CELEX: 62011CJ0306
Language: de
Date: 2012-06-28 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Fünfte Kammer) vom 28. Juni  2012. # XXXLutz Marken GmbH gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Rechtsmittel - Gemeinschaftsmarke - Verordnung [EG] Nr. 40/94 - Bildmarke Linea Natura Natur hat immer Stil - Widerspruch des Inhabers der Gemeinschaftsbildmarke natura selection - Relative Eintragungshindernisse - Verwechslungsgefahr. # Rechtssache C-306/11 P.

URTEIL DES GERICHTSHOFS (Fünfte Kammer)
      28. Juni 2012(*)
      
      „Rechtsmittel – Gemeinschaftsmarke – Verordnung (EG) Nr. 40/94 – Bildmarke Linea Natura Natur hat immer Stil – Widerspruch des Inhabers der Gemeinschaftsbildmarke natura selection – Relative Eintragungshindernisse – Verwechslungsgefahr“
      In der Rechtssache C‑306/11 P
      betreffend ein Rechtsmittel nach Art. 56 der Satzung des Gerichtshofs der Europäischen Union, eingelegt am 8. Juni 2011,
      XXXLutz Marken GmbH mit Sitz in Wels (Österreich), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt H. Pannen,
      
      Rechtsmittelführerin,
      andere Verfahrensbeteiligte:
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch K. Klüpfel als Bevollmächtigte,
      
      Beklagter im ersten Rechtszug,
      Natura Selection, SL mit Sitz in Barcelona (Spanien),
      
      Streithelferin im ersten Rechtszug,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Fünfte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten M. Safjan, des Richters A. Borg Barthet (Berichterstatter) und der Richterin M. Berger,
      Generalanwältin: V. Trstenjak,
      Kanzler: A. Calot Escobar,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens,
      aufgrund des nach Anhörung der Generalanwältin ergangenen Beschlusses, ohne Schlussanträge über die Rechtssache zu entscheiden,
      folgendes
      Urteil
      1        Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die XXXLutz Marken GmbH (im Folgenden: XXXLutz Marken) die Aufhebung des Urteils des Gerichts
         der Europäischen Union vom 24. März 2011, XXXLutz Marken/HABM – Natura Selection (Linea Natura Natur hat immer Stil) (T‑54/09,
         im Folgenden: angefochtenes Urteil), mit dem das Gericht ihre Klage auf Aufhebung der Entscheidung der Zweiten Beschwerdekammer
         des Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM) vom 28. November 2008 (Sache R 1787/2007‑2)
         zu einem Widerspruchsverfahren zwischen der Natura Selection, SL und XXXLutz Marken (im Folgenden: streitige Entscheidung)
         abgewiesen hat.
      
       Rechtlicher Rahmen
      2        Die Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1) wurde durch
         die Verordnung (EG) Nr. 207/2009 des Rates vom 26. Februar 2009 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. L 78, S. 1), die am 13. April
         2009 in Kraft getreten ist, aufgehoben und ersetzt. Angesichts des Zeitpunkts der Einreichung der Gemeinschaftsmarkenanmeldung
         unterliegt der vorliegende Rechtsstreit jedoch weiterhin der Verordnung Nr. 40/94 in der durch die Verordnung (EG) Nr. 422/2004
         des Rates vom 19. Februar 2004 (ABl. L 70, S. 1) geänderten Fassung (im Folgenden: Verordnung Nr. 40/94).
      
      3        Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 bestimmte:
      
      „(1)      Auf Widerspruch des Inhabers einer älteren Marke ist die angemeldete Marke von der Eintragung ausgeschlossen,
      ...
      b)      wenn wegen ihrer Identität oder Ähnlichkeit mit der älteren Marke und der Identität oder Ähnlichkeit der durch die beiden
         Marken erfassten Waren oder Dienstleistungen für das Publikum die Gefahr von Verwechslungen in dem Gebiet besteht, in dem
         die ältere Marke Schutz genießt; dabei schließt die Gefahr von Verwechslungen die Gefahr ein, dass die Marke mit der älteren
         Marke gedanklich in Verbindung gebracht wird.“
      
       Dem Rechtsstreit zugrunde liegender Sachverhalt
      4        Am 9. September 2005 meldete die LN-Möbelhandels GmbH nach der Verordnung Nr. 40/94 beim HABM eine Gemeinschaftsmarke an.
      
      5        Bei der angemeldeten Marke handelt es sich um das folgende Bildzeichen:
      
      
      6        Die Marke wurde für folgende Waren und Dienstleistungen in den Klassen 8, 14, 16, 20, 21, 24, 25 und 27 des Abkommens von
         Nizza über die internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken vom 15. Juni 1957
         in revidierter und geänderter Fassung (im Folgenden: Abkommen von Nizza) angemeldet:
      
      –        Klasse 8: „Elektrisch betriebene Werkzeuge und Geräte, soweit in Klasse 8 enthalten, insbesondere elektrische Rasierapparate,
         Bartschneider, elektrische Epilierapparate und Haarschneidegeräte, Frisierstäbe, Maniküren und Pediküren“;
      
      –        Klasse 14: „Edelmetalle und deren Legierungen sowie daraus hergestellte oder damit plattierte Waren, soweit sie nicht in anderen
         Klassen enthalten sind; Juwelierwaren, Schmuckwaren, Edelsteine; Uhren und Zeitmessinstrumente“;
      
      –        Klasse 16: „Papier, Pappe (Karton) und Waren aus diesen Materialien, soweit in Klasse 16 enthalten“;
      –        Klasse 20: „Möbel, Spiegel, Rahmen; Waren, soweit in Klasse 20 enthalten, aus Holz, Kork, Rohr, Binsen, Weide, Horn, Knochen,
         Elfenbein, Fischbein, Schildpatt, Bernstein, Perlmutter, Meerschaum und deren Ersatzstoffen oder aus Kunststoffen“;
      
      –        Klasse 21: „Geräte und Behälter für Haushalt und Küche (nicht aus Edelstahl oder plattiert); rohes oder teilweise bearbeitetes
         Glas (mit Ausnahme von Bauglas); Glaswaren, Porzellan und Steingut, soweit in Klasse 21 enthalten“;
      
      –        Klasse 24; „Webstoffe und Textilwaren, soweit in Klasse 24 enthalten; Bett- und Tischdecken“;
      –        Klasse 25: „Bekleidungsstücke, Schuhwaren, Kopfbedeckungen“;
      –        Klasse 27; „Teppiche, Fußmatten, Matten, Linoleum oder andere Bodenbeläge; Tapeten (ausgenommen aus textilem Material)“.
      7        Am 2. Juni 2006 erhob die Natura Selection, SL gemäß Art. 42 der Verordnung Nr. 40/94 Widerspruch gegen die Eintragung der
         angemeldeten Marke für die in der vorstehenden Randnummer genannten Waren.
      
