CELEX: 62002CJ0444
Language: de
Date: 2004-11-09
Title: Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 9. November 2004.#Fixtures Marketing Ltd gegen Organismos prognostikon agonon podosfairou AE (OPAP).#Ersuchen um Vorabentscheidung: Monomeles Protodikeio Athinon - Griechenland.#Richtlinie 96/9/EG - Rechtlicher Schutz von Datenbanken - Begriff der Datenbank - Anwendungsbereich des Schutzrechts sui generis - Fußballmeisterschaftsspielpläne - Wettspiele.#Rechtssache C-444/02.

Rechtssache C-444/02
      Fixtures Marketing Ltd
      gegen
      Organismos prognostikon agonon podosfairou AE (OPAP)
      (Vorabentscheidungsersuchen des Monomeles protodikeio Athinon)
      „Richtlinie 96/9/EG – Rechtlicher Schutz von Datenbanken – Begriff der Datenbank – Anwendungsbereich des Schutzrechts sui generis – Fußballmeisterschaftsspielpläne – Wettspiele“
      Leitsätze des Urteils
      1.        Rechtsangleichung – Rechtlicher Schutz von Datenbanken – Richtlinie 96/9 – Begriff der Datenbank – Fußballspielplan – Einbeziehung
      (Richtlinie 96/9 des Europäischen Parlaments und des Rates, Artikel 1 Absatz 2)
      2.        Rechtsangleichung – Rechtlicher Schutz von Datenbanken – Richtlinie 96/9 – Begriff der mit der Beschaffung, der Überprüfung
            oder der Darstellung des Inhalts einer Datenbank verbundenen Investition – Zur Aufstellung eines Fußballspielplans eingesetzte
            Mittel – Ausschluss
      (Richtlinie 96/9 des Europäischen Parlaments und des Rates, Artikel 7 Absatz 1)
      1.        Durch den Begriff Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie 96/9 über den rechtlichen Schutz von Datenbanken
         wird eine Sammlung erfasst, die Werke, Daten oder andere Elemente umfasst, die sich voneinander trennen lassen, ohne dass
         der Wert ihres Inhalts dadurch beeinträchtigt wird, und die eine Methode oder ein System beliebiger Art enthält, mit der bzw.
         dem sich jedes der Elemente der Sammlung wieder auffinden lässt.
      
      Ein Fußballspielplan stellt eine Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie dar. Zum einen haben die darin enthaltenen
         Daten, die das Datum, die Uhrzeit und die Identität der Mannschaften in Bezug auf eine Fußballbegegnung betreffen, zusammen
         gelesen nämlich insoweit einen selbständigen Informationswert, als sie interessierten Dritten sachdienliche Informationen
         über die betreffende Begegnung liefern. Zum anderen erfüllt die Zusammenstellung dieser Daten in Form eines Spielplans die
         Voraussetzungen der systematischen oder methodischen Anordnung und der individuellen Zugänglichkeit der diese Sammlung bildenden
         Elemente, die Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie vorgibt.
      
      (vgl. Randnrn. 32-36, 53 und Tenor)
      2.        Der Begriff einer mit der Beschaffung des Inhalts einer Datenbank verbundenen Investition im Sinne von Artikel 7 Absatz 1
         der Richtlinie 96/9 über den rechtlichen Schutz von Datenbanken ist dahin zu verstehen, dass er die der Errichtung dieser
         Datenbank gewidmete Investition erfasst. Er bezeichnet also die Mittel, die der Ermittlung von vorhandenen Elementen und deren
         Zusammenstellung in dieser Datenbank gewidmet werden, umfasst aber nicht die Mittel, die eingesetzt werden, um die Elemente
         zu erzeugen, aus denen der Inhalt einer Datenbank besteht. 
      
      Im Rahmen der Erstellung eines Spielplans von Begegnungen zur Veranstaltung von Fußballmeisterschaften stellen die Mittel,
         die der Festlegung der Daten, der Uhrzeiten und der Mannschaftspaarungen für die einzelnen Begegnungen dieser Meisterschaften
         gewidmet werden, keine derartige Investition dar. Außerdem erfordert die Beschaffung der Daten, aus denen dieser Spielplan
         besteht, von Seiten der Berufsfußballligen, die am Erzeugen dieser Daten unmittelbar beteiligt sind, keine besondere Anstrengung.
         Auch die Mittel, die zur Überprüfung oder zur Darstellung der Daten eingesetzt werden, aus denen der Spielplan besteht, sind
         nicht als Mittel anzusehen, die eine wesentliche, im Verhältnis zu der mit dem Erzeugen dieser Daten verbundenen Investition
         selbständige Investition darstellen.
      
