CELEX: 62004CJ0033
Language: de
Date: 2005-12-08
Title: Urteil des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 8. Dezember 2005.#Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Grossherzogtum Luxemburg.#Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Telekommunikation - Richtlinie 97/33/EG - Artikel 7 Absatz 5 - Verpflichtung zur Überprüfung der Einhaltung der Kostenrechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur Veröffentlichung einer entsprechenden Erklärung - Richtlinie 98/10/EG - Artikel 18 Absätze 1 und 2 - Keine ordnungsgemäße Anwendung der erlassenen Maßnahmen in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde und in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Erklärung über die Einhaltung dieses Systems - Zulässigkeit - Klageinteresse - Vorverfahren - Verfahrensrechte - Richtlinien 2002/19/EG, 2002/21/EG und 2002/22/EG - Übergangsbestimmungen - Nichterlass von Bestimmungen durch die Mitgliedstaaten, die geeignet sind, das von einer Richtlinie vorgeschriebene Ergebnis ernstlich zu gefährden, während der Frist zur Umsetzung dieser Richtlinie - Standardzusammenschaltungsangebote.#Rechtssache C-33/04.

Rechtssache C-33/04
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      gegen
      Großherzogtum Luxemburg
      „Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats – Telekommunikation – Richtlinie 97/33/EG – Artikel 7 Absatz 5 – Verpflichtung zur Überprüfung der Einhaltung der Kostenrechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur
         Veröffentlichung einer entsprechenden Erklärung – Richtlinie 98/10/EG – Artikel 18 Absätze 1 und 2 – Keine ordnungsgemäße Anwendung der erlassenen Maßnahmen in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems
         durch die nationale Regulierungsbehörde und in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Erklärung über die Einhaltung
         dieses Systems – Zulässigkeit – Klageinteresse – Vorverfahren – Verfahrensrechte – Richtlinien 2002/19/EG, 2002/21/EG und 2002/22/EG – Übergangsbestimmungen – Nichterlass von Bestimmungen durch die Mitgliedstaaten, die geeignet sind, das von einer Richtlinie vorgeschriebene Ergebnis
         ernstlich zu gefährden, während der Frist zur Umsetzung dieser Richtlinie – Standardzusammenschaltungsangebote“
      
      Schlussanträge des Generalanwalts F. G. Jacobs vom 2. Juni 2005 
      Urteil des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 8. Dezember 2005 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Vertragsverletzungsverfahren – Streitgegenstand – Bestimmung während des Vorverfahrens – Änderung der Anträge im Rahmen der
            Klage – Zulässigkeit – Voraussetzungen 
      (Artikel 226 EG)
      2.     Vertragsverletzungsverfahren – Streitgegenstand – Bestimmung während des Vorverfahrens – Anpassung aufgrund einer Änderung
            des Gemeinschaftsrechts – Zulässigkeit – Voraussetzungen 
      (Artikel 226 EG)
      3.     Vertragsverletzungsverfahren – Klagerecht der Kommission – Ausübung nicht vom Vorliegen eines besonderen Rechtsschutzinteresses
            abhängig – Ermessensfrage 
      (Artikel 226 EG)
      4.     Vertragsverletzungsverfahren – Vorverfahren – Überlange Dauer – Umstand, der sich auf die Zulässigkeit der Klage nur im Fall
            einer Verletzung der Verteidigungsrechte auswirkt – Beweislast 
      (Artikel 226 EG)
      5.     Rechtsangleichung – Telekommunikationssektor – Offener Netzzugang (ONP) beim Sprachtelefondienst und Universaldienst im Telekommunikationsbereich
            – Richtlinie 98/10 – Mitgliedstaat, der die Einhaltung der Kostenrechnungssysteme nicht durch eine unabhängige zuständige
            Stelle überprüft und keine Erklärung über die Einhaltung veröffentlicht hat – Keine ordnungsgemäße Anwendung der Maßnahmen
            zur Kontrolle der genannten Rechnungssysteme – Vertragsverletzung 
      (Richtlinie 97/33 des Europäischen Parlaments und des Rates, Artikel 7 Absatz 5, Richtlinie 98/10 des Europäischen Parlaments
            und des Rates, Artikel 18 Absätze 1 und 2, Richtlinie 2002/21 des Europäischen Parlaments und des Rates, Artikel 27, und Richtlinie
            2002/22 des Europäischen Parlaments und des Rates, Artikel 16)
      1.     Der Gegenstand einer Vertragsverletzungsklage nach Artikel 226 EG wird durch das in dieser Bestimmung vorgesehene Vorverfahren
         eingegrenzt, so dass die Klage auf die gleichen Gründe und das gleiche Vorbringen gestützt sein muss wie die mit Gründen versehene
         Stellungnahme. Daraus, dass der Gegenstand der nach Artikel 226 EG erhobenen Klage durch das in dieser Bestimmung vorgesehene
         Vorverfahren eingegrenzt wird, kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass in jedem Fall eine völlige Übereinstimmung zwischen
         der Darlegung der Rügen im Mahnschreiben, im Tenor der mit Gründen versehenen Stellungnahme und in den Anträgen in der Klageschrift
         bestehen muss, sofern nur der Streitgegenstand nicht erweitert oder geändert worden ist.
      
      (vgl. Randnrn. 36-37)
      2.     Das Vorliegen einer Vertragsverletzung ist im Rahmen einer auf Artikel 226 EG gestützten Klage nach dem Stand des Gemeinschaftsrechts
         am Ende der Frist zu beurteilen, die die Kommission dem betroffenen Mitgliedstaat für ein Handeln gemäß ihrer mit Gründen
         versehenen Stellungnahme gesetzt hat.
      
      Jedoch kann die Kommission, wenn das Gemeinschaftsrecht während des Vorverfahrens geändert wird, die Feststellung eines Verstoßes
         gegen diejenigen Verpflichtungen beantragen, die sich aus der ursprünglichen Fassung eines später geänderten oder aufgehobenen
         Gemeinschaftsrechtsakts ergeben und durch neue Bestimmungen aufrechterhalten wurden. Dagegen kann der Streitgegenstand nicht
         auf Verpflichtungen erstreckt werden, die sich aus neuen Bestimmungen ergeben, aber keine Entsprechung in der ursprünglichen
         Fassung des betreffenden Rechtsakts finden, da sonst gegen Formvorschriften verstoßen würde, die für den ordnungsgemäßen Ablauf
         des Verfahrens zur Feststellung der Vertragsverletzung wesentlich sind.
      
      (vgl. Randnrn. 43, 49)
      3.     Die Kommission braucht bei der Wahrnehmung der ihr in Artikel 226 EG eingeräumten Zuständigkeiten kein Klageinteresse nachzuweisen.
         Ihr fällt nämlich kraft ihres Amtes im Allgemeininteresse die Aufgabe zu, die Ausführung des Gemeinschaftsrechts durch die
         Mitgliedstaaten zu überwachen und etwaige Verstöße gegen die sich hieraus ergebenden Verpflichtungen feststellen zu lassen,
         damit sie abgestellt werden.
      
      Im Übrigen ist es Sache der Kommission, zu beurteilen, ob ein Einschreiten gegen einen Mitgliedstaat zweckmäßig ist, die ihrer
         Ansicht nach verletzten Bestimmungen zu benennen und den Zeitpunkt für die Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens zu
         wählen, wobei die Erwägungen, die für diese Wahl bestimmend sind, die Zulässigkeit der Klage nicht beeinflussen. Während allein
         die Kommission die Zweckmäßigkeit der Einreichung und Aufrechterhaltung einer Vertragsverletzungsklage beurteilt, prüft der
         Gerichtshof, ob die gerügte Vertragsverletzung vorliegt, ohne dass er über die Ausübung des Ermessens durch die Kommission
         zu entscheiden hätte.
      
      (vgl. Randnrn. 65-67)
      4.     Zwar kann eine Vertragsverletzungsklage durch die überlange Dauer des Vorverfahrens unzulässig werden, doch gilt dies nur
         in den Fällen, in denen das Verhalten der Kommission die Widerlegung ihrer Argumente erschwert und damit die Verfahrensrechte
         verletzt hat. Der betroffene Mitgliedstaat hat eine solche Erschwernis zu beweisen.
      
      (vgl. Randnr. 76)
      5.     Gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 über die Zusammenschaltung in der Telekommunikation
         im Hinblick auf die Sicherstellung eines Universaldienstes und der Interoperabilität durch Anwendung der Grundsätze für einen
         offenen Netzzugang (ONP) und aus Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 über die Anwendung des offenen Netzzugangs
         (ONP) beim Sprachtelefondienst und den Universaldienst im Telekommunikationsbereich in einem wettbewerbsorientierten Umfeld
         in der durch Artikel 27 der Richtlinie 2002/21 über einen gemeinsamen Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und
         -dienste in Verbindung mit Artikel 16 der Richtlinie 2002/22 über den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen
         Kommunikationsnetzen und -diensten aufrechterhaltenen Form verstößt ein Mitgliedstaat, der den Verpflichtungen gemäß besagtem
         Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 zur Überprüfung der Einhaltung der Kostenrechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige
         Stelle und zur Veröffentlichung einer entsprechenden Erklärung für die Jahre 1998 und 1999 nicht nachkommt und in der Praxis
         die Maßnahmen gemäß besagtem Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des
         Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber der Telekommunikationsorganisation
         unabhängige und von dieser Regulierungsbehörde anerkannte zuständige Stelle für das Jahr 2000 nicht ordnungsgemäß anwendet.
      