      8        Der Widerspruch wurde auf die nachstehend wiedergegebene, unter der Nr. 2016384 eingetragene ältere Gemeinschaftsbildmarke
         gestützt:
      
      
      9        Die Waren und Dienstleistungen, auf die sich die ältere, dem Widerspruch zugrunde liegende Marke bezieht, gehören zu den Klassen
         3, 14, 16, 20, 25, 35, 38, 39 und 42 des Abkommens von Nizza und entsprechen in diesen Klassen folgenden Beschreibungen:
      
      –        Klasse 3: „Wasch- und Bleichmittel; Putz-, Polier-, Fettentfernungs- und Schleifmittel; Seifen; Parfümeriewaren, ätherische
         Öle, Mittel zur Körper- und Schönheitspflege, Haarwässer; Zahnputzmittel“;
      
      –        Klasse 14: „Edelmetalle und deren Legierungen sowie daraus hergestellte oder damit plattierte Waren, soweit sie nicht in anderen
         Klassen enthalten sind; Juwelierwaren, Schmuckwaren, Edelsteine; Uhren und Zeitmessinstrumente“;
      
      –        Klasse 16: „Veröffentlichungen, Zeitschriften, Zeitungen, Plakate, Faltblätter, Kataloge und Formulare“;
      –        Klasse 20: „Möbel, Spiegel, Rahmen; Waren, soweit sie nicht in anderen Klassen enthalten sind, aus Holz, Kork, Rohr, Binsen,
         Weide, Horn, Knochen, Elfenbein, Fischbein, Schildpatt, Bernstein, Perlmutter, Meerschaum und deren Ersatzstoffen oder aus
         Kunststoffen“;
      
      –        Klasse 25: „Bekleidungsstücke, Schuhwaren, Kopfbedeckungen“;
      –        Klasse 35: „Dienstleistungen auf dem Gebiet der Werbung; Geschäftsführung; Unternehmensverwaltung; Büroarbeiten; Beratung
         im Bereich Franchising und geschäftliche Zusammenarbeit“;
      
      –        Klasse 38: „Telekommunikation; Kommunikation über weltweite Datennetze“;
      –        Klasse 39: „Vertrieb von Waren“;
      –        Klasse 42: „Betrieb von Bars, Cafeterien, Milchbars und Restaurants“.
      10      Die Natura Selection, SL stützte ihren Widerspruch auch auf verschiedene Gemeinschafts‑ und nationale Marken, insbesondere
         auf die für Waren und Dienstleistungen der Klassen 14, 25 und 35 des Abkommens von Nizza eingetragenen Gemeinschaftsbildmarken
         Nrn. 2704948 und 2704922 sowie auf die notorisch bekannten, das Wort „natura“ enthaltenden spanischen Marken für Waren der
         Klassen 14, 16, 20, 21, 24, 25 und 27 des Abkommens von Nizza.
      
      11      Der Widerspruch wurde im Fall der Gemeinschaftsbildmarken Nrn. 2016384 und 2704948 auf Art. 8 Abs. 1 Buchst. b und Abs. 5
         der Verordnung Nr. 40/94 gestützt und im Fall der notorisch bekannten Marken auf Art. 8 Abs. 2 Buchst. c dieser Verordnung.
      
      12      Am 2. Mai 2007 wurde die Anmeldung der in Rede stehenden Gemeinschaftsmarke auf die Rechtsmittelführerin übertragen.
      
      13      Mit Entscheidung vom 26. Oktober 2007 gab die Widerspruchsabteilung dem Widerspruch gemäß Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung
         Nr. 40/94 für alle Waren statt, für die diese Anmeldung eingereicht worden war, wobei sie sich ausschließlich auf den Vergleich
         zwischen der älteren Gemeinschaftsbildmarke, nämlich „natura selection“ (Nr. 2016384), und der angemeldeten Bildmarke, nämlich
         „Linea Natura Natur hat immer Stil“, stützte. Die Widerspruchsabteilung war der Auffassung, die übrigen Widerspruchsgründe
         brauchten nicht geprüft zu werden, da dem Widerspruch für alle Waren, für die die genannte Anmeldung eingereicht worden sei,
         stattgegeben worden sei.
      
      14      Am 15. November 2007 legte die Rechtsmittelführerin gegen die Entscheidung der Widerspruchsabteilung beim HABM nach den Art. 57
         bis 62 der Verordnung Nr. 40/94 Beschwerde ein.
      
      15      Mit der streitigen Entscheidung wies die Zweite Beschwerdekammer des HABM die Beschwerde zurück und bestätigte die Entscheidung
         der Widerspruchsabteilung, wobei sie im Wesentlichen feststellte, dass zwischen den Bildzeichen „natura selection“ und „Linea
         Natura Natur hat immer Stil“ Verwechslungsgefahr bestehe, weil zum einen die von den beiden Marken erfassten Produkte identisch
         oder sehr ähnlich seien und zum anderen das dominierende Element der beiden Zeichen, d. h. der Begriff „natura“, identisch
         sei. Die Beschwerdekammer führte aus, dass die zwischen den Zeichen bestehende visuelle, phonetische und begriffliche Ähnlichkeit
         durch die visuellen Unterschiede zwischen den Wort‑ und Bildbestandteilen nicht neutralisiert werde, die schwach, ohne Kennzeichnungskraft
         und unlesbar seien. Schließlich stellte die Beschwerdekammer fest, dass angesichts der Rechtsprechung des Gerichts zum Schutz
         der älteren Marke vor einer Verwechslungsgefahr eine Prüfung weder der von der älteren Marke erlangten Kennzeichnungskraft
         noch der übrigen älteren Rechte oder der auf Art. 8 Abs. 5 und Art. 8 Abs. 2 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 gestützten
         Widerspruchsgründe erforderlich sei.
      
       Verfahren vor dem Gericht und angefochtenes Urteil
      16      Mit Klageschrift, die am 11. Februar 2009 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat die Rechtsmittelführerin eine
         Klage auf Aufhebung der streitigen Entscheidung erhoben.
      
      17      Zur Begründung ihrer Klage hat die Rechtsmittelführerin als einzigen Klagegrund eine Verletzung von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b
         der Verordnung Nr. 40/94 geltend gemacht.
      
      18      Im Anschluss an die Feststellung, dass die Rechtsmittelführerin weder bestritten habe, dass die betroffenen Waren identisch
         oder ähnlich seien oder miteinander in Verbindung gebracht werden könnten, noch dass die angesprochenen Verkehrskreise aus
         den europäischen Durchschnittsverbrauchern bestünden, hat das Gericht einen Vergleich der einander gegenüberstehenden Zeichen
         vorgenommen.
      
      19      In Bezug auf deren visuelle Ähnlichkeit hat das Gericht in den Randnrn. 42 bis 50 des angefochtenen Urteils geprüft, ob sich
         das Wortelement „natura“ in dem von den Marken jeweils hervorgerufenen visuellen Gesamteindruck als das dominierende Element
         durchsetze. Das Gericht befand, dass dies entgegen der Feststellung der Beschwerdekammer aufgrund der einzelnen Bildelemente,
         aus denen sich die ältere Bildmarke zusammensetze, und der Position, die sie in dem Zeichen einnähmen, nicht der Fall sei.
         Daher hätte entgegen der von der Beschwerdekammer durchgeführten Prüfung dem visuellen Vergleich der einander gegenüberstehenden
         Zeichen die Gesamtheit der Bild‑ und Wortelemente der Zeichen zugrunde gelegt werden müssen. Folglich hat das Gericht geprüft,
         ob der von der Beschwerdekammer begangene Fehler Einfluss auf das Ergebnis der von ihr durchgeführten Prüfung hatte.
      
      20      In Randnr. 53 des angefochtenen Urteils hat das Gericht insbesondere ausgeführt, dass die einander gegenüberstehenden Zeichen
         zwar in Bezug auf Form, Farben, die verwendete Schrift und die Wortelemente, aus denen sie sich zusammensetzten, sowie deren
         Platzierung in den Zeichen unterschiedlich seien. Trotzdem ergebe sich bei einem Vergleich der Zeichen eine Ähnlichkeit der
         Wortelemente „natura selection“ und „Linea Natura“, denen der Begriff „natura“ gemein sei, der nämlich in Bezug auf die Waren
         oder Dienstleistungen, die von den einander gegenüberstehenden Zeichen erfasst würden, die größte Unterscheidungskraft habe.
         Dies folge daraus, dass dieser Begriff die Vorstellung von etwas Natürlichem oder Umweltfreundlichem wecke, das aus der Natur
         oder der Erde hervorgegangen sei, und dass eine derartige Vorstellung nicht geeignet sei, ein Merkmal der beanspruchten Waren
         oder Dienstleistungen zu bezeichnen. Demgegenüber hebe sich das unter der Bezeichnung „Linea Natura“ platzierte und mit viel
         kleineren Buchstaben geschriebene Wortelement „Natur hat immer Stil“ kaum von der Gesamtheit der Anmeldemarke ab und trage
         daher nichts zur Unterscheidung bei.
      
