CELEX: 52004PC0486(03)
Language: de
Date: 2004-07-14
Title: Vorschlag für Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates zur Neufassung der Richtlinie 2000/12/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 über die Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit der Kreditinstitute und der Richtlinie 93/6/EWG des Rates vom 15. März 1993 über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Wertpapierfirmen und Kreditinstituten - Technische Anhänge {SEK(2004) 921}

DE
DE    DE
 ---pagebreak---                    KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                   Brüssel, den 14.7.2004
                                                   KOM(2004) 486 endgültig
                                                   2004/0155 (COD)
                                                   2004/0159 (COD)
                                                   Technische Anhänge
                                       Vorschlag für
        RICHTLINIEN DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
   zur Neufassung der Richtlinie 2000/12/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
   vom 20. März 2000 über die Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit der Kreditinstitute
     und der Richtlinie 93/6/EWG des Rates vom 15. März 1993 über die angemessene
           Eigenkapitalausstattung von Wertpapierfirmen und Kreditinstituten
                                 (Vorlage der Kommission)
                                     {SEK(2004) 921}
DE                                                                                    DE
 ---pagebreak---      BEGRÜNDUNG
   -
DE        2     DE
 ---pagebreak---                                          Vorschlag für eine
                                    RICHTLINIE DES RATES
                                              zur […]
   DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
   gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
   Artikel […],
   auf Vorschlag der Kommission1,
   nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments2,
   nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses3,
   nach Stellungnahme des Ausschusses der Regionen4,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)    [Initial capital…].
   (2)    [Initial capital…] -
   HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
                                              Artikel 1
   […]
                                            Artikel […]
   Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft,
   um dieser Richtlinie spätestens ab […] nachzukommen. Sie setzen die Kommission
   unverzüglich davon in Kenntnis.
   Bei Erlass dieser Vorschriften nehmen die Mitgliedstaaten in den Vorschriften selbst oder
   durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die
   Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten dieser Bezugnahme.
   1
           ABl. C […], […], S. […].
   2
           ABl. C […], […], S. […].
   3
           ABl. C […], […], S. […].
   4
           ABl. C […], […], S. […].
DE                                                3                                            DE
 ---pagebreak---                                               Artikel […]
   Diese Richtlinie tritt am […] Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
   Union in Kraft.
                                              Artikel […]
   Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
   Geschehen zu Brüssel am […]
                                                Im Namen des Rates
                                                Der Präsident
                                                […]
DE                                                 4                                           DE
 ---pagebreak---                                              ANHANG
                                                             Ø neu
      Anhang V – Technische Vorgaben für die Organisation und Behandlung von Risiken
   1.      GOVERNANCE
   1.      Die Geschäftsleitung im Sinne von Artikel 11 trifft Regelungen für die
           Aufgabentrennung innerhalb der Organisation und die Vermeidung von
           Interessenkonflikten.
   2.      BEHANDLUNG VON RISIKEN
   2.      Die Geschäftsleitung im Sinne von Artikel 11 genehmigt und überprüft in
           regelmäßigen Abständen die Strategien und Vorschriften für die Übernahme,
           Steuerung, Überwachung und Minderung der Risiken, denen das Kreditinstitut
           ausgesetzt ist oder ausgesetzt sein könnte, einschließlich der Risiken, die aus dem
           makroökonomischen Umfeld erwachsen, in dem es in Relation zum Stand des
           Konjunkturzyklus tätig ist.
   3.      KREDIT- UND KONTRAHENTENRISIKO
   3.      Die Kreditvergabe erfolgt nach soliden, klar definierten Kriterien. Die Verfahren für
           die Genehmigung, Änderung, Verlängerung und Refinanzierung von Krediten sind
           klar geregelt.
   4.      Die laufende Verwaltung und Überwachung der verschiedenen kreditrisikobehafteten
           Portfolios und Forderungen, auch zwecks Erkennung und Verwaltung von
           Problemkrediten      sowie     Vornahme     adäquater     Wertberichtigungen     und
           Rückstellungen, erfolgt über wirksame Systeme.
   5.      Die Diversifizierung der Kreditportfolios ist den Zielmärkten und der allgemeinen
           Kreditstrategie des Kreditinstituts angemessen.
   4.      RESTRISIKO
   6.      Das Risiko, dass die vom Kreditinstitut eingesetzten aufsichtlich anerkannten
           Kreditrisikominderungstechniken weniger wirksam sind als erwartet, wird mittels
           schriftlich niedergelegter Vorschriften und Verfahrensweisen angesprochen und
           gesteuert.
DE                                                5                                              DE
 ---pagebreak---    5.  KONZENTRATIONSRISIKO
   7.  Das Konzentrationsrisiko, das aus Krediten an denselben Kontrahenten, an Gruppen
       verbundener Kontrahenten und an Kontrahenten aus derselben Branche oder Region
       bzw. Kontrahenten mit denselben Leistungen oder Waren, aus dem Gebrauch von
       Kreditrisikominderungstechniken und insbesondere aus indirekten Großkrediten
       (z.B. an einen einzigen Emittenten) erwächst, wird mittels schriftlicher Vorschriften
       und Verfahrensweisen angesprochen und gesteuert.
   6.  VERBRIEFUNGSRISIKEN
   8.  Die Risiken aus Verbriefungstransaktionen, bei denen das Kreditinstitut als
       Originator oder Betreuer auftritt, werden mittels angemessener Vorschriften und
       Verfahren bewertet und angesprochen, um insbesondere zu gewährleisten, dass die
       wirtschaftliche Substanz der Transaktion in der Risikobewertung und den
       Management-Entscheidungen in vollem Umfang zum Ausdruck kommt.
   9.  Kreditinstitute, die als Originator revolvierender Verbriefungstransaktionen mit
       Klauseln über eine vorzeitige Rückzahlung auftreten, verfügen über Liquiditätspläne,
       die den Auswirkungen sowohl einer planmäßigen wie auch einer vorzeitigen
       Rückzahlung Rechnung tragen.
   7.  AUS ANDEREN GESCHÄFTEN ALS DEN             HANDELSAKTIVITÄTEN        ERWACHSENDES
       ZINSÄNDERUNGSRISIKO
   10. Es werden Systeme zur Bewertung und Steuerung des Risikos aus möglichen
       Zinsänderungen, die sich auf die anderen Geschäfte als die Handelsaktivitäten eines
       Kreditinstituts auswirken können, eingeführt.
   8.  OPERATIONELLES RISIKO
   11. Es werden Vorschriften und Verfahren zur Bewertung und Steuerung des
       operationellen Risikos, einschließlich selten auftretender Risiken mit gravierenden
       Auswirkungen, eingeführt. Unbeschadet der Definition in Artikel 4 Absatz 22 legen
       die Kreditinstitute fest, worin für die Zwecke dieser Vorschriften und
       Verfahrensweisen ein operationelles Risiko besteht.
   12. Es werden Ausweich- und Notfallpläne aufgestellt, die sicherstellen, dass das
       Kreditinstitut seine Tätigkeit fortlaufend aufrechterhalten kann und sich die bei
       schwerwiegenden Betriebsstörungen auftretenden Verluste in Grenzen halten.
   9.  LIQUIDITÄTSRISIKO
   13. Es werden Vorschriften und Verfahren für die laufende und zukunftsorientierte
       Messung       und     Steuerung     der    Nettofinanzierungsposition     und     des
       Nettofinanzierungsbedarfs eingeführt. Alternativszenarien werden in Betracht
       gezogen, und die Annahmen, die den Entscheidungen über die
       Nettofinanzierungsposition zugrunde liegen, werden regelmäßig überprüft.
DE                                           6                                               DE
 ---pagebreak---    14. Ausweichpläne zur Bewältigung von Liquiditätskrisen werden aufgestellt.
DE                                       7                                     DE
 ---pagebreak---                                        ANHANG VI
                                     Standardansatz
                                  Teil 1 - Risikogewichte
   1.   FORDERUNGEN AN ZENTRALSTAATEN ODER ZENTRALBANKEN
   1.1. Behandlung
   1.   Unbeschadet der Nummern 2 bis 8 werden Forderungen an Zentralstaaten und
        Zentralbanken mit einem Risikogewicht von 100 % belegt.
   2.   Forderungen an Zentralstaaten und Zentralbanken, für die ein Rating einer
        anerkannten Ratingagentur vorliegt, erhalten ein Risikogewicht nach Tabelle 1
        entsprechend der von den zuständigen Behörden vorgenommenen Zuordnung der
        Ratings anerkannter Ratingagenturen zu den sechs Bonitätsstufen.
        Tabelle 1
        Bonitäts-             1            2          3          4          5          6
        stufe
        Risiko                0            2          5          1          1          1
        gewicht               %            0          0          0          0          5
                                           %          %          0          0          0
                                                                 %          %          %
   3.   Für Forderungen an die Europäische Zentralbank gilt ein Risikogewicht von 0 %.
   1.2. Forderungen in der Landeswährung des Kreditnehmers
   4.   Nach Ermessen der zuständigen Behörden kann auf Forderungen an den eigenen
        Zentralstaat und die eigene Zentralbank ein niedrigeres Risikogewicht als nach
        Nummer 2 angewandt werden, sofern die Forderungen auf die Landeswährung lauten
        und in dieser Währung refinanziert sind.
   5.   Machen      die   zuständigen      Behörden    eines   Mitgliedstaats   von    der
        Ermessensentscheidung nach Nummer 4 Gebrauch, so können die zuständigen
        Behörden eines anderen Mitgliedstaates ihren Kreditinstituten gestatten, dasselbe
        Risikogewicht auf Forderungen an diesen Zentralstaat und diese Zentralbank
        anzuwenden, sofern die Forderungen auf die Landeswährung dieses Staates lauten
        und in dieser Währung refinanziert sind.
   6.   Sehen die zuständigen Behörden eines Drittlandes, dessen aufsichtliche und
        regulatorische Vorschriften jenen der Gemeinschaft mindestens gleichwertig sind,
        für Forderungen an ihren Zentralstaat und ihre Zentralbank, die auf die
        Landeswährung dieses Drittlandes lauten und in dieser Währung refinanziert sind,
        ein niedrigeres Risikogewicht vor als nach den Nummern 1 und 2, so können die
DE                                            8                                            DE
 ---pagebreak---            Mitgliedstaaten ihren Kreditinstituten gestatten, diese Forderungen auf dieselbe
           Weise zu behandeln.
   1.3.    Gebrauch der Ratings von Exportversicherungsagenturen
   7.      Das Rating einer Exportversicherungsagentur kann nur anerkannt werden, wenn eine
           der folgende Voraussetzungen erfüllt ist:
           a)    Bei dem Rating handelt es sich um die Konsensländerklassifizierung einer
                 Exportversicherungsagentur, die die OECD-"Vereinbarung über die Leitlinien
                 für öffentlich unterstützte Exportkredite" anerkannt hat.
           b)    Die Exportversicherungsagentur veröffentlicht ihre Ratings, wendet die
                 OECD-Methodik an und dem Rating ist eine der sieben bei der OECD-
                 Methodik vorgesehenen Mindestprämien für Exportversicherungen (MEIP)
                 zugeordnet.
   8.      Forderungen, für die das Rating einer Exportversicherungsagentur anerkannt wird,
           erhalten ein Risikogewicht nach Tabelle 2.
           Tabelle 2
   MEIP       1           2            3          4           5            6          7
   Risiko-    0%          20 %         50 %       100 %       100 %        100 %      150 %
   gewicht
   2.      FORDERUNGEN AN GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN
   9.      Unbeschadet der Nummern 10 bis 12 werden Forderungen an Gebietskörperschaften
           mit demselben Risikogewicht belegt wie Forderungen an Institute. Eine
           entsprechende Ermessensentscheidung der zuständigen Behörden ist unabhängig von
           einer Ermessensentscheidung der zuständigen Behörden nach Artikel 80. Die
           günstigere Behandlung kurzfristiger Forderungen nach den Nummern 30, 31und 36
           findet keine Anwendung.
   10.     Nach Ermessen der zuständigen Behörden können Forderungen an
           Gebietskörperschaften in derselben Weise behandelt werden wie Forderungen an den
           Zentralstaat, auf dessen Hoheitsgebiet sie ansässig sind, sofern sich das Risiko dieser
           Forderungen nicht unterscheidet, da die Gebietskörperschaften über eigenständige
           Steuererhebungsrechte verfügen und besondere institutionelle Vorkehrungen
           getroffen wurden, um ihr Ausfallrisiko zu reduzieren.
   11.     Machen      die     zuständigen     Behörden     eines    Mitgliedstaats     von    der
           Ermessensentscheidung nach Nummer 10 Gebrauch, so können die zuständigen
           Behörden eines anderen Mitgliedstaats ihren Kreditinstituten gestatten, dasselbe
           Risikogewicht auf Forderungen an diese Gebietskörperschaften anzuwenden.
DE                                               9                                                 DE
 ---pagebreak---    12.  Behandeln die zuständigen Behörden eines Drittlandes, dessen aufsichtliche und
        regulatorische Vorschriften jenen der Gemeinschaft mindestens gleichwertig sind,
        Forderungen an Gebietskörperschaften auf dieselben Weise wie Forderungen an
        ihren Zentralstaat, so können die Mitgliedstaaten ihren Kreditinstituten gestatten,
        Forderungen an diese Gebietskörperschaften auf dieselbe Weise zu gewichten.
   3.   FORDERUNGEN               AN      VERWALTUNGSEINRICHTUNGEN                     UND
        UNTERNEHMEN OHNE ERWERBSCHARAKTER
   3.1. Behandlung
   13.  Unbeschadet       der    Nummern 14       bis    18     erhalten   Forderungen    an
        Verwaltungseinrichtungen und Unternehmen               ohne Erwerbscharakter     ein
        Risikogewicht von 100 %.
   3.2. Öffentliche Stellen (Public Sector Entities)
   14.  Unbeschadet der Nummern 15 bis 17 erhalten Forderungen an öffentliche Stellen ein
        Risikogewicht von 100 %.
   15.  Nach Ermessen der zuständigen Behörden können Forderungen an öffentliche
        Stellen in derselben Weise behandelt werden wie Forderungen an Institute. Eine
        entsprechende Ermessensentscheidung der zuständigen Behörden ist unabhängig von
        einer Ermessensentscheidung der zuständigen Behörden nach Artikel 80. Die
        günstigere Behandlung kurzfristiger Forderungen nach den Nummern 30, 31und 36
        findet keine Anwendung.
   16.  Machen       die    zuständigen    Behörden      eines    Mitgliedstaats  von    der
        Ermessensentscheidung, Forderungen an öffentliche Stellen wie Forderungen an
        Institute zu behandeln, Gebrauch, so können die zuständigen Behörden eines anderen
        Mitgliedstaats ihren Kreditinstituten gestatten, Forderungen an diese öffentliche
        Stellen auf dieselbe Weise zu gewichten.
   17.  Behandeln die zuständigen Behörden eines Drittlandes, dessen aufsichtliche und
        regulatorische Vorschriften jenen der Gemeinschaft mindestens gleichwertig sind,
        Forderungen an öffentliche Stellen auf dieselbe Weise wie Forderungen an Institute,
        so können die Mitgliedstaaten ihren Kreditinstituten gestatten, Forderungen an diese
        öffentlichen Stellen auf dieselbe Weise zu gewichten.
   3.3. Kirchen und Religionsgemeinschaften
   18.  Forderungen an Kirchen und Religionsgemeinschaften werden wie Forderungen an
        öffentliche Stellen behandelt, sofern sich diese Kirchen und Religionsgemeinschaften
        als juristische Person des öffentlichen Rechts konstituiert haben und im Rahmen
        entsprechender gesetzlicher Befugnisse Abgaben erheben.
DE                                            10                                             DE
 ---pagebreak---    4.   FORDERUNGEN AN MULTILATERALE ENTWICKLUNGSBANKEN
   4.1. Anwendungsbereich
   19.  Für die Zwecke der Artikel 78 bis 83 gilt die Interamerikanische
        Investitionsgesellschaft (IIC) als Multilaterale Entwicklungsbank (MDB).
   4.2. Behandlung
   20.  Unbeschadet der Nummern 21 und 22 werden Forderungen an multilaterale
        Entwicklungsbanken auf dieselbe Weise behandelt wie Forderungen an
        Kreditinstitute gemäß den Nummern 28 bis 31. Die günstigere Behandlung
        kurzfristiger Forderungen nach den Nummern 30, 31 und 36 findet keine
        Anwendung.
   21.  Auf Forderungen an die folgenden multilateralen Entwicklungsbanken wird ein
        Risikogewicht von 0 % angewandt:
        a) Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung,
        b) Internationale Finanz-Corporation,
        c) Interamerikanische Entwicklungsbank,
        d) Asiatische Entwicklungsbank,
        e) Afrikanische Entwicklungsbank,
        f) Rat der Europäischen Entwicklungsbank,
        g) Nordische Investitionsbank,
        h) Karibische Entwicklungsbank,
        i) Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung,
        j) Europäische Investitionsbank,
        k) Europäischer Investitionsfonds,
        l) Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur.
   22.  Auf den nicht eingezahlten Teil des gezeichneten Kapitals des Europäischen
        Investitionsfonds wird ein Risikogewicht von 20 % angewandt.
   5.   FORDERUNGEN AN INTERNATIONALE ORGANISATIONEN
   23.  Auf Forderungen an folgende internationale Organisationen wird ein Risikogewicht
        von 0 % angewandt:
        a) Europäische Gemeinschaft,
DE                                            11                                         DE
 ---pagebreak---             b) Internationaler Währungsfonds,
            c) Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
   6.       FORDERUNGEN AN INSTITUTE
   6.1.     Behandlung
   24.      Die auf Forderungen an Institute anzuwendenden Risikogewichte werden nach einer
            der beiden unter den Nummern 26 bis 27 und 28 bis 31 beschriebenen Methoden
            bestimmt.
   6.2.     Mindestrisikogewicht für Forderungen an Institute ohne Rating
   25.      Forderungen an Institute ohne Rating dürfen nicht mit einem niedrigeren
            Risikogewicht belegt werden als Forderungen an deren Zentralstaat.
   6.3.     Auf dem Risikogewicht des Sitzstaates basierende Methode
   26.      Forderungen an Institute erhalten ein Risikogewicht entsprechend der Bonitätsstufe,
            der Forderungen an ihren Sitzstaat gemäß Tabelle 3 zugeordnet sind.
            Tabelle 3
   Bonitätsstufe     des 1             2           3         4          5          6
   Sitzstaates
   Risikogewicht     der 20 %          50 %        100 %     100 %      100 %      150 %
   Forderung
   27.      Forderungen an Institute mit Sitz in einem Staat, für den kein zentralstaatliches
            Rating vorliegt, erhalten ein Risikogewicht von höchstens 100 %.
   6.4.     Auf dem Rating basierende Methode
   28.      Forderungen an Institute mit einer ursprünglichen effektiven Laufzeit von über drei
            Monaten, für die ein Rating einer anerkannten Ratingagentur vorliegt, erhalten ein
            Risikogewicht nach Tabelle 4 entsprechend der von den zuständigen Behörden
            vorgenommenen Zuordnung der Ratings anerkannter Ratingagenturen zu sechs
            Bonitätsstufen.
            Tabelle 4
   Bonitätsstufe           1           2           3         4          5          6
   Risikogewicht           20 %        50 %        50 %      100 %      100 %      150 %
   29.      Forderungen an Institute ohne Rating erhalten ein Risikogewicht von 50 %.
DE                                                12                                            DE
 ---pagebreak---    30.      Forderungen an Institute mit einer ursprünglichen effektiven Laufzeit von drei
            Monaten oder weniger, für die ein Rating einer anerkannten Ratingagentur vorliegt,
            erhalten ein Risikogewicht nach Tabelle 5 entsprechend der von den zuständigen
            Behörden vorgenommenen Zuordnung der Ratings anerkannter Ratingagenturen zu
            sechs Bonitätsstufen.
            Tabelle 5
   Bonitätsstufe            1          2           3           4          5          6
   Risikogewicht            20 %       20 %        20 %        50 %       50 %       150 %
   31.      Forderungen an Institute ohne Rating mit einer ursprünglichen effektiven Laufzeit
            von drei Monaten oder weniger erhalten ein Risikogewicht von 20 %.
