CELEX: 51989PC0567
Language: de
Date: 1989-12-08
Title: VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER EIN AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT ZUR FOERDERUNG DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                     K0MC89) 567 endg.
                                     Brüssel, den 8, Dezember 1989
                       Vorschlag für eine
                     ENTSCHEIDUNG DES RATES
         über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur
            Förderung der beruflichen Weiterbildung
                   (Mitteilung der Kommission)
 ---pagebreak---                                  INHALT
            AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT ZUR FORDERUNG
                     DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG
MITTEILUNG DER KOMMISSION                          ZIFFER
  I. EINLEITUNG                                      1-5
 II. AUFGABE DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG           6-9
 II. DAS AKTIONSPROGRAMM
     A. STRATEGIE                                     10
     B. ZIELE                                      11-12
     C. LÄNDERÜBERGREIFENDE MASSNAHMEN             13-17
     D. DURCHFÜHRUNG UND MITTELBEDARF                 18
 IV. SCHLUSSFOLGERUNGEN                               19
VORSCHLAG FUR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES
ANHANG
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                    - 1 -
              AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT ZUR FÖRDERUNG
                       DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG
                   MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DEN RAT
I.   EINLEITUNG
1.   Die Förderung der beruflichen Weiterbildung spielt bei den
     Strategien der Unternehmen und den Maßnahmen der Mitgliedstaaten
     zur Bewältigung des raschen wirtschaftlichen und sozialen Wandels,
     zur Vollendung des Binnenmarktes bis 1992 und zur Bewältigung
     einer Reihe großer Herausforderungen          für die Zukunft der
     Gemeinschaft durch neue qualitative und quantitative Anstrengungen
     bereits     jetzt   eine   zentrale    Rolle:   Wettbewerbsfähigkeit,
      technische Neuerungen, demographische Entwicklung, Verbesserung
     der Beschäftigungslage, veränderte Arbeltsformen, Stärkung des
     wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts.
2.    Die berufliche Weiterbildung wird auch ein immer wichtigeres Thema
      des sozialen Dialogs auf allen Ebenen. Dies erklärt, weshalb die
      Sozialpartner eine größere Konvergenz zwischen den Ausblldungs-
     und Beschäftigungszielen anstreben und eine Arbeitsorganisation
      entwickeln, die stärker auf den Menschen ausgerichtet Ist, wobei
      sie neue Konzepte verwenden, die eine vorausschauende Analyse der
      BeschäftigungsInhal te,     die    systematische    Anpassung     der
      Qualifikationen und eine Dezentralisierung der Organisationsformen
      verbinden.
3.    Die politisch, sozial und wirtschaftlich Verantwortlichen, seien
      es der Rat, das Europäische Parlament, der Wlrtschafts- und
      Sozia Iausschuß oder     die   Sozialpartner, sind     in   folgenden
      Punkten^1) bereits zu einem Konsens gelangt:
      -  Die berufliche Weiterbildung spielt bei der Strategie zur
         Vollendung des Binnenmarktes bis zum Jahr 1992 als maßgebender
         Faktor der Wirtschafts- und Sozialpolitik eine wichtige Rolle.
          Investitionen in die Humanressourcen der Gemeinschaft gehören
         zu den wichtigsteh Voraussetzungen für die Verwirklichung
         dieses Zieles.
      -   Die Strategie des optimalen Einsatzes der Humanressourcen
         erfordert, daß sämtliche Arbeitnehmer - entsprechend den
         Bedürfnissen - Zugang zur beruflichen Weiterbildung haben und
         sie auch In Anspruch nehmen.
 (1) Entschließung des Rates vom 5. Juni 1989 über die           berufliche
     Weiterbildung, ABI. Nr. C 148 vom 15. 6. 1989, S. 1.
 ---pagebreak---                                       - 2-
4.    Die Ausweitung der beruflichen Weiterbildung verleiht der Politik
      der Freizügigkeit und der Chancengleichheit eine neue qua!I tat Iva
      Dimension:
      -   In einem großen Wirtschafts- und              Sozial räum wird     die
          Freizügigkeit der Arbeitnehmer neue Bedürfnisse im Bereich der
          beruflichen Weiterbildung schaffen. Dies gilt insbesondere für
          die Förderung der länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen
          Unternehmen,     die     befristete      Mobilität     qualifizierter
          Arbeitskräfte und die Öffnung des technologischen Raums in
          Europa. Hier werden der Beitrag der beruflichen Weiterbildung
          zur Vollendung des Binnenmarktes und verstärkte Maßnahmen der
          Gemeinschaft im Bereich der Entsprechung und Transparenz der
          Qualifikationen     und     der    Anerkennung     der    beruflichen
          Befäh i gungsnachwe1 se zusammenwi rken.
      -   Die Förderung der Chancengleichheit durch eine stärkere
          Beteiligung    der    Frauen    an    Maßnahmen    der    beruflichen
          Weiterbildung und eine vielseitigere, auf zukunftsträchtige
          Wirtschaftszweige und Berufe ausgerichtete Berufswahl sind eng
          mit der Ausweitung des Ausbildungsangebots und einem wesentlich
          besseren Zugang zu diesen Maßnahmen verbunden.
5.    Die Verwirklichung einer gemeinsamen Politik der beruflichen
      Weiterbildung ist ein wichtiger Schritt, um die Ziele und
      Anstrengungen der Beteiligten (Staat, Sozialpartner, Unternehmen,
      Ausbildungseinrichtungen, Einzelpersonen) zu konvergieren, einen
       Zusammenhang zwischen den neuen Maßnahmen von und In den
      Mitglledstaaten herzustellen, die Beteiligten zu veranlassen,
       stärker in die berufliche Weiterbildung zu Investieren und das
      europäische Aufbauwerk in seiner wirtschaftlichen und sozialen
       Dimension zu fördern.
 1I. AUFGABEN DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG
6.     Die berufliche Weiterbildung der Arbeitnehmer erfüllt Innerhalb
      und außerhalb des Unternehmens je nach Sachlage drei sich
       gegenseitig ergänzende Aufgaben:
       -   ständige    Anpassung     an   den     Wandel    der    Berufe    und
          TatIgkeIts Inhal te und somit Verbesserung der Fähigkeiten und
          Qualifikationen, um die Wettbewerbslage der europäischen
          Unternehmen und ihrer Beschäftigten zu verbessern,
       -   Förderung des sozialen Aufstiegs, um vielen Arbeitnehmern die
          Möglichkeit     zu    bieten,    ihre     unzureichende     berufliche
          Qualifikation und damit ihre Lage zu verbessern,
       -   PraventIvfunktIon, um die Auswirkungen des Binnenmarktes
           rechtzeitig zu erkennen und Schwierigkeiten zu überwinden, die
           der wirtschaftliche oder technische Umstrukturierungsprozeß für
           einzelne Wirtschaftszweige und Unternehmen mltsichbrIngt.
 ---pagebreak---                                      - 3 -
7. Das derze111ge We Iterb11dungsangebot In den Mitglledstaaten kann
   generell wie folgt charakterisiert werden:
   (i)      Aufgrund der äußerst unterschiedlichen Rechtsvorschriften
            und tarIfvertragIIchen Bestimmungen sowie der unzulänglichen
            oder fehlenden Informationen und Statistiken sind Vergleiche
            gewagt. Außerdem Ist die verwendete Terminologie weiterhin
            uneinheitlich und erschwert          dadurch      das gegenseitige
            Verständnis.
   (il)     Es ist eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Qualifika-
            tionsbedarf und dem Angebot an kurzen Weiterbildungskursen,
            die zu keinem Abschluß führen, festzustellen: Es besteht die
            Gefahr, daß die Weiterbildung eher als Instrument für die
            punktuelle Anpassung an neue Aufgaben denn als systematische
            Qualifizierungsmaßnahme verstanden wird.
    ( I M ) Eine wachsende Zahl von Unternehmen indessen betrachtet die
            Weiterbildung als Investition          Im Rahmen der         in ihre
            Gesamtstrategie eingebundenen Maßnahmen zur Nutzung der
            Humanressourcen. Diese Entwicklung dürfte sich im Hinblick
            auf 1992 noch verstärken. Die berufliche Weiterbildung wird
            somit ein Instrument zur Mobilisierung der Humanressourcen
            angesichts von Zielen wie strategische Anpassung der
            Unternehmen an die Entwicklung der Märkte, Flexibilität des
            Produktionsprozesses,       Öffnung     für     neue    Formen    der
            Arbeitsorganisation und neue Arbeitsbedingungen, Nutzung der
             Forschungs-       und        Untersuchungsergebnisse           sowie
            QualItätsanforderungen in der Produktion.
    (iv) Die Wirtschaftszweige spielen bei Neuerungen im Bereich der
             beruflichen    Weiterbildung      und      bei     vorausschauenden
            Qualifikationsanalysen eine immer wichtigere Rolle. Die
            Verhandlungen        darüber,       wie       ein       Teil      der
            Produktivitätsgewinne oder der Verkürzung der individuellen
            Arbeitszeit     zu     verwenden    ist,     stellt     in    einigen
            Mitgliedstaaten       für    mehrere      Wirtschaftszweige       ein
            Schwerpunktthema dar.
    (v)     Bei den Behörden und Unternehmen zeichnet sich in der
            gesamten Gemeinschaft Immer stärker die Bereitschaft ab,
            mehr Verantwortung zu übernehmen, eine Entwicklung, die in
             Nordeuropa    (staatliche     Anreize      für     die    berufliche
             Weiterbildung      aus      Gründen      der       wirtschaftlichen
            Wettbewerbsfähigkeit und der demographischen Entwicklung
             unter Berücksichtigung der traditionell herausragenden Rolle
             der Unternehmen) und In Südeuropa (neue Verpflichtungen für
             die Arbeitgeber in einem Bereich, der herkömmt Icherwelse
             unter die Zuständigkeit des Staates fiel) in ähnlichen
             Formen verläuft.
 ---pagebreak---                                     - 4 -
      (vi)   In den meisten Mitgliedstaaten wurde die Partnerschaft im
             Bereich der beruflichen Weiterbildung auf nationaler,
             regionaler und lokaler Ebene verstärkt. Diese Entwicklung
             führte    mehrfach   zu    gemeinsamen     Investitionen      aller
             Beteiligten:     Weiterbildungsmaßnahmen       teils     In     der
             Arbeitszeit, teils In der Freizeit, Zuschüsse des Staates.
      (vil) Die berufliche Weiterbildung der Arbeitnehmer              Ist ein
             wichtiges Thema des Dialogs, der Konsultation und der
             Konzertierung zwischen Sozialpartnern; sie Ist auch ein
             SehlüsseIfaktor    bei   der Motivierung       der   Arbeitnehmer
             angesichts der technischen Veränderungen. Sie Ist für die
             Arbeitnehmer ein wichtiger Faktor für die Erhaltung ihres
             Arbeltsplatzes und die Sicherung der beruflichen Mobilität
              Innerhalb des Unternehmens und am Arbeltsmarkt, sowie ein
             Faktor, der Im Rahmen der Schaffung eines europäischen Raums
             für die berufliche Mobilität von großer Bedeutung ist.
8.    Die gemeinsamen Leitlinien für die Förderung der beruflichen
      Weiterbildung und Investitionen in die Humanressourcen sind das
      Ergebnis eingehender Beratungen über die Aufgaben der beruflichen
      Weiterbildung und die von den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft zu
      treffenden Maßnahmen, intensiver Konsultationen, die auf der
      Grundlage der Mitteilung der Kommission aus dem Jahre 1986*2)
      einschließlich der einstimmigen Stellungnahme des Beratenden
      Ausschusses für die Berufsausbildung vom Juni 1987 mit dem
      Europäischen Par lament*3), dem Rat* 4 ), den Mitgliedstaaten, dem
      Wirtschafts- und Sozialausschuß*5) und den SoziaIpartnern*6)
      stattgefunden haben, sowie einer gemeinschaftsweiten Erhebung über
      den derzeitigen Stand der beruflichen Weiterbildung in den
      e i nzeInen MItg11edstaaten.