      21      In Randnr. 54 des angefochtenen Urteils hat das Gericht festgestellt, dass die Unterscheidungskraft und der nicht beschreibende
         Charakter des Wortelements „natura“ in Anbetracht der von den fraglichen Zeichen betroffenen Waren und Dienstleistungen besonders
         offenkundig seien. Die von der älteren Marke erfassten Dienstleistungen der Klassen 35 und 39 des Abkommens von Nizza und
         die von der Anmeldemarke erfassten Waren der Klassen 8 und 21 dieses Abkommens stünden nämlich in keinem Zusammenhang mit
         der Natur. Allenfalls möge dieses Wortelement vermuten lassen, dass einige dieser Waren aus natürlichen Materialien gemacht
         seien, dass sie hautfreundlich seien oder dass das Verfahren ihrer Herstellung für die Natur ungefährlich sei, ohne dass jedoch
         irgendein unmittelbarer und konkreter Zusammenhang mit den fraglichen Waren hergestellt würde. Daher habe die Beschwerdekammer
         zu Recht festgestellt, dass das Wortelement „natura“ eine „normale Unterscheidungskraft“ besitze.
      
      22      Das Gericht ist in Randnr. 56 des angefochtenen Urteils zu dem Ergebnis gekommen, dass die einander gegenüberstehenden Zeichen
         entgegen der von der Beschwerdekammer hierzu vertretenen Auffassung eine geringe visuelle Ähnlichkeit aufwiesen, da zum einen
         die ältere Marke Bildelemente enthalte, insbesondere die abstrakte Darstellung der Erdkugel, und zum anderen in beiden Zeichen
         das gemeinsame Wortelement „natura“ enthalten sei.
      
      23      In Bezug auf die klangliche Ähnlichkeit hat das Gericht zunächst in Randnr. 57 des angefochtenen Urteils festgestellt, dass
         die Wortelemente „natura selection“ und „Linea Natura“ eine gewisse Ähnlichkeit besäßen, da ihnen das Wort „natura“ gemein
         sei, das in beiden Fällen gleich ausgesprochen werde. Es hat sodann in Randnr. 58 dieses Urteils befunden, dass der Unterschied
         zwischen den beiden einander gegenüberstehenden Zeichen, der sich zum einen aus dem am Anfang der Anmeldemarke stehenden Wort
         „Linea“ und zum anderen aus dem Wort „selection“ am Ende der älteren Marke ergebe, nicht groß genug sei, um diese klangliche
         Ähnlichkeit ausschließen zu können. Es hat insofern darauf hingewiesen, dass der Begriff „natura“ die größte Unterscheidungskraft
         habe und demgegenüber das Element „Linea“, der spanische Begriff für „Linie“, und das Element „selection“, der englische Begriff
         für „Auswahl“, im Handel häufig zur Bezeichnung einer Auswahl oder einer Produktlinie verwendet würden und daher in den Augen
         der Durchschnittsverbraucher der in Rede stehenden Waren geringe Unterscheidungskraft hätten.
      
      24      In Randnr. 60 des angefochtenen Urteils ist das Gericht zu dem Ergebnis gekommen, dass die Tatsache, dass das unterscheidungskräftige
         Wortelement, das Wort „natura“, in den einander gegenüberstehenden Zeichen enthalten sei und die übrigen Wortelemente nur
         geringe Unterscheidungskraft besäßen, für die Annahme genüge, dass die genannten Zeichen in klanglicher Hinsicht eine gewisse
         Ähnlichkeit besäßen.
      
      25      In Bezug auf die begriffliche Ähnlichkeit hat das Gericht in Randnr. 62 des angefochtenen Urteils hervorgehoben, dass die
         Worte „Linea“ und „selection“ in Verbindung mit dem Wort „natura“, wie die Rechtsmittelführerin in ihren Schriftsätzen eingeräumt
         habe, eindeutig und in leicht verständlicher Weise darauf hinwiesen, dass „die so gekennzeichneten Waren Teil einer Kollektion
         von Waren sind, die aus natürlichen bzw. naturbelassenen Materialien bestehen oder mittels eines umweltfreundlichen Verfahrens
         hergestellt werden oder die sich in sonstiger Weise umweltfreundlich auswirken“.
      
      26      In den Randnrn. 63 bis 66 dieses Urteils ist das Gericht auf das Vorbringen der Rechtsmittelführerin eingegangen, dass das
         Wortelement „natura selection“ beschreibend sei, aus diesem Grund nicht in den Genuss des Markenschutzes kommen könne und
         daher nicht für die Beurteilung der Ähnlichkeit zwischen zwei Zeichen berücksichtigt werden dürfe. Es hat hierzu ausgeführt,
         der Begriff „natura“ besitze eine normale Unterscheidungskraft, weil er in Bezug auf die in Rede stehenden Waren und Dienstleistungen
         nicht beschreibend sei. Es hat auch festgestellt, dass „[d]ie Klägerin … nichts vorgetragen [hat], um … zu untermauern, dass
         aus der Sicht der maßgeblichen Verkehrskreise zwischen dem Wortelement ‚natura selection‘ der älteren Bildmarke … und den
         Waren und Dienstleistungen, für die die Marke eingetragen wurde, ein unmittelbarer und konkreter Zusammenhang besteht und
         dass das genannte Wortelement daher für die genannten Waren und Dienstleistungen beschreibend sei“.
      
      27      Das Gericht hat in Randnr. 67 seines Urteils befunden, dass die Beschwerdekammer zu Recht festgestellt habe, dass zwischen
         den einander gegenüberstehenden Zeichen eine begriffliche Ähnlichkeit bestehe.
      
      28      In Bezug auf die umfassende Beurteilung der Verwechslungsgefahr hat das Gericht in Randnr. 71 des angefochtenen Urteils befunden,
         aus der Prüfung der streitigen Zeichen ergebe sich, dass diese begrifflich sehr ähnlich seien, in klanglicher Hinsicht eine
         gewisse Ähnlichkeit und in visueller Hinsicht geringe Ähnlichkeit aufwiesen. Es hat hinzugefügt, die starke begriffliche Ähnlichkeit
         könne die namentlich in visueller Hinsicht zwischen den fraglichen Zeichen bestehenden Unterschiede neutralisieren, so dass
         diese Zeichen von den maßgeblichen Verkehrskreisen als ähnlich aufgefasst würden.
      
      29      In Randnr. 74 dieses Urteils ist das Gericht zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beschwerdekammer fehlerfrei festgestellt habe,
         dass im vorliegenden Fall Verwechslungsgefahr im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 bestehe. Es hat
         daher den einzigen von der Rechtsmittelführerin geltend gemachten Klagegrund zurückgewiesen und folglich die Klage insgesamt
         abgewiesen.
      
       Anträge der Verfahrensbeteiligten
      30      Mit ihrem Rechtsmittel beantragt XXXLutz Marken,
      
      –        das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das Gericht zurückzuverweisen;
      –        dem HABM die Kosten aufzuerlegen.
      31      Das HABM beantragt, das Rechtsmittel zurückzuweisen und XXXLutz Marken die Kosten aufzuerlegen.
      