   6.5.     Verhältnis zu Kurzfrist-Ratings
   32.      Wird auf Forderungen an Institute die Methode nach den Nummern 28 bis 31
            angewandt, so gilt für das Verhältnis zu spezifischen Kurzfrist-Ratings Folgendes:
   33.      Liegt für eine Forderung kein Kurzfrist-Rating vor, so wird auf alle Forderungen an
            Institute mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten die grundsätzlich
            günstigere Behandlung von kurzfristigen Forderungen nach Nummer 30 angewandt.
   34.      Liegt ein Kurzfrist-Rating vor und zieht dieses ein günstigeres oder dasselbe
            Risikogewicht nach sich wie die Anwendung der grundsätzlich günstigeren
            Behandlung von kurzfristigen Forderungen nach Nummer 30, so wird dieses
            Kurzfrist-Rating nur für diese eine Forderung verwendet. Andere kurzfristige
            Forderungen werden gemäß der grundsätzlich günstigeren Behandlung für
            kurzfristige Forderungen nach Nummer 30 gewichtet.
   35.      Liegt ein Kurzfrist-Rating vor und zieht dieses ein weniger günstiges Risikogewicht
            nach sich wie die Anwendung der grundsätzlich günstigeren Behandlung von
            kurzfristigen Forderungen nach Nummer 30, so wird die grundsätzlich günstigere
            Behandlung von kurzfristigen Forderungen nicht angewandt, und es werden alle
            kurzfristigen Forderungen ohne Rating mit dem Risikogewicht belegt, das sich aus
            dem spezifischen Kurzfrist-Rating ergibt.
   6.6.     Kurzfristige Forderungen in der Landeswährung des Kreditnehmers
   36.      Haben die zuständigen Behörden für Forderungen an Zentralstaaten und
            Zentralbanken die unter den Nummern 4 bis 6 beschriebene Methode eingeführt, so
            können sie nach eigenem Ermessen gestatten, dass Forderungen an Institute mit einer
            ursprünglichen effektiven Laufzeit von drei Monaten oder weniger, die auf die
            jeweilige Landeswährung lauten und in dieser Währung refinanziert sind, bei beiden
            unter den Nummern 26 bis 27 bzw. 28 bis 31 beschriebenen Methoden mit einem
            Risikogewicht belegt werden, das eine Stufe unter dem für Forderungen an den
            Zentralstaat geltenden günstigeren Risikogewicht nach den Nummern 4 bis 6 liegt.
DE                                                13                                              DE
 ---pagebreak---    37.      In keinem Falle erhalten Forderungen mit einer ursprünglichen effektiven Laufzeit
            von drei Monaten oder weniger, die auf die Landeswährung des Kreditnehmers
            lauten und in dieser Währung refinanziert sind, ein Risikogewicht von unter 20 %.
   6.7.     Anlagen in als Eigenkapital anerkannten Wertpapieren
   38.      Anlagen in Aktien oder als Eigenkapital anerkannten Wertpapieren, die von
            Instituten emittiert werden, erhalten ein Risikogewicht von 100 %, es sei denn, sie
            werden vom Eigenkapital abgezogen.
   7.       FORDERUNGEN AN UNTERNEHMEN
   7.1.     Behandlung
   39.      Forderungen, für die ein Rating einer anerkannten Ratingagentur vorliegt, erhalten
            ein Risikogewicht nach Tabelle 5 entsprechend der von den zuständigen Behörden
            vorgenommenen Zuordnung der Ratings anerkannter Ratingagenturen zu sechs
            Bonitätsstufen.
            Tabelle 5
   Bonitätsstufe           1          2           3           4          5          6
   Risikogewicht           20 %       50 %        100 %       100 %      150 %      150 %
   40.      Forderungen, für die kein solches Rating vorliegt, erhalten ein Risikogewicht von
            100 % oder aber das Risikogewicht des zugehörigen Zentralstaats, sofern dieses
            höher ist als 100 %.
   8.       RETAILFORDERUNGEN
   41.      Forderungen, die die in Artikel 79 Absatz 2 genannten Kriterien erfüllen, können
            nach Ermessen der zuständigen Behörden mit einem Risikogewicht von 75 % belegt
            werden.
   9.       DURCH IMMOBILIEN BESICHERTE FORDERUNGEN
   42.      Unbeschadet der Absätze 43 bis 57 erhalten Forderungen, die vollständig durch
            Immobilien besichert sind, ein Risikogewicht von 100 %.
   9.1.     Durch Hypotheken auf Wohnimmobilien abgesicherte Forderungen
   43.      Forderungen, die nach Überzeugung der zuständigen Behörden durch Hypotheken
            auf Wohnimmobilien, die vom Eigentümer gegenwärtig oder künftig selbst genutzt
            oder vermietet werden, vollständig abgesichert sind, erhalten ein Risikogewicht von
            35 %.
DE                                               14                                             DE
 ---pagebreak---    44.  Forderungen, die nach Überzeugung der zuständigen Behörden durch Anteile an
        finnischen Wohnungsbaugesellschaften im Sinne des finnischen Gesetzes von 1991
        über Wohnungsbaugesellschaften oder nachfolgender entsprechender Gesetze
        vollständig abgesichert sind, erhalten ein Risikogewicht von 35 %, wenn sich diese
        Anteile auf Wohnimmobilien beziehen, die vom Eigentümer gegenwärtig oder
        künftig selbst genutzt oder vermietet werden.
   45.  Die zuständigen Behörden beurteilen die Absicherung nur dann als vollständig, wenn
        folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
        a)    Der Wert der Immobilie ist nicht erheblich von der Bonität des Schuldners
              abhängig. Diese Anforderung zielt nicht darauf ab, Situationen auszuschließen,
              in denen ausschließlich makroökonomische Faktoren sowohl den Wert der
              Immobilie als auch die Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers beeinflussen;
        b)    das Kreditnehmerrisiko hängt nicht wesentlich von der Leistungsfähigkeit der
              zugrunde liegenden Immobilie oder des Projekts ab, sondern vielmehr von der
              Fähigkeit des Kreditnehmers zur Rückzahlung der Schulden aus anderen
              Quellen. Als solches ist die Rückzahlung der Fazilität nicht wesentlich von
              Cash Flows abhängig, die aus der zugrunde liegenden Immobilie generiert
              werden;
        c)    die Mindestanforderungen in Anhang VIII Teil 2 Nummer 8 und die
              Bewertungsvorschriften in Anhang VIII Teil 3 Nummer 63 bis 66 sind erfüllt;
        d)    der Wert der Immobilie übersteigt die Forderungen mit einer erheblichen
              Marge.
   46.  Bei Forderungen, die durch Hypotheken auf in ihrem Staatsgebiet liegende
        Wohnimmobilien vollständig abgesichert sind, können die zuständigen Behörden
        von der Anforderung unter Nummer 45 Buchstabe b absehen, wenn der
        Wohnimmobilienmarkt in ihrem Staatsgebiet nachweislich gut entwickelt und seit
        langem etabliert ist und die Verlustraten niedrig genug sind, um eine solche
        Behandlung zu rechtfertigen.
   47.  Machen      die    zuständigen    Behörden      eines   Mitgliedstaats    von      der
        Ermessensentscheidung nach Nummer 46 Gebrauch, so können die zuständigen
        Behörden eines anderen Mitgliedstaats ihren Kreditinstituten gestatten, auf derartige,
        vollständig durch Hypotheken auf Wohnimmobilien abgesicherte Forderungen ein
        Risikogewicht von 35 % anzuwenden.
   9.2. Durch Hypotheken auf gewerbliche Immobilien abgesicherte Forderungen
   48.  Nach Ermessen der zuständigen Behörden können Forderungen, die nach
        Überzeugung der zuständigen Behörden durch Hypotheken auf in ihrem Staatsgebiet
        liegende Büro- und sonstige Gewerbeimmobilien vollständig abgesichert sind, mit
        einem Risikogewicht von 50 % belegt werden.
   49.  Nach Ermessen der zuständigen Behörden können Forderungen, die nach
        Überzeugung der zuständigen Behörden durch Anteile an finnischen
        Wohnungsbaugesellschaften im Sinne des finnischen Gesetzes von 1991 über
DE                                            15                                               DE
 ---pagebreak---        Wohnungsbaugesellschaften oder nachfolgender entsprechender Gesetze vollständig
       abgesichert sind, mit einem Risikogewicht von 50 % belegt werden, wenn sich diese
       Anteile auf Büro- oder sonstige Gewerbeimmobilien beziehen.
   50. Nach Ermessen der zuständigen Behörden können Forderungen im Zusammenhang
       mit Immobilienleasing-Transaktionen, die Büro- oder sonstige Gewerbeimmobilien
       in ihrem Staatsgebiet betreffen und die unter gesetzliche Regelungen fallen, wonach
       die vermieteten Vermögensgegenstände bis zur Ausübung der Verkaufsoption durch
       den Leasingnehmer Eigentum des Leasinggebers bleiben, mit einem Risikogewicht
       von 50 % belegt werden.
   51. Die Nummern 48 bis 50 dürfen angewandt werden, wenn folgende Voraussetzungen
       erfüllt sind:
       a)     Der Wert der Immobilien ist nicht wesentlich von der Bonität des Schuldners
              abhängig. Diese Anforderung zielt nicht darauf ab, Situationen auszuschließen,
              in denen ausschließlich makroökonomische Faktoren sowohl den Wert der
              Immobilie als auch die Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers beeinflussen;
       b)     das Kreditnehmerrisiko hängt nicht wesentlich von der Leistungsfähigkeit der
              zugrunde liegenden Immobilie oder des Projekts ab, sondern vielmehr von der
              Fähigkeit des Kreditnehmers zur Rückzahlung der Schulden aus anderen
              Quellen. Als solches ist die Rückzahlung der Fazilität nicht wesentlich von
              Cash Flows abhängig, die aus der zugrunde liegenden Immobilie generiert
              werden;
       c)     die Mindestanforderungen in Anhang VIII Teil 2 Nummer 8 und die
              Bewertungsvorschriften in Anhang VIII Teil 3 Nummer 63 bis 66 sind erfüllt.
   52. Das Risikogewicht von 50 % wird auf den Kreditanteil angewandt, der eine nach
       einer der folgenden beiden Vorgaben berechnete Obergrenze nicht übersteigt:
       a)     50 % des Marktwerts der fraglichen Immobilie,
       b)     50 % des Marktwerts der Immobilie oder 60 % des Beleihungswerts des den
              Kredit besichernden Immobilie, wenn dieser Wert niedriger ist, in
              Mitgliedstaaten, die in ihren Rechts- und Verwaltungsvorschriften strenge
              Vorgaben für die Bemessung des Beleihungswerts vorgesehen haben.
   53. Der über die gemäß Nummer 52 berechnete Obergrenze hinausgehende Kreditanteil
       erhält ein Risikogewicht von 100 %.
   54. Machen die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats von einer
       Ermessensentscheidung nach den Nummern 48 bis 50 Gebrauch, so können die
       zuständigen Behörden eines anderen Mitgliedstaats ihren Kreditinstituten gestatten,
       auf derartige, vollständig durch Hypotheken auf gewerbliche Immobilien
       abgesicherte Forderungen ein Risikogewicht von 50 % anzuwenden.
   55. Bei Forderungen, die durch Hypotheken auf in ihrem Staatsgebiet liegende
       gewerbliche Immobilien vollständig abgesichert sind, können die zuständigen
       Behörden von der Anforderung unter Nummer 51 Buchstabe b absehen, wenn der
DE                                          16                                               DE
 ---pagebreak---        Markt für gewerbliche Immobilien in ihrem Staatsgebiet nachweislich gut entwickelt
       und seit langem etabliert ist und die Verlustraten folgende Grenzen nicht übersteigen:
       a)    die Verluste, die auf 50 % des Marktwerts (oder gegebenenfalls 60 % des
             Beleihungswerts (MLV), wenn dieser Wert niedriger ist) entfallen, dürfen
             0,3 % der ausstehenden Kredite in keinem Jahr übersteigen;
       b)    die Gesamtverluste aus gewerblichen Immobilienkrediten dürfen 0,5 % der
             ausstehenden Kredite in keinem Jahr übersteigen.
   56. Wird eine der beiden Voraussetzungen unter Nummer 55 in einem Jahr nicht erfüllt,
       so kann diese Behandlung nicht mehr angewandt werden, und bevor sie in der
       Zukunft wieder angewandt werden kann, muss die zweite Voraussetzung unter
       Nummer 51 Buchstabe b erneut erfüllt werden.
   57. Machen      die   zuständigen       Behörden     eines    Mitgliedstaats   von     der
       Ermessensentscheidung nach Nummer 55 Gebrauch, so können die zuständigen
       Behörden eines anderen Mitgliedstaats ihren Kreditinstituten gestatten, auf derartige,
       vollständig durch Hypotheken auf gewerbliche Immobilien abgesicherte
       Forderungen ein Risikogewicht von 50 % anzuwenden.
   10. ÜBERFÄLLIGE FORDERUNGEN
   58. Unbeschadet der Nummern 59 bis 62 erhält der unbesicherte Teil einer Forderung,
       die mehr als 90 Tage überfällig ist, folgendes Risikogewicht:
       a)    150 %, falls die Wertberichtigungen weniger als 20 % des Werts des
             unbesicherten Teils der Forderung vor Abzug von Wertberichtigungen
             betragen,
       b)    100 %, falls die Wertberichtigungen mindestens 20 % des Werts des
             unbesicherten Teils der Forderung vor Abzug von Wertberichtigungen
             betragen,
       c)    nach Ermessen der zuständigen Behörden 50 %, falls die Wertberichtigungen
             mindestens 50 % des Werts des unbesicherten Teils des Forderungen vor
             Abzug von Wertberichtigungen betragen.
   59. Zum Zwecke der Bestimmung des besicherten Teils einer überfälligen Forderung
       werden dieselben Sicherheiten und Garantien anerkannt wie für Zwecke der
       Kreditrisikominderung.
   60. Gleichwohl kann nach Ermessen der zuständigen Behörden auf Forderungen, die
       vollständig durch andere als für Zwecke der Kreditrisikominderung anerkannte
       Sicherheiten abgesichert sind, ein Risikogewicht von 100 % angewandt werden,
       wenn die gute Qualität der Sicherheit durch strenge operationelle Auflagen gesichert
       ist und die Wertberichtigungen 15 % der Forderung vor Abzug von
       Wertberichtigungen erreichen.
   61. Forderungen nach den Nummern 43 bis 47, die mehr als 90 Tage überfällig sind,
       erhalten nach Abzug der Wertberichtigungen ein Risikogewicht von 100 %. Betragen
DE                                            17                                              DE
 ---pagebreak---        die Wertberichtigungen mindestens 20 % der Forderungen vor Abzug von
       Wertberichtigungen, so kann das auf den verbleibenden Teil der Forderungen
       anzuwendende Risikogewicht nach Ermessen der zuständigen Behörden auf 50 %
       reduziert werden.
   62. Forderungen nach den Nummern 48 bis 57, die mehr als 90 Tage überfällig sind,
       erhalten ein Risikogewicht von 100 %.
   11. FORDERUNGEN MIT HOHEM RISIKO
   63. Nach Ermessen der nationalen Behörden werden Forderungen, die mit besonders
       hohen Risiken verbunden sind, wie Investitionen in Venture Capital und Private
       Equity mit einem Risikogewicht von 150 % belegt.
   64. Die zuständigen Behörden können gestatten, dass auf nicht überfällige Forderungen,
       die nach den vorstehenden Nummern ein Risikogewicht von 150 % erhalten und für
       die Wertberichtigungen festgestellt wurden, folgende Risikogewichte angewandt
       werden:
       a)    100 %, wenn die Wertberichtigungen mindestens 20 % des Forderungswerts
             vor Abzug von Wertberichtigungen betragen,
       b)    50 %, wenn die Wertberichtigungen mindestens 50 % des Forderungswerts vor
             Abzug von Wertberichtigungen betragen.
   12. FORDERUNGEN                 IN         FORM           VON          GEDECKTEN
       SCHULDVERSCHREIBUNGEN
   65. ‘Gedeckte Schuldverschreibungen’ sind Schuldverschreibungen im Sinne von
       Artikel 22 Absatz 4 der Richtlinie 85/611/EWG, die mit einer der folgenden
       anerkannten Forderungen besichert sind:
       a)    Forderungen, die gegenüber Zentralstaaten, Zentralbanken, multilateralen
             Entwicklungsbanken oder internationalen Organisationen der Bonitätsstufe 1
             gemäß diesem Anhang bestehen oder von diesen garantiert werden;
       b)    Forderungen, die gegenüber öffentlichen Stellen oder Gebietskörperschaften
             bestehen oder von diesen garantiert werden, sofern sie gemäß den
             Nummern 15, 9 und 10 wie Forderungen an Institute bzw. Zentralstaaten und
             Zentralbanken risikogewichtet werden und gemäß diesem Anhang der
             Bonitätsstufe 1 zuzuordnen sind;
       c)    Forderungen an Institute, die gemäß diesem Anhang der Bonitätsstufe 1
             zuzuordnen sind. Die Gesamtforderung dieser Art darf 10 % des
             Nominalbetrags der ausstehenden gedeckten Schuldverschreibungen des
             emittierenden Kreditinstituts nicht übersteigen. Forderungen, die durch die
             Übermittlung von Zahlungen der Schuldner von durch Immobilien gesicherten
             Krediten an die Inhaber gedeckter Schuldverschreibungen entstehen, werden
             bei der vorgenannten 10 %-Grenze nicht berücksichtigt;
DE                                         18                                             DE
 ---pagebreak---        d)    durch        Wohnimmobilien           oder        Anteile    an      finnischen
             Wohnungsbaugesellschaften im Sinne von Nummer 44 abgesicherte Kredite,
             sofern der Gesamtbetrag der Grundpfandrechte einschließlich aller vorrangigen
             Grundpfandrechte höchstens 80 % des Werts der als Sicherheit gestellten
             Immobilie ausmacht;
       e)    durch      gewerbliche      Immobilien      oder     Anteile   an    finnischen
             Wohnungsbaugesellschaften im Sinne von Nummer 49 abgesicherte Kredite,
             sofern der Gesamtbetrag der Grundpfandrechte einschließlich aller vorrangigen
             Grundpfandrechte höchstens 60 % des Werts der als Sicherheit gestellten
             Immobilie ausmacht. Die zuständigen Behörden können durch gewerbliche
             Immobilien besicherte Kredite als Sicherheit anerkennen, wenn der
             Beleihungsauslauf von 60 % bis zu einer Höhe von maximal 70 %
             überschritten wird, der Wert der für die gedeckten Schuldverschreibungen
             gestellten Sicherheiten den ausstehenden Nominalbetrag der gedeckten
             Schuldverschreibung um mindestens 10 % übersteigt und die Forderung des
             Schuldverschreibungsinhabers         die    in     Anhang IX     niedergelegten
             Rechtssicherheitsvoraussetzungen         erfüllt.     Die    Forderung       des
             Schuldverschreibungsinhabers muss Vorrang vor allen anderen Ansprüchen
             auf die Sicherheit haben.
   66. Bei der Besicherung gedeckter Schuldverschreibungen mit Immobilien erfüllen die
       Kreditinstitute die Mindestanforderungen in Anhang VIII Teil 2 Nummer 8 und die
       Bewertungsvorschriften in Anhang VIII Teil 3 Nummern 63 bis 66.
   67. Ungeachtet der Nummern 65 und 66 kann auf gedeckte Schuldverschreibungen im
       Sinne von Artikel 22 Absatz 4 der Richtlinie 85/611/EWG, die vor dem
       31. Dezember 2007 emittiert wurden, bis zu ihrer Fälligkeit auch die günstigere
       Behandlung angewandt werden.