9.    Entsprechend dem Grundsatz der Subsidiarität werden in der
      Entschließung des Rates eine Reihe gemeinsamer Maßnahmen, die von
      den Mltglledstaaten getroffen oder gefördert werden sollen
       (Verbesserung des Ausbildungsangebots, erweiterter Zugang zu
      Ausbildungsmaßnahmen      und    Förderung     neuer     Maßnahmen      zur
      Sensibilisierung und Motivierung), sowie die Leitlinien der
      Gemeinschaftsmaßnahmen aufgeführt, die den Tätigkeiten in den
      einzelnen     Mitgliedstaaten    einen    Mehrwert     sichern     sollen:
      Ermittlung und Bewertung des Instrumentariums der Mitgliedstaaten,
      Unterstützung länderübergreifender Maßnahmen zur Sensibilisierung
      und Mot Ivlerung, Beobachtung der beruflichen Qualifikationen,
 (2) K0M(86) 780 endg.
 (3) ABI. Nr. C 96 vom 17.4.1989, S. 61.
 (4) ABI. Nr. C 148 vom 15.6.1989, S. 1.
 (5) ABI. Nr. C 180 vom 8.7.1987, S. 8.
 (6) Gemeinsame Stellungnahme vom 6. März          1987   zur   Ausbildung    und
     Mot I vat ion.
 ---pagebreak---                                  - 5 -
     Entwicklung länderübergreifender Partnerschaften durch Austausch
     von Erfahrungen und Unterstützung bei der Durchführung innovativer
     Vorhaben, Schaffung der technischen Voraussetzungen in Gebieten,
     die noch nicht über ausreichende Einrichtungen und Erfahrungen
     verfügen, Verbreitung     von   Neuerungen  bei   den   Lehr- und
     Lernmitteln, Informationen über den Zugang zur beruflichen
     Weiterbildung und deren Inanspruchnahme. Ergänzend zu dieser
     Entschließung Ist unter den Gemeinschaftsmaßnahmen auch die
     Ausbildung der Wissenschaftler, insbesondere der Forscher, Im
     Sinne des Vorschlags über das gemeinschaftliche Rahmenprogramm Im
     Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung 1990-1994
     (ABI. Nr. C243 vom 23.9.1989) zu erwähnen.
III. DAS AKTIONSPROGRAMM
III. A. STRATEGIE
10.  Die Strategie zur Verwirklichung der ehrgeizigen Ziele, die sich
     die Gemeinschaft gesetzt hat, beruht auf einem dynamischen Prozeß,
     dessen drei Schwerpunkte sich ergänzen:
     -   feierliche Verkündung des Rechts auf Berufsausbildung Im Rahmen
        der Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte;
     -  Verabschiedung einer neuen GerneInsamen SteIIungnahme zur
        allgemeinen und beruflichen Bildung im Rahmen des sozialen
        Dialogs auf Gemeinschaftsebene;
     -   Entscheidung über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft.
 ---pagebreak---                                  - 6 -
In dem Entwurf eIner zweI ten GerneInsareen Stellungnahme zur
allgemeinen und beruflichen Bildung, den die Arbeitsgruppe
erstellt hat, werden verschiedene wichtige Themen vertieft und
erläutert, die bereits in der ersten Gemeinsamen Stellungnahme vom
6. März 1987     behandelt       worden    waren,   Insbesondere   die
Grundausbildung und die Vorbereitung der Jugendlichen auf den
Beruf sowie die Fort- und Weiterbildung während des gesamten
Erwerbslebens. Die entsprechenden Beratungen von UN ICE, CEEP und
EGB zeigen, daß ein verbrieftes Recht auf Ausbildung nach wie vor
sehr umstritten ist, In der Frage des Zugangs zur Ausbildung aber
eine Annäherung der Standpunkte auf der Grundlage einer sachlichen
Unterscheidung zwischen betrieblicher Ausbildung und Abwesenheit
vom Arbeitsplatz wegen Teilnahme an einer Ausbildungsmaßnahme, die
der persönlichen Entfaltung dient, besteht. Ein wesentliches
Ergebnis dieser Beratungen Ist auch die Erkenntnis, wie wichtig
die Im Rahmen der Gesamtstrategie des Unternehmens zu erstellenden
Ausb11dungspIäne s Ind.
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des sozialen Dialogs behält
sich die Kommission vor, ein Gemeinschafts Instrument über den
Zugang zur beruflichen Bildung vorzuschlagen.
Da ein Aktionsprogramm vorgelegt werden muß, das den Forderungen
der übrigen Gemeinschaftsorgane, des Beratenden Ausschusses und
der Sozialpartner rasch entspricht und so angelegt Ist, daß es
sich gemeinschaftsweit auswirkt, sollte es vorrangig auf das
einstimmig befürwortete Ziel, d.h. den Zugang zur beruflichen
Weiterbildung maßgeblich zu verbessern, ausgerichtet werden.
Liegt das Schwergewicht auf diesem Ziel, so läßt sich das Programm
 besser auf gemeinsame Maßnahmen und Initiativen der Sozialpartner
 ausrichten, wenn man dem Sozialen Dialog die Möglichkeit bietet,
 auf anderen Ebenen, beispielsweise bei der Konzertierung auf
 Branchenebene    oder     bei    der   regionalen Ausbildungsplanung,
 fortgeführt zu werden.
 Mit einem neuen Programm wird ein Rahmen geschaffen und damit
 sichergestellt, daß die eingeleiteten bzw. geplanten Maßnahmen der
 Mitglledstaaten einheitlich weiterentwickelt werden. Überdies soll
 dieses Aktionsprogramm (das FORCE genannt werden könnte) die
 bisherigen Gemeinschaftsprogramme (Insbesondere COMETT, DELTA,
 ERASMUS, PETRA, LINGUA) ergänzen, bei denen die betriebliche
 Weiterbildung nicht im Mittelpunkt steht. Hiermit würde eine
 wichtige    Lücke      in     der    Entwicklung  einer    gemeinsamen
 Berufsbildungspolitik geschlossen. Das EUROTECNET-Programm, das
 sich mit den Auswirkungen des technologischen Wandels auf
 qualifizierte und nichtqualifizierte Arbeitnehmer befaßt, soll eng
 mit dem FORCE-Programm verbunden werden, so daß die einzelnen
 Maßnahmen          der           Gemeinschaft       ineinandergreifen.
 ---pagebreak---                                    - 7 -
     Entsprechend den Leitlinien In der Entschließung des Rates können
     durch die Verflechtung zwischen dem Europäischen Sozial fonds und
     dem Aktionsprogramm zwei Ziele verfolgt werden: Vernetzung
     innovativer Vorhaben, die für den Zugang von besonderer Bedeutung
     sind, und Weitergabe von Erkenntnissen; Förderung Innovativer
     Partnerschaften bei der regionalen Planung, Insbesondere In
     wirtschaftsschwachen      Gebieten,     die     auf     ein    besseres
     Ausbildungsangebot und günstigere Zugangsmöglichkeiten besonders
     angewiesen sind und In denen der gemeinschaftsweite Transfer von
     Know-how einen beträchtlichen Mehrwert sichern kann. Durch
     Unterstützung     länderübergreifender    und    grenzüberschreitender
     gemeinsamer AusbiIdungsvorhaben, die Insbesondere den Auswirkungen
     der Vollendung des Binnenmarktes Rechnung tragen, kann das
     Programm      durch     die     Entwicklung       hoher     gemeinsamer
     Quaiitätsstandards für die Ausbildung auch zu einer Verbesserung
     des Ausbildungsangebots beitragen.
III.B. ZIELE
11.  Das Aktionsprogramm umfaßt:
     -   einen gemeinsamen Rahmen aus allgemeinen Grundsätzen, zu deren
         Förderung sich die Behörden der Mitglledstaaten verpflichten;
         er zielt darauf ab, den Zugang zur beruflichen Weiterbildung
         für alle Arbeitnehmer maßgeblich zu verbessern, die vorhandenen
         Instrumente weiterzuentwickeln, den Zugang für die am wenigsten
         qualifizierten Arbeitnehmer und die Gleichbehandlung beim
         Zugang    zu    gewährleisten    sowie     die    Konvergenz     der
         eInzelStaatlIchen Maßnahmen In diesem Bereich zu fördern.
     -   Verschiedene        I änderubergre I fende        Maßnahmen        auf
         Gemeinschaftsebene       zur       Unterstützung         Innovativer
         Partnerschaften, die Investitionen In die Ausbildung fördern,
         durch Vorhaben und Austauschmaßnahmen Innovationen im Bereich
         der beruflichen Weiterbildung und Ihre Weitergabe unterstützen
         sowie die Begleitung und Bewertung der AusbiI dungs Instrumente
         und die Weiterentwicklung der beruflichen Qualifikationen
         sicherstellen; sie sollen die Maßnahmen von und In den
         Mitgliedstaaten unterstützen und ergänzen.
12.  Das Aktionsprogramm ist so konzipiert, daß alle Beteiligten
      (Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen, Sozialpartner, Staat)
      zusammenarbeiten und gemeinsame Anstrengungen zur Verwirklichung
      folgender Ziele unternehmen:
      -   Jeder Arbeitnehmer der Europäischen Gemeinschaft muß während
         seines gesamten Erwerbslebens Zugang zur beruflichen Bildung
         haben und sie In Anspruch nehmen können. Beim Zugang zur
         beruflichen Bildung darf es keine Diskriminierung aus Gründen
         der Staatsangehörigkeit geben.
 ---pagebreak---                               - 8-
-  Die    zuständigen     Behörden,    die    Unternehmen    bzw.    die
   Sozialpartner müssen in Ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich
   die Voraussetzungen für eine ständige Weiterbildung schaffen,
   die es jedem ermöglichen, sich unter anderem durch einen
   Bildungsurlaub weiterzubilden, sich umzuschulen und vor allem
    im Zuge der technischen Entwicklung neue Kenntnisse zu
   erwerben.
Das Aktionsprogramm soll         alte am Ausbau der         beruflichen
Weiterbildung Beteiligten mobilisieren und folgende Maßnahmen der
Mitgliedstaaten unterstützen:
-   Förderung von Investitionen In die berufliche Weiterbildung und
   Verbesserung der Effizienz, indem Insbesondere Innovative
    Partnerschaften entwickelt werden, um die staatlichen Stellen
    (insbesondere in den Regionen), die Unternehmen (insbesondere
    die KMU), die Sozialpartner oder einzelne Arbeitnehmer stärker
    für die Vorteile von Investitionen in die Ausbildung zu
    sensiblIIsleren.
-   Förderung von Innovationen In Bereichen wie Bildungsmanagement,
    Methodik oder Ausstattung, um insbesondere Ausbildungsmaßnahmen
    zugunsten von Arbeitnehmergruppen, Wirtschaftszweigen oder
    Gemeinschaftsregionen       mit      Ausbildungsdefiziten       bzw.
    unzureichenden Investitionen in das berufliche Bildungswesen
    zu intensivieren.
 -  Bessere     strategische      Planung     und     Gestaltung      von
    Ausb11dungsmaßnahmen, beI denen den Auswirkungen der Vollendung
    des Binnenmarktes ausdrücklich Rechnung getragen wird, indem
    gemeinsame     I änderübergreifende     oder    grenzüberschreitende
    Ausb11 dungsvorhaben       und      der       Informations-       und
    Erfahrungsaustausch gefördert werden.
 -  Größere Effizienz der AusbiI dungs instrumente und bessere
    Eignung, mit den Veränderungen am Arbeitsmarkt               in der
    Gemeinschaft Schritt zu halten, indem die Maßnahmen auf allen
    Ebenen ausgeweitet werden, um die Entwicklung der beruflichen
    Weiterbildung beg i eI ten und ana Iys1eren, den Bedarf an
    Qualifikationen und Berufstätigkeiten besser prognostizieren
    und   eine weitreichende und         effiziente    Verbreitung    der
     Informationen über diese Entwicklungen gewährleisten zu können.
 Dieses    Programm    könnte   auch   die    Verbreitung    innovativer
 Vereinbarungen und beispielhafter Maßnahmen fördern, durch die der
 Zugang zur beruflichen Weiterbildung maßgeblich verbessert wird.
 Einzelheiten sind in Absprache mit den Sozialpartnern und unter
 Wahrung Ihrer Zuständigkeiten für die Umsetzung Gemeinsamer
 Stellungnahmen festzulegen.