      (vgl. Randnr. 92 und Tenor)
URTEIL DES GERICHTSHOFES (Zweite Kammer)
      8. Dezember 2005(*)
      
      „Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats – Telekommunikation – Richtlinie 97/33/EG – Artikel 7 Absatz 5 – Verpflichtung zur Überprüfung der Einhaltung der Kostenrechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur
         Veröffentlichung einer entsprechenden Erklärung – Richtlinie 98/10/EG – Artikel 18 Absätze 1 und 2 – Keine ordnungsgemäße Anwendung der erlassenen Maßnahmen in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems
         durch die nationale Regulierungsbehörde und in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Erklärung über die Einhaltung
         dieses Systems – Zulässigkeit – Klageinteresse – Vorverfahren – Verfahrensrechte – Richtlinien 2002/19/EG, 2002/21/EG und 2002/22/EG – Übergangsbestimmungen – Nichterlass von Bestimmungen durch die Mitgliedstaaten, die geeignet sind, das von einer Richtlinie vorgeschriebene Ergebnis
         ernstlich zu gefährden, während der Frist zur Umsetzung dieser Richtlinie – Standardzusammenschaltungsangebote“
      
      
      In der Rechtssache C‑33/04
      betreffend eine Vertragsverletzungsklage nach Artikel 226 EG, eingereicht am 29. Januar 2004,
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch W. Wils und M. Shotter als Bevollmächtigte, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Klägerin,
      gegen
      Großherzogtum Luxemburg, vertreten durch M. Thill und S. Schreiner als Bevollmächtigte im Beistand von A. Verheyden und F. Bimont, avocats,
      
      Beklagter,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten C. W. A. Timmermans, der Richterin R. Silva de Lapuerta sowie der Richter P. Kūris,
         G. Arestis (Berichterstatter) und J. Klučka,
      
      Generalanwalt: F. G. Jacobs,
      Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 3. März 2005,
      nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 2. Juni 2005
      folgendes
      Urteil
      1       Mit ihrer Klageschrift beantragt die Kommission der Europäischen Gemeinschaften, festzustellen, dass das Großherzogtum Luxemburg
         dadurch, dass es
      
      –       den Verpflichtungen nach Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Juni
         1997 über die Zusammenschaltung in der Telekommunikation im Hinblick auf die Sicherstellung eines Universaldienstes und der
         Interoperabilität durch Anwendung der Grundsätze für einen offenen Netzzugang (ONP) (ABl. L 199, S. 32) zur Überprüfung der
         Einhaltung der Kostenrechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur Veröffentlichung einer diesbezüglichen
         Erklärung (im Folgenden: Konformitätserklärung) für die Jahre 1998 und 1999 nicht nachgekommen ist und
      
      –       in der Praxis die zur Durchführung des Artikels 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10/EG des Europäischen Parlaments und
         des Rates vom 26. Februar 1998 über die Anwendung des offenen Netzzugangs (ONP) beim Sprachtelefondienst und den Universaldienst
         im Telekommunikationsbereich in einem wettbewerbsorientierten Umfeld (ABl. L 101, S. 24) erlassenen Maßnahmen in Bezug auf
         die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber
         der Telekommunikationsorganisation unabhängige und von dieser Regulierungsbehörde anerkannte zuständige Stelle sowie in Bezug
         auf die jährliche Veröffentlichung einer Konformitätserklärung nicht ordnungsgemäß angewandt hat,
      
      gegen seine Verpflichtungen aus den genannten Richtlinienbestimmungen verstoßen hat.
       Rechtlicher Rahmen
       Gemeinschaftsrecht
       Früherer Rechtsrahmen
      –       Die Richtlinie 97/33
      2       Die Richtlinie 97/33 legt nach ihrem Artikel 1 einen ordnungspolitischen Rahmen für die Sicherstellung der Zusammenschaltung
         von Telekommunikationsnetzen und insbesondere der Interoperabilität von Diensten in der Europäischen Gemeinschaft sowie die
         Sicherstellung eines Universaldienstes in einem Umfeld von offenen, wettbewerbsorientierten Märkten fest. Nach Artikel 2 dieser
         Richtlinie bezeichnet der Begriff „Zusammenschaltung“ die physische und logische Verbindung von Telekommunikationsnetzen,
         die von derselben oder einer anderen Organisation genutzt werden, um Benutzern einer Organisation die Kommunikation mit Benutzern
         derselben oder einer anderen Organisation oder den Zugang zu den von einer anderen Organisation angebotenen Diensten zu ermöglichen.
      
      3       In Artikel 7 – Grundsätze für Zusammenschaltungsentgelte und Kostenrechnungssysteme – dieser Richtlinie heißt es:
      „(1)      Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Absätze 2 bis 6 auf Organisationen angewandt werden, die die … öffentlichen Telekommunikationsnetze
         und/oder für die Öffentlichkeit zugänglichen Telekommunikationsdienste betreiben und von den nationalen Regulierungsbehörden
         als Organisationen mit beträchtlicher Marktmacht gemeldet wurden.
      
      (2)      Die Zusammenschaltungsentgelte unterliegen den Grundsätzen der Transparenz und Kostenorientierung. Die Beweislast, dass sich
         Entgelte aus den tatsächlichen Kosten einschließlich einer vertretbaren Investitionsrendite herleiten, liegt bei der Organisation,
         die die Zusammenschaltung mit ihren Einrichtungen bereitstellt. Die nationalen Regulierungsbehörden können eine Organisation
         dazu auffordern, ihre Zusammenschaltungsentgelte vollständig zu begründen, und gegebenenfalls eine Anpassung von Entgelten
         verlangen. …
      
      (3)      Die nationalen Regulierungsbehörden stellen sicher, dass ein Standardzusammenschaltungsangebot … veröffentlicht wird. Das
         Standardzusammenschaltungsangebot enthält eine Beschreibung der Zusammenschaltungsangebote, aufgegliedert in Einzelelemente
         entsprechend den Markterfordernissen, sowie die entsprechenden Geschäftsbedingungen einschließlich der Tarife.
      
      Für unterschiedliche Kategorien von Organisationen, die berechtigt sind, Netze und Dienste bereitzustellen, können unterschiedliche
         Zusammenschaltungstarife und -bedingungen festgelegt werden, sofern sich dies aufgrund der Art der Zusammenschaltung und/oder
         der relevanten nationalen Lizenzierungsbedingungen objektiv rechtfertigen lässt. Die nationalen Regulierungsbehörden stellen
         sicher, dass solche Unterschiede nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen und insbesondere, dass die Organisation die zutreffenden
         Zusammenschaltungstarife und -bedingungen anwendet, wenn sie eine Zusammenschaltung für ihre eigenen Dienste oder die Dienste
         ihrer Tochtergesellschaften oder Partner bereitstellt ...
      
      Die nationale Regulierungsbehörde hat die Möglichkeit, Änderungen des Standardzusammenschaltungsangebots anzuordnen, wenn
         dies gerechtfertigt ist.
      
      …
      (5)      Die Kommission erstellt … Empfehlungen für die Kostenrechnungssysteme und die Transparenz der Kostenrechnung im Bereich der
         Zusammenschaltung. Die nationalen Regulierungsbehörden stellen sicher, dass die von den betreffenden Organisationen zugrunde
         gelegten Kostenrechnungssysteme zur Umsetzung der Anforderungen dieses Artikels geeignet und entsprechend Anhang V hinreichend
         genau dokumentiert sind.
      
      Die nationalen Regulierungsbehörden stellen sicher, dass auf Anfrage eine Beschreibung des Kostenrechnungssystems zur Verfügung
         gestellt wird, aus der die Hauptkategorien, unter denen die Kosten zusammengefasst sind, sowie die Regeln für die Zurechnung
         von Kosten auf die Zusammenschaltung hervorgehen. Die Einhaltung des Kostenrechnungssystems wird von der nationalen Regulierungsbehörde
         oder einer anderen zuständigen Stelle, die von der Telekommunikationsorganisation unabhängig und von der nationalen Regulierungsbehörde
         zugelassen ist, überprüft. Eine diesbezügliche Erklärung wird jährlich veröffentlicht.
      
      …“
      4       Anhang V der Richtlinie 97/33 nennt beispielhaft einige Bestandteile, die in die genannten Kostenrechnungssysteme aufgenommen
         werden können, nämlich Angaben, welcher Kostenstandard verwendet wurde, Kostenelemente, die im Zusammenschaltungstarif eingeschlossen
         sind, Grad und Verfahren der Kostenzurechnung, insbesondere Behandlung von gemeinsamen Kosten und Gemeinkosten sowie Buchführungsvereinbarungen.
      
      5       Nach Artikel 23 Absatz 1 Unterabsatz 1 dieser Richtlinie mussten die Mitgliedstaaten die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften
         erlassen, um der Richtlinie spätestens zum 31. Dezember 1997 nachzukommen, und die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis
         setzen.
      
      6       Am 8. April 1998 erließ die Kommission gemäß Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 die Empfehlung 98/322/EG zur Zusammenschaltung
         in einem liberalisierten Telekommunikationsmarkt (Teil 2 – Getrennte Buchführung und Kostenrechnung) (ABl. L 141, S. 6).
      
      –       Die Richtlinie 98/10
      7       Die Richtlinie 98/10 betrifft nach ihrem Artikel 1 die Harmonisierung der Bedingungen für einen offenen und effizienten Zugang
         zu festen öffentlichen Telefonnetzen und festen öffentlichen Telefondiensten und ihre Nutzung in einem Umfeld offener und
         wettbewerbsorientierter Märkte im Einklang mit den Grundsätzen des offenen Netzzugangs.
      
      8       Artikel 17 – Tarifgrundsätze – dieser Richtlinie sieht vor:
      „(1)      Unbeschadet der besonderen Bestimmungen des Artikels 3 über die Erschwinglichkeit der Dienste oder des Absatzes 6 stellen
         die nationalen Regulierungsbehörden sicher, dass Organisationen, die Sprachtelefondienste bereitstellen und entweder über
         beträchtliche Marktmacht verfügen oder nach Artikel 5 benannt wurden und über beträchtliche Marktmacht verfügen, die Bestimmungen
         dieses Artikels einhalten.
      
      (2)       Die Tarife für die Nutzung des festen öffentlichen Telefonnetzes und fester öffentlicher Telefondienste unterliegen dem Grundsatz
         der Kostenorientierung …
      
      (3)       Die Tarife für den Zugang zu und die Nutzung von festen öffentlichen Telefonnetzen werden unbeschadet des Artikels 7 Absatz
         3 der Richtlinie 97/33/EG über die Zusammenschaltung unabhängig von der Art der vom Nutzer vorgesehenen Anwendung festgelegt,
         soweit dafür nicht unterschiedliche Dienste oder Dienstmerkmale erforderlich sind.
      
      (4)       Die Tarife für Dienstmerkmale, die zusätzlich zum Anschluss an das feste öffentliche Telefonnetz und feste öffentliche Telefondienste
         bereitgestellt werden, müssen entsprechend dem Gemeinschaftsrecht hinreichend aufgegliedert sein, damit der Nutzer nicht für
         Zusatzdienste zahlen muss, die für den verlangten Dienst nicht erforderlich sind. 
      
      (5)       Tarifänderungen werden erst durchgeführt, wenn eine von der nationalen Regulierungsbehörde festgelegte angemessene öffentliche
         Ankündigungsfrist eingehalten wurde.
      
      (6)       Ein Mitgliedstaat kann unbeschadet des Artikels 3 hinsichtlich der Erschwinglichkeit der Dienste seiner nationalen Regulierungsbehörde
         gestatten, die Absätze 1, 2, 3, 4 oder 5 dieses Artikels in bestimmten Regionen nicht anzuwenden, wenn sie den Wettbewerb
         auf dem Markt für feste öffentliche Telefondienste als zufrieden stellend erachtet.“
      
      9       Artikel 18 – Kostenrechnungsgrundsätze – Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 bestimmt:
      „(1)  Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Kostenrechnungssysteme von Organisationen, die bei der Festlegung ihrer Tarife
         den Grundsatz der Kostenorientierung nach Artikel 17 beachten müssen, zur Umsetzung von Artikel 17 geeignet sind und die korrekte
         Anwendung derartiger Systeme von einer zuständigen – gegenüber diesen Organisationen unabhängigen – Stelle überprüft wird.
         Die nationalen Regulierungsbehörden stellen sicher, dass einmal jährlich eine Erklärung über die Einhaltung der Kostenrechnungssysteme
         veröffentlicht wird. 
      
      (2)      Die nationalen Regulierungsbehörden stellen sicher, dass ihnen eine Beschreibung der Kostenrechnungssysteme gemäß Absatz 1,
         aus der die Hauptkostenkategorien und die Vorschriften für die Umlage der Kosten auf den Sprachtelefondienst hervorgehen,
         auf Anforderung zur Verfügung gestellt wird. Die nationalen Regulierungsbehörden übermitteln der Kommission auf Anforderung
         Informationen über die von den betreffenden Organisationen verwendeten Kostenrechnungssysteme.“
      
      10     Nach Artikel 32 Absatz 1 Unterabsatz 1 dieser Richtlinie mussten die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen treffen,
         um der Richtlinie zum 30. Juni 1998 nachzukommen, und die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis setzen.
      
       Neuer Rechtsrahmen für die Kommunikation
      11     Am 7. März 2002 erließen das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union vier Richtlinien betreffend den neuen
         Rechtsrahmen für die Kommunikation (im Folgenden: NR), nämlich die Richtlinie 2002/19/EG über den Zugang zu elektronischen
         Kommunikationsnetzen und zugehörigen Einrichtungen sowie deren Zusammenschaltung (Zugangsrichtlinie) (ABl. L 108, S. 7), die
         Richtlinie 2002/20/EG über die Genehmigung elektronischer Kommunikationsnetze und -dienste (Genehmigungsrichtlinie) (ABl.
         L 108, S. 21), die Richtlinie 2002/21/EG über einen gemeinsamen Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und -dienste
         (Rahmenrichtlinie) (ABl. L 108, S. 33) und die Richtlinie 2002/22/EG über den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen
         Kommunikationsnetzen und -diensten (Universaldienstrichtlinie) (ABl. L 108, S. 51).
      
      12     Die Artikel 26 und 28 Absatz 1 Unterabsatz 2 der Richtlinie 2002/21 heben u. a. die Richtlinien 97/33 und 98/10 mit Wirkung
         vom 25. Juli 2003 auf.
      
      13     Als Übergangsmaßnahme sieht Artikel 27 Absatz 1 der Richtlinie 2002/21 vor, dass die Mitgliedstaaten alle im einzelstaatlichen
         Recht vorgesehenen Verpflichtungen nach Artikel 7 der Richtlinie 2002/19 und nach Artikel 16 der Richtlinie 2002/22 aufrechterhalten,
         bis eine nationale Regulierungsbehörde über diese Verpflichtungen beschließt.
      
      14     Nach Artikel 18 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Richtlinie 2002/19, Artikel 28 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Richtlinie 2002/21 und
         Artikel 38 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Richtlinie 2002/22 mussten die Mitgliedstaaten bis zum 24. Juli 2003 die Rechts- und
         Verwaltungsvorschriften erlassen und veröffentlichen, die erforderlich sind, um diesen Richtlinien nachzukommen, und die Kommission
         unverzüglich davon in Kenntnis setzen.
      
      15     Nach den Artikeln 19 der Richtlinie 2002/19, 29 der Richtlinie 2002/21 und 39 der Richtlinie 2002/22 traten diese Richtlinien
         am Tag ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, hier dem 24. April 2002, in Kraft.
      
      –       Die Richtlinie 2002/19
      16     Artikel 7 – Überprüfung früherer Verpflichtungen in Bezug auf Zugang und Zusammenschaltung – der Richtlinie 2002/19 sieht
         vor:
      
      „(1)      Die Mitgliedstaaten erhalten alle Verpflichtungen in Bezug auf Zugang und Zusammenschaltung, die vor dem Inkrafttreten dieser
         Richtlinie gemäß den Artikeln 4, 6, 7, 8, 11, 12 und 14 der Richtlinie 97/33/EG, Artikel 16 der Richtlinie 98/10/EG sowie
         Artikel 7 und 8 der Richtlinie 92/44/EG [des Rates vom 5. Juni 1992 zur Einführung des offenen Netzzugangs bei Mietleitungen
         (ABl. L 165, S. 27)] für Unternehmen galten, die öffentliche Kommunikationsnetze und/oder ‑dienste bereitstellen, so lange
         aufrecht, bis diese Verpflichtungen überprüft wurden und eine Feststellung gemäß Absatz 3 getroffen wurde.
      
      … 
      (3)      Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die nationalen Regulierungsbehörden möglichst bald nach dem Inkrafttreten dieser
         Richtlinie und danach in regelmäßigen Abständen eine Marktanalyse nach Artikel 16 der Richtlinie 2002/21/EG … vornehmen, um
         festzustellen, ob diese Verpflichtungen beibehalten, geändert oder aufgehoben werden sollen. Die Änderung oder Aufhebung von
         Verpflichtungen ist den hiervon betroffenen Parteien rechtzeitig anzukündigen.“
      
      –       Die Richtlinie 2002/22
      17     Artikel 16 – Überprüfung der Verpflichtungen – dieser Richtlinie sieht vor:
      „(1)      Die Mitgliedstaaten erhalten alle Verpflichtungen für
      a)      Endnutzertarife für die Bereitstellung des Zugangs zum öffentlichen Telefonnetz und dessen Nutzung nach Artikel 17 der Richtlinie
         98/10/EG …
      
      b)      die Betreiberauswahl und Betreibervorauswahl nach der Richtlinie 97/33/EG …
      … 
      so lange aufrecht, bis diese Verpflichtungen einer Überprüfung unterzogen wurden und eine Feststellung gemäß Absatz 3 des
         vorliegenden Artikels getroffen wurde.
      
      …
      (3)      Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die nationalen Regulierungsbehörden möglichst bald nach Inkrafttreten dieser Richtlinie
         und danach in regelmäßigen Abständen eine Marktanalyse … vornehmen, um festzustellen, ob die Verpflichtungen bezüglich des
         Endnutzermarktes beibehalten, geändert oder aufgehoben werden sollen. ...“
      
       Nationales Recht
      18     Artikel 16 Absatz 4 der Großherzoglichen Verordnung vom 22. Dezember 1997 zur Festlegung der Bedingungen für die Errichtung
         und den Betrieb von festen Telekommunikationsnetzen (Mem. A 1997, S. 3308), Artikel 22 Absatz 5 der Großherzoglichen Verordnung
         vom 22. Dezember 1997 zur Festlegung der Bedingungen für die Errichtung und den Betrieb von festen Telekommunikationsnetzen
         und Telefondiensten (Mem. A 1997, S. 3313) und Artikel 16 Absatz 3 der Großherzoglichen Verordnung vom 2. Juli 1998 zur Festlegung
         der Bedingungen für den Betrieb von Telefondiensten (Mem. A 1998, S. 976) in den durch die Großherzogliche Verordnung vom
         18. April 2001 (Mem. A 2001, S. 1114, im Folgenden: Großherzogliche Verordnung vom 18. April 2001) geänderten Fassungen bestimmen
         gleichlautend:
      
      „Die Einhaltung der Systeme wird überprüft und von einer zuständigen, gegenüber dem Betreiber unabhängigen Stelle bescheinigt.
         Die Bescheinigung wird einmal jährlich im Geschäftsbericht des Betreibers veröffentlicht.“
      
       Vorverfahren 
      19     Luxemburg teilte der Kommission das Telekommunikationsgesetz vom 21. März 1997 (Mem. A 1997, S. 761) mit, mit dem u. a. zum
         2. Juni 1997 eine Regulierungsbehörde für das Telekommunikationswesen mit der Bezeichung „Institut Luxembourgeois des Télécommunications“
         (Luxemburgisches Institut für Telekommunikation; im Folgenden: ILT), später umfirmiert in „Institut Luxembourgeois de Régulation“
         (Luxemburgisches Institut für die Regulierung; im Folgenden: ILR), errichtet wurde. Später übermittelte es mit Schreiben vom
         23. Januar 1998 bzw. vom 10. Juli 1998 die drei vorstehend genannten Großherzoglichen Verordnungen vom 22. Dezember 1997 und
         vom 2. Juli 1998. Diese Verordnungen sollen insbesondere die Richtlinien 97/33 und 98/10 umsetzen.
      
      20     Mit Schreiben vom 9. März 2000 machte die Kommission Luxemburg auf die Anforderungen des für das Telekommunikationswesen geltenden
         Gemeinschaftsrechtsrahmens aufmerksam, insbesondere auf die Grundsätze der Kostenorientierung und der Transparenz der Telekommunikationstarife.
         In diesem Zusammenhang ersuchte sie u. a. um Informationen über die nach Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 und Artikel
         18 Absatz 2 der Richtlinie 98/10 erforderlichen Kostenrechnungssysteme und – gegebenenfalls – über die Identität der zuständigen
         Stelle nach Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 und Artikel 18 Absatz 1 der Richtlinie 98/10 sowie um eine Kopie der für
         die Rechnungsaufstellungen des Jahres 1998 und, falls vorhanden, des Jahres 1999 veröffentlichten jährlichen Konformitätserklärung.
      
      21     Luxemburg beantwortete dieses Schreiben mit Schreiben vom 8. Juni 2000.
       Die Richtlinie 97/33
      22     Am 30. April 2001 richtete die Kommission ein Mahnschreiben an die luxemburgische Regierung, in dem sie darauf hinwies, dass
         das Großherzogtum Luxemburg gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 in Bezug auf die Überprüfung
         der Einhaltung des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere unabhängige zuständige
         Stelle verstoßen habe. Außerdem fehle es den mitgeteilten Maßnahmen in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Konformitätserklärung
         an Klarheit, und zudem sei die jährliche Veröffentlichung einer solchen Erklärung nicht erfolgt.
      
      23     In seiner Antwort vom 13. Juli 2001 teilte Luxemburg die vorgenannte Großherzogliche Verordnung vom 18. April 2001 mit und
         führte im Einzelnen aus, dass deren Bestimmungen über die Bescheinigung und Veröffentlichung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems
         mit Wirkung vom 6. Mai 2001 eingeführt worden seien, so dass die ersten Konformitätserklärungen mit den Jahresberichten der
         gemeldeten Wirtschaftsteilnehmer frühestens für das Geschäftsjahr 2000 und spätestens für das Geschäftsjahr 2001 veröffentlicht
         würden.
      
      24     Nach einer Prüfung der besagten Verordnung erließ die Kommission am 21. März 2002 eine mit Gründen versehene Stellungnahme
         (im Folgenden: mit Gründen versehene Stellungnahme vom 21. März 2002), in der festgestellt wurde, dass das Großherzogtum Luxemburg
         gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems
         durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere unabhängige zuständige Stelle und in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung
         einer Konformitätserklärung für die Jahre 1998 und 1999 verstoßen habe. Die Kommission forderte Luxemburg außerdem auf, die
         erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um dieser mit Gründen versehenen Stellungnahme innerhalb von zwei Monaten nach ihrer
         Zustellung nachzukommen.
      
      25     In seiner Antwort vom 17. Mai 2002 hielt Luxemburg daran fest, dass die Verpflichtung zur Erklärung und Veröffentlichung nach
         Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 nunmehr durch die Großherzogliche Verordnung vom 18. April 2001 erfüllt werde. Im
         selben Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass die Bestimmungen dieser Verordnung keine Rückwirkung entfalteten.
      
       Die Richtlinie 98/10
      26     Am 21. März 2002 richtete die Kommission ein Mahnschreiben an die luxemburgische Regierung, in dem sie darauf hinwies, dass
         das Großherzogtum Luxemburg gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 und Artikel 18 Absatz
         1 der Richtlinie 98/10 verstoßen habe. Es sei noch keine Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems erfolgt und
         noch keine Konformitätserklärung  oder -bescheinigung für die Rechnungsaufstellungen des Geschäftsjahrs 2000 veröffentlicht
         worden.
      
      27     In seinem Antwortschreiben vom 28. Mai 2002 wies Luxemburg einmal mehr darauf hin, dass die Großherzogliche Verordnung vom
         18. April 2001 nunmehr die Überprüfung der Einhaltung des Rechnungssystems durch eine nationale Regulierungsbehörde oder eine
         unabhängige zuständige Behörde und die jährliche Veröffentlichung der Konformitätserklärung vorsehe.
      
      28     Da diese Informationen die Kommission nicht zufrieden stellten, erließ sie am 11. Juli 2003 eine mit Gründen versehene Stellungnahme
         (im Folgenden: mit Gründen versehene Stellungnahme vom 11. Juli 2003), in der sie beanstandete, das Großherzogtum Luxemburg
         habe in der Praxis die zur Durchführung von Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 erlassenen Maßnahmen in Bezug
         auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber
         der Telekommunikationsorganisation unabhängige und von der nationalen Regulierungsbehörde anerkannte zuständige Stelle sowie
         in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Konformitätserklärung nicht ordnungsgemäß angewandt. Die Kommission forderte
         Luxemburg außerdem auf, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um dieser mit Gründen versehenen Stellungnahme innerhalb
         von zwei Monaten nach ihrer Zustellung nachzukommen.
      
      29     In seiner Antwort vom 1. Oktober 2003 beharrte Luxemburg auf dem Standpunkt, dass Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33
         und Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 durch die Großherzogliche Verordnung vom 18. April 2001 umgesetzt worden
         seien. Außerdem übersandte es den vom ILR erstellten und am 6. Mai 2002 veröffentlichten Bericht über die Leitprinzipien der
         getrennten Buchführung. Es schloss seine Antwort wie folgt:
      
      „Bei Lektüre des jüngst erstellten Geschäftsberichts der ‚Entreprise des postes et télécommunications‘ [Post- und Telekommunikationsunternehmen,
         EPT] hat der Regulator festgestellt, dass es an der gesetzlich vorgeschriebenen Bescheinigung fehlt. Das [ILR] hat deshalb
         unlängst eine Mahnung an das Unternehmen gerichtet und wird gegebenenfalls auf Verwaltungssanktionen wegen Nichteinhaltung
         der entsprechenden gesetzlichen Verpflichtungen zurückgreifen.“
      
      30     Da weder diese noch die im Schreiben vom 17. Mai 2002 enthaltene Antwort die Kommission zufrieden stellte, hat diese beschlossen,
         die vorliegende Klage zu erheben.
      
      31     Mit Urteil vom 10. März 2005 in der Rechtssache C‑236/04 (Kommission/Luxemburg, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht)
         hat der Gerichtshof festgestellt, dass das Großherzogtum Luxemburg gegen seine Verpflichtungen aus den Richtlinien 2002/19,
         2002/20, 2002/21 und 2002/22 verstoßen hat, indem es nicht die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen
         hat, um diesen Richtlinien nachzukommen
      
       Anträge der Parteien
      32     Die Kommission beantragt,
      –       festzustellen, dass das Großherzogtum Luxemburg dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 97/33 verstoßen hat,
         dass es den Verpflichtungen nach Artikel 7 Absatz 5 dieser Richtlinie zur Überprüfung der Einhaltung der Kostenrechnungssysteme
         durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur Veröffentlichung einer Konformitätserklärung für die Jahre 1998 und 1999
         nicht nachgekommen ist;
      
      –       festzustellen, dass das Großherzogtum Luxemburg dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/10 verstoßen hat,
         dass es in der Praxis die Maßnahmen gemäß Artikel 18 Absätze 1 und 2 dieser Richtlinie in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung
         des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber der Telekommunikationsorganisation
         unabhängige und von der nationalen Regulierungsbehörde anerkannte zuständige Stelle nicht ordnungsgemäß angewandt hat.
      
      33     Die luxemburgische Regierung beantragt,
      –       die Klage als unzulässig abzuweisen;
      –       hilfsweise, die Klage als unbegründet abzuweisen;
      –       der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
       Zur Klage
       Zur Zulässigkeit
      34     Die luxemburgische Regierung macht in ihrer Klagebeantwortung zwei Unzulässigkeitsgründe geltend. Der erste wird auf das fehlende
         Klageinteresse der Kommission, der zweite auf die Verletzung der Verfahrensrechte im Vorverfahren gestützt.
      
      35     Vor der Entscheidung über diese Unzulässigkeitsgründe sind zunächst Ausführungen zum Gegenstand der vorliegenden Klage angebracht.
      36     Nach ständiger Rechtsprechung wird der Gegenstand einer Vertragsverletzungsklage nach Artikel 226 EG durch das in dieser Bestimmung
         vorgesehene Vorverfahren eingegrenzt, so dass die Klage auf die gleichen Gründe und das gleiche Vorbringen gestützt sein muss
         wie die mit Gründen versehene Stellungnahme (vgl. Urteil vom 16. Juni 2005 in der Rechtssache C‑456/03, Kommission/Italien,
         Slg. 2005, I‑0000, Randnr. 35 und die dort zitierte Rechtsprechung).
      
      37     Daraus, dass der Gegenstand der nach Artikel 226 EG erhobenen Klage durch das in dieser Bestimmung vorgesehene Vorverfahren
         eingegrenzt wird, kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass in jedem Fall eine völlige Übereinstimmung zwischen der Darlegung
         der Rügen im Mahnschreiben, im Tenor der mit Gründen versehenen Stellungnahme und in den Anträgen in der Klageschrift bestehen
         muss, sofern nur der Streitgegenstand nicht erweitert oder geändert worden ist (vgl. Urteile vom 16. Juni 2005, Kommission/Italien,
         Randnr. 39, und vom 14. Juli 2005 in der Rechtssache C-433/03, Kommission/Deutschland, Slg. 2005, I‑0000, Randnr. 28).
      
      38     Was die Richtlinie 97/33 betrifft, so hat die Kommission in der mit Gründen versehenen Stellungnahme vom 21. März 2002 dem
         Großherzogtum Luxemburg vorgeworfen, für die Jahre 1998 und 1999 gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 dieser
         Richtlinie verstoßen zu haben. Diese Rüge ist identisch mit der ersten Rüge in der Klageschrift.
      
      39     Somit ist festzustellen, dass der Verstoß gegen die Richtlinie 97/33 die Verletzung der Verpflichtungen des Großherzogtums
         Luxemburg aus Artikel 7 Absatz 5 dieser Richtlinie in den Jahren 1998 und 1999 betrifft.
      
      40     Was die Richtlinie 98/10 angeht, so hat die Kommission in der mit Gründen versehenen Stellungnahme vom 11. Juli 2003 dem Großherzogtum
         Luxemburg, ohne einen Bezugszeitraum zu nennen, vorgeworfen, gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 18 Absätze 1 und 2 dieser
         Richtlinie verstoßen zu haben. Sie hat in dieser Stellungnahme außerdem ausgeführt, dass „bis jetzt keine Überprüfung der
         Einhaltung stattgefunden hat“. In ihrer Klageschrift führt die Kommission die gleiche Rüge an, und zwar ebenfalls ohne den
         Zeitraum zu bestimmen, hinsichtlich dessen sie dem betreffenden Mitgliedstaat den Verstoß gegen seine Verpflichtungen aus
         dem genannten Artikel vorwirft.
      
      41     Es ist jedoch klarzustellen, dass die Ausführung der Rügen in der mit Gründen versehenen Stellungnahme und in der Klageschrift
         der Kommission nicht den Schluss zulässt, dass die behauptete Verletzung den gesamten Zeitraum von 1998 – dem Jahr des Inkrafttretens
         der Richtlinie 98/10 – bis 2002 – dem letzten Jahr vor Erlass der mit Gründen versehenen Stellungnahme – erfasst. Aus dem
         Vorverfahren und insbesondere aus dem Mahnschreiben vom 21. März 2002 geht nämlich klar hervor, dass die vorgeworfene Verletzung
         im Wesentlichen das Jahr 2000 betrifft. Unter diesen Umständen kann der Gegenstand der Klage in Bezug auf die Richtlinie 98/10
         in Ermangelung weiterer Angaben in diesem Punkt nicht weiter sein, als in dem genannten Mahnschreiben bestimmt.
      
       Zum fehlenden Klageinteresse
      42     Die luxemburgische Regierung macht, erstens, geltend, die vorliegende Klage sei unzulässig, weil die vorgeworfene Verletzung
         bei Ablauf der in der mit Gründen versehenen Stellungnahme vom 11. Juli 2003 gesetzten Frist nicht mehr bestanden habe, da
         die Richtlinie 98/10 nicht mehr in Kraft gewesen sei. Was die Richtlinie 97/33 anbelange, so habe der Gemeinschaftsgesetzgeber
         den NR bereits vor Versendung der mit Gründen versehenen Stellungnahme vom 21. März 2002 erlassen. Außerdem sei am Tag der
         Einreichung der vorliegenden Klage die vorgeworfene Verletzung bereits beendet gewesen, weil die für die Umsetzung des NR
         vorgesehene Frist zu diesem Zeitpunkt abgelaufen gewesen sei. Die Rechtsprechung, nach der die Kommission, wenn das Gemeinschaftsrecht
         während des Vorverfahrens geändert werde, die Feststellung eines Verstoßes gegen diejenigen Verpflichtungen beantragen könne,
         die sich aus der ursprünglichen Fassung eines später geänderten oder aufgehobenen Gemeinschaftsrechtsakts ergäben und durch
         neue Bestimmungen aufrechterhalten würden (Urteil vom 12. Juni 2003 in der Rechtssache C‑363/00, Kommission/Italien, Slg. 2003,
         I‑5767, Randnr. 22), sei im vorliegenden Fall nicht anwendbar.
      
      43     Jedoch ist das Vorliegen einer Vertragsverletzung im Rahmen einer auf Artikel 226 EG gestützten Klage nach der Rechtsprechung
         nach dem Stand des Gemeinschaftsrechts am Ende der Frist zu beurteilen, die die Kommission dem betroffenen Mitgliedstaat für
         ein Handeln gemäß ihrer mit Gründen versehenen Stellungnahme gesetzt hat (vgl. Urteile vom 10. September 1996 in der Rechtssache
         C‑61/94, Kommission/Deutschland, Slg. 1996, I‑3989, Randnr. 42, vom 9. November 1999 in der Rechtssache C‑365/97, Kommission/Italien,
         Slg. 1999, I‑7773, Randnr. 32, und vom 12. Juni 2003, Kommission/Italien, Randnr. 21).
      
      44     Was die Richtlinie 97/33 angeht, so hat die Kommission in der mit Gründen versehenen Stellungnahme vom 21. März 2002 das Großherzogtum
         Luxemburg aufgefordert, seinen Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 dieser Richtlinie, insbesondere den Verpflichtungen
         in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere
         unabhängige zuständige Stelle und in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Konformitätserklärung für die Jahre 1998
         und 1999, innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung dieser Stellungnahme nachzukommen.
      
      45     Da die Richtlinie 97/33 mit Wirkung vom 25. Juli 2003 durch die Richtlinie 2002/21 aufgehoben wurde, betreffen die von der
         Kommission im vorliegenden Verfahren erhobenen Rügen offensichtlich Gemeinschaftsrecht, das bei Ablauf der in der mit Gründen
         versehenen Stellungnahme vom 21. März 2002 gesetzten Frist noch in Kraft war.
      
      46     Somit begründet das Vorbringen des Beklagten die Unzulässigkeit der vorliegenden Klage nicht, soweit diese die Verletzung
         der Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der vom Großherzogtum Luxemburg nicht bis zum Ablauf der in der besagten mit Gründen
         versehenen Stellungnahme gesetzten Frist umgesetzten Richtlinie 97/33 betrifft.
      
      47     Was die Richtlinie 98/10 angeht, so hat die Kommission in der mit Gründen versehenen Stellungnahme vom 11. Juli 2003 das Großherzogtum
         Luxemburg aufgefordert, innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung dieser Stellungnahme seinen Verpflichtungen aus Artikel
         18 Absätze 1 und 2 dieser Richtlinie, insbesondere den Verpflichtungen in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems
         durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber der Telekommunikationsorganisation unabhängige und von
         der nationalen Regulierungsbehörde anerkannte zuständige Stelle sowie in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung einer Konformitätserklärung
         nachzukommen. Wie oben in Randnummer 41 ausgeführt, bezieht sich die behauptete Verletzung auf das Jahr 2000.
      
      48     Die Verletzung der Richtlinie 98/10 betrifft offensichtlich keine Bestimmungen, die bei Ablauf der in der mit Gründen versehenen
         Stellungnahme vom 11. Juli 2003 gesetzten Frist in Kraft waren. Denn diese Richtlinie wurde durch die Richtlinie 2002/21 mit
         Wirkung vom 25. Juli 2003 aufgehoben, also vierzehn Tage, nachdem die Kommission die betreffende mit Gründen versehene Stellungnahme
         erlassen hatte. Die Aufhebung fiel somit in die Zweimonatsfrist, die dem Großherzogtum Luxemburg gesetzt wurde, um seinen
         Verpflichtungen aus Artikel 18 Absätze 1 und 2 dieser Richtlinie nachzukommen.
      
      49     Jedoch kann die Kommission nach der Rechtsprechung, wenn die in der Klageschrift gestellten Anträge auch grundsätzlich nicht
         über die im Mahnschreiben und im Tenor der mit Gründen versehenen Stellungnahme behaupteten Verstöße hinausgehen dürfen, dann,
         wenn das Gemeinschaftsrecht während des Vorverfahrens geändert wird, die Feststellung eines Verstoßes gegen diejenigen Verpflichtungen
         beantragen, die sich aus der ursprünglichen Fassung eines später geänderten oder aufgehobenen Gemeinschaftsrechtsakts ergeben
         und durch neue Bestimmungen aufrechterhalten wurden. Dagegen kann der Streitgegenstand nicht auf Verpflichtungen erstreckt
         werden, die sich aus neuen Bestimmungen ergeben, aber keine Entsprechung in der ursprünglichen Fassung des betreffenden Rechtsakts
         finden, da sonst gegen Formvorschriften verstoßen würde, die für den ordnungsgemäßen Ablauf des Verfahrens zur Feststellung
         der Vertragsverletzung wesentlich sind (vgl. Urteil vom 12. Juni 2003, Kommission/Italien, Randnr. 22).
      
      50     Da der NR während des Vorverfahrens erlassen wurde, ist zu prüfen, ob die Verpflichtungen gemäß Artikel 18 Absätze 1 und 2
         der aufgehobenen Richtlinie 98/10 in Bezug auf die Einhaltung des Kostenrechnungssystems und in Bezug auf die jährliche Veröffentlichung
         einer Konformitätserklärung durch die einschlägigen Bestimmungen des NR aufrechterhalten wurden.
      
      51     Wie erwähnt, wurde die Richtlinie 98/10 nach den Artikeln 26 und 28 Absatz 1 Unterabsatz 2 der Richtlinie 2002/21 mit Wirkung
         vom 25. Juli 2003 aufgehoben. Nach Artikel 27 der Richtlinie 2002/21 erhalten die Mitgliedstaaten jedoch alle im einzelstaatlichen
         Recht vorgesehenen Verpflichtungen nach Artikel 7 der Richtlinie 2002/19 und nach Artikel 16 der Richtlinie 2002/22 aufrecht,
         bis eine nationale Regulierungsbehörde über diese Verpflichtungen beschließt.
      
      52     Artikel 7 Absatz 1 der Richtlinie 2002/19 bestimmt, dass die Mitgliedstaaten alle Verpflichtungen aufrechterhalten, die zuvor
         u. a. gemäß Artikel 16 der Richtlinie 98/10 in Bezug auf den Sondernetzzugang galten.
      
      53     Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 2002/22 bestimmt weiter, dass die Mitgliedstaaten alle Verpflichtungen für u. a. Endnutzertarife
         für die Bereitstellung des Zugangs zum öffentlichen Telefonnetz und dessen Nutzung nach Artikel 17 der Richtlinie 98/10 aufrechterhalten.
         Dieser letztgenannte Artikel betrifft den Grundsatz der Kostenorientierung der Tarife.
      
      54     Folglich wird in den vorgenannten Bestimmungen des NR nicht förmlich auf den die Kostenrechnungsgrundsätze betreffenden Artikel
         18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 abgestellt, der hier Gegenstand des zweiten Klageantrags ist.
      
      55     Gleichwohl kann das Fehlen einer Bezugnahme auf Artikel 18 der Richtlinie 98/10 in Artikel 16 der Richtlinie 2002/22 die Mitgliedstaaten
         nicht ihrer Verpflichtungen aus jenem Artikel 18 entheben.
      
      56     Aus der Richtlinie 2002/22 geht nämlich nicht hervor, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber als Übergangsmaßnahmen nur die Verpflichtungen
         aus Artikel 17 der Richtlinie 98/10 betreffend die Kostenorientierung der Tarife in Kraft belassen wollte, nicht aber diejenigen,
         die sich auf das Kostenrechnungssystem beziehen.
      
      57     Vielmehr ist, wie sich dies aus den ausdrücklichen Verweisungen auf Artikel 17 der Richtlinie 98/10 in deren Artikel 18 ergibt,
         den Verpflichtungen aus beiden Artikeln zusammen Rechnung zu tragen, da der Grundsatz der Kostenorientierung der Tarife eng
         mit dem entsprechenden Kostenrechnungssystem zusammenhängt.
      
      58     Nach alledem wurden die Verpflichtungen der Mitgliedstaaten aus Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 durch die
         maßgeblichen Bestimmungen des NR in Kraft belassen.
      
      59     Hierzu hat das Großherzogtum Luxemburg in der mündlichen Verhandlung geltend gemacht, dass die vom NR vorgesehene Übergangsregelung
         die Verpflichtungen betreffe, die sich aus dem einzelstaatlichen Recht, nicht aber aus den streitigen Bestimmungen der Richtlinie
         98/10 ergäben. Folglich komme es in Ermangelung nationaler Maßnahmen zur Umsetzung der Verpflichtungen aus Artikel 18 Absätze
         1 und 2 der Richtlinie 98/10 für das fragliche Jahr, d. h. das Jahr 2000, bei der Beurteilung des zweiten hier gestellten
         Klageantrags nicht auf die vom NR vorgesehenen Übergangsmaßnahmen an.
      
      60     Dieses Vorbringen ist zurückzuweisen. Das Großherzogtum Luxemburg erkennt in der Sache an, Artikel 18 Absätze 1 und 2 der
         Richtlinie 98/10 für das Jahr 2000 nicht umgesetzt zu haben. Es kann sich nicht auf die eigene Verletzung seiner Verpflichtungen
         aus dem alten Rechtsrahmen für die Telekommunikation berufen, um sich eben diesen Verpflichtungen im Rahmen der vom NR vorgesehenen
         Übergangsmaßnahmen zu entziehen.
      
      61     Somit zielt die Ausführung der Rüge in Bezug auf Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 in der mit Gründen versehenen
         Stellungnahme und im zweiten hier gestellten Klageantrag nicht darauf ab, den Streitgegenstand auf vom NR nicht in Kraft belassene
         Verpflichtungen aus Bestimmungen dieser Richtlinie zu erstrecken.
      