   68. Die Risikogewichtung gedeckter Schuldverschreibungen richtet sich nach dem
       Risikogewicht, das für höherrangige ungedeckte Forderungen an das betreffende
       emittierende Kreditinstitut gilt. Die Risikogewichte bestimmen sich dabei wie folgt:
       a)    Gilt für die Forderung an das Institut ein Risikogewicht von 20 %, so erhält die
             gedeckte Schuldverschreibung ein Risikogewicht von 10 %;
       b)    gilt für die Forderung an das Institut ein Risikogewicht von 50 %, so erhält die
             gedeckte Schuldverschreibung ein Risikogewicht von 20 %;
       c)    gilt für die Forderung an das Institut ein Risikogewicht von 100 %, so erhält
             die gedeckte Schuldverschreibung ein Risikogewicht von 50 %;
       d)    gilt für die Forderung an das Institut ein Risikogewicht von 150 %, so erhält
             die gedeckte Schuldverschreibung ein Risikogewicht von 100 %.
   13. VERBRIEFUNGSPOSITIONEN
   69. Die für Verbriefungspositionen anzusetzenden risikogewichteten Forderungsbeträge
       werden nach den Artikeln 94 bis 101 bestimmt.
DE                                            19                                              DE
 ---pagebreak---    14.      KURZFRISTIGE           FORDERUNGEN             AN     KREDITINSTITUTE             UND
            UNTERNEHMEN
   70.      Kurzfristige Forderungen an ein Institut oder Unternehmen, für das ein Rating einer
            anerkannten Ratingagentur vorliegt, erhalten ein Risikogewicht nach Tabelle 6
            entsprechend der von den zuständigen Behörden vorgenommenen Zuordnung der
            Ratings anerkannter Ratingagenturen zu sechs Bonitätsstufen:
            Tabelle 6
   Bonitätsstufe          1          2            3          4            5           6
   Risikogewicht          20 %       50 %         100 %      150 %        150 %       150 %
   15.      FORDERUNGEN IN FORM VON ANTEILEN AN ORGANISMEN FÜR
            GEMEINSAME ANLAGEN (OGAW)
   71.      Unbeschadet der Nummern 72 bis 78 erhalten Forderungen an Organismen für
            gemeinsame Anlagen (OGAW) ein Risikogewicht von 100 %.
   72.      Forderungen in Form von OGAW-Anteilen, für die ein Rating einer anerkannten
            Ratingagentur vorliegt, erhalten ein Risikogewicht nach Tabelle 7 entsprechend der
            von den zuständigen Behörden vorgenommenen Zuordnung der Ratings anerkannter
            Ratingagenturen zu sechs Bonitätsstufen:
            Tabelle 7
   Bonitätsstufe            1          2            3          4            5           6
   Risikogewicht            20 %       50 %         100 %      100 %        150 %       150 %
   73.      Ist eine OGAW-Position nach Auffassung der zuständigen Behörden mit besonders
            hohen Risiken verbunden, so schreiben sie für diese Position ein Risikogewicht von
            150 % vor.
   74.      Die Kreditinstitute können das auf einen OGAW anzuwendende Risikogewicht nach
            den Nummern 76 bis 78 bestimmen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
            a)     der OGAW wird von einer Gesellschaft verwaltet, die in einem Mitgliedstaat
                   der Aufsicht unterliegt, oder die für das Kreditinstitut zuständige Behörde hat
                   eine entsprechende Genehmigung erteilt, wenn:
            i)     der OGAW von einer Gesellschaft verwaltet wird, die einer Aufsicht unterliegt,
                   welche der im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Aufsicht gleichwertig ist, und
            ii)    die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden hinreichend gesichert
                   ist;
DE                                                20                                               DE
 ---pagebreak---          b)    der Prospekt oder die gleichwertigen Unterlagen des OGAW enthalten
               folgende Angaben:
         –     die Kategorien von Vermögensgegenständen, in die der OGAW investieren
               darf,
         –     die relativen Grenzen und die Methodik zur Berechnung etwaiger
               Anlagehöchstgrenzen;
         c)    der OGAW berichtet mindestens einmal jährlich über seine Geschäftstätigkeit,
               so dass seine Forderungen und Verbindlichkeiten sowie seine Einkünfte und
               Geschäfte im Berichtszeitraum beurteilt werden können.
   75.   Hat eine zuständige Behörde eine Genehmigung gemäß Nummer 74 Buchstabe a für
         einen Drittland-OGAW erteilt, so kann die zuständige Behörde eines anderen
         Mitgliedstaats diese anerkennen, ohne eine eigene Beurteilung durchzuführen.
   76.   Sind dem Kreditinstitut die zugrunde liegenden Forderungen eines OGAW bekannt,
         so kann es auf Basis dieser zugrunde liegenden Forderungen ein durchschnittliches
         Risikogewicht für den OGAW nach den in den Artikeln 78 bis 83 beschriebenen
         Methoden berechnen.
   77.   Sind dem Kreditinstitut die zugrunde liegenden Forderungen eines OGAW nicht
         bekannt, so kann es ein durchschnittliches Risikogewicht für den OGAW nach den in
         den Artikeln 78 bis 83 beschriebenen Methoden berechnen, wobei folgende Regeln
         zu beachten sind: Es wird davon ausgegangen, dass ein OGAW zunächst in die
         Risikokategorien mit der höchsten Eigenkapitalanforderung investiert, bis die für ihn
         geltende jeweilige Höchstgrenze erreicht ist, und dann in absteigender Folge in die
         nachfolgenden Risikokategorien investiert, bis die Höchstgrenze für die
         Gesamtinvestitionen ausgeschöpft ist.
   78.   Die Kreditinstitute können einen Dritten damit beauftragen, nach den unter den
         Nummern 76 und 77 beschriebenen Methoden ein Risikogewicht für den OGAW zu
         berechnen und ihnen das Ergebnis mitzuteilen; sofern durch angemessene
         Maßnahmen für die Richtigkeit der Berechnung gesorgt ist.
   16.   SONSTIGE POSTEN
   16.1. Behandlung
   79.   Sachanlagen im Sinne von Artikel 4 Nummer 10 der Richtlinie 86/635/EWG
         erhalten ein Risikogewicht von 100 %.
   80.   Rechnungsabgrenzungsposten, bei denen ein Institut den Kontrahenten nicht gemäß
         der Richtlinie 86/635/EWG bestimmen kann, erhalten ein Risikogewicht von 100 %.
   81.   Im Einzug befindliche Werte erhalten ein Risikogewicht von 20 %. Der
         Kassenbestand und gleichwertige Posten erhalten ein Risikogewicht von 0 %.
   82.   Die Mitgliedstaaten können Forderungen an Kreditinstitute, die auf den
         Interbankenmarkt und den Markt für öffentliche Anleihen im Ursprungsmitgliedstaat
DE                                            21                                               DE
 ---pagebreak---        spezialisiert sind und einer genauen Überwachung durch die zuständigen Behörden
       unterliegen, mit 10 % gewichten, wenn diese Aktivposten nach Überzeugung der
       zuständigen Behörden durch von den Behörden des Ursprungsmitgliedstaats als
       angemessene Sicherheit anerkannte Posten mit einem Risikogewicht von 0 % oder
       20 % ausreichend gesichert sind.
   83. Bestände an Aktien und anderen Beteiligungen erhalten ein Risikogewicht von
       mindestens 100 %, sofern sie nicht von den Eigenmitteln abgezogen werden.
   84. Gold, das in eigenen Tresoren oder in Gemeinschaftsverwaltung gehalten wird,
       erhält ein Risikogewicht von 0 %, soweit es durch entsprechende
       Goldverbindlichkeiten gedeckt ist.
   85. Bei Forderungsverkäufen und Rückkaufsvereinbarungen sowie Outright-
       Terminkäufen ist das Risikogewicht der betreffenden Vermögensgegenstände, nicht
       das Risikogewicht der beteiligten Kontrahenten anzuwenden.
   86. Stellt ein Kreditinstitut eine Kreditabsicherung für einen Forderungskorb in der
       Weise, dass der n-te bei diesen Forderungen auftretende Ausfall die Zahlung auslöst
       und dieses Kreditereignis auch den Kontrakt beendet, so werden die in den
       Artikeln 78 bis 83 vorgeschriebenen Risikogewichte angewandt, wenn für das
       Produkt ein externes Rating einer anerkannten Ratingagentur vorliegt. Liegt für das
       Produkt kein Rating einer anerkannten Ratingagentur vor, so werden die
       Risikogewichte der im Korb enthaltenen Forderungen, ohne n-1 Forderungen, bis
       maximal 1250 % aggregiert und mit dem durch das Kreditderivat abgesicherten
       Nominalbetrag multipliziert, um den risikogewichteten Forderungsbetrag zu
       ermitteln. Die bei der Aggregation auszunehmenden n-1 Forderungen werden auf der
       Basis bestimmt, dass jede dieser Forderungen einen niedrigeren risikogewichteten
       Forderungsbetrag ergibt als den risikogewichteten Forderungsbetrag jeder in die
       Aggregation eingehenden Forderung.
DE                                          22                                             DE
 ---pagebreak---     Teil 2 – Anerkennung von Ratingagenturen (External Credit Assessment Institutions -
                                ECAIs) und Zuordnung ihrer Ratings
   1.       METHODIK
   1.1.     Objektivität
   1.       Die zuständigen Behörden überzeugen sich davon, dass die Methodik für die
            Vergabe von Ratings streng, systematisch und beständig ist und einer Validierung
            unterliegt, die auf historischen Erfahrungswerten beruht.
   1.2.     Unabhängigkeit
   2.       Die zuständigen Behörden überzeugen sich davon, dass die Methodik keinen
            externen politischen Einflüssen oder Restriktionen und keinem wirtschaftlichen
            Druck unterliegt, der das Ratingurteil beeinflussen könnte.
   3.       Bei der Beurteilung der Unabhängigkeit der Methodik einer Ratingagentur ziehen die
            zuständigen Behörden unter anderem folgende Faktoren heran:
            a)    Eigentums- und Organisationsstruktur der Ratingagentur,
            b)    finanzielle Ressourcen der Ratingagentur,
            c)    personelle Ausstattung und Sachkenntnis der Ratingagentur,
            d)    Corporate Governance der Ratingagentur.
   1.3.     Laufende Überprüfung
   4.       Die zuständigen Behörden überzeugen sich davon, dass die Ratings der
            Ratingagentur laufend überprüft werden und bei Änderungen der finanziellen
            Situation angepasst werden. Die Überprüfung erfolgt nach jedem signifikanten
            Ereignis, mindestens aber einmal im Jahr.
   5.       Bevor eine Ratingagentur anerkannt wird, überzeugen sich die zuständigen Behörden
            davon, dass die Beurteilungsmethodik für jedes einzelne Marktsegment gewissen
            Standards entspricht, z.B.:
            a)    das Backtesting muss seit mindestens einem Jahr angewandt worden sein;
            b)    die Regelmäßigkeit der Überprüfung durch die Ratingagentur muss von den
                  zuständigen Behörden überwacht werden;
            c)    die zuständigen Behörden müssen von den Ratingagenturen Auskunft über
                  deren Kontakte zur Geschäftsleitung der beurteilten Unternehmen verlangen
                  können.
   6.       Die zuständigen Behörden treffen die notwendigen Maßnahmen, um von den
            Ratingagenturen unverzüglich über substanzielle Änderungen an deren
            Beurteilungsmethodik unterrichtet zu werden.
DE                                                 23                                          DE
 ---pagebreak---    1.4. Transparenz und Offenlegung
   7.   Die zuständigen Behörden treffen die notwendigen Maßnahmen, um sicherzustellen,
        dass     die    Grundsätze     der    von      einer    Ratingagentur     angewandten
        Kreditbeurteilungsmethodik öffentlich zugänglich sind, damit sich potenzielle Nutzer
        ein Urteil über ihre angemessene Herleitung bilden können.
   2.   EINZELRATINGS
   2.1. Glaubwürdigkeit und Marktakzeptanz:
   8.   Die zuständigen Behörden überzeugen sich davon, dass die Einzelratings einer
        Ratingagentur am Markt von den Nutzern derartiger Ratings als glaubwürdig und
        verlässlich anerkannt sind.
   9.   Die zuständigen Behörden beurteilen die Glaubwürdigkeit anhand von Faktoren wie
        den folgenden:
        a)    Marktanteil der Ratingagentur,
        b)    von der Ratingagentur erzielte Einkünfte und im weiteren Sinne finanzielle
              Mittel der Ratingagentur,
        c)    Nutzung der Ratings zu einer Preisfeststellung.
   2.2. Transparenz und Offenlegung
   10.  Die zuständigen Behörden überzeugen sich davon, dass die Einzelratings zumindest
        allen Parteien, die ein berechtigtes Interesse an diesen Einzelratings haben, zu
        gleichen Bedingungen zugänglich sind.
   11.  Die zuständigen Behörden überzeugen sich insbesondere davon, dass die
        Einzelratings ausländischen Parteien zu gleichen Bedingungen zugänglich sind wie
        inländischen Parteien, die ein berechtigtes Interesse an diesen Einzelratings haben.
   3.   ZUORDNUNG (‘MAPPING’)
   12.  Um zwischen den relativen Risikograden, die mit jeder Beurteilung zum Ausdruck
        gebracht werden, zu differenzieren, berücksichtigen die zuständigen Behörden
        quantitative Faktoren wie die langfristige Ausfallquote aller Posten mit demselben
        Rating. Bei neuen Ratingagenturen oder Ratingagenturen, die Ausfalldaten erst über
        eine kurze Dauer ermittelt haben, verlangen die zuständigen Behörden von der
        Ratingagentur eine Schätzung der langfristigen Ausfallquote sämtlicher Posten mit
        demselben Rating.
   13.  Um zwischen den relativen Risikograden, die mit jeder Beurteilung zum Ausdruck
        gebracht werden, zu differenzieren, berücksichtigen die zuständigen Behörden
        quantitative Faktoren wie den von der Ratingagentur beurteilten Emittentenkreis, die
        Bandbreite der von der Ratingagentur vergebenen Ratings, die Aussage eines jeden
        Ratings und die von der Ratingagentur verwendete Ausfalldefinition.
DE                                            24                                              DE
 ---pagebreak---    14. Die zuständigen Behörden vergleichen die bei den verschiedenen Ratings einer
       Ratingagentur verzeichneten Ausfallquoten und stellen sie einem Benchmarkwert
       gegenüber, der anhand der historischen Ausfallquoten anderer Ratingagenturen bei
       einem nach Auffassung der zuständigen Behörden mit dem gleichen Kreditrisiko
       behafteten Emittentenkreis ermittelt wurde.
   15. Sind die bei den Ratings einer Ratingagentur verzeichneten Ausfallquoten nach
       Auffassung der zuständigen Behörden wesentlich und systematisch höher als der
       entsprechende Benchmarkwert, so ordnen die zuständigen Behörden das Rating
       dieser Ratingagentur einer höheren Risikostufe der Bonitätsskala zu.
   16. Haben die zuständigen Behörden das Risikogewicht für ein bestimmtes Rating einer
       Ratingagentur angehoben, so können sie dieses auf die ursprüngliche Bonitätsstufe
       zurücksetzen, wenn die Ratingagentur nachweist, dass die bei ihrem Rating
       verzeichneten Ausfallquoten nicht mehr wesentlich und systematisch höher sind als
       der Benchmarkwert.
DE                                          25                                           DE
 ---pagebreak---     Teil 3 – Nutzung der Ratings von Ratingagenturen zur Bestimmung des Risikogewichts
   1.       BEHANDLUNG
   1.       Ein Institut kann eine oder mehrere anerkannte Ratingagenturen benennen, die für
            die Ermittlung der auf Aktiv- und außerbilanzielle Posten anzuwendenden
            Risikogewichte herangezogen werden.
   2.       Ein Kreditinstitut, das die von einer anerkannten Ratingagentur ausgegebenen
            Ratings für eine bestimmte Forderungsklasse heranzieht, muss diese Ratings
            durchgängig auf sämtliche zu dieser Klasse gehörende Forderungen anwenden.
   3.       Ein Institut, das die von einer anerkannten Ratingagentur ausgegebenen Ratings
            heranzieht, muss diese kontinuierlich und im Zeitverlauf konsequent anwenden.
   4.       Ein Kreditinstitut kann die Ratings einer Ratingagentur nur heranziehen, wenn sie
            sowohl die Kapital- als auch die Zinsforderungen abdecken.
   5.       Liegt für eine geratete Forderung nur ein einziges Rating einer anerkannten
            Ratingagentur vor, so wird dieses Rating zur Bestimmung des auf diese Forderung
            anzuwendenden Risikogewichts herangezogen.
   6.       Liegen für eine geratete Forderung zwei Ratings anerkannter Ratingagenturen vor,
            die unterschiedlichen Risikogewichten entsprechen, so wird das jeweils höhere
            Risikogewicht angewandt.
   7.       Liegen für eine geratete Forderung mehr als zwei Ratings anerkannter
            Ratingagenturen vor, so werden die beiden Ratings zugrunde gelegt, die zu den
            beiden niedrigsten Risikogewichten führen. Sind die beiden niedrigsten
            Risikogewichte unterschiedlich, so wird das höhere Risikogewicht von beiden
            angewandt. Sind die beiden niedrigsten Risikogewichte identisch, so wird dieses
            Risikogewicht angewandt.
   8.       Die Kreditinstitute verwenden Ratings, die aufgrund eines Auftrags erstellt wurden.
            Die zuständigen Behörden können den Kreditinstituten die Verwendung von Ratings
            gestatten, die ohne Auftrag erstellt wurden.
   2.       EMITTENTEN- UND EMISSIONSRATINGS
   9.       Liegt für ein bestimmtes Emissionsprogramm oder eine bestimmte Fazilität, zu
            dem/der der Forderungsposten gehört, ein Rating vor, so wird dieses Rating für die
            Bestimmung des auf diesen Posten anzuwendenden Risikogewichts verwendet.
   10.      Wenn für einen Posten kein direkt anwendbares Rating vorliegt, jedoch ein Rating
            für ein bestimmtes Emissionsprogramm oder eine bestimmte Fazilität vorliegt, zu
            dem/der der Forderungsposten nicht gehört, oder wenn ein allgemeines Rating für
            den Emittenten vorliegt, so wird dieses Rating verwendet, wenn es zu einem höheren
            Risikogewicht führt als eine Forderung ohne Rating oder wenn es zu einem
            niedrigeren Risikogewicht führt und die fragliche Forderung in jeder Hinsicht
DE                                                26                                            DE
 ---pagebreak---        gleichrangig oder höherrangig ist als das Emissionsprogramm, die Fazilität oder die
       vorrangigen unbesicherten Forderungen dieses Emittenten.
   11. Die Nummern 9 und 10 stehen der Anwendung von Teil 1 Nummern 65 bis 68 dieses
       Anhangs nicht entgegen.
   12. Ratings für Emittenten aus einer Unternehmensgruppe dürfen nicht als Ratings für
       andere Emittenten in derselben Unternehmensgruppe herangezogen werden.
   3.  LANG- UND KURZFRIST-RATINGS
   13. Kurzfrist-Ratings dürfen nur für kurzfristige Forderungen und außerbilanzielle
       Positionen gegenüber Instituten und Unternehmen herangezogen werden.
   14. Kurzfrist-Ratings dürfen nur für die von diesem Kurzfrist-Rating erfasste Forderung
       verwendet werden; Risikogewichte für andere Forderungen dürfen daraus nicht
       abgeleitet werden.
   15. Erhält eine Fazilität, für die ein Kurzfrist-Rating vorliegt, ein Risikogewicht von
       150 %, so wird dieses Risikogewicht von 150 % ungeachtet Nummer 14 auch auf
       alle nicht gerateten unbesicherten lang- und kurzfristigen Forderungen an diesen
       Schuldner angewandt.
   16. Erhält eine Fazilität, für die eine Kurzfrist-Rating vorliegt, ein Risikogewicht von
       50 %, so wird ungeachtet Nummer 14 auf alle nicht gerateten kurzfristigen
       Forderungen ein Risikogewicht von mindestens 100 % angewandt.
   4.  FORDERUNGEN IN DER LANDESWÄHRUNG UND IN AUSLÄNDISCHER WÄHRUNG
   17. Ein Rating für eine auf die Landeswährung des Schuldners lautende Forderung darf
       nicht zur Risikogewichtung einer auf eine ausländische Währung lautenden
       Forderung an denselben Schuldner herangezogen werden.
