CELEX: 51990PC0071(01)
Language: de
Date: 1990-02-28
Title: VORSCHLAG FUER EINE VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES ZUR FESTLEGUNG DES ZOLLKODEX DER GEMEINSCHAFTEN

23.5.90                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 128/1
                                                     II
                                        (Vorbereitende   Rechtsakte)
                                       KOMMISSION
                                             Vorschlag für eine
                         VERORDNUNG (EWG) Nr                    / . . DES RATES
                                         vom
                            zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften
                                      KOM(90) 71 endg. —      SYN253
                           (Von der Kommission vorgelegt am 21. März 1990)
                                               (90/C 128/01)
                                          INHALTSVERZEICHNIS
                                                                                     Artikel des
                                                                                     Zollkodex
        TITEL I:     Allgemeines                                                         1-19
        Kapitel 1:   Geltungsbereich und grundlegende Begriffsbestimmungen              1—5
        Kapitel 2:   Verschiedene allgemeine Vorschriften, insbesondere über die
                     Rechte und Pflichten der Personen nach dem Zollrecht               6—19
        Abschnitt 1: Stellvertretung                                                      6
        Abschnitt 2: Entscheidungen                                                     7-11
        Abschnitt 3: Auskünfte                                                         12-13
        Abschnitt 4: Sonstige Vorschriften                                            14—19
        TITEL II:    Bemessungsgrundlagen für die Einfuhr- und Ausfuhrabgaben
                     sowie für die sonstigen im Warenverkehr vorgesehenen Maßnah-
                     men                                                              20 — 36
        Kapitel 1:   Zolltarif der Europäischen Gemeinschaften und Einreihung der
                     Waren                                                             20-21
        Kapitel 2:   Ursprung                                                         22 - 27
        Abschnitt 1: Nichtpräferenzieller Ursprung                                    22 — 26
        Abschnitt 2: Präferenzursprung                                                   27
        Kapitel 3:   Zollwert der Waren                                               28 - 36
        TITEL III:   Vorschriften, die für in das Zollgebiet der Gemeinschaft ver-
                     brachte Waren gelten, bis sie eine zollrechtliche Bestimmung
                     erhalten haben                                                    37 — 55
        Kapitel 1:   Verbringung von Waren in das Zollgebiet der Gemeinschaft          37 — 39
        Kapitel 2:   Gestellung                                                        40-42
        Kapitel 3:   Summarische Zollanmeldung und Abladen der gestellten Waren        43 - 47
        Kapitel 4:   Verpflichtung, den gestellten Waren eine zollrechtliche Bestim-
                     mung zu geben                                                     48 — 49
 ---pagebreak--- Nr. C 128/2                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                      23. 5.90
            Kapitel 5:    Vorübergehende Verwahrung                                        50-53
            Kapitel 6:    Vorschriften für in einem Versandverfahren beförderte Nichtge-
                          meinschaftswaren                                                 54-55
            TITEL IV:     Zollrechtliche Bestimmungen                                      56-180
            Kapitel 1:    Allgemeines                                                        56
            Kapitel 2:    Zollverfahren                                                    57-163
            Abschnitt 1:  Überführung von Waren in ein Zollverfahren                       57-77
                          A. Schriftliche Anmeldungen                                      60-75
                               I. Normales Verfahren                                       60-74
                               II. Vereinfachte Verfahren                                    75
                          B. Sonstige Anmeldungen                                            76
                          C. Nachträgliche Prüfung der Anmeldungen                           77
            Abschnitt 2:  Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr                  78-82
            Abschnitt 3:  Die Verfahren mit bedingter Befreiung und die Zollverfahren mit
                          wirtschaftlicher Bedeutung                                       83-160
                          A. Gemeinsame Vorschriften für mehrere Verfahren                 83-89
                          B. Externes Versandverfahren                                     90-94
                          C. Zollager                                                      95-110
                          D. Aktive Veredelung                                            111-126
                               I. Allgemeines                                             111-112
                               II. Erteilung der Bewilligung                              113-114
                               III. Durchführung des Verfahrens                           115-119
                               IV. Veredelungsvorgänge außerhalb des Zollgebiets der
                                    Gemeinschaft                                             120
                               V. Besondere Vorschriften über das Verfahren der Zoll-
                                    rückvergütung                                         121-125
                               VI. Sonstige Vorschriften                                     126
                          E. Umwandlung unter zollamtlicher Überwachung                   127-134
                          F. Vorübergehende Verwendung                                    135-143
                          G. Passive Veredelung                                           144-160
                               I. Allgemeines                                             144-145
                               II. Erteilung der Bewilligung                              146-147
                               III. Durchführung des Verfahrens                           148-152
                               IV. Standardaustausch                                      153-159
                               V. Sonstige Vorschriften                                      160
            Abschnitt 4:  Ausfuhr                                                         161-162
            Abschnitt 5:  Internes Versandverfahren                                          163
            Kapitel 3:    Die sonstigen zollrechtlichen Bestimmungen                      164-179
                                                                                          164-179
            Abschnitt 1:  Freizonen und Freilager
                          A. Allgemeines                                                  164-166
                          B. Verbringen von Waren in Freizonen oder Freilager             167-168
                          C. Verfahren in Freizonen oder Freilagern                       169-174
                          D. Ausgang von Waren aus Freizonen oder Freilagern              175-179
            Abschnitt 2:  Wiederausfuhr, Vernichtung oder Zerstörung und Aufgabe             180
            TITEL V:      Vorzugsbehandlungen                                             181-185
            Kapitel 1:    Befreiungen
            Kapitel 2:    Rückwaren                                                       182-184
             Kapitel 3:   Erzeugnisse der Seefischerei und andere aus dem Meer gewon-
                          nene Erzeugnisse                                                   185
            TITEL VI:     Zollschuld                                                      186-240
             Kapitel 1:   Sicherheitsleistung für den Zollschuldbetrag                    186-197
             Kapitel 2:   Entstehen der Zollschuld                                        198-213
             Kapitel 3:   Erhebung des Zollschuldbetrags                                  214-230
             Abschnitt 1: Buchmäßige Erfassung des Zollschuldbetrags und Mitteilung an
                          den Zollschuldner                                               214-218
 ---pagebreak--- 23.5.90                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 128/3
             Abschnitt 2:    Fristen und Modalitäten für die Entrichtung des Abgabenbetrags     219-230
             Kapitel 4:      Erlöschen der Zollschuld                                           231-232
             Kapitel 5:      Erstattung oder Erlaß der Abgaben                                  233-240
             TITEL VII:      Rechtsbehelf                                                       241-252
             Kapitel 1:       Ausübung des Rechtsbehelfs                                            241
             Kapitel 2:       Erste Stufe der Ausübung des Rechtsbehelfs                        242-248
             Kapitel 3:      Zweite Stufe der Ausübung des Rechtsbehelfs                            249
             Kapitel 4:       Sonstige Vorschriften über Rechtsbehelfe                          250-252
             TITEL VIII:      Schlußbestimmungen                                                253-259
             Kapitel 1:      Ausschuß für den Zollkodex                                         253-255
             Kapitel 2:       Rechtswirkungen der in einem Mitgliedstaat erlassenen Maß-
                             nahmen, ausgestellten Papiere und getroffenen Festlegungen in
                             einem Mitgliedstaat                                                    256
             Kapitel 3:       Sonstige Schlußbestimmungen                                       257-259
DER RAT DER EUROPAISCHEN                                          ländern auf Gemeinschaftsebene erlassen worden sind;
GEMEINSCHAFTEN —                                                  dazu gehören auch die agrar- und handelspolitischen
                                                                  Maßnahmen unter Berücksichtigung der Belange dieser
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä-                 Gemeinschaftspolitiken.
ischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf die
Artikel 28, 100a und 113,                                         Dieser Zollkodex mit den ihn ergänzenden Durchfüh-
                                                                  rungsvorschriften enthält grundsätzlich das gesamte
auf Vorschlag der Kommission,                                     geltende Zollrecht. Einzelstaatliche Vorschriften dürfen
                                                                  nur in dem ausdrücklich vorgesehenen Umfang weiter
                                                                  gelten.
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,
                                                                  Es erscheint angezeigt klarzustellen, daß dieser Zollko-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                dex unbeschadet der in anderen Bereichen erlassenen
schusses,                                                         besonderen Vorschriften gilt. Solche Vorschriften kön-
                                                                  nen insbesondere im Rahmen der landwirtschaftlichen,
in Erwägung nachstehender Gründe:                                 statistischen oder handelspolitischen Regelungen und
                                                                  der Eigenmittel bestehen oder eingeführt werden.
Grundlage der Gemeinschaft ist eine Zollunion. Die
Zollvorschriften, die derzeit auf eine Vielzahl von               Das Zollrecht ist von unmittelbarer Bedeutung für die
Gemeinschaftsverordnungen und -richtlinien verstreut              Volkswirtschaft. Daher müssen einige derzeit geltende
sind, sollten im Interesse der Wirtschaftsbeteiligten der         Zollvorschriften angepaßt werden, damit die notwen-
Gemeinschaft wie auch der Zollverwaltungen in einem               dige Geschlossenheit gewährleistet bleibt. Folglich
                                                                  muß die Erhebung von Einfuhrabgaben grundsätzlich
Zollkodex zusammengefaßt werden. Dies ist im Hin-
                                                                  an das Eingehen einer eingeführten Ware in den Wirt-
blick auf den gemeinschaftsweiten Binnenmarkt von
                                                                  schaftskreislauf der Gemeinschaft geknüpft werden.
wesentlicher Bedeutung.
                                                                  Die Ware geht in den Wirtschaftskreislauf ein, wenn
                                                                  frei über sie verfügt werden kann. Eine zuvor im Zoll-
Der derart festgelegte Zollkodex muß grundsätzlich das            gebiet der Gemeinschaft erzielte Wertsteigerung darf
bestehende Zollrecht übernehmen. Jedoch sind solche               jedoch nicht mit Abgaben belegt werden.
Änderungen vorzunehmen, die dieses Zollrecht kohä-
renter machen oder vereinfachen und gewisse noch                  Den Erfordernissen der Zollverwaltungen im Hinblick
vorhandene Lücken auf dem Gebiet der Harmonisie-                  auf die ordnungsgemäße Anwendung des Zollrechts ist
rung schließen, um ein umfassendes gemeinschaftli-                in gleichem Maße Rechnung zu tragen wie dem
ches Regelwerk zu schaffen.                                       Anspruch der Wirtschaftsbeteiligten auf gerechte und
                                                                  angemessene Behandlung. Daher müssen unter ande-
 Ausgehend von dem Konzept eines einheitlichen Bin-               rem umfangreiche Kontrollmöglichkeiten für die Zoll-
nenmarktes muß der Zollkodex die allgemeinen                      verwaltungen und Rechtsbehelfe für die Wirtschaftsbe-
 Bestimmungen und Verfahrensvorschriften enthalten,               teiligten vorgesehen werden.
 welche die Anwendung der zolltariflichen und sonsti-
gen Maßnahmen sicherstellen, die im Rahmen des                     Um die einheitliche Durchführung dieses Zollkodex
 Warenverkehrs zwischen der Gemeinschaft und Dritt-               sicherzustellen, empfiehlt es sich, ein Gemeinschafts-
 ---pagebreak--- Nr. C 128/4                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              23. 5. 90
verfahren festzulegen, das es ermöglicht, innerhalb           beit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommis-
angemessener Fristen Durchführungsvorschriften zu             sion auf diesem Gebiet zu gewährleisten —
erlassen. Außerdem ist ein Ausschuß für den Zollkodex
einzusetzen, um eine enge und wirksame Zusammenar-            HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                                        TITEL I
                                                   ALLGEMEINES
                       KAPITEL 1                              — die deutschen Gebiete, in denen der Vertrag zur
                                                                    Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemein-
     GELTUNGSBEREICH UND GRUNDLEGENDE                               schaft gilt, mit Ausnahme der Insel Helgoland
               BEGRIFFSBESTIMMUNGEN                                 sowie des Gebiets von Büsingen (Vertrag vom
                                                                    23. November 1964 zwischen der Bundesrepublik
                        Artikel 1                                   Deutschland und der Schweizerischen Eidgenos-
                                                                    senschaft) ;
(1) Dieser Zollkodex enthält die allgemeinen Vor-             — das Gebiet der Republik Griechenland;
schriften des Zollrechts. Er gilt nebst den gemäß Arti-
                                                              — das Gebiet des Königreichs Spanien mit Ausnahme
kel 255 erlassenen Durchführungsvorschriften und
                                                                    der Kanarischen Inseln und von Ceuta und Mel-
unbeschadet der im Rahmen der gemeinsamen Agrar-
                                                                    lila;
politik erlassenen oder noch zu erlassenden Vorschrif-
ten sowie der auf anderen Gebieten bestehenden Vor-           — das Gebiet der Französischen Republik mit Aus-
schriften im Warenverkehr zwischen der Gemeinschaft                 nahme der überseeischen Gebiete und der Gebiets-
und Drittländern.                                                   körperschaften ;
                                                              — das Gebiet Irlands;
Einzelstaatliches Recht gilt nur insoweit, als dies im
Gemeinschaftsrecht vorgesehen ist.                            — das Gebiet der Italienischen Republik mit Aus-
                                                                    nahme der Gemeinden Livigno und Campione
                                                                    d'Italia sowie des zum italienischen Gebiet gehö-
(2) Soweit nichts Gegenteiliges bestimmt ist, gilt das              renden Teils des Luganer Sees zwischen dem Ufer
Zollrecht für Waren, die unter den Vertrag zur Grün-                und der politischen Grenze der zwischen Ponte
dung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, unter                Tresa und Porto Ceresio gelegenen Zone;
den Vertrag über die Gründung der Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl oder unter den Ver-          — das Gebiet des Großherzogtums Luxemburg;
trag zur Gründung der Europäischen Atomgemein-                — das Gebiet des Königreichs der Niederlande in
schaft fallen.                                                      Europa;
                                                              — das Gebiet der Portugiesischen Republik;
                        Artikel 2                             — das Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbri-
                                                                    tannien und Nordirland sowie die Kanalinseln und
(1) Soweit nicht durch Übereinkommen oder entspre-                  die Insel Man.
chendes Gewohnheitsrecht oder durch autonome
Gemeinschaftsmaßnahmen            etwas     Gegenteiliges     (2) Zum Zollgebiet der Gemeinschaft gehören auch:
bestimmt ist, gilt das Zollrecht einheitlich im gesamten
Zollgebiet der Gemeinschaft.                                  a) die Küstenmeere der Mitgliedstaaten sowie die
                                                                    innerhalb ihrer Küstenlinie gelegenen Meeresge-
                                                                    wässer, ausgenommen solche, die zu Teilen des
(2) Bestimmte Zollvorschriften können entweder auf-                 Gebiets der betreffenden Mitgliedstaaten gehören,
grund von Sonderregelungen oder aufgrund von inter-                 die selbst nicht zum Zollgebiet der Gemeinschaft
 nationalen Übereinkommen auch außerhalb des Zoll-                  gehören;
 gebiets der Gemeinschaft gelten.
                                                              b) der Luftraum der Mitgliedstaaten, ausgenommen
                                                                    der Luftraum über den Teilen des Gebiets der Mit-
                         Artikel 3                                  gliedstaaten, die selbst nicht zum Zollgebiet der
                                                                    Gemeinschaft gehören.
 (1) Zum Zollgebiet der Gemeinschaft gehören:
                                                               (3) Zum Zollgebiet der Gemeinschaft gehören eben-
 — das Gebiet des Königreichs Belgien;                         falls:
 — das Gebiet des Königreichs Dänemark mit Aus-                — die österreichischen Gebiete von Jungholz und
     nahme der Färöer und Grönlands;                                 Mittelberg, so wie sie in den von Deutschland
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    geschlossenen Staatsverträgen vom 3. Mai 1868             7.   Gemeinschaftswaren:
     und vom 2. Dezember 1890 festgelegt sind;
                                                                   — Waren, die unter den in Artikel 24 genannten
— das Gebiet des Fürstentums Monaco, so wie es in                       Voraussetzungen vollständig im Zollgebiet der
     dem in Paris am 18. Mai 1963 von Frankreich                        Gemeinschaft gewonnen oder hergestellt wor-
     geschlossenen Zollabkommen festgelegt ist;                         den sind, ohne daß ihnen aus nicht zum Zoll-
— das Gebiet der Republik San Marino, so wie es in                      gebiet der Gemeinschaft gehörenden Ländern
     dem von Italien geschlossenen Abkommen vom                         oder Gebieten eingeführte Waren hinzugefügt
     31. März 1939 festgelegt ist.                                      wurden;
                                                                   — aus nicht zum Zollgebiet der Gemeinschaft
                                                                        gehörenden Ländern oder Gebieten einge-
                          Artikel 4                                     führte Waren, die in den zollrechtlich freien
                                                                        Verkehr übergeführt worden sind;
Dieser Zollkodex berührt nicht die Regelung des inner-
                                                                   — Waren, die im Zollgebiet der Gemeinschaft
deutschen Handels im Sinne des Protokolls über diesen
                                                                        entweder ausschließlich unter Verwendung von
Handel und die damit zusammenhängenden Fragen.                          nach dem zweiten Gedankenstrich bezeichne-
                                                                        ten Waren oder von nach den ersten beiden
                                                                        Gedankenstrichen bezeichneten Waren gewon-
                          Artikel 5                                     nen oder hergestellt worden sind;
Im Sinne dieses Zollkodex gelten als:
                                                              8.   Nichtgemeinschaftswaren: andere als die unter Zif-
                                                                   fer 7 genannten Waren.
1. Person:
                                                                   Unbeschadet des Artikels 163 verlieren Gemein-
     — eine natürliche Person;                                     schaftswaren ihren zollrechtlichen Status mit der
                                                                   Ausfuhr aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft;
     — eine juristische Person;
     — eine Personenvereinigung ohne eigene Rechts-           9.   Zollschuld: die Verpflichtung einer Person, die für
          persönlichkeit, die aber im Rechtsverkehr wirk-          eine bestimmte Ware gesetzlich geschuldeten Ein-
          sam auftreten kann, wenn diese Möglichkeit in            fuhrabgaben (Einfuhrzollschuld) oder Ausfuhrab-
          den geltenden Rechtsvorschriften vorgesehen              gaben (Ausfuhrzollschuld) zu entrichten;
          ist;
                                                              10. Einfuhrabgaben:
2.   in der Gemeinschaft ansässige Person:
                                                                   — Zölle und Abgaben mit gleicher Wirkung bei
     — im Fall einer natürlichen Person jede Person,                    der Einfuhr von Waren;
          die in der Gemeinschaft ihren normalen                   — Abschöpfungen und sonstige bei der Einfuhr
          Wohnsitz hat;                                                 erhobene Abgaben, die im Rahmen der
     — im Fall einer juristischen Person oder Perso-                    gemeinsamen Agrarpolitik oder aufgrund der
                                                                        für bestimmte landwirtschaftliche Verarbei-
          nenvereinigung jede Person, die in der
                                                                        tungserzeugnisse geltenden Sonderregelungen
          Gemeinschaft ihren satzungsmäßigen Sitz, ihre
                                                                        eingeführt worden sind;
          Hauptverwaltung oder eine dauernde Nieder-
          lassung hat;
                                                               11. Ausfuhrabgaben:
3.   Zollbehörden: die für die Durchführung des Zoll-
                                                                   — Zölle und Abgaben mit gleicher Wirkung bei
     rechts zuständigen Behörden;                                       der Ausfuhr von Waren;
                                                                   — Abschöpfungen und sonstige bei der Ausfuhr
4.   Zollstelle: jede Dienststelle, bei der die im Zoll-                erhobene Abgaben, die im Rahmen der
     recht vorgesehenen Förmlichkeiten erfüllt werden                   gemeinsamen Agrarpolitik oder aufgrund der
     können;                                                            für bestimmte landwirtschaftliche Verarbei-
                                                                        tungserzeugnisse geltenden Sonderregelungen
5.   Entscheidung: jede hoheitliche Maßnahme einer                      vorgesehen sind;
     Zollbehörde zur Regelung eines Einzelfalls mit
     Rechtswirkung für eine oder mehrere bestimmte             12. Zollschuldner: jede zur Erfüllung der Zollschuld
     oder bestimmbare Personen;                                    verpflichtete Person mit Ausnahme der Bürgen;
6.   zollrechtlicher Status: der Status einer Ware als         13. zollamtliche Überwachung: allgemeine Maßnahmen
     Gemeinschaftsware oder Nichtgemeinschaftsware;                der Zollbehörden, um die Einhaltung des Zoll-
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    rechts und gegebenenfalls der sonstigen für Waren       20. Inhaber des Zollverfahrens: der Anmelder oder die
    unter zollamtlicher Überwachung geltenden Vor-               Person, der die Rechte und Pflichten des Anmel-
    schriften zu gewährleisten;                                  ders im Zusammenhang mit einem Zollverfahren
                                                                 übertragen worden sind. Diese Person wird im
                                                                 Rahmen des gemeinschaftlichen Versandverfah-
14. zollamtliche Prüfung: besondere Amtshandlungen               rens als Hauptverpflichteter und im Rahmen des
    zur Gewährleistung der Einhaltung des Zollrechts             Zollagerverfahrens als Einlagerer bezeichnet;
    und gegebenenfalls der sonstigen für Waren unter
    zollamtlicher Überwachung geltenden Vorschrif-
    ten, wie Beschau der Waren, Überprüfung des Vor-        21. Bewilligungsinhaber: die Person, der eine Bewilli-
    handenseins und der Echtheit von Papieren, Prü-              gung erteilt worden ist;
    fung der Unternehmensbuchführung oder sonstiger
    Anschreibungen, Kontrolle der Beförderungsmittel,
                                                            22. geltende Vorschriften: Gemeinschaftsvorschriften
    Personenkontrollen, Durchführung von behördli-
                                                                 oder einzelstaatliche Vorschriften.
    chen Nachforschungen und dergleichen;
                                                            23. Ausschußverfahren: das Verfahren des Artikels 255.
15. zollrechtliche Bestimmung einer Ware:
    a) Überführung in ein Zollverfahren;                                             KAPITEL 2
    b) Verbringung in eine Freizone oder ein Freila-           VERSCHIEDENE ALLGEMEINE VORSCHRIFTEN,
         ger;                                                      INSBESONDERE ÜBER DIE RECHTE UND
                                                                   PFLICHTEN DER PERSONEN NACH DEM
    c) Wiederausfuhr       aus  dem    Zollgebiet  der                              ZOLLRECHT
         Gemeinschaft;
    d) Vernichtung oder Zerstörung;                                                Abschnitt 1
    e)    Aufgabe;                                                                 Stellvertretung
16. Zollverfahren:                                                                    Artikel 6
    a) Überführung in den zollrechtlich freien Ver-         (1) Vorbehaltlich des Artikels 62 und der im Rahmen
         kehr;                                              des Titels VII Kapitel 3 erlassenen Vorschriften kann
                                                            sich jedermann gegenüber den Zollbehörden bei der
    b)    Versandverfahren;                                 Vornahme der das Zollrecht betreffenden Verfahrens-
                                                            handlungen vertreten lassen.
    c)    Zollagerverfahren;
    d) aktive Veredelung;                                   (2)   Die Vertretung kann sein:
    e) Umwandlung        unter zollamtlicher  Überwa-       — direkt, wenn der Vertreter im Namen und für Rech-
         chung;                                                  nung eines anderen handelt;
    f)   vorübergehende Verwendung;                         — indirekt, wenn der Vertreter in eigenem Namen,
                                                                 aber für Rechnung eines anderen handelt.
    g) passive Veredelung;
    h)    Ausfuhr;                                          (3) Abgesehen von den Fällen nach Artikel 62 Absatz
                                                            2 Buchstabe b) muß der Vertreter in der Gemeinschaft
                                                            ansässig sein.
17. Zollanmeldung: die Handlung, mit der eine Person
    in der vorgeschriebenen Form und nach den vorge-        (4) Der Vertreter muß erklären, für die vertretene Per-
    schriebenen Bestimmungen die Absicht bekundet,          son zu handeln; er muß ferner angeben, ob es sich um
    eine Ware in ein bestimmtes Zollverfahren überzu-       eine direkte oder indirekte Vertretung handelt und Ver-
    führen ;                                                tretungsmacht besitzen.
                                                            Personen, die nicht erklären, im Namen oder für Rech-
18. Anmelder: die Person, die in eigenem Namen eine
                                                            nung eines anderen zu handeln, oder die erklären, im
    Zollanmeldung abgibt, oder die Person, in deren
                                                            Namen oder für Rechnung eines anderen zu handeln,
     Namen eine Zollanmeldung abgegeben wird;
                                                            aber keine Vertretungsmacht besitzen, gelten als in
                                                            eigenem Namen und für eigene Rechnung handelnd.
19. Überlassung einer Ware: die Maßnahme, durch die
    eine Ware einer bestimmten Person von den Zoll-         (5) Die Zollbehörden können von einer Person, die
    behörden für die Zwecke des Zollverfahrens über-        erklärt, im Namen oder für Rechnung eines anderen zu
     lassen wird, in das die betreffende Ware überge-       handeln, den Nachweis für ihre Vertretungsmacht ver-
     führt wird;                                            langen.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 128/7
                       Abschnitt 2                                                      Artikel 10
                      Entscheidungen                           (1)    Eine Entscheidung wird zurückgenommen,
                                                               a)    wenn sie aufgrund unrichtiger oder unvollständiger
                          Artikel 7                                  Angaben ergangen ist und
                                                                    — dem Antragsteller die Unrichtigkeit oder
(1) Wer die Zollbehörden um eine zollrechtliche Ent-                      Unvollständigkeit der Angaben bekannt war
scheidung ersucht, muß alle Angaben und Unterlagen                       oder vernünftigerweise hätte bekannt sein müs-
liefern, die von diesen Behörden für die Entscheidung                    sen und
benötigt werden.
                                                                    — sie aufgrund der richtigen und vollständigen
(2) Die Entscheidung muß so bald wie möglich erge-                       Angaben nicht hätte ergehen dürfen;
hen.                                                           b)    wenn sie von einer Behörde erlassen worden ist,
                                                                     die dafür keine Zuständigkeit besaß, und dies dem
Wird der Antrag schriftlich gestellt, so muß die Ent-                Antragsteller bekannt war oder vernünftigerweise
scheidung innerhalb von drei Monaten nach Eingang                    hätte bekannt sein müssen.
des Antrags bei den Zollbehörden ergehen.
                                                               (2) Die Rücknahme der Entscheidung wird den Per-
Diese Frist kann jedoch überschritten werden, wenn             sonen mitgeteilt, an die sie gerichtet war.
die Zollbehörden nicht in der Lage sind, sie einzuhal-
ten. In diesem Fall unterrichten sie den Antragsteller         (3) Die Rücknahme gilt ab dem Zeitpunkt, zu dem
vor Ablauf der Dreimonatsfrist unter Angabe der                die zurückgenommene Entscheidung ergangen ist.
Gründe für die Fristüberschreitung sowie der neuen
Frist, die sie für erforderlich halten, um über den
Antrag zu entscheiden.                                                                  Artikel 11
(3) Schriftlich ergehende Entscheidungen, mit denen            (1) Eine Entscheidung wird widerrufen oder geändert,
Anträge abgelehnt werden oder die für die Personen,            wenn in anderen als den in Artikel 10 bezeichneten
an die sie gerichtet sind, nachteilige Folgen haben, sind      Fällen eine oder mehrere der Voraussetzungen für ihren
von den Zollbehörden mit Gründen zu versehen. Sie              Erlaß nicht erfüllt waren oder nicht mehr erfüllt sind.
müssen eine Rechtsmittelbelehrung nach Artikel 241
enthalten.                                                     (2) Eine Entscheidung kann widerrufen werden,
                                                               wenn die Person, an die sie gerichtet ist, einer ihr durch
(4) Es kann vorgeschrieben werden, daß Absatz 3                diese Entscheidung auferlegten Verpflichtung nicht
erster Satz auch für andere Entscheidungen gilt.               nachkommt.
                                                               (3) Eine Entscheidung kann widerrufen oder geändert
                                                               werden, soweit sie wirtschaftlich nicht mehr gerechtfer-
                         Artikel 8                             tigt ist.
Die Entscheidungen der Zollbehörden sind, abgesehen            (4) Der Widerruf oder die Änderung wird der Person
von den Fällen nach Artikel 243 zweiter Unterabsatz,           mitgeteilt, an die diese Entscheidung gerichtet war.
sofort vollstreckbar.
                                                               (5) Der Widerruf oder die Änderung der Entschei-
                                                               dung wird mit dem Zeitpunkt der Bekanntgabe wirk-
                         Artikel 9                             sam. Soweit berechtigte Interessen der Person, an wel-
                                                               che die Entscheidung gerichtet ist, es erfordern, können
                                                               die Zollbehörden jedoch das Wirksamwerden des
(1)   Eine Entscheidung ist nichtig, wenn sie
                                                               Widerrufs oder der Änderung in Ausnahmefällen auf
a)   offenkundig ohne rechtliche Grundlage ergangen            einen späteren Zeitpunkt verschieben.
     ist oder
b) von einer Behörde erlassen worden ist, die dafür                                   Abschnitt 3
     offensichtlich keine sachliche Zuständigkeit besaß.
                                                                                        Auskünfte
(2) Die Nichtigkeit einer Entscheidung wird den Per-
sonen, denen sie mitgeteilt worden ist, bekanntgege-                                    Artikel 12
ben, sobald die Nichtigkeit von den Zollbehörden fest-
gestellt worden ist.                                           (1) Jede interessierte Person kann bei den Zollbehör-
                                                               den Auskünfte über die Anwendung des Zollrechts
(3)   Eine nichtige Entscheidung ist wirkungslos.              beantragen.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/8                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
Ein solcher Antrag kann abgelehnt werden, wenn er             Kontrollen vornehmen, die sie für erforderlich halten,
sich nicht auf ein tatsächlich geplantes Handelsge-           um die ordnungsgemäße Anwendung des Zollrechts zu
schäft bezieht.                                               gewährleisten.
(2) Die Auskünfte werden dem Antragsteller kosten-            Derartige Kontrollen können insbesondere für Waren
los erteilt. Den Zollbehörden entstandene Kosten kön-         unter zollamtlicher Überwachung vorgenommen wer-
nen ihm jedoch in Rechnung gestellt werden.                   den.
                                                              Kontrollen nach Absatz 1 haben insbesondere Perso-
                        Artikel 13                            nen zu dulden, die Waren unter zollamtlicher Überwa-
                                                              chung besitzen oder möglicherweise besitzen.
(1) Schriftliche Zolltarifauskünfte, die im Einklang
mit nach dem Ausschußverfahren festgelegten Verfah-
rensregeln erteilt worden sind, sind bindend.                                          Artikel 15
Der Berechtigte kann bei der Erfüllung der Zollförm-          Zur Durchführung des Zollrechts haben alle Personen,
lichkeiten für eine Ware beantragen, daß die Einrei-          die unmittelbar oder mittelbar an Vorgängen im Rah-
hung dieser Ware in die Zollnomenklatur nach Maß-             men des Warenverkehrs beteiligt sind, den Zollbehör-
gabe dieser Auskunft erfolgt.                                 den auf deren Ersuchen und innerhalb der von diesen
                                                              gegebenenfalls festgesetzten Fristen alle erforderlichen
(2) Eine verbindliche Auskunft ist sechs Jahre lang           Unterlagen und Angaben zur Verfügung zu stellen und
gültig.                                                       jede erforderliche Unterstützung zu gewähren.
(3) Eine verbindliche Auskunft ist nichtig, wenn sie
aufgrund unrichtiger oder unvollständiger Angaben des                                  Artikel 16
Berechtigten erteilt worden ist.
                                                              Alle Angaben, die ihrer Natur nach vertraulich sind
(4) Eine verbindliche Auskunft wird ungültig, wenn            oder vertraulich mitgeteilt werden, fallen unter das
a) sie aufgrund des Erlasses einer Verordnung dem             Berufsgeheimnis und dürfen von den Zollbehörden
     damit gesetzten Recht nicht mehr entspricht;             nicht ohne ausdrückliche Zustimmung der Person oder
                                                              Behörde, die sie erteilt hat, an andere Personen weiter-
b) sie mit der auf Gemeinschaftsebene festgelegten            gegeben werden; jedoch ist die Weitergabe zulässig an
     und veröffentlichten Auslegung nicht mehr über-          Personen, die bei den Organen der Gemeinschaften
     einstimmt;                                               oder in den Mitgliedstaaten aufgrund ihrer Funktion
c) der Berechtigte von dem Widerruf oder der Ände-            befugt sind, davon Kenntnis zu nehmen, sowie in Fäl-
                                                              len, in denen die Zollbehörden aufgrund der geltenden
     rung der Auskunft in Kenntnis gesetzt wird.
                                                              Vorschriften oder im Rahmen von Gerichtsverfahren
                                                              dazu gehalten sind.
