CELEX: 51992PC0129
Language: de
Date: 1992-04-03
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EWG) DES RATES über eine Sonderregelung für Himbeeren für die industrielle Verarbeitung

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                      K0M(92) 129 endg.
                                       Brüssel, den 3 . April 1992
                         Vorschlag für eine
                    VERORDNUNG (EWG) DES RATES
          über eine Sonderregelung für Himbeeren für di.
                     industrielle Verarbeitung
                  (von der Kommission vorgelegt)
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                                 BEGRÜNDUNG
 Seit mehreren Jahren muß die Kommission hinsichtlich der Einfuhr bestimmter
teilverarbeiter Beeren Schutzmaßnahmen in Form eines "gentlemen's agreement"
oder einer Schutzklausel treffen. Die Beibehaltung der Schutzklausel bis zum
25. September 1991 hing von den Ergebnissen einer gründlichen Untersuchung
über die auf dem Markt für Beeren in der Gemeinschaft bestehenden Lage ab.
Nötigenfalls war eine dauerhaftere Lösung der in diesem Sektor bestehenden
Wettbewerbsprobleme vorzuschlagen.
In dem vorliegenden Bericht wird die Gesamtlage des Sektors Erd- und
Himbeeren in der Gemeinschaft sowie die gegenüber Drittländern bestehende
Wettbewerbslage beschrieben. Er betrifft die besonderen Probleme der
Erzeugnisse, die zur Verarbeitung bestimmt sind, vor allem Himbeeren. Es wird
festgestellt, daß sich hier seit mehreren Jahren schwerwiegende Probleme
ergeben, die wiederum nicht nur auf einen starken Wettbewerb auf dem
Gemeinschaftsmarkt sondern auch und vor allem auf Mängeln im Bereich der
Erzeugung und der Vermarktung durchzuführen sind. Um den sich
verschlechternden Bedingungen im Sektor Verarbeitungshimbeeren
entgegenzuwirken, schlägt die Kommission folgende Maßnahmen vor:
-   Einmalige Beihilfe für Erzeugerorganisationen, die anerkannt sind, weil
    sie bestimmte Sonderregeln einhalten, und die ein Programm zur
    Verbesserung der Wettbewerbslage im Sektor Verarbeitungshimbeeren
    vorgelegt haben;
    Beihilfe zur Durchführung dieses Programms mit Maßnahmen der jeweiligen
    Erzeugerorganisationen, auch der Organisationen, denen die Erzeuger eines
    bestimmten Anbaugebiets angeschlossen sind.
Zweck dieses Programms ist die Verbesserung des Absatzes der zur Verarbeitung
bestimmten Himbeeren und die Senkung der Erzeugungskosten.
Die Kommission schlägt dem Rat vor, den Verordnungsvorschlag zur Einführung
der beschriebenen Maßnahmen zu billigen.
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                                               Bericht der Kommission
                                            über den Sektor Beerenobst
         1. Zum Sektor Beerenobst gehören im wesentlichen Erdbeeren, Himbeeren,
         rote und schwarze Johannisbeeren und einige andere Sorten wie
         beispielsweise Heidelbeeren.
         Dieser Bericht betrifft ausschließlich Erdbeeren und Himbeeren, da sich
         die spezifischen Probleme dieses Teilsektors in den letzten Jahren
         eigenständig entwickelt haben.
         Der Bericht behandelt
         -      den Erdbeer- und Himbeersektor insgesamt,
         -      die derzeitige Politik der Gemeinschaft in diesem Sektor,
         -      spezifische Probleme dieses Sektors und Lösungsvorschläge.
         I.    ALLGEMEINE ZAHLENANGABEN ZUM SEKTOR ERDBEEREN UND HIMBEEREN
               A.     WELTERZEUGUNG UND GEMEINSCHAFTSERZEUGUNG
                      1.  Erdbeeren
                      2. Weltweit lagen die Vereinigten Staaten mit einer Produktion
                      von 539 000 Tonnen im Jahr 19 89 als Einzelstaat an der spitze
                      der Erzeugerländer; an zweiter stelle folgte Polen, das im
                      selben Jahr 269 000 Tonnen Erdbeeren erzeugte. Die Europäische
                      Gemeinschaft war jedoch mit einer Produktion von 7 00 000 Tonnen
                      im Jahr 19 89 (rund 29 % der Weltproduktion) mit Abstand der
                      größte Erdbeererzeuger.
                      Die Haupterzeugerländer der Gemeinschaft sind Spanien und
                      Italien, auf die mit 227 000 Tonnen bzw. 205 000 Tonnen (1989)
                      zusammen 62 % der Gemeinschaftsproduktion entfallen.
                                           Rue de la Loi 200 - B-1049 Brüssel - Belgien
Telefon: Durchwahl 23     Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COHEU B 21877 - Telegrammadresse COHEUR Brüssel - Telekopier»r 23.
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    2.  Himbeeren
        3. Bei der Himbeererzeugung lag die Europäische Gemeinschaft im
        internationalen Vergleich 1989 mit 63 000 Tonnen nach der
        ehemaligen UdSSR (145 000 Tonnen) an zweiter Stelle, sie lag
        damit vor Jugoslawien in seiner Zusammensetzung vom 1. Januar
        1991, nachstehend Jugoslawien genannt, das 19 89 insgesamt
        61 000 Tonnen erzeugte. Ein weiteres bedeutendes Erzeugerland
        ist Polen mit einer Gesamtproduktion von 44 000 Tonnen (1989).
        Innerhalb der Gemeinschaft sind Deutschland (30 00 0 Tonnen) und
        das Vereinigte Königreich (23 000 Tonnen) die beiden führenden
        Erzeugerländer; 37 % der gesamten Himbeererzeugung der
        Gemeinschaft kommen aus dem Vereinigten Königreich.
B. BESTIMMUNG DER GEMEINSCHAFTSPRODUKTION
   Die in der Gemeinschaft erzeugten Himbeeren und Erdbeeren sind
   entweder für den Frischmarkt oder für die Verarbeitung bestimmt.
    1. Erdbeeren
   Fast die gesamte Produktion ist für den Frischmarkt bestimmt, nur
   knapp 7 % der Erzeugung gehen an die Industrie.
   2. Himbeeren
   Von insgesamt 63 000 Tonnen sind rund 15 000 Tonnen (25 %) für die
   industrielle Verarbeitung bestimmt. In den meisten Mitgliedstaaten
   geht nur ein sehr geringer Teil der Himbeererzeugung an die
   Industrie; bestimmte Länder und vor allem bestimmte Regionen bilden
   jedoch eine Ausnahme. So werden im Vereinigten Königreich rund 4 0 %
   der Erzeugung industriell verarbeitet, in Schottland, wo 60 % der
   britischen Himbeeren erzeugt werden, sind 95 % der Ernte für die
   Verarbeitung bestimmt. Die schottischen Erzeuger sind damit völlig
   von der Nachfrage der Verarbeiter abhängig.
