CELEX: 51988PC0270
Language: de
Date: 1988-05-31
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES betreffend den Übergang des EUROTRA-Programms zur dritten Phase#Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES betreffend ein spezifisches Programm zur Fertigstellung eines maschinellen Übersetzungssystems modernster Konzeption (EUROTRA)#(Mitteilung der Kommission)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 270
Vol. 1988/0085
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit règlement ou sont considérés déclassifiés
conformément aux articles 26(3) et 59(2) de la décision (UE, Euratom) 2015/444 de la
Commission du 13 mars 2015 concernant les règles de sécurité aux fins de la protection des
informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
public. Where necessary, classified documents in this file have been declassified in conformity
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Articles (26.3) and 59(2) of the Commission Decision (EU, Euratom) 2015/444 of 13 March 2015
on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                KOM(88 ) 270 endg . - SYN 137
                                                Brüssel , den 31 Mai 1988
                            Vorschlag für einen
                            BESCHLUSS DES RATES
    betreffend den Obergang des EUROTRA-Programms zur dritten Phase
                            Vorschlag für eine
                          ENTSCHEIDUNG DES RATES
        betreffend ein spezifisches Programm zur Fertigstellung
           eines maschinellen Übersetzungssystems modernster
                           Konzeption ( EUROTRA )
                      ( Mitteilung der Kommission )
                                  |B3
                                          ^        *' v
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 ---pagebreak---                           MITTEILUNG DER KOMMISSION
Betrifft : Vorschlag für einen Beschluß des Rates betreffend den Obergang des
           Programms EUROTRA zur dritten Phase sowie für eine Entscheidung des
           Rates betreffend ein spezifisches Programm zur Fertigstellung eines
           maschinellen Obersetzungssystems modernster Konzeption ( EUROTRA )
I    VORBEMERKUNG
1.   Der Beschluß des Rates 86 /591 / EV6 vom 26 . November 1986 betreffend die Ein¬
     beziehung von Spanien und Portugal in das Programm EUROTRA schreibt folgen¬
     des Verfahren für den Phasenübergang vor :
     "Am Ende jeder Phase beschließt der Rat gemlß den im Vertrag vorgesehenen
     Verfahren auf der Grundlage eines Berichts der Kommission und der Stellung¬
     nahme des 1n Artikel 3 genannten Ausschusses , ob zur nächsten Phase Oberge¬
     gangen wird". Bei diesem Ausschuß handelt es sich um den Beratenden Verwal-
     tungs- und Koordinierungsausschuß "Sprachprobleme" ( BVKA-12).
2.   Die Erkllrungen fOr das Protokoll der Ratstagung gehen nåher auf die Modali -
     tåten des PhasenObergangs ein :
     "3 . Die Kommission bekrlftigt , daß der in Artikel 1 Absatz 2 genannte Bericht
     der Kommission an den Rat in Einklang mit der Stellungnahme erstellt wird,
     die der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß "Sprachprobleme "
     (BVKA-12 ) am 6 . Mai 1986 abgegeben hat . Dem Bericht wird eine von unabhln-
     gigen Sachverstlndigen vorgenommene Bewertung zugrunde gelegt ."
3.   Die Stellungnahmen des BVKA-12 und des Europäischen Parlaments fordern eine
     Bewertung des EUROTRA-Programms durch ein unabhängiges Sachverstlndigengremiun .
4.   Im Beschluß , das Programm auf Spanien und Portugal auszudehnen, stimmte der
     Rat einer Verlagerung der dritten Phase auf insgesamt zwei Jahre zu. Aller- '
     dings wurde die Zuweisung der für die Durchführung der dritten Phase zusltz-
     lich für erforderlich gehaltenen Mittel bis zur Entscheidung über den Ober¬
     gang zur dritten Phase vertagt .
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      Der Mittelbedarf für die dritte Phase wird von der Kommission und dem BVKA-12
      weiterhin auf insgesamt 12 Mio . ECU veranschlagt . ( 5,5 Mio . ECU dieses Be¬
      trags waren durch den ursprünglichen Beschluß aus dem Jahre 1982 bereits zu¬
      gewiesen - gemäß Beschluß aus dem Jahre 1986 jedoch vorbehaltlich des Über¬
      gangs zur dritten Phase . Ein zusätzlicher Bedarf von 6,5 Mio . ECU ergibt sich
      aus der zahlenmäßigen Zunahme der Sprachpaare von 42 auf 72 sowie aus der Lauf -
      zeitver längerung der dritten Phase von 18 auf 24 Monate .)
  5. Der Ratsbeschluß 87 / 516 / EURATOM, EW6 über das gemeinschaftliche Rahmenprogramm
      im Eereich der Forschung und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) verweist
      in Artikel 1 Absatz 3 darauf , daß für bereits beschlossene oder zur Zeit laufende
     Forschungsprogramme ein Mittelbedarf von 1 084 Mio . ECU veranschlagt werden
     muß . In diesem Betrag sind die 5,5 Mio . ECU enthalten, die im Ratsbeschluß
     82 /752 / EWG, geändert durch Beschluß 86 /591 / EWG, bereits zugewiesen wurden .
  6. Der Ratsbeschluß 87 /516 / EURATOM, EWG macht aufgrund der Ausweisung EUROTRAs
     als spezifisches Programm im Rahmen der Aktion betreffend die Sprachprobleme
     des Rahmenprogramms eine andere Vorgehensweise bei seiner Durchführung erforder¬
     lich . Das entsprechende Verfahren muß den Vorschriften aus Artikel 130 Q Ab¬
     satz 2 des EWG-Vertrages entsprechen .
  7. Das vorliegende Dokument verfolgt daher eine doppelte Absicht :
     - Einerseits soll der Rat darüber unterrichtet werden, wie die Kommission
        den Beschluß betreffend die Erweiterung des EUROTRA-Programms durchgeführt
        hat , welche Ziele und Modalitäten für die dritte Phase vorgesehen sind , und
        welche Strategie die Kommission bei der Umsetzung der Empfehlungen des Be¬
        wertungsgremiums zu verfolgen gedenkt ; gleichzeitig wird der Rat gebeten, den
        Vorschlag betreffend den Übergang zur dritten Phase anzunehmen ( der bereits
        eine Mittelzuweisung in Höhe von 5,5 Mio . ECU umfaßt ).
     - Andererseits wird der Rat gebeten, eine Entscheidung betreffend ein spezi ¬
        fisches Programm gemäß Aktionslinie 8.4 des Rahmenprogramms zu treffen, mit
        dem zusätzlich Mittel in Höhe von 6,5 Millionen ECU bereitgestellt werden,
        die zum Abschluß der dritten Phase erforderlich sind . Dieser Betrag ist Be¬
        standteil der laut Rahmenprogramm zur Durchführung der Aktionslinie 8.4 vor¬
        gesehenen Gesamtmittel und entspricht den 6,5 Millionen ECU, die bereits 1985
        zusätzlich von der Kommission vorgeschlagen wurden, jedoch nicht zugewiesen
        werden konnten, weil der Rat den entsprechenden Beschluß vertagte .
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II  DIE BEWERTUNG DES EUROTRA-PROG RAHMS DURCH EIN UNABHÄNGIGES SACHVERSTÄND IGEN-
    GREHIUM
8.  Auf Ersuchen des Rates und des Europlischen Parlaments und auf Empfehlung des
   BVKA-12 enthllt das Mandat für die Bewertung des Programms folgende Punkte :
   - Oualltit des wissenschaftlichen Ansatzes, insbesondere seine Tauglichkeit
      als Grundlage für die Arbeiten der dritten Phase sowie für die anschließende
      industrielle Entwicklung;
   - erzielte Ergebnisse;
   - Verhiltnis des für Eurotra gewählten Ansatzes zu den allgemeinen Tendenzen
      fortgeschrittener Forschung auf dem Gebiet der Sprachdatenverarbeitung;
   - Bedeutung von Eurotra für die Forschung auf dem Gebiet der maschinellen
      Obersetzung und der Sprachdatenverarbeitung;
   - Stellenwert der maschinellen Übersetzung und der Sprachdatenverarbeitung in
      der Forschungspolitik und den Forschungsprogrammen einzelner Linder, sowohl
      in der Gemeinschaft als auch in Drittllndern (USA, Japan, Kanada usw .);
   - Tauglichkeit der Organisationsstrukturen für das Projekt selbst und als Modell
      für andere Projekte;
   - Leitung des Projekts .
9. Um diesem breiten Anforderungsprofil gerecht zu werden, und in Übereinstimmung *
   mit den Empfehlungen des BVKA-12, sollten die in das Gremium berufenen Persön¬
   lichkeiten nicht nur in der Lage sein, die wissenschaftlichen und technischen
   Aspekte des Projekts zu überblicken, sondern auch über Kompetenzen in Fragen
   des Managements komplexer Projekte sowie der industriellen und öffentlichen
   Forschungspolitik verfügen . Darüber hinaus sprach sich der BVKA-12 dafür aus ,
   daß mindestens ein Gremiumsmitglied - vorzugsweise ein Fachmann auf dem Gebiet
   der Computerlinguistik - von außerhalb der Gemeinschaft kommen solle .
                                                                                   H­
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10 . Um den gestellten Anforderungen zu entsprechen, berief die Kommission folgende
     Persönlichkeiten :
     - Dr. A. E. PANNENBORG ( NL )-           Vorsitzender - ehemaliger stellvertre¬
                                              tender Vorstandsvorsitzender bei
                                              Phi lips .
     - A. DANZIN ( F )-                       ehemaliger Präsident von Thompson CSF
                                              und INRIA ( Institut de Recherche d'In-
                                              formatique et d'Automatique ), unterstützt
                                              von Herrn H. DIEUZEIDE vom Erziehungs ¬
                                              ministerium .
     - Prof . S. ALLEN CS )                   Ständiger Sekretär der Schwedischen Aka ¬
                                              demie der Wissenschaften und Professor
                                              für Computerlinguistik an der Universi ¬
                                              tät Göteborg .
     - Prof . H. STEUSLOFF ( D )              Leiter des Fraunhofer-Instituts für Infor¬
                                              mations - und Datenverarbeitung und Pro¬
                                              fessor am Fachbereich Informatik der
                                              Technischen Universität Karlsruhe .
11 . Daneben berief die Kommission Dr . Helen Henderson (VK ), Leiterin der Londoner
     Firma Information Management S Engineering Ltd . CIME), als unabhängigen Wissen¬
     schaftssekretär des 6remiums .
12 . Nach einer Reihe von Vorgesprächen mit den Gremiumsmitgliedern zu Beginn des
     Frühjahrs 1987 wurden die Bewertungsarbeiten im Mai aufgenommen . Der Abschluß¬
     bericht wurde Ende Oktober vorgelegt.'
13 . Das Arbeitsprogramm gliedert sich in zwei Phasen :
     Mai-Juli - Faktensammlung : Die Gremiumsmitglieder führten ausgedehnte Inter¬
     views mit den einzelnen Beteiligten : den nationalen Forschungsgruppen, die die
     eigentlichen Arbeiten durchführen; den Verantwortlichen in den Ministerien
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       und/ oder Forschungsbehörden, die die nationalen Fördermittel bereitstellen;
       den Vorsitzenden und Mitgliedern der einzelnen zustlndigen Ausschüsse ( BVKA-
       12, Gemeinsamer Lenkungsausschuß , Liaison-Gruppe ) sowie den Führungspersonal
       und den Mitgliedern des Eurotra-Projektteams in der Komnission . Oie Ergebnisse
       dieser Phase sind in einem Zwischenbericht festgehalten, der Ende Juli vorge¬
        legt wurde .
    .  August-Oktober - Schlußfolgerungen und Empfehlungen ; In diesem Zeitraum ana¬
      lysierte das Gremium die gesammelten Informationen und formulierte Schluß¬
      folgerungen und Empfehlungen, die neben einer Zusammenstellung der gewonnenen
       Erkenntnisse i » Abschlußbericht enthalten sind . Dieser Bericht ist zur Kenntnis ¬
       nahme beigefügt (siehe Anlage 3 ). Die Erkenntnisse und Empfehlungen werden auf
       den folgenden Seiten kurz zusammengefaßt .
14 . Die Kommission hat den Bericht ausgewertet und seinen positiven und konstruk¬
       tiven Tenor begrüßt . Sie wird alle erforderlichen Schritte unternehmen, um eine
       Reihe von Unzulänglichkeiten zu beseitigen, die kritisiert werden ( insbesondere
       die personelle Unterbesetzung ihres eigenen Projektteams ). Außerdem geht die
       Kommission davon aus , daß sie die in dem Bericht ausgesprochenen Empfehlungen
       im Rahmen des Eurotra-Programms in die Tat umsetzen kann, einschließlich der
      Vorbereitungen für den Obergang in eine industrielle Entwicklungsphase . Auf
      der Grundlage der wichtigsten Forschungsergebnisse von Eurotra eingeleitete
      Maßnahmen sowie die Erweiterung des Betätigungsfeldes um Bereiche, die im
       Eurotra-Programm nicht berücksichtigt wurden, sind Gegenstand eines weiteren
      Vorschlags der Kommission zum Thema "Sprachindustrie ", in den u . a . auch die
      Eurotra-Ergebnisse einfließen .
15 . In ihrem Vorschlag zum Übergang des Eurotra-Programms in die dritte Phase trägt
      die Kommission dem Bericht des Bewertungsgremiums voll und ganz Rechnung .
III ERKENNTNISSE UND EMPFEHLUNGEN DES BEWERTUNGSGREMIUMS
16 . Nach Ansicht des Gremiums hat das Eurotra-Programm vier getrennte Zielbereiche :
      - Politik
      - Ausbildung und Schulung
      - Wissenschaft und Technik (Grundlagen- und angewandte Forschung )
      - Wirtschaft ( industrielle Entwicklung )
                                                                                      &
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       Das Gremium weist jedoch darauf hin , daß der letztgenannte Bereich in der Ent ¬
       scheidung des Rates zur Annahme von Eurotra eigentlich nicht enthalten sei .
 17 . Als politisches Ziel sieht das Gremium in erster Linie die Erarbeitung eines fun¬
      dierten europäischen Know-hows im Bereich der maschinellen Übersetzung ( und ganz
       allgemein der Sorachdatenverarbeitung ).
 18 . Den besonderen Beifall des Gremiums fand der Erfolg beim Aufbau einer effizienten
      Kooperationsbasis zwischen den vie.en Forschungsgruppen in allen Teilen der Gemein ¬
      schaft . Nach Ansicht des Gremiums sind die in diesem Bereich gewonnenen Erfahrungen
      von unschätzbarem Wert , und man geht davon aus , daß sich das durch diese Kooperation
      entstandene Expertennetz langfristig als sehr nützlich erweisen wird .
19 . Darüber hinaus sieht das Gremium eine positive Nebenwirkung in der allgemeinen Schär -
      fung des Bewußtseins für die Bedeutung der auf eine Erleichterung der Kommunikation
      zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft ausgerichteten Forschungs ¬
      anstrengungen .
                                                                                              4
20 . Das Gremium kritisiert jedoch das Fehlen einer langfristigen und beständigen Politik
      in Europa , die zur Entwicklung eines europäischen Know-hows erforderlich ist . Man weist
      darauf hin, daß die fehlende Stabilität in diesem Bereich für den chronischen Mangel an
      qualifizierten Mitarbeitern in Europa verantwortlich sei unddaß Eurotra in einigen
      Fällen selbst darunter zu leiden gehabt habe, weil es nicht gelungen sei , die qualifi ¬
      ziertesten und erfahrensten Mitarbeiter anzuwerben .
21 . In den Ausbildungs - und Schulungsaufgaben , die in deutlichem Zusammenhang mit dem poli ¬
      tischen Ziel stehen, erkennt das Gremium eine positive Nebenwirkung von Eurotra . Da ei–
      fahrene Mitarbeiter fehlten, seien die Eurotra-Gruppen aus enthusiastischen Jungaka ¬
       demikern        aufgebaut worden, die nun Erfahrungen im praktischen Einsatz sammelten .
      Einige Wissenschaftler arbeiteten an Dissertationen auf der Grundlage ihres Eurotra -
      Beitrags , wodurch der akademische Status des Projekts aufgewertet werde . Außerdem
      seien in einigen Ländern aufgrund der Eurotra-Betei ligung akademische Ausbildungs ¬
      gänge in Comp . uter Linguistik eingerichtet worden .
22 . Die Kommission weiß , daß das Fehlen qualifizierter Mitarbeitern nicht nur die Arbeiten
      in Eurotra , sondern auch in anderen Projekten im Bereich der Sprachdatenverarbeitung
    ?
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      behindert . Sie begrünt die in dieser Hinsicht positiven Nebenwirkungen von Eurotra,
      ist jedoch der Ansicht , daß Eurotra allein bei weitem nicht ausreicht , den herrschen¬
     den Mangel zu beheben, insbesondere im Hinblick auf die Schaffung einer europäischen
      Sprachindustrie .
23 . Als wiss en schaftliches und technisches Ziel sieht das Gremium die Verbesserung der
      linguistischen Grundlagen, erst nach intensiver Forschungstätigkeit sei es möglich ,
     die Spezifikationen für das endgültige System festzulegen .
24 . Das Gremium bestätigt die Fundiertheit des linguistischen Ansatzes und der allgemei ¬
     nen Systemkonzeption, obwohl man darauf hinweist , daß deren erfolgreiche Umsetzung
     erst noch bewiesen werden müsse . Das Gremium verweist auf die Effizienzprobleme mit
     der ersten Prototyp-Software und empfiehlt , verstärkte Forschungsanstrengungen zur
     Entwicklung neuer Software- und ggf . Hardware-Architekturen zu unternehmen, um die
     Realisierbarkeit des Ansatzes zu gewährleisten . Als weitere positive Nebenwirkungen
     von Eurotra verzeichnet das Gremium das verstärkte Einschlagen neuer Forschungs ¬
     richtungen in der Linguistik .
25 . Das Gremium unterstreicht die grundlegende Bedeutung eines Prototyps zur maschinellen
     Übersetzung für die weitere Bewertung des linguistischen Modells . Ein guter Prototyp
     könne das erforderliche Feedback für die Forschung liefern und als geeignetes Instru¬
     ment zum Nachweis der Realisierbarkeit des Projekts eingesetzt werden . Es wird darauf
     hingewiesen, daß die Qualität der abschließenden Forschungsergebnisse erst bewertet
     werden könne , wenn große Datenmengen verarbeitet worden seien .
26 . Angesichts der bisherigen Leistungen räumt das Gremiun zwar ein,; daß gnrdlegende .Fort ¬
     schritte erzielt worden seien , kommt jedoch zu der Ansicht , daß das Ziel letztlich
     noch lange nicht erreicht sei ; deshalb wird empfohlen, die Forschungsanstrengungen
     im Rahmen von Eurotra fortzusetzen und über Neben- und Folgeprojekte noch zu ver ¬
     stärken .
27 . Die Kommission beabsichtigt , diese Empfehlungen in der dritten Eurotra-Projektphase
     und darüber hinaus in einem Aktionsolan zum Thema Sprachprobleme zu verwirklichen,
     der dem Rat zu gegebener Zeit vorgelegt wird und in besonderem Maße auf die Ergebnisse
     des Eurotra-Programms zurückgreift . Nach Ansicht der Kommission muß jedoch eine gtobale
     Strategie unter Einbeziehung der Forschung verfolgt werden .
                                                                                              ?
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 28 . Wirtschaftliches Ziel ist die Entwicklung eines fortschrittlichen, brauchbaren, effi ¬
       zienten Computerübereetzungssystems , das schließlich als " Industrieprodukt " ( bzw .
       in Form einer Vielzahl von Produkten ) sowohl in den Gemeinschaftsorganen als auch
       im öffentlichen sowie privatwirtschaftlichen Bereich der Mitgliedstaaten gewinn¬
       bringend eingesetzt werden könnte .
 29 . Das Gremium kritisiert , daß in dem ursprünglichen Ratsbeschluß kein klares wirtschaft ¬
       liches Ziel genannt sei , und versucht , diesen Zustand mit seinen Empfehlungen zu korri ¬
       gieren .
30 . Im Jahr 1982 - also etwa sieben Jahre vor dem voraussichtlichen Ende des Eurotra -
       Programms - war es dem Rat wahrlich nicht möglich , die Wesensmerkmale des endgül ¬
      tigen Industrieprodukts zu bestimmen, und so erklärte er ausdrücklich,
       (a )     daß die industrielle Entwicklung des Eurot ra-Systems erst nach Abschluß dieses
                Programms erfolgen kann und
       (b )     daß al& integraler Bestandteil der dritten Phase des Programms eine Bewertung
                der technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Systems durchge¬
                führt sowie ein Vorschlag für die industrielle Entwicklung eines operationellen
                Systems und den Obergang zu einem Stadium der kommerziellen Nutzung ausgearbei ¬
                tet werden muß .
31 . Mitte 1987 - d.h . fast fünf Jahre nach diesem Ratsbeschluß - räumt das Gremium ein :
      "Wie so oft läßt sich zwar die Qualität einer Forschungsarbeit relativ einfach beur ¬
      teilen ... doch solange die Arbeiten noch im Gange sind, ist eine abschließende Bewer¬
      tung der endgültigen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Endprodukts nicht möglich ".
32 . Zugleich unterstreicht das Gremium nachdrücklich die Notwendigkeit einer Abgrenzung
      zwischen der Forschungsphase und der daran anschließenden, sich notwendigerweise damit
      überschneidenden Entwicklungsphase, die zum Aufbau eines praxistauglichen Systems er¬
      forderlich ist .
33 . Das Gremium schlägt daher eine Trennung der Forschungs - von der Entwicklungsarbeit und
      die Oberführung der Entwicklungsarbeit in eine industrielle Umgebung vor und empfiehlt-
      die Ausarbeitung eines Stufenplans für die Systementwicklung auf der Grundlage
      "praktischer Anwendung der Forschungsergebnisse zur Erstellung eines voll einsatz ¬
      fähigen, voll automatischen Obersetzungssystems ”.
                                                                              * ■
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 34 . Das Gremium hat selbst eine lange Liste möglicher Betltigungsfelder auf der Grund¬
       lage der Eurotra-Ergebnisse aufgestellt ; sie reicht von Rechtschreibkorrektursystemen
      bis zu Kommunikationshilfen für Sprachbehi nderte .
35 . Zusammen mit dem eigentlichen Hauptziel , nimlich der Entwicklung eines maschinellen
      Dbersetzungssystems , ergibt diese Liste ein Arbeitsprogramm für die geplante euro¬
      päische Sprachindustrie, das zu gegebener Zeit - und zwar nachdem parallel dazu eine
      Definitionsstudie durchgeführt worden ist - als eigenstlndiges Programm geprüft werden
      muß .
36 . Mit Blick auf das besondere Ziel von Eurotra , alle neun Amtssprachen der Gemeinschaft
      und 72 Sprachpaare abzudecken, stellt das Gremium mit Recht fest , daß als Kunden für
      das Gesamtsystem wohl lediglich die Organe der Gemeinschaft in Frage kommen . Es muß
      jedoch darauf hingewiesen werden, daß aufgrund der modularen Struktur des Systems
      auch die speziellen Obersetzungsbedürfnisse im öffentlichen wie im pri vatwi rtschaf t -
      lichen Bereich der einzelnen Hitgliedstaaten befriedigt werden können .
37 . Das Gremium ist sich darüber im klaren, daß die Entwicklunskosten für ein praxis ¬
      taugliches System zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschltzbar sind, und empfiehlt
     die Durchführung einer Studie , in der die erforderlichen Leistungsmerkmale und die
      Kosten eines praxistauglichen Eurotra-Systems ermittelt werden . Diese Studie wird
     umgehend in Angriff genommen .
38 . Das Gremium ist jedoch davon überzeugt , daß die für Eurotra in seiner gegenwärtigen
      Form bereitgestellten bzw . vorgesehenen Mittel für diesen Zweck nicht ausreichten,
     und warnt vor dem Versuch, solche Aktivitäten in den gegenwärtigen Haushaltsrahmen zu
      zwingen, weil damit die Fortführung der Forschungsanstrengungen unterbunden würde und
     ein sehr unvollkommenes System zustande kirne .
39 . Gleichzeitig empfiehlt das Gremium nachdrücklich, die für die dritte Eurotra-Phase vor ¬
     gesehenen Haushaltsmittel auf die Fortsetzung des derzeitigen Programms und die Vorbe ¬
     reitung der industriellen Entwicklung zu verwenden, wlhrend für die Entwicklung eines
     kommerziellen Systems neue Mittel und Organisationsstrukturen gefunden werden sollten .
40 . Das Gremium weist außerdem darauf hin, daß die gegenwlrtige Organisationsstruktur von
      Eurotra - die mit den erforderlichen Anpassungen für ein Kooperationsprojekt auf dem
      Gebiet der angewandten Forschung als angemessen erachtet wird - nicht für ein indust ¬
       rielles Entwicklungsprojekt in Frage kommt , das eine Systemverwaltung mit voller
      hierarchischer Weisungsbefugnis erfordert .
                                                                                         /10
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 41 . Die zur Zeit bestehenden fast ausschließlich an Universitäten angesiedelten
       Eurotra-Forschungsgruppen seien sicherlich nicht dazu geeignet , industrielle
       Entwicklungsarbeit zu leisten, außerdem sollten sie nicht von ihrer Hauptaufgabe ,
       nämlich der Grundlagen - und angewandten Forschung , abgelenkt werden . Es wurde fest ¬
      gestellt , daß der Fortschritt von Eurotra durch fehlendes Fachwissen im Bereich
      der Sprachdatenverarbeitung behindert worden war und daß das verfügbare und
       zukünftige Mitarbeiterpotential für die Fortsetzung und Beschleunigung des Pro ¬
      gramms gebraucht wird . Deshalb sind besondere Vorkehrungen zum Wissens - und
      Technologietransfer an diejenigen zu treffen , die mit der Entwicklungsarbeit
      befasst sind .
42 . Die "industrielle Entwicklung von Eurotra " darf wahrscheinlich nicht als unteilbares
      Programm einer unteilbaren Organisation gesehen werden . Man muß davon ausgehen,
      daß eine Vielzahl von Produkten und Unterprodukten entwickelt wird, woraus sich
      eine Vielzahl von Projekten ergibt , die alle über eine geeignete Management-Struk¬
      tur verfügen müssen .
43 . Das Gremium hält einen festen Verbund zwischen den am Programm beteiligten Gruppen
      und den für die Schaffung einer Sprachindustrie in Frage kommenden Organisationen
      für wünschenswert, damit kommerziell verwertbare Zielvorstellungen entwickelt
      werden können; weist jedoch darauf hin, daß Privatunternehmen zur Zeit nur geringes
      Interesse an einer Beteiligung zeigen, weil sich Eurotra ihrer Ansicht nach eher
      in der Forschungs - als in der Entwicklungsphase befinde .
44 . Darüber hinaus hat das Gremium darauf hingewiesen, daß ein Mangel an ausreichend
      qualifizierten Mitarbeitern in Europa herrsche und daß Eurotra dabei im Wettbewerb
     mit anderen Projekten steht . Dies gilt sowohl für die Forschung als auch für die
      industrielle Entwicklung . Das Berufsbild "Sprachtechnik " ist bisher noch weitgehend
     unbekannt , und alle großen Entwicklungsprojekte leiden unter diesem Mißstand .
      Es ist daher dringend erforderlich, die Ausbildung von Computer Linguisten zu for¬
     cieren, wobei der Schwerpunkt nicht in erster Linie auf Forschung , sondern auf
     Entwicklung gesetzt werden muß .
45 . Die europäische Sprachindustrie dürfte sich zu einem volkswirtschaftlichen Schlüssel ¬
     bereich entwickeln; sie muß jedoch zuerst aufgebaut werden, denn sie ist als solche
     noch nicht existent . Die Bereitstellung öffentlicher Mittel ( durch die Gemeinschaft
     und die Mitgliedstaaten ) kann den Aufbau beschleunigen, wenn es auf privatwirt¬
     schaftlicher und industrieller Basis gelingt, die private Investitionstätigkeit
  j  anzuregen .
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IV   DIE REAKTION DER KOMMISSION AUF DIE EMPFEHLUNGEN DES BEWERTUNGSGREMIUMS
46 . Die Kommission nimmt zur Kenntnis , welche Bedeutung das Bewertungsgremium dem
     Eurotra-Programm in bezug auf seine politischen und ausbildungsbezogenen Ziele
     beimißt , insbesondere was die Bedeutung des Programms für die Zusammenarbeit in
     Europa und die Förderung der Forschungstätigkeit in diesem Fachgebiet anbetrifft .
     Sie ist ebenfalls der Meinung , daß insbesondere eine langfristige und beständige
     Politik auf nationaler und auf gemeinschaftlicher Ebene erforderlich ist , da Eurotra
     allein sicherlich nicht ausreicht .
47 . In bezug auf die wissenschaftlichen und technischen Ziele stellt die Kommission
     fest , daß das Gremium den gewählten linguistischen Ansatz und die Systemkonzeption
     gutheißt , und begrüßt die Empfehlung , das gegenwärtige Programm fortzusetzen,
     um so die Umsetzbarkeit seiner Ergebnisse unter Beweis zu stellen .
48 . Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Ziele teilt die Kommission die Ansicht , daß
     mit den Vorbereitungen zur Oberführung des Eurotra-Projekts von der angewandten
     Forschung zur Industriellen Entwicklung und mit der Einbeziehung industrieller
     Partner für diese Entwicklung sofort begonnen werden muß .
49 . Die Kommission beabsichtigt , die Empfehlungen des Gremiums in folgender Welse
     umzusetzen :
     - Im Rahmen des Eurotra-Programms werden die erforderlichen Modifikationen an
       den Zielen und am Arbeitsprogramm vorgenommen, um seine Erfolgsaussichten sowie
       seine Verwendbarkeit als Grundlage für eine industrielle Entwicklung zu verbessern;
       außerdem wird eine Studie über die Konzeption und die Kosten eines praxi staug-
       lichen Eurotra-Systems durchgeführt .
     - Außerhalb des Eurotra-Programms wird die Kommission eine Studie über die Konzeption
     und die Zukuiftsausslchten einer europäischen Sprachindustrie veranlassen .
 50 . Der Ratsbeschluß zu Eurotra sieht die Möglichkeit einer Beteiligung von Drittländern
     auf der Grundlage von Artikel 228 des Vertrages vor und ermächtigt die Kommission,
     Kooperationsve re i nbarungen auszuhandeln .
                                                                                     /Z
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  51 . Mit der Schweiz, die mit der Gemeinschaft drei Sprachen gemeinsam hat , wurden
       während der zweiten Programmphase Vorbereitungsgespräche geführt ; der Abschluß
       einer für alle Beteiligten vorteilhaften Kooperationsvereinbarung wird in Kürze
       erwartet , so daß zu Beginn der dritten Phase mit der Umsetzung begonnen werden
       kann .
  V   ERWEITERUNG DES PROJEKTS UND FORTGANG DER ARBEITEN
  52 . Nach dem Beschluß des Rates vom 26 . November 1986 handelte die Kommission die
       Beteiligungsverträge mit den spanischen und den portugiesischen Behörden aus .
       Der Vertrag mit Spanien wurde 1m Dezember 1986, der mit Portugal im April 1987
       unterzeichnet .
  53 . Beide Verträge gehen von einer effektiven Laufzeit von zwei Jahren für die Verwirk¬
       lichung der Ziele der zweiten Programmphase aus . Da zunächst die internen Projekt ¬
       strukturen aufgebaut und die zukünftigen Mitarbeiter der beiden Forschungsgruppen
       angeworben und ausgebildet werden mußten, konnten die eigentlichen Projektarbeiten
       erst zwischen Juli und Oktober 1987 aufgenommen werden .
  54 . Die Arbeitsprogramme der spanischen und der portugiesischen Gruppe sind derart
       aufgebaut, daß erste Analyseergebnisse so rechtzeitig vorliegen, daß noch vor
       Ende der zweiten Phase in begrenztem Maße mit den Transfer-Arbeiten begonnen werden
       kann .
  55 . Das in Vorbereitung befindliche Arbeitsprogramm für die dritte Phase berücksichtigt
       die besondere Situation des Spanischen und Portugiesischen . Für diese Sprachen
       werden die verschiedenen Optionen bezüglich der Ziele der dritten Phase sowie
       deren Realisierungsmöglichkeiten mit den zuständigen Behörden abgestimmt und 1n
       den Beteiligungsverträgen für die dritte Phase festgehalten .
43
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                                                • 13 -
 56 . Die übrigen Projektarbeiten wurden gemäß den Vorgaben des allgemeinen Arbeits ¬
       programms planmäßig weitergeführt . Alle Beteiligungsverträge sind unterzel chnet ,
      die entsprechenden Forschungsgruppen aufgebaut . Jede Gruppe hat ein Arbeitsprogramm
      aufgestellt , mit dem die Ziele der zweiten Phase termingerecht erreicht werden
       sol len .