   18. Entsteht eine Forderung jedoch durch die Beteiligung einer Bank an einem Kredit
       von einer Multilateralen Entwicklungsbank mit einem am Markt anerkannten
       privilegierten Gläubigerstatus, so können die zuständigen Behörden ungeachtet
       Nummer 17 gestatten, dass das Rating für die auf die Landeswährung des Schuldners
       lautende Forderung für Risikogewichtungszwecke herangezogen wird.
DE                                          27                                              DE
 ---pagebreak---                                                ANHANG VII
                    Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRB-Ansatz)
        Teil 1 – Risikogewichtete Forderungsbeträge und erwartete Verlustbeträge
   1.    BERECHNUNG             DER     RISIKOGEWICHTETEN         FORDERUNGSBETRÄGE           FÜR DAS
         KREDITRISIKO
   1.    Sofern nicht anders angegeben, werden die Parameter Ausfallwahrscheinlichkeit
         (Probability of Default - PD), Verlustquote bei Ausfall (Loss given Default - LGD)
         und effektive Restlaufzeit (Maturity Value - M) gemäß Teil 2 und der
         Forderungswert gemäß Teil 3 bestimmt.
   2.    Der risikogewichtete Forderungsbetrag für jede einzelne Forderung wird nach den
         nachstehenden Formeln berechnet:
   1.1.  Risikogewichtete Forderungsbeträge für Forderungen an Unternehmen und
         Institute sowie Zentralstaaten und Zentralbanken.
   3.    Vorbehaltlich der Nummern 4 bis 8 werden die risikogewichteten Forderungsbeträge
         für Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken nach
         den nachstehenden Formeln berechnet:
                                     0 .12 × (1 − EXP (− 50 * PD )) / (1 − EXP (− 50 )) + 0 .24 *
         Korrelation (R) =           [1 − (1 − EXP (− 50 * PD )) / (1 − EXP (− 50 ))]
         Laufzeitfaktor (b) = (0.11852 − 0.05478 * ln(PD ))
                                                                    2
         Risikogewicht                                          (RW)                                =
                  ( [                                                    ]
          LGD * N (1 − R ) * G (PD ) + (R / (1 − R )) * G (0.999 ) − PD * LGD *
                                −0.5                        0.5
                                                                                      )
         (1 − 1.5 * b ) −1
                           * (1 + (M − 2.5) * b ) *12.5 * 1.06
         N (x) bezeichnet die kumulative Verteilungsfunktion einer standardnormalverteilten
         Zufallsvariablen (d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass eine normalverteilte
         Zufallsvariable mit einem Erwartungswert von null und einer Standardabweichung
         von eins kleiner oder gleich x ist). G (z) bezeichnet die inverse kumulative
         Verteilungsfunktion einer standardnormalverteilten Zufallsvariablen (d.h. den Wert
         von x, so dass N (x) = z ist).
         Risikogewichteter Forderungsbetrag =                  RW * Forderungswert
   4.    Bei Unternehmen, die einer Gruppe mit einem konsolidierten Jahresumsatz von
         weniger als 50 Millionen EUR angehören, können die Kreditinstitute zur Berechnung
         der auf die Forderungen an diese Unternehmen anzuwendenden Risikogewichte
         folgende Korrelationsformel anwenden. In dieser Formel wird S als Jahresumsatz in
         Millionen Euro angegeben, wobei gilt: 5 Millionen EUR <= S <=50 Millionen EUR.
         Jahresumsätze von unter 5 Millionen EUR werden wie Umsätze von
DE                                                    28                                              DE
 ---pagebreak---       5 Millionen EUR behandelt. Bei angekauften Forderungen errechnet sich der
      konsolidierte Jahresumsatz aus dem gewichteten Durchschnitt der einzelnen
      Forderungen des Pools.
                          0 . 12 × (1 − EXP (− 50 * PD )) / (1 − EXP (− 50 )) + 0 . 24 *
      Korrelation (R) = [1 − (1 − EXP (− 50 * PD )) / (1 − EXP (− 50 ))]
                          − 0 . 04 * (1 − (S − 5 ) / 45 )
      Die Kreditinstitute ersetzen den konsolidierten Jahresumsatz durch die Bilanzsumme
      der konsolidierten Gruppe, wenn der konsolidierte Jahresumsatz kein sinnvoller
      Indikator für die Unternehmensgröße ist und die Bilanzsumme als Indikator
      sinnvoller ist als der konsolidierte Jahresumsatz.
   5. Im Falle von Spezialfinanzierungen, bei denen ein Kreditinstitut nicht nachweisen
      kann, dass seine PD-Schätzungen den Mindestanforderungen in Teil 4 entsprechen,
      wird den zugehörigen Forderungen ein Risikogewicht nach Tabelle 1 zugeordnet.
      Tabelle 1:
       Restlaufzeit           Katego-      Katego-        Katego-  Katego-     Katego-
                              rie 1        rie 2          rie 3    rie 4       rie 5
       Weniger         als 50 %            70 %           115 %    250 %       0%
       2,5 Jahre
       2,5 Jahre     oder 70 %             90 %           115 %    250 %       0%
       mehr
      Die zuständigen Behörden können einem Kreditinstitut gestatten, Forderungen der
      Kategorie 1 grundsätzlich ein günstigeres Risikogewicht von 50 % und Forderungen
      der Kategorie 2 grundsätzlich ein Risikogewicht von 70 % zuzuordnen, wenn der
      Abschluss der Finanzierungen durch das Kreditinstitut und andere Risikomerkmale
      deutlich positiver zu beurteilen sind, als es der jeweiligen Risikokategorie entspricht.
      Bei der Risikogewichtung von Spezialfinanzierungen berücksichtigen die Institute
      folgende Faktoren: Finanzkraft, politische und rechtliche Rahmenbedingungen,
      Transaktions- und/oder Forderungsmerkmale, Stärke des Geldgebers/Trägers unter
      Berücksichtigung etwaiger Einkünfte aus öffentlich-privaten Partnerschaften,
      Absicherung.
   6. Um für die für Unternehmen vorgesehene Behandlung in Frage zu kommen, müssen
      angekaufte Forderungen an Unternehmen den Mindestanforderungen in Teil 4
      Nummern 104 bis 108 entsprechen. Bei angekauften Forderungen an Unternehmen,
      die außerdem die Voraussetzungen unter Nummer 12 erfüllen, können die in Teil 4
      dargelegten Risikoquantifizierungsstandards für Retailforderungen angewandt
      werden,       wenn         die      Anwendung            der  in   Teil 4        dargelegten
      Risikoquantifizierungsstandards für Forderungen an Unternehmen eine
      unverhältnismäßige Belastung für ein Kreditinstitut darstellen würde.
DE                                               29                                                DE
 ---pagebreak---    7.   Bei angekauften Forderungen an Unternehmen können zurückzuzahlende
        Kaufpreisnachlässe, Sicherheiten oder Teilgarantien, die eine First-Loss-
        Absicherung gegen Ausfallverluste, Verwässerungsverluste oder beides bieten, als
        First-Loss-Positionen im Rahmen der IRB-Verbriefungsregeln behandelt werden.
   8.   Stellt ein Kreditinstitut eine Kreditabsicherung für einen Korb von Forderungen in
        der Weise, dass der n-te bei diesen Forderungen auftretende Ausfall die Zahlung
        auslöst und dieses Kreditereignis auch den Kontrakt beendet, so werden die in den
        Artikeln 94 bis 101 vorgeschriebenen Risikogewichte angewandt, wenn für das
        Produkt ein externes Rating einer anerkannten Ratingagentur vorliegt. Liegt für das
        Produkt kein Rating einer anerkannten Ratingagentur vor, so werden die
        Risikogewichte der im Korb enthaltenen Forderungen ohne n-1 Forderungen
        aggregiert, wobei die Summe des 12,5-fachen erwarteten Verlustbetrags und des
        risikogewichteten Forderungsbetrags den 12,5-fachen, durch das Kreditderivat
        abgesicherten Nominalbetrag nicht übersteigen darf. Die bei der Aggregation
        auszunehmenden n-1 Forderungen werden auf der Basis bestimmt, dass jede dieser
        Forderungen einen niedrigeren risikogewichteten Forderungsbetrag ergibt als den
        risikogewichteten Forderungsbetrag der in die Aggregation eingehenden
        Forderungen.
   1.2. Risikogewichtete Forderungsbeträge für Retailforderungen:
   9.   Vorbehaltlich der Nummern 10 und 11 werden die risikogewichteten
        Forderungsbeträge für Retail-Forderungen nach den nachstehenden Formeln
        berechnet:
                            0 . 03 × (1 − EXP (− 35 * PD )) / (1 − EXP (− 35 )) + 0 .16 *
        Korrelation (R) =
                            [1 − (1 − EXP (− 35 * PD )) / (1 − EXP (− 35 ))]
        Risikogewicht:
                ( [                                                ]             )
         LGD * N (1 − R ) * G (PD ) + (R / (1 − R )) * G (0.999) − PD * LGD *12.5 *1.06
                          −0.5                       0.5
        N (x) bezeichnet die kumulative Verteilungsfunktion einer standardnormalverteilten
        Zufallsvariablen (d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass eine normalverteilte
        Zufallsvariable mit einem Erwartungswert von null und einer Standardabweichung
        von eins kleiner oder gleich x ist). G (z) bezeichnet die inverse kumulative
        Verteilungsfunktion einer standardnormalverteilten Zufallsvariablen (d.h. den Wert
        von x, so dass N (x) = z ist).
        Risikogewichteter Forderungsbetrag =            RW * Forderungswert
   10.  Bei Retailforderungen, die durch Immobilien abgesichert sind, wird die nach der
        unter Nummer 9 angegebenen Formel ermittelte Korrelation durch eine Korrelation
        (R) von 0,15 ersetzt.
   11.  Bei qualifizierten revolvierenden Retailforderungen im Sinne der Buchstaben a) bis
        e) wird die nach der unter Nummer 9 angegebenen Formel ermittelte Korrelation
        durch eine Korrelation (R) von 0,04 ersetzt.
        Forderungen gelten als qualifizierte revolvierende Retailforderungen, wenn folgende
        Voraussetzungen erfüllt sind:
DE                                              30                                          DE
 ---pagebreak---        a)   Die Forderungen bestehen gegenüber natürlichen Personen
       b)   Die Kredite sind revolvierend, unbesichert und, solange sie nicht in Anspruch
            genommen wurden, vom Kreditinstitut jederzeit und unbedingt kündbar (in
            diesem Zusammenhang sind revolvierende Kredite definiert als Kredite, bei
            denen die Kreditinanspruchnahme bis zu einem von dem Kreditinstitut
            gesetzten Limit durch Inanspruchnahmen und Rückzahlungen nach dem freien
            Ermessen des Kunden schwanken darf). Nicht in Anspruch genommene
            Kreditlinien können als unbedingt kündbar angesehen werden, wenn die
            Vertragsbedingungen es dem Kreditinstitut erlauben, die nach dem
            Verbraucherschutzrecht und damit verbundenen Rechtsvorschriften
            bestehenden Kündigungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen.
       c)   Die maximale Forderung an eine Einzelperson in dem Unterportfolio beträgt
            100 000 EUR oder weniger.
       d)   Das Kreditinstitut kann nachweisen, dass die in diesem Absatz angegebene
            Korrelationsformel nur auf Portfolios angewandt wird, die im Vergleich zu den
            durchschnittlichen Verlustraten, vor allem in den niedrigen PD-Bereichen, eine
            geringe Verlustratenvolatilität aufweisen. Die Aufsichtsbehörden überprüfen
            die relative Volatilität der Verlustraten über die verschiedenen qualifizierten
            revolvierenden Retail-Unterportfolios und das gesamte qualifizierte
            revolvierende Retail-Portfolio hinweg und zeigen sich bereit, Informationen
            über die typischen Merkmale qualifizierter revolvierender Retail-Verlustraten
            über die Rechtsräume hinweg auszutauschen.
       e)   Die zuständige Behörde ist überzeugt, dass die Behandlung als qualifizierte
            revolvierende Retailforderung den zugrunde liegenden Risikomerkmalen des
            Unterportfolios entspricht.
   12. Um für die Retail-Behandlung in Frage zu kommen, müssen angekaufte Forderungen
       die Mindestanforderungen in Teil 4 Nummer 104 bis 108 sowie die folgenden
       Voraussetzungen erfüllen:
       a)   Das Kreditinstitut hat die Forderungen von einer dritten Partei gekauft, zu der
            keinerlei gesellschaftsrechtliche Verbindungen bestehen, und die Forderung
            des Kreditinstituts gegenüber dem Schuldner beinhaltet keinerlei Forderungen,
            an deren Zustandekommen das Kreditinstitut direkt oder indirekt beteiligt war.
       b)   Die Forderungen müssen im Rahmen eines zu marktüblichen Konditionen
            geschlossenen Geschäfts zwischen Forderungsverkäufer und Schuldner
            entstanden sein. Als solches sind gegenläufige firmeninterne Kontoforderungen
            und Forderungen auf Verrechnungskonten zwischen Firmen, die in
            wechselseitigen Kauf- und Verkaufsbeziehungen stehen, nicht zulässig.
       c)   Das ankaufende Kreditinstitut hat einen Anspruch auf alle Erträge aus den
            angekauften Forderungen oder einen Pro-rata-Anspruch auf diese Erträge.
       d)   Das Portfolio der angekauften Forderungen ist hinreichend diversifiziert.
DE                                          31                                              DE
 ---pagebreak---    13.    Bei angekauften Forderungen können zurückzuzahlende Kaufpreisnachlässe,
          Sicherheiten oder Teilgarantien, die eine First-Loss-Absicherung gegen
          Ausfallverluste, Verwässerungsverluste oder beides bieten, als First-Loss-Positionen
          im Rahmen der IRB-Verbriefungsregeln behandelt werden.
   14.    Bei gemischten Pools angekaufter Retailforderungen, bei denen das ankaufende
          Kreditinstitut durch Immobilien besicherte Forderungen und qualifizierte
          revolvierende Retailforderungen nicht von anderen Retailforderungen trennen kann,
          wird      die     Risikogewichtsfunktion     angewandt,      die     die    höchste
          Eigenkapitalanforderung für diese Forderungen nach sich zieht.
   1.3.   Risikogewichtete Forderungsbeträge für Beteiligungspositionen:
   15.    Mit Genehmigung der zuständigen Behörden kann ein Kreditinstitut unterschiedliche
          Ansätze auf unterschiedliche Portfolios anwenden, wenn es intern verschiedene
          Ansätze anwendet. Wird einem Kreditinstitut die Anwendung unterschiedlicher
          Ansätze gestattet, so weist es gegenüber den zuständigen Behörden nach, dass die
          entsprechenden         Entscheidungen     konsistent     und        nicht      durch
          Kapitalarbitrageüberlegungen motiviert sind.
   16.    Ungeachtet Nummer 15 können die zuständigen Behörden gestatten, dass die
          Bestimmung der risikogewichteten Forderungsbeträge für Beteiligungspositionen
          gegenüber Unternehmen, die ergänzende Dienstleistungen erbringen, auf dieselbe
          Weise erfolgt wie bei sonstigen Aktiva, bei denen es sich nicht um
          Kreditverpflichtungen handelt.
   1.3.1. Einfacher Risikogewichtungsansatz
   17.    Die risikogewichteten Forderungsbeträge werden nach der folgenden Formel
          berechnet:
          Risikogewicht (RW) = 190 % für Private Beteiligungspositionen in hinreichend
          diversifizierten Portfolios
          Risikogewicht (RW) = 290 % für börsengehandelte Beteiligungspositionen
          Risikogewicht (RW) = 370 % für alle sonstigen Beteiligungspositionen
          Risikogewichteter Forderungsbetrag =      RW * Forderungswert
   18.    Kassa-Short-Positionen und derivative Instrumente, die nicht im Handelsbuch
          gehalten werden, dürfen mit Long-Positionen in der gleichen Aktie verrechnet
          werden, wenn diese Instrumente ausdrücklich als Hedgeposition für bestimmte
          Beteiligungen benutzt werden und eine Absicherung für mindestens ein weiteres Jahr
          bieten. Andere Short-Positionen sind wie Long-Positionen zu behandeln, wobei das
          entsprechende Risikogewicht auf den absoluten Wert einer jeden Position
          anzuwenden ist. Bei laufzeitinkongruenten Positionen ist dieselbe Methode
          anzuwenden wie bei Forderungen an Unternehmen.
   19.    Die Kreditinstitute können eine Besicherung von Beteiligungspositionen ohne
          Sicherheitsleistung nach den in den Artikeln 90 bis 93 dargelegten Methoden
          anerkennen.
DE                                             32                                              DE
 ---pagebreak---    1.3.2. PD/LGD-Ansatz
   20.    Die risikogewichteten Forderungsbeträge werden nach den unter Nummer 3
          angegebenen Formeln berechnet. Verfügen die Kreditinstitute nicht über
          ausreichende Informationen, um die Ausfalldefinition in Teil 4 Nummer 44 bis 48
          anzuwenden, so wird auf die Risikogewichte ein Skalierungsfaktor von 1,5
          angewandt.
   21.    Auf der Ebene der einzelnen Forderung darf die Summe des 12,5-fachen erwarteten
          Verlustbetrags und des risikogewichteten Forderungsbetrags den 12,5-fachen
          Forderungswert nicht übersteigen.
   22.    Die Kreditinstitute können eine Besicherung von Beteiligungspositionen ohne
          Sicherheitsleistung nach den in den Artikeln 90 bis 93 dargelegten Methoden
          anerkennen. Dabei ist für die Forderung an den Sicherungsgeber eine LGD von 90 %
          vorgegeben. Bei privaten Beteiligungspositionen in hinreichend diversifizierten
          Portfolios kann eine LGD on 65 % angewandt werden. Für diese Zwecke wird M
          gleich 5 Jahre unterstellt.
   1.3.3. Auf internen Modellen basierender Ansatz
   23.    Die risikogewichteten Forderungsbeträge entsprechen dem potenziellen Verlust aus
          den Beteiligungspositionen des Instituts, der mittels interner Value-at-Risk-Modelle
          bezogen auf die Differenz zwischen den vierteljährlichen Ertragsraten und einem
          angemessenen risikolosen Zinssatz bei einem einseitigen 99 %igen Konfidenzniveau
          auf der Basis einer langfristigen Zeitreihe für die Risikofaktoren, multipliziert mit
          12,5, ermittelt wird. Die risikogewichteten Forderungsbeträge auf der Ebene der
          einzelnen Forderung dürfen nicht geringer sein als die Summe der nach dem
          PD/LGD-Ansatz vorgeschriebenen minimalen risikogewichteten Forderungsbeträge
          und der entsprechenden erwarteten Verlustbeträge, multipliziert mit 12,5.
   24.    Die Kreditinstitute können eine Besicherung von Beteiligungspositionen ohne
          Sicherheitsleistung anerkennen.
   1.4.   Risikogewichtete Forderungsbeträge für sonstige Aktiva, bei denen es sich nicht
          um Kreditverpflichtungen handelt
   25.    Die risikogewichteten Forderungsbeträge werden nach folgender Formel berechnet:
          Risikogewichteter Forderungsbetrag = 100% * Forderungswert
   2.     BERECHNUNG DER RISIKOGEWICHTETEN FORDERUNGSBETRÄGE                         FÜR   DAS
          VERWÄSSERUNGSRISIKO ANGEKAUFTER FORDERUNGEN
   26.    Risikogewichte für das Verwässerungsrisiko            angekaufter  Forderungen    an
          Unternehmen und angekaufter Retailforderungen:
          Die Risikogewichte werden nach der unter Nummer 3 angegebenen Formel
          berechnet. Die Parameter PD und LGD werden gemäß Teil 2 bestimmt, der
          Forderungswert gemäß Teil 3 und M wird gleich 1 Jahr gesetzt. Können die
DE                                             33                                               DE
 ---pagebreak---             Kreditinstitute gegenüber den zuständigen Behörden nachweisen, dass das
            Verwässerungsrisiko unerheblich ist, so braucht es nicht berücksichtigt zu werden.
   3.       BERECHNUNG DER ERWARTETEN VERLUSTBETRÄGE
   27.      Sofern nicht anders angegeben, werden die Parameter PD und LGD gemäß Teil 2
            und der Forderungswert gemäß Teil 3 bestimmt.