C. ENTWICKLUNG DES INNERGEMEINSCHAFTLICHEN HANDELS
   5. Die gemeinschaftliche Erdbeer- und Himbeererzeugung deckt nur
   einen geringen Teil des ständig wachsenden Bedarfs der
   gemeinschaftlichen Verarbeitungsindustrie; daher ist die Bilanz
   ihrer Versorgung mit diesen Erzeugnissen deutlich negativ. Die
   gemeinschaftliche Industrie wird bei Erdbeeren mit rund 2 5 % und
   bei Himbeeren mit weniger als 15 % aus gemeinschaftlicher Erzeugung
   versorgt.
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       Seit zehn Jahren ist ein deutlicher Anstieg der Einfuhrmengen
       der für die Verarbeitung bestimmten Erzeugnisse zu beobachten.
       Sie stammen vor allem aus osteuropäischen Ländern und Jugo-
       slawien. Gleichzeitig kam es bei diesen Erzeugnissen zu einem
       deutlichen Preissturz mit den entsprechenden Folgen für die
       Gemeinschaftserzeugnisse.
1. Starker Anstieg der Einfuhren der für die Verarbeitung bestimmten
   Erzeugnisse, insbesondere aus osteuropäischen Ländern (Polen) und
   Jugoslawien
       6.- Erdbeeren:
           Von 1986 bis 1990 sind die Einfuhren von gefrorenen
           Erdbeeren insgesamt um 78 % gestiegen (von 2 8 643 Tonnen
           auf 50 939 Tonnen), wobei die Einfuhren aus Osteuropa um
           73 % zugenommen haben.
           199 0 stammten 80 % der Gesamteinfuhren gefrorener Erdbeeren
           aus osteuropäischen Ländern und Jugoslawien.
           Von insgesamt 50 939 Tonnen wurden 41 363 Tonnen aus Polen
           eingeführt; 19 86 betrug der polnische Anteil bei einer
           Gesamteinfuhrmenge von 2 8 6 43 Tonnen nur 2 3 3 03 Tonnen.
           Auch bei den vorläufig haltbar gemachten Erdbeeren ist der
           Anteil der osteuropäischen Länder und besonders Polens
           beträchtlich: bei einem Gesamteinfuhrvolumen von 4 562
           Tonnen entfallen 4 46 8 Tonnen auf Polen.
       7.- Himbeeren:
           Bei gefrorenen Himbeeren ist das Gesamteinfuhrvolumen von
           1986 bis 1990 um rund 96 % gestiegen (von 21 022 Tonnen auf
           41 120 Tonnen). Im gleichen Zeitraum sind die Gemein-
           schaftseinfuhren aus Jugoslawien von 10 371 Tonnen auf
           26 121 Tonnen gestiegen; die Ausfuhren Polens in die EWG
           haben von 19 88 bis 199 0 um 23 8 % zugenommen (von 1 49 6
           Tonnen auf 5 059 Tonnen).
           1990 stammten 80 % aller eingeführten gefrorenen und 100 %
           aller vorläufig haltbar gemachten Himbeeren aus Osteuropa
           und Jugoslawien.
           So haben sich die osteuropäischen Länder und Jugoslawien
           für die Gemeinschaft allmählich zu den wichtigsten
           Lieferländern von zur Verarbeitung bestimmtem Beerenobst
           (Erdbeeren und Himbeeren) entwickelt.
 ---pagebreak---      2.  Preisverfall bei für die Verarbeitungsindustrie bestimmten
         Erzeugnissen aus Polen und Jugoslawien
         8. Während also die Einfuhrmengen der fraglichen
         Erzeugnisse beträchtlich zugenommen haben, sind ihre Preise
         zur gleichen Zeit stark zurückgegangen.
         Die Einfuhrpreise für gefrorene Erdbeeren sind zwischen
         1986 und 1987 leicht gestiegen, seither jedoch um rund 10 %
         gefallen. Bei Erzeugnissen aus Polen, dem wichtigsten
        Lieferdrittland, ist der Rückgang noch deutlicher: zwischen
         1987 und 1990 sanken die Preise um 15 %.
        Auch bei gefrorenen Himbeeren haben die Preise zwischen
         1986 und 1988 leicht angezogen, seither sind sie jedoch um
        über 30 % gesunken. Bei Erzeugnissen aus den beiden
        Hauptlieferländern Polen und Jugoslawien ist tendenziell
        dieselbe Enwicklung festzustellen, wobei zwischen 1988 und
         1990 die Preise für jugoslawische Erzeugnisse um 28 %, die
        Preise für polnische Erzeugnisse jedoch um rund 50 %
         zurückgegangen sind.
        Das massive Angebot dieser billigen außergemeinschaftlichen
        Grunderzeugnisse hat den Gemeinschaftsmarkt ernsthaft
        gestört und den gemeinschaftlichen Erzeugern schwere
        Verluste zugefügt, da ihre Erzeugnisse der direkten
        Konkurrenz der Erzeugnisse aus Osteuropa und Jugoslawien
        ausgesetzt sind.
D. Zusammenfassung
    9. Einerseits hat sich die Erdbeer- und Himbeererzeugung in
    der Gemeinschaft in den letzten Jahren stabilisiert; im
    allgemeinen ist nur ein geringer Teil dieser Erzeugung für die
    Industrie bestimmt; nur in einigen Regionen werden Himbeeren
    hauptsächlich für die Verarbeitungsindustrie erzeugt.
    Andererseits nimmt der Bedarf der gemeinschaftlichen Ver-
    arbeitungsindustrie aufgrund der starken Expansion dieses
    Industriezweigs in den vergangenen Jahren ständig zu. Die
    Industrie bezieht ihre Grunderzeugnisse sowohl aus der
    Gemeinschaft als auch aus Drittländern, wobei es ihr in erster
    Linie darauf ankommt, zuverlässig in ausreichender Menge mit
    guter Qualität und zu akzeptablen Preisen versorgt zu werden.
    In dieser Lage war es unvermeidbar, daß zunehmend halb-
    verarbeitete Erzeugnisse aus Drittländern eingeführt wurden.
    Der spektakuläre Anstieg der Einfuhren, besonders aus Polen und
    Jugoslawien, der bei Erdbeeren im Jahr 1989 (+28 % ) , bei
    Himbeeren 1990 (+ 23 %) einsetzte, bedeutete für die
    Gemeinschaftserzeuger den Verlust von Marktanteilen.