57 . Die Kommission hat eine Reihe von Dokumenten ausgearbeitet , u . a .:
      - ein ausführliches Arbeitsprogramm für den Rest der zweiten Phase, mit dem das
        f vom Rat vorgegebene Systemziel erreicht werden soll;
      - ein Arbeitsprogramm für die dritte Phase;
      - eine Aufstellung der Grundvoraussetzungen für einen ordnungsgemäßen Beginn der
          dritten Phase .
58 . Die Grundvoraussetzungen für den Beginn der dritten Phase betreffen Insbesondere :
      - Entwicklungsstand        der allgemeinen linguistischen Spezifikationen;
      - Entwicklungsstand der Eurotra-Baslssoftware und Benutzerschnittstelle 1m Hin¬
         blick auf Verarbeitungsgeschwindigkeit, Funktionsanforderungen und Benutzerfreund¬
          lichkeit ;
      - Arbeite - i/)d Prüfmethoden für die dritte Phase ;
      - Instrumente und Methoden für den Aufbau der ein- und zweisprachigen Wörter ¬
         bücher während der dritten Phase;
      - Bewertungskriterien für die Ergebnisse der dritten Phase .
59 . Die nationalen Forschungsgruppen und die einzelnen Teams, die mit Arbeiten von
      allgemeinem Interesse betraut sind, bemühen sich sehr, den Zeitplan einzuhalten .
      Die Effizienz der Basis-Software, die bisher erhebliche Probleme bereitete , wird
      zur Zelt verbessert . Darüber hinaus hat sich die Architektur der virtuellen Maschine
      soweit stabilisiert , daß die Weitervergabe von Arbeiten nach außen jetzt möglich
      Ist . Mit den Vorbereitungen für eine Weitervergabe wurde bereits begonnen .
60 . Mit Blick auf die Benutzerschnittstelle sowie den Aufbau und die Pflege recht
      umfangreicher Grammatiken und Wörterbücher entschied man sich für eine verallge¬
      meinerte Form eines relationalen Datenbank-Managementsystems; die Planungsarbeiten
      für die Datenbankstruktur und deren Schnittstelle zum Kernsystem sowie die Einrichtung
      zum Aufbau und zur Erprobung des Systems sind 1n vollem 6ang .
 ---pagebreak---                                                  - 14
   61 . Aufgrund des Zeitplans für die Zuweisung der erforderlichen Mittel durch die Haus ¬
         haltsbehörden wurde das Ende der zweiten Phase auf Mitte 1988 verschoben . Die
         Kommission ist zuversichtlich , daß die Ziele der gegenwärtigen Phase innerhalb
        des verfügbaren Finanzrahmens fristgerecht erreicht werden können .
  62 . Um die Kontinuität des Programms zu gewährleisten, ist eine Entscheidung über
        die dritte Phase noch vor diesem Zeitpunkt unabdingbar .
  VI ZIELE UND ARBEITSPROGRAMM DER DRITTEN PHASE
  63 . Bei der Festlegung von Zielen und Inhalt der dritten Phase hat die Kommission
        folgendes berücksichtigt :
        -  die  in den Ratsbeschlüssen aus den Jahren 1982 und 1986 genannten Ziele;
        -  die Empfehlungen des BVKA-12 aus der Stellunganhme vom 6 . Mai 1986;
        -  den Bericht des Bewertungsgremiums ;
        -  die Erklärungen für das Protokoll der Ratstagung vom 26 . November 1986;
        -  die bisher bei der Realisierung des Programms gesammelten Erfahrungen .
  64 . In Übereinstimmung mit dem Bewertungsgremium geht die Kommission davon aus , daß
        die Entwicklung eines operationellen Prototyps zur maschinellen Übersetzung
        - eines der technischen Hauptziele des Programms - von größter Wichtigkeit ist ,
        da dieser Prototyp nicht nur die Basis für die Bewertung des     linguistischen
        Modells bilden und Feedback für die Forschung liefern, sondern letztendlich auch
        zum Beweis der praktischen Einsetzbarkeit des Systems dienen soll .
  65 . Um dieses Ziel zu erreichen, wird eine ausgewogene Vorgehensweise mit drei Schwer ¬
        punktbereichen verfolgt :
        - linguistische Forschung ;
        - linguistische Implementierungsarbeit ;
        - Systemkonzeption und Entwicklung von Software-Tools .
        Parallel dazu wird die industrielle Entwicklung und die Beteiligung industrieller
        Partner vorbereitet .
Λ 5"
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66 - Für die Dauer des Programms sind die Implementierungsarbeiten der nationalen For¬
     schungsgruppen notwendig , um die Forschungsergebnisse zu testen, den Prototyp
     zu verbessern und die Aktivitäten im Bereich der angewandten Forschung durch stän¬
     diges Feedback voranzutreiben .
67 . Die   für den Prototyp geplante Größe sollte aussagekräftige Schlußfolgerungen Cber
     die  qualitative Leistungsfähigkeit und die Erweiterbarkeit des Systems zulassen .
     Für  die Abdeckung eines begrenzten, homogenen Sachgebiets gilt ein Wörterbuchbestand
     von  annähernd 20 000 Einträgen als absolutes Minimum . Erst ab dieser Größenordnung
     Ist  eine Systemerprobung mit Texten aus der Praxis möglich .
68 . Die Kommission geht davon aus , daß das Ziel von annähernd 20 000 Einträgen im
     Rahmen der bestehenden Strukturen und mit den vorhandenen Mitteln für eine ganze
     Reihe von Sprachen und Sprachpaaren erreicht werden kann .
69 . Die Kommission Ist sich der Tatsache bewußt , daß dieses Ziel nur zu erreichen
     Ist , wenn kompetente Arbeitskräfte, geeignete Instrumente für den Aufbau und die
     Pflege der Wörterbücher sowie lexlkographlsche und terminologische Arbeitsmittel
     bereltgestellt werden . Was den letzten Punkt anbetrifft , so weiß die Kommission,
     daß nicht alle Sprachen gleich gut abgedeckt sind : für einige Sprachen und Sprach -
     paare gibt es nur unzureichende oder überhaupt keine lex1 kographl sehen und termi ¬
     nologischen Arbeitsmittel . Aufgrund dieser Tatsache kann es für einige Sprachen
     und Sprachpaare schwierig werden, das Programmziel von 20 000 Wörterbucheinträgen
     vollständig zu erreichen .
70 . Alle nationalen Forschungsgruppen wurden aufgefordert , ein Inventar der zu ihren
     Sprachen verfügbaren lexikalischen und terminologischen Arbeitsmittel anzufertigen .
     Auf der Grundlage dieses Inventars wird es möglich sein, geeignete Maßnahmen zu
     ergreifen, um hier ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Sprachen zu erreichen .
                                          »
71 . Eurotra sind als Projekt Grenzen gesetzt ; daher kann es nicht gelingen, die lexi ¬
     kalischen und terminologischen Schwachstellen vollständig zu beseitigen, Insbesondere
     wenn die Voraussetzungen für eine Industrielle Entwicklung oder andere Anwendungen
     1m Bereich der Sprachdatenverarbeltung zu schaffen sind . Daher müssen zu einem
     späteren Zeitpunkt neue Vorschläge zu diesem Thema unterbreitet werden .
                                                                                      И(о
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72 . Die Software-Arbeiten sind während der gesamten dritten Phase fortzusetzen .
     Einerseits soll damit den wachsenden Anforderungen des Projekts selbst Rechnung
     getragen werden : Quantität (Grammatiken, Wörterbücher , Textkorpora ); Geschwindig¬
     keit ( zur Durchführung umfangreicher Testläufe ); Ausdrucksmöglichkeiten und Benutzer ¬
     freundlichkeit .
73 . Andererseits besteht eine Reihe von Problemen im Hinblick auf Verarbeitungsgeschwindig
     keit und Speicherplatzbedarf . Um diese Probleme zu beseitigen, was von zentraler
     Bedeutung für eine industrielle Entwicklung ist , werden die Möglichkeiten fort¬
     geschrittener Software- und ggf . Hardware-Architekturen untersucht .
74 . Zu diesem Zw.eck wird verstärkt usi Fachkompetenz außerhalb der bestehenden Eurotra-
     Strukturen zurückgegriffen; außerdem werden Verbindungen zu anderen Projekten
     innerhalb des Rahmenprogramms gesucht .
75 . Xm Hinblick auf die linguistischen Arbeiten geht man davon aus, daß in den nationalen
     Forschungsgruppen ein Gleichgewicht zwischen angewandter Forschung und Implemen¬
     tierungsarbeit gewahrt werden kann . Obwohl die Implementierungsarbeit letztlich
     auf das endgültige Systemziel ausgerichtet Ist, dient sie während der gesamten
     dritten Phase als Prüfstand für die Integration und die Bewertung der Ergebnisse
     aus der angewandten Forschung .
76 . Hauptgegenstand der angewandten sprachwissenschaftlichen Forschung ist die Verbesserun;
     der qualitativen Leistungsfähigkeit des Systems . Die beiden Schwerpunkte der ange¬
     wandten Forschung bilden einerseits die Verbesserung der zwischensprachlichen
     Grundlagen im Bereich der Schnittstellenstruktur (um den Transfer auf ein Minimum
     zu reduzieren ), andererseits die Auflösung von Mehrdeutigkeiten ( stärkere Betonung
     der Semantik, vor allem 1n bezug auf semantische Merkmale, semantische Relationen
     und kontrastive Studien , sowie die stärkere Brücksichtlgung von KI-Methoden ).
77 . Das Gremium betonte die Effizienz der gegenwärtigen Managementstruktur, für die das
     Programm eine gewisse Flexibilität bei der Arbeitseinteilung zuläßt und die Dis¬
     kussion darüber in Gang hält, welche Richtung in bestimmten Detailfragen einzuschla¬
     gen ist . Insbesondere weist das Gremium darauf hin, daß die Liaison-Gruppe angesichts
     der großen Zahl unterschiedlicher fachlicher Meinungen ime.rhalb dieser Gruppe
     überraschend gut arbeitet und daß dieses EG-Forschungsprojekt mit dieser unortho¬
     doxen Methode recht gut voranzukommen scheint .
 ---pagebreak---                                                - 17 -
78 . Für die dritte Programmphase sind eine Reihe von Verlnderungen und Anpassugen
      geplant , um den neuen Gegebenheiten und Erfordernissen des Programms Rechnung
      zu tragen . Sie betreffen insbesondere :
      - die Zusammensetzung und die Aufgabenverteilung des Projektteams Innerhalb der
        Kommission ;
     - das Profil der Sprachgruppen, bei dem insbesondere die wechselnden Anforderungen
        im Bereich der Lexikonarbeiten zu berücksichtigen sind ;
     - die genaue Funktion der irischen Gruppe , soweit die Terminologiearbeit und ihre
        Zusammenarbeit mit den Sprachgruppen betroffen Ist ;
     - die genaue Funktion der luxemburgischen Gruppe 1n Ihrer Eigenschaft als Dokumen -
        tatlons -, Erprobungs- und Referenzzentrum sowie Software-Clearingsstelle;
     - die Organisation der linguistischen Forschungsarbeiten von allgemeinem Interesse ,
        die von den einzelnen nationalen Forschungsgruppen durchgeführt werden sollen,
        Insbesondere die Schaffung führender Fachzentren für die einzelnen Themen;
     - die Koordinierung der Forschungsanstrengungen 1m Bereich der allgemeinen System ¬
        konzeption und der Basissoftware ;
     - die Kooperation mit Dritten zur Implementierung der Eurotra-Software;
     - die Beteiligung Dritter bei der Bearbeitung linguistischer Sonderbereiche
        ( Insbesondere Lexikographie );
     - die Mechanismen für den Transfer von Technologie und Fachwissen nach
        außen 1n Vorbereitung der industriellen Entwicklung .
79 . Mit der Vorbereitung der Industriellen Entwicklung wird unmittelbar begonnen,
     um die europAlsche Industrie 1n die Lage zu versetzen, die Eurotra-Ergebnlsse
     angemessen zu nutzen . Außerdem Ist anzunehmen, daß eine frühzeitige Industriebetei ¬
     ligung einen positiven Einfluß auf die Richtung sowie die Ergebnisse der Forschungs¬
     arbeit ausübt und die Interaktion zwischen Industrie und Forschungsgruppen verbessert .
VII ALLGEMEINE STRATEGIE DER GEMEINSCHAFT IM BEREICH SPRACHPROBLEME
80 . Mit Eurotra hat die Kommission das erste FuE-Programm der Gemeinschaft zum Thema
     Sprachprobleme in Angriff genommen . Eurotra zielt u . a . darauf ab, die Forschungs¬
     ind Entwicklungstltigkei t in diesem Bereich anzuregen und als Katalysator für daraus
     abgeleitete Anschlußprogramme zu wirken .
                                                                                     ΊΙ
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  81 . Sowohl auf nationaler als auch auf gemeinschaftlicher Ebene ist diese Wirkung
       bereits spürbar ; eine Reihe von Projekten mit direktem oder indirektem Bezug zu
       Eurotra wurden eingeleitet .
  82 . U. a . dank Eurotra wird zudem die Bedeutung der Sprachdatenverarbeitung für den
       Erfolg fortgeschrittener Informationstechnologien in zunehmendem Maße anerkannt ;
       das Konzept einer europäischen Sprachindustrie als eigenständiger Wirtschafts ¬
       bereich findet wachsende Anerkennung und Unterstützung .
  83 . Oie Kommission . denkt zur Zeit über die Möglichkeiten zur Schaffung eines günstigen
       Umfelds für die Sprachindustrie nach , die Zulieferaufgaben für mindestens fünf
       große Wirtschaftsbereiche wahrnehmen würde : übersetzen und Dolmetschen, Informa¬
       tionsdienste, Fremdsprachenunterricht, Büroautomatisierung und Verlagswesen .
 VIII SCHLUSSFOLGERUNGEN
  84 . Die Arbeiten am Eurotra-Programm sind jetzt in vollem Gang; in allen Zwölf Mitglied¬
       staaten sind Forschungsgruppen tätig .
  85 . Von allen Programmbeteiligten werden ernsthafte Anstrengungen unternommen , die
       Ziele der zweiten Phase zu erreichen und die Voraussetzungen für einen ordnungsgemäßen
       Beginn der dritten Phase zu schaffen .
  86 . Die Kommission geht davon aus , daß diese beiden Voraussetzungen Mitte 1988 gegeben
       sein werden, und schlägt vor, am 1 . Juli 1988 mit der dritten Projektphase von
       Eurotra zu beginnen .
  87 . Die Kommission bittet den Rat , den beigefügten Vorschlag betreffend den Phasenüber¬
       gang sowie ein spezifisches Programm zur Fertigstellung eines maschinellen Über¬
       setzungssystems modernster Konzeption ( EUROTRA ) anzunehmen .
4<\
 ---pagebreak---                                           19
          Vorschlag für einen Beschluß des Rates betreffend den Übergang
          des Programms EU90TRA zur dritten Phase
          Vorschlag für eine Entscheidung des Rates betreffend ein spezifisches
          Programm zur Fertigstellung eines maschinellen Übersetzungssystems
          modernster Konzeption ( EUROTRA )
ANLAGE I  Abschlußbericht des EUROTRA-Beyertungsgremiums
ANLAGE II Arbeitsprogramm der dritten Phase
ANLAGE m  Finanzbogen " A "
ANLAGE Tg Finanzbogen " B "
ANLAGE S: Entyurf der Ste l lungnahme des BVKA-12
                                                                               -2 0
 ---pagebreak---                                   Vorschlag für einen
                                  BESCHLUSS DES RATES
        betreffend den Obergang des EUROTRA-Programms zur dritten Phase
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
gestützt auf den Beschluß des Rates 82 /752 / EWG vom 4 . November 1982 ' zur Annahme
eines Forschungs - und Entwicklungsprogramms der Europlischen Wirtschaftsgemeinschaft
für ein automatisches Obersetzungssystem modernster Konzeption ( 1 ) geändert durch
den Beschluß 86 /591 / EWG ( 2), insbesondere auf Artikel 1 zweiter Absatz ,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses
in Erwägung nachstehender Gründe :
Der Beschluß 82 / 752 / EWG schreibt vor , daß der Rat am Ende jeder
Phase des obengenannten Programms ( mit der Bezeichnung EUROTRA )
gemäß den im Vertrag vorgesehenen Verfahren auf der Grundlage eines Berichts der
Kommission und der Stellungnahme des Beratenden Verwaltungs - und Koordinierungs ¬
ausschusses "Sprachprobleme " (BVKA-12 ) entscheidet , ob zur nächsten Phase überge
gangen wird .
(1 ) ABU Nr . L 317 vom 13.11.1932, S. 19
     ABl . Nr . L 341 vom 04.12.1986, S. 39
 (3) ABU
     ABU
                                                                                    ZZ
 ---pagebreak---                                          2  -
 Der Beschluß 87/ 516 / EURATOM, EWG des Rates (5 ) Ober das gemeinschaftliche Rahmen¬
programm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) verweist
 in Artikel 1 Absatz 3 darauf , daß ein Mittelbedarf von 1 084 Mio . ECU für bereits
beschlossene oder zur Zeit laufende Forschungsprogramme veranschlagt werden muß .
 EUROTRA ist eines dieser bereits beschlossenen und zur Zeit laufenden Programme
mit einem Mittelbedarf , der im oben genannten Beschluß 82 /752/ EUG auf
5,5 Mio . ECU für die dritte Programmphase veranschlagt wurde .
Die Ziele der zweiten Phase des Eurot ra-Programms werden voraussichtlich Mitte 1988 im
Rahmen der von der Haushaltsbehörde zugewiesenen Haushaltsmittel erreicht .
Das Eurot ra-Programm wurde einer Bewertung durch ein Gremium unabhängiger Sachver ¬
ständiger unterzogen; dessen Empfehlungen wurden von der Kommission bei der Fest ¬
schreibung der Leitlinien für die dritte Phase berücksichtigt .
Alle zwölf Mitgliedstaaten wirken aktiv an der Verwirklichung des Programms mit .
Mit den Vorbereitungsarbeiten für die Oberführung des Eurotra-Programms in eine indu -
strielle Entwicklungsphase müßte umgehend begonnen werden .
Der BVKA-12 ist angehört worden und hat eine positive Stellungnahme zum Übergang
zur dritten Phase abgegeben .
Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung ( CREST ) ist angehört
worden,   -
(5)   A.BI Kr . .   L 302 vom 24.10.1987, S. 1
 ---pagebreak---                                         3
BESCHLIESST :
 Einziger Artikel ;
Das Eurot ra-Programm in seiner mit Beschluß 82 / 752 / EUG festgelegten und mit
Beschluß 86 / 591 / EUG geänderten Gestaltung wird am 1 . Juli 1988 in die dritte
Phase überführt .
Geschehen zu Brüssel am ...
Im Namen des Rates
Der Präsident
 ---pagebreak---                                       Vorschlag fQr eine
                                    ENTSCHEIDUNG DES RATES
                   betreffend ein spezifisches Programm zur Fertigstellung
                      eines maschinellen Obersetzungssystems modernster
                                     Konzeption ( EUROTRA)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft , ins ¬
besondere auf Artikel 130 q Absatz 2 ,
auf Vorschlag der Kommission,
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts-und Sozialausschusses
in Erwägung nachstehender Gründe :
Artikel 130 k des EWG-Vertrags legt fest , daß die Durchführung des Rahmenprogramms im
Wege spezifischer Programme erfolgt , die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt wer ¬
den .
Der Rat erkennt mit der Annahme des gemeinschaftlichen Rahmenprogramms im Bereich der
Forschung und technologischen Entwicklung (1987-1991 ) ^ an, daß ein Interesse an
einer Aktion zum Thema Sprachprobleme im Rahmen der Aktionslinie 8.4 , Verbreitung
und Nutzung der Ergebnisse der wissenschaftlichen und technischen Forschung , besteht .
(1 )
(2)   ABI . Nr . L 302 vom 24.10.1987, S. 1
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 Kit dem Beschiß 82 /752/ EWG G), geändert durch Beschiß 86 /591 / EWG (4 ), hat der Rat ein For-
schungs - und Entwicklungsprogramm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft für ein
maschinelles Obersetzungssystem modernster Konzeption ( EUROTRA ) angenommen .
Das EUROTRA-Programm wurde einer Bewertung durch ein Gremium unabhlngiger Sachver ¬
ständiger unterzogen ; dessen Empfehlungen wurden von der Kommission bei der Fest ¬
schreibung der Leitlinien für die dritte Phase berücksichtigt .
 Mit dem Beschluß ../.../ EWG hat der Rat den Obergang des EUROTRA-Programms zur
 dritten Phase angenommen .
In Übereinstimmung mit den Stellungnahmen des Beratenden Verwaltungs - und Koordi nierungs
ausschusses " Sprachprobleme " ( BVKA-12 ) vom 6 . Hai 1986 und vom 25 . Januar 1988 wird
der zusätzliche Hittelbedarf zur Vollendung der dritten Phase des EUROTRA-Programms
auf 6,5 Hio . ECU veranschlagt .
Der Beratende Verwaltungs - und Koordinierungsausschuß " Sprachprobleme " ( BVKA-12 ) hat
seine Stellungnahme abgegeben .
Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung ( CREST ) ist angehört worden ,
HAT   FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN :
Artikel    1
1.    Ein spezifisches Programm zur Vollendung eines maschinellen Obersetzungs ¬
      systems modernster Konzeption ( EUROTRA ) bis zum Jahr 1990 wird anqenommen .
2.    Inhalt und Laufzeit des Programms sind im Beschluß 82 / 752 / EWG des Rates
      f estge legt .
( 3 ) ABI . Nr . L 317 vom 13.11.1982 , S. 19
( 4 ) ABI . Nr . L 341 vom 4.12.1986 , S. 39
                                                                                                  IÇ,
 ---pagebreak---                                     3
 3.  Oie ausführlichen Regelungen zur Durchführung dieses spezifischen Programms
      sind im Anhang dargelegt .
 Artikel 2
 Unbeschadet des bereits im Beschluß 82 / 752 / EUG veranschlagten Mittel ¬
bedarfs in Höhe von 5,5 Mio . ECU wird ein Betrag von weiteren 6,5 Mio ECU zur Voll¬
endung des EUROTRA-Programms für erforderlich gehalten .
Artikel 3
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
Geschehen zu Brüssel am
Im Namen des Rates
Der Président
                                                                                     17
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                                       ANHANG
1 .  2IELE
     Ziel des spezifischen Programms ist einerseits die Durchführung zusltzlicher
     Aufgaben, die in der dritten EUROTRA-Phase durch die Einbeziehung von Spanisch
     und Portugiesisch erforderlich wurden . Diese Erweiterung hat sich in doppelter
     Weise auf das ursprüngliche Arbeitsprogramm ausgewirkt :
             ( a ) die Anzahl der Sprachpaare stieg von 42 auf 72 , und
             (b ) die Laufzeit der dritten Phase wurde um sechs Monate verllngert .
    Andererseits sollen mit diesem spezifischen Programm zwei kritische Teilbe¬
     reiche gefördert werden , die in der wlhrend der zweiten Phase durchgeführten
    Bewertung besonders hervorgehoben wurden, nlmlich die Software-Entwicklung
    und die Vorbereitungsarbeiten für eine Industriebeteiligung .
2.  REGELUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS
    1 . Die Kommission sorgt für die Durchführung des Programms, insbesondere
        mit Hilfe von Forschungs - und Betel ligungsvertrigen , in denen die Rechte
        und Pflichten aller Beteiligten und ggf . die Bedingungen und Verfahrens ¬
        weisen für mögliche Lizenzgebühren sowie die Rückzahlung der von der Ge ¬
        meinschaft geleisteten Beiträge festgelegt werden .
    2 . Die veranschlagten 6,5 Millionen ECU verteilen sich intern etwa wie folgt :
        ( a ) Beiträge der Gemeinschaft an die nationalen Forschungs ¬
                gruppen                                                  4,4 Mió ECU
        ( b ) Basis-Software                                             1,1 Mió ECU
        ( c ) Linguistische Spezifikationen                              0,2 Mío ECU
        (d ) Workshops , Materialbedarf usw .                            0,1 Mío ECU
        (e ) Vorbereitungsmaßnahmen für den Übergang zu einem
                industriellen System                                     0,7 Mio ECU
                                                           INSGESAMT     6,5 Mio ECU
                                                                                ZK
 ---pagebreak---                                        ANLAGE I
EUROTRA-BEWERTUNGS GREMIUM
     Abach lußbericht
       Oktober 1987
                    EUROTRA-SEKRETARIAT
                    Information Management &
                    Engineering Ltd
                    14-16 Farringdon Lane
                    London EC1R 3AU
                    Eng land
                    Telefon : *44 1 253 1177
                    Telefax : +44 1 251 8646
 ---pagebreak---           ABSCHLUSSBERICHT DES EUROTRA-BEWERTUNGSGREMIUMS
                               INHALT
 EINLEITUNG
VORGESCHICHTE
ZIELE
Zusammenfassung der Ziele
Der EUROTRA-Ansatz
Verfügbare Ressourcen
Forschung kontra Entwicklung
Nationale kontra europiische Ziele
VerwertungsmflgU chkeiten
Realisierbarkeit
ERGEBNISSE
Allgemeiner Eindruck
Planung und Überwachung
Qualitit der durchgeführten Arbeiten
Industrielle Beteiligung
ORGANISATORISCHE UND FINANZIELLE ASPEKTE
Beratungs - und Verwal tungsausschüsse
Central Operations
Die nationalen Forschungsgruppen
WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE ASPEKTE
EUROTRA-HANDBUCH
Linguistische Aspekte
Sy stemarchitektur
ERGEBNISSE
EMPFEHLUNGEN
I      EUR0TRA
II     Forschung
III    Entwicklung
 ---pagebreak---                                          - 2 -
ANLAGEN
A              Fortschritte im Vergleich zu den Zielen
B              Organisatorische und finanzielle Aspekte
C              Technische Aspekte
D              Interviews bis 30 . Juni 1987
E              Die Mitglieder des Bewertungsgremiums - Lebensläufe
                                 BEWERTUNGSGREMIUM
Vorsitzender :       Dr. A.E. Pannenborg
Mitglieder :         Herr Andrä Danzin
                     Professor Fil . Dr . Sture ALlén
                     Prof . Dr . rer . nat . Hartwig Steusloff
                     Herr Henri Dieuzeide
Sekretariat :        Frau Helen Henderson
                     Herr Peter Vickers
                     Frau Leslie Anne Ferber
 ---pagebreak---                                      3
 1.  E I NLE I TUNG
 1   EUROTRA ist beispiellos , und zwar in verschiedener Hinsicht :
    - Rit einem Gesamtetat von mehr als 16 Rillionen ECU und einem Ri tartoei terstab
    von jeweils bis zu 150 Spezialisten ist es der Welt ehrgeizigstes Projekt
    auf dem Gebiet der maschinellen Übersetzung .
    - Sein Ziel ist die Schaffung eines einzigen Übersetzungssystems für
    insgesamt neun Sprachen , wohingegen die meisten anderen Projekte kaum mehr
    als zwei Sprachen betreffen .
    - Für den Forschungstei l des Projektes wurde im wesentlichen ein sprach ¬
    wissenschaftlicher Ansatz gewihlt ; die wissenschaftliche Basis für die zu
    entwickelnden Konzepte dürfte somit gründlicher und systematischer aufge ¬
    arbeitet werden , als es bei allen anderen bestehenden oder in Entwicklung
    befindlichen Systemen der Fall ist .
    - Bei EUROTRA handelt es sich um ein umfangreiches Projekt aus dem Bereich
    der Geisteswissenschaften und nicht , wie sonst üblich , aus dem Bereich
    Naturwissenschaft und Technik .
2   EUROTRA ist auf einem ungewöhnlichen Weg entstanden : über nationale Beteiligungs ¬
    verträge , um auf diese Weise das erforderliche Know-how im Bereich der Com ¬
    puterlinguistik in allen Ritgliedstaaten der Gemeinschaft zu mobilisieren .
    Diese Vorgehensweise ist nur aus einem geschichtlichen Blickwinkel zu
    verstehen . Es hat viele Jahre gedauert , das EUROTRA-Konzept zu entwickeln .
    Ein wesentlicher Faktor war dabei der Beschluß des Rates , alle Amtssprachen
    der Gemeinschaft gleichberechtigt zu behandeln . Daher war von Anfang an
    eine wesentlich systematischere Vorgehensweise erforderlich als bei allen
    früheren Projekten . Erfahrung mit der Verwaltung eines derart komplexen
    Projektes war nicht vorhanden . Das Verwaltungsproblem wurde dadurch noch ver ¬
    schärft , daß die zentrale Gruppe zunächst nicht existierte , allerdings kam
    dieses Problem dank der erfolgreichen Arbeit von ISSCO anfänglich nicht voll zum
    Tragen . Die heutige , etwas schwerfällige Oberwa chungs - und Koordinationsstruk ¬
    tur hat sich nach und nach fast empirisch aus den Verwaltungsbedürfnissen ent ¬
    wickelt .
                                                                                  33
 ---pagebreak---                                                      4
3    Oie meisten am Projekt beteiligten Gruppen gehören zu einer Universität oder sind
    einer Universität angegliedert . Es läßt sich bereits jetzt feststellen, daß EUROTRA
    auf diese Weise einen bedeutenden Beitrag zur Erweiterung des Problembewußtseins
    und zur Stärkung des Forschungspotentials im Bereich der Computerlinguistik geleistet
    hat . Diese Tatsache sowie die multi lingualen Aspekte von EUROTRA geben Anlaß zu
    der Hoffnung , daß Europa eine internationale Führungsrolle in diesem Bereich über ¬
    nimmt . Die Übernahme dieser Führungsrolle könnte man als moralische Verpflichtung
    für Europa ansehen . Von den drei führenden Industrieregionen der Welt , sprich Nord ¬
    amerika , Japan und Europa, hat nur Europa eine Vielzahl von Landessprachen . Aufgrund
    dieses kulturellen Erbes kommt Europa die selbstverständliche Aufgabe zu , weltweit
    die Führungsrolle im Bereich der maschinellen Übersetzung zu übernehmen .
4   Sprache kennt unendlich viele Variationen . Somit gibt es grundsätzlich Grenzen für
    die Leistungsfähigkeit der maschinellen Übersetzung . Diese Einschränkungen gelten
     in gewissem Maße allerdings auch für die Humanübersetzung . Daher ist der wirtschaft ¬
     liche Maßstab für die maschinelle Übersetzung nicht die absolute Perfektion, sondern
     -'hre relative Qualität im Vergleich zur Humanübersetzung unter Berücksichtigung
     ihrer wirtschaftlichen Vorteile .
5    EUROTRA betreibt im wesentlichen wohl angewandte Forschung . Ein grundsätzlicher
     Schwachpunkt der aktuellen Planung ist die mangelnde Abgrenzung zwischen der Forscfxngs-
    phase und der daran anschließenden ,- sich notwendigerweise damit überschneidenden
     Entwicklungsphase, die zum Aufbau eines praxistauglichen Systems erforderlich ist .
     Der in der Forschungsphase eines großen und komplexen Systems wünschenswerte Koor¬
    dinierungsaufwand ist geringer als der zur Entwicklung eines praxistauglichen Systems
    erforderliche Systemverwaltungsaufwand . Der Übergang von der jetzigen Phase zur
    nächrsten erfordert ein hohes Maß an Denk- und Vorbereitungsarbeit .
6    D’e soeben gemachten Bemerkungen erwecken den Eindruck , als halte man einen direkten ,
    wenn auch schwierigen Übergang von der gegenwärtigen Forschungs - zur Entwicklungs¬
    phase für möglich . Das Bewertungsgremium legt jedoch Wert auf die Feststellung ,
    daß die Fortschritte bei den Arbeiten zur Zeit keine dahingehende Entscheidung erwarten
      lassen . Wie so oft läßt sich zwar die Qualität einer Forschungsarbeit relativ einfach
     beurteilen - im Falle von EUROTRA sind die Leistungen insgesamt ausreichend bis
    zi/ riedenstel lend - doch solange die Arbeiten noch im Gange sind , ist eine abschließende
     Bewertung der endgültigen wirtschaftlichen -Leistungsfähigkeit des Endprodukts nicht
     möglich .
 3H
 ---pagebreak---  VORGESCHICHTE
 Die Bewertung des EUROTRA-Programms durch eine Gruppe unabhängiger Sachverständiger
 ergab sich aus den Beratungen des Rates und des Europäischen Parlaments über den
 Vorschlag der Kommission zur Erweiterung des EUROTRA-Programms auf Spanien und
 Por tuga l .
 In Anbetracht der Tatsache , daß das EUROTRA-Programm erst nach sieben Jahren zur
 dritten Phase übergeht , regte der Ausschuß für Energie , Forschung und Technologie
 des Europäischen Parlamentes in seinem Bericht an , die bisher durchgeführten Arbeiten
 in der ersten Hälfte des Jahres 1987 von einem unabhängigen Expertengremium bewerten
 zu lassen .