 ---pagebreak---                                       - 9 -
I U.C.     LÄNDERÜBERGREIFENDE MASSNAHMEN
13.   Damit die Gemeinschaft den Anstrengungen der Mitgliedstaaten zur
      Förderung der beruflichen Weiterbildung kräftige Impulse verleihen
      und den Programmen von und In den Mitgliedstaaten einen echten
      gemeinschaftlichen Mehrwert sichern kann, trifft die Kommission
      folgende länderübergreifende Maßnahmen:
      A. Unterstützung Innovativer Partnerschaften zur              Förderung   von
          Investitionen In die berufliche Weiterbildung.
      B. Förderung       Innovativer      Konzepte      In     der     beruflichen
          WeiterbiIdung.
      C. Prüfung, Begleitung und            Bewertung    der    Entwicklung     der
          beruflichen           Weiterbildung           und           verbesserter
          Zugangsmöglichkeiten; vorausschauende Beobachtung der sich
          verändernden Qual IfIkatIons- und Berufsprofile.
      D. Flanklerende Maßnahmen.
      Die Maßnahmen im Rahmen des Tells A werden entsprechend den
      Bestimmungen      über    die    Aufgaben     und     Interventionen      der
      Strukturfonds aus dem Europäischen Sozial fonds unterstützt. Die
      Maßnahmen Im Rahmen der Teile B, C und D werden aus einem neuen
      Haushaltsposten      (6343) finanziert. Der Vorschlag              für eine
      Entscheidung des Rates, der als Anlage beigefügt Ist, beruht auf
      Artikel 128 EWGV; er betrifft nur die Teile B, C und D.
      Die länderübergreifenden Maßnahmen sollen so konzipiert sein, daß
      ein echtes Zusammenwirken mit den Aufgaben und Interventionen des
      Europäischen      Sozial fonds    Im Sinne      der    Verordnungen     (EWG)
      Nr. 2052/88<7>      und    (EWG)     Nr. 4255/88<8>      des    Rates,    den
      Programmen EUR0TECNET<9) und COMETT<1°), dem IRIS-Netz auf dem
      Gebiet der beruflichen Bildung von Frauen Im Hinblick auf
       1992<11) sowie       den Model Imaßnahmen zugunsten           der    KMU ( 1 2 )
      zustande kommen kann. In diesem Zusammenhang wird angesichts der
      Bedeutung     der    neuen Technologien       bei    der    Ausbildung     und
      Umschulung eine enge Zusammenarbeit mit den Programmen COMETT,
       EUROTECNET und DELTA hergestellt, um offene Lernsysteme und den
       Fernunterricht zu fördern.
14.    TEIL A - INNOVATIVE PARTNERSCHAFTEN
       Die Mitgliedstaaten und die Kommission unterbreiten im Rahmen der
       gemeinschaftlichen Förderkonzepte          die aus dem         Europäischen
       Sozial fonds     mitzufinanzierenden      Maßnahmen,      die     Teil     des
       Aktionsprogramms der Gemeinschaft zur Förderung der beruflichen
       Weiterbildung sind. Diese Maßnahmen werden der Kommission von
 (7) ABI. Nr. L 185 vom 15.7.1988, S. 9.
 (8) ABI. Nr. L 374 vom 31.12.1988, S. 21.
 (9) Entschließung des Rates vom 2. Juni 1983, ABI. Nr. C 186 vom
     25.6.1983, S. 1 und K0M(89) 355 endg.
 (10)      Beschluß 89/27/EWG des Rates, ABI. Nr. L 13 vom 17.1.1989,
           S. 28.
 (11)      ABI. Nr. L 342 vom 4.12.1987, S. 35.
 (12)      SEK (88) 1860 und ABI. Nr. L 239 vom 16.8.1989, S. 33.
 ---pagebreak---                                - 10 -
den zuständigen Stellen der MItglledstaaten unterbreitet; die
Kommission Ist für die Art der Finanzierung entsprechend den
Bestimmungen für die Strukturfonds und die Entwicklung einer
gemeinsamen Politik Im Bereich der beruflichen Weiterbildung
zuständig.
Zweierlei Maßnahmen könnten unterstützt werden: technische Hilfe
bei der Bildung regionaler Arbeltsgemeinschaften, Durchführung
länderübergreifender      Maßnahmen     im   Bereich    der   beruflichen
Weiterbildung.
Technische Hilfe bei der Bildung regionaler Arbeltsgemeinschaften
Regionale      Partnerschaften       (Arbeitsgemeinschaften       zwischen
staatlichen Stellen und Sozialpartnern, zwischen Unternehmen und
Ausbildungseinrichtungen) sind ein wichtiges Instrument zum Ausbau
der Investitionen in die Humanressourcen und zur regionalen
Planung der beruflichen Weiterbildung auf der Grundlage einer
umfassenden Analyse des Ausbildungsstandes und -bedarfs der Region
oder des Beschäftigungsgebietes, die die wirtschaftliche, soziale,
bildungspolitische      und    demographische     Struktur    sowie     die
Gegebenheiten des örtlichen Arbeitsmarktes und die Umweltdimension
 Integriert.    Die    Gemeinschaft    kann    über    den   Europäischen
Sozlaifonds die technische Hilfe für Durchführbarkeitsstudien
regionaler Arbeitsgemeinschaften, die Abwicklung und Betreuung der
Maßnahmen, die Bewertung der regionalen Planung im Bereich der
beruflichen Weiterbildung einschließlich des Erfahrungsaustausches
mit MultiplIkatoreffekt unterstützen. Eine besondere Beachtung
wird Maßnahmen der regionalen Arbeitsgemeinschaften beigemessen,
mit denen die Anpassung der Landwirtschaft an die neuen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gefördert und zur Entwicklung
 des ländlichen Raumes beigetragen werden soll.
 Durchfuhrung     länderübergreifender     Maßnahmen    im  Bereich     der
 beruf 11chen We Iterb11dung
 Die    Gemeinschaft     kann   aus    dem    Europäischen     Sozial fonds
 Durchführbarkeitsstudien       über      Vorhaben     der     beruflichen
Weiterbildung, die Ermittlung des Bedarfs, die Entwicklung von
 Ausbildungsplänen     und    die   Durchführung     länderübergreifender
 Maßnahmen    von    Ausbildungseinrichtungen      in mindestens       zwei
 Mitgliedstaaten bzw. von Ausbildungseinrichtungen, die auf
 Gemeinschaftsebene anerkannt sind, unterstützen; diese können
 Unternehmen     oder      Unternehmenszusammenschlüsse,       die     ihre
 Erfahrungen und Ihr Know-how im Bereich der Analyse, Planung und
 Bewertung weitergeben wollen, sowie Einrichtungen hinzuziehen, die
 auf die Unterstützung von KMU spezialisiert sind.
 Vorrang soll folgenden länderübergreifenden Maßnahmen Im Bereich
 der beruflichen Weiterbildung eingeräumt werden:
 ---pagebreak---                                    - 11 -
    -   Vorhaben, durch die der Zugang der am meisten benachteiligten
        und der am wenigsten qualifizierten Personengruppen zur
        beruflichen Weiterbildung maßgeblich verbessert werden soll;
    -   Vorhaben der regionalen Arbeitsgemeinschaften (Entwicklung von
        AusbiI dungs Inhal ten    und    -modal I täten     und     übertragbare
        Bewertungsverfahren) unter besonderer Berücksichtigung von
        Vorhaben     für    Grenzarbeitnehmer       und     in    europäischen
        Entw i ckIungsschwerpunkten;
    -   Vorhaben    für    Beschäftigte     von    kleinen     und    mittleren
        Unternehmen, wenn       diese eine      Partnerschaft      mit   großen
        Unternehmen oder eine länderübergreifende, überregionale oder
        grenzüberschreitende Zusammenarbeit anstreben;
    -   Vorhaben zugunsten der von Arbeitslosigkeit bedrohten und neu-
        bzw. höherzuqualifizierenden Personen in Regionen und Gebieten,
        auf die sich die Vollendung des Binnenmarktes negativ auswirken
        kann; dies gilt erstens für Grenzgebiete, die unmittelbar
        betroffen sind, wenn die mit dem Grenzübergang zusammenhängende
        Wirtschaftstätigkeit wegfällt, zweitens für Industriezweige,
        denen heute handelspolitische Schutzmaßnahmen zugute kommen,
        die bis 1993 wegfallen werden (Artikel 115 EWGV) und drittens
        für Bereiche, die aufgrund der Liberalisierung des öffentlichen
        Auftragswesens in einem schärferen Wettbewerb bestehen müssen.
15. TEIL B - FÖRDERUNG         INNOVATIVER   KONZEPTE    IN   DER   BERUFLICHEN
    WEITERBILDUNG
     Zusammenwirken bei der Umsetzung innovativer Konzepte
    Die Gemeinschaft könnte Maßnahmen mit einer Gemeinschaftsdimension
    und       die      Funktionsweise       des       europäischen       Netzes
     länderübergreifender Maßnahmen unterstützen, um verschiedenartige
     Partnerschaften zwischen den Beteiligten zu fördern, die Planung,
     Durchführung und Bewertung der beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen
     unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Ziele des
     Programms zu verbessern und die Weitergabe von Kenntnissen und
     Know-how in der Gemeinschaft zu begünstigen.
     Die Mitgliedstaaten müssen für die Durchführung und Finanzierung
     länderübergreifender Maßnahmen sorgen. Der Beitrag des Programms
     soll darin bestehen, die Verbindungen zwischen den Maßnahmen auf
     Gemeinschaftsebene durch Betreuung, Zusammenarbeit und Verbreitung
     der Erkenntnisse auszubauen und zu verbessern. Im Rahmen der
     Betreuung könnte die Gemeinschaft           finanzielle Unterstützung
     gewähren für:
 ---pagebreak---                                 - 12 -
 I) ein    Austauschprogramm      zur    Unterstützung     einer     raschen
    Verbreitung von Innovationen auf dem Gebiet der beruflichen
    Weiterbildung und zur Förderung der europäischen Dimension
    bestimmter Ausbildungsmaßnahmen, durch die der Zugang zur
    beruflichen Weiterbildung maßgeblich verbessert wird; die
    Gemeinschaft könnte Praktika von voll zeit lieh beschäftigten
    Ausbildern,      Leitern     von    Personalabteilungen       und    der
    Arbeitnehmervertreter sowie von Ausbildungssachverständigen der
    regionalen      Arbeltsgemeinschaften        in    Unternehmen      oder
    Ausbildungseinrichtungen        in   einem    anderen    Mitgliedstaat
    finanziell unterstützen;
II) Vorarbeiten       zur    Konzipierung      und     Ausarbeitung       von
     länderübergreifenden oder grenzüberschreitenden Model Ivorhaben
     im    Bereich     der    beruflichen     Weiterbildung      in    enger
    Zusammenarbeit               mit            Unternehmen               und
    Unternehmenszusammenschlüssen verschiedener Mitgliedstaaten, um
    die Weitergabe von Kenntnissen und Know-how In der Gemeinschaft
    und deren Anpassung an den Bedarf der KMU zu fördern, wobei die
    sich aus der Vollendung des Binnenmarktes ergebenden Folgen
    ausdrücklich zu berücksichtigen sind:
     .   räumliche Mobilität der Arbeitnehmer;
        Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen;
     . vorausschauende        Analyse     der     Berufstätigkeiten        und
        Qual IfikatIonen;
        Einrichtung        von       Ausbildungsgängen       mit       einer
        Gemeinschaftsdimension (in den betreffenden Ländern auf der
        Grundlage vorher festgelegter Gemeinschaftskriterien oder in
        einem      bestimmten       Land      mit     der      Möglichkeit,
         länderübergreifende oder        grenzüberschreitende      Maßnahmen
        durchzuführen).
 Auf    der   Grundlage     dieser    Vorarbeiten    ist   es    Sache der
 Mitgliedstaaten, im Rahmen der gemeinschaftlichen Förderkonzepte
 berufliche Weiterbildungsmaßnahmen zur Mitfinanzierung aus dem
 Europäischen Sozial fonds vorzuschlagen.