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        Diese starke Zunahme der Einfuhren ist in erster Linie auf den
        Preisverfall bei den Erzeugnissen zurückzuführen, die aus den
        Hauptlieferländern in Osteuropa eingeführt werden, doch läßt
        sie sich ebenfalls durch die Expansion der gemeinschaftlichen
        Verarbeitungsindustrie erklären.
        Diese Expansion betrifft nämlich nicht alle Sektoren in
        gleicher Weise. Die sogenannten "modernen" Sektoren, die
        eingeführte Erzeugnisse mit den gewünschten Eigenschaften
        verarbeiten, expandieren stärker als die traditionellen
        Sektoren, die hauptsächlich von den Gemeinschaftserzeugern
        beliefert werden.
        10. Es ist also offensichtlich, daß in den vergangenen Jahren
        die Gemeinschaftserzeuger einen Teil ihres Absatzmarkts an die
        osteuropäischen Lieferanten verloren haben, deren preiswerte
        Erzeugnisse den Qualitätsforderungen einer expandierenden
        gemeinschaftlichen Verarbeitungsindustrie genügen.
II. Maßnahmen bei der Einfuhr
        11. Bisher wurden in diesem Bereich hauptsächlich Schutz-
        maßnahmen getroffen, die die Einfuhr von halbverarbeiteten
        Erzeugnissen aus Osteuropa und Jugoslawien in die Europäische
        Gemeinschaft verhindern sollten. Damit sollte vor allem auf die
        Preise und weniger auf die Mengen eingewirkt werden, denn eine
        mengenmäßige Beschränkung der Rohstoffeinfuhren hätte die
        Versorgung der Verarbeitungsindustrie gestört und außerdem die
        Drittländer bewogen, ihre eigene Verarbeitungsindustrie
        aufzubauen, die eine direkte Konkurrenz für die Gemeinschafts-
        industrie dargestellt hätte. Eine solche Entwicklung hätte auf
        längere Sicht der gemeinschaftliche Verarbeitungsindustrie und
        damit auch der landwirtschaftlichen Erzeugung der Gemeinschaft
        geschadet, die ihrerseits die Verarbeitungsindustrie beliefert.
        -   von 1985 bis 1990 hat die Gemeinschaft mit ihren
            Hauptlieferländern von Beerenobst, das heißt mit Polen und
            Jugoslawien, Abkommen in Form von Gentlemen's Agreements
            geschlossen, die die Einhaltung eines Durchschnittspreises
            bei der Einfuhr von bestimmtem halbverarbeitetem Beerenobst
            vorsehen;
        -   Da die Effektivpreise bei der Einfuhr weiter zurückgehen
            und Polen und Jugoslawien nicht gewillt sind, die nötigen
            Garantien für die Einhaltung der in diesen Abkommen
            vereinbarten Durchschnittspreise zu bieten, konnten diese
            Abkommen 199 0 nicht verlängert werden.
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         Aus diesem Grund hat die Kommission am 31. Juli 1990 eine
         Schutzklausel für bestimmte empfindliche Waren eingeführt.
         Diese Klausel, mit der ein Mindesteinfuhrpreis für
         bestimmtes halbverarbeitetes Beerenobst (gefrorene und
         vorläufig haltbar gemachte Erdbeeren und Himbeeren) aus
         Polen und Jugoslawien anwendbar wird, wurde bis zum 25.
         September verlängert;
     -    12. Im Rahmen von Assoziierungsabkommen, die vor kurzem
         mit einigen Ländern Osteuropas, u. a. Polen, geschlossen
         wurden, ist ferner vereinbart worden, daß Zollzugeständ-
         nisse von der Einhaltung der Mindesteinfuhrpreise abhängig
         gemacht werden.
     -   Dieselbe Regelung sollte auch mit Jugoslawien getroffen
         werden, doch kam wegen der derzeitigen Lage in dieser
         Region kein Abkommen zustande.
III. Spezifische Probleme der zur Verarbeitung bestimmten
     Erzeugnisse und Maßnahmen zu deren Lösung
     13. Wie bereits erwähnt ist im Erdbeersektor der Anteil der
     Produktion, der für die Verarbeitungsindustrie bestimmt ist,
     verglichen mit dem für den Frischmarkt bestimmten Teil
     verhältnismäßig unbedeutend. In der Gemeinschaft gibt es einen
     sehr gut entwickelten und äußerst gewinnbringenden Frischmarkt,
     Bei Himbeeren verhält es sich in den meisten Regionen der
     Gemeinschaft ähnlich. Die Himbeererzeugung ist nahezu
     ausschließlich auf den Frischmarkt ausgerichtet. Da es bei
     Himbeeren wegen ihrer Verderblichkeit auf eine sehr rasche
     Verteilung ankommt, fällt die Konkurrenz von Erzeugnissen aus
     Drittländern kaum ins Gewicht.
     Die Einfuhrregelung, derzufolge die Zollzugeständnisse von der
     Einhaltung der Mindestpreise abhängig gemacht werden, ist also
     Voraussetzung dafür, daß die gemeinschaftlichen Erzeuger, die
     Erzeugnisse zu Verarbeitung anbieten, konkurrenzfähig bleiben;
     sie bietet ihnen aber auch genügend Überlebenschancen, bis sie
     sich gegebenenfalls andere, aussichtsreichere Absatzmärkte
     erschlossen haben.
     Für die wenigen Regionen, in denen praktisch die gesamte
     Produktion für die Verarbeitungsindustrie bestimmt ist, sind
     zusätzliche Hilfsmaßnahmen erforderlich, damit sich die
     Erzeuger an einen intensiveren internationalen Wettbewerb
     anpassen können.
 ---pagebreak---                                    f~
A. Spezifische Probleme bei zur Verarbeitung bestimmten Himbeeren
   14. In bestimmten Regionen der Gemeinschaft ist die Erzeugung von
   zur Verarbeitung bestimmten Himbeeren absolut und relativ gesehen
   von großer Bedeutung.
   Diese hauptsächlich zur Verarbeitung bestimmte Produktion bildet
   sowohl auf den vor- als auch auf den nachgelagerten Stufen die
   Grundlage für eine bedeutende Wirtschaftstätigkeit: Die starke
   Zunahme der Einfuhren und der Preisverfall bei importierten
   Erzeugnissen brachte diese Regionen in eine prekäre Lage. Die
   Nachfrage seitens der Gemeinschaftsindustrie läßt nach, und mehrere
   Einrichtungen für die erste Bearbeitung, die eng an die lokale
   Produktion gebunden waren, sind geschlossen worden.
