CELEX: 51988PC0426
Language: de
Date: 1988-07-20
Title: ENTWURF FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER DIE DURCHFUEHRUNG AUF GEMEINSCHAFTSEBENE DER HAUPTPHASE DES STRATEGISCHEN PROGRAMMS FUER INNOVATION UND TECHNOLOGIETRANSFER - SPRINT - ( 1989 - 1993 )

15. 10. 88                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 268/3
                                                                II
                                                    (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                 KOMMISSION
              Entwurf für eine Entscheidung des Rates über die Durchführung auf Gemeinschaftsebene der
              Hauptphase des strategischen Programms für Innovation und Technologietransfer — SPRINT
                                                           (1989—1993)
                                                       KOM(88)    426 endg.
                                       (Von der Kommission vorgelegt am 26. Juli 1988)
                                                          (88/C 268/04)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                           notwendig und aufgrund der davon erwarteten Vorteile
                                                                    berechtigt ist.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel             Es ist für die Zukunft der Gemeinschaft von wesentlicher
235,                                                                Bedeutung, durch geeignete Maßnahmen die Innova-
                                                                    tionsfähigkeit der Unternehmen anzuregen und die
auf Vorschlag der Kommission,                                       schnelle Anwendung der neuen Technologien, sobald sie
                                                                    verfügbar sind, zu fördern.
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
                                                                    Zahlreiche neuentwickelte Technologien werden in be-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                  stimmten traditionellen Wirtschaftssektoren oder in Re-
schusses,                                                           gionen im Entwicklungsrückstand bzw. im industriellen
                                                                    Niedergang noch nicht in dem Umfang eingesetzt, in
in Erwägung nachstehender Gründe:                                   dem dies möglich wäre. Durch ihre rasche Integration
                                                                    könnten diese Sektoren und Regionen jedoch ihre Nach-
Nach Artikel 2 des Vertrages zur Gründung der Euro-                 teile wettmachen und damit gleichzeitig die Wettbe-
päischen Wirtschaftsgemeinschaft ist es unter anderem               werbsfähigkeit und den wirtschaftlichen und sozialen
Aufgabe der Gemeinschaft, eine harmonische Entwick-                 Zusammenhalt der Gemeinschaft stärken.
lung des Wirtschaftslebens sowie eine beständige und
ausgewogene Wirtschaftsausweitung innerhalb der Ge-
meinschaft zu fördern. Außerdem müssen zur Förderung                Die Mitgliedstaaten haben Fachdienste in den Bereichen
einer harmonischen Entwicklung der Gemeinschaft als                 Innovationsunterstützung, Technologietransfer, Innova-
Ganzes gemäß Artikel 130A des Vertrages die Maßnah-                 tionsmanagementberatung, Finanzierung und industrielle
men zur Stärkung ihres wirtschaftlichen und sozialen                Zusammenarbeit geschaffen; diese Infrastrukturen haben
Zusammenhalts fortgesetzt werden.                                   eine erhebliche Multiplikatorwirkung auf die Förderung
                                                                    von Innovation und technologischer Entwicklung der
Nach den Bestimmungen des Artikels 130F des Vertrages               Unternehmen, insbesondere der Kleinbetriebe; die Schaf-
hat sich die Gemeinschaft die Stärkung der wissenschaft-            fung von transnationalen Verbindungs-, Kooperations-,
                                                                    Ausbildungs- und Transfermechanismen optimiert diese
lichen und technologischen Grundlagen der europäi-
                                                                    nationalen Bemühungen.
schen Industrie und die Förderung der internationalen
Wettbewerbsentwicklung zum Ziel gesetzt. Die Verfol-
gung dieses Zieles schließt insbesondere eine entschlos-            Die Gemeinschaft hat auch selbst, in Ergänzung zu den
sene Anstrengung ein, Innovation und Technologietrans-              Aktionen der Mitgliedstaaten, Initiativen zur Unterstüt-
fer zu fördern.                                                     zung der Innovation und des Technologietransfers als
                                                                    wichtige Bestandteile im Rahmen der Durchführung an-
Bei der Durchführung des gemeinschaftlichen strategi-               derer Maßnahmen der Gemeinschaft gefördert.
schen Programms für Innovation und Technologietrans-
fer — SPRINT 1983-1988 (>) hat sich gezeigt, daß eine               Darüberhinaus ist es erforderlich, diese Initiativen, zur
ehrgeizige Gemeinschaftspolitik im Bereich von Innova-              Verstärkung ihrer Effizienz und Kohärenz, aufzugreifen
tion und Technologietransfer, insbesondere im Hinblick              und weiterzuentwickeln.
auf die Vollendung des Binnenmarkts bis Ende 1992,
                                                                    Aufgrund der Bedeutung von Technologietransfer und
                                                                    Innovation für die KMU ist es notwendig, die Maßnah-
(') ABl. Nr. L 353 vom 15. 12. 1983, S. 12, und ABl. Nr. L 153
    vom 13.6. 1987, S. 45.                                          men in diesem Bereich mit der von der Kommission im
 ---pagebreak--- Nr. C 268/4                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                15. 10. 88
Rahmen ihres Aktionsprogramms zugunsten der KMU                                         Artikel 3
zu koordinieren (').
                                                               Zur Erreichung der in Artikel 2 festgelegten Ziele wer-
                                                               den folgende Maßnahmen, unter aufmerksamer Berück-
Es ist unbedingt erforderlich, über Instrumente zu verfü-      sichtigung der bereits laufenden Initiativen, entsprechend
gen, die eine bessere Kenntnis des Innovationsprozesses        den in Artikel 5 definierten Modalitäten eingeleitet:
und des Technologietransfers ermöglichen, um Hemm-
nisse besser ermitteln und die Auswirkungen der Instru-        — Verstärkung der europäischen Dienstleistungsinfra-
mente und Politiken beurteilen zu können.                          struktur für den Innovationsbereich durch Schaffung
                                                                   oder Konsolidierung transnationaler Netzwerke, wo-
Die gegenseitige Information, der Austausch von Erfah-             bei insbesondere auf in den Regionen bereits vorhan-
rungen und die Konzertierung zwischen den Mitglied-                denen Organisationsstrukturen aufgebaut werden
staaten und der Kommission im Bereich der Innovations-             soll;
politiken sind wesentliche Elemente der Verstärkung der
                                                               — Unterstützung von Pilotprojekten im Bereich des in-
Effizienz dieser Instrumente und Politiken und des Zu-
                                                                   nergemeinschaftlichen Innovationstransfers, die von
sammenhalts der Gemeinschaft.
                                                                   gemeinschaftsweitem Interesse sind;
Zur Stimulierung der Innovation ist es notwendig, den          — Verbesserung des Innovationsumfelds durch bessere
Zugang zu Technologien, Kapital und Märkten zu ver-                Kenntnisse der entsprechenden Abläufe und eine ver-
bessern.                                                           stärkte Konzertierung zwischen den Mitgliedstaaten
                                                                   und der Kommission.
Eine  Gemeinschaftsaktion in den angesprochenen Berei-
chen   erscheint erforderlich, wobei der Vertrag jedoch        Diese Aktionen werden in Anhang I ausführlich be-
nicht  die hierfür notwendigen Handlungsbefugnisse vor-        schrieben.
sieht —
                                                                                        Artikel 4
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:                            Der zur Finanzierung des Beitrags der Gemeinschaft zu
                                                               den in Artikel 3 aufgeführten Aktivitäten für erforderlich
                                                               gehaltene Betrag wird für die Gesamtdauer des Pro-
                         Artikel 1                             gramms auf 130 Millionen ECU veranschlagt.
Die Hauptphase des strategischen Programms zur För-
derung von Innovation und Technologietransfer, nach-           Ein bedeutender Teil dieses Betrags wird vorzugsweise
folgend „Programm SPRINT" (Strategie Programme                 zugunsten von Regionen im Entwicklungsrückstand bzw.
for Innovation and Technology Transfer) genannt, wird          im industriellen Niedergang verwendet werden.
für einen Zeitraum von fünf Jahren ab 1. Januar 1989
festgelegt.                                                    Die vorläufige Aufteilung dieser Mittel auf die einzelnen
                                                               in Artikel 3 aufgeführten Aktionen ist Anhang II zu ent-
                                                               nehmen.
                          Artikel 2
Das Programm verfolgt nachstehende Ziele:                                               Artikel 5
                                                               (1)    Die Kommission ist für die Ausführung des Pro-
1. Stärkung der Innovationskapazität der europäischen
                                                               gramms SPRINT verantwortlich.
    Produzenten von Gütern und Dienstleistungen im
    Hinblick auf den großen Binnenmarkt von 1992;
                                                               (2)    Die Kommission wird von einem aus Vertretern
                                                               der Mitgliedstaaten gebildeten Ausschuß unter dem Vor-
2. Förderung des schnellen Vordringens der neuen
                                                               sitz des Vertreters der Kommission unterstützt. Der Aus-
   Technologien und der Verbreitung der Innovationen
                                                               schuß trägt die Bezeichnung „Ausschuß für Innovation".
    im gesamten Wirtschaftsgefüge der Gemeinschaft, ins-
    besondere in den Regionen und "Wirtschaftssektoren,
                                                               Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Aus-
    in denen ihre Integration noch nicht vollständig ist,      schuß einen Entwurf der zu ergreifenden Maßnahmen.
    und somit Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen       Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Ent-
    Zusammenhalts der Gemeinschaft im Bereich der In-          wurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende ent-
    novation und des Technologietransfers;                     sprechend der Dringlichkeit der jeweiligen Angelegenheit
                                                               festlegt. Die Stellungnahme wird mit der in Artikel 148
3. Steigerung der Effizienz und Kohärenz der bestehen-         Absatz 2 des Vertrages vorgesehenen Mehrheit für die
    den regionalen, nationalen und gemeinschaftlichen          Annahme der Beschlüsse, die der Rat auf Vorschlag der
    Instrumente und Politiken im Bereich der Innovation        Kommission trifft, abgegeben. Anläßlich der Abstim-
    und des Technologietransfers.                              mung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter
                                                               der Mitgliedstaaten entsprechend den Bestimmungen des
                                                               obenerwähnten Artikels des Vertrages gewichtet. Der
 O KOM(86) 445 endg.                                           Vorsitzende beteiligt sich nicht an der Abstimmung.
 ---pagebreak---  15. 10. 88                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 268/5
Die Kommission legt Maßnahmen fest, die unmittelbar            (4) Die Vertragspartner der Kommission müssen im
anwendbar sind. Stehen diese Maßnahmen nicht im Ein-           allgemeinen einen wesentlichen Teil der Finanzierung,
klang mit der abgegebenen Stellungnahme des Ausschus-          nämlich mindestens 50 % der Gesamtkosten, tragen.
ses, so werden diese dem Rat umgehend von der Kom-
mission mitgeteilt. In diesem Fall kann die Kommission         Jedoch darf in Ausnahmefällen — nach Anhörung des
die Anwendung der von ihr beschlossenen Maßnahmen              „Ausschusses für Innovation" — ein Beitrag der Ge-
um einen Zeitraum von maximal einem Monat ab dem               meinschaft, der den oben genannten prozentmäßigen
Zeitpunkt dieser Mitteilung aufschieben.                       Anteil übersteigt, nicht von vorneherein ausgeschlossen
                                                               werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die bei der
Der Rat kann mit qualifizierter Mehrheit in der im vor-
                                                               Teilnahme an grenzüberschreitenden Aktivitäten auftau-
angehenden Abschnitt festgelegten Frist eine abwei-
                                                               chenden spezifischen Probleme von Regionen im Ent-
chende Entscheidung treffen.
                                                               wicklungsrückstand bzw. im industriellen Niedergang
                                                               berücksichtigt werden müssen.
(3) Bei der Durchführung des in Artikel 3 vorgesehe-
nen Aktionsplans hört die Kommission den Ausschuß
insbesondere in folgenden Bereichen an:                                                 Artikel 7
— Prioritäten des Aktionsplans,                                Entsprechend einem von der Kommission festzulegenden
                                                               Verfahren und nach Anhörung des „Ausschusses für In-
— Bewertung der Projekte,                                      novation" tauschen die Mitgliedstaaten und die Kommis-
                                                               sion regelmäßig alle einschlägigen Informationen über
— Beurteilung des Programms im Hinblick auf die Aus-           die Realisierung der Ziele des Programms aus, die Ge-
    arbeitung des in Artikel 8 vorgesehenen Berichtes.         genstand des vorliegenden Beschlusses sind.
(4) Die Kommission stellt eine enge Koordination
zwischen SPRINT und benachbarten bzw. ergänzenden                                       Artikel 8
Gemeinschaftsinitiativen, die bereits existieren oder sich
                                                               Im Laufe des dritten Jahres der Durchführung des Pro-
in der Vorbereitungsphase befinden, sicher.
                                                               gramms arbeitet die Kommission einen Evaluierungsbe-
                                                               richt über die erzielten Ergebnisse aus und leitet diesen
                         Artikel 6                             Bericht nach Anhörung des „Ausschusses für Innova-
                                                               tion" an den Rat, an das Europäische Parlament und an
(1) Die finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft             den Wirtschafts- und Sozialausschuß weiter. Diesem Be-
wird den Besonderheiten der betreffenden Aktion ange-          richt können gegebenenfalls die sich angesichts dieser
paßt werden.                                                   Ergebnisse als notwendig erweisenden Vorschläge für
                                                               eine Änderung des Programms beigefügt werden.
Dies kann in Form einer direkten oder indirekten Sub-
vention, einer Eigenkapitalvorauszahlung, einer Beitrags-
zahlung für ein Garantieverfahren sowie in jeder ande-         Nach Ablauf des Programms übermittelt die Kommission
ren angemessenen Form geschehen.                               nach Anhörung des Ausschusses dem Rat, dem Europäi-
                                                               schen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialaus-
Der prozentuale Beitrag der Gemeinschaft zu den Ge-            schuß einen Bericht über die Durchführung und die Er-
samtkosten wird um so geringer ausfallen, je marktbezo-        gebnisse des Programms.
gener das betreffende Projekt ist.
(2) Für die Durchführung des SPRINT-Programms                                           Artikel 9
wird die Kommission im allgemeinen das Verfahren des
Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen vornehmen.             Die Kommission verbreitet die Ergebnisse der in Ausfüh-
                                                               rung der vorliegenden Entscheidung durchgeführten
                                                               Maßnahmen mit Hilfe geeigneter Mittel in der ganzen
(3) Für diese Programmdurchführung wird die Kom-               Gemeinschaft.
mission auch auf im Rahmen anderer Gemeinschaftsak-
tionen eingesetzte Instrumente und beteiligte Organisa-
tionen zurückgreifen — vor allem im Bereich der Regio-                                 Artikel 10
nalpolitik — um die Programmeffizienz und die Gesamt-
kohärenz zu verstärken.                                        Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
 ---pagebreak--- Nr. C 268/6                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                              15. 10. 88
                                                                 ANHANG        I
            STRATEGISCHES PROGRAMM FÜR INNOVATION U N D                                        TECHNOLOGIETRANSFER —
                                                             SPRINT — 1989—1993
                                    ZIELSETZUNG U N D FESTLEGUNG DER AKTIONSLINIEN
            Zielsetzung
            Das Programm verfolgt nachstehende Ziele:
            1. Stärkung der Innovationskapazität der europäischen Produzenten von Waren und Dienstleistungen im
               Hinblick auf den großen Binnenmarkt von 1992;
            2. Förderung des schnellen Vordringens der neuen Technologien und der Verbreitung der Innovationen
               im gesamten Wirtschaftsgefüge der Gemeinschaft, insbesondere in den Regionen und Wirtschaftssekto-
               ren, in denen ihre Integration noch nicht vollständig ist. Hierdurch soll, in enger Zusammenarbeit mit
               weiteren, von der Gemeinschaft geförderten, politischen Maßnahmen, Instrumenten und Organisatio-
               nen, eine Stärkung ihres wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts im Bereich Innovation und des
               Technologietransfers erzielt werden.
            3. Steigerung der Effizienz und Kohärenz der bestehenden regionalen, nationalen und gemeinschaftlichen
               Instrumente und Politiken im Bereich der Innovation und des Technologietransfers.
            Die vorgeschlagenen Aktionen, die in dreierlei prioritäre Maßnahmen gegliedert sind, dürften es ermögli-
            chen, die Gemeinschaftsdimension voll zu nutzen und die einzelstaatlichen Bemühungen im Bereich Inno-
            vation und Technologietransfer zu optimieren, so daß die technologische Entwicklung der europäischen
            Unternehmen beschleunigt wird.
            Aktionslinien
            A. V E R S T Ä R K U N G D E R E U R O P Ä I S C H E N D I E N S T L E I S T U N G S - I N F R A S T R U K T U R FÜR D E N
                I N N O V A T I O N S B E R E I C H D U R C H AUFBAU I N N E R G E M E I N S C H A F T L I C H E R N E T Z E
                Die zu ergreifenden Maßnahmen sind wie folgt:
                1. Verstärkung der innergemeinschaftlichen Netze für den Innovationsbereich:
                    a) Konsolidierung und Weiterentwicklung vorhandener Netze, in denen sich vor allem folgende
                       Gruppen zusammengeschlossen haben:
                       — Technologie- und Managementberater;
                       — sektorale Zentren für gemeinsame Forschung;
                       — Innovationsfinanzierungseinrichtungen;
                    b) Errichtung neuer Netze, insbesondere von:
                       — Vertragsforschungsgesellschaften;
                       — Ingenieurbüros;
                       — Fachleuten für Qualitätssicherung, Wertanalyse, usw;
                    c) Verstärkung der innergemeinschaftlichen Zusammenarbeit zwischen:
                       — Schnittstellen Forschung — Industrie bzw. Hochschule — Industrie;
                       — Technologieparks und Gründerzentren;
                    d) Schaffung von Mechanismen für die Verknüpfung der verschiedenen Netze, die geeignet sind,
                       Innovation und Technologietransfer zu fördern.
                2. Begleitmaßnahmen für die Netze:
                    a) Sensibilisierung*- und Informationsmaßnahmen, Förderungsaktionen und Know-how-Transfer                   im Be-
                        reich Innovationsmanagement sowie Begleitmaßnahmen:
                       — transnationaler Erfahrungsaustausch, insbesondere durch Unterstützung von Studien und
                            Fachseminaren sowie Aufbau von Expertennetzen in den einschlägigen Management-Berei-
                            chen (Qualitätssicherung, Wertanalyse, Marketing usw.);
                       — Verbreitung dieser Management-Methoden durch geeignete Fördermaßnahmen (Konferen-
                            zen, Ausstellungen, Veröffentlichungen, europäische Preise, „Success-Stories" usw.);
                       — Schaffung von spezifischen Ausbildungsgängen mit transnationaler Ausrichtung bzw. Zweck-
                            bestimmung in den Bereichen Innovationsmanagement und Bewältigung des technologischen
                            Wandels; diese Kurse richten sich an verschiedene Zielgruppen, also Unternehmensleiter oder
                            Arbeitnehmer sowie insbesondere an Vermittler;
 ---pagebreak--- 15. 10. 88                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr. C 268/7
                  b) Spezifische Instrumente zur Steigerung der Effizienz der Netze, insbesondere:
                      — Kontaktherstellung zwischen den künftigen Partnern eines Netzes (z. B. durch Arbeitsbesuche
                          und Austausch von Fachkräften, Einführungsseminare usw.);
                      — Information über Technologieangebote und -gesuche, insbesondere durch Maßnahmen,
                          — die die überregionale Wirkung von Technologiemessen und -ausstellungen fördern (Zu-
                              sammenarbeit zwischen Veranstaltern aus verschiedenen Gebieten; Besuche von Unterneh-
                              mern in anderen Regionen usw.);
                          — durch die Kommunikationsinstrumente für die Information über Technologieangebote und
                              -gesuche geschaffen werden (Kataloge, Ausstellungen, Börsen, Datenbanken, Konferen-
                              zen und Seminare usw.);
                      — Definition optimaler Verfahren (best practice) für den Technologietransfer;
                      — spezifische Maßnahmen, die den Regionen der Gemeinschaft, in denen die Dienstleistungs-In-
                          frastruktur im Innovationsbereich weniger entwickelt ist, eine stärkere Beteiligung an den ein-
                          zelnen innergemeinschaftlichen Netzen ermöglichen;
                  c) Einfiihrung von Innovationen, die sich aus diesen Netzen ergeben, durch Verbesserung des Dia-
                      logs zwischen Geldgebern, Technologen und Trägern von Innovationsprojekten, die jeweils von
                      den Netzen identifiziert werden (z. B. Datenbanken über die Projekte, „investment fora" und
                      „brokerage meetings" auf Gemeinschaftsebene).
           B. UNTERSTÜTZUNG V O N PILOTPROJEKTEN FÜR INNOVATIONSTRANSFER INNERHALB
              DER GEMEINSCHAFT, INSBESONDERE D U R C H :
              — Unterstützung von Pilotprojekten mit transnationaler Ausrichtung, die vor allem die industrielle Zu-
                   sammenarbeit fördern und bei denen der Schwerpunkt auf der Anwendung neuer Technologien auf
                   solche Tätigkeitsbereiche liegt, die in strukturschwachen Gebieten bzw. Gebieten mit sanierungsbe-
                   dürftigen Industrien innerhalb der Gemeinschaft zu finden sind;
              — begleitende, vorzugsweise transnational ausgerichtete Maßnahmen zur Sensibilisierung und Ausbil-
                   dung des Personals der beteiligten Unternehmen;
              — technische Unterstützung für Unternehmen, bei denen Möglichkeiten zur Integration dieser Tech-
                   nologien bestehen, und zwar insbesondere durch Einschaltung von besonderen Netzen für Techno-
                   logietransfer bzw. Netzen von High-Tech-Zentren;
              — Unterstützung bei der Realisierung von Projekten, insbesondere durch Bereitstellung verfügbarer
                   öffentlicher und privater Finanzierungsmittel.
              Hier gibt es zwei Ansatzmöglichkeiten:
              — ausgehend von der Ermittlung verfügbarer Technologien, die sich aufgrund ihres Preis-Leistungs-
                  Verhältnisses für eine breite Anwendung auf Unternehmen in den Randgebieten der Gemeinschaft
                   bzw. mit traditioneller Industriestruktur eignen, wird die Benutzung dieser Technologien in den
                   betroffenen Sektoren gefördert;
              — ausgehend von der Ermittlung eines gemeinsamen Bedarfs einer Gruppe von Unternehmen eines
                   bestimmten Sektors oder einer bestimmten Region werden Identifizierung und etwaige Anpassung
                   der für die Lösung des Problems in Frage kommenden Technologien gefördert.
              Die geplanten Projekte müssen umfassend genug sein, um auf die Entwicklung der Sektoren und die
              Benutzung der Technologien eine Katalysatorwirkung ausüben zu können. Auch müssen sie ganz oder
              teilweise folgenden Kriterien entsprechen:
              Sie müssen:
              — von exemplarischem Charakter sein, indem sie bei der Einführung der technologischen Veränderung
                   einen globalen „systematischen" Ansatz berücksichtigen, sowohl was die eigentlichen technischen
                  Aspekte anbelangt als auch die einzelnen Komponenten der Unternehmensorganisation, der Ausbil-
                  dung und Motivierung des betroffenen Personals, des Einsatzes von Managementmethoden wie
                  Wertanalyse oder industrielle Kreativität, sowie der Beurteilung des Marktpotentials;
              — durch transnationale (zwischen mehreren Mitgliedstaaten der Gemeinschaft) und, falls möglich,
                   funktionsübergreifende (zwischen Partnern aus verschiedenen Fachbereichen) Kooperationen eine
                   optimale Verknüpfung von Fachkenntnissen gewährleisten;
              — durch die Auswahl der Tätigkeitssektoren bzw. Technologien bedeutende wirtschaftliche Auswir-
                   kungen gewährleisten;
              — aktiv zum Abbau der regionalen Unterschiede beitragen, was das Angebot an Technologien und den
                   Zugang dazu anbelangt;
 ---pagebreak--- Nr. C 268/8                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    15. 10. 88
               — sich möglichst auf bestehende Infrastrukturen stützen und ihren Nutzungsgrad erhöhen;
               — einen Überwachungs- und Bewertungsmechanismus vorsehen, ausgehend von der Festlegung quanti-
                   fizierbarer, leicht überprüfbarer Ziele;
               — einen Mechanismus für die automatische Wiederanwendung der Erkenntnisse vorsehen, nach Mög-
                   lichkeit durch die beteiligten Unternehmen selbst, um eine größtmögliche Multiplikatorwirkung zu
                   erzielen.
            C. VERBESSERUNG DES INNOVATIONSUMFELDS D U R C H BESSERE KENNTNIS DER ENT-
               SPRECHENDEN ABLAUFE U N D GESTEIGERTE KONZERTIERUNG ZWISCHEN DEN MIT-
               GLIEDSTAATEN U N D DER KOMMISSION
               1. Aufmerksame Beobachtung und Bewertung des Innovationsgeschehens in Europa                („European
                  Innovation Monitoring System") und Beurteilung der Fördermaßnahmen;
               2. Verstärkung der Konzertierung und des Erfahrungsaustauschs zwischen den Mitgliedstaaten und der
                  Kommission in den einzelnen Bereichen der Innovations- und Technologietransferpolitik, um insbe-
                  sondere die Schaffung eines gesetzlichen und rechtlichen, wirtschaftlichen und fiskalischen Umfelds
                  zu fördern, das Innovation und Technologietransfer begünstigt;
                                                            ANHANG     II
                                         VORLÄUFIGE INTERNE MITTELVERTEILUNG
            A. EUROPÄISCHE DIENSLEISTUNGS-INFRASTRUKTUR                        FÜR D E N      INNOVA-
                TIONSBEREICH
                                                                                                     (in Millionen ECU)
                1. Verstärkung der Netze:                                                                            50
                   davon
                   a) Netze von Beratungsstellen,                                                              15
                   b) Netze sektoraler Zentren für gemeinsame Forschung,                                       15
                   c) neue Netze (Vertragsforschungsgesellschaften/Schnittstellen       Forschung bzw.
                       Hochschule Industrie/Ingenieurbüros/Technologieparks/Finanzierungseinrichtun-
                       gen...),                                                                                15
                   d) Verknüpfung von Netzen, die geeignet sind, Innovation und Technologietransfer
                       zu fördern;                                                                              5
                2. Begleitmaßnahmen:                                                                                 20
                   davon
                   a) transnationale Ausbildungskurse im Innovationsmanagement, Expertennetze
                       (Konzeption, Qualitätssicherung, Wertanalyse, Vermarktung neuer Produkte . . . ) ,
                       sowie dazugehörige Fördermaßnahmen (Konferenzen, europäische Preise, Veröf-
                       fentlichungen, Ausstellungen),                                                          12
                   b) Instrumente zur Unterstützung der Netze (Technologiemessen, Mechanismen für
                       die Vermittlung von Geschäftsmöglichkeiten etc.),                                        5
                   c) Einführung von Innovationen, die Ergebnis der Netze sind („investment fora",
                       „brokerage meetings").                                                                   3
             B. PILOTPROJEKTE            FÜR     INNERGEMEINSCHAFTLICHEN              INNOVATIONS-
                TRANSFER                                                                                             50
             C. KENNTNIS DES INNOVATIONSPROZESSES KONZERTIERUNG ZWISCHEN
                DEN MITGLIEDSTAATEN U N D DER KOMMISSION                                                             10
                davon
                1. „European Innovation Monitoring System",                                                     5
                2. Konzertierung und Erfahrungsaustausch.                                                       5
                                                                                             Insgesamt              130
 ---pagebreak--- 15. 10. 88                                Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 268/9
                                                           ANHANG     III
                                     KURZBILANZ DES ERSTEN SPRINT-PROGRAMMS
           Das SPRINT-Programm (Strategisches Programm für Innovation und Technologietransfer — das eine
           Verlängerung des „Plans für die transnationale Entwicklung der Infrastruktur zur Unterstützung von In-
           novation und Technologietransfer" darstellt — hat es ermöglicht, mehrere Arten von Maßnahmen zu er-
           proben, die die FTE-Aktionen ergänzen oder auch davon unabhängig sind und durch ihre Dimension und
           Zielsetzung dazu beitragen können, auf Gemeinschaftsebene insgesamt die Innovation und den Technolo-
           gietransfer zu verbessern.
           Die wesentlichen erprobten Ansätze und Mechanismen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
           1. Zur Förderung der transnationalen technologischen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, insbesondere
              kleinen und mittleren Unternehmen, wurden fachspezifische innergemeinschaftliche Vermittlernetze aufge-
              baut, denen für die Auswahl, Motivierung und Betreuung der Unternehmen bei der Suche nach euro-
              päischen Partnern Unterstützung gewährt wurde.
              Im Laufe der nunmehr seit etwa 4 Jahren laufenden praktischen Durchführung von SPRINT und des
              transnationalen Entwicklungsplans haben sich annähernd 250 Vermittler, wie Industrie- und Handels-
              kammern, Managementberater, Transfereinrichtungen an Hochschulen, die eng mit der Industrie zu-
              sammenarbeiten, regionale Entwicklungsstellen, Technologie-Broker u. a. m., an den von SPRINT un-
              terstützten Mikronetzen beteiligt. In der Regel umfaßt ein solches Mikronetz 3—5 Partner aus verschie-
              denen Regionen der Gemeinschaft. Jedem einzelnen Partner wird das Ziel vorgegeben, innerhalb jeder
              einzelnen Phase (normalerweise 1 Jahr mit Verlängerungsmöglichkeit) im Rahmen der von SPRINT
              gewährten Unterstützung eine bestimmte Anzahl konkreter Technologie-Kooperationsvereinbarungen
              zwischen Unternehmen abzuschließen.
              Im Verlauf der Programmdurchführung konnte dieser Mikronetz-Verbund systematisch ausgebaut wer-
              den. So konnten neue Netze geschaffen und neue Partner in die bestehenden Netze aufgenommen
              werden. Gleichzeitig wurde aber auch den Vermittlern oder Netzen, deren Leistungen unbefriedigend
              waren, die Gemeinschaftsbeihilfe entzogen (oder nicht verlängert). Gegenwärtig bilden etwa 150 Ein-
              richtungen, die bei gut 50 Mikronetzen mitwirken, den aktiven Kern von SPRINT.
              Der jüngsten Erhebung vom Monat Januar 1988 zufolge konnten mit Hilfe der SPRINT-Netze in
              weniger als 3 Jahren effektiven Bestehens 120 konkrete Abkommen über transnationale technologische
              Zusammenarbeit zwischen Unternehmen getroffen werden. Verglichen mit den Ergebnissen einer 9 Mo-
              nate vorher durchgeführten entsprechenden Erhebung bedeutet dies eine eindeutige Leistungssteigerung
              der, mehrheitlich, erst seit kurzem bestehenden Netze. Die im Rahmen von SPRINT gewonnene Erfah-
              rung zeigt, daß ein effizientes Mikronetz jährlich 4 bis 5 Technologieabkommen zwischen Unterneh-
              men zustande bringt, sobald das Netz seine Anlaufphase überstanden hat, das heißt, in der Regel gegen
              Ende des zweiten Jahres seines Bestehens.
              Die Gemeinschaftsunterstützung wird infolgedessen in der Regel im Laufe oder zu Beginn des dritten
              Jahres eingestellt, wenn das Mikronetz fest etabliert ist. Allerdings bestehen die meisten Netze auch
              ohne finanzielle Unterstützung weiter und bringen weitere transnationale Abkommen über technologi-
              sche Zusammenarbeit zwischen den von ihnen betreuten Unternehmen zustande.
              Mit anderen Worten: Die Unterstützung im Rahmen von SPRINT gestaltet sich zu einer Startfinanzie-
              rung („seed finance") bei der Schaffung einer dauerhaften transnationalen Zusammenarbeit zwischen
              Vermittlern; Nutznießer davon sind die Unternehmen in den verschiedenen Mitgliedstaaten, die bestrebt
              sind, im Innovations- und Technologietransferbereich zusammenzuarbeiten.
              Die Schaffung dauerhafter Arbeitsbeziehungen zwischen diesen Vermittlern wurde in Form weiterer
              Bemühungen mit dem Ziel ausgebaut, dauerhafte Strukturen für neue Anregungen, Austausch (Perso-
              nalaustausch, Koordinationssitzungen auf regionaler Ebene u. a. m.) und Ausbildung zu errichten. Dies
              gilt insbesondere für Neulinge im Bereich Innovationsförderung — speziell aus den industriell schwäch-
              sten Regionen der Gemeinschaft — um so einen echten Zusammenschluß von Fachleuten auf den
              Gebieten Innovationsmanagement und Technologietransfer zu ermöglichen.
           2. Errichtet werden konnten innergemeinschaftliche Kooperationsnetze für aktive Zusammenarbeit zwi-
               schen sektoralen Zentren fiir gemeinsame Forschung (industrielle Fachzentren, Industrieforschungsgesell-
               schaften usw.). Ziel dieser Pilotaktion war die Zusammenführung und gemeinsame Nutzung des Fach-
              wissens dieser Zentren und ihrer privilegierten Beziehung zu den Unternehmen in ihren jeweiligen Sek-
              toren, um auf diesem Wege die rasche Verbreitung der diesen Unternehmen verfügbaren neuen Tech-
               nologien zu fördern. Ein besonderer Schwerpunkt — wenn auch nicht der einzige — wurde auf die
               traditionellen Wirtschaftszweige gelegt.
 ---pagebreak--- Nr. C 268/10                             Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                     15. 10. 88
               Etwa 20 Projekte/Netze konnten im Rahmen von SPRINT berücksichtigt werden, so daß mehr als ein
               Fünftel der sektoralen Zentren für gemeinsame Forschung in der Gemeinschaft an dem Programm
               beteiligt werden konnte.
               Diese Netze haben beispielsweise dazu beigetragen, die CAD/CAM-Techniken in der Schuhherstellung
               zu verbreiten, die Ausbildung und die Qualitätskontrolle in der Schweißtechnik zu verbessern oder die
               Produktivität in der holzverarbeitenden Industrie durch eine konzertierte Förderung der Nutzung des
               Trocknungsverfahrens im Elektroofen zu steigern.
               In einer zusätzlichen Reihe von Projekten konnte eine systematische Vorgehensweise auf dem Gebiet
               der Innovationsbedürfnisse in den traditionellen Wirtschaftssektoren Schuh-, Textil- und Keramikindu-
               strie zustande kommen. In Abstimmung mit den jeweiligen berufsständischen Organisationen wurden
               Arbeitsgruppen europäischer Sachverständiger gebildet. Diese haben die spezifischen Technologielücken
               der einzelnen Sektoren ausfindig gemacht und anschließend diverse Aktionen in Gang gesetzt (z. B.
               europäische Informationstagungen für Unternehmen, Technologie-Handbücher, audiovisuelles An-
               schauungsmaterial, Verzeichnisse europäischer Sachverständiger usw.), um die Möglichkeiten zu unter-
               suchen, Probleme gemeinsam zu lösen.
           3. Konferenzen und Seminare mit europäischer Dimension zur Verbreitung wissenschaftlicher und techni-
               scher Kenntnisse oder für den Wissenstransfer in den Bereichen Innovationsmanagement und Technolo-
               gietransfermethoden: über 70 Veranstaltungen dieser An fanden in sämtlichen Mitgliedstaaten mit
               SPRINT-Beteiligung statt.
           4. Im Rahmen von SPRINT wurde die Datenbasis ICONE (Vergleichendes Register europäischer Normen)
               lanciert, um die Effizienz eines solchen Instruments zur vergleichenden Gegenüberstellung nationaler
               und internationaler Normen und technischer Vorschriften im Hinblick auf eine transparentere Gestal-
               tung der technischen und handelsmäßigen Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft zu erproben.
               In der ersten Pilotphase von ICONE konnten 35 % der bestehenden nationalen Normen, insbesondere
               solche mit äquivalenter, europäischer oder internationaler Norm, in die Datenbasis aufgenommen wer-
               den. Eine Umfrage bei über tausend Unternehmen in den Mitgliedstaaten hat hervorgebracht, daß die
               europäische Industrie sehr stark an diesem Projekt interessiert ist, bei dem in der nächsten Etappe zu
               definieren sein wird, unter welchen Voraussetzungen die Datenbasis dergestalt ausgeweitet werden
               kann, daß sämtliche in der Gemeinschaft bestehenden Normen abgedeckt sind.
           5. Die zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission in den ausgewählten Bereichen der Innovations-
               politik und des Technologietransfers eingeleitete Konzertierung hat nutzbringende Erfahrungsaustausche
               ermöglicht und dazu beigetragen, die Positionen in diesen Bereichen einander näher zu bringen.
               Zu den Ergebnissen gehört die Lancierung — im Rahmen von SPRINT und gemeinsam mit den Mit-
               gliedstaaten — einer Pilotinitiative zur Förderung der industriellen Gestaltung (Design) als wesentlicher
               Faktor für den Innovationsprozeß. Ein weiteres Ergebnis war die Ingangsetzung eingehender Erörterun-
               gen über die Problematik im Zusammenhang mit dem Schutz des gewerblichen Eigentums, insbesondere
               anhand einer Reihe sehr aufschlußreicher empirischer Studien über die vergleichsweisen Kosten für
               Schutzmaßnahmen und den Einsatz von Rechtsmitteln auf dem Gebiet des geistigen Eigentums in den
               Mitgliedstaaten. Ebenfalls im Rahmen von SPRINT wurden Studien initiiert oder Ad-hoc-Arbeitsgrup-
               pen für Sachfragen eingesetzt, wie Vertragsforschungseinrichtungen, Angebot und Nachfrage in der
               Aus- und Weiterbildung im Innovationsmanagement, Rolle der lokalen oder regionalen Behörden, der
               „science parks" und Technologiezentren im Innovationsprozeß.
           Das SPRINT-Programm wurde ganz oder in Teilbereichen von mehreren unabhängigen Sachverständigen-
           Gremien in unterschiedlichen Durchführungsphasen bewertet. Außerdem hat die Kommission ihrerseits das
           Programm und die einzelnen Aktionen intern bewertet.
           Diese Bewertungen haben durchweg bestätigt, daß die globale Ausrichtung von SPRINT und die gewähl-
           ten Möglichkeiten für die Durchführung des Programms richtig sind. Ferner haben sie es den Programm-
           verantwortlichen ermöglicht, gewisse Tätigkeiten im Lichte der gewonnenen Erkenntnisse neu zu überden-
           ken. So wurden bestimmte Maßnahmen eingestellt, weil sie entweder das in sie gesteckte Ziel erreicht
           hatten oder weil ihre Kosten-Nutzen-Relation unzureichend war.
           Zum Beispiel hat die Bewertung gezeigt, daß das Projekt N E T T O für einen Telefax-Netzverbund der
           Technologietransfer-Einrichtungen seinen Zweck als Demonstrationsvorhaben in weniger als 2 Jahren er-
           füllen konnte, so daß die Unterstützung seitens SPRINT eingestellt und die dadurch frei gewordenen
           Mittel anderweitig verwendet werden konnten. Ebenso hat die Bewertung verdeutlicht, daß die Beihilfe für
           die Arbeit von EVCA — European Venture Capital Association — ihren Zweck erfüllt hatte, nämlich die
           Förderung und die berufsständische Organisierung dieser Branche in Europa, und daß die Gemeinschafts-
           beihilfe früher als ursprünglich vorgesehen, eingestellt werden konnte, da die Vereinigung sich ab 1987
           selbst finanzieren konnte.
 ---pagebreak--- 15. 10. 88                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 268/11
           Die SPRINT-Bewertungen haben auf konvergierende Art und Weise verdeutlicht, wie knapp die Haus-
           haltsmittel für das Programm bemessen sind, d. h. wie unzulänglich, gemessen am Bedarf einer Gemein-
           schaftsinitiative zur Unterstützung von Innovations- und Technologietransfer auf europäischer Ebene. Es
           liegt auf der Hand, daß die „Durchschlagskraft" von SPRINT wegen der fehlenden Ressourcen nachhaltig
           beeinträchtigt wurde. So stoßen gewisse SPRINT-Aktionen mit experimentellem Charakter auf Schwierig-
           keiten, die kritische Masse zu erreichen, die erforderlich ist, um die Effizienz der Aktionen fundiert beur-
           teilen zu können. Im übrigen konnten zahlreiche wertvolle Projekte wegen mangelnder Finanzierungsmittel
           nicht berücksichtigt werden.
           Dessenungeachtet war es aufgrund dieser ersten Erfahrungen in mehr als 4 Jahren möglich:
           — das Bedürfnis nach einer Gemeinschaftspolitik zur Förderung von Innovation und Technologietransfer
                und die Voraussetzungen für deren Erfolg zu ermitteln;
           — einige der Instrumente einer solchen Politik zu erproben und zu bewerten;
           — die potentiellen Partner für die Durchführung des Programms zu gewinnen;
           — die Notwendigkeit zur Koordinierung der einzelnen Gemeinschaftsinitiativen sowie zur verstärkten
                Konzertierung zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission aufzuzeigen;
           — die Notwendigkeit der Definition eines in seiner Zielsetzung präziseren und mit größeren Mitteln aus-
                gestatteten Programms hervorzuheben.