      (vgl. Randnrn. 39-40, 47, 49-51, 53 und Tenor)

      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
            
            URTEIL DES GERICHTSHOFES (Große Kammer)9. November 2004(1)
         
         
               „Richtlinie 96/9/EG  –  Rechtlicher Schutz von Datenbanken  –  Begriff der Datenbank  –  Anwendungsbereich des Schutzrechts sui generis  –  Fußballmeisterschaftsspielpläne  –  Wettspiele“
               
             In der Rechtssache C-444/02betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Artikel 234 EG,eingereicht vom Monomeles Protodikeio Athinon (Griechenland) mit Entscheidung vom 11. Juli 2002, eingegangen beim Gerichtshof am 9. Dezember 2002, in dem Verfahren
            
            
            Fixtures Marketing Ltd
            
            gegen
            
            Organismos prognostikon agonon podosfairou AE (OPAP)
            
             erlässt
            
            DER GERICHTSHOF (Große Kammer),
            
             unter Mitwirkung des Präsidenten V. Skouris, der Kammerpräsidenten P. Jann, C. W. A. Timmermans, A. Rosas und K. Lenaerts
            (Berichterstatter), der Richter J.-P. Puissochet und R. Schintgen sowie der Richterin N. Colneric und des Richters J. N. Cunha
            Rodrigues, 
            
             Generalanwältin: C. Stix-Hackl,Kanzler: M. Múgica Arzamendi und M.‑F. Contet, Hauptverwaltungsrätinnen,
             aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 30. März 2004,unter Berücksichtigung der Erklärungen
            
            –
             der Fixtures Marketing Ltd, vertreten durch K. Giannakopoulos, dikigoros,
            
            –
             der Organismos prognostikon agonon podosfairou AE, vertreten durch F. Christodoulou, K. Christodoulou, A. Douzas, L. Maravelis
            und C. Pampoukis, dikigoroi,
            
            –
             der griechischen Regierung, vertreten durch E. Mamouna, I. Bakopoulos und V. Kyriazopoulos als Bevollmächtigte,
            
            –
             der belgischen Regierung, vertreten durch A. Snoecx als Bevollmächtigte, Beistand: P. Vlaemminck, advocaat,
            
            –
             der österreichischen Regierung, vertreten durch E. Riedl als Bevollmächtigten,
            
            –
             der portugiesischen Regierung, vertreten durch L. Fernandes und A. P. Matos Barros als Bevollmächtigte,
            
            –
             der finnischen Regierung, vertreten durch T. Pynnä als Bevollmächtigte,
            
            –
             der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch K. Banks und M. Patakia als Bevollmächtigte,
            
            
            
            nach Anhörung der Schlussanträge der Generalanwältin in der Sitzung vom 8. Juni 2004,
         folgendes
         
         
         Urteil
         1
            
          Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung von Vorschriften der Richtlinie 96/9/EG des Europäischen Parlaments
         und des Rates vom 11. März 1996 über den rechtlichen Schutz von Datenbanken (ABl. L 77, S. 20, im Folgenden: Richtlinie).
         
         
         
         2
            
          Dieses Ersuchen ist im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen der Firma Fixtures Marketing Ltd (im Folgenden: Fixtures) und der
         Organismos prognostikon agonon podosfairou AE (im Folgenden: OPAP) vorgelegt worden. Der Rechtsstreit ist dadurch ausgelöst
         worden, dass die OPAP für die Veranstaltung von Vorhersagespielen Informationen verwendet, die den Spielplänen für die englischen
         und die schottischen Fußballmeisterschaften entnommen sind.
         
         
            
               Rechtlicher Rahmen
            
         
         3
            
          Gegenstand der Richtlinie ist nach Artikel 1 Absatz 1 der Rechtschutz von Datenbanken jeglicher Form. Eine Datenbank ist nach
         Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie definiert als „eine Sammlung von Werken, Daten oder anderen unabhängigen Elementen, die
         systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln mit elektronischen Mitteln oder auf andere Weise zugänglich sind“.
         
         
         
         4
            
          Nach Artikel 3 der Richtlinie werden „Datenbanken, die aufgrund der Auswahl oder Anordnung des Stoffes eine eigene geistige
         Schöpfung ihres Urhebers darstellen“, urheberrechtlich geschützt.
         
         
         
         5
            
          Durch Artikel 7 der Richtlinie wird ein Schutzrecht sui generis wie folgt eingeführt:
         „Gegenstand des Schutzes
         (1)     Die Mitgliedstaaten sehen für den Hersteller einer Datenbank, bei der für die Beschaffung, die Überprüfung oder die Darstellung
         ihres Inhalts eine in qualitativer oder quantitativer Hinsicht wesentliche Investition erforderlich ist, das Recht vor, die
         Entnahme und/oder die Weiterverwendung der Gesamtheit oder eines in qualitativer oder quantitativer Hinsicht wesentlichen
         Teils des Inhalts dieser Datenbank zu untersagen.
         (2)     Für die Zwecke dieses Kapitels gelten folgende Begriffsbestimmungen:
         
         a)
            ‚Entnahme‘ bedeutet die ständige oder vorübergehende Übertragung der Gesamtheit oder eines wesentlichen Teils des Inhalts
               einer Datenbank auf einen anderen Datenträger, ungeachtet der dafür verwendeten Mittel und der Form der Entnahme; 
            
         
         
         b)
            ‚Weiterverwendung‘ bedeutet jede Form öffentlicher Verfügbarmachung der Gesamtheit oder eines wesentlichen Teils des Inhalts
               der Datenbank durch die Verbreitung von Vervielfältigungsstücken, durch Vermietung, durch Online-Übermittlung oder durch andere
               Formen der Übermittlung. Mit dem Erstverkauf eines Vervielfältigungsstücks einer Datenbank in der Gemeinschaft durch den Rechtsinhaber
               oder mit seiner Zustimmung erschöpft sich in der Gemeinschaft das Recht, den Weiterverkauf dieses Vervielfältigungsstücks
               zu kontrollieren.
            