(5) In den Fällen nach Absatz 4 Buchstaben b) und c)
 kann sich der Berechtigte noch sechs Monate nach die-
 ser Mitteilung gemäß Absatz 1 zweiter Unterabsatz auf
 die verbindliche Auskunft berufen, sofern er aufgrund                                 Artikel 17
 dieser Auskunft feste und endgültige Verträge über die
 betreffenden Waren geschlossen hat.                           Die Beteiligten haben die Unterlagen über die in Arti-
                                                               kel 15 genannten Vorgänge auf beliebigem Träger min-
 Durch nach dem Ausschußverfahren erlassene Vor-               destens drei Kalenderjahre lang aufzubewahren. Diese
 schriften kann diese Möglichkeit für die Anwendung            Frist beginnt
 von Maßnahmen der gemeinsamen Handelspolitik                  a) im Fall von Waren, die in anderen als den unter
 oder der gemeinsamen Agrarpolitik beschränkt werden.               Buchstabe b) genannten Fällen in den zollrechtlich
                                                                    freien Verkehr übergeführt oder die zur Ausfuhr
 Die vorstehenden Unterabsätze gelten auch in Fällen                angemeldet werden, mit dem Ende des Jahres, in
 nach Absatz 4 Buchstabe a), wenn dies in den dort                  dem die Anmeldung zum zollrechtlich freien Ver-
 genannten Vorschriften vorgesehen ist.                             kehr oder zur Ausfuhr angenommen worden ist;
                                                               b) im Fall von Waren, die aufgrund ihrer Verwendung
                      Abschnitt 4                                   zu besonderen Zwecken zu einem ermäßigten
                                                                    Abgabensatz oder abgabenfrei in den zollrechtlich
                   Sonstige Vorschriften                            freien Verkehr übergeführt werden, mit dem Ende
                                                                    des Jahres, in dem die zollamtliche Überwachung
                                                                    endet;
                         Artikel 14
                                                               c) im Fall von Waren, die in ein anderes Zollverfah-
 Die Zollbehörden können unter den nach den gelten-                 ren übergeführt werden, mit dem Ende des Jahres,
 den Vorschriften festgelegten Voraussetzungen alle                 in dem das betreffende Zollverfahren beendet wird.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 128/9
Stellt sich bei einer Kontrolle bezüglich einer Zoll-         sind die Kurse des ersten Arbeitstages des Monats
schuld heraus, daß die betreffende buchmäßige Erfas-          Oktober mit Wirkung vom 1. Januar des darauffolgen-
sung berichtigt werden muß, so werden die Unterlagen          den Kalenderjahres anzuwenden. Liegt dieser Kurs für
über die im ersten Unterabsatz genannte Frist hinaus so       eine Landeswährung nicht vor, so ist für diese Wäh-
lange aufbewahrt, daß die buchmäßige Erfassung                rung der Umrechnungskurs des Tages anzuwenden, für
berichtigt und überprüft werden kann.                         den zuletzt ein Kurs im Amtsblatt der Europäischen
                                                              Gemeinschaften veröffentlicht worden ist.
                                                              (2) Ändern sich jedoch die bilateralen Leitkurse einer
                        Artikel 18                            oder mehrerer Landeswährungen
Wird im Zollrecht eine Frist, ein Datum oder ein Ter-         a) im Laufe eines Kalenderjahres, so sind die geän-
min für die Einhaltung einer Vorschrift festgesetzt, so           derten Sätze bei der Umrechnung des Ecu in die
kann die Frist nur verlängert beziehungsweise das                 Landeswährungen für die Tarifierung der Waren
Datum oder der Termin nur verschoben werden, wenn                 und die Festsetzung der Zölle und Abgaben mit
dies in den betreffenden Vorschriften ausdrücklich vor-           gleicher Wirkung zugrunde zu legen. Sie gelten ab
gesehen ist.                                                      dem zehnten Tag, der auf den Tag folgt, an dem sie
                                                                  vorliegen;
Jedoch kann eine Frist immer verlängert beziehungs-           b) nach dem ersten Arbeitstag des Monats Oktober,
weise ein Datum oder ein Termin immer verschoben                  so sind die geänderten Sätze bei der Umrechnung
werden, wenn die Überschreitung der Frist, des Datums             des Ecu in die Landeswährungen für die Tarifie-
oder des Termins für den Beteiligten außer dem Verlust            rung der Waren und die Festsetzung der Zölle des
eines Anspruchs eine Strafe nach sich zieht und der               Zolltarifs der Europäischen           Gemeinschaften
Beteiligte nachweist, daß er die Frist, das Datum oder            zugrunde zu legen; sie gelten in diesem Fall abwei-
den Termin aufgrund von zufälligen Ereignissen oder               chend von Absatz 1 während des gesamten darauf-
höherer Gewalt nicht einhalten konnte.                            folgenden Kalenderjahres, sofern im Laufe dieses
                                                                  Jahres keine weitere Änderung der bilateralen Leit-
                                                                  kurse eintritt; tritt eine solche Änderung ein, so gilt
                                                                  Buchstabe a).
                        Artikel 19
                                                              Als geänderte Kurse gelten die Kurse des ersten Tages
(1) Der im Rahmen des Zollrechts zugrunde zu                  nach der Änderung der bilateralen Leitkurse, an dem
legende Gegenwert des Ecu in die Landeswährungen              solche Kurse für alle Landeswährungen der Gemein-
 wird einmal jährlich festgesetzt. Für diese Umrechnung       schaft vorliegen.
                                                       TITEL II
              GRUNDLAGEN FÜR DIE ERHEBUNG DER EINFUHR- UND AUSFUHRABGABEN
                  SOWIE FÜR DIE ANWENDUNG DER SONSTIGEN IM WARENVERKEHR
                                          VORGESEHENEN MASSNAHMEN
                        KAPITEL 1                             b) jede andere Nomenklatur, die ganz oder teilweise
                                                                  auf der Kombinierten Nomenklatur — gegebenen-
            ZOLLTARIF DER EUROPÄISCHEN                            falls auch mit weiteren Unterteilungen — beruht
  GEMEINSCHAFTEN UND EINREIHUNG DER WAREN                         und die durch besondere Gemeinschaftsvorschrif-
                                                                  ten zur Durchführung zolltariflicher Maßnahmen
                         Artikel 20                               im Warenverkehr erstellt worden ist;
                                                               c) die Regelzollsätze und die sonstigen Erhebungs-
 (1) Die bei Entstehen einer Zollschuld gesetzlich                grundlagen, die für die in der Kombinierten
 geschuldeten Abgaben werden nach Maßgabe des Zoll-                Nomenklatur erfaßten Waren gelten, und zwar
 tarifs der Europäischen Gemeinschaften festgesetzt.
                                                                  — die Zölle und
 (2) Die sonstigen durch besondere Gemeinschaftsvor-              — die Abschöpfungen und sonstigen bei der Ein-
 schriften erlassenen Maßnahmen im Warenverkehr                        fuhr erhobenen Abgaben, die im Rahmen der
 werden gegebenenfalls auf der Grundlage der Einrei-                   gemeinsamen Agrarpolitik oder aufgrund der
 hung der betreffenden Waren angewendet.                               für bestimmte landwirtschaftliche Verarbei-
                                                                       tungserzeugnisse geltenden Sonderregelungen
 (3) Der Zolltarif der Europäischen Gemeinschaften                     eingeführt worden sind;
 umfaßt:
                                                               d) die Zollpräferenzmaßnahmen            aufgrund     von
 a) die Kombinierte Nomenklatur;                                   Abkommen zwischen der Gemeinschaft                und
 ---pagebreak--- Nr.C 128/10                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
     bestimmten Ländern oder Ländergruppen, in                                        KAPITEL 2
     denen eine Zollpräferenzbehandlung vorgesehen
     ist;                                                                             URSPRUNG
e) die Zollpräferenzmaßnahmen, die von der
     Gemeinschaft einseitig zugunsten bestimmter Län-                               Abschnitt 1
     der, Ländergruppen oder Gebiete erlassen worden
     sind;                                                                   Nichtpräferenzieller Ursprung
f)   die autonomen Aussetzungsmaßnahmen, mit
     denen die bei der Einfuhr bestimmter Waren gel-                                   Artikel 22
     tenden Zollsätze herabgesetzt oder ausgesetzt wer-
     den;                                                     Die Artikel 23 bis 26 enthalten die Begriffsbestimmung
                                                              des nichtpräferenziellen Ursprungs für die Anwendung
g) die sonstigen in anderen Gemeinschaftsregelungen
     vorgesehenen zolltariflichen Maßnahmen.                  a) des Zolltarifs der Europäischen Gemeinschaften
                                                                   mit Ausnahme der Maßnahmen nach Artikel 20
(4) Unbeschadet der Vorschriften über die Verzollung               Absatz 3 Buchstaben d) und e);
zum Pauschalsatz gelten die in Absatz 3 Buchstaben d)         b) der anderen als zolltariflichen Maßnahmen, die
bis f) aufgeführten Maßnahmen anstelle der unter                   durch besondere Gemeinschaftsvorschriften für
Buchstabe c) genannten Maßnahmen, wenn die Zollbe-                 den Warenverkehr festgelegt worden sind.
hörden feststellen, daß die betreffenden Waren die
Voraussetzungen für die Anwendung der erstgenannten
Maßnahmen erfüllen; ihre Anwendung hängt nicht von                                     Artikel 23
einem ausdrücklichen Antrag des Anmelders ab.
                                                              (1) Ursprungswaren eines Landes sind Waren, die
(5) Ist die Anwendung der Maßnahmen nach Absatz               vollständig in diesem Land gewonnen oder hergestellt
3 Buchstaben d), e) und f) auf ein bestimmtes Einfuhr-        worden sind.
volumen beschränkt, so wird sie beendet:
a) im Fall von Zollkontingenten oder ähnlichen Maß-           (2) Eine Ware, an deren Herstellung zwei oder meh-
     nahmen bei Erreichen des festgelegten Einfuhrvo-         rere Länder beteiligt waren, ist Ursprungsware des Lan-
     lumens;                                                  des, in dem sie der letzten wesentlichen und wirtschaft-
b) im Fall von Zollplafonds durch Verordnung der              lich gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung unterzogen
     Kommission.                                              worden ist, die in einem dazu eingerichteten Unterneh-
                                                              men vorgenommen worden ist und zur Herstellung
                                                              eines neuen Erzeugnisses geführt hat oder eine bedeu-
(6) Die zolltarifliche Einreihung einer Ware ist die          tende Herstellungsstufe darstellt.
nach den geltenden Vorschriften getroffene Feststel-
lung der für die betreffende Ware maßgeblichen
a) Unterposition der Kombinierten Nomenklatur                                          Artikel 24
     oder Unterposition einer anderen Nomenklatur im
     Sinne des Absatzes 3 Buchstabe b) oder                   (1) Als vollständig in einem Land gewonnene oder
                                                              hergestellte Waren im Sinne des Artikels 23 Absatz 1
b) Unterposition jeder anderen Nomenklatur, die
                                                              gelten:
     ganz oder teilweise auf der Kombinierten Nomen-
     klatur — gegebenenfalls auch mit weiteren Unter-         a) mineralische Stoffe, die im Gebiet dieses Landes
     teilungen — beruht und die durch besondere                    gewonnen worden sind;
     Gemeinschaftsvorschriften      zur    Durchführung
     anderer als zolltariflicher Maßnahmen im Waren-          b) pflanzliche Erzeugnisse, die in diesem Land geern-
     verkehr erstellt worden ist.                                  tet worden sind;
                                                              c) lebende Tiere, die in diesem Land geboren oder
                                                                   ausgeschlüpft sind und die dort aufgezogen wor-
                         Artikel 21                                den sind;
(1) Die Abgabenbegünstigung, die für bestimmte                d) Erzeugnisse, die von in diesem Land gehaltenen
Waren aufgrund ihrer Art oder ihrer besonderen Ver-                lebenden Tieren gewonnen worden sind;
wendung gewährt werden kann, ist von Voraussetzun-
                                                              e) Jagdbeute und Fischfänge, die in diesem Land
gen abhängig, die nach dem Ausschußverfahren festge-
                                                                   erzielt worden sind;
legt werden. Ist eine Bewilligung erforderlich, so gelten
die Artikel 85 und 86.                                        f)   Erzeugnisse der Fischerei und anderer Meereser-
                                                                   zeugnisse, die außerhalb des Küstenmeeres eines
(2) Als Abgabenbegünstigung im Sinne des Absatzes                  Küstenstaats von Schiffen aus gefangen worden
 1 gilt jede Ermäßigung oder Aussetzung von Einfuhr-               sind, die in diesem Land ins Schiffsregister einge-
abgaben im Sinne des Artikels 5, Ziffer 10, auch wenn              tragen oder angemeldet sind und die Flagge dieses
sie im Rahmen eines Zollkontingents gewährt wird.                  Landes führen;
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/11
g)   Waren, die an Bord von Fabrikschiffen aus unter           Hinblick auf die Anwendung der Maßnahmen nach
     Buchstabe f) genannten Erzeugnissen hergestellt           Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe d) oder e) festgelegt.
     worden sind, die ihren Ursprung in diesem Land
     haben, sofern die Fabrikschiffe in diesem Land ins        Die Präferenzursprungsregeln werden wie folgt festge-
     Schiffsregister eingetragen oder angemeldet sind          legt:
     und die Flagge dieses Landes führen;
                                                               a)   im Fall der unter die Abkommen nach Artikel 20
h)   Erzeugnisse, die aus dem Meeresgrund oder Mee-                 Absatz 3 Buchstabe d) fallenden Waren in den
     resuntergrund außerhalb des Küstenmeeres gewon-                Abkommen;
     nen worden sind, sofern dieses Land ausschließli-
     che Nutzungsrechte für diesen Meeresgrund oder            b)   im Fall der Waren, für die Zollpräferenzmaßnah-
     -untergrund besitzt;                                           men nach Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe e) gelten,
                                                                    nach dem Ausschußverfahren.
i)   Ausschuß und Abfälle, die bei Herstellungsvorgän-
     gen anfallen, und Altwaren, wenn sie in diesem
     Land gesammelt worden sind und nur zur Gewin-                                     KAPITEL 3
     nung von Rohstoffen verwendet werden können;
j)   Waren, die in diesem Land ausschließlich aus den                          ZOLLWERT DER WAREN
     unter den Buchstaben a) bis i) genannten Waren
     oder ihren Folgeerzeugnissen jeglicher Herstel-                                    Artikel 28
     lungsstufe hergestellt worden sind.
                                                               Dieses Kapitel regelt die Ermittlung des Zollwerts für
(2) Im Sinne des Absatzes 1 schließen die Begriffe             die Anwendung des Zolltarifs der Europäischen
Land und Gebiet auch das Küstenmeer des betreffen-             Gemeinschaften sowie anderer als zolltariflicher Maß-
den Landes oder Gebietes ein.                                  nahmen, die durch besondere Gemeinschaftsvorschrif-
                                                               ten im Warenverkehr eingeführt worden sind
                         Artikel 25
                                                                                        Artikel 29
Eine Be- oder Verarbeitung, bei der festgestellt worden
ist oder bei der die festgestellten Tatsachen die Vermu-       (1) Der Zoll wert eingeführter Waren ist der Transak-
tung rechtfertigen, daß sie nur die Umgehung von               tionswert, das heißt der für die Waren bei einem Ver-
Bestimmungen bezweckt, die in der Gemeinschaft oder            kauf zur Ausfuhr in das Zollgebiet der Gemeinschaft
in den Mitgliedstaaten für Waren bestimmter Länder             tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis, gegebenen-
gelten, kann den so erzeugten Waren keinesfalls im             falls nach Berichtigung gemäß den Artikeln 32 und 33
Sinne des Artikels 23 Absatz 2 die Eigenschaft von             und unter der Voraussetzung, daß
Ursprungswaren des Be- oder Verarbeitungslandes ver-
leihen.                                                        a)   keine Einschränkungen bezüglich der Verwendung
                                                                    und des Gebrauchs der Waren durch den Käufer
                                                                    bestehen, ausgenommen solche, die
                         Artikel 26                                 — durch das Gesetz oder von den Behörden in
                                                                        der Gemeinschaft auferlegt oder gefordert wer-
(1) Im Zollrecht oder in anderen besonderen Gemein-                     den;
schaftsregelungen kann vorgesehen werden, daß der
                                                                    — das Gebiet abgrenzen, innerhalb dessen die
Ursprung von Nichtgemeinschaftswaren, die in ein
                                                                         Waren weiterverkauft werden können;
Zollverfahren übergeführt werden, durch die Vorlage
eines Ursprungszeugnisses nachzuweisen ist.                         — sich auf den Wert der Waren nicht wesentlich
                                                                        auswirken;
(2) Unbeschadet der Vorlage eines Ursprungszeugnis-
                                                               b) hinsichtlich des Kaufgeschäfts oder des Preises
ses können die Zollbehörden im Fall ernsthafter Zwei-
                                                                    weder Bedingungen vorliegen noch Leistungen zu
fel weitere Beweismittel verlangen, um sicherzustellen,
                                                                    erbringen sind, deren Wert im Hinblick auf die zu
daß die Angabe des Ursprungs tatsächlich den ein-
                                                                    bewertenden Waren nicht bestimmt werden kann;
schlägigen Regeln des Gemeinschaftsrechts entspricht.
                                                               c)   kein Teil des Erlöses aus späteren Weiterverkäufen,
                                                                    sonstigen Überlassungen oder Verwendungen der
                      Abschnitt 2                                   Waren durch den Käufer unmittelbar oder mittel-
                                                                    bar dem Verkäufer zugute kommt, wenn nicht eine
                    Präferenzursprung                               angemessene Berichtigung gemäß Artikel 32 erfol-
                                                                    gen kann;
                         Artikel 27                            d) der Käufer und der Verkäufer nicht miteinander
                                                                    verbunden sind oder, wenn sie miteinander ver-
Durch die Präferenzursprungsregeln werden die Vor-                  bunden sind, der Transaktionswert gemäß Absatz 2
aussetzungen für den Erwerb des Warenursprungs im                   für Zollzwecke anerkannt werden kann.
 ---pagebreak--- Nr.C 128/12                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
(2) a) Bei der Feststellung, ob der Transaktionswert                  gen; sie kann unmittelbar oder mittelbar
       im Sinne des Absatzes 1 anerkannt werden                       durchgeführt werden.
       kann, ist die Verbundenheit von Käufer und
       Verkäufer allein kein Grund, den Transak-                   b) Vom Käufer für eigene Rechnung durchge-
       tionswert als unannehmbar anzusehen. Falls                     führte Tätigkeiten einschließlich solcher für
       notwendig, sind die Begleitumstände des                        den Absatz der Waren werden, abgesehen von
       Kaufgeschäfts zu prüfen und ist der Transak-                   denjenigen, für die nach Artikel 32 eine Berich-
       tionswert anzuerkennen, wenn die Verbunden-                    tigung vorgenommen wird, nicht als eine mit-
       heit den Preis nicht beeinflußt hat. Sofern die                telbare Zahlung an den Verkäufer angesehen,
       Zollbehörden jedoch aufgrund der vom                           selbst wenn sie als für den Verkäufer von Vor-
       Anmelder oder auf andere Art beigebrachten                     teil angesehen werden können oder wenn sie
       Informationen Grund zu der Annahme haben,                      nach Absprache mit ihm erfolgt sind; die
       daß die Verbundenheit den Preis beeinflußt                     Kosten solcher Tätigkeiten werden daher bei
       hat, teilen sie dem Anmelder ihre Gründe mit                   der Ermittlung des Zollwerts dem tatsächlich
       und geben ihm ausreichende Gelegenheit zur                     gezahlten oder zu zahlenden Preis nicht zuge-
       Gegenäußerung. Auf Antrag des Anmelders                        schlagen.
       sind ihm die Gründe schriftlich mitzuteilen.
    b) Bei einem Kaufgeschäft zwischen verbundenen                                    Artikel 30
       Personen wird der Transaktionswert anerkannt
       und werden die Waren nach Absatz 1 bewertet,          (1) Kann der Zollwert nicht nach Artikel 29 ermittelt
       wenn der Anmelder darlegt, daß dieser Wert            werden, so ist er in der Reihenfolge des Absatzes 2
       einem der nachstehenden, in demselben oder            Buchstaben a) bis d) zu ermitteln, und zwar nach dem
       annähernd demselben Zeitpunkt bestehenden             jeweils ersten zutreffenden Buchstaben mit der Maß-
       Werte sehr nahekommt:                                 gabe, daß die Inanspruchnahme der Buchstaben c) und
                                                             d) auf Antrag des Beteiligten in umgekehrter Reihen-
       i)   dem Transaktionswert bei Verkäufen glei-         folge erfolgt; nur wenn der Zollwert nicht nach einem
            cher oder gleichartiger Waren zur Ausfuhr        bestimmten Buchstaben ermittelt werden kann, darf der
            in die Gemeinschaft zwischen nicht ver-          nächste Buchstabe in der in diesem Absatz festgelegten
            bundenen Käufern und Verkäufern;                 Reihenfolge herangezogen werden.
       ii) dem Zollwert gleicher oder gleichartiger
            Waren, der nach Artikel 30 Absatz 2 Buch-        (2) Der nach diesem Artikel ermittelte Zollwert ist
            stabe c) festgesetzt worden ist;                 einer der folgenden Werte:
       iii) dem Zollwert gleicher oder gleichartiger         a) der Transaktionswert gleicher Waren, die zur Aus-
            Waren, der nach Artikel 30 Absatz 2 Buch-            fuhr in die Gemeinschaft verkauft und zu demsel-
            stabe d) festgesetzt worden ist.                     ben oder annähernd demselben Zeitpunkt wie die
                                                                 zu bewertenden Waren ausgeführt wurden;
       Bei der Anwendung der vorstehenden Verglei-
       che sind dargelegte Unterschiede bezüglich der        b) der Transaktionswert gleichartiger Waren, die zur
        Handelsstufe, der Menge, der in Artikel 32 auf-           Ausfuhr in die Gemeinschaft verkauft und zu dem-
       geführten Elemente sowie der Kosten, die der               selben oder annähernd zu demselben Zeitpunkt
       Verkäufer bei Verkäufen an nicht verbundene                wie die zu bewertenden Waren ausgeführt wurden;
        Käufer, nicht aber bei solchen an verbundene
        Käufer trägt, zu berücksichtigen.                    c) der Wert auf der Grundlage des Preises je Einheit,
                                                                 zu dem die eingeführten Waren oder eingeführte
    c) Die unter Buchstabe b) aufgeführten Verglei-               gleiche oder gleichartige Waren in der größten
       che sind auf Antrag des Anmelders durchzu-                 Menge insgesamt in der Gemeinschaft an Personen
       führen und dienen nur zu Vergleichszwecken.                verkauft werden, die mit den Verkäufern nicht ver-
       Alternative Transaktionswerte dürfen nach                  bunden sind;
        Buchstabe b) nicht festgesetzt werden.
                                                              d) der errechnete Wert, bestehend aus der Summe fol-
                                                                  gender Elemente:
(3) a) Der tatsächliche gezahlte oder zu zahlende
        Preis ist die vollständige Zahlung, die der Käu-         — Kosten oder Wert des Materials, der Herstel-
        fer an den Verkäufer oder zu dessen Gunsten                    lung sowie sonstiger Be- oder Verarbeitungen,
        für die eingeführten Waren entrichtet oder zu                  die bei der Erzeugung der eingeführten Waren
        entrichten hat, und schließt alle Zahlungen ein,               anfallen;
        die als Bedingung für das Kaufgeschäft über               — Betrag für Gewinn und Gemeinkosten, der
        die eingeführten Waren vom Käufer an den                       dem Betrag entspricht, der üblicherweise von
        Verkäufer oder vom Käufer an einen Dritten                     Herstellern im Ausfuhrland bei Verkäufen von
        zur Erfüllung einer Verpflichtung des Verkäu-                  Waren der gleichen Art oder Beschaffenheit
        fers tatsächlich entrichtet werden oder zu ent-                wie die zu bewertenden Waren zur Ausfuhr in
        richten sind. Die Zahlung muß nicht notwendi-                  die Gemeinschaft angesetzt wird;
        gerweise in Form einer Geldübertragung vorge-
        nommen werden. Sie kann auch durch Kredit-                — Kosten oder Wert aller anderen Aufwendun-
        briefe oder verkehrsfähige Wertpapiere erfol-                  gen nach Artikel 32 Absatz 1 Buchstabe e).
 ---pagebreak--- 23.5.90                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/13
(3) Die zusätzlichen Voraussetzungen und Einzelhei-                ßigten Preisen zur Verwendung im Zusammenhang
ten der Durchführung zu Absatz 2 werden nach dem                   mit der Herstellung und dem Verkauf zur Ausfuhr
Ausschußverfahren festgelegt.                                      der zu bewertenden Waren geliefert oder erbracht
                                                                   worden sind, soweit dieser Wert nicht in dem tat-
                                                                   sächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis enthal-
                          Artikel 31                               ten ist:
                                                                   i)   der in den eingeführten Waren enthaltenen
(1) Kann der Zoll wert der Waren nicht nach den Arti-                   Materialien, Bestandteile, Teile und derglei-
keln 29 und 30 ermittelt werden, so ist er auf der
                                                                        chen;
Grundlage von in der Gemeinschaft verfügbaren Daten
durch zweckmäßige Methoden zu ermitteln, die über-                 ii) der bei der Herstellung der eingeführten Waren
einstimmen mit den Leitlinien und allgemeinen Regeln                    verwendeten Werkzeuge, Matrizen, Gußfor-
                                                                        men und dergleichen;
a) des Übereinkommens zur Durchführung des Arti-
    kels VII des Allgemeinen Zoll- und Handelsab-                  iii) der bei der Herstellung der eingeführten Waren
    kommens,                                                            verbrauchten Materialien;
b) des Artikels VII des Allgemeinen Zoll- und Han-                 iv) der für die Herstellung der eingeführten Waren
    delsabkommens sowie                                                 notwendigen Techniken, Entwicklungen, Ent-
c) der Vorschriften dieses Kapitels.                                    würfe, Pläne und Skizzen, die außerhalb der
                                                                        Gemeinschaft erarbeitet worden sind;
(2) Der nach Absatz 1 ermittelte Zollwert darf nicht           c) Lizenzgebühren für die zu bewertenden Waren, die
zur Grundlage haben:                                               der Käufer entweder unmittelbar oder mittelbar
                                                                   nach den Bedingungen des Kaufgeschäfts für die
a) den Verkaufspreis in der Gemeinschaft von Waren,
                                                                   zu bewertenden Waren zu zahlen hat, soweit diese
    die in der Gemeinschaft hergestellt worden sind;
                                                                   Lizenzgebühren nicht im tatsächlich gezahlten oder
b) ein Verfahren, nach dem jeweils der höhere von                  zu zahlenden Preis enthalten sind;
    zwei Alternativwerten für die Zollbewertung heran-
                                                               d) der Wert jeglicher Erlöse aus späteren Weiterver-
    zuziehen ist;
                                                                   käufen, sonstigen Überlassungen oder Verwendun-
c) den Inlandsmarktpreis von Waren im Ausfuhrland;                 gen der eingeführten Waren, die unmittelbar oder
                                                                   mittelbar dem Verkäufer zugute kommen;
d) andere Herstellungskosten als jene, die bei dem
    errechneten Wert für gleiche oder gleichartige             e) i)    Beförderungs- und Versicherungskosten für die
    Waren nach Artikel 30 Absatz 2 Buchstabe d)                         eingeführten Waren und
    ermittelt worden sind;
                                                                   ii) Ladekosten sowie Kosten für die Behandlung
d) Preise zur Ausfuhr in ein Land, das nicht zum Zoll-                  der eingeführten Waren, die mit ihrer Beförde-
    gebiet der Gemeinschaft gehört;                                     rung zusammenhägen,
f)   Mindestzollwerte;                                             bis zum Ort des Verbringens in das Zollgebiet der
                                                                   Gemeinschaft.
g) willkürliche oder fiktive Werte.
                                                               (2) Zuschläge zu dem tatsächlich gezahlten oder zu
                          Artikel 32                           zahlenden Preis dürfen nach diesem Artikel nur auf der
                                                               Grundlage objektiver und bestimmbarer Tatsachen vor-
                                                               genommen werden.
(1) Bei der Ermittlung des Zollwerts nach Artikel 29
sind dem für die eingeführten Waren tatsächlich
gezahlten oder zu zahlenden Preis hinzuzurechnen:              (3) Zuschläge zu dem tatsächlich gezahlten oder zu
                                                               zahlenden Preis dürfen bei der Ermittlung des Zoll-
a) folgende Kosten, soweit sie für den Käufer entstan-         werts nur vorgenommen werden, wenn dies in diesem
     den, aber nicht in dem für die Waren tatsächlich          Artikel vorgesehen ist.
     gezahlten oder zu zahlenden Preis enthalten sind:
     i)   Provisionen und Maklerlöhne, ausgenommen             (4) Unter dem Begriff „Einkaufsprovisionen" sind in
          Einkaufsprovisionen;                                 diesem Artikel Beträge zu verstehen, die ein Einführer
                                                               jemandem dafür zahlt, daß er für ihn beim Kauf der zu
     ii) Kosten von Umschließungen, die für Zoll-              bewertenden Waren tätig wird.
          zwecke als Einheit mit den betreffenden Waren
          angesehen werden;
                                                               (5) Unbeschadet des Absatzes 1 Buchstabe c) dürfen
     iii) Verpackungskosten, und zwar sowohl Mate-
          rial- als auch Arbeitskosten;                        a) Zahlungen für das Recht auf Vervielfältigung der
                                                                   eingeführten Waren in der Gemeinschaft bei der
b) der entsprechend aufgeteilte Wert folgender                     Ermittlung des Zollwerts nicht dem für die einge-
     Gegenstände und Leistungen, die unmittelbar oder              führten Waren tatsächlich gezahlten oder zu zah-
     mittelbar vom Käufer unentgeltlich oder zu ermä-              lenden Preis hinzugerechnet werden und
 ---pagebreak--- Nr. C 128/14                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 23. 5. 90
b) Zahlungen des Käufers für das Recht auf Vertrieb            e) Einkaufsprovisionen;
     oder Wiederverkauf der eingeführten Waren dem             f) Einfuhrabgaben und andere in der Gemeinschaft
     tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis nur              aufgrund der Einfuhr oder des Verkaufs der Waren
     hinzugerechnet werden, wenn diese Zahlungen                    erhobene Abgaben.
     eine Bedingung für den Verkauf der eingeführten
     Waren zur Ausfuhr in die Gemeinschaft sind.
                                                                                       Artikel 34
                                                               Nach dem Ausschußverfahren können besondere
                         Artikel 33                            Regelungen festgelegt werden für die Ermittlung des
                                                               Zollwerts von eingeführten Datenträgern, die zur Ver-
Die nachstehenden Aufwendungen oder Kosten wer-                wendung in Datenverarbeitungsanlagen bestimmt sind
den nicht in den Zollwert einbezogen, vorausgesetzt,           und Daten oder Programmbefehle enthalten.
daß sie getrennt von dem für die eingeführten Waren
tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis ausge-                                   Artikel 35
wiesen werden:                                                 Sind Faktoren, die zur Ermittlung des Zollwerts von
a) Beförderungskosten nach dem Ort des Verbringens             Waren dienen, in einer anderen Währung als der des
     in das Zollgebiet der Gemeinschaft;                       Mitgliedstaats ausgedrückt, in dem die Bewertung vor-
                                                               genommen wird, so ist als Umrechnungskurs der von
b) Zahlungen für den Bau, die Errichtung, die Mon-             den zuständigen Behörden des betreffenden Mitglied-
     tage, die Instandhaltung oder die technische Unter-       staats ordnungsgemäß veröffentlichte Kurs anzuwen-
     stützung, sofern diese Tätigkeiten an den einge-          den.
     führten Waren, wie Industrieanlagen, Maschinen
     oder Ausrüstungen, nach der Einfuhr vorgenom-             Dieser Umrechnungskurs hat so genau wie möglich den
     men werden;                                               Tageswert der betreffenden Währung im Handelsver-
                                                               kehr in der Währung dieses Mitgliedstaats wiederzuge-
c) Zinsen, die im Rahmen einer vom Käufer abge-                ben und wird während einer Zeitspanne angewendet,
     schlossenen Finanzierungsvereinbarung in bezug            die nach dem Ausschußverfahren festgelegt wird.
     auf den Kauf eingeführter Waren zu zahlen sind,
     unabhängig davon, ob der Kredit vom Verkäufer,            Fehlt ein solcher Kurs, so wird der anzuwendende
     von einer Bank oder von einer anderen Person zur          Umrechnungskurs nach dem Ausschußverfahren fest-
     Verfügung gestellt worden ist, vorausgesetzt, daß         gelegt.
     die Finanzierungsvereinbarung schriftlich abge-
     schlossen worden ist und der Käufer auf Verlangen                                 Artikel 36
     nachweist, daß                                            (1) Die Vorschriften dieses Kapitels berühren nicht
     — solche Waren tatsächlich zu dem Preis verkauft          die besonderen Vorschriften über die Ermittlung des
          werden, der als tatsächlich gezahlter oder zu        Zollwerts von Waren, die im Anschluß an eine andere
          zahlender Preis angemeldet worden ist, und           zollrechtliche Bestimmung in den zollrechtlich freien
                                                               Verkehr übergeführt werden.
     — der geltend gemachte Zinssatz nicht höher ist
          als der übliche Zinssatz für derartige Geschäfte     (2) Abweichend von den Artikeln 29 bis 31 kann die
          in dem Land und zu dem Zeitpunkt, zu dem             Ermittlung des Zollwerts bei üblicherweise im Rahmen
          der Kredit zur Verfügung gestellt wurde;             von Kommissionsgeschäften eingeführten verderbli-
                                                               chen Waren auf Antrag des Anmelders nach verein-
d) Kosten im Zusammenhang mit dem Recht auf Ver-               fachten Verfahren vorgenommen werden, die von der
     vielfältigung der eingeführten Waren in der               Kommission nach dem Ausschußverfahren für die
     Gemeinschaft;                                             gesamte Gemeinschaft festgelegt werden.
                                                       TITEL III
                   VORSCHRIFTEN, DIE FÜR IN DAS ZOLLGEBIET DER GEMEINSCHAFT
                      VERBRACHTE WAREN GELTEN, BIS SIE EINE ZOLLRECHTLICHE
                                         BESTIMMUNG ERHALTEN HABEN
                         KAPITEL 1                             (2) Sie bleiben unter zollamtlicher Überwachung,
  VERBRINGEN VON WAREN IN DAS ZOLLGEBIET                       a) im Fall von Nichtgemeinschaftswaren unbeschadet
                   DER GEMEINSCHAFT                                 des Artikels 81 Absatz 1, bis sie ihren zollrechtli-
                                                                    chen Status wechseln, in eine Freizone oder ein
                                                                    Freilager verbracht, wiederausgeführt oder nach
                          Artikel 37                                Artikel 180 vernichtet oder zerstört werden;
(1) Waren, die in das Zollgebiet der Gemeinschaft              b) im Fall von Gemeinschaftswaren, bis ihr zollrecht-
verbracht werden, unterliegen vom Zeitpunkt des Ver-                licher Status von den Zollbehörden anerkannt wor-
bringens an der zollamtlichen Überwachung.                          den ist.
