CELEX: 62004CJ0095
Language: de
Date: 2007-03-15 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Dritte Kammer) vom 15. März 2007.#British Airways plc gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften.#Rechtsmittel - Missbrauch einer beherrschenden Stellung - Fluggesellschaft - Vereinbarungen mit Reisevermittlern - Prämien in Verbindung mit Umsatzsteigerungen bei den Flugscheinen einer Fluggesellschaft während eines bestimmten Zeitraums im Verhältnis zu einem Referenzzeitraum - Prämien, die nicht nur für die nach Erreichen der Umsatzvorgabe verkauften Flugscheine gewährt werden, sondern für alle im betreffenden Zeitraum verkauften Flugscheine.#Rechtssache C-95/04 P.

Rechtssache C‑95/04 P
      British Airways plc
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      „Rechtsmittel – Missbrauch einer beherrschenden Stellung – Fluggesellschaft – Vereinbarungen mit Reisevermittlern – Prämien in Verbindung mit Umsatzsteigerungen bei den Flugscheinen einer Fluggesellschaft während eines bestimmten Zeitraums
         im Verhältnis zu einem Referenzzeitraum – Prämien, die nicht nur für die nach Erreichen der Umsatzvorgabe verkauften Flugscheine gewährt werden, sondern für alle im
         betreffenden Zeitraum verkauften Flugscheine“
      
      Schlussanträge der Generalanwältin J. Kokott vom 23. Februar 2006 
      Urteil des Gerichtshofs (Dritte Kammer) vom 15. März 2007 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Wettbewerb – Beherrschende Stellung – Missbrauch – Zielrabatte
      (Art. 82 EG)
      2.     Wettbewerb – Beherrschende Stellung – Missbrauch – Begriff
      (Art. 3 Abs. 1 Buchst. g EG und Art. 82 EG)
      3.     Wettbewerb – Beherrschende Stellung – Missbrauch – Anwendung unterschiedlicher Bedingungen auf gleichwertige Leistungen
      (Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG)
      4.     Wettbewerb – Beherrschende Stellung – Missbrauch – Anwendung unterschiedlicher Bedingungen auf gleichwertige Leistungen
      (Art. 3 Abs. 1 Buchst. g EG und Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG)
      1.     Für die Feststellung des eventuellen missbräuchlichen Charakters einer Regelung über Rabatte oder Prämien eines Unternehmens
         in beherrschender Stellung, bei denen es sich weder um ausschließlich an das Einkaufsvolumen anknüpfende Mengenrabatte oder
         -prämien noch um Treuerabatte oder -prämien handelt, weil die Regelung auf Seiten der Vertragspartner keine Verpflichtung
         enthält, ihren Bedarf ausschließlich oder zu einem bestimmten Teil beim Unternehmen in beherrschender Stellung zu decken,
         sind sämtliche Umstände, insbesondere die Kriterien und Modalitäten der Gewährung dieser Rabatte und Prämien, zu berücksichtigen.
         Es ist zunächst zu prüfen, ob sie eine Verdrängungswirkung entfalten können, d. h., ob sie geeignet sind, den Wettbewerbern
         des Unternehmens in beherrschender Stellung den Zugang zum Markt und darüber hinaus seinen Vertragspartnern die Wahl zwischen
         mehreren Bezugsquellen oder Handelspartnern zu erschweren oder sogar unmöglich zu machen. Anschließend ist zu ermitteln, ob
         für die gewährten Rabatte oder Prämien eine objektive wirtschaftliche Rechtfertigung besteht. Denn es ist einem Unternehmen
         gestattet, nachzuweisen, dass seine Prämienregelung mit Verdrängungswirkung wirtschaftlich gerechtfertigt ist.
      
      Eine Verdrängungswirkung kann von Zielrabatten oder Zielprämien ausgehen, d. h. von solchen, deren Gewährung an die Erfüllung
         individuell definierter Umsatzziele geknüpft ist, da der Prämiensatz von der Entwicklung des Umsatzes aus dem Kauf oder Verkauf
         der Produkte des Unternehmens in beherrschender Stellung bei jedem Vertragspartner während eines festgelegten Zeitraums abhängt.
      
      Die Bindung der Vertragspartner an das Unternehmen in beherrschender Stellung und der auf sie ausgeübte Druck sind in der
         Regel besonders stark bei Rabatten oder Prämien, die auf den Gesamtumsatz mit Produkten dieses Unternehmens angewendet werden,
         d. h., wenn sich diese Rabatte oder Prämien nicht nur auf den Zuwachs an Käufen oder Verkäufen dieser Produkte im berücksichtigten
         Zeitraum beziehen, sondern auf die gesamten Käufe oder Verkäufe erstreckten. Auf diese Weise können auch schon verhältnismäßig
         geringe Veränderungen – gleichviel, ob nach oben oder nach unten – im Umsatz mit Produkten des Unternehmens in beherrschender
         Stellung überproportionale Auswirkungen für die Vertragspartner haben. Das ist der Fall, wenn das Erreichen der Vorgaben zu
         einer Erhöhung der gezahlten Prämie für die Verkäufe oder Käufe dieser Produkte im gesamten berücksichtigten Zeitraum und
         nicht nur für die nach Erreichen dieser Vorgaben getätigten Verkäufe oder Käufe führt. Die Progression der erhöhten Prämiensätze
         entfaltet also eine sehr spürbare Wirkung im Randbereich mit einschneidenden Auswirkungen auf die Ergebniszuschlagssätze bei
         einem leichten Rückgang der erzielten Umsätze.
      
      Der Druck, der von einem Unternehmen in beherrschender Stellung, das Rabatte oder Prämien mit solchen Merkmalen gewährt, auf
         seine Vertragspartner ausgeübt wird, wird noch verstärkt, wenn es sehr viel höhere Marktanteile hält als seine Wettbewerber.
         Unter diesen Umständen ist es besonders schwierig für die Wettbewerber dieses Unternehmens, die am Gesamtumsatz orientierten
         Rabatte oder Prämien zu überbieten. Aufgrund seines deutlich höheren Marktanteils ist das Unternehmen in beherrschender Stellung
         in der Regel ein unumgänglicher Handelspartner auf dem Markt. Die von einem solchen Unternehmen gewährten, am Gesamtumsatz
         orientierten Rabatte oder Prämien werden in absoluten Zahlen regelmäßig stärker ins Gewicht fallen als selbst die großzügigeren
         Angebote seiner Wettbewerber. Um die Vertragspartner des Unternehmens in beherrschender Stellung auf ihre Seite zu ziehen
         oder von ihnen jedenfalls ein ausreichendes Auftragsvolumen zu erhalten, müssten diese Wettbewerber ihnen deutlich höhere
         Rabatte oder Prämien anbieten.
      
      Die Beurteilung der objektiven wirtschaftlichen Rechtfertigung einer Rabatt- oder Prämienregelung eines Unternehmens in beherrschender
         Stellung erfolgt anhand sämtlicher Umstände des Einzelfalls. Es ist zu ermitteln, ob die für den Wettbewerb nachteilige Verdrängungswirkung
         einer solchen Regelung durch Effizienzvorteile ausgeglichen oder sogar übertroffen werden kann, die auch dem Verbraucher zugutekommen.
         Steht die Verdrängungswirkung dieser Regelung in keinem Zusammenhang mit Vorteilen für den Markt und die Verbraucher oder
         geht sie über dasjenige hinaus, was zur Erreichung solcher Vorteile erforderlich ist, so ist diese Regelung als missbräuchlich
         anzusehen.
      
      (vgl. Randnrn. 65, 67-75, 86)
      2.     Art. 82 EG bezieht sich nicht nur auf Verhaltensweisen, durch die den Verbrauchern ein unmittelbarer Schaden erwachsen kann,
         sondern auch auf solche, die ihnen durch einen Eingriff in die Struktur des tatsächlichen Wettbewerbs, von dem in Art. 3 Abs. 1
         Buchst. g EG die Rede ist, Schaden zufügen. Daher ist es für die Feststellung eines eventuellen missbräuchlichen Verhaltens
         eines Unternehmens in beherrschender Stellung nicht erforderlich, zu prüfen, ob es den Verbrauchern einen Schaden im Sinne
         von Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG zugefügt hat, sondern es genügt, zu untersuchen, ob es eine beschränkende Wirkung auf den
         Wettbewerb gehabt hat.
      
      (vgl. Randnrn. 106-107)
      3.     Eine Regelung über von einem Unternehmen in beherrschender Stellung gewährte Zielrabatte oder -prämien, die für den Fall,
         dass die Vertragspartner die Vorgaben erreichen, die Erhöhung der Rabatt- oder Prämiensätze nicht nur für den über diese Vorgaben
         hinausgehenden Grenzumsatz mit Produkten des Unternehmens in beherrschender Stellung vorsieht, sondern für die gesamten im
         zugrunde gelegten Zeitraum getätigten Käufe oder Verkäufe, führt zu einer Vergütung von gleichwertigen Leistungen im Sinne
         von Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG, nämlich dem Kauf oder Verkauf derselben Anzahl von Produkten des Unternehmens in beherrschender
         Stellung, mit unterschiedlichen Sätzen je nachdem, ob die Vertragspartner ihre Vorgaben im Verhältnis zum Referenzzeitraum
         erfüllt haben oder nicht.
      
      (vgl. Randnrn. 138-139)
      4.     Das in Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG normierte besondere Diskriminierungsverbot ist Teil des Systems, das gemäß Art. 3 Abs. 1
         Buchst. g EG den Wettbewerb innerhalb des Binnenmarkts vor Verfälschungen schützt. Durch das Geschäftsgebaren des Unternehmens
         in beherrschender Stellung soll der Wettbewerb auf einem vor- oder nachgelagerten Markt, also der Wettbewerb zwischen Zulieferern
         oder Abnehmern dieses Unternehmens, nicht verzerrt werden. Im Wettbewerb untereinander sollen die Vertragspartner dieses Unternehmens
         nicht bevorzugt oder benachteiligt werden. Die Tatbestandsmerkmale von Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG sind daher nur dann erfüllt,
         wenn festgestellt wird, dass das Verhalten des marktbeherrschenden Unternehmens nicht nur diskriminierend ist, sondern auch
         darauf abzielt, diese Wettbewerbsbeziehung zu verfälschen, d. h., die Wettbewerbsposition eines Teils der Handelspartner dieses
         Unternehmens gegenüber den anderen zu beeinträchtigen.
      
      Nichts hindert daran, die Diskriminierung von Handelspartnern, die sich in einer Wettbewerbsbeziehung befinden, als missbräuchlich
         anzusehen, wenn das Verhalten des Unternehmens in beherrschender Stellung angesichts des gesamten Sachverhalts darauf gerichtet
         ist, eine Wettbewerbsverzerrung zwischen diesen Handelspartnern herbeizuführen. In einer solchen Situation kann nicht verlangt
         werden, dass zusätzlich der Beweis einer tatsächlichen, quantifizierbaren Verschlechterung der Wettbewerbsstellung einzelner
         Handelspartner erbracht wird.
      
      (vgl. Randnrn. 143-145)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Dritte Kammer)
      15. März 2007(*)
      
      
      Inhaltsverzeichnis
      
      Vorgeschichte des Rechtsstreits
      Klage vor dem Gericht und angefochtenes Urteil
      Anträge der Verfahrensbeteiligten
      Zum Rechtsmittel
      Zum ersten Rechtsmittelgrund: Rechtsfehler bei der Beurteilung der Ausschlusswirkung der fraglichen Prämienregelungen durch
         das Gericht
      
      Zum ersten Teil des ersten Rechtsmittelgrundes: Kriterium für die Beurteilung der eventuellen Ausschlusswirkung der fraglichen
         Prämienregelungen
      
      – Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      – Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum zweiten Teil des ersten Rechtsmittelgrundes: Beurteilung der Relevanz der objektiven wirtschaftlichen Rechtfertigung der
         fraglichen Prämienregelungen durch das Gericht
      
      – Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      – Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum zweiten Rechtsmittelgrund: Das Gericht habe rechtsfehlerhaft weder die möglichen Auswirkungen der von BA gewährten Provisionen
         untersucht noch die Beweise dafür berücksichtigt, dass diese Provisionen keine tatsächliche Wirkung auf die konkurrierenden
         Fluggesellschaften gehabt hätten
      
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum dritten Rechtsmittelgrund: Das Gericht habe rechtsfehlerhaft nicht geprüft, ob das Verhalten von BA zu einem „Schaden
         der Verbraucher“ im Sinne von Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG geführt habe
      
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum vierten Rechtsmittelgrund: Rechtsfehler, weil das Gericht trotz der unterschiedlichen Länge des berücksichtigten Zeitraums
         befunden habe, dass die neue Ergebniszuschlagsregelung die gleiche Wirkung wie die Marketingvereinbarungen gehabt habe, sowie
         Fehlen einer Analyse und Quantifizierung der Auswirkungen der fraglichen Prämienregelungen auf die Wettbewerber von BA
      
      Zum ersten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes: Unterschiede zwischen den Marketingvereinbarungen und der neuen Ergebniszuschlagsregelung
      – Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      – Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum zweiten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes: Anforderungen an den Beweis einer Verdrängungswirkung der fraglichen Prämienregelungen
      – Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      – Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum fünften Rechtsmittelgrund: Fehlerhafte Anwendung des Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG durch das Gericht im Hinblick auf die
         diskriminierende Wirkung der fraglichen Prämienregelungen für die Reisevermittler im Vereinigten Königreich
      
      Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      Würdigung durch den Gerichtshof
      Zum ersten Teil des fünften Rechtsmittelgrundes: Gleichwertigkeit der Leistungen der Reisevermittler
      Zum zweiten Teil des fünften Rechtsmittelgrundes: Anforderungen an die Feststellung eines Wettbewerbsnachteils
      Kosten
      „Rechtsmittel – Missbrauch einer beherrschenden Stellung – Fluggesellschaft – Vereinbarungen mit Reisevermittlern – Prämien in Verbindung mit Umsatzsteigerungen bei den Flugscheinen einer Fluggesellschaft während eines bestimmten Zeitraums
         im Verhältnis zu einem Referenzzeitraum – Prämien, die nicht nur für die nach Erreichen der Umsatzvorgabe verkauften Flugscheine gewährt werden, sondern für alle im
         betreffenden Zeitraum verkauften Flugscheine“
      
      In der Rechtssache C‑95/04 P
      betreffend ein Rechtsmittel nach Art. 56 der Satzung des Gerichtshofs, eingelegt am 25. Februar 2004,
      British Airways plc mit Sitz in Waterside (Vereinigtes Königreich), Prozessbevollmächtigte: R. Subiotto, Solicitor, R. O’Donoghue, Barrister,
         und W. Wood, QC,
      
      Rechtsmittelführerin,
      andere Verfahrensbeteiligte:
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch P. Oliver, A. Nijenhuis und M. Wilderspin als Bevollmächtigte, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Beklagte im ersten Rechtszug,
      Virgin Atlantic Airways Ltd mit Sitz in Crawley (Vereinigtes Königreich), Prozessbevollmächtigte: J. Scott, Solicitor, C. West, Barrister, und N. Green,
         QC,
      
      Streithelferin im ersten Rechtszug,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Dritte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten A. Rosas (Berichterstatter) sowie der Richter A. Borg Barthet und J. Malenovský,
      Generalanwältin: J. Kokott,
      Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 15. Dezember 2005,
      nach Anhörung der Schlussanträge der Generalanwältin in der Sitzung vom 23. Februar 2006
      folgendes
      Urteil
      1       Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die British Airways plc (im Folgenden: BA) die Aufhebung des Urteils des Gerichts erster
         Instanz der Europäischen Gemeinschaften vom 17. Dezember 2003, British Airways/Kommission (T‑219/99, Slg. 2003, II‑5917, im
         Folgenden: angefochtenes Urteil), mit dem das Gericht ihre Klage auf Nichtigerklärung der Entscheidung 2000/74/EG der Kommission
         vom 14. Juli 1999 in einem Verfahren nach Artikel 82 EG-Vertrag (IV/D‑2/34.780 – Virgin/British Airways, ABl. 2000, L 30,
         S. 1, im Folgenden: streitige Entscheidung) abgewiesen hat. Mit dieser Entscheidung war gegen BA eine Geldbuße in Höhe von
         6,8 Millionen Euro wegen des Missbrauchs einer beherrschenden Stellung auf dem Markt für Luftverkehrsvermittlerdienste im
         Vereinigten Königreich verhängt worden.
      
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      2       Der dem vorliegenden Rechtsstreit zugrunde liegende Sachverhalt, wie er sich aus den dem Gericht vorgelegten Akten ergibt
         und in den Randnrn. 4 bis 19 des angefochtenen Urteils dargestellt ist, kann wie folgt zusammengefasst werden.
      
      3       BA, die größte Fluggesellschaft des Vereinigten Königreichs, schloss mit in diesem Mitgliedstaat niedergelassenen und von
         der International Air Transport Association (IATA) anerkannten Reisevermittlern Vereinbarungen, die einen Anspruch auf eine
         Basisprovision für die von diesen Vermittlern getätigten Umsätze an Flugscheinen für von BA durchgeführte Flüge (im Folgenden:
         BA-Flugscheine) gewährten und zugleich drei unterschiedliche Prämienregelungen vorsahen: „Marketing Agreements“ (Marketingvereinbarungen),
         „Global Agreements“ (globale Vereinbarungen) und später ein „Performance Reward Scheme“ (Ergebniszuschlagsregelung), das ab
         dem 1. Januar 1998 Anwendung fand.
      
      4       Die Marketingvereinbarungen gaben bestimmten Reisevermittlern, nämlich denen mit einem Jahresumsatz an BA-Flugscheinen von
         mehr als 500 000 GBP, die Möglichkeit, zusätzlich zu der Basisprovision Barprämien zu erhalten, u. a. einen Ergebniszuschlag,
         der sich gleitend an der Entwicklung der von dem Reisevermittler erwirtschafteten Erlöse aus den Umsätzen an BA-Flugscheinen
         orientierte und von der Steigerung dieser Umsätze von einem Jahr zum darauffolgenden abhängig war.
      
      5       Am 9. Juli 1993 befasste Virgin Atlantic Airways Ltd (im Folgenden: Virgin) die Kommission der Europäischen Gemeinschaften
         mit einer Beschwerde, die sich u. a. gegen diese Marketingvereinbarungen richtete.
      
      6       Die Kommission beschloss, ein Verfahren hinsichtlich dieser Vereinbarungen einzuleiten, und richtete am 20. Dezember 1996
         eine Mitteilung der Beschwerdepunkte an BA. Diese erhielt bei einer Anhörung, die am 12. November 1997 stattfand, Gelegenheit,
         mündliche Ausführungen zu machen.
      
      7       Der zweite Typ von Prämienregelung, die globalen Vereinbarungen, wurde mit drei Reisevermittlern abgeschlossen, die aufgrund
         dieser Vereinbarungen zusätzliche Provisionen erhalten konnten, deren Höhe gemäß dem Wachstum des BA-Anteils an ihren weltweiten
         Umsätzen berechnet wurde.
      
      8       Am 17. November 1997 richtete BA an alle Reisevermittler im Vereinigten Königreich ein Schreiben, in dem sie Einzelheiten
         über einen dritten Typ von Prämienregelung, die neue Ergebniszuschlagsregelung, mitteilte.
      
      9       Bei dieser Regelung wurde die Basisprovision für alle BA-Flugscheine auf 7 % verringert (vorher beliefen sich die Provisionen
         auf 9 % für den Umsatz an internationalen Flugscheinen und auf 7,5 % für den Umsatz an Flugscheinen für Flüge innerhalb des
         Vereinigten Königreichs), aber jeder Reisevermittler konnte eine Zusatzprovision von bis zu 3 % für die internationalen Flugscheine
         und von bis zu 1 % für die Inlandsflugscheine erhalten. Die Höhe des zusätzlichen variablen Elements hing von der Entwicklung
         der Ergebnisse ab, die der Reisevermittler beim Verkauf von BA-Flugscheinen erzielte. Diese Ergebnisse wurden anhand einer
         Gegenüberstellung der gesamten Erlöse aus dem Verkauf von BA-Flugscheinen, die der Reisevermittler in einem Kalendermonat
         ausgestellt hatte, und denen des entsprechenden Vorjahresmonats ermittelt. Das zusätzliche variable Element wurde geschuldet,
         wenn das Verhältnis zwischen den Erlösen aus dem betreffenden Zeitraum und denen aus dem Referenzzeitraum 95 % betrug, und
         sein Maximalwert war erreicht, wenn dieses Verhältnis bei 125 % lag.
      
      10     Am 9. Januar 1998 reichte Virgin wegen dieser neuen Ergebniszuschlagsregelung eine ergänzende Beschwerde ein. Dazu erging
         seitens der Kommission am 12. März 1998 eine ergänzende Mitteilung der Beschwerdepunkte.
      
      11     Am 14. Juli 1999 erließ die Kommission die streitige Entscheidung, in deren Randnr. 96 sie feststellt, dass BA die beherrschende
         Stellung, die sie auf dem Markt für Luftverkehrsvermittlerdienste im Vereinigten Königreich innehabe, dadurch missbraucht
         habe, dass sie die Marketingvereinbarungen und die neue Ergebniszuschlagsregelung (im Folgenden gemeinsam: fragliche Prämienregelungen)
         auf die Reisevermittler in diesem Mitgliedstaat angewandt habe. Dieses missbräuchliche Verhalten bezwecke und bewirke, durch
         die Vergütung der Treue von Seiten der Reisevermittler und die unterschiedliche Behandlung von Reisevermittlern die Wettbewerber
         von BA von den Luftverkehrsmärkten im Vereinigten Königreich auszuschließen.
      
       Klage vor dem Gericht und angefochtenes Urteil
      12     Mit Klageschrift, die am 1. Oktober 1999 beim Gericht einging, erhob BA Klage auf Nichtigerklärung der streitigen Entscheidung.
      13     Das Gericht wies die Klage von BA gegen die streitige Entscheidung mit dem angefochtenen Urteil ab.
      14     Zur Stützung ihrer Klage brachte BA acht Klagegründe vor, mit denen sie die Unzuständigkeit der Kommission, einen Verstoß
         gegen das Diskriminierungsverbot, die fehlerhafte Abgrenzung des relevanten sektoriellen und räumlichen Marktes, das Fehlen
         eines Zusammenhangs zwischen den angeblich beeinträchtigten sektoriellen Märkten, den Erlass der streitigen Entscheidung auf
         einer falschen Rechtsgrundlage, das Fehlen einer beherrschenden Stellung, das Fehlen eines Missbrauchs einer beherrschenden
         Stellung und schließlich ein Übermaß der Geldbuße geltend machte.
      
      15     Im vorliegenden Rechtsmittel geht es allein um den siebten Klagegrund. Mit diesem auf das Fehlen einer beherrschenden Stellung
         gestützten Klagegrund bestritt BA das Vorbringen der Kommission, die fraglichen Prämienregelungen hätten eine Diskriminierung
         zwischen den Reisevermittlern im Vereinigten Königreich hervorgerufen oder eine Ausschlusswirkung gegenüber den konkurrierenden
         Fluggesellschaften erzeugt.
      
      16     Hinsichtlich, erstens, des diskriminierenden Charakters dieser Regelungen hat das Gericht in Randnr. 233 des angefochtenen
         Urteils daran erinnert, dass nach Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG die missbräuchliche Ausnutzung einer beherrschenden Stellung
         darin bestehen könne, dass unterschiedliche Bedingungen bei gleichwertigen Leistungen gegenüber Handelspartnern angewandt
         würden, wodurch diese im Wettbewerb benachteiligt würden.
      
      17     In der darauffolgenden Randnummer hat das Gericht festgestellt, dass die Erhöhung der Provisionssätze, die von BA gezahlt
         worden seien, nicht nur auf die BA-Flugscheine angewandt worden sei, die nach Erreichen der Verkaufsvorgabe verkauft worden
         seien, sondern auch für alle BA-Flugscheine, die ein Reisevermittler in dem betreffenden Zeitraum verkauft habe. In Randnr.
         236 hat das Gericht gefolgert, indem im selben Zeitraum erbrachte identische Dienste zu unterschiedlichen Sätzen vergütet
         worden seien, hätten die fraglichen Prämienregelungen die Höhe der von BA als Provisionen an die Reisevermittler gezahlten
         Vergütung verfälscht.
      
      18     In Randnr. 238 des angefochtenen Urteils hat das Gericht angenommen, dass diese diskriminierenden Vergütungsbedingungen die
         Fähigkeit der Reisevermittler im Vereinigten Königreich beeinträchtigten, bei der Erbringung von Luftverkehrsvermittlerdiensten
         an die Reisenden miteinander in Wettbewerb zu treten und die Nachfrage der konkurrierenden Fluggesellschaften nach solchen
         Diensten zu wecken.
      
      19     In Randnr. 240 des Urteils ist das Gericht zu dem Ergebnis gelangt, dass die Kommission berechtigt gewesen sei, festzustellen,
         dass BA durch die fraglichen Prämienregelungen ihre beherrschende Stellung auf dem Markt für Luftverkehrsvermittlerdienste
         des Vereinigten Königreichs missbräuchlich ausgenutzt habe, da diese Regelungen diskriminierende Auswirkungen unter den Reisevermittlern
         in diesem Mitgliedstaat erzeugt und damit einige unter ihnen im Sinne von Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG im Wettbewerb benachteiligt
         hätten.
      
      20     Was, zweitens, die Ausschlusswirkung gegenüber den mit BA konkurrierenden Fluggesellschaften aufgrund der treuefördernden
         Wirkung der fraglichen Prämienregelungen angeht, so hat das Gericht in den Randnrn. 245 und 246 daran erinnert, dass nach
         der Rechtsprechung des Gerichtshofs zwar bei Mengenrabattregelungen, die ausschließlich an das Volumen der bei einem beherrschenden
         Hersteller getätigten Einkäufe anknüpften, im Allgemeinen davon ausgegangen werde, dass sie keine gegen Art. 82 EG verstoßende
         Behinderung des Bezugs der Kunden dieses Herstellers bei dessen Konkurrenten bewirkten, von einem solchen Hersteller angewandte
         Rabattregelungen, die an die Verwirklichung eines Abnahmeziels anknüpften, jedoch gegen diese Bestimmung verstießen (vgl.
         in diesem Sinne Urteil vom 9. November 1983, Michelin/Kommission, 322/81, Slg. 1983, 3461, Randnr. 71).
      
      21     In Randnr. 270 des angefochtenen Urteils hat das Gericht ausgeführt, dass, um festzustellen, ob BA ihre beherrschende Stellung
         missbräuchlich ausgenutzt habe, indem sie auf die Reisevermittler im Vereinigten Königreich die fraglichen Prämienregelungen
         angewandt habe, die Kriterien und Modalitäten der Gewährung zu beurteilen seien und zu prüfen sei, ob die betreffenden Prämien
         darauf abzielten, durch die Gewährung eines Vorteils, der nicht auf einer ihn rechtfertigenden wirtschaftlichen Leistung beruhe,
         es den Reisevermittlern unmöglich zu machen oder zu erschweren, ihre Dienste den Fluggesellschaften ihrer Wahl zu verkaufen,
         und so den mit BA konkurrierenden Fluggesellschaften den Zugang zum Markt der Luftverkehrsvermittlerdienste im Vereinigten
         Königreich zu verwehren.
      