   28.      Die erwarteten Verlustbeträge für Forderungen an Unternehmen, Institute,
            Zentralstaaten und Zentralbanken sowie Retailforderungen werden nach den
            folgenden Formeln berechnet:
            Erwarteter Verlust (EL) =      PD × LGD
            Erwarteter Verlustbetrag = EL × Forderungswert
            Aufschläge gegenüber pari bei angekauften Forderungen werden als EL behandelt.
   29.      Die EL-Werte für Spezialfinanzierungen, die von den Kreditinstituten nach den in
            Absatz 5 beschriebenen Methoden risikogewichtet werden, werden gemäß Tabelle 2
            bestimmt.
            Tabelle 2
    Restlaufzeit           Katego-      Katego-    Katego-    Katego-     Katego-
                           rie 1        rie 2      rie 3      rie 4       rie 5
    Weniger           als 0 %           5%         35 %       100 %       625 %
    2,5 Jahre
    2,5 Jahre oder mehr 5 %             10 %       35 %       100 %       625 %
    EL
            Haben die zuständigen Behörden einem Kreditinstitut gestattet, grundsätzlich ein
            günstigeres Risikogewicht von 50 % auf Forderungen der Kategorie 1 und von 70 %
            auf Forderungen der Kategorie 2 anzuwenden, so wird für die Forderungen der
            Kategorie 1 ein EL-Wert von 0 % und für Forderungen der Kategorie 2 ein EL-Wert
            von 5 % angesetzt.
   30.      Die erwarteten Verlustbeträge für Beteiligungspositionen, bei denen die
            risikogewichteten Forderungsbeträge nach den unter den Nummern 17 bis 19
            dargelegten Methoden berechnet werden, werden nach folgender Formel berechnet:
            Erwarteter Verlustbetrag = EL × Forderungswert
            Die EL-Werte werden wie folgt angesetzt:
            Erwarteter Verlust (EL) =      10 % für Private Beteiligungspositionen in hinreichend
            diversifizierten Portfolios
DE                                                34                                              DE
 ---pagebreak---        Erwarteter Verlust (EL) =   10 % für börsengehandelte Beteiligungspositionen
       Erwarteter Verlust (EL) =   30 % für alle übrigen Beteiligungspositionen
   31. Die erwarteten Verlustbeträge für Beteiligungspositionen, bei denen die
       risikogewichteten Forderungsbeträge nach den unter den Nummern 20 bis 22
       dargelegten Methoden berechnet werden, werden nach folgender Formel berechnet:
       Erwarteter Verlust (EL) =   PD × LGD
       Erwarteter Verlustbetrag = EL × Forderungswert
   32. Die erwarteten Verlustbeträge für Beteiligungspositionen, bei denen die
       risikogewichteten Forderungsbeträge nach den unter den Nummern 23 bis 24
       dargelegten Methoden berechnet werden, werden mit 0 % angesetzt.
   33. Der erwartete Verlustbetrag für das Verwässerungsrisiko angekaufter Forderungen
       wird nach folgender Formel berechnet:
       Erwarteter Verlust (EL) =   PD × LGD
       Erwarteter Verlustbetrag = EL × Forderungswert
   4.  BEHANDLUNG ERWARTETER VERLUSTBETRÄGE
   34. Die nach den Nummern 28, 29 und 33 berechneten erwarteten Verlustbeträge werden
       von der Summe der für die entsprechenden Forderungen vorgenommenen
       Wertberichtigungen und Rückstellungen abgezogen. Kaufpreisnachlässe bei
       angekauften Forderungen gemäß Teil 3 Nummer 1 werden auf dieselbe Weise
       behandelt wie Wertberichtigungen, Aufschläge gegenüber pari bei angekauften
       Forderungen gemäß Teil 3 Absatz 1 werden zu den erwarteten Verlustbeträgen
       hinzuaddiert. Erwartete Verlustbeträge für verbriefte Forderungen sowie
       Wertberichtigungen und Rückstellungen im Zusammenhang mit diesen Forderungen
       werden nicht in diese Berechnung einbezogen.
DE                                         35                                          DE
 ---pagebreak---                                Teil 2 - PD, LGD und Laufzeit
   1.   Die Parameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), Verlustquote bei Ausfall (LGD) und
        effektive Restlaufzeit (M) für die Berechnung der risikogewichteten
        Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge gemäß Teil 1 werden von dem
        Kreditinstitut gemäß Teil 4 nach folgenden Vorgaben geschätzt:
   1.   FORDERUNGEN AN           UNTERNEHMEN,      INSTITUTE,    ZENTRALSTAATEN       UND
        ZENTRALBANKEN
   1.1. PD
   2.   Die PD einer Forderung an ein Unternehmen oder Institut beträgt mindestens 0,03 %.
   3.   Bei angekauften Unternehmensforderungen, bei denen ein Kreditinstitut nicht
        nachweisen kann, dass seine PD-Schätzungen die Mindestanforderungen in Teil 4
        erfüllen, werden die PDs für diese Forderungen nach den folgenden Methoden
        bestimmt: Bei vorrangigen Ansprüchen auf angekaufte Unternehmensforderungen ist
        die PD der vom Kreditinstitut geschätzte EL, geteilt durch die LGD dieser
        Forderungen.        Bei      nachrangigen     Ansprüchen        auf     angekaufte
        Unternehmensforderungen ist die PD der vom Kreditinstitut geschätzte EL.
        Kreditinstitute, die für Forderungen an Unternehmen eigene LGD-Schätzungen
        verwenden        dürfen     und      ihre   EL-Schätzungen       für    angekaufte
        Unternehmensforderungen verlässlich in PDs und LGDs auflösen können, dürfen die
        eigenen PD-Schätzungen verwenden.
   4.   Die PD von in Verzug geratenen Schuldnern beträgt 100 %.
   5.   Die Kreditinstitute können eine Besicherung ohne Sicherheitsleistung bei der PD
        gemäß den Artikeln 90 bis 93 berücksichtigen.
   6.   Kreditinstitute, die eigene LGD-Schätzungen verwenden, können eine Besicherung
        ohne Sicherheitsleistung durch Anpassung der PDs vorbehaltlich Nummer 11
        berücksichtigen.
   7.   Für das Verwässerungsrisiko angekaufter Unternehmensforderungen wird die PD der
        EL-Schätzung für das Verwässerungsrisiko gleichgesetzt. Kreditinstitute, die für
        Forderungen an Unternehmen eigene LGD-Schätzungen verwenden dürfen und ihre
        EL-Schätzungen für das Verwässerungsrisiko angekaufter Unternehmensforderungen
        verlässlich in PDs und LGDs auflösen können, dürfen die eigenen PD-Schätzungen
        verwenden.
   1.2. LGD
   8.   Die Kreditinstitute setzen folgende LGD-Werte an:
        a)    Vorrangige Forderungen ohne anerkannte Sicherheit: 45 %.
        b)    Nachrangige Forderungen ohne anerkannte Sicherheit: 75 %.
DE                                            36                                           DE
 ---pagebreak---         c)    Die Kreditinstitute können Besicherungen mit und ohne Sicherheitsleistung bei
              der LGD im Einklang mit den Artikeln 90 bis 93 berücksichtigen.
        d)    Bei gedeckten Schuldverschreibungen im Sinne von Anhang VI Teil 1
              Nummer 65 bis 67 kann ein LGD-Wert von 12,5 % angesetzt werden.
        e)    Vorrangige angekaufte Unternehmensforderungen, wenn das Kreditinstitut
              nicht nachweisen kann, dass seine PD-Schätzungen die Mindestanforderungen
              in Teil 4 erfüllen: 45 %.
        f)    Nachrangige angekaufte Unternehmensforderungen, wenn das Kreditinstitut
              nicht nachweisen kann, dass seine PD-Schätzungen die Mindestanforderungen
              in Teil 4 erfüllen: 100 %.
        g)    Verwässerungsrisiko angekaufter Unternehmensforderungen: 75 %
   9.   Kreditinstitute, die für Forderungen an Unternehmen eigene LGD-Schätzungen
        verwenden        dürfen      und     ihre    EL-Schätzungen       für    angekaufte
        Unternehmensforderungen verlässlich in PDs und LGDs auflösen können, dürfen
        ungeachtet Nummer 8 für das Verwässerungs- und Ausfallrisiko die eigene LGD-
        Schätzung für angekaufte Unternehmensforderungen verwenden.
   10.  Kreditinstitute, die für Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und
        Zentralbanken eigene LGD-Schätzungen verwenden dürfen, können eine
        Besicherung ohne Sicherheitsleistung ungeachtet Nummer 8 durch Anpassung der
        PD- bzw. LGD-Schätzungen berücksichtigen, sofern die Mindestanforderungen in
        Teil 4 erfüllt sind und eine Genehmigung der zuständigen Behörden vorliegt. Ein
        Kreditinstitut darf garantierten Forderungen nicht in der Weise angepasste PDs oder
        LGDs zuordnen, dass das angepasste Risikogewicht niedriger wäre als das
        Risikogewicht einer vergleichbaren direkten Forderung an den Garantiegeber.
   1.3. Laufzeit
   11.  Vorbehaltlich Nummer 12 setzen die Kreditinstitute für Forderungen aus
        Pensionsgeschäften und Wertpapier- oder Warenleihgeschäften eine effektive
        Restlaufzeit (M) von 0,5 Jahren und für alle übrigen Forderungen eine M von
        2,5 Jahren an. Die zuständigen Behörden können verlangen, dass alle von ihnen
        beaufsichtigten Kreditinstitute M für jede Forderung gemäß Nummer 12 bestimmen.
   12.  Kreditinstitute, die eigene LGDs bzw. eigene Umrechnungsfaktoren für Forderungen
        an Unternehmen, Institute oder Zentralstaaten und Zentralbanken verwenden dürfen,
        berechnen M für jede dieser Forderungen gemäß den Buchstaben a) bis e) und
        vorbehaltlich der Nummern 13 bis 15. In keinem Falle ist M größer als 5 Jahre.
        a)    Bei einem Instrument mit einem festgelegten Zins- und Tilgungsplan wird M
              nach der folgenden Formel berechnet:
              M = MAX{1; MIN{ ∑ t * CFt / ∑ CFt ; 5}}
                                     t          t
              wobei CFt den vertraglichen Cash Flow (Nominalbetrag, Zinsen und Gebühren)
              bezeichnet, die der Schuldner in Periode t zu leisten hat.
DE                                            37                                            DE
 ---pagebreak---         b)    Im Fall von Derivaten, die einer Netting-Rahmenvereinbarung unterliegen, ist
              M die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Forderung, wobei M
              mindestens 1 Jahr beträgt. Für die Gewichtung der Laufzeit wird der jeweilige
              Nominalbetrag der einzelnen Transaktion herangezogen.
        c)    Für Forderungen aus Pensionsgeschäften und Wertpapier- oder
              Warenleihgeschäften, die einer Netting-Rahmenvereinbarung unterliegen, ist
              M die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Transaktionen, wobei M
              mindestens 5 Tage beträgt. Für die Gewichtung der Laufzeit wird der jeweilige
              Nominalbetrag der einzelnen Transaktion herangezogen.
        d)    Dürfen Kreditinstitute für angekaufte Unternehmensforderungen eigene
              PD-Schätzungen verwenden, so ist M bei in Anspruch genommenen Beträgen
              gleich der gewichteten durchschnittlichen Laufzeit der angekauften
              Forderungen, wobei M mindestens 1 Jahr beträgt. Der gleiche Wert von M
              wird auch für nicht in Anspruch genommene Beträge im Rahmen einer
              Ankaufszusage verwendet, sofern die Fazilität wirksame Vertragsbestandteile,
              Auslöser für eine vorzeitige Tilgung oder andere Merkmale enthält, die das
              ankaufende Kreditinstitut über die gesamte Fazilitätslaufzeit gegen wesentliche
              Qualitätsverschlechterungen zukünftiger Forderungen absichern. Fehlen solche
              wirksamen Absicherungen, so errechnet sich M für die ungenutzten Beträge als
              Summe aus der langfristigsten möglichen Forderung, die unter die
              Kaufvereinbarung fällt, und der Restlaufzeit der Fazilität, wobei M mindestens
              1 Jahr beträgt.
        e)    Bei allen anderen als den in dieser Nummer genannten Instrumenten oder wenn
              ein Kreditinstitut M nicht gemäß Buchstabe a) berechnen kann, ist M gleich
              der maximalen Zeitspanne (in Jahren), die dem Schuldner zur vollständigen
              Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten zur Verfügung steht, mindestens
              jedoch gleich 1 Jahr.
   13.  Ungeachtet Nummer 12 Buchstaben a), b), d) und e) ist bei kurzfristigen, von den
        zuständigen Behörden bestimmten Forderungen mit einer Restlaufzeit von unter
        einem Jahr, die nicht Teil einer fortlaufenden Finanzierung des Schuldners durch das
        Kreditinstitut sind, M mindestens gleich 1 Tag.
   14.  Bei Forderungen an Unternehmen mit Sitz in der Gemeinschaft sowie einem
        konsolidierten Jahresumsatz und einer konsolidierten Bilanzsumme von weniger als
        500 Millionen EUR können die zuständigen Behörden die Verwendung von M
        gemäß Nummer 11 gestatten.
   15.  Laufzeitinkongruenzen werden gemäß den Artikeln 90 bis 93 behandelt.
   2.   RETAILFORDERUNGEN
   2.1. PD
   16.  Die PD einer Forderung beträgt mindestens 0,03 %.
   17.  Die PD von in Verzug geratenen Schuldnern bzw. bei einem von Fazilitäten
        ausgehenden Ansatz von überfälligen Forderungen beträgt 100 %.
DE                                             38                                             DE
 ---pagebreak---    18.  Für das Verwässerungsrisiko angekaufter Forderungen wird die PD den
        EL-Schätzungen für das Verwässerungsrisiko gleichgesetzt. Kann ein Kreditinstitut
        seine EL-Schätzungen für das Verwässerungsrisiko angekaufter Forderungen
        verlässlich in PDs und LGDs auflösen, so kann die PD-Schätzung verwendet werden.
   19.  Eine Besicherung ohne Sicherheitsleistung kann durch Anpassung der PDs gemäß
        Nummer 21 berücksichtigt werden.
   2.2. LGD
   20.  Die Kreditinstitute liefern eigene LGD-Schätzungen vorbehaltlich der
        Mindestanforderungen in Teil 4 und der Genehmigung der zuständigen Behörden.
        Für das Verwässerungsrisiko angekaufter Forderungen wird ein LGD-Wert von 75 %
        angesetzt. Kann ein Kreditinstitut seine EL-Schätzungen für das
        Verwässerungsrisiko angekaufter Forderungen verlässlich in PDs und LGDs
        auflösen, so kann die PD-Schätzung verwendet werden.
   21.  Eine Besicherung ohne Sicherheitsleistung kann durch Anpassung der PD- und
        LGD-Schätzungen vorbehaltlich der Mindestanforderungen in Teil 4 Nummer 95 bis
        103 sowie der Genehmigung durch die zuständigen Behörden für eine
        Einzelforderung oder einen Forderungspool berücksichtigt werden. Ein Kreditinstitut
        darf garantierten Forderungen nicht in der Weise angepasste PDs oder LGDs
        zuordnen, dass das angepasste Risikogewicht geringer wäre als das Risikogewicht
        einer vergleichbaren direkten Forderung an den Garantiegeber.
   3.   BETEILIGUNGSPOSITIONEN NACH DER PD/LGD-METHODE
   3.1. PD
   22.  Die PDs werden nach den für Forderungen an Unternehmen geltenden Methoden
        bestimmt.
        Es gelten folgende Mindest-PDs:
        a)    0,09 % für börsengehandelte Beteiligungspositionen, wenn die Beteiligung im
              Rahmen einer langjährigen Kundenbeziehung eingegangen wird,
        b)    0,09 % für nicht börsengehandelte Beteiligungspositionen, bei denen die
              Erträge auf normalen periodischen Cash Flows und nicht auf Kursgewinnen
              basieren,
        c)    0,40 % für börsengehandelte Beteiligungspositionen einschließlich sonstiger
              Short-Positionen gemäß Teil 1 Nummer 17,
        d)    1,25 % für alle übrigen Beteiligungspositionen einschließlich sonstiger Short-
              Positionen gemäß Teil 1 Nummer 17.
   3.2. LGD
   23.  Bei Privaten Beteiligungspositionen in hinreichend diversifizierten Portfolios kann
        die LGD mit 65 % angesetzt werden.
DE                                           39                                              DE
 ---pagebreak---    24.  Bei allen übrigen Positionen wird die LGD mit 90 % angesetzt.
   3.3. Laufzeit
   25.  M wird bei allen Positionen mit 5 Jahren angesetzt.
DE                                           40                       DE
 ---pagebreak---                                 Teil 3 - Forderungswert
   1. FORDERUNGEN AN UNTERNEHMEN, INSTITUTE,                     ZENTRALSTAATEN        UND
      ZENTRALBANKEN SOWIE RETAILFORDERUNGEN
   1. Sofern nicht anders angegeben, wird der Wert bilanzieller Forderungen vor Abzug
      von Wertberichtigungen bemessen. Diese Regel gilt auch für Vermögenswerte, die
      zu einem anderen Preis als dem geschuldeten Betrag angekauft wurden. Bei
      angekauften Vermögenswerten wird die Differenz zwischen dem geschuldeten
      Betrag und dem Nettobuchwert in der Bilanz des Kreditinstituts als Abschlag
      bezeichnet, wenn die Forderung größer ist, und als Prämie, wenn sie kleiner ist.
   2. Macht ein Kreditinstitut bei Pensionsgeschäften/Wertpapierleihgeschäften von
      Netting-Rahmenvereinbarungen Gebrauch, so wird der Forderungswert gemäß den
      Artikeln 90 bis 93 berechnet.
   3. Bei einem Netting von bilanzierten Krediten und Einlagen wenden die Kreditinstitute
      die in den Artikeln 90 bis 93 beschriebenen Methoden zur Berechnung des
      Forderungswerts an.
   4. Bei einem Leasing           entspricht   der   Forderungswert     dem    abgezinsten
      Leasingzahlungsstrom.
   5. Bei den in Anhang IV aufgeführten Posten wird der Forderungswert nach einer der
      beiden in Anhang III beschriebenen Methoden bestimmt.
   6. Der Forderungswert zur Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge
      angekaufter Forderungen ist der ausstehende Betrag abzüglich der
      Eigenkapitalanforderungen für das Verwässerungsrisiko vor Anwendung von
      Risikominderungstechniken.
   7. Ungeachtet Nummer 5 sind an anerkannten Börsen gehandelte Kontrakte und
      Devisenkontrakte (mit Ausnahme von Goldkontrakten) mit einer ursprünglichen
      Laufzeit von 14 Kalendertagen oder weniger von der Anwendung der in Anhang III
      dargelegten Methoden ausgenommen und werden mit einem Forderungswert von
      null angesetzt.
   8. Ungeachtet Nummer 5 können die zuständigen Behörden von einer Clearingstelle
      verrechnete nicht börsengehandelte Kontrakte (OTC-Kontrakte) von der Anwendung
      der in Anhang III dargelegten Methoden freistellen und mit einem Forderungswert
      von null ansetzen, wenn die Clearingstelle als Gegenpartei fungiert und alle
      Teilnehmer die Forderungen, die sie an die Clearingstelle weiterreichen, täglich in
      voller Höhe besichern und somit eine Absicherung stellen, die sowohl den aktuellen
      Wiederbeschaffungswert als auch potenzielle künftige Forderungen abdeckt.
      Als Absicherung werden anerkannt:
      a)    Sicherheiten, die ein Risikogewicht von 0 % erhalten,
      b)    beim kreditgebenden Kreditinstitut hinterlegte Bareinlagen,
DE                                          41                                             DE
 ---pagebreak---        c)    Einlagenzertifikate oder ähnliche Instrumente, die vom kreditgebenden
             Kreditinstitut emittiert wurden und bei diesem hinterlegt sind.
       Das Risiko, dass die Risikopositionen der Clearingstelle über den Marktwert der
       gestellten Sicherheit hinaus anwachsen könnten, muss nach Überzeugung der
       zuständigen Behörden ausgeschlossen sein.