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(3) Einem Verbringen in das Zollgebiet der Gemein-           (5) Nach dem Ausschuß verfahren wird festgelegt, in
schaft gleichgestellt ist die Lieferung von Waren, für       welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen
die aufgrund der nachstehend genannten Überein-              die Absätze 1 bis 4 und die Artikel 39 bis 53 für Waren,
künfte Abgabenbefreiung gewährt worden ist, an Perso-        die im Verlauf einer Beförderung zwischen zwei in der
nen, die nicht nach Maßgabe dieser Übereinkünfte zu          Gemeinschaft gelegenen Orten auf dem See- oder Luft-
dieser Abgabenbefreiung berechtigt sind:                     weg das Zollgebiet der Gemeinschaft vorübergehend
                                                             verlassen haben, nicht gelten.
a)   Wiener Übereinkommen vom 18. April 1961 über
     diplomatische Beziehungen, Wiener Übereinkom-
     men vom 24. April 1963 über konsularische Bezie-        (6) Absatz 1 gilt nicht für Waren, die sich an Bord von
     hungen oder andere Konsularübereinkommen und            Schiffen oder Luftfahrzeugen befinden, die das
     New Yorker Übereinkommen vom 16. Dezember               Küstenmeer oder den Luftraum der Mitgliedstaaten
     1969 über Sondermissionen;                              durchqueren, deren Bestimmungshafen oder -flughafen
                                                             jedoch nicht in diesen Mitgliedstaaten liegt.
b) internationale Abkommen über den Status der im
     Gebiet eines Mitgliedstaats stationierten Streit-
    kräfte.                                                                          Artikel 39
                                                             (1) Kann die Verpflichtung nach Artikel 38 Absatz 1
                         Artikel 38                          infolge eines zufälligen Ereignisses oder höherer
                                                             Gewalt nicht erfüllt werden, so unterrichtet die Person,
(1) Die in das Zollgebiet der Gemeinschaft verbrach-         der diese Verpflichtung obliegt, oder jede andere an
ten Waren sind vom Verbringer unverzüglich und gege-         ihrer Stelle handelnde Person die Zollbehörden unver-
benenfalls unter Benutzung des von den Zollbehörden          züglich von dieser Sachlage. Sind die Waren durch die-
bezeichneten Verkehrsweges nach Maßgabe der von              ses zufällige Ereignis oder diesen Fall höherer Gewalt
diesen Behörden festgelegten Einzelheiten zu beför-          nicht vernichtet worden, so ist den Zollbehörden ferner
dern:                                                        der genaue Ort anzugeben, an dem sich die Waren
                                                             befinden.
a) zu der von den Zollbehörden bezeichneten Zoll-
    stelle oder einem anderen von diesen Behörden
                                                             (2) Ist ein Schiff oder Luftfahrzeug im Sinne des Arti-
    bezeichneten oder zugelassenen Ort
                                                             kels 38 Absatz 6 infolge eines zufälligen Ereignisses
     oder                                                    oder höherer Gewalt zu einem Anlegen oder vorüberge-
                                                             henden Aufenthalt im Zollgebiet der Gemeinschaft
b) in eine Freizone, wenn das Verbringen der Waren           gezwungen, ohne daß die Verpflichtung nach Artikel
    in diese Freizone unmittelbar erfolgen soll:             38 Absatz 1 eingehalten werden kann, so unterrichtet
                                                             die Person, die dieses Schiff oder Luftfahrzeug in das
    — auf dem See- oder Luftweg;
                                                             Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht hat, oder jede
    — auf dem Landweg ohne Berührung eines ande-             andere an ihrer Stelle handelnde Person die Zollbehör-
          ren Teils des Zollgebiets der Gemeinschaft,        den unverzüglich von dieser Sachlage.
          wenn die betreffende Freizone unmittelbar an
          die Landgrenze zwischen einem Mitgliedstaat        (3) Die Zollbehörden bestimmen, welche Maßnah-
          und einem Drittland anstößt.                       men zu treffen sind, um die zollamtliche Überwachung
                                                             der Waren im Sinne des Absatzes 1 oder der Waren an
(2) Übernimmt eine andere Person nach dem Verbrin-           Bord eines Schiffs oder Luftfahrzeugs im Sinne des
gen der Waren in das Zollgebiet der Gemeinschaft die         Absatzes 2 zu ermöglichen und gegebenenfalls sicher-
Beförderung dieser Waren, insbesondere infolge einer         zustellen, daß diese Waren zu einem späteren Zeit-
Umladung, so geht die Verpflichtung nach Absatz 1 auf        punkt zu einer Zollstelle oder einem anderen von ihnen
diese andere Person über.                                    bezeichneten oder zugelassenen Ort befördert werden.
(3) Den in das Zollgebiet der Gemeinschaft verbrach-
                                                                                    KAPITEL 2
ten Waren werden Waren gleichgestellt, die sich noch
außerhalb dieses Zollgebiets befinden, aber von den
Zollbehörden eines Mitgliedstaats aufgrund der ein-                               GESTELLUNG
schlägigen Vorschriften, insbesondere aufgrund eines
zwischen diesem Mitgliedstaat und einem Drittland                                    Artikel 40
geschlossenen Abkommens, einer zollamtlichen Prü-
fung unterzogen werden können.                               Waren, die nach Maßgabe des Artikels 38 Absatz 1
                                                             Buchstabe a) bei der Zollstelle oder an einem anderen
(4) Absatz 1 Buchstabe a) steht den in den Mitglied-         von den Zollbehörden bezeichneten oder zugelassenen
staaten geltenden autonomen oder vertragsmäßigen             Ort eintreffen, sind von der Person, welche die Waren
Vorschriften über den Reiseverkehr, den Grenzverkehr         in das Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht hat, oder
oder den Postverkehr nicht entgegen, sofern die zoll-        gegebenenfalls von der Person, welche die Beförderung
amtliche Überwachung und die Möglichkeiten der               der Waren nach dem Verbringen übernimmt, zu gestei-
Zollkontrolle dadurch nicht beeinträchtigt werden.           len.
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Die Gestellung besteht darin, daß den zuständigen                                   Artikel 45
Zollbehörden in der vorgeschriebenen Form das Ein-
treffen der Waren mitgeteilt wird.                          Unbeschadet der Vorschriften für Waren, die von Rei-
                                                            senden mitgeführt oder im Postverkehr befördert wer-
                                                            den, können die Zollbehörden davon absehen, eine
                         Artikel 41                         summarische Zollanmeldung zu verlangen, sofern
                                                            dadurch die zollamtliche Überwachung der Waren
Artikel 40 steht besonderen Vorschriften nicht entge-       nicht beeinträchtigt wird, wenn die betreffenden Waren
gen, die für folgende Waren gelten:                         vor Ablauf der in Artikel 43 genannten Frist zu einem
                                                            Zollverfahren angemeldet werden, Gegenstand eines
a) von Reisenden mitgeführte Waren;
                                                            Antrags auf Wiederausfuhr, Vernichtung oder Zerstö-
b) Waren, die ohne Gestellung in ein Zollverfahren          rung oder Aufgabe waren oder in eine Freizone oder
     übergeführt werden können;                             ein Freilager verbracht werden.
c)   Waren, die in einem nach dem Ausschußverfahren
     festgelegten besonderen Versandverfahren durch                                 Artikel 46
     das Zollgebiet der Gemeinschaft durchgeführt wer-
     den können.                                            (1) Die Waren dürfen nur mit Zustimmung der Zoll-
                                                            behörden an den von diesen bezeichneten oder zuge-
                                                            lassenen Orten von dem Beförderungsmittel ab- oder
                         Artikel 42                         umgeladen werden.
Vom Zeitpunkt der Gestellung an können mit Zustim-          Diese Zustimmung ist jedoch nicht erforderlich, wenn
mung der Zollbehörden die Waren im Hinblick auf die         das sofortige Abladen sämtlicher oder eines Teils der
zollrechtliche Bestimmung, die sie erhalten sollen,         Waren wegen einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr
geprüft sowie Muster oder Proben entnommen werden.          notwendig ist. In diesem Fall sind die Zollbehörden
Diese Zustimmung wird auf Antrag der Person erteilt,        unverzüglich zu unterrichten.
die befugt ist, die Waren einer solchen Bestimmung          (2) Die Zollbehörden können jederzeit ein Abladen
zuzuführen.                                                 der Waren verlangen, um die Prüfung der Waren oder
                                                            des Beförderungsmittels sicherzustellen.
                        KAPITEL 3
                                                                                    Artikel 47
 SUMMARISCHE ZOLLANMELDUNG UND ABLADEN
                DER GESTELLTEN WAREN
                                                            Die Waren dürfen nicht ohne Zustimmung der Zollbe-
                                                            hörden von dem Ort entfernt werden, an den sie
                         Artikel 43                         ursprünglich verbracht worden waren.
Vorbehaltlich des Artikels 45 ist für die im Sinne des
Artikels 40 gestellten Waren eine summarische Zollan-                              KAPITEL 4
meldung abzugeben.
                                                             VERPFLICHTUNG, DEN GESTELLTEN WAREN EINE
                                                                ZOLLRECHTLICHE BESTIMMUNG ZU GEBEN
Diese summarische Zollanmeldung muß die Angaben
enthalten, die zur Feststellung der Warenbeschaffen-
heit erforderlich sind.                                                             Artikel 48
Sie ist abzugeben, sobald die Waren gestellt worden         Die gestellten Nichtgemeinschaftswaren müssen eine
sind. Die Zollbehörden können jedoch für die Abgabe         der für Nichtgemeinschaftswaren zulässigen zollrechtli-
dieser Anmeldung eine Frist einräumen, die spätestens       chen Bestimmungen erhalten.
am ersten Arbeitstag nach dem Tag der Gestellung der
Waren endet.
                                                                                    Artikel 49
                         Artikel 44                         (1) Wenn für die Waren eine summarische Zollanmel-
                                                            dung abgegeben worden ist, müssen sie innerhalb der
Die summarische Zollanmeldung ist abzugeben von             von den Zollbehörden festgesetzten Fristen zu einem
                                                            Zollverfahren angemeldet werden, Gegenstand eines
a)   der Person, welche die Waren in das Zollgebiet der     Antrags auf Wiederausfuhr, Vernichtung oder Zerstö-
     Gemeinschaft verbracht hat, oder gegebenenfalls        rung oder Aufgabe sein oder in eine Freizone oder ein
     der Person, welche die Beförderung der Waren           Freilager verbracht werden. Diese Fristen dürfen nicht
     nach dem Verbringen, aber noch vor der Gestel-         überschreiten:
     lung übernommen hat;
                                                            a)   fünfundvierzig Tage ab dem Tag der summarischen
b) der Person, die von den Personen nach Buchstabe               Zollanmeldung für auf dem Seeweg beförderte
     a) vertreten wird.                                          Waren;
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 b) zwanzig Tage ab dem Tag der summarischen Zoll-            gen werden, die zu ihrer Erhaltung erforderlich sind,
      anmeldung für auf andere Weise beförderte Waren.        ohne daß die Aufmachung oder die technischen Merk-
                                                              male verändert werden.
 (2) Wenn es die Umstände rechtfertigen, können die
 Zollbehörden die Fristen nach Absatz 1 verlängern.
                                                                                       Artikel 53
 Diese Fristverlängerung darf jedoch nicht über die           (1) Sind die Förmlichkeiten, die zu erfüllen sind,
 durch die Umstände gerechtfertigten tatsächlichen            damit die Waren eine der zollrechtlichen Bestimmun-
 Erfordernisse hinausgehen.                                   gen erhalten, nicht vor Ablauf der nach Artikel 49 fest-
                                                              gesetzten Fristen eingeleitet worden, so treffen die Zoll-
                                                              behörden zur Regelung des Falles unverzüglich alle
                        KAPITEL 5                             erforderlichen Maßnahmen einschließlich der Verwer-
                                                              tung der Waren.
           VORÜBERGEHENDE VERWAHRUNG
                                                              (2) Die Zollbehörden können die Waren bis zur Rege-
                         Artikel 50                           lung des Falles auf Kosten und Gefahr der Person, die
                                                              sie in Besitz hat, an einen unter zollamtlicher Überwa-
 Bis zum Erhalt einer zollrechtlichen Bestimmung haben        chung stehenden besonderen Ort verbringen lassen.
die gestellten Waren die Rechtsstellung von Waren in
vorübergehender Verwahrung. Diese Waren werden als
„vorübergehend verwahrte Waren" bezeichnet.                                          KAPITEL 6
                                                                          VORSCHRIFTEN FÜR IN EINEM
                                                                       VERSANDVERFAHREN BEFÖRDERTE
                         Artikel 51                                       NICHTGEMEINSCHAFTSWAREN
(1) Die vorübergehend verwahrten Waren dürfen aus-                                    Artikel 54
schließlich an von den Zollbehörden zugelassenen
Orten und unter den von diesen Behörden festgelegten          Artikel 38, mit Ausnahme des Absatzes 1 Buchstabe a),
Voraussetzungen gelagert werden.                              sowie die Artikel 39 bis 53 finden keine Anwendung,
                                                              wenn sich die Waren beim Verbringen in das Zollgebiet
(2) Die Zollbehörden können verlangen, daß die Per-           der Gemeinschaft bereits in einem Versandverfahren
son, die die Waren im Besitz hat, eine Sicherheit leistet,    befinden.
um die Erfüllung der gegebenenfalls nach Artikel 200
oder 201 für diese Waren entstehenden Zollschuld zu                                   Artikel 55
gewährleisten.
                                                              Sobald Nichtgemeinschaftswaren, die in einem Ver-
                                                              sandverfahren befördert worden sind, am Bestim-
                         Artikel 52                           mungsort im Zollgebiet der Gemeinschaft nach Maß-
                                                              gabe der Vorschriften für das betreffende Versandver-
 Unbeschadet des Artikels 42 dürfen die vorübergehend         fahren gestellt worden sind, finden die Artikel 43 bis 54
verwahrten Waren nur solchen Behandlungen unterzo-            Anwendung.
                                                       TITEL IV
                                      ZOLLRECHTLICHE BESTIMMUNGEN
                        KAPITEL 1                             oder Pflanzen, des nationalen Kulturguts von künstleri-
                                                              schem, geschichtlichem oder archäologischem Wert
                      ALLGEMEINES                             oder des gewerblichen und kommerziellen Eigentums
                                                              gerechtfertigt sind.
                         Artikel 56
                                                                                     KAPITEL 2
(1) Sofern nichts Gegenteiliges bestimmt ist, können
                                                                                  ZOLLVERFAHREN
Waren ungeachtet ihrer Art, ihrer Menge, ihres
Ursprungs, ihrer Herkunft oder ihres Bestimmungsorts                                Abschnitt 1
jederzeit unter den festgelegten Voraussetzungen eine
beliebige zollrechtliche Bestimmung erhalten.                        Überführung von Waren in ein Zollverfahren
                                                                                      Artikel 57
(2) Absatz 1 steht Verboten oder Beschränkungen
nicht entgegen, die aus Gründen der öffentlichen Sitt-        (1) Alle Waren, die in ein Zollverfahren übergeführt
lichkeit, Ordnung und Sicherheit, zum Schutze der             werden sollen, sind zu dem betreffenden Verfahren
Gesundheit und des Lebens von Menschen, Tieren                anzumelden.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/18                 Wk               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
(2) Unbeschadet der Artikel 37 und 175 stehen                                                  Artikel 62
Gemeinschaftswaren, die zur Ausfuhr, zur passiven
Veredelung, zum Versandverfahren oder zum Zollager-                   (1) Die Zollanmeldung kann von jeder Person abge-
verfahren angemeldet worden sind, vom Zeitpunkt der                   geben werden, die in der Lage ist, eine Ware nach den
Annahme der Zollanmeldung an unter zollamtlicher                      hierfür geltenden Vorschriften bei der zuständigen Zoll-
Überwachung, bis sie ausgeführt oder vernichtet oder                  stelle zu gestellen oder gesteilen zu lassen und alle
zerstört werden oder bis die Zollanmeldung für ungül-                 Unterlagen vorzulegen, deren Vorlage nach den
tig erklärt wird.                                                     Bestimmungen vorgesehen ist, die das für diese Ware
                                                                      beantragte Zollverfahren regeln.
                           Artikel 58                                 (2)   Jedoch muß
Soweit das Zollrecht keine diesbezüglichen Vorschrif-                 a)   in Fällen, in denen die Annahme einer Zollanmel-
ten enthält, regeln die Mitgliedstaaten die Zuständig-                     dung für eine bestimmte Person besondere Ver-
keit der in ihrem Gebiet gelegenen Zollstellen, gegebe-                    pflichtungen mit sich bringt, die Anmeldung von
nenfalls unter Berücksichtigung der Art der Waren oder                     dieser Person oder für ihre Rechnung abgegeben
des Zollverfahrens, in das die Waren übergeführt wer-                      werden;
den sollen.                                                           b) der Anmelder in der Gemeinschaft ansässig sein.
                                                                      Die Voraussetzung der Ansässigkeit in der Gemein-
                           Artikel 59                                 schaft gilt jedoch nicht für Personen, die
(1)    Zollanmeldungen erfolgen                                       — eine Anmeldung zum gemeinschaftlichen Versand-
                                                                           verfahren oder zur vorübergehenden Verwendung
a)   schriftlich oder                                                      abgeben;
b) unter Einsatz der Datenverarbeitung, wenn diese                    — gelegentlich Waren anmelden, sofern die Zollbe-
     Möglichkeit in nach dem Ausschuß verfahren erlas-                     hörden dies für gerechtfertigt halten.
     senen Vorschriften vorgesehen ist oder von den
     Zollbehörden bewilligt wird, oder                                (3) Absatz 2 Buchstabe b) steht bilateralen Abkom-
c)   durch eine mündliche Anmeldung oder eine andere                  men zwischen Mitgliedstaaten und Drittländern oder
     Form der Willensäußerung des Wareninhabers                       auf Gewohnheitsrecht beruhenden Praktiken mit ähnli-
     bezüglich der Überführung der Waren in ein Zoll-                 cher Wirkung, die es Staatsangehörigen dieser Länder
     verfahren, wenn diese Möglichkeit in nach dem                    vorbehaltlich der Gegenseitigkeit gestatten, Zollanmel-
     Ausschußverfahren erlassenen Vorschriften vorge-                 dungen im Gebiet dieser Mitgliedstaaten abzugeben,
     sehen ist.                                                       nicht entgegen.
                  A. Schriftliche Anmeldungen                                                  Artikel 63
                 I. N o r m a l e s V e r f a h r e n                 Dem Anmelder kann auf Antrag bewilligt werden, eine
                                                                      oder mehrere Angaben in der Anmeldung zu berichti-
                                                                      gen. Die Berichtigung darf nicht zur Folge haben, daß
                           Artikel 60
                                                                      sich die Anmeldung auf andere als die ursprünglich
                                                                      angemeldeten Waren bezieht.
 (1) Die schriftlichen Zollanmeldungen sind auf einem
 Vordruck nach dem entsprechenden amtlichen Muster
                                                                      Eine Berichtigung wird jedoch nicht mehr zugelassen,
 abzugeben. Sie müssen alle Angaben enthalten, die zur                wenn der Antrag gestellt wird, nachdem die Zollbehör-
 Anwendung der Vorschriften über das Zollverfahren,                   den
 zu dem die Waren angemeldet werden, erforderlich
 sind.                                                                a)   den Anmelder davon unterrichtet haben, daß sie
                                                                           eine Beschau der Waren vornehmen wollen,
 (2) Der Anmeldung sind alle Unterlagen beizufügen,                   b) festgestellt haben, daß die betreffenden Angaben
 deren Vorlage nach den Vorschriften über das Zollver-                     unrichtig sind oder
 fahren, zu dem die Waren angemeldet werden, erfor-
 derlich ist.                                                         c)   die Waren dem Anmelder bereits überlassen haben.
                           Artikel 61                                                          Artikel 64
 Anmeldungen, die den Voraussetzungen des Artikels                    (1) Die Zollbehörden erklären auf Antrag des Anmel-
 60 entsprechen, werden von den Zollbehörden unver-                    ders eine bereits angenommene Anmeldung für ungül-
 züglich angenommen, sofern die betreffenden Waren                    tig, wenn der Anmelder nachweist, daß die Waren irr-
 gestellt worden sind.                                                tümlich zu dem in dieser Anmeldung bezeichneten
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 128/19
Zollverfahren angemeldet worden sind oder d a ß                           fen haben, damit diese Beträge nicht ausge-
infolge besonderer Umstände die Überführung der                           zahlt werden, und
Waren in das betreffende Zollverfahren nicht mehr
gerechtfertigt ist.                                                 — gegebenenfalls nach Maßgabe der geltenden
                                                                          Vorschriften die sonstigen Verpflichtungen
                                                                          erfüllt, die von den Zollbehörden zur Regelung
Haben jedoch die Zollbehörden den Anmelder davon
                                                                          des Falles vorgeschrieben werden können.
unterrichtet, d a ß sie eine Beschau der Waren vorneh-
men wollen, so kann der Antrag auf Ungültigkeitser-                  Die Ungültigkeitserklärung hat gegebenenfalls zur
klärung der Anmeldung erst angenommen werden,                        Folge, d a ß Abschreibungen, die auf den im Zusam-
nachdem diese Beschau stattgefunden hat.                             menhang mit der Anmeldung vorgelegten Ausfuhr-
                                                                     lizenzen oder Vorausfestsetzungsbescheinigungen
(2) Nach Überlassung der Waren kann die Anmel-                      vorgenommen worden sind, rückgängig gemacht
dung nicht mehr für ungültig erklärt werden.                        werden.
                                                                     Sind die zur Ausfuhr angemeldeten Waren inner-
Jedoch
                                                                    halb einer bestimmten Frist aus dem Zollgebiet der
a)  wird in Fällen, in denen nachgewiesen wird, d a ß               Gemeinschaft zu verbringen, so hat die Nichtein-
    die Waren aufgrund eines Irrtums in ein Zollver-                haltung dieser Frist die Ungültigkeitserklärung der
    fahren, das die Verpflichtung zur Entrichtung von               Anmeldung zur Folge;
     Einfuhrangaben enthält, statt in ein anderes Zoll-
                                                               c)   kann in Fällen, in denen Gemeinschaftswaren
    verfahren übergeführt worden sind, die Anmeldung
                                                                    gemäß Artikel 95 Absatz 1 Buchstabe b) in das Zoll-
    von den Zollbehörden für ungültig erklärt, wenn
                                                                    lagerverfahren übergeführt worden sind, die Ungül-
    der entsprechende Antrag innerhalb von drei
                                                                    tigkeitserklärung der betreffenden Anmeldung
     Monaten nach dem Tag der Annahme der Anmel-
                                                                    beantragt und vorgenommen werden, wenn die in
    dung gestellt wird und sofern
                                                                    der Sonderregelung vorgeschriebenen M a ß n a h m e n
    —     die Waren nicht anders verwendet worden                   für den Fall der Nichteinhaltung der vorgesehenen
          sind, als es in dem Zollverfahren, in das die              Bestimmung getroffen worden sind. Nach dem
          Waren hätten übergeführt werden sollen, vor-              Ausschußverfahren kann festgelegt werden, in wel-
          gesehen ist,                                              chen Fällen die Anmeldung nicht für ungültig
                                                                    erklärt werden kann.
    — die Waren bei ihrer Anmeldung zur Überfüh-
          rung in ein anderes Zollverfahren bestimmt                 Ist bei Ablauf der für den Verbleib der vorgenann-
          waren, für das sie alle erforderlichen Voraus-            ten Waren im Zollagerverfahren festgesetzten Frist
          setzungen erfüllten und                                   für diese Waren kein Antrag auf Erhalt einer der in
                                                                    der Sonderregelung vorgesehenen Bestimmungen
    — die Waren unverzüglich zu dem Zollverfahren
                                                                    gestellt worden, so treffen die Zollbehörden die in
          angemeldet werden, für das sie bestimmt
                                                                    dieser Regelung vorgesehenen M a ß n a h m e n .
          waren.
     Die Anmeldung der Waren zu diesem anderen                 (3) Die Ungültigkeitserklärung der Anmeldung bleibt
     Zollverfahren ist vom Tage der Annahme der für            ohne Folgen für die geltenden strafrechtlichen Vor-
     ungültig erklärten Anmeldung an wirksam.                  schriften.
     In begründeten Ausnahmefällen können die Zoll-
     behörden eine Überschreitung dieser Frist zulas-
     sen;                                                                                 Artikel 65
b)  wird in Fällen, in denen die Waren zur Ausfuhr
                                                               Wenn nichts anderes bestimmt ist, ist der Tag der
     oder zur passiven Veredelung angemeldet worden
                                                               A n n a h m e der Anmeldung durch die Zollbehörden in
     sind, die Anmeldung für ungültig erklärt, sofern
                                                               bezug auf alle Vorschriften über das Zollverfahren, zu
     der Anmelder
                                                               dem die Waren angemeldet werden, zugrunde zu legen.
    — den Zollbehörden nachweist, d a ß die Waren
          das Zollgebiet der Gemeinschaft nicht verlas-
          sen haben,                                                                      Artikel 66
    — den Zollbehörden alle Ausfertigungen der
          Zollanmeldung sowie alle sonstigen ihm nach          Bei der Anwendung der Vorschriften über das betref-
          A n n a h m e der Anmeldung ausgehändigten           fende Zollverfahren ist gegebenenfalls verbindlichen
          Unterlagen wieder vorlegt,                           Auskünften nach Artikel 13 Rechnung zu tragen.
    — gegebenenfalls den Zollbehörden nachweist,
          d a ß die Erstattungen und die anderen auf-
          grund der Ausfuhranmeldung für die betreffen-                                   Artikel 67
          den Waren gewährten Beträge zurückgezahlt
          worden sind oder daß die zuständigen Dienst-         Die Zollbehörden können die von ihnen angenomme-
          stellen die erforderlichen M a ß n a h m e n getrof- nen Anmeldungen überprüfen.
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Zu diesem Zweck können sie                                  (2) Findet keine Überprüfung der Anmeldung statt,
                                                            so werden die darin enthaltenen Angaben für die
a) die Unterlagen prüfen; geprüft werden können die         Anwendung des Absatzes 1 zugrunde gelegt.
    Anmeldung und die dieser beigefügten Unterlagen.
     Die Zollbehörden können in angemessenem
     Umfang vom Anmelder verlangen, daß er ihnen
    weitere Unterlagen zur Nachprüfung der Richtig-                                 Artikel 71
     keit der Angaben in der Anmeldung vorlegt;
                                                            (1) Die Zollbehörden treffen die geeigneten Maßnah-
b) eine Zollbeschau vornehmen, gegebenenfalls mit
                                                            men, um die Nämlichkeit der Waren zu sichern, wenn
     Entnahme von Mustern oder Proben zum Zweck
                                                            eine solche Nämlichkeitssicherung erforderlich ist, um
     einer Analyse oder eingehenden Prüfung.
                                                            die Einhaltung der Voraussetzungen zu gewährleisten,
                                                            von deren Erfüllung die Bewilligung des Zollverfahrens
                                                            abhängig ist, zu dem die Waren angemeldet worden
                        Artikel 68                          sind.
(1) Der Anmelder ist berechtigt, bei der Zollbeschau        (2) Die an den Waren oder Beförderungsmitteln
sowie gegebenenfalls der Entnahme der Muster oder           angebrachten Nämlichkeitsmittel dürfen nur von den
Proben anwesend zu sein. Die Zollbehörden können,           Zollbehörden oder mit deren Zustimmung entfernt
wenn sie dies für zweckmäßig halten, vom Anmelder           oder zerstört werden, es sei denn, daß ihre Entfernung
verlangen, daß er bei der Zollbeschau oder Entnahme         oder Zerstörung aufgrund eines Zufalls oder höherer
anwesend ist oder sich vertreten läßt, um ihnen die zur     Gewalt unerläßlich ist, um die Sicherheit der Waren
Erleichterung der Zollbeschau oder Entnahme erforder-       oder Beförderungsmittel zu gewährleisten.
liche Unterstützung zu gewähren.
(2) Das Verbringen der Waren zum Ort der Zollbe-
schau und gegebenenfalls der Entnahme von Mustern                                   Artikel 72
oder Proben sowie alle für die Zollbeschau oder Ent-
nahme erforderlichen Tätigkeiten werden vom Anmel-          (1) Sofern für die Waren keine Verbote oder
der oder unter seiner Verantwortung vorgenommen.            Beschränkungen gelten, werden sie von den Zollbehör-
Die entstehenden Kosten trägt der Anmelder.                 den unbeschadet Artikel 73 dem Anmelder überlassen,
                                                            sobald die Angaben in der Anmeldung entweder über-
(3) Die Entnahme von Mustern oder Proben durch              prüft oder ohne Überprüfung angenommen worden
die Zollbehörden begründet, sofern sie nach den gel-        sind. Das gleiche gilt, wenn die Überprüfung nicht
tenden Vorschriften durchgeführt wird, keinen               innerhalb einer angemessenen Zeitspanne beendet,
Anspruch auf Entschädigung gegen die Verwaltung;            aber ohne die Waren durchgeführt werden kann.
die Verwaltung trägt jedoch die durch die Analyse oder
Prüfung entstehenden Kosten.                                (2) Die Überlassung wird für alle Waren, die Gegen-
                                                            stand einer Anmeldung sind, auf einmal erteilt.
                        Artikel 69                          Werden mit einem Anmeldevordruck mehrere Waren-
                                                            positionen angemeldet, so gelten im Sinne dieses
(1) Wird nur ein Teil der angemeldeten Waren                Absatzes die Angaben für jede Warenposition als
beschaut, so gelten die Ergebnisse dieser Teilbeschau       gesonderte Anmeldung.
für alle in der Anmeldung bezeichneten Waren.
Der Anmelder kann jedoch eine erweiterte Zollbeschau                                Artikel 73
verlangen, wenn er der Ansicht ist, daß die Ergebnisse
der Teilbeschau auf den Rest der angemeldeten Waren         (1) Entsteht durch die Annahme einer Zollanmeldung
nicht zutreffen.                                            eine Zollschuld, so dürfen die Waren, die Gegenstand
                                                            dieser Anmeldung sind, dem Anmelder erst überlassen
(2) Werden mit einem Anmeldevordruck mehrere                werden, wenn der Zollschuldbetrag entrichtet oder eine
Warenpositionen angemeldet, so gelten im Sinne des          Sicherheit geleistet worden ist. Unbeschadet des Absat-
Absatzes 1 die Angaben für jede Warenposition als           zes 2 gilt diese Vorschrift jedoch nicht für das Verfah-
gesonderte Anmeldung.                                       ren der vorübergehenden Verwendung unter teilweiser
                                                             Befreiung von den Einfuhrabgaben.
                        Artikel 70                          (2) Verlangen die zuständigen Behörden nach Maß-
                                                            gabe der Vorschriften über das Zollverfahren, zu dem
(1) Die Ergebnisse der Überprüfung der Anmeldung            die Waren angemeldet werden, eine Sicherheitslei-
werden der Anwendung der Vorschriften über das Zoll-         stung, so kann die Überlassung der betreffenden Waren
verfahren, zu dem die Waren angemeldet worden sind,         zu diesem Zollverfahren erst erfolgen, wenn die Sicher-
zugrunde gelegt.                                            heit geleistet worden ist.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 128/21
                          Artikel 74                           (3) Die ergänzenden Anmeldungen bilden mit den
                                                               vereinfachten Anmeldungen nach Absatz 1 Buchstaben
Es werden zur Regelung des Falles alle erforderlichen          a), b) und c) eine untrennbare rechtliche Einheit, die
Maßnahmen — einschließlich der Verwertung — für                zum Zeitpunkt der Annahme der vereinfachten Anmel-
Waren getroffen,                                               dungen wirksam wird; in den Fällen nach Absatz 1
                                                               Buchstabe c) hat die Anschreibung in der Buchführung
a)   die dem Anmelder nicht überlassen werden konn-            die gleiche Rechtswirkung wie die Annahme der
     ten,                                                      Anmeldung nach Artikel 60.
     — weil aus Gründen, die dem Anmelder zuzu-                (4) Nach dem Ausschußverfahren werden besondere
          rechnen sind, die Zollbeschau von den Zollbe-        Vereinfachungen für das gemeinschaftliche Versand-
          hörden nicht innerhalb der vorgeschriebenen          verfahren festgelegt.
          Frist vorgenommen oder fortgesetzt werden
          konnte oder
                                                                                B. Sonstige Anmeldungen
    — weil die Unterlagen, von deren Vorlage die
          Überführung der Waren in das betreffende                                      Artikel 76
          Zollverfahren abhängt, nicht eingereicht wor-
                                                               Wird die Zollanmeldung unter Einsatz der Datenverar-
          den sind oder
                                                               beitung, mündlich oder in einer sonstigen Form der
    — weil innerhalb der vorgeschriebenen Frist                Willensäußerung im Sinne des Artikels 59 Buchstabe c)
          weder die geschuldeten Einfuhr- oder Ausfuhr-        abgegeben, so gelten die Artikel 60 bis 75 unter Beach-
          abgaben entrichtet worden sind noch eine             tung der darin niedergelegten Grundsätze sinngemäß.