      22     Das Gericht hat in Randnr. 271 des angefochtenen Urteils ausgeführt, dass im vorliegenden Fall zu klären sei, ob die fraglichen
         Prämienregelungen eine treuefördernde Wirkung gegenüber den Reisevermittlern im Vereinigten Königreich hätten und ob sie gegebenenfalls
         auf einer wirtschaftlich gerechtfertigten Gegenleistung beruhten.
      
      23     Als Erstes hat das Gericht eine treuefördernde Wirkung der fraglichen Prämienregelungen in den Randnrn. 272 und 273 des Urteils
         aus zwei Gründen festgestellt. Zum einen hätten die erhöhten Provisionssätze aufgrund ihrer Progression, die eine sehr spürbare
         Wirkung im Randbereich entfaltet habe, von einem Zeitraum zum nächsten sprunghaft ansteigen können. Zum anderen sei die Bestrafung
         in Form einer unverhältnismäßigen Verringerung des Ergebniszuschlagssatzes bei einem, wenn auch nur leichten, Rückgang des
         Absatzes von BA-Flugscheinen im berücksichtigten Zeitraum im Verhältnis zum Referenzzeitraum für die Reisevermittler umso
         einschneidender gewesen, je höher die Einnahmen aus den Verkäufen von BA-Flugscheinen in diesem Referenzzeitraum gewesen seien.
      
      24     Hinsichtlich des Einwands von BA, dass die fraglichen Prämienregelungen ihre Wettbewerber nicht daran hinderten, ähnliche
         Vereinbarungen mit den Reisevermittlern im Vereinigten Königreich zu treffen, hat das Gericht in Randnr. 277 des angefochtenen
         Urteils außerdem darauf hingewiesen, dass die Anzahl der BA-Flugscheine, die diese Reisevermittler in dem Gesamtbereich verkauft
         hätten, der aus den Flugstrecken von und zu den Flughäfen in diesem Mitgliedstaat bestehe, konstant ein Vielfaches des Flugscheinabsatzes
         sowohl jedes Einzelnen der fünf Hauptwettbewerber von BA als auch der kumulierten Summe dieser Absätze ausgemacht habe. Das
         Gericht hat in Randnr. 278 des Urteils daraus den Schluss gezogen, es sei rechtlich hinreichend dargelegt, dass die konkurrierenden
         Unternehmen nicht in der Lage gewesen seien, im Vereinigten Königreich Einnahmen zu erzielen, die eine ausreichend breite
         finanzielle Grundlage für die Einführung einer der fraglichen vergleichbaren Prämienregelung hätten darstellen können, die
         die durch diese erzeugte Ausschlusswirkung hätte ausschalten können.
      
      25     Als Zweites hat das Gericht in Randnr. 279 des angefochtenen Urteils in Bezug auf die Frage, ob die fraglichen Prämienregelungen
         auf einer gerechtfertigten wirtschaftlichen Gegenleistung beruhten, daran erinnert, dass der Umstand, dass ein Unternehmen
         eine beherrschende Stellung innehabe, diesem nicht die Möglichkeit nehme, in angemessenem Umfang so vorzugehen, wie es dies
         für richtig halte, um seine eigenen geschäftlichen Interessen zu wahren, wenn sie bedroht seien. Es hat jedoch in Randnr.
         280 dieses Urteils präzisiert, dass der Schutz der Wettbewerbsstellung eines solchen Unternehmens nur dann rechtmäßig sein
         könne, wenn er auf Kriterien wirtschaftlicher Effizienz beruhe.
      
      26     In Randnr. 281 des angefochtenen Urteils hat das Gericht festgestellt, dass BA nicht dargetan habe, dass die treuefördernde
         Wirkung der fraglichen Prämienregelungen auf einer wirtschaftlich gerechtfertigten Gegenleistung beruht habe. In den Randnrn.
         282 und 283 dieses Urteils hat es ausgeführt, da die Verwirklichung der Vorgaben für eine Umsatzsteigerung mit BA-Flugscheinen
         durch Reisevermittler im Vereinigten Königreich zur Anwendung einer höheren Provision nicht nur in Bezug auf die BA-Flugscheine,
         die nach Erreichung der Absatzvorgaben verkauft worden seien, sondern hinsichtlich aller im betreffenden Zeitraum verkauften
         BA-Flugscheine geführt habe, habe die zusätzliche Vergütung für die Reisevermittler keinerlei objektiven Zusammenhang mit
         der sich für BA aus dem Verkauf zusätzlicher Flugscheine ergebenden Gegenleistung.
      
      27     Darüber hinaus hat das Gericht in Randnr. 285 des Urteils darauf hingewiesen, dass, auch wenn jede Fluggesellschaft ein Interesse
         daran habe, eher zusätzliche Flugscheine für ihre Flüge zu verkaufen als Plätze unbesetzt zu lassen, der Vorteil, den eine
         bessere Kapazitätsauslastung der Maschinen darstelle, im vorliegenden Fall wegen der Zusatzkosten, die BA durch die sich aus
         der nachträglichen Anwendung der erhöhten Provision ergebende Erhöhung der Vergütung des Reisevermittlers entstünden, erheblich
         geringer sein müsse.
      
      28     Daher ist das Gericht in den Randnrn. 286 bis 288 des angefochtenen Urteils zu dem Ergebnis gelangt, dass, da für die fraglichen
         Prämienregelungen keine wirtschaftlich gerechtfertigte Gegenleistung bestanden habe, anzunehmen sei, dass sie im Wesentlichen
         die Steigerung des Absatzes von BA-Flugscheinen von einem Zeitraum zum nächsten vergüten und mithin die Treuebindung der Reisevermittler
         im Vereinigten Königreich an BA hätten verstärken sollen. Diese Regelungen erschwerten damit die Etablierung oder Entwicklung
         der mit BA konkurrierenden Unternehmen auf dem britischen Markt der Luftverkehrsvermittlerdienste und behinderten so die Aufrechterhaltung
         des bestehenden Grades an Wettbewerb oder die Entwicklung des Wettbewerbs auf diesem Markt.
      
      29     Das Gericht hat im Übrigen in Randnr. 290 des Urteils festgestellt, BA habe in der mündlichen Verhandlung eingeräumt, dass
         es keinen genauen Zusammenhang zwischen den eventuellen Größenkostenersparnissen wegen der nach Erreichung der Umsatzziele
         zusätzlich verkauften BA-Flugscheine und den Erhöhungen des Prämiensatzes gegeben habe, die als Gegenleistung an die Reisevermittler
         im Vereinigten Königreich gezahlt worden seien.
      
      30     Schließlich hat das Gericht in Randnr. 293 des Urteils das Vorbringen von BA zurückgewiesen, die Kommission habe nicht nachgewiesen,
         dass die fraglichen Prämienregelungen eine Ausschlusswirkung erzeugt hätten. Hierzu hat das Gericht zum einen darauf hingewiesen,
         dass für die Feststellung eines Verstoßes gegen Art. 82 EG nicht nachgewiesen zu werden brauche, dass der fragliche Missbrauch
         eine konkrete Wirkung auf den betroffenen Märkten habe, da der Nachweis genüge, dass das missbräuchliche Verhalten des Unternehmens
         in beherrschender Stellung seiner Tendenz nach den Wettbewerb beschränke.
      
      31     Zum anderen hat das Gericht in der folgenden Randnummer des angefochtenen Urteils nicht nur ausgeführt, dass die fraglichen
         Prämienregelungen geeignet gewesen seien, eine beschränkende Wirkung auf den Märkten der Luftverkehrsvermittlerdienste und
         des Luftverkehrs des Vereinigten Königreichs zu haben, sondern auch, dass die Kommission die beschränkende Wirkung der streitigen
         Verhaltensweise auf diesen Märkten konkret nachgewiesen habe.
      
      32     Dazu hat das Gericht, erstens, dargelegt, da zum Zeitpunkt der beanstandeten Ereignisse 85 % des Absatzes der im Vereinigten
         Königreich verkauften Flugscheine über Reisevermittler erfolgt seien, habe das Verhalten von BA auf dem Markt für Luftverkehrsvermittlerdienste
         des Vereinigten Königreichs „eine Ausschlusswirkung auf den britischen Luftverkehrsmärkten zum Nachteil der konkurrierenden
         Fluggesellschaften gar nicht verfehlen“ können (Randnr. 295 des angefochtenen Urteils). Das Gericht hat, zweitens, ausgeführt,
         dass „es dann, wenn ein Unternehmen in beherrschender Stellung tatsächlich ein Verhalten praktiziert, das eine Verdrängungswirkung
         gegenüber seinen Konkurrenten hat, für die Verneinung des Missbrauchs einer beherrschenden Stellung im Sinne von Artikel 82
         EG nicht [ausreicht], dass das erhoffte Ergebnis nicht erreicht worden ist“ (Randnr. 297 des Urteils).
      
      33     Schließlich hat das Gericht in Randnr. 298 des angefochtenen Urteils festgestellt, dass die auf ihren absoluten Wert zurückgeführte
         Zunahme der Marktanteile bestimmter Konkurrenten von BA in Anbetracht der Bescheidenheit der ursprünglichen Marktanteile dieser
         Konkurrenten nicht bedeute, dass die Verhaltensweisen von BA wirkungslos gewesen seien, denn man dürfe „annehmen, dass ohne
         diese Verhaltensweisen die Marktanteile dieser Konkurrenten erheblich mehr hätten zunehmen können“.
      
      34     Das Gericht hat daher in Randnr. 300 den siebten Klagegrund zurückgewiesen.
       Anträge der Verfahrensbeteiligten
      35     BA beantragt,
      –       das angefochtene Urteil insgesamt oder teilweise aufzuheben;
      –       die ihr durch die streitige Entscheidung auferlegte Geldbuße in einem vom Gerichtshof in Ausübung seines Ermessens für angemessen
         gehaltenen Umfang aufzuheben oder herabzusetzen;
      
      –       jede andere Maßnahme zu erlassen, die der Gerichtshof für angemessen hält;
      –       der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      36     Die Kommission beantragt,
      –       das Rechtsmittel in vollem Umfang zurückzuweisen;
      –       BA die der Kommission im vorliegenden Verfahren entstandenen Kosten aufzuerlegen.
      37     Virgin beantragt,
      –       das Rechtsmittel für unzulässig oder jedenfalls für offensichtlich unbegründet zu erklären und es durch mit Gründen versehenen
         Beschluss gemäß Art. 119 der Verfahrensordnung des Gerichtshofs zurückzuweisen;
      
      –       hilfsweise, das Rechtsmittel zurückzuweisen und das angefochtene Urteil in vollem Umfang zu bestätigen;
      –       jedenfalls BA die Kosten des Rechtsmittels einschließlich derjenigen von Virgin aufzuerlegen.
       Zum Rechtsmittel
      38     Zur Stützung ihres Rechtsmittels führt BA fünf Rechtsmittelgründe an, mit denen sie Folgendes rügt:
      –       einen Rechtsfehler, da das Gericht ein falsches Kriterium angewandt habe, um die Ausschlusswirkung der fraglichen Prämienregelungen
         zu beurteilen und festzustellen, dass diese Regelungen keine objektive wirtschaftliche Rechtfertigung hätten;
      
      –       einen Rechtsfehler, da das Gericht Beweise dafür, dass die von ihr gewährten Prämien keine tatsächliche Auswirkung auf ihre
         Konkurrenten gehabt hätten, nicht berücksichtigt habe;
      
      –       einen Rechtsfehler, da das Gericht nicht geprüft habe, ob ein „Schaden der Verbraucher“ im Sinne von Art. 82 Abs. 2 Buchst. b
         EG vorgelegen habe;
      
      –       einen Rechtsfehler, da das Gericht zu Unrecht angenommen habe, dass die neue Ergebniszuschlagsregelung trotz der unterschiedlichen
         Länge des jeweils berücksichtigten Zeitraums die gleiche Wirkung gehabt habe wie die Marketingvereinbarungen, und die Auswirkungen
         dieser Regelung auf die Konkurrenten von BA weder analysiert noch quantifiziert habe;
      
      –       eine fehlerhafte Anwendung des Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG im Hinblick auf die Beurteilung der zu Diskriminierungen unter
         den Reisevermittlern im Vereinigten Königreich führenden Wirkung der fraglichen Prämienregelungen.
      
       Zum ersten Rechtsmittelgrund: Rechtsfehler bei der Beurteilung der Ausschlusswirkung der fraglichen Prämienregelungen durch
            das Gericht
      39     Im Rahmen dieses Rechtsmittelgrundes kritisiert BA die Ausführungen in den Randnrn. 270 bis 298 des angefochtenen Urteils,
         wonach die von BA gewährten Prämien zum einen eine „treuefördernde Wirkung“ hätten und daher eine Ausschlusswirkung hervorriefen
         und zum anderen aus wirtschaftlicher Sicht nicht gerechtfertigt seien.
      
       Zum ersten Teil des ersten Rechtsmittelgrundes: Kriterium für die Beurteilung der eventuellen Ausschlusswirkung der fraglichen
         Prämienregelungen
      
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      40     BA macht erstens geltend, dass das Gericht dadurch einen Rechtsfehler begangen habe, dass es die fraglichen Prämienregelungen
         nach einem falschen Kriterium beurteilt habe, nämlich dem der treuefördernden Wirkung dieser Regelungen.
      
      41     Art. 82 EG untersage einem Unternehmen in beherrschender Stellung nur, zu Mitteln zu greifen, die sich von den Mitteln eines
         normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs auf der Grundlage der Leistung der Wirtschaftsteilnehmer unterschieden,
         d. h., andere Methoden als den Leistungswettbewerb anzuwenden, der dem legitimen Preiswettbewerb ähnlich sei. Zum Wesen dieses
         legitimen Preiswettbewerbs gehöre es, dass ein Unternehmen die Freiheit haben müsse, seinen Vertragspartnern höhere Rabatte
         einzuräumen als seine Mitbewerber.
      