   1.  Schwierigkeiten bei Produktion und Vermarktung
       15. Für die Verschlechterung der Lage im Sektor der zur
       Verarbeitung bestimmten Himbeeren sind allerdings hauptsächlich
       strukturelle Mängel verantwortlich, da weder die Produktions-
       noch die Absatzstrukturen an die Lage auf dem
       Gemeinschaftsmarkt angepaßt sind.
       -   Produktion: Die Erzeuger haben sich kaum
           zusammengeschlossen, um sich den Händlern oder der
           Industrie gegenüber behaupten zu können; dadurch konnte
           Druck auf die Verkaufspreise ausgeübt werden. Es gibt
           beispielsweise Verträge, die die \Lieferung frei Fabrik
           vorschreiben; das bedeutet, daß die Erzeuger die Lager-,
           Verpackungs- und Transportkosten tragen. Daher sollten die
           Gründung von Erzeugergemeinschaften gefördert und bereits
           bestehende Zusammenschlüsse gestärkt werden.
           Da außerdem die Kosten für Fachkräfte für die Beerenernte
           ständig steigen, sollten Bemühungen unternommen werden, -die
           Ernte zu mechanisieren.
           Absatz: Die Erzeuger beschränken sich noch auf eine relativ
           geringe Zahl von Erzeugnissen und Absatzmöglichkeiten.
           Außerdem hat es bisher kaum Bemühungen gegeben, ein
           Qualitätsimage zu entwickeln. Daher ist dafür zu sorgen,
           daß neue Erzeugnisse und/oder neue Verwendungsmöglichkeiten
           für die betreffenden Erzeugnisse entwickelt werden.
 ---pagebreak---                          _ ^ -
    Diese Strukturschwächen haben zu einer zusätzlichen
    Verschlechterung der Lage im Sektor der zur Verarbeitung
    bestimmten Himbeeren geführt, der seit mehreren Jahren
    einer lebhaften internationalen Konkurrenz ausgesetzt ist.
2. Wachsender Markt der Verarbeitungsindustrie
    16. Der Markt für zur Verarbeitung bestimmte Himbeeren ist
   ein relativ expandierender Markt. Die Grunderzeugnisse
   müssen allerdings eine angemessene Preis-Qualitäts-Relation
   aufweisen.
   Die Himbeererzeugung für die industrielle Verarbeitung hat
   in den fraglichen Gebieten also durchaus noch Zukunft; um
   aber die Chancen, die dieser Markt bietet, auch nutzen zu
   können, müssen die Grunderzeugnisse aufgewertet und auf
   neue Verarbeitungserzeugnisse ausgerichtet sowie zur
   Steigerung der Wirtschaftlichkeit die Kosten gesenkt
   werden.
3. Die Notwendigkeit spezifischer Maßnahmen für diesen Sektor
   17. Zur Zeit ist der Sektor der zur Verarbeitung
   bestimmten Himbeeren wenig wettbewerbsfähig.
   Bis heute wurde mit den bestehenden Bestimmungen, d. h. den
   Beihilfen für die Gründung von Erzeugergemeinschaften und
   den Strukturbeihilfen wenig erreicht. Dies liegt zum Teil
   daran, daß die vorgesehenen Maßnahmen zu allgemein gehalten
   sind und damit den spezifischen Problemen in diesem Sektor
   kaum gerecht werden.
   Infolge der Krise der vergangenen Jahre sind für diesen
   Sektor die Strukturmaßnahmen wenig attraktiv, da sie, um
   für einen Zuschuß in Frage zu kommen, eine ziemlich hohe
   Eigenbeteiligung der Begünstigen und beträchtliche
   Mindestausgaben voraussetzen.
   Aus diesen Gründen wird vorgeschlagen, im Sektor der zur
   Verarbeitung bestimmten Himbeeren eine Reihe spezifischer
   Maßnahmen zu treffen, die langfristig dazu beizutragen
   sollen, sein Überleben im Kontext eines zunehmenden
   Wettbewerbs auf dem Gemeinschafts- und dem Weltmarkt zu
   sichern.
 ---pagebreak---                                    -1-1 -
B.  MASSNAHMEN FÜR DEN HIMBEERSEKTOR
17.   Es sind zwei Arten von Maßnahmen vorgesehen:
    -    Eine Beihilfe für Erzeugergemeinschaften, die ein Programm zur
         Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von zur Verarbeitung
         bestimmten Himbeeren vorgelegt haben.
    -    Eine Beihilfe zur Durchführung dieses Programms.
1.  Besondere Beihilfe für anerkannte Erzeugergemeinschaften
    18. Bevor Maßnahmen zur Lösung der in diesem Bericht aufgezeigten
    Probleme in Angriff genommen werden, ist die Gründung von
    Erzeugergemeinschaften und die Festlegung ihres Aufgabenbereichs
    erforderlich.
    Diese Erzeugerorganisationen müssen, um anerkannt zu werden, einige
    besondere Regeln beachten, welche der Stärkung ihrer Stabilität und
    der Erweiterung ihrer Rolle dienen. Um sicherzustellen, daß die
    geplanten Maßnahmen wirklich effizient sind, ist je
    Erzeugergemeinschaft eine Mindestabsatzmenge festzulegen.
    Nach ihrer Anerkennung können die Erzeugergemeinschaften ein
    Programm zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors der
    zur Verarbeitung bestimmten Himbeeren vorlegen. Die Ausarbeitung
    eines solchen Programms ist mit einem hohen finanziellen Aufwand
    verbunden, daher sollte den Erzeugergemeinschaften eine einmalige
    Beihilfe gewährt werden.
    Diese Beihilfe beträgt 50 ECU je Tonne Himbeeren, die eine
    Erzeugerorganisation in dem auf ihre Anerkennung folgenden
    Wirtschaftsjahr vermarktet und die zur Verarbeitung bestimmt sind.
    50 % der Beihilfe werden vom EAGFL übernommen.
2.  Beihilfe zur Durchführung eines Programms zur Verbesserung der
    Wettbewerbsfähigkeit von zur Verarbeitung bestimmten Himbeeren
    19. Dieses von den anerkannten Erzeugergemeinschaften vorgelegte
    Programm muß darauf abzielen, den Absatz solcher Himbeeren zu
    verbessern und die Produktionskosten zu senken.
    20. Das Programm umfaßt zwei Arten von Maßnahmen:
         =   Maßnahmen, die von den einzelnen Erzeugerorganisationen
             vorgeschlagen und durchgeführt werden, insbesondere
             -                          die Mechanisierung der Ernte;
             -                          die Anpassung der Pflanzungen im
                                        Hinblick auf bessere
                                        Anbaumethoden bzw. Sorten;
                                        Unterstützung bei der
                                        Durchführung der verschiedenen
                                        Maßnahmen durch einen
                                        technischen Berater.