       Zum Rechtsmittel
      32      XXXLutz Marken stützt ihr Rechtsmittel im Wesentlichen auf drei Gründe. Mit ihrem ersten Rechtsmittelgrund wird eine Verletzung
         von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 gerügt. Mit dem zweiten Rechtsmittelgrund macht die Rechtsmittelführerin
         geltend, das angefochtene Urteil weise einen Begründungsmangel auf. Mit dem dritten Rechtsmittelgrund wird schließlich eine
         Verfälschung von Tatsachen gerügt.
      
       Zum ersten Rechtsmittelgrund
       Zum ersten Teil und zur ersten Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      33      Mit dem ersten Teil ihres ersten Rechtsmittelgrundes macht XXXLutz Marken geltend, das Gericht habe Art. 8 Abs. 1 Buchst. b
         der Verordnung Nr. 40/94 verletzt, indem es eine visuelle Ähnlichkeit der einander gegenüberstehenden Zeichen allein aus dem
         in beiden Zeichen enthaltenen Wortbestandteil „natura'“ hergeleitet habe, obwohl es die Auffassung vertreten habe, dass dieser
         Bestandteil nicht das dominierende Element der älteren Gemeinschaftsmarke sei.
      
      34      Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs könnten aber eine zusammengesetzte Marke und eine mit einem ihrer Bestandteile identische
         oder diesem ähnliche andere Marke nur dann als ähnlich angesehen werden, wenn dieser Bestandteil das dominierende Element
         in dem von der zusammengesetzten Marke hervorgerufenen Gesamteindruck sei (Urteile vom 12. Juni 2007, HABM/Shaker, C‑334/05 P,
         Slg. 2007, I‑4529, Randnr. 42, und vom 20. September 2007, Nestlé/HABM, C‑193/06 P, Randnr. 43). Da das Gericht zutreffend
         zu dem Ergebnis gelangt sei, dass das genannte Element nicht das dominierende Element der älteren Gemeinschaftsmarke sei und
         die in Rede stehenden Zeichen sich in allen übrigen Wort- und Bildbestandteilen unterschieden, hätte es zwingend feststellen
         müssen, dass sich die Zeichen visuell nicht ähnelten.
      
      35      Mit der ersten Rüge des zweiten Teils ihres ersten Rechtsmittelgrundes wirft XXXLutz Marken dem Gericht vor, seine Feststellung
         einer gewissen klanglichen Ähnlichkeit der in Rede stehenden Marken allein mit dem gemeinsamen Wortbestandteil „natura“ begründet
         zu haben. Nach Ansicht der Rechtsmittelführerin hätte das Gericht prüfen müssen, ob der Begriff „natura“ der in klanglicher
         Hinsicht dominierende Bestandteil der älteren Gemeinschaftsmarke sei, wie dies nach Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung
         Nr. 40/94 und der in Randnr. 34 des vorliegenden Urteils angeführten Rechtsprechung erforderlich sei.
      
      36      Das HABM macht geltend, der erste Teil des ersten Rechtsmittelgrundes sei zurückzuweisen, da nach der Rechtsprechung die Feststellung
         der Ähnlichkeit einer zusammengesetzten Marke und einer anderen, einem ihrer Bestandteile ähnelnden Marke nicht voraussetze,
         dass das gemeinsame Element der in Rede stehenden Marken das dominierende Element in dem von der zusammengesetzten Marke hervorgerufenen
         Gesamteindruck sei. Aus dem Urteil Nestlé/HABM gehe nämlich hervor, dass die Beurteilung der Ähnlichkeit der Marken nur dann
         auf der alleinigen Grundlage des dominierenden Elements vorgenommen werden könne, wenn alle anderen Elemente der Marke zu
         vernachlässigen seien. Im vorliegenden Fall habe das Gericht nach der Feststellung, dass der Bestandteil „natura“ nicht das
         dominierende Element der älteren Marke sei und die Darstellung des Bildelements Erdkugel bei einem visuellen Vergleich der
         einander gegenüberstehenden Zeichen nicht außer Acht gelassen werden dürfe, diesen visuellen Vergleich auf der Basis des von
         den Zeichen hervorgerufenen Gesamteindrucks vorgenommen und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine geringe visuelle Ähnlichkeit
         der Zeichen vorliege.
      
      37      In Bezug auf die erste Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes weist das HABM darauf hin, dass aus der Rechtsprechung
         nicht hervorgehe, dass eine klangliche Ähnlichkeit zwischen den beiden in Rede stehenden Marken nur vorliege, wenn der Bestandteil
         „natura“ das dominierende Element in dem von der älteren zusammengesetzten Marke hervorgerufenen Gesamteindruck sei.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      38      Soweit XXXLutz Marken mit dem ersten Teil und der ersten Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes geltend macht,
         dem Gericht sei bei der Anwendung der sich aus den Urteilen HABM/Shaker und Nestlé/HABM ergebenden Rechtsprechung ein Rechtsfehler
         unterlaufen, ist festzustellen, dass dieses Vorbringen auf einer unzutreffenden Auslegung der in Rede stehenden Rechtsprechung
         beruht.
      
      39      Nach ständiger Rechtsprechung ist nämlich bei der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr hinsichtlich der Ähnlichkeit
         der betreffenden Zeichen in Bild, Klang oder Bedeutung auf den Gesamteindruck abzustellen, den die Zeichen hervorrufen, wobei
         insbesondere ihre unterscheidungskräftigen und dominierenden Elemente zu berücksichtigen sind (Urteil HABM/Shaker, Randnr.
         35, und Urteil vom 3. September 2009, Aceites del Sur-Coosur/Koipe, C‑498/07 P, Slg. 2009, I‑7371, Randnr. 60).
      
      40      Nach ebenfalls ständiger Rechtsprechung kann es für die Beurteilung der Ähnlichkeit nur dann allein auf den dominierenden
         Bestandteil ankommen, wenn alle anderen Markenbestandteile zu vernachlässigen sind (vgl. Urteile HABM/Shaker, Randnr. 42,
         und Nestlé/HABM, Randnr. 43).
      
      41      Aus dieser Rechtsprechung folgt somit, dass entgegen dem Vorbringen von XXXLutz Marken die Feststellung einer visuellen oder
         klanglichen Ähnlichkeit zwischen den beiden einander gegenüberstehenden Zeichen nicht davon abhängig ist, dass die ältere
         zusammengesetzte Marke einen dominierenden Bestandteil aufweist.
      
      42      Daher sind der erste Teil und die erste Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes als unbegründet zurückzuweisen,
         soweit die Rechtsmittelführerin mit ihrem Vorbringen dem Gericht vorwirft, bei der Anwendung der in den Randnrn. 39 und 40
         des vorliegenden Urteils genannten Rechtsprechung einen Rechtsfehler begangen zu haben.
      
      43      Sollten der erste Teil und die erste Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes dahin zu verstehen sein, dass sich
         das Gericht bei der Beurteilung der visuellen und klanglichen Ähnlichkeit der einander gegenüberstehenden Zeichen zu Unrecht
         allein auf ihren gemeinsamen Bestandteil „natura“ gestützt haben soll, ohne die anderen Wort- und Bildbestandteile dieser
         Zeichen zu berücksichtigen, ist festzustellen, dass dieses Vorbringen auf einem falschen Verständnis des angefochtenen Urteils
         beruht.
      
      44      Zum einen hat das Gericht nämlich bei der Prüfung der visuellen Ähnlichkeit der einander gegenüberstehenden Zeichen eine umfassende
         Beurteilung dieser Zeichen unter Zugrundelegung der Gesamtheit ihrer verschiedenen Bild- und Wortbestandteile vorgenommen.
         So hat das Gericht in Randnr. 48 des angefochtenen Urteils ausgeführt, dass die Art der Darstellung der Erdkugel in der älteren
         Marke zusammen mit dem Wortelement „natura“ beim Verbraucher die Vorstellung vom Planeten Erde hervorrufe und dass die Erdkugel
         aufgrund ihrer zentralen Platzierung in der Marke, ihrer Größe im Verhältnis zu den übrigen Elementen, aus denen sich die
         Marke zusammensetze, und der etwas naiven Art ihrer Darstellung bei einem visuellen Vergleich der beiden Zeichen nicht außer
         Acht bleiben dürfe.
      