   9.  Der Forderungswert nicht in Anspruch genommener angekaufter Zusagen
       revolvierender angekaufter Unternehmensforderungen wird berechnet als der
       zugesagte, jedoch nicht in Anspruch genommene Betrag, multipliziert mit 75 %.
   10. Bei Forderungen in Form von Wertpapieren oder Waren, die im Rahmen eines
       Pensions- oder Wertpapier- oder Warenleihgeschäfts veräußert, hinterlegt oder
       verliehen werden, ist der Forderungsbetrag der nach Artikel 74 ermittelte Wert der
       Wertpapiere oder Waren. Wird die umfassende Methode zur Berücksichtigung
       finanzieller Sicherheiten nach Anhang VIII Teil 3 angewandt, so wird der
       Forderungswert um die danach als angemessen anzusehende Volatilitätsanpassung
       heraufgesetzt.
   11. In den nachstehend aufgeführten Fällen wird der Forderungswert definiert als der
       zugesagte, jedoch nicht in Anspruch genommene Betrag, multipliziert mit einem
       Umrechnungsfaktor.
       Die Kreditinstitute wenden folgende Umrechnungsfaktoren an:
       a)    Bei Kreditlinien, die jederzeit unbedingt kündbar sind oder die eine
             automatische Kündigung durch das Kreditinstitut ohne vorherige
             Benachrichtigung vorsehen, wird ein Umrechnungsfaktor von 0 % angewandt.
             Um einen Umrechnungsfaktor von 0 % anwenden zu können, müssen die
             Kreditinstitute die finanzielle Situation des Schuldners aktiv überwachen und
             ihre internen Kontrollsysteme so gestalten, dass sie eine Verschlechterung der
             Schuldnerbonität sofort feststellen können. Nicht in Anspruch genommene
             Retailkreditlinien können als unbedingt kündbar angesehen werden, wenn die
             Vertragsbedingungen es dem Kreditinstitut erlauben, die nach dem
             Verbraucherschutzrecht und damit verbundenen Rechtsvorschriften
             bestehenden Kündigungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen.
       b)    Auf kurzfristige Handelsakkreditive, die aus dem Transfer von Waren
             entstehen, wird sowohl vom eröffnenden als auch vom bestätigenden Institut
             ein Umrechnungsfaktor von 20 % angewandt.
       c)    Auf sonstige Kreditlinien, Note Issuance Facilities (NIFs) und Revolving
             Underwriting Facilities (RUFs) wird ein Umrechnungsfaktor von 75 %
             angewandt.
       d)    Kreditinstitute, die die Mindestvoraussetzungen für die Verwendung eigener
             Schätzungen von Umrechnungsfaktoren gemäß Teil 4 erfüllen, können mit
             Genehmigung der zuständigen Behörden ihre eigenen Schätzungen der
             Umrechnungsfaktoren für die verschiedenen Produktarten verwenden.
DE                                           42                                             DE
 ---pagebreak---    12. Bezieht sich eine Zusage auf die Prolongation einer anderen Zusage, so wird der
       niedrigere der für die beiden Zusagen geltenden Umrechnungsfaktoren verwendet.
   13. Bei allen sonstigen außerbilanziellen Posten nach den Nummern 1 bis 11 wird der
       Forderungswert nach Anhang II bestimmt.
   2.  BETEILIGUNGSPOSITIONEN
   14. Der Forderungswert einer Beteiligung entspricht dem im Jahresabschluss
       ausgewiesenen Wert. Die Forderungswerte einer Beteiligung können wie folgt
       bemessen werden:
       a)    Bei zum Fair Value bilanzierten Beteiligungen, bei denen Wertänderungen
             unmittelbar erfolgswirksam werden und sich auf das Eigenkapital auswirken,
             entspricht der Forderungswert dem in der Bilanz ausgewiesenen Fair Value.
       b)    Bei zum Fair Value bilanzierten Beteiligungen, bei denen Wertänderungen
             zwar nicht unmittelbar erfolgswirksam werden, die aber statt dessen in einen
             steuerbereinigten     Eigenkapitalbestandteil   einfließen,  entspricht   der
             Forderungswert dem in der Bilanz ausgewiesenen Fair Value.
       c)    Bei nach Anschaffungskosten oder dem Niederstwertprinzip bilanzierten
             Beteiligungen entspricht der Forderungswert den in der Bilanz ausgewiesenen
             Anschaffungskosten oder Marktwerten.
   3.  SONSTIGE AKTIVA,       BEI DENEN ES SICH NICHT UM        KREDITVERPFLICHTUNGEN
       HANDELT
   15. Der Forderungswert sonstiger Aktiva, bei denen es sich nicht                    um
       Kreditverpflichtungen handelt, ist der in den Abschlüssen ausgewiesene Wert.
DE                                          43                                             DE
 ---pagebreak---                      Teil 4 – Mindestanforderungen für den IRB-Ansatz
   1.     RATINGSYSTEME
   1.     Ein ‘Ratingsystem’ umfasst alle Methoden, Prozesse, Kontrollen, Datenerhebungs-
          und DV-Systeme, die zur Bestimmung von Kreditrisiken, zur Zuordnung von
          Forderungen zu (Bonitäts-)Klassen oder Pools (Rating) sowie zur Quantifizierung
          von Ausfall- und Verlustschätzungen für bestimmte Forderungsarten dienen.
   2.     Wendet ein Kreditinstitut mehrere unterschiedliche Ratingsysteme an, so werden die
          Kriterien für die Zuordnung eines Schuldners oder einer Transaktion zu einem
          Ratingsystem dokumentiert und in einer Weise angewandt, die das jeweilige
          Risikoprofil angemessen widerspiegelt.
   3.     Die Zuordnungskriterien und –verfahren werden in regelmäßigen Abständen
          daraufhin überprüft, ob sie dem jeweiligen Portfolio und den externen Bedingungen
          noch angemessen sind.
   1.1.   Aufbau der Ratingsysteme
   4.     Verwendet ein Kreditinstitut direkte Schätzungen der Risikoparameter, so können
          die Ergebnisse als Stufen einer stetigen Ratingskala betrachtet werden.
   1.1.1. Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   5.     Ein Ratingsystem trägt den Risikomerkmalen sowohl des Schuldners als auch der
          Transaktion Rechnung.
   6.     Ein Ratingsystem beinhaltet eine Schuldner-Ratingskala, die ausschließlich die
          Quantifizierung des Ausfallrisikos des Schuldners widerspiegelt. Die Schuldner-
          Ratingskala umfasst mindestens 7 Klassen für nicht ausgefallene Schuldner und eine
          Klasse für ausgefallene Schuldner.
   7.     Eine ‘Schuldnerklasse’ ist definiert als eine Einstufung in der Schuldner-Ratingskala
          des Ratingsystems auf der Grundlage verschiedener spezifischer Ratingkriterien, aus
          denen die Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) abgeleitet werden
          können. Die Kreditinstitute dokumentieren das Verhältnis der verschiedenen
          Schuldnerklassen zueinander, indem sie jeweils die Höhe des Ausfallrisikos angeben,
          das die entsprechende Klasse impliziert, und die Kriterien, anhand deren die Höhe
          des Ausfallrisikos bestimmt wird.
   8.     Kreditinstitute, deren Portfolios auf ein bestimmtes Marktsegment und eine
          bestimmte Bandbreite des Ausfallrisikos konzentriert sind, bilden innerhalb dieser
          Bandbreite eine ausreichende Anzahl von Schuldnerklassen, um eine übermäßige
          Konzentration von Schuldnern in bestimmten Klassen zu vermeiden. Bei erheblichen
          Konzentrationen in einer Schuldnerklasse wird durch überzeugende empirische
          Nachweise belegt, dass diese Schuldnerklasse eine hinreichend enge PD-Bandbreite
          umfasst und das Ausfallrisiko aller Schuldner dieser Klasse innerhalb dieser
          Bandbreite liegt.
DE                                              44                                              DE
 ---pagebreak---    9.     Damit die Verwendung eigener LGD-Schätzungen zur Berechnung der
          Eigenkapitalanforderung von den zuständigen Behörden anerkannt werden kann,
          muss ein Ratingsystem eine Fazilitäts-Ratingskala umfassen, die ausschließlich die
          LGD-bezogenen Transaktionsmerkmale widerspiegelt.
   10.    Damit die Verwendung eigener Schätzungen der Umrechnungsfaktoren zur
          Berechnung der Eigenkapitalanforderung von den zuständigen Behörden anerkannt
          werden kann, muss ein Ratingsystem eine Fazilitäts-Ratingskala umfassen, die
          ausschließlich      die      umrechnungsfaktorbezogenen         Transaktionsmerkmale
          widerspiegelt.
   11.    Eine ‘Fazilitätsklasse’ ist definiert als eine Einstufung in der Fazilitäts-Ratingskala
          des Ratingsystems auf der Grundlage verschiedener spezifischer Ratingkriterien, aus
          denen eigene Schätzungen der LGDs oder der Umrechnungsfaktoren abgeleitet
          werden können. Die Definition der einzelnen Klassen umfasst sowohl eine
          Beschreibung der Art und Weise, wie die Forderungen der Klasse zugewiesen
          werden, als auch eine Beschreibung der Kriterien, anhand deren die Höhe des
          Risikos über die Klassen hinweg bestimmt wird.
   12.    Bei erheblichen Konzentrationen in einer Fazilitätsklasse wird durch überzeugende
          empirische Nachweise belegt, dass diese Fazilitätsklasse eine hinreichend enge
          LGD- bzw. Umrechnungsfaktorenbandbreite umfasst und das Risiko aller
          Forderungen dieser Klasse innerhalb dieser Bandbreite liegt.
   13.    Kreditinstitute, die die in Teil 1 Nummer 5 dargelegten Methoden für die
          Risikogewichtung von Spezialfinanzierungen anwenden, sind von der Verpflichtung
          zur Bildung einer Schuldner-Ratingskala, die ausschließlich die Quantifizierung des
          bei diesen Forderungen bestehenden Schuldnerausfallrisikos widerspiegelt,
          freigestellt. Ungeachtet Nummer 6 sehen diese Institute für diese Forderungen
          mindestens 4 Klassen für nicht ausgefallene Schuldner und mindestens eine Klasse
          für ausgefallene Schuldner vor.
   1.1.2. Retailforderungen
   14.    Die Ratingsysteme spiegeln sowohl das Schuldner- als auch das Transaktionsrisiko
          wider und erfassen alle relevanten Schuldner- und Transaktionsmerkmale.
   15.    Der Grad der Risikodifferenzierung gewährleistet, dass die Anzahl der Forderungen
          in einer bestimmten Klasse oder einem bestimmten Forderungspool ausreicht, um
          eine aussagekräftige Quantifizierung und Validierung der Verlusteigenschaften auf
          Ebene der Klasse oder des Pools zu ermöglichen. Die Forderungen und Schuldner
          verteilen sich so auf die verschiedenen Klassen oder Pools, dass übermäßige
          Konzentrationen vermieden werden.
   16.    Die Kreditinstitute weisen nach, dass das Verfahren zur Zuordnung von Forderungen
          zu Klassen oder Pools eine aussagekräftige Differenzierung der Risiken ermöglicht,
          zu einer Zusammenfassung hinreichend gleichartiger Forderungen führt und eine
          genaue und konsistente Schätzung der Verlusteigenschaften auf der Ebene der Klasse
          oder des Pools ermöglicht. Bei angekauften Forderungen spiegelt die
          Zusammenfassung die Kreditvergabepraxis des Verkäufers und die Heterogenität
          seiner Kundenstruktur wider.
DE                                               45                                               DE
 ---pagebreak---    17.    Bei der Zuordnung von Forderungen zu Klassen oder Pools berücksichtigen die
          Kreditinstitute die folgenden Risikobestimmungsfaktoren:
          Risikomerkmale des Schuldners
          a)    Risikomerkmale der Transaktion, einschließlich Produkt- und/oder
                Sicherheitenarten. Die Kreditinstitute berücksichtigen insbesondere Fälle, in
                denen ein und dieselbe Sicherheit für mehrere Einzelforderungen gestellt wird.
          b)    Verzugsstatus, sofern das Kreditinstitut gegenüber seiner zuständigen Behörde
                nicht nachweisen kann, dass der Verzugsstatus bei der betreffenden Forderung
                kein wesentlicher Risikobestimmungsfaktor ist.
          c)    Zuordnung zu Klassen oder Pools.
   18.    Ein Kreditinstitut verfügt über genau festgelegte Definitionen, Prozesse und
          Kriterien für die Zuordnung von Forderungen zu den Klassen oder Pools eines
          Ratingsystems.
          a)    Die Definitionen der Klassen oder Pools sind hinreichend detailliert, um die für
                die Ratingzuordnung Zuständigen in die Lage zu versetzen, Schuldner oder
                Fazilitäten, die vergleichbare Risiken darstellen, in konsistenter Weise
                derselben Klasse bzw. demselben Pool zuzuordnen. Diese Konsistenz wird
                über Geschäftssparten, Abteilungen und geographische Regionen hinweg
                gewahrt.
          b)    Die Dokumentation des Ratingprozesses gibt Dritten die Möglichkeit, die
                Zuordnung von Forderungen zu Klassen oder Pools nachzuvollziehen, zu
                reproduzieren und ihre Angemessenheit zu beurteilen.
          c)    Die Kriterien stimmen außerdem mit den internen Kreditvergaberichtlinien und
                den internen Vorschriften des Kreditinstituts für den Umgang mit
                problembehafteten Kreditnehmern und Fazilitäten überein.
   19.    Bei der Zuordnung von Schuldnern und Fazilitäten zu einer Klasse oder einem Pool
          berücksichtigt ein Kreditinstitut alle einschlägigen Informationen. Die Informationen
          sind aktuell und ermöglichen dem Kreditinstitut eine Prognose hinsichtlich der
          künftigen Entwicklung der Forderung. Je weniger Informationen einem Kreditinstitut
          zur Verfügung stehen, desto konservativer ist es bei der Zuordnung von Forderungen
          zu Schuldner- bzw. Fazilitätsklassen und –pools. Zieht ein Kreditinstitut ein externes
          Rating als erstes Indiz für die Zuweisung eines internen Ratings heran, so stellt es
          sicher, dass auch andere einschlägige Informationen berücksichtigt werden.
   1.2.   Zuordnung von Forderungen
   1.2.1. Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   20.    Im Zuge des Kreditgenehmigungsprozesses               wird   jeder  Schuldner    einer
          Schuldnerklasse zugeordnet.
DE                                               46                                              DE
 ---pagebreak---    21.    Ist einem Kreditinstitut die Verwendung eigener Schätzungen der LGDs oder
          Umrechnungsfaktoren gestattet, so wird im Zuge des Kreditgenehmigungsprozesses
          außerdem jede Forderung einer Fazilitätsklasse zugeordnet.
   22.    Kreditinstitute, die die in Teil 1 Nummer 5 dargelegten Methoden für die
          Risikogewichtung von Spezialfinanzierungen anwenden, ordnen jede einzelne dieser
          Forderungen einer Klasse gemäß Nummer 13 zu.
   23.    Jede eigenständige juristische Person, der gegenüber ein Kreditinstitut eine
          Forderung hält, wird einzeln geratet. Ein Kreditinstitut weist gegenüber seiner
          zuständigen Behörde nach, dass es über angemessene Vorschriften für die
          Behandlung einzelner Schuldner/Kunden und von Gruppen verbundener Kunden
          verfügt.
   24.    Verschiedene Forderungen an denselben Schuldner werden ungeachtet etwaiger
          Unterschiede in der Art der einzelnen Transaktionen derselben Schuldnerklasse
          zugeordnet. Ausnahmefälle, in denen unterschiedliche Forderungen an denselben
          Schuldner unterschiedliche Ratings nach sich ziehen können, sind:
          a)    der Fall des Transferrisikos, das davon abhängt, ob die Forderungen auf die
                Landeswährung oder eine ausländische Währung lauten,
          b)    die Berücksichtigung einer Garantie in Form einer Anpassung des
                Schuldnerratings.
   1.2.2. Retailforderungen
   25.    Im Zuge des Kreditgenehmigungsprozesses wird jede Forderung einer Klasse oder
          einem Pool zugeordnet.
   1.2.3. Abänderung von Ratingergebnissen
   26.    Im Hinblick auf die Zuordnung zu Klassen und Pools dokumentieren die
          Kreditinstitute, in welchen Fällen die Eingaben und Ergebnisse des
          Zuordnungsprozesses durch menschliches Urteil verändert werden dürfen und von
          wem derartige Abänderungen zu genehmigen sind. Die Kreditinstitute
          dokumentieren die Abänderungen und die dafür Verantwortlichen. Die
          Kreditinstitute analysieren die Entwicklung der Forderungen, deren Rating
          abgeändert wurde, und führen über sämtliche Verantwortlichen Buch.
   1.3.   Integrität des Zuordnungsprozesses
   1.3.1. Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   27.    Die Rating-Zuordnungen und deren regelmäßige Überprüfung werden von einer
          unabhängigen Stelle durchgeführt oder genehmigt, die kein unmittelbares Interesse
          an der Kreditgewährung hat.
   28.    Die Kreditinstitute aktualisieren die Rating-Zuordnungen mindestens einmal jährlich.
          Schuldner mit hohem Risiko und problembehaftete Forderungen werden in kürzeren
          Intervallen überprüft. Die Kreditinstitute nehmen eine neue Rating-Zuordnung vor,
DE                                              47                                             DE
 ---pagebreak---           wenn wesentliche Informationen über den Schuldner oder die Forderung bekannt
          werden.
   29.    Ein Kreditinstitut verfügt über wirksame Verfahren, um maßgebliche Informationen
          über Schuldnermerkmale, die sich auf die PDs auswirken, und über
          Transaktionsmerkmale, die sich auf die LGDs und Umrechnungsfaktoren auswirken,
          zu beschaffen und auf dem neuesten Stand zu halten.
   1.3.2. Retailforderungen
   30.    Ein Kreditinstitut aktualisiert die Schuldner- und Fazilitätsratings bzw. überprüft die
          Verlusteigenschaften und den Verzugsstatus der einzelnen Risikopools mindestens
          einmal jährlich. Ein Kreditinstitut überprüft außerdem mindestens einmal jährlich
          anhand einer repräsentativen Stichprobe den Status der einzelnen Forderungen
          innerhalb jedes Pools, um sicherzustellen, dass die Forderungen weiterhin dem
          richtigen Pool zugeordnet sind.
   1.4.   Verwendung von Modellen
   31.    Wendet ein Kreditinstitut Modelle und andere automatische Verfahren für die
          Zuordnung von Forderungen zu Schuldner- oder Fazilitätsklassen an, so:
          a)     weist das Kreditinstitut gegenüber seiner zuständigen Behörde nach, dass das
                 Modell eine gute Vorhersagekraft besitzt und die Eigenkapitalanforderungen
                 durch seine Verwendung nicht verzerrt werden. Die in das Modell eingehenden
                 Variablen bilden eine vernünftige und effektive Grundlage für die daraus
                 resultierenden Vorhersagen. Das Modell darf keine wesentlichen Verzerrungen
                 beinhalten;
          b)     verfügt das Kreditinstitut über ein Verfahren zur Überprüfung der in das
                 Modell eingehenden Daten, das eine Bewertung der Genauigkeit,
                 Vollständigkeit und Angemessenheit der Daten umfasst;
          c)     weist das Kreditinstitut nach, dass die für die Entwicklung des Modells
                 herangezogenen Daten für die aktuelle Schuldner- und Forderungsstruktur des
                 Kreditinstituts repräsentativ sind;
          d)     sieht das Kreditinstitut einen regelmäßigen Modellvalidierungsturnus vor, der
                 eine Überwachung der Leistungsfähigkeit und Stabilität des Modells, eine
                 Überprüfung der Modellspezifikation und eine Gegenüberstellung der
                 Modellergebnisse mit den tatsächlichen Ergebnissen umfasst;
          e)     ergänzt das Kreditinstitut das statistische Modell durch menschliche Wertung
                 und menschliche Aufsicht, um die modellgestützten Rating-Zuordnungen zu
                 überprüfen und sicherzustellen, dass die Modelle ordnungsgemäß verwendet
                 werden. Die Überprüfungsverfahren zielen darauf ab, durch Modellschwächen
                 bedingte Fehler aufzudecken und zu begrenzen. Bei der menschlichen Wertung
                 werden alle einschlägigen Informationen berücksichtigt, die von dem Modell
                 nicht erfasst werden. Das Kreditinstitut legt schriftlich nieder, wie menschliche
                 Wertung und Modellergebnisse miteinander kombiniert werden sollen.