      42     Bei der Prüfung der treuefördernden Wirkung der fraglichen Prämienregelungen habe das Gericht aber nicht unterschieden zwischen
         der Kundentreue aufgrund der großzügigsten Provision oder der niedrigsten Preise einerseits und der Kundentreue aufgrund von
         wettbewerbswidrigen oder ausschließenden Verhaltensweisen andererseits, die Wettbewerber verdrängten, indem sie für diese
         künstliche Schwierigkeiten oder Hindernisse schafften.
      
      43     Die Mehrdeutigkeit des vom Gericht verwendeten Konzepts der „Treueförderung“ führe dazu, dass es praktisch unvermeidbar sei,
         die fraglichen Prämienregelungen zu missbilligen, da sie in dem Sinne eine treuefördernde Wirkung hätten, dass die Provisionen
         großzügig und für die Reisevermittler attraktiv gewesen seien.
      
      44     Der vom Gericht vertretene Ansatz sei nicht mit der Rechtsprechung des Gerichtshofs vereinbar. Aus den Urteilen vom 13. Februar
         1979, Hoffmann-La Roche/Kommission (85/76, Slg. 1979, 461), und Michelin/Kommission folge nämlich, dass die Gewährung höherer
         Provisionen durch ein Unternehmen in beherrschender Stellung nur dann missbräuchlich sein könne, wenn sie davon abhängig gemacht
         werde, dass der Vertragspartner rechtlich oder tatsächlich verpflichtet sei, ausschließlich oder überwiegend mit diesem Unternehmen
         Verträge abzuschließen, oder wenn sie die Möglichkeit des Vertragspartners einschränke, sich das Unternehmen, mit dem er Verträge
         abschließen wolle, frei auszusuchen. Diese Urteile missbilligten hingegen nicht die Gewährung höherer Provisionen auf alle
         Verkäufe bei Überschreiten eines Schwellenwerts, da zwar eine höhere Provision den Vertragspartner sehr dazu anhalte, die
         Produkte des Unternehmens in beherrschender Stellung noch besser zu verkaufen, jedoch nicht dazu führe, dass der Vertragspartner
         alles Wettbewerbswidrige akzeptiere, und die konkurrierenden Unternehmen nicht daran hindere, alle Arten von Provisionen zu
         gewähren, die sie für angebracht hielten.
      
      45     Diese Unterscheidung sei wesentlich. Solange eine großzügige Provision nicht von der Voraussetzung abhängig gemacht werde,
         dass die andere Partei ausschließlich (oder überwiegend) Verträge mit dem Unternehmen in beherrschender Stellung abschließe,
         oder der Absatz der Konkurrenten nicht auf andere Weise eingeschränkt werde, sei eine solche Provision lediglich eine Form
         des Preiswettbewerbs.
      
      46     Um zwischen einem legitimen Preiswettbewerb und einem rechtswidrigen wettbewerbswidrigen oder Ausschließungsverhalten zu unterscheiden,
         hätte das Gericht nach Ansicht von BA Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG anwenden müssen, wonach die missbräuchlichen Verhaltensweisen
         insbesondere in der Einschränkung der Erzeugung, des Absatzes oder der technischen Entwicklung zum Schaden der Verbraucher
         bestehen könnten. Es hätte daher prüfen müssen, ob BA den Absatz der konkurrierenden Fluggesellschaften tatsächlich eingeschränkt
         habe und ob dadurch den Verbrauchern ein Schaden entstanden sei.
      
      47     Eine solche Einschränkung des Absatzes der Konkurrenten durch das Unternehmen in beherrschender Stellung setze mehr voraus
         als die bloße Gewährung großzügiger Prämien. Sie sei nur in zwei Fallgruppen denkbar, die beide hier nicht gegeben seien,
         nämlich
      
      –       in Fällen, in denen die Gewährung von Prämien davon abhängig gemacht werde, dass der durch sie Begünstigte ausschließlich
         oder überwiegend mit dem Unternehmen in beherrschender Stellung Verträge abschließe, oder
      
      –       in Situationen, in denen der Begünstigte der Prämien sich nicht frei zwischen dem Unternehmen in beherrschender Stellung und
         dessen Wettbewerbern entscheiden könne; das sei der Fall, wenn der Begünstigte nur durch eine überwiegende geschäftliche Bindung
         an das Unternehmen in beherrschender Stellung Gewinne erwarten könne oder wenn dieses einen unfairen Preiswettbewerb betreibe
         (Preisdumping) und seine Wettbewerber diesem Druck nicht standhalten könnten.
      
      48     Außerhalb dieser beiden Fallgruppen verbiete Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG nicht allein deshalb, weil die Wettbewerber eines
         Unternehmens in beherrschender Stellung es für schwierig oder unmöglich hielten, sich einer bestimmten Geschäftspolitik dieses
         Unternehmens hinsichtlich der Preise, Dienstleistungen oder Provisionen anzuschließen, dass dieses eine solche Politik betreibe.
      
      49     Schließlich seien die im Urteil Michelin/Kommission getroffenen Feststellungen wegen bestimmter Unterschiede auf den vorliegenden
         Fall nicht übertragbar. Im Unterschied zu den Händlern von Michelin seien die Reisevermittler im Voraus schriftlich von BA
         sowohl über die Schwellenwerte als auch über die Erhöhung der Durchschnittsprovisionen informiert worden. Sie hätten den Vorteil
         auch dann behalten können, wenn sie von BA keine erhöhten Provisionen erhalten hätten, da alle Reisevermittler jedenfalls
         in den Genuss einer Basisprovision gekommen seien, und außerdem habe BA auf sie keinen Druck ausgeübt, damit sie die Ziele
         erreichten, von denen die Gewährung der erhöhten Provisionen abhängig gewesen sei. Die einzige Folge der Verfehlung dieser
         Ziele sei für die Reisevermittler der Verlust der Möglichkeit gewesen, eine höhere Provision zu erhalten. Dies stelle jedoch
         keinen Missbrauch dar.
      
      50     Die Kommission und Virgin sind hingegen übereinstimmend der Auffassung, dass die vom Gericht für die Beurteilung der Ausschlusswirkung
         der fraglichen Prämienregelungen angelegten Kriterien zutreffend seien und im Einklang mit der Rechtsprechung stünden, u. a.
         mit den Urteilen Hoffmann-La Roche/Kommission und Michelin/Kommission.
      
      51     Nach Ansicht der Kommission ist insbesondere das Urteil Michelin/Kommission in der vorliegenden Rechtssache einschlägig. In
         ihm sei es um Rabatte gegangen, die das Erreichen bestimmter Volumenziele vorausgesetzt hätten, die im Verhältnis zu einem
         vorhergehenden Verkaufszeitraum berechnet worden seien, und auf alle im betreffenden Zeitraum erzielten Umsätze Anwendung
         gefunden hätten und nicht nur auf den Grenzumsatz.
      
      52     Dies treffe auch auf die fraglichen Prämienregelungen zu, weil die Prämien, die den Reisevermittlern, die die Volumenziele
         erreicht hätten, gewährt worden seien, anhand ihres Gesamtumsatzes berechnet worden seien und nicht anhand der nach Erreichen
         dieser Ziele verkauften Flugscheine. Das Gericht habe diese Besonderheit zu Recht als „sehr spürbare Wirkung im Randbereich“
         bezeichnet, da ein Reisevermittler, sobald er kurz vor dem Erreichen dieser Ziele gestanden habe, nicht mehr geneigt gewesen
         sei, Flugscheine anderer Fluggesellschaften als von BA anzubieten, um sicherzustellen, dass er in den Genuss der erhöhten
         Provision nicht nur für den Grenzumsatz, sondern auch für alle Umsätze an BA-Flugscheinen während des betreffenden Zeitraums
         gekommen sei. Daher habe der Verkauf einiger Flugscheine – selbst eines einzigen zusätzlichen Flugscheins – eine Multiplikatorwirkung
         auf die Vergütung für die gesamten Umsätze an BA-Flugscheinen während des betreffenden Zeitraums gehabt.
      
      53     Die Kommission bestreitet das Vorbringen von BA, man könne die Erkenntnisse des Urteils Michelin/Kommission nicht auf die
         vorliegende Rechtssache anwenden; die von BA geltend gemachten Unterschiede seien unwesentlich.
      
      54     Zunächst weist sie darauf hin, dass den beiden Rechtssachen ein Kernelement gemeinsam sei. Denn die Prämienregelungen von
         BA wiesen dasselbe Merkmal wie die im Urteil Michelin/Kommission fraglichen Rabatte auf, nämlich dass sie eher die Treue als
         das Volumen belohnten. Solche Regelungen führten unweigerlich dazu, dass sich der Reisevermittler die Fluggesellschaft, mit
         der er Verträge abschließen wolle, nicht frei aussuchen könne; dies sei eine Verhaltensweise, die der Gerichtshof in jenem
         Urteil gerade missbilligt habe.
      
      55     Sodann tritt die Kommission dem Vorbringen von BA entgegen, die Rechtssache Michelin/Kommission unterscheide sich von der
         vorliegenden Rechtssache dadurch, dass die Händler von Michelin abhängig gewesen seien, um Gewinne zu erzielen, während dies
         für die Reisevermittler, die im Vereinigten Königreich Verträge mit BA abschlössen, nicht gelte. Die Prämienregelungen von
         BA ermöglichten es nämlich, beträchtlichen Druck auf die Reisevermittler auszuüben, auch wenn sie für den Fall, dass sie die
         Verkaufsziele nicht erreichten, keine Verluste zu befürchten gehabt hätten. In Wahrheit wolle BA die Reichweite des Urteils
         Michelin/Kommission auf sehr wenige Fälle beschränken, obwohl dieses Urteil keinen Anhaltspunkt für ein solches Verständnis
         liefere.
      
      56     Die Kommission und Virgin sind der Auffassung, dass die Prüfung durch das Gericht keinen Rechtsfehler aufweise. Es sei somit
         zu Recht entschieden worden, dass die fraglichen Prämienregelungen aufgrund der in den Randnrn. 272 bis 292 des angefochtenen
         Urteils untersuchten Merkmale auf die Reisevermittler im Vereinigten Königreich eine treuefördernde Wirkung ausgeübt, nicht
         auf einer wirtschaftlich gerechtfertigten Gegenleistung beruht, die Freiheit der Vermittler, mit anderen Fluggesellschaften
         Verträge abzuschließen, eingeschränkt und daher eine Ausschlusswirkung erzeugt hätten und dass sie geeignet gewesen seien,
         den Wettbewerb zu behindern.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof 
      57     Zunächst ist zu der Rüge, das Gericht habe sich für die Beurteilung des missbräuchlichen Charakters der fraglichen Prämienregelungen
         zu Unrecht nicht auf die Kriterien des Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG gestützt, darauf hinzuweisen, dass die Aufzählung der missbräuchlichen
         Verhaltensweisen in Art. 82 Abs. 2 EG nicht abschließend ist, so dass es sich bei den dort genannten Verhaltensweisen nur
         um Beispiele für einen Missbrauch einer beherrschenden Stellung handelt (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 14. November 1996,
         Tetra Pak/Kommission, C‑333/94 P, Slg. 1996, I‑5951, Randnr. 37). Denn nach ständiger Rechtsprechung enthält diese Bestimmung
         keine erschöpfende Aufzählung der Arten der nach dem EG-Vertrag verbotenen missbräuchlichen Ausnutzung einer beherrschenden
         Stellung (Urteile vom 21. Februar 1973, Europemballage und Continental Can/Kommission, 6/72, Slg. 1973, 215, Randnr. 26, und
         vom 16. März 2000, Compagnie maritime belge transports u. a./Kommission, C‑395/96 P und C‑396/96 P, Slg. 2000, I‑1365, Randnr.
         112).
      
      58     Daraus folgt, dass die Rabatte und Prämien von Unternehmen in beherrschender Stellung selbst dann gegen Art. 82 EG verstoßen
         können, wenn sie keines der dort in Abs. 2 genannten Beispiele erfüllen. Daher hat sich der Gerichtshof für die Feststellung
         einer Verdrängungswirkung von Treuerabatten in den Urteilen Hoffmann-La Roche/Kommission und Michelin/Kommission allgemein
         auf Art. 86 des EWG-Vertrags (dann Art. 86 EG-Vertrag, jetzt Art. 82 EG) gestützt und nicht ausschließlich auf dessen Abs. 2
         Buchst. b. Im Übrigen hat der Gerichtshof im Urteil vom 16. Dezember 1975, Suiker Unie u. a./Kommission (40/73 bis 48/73,
         50/73, 54/73 bis 56/73, 111/73, 113/73 und 114/73, Slg. 1975, 1663, Randnr. 523), das Treuerabatte betraf, ausdrücklich auf
         Art. 86 Abs. 2 Buchst. c des EWG-Vertrags Bezug genommen, wonach Verhaltensweisen, mit denen eine beherrschende Stellung missbraucht
         wird, insbesondere in der Anwendung unterschiedlicher Bedingungen bei gleichwertigen Leistungen gegenüber Handelspartnern
         bestehen können, wodurch diese im Wettbewerb benachteiligt werden.
      
      59     Die Rüge, dass das Gericht einen Rechtsfehler begangen habe, weil es sich nicht auf die Kriterien des Art. 82 Abs. 2 Buchst. b
         EG gestützt habe, ist daher unbegründet.
      
      60     Zudem beruht die Beurteilung der Verdrängungswirkung der fraglichen Prämienregelungen durch das Gericht nicht auf einer falschen
         Anwendung der Rechtsprechung des Gerichtshofs.
      
      61     In den Urteilen Hoffmann-La Roche/Kommission und Michelin/Kommission hat der Gerichtshof den missbräuchlichen Charakter bestimmter
         Rabatte zweier Unternehmen in beherrschender Stellung festgestellt.
      
      62     Das erste dieser beiden Urteile betraf Rabatte für Unternehmen, die Vitamine herstellten oder vertrieben, wobei die Gewährung
         der Rabatte zumeist ausdrücklich an die Bedingung geknüpft war, dass der Vertragspartner während eines festgelegten Zeitraums
         seinen gesamten Bedarf an bestimmten Vitaminen oder jedenfalls den überwiegenden Teil dieses Bedarfs bei Hoffmann-La Roche
         deckte. Der Gerichtshof hat eine solche Rabattregelung als Missbrauch einer beherrschenden Stellung angesehen und ausgeführt,
         dass die Gewährung von Treuerabatten, die die Abnehmer zum ausschließlichen Bezug bei dem Unternehmen in beherrschender Stellung
         veranlassen soll, mit dem Ziel eines unverfälschten Wettbewerbs auf dem Gemeinsamen Markt unvereinbar ist (Urteil Hoffmann-La Roche/Kommission,
         Randnr. 90).
      
      63     Anders als in der Rechtssache Hoffmann-La Roche/Kommission waren die Vertragspartner von Michelin in der Rechtssache Michelin/Kommission
         nicht verpflichtet, ihren Bedarf ausschließlich oder zu einem bestimmten Teil bei diesem Unternehmen zu decken. Jedoch waren
         die von Michelin gewährten variablen Jahresrabatte in dem Sinne an Vorgaben gebunden, dass seine Vertragspartner, um in ihren
         Genuss zu kommen, individualisierte Verkaufsziele erreichen mussten. In jener Rechtssache hat der Gerichtshof ein Bündel von
         Faktoren herausgearbeitet, die ihn dazu veranlassten, die betreffende Rabattregelung als Missbrauch einer beherrschenden Stellung
         anzusehen. Insbesondere lag dieser Regelung ein verhältnismäßig langer Referenzzeitraum von einem Jahr zugrunde, ihre Funktionsweise
         war für die Vertragspartner intransparent, und die Abstände zwischen den Marktanteilen von Michelin und seinen wichtigsten
         Wettbewerbern waren groß (vgl. in diesem Sinne Urteil Michelin/Kommission, Randnrn. 81 bis 83).
      
      64     Entgegen der Auffassung von BA kann aus diesen beiden Urteilen nicht gefolgert werden, dass die von einem Unternehmen in beherrschender
         Stellung gewährten Prämien und Rabatte nur in den dort näher bezeichneten Fallgestaltungen missbräuchlich wären. Wie die Generalanwältin
         in Nr. 41 ihrer Schlussanträge ausgeführt hat, sind die fraglichen Prämienregelungen anhand der Kriterien zu überprüfen, auf
         die sich der Gerichtshof bisher gestützt hat und die auch auf einen Fall wie den vorliegenden übertragbar sind.
      
      65     Insoweit ist insbesondere das Urteil Michelin/Kommission im Rahmen der vorliegenden Rechtssache einschlägig, da es eine Rabattregelung
         betrifft, die von der Erreichung individueller Umsatzziele abhing, die weder ausschließlich an das Einkaufsvolumen anknüpfende
         Mengenrabatte noch Treuerabatte im Sinne des Urteils Hoffmann-La Roche/Kommission darstellten, denn die von Michelin aufgestellte
         Regelung enthielt auf Seiten der Händler keine Verpflichtung, ihren Bedarf ausschließlich oder zu einem bestimmten Teil beim
         Unternehmen in beherrschender Stellung zu decken.
      
      66     Hinsichtlich der Anwendung des Art. 82 EG auf eine nach Umsatzzielen ausgerichtete Rabattregelung ergibt sich aus Randnr.
         70 des Urteils Michelin/Kommission, dass dieser Artikel, indem er die missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden
         Stellung verbietet, soweit dadurch der Handel zwischen Mitgliedstaaten beeinträchtigt werden kann, die Verhaltensweisen erfasst,
         die die Struktur eines Marktes beeinflussen können, auf dem der Wettbewerb gerade wegen der Anwesenheit eines Unternehmens
         in marktbeherrschender Stellung bereits geschwächt ist, und die die Aufrechterhaltung des auf dem Markt noch bestehenden Wettbewerbs
         oder dessen Entwicklung durch die Verwendung von Mitteln behindern, die von den Mitteln eines normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs
         auf der Grundlage der Leistungen der Unternehmen abweichen.
      
      67     Der Gerichtshof hat entschieden, dass für die Feststellung, ob das Unternehmen in beherrschender Stellung diese Stellung durch
         die Anwendung einer Rabattregelung wie die in Randnr. 65 des vorliegenden Urteils beschriebene missbräuchlich ausgenutzt hat,
         sämtliche Umstände, insbesondere die Kriterien und Modalitäten der Rabattgewährung, zu berücksichtigen sind, und untersucht
         werden muss, ob der Rabatt darauf abzielt, dem Abnehmer durch die Gewährung eines Vorteils, der nicht auf einer ihn rechtfertigenden
         wirtschaftlichen Leistung beruht, die Wahl zwischen mehreren Bezugsquellen unmöglich zu machen oder zu erschweren, den Konkurrenten
         den Zugang zum Markt zu verwehren, Handelspartnern für gleichwertige Leistungen ungleiche Bedingungen aufzuerlegen oder die
         beherrschende Stellung durch einen verfälschten Wettbewerb zu stärken (Urteil Michelin/Kommission, Randnr. 73).
      
      68     Daher ist für die Feststellung des eventuellen missbräuchlichen Charakters einer Regelung über Rabatte oder Prämien eines
         Unternehmens in beherrschender Stellung, bei denen es sich weder um Mengenrabatte oder -prämien noch um Treuerabatte oder
         -prämien im Sinne des Urteils Hoffmann-La Roche/Kommission handelt, zunächst zu prüfen, ob diese Rabatte oder Prämien eine
         Verdrängungswirkung entfalten können, d. h., ob sie geeignet sind, den Wettbewerbern des Unternehmens in beherrschender Stellung
         den Zugang zum Markt und darüber hinaus seinen Vertragspartnern die Wahl zwischen mehreren Bezugsquellen oder Handelspartnern
         zu erschweren oder sogar unmöglich zu machen.
      
      69     Anschließend ist zu ermitteln, ob für die gewährten Rabatte oder Prämien eine objektive wirtschaftliche Rechtfertigung besteht.
         Denn gemäß der in den Randnrn. 279 bis 291 des angefochtenen Urteils vorgenommenen Analyse ist es einem Unternehmen gestattet,
         nachzuweisen, dass seine Prämienregelung mit Verdrängungswirkung wirtschaftlich gerechtfertigt ist.
      
      70     Hinsichtlich des ersten Aspekts gibt die Rechtsprechung Anhaltspunkte, in welchen Fällen Rabatt‑ oder Prämienregelungen eines
         Unternehmens in beherrschender Stellung nicht lediglich Ausdruck eines besonders günstigen Angebots auf dem Markt sind, sondern
         eine Verdrängungswirkung entfalten.
      
      71     Zunächst kann eine Verdrängungswirkung von Zielrabatten oder Zielprämien ausgehen, d. h. von solchen, deren Gewährung an die
         Erfüllung individuell definierter Umsatzziele geknüpft ist (Urteil Michelin/Kommission, Randnrn. 70 bis 86). 
      
      72     Aus den Feststellungen des Gerichts in den Randnrn. 10 und 15 bis 17 des angefochtenen Urteils ergibt sich, dass die fraglichen
         Prämienregelungen auf individuellen Umsatzzielen beruhten, da der Prämiensatz von der Entwicklung des Umsatzes aus dem Verkauf
         von BA-Flugscheinen bei jedem Reisevermittler während eines festgelegten Zeitraums abhing.
      
      73     Aus der Rechtsprechung folgt auch, dass die Bindung der Vertragspartner an das Unternehmen in beherrschender Stellung und
         der auf sie ausgeübte Druck in der Regel besonders stark sind, wenn ein Rabatt oder eine Prämie sich nicht nur auf den Umsatzzuwachs
         aus Käufen oder Verkäufen der Produkte dieses Unternehmens, die von seinen Vertragspartnern im berücksichtigten Zeitraum getätigt
         wurden, bezieht, sondern sich auch auf den gesamten Umsatz aus diesen Käufen oder Verkäufen erstreckt. Auf diese Weise können
         auch schon verhältnismäßig geringe Veränderungen – gleichviel, ob nach oben oder nach unten – im Umsatz mit Produkten des
         Unternehmens in beherrschender Stellung überproportionale Auswirkungen für die Vertragspartner haben (vgl. in diesem Sinne
         Urteil Michelin/Kommission, Randnr. 81).
      
      74     Das Gericht hat festgestellt, dass die fraglichen Prämienregelungen eine ähnliche Situation hervorgerufen hätten. Das Erreichen
         der Vorgaben für Umsatzsteigerungen habe zu einer Erhöhung der gezahlten Provisionen für alle vom betreffenden Reisevermittler
         verkauften BA-Flugscheine geführt und nicht nur für die nach Erreichen dieser Vorgaben verkauften (Randnr. 23 des angefochtenen
         Urteils). Für die Provisionseinnahmen eines Reisevermittlers in ihrer Gesamtheit konnte es also von entscheidender Bedeutung
         sein, ob er nach Erreichen eines gewissen Umsatzes einige weitere BA-Flugscheine verkaufte oder nicht (Randnrn. 29 und 30
         der Begründung der Kommissionsentscheidung, wiedergegeben in Randnr. 23 des angefochtenen Urteils). Das Gericht, das dieses
         Merkmal und seine Konsequenzen in den Randnrn. 272 und 273 des angefochtenen Urteils beschreibt, führt aus, dass die Progression
         der erhöhten Provisionssätze eine „sehr spürbare Wirkung im Randbereich“ entfalte, und betont die einschneidenden Auswirkungen
         auf die Ergebniszuschlagssätze, die schon ein leichter Rückgang des Absatzes von BA-Flugscheinen habe haben können.
      
      75     Schließlich hat der Gerichtshof ausgeführt, dass der Druck, der von einem Unternehmen in beherrschender Stellung, das Rabatte
         mit solchen Merkmalen gewährt, auf die Händler ausgeübt wird, noch verstärkt wird, wenn dieses Unternehmen sehr viel höhere
         Marktanteile hält als seine Wettbewerber (vgl. in diesem Sinne Urteil Michelin/Kommission, Randnr. 82). Er hat entschieden,
         dass es unter diesen Umständen besonders schwierig für die Wettbewerber dieses Unternehmens ist, die am gesamten Umsatzvolumen
         orientierten Rabatte oder Prämien zu überbieten. Aufgrund seines deutlich höheren Marktanteils ist das Unternehmen in beherrschender
         Stellung in der Regel ein unumgänglicher Handelspartner auf dem Markt. Die von einem solchen Unternehmen gewährten, am Gesamtumsatz
         orientierten Rabatte oder Prämien werden in absoluten Zahlen regelmäßig stärker ins Gewicht fallen als selbst die großzügigeren
         Angebote seiner Wettbewerber. Um die Vertragspartner des Unternehmens in beherrschender Stellung auf ihre Seite zu ziehen
         oder von ihnen jedenfalls ein ausreichendes Auftragsvolumen zu erhalten, müssten diese Wettbewerber ihnen deutlich höhere
         Rabatte oder Prämien anbieten.
      
      76     Im vorliegenden Fall hat das Gericht in Randnr. 277 des angefochtenen Urteils festgestellt, dass der Marktanteil von BA deutlich
         höher gewesen sei als die Marktanteile seiner fünf Hauptwettbewerber im Vereinigten Königreich. Es hat in Randnr. 278 des
         Urteils daraus gefolgert, dass die konkurrierenden Fluggesellschaften nicht in der Lage gewesen seien, den Reisevermittlern
         die gleichen Vorteile zu gewähren wie BA, weil es ihnen nicht möglich gewesen sei, im Vereinigten Königreich Einnahmen zu
         erzielen, die eine ausreichend breite finanzielle Grundlage dafür hätten bieten können, eine der von BA vergleichbare Prämienregelung
         einzuführen.
      
      77     Daher hat das Gericht in den Randnrn. 270 bis 278 des angefochtenen Urteils zu Recht untersucht, ob die fraglichen Prämienregelungen
         eine treuefördernde Wirkung hatten, die eventuell eine Verdrängungswirkung entfalten konnte.
      
      78     Es ist daran zu erinnern, dass es im Hinblick auf die Würdigung der festgestellten Marktgegebenheiten und der Wettbewerbssituation
         nicht Aufgabe des Gerichtshofs im Rechtsmittelverfahren ist, seine eigene Würdigung an die Stelle der vom Gericht vorgenommenen
         zu setzen. Denn nach Art. 225 EG und Art. 58 Abs. 1 der Satzung des Gerichtshofs ist das Rechtsmittel auf Rechtsfragen zu
         beschränken. Abgesehen von einer etwaigen Verfälschung der Tatsachen oder Beweise, die im vorliegenden Fall nicht geltend
         gemacht wurde, stellt die Tatsachenwürdigung keine Rechtsfrage dar, die als solche der Kontrolle durch den Gerichtshof unterliegt
         (vgl. in diesem Sinne u. a. Urteile vom 15. September 2005, BioID/HABM, C‑37/03 P, Slg. 2005, I‑7975, Randnrn. 43 und 53,
         vom 21. September 2006, Technische Unie/Kommission, C‑113/04 P, Slg. 2006, I‑0000, Randnr. 83, sowie Beschluss vom 28. September
         2006, Unilever Bestfoods/Kommission, C‑552/03 P, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 57). Die Rüge von
         BA, ihre Wettbewerber seien finanziell in der Lage gewesen, den Reisevermittlern konkurrenzfähige Gegenangebote zu machen,
         ist daher unzulässig.
      