      45      In Randnr. 53 seines Urteils hat das Gericht u. a. ausgeführt, dass sich trotz der Unterschiede der einander gegenüberstehenden
         Zeichen in Bezug auf Form, Farben, die verwendete Schrift und die Wortelemente, aus denen sie sich zusammensetzten, sowie
         deren Platzierung in den Zeichen bei einem Vergleich der Zeichen eine Ähnlichkeit der Wortelemente „natura selection“ und
         „Linea Natura“ ergebe, denen der Begriff „natura“ gemein sei. Das Gericht hat ferner darauf hingewiesen, dass sich das unter
         der Bezeichnung „Linea Natura“ platzierte und mit viel kleineren Buchstaben geschriebene Wortelement „Natur hat immer Stil“
         kaum von der Gesamtheit der Anmeldemarke abhebe und daher nichts zur Unterscheidung beitrage. In Randnr. 56 des Urteils hat
         das Gericht unter Berücksichtigung der Bildelemente, aus denen sich die ältere Marke zusammensetzt, insbesondere der abstrakten
         Darstellung der Erdkugel, sowie des Wortelements „natura“ in den beiden einander gegenüberstehenden Zeichen, eine geringe
         visuelle Ähnlichkeit der beiden einander gegenüberstehenden Zeichen bejaht.
      
      46      Zum anderen ist das Gericht zu dem Ergebnis gekommen, dass die beiden einander gegenüberstehenden Zeichen in klanglicher Hinsicht
         eine gewisse Ähnlichkeit besäßen, nachdem es in den Randnrn. 57 bis 60 des angefochtenen Urteils nicht nur das Vorliegen des
         gemeinsamen unterscheidungskräftigen Wortelements „natura“ berücksichtigt hatte, sondern auch den Umstand, dass die übrigen
         Wortelemente dieser Zeichen nur geringe Unterscheidungskraft besäßen. Es hat hierzu u. a. ausgeführt, dass das Element „Linea“,
         der spanische Begriff für „Linie“, und das Element „selection“, der englische Begriff für „Auswahl“, im Handel häufig zur
         Bezeichnung einer Auswahl oder einer Produktlinie verwendet würden und daher in den Augen der Durchschnittsverbraucher geringe
         Unterscheidungskraft hätten.
      
      47      Daher sind der erste Teil und die erste Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes als unbegründet zurückzuweisen,
         soweit XXXLutz Marken mit ihnen dem Gericht vorwirft, sich bei der Beurteilung sowohl der visuellen wie auch der klanglichen
         Ähnlichkeit der einander gegenüberstehenden Zeichen allein auf den gemeinsamen Bestandteil „natura“ gestützt zu haben.
      
      48      Nach alledem sind der erste Teil und die erste Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes zurückzuweisen.
      
       Zur zweiten Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      49      Mit der zweiten Rüge des zweiten Teils ihres ersten Rechtsmittelgrundes macht XXXLutz Marken geltend, das Gericht hätte bei
         der Prüfung der klanglichen Ähnlichkeit der in Rede stehenden Zeichen berücksichtigen müssen, dass die Wortelemente „natura
         selection“ und „Linea Natura“ begriffliche und logische Einheiten bildeten, die eine aus natürlichen oder naturbelassenen
         Materialien bestehende Kollektion oder Produktlinie bezeichneten. Deshalb gebe es keinen Grund für die Annahme, dass der Verbraucher
         nur das Wortelement „natura“ im Gedächtnis behalte.
      
      50      Das HABM macht geltend, diese Rüge sei unzulässig, da die Rechtsmittelführerin damit nur ihr Vorbringen vor dem Gericht wiederhole,
         ohne darzulegen, inwiefern das Gericht Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 verletzt haben solle.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      51      Gemäß Art. 256 AEUV und Art. 58 Abs. 1 der Satzung des Gerichtshofs der Europäischen Union ist das Rechtsmittel auf Rechtsfragen
         beschränkt. Für die Feststellung und Beurteilung der relevanten Tatsachen sowie für die Beweiswürdigung ist daher allein das
         Gericht zuständig. Die Würdigung der Tatsachen und Beweismittel ist somit, vorbehaltlich ihrer Verfälschung, keine Rechtsfrage,
         die als solche der Kontrolle des Gerichtshofs im Rahmen eines Rechtsmittels unterläge (vgl. Urteile vom 18. Juli 2006, Rossi/HABM,
         C‑214/05 P, Slg. 2006, I‑7057, Randnr. 26, und vom 13. September 2007, Il Ponte Finanziaria/HABM, C‑234/06 P, Slg. 2007, I‑7333,
         Randnr. 38).
      
      52      Um eine solche Beurteilung handelt es sich aber bei der vom Gericht in den Randnrn. 57 und 58 des angefochtenen Urteils vorgenommenen
         Prüfung, derzufolge, im Wesentlichen, der Unterschied zwischen den beiden einander gegenüberstehenden Zeichen, der sich zum
         einen aus dem am Anfang der Anmeldemarke verwendeten Wort „Linea“ und zum anderen aus dem Wort „selection“ am Ende der älteren
         Marke ergebe, nicht groß genug sei, um die klangliche Ähnlichkeit ausschließen zu können, die durch das beiden Marken gemeinsame
         Element – das Wort „natura“ – hervorgerufen werde, das die größte Unterscheidungskraft habe.
      
      53      Da XXXLutz Marken mit der zweiten Rüge des zweiten Teils ihres ersten Rechtsmittelgrundes dem Gericht vorwirft, nicht berücksichtigt
         zu haben, dass die Wortelemente „natura selection“ und „Linea Natura“ jeweils eine logische Einheit mit eigener Bedeutung
         bildeten, ist die Rechtsmittelführerin in Wirklichkeit bestrebt, die vom Gericht vorgenommene Tatsachenwürdigung in Frage
         zu stellen, ohne geltend zu machen, dass es die ihm unterbreiteten Tatsachen verfälscht habe.
      
      54      Daher ist die zweite Rüge des zweiten Teils des ersten Rechtsmittelgrundes als unzulässig zurückzuweisen.
      
       Zum dritten Teil des ersten Rechtsmittelgrundes
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      55      Mit dem dritten Teil ihres ersten Rechtsmittelgrundes wirft XXXLutz Marken dem Gericht vor, im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen
         von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 bei der Auslegung des Begriffs der Unterscheidungskraft einer Marke im
         Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 einen Rechtsfehler begangen zu haben, indem es sich in den Randnrn. 53
         und 54 des angefochtenen Urteils mit der Feststellung begnügt habe, dass der Begriff „natura“ die Vorstellung von etwas Natürlichem
         oder Umweltfreundlichem, das aus der Natur oder der Erde hervorgegangen sei, wecke und dass eine derartige Vorstellung nicht
         geeignet sei, ein Merkmal der beanspruchten Waren oder Dienstleistungen zu bezeichnen oder einen unmittelbaren und konkreten
         Zusammenhang mit den fraglichen Waren herzustellen. Nach Ansicht der Rechtsmittelführerin hätte das Gericht prüfen müssen,
         ob dieser Begriff geeignet sei, die genannten Waren und Dienstleistungen von denjenigen anderer Unternehmen in der Weise unterscheidbar
         zu machen, dass der Verkehr mit ihm einen Hinweis auf die Herkunft dieser Waren und Dienstleistungen verbinde.
      
      56      XXXLutz Marken macht darüber hinaus geltend, die Unterscheidungskraft der Bestandteile der älteren Marke hätte speziell für
         die Waren und Dienstleistungen, auf die der Widerspruch gestützt sei, geprüft werden müssen und nicht allein auf der Grundlage
         der von der älteren Marke erfassten Dienstleistungen der Klassen 35 und 39 des Abkommens von Nizza.
      
      57      Das HABM macht geltend, der dritte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes sei als unzulässig zurückzuweisen, da er Tatsachenfeststellungen
         des Gerichts betreffe.
      
      58      Im Übrigen sei er als unbegründet zurückzuweisen, da eingetragene Gemeinschaftsmarken die Vermutung der Gültigkeit für sich
         hätten, die nur im Rahmen des Nichtigkeitsverfahrens in Frage gestellt werden könne.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      59      Soweit der dritte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes so verstanden werden kann, dass damit die vom Gericht in den Randnrn. 53
         und 54 des angefochtenen Urteils vorgenommene Beurteilung der Unterscheidungskraft des Wortelements „natura“ in Frage gestellt
         werden soll, ist festzustellen, dass dieses Vorbringen von XXXLutz Marken in Wirklichkeit darauf abzielt, den Gerichtshof
         zu einer neuen Beurteilung der Tatsachen hinsichtlich der Unterscheidungskraft dieses Elements zu veranlassen, die im Übrigen
         vom Gericht als normal und nicht als hoch erachtet worden ist.
      
      60      Wie sich jedoch aus der in Randnr. 51 des vorliegenden Urteils angeführten Rechtsprechung ergibt, ist das Rechtsmittel auf
         Rechtsfragen beschränkt.
      
      61      Da in Bezug auf die in den Randnrn. 53 und 54 des angefochtenen Urteils enthaltene Würdigung keine Verfälschung der Tatsachen
         oder der dem Gericht vorgelegten Beweise gerügt wird, ist der dritte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes, soweit mit ihm diese
         Würdigung beanstandet wird, als unzulässig zurückzuweisen.
      
      62      Soweit der dritte Teil dahin verstanden werden kann, dass XXXLutz Marken dem Gericht vorwirft, nicht die Kriterien für die
         Prüfung eines absoluten Eintragungshindernisses in Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 angewandt zu haben, als
         es die Unterscheidungskraft des Wortelements „natura“ beurteilt habe, ist festzustellen, dass die Rechtsmittelführerin die
         Faktoren falsch auslegt, anhand deren das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr zwischen zwei Marken im Sinne von Art. 8 Abs. 1
         Buchst. b dieser Verordnung beurteilt werden kann.
      
      63      Nach der Rechtsprechung ist nämlich das Vorliegen von Verwechslungsgefahr im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b entsprechend
         der Wahrnehmung des maßgeblichen Publikums von den in Rede stehenden Zeichen umfassend und unter Berücksichtigung aller maßgeblichen
         Umstände des Einzelfalls, insbesondere der Wechselbeziehung zwischen der Ähnlichkeit der Zeichen und der Ähnlichkeit der damit
         gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen, zu beurteilen (Urteile vom 29. September 1998, Canon, C‑39/97, Slg. 1998, I‑5507,
         Randnrn. 16 und 17, und vom 22. Juni 1999, Lloyd Schuhfabrik Meyer, C‑342/97, Slg. 1999, I‑3819, Randnrn. 18 und 19). Bei
         der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr ist hinsichtlich der Ähnlichkeit der einander gegenüberstehenden Zeichen
         in Bild, Klang oder Bedeutung auf den Gesamteindruck abzustellen, den die Zeichen hervorrufen, wobei insbesondere ihre unterscheidungskräftigen
         und dominierenden Elemente zu berücksichtigen sind (Urteile HABM/Shaker, Randnr. 35, und Aceites del Sur-Coosur/Koipe, Randnr.
         60).
      
      64      Dagegen besagt nach ständiger Rechtsprechung die Unterscheidungskraft einer Marke im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der
         Verordnung Nr. 40/94, dass die Marke geeignet ist, die Ware, für die die Eintragung beantragt wird, als von einem bestimmten
         Unternehmen stammend zu kennzeichnen und diese Ware somit von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden (Urteile vom
         4. Oktober 2007, Henkel/HABM, C‑144/06 P, Slg. 2007, I‑8109, Randnr. 34, und vom 21. Januar 2010, Audi/HABM, C‑398/08 P, Slg.
         2010, I‑535, Randnr. 33).
      
      65      Folglich hat XXXLutz Marken die Faktoren, anhand deren das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr zwischen zwei Marken beurteilt
         werden kann, falsch ausgelegt, indem sie den Faktor, der in der Unterscheidungskraft der älteren Marke besteht und mit dem
         einer solchen Marke zukommenden Schutz verknüpft ist, mit der Unterscheidungskraft eines Bestandteils einer zusammengesetzten
         Marke verwechselt hat, die mit der Eignung dieses Bestandteils in Verbindung steht, den von der Marke hervorgerufenen Gesamteindruck
         zu dominieren (Beschluss vom 27. April 2006, L’Oréal/HABM, C‑235/05 P, Randnr. 43).
      
      66      Jedenfalls hat das Gericht seine Beurteilung des Vorliegens von Verwechslungsgefahr im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der
         Verordnung Nr. 40/94 nicht auf die Feststellungen gestützt, die es in den Randnrn. 53 und 54 des angefochtenen Urteils zur
         Unterscheidungskraft des Elements „natura“ getroffen hat.
      
      67      Das Gericht hat nämlich in Randnr. 71 des angefochtenen Urteils ausgeführt, aus der Prüfung der streitigen Zeichen ergebe
         sich, dass sie begrifflich sehr ähnlich seien, in klanglicher Hinsicht eine gewisse Ähnlichkeit und in visueller Hinsicht
         geringe Ähnlichkeit aufwiesen und dass die starke begriffliche Ähnlichkeit die zwischen den fraglichen Zeichen bestehenden
         Unterschiede neutralisieren könne. Das Gericht hat hierbei auf die von ihm in den Randnrn. 50, 56, 60 und 67 seines Urteils
         vorgenommene Würdigung Bezug genommen. In Randnr. 72 des Urteils hat das Gericht daraus gefolgert, dass sich die einander
         gegenüberstehenden Zeichen ähnelten.
      
      68      Selbst wenn man unterstellt, dass das Gericht bei der Würdigung der Unterscheidungskraft des Begriffs „natura“ einen Rechtsfehler
         begangen hätte, konnte dieser folglich keine Auswirkung auf die vom Gericht vorgenommene Beurteilung des Vorliegens von Verwechslungsgefahr
         zwischen den einander gegenüberstehenden Zeichen haben.
      
      69      Somit ist der dritte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes zurückzuweisen, soweit XXXLutz Marken dem Gericht vorwirft, die Kriterien
         von Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 nicht angewandt zu haben.
      
      70      Zum Vorbringen, die ältere Marke hätte für bestimmte Waren und Dienstleistungen wegen eines absoluten Eintragungshindernisses
         von der Eintragung ausgeschlossen werden müssen, ist im Übrigen festzustellen, dass XXXLutz Marken diese Frage nicht im Rahmen
         eines Rechtsmittels aufwerfen kann, das die Kontrolle der Rechtmäßigkeit eines Urteils des Gerichts zu einem Widerspruchsverfahren
         nach Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 betrifft. Im Rahmen eines solchen Verfahrens spricht nämlich für die
         ältere Marke, auf die sich der Widerspruch stützt, eine Vermutung der Rechtmäßigkeit.
      
      71      Angesichts der vorstehenden Erwägungen ist der dritte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes zurückzuweisen.
      