         
          Der öffentliche Verleih ist keine Entnahme oder Weiterverwendung.
         (3)     Das in Absatz 1 genannte Recht kann übertragen oder abgetreten werden oder Gegenstand vertraglicher Lizenzen sein.
         (4)     Das in Absatz 1 vorgesehene Recht gilt unabhängig davon, ob die Datenbank für einen Schutz durch das Urheberrecht oder durch
         andere Rechte in Betracht kommt. Es gilt ferner unabhängig davon, ob der Inhalt der Datenbank für einen Schutz durch das Urheberrecht
         oder durch andere Rechte in Betracht kommt. Der Schutz von Datenbanken durch das nach Absatz 1 gewährte Recht berührt nicht
         an ihrem Inhalt bestehende Rechte.
         (5)     Unzulässig ist die wiederholte und systematische Entnahme und/oder Weiterverwendung unwesentlicher Teile des Inhalts der Datenbank,
         wenn dies auf Handlungen hinausläuft, die einer normalen Nutzung der Datenbank entgegenstehen oder die berechtigten Interessen
         des Herstellers der Datenbank unzumutbar beeinträchtigen.“
         
         
         
         6
            
          Die Richtlinie ist im griechischen Recht durch das Gesetz Nr. 2819/2000 (FEK A’84/15.3.2000) umgesetzt worden.
         
         Ausgangsverfahren und Vorabentscheidungsfragen
         
         7
            
          Aus dem Vorlagebeschluss geht hervor, dass die Veranstalter der englischen und der schottischen Fußballmeisterschaften der
         Firma Football Fixtures Ltd durch Lizenzverträge die Regelung der Nutzung der Spielpläne dieser Meisterschaften außerhalb
         des Vereinigten Königreichs übertragen. Der Firma Fixtures ist ihrerseits das Recht eingeräumt worden, die Inhaber der mit
         diesen Spielplänen verbundenen Rechte des geistigen Eigentums zu vertreten.
         
         
         
         8
            
          Die OPAP verfügt in Griechenland über ein Monopol bei der Veranstaltung von Glücksspielen. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten verwendet
         sie Informationen, die aus den Spielplänen der englischen und der schottischen Fußballmeisterschaften stammen.
         
         
         
         9
            
          Die Firma Fixtures hat beim Monomeles Protodikeio Athen eine Klage gegen die OPAP mit der Begründung erhoben, dass deren Praktiken
         durch das Schutzrecht sui generis, über das sie aufgrund von Artikel 7 der Richtlinie verfüge, verboten seien.
         
         
         
         10
            
          Das Monomeles Protodikeio Athen hat angesichts von Problemen bei der Auslegung der Richtlinie beschlossen, das Verfahren auszusetzen
         und dem Gerichtshof folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen:
         
         1.
            Was bedeutet Datenbank und was ist der Anwendungsbereich der Richtlinie 96/9/EG und insbesondere des Artikels 7 dieser Richtlinie,
               der sich auf das Schutzrecht sui generis bezieht?
            
         
         
         2.
            Sind nach der Definition des Anwendungsbereichs der Richtlinie die Verzeichnisse von Fußballwettspielen als Datenbanken geschützt,
               für die für den Hersteller ein Schutzrecht sui generis besteht, und unter welchen Voraussetzungen?
            
         
         
         3.
            Wie genau wird das Recht auf die Datenbank verletzt, und wird dieses Recht bei Änderung des Inhalts der Datenbank geschützt?
         
         
         Zu den VorabentscheidungsfragenZur Zulässigkeit
         
         11
            
          Die finnische Regierung verneint die Zulässigkeit des Vorabentscheidungsersuchens. Sie macht geltend, im Vorlagebeschluss
         fehle es an genauen Angaben zum rechtlichen und tatsächlichen Rahmen des Ausgangsverfahrens, was den Gerichtshof an einer
         sachdienlichen Beantwortung der gestellten Fragen und die Mitgliedstaaten an der Vorlage sachgerechter Erklärungen zu diesen
         Fragen hindern könne.
         
         
         
         12
            
          Nach ständiger Rechtsprechung macht die Notwendigkeit, zu einer dem nationalen Gericht nützlichen Auslegung des Gemeinschaftsrechts
         zu gelangen, es erforderlich, dass dieses Gericht den tatsächlichen und rechtlichen Rahmen, in den sich die von ihm gestellten
         Fragen einfügen, festlegt oder zumindest die tatsächlichen Annahmen erläutert, auf denen diese Fragen beruhen (Urteil vom
         21. September 1999 in der Rechtssache C‑67/96, Albany, Slg. 1999, I‑5751, Randnr. 39).
         
         
         
         13
            
          Die Angaben in den Vorlageentscheidungen sollen dem Gerichtshof nicht nur sachdienliche Antworten ermöglichen, sondern auch
         den Regierungen der Mitgliedstaaten und den anderen Beteiligten die Möglichkeit geben, gemäß Artikel 20 der EG‑Satzung des
         Gerichtshofes Erklärungen abzugeben. Der Gerichtshof hat darauf zu achten, dass diese Möglichkeit gewahrt wird; dabei ist
         zu berücksichtigen, dass den Beteiligten nach dieser Vorschrift nur die Vorlageentscheidungen zugestellt werden (Urteil Albany,
         Randnr. 40).
         