 Der Beratende Verwaltungs - und Koordinierungsausschuß " Sprachprobleme " ( BVKA-12 )
beriet im Oktober / November 1986 im Rahmen seiner Ad -hoc -Task Force über den Vorschlag
einer unabhängigen Bewertung . Man verständigte sich auf die Durchführung dieser
Bewertung im Frühjahr / Sommer 1987 .
Um eine optimale Zusammensetzung des Bewertungsgremiums zu erreichen , empfahl man
die Benennung von zwei Mitgliedern für die eher allgemeinen politischen , administra ¬
tiven und organisatorischen Fragen und von zwei Mitgliedern mit einschlägigen Fach ¬
kenntnissen . Darüber hinaus sollte einer der Spezialisten von außerhalb der Gemein ¬
schaft kommen .
Das Gremium hielt sich an die folgenden , dem Beschluß des Rates entnommenen Definitione'
für die EUROTRA-Projektphasen 1 , 2 und 3 :
Phase 1 ( Vorbereitungsphase ) - zwei Jahre , 2 Millionen ECU
Einsetzung des BPA ; Festlegung der Arbeitsmethoden ; Vorbereitung eines detaillierten
Programms ; Regelung der Fragen der geistigen Eigentumsrechte sowie der Verbreitung
der Arbeitsergebnisse ; Prüfung der Frage einer Öeteiligung von Drittländern usw .
Ausarbeitung detaillierter Spezifikationen für die linguistischen Modelle , für di »
EUROTRA-Sof tware sowie für die lexikalische Datenbasis ; Ausarbeitung von Beteili ¬
gungsverträgen .
Phase 2 ( Grundlagen - und angewandte Forschung ) - zwei Jahre , 8,5 Millionen ECU
1 . Entwicklung erster linguistischer Modelle zur Analyse und Generierung jeder der
Amtssprachen der Gemeinschaft und für den Transfer zwischen diesen Sprachen . Diese
Arbeiten sind auf der Grundlage eines Korpus und eines Vokabulars von ungefähr
2 500 Einträgen aus einem begrenzten Sachbereich durchzuführen ( Informationstechnologit
aus offiziellen ESPRIT-Dokumenten ); Erarbeitung der lexikalischen Datenbasis für
 ---pagebreak---  das genannte Vokabuluar , das gleichzeitig zur Analyse und Generierung jeder der
 Sprachen und zum Transfer zwischen ihnen dienen soll ; Untersuchung der geeignetsten
 linguistischen Strategien für die automatische Ausführung der verschiedenen Prozesse .
2 . Entwicklung der Basis-Software für EUROTRA , einschließlich Ausschreibung der
auszuführenden Leistungen und Lieferungen, Wahl einer Stelle für die Entwicklung
der Software; Entwicklung der Basissoftware einschließlich der formalen Sprachen
zur Beschreibung der linguistischen Daten und Verfahrensweisen bzw . zum Aufbau der
Benutzer-System-Schnittstelle sowie der Hi Ifsproaramme für die Kompilierung der
formalen Sprachen . Die erste Version dieser Software ist dazu bestimmt , die Reali ¬
sierung und die Maschinentests der von den beteiligten Zentren definierten
linguistischen Modelle zu ermöglichen,sobald sie einen ausreichenden Entwicklungs ¬
stand erreicht haben . Ihre Realisierung ist daher eine Grundvoraussetzung für die
Validierung der linguistischen Arbeiten im Rahmen dieses Programms . Die industrielle
Entwicklung des EUROTRA-Systems , einschließlich der Anpassung der Software an die
Anforderungen hinsichtlich Leistung und Zuverläßigkeit bei der Erstellung von Über¬
setzungen unter kommerziellen Bedingungen, erfolgt erst am Ende dieses Programms .
Phase 3 ( Stabilisierung der linguistischen Modelle und Auswertung der Ergebnisse -
18 Monate , 5,5 Millionen ECU )
Nach Stellungnahme des BPA, des AWTF, des AWTID und des CETIL am Ende der zweiten
Phase, d.h . wenn sich mit den ersten linguistischen Modellen systematische Versuche
mit vollständigen Sprachenpaaren durchführen lassen, die Analyse , Transfer und Gene¬
rierung umfassen, konzentrieren sich die Arbeiten auf die
-    Anpassung der linguistischen Modelle , um zu möglichst zuverlässigen linguistischei
     Moduln zu gelangen, die dann für einen voroperationellen Einsatz dienen können;
-    schrittweise Ausdehnung der Basis des Textkorpus , der linguistischen Modelle
     und des Vokabulars für einen bestimmten Sachbereich sowie auf Texte mit zunehmen¬
     dem Kompliziertheitsgrad ;
-    Überarbeitung der lexikalischen Basen und ihre schrittweise Erweiterung um den
     gewählten Sachbereich möglichst umfassend abzudecken (etwa 20 000 Einträge in
     jeder Sprache );
     Bewertung der technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Systems ;
 ---pagebreak---                                                 7
        Ausarbeitung eines Vorschlags für die industrielle Entwicklung eines opera -
        tionellen Systems und Übergang zu einem Stadium der kommerziellen Nutzung .
12 BVKA-12 empfahl einen recht weit gefaßten Ansatz bei der Bewertung und schlug insbe ¬
   sondere vor , die folgenden Gesichtspunkte näher zu untersuchen :
   - erzielte Ergebnisse und Grad der Wahrscheinlichkeit , mit dem die Ziele der zweiten
   Phase erreicht werden ;
   - Qualität des wissenschaftlichen Ansatzes , insbesondere seine Tauglichkeit als
   Grundlage für die Arbeiten der dritten Phase und für die anschließende     industrielle
   Entwicklung ;
   - Verhältnis des für EUROTRA gewählten Ansatzes zu den allgemeinen Tendenzen fort ¬
   geschrittener Forschung auf dem Gebiet der NLP;
   - Bedeutung von EUROTRA für die Forschung auf dem Gebiet der maschinellen Übersetzung
   und der NLP ;
   - Stellenwert der maschinellen Übersetzung und NLP in
   der Forschungspolitik und den Forschungsprogrammen einzelner Länder , sowohl in der
   Gemeinschaft als auch in Drittländern ( USA , Japan , Kanada usw .);
   - Tauglichkeit der Organisationsstrukturen für das Projekt selbst und als Modell
   für andere Projekte ;
   - Zweckmäßigkeit der Eingliederung der Projektleitung in die Verwaltungsstrukturen
   der Kommission ;
   - Projektleitung .
13 Die folgenden vier Personen wurden in das Bewertungsgremium berufen : Dr . A . E . Pamerborg
   ( Vorsitzender ) und Herr A. Danzin für allgemeine Fragen sowie Professor
   Dr.rer.nat . H. Steusloff und Professor Dr.phi l.S.Allrfn als sachverständige Spezia ¬
   listen . Herr H. Dieuzeide arbeitete mit Herrn Danzin zusammen . Frau H.L. Henderson
   wurde als Sekretärin benannt und arbeitete mit Herrn P. Vickers und Frau L.A. Ferber
   zusammen .
                                                                                       37
 ---pagebreak---                                              - 8-
14 Angesichts des beschränkten Zeitrahmens für das Projekt räumte das Gremium der Durch ¬
   führung von Interviews mit den einzelnen nationalen Forschungsgruppen die oberste
   Priorität ein . Hach einer Vorbereitungssitzung mit Mitgliedern des EUROTRA-Projekt -
   teams und Mitarbeitern der GD XIII in Luxemburg wurden alle nationalen Forschungsgrup
   pen sowie die Mitglieder der Liaison-Gruppe befragt . Soweit möglich wurden die Inter ¬
   views von mindestens zwei Gremiumsmitgliedern sowie einem Vertreter des Sekretariats
   durchgeführt . Die Befragungen fanden weitgehend an den nationalen Standorten der
   Forschungsgruppen statt , einige wurden in Luxemburg durchgeführt .
15 Weitere Interviews wurden mit Mitgliedern des BVKA-12, des Gemeinsamen Lenkungs ¬
   ausschusses ( CSC), mit Mitarbeitern des EUROTRA-Projekts sowie mit einem Vertreter
   des Europäischen Parlaments geführt . Diese Befragungen, umfangreiches Aktenstudium
   sowie mehrere gemeinsame Sitzungen bildeten die Grundlage für die Ausarbeitung eines
   Zwischenberichts . In diesem Bericht äußerte sich das Bewertungsgremium über die
   gesammelten Erfahrungen und die daraus zu ziehenden Schlüsse . Dieser Zwischenbericht
   wurde nur an die Mitarbeiter der GD XIII der Kommission verteilt .
16 Der vorliegende Abschlußbericht ist folgendermaßen gegliedert : Die Kapitel 1-5 ent ¬
   halten eine kritische Bewertung der gegenwärtigen Sachlage . Die Mitglieder des
   Gremiums haben versucht , einen Einblick in die Endziele des Projekts zu
   gewinnen . Vor dem Hintergrund der so gewonnenen Erkenntnisse haben sie die Zielge ¬
   richtetheit der laufenden Arbeiten, deren Inhalte sowie den zugehörigen organisato¬
   rischen Rahmen einer kritischen Bewertung unterzogen . Die Kapitel 6 und 7 enthalten
   die Schlußfolgerungen des Gremiums sowie Empfehlungen für die Zukunft .
   3S
 ---pagebreak---                                    - 9
3 . ZIELE
Zusammenfassung der Ziele
17   Oie formalen Ziele des EUROTRA-Programms sind laut Ratsbeschluß vom
     4 . November 1982 relativ klar umrissen :
            ... die Schaffung eines automatischen Übersetzungssystems modernster
            Konzeption ( EUROTRA ) für alle Amtssprachen der Gemeinschaft .
18   Von vornherein war man sich jedoch darüber im klaren , daß ein solches Pro ¬
     gramm einen wesentlichen Teil Grundlagenforschung beinhalten muß und
     über die Schaffung eines neuen automatischen Obersetzungssystems hinaus weitere
     positive Ergebnisse aufweisen wird .
19   Nach Ansicht des Gremiums hat das Programm zur Zeit vier Zielbereiche .
            - Politik
            - Wissenschaft und Technik
            - Wirtschaft
            - Ausbildung und Schulung
20   Politisches Ziel ist in erster Linie die Erarbeitung eines fundierten euro-
     plischen Know-hows im Bereich der maschinellen Übersetzung; in dieser Hin-
     sicht trlgt das Programm offensichtlich Früchte . Ein politisches Handicap
     für das Programm ist das Prinzip der Gleichbehandlung aller neun Sprachen ,
     was zu gewissen Anomalien 1n bezug auf Grad und Art des Nutzens für die
     einzelnen Linder führt .
21    Di e wissenschaftlichen und technischen Ziele stehen hauptslchli ch im Zusammen¬
      hang mit der linguistischen Grundlagenforschung und der Entwicklung des
      rechnergestützten Systems . Die Fortschritte auf diesem Gebiet werden 1n
      Kapitel 5 behandelt . Darüber hinaus Ist zu beweisen, daß eine maschinelle
      Übersetzung auf der sprachwissenschaftlichen Grundlage von EUROTRA über¬
      haupt möglich ist .
 22 Wirtschaf tliches Ziel ist die Entwicklung eines fortschrittlichen , brauchbaren ,
      effizienten Computerübersetzungssystems , das den inzwischen sehr hohen Aus¬
       gabenanteil der Kommission für die Obersetzungsdienste einzudlmmen hilft .
       Letztendlich könnte das System als " Industrieprodukt " Gewinn abwerfen, was
       ursprünglich jedoch nicht als Ziel genannt wurde .
                                                                                  37
 ---pagebreak---                                   - 10 -
 23     Es ist  z.B. noch nicht geklärt , wieviel Vor - bzw . Nachredaktion das
       endgültige System erfordert . Im Zusammenhang mit der Systemleistung gibt
       es noch keine Zielvorgaben für die Obersetzungsgeschwindigkeit . Die Rich ¬
       tigkeit der Entscheidung für ein vollautomatisches statt für ein interak ¬
       tives System wird von einigen Forschungsgruppen angezweifelt , andere sind
       von der Richtigkeit dieser Entscheidung fest überzeugt .
 Der konkrete Aufbau des Endprodukts scheint noch nicht in allen Einzelheiten
 festzustehen .
 24 Die Ausbildungs- und Schulungsaufgaben stehen in deutlichem Zusammenhang
       mit dem politischen Ziel . Das Programm hat zweifellos ein bedeutsames Aus¬
       bildungsterrain für neue Spezialisten auf diesem Fachgebiet geschaffen .
       Da einige Linder nicht über einschllgige Forschungserfahrung verfügten,
       wurden die Gruppen aus enthusiastischen Jungakademikern aufgebaut , die
       nun Erfahrungen im praktischen Einsatz sammeln .
Es war festzustellen, daß die Forschungsgruppen durchaus bereit zu sein scheinen,
neben den wissenschaftlichen auch die politischen Ziele des Programms zu akzep¬
tieren .
25    Zur Zeit werden die wissenchaftlichen ( Forschung ) und wirtschaftlichen
    . ( Entwicklung ) Ziele des Projekts parallel verfolgt , doch wird die Unverein¬
      barkeit dieser beiden Ziele zunehmend spürbar werden . Es ist schwer vorherzu¬
      sagen, wann dieser Zustand untragbar wird, doch darf die Gefahr keineswegs
      übersehen werden .
26    Weitere Unvereinbarkeiten innerhalb des Projekts ergeben sich aus dem Be ¬
      darf nach Flexibi litlt , damit der größtmögliche Nutzen aus der Forschung
      gezogen werden kann (unabhängig davon, was sie ergibt ), und dem Zwang ,
      feste , bewertbare Ziele zu setzen und einzuhalten .
27 Darüber gibt es von Land zu Land zwangsläufig Unterschiede bei der Auslegung
      der Ziele sowie abweichende Erwartungshaltungen in bezug auf den Nutzen .
      Die deutsche Gruppe will z . B. streng an den ursprünglichen Spezifikationen
      festhalten; für die Dänen besteht das Ziel darin, bessere Übersetzungen als
      mit jedem anderen MÜ-System zu erstellen . „Die italienische Gruppe ( Turin )
      geht von dem sehr pragmatischen Ansatz aus, in der verfügbaren Zeit möglichst
      viel zu erreichen . Andere bevorzugen eine breitere Perspektive und sind eher an
      Fortschritten auf der Forschungsseite interessiert , die sich dann langfristig
      bezahlt machen . Die griechische Gruppe z . B. sieht in EUROTRA hauptsächlich
      ein Forschungsprojekt , das sich zum Ziel gesetzt hat , das linguistische Ver¬
      ständnis der europäischen Sprachen zu verbessern .
 ---pagebreak---                                   - 11 -
 DER EUROTRA-ANSATZ
 28   D«r gewJhlte Ansatz betonte - 1* Gegensatz zu anderen NO-Projekten - von
      vornherein die linguistische Forschung . Angesichts der fundamentalen Be¬
      deutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Informatikern Linguisten
      sowie dem Mangel an Spezialisten auf dem Gebiet der Computer Linguist 1k
      ( siehe unten) Ist darin ein möglicher Problempunkt zu sehen.
29 Die ursprüngliche Entscheidung für ein deklaratives System ohne Möglich¬
      keiten zur prozeduralen Behandlung sprachlicher Besonderheiten verursacht
     noch immer Effizienzprobleme . Die bessere Verstindlichkelt von Regeln 1m
     Vergleich zur prozeduralen Implementierung spricht dagegen für die
     ursprüngliche Entscheidung .
Verfügbare Ressourcen
30   In der Gemeinschaft gibt es nicht genügend qualifizierte Fachleute für
     das Projekt , und da jetzt so viele Mitarbeiter beschlftlgt werden, steht
     das Projekt 1m Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern, die dringend neue
     Arbeltskrlfte ln diesem Bereich anwerben müssen . Dieser Fachkrifte-
     mangel betrifft nicht nur die linguistische , sondern auch die 1nformat1sche
     Seite und Insbesondere die Computer Linguist 1k , vor allem ln Spanien , Portu¬
     gal und Griechenland . Doch selbst dort , wo es genügend Computerspezialisten
     gibt , lassen sie sich nur schwer für ein derart spezialisiertes Projekt
     gewinnen , insbesondere wenn keine wettbewerbsflhigen Gehllter gezahlt
     werden .
31   Abgesehen von dem unweigerlich existierenden Mangel an ausreichend qualifi ¬
     zierten Fachkrlften 1n den Hitgliedstaaten konnten für das Projekt auch
     nicht Immer die erfahrensten Fachleute gewonnen werden . Dies Ist zum Teil
     auf deren Abneigung zurückzuführen, Ihre volle Arbeitskraft für ein Projekt
     alt derart kurzfristigen BeschAft1gungsauss1chten einzusetzen, was durch
     die Verzögerungen beim Beginn der Arbeiten noch verschlrft wurde . In Italien
     und Spanien wurde darauf hingewiesen, daß einige davor zurückschreckten,
     ganz für EUROTRA zu arbeiten, well man die Zukunftsaussichten als ungewiß
      dnschltzte .
32    Es wurde deutlich , daß die Mehrzahl der gegenwlrtlgen Mitarbeiter nicht der
      finanziellen Aspekte, sondern der Intellektuellen Herausforderung wegen für
      das Projekt arbeitet .
33    Die meisten Forschungsgruppen sind zur Zelt an ünlversitlten angesiedelt und
      besitzen daher 1m allgemeinen die fachliche Eignung zur Durchführung der
       Forschungskomponente des Programms . Nur wenige dürften Jedoch eine echte
      Qualifikation für die Durchführung der Entwicklungsphase besitzen .
 ---pagebreak---                                     12 -
  34 In der ersten und zweiten Phase besaß die sprachwissenschaftliche Forschung
      Vorrang vor der Software-Entwicklung , somit fehlte es im allgemeinen an Sach ¬
      kenntnis im Software-Bereich .
35    Man kam zu dem Schluß , daß die für den Aufbau eines Dokumentationszentrums so¬
      wie einer Clearing-Stelle für das Projekt verantwortliche Forschungsgruppe
      in Luxemburg ( am IEGI ) sich zwar sehr bemühte , jedoch nicht das erforderliche
      Know-how zur effizienten Wahrnehmung dieser Aufgaben besaß .
36    Die Terminologiearbeit der irischen Gruppe wird seit langem als nicht prä ¬
      zise genug kritisiert und ist tatsächlich noch immer umstritten .
      Das Gremium ist der Ansicht , daß die zentrale Organisation und die techni . ehe
      Leitung des Projekts durch die erheblichen Verzögerungen beim Aufbau ein .*
      Mitarbeiterstabs für Herrn Perschkes Bereich stark beeintrlchtigt worden
      sind . Das Vorgehen der hierfür Verantwortlichen muß an dieser Stelle kriti ¬
      siert werden . Darüber hinaus gibt der Mangel an Qualifikation , Erfahrung
      und Vorkenntnissen einiger neuer Mitarbeiter der zentralen Gruppe Anlaß
      zur Besorgnis .
 Forschung kontra Entwicklung
37    Obwohl man gewöhnlich von FuE spricht , als seien Forschung und Entwicklung
      mehr oder weniger dasselbe , trifft dies ganz und gar nicht zu . Das Wesen
      der Forschung besteht darin, daß das Ergebnis der Arbeit nicht vorhersag ¬
      bar ist . Die Entwicklung eines Produktes oder Verfahrens , wie sie in der
       Industrie gehandhabt wird , erfolgt auf der Grundlage einer vollständigen
       Funktionsbeschreibung , die vor Beginn der eigentlichen Arbeiten erstellt
       und vereinbart wird . Natürlich gibt es eine Grauzone zwischen Forschung und
       Entwicklung, die im allgemeinen mit dem Begriff angewandte Forschung be¬
       zeichnet wird ; hier wird zwar ein allgemeines Ziel formuliert , während die
       Lösung an sich gerade der Untersuchungsgegenstand ist .
 38    In der Computerlinguistik ist "massive” Forschungsarbeit erforderlich, für die
       zwangsläufig viel Zeit und Fachpersonal eingesetzt werden muß . Sie ebnet
       den Weg für die Schaffung einer "Sprachindustrie ", die sich nicht allein
       mit der maschinellen Übersetzung beschäftigen würde . Sie Ist ein wichtiger
       Zweig der Informationsindustrie, die ei-ne fundamentale Rolle für das Wirt ¬
       schaftsgefüge spielt . Die beiden genannten Faktoren haben eine Einstellung
       zur FuE-Politik herbeigeführt , die nach allen Gesichtspunkten überprüft
       werden muß .
 ---pagebreak---                                   - 13 -
39 Verglichen mit der Forschung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften , wie
    z.B.   Physik oder Biologie , stellt die Forschung im Bereich der Geistes ¬
    wissenschaften in den Augen vieler nur geringe Anforderungen an die perso¬
    nelle und finanzielle Ausstattung eines Vorhabens . Diese Vorstellung ist irre¬
    führend , besonders im Bereich der Sprachwissenschaft . Zur Erstellung eines
    elektronischen Wörterbuchs müsen viele Hunderttausend Zeilen geschrieben
    werden , was fast übermenschliche Geduld und Akribie', erfordert . Jedes Wort
    muß in seinen unterschiedlichen Bedeutungen und syntaktischen Formen erfaßt
    werden . Die Erstellung eines Wörterbuch-Prototyps erfordert mehrere Fach ¬
    leute sowie zusätzlich Mitarbeiter , deren Arbeiten sorgflltig überwacht
    werden müssen . Die Erarbeitung und Formulierung aller syntaktischen Regeln
    ist eine ebenso anspruchsvolle Arbeit . Die Qualität des Endergebnisses kann
              *
    erst bewertet werden , wenn bereits umfangreiches Material verarbeitet worden
    ist . Die Entwicklung der notwendigen Instrumente erfordert eine kontinuierliche
    langfristig angelegte Projektpolitik ; kurzfristig mit begrenzten Mitteln kann
    nichts erreicht werden .
                         *
40 Zur Überschreitung der kritischen Schwelle ist eine Konzentration der Ressour¬
    cen erforderlich ( eine Aufteilung 1n dezentralisierte , jedoch streng koordi ¬
    nierte Teams ist bei Bedarf möglich ). Es müssen Anreize für eine privatwirt ¬
    schaftliche Initiative in Europa geschaffen werden , damit alles erforderliche
    getan wird , um die Voraussetzungen für den Aufbau einer Sprachindustrie zu
    schaffen . Ohne freiwillige Beteiligung können im Vergleich zu den beobachtbaren
    Entwicklungen in Nordamerika und in Japan nur geringe Fortschritte erzielt
    werden . Brauchbare Ergebnisse kommen dann hauptsächli ch durch den Austausch
    erworbenen Wissens zwischen den leistungsfähigsten Zentren zustande , mitsamt
    dem damit verbundenen Verlust an Handlungsfreiheit .
41   Die im Rahmen der zweiten Phase von EUROTRA zur Zeit durchgeführten Arbeiten
     können als "angewandte Forschung " bezeichnet werden . Dies ist eine direkte
     Folge der im Abschnitt über den EUROTRA-Ansatz beschriebenen Vorgehensweise ,
     nämlich , die linguistische Basis durch entsprechende Forschungsarbeiten zu
     stärken, bevor die Spezifikationen für das endgültigzu realisierende System
     erarbeitet werden . In Anbetracht der Tatsache , daß die maschinelle Übersetzung
     zur Zeit als unausgereif te Technologie bezeichnet werden muß , ist dies ein
     logischer , wenn auch ehrgeiziger Weg .
 42 Die Aufgabe der Forschung , und auch der angewandten Forschung , ist die Prüfung
     verschiedener Möglichkeiten , ihre Bewertung und die Auswahl der besten . Dazu
     sind eine gewisse Flexibilität bei der Durchführung der Arbeiten sowie ein
     ständiger Meinungsaustausch über die in bestimmten Fragen einzuschlagende Rich¬
     tung erforderlich . Dies zeigt sich in der gegenwärtigen Vorgehenswelse, die
     eher mit Koordinierung als mit Systemverwaltung umschrieben werden kann . Die
     Koordinierung wird derzeit vom zentralen Projektteam unter Dr . Perschke und
      der Liaison-Gruppe wahrgenommen .
 ---pagebreak---                                     - 14
43  Sobald die Phase der angewandten Forschung abgeschlossen ist und die Arbeiten zur
    Entwicklung eines praxistauglichen Computerübersetzungssystems in Angriff genommen
    werden müssen , sind auch andere Verwaltungsmodalitäten erforderlich . Koordinierung
    allein genügt dann nicht mehr . Stattdessen ist eine Systemverwaltung mit uneinge -
    schrlnkter hierarchischer Weisungsbefugnis erforderlich .
Deshalb ist das Bewertungsgremium mit der ursprünglichen Definition von Phase 3 -
Beginn der Entwicklungsarbeit erst nach Abschluß der dritten Phase - nicht einver ¬
standen .
Nationale kontra europäische Ziele
44  Dieser Aspekt stellt für die meisten Länder kein Problem dar . Im Vereinigten König -
    reich stehen die Arbeiten an EUROTRA und am Alvey-Programm nicht in Konkurr nz ,
    sondern ergänzen sich -eher . In Deutschland gelang es mit Hilfe des EUROTRA - Projekts ,
    zusätzliche Aktivitäten im Bereich der computerlinguistischen Grundlagenforschung
    an den Universitäten in Berlin und Stuttgart einzuleiten .
45  Frankreich - wie auch andere Länder - hatte Schwierigkeiten , für seine Mitwirkung
    an Eurotra eine geeignete Organisationsform zu finden; es läßt sich nicht ver ¬
    meiden , daß für dieses Gemeinschaftsprojekt Arbeitskräfte abgezogen werden , die
    sonst in nationalen Projekten hätten beschäftigt werden k&nnen . In Abschnitt
    B.3.5 wird das neue Organisationsschema der f ranzösischen Forschungsgruppe dar ¬
    gestellt .
Verwertung smôglichkeiten
46  Im Idealfall sollten aus einem Programm dieser Größenordnung Produkte hervorgehen ,
    die sich auch außerhalb der Kommission und der Gemeinschaft nutzen lassen . Man
    geht jedoch davon aus , daß zwar Nachfrage nach einem multi lingualen System bestehen
    kSnnte , daß außerhalb der Gemeinschaft aber nur wenige ( oder keine ) Kunden an
    einem Obersetzungssystem für genau diese 72 Sprachpaare interessiert sind . Die
    Kommission ist der einzige mögliche Kunde für ein System mit dieser Leistungs ¬
    fähigkeit . Daneben muß festgebalten werden , daß EUROTRA aufgrund der Berücksich ¬
    tigung so vieler Sprachen in eine eigene Klasse neben den herkömmlichen MÜHSystemen
    einzuordnen Ist .
Ein derart umfassendes System ist also nur über eine vollständige Finanzierung aus
öffentlichen Mitteln realisierbar .
47  Auf der Grundlage des EUROTRA-Projekts gibt es eine Reihe möglicher Verwertungs ¬
    bereiche . Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit :
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Obersetzung
      - Unterstützung bei der Obersetzung technischer Fachtexte ( Fachtexte aus der
         Wirtschaft, Wartungshandbücher usw .);
      - Unterstützung bei der Übersetzung von Schlagwürtern für wissenschaftliche ,
         technische, adalnlstratlve und juristische Inforaatlonszwecke ;
      - Unterstützung bei der Obersetzung von Zusammenfassungen wissenschaftlicher
         und technischer Veröffentlichungen;
      - vollautomatische Obersetzung von Texten alt "beschrlnkter sprachlicher torlan^'
         ( Meteorologie, Pharmakologie , öffentliche Sicherheit usw .);
Allgeaelne Sprachlndustrle
      - Aufbau mehrsprachiger Datenbasen und -banken;
      - mehrsprachige Standardisierung 1a Bereich der Fachterminologie
          ( Luft - und Raumfahrt , Kerntechnik , Informationstechnologie usw .);
      - Unterstützung bei der Erstellung "sprachnoraierter Eingabetexte ";
         Interaktive Vorredaktion ;
       - Bearbeitung fremdsprachiger Texte zur automatischen Inhaltserschlieftung
          (wissenschaftliche. Industrielle und militlrische Ausbildung );
       - Unterstützung bei der Erstellung der verschiedensten Wörterbücher und
          Fachenzyklopidien;
       - Unterstützung bei der Textverarbeitung , z . B. durch automatische Recht ¬
         schreibfehlerkorrektur ;
      - Unterstützung 1a Bereich Sprachausbildung ( Muttersprache und Fremdsprache );
      - Unterstützung theoretischer und praktischer Forschungsarbeiten 1a Bereich
         der Sprachwissenschaft ( Erforschung klassischer und moderner Sprachen );
 ---pagebreak---                                       - 16 -
 Sonstige Bereiche
       - fiechnerarchi tektur- das EUROTRA-Proj ekt hat erneut deutlich gemacht , daß
         ein europäisches Projekt zur Entwicklung einer neuen Rechnerarchitektur
         für die Sprachdatenverarbeitung durchaus in Angriff genommen werden könnte ;
       - Verbesserung der Rechnerprogrammierung durch Angleichung der Programmier¬
         sprachen an die natürliche Sprache ;
       - Definition neuer Forschungsziele im Bereich der Künstlichen Intelligenz .
 Sonstige Bereiche , die nicht unbedingt direkt von EUROTRA abgeleitet sind
       - Hilfestellung bei Kommunikationsproblemen im Ausland durch die Bereitstellung
         gingiger Ausdrücke ( Tourismus, Geschäftsreisen usw .) - einschließlich auto¬
         matischer Obersetzungssysteme auf Taschen-Mi krocomputern mit oder ohne
         Sprachsynthese ;
       - Ermittlung der Echtheit oder der Herkunft      von Texten usw .;
       “ Spracherkennung und -Synthese ( langfristiges Ziel );
       - Kommunikationshilfen für Menschen mit Sprachbehinderungen .
 48      Sollte auf der Grundlage von EUROTRA ein Industrieprodukt entstehen, ist
         möglicherweise ein nicht unbedeutender Markt dafür vorhanden . Ein vor
         kurzem erschienener Bericht* von Dataquest geht davon aus, daß der Welt ¬
         markt für automatische Übersetzungen im Jahr 1990 bei 500 Millionen
         Dollar liegt im Vergleich zu 45 Millionen Dollar im Jahr 1986 . Die
         spanische Forschungsgruppe äußerte ihre positive Einstellung zur Aufnahme
         nutzbringender Kontakte mit anderen Spanischprojekten insbesondere in den
         USA, in Mexiko und Südamerika .
 49      Die dänische 6ruppe sieht den Hauptnutzen darin , daß die dänische Industrie
         Zugang zu Sprachen wie Griechisch und Portugiesisch erhält . Man erwägt
         außerdem den Einsatz von EUROTRA in bestimmten Ministerien , wie z . B.
         dem Außenministerium .
  50     Das Bewertungsgremium hat festgestellt , daß die Beteiligungsverträge
         ausführliche Bestimmungen über die geistigen Eigentumsrechte an allen
         aus dem Programm abgeleiteten Informationen, Erfindungen oder Verbesserungen
         enthalten .                             -  -
    H. Uhler , Translation Systems . San José , Kalif .: Dataquest Inc ., 1986 .
%
 ---pagebreak---                                               17
Real i s 1 erbarkei t
Einige forschungsgruppen zeigten sich überzeugt , die Ziele der zweiten Phase erreichen
zu können , und luderten sich optimistisch über den Ausgang des Projektes an sich . Diese
optimistische Einstellung manifestierte sich am deutlichsten bei den spiter hinzuge
Forschungsgruppen und dürfte sich wohl abschwlchen , sobald tatslchlich Probleme auftauchen
Es muH darauf hingewiesen werden , daH das Bewertungsgremium diesen Optimismus nicht ganz
teilt ; dafür gibt es mehrere Gründe .
51     Einer der Gründe ist das mangelnde Fachwissen in einigen Hitgliedstaaten . Weder
       Spanien noch Griechenland verfügte z.B. in nennenswertem Umfang über Erfahrungen
       im Bereich der Computer Linguistik . Die Auswirkungen dieses Erfahrungsmangels werden
       sich im Laufe des Projektes stirker bemerkbar machen , insbesondere bei der lexika ¬
       lischen Arbeit .
52     Ein weiterer 6rund sind die Verzögerungen beim Beginn der Arbeiten in einigen Lindern ,
       z.B. in Italien, den Niederlanden und Spanien . Diese Verzögerungen scheinen im
       wesentlichen bürokratische und nicht so sehr politische Gründe zu haben . Die Situatior
       wurde durch die schleppende Bereitstellung der Forschungsmittel noch verschlimmert ,
       obwohl man feststellen muß, daß dies nicht auf mangelndes Engagement für das Projekt
       zurückzuführen ist , sondern auf Definitionsprobleme im Zusammenhang mit den nationalen
        Finanzierungsquel len .