DE                                                48                                               DE
 ---pagebreak---    1.5.   Dokumentation der Ratingsysteme
   32.    Die Kreditinstitute dokumentieren die Gestaltung und die operationellen Einzelheiten
          ihrer Ratingsysteme. Die Dokumentation belegt, dass die in diesem Teil
          niedergelegten Mindestanforderungen erfüllt werden, und gibt unter anderem
          Aufschluss über die Portfoliodifferenzierung, die Ratingkriterien, die
          Verantwortlichkeiten der für das Rating von Schuldnern und Forderungen
          zuständigen Stellen, die Intervalle für die Aktualisierung der Rating-Zuordnungen
          und die Überwachung des Ratingprozesses durch das Management.
   33.    Das Kreditinstitut dokumentiert die Gründe für die Wahl seiner Ratingkriterien und
          belegt sie durch Analysen. Das Kreditinstitut dokumentiert alle größeren
          Veränderungen des Risikoratingprozesses; aus dieser Dokumentation gehen die seit
          der letzten Überprüfung durch die zuständigen Behörden vorgenommenen
          Änderungen am Risikoratingprozess eindeutig hervor. Die Organisation der
          Ratingzuordnung einschließlich des Zuordnungsverfahrens und der internen
          Überwachungsstrukturen wird ebenfalls dokumentiert.
   34.    Die Kreditinstitute dokumentieren die intern verwendeten Ausfall- und
          Verlustdefinitionen und weisen nach, dass sie mit den in dieser Richtlinie
          niedergelegten Definitionen übereinstimmen.
   35.    Setzt ein Kreditinstitut im Rahmen des Ratingprozesses statistische Modelle ein, so
          dokumentiert es deren Methodik. Diese Dokumentation umfasst:
          a)    eine detaillierte Beschreibung der Theorie, der Annahmen und/oder der
                mathematischen und empirischen Basis für die Zuordnung von
                Ausfallschätzungen zu den Ratingklassen, den einzelnen Schuldnern, Krediten
                oder Pools sowie der Datenquelle(n), die für die Schätzung des Modells
                herangezogen werden;
          b)    einen strengen statistischen Prozess (einschließlich Out-of-Time- und Out-of-
                Sample-Tests) für die Validierung des Modells und
          c)    Hinweise auf sämtliche Umstände, unter denen das Modell nicht effizient
                arbeitet.
   36.    Der Einsatz eines von einem Dritten erworbenen Modells, das auf vom Verkäufer
          entwickelten Ansätzen aufbaut, befreit das Kreditinstitut nicht von der Pflicht zur
          Erstellung der Dokumentation und zur Erfüllung der anderen Anforderungen an
          Ratingsysteme. Es ist Aufgabe des Kreditinstituts, die zuständigen Behörden davon
          zu überzeugen, dass es die Anforderungen erfüllt.
   1.6.   Datenverwaltung
   37.    Die Kreditinstitute erfassen und speichern Daten bezüglich ihrer internen Ratings
          nach Maßgabe der Artikel 145 bis 149.
   1.6.1. Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   38.    Die Kreditinstitute erfassen und speichern:
DE                                              49                                             DE
 ---pagebreak---           a)    die lückenlose Ratinghistorie der Schuldner und anerkannten Garantiegeber,
          b)    die Vergabedaten der Ratings,
          c)    die zur Herleitung der Ratings herangezogenen Kerndaten und Methoden,
          d)    den Namen der für die Ratingzuordnung verantwortlichen Person,
          e)    die ausgefallenen Schuldner und Forderungen,
          f)    den Zeitpunkt und die Umstände derartiger Ausfälle,
          g)    Daten über die PDs und tatsächlichen Ausfallquoten bei den Ratingklassen
                sowie die Wanderungsbewegungen zwischen den Ratingklassen.
          h)    Kreditinstitute, die keine eigenen Schätzungen der LGDs und/oder
                Umrechnungsfaktoren verwenden, erheben und speichern Daten über die
                Vergleiche der tatsächlichen LGDs mit den Werten gemäß Teil 2 Nummer 8
                bzw. der tatsächlichen Umrechnungsfaktoren mit den Werten gemäß Teil 3
                Nummer 11.
   39.    Kreditinstitute, die eigene Schätzungen der LGDs und/oder Umrechnungsfaktoren
          verwenden, erheben und speichern:
          a)    die lückenlosen Datenhistorien der zu jeder einzelnen Ratingskala gehörenden
                Fazilitätsratings sowie LGD- und Umrechnungsfaktorschätzungen,
          b)    das Datum, an dem die Ratings zugeordnet und die Schätzungen durchgeführt
                wurden,
          c)    die zur Herleitung der Fazilitätsratings sowie der LGD- und
                Umrechnungsfaktorschätzungen herangezogenen Kerndaten und Methoden,
          d)    den Namen der Person, von der das Fazilitätsrating vergeben wurde, und der
                Person, von der die Schätzungen der LGD und des Umrechnungsfaktors
                gestellt wurden,
          e)    Daten über die geschätzten und tatsächlichen LGDs und Umrechnungsfaktoren
                für jede einzelne ausgefallene Forderung,
          f)    Daten über die LGD der Forderung vor und nach der Bewertung von Garantien
                bzw. Kreditderivaten, wenn das Kreditinstitut die kreditrisikomindernde
                Wirkung von Garantien oder Kreditderivaten bei der LGD berücksichtigt,
          g)    Daten über die Verlustkomponenten bei jeder einzelnen ausgefallenen
                Forderung.
   1.6.2. Retailforderungen
   40.    Die Kreditinstitute erfassen und speichern:
DE                                              50                                           DE
 ---pagebreak---         a)    die bei der Zuordnung von Forderungen zu Klassen oder Pools verwendeten
              Daten,
        b)    Daten über die geschätzten PDs, LGDs und Umrechnungsfaktoren für
              Forderungsklassen oder Forderungspools,
        c)    die ausgefallenen Schuldner und Forderungen,
        d)    bei ausgefallenen Forderungen Daten über die Klassen oder Pools, denen die
              Forderungen während des Jahres vor dem Ausfall zugeordnet waren, und über
              die tatsächlichen Werte der LGD und des Umrechnungsfaktors,
        e)    Daten über die Verlustquoten und Margenerträge bei qualifizierten
              revolvierenden Retailforderungen.
   1.7. Stresstests zur Beurteilung der Kapitaladäquanz
   41.  Ein Kreditinstitut verfügt über fundierte Stresstest-Verfahren zur Beurteilung der
        Angemessenheit seiner Eigenkapitalausstattung. Bei den Stresstests sind auch
        möglicherweise eintretende Ereignisse oder künftige Veränderungen der
        ökonomischen Rahmenbedingungen zu ermitteln, die sich negativ auf die
        Werthaltigkeit der Kreditforderungen auswirken könnten, wobei auch die Fähigkeit
        des Kreditinstituts zu bewerten ist, derartigen negativen Einflüssen standzuhalten.
   42.  Ein Kreditinstitut führt regelmäßig Kreditrisiko-Stresstests durch, um den Einfluss
        bestimmter Bedingungen auf seine gesamten Eigenkapitalanforderungen für das
        Kreditrisiko abzuschätzen. Der hierzu angewandte Test wird vom Kreditinstitut
        vorbehaltlich der aufsichtlichen Überprüfung ausgewählt. Er ist aussagekräftig und
        angemessen konservativ, wobei zumindest der Einfluss leichter Rezessionsszenarien
        berücksichtigt wird. Ein Kreditinstitut bewertet die in den Stresstest-Szenarios
        erfolgenden Wanderungsbewegungen zwischen seinen Ratings. Die im Rahmen der
        Stresstests untersuchten Portfolios umfassen die überwiegende Mehrheit aller
        Forderungen des Kreditinstituts.
   2.   RISIKOQUANTIFIZIERUNG
   43.  Bei der Ermittlung der Risikoparameter für bestimmte Ratingklassen oder –pools
        halten die Kreditinstitute folgende Vorgaben ein:
   2.1. Ausfalldefinition
   44.  Der ‘Ausfall’ eines bestimmten Schuldners gilt als eingetreten, wenn mindestens
        einer der beiden nachstehenden Sachverhalte erfüllt ist:
        a)    Das Kreditinstitut geht davon aus, dass der Schuldner seinen
              Kreditverpflichtungen       gegenüber        dem      Kreditinstitut,     seinem
              Mutterunternehmen        oder     seinen    Tochterunternehmen      mit    hoher
              Wahrscheinlichkeit nicht in voller Höhe nachkommen wird, ohne dass das
              Kreditinstitut auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (soweit
              vorhanden) zurückgreift.
DE                                             51                                              DE
 ---pagebreak---        b)    Eine wesentliche Verbindlichkeit des Schuldners gegenüber dem Kreditinstitut,
             seinem Mutterunternehmen oder seinen Tochterunternehmen ist mehr als
             90 Tage überfällig.
       Die Überfälligkeit beginnt mit dem Tag, an dem der Kreditnehmer ein zugesagtes
       Limit überschritten hat, ihm ein geringeres Limit als die aktuelle Inanspruchnahme
       mitgeteilt wurde oder er einen nicht genehmigten Kredit in Anspruch genommen hat.
       Ein mitgeteiltes Limit ist ein Limit, das dem Kreditnehmer zur Kenntnis gebracht
       wurde.
       Bei Retailforderungen und Forderungen an öffentliche Stellen setzen die zuständigen
       Behörden die Zahl der Verzugstage gemäß Nummer 48 fest.
       Bei Unternehmensforderungen können die zuständigen Behörden die Zahl der
       Verzugstage gemäß Artikel 154 Absatz 4 festsetzen.
       Bei Retailforderungen können die Kreditinstitute diese Definition auf Fazilitätsebene
       anwenden.
   45. Als Hinweise auf einen drohenden Zahlungsausfall gelten:
       a)    Das Kreditinstitut verzichtet auf die laufende Belastung von Zinsen.
       b)    Das Kreditinstitut nimmt eine Wertberichtigung vor, weil sich die
             Kreditqualität nach der Hereinnahme des Kredits durch das Kreditinstitut
             deutlich verschlechtert hat.
       c)    Das Kreditinstitut verkauft die Kreditverpflichtung mit einem bedeutenden
             bonitätsbedingten wirtschaftlichen Verlust.
       d)    Das Kreditinstitut stimmt einer krisenbedingten Restrukturierung des Kredits
             zu, die voraussichtlich zu einer Reduzierung der Schuld durch einen
             bedeutenden Forderungsverzicht oder Stundung bezogen auf den
             Nominalbetrag, die Zinsen oder ggf. auf Gebühren führt. Bei Beteiligungen,
             die nach dem PD/LGD-Ansatz beurteilt werden, schließt dies die
             krisenbedingte Restrukturierung der Beteiligung selbst ein.
       e)    Das Kreditinstitut hat Antrag auf Insolvenz des Schuldners gestellt oder eine
             vergleichbare Maßnahme in Bezug auf die Kreditverpflichtungen des
             Schuldners gegenüber dem Kreditinstitut, seinem Mutterunternehmen oder
             seinen Tochterunternehmen ergriffen.
       f)    Der Schuldner hat Insolvenz beantragt oder wurde unter Gläubiger- oder einen
             vergleichbaren Schutz gestellt, so dass Rückzahlungen der Kreditverpflichtung
             gegenüber dem Kreditinstitut, seinem Mutterunternehmen oder seinen
             Tochterunternehmen ausgesetzt werden oder verzögert erfolgen.
   46. Verwenden Kreditinstitute externe Daten, die mit der Ausfalldefinition selbst nicht
       übereinstimmen, so weisen sie gegenüber ihren zuständigen Behörden nach, dass
       angemessene Anpassungen vorgenommen wurden, um eine weitgehende
       Übereinstimmung mit der Ausfalldefinition herzustellen.
DE                                           52                                              DE
 ---pagebreak---    47.  Gelangt das Kreditinstitut zu der Auffassung, dass die Referenzdefinition auf eine als
        ausgefallen eingestufte Forderung nicht mehr zutrifft, so beurteilt es den Schuldner
        oder die Fazilität in der gleichen Weise wie bei einer nicht ausgefallenen Forderung.
        Sollte die Ausfalldefinition später wieder zutreffen, so ist von einem erneuten
        Ausfall auszugehen.
   48.  Bei Retailforderungen und Forderungen gegenüber öffentlichen Stellen setzen die
        zuständigen Behörden eines jeden Mitgliedstaats die genaue Zahl der Verzugstage
        fest, an die sich sämtliche Kreditinstitute in ihrem Rechtsgebiet bei der unter
        Nummer 44 dargelegten Ausfalldefinition für Forderungen an Kontrahenten mit Sitz
        in diesem Mitgliedstaat zu halten haben. Die Zahl der Verzugstage muss zwischen 90
        und 180 liegen und kann für verschiedene Produktlinien unterschiedlich festgesetzt
        werden. Für Forderungen an Kontrahenten mit Sitz im Hoheitsgebiet anderer
        Mitgliedstaaten setzen die zuständigen Behörden eine Zahl von Verzugstagen fest,
        die nicht höher ist als die von den zuständigen Behörden des jeweiligen Sitzstaates
        festgesetzte Zahl von Verzugstagen.
   2.2. Allgemeine Anforderungen für Schätzungen
   49.  Die     institutseigenen     Schätzungen    der     Risikoparameter      PD,    LGD,
        Umrechnungsfaktor und EL werden unter Verwendung sämtlicher einschlägigen
        Daten, Informationen und Methoden erstellt. Die Schätzungen werden sowohl aus
        historischen Erfahrungen als auch aus empirischen Ergebnissen abgeleitet und dürfen
        nicht allein auf wertenden Annahmen beruhen. Die Schätzungen sind plausibel und
        einleuchtend und beruhen auf den wesentlichen Bestimmungsfaktoren der jeweiligen
        Risikoparameter. Je weniger Daten einem Kreditinstitut zur Verfügung stehen, desto
        konservativer ist seine Schätzung.
   50.  Das Kreditinstitut ist in der Lage, seine Verlust-Erfahrungswerte bezogen auf
        Ausfallhäufigkeit, LGD, Umrechnungsfaktor bzw. Verlust bei Verwendung von EL-
        Schätzungen        nach     den    Faktoren     aufzuschlüsseln,     die     es    als
        Hauptbestimmungsfaktoren der jeweiligen Risikoparameter ansieht. Das
        Kreditinstitut weist nach, dass seine Schätzungen die langfristigen Erfahrungen
        repräsentativ wiedergeben.
   51.  Alle Veränderungen in der Kreditvergabepraxis oder in dem Prozess der
        Sicherheitenverwertung innerhalb der unter den Nummern 66, 71, 81, 85, 92 und 94
        angegebenen Beobachtungszeiträume werden berücksichtigt. Die Schätzungen des
        Kreditinstituts berücksichtigen unverzüglich die Auswirkungen von technischen
        Fortschritten, neuen Daten und sonstigen Informationen, sobald sie verfügbar sind.
        Die Kreditinstitute überprüfen ihre Schätzungen, sobald neue Informationen
        verfügbar werden, mindestens jedoch einmal jährlich.
   52.  Die Gesamtheit der Forderungen, die den für die Schätzungen herangezogenen Daten
        zugrunde liegen, sowie die zum Zeitpunkt der Datenerhebung geltenden
        Kreditvergaberichtlinien und sonstigen relevanten Merkmale sind mit der aktuellen
        Kreditstruktur und den aktuellen Forderungen und Standards des Kreditinstituts
        vergleichbar. Das Kreditinstitut weist außerdem nach, dass die wirtschaftlichen
        Rahmenbedingungen und das Marktumfeld aus der Zeit, auf die sich die Daten
        beziehen, ebenso auf die gegenwärtigen und absehbaren Verhältnisse zutreffen. Die
        Zahl der in die Stichprobe einbezogenen Forderungen und der genutzte
DE                                           53                                                DE
 ---pagebreak---           Erhebungszeitraum sind ausreichend bemessen, damit das Kreditinstitut von einer
          genauen und soliden Schätzung ausgehen kann.
   53.    Bei angekauften Forderungen berücksichtigen die Schätzungen alle einschlägigen
          Informationen, die dem ankaufenden Kreditinstitut in Bezug auf die Qualität der
          zugrunde liegenden Forderungen zur Verfügung stehen, einschließlich der vom
          Verkäufer, vom ankaufenden Kreditinstitut oder aus externen Quellen stammenden
          Daten für vergleichbare Pools. Das ankaufende Kreditinstitut unterzieht die vom
          Verkäufer gestellten Daten einer Wertung.
   54.    Ein Kreditinstitut schlägt seinen Schätzungen eine Sicherheitsmarge zu, die in
          Beziehung zur erwarteten Schätzfehlerspannbreite steht. Sind die Methoden und
          Daten weniger zufrieden stellend und die erwartete Fehlerspannbreite größer, wird
          die Sicherheitsmarge entsprechend höher angesetzt.
   55.    Verwendet ein Kreditinstitut unterschiedliche Schätzungen für die Berechnung der
          Risikogewichte und für interne Zwecke, so wird dies dokumentiert und die
          Angemessenheit der Schätzungen gegenüber den zuständigen Behörden
          nachgewiesen.
   56.    Kann ein Kreditinstitut gegenüber seinen zuständigen Behörden nachweisen, dass die
          vor der Umsetzung dieser Richtlinie erhobenen Daten in angemessener Weise
          angepasst wurden, um weitgehende Übereinstimmung mit den Ausfall- bzw.
          Verlustdefinitionen herzustellen, so können die zuständigen Behörden dem
          Kreditinstitut eine gewisse Flexibilität bei der Anwendung der geforderten
          Datenstandards einräumen.
   57.    Greift ein Kreditinstitut auf institutsübergreifende Datenpools zurück, so weist es
          nach, dass:
          a)    die Ratingsysteme und –kriterien der anderen Kreditinstitute im Pool mit
                seinen eigenen vergleichbar sind,
          b)    der Pool für das Portfolio, für das die gepoolten Daten verwendet werden,
                repräsentativ ist,
          c)    die gepoolten Daten von dem Kreditinstitut über längere Zeit konsistent für
                seine ständigen Schätzungen verwendet werden.
   58.    Greift ein Kreditinstitut auf institutsübergreifende Datenpools zurück, so bleibt es
          dennoch für die Integrität seiner Ratingsysteme verantwortlich. Das Kreditinstitut
          weist gegenüber der zuständigen Behörde nach, dass es institutsintern über
          ausreichende Kenntnisse seines Ratingsystems verfügt und effektiv imstande ist, den
          Ratingprozess zu überwachen und zu prüfen.
   2.2.1. Besondere Anforderungen an die PD-Schätzungen
          Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   59.    Die Kreditinstitute schätzen die PDs für die einzelnen Schuldnerklassen anhand der
          langfristigen Durchschnitte der jährlichen Ausfallquoten.
DE                                              54                                             DE
 ---pagebreak---    60. Bei angekauften Unternehmensforderungen können die Kreditinstitute die ELs für
       die einzelnen Schuldnerklassen anhand der langfristigen Durchschnitte der jährlichen
       tatsächlichen Ausfallquoten schätzen.
   61. Leitet ein Kreditinstitut Schätzungen der langfristigen Durchschnitts-PDs und -LGDs
       für angekaufte Unternehmensforderungen aus einer EL-Schätzung und einer
       angemessenen Schätzung der PD oder LGD ab, so erfolgt die Schätzung der
       Gesamtverluste nach den in diesem Teil festgelegten Standards für die Schätzung der
       PD und der LGD und das Ergebnis ist vereinbar mit dem unter Nummer 73
       dargelegten LGD-Konzept.
   62. Die Kreditinstitute wenden die PD-Schätzverfahren nur in Kombination mit
       tiefergehenden Analysen an. Bei der Zusammenführung der Ergebnisse der
       verschiedenen Verfahren und bei Anpassungen, die aufgrund der Beschränkungen
       von Verfahren und Informationen vorgenommen werden, berücksichtigen die
       Kreditinstitute die Bedeutung von wertenden Annahmen.