 Sektorale Erhebungen über die Ausbildungspläne
 Ausgehend von einer Reihe von Wirtschaftszweigen (beispielsweise
 Elsen- und Stahlindustrie, AutomobiIIndustrle, Vertrleb, Verkehr,
 Telekommunikation,        Finanzdienstleistungen)       und     in     enger
 Zusammenarbeit mit den paritätischen Ausschüssen und paritätischen
 Gruppen könnte die Gemeinschaft             sektorale    Erhebungen über
 Ausbildungspläne unterstützen, bei denen folgende Themen geprüft
 werden:
 -   Aufstellung        betrieblicher      Ausbildungspläne         (Planung,
     Unterrichtung - Konsultation        - Verhandlungen, Durchführung,
     Bewertung);
 -   Kosten-Nutzen-Analyse         der      betrieblichen        Ausbildung;
 ---pagebreak---                                     - 13 -
    -   Betriebsvereinbarungen und Gepflogenheiten;
    -   Vorgehen    bei     der Weiterentwicklung        der   Ausbildung     und
        verbesserter      Zugang    wenig     qualifizierter      Arbeitnehmer,
        Tel I zeitbeschäftigter        und      Personen       In       instabilen
        Arbo ItsverhäItn i ssen.
16. TEIL C - PRÜFUNG UND BEGLEITUNG, BEWERTUNG, VORAUSSCHAU
    Der gereeinsame Rahmen aus allgemeinen Grundsätzen - Prüfung und
    Begleitung der Verwirklichung dieser Grundsätze
    Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission binnen zwei Jahren
    nach Annahme der Entscheidung über dieses Programm und danach
    jährlich einen Bericht über Maßnahmen, die zur Schaffung des
    gemeinsamen Rahmens aus allgemeinen Grundsätzen getroffen wurden,
    einschließlich Informationen über vorhandene Instrumente zur
    Förderung und Finanzierung der beruflichen Weiterbildung. Diese
    Berichte      und      ihre    Zusammenfassungen       werden      mit    den
    einzelStaat Iichen Stellen und den Sozialpartnern geprüft. Um diese
    Arbeiten zu unterstützen und die Lücken der vergleichenden
     Informationen zu schließen, wird die Gemeinschaft mit Hilfe von
    EUROSTAT eine Erhebung über die berufliche Weiterbildung und
    Qualifizierung        durchführen      und     dazu     das     statistische
     Instrumentarium und die Datenerfassung verbessern. Diese Erhebung
    soll unter anderem grundlegende Informationen über die Zahl der
    Teilnehmer an den Ausbildungsmaßnahmen, die Dauer der Praktika,
    das Qualifikationsniveau, die Kosten der Ausbildung und die Art
    der Finanzierung liefern. Die Gemeinschaft beabsichtigt auch,
     vergleichende Informationen, die regelmäßig auf den neuesten Stand
     gebracht werden,         In einer     Übersicht    über    die berufliche
    Weiterbildung zu veröffentlichen.
     Prüfung der      Tarifpolitik      auf   dem    Gebiet   der    beruflichen
     Weiterbildung
     Da    die   Tarifpolitik      für    die    Förderung    der    beruflichen
     Weiterbildung      immer    größere    Bedeutung     erlangt,     will    die
     Gemeinschaft ein Muster für eine einheitliche Analyse der
     Gepflogenheiten, tar ifvertrag!Ichen Bestimmungen, Tarifverträge
     und Vereinbarungen über die berufliche Weiterbildung auf allen
     Ebenen der Tarifpolitik in den Mitgliedstaaten unterstützen. Diese
     Analysen der bestehenden Verhältnisse, die in den einzelnen
     Mitgliedstaaten in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern
     vorgenommen werden, sollen im Rahmen des sozialen Dialogs auf
     Gemeinschaftsebene erörtert werden. Innovative Tarifverträge, die
     bei dieser Analyse ermittelt werden und die darauf abzielen, den
     Zugang zur beruflichen Weiterbildung maßgeblich zu verbessern,
     sollen     durch    Veröffentlichungen       oder    auf    Studientagungen
     bekanntgemacht und eventuell später in einer europäischen Sammlung
     zusammengestellt werden.
     Um    die    Verbreitung      innovativer     Tarifverträge      unter    den
     Tarifpartnern zu fördern, könnte die Gemeinschaft Maßnahmen für
     die Entsendung von Akteuren der Arbeltsbeziehungen (Mitglieder von
     Berufsverbänden) In einen Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerverband
     oder in ein paritätisches Gremium eines anderen Mitgliedstaates
      finanziell unterstützen.
 ---pagebreak---                                    - 14 -
         Prognose von Entwicklungen Im Bereich der Qualifikationen und
         BerufstätIgkeI ten
         Auf der Grundlage der einschlägigen Arbeiten des CEDEFOP und
         mit   seiner    Unterstützung    könnte     ein    Netz   hochrangiger
         Sachverständiger, die auf die Analyse und Prognose von
         Entwicklungen      Im    Bereich      der     Qualifikationen      und
         Berufstätigkeiten spezialisiert sind, damit beauftragt werden,
         die    Vergleichbarkelt    und    Konvergenz      der   Methoden   zur
         detaillierten     Analyse    des    AusblIdungsbedarfs       und   der
         Arbeitsmarktveränderungen zu fördern.
17.   TEIL D - FLANKIERENDE MASSNAHMEN
         Die flankierenden Maßnahmen betreffen die Begleitung               der
         Durchführung     des Programms, die         technische     Hilfe,  die
         Auswertung der allgemeinen Ziele des Programms sowie               die
         Konzertierung mit den für die Ausbildung Verantwortlichen          des
         Staates, der Sozialpartner und der Unternehmen.
III. D. DURCHFÜHRUNG UND MITTELBEDARF
18.      Die Kommission beabsichtigt, die Durchführung des Programms mit
         Hilfe einer Verbindungsgruppe abzuwickeln, der 24 Mitglieder
          (die Mitgliedstaaten benennen 12 nationale Koordinatoren, UN ICE
         und CEEP zusammen 6 und der EGB ebenfalls 6) angehören.
         Die Kommission wird das Europäische Zentrum für die Förderung
         der Berufsbildung (CEDEFOP) entsprechend der Verordnung (EWG)
         Nr. 337/75 des Rates vom 10. Februar 1975 über die Errichtung
         eines     Europäischen    Zentrums      für     die    Förderung   der
         Berufsb11düngt13> hinzuzIehen.
          Das Programm wird in der Zelt vom 1. Juli 1990 bis 31.
          Dezember 1993 durchgeführt. Der voraussichtliche Mittelbedarf
          bis 1992, der im Rahmen der finanziellen Vorausschau 1988 bis
          1992 festgesetzt wurde, beläuft sich auf 88 Millionen ECU,
         wovon rund 61 Millionen ECU im Rahmen des Europäischen
          Sozialfonds bis 1992 zur Verfügung gestellt werden sollen. Aus
          dem Haushaltsposten B 6343 sind die Maßnahmen gemäß den Teilen
          B, C und D des Programms zu finanzieren. Für die Finanzierung
          der Maßnahmen gemäß Teil A sind die Mitgliedstaaten zuständig,
          aus dem Europäischen Sozial fonds könnten aber zusätzliche
          Mittel im Rahmen der gemeinschaftlichen Förderkonzepte zur
          Verfügung gestellt werden.
IV.       SCHLUSSFOLGERUNGEN
19.       Dieser Mitteilung an den Rat liegen ein Vorschlag für eine
          Entscheidung des Rates sowie ein technischer Anhang zu den im
          Rahmen des Programms vorgeschlagenen Maßnahmen und ein
          Finanzbogen über den voraussichtlichen Mittelbedarf bei.
 (13)      ABI.      Nr.      L     39      vom       13.2.1975,       S.
 ---pagebreak---                                     - 1 -
                              Vorschlag für eine
                            ENTSCHEIDUNG DES RATES
                 über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft
                zur Förderung der beruflichen Weiterbildung
DER RAT DER EUROPA ISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt    auf     den    Vertrag     zur    Gründung  der  Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 128,
auf Vorschlag der Kommission^),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments^2),
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und SozialausschussesO),
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1)
(2)
(3)
                                                                       sIS
 ---pagebreak---                                          - 2 -
Die grundlegenden     Ziele einer      gemeinsamen     Politik    der Berufsausbildung
sehen   In dem zweiten Grundsatz des Beschlusses 63/266/EWG des Rates (4)
Insbesondere vor, daß eine den Erfordernissen angepaßte Berufsausbildung
und   -fortblldung     sowie    gegebenenfalls       eine    Umschulung    während   der
verschiedenen Abschnitte des Erwerbslebens zu fördern sind. In dem zehnten
Grundsatz des Beschlusses         63/266/EWG    heißt    es, daß    gezielte   Maßnahmen
eingeleitet     werden       können,     um      die      Sonderprob lerne    bestimmter
Tätigkeitsbereiche oder Personengruppen besonders zu berücksichtigen.
Der   Europäische   Rat    vertrat   die   Ansicht,     daß    die  Verwirklichung   des
Binnenmarktes    mit    einem    verbesserten      Zugang    zur   beruflichen   Bildung
einhergehen muß (Hannover, 27. und 28. Juni 1988). Er hob hervor, daß das
Vorgehen der Gemeinschaft zur besseren Nutzung der vorhandenen menschlichen
Ressourcen   und   zur    Vorbereitung     auf    die   künftigen    Veränderungen   und
technischen   Anpassungen      beitragen    muß. Die      Reform   der  Bildungssysteme
einschließlich der beruflichen Weiterbildung wird eine entscheidende Rolle
bei der Verwirklichung dieser Ziele spielen (Rhodos, 2. und 3. Dezember
1988). Er nahm zur Kenntnis, daß Im Rat eine Einigung hinsichtlich der
beruflichen Weiterbildung erzielt wurde (Madrid, 26. und 27. Juni 1989).
Das Europäische Parlament         hat am 15. März       1989 eine Entschließung zur
sozialen Dimension des Binnenmarktes^) angenommen, in der es hervorhebt,
daß Investitionen In die Ausbildung zu tätigen und die Humanressourcen zu
nutzen sind. Es vertritt          Insbesondere die Ansicht, daß die           berufliche
Bildung und die Nutzung der Humanressourcen die Fähigkeit der Unternehmen,
sich anzupassen und sich auf die Veränderungen einzustellen, maßgeblich
beeinflussen; daher müssen sie darin unterstützt werden, In diese Bereiche
zu investieren.
Der Rat hat In seiner Entschließung vom 5. Juni 1989 über die berufliche
Welterbildung<6) darauf hingewiesen, daß die berufliche Weiterbildung bei
der Strategie zur Verwirklichung des Binnenmarktes - elnschlleßlich seiner
sozialen Dimension - und des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts
bis   zum  Jahr   1992    eine    wichtige    Rolle    als    maßgeblicher   Faktor   der
 (4) ABI. Nr. 63 vom 20. April 1963, S. 1338/63
 (5) ABI. Nr. C 96 vom 17.4.1989, S. 61
 (6) ABI. Nr. C 148 vom 15.6.1989, S. 1
                                                                                        4G>
 ---pagebreak---                                              - 3 -
WIrtschafts-     und   Sozialpolitik        spielt.     Er    vertrat     die   Ansicht,      daß
sämtliche   Arbeitnehmer      -    entsprechend       den    Bedürfnissen      -   Zugang     zur
beruflichen    Weiterbildung       haben    und   aus    Ihr    Nutzen   ziehen    müssen.     Er
ersuchte die Mitgliedstaaten, unter Berücksichtigung der                     Innerstaatlichen
Zuständigkelten     der   betreffenden       Partelen     eine    Reihe    von   Maßnahmen      zu
ergreifen oder dazu zu ermutigen. Er ersuchte die Kommission, Ihm so bald
wie    möglich    ein    Aktionsprogramm         zur     beruflichen       Weiterbildung        zu
unterbreiten.
Die raschen technischen, wirtschaftlichen und                  industriellen Veränderungen
unter verschärften Wettbewerbsbedingungen und die bevorstehende Vollendung
des    Binnenmarktes      Im   Rahmen      seiner     sozialen      Dimension      und    seines
wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts setzen heute voraus, daß die
Weiterbildung als       Instrument     von Präventiv- und Anpassungsmaßnahmen                 und
deren Ausbau eine größere Bedeutung erhalten.