Bas Bewertungsgremium Ist der Ansicht , daß der überwiegende Teil der für die zweite Phase
formulierten Ziele innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens nicht für alle der ursprünglich
geplanten 42 Sprachpaare        erreicht werden kann .
 53     Die griechische Forschungsgruppe klmpft mit dem speziellen Problem, daß bisher nur
        sehr wenig sprachwissenschaftliche Forschungsarbeit für Neugriechisch geleistet
        wurde . Es gibt keine maßgeblichen Wörterbücher , und eine nennenswerte Sprachanalyse
        wurde bisher nicht durchgeführt .
 54     Die politische Unterstützung auf nationaler Ebene ist sehr unterschiedlich . Am stlrk -
        sten ist sie dort , wo sich ein nationaler "Leistungstrlger " für EUROTRA aus dem
        Bereich der öffentlichen Verwaltung oder der Uni verstitlten herausgebildet hat .
Wie schon in den vorangegangenen Abschnitten erwlhnt , sieht das Bewertungsgremium ein
ernsthaftes Problem in der grundlegenden Unvereinbarkeit der Forschungs - und Entwicklungs ¬
 ziele des Projektes Innerhalb der gegenwlrtigen Organisationsstruktur . Diese Tatsache
 spricht eindeutig gegen die Erreichung der gesteckten Ziele .
 55     Im Abschnitt über die verfügbaren Ressourcen wurde bereits festgestellt , daß sich
       das Projekt weiterhin mit dem Problem der Anwerbung ausreichend qualifizierter und
        erfahrener    Hitarbeiter auseinanderzusetzen hat , Insbesondere im Hinblick auf die
        Bedürfnisse in Phase 3 .
 ---pagebreak---                                           - 18
4 . ERGEBNISSE
Allgemeiner Eindruck
56    Das grundlegende Projektziel - die Bereitstellung eines neuen maschinellen Über ¬
      setzungssystems für die Gemeinschaft - liegt noch in weiter Ferne , doch sind be ¬
      reits wesentliche Fortschritte erzielt worden, insbesondere wenn man die verwal ¬
      tungstechnischen und Anlauf Schwierigkeiten eines internationalen Projekts dieser
      Größenordnung berücksichtigt .
57    Besonderen Beifall verdient der Erfolg beim Aufbau einer effizienten Kooperations ¬
      basis zwischen den vielen Forschungsgruppen 1n allen Teilen der Gemeinschaft . Die
      in diesem Bereich gewonnenen Erfahrungen sind von unschätzbarem Wert . Durch diese
      Kooperation sind Expertennetze in den Bereichen Linguistik und Computer lingui st i k
      aufgebaut worden, die sich langfristig als sehr nützlich erweisen werden .
58    Es mehren sich die Zeichen, daß das Projekt eine Reihe vc:i positiven Nebenwirkungen
      hat ; dazu zlhlt auch die allgemeine Schirfung des Bewußtseins für die auf eine Er ¬
      leichterung der Kommunikation zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten der Gemein¬
      schaft ausgerichteten Forschungsanstrengungen . Ganz zweifellos hat das Projekt da ¬
      zu bci'getragen, neue Wege im Bereich der sprachwissenschaftlichen Forschung zu be ¬
      schreiten .
59    Weitere nützliche Nebeneffekte ergeben sich für die Ausbildung ( siehe auch Abschniti
      66 ). In Spanien wurde darauf hingewiesen, daß EUROTRA den Anstoß zur Erarbeitung
      neuer Ausbildungsginge an Universltiten und polytechnischen Ausbl Idungsstltten ge ¬
      liefert hat , in denen Linguistik , Informatische und mathematische Komponenten mit ¬
      einander kombiniert werden, wodurch wertvolles Know-how im Bereich der Computerlin ¬
      guistik erworben wird .
60    Der Projektfortschritt wurde dadurch ernsthaft behindert , daß die ursprüngliche,
      für Testzwecke erstellte Software sich als lußerst langsam erwies . ( Darauf wird in
      Abschnitt 5 nlher eingegangen.) Die Ursache dafür liegt zum Teil im Mangel an er¬
      fahrenen Mitarbeitern und zum Teil 1n ungenügender zentraler Führung .
Planung und Überwachung
61    Das Bewertungsgremium ist sich der Schwierigkeiten bei der sinnvollen Wahrnehmung
      der Planungs- und Führungsaufgaben im Rahmen von Forschungsprojekten 1m allgemeinen
      und im Bereich der maschinellen Übersetzung im besonderen bewußt , denn es ist nicht
      einfach, konkrete Fixpunkte für die Ermittlung der erzielten Fortschritte festzule¬
      gen .
 ---pagebreak---                                         - 19 -
Das Bewertungsgremiua weiß zwar ua die Schwierigkeiten, handhabbare Testkriterien für
das Ende der zweiten Phase aufzustellen, afichte aber dennoch seiner Besorgnis Ausdruck
verleihen, daß dieses Problea noch nicht gelöst worden ist .
62   Zur weiteren Bewertung des linguistischen Modells ist ein Prototyp unabdingbar .
     Ein guter Prototyp kann das erforderliche Feedback für die Forschung liefern und
     als geeignetes Instruaent zua Nachweis der Realisierbarkeit eines Projekts einge¬
     setzt werden .
63   In einigen Interviews wurde darüber gesprochen, in welchen Maße die Systeakonzep-
     tion zentral gesteuert werden wüsste . In Frankreich und Italien war aan sich darin
     einig, daß dies für die einzelnen Aspekte unterschiedlich gehandhabt werden nüßte ,
     zua Beispiel :
            - strenge Vorschriften für die Schnittstellen;
            -/'geschickte Leitlinien" für syntaktische Aspekte ;
            - uneingeschrlnkte Freiheit 1n aorphologi sehen Fragen .
64   Die Fortschritte der beteiligten Linder ia Vergleich zu den Zielen sind in der
     Tabelle in Anlage A dargestellt .
Qualitlt der durchgeführten Arbeiten
65   Die technischen Aspekte des Projekts werden in Abschnitt 5 behandelt , an dieser
     Stelle kann jedoch bereits gesagt werden, daß das Greaiua einen positiven Eindruck
     von der Qualitlt der Arbeiten in den nationalen Forschungsgruppen gewonnen hat .
66   Es war festzustellen, daß einige Wissenschaftler an Dissertationen auf der Grund¬
     lage ihres EUROTRA-Beitrags arbeiten, wodurch der akadenische Status des Projekts
     aufgewertet wird . Diese Entwicklung ist für die künftige Projektarbeit von Vorteil
     und beweist die starke Motivation der Wissenschaftler .
67   Darüber hinaus wird deutlich, daß die Projekt «! tarbei t auch bei anderen Aktivititen
     außerhalb des EUROTRA-Rahnens nutzbringend eingesetzt wird . Beispiele dafür* liefert
     das DIMA-Teaa in Turin, das IAI in Saarbrücken sowie die Gruppe in Löwen .
Industrielle Beteiligung
Angesichts des bisher von EUROTRA eingeschlagenen Weges ist es nur folgerichtig, daß
die Industrie bisher nicht beteiligt war . Das Bewertungsgreaiua ist jedoch der Ansicht ,
daß es wünschenswert wlre, sich bereits jetzt auf eine baldige industrielle Beteiligung
einzustellen, beispielsweise noch lange vor Fertigstellung eines Prototyps gegen Ende
der zweiten Phase .
                                                                                     Ψ!
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63  Die Möglichkeit paralleler Forschungsaktivitäten , soweit erforderlich unabhängig
    von industrieller Beteiligung , wird dadurch nicht ausgeschlossen .
69  Das spanische Team hat trotz starker Regierungsbeteiligung Schwierigkeiten, Unter ¬
    stützung bzw . Interesse bei der Industrie zu finden , weil alle Privatunternehmen
    davon ausgehen, daß sich EUROTRA eher in der Forschungs - als in der Entwicklungs ¬
    phase befindet .
IQ Bei einem Treffen mit einer G'uppe von fünf Unternehmen aus Frankreich mit Inter¬
   esse an der Sprachdatenverart ei tung zeigten sich diese skeptisch hinsichtlich
    des Werts von EUROTRA in seiner jetzigen Form . Die Zielvorgabe, ein Wörterbuch
    mit 20 000 Einträgen aufzubauen, wurde als praxisfern eingeschätzt ; für ein
    praktisch einsetzbares System sollte man eher von 100 000 Wörtern ausgehen . Darüber
    hinaus wünschte man sich mehr Klarheit bei der Definition der EUROTRA-Ziele .
 50
 ---pagebreak--- 5.     ORGANISATORISCHE UNO FINANZIELLE ASPEKTE
Beratung *- und Vf rwa l tungsausschüsse
71     I » EUROTRA-Pro je kt gibt es Beratung *- und Verwaltungsausschüsse auf untfschied -
       licher Ebero . Das beigefflgte Diagramm zeigt einen Ausschnitt aus aer Management -
       Struktur . 8VKA-12 ist der Beratungsausschuß mit Gesamt Verantwortung für Sprach -
       fragen und somit auch fflr EUROTRA zustlndig ; er erstattet den Hitgliedstaaten
       Bericht . Der Gemeinsame Lenkungsausschuß ist seitens der Hitgliedstaaten fflr
       Fragen im Zusammenhang mit den Betei l igungsvert rlgen verantwortlich und hat seit
       seiner Einsetzung zu Beginn der zweiten Phase mit Erfolg fflr eine angemessene
       Ausstattung des Projekts mit den erforderlichen Hittein gesorgt . Diese Hittel wa ¬
       ren zwar berei tgeste l It worden , konnten jedoch aufgrund bürokratischer Hinder ¬
       nisse von den Forschungsgruppen nicht voll genutzt werden .
72     Die Liaison-Gruppe setzt sich aus den Leitern der nationalen Forschungsgruppen
        zusammen und ist das fflr Forschungsfragen zustlndige Forum . Wesentlicher Kritik ¬
       punkt ist die zu stark ins Detail gehende Arbeit der Liaison-Gruppe . In einigen
        nationalen Forschungsgruppen ist man der Meinung , daß in diesem Gremium zu viel
        Zeit fflr verwaltungstechnische Detailfragen verschwendet wird ; andere stören
        sich daran , daß technische Einzelheiten , die bereits in nachgeordneten Gruppen
        ausdiskutiert wurden , immer wieder aufgegriffen werden .
 73     Han ist der Ansicht , daß die langfristige Projektplanung zu kurz kommt . Die
        Liaison-Gruppe plant stets nur quartalsweise ; daran ist zUM Teil die kurze
         Laufzeit der EUROTRA-Vert rlge Schuld .
 74      Ein Teil der nationalen Forschungsgruppen ist Aber den stlndigen Implementierungs ¬
         druck besorgt . Zwei nationale Gruppen fuhren zur Zeit ein Forschungsprojekt
         abseits der Hauptrichtung durch , womit Central Operation ? nicht ganz einver ¬
         standen ist .
Angesichts der unterschiedlichen wissenschaftlichen He i nungsri ch tungen innerhalb der
Liaison-Gruppe arbeitet dieses Gremium überraschend ‘gut . Es ist zwar unwahrscheinlich ,
daß ein Entwicklungsprojekt je auf diese Weise verwaltet werden könnte , das zur Debatte
 stehende Forschungsvorhaben der Gemeinschaft scheint mit dieser unorthodo«en Methode
 jedoch recht gut zu fahren .
                                                                                           5Ί
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Central Operations
75    Die 6D XIII beschäftigt zur Zeit nur zwei Spezialisten auf dem Gebiet der maschi­
      nellen Übersetzung . Der plötzliche Rückzug des ISSCO-Teams hat diese Situation
      noch verschärft . Seit 1985 versucht Central Operations , eine kompetente Mannschaft
      aufzubauen , doch die Kommission sträubte sich bisher gegen kommi ssionsexteme
      Mitarbeiter . Stattdessen hat die GD IX einige auf dem Gebiet der Computerlingui ¬
      stik weitgehend unerfahrene Übersetzer abgeordnet . Die Hauptaufgabe dieser Über¬
      setzer besteht darin , mit den nationalen Forschungsgruppen direkt in Kontakt zu
      treten und sie bei Koordinierungs - und Verwaltungsaufgaben zu unterstützen . Den
      Übersetzern fehlen jedoch die einschlägigen Kenntnisse sowie das nötige Fachwis ¬
      sen , um die nationalen Forschungsgruppen zu unterstützen , insbesondere wenn es
      darum geht , den "Nachzüglern " den Anschluß an die übrigen Gruppen zu ermög¬
      lichen . Darüber hinaus läßt das Dienstreisebudget eigentlich nicht zu , daß die
      Übersetzer ihre Ansprechpartner auch tatsächlich besuchen .
76    Die nationalen Forschungsgruppen sind sich nicht darin einig , wieweit die wissen ¬
      schaftliche Projektarbeit zentral gelenkt werden sollte . Die wissenschaftlich er¬
      fahrenen Gruppen sind der Ansicht , daß sie keine zentrale Steuerung brauchen , wäh ¬
      rend sich die Gruppen mit Aufholbedarf mehr Anleitung wünschen . Viele Gruppen
      sind der Ansicht , daß Herr Perschke bisher versucht hat , die vier Hauptaufgaben
      - Verwaltung , Planung , Behandlung politischer Aspekte sowie wissenschaftliche
      Führung - ohne Unterstützung durch die Kommission zu bewältigen .
77    Damit wird eine bereits früher vorgebrachte Kritik am Projekt , nämlich seine In ¬
      tegration in eine Verwaltungsabtei lung, erneut aufgegriffen . Ein in einer vorhan ¬
      denen Hierarchie bereits beschäftigter Beamter wurde zum Projektleiter , üblich
      wäre ein externer Projekt-Off leer mit allgemeiner Verwaltungszuständigkeit sowie
      ein Projektleiter für die täglich anfallenden Verwaltungsaufgaben . Als noch das
      vergleichsweise unabhängige ISSCO die Sekretariats - und Verwaltungsaufgaben wahr ¬
      nahm , waren die Zuständigkeiten besser abgegrenzt . In der gegenwärtigen Struktur
      sind die einzelnen Funktionen nicht klar getrennt , so daß kein effizientes Mana ¬
      gement möglich ist .
78    Es herrscht allgemeine Unzufriedenheit mit der Langsamkeit der zur Zeit verfüg ¬
      baren Software . Es gibt inzwischen mehrere Versionen , die in Anlage C aufgeführt
      werden , doch äußern einige Gruppen die Ansicht , daß die Langsamkeit der zur Zeit
      verfügbaren Version ihre Arbeiten beeinträchtigt .
79     Der wesentliche Teil des technischen Input für EUROTRA stammt von Untergruppen ,
      deren Mitglieder teilzeitlich mit den nationalen Gruppen Zusammenarbeiten oder
       nationalen Gruppen angehören , aber vollzeitlich für Central Operations tätig sind .
 SI
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        Diese durch ISSCO-Personal koordinierten Gruppen haben frflher wohl gut funktioniert
 80     Ende April 1987 Ist der Vertrag mit ISSCO Ober die Wahrnehmung technischer Un-
        terstfltzungs - und Koordinierungsaufgaben ausgelaufen . Damit scheint bei Central
        Operations ein Vakuum entstanden zu sein , das die abgeordneten Obersetzer bisher
        nicht auffOllen konnten . Zur Wahrnehmung bestimmter Aufgaben wurde zusätzliches
        Verwaltungspersonal eingestellt , doch ist . im Bereich Software und Koordinierung
       die mangelnde Fachkenntnis deutlich spOrbar .
 Das Gremium ist der Ansicht , daß die SchlOsselfunktion , die ISSCO frflher zukam , bisher
noch nicht in einem annähernd zufriedenstellenden Maß zentral wahrgenommen wird .
81     Der Vorschlag der deutschen BVKA-12-Delegation zur Schaffung eines EUROTRA-
       Zentralinstituts wurde zur Kemtnis genommen . In Anbetracht der Tatsache , daß bis ¬
       her fast alle Versuche zum Aufbau "europäischer Forschungsinstitute " gescheitert
       sind , bedauert das Gremium die Zurflckweisung des Vorschlages durch BVKA-12 nicht .
Die nationalen Forschungsgruppen
82     Struktur und Finanzierungsmechanismen der einzelnen nationalen Forschungsgruppen
       sind sehr unterschiedlich . Nähere Angaben sind Anlage B zu entnehmen . Der Fi ¬
       nanzierungsanteil der Kommission an den nationalen Gruppen reicht von 25 X
       ( Deutschland und Frankreich ) bis 85 X (Luxemburg ). Es scheint ein Zusammenhang
       zwischen dem Finanzierungsanteil der Kommission und der Bereitschaft seitens der
       nationalen Gruppen zu bestehen , die Weisungsbefugnis von Central Operations an¬
       zuerkennen . Bei der deutschen und der italienischen Gruppe handelt es sich jeweils
       um eigenständige Institute , alle anderen Gruppen sind Universitätsfachbereichen
       fflr moderne Sprachen , Sprachwissenschaft oder Computerlinguistik angegliedert .
83     Der verzögerte Arbeitsbeginn in den nationalen Forschungsgruppen hat unterschied ¬
       liche Grflnde . In einigen Fällen wurde die Unterzeichnung des Betei ligungsvertra -
       ges durch die zuständige Regierungsstelle verzögert , in anderen Fällen wurde der
       Vertrag zwar unterzeichnet , doch dauerte es mehr als sechs Monate , bis die na ¬
       tionale 6ruppe Ober die von der Kommission bereitgestellten Mittel verfflgen
       konnte . In den meisten Fällen ist die nationale Finanzierungsstelle zur Zwischen¬
       finanzierung bereit , wo immer die Bereitstellung des Kommissionsanteils auf dem
       Instanzenweg verzögert wird . Fflr die Barmittelreserve hat sich die Finanzierung
       aus zwei verschiedenen Quellen als Vorteil erwiesen , auch wenn es gelegentlich
       zu Konflikten kommt .
84     In einigen Fällen könnte es zu einem Konflikt zwischen nationaler und Kommissions ¬
       finanzierung kommen, da der Kommissionsanteil , wenn er einmal bereitgestellt wor¬
       den ist , auf das folgende Geschäftsjahr abertragen werden kann, während dies bei
       den nationalen Projekt.itteln nicht möglich ist . Verzögerungen bei der Projekt¬
                                                                                        or
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          arbeit haben dazu geführt , daß die bereitgestellten Mittel von den nationalen
          Forschungsgruppen nicht annähernd ausgeschöpft wurden , und ein Verlust von
          Projektmitteln liegt durchaus im Bereich des Möglichen .
  85      Die einzelnen nationalen Forschungsgruppen betreiben eine unterschiedliche
         Personalpolitik . Einige beschäftigen hauptsächlich Vollzeitkräfte , während die
         Mitarbeiter anderer Gruppen neben ihrer Forschungsaufgabe auch Lehraufträge
         wahrnehmen . Die Personalkosten in den einzelnen Ländern werden bei der Gesamt ¬
         finanzierung des Projekts nicht berücksichtigt . Wo also Löhne und Gehälter
         niedriger sind , wie z.B. im Vereinigten Königreich , können mehr Mitarbeiter ein ¬
         gestellt werden .
  Die Kommunikation zwischen den einzelnen nationalen Forschungsgruppen ist im allge ¬
  meinen gut ; dabei gelingt die Kommunikation zwischen Gruppen, die einer gemeinsamen
  linguistischen Schule angehören und über vergleichbare linguistische Traditionen ver¬
  fügen , im allgemeinen besser .
  86     Im Vereinigten Königreich , in Frankreich , Deutschland , Griechenland und Italien
         sind die Arbeiten an EUROTRA auf mehrere Forschungseinheiten verteilt . In einigen
         Ländern sind die Aufgaben zwischen den einzelnen Gruppen auf geteilt , in anderen
         Ländern werden bestimmte Aufgaben an die andere Forschungseinheit weitervergeben
         Einige Stellen werden von politischer Seite gezwungen , die Arbeit mit anderen
         Stellen im eigenen Land zu teilen . Lediglich in Frankreich und Griechenland
         führt diese Arbeitsteilung zu Koordinierungsschwierigkeiten .
■5H-
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6     WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNISCHE ASPEKTE
 Eurot ra-Hartdbuch
87    Die Handbücher werden von entsprechenden Untergruppen erstellt .
      Sie sollen allen Beteiligten eine Vorstellung von derzeitigen Stand des
      Projekts vermitteln und eine gemeinsame Basis für Diskussionen, Forschung
      und Planung bilden . Für einige nationale Gruppen ist das Handbuch eine Art
      Gesetz, für andere lediglich eine Diskussionsgrundlage .
Es scheint daher , daß das Handbuch versucht , beide Funktionen wahrzunehmen , die
einer Spezifikation und die des Kommunikationsmediums für die neuesten Ideen ,
die zur Diskussion und Stellungnahme anstehen. Aus dem Handbuch ist nicht er¬
sichtlich , welche Teile welcher Funktion dienen .
Linguistische Aspekte
88    Die linguistischen Aspekte müssen im Lichte der doppelten Zielsetzung des
      Projektes - Voranbringen der Forschung und Entwicklung eines Prototypsystems
      betrachtet werden . Einerseits sind die Ermittlung der grundlegenden Probleme ,
      theoretische und methodische Überlegungen, eine sorgfältige Datenwahl , die
      Ermöglichung der Erprobung , eine langfristige Perspektive usw . selbstver¬
      ständlich wichtig . Andererseits sind schnelle Entscheidungen in methodischen
      Fragen erforderlich , tauchen abgekürzte Wege in linguistischer Hinsicht ,
      Kompromisse , kurzfristige Perspektiven usw . auf . Diese Lage führt zwangs¬
      läufig zu pragmatischen Lösungen.
89    Die gewählte einfache Globalstruktur - Analyse, Transfer, Generierung - ist
      allgemein bekannt . Angesichts der gegebenen Umstände ist die Wahl der lingu¬
      istischen Modelle ebenfalls sinnvoll . Soweit spezifiziert , werden Gedanken
       z.B. der Stratifikationsgrammatik , der Dependenzgrammatik und der Kasus¬
      grammatik herangezogen . Dabei ist man sich darüber im klaren, daß einige
      bekannte Probleme mit diesen ( oder in einigen Fällen mit Irgendwelchen )
      Mitteln nur teilweise oder überhaupt nicht gelöst werden können . Beispiele
      hierfür sind anaphorische Pronomen, definite Nomina , Modalität bei Verben,
      verschiedenartige korrekte, aber verschachtelte Strukturen, ungrammatika-
      lische Sätze ( die immer wieder auftauchen ) usw .
90    Die Schnittstellenstruktur - also die Repräsentation des semantischen Text-
      inhalts - beruht auf den bisherigen Analyseebenen der zu übersetzenden Aus ¬
      sage . Sie ist also in gewisser Weise sprachabhängig . Eine abstraktere Reprä ¬
      sentation wäre günstiger gewesen .                                             --
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        Angesichts des Stands der Dinge - eine derartige Beschreibung ist nur fragmenta ¬
        risch Möglich - besteht kaum Anlaß zur Kritik in diesem Punkt . Die Spezifikation
        der für die Schaffung der Schnittstellenstruktur erforderlichen semantischen Merk¬
        male und Beziehungen wird jedoch sehr viel zusätzliche Arbeit erfordern .
  91    Das Wörterbuch 1m weitesten Sinne des Wortes - also eine Auflistung von Wörtern
        und Kollokationen sowie ihrer Bedeutungen und kombinatorischen Eigenschaften - ist
        in einem automatischen Obersetzungssystem nicht anders als bei den meisten Verar¬
        beitungssystemen für natürliche Sprache von wesentlicher Bedeutung . Der Arbeits¬
        aufwand für die Erstellung dieser Komponente ist bei Eurotra ohne Zweifel unter¬
        schätzt worden. Ganz allgemein läßt sich sagen, daß es für die entsprechenden
        Sprachen gute oder verhältnismäßig gute einsprachige Wörterbücher gibt , aus diesen
        gedruckten Fassungen jedoch Maschinenwörterbücher zu machen, ist sehr arbeitsin¬
        tensiv . Gebraucht wird nicht einfach eine elektronische Version des entsprechenden
        Buchs, sondern eine Komponente, die Zusatzinformationen enthält und viel spezi ¬
        fischer Ist? das Ganze muß 1n den. vereinbarten Formalismus vorliegen.
 92     Die für -das Prototypsystem vorgesehene Zahl von Einträgen ( 2500 bzw . 20000 ) ist
        etwcs willkürlich festgelegt im Verhältnis zu der willkürlich gewählten Korpus¬
        größe und der Erfahnng mit SYSTRAN. Die Bedeutung dieser Zahlen ist unterschiedlich
        je nachdem, ob sie sich auf Französisch , auf Deutsch oder Italienisch usw . bezie¬
        hen . Unabhängig davon sind 20000 Einträge zu viel für ein Prototypsystem, aber
        weitem zu wenig für ein reales System .
 93     Das Fehlen zweisprachiger Wörterbücher in vielen Fällen ist ein Nachteil . Zum Aus¬
        gleich werden beträchtliche spezielle Arbeiten anfallen . Historisch gesehen sind
       alle neun Sprachen Dialekte derselben indogermanischen Ursprache, was hilfreich
       sein müßte, selbst wenn sich die Sprachen unterschiedlich entwickelt haben ( haupt ¬
       sächlich in germanische oder romanische Sprachen). Dieser kontrastive Aspekt ist
       sehr wichtig und verdient weit mehr Aufmerksamkeit .
 94    Es ist bekannt, daß ein Rechner den Inhalt eines Satzes aus der Buchstabenfolge
       nicht vollständig und eindeutig ermitteln kann . Ein wirklich leistungsfähiges Sy¬
       stem braucht einen umfassenderen (gelegentlich sehr viel umfassenderen ) Kontext
       und eine große, äußerst komplexe Wissensbasis zusätzlich zu dem umfangreichen,
       sehr detaillierten Wörterbuch . Selbst dann ist es unangebracht , in einer DV-Umge-
       bung von Sprachverständnis zu sprechen . Im besten Fall kann eine gewisse Decodie¬
       rung erreicht werden . Dies ist jedoch ein äußerst wichtiges Ziel , und der Weg zu
       seiner Erreichung ist sehr aufschlußreich .
     , Angesichts der Tatsache, daß eine vollautomatische, qualitativ befriedigende Über¬
       setzung nicht in Reichweite ist , sind zusätzliche Schritte erforderlich . Am nahe¬
       liegendsten ist die Nachredaktion . Darüber sind sich die am Projekt Beteiligten
%(* weitgehend einig; und sie hat als völlig normal zu gelten.
 ---pagebreak---                                      27 -
        Es werden jedoch auch Vorschlige ZURI Ausgangstext gemacht . Die Überlegung tauch
        auf , denjenigen, die die zu übersetzenden Dokumente schreiben, bestimmte Vor¬
        schriften zu machen . Das kann jedoch bedenkliche Auswirkungen für die Sprache ,
        die Sprachbenutzer und ihre Kultur haben. Es könnte sich also nur um eine kurz ¬
        fristige, vorllufige Lösung handeln .
  96    Der Beschluß des Rates vom 4 . November 1982 bezieht sich auf ein Forschungs¬
        und Entwicklungsprogramm für "ein automatisches Obersetzungssystem modernster
        Konzeption ". Selbstverstlndli ch kann ein System nach neuesten Erkenntnissen
        konzipiert sein - was 'für die Forschung grundlegend ist - , selbst wenn der
        linguistische Output nicht höchsten Qualitltsansprüchen genügt .
  Systemarchitektur und Software
 97     Die virtuelle H0-Hasch1ne ist das derzeit gültige Koniept und die Grundlage für
        die Systemarchitektur und Instrumente von EUROTRA . Wie 1n Anlage C.3 ausführ¬
        licher dargestellt, beruht das HÜ-System, das das Ergebnis der zweiten Phase
        sein soll , auf dem von der Central Operations-Gruppe für Systementwicklung in
       Luxemburg erstellten Bericht " Framework Engineering ". Hierbei steht die Anwen¬
       dung einer Folge von Umwandlungen des zu übersetzenden 'Textes im Vordergrund,
       wobei diese Folge wiederum Reprisentationen und Übersetzer im Wechsel enthilt .
 98    Dieses allgemeine Schema eines Automaten zur Überführung von einem Zustand in de
       nichsten als grundlegender Mechanismus der MÜ-Maschine von EUROTRA ist sicher¬
        lich zweckmißig, wobei dann entsprechend die allgemeinen Umwandlungs Instrumente
       und Reprisentationsschemata erginzt werden müssen . Die Definition derartiger
       Komponenten Ist Aufgabe des " Framework Engineer1ng"-Berichts ( FE ).
 99    Dieser methodische Ansatz ist systematischer als die bisherigen, bei denen Über¬
       setzer, Generatoren und Wörterbücher verschiedener Art und als einzelne Kompo¬
       nenten benutzt wurden, wie im Fall der derzeitigen EUROTRA-Sof tware 1.2 .
       FE enthilt Elemente einer KI-Lösung für die automatische Übersetzung und ver¬
       spricht daher, ein sinnvoller Ausgangspunkt für künftige MÜ-Systeme zu sein, die
       komplexe semantische Übersetzungsprobleme lösen können .
100    Da die Mü-Prototypsysteme zur Erprobung der Wörterbücher, der Schnittstellende¬
       finitionen und Übersetzer schnell vorliegen mußten, wurde dieser systematische
       Ansatz bei der derzeit verfügbaren EUROTRA-Software 1.2 nicht gewihlt . Bei Ge-
       sprichen mit Central Operations in Luxemburg zeigte sich, daß die Konzeptions¬
       konflikte zwischen erforderlicher schneller Verfügbarkeit der Systemprototypen
       und einer systematischeren Erarbeitung der Konzepte durchaus bedacht wurden .
       Zugleich ist klar, •                                                           .
                                                                                     57
 ---pagebreak---                               - 28
     daß die fehlende Einbeziehung erfahrener Informatiker bei der Entuicklung des
     derzeitigen Softwaresystems ein weiterer Grund für die geringe Effizienz der
     Software 1.2 ist .
101  Bei der Entwicklung der derzeitigen Prototypsoftware ist abzuwägen zwischen
     Effizienz auf der einen und Flexibilit&t und schneller Erstellung eines Proto¬
     typs auf der anderen Seite. Da die rf] -Komponenten wie Wörterbücher, Repräsen¬
     tationen und Umwandler noch Forschungsgegenstand sind, ist Flexibilität äußerst
     wichtig, damit sich z.B. Wörterbucheinträge und Regeln schnell ändern lassen .
     Höchste Flexibilität kann durch interpretierende Systeme erreicht werden, die
     jeooch nicht sehr effizient sind. Effizienz ist aber erforderlich, damit die
     Erprobung neuer linguistischer Konzepte und Komponenten nicht aufgehalten wird .
     Zum dritten ist für die schnelle Erstellung eines Prototyps nötig , daß so viele
     Instrumente wie möglich zur Anwendung kommen.
1S2  Hit der derzeit vorliegenden Version 1.2 der EUROTRA-Software unter PROLOG auf
     einem HIcroVAX wird der geforderten Benutzung vorhandener Softwareinstrumente
     und der geforderten Flexibilität durch die Eigenschaften von PROLOG Genüge ge¬
     tan . Die Effizienz des Interpretiersystems PROLOG Ist gering . Durch die An¬
     wendung der FE-Hethoden 1n Version 3.1 der EUROTRA-Software müssen eine
     Eff izienzsteigerung und eine Beibehaltung oder sogar Vergrößerung der Flexi ¬
     bilität erreicht werden . Zugleich müssen Informatiker herangezogen werden, um
     die Systemarchitektur von EUROTRA in Hardware und Software zu verbessern.
     Darüber hinaus wären die Qualitätsanforderungen an ein industrielles System
     zu berücksichtigen, um die Wiederverwendbarkeit der Software der zweiten Phase
     für weitere Projekte und KEG-Anwendungen wahrscheinlicher zu machen .
103  Nach den derzeit bestehenden Plänen soll die Flexibilität durch Benutzung einer
     Datenbasis gesichert werden . Die Effizienz soll durch  schnellere Rechner und die
     direkte Anwendung der Transformationsregeln durch ein    in C implementiertes
     Interpretierprogramm verbessert werden . Hittelf ristig sollte auch die Unter¬
     suchung etwaiger Parallelen     in der Regelbehandlung   Ergebnisse aufweisen .
     Die Übertragbarkeit wird durch Benutzung von UNIX und C gewahrt . Die letzten
    Versuche mit einer UNIX-Tei Imenge - XOPEN - waren ermutigend .
104 Die Ergonomie und damit die Effizienz der Arbeit der einzelnen Sprachgruppen könnte
    durch bessere Nutzung der Multitasking-Höglichkeiten von UNIX verbessert werden;
    dialogintensive Entwicklungsarbeiten können Tm Vordergrund stehen, während die Er¬
    probung von Grammatiken und Regeln oder die Zusammenstellung von Wörterbüchern eher
    im Hintergrund sind. Das setzt voraus, daß den EUROTRA-Teams Hochleistungsgeräte
    für die Entwicklung zur Verfügung stehen, die im Lichte der allgemein erforderlichen
    höheren Arbeitseffizienz bei EUROTRA mit modernen Arbeitsstationen ausgerüstet sein
    sollten .
 ---pagebreak---                            29
Durch die ursprüngliche Entscheidung für ein deklaratives System bei
EUROTRA sind an die EUROTRA-Archi tektur - Hardware und Software - bestimmte
Anforderungen gestellt . Gegenwärtig ist die Leistung der Softwareversion 1.2
wegen der unzweckmäßigen Wahl der Implementierungsmethoden für die Software
und einer nicht sehr leistungsfähigen Hardware angesichts des gegenwärtigen
Stands des Verhältnisses Computerleistung / Preis und der Erwartungen für die
Zukunft nicht zufriedenstellend . Eine bessere Verständlichkeit der Regeln
verglichen mit der prozeduralen Implementierung von MO-Systemen in Verbindung
mit besseren Implementierungs- und Hardware-Möglichkeiten werden diese an¬
fängliche Entscheidung, wie sie auch im Framework-Engineering zum Ausdruck
kommt , unterstützen .
                                                                              57
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7.     SCHLUSSFOLGERUNGEN
Größenordnung d«s Projekts
105    Zur Durchführung automatischer Übersetzungen ist ein System erforderlich .
       Systemarchitekturen entstehen im allgemeinen in kleinen Schritten (vor allem
       durch die Verbesserung von Subsystemen ), gelegentlich sind sie aber auch das
       Ergebnis radikaler Konzeptinderungen . Das allerdings ist risikoreich ; deshalb
       sollten neue Konzepte in möglichst begrenztem Rahnen erprobt werden .
106    Bei EUROTRA hat man eine Vorgehensweise gewlhlt , oie mehr als bei jedem anderen
       existierenden Obersetzungssystem auf Grundlagenforschung aufbaut . Um die Stich ¬
       haltigkeit eines Forschungsergebnisses zu Oberprüfen, führt man normaler**’ «^
       Testllufe in möglichst begrenztem Umfang durch . Die politische Entscheid     ,
       die im Falle von EUROTRA getroffen wurde , vereitelte eine solche Vorgeh s -
       weise und verlangte die Erforschung und Implementierung aller neun Sprachen
       gleichzeitig . Das Projektrisiko stieg damit erheblich , wlhrend zugleich
       die Wahrscheinlichkeit abnahm , ein praxistaugliches Obersetzungssystem ent ¬
       wickeln zu kSnnen .
107    Die EUROTRA-Phi losophie geht gegenwlrtig von der Annahme aus , daß die gesamte
       Obersetzungsarbeit der Kommission zentral durchgeführt werden wird . Das Be¬
       wertungsgremium zieht diese Annahme in Zweifel und kOnnte sich vorstellen ,
       daß ein Teil der Obersetzungsarbeit in Zukunft in den Mitgliedstaaten durch¬
       geführt wird .
108    Es versteht sich von selbst , daß ein solches Projekt niemals im Rahmen eines
       kommerziellen Forschungsvorhabens bitte durchgeführt werden können; daher ist
      es vollstlndig auf die Finanzierung aus öffentlichen Mitteln angewiesen .
EUROTRA-Grundsltze
109   In mehreren kritischen Bereichen müssen grundlegende Fortschritte erzielt
      werden ; damit sind gemeint : der bei der Verarbeitung von Quellsprachen erfor ¬
      derliche Abstraktionsgrad, die Schnittstellen zwischen Sprachen, das Kontext-
      verstindnis , besondere Computertechniken . Entwicklungsmöglichkeiten ergeben
      sich aus dem tieferen Verstlndnis der Materie und zwangsliufig auch aus einer
      Reihe von empirischen Erkenntnissen, die sich aus verschiedenen Bereichen
      ableiten lassen, so z.B. aus der linguistischen Grundlagenforschung , aus der
      Informationswissenschaft sowie der Architektur von ( textbezogenen , nicht-mathe ¬
      matischen ) Informationsverarbeitungssystemen und in gewisser Hinsicht auch aus
      der Künstlichen Intelligenz .
 ---pagebreak---                                       31
110   Obwohl die Mehrheit der beteiligten Forschungsgruppen im Universitätsbereich
      angesiedelt ist , sind einige Gruppen eher selbständig und sind stärker
      praxisorientiert . Es ist festzustellen , daß die letztgenannten Forschungsgruppe''
      sich ungeachtet ihrer   sprachwissenschaftlichen Orientierung nicht von dem
      EUROTRA-Ansatz haben abschrecken lassen . Daran läßt sich ablesen , daß letzt -
      endlich auch Fachleute mit stärkerem Praxisbezug als die normalen Universitäts ¬
      wissenschaftler an den Nutzen des EUROTRA-Projekts glauben .
EUROTRA-Handbuch
111   Hit de« EUROTRA-Handbuch wurde versucht , der doppelten Aufgabe einer Spezifi ¬
      kation und des Kommunikationsmediums zwischen den Forschungsgruppen gerecht
      zu werden . Dies führte zu einer Reihe von Hißverständnissen , da die beiden
      Bereiche im Text nicht deutlich genug voneinander getrennt wurden .
Hanagement
112   Die zentrale Organisation und Leitung des Projekts wurde aufgrund erheblicher
      Verzögerungen bei der Bereitstellung von Hitarbeitern und Projektmitteln
      behindert . Obwohl die Liaison-Gruppe zum gegenwärtigen Zeitpunkt gute Arbeit
      zu leisten scheint , wurden ihr mangels zentraler Ressourcen mehr zentrale
      Verwaltungsaufgaben übertragen , als notwendig gewesen wäre . Für die Durchführung
      eines verteilten Forschungsprojektes erwies sich diese Vorgehensweise als recht
      effizient ; sie kann jedoch nicht als Vorbild für die Verwaltung eines zukünftigen
      Entwicklungsprojektes angesehen werden .
113   Die Exekutivfunktionen und Hauptaufgaben des Projekts sind nicht deutlich
      genug gegeneinander abgegrenzt worden . Aufgrund seiner Integration in eine
      Verwaltungsabteilung der Kommission ist eine effiziente Proj ekt verwa Itung
      nicht möglich .
114   Bisher wurden keine Versuche unternommen , praktische Testkriterien für das
      Ende der zweiten Projektphase aufzustellen . Dies dürfte zum Teil auf mangelnde
      Sachkenntnis für eine zentrale Bewertung und Integration der Ergebnisse der
      einzelnen Forschungskomponenten zurückzuführen sein . Ein unverzichtbares
      Kriterium ist mit Sicherheit der Vergleich mit der Humanübersetzung .
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 115   Ein derart kostspieliges und ehrgeiziges Projekt muß seine Ergebnisse
       in Form von konkreten Anwendungen präsentieren, andernfalls sind die
       einzelnen Stadien des Fortschritts mit praktischen Ergebnissen zu belegen .
       Gerade aus diesem Grund ist eine dauerhafte Verbindung zwischen den For¬
       schungseinrichtungen und den für die Schaffung einer Sprachindustrie in
       Frage kommenden Organisationen äußerst wünschenswert. Nur Industrieunternehmen
       sind in der Lage, kommerziell verwertbare Zielvorstellungen zu entwickeln,
       die mit dem Strnd der Technik vereinbar sind .
116    Es gibt überaus zahlreiche Einsatzbereiche für die Computer lingui st ik . Eine
       (unvollständige ) Liste ist in Kapitel 3 zu finden .
Finanzierung
117   Die Nittelknappheit in der Zentrale hat Probleme mit sich gebracht ; so fehlten
      'ihren Nitarbeitern die erforderlichen Nittel zur Aufrechterhaltung enger
      Kontakte mit einigen nationalen Forschungsgruppen .
118   Aus den verschiedensten Gründen hat es in vielen Fällen allzu lange
      gedauert , bis die Projektmittel der Kommission den nationalen Forschungsgruppen
      zur Verfügung standen . In einigen Fällen konnte diese Finanzierungslücke mit
      nationalen Nittein geschlossen werden , in anderen Fällen waren inakzeptable
                                                       I
      Verzögerungen in der Projektarbeit die Folge .
Sprachregeln
119   Die Wahl einer deklarativen Nethode zur Codierung der Sprachregeln erscheint
      plausibel , ihre Effizienz ist jedoch noch nicht erwiesen . Die Plausibilität
      stützt sich auf zwei Argumente . Das erste Argument , das im übrigen für die
      Wahl dieser Nethode ausschlaggebend gewesen sein dürfte , ergibt sich aus
      der besseren Nodularisierbarkeit sowie aus der einfacheren Koordinierbarkeit
      der einzelnen Sprachen . Das zweite Argument beruht auf der Tatsache, daß
      deklarativen Sprachen im Bereich der Computertechnik im allgemeinen verstärkte
      Aufmerksamkeit geschenkt wird .
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Systemkonzeption
120   Maschinelle Obersetzung hat mit Sprachen zu tun . Oie Eigenart des Projektes
      läßt es daher nicht unlogisch erscheinen, die wesentlichen Forschungsan¬
      strengungen auf die Analyse und Synthese der einzelnen Sprachen zu verwenden .
      Oie eher mechanisch ablaufende Obersetzungsarbeit muß von Computern durchge¬
      führt werden . Sie sind zu enormen Leistungen in bezug auf die Oatenverar-
      beitungsgeschwindigkeit fähig , haben aber auch ihre Grenzen . Es böte sich an,
      die Möglichkeiten der Computer-Hardware und -Software stärker zu berücksich¬
      tigen . Oie zur Zeit nahezu ausschließliche Betonung der linguistischen
      Systemkomponente verhindert diese wünschenswerte Interaktion und erhöht
      wiederum das Risiko, das Endziel - die Entwicklung eines praxistauglichen
      Systems - zu verfehlen .
121   01e Projektphilosophie sieht keinerlei Interaktion zwischen Obersetzer
      und System vor . Das Bewertungsgremium stellt die Zweckmäßigkeit dieses
      Ansatzes in Frage . Angesichts der zahlreichen Enticklungen im Bereich der
      Computer-Software, die zur Entwicklung ausgeklügelter Vorredaktionsmechanismen
      geführt haben , sollte man vorsichtige Schritte in dieser Richtung erwägen .
                                                             л
122   Darüber hinaus wäre die Integration einer Nachredaktionskomponente sinnvoll ,
      was von den meisten Projektbeteiligten begrüßt wird und fast als Selbst ¬
      verständlichkeit zu gelten hat .
Computer-Systeme
123   Oer Software-Engpaß von EUROTRA dürfte zu den Problemen gehören, die
      schnellstens einer Lösung bedürfen . Wenn man innerhalb eines annehmbaren
      Zeitrahmens zu einer Lösung gelangen will , dann ist dies wahrscheinlich nur
      möglich , wenn umgehend erfahrene Kräfte aus dem Bereich Software-Architektur
      und -Engineering von außerhalb unter Vertrag genommen werden .
124   Ohne Verbesserung der Software besteht die Gefahr , daß am Ende der zweiten
      Phase weder die Granrnatiken noch die Wörterbücher in geeigneter Weise getestet
      werden können .
125   Die für den allgemeinen Systementwurf erforderliche Hardware und Systemar¬
      chitektur verursacht ebenfalls einen Engpaß; dieses Problem wird sich mit
      der Verbesserung der Software noch verschlimmern .
                                                                                      «
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Wôrterbuch-Entwi ck lung
126   Bei der Entwicklung praxistauglicher Obersetzungssysteme und den nachfolgenden
      Aktualisierungsschritten verursacht die Erstellung und Erweiterung der Wörter ¬
      bücher die Meiste Arbeit und die «eisten Kosten . Daher ist es üblich , weitest ¬
      gehend auf bereits vorhandene elektronische Wörterbücher zurückzugreifen .
127   Der EUROTRA-Ansatz erfordert die Erstellung von Wörterbüchern , die « it den
      bereits vorhandenen nicht direkt kompatibel sind . Die betrieblichen Zusatz ¬
      kosten sind nur dann zu rechtfertigen, wenn die Endergebnisse alle bisherigen
      Systeme in den Schatten stellen .
128   Die Wörterbucharbeit verrlt Möglicherweise eine mangelhafte Vorausplanung
      innerhalb der gegenwirtigen EUROTRA-Struktur . Das Bewertungsgremium ist sich
      der Tatsache bewußt , daß diese Arbeit in gewissem Umfang andere Anforderungen
      an die Mitarbeiter sowie an die Organisationsstruktur stellt , als es bei der
      angewandten Forschung im Bereich der Sprachregeln der Fall ist .
129   Darüber hinaus sind die für die Wörterbucharbeit erforderlichen Mittel beim
      Projekt wohl erheblich unterschltzt worden .
Forschungsförderung
130   Hit Sicherheit hat das EUROTRA-Projekt das Ziel erreicht , die Computerlin¬
      guistik in den Mitgliedstaaten zu fördern . Das Wissen um das Fachgebiet hat
      allgemein zugenommen, und es wird nun auch an Sprachen gearbeitet , die von
      der sprachwissenschaftlichen Forschung bisher vernachllssigt wurden .
Bedeutung des Projekts
131   Die Komplexitlt des Problems der maschinellen Sprachübersetzung wurde den
      Behörden im Laufe des Projektes erst langsam bewußt . Die Sprachwissenschaftler
      sehen in dem Projekt eine echte Herausforderung .
132   Ein Forschungs- und Entwicklungsteam verfügt über ein hohes Maß an Fachwissen .
      Wenn die Finanzierung eingestellt wird , kann der Wissenstransfer von der
      zweiten zur dritten Phase nicht stattfinden , somit werden die grundlegenden Ziele
     auf keinen Fall erreicht werden .
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Zusaounenfassung
133 Zu« gegenwärtigen Zeitpunkt llßt sich nicht feststellen, ob das Projekt
    bisher alle gesteckten Ziele erreicht hat . Das Bewertungsgreaiu« ist
    insgesamt der Auffassung , daß EUROTRA bisher die politischen sowie
    die Ausbildungs- und Schulungsziele uneingeschrlnkt , die wissenschaftlichen
    und technischen Ziele teilweise erreicht hat . Die wirtschaftlichen Ziele
    sind, wie es scheint , in diese« Stadiu« nicht berücksichtigt worden .
                                                                 »
    Das Bewertungsgreaiu« empfiehlt , diesen Mangel zu beheben .
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 8.    EMPFEHLUNGEN
  134 Oie Empfehlungen lassen sich in drei Gruppen unterteilen :
  I   OIE ZUKUNFT VON EUROTRA
  135 Oie Bedeutung des Projekts für die Europäische Gemeinschaft als Ganzes
      muß ebenso hervorgehoben werden wie sein enormes Kosteneinsparungspotential .
      Davon sind einerseits alle Gemeinschaftsinstitutionen betroffen - der Rat ,
      das Europäische Parlament , der Europäische Gerichtshof, das Europäische
      Patentamt - andererseits hat das Projekt auch kulturelle Bedeutung .
      Nachdem ein derartiges Projekt ins Leben gerufen und das entsprechende Fach¬
      wissen mobilisiert worden ist, wäre es ein Rückschritt, wenn die Kommission
      dieses Projekt aufgäbe .
 136 Nach Meinung des Bewertungsgremiums sollte die Finanzierung des Projekts
      nicht eingestellt werden; außerdem sollte man nicht verlangen, daß die
      nationalen Forschungsgruppen aufeinander warten müssen. Der Obergang
      von der Forschungs- zur Entwicklungsphase erfolgt zwangsläufig gestaffelt .
      Auch der Obergang von der zweiten zur dritten Phase verläuft für einige
      Beteiligte bereits zeitlich versetzt , dies ist schon in den Beteiligungs¬
      verträgen ( siehe Anlage A ) vorgesehen .
 137  Die in der zweiten Phase einzuhaltenden Termine sollten realistischer
      sein; die Grundlagen für Phase 3 wären zu ändern . Vorgeschlagener Termin
      für den Abschluß der zweiten Phase ist für alle Beteiligten das Ende des
      Jahres 1988 .
 138  Die Implementierungsarbeit für bestimmte Sprachpaare sollte nicht unterbrochen
      werden, nur weil andere Paare noch "aufholen" müssen .
 Organisationsform
 139 Die Verwaltungsstruktur des Projektes sollte für den Rest der zweiten
      Phase o’ringend überprüft werden . Besonders sollte eine eingehende Über¬
      prüfung der für die Zentralverwaltung erforderlichen Ressourcen erfolgen .
      Phase 3 erfordert einen detaillierten Verwaltungsplan . Damit sollte man
      sich in naher Zukunft befassen, und zwar wegen der Anpassungen, die zur
      Einbeziehung Dritter erforderlich sind . Dies gilt auch für die Empfehlungen
      in III .
 140 Das Bewertungsgremium ist der Ansicht , daß die zentrale Aufgabe der dritten
      Phase, wie in Abschnitt 2 bereits beschrieben, die Trennung der Forschungs-
      von der Entwicklungsarbeit und die Oberführung der Entwicklungsarbeit
      in eine industrielle Umgebung sein sollte . Im Anschluß daran sollten
QÇ>
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      di « Arbeiten an EUROTRA zweigleisig weitergeführt werden, wobei jeder
      Bereich über klar definierte Ziele verfügen muß :
      <1 ) linguistische Forschung auf der Grundlage der Fortschritte aus Phase 2;
      (2) praktische Anwendung der Forschungsergebnisse zur Erstellung eines voll
           einsatzfihigen, vollautomatischen Obersetzungssystems .
H1 Oie folgende Darstellung gibt einen Überblick über die beiden parallelen
     Projektpfade .
                                      FORSCHUNG               ENTWICKLUNG
'Phase 2
Ende 1988      .
                          /               !
Phase 3
              W
                                /!\
                         sonstige
           Zeit                                              EUROTRA
                         Anwendungen
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II   FORSCHUNG
Inhalte
142  Es versteht sich von selbst , daß die Forschung auf dem Gebiet der Computer¬
     linguistik noch lange fortgesetzt werden sollte . Sie ist von großer Be¬
     deutung für den Aufbau der mit den Informationsdiensten im Zusammenhang
     stehenden "Sprachindustrie ", die nach Ansicht des Gremiums von fundamentaler
     Bedeutung für die Erneuerung der Wirtschaftsstruktur ist .
143 Was die linguistische Komponente des jetzigen EUROTRA-Programms anbetrifft ,
     sollte den folgenden Themen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden : der zentra¬
     len Funktion der Systemwörterbücher; den kontrastiven Aspekten der Sprach ¬
     übersetzung, da bisher nur ein Bruchteil der 72 Sprachpaare unter diesem
     Gesichtspunkt analysiert worden ist ; sowie den Semantikproblemen (seman¬
     tische Merkmale und Relationen), die von großer Bedeutung für die Schnitt¬
     stellenstruktur sind . Alle diese Bereiche erfordern zusätzliche Forschungs ¬
     anstrengungen .
144  Weitere Punkte, die mehr Aufmerksamkeit verdienen, sind : Fragen der Standard¬
     rechnerarchitektur, bessere Ausnützung der Möglichkeiten herkömmlicher
     Architekturen, sowie bessere Nutzung vorhandener Software .
145  Es bedarf besonderer Anreize für die Erforschung modernster, insbesondere
     paralleler und assoziativer Rechnerarchitekturen . Solche Architekturen
     könnten von größter Bedeutung für die zukünftige Sprachindustrie sein .
146 Das Gremium empfiehlt , daß sich BVKA-12 mit der Frage befaßt , inwieweit ?
     Forschung, sei es im akademischen Bereich oder im Vorfeld kommerzieller
     Nutzung, parallel zu EUROTRA durchgeführt werden könnte . Es wäre vielleicht
     ein Anreiz, wenn eine kleine Anzahl europAischer Arbeitsgruppen mit Ähnlichen
     Ideen miteinander im Wettbewerb stAnde und parallel zur Hauptforschungs¬
     richtung der dritten Phase arbeitete . Solche Gruppen sollten nach Möglich ¬
     keit im Rahmen von Kooperationsvorhaben zwischen Universitäten und Industrie¬
     unternehmen entstehen. FuE-Vorhaben könnten sich mit fest umrissenen
     praktischen Problemen oder mit grundlegenderen Fragen auseinandersetzen .
     ZusAtzliche Forschungsmittel könnten aus Projekten wie ESPRIT oder dem
     Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung bereitgestellt werden .
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III  ENTWICK.LUNG
H7    Das Gremium ist der Ansicht , daß die ursprüngliche Definition der EUROTRA -
      Phasen an der Realitlt vorbeigeht . Dies gilt insbesondere für den Übergang
      vom gegenwJ rt i gen Pro j ek t be t r i eb zur industriellen Entwicklungsphase ,
      der sich Ober einen gewissen Zeitraum erstreckt . Nach Meinung des Gremiums
      wird eine Beteiligung der Industrie erst nach Ablauf der dritten Phase
      den wesentlichen Zielsetzungen von EUROTRA nicht gerecht .
148   Innerhalb des EUROTRA-Programms könnten Ergebnisse erzielt werden ,
      die ggf . auch außerhalb der Kommission und der Gemeinschaft verwertbar sind .
      Ein solches Projekt wire allerdings nie 1si Rahmen eines komaerziel len
      Forschungsvorhabens verwirklicht worden , und die Gemeinschaftsinstitutionen
      sind wahrscheinlich die einzigen Kunden für ein System mit genau diesen
      72 Sprachpaaren . Man darf dabei jedoch nicht vergessen , daß EUROTRA
      aufgrund dieser breiten Sprachvertei lung in eine eigene Klasse neben allen
      anderen MCt-Systemen eingeordnet werden muß . Ein derart umfassendes
      System ist daher nur realisierbar , wenn es vollstlndig aus öffentlichen
      Mitteln finanziert wird .
149   Zur Zeit kann nicht abgeschitzt werden , in welcher Höhe finanzielle Mittel
      bereitgestellt werden müssen , damit ein ( im wesentlichen ) industrielles
       Konsortium ein System entwickeln kann, das in den Institutionen der Gemein¬
       schaft praktisch einsetzbar ist . Mit Sicherheit sind die bisher ffir
       EUROTRA bereitgestel Iten bzw . vorgesehenen Mittel jedoch nicht ausreichend .
       Der Versuch , dieses Entwicklungsprojekt in den gegenwlrtigen Budgetrahmen
       zu zwingen , bitte in doppelter Hinsicht negative Auswirkungen . Damit
       würde die Fortführung der Forschungsanstrengungen unterbunden ; zudem kirne
       ein sehr unvollkommenes System zustande , das in bezug auf seine Leistung
       nicht besser als andere , bereits existierende Systeme sein könnte .
 150 Das Gremium empfiehlt , eine neutrale Stelle mit der Durchführung einer
       Studie zu beauftragen , in der die Entwicklung eines praxistauglichen
       EUROTRA-Systems auf der Grundlage der derzeitigen und in Kürze zu erwarten¬
       den Forschungsergebnisse mit genauen Kostenangaben spezifiziert wird .
 Organisation
 151   Wie oben bereits ausgeführt wurde , sind weitere Beratungen und Untersuchungen
       über die realistisch möglichen Ziele eines Entwicklungsprojekts Im Bereich
       der maschinellen Übersetzung erfordern ch . Wie fortschrittlich sollte die
        Sys*temkonzeption sein ? Welcher Kundenkreis wird anvisiert ? Wie bei anderen
        Erzeugnissen gilt auch hier , je begrenzter die Zielsetzung , desto größer
        die Erfolgsaussichten .                                                         f
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  152   Die Kommission sollte den organisatorischen Erfordernissen der nächsten
        Phase , z.B. im Zusammenhang mit der Wörterbucharbeit , größere Aufmerksamkeit
        schenken . Nach Ansicht des Bewertungsgremiums fehlen den Forschungsgruppen
        zur Zeit die geeigneten Mittel zur Bewältigung einer derart umfangreichen
        Wörterbucharbeit .
  153   Noch vor Ablauf der zweiten Phase sollten Privatunternehmen zur Mitarbeit
        bei der Erfüllung der Ziele und der Spezifikation des Endprodukts herangezogen
        werden . Spezielle Bereiche mit Input-Bedarf von außerhalb sind erstens die
        Wörterbucharbeit und zweitens die Software-Spezifikation für Phase 3 .
 Planung und Durchführung
 154   Die Kommission sollte dafür sorgen, daß entsprechende Schritte unternommen
       werden, ein (multinationales ) Industriekonsortium für die Durchführung der o.g .
       Entwicklungsarbeit zu bilden . Eine Beteiligung industrieller Organisationen
       noch in der zweiten Phase erleichtert die Bildung des Konsortiums .
 155   Weiter wäre genauer zu überlegen , in welcher Weise ein solches Konsortium mit
       der EUROTRA-Organisation Zusammenarbeiten soll ; seine Mitglieder müßten sich
       mit den EUROTRA-Forschungsgruppen beraten , um die Anwendbarkeit ihrer For ¬
       schungsergebnisse bewerten zu können . Es gibt keinen Grund , diese Konsultationen
       bis zur dritten Phase aufzuschieben . Das Fachwissen der bestehenden Forschungs ¬
       gruppen sollte bei den Vorbereitungsarbeiten für die Entwicklungsphase genutzt
       werden . Einige Gruppen sind bereits mit externen Auftragsarbeiten befaßt .
 156   Es wird angeraten , Vorschläge für Forschungsprojekte der dritten Phase bei
      den bestehenden Forschungsgruppen einzuholen ; einige dieser Projekte könnten
      durchaus im Zusammenhang mit industriellen Partnern stehen .
157   Die Arbeiten des Industriekonsortiums bei der Erprobung , Wartung und Verbreitung
      des EUROTRA-Produkts im Auftrag der Europäischen Kommission sollten durch die
      Aktivitäten von Central Operations ( z.B. über das IEGI als nationale Forschurgs -
      gruppe Luxemburgs ) unterstützt werden .
To
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ANLAGE A - FORTSCHRITTE IM VERGLEICH ZU DEN ZIELEN ( Stichtag : 31 . Juli 1987 )
158    Der Tabelle an Ende dieser Anlage ist das Datum für die Vertragsunterzeichnung
      sowie den Arbeitsbeginn der einzelnen nationalen Forschungsgruppen zu entnehmer
      Die folgende Aufstellung gibt einen Überblick über die Projektfortschri tte im
      Vergleich zum Zeitplan .
159   BELGIEN
      Für Niederländisch : verzögerter Beginn wegen Schwierigkeiten mit den nieder¬
      ländischen Behörden; Rückstand soll jedoch bereits aufgeholt worden sein .
      Für Französisch : ebenfalls verzögerter Beginn. Die Universität Lüttich konzen¬
      triert sich auf lexi kographi sehe Aspekte .
160   DANEMARK
      Frühzeitiger Beginn der Arbeiten; gute Unterstützung , gesunde Finanzierung;
      Zeitplan wird eingehalten .
161   DEUTSCHLAND
      Einhaltung der Projekttermine wird zuversichtlich beurteilt . Zeitplan wird
      eingehalten .
162   GRIECHENLAND
                                                                          /
      Verzögerter Beginn aufgrund von Problemen mit der griechischen Regierung ;
      weitere Verzögerungen wegen fehlender Hardware . Arbeiten leiden darunter, daß
      Griechisch noch nicht nach den Methoden der modernen Linguistik erforscht wordei
      Ist und geeignete Wörterbücher fehlen . Lage wird jetzt als stabil angesehen .
      Voraussichtlicher Termin für die Bereitstellung der Hardware : Juni 1987; für der
      vollständigen Aufbau der Forschungsgruppen: Oktober 1987 . Professor Koutsoudas
      hofft, den Rückstand auf den Zeitplan bis Oktober 1987 auf holen und danach in
      den meisten Bereichen planmäßig fortfahren zu können .
163   FRANKREICH
      Verzögerter Beginn der Arbeiten aus drei Gründen :
             ( 1 ) verzögerte Bereitstellung der Projektmittel ;
             (2 ) mangelndes Engagement einiger Wissenschaftler, die der Ansicht sind,
                   daß das Projekt auf technischer Seite zu wünschen übrig läßt ;
             (3 ) Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Hauptgruppen
                   ( Nancy und Paris ).
                                                                                  7/
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       Die französische Beteiligung ist inzwischen grundlegend reorganisiert worden;
       Frau Danlos ist davon überzeugt , daß brauchbare Ergebnisse erzielt werden .
       Die Arbeitsteilung zwischen den nationalen Forschungsgruppen wird auch in
      Kapitel B.3.5 behandelt .
164    IRLAND
      Schwierigkeiten aufgrund »angelnden Fachwissens . Die anderen Gruppen bezweifeln
      den Wert dieser Komponente und lassen ihre uneingeschränkte Unterstützung
      vermissen .
165    ITALIEN
      Unterzeichnung des Beteiligungsvertrages erst 1m Januar 1987, im wesentlichen
      aufgrund bürokratischer Verzögerungen. Termin für den Abschluß der Ara lysear¬
      beiten : September 1987 . Vorgehensweise : kein Streben nach Perfektion, sondern
      man möchte in der verfügbaren Zeit möglichst viel erreichen.
166   LUXEMBURG
      Verzögerter Beginn aufgrund mangelnder Fachkenntnisse und fehlender Forschungs¬
      einrichtungen .
167 ' NIEDERLANDE
      Verzögerter Aufbau des Projekts aufgrund von Schwierigkeiten zwischen einzelnen
      niederländischen Ministerien . Das vorhandene EUROTRA-Fachwissen hilft dabei ,
      den Rückstand rasch aufzuholen .
168   PORTUGAL
      Wie Spanien nachträglicher Beitritt zum Projekt . Unterzeichnung des EUROTRA-
      Vertrages erst im März 1987 . Voraussichtlich keine Probleme beim Aufbau des
      Mitarbeiterstabes; daher dürfte das Zwei jahresprogramm ausreichen, um den Rück¬
      stand zu anderen nationalen Forschungsgruppen aufzuholen. Angestrebter Termin
      für den Abschluß der ersten Analysephase : Februar 1988 . ( Der EUROTRA-Jahres -
      bericht 1986 weist allerdings deutlich darauf hin, daß Portugal und Spanien die
      zweite Phase erst ein Jahr nach den anderen Ländern abschließen werden .)
169   SPANIEN
      Die spanische Gruppe hat soeben erst die erforderlichen Projektmittel erhalten,
      außerdem verhinderten Einfuhrschwierigkeiten bisher die Bereitstellung der
      Hardware . Man ist der Ansicht, das ursprünglich vorgesehene Programm bis
      Ende 1989 implementieren zu können .
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170   VEREINIGTES KÖNIGREICH
      Analysearbel ten verlaufen planmäßig, doch verzögert die langsame Software die
      Hardware-Tests . Han geht davon aus , die Termine elnhalten zu können.
OFFIZIELLE POSITION
171   Der vierte EUROTRA-Jahresberlcht ( 1986 ) macht 1n den Abschnitten 27 bis 29 die
      folgenden bedeutsamen Eingeständnisse :
      " Ende 1986 sah die Situation der nationalen Gruppen auf den ersten Blick recht
      zufriedenstellend aus : Elf Verträge waren unterzeichnet , der zwölfte war unter¬
      schriftsreif . Die tatsächliche Durchführung der Verträge bot jedoch ein etwas
      abweichendes B1ld .
172   Das Arbeitsprogramm der nationalen Gruppen sah vor, daß der erste Implementle-
      rungszyklus bis Ende Januar 1987 abgeschlossen würde . In Laufe des Jahres 1986
      wurde deutlich, daß nur drei Gruppen - DK, D und VK - das Programm rechtzeitig
      beenden würden .
      - Italien hatte noch nicht begonnen.
      - Die Niederlande hatten gerade erst angefangen, und es waren von Ihnen zusammen
         mit Ihrem belgischen Partner nur partielle Lösungen für die einsprachige
         Analyse und Synthese, nicht jedoch Transferkomponenten zu erwarten.
      - Frankreich und Griechenland lieferten nur partielle einsprachige Analyse-
         und /oder Synthesekomponenten ab .
      Die Verspätungen 1n Frankreich und Griechenland sind vor allem auf Interne
      organisatorische Probleme und den Mangel an Rechnern zurückzuführen."