          Sicherheit geleistet worden ist;
                                                                        C. Nachträgliche Prüfung der Anmeldungen
b)   die nicht innerhalb einer angemessenen Zeitspanne
     nach der Überlassung abgeholt werden.                                              Artikel 77
                                                               (1) Die Zollbehörden können nach der Überlassung
               II. Vereinfachte     Verfahren                  der Waren von Amts wegen oder auf Antrag des
                                                               Anmelders eine Überprüfung der Anmeldung vorneh-
                          Artikel 75                           men.
(1) Um die Förmlichkeiten und Verfahren möglichst              (2) Die Zollbehörden können nach der Überlassung
weitgehend zu vereinfachen, ohne daß die Ordnungs-             der Waren die Geschäftsunterlagen und Angaben im
mäßigkeit der Vorgänge dadurch beeinträchtigt wird,            Zusammenhang mit den betreffenden Einfuhr- oder
lassen die Zollbehörden unter den nach dem Aus-                Ausfuhrgeschäften sowie mit späteren Geschäften mit
schußverfahren festgelegten Voraussetzungen zu, daß            diesen Waren prüfen, um sich von der Richtigkeit der
                                                               Angaben in der Anmeldung zu überzeugen. Diese Prü-
a)   die Anmeldung nach Artikel 60 einige der Angaben          fung kann beim Anmelder, bei allen in geschäftlicher
     nach Absatz 1 des genannten Artikels nicht enthält        Hinsicht mittelbar oder unmittelbar beteiligten Perso-
     oder einige der Unterlagen nach Absatz 2 des              nen oder bei allen anderen Personen durchgeführt wer-
     genannten Artikels nicht beigefügt sind;                  den, die diese Unterlagen aus geschäftlichen Gründen
                                                               in Besitz haben. Die Zollbehörden können auch eine
b)   anstelle der Anmeldung nach Artikel 60 ein Han-
                                                               Überprüfung der Waren vornehmen, sofern diese noch
     dels* oder Verwaltungspapier zusammen mit einem           vorgeführt werden können.
     Antrag auf Überführung der Waren in das betref-
     fende Zollverfahren abgegeben wird;                       (3) Ergibt die Überprüfung der Anmeldung oder die
c)   die Anmeldung der Waren zu dem betreffenden               nachträgliche Prüfung, daß bei der Anwendung der
     Zollverfahren durch Anschreibung der Waren in             Vorschriften über das betreffende Zollverfahren von
     der Buchführung vorgenommen wird. In diesem               unrichtigen oder unvollständigen Grundlagen ausge-
     Fall können die Zollbehörden den Anmelder von             gangen worden ist, so treffen die Zollbehörden unter
     der Gestellungspflicht befreien.                          Beachtung der gegebenenfalls erlassenen Vorschriften
                                                               die erforderlichen Maßnahmen, um den Fall unter
Die vereinfachte Anmeldung, das Handels- oder Ver-             Berücksichtigung      der    ihnen    bekannten    neuen
waltungspapier oder die Anschreibung in der Buchfüh-           Umstände zu regeln.
rung muß mindestens die zur Feststellung der Beschaf-
fenheit der Waren erforderlichen Angaben enthalten.
Bei Anschreibung in der Buchführung ist das Anschrei-                                Abschnitt 2
bungsdatum anzugeben.
                                                                    Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr
(2) Der Anmelder ist verpflichtet, die fehlenden                                        Artikel 78
Angaben oder Unterlagen später in einer ergänzenden
Anmeldung nachzureichen oder zu wiederholen. Diese             Durch die Überführung in den zollrechtlich freien Ver-
ergänzende Anmeldung kann globaler, periodischer               kehr erhält eine Nichtgemeinschaftsware den zollrecht-
oder zusammenfassender Art sein.                               lichen Status einer Gemeinschaftsware.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/22                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  23. 5. 90
Die Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr          b) die Einfuhrabgaben für diese Waren in folgenden
beinhaltet die Anwendung der handelspolitischen                  Fällen erstattet oder erlassen werden:
Maßnahmen, die Erfüllung der übrigen für die Einfuhr
einer Ware geltenden Vorschriften sowie die Erhebung             — im Rahmen der aktiven Veredelung nach dem
der gesetzlich geschuldeten Abgaben.                                  Verfahren der Zollrückvergütung;
                                                                 — unter den Voraussetzungen des Artikels 236 für
                                                                      fehlerhafte oder den Vertragsbedingungen
                         Artikel 79                                   nicht entsprechende Waren;
(1) Handelt es sich bei den auf eine Ware zu erheben-            — unter den Voraussetzungen des Artikels 237,
den Einfuhrabgaben um Abgaben im Sinne des Arti-                      wenn die Erstattung oder der Erlaß davon
kels 5 Ziffer 10 erster Gedankenstrich und wird der                   abhängig ist, daß die Waren wiederausgeführt
betreffende Satz nach der Annahme der Anmeldung                       werden oder eine ersatzweise mögliche zoll-
zum zollrechtlich freien Verkehr, aber vor der Überlas-               rechtliche Bestimmung erhalten.
sung der Ware gesenkt, so kann der Anmelder abwei-
chend von Artikel 65 die Anwendung des günstigeren           Dies gilt unbeschadet
Satzes verlangen.                                            — Artikel 5 Ziffer 8 bezüglich der ausgeführten
                                                                 Waren;
(2) Absatz 1 findet keine Anwendung, wenn die
Waren dem Anmelder aus Gründen, die ihm allein               — Artikel 112 Absatz 3 bezüglich des Ersatzes durch
zuzurechnen sind, nicht überlassen werden konnten.               äquivalente Waren im Rahmen der aktiven Verede-
                                                                 lung;
                                                             — Artikel 203 Absatz 1 zweiter Unterabsatz bezüglich
                         Artikel 80                              der bei der Zerstörung von Waren nach Artikel 81
                                                                 anfallenden Abfälle und Reste, für die keine Zoll-
Sind Waren einer Sendung tariflich unterschiedlich ein-          schuld als entstanden gilt.
zureihen und stände die Behandlung jeder dieser
Waren nach ihrer Einreihung bei der Erstellung der
Anmeldung in bezug auf Aufwand und Kosten außer                                    Abschnitt 3
Verhältnis zu der Höhe der zu erhebenden Einfuhrab-
gaben, so können die Zollbehörden auf Antrag des
                                                                   Die Verfahren mit bedingter Befreiung und die
Anmelders zulassen, daß die Abgaben für die gesamte
                                                                   Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung
Sendung auf der Grundlage der zolltariflichen Einrei-
hung der Ware ermittelt werden, für die die höchste
Einfuhrabgabenbelastung gilt.                                      A. Gemeinsame Vorschriften für mehrere Verfahren
                                                                                     Artikel 83
                         Artikel 81
                                                             (1) Zollverfahren mit bedingter Befreiung sind die
(1) Waren, die aufgrund ihrer Verwendung zu beson-           folgenden Zollverfahren, sofern sie für Nichtgemein-
deren Zwecken zu einem ermäßigten Einfuhrabgaben-            schaftswaren in Anspruch genommen werden:
satz oder abgabenfrei in den zollrechtlich freien Ver-       — Versandverfahren;
kehr übergeführt werden, bleiben so lange unter zoll-
amtlicher Überwachung, wie die Voraussetzungen für           — Zollagerverfahren;
die Abgabenbegünstigung gelten, wie sie weder ausge-         — aktive Veredelung nach dem Verfahren der beding-
führt noch vernichtet oder zerstört worden sind und wie          ten Befreiung;
der Einfuhrabgabenbetrag, der aufgrund der Nichter-
füllung einer der für die Gewährung des ermäßigten           — Umwandlung unter zollamtlicher Überwachung;
Abgabensatzes oder der Abgabenfreiheit festgelegten
                                                             — vorübergehende Verwendung.
Voraussetzungen geschuldet wird, nicht entrichtet wor-
den ist.
                                                             (2) Zollverfahren     mit   wirtschaftlicher    Bedeutung
(2) Die Artikel 87 und 89 gelten für diese Waren sinn-       sind:
gemäß.                                                       — das Zollagerverfahren;
                                                             — die aktive Veredelung;
                         Artikel 82                          — die Umwandlung unter zollamtlicher Überwa-
                                                                 chung;
Die in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführten
Waren verlieren den zollrechtlichen Status von               — die vorübergehende Verwendung;
Gemeinschaftswaren, wenn                                     — die passive Veredelung.
a) die Anmeldung zum zollrechtlich freien Verkehr
     nach der Überlassung der Waren gemäß Artikel 64         (3) Einfuhrwaren sind Waren, die in ein Zollverfah-
     für ungültig erklärt wird;                              ren mit bedingter Befreiung übergeführt worden sind,
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/23
sowie Waren, für die im Verfahren der Zollrückvergü-                                 Artikel 88
tung die Förmlichkeiten für die Überführung in den
zollrechtlich freien Verkehr und die Förmlichkeiten          (1) Ein Zollverfahren mit bedingter Befreiung wird
nach Artikel 122 erfüllt worden sind.                        beendet, wenn die in dieses Verfahren übergeführten
                                                             Waren eine zulässige neue zollrechtliche Bestimmung
(4) Unveränderte Waren sind Einfuhrwaren, die im             erhalten.
Rahmen des aktiven Veredelungsverkehrs oder der
Umwandlung unter zollamtlicher Überwachung keiner-           (2) Wird das Zollverfahren nicht unter den vorgesehe-
lei Veredelungs- oder Umwandlungsvorgängen unter-            nen Voraussetzungen beendet, so treffen die Zollbehör-
zogen worden sind.                                           den alle erforderlichen Maßnahmen zur Regelung des
                                                             Falles.
                        Artikel 84
                                                                                     Artikel 89
Die Inanspruchnahme eines Zollverfahrens mit wirt-
schaftlicher Bedeutung mit Ausnahme des Zollagerver-         Die Rechte und Pflichten, die sich für eine Person, für
fahrens bedarf einer Bewilligung, die von den Zollbe-        deren Rechnung die Anmeldung zu einem Zollverfah-
hörden erteilt wird.                                         ren mit wirtschaftlicher Bedeutung oder zu einem Zoll-
                                                             verfahren mit bedingter Befreiung abgegeben wird, aus
                                                             diesem Zollverfahren ergeben, können unter den von
Der Betrieb eines Zollagers bedarf einer Bewilligung, es     den Zollbehörden festgelegten Voraussetzungen auf
sei denn, das Zollager wird von den Zollbehörden             andere Personen übergehen, welche die gegebenenfalls
selbst betrieben.                                            für dieses Zollverfahren geltenden Voraussetzungen
                                                             erfüllen.
                        Artikel 85
                                                                            B. Externes Versandverfahren
Unbeschadet der im Rahmen des betreffenden Zollver-
fahrens geltenden besonderen Voraussetzungen wird                                    Artikel 90
die Bewilligung nach Artikel 84 nur erteilt, wenn
                                                             (1) Im externen Versandverfahren können folgende
— die betreffenden Personen die erforderliche                Waren zwischen zwei im Zollgebiet der Gemeinschaft
     Gewähr für den ordnungsgemäßen Ablauf des Ver-          gelegenen Orten befördert werden:
     fahrens bieten und
                                                             a)  Nichtgemeinschaftswaren, die in diesem Fall
— die Zollbehörden die Überwachung des Zollverfah-               weder Einfuhrabgaben noch anderen Abgaben
     rens ohne einen zu dem wirtschaftlichen Bedürfnis           noch handelspolitischen Maßnahmen unterliegen;
     außer Verhältnis stehenden Verwaltungsaufwand
     gewährleisten können.                                   b) Gemeinschaftswaren, die einer ihre Ausfuhr in ein
                                                                 Drittland voraussetzenden Gemeinschaftsmaßnah-
                                                                 men unterliegen, wenn die betreffenden Ausfuhr-
                                                                 zollförmlichkeiten erfüllt worden sind.
                        Artikel 86
                                                             (2) Die Beförderung nach Absatz 1 erfolgt:
(1) In der Bewilligung werden die Voraussetzungen
festgelegt, unter denen das betreffende Zollverfahren in     a)  im gemeinschaftlichen Versandverfahren — exter-
Anspruch genommen oder das Zollager betrieben wer-               nes Verfahren,
den kann.                                                    b) mit Carnet TIR (TIR-Übereinkommen), sofern die
                                                                 Beförderung durch das Gebiet eines Drittlandes
(2) Der Bewilligungsinhaber ist verpflichtet, den Zoll-          führt,
behörden Mitteilung über alle Ereignisse zu machen,
die nach Erteilung der Bewilligung eingetreten sind          c)  mit Carnet ATA (ATA-Übereinkommen) als Ver-
und sich auf deren Aufrechterhaltung oder Inhalt aus-            sandschein, sofern die Beförderung durch das
wirken können.                                                   Gebiet eines Drittlandes führt,
                                                             d) aufgrund des Rheinmanifestes (Artikel 9 der revi-
                                                                 dierten Rheinschiffahrtsakte),
                         Artikel 87
                                                             e)  durch die Post (einschließlich Paketpost) oder
Unbeschadet der im Rahmen eines Zollverfahrens gel-          f)  in einem besonderen Versandverfahren im Sinne
tenden besonderen Vorschriften können die Zollbehör-             des Artikels 41 Buchstabe c).
den die Überführung von Waren in ein Zollverfahren
mit bedingter Befreiung von einer Sicherheitsleistung        (3) Absatz 1 Buchstabe a) und Absatz 2 finden keine
abhängig machen, um die Erfüllung der Zollschuld zu          Anwendung, wenn die in Absatz 1 Buchstabe a)
sichern, die für diese Waren entstehen kann.                 genannte Beförderung im Rahmen eines anderen Zoll-
 ---pagebreak--- Nr. C 128/24                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
Verfahrens mit bedingter Befreiung als dem gemein-                                    C. Zollager
schaftlichen Versandverfahren — externes Verfahren —
nach den Bestimmungen des betreffenden Verfahrens                                     Artikel 95
erfolgt.
                                                              (1) Im Zollagerverfahren können folgende Waren im
                                                              Zollgebiet der Gemeinschaft gelagert werden:
                        Artikel 91
                                                              a) Nichtgemeinschaftswaren, die in diesem Fall kei-
(1) Das gemeinschaftliche Versandverfahren — exter-                nen Einfuhrabgaben und, sofern nicht etwas
nes Verfahren — ist für Beförderungen durch das                    Gegenteiliges bestimmt ist, keinen handelspoliti-
Gebiet eines Drittlandes nur zulässig, wenn                        schen Maßnahmen unterliegen;
a) diese Möglichkeit in einer internationalen Überein-        b) Gemeinschaftswaren, für die in einer besonderen
     kunft vorgesehen ist oder                                     Gemeinschaftsregelung vorgesehen ist, daß bei
                                                                   ihrer Überführung in dieses Verfahren Maßnahmen
b) die Warenbeförderung durch dieses Drittland auf-                anwendbar sind, die grundsätzlich an die Ausfuhr
     grund eines im Zollgebiet der Gemeinschaft ausge-             anknüpfen.
     stellten    durchgehenden      Beförderungspapiers
     erfolgt; in diesem Fall wird die Wirkung des             (2) Als Zollager gilt jeder von den Zollbehörden zuge-
     gemeinschaftlichen Versandverfahrens im Gebiet           lassene und unter zollamtlicher Überwachung stehende
     dieses Drittlandes ausgesetzt.                           Ort, an dem Waren unter den festgelegten Vorausset-
                                                              zungen gelagert werden können.
(2) Abgesehen von Fällen, in denen die Einhaltung
besonderer Gemeinschaftsregelungen zu gewährleisten           (3) Die Fälle, in denen Waren im Sinne des Absatzes
ist, ist das gemeinschaftliche Versandverfahren —             1 in das Zollagerverfahren übergeführt werden können,
externes Verfahren — für Waren, die von Reisenden             ohne in ein Zollager verbracht zu werden, werden nach
mitgeführt werden oder in ihrem Reisegepäck enthalten         dem Ausschußverfahren festgelegt.
sind, nicht zwingend vorgeschrieben, sofern es sich um
Waren handelt, die nicht zu gewerblichen Zwecken
bestimmt sind.                                                                        Artikel 96
                        Artikel 92                            Zollager können
                                                              a) jedermann für die Lagerung von Waren zur Verfü-
(1) Der Hauptverpflichtete hat eine Sicherheit zu lei-             gung stehen (öffentliche Zollager);
sten, damit die Erfüllung der Zollschuld und die Zah-
lung der sonstigen Abgaben, die gegebenenfalls für die        b) auf die Lagerung von Waren durch den Lagerhalter
Waren entstehen, sichergestellt sind.                              beschränkt sein (private Zollager).
(2) Von der Pflicht zur Sicherheitsleistung          sind
                                                                                      Artikel 97
befreit:
a) die Eisenbahnverwaltungen der Mitgliedstaaten;             (1) Die Bewilligung für den Betrieb eines Zollagers
                                                              wird auf Antrag der Person erteilt, die ein Zollager
b) Warenbeförderungen auf dem Rhein und den
                                                              betreiben will.
     Rheinwasserstraßen;
c) Warenbeförderungen auf dem Seeweg;                         (2) Die Bewilligung wird nur in der Gemeinschaft
d) Warenbeförderungen auf dem Luftweg;                        ansässigen Personen erteilt.
e) Warenbeförderungen durch Rohrleitungen.
                                                                                      Artikel 98
                        Artikel 93                            Lagerhalter ist die Person, der die Bewilligung für den
                                                              Betrieb des Zollagers erteilt worden ist.
Der Hauptverpflichtete hat die Waren innerhalb der
vorgeschriebenen Frist unter Beachtung der von den            Er ist verantwortlich dafür, daß
Zollbehörden zur Nämlichkeitssicherung getroffenen
Maßnahmen unverändert an ihrem Bestimmungsort zu              a) die Waren während ihres Verbleibs im Zollager
gesteilen.                                                         nicht der zollamtlichen Überwachung entzogen
                                                                   werden;
                                                              b) die Pflichten, die sich aus der Lagerung der Waren
                        Artikel 94
                                                                   im Zollagerverfahren ergeben, erfüllt werden;
Die Einzelheiten des Verfahrens werden nach dem               c) die in der Bewilligung festgelegten besonderen
Ausschußverfahren festgelegt.                                      Voraussetzungen erfüllt werden.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/25
                         Artikel 99                           (3) Die Zollbehörden können verlangen, daß die
                                                              Waren nach Absatz 1 in der in Artikel 102 genannten
(1) Abweichend von Artikel 98 kann in einer Bewilli-          Bestandsaufzeichnung erfaßt werden.
gung für ein öffentliches Zollager vorgesehen werden,
daß die Verantwortlichkeiten nach Artikel 98 Buchsta-
ben a) und b) ausschließlich dem Einlagerer obliegen.                                  Artikel 104
(2) Der Einlagerer ist stets dafür verantwortlich, daß        Die in das Zollagerverfahren übergeführten Waren sind
die Pflichten, die sich aus der Überführung in das Zoll-      bei ihrer Aufnahme in das Zollager in der in Artikel
lagerverfahren ergeben, erfüllt werden.                        102 genannten Bestandsaufzeichnung zu erfassen.
                        Artikel 100                                                    Artikel 105
Die Rechte und Pflichten des Lagerhalters können mit          (1) Der Verbleib von Waren im Zollagerverfahren ist
Zustimmung der Zollbehörden auf eine andere Person            zeitlich nicht begrenzt.
übertragen werden.
                                                              In Ausnahmefällen können jedoch die Zollbehörden
                                                              eine Frist setzen, vor deren Ablauf der Einlagerer die
                        Artikel 101
                                                              Waren einer neuen zollrechtlichen Bestimmung zufüh-
                                                              ren muß.
Unbeschadet des Artikels 87 sowie der Sicherheitslei-
stung, die im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik
                                                              (2) Für bestimmte Waren im Sinne des Artikels 95
vorgesehen ist, können die Zollbehörden vom Lager-
                                                              Absatz 1 Buchstabe b), die unter die gemeinsame
halter im Zusammenhang mit den Verantwortlichkeiten
                                                              Agrarpolitik fallen, können nach dem Ausschußverfah-
im Sinne des Artikels 98 eine Sicherheitsleistung ver-
                                                              ren besondere Fristen festgesetzt werden.
langen.
                        Artikel 102                                                    Artikel 106
Die von den Zollbehörden bezeichnete Person hat über          (1) Die Einfuhrwaren können den üblichen Behand-
alle in das Zollagerverfahren übergeführten Waren in          lungen unterzogen werden, die ihrer Erhaltung, der
der von den Zollbehörden zugelassenen Form                    Verbesserung ihrer Aufmachung und Handelsgüte oder
Bestandsaufzeichnungen zu führen. In den in Artikel           der Vorbereitung ihres Vertriebs oder Weiterverkaufs
99 bezeichneten Fällen gilt diese Vorschrift für ein          dienen.
öffentliches Zollager nicht.
                                                              Soweit dies für das ordnungsgemäße Funktionieren der
                                                              gemeinsamen Marktorganisationen erforderlich ist,
                        Artikel 103                           kann eine Liste der Fälle aufgestellt werden, in denen
                                                              diese Behandlungen für unter die gemeinsame Agrar-
(1) Sofern ein wirtschaftliches Bedürfnis besteht und         politik fallende Waren nicht zulässig sind.
die zollamtliche Überwachung dadurch nicht beein-
trächtigt wird, können die Zollbehörden zulassen, daß         (2) In das Zollagerverfahren übergeführte Gemein-
                                                              schaftswaren im Sinne des Artikels 95 Absatz 1 Buch-
a)   andere als die in Artikel 95 Absatz 1 Buchstabe b)
                                                              stabe b), die unter die gemeinsame Agrarpolitik fallen,
    genannten Gemeinschaftswaren in den Räumlich-
                                                              dürfen nur den Behandlungen unterzogen werden, die
     keiten des Zollagers gelagert werden;
                                                              für sie ausdrücklich vorgesehen sind.
b)   Nichtgemeinschaftswaren in den Räumlichkeiten
     des Zollagers im Verfahren der aktiven Veredelung        (3) Die Behandlungen im Sinne des Absatzes 1 erster
    unter den für dieses Verfahren geltenden Voraus-          Unterabsatz und des Absatzes 2 bedürfen der vorheri-
     setzungen veredelt werden. Die Förmlichkeiten, die       gen Bewilligung durch die Zollbehörden, die die Ein-
     in einem Zollager entfallen können, werden nach          zelheiten ihrer Durchführung festlegen.
     dem Ausschußverfahren festgelegt;
c)   Nichtgemeinschaftswaren in den Räumlichkeiten            (4) Die Listen der Behandlungen im Sinne der
     des Zollagers im Verfahren der Umwandlung unter          Absätze 1 und 2 werden nach dem Ausschußverfahren
     zollamtlicher Überwachung unter den für dieses           aufgestellt.
     Verfahren geltenden Voraussetzungen umgewan-
     delt werden. Die Förmlichkeiten, die in einem
     Zollager entfallen können, werden nach dem Aus-                                   Artikel 107
     schußverfahren festgelegt.
                                                              Wenn es die Umstände rechtfertigen, können die in das
(2) In den Fällen nach Absatz 1 liegt keine Überfüh-          Zollagerverfahren übergeführten Waren vorübergehend
rung in das Zollagerverfahren vor.                            aus dem Zollager entfernt werden. Das Entfernen
 ---pagebreak--- Nr. C 128/26                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
bedarf der vorherigen Bewilligung durch die Zollbehör-        b) Waren, die in den zollrechtlich freien Verkehr unter
den, die die Einzelheiten dieses Entfernens festlegen.             Erstattung oder Erlaß der für sie geltenden Ein-
                                                                   fuhrabgaben übergeführt worden sind, wenn sie in
Außerhalb des Zollagers können die Waren den in                    Form von Veredelungserzeugnissen aus dem Zoll-
Artikel 106 genannten Behandlungen unter den glei-                 gebiet der Gemeinschaft wiederausgeführt werden
chen Voraussetzungen unterzogen werden.                            (Verfahren der Zollrückvergütung).
                                                              (2) Als Veredelungsvorgänge gelten:
                       Artikel 108
                                                              a) Die Bearbeitung von Waren einschließlich ihrer
Die Zollbehörden können zulassen, daß die in das                   Montage, Zusammensetzung und Anpassung an
Zollagerverfahren übergeführten Waren von einem                    andere Waren;
Zollager in ein anderes verbracht werden.
                                                              b) die Verarbeitung von Waren;
                                                              c) Die Ausbesserung von Waren einschließlich ihrer
                       Artikel 109                                 Instandsetzung und Regulierung;
(1) Entsteht für die Einfuhrwaren eine Zollschuld und         d) die Verwendung bestimmter nach dem Ausschuß-
wird der Zollwert dieser Waren auf der Grundlage                  verfahren festgelegter Waren, die nicht in die Ver-
eines tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preises              edelungserzeugnisse eingehen, sondern die Herstel-
ermittelt, der die Kosten für die Lagerung und Erhal-             lung von Veredelungserzeugnissen ermöglichen
tung der Waren während ihres Verbleibs im Zollager                oder erleichtern, selbst wenn sie hierbei vollständig
enthält, so werden diese Kosten nicht in den Zollwert             verbraucht werden.
einbezogen, sofern sie getrennt von dem tatsächlich
gezahlten oder zu zahlenden Preis ausgewiesen werden.         (3) Als Veredelungserzeugnisse gelten alle Erzeug-
                                                              nisse, die aus Veredelungsvorgängen entstanden sind.
(2) Sind die genannten Waren üblichen Behandlun-
gen im Sinne des Artikels 106 unterzogen worden, so
werden auf Antrag des Anmelders für die Festsetzung
der Einfuhrabgaben die Beschaffenheit, der Zollwert                                  Artikel 112
und die Menge zugrunde gelegt, die für die betreffen-
den Waren zu dem Zeitpunkt nach Artikel 211 zu                (1) Wenn die Voraussetzungen nach Absatz 2 erfüllt
berücksichtigen wären, wenn sie diesen Behandlungen           sind, lassen die Zollbehörden vorbehaltlich Absatz 4
nicht unterzogen worden wären.                                zu, daß
                                                              a) Veredelungserzeugnisse aus Ersatzwaren hergestellt
                       Artikel 110                                werden;
                                                              b) aus Ersatzwaren hergestellte Veredelungserzeug-
In das Zollagerverfahren übergeführte Gemeinschafts-              nisse vor der Einfuhr von Einfuhrwaren aus der
waren im Sinne des Artikels 95 Absatz 1 Buchstabe b),             Gemeinschaft ausgeführt werden.
die unter die gemeinsame Agrarpolitik fallen, müssen
ausgeführt werden oder eine der sonstigen Bestimmun-
gen erhalten, die in der in dem genannten Artikel             (2) Die Ersatzwaren müssen den zollrechtlichen Sta-
bezeichneten besonderen Gemeinschaftsregelung vor-            tus von Gemeinschaftswaren haben und die gleiche
gesehen sind.                                                 Qualität und Beschaffenheit wie die Einfuhrwaren auf-
                                                              weisen. In nach dem Ausschußverfahren festgelegten
                                                              besonderen Fällen kann jedoch zugelassen werden,
                   D. Aktive Veredelung                       daß sich die Ersatzwaren auf einer höheren Verarbei-
                                                              tungsstufe befinden als die Einfuhrwaren.
                    I. Allgemeines
                                                              (3) Bei Inanspruchnahme des Absatzes 1 befinden
                       Artikel 111                            sich die Einfuhrwaren in der zollrechtlichen Stellung
                                                              der Ersatzwaren und diese in der zollrechtlichen Stel-
(1) Im Verfahren der aktiven Veredelung können                lung der Einfuhrwaren.
unbeschadet des Artikels 112 folgende Waren im Zoll-
gebiet der Gemeinschaft einem oder mehreren Verede-           (4) Maßnahmen, die die Inanspruchnahme des
lungsvorgängen unterzogen werden:                             Absatzes 1 untersagen oder einschränken, können nach
a) Nichtgemeinschaftswaren, die zur Wiederausfuhr             dem Ausschußverfahren erlassen werden.
    aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft in Form von
    Veredelungserzeugnissen bestimmt sind; in diesem          5) Wird Absatz 1 Buchstabe b) in Anspruch genom-
    Fall unterliegen die betreffenden Waren weder             men, und müßten für die Veredelungserzeugnisse,
    Einfuhrabgaben noch handelspolitischen Maßnah-            wenn sie nicht im Rahmen einer aktiven Veredelung
    men (Verfahren mit bedingter Befreiung);                  ausgeführt würden, Ausfuhrabgaben entrichtet werden,
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 128/27
so muß der Inhaber der Bewilligung eine Sicherheit lei-      Nichtgemeinschaftswaren zur Überführung in die
sten, um die Entrichtung dieser Abgaben für den Fall         aktive Veredelung angemeldet werden müssen. Diese
zu sichern, daß die Einfuhr der Einfuhrwaren nicht           Frist beginnt mit dem Zeitpunkt der Annahme der Aus-
fristgerecht erfolgt.                                        fuhranmeldung für die aus den entsprechenden Ersatz-
                                                             waren hergestellten Veredelungserzeugnisse.
              II. Erteilung der Bewilligung                  (4) Nach dem Ausschußverfahren können für
                                                             bestimmte Einfuhrwaren und bestimmte Veredelungs-
                        Artikel 113                          vorgänge besondere Fristen festgesetzt werden.
Die Bewilligung der aktiven Veredelung wird auf
Antrag der Person erteilt, welche die Veredelungsvor-                               Artikel 116
gänge durchführt oder durchführen läßt.
                                                             (1) Die Zollbehöreden setzen entweder die Ausbeute
                                                             oder gegebenenfalls die Art der Bestimmung der Aus-
                        Artikel 114                          beute fest. Als Ausbeute gilt die Menge oder der Pro-
                                                             zentsatz der bei der Veredelung einer bestimmten
Die Bewilligung wird nur erteilt:                            Menge von Einfuhrwaren gewonnenen Veredelungser-
a) Personen, die in der Gemeinschaft ansässig sind.          zeugnisse. Die Ausbeute wird anhand der tatsächlichen
     Bei Einfuhren nichtkommerzieller Art kann die           Verhältnisse bestimmt, unter denen sich der Verede-
     Bewilligung jedoch auch Personen erteilt werden,        lungsvorgang vollzieht oder vollziehen soll.
     die nicht in der Gemeinschaft ansässig sind;
                                                             (2) Wenn es die Umstände rechtfertigen, können ins-
b) wenn unbeschadet der Verwendung von Waren im              besondere für Veredelungsvorgänge, die herkömmli-
     Sinne des Artikels 111 Absatz 2 Buchstabe d) fest-      cherweise unter genau festliegenden technischen
     gestellt werden kann, daß die Einfuhrwaren in den       Bedingungen durchgeführt werden, bei denen Waren
     Veredelungserzeugnissen enthalten sind, oder in         mit weitgehend gleichbleibender Eigenschaft veredelt
     Fällen nach Artikel 112 nachgeprüft werden kann,        werden, nach dem Ausschußverfahren aufgrund der
     daß die für die Ersatzwaren vorgesehenen Voraus-        vorher getroffenen Feststellungen pauschale Ausbeute-
     setzungen erfüllt sind, und                             sätze festgesetzt werden.
c) wenn das Verfahren dazu beitragen kann, die gün-
     stigsten Voraussetzungen für die Ausfuhr der Ver-
     edelungserzeugnisse zu schaffen, sofern wesentli-                              Artikel 117
     che Interessen von Herstellern in der Gemeinschaft
     nicht beeinträchtigt werden (wirtschaftliche Vor-       (1) Die unveredelten Waren oder Veredelungserzeug-
     aussetzungen).                                          nisse müssen wiederausgeführt werden. Jedoch dürfen
                                                             sie mit Zustimmung der Zollbehörden in den zollrecht-
                                                             lich freien Verkehr oder in das Verfahren der Umwand-
          III. Durchführung des Verfahrens                   lung unter zollamtlicher Überwachung übergeführt
                                                             oder vernichtet oder zerstört werden; diese Zustim-
                         Artikel 115                         mung wird erteilt, wenn es die Umstände rechtfertigen.
(1) Die Zollbehörden setzen die Frist fest, in der die       (2) Absatz 1 findet auch Anwendung, wenn die Ver-
Veredelungserzeugnisse eine neue zulässige zollrechtli-      edelungserzeugnisse eine der darin genannten zoll-
che Bestimmung erhalten haben müssen. Diese Frist            rechtlichen Bestimmungen erhalten sollen, nachdem sie
wird unter Berücksichtigung des erforderlichen Zeitauf-      zuvor in das Zollagerverfahren, das Verfahren der vor-
wandes für die Durchführung der Veredelungsvorgänge          übergehenden Verwendung oder ein Versandverfahren
und für den Absatz der Veredelungserzeugnisse                übergeführt oder in eine Freizone oder ein Freilager
bestimmt.                                                    verbracht worden sind.
(2) Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt der Überfüh-         (3) Nach dem Ausschußverfahren kann festgelegt
rung der Nichtgemeinschaftswaren in das Verfahren            werden, in welchen Fällen und unter welchen Voraus-
der aktiven Veredelung. Die Zollbehörden können sie          setzungen die unveredelten Waren oder die Verede-
auf hinreichend begründeten Antrag des Bewilligungs-         lungserzeugnisse, für die die Überführung in den zoll-
inhabers verlängern.                                         rechtlich freien Verkehr zugelassen wird, als in den
                                                             zollrechtlich freien Verkehr übergeführt gelten.