Die   Gleichstellung     beim    Zugang     zur   beruflichen      Weiterbildung       ist   eine
Voraussetzung für eine räumlich und beruflich größere Mobilität                         der Ar-
beitnehmer In der Gemeinschaft und für eine größere Chancengleichheit von
Männern und Frauen.
Um   Maßnahmen     im   Bereich      der    Grundausbildung        und    der    Weiterbildung
entwickeln    zu    können,    die     auf    die    Erfordernisse       des    Arbeltsmarktes
zugeschnitten      sind,     müssen      die     Veränderungen        in    den     beruflichen
Qualifikationen beobachtet werden.
Die Mitgliedstaaten        können    durch    ihre Zusammenarbeit         die Maßnahmen       der
beruflichen     Weiterbildung,        zu   denen    alle     Arbeitnehmer       Zugang     haben,
verbessern, zur Nutzung der Humanressourcen durch Ausbildung beitragen, die
 Investitionen In die Humanressourcen fördern, den Zugang aller Arbeitnehmer
 zur  beruflichen Weiterbildung merklich              verbessern     und    die Aufgaben       der
beruflichen      Weiterbildung        -    Präventivfunktion,          ständige      Anpassung,
 Förderung   des   sozialen     Aufstiegs      -   durch    eine    stärkere     Betonung      der
 europäischen Dimension intensiv leren. Diese Zusammenarbeit muß sich auf die
 vorhandenen    Regelungen      in   den    Mitgliedstaaten        stützen     und   dabei     den
 unterschiedlichen        Rechtsordnungen           und      Gepflogenheiten           In      den
 Mitgliedstaater, den innerstaatlichen Zuständigkeiten der Beteiligten und
 der Tar Ifautonom le Rechnung tragen.
                                                                                                 1^
 ---pagebreak---                                        - 4 -
Die  Gemeinschaft    kann   die  Zusammenarbeit   zwischen   den   Mitgliedstaaten
maßgeblich verbessern, indem sie ein Aktionsprogramm ausarbeitet, das die
Maßnahmen    von und   in den    Mltglledstaaten    Im Bereich    der  beruflichen
Weiterbildung unterstützt und ergänzt. Dieses Programm muß so gestaltet
sein,    daß  es  mit   den   Aufgaben   und   Interventionen   des   Europäischen
Sozial fonds*7),   den   Programmen   EUROTECNET*8) und    COMETT*9),    dem  IR IS-
      10
Netz* ) auf dem Gebiet der beruflichen Bildung von Frauen Im Hinblick auf
1992 sowie den Model Imaßnahmen zugunsten der KMU* 11) ineinandergreift.
Dieses Programm ist so zu konzipieren, daß alle am Ausbau der beruflichen
Weiterbildung Beteiligten mobilisiert und neue Initiativen von und In den
Mitgliedstaaten in Zusammenhang gebracht werden. Es muß daher zwei einander
ergänzende Teile, einen gemeinsamen Rahmen aus allgemeinen Grundsätzen und
eine Reihe länderübergreifender Maßnahmen, umfassen. Der gemeinsame Rahmen
aus allgemeinen Grundsätzen soll die Konvergenz der von den Behörden der
Mitgliedstaaten getroffenen Maßnahmen fördern, um insbesondere den Zugang
zur     beruflichen     Weiterbildung      maßgeblich    zu     verbessern.     Die
 länderübergreifenden Maßnahmen sollen den Anstrengungen der Mitgliedstaaten
zur     Förderung     der     beruflichen     Weiterbildung     einen     kräftigen
GemeinschaftsImpuls verleihen und den einschlägigen Maßnahmen von und in
 den Mitgliedstaaten einen echten gemeinschaftlichen Mehrwert sichern.
 im Anschluß an die Gemeinsame Stellungnahme vom 6. März 1987 zur Ausbildung
und Motivation arbeiten die Sozialpartner auf Gemeinschaftsebene (UNICE,
CEEP, EGB) gegenwärtig eine neue Gemeinsame Stellungnahme aus, in der ihre
Leitlinien für die berufliche Weiterbildung erläutert werden; daher müssen
sie an der Durchführung des Programms eng beteiligt werden, um ein Vorgehen
auf der Linie des sozialen Dialogs zu gewährleisten -
 (7) ABI. Nr. L 185 vom 15.12.1988, S. 9 und ABI. Nr. L 374 vom 31.12.1988,
     S. 21
 (8) ABI. Nr. C 186 vom 25.6.1983, S. 1
 (9) ABI. Nr. L 13 vom 17.1.1989, S. 28
 (10) ABI. Nr. L 342 vom 4.12.1987, S. 35
 (11) ABI. Nr. L 239 vom 16.8.1989, S. 33
 ---pagebreak---                                            - 5 -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                         Artikel 1
Für   den   Zeitraum    vom   1.   Juli    1990   bis    31.   Dezember     1993  wird   ein
Aktionsprogramm      zur    Förderung     der    beruflichen      Weiterbildung     In   der
Gemeinschaft     verabschiedet.       Es   soll    die    Maßnahmen     von   und   in   den
Mitglledstaaten      unterstützen      und    ergänzen,     durch   die    die   berufliche
Weiterbildung gefördert wird. Es Ist so konzipiert, daß alle Beteiligten
 (Unternehmen,         Ausbildungseinrichtungen,              Sozialpartner,         Staat)
zusammenarbeiten und gemeinsame Anstrengungen zur Verwirklichung folgender
Ziele unternehmen:
     Jeder   Arbeitnehmer     der   Europäischen     Gemeinschaft     muß während     seines
     gesamten Erwerbslebens Zugang zur beruflichen Bildung haben und sie in
     Anspruch nehmen können. Beim Zugang zur beruflichen Bildung darf es
     keine Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit geben.
     Die zuständigen Behörden, die Unternehmen bzw. die Sozialpartner müssen
      in Ihrem Jeweiligen Zuständigkeitsbereich die Voraussetzungen für eine
     ständige Weiterbildung schaffen, die es jedem ermöglichen, sich unter
     anderem durch einen Bildungsurlaub weiterzubilden, sich umzuschulen und
     vor   allem    Im  Zuge   der   technischen      Entwicklung     neue   Kenntnisse    zu
     erwerben.
                                          Artikel 2
 Die Ziele des Programms sind:
 a)  Förderung     von    Investitionen      In   die    berufliche     Weiterbildung     und
     Verbesserung        der      Effizienz,       indem       insbesondere       innovative
     Partnerschaften       entwickelt       werden,     um    die    Staat IIchen    Stellen
      (insbesondere in den Regionen), die Unternehmen (Insbesondere die KMU),
     die Sozialpartner oder einzelne Arbeitnehmer stärker für die Vorteile
     von Investitionen in die Ausbildung zu sensibilisieren.
                                                                                            <9
 ---pagebreak---                                          - 6-
b)  Förderung    von    Innovationen     In   Bereichen    wie   Bildungsmanagement,
    Methodik    oder    Ausstattung,      um    insbesondere    Ausbildungsmaßnahmen
    zugunsten      von      Arbeitnehmergruppen,         Wirtschaftszweigen       oder
    Gemeinschaftsregionen       mit   Ausbildungsdefiziten     bzw.    unzureichenden
     Investitionen in das berufliche Bildungswesen zu Intensivieren.
c)  Bessere strategische Planung und Gestaltung von AusblIdungsmaßnahmen,
    bei    denen    den    Auswirkungen      der   Vollendung     des   Binnenmarktes
    ausdrücklich        Rechnung       getragen       wird,      indem      gemeinsame
     länderübergreifende und       grenzüberschreitende AusblI dungsvorhaben und
    der Informations- und Erfahrungsaustausch gefördert werden.
d)  Größere Effizienz der AusblI dungs Instrumente und bessere Eignung, mit
    den   Veränderungen     am   Arbeitsmarkt    In der    Gemeinschaft    Schritt   zu
    halten, Indem die Maßnahmen auf allen Ebenen ausgeweitet werden, um die
    Entwicklung der beruflichen Weiterbildung begleiten und analysieren,
    den     Bedarf    an     Qualifikationen      und    Berufstätigkelten      besser
    prognostizieren und eine weitreichende und effiziente Verbreitung der
     Informationen über diese Entwicklungen gewährleisten zu können.
                                       Artikel 3
Das    Programm    umfaßt     unter    Berücksichtigung      des    Grundsatzes    der
Subsidiarität zwei einander ergänzende Teile:
a)  Einen gemeinsamen Rahmen aus allgemeinen Grundsätzen zur Unterstützung
    und Ergänzung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten unter Berücksichtigung
     der innerstaatlichen Zuständigkeiten der Beteiligten, um die Ausweitung
     der beruflichen Weiterbildung im Sinne von Artikel 5 zu fördern.
b)  Verschiedene     länderübergreifende Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene zur
     Unterstützung     und     Ergänzung     der   Maßnahmen     von    und    In   den
    Mitgliedstaaten im Sinne von Artikel 6 und des Anhangs.
                                                                                      Z&
 ---pagebreak---                                           - 7 -
                                       Artikel 4
Im Sinne dieser Entscheidung:
    wird der Begriff "berufliche Weiterbildung" generell für jede Maßnahme
    der beruflichen Bildung verwendet, an der              ein Arbeitnehmer     aus der
    Europäischen Gemeinschaft       im Laufe seines Arbeltslebens teilnimmt. Die
    Maßnahmen    sollen   Innerhalb     und   außerhalb   des   Unternehmens    je  nach
    Sachlage eine der folgenden drei Aufgaben erfüllen:
         ständige Anpassung an den Wandel der Berufe und TatigkeIts Inhal te
         und somit Verbesserung der Fähigkeiten und Qualifikationen, die zur
         Verbesserung der Wettbewerbslage der europäischen Unternehmen und
         Ihrer Beschäftigten unerläßlich sind,
         Förderung    des  sozialen     Aufstiegs,    um   vielen    Arbeitnehmern    die
         Möglichkeit zu bieten, Ihre         unzureichende berufliche Qualifikation
         und damit Ihre Lage zu verbessern,
         Präventivfunktion,       um    die    Auswirkungen      der    Vollendung    des
         Binnenmarktes     rechtzeitig      zu   erkennen    und   Schwierigkelten     zu
         überwinden,       die      der       wirtschaftliche        oder     technische
         Umstrukturierungsprozeß         für     einzelne     Wirtschaftszweige       und
         Unternehmen mit sich bringt;
    wird      der     Begriff      "Unternehmen"        für      Jegliche     Art     von
    Wirtschaftstätigkeit verwendet, und zwar sowohl für große als auch für
    kleine und mittlere Unternehmen, unabhängig von               ihrer Rechtsform und
    dem Wirtschaftsbereich, in dem sie tätig sind;
    wird    der   Begriff     "Ausbildungseinrichtung"        für    alle   staatlichen,
     halbstaatlichen oder privaten Einrichtungen verwendet, die unabhängig
     von ihrer Jeweiligen Bezeichnung In den Mitgliedstaaten Maßnahmen der
     beruflichen     Bildung,     der    Weiterbildung,      zur     Nachschulung    oder
     Umschulung    durchführen.      Mit    "Ausbildungseinrichtung"        werden   auch
     Berufsverbände und selbständige Wirtschaftsorganisationen (Insbesondere
     die   Industrie-    und   Handelskammern      oder/und     ihnen    gleichgestellte
     Einrichtungen),      die    Bildungsmaßnahmen       für     Dritte    veranstalten,
     bezeichnet.
                                                                                          l\
 ---pagebreak---                                          - 8 -
   wird der Begriff "Arbeitnehmer" für alle Erwerbstätigen einschließlich
   der   Selbständigen     verwendet,     die    aus    Ihrer  Arbelt     ein    Einkommen
   beziehen.