 ---pagebreak---                                   12-
                                           = Maßnahmen, die von einer
                                              oder mehreren
                                              Erzeugergemeinschaften, in
                                              der die Erzeuger eines
                                              Produktionsgebiets
                                              zusammengeschlossen sind,
                                              vorgeschlagen und
                                              durchgeführt werden,
                                              insbesondere:
            -                          die wissenschaftliche
                                      Entwicklung und die Verbreitung
                                      von Maßnahmen zur Beseitigung
                                      der Produktionsschwächen durch
                                      Sortenverbesserung,
                                      Krankheitsbekämpfung und höhere
                                      Qualität der Erzeugnisse;
            -                          die Entwicklung neuer
                                      Erzeugnisse bzw. neuer
                                      Verwendungsmöglichkeiten für
                                      Himbeeren; ;
           -                          die Durchführung einer Studie
                                      über die Marktaussichten für
                                      frische Himbeeren.
       21. Die Programme haben eine Laufzeit von höchstens acht
       Jahren und sind innerhalb eines Jahres nach Anerkennung der
       Erzeugergemeinschaft vorzulegen.
       Im Rahmen der Programme, die nach Übermittlung an die
       Kommission vom Mitgliedstaat genehmigt worden sind, wird für
       nachweislich geleistete Ausgaben eine Beihilfe gewährt. Die
       Erzeugergemeinschaften übernehmen 35 %, der Mitgliedstaat 2 5 %
       und die Gemeinschaft (EAGFL-Garantie) 40 % der Ausgaben. Für
       Maßnahmen zur Anpassung der Pflanzungen im Hinblick auf bessere
       Anbaumethoden bzw. Sorten allerdings beläuft sich die Beihilfe
       des Mitgliedstaats und der Gemeinschaft auf höchstens 1 100
       ECU/ha jährlich in den drei Jahren, die auf den Beginn der
       betreffenden Maßnahmen folgen.
c. Schlußfolgerung
   22. Die Kommission schlägt dem Rat vor, die im Anhang beigefügte
   Verordnung zu genehmigen, mit der eine Sonderregelung für Erzeuger
   von zur Verarbeitung bestimmmten Himbeeren eingeführt werden soll;
   für den Gemeinschaftshaushalt entstehen durch diesen Vorschlag
   insgesamt folgende Kosten:
   1.  Einmalige Beihilfe für die anerkannten
       Erzeugergemeinschaften, die ein Programm
       zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
       von zur Verarbeitung bestimmten Himbeeren
       vorgelegt haben:                    30 0 00 0 ECU.
 ---pagebreak---                                -42-
2. Beihilfe zur Programmdurchführung:   9,1 Mio ECU
   davon entfallen auf die:
   -   Mechanisierung der Ernte :    1,130 Mio. ECU
   -   Anpassung der Pflanzungen:    4,570 Mio. ECU
       technische Beratung   :         480 000 ECU
   -   wissenschaftliche Entwicklung
       und Verbreitung von Maßnahmen zur
       Beseitung der strukturellen
       Produktionsschwächen :        1,6 Mio. ECU
   -   Entwicklung neuer Erzeugnisse bzw.
       neuer Verwendungsmöglichkeiten
       für Himbeeren :               1,280 Mio. ECU
       Studie über die Marktaussichten
       für frische Himbeeren :          40 000 ECU.
   23. Für die gesamte Laufzeit des Programms werden also
   insgesamt Mittel in Höhe von 9,41 Mio. ECU angesetzt. Diese
   Mittel sind relativ bescheiden, da die Maßnahmen auf Gebiete zu
   beschränken sind, in denen dieser Produktion große Bedeutung
   zukommt, und nur solchen Betrieben zugute kommen sollen, die
   Überlebenschancen haben.
   Bei anderen Erzeugnisses, die in ähnlicher Weise einer
   verstärkten internationalen Konkurrenz ausgesetzt sind, treten
   insofern nicht dieselben Probleme auf, als die regionale
   Konzentration der Erzeugung geringer ist und die Probleme durch
   die bestehenden Programme gelöst werden können.
 ---pagebreak---                                                               -1A-
                                                          TABELLE 1
                      Welterzeugung von frischen Erbeeren und Himbeeren in den
                                     Haupterzeugerlândern 1979-81 / 1990
                                                     Erdbeeren                       Himbeeren
         Kanada
        Mexiko
         U.S.A.
        Japan
        Tlirkei
        Frankreich
        BR Deutschland
        Ungarn
         Italien                                                       Zahlen siehe Original
        Polen
        Spanien
        Vereinigtes Kônigreich
        Jugoslawien
        UdSSR
        EWG-12
        Insgesamt (Welt)
        Quelle: Eurostat und FAO
                                            Rue de la Loi 200 - B-1049 BrUssel - Belgien
Telefon: Durchwahl 23      Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COMEU B 21877 - Telegrammadresse COMEOR Briissel - Telekopierer 23.
 ---pagebreak---                                                              -\s-
                                                     TABELLE 2
            Gemeinschaftserzeugung von frischen Erdbeeren und Himbeeren 1987-90
                                                Erdbeeren                       Himbeeren
         Belgien
         Dänemark
         Deutschland
        Griechenland
         Spanien                                Zahlen siehe original
         Frankreich
         Irland
         Italien
        Luxemburg
        Niederlande
        Portugal
        Vereinigtes Königreich
        EWG-12
        Quelle: EUROSTAT
                                       Rue de 1« Loi 200 - B-1049 Brüssel - Belgien
Telefoni Durchwahl 23 Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COMEU B 21877 - Telegrammadresse COMEUR Brüssel - Telekopierer 23.
 ---pagebreak---                                                               -a-
                                                       TABELLE 3
                      Ernteflächen für Erdbeeren und Himbeeren 19 87-9 0
                                                 Erdbeeren                       Himbeeren
         Belgien
         Dänemark
        Deutschland
        Griechenland
        Spanien
        Frankreich
         Irland                                  Zahlen siehe Original
        Italien
        Luxemburg
        Niederlande
        Portugal
        Vereinigtes Königreich
        EWG-12
        Quelle: EUROSTAT
                                        Rue de la Loi 200 - B-1049 Brüssel - Belgien
Telefon: Durchwahl 23  Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COKEU B 21877 - Telegrammadresse COMEUR Brüssel - Telekopierer 23.
 ---pagebreak---                                                                   -n-
                                                          TABELLE 4
             Anbauflächen und Erzeugung von Himbeeren im Vereinigten Königreich
                                          und in Schottland 1980-1990
                                                                                         Anbaufläche (000 ha)
                                                                                         Erzeugung           (000 T)
                          Vereinigtes Königreich                       Schottland
                      Anbaufläche         Erzeugung                    Anbaufläche              Erzeugung
                                                                       Zahlen siehe Original
        Quelle : WAFF, DAFS
                                           Rue de la Loi 200 - B-1049 Brüssel - Belgien
Telefon: Durchwahl 23     Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COMEU B 21877 - Telegrammadresse COHEUR Brüssel - Telekopierer 23.
 ---pagebreak---                                                                         •fcf-
                                                        TABELLE 5
                                       B e e r e n o b s t e i n f u h r e n d e r EWG
                                                                                   Einheitswert (in ECU/T)
                                                                                   Menge             (000 T)
         Erzeugnis                              Herkunft                           1986
                                                                                   Menge      Einheitswert..
         gefrorene Erdbeeren                    Gemeinschaft
         0811 10 90                             Drittländer
                                                davon:
                                                Polen                              Zahlen siehe original
                                                Türkei
                                                Jugoslawien
                                                Tschechoslowakei
         gefrorene Himbeeren                    Gemeinschaft
         0811 20 31                             Drittländer
                                                davon:
                                                Polen
                                                Jugoslawien
                                                Ungarn
                                                Bulgarien
                                                Tschechoslowakei
                                                U.S.A.
                                                Kanada
                                                Chile
         gefrorene schwarze                    Gemeinschaft
         Johannisbeeren                         Drittländer
         0811 20 39                            davon:
                                               Polen
                                               Tschechoslowakei
                                               Ungarn
                                               Neuseeland
                                               Jugoslawien
        vorläufig haltbar                      Gemeinschaft
        gemachte Erdbeeren                     Drittländer
        0812 20 00                             davon:
                                               Polen
                                               Jugoslawien
                                       Rue de la Loi 200 - B-1049 Brüssel - Belgien
Telefon: Durchwahl 23 Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COMEU B 21877 - Telegrammadresse COMEUR Brüssel - Telekopierer 23.
 ---pagebreak---                                                                       ff-
         v o r l ä u f i g haltbar                    Gemeinschaft
         gemachte Himbeeren                           Drittländer
         0812 90 60                                   davon:
                                                      Polen
                                                      Jugoslawien
                                              Rue de la Loi 200 - B-1049 Brüssel - Belgien
Telefon: Durchwahl 23        Zentrale 235.11.11 - Fernschreiber COMEU B 21877 - Telegrammadresse COMEUR Brüssel - Telckopierer 23.
 ---pagebreak---                                 -Ic-
                                 Vorschlag für eine
                      VERORDNUNG (EWG) Nr       /92 DES RATES
                                         vom
                  über eine Sonderregelung für Himbeeren für die
                             industrielle Verarbeitung
 DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
 insbesondere auf Artikel 43,
auf Vorschlag der Kommission( x ),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments(^),
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Lage auf dem Sektor der gemeinschaftlichen Erzeugung von Industriehimbeeren
hat sich verschlechtert. Dieser Zustand ist nicht nur auf die zunehmende
Drittlandkonkurrenz zurückzuführen, sondern zum großen Teil auch auf
strukturelle Mängel bei der Produktion und Vermarktung in Regionen, in denen die
Himbeererzeugung von Bedeutung ist.
Jeglicher Aktion zur Behebung dieser Mängel muß die Bildung von
Erzeugergemeinschaften vorausgehen, deren Funktionen genau festzulegen sind. Die
Anerkennung dieser Gemeinschaften ist von der Einhaltung bestimmter Vorschriften
abhängig zu machen, die insbesondere die Beständigkeit dieser
Erzeugergemeinschaften gewährleisten und ihre Rolle verstärken sollen.
Anerkannte Erzeugergemeinschaften können die Anpassung des Sektors erfolgreich
unterstützen, indem sie ein diversifiziertes Aktionsprogramm vorlegen. Die
Konzipierung solcher Programme ist kostenspielig. Es ist also angezeigt, diesen
Erzeugergemeinschaften eine einmalige Sonderbeihilfe zu gewähren.
(1)
(2)
 ---pagebreak---                           ~<?v
Um den Erfolg der geplanten Maßnahmen zu sichern, sollte eine Mindestschwelle
für die absatzfähige Erzeugung der einzelnen Erzeugergemeinschaften festgesetzt
werden.
Das sogenannte Programm "zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von
Industriehimbeeren" dient der Absatzförderung und der Produktionskostensenkung.
Um diese Ziele zu verwirklichen, gilt es, Einzelmaßnahmen für jede
Erzeugergemeinschaft sowie sonstige Maßnahmen festzulegen, die von einer oder
mehreren Erzeugergemeinschaften eines Anbaugebiets durchzuführen sind. Dabei ist
insbesondere die Zusammenarbeit mit zuständigen wissenschaftlichen oder
Fachinstituten und/oder -einrichtungen oder mit der Verarbeitungsindustrie
vorzusehen.
Im Einvernehmen mit der Kommission wird das Programm einer Erzeugergemeinschaft
von den nationalen Behörden für die Höchstdauer eines normalen Pflanzzyklus von
acht Jahren genehmigt und durch eine gemeinsame finanzielle Maßnahme der
betroffenen Mitgliedstaaten und der Kommission unterstützt. Für bestimmte
Maßnahmen ist die Höhe dieser finanziellen Unterstützung jedoch zu begrenzen.
Diese Verordnung zielt darauf ab, die Erzeugerinteressen in einem in
Schwierigkeiten befindlichen Sektor   zu schützen und den Marktanteil der
Erzeuger zu erhalten und sogar zu verbessern. Die Maßnahmen dieser Verordnung
sind folglich als Interventionsmaßnahmen zur Marktregulierung zu verstehen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                    Artikel 1
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen gelten für Gemeinschafts-
erzeuger von Himbeeren des KN-Code ex 0810 20 10, die zur industriellen
Verarbeitung bestimmt sind.
 ---pagebreak---                             -s?^
                                   Artikel 2
 1.  Erzeugergemeinschaften, deren Wirtschaftstätigkeit sich auf die Erzeugung
     und Vermarktung von Himbeeren gemäß Artikel 1 beschränkt und die die
     Vorschriften einhalten, die zur Gewährleistung der Beständigkeit und zur
     Stärkung der Rolle der Gemeinschaften noch festzulegen sind, werden zum
     Zwecke dieser Verordnung von den zuständigen einzelstaatlichen Behörden
     anerkannt, sofern die von ihren Mitgliedern in dem Wirtschaftsjahr vor der
     Beantragung der Anerkennung erzeugte Menge 1.000 t überschreitet.