Zur Vereinfachung kann bestimmt werden, daß die Fri-
sten, die während eines Kalendermonats oder eines
Vierteljahres beginnen, jeweils am letzten Tag eines                                 Artikel 118
 darauffolgenden Kalendermonats oder Vierteljahres
 ablaufen.                                                    Vorbehaltlich des Artikels 119 wird bei Entstehen einer
                                                              Zollschuld für die Veredelungserzeugnisse die Höhe
 (3) In Fällen nach Artikel 112 Absatz 1 Buchstabe b)         dieser Zollschuld anhand der Bemessungsgrundlagen
 setzen die Zollbehörden die Frist fest, in welcher die       berechnet, die für die zur Herstellung dieser Verede-
 ---pagebreak--- Nr. C 128/28                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
lungserzeugnisse verwendeten Einfuhrwaren zu dem             (2) Entsteht für die wiedereingeführten Erzeugnisse
Zeitpunkt nach Artikel 211 maßgebend waren.                  eine Zollschuld, so sind folgende Abgaben zu erheben:
                                                             a) auf die Veredelungserzeugnisse oder unveredelten
                                                                  Waren im im Sinne des Absatzes 1 die nach den
                        Artikel 119                               Artikeln 118 und 119 berechneten Einfuhrabgaben
                                                                  und
Abweichend von Artikel 118
                                                             b) auf die nach Veredelung außerhalb des Zollgebiets
a) werden die Veredelungserzeugnisse den für sie gel-             der Gemeinschaft wiedereingeführten Erzeugnisse
     tenden Einfuhrabgaben unterworfen, wenn sie                  die nach den Vorschriften über die passive Verede-
     — in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt            lung berechneten Einfuhrabgaben, und zwar unter
         werden und in der nach dem Ausschußverfah-               den gleichen Voraussetzungen, als ob die im Rah-
         ren festgelegten Liste erfaßt sind und sofern            men der passiven Veredelung ausgeführten Erzeug-
         eine entsprechende Menge der nicht in dieser             nisse vor ihrer Ausfuhr in den zollrechtlich freien
         Liste erfaßten Veredelungserzeugnisse ausge-             Verkehr übergeführt worden wären.
         führt wird. Der Bewilligungsinhaber kann
         jedoch für diese Erzeugnisse die Abgabenerhe-
         bung nach den Bemessungsgrundlagen des               V. Besondere Vorschriften über das Verfahren der
         Artikels 118 beantragen;                                               Zollrückvergütung
     — Abgaben im Rahmen der gemeinsamen Agrar-
                                                                                     Artikel 121
         politik unterworfen sind und die nach dem
         Ausschußverfahren erlassenen Vorschriften
         dies vorsehen;                                      Das Verfahren der Zollrückvergütung kann für alle
                                                             Waren mit Ausnahme solcher in Anspruch genommen
b) unterliegen die Veredelungserzeugnisse, die in ein        werden, die zum Zeitpunkt der Annahme der Anmel-
     Verfahren mit bedingter Befreiung übergeführt           dung zum zollrechtlich freien Verkehr
     oder in eine Freizone oder ein Freilager verbracht
     werden, den Einfuhrabgaben, die nach den für das        — mengenmäßigen Einfuhrbeschränkungen unterlie-
     betreffende Zollverfahren oder für Freizonen oder            gen;
     Freilager geltenden Vorschriften bestimmt werden.
                                                             — einer Zollpräferenzbehandlung oder einer autono-
     Jedoch                                                       men Aussetzungsmaßnahme im Sinne des Artikels
                                                                  20 Absatz 3 Buchstaben d) bis f) im Rahmen von
     — kann der Beteiligte die Abgabenerhebung nach               Kontingenten unterliegen;
         Artikel 118 beantragen;
                                                             — Abschöpfungen oder sonstigen bei der Ausfuhr
     — muß in Fällen, in denen die Veredelungser-                 erhobenen Abgaben unterliegen, die im Rahmen
         zeugnisse eine der vorstehend genannten zoll-            der gemeinsamen Agrarpolitik oder aufgrund der
         rechtlichen Bestimmungen mit Ausnahme der                für bestimmte landwirtschaftliche Verarbeitungs-
          Umwandlung unter zollamtlicher Überwa-                  erzeugnisse geltenden Sonderregelungen vorgese-
          chung erhalten haben, der Einfuhrabgabenbe-             hen sind.
         trag mindestens ebenso hoch sein wie der nach
         Artikel 118 errechnete Betrag;
                                                             Das Verfahren kann nur in Anspruch genommen wer-
c) können die Veredelungserzeugnisse den im Verfah-          den, wenn für die Veredelungserzeugnisse zum Zeit-
ren der Umwandlung unter zollamtlicher Überwachung           punkt der Annahme der Anmeldung der Einfuhrwaren
geltenden Vorschriften über die Abgabenerhebung              zum zollrechtlich freien Verkehr keine Ausfuhrerstat-
unterworfen werden, wenn die Einfuhrwaren in dieses          tung festgesetzt ist.
Verfahren hätten übergeführt werden können.
                                                             Das Verfahren der Zollrückvergütung kann nur bewil-
                                                             ligt werden, wenn zum Zeitpunkt der Annahme der
      IV. Veredelungsvorgänge außerhalb des                  Ausfuhranmeldung für die Veredelungserzeugnisse
            Zollgebiets der Gemeinschaft
                                                             — die Einfuhrwaren keiner der Abgaben nach
                        Artikel 120                               Absatz 1 dritter Gedankenstrich unterliegen;
                                                             — für die Veredelungserzeugnisse keine Ausfuhr-
(1) Veredelungserzeugnisse oder unveredelte Waren                 erstattung festgesetzt ist.
können ganz oder teilweise vorübergehend ausgeführt
werden, um außerhalb des Zollgebiets der Gemein-
schaft ergänzenden Veredelungsvorgängen unterzogen
zu werden, sofern die Zollbehörden unter den in den                                   Artikel 122
Vorschriften über die passive Veredelung vorgesehenen
 Voraussetzungen eine entsprechende Bewilligung ertei-       (1) In der Anmeldung zum zollrechtlich freien Ver-
len.                                                         kehr ist anzugeben, daß das Verfahren der Zollrückver-
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gütung in Anspruch genommen wird; die Anmeldung             geführt werden; diese Zustimmung wird erteilt, wenn
muß ferner einen Hinweis auf die entsprechende              es die Umstände rechtfertigen.
Bewilligung tragen.
                                                            In diesem Fall gilt unbeschadet Artikel 119 Buchstabe
(2) Auf Verlangen der Zollbehörden muß diese Bewil-         b) der erstattete oder erlassene Einfuhrabgabenbetrag
ligung der Anmeldung zum zollrechtlich freien Verkehr       als Betrag der Zollschuld.
beigefügt werden.
                                                            (5) Bei der Berechnung der zu erstattenden oder zu
                                                            erlassenden Einfuhrabgaben gilt Artikel 119 Buchstabe
                       Artikel 123                          a) erster Gedankenstrich sinngemäß.
Im Rahmen des Verfahrens der Zollrückvergütung fin-
den die Artikel 112 Absatz 1 Buchstabe b) und Absätze                      VI. S o n s t i g e V o r s c h r i f t e n
3 und 5, Artikel 115 Absatz 3, die Artikel 117 und 118,
Artikel 119 Absatz 1 Buchstabe a) zweiter Gedanken-                                  Artikel 126
strich und Buchstabe c) und Artikel 126 keine Anwen-
dung.                                                       Nichtgemeinschaftswaren können in die aktive Verede-
                                                            lung nach dem Verfahren mit bedingter Befreiung über-
                                                            geführt werden, um die Veredelungserzeugnisse von
                       Artikel 124                          den Ausfuhrabgaben zu befreien, die für gleiche
                                                            Erzeugnisse zu erheben wären, die statt aus Einfuhrwa-
Eine vorübergehende Ausfuhr von Veredelungserzeug-          ren aus Gemeinschaftswaren hergestellt worden sind.
nissen im Sinne des Artikels 120 Absatz 1 gilt nicht als
Ausfuhr im Sinne des Artikels 125, es sei denn, diese
Erzeugnisse werden nicht innerhalb der festgesetzten               E. Umwandlung unter zollamtlicher Überwachung
Fristen in die Gemeinschaft wiedereingeführt.
                                                                                     Artikel 127
                       Artikel 125                          Im Verfahren der Umwandlung unter zollamtlicher
                                                            Überwachung können Nichtgemeinschaftswaren im
(1) Der Bewilligungsinhaber kann die Erstattung oder        Zollgebiet der Gemeinschaft ohne Erhebung von Ein-
den Erlaß der Einfuhrabgaben beantragen, sofern er          fuhrabgaben und ohne Anwendung handelspolitischer
den Zollbehörden nachweist, daß Veredelungserzeug-          Maßnahmen einer Be- oder Verarbeitung unterzogen
nisse, die aus Einfuhrwaren gewonnen oder hergestellt       werden, die ihre Beschaffenheit oder ihren Zustand
worden sind, die im Rahmen des Verfahrens der Zoll-         verändert, und die aus dieser Be- oder Verarbeitung
rückvergütung in den zollrechtlich freien Verkehr über-     entstandenen Erzeugnisse (Umwandlungserzeugnisse)
geführt worden sind,                                        zu den für sie geltenden Einfuhrabgabensätzen in den
                                                            zollrechtlich freien Verkehr übergeführt werden.
— entweder unter zollamtlicher Überwachung aus
     dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgeführt oder
                                                                                     Artikel 128
— im Hinblick auf ihre spätere Ausfuhr in das Ver-
     sandverfahren, in das Zollagerverfahren, in die vor-
     übergehende Verwendung oder in die aktive Ver-         Die Liste der Fälle, in denen die Umwandlung unter
     edelung — Verfahren mit bedingter Befreiung —          zollamtlicher Überwachung zulässig ist, wird nach dem
     übergeführt oder in eine Freizone oder ein Freila-     Ausschußverfahren festgelegt.
     ger verbracht worden sind.
Darüber hinaus müssen alle sonstigen Voraussetzungen                                  Artikel 129
für die Inanspruchnahme des Verfahrens erfüllt worden
sein.                                                       Die Bewilligung der Umwandlung unter zollamtlicher
                                                            Überwachung wird auf Antrag der Person erteilt, wel-
(2) Im Hinblick auf den Erhalt einer der zollrechtli-       che die Umwandlungsvorgänge durchführt oder für
chen Bestimmungen nach Absatz 1 gelten die Verede-          ihre Rechnung durchführen läßt.
lungserzeugnisse als Nichtgemeinschaftswaren.
(3) Die Frist, in welcher der Erstattungsantrag einzu-                                Artikel 130
reichen ist, wird nach dem Ausschuß verfahren festge-
setzt.                                                      Die Bewilligung wird nur erteilt:
                                                            a)   in der Gemeinschaft ansässigen Personen;
(4) Veredelungserzeugnisse, die nach Absatz 1 in ein
Zollverfahren übergeführt oder in eine Freizone ver-        b) wenn festgestellt werden kann, daß die Einfuhrwa-
bracht worden sind, dürfen nur mit Zustimmung der                ren in den Umwandlungserzeugnissen enthalten
Zollbehörden in den zollrechtlich freien Verkehr über-           sind;
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c) wenn die Beschaffenheit oder der Zustand der Ein-         rechtlich freien Verkehr gelten; eine Anrechnung auf
     fuhrwaren zum Zeitpunkt ihrer Überführung in das        Zollkontingente oder Zollplafonds, die für den
     Verfahren nach der Umwandlung in wirtschaftlich         Umwandlungserzeugnissen entsprechende Waren gel-
     lohnender Weise nicht wiederhergestellt werden          ten, erfolgt nicht.
     kann;
d) wenn die Inanspruchnahme des Verfahrens nicht                            F. Vorübergehende Verwendung
     zur Folge haben kann, daß die Anwendung der für
     die Einfuhrwaren geltenden Ursprungsregeln oder                                 Artikel 135
     der auf sie anwendbaren mengenmäßigen
     Beschränkungen umgangen werden;                         Im Verfahren der vorübergehenden Verwendung kön-
e) wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, daß          nen Nichtgemeinschaftswaren, die zur Wiederausfuhr
     das Verfahren dazu beitragen kann, die Aufnahme         in unverändertem Zustand bestimmt sind, unter voll-
     oder Beibehaltung von Umwandlungstätigkeiten in         ständiger oder teilweiser Befreiung von den Einfuhrab-
                                                             gaben und ohne daß sie handelspolitischen Maßnah-
     der Gemeinschaft zu fördern, ohne daß wesentliche
                                                             men unterliegen, im Zollgebiet der Gemeinschaft ver-
     Interessen von Herstellern gleichartiger Waren in
                                                             wendet werden.
     der Gemeinschaft beeinträchtigt werden (wirt-
    schaftliche Voraussetzungen).
                                                                                     Artikel 136
                       Artikel 131                           Die Bewilligung des Verfahrens der vorübergehenden
                                                             Verwendung wird von den Zollbehörden auf Antrag
Die Zollbehörden können dem Bewilligungsinhaber              der Person erteilt, welche die Waren verwendet oder
gestatten, die Umwandlung für eigene Rechnung durch          unter ihrer Verantwortung verwenden läßt.
einen Dritten durchführen zu lassen.
                                                                                     Artikel 137
                       Artikel 132
                                                             Die Zollbehörden verweigern die Bewilligung des Ver-
Die Artikel 115 und 116 finden entsprechende Anwen-          fahrens der vorübergehenden Verwendung, wenn es
dung.                                                        ihrer Meinung nach unmöglich ist, die Nämlichkeit der
                                                             Einfuhrwaren zu sichern.
                       Artikel 133                           Die Zollbehörden können jedoch die Inanspruch-
                                                             nahme des Verfahrens der vorübergehenden Verwen-
Entsteht eine Zollschuld für Erzeugnisse, die sich auf       dung ohne Nämlichkeitssicherung bewilligen, wenn
einer Zwischenstufe im Verhältnis zu der in der Bewilli-     ihrer Meinung nach das Fehlen der Nämlichkeitssiche-
gung vorgesehenen Umwandlung befinden, so wird der           rung aufgrund der Art der Waren oder der durchzufüh-
Betrag dieser Zollschuld anhand der Bemessungs-              renden Vorgänge nicht zum Mißbrauch des Verfahrens
grundlagen festgesetzt, die zu dem Zeitpunkt nach Arti-      führen kann.
kel 211 für die Einfuhrwaren gegolten hatten.
                                                                                     Artikel 138
                       Artikel 134
                                                             (1) Die Zollbehörden setzen die Frist fest, in der die
                                                             Einfuhrwaren eine zulässige neue zollrechtliche
(1) Würden die Einfuhrwaren zum Zeitpunkt der                Bestimmung erhalten müssen. Diese Frist trägt der
Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr die          bewilligten Verwendungsdauer Rechnung.
Voraussetzungen für eine Zollpräferenzbehandlung
erfüllen, und gilt diese Zollpräferenzbehandlung bei         (2) Unbeschadet der nach Artikel 139 festgesetzten
der Überführung von den Umwandlungserzeugnissen              besonderen Fristen beträgt die Höchstdauer des Ver-
entsprechenden Waren in den zollrechtlich freien Ver-        bleibs von Waren im Verfahren der vorübergehenden
kehr, so werden die Einfuhrabgaben, die auf die              Verwendung vierundzwanzig Monate.
Umwandlungserzeugnisse zu erheben sind, unter
Zugrundelegung des Zollsatzes berechnet, der im Rah-         (3) Wenn es durch außergewöhnliche Umstände
men der betreffenden Präferenzregelung gilt.                 gerechtfertigt ist, können die Zollbehörden jedoch auf
                                                             Antrag des Beteiligten die Fristen nach Absatz 1 in ver-
(2) Wird die Zollpräferenzbehandlung nach Absatz 1           tretbaren Grenzen verlängern, um die bewilligte Ver-
für die Einfuhrwaren im Rahmen von Zollkontingen-            wendung zu ermöglichen.
ten oder Zollplafonds gewährt, so wird die Menge der
Einfuhrwaren, die tatsächlich zur Herstellung der in
den zollrechtlich freien Verkehr übergeführten                                       Artikel 139
Umwandlungserzeugnisse verwendet worden ist, auf
die Zollkontingente oder Zollplafonds angerechnet, die       Der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit auf Vor-
zum Zeitpunkt der Annahme der Anmeldung zum zoll-            schlag der Kommission, in welchen Fällen und unter
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 128/31
welchen besonderen Voraussetzungen das Verfahren             wachung übergeführt oder zerstört oder aufgegeben
der vorübergehenden Verwendung unter vollständiger           werden.
Befreiung von den Einfuhrabgaben in Anspruch
genommen werden kann.                                        (2) Absatz 1 wird auch dann angewandt, wenn die
                                                             Waren eine der darin genannten zollrechtlichen
                                                             Bestimmungen erhalten sollen, nachdem sie zuvor in
                        Artikel 140                          das Zollagerverfahren oder das Versandverfahren über-
                                                             geführt oder in eine Freizone oder ein Freilager ver-
(1) Die vorübergehende Verwendung unter teilweiser           bracht worden sind.
Befreiung von den Einfuhrabgaben wird für Waren
bewilligt, die Eigentum einer außerhalb der Gemein-
schaft ansässigen Person bleiben, jedoch nicht in den                               Artikel 143
nach Artikel 139 vom Rat erlassenen Vorschriften auf-
geführt oder, wenn sie dort aufgeführt sind, nicht alle      Entsteht für die in die vorübergehende Verwendung
für die Bewilligung der vorübergehenden Verwendung           unter teilweiser Befreiung von den Einfuhrabgaben
unter vollständiger Befreiung verlangten Voraussetzun-       übergeführten Waren aus anderen Gründen als infolge
gen erfüllen.                                                der Überführung in dieses Zollverfahren eine Zoll-
                                                             schuld, so entspricht der Betrag dieser Zollschuld dem
(2) Die Liste der Waren, für die das Verfahren der           Unterschied zwischen dem nach Artikel 211 festgesetz-
vorübergehenden Verwendung unter teilweiser Befrei-          ten Abgabenbetrag und dem nach Artikel 141 geschul-
ung von den Einfuhrabgaben nicht zulässig ist, wird          deten Betrag.
nach dem Ausschußverfahren festgelegt.
                                                                                G. Passive Veredelung
                        Artikel 141
                                                                                 I. A l l g e m e i n e s
(1) Die Einfuhrabgaben für Waren, die in die vor-
übergehende Verwendung unter teilweiser Befreiung                                   Artikel 144
von den Einfuhrabgaben übergeführt werden, werden
für jeden Monat oder angefangenen Monat, in dem              (1) Im Verfahren der passiven Veredelung können
sich die Waren im Verfahren der vorübergehenden Ver-         unbeschadet der in den Artikeln 153 bis 159 enthalte-
wendung unter teilweiser Befreiung befinden, auf 3 %         nen besonderen Vorschriften über den Standardaus-
des Abgabenbetrags festgesetzt, der auf diese Waren          tausch und unbeschadet des Artikels 120 Gemein-
erhoben worden wäre, wenn sie zum Zeitpunkt der              schaftswaren zur Durchführung von Veredelungsvor-
Überführung in die vorübergehende Verwendung in              gängen vorübergehend aus dem Zollgebiet der
den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt worden          Gemeinschaft ausgeführt und die aus diesen Verede-
wären.                                                       lungsvorgängen entstandenen Erzeugnisse (Verede-
                                                             lungserzeugnisse) unter vollständiger oder teilweiser
(2) Die zu erhebenden Einfuhrabgaben dürfen nicht            Befreiung von den Einfuhrabgaben in den zollrechtlich
höher sein als der Betrag, der erhoben worden wäre,          freien Verkehr übergeführt werden.
wenn die betreffenden Waren zum Zeitpunkt der Über-
führung in die vorübergehende Verwendung in den              (2) Als Veredelungsvorgänge im Sinne dieses Zollver-
zollrechtlich freien Verkehr übergeführt worden wären.       fahrens gelten die in Artikel 111 Absatz 2 Buchstaben
                                                             a), b) und c) aufgeführten Vorgänge.
(3) Die Übertragung der Rechte und Pflichten auf-
grund des Verfahrens der vorübergehenden Verwen-
                                                                                    Artikel 145
dung nach Artikel 89 bedeutet nicht, daß für jeden der
in Betracht zu ziehenden Verwendungszeiträume die-
selbe Befreiungsregelung gilt.                               (1) Das Verfahren der passiven Veredelung ist nicht
                                                             zulässig für Gemeinschaftswaren,
(4) Wird ein Verfahren mit teilweiser Befreiung inner-       — deren Ausfuhr zur Erstattung oder zum Erlaß der
halb eines Monats von einem Inhaber auf den näch-                 Einfuhrabgaben führt;
sten übertragen, so hat der erste Inhaber den für den
betreffenden Monat geschuldeten Einfuhrabgabenbe-            — die vor ihrer Ausfuhr aufgrund ihrer Art oder ihrer
trag zu entrichten.                                               Verwendung zu besonderen Zwecken unter voll-
                                                                  ständiger Befreiung von den Einfuhrabgaben in
                                                                  den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt wor-
                        Artikel 142                               den waren, solange die für die Gewährung dieser
                                                                  Befreiung festgelegten Bedingungen anwendbar
                                                                  sind;
(1) Sofern nicht etwas Gegenteiliges bestimmt ist,
dürfen die Einfuhrwaren nur mit Zustimmung der Zoll-         — deren Ausfuhr zur Gewährung von Ausfuhrerstat-
behörden in den zollrechtlich freien Verkehr oder das             tungen führt oder für die aufgrund ihrer Ausfuhr
Verfahren der Umwandlung unter zollamtlicher Über-                im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik ein
 ---pagebreak--- Nr. C 128/32                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
    anderer finanzieller Vorteil als diese Erstattungen               Gemeinschaft wiedereingeführt werden müssen. Sie
    gewährt wird.                                                     können diese Frist auf hinreichend begründeten Antrag
                                                                      des Bewilligungsinhabers verlängern.
(2) Nach dem Ausschußverfahren können jedoch
Ausnahmen von Absatz 1 zweiter Gedankenstrich fest-                   (2) Die Zollbehörden setzen entweder die Ausbeute
gelegt werden.                                                        für den Veredelungsvorgang oder gegebenenfalls die
                                                                      Art der Bestimmung der Ausbeute fest. Als Ausbeute
(3) Die in die passive Veredelung übergeführten                       gilt die Menge oder der Prozentsatz der bei der Verede-
Waren werden als Waren der vorübergehenden Ausfuhr                    lung einer bestimmten Menge von Waren der vorüber-
bezeichnet.                                                           gehenden Ausfuhr gewonnenen Veredelungserzeug-
                                                                      nisse.
              II. Erteilung der Bewilligung
                                                                                             Artikel 149
                              Artikel 146
                                                                      Die vollständige oder teilweise Befreiung von den Ein-
(1) Die Bewilligung des Verfahrens der passiven Ver-                  fuhrabgaben nach Artikel 150 Absatz 1 wird nur
edelung wird auf Antrag der Person erteilt, die die Ver-              gewährt, wenn die Veredelungserzeugnisse im Namen
edelungsvorgänge durchführen läßt:                                    oder für Rechnung einer der nachstehend aufgeführten
                                                                      Personen zum zollrechtlich freien Verkehr angemeldet
(2) Abweichend von Absatz 1 kann das Verfahren der                    werden:
passiven Veredelung für Ursprungswaren der Gemein-
                                                                      a) des Inhabers der Bewilligung;
schaft einer anderen Person bewilligt werden, wenn der
Veredelungsvorgang in der Verarbeitung dieser Waren                   b) jeder anderen in der Gemeinschaft ansässigen Per-
zusammen mit außerhalb der Gemeinschaft gewonne-                           son unter der Voraussetzung, daß sie die Zustim-
nen oder hergestellten Waren besteht, die als Verede-                      mung des Bewilligungsinhabers erhalten hat.
lungserzeugnisse in die Gemeinschaft eingeführt wer-
den sollen, sofern die Inanspruchnahme des Verfahrens
dazu beiträgt, den Verkauf zur Ausfuhr dieser Waren zu                                        Artikel 150
fördern, ohne daß dadurch wesentliche Interessen der
Gemeinschaftshersteller von den eingeführten Verede-                  (1) Die vollständige oder teilweise Befreiung von den
lungserzeugnissen gleichen oder gleichartigen Waren                   Einfuhrabgaben nach Artikel 144 wird berechnet,
beeinträchtigt werden.                                                indem der Betrag der Einfuhrabgaben, die für die in
                                                                      den zollrechtlich freien Verkehr übergeführten Verede-
 Nach dem Ausschußverfahren wird festgelegt, in wel-                  lungserzeugnisse gelten, um den Betrag der Einfuhrab-
chen Fällen und unter welchen Voraussetzungen der                     gaben vermindert wird, die zum gleichen Zeitpunkt auf
vorstehende Unterabsatz in Anspruch genommen wer-                     die Waren der vorübergehenden Ausfuhr zu erheben
den kann.                                                             wären, wenn diese aus dem Land, in dem sie veredelt
                                                                      oder zuletzt veredelt worden sind, in das Zollgebiet der
                                                                      Gemeinschaft eingeführt würden.
                              Artikel 147
                                                                      (2) Der Minderungsbetrag nach Absatz 1 wird anhand
 Die Bewilligung wird nur erteilt:                                    der Menge und der Beschaffenheit der betreffenden
 a) Personen, die in der Gemeinschaft ansässig sind;                  Waren zum Zeitpunkt der Annahme der Anmeldung
                                                                      zur passiven Veredelung sowie anhand der übrigen
b) wenn festgestellt werden kann, daß die Verede-                      Bemessungsgrundlagen, die zum Zeitpunkt der
     lungserzeugnisse aus den Waren der vorübergehen-                 Annahme der Anmeldung zur passiven Veredelung für
     den Ausfuhr hergestellt werden.                                  sie gelten, berechnet.
     Nach dem Ausschußverfahren wird festgelegt, in
     welchen Fällen und unter welchen Voraussetzun-                   Als Wert der Waren der vorübergehenden Ausfuhr gilt
     gen Abweichungen von diesem Buchstaben gelten                    der Wert, der für sie bei der Ermittlung des Zollwerts
     können;                                                          der Veredelungserzeugnisse nach Artikel 32 Absatz 1
                                                                       Buchstabe b) unter i) zugrunde gelegt wird oder, wenn
 c) sofern nicht durch die Bewilligung des Verfahrens                  der Wert so nicht ermittelt werden kann, der Unter-
     wesentliche Interessen von Verarbeitern in der                    schied zwischen dem Zollwert der Veredelungserzeug-
     Gemeinschaft erheblich beeinträchtigt werden                      nisse und den Veredelungskosten, die nach zweckmäßi-
     (wirtschaftliche Voraussetzungen).                                gen Methoden ermittelt werden können.
                                                                       Jedoch
          I I I . D u r c h f ü h r u n g des Verfahrens
                                                                       — werden bestimmte nach dem Ausschußverfahren
                                                                            festgelegte Abgaben für die Berechnung des Min-
                               Artikel 148
                                                                            derungsbetrages nicht berücksichtigt;
 (1) Die Zollbehörden setzen die Frist fest, in welcher                — ist in Fällen, in denen die Waren der vorüberge-
 die Veredelungserzeugnisse in das Zollgebiet der                           henden Ausfuhr vor ihrer Überführung in die pas-
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 128/33
    sive Veredelung aufgrund ihrer Verwendung zu              lich freien Verkehr maßgebenden Bemessungsgrundla-
    besonderen Zwecken zu einem ermäßigten Zollsatz           gen ermittelt und als Zollwert ein Betrag in Höhe der
     in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt wor-     Ausbesserungskosten zugrunde gelegt wird, vorausge-
     den waren, der Minderungsbetrag gleich dem               setzt, daß diese Kosten die einzige Leistung des Bewil-
     Betrag der bei der Überführung in den zollrechtlich      ligungsinhabers darstellen und nicht durch eine Ver-
     freien Verkehr tatsächlich erhobenen Einfuhrabga-        bundenheit zwischen Bewilligungsinhaber und Verede-
     ben, solange die Voraussetzungen für die Gewäh-          ier beeinflußt sind.
     rung dieses ermäßigten Zollsatzes bestehen.
(3) Könnte für die Waren der vorübergehenden Aus-                             IV. S t a n d a r d a u s t a u s c h
fuhr bei ihrer Überführung in den zollrechtlich freien
Verkehr ein ermäßigter Zollsatz oder Zollfreiheit auf-                                 Artikel 153
grund einer besonderen Verwendung in Anspruch
genommen werden, so wird dieser Satz zugrunde
                                                              (1) Im Verfahren des Standardaustauschs kann eine
gelegt, sofern die Waren in dem Land, in dem sie ver-
                                                              eingeführte Ware — nachstehend Ersatzware genannt
edelt oder zuletzt veredelt worden sind, den Vorgängen
                                                              — unter den in diesem Abschnitt ergänzend zu den
unterzogen worden sind, die für die betreffende Ver-          Bestimmungen des Abschnitts III enthaltenen Vor-
wendung vorgesehen sind.                                      schriften an die Stelle eines Veredelungserzeugnisses
                                                              treten.
(4) Wird für die Veredelungserzeugnisse eine Zollprä-
ferenzmaßnahme im Sinne des Artikels 20 Absatz 3
                                                              (2) Die Zollbehörden lassen die Inanspruchnahme
Buchstabe d) oder e) gewährt, und besteht diese Maß-
                                                              des Verfahrens des Standardaustauschs zu, wenn der
nahme für Waren, die zur selben Tarifposition gehören
                                                              Veredelungsvorgang in der Ausbesserung von Gemein-
wie die Waren der vorübergehenden Ausfuhr, so wird
                                                              schaftswaren besteht, die nicht unter die gemeinsame
für die Berechnung des Minderungsbetrages nach
                                                              Agrarpolitik oder die für bestimmte landwirtschaftliche
Absatz 1 der Einfuhrabgabensatz zugrunde gelegt, der
                                                              Verarbeitungserzeugnisse geltenden Sonderregelungen
anwendbar wäre, wenn die Waren der vorübergehen-
                                                              fallen.
den Ausfuhr die Voraussetzungen für die Gewährung
dieser Zollpräferenzmaßnahme erfüllten.
                                                              (3) Die Zollbehörden lassen zu, daß Ersatzerzeug-
(5) Dieser Artikel gilt unbeschadet der Bestimmun-            nisse unter den von ihnen festgelegten Voraussetzun-
gen, die für den Handel zwischen der Gemeinschaft             gen vor der Ausfuhr der Waren der vorübergehenden
und Drittländern erlassen worden sind oder erlassen           Ausfuhr eingeführt werden (vorzeitige Einfuhr).
werden können, um bestimmte Veredelungserzeugnisse
von den Einfuhrabgaben zu befreien.                           Bei vorzeitiger Einfuhr eines Ersatzerzeugnisses ist eine
                                                              Sicherheit in Höhe des Betrags der Einfuhrabgaben zu
                                                              leisten.
                         Artikel 151
(1) Besteht der Veredelungsvorgang in der Ausbesse-                                   Artikel 154
rung von Waren der vorübergehenden Ausfuhr, so
erfolgt die Überführung dieser Waren in den zollrecht-        (1) Die Ersatzerzeugnisse müssen die gleiche Qualität
lich freien Verkehr unter vollständiger Befreiung von         und Beschaffenheit besitzen wie die Waren der vor-
den Einfuhrabgaben, wenn den Zollbehörden ord-                übergehenden Ausfuhr, wenn diese Gegenstand der
nungsgemäß nachgewiesen wird, daß die Ausbesserung            vorgesehenen Ausbesserung gewesen wären.
einer Ware aufgrund einer vertraglichen oder gesetzli-
chen Gewährleistungspflicht oder wegen eines Fabrika-
                                                              (2) Sind die Waren der vorübergehenden Ausfuhr vor
tionsfehlers kostenlos durchgeführt worden ist.
                                                              der Ausfuhr gebraucht worden, so müssen die Ersatzer-
                                                              zeugnisse ebenfalls gebraucht worden sein und dürfen
(2) Absatz 1 findet jedoch keine Anwendung, wenn              keine Neuwaren sein.
der Sachmangel bereits bei der ersten Überführung der
Ware in den zollrechtlich freien Verkehr berücksichtigt
worden ist.                                                   Die Zollbehörden können jedoch Ausnahmen von die-
                                                              ser Voraussetzung zulassen, wenn die Ersatzerzeugnisse
                                                              aufgrund einer vertraglichen oder gesetzlichen Gewähr-
                        Artikel 152                           leistungspflicht oder wegen eines Fabrikationsfehlers
                                                              kostenlos geliefert worden sind.
Besteht der Veredelungsvorgang in der Ausbesserung
von Waren der vorübergehenden Ausfuhr und erfolgt
diese Ausbesserung gegen Entgelt, so wird die teilweise                               Artikel 155
Befreiung von den Einfuhrabgaben nach Artikel 144
berechnet, indem der Betrag der zu erhebenden Abga-           Das Verfahren des Standardaustauschs ist nur zulässig,
ben anhand der für die Veredelungserzeugnisse zum             wenn sich nachprüfen läßt, ob die Voraussetzungen
Zeitpunkt der Annahme der Anmeldung zum zollrecht-            nach Artikel 154 erfüllt sind.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/34                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
                       Artikel 156                          (2) Einer Ausfuhr gleichgestellt ist die Lieferung von
                                                            Waren
Unbeschadet des Artikels 159 gelten die Vorschriften        a) an Personen, die nach Maßgabe des Wiener Über-
für Veredelungserzeugnisse auch für die Ersatzerzeug-            einkommens vom 18. April 1961 über diplomati-
nisse.                                                           sche Beziehungen, des Wiener Übereinkommens
                                                                 vom 24. April 1963 über konsularische Beziehun-
                                                                 gen oder anderer Konsularübereinkommen oder
                        Artikel 157                              des New Yorker Übereinkommens vom 16. Dezem-
                                                                 ber 1969 über Sondermissionen zu Abgabenbefrei-
(1) Bei vorzeitiger Einfuhr beträgt die Frist für die            ungen berechtigt sind;
Ausfuhr der Ausfuhrwaren zwei Monate ab dem Tag,
an dem die Zollbehörden die Anmeldung der Ersatzer-         b) an die im Gebiet eines Mitgliedstaats stationierten
zeugnisse zum zollrechtlich freien Verkehr angenom-              Streitkräfte dritter Länder, für die aufgrund von
men haben.                                                       internationalen Abkommen          Abgabenbefreiung
                                                                 gewährt wird.
