CELEX: C1998/278/04
Language: de
Date: 1998-09-05 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES (Fünfte Kammer) vom 18. Juni 1998 in der Rechtssache C-266/96 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale Genua): Corsica Ferries France SA gegen Gruppo Antichi Ormeggiatori del porto di Genova Coop. arl, Gruppo Ormeggiatori del Golfo di La Spezia Coop. arl, Ministero dei Trasporti e della Navigazione (Freier Dienstleistungsverkehr - Seeschiffahrt - Ausschließliche Rechte von Unternehmen - Fest- und Losmachen der Schiffe in den Häfen - Festsetzung der Tarife)

C 278/2               DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      5.9.98
aus der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom             L 175 vom 5.7.1985, S. 40) hat der Gerichtshof (Sechste
17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften           Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten H.
der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern Ð Gemeinsa-           Ragnemalm sowie der Richter G. F. Mancini, P. J. G. Kap-
mes Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige          teyn, J. L. Murray und K. M. Ioannou (Berichterstatter)
Bemessungsgrundlage (ABl. L 145 vom 13.6.1977, S. 1),            Ð Generalanwalt: J. Mischo; Kanzler: H. A. Rühl, Haupt-
insbesondere Artikel 17 Absatz 2, verstoûen hat, daû sie         verwaltungsrat Ð am 18. Juni 1998 ein Urteil mit folgen-
Gesetzesbestimmungen beibehalten hat, nach denen die             dem Tenor erlassen:
Möglichkeit des Vorsteuerabzugs für Transportmittel, die
das Arbeitsgerät für die Tätigkeit des Steuerpflichtigen
                                                                 Die Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom 27. Juni 1985
selbst darstellen, ausgeschlossen ist, hat der Gerichtshof
                                                                 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten
(Sechste Kammer) unter Mitwirkung des Präsidenten der
                                                                 öffentlichen und privaten Projekten ist dahin auszulegen,
Zweiten Kammer R. Schintgen in Wahrnehmung der Auf-
                                                                 daû sie es einem Mitgliedstaat nicht gestattet, für in ihrem
gaben des Präsidenten der Sechsten Kammer sowie der
                                                                 Anhang I aufgeführte Projekte von den Verpflichtungen
Richter G. F. Mancini, P. J. G. Kapteyn, J. L. Murray und
                                                                 betreffend die Umweltverträglichkeitsprüfung zu befreien,
G. Hirsch (Berichterstatter) Ð Generalanwalt: F. G.
                                                                 wenn
Jacobs; Kanzler: D. Louterman-Hubeau, Hauptverwal-
tungsrätin Ð am 18. Juni 1998 ein Urteil mit folgendem
Tenor erlassen:                                                  Ð für diese Projekte bereits vor dem 3. Juli 1988, dem
                                                                      Zeitpunkt des Ablaufs der Frist zur Umsetzung der
                                                                      Richtlinie, eine Genehmigung erteilt worden war,
1. Die Klage wird abgewiesen.
                                                                 Ð bei der Vorbereitung dieser Genehmigung kein den
2. Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften                     Anforderungen der Richtlinie entsprechender Umwelt-
     trägt die Kosten des Verfahrens.                                 verträglichkeitsbericht erstellt worden war und von der
                                                                      Genehmigung kein Gebrauch gemacht worden ist, und
3. Das Vereinigte Königreich Groûbritannien und Nord-
     irland trägt seine eigenen Kosten.                          Ð nach dem 3. Juli 1988 ein neues Genehmigungsverfah-
                                                                      ren förmlich eingeleitet worden ist.
(1) ABl. C 95 vom 30.3.1996.
                                                                 (1) ABl. C 133 vom 4.5.1996.
              URTEIL DES GERICHTSHOFES
                       (Sechste Kammer)                                        URTEIL DES GERICHTSHOFES
                      vom 18. Juni 1998                                                 (Fünfte Kammer)
in der Rechtssache C-81/96 (Vorabentscheidungsersuchen                                 vom 18. Juni 1998
des Nederlandse Raad van State): Burgemeester en Wet-            in der Rechtssache C-266/96 (Vorabentscheidungsersuchen
houders van Haarlemmerliede en Spaarnwoude u. a. gegen           des Tribunale Genua): Corsica Ferries France SA gegen
         Gedeputeerde Staten van Noord-Holland (1)               Gruppo Antichi Ormeggiatori del porto di Genova Coop.
(Richtlinie 85/337/EWG des Rates Ð Erneute Genehmi-              arl, Gruppo Ormeggiatori del Golfo di La Spezia Coop.
               gung eines Flächennutzungsplans)                        arl, Ministero dei Trasporti e della Navigazione (1)
                         (98/C 278/03)                           (Freier Dienstleistungsverkehr Ð Seeschiffahrt Ð Aus-
                                                                 schlieûliche Rechte von Unternehmen Ð Fest- und Losma-
                                                                   chen der Schiffe in den Häfen Ð Festsetzung der Tarife)
             (Verfahrenssprache: Niederländisch)
                                                                                          (98/C 278/04)
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung                          (Verfahrenssprache: Italienisch)
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                         Gerichtshofes)
                                                                     (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
                                                                      erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
In der Rechtssache C-81/96 betreffend ein dem Gerichts-
                                                                                          Gerichtshofes)
hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Nederlandse Raad
van State in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Bur-
gemeester en Wethouders van Haarlemmerliede en Spaarn-           In der Rechtssache C-266/96, betreffend ein dem Gerichts-
woude u. a. gegen Gedeputeerde Staten van Noord-Hol-             hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Tribunale Genua
land vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die          (Italien) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Cor-
Auslegung der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom                sica Ferries France SA gegen Gruppo Antichi Ormeggiatori
27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei         del porto di Genova Coop. arl, Gruppo Ormeggiatori del
bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (ABl.             Golfo di La Spezia Coop. arl, Ministero dei Trasporti e
 ---pagebreak--- 5.9.98                DE                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     C 278/3
della Navigazione vorgelegtes Ersuchen um Vorabentschei-                         URTEIL DES GERICHTSHOFES
dung über die Auslegung der Artikel 3, 5, 30, 59, 85, 86
                                                                                          (Sechste Kammer)
und 90 Absatz 1 EG-Vertrag sowie der Verordnung
(EWG) Nr. 4055/86 des Rates vom 22. Dezember 1986                                        vom 18. Juni 1998
zur Anwendung des Grundsatzes des freien Dienstlei-
stungsverkehrs auf die Seeschiffahrt zwischen Mitglied-               in der Rechtssache C-183/97: Kommission der Euro-
staaten sowie zwischen Mitgliedstaaten und Drittländern           päischen Gemeinschaften gegen Portugiesische Republik (1)
(ABl. L 378 vom 31.12.1986, S. 1), hat der Gerichtshof
                                                                      (Vertragsverletzung Ð Nichtumsetzung der Richtlinie
(Fünfte Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsiden-
                                                                                             80/68/EWG)
ten C. Gulmann sowie der Richter M. Wathelet (Berichter-
statter), J. C. Moitinho de Almeida, J.-P. Puissochet und L.                                (98/C 278/05)
Sevón Ð Generalanwalt: N. Fennelly, Kanzler: D. Louter-
man-Hubeau, Hauptverwaltungsrätin Ð am 18. Juni 1998
ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                                         (Verfahrenssprache: Portugiesisch)
1. Artikel 30 EG-Vertrag steht einer Regelung eines Mit-
     gliedstaats wie der im Ausgangsverfahren fraglichen
     nicht entgegen, nach der die in einem anderen Mit-                (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
     gliedstaat niedergelassenen Seeschiffahrtsunternehmen,             erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
     deren Schiffe die Häfen des erstgenannten Mitglied-                                    Gerichtshofes)
     staats anlaufen, gegen Zahlung eines Entgelts, das
     über die tatsächlichen Kosten der erbrachten Leistung
     hinausgeht, die Dienstleistungen der örtlichen Festma-       In der Rechtssache C-183/97, Kommission der Europäi-
     chergruppen, die Inhaber ausschlieûlicher Konzessio-         schen Gemeinschaften (Bevollmächtigter: Francisco de
     nen sind, in Anspruch nehmen müssen.                         Sousa Fialho) gegen Portugiesische Republik (Bevollmäch-
                                                                  tigte: Luís Fernandes und JoaÄo Lopes Fernandes), wegen
                                                                  Feststellung, daû die Portugiesische Republik dadurch, daû
2. Die Artikel 5, 85, 86 und 90 Absatz 1 EG-Vertrag ste-
                                                                  sie nicht alle zur vollständigen und korrekten Durchfüh-
     hen einer Regelung eines Mitgliedstaats wie der im
                                                                  rung der Richtlinie 80/68/EWG des Rates vom 17. Dezem-
     Ausgangsverfahren fraglichen nicht entgegen,
                                                                  ber 1979 über den Schutz des Grundwassers gegen Ver-
                                                                  schmutzung durch bestimmte gefährliche Stoffe (ABl. L 20
     Ð die für in diesem Mitgliedstaat niedergelassene            vom 26.1.1980, S. 43), insbesondere der Artikel 8, 9, 10,
         Unternehmen ein ausschlieûliches Recht zur               11 und 15, erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvor-
         Erbringung der Dienstleistung des Fest- und Los-         schriften erlassen hat, und hilfsweise dadurch, daû sie die
         machens begründet,                                       Kommission nicht unverzüglich von diesen Vorschriften in
                                                                  Kenntnis gesetzt hat, gegen ihre Verpflichtungen aus
     Ð die zur Inanspruchnahme dieser Leistung gegen ein          Artikel 21 Absatz 1 dieser Richtlinie verstoûen hat, hat
         Entgelt verpflichtet, das über die tatsächlichen         der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter Mitwirkung des
         Kosten der Leistungen hinaus die Kosten umfaût,          Kammerpräsidenten H. Ragnemalm sowie der Richter R.
         die die Bereitstellung eines allgemeinen Festma-         Schintgen, G. F. Mancini, G. Hirsch und K. M. Ioannou
         cherdienstes mit sich bringt, und                        (Berichterstatter) Ð Generalanwalt: A. La Pergola, Kanz-
                                                                  ler: R. Grass Ð am 18. Juni 1998 ein Urteil mit folgendem
     Ð die für die einzelnen Häfen unterschiedliche Tarife        Tenor erlassen:
         vorsieht, um den Besonderheiten dieser Häfen
         Rechnung zu tragen.
                                                                  1. Die Portugiesische Republik hat dadurch, daû sie nicht
3. Die Verordnung (EWG) Nr. 4055/86 und Artikel 59                      innerhalb der vorgesehenen Frist alle zur vollständigen
     EG-Vertrag stehen der Regelung eines Mitgliedstaats                und korrekten Durchführung der Richtlinie 80/68/
     wie der im Ausgangsverfahren fraglichen, nach der die              EWG des Rates vom 17. Dezember 1979 über den
     in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassenen See-               Schutz des Grundwassers gegen Verschmutzung durch
     schiffahrtsunternehmen gegen Entgelt die Dienstlei-                bestimmte gefährliche Stoffe, insbesondere der
     stungen der örtlichen Festmachergruppen, die Inhaber               Artikel 8, 9, 10, 11 und 15, erforderlichen Rechts- und
     einer ausschlieûlichen Konzession sind, in Anspruch                Verwaltungsvorschriften erlassen hat, gegen ihre Ver-
     nehmen müssen, wenn ihre Schiffe die Häfen des erst-               pflichtungen aus Artikel 21 Absatz 1 dieser Richtlinie
     genannten Mitgliedstaats anlaufen, nicht entgegen.                 verstoûen.
     Eine solche Regelung wäre nämlich, selbst wenn sie
     eine Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs
     im Bereich der Seeschiffahrt darstellen würde, durch         2. Die Portugiesische Republik trägt die Kosten des Ver-
     Erwägungen der öffentlichen Sicherheit im Sinne des                fahrens.
     Artikels 56 EG-Vertrag gerechtfertigt.
                                                                  (1) ABl. C 199 vom 28.6.1997.
(1) ABl. C 336 vom 9.11.1996.