                                      Artikel 5
1. Der    gemeinsame      Rahmen     aus     allgemeinen      Grundsätzen        und   die
    länderübergreifenden Maßnahmen im Sinne von Artikel 6 tragen dazu bei,
   die Konvergenz der Maßnahmen, Vorschriften und neuen                  Initiativen der
   Mitgliedstaaten       entsprechend        Ihren     Rechtsordnungen        und    ihren
   Gepflogenheiten     unter    Berücksichtigung       der   Innerstaatlichen      Zustän-
   digkelten    der  Beteiligten     und   unter    Wahrung    der   tarIfvertragiichen
   Regelungen zu verbessern; sie zielen darauf ab,
a) die europäische      Dimension   zu fördern, um die Präventivfunktion, die
   ständige   Anpassung     und   den  sozialen      Aufstieg   durch     die   berufliche
   Weiterbildung zu Intensivieren;
b)  in Abstimmung mit den Sozialpartnern dafür Sorge zu tragen, daß die am
   wenigsten qualifizierten Arbeitnehmer            unabhängig    von    Ihrem Status an
   Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung teilnehmen und so ein erstes
   Qualifikationsniveau erreichen können;
c)  die tatsächliche Chancengleichheit von Männern und Frauen beim Zugang
   zur beruflichen Weiterbildung zu verbessern;
d) die Anreize für Investitionen der Unternehmen, insbesondere der kleinen
   und    mittleren     Unternehmen,      in   die     berufliche     Weiterbildung      zu
    verstärken;
e) unter Berücksichtigung der Ansicht der Sozialpartner auf allen Ebenen
    die voraussichtliche Entwicklung im Bereich der Qualifikationen besser
    abzuschätzen und eine größere Konvergenz zwischen den Berufsbildungs-
    und Beschäftigungszielen zu ermöglichen;
f)  durch   auf   die    innerstaatlichen       Gegebenheiten      und    Gepflogenheiten
    zugeschnittene     Verfahren     und   erforderlichenfalls         schrittweise     das
    Niveau   des    Weiterbildungsangebots         anzuheben     und    die    vorhandenen
    Instrumente im Bereich der beruflichen Weiterbildung zu verstärken und
                                                                                          <?4
 ---pagebreak---                                           - g -
     so den besonderen Erfordernissen der kleinen und mittleren Unternehmen
     und dem Verlangen der Sozialpartner auf allen Ebenen nach neuen Formen
     der Partnerschaft zu entsprechen;
g)   allen Arbeitnehmern, die Staatsangehörige der Mitgliedstaaten sind, bei
     der     Teilnahme      an     Maßnahmen    der    beruflichen    Weiterbildung
     Gleichbehandlung zu gewährleisten;
h)   den Individuellen Anspruch auf berufliche Weiterbildung unter den von
      jedem Mitgliedstaat festzulegenden Voraussetzungen zu fördern.
2.   Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission binnen zwei Jahren nach
     Annahme dieser      Entscheidung und danach      jährlich einen Bericht   über
     Maßnahmen, die zur Schaffung des gemeinsamen Rahmens aus allgemeinen
     Grundsätzen      getroffen     wurden,   einschließlich    Informationen  über
      vorhandene Instrumente zur Förderung und Finanzierung der beruflichen
      Weiterbildung. Diese Berichte und ihre Zusammenfassungen werden mit den
      einzeiStaat Iichen Stellen und den Sozialpartnern geprüft.
                                        Artikel 6
 Damit die Gemeinschaft den Anstrengungen der Mitglledstaaten zur Förderung
 der beruflichen Weiterbildung kräftige Impulse verleihen und den Programmen
 von und    In den Mitgliedstaaten einen echten gemeinschaftlichen Mehrwert
 sichern kann, trifft die Kommission folgende länderübergreifende Maßnahmen:
    I.     Förderung innovativer Konzepte in der beruflichen Weiterbildung.
 II.      Prüfung, Begleitung und Bewertung der Entwicklung der beruf11chen
          Weiterbildung        und     der    verbesserten    Zugangsmöglichkeiten;
           vorausschauende Beobachtung der sich verändernden Qual ifIkatlons-
           und Berufsprofile.
  IM.      F lank 1er ende Maßnahmen.
 Einzelheiten zu diesen Maßnahmen sind im Anhang aufgeführt.
                                                                                  ZI
 ---pagebreak---                                      - 10 -
                                   Artikel 7
Ab  1. Januar   1991 werden die Mittel, die       Jedes Jahr   zur   Deckung des
Beitrags der Gemeinschaft zu den Maßnahmen des Programms erforderlich sind,
Im Rahmen des    Jährlichen   Haushaltsverfahrens    festgesetzt. Diese Mittel
dienen    der   Finanzierung    der    Im   Anhang    beschriebenen     Aktionen,
einschließlich der Maßnahmen, mit denen auf Gemeinschaftsebene technische
Hilfe, eine kontinuierliche Begleitung und die Bewertung           des Programms
gewährleistet werden sollen.
Die für die beiden ersten Jahre des Programms erforderlichen Mittel werden
Gegenstand der künftigen Haushaltspläne im Rahmen der im Juni 1988 von den
drei Organen gemeinsam genehmigten finanziellen Vorausschau 1988 bis 1992
und Ihrer Fortschreibung sein.
                                    Artikel 8
1.   Die Kommission   wird  das Europäische    Zentrum   für die Förderung der
     Berufsbildung (CEDEFOP) entsprechend der Verordnung (EWG)
     Nr. 337/75 des Rates (1) hinzuziehen.
2.   Die Kommission unterbreitet dem Rat, dem Europäischen Parlament, dem
     Wirtschafts- und SozIaIausschuß und dem Beratenden Ausschuß für die
     Berufsausbildung vor dem 30. Juni 1992 einen Zwischenbericht über die
     erste Phase und vor dem 30. Juni 1994 einen Schlußbericht über die
     Durchführung des Programms.
                                    Artikel 9
Die Kommission führt das Programm entsprechend den Bestimmungen des Anhangs
durch.
 (1) ABI. Nr. L 39 vom 13.2.1975, S. 1
                                                                                  *V
 ---pagebreak---                                   - 11 -
                                Artikel 10
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet
Geschehen zu Brüssel am....
                                     Im Namen des Rates
                                    Der Präsident
                                                        2S
 ---pagebreak---                                       - 12 -
                AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT ZUR FORDERUNG
                         DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG
                                       ANHANG
Es sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
AKTION I - FÖRDERUNG INNOVATIVER KONZEPTE IN DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG
a)  Zusammenwirken bei der Umsetzung Innovativer Konzepte
    Die Gemeinschaft könnte Maßnahmen mit einer Gemeinschaftsdimension und
    die    Funktionsweise    des    europäischen      Netzes    länderübergreifender
    Maßnahmen unterstützen, um verschiedenartige Partnerschaften zwischen
    den Beteiligten zu fördern, die Planung, Durchführung und Bewertung der
    beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen unter besonderer Berücksichtigung
    der allgemeinen Ziele des Programms zu verbessern und die Weitergabe
    von Kenntnissen und Know-how In der Gemeinschaft zu begünstigen. Die
    Mitgliedstaaten     müssen    für     die    Durchführung     und    Finanzierung
     länderübergreifender      Maßnahmen       sorgen     und     im    Rahmen     der
    gemeinschaftlichen Förderkonzepte die aus dem Europäischen Sozialfonds
    mitzufinanzierenden Maßnahmen unterbreiten. Der Beitrag des Programms
    soll   darin   bestehen,   die Verbindungen       zwischen   den   Maßnahmen   auf
    Gemeinschaftsebene durch Betreuung, Zusammenarbeit und Verbreitung der
    Erkenntnisse auszubauen und zu verbessern,             im Rahmen der Betreuung
    könnte die Gemeinschaft finanzielle Unterstützung gewähren für:
     I) ein Austauschprogramm zur Unterstützung einer raschen Verbreitung
         von Innovationen auf dem Gebiet der beruflichen Weiterbildung und
         zur     Förderung      der      europäischen        Dimension     bestimmter
         Ausbiidungsmaßnahmen,      durch    die    der   Zugang    zur   beruflichen
         Weiterbildung maßgeblich verbessert wird; die Gemeinschaft könnte
         Praktika   von voll zeit lieh beschäftigten Ausbildern, Leitern der
         Personalabteilungen     und    der     Arbeitnehmervertreter      sowie   von
         Ausbildungssachverständigen       der   regionalen    Arbeitsgemeinschaften
         In   Unternehmen   oder   Ausbildungseinrichtungen        in  einem   anderen
         Mitgliedstaat finanziell unterstützen;
                                                                                     2«
 ---pagebreak---                                       - 13 -
   li) Vorarbeiten    zur  Konzipierung     und   Ausarbeitung     von    länderüber-
        greifenden oder grenzüberschreitenden Model Ivorhaben im Bereich der
        beruflichen Weiterbildung In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen
        und Unternehmenszusammenschlüssen verschiedener Mitgliedstaaten, um
        die Weitergabe von Kenntnissen und Know-how In der Gemeinschaft und
        deren Anpassung an den Bedarf der KMU zu fördern, wobei die sich
        aus der Vollendung des Binnenmarktes ergebenden Folgen ausdrücklich
        zu   berücksichtigen   sind:   Räumliche Mobilität       der   Arbeitnehmer,
        Förderung    der   Chancengleichheit        von    Männern     und    Frauen,
        vorausschauende Analyse der Berufstätigkelten und Qualifikationen,
        Einrichtung von Ausbildungsgängen mit einer Gemeinschaftsdimension.
b) Sektorale Erhebungen über die Ausbildungspläne
   Die   Gemeinschaft   könnte    sektorale   Erhebungen    über   Ausbildungspläne
   unterstützen, bei denen folgende Themen geprüft             werden: Aufstellung
   betrieblicher Ausbildungspläne; Kosten-Nutzen-Analyse der betrieblichen
   Ausbildung; Betriebsvereinbarungen und Gepflogenheiten-, Vorgehen bei
   der   Weiterentwicklung    der   Ausbildung und     verbesserter     Zugang   wenig
   qualifizierter    Arbeitnehmer,     Teilzeitbeschäftigter      und    Personen   in
   Instabilen Arbeitsverhältnissen.
c) Finanzieller Beitrag der Gemeinschaft
   Der finanzielle Beitrag wird auf die Aufwendungen für Maßnahmen nach a)
   und b) begrenzt sein. Die Gemeinschaft kann die Verwaltungskosten für
   das    europäische   Netz   sowie    für  die    Zusammenarbeit      (Konferenzen,
   Studientagungen,     Workshops)    und   die   Verbreitung     der    Erkenntnisse
   (Veröffentlichungen,         Videofilme)         tragen.    Betreuungsmaßnahmen:
   Zuschüsse zu Praktika       - Der    Beitrag   der   Gemeinschaft     ist  auf  die
   unmittelbaren Kosten der Mobilität begrenzt und darf bei Praktika mit
   einer Höchstdauer von drei Monaten 7.500 ECU je Zuschuß und Empfänger
   nicht überschreiten. Vorarbeiten zur Konzipierung und Ausarbeitung von
    länderübergreifenden     oder    grenzüberschreitenden      Model Ivorhaben      Im
   Bereich der beruflichen Weiterbildung - Der Beitrag der Gemeinschaft
    ist    auf   50%  der   zuschußfähigen      Ausgaben     begrenzt,     wobei   bei
    länderüberg-eIfenden Vorhaben mit einer Höchstdauer von zwei Jahren je
   Vorhaben höchstens 100.000 ECU jährlich gewährt werden.
                                                                                    ??
 ---pagebreak---                                       - 14 -
    Die Gemeinschaft kann die Kosten für die Planung, Durchführung und
    Bewertung der sektoralen Erhebungen tragen, wobei die Höchstgrenze je
    Erhebung während der gesamten Dauer bei 0, 5 Millionen ECU liegt.
AKTION II - PRÜFUNG UND BEGLEITUNG, BEWERTUNG, VORAUSSCHAU
a)  Der gemeinsame Rahmen aus allgemeinen Grundsätzen - Prüfung und Be-
    gleitung der Verwirklichung dieser Grundsätze
    Um die Berichte der Mitgliedstaaten über die Verwirklichung des ge-
    meinsamen Rahmens aus allgemeinen Grundsätzen zu unterstützen, wird die
    Gemeinschaft mit Hilfe von EUROSTAT eine Erhebung über die berufliche
    Weiterbildung und Qualifizierung durchführen und dazu das statistische
     Instrumentarium und die Datenerfassung verbessern. Diese Erhebung soll
    unter anderem grundlegende Informationen über die Zahl der Teilnehmer
    an     den    Bildungsmaßnahmen,      die     Dauer     der    Praktika,       das
    Qualifikationsniveau,     die  Kosten    der   Ausbildung    und   die   Art   der
    F i nanzIerung 11efern.
b)  Prüfung der Tarifpolitik auf dem Gebiet der beruflichen Weiterbildung
     Die Gemeinschaft will ein Schema        für eine einheitliche Analyse der
    Gepflogenheiten,    tarifvertraglichen     Bestimmungen,     Tarifverträge     und
    Vereinbarungen über die berufliche Weiterbildung auf allen Ebenen der
    Tarifpolitik In den Mitgliedstaaten unterstützen. Es soll dazu dienen,
     Innovative Tarifverträge zu ermitteln.