      62     Somit ist der Streitgegenstand in Bezug auf die Bestimmungen dieser Richtlinie nicht derart erweitert worden, dass die Ordnungsgemäßheit
         des vorliegenden Vertragsverletzungsverfahrens beeinträchtigt würde.
      
      63     Folglich ist die Klage auch zulässig, soweit sie die Verletzung der Verpflichtungen des Großherzogtums Luxemburg aus Artikel
         18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 betrifft.
      
      64     Zweitens macht Luxemburg geltend, die vorgeworfene Verletzung sei im Wesentlichen nur eine rein formale Verletzung, mit der
         eine Verurteilung um des Prinzips willen angestrebt werde. Außerdem mache die Klageerhebung in der Rechtssache C‑236/04, Kommission/Luxemburg,
         die Aufrechterhaltung der vorliegenden Klage gänzlich überflüssig und zeige, dass das Vorgehen der Kommission in der vorliegenden
         Rechtssache nur von ihrem Wunsch geleitet sei, eine solche Verurteilung durch den Gerichtshof für eine praktisch beendete
         Verletzung zu erreichen.
      
      65     Diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden. Nach ständiger Rechtsprechung braucht die Kommission bei der Wahrnehmung der
         ihr in Artikel 226 EG eingeräumten Zuständigkeiten kein Klageinteresse nachzuweisen. Ihr fällt nämlich kraft ihres Amtes im
         Allgemeininteresse die Aufgabe zu, die Ausführung des Gemeinschaftsrechts durch die Mitgliedstaaten zu überwachen und etwaige
         Verstöße gegen die sich hieraus ergebenden Verpflichtungen feststellen zu lassen, damit sie abgestellt werden (vgl. Urteile
         vom 1. Februar 2001 in der Rechtssache C-333/99, Kommission/Frankreich, Slg. 2001, I-1025, Randnr. 23, und vom 2. Juni 2005
         in der Rechtssache C-394/02, Kommission/Griechenland, Slg. 2005, I‑0000, Randnrn. 14 und 15 und die dort zitierte Rechtsprechung).
      
      66     Im Übrigen ist es Sache der Kommission, zu beurteilen, ob ein Einschreiten gegen einen Mitgliedstaat zweckmäßig ist, die ihrer
         Ansicht nach verletzten Bestimmungen zu benennen und den Zeitpunkt für die Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens zu
         wählen, wobei die Erwägungen, die für diese Wahl bestimmend sind, die Zulässigkeit der Klage nicht beeinflussen (Urteile vom
         1. Juni 1994 in der Rechtssache C‑317/92, Kommission/Deutschland, Slg. 1994, I‑2039, Randnr. 4, vom 18. Juni 1998 in der Rechtssache
         C‑35/96, Kommission/Italien, Slg. 1998, I‑3851, Randnr. 27, und Kommission/Frankreich, Randnr. 24).
      
      67     Während schließlich allein die Kommission die Zweckmäßigkeit der Einreichung und Aufrechterhaltung einer Vertragsverletzungsklage
         beurteilt, prüft der Gerichtshof, ob die gerügte Vertragsverletzung vorliegt, ohne dass er über die Ausübung des Ermessens
         durch die Kommission zu entscheiden hätte (vgl. Urteil vom 13. Juni 2002 in der Rechtssache C‑474/99, Kommission/Spanien,
         Slg. 2002, I‑5293, Randnr. 25).
      
      68     Nach alledem ist der erste, auf das fehlende Klageinteresse der Kommission gestützte Unzulässigkeitsgrund zurückzuweisen.
       Zur Verletzung der Verfahrensrechte im Vorverfahren
      69     Die luxemburgische Regierung macht, erstens, geltend, die Kommission habe erstmals in ihrer Klageschrift auf die Übergangsbestimmungen
         des NR Bezug genommen; diese Bestimmungen bildeten eine neue Rechtsgrundlage für die behaupteten Verletzungen. Zum einen gebe
         es nämlich substanzielle Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Rechtsrahmen, und zum anderen entsprängen die Übergangsbestimmungen
         nicht dem alten Rechtsrahmen und könnten jedenfalls nicht dafür herangezogen werden, den Wirtschaftsteilnehmern neue und andere
         als die bestehenden Verpflichtungen aufzuerlegen. Deshalb hätten die fraglichen Bestimmungen im Vorverfahren geltend gemacht
         werden müssen, um die luxemburgische Regierung in die Lage zu versetzen, sich innerhalb der Fristen und in den Formen dazu
         zu äußern, die in den Mahnschreiben und den mit Gründen versehenen Stellungnahmen vorgeschrieben worden seien. Indem die Kommission
         diese Mindestanforderungen missachtet habe, habe sie den Gegenstand des vorliegenden Rechtsstreits unzulässigerweise und unter
         Verletzung der Verfahrensrechte um neue rechtliche Gesichtspunkte erweitert, so dass die Klage insgesamt für unzulässig erklärt
         werden müsse.
      
      70     Das Vorverfahren soll dem betroffenen Mitgliedstaat die Möglichkeit geben, seinen gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen
         nachzukommen oder seine Verteidigungsmittel gegenüber den Rügen der Kommission sachdienlich geltend zu machen. Der ordnungsgemäße
         Ablauf des Vorverfahrens stellt somit eine durch den EG-Vertrag vorgeschriebene wesentliche Garantie für den Schutz der Rechte
         des betroffenen Mitgliedstaats dar. Nur wenn diese Garantie beachtet wird, erlaubt das kontradiktorische Verfahren vor dem
         Gerichtshof diesem, zu entscheiden, ob der Mitgliedstaat tatsächlich gegen die Verpflichtungen verstoßen hat, deren Verletzung
         die Kommission geltend macht (vgl. Urteil vom 5. Juni 2003 in der Rechtssache C-145/01, Kommission/Italien, Slg. 2003, I-5581,
         Randnr. 17 und die dort zitierte Rechtsprechung).
      
      71     Das Vorbringen der luxemburgischen Regierung könnte nur dann im Hinblick auf die Wahrung der Verfahrensrechte erheblich sein,
         wenn die von der Kommission behaupteten Verletzungen auf denjenigen Bestimmungen des NR beruhen, die den Mitgliedstaaten neue
         Verpflichtungen auferlegen. Dies ist aber hier offensichtlich nicht der Fall.
      
      72     Die behauptete Verletzung von Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 bezieht sich nämlich auf die Jahre 1998 und 1999, also
         auf die Zeit vor dem Erlass des NR.
      
      73     Was Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 anbelangt, so hat, wie oben in den Randnummern 55 bis 61 ausgeführt, die
         Aufhebung dieser Richtlinie mit Wirkung vom 25. Juli 2003 das Großherzogtum Luxemburg nicht seiner Verpflichtungen aus den
         vorgenannten Bestimmungen enthoben.
      
      74     Zweitens macht die luxemburgische Regierung geltend, die Kommission habe nicht rechtzeitig feststellen lassen, dass das Großherzogtum
         Luxemburg gegen seine Verpflichtung zur Umsetzung der Richtlinien 97/33 und 98/10 verstoßen habe, bevor deren Bestimmungen
         durch den NR aufgehoben worden seien, und sie habe keine Umstände vorgetragen, die sie daran gehindert hätten, die Vorverfahrensphase
         rechtzeitig durchzuführen.
      
      75     Damit wird der Kommission im Wesentlichen eine überlange Dauer der Vorverfahrensphase vorgeworfen, die die Verfahrensrechte
         verletzt habe.
      
      76     Zwar kann eine Vertragsverletzungsklage durch die überlange Dauer des Vorverfahrens unzulässig werden, doch gilt dies nach
         der Rechtsprechung nur in den Fällen, in denen das Verhalten der Kommission die Widerlegung ihrer Argumente erschwert und
         damit die Verfahrensrechte verletzt hat; der betroffene Mitgliedstaat hat daher eine solche Erschwernis zu beweisen (vgl.
         Urteil vom 12. Mai 2005 in der Rechtssache C‑287/03, Kommission/Belgien, Slg. 2005, I‑3761, Randnr. 14 und die dort zitierte
         Rechtsprechung).
      
      77     Hier ist festzustellen, dass das Großherzogtum Luxemburg nichts Konkretes dafür vorgebracht hat, dass die Überlänge der Vorverfahrensphase
         und insbesondere die zwischen seinen Antworten auf die mit Gründen versehenen Stellungnahmen und der Klageeinreichung beim
         Gerichtshof verstrichene Zeit die Ausübung seiner Verfahrensrechte beeinträchtigt hätte. In ihrer Klagebeantwortung stellt
         die luxemburgische Regierung nämlich nur die Zweckmäßigkeit der Erhebung und der Aufrechterhaltung einer Vertragsverletzungsklage
         in Frage, die zu beurteilen Sache der Kommission ist.
      
      78     Nach alledem ist auch der zweite, auf die Verletzung der Verfahrensrechte im Vorverfahren gestützte Unzulässigkeitsgrund zurückzuweisen
         und die Klage der Kommission deshalb für zulässig zu erklären.
      