   63. Stützt ein Kreditinstitut seine PD-Schätzungen auf eigene Ausfallerfahrungswerte, so
       weist es in seiner Analyse nach, dass die Schätzungen die Kreditvergaberichtlinien
       sowie die Unterschiede zwischen dem die Daten liefernden Ratingsystem und dem
       aktuell verwendeten Ratingsystem berücksichtigen. Haben sich die
       Kreditvergaberichtlinien oder Ratingsysteme verändert, so schlägt das Kreditinstitut
       seiner PD-Schätzung eine höhere Sicherheitsmarge zu.
   64. Sofern ein Kreditinstitut seine internen Schuldnerklassen mit der Ratingskala
       externer Ratingagenturen (ECAIs) oder vergleichbarer Organisationen verbindet oder
       einer derartigen Ratingskala zuordnet und anschließend die für die Schuldnerklassen
       der externen Organisation beobachteten Ausfallquoten seinen internen
       Schuldnerklassen zuordnet, beruht die Zuordnung auf einem Vergleich der internen
       Ratingkriterien mit den Ratingkriterien der externen Organisation und einem
       Vergleich der internen und externen Ratings jedes gemeinsam beurteilten
       Kreditnehmers. Verzerrungen oder Inkonsistenzen im Zuordnungsverfahren oder bei
       den zugrunde liegenden Daten werden vermieden. Die Kriterien der externen
       Organisation, die den für Zwecke der Risikoeinstufung herangezogenen Daten
       zugrunde liegen, richten sich ausschließlich am Ausfallrisiko aus und spiegeln nicht
       die Transaktionsmerkmale wider. Die Analyse des Kreditinstituts umfasst einen
       Vergleich der verwendeten Ausfalldefinitionen nach Maßgabe der Nummern 44 bis
       48. Das Kreditinstitut dokumentiert die Grundlagen einer derartigen Zuordnung.
   65. Verwendet ein Kreditinstitut statistische Modelle zur Schätzung der
       Ausfallwahrscheinlichkeit, so können die einfachen Durchschnitte der geschätzten
       Ausfallwahrscheinlichkeiten einzelner Schuldner in einer bestimmten Risikoklasse
       als PDs verwendet werden. Die vom Kreditinstitut zur Schätzung der
       Ausfallwahrscheinlichkeit verwendeten Modelle müssen den unter Nummer 31
       dargelegten Standards entsprechen.
   66. Unabhängig davon, ob ein Kreditinstitut externe, interne oder gepoolte Datenquellen
       oder eine Kombination daraus für ihre PD-Schätzungen verwendet, beträgt die Länge
       des zugrunde liegenden Beobachtungszeitraums von zumindest einer Datenquelle
       mindestens fünf Jahre. Umfasst der Beobachtungszeitraum einer Datenquelle eine
       längere Zeitspanne und sind die entsprechenden Daten maßgeblich, so wird dieser
DE                                          55                                              DE
 ---pagebreak---           längere Beobachtungszeitraum herangezogen. Dies gilt auch für den PD/LGD-
          Ansatz bei Beteiligungen.
          Retailforderungen
   67.    Die Kreditinstitute schätzen die PDs für die einzelnen Schuldnerklassen oder -pools
          anhand der langfristigen Durchschnitte der jährlichen Ausfallquoten.
   68.    Ungeachtet Nummer 67 können die PD-Schätzungen auch aus den tatsächlichen
          Verlusten und geeigneten LGD-Schätzungen hergeleitet werden.
   69.    Die Kreditinstitute betrachten die internen Daten für die Zuordnung von Forderungen
          zu Klassen oder Pools als primäre Informationsquelle für die Schätzung der
          Verlustmerkmale. Die Kreditinstitute können externe Daten (einschließlich gepoolter
          Daten) oder statistische Modelle für die Quantifizierung heranziehen, wenn eine
          große Gemeinsamkeit nachgewiesen werden kann zwischen:
          a)    den eigenen Verfahren des Kreditinstituts für die Zuordnung von Forderungen
                zu Klassen oder Pools und den von der externen Datenquelle eingesetzten
                Verfahren,
          b)    dem internen Risikoprofil des Kreditinstituts und der Zusammensetzung der
                externen Daten.
          Bei angekauften Retailforderungen können die Kreditinstitute externe und interne
          Referenzdaten verwenden. Die Kreditinstitute ziehen alle einschlägigen
          Datenquellen für Vergleichszwecke heran.
   70.    Leitet ein Kreditinstitut Schätzungen der langfristigen Durchschnitts-PDs und -LGDs
          für Retailforderungen aus einer Schätzung der Gesamtverluste und einer
          angemessenen Schätzung der PD oder LGD ab, so erfolgt die Schätzung der
          Gesamtverluste nach den in diesem Teil festgelegten Standards für die Schätzung der
          PD und der LGD und das Ergebnis ist vereinbar mit dem unter Nummer 73
          dargelegten LGD-Konzept.
   71.    Unabhängig davon, ob ein Kreditinstitut externe, interne oder gepoolte Datenquellen
          oder eine Kombination daraus für ihre Schätzungen der Gesamtverluste verwendet,
          beträgt die Länge des zugrunde liegenden Beobachtungszeitraums von zumindest
          einer Datenquelle mindestens fünf Jahre. Umfasst der Beobachtungszeitraum einer
          Datenquelle eine längere Zeitspanne und sind die entsprechenden Daten maßgeblich,
          so wird dieser längere Beobachtungszeitraum herangezogen. Ein Kreditinstitut
          braucht historische Daten nicht mit gleichem Gewicht zu berücksichtigen, wenn es
          gegenüber seiner zuständigen Behörden nachweisen kann, dass die aktuelleren Daten
          eine bessere Prognosekraft haben.
   72.    Die Kreditinstitute ermitteln und analysieren die voraussichtlichen Veränderungen
          der Risikoparameter während der Laufzeit einer Forderung (Laufzeiteffekte).
   2.2.2. Besondere Anforderungen für eigene LGD-Schätzungen
   73.    Die Kreditinstitute schätzen die LGDs für die einzelnen Fazilitätsklassen oder -pools
          anhand der durchschnittlichen beobachteten LGDs der einzelnen Fazilitätsklassen
DE                                              56                                              DE
 ---pagebreak---        bzw. -pools unter Heranziehung sämtlicher innerhalb der Datenquellen verzeichneten
       Ausfälle (ausfallgewichteter Durchschnitt).
   74. Die Kreditinstitute verwenden die LGD-Schätzungen die für einen
       Konjunkturabschwung angemessen sind, falls diese konservativer sind als der
       langfristige Durchschnitt. Ist ein Ratingsystem so entworfen, dass es im Zeitverlauf
       konstante LGD-Schätzungen für die einzelnen Klassen bzw. Pools hervorbringt, so
       passen die Kreditinstitute ihre Schätzungen der Risikoparameter für die einzelnen
       Klassen bzw. Pools an, um die Auswirkungen eines Wirtschaftsabschwungs auf die
       Eigenkapitalanforderungen zu begrenzen.
   75. Das Kreditinstitut berücksichtigt den Umfang etwaiger Abhängigkeiten zwischen
       dem Risiko des Schuldners und dem Risiko der Sicherheit bzw. des
       Sicherheitengebers. Signifikante Abhängigkeiten sind in konservativer Weise zu
       berücksichtigen.
   76. Währungsunterschiede zwischen der zugrunde liegenden Verpflichtung und der
       Sicherheit werden bei der LGD-Schätzung des Kreditinstituts in konservativer Weise
       berücksichtigt.
   77. Werden bei den LGD-Schätzungen Sicherheiten berücksichtigt, so wird dabei nicht
       nur der geschätzte Marktwert der Sicherheit zugrunde gelegt. Die LGD-Schätzungen
       tragen der Tatsache Rechnung, dass die Kreditinstitute möglicherweise nicht in der
       Lage sein werden, rasch auf die Sicherheiten zuzugreifen und sie zu verwerten.
   78. Sind die in Anhang VIII niedergelegten Mindestanforderungen für Sicherheiten nicht
       erfüllt, so werden die erwarteten Verwertungserlöse aus diesen Sicherheiten bei den
       LGD-Schätzungen des Kreditinstituts nicht berücksichtigt.
   79. Im Sonderfall bereits ausgefallener Forderungen verwendet das Kreditinstitut eine
       möglichst genaue Schätzung der erwarteten Verluste aus jeder einzelnen Forderung
       unter Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse und des
       Forderungsstatus.
   80. Noch nicht bezahlte Verzugsgebühren werden der Forderung bzw. dem Verlust in
       dem Umfang hinzugerechnet, wie sie von dem Kreditinstitut bereits erfolgswirksam
       gebucht wurden.
       Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   81. Die den LGD-Schätzungen zugrunde gelegten Daten aus zumindest einer
       Datenquelle beziehen sich auf einen Beobachtungszeitraum von mindestens sieben
       Jahren. Umfasst der verfügbare Beobachtungszeitraum eine längere Zeitspanne als
       sieben Jahre und sind die entsprechenden Daten maßgeblich, so wird dieser längere
       Beobachtungszeitraum herangezogen.
       Retailforderungen
   82. Ungeachtet Nummer 73 können die LGD-Schätzungen aus den tatsächlichen
       Verlusten und geeigneten PD-Schätzungen hergeleitet werden.
DE                                           57                                             DE
 ---pagebreak---    83.    Ungeachtet Nummer 88 können die Kreditinstitute künftige Inanspruchnahmen
          entweder in ihrem Umrechnungsfaktor oder in ihren LGD-Schätzungen
          berücksichtigen.
   84.    Bei angekauften Retailforderungen können die Kreditinstitute externe und interne
          Referenzdaten zur Schätzung der LGDs verwenden.
   85.    Die den LGD-Schätzungen zugrunde gelegten Daten beziehen sich auf einen
          Beobachtungszeitraum von mindestens fünf Jahren. Ungeachtet Nummer 73 braucht
          ein Kreditinstitut historische Daten nicht mit gleichem Gewicht zu berücksichtigen,
          wenn es gegenüber seiner zuständigen Behörde nachweisen kann, dass die
          aktuelleren Daten eine bessere Prognosekraft haben.
   2.2.3. Besondere Anforderungen für eigene Umrechnungsfaktorschätzungen
   86.    Die Kreditinstitute schätzen die Umrechnungsfaktoren für die einzelnen
          Fazilitätsklassen oder -pools anhand der durchschnittlichen beobachteten
          Umrechnungsfaktoren für die einzelnen Fazilitätsklassen bzw. -pools unter
          Heranziehung sämtlicher innerhalb der Datenquellen verzeichneten Ausfälle
          (ausfallgewichteter Durchschnitt).
   87.    Die Kreditinstitute verwenden die Umrechnungsfaktorschätzungen, die für einen
          Konjunkturabschwung angemessen sind, falls diese konservativer sind als der
          langfristige Durchschnitt. Ist ein Ratingsystem so entworfen, dass es im Zeitverlauf
          konstante Umrechnungsfaktoren für die einzelnen Klassen bzw. Pools hervorbringt,
          so passen die Kreditinstitute ihre Schätzungen der Risikoparameter für die einzelnen
          Klassen bzw. Pools an, um die Auswirkungen eines Wirtschaftsabschwungs auf die
          Eigenkapitalanforderungen zu begrenzen.
   88.    Bei der Schätzung der Umrechnungsfaktoren berücksichtigen die Kreditinstitute die
          Möglichkeit zusätzlicher Inanspruchnahmen durch den Schuldner bis zum Zeitpunkt
          und nach Eintritt des Ausfalls.
          Der Umrechnungsfaktorschätzung wird eine höhere Sicherheitsmarge zugeschlagen,
          wenn von einer starken positiven Korrelation zwischen der Ausfallhäufigkeit und der
          Größe des Umrechnungsfaktors auszugehen ist.
   89.    Bei der Schätzung der Umrechnungsfaktoren berücksichtigen die Kreditinstitute ihre
          spezifischen Vorschriften und Strategien, die sie zur Überwachung der Kontoführung
          und des Zahlungsverkehrs anwenden. Die Kreditinstitute berücksichtigen auch,
          inwieweit sie imstande und bereit sind, in zahlungsausfallähnlichen Situationen, wie
          bei Vertragsverletzungen oder bei technisch bedingten Ausfällen, weitere
          Kreditinanspruchnahmen zu verhindern.
   90.    Die Kreditinstitute verfügen über angemessene Systeme und Verfahren für die
          Überwachung der Fazilitätsbeträge, der aktuellen Inanspruchnahme zugesagter
          Linien und der Veränderungen der Inanspruchnahme je Schuldner und Klasse. Das
          Kreditinstitut ist in der Lage, die Kreditinanspruchnahme auf täglicher Basis zu
          überwachen.
DE                                              58                                             DE
 ---pagebreak---    91.    Wendet ein Kreditinstitut unterschiedliche Umrechnungsfaktorschätzungen für die
          Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge und für interne Zwecke an, so
          wird dies dokumentiert und die Angemessenheit der Schätzungen gegenüber den
          zuständigen Behörden nachgewiesen.
          Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken
   92.    Die den Schätzungen der Umrechnungsfaktoren zugrunde gelegten Daten aus
          zumindest einer Datenquelle beziehen sich auf einen Beobachtungszeitraum von
          mindestens sieben Jahren. Umfasst der verfügbare Beobachtungszeitraum eine
          längere Zeitspanne als sieben Jahre und sind die entsprechenden Daten maßgeblich,
          so wird dieser längere Beobachtungszeitraum herangezogen.
          Retailforderungen
   93.    Ungeachtet Nummer 88 können die Kreditinstitute künftige Inanspruchnahmen
          entweder in ihren Umrechnungsfaktoren oder in ihren LGD-Schätzungen
          berücksichtigen.
   94.    Die den Schätzungen der Umrechnungsfaktoren zugrunde gelegten Daten beziehen
          sich auf einen Beobachtungszeitraum von mindestens fünf Jahren. Ungeachtet
          Nummer 86 braucht ein Kreditinstitut historische Daten nicht mit gleichem Gewicht
          zu berücksichtigen, wenn es gegenüber seiner zuständigen Behörde nachweisen
          kann, dass die aktuelleren Daten eine bessere Prognosekraft haben.
   2.2.4. Mindestanforderungen für die Schätzung der Wirkung von Garantien und
          Kreditderivaten
          Forderungen an Unternehmen, Institute, Zentralstaaten und Zentralbanken bei
          Verwendung eigener LGD-Schätzungen sowie Retailforderungen
   95.    Die unter den Nummern 96 bis 103 niedergelegten Anforderungen gelten nicht für
          Garantien von Instituten, Zentralstaaten und Zentralbanken, wenn dem Kreditinstitut
          die Anwendung der Artikel 78 bis 83 auf Forderungen an diese Kontrahenten
          gestattet ist. Anwendung finden in diesem Falle die Anforderungen der Artikel 90 bis
          93.
   96.    Bei Retailgarantien gelten diese Anforderungen auch für die Zuordnung von
          Forderungen zu Klassen oder Pools und für die Schätzung der PD.
          Anerkennungsfähige Garantiegeber und Garantien
   97.    Die Kreditinstitute verfügen über klar niedergelegte Kriterien dafür, welche Arten
          von Garantiegebern bei der Berechnung der risikogewichteten Forderungen
          berücksichtigt werden.
   98.    Für anerkennungsfähige Garantiegeber gelten dieselben Regeln wie für Schuldner
          nach den Nummern 18 bis 30.
   99.    Die Garantie muss in Schriftform vorliegen, vom Garantiegeber unwiderrufbar sein,
          bis zur vollständigen Rückzahlung des Kredits gelten (in Bezug auf Höhe und
          Laufzeit der Garantieerklärung) und gegenüber dem Garantiegeber in der
DE                                             59                                              DE
 ---pagebreak---           Rechtsordnung rechtlich durchsetzbar sein, in welcher der Garantiegeber über
          Vermögenswerte verfügt, die durch ein vollstreckbares Urteil gepfändet werden
          können. Garantien, deren Inanspruchnahme an Bedingungen geknüpft sind (bedingte
          Garantien), können mit Genehmigung der zuständigen Behörden anerkannt werden.
          Das Kreditinstitut weist nach, dass die Zuordnungskriterien zu Klassen oder Pools
          mögliche Verschlechterungen der Kreditsicherungseigenschaften angemessen
          berücksichtigen.
          Anpassungskriterien
   100.   Die Kreditinstitute verfügen über klar definierte Kriterien für die Anpassung der
          Klassen, Pools oder LGD-Schätzungen bzw. im Falle von Retailforderungen und
          qualifizierten angekauften Forderungen für den Prozess der Zuordnung von
          Forderungen zu Klassen oder Pools, um den Einfluss von Garantien bei der
          Berechnung der risikogewichteten Aktiva darstellen zu können. Diese Kriterien
          entsprechen den Mindestanforderungen der Nummern 18 bis 30.
   101.   Die Kriterien sind plausibel und einleuchtend. Sie berücksichtigen die Fähigkeit und
          die Bereitschaft des Garantiegebers, seinen Verpflichtungen aus der Garantie
          nachzukommen, den wahrscheinlichen Zeitpunkt der Zahlungen, den Grad der
          Korrelation zwischen der Fähigkeit des Garantiegebers, den Kredit zurückzuzahlen,
          und der Zahlungsfähigkeit des Schuldners sowie das Ausmaß eines etwaigen
          verbleibenden Restrisikos für den Schuldner.
          Kreditderivate
   102.   Die in diesem Teil niedergelegten Mindestanforderungen für Garantien gelten auch
          für auf einzelne Adressen bezogene Kreditderivate. Bei Inkongruenz zwischen der
          zugrunde liegenden Verpflichtung und der Bezugsverpflichtung des Kreditderivats
          oder der zur Bestimmung des Eintritts eines Kreditereignisses verwendeten
          Verpflichtung gelten die Anforderungen nach Anhang VIII Teil 2 Nummer 20. Im
          Falle von Retailforderungen und qualifizierten angekauften Forderungen findet diese
          Nummer auf die Zuordnung von Forderungen zu Klassen oder Pools Anwendung.
   103.   Die Kriterien berücksichtigen die Zahlungsstruktur aus dem Kreditderivat und tragen
          dem Einfluss, den diese auf die Höhe und den Zeitpunkt der Ausgleichszahlungen
          hat, in konservativer Weise Rechnung. Das Kreditinstitut berücksichtigt, in welchem
          Umfang andere Arten von Restrisiken verbleiben.
   2.2.5. Mindestanforderungen für angekaufte Forderungen
          Rechtssicherheit
   104.   Durch die Struktur der Fazilität wird sichergestellt, dass das Kreditinstitut unter allen
          vorhersehbaren Umständen tatsächlich Eigentümer der Forderungen ist und die
          Geldeingänge aus den Forderungen kontrollieren kann. Sofern der Schuldner
          Zahlungen direkt an den Veräußerer oder Forderungsverwalter leistet, überzeugt sich
          das Kreditinstitut regelmäßig davon, dass die Zahlungen vollständig und gemäß der
          vertraglichen Vereinbarung an das ankaufende Kreditinstitut weitergeleitet werden.
          Ein Forderungsverwalter ist eine Stelle, die einen Pool von angekauften Forderungen
          oder die zugrunde liegenden Kreditforderungen auf täglicher Basis verwaltet. Die
DE                                             60                                                   DE
 ---pagebreak---         Kreditinstitute stellen durch geeignete Verfahren sicher, dass das Eigentum an den
        Forderungen und Geldeingängen gegen Forderungen aus Konkursverfahren und
        sonstigen Rechtsansprüchen geschützt ist, die die Möglichkeiten des Kreditgebers
        zur Liquidierung oder Abtretung der Forderungen oder zur fortgeführten Ausübung
        der Kontrolle über die Geldeingänge erheblich verzögern könnten.
        Wirksamkeit der Überwachungssysteme
   105. Das Kreditinstitut überwacht sowohl die Qualität der angekauften Forderungen als
        auch die Finanzlage des Verkäufers und des Forderungsverwalters. Insbesondere gilt
        Folgendes:
        a)    Das Kreditinstitut bewertet die Korrelationen zwischen der Qualität der
              angekauften Forderungen und der Finanzlage