         
         
         14
            
          Im vorliegenden Fall geht aus den von den Parteien des Ausgangsverfahrens und den Regierungen der Mitgliedstaaten gemäß Artikel
         20 der EG‑Satzung des Gerichts vorgelegten Erklärungen hervor, dass sie aufgrund der im Vorlagebeschluss enthaltenen Angaben
         haben verstehen können, dass das Ausgangsverfahren dadurch ausgelöst worden ist, dass die OPAP zur Veranstaltung von Sportwetten
         Informationen verwendet hat, die aus den von den Berufsfußballligen aufgestellten Meisterschaftsspielplänen stammen, und dass
         das vorlegende Gericht sich in diesem Rahmen Fragen zum Begriff der Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie
         sowie zum Anwendungsbereich und zur Tragweite des durch Artikel 7 der Richtlinie eingeführten Schutzrechts sui generis stellt.
         
         
         
         15
            
          Außerdem enthält der Vorlagebeschluss nähere Angaben zu den zwischen den betroffenen Fußballligen, Football Fixtures Ltd und
         Fixtures bestehenden Beziehungen, anhand deren zu verstehen ist, aus welchem Grund die Letztgenannte im Ausgangsverfahren
         den mit dem Schutzrecht sui generis verbundenen Schutz beansprucht.
         
         
         
         16
            
          Durch die Angaben des vorlegenden Gerichts erhält der Gerichtshof im Übrigen eine Kenntnis des Rahmens des Ausgangsverfahrens,
         die dafür ausreicht, die betroffenen gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften in Bezug auf den Sachverhalt auszulegen, der Gegenstand
         dieses Verfahrens ist.
         
         
         
         17
            
          Daraus folgt, dass das Vorabentscheidungsersuchen zulässig ist.
         
         Zur materiellen Rechtslage Zum Begriff der Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie
         
         
         18
            
          Die ersten beiden Fragen des vorlegenden Gerichts gehen dahin, was durch den Begriff der Datenbanken im Sinne von Artikel
         1 Absatz 2 der Richtlinie erfasst wird und ob Spielpläne von Fußballmeisterschaften unter diesen Begriff fallen.
         
         
         
         19
            
          Eine Datenbank im Sinne der Richtlinie ist in Artikel 1 Absatz 2 definiert als „eine Sammlung von Werken, Daten oder anderen
         unabhängigen Elementen, die systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln mit elektronischen Mitteln oder auf andere
         Weise zugänglich sind“.
         
         
         
         20
            
          Wie die Firma Fixtures und die Kommission vortragen, kommt in mehreren Punkten der Wille des Gemeinschaftsgesetzgebers zum
         Ausdruck, dem Begriff der Datenbank im Sinne der Richtlinie eine weite, von Erwägungen formaler, technischer oder materieller
         Art freie Bedeutung zu verleihen.
         
         
         
         21
            
          So heißt es in Artikel 1 Absatz 1 der Richtlinie, dass dieser den Rechtschutz von Datenbanken „in jeglicher Form“ betrifft.
         
         
         
         22
            
          Während der von der Kommission am 15. April 1992 vorgelegte Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über den rechtlichen Schutz
         von Datenbanken (ABl. 1992, C 156, S. 4) nach der in Artikel 1 Nummer 1 dieses Vorschlags für eine Richtlinie enthaltenen
         Definition der Datenbank nur elektronische Datenbanken erfasste, kam man im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens überein, den
         „aufgrund dieser Richtlinie gewährte[n] Schutz … auf nichtelektronische Datenbanken auszuweiten“, wie aus der 14. Begründungserwägung
         der Richtlinie hervorgeht.
         
         
         
         23
            
          Nach der 17. Begründungserwägung der Richtlinie sollten unter dem Begriff Datenbank „Sammlungen von literarischen, künstlerischen,
         musikalischen oder anderen Werken sowie von anderem Material wie Texten, Tönen, Bildern, Zahlen, Fakten und Daten“ verstanden
         werden. Der Umstand, dass die betreffenden Daten oder Elemente sich auf eine Sportart beziehen, ist daher kein Hindernis für
         die Anerkennung der Qualifizierung als Datenbank im Sinne der Richtlinie.
         
         
         
         24
            
          Während das Europäische Parlament in seiner Stellungnahme vom 23. Juni 1993 zu dem Vorschlag für eine Richtlinie des Rates
         über den rechtlichen Schutz von Datenbanken (ABl. C 194, S. 144) vorgeschlagen hatte, die Qualifizierung als Datenbank von
         der Voraussetzung abhängig zu machen, dass die Sammlung aus „einer beträchtlichen Anzahl“ von Daten, Werken und sonstigem
         Informationsmaterial besteht, findet sich diese Voraussetzung nicht mehr in der Definition des Artikels 1 Absatz 2 der Richtlinie.
         
         
         
         25
            
          Für die Beurteilung, ob es sich um eine Datenbank im Sinne der Richtlinie handelt, ist es unerheblich, ob die Sammlung aus
         Elementen, die aus einer anderen Quelle oder aus anderen Quellen als von der Person herrühren, die diese Sammlung erstellt,
         aus von dieser erzeugten Elementen oder aus Elementen besteht, die unter die eine oder die andere dieser beiden Kategorien
         fallen.
         