     Um die Verbreitung    innovativer Tarifverträge zu fördern, könnte die
     Gemeinschaft    Maßnahmen    für    die    Entsendung     von    Akteuren     der
    Arbeitsbeziehungen      (Mitglieder     von     Berufsverbänden)       in    einen
    Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerverband oder in ein paritätisches Gremium
     eines anderen Mitgliedstaates finanziell unterstützen.
c)   Prognose   von   Entwicklungen     Im   Bereich    der   Qualifikationen      und
     Berufstät1gke1 ten
     Auf  der  Grundlage   der   einschlägigen Arbeiten      des CEDEFOP      und mit
     seiner Unterstützung könnte ein Netz hochrangiger Sachverständiger, die
     auf   die  Analyse   und   Prognose   von   Entwicklungen      Im  Bereich    der
                                                                                    a%
 ---pagebreak---                                      - 15 -
   Qualifikationen     und   Berufstätigkelten    spezialisiert   sind,   damit
    beauftragt werden, die Vergleichbarkeit und Konvergenz der Methoden zur
    Analyse des Ausbildungsbedarfs und der Arbeitsmarktveränderungen zu
    fördern; außerdem könnten sie ein Muster für die gemeinsame Analyse
    entwickeln.
d)  Finanzieller Beitrag der Gemeinschaft
    Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft wird sich auf die Aufwendungen
    für Maßnahmen nach a ) , b) und c) beschränken. Die Gemeinschaft kann die
    Kosten der EUROSTAT-Erhebung, der Muster zur Analyse der Tarifverträge
    und der Prognosen im Bereich der     Qualifikationen und Berufstätigkeiten
    tragen. Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft zu den Zuschüssen für
    Austauschmaßnahmen    ist  auf   die unmittelbaren Aufwendungen    für  die
    Mobilität    begrenzt   und    darf  bei   Austauschmaßnahmen   mit   einer
    Höchstdauer von drei Monaten 7.500 ECU Je Zuschuß und Empfänger nicht
    überschreiten.
AKTION III - FLANKIERENDE MASSNAHMEN
Die flankierenden Maßnahmen betreffen die Begleitung der Durchführung des
Programms, die technische Hilfe, die Auswertung der allgemeinen Ziele des
Programms    sowie   die    Konzertierung    mit   den   für   die   Ausbildung
Verantwortlichen des Staates, der Sozialpartner und der Unternehmen. Der
finanzielle Beitrag der Gemeinschaft kann bis zu 100% der tatsächlichen
Ausgaben betragen.
                                                                              *9
 ---pagebreak---                                  FINANZBOGEN
1.  Haushalts!Inle und Bezeichnung
    - B 6343 und Europäischer Sozial fonds (B 6343 - 1991 neu zu schaffender
      Posten)
    - Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Förderung der beruflichen
      Weiterbildung (FORCE-Programm)
2.  RechtsgrundIage
    Entschließung des Rates vom 5. Juni 1989 über die berufliche Wei-
    terbildung (ABI. Nr. C 148 vom 15. Juni 1989, S. 1 ) .
    Entscheidung 89/.../EWG des Rates vom ... über ein Aktionsprogramm der
    Gemeinschaft zur Förderung der beruflichen Weiterbildung.
    Artikel 128 EWGV.
3.  Einstufung der Ausgaben
    Nichtobligatorische Ausgaben.
    Nichtgetrennte Mittel (Artikel 634).
4.  Beschreibung
Das Aktionsprogramm soll die Maßnahmen von und in den Mitgliedstaaten
unterstützen und ergänzen, um die berufliche Weiterbildung zu fördern. Es Ist
so konzipiert, daß alle Beteiligten (Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen,
Sozialpartner, Staat) zusammenarbeiten und gemeinsame Anstrengungen zur
Verwirklichung folgender Ziele unternehmen:
    Jeder Arbeitnehmer der Europäischen Gemeinschaft muß während seines ge-
    samten Erwerbslebens Zugang zur beruflichen Bildung haben und sie In An-
    spruch nehmen können. Beim Zugang zur beruflichen Bildung darf es keine
    Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit
    geben.
                                                                            3o
 ---pagebreak---                                      - 2 -
    Die Behörden, die Unternehmen bzw. die Sozialpartner müssen In Ihrem Je-
    weiligen Zuständigkeitsbereich die Voraussetzungen für eine ständige
    Weiterbildung schaffen, die es jedem ermöglichen, sich unter anderem
    durch einen Bildungsurlaub weiterzubilden, sich umzuschulen und vor allem
     im Zuge der technischen Entwicklung neue Kenntnisse zu erwerben.
Die Ziele des Programms sind:
a)   Förderung von Investitionen in die berufliche Weiterbildung und Verbesse-
     rung der Effizienz, Indem Insbesondere Innovative Partnerschaften ent-
     wickelt werden, um die staatlichen Stellen (Insbesondere In den Regio-
     nen), die Unternehmen (Insbesondere die KMU), die Sozialpartner oder ein-
     zelne Arbeitnehmer stärker für die Vorteile von Investitionen In die Aus-
     bildung zu sensibilisieren.
b)   Förderung von Innovationen in Bereichen wie BIIdungsmanagement, Methodik
     oder Ausstattung, um insbesondere Ausbildungsmaßnahmen zugunsten von
     Arbeitnehmergruppen, Wirtschaftszweigen oder Gemeinschaftsregionen mit
     Ausbildungsdefiziten bzw. unzureichenden Investitionen In das berufliche
     BIIdungswesen zu intens!vieren.
c)   Bessere strategische Planung und Gestaltung von Ausbildungsmaßnahmen, bei
     denen den Auswirkungen der Vollendung des Binnenmarktes ausdrücklich
     Rechnung getragen wird, Indem gemeinsame länderübergreifende und
     grenzüberschreitende Ausbildungsvorhaben und der Informations- und
     Erfahrungsaustausch gefördert werden.
d)   Größere Effizienz der AusblI dungs Instrumente und bessere Eignung, mit den
     Veränderungen am Arbeitsmarkt In der Gemeinschaft Schritt zu halten, in-
      dem die Maßnahmen auf allen Ebenen ausgeweitet werden, um die Entwicklung
      der beruflichen Weiterbildung begleiten und analysieren, den Bedarf an
      Qualifikationen und Berufstätigkeiten besser prognostizieren und eine
      weitreichende und effiziente Verbreitung der Informationen über diese
      Entwicklungen gewährleisten zu können.
 Das Aktionsprogramm umfaßt einen gemeinsamen Rahmen aus allgemeinen Grundsät-
 zen, zu deren Förderung sich die Behörden der Mitgliedstaaten verpflichten
 und welche die Konvergenz Ihrer Tätigkeiten in diesem Bereich fördern sollen,
 sowie verschiedene länderübergreifende Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene zur
 Unterstützung und Ergänzung der Maßnahmen von und in den Mitgiiedstaaten,
 nämlIch:
 A.   Unterstützung innovativer Partnerschaften zur Förderung von Investitionen
      in die berufliche Weiterbildung.
 B.   Förderung innovativer Konzepte in der beruflichen Weiterbildung.
 C.   Prüfung, Begleitung und Bewertung der Entwicklung der beruflichen
      Weiterbildung und verbesserter Zugangsmöglichkeiten; vorausschauende Be-
      obachtung der sich verändernden Qual IfIkations- und Berufsprofile.
                                                                              3)
 ---pagebreak---                                        - 3 -
D.   Flankierende Maßnahmen.
5.   Begründung
     Die Förderung der beruflichen Weiterbildung spielt bei den Strategien der
     Unternehmen und den Maßnahmen der Mitgliedstaaten zur Bewältigung des
     raschen wirtschaftlichen und sozialen Wandels, zur Vollendung des
     Binnenmarktes bis 1992 und zur Bewältigung einer Reihe großer Herausfor-
     derungen für die Zukunft der Gemeinschaft durch neue qualitative und
     quantitative Anstrengungen bereits Jetzt eine zentrale Rolle: wirtschaft-
      liche, technologische, demographische, beschäftIgungspolit Ische und den
     Zusammenhalt betreffende Herausforderungen. Die Verwirklichung einer ge-
     meinsamen Politik der beruflichen Weiterbildung ist ein wichtiger
     Schritt, um die Ziele und Anstrengungen der Beteiligten (Staat,
     Sozialpartner, Unternehmen, AusblIdungseinrIchtungen, Einzelpersonen) zu
     konvergieren, einen Zusammenhang zwischen den neuen Maßnahmen von und In
     den Mitgliedstaaten herzustellen, die Beteiligten zu veranlassen, stärker
      In die berufliche Weiterbildung zu Investieren und das europäische
     Aufbauwerk in seiner wirtschaftlichen und sozialen Dimension zu fördern.
6.   Finanzielle Auswirkungen des Programms auf die Verwaltungsmittel
     Art der Ausgaben und Berechnungswelse -
6.1.      Die erforderlichen Mittel werden Im Rahmen der finanziellen
          Vorausschau 1988 bis 1992 und Ihrer Fortschreibung Teil der künftigen
          Haushaltspläne sein. Der geschätzte Bedarf bis 1992, der im Rahmen
          der finanziellen Vorausschau 1988 bis 1992 veranschlagt wurde, be-
          läuft sich auf 24 Millionen ECU, die unter Posten B 6343 einzusetzen
          sind; ein zusätzlicher auf rund 61 Millionen ECU veranschlagter Be-
          trag wird aus dem Europäischen Sozial fonds Im Rahmen der gemein-
          schaftlichen Förderkonzepte finanziert.
6.2.      Tell A: Innovative Partnerschaften
          Die Mitgliedstaaten und die Kommission unterbreiten im Rahmen der ge-
          meinschaftlichen Förderkonzepte die aus dem Europäischen Sozial fonds
          mitzufinanzierenden Maßnahmen, die Teil des Aktionsprogramms sind.
          Diese Maßnahmen werden der Kommission von den zuständigen Stellen der
          Mitgliedstaaten unterbreitet; die Kommission ist für die Art der
          Finanzierung entsprechend den Bestimmungen für die Strukturfonds und
          die Entwicklung einer gemeinsamen Politik im Bereich der beruflichen
          Weiterbildung zuständig. Aus dem Fonds könnten unterstützt werden:
          technische HiIfe bei der Bildung regionaler Arbeitsgemeinschaften,
          Durchführung länderübergreifender Maßnahmen im Bereich der berufli-
          chen Weiterb i I dung, Aufwendungen für die Vorarbeiten zur Schaffung
          eines europäischen Netzes länderübergreifender Maßnahmen.
 6.3.     Tel le B, C und D
          Die aus dem Haushaltsposten B 6343 zu finanzierenden Ausgaben betref-
          fen die Teile B, C und D des Programms.
           (Tritt das Programm, wie Im Entscheidungsvorschlag gewünscht, am 1.
          Juli 1990 In Kraft, sind die Ausgaben für das zweite Halbjahr 1990 In
          Höhe von schätzungsweise 3 Millionen ECU aus dem Haushaltsposten 6340
          zu finanzieren.)
                                                                              32.
 ---pagebreak---                                       - 4 -
6.4.    Tell B - Förderung Innovativer Konzepte In der beruflichen
        Weiterbildung
6.4.1. Zusammenwirken bei der Umsetzung Innovativer Konzepte
        - Zusammenarbeit: Veranstaltung von Konferenzen auf hoher Ebene in den
          Mitgliedstaaten oder auf Gemeinschaftsebene zur Förderung der
          Weitergabe von Kenntnissen und Know-how In vier vorrangigen Berei-
          chen (regionale Investitionen in die Ausbildung, Zugang, KMU, von
          Arbeitslosigkeit bedrohte Personengruppen); Workshops mit
          gegenseitigem Erfahrungsaustausch über die Planung, Durchführung und
          Bewertung von Ausbildungsmaßnahmen zu einem vorgegebenen vorrangigen
          Thema.