                                                                                   73
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 Tabelle - ARBEITSBEGINN DER NATIONALEN GRUPPEN
                         Vertrags¬       Arbeits-  Verfügbarkei t Erneuerung  Ende
                         unterzei chnung beginn    der Mittel     für Phase 2 Phase «
Belgien
   Löwen                  17.09.84       15.10.84   04.12.84                  Jul . 88
   Lüttich                Apr . 86                                  Apr . 86  Jul . 88
Dänemark                  25.10.84       01.11.84   Jan . 85        Jun . 85  Jul . 88
Deutschland               20.12.84       01.01.85   06.03.85        Apr . 85   ! ul.88
Griechenland              Dez . 84       01.10.85                   Jun . 85  Jul . 88
Frankrei ch               Jul . 85       01.01.86                     k.A.    Jul . 88
Irland                    Dez . 84       01.10.85                   Sept . 85 Jul . 88
Italien                   Jan . 87       01.01.87,                    k.A.    Jul . 88
Luxemburg                 Jun . 84       01.01.85                   Apr . 85  Jul . 88
Niederlande               Sep . 86       01.09.86   17.12.86          k.A.    Jul . 88
Portugal                  März 87        01.07.87                     k.A.    Mörz 89
Spanien                   Dez . 86 .     01.09.87   27.05.87          k.A.    Dez . 88
Vereinigtes Königreich    Apr . 85       01.10.85                   Okt . 85  Jul . 88
ri
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 ANLAGE B :    ORGANISATORISCHE UND FINANZIELLE ASPEKTE
 B.1     Das allgemeine Management von EUROTRA
B.1.2         BVKA-12
173      BVKA-12 Ist das Beratungsgremium der EuropH sehen Kommission für Sprachprobleme .
         Es berft alle Genera Idirektlonen und befaßt sich mit allen Spracht ragen . Das
         einzige Vorhaben größeren Umfangs 1n diesem Bereich Ist zur Zelt EUROTRA . Die ¬
         ses Projekt war einer der Hauptgründe für die Einsetzung von BVKA-12 . Der Aus ¬
         schuß übernahm die Aufgaben des BPA (Beratender Programm-Ausschuß ). BVKA-12
         Ist offiziell ein Unterausschuß von AWTF und setzt sich aus je zwei Vertretern
        der einzelnen Mitgliedstaaten - 1n der Regel höhere Beamte - sowie zwei Ver¬
        tretern der Kommission zusammen . BVKA-12 erwies sich bisher als sehr sachver¬
        ständiger Ausschuß , der sich mit einem breltgefXcherten Themenbereich ausein¬
        andersetzt und über Initiativen berit ? die von den einzelnen Vertretern elnge-
        bracht werden ( z.B. die Einrichtung eines EUROTRA-Zentral Instituts ). Das Gre ¬
        mium tagt mindestens einmal 1m Jahr; zur Beschlußflhlgkelt sind zwei Drittel
        der Mltglledstaaten sowie die Kommission erforderlich .
174     Unter dem Vorsitz von Professor Zampolll existiert eine Technische Task Force ,
        1n der Fachleute auf Antrag von BVKA-12 technische Unterlagen erarbeiten .
B.1.3 .       Gemeinsamer Lenkungsausschuß ( CSC )
175     Der Gemeinsame Lenkungsausschuß wurde eingesetzt , um die Verwaltung der Betei -
        ligungsvertrlge zwischen der Europäischen Kommission und den einzelnen nationa ¬
        len Finanzierungsgremien zu erleichtern . Dieser Ausschuß Ist anstelle der ein ¬
        zelnen Finanzierungsgremien für die Wahrnehmung der Oberwachungsaufgaben ver¬
        antwortlich . Er wurde zu Beginn der zweiten Phase gebildet , als die Beteill -
        gungsvertrlge implementiert wurden , und tritt dreimal pro Jahr zusammen . Ent ¬
        scheidungen in wichtigen Fragen , die nur einen einzigen Beteiligungsvertrag be ¬
        treffen , sollen im Prinzip nur von den Kommisslonsvertretem und dem jeweiligen
        Mitgliedstaat getroffen werden . Man kann davon ausgehen , daß der Ausschuß mit
        besonderem Erfolg für die angemessene Ausstattung des EUROTRA Projekts mit fi ¬
        nanziellen Mitteln gesorgt hat . Der Gemeinsame Lenkungsausschuß war letztlich
        dafür verantwortlich , daß das Verbindungspersonal in Luxemburg eingestellt
        wurde, obwohl er dabei sein Mandat überschritt und sich direkt an die Mitglieder
        der Kommission 1n Brüssel wandte . Der Ausschuß setzt sich 1n erster Linie aus
        Verwaltungspersonal von Universitäten und Beamten des entsprechenden Aufgaben¬
        gebiets zusammen .
                                                                                       75~
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176 Die Ausschußmitglieder sind der Ansicht , daß weder im Hinblick auf die fi ¬
    nanziellen noch auf die technischen Aspekte genügend Entscheidungsspielraum
    vorhanden ist . Zu selten wird Fachleuten die Möglichkeit eingeräumt , die
    finanzielle und technische Lage zu prüfen und kritische Stellungnahmen abzu ¬
    geben .
                                      /
 ---pagebreak---                                                  Ubersicht
                                      über die Eurotra-Organisation
                                                   Flnanzlerung
      Kontrollgremlum                          Durchführung KEQ                                         Beratendes Gremium
                            Sprachgruppen '       Koordinierung       Zentrale Aufgaben
                                                                               KEG
                                                                            Man«9+*tOftt
                                                                             VonvaMung
                                                                        WlaaonachaHUcto
    / UK            B\                                                     Koordhnkorung
r        esc            °\   - E t 1 -^7 Llalsongruppe \                                               fp    CGC-12       D\
INL                    DK
\ [_ A4Mulaikxi«*wt/iQ« £ J
                             –fI | ~        ^4      (Lelter der
                                                    ( Lelter der   j^ Do4umon1atk>oajanlrum
                                                                      Soft m tr+ -C a rtog a t a 1 1 a
                                                                                                       NL     Vertreter
                                                                                                                 dar
                                                                                                                         DK
                                                                                                                              I
                               GR 1         > N^Forachungagruppen)^
                                               Forschungsgruppen)                                      yL Mltglladstaatan E /
                                                                                                         JRL
              GR v                                                               IRL                          I
                                                                            Tarmknoioek*
                                                                                   l
                                                                           Spezlalltlerle
                                                                        Forsctumgsleams
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B.1.4        Liaison-Gruppe
177    Oie Liaison-Gruppe besteht aus den Leitern der nationalen Forschungsgruppen
      bzw . deren offiziellen Vertretern sowie dem Projektleiter des Vertrages bzw .
      einem Mitglied der Frojektgruppe . Jede nationale Forschungsgruppe hat eine
      Stimme ; die Kommission hat eine Stimme und Vetorecht .
178   Sie hat folgende Aufgaben und Befugnisse :
      Sie formuliert die Arbeitsprogramme für die einzelnen Forschungsgruppen , die
      dem Gemeinsamen Lenkungsausschuß zur Genehmigung unterbreitet werden .
      Sie legt fest , an welchen Punkten sowie mit welchen Methoden und Verfahren die
      Zwischenergebnisse und Endergebnisse jeder Phase bewertet werden sollen .
      Sie trifft in Fragen der theoretischen , wissenschaftlichen und technischen Op ¬
      tionen Entscheidungen , die für die Forschungsgruppen bindend sind .
      Sie trifft in Fragen der theoretischen , wissenschaftlichen und technischen Op ¬
      tionen Entscheidungen , die für andere Vertragnehmer als den Auftragnehmer bin¬
      dend sind .
      Sie erarbeitet und billigt Stellungnahmen zu den Berichten , die auf der Grund ¬
      lage der Beteiligungsverträge erstellt werden .
      Sie formuliert an den Projektleiter gerichtete Empfehlungen zur Durchführung
      der Maßnahmen von gemeinsamem Interesse .
      Sie benennt die Problembereiche , mit denen sich Ad -hoc -Gruppen befassen sollen ,
      und entscheidet über deren Einsetzung , Zusammensetzung und Mandat .
179   Die Liaison-Gruppe berät Uber Verwaltungsfragen sowie Ober die technischen In ¬
      halte des Projekts . Der Vorsitzende stellt die Tagesordnung rechtzeitig auf und
      verteilt sie an die Mitglieder der Gruppe zur Stellungnahme . Der Arbeitsauf ¬
      wand des Vorsitzenden entspricht etwa 50 Prozent einer Vollzeitbeschäftigung .
      Sitzungsunterlagen werden vom Vorsitzenden und von den technischen Arbeits ¬
      gruppen erstellt . Darüber hinaus legen die einzelnen nationalen Forschungs ¬
      gruppen Fortschrittsberichte vor . Die Planungsaufgaben für das Projekt werden
      von der Liaison-Gruppe wahrgenommen , jedoch lediglich in "Zeitscheiben " von
      jeweils drei Monaten . Anscheinend wird auf keiner Ebene langfristige Planung
      betrieben ; mehrere Mitglieder der Liaison-Gruppe beklagten , daß sie jeweils
      nur drei Monate im voraus planen können .
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 180  Die Gruppe tritt einmal pro Monat zusammen ; auf den jeweils zweitägigen Sit ¬
      zungen werden im Durchschnitt etwa 20 - meist einstimmige - Beschlüsse gefaßt ;
      in zwei bis drei Fällen muß allerdings abgestimmt werden . Entscheidungen wer ¬
     den mit Zweidrittelmehrheit der Stimmen getroffen ( wobei diese Mehrheit immer
     die Stimme des Kommi ss ions vert reters enthalten muß ). Außerdem besitzt die
      Europäische (Commission das Vetorecht , von dem sie allerdings selten Gebrauch
     macht . Kommt keine Zweidrittelmehrheit zustande , muß der Gemeinsame Lenkungs ¬
     ausschuß entscheiden .
181  Die Liaison-Gruppe wurde mehrfach kritisiert . Einige nationale Gruppen ( Frank ¬
      reich ) vermerkten , daß ausschließlich Verwaltungsfragen behandelt werden und
     daß bedeutsame technische Fragen nie auf der Tagesordnung stehen . Andere kri ¬
     tisierten , daß die Gruppe ständig technische Detailfragen wieder aufgreift ,
     die bereits in den technischen Untergruppen erschöpfend behandelt worden sind .
182  Angesichts der großen Zahl unterschiedlicher fachlicher Meinungen innerhalb
     der . Liaison-Gruppe arbeitet dieses Gremium überraschend gut . Es ist zwar
     theoretisch unwahrscheinlich , daß sich ein Entwicklungsprojekt gLeich welcher
     Größe in dieser Art und Weise verwalten läßt , dieses EG-Forschungsprojekt
     scheint mit dieser unorthodoxen demokratischen Methode jedoch recht gut voran ¬
     zukommen .
183  Einige nationale Gruppen verspüren allem Anschein nach ein gewisses Unbehagen
     über das Vetorecht der Kommission . Vor allem langjährige Mitarbeiter haben das
     Gefühl , daß sie die Kommission ständig dazu zwingt , " zu implementieren und
     nochmals zu implementieren ", während sie selber lieber weiter forschen und mehr
     experimentieren wollen , bevor sie zur Implementierung übergehen . In diesem
     Bereich zeigt sich die mangelnde Abgrenzung zwischen Forschung und Entwicklung
     am deutlichsten .
184  Die Niederlande und das Vereinigte Königreich arbeiten zur Zeit an einem Neben ¬
     projekt , das ursprünglich von der Liaison-Gruppe verworfen wurde . Darin sollte
     unter anderem die EUROTRA-Theorie durch Implementierung eines bestimmten Sprach -
     paares überprüft werden . Dieses Projekt verwendet Module , die von anderen Grup ¬
     pen weder entwickelt noch verwendet wurden . Beide Gruppen führten ihre Arbeiten
     in eigener Regie weiter ; daraufhin wurde dieses Nebenprojekt in EUROTRA über¬
     nommen . Somit war ein Präzedenzfall geschaffen , und viele Gruppenmitglieder
     hoffen , daß andere Projekte ebenfalls in dieser Art akzeptiert werden . Ursprüng ¬
     lich war man gegen dieses Projekt , weil man Schwierigkeiten befürchtete , wenn
     zu viele Forschungsrichtungen gleichzeitig eingeschlagen würden . Centnl
     Operations in Luxemburg ist noch immer gegen eine solche Vorgehensweise .
                                                                                    77
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B.2   Central Operations
185   Central Operations werden alle Kitarbeiter zugerechnet , die nicht von einer na ¬
      tionalen Forschungsgruppe bezahlt werden , obwohl sie vielleicht an einem ihrer
      Standorte arbeiten . Sie lassen sich in drei Gruppen unterteilen : a ) alle Kitai–
      beiter in Luxemburg , b ) alle Kitarbeiter , die am Standort einer nationalen
      Forschungsgruppe arbeiten , und c ) - bis April 1987 - das ISSCO-Personal .
B.2.1        Luxemburg
186   Central Operations in Luxemburg arbeitet seit 1981 für das EUROTRA-Projekt .
      Oie GD XIII beschäftigt im EUROTRA-Team in Luxemburg lediglich zwei Fachleute
      auf dem Gebiet der maschinellen Obersetzung : Sergei Perschke und Nino Varile .
      Der Personaletat von Central Operations ist auf 14 Kitarbeiter ausgelegt .
      Seit 1985 bemüht sich Central Operations um die Aufstockung der Persona Iressour
      cen , ursprünglich durch das "Ausleihen " von vier Übersetzern , doch vermißte
      man bei der Anwerbung neuer Hitarbeiter bisher anscheinend die Unterstützung
      der Kommission . Inzwischen sind weitere Obersetzer von der GD IX für die Zu ¬
      sammenarbeit mit den einzelnen Forschungsgruppen abgeordnet worden . Lediglich
      zwei dieser neuen Kitarbeiter verfügten über Erfahrungen im Bereich der
      Computerlinguistik . Für die Obersetzer wird zur Zeit ein Kursus in Computer¬
      linguistik durchgeführt , doch geht man davon aus , daß es mindestens ein Jahr
      dauert , bis sie voll einsatzbereit sind . Zur Zeit sind acht der neun verfüg ¬
      baren Obersetzerstellen besetzt , weitere fünf Stellen sind geplant .
                                           Verbindung zur nationalen Gruppe in :
      Flavia Borsani                       Belgien ( Niederländisch ), Niederlande
      Panayota Kalamvoka                   Griechenland , Vereinigtes Königreich
      Peter Lau                            Dänemark , Spanien
      Joachim Ozdoba                       Frankreich , Deutschland , Portugal
      Erwin Valentini                      Italien
      Jürgen Vollmer.                      Belgien ( Französisch ), Irland
      K. 0'Leary                           Luxemburg
187   Die nationalen Forschungsgruppen haben sich insgesamt sehr kritisch über die
      wissenschaftliche Führung durch Central Operations geäußert . In der gegenwär¬
      tigen Situation ist man der Ansicht , daß das Verbindungspersonal nicht nur un ¬
      erfahren ist , sondern gegenüber den nationalen Forschungsgruppen anscheinend
      auch die nötige Kommunikationsfreudigkeit vermissen läßt . Einige Forschungsgrup ¬
      pen haben den ihnen zugeteilten Verbindungsmitarbeiter bisher noch nicht per¬
      sönlich kennengelemt , andere sind der Ansicht , daß auf dieser Ebene ohnehin kein
 ---pagebreak---                               - 49a
Verbindungsbedarf besteht . Ein weiteres Problem durfte der unangemessene
Reiseetat der zentralen Gruppe sein , der Sitzungen zwischen dem Verbindungsmit ¬
arbeiter in Luxemburg und der nationalen Eorschungsgruppe nicht zuläßt .
                                                                             Έ1
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      Die zentrale Führungsschwäche manifestiert sich im mangelnden Selbstver¬
      trauen einiger Mitarbeiter der Zentrale, und in der Tatsache, daß die
      Kommunikation zwischen den nationalen Forschungsgruppen nicht gefördert
      wird . Ein Beispiel dafür liefert der mangelnde Einsatz für das bereitge-
    ' stellte Textübermi tt lungs- und Konferenzsystem EUR0K0M . Es wird be¬
      hauptet,' daß die mangelnde Nutzung auf Zugangs- und Telekommunikations ¬
      schwierigkeiten zurückzuführen ist , doch ist dies eine etwas fadenscheinige
      Ausrede .
188   Ganz Micher dürfte Central Operations nicht über das nötige Wissen bzw . die
      erforderliche Erfahrung verfügen, um den "Nachzüglern " beim Aufholen des
      Rückstands zu helfen .
189   Zwischen den nationalen Gruppen gehen die Meinungen darüber auseinander,
      wieviel wissenschaftliche Führung das Projekt braucht . Die wissenschaftlich
      erfahrenen Gruppen sind der Meinung, daß sie keine Führung benötigen, da sie
      in den meisten Bereichen ohnehin führend sind . Gruppen, die erst später in
      das Projekt eingestiegen sind, wie zum Beispiel die niederländische Gruppe,
      brauchen ihrer eigenen Meinung nach sehr viel mehr Führung und sind der
      Ansicht, daß umfangreiche Themenbereiche, wie zum Beispiel die semantischen
      Relationen, zentral behandelt werden sollten .
190   Für Central Operations ergeben sich vier Hauptaufgabenbereiche :
      Verwaltung
      Planung
      politische Aspekte
      wissenschaftliche Führung
191   Viele Gruppen sind der Ansicht, daß es Sergei Perschke bisher nicht ge¬
      lungen ist , den genannten Aufgaben gerecht zu werden. Dabei kritisiert man
      weder seine Person noch das Projekt an sich , sondern die mangelnde Unter¬
      stützung sowie die fehlenden Ressourcen.
192   Die Wahrnehmung der Verwaltungsaufgaben durch Marian O'Leary im Rahmen einer
      Vollzeitbeschäftigung dürfte die administrative Arbeit mit den nationalen
      Gruppen erleichtert haben; außerdem verbesserte sich damit der Informations¬
      austausch zwischen den administrativen und technischen Bereichen des Projekts .
ъг
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8.2 . 2 Nationale Forschungsgruppen / Arbeitsgruppen
193     Die wissenschaftlichen Unterstützungsaufgaben wurden bisher von Untergruppen
        wahrgenommen, die sich aus Tei Izei tarbei tskräf ten der nationalen Gruppen oder
        an deren Standort beschäftigten Vollzeitarbeitskräf ten von Central Operations
        zusammensetzen. Diese von ISSCO koordinierten Gruppen scheinen bisher gute Arbe
        geleistet zu haben . Die nationalen 6ruppen traten dafür ein, die technische De-
        tai larbeit der Liaison-Gruppe in den Händen dieser Untergruppen zu belassen, so
        lange kein erfahrenes Personal in Luxemburg zur Verfügung steht .
194     Aus den Unterlagen des Dokumentationszentrums in Luxemburg ( vom 3 . Juni 1987 )
        ergeben sich die folgenden Untergruppen :               ,
        Arbeitsgruppe ( Zuständigkeit)'
        EUROTRA Planning Committee ( noch als ISSCO-Funktion ausgewiesen )
        EUROTRA Problem Office ( noch als ISSCO-Funktion ausgewiesen )
        EUROTRA Central team MU-2 ( Utrecht )
        NU- 1 -Group/IS- Group ( noch als ISSCO-Funktion ausgewiesen )
        EUROTRA Coordinators ( noch als ISSCO-Funktion ausgewiesen )
        Dictionary Group ( UMIST )
      , Turbo Group ( Saarbrücken )
        Demo Committee ( UMIST )
        Engineering Framework Group ( zentral - N. Varile )
        IS Group ( zentral - E. Valentini )
        User Language Group ( zentral - 8 . Maegaard )
        Dictionary Task Force ( zentral - A. Michiels )
        Terminology Group ( zentral - C. Albertini ) '
195     Es hat den Anschein, als würden diese 6ruppen nach und nach abgebaut , zumal sie
        in den Interviews nur am Rande erwähnt wurden. Die britische Gruppe stellte u.a .
        fest , daß niemand so recht zu wissen scheint , welche Gruppen eigentlich bestehen
        wer ihre Mitglieder sind und wer als Ansprechpartner fungiert . Diese Information
        stehen auf EUROKOM allerdings jederzeit online zur Verfügung . Eines der Haupt¬
        probleme ist der Mangel an maßgeblichen Fachleuten; außerdem scheinen sich deren
        Arbeitsprioritäten ständig zu ändern . Die Framework-Gruppe hat viele Ressourcen
        von den anderen Arbeitsgruppen abgezogen.
196     Derzeit ( Juli 1987 ) stellt sich die Situation der Arbeitsgruppen wie folgt dar :
        Arbeitsgruppe ( Zuständigkeit )
        EUROTRA Planning Committee ( 8. Maegaard)
        EUROTRA Problem Office ( steht noch nicht fest )
        EUROTRA Central team MU-2 ( besteht nicht mehr )
                                                                                    83
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       Mll-1 Group ( zentral - E. Valentini )
       EUROTRA Coördinators ( zentral - S. Perschke )
       Dictionary Group ( wurde in die Task Force integriert )
       Turbo Group ( gehört jetzt zur Engineering Framework Group )
       Demo Committee ( zentral - A. Becker )
       Engineering Framework Group ( zentral - N. Varile )
       IS Group ( zentral - E. Valentini )
      User Language Group ( zentral - D. Maas )
       Dictionary Task Force ( zentral - A. Michiels )
      Terminology Group ( zentral - C. Albertini )
197    Im übrigen beklagt die nationale Forschungsgruppe in Luxemburg den Mangel an
      Koordinierung . Sie versteht ihren Aufgabenbereich als Teil von Central Operatior
      und zwar insofern als sie für die Dokumentation und die Erprobung zuständig ist ,
      doch scheint es " im Ermessen " der nationalen Forschungsgruppen zu liegen, ob sie
      dort ihre Unterlagen vor legen bzw. Änderungen bekanntgeben . Auf diese Weise er ¬
      hält das Dokumentationszentrum weder alle erstellten Unterlagen noch wird es
      über personelle Veränderungen auf dem laufenden gehalten . Des weiteren sollte
      das Dokumentationszentrum nach ihrer Ansicht die Zentralstelle für die Ein¬
      richtung der erforderlichen Testumgebung für die EUROTRA-Sof tware sowie die
      Entwicklung von Testkriterien darstellen . Da das IEGI für die Wartung und Ver¬
      teilung der EUROTRA-Software verantwortlich sein wird, sollte diese Aufgabe in
      den EUROTRA-Verträgen festgeschrieben werden . Weitere Koordinierungsbemühungen
      könnten auf die Sammlung von Informationen über die Entwicklung von Wörterbücher
      für die einzelnen Sprachen gerichtet sein .
B.2.3 ISSC0
198   Seit Beendigung des ISSCO-Vertrags Ende April 1987 hat sich die Rolle von
      Central Operations geändert . Davor hat ISSCO mit wechselndem Erfolg offenbar
      folgende Funktionen wahrgenommen :
      Sekretariat der Liaison-Gruppe
      Anlaufstelle bei Problemen
      Wahrnehmung der Verbindungsaufgaben gegenüber den einzelnen Gruppen
      Wahrnehmung der Aufgaben einzelner Arbeitsgruppen
      wissenschaftliche Führung
      Ausbildung                              - –
199   Davon hat das zentrale Team in Luxemburg folgende Aufgaben übernommen :
      die Erstellung der Sitzungsprotokolle der Liaison-Gruppe sowie die Durchführung
      des Anfängerkurses . Die Aufgaben des Problem Office werden jetzt von einem der
      Übersetzer weitergeführt . Seitdem das Problem Office nach Luxemburg kam, wird
      offensichtlich nur noch spärlich davon Gebrauch gemacht .
W
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200   Das Bewertungsgremium ist der Ansicht , daß das zentrale Hi tarbei terteaa die ins¬
      gesamt nützliche Aufgabe von 1SSCO bisher in nur sehr unzureichendem Haße über ¬
      nommen hat .
201   Die genauen Gründe für die Beendigung des Vertrages mit ISSCO waren nur sehr
      schwer zu ermitteln. Nach den Erkenntnissen des Bewertungsgremiums lag die Ur¬
      sache in politischen Problemen zwischen den Hitgliedstaaten, die der Ansicht
      waren, daß Organisationen aus Nichtmitgliedstaaten keine kritischen       Arbeits ¬
      bereiche anvertraut werden sollten. Es war festzustellen, daß eine Beteiligung
      von ISSCO von allen Organisationen im AWTF begrüßt wird .
0.2.4 EUROTRA-Zentralinstitut
202   Auf der Sitzung des BVKA-12 vom November 1985 legte die deutsche Delegation einen
      Vorschlag zur Schaffung eines EUROTRA-Zentralinstituts ( EZI ) vor . Darin wurden
      die anhaltenden Schwierigkeiten des zentralen Teams in Luxemburg erwähnt , die
      möglichen Aufgaben eines EZI skizziert und eventuelle Organisationsstrukturen,
      Standorte und Finanzierungsmöglichkeiten vorgestellt . Nach dem Vorschlag sollten
      dem Institut folgende Aufgabenbereiche zufallen:
      Zentrale FuE-Arbeiten - linguistische Spezifikationen
                               Sof twa re-Spezi f i kati onen
                               Software-Implementierung
                               Integration linguistischer Hoduln
                               Erstellung und Weiterführung des EUROTRA-Handbuchs
                               Interaktion mit nationalen Zentren
                               Bewertungsmethoden für Zwischen- und Endergebnisse
                               Ausarbeitung von Vorschlägen für eine industrielle
                               Implementierung
      Analysen und Bewertungen zum Stand der Technik
      Ausarbeitung des Rahmenprogramms und der erforderlichen Strategien
      Spezifikationen für einzelne Projekte
      Technologietransfer
      Aus- und Weiterbildung
203   Dieses Papier wurde kurz besprochen, jedoch nicht weiterverfolgt und schließlich
      vom BVKA-12 zurückgewiesen. In Anbetracht der Tatsache , daß bisher alle Versuche
      zur Gründung " Europäischer Forschungsinstitute " gescheitert sind, bedauert das
      Bewertungsgremium die Zurückweisung dieses Antrags durch BVKA-12 nicht .
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 В.З          Nationales Management
 9.3.1        Finanzierung
 204   Struktur und Finanzierung der einzelnen nationalen Forschungsgruppen sind
       sehr unterschiedlich . In allen Ländern außer Deutschland und Italien sind
       sie einer Universität angegliedert . Einige gehören speziellen Fachbereichen
       für Computerlinguistik an , andere sind allgemeineren Fachbereichen für Sprach
       und Literaturwissenschaft zugeordnet . In Deutschland und Italien gehören
       die EUROTRA-Gruppen zu unabhängigen Instituten , die nicht nur für EUROTRA
       tätig sind , sondern auch übersetzungsbezogene und linguistische Arbeiten
       allgemeinerer Art durchführen .
205    Die in Universtitätsfachbereiche integrierten - EUROTRA-Gruppen werden auf
       unterschiedliche Weise finanziert . In den Niederlanden wurde z.B. eine unab¬
       hängige Stiftung für Sprachtechnologie ( Stichting Taaltechnologie ) gegründet ,
       deren Mittel vom zuständigen Ministerium direkt bereitgestellt werden; auch
       die Mittel der Europäischen Kommission gehen direkt an diese Stiftung, die
       anschließend die erforderlichen Personalmittel mit einem zehnprozentigen
       Aufschlag an die Universitäten abführt . In einigen anderen Ländern , z.B.
       im Vereinigten Königreich , zahlt die Kommission direkt an die Universität .
       In Portugal wird die Gruppe von der JNICT unterstützt ; die institutionelle
       Struktur von ILTEC umfaßt die drei Universitäten von Lissabon, Porto und
       Coimbra sowie die JNICT. Die Unterschiede in den Organistionsstrukturen haben
       keine praktischen Auswirkungen .
206    Der Finanzierungsanteil der Kommission an den EUROTRA-Etats der nationalen
       Forschungsgruppen reicht von 25 X ( Deutschland und Frankreich ) bis 85 X
       ( Luxemburg ). Der Zuteilungsschlüssel berücksichtigt die Bevölkerungszahl
       sowie das Bruttosozialprodukt (BSP ).
%
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       Land                       KEG-Beitrag ( X )         Nationaler Beitrag (X )
     Belgien (Löwen ) 4                  60                         40
     Belgien (Lüttich )                  60                         40
     Dänemark                            80                         20
     Deutschland                         25                         75
     Spanien                             60                         40
     Frankreich                          25                         75
     Griechenland                        80                         20
     Irland                              80                         20
     Italien                             33                         67
     Luxemburg   -· -                    85                         15
    Niederlande                          60                         40
     Portugal                            80                         20
    Vereinigtes Königreich               30                         70
    +ursprünglich 50 /50
207 Oie Bereitwilligkeit , die Führungsrolle von Central Operations zu akzeptieren,
    ist in einigen Fällen proportional zur Höhe des Finanzierungsanteils der
    Kommission .
208 Die Mittel aus nationalen und europäischen Quellen sollen für die erforderliche
    Hardware, die Gehälter und allgemeinen Betriebskosten sowie die Reisekosten
    verwendet werden . Gruppen, die bereits seit einigen Jahren an EUROTRA Mit ¬
    arbeiten, verwenden zwei Drittel der Mittel für die Gehälter und laufende
    Betriebsausgaben sowie ein Drittel für Reisen und die technische Ausrüstung .
    Die jüngeren Gruppen haben vergleichsweise höhere Ausgaben für die technische
    Ausrüstung .
209 In jüngster Zeit gab es einige Schwierigkeiten bei der Mittelbereitstellung .
    IM Falle Spaniens wurde der Beteiligungsvertrag im Dezember 1986 unterzeichnet .
    IM April 1987 wurden die Mittel genehmigt , trafen jedoch erst 1M Juni 1987
    in Spanien ein . Dadurch verzögerte sich der Arbeitsbeginn für die nationale
    Forschungsgruppe erheblich . Die Wissenschaftler haben bisher ohne Bezahlung
    gearbeitet , damit die Projektarbeiten überhaupt in Gang gesetzt werden konnten .
    In Portugal wurde das Projekt bis ZUM Eintreffen des Kommisslonsantei Is aus
    nationalen Quellen zwischenfinanziert .
                                                                              27
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  210     In vielen Fällen deckt der nationale Geldgeber die Ausgaben der jeweiligen
          nationalen Forschungsgruppe bis die Geldmittel der KEG eintreffen . Dies beweist a
          daß die Finanzierung aus zwei unterschiedlichen Quellen in einigen Fällen
          gut funktioniert . In anderen Fällen kann der nationale Beitrag die Verzögerungei
          bei der KEG-Finanzierung jedoch nicht ausgleichen , und gelegentlich kommt
          es zu ernsthaften Verzögerungen , weil die Forschungsaufgaben nicht in Angriff
          genommen werden können .
  211     Die nationalen Forschungsgruppen haben über die Verwendung der gemeinschaft ¬
          lichen und nationalen Mittel in entsprechenden Berichten Rechenschaft abzulegen .
          Diese Berichte müssen angenommen werden , bevor die Mittel der KEG freigegeben
          werden . Eine Genehmigung wurde bisher in allen Fällen erteilt , doch gab es
          offensichtlich bereits Fälle , in denen die Zentralverwaltung nicht mit der
          Arbeit und der Berichtsführung der nationalen Forschungsgruppen zufrieden
          war .
 212      In einigen Fällen könnte es zu einem Konflikt zwischen der nationalen und der
         gemeinschaftlichen Finanzierung kommen . Die Mittel der KEG können von einem
       , Geschäftsjahr zum nächsten übertragen werden, die nationalen Mittel jedoch
         nicht überall . Aufgrund von Verzögerungen haben einige nationale Forschungs ¬
         gruppen die Ausgabenansätze erheblich unterschritten; dadurch könnten nationale
         Geldmittel verloren gehen . Die Zentralverwaltung versucht zur Zeit , einen
         genauen Oberblick über die bisherigen Ausgaben und Verbindlichkeiten der
         nationalen Forschungsgruppen zu gewinnen, um eine Vorstellung von der Größen¬
         ordnung der Ausgabenüber-bzw . -unterschreitung zu erhalten . Länder , die ihre
         Ausgabenansätze unterschritten haben, müssen im nächsten Beteiligungsvertrag
         möglicherweise mit einer Mittelkürzung rechnen .
 B.3.2 Personelle Ausstattung
 213 .   In einigen Ländern arbeiten die Mitarbeiter nur zu einem Teil für EUROTRA
         und nehmen im übrigen Lehr- bzw . andere Forschungsaufträge der Universität
         wahr . Im Vereinigten Königreich bevorzugt man z.B. eher Vollzeitarbeitskräfte
         für EUROTRA, während fast alle EUROTRA-Mitarbeiter in den Niederlanden nebenbei
         auch als Lehrkräfte tätig sind .
 214     In Saarbrücken gibt es neben einem Stamm volireitbeschäftiger Linguisten
         auch viele tef Izeitbeschäftigte Übersetzer , die einerseits für EUROTRA, an­
         dererseits für kommerzielle Projekte arbeiten . Die Entscheidung für ein
         unabhängiges Institut in Italien wurde u.a . getroffen , weil Universitätsbe¬
         dienstete nur mit größten Schwierigkeiten für universitätsfremde Einrichtungen
         arbeiten können . In der portugiesischen Gruppe gibt es zur Zeit nur teilzeit-
8S
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       beschäftigte Mitarbeiter . Oer Leiter der dänischen Gruppe wurde von der GD IX
       in Brüssel auf unbestimmte Zeit freigestellt . Die Situation in Irland ist auf ¬
      grund eines Einstellungsstopps im Hochschulbereich schwierig ; da einige Mit ¬
      arbeiter bereits ausgeschieden sind , kann das Projekt nur mit Schwierigkeiten
      weitergeführt werden .