         
         
         26
            
          Entgegen dem Vorbringen der griechischen und der portugiesischen Regierung lässt nichts in der Richtlinie die Schlussfolgerung
         zu, dass die Qualifizierung als Datenbank davon abhängt, dass eine eigene geistige Schöpfung ihres Urhebers vorliegt. Wie
         die Kommission ausführt, ist das Kriterium der Originalität nur für die Beurteilung erheblich, ob die Datenbank die Voraussetzungen
         für den durch Kapitel II der Richtlinie eingeführten urheberrechtlichen Schutz erfüllt, wie aus Artikel 3 Absatz 1 sowie aus
         der 15. und der 16. Begründungserwägung der Richtlinie hervorgeht.
         
         
         
         27
            
          In diesem Rahmen einer weiten Auslegung ergibt sich aus verschiedenen Elementen der Richtlinie, dass der Begriff der Datenbank
         im Sinne der Richtlinie seine Spezifität aus einem funktionalen Kriterium herleitet.
         
         
         
         28
            
          Bei der Lektüre der Begründungserwägungen der Richtlinie zeigt sich nämlich, dass durch den durch die Richtlinie eingeführten
         rechtlichen Schutz in Anbetracht der „exponentielle[n] Zunahme der Daten, die in der Gemeinschaft und weltweit jedes Jahr
         in allen Bereichen des Handels und der Industrie erzeugt und verarbeitet werden“ – so die Formulierung in der 10. Begründungserwägung
         – die Entwicklung von Systemen gefördert werden soll, die eine „Datenspeicher‑“ und „Datenverarbeitungs‑Funktion“ übernehmen,
         wie aus der 10. und der 12. Begründungserwägung hervorgeht.
         
         
         
         29
            
          Die Qualifizierung als Datenbank hängt somit zunächst davon ab, ob es sich um eine Sammlung von „unabhängigen Elementen“ handelt,
         d. h. von Elementen, die sich voneinander trennen lassen, ohne dass der Wert ihres informativen, literarischen, künstlerischen,
         musikalischen oder sonstigen Inhalts dadurch beeinträchtigt wird. Aus diesem Grund ist nach der 17. Begründungserwägung der
         Richtlinie die Aufzeichnung eines audiovisuellen, kinematografischen, literarischen oder musikalischen Werkes als solche vom
         Anwendungsbereich der Richtlinie ausgeschlossen.
         
         
         
         30
            
          Die Qualifizierung einer Sammlung als Datenbank setzt sodann voraus, dass die diese Sammlung bildenden unabhängigen Elemente
         systematisch oder methodisch angeordnet und auf die eine oder andere Weise einzeln zugänglich sind. Ohne zu verlangen, dass
         diese systematische oder methodische Anordnung physisch sichtbar ist – so die 21. Begründungserwägung der Richtlinie –, impliziert
         diese Voraussetzung, dass die Sammlung sich auf einem festen Träger beliebiger Art befindet und ein technisches Mittel wie
         ein elektronisches, elektromagnetisches oder elektrooptisches Verfahren – so die Formulierung in der 13. Begründungserwägung
         der Richtlinie – oder ein anderes Mittel wie z. B. einen Index, ein Inhaltsverzeichnis, eine Gliederung oder eine besondere
         Art der Einteilung umfasst, die es ermöglicht, jedes in der Sammlung enthaltene unabhängige Element zu lokalisieren.
         
         
         
         31
            
          Diese zweite Voraussetzung ermöglicht es, die Datenbank im Sinne der Richtlinie, die durch ein Mittel gekennzeichnet ist,
         mit dessen Hilfe sich in ihr jeder ihrer Bestandteile auffinden lässt, von einer Sammlung von Elementen zu unterscheiden,
         die Informationen liefert, der es aber an einem Mittel zur Verarbeitung der einzelnen Elemente, aus denen sie besteht, fehlt.
         
         
         
         32
            
          Aus der vorstehenden Untersuchung ergibt sich, dass der Begriff der Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie
         eine Sammlung erfasst, die Werke, Daten oder andere Elemente umfasst, die voneinander getrennt werden können, ohne dass der
         Wert ihres Inhalts dadurch beeinträchtigt wird, und eine Methode oder ein System beliebiger Art beinhaltet, mit der bzw. dem
         jeder der Bestandteile der Sammlung wiederzufinden ist.
         
         
         
         33
            
          Im Ausgangsverfahren fallen das Datum, die Uhrzeit und die Identität der beiden Mannschaften, der Heimmannschaft und der Gastmannschaft,
         in Bezug auf ein Fußballspiel unter den Begriff „unabhängige Elemente“ nach Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie indem Sinne,
         dass sie einen selbständigen Informationswert besitzen. 
         
         
         
         34
            
          Zwar liegt das Interesse an einer Fußballmeisterschaft in der Gesamtberücksichtigung der einzelnen Begegnungen dieser Meisterschaft,
         jedoch besitzen die Daten, die das Datum, die Uhrzeit und die Identität der Mannschaften in Bezug auf eine bestimmte Begegnung
         betreffen, insoweit einen selbständigen Wert, als sie interessierten Dritten die sachdienlichen Informationen liefern.
         