        - Betreuung: Zuschüsse für Praktika - Der Beitrag der Gemeinschaft
           ist auf die unmittelbaren Kosten der Mobilität begrenzt und darf bei
          Praktika mit einer Höchstdauer von drei Monaten 7.500 ECU Je Zuschuß
          und Empfänger nicht überschreiten. Vorarbeiten zur Konzipierung und
          Ausarbeitung länderübergreifender oder grenzüberschreitender
          Model Ivorhaben Im Bereich der beruflichen Weiterbildung - Der Bei-
           trag der Gemeinschaft Ist auf 50 X der zuschußfähigen Ausgaben be-
          grenzt, wobei bei länderübergreifenden oder grenzüberschreitenden
          Vorhaben mit einer Höchstdauer von zwei Jahren Je Vorhaben höchstens
           100.000 ECU Jährlich gewährt werden.
        - Verbreitung der Erkenntnisse: Veröffentlichungen und Videofilme über
           die Ergebnisse der Vorhaben.
Die voraussichtlichen Ausgaben schlüsseln sich wie folgt auf:
                          1991            1992        INSGESAMT
   B 6343 (MIo.ECU)         2,6             7,3           9,9
   davon:
   ZusammenarbeIt
   u. Verbreltung
   d. Erkenntnisse          0,6             1,8           2,4
   Zuschusse fur
   Praktika                  1              2              3
   Planung der
   Vorhaben                  1              3,5            4,5
                                                                             3T>
 ---pagebreak---                                       - 5 -
6.4.2. Sektorale Erhebungen über die AusbIIdungspIäne: Übernahme der Kosten
        für die Planung, Durchführung und Bewertung in sechs Bereichen, wobei
        der Höchstbetrag je Erhebung während der gesamten Dauer bei
        0,5 Ml 11 Ionen ECU I legt.
                           1991           1992        INSGESAMT
  B 6343 (MIO.ECU)            1             2              3
6.5.    Tell C - Prüfung und Begleitung, Bewertung, Vorausschau
6.5.1. Der gemeinsame Rahmen aus allgemeinen Grundsätzen - Prüfung und Be-
        gleitung der Verwirklichung dieser Grundsätze: Übernahme der Kosten
        der EUROSTAT-Erhebung: Entwicklung der Software, Druck des Fragebogens
        usw.) 1,2 Mill Ionen ECU; Kosten der Datenerfassung 1,5 MI 11 Ionen ECU;
        Kosten der Auswertung und Verbreitung der Ergebnisse der Erhebungen
        0,8 Mi I Iionen ECU.
                           1991           1992        INSGESAMT
  B 6343 (Mio.ECU)            1.5            2             3,5
6.5.2. Muster für die Analyse der Tarifverträge: Übernahme der Kosten der
        Analysen auf eInzelStaatI Icher Ebene, der vergleichenden Übersicht,
        der Bewertung und Verbreitung der Ergebnisse. Zuschüsse zu Austausch-
        maßnahmen für die Akteure der Arbeltsbeziehungen - Der Beitrag der Ge-
        meinschaft Ist auf die unmittelbaren Aufwendungen für die Mobilität
        begrenzt und darf bei Austauschmaßnahmen mit einer Höchstdauer von
        drei Monaten 7.500 ECU je Zuschuß und Empfänger nicht überschreiten.
                           1991           1992        INSGESAMT
  B 6343 (Mio.ECU)            1.3            1.5           2,8
6.5.3. Prognose von Entwicklungen im Bereich der Qualifikationen und Berufs-
         tätigkeiten: Übernahme der Kosten der Entwicklung einer vergleichenden
        Methodik, der Analysen auf einzelStaat I icher Ebene, der vergleichenden
         Übersicht, der Bewertung und Verbreitung der Ergebnisse.
                            1991           1992        INSGESAMT
   B 6343 (Mio.ECU)             1              2             3
                                                                               1H
 ---pagebreak---                                      - 6 -
6.6.    Tell D - Flankierende Maßnahmen
        Die voraussichtlichen Ausgaben für die technische Hilfe bei der Durch-
         führung des Programms einschließlich der logistischen Unterstützung
         von länderübergreifenden Vorhaben, der wissenschaftlichen Zusammenar-
         beit mit den Projektträgem über die Weitergabe von Know-how und der
         technischen Hilfe bei der Vorbereitung der Projektbewertung schlüsseln
         sich wie folgt auf:
                           1991            1992        INSGESAMT
   B 6343 (Mio.ECU)          0,6             1.2            1.8
6.7.     Auswirkungen auf den Haushalt
         Die aus Posten B 6343 finanzierten Ausgaben schlüsseln sich wie folgt
         auf:
 B 6343                    1991        1992                Insges.
 6.4.1.                      2.6         7,3                    9,9
 6.4.2.                      1           2                      3
 6.5.1.                      1.5         2                      3,5
 6.5.2.                      1.3         1.5                    2,8
 6.5.3.                      1           2                      3
 6.6.                        0,6         1.2                    1.8
    Insg. Mlo ECU            8          16                    24
6.8.     Vorläufige Übersicht
         Vorläufig zeichnet sich folgender Mittel bedarf ab:
                           1990        1991       1992      Insges.
  TEIL A                     4          18         39         61
  TEILE B, C, D              3           8         16          27
         Steuer 11che AuswIrkungen
         KeI ne.
         Art der Kontrolle
          a) Die Finanzkontrolle wird hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der
             Ausgaben und der Ausführung des Haushaltsplans von den zuständigen
             Kommisslonsdlenststellen wahrgenommen.
                                                                             3r
 ---pagebreak---                                    - 7 -
    b) Die wissenschaftliche und fachliche Kontrolle wird von den zustän-
        digen Kommissionsdienststellen, Insbesondere der Task Force
        Humanressourcen, Allgemeine und berufliche Bildung, Jugend gegebe-
        nenfalls mit Unterstützung eines Beratenden Ausschusses wahrgenom-
        men.
9.  Finanzielle Auswirkungen auf die Personal- und Verwaltungsmittel (Te11
    A des Gesamthaushaltsplans)
    Ab 1991 erforderliches Personal:
    - 2 A7/4: Planung, Betreuung und Begleitung des Netzes und der euro-
                päischen sektoralen Erhebungen; vergleichende Übersichten
                und Prognosen.
    - 2 B:       Technische Hilfe bei Sitzungen und bei Dokumentat Ions- und
                  Informationsarbeiten; Kontrolle und Überwachung der Ver-
                 träge und der Haushaltsvorgänge.
    - 3 C:        Sekretariatsarbeiten.
    Die Persona lausgaben werden von der Gemeinschaft getragen (Teil A des
    Haushaltsplans der Kommission) und belaufen sich auf 369.000 ECU für
    ein Jahr.
    Die einzelStaatIIchen Behörden können unter den für andere
    Gemeinschaftsprogramme festgelegten Bedingungen Personal abordnen.
    Die erforderlichen Stellen werden durch anderweitige Verwendung von
    Beamten oder Im Rahmen des Haushaltsverfahrens 1991 besetzt.
10. TechnIsehe H11fe
    Die einheitliche Durchführung des Programms In allen Mitgliedstaaten
    setzt die Mitarbeit von Sachverständigen für die berufliche
    Weiterbildung voraus. Ihnen sollen vor allem folgende Aufgaben über-
     tragen werden:
    - technische Koordinierung des europäischen Netzes länderübergrei-
       fender Maßnahmen, der Durchführung von Praktika und Austauschmaß-
       nahmen, der Tätigkeiten des europäischen Netzes: logistische Hilfe
       bei der Planung länderübergreifender Vorhaben, wissenschaftliche Zu-
       sammenarbeit zwischen den Projekt trägem bei der Weitergabe von
       Know-how und der Verbreitung der Erkenntnisse;.
    - Entwicklung eines Informat ions instrumentarlums und Beteiligung an
       Informationsmaßnahmen in allen Mitgliedstaaten, einschließlich der
       für die Aktionen erforderlichen Übersetzungen in alle Amtssprachen;
    - logistische Betreuung des Programms und der Maßnahmen in den
       Mitgliedstaaten; technische Hilfe bei der regelmäßigen Konzertierung
       der mit den für die Ausbildung Verantwortlichen der Behörden, der
       Sozialpartner und der Unternehmen; technische Hilfe bei den
       Vorarbeiten zur regelmäßigen Bewertung des Programms;
     - technische Hilfe bei den Vorarbeiten für Sitzungen, Konferenzen,
       Studientagungen und Workshops der Kommission auf Gemeinschaftsebene.
                                                                          SC
 ---pagebreak---       ABSCHÄTZUNG DER FOLGEN FÜR DIE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT UND DIE
                             BESCHAFTIGUNGSLAGE
I.   Welches Ist der wichtigste Grund für diese Maßnahme?
     Unterstützung und Ergänzung der Maßnahmen von und In den
     Mitglledstaaten zur Förderung der beruflichen Weiterbildung,
     merkliche Verbesserung des Zugangs und Inanspruchnahme durch alle
     Arbeitnehmer.
II.  Merkmale der in Frage kommenden Unternehmen:
     a)   Viele KMU? Alle Unternehmen kommen In Frage.
     b)   Gibt es Konzentrationen In den Regionen?
            I. Kommen sie für regionale Beihilfen der MItglledstaaten In
               Betracht?
           II. Kommen sie für Zuschüsse aus dem EFRE In Betracht?
     Alle Regionen kommen in Betracht. Im Rahmen von Tell A könnte der
     Sozial fonds den Aufbau regionaler Arbeitsgemeinschaften (Planung des
     Ausbildungsbedarfs und der Durchführung länderübergreifender
     Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung) unterstützen.
IM.  Welche Verpflichtungen sind den Unternehmen unmittelbar auferlegt?
     Viele Unternehmen führen bereits Weiterbildungsmaßnahmen zugunsten
      ihrer Beschäftigten durch. Das Programm ist nicht mit unmittelbaren
      Verpflichtungen verbunden, sondern unterstützt Maßnahmen zur
      Verbesserung des Weiterbildungsangebots und der
      Zugangsmög11chkeI ten.
 IV. Welche Verpflichtungen könnten die Gebietskörperschaften mittelbar
      den Unternehmen auferlegen?
      Das Programm (Teil A) zielt unter anderem darauf ab, den Aufbau
      regionaler Arbeitsgemeinschaften (Ausbildungseinrichtungen und
      Unternehmen) zu unterstützen, um die Planung des Ausbildungsbedarfs
      und eine abgestimmte Weiterentwicklung des Ausbildungsangebots auf
      regionaler Ebene zu verbessern.
V.    Gibt es besondere Maßnahmen zugunsten der KMU? Welche?
      Ja - Teil A:     Länderübergreifende Maßnahmen zugunsten der
                       Beschäftigten von KMU.
            Tell B:    Zusammenwirken bei der Umsetzung der Maßnahmen
                        (Zusammenarbeit, Betreuung und Verbreitung).
                                                                         *9
 ---pagebreak---                                   - 2-
VI.  VoraussIcht 11che AuswIrkungen
     a) auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen?
         Die Ausbildung aller Arbeitnehmer Ist eine unerläßliche
         Voraussetzung für die strategische Anpassungsfähigkeit der
         Unternehmen, d.h. ihrer Fähigkeit, die Fachkompetenz der
         Arbeitnehmer so zu heben, daß sie die Veränderungen bei den
         Produkten und auf den Märkten bewältigen können.
     b) auf die Beschäftigungslage?
         Die Qualifikation der Arbeitnehmer Ist auch eine wichtige
         Voraussetzung für die Stabilität ihrer Arbeitsplätze.
VII. Wurden die Sozialpartner angehört? Welchen Standpunkt vertreten sie?
     Gemeinsame Stellungnahme aller Sozialpartner (März 1987);
     Fertigstellung einer zweiten Gemeinsamen Stellungnahme Insbesondere
     zur Weiterbildung; Gemeinsame Stellungnahme des
     dreigliedrigen Beratenden Ausschusses (1987).
                                                                        3%
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                          KOM(89) 567 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             05
                                 Katalognummer : CB-CO-89-542-DE-C
                                                           ISBN 92-77-55114-3
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg