die Kommission hat in ihrem Vorschlag für ein mittelfristi­             lere Unternehmen in der Geräteherstellung und der Bereit­
 ges Transportinfrastrukturprogramm speziell auf die                     stellung von spezialisierten Diensten innerhalb der Gemein­
                                                                         schaft .
 Bedeutung der Anregung technologischer Entwicklungen
 für bessere Verkehrsabwicklung hingewiesen . Dies ist
 wahrscheinlich von großem Wert für den Export und die                   Wenn es sich um vorwettbewerbliche Forschung handelt ,
 Vergrößerung des Binnenmarktes, wobei die neuen Tech­                   die die europäische Technologie fördert , ist es für Projekte ,
 nologien künftig eine Erhöhung der Produktivität und                    die im Zusammenhang EUREKA und DRIVE unternom­
 Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie sicherstel­             men werden , sinnvoll , einander zu ergänzen und zu unter­
 len können .                                                            stützen .
 Nach dem Beschluß 87 / 516 / Euratom , EWG sollen                       Die Kommission hat beim zweiten EUREKA-Ministertref­
 gemeinschaftliche Forschungsaktionen vor allem die wis­                 fen in London (Juni 1986 ) ihren Wunsch bekundet , Projek­
 senschaftlichen und technologischen Grundlagen der euro­                te , die sich auf Straßensicherheit und Navigation beziehen ,
 päischen Industrie insbesondere in strategischen Bereichen              zu unterstützen .
 der Spitzentechnologie verstärken sowie deren internatio­
 nale Wettbewerbsfähigkeit fördern . Gemeinschaftliche Ak­
 tionen sind nach diesem Beschluß dann gerechtfertigt ,                   Die Schaffung oder Konsolidierung eines spezifisch euro­
 wenn die Forschungen unter anderem zur Stärkung des                     päischen Industriepotentials in den betroffenen Technolo­
 wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemein­                 gien ist eine dringende Notwendigkeit. Seine Nutznießer
 schaft und zur Förderung ihrer harmonischen Entwicklung                 müssen Industrie , Netzwerkbetreiber , Forschungseinrich­
 in allen Bereichen beitragen und zugleich um wissenschaft­               tungen , Unternehmen , einschließlich kleiner und mittlerer
 liche und technische Qualität bemüht sind . Mit dem                      Betriebe , und andere Einrichtungen sein , die in der
 DRIVE-Programm ( Dedicated Road Infrastructure for                       Gemeinschaft ansässig sind und sich zur Erreichung dieser
 Vehicle Safety in Europe ) soll ein Beitrag zur Verwirkli­              Ziele am besten eignen .
 chung dieser Ziele geleistet werden .
                                                                         Auf Gemeinschaftsebene durchgeführte Voruntersuchun­
 Durch die Einführung von mobilen Kommunikationsdien­                    gen haben den Wunsch von Teilnehmern an EUREKA, die
 sten und den fortschreitenden Einsatz der Informatik im                 Vorteile einer gemeinschaftsweiten Zusammenarbeit in die­
 Kraftfahrzeug werden die Bedingungen geschaffen, um in                  sem Bereich zu nutzen , bestätigt .
 bezug auf Verkehrsmanagement, Verringerung der Um­
 weltbelastung durch den Straßenverkehr und Verkehrs­
 sicherheit bedeutende Verbesserungen zu erzielen .                      In der Definitionsphase des Prometheus-EUREKA-Vorha­
                                                                         bens wurde die Erreichbarkeit der Ziele bestätigt und
                                                                         festgestellt, was die Gemeinschaft im einzelnen zu ihrer
 Die Entwicklungen in Straßenverkehrseffizienz und -Sicher­              Verwirklichung unternehmen muß.
 heit werden der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der
 europäischen Volkswirtschaften im allgemeinen und der                    Bei jeder vorwettbewerblichen Tätigkeit im Zusammen­
 Industrie im besonderen nützen .                                         hang mit einem Vorhaben , das in Abstimmung mit einem
                                                                          gemeinschaftlichen Technologieprojekt durchgeführt wird,
                                                                          sind die Grundsätze für Vorhaben mit gemeinschaftlicher
 (>) ABl . Nr . L 36 vom 7 . 2 . 1987 , S. 31 .                           Kostenbeteiligung einzuhalten, vor allem bei der grenzüber­
 ---pagebreak---                                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr . L 206 / 3
30 . 7 . 88
schreitenden Zusammenarbeit und der Einbeziehung klei­                                           Artikel 2
ner und mittlerer Unternehmen .
                                                                Das Programm sieht die Entwicklung eines gemeinsamen
Es liegt im Gemeinschaftsinteresse, die wissenschaftliche       konzeptionellen Rahmens für die Zusammenarbeit, pränor­
und finanzielle Basis europäischer Forschung durch stärke­      mative Arbeiten und die Erforschung der Technologieop­
re Beteiligung von Teilnehmern aus europäischen Drittlän­       tionen sowie die Untersuchung der nichttechnologischen
dern an bestimmten Gemeinschaftsprogrammen , insbeson­          Faktoren vor , die für das Ziel einer Konzertierung der
dere wenn sie eine Zusammenarbeit in der Forschung und          europäischen Anstrengungen zur Verbesserung der Stra­
Entwicklung von Straßenverkehrstechnologie vorsehen , zu        ßenverkehrseffizienz , Straßenverkehrssicherheit und Redu­
konsolidieren .                                                 zierung der Umweltbelastung notwendig sind . Die Arbeiten
                                                                beinhalten folgende Teilbereiche :
Das DRIVE-Programm wird sowohl aus den Ergebnissen                 I. Straßenverkehrsinformatik ( RTI)-Technologien
von ESPRIT und RACE als auch aus den fortdauernden
Bemühungen auf dem Gebiet der Standardisierung Nutzen             II . Bewertung strategischer Optionen
ziehen .
                                                                III . Spezifikationen, Protokolle und Standardisierungsvor­
                                                                       schläge .
Die Kommission beabsichtigt ferner , Gemeinschaftspro­
gramme im Bereich der Anwendung der Informationstech­
nologien und der Telekommunikation in anderen Ver­              Die Zusammenfassung und Zielsetzungen des Programms
kehrssektoren wie Eisenbahn-, See- und Luftverkehr vorzu­       werden in Anhang II näher beschrieben .
schlagen .
Die Durchführung konzertierter Aktionen im COST-Rah­                                              Artikel 3
men bildet eine wesentliche Ergänzung industriell orientier­
ter Forschungs- und Entwicklungsprojekte .                      ( 1 ) Die dem Programm entsprechenden Vorhaben werden
                                                                auf der Basis von Kostenteilungsverträgen durchgeführt .
Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For­          Von den Vertragsnehmern wird erwartet, daß sie einen
schung ( CREST ) hat Stellung genommen —                         beträchtlichen Teil der Kosten tragen , der in der Regel bei
                                                                 mindestens 50 v . H. der Gesamtausgaben liegen sollte.
                                                                 Bei Universitäten und Forschungsinstituten , die Vorhaben
                                                                 durchführen , kann die Gemeinschaft bis zu 100 v . H. der
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN :
                                                                 damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben tragen .
                                                                 ( 2 ) Angebote für die Vorhaben werden in der Regel auf
                           Artikel 1                             offene Ausschreibungen hin unterbreitet und müssen die
                                                                 Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängi­
 ( 1 ) Ein Gemeinschaftsprogramm auf dem Gebiet der Stra­        gen Partnern aus mindestens zwei Mitgliedstaaten vorse­
ßenverkehrsinformatik und -telekommunikation DRIVE               hen . Mindestens einer der Partner muß ein Industrieunter­
wird für einen Anfangszeitraum von 36 Monaten angenom­           nehmen sein . Die Ausschreibung erfolgt durch Veröffentli­
men , der am 1 . Juni 1988 beginnt.                              chung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften.
( 2 ) Das Programm ist in Abstimmung mit öffentlichen            ( 3 ) In außergewöhnlichen Fällen von Vorhaben , die zur
und privaten Maßnahmen auf dem Gebiet der Straßenver­            Erfüllung entscheidender Anforderungen des Arbeitsplans
kehrsinformatik , die auf nationaler und internationaler         unerläßlich sind , kann nach den Verfahren des Artikels 8
Ebene unternommen werden , dazu bestimmt , die Wettbe­           beschlossen werden , von den allgemeinen Bestimmungen
werbsfähigkeit der Industrie , Netzwerkbetreiber und             der Absätze 1 und 2 des vorliegenden Artikels abzuwei­
Dienstleistungsanbieter in der Gemeinschaft zu fördern , um      chen ,
so dem Endverbraucher die Verbesserungen in der Straßen­         — wenn ein Vorschlag darauf hinausliefe , daß
verkehrseffizienz und - Sicherheit zum minimalen Preis und
mit minimaler Verzögerung zur Verfügung zu stellen sowie                  i ) die Beteiligten , insbesondere die kleinen und mittle­
die Umweltbelastung durch Straßenverkehr auf ein Min­                         ren Unternehmen und die Forschungszentren , unzu­
destmaß zu verringern und damit zu den sozialen und                           mutbare Belastungen zu tragen hätten ,
wirtschaftlichen Zielen beizutragen .                                    ii ) lediglich ein unabhängiger Partner oder
                                                                       iii ) nur unabhängige Partner aus demselben Mitglied­
 ( 3 ) Das Programm schließt Gemeinschaftsmaßnahmen in                        staat beteiligt würden , oder
 bezug auf die EUREKA-Aktionen auf diesem Gebiet, insbe­         — wenn ein offenes Ausschreibungsverfahren aus Kosten­
 sondere PROMETHEUS , EUROPOLIS und CARMINET ,                         oder Effizienzgründen nicht gerechtfertigt wäre oder
 ein , die die Standardisierung und gemeinsame Funktions­
 spezifikationen für die Entwicklung fortschrittlicher Infra­    — wenn der gemeinschaftliche Beitrag zu den Kosten
 struktursysteme betreffen .                                            1 Million ECU nicht übersteigt.
 ---pagebreak---                                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 4
(4 ) Die Verträge für sämtliche Teile des Programms wer­            — den Maßnahmen , die in bezug auf die Beurteilung jedes
den mit Netzwerkbetreibern , Forschungsanstalten , Univer­                 einzelnen Teils des Programms durch entsprechende
sitäten, Unternehmen , einschließlich kleiner und mittlerer                Organisationen , Gruppen und andere Stellen zu ergrei­
Unternehmen , und anderen in der Gemeinschaft ansässigen                   fen sind ;
Einrichtungen geschlossen .                                          — der Bewertung der vorgeschlagenen Vorhaben und der
                                                                           Schätzung des finanziellen Beitrags der Gemeinschaft zu
                                                                           diesen Vorhaben , sofern dieser 2,5 Millionen ECU
                             Artikel 4                                     übersteigt ;
                                                                     — der Beteiligung europäischer Organisationen und
Wenn zwischen nicht der Gemeinschaft angehörenden                          Unternehmen gemäß Artikel 4 an einem Vorhaben .
europäischen Ländern und der Gemeinschaft Rahmenab­
kommen über wissenschaftliche und technische Zusam­
menarbeit geschlossen worden sind, können sich Organisa­             ( 5 ) Die Kommission kann den in Artikel 7 genannten
tionen und Unternehmen aus diesen Ländern nach den                   Ausschuß zu jeder Angelegenheit anhören , die in den
Verfahren der Artikel 3 und 8 und unter Zugrundelegung               Geltungsbereich dieser Entscheidung fällt .
des Kriteriums des gegenseitigen Nutzens als Partner an
einem Vorhaben beteiligen , das im Rahmen dieses Pro­
gramms durchgeführt wird.
                                                                                                 Artikel 7
                                                                      Die Kommission wird bei der Durchführung ihrer Aufga­
                             Artikel 5
                                                                      ben von einem Verwaltungsausschuß ( im folgenden „Aus­
                                                                      schuß" genannt) unterstützt. Der aus je zwei Vertretern je
 ( 1 ) Der für erforderlich gehaltene Beitrag der Gemein­             Mitgliedstaat bestehende Ausschuß wird von der Kommis­
 schaft zur Durchführung des Programms einschließlich der             sion auf der Grundlage von Bestellungen durch die Mit­
 Personalausgaben, die nicht mehr als 4,5 v . H. des Beitrags         gliedstaaten eingesetzt .
 der Gemeinschaft ausmachen dürfen , beläuft sich bei einer
 Laufzeit von 36 Monaten auf 60 Millionen ECU .
                                                                      Die Mitglieder des Ausschusses können sich entsprechend
                                                                      der Art der zu erörternden Fragen von Sachverständigen
                                                                      oder Beratern unterstützen lassen .
 ( 2 ) Die vorläufige Aufschlüsselung dieser Mittel ist in
Anhang I wiedergegeben .
                                                                      Den Vorsitz im Ausschuß führt ein Vertreter der Kommis­
                                                                      sion .
                             Artikel 6                                Die Arbeit des Ausschusses ist vertraulich . Der Ausschuß
                                                                      gibt sich eine Geschäftsordnung. Die Sekretariatsgeschäfte
  ( 1 ) Die Kommission trägt dafür Sorge , daß das Programm           werden von der Kommission wahrgenommen .
 ordnungsgemäß durchgeführt wird, und legt die hierfür
  erforderlichen Maßnahmen fest .
                                                                                                  Artikel 8
  ( 2 ) Die Kommission trägt Sorge für die Festlegung von
  Verfahren , die durch einen regelmäßigen Informationsaus­
  tausch zwischen dem Ausschuß gemäß Artikel 7 und den                ( 1 ) Wird auf das Verfahren dieses Artikels Bezug genom­
                                                                      men , so befaßt der Vorsitzende des Ausschusses diesen von
  zuständigen COST-Verwaltungsausschüssen eine angemes­
  sene Zusammenarbeit mit COST-Aktionen in den unter das              sich aus oder auf Antrag eines seiner Mitglieder .
  Programm fallenden Forschungsbereichen ermöglichen .
                                                                      ( 2 ) Nach diesem Verfahren unterbreitet der Vertreter der
                                                                      Kommission , der den Vorsitz führt , dem Ausschuß den
  ( 3 ) Die Kommission wird jedes Jahr einen Arbeitsplanent­          Entwurf der geplanten Maßnahmen . Der Ausschuß gibt
  wurf erstellen und wenn nöitg auf den neuesten Stand                innerhalb einer Frist , die in der Regel einen Monat beträgt ,
  bringen , in dem die detaillierten Ziele, die Art der durchzu­      auf keinen Fall aber zwei Monate überschreiten darf, eine
  führenden Vorhaben und Aktionen und die entsprechenden              Stellungnahme ab . Die Stellungnahme ergeht mit der Mehr­
  Finanzpläne festgelegt sind . Die Kommission unterrichtet           heit, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für Beschlüs­
  das Parlament über die Fortschritte der jährlichen Arbeits­         se festgelegt ist , die vom Rat auf Vorschlag der Kommis­
  pläne .                                                             sion zu fassen sind , wobei die Stimmen der Vertreter der
                                                                      Mitgliedstaaten entsprechend den dort vorgesehenen
                                                                      Bestimmungen gewogen werden . Der. Vorsitzende nimmt
  (4 ) Das Verfahren des Artikels 8 wird angewandt bei
                                                                      an der Abstimmung nicht teil .
  — der Erstellung und Aktualisierung des in Absatz 3
        genannten jährlichen Arbeitsplans ;
                                                                      (3 ) Die Kommission erläßt die vorgeschlagenen Maßnah­
  — Abweichungen von den in Artikel 3 Absätze 1 und 2                 men , wenn sie der Stellungnahme des Ausschusses entspre­
        festgelegten allgemeinen Bedingungen ;                        chen .
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschatten                            Nr . L 206 / 5
Entsprechen die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht der                Kommission alle geeigneten Informationen über die unter
Stellungnahme des Ausschusses oder ist keine Stellungnah­          diese Entscheidung fallenden Tätigkeiten aus , soweit sie
me ergangen, so unterbreitet die Kommission dem Rat                dazu Zugang haben und die Weitergabe der Informationen
unverzüglich einen Vorschlag. Der Rat beschließt mit qua­          zulässig ist, unabhängig davon, ob die Tätigkeiten unter
lifizierter Mehrheit .                                             ihrer Zuständigkeit geplant oder ausgeführt werden oder
                                                                   nicht .
Hat der Rat innerhalb einer Frist, die in keinem Fall zwei
Monate ab dem Tag seiner Befassung überschreiten darf,             ( 2) Die Informationen werden nach einem Verfahren aus­
keinen Beschluß gefaßt , so trifft in den Fällen des Artikels 6    getauscht , das von der Kommission nach Anhörung des
Absatz 4 die Kommission die vorgeschlagenen Maßnah­                Ausschusses definiert wird ; sie werden auf Ersuchen des
men .                                                              Informanten vertraulich behandelt .
                          Artikel 9
                                                                                           Artikel 11
( 1 ) Das Ergebnis des Programms wird von der Kommis­
sion nach achtzehn Monaten überprüft. Die Kommission               Diese Entscheidung gilt mit Wirkung vom 1 . Juni 1988 .
unterrichtet den Rat und das Europäische Parlament über
die Ergebnisse dieser Überprüfung.
                                                                                           Artikel 12
(2 ) Nach Abschluß des Programms übermittelt die Kom­
mission dem Rat und dem Europäischen Parlament einen               Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet .
Bericht über die Durchführung und die Ergebnisse des
Programms .
( 3 ) Die obengenannten Berichte werden anhand der
genauen Zielsetzungen gemäß Anhang II dieser Entschei­
dung und gemäß Artikel 2 Absatz 2 des Rahmenpro­                   Geschehen zu Luxemburg am 29 . Juni 1988 .
gramms erstellt.
                         Artikel 10                                                                Im Namen des Rates
                                                                                                       Der Präsident
( 1 ) Im Rahmen der Aktivitäten zur Abstimmung gemäß
Artikel 1 Absatz 2 tauschen die Mitgliedstaaten und die                                             H. RIESENHUBER
 ---pagebreak---                                                                                                                                           30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 6                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                                       ANHANG I
                                                 VORLÄUFIGE INTERNE MITTELAUFTEILUNG
                                                                                                        geschätzter Beitrag der
                                                                                                  Gemeinschaft (in Millionen ECU )
                TEIL 1 :      RTI-TECHNOLOGIEN                                                                  32,9
                              A. Grundlegende und ergänzende RTI-Technologien
                                   a) Spezifische Komponenten
                                   b ) Kommunikationsoptionen
                                   c) Techniken für den Dialog zwischen Fahrzeugen
                              B. RTI-Softwaretechnologien
                                   a ) Software-Systeme
                                   b ) Entwicklungsinstrumente
                              C. Der Faktor Mensch und die Schnittstelle Mensch /
                                   Maschine
                                                                                                l
                              D. Fehlertoleranz
                Teil II :     BEWERTUNG STRATEGISCHER OPTIONEN                                                  12,0
                              A. Verfeinerung der Ziele
                              B. Bewertungswerkzeuge
                              C. Entwicklung von Durchführungsszenarien
                TEIL III: VORSCHLÄGE FÜR SPEZIFIKATION , PROTOKOLLE
                              UND NORMEN                                                                         9,9
                              A. Definition von Anforderungen und spezifischen Zie­
                                   len
                               B. Nutzung von Bewertungswerkzeugen                              I
                               C. Entwicklung funktioneller Spezifikationen und Nor­            \
                                   mungsvorsehläge
                               D. Aufstellung von Leitlinien für die Ausarbeitung von
                                   Rechstvorschriften
                PERSONALKOSTEN                                                                                   3,5 (»)
                VERWALTUNGSKOSTEN                                                                                 1,7
              \                                                                                                   60,0
                ( i ) Diese Summe (3,5 Millionen ECU) setzt sich zusammen aus 0,8 Millionen ECU für die in der Anlaufphase erforderlichen
                      Arbeitskräfte und 2,7 Millionen ECU (4,5 % ) für das Kommissionspersonal.
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften               Nr . L 206 / 7
                                                       ANHANG II
                          ZUSAMMENFASSUNG DES PROGRAMMS UND ZIELSETZUNGEN
                                                 INHALTSVERZEICHNIS
            1.    ÜBERGEORDNETE ZIELSETZUNGEN                                             8
            2.    ANSATZ                                                                  9
            3.    HAUPTPROBLEME                                                           9
            4.    AUFBAU DES ARBEITSPLANS                                                12
            4.1   Rolle des DRIVE-Verwaltungsausschusses und des DRIVE-Teams             12
            4.2   Entwicklung des Arbeitsplans                                           12
            4.3   Meilensteine                                                           14
            5.    ZU UNTERSUCHENDE TECHNOLOGISCHE ASPEKTE                                14
            5.1   Grundlegende und ergänzende RTI-Technologien                           14
            5.1.1 Spezifische Komponenten                                                14
            5.1.2 Kommunikationsoptionen                                                 15
            5.1.3 Techniken für den Dialog zwischen Fahrzeugen                           15
            5.2   RTI-Softwaretechnologien                                               15
            5.2.1 Software-Systeme                                                       15
            5.2.2 Entwicklunginstrumente                                                 15
            5.3   Der Faktor Mensch und die Schnittstelle Mensch / Maschine              16
            5.4   Fehlertoleranz                                                         16
            6.    BEWERTUNG STRATEGISCHER OPTIONEN                                       16
            6.1   Verfeinerung der Ziele                                                 16
            6.2   Bewertungswerkzeuge                                                    16
            6.3   Entwicklung von Durchführungsszenarien                                 18
            7.    SPEZIFIKATIONEN , PROTOKOLLE UND NORMUNGSVORSCHLÄGE                    18
            7.1   Definition von Anforderungen und spezifischen Zielen                   18
            7.2   Nutzung von Bewertungswerkzeugen                                       18
            7.3   Entwicklung funktioneller Spezifikationen und Normungsvorschläge       19
            7.4   Aufstellung von Leitlinien für die Ausarbeitung von Rechtsvorschriften 19
 ---pagebreak---                                                                                                                                                    30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 8                                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                      ZUSAMMENFASSUNG DES PROGRAMMS UND ZIELSETZUNGEN H
               1.              ÜBERGEORDNETE ZIELSETZUNGEN
                               Neue Technologien im Bereich der Straßenverkehrsinformatik (RTI) werden einen Durchbruch
                               hinsichtlich der Verkehrssicherheit, eine bedeutende Verbesserung der Effizienz im Transportwesen
                               und eine erhebliche Verringerung der Umweltbelastung ermöglichen .
                               DRIVE soll für Maßnahmen der Regierungen bei der beschleunigten Einführung potentiell vielver­
                               sprechender Entwicklungen in Europa den Rahmen bilden.
                               DRIVE ist ein Beitrag zur Schaffung eines günstigen Umfeldes für einen integrierten Straßenverkehr
                               (Integrated Road Transport Environment — IRTE ). Dies bedeutet unter anderem , daß DRIVE alle
                               Arten von Straßenverkehr erfaßt, nicht nur den privaten PKW-Verkehr, sondern auch den
                               öffentlichen Straßenverkehr, Gütertransport sowie Fahrzeuge und Verkehrsteilnehmer wie Radfah­
                               rer und Fußgänger.
                               Dieses Gemeinschaftsprogramm wird sich zunächst auf die Erfordernisse konzentrieren, die sich für
                               gemeinsame Infrastruktur-Technologien ergeben, sowie auf die technologischen und organisatori­
                               schen Fragestellungen, die die öffentliche Hand betreffen. Es wird darauf ausgerichtet sein, die
                               kooperativen Bemühungen von Industrie und Forschung, die bereits in Gang sind, unter Berücksich­
                               tigung der Erfordernisse der öffentlichen Verwaltungen zu ergänzen. Außerdem soll das Programm
                               helfen, industrielle und infrastrukturelle Prioritäten aufeinander abzustimmen, um die pränormative
                               Arbeit zu beschleunigen, die im Hinblick auf die Schaffung eines günstigen Umfeldes für einen
                               integrierten Straßenverkehr (IRTE ) erforderlich ist.
                                Für die Industrie ist eine Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen erforderlich ; die Industrie hat
                                eine solche Zusammenarbeit ausdrücklich vorgeschlagen . Dies ergibt sich aus den einzuführenden
                                Systemen selbst, die eine Reihe von Maßnahmen erfordern:
                                — Erarbeitung gemeinsamer Normen zumindest auf europäischer Ebene,
                                — Entwicklung, Einführung und Verwaltung des infrastrukturellen Teils der Systeme,
                                — öffentliche Zustimmung zu Systemen, die das Fahrzeugverhalten in bezug auf die Sicherheit
                                    verändern ,
                                — Durchführungsbestimmungen .
                                Kurz gesagt: im Zusammenhang mit der effektiven und rechtzeitigen Einführung von RTI-Techno­
                                logien ergibt sich eine sinnvolle Verteilung der jeweils notwendigen Arbeiten auf DRIVE , EUREKA
                                sowie auf andere Programme im Bereich der Straßenverkehrsinformatik.
                                Angesichts dieser Aufgabenteilung lassen sich die angestrebten Ergebnisse des DRIVE-Programms
                                wie folgt beschreiben:
                                — Festlegung der besten System-Optionen und der optimalen Strategie für ihre Einführung,
                                — Empfehlungen, denen industrielle Produkte und regionale Infrastrukturen in Europa entsprechen
                                     sollten ,
                                — Leistungsspezifikationen und Normen , anhand deren die Industrie die entsprechenden Kompo­
                                    nenten entwickeln kann ,
                                — gegebenenfalls die Durchführung von Pilotvorhaben, einschließlich der erforderlichen Bereitstel­
                                     lung der Ausrüstungen
                                 Um diese Ziele zu erreichen , wird es in einem Zwischenstadium erforderlich sein , den öffentlichen
                                 Bedarf ebenso wie die Kosten und möglichen Vorteile zu benennen bzw. aufzuzeigen; dies gilt auch
                                 für die Entscheidung über Optionen und die Entwicklung entsprechender Bewertungswerkzeuge.
                                 Ebenso wird es notwendig sein , Lücken in bereits laufenden Initiativen der Industrie festzustellen .
                ( l ) Diese Programmzusammenfassung und Zielsetzungen sind Teil des Vorschlags für das DRIVE-Programm. Es handelt sich
                      um einen Überblick über alle wichtigen Elemente , ohne daß jedoch eine detaillierte Beschreibung der Struktur bzw . der
                      eigentlichen Aufgabenstellung des Programms gegeben würde. Hierzu wird auf den Entwurf des DRIVE-Arbeitsplans
                      verwiesen . Dieser Arbeitsplan ist ein detailliertes technisches Dokument , das sich mit dem technologischen Fortschritt und
                      den Erfordernissen der Nachfrage weiter entwickeln wird . Der Arbeitsplan muß dem Verwaltungsausschuß jährlich zur
                      Genehmigung vorgelegt werden.
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr . L 206 / 9
            2. ANSATZ
               Im folgenden wird eine gezielte Strategie für die zu bewältigenden Aufgaben beschrieben, die im
               wesentlichen für die ersten drei Jahre des DRIVE-Programms gelten soll .
               Es ist ein systematischer und gut durchdachter Ansatz erforderlich . Die Dringlichkeit eines solchen
               Ansatzes steht außer Zweifel — worum es vor allem geht, ist die Erarbeitung der optimalen Lösung
               hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Aspektes .
               In diesem Sinn besteht die wichtigste Aufgabe in der Festlegung eines Rahmens , innerhalb dessen
               1 . alle Beteiligten angemessen vertreten sind;
               2 . die Bedürfnisse dieser Beteiligten und die Zwänge, denen sie unterliegen , ermittelt werden;
               3 . ein System-Ansatz gewählt werden soll , um zur Integration der ermittelten Bedürfnisse zu
                   kommen. Dies bedeutet für die Systementwicklung einen Ansatz „von oben nach unten", d. h .
                   durch funktionale Spezifikationen,
               4 . die verschiedenen denkbaren Systeme hinsichtlich ihrer technisch-wirtschaftlichen Durchführbar­
                   keit sowie im Lichte der funktionalen Spezifikationen zu bewerten sind ;
               5 . Szenarien zu entwickeln sind , auf deren Grundlage rechtzeitig eine Implementierungsstrategie
                   festgelegt werden kann. Dieser Teil der Arbeit muß voraussichtlich in mehreren Schritten
                   durchgeführt werden . Er sollte sicherstellen, daß das System offen bleibt und die Einbeziehung
                   künftiger Sub-Systeme zuläßt;
               6 . ein Arbeitsplan mit Empfehlungen für künftige Forschungsarbeiten festgelegt werden kann .
               Im Interesse von Wirksamkeit, Leistungsfähigkeit und wirtschaftlicher Optimierung ist es wichtig,
               daß der Ansatz „von oben nach unten" (System-Ansatz) beibehalten wird. In den Beratungen und bei
               der Definition der Funktionen wird dieser Ansatz gewählt werden. Die Prüfung und Bewertung
               vorhandener Systeme und Technologien wird Optimierung gewährleisten, und zwar durch die
               Entwicklung und Anwendung von Referenz- oder Bemessungs-Kriterien. Auf diese Weise können
               induktiv abgeleitete Forschungsergebnisse in bezug auf übergeordnete komplexere funktionale
               Spezifikationen bewertet werden.
            3. HAUPTPROBLEME
               Fragmentierung ist ein wesentliches Merkmal der derzeitigen Angebots- und Nachfragestruktur.
               Durch Konzertation und iteratives Verfahren wird DRIVE die verschiedenen betroffenen Parteien
               mit den Möglichkeiten vertraut machen, die sich aus der koordinierten , europaweiten Einführung
               von RTI ergeben . Implizit werden hierbei die Nachteile deutlich werden , die sich aus fehlender
               europäischer Zusammenarbeit ergeben ; ein weiterer Marktanteil im Bereich der Informationstechno­
               logien würde ausländischen Wettbewerbern überlassen.
               Die Gemeinschaft sollte den Rahmen schaffen, in dem die großmaßstäblichen Investitionen für die
               StraßenVerkehrsinformatik ( RTI) vorgenommen werden können.
               Außerdem ist es erforderlich, die funktionalen Erfordernisse völlig neu zu überdenken , wie die
               Unangemessenheit derzeitiger Strategien belegt.
               Bereits bestehende Projekte im Bereich Straßenverkehrsinformatik (wie etwa PROMETHEUS und
               EUROPOLIS), die von nationalen Behörden oder von der Industrie unterstützt werden , geben
               ihrerseits einen Rahmen vor, der nationalen Stellen die Möglichkeit gibt, Leitlinien zu entwickeln ,
               neue Vorschläge bzw. Systeme zu bewerten und Strategien zur Anwendung neuer Systeme zu
               entwickeln . Die Arbeit im Rahmen von DRIVE wird sich vor allem auf Spezifikationen , Protokolle
               und Normen beziehen, die für europaweite Infrastrukturen und Informationssysteme erforderlich
               sind. Dies muß in einem europäischen Zusammenhang geschehen , um Fragmentierung bzw.
               Doppelarbeit zu vermeiden und um die Gefahr des Scheiterns zu reduzieren.
               Straßenverkehrssysteme sind äußerst dynamisch; Verbesserungen im Netz wirken sich unmittelbar
               auf Verkehrsfluß und -dichte aus; der daraus sich ergebende „Rückkoppelungseffekt" muß über­
               wacht und bewertet werden .
               Strategie
               Eine abgestimmte Strategie wird ein Höchstmaß an Synergie mit anderen Programmen (Gemein­
               schaftsprogramme, nationale oder private Programme) sicherstellen.
               Vom ersten Jahr kann man erwarten , daß es hinsichtlich der funktionalen Erfordernisse aller
               Beteiligten des Sektors den besten Kompromiß bringen wird — unter Berücksichtigung vorgegebener
               Sachzwänge und Möglichkeiten (Technologien, Vorschriften und andere Bereiche).
 ---pagebreak---                                                                                                                       30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 10                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                Der Ansatz von DRIVE besteht darin, den bestmöglichen Weg für die Einführung zuvor ausgewähl­
                ter RTI-Technologien und -Systeme zu finden, um danach ihre praktische Anwendung in den
                Bereichen zu unterstützen, in denen öffentlicher Bedarf und öffentlicher Nutzen erkennbar sind. In
                diesem Sinn ist die Arbeit im Rahmen von DRIVE sowohl vorwettbewerblich als auch prä-normativ.
                Jedoch sollte die mögliche Auswirkung des Programms auf eine Reihe von Industriesektoren in
                Europa nicht unterschätzt werden. Frühzeitige Absprachen zwischen den Beiteiligten hinsichtlich
                offener Normen und der Anforderungen die die Einführung von RTI fördern, werden parallel zu
                dreierlei Ergebnissen führen:
                — Entstehung eines größeren potentiellen Marktes
                — mögliche Stückkostendegression für die Hersteller
                 — Minimierung der Investitionsrisiken für die Hersteller (bereits erforschte Akzeptanz seitens der
                     Benutzer; die Regierungen der Mitgliedstaaten haben auf der Grundlage von DRIVE-Empfeh­
                     lungen bereits Programme für die Auftragsvergabe erstellt).
                 Insofern schließt der DRIVE-Ansatz indirekt auch industrielle Entwicklungsziele auf europäischer
                 Ebene ein. Die Optimierung der DRIVE-Aufgabenstellung wird daher ausdrücklich Verfahren und
                 Instrumente zur Erkennung und Nutzung von Möglichkeiten zur Kostenteilung mit anderen , parallel
                 laufenden Projekten im Rahmen von EUREKA, innerhalb des „Forschungs-Rahmenprogramms" der
                 Gemeinschaft und anderswo einbeziehen .                                      ^
                 DRIVE wird die Regierungen der Mitgliedstaaten dabei unterstützen, die sozialen und wirtschaft­
                 lichen Herausforderungen im Bereich Straßenverkehrseffizienz und -Sicherheit zu bewältigen und
                 ihre Partnerschaft mit der Industrie auf diesem Gebiet zu überdenken . Hierfür werden Informatio­
                 nen über geplante Entwicklungen und Investitionen benötigt. Koordination auf europäischer Ebene
                 ist Vorbedingung für die erfolgreiche Einführung der Technologien, da Kapitalinvestitionen in
                 erheblichem Umfang erst dann erwartet werden können, wenn sich Regierungen hinsichtlich ihrer
                 eigenen Prioritäten festgelegt haben. Daher ist eine der Zielsetzungen von DRIVE auch, die
                 Produktivität des von Regierungen und Industrie investierten Kapitals zu erhöhen .
                 System-Forschung
                 Zu einem relativ frühen Zeitpunkt wird es erforderlich sein , die Aspekte und Merkmale des IRTE zu
                 identifizieren , die eine wesentliche Rolle spielen werden .
                  Die Entscheidungen über die für den Aufbau des Systems erforderlichen Elemente werden einschlie­
                  ßen :
                  1 . Klassifizierung des Umfeldes für Straßenverkehr (städtisch , Einzugsbereich von Städten , zwi­
                      schen Städten , Verkehr im ländlichen Raum); Bestimmung der Merkmale der einzelnen
                      Kategorien sowie der Auswirkungen, die sie einzeln bzw. kombiniert auf die Anforderungen des
                      Systems haben; empfohlene Optionen und Prioritäten;
                  2. Ermittlung der Anforderungen der verschiedenen StraßenVerkehrsarten;
                  3 . Typisierung der Verkehrsbewegungen nach Grund/ Zweck (Fahrt zur Arbeit, Lieferungen,
                      Fahrten zum Einkaufen, Freizeit, Urlaubsreisen ); Entwicklung der Nachfrage (einschließlich der
                      Auswirkung unterschiedlicher Arbeits- bzw. Geschäftsöffnungszeiten sowie Hauptreisezeiten für
                      Urlaubsfahrten ); zeitliche Variabilität von Verkehrsbewegungen ;
                  4 . Anforderungen von Sonderdiensten ; Notfall , Polizei, Taxi, Touristenverkehr;
                  5 . Bedürfnisse besonderer Kategorien von Verkehrsteilnehmern: Behinderte, ältere Personen ,
                       Fußgänger, Radfahrer, Kinder;
                  6 . frühzeitige Klärung politischer Optionen , Vorbereitung der Konsensfindung und Kooperation
                       bei der Entscheidungsfindung — all dies sind entscheidend wichtige Punkte für die erfolgreiche
                       Entwicklung des Programms. Bereiche, in denen Einvernehmen erzielt werden muß, sind unter
                       anderem: die relative Priorität des Individualverkehrs gegenüber dem öffentlichen Verkehr auf
                       den verschiedenen Ebenen ( städtisch , zwischen den Städten usw.) des IRTE ; Verlagerung
                       verschiedener zu transportierender Güter (speziell Frachtgüter) auf die Schiene und Bedeutung
                       kombinierter Transportmöglichkeiten; jeweilige Ansiedlung der RTI-Intelligenz: im Fahrzeug
                       oder in der Infrastruktur ;
                  7. Präzisierung der Einschränkungen und Möglichkeiten, die dem IRTE inhärent sind, sowie
                        Ermittlung ihrer zu erwartenden Auswirkungen auf Entwicklungstempo und Implementierung
                        der DRIVE-Maßnahmen in Europa. Dazu gehört auch die Ermittlung der wesentlichen
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . L 206 / 11
                infrastrukturellen Unterschiede (Transport und Telekommunikation) sowie deren Einfluß auf
                den System-Aufbau (zeitliche Abfolge der Implementierung, Notwendigkeit eines offenen
                Systems, das künftige Weiterentwicklung nicht unmöglich macht) und die Feststellung der
                allgemeinen Verfügbarkeit der Ressourcen;
            8 . organisatorische Probleme des Sektors , die wegen des fragmentarischen und unkoordinierten
                Charakters bereits laufender Initiativen von entscheidender Bedeutung sind . Hierbei geht es etwa
                um die EUREKA-Projekte — genauer um die Frage, wie sie mit DRIVE gekoppelt werden
                können, aber auch um bestehende Kompetenzen und / oder Verantwortlichkeiten der verschiede­
                nen Stellen , die für IRTE verantwortlich sind (diese Abstimmung ist derzeit nicht optimal , würde
                es aber bei Einführung von RTI zunehmend werden), und was getan werden könnte, um hier zu
                einer Besserung zu gelangen .
            9 . Ermittlung der Themen / Probleme, für die verbindliche Lösungen vorzusehen sind und für die
                demnach auf Gemeinschaftsebene oder auf Ebene der Mitgliedstaaten durch Gesetze oder
                Verordnungen Änderungen vorgenommen werden müssen.
             Tragweite von DRIVE
              Hierbei geht es darum , daß dem öffentlichen Interesse in vollem Umfang und optimal Rechnung
              getragen wird. Die vom Programm zu erwartenden Ergebnisse sollten die Veränderungen zur Folge
              haben , die erforderlich sind, um die in bezug auf StraßenVerkehrssicherheit, Verkehrsstaus und
              Umweltbelastung formulierten Ziele zu erreichen.
            Allgemeine Ergebnisse:
            — Festlegung realistischer Ziele und Aufgaben mit entsprechendem Zeithorizont und ausreichender
                 Präzision , um den Beteiligten die Möglichkeit zu geben , im Rahmen des ihnen gegebenen
                 Auftrags den erforderlichen Beitrag zu leisten .
            — Minimierung der durch die Kooperation bedingten finanziellen Aufwendungen. Die Berücksich­
                 tigung bereits laufender und geplanter Entwicklungen in benachbarten Bereichen dürfte insofern
                 eine besonders wichtige Aufgabe für DRIVE sein . Hier soll durch die Strategie einer progressiven
                 Ausrichtung dieser Entwicklungen auf DRIVE-Anforderungen der größtmögliche Nutzen erzielt
                 werden .
            — Im Rahmen von DRIVE werden Regierungen international arbeiten müssen , um sicherzustellen,
                 daß rechtzeitig Bewertungsmodelle entwickelt und angewandt werden können . Diese Modelle
                 sollten Durchführbarkeitsstudien für verschiedene Konstellationen neuer Entwicklungen ermög­
                 lichen .
            — Ermittlung der spezifischen Technologien , des öffentlichen Bedarfs, der Kosten und des Nutzens
                 für die Öffentlichkeit sowie die Entscheidung über Optionen.
            — Erarbeitung und Anwendung angemessener Instrumentarien zur Bewertung der verschiedenen
                 möglichen Systeme (Kosten / Nutzen-Verhältnis, Akzeptanz und Einführungsprobleme).
            — Schätzung der finanziellen Aufwendungen , die erforderlich sein werden , um die formulierten
                 Ziele und Ergebnisse zu erreichen .
            — Definition der funktionalen Spezifikationen , einschließlich der Benennung und Definition ihrer
                 grundlegenden Merkmale, die politische Entscheidungen in der einen oder anderen Richtung
                 verlangen werden .
            — Benennung der Einschränkungen und Möglichkeiten des IRTE — einschließlich ihrer zu
                 erwartenden Auswirkungen auf Entwicklungstempo und Implementierung der DRIVE-Maßnah­
                 men in Europa .
            — Iterative Entwicklung von Szenarien und Empfehlungen für ein in sich geschlossenes Paket
                 endgültiger und umfassender Implementierungsstrategien.
            — Empfehlungen für künftige Forschungsarbeiten .
            — Vorbereitung und jährliche Überarbeitung eines Arbeitsplans unter Berücksichtigung des jeweils
                 bereits erzielten Fortschritts .
            — Identifizierung und Teilfinanzierung der erforderlichen prä-normativen Forschungen , damit die
                 entsprechenden Normen eingeführt werden können .
            — Definition der Normen für die verschiedenen Schnittstellen (verbindliche bzw. empfohlene
                 Normen ).
 ---pagebreak---                                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 12
                  — Vereinbarung von Protokollen für Signalübertragung und Informationsaustausch.
                  — Entwurf von Leitfäden für die Erarbeitung von Rechtsvorschriften .
                  — Bereitstellung des Rahmens, innerhalb dessen großmaßstäbliche Investitionen geplant und
                       gewinnbringend vorgenommen werden können .
                  Die obige Liste sollte nicht als etwas Endgültiges angesehen werden. Sie soll vielmehr Anhaltspunkte
                  für die derzeit erwarteten Ergebnisse des DRIVE-Programms geben . Zu einem späteren Zeitpunkt,
                  wenn neue Forschungsergebnisse vorliegen und die Szenarien verläßlicher werden, ist es möglich, die
                  Liste zu ergänzen und Schwerpunkte zu setzen .
              4.   AUFBAU DES ARBEITSPLANS
              4.1  Rolle des DRIVE-Verwaltungsausschusses und des DRIVE-Teams
                  Die funktionalen Spezifikationen des Systems sollen nach Abschluß der Beratungen mit den
                  Beteiligten festgelegt werden. Gleichwohl müssen jedoch gewisse grundlegende Elemente des Systems
                  von den System-Designern eingebracht werden . Unter anderem werden diese funktionalen Spezifika­
                  tionen die Benennung und Festschreibung der grundlegenden Merkmale enthalten , die politische
                  Entscheidungen verlangen . Die System-Designer werden hierbei alle systembezogenen Aspekte
                  berücksichtigen, die weiter oben in Abschnitt 3 unter „System-Forschung" benannt wurden .
                  Kurz gesagt: die System-Designer werden für die Untersuchung, Klärung und Verfeinerung dieser
                  Fragestellungen verantwortlich sein , ebenso wie für die Erarbeitung von Empfehlungen für die
                  Optimierung der funktionalen Spezifikationen insgesamt. Diese Empfehlungen , die in Abstimmung
                  mit den betroffenen Parteien zu erarbeiten sind, werden letztlich dem DRIVE-Verwaltungsausschuß
                  zur Genehmigung vorgelegt. Die Erarbeitung von Szenarien wird in verschiedenen „Durchläufen"
                  erfolgen , bevor endgültige und umfassende Implementierungsstrategien empfohlen werden .
              4.2  Entwicklung des Arbeitsplans
                    Die grundlegenden Schritte, die jeglicher Maßnahme auf dem Verkehrssektor vorangehen, sind in
                    Abbildung 1 beschrieben :
                    — Sammeln von Informationen
                    — Verarbeitung von Informationen
                    — Verbreitung von Informationen .
                   Für die Entwicklung von Szenarien wird ein vergleichbarer Ansatz als angemessen angesehen.
                    Ausgangspunkt für dieses Verfahren ist der Bedarf an Daten, der in den optimierten funktionalen
                    Spezifikationen festgelegt wurde. Dann wird untersucht, welche der verfügbaren RTI-Technologien
                    den Anforderungen in bezug auf Spezifikationen , Protokolle und Normen entsprechen . Schließlich
                    erfolgt eine Überprüfung der Szenarien anhand von Bewertungsinstrumenten. Am Ende des iterativ
                    durchgeführten Bewertungsverfahrens steht dann ein detaillierter Aktionsplan mit den zugehörigen
                    Implementierungsstrategien .
                    Der Arbeitsplan soll sich Schritt für Schritt aus dem Planungsverfahren entwickeln , das u . a.
                    einschließt:
                    — Konsultationen mit den Beteiligten ,
                    — Anpassung der Szenarien an neue Entwicklungen ,
                    — Anpassung des Bewertungsprogramms.
                    Dieses schrittweise Vorgehen und die jeweilige Anpassung des Arbeitsplans wird für die gesamte
                    Laufzeit von DRIVE charakteristisch sein . Gleichwohl ist davon auszugehen , daß der erste Entwurf
                    rund 80 % aller durchzuführenden Arbeiten abdecken wird — auch wenn diese zunächst nur
                    allgemein beschrieben werden. Die anschließenden Schritte werden eher zu detaillierten Beschreibun­
                    gen als zu völlig neuen Themen führen.
                    Der Entwurf des Arbeitsplans für die durchzuführenden Arbeiten wird auf der Grundlage verfügba­
                    rer Informationen über EUREKA-Projekte, nationale Projekte sowie auf der Grundlage von
                    DRIVE-Planungsstudien und Workshops erstellt werden. Bei letzteren konnten verschiedene Betei­
                    ligte mitwirken.
 ---pagebreak---                                                           DRIVE-VERWALTUNG
                                                                                                                                                     30. 7. 88
                                                          OPTIMIERTE                                              DRIVE TEAM
                                                          FUNKTIONALE
      niversitäten und                                    SPEZIFI-
        Industrie, Benutzer,                              KATIONEN                         FUNKTIONALE SPEZIFIKATIONEN               EINGANGS-
        (sonstige)
                                                                                                                                     GRÖSSEN
                                                                 <h                        Städtisch       Städt Zwischen Ländlich
                                                                 V                                      Einzugs. Städten             VERKEHRS-
                                                                                                                                     UMFELD
                                                  ENTWICKLUNG VON SZENARIEN
                                                                                           Öffentlich          Schiene, Luft, Bus
                                                                                                               Straßenbahn, U-Bahn   TRANSPORT-
                                                                      SAMMELN VON          Sc                  Taxi, Kfz,            ART
                                                DATEN
                                                                      INFORMATIO-                              Motorrad, Fahrrad,
                                                BEDARF
                                                                      NEN                  Privat              LKW
                                                                                                                                     STRUKTUR,
                                                                                           Fahrt zur Arbeit                          ENTWICK-
                                                                                           Lieferung, Urlaub 8c Freizeit             LUNG DER
                                                                                                                                     NACHFRAGE
                                                VERKEHRSÜBER-                              Notfall
                                                WACHUNGS-             INFORMATIONS-                                                  SONDER-
                                                                                           Polizei
                                                ZENTREN               VERARBEITUNG                                                   DIENSTE
                                                                                           Reise/Tourismus
                                                AN BORD LOKAIJ
                                                                                           Behinderte                                SONDER-
                                                                                           Radfahrer, ältere Personen
                                                                                                                                     GRUPPEN
                                                                                           Fußgänger, Kinder
                                                REGIONAL              VERBREITUNG          Öffentlich/privat Kompetenzausgewo-
          SPEZIFIKATIONEN, PROTOKOLLE, NORMEN
                                                LOKAL                 UND AUF-             genheit
                                                FAHRZEUG-                                  Einschränkungen: Ort, Zeit, Gebühren      POLITISCHE
                                                FAHRZEUG              MACHUNG VON                                                    OPTIONEN
                                                                      INFORMATIONEN                           Fahrzeugtyp
                                                PERSON-PERSON
                                                                                                                                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
                                                                                           Ansiedlung der RTI-Intelligenz: Fahr-
                                                                                                              zeug/Infrastruktur     EINSCHRÄN-
                                                                                           Unterschiedliche Infrastrukturen in       KUNGEN,
                                                                                           Europa; verfügbare Mittel                 MÖGLICHKEI
                                                                                           zeitliche Abstimmung in der EWG           TEN, KÜNFTIGE
                                                                                                                                     ENTWICKLUNG
                                                                                           EUREKA-Programme
                                                                                           Bestehendes Autobahnnetz                  ORGANISA-
                                                                                           Behörden und Verwaltung                   TIONS-
                                                                                      f                                              FRAGEN
  LS                                                     BEWERTUNG'                   l
 WIR-
  N
                                                                                          Abbildung l.-
UTZER                                                                                     Drive: Programm und
                                                                                          Systemmerfemale
                                                         DETAILLIERTER
                                                         ARBEITSPLAN                                                                                    Nr. L 2 0 6 / 1 3
 ---pagebreak---                                                                                                                             30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 14                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
              4.3    Meilensteine
                     Der Bereich dieser Arbeit umfaßt die Formulierung konkreter, realistischer Ziele mit verschiedenen
                     Zeithorizonten . So könnten z. B. folgende Ziele provisorisch festgesetzt werden :
                     1991 : Spezifikationen für ein mehrsprachiges Echtzeitsystem für Verkehrsinformation und -leitung
                             in Europa
                             Spezifikationen für fortschrittliche Systeme und Techniken für die Verkehrssicherheit
                     1995 : Betriebsreifes mehrsprachiges Echtzeitsystem für Verkehrsinformationen und -leitung in
                             Europa
                             Betriebsreifes und -sicheres System zur Kollisionsvermeidung bei Geschwindigkeiten über
                             30 km / h .
                     Es wäre vielleicht angebracht, abgeänderte Ziele aufzustellen , die sich auf andere Kriterien oder
                     andere Jahre beziehen. Dies wird wahrscheinlich in einem iterativen Verfahren geschehen , in
                     welchem die Ziele im Lichte des Wünschenswerten und / oder Erreichbaren mit Hilfe des allgemeinen
                     Bewertungsverfahrens verfeinert werden können .
                     Vor dem Hintergrund der obenstehenden Bemerkungen zeigen folgende unverbindliche Beispiele ,
                     welche Ziele etwa bis 1991 erreicht werden könnten :
                     — europaweite Normen für alphanumerische und symbolische Verkehrsinformation (traditionell
                         und fortgeschritten )
                     — geographisch begrenztes und den Mindestanforderungen genügendes interaktives , mehrsprachi­
                         ges Informations- und Verkehrsleitsystem nach dem Echtzeit-Prinzip
                     — geographisch begrenzte , aber vollintegrierte Zwei-Wege-Kommunikation zwischen wichtigen
                         Verkehrsüberwachungs-Zentren
                     — Modellversuch zur Erprobung fortschrittlicher Techniken für die Verkehrssicherheit (z . B.
                         Fahrtenschreiber , Blutalkoholtest )
                     — umfassende RTI-gesteuerte Systeme für Verkehrsführung und -Sicherheit (etwa auf der Grund­
                         lage von LSIB / Selbstleitsystemen , Geschwindigkeits- und Abstandskontrollen , Gebühren )
                     — Forschung, Entwicklung und Erprobung von Systemen zur Kollisionsvermeidung sowie von
                         anderen Verkehrssicherheitssystemen
                     — Informationsaustauschsysteme zur Verbesserung der Auslastung im Güterverkehr.
               5.     ZU UNTERSUCHENDE TECHNOLOGISCHE ASPEKTE
                      Ziel
                      — Untersuchung der Schlüsseltechnologien , die zur Optimierung des Kosten / Leistungsverhältnisses
                          eingesetzt werden könnten,
                      — Auswahl der Technologien , die weit genug entwickelt sind , um im vorgegebenen Zeithorizont
                          eingesetzt werden zu können , und die
                      — eine spätere Ausweitung auf umfassendere Funktionen gestatten .
                      Die Arbeit wird , ausgehend vom Systemansatz, speziell auf die funktionellen Spezifikationen
                      bezogen sein . Bei der Bewertung wird ein eigens im Rahmen von DRIVE entwickeltes entsprechen­
                      des Instrumentarium angewandt werden .
                      Rahmen
                      Die Arbeiten werden Forschungen , Tests und Versuche umfassen , die notwendig sind , um die
                      technischen und wirtschaftlichen Eigenschaften der anwendbaren Technologien zu untersuchen . Der
                      Inhalt umfaßt DRIVE-spezifische Aspekte von Hardware und Software wie z . B. :
               5.1    Grundlegende und ergänzende RTI-Technologien
               5.1.1  Spezifische Komponenten
                      Spezifische Komponenten werden für die kostengünstige Realisierung dieser beiden Elemente , die
                      sowohl im Fahrzeug als auch in der Infrastruktur installiert werden , benötigt. Die Schnittstellen zu
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr . L 206 / 15
                  Baken am Straßenrand , Steuerschleifen oder anderen Sensoren müssen in der gleichen Weise
                  betrachtet und so entwickelt werden , daß nicht zu viele systemeigene Zwangsbedingungen entste­
                  hen , da Technologien sich ändern . Der Produktionsumfang dieser Elemente wird es gewiß gestatten ,
                  bestimmte spezialisierte integrierte Schaltkreise auf Silikon- oder Galliumarsenidbasis (und beim
                  Einbau von Fahrerfitness-Sensoren auch Biochip-Technologien) zu verwenden .
            5.1.2 Kommunikationsoptionen
                  Diese unterteilen sich in Funk- und Kabelsysteme . Die Funksysteme werden folgenden Bereich
                  umfassen :
                  — Subaudiofrequenzen , die durch Multiplexen mit Unterhaltungssendern gekoppelt werden kön­
                       nen ,
                  — Kilohertzfrequenzen ( für Verkehrserfassung durch Induktivschleifen ) bis Kurzwellenfrequenzen
                       für lokale Radiosender ,
                  — VHF und UHF für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und fest installierten Stationen sowie
                       zellulare Autotelefonsysteme ,
                  — Mikrowellen für Satellitenkommunikation und
                  — Millimeterwellen , Oxygenband oder Infrarot für Kurzstreckenkommunikationen zu straßenseiti­
                       gen Baken usw .
                  Die Optionen für Modulationssysteme umfassen Techniken für digitale mehrstufige Frequenz­
                  sprünge und Rauschbandkommunikation oder Spektrumsspreizung.
                  Bei den Kabelsystemen bestehen folgende Optionen :
                  — PSTN (öffentliches Vermittlungsnetz)
                  — Nachrichtenvermittlungs-Infrastruktur
                  — ISDN (wenn die Verwirklichung weit genug fortgeschritten ist)
                  — IBC (Integrated Broadband Communication)
                  — synchrone und asynchrone Kommunikation
                  — Massenübertragung bestimmter Informationen bei Nacht usw.
                  Fortgeschrittene Fehlerkorrekturtechniken sowie Nachrichtenkomprimierung werden ebenfalls
                  Bestandteil des Systems sein .
            5.1.3 Techniken für den Dialog zwischen Fahrzeugen
                  Radar-, Sonar-, Infrarottechniken und induzierte Funkverstärkungs-Techniken müssen noch
                  erforscht werden. Die zugehörigen Technologien für Sender und Empfänger müssen kostengünstig,
                  robust und erschütterungssicher sein .
            5.2   RTI Softwaretechnologien
            5.2.1 Software Systeme
                  Die Software für das DRIVE-Netz muß den komplexen Prozeß der Infrastruktur-Planung sowie die
                  Probleme , die sich im täglichen Betrieb ergeben, bewältigen können. Hieraus ergibt sich ein Bedarf
                  in vier Bereichen :
                  — für die Infrastrukturplanung werden entscheidungsunterstützende Systeme jeder Form benötigt,
                      einschließlich Expertensystemen , Tabellenanalyse und Simulationstechniken;
                  — für die Verkehrsführung werden Telekommunikationssysteme benötigt, die von Echtzeit-Versio­
                      nen der entscheidungsunterstützenden Systeme gestützt werden ;
                  — für die Bordsysteme wird Software benötigt, die den Normen-Spezifikationen entspricht;
                  — für Bereiche wie z . B. den Frachtverkehr bedarf es spezieller, anwendungsbezogener Software.
                  Ferner werden spezialisierte Anwendungen neu entstehender Software-Technologien erforderlich
                  sein .
            5.2.2 Entwicklungsinstrumente
                  Durch die Nutzung einheitlicher Software-Infrastukturen , die Spezifikationen , Anwendung, das
                  angeschlossene Umfeld , Erprobung und Wiederverwendbarkeit einbeziehen , soll gleichzeitig eine
                  Steigerung der Programmier-Produktivität sowie eine verbesserte Effizienz der Systeme untereinan­
                  der möglich gemacht werden .
 ---pagebreak--- Nr. L 206 / 16                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      30. 7.
                   Im ersten Jahr wird eine wichtige Aufgabe darin bestehen, entsprechende Instrumente für die
                   Bedarfserhebung        und die anschließende Übertragung auf eine Systemarchitektur ™
                   Bedarfsaspekt betrifft Funktionen, Schnittstellen im Systemverhalten und Leistungsfähigkeit des
                                                                                                                     ^
                   Systems. Hier werden in relativ kurzer Zeit erhebliche Anstrengungen erforderlich sein, um unter
                   den Optionen auszuwählen und um einen angemessenen Rahmen für die Erfordernisse des
                   Programms zu schaffen. Der einmal festgelegte Rahmen sollte es ermöglichen, Konsistenz und
                   Vollständigkeit zu überprüfen. Ein entsprechendes Software-Instrumentarium wäre hier von erheb­
                    lichem Wert .
              5.3   Der Faktor Mensch und die Schnittstelle Mensch / Maschine
                    Der menschliche Faktor ist besonders wichtig , da es darum geht , den Fahrer , dessen Aufgabe vor
                    allem darin besteht, das Fahrzeug zu beherrschen , möglichst wenig zu belasten. Um zu mehrsprachi­
                    gen Lösungen zu kommen, müssen Techniken der Sprachsynthese sowie der piktographischen
                    Darstellung sorgfältig untersucht werden .
                    Die Bedienung sollte ergonomisch effizient, vertraut und einfach sein. In diesem Zusammenhang
                     sind Forschungen zum Problem der Humanfaktoren erforderlich .
                     Die Schnittstelle Mensch / Maschine sollte die tatsächliche Komplexität des Systems verdecken und
                    einfach und benutzerfreundlich sein . Sie sollte auch die Bedürfnisse z. B. unerfahrener oder
                     behinderter Benutzer berücksichtigen .
              5 .4  Fehlertoleranz
                    Da Leben von der Zuverlässigkeit von Systemen abhängen , ist die Anwesenheit von Fehlertole­
                    ranz-Techniken unbedingt erforderlich. Diese sollten unter anderem folgende Funktionen besitzen:
                    — Anzeige bei fehlerhaften Modulen
                    — Automatisches Umschalten auf Reservemodule
                    — kein sofortiges und völliges Systemversagen (Möglichkeit , „nach Hause zu hinken") usw .
              6.     BEWERTUNG STRATEGISCHER OPTIONEN
                     Ziel
                     Bewertung der in Teil 5 dargestellten technologischen Optionen und Implementierungsstrategien im
                     Hinblick auf Ziele und funktionelle Anforderungen unter Benutzung der bereits genannten Kriterien
                     ( d . h . Kosten / Leistungsverhältnis, Marktdurchdringung, gesetzgeberische Einschränkungen , Syner­
                     gie usw.) und Nutzung der Ergebnisse für die Ausarbeitung realistischer Szenarien für die
                     Implementierungsstrategien .
                     Rahmen
                     Der Bereich dieser Arbeit umfaßt drei Hauptaufgaben:
                      1 . Verfeinerung der Ziele ;
                     2 . speziell entwickelte Bewertungswerkzeuge zur Feststellung der Eignung verschiedener technolo­
                           gischer Optionen ;
                     3 . Ausarbeitung realistischer Szenarien , die die für bestimmte Ziele geeigneten technologischen
                           Optionen enthalten .
               6.1    Verfeinerung der Ziele
                      Ziel
                      Verfeinerung der spezifischen Ziele ( siehe auch 4.3 ) zur Bewertung der Tauglichkeit verschiedener
                      technologischer Optionen .
               6.2    Bewertungswerkzeuge
                      Dieser Arbeitsbereich umfaßt Methoden zur Bewertung der Kosten und des Nutzens potentieller
                      Systeme in verschiedenen Phasen ihrer Durchführung. Dabei ist u . a . zu berücksichtigen :
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr . L 206 / 17
            — Annehmbarkeit für Fahrer und Fahrzeugeigentümer ,
            — Auswirkungen auf Unfallhäufigkeit und -schwere ,
            — finanzielle und betriebliche Konsequenzen für die verantwortlichen Behörden ,
            — Auswirkungen auf Verkehrsfluß und Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes,
            — Vorteile für die Umwelt .
            Vorhandene Modelle werden benutzt oder ausgebaut, wo dies angebracht erscheint.
            Ein Basismodell wird die Erstellung von Prognosen über Anforderungen des Verkehrs und
            verfügbare Verkehrswege ermöglichen . Diese Prognosen sind Teil der Ausgangsinformation für
            Verfahren zur Wirksamkeitsbewertung. Die zugehörigen Teilmodelle stellen die wichtigsten Werk­
            zeuge für die Wirksamkeitsbewertung dar.
            Ein Infrastrukturmodell wird den Rahmen liefern , in dem die Auswirkungen verschiedener infra­
            struktur-bezogener Systeme bewertet werden können einschließlich Zeitplan , Kosten und organisa­
            torische Faktoren , die berücksichtigt werden müssen .
            Ein Schnittstellenmodell wird das Instrument liefern , um die Annehmbarkeit fahrzeuggestützter
            Subsysteme und möglicher technischer Optionen für den Benutzer zu bewerten . Dieses Submodell
            wird auch Werkzeuge für die Marktforschung und für die Bewertung der Humanfaktoren enthal­
            ten .
            Das Submodell für Auswirkungen auf den Verkehr geht von bestimmten Szenarien aus , denen
            bestimmte Kombinationen technologischer Optionen (gewonnen aus dem Infrastrukturmodell )
            zugrunde liegen . Zusätzlich werden die grundlegenden Verkehrsprognosen aus dem Basismodell und
            die Auswirkungen auf die Marktdurchdringung aus dem Schnittstellenmodell eingegeben . Das
            Ganze erlaubt dann Schätzungen über die Auswirkungen auf den Verkehr .
            Die Ergebnisse des Submodells über Auswirkungen auf den Verkehr und Informationen aus den
            Szenarien selbst bilden die Eingabegrößen für das Bewertungs-Submodell , mit dessen Hilfe die
            Auswirkungen der Optionen im Hinblick auf bestimmte Kriterien untersucht werden . Diese
            Kriterien umfassen :
            — finanzielle ,
            — betriebliche ,
            — sicherheitstechnische ,
            — leistungsbezogene und
            — umwelttechnische Parameter .
            Die Ergebnisse aus dem Bewertungs-Submodell werden Informationen für den Wirkungsvergleich
            liefern , in dem die Auswirkungen der unterschiedlichen Optionen verglichen werden .
            Auch wenn das Ziel der Entwicklung von Bewertungsinstrumentarien darin besteht, technisch-wirt­
            schaftliche Optionen im Rahmen der Programmentwicklung zu bewerten , sollte die Entwicklung
            dieser Instrumentarien im RTI-Bereich auf europäischer Ebene gleichzeitig auch als Möglichkeit
            gesehen werden , solche Instrumentarien als Bezugsgröße für Bewertungsverfahren im Kontext
            nationaler Entwicklungspolitiken sowie bei der Normung einzusetzen .
            Zu entwickelnde Instrumentarien könnten dann nämlich hinsichtlich der zugrunde liegenden
            Methodologie heterogen sein , die Definition möglicher Schnittstellen würde jedoch ihre Anwendung
            in integrierten Verfahren erlauben .
            Insofern könnten formal definierte Modelle entwickelt werden , die sowohl globale als auch
            detaillierte Verkehrsprognosen für das europäische Straßennetz gestatten , mit deren Hilfe die
            Auswirkungen der verschiedenen technischen Optionen und Implementierungsstrategien auf den
            Verkehr abgeschätzt werden können und die Aufschluß über finanzielle, betriebliche, sicherheits­
            technische, leistungsbezogene und umwelttechnische Auswirkungen geben — mit Blick auf eine
            Gesamtbewertung .
            Es werden unterschiedliche Techniken eingesetzt werden — von der einfachen Datenanalyse und auf
            Erfahrung beruhenden Annahmen bis hin zu Marktforschung und Wirtschafts- bzw. Organisations­
            analyse, um zu Verkehrsvorausschätzungen auf Systemebene (z. B. Fahrzeugeigentümer, Transport­
            bedarf, unterschiedliche Arten von Verkehrsaufkommen ) sowie zu Referenzmodellen für Infrastruk­
            tur, fahrzeuggestützte Sub-Systeme und Informations- und Entscheidungsflüssen zu gelangen .
 ---pagebreak---                                                                                                                           30 . 7 . 88
Nr . L 206 / 18                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
              6.3   Entwicklung von Durchführungsszenarien
                    Ziel
                    Das Ziel ist die Entwicklung realistischer Szenarien für Folgemaßnahmen , ausgehend von den
                    Bewertungen technischer Optionen und vom Grad, bis zu dem sie den festgesetzten Zielen
                    entsprechen.
                    Damit ist die Endphase der Bewertung erreicht.
              7.    SPEZIFIKATIONEN , PROTOKOLLE UND NORMUNGSVORSCHLAGE
                     Ziel
                     — Aufstellung von Protokollen für die Übertragung von Signalen und den Informationsaus­
                         tausch ,
                     — Definition von Signaleigenschaften, die erforderlich sind, damit das System zufriedenstellend und
                         störungsfrei neben anderen Systemen funktionieren kann ,
                     — Definition von Spezifikationen für Datensammlung und -Verbreitung.
                     Arbeitsbereich
                     — Erstellung von Normen für die verschiedenen Schnittstellen ,
                     — Feststellung der Anforderungen jeder Schnittstelle ,
                     — Ausarbeitung von Spezifikationen, Normen und Protokollen unter Berücksichtigung der Anfor­
                         derungen, die sich aus den gewählten Kombinationen technologischer Optionen ergeben ,
                     — Aufstellung von Leitlinien für die Ausarbeitung von Rechtsvorschriften .
               7.1   Definition von Anforderungen und spezifischen Zielen
                     Ziel
                     Der Zweck dieser Arbeit ist es , spezifische Normen für Signale, Protokolle und Autobahnausrüstun­
                     gen zu erstellen, nach denen Vollständigkeit und Wirksamkeit möglicher Lösungen beurteilt werden
                     können .
                     Arbeitsbereich
                     Der Arbeitsbereich umfaßt die Erstellung spezifischer und realistischer Normen für die verschiede­
                     nen Schnittstellen , die während der Entwicklung des Modells für funktionale Integration des
                     Systems festgestellt werden.
                     Dies soll in einem iterativen Verfahren geschehen , bei dem die Ziele und Anforderungen aktualisiert
                     und verfeinert werden , wenn dem System nach und nach weitere Schnittstellen hinzugefügt
                     werden .
                7.2  Nutzung von Bewertungswerkzeugen
                      Ziel
                      Ziel dieser Arbeit ist es , die verschiedenen Submodelle des Bewertungsmodells sowohl einzeln als
                      auch gemeinsam ablaufen zu lassen, damit optimale Normen und Protokolle für ein reibungsloses
                      Funktionieren des Ganzen erstellt werden können .
                     Arbeitsbereich
                     Ziel der Arbeit ist die Festlegung der definitiven Schnittstellen anhand einer Untersuchung der
                     Bewertungswerkzeuge unter Berücksichtigung aller Subsysteme. Daraus sollten sich dann die
                     benötigten Mindestparameter für alle Schnittstellen ableiten lassen. Vielleicht wird es manche
                     gemeinsamen Nahtstellen geben müssen. Dabei wird man geeignete Strategien wählen müssen , um
                     zu einem optimalen Ergebnis bei akzeptablen Kosten zu gelangen .
 ---pagebreak--- 30 . 7 . 88                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr . L 206 / 19
            7.3 Entwicklung funktioneller Spezifikationen und Normungsvorschläge
                Ziel
                Das Ziel dieser Phase ist die Aufstellung geeigneter Normen und Protokolle , mit denen alle im
                DRIVE-System benutzten Schnittstellen festgelegt werden .
                Arbeitsbereich
                Es ist erforderlich , alle Schnittstellen-Einheiten im gesamten System genau zu analysieren , um
                Normen aufzustellen , die von den verfügbaren Technologien erfüllt werden können und die einen
                effizienten Betrieb des Ganzen ermöglichen .
                Wo es sich anbietet, sollen diese Normen und Protokolle sich nach bereits bestehenden Vorschriften
                richten , die von anderen Institutionen aufgestellt werden , die sich mit dem Austausch von Daten
                befassen ( z . B. CCITT und CEPT ).
                Es wird eventuell nötig sein , einige Normen zu revidieren , wenn neue Technologien übernommen
                werden , für die keine oder nicht ausreichende Normen vorhanden sind .
            7.4 Aufstellung von Leitlinien für die Ausarbeitung von Rechtsvorschriften
                Ziel
                Ziel dieser Phase ist es , Leitlinien aufzustellen , die dem Gesetzgeber Anhaltspunkte für die
                Ausarbeitung von Rechtsvorschriften liefern .
                Arbeitsbereich
                Die Leitlinien sollten den gesamten Bereich der Rechtsvorschriften erfassen , die in den Mitgliedstaa­
                ten eingeführt oder geändert werden müssen , um Einrichtung und Funktionieren der Verkehrsinfra­
                struktur zu ermöglichen . Ein weiterer Aspekt dieser Arbeiten betrifft die Aufstellung von Vorschrif­
                ten für die Pflichten von Fahrern , die das System benützen wollen , und von Fahrern , die dies nicht
                beabsichtigen . Diese Arbeit wird wahrscheinlich von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat anders aussehen ,
                soll jedoch letztendlich zu einer einheitlichen Situation führen .