         
         
         35
            
          Die Zusammenstellung der Daten, Uhrzeiten und der Namen der Mannschaften in Bezug auf die Begegnungen der einzelnen Tage einer
         Fußballmeisterschaft ist unter diesen Voraussetzungen eine Sammlung unabhängiger Elemente. Die Anordnung der Daten, Uhrzeiten
         und der Mannschaftsnamen für diese einzelnen Fußballbegegnungen in Form eines Spielplans erfüllt die Voraussetzungen der systematischen
         und methodischen Anordnung und der individuellen Zugänglichkeit der diese Sammlung bildenden Elemente. Der von der griechischen
         und der österreichischen Regierung geltend gemachte Umstand, dass die Paarung der Mannschaften zunächst auf einer Auslosung
         beruht, kann das Ergebnis der vorstehenden Untersuchung in Frage stellen.
         
         
         
         36
            
          Darauf folgt, dass ein Spielplan einer Fußballmeisterschaft wie der im Ausgangsverfahren streitigen eine Datenbank im Sinne
         von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie darstellt.
         
          Zum Anwendungsbereich des Schutzrechts sui generis
         
         
         37
            
          Das vorlegende Gericht fragt den Gerichtshof dann im Rahmen seiner ersten beiden Fragen nach dem Anwendungsbereich des Schutzes
         durch das Schutzrecht sui generis in einem Zusammenhang wie dem des Ausgangsverfahrens.
         
         
         
         38
            
          Nach Artikel 7 Absatz 1 der Richtlinie ist der Schutz durch das Schutzrecht sui generis Datenbanken vorbehalten, die ein bestimmtes
         Kriterium erfüllen, nämlich, dass für die Beschaffung, die Überprüfung oder die Darstellung ihres Inhalts eine in qualitativer
         oder quantitativer Hinsicht wesentliche Investition erforderlich ist.
         
         
         
         39
            
          Nach der 9., der 10. und der 12. Begründungserwägung der Richtlinie soll diese, wie die OPAP und die griechische Regierung
         ausführen, Investitionen in „Datenspeicher‑ und Datenverarbeitungs“‑Systeme fördern und schützen, die zur Entwicklung des
         Informationsmarktes in einem Rahmen beitragen, der durch eine exponentielle Zunahme der Daten geprägt ist, die jedes Jahr
         in allen Tätigkeitsbereichen erzeugt und verarbeitet werden. Daraus folgt, dass der Begriff der mit der Beschaffung, der Überprüfung
         oder der Darstellung des Inhalts einer Datenbank verbundenen Investition allgemein dahin zu verstehen ist, dass er die der
         Erstellung dieser Datenbank als solcher gewidmete Investition bezeichnet.
         
         
         
         40
            
          In diesem Zusammenhang ist der Begriff der mit der Beschaffung des Inhalts einer Datenbank verbundenen Investition, wie die
         OPAP sowie die belgische, die österreichische und die portugiesische Regierung unterstreichen, dahin zu verstehen, dass er
         die der Suche nach vorhandenen unabhängigen Elementen und deren Sammlung in dieser Datenbank gewidmeten Mittel unter Ausschluss
         der Mittel bezeichnet, die für das Erzeugen der unabhängigen Elemente als solches eingesetzt werden. Das Ziel des durch die
         Richtlinie eingerichteten Schutzes durch das Schutzrecht sui generis besteht nämlich darin, einen Anreiz für die Einrichtung
         von Systemen für die Speicherung und die Verarbeitung vorhandener Informationen zu geben und nicht für das Erzeugen von Elementen,
         die später in einer Datenbank zusammengestellt werden können.
         
         
         
         41
            
          Diese Auslegung wird durch die 39. Begründungserwägung der Richtlinie bestätigt, nach dem das Ziel des Schutzrechts sui generis
         darin besteht, einen Schutz gegen die widerrechtliche Aneignung der Ergebnisse der finanziellen und beruflichen Investitionen
         sicherzustellen, die „für die Beschaffung und das Sammeln des Inhalts“ einer Datenbank getätigt wurden. Wie die Generalanwältin
         in den Nummern 67 bis 72 ihrer Schlussanträge feststellt, sprechen alle Sprachfassungen dieser 39. Begründungserwägung trotz
         leichter terminologischer Abweichungen für eine Auslegung, die von dem Begriff Beschaffung das Erzeugen der in der Datenbank
         enthaltenen Elemente ausschließt.
         
         
         
         42
            
          Die 19. Begründungserwägung der Richtlinie, nach der die Zusammenstellung mehrerer Aufzeichnungen musikalischer Darbietungen
         auf einer CD keine Investition darstellt, die ausreichend erheblich wäre, um in den Genuss des Rechts sui generis zu kommen,
         liefert ein zusätzliches Argument für diese Auslegung. Daraus geht nämlich hervor, dass die Mittel, die für das Erzeugen der
         Werke oder der Elemente, die sich in der Datenbank, in diesem Fall auf einer CD finden, eingesetzt werden, einer mit der Beschaffung
         des Inhalts dieser Datenbank verbundenen Investition nicht gleichzustellen sind und folglich bei der Beurteilung, ob die mit
         der Erstellung dieser Datenbank verbundene Investition wesentlich ist, nicht berücksichtigt werden können.
         
