CELEX: 51971PC1526
Language: de
Date: 1971-12-23
Title: Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Ergänzung der Verordnung Nr. 1009/67/EWG über die gemeinsame Marktorganisation für Zucker#Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES über den Absatz von Zucker aus Beständen der Interventionsstellen für Nahrungsmittelhilfsmaßnahmen durch internationale Organisationen und für Eilmaßnahmen#Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Ergänzung der Verordnung (EWG) Nr. 2334/69 über die Finanzierung der Interventionskosten auf dem Binnenmarkt für Zucker (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (71) 1526
Vol. 1971/0247
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             KOM(71)1526 endg.
                                             Brussel , dcn 23 » Dezember 1971
                           Vorschlag einer
                  VERORDNUNG (EWG ) DES RATES
        zur Ergänzung der Verordnung Nr. 1009/ 67/EWG über die
       gemeinsame Harkt Organisation für Zucker
                        Vorschlag einer
                  VERORDNUNG (EWG ) DES RATES ■
       über den Abs atz von Zucker aus Beständen der Interventions­
        stellen für Nahrungsmit t elhi l fsmaßnahmen durch internationale
                  Organisationen und für Eilmaßnahmen                       e
                        Vorschlag einer
                  VERORDNUNG (EWG ) DES RATES
        zur Ergänzung der Verordnung (EWG ) Nr. 2334/ 69 über die Finan­
        zierung der Interventionskosten auf dem Binnenmarkt für Zucker
                 (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
   IC0M(71 ) 1526 endg.
 ---pagebreak---                            Vorschlag einer
                   VERORDNUNG (EWG )               DES RATES
     zur Ergänzung der Verordnung Nr . IOO9/67/EWG über die gemeinsame
                       Markt Organisation für Zucker
                               BBGRÛiTDUïTG'
1 . Bedarf der Entwicklungsländer
    - Obwohl die Dritte Welt insgesamt       hs-upt sächlich infolge der
      starken Ausfuhrstellung der lateinamerikanischen Länder -
      Hettoexporteur von Zucker ist , herrscht in zahlreichen Ent - '
      wicklungsländsrn noch ein erheblicher Mangel an diesem Erzeugnis ,
    - Besonders schwerwiegend ist dieser Mangel bei einigen äusserst
      bedürftigen Bevölkerungsgruppen , die in den Entwicklungsländern
      leben und die für eine ausgewogene Ernährung eine Vielfalt von
      Erzeugnissen benötigen , von denen Zucker eines der wichtigsten
      und geschätztesten ist .
    - Da Zucker unmittelbar verbraucht werden kam , eignet er sich zudem
      ausgezeichnet für Soforthilfemaßnahmen bei Naturkatastrophen odet
      bewaffneten Auseinandersetzungen , die sich in Entwicklungsländern
      oder in anderen Ländern ereignen können .; ,       ■   ;    ;
 ---pagebreak--- . Markt 1 âge
        Am l.Juli i960 führte die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
  eine gemeinsame Marktorganisation für Zucker ein . Obwohl im uahnien diet... r
  Marktordnung besondere Maßnahmen zur Begrenzung der Zuckererzeugung ge­
  troffen wurden , entstand in den ersten drei Zuckerwirtschaftsjahren ein
  erheblicher Produktidm^uber-schui?          c^°9^.I^0ri^oÄnen im Wirtschafts­
  jahr 1968/69 , I . 4OO . OOO Tonnen im Wirtschafts jähr I969/7O und 85O . OOO
  Tonnen im Wirtschaftsjahr 1970/71 » Da die Zuckerrübenanbaufläche auf den
  jetzigen Umfa;ng von 1 . 160.000 ha beschränkt ist , würde sich die Zucker-
  erzeugung normalerweise bei etwa 7>3 bis 7»4 Millionen Tonnen einpendeln ,
  während der menschliche Verzehr in der Gemeinschaft nur etwa 6,3 bis 6,4
  Millionen Tonnen erreicht .