215    Ein ungewöhnlicher Sachverhalt wurde im Zusammenhang mit den Personalkosten
      der einzelnen Länder entdeckt . Die Finanzierung erfolgt in allen Ländern
      auf derselben Berechnungsgrundlage , während die Personalkosten von Land zu
      Land sehr unterschiedlich sind . Im Vereinigten Königreich kann man z.B. mehr
      Mitarbeiter im Projekt beschäftigen , da die Gehälter und laufenden Kosten
      erheblich niedriger sind als in anderen Ländern .
B.3.3       Internes Management
216   Einige Gruppen sind 1m Hinblick auf die interne Verwaltung ihrer EUROTRA-
      Pro jektgruppe stärker strukturiert als andere . In Deutschland gehört die
      Gruppe zu einem unabhängigen Institut und braucht sich nicht mit Verwaltungs ¬
      fragen zu beschäftigen , weil der lokale Geldgeber des Instituts die damit
      verbundenen Aufgaben wahrnimmt . In der niederländischen Gruppe hat man errech ¬
      net , daß etwa 20 X der für die Forschung verfügbaren Zeit für Verwaltungs ¬
      aufgaben aufgewendet wird .
B.3.4       Kontakte zwischen den nationalen Forschungsgruppen
217   Der Informationsaustausch zwischen den einzelnen nationalen Forschungsgruppen
      funktioniert im allgemeinen sehr gut . Besondere Arbeitsbeziehungen sind aufgebai
      worden , und zwar einerseits dort , wo Wissenschaftler im selben Teilprojekt
      oder in derselben Untergruppe tätig sind ( z.B. Mu-2 oder semantische Aspekte ),
      andererseits infolge der Arbeiten an bestimmten Sprachpaaren . Bei den Gruppen
      aus dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden / Löwen ist daraus , wie
      bereits erwähnt wurde , ein spezielles Unterprojekt entstanden . Bis zu einem
      gewissen Grad bestätigt sich die Feststellung , daß Länder , die einer gemeinsamer
      sprachwissenschaftlichen Schule angehören und über verglei chbare linguistische
      Traditionen verfügen im allgemeinen engere Beziehungen aufbauen .
218   Neu hinzugekommene Gruppen arbeiten häufig sehr eng mit bereits erfahrenen
      nationalen EUROTRA-Gruppen zusammen . So hat Z.B. Spanien enge Arbeitsbeziehunger
      zur Saarbrücker Gruppe aufgebaut .
B.3.5       Untergruppen innerhalb der nationalen Forschungsgruppen
219   Im Vereinigten Königreich , in Frankreich , Griechenland, Deutschland und Italien
      sind die Arbeiten auf mehrere Forschungsstellen verteilt worden . In einigen
      Ländern haben sich daraus Probleme ergeben .
                                                                                   67
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  220    Im Vereinigten Königreich sind die Aufgaben gut durchorganisiert ; die Leiter
         der einzelnen Forschungsgruppen nehmen abwechselnd an den Sitzungen der Liaison-
         Gruppe teilt ( was auch Nachteile mit sich bringt ); daneben treffen sich die
         Gruppen häufig zu gemeinsamen Sitzungen . Es gibt eine gewisse Arbeitsteilung
         zwischen den Bereichen Intermediärstrukturen und Transfermoduln sowie zwischen
         den Bereichen Terminologie und Software .
  221    In Deutschland sind die Arbeiten auf Saarbrücken konzentriert , wobei Tei Iberei cf
         nach Bonn weitervergeben wurden . Stuttgart und Berlin sind neue nationale
         Forschungszentren für Computerlinguistik und fungieren als kritische Beobachter
         der EUROTRA-D-Gruppe.
  222    In Frankreich gab es Koordinierungsprobleme zwischen den an EUROTRA beteiligten
         Einrichtungen . Die Forschungsarbeiten wurden bisher in Paris und Nancy . durch ¬
         geführt , doch werden zwei weitere Forschungseinrichtungen , Grenoble und eine
      • zusätzliche Stelle in Paris , zur Zeit in das Projekt integriert . Es gibt
         jetzt vier französische Forschungsgruppen .
              Das "Laboratoire de Linguistique Formelle ( LLF )" der Universitât Paris
              unter Professor Culiôli ;
              " Pole Lorrain " - die Gruppe in Nancy , die nun aufgespalten ist ;
              Die " Groupe d' Etudes pour la Traduction Automatique ( GETA )" der Universi -
              tât Grenoble;
              Das "Laboratoire d' Automatique Documentaire et Linguistique ( LADL )"
              - ebenfalls in Paris unter M. Gross .
 223    Damit sich die Schwierigkeiten der Vergangenheit nicht wiederholen, wurde
        ein Koordinator vom CNRS damit beauftragt , das Projekt unter nationalen Gesicht *
        punkten::zu leiten .
 224    In Italien verzögerte sich der Beginn der Arbeiten, und Pisa läßt das uneinge¬
        schränkte Engagement für das Projekt vermissen . Die Gruppe in Turin arbeitet
       hart und erledigt etwa 55 X der Arbeiten, doch kann die Gruppe in Pisa erst
        im September mit den Arbeiten an den Transfermoduln für Spanisch , Portugiesisch
        und Griechisch beginnen .
 225    In Griechenland wurde nur ein Interview durchgeführt . In Athen dürfte mit
        den Arbeiten begonnen worden sein, während Kreta noch mit Anlaufschwierigkeiten
        zu kämpfen scheint .
 226    Ab Oktober 1987 ist die nationale Forschungsgruppe Spaniens in Barcelona ange¬
        siedelt ; ein Teil der Forschungsaufgaben wird in Verbindung mit der Universität
        Madrid durchgeführt .
%
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ANLAGE C : TECHNISCHE ASPEKTE
C.1  EUROTRA-Handbuch
227   Oie beiden Handbücher, die zur Einsichtnahme zur Verfügung standen, waren die
      Versionen 2.1 und 3.0, die beide im Februar 1987 in Utrecht erarbeitet worden
      waren . Sie enthalten im wesentlichen folgende Teile :
      Grundsatze
      Rahmen
      Wörterbuch
      Théorie
      Benutzersprache
      Beschreibung der Implementierung
228   Im Handbuch heißt es, daß es allen Beteiligten eine Vorstellung vom derzeitiger
      Stand des Projektes vermitteln und eine gemeinsame Basis für Diskussionen,
      Forschung und Planung bilden soll .
229   Es war schwierig festzustellen, welche Konzepte absolut gesehen hinter dem
      Handbuch stehen . Für einige nationale Gruppen wie die Niederlande ist es eine
      Art Gesetz , im Handbuch heißt es jedoch, daß nicht unbedingt davon auszugehen
      ist , daß es ( das Handbuch ) richtig , vollständig und hundertprozentig konsistent
      ist . Das wird verständlich , wenn man sich die Liste der Verfasser ansieht ,
      denn jeder Sachverständige schreibt den Teil über sein eigenes Fachgebiet .
230   Oie britische Gruppe war der Meinung , daß einige Teile so benutzt werden könn¬
      ten, wenn man sich einmal auf sie geeinigt habe, z.B. ECS ( EUROTRA Configura-
      tional Structure ) oder ERS ( EUROTRA Relational Structure ), daß andere Bereiche
      jedoch vage bleiben müßten, zum Beispiel die Schnittstellenstrukturen. Einige
      andere Gruppen waren nicht dieser Meinung ; sie könnten nicht Weiterarbeiten,
      wenn die Schnittstellenstrukturen vage blieben .
231   Es scheint daher, daß das Handbuch versucht , beide Funktionen wahrzunehmen,
      die einer Spezifikation und die des Kommunikationsmediums für die neuesten
      Ideen, die zur Diskussion und Stellungnahme anstehen. Aus dem Handbuch ist
      nicht ersichtlich, welche Teile welcher Funktion dienen.
232   Einige Gruppen waren der Ansicht , es sei versucht worden, in das EUROTRA-
      Handbuch Entwicklungs- und Implementierungsmaterial einzubeziehen, ohne daß
      der theoretische Hintergrund stark genug sei .
                                                                                   Ÿ/
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  233    Beim Handbuch wurde die verkehrte Richtung eingeschlagen, als damit begonnen
         wurde , die virtuelle Maschine zu definieren, und Herr Perschke darum bat , die
         linguistische Seite weiter auszuarbeiten . Als diese Arbeiten durchgesehen
         wurden, entstand der Eindruck , daß sie in die verkehrte Richtung führten , und
         es wurde beschlossen, die Funktionen zu überdenken . Zu diesem Zeitpunkt wurde
         die Abfassung der nächsten Version des Handbuchs nach Luxemburg übertragen
         und intern erledigt ; diese Version wurde kürzlich freigegeben .
 234     Es besteht Einigkeit darüber , daß die endgültige Version des El'ROTRA-Handbuchs
         tatsächlich die Spezifikation des EUROTRA-Systems sein soll ( in Jahr 1990 ).
  C.2 Linguistische Aspekte
 235     Die linguistischen Aspekte müssen im Lichte der doppelten Zielsetzung des
        Projektes - Voranbringen der Forschung und Entwicklung eines Prototypsystems -
        betrachtet werden . Einerseits sind die Ermittlung der grundlegenden Probleme /
        theoretische und methodische Überlegungen, eine sorgfältige Datenwahl , die
        Ermöglichung der Erprobung, eine langfristige Perspektive usw . selbstver¬
        ständlich wichtig . Andererseits sind schnelle Entscheidungen in methodischen
         Fragen erforderlich , tauchen abgekürzte Wege in linguistischer Hinsicht ,
        Kompromisse, kurzfristige Perspektiven usw . auf . Diese Lage führt zwangs ¬
        läufig zu pragmatischen Lösungen .
 236    Die allgemein bekannte einfache Globalstruktur - Analyse, Transfer , Generie¬
        rung - hat den Vorteil der Einfachheit . Im Fall der Mehrsprachigkeit ist die
        Zahl der Sprachpaare - n ( n-1 ) bei n = Zahl der Sprachen - jedoch potentiell
        ein Hindernis . Sie stellt für das EUROTRA-Projekt bereits eine Belastung dar .
        Nimmt die Zahl der Sprachen nur um 4 zu, wird die Zahl der Sprachpaare mehr
        als verdoppelt - von 72 auf 156 . Das deutet darauf hin , daß langfristig eine
        geänderte oder andere Globalstruktur zweckmäßiger wäre .
 237    Angesichts der gegebenen Umstände ist die Wahl der linguistischen Modelle
        sinnvoll . Soweit spezifiziert , werden Gedanken der z.B. Stratifi kations-
      . grammatik , der Dependenzgrammati k urd der Kasusgrammatik herangezogen . Dabei
        ist man sich darüber im klaren, daß einige bekannte Probleme mit diesen
        (oder in einigen Fällen mit irgendwelchen ) Mitteln nur teilweise oder überhaupt
        nicht gelöst werden können . Beispiele hierfür sind anaphorische Pronomina ,
        definite 'Nonin , Modalität bei Verben , verschiedenartige korrekte, aber ver¬
        schachtelte Strukturen, ungrammatikalische Sätze , ( die immer wieder auf ¬
        tauchen ) usw ..
Я1
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238   Die Schnittstellenstruktur - « Iso die Repräsentation des semantischen Text ¬
      inhalts - beruht auf den bisherigen Analyseebenen der zu übersetzenden Aus ¬
     sage . Sie ist also in gewisser Weise sprachabhängig . Eine abstraktere Re ¬
     präsentation wäre günstiger gewesen . Angesichts des Stands der Dinge -
     eine derartige Beschreibung ist nur fragmentarisch möglich - besteht kaum
     Anlaß zur Kritik in diesem Punkt . Die Spezifikation der für die Schaffung
     der Schnittstellenstruktur erforderlichen semantischen Merkmale und Bezie¬
     hungen wird jedoch sehr viel zusätzliche Arbeit erfordern .
 *
2391
     Das Wörterbuch ist in einem automatischen Übersetzungssystem nicht anders
     als bei den meisten Verarbeitungssystemen für natürliche Sprache von wesent ¬
     licher Bedeutung . Der Arbeitsaufwand für die Erstellung dieser Komponente ist
     bei Eurotra ohne Zweifel unterschätzt worden . Ganz allgemein läßt sich sagen ,
     daß es für die entsprechenden Sprachen gute einsprachige Wörterbücher gibt ,
     aus diesen gedruckten Fassungen jedoch Maschinenwörterbücher zu machen, ist
     wegen der benötigten Spezifizität und Zusatzinformationen sehr arbeitsintensiv .
240  Die für das Prototypsystem vorgesehene Zahl von Einträgen ( 2500 bzw . 20000 )
     ist willkürlich festgelegt im Verhältnis zu der willkürlich gewählten Korpus ¬
     größe und der Erfahrung mit SYSTRAN.Die Bedeutung dieser Zahlen ist unterschied¬
     lich je nachdem, ob sie sich auf Französisch , auf Deutsch oder Italienisch
     usw . beziehen . Unabhängig davon sind 20000 Einträge zu viel für ein Prototyp¬
     system , aber bei weitem zu wenig für ein reales System .
241  Das Fehlen zweisprachiger Wörterbücher in vielen Fällen ist ein Nachteil . Zum
     Ausgleich werden beträchtliche spezielle Arbeiten anfallen . Dieser kontrastive
     Aspekt ist sehr wichtig und verdient weit mehr Aufmerksamkeit .
242  Es ist bekannt , daß ein Rechner den Inhalt eines Satzes aus der Buchstaben¬
     folge nicht vollständig und eindeutig ermitteln kann . Ein wirklich leistungs ¬
     fähiges System braucht einen umfassenderen ( gelegentlich sehr viel umfassende¬
     ren ) Kontext und eine große, äußerst komplexe Wissensbasis zusätzlich zu dem
     umfangreichen, sehr detaillierten Wörterbuch . Selbst dann ist es unangebracht ,
     in einer DV-Umgebung von Sprachverständnis zu sprechen . Ei-ne Maschine wird
     nie 1n der Lage sein, ein derart subtiles Erzeugnis menschlicher Kreativität ,
     wie es eine sprachliche Äußerung nun einmal darstellt , zu verstehen .
     Im besten Fall kann sie sie annähernd entschlüsseln . Dies ist allerdings ein
     äußerst wichtiges Ziel , und der Weg zu seiner Erreichung liefert wesentliche
     Erkenntni sse .
                                                                               73
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243   Angesichts der Tatsache, daß eine vollautomatische Übersetzung nicht in Reich¬
      weite ist , sind zusätzliche Schritte erforderlich . Am naheliegendsten ist die
      Nachredaktion . Darüber sind sich die am Projekt Beteiligten weitgehend einig ,
      und sie hat als völlig normal zu gelten . Es werden jedoch auch Vorschläge zum
      Ausgangstext gemacht . Die Überlegung taucht auf , denjenigen, die die zu über¬
      setzenden Dokumente schreiben, bestimmte Vorschriften zu machen . Das kann
      jedoch bedenkliche Auswirkungen haben . Von jeder Art von Vorredaktion oder
      eingeschränkter Benutzung der natürlichen Sprache wäre ernsthaft abzuraten .
      Daß beim Schreiben in jedem Fall volle Klarheit und Lesbarkeit angestrebt
      werden muß, ist eine andere Angelegenheit .
244   Historisch gesehen sind alle neun Sprachen Dialekte derselben indogermanischen
      Ursprache . Das hat wahrscheinlich Auswirkungen für das Projekt . Es könnte hilf¬
      reich sein, selbst wenn sich die Sprachen unterschiedlich entwickelt haben .
      Bezüglich einer noc>. ..eitergehenden Verallgemeinerungsfähigkeit - also Einbe¬
      ziehung von Sprachen wie Japanisch , Chinesisch, Suaheli , Ungarisch usw . -
      bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse erzielt werden .
245   Der Beschluß des Rates vom 4 . November 1982 bezieht sich auf ein Forschungs-
    * und Entwicklungsprogramm für "ein automatisches Übersetzungssystem modernster
      Konzeption ". Selbstverständlich kann ein System nach neuesten Erkenntnissen
      konzipiert sein - was für die Forschung grundlegend ist - , selbst wenn der
      linguistische Output nicht höchsten Qualitätsansprüchen genügt . Die Lage läßt
      an Bürgers Ballade über den sterbenden Winzer denken, der seinen Kindern sagt ,
      in seinem Weinberg liege ein Schatz . Die Kinder gruben den ganzen Weinberg um,
      wurden jedoch enttäuscht . Sie verstanden seinen Ausspruch jedoch im nächsten
      Jahr , als die Reben dreimal so viel trugen wie zuvor .
C.3 Systemarchitektur
246   Die virtuelle MÜ-Maschine ist das derzeit gültige Konzept , alle Hardware-
      und Softwareteile werden, hiervon bestimmt . Das MÜ-System das derzeit in der
      zweiten Phase entsteht , beruht auf dem " Framework Engineering"-Bericht .
      Einige der nachstehenden Angaben stammen aus einem Gespräch mit Herrn Varile .
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247  Framework Engineering geht grundsätzlich davon aus , daß die Maschinenübersetzung
     durch eine Reihe von Repräsentationen des zu übersetzenden Textes geht . Oie Ober ¬
     führung von einer Repräsentation zur nächsten wird von Obersetzern vorgenommen .
     Eine Repräsentation wird definiert von einem Generator unter Benutzung einer
     Grammatik , also eines Satzes von Regeln ( für Struktur , Merkmale , Filter ). Diese
     Regeln enthalten in ihrer Gesamtheit das Wörterbuch als Merkmalsregeln . Die Über ¬
     setzer werden im wesentlichen von den Generatorschritten über Standard-t -Regeln
     gesteuert , die nicht tateächlich geschrieben sind , sondern von den Generatoren
     erzeugt werden . Dadurch wird die Entwicklung von Übersetzern erleichtert . Struktur¬
     regeln des Generators enthalten Variable , mit denen sich die Effizienz des Pro¬
     gramms steigern läßt .
248  Dieser methodische Ansatz zur maschinellen Übersetzung ist systematischer als die
     bisherigen , bei denen Übersetzer , Generatoren und Wörterbücher verschiedener Art
     und als einzelne Komponenten benutzt wurden . Fr unterstützt die Benutzung eines
     Datenbasissystems zur einheitlichen Speicherung von Grammatiken und t-Regeln . Es ist
     immer noch ein Interpretierprogramm für die Regeln erforderlich , dieses muß jedoch
     nicht mehr ein Standard-Prolog - Interpreter sein , sondern kann entsprechend der
     optimalen Form der Regeln ( Grammatiken ), wie sie in dem MÜ-Projekt entwickelt sind ,
     optimiert werden . Da die Repräsentation von Regeln im Datenbasissystem in ein in ¬
     terpretierbares Format umgewandelt werden muß , kann dieser Umwandler entsprechend
     der Regelrepräsentation und dem - interpretierprogramm optimiert werden . So wird die
     Flexibilität durch Benutzung des Datenbasissystems erhalten , während Effizienz durch
     effiziente Interpretierprogramme und Umwandler erreicht werden kann .
249  Zu erwähnen wäre ferner , daß dieser Ansatz auch die Einführung von KI-Methoden be ¬
     günstigt . Framework Engineering kann bereits als Kl-System gelten .
250  Das Softwaresystem des Framework Engineering beruht auf einer UNIX-Umgebung mit C
     als Implementiersprache und UNIFY als Datenbasissystem . Mit dieser Geräteausstattung
     in Verbindung mit einer guten UNIX-Implementierung läßt sich die Effizienz des MÜ-
     Systems vermutlich wesentlich steigern . Unterstützt werden muß es durch leistungs ¬
     fähige Hardware modernster Art (32 Bit ), insbesondere für die Unifikation . Zu unter¬
     suchen wäre ferner die Möglichkeit , einzelne MO- Arbeitsschritte parallel ablaufen
     zu lassen .
 251 Framework Engineering ist ein vielversprechender Ansatz , wird aber erst durch gut
     konzipierte , effiziente Implementierungen von C-Programmen auf einem Niveau, das
     industriellen Qualitätsansprüchen genügt , zum Tragen kommen .
                                                                                        r$-
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  C.4   Software
  252   Die heute benutzte Software ist eine verhältnismäßig alte Version verglichen
        mit den schon vorliegenden neueren Versionen . Aus den Gesprächen mit Central
        Operations ging hervor , daß die Konzeptionskonflikte - Flexibilität auf der einen
        und Effizienz auf der anderen Seite - bei den Entscheidungen über die nächste
        Softwaregeneration durchaus Berücksichtigung gefunden haben . Darüber hinaus war
        man stark bemüht , die Übertragbarkeit zu wahren und sogar zu vergrößern .
  253   Ergebnis dieser Überlegungen und Entscheidungen sind die Benutzung verbesserter
        Software-Engineering-Verfahren und einige Änderungen in den angewandten computer¬
        linguistischen Methoden . Diese sind in EUROTRA-Dokumenten festgehalten , die bis¬
        her noch nicht verteilt wurden . Softwarepakete , die mit diesen neuen Methoden
        arbeiten, werden gegenwärtig zentral getestet , aber noch nicht verteilt . Die Ent ¬
        scheidungen über das neue Software-Engineering sollen zu Verträgen mit der
        Industrie über Prototypimplementierungen führen . Die Spezifikationen hierfür
        müssen noch geschrieben werden , und es ist zu klären , welche personellen und
        maschinellen Ressourcen für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung stehen . Diese
        industriellen Implementierungen sind selbstverständlich Eigentum der KEG . Sie
        sind in enger Zusammenarbeit mit dem zentralen EUROTRA-Team zu entwickeln, damit
        EUROTRA mit diesen neuen industriellen Versionen Weiterarbeiten kann .
  C.4.1 Die EUROTRA-Software
  254   1981 erkannten S. Perschke , R. Johnson und N. Varile , daß flexible Software
        für die Entwicklung von MÜ-Systemen erforderlich ist . Im Interesse der größt ¬
        möglichen Übertragbarkeit entschieden sie sich für UNIX als Betriebssystem .
        Eine geeignete Softwareumgebung wäre die Sprache C gewesen , zur Beschleunigung
        der Prototypentwicklung wurde jedoch PROLOG gewählt .
%
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 255  Oie Software-Versionen waren und sind entsprechend den dazugehörigen Handbüchern
      numeriert :                       * ·.
      Zeitpunkt           Handbuch             Software-Version           Bemerkungen
      Jan . 86               1.0                    1.0
      MJrz 86               1.1                     1.1                   nicht verteilt
      Juli 86               1.2                     1.2                 . derzeitige Version
      Okt . 86              2.0                     2.0                   neue Konzepte
      Febr . 87             2.1                     2.1                   Attributgrammatiken
      Febr . 87             3.00              zwei Alternativen
                                                    3.0 Einführung von Koindexierung
                                                    3.1 " Framework Engineering "
256   Die geringe Effizienz von Version 1.2 hat unterschiedliche Gründe :
     -     PROLOG eignet sich nicht fOr die Implementierung stark prozeduraler Parser
            (vom Early-Typ ).
     -     Der Verfasser hatte kaum Erfahrungen mit der PROLOG-Systemimplementierung
            (für eine effiziente Nutzung komplizierter höherer Sprachen ist eine Kenntnis
           der zugrunde liegenden Implementierung der Sprache selbst erforderlich ).
     -     Die verbesserte Version 1.2 ( Saarbrücken ) war verteilt worden , wurde jedoch
           von den Sprachgruppen nicht stark benutzt .
257  Die neuen Versionen 2.0 und 3.0 werden erprobt und wurden noch nicht verteilt .
         A
     Die Central Operations-Gruppe für Softwareentwicklung mißt der Version 3.1
     " Framework Engineering” große Bedeutung bei , da hier unter anderem einige Trans¬
     ferregeln zwischen zwei Generierphasen automatisch abgeleitet werden können . Zweck
     der neuen Versionen ist es , die Benutzungseffizienz folgendermaßen zu steigern :
     -     durch verbesserte linguistische Konzepte ( relationale Grammatik )
     -     durch neue Konzepte der Regelverarbeitung ( vollstlndige Implementierung
           der Unifikation in C )
     -    durch neuartige Regelverwaltung , -generierung und -interpretation .
258  Um diese Verbesserung zu erreichen , werden Regeln und Grammatiken in einem
     Datenbasissystem (UNIFY ) gespeichert . Der Inhalt der Datenbasis wird heute in
     PROLOG-Prldikate übersetzt , die dann von einem PROLOG-Regelinterpreter weiter-
     verarbeitet werden . Künftig soll der Datenbasisinhalt mit Downloading in den
     Arbeitsspeicher eines in C implementierten Regelinterpreters übertragen werden .
     Hierzu sind beim Interpretierprogramm einige Änderungen erforderlich , die zunlchst
     erfolgen müssen ; diese Entwicklung wird der wesentliche Teil der neuen Spezifika¬
     tion sein, die Vertragnehmern in der Industrie als Referenz dienen soll .-
                                                                                      97
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  259   Vorteil dieser Lösung mußte eine äußerst effiziente Regelinterpretierung sein
        ohne den PROLOG-Formalismus in Verbindung mit der Flexibilität von Regeleingabe /
        -aktualisierung / -verwaltung durch ein Datenbasissystem . Die Benutzung eines Daten¬
        basissystems sollte zwar zu einer vergrößerten Flexibilität bei Regel - und Gram-
        matikspeicherung     beitragen , doch ist die Wahl einer relationalen Datenbasis ,
        insbesondere von UNIFY , angesichts der Art der Informationen , die gespeichert
        und abgefragt werden sollen , unter Umständen nicht sinnvoll . Das Fehlen objekt ¬
        orientierter Datenbasissysteme könnte jedoch die Wahl einer äußerst effizienten
        und flexiblen relationalen Datenbasis rechtfertigen . Doch ist nicht klar , ob sich
        UNIFY für diese Anwendung in besonderem Maße eignet .
  260   Das Arbeiten mit Framework Engineering scheint sinnvoll zu sein , ist aber weit ¬
        gehend abhängig von der Art der Regelspeicherung im Datenbasissystem und der
        Regelumwandlung für den in C implementierten Regelinterpretierer . So gesehen
        ist dies immer noch Forschung .
               •                                    •
  C.4.2 Zusammenfassung
  261   Die Flexibilität wird durch den Datenbasisansatz gewahrt . Die Obertragbarkeit wird
        verbessert durch die Benutzung von UNIX /XOPEN und C.
  262   Die Effizienz wird gesteigert durch schnellere Rechner und die Implementierung der
        Regelverarbeitung in C. Mittelfristig müßten auch die Untersuchungen einer mög¬
        lichen parallelen RegeLverarbeituig Ergebnisse zeitigen . Dies wird zusätzlich unter¬
        stützt durch den Einsatz einer ICOT-Maschine .
  263   Die Übertragbarkeit wird gewahrt durch die Benutzung von UNIX und C. Neuere
        Versuche mit XOPEN waren ermutigend .
  264   Die Sprachgruppen könnten ergonomischer arbeiten, wenn sie die UNIX-Eigenschaften
        besser nutzten ( Entwicklungsarbeiten müssen im Vordergrund stehen , Regel -/
        Grammatiktests hingegen im Hintergrund ). Dazu sind Hochleistungsgeräte erforderlich ,
        was auch einer Beschleunigung des F&E-Prozesses bei EUROTRA zugute kommt .
  265   Die ursprüngliche Entscheidung für ein deklaratives System ohne die prozeduralen
        Möglichkeiten einer Steuerung der Verarbeitung von Sprachbesonderheiten geht immer
        noch auf Kosten der Effizienz . Für diese ursprüngliche Entscheidung spricht jedoch
        eine bessere Verständlichkeit der Regeln verglichen mit den prozeduralen Imple¬
        mentierungen . Infolgedessen wurde eine Kompiexitätsanalyse der Version 1.2 der
        Software durchgeführt . Dabei zeigte sich , daß offensichtlich die prozeduralen
        A-Regeln im PROLOG-System der Grund für die geringe Effizienz dieser Version sind .
%
 ---pagebreak---                                 67
266 Ein Test der Version 3.1 mit der Grammatikkomplexitit von 1.2 liuft
    derzeit . Erste Ergebnisse werden Mitte 1987 vorliegen . Sie sind die
    Grundlage für weitere Forschungsarbeiten über die Downloading-Umwand-
    lungen innerhalb von Version 3.1 und die neue Spezifikation , die bei *
    Vertrag mit der Industrie als Referenz dienen soll .
                                                                          7?
 ---pagebreak---         . ANLAGE D :   INTERVIEWS BIS ENTJE JULI 1987
   Europäisches
    P^rlament :                 M. Gauthier
   BVKA - 12 /CSC :            J, M. Czermak
                               A. Saunaers
                                P. Rothwell
                               A. Zampolli
   KEG :                       M. Carpentier
                               V. Parajon Collada
                               C.JSnsen van Rosendaal
  1 Central Operations :’i S.Perschke
                               G. Varile
                               M. 0' Leary
                               E. Valentim
                               J. Vollmer
                               L. Rolling
    Li aison -Gruppe :         B. Maegaard
     NATIONALE FORSCHUNGSGRUPPBf
     Danemark :                P, Andersen
                              A. Bech
                              A. Hartnack
                               B, Maegaard
                               0, Togeby
     Niederlandisch :          S , Krauwer
                               L. aes Tombes
                               F. Van Eynde
                               Prof. Van Hinken
    Franzoaiach :              L. Danlos
                               M. Gross
                               L. Viet
    Deutschland :              H. Haller
                              p. Schmiat
                              A. Wright
                               R. Sharp
                              D. Maas
  . Griechenland :            A. Koutsoudas
ИОО
 ---pagebreak---  I r ) » ηΊ :             C , Alter rim
 Italien :                C. Oltana
                          V , Al legr anza
                          L. Sc ιοί la
                          G. Mainar i
LAI X em burg :           N. Rischette
                          H. Z ingel
Portugal :                Joao    Peres
Spanien :                 N . Bel-Ra f ecas
                         R. Cerda Masso
                         M. Meya-Llopar t
                         J. C. Ruiz-Anton
                         J. Vioal-Villalba
                         S. Balar i-Ravera
                         E. Mas Batalla
Vereinigtea Konigreich : J# Durand
                         D. Arnold
                         L. Sadler
                         L. Humphrey
                         J. Pugh
 ---pagebreak---                                             - 70 -
ANLAGE E : Die Mitglieder des Bewertungsgremiums - Lebensläufe
Dr. A.E. Pannenborg
1922         Geboren in Dien Haag
1943-1944    Militärdienst in den ( freien ) niederländischen Streitkräften
1947        Abschluß in technischer Physik , Technische Universität Delft
1952        Promotion im Fach "Technische Wissenschaften ", Technische Universität
            Delft
1948-1951   Wissenschaftler , Philips Forschungs-Laboratorium Eindhoven
1952-1955   Abteilung für Entwicklungskoordinierung, Hauptbüro , Philips , Eindhoven
1955-1963   Gründungsdirektor des Philips Forschungs-laboratoriun Aachen, BR Deutsch ¬
             land
1963-1968    Forschungsdirektor des Philips Forschungs-Laboratoriums- Eindhoven
1969        Vorstandsmitglied der N.V. Philips * Gloei lampenfabrieken
1977        Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, B.V. Philips
1.6.84      Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bei N.V. Philips
Zusätzliche Funktionen :
            Vorstandsvorsitzender des Niederländischen Studienzentrums für Technolo¬
            gische Trends ( STT )
-           Verwaltungsratsvorsitzender , Nederlandse Philips Bedrijven B.V.
-           Dozent für Forschungs - und Entwicklungs-Management , Technische Universität
            Delft
-           Berater des Industrieministeriums der Republik Singapur
-           Vorstandsmitglied des Technisch Physische Dienst ( TH-TNO ), Delft
-           Vorsitzender des Beratungsgremiums der Abteilung Technologie- Management
            des IMI ( International Management Institute )
-           September / Oktober 1985 : Gastdozent an der Harvard Business School
-           Dozent an der Erasmus-Universität , Tinbergen-Lehrstuhl , Vorlesungsreihe
            1986 / 1987
 ---pagebreak---                                               - 71
Ehrungen und Auszeichnungen :
Doktor Ingenieur ehrenhalber des Rheinisch-Westfälischen Technikinstituts ,
Aachen, Deutschland
Ehrenmltglied des Koninklijk Instituut van Ingenieurs
Of fi zier des Ordens von Oranien-Nassau
Ritter des Zivilverdienstordens von Niederländischen Löwen
Ausländisches Mitglied der Ingenjoersvetenskapsakademiens , Stockholn
Korrespondierendes Mitglied der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissen¬
schaften, Zürich
Ausllndl sches Mitglied der British Fellowship of Engineering , London
Andr4 Danzin
1919          Geboren in Paris . Studlun en der Ecole Polytechnique sowie der
              Ecole Supérieure d' Electricité .