(2) Wenn es durch außergewöhnliche Umstände
gerechtfertigt ist, können die Zollbehörden die Frist       (3) Unbeschadet der Vorschriften, die für von Reisen-
nach Absatz 1 jedoch auf Antrag des Beteiligten in ver-     den ausgeführte Waren, für in die passive Veredelung
tretbaren Grenzen verlängern.                               übergeführte Waren oder für in ein Versandverfahren
                                                            nach Artikel 163 übergeführte Waren gelten, ist jede zur
                                                            Ausfuhr bestimmte Gemeinschaftsware in das Ausfuhr-
                                                            verfahren überzuführen.
                        Artikel 158
                                                            (4) Nach dem Ausschußverfahren wird festgelegt, in
Bei vorzeitiger Einfuhr unter Inanspruchnahme des
                                                            welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen
Artikels 150 wird der Minderungsbetrag anhand der
                                                            Waren, die aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft aus-
Bemessungsgrundlagen berechnet, die für die Waren
                                                            geführt werden, nicht als ausgeführt gelten oder keine
der vorübergehenden Ausfuhr zum Zeitpunkt der               Ausfuhranmeldung abzugeben ist.
Annahme der Anmeldung dieser Waren zur Überfüh-
rung in das Verfahren maßgebend waren.
                                                            (5) Es kann verlangt werden, daß die Ausfuhranmel-
                                                            dung bei der Zollstelle abgegeben wird, die für den Ort,
                        Artikel 159                         an dem der Ausführer ansässig ist oder die Waren zur
                                                            Ausfuhr verpackt oder verladen werden, zuständig ist.
Artikel 146 Absatz 2 und Artikel 147 Buchstabe b) fin-
den auf den Standardaustausch keine Anwendung.              Die betreffenden Fälle und Voraussetzungen werden
                                                            nach dem Ausschußverfahren festgelegt.
               V. Sonstige Vorschriften
                                                                                     Artikel 162
                        Artikel 160
                                                             Eine Ware wird dem Ausführer mit der Maßgabe zur
                                                            Ausfuhr aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft überlas-
 Die im Rahmen der passiven Veredelung vorgesehenen         sen, sie in dem Zustand aus dem Zollgebiet der
 Verfahren können auch im Hinblick auf die Anwen-           Gemeinschaft zu verbringen, in dem sie sich zum Zeit-
 dung von nichttariflichen Maßnahmen im Rahmen der          punkt der Annahme der Anmeldung befunden hat.
 gemeinsamen Handelspolitik in Anspruch genommen
 werden.
                                                                                    Abschnitt 5
                      Abschnitt 4                                            Internes Versandverfahren
                         Ausfuhr                                                     Artikel 163
                        Artikel 161                          (1) Im internen Versandverfahren können andere als
                                                             die in Artikel 90 Absatz 1 Buchstabe b) bezeichneten
 (1) im Ausfuhrverfahren können Gemeinschafts waren          Gemeinschaftswaren während der von den Zollbehör-
 aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht wer-          den festgelegten Versanddauer vorübergehend aus dem
 den.                                                        Zollgebiet der Gemeinschaft ausgeführt und mit dem
                                                             zollrechtlichen Status von Gemeinschaftswaren wieder-
 Die Ausfuhr ist abhängig von der Erhebung der Aus-          eingeführt werden, sofern die Beförderung außerhalb
 fuhrabgaben, der Anwendung der handelspolitischen           des Zollgebiets der Gemeinschaft aufgrund eines in
 Maßnahmen und der Erfüllung der sonstigen für die           diesem Zollgebiet ausgestellten durchgehenden Beför-
 Ausfuhr vorgeschriebenen Förmlichkeiten.                    derungspapiers erfolgt.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 128/35
(2) Die Beförderung nach Absatz 1 kann erfolgen:              Freilager dienen sollen, müssen von den Mitgliedstaa-
                                                              ten zugelassen werden.
a) im gemeinschaftlichen Versandverfahren — inter-
     nes Verfahren;
                                                              (3) Freizonen sind einzuzäunen; die Ein- und Aus-
b) mit Carnet TIR (TIR-Übereinkommen);                        gänge der Freizonen oder Freilager werden festgelegt.
c) mit Carnet ATA (ATA-Übereinkommen);
                                                              (4) Die Errichtung von Gebäuden in einer Freizone
d) durch die Post (einschließlich Paketpost).                 bedarf der vorherigen Bewilligung durch die Zollbehör-
                                                              den.
(3) In Fällen nach Absatz 2 Buchstabe a):
a) gelten die Artikel 93 und 94 sinngemäß;                                            Artikel 166
b) werden erforderlichenfalls besondere Vorausset-
     zungen im Ausschußverfahren festgelegt, um inter-        (1) Die Begrenzungen sowie die Ein- und Ausgänge
     nationalen Übereinkommen Rechnung zu tragen.             der Freizonen und Freilager unterliegen der zollamtli-
                                                              chen Überwachung.
(4) In Fällen nach Absatz 2 Buchstaben b) und c)
kann die in das Versandverfahren übergeführte Ware            (2) Personen und Beförderungsmittel können am Ein-
mit dem zollrechtlichen Status einer Gemeinschafts-           oder Ausgang einer Freizone oder eines Freilagers einer
ware wiedereingeführt werden, wenn dieser Status in           Zollkontrolle unterzogen werden.
der Form nachgewiesen wird, die in nach dem Aus-
schußverfahren erlassenen Vorschriften festgelegt ist.        (3) Der Zugang zu einer Freizone oder einem Freila-
                                                              ger kann Personen untersagt werden, die nicht jede
                                                              Gewähr für die Einhaltung der Bestimmungen dieses
                                                              Abschnitts bieten.
                        KAPITEL 3
         DIE SONSTIGEN ZOLLRECHTLICHEN                        (4) In Freizonen und Freilagern können Warenein-
                    BESTIMMUNGEN                              gang, -verbleib und -ausgang von den Zollbehörden
                                                              kontrolliert werden. Für diese Kontrolle ist eine Durch-
                                                              schrift des Beförderungspapiers, das die Waren bei
                       Abschnitt 1                            ihrem Ein- und Ausgang begleiten muß, den Zollbehör-
                                                              den zu übergeben oder bei einer von ihnen dazu
                  Freizonen und Freilager                     bestimmten Person zur Verfügung zu halten. Wenn
                                                              diese Kontrolle verlangt wird, sind die Waren den Zoll-
                       A. Allgemeines                         behörden zur Verfügung zu stellen.
                        Artikel 164
                                                                    B. Verbringen von Waren in Freizonen oder Freilager
 Freizonen oder Freilager sind Teile des Zollgebiets der
Gemeinschaft oder in diesem Zollgebiet gelegene                                        Artikel 167
 Räumlichkeiten, die vom übrigen Zollgebiet getrennt
 sind und in denen                                             In Freizonen oder Freilager können sowohl Nichtge-
                                                              meinschaftswaren als auch Gemeinschaftswaren ver-
 a) Nichtgemeinschaftswaren weder den Einfuhrabga-            bracht werden.
     ben noch den handelspolitischen Maßnahmen
     unterliegen;
                                                               Die Zollbehörden können jedoch verlangen, daß
b) für bestimmte Gemeinschaftswaren aufgrund des              Waren, die eine Gefahr darstellen, andere Waren (be)-
     Verbringens in die Freizone oder das Freilager die       schädigen können oder aus anderen Gründen beson-
     Maßnahmen anwendbar werden, die grundsätzlich            dere Einrichtungen benötigen, in besonders ausgestat-
     an die Ausfuhr der betreffenden Waren anknüpfen,         teten Räumlichkeiten gelagert werden.
     sofern dies in einer besonderen Gemeinschaftsre-
     gelung vorgesehen ist.
                                                                                       Artikel 168
                        Artikel 165                            (1) Unbeschadet des Artikels 166 Absatz 4 sind
                                                               Waren beim Verbringen in eine Freizone oder ein Frei-
 (1) Die Mitgliedstaaten können bestimmte Teile des            lager weder den Zollbehörden zu gestellen noch ist eine
 Zollgebiets der Gemeinschaft zu Freizonen erklären            Zollanmeldung abzugeben.
 oder die Einrichtung von Freilagern bewilligen.
                                                               (2) Lediglich folgende Waren sind den Zollbehörden
 (2) Die Mitgliedstaaten bestimmen die geographische           zu gestellen und unterliegen den für sie geltenden Zoll-
 Abgrenzung jeder Freizone. Räumlichkeiten, die als            förmlichkeiten :
 ---pagebreak--- Nr.C 128/36                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
a) Waren, die sich in einem Zollverfahren befinden,              b) ohne Bewilligung üblichen Behandlungen im
     das durch ihr Verbringen in die Freizone oder das                Sinne des Artikels 106 Absatz 1 unterzogen wer-
     Freilager beendet wird; die Gestellung ist jedoch                den;
     nicht erforderlich, wenn eine Befreiung von der
     Gestellungspflicht im Rahmen des betreffenden               c) unter den für die aktive Veredelung vorgesehenen
     Zollverfahrens zugelassen worden ist;                            Vorausetzungen in dieses Verfahren übergeführt
                                                                      werden.
b) Waren, für die eine Entscheidung über die Erstat-
     tung oder den Erlaß von Einfuhrabgaben ergangen                  Für Veredelungsvorgänge im Gebiet des Alten
     ist, die ein Verbringen dieser Waren in eine Frei-               Freihafens Hamburg gelten jedoch keine wirt-
     zone oder ein Freilager zuläßt;                                  schaftlichen Voraussetzungen.
c) Waren, für die ein Antrag auf Vorauszahlung der                    Werden hingegen durch diese Abweichung in
     Ausfuhrerstattungen im Rahmen der gemeinsamen                    einem Wirtschaftszweig die Wettbewerbsbedingun-
     Agrarpolitik gestellt worden ist.                                gen in der Gemeinschaft beeinträchtigt, so
                                                                      beschließt der Rat auf Vorschlag der Kommission
                                                                      mit qualifizierter Mehrheit, die wirtschaftlichen
(3) Auf Antrag des Beteiligten bescheinigen die Zoll-                 Voraussetzungen auf die entsprechende Wirt-
behörden, daß es sich bei den in eine Freizone oder ein               schaftstätigkeit im Gebiet des Alten Freihafens
Freilager verbrachten Waren um Gemeinschaftswaren                     Hamburg anzuwenden;
oder Nichtgemeinschaftswaren handelt.
                                                                 d) unter den für die Umwandlung unter zollamtlicher
                                                                      Überwachung vorgesehenen Voraussetzungen in
            C. Verfahren in Freizonen oder Freilagern                 dieses Verfahren übergeführt werden;
                                                                 e) unter den für die vorübergehende Verwendung vor-
                          Artikel 169                                 gesehenen Voraussetzungen in dieses Verfahren
                                                                      übergeführt werden;
(1) Der Verbleib von Waren in Freizonen oder Freila-
gern ist zeitlich nicht begrenzt.                                f)   nach Maßgabe des Artikels 180 aufgegeben wer-
                                                                      den;
(2) Für bestimmte in Artikel 164 Buchstabe b)                    g) vernichtet oder zerstört werden, sofern der Betei-
bezeichnete Waren, die unter die gemeinsame Agrarpo-                  ligte den Zollbehörden alle von diesen für erforder-
litik fallen, können jedoch nach dem Ausschußverfah-                  lich gehaltenen Auskünfte erteilt.
ren besondere Fristen festgesetzt werden.
                                                                 Werden die Waren in eines der Verfahren nach Buch-
                                                                 stabe c), d) oder e) übergeführt, so können die Einzel-
                          Artikel 170                            heiten der Kontrolle angepaßt werden.
(1) Unter den in diesem Zollkodex vorgesehenen Vor-
aussetzungen sind in Freizonen oder Freilagern alle                                      Artikel 172
industriellen und gewerblichen Tätigkeiten sowie alle
Dienstleistungen zugelassen.                                     Gemeinschaftswaren im Sinne des Artikels 164 Buch-
                                                                 stabe b), die unter die gemeinsame Agrarpolitik fallen,
(2) Die Zollbehörden können die Tätigkeiten oder                 dürfen in Freizonen oder Freilagern nur solchen
Dienstleistungen nach Absatz 1 jedoch aufgrund der               Behandlungen unterzogen werden, die für diese Waren
Art der Waren, auf die sie sich beziehen, oder aus               gemäß Artikel 106 Absatz 2 ausdrücklich vorgesehen
Gründen der zollamtlichen Überwachung untersagen                 sind. Diese Behandlungen können ohne Bewilligung
oder beschränken.                                                vorgenommen werden.
(3) Die Zollbehörden können Personen, die nicht die
erforderliche Gewähr für die ordnungsgemäße Einhal-                                      Artikel 173
tung der einschlägigen Vorschriften dieser Zollgrund-
verordnung bieten, die Ausübung einer Tätigkeit in               (1) Werden die Artikel 171 und 172 nicht in Anspruch
einer Freizone oder einem Freilager untersagen.                  genommen, so dürfen Nichtgemeinschaftswaren und
                                                                 die in Artikel 164 Buchstabe b) bezeichneten Gemein-
                                                                 schaftswaren in Freizonen oder Freilagern nicht ver-
                          Artikel 171                            braucht oder verwendet werden.
In Freizonen oder Freilager verbrachte Nichtgemein-              (2) Unbeschadet der Vorschriften über die Bevorra-
schaftswaren können während ihres Verbleibs in der               tung mit Bordbedarf, und soweit es im Rahmen des
Freizone oder dem Freilager                                      betreffenden Verfahrens zulässig ist, steht Absatz 1
                                                                 nicht der Verwendung oder dem Verbrauch von Waren
a) unter den dafür vorgesehenen Voraussetzungen                  entgegen, die bei der Überführung in den zollrechtlich
     und nach Maßgabe des Artikels 176 in den zoll-              freien Verkehr oder in die vorübergehende Verwendung
     rechtlich freien Verkehr übergeführt werden;                keinen Einfuhrabgaben oder Maßnahmen der gemein-
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                         Nr. C 128/37
samen Agrarpolitik oder der Handelspolitik unterliegen         getrennt von dem für die Waren tatsächlich gezahlten
würden. In diesem Fall ist eine Anmeldung zum zoll-            oder zu zahlenden Preis ausgewiesen werden.
rechtlich freien Verkehr oder zur vorübergehenden Ver-
wendung nicht erforderlich.                                    (2) Ist die genannte Ware in der Freizone oder dem
                                                               Freilager üblichen Behandlungen im Sinne des Artikels
Eine Anmeldung wird jedoch verlangt, wenn diese                106 Absatz 1 unterzogen worden, für die eine Bewilli-
Waren auf ein Kontingent oder einen Plafond anzu-              gung nach Absatz 3 desselben Artikels vorlag, so wer-
rechnen sind.                                                  den auf Antrag des Anmelders für die Festsetzung der
                                                               Einfuhrabgaben die Beschaffenheit, der Zollwert und
                                                               die Menge zugrunde gelegt, die für die betreffende
                        Artikel 174                            Ware zu dem Zeitpunkt nach Artikel 211 zu berücksich-
                                                               tigen wäre, wenn sie diesen Behandlungen nicht unter-
                                                               zogen worden wäre.
(1) Wer in einer Freizone oder einem Freilager eine
Tätigkeit im Bereich der Lagerung, der Be- oder Verar-
beitung oder des Kaufs oder Verkaufs von Waren aus-                                   Artikel 177
übt, muß in der von den Zollbehörden zugelassenen
Form Bestandsaufzeichnungen führen. Die Waren sind             (1) In eine Freizone oder ein Freilager verbrachte
beim Verbringen in die Räumlichkeiten dieser Person            Gemeinschaftswaren im Sinne des Artikels 164 Buch-
in die Bestandsaufzeichnung aufzunehmen. Die                   stabe b), die unter die gemeinsame Agrarpolitik fallen,
Bestandsaufzeichnung muß den Zollbehörden ermögli-             müssen eine der Bestimmungen erhalten, die in der
chen, die Waren festzustellen, und muß die Warenbe-            Regelung vorgesehen sind, nach der für sie aufgrund
wegungen erkennen lassen.                                      ihres Verbringens in die Freizone oder das Freilager
                                                               Maßnahmen anwendbar sind, die grundsätzlich an eine
(2) Im Fall der Umladung von Waren innerhalb einer             Ausfuhr anknüpfen.
Freizone müssen die entsprechenden Papiere zur Verfü-
gung der Zollbehörden gehalten werden. Eine kurzzei-           (2) Werden diese Waren wieder in das übrige Zollge-
tige Lagerung im Zusammenhang mit einer solchen                biet der Gemeinschaft verbracht oder haben sie bei
Umladung gilt als Teil der Umladung.                           Ablauf der nach Artikel 169 Absatz 2 festgesetzten Frist
                                                               keine der Bestimmungen nach Absatz 1 erhalten, so
                                                               treffen die Zollbehörden die Maßnahmen, die in der
      D. Ausgang von Waren aus Freizonen oder Freilagern       betreffenden Sonderregelung für den Fall vorgesehen
                                                               sind, daß die Waren die vorgesehene Bestimmung nicht
                       Artikel 175                             erhalten.
Unbeschadet der im Rahmen besonderer Gemein-
                                                                                      Artikel 178
schaftsregelungen erlassenen Vorschriften können
Waren beim Ausgang aus der Freizone oder dem Frei-
                                                               (1) Im Fall des Verbringens oder Wiederverbringens
lager
                                                               von Waren in das übrige Zollgebiet der Gemeinschaft
— aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgeführt               oder ihrer Überführung in ein Zollverfahren kann die
     oder wiederausgeführt oder                                Bescheinigung im Sinne des Artikels 168 Absatz 3 ver-
                                                               wendet werden, um den Nachweis für ihren zollrechtli-
— in das übrige Zollgebiet der Gemeinschaft ver-               chen Status als Gemeinschaftsware oder Nichtgemein-
     bracht werden.                                            schaftsware zu erbringen.
     Titel III, mit Ausnahme der Artikel 48 bis 54
     bezüglich der Gemeinschaftswaren, gilt für die in         (2) Kann nicht durch die Bescheinigung oder auf
     das übrige Zollgebiet der Gemeinschaft verbrach-          andere Weise nachgewiesen werden, daß es sich bei
     ten Waren, es sei denn, daß die betreffenden              den aus einer Freizone oder einem Freilager verbrach-
     Waren auf dem See- oder Luftweg aus dieser Frei-          ten Waren um Gemeinschaftwaren oder Nichtgemein-
     zone verbracht werden, ohne in ein Versandverfah-         schaftswaren handelt, so gelten diese Waren
     ren oder ein anderes Zollverfahren übergeführt zu         — für die Erhebung der Ausfuhrabgaben und die
     werden.                                                        Erteilung der Ausfuhrzertifikate sowie für die im
                                                                    Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik vorgesehe-
                                                                    nen Maßnahmen bei der Ausfuhr als Gemein-
                        Artikel 176                                 schaftswaren ;
                                                               — in allen übrigen Fällen als Nichtgemeinschaftswa-
(1) Entsteht für eine Nichtgemeinschaftsware eine                   ren.
Zollschuld, und wird der Zollwert dieser Ware auf der
Grundlage eines tatsächlich gezahlten oder zu zahlen-
den Preises ermittelt, der die Kosten für die Lagerung                                Artikel 179
und Erhaltung der Waren während ihres Verbleibs in
der Freizone oder dem Freilager erhält, so werden diese        Die Zollbehörden überzeugen sich davon, daß die Vor-
Kosten nicht in den Zollwert einbezogen, sofern sie            schriften über die Ausfuhr eingehalten werden, wenn
 ---pagebreak--- Nr. C 128/38                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
die Waren aus einer Freizone oder einem Freilager aus-        (3) Wiederausfuhr, Vernichtung oder Zerstörung und
geführt werden.                                               Aufgabe von Waren sind von einer Bewilligung abhän-
                                                              gig, die von den Zollbehörden auf Antrag des Beteilig-
                                                              ten erteilt wird. Wird die Wiederausfuhr von Waren
                      Abschnitt 2                             beantragt, die in ein Zollverfahren mit Ausnahme eines
                                                              Versandverfahrens übergeführt worden waren, so ist
    Wiederausfuhr, Vernichtung oder Zerstörung und            eine Zollanmeldung im Sinne der Artikel 58 bis 77
                         Aufgabe                              abzugeben.
                        Artikel 180
                                                              (4) Durch die Vernichtung oder Zerstörung oder die
                                                              Aufgabe dürfen der Staatskasse keine Kosten entste-
(1)  Nichtgemeinschaftswaren können
                                                              hen.
— aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft wiederausge-
    führt werden;
                                                              (5) Die bei der Zerstörung gegebenenfalls anfallen-
— vernichtet oder zerstört werden;                            den Abfälle und Überreste müssen eine der für Nicht-
— zugunsten der Staatskasse aufgegeben werden,                gemeinschaftswaren       vorgesehenen    zollrechtlichen
    wenn diese Möglichkeit nach einzelstaatlichem             Bestimmungen erhalten.
    Recht vorgesehen ist.
                                                              Sie stehen bis zu dem in Artikel 37 Absatz 2 Buchstabe
(2) Im Falle der Wiederausfuhr gilt Artikel 161 Absatz        a) genannten Zeitpunkt unter zollamtlicher Überwa-
2 sinngemäß.                                                  chung.
                                                       TITEL V
                                            VORZUGSBEHANDLUNGEN
                        KAPITEL 1                             — waren die Rückwaren vor ihrer Ausfuhr aus dem
                                                                   Zollgebiet der Gemeinschaft aufgrund ihrer Ver-
                     BEFREIUNGEN                                   wendung zu besonderen Zwecken zu einem ermä-
                                                                   ßigten Einfuhrabgabensatz einfuhrabgabenfrei in
                        Artikel 181                                den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt wor-
                                                                   den und standen sie zum Zeitpunkt der Ausfuhr
 Der Rat legt mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag            unter zollamtlicher Überwachung, so wird der zu
der Kommission die Fälle fest, in denen aufgrund                   erhebende Einfuhrabgabenbetrag um den Betrag
besonderer Umstände eine Befreiung von den Einfuhr-                vermindert, der gegebenenfalls bei der ersten Über-
                                                                   führung dieser Waren in den zollrechtlich freien
abgaben bei der Überführung von Waren in den zoll-
                                                                   Verkehr erhoben worden ist.
rechtlichen freien Verkehr oder eine Befreiung von den
Ausfuhrabgaben bei der Ausfuhr von Waren gewährt
wird.                                                         (2) Die Befreiung von den Einfuhrabgaben nach
                                                              Absatz 1 wird nicht gewährt für
                                                              a) Waren, die im Rahmen der passiven Veredelung
                        KAPITEL 2                                  aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgeführt
                                                                   worden waren, es sei denn, daß sie sich noch im
                      RÜCKWAREN                                    gleichen Zustand wie bei ihrer Ausfuhr befinden;
                        Artikel 182                           b) Waren, auf die eine Gemeinschaftsmaßnahme
                                                                   angewandt worden war, die an die Auflage der
 (1) Gemeinschaftswaren, die aus dem Zollgebiet der                Ausfuhr der Waren in ein Drittland geknüpft ist.
 Gemeinschaft ausgeführt worden sind und innerhalb                 Nach dem Ausschußverfahren wird festgelegt, in
 von drei Jahren wieder in dieses Zollgebiet eingeführt            welchen Fällen und unter welchen Voraussetzun-
 und dort in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt          gen von dieser Vorschrift abgewichen werden
 werden, werden auf Antrag des Beteiligten von den                 kann.
 Einfuhrabgaben befreit.
                                                                                      Artikel 183
 Jedoch gilt folgendes:
 — Die Frist von drei Jahren kann überschritten wer-           Die Waren müssen sich bei der Wiedereinfuhr im glei-
     den, um besonderen Umständen Rechnung zu tra-             chen Zustand wie bei der Ausfuhr befinden. Nach dem
     gen;                                                      Ausschußverfahren wird festgelegt, in welchen Fällen
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/39
und unter welchen Voraussetzungen von dieser Vor-                                     KAPITEL 3
schrift abgewichen werden kann.                                 ERZEUGNISSE DER SEEFISCHEREI UND ANDERE
                                                                  AUS DEM MEER GEWONNENE ERZEUGNISSE
                                                                                      Artikel 185
                                                              Unbeschadet des Artikels 24 Absatz 1 Buchstabe f) sind
                        Artikel 184                           folgende Erzeugnisse bei der Überführung in den zoll-
                                                              rechtlich freien Verkehr von den Einfuhrabgaben
                                                              befreit:
Die Artikel 182 und 183 gelten sinngemäß für Verede-
                                                              a) Erzeugnisse der Seefischerei und andere Erzeug-
lungserzeugnisse, die ursprünglich im Rahmen einer
                                                                   nisse, die von Schiffen, die in einem Mitgliedstaat
aktiven Veredelung ausgeführt worden waren, wenn die
                                                                   der Gemeinschaft immatrikuliert oder ins Schiffsre-
Umstände die Überführung dieser Erzeugnisse in den
                                                                   gister eingetragen sind und die Flagge dieses Mit-
zollrechtlich freien Verkehr rechtfertigen.
                                                                   gliedstaats führen, aus dem Küstenmeer eines
                                                                   Drittlandes gewonnen worden sind;
                                                              b) Waren, die an Bord von Fabrikschiffen, die die
Der gesetzlich geschuldete Einfuhrabgabenbetrag wird               Voraussetzungen nach Buchstabe a) erfüllen, aus
nach den im Rahmen der aktiven Veredelung gelten-                  den unter Buchstabe a) genannten Erzeugnissen
den Regeln berechnet.                                              hergestellt worden sind.
                                                      TITEL VI
                                                    ZOLLSCHULD
                       KAPITEL 1                              behörden eine Sicherheit, wenn ihrer Meinung nach die
                                                              fristgerechte Erfüllung einer entstandenen oder mögli-
           SICHERHEITSLEISTUNG FÜR DEN                        cherweise entstehenden Zollschuld nicht sicher gewähr-
                  ZOLLSCHULDBETRAG                            leistet ist.
                        Artikel 186                           Wird nach Unterabsatz 1 keine Sicherheit verlangt, so
                                                              können die Zollbehörden dennoch von der in Artikel
(1) Eine Sicherheit, die von den Zollbehörden nach             186 Absatz 1 genannten Person eine Erklärung anfor-
dem Zollrecht verlangt wird, um die Erfüllung einer           dern, in der die dieser Person gesetzlich obliegenden
Zollschuld zu gewährleisten, ist von dem Zollschuldner        Verpflichtungen aufgeführt sind.
oder von der Person zu leisten, die Zollschuldner wer-
den kann.                                                     (2) Die Sicherheit nach Absatz 1 erster Unterabsatz
                                                              kann verlangt werden
(2) Die Zollbehörden dürfen für ein und dieselbe              — zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Rege-
Zollschuld nur eine Sicherheit verlangen.                          lung, welche die Möglichkeit einer Sicherheitslei-
                                                                   stung vorsieht;
(3) Die Zollbehörden können zulassen, daß die
Sicherheit von einer dritten Person anstelle der Person       — zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Zollbehör-
geleistet wird, von der die Sicherheitsleistung verlangt           den feststellen, daß die fristgerechte Erfüllung
worden war.                                                        einer entstandenen oder möglicherweise entstehen-
                                                                   den Zollschuld nicht sicher gewährleistet ist.
(4) Handelt es sich bei dem Zollschuldner oder der
Person, die Zollschuldner werden kann, um eine                                        Artikel 188
öffentliche Verwaltung, so wird keine Sicherheit ver-
langt.                                                        Die Zollbehörden lassen auf Antrag der in Artikel 186
                                                              Absatz 1 genannten Person zu, daß für mehrere Vor-
(5) Die Zollbehörden können auf die Sicherheitslei-           gänge, bei denen eine Zollschuld entsteht oder entste-
stung verzichten, wenn der zu sichernde Betrag nicht          hen kann, eine Gesamtsicherheit geleistet wird.
höher ist als 500 ECU!
                                                                                      Artikel 189
                        Artikel 187
                                                              (1) Ist die Sicherheitsleistung nach dem Zollrecht
(1) Ist die Sicherheitsleistung nach dem Zollrecht            zwingend vorgeschrieben, so setzen die Zollbehörden
nicht zwingend vorgeschrieben, so verlangen die Zoll-         diese Sicherheit in einer Höhe fest, die entspricht:
 ---pagebreak--- Nr. C 128/40                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 23. 5. 90
— dem genauen Betrag der zu sichernden Zollschuld                     nach den gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften als
     oder Zollschulden, wenn dieser Betrag zu dem                     Steuerbürgen zugelassen worden sind, oder
     Zeitpunkt, zu dem die Sicherheit verlangt wird,
                                                                — eine sonstige dritte Person, die in der Gemeinschaft
     zweifelsfrei ermittelt werden kann;
                                                                      ansässig und von den Zollbehörden des Mitglied-
— sonst dem von den Zollbehörden geschätzten                          staats, in dem die Sicherheit verlangt wird, als
     höchstmöglichen Betrag der betreffenden Zoll-                    Steuerbürge zugelassen worden ist.
     schuld oder Zollschulden.
                                                                Die Zollbehörden können die Zulassung des vorge-
     Wird eine Gesamtsicherheit für Zollschulden ver-           schlagenen Bürgen ablehnen, wenn dieser ihrer Mei-
     langt, deren Höhe zeitlichen Schwankungen unter-           nung nach die fristgerechte Erfüllung der Zollschuld
     liegt, so ist diese Sicherheit so hoch festzusetzen,       nicht sicher gewährleistet.
     daß der Betrag der betreffenden Zollschulden
    jederzeit gesichert ist.
                                                                                         Artikel 193
(2) Falls die Sicherheitsleistung nach dem Zollrecht
nicht zwingend vorgeschrieben ist, die Zollbehörden             Die zur Sicherheitsleistung verpflichtete Person hat die
aber eine Sicherheit verlangen, setzen diese Behörden           Wahl zwischen den in Artikel 190 vorgesehenen For-
den Betrag der Sicherheit so fest, daß er nicht höher ist       men der Sicherheitsleistung.
als der nach Absatz 1 festzusetzende Betrag.
                                                                Die Zollbehörden können jedoch die vorgeschlagene
(3) Nach dem Ausschußverfahren wird festgelegt, in              Form der Sicherheitsleistung ablehnen, wenn sie mit
welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen                dem ordnungsgemäßen Ablauf des betreffenden Zoll-
eine Pauschalsicherheit gestellt werden kann.                   verfahrens unvereinbar ist.
                         Artikel 190                                                     Artikel 194
Die Sicherheit kann geleistet werden durch                      (1) Sofern diese Möglichkeit nach den im Ausschuß-
                                                                verfahren festgelegten Bestimmungen vorgesehen ist,
— Hinterlegung einer Barsicherheit;                             können die Zollbehörden andere als die in Artikel 190
— Stellung eines Bürgen.                                        genannten Formen der Sicherheitsleistung zulassen,
                                                                wenn diese die Erfüllung der Zollschuld in gleichwerti-
                                                                ger Weise gewährleisten.
                         Artikel 191
                                                                Die Zollbehörden lehnen die von dem Zollschuldner
(1) Die Barsicherheit muß in der Währung des Mit-               vorgeschlagene Sicherheitsleistung ab, wenn diese ihrer
gliedstaats hinterlegt werden, in dem die Sicherheit ver-       Meinung nach die Erfüllung der Zollschuld nicht
langt wird.                                                     sicher gewährleistet.
 Einer Barsicherheit gleichgestellt ist:                        (2) Unter dem in Absatz 1 zweiter Unterabsatz
                                                                genannten Vorbehalt können die Zollbehörden eine
— die Überlassung eines Schecks, dessen Einlösung               Barsicherheit zulassen, ohne daß die Voraussetzungen
      durch die Stelle, auf die er ausgestellt worden ist, in   nach Artikel 191 Absatz 1 erfüllt sind.
      für die Zollbehörden annehmbarer Form gewähr-
      leistet ist;
— die Überlassung anderer Werte mit von den Zollbe-                                      Artikel 195
     hörden anerkannter schuldbefreiender Wirkung.
                                                                Stellen die Zollbehörden fest, daß eine geleistete
(2) Die Barsicherheit oder die dieser gleichgestellte            Sicherheit die fristgerechte Erfüllung der Zollschuld
 Sicherheit ist nach Maßgabe der Rechtsvorschriften des          nicht oder nicht mehr sicher oder vollständig gewähr-
                                                                 leistet, so verlangen sie von der in Artikel 186 Absatz 1
 Mitgliedstaats zu leisten, in dem die Sicherheit verlangt
                                                                genannten Personen nach deren Wahl die Leistung
 wird.
                                                                 einer zusätzlichen Sicherheit oder die Ersetzung der
                                                                 ursprünglichen Sicherheit durch eine neue.
                          Artikel 192
                                                                                          Artikel 196
 Der Bürge muß sich verpflichten, gesamtschuldnerisch
 mit dem Schuldner den gesicherten Betrag der Zoll-
 schuld bei Fälligkeit zu entrichten.                            (1) Die Sicherheit darf nicht freigegeben werden,
                                                                 solange die Zollschuld, für die sie geleistet worden ist,
                                                                 nicht erloschen ist oder noch entstehen kann. Sobald
 Bürgen sind                                                     die Zollschuld erloschen ist oder nicht mehr entstehen
 — Kreditinstitute oder für die Bürgschaftsversiche-             kann, muß die Sicherheit unverzüglich freigegeben wer-
      rung zugelassene Versicherungsgesellschaften, die          den.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/41
(2) Ist die Zollschuld teilweise erloschen oder kann               wissen müssen, daß sie damit vorschriftswidrig
sie nur noch für einen Teil des gesicherten Betrages               handeln;
entstehen, so wird die geleistete Sicherheit auf Antrag
des Beteiligten in entsprechender Höhe teilweise freige-      — die Personen, welche die betreffende Ware erwor-
geben, es sei denn, daß der fragliche Betrag dies nicht            ben oder im Besitz gehabt haben, obwohl sie zum
rechtfertigt.                                                      Zeitpunkt des Erwerbs oder Erhalts der Ware wuß-
                                                                   ten oder billigerweise hätten wissen müssen, daß
                                                                   diese vorschriftswidrig in das Zollgebeit verbracht
                         Artikel 197                               worden war.
Von dem vorliegenden Kapitel abweichende Bestim-
mungen werden erforderlichenfalls nach dem Aus-                                        Artikel 200
schußverfahren erlassen, um internationalen Überein-
kommen Rechnung zu tragen.                                    (1) Eine Einfuhrzollschuld entsteht, wenn eine ein-
                                                              fuhrabgabenpflichtige Ware der zollamtlichen Überwa-
                                                              chung entzogen wird.
                         KAPITEL 2
                                                              (2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem
            ENTSTEHEN DER ZOLLSCHULD                          die Ware der zollamtlichen Überwachung entzogen
                                                              wird.
                         Artikel 198
(1)   Eine Einfuhrzollschuld entsteht,                        (3)   Zollschuldner sind:
a)   wenn eine einfuhrabgabenpflichtige Ware in den           — die Person, welche die Ware der zollamtlichen
     zollrechtlich freien Verkehr übergeführt wird oder            Überwachung entzogen hat;
b) wenn eine solche Ware in das Verfahren der vor-            — die Personen, die an dieser Entziehung beteiligt
     übergehenden Verwendung unter teilweiser Befrei-              waren, obwohl sie wußten oder billigerweise hätten
     ung von den Einfuhrabgaben übergeführt wird.                  wissen müssen, daß sie die Ware der zollamtlichen
                                                                   Überwachung entziehen;
(2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem          — die Personen, welche die betreffende Ware erwor-
die betreffende Zollanmeldung angenommen wird.                     ben oder im Besitz gehabt haben, obwohl sie zum
                                                                   Zeitpunkt des Erwerbs oder Erhalts der Ware wuß-
(3) Zollschuldner ist der Anmelder. Im Fall der indi-              ten oder billigerweise hätten wissen müssen, daß
rekten Vertretung ist die Person, für deren Rechnung               diese der zollamtlichen Überwachung entzogen
die Zollanmeldung abgegeben wird, gleichfalls Zoll-                worden war;
schuldner.
                                                              — gegebenenfalls die Person, welche die Verpflich-
                                                                   tungen einzuhalten hatte, die sich aus der vorüber-
                         Artikel 199                               gehenden Verwahrung einer einfuhrabgabenpflich-
                                                                   tigen Ware oder aus der Inanspruchnahme des
(1)   Eine Einfuhrzollschuld entsteht,                             betreffenden Zollverfahrens ergeben.
a)   wenn eine einfuhrabgabenpflichtige Ware vor-
     schriftswidrig in das Zollgebiet der Gemeinschaft
     verbracht wird oder                                                               Artikel 201
b) wenn eine solche Ware, die sich in einer Freizone          (1) Eine Einfuhrzollschuld entsteht, wenn in anderen
     oder einem Freilager befindet, vorschriftswidrig in      als den in Artikel 200 genannten Fällen
     einen anderen Teil dieses Zollgebiets verbracht
     wird.                                                    a)   eine der Pflichten nicht erfüllt wird, die sich bei
                                                                   einer einfuhrabgabenpflichtigen Ware aus deren
Im Sinne dieses Artikels gilt als vorschriftswidriges              vorübergehender Verwahrung oder aus der Inan-
Verbringen jedes Verbringen unter Nichtbeachtung der               spruchnahme des Zollverfahrens, in das sie überge-
Artikel 38 bis 41 und 175 zweiter Gedankenstrich.                  führt worden ist, ergeben, oder
                                                              b) eine der Voraussetzungen für die Überführung
(2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem               einer Ware in das betreffende Verfahren oder für
die Ware vorschriftswidrig in dieses Zollgebiet ver-               die Gewährung eines ermäßigten Einfuhrabgaben-
bracht wird.                                                       satzes oder einer Einfuhrabgabenfreiheit aufgrund
                                                                   der Verwendung der Ware zu besonderen Zwecken
(3)   Zollschuldner sind:                                          nicht erfüllt wird,
— die Person, welche die Ware vorschriftswidrig in
     dieses Zollgebiet verbracht hat;                         es sei denn, daß sich diese Verfehlungen nachweislich
                                                              auf die ordnungsgemäße Abwicklung der vorüberge-
— die Personen, die an diesem Verbringen beteiligt            henden Verwahrung oder des betreffenden Zollverfah-
     waren, obwohl sie wußten oder billigerweise hätten       rens nicht wirklich ausgewirkt haben.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/42                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
(2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem           Im Sinne dieses Absatzes ist eine Ware unwiederbring-
die Pflicht, deren Nichterfüllung die Zollschuld entste-       lich verlorengegangen, wenn sie von niemandem mehr
hen läßt, nicht mehr erfüllt wird, oder dem Zeitpunkt,         zu verwenden ist.
zu dem die Ware in das betreffende Zollverfahren über-
geführt worden ist, wenn sich nachträglich herausstellt,       (2) Eine Einfuhrzollschuld gilt ebenfalls als nicht ent-
daß eine der Voraussetzungen für die Überführung die-          standen, wenn eine Ware, die aufgrund ihrer Verwen-
ser Ware in das Verfahren oder für die Gewährung               dung zu besonderen Zwecken zu einem ermäßigten
eines ermäßigten Einfuhrabgabensatzes oder einer Ein-          Einfuhrabgabensatz oder abgabenfrei in den zollrecht-
fuhrabgabenfreiheit aufgrund der Verwendung der                lich freien Verkehr übergeführt worden ist, mit Zustim-
Ware zu besonderen Zwecken nicht wirklich erfüllt              mung der Zollbehörden wiederausgeführt wird.
war.
(3) Zollschuldner ist die Person, welche die Pflichten                                 Artikel 204
zu erfüllen hat, die sich bei einer einfuhrabgabenpflich-
tigen Ware aus deren vorübergehender Verwahrung                Gilt gemäß Artikel 203 Absatz 1 eine Zollschuld für
oder aus der Inanspruchnahme des betreffenden Zoll-            eine Ware, die aufgrund ihrer Verwendung zu besonde-
verfahrens ergeben, oder welche die Voraussetzungen            ren Zwecken zu einem ermäßigten Einfuhrabgabensatz
für die Überführung der Ware in dieses Zollverfahren           oder abgabenfrei in den zollrechtlich freien Verkehr
zu erfüllen hat.                                               übergeführt worden ist, als nicht entstanden, so gelten
                                                               die Abfälle und Reste, die bei der Zerstörung anfallen,
                                                               als Nichtgemeinschaftswaren.
                        Artikel 202
(1) Eine Einfuhrzollschuld entsteht, wenn eine ein-                                    Artilel205
fuhrabgabenpflichtige Ware in einer Freizone oder
einem Freilager unter anderen als den nach der gelten-         Entsteht eine Zollschuld für eine Ware, die aufgrund
den Regelung vorgesehenen Voraussetzungen ver-                 ihrer Verwendung zu besonderen Zwecken zu einem
braucht oder verwendet wird.                                   ermäßigten Einfuhrabgabensatz oder abgabenfrei in
                                                               den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt worden ist,
(2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem           so wird der bei der Überführung der Ware in den zoll-
die betreffende Ware unter anderen als den nach der            rechtlich freien Verkehr entrichtete Betrag vom Betrag
geltenden Regelung vorgesehenen Voraussetzungen                der entstandenen Zollschuld abgezogen.
verbraucht oder erstmals in dieser Weise verwendet
wird.                                                          Dies gilt sinngemäß auch, wenn eine Zollschuld für
                                                               Abfälle und Reste entsteht, die bei der Zerstörung einer
(3) Zollschuldner sind die Person, welche die Ware             vorgenannten Ware angefallen sind.
verbraucht oder verwendet hat, sowie die Personen, die
an diesem Verbrauch oder dieser Verwendung beteiligt
waren, obwohl sie wußten oder billigerweise hätten                                     Artikel 206
wissen müssen, daß die Ware unter anderen als den
nach der geltenden Regelung vorgesehenen Vorausset-            (1) Eine Ausfuhrzollschuld entsteht, wenn ausfuhrab-
zungen verbraucht oder verwendet wird.                         gabenpflichtige Waren unter Abgabe einer Zollanmel-
                                                               dung aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht
                                                               werden.
                         Artikel 203
                                                               (2) Die Ausfuhrzollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt,
(1) Eine Einfuhrzollschuld gilt für eine bestimmte             zu dem die Zollbehörden diese Anmeldung annehmen.
Ware, abweichend von den Artikeln 199 und 201
Absatz 1 Buchstabe a), als nicht entstanden, wenn der          (3) Zollschuldner ist der Anmelder. Im Fall der indi-
Beteiligte nachweist, daß die Pflichten aufgrund               rekten Vertretung ist die Person, für deren Rechnung
                                                               die Zollanmeldung abgegeben wird, gleichfalls Zoll-
— der Artikel 38 bis 41 und 175 zweiter Gedanken-              schuldner.
    strich,
— der vorübergehenden Verwahrung der betreffenden
                                                                                       Artikel 207
     Ware,
— der Inanspruchnahme des Zollverfahrens, in das               (1) Eine Ausfuhrzollschuld entsteht, wenn eine aus-
     diese Ware übergeführt worden ist,                        fuhrabgabenpflichtige Ware ohne Abgabe einer Zollan-
                                                               meldung aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ver-
nicht erfüllt werden konnten, weil die betreffende Ware        bracht wird.
aus in ihrer Natur liegenden Gründen, durch Zufall
oder infolge höherer Gewalt oder mit Zustimmung der            (2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem
Zollbehörden vernichtet oder zerstört worden oder              die Ware das Zollgebiet der Gemeinschaft tatsächlich
unwiederbringlich verlorengegangen ist.                        verläßt.
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(3) Zollschuldner sind:                                      dem die Zollbehörden feststellen, daß diese Ware sich
                                                             in einer Lage befindet, die eine Zollschuld hat entste-
— die Person, welche die Ware aus dem Zollgebiet             hen lassen.
     der Gemeinschaft verbracht hat;
— die Personen, die an diesem Verbringen beteiligt           Können die Zollbehörden jedoch den ihnen zur Verfü-
     waren, obwohl sie wußten oder billigerweise hätten      gung stehenden Auskünften entnehmen, daß die Zoll-
     wissen müssen, daß eine Zollanmeldung erforder-         schuld vor dem Zeitpunkt entstanden ist, zu dem sie
     lich war, aber nicht abgegeben worden ist.              diese Festellung getroffen haben, so wird der Betrag
                                                             der auf die betreffende Ware zu erhebenden Einfuhr-
                                                             oder Ausfuhrabgaben anhand der Bemessungsgrundla-
                        Artikel 208                          gen bestimmt, die für die Ware zu dem am weitesten
                                                             zurückliegenden Zeitpunkt galten, für den das Beste-
(1) Eine Ausfuhrzollschuld entsteht, wenn die Vor-           hen der sich aus dieser Lage ergebenden Zollschuld
aussetzungen, unter denen eine Ware unter vollständi-        anhand der verfügbaren Angaben festgestellt werden
ger oder teilweiser Befreiung von den Ausfuhrabgaben         kann.
aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht werden
durfte, nicht erfüllt worden sind.
                                                                                    Artikel 212
(2) Die Zollschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem
die Ware eine andere Bestimmung erhalten hat, als die,       (1) Die Zollschuld entsteht an dem Ort, an dem der
aufgrund deren sie unter vollständiger oder teilweiser       Tatbestand, der die Zollschuld entstehen läßt, eingetre-
Befreiung von den Ausfuhrabgaben aus dem Zollgebiet          ten ist.
der Gemeinschaft verbracht werden durfte, oder, sofern
die Zollbehörden diesen Zeitpunkt nicht bestimmen            (2) Sofern es nicht möglich ist, den Ort im Sinne des
können, zu dem Zeitpunkt, zu dem die Frist für die           Absatzes 1 zu bestimmen, gilt die Zollschuld als an
Vorlage des Nachweises abläuft, daß die Voraussetzun-        dem Ort entstanden, an dem die Zollbehörden feststel-
gen, unter denen diese Befreiung gewährt wurde, erfüllt      len, daß die Ware sich in einer Lage befindet, die eine
worden sind.                                                 Zollschuld hat entstehen lassen.
(3) Zollschuldner ist der Anmelder. Im Fall der indi-        Können die Zollbehörden jedoch den ihnen zur Verfü-
rekten Vertretung ist die Person, für deren Rechnung         gung stehenden Auskünften entnehmen, daß die Zoll-
die Zollanmeldung abgegeben wird, gleichfalls Zoll-          schuld bereits entstanden war, als sich die Ware noch
schuldner.                                                   an einem anderen Ort befand, so gilt die Zollschuld als
                                                             an dem Ort entstanden, an dem sich die Ware aufgrund
                                                             der Feststellungen zu dem am weitesten zurückliegen-
                                                             den Zeitpunkt, für den das Bestehen der Zollschuld
                        Artikel 209
                                                             nachgewiesen werden kann, befand.
Eine Zollschuld im Sinne der Artikel 198 bis 202 und
206 bis 208 entsteht auch, wenn sie Waren betrifft, für                             Artikel 213
die Verbote oder Beschränkungen gleich welcher Art
bei der Einfuhr oder Ausfuhr bestehen.                       (1) Soweit Abkommen zwischen der Gemeinschaft
                                                             und bestimmten Drittländern für Ursprungswaren der
                                                             Gemeinschaft im Sinne dieser Abkommen bei der Ein-
                        Artikel 210                          fuhr in die betreffenden Drittländer die Gewährung
                                                             einer Zollpräferenzbehandlung vorsehen, die im Fall
Gibt es für eine Zollschuld mehrere Zollschuldner, so        von aus einer aktiven Veredelung hervorgegangenen
sind diese gesamtschuldnerisch zur Erfüllung dieser          Waren davon abhängig ist, daß für die zu ihrer Herstel-
Zollschuld verpflichtet.                                     lung verwendeten Nichtgemeinschaftswaren die Ein-
                                                             fuhrabgaben entrichtet werden, entsteht eine Einfuhr-
                                                             zollschuld, wenn die Papiere, die in den betreffenden
                        Artikel 211                          Drittländern zwecks Inanspruchnahme dieser Zollprä-
                                                             ferenzbehandlung vorgelegt werden müssen, ausgefer-
(1) Sofern in diesem Zollkodex nichts Gegenteiliges          tigt werden.
bestimmt ist, wird der Betrag der auf eine Ware zu erhe-
benden Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben unbeschadet              (2) Als Zeitpunkt des Entstehens dieser Zollschuld
Absatz 2 anhand der Bemessungsgrundlagen bestimmt,           gilt der Zeitpunkt, zu dem die Ausfuhranmeldung für
die für diese Ware zum Zeitpunkt des Entstehens der          die betreffenden Waren von den Zollbehörden ange-
Zollschuld gelten.                                           nommen wird.
(2) Kann der Zeitpunkt, zu dem die Zollschuld ent-           (3) Zollschuldner ist der Anmelder. Im Fall der indi-
steht, nicht genau bestimmt werden, so ist für die           rekten Vertretung ist die Person, für deren Rechnung
Bestimmung der für die betreffende Ware geltenden            die Zollanmeldung abgegeben wird, gleichfalls Zoll-
Bemessungsgrundlage der Zeitpunkt maßgebend, zu              schuldner.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/44                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               23. 5. 90
(4) Der Betrag der dieser Zollschuld entsprechenden          von den Zollbehörden festgesetzen Zeitraums von
Einfuhrabgaben wird in der gleichen Weise bestimmt,          höchstens 31 Tagen überlassen worden sind, am Ende
als ob es sich um eine Zollschuld handelte, die durch        dieses Zeitraums in einem Mal buchmäßig erfaßt wer-
die Annahme einer Anmeldung zur Überführung der              den, sofern die Entrichtung dieses Gesamtbetrags gesi-
betreffenden Waren in den zollrechtlich freien Verkehr       chert worden ist. Die buchmäßige Erfassung erfolgt
zwecks Beendigung der aktiven Veredelung zum glei-           innerhalb von fünf Tagen nach Ablauf des betreffen-
chen Zeitpunkt entstehen würden.                             den Zeitraums.
                                                             (2) Ist vorgeschrieben, daß eine Ware dem Anmelder
                       KAPITEL 3                             überlassen werden kann, bevor bestimmte im Gemein-
                                                             schaftsrecht vorgesehene Voraussetzungen für die
       ERHEBUNG DES ZOLLSCHULDBETRAGS                        Bestimmung des Betrags der entstandenen Schuld oder
                                                             dessen Erhebung erfüllt sind, so erfolgt die buchmä-
                      Abschnitt 1                            ßige Erfassung spätestens zwei Tage nach dem Tag, an
                                                             dem der Betrag dieser Schuld oder die Verpflichtung
                                                             zur Entrichtung der dieser Schuld entsprechenden
     Buchmäßige Erfassung des Zollschuldbetrags und
                                                             Abgaben endgültig ermittelt oder festgelegt wird.
             Mitteilung an den Zollschuldner
                        Artikel 214                          Betrifft die Zollschuld jedoch einen vorläufigen Anti-
                                                             dumping- oder Ausgleichszoll, so wird dieser Zoll spä-
                                                             testens zwei Monate nach dem Tag buchmäßig erfaßt,
(1) Jeder einer Zollschuld entsprechende Einfuhr-            an dem die Verordnung zur Einführung eines endgülti-
oder Ausfuhrabgabenbetrag — nachstehend „Abgaben-            gen Antidumping- oder Ausgleichszolls im Amtsblatt
betrag" genannt — muß unmittelbar bei Vorliegen der          der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht worden
erforderlichen Angaben von den Zollbehörden berech-          ist.
net und in die Bücher oder in sonstige statt dessen ver-
wendete Unterlagen eingetragen werden (buchmäßige
Erfassung).                                                  (3) Entsteht eine Zollschuld unter anderen als den in
                                                             Absatz 1 vorgesehenen Voraussetzungen, so erfolgt die
                                                             buchmäßige Erfassung des entsprechenden Abgaben-
Der vorstehende Unterabsatz gilt nicht                       betrags innerhalb von zwei Tagen nach dem Tag, an
a) in Fällen, in denen ein vorläufiger Antidumping-          dem die Zollbehörden in der Lage sind,
     oder Ausgleichszoll eingeführt worden ist;              a) den betreffenden Abgabenbetrag zu berechnen und
b) in Fällen nach Artikel 217 Absatz 2;                      b) die Person zu bestimmen, die zur Entrichtung die-
c) in Fällen, in denen die Zollbehörden aufgrund von              ses Betrags verpflichtet ist.
     nach dem Ausschußverfahren erlassenen Vorschrif-
     ten davon befreit sind, Abgabenbeträge, die unter
     einem bestimmten Betrag liegen, buchmäßig zu                                     Artikel 216
     erfassen.
                                                             (1) Die in Artikel 215 genannten Fristen für die buch-
(2) Die Einzelheiten der buchmäßigen Erfassung der           mäßige Erfassung können verlängert werden
Abgabenbeträge werden von den Mitgliedstaaten gere-          a) aus Gründen, die mit der Verwaltungsorganisation
gelt. Diese Einzelheiten können unterschiedlich sein, je          der Mitgliedstaaten zusammenhängen, insbeson-
nachdem, ob unter Berücksichtigung der Voraussetzun-              dere bei zentraler Buchführung, oder
gen, unter denen die Zollschuld entstanden ist, die Ent-
richtung dieser Beträge für die Zollbehörden gesichert       b) bei Vorliegen besonderer Umstände, die die Zoll-
ist oder nicht.                                                   behörden an der Einhaltung der genannten Fristen
                                                                  hindern.
                        Artikel 215                          Die derart verlängerten Fristen dürfen 14 Tage nicht
                                                             überschreiten.
(1) Entsteht eine Zollschuld durch die Annahme der
 Anmeldung einer Ware zu einem anderen Zollverfah-           (2) Die Fristen nach Absatz 1 gelten nicht bei unvor-
ren als der vorübergehenden Verwendung unter teilwei-        hersehbaren Ereignissen oder in Fällen höherer Gewalt.
 ser Befreiung von den Einfuhrabgaben, so erfolgt die
 buchmäßige Erfassung des dieser Zollschuld entspre-
 chenden Betrags unmittelbar nach Berechnung dieses                                   Artikel 217
 Betrages, spätestens jedoch am zweiten Tag nach dem
 Tag, an dem die Ware dem Anmelder überlassen wor-           (1) Ist der einer Zollschuld entsprechende Abgaben-
 den ist.                                                    betrag nicht nach den Artikeln 215 und 216 buchmäßig
                                                              erfaßt worden oder mit einem geringeren als dem
 Jedoch kann der Gesamtbetrag der Abgaben auf die             gesetzlich vorgeschriebenen Betrag buchmäßig erfaßt
 Waren, die ein und derselben Person innerhalb eines          worden, so hat die buchmäßige Erfassung des zu erhe-
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benden Betrags oder des nachzuerhebenden Restbe-             Beschlusses 88/376/EWG, Euratom über das System
trags innerhalb von zwei Tagen nach dem Tag zu erfol-        der Eigenmittel der Gemeinschaften (•).
gen, an dem die Zollbehörden diesen Umstand feststel-
len und den gesetzlich geschuldeten Betrag berechnen
sowie den Zollschuldner bestimmen können (nachträg-                                Abschnitt 2
liche buchmäßige Erfassung). Diese Frist kann nach
Artikel 216 verlängert werden.                                     Fristen und Modalitäten für die Entrichtung des
                                                                                   Abgabenbetrags
(2) Von der nachträglichen buchmäßigen Erfassung
wird abgesehen, wenn                                                                  Artikel 219
— der gesetzlich geschuldete Abgabenbetrag aufgrund          Der nach Artikel 218 mitgeteilte Abgabenbetrag ist
     von allgemeinen Vorschriften, die später durch          vom Zollschuldner innerhalb folgender Fristen zu ent-
     eine gerichtliche Entscheidung für ungültig erklärt     richten :
     worden sind, nicht buchmäßig erfaßt worden ist;
                                                             a) Ist keine Zahlungserleichterung nach den Artikeln
— der gesetzlich geschuldete Abgabenbetrag aufgrund               221 bis 226 eingeräumt worden, so muß die Zah-
     eines Irrtums der Zollbehörden nicht buchmäßig               lung innerhalb der festgesetzten Frist geleistet wer-
     erfaßt worden ist, sofern dieser Irrtum vom Zoll-            den.
     schuldner nicht erkannt werden konnte und dieser             Unbeschadet des Artikels 243 zweiter Unterabsatz
     gutgläubig gehandelt und alle geltenden Vorschrif-           darf diese Frist zehn Tage, gerechnet ab dem Zeit-
     ten über die Zollanmeldung eingehalten hat.                  punkt der Mitteilung des geschuldeten Abgabenbe-
                                                                  trags an den Zollschuldner, nicht überschreiten; im
(3) Bei Anwendung von Absatz 2 zweiter Gedanken-                  Falle der Globalisierung der buchmäßigen Erfas-
strich muß der gesetzlich geschuldete, jedoch nicht               sung im Sinne des Artikels 215 Absatz 1 zweiter
erhobene Abgabenbetrag von den Zollbehörden in die                Unterabsatz muß die Frist so festgesetzt werden,
Bücher oder in sonstige statt dessen verwendete Unter-            daß der Zollschuldner keine längere Zahlungsfrist
lagen eingetragen werden.                                         erhält als er im Fall eines Zahlungsaufschubs erhal-
                                                                  ten hätte.
                                                                  Eine Fristverlängerung wird von Amts wegen
                        Artikel 218                               gewährt, wenn nachgewiesen wird, daß der Betei-
                                                                  ligte die Zahlungsaufforderung zu spät erhalten
(1) Der Abgabenbetrag ist dem Zollschuldner sofort                hat, um die gesetzte Zahlungsfrist einhalten zu
nach der buchmäßigen Erfassung in geeigneter Form                 können.
 mitzuteilen.                                                     Ferner können die Zollbehörden auf Antrag des
                                                                  Zollschuldners eine Fristverlängerung gewähren,
 (2) Ist der zu entrichtende Abgabenbetrag in der Zoll-           wenn sich der zu entrichtende Abgabenbetrag aus
 anmeldung als Hinweis vermerkt worden, so können                 einer Nacherhebung ergibt. Die Frist darf nur um
 die Zollbehörden vorsehen, daß die Mitteilung nach               die Zeit verlängert werden, die nötig ist, damit der
 Absatz 1 nur erfolgt, wenn der angegebene Abgabenbe-             Zollschuldner alle erforderlichen Maßnahmen tref-
 trag nicht mit dem von ihnen festgesetzten Betrag über-          fen kann, um seinen Verpflichtungen nachzukom-
 einstimmt.                                                       men.
                                                             b) Ist eine Zahlungserleichterung nach den Artikeln
 Wird von der im vorstehenden Unterabsatz genannten               221 bis 226 eingeräumt worden, so hat die Zahlung
 Möglichkeit Gebrauch gemacht, so gilt unbeschadet                spätestens bei Ablauf der im Rahmen dieser
 des Artikels 215 Absatz 1 zweiter Unterabsatz die Über-          Erleichterungen festgesetzten Frist zu erfolgen.
 lassung der Waren durch die Zollbehörden als Mittei-
 lung des buchmäßig erfaßten Abgabenbetrags an den
 Zollschuldner.                                                                       Artikel 220
 (3) Die Mitteilung an den Zollschuldner darf nach            Die Zahlung ist in bar oder mit jedem anderen Zah-
 Ablauf einer Frist von drei Jahren nach dem Zeitpunkt        lungsmittel, das nach den geltenden Vorschriften
 des Entstehens der Zollschuld nicht mehr erfolgen. Ist       schuldbefreiende Wirkung hat, zu leisten (Barzahlung).
 eine Zollschuld jedoch aufgrund einer strafbaren             Aufrechnung ist möglich, wenn die geltenden Vor-
 Handlung entstanden, so kann die Mitteilung noch             schriften dies vorsehen.
 nach Ablauf der genannten Dreijahresfrist erfolgen,
 sofern dies nach geltendem Recht vorgesehen ist.
                                                                                      Artikel 221
 (4) Bei Anwendung von Artikel 217 Absatz 3 gilt die
 Eintragung als Mitteilung des zu zahlenden Abgaben-          Bezieht sich der vom Beteiligten geschuldete Abgaben-
 betrags an den Zollschuldner im Sinne von Artikel 2          betrag auf Waren, die zu einem Zollverfahren angemel-
 der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 1552/89 des
 Rates vom 29. Mai 1989 zur Durchführung des                  (') ABl. Nr. L 155 vom 7.6. 1989, S. 1.
 ---pagebreak--- Nr. C 128/46                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              23. 5. 90
det worden sind, das die Verpflichtung zur Entrichtung        so ist die Aufschubfrist von 30 Tagen nach Maßgabe
von Abgaben enthält, so gewähren die Zollbehörden             der genannten Buchstaben um eine Anzahl von Tagen
dem Zollschuldner auf Antrag für diesen Betrag unter          zu verringern, die der Hälfte der nächstniedrigeren
den Voraussetzungen der Artikel 222, 223 und 224              geraden Zahl entspricht.
einen Zahlungsaufschub.
                                                              (3) Handelt es sich bei den in Absatz 1 Buchstaben b)
                                                              und c) genannten Zeiträumen um eine Kalenderwoche
                         Artikel 222                          oder einen Kalendermonat, so können die Mitglied-
                                                              staaten zur Vereinfachung vorsehen, daß die Abgaben-
Der Zahlungsaufschub ist von einer Sicherheitsleistung        beträge, für die Zahlungsaufschub gewährt worden ist,
des Antragstellers abhängig.                                  wie folgt zu entrichten sind:
                                                              a) im Fall der Kalenderwoche am Freitag der vierten
                         Artikel 223                               Woche nach dieser Kalenderwoche;
                                                              b) im Fall des Kalendermonats am 16. Tag des
Die Zollbehörden gewähren den Zahlungsaufschub                     Monats, der auf diesen Kalendermonat folgt.
nach einer der folgenden Modalitäten ihrer Wahl:
a) einzeln für jeden nach Maßgabe des Artikels 215
     Absatz 1 erster Unterabsatz buchmäßig erfaßten                                   Artikel 225
     Betrag;
b) global für den Gesamtbetrag der Abgaben, die               (1) Kein Zahlungsaufschub wird gewährt, wenn
     nach Maßgabe des Artikels 215 Absatz 1 erster            Abgabenbeträge sich zwar auf Waren beziehen, die zu
     Unterabsatz innerhalb eines von ihnen festgesetz-        einem Zollverfahren angemeldet worden sind, das die
     ten Zeitraums von höchstens 31 Tagen buchmäßig           Verpflichtung zur Entrichtung von Abgaben enthält,
     erfaßt worden sind;                                      aber gemäß den für die Annahme unvollständiger
                                                              Anmeldungen geltenden Vorschriften buchmäßig
c) global für den Gesamtbetrag der Abgaben, die               erfaßt worden sind, weil der Anmelder bei Ablauf der
     nach Artikel 215 Absatz 1 zweiter Unterabsatz auf        festgesetzten Frist die zur endgültigen Ermittlung des
     einmal buchmäßig erfaßt worden sind.                     Zollwerts der Waren erforderlichen Angaben nicht
                                                              gemacht oder die zum Zeitpunkt der Annahme der
                                                              unvollständigen Anmeldung fehlenden Angaben oder
                         Artikel 224                          Unterlagen nicht nachgereicht hat.
(1) Die Aufschubfrist beträgt 30 Tage. Sie wird wie           (2) Jedoch kann in den Fällen nach Absatz 1 ein Zah-
folgt berechnet:                                              lungsaufschub gewährt werden, wenn der zu erhebende
a) Wird der Zahlungsaufschub nach Artikel 223 Buch-           Abgabenbetrag vor Ablauf einer Frist von 30 Tagen
                                                              nach dem Zeitpunkt der buchmäßigen Erfassung des
     stabe a) gewährt, so läuft die Aufschubfrist ab dem
                                                              ursprünglich angeforderten Betrages oder, wenn keine
     Tag, an dem der Abgabenbetrag von den Zollbe-
                                                              buchmäßige Erfassung erfolgt ist, nach dem Zeitpunkt
     hörden buchmäßig erfaßt wird.
                                                              der Annahme der Anmeldung für die betreffenden
     Bei Inanspruchnahme des Artikels 216 wird die            Waren buchmäßig erfaßt worden ist. Die unter diesen
     nach dem ersten Unterabsatz berechnete Frist von         Voraussetzungen gewährte Aufschubfrist darf nicht
     30 Tagen um eine Anzahl von Tagen gekürzt, die           über den Zeitpunkt des Ablaufs der Frist hinausgehen,
     der über zwei Tage hinausgehenden Frist ent-             die nach Artikel 224 für den ursprünglich festgesetzten
     spricht, die für die buchmäßige Erfassung benötigt       Abgabenbetrag gewährt worden war oder gewährt wor-
     worden ist.                                              den wäre, wenn der gesetzlich geschuldete Abgabenbe-
                                                              trag anläßlich der Abgabe der Zollanmeldung für die
b) Wird der Zahlungsaufschub nach Artikel 223 Buch-           betreffenden Waren buchmäßig erfaßt worden wäre.
     stabe b) gewährt, so läuft die Aufschubfrist ab dem
     Tag, der auf den Tag folgt, an dem der Globalisie-
     rungszeitraum endet. Sie wird um eine Anzahl von
     Tagen gekürzt, die der Hälfte des Globalisierungs-                              Artikel 226
     zeitraums entspricht.
                                                              Die Zollbehörden können vorsehen, daß dem Abga-
c) Wird der Zahlungsaufschub nach Artikel 223 Buch-           benschuldner neben dem Zahlungsaufschub andere
     stabe c) gewährt, so läuft die Aufschubfrist ab dem      Zahlungserleichterungen eingeräumt werden.
     Tag, der auf den Tag folgt, an dem der Zeitraum
     endet, in dem die betreffenden Waren dem Anmel-
     der überlassen worden sind. Sie wird um eine             Die Einräumung dieser Zahlungserleichterungen
     Anzahl von Tagen verringert, die der Hälfte des          a) ist abhängig von einer Sicherheitsleistung. Auf
     betreffenden Zeitraums entspricht.                            diese Sicherheitsleistung kann jedoch verzichtet
                                                                   werden, wenn sie aufgrund der Verhältnisse des
(2) Umfassen die in Absatz 1 Buchstaben b) und c)                  Beteiligten zu erheblichen wirtschaftlichen oder
genannten Zeiträume eine ungerade Zahl von Tagen,                  sozialen Schwierigkeiten führen würde;
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 128/47
b) hat zur Folge, daß zusätzlich zu dem Abgabenbe-                                    Artikel 230
    trag Kreditzinsen erhoben werden. Der Betrag die-
     ser Zinsen ist so zu berechnen, daß er dem Betrag        Unbeschadet der etwaigen Inanspruchnahme von Vor-
    entspricht, der unter den gleichen Umständen am           schriften über Zuwiderhandlungen gegen das Zollrecht
     Geld- oder Kapitalmarkt für die Währung, in der er       dürfen in anderen als den in den Artikeln 226 und 229
     zu entrichten ist, erhoben worden wäre.                  bezeichneten Fällen für die Abgabenbeträge keine Zin-
                                                              sen berechnet werden.
     Die Zollbehörden können auf die Kreditzinsen ver-
     zichten, wenn diese aufgrund der Verhältnisse des
     Beteiligten zu erheblichen wirtschaftlichen oder
     sozialen Schwierigkeiten führen würden.                                         KAPITEL 4
                                                                          ERLÖSCHEN DER ZOLLSCHULD
                         Artikel 227
                                                                                      Artikel 231
Unabhängig davon, welche Zahlungserleichterungen              Unbeschadet der geltenden Vorschriften über die Ver-
dem Zollschuldner eingeräumt worden sind, kann die-           jährung der Zollschuld erlischt die Zollschuld:
ser in jedem Fall den geschuldeten Abgabenbetrag
ganz oder teilweise vor Ablauf der ihm gewährten Frist        a) durch Entrichtung des Abgabenbetrags;
entrichten.
                                                              b) durch Erlaß des Abgabenbetrags;
                                                              c) wenn im Fall von Waren, die zu einem Zollverfah-
                         Artikel 228                               ren angemeldet worden sind, das die Verpflichtung
                                                                   zur Entrichtung von Abgaben enthält,
Jeder Abgabenbetrag kann von einem Dritten anstelle                — die Zollanmeldung gemäß Artikel 64 für
des Zollschuldners entrichtet werden.                                  ungültig erklärt wird;
                                                                   — die Waren vor der Überlassung eingezogen und
                         Artikel 229                                   später beschlagnahmt werden, auf Anweisung
                                                                       der Zollbehörden vernichtet oder zerstört wer-
                                                                       den, gemäß Artikel 180 aufgegeben werden
(1) Ist der Abgabenbetrag nicht fristgerecht entrichtet                oder aus in ihrer Natur liegenden Gründen,
worden,                                                                durch Zufall oder höhere Gewalt vernichtet
a) so machen die Zollbehörden von allen ihnen nach                     oder zerstört worden oder unwiederbringlich
     den geltenden Vorschriften zu Gebot stehenden                     verlorengegangen sind;
     Möglichkeiten einschließlich der Zwangsvollstrek-        d) wenn Waren, für die eine Zollschuld gemäß Artikel
     kung Gebrauch, um die Entrichtung dieses Betrags              199 entstanden ist, anläßlich des widerrechtlichen
     sicherzustellen.                                              Verbringens beschlagnahmt und später eingezogen
     Nach dem Ausschußverfahren können für die Bür-                werden.
     gen im Rahmen des Versandverfahrens besondere
     Vorschriften erlassen werden;
                                                                                      Artikel 232
b) so werden zusätzlich zu dem Abgabenbetrag Säum-
     niszinsen erhoben. Der Säumniszinssatz darf nicht        Artikel 231 Buchstaben a), b) und c) gelten sinngemäß
     niedriger sein als der Kreditzinssatz.                   für das Erlöschen der Zollschuld nach Artikel 213.
                                                              Diese Zollschuld erlischt auch, wenn die Förmlichkei-
(2) Die Zollbehörden können auf die Säumniszinsen             ten für ungültig erklärt werden, die erfüllt worden sind,
verzichten, wenn                                              um die Zollpräferenzbehandlung nach Artikel 213
                                                              erhalten zu können.
a) diese aufgrund der Verhältnisse des Beteiligten zu
     erheblichen wirtschaftlichen oder sozialen Schwie-
     rigkeiten führen würden;                                                         KAPITEL 5
b) ihr Betrag einen nach dem Ausschußverfahren fest-
     gesetzten Betrag nicht übersteigt;                             ERSTATTUNG ODER ERLASS DER ABGABEN
c) die Entrichtung des Abgabenbetrags innerhalb von                                   Artikel 233
     fünf Tagen nach Ablauf der dafür festgesetzten
     Frist erfolgt.                                            Es gelten als :
(3)    Die Zollbehörden können festsetzen:                     a) Erstattung: die Rückzahlung der entrichteten Ein-
                                                                   fuhr- oder Ausfuhrabgaben;
a) Mindestzeiträume für die Zinsberechnung;
                                                              b) Erlaß: eine Entscheidung, durch die eine Zoll-
b) Mindestbeträge für die Säumniszinsen.                           schuld erlischt oder die buchmäßige Erfassung
 ---pagebreak--- Nr. C 128/48                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
     eines noch nicht entrichteten Abgabenbetrags für              Auf Antrag des Beteiligten lassen die Zollbehörden
     ungültig erklärt wird.                                        zu, daß die Waren anstelle der Wiederausfuhr ver-
                                                                   nichtet oder zerstört oder im Hinblick auf ihre Wie-
                                                                   derausfuhr in das gemeinschaftliche Versandver-
                         Artikel 234                               fahren — externes Verfahren — oder das Zollager-
                                                                   verfahren übergeführt oder in eine Freizone oder
(1) Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben werden erstattet                  ein Freilager verbracht werden.
oder erlassen, wenn nachgewiesen wird, daß der Betrag              Für den Erhalt einer dieser zollrechtlichen Bestim-
nicht gesetzlich geschuldet war oder ist oder entgegen             mungen gelten die Waren als Nichtgemeinschafts-
Artikel 217 Absatz 2 buchmäßig erfaßt worden ist.                  waren.
(2) Die Erstattung oder der Erlaß der Einfuhr- oder           (3) Die Einfuhrabgaben werden nicht erstattet oder
Ausfuhrabgaben erfolgt auf Antrag; dieser Antrag ist          erlassen, wenn die Waren vor ihrer Anmeldung zum
vor Ablauf einer Frist von drei Jahren nach der Mittei-       zollrechtlich freien Verkehr bereits zu Versuchszwecken
lung der betreffenden Abgaben an den Zollschuldner            vorübergehend eingeführt worden waren, es sei denn,
bei der zuständigen Zollstelle einzureichen.                  daß nachweislich die Schadhaftigkeit dieser Waren
                                                              oder ihre Nichtübereinstimmung mit den Vertragsbe-
Diese Frist wird verlängert, wenn der Beteiligte nach-        dingungen bei den Versuchen normalerweise nicht fest-
weist, daß es ihm infolge eines unvorhergesehen Ereig-        gestellt werden konnte.
nisses oder höherer Gewalt unmöglich war, den Antrag
einzureichen.                                                 (4) Die Erstattung oder der Erlaß der Einfuhrabgaben
                                                              aus den in Absatz 1 genannten Gründen erfolgt auf
Die Zollbehörden nehmen die Erstattung oder den               Antrag; dieser ist innerhalb von zwölf Monaten nach
Erlaß von Amts wegen vor, wenn sie innerhalb dieser           der Mitteilung der Abgaben an den Zollschuldner bei
Frist selbst feststellen, daß einer der in Absatz 1           der zuständigen Zollstelle einzureichen.
beschriebenen Sachverhalte vorliegt.
                                                              In begründeten Ausnahmefällen können die Zollbehör-
                                                              den diese Frist jedoch verlängern.
                         Artikel 235
Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben werden erstattet, wenn                                   Artikel 237
eine Zollanmeldung gemäß Artikel 64 für ungültig
erklärt wird, nachdem die Abgaben entrichtet worden           (1) Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben können auch in
sind. Die Erstattung erfolgt auf Antrag des Beteiligten;      anderen als den in den Artikeln 234, 235 und 236
dieser Antrag ist vor Ablauf der in Artikel 64 Absatz 2       genannten Fällen bei Vorliegen besonderer Umstände
genannten Frist zu stellen.                                   erstattet oder erlassen werden, sofern der Beteiligte
                                                              nicht in betrügerischer Absicht oder offensichtlich fahr-
                                                              lässig gehandelt hat.
                         Artikel 236
                                                              Nach dem Ausschußverfahren wird festgelegt, in wel-
(1) Die Einfuhrabgaben werden auch insoweit erstat-           chen Fällen der vorstehende Unterabsatz in Anspruch
tet oder erlassen, als nachweislich der buchmäßig             genommen werden kann und welche Verfahrensvor-
erfaßte Abgabenbetrag Waren betrifft, die zu dem              schriften dabei zu beachten sind. Die Erstattung oder
betreffenden Zollverfahren angemeldet, aber vom Ein-          der Erlaß kann von besonderen Voraussetzungen
führer zurückgewiesen worden sind, weil sie schadhaft         abhängig gemacht werden.
sind oder nicht den Bedingungen des Vertrages ent-
sprechen, der dieser Einfuhr zugrunde liegt.                  (2) Die Erstattung oder der Erlaß der Einfuhrabgaben
                                                              aus den in Absatz 1 genannten Gründen erfolgt auf
Schadhaften Waren im Sinne des ersten Unterabsatzes           Antrag; dieser ist innerhalb von zwölf Monaten nach
sind Waren gleichgestellt, die vor der Überlassung            der Mitteilung der Abgaben an den Zollschuldner bei
beschädigt worden sind.                                       der zuständigen Zollstelle einzureichen.
(2) Die Einfuhrabgaben werden unter der Vorausset-            In begründeten Ausnahmefällen können die Zollbehör-
zung erstattet oder erlassen, daß                             den diese Frist jedoch verlängern.
a) die Waren nicht verwendet oder gebraucht worden
     sind, es sei denn, daß erst nach Beginn der Verwen-                              Artikel 238
     dung oder des Gebrauchs festgestellt werden
     konnte, daß sie schadhaft sind oder den Vertrags-
     bedingungen nicht entsprechen;                           Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben werden nach Maßgabe
                                                              dieses Kapitels nur dann erstattet oder erlassen, wenn
b) die Waren aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft              der zu erstattende oder zu erlassende Betrag einen nach
     wiederausgeführt werden.                                 dem Ausschußverfahren festgesetzten Betrag über-
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steigt; dies gilt nicht, wenn eine Erstattung oder ein       — wenn eine Entscheidung, mit der einem Erstat-
Erlaß nach Artikel 234 beantragt wird.                           tungsantrag stattgegeben wird, nicht innerhalb
                                                                  eines Monats nach ihrem Ergehen ausgeführt wird;
Die Zollbehörden können jedoch auch einem Antrag             — wenn eine Entscheidung, mit der eine Erstattung
auf Erstattung oder Erlaß eines niedrigeren Betrags               abgelehnt wird, später aufgrund der Einlegung
stattgeben.                                                       eines Rechtsbehelfs durch den Beteiligten für
                                                                  ungültig erklärt wird. Die Zinsen sind vom Zeit-
                                                                  punkt der Einlegung des Rechtsbehelfs an zu
                        Artikel 239                              berechnen.
Erstatten die Zollbehörden Einfuhr- oder Ausfuhrabga-                               Artikel 240
benbeträge sowie bei deren Entrichtung gegebenenfalls
erhobene Kredit- oder Säumniszinsen, so sind dafür           Ist eine Zollschuld zu Unrecht erlassen oder der ent-
von diesen Behörden keine Zinsen zu zahlen. Dagegen          sprechende Abgabenbetrag zu Unrecht erstattet wor-
werden Zinsen fällig,                                        den, so wird die Zollschuld erneut fällig.
                                                      TITEL VII
                                                 RECHTSBEHELF
                        KAPITEL 1                            (2) Die Frist nach Absatz 1 verlängert sich auf sechs
                                                             Monate, wenn die zur Einlegung des Rechtsbehelfs
           AUSÜBUNG DES RECHTSBEHELFS                        berechtigte Person von den Zollbehörden, die die Ent-
                                                             scheidung erlassen haben, nicht oder nicht richtig über
                        Artikel 241                          ihr Recht auf Einlegung eines Rechtsbehelfs belehrt
                                                             worden ist.
(1) Jede Person, die der Meinung ist, daß ihre Rechte
                                                             (3) Die Frist nach Absatz 1 verlängert sich auf zwei
durch eine Entscheidung auf dem Gebiet des Zoll-
                                                             Jahre, wenn die Entscheidung nicht veröffentlicht oder
rechts verletzt werden, kann einen Rechtsbehelf zur
                                                             der zur Einlegung des Rechtsbehelfs berechtigten Per-
Aufhebung oder Änderung der Entscheidung einlegen,
                                                             son nicht mitgeteilt worden ist. In diesem Fall läuft die
sofern diese sie unmittelbar und persönlich betrifft,
                                                             Frist ab dem Zeitpunkt, zu dem die Zollbehörden die
selbst wenn die Entscheidung nicht an sie gerichtet ist.
                                                             Entscheidung getroffen haben.
(2) Einen Rechtsbehelf kann auch einlegen, wer bei           (4) In den Fällen nach Artikel 241 Absatz 2 ist der
den Zollbehörden eine Entscheidung auf dem Gebiet            Rechtsbehelf innerhalb von sechs Monaten nach
des Zollrechts beantragt hat, wenn über diesen Antrag        Ablauf der für die Entscheidung der Zollbehörden vor-
nicht innerhalb der Frist nach Artikel 7 Absatz 2 ent-       gesehenen Frist einzulegen.
schieden worden ist.
                                                             (5) Die Fristen nach den Absätzen 1, 2 und 3 verlän-
(3) Ein Rechtsbehelf nach den Absätzen 1 und 2 kann          gern sich, wenn der Beteiligte nachweist, daß es ihm
eingelegt werden:                                            infolge eines unvorhergesehenen Ereignisses oder
                                                             höherer Gewalt unmöglich war, den Rechtsbehelf ein-
a) auf einer ersten Stufe nach Maßgabe der Artikel           zulegen.
     242 bis 247 bei der dafür bestimmten Zollbehörde;
b) auf einer zweiten Stufe bei der in Artikel 249            (6) Der Rechtsbehelf ist innerhalb der festgesetzten
     Absatz 1 bezeichneten Instanz.                          Fristen schriftlich bei den Zollbehörden einzulegen.
                                                             Wenn es die Umstände rechtfertigen, kann er auch
                                                             mündlich bei den Zollbehörden eingelegt werden, die
                        KAPITEL 2                            hierüber eine Niederschrift anfertigen.
          ERSTE STUFE DER AUSÜBUNG DES                                              Artikel 243
                    RECHTSBEHELFS
                                                             Durch die Einlegung des Rechtsbehelfs wird die Voll-
                        Artikel 242                          ziehung der angefochtenen Entscheidung nicht
                                                             gehemmt.
(1) Der Rechtsbehelf ist innerhalb von zwei Monaten
nach der Bekanntgabe der Entscheidung der Zollbehör-         Die Zollbehörden können jedoch die Vollziehung der
den einzulegen.                                              Entscheidung ganz oder teilweise aussetzen, wenn sie
 ---pagebreak--- Nr. C 128/50                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                23. 5. 90
berechtigte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der ange-                                   Artikel 248
fochtenen Entscheidung haben.
                                                             Die Einlegung des Rechtsbehelfs ist gebührenfrei.
Bewirkt die angefochtene Entscheidung die Erhebung
von Einfuhr- oder Ausfuhrabgaben, so wird die Ausset-
zung der Vollziehung von einer Sicherheitsleistung                                    KAPITEL 3
abhängig gemacht.
                                                                       ZWEITE STUFE DER AUSÜBUNG DES
                                                                                   RECHTSBEHELFS
                       Artikel 244
                                                                                      Artikel 249
Die für die Entscheidung über den Rechtsbehelf
zuständigen Zollbehörden stellen alle für ihre Entschei-
dung notwendigen Ermittlungen an; wenn sie es für            (1) Wird einem bei den Zollbehörden eingelegten
zweckmäßig halten, können sie die Stellungnahme von          Rechtsbehelf ganz oder teilweise nicht stattgegeben
Sachverständigen, die von der Zollverwaltung unab-           oder ist die Rechtsbehelfsentscheidung nachteiliger als
hängig sind, zu dem Fall einholen.                           die angefochtene Entscheidung, so kann der Rechtsbe-
                                                             helfsführer einen weiteren Rechtsbehelf bei einer von
                                                             den Zollbehörden unabhängigen Instanz einlegen, die
Der Rechtsbehelfsführer hat diese Behörden nach den          ihrer Struktur nach aufgrund von Artikel 177 des Ver-
geltenden Vorschriften bei der Ermittlung des Sachver-       trages den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaf-
halts zu unterstützen.                                       ten anrufen kann.
                       Artikel 245                           Die unabhängige Instanz nach vorstehendem Unterab-
                                                             satz kann je nach den einschlägigen Bestimmungen der
Der Rechtsbehelfsführer kann den Rechtsbehelf bis            Mitgliedstaaten ein Gericht oder eine gleichgestellte
zum Erlaß der Rechtsbehelfsentscheidung zurückneh-           Sonderinstanz sein.
men. Die Rücknahme ist schriftlich zu erklären.
                                                             (2) Einen weiteren Rechtsbehelf kann bei der in
Vorbehaltlich Artikel 247 ist die Rücknahme endgültig.       Absatz 1 genannten Instanz auch einlegen, wer einen
                                                             Rechtsbehelf nach Artikel 241 eingelegt hat, über den
                                                             die Zollbehörden nach Ablauf einer angemessenen
                       Artikel 246                           Frist nicht entschieden haben.
(1) Die zuständigen Zollbehörden            entscheiden
schriftlich über den Rechtsbehelf.                                                    KAPITEL 4
Diese Entscheidung kann für den Rechtsbehelfsführer           SONSTIGE VORSCHRIFTEN ÜBER RECHTSBEHELFE
nachteiliger sein als die angefochtene Entscheidung.
Bevor eine solche Entscheidung erlassen wird, unter-                                  Artikel 250
richten die Zollbehörden den Rechtsbehelfsführer, um
ihm Gelegenheit zur Äußerung zu geben.                       (1) Die Vorschriften dieses Titels stehen nicht entge-
                                                             gen:
(2) Die Entscheidung wird dem Rechtsbehelfsführer
bekanntgegeben.                                              a) dem Recht jeder Person, die sich durch eine Ent-
                                                                  scheidung auf dem Gebiet des Zollrechts beschwert
Wird dem Rechtsbehelf nicht stattgegeben, so ist der              fühlt, jederzeit nach den geltenden Vorschriften die
Rechtsbehelfsführer über sein Recht zu belehren, den              in Artikel 249 genannte Instanz anzurufen; in die-
                                                                  sem Fall wird davon ausgegangen, daß der Betref-
Rechtsbehelf auf der zweiten Stufe auszuüben.
                                                                  fende auf sein Recht zur Einlegung eines Rechtsbe-
                                                                  helfs bei den Zollbehörden verzichtet hat;
                       Artikel 247                           b) den geltenden Vorschriften, die in bestimmten Fäl-
                                                                  len vorsehen, daß der Rechtsbehelf unmittelbar bei
Wenn der Rechtsbehelfsführer nach Maßgabe des Arti-               der in Artikel 249 genannten Instanz einzulegen
kels 245 seinen Rechtsbehelf zurückgenommen hat,                  ist;
anschließend jedoch in der Lage ist, neue Argumente
oder Beweismittel vorzubringen, kann er bei den Zoll-        c) dem in der italienischen Gesetzgebung verankerten
behörden, bei denen er den Rechtsbehelf eingelegt                 Recht von Personen, deren Rechtsbehelf von den
hatte, die Wiederaufnahme der Prüfung des Rechtsbe-               Zollbehörden abgewiesen worden ist, nach den
helfs beantragen.                                                 Bestimmungen dieser Gesetzgebung das Staats-
                                                                  oberhaupt anzurufen.
Dieser Antrag ist nur zulässig, wenn er vor Ablauf der
für die Einlegung des Rechtsbehelfs festgesetzten Fri-       (2) Ein Antrag auf Erstattung oder Erlaß nach Artikel
sten eingereicht wird.                                       234 gilt als Einlegung eines Rechtsbehelfs. In diesem
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 128/51
Fall gelten die für die Einlegung des Rechtsbehelfs           gestützt wird, kann das Verfahren für Rechtsbehelfe
festgesetzten Fristen sowie Absatz 1 Buchstabe b) nicht.      gegen eine derartige Entscheidung anders als in diesem
                                                              Titel geregelt werden.
                          Artikel251                                                   Artikel 252
                                                              Dieser Titel gilt nicht für Rechtsbehelfe zur Aufhebung
Sofern nach dem Zollrecht die Zollbehörden befugt             oder Änderung einer aufgrund von strafrechtlichen
sind, nach eigenem Ermessen die tatsächlichen                 Vorschriften erlassenen Entscheidung der Zollbehör-
Umstände zu würdigen, auf die eine Entscheidung               den.
                                                     TITEL VIII
                                            SCHLUSSBESTIMMUNGEN
                         KAPITEL 1                            (2) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem
                                                              Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnah-
          AUSSCHUSS FÜR DEN ZOLLKODEX                         men. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem
                                                              Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende
                          Artikel 253                         unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffen-
                                                              den Frage — erforderlichenfalls durch eine Abstim-
(1) Es wird ein Ausschuß für den Zollkodex — nach-            mung — festsetzen kann.
stehend „Ausschuß" genannt — eingesetzt, der sich aus
                                                              Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenom-
Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in           men ; darüber hinaus hat jeder Mitgliedstaat das Recht
dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.           zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festge-
                                                              halten wird.
(2)   Der Ausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung.
                                                              (3) Die Kommission berücksichtigt soweit wie mög-
                                                              lich die Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrich-
                          Artikel 254                         tet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellung-
                                                              nahme berücksichtigt hat.
(1) Der Ausschuß kann alle das Zollrecht betreffen-
den Fragen prüfen, die ihm der Vorsitzende von sich                                   KAPITEL 2
aus oder auf Antrag des Vertreters eines Mitgliedstaats
unterbreitet.                                                          RECHTSWIRKUNGEN DER IN EINEM
                                                                 MITGLIEDSSTAAT ERLASSENEN MASSNAHMEN,
(2) Der Ausschuß wird auf Veranlassung seines Vor-               AUSGESTELLTEN PAPIERE UND GETROFFENEN
                                                                      FESTSTELLUNGEN IN EINEM ANDEREN
sitzenden zu dem Standpunkt konsultiert, den die                                   MITGLIEDSTAAT
Gemeinschaft in den Arbeiten internationaler Organi-
sationen zu den unter die gemeinschaftliche Zuständig-                                 Artikel 256
keit im Bereich des Zollrechts fallenden Fragen im
Zusammenhang mit der Durchführung internationaler             Die von den Zollbehörden eines Mitgliedstaats nach
Übereinkünfte, bei denen die Gemeinschaft Vertrags-           dem Zollrecht erlassenen Einzelmaßnahmen, ausge-
partei ist, vertreten soll.                                   stellten Papiere und getroffenen Feststellungen haben
                                                              in den anderen Mitgliedstaaten die gleichen Rechtswir-
(3) Die Mitgliedstaaten konsultieren einander im              kungen wie die von den Zollbehörden jedes dieser Mit-
Ausschuß zwecks Erarbeitung eines gemeinsamen                 gliedstaaten nach dem Zollrecht erlassenen Maßnah-
Standpunkts zu den sonstigen Arbeiten internationaler         men, ausgestellten Papiere und getroffenen Feststellun-
Organisationen im Bereich des Zollrechts, die sich im         gen.
Anfangsstadium der Verhandlungen befinden.
                                                                                      KAPITEL 3
                          Artikel 255                                   SONSTIGE SCHLUSSBESTIMMUNGEN
(1) Die erforderlichen Durchführungsvorschriften zu                                    Artikel 257
dieser Zollgrundverordnung einschließlich der in den
Artikeln 139 und 181 genannten Verordnungen werden            (1) Folgende Verordnungen und Richtlinien werden
unter Beachtung der von der Gemeinschaft eingegan-            aufgehoben:
genen internationalen Verpflichtungen nach dem nach-          — Verordnung (EWG) Nr. 802/68 des Rates vom
stehend beschriebenen Verfahren erlassen.                          27. Juni 1968 über die gemeinsame Begriffsbestim-
 ---pagebreak--- Nr.C 128/52                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  23. 5. 90
     mung für den Warenursprung (•), zuletzt geändert                    Verordnung (EWG) Nr. 2763/83 des Rates vom
     durch die Beitrittsakte Spaniens und Portugals;                     26. September 1983 über das Zollverfahren der
                                                                         Umwandlung von Waren unter zollamtlicher Über-
     Verordnung (EWG) Nr. 754/76 des Rates vom                           wachung vor ihrer Überführung in den zollrechtlich
     25. März 1976 über die zolltarifliche Behandlung                    freien Verkehr (17), zuletzt geändert durch die Ver-
     von Waren, die in das Zollgebiet der Gemeinschaft                   ordnung (EWG) Nr. 4032/88 (18);
     zurückkehren (2), zuletzt geändert durch die Ver-
     ordnung (EWG) Nr. 1147/86 (3);                                      Verordnung (EWG) Nr. 2151/84 des Rates vom
                                                                         23. Juli 1984 betreffend das Zollgebiet der Gemein-
     Verordnung (EWG) Nr. 222/77 des Rates vom                           schaft (19), zuletzt geändert durch die Beitrittsakte
     13. Dezember 1976 über das gemeinschaftliche Ver-                   Spaniens und Portugals;
     sandverfahren (4), zuletzt geändert durch die Ver-
     ordnung (EWG) Nr. 1674/87 (S);                                      Verordnung (EWG) Nr. 1900/85 des Rates vom
                                                                         8. Juli 1985 über die Einführung gemeinschaftlicher
     Verordnung (EWG) Nr. 2779/78 des Rates vom                          Ausfuhr- und Einfuhranmeldungen (20), geändert
     23. November 1978 zur Verwendung der Europäi-                       durch die Verordnung (EWG) Nr. 1059/86 (21);
     schen Rechnungseinheit (ERE) in den den Zollbe-
     reich betreffenden Rechtsakten (6), geändert durch                  Verordnung (EWG) Nr. 1999/85 des Rates vom
     die Verordnung (EWG) Nr. 289/84 (7);                                16. Juli 1985 über den aktiven Veredelungsverkehr
                                                                         ( 2 2 );
     Verordnung (EWG) Nr. 1430/79 des Rates vom
     2. Juli 1979 über die Erstattung oder den Erlaß von                 Verordnung (EWG) Nr. 3632/85 des Rates vom
     Eingangs- oder Ausfuhrabgaben (8), zuletzt geän-                    12. Dezember 1985 zur Festlegung der Vorausset-
     dert durch die Verordnung (EWG) Nr. 3069/86 (9);                    zungen, unter denen eine Person eine Zollanmel-
                                                                         dung abgeben kann (23);
     Verordnung (EWG) Nr. 1697/79 des Rates vom
     24. Juli 1979 betreffend die Nacherhebung von                       Verordnung (EWG) Nr. 2473/86 des Rates vom
     noch nicht vom Abgabenschuldner angeforderten                       24. Juli 1986 über den passiven Veredelungsverkehr
     Eingangs- oder Ausfuhrabgaben für Waren, die zu                     und den Standard-Austausch-Verkehr (24);
     einem Zollverfahren angemeldet worden sind, das
                                                                         Verordnung (EWG) Nr. 2144/87 des Rates vom
     die Verpflichtung zur Zahlung derartiger Abgaben
                                                                         13. Juli 1987 über die Zollschuld (25), geändert
     beinhaltet (,0), zuletzt geändert durch die Verord-
                                                                         durch die Verordnung (EWG) Nr. 4108/88 (26);
     nung (EWG) Nr. 918/83 (»);
                                                                         Verordnung (EWG) Nr. 1031/88 des Rates vom
     Richtlinie 79/695/EWG des Rates vom 24. Juli
                                                                         18. April 1988 über die zur Erfüllung einer Zoll-
      1979 zur Harmonisierung der Verfahren für die
                                                                         schuld verpflichteten Personen (27), geändert durch
     Überführung von Waren in den zollrechtlich freien
                                                                         die Verordung (EWG) Nr           /90 (28);
     Verkehr (12), zuletzt geändert durch die Beitrittsakte
     Spaniens und Portugals;                                             Verordnung (EWG) Nr. 1970/88 des Rates vom
                                                                         30. Juni 1988 über den Dreieckverkehr im Rahmen
     Verordnung (EWG) Nr. 1224/80 des Rates vom                          des passiven Veredelungsverkehrs und des Stan-
     28. Mai 1980 über den Zollwert der Waren (13),                      dard-Austausch-Verkehrs (29);
     zuletzt geändert durch die Beitrittsakte Spaniens
     und Portugals;                                                      Verordnung (EWG) Nr. 2503/88 des Rates vom
                                                                         25. Juli 1988 über Zollager (30);
     Richtlinie 81/177/EWG des Rates vom 24. Februar
      1981 zur Harmonisierung der Verfahren für die                      Verordnung (EWG) Nr. 2504/88 des Rates vom
     Ausfuhr von Gemeinschaftswaren (14);                                25. Juli 1988 über Freizonen und Freilager (31);
     Verordnung (EWG) Nr. 3599/82 des Rates vom                          Verordnung (EWG) Nr. 4151/88 des Rates vom
     21. Dezember 1982 über die vorübergehende Ver-                      21. Dezember 1988 zur Festlegung der Vorschriften
     wendung C5), zuletzt geändert durch die Verord-                     für in das Zollgebiet der Gemeinschaft verbrachte
     nung (EWG) Nr. 1620/85 (16);                                        Waren (32);
                                                                     7 ABl. Nr. L 272 vom 5. 10.
('2) ABl. Nr.  L148 vom 28. 6. 1968, S. 1.                        C    )                            1983, S. 1.
()   ABl. Nr.  L89 vom 2. 4. 1976, S. 1.                          (is;   ABl. Nr.  L 355 vom 23. 12. 1988, S. 36
(43) ABl. Nr.  L105 vom 22. 4. 1986, S. 1.                               ABl. Nr.  L 197 vom 27. 7. 1984, S. 1.
( 5) ABl. Nr.  L38 vom 9. 2. 1977, S. 1.                          r;
                                                                  (20  1
                                                                         ABl. Nr.  L 179 vom 11.7. 1985, S. 1.
(6)  ABl. Nr.  L157 vom 17.6. 1987, S. 1.                         (2P ABl. Nr.     L 97 vom 12.4. 1986, S. 7.
()   ABl. Nr.  L333 vom 30. 11. 1978, S. 5.                       (22I ABl. Nr.    L 188 vom 20. 7. 1985, S. 1.
f)    ABl. Nr. L33 vom 4. 2. 1984, S. 2.                          (23 ) ABl.Nr.    L 350 vom 27. 12. 1985, S. 1.
f8) ABl. Nr.   L175 vom 12. 7. 1979, S. 1.                        (24) ABl.Nr.     L 212 vom 2. 8. 1986, S. 1.
      ABl. Nr. L286 vom 9. 10. 1986, S. 1.                        ( 25 : ABl. Nr.  L 201 vom 22. 7. 1987, S. 15.
n
(.0) ABl. Nr.  L197 vom 3. 8. 1979, S. 1.                         (26) ABl.Nr.     L 361 vom 29. 12. 1988, S. 2.
c)    ABl. Nr. L105 vom 23. 4. 1983, S. 1.                        (27) ABl.Nr.     L 102 vom 21. 4. 1988, S. 5.
(.2) ABl. Nr.  L205 vom 13.8. 1979, S. 19.                        (28) ABl.Nr.     L ..., S...
  ,3 ABl. Nr.
( >            L134vom31.5. 1980, S. 1.                            (29) ABl.Nr.    L 174 vom 6. 7. 1988, S. 1.
(,4)
      ABl. Nr. L83 vom 30. 3. 1981, S. 40.                        (30) ABl.Nr.     L 225 vom 15.8. 1988, S. 1.
(IS) ABl. Nr.  L376 vom 31. 12. 1982, S. 1.                       (  31) ABl.Nr.   L 225 vom 15.8. 1988, S. 8.
(.6) ABl. Nr.  L155 vom 14.6. 1985, S. 54.                         (32) ABl.Nr.    L 367 vom 31. 12. 1988, S. 1.
 ---pagebreak--- 23. 5. 90                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 128/53
— Verordnung (EWG) Nr. 1854/89 des Rates vom                      (2) Die Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 des Rates (5)
     14. Juni 1989 über die buchmäßige Erfassung und              wird wie folgt geändert:
     die Voraussetzungen für die Entrichtung der Ein-
     gangs- oder Ausfuhrabgaben bei Bestehen einer                a) In Artikel 8 wird im Eingangssatz nach dem Wort
     Zollschuld (»);                                                   „Ausschuß" folgender Satzteil eingefügt: „gemäß
                                                                       Artikel 253 des Zollkodex (*).
— Verordnung (EWG) Nr. 1855/89 des Rates vom
     14. Juni 1989 über die vorübergehende Verwen-                    (*) ABl. Nr. L . . . vom         , S..."
     dung von Beförderungsmitteln (2);
                                                                  b) Der Eingangssatz von Artikel 9 Absatz 1 erhält fol-
— Verordnung (EWG) Nr. 3312/89 des Rates vom                          gende Fassung:
     30. Oktober 1989 über die vorübergehende Verwen-
     dung von Behältern (3).                                           »(1) Nach dem im Zollkodex vorgesehenen Aus-
                                                                       schußverfahren werden alle Maßnahmen erlassen,
                                                                       die die nachstehenden Fragen betreffen:".
(2) In allen Rechtsakten der Gemeinschaften, in
denen auf die in Absatz 1 genannten Rechtsakte Bezug              c)   Die Artikel 7, 10 und 11 werden gestrichen.
genommen wird, gelten diese Bezugnahmen als Bezug-
nahmen auf die Zollgrundverordnung.
                                                                                           Artikel 259
                                                                  Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröf-
                        Artikel 258                               fentlichung im Amtsblatt der Europäischen         Gemein-
                                                                  schaften in Kraft.
(1) Die Artikel 141, 142 und 143 der Verordnung
(EWG) Nr. 918/83 des Rates (4) werden gestrichen.                 Sie gilt ab 1. Januar 1993.
                 Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
                 Mitgliedstaat.
                 Geschehen zu Brüssel am
                                                                                      Im Namen des Rates
                                                                                         Der Präsident
(')  ABl. Nr. L 186 vom 30. 6. 1989, S. 1.
O    ABl. Nr. L 186 vom 30. 6. 1989, S. 8.
O    ABl. Nr. L 321 vom 4. 11. 1989, S. 5.
(«)  ABl. Nr. L 105 vom 23. 4. 1983, S. 1.                        (5)  ABl. Nr. L 256 vom 7. 9. 1987, S. 1.