         Nimmt man eine gleichbleibende Zuckerrübenanbaufläche in der EWG
  und eine jährliche Zunahme des menschlichen Verzehrs an Zucker um
  100.000 Tonnen sowie die festgestellte allmähliche Steigerung des Zucker-
  ertrages je ha an , so kann der strukturelle Zuckerüberschuss der Gemein­
  schaft für die kommenden Jahre auf etwa 1.000.000 Tonnen veranschlagt
  werden .
         Wegen der derzeitigen Weltmarktpreise ist eine handelsmäßige Ausfuhr
  nur bei hoher Erstattung möglich , die augenblicklich 12,5 H.H. je Zentner
  beträgt . Die Interventionsvorräte betragen augenblicklich 50.000 Tonnen .
  Vorschlag der Kommission
        Angesichts des Bedarfs an Zucker für die Nahrungsmittelhilfe und
  der derzeitigen Interventionsbestände wird vorgeschlagen , durch die vor­
  liegende Verordnung, die die Verordnung Kr . IOO9/67/ET.'JG ergänzt , die Möglich­
  keit zu schaffen, im Rahmen der Hahrungsmittelhilfe Zucker aus den Be -
  ständen der Interventionsstellen abzusetzen .
 ---pagebreak---                                 Vorschlag einer
                       VERORDNUNG ( EUG )           . DES RATES
               zur Ergänzung der Verordnung Nr . 1009/67/EWG über die gemeinsame
                          Harkt Organisation für Zucker
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GE?IEI1TSCHAPTM -
 •et-t'its'j auf c.sn Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschafts -
gerne ir.schaft , insbesondere auf Artikel 43 »
auf Vorschlag der Kommission ,
räch Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Nach der derzeitigen Fassung des Artikels 10 der Verordnimg Nr.l009/67/EWG
des Rates vom 18 . Dezember 19^7 über die gemeinsame Marktorganisation für
Zucker ( l ), zuletzt geändert durch die Verordnung - ( EWG) Nr. lOoO/jl ( 2 ), kann
Zucker aus Beständen der Interventionsstellen nicht für Maßnahmen der
Nahrungsmittelhilfe abgesetzt werden . Es ist jedoch wünschenswert , dass
sich die Gemeinschaft , sofern Überschüsse bestehen oder zu entstehende
drohen , an diesen Hilfsmaßnahmen nach noch näher zu bestimmenden Kriterien
beteiligt . Daher ist es zweckmäßig, den Wortlaut der erwähnten Verordnung
zu ergänzen .
Da die Gemeinschaft die Kosten dieser Nahrungsmittelhilfsmaßnahmen übernimmt ,
ist die Berechnungsweise für die Produkt ions abgäbe zu ändern -
 ( 1 ) Amtsblatt Nr . 308 vom 19.12 . I967 , S.l
 ( 2 ) Amtsblatt Nr. L115 vom 27.5-1971 , S. 16
 ---pagebreak--- HAT FOLGSFDÏÏ TERORDlîUîiG ERLASSM :
                                     Artikel 1
 Die Verordnung Nr. 1Q09/67/EVJG wird durch folgenden Artikel 10a ergänzt :
                                     "Artikel 10a
1 . Wenn sich Zuckeruberschusse bilden oder zu "bilden drohen , kann der
    Rat auf Vorschlag der Kommission nach dem » Abstimmungsverfahren des
    Artikels 43 Absatz 2 des EWG-Vertrages beschließen , dass Zucker aus
    Beständen der Interventionsstellen für Usiirungsmittelhilfsmaßnahmen
    bereitgestellt wird .
2 . Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel werden nach dem Ver -
    fahren des Artikels 40 erlassen".
                                     Artikel 2
In Artikel 27 Absatz 2 der Verordnung Nr.l009/ 67/EV£r werden die Worte
" über die Garantiemenge hinaus " ersetzt durch folgende Worte : " über
die - gegebenenfalls um die gemäß Artikel 10a abgesetzte Menge erhöhte -
Garant ieruenge hinaus .