       Zum vierten Teil des ersten Rechtsmittelgrundes
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      72      Mit dem vierten Teil ihres ersten Rechtsmittelgrundes macht XXXLutz Marken geltend, dass das Gericht im Rahmen der Prüfung
         der Voraussetzungen von Art. 8 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 von einem rechtsfehlerhaften Verständnis des Begriffs
         „beschreibender Charakter“ ausgegangen sei, da es einerseits in Randnr. 54 des angefochtenen Urteils festgestellt habe, dass
         das Wortelement „natura“ vermuten lasse, dass die betreffenden Waren aus natürlichen Materialien gemacht seien, dass sie hautfreundlich
         seien oder dass das Verfahren ihrer Herstellung für die Natur ungefährlich sei, andererseits aber aus dieser Feststellung
         in den Randnrn. 54 und 55 des Urteils geschlossen habe, dass dieser Begriff keine Beschreibung der Merkmale der in Rede stehenden
         Waren sei bzw. kein unmittelbarer und konkreter Zusammenhang mit den fraglichen Waren hergestellt werde.
      
      73      Da nach der Rechtsprechung beim Zeichenvergleich auf die unterscheidungskräftigen und dominierenden Elemente abzustellen sei
         und ein beschreibender Begriff eben kein unterscheidungskräftiges und dominierendes Element sei, könne aus dem Umstand, dass
         den beiden einander gegenüberstehenden Zeichen ein beschreibender Wortbestandteil gemein sei, keine Zeichenähnlichkeit hergeleitet
         werden.
      
      74      Nach Ansicht des HABM ist der vierte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes unzulässig, da er Tatsachenfeststellungen des Gerichts
         betreffe.
      
      75      Er sei jedenfalls unbegründet. Das Gericht sei zu Recht davon ausgegangen, dass das Element „natura“ nur eine Anspielung auf
         Eigenschaften oder die Herstellungsweise der in Rede stehenden Waren enthalte und daher nicht beschreibend sei. Zudem habe
         die Rechtsmittelführerin, wie das Gericht in Randnr. 65 des angefochtenen Urteils zu Recht festgestellt habe, nichts vorgetragen,
         um ihr Vorbringen zu untermauern.
      
       Würdigung durch den Gerichtshof
      76      Mit dem vierten Teil ihres ersten Rechtsmittelgrundes vertritt XXXLutz Marken im Wesentlichen die Ansicht, das Gericht habe
         einen Rechtsfehler begangen, als es entschieden habe, dass das Wortelement „natura“ nicht beschreibend sei. Dabei handelt
         es sich um eine Rechtsfrage, die dem Gerichtshof in einem Rechtsmittelverfahren vorgelegt werden kann. Dieser Teil ist deshalb
         zulässig.
      
      77      Nach der Rechtsprechung fallen unter Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 solche beschreibenden Zeichen und Angaben,
         die im normalen Sprachgebrauch nach dem Verständnis des Verbrauchers eine Ware oder Dienstleistung, wie sie Gegenstand der
         Anmeldung ist, entweder unmittelbar oder durch Hinweis auf eines ihrer wesentlichen Merkmale bezeichnen können (Urteil vom
         20. September 2001, Procter & Gamble/HABM, C‑383/99 P, Slg. 2001, I‑6251, Randnr. 39, und Beschluss vom 9. Dezember 2009,
         Prana Haus/HABM, C‑494/08 P, Randnr. 28).
      
      78      In den Randnrn. 53 und 54 des angefochtenen Urteils hat das Gericht ausgeführt, dass der Begriff „natura“ die Vorstellung
         von etwas Natürlichem oder Umweltfreundlichem, das aus der Natur oder der Erde hervorgegangen sei, wecke und vermuten lasse,
         dass einige der fraglichen Waren aus natürlichen Materialien gemacht seien, dass sie hautfreundlich seien oder dass das Verfahren
         ihrer Herstellung für die Natur ungefährlich sei.
      
      79      Aufgrund der Feststellung, dass der Begriff „natura“ „die Vorstellung … weckt“ oder „vermuten lassen … [mag]“, dass die betroffenen
         Waren aus natürlichen oder umweltfreundlichen Materialien gemacht sind, war es sachgerecht, dass das Gericht entschieden hat,
         dass dieser Begriff in Bezug auf die Merkmale der genannten Waren nicht beschreibend sei (Randnrn. 54 und 55 des angefochtenen
         Urteils) oder aber keinen hinreichend unmittelbaren und konkreten Zusammenhang mit ihnen herstelle (Randnr. 54 des Urteils).
         Nach der Rechtsprechung stellt nämlich ein solches Hervorrufen von Assoziationen oder eine solche Vermutung hinsichtlich der
         Merkmale der betroffenen Waren keinen unmittelbaren oder sofortigen Zusammenhang zwischen dem als Marke angemeldeten Zeichen
         und diesen Waren dar (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichts vom 12. Januar 2005, Deutsche Post EURO EXPRESS/HABM [EUROPREMIUM],
         T‑334/03, Slg. 2005, II‑65, Randnr. 37, und vom 2. Dezember 2008, Ford Motor/HABM [FUN], T‑67/07, Slg. 2008, II‑3411, Randnr.
         33).
      
      80      Der vierte Teil des ersten Rechtsmittelgrundes ist deshalb als unbegründet zurückzuweisen. Damit ist der erste Rechtsmittelgrund
         insgesamt zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten Rechtsmittelgrund
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      81      Mit ihrem zweiten Rechtsmittelgrund macht XXXLutz Marken geltend, das angefochtene Urteil enthalte eine widersprüchliche Begründung
         im Rahmen der Prüfung der begrifflichen Ähnlichkeit der in Rede stehenden Zeichen. Einerseits habe das Gericht nämlich in
         Randnr. 62 des Urteils festgestellt, dass die Begriffe „Linea“ und „selection“ in Verbindung mit dem Begriff „natura“ eindeutig
         und in leicht verständlicher Weise darauf hinwiesen, dass die mit den streitigen Marken gekennzeichneten Waren Teil einer
         Kollektion von Waren seien, die aus natürlichen bzw. naturbelassenen Materialien bestünden, mittels eines umweltfreundlichen
         Verfahrens hergestellt würden oder sich in sonstiger Weise umweltfreundlich auswirkten. Andererseits habe es in den Randnrn.
         63 bis 65 des Urteils die Ansicht vertreten, dass die Begriffe „natura selection“ und „Linea Natura“ keinen beschreibenden
         Charakter besäßen.
      
      82      Wenn die Feststellung des Gerichts zutreffe, dass der Verkehr den einander gegenüberstehenden Zeichen eindeutig und in leicht
         verständlicher Weise einen Hinweis auf die Zugehörigkeit der betroffenen Waren zu einer Kollektion natürlicher und umweltfreundlicher
         Produkte entnehme, dann könne nicht zugleich zutreffen, dass es den genannten Zeichen an einem unmittelbaren und konkreten
         Zusammenhang mit den fraglichen Waren oder Dienstleistungen fehle.
      
      83      Nach Ansicht des HABM ist der zweite Rechtsmittelgrund zurückzuweisen, da das Gericht lediglich festgestellt habe, dass die
         Wortelemente der in Rede stehenden Marken nur eine Anspielung auf Eigenschaften oder die Herstellungsweise der betroffenen
         Waren enthielten; daher seien die Feststellungen des Gerichts im Rahmen der begrifflichen Ähnlichkeit nicht widersprüchlich.
      
       Würdigung durch den Gerichtshof
      84      In Randnr. 62 des angefochtenen Urteils hat das Gericht festgestellt, dass „[d]ie Worte ‚Linea‘ und ‚selection‘ in Verbindung
         mit dem Wort ‚natura‘ … eindeutig und in leicht verständlicher Weise darauf hin[weisen], dass ‚die so gekennzeichneten Waren
         Teil einer Kollektion von Waren sind, die aus natürlichen bzw. naturbelassenen Materialien bestehen oder mittels eines umweltfreundlichen
         Verfahrens hergestellt werden oder die sich in sonstiger Weise umweltfreundlich auswirken‘“.
      
      85      In Randnr. 65 seines Urteils hat das Gericht darauf hingewiesen, dass das Wort „natura“ normale Unterscheidungskraft besitze,
         weil es in Bezug auf die in Rede stehenden Waren oder Dienstleistungen nicht beschreibend sei.
      
      86      Die Randnrn. 62 und 65 des angefochtenen Urteils sind nicht widersprüchlich. In Randnr. 62 hat das Gericht nämlich die begriffliche
         Ähnlichkeit der Verbindung der Worte „Linea“ und „selection“ mit dem Wort „natura“ gewürdigt. In Randnr. 65 hat es dagegen
         auf die Unterscheidungskraft allein des Wortes „natura“ in Bezug auf die in Rede stehenden Waren oder Dienstleistungen hingewiesen,
         wobei es auf seine Würdigung in Randnr. 54 des Urteils Bezug genommen hat. Daher kann dem Gericht nicht vorgeworfen werden,
         dass seine Würdigung unterschiedlich ausfalle, je nachdem, ob seine Prüfung ein Wort oder eine Wortverbindung betreffe.
      
      87      Der zweite Rechtsmittelgrund ist somit zurückzuweisen.
      
       Zum dritten Rechtsmittelgrund
       Zum ersten Teil des dritten Rechtsmittelgrundes
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      88      Mit dem ersten Teil ihres dritten Rechtsmittelgrundes wirft XXXLutz Marken dem Gericht vor, die Tatsachen verfälscht zu haben;
         sie habe nämlich entgegen den Ausführungen in Randnr. 65 des angefochtenen Urteils insbesondere in ihrer Klageschrift vorgetragen,
         aus welchen Gründen sie den Begriff „natura“ für beschreibend halte.
      
      89      Nach Ansicht des HABM ist der erste Teil des dritten Rechtsmittelgrundes zurückzuweisen, da das Gericht die von der Rechtsmittelführerin
         dargelegten Gründe zur Kenntnis genommen und gewürdigt, aber nicht als ausreichend angesehen habe, um ihre Auffassung zu stützen.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      90      Die Feststellung des Gerichts in Randnr. 65 des angefochtenen Urteils, dass XXXLutz Marken nichts vorgetragen habe, um ihre
         Auffassung zu untermauern, dass aus der Sicht der maßgeblichen Verkehrskreise zwischen dem Wortelement „natura selection“
         der älteren Bildmarke und den Waren und Dienstleistungen, für die die Marke eingetragen worden sei, ein unmittelbarer und
         konkreter Zusammenhang bestehe, kann nicht so verstanden werden, dass das Gericht die hierzu von der Rechtsmittelführerin
         vorgebrachten Argumente nicht berücksichtigt hätte.
      
      91      Das Gericht hat dieses Vorbringen nämlich keineswegs unberücksichtigt gelassen, sondern in Randnr. 66 des angefochtenen Urteils
         darauf hingewiesen, dass sich die Rechtsmittelführerin lediglich auf eine frühere Entscheidung der Beschwerdekammer des HABM
         gestützt habe. Es hat die Ansicht vertreten, dass dieses Argument nicht geeignet sei, einen hinreichend direkten und konkreten
         Zusammenhang herzustellen, da nach der Rechtsprechung die Rechtmäßigkeit der Entscheidungen der Beschwerdekammer allein auf
         der Grundlage der Verordnung Nr. 40/94 und nicht auf der Grundlage einer vorherigen Entscheidungspraxis zu beurteilen sei.
      
      92      Infolgedessen ist der erste Teil des dritten Rechtsmittelgrundes zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten Teil des dritten Rechtsmittelgrundes
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      93      Mit dem zweiten Teil ihres dritten Rechtsmittelgrundes wirft XXXLutz Marken dem Gericht vor, die Tatsachen verfälscht zu haben,
         indem es in Randnr. 54 des angefochtenen Urteils festgestellt habe, dass zwischen dem in dem Wortelement „natura“ enthaltenen
         Hinweis und den genannten Waren, wie die Beschwerdekammer in Randnr. 24 der streitigen Entscheidung ausgeführt habe, kein
         unmittelbarer und konkreter Zusammenhang bestehe. Die Beschwerdekammer habe in der genannten Randnummer das Bestehen eines
         solchen Zusammenhangs im Gegenteil bestätigt.
      
      94      Das HABM macht geltend, der zweite Teil des dritten Rechtsmittelgrundes sei zurückzuweisen, da er auf einem falschen Verständnis
         der streitigen Entscheidung beruhe. Aus deren Randnr. 24 gehe nämlich hervor, dass der Begriff „natura“ sowohl für die ältere
         Marke als auch für die Gemeinschaftsmarkenanmeldung keinen unmittelbaren Zusammenhang herstelle, der es rechtfertigen würde,
         ihn als nicht oder nur schwach unterscheidungskräftig zu betrachten.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      95      In Randnr. 54 des angefochtenen Urteils hat das Gericht unter Bezugnahme auf Randnr. 24 der streitigen Entscheidung ausgeführt,
         das Wortelement „natura“ möge vermuten lassen, dass einige der betroffenen Waren aus natürlichen Materialien gemacht seien,
         dass sie hautfreundlich seien oder dass das Verfahren ihrer Herstellung für die Natur ungefährlich sei, ohne dass jedoch irgendein
         unmittelbarer und konkreter Zusammenhang mit den fraglichen Waren hergestellt würde.
      
      96      In Randnr. 24 der streitigen Entscheidung hat die Beschwerdekammer die Ansicht vertreten, dass der Begriff „natura“ in gewissem
         Maß eine Anspielung auf bestimmte der in der Gemeinschaftsmarkenanmeldung „Linea Natura Natur hat immer Stil“ bezeichneten
         Waren sein könne, indem er vermuten lassen möge, dass diese Waren aus natürlichen Materialien gemacht seien, dass sie hautfreundlich
         seien oder dass das Verfahren ihrer Herstellung für die Natur ungefährlich sei. Die Beschwerdekammer hat daraus geschlossen,
         dass dieser Begriff eine normale Unterscheidungskraft besitze, weil er nicht beschreibend sei und auch keinen unmittelbaren
         Zusammenhang mit den betroffenen Waren herstelle, der es sowohl für die ältere Marke als auch für die angemeldete Marke rechtfertigen
         würde, ihn als nicht unterscheidungskräftig oder als nur schwach unterscheidungskräftig anzusehen.
      
      97      Es war daher sachgerecht, wenn das Gericht in Randnr. 54 des angefochtenen Urteils davon ausgegangen ist, dass der Begriff
         „natura“, wie die Beschwerdekammer ausgeführt hatte, keinen unmittelbaren und konkreten Zusammenhang mit den betroffenen Waren
         herstellt.
      
      98      Daher ist der zweite Teil des dritten Rechtsmittelgrundes als unbegründet zurückzuweisen; somit ist der dritte Rechtsmittelgrund
         insgesamt zurückzuweisen.
      
      99      Das Rechtsmittel ist daher in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Kosten
      100    Nach Art. 69 § 2 der Verfahrensordnung, der gemäß Art. 118 der Verfahrensordnung auf das Rechtsmittelverfahren entsprechende
         Anwendung findet, ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da das HABM die Verurteilung
         von XXXLutz Marken beantragt hat und diese mit ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind ihr die Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.
      2.      Die XXXLutz Marken GmbH trägt die Kosten.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Deutsch.