    Ein Wirtschaftsjahr läuft vom 1. Juni bis 31. Mai.
    Der Antrag auf Anerkennnung ist den zuständigen Behörden nach dem
    Inkrafttreten dieser Verordnung innerhalb einer noch festzusetzenden Frist
    vorzulegen.
2.  Die Mitgliedstaaten gewähren anerkannten Erzeugergemeinschaften eine
    Pauschalbeihilfe, sofern diese Gemeinschaften in Anwendung dieser
    Verordnung ein Programm zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von
    Industriehimbeeren vorgelegt haben, das von den zuständigen nationalen
    Behörden genehmigt worden ist.
3.  Die Beihilfe gemäß Absatz 2 wird auf 50 ECU /t Industriehimbeeren
    festgesetzt, die im Prinzip im ersten auf ihre Anerkennung folgenden
    Wirtschaftsjahr von der Erzeugergemeinschaft vermarktet worden ist. Die
    gewährten Beihilfen werden von der Abteilung Garantie des EAGFL zu   50 %
    erstattet.
4.  Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die gemäß Absatz 1 anerkannten
    Erzeugergemeinschaften, die Zahl ihrer Mitglieder sowie die von den
    einzelnen Gemeinsschaften im ersten Wirtschaftsjahr nach ihrer Anerkennung
    vermarkteten Mengen mit.
 ---pagebreak---                                 <v
                                 Artikel 3
1. Anerkannte Erzeugergemeinschaften können ein Programm zur Verbesserung der
   Wettbewerbsfähigkeit von Industriehimbeeren vorlegen, das die Förderung
   des Absatzes von Industriehimbeeren und eine Produktionskostensenkung zum
   Ziel hat.
2. Das Programm muß binnen 12 Monaten nach dem Tag der Anerkennung der
   betreffenden Erzeugergemeinschaft vorliegen.
                                 Artikel 4
1. Zur Verwirklichung dieser Ziele enthält das Programm
   a)  Maßnahmen, die von den einzelnen Erzeugergemeinschaften vorzulegen und
       durchzuführen sind,
   und
   b)  Maßnahmen, die von Erzeugergemeinschaften, denen Erzeuger ein und
       desselben Anbaugebiets angehören, gemeinsam vorzulegen und
       durchzuführen sind.
2. Die unter Buchstabe b) genannten Maßnahmen können auch von einer einzelnen
   Erzeugergemeinschaft vorgelegt und durchgeführt werden, wenn die Erzeuger
   eines bestimmten Anbaugebiets in einer einzigen Erzeugergemeinschaft
   zusammengeschlossen sind.
                                 Artikel 5
1. Die Maßnahmen gemäß Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe a) umfassen im einzelnen
   a)  Maßnahmen zur Automatisierung der Ernte;
   b)  Maßnahmen für bestehende Plantagen zur Verbesserung der Anbaumethoden
       und/oder der Sortenverbesserung;
   c)  fachliche Beratung in Fragen der Durchführung der vorgenannten
       Maßnahmen.
 ---pagebreak---                             -?4~
2. Die Maßnahmen gemäß Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe b) umfassen im einzelnen
   a)  Maßnahmen zur wissenschaftlichen Ausfeilung und zur Verbreitung von
       Methoden zur Behebung der strukturellen Schwächen des
       Produktionssystems, und zwar durch Sortenverbesserung, Krankheits-
       bekämpfung, Eignung der Ernteerzeugnisse zur Verarbeitung und
       Anpassung der Erzeugniseigenschaften an die Bedürfnisse der
       Verarbeitungsindustrie.
       Diese Maßnahmen sind in Zusammenarbeit mit zuständigen Fachinstituten
       und -einrichtungen vorzulegen und durchzuführen.
   b)  Maßnahmen zur Entwicklung neuer Erzeugnisse und/oder Konzipierung
       neuer Verwendungszwecke für Verarbeitungserzeugnisse.
       Diese Maßnahmen sind in Zusammenarbeit mit einem oder mehreren
       Verarbeitungsunternehmen vorzulegen und durchzuführen.
   c)  Eine Wirtschaftsstudie über die Entwicklungsaussichten des Marktes
       für frische Himbeererzeugnisse, um die Möglichkeiten einer teilweisen
       Ausrichtung der Himbeererzeugung der betreffenden Region auf den
       Frischerzeugnismarkt zu prüfen.
3. Das Programm umfaßt mindestens zwei der in Absatz 1 genannten Maßnahmen,
   gegebenenfalls jedoch zwei der in Absatz 1 und zwei der in Absatz 2
   genannten Maßnahmen.
                                 Artikel 6
1. Das Programm hat eine Laufzeit von höchstens acht Jahren ab dem
   Wirtschaftsjahr 1992/1993.
2. Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission die von den Erzeuger-
   gemeinschaften vorgelegten Programme mit. Die Kommission kann binnen 6 0
   Tagen Änderungen der Programme vorschlagen oder die Ablehnung der
   Programme verlangen.
 ---pagebreak--- 3.    Die von der Kommission angenommenen bzw. geänderten Programme werden von
      der zuständigen Behörde des betreffenden Mitgliedstaats genehmigt. Für
      genehmigte Programme wird eine gemeinschaftliche Beihilfe in Höhe von 40 %
      der getätigten Ausgaben gewährt, sofern die Finanzierung der Programme zu
      35 % von den Erzeugergemeinschaften und zu 25 % vom Mitgliedstaat getragen
      wird.
      In bezug auf die Maßnahmen für Plantagen hinsichtlich einer Verbesserung
      der Anbaumethoden und/oder einer Sortenverbesserung werden der Beitrag des
      Mitgliedstaats und die Beihilfe der Gemeinschaft ab dem ab dem Jahr des
      Anlaufens dieser Maßnahme jedoch für drei Jahre   auf insgesamt 1.100 ECU
      je Hektar und Jahr begrenzt.
                                    Artikel 7
Die in dieser Verordnung vorgesehenen Beihilfen gelten als
Interventionsmaßnahmen zur Regulierung der Agrarmärkte im Sinne des Artikels 3
Absatz 4 der Verordnung (EWG) Nr. 729/70 des Rates vom 21. April 1970 über die
Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik, zuletzt geändert durch die Verordnung
(EWG) Nr. 2048/88. Sie werden über die Abteilung Garantie des EAGFL finanziert.
                                    Artikel 8
Nach dem Verfahren des Artikels 33 der Verordnung (EWG) Nr. 1035/72 erläßt die
Kommission die Durchfuhrungsvorschriften zu dieser Verordnung. Diese
Durchführungsvorschriften umfassen Maßnahmen zur Kontrolle der Verwendung der
gemeinschaftlichen Beihilfen sowie besondere Bestimmungen, die das   reibungslose
Funktionieren der Erzeugergemeinschaften gewährleisten.