                                     Artikel 3
Diese Verordnung tritt am dritten Tage nach ihrer Veröffentlichung
im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brüssel , am                              "'■ra ■^amen °-es ^a-»es
                                                            Der Président
 ---pagebreak---      Vorschlag einer VERORDMJ1TG    HG       . . . DES RATES
über den Absatz von Zucker aus Beständen der Interventionsstellen
für Ngiirungsmittelhilfemaßnahmen durch internationale Organisationen
                          und fur EilmaBnahmen
                              ■ BÉGRUITOUHG
1 . Die Kommission hat dem Rat einen Vorschlag vorgelegt , wonach durch
    Einfügung eines Artikels 10a in die Verordnung Nr.l009/67/EWG der
    Absatz von Zucker für Maßnahmen der Nahrungsmittelhilfe ermöglicht
    werden soll .
2 . Das »felternährungsprogramm ( WEP ), das Hilfswerk der Vereinten Nationen
    für die Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten ("UNRWA") und das Inter -
    nationale Komitee vom Roten Kreuz ( IKRK ) haben für 1971 und 1972 die
    Belieferung mit 25.000 bzw . 13.000 bzw . 5 . 000 Tonnen Zucker beantragt .
3 . Darüber hinaus erscheint es angebracht , die Möglichkeit von Zucker -
    lieforangen anläßlich eiliger HilfsuaßnpJimen vorzusehen, namentlich : . ,
    in Form unmittelbarer Maßnahmen für Länder , die sich einer Hungersnot
    - zum Beispiel infolge von Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmungen
    Dürre ) oder bewaffneter Konflikte - .gegenübersehen .
    Tatsächlich eignet sich Zucker wegen seines Energienwertes am aller-*
    besten zum Einsatz in derartigen Lagen .
4 . Werden sowohl die derzeitige Vorratslage bei den Interventionsstellen ,
    als auch die von den drei genannten Organisationen an die Gemeinschaft
    gerichteten Anträge sowie die Möglichkeit berücksichtigt , eine Reserve
    für Eilmaßnahmen verfügbar zu halten , so erscheint es möglich , den drei
    Organisationen 18.000    Tonnen zuzuweisen und 2.000 Tonnen zur Bildung
    einer Reserve zurückzustellen .
 ---pagebreak--- 5 . Der vorliegende Vorschlag bezweckt daher die Festlegung allgemeiner .
    Bedingungen für die Lieferung des Zuckers an das WEP , an das "U1IHWA"
    und an das IKRK sowie für die Bildung einer Reserve für Eilnaßnahmen .
6 . Da es sich hierbei um eine Form des Absatzes von Interventionserzeugnis-
    sen handelt , ist die Maßnahme als eine Intervention im Sinne des Artikels
    3 der Verordnung (EWG ) Nr.729/70 des Rates vom 21 .April 1970 ( über die
    Finanzierung der gemeinsamen Agrarpolitik ) anzusehen und infolgedessen
    von der Abteilung Garantie des EAGFL zu finanzieren ( s . Anlage über die '
    Finanzierung der Kosten der geplanten Maßnahme - Anlage D ).
                            SCHLUSSFOLGERUÎTG
Dem Rat wird vorgeschlagen
a . die Grundregeln für die Lieferung von Zucker an das TrJSP , das "UNRWA"
    und das IKRK festzulegen sowie die Bildung einer Reserve für Eilraaß-
    nahmen zu verfügen ( Anlage A ),
b . die Kommission zu ermächtigen , Verhandlungen mit dem WEP , dem "UERWA"
    und dem IKRK zu eröffnen ( Anlage B ),
c . einer Änderung der Verordnung (EWG ) Nr . 2334/69 ( über die Finanzierung
    von Interventionsausgaben auf dem Binnenmarkt für Zucker ) zuzustimmen
    ( Anlage C ).