      79     Gleiches gilt für die Behauptung von BA, das Gericht habe die „sehr spürbare Wirkung [der fraglichen Prämienregelungen] im
         Randbereich“ überbewertet. BA stellt damit nämlich die Tatsachen- und Beweiswürdigung des Gerichts in Frage und erhebt damit
         eine im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens unzulässige Rüge.
      
      80     Aus alledem folgt, dass der erste Teil des ersten Rechtsmittelgrundes teils unzulässig und teils unbegründet ist.
       Zum zweiten Teil des ersten Rechtsmittelgrundes: Beurteilung der Relevanz der objektiven wirtschaftlichen Rechtfertigung der
         fraglichen Prämienregelungen durch das Gericht
      
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      81     BA hält die Feststellung des Gerichts in den Randnrn. 279 ff. des angefochtenen Urteils, die Provisionen von BA hätten nicht
         auf einer wirtschaftlich gerechtfertigten Gegenleistung beruht, für falsch. Sie hält es für wirtschaftlich gerechtfertigt,
         dass eine Fluggesellschaft die Reisevermittler belohne, die es ihr ermöglichten, ihre Umsätze zu steigern, und sie durch die
         Vermittlung zusätzlicher Passagiere dabei unterstützten, ihre erhöhten Fixkosten zu decken.
      
      82     Die Kommission und Virgin wenden sich gegen diesen Standpunkt. Die Kommission verweist auf die Knappheit des Vorbringens von
         BA hierzu. Es genüge nicht, vorzutragen, dass der Flugsektor durch erhöhte Fixkosten gekennzeichnet sei, um die Initiativen
         zu rechtfertigen, die eine Fluggesellschaft ergreife, um einen Teil dieser Kosten zu decken. Jedenfalls hätten auch die Konkurrenzgesellschaften
         erhöhte Fixkosten zu tragen. Die Verdrängungspraktiken eines Unternehmens in beherrschender Stellung wie BA verringerten aber
         die Einkünfte dieser Gesellschaften und erschwerten ihnen die Deckung dieser Kosten noch mehr.
      
      83     Virgin macht geltend, dass Mengenrabattregelungen, die ausschließlich an das Volumen der bei einem Unternehmen in beherrschender
         Stellung getätigten Einkäufe anknüpften, im Allgemeinen wirtschaftlich gerechtfertigt seien, weil bei Mengenrabatten angenommen
         werde, dass sie die Effizienzsteigerungen und Größenvorteile widerspiegelten, die von diesem Unternehmen erzielt würden. Vor
         dem Gericht habe BA jedoch selbst eingeräumt, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen den etwaigen Größenvorteilen aufgrund
         der Flugscheine, die nach Erreichen der Umsatzziele verkauft worden seien, und den Erhöhungen der Provisionssätze für die
         Reisevermittler im Vereinigten Königreich als Gegenleistung für das Überschreiten dieser Ziele.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      84     Die Rabatte und Prämien, die ein Unternehmen in beherrschender Stellung seinen Vertragspartnern gewährt, sind nicht zwangsläufig
         missbräuchlich und deshalb nach Art. 82 EG verboten. Nach ständiger Rechtsprechung sind nur solche Rabatte und Prämien als
         missbräuchlich anzusehen, die nicht auf einer sie rechtfertigenden wirtschaftlichen Leistung beruhen (vgl. in diesem Sinne
         Urteile Hoffmann-La Roche/Kommission, Randnr. 90, und Michelin/Kommission, Randnr. 73).
      
      85     Wie in Randnr. 69 des vorliegenden Urteils ausgeführt, hat das Gericht zu Recht im Anschluss an die Feststellung, dass die
         fraglichen Prämienregelungen eine Verdrängungswirkung entfalteten, untersucht, ob diese Regelungen objektiv wirtschaftlich
         gerechtfertigt waren.
      
      86     Die Beurteilung der objektiven wirtschaftlichen Rechtfertigung einer Rabatt- oder Prämienregelung eines Unternehmens in beherrschender
         Stellung erfolgt anhand sämtlicher Umstände des Einzelfalls (vgl. in diesem Sinne Urteil Michelin/Kommission, Randnr. 73).
         Es ist zu ermitteln, ob die für den Wettbewerb nachteilige Verdrängungswirkung einer solchen Regelung durch Effizienzvorteile
         ausgeglichen oder sogar übertroffen werden kann, die auch dem Verbraucher zugutekommen. Steht die Verdrängungswirkung dieser
         Regelung in keinem Zusammenhang mit Vorteilen für den Markt und die Verbraucher oder geht sie über dasjenige hinaus, was zur
         Erreichung solcher Vorteile erforderlich ist, so ist diese Regelung als missbräuchlich anzusehen.
      
      87     In der vorliegenden Rechtssache hat sich das Gericht bei der Prüfung, ob die fraglichen Prämienregelungen wirtschaftlich gerechtfertigt
         waren, zutreffend auf diese von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien gestützt. In den Randnrn. 284 und 285 des angefochtenen
         Urteils hat es zu dem Vorbringen von BA Stellung genommen, das insbesondere die erhöhten Fixkosten im Luftverkehr und die
         Bedeutung der Kapazitätsauslastung der Maschinen betraf. Auf der Grundlage seiner Beurteilung der Umstände des Einzelfalls
         ist das Gericht zu dem Schluss gekommen, dass diese Regelungen keine objektive wirtschaftliche Rechtfertigung hatten.
      
      88     Das Vorbringen von BA zu den erhöhten Fixkosten im Flugverkehr und zur Bedeutung der Kapazitätsauslastung der Maschinen ist
         aus den in Randnr. 78 des vorliegenden Urteils genannten Gründen unzulässig, da BA mit diesem Vorbringen in Wahrheit die Tatsachen-
         und Beweiswürdigung des Gerichts beanstandet. Es gehört aber nicht zu den Aufgaben des Gerichtshofs im Rechtsmittelverfahren,
         seine eigene Würdigung der Marktgegebenheiten und der Wettbewerbssituation an die Stelle der vom Gericht vorgenommenen zu
         setzen.
      
      89     Daher ist der zweite Teil des ersten Rechtsmittelgrundes als unzulässig zurückzuweisen.
      90     Das Gericht hat folglich ohne Rechtsfehler festgestellt, dass die fraglichen Prämienregelungen eine treuefördernde Wirkung
         und damit eine Verdrängungswirkung entfalteten und nicht wirtschaftlich gerechtfertigt waren.
      
      91     Deshalb ist der erste Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
       Zum zweiten Rechtsmittelgrund: Das Gericht habe rechtsfehlerhaft weder die möglichen Auswirkungen der von BA gewährten Provisionen
            untersucht noch die Beweise dafür berücksichtigt, dass diese Provisionen keine tatsächliche Wirkung auf die konkurrierenden
            Fluggesellschaften gehabt hätten
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      92     Mit ihrem zweiten Rechtsmittelgrund wirft BA dem Gericht im Wesentlichen vor, die möglichen Auswirkungen der fraglichen Prämienregelungen
         nicht untersucht zu haben, d. h. das Vorhandensein oder Fehlen einer Verdrängungswirkung, obwohl Art. 82 EG fordere, die vorhandenen
         oder möglichen Auswirkungen der vorgeworfenen Verhaltensweisen in jedem Einzelfall zu prüfen, anstatt nur auf ihre Art oder
         die Vermutung einer solchen Wirkung zu verweisen.
      
      93     Insoweit macht BA unter Hinweis darauf, dass sie nicht behaupte, dass tatsächliche wettbewerbswidrige Auswirkungen in jeder
         Rechtssache nachzuweisen seien, geltend, in der vorliegenden Rechtssache lägen Beweise vor, die klar zeigten, dass die fraglichen
         Prämienregelungen keine tatsächliche Auswirkung gehabt hätten. Aus diesen Beweisen habe sich ergeben, dass im Vereinigten
         Königreich die Marktanteile der konkurrierenden Fluggesellschaften im Zeitraum des angeblichen Verstoßes gestiegen seien und
         sich der Anteil der BA-Flugscheine an den Umsätzen der Reisevermittler verringert habe. Nach Ansicht von BA hätte das Gericht
         diese eindeutigen Beweise für das Fehlen einer Verdrängungswirkung berücksichtigen müssen. Da es im Rahmen anderer Rechtssachen
         Beweise für die Erhöhung der Marktanteile des Unternehmens in beherrschender Stellung und für die Verringerung der Marktanteile
         seiner Wettbewerber berücksichtigt habe, um einen Missbrauch zu bestätigen, hätte es im vorliegenden Fall umgekehrt die zur
         Ausräumung der Behauptung eines Missbrauchs angeführten Gegenbeweise zulassen müssen.
      
      94     Das Gericht habe aber diese Beweise im angefochtenen Urteil zurückgewiesen und in Randnr. 295 ausgeführt, da in der Zeit der
         beanstandeten Ereignisse 85 % des Absatzes aller im Gebiet dieses Mitgliedstaats verkauften Flugscheine über die Reisevermittler
         im Vereinigten Königreich erfolgt seien, hätte das Verhalten von BA eine Ausschlusswirkung zum Nachteil der konkurrierenden
         Fluggesellschaften „gar nicht verfehlen“ können, und in Randnr. 298, dass die Wettbewerber von BA ohne dieses Verhalten ein
         besseres Ergebnis erzielt hätten. Zu Unrecht habe das Gericht in Randnr. 297 hinzugefügt, dass es dann, wenn ein Unternehmen
         in beherrschender Stellung ein Verhalten praktiziere, das darauf gerichtet sei, seine Wettbewerber zu verdrängen, für die
         Verneinung eines Missbrauchs nicht ausreiche, dass das Ergebnis nicht erreicht worden sei.
      
      95     Virgin hält diesen Rechtsmittelgrund für unzulässig, die Kommission hält ihn für unbegründet. Diese macht u. a. geltend, dass
         das Gericht in den Randnrn. 271 ff. des angefochtenen Urteils die möglichen Auswirkungen der fraglichen Prämienregelungen
         ausführlich geprüft habe, bevor es diese Auswirkungen in den Randnrn. 294 und 295 bewertet habe. Nach ständiger Rechtsprechung
         genüge es für den Nachweis, dass eine Verhaltensweise einen Missbrauch darstelle, nachzuweisen, dass sie den Wettbewerb zu
         behindern drohe, ohne dass es erforderlich wäre, zu beweisen, dass sie diese Wirkung tatsächlich entfaltet habe. So habe der
         Gerichtshof in Randnr. 73 des Urteils Michelin/Kommission festgestellt, dass geprüft werden müsse, ob der Rabatt „darauf abziele“,
         bestimmte beschränkende Auswirkungen zu haben.
      
       Würdigung durch den Gerichtshof
      96     Zum Vorbringen von BA, das Gericht habe die möglichen Auswirkungen der fraglichen Prämienregelungen nicht geprüft, genügt
         der Hinweis darauf, dass das Gericht in den Randnrn. 272 und 273 des angefochtenen Urteils den Mechanismus dieser Regelungen
         erläutert hat.
      
      97     Im Anschluss an den Hinweis auf die sehr spürbare Wirkung im Randbereich, die mit der Progression der erhöhten Provisionssätze
         verbunden sei, hat es die exponentielle Wirkung eines Anstiegs der Verkaufszahlen für BA-Flugscheine auf diese Sätze von einem
         Zeitraum zum nächsten beschrieben sowie, umgekehrt, die unverhältnismäßige Verringerung dieser Sätze, selbst im Fall eines
         nur leichten Rückgangs des Absatzes von BA-Flugscheinen im Verhältnis zum vorhergehenden Zeitraum.
      
      98     Auf dieser Grundlage konnte das Gericht rechtsfehlerfrei zu dem Schluss kommen, dass die fraglichen Prämienregelungen eine
         treuefördernde Wirkung hatten. Daher ist die Rüge, mit der BA dem Gericht vorwirft, die möglichen Auswirkungen dieser Regelungen
         nicht geprüft zu haben, unbegründet.
      
      99     Im Übrigen räumt BA in Randnr. 99 ihrer Rechtsmittelschrift ein, dass das Gericht im angefochtenen Urteil zu Recht angenommen
         habe, dass die Reisevermittler dazu ermuntert worden seien, ihren Umsatz an BA-Flugscheinen zu erhöhen. Außerdem stellt sie
         in Randnr. 113 ihrer Rechtsmittelschrift fest, wenn das Gericht den tatsächlichen oder möglichen Einfluss der fraglichen Prämienregelungen
         auf den Wettbewerb zwischen den Reisevermittlern untersucht hätte, wäre es zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Einfluss
         vernachlässigbar gewesen sei.
      
      100   Folglich bestreitet BA nicht ernsthaft, dass diese Regelungen darauf abzielten, die Reisevermittler an sie zu binden und damit
         die Lage der konkurrierenden Fluggesellschaften zu beeinflussen.
      
      101   Hinsichtlich des Vorbringens von BA zu den Beweisen, die das Fehlen einer Verdrängungswirkung der fraglichen Prämienregelungen
         zeigten und die das Gericht nicht ausreichend berücksichtigt habe, genügt es festzustellen, dass dieser Teil des zweiten Rechtsmittelgrundes
         im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens aus den Gründen, die bereits in Randnr. 78 des vorliegenden Urteils dargelegt worden
         sind, unzulässig ist.
      
      102   Der zweite Rechtsmittelgrund ist daher als teils unzulässig und teils unbegründet zurückzuweisen.
       Zum dritten Rechtsmittelgrund: Das Gericht habe rechtsfehlerhaft nicht geprüft, ob das Verhalten von BA zu einem „Schaden
            der Verbraucher“ im Sinne von Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG geführt habe
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      103   Mit ihrem dritten Rechtsmittelgrund vertritt BA die Auffassung, dass das Gericht dadurch einen Rechtsfehler begangen habe,
         dass es nicht geprüft habe, ob die fraglichen Prämienregelungen zu einem Schaden der Verbraucher geführt hätten, wie es Art. 82
         Abs. 2 Buchst. b EG in der Auslegung des Gerichtshofs im Urteil Suiker Unie u. a./Kommission fordere. Ohne diese Voraussetzung
         zu prüfen, habe sich das Gericht in Randnr. 295 des angefochtenen Urteils darauf beschränkt, den Einfluss des Verhaltens von
         BA auf ihre Wettbewerber auf den Luftverkehrsmärkten des Vereinigten Königreichs zu untersuchen.
      
      104   Unter Verweis auf das Urteil Europemballage und Continental Can/Kommission tragen die Kommission und Virgin vor, dass dieser
         Rechtsmittelgrund nicht begründet sei, weil Art. 82 EG nicht nur die Verhaltensweisen betreffe, die den Verbrauchern einen
         unmittelbaren Schaden zufügen könnten, sondern auch diejenigen, die ihnen dadurch schadeten, dass sie einen Zustand wirksamen
         Wettbewerbs beeinträchtigten.
      
       Würdigung durch den Gerichtshof 
      105   Wie in den Randnrn. 57 und 58 des vorliegenden Urteils ausgeführt, können die von einem Unternehmen in beherrschender Stellung
         gewährten Rabatte und Prämien selbst dann gegen Art. 82 EG verstoßen, wenn sie keines der dort in Abs. 2 genannten Regelbeispiele
         erfüllen.
      
      106   Zudem bezieht sich Art. 82 EG, wie der Gerichtshof bereits in Randnr. 26 des Urteils Europemballage und Continental Can/Kommission
         festgestellt hat, nicht nur auf Verhaltensweisen, durch die den Verbrauchern ein unmittelbarer Schaden erwachsen kann, sondern
         auch auf solche, die ihnen durch einen Eingriff in die Struktur des tatsächlichen Wettbewerbs, von dem in Art. 3 Abs. 1 Buchst. g
         EG die Rede ist, Schaden zufügen.
      
      107   Dem Gericht ist daher kein Rechtsfehler unterlaufen, als es in den Randnrn. 294 und 295 des angefochtenen Urteils, anstatt
         zu prüfen, ob das Verhalten von BA den Verbrauchern einen Schaden im Sinne von Art. 82 Abs. 2 Buchst. b EG zugefügt hat, untersucht
         hat, ob die fraglichen Prämienregelungen eine beschränkende Wirkung auf den Wettbewerb gehabt haben, und befunden hat, dass
         das Vorliegen einer solchen Wirkung von der Kommission in der streitigen Entscheidung nachgewiesen worden ist.
      
      108   Daher ist der dritte Rechtsmittelgrund als unbegründet zurückzuweisen.
       Zum vierten Rechtsmittelgrund: Rechtsfehler, weil das Gericht trotz der unterschiedlichen Länge des berücksichtigten Zeitraums
            befunden habe, dass die neue Ergebniszuschlagsregelung die gleiche Wirkung wie die Marketingvereinbarungen gehabt habe, sowie
            Fehlen einer Analyse und Quantifizierung der Auswirkungen der fraglichen Prämienregelungen auf die Wettbewerber von BA
      109   Der vierte von BA geltend gemachte Rechtsmittelgrund besteht aus zwei Teilen, von denen sich der erste mit den Unterschieden
         zwischen den Marketingvereinbarungen und der neuen Ergebniszuschlagsregelung befasst und der zweite mit den Anforderungen
         an den Beweis der Verdrängungswirkung der fraglichen Prämienregelungen.
      
       Zum ersten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes: Unterschiede zwischen den Marketingvereinbarungen und der neuen Ergebniszuschlagsregelung
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      110   Mit dem ersten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes wirft BA dem Gericht vor, davon ausgegangen zu sein, dass die Marketingvereinbarungen
         und die neue Ergebniszuschlagsregelung dieselbe beschränkende Wirkung auf den Wettbewerb gehabt hätten, obwohl sie sich in
         wesentlichen Punkten unterschieden. Insbesondere sei bei den Marketingvereinbarungen der für die Gewährung der Prämie berücksichtigte
         Zeitraum ein Jahr gewesen, während er bei der neuen Ergebniszuschlagsregelung einen Monat betragen habe. Werde aber ein so
         kurzer Zeitraum wie ein Monat betrachtet, könne keine spürbare Verdrängungswirkung entfaltet werden.
      
      111   Nach Auffassung von Virgin ist der vierte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang unzulässig, weil er die Tatsachenwürdigung betreffe,
         und jedenfalls unbegründet.
      
      112   Die Kommission trägt vor, dass das Vorbringen, die neue Ergebniszuschlagsregelung könne keine Verdrängungswirkung gehabt haben,
         unbegründet sei.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      113   Das Gericht hat im angefochtenen Urteil ausdrücklich eine treuefördernde Wirkung sowohl der Marketingvereinbarungen als auch
         der neuen Ergebniszuschlagsregelung angenommen (Randnrn. 271 bis 273 des angefochtenen Urteils), obwohl es die Unterschiede
         zwischen diesen hinsichtlich der Länge der berücksichtigten Zeiträume festgestellt hatte (Randnrn. 11 und 15 des angefochtenen
         Urteils). Aus dem angefochtenen Urteil ergibt sich, dass das Gericht unabhängig von der unterschiedlichen Länge der berücksichtigten
         Zeiträume der Tatsache eine entscheidende Bedeutung beigemessen hat, dass zum einen sowohl die Marketingvereinbarungen als
         auch die Ergebniszuschlagsregelung aufgrund ihrer sehr spürbaren Wirkung im Randbereich von einem Zeitraum zum nächsten einen
         sprunghaften Anstieg der Provisionssätze auslösen konnten (Randnr. 272 des angefochtenen Urteils) und zum anderen die Wettbewerber
         von BA aufgrund ihres wesentlich geringeren Marktanteils nicht in der Lage waren, die absolute Wirkung dieser Vereinbarungen
         und dieser Regelung durch Gegenangebote aufzuwiegen (Randnr. 278 des angefochtenen Urteils).
      
      114   Jedenfalls gehört diese Würdigung des Sachverhalts zur Tatsachen‑ und Beweiswürdigung, die allein Aufgabe des Gerichts ist.
         Aus den bereits in Randnr. 78 des vorliegenden Urteils genannten Gründen ist es nicht Sache des Gerichtshofs im Rahmen des
         Rechtsmittelverfahrens, seine eigene Würdigung der Marktgegebenheiten und der Wettbewerbssituation an die Stelle der vom Gericht
         vorgenommenen zu setzen; dies gilt insbesondere für die Länge der berücksichtigten Zeiträume und ihre eventuelle Bedeutung
         für die Verdrängungswirkung der fraglichen Prämienregelungen.
      
      115   Daher ist der erste Teil des vierten Rechtsmittelgrundes unzulässig.
       Zum zweiten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes: Anforderungen an den Beweis einer Verdrängungswirkung der fraglichen Prämienregelungen
      –       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten 
      116   Mit dem zweiten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes macht BA geltend, dass das Gericht für die Beurteilung, ob die mit BA
         konkurrierenden Fluggesellschaften durch die fraglichen Prämienregelungen beeinträchtigt worden seien, zu Unrecht nicht alle
         Umstände des Einzelfalls geprüft habe. Das Gericht habe in keiner Weise versucht, zu bestimmen, ob und inwieweit diese Fluggesellschaften
         daran gehindert worden seien, Gegenangebote zu machen, und habe sich lediglich auf allgemeine Annahmen gestützt. Es habe sich
         so auf allgemeine Behauptungen wie die von der „sehr spürbaren Wirkung im Randbereich“ und von der Möglichkeit eines „sprunghaften
         Anstiegs“ der Provisionssätze von einem Zeitraum zum nächsten beschränkt.
      
      117   Dieser oberflächliche Ansatz stehe im Gegensatz zu demjenigen, den der Gerichtshof in den Urteilen Hoffmann-La Roche/Kommission
         und Michelin/Kommission vertreten habe. In diesen Urteilen habe der Gerichtshof nicht allein deshalb einen Missbrauch einer
         marktbeherrschenden Stellung angenommen, weil bei den betreffenden Regelungen das Erreichen einer Schwelle einen hohen Rabatt
         nach sich gezogen habe. Im Gegenteil habe er eine Reihe von Besonderheiten geprüft, die insgesamt darauf hingewiesen hätten,
         dass die Anreizsysteme eine konkrete Verdrängung hervorgerufen hätten.
      
      118   Das Gericht hätte diesem Ansatz folgen und die absoluten und relativen Beträge des bei Erreichen der Schwelle erlangten Vorteils,
         die Anzahl der Schwellenwerte, die Frage, ob der oder die Schwellenwerte nah am Gesamtbedarf des Käufers lägen, die Frage,
         ob der Markt sich entwickeln könne oder nicht, die Länge des betreffenden Zeitraums und den Prozentsatz des gesamten Marktes
         (im vorliegenden Fall der Luftverkehrsvermittlerdienste), der dem Preisnachlass unterliege, untersuchen müssen. Im angefochtenen
         Urteil sei aber keines dieser Kriterien berücksichtigt worden. Das Gericht habe vielmehr angenommen, dass die Möglichkeit,
         einen höheren Durchschnittsprovisionssatz als Gegenleistung für eine Verkaufssteigerung bei BA-Flugscheinen zu erhalten, unweigerlich
         zu einer rechtswidrigen Verdrängungswirkung gegenüber den konkurrierenden Fluggesellschaften geführt habe.
      
      119   Die Kommission hält das Vorbringen zur fehlenden Quantifizierung der Absatzeinschränkung bei den Wettbewerbern von BA nach
         den Art. 42 Abs. 2 und 118 der Verfahrensordnung für unzulässig, da eine solche Quantifizierung von der Kommission in Randnr.
         30 der Begründung der streitigen Entscheidung vorgenommen worden sei und BA diesen Teil der Ausführungen der Kommission in
         der ersten Instanz nicht angefochten habe.
      
      –       Würdigung durch den Gerichtshof
      120   Mit dem zweiten Teil des vierten Rechtsmittelgrundes wirft BA dem Gericht einen oberflächlichen Ansatz bei der Analyse der
         Auswirkungen der fraglichen Prämienregelungen vor, insbesondere das Fehlen einer Quantifizierung seiner Aussagen zur Verdrängungswirkung
         dieser Regelungen und die Berufung auf allgemeine Behauptungen wie die von der „sehr spürbaren Wirkung im Randbereich“ der
         Provisionssätze von einem Zeitraum zum nächsten.
      
      121   Entgegen der Auffassung der Kommission ist dieser Teil des Rechtsmittelgrundes nicht deshalb nach den Art. 42 Abs. 2 und 118
         der Verfahrensordnung unzulässig, weil BA es in erster Instanz versäumt hätte, den betreffenden Teil der streitigen Entscheidung
         anzufechten, d. h. die Berechnungen dort in Randnr. 30, die dazu dienten, die sehr spürbare Wirkung auf die Provisionen zu
         verdeutlichen, die ein Reisevermittler aufgrund des Verkaufs einiger zusätzlicher BA-Flugscheine erhielt.
      
      122   Die Rüge von BA richtet sich nämlich nicht gegen die Rechenbeispiele der Kommission als solche, sondern gegen die Aussagen
         des Gerichts zu den fraglichen Prämienregelungen. Der zweite Teil des vierten Rechtsmittelgrundes ist also zulässig.
      
      123   Er ist jedoch nicht begründet, denn die von BA kritisierten Aussagen des Gerichts sind im Zusammenhang mit den Berechnungen
         in der streitigen Entscheidung zu sehen. Das Gericht zitiert nämlich in Randnr. 23 des angefochtenen Urteils ausdrücklich
         die Randnr. 30 dieser Entscheidung. Daraus folgt, dass die von BA kritisierten Aussagen des Gerichts hinreichend quantifiziert
         sind. Die Rüge, der Beurteilung durch das Gericht, die Wettbewerber von BA seien nicht in der Lage gewesen, Gegenangebote
         zu machen, die die fraglichen Prämienregelungen aufgewogen hätten, fehle die Rechtfertigung, geht somit in tatsächlicher Hinsicht
         fehl.
      
      124   Folglich ist der zweite Teil des vierten Rechtsmittelgrundes als unbegründet zurückzuweisen.
      125   Der vierte Rechtsmittelgrund ist daher als teils unzulässig und teils unbegründet zurückzuweisen.
       Zum fünften Rechtsmittelgrund: Fehlerhafte Anwendung des Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG durch das Gericht im Hinblick auf die
            diskriminierende Wirkung der fraglichen Prämienregelungen für die Reisevermittler im Vereinigten Königreich
      126   Unabhängig von den Feststellungen des Gerichtshofs zu den ersten vier von BA vorgebrachten Rechtsmittelgründen betreffend
         den missbräuchlichen Charakter der fraglichen Prämienregelungen, der sich aus der Verdrängungswirkung für mit BA konkurrierende
         Unternehmen ohne objektive wirtschaftliche Rechtfertigung ergibt, ist der fünfte Rechtsmittelgrund zu prüfen, weil BA weiterhin
         ein Interesse daran hat, gegen die Einstufung dieser Regelungen als nach Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG verboten vorzugehen,
         da die auferlegte Geldbuße verringert werden kann, wenn festgestellt wird, dass es an einem missbräuchlichen Charakter im
         Sinne dieser Bestimmung fehlt.
      
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      127   Mit ihrem fünften Rechtsmittelgrund, der sich auf die Randnrn. 233 bis 240 des angefochtenen Urteils bezieht, in denen das
         Gericht die Feststellungen der Kommission zum diskriminierenden Charakter der fraglichen Prämienregelungen bestätigt, wirft
         BA dem Gericht im Wesentlichen vor, durch eine fehlerhafte Anwendung des Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG zu dem Schluss gekommen
         zu sein, dass diese Regelungen diskriminierende Auswirkungen unter den Reisevermittlern im Vereinigten Königreich erzeugt
         hätten.
      
      128   Das Gericht habe sich lediglich auf die in Randnr. 238 des angefochtenen Urteils geäußerte Annahme gestützt, dass allein die
         Tatsache, dass zwei Reisevermittler in den Genuss unterschiedlicher Provisionssätze kämen, obwohl sie aus dem Verkauf von
         BA-Flugscheinen dieselben Einnahmen hätten, „natürlich“ spürbare Auswirkungen auf ihre Fähigkeit hätte, miteinander in Wettbewerb
         zu treten.
      
      129   Damit Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG Anwendung finde, genüge eine einfache unterschiedliche Behandlung wie die Tatsache, dass
         zwei Reisevermittler unterschiedliche Provisionssätze erhielten, nicht. Diese Bestimmung untersage eine unterschiedliche Behandlung
         nur dann, wenn die verglichenen Leistungen gleichwertig seien, die auf sie angewandten Bedingungen unterschiedlich seien und
         der Reisevermittler, der eine niedrigere Provision erhält, einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Reisevermittlern mit höheren
         Provisionen erleide.
      
      130   Zum einen habe das Gericht im Hinblick auf Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG rechtsfehlerhaft angenommen, dass Geschäfte mit einem
         Reisevermittler, der seinen Umsatz steigere, und Geschäfte mit einem Reisevermittler, der ihn nicht steigere, „gleichwertige
         Leistungen“ im Sinne dieses Artikels seien. Die Situation von Reisevermittlern, deren Umsatz an BA-Flugscheinen sich in einem
         bestimmten Zeitraum erhöhe, sei nämlich nicht mit derjenigen anderer Reisevermittler vergleichbar, die keinen solchen Umsatzzuwachs
         verzeichnen könnten. Ein Reisevermittler, der seinen Umsatz an Flugscheinen einer bestimmten Fluggesellschaft steigere, sei
         für diese Fluggesellschaft besonders nützlich, denn er ermögliche ihr durch die Vermittlung zusätzlicher Passagiere, ihre
         erhöhten Fixkosten zu decken, so dass es gerechtfertigt sei, ihn dafür zu belohnen.
      
      131   Zum anderen habe das Gericht ebenfalls zu Unrecht nicht untersucht, ob die Reisevermittler einen Wettbewerbsnachteil erlitten
         hätten, wie es Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG verlange.
      
      132   Die Kommission und Virgin hingegen sind übereinstimmend der Ansicht, mit den fraglichen Prämienregelungen seien ohne sachlichen
         Grund vergleichbare Sachverhalte ungleich behandelt worden. Die Kommission macht u. a. geltend, dass die Leistungen der Reisevermittler
         im Zusammenhang mit den BA-Flugscheinen gleichwertig seien, da die Erhöhungen der Provisionssätze nicht an Rentabilitätssteigerungen
         bei BA gebunden seien, so dass dieser von den Reisevermittlern, die ihren Umsatz im Vergleich zum Referenzzeitraum gesteigert
         hätten, kein zusätzlicher Dienst erwiesen werde. Eine eingehende Analyse des Wettbewerbsnachteils für die betroffenen Reisevermittler
         sei rechtlich nicht vorgeschrieben. Virgin meint, ein solcher Nachteil sei jedenfalls offensichtlich.
      
       Würdigung durch den Gerichtshof 
      133   Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG verbietet jede Diskriminierung, die ein Unternehmen in beherrschender Stellung dadurch vornimmt,
         dass es gegenüber Handelspartnern bei gleichwertigen Leistungen unterschiedliche Bedingungen anwendet und sie dadurch im Wettbewerb
         benachteiligt (Urteil vom 29. März 2001, Portugal/Kommission, C‑163/99, Slg. 2001, I‑2613, Randnr. 46).
      
      134   Im vorliegenden Fall steht fest, dass BA gegenüber den im Vereinigten Königreich tätigen Reisevermittlern unterschiedliche
         Provisionssätze angewandt hat, je nachdem, ob diese ihre Umsatzziele im Vergleich zum Referenzzeitraum erfüllt hatten oder
         nicht.
      
      135   Zu klären bleibt zum einen, ob das Gericht zu Recht von einer Gleichwertigkeit der Leistungen der Reisevermittler ausgegangen
         ist, um daraus den Schluss zu ziehen, dass die fraglichen Prämienregelungen, die die Anwendung unterschiedlicher Provisionssätze
         gegenüber Reisevermittlern nach sich ziehen konnten, die die gleiche Anzahl von BA-Flugscheinen verkauft hatten, diskriminierend
         gewesen sind, und zum anderen, ob es ohne Rechtsfehler auf detaillierte Feststellungen zum Vorliegen eines Wettbewerbsnachteils
         verzichten konnte.
      
       Zum ersten Teil des fünften Rechtsmittelgrundes: Gleichwertigkeit der Leistungen der Reisevermittler
      136   Mit dem ersten Teil des fünften Rechtsmittelgrundes kritisiert BA die Analyse des Gerichts zur Vergleichbarkeit der Leistungen
         der Reisevermittler, die ihre Umsatzziele mit BA-Flugscheinen erreicht hätten, und derjenigen der Reisevermittler, die diese
         Ziele nicht erreicht hätten. BA wirft dem Gericht insbesondere vor, den aus Sicht der Fluggesellschaft größeren wirtschaftlichen
         Nutzen der Leistungen der Reisevermittler, die ihre Umsatzziele erreicht oder ihre Umsätze gesteigert hätten, nicht berücksichtigt
         zu haben.
      
      137   Hinsichtlich dieses Punktes, der die Würdigung der Umstände des Einzelfalls, aus denen sich die Vergleichbarkeit oder aber
         Unterschiedlichkeit der Leistungen der Reisevermittler für eine Fluggesellschaft wie BA ableiten lässt, durch das Gericht
         betrifft, genügt es, daran zu erinnern, dass die Tatsachen- und Beweiswürdigung ausschließlich Aufgabe des Gerichts ist. Es
         fällt damit nicht in die Zuständigkeit des Gerichtshofs im Rechtsmittelverfahren, die vom Gericht vorgenommene Würdigung der
         Bewertung der Marktgegebenheiten und der Wettbewerbssituation durch seine eigene zu ersetzen. Diese Rüge ist daher unzulässig.
      
      138   Zur zweiten Rüge – das Gericht habe im Hinblick auf Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG einen Rechtsfehler begangen, weil es angenommen
         habe, dass Geschäfte mit einem Reisevermittler, der seinen Umsatz an BA-Flugscheinen gesteigert habe, und solche mit einem
         Reisevermittler, der ihn nicht gesteigert habe, „gleichwertige Leistungen“ im Sinne dieser Bestimmung seien – ist festzustellen,
         dass das Gericht in Randnr. 234 des angefochtenen Urteils darauf hingewiesen hat, dass der Umstand, dass Reisevermittler im
         Vereinigten Königreich die für sie geltenden Vorgaben der Umsatzsteigerung mit BA-Flugscheinen erreichten, zu einer Erhöhung
         der von BA gezahlten Provisionssätze nicht nur für den Grenzumsatz, sondern für den gesamten mit BA-Flugscheinen in dem zugrunde
         gelegten Zeitraum erzielten Umsatz geführt habe.
      
      139   Das Gericht hat daraus den logischen Schluss gezogen, dass die fraglichen Prämienregelungen zu einer Vergütung des Verkaufs
         einer identischen Anzahl von BA-Flugscheinen durch die Reisevermittler im Vereinigten Königreich mit unterschiedlichen Sätzen
         geführt hätten, je nachdem, ob diese Reisevermittler ihre Vorgaben für eine Umsatzsteigerung im Verhältnis zum Referenzzeitraum
         erfüllt hätten oder nicht.
      
      140   Es ist deshalb nicht ersichtlich, dass das Gericht einen Rechtsfehler begangen hätte, als es die Leistungen von Reisevermittlern
         als gleichwertig anerkannte, deren Umsätze an BA-Flugscheinen in einem bestimmten Zeitraum in absoluten Zahlen gleich hoch
         waren. Diese zweite Rüge ist daher unbegründet.
      
      141   Folglich ist der erste Teil des fünften Rechtsmittelgrundes als teils unzulässig und teils unbegründet zurückzuweisen.
       Zum zweiten Teil des fünften Rechtsmittelgrundes: Anforderungen an die Feststellung eines Wettbewerbsnachteils
      142   Mit dem zweiten Teil des fünften Rechtsmittelgrundes trägt BA vor, dass für eine korrekte Anwendung des Art. 82 Abs. 2 Buchst. c
         EG die bloße Feststellung des Gerichts in Randnr. 238 des angefochtenen Urteils, die Reisevermittler seien in ihrer Fähigkeit,
         miteinander in Wettbewerb zu treten, „natürlich durch die diskriminierenden Vergütungsbestimmungen beeinträchtigt, die den
         [fraglichen Prämienregelungen] … eigen waren“, reiche nicht aus, da der konkrete Nachweis eines Wettbewerbsnachteils erforderlich
         gewesen sei.
      
      143   Das in Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG normierte besondere Diskriminierungsverbot ist Teil des Systems, das gemäß Art. 3 Abs. 1
         Buchst. g EG den Wettbewerb innerhalb des Binnenmarkts vor Verfälschungen schützt. Durch das Geschäftsgebaren des Unternehmens
         in beherrschender Stellung soll der Wettbewerb auf einem vor- oder nachgelagerten Markt, also der Wettbewerb zwischen Zulieferern
         oder Abnehmern dieses Unternehmens, nicht verzerrt werden. Im Wettbewerb untereinander sollen die Vertragspartner dieses Unternehmens
         nicht bevorzugt oder benachteiligt werden.
      
      144   Die Tatbestandsmerkmale von Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG sind daher nur dann erfüllt, wenn festgestellt wird, dass das Verhalten
         des marktbeherrschenden Unternehmens nicht nur diskriminierend ist, sondern dass es auch darauf abzielt, diese Wettbewerbsbeziehung
         zu verfälschen, d. h., die Wettbewerbsposition eines Teils der Handelspartner dieses Unternehmens gegenüber den anderen zu
         beeinträchtigen (vgl. in diesem Sinne Urteil Suiker Unie u. a./Kommission, Randnrn. 523 und 524).
      
      145   Nichts hindert daran, die Diskriminierung von Handelspartnern, die sich in einer Wettbewerbsbeziehung befinden, als missbräuchlich
         anzusehen, wenn das Verhalten des Unternehmens in beherrschender Stellung angesichts des gesamten Sachverhalts darauf gerichtet
         ist, eine Wettbewerbsverzerrung zwischen diesen Handelspartnern herbeizuführen. In einer solchen Situation kann nicht verlangt
         werden, dass zusätzlich der Beweis einer tatsächlichen, quantifizierbaren Verschlechterung der Wettbewerbsstellung einzelner
         Handelspartner erbracht wird.
      
      146   In den Randnrn. 237 und 238 des angefochtenen Urteils stellt das Gericht fest, dass sich die Reisevermittler im Vereinigten
         Königreich einen intensiven Wettbewerb lieferten und ihre Möglichkeit, miteinander in Wettbewerb zu treten, von zweierlei
         abhänge, nämlich erstens von „ihrer Fähigkeit, den Wünschen der Reisenden entsprechende Plätze auf den Flügen zu liefern,
         und zwar zu einem angemessenen Preis“, und zweitens von ihren jeweiligen finanziellen Mitteln.
      
      147   In dem Teil des angefochtenen Urteils, in dem die treuefördernde Wirkung der fraglichen Prämienregelungen geprüft wird, hat
         das Gericht außerdem festgestellt, dass diese zu sprunghaften und spürbaren Veränderungen bei den Einnahmen der Reisevermittler
         hätten führen können.
      
      148   Angesichts dieser Sachlage konnte das Gericht im Rahmen der Prüfung der fraglichen Prämienregelungen anhand des Art. 82 Abs. 2
         Buchst. c EG ohne ausführliche Zwischenschritte unmittelbar zu der Schlussfolgerung gelangen, dass die Möglichkeiten der Reisevermittler,
         miteinander in Wettbewerb zu treten, durch die diskriminierenden Vergütungsbedingungen von BA beeinträchtigt worden waren.
      
      149   Dem Gericht kann daher nicht vorgeworfen werden, es habe dadurch einen Rechtsfehler begangen, dass es nicht oder nur summarisch
         geprüft habe, ob und inwieweit sich diese Bedingungen auf die Wettbewerbssituation der Handelspartner von BA ausgewirkt hätten.
         Folglich hat das Gericht zu Recht befunden, dass die fraglichen Prämienregelungen eine diskriminierende Wirkung im Sinne von
         Art. 82 Abs. 2 Buchst. c EG entfalteten. Der zweite Teil des fünften Rechtsmittelgrundes ist mithin unbegründet.
      
      150   Der fünfte Rechtsmittelgrund ist deshalb in vollem Umfang zurückzuweisen.
      151   Da keiner der von BA angeführten Rechtsmittelgründe durchgreift, ist das Rechtsmittel zurückzuweisen.
       Kosten
      152   Nach Art. 122 Abs. 1 der Verfahrensordnung entscheidet der Gerichtshof über die Kosten, wenn das Rechtsmittel zurückgewiesen
         wird. Nach Art. 69 § 2 der Verfahrensordnung, der gemäß Art. 118 der Verfahrensordnung auf das Rechtsmittelverfahren entsprechende
         Anwendung findet, ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da die Kommission und Virgin
         die Verurteilung von BA zur Tragung der Kosten beantragt haben und diese mit ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind ihr die
         Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Dritte Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.
      2.      British Airways plc trägt die Kosten.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Englisch.