 ---pagebreak---                                    ^f-
                                    Artikel 9
Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt
der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Sie gilt ab dem Wirtschaftsjahr 1992/93.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am                  Im Namen des Rates
                                         Der Präsident
 ---pagebreak---                                         -?*
                  FINANZBOGEN
                                                        Datum : 28.02.1992
 1. HAUSHALTSPOSTEN:    151                             MITTELANSATZ:    73 8 Mio ECU
2. BEZEICHNUNG DES VORHABENS:
    Vprschlag für eine Ratsverordnung zur Einführung einer Sonderregelung für
    Verarbeitungshimbeeren
3. RECHTSGRUNDLAGE:   Art. 43 des Vertrags
4. ZIELE DES VORHABENS:
    Beseitigung der auf dem Markt für in der Gemeinschaft erzeugte Verarbeitungs-
    himbeeren bestehenden Schwierigkeiten.
5. FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN:              12-MONATS-    LAUFENDES HAUS-    KOMMENDES HAUS-
                                           PERIODE      HALTSJAHR (92)     HALTSJAHR (93)
                                           Mio ECU          Mio ECU            Mio ECU
5.0.   AUSGABEN ZU LASTEN VON
       - DES EG-HAUSHALTS
       (ERSTATTUNGEN/INTERVENTIONEN)                                         1,1 Mio ECU
5.1.
                                           1994        1995         1996           1997
5.0.1. VORAUSSCHAU AUSGABEN           2,0 Mio ECU 2,0 Mio ECU    1,6 Mio ECU    1,5 Mio ECU
5.2.   BERECHNUNGSWEISE:
       Siehe Berechnung im Anhang
6.0.   FINANZIERUNG IM LAUFENDEN HAUSHALT IST MÖGLICH DURCH
       IM BETREFFENDEN KAPITEL VORHANDENE MITTEL                                   JA
6.1.   FINANZIERUNG IST MÖGLICH DURCH ÜBERTRAGUNG VON KAPITEL
       ZU KAPITEL IM LAUFENDEN HAUSHALTSJAHR                                       JA
6.2.   NOTWENDIGKEIT EINES NACHTRAGSHAUSHALTS                                         NEIN
6.3.   ERFORDERLICHE MITTEL SIND IN DIE ZUKUNFTIGEN HAUSHALTE EINZUSETZEN          JA
ANMERKUNGEN:
 ---pagebreak---                                          Zxf
                              A n h a n g zum F i n a n z b o g e n
                                  H I M B E E R E N
1. Einheitliche Beihilfe zur Unterstützung des Angebots der
   Erzeugergemeinschaften (Artikel 2 § 3)
   12.500 t X 50 ECU (A)/t X 50 % = 0,3 Mio ECU (A)
   1993    Z. E.
   1994    0,21 Mio ECU (A)
   1995    0,10 Mio ECU (A)
   1996    Z. E.
2. Beihilfen zur Förderung von Maßnahmen der Erzeugergemeinschaften im Rahmen
   der Maßnahmenprogramme (Artikel 5 § 1)
   *  Technischer Rat
      150.000 ECU (A)/Jahr x 40 % = 0,06 Mio ECU (A)/Jahr
   *   Erntemechanisierung
      Zu berücksichtigen ist voraussichtlich ein viertel der auf 2.500 ha
      geschätzten Gesamtanbaufläche. Mit einer Erntemaschine werden jeweils
      durchschnittlich 20 ha geerntet.
      Die Kosten einer Maschine belaufen sich auf geschätzt 90.000 ECU.(A),
      wovon 40 % auf den EAGFL entfallen.
      Kosten : 2.500 ha x 1 x 90.000 ECU(A) x 40 % = 1,12 Mio ECU (A)
                  4        20
      Diese Kosten lassen sich wie folgt aufteilen :
      1993  : 0,28 Mio ECU (A)
      1994  : 0,56 Mio ECU (A)
      1995  : 0,28 Mio ECU (A)
      1996  : z. E.
   *  Beihilfe zur Anpassung der Pflanzungen:
      Die Beihilfe beläuft sich auf jährlich 1.100 ECU (A)/ha. Der EAGFL
      beteiligt sich zu 40/65 an diesem, auf drei Jahre aufzuteilenden Betrag.
 ---pagebreak---                                              -*f
Von der Gesamtanbaufläche von rund 2.500 ha werden voraussichtlich 90 %
umgestellt :
     15 % 1993,
    20 % 1994, 1995 und 1996,
     15 % 1997.
Die Ausgaben verteilen sich folgendermaßen :
                                                                                   in Mio ECU  (A)
                                                                                                 !
                  AnbauflUche          1993 1994 1995  1996    1997    1998    1999       2000
        15 t von insgeeamt     375 ha  0,25 0,25 0,25                                       _
        2 0 1 von insgesamt    500 ha       0,34 0, 34 0, 14
        20 1 von   insgesamt   500 ha            0,34  0, 34   0,34       -
        2 0 % von  insgesamt   500 ha                  0, 34   0 ,34   0, 34     -
        15 t von insgesamt     375 ha                          0,25    0, 25   0,25
        Insgesamt      90 %   2.250 ha 0,25 0,59 0,93  1,02  1 0,93    0,59    0,25     J I.E.
                                                             1       1       1          I
3.  Beihilfen zur Förderung der Durchführung von Maßnahmen im Rahmen der in einem
    bestimmten Gebiet auf alle Erzeugnisse anwendbaren Programme (Art. 5 § 2 ) :
    Beratung
    500.000 ECU (A)/Jahr x 40 % = 0,20 Mio ECU (A)/Jahr
    Entwicklung neuer Erzeugnisse
    400.00 ECU (A)/Jahr x 40 % - 0,16 Mio ECU (A)/Jahr
    Marktuntersuchung
    100.000 ECU (A) x 40 % = 0,04 Mio ECU (A)
 ---pagebreak---                                ?r<-
                          AUSGABENZ USAMMENSTELLUNG
 (in Mio ECU)
Verstärkung der
Erzeugergemeinschaften
Technischer Rat
Mechanisierung
Anpassung der Pflanzungen
Beratung
Entwicklung neuer
Erzeugnisse
Marktuntersuchung
Insgesamt (in Mio ECU(A))
Doppelter Satz
Gesamtsumme (Mio ECU(B))
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                          KOM(92)129endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             03
                                 Katalognummer: CB-CO-92-142-DE-C
                                                                                   )
                                                           ISBN 92-77-42664-0
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
1^2985 Luxemburg