1943-1972     Mitarbeiter der Firmengruppe Compagnie G4n4rale de TSF ( CSF ) - später
              Thomson CSF , ( 1967 ) - in folgenden Funktionen : Forschungsingenieur ,
              Laborleiter , technischer Direktor , Verwaltungsdirektor sowie Vize¬
              präsident und Verwaltungsdirektor ( 1965-1972 ).
1972-1980     Direktor des IRIA ( Institut de Recherche d' informatique et d * Automatique ).
1980-         International tätiger Unternehmensberater; Vorsitzender des Intergovern-
              mental Information Technology Committee der Unesco; Berater der Kommission
              der Europäischen Gemeinschaften sowie der NATO .
Zusätzliche Funktionen :
Ehemaliger Vorsitzender des CERD ( Comité Européen de R t D ). Autor von "Science
and Second Renaissance of Europe " ( Pergamon 1979 ) und von "La Société Française
et la Technologie" ( Documentation Française 1981 ); darüber hinaus verantwortlich
für den Sachbereich Elektronik der EnzyklopSdie "Les Techniques de l' Ingénieur ".
                                                                                  yfo3
 ---pagebreak---                                            - 72 -
Sture Allän
1928         Geboren in Göteborg
1965         Promotion , skandinavische Sprachen , Universität Göteborg
1972         Professor für Computerlinguistik , Schwedischer Forschungsrat und
             Universität Göteborg
1980         Mitglied der Schwedischen Akademie
1980-1986    Stel Ivertretender Rektor der Universitet Gfiteborg
1986         Ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie
Veröffentlichungen zu folgenden Themen ( Auswahl ):
Graphematische Analyse als Grundlage für die Textberarbeitung 1-2 , Diss . 1965
Verarbeitung riatürlicher Sprachen (Hrsg .) 1970
Häufigkeitswörterbuch der schwedischen Gqjenwartssprache 1-4 (Mitherausgeber )
1970-1980
Textbearbeitung , Akten eines Nobel-Symposiums (Hrsg .) 1980
Ein Wörterbuch der schwedischen Sprache (Mitherausgeber ) 1986
" Possible Worlds " in Kunst und Wissenschaft , Akten eines Nobel-Symposiums ( Hrsg ) 1986
Hartwig U. Steusloff
1937         Geboren in Gelsenkirchen , BR Deutschland
             Ausbildung als Fernmeldeingenieur an den Technischen Universitäten
             Darmstadt und München , BR Deutschland
1977         Promotion ( Informatik ) an der Technischen Universität Karlsruhe ,
             BR Deutschland
1987         Professor am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Karlsruhe
H.U ; Steusloff ist Leiter des Fraunhofer-Instituts für Informaticns - und Datenvei–
arbeitung , Karlsruhe, BR Deutschland , und eines Forschungsinstituts für angewandte
Informatik im Bereich der rechnergestützten Produktionstechnik . Hauptarbeitsgebiete
sind Hardware , Betriebs-Software und Programmiersprachen für Echtzeit-Computer ,
Datenbasen und Künstliche Intelligenz .
Seine Forschungs- und Lehrtätigkeit konzentriert sich auf die Bereiche Rechnerarchitek
turen für Parall'elverarbeitung mit den zugehörigen Software-Elementen, z.B. Kommuni ¬
kationssysteme , sowie Systems Engineering .      ' "
 M
 ---pagebreak--- Henri Dieuzeide                          - 73 -
1925         geboren
1960         Leiter , Schulfunk und - fernsehen, Frankreich
1967         Lei ter , Abteilung Contents Methods of Education, Unesco
             Leiter, Prospects - Dreimonatsschrift der Unesco für den Bereich
             Erziehungs- und Bildungswesen (herausgegeben in 6 Sprachen )
1982         Gastprofessor , School of Education, Universitlt Stanford, USA
1985         Generalinspektor des f ranzfisi sehen Erz1ehungsa1n1ster1uas für den
             Bereich Fremdsprachmunterricht
Helen L. Henderson
Helen Henderson ist Executive Oi rector of Information Management and Engineering
einer Londoner Software- und Unternehmensberatungsfirma . Außerdem ist sie für das
Sekretariat von EUSIDIC, der europHschen Vereinigung von Zentren für die Verbreitung
wirsenschaftlicher Informationen verantwortlich und kennt die europäische Information*
Industrie seit über 15 Jahren aus der Sicht des Benutzers, des Anbieters und des
Unternehaensberaters .
Als ausgebildetc 6eologin hat sie u.a . die folgenden Tltigkeiten ausgeübt : Leitung
einer großen industriellen Infomationsabtei lung, Wahrnehmung von Lehrauftrlgen
zua Thema Bibliothekspraxis, Vermarktung geologischer Datenbasen sowie Katalogisierung
von Datenbestinden für die British National Bibliograph ?.
Ihre vielflltigen Beratertitigkeiten umfassen die Bereiche Informationsressourcen¬
verwaltung, Durchführung von Marketing-Studien für Datenbasen, elektronisches Publi - -
zieren sowie Dokumentveralttlung; darüber hinaus war sie an Planung , Entwurf
und Aufbau von Datenbasen der "dritten Generation" beteiligt .
Peter Vickers
Herr Vickers wurde bei der de Havilland Aircraft Company zum Luftfahrzeugingenieur
ausgebildet . Nach einem zweljlhrigen Aufenthalt in Paris und Rom kehrte er als Informa¬
tionsbeauftragter zu diesem Unternehmen zurück . Splter arbeitete er für die Elektro¬
industrie und begann während dieser Zeit sich für den Einsatz rechnergestützter Informa¬
tionssysteme zu interessieren . 1967 wechselte er nach vierzehnjähriger Tltigkeit
als praktischer Informationswissenschaftler zum Aslib Consultancy Service und über¬
 nahm 1979 die Leitung der Abteilung Research and Consultancy . Als Unternehmensberater
 war er international mit den verschiedensten Projekten betraut . In den vergangenen
 Jahren spezialisierte er sich auf Projekte aus dem Bereich Information Management
 für Regierungsstellen und große Industrieunternehmen. Heute ist er Teilhaber der
 unabhlngigen Beratungsfirma "The Information Partnership". Er ist Autor zahlreicher
 Fachveröffent Hebungen und Mitglied des Institute of Information Scientists .
                                                                                sfCS
 ---pagebreak---                                                                      ANLAGE IT
                                    EUROTRA
                           ARBEITSPROGRAMM FÛR DIE
                                 DRITTE PHASE
1 . VORBEMERKUNGEN
     Das Arbeitsprogramm betrifft die folgenden Eurotra-Betei ligten :
    - die "Sprachgruppen ", die für die Analyse und Generierung der eigenen
       Sprache und für den Transfer aus den anderen Sprachen in ihre eigene
       Sprache zuständig sind : DK, DE, EN, ES, FR, GR, IT, NI , PL;
    - die irische Gruppe , die mit der Koordinierung der Terminologiearbeit
       beauftragt ist ;
    - die luxemburgische Gruppe, die die Aufgaben eines Dokumentations-,
       Erprobungs - und Referenzzentrums sowie einer Software-Clearingstelle
       wahrnehmen soll ;
    - das Projektteam in der Kommission , das zusammen mit Wissenschaftlern
       aus den nationalen Forschungsgruppen und Beratern die sog . Central
       Operations bildet .
2 . PROGRAMM DER SPRACHGRUPPEN
    Das Programm der Sprachgruppen umfaßt in erster Linie die beiden folgenden
    Aufgaben :
    - die Implementierungsarbeiten für die jeweiligen Analyse-, Synthese- und
       Transfer-Moduln, einschließlich lexikographischer und terminologischer
       Arbeiten ;
    - angewandte Sprachforschung im Zusammenhang mit allgemeinen Sprachproble-
       men bzw . den jeweiligen Sprachen .
    Der Gesamtaufwand einer Sprachgruppe verteilt sich voraussichtlich wie
    folgt : etwa 50 X für Implementierungs - und 50 X für Forschungsarbeiten .
    2.1 . Implementierungsarbeiten
    Die Implementierungsarbeiten erfolgen auf der Grundlage der zentral er¬
    stellten linguistischen Spezifikationen des Eurotra-Handbuchs , von dem
    regelmäßig neue Versionen erstellt werden, um die im Rahmen der ange¬
    wandten Forschung erarbeiteten Verbesserungen zu berücksichtigen . Haupt ¬
    ziele sind die Erhöhung des linguistischen Leistungsumfangs der Moduln
    sowie die Auflösung von Mehrdeutigkeiten .
 ---pagebreak---                                   - 2 -
    Die lexikographischen Arbeiten sind in zwei Abschnitte unterteilt :
    - Der allgemeinsprachliche Wortschatz von schätzungsweise 5 000-6 000
       Einträgen betrifft das einsprachige Wörterbuch für Analyse und Gene ¬
       rierung sowie acht zweisprachige Transfer-Wörterbücher für jede Gruppe .
    - Die Fachterminologie des gewählten Sachgebiets (ein Unterbereich der
       Informationstechnologie ) umfaßt etwa 14 000-15 000 Einträge und bedarf
       keiner Transfer-Behandlung .
   2.2 . Angewandte Forschung
    Die angewandte Forschungstätigkeit der Sprachgruppen beinhaltet einerseits
   sprachspezif ische Arbeiten , die erforderlich sind, um die allgemeinen lin¬
   guistischen Spezifikationen zu vervollständigen, bevor mit den Implemen¬
   tierungsarbeiten begonnen werden kann (wobei diese Spezifikationen - abge¬
   sehen von der Interface-Struktur - eher als Leitlinien für die einzelnen
    Repräsentationsebenen aufzufassen sind ). Andererseits umfaßt sie Forschungs¬
    aufgaben von allgemeinem Interesse , die vom zentralen Team koordiniert werden,
    sowie die experimentelle Überprüfung der Forschungsergebnisse , aus denen an¬
    schließend bindende Spezifikationen für die Implementierung abgeleitet werden .
    Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den semantischen Merkmalen sowie sonstigen
    lexikalischen Informationen , die im Rahmen der Analyse der Generierung und des
    Transfers für die Auflösung von Mehrdeutigkeiten erforderlich sind .
                                                                               \
3. IRLAND
   Die Hauptaufgabe der irischen Gruppe besteht in der Koordinierung der Termino
   logiearbeit für Eurotra . Sie umfaßt folgende Arbeitsschritte :
   - Entnahme der einschlägigen Terminologie aus Quellen wie ISO, Eurodicautom
      usw . in allen verfügbaren Sprachen ;
   - Ermittlung zusätzlicher Termini aus den in der dritten Phase verwendeten
      Textkorpora ;
   - Koordinierung der Zuordnung fehlender Äquivalente durch die Sprachgruppen;
   - Erforschung der Erweiterungsmöglichkeiten für denjenigen Teil des Wort ¬
      schatzes , der in Eurotra wie Fachterminologie behandelt werden kann ;
   - Forschung im Bereich der Sachgebietsklassifikation bzw . der Sublanguage-
      Konzepte mit Blick auf ihre Einsetzbarkeit in Eurotra .
                                                                                 Ш
 ---pagebreak---                                        - 3 -
4 . LUXEHBURG
     Der luxemburgischen Gruppe kommt eine zweifache Unterstützungsaufgabe für
     das Projekt zu :
     4.1 . Dokumentationszentrum
     Die Gruppe sammelt und indexiert alle einschllgigen Dokumente , die im Projekt
     erstellt werden , und macht sie allen EUROTRA-Projekttei Inehmern verfügbar,
     insbesondere über eine Online-Datenbasis .
    4.2 . Erprobungs- und Referenzzentrum sowie Software-Clearingstelle
     Die Gruppe sammelt die im Projekt erstellte bzw . eingesetzte Software , führt
    die Abnahmeprüfung durch und gibt sie an die übrigen nationalen Forschungs¬
    gruppen weiter .
5 . PROJ EKTTEAN
    Neben den reinen Verwaltungsaufgaben des Projektteams ( Haushalt , Verträge ,
    Ressourcenplanung usw .) nimmt die zentrale Gruppe die folgenden Aufgaben
    wahr (die Arbeiten werden normalerweise von den Mitarbeitern der Kommission bzw .
     den aus den nationalen Forschungsgruppen gebildeten Arbeitsgruppen durch
    geführt .
    - Planung : Ausarbeitung eines ausführlichen Arbeitsprogramms für die gesam¬
       te Phase , Festlegung der Ziele des ersten Abschnitts sowie des Inhalts und
       der Ziele der einzelnen Quartale .
    - Interne Bewertung : Stlndige Überprüfung der von den nationalen Forschungs ¬
       gruppen sowie im Rahmen der ForschungsaktivitSten von allgemeinem Interesse
       gemachten Fortschritte ; Lieferung von Feedback für die Planung durch Empfeh ¬
       lung von Korrekturmaßnahmen bei eventuell auftretenden Problemen .
    - Erprobung der linguistischen Moduln : Am Ende jedes Referenzzeitraums und
       nach der formalen Annahmeprüfung durch die luxemburgische Gruppe analysiert
       und erprobt das Projektteam die Moduln im Hinblick auf den Leistungsumfang
       und die Übereinstimmung mit den Spezifikationen .
    - Entwurf und Implementierung der Prototyp-Software : Das Projektteam koor ¬
       diniert diese Aufgaben und führt Konformitltsprüfungen für die neuen Ver¬
       sionen durch , bevor diese den nationalen Forschungsgruppen zur Verfügung
       gestellt werden .
    - Überwachung der “industriellen Implementierung " der EUROTRA-Sasissoftware .
       Voraussichtlich wird noch vor Ende der zweiten Phase eine Stelle für die
       Übernahme dieser Aufgabe bestimmt .
    - Festlegung der Themen für die angewandte Sprachforschung von allgemeinem
       Interesse , Aufbau und Überwachung der jeweils mit der Durchführung der
       Tätigkeiten betrauten Arbeitsgruppen, Koordinierung der in der Zustlndigkeit der
       nationalen Forschungsgruppen liegenden experimentellen Erprobung sowie
       Einarbeitung der Ergebnisse in das EUROTRA-Handbuch .
    - Herausgabe des EUROTRA-Handbuchs .
 ---pagebreak---         - Kontaktpflege zu den nationalen Forschungsgruppen zur Unterstüt ¬
          zung bei der Fehlersuche in Problemf ällen und Information der
          Projektleitung .
        - Spezifikation der Leistungsdaten für ein industrielles System . Diese
          Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit industriellen Partnern durch ¬
          geführt .
Die Sollstärke von 14 Mitarbeitern ( zusätzlich zu dem von der Kommission
für die Projektleitung abgestellten Personal ) wird voraussichtlich gegen
Ende der zweiten Phase erreicht sein .
6 . IMPLEMENTIERUNG DER BASISSOFTWARE
    Die EUROTRA-Basissoftwa're ist ein unverzichtbares Arbeits - und Erpro¬
    bungswerkzeug für die nationalen Forschungsgruppen , die für die Imple ¬
    mentierung und die Erprobung der linguistischen Moduln und Wörterbücher
    verantwortlich sind .
    Für die dritte Phase sind zwei parallele Arbeitsschwerpunkte vorgesehen :
        - Entwicklung der Prototyp-Software
          Informatiker und Computer Linguisten des zentralen Teams und der
          nationalen Forschungsgruppen setzen ihre Arbeiten zur funktionellen
          Verbesserung und Erweiterung der vorhandenen Prototyp-Software
          fort ; dabei benutzen sie im wesentlichen Prolog als problemorien¬
          tierte Programmierhilfe für die Erstellung "implementierbarer "
          Spezifikationen ;
        - "professionelle " Imp lementie rung
          Die zur Zeit verfügbaren Methoden und Werkzeuge zur raschen
          Erstellung von Prototyp-Software eignen sich zwar zur Überprüfung
          der vorgenommenen Korrekturen bzw . der Vollständigkeit der Spezi ¬
          fikationen als Arbeitshilfe für eine umfangreiche linguistische
          Erprobung sind sie zu ineffizient ; daher muß eine funktional
          gleichwertige , jedoch wesentlich effizientere Version der Soft ¬
          ware erstellt werden . Diese Aufgaben sollen an einen externen
          Auftragnehmer vergeben werden , der über die erforderliche fach ¬
          liche Qualifikation verfügt . Das an der Erstellung der Prototyp -
          Software beteiligte Kommissionspersonal wird mit der Überwachung
          der Arbeiten und der Abnahmeprüfung betraut .
          Die Suche nach einem geeigneten Auftragnehmer ist bereits im Gange .
 ---pagebreak---                                                                             ANLAGE TB
                      SCHAFFUNG EINES MASCHINELLEN        OBERSETZUNGSSYSTEHS
                                       MODERNSTER KONZEPTION
                                              ( EUROTRA )
                                           FINANZBOGEN " A "
 1 . HaushaltsUnle : 751 ( ehemals Posten 7540 )
2 . Bezeichnung der HaushaltsUnle
      Verbesserung und Entwicklung mehrsprachiger Aktionen
3 . Rechtsgrundlage
      EWG-Vertrag , Artikel 235,
      Beschluß des Rates 82 /752 /EWG vom 4 . November 1982 ( 1 ),
      Beschluß des Rates 86 / 591 / EWG vom 26 . November 1986 ( 2 ),
      Vorschlag für einen Beschluß des Rates betreffend den Obergang des Programms ,
      EUROTRA zur dritten Phase .
4 . Beschreibung , Zielsetzung und Begründung des Vorhabens
     4.1 . Beschreibung
            EUROTRA Ist ein FuE-Programm zur Schaffung eines maschinellen Obersetzungs ¬
            systems modernster Konzeption für alle Amtssprachen der Gemeinschaft .
            Die bei djesem Programm entstehenden Kosten werden geteilt . Der grüßte
           Teil der Arbeiten wird 1n spezialisierten nationalen Forschungszentren
           im Rahmen von Betei ligungsverträgen durchgeführt . Wichtigste Aufgabe jedes
           Zentrums Ist die Analyse und Generierung seiner jeweiligen Sprache und
           der Transfer von den anderen Sprachen in die eigene .
     4.2 . Zielsetzung
           Am Ende des Programms soll ein Prototypsystem zur Verfügung stehen , das
           in einem bestimmten Fachbereich und für beschränkte Textkategorien einsatz -
           fähig ist und die Grundlage für eine anschließende industrielle Entwicklung
           bildet .
     4.3 . Begründung
           Ziel des Programms ist die Schaffung von Instrumenten zur Oberwindung
           der Sprachbarrieren, die den Handelsverkehr innerhalb und außerhalb der
           Gemeinschaft behindern, wobei jedoch der kulturellen Forderung Rechnung
           zu tragen ist , den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Sprachen
           zu bewahren .
< 1 ) ABI . Nr . L 317 vom 13.11.1982 , S. 19
( 2 ) ABI . Nr . L 341 vom 4.12.1986, S. 39
 ---pagebreak---            Der Rat legte die Modalitäten für den Phasenübergang im Beschluß 86 /591 / EWG
           vom 26 . November 1986 über die Einbeziehung von Spanien und Portugal in
           das Programm EUROTRA wie folgt fest ( Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe b ):
           " Am Ende jeder Phase beschließt der Rat gemäß den im Vertrag vorgesehenen
           Verfahren auf der Grundlage eines Berichts der Kommission und der Stellung¬
           nahme des in Artikel 3 genannten Ausschusses ( BVKA-12 ), ob zur nächsten
           Phase übergegangen wird ."
           Der vorliegende Vorschlag für einen Beschluß des Rates betrifft den Übergang
           des Programms EUROTRA zur dritten Phase am 1 . Juli 1988 .
5 . Finanzielle Auswirkungen der Überführung des Programms EUROTRA zur dritten
    Phase
    Die Laufzeit der dritten Programmphase wurde vom Rat auf zwei Jahre festgesetzt .
     Die für die dritte Phase erforderlichen Finanzmittel (einschließlich der 6,5 Mio .
    Ecu, über die der Rat bisher noch nicht entschieden hat und die Gegenstand
    einer getrennten Entscheidung sein müssen ) wurden von der Kommission auf
    12 Mio . ECU veranschlagt . Der vorliegende Vorschlag betrifft demnach die
    5,5 Mio . ECU, über die der Rat am 4 . November 1982 (82 /752 / EWG ) befunden hat .
    Die Gesamtkosten der dritten Phase ( in 1 000 ECU ) verteilen sich wie folgt
    ( in Klammern ist die entsprechende Aufteilung bezogen auf die 5,5 Mio . ECU
    angegeben, die Gegenstand des vorliegenden Vorschlags sind ):
    (a )  EG-Bei träge an die nationalen Forschungsgruppen             8 400    (4 000 )
    ( b ) Basis-Software                                               1 600    (   500 )
    (c)   Linguistische Spezifikationen                                   700   (   500 )
    (d )  Seminare, Ausbildung , Material usw .                           300   (   200 )
    (e )  Vorbereitungsarbeiten für den Übergang zu einem '
           industriellen System                                        1 000    (   300 )
                                                  Insgesamt           12_QQQ_   (§_ 5QQ2
    Zu dieser Summe kommen noch 7 Mio . ECU an nationalen Beiträgen hinzu, womit
    sich die Gesamtkosten für die dritte Phase auf 19 Mio . ECU belaufen .
    Die Sätze für die finanzielle Beteiligung der Mitgliedstaaten an der Finanzierung
    der nationalen Forschungsgruppen sind in den Beteiligungsverträgen festgeschrieben
    und müßten im Prinzip für die dritte Programmphase beibehalten werden .
    Der Finanzierungsplan des Programms wird in den folgenden Tabellen kurz
    zusammengefaßt .
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 Tabelle 1
 Hi t t e l zuwei sungen und Laufzeit der Programmphasen
  ( in 1 000 ECU )
 Phase 1 (2 Jahre )                             2 000
 Phase 2 (3 Jahre )                           13 000
 Phase 3 (2 Jahre )           5 500 ♦ 6 500 = 12 000
              Insgesamt                       27 000
 Tabelle 2
 Finanzierung der beiden ersten Programmphasen in den Haushaltsjahren 1982-
"P88 in Verpf li chtungsermSchtigungen und Zahlungsermlchtigungen ( in 1 000 ECU )
 Haushaltsjahr              VE                     ZE
 1982                     1 000                   800
 1983                     1 000                   800
 1984                     p.m .                   400
 1985                     4 200                1 500
 1986                     3 950                2 650
 1987                     3 500                4 500
 1988 *                   1 350 * f            4 350 * * F
 Insgesamt               15 000               15 000
                         ssssss
 Tabelle 3
 Finanzierungsplan für die dritte Phase 1988-1990
 ( in 1 000 ECU ), Posten 751 :
 Finanzielle Auswirkungen auf die Operationellen Mittel :
 Haushaltsjahr              VE                      ZE
 1988 *                   3 150                   1 650
 1989                     2 350                   2 350
 1990                       –
                                                  1 200
 1991                       –
                                                    300
 Insgesamt                5 500                   5 500
 Finanzielle Auswirkungen auf die Forschungsmittel :       keine
 *      Zuweisungen im Vorentwurf für den Haushaltsplan 1988 in Hausbaltslinie 751
        ( mehrsprachige Aktionen ) für EUR0TRA
 ** VE insgesamt 4 500 000 ECU
 *** ZE insgesamt 6 000 000 ECU
                                                                                 113
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                      SCHAFFUNG EINES MASCHINELLEN       OBERSETZUNGSSYSTEMS
                                      MODERNSTER KONZEPTION
                                             ( EUROTRA )
                                          FINANZBOGEN *»"
1 . Haushalts Linie : 738(9 ) ( 8.4 des Rahmenprogramms )
2 . Rechtsgrundlage :
      EWG-Vertrag , Artikel 130 q Absatz 2,
      Beschluß des Rates 82 / 752 / EWG vom 4 . November 1982' ,
      Beschluß des Rates 86 /591 / EWG vom 26 . November 1986 * ,
      Beschluß des Rates 87/516/Euratom, EWG vom 28 . September 1987 * ,
      Beschluß des Rates ../.../ EWG vom . betreffend den
      Übergang des Programms Eurotra zur dritten Phase
      Vorschlag für eine Entscheidung des Rates betreffend ein spezifisches
      Programm zur Fertigstellung eines maschinellen Obersetzungssystems
      modernster Konzeption ( Eurotra ).
3 . Beschreibung , Zielsetzung und Begründung des Vorhabens
     3.1 . Beschreibung
            EUROTRA Ist ein FuE-Programm zur Schaffung eines maschinellen Obersetzungs¬
            systems modernster Konzeption für alle Amtssprachen der Gemeinschaft .
            Die bei diesem Programm entstehenden Kosten werden geteilt . Der grfißte
            Teil der Arbeiten wird in spezialisierten nationalen Forschungszentren
            im Rahmen von Betei ligungsvertrlgen durchgeführt . Wichtigste Aufgabe jedes
            Zentrums ist die Analyse und Generierung seiner jeweiligen Sprache und
            der Transfer von den anderen Sprachen in die eigene .
      3.2 . Zielsetzung
            Am Ende des Programms soll ein Prototypsystem zur Verfügung stehen, das
            in einem bestimmten Fachbereich und für beschrlnkte Textkategorien einsatz-
            fähig ist und die Grundlage für eine anschließende industrielle Entwicklung
            bildet .
      3.3 . Begründung
            Ziel des Programms ist die Schaffung von Instrumenten zur Überwindung
            der Sprachbarrieren, die den Handelsverkehr innerhalb und außerhalb der
            Gemeinschaft behindern, wobei jedoch der kulturellen Forderung.ftethnung
            zu tragen ist , den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Sprachen
            zu bewahren .
 (1 )  ABI . Nr . L 317 vom 13.11.1982 ,     19
 (2)   ABI . Nr . L 341 vom  4.12.1986 ,     39
 (3)   ABI . Nr . L 302 vom 24.10.1987,      1
 (4 )  ABI . Nr . L     vom
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    Der Ausschuß der Ständigen Vertreter verstlndigte sich 1a Laufe seiner Beratungen
    die schließlich zu« Ratsbeschluß 86 / 591 / EWG von 26 . November 1986 über die
    Einbeziehung von Spanien und Portugal 1n das Programm EUROTRA führten, auf
    einen Kompromiß : er schlug vor , von den elf Millionen ECU, die die Kommission
    für die Finanzierung der Erweiterung veranschlagt hatte , 4,5 Mio . ECU für
    die zweite Programmphase bereltzustellen und den Ratsbeschluß über die Finan¬
    zierung der dritten Phase (6,5 Mio . ECU) zu vertagen .
    Der vorliegende Vorschlag für eine Entscheidung des Rates betrifft die zusätz-
    liehe Finanzierung der dritten Programmphase, über die der Rat bei der Erwei ¬
    terung des Programms um Spanien und Portugal noch keinen Beschluß gefaßt hatte .
4 . Finanzielle Auswirkungen der Erweiterung des Programms EUROTRA um Spanien
    und Portugal auf die dritte Phase
    Die Laufzeit der dritten Programmphase wurde vom Rat auf zwei Jahre festgesetzt .
    Die für die dritte Phase erforderlichen Finanzmittel ( der Beschluß darüber
    war vom Rat vertagt worden ) wurden von der Kommission auf 12 M1o . ECU veran¬
    schlagt ; davon waren 5,5 Mio . ECU bereits Gegenstand des Ratsbeschlusses vom
    4 . November 1982 ( 82 / 752 / EWG ). Der vorliegende Vorschlag bezieht sich demnach
    auf die verbleibenden 6,5 Mio . ECU .
    Die Gesamtkosten der dritten Phase ( 1n 1 000 ECU ) verteilen sich wie folgt
    ( 1n Klammern Ist die Aufteilung bezogen auf die 6,5 Mio . ECU angegeben, die
    Gegenstand des vorliegenden Vorschlags sind ):
    (a ) EG-Beiträge an die nationalen Forschungsgruppen           8 400        (4 400 )
    ( b ) Basis-Software                                           1 600        (1 100 )
    ( c ) Linguistische Spezifikationen                              700        ( 200)
    ( d ) Seminare , AUsbildung , Material usw .                     300        ( 100 )
    ( e ) Vorbereitungsarbeiten für den Obergang
          zu einem industriellen System                            1 000        ( 700 )
                                           Insgesamt              12 000        (6 500 )
    Zu diesem Betrag kommen noch 7 Mio . ECU an nationalen Beiträgen hinzu, womit
    sich die Gesamtkosten für die dritte Phase auf 19 Mio » ECU belaufen .
    Die Sätze für die finanzielle Beteiligung der Mitgliedstaaten an der Finan¬
    zierung der nationalen Forschungsgruppen sind in den Beteiligungsverträgen
    festgeschrieben und müßten im Prinzip für die dritte Programmphase beibehalten
    werden .
    Der Finanzierungsplan des Programms wird in den folgenden Tabellen kurz
    zusammengefaßt :
                                                                      t          . /145
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 Tabelle 1
 Hittelzuweisungen und Laufzeit der Progranraphasen
  ( in 1 000 ECU )
 Phase 1 (2 Jahre )                            2 000
 Phase 2 (3 Jahre )                          13 000
 Phase 3 (2 Jahre )          5 500 ♦ 6 500 * 12 000
             Insgesamt                       27 CX)0
 Tabelle 2
 Finanzierung der beiden ersten Progranmphasen in den Haushaltsjahren 1982-
■P88 in Verpflichtungsermächtigungen und Zahlungsermächtigungen ( in 1 000 ECU )
 Haushaltsjahr             VE                      ZE
 1982                    1 000                   800
 1983                    1 000                   800
 1984                    p.m .                   4«
 1985                    4 200                1  500
 1986                    3 950                2  65-0
 1987                    3 500                4  500
 1988 *                  1 350 **             4  350 ***
 Insgesamt             15 000                15 000
                       =*====                rs::sz
 Tabelle 3
 Finanzierungsplan für die dritte Phase 1988-1990
  ( in 1 000 ECU), Posten 7389
  Finanzielle Auswirkungen auf die Forschungsmitte l
 Haushaltsjahr             VE                       ZE
  1988                     –                        –
 1989                   4 650                    2 000
  1990                  1 850                    2 800
  1991                     –
                                                 1 400
  1992                     –                        300
  Insgesamt             6  5U0                   6 500
                         s:c:s                   rrxrr
  Finanzielle Auswirkungen auf die Operationellen Mittel : keine
   *    Zuweisungen im Vorentwurf für den Haushaltsplan 1988 1n Haushalts 11 nie 751
        ( mehrsprachige Aktionen ) für EUR0TRA
   ** VE insgesamt A 500 000 ECU
   *** IE insgesamt 6 000 000 ECU
 ---pagebreak---                                                             ANLAGE V
                  Stellungnahme des Beratenden Verwaltungs - und
                     Koordinier ungsaussch uftes " Sprachprob lerne "
                           ( BVKA-12 ) vom 25 . Januar 1988
Bet rifft ; Obergang des F&E-Programms EUROTRA in die dritte Phase
Der Ausschuß hat den Vorschlag der Kommission zum Obergang des EUROTRA-
Programms in die dri tte Phase geprüft .
Der Ausschuß nimmt zur Kenntnis , daß das Programm von einem Gremium unabhängige .
Sachverständiger bewertet wurde und daß die Kommission den Erkenntnissen
und Empfehlungen des Gremiums in ihrem Vorschlag voll und ganz Rechnung
getragen hat .
Die Empfehlungen , die der Ausschuß nach seiner eigenen Bewertung des gegen¬
wärtigen Stands der Projektarbeiten formuliert hat , fanden in dem Vorschlag
der Kommission ebenfalls Berücksichtigung .
Der Ausschuß ist der Ansicht , daß die Bedingungen für einen ordnungsgemäßen
Übergang in die dritte Phase bis Mitte 1988 erfüllt sein werden .
Der Ausschuß unterstreicht die Wichtigkeit einer gesicherten Fortsetzung
des Programms und hält es für empfehlenswert , daß der Rat seinen Beschluß
über den Übergang so rechtzeitig faßt , daß die dritte Phase tatsächlich
am 1 . Juli 1988 anlaufen kann .
Der Ausschuß bekräftigt seine Stellungnahme vom 6 . Mai 1986 , wonach der
Gemeinschaftsanteil - bei entsprechender Erhöhung der Beiträge der Mitglied ¬
staaten - um 6,5 Mio . ECU auf insgesamt 12 Mio . ECU aufgestockt werden mCßte .
 ---pagebreak---                                      - 2 -
Aufgrund seiner Einschätzung der bisherigen Fortschritte und zur leichteren
Synchronisierung der Arbeiten für Spanisch und Portugiesisch empfiehlt der
Ausschuß für die dritte Phase des Programms eine Laufzeit von bis zu zweiein¬
halb Jahren .
Der Ausschuß empfiehlt, mit den Vorbereitungen für die industrielle Ent¬
wicklung von EUROTRA umgehend zu beginnen .