       Zur Begründetheit
      79     Die Kommission wirft dem Großherzogtum Luxemburg vor, es habe gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie
         97/33 und Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 verstoßen.
      
      80     Die luxemburgische Regierung macht, erstens, geltend, den Rügen der Kommission könne hier mit der Anwendung des Urteils vom
         18. Dezember 1997 in der Rechtssache C‑129/96 (Inter-Environnement Wallonie, Slg. 1997, I‑7411) begegnet werden. Die Umsetzung
         der Verpflichtungen aus den Richtlinien 97/33 und 98/10 hätte nämlich in Anbetracht der bedeutenden Unterschiede zwischen
         diesen Richtlinien einerseits und dem NR andererseits dessen Anwendung ernstlich gefährden können.
      
      81     Dieses Vorbringen beruht auf einer falschen Prämisse. Denn die von der Kommission in der vorliegenden Rechtssache erhobenen
         Rügen betreffen einen Zeitraum vor und nicht nach Inkrafttreten des NR am 24. April 2002. Die Kommission wirft nämlich dem
         Großherzogtum Luxemburg vor, für die Jahre 1998 und 1999 gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie
         97/33 und für das Jahr 2000 gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 verstoßen zu haben.
      
      82     Daher hat die Erfüllung der Verpflichtungen dieses Mitgliedstaats aus den vorgenannten Bestimmungen keine Auswirkungen auf
         die Umsetzung des NR, da sich dieser offenkundig auf einen weit späteren Zeitraum als den hier streitigen bezieht. Die vorstehend
         zitierte Rechtsprechung kann daher nicht angeführt werden, um den Rügen der Kommission in der vorliegenden Rechtssache zu
         begegnen.
      
      83     Zweitens macht die luxemburgische Regierung geltend, die Kommission könne nicht unter Berufung auf die Übergangsbestimmungen
         des NR dartun, dass das Großherzogtum Luxemburg bei Ablauf der in den mit Gründen versehenen Stellungnahmen gesetzten Fristen
         die Verpflichtungen aus den Richtlinien 97/33 und 98/10 habe erfüllen müssen.
      
      84     Dieses Vorbringen ist zurückzuweisen. Denn die gerügte Verletzung der Richtlinie 97/33 wird nicht auf die Übergangsbestimmungen
         des NR gestützt, sondern auf die Bestimmungen dieser Richtlinie, die einen Zeitraum vor Erlass des NR betreffen.
      
      85     Die gerügte Verletzung der Richtlinie 98/10 wird auf Bestimmungen dieser Richtlinie gestützt, die, wie oben in den Randnummern
         55 bis 61 ausgeführt, durch die einschlägigen Bestimmungen des NR in Kraft belassen wurden.
      
      86     Somit kann den Übergangsbestimmungen des NR nichts entnommen werden, was unter den vorliegend gegebenen Umständen die Begründetheit
         dieser Klage in Frage stellen könnte.
      
      87     Schließlich macht die luxemburgische Regierung geltend, die Kommission habe nicht nachgewiesen, dass das Großherzogtum Luxemburg
         seine Verpflichtungen aus den Richtlinien 97/33 und 98/10 zur Überprüfung in Sachen Einhaltung des Kostenrechnungssystems
         und zur Veröffentlichung von Konformitätserklärungen missachtet habe. Das ILT und das ILR hätten nämlich die Standardzusammenschaltungsangebote
         (im Folgenden: SZA) der EPT für jedes Jahr seit 1998 genehmigt. Diese Genehmigung beruhe u. a. auf der Überprüfung durch das
         ILR bzw. das ILT, ob die EPT ihrer Kostenorientierungspflicht nachgekommen sei. Demzufolge könne die Kommission, da die SZA
         der EPT stets Gegenstand regelmäßiger Genehmigungen und Veröffentlichungen, so auch 1998 und 1999, gewesen seien, Luxemburg
         nicht vorwerfen, es habe gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33 und Artikel 18 Absätze 1
         und 2 der Richtlinie 98/10 verstoßen.
      
      88     Auch dieses Vorbringen ist zurückzuweisen. Die Beachtung der Grundsätze der Transparenz und der Kostenorientierung der Tarife
         impliziert nicht schon allein für sich die Einhaltung des Systems der Kostenrechnung und der getrennten Buchführung auf dem
         Gebiet der Zusammenschaltung. Deshalb erlaubt die Behauptung der luxemburgischen Regierung, ihre Richtigkeit unterstellt,
         nicht die Schlussfolgerung, dass hier die Verpflichtungen zur Überprüfung und zur Veröffentlichung in der Ausgestaltung durch
         die vorgenannten Bestimmungen der betreffenden Richtlinien erfüllt worden sind.
      
      89     Folglich hat die luxemburgische Regierung in der vorliegenden Rechtssache nichts vorgebracht, was die Feststellung der Kommission
         ausräumen könnte, dass das Großherzogtum Luxemburg für die Jahre 1998 und 1999 gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 7 Absatz
         5 der Richtlinie 97/33 und für das Jahr 2000 gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10
         verstoßen habe.
      
      90     Selbst unterstellt, dass die Großherzogliche Verordnung vom 18. April 2001 die genannten Richtlinien in luxemburgisches Recht
         umsetzt, so ist doch in den diese Verordnung betreffenden Schreiben an die Kommission, obwohl deren Rügen Zeiträume vor dem
         Erlass dieser Verordnung betrafen, ausdrücklich erwähnt worden, dass diese keine Rückwirkung entfalte.
      
      91     Nach alledem ist der vorliegenden Klage stattzugeben.
      92     Somit ist festzustellen, dass das Großherzogtum Luxemburg dadurch, dass es den Verpflichtungen nach Artikel 7 Absatz 5 der
         Richtlinie 97/33 zur Überprüfung der Einhaltung der Rechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur Veröffentlichung
         einer Konformitätserklärung für die Jahre 1998 und 1999 nicht nachgekommen ist und in der Praxis die Maßnahmen gemäß Artikel
         18 Absätze 1 und 2 der Richtlinie 98/10 in der durch Artikel 27 der Richtlinie 2002/21 in Verbindung mit Artikel 16 der Richtlinie
         2002/22 aufrechterhaltenen Form in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung des Kostenrechnungssystems durch die nationale
         Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber der Telekommunikationsorganisation unabhängige und von der nationalen Regulierungsbehörde
         anerkannte zuständige Stelle für das Jahr 2000 nicht ordnungsgemäß angewandt hat, gegen seine Verpflichtungen aus den genannten
         Bestimmungen verstoßen hat.
      
       Kosten
      93     Nach Artikel 69 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Das
         Großherzogtum Luxemburg ist mit seinem Vorbringen unterlegen. Die Kommission hat jedoch keinen Kostenantrag gestellt. Daher
         hat jede Partei ihre eigenen Kosten zu tragen.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Zweite Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Großherzogtum Luxemburg hat dadurch, dass es den Verpflichtungen nach Artikel 7 Absatz 5 der Richtlinie 97/33/EG des Europäischen
            Parlaments und des Rates vom 30. Juni 1997 über die Zusammenschaltung in der Telekommunikation im Hinblick auf die Sicherstellung
            eines Universaldienstes und der Interoperabilität durch Anwendung der Grundsätze für einen offenen Netzzugang (ONP) zur Überprüfung
            der Einhaltung der Kostenrechnungssysteme durch eine unabhängige zuständige Stelle und zur Veröffentlichung einer entsprechenden
            Erklärung für die Jahre 1998 und 1999 nicht nachgekommen ist und in der Praxis die Maßnahmen gemäß Artikel 18 Absätze 1 und
            2 der Richtlinie 98/10/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 1998 über die Anwendung des offenen Netzzugangs
            (ONP) beim Sprachtelefondienst und den Universaldienst im Telekommunikationsbereich in einem wettbewerbsorientierten Umfeld
            in der durch Artikel 27 der Richtlinie 2002/21/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. März 2002 über einen gemeinsamen
            Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und -dienste (Rahmenrichtlinie) in Verbindung mit Artikel 16 der Richtlinie
            2002/22/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. März 2002 über den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen
            Kommunikationsnetzen und -diensten (Universaldienstrichtlinie) aufrechterhaltenen Form in Bezug auf die Überprüfung der Einhaltung
            des Kostenrechnungssystems durch die nationale Regulierungsbehörde oder eine andere, gegenüber der Telekommunikationsorganisation
            unabhängige und von dieser Regulierungsbehörde anerkannte zuständige Stelle für das Jahr 2000 nicht ordnungsgemäß angewandt
            hat, gegen seine Verpflichtungen aus den genannten Bestimmungen verstoßen.
      2.      Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften und das Großherzogtum Luxemburg tragen jeweils ihre eigenen Kosten.
      Unterschriften.
      * Verfahrenssprache: Französisch.