         
         
         43
            
          Der Begriff der mit der Überprüfung des Inhalts der Datenbank verbundenen Investition ist dahin zu verstehen, dass er die
         Mittel erfasst, die, um die Verlässlichkeit der in der Datenbank enthaltenen Information sicherzustellen, der Kontrolle der
         Richtigkeit der ermittelten Elemente bei der Erstellung der Datenbank und während des Zeitraums des Betriebes dieser Datenbank
         gewidmet werden. Der Begriff der mit der Darstellung des Inhalts der Datenbank verbundenen Investition bezieht sich seinerseits
         auf die Mittel, mit denen dieser Datenbank ihre Funktion der Informationsverarbeitung verliehen werden soll, d. h. die Mittel,
         die der systematischen oder methodischen Anordnung der in der Datenbank enthaltenen Elemente und der Organisation der individuellen
         Zugänglichkeit dieser Elemente gewidmet werden.
         
         
         
         44
            
          Die mit der Errichtung der Datenbank verbundene Investition kann im Einsatz von menschlichen, finanziellen oder technischen
         Ressourcen oder Mitteln bestehen, sie muss aber in quantitativer oder qualitativer Hinsicht wesentlich sein. Die quantitative
         Beurteilung bezieht sich auf Mittel, die sich beziffern lassen, und die qualitative Beurteilung auf nicht quantifizierbare
         Anstrengungen, wie eine geistige Anstrengung oder einen Verbrauch von Energie, wie aus der 7., der 39. und der 40. Begründungserwägung
         der Richtlinie hervorgeht.
         
         
         
         45
            
          In diesem Zusammenhang schließt der Umstand, dass die Errichtung einer Datenbank mit der Ausübung einer Haupttätigkeit verbunden
         ist, in deren Rahmen die Person, die die Datenbank erstellt, auch die in dieser Datenbank enthaltenen Elemente erzeugt, als
         solcher nicht aus, dass diese Person den Schutz durch das Schutzrecht sui generis beanspruchen kann, sofern sie nachweist,
         dass die Beschaffung dieser Elemente, ihre Überprüfung oder ihre Darstellung in dem in den Randnummern 40 bis 43 dieses Urteils
         angegebenen Sinn Anlass zu einer in quantitativer oder qualitativer Hinsicht wesentlichen Investition gegeben hat, die im
         Verhältnis zu den Mitteln selbständig ist, die eingesetzt worden sind, um diese Elemente zu erzeugen.
         
         
         
         46
            
          Dabei verlangen die Ermittlung der Daten und die Überprüfung ihrer Richtigkeit im Zeitpunkt der Errichtung der Datenbank von
         der Person, die die Datenbank erstellt, zwar grundsätzlich nicht, dass sie besondere Mittel einsetzt, da es sich um Daten
         handelt, die sie erzeugt hat und die ihr zur Verfügung stehen, die Zusammenstellung dieser Daten, ihre systematische oder
         methodische Anordnung innerhalb der Datenbank, die Organisation ihrer individuellen Zugänglichkeit und die Überprüfung ihrer
         Richtigkeit während des gesamten Zeitraums des Betriebes der Datenbank können aber eine in quantitativer und/oder qualitativer
         Hinsicht wesentliche Investition im Sinne von Artikel 7 Absatz 1 der Richtlinie erfordern.
         
         
         
         47
            
          Im Ausgangsverfahren entsprechen die Mittel, die dazu eingesetzt werden, im Rahmen der Veranstaltung von Fußballmeisterschaften
         die Daten, Uhrzeiten und Mannschaften, die Heimmannschaft und die Gastmannschaft, für die Begegnungen der einzelnen Tage dieser
         Meisterschaften festzulegen, wie die OPAP sowie die belgische, die österreichische und die portugiesische Regierung vortragen,
         einer Investition, die mit der Aufstellung des Spielplans dieser Begegnungen verbunden ist. Eine solche Investition, die sich
         auf die Veranstaltung der Meisterschaften als solche bezieht, ist mit dem Erzeugen der in der Datenbank enthaltenen Daten,
         d. h. der Daten, die sich auf jede einzelne Begegnung der verschiedenen Meisterschaften beziehen, verbunden. Sie kann daher
         im Rahmen des Artikels 7 Absatz 1 der Richtlinie nicht berücksichtigt werden.
         
         
         
         48
            
          Unter diesen Voraussetzungen ist zu prüfen, ob – abgesehen von der in der vorstehenden Randnummer angesprochenen Investition
         – für die Beschaffung, die Überprüfung oder die Darstellung des Inhalts eines Spielplans von Fußballbegegnungen eine in qualitativer
         oder in quantitativer Hinsicht wesentliche Investition erforderlich ist.
         
         
         
         49
            
          Die Ermittlung und die Zusammenstellung der Daten, aus denen der Spielplan der Fußballbegegnungen besteht, erfordern von Seiten
         der Berufsfußballligen keine besondere Anstrengung. Sie sind nämlich untrennbar mit dem Erzeugen dieser Daten verbunden, an
         dem diese Ligen als Verantwortliche für die Veranstaltung der Fußballmeisterschaften unmittelbar beteiligt sind. Für die Beschaffung
         des Inhalts eines Spielplans von Fußballbegegnungen bedarf es daher keiner Investition, die im Verhältnis zu der Investition,
         die das Erzeugen der in diesem Kalender enthaltenen Daten erfordert, selbständig wäre.
         
         
         
         50
            
          Die Berufsfußballligen brauchen der Kontrolle der Richtigkeit der die Meisterschaftsbegegnungen betreffenden Daten bei der
         Erstellung des Spielplans keine besonderen Anstrengungen zu widmen, da diese Ligen am Erzeugen dieser Daten unmittelbar beteiligt
         sind. Was die Überprüfung der Richtigkeit des Inhalts der Spielpläne im Laufe der Saison angeht, so besteht sie, wie aus den
         Erklärungen der Firma Fixtures hervorgeht, darin, bestimmte Daten dieser Pläne nach Maßgabe der eventuellen Verlegung einer
         Begegnung oder eines Meisterschaftsspieltages anzupassen, die von den Ligen oder in Abstimmung mit diesen beschlossen worden
         ist. Eine solche Überprüfung kann nicht als eine Maßnahme angesehen werden, für die eine wesentliche Investition erforderlich
         ist.
         
         
         
         51
            
          Auch die Darstellung eines Spielplans von Fußballbegegnungen ist eng mit dem Erzeugen der Daten als solchem verbunden, aus
         denen dieser Plan besteht. Es kann daher nicht angenommen werden, dass sie eine Investition erfordert, die im Verhältnis zu
         der mit dem Erzeugen dieser Daten verbundenen Investition selbständig wäre.
         
         
         
         52
            
          Daraus folgt, dass weder für die Beschaffung noch für die Überprüfung, noch für die Darstellung des Inhalts eines Spielplans
         von Fußballbegegnungen eine wesentliche Investition erforderlich ist, die den Schutz durch das in Artikel 7 der Richtlinie
         eingeführte Schutzrecht sui generis rechtfertigen könnte.
         
         
         
         53
            
          Nach alledem sind die ersten beiden Vorlagefragen wie folgt zu beantworten:
         
         
         
          
         –
            Durch den Begriff Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie wird eine Sammlung erfasst, die Werke, Daten oder
               andere Elemente umfasst, die sich voneinander trennen lassen, ohne das der Wert ihres Inhalts dadurch beeinträchtigt wird,
               und die eine Methode oder ein System beliebiger Art enthält, mit der bzw. dem sich jedes der Elemente der Sammlung wieder
               auffinden lässt.
            
         
         
         
         
          
         –
            Ein Spielplan von Fußballbegegnungen wie den im Ausgangsverfahren streitigen stellt eine Datenbank im Sinne von Artikel 1
               Absatz 2 der Richtlinie dar.
            
         
         
         
         
          
         –
            Der Begriff einer mit der Beschaffung des Inhalts einer Datenbank verbundenen Investition im Sinne von Artikel 7 Absatz 1
               der Richtlinie ist dahin zu verstehen, dass er die Mittel bezeichnet, die der Ermittlung von vorhandenen Elementen und deren
               Zusammenstellung in dieser Datenbank gewidmet werden. Er umfasst nicht die Mittel, die eingesetzt werden, um die Elemente
               zu erzeugen, aus denen der Inhalt einer Datenbank besteht. Im Rahmen der Aufstellung eines Spielplans von Begegnungen zur
               Veranstaltung von Fußballmeisterschaften erfasst er daher nicht die Mittel, die der Festlegung der Daten, der Uhrzeiten und
               der Mannschaftspaarungen für die einzelnen Begegnungen dieser Meisterschaften gewidmet werden.
            
         
         
         
         
         
         54
            
          Nach alledem braucht die dritte Vorlagefrage nicht mehr beantwortet zu werden.
         
         
         Kosten
         55
            
          Für die Parteien des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren ein Zwischenstreit in dem bei dem vorlegenden Gericht anhängigen
         Rechtsstreit; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. Die Auslagen anderer Beteiligten für die Abgabe von
         Erklärungen vor dem Gerichtshof sind nicht erstattungsfähig.
         
         
         
         
         
         
            
            
         
         
          Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Große Kammer) für Recht erkannt:
         Durch den Begriff Datenbank im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie 96/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
               vom 11. März 1996 über den rechtlichen Schutz von Datenbanken wird eine Sammlung erfasst, die Werke, Daten oder andere Elemente
               umfasst, die sich voneinander trennen lassen, ohne dass der Wert ihres Inhalts dadurch beeinträchtigt wird, und die eine Methode
               oder ein System beliebiger Art enthält, mit der bzw. dem sich jedes der Elemente der Sammlung wieder auffinden lässt.Ein Spielplan von Fußballbegegnungen wie den im Ausgangsverfahren streitigen stellt eine Datenbank im Sinne von Artikel 1
               Absatz 2 der Richtlinie 96/9 dar.Der Begriff einer mit der Beschaffung des Inhalts einer Datenbank verbundenen Investition im Sinne von Artikel 7 Absatz 1
               der Richtlinie 96/9  ist dahin zu verstehen, dass er die Mittel bezeichnet, die der Ermittlung von vorhandenen Elementen und
               deren Zusammenstellung in dieser Datenbank gewidmet werden. Er umfasst nicht die Mittel, die eingesetzt werden, um die Elemente
               zu erzeugen, aus denen der Inhalt einer Datenbank besteht. Im Rahmen der Aufstellung eines Spielplans von Begegnungen zur
               Veranstaltung von Fußballmeisterschaften erfasst er daher nicht die Mittel, die der Festlegung der Daten, der Uhrzeiten und
               der Mannschaftspaarungen für die einzelnen Begegnungen dieser Meisterschaften gewidmet werden. Unterschriften.
      
      
          1 –
            
            Verfahrenssprache: Griechisch.