 ---pagebreak---                  Vorschlag einer VERORDNUNG' ( EMG)           DES RATES
        über den Absatz von Zucker aus Beständen der Interventionsstellen für
        Uahrungsmi 1 1 elhi lfsmaßnahmen durch internationale Organisationen und
        für die Bildung einer Reserve für Eilmaßnahmen                   1
DER RAT DilIR jHUROPAISCHEN GEMEIBSCffiraN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Y,T irtschaftsgemeinscha
gestützt auf die Verordnung Nr. IOO9/67/EWG des Rates vom 19 . Dezember 1967
über die gsmeinsame Markt Organisation für Zucker ( l ), zuletzt geändert
durch die Verordnung ( EWG) Kr                 ( 2 ). insbesondere auf Artikel 10a
Absatz 1 ,    "
in Erwägung nachstehender Gründe :
Das Welternährungsprogramm ( HSP ) , das Hilfswerk der Vereinten Nationen für
die Paläst inaflüchtlinge im Nahen Osten ( UNRtfA ) und das Internationale
Komitee vom Roten Kreuz ( IKHSC) haben Antrage auf Nahrungsmi ttelhilfe in
Form von Zucker an die Gemeinschaft gerichtet , denen zu entsprechen ist .
Die derzeitige Lage auf dem Zuckermarkt ist durch das Vorhandensein von
Überschüssen gekennzeichnet . Unter diesen Umständen erscheint es ange­
bracht , Artikel 10a der Verordnung ITr. 1009/67/3WG anzuwenden , der den
Absatz von Zucker im Rahmen der Nahrungsmi ttelhilfe gestattet . Für die
Zuckerwirtschaftsjahre 1971/72 und 197 2/7.3 können 9*000 Tonnen für die ge­
nannten Organisationen und 1000 Tonnen für die Bildung einer Reserver für
Eilmaßnahmen bereitgestellt werden .
Zur Durchführung dieser Maßnahmen sind zweckmäßi gerweise Ausschreibungs­
verfahren anzuwenden -                -- -                                  ,
  HAT F0LGEND3 VERORDNUNG ERLASSEN :
  ( 1 ) Amtsblatt Nr. 308 vom 18.12.1967 , S. 1
  ( 2 ) Amtsblatt lir. L ... vom ... 1971 « S. ..
 ---pagebreak---    \
     V
                                         Arxikel 1
1 . Für jedes der Zuckerwirtschaftsjahre 1971/ 72 und 1972/73 sind 10.000
     Tonnen TTeiß zucker aus Beständen der Interventionss bellen für lahrungs-
     mittelhilfsmaßnahmen bestimmt . Zu diesem Zweck und für jedes der im
     ersten Absatz angegebenen Wirtschaftsjahre wird der Zuöker an folgenden
     Stellen im Rahmen der angegebenen Höchstmengen bereitgestellt :
                 WEP                  4.000 Tonnen
                "UHHWA"               4.000 Tonnen
                  IKRK                 1.000 Tonnen '
     Die restlichen 1.000 Tonnen bilden eine Reserve für Eilmaßnahmen .
2 . Der auf Grund von Absatz 1 gelieferte Zucker ist ausschließlich zum
     Verbrauch in dem Land bestimmt , das in den Genuß von Maßnahmen der
     genannten Organisationen bzw. der erwähnten Eilmaßnahmen kommt .
                                         Artikel 2
Bei der Entscheidung gemäß Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung ( üü'JG) Nr. 447/ 68
des Rates vom 9 « April 1968 zur Festlegung der allgemeinen Regeln für Inter­
ventionen durch den Verkauf von Zucker wird Artikel 1 der vorliegenden Ver­
ordnung berücksichtigt .
                                         Artikel 3
Für Zwecke des Artikels 1 werden durch die Gemeinschaft finanziert :
a) Ausgaben durch den Ankauf von Zucker bei der interventionsstelle sowie
     durch seine Verschiffung bis zur Stufe fob ;
b) Ausgaben durch die teilweise oder gänzliche Deckung der Beförderungs-
     kosten ab der fob-Stufe oder der entsprechenden Stufe bis zum Bestimmungs­
     ort sowie der Verteilungskosten , sofern dies in der Vereinbarung mit der
     Stelle oder dem Land vorgesehen ist , denen die betreffende Eilmaßnahme
     zugute kommt .
( l) Amcfcsblatt îlr. L 91 vom 12 . 4 » 1968 , S. 5
 ---pagebreak--- Ausgaben gemäß Buchstabe b . können in Form eines Pauschalbetrages gewährt
oder auf Grund von Belegen vergütet v;erden . Die Kommission zahlt den Pauschal-
be brag b z~.-u sie vergütet die tatsächlich verauslagten Kosten .
                                                                           /
                                     Artilcel 4
1 . Die Interventionsstelle gibt Zucker zur Durchführung von Nahrungsmittel–
    hilfsmaßnahiaen zum Interventionspreis ab .
2 . Die Ausgaben bis zur fob-Stufe oder bis zur entsprechenden Stufe und
    für die Weiterbeförderung werden grundsätzlich durch das Ausschreibungs­
    verfahren ermittelt .
                                     Artilcel 5
    Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach dem Tage ihrer Veröffentlichung
    im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
    Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
    in jedem Ilitgliedstaat .
Gesohehen zu Briïssel , am                           Im ÏTamen des Rates
                                                        Der Prâsident
 ---pagebreak---                                                                  Aniasre C
                                   Vorschlag einer
                            VERORDNUNG (EWG )             DES RATES
      zur Ergänzung der Verordnung (E'flj ) Nr . 2334/69 über die Finanzierung
            ' der Interventionskosten auf dem Binnenmarkt für Zucker
DER RAT DER ETJROPiil SCHEU GEmNSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
gestützt auf die Verordnung (EWG ) Nr.729/70 des Rates vom 21 . April 1970
über die Finanzierung der gemeinsamen Agrarpolitik ( l ), insbesondere auf
Artikel 3. Absatz 2 ,
auf Vorschlag der Kommission ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Die Verordnung (EWG ) Er         /7I des Raies vom               zur Ergänzung
der Verordnung Nr. 1009/67/EWG über die gemeinsame Markt Organisation für
Zucker ( 2 ) sieht vor , :      Wenn sich Zuckerüberschüsse bilden oder zu
bilden drohen f kann beschlossen werden^ Zucker aus Beständen der Inter -
ventionsstellen für Haftnahmen der Nahrungsmittelhilfe bereitzustellen .
Da diese Maßnahmen Interventionen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 der
Verordnung (SVJG ) Ur . 729/7O sind, ist die Verordnung (EMG ) Nr. 2334/69 des
Rates vom 25 . November 1969 über die Finanzierung von Interventionsausgaben
auf dem Binnenmarkt für Zucker ( 3 ) entsprechend zu ändern.
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
( lV Amtsblatt Nr . L 94 vom 28.4»1970 » S. 13
( 2 ; Amtsblatt Nr. L       vom       1971 » S. ..
( 3 ) Amtsblatt Nr. L 298 vom 27 . ll . i969 , S.l
 ---pagebreak---                                                               Anlage C
                                   Artikel 1
Artikel 4 Absatz 1 der Verordnung (EWG ) Kr . 2334/ 69 wird durch folgenden
Unterabsatz ergänzt :
" h ) den Kosten infolge von Maßnahmen auf Grund des Artikels 10a der
      Verordnung Kr.l009/67/EWG ."
                                   Artikel 2
Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach dem Tage ihrer Veröffentlichung
im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brüssel , am                                Im Kamen des Rates
                                                           Der Pràsident
 ---pagebreak---                                                                Anlage D
Anlage über die Finanzierung zum Vorschlag der Kommission an den
Rat betreffend den Absatz von Zucker aus Beständen der Interventions-
steilen für ITahrungsmittelhilfsmaßnaiimen durch internationale Orga­
                   nisationen Und für Eilmaßnahmen
1 . Beschreibung der Maßnahme
    Es handelt sich um eine Nahrungsmittelhilfe in Form von Zucker an das
    Welternährungsprogramm ( WEP ) , an das Internationale Komitee vom Roten
    Kreuz ( IICRK) und an das Hilfswerk der Vereinten Nationen für die Pa -
    lästinaflüchtlinge im Nahen Osten ('UERWA") und um die Bildung einer
    Reserve für Eilmaßnahmen in Höhe von 10.000 Tonnen Zucker im Zucker -
    Wirtschaftsjahr 197l/l972 und von 10.000 Tonnen im Zuckerwirtschafts-
     jahr 1972/73.                ;
2 . Schätzung der finanziellen Folgen
    Die Ware wird den genannten Organisationen kostenlos bis zur fob-Stufe oder einer
    entsprechenden .Stufe , mög-1icherwei s e auch bis zum Bestimmungsort zur Verfügung1
    gestellt . Außerdem können Transport-, Versicherungs- und Vert ei lungskos t en auf
    Grund von Belegen oder pauschal ganz oder teilweise vergütet werden .
    Eine Schätzung der finanziellen Auswirkungen je Zuckerwirtschafts jähr
                                                          ■ k
    muß also folgende zwei Faktoren berücksichtigen :
    a . den Wert der Ware - das ist der Interventionspreis . Da die Nahrungs-
        mittelhilfe jedoch wie eine normale Ausfuhr die Erstattung mit umfasst ,
        ist der zusätzliche Preis der Nahrungsmittelhilfe im Vergleich zu einer
        normalen Ausfuhr der Weltmarktpreis . Dieser kann auf 120 RE/Tonne ge­
        schätzt werden . Die durch die kostenlose Bereitstellung von 10.000
        Tonnen verursachte Ausgabe kann also auf 1,2 Millionen RE ( l ) ge­
        schätzt werden . Bei einer schwachen Ernte , die eine niedrigere Pro -
        duktionsabgabe als deren Höchstbetrag zur Folge hat , ist dieser
        Betrag jedoch in Anbetracht der vorgesehenen iinderung der Garantie-
        menge ( s-Artikel 2 des Vorschlags für eine Verordnung zur Ergänzung
        der Verordnung Nr . 1009/6j/EWG )um die Verringerung der Einnahmen aus
        den Produktionsabgaben zu erhöhen . Diese eventuelle Verringerung kann .
        auf 1,2 Millionen RE veranschlagt werden .
(l ) Diese Summe entspricht auch der , die für die Gemeinschaft eingesetzt mirde.
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      b . die Kosten für Weiterbeförderung und Verteilung - nimmt man als
            Berechnungsgrundlage für die 10.000 Tonnen den Wert der Pauschal-»
            Vergütung an , die dem WEP zu zahlen ist und die höchstens 30 fo
            des Wertes der angebotenen Ware erreichen könnte , so ergeben sich
            daraus Kosten in Höhe von 360.000 RS . Die Gesamtkosten je Zucker- .
            Wirtschaftsjahr würden sich also bei guter Ernte auf 1,5 bis
            1,6 Millionen RE belaufen .                                          •
3 . HaushaltsmâiSige Folgen
    Da die Maßnahme durch die Abteilung Garantie des EAGFL zu finanzieren
    ist und im Umfang von 10.000 Tonnen vom Zuckerwirtschafts jähr 197l/72
    ab in Kraft treten soll , wird sie in Höhe dieser Menge aus den Mitteln
    zu finanzieren sein , die für den Sondertitel B (EAGFL ) für das Haus -
    haltsjahr 1971 bereitgestellt wurden .
4 « Mehr .j ähri ge Vo raus s chät zungen
    Diese ilahrungsmittelhilfe in Form von Zucker wird aus den für den -
    Titel B ( EAGFL) des Haushaltsjahres 1972 und gegebenenfalls des Haushalts­
    jahres 1973 bereitgestellten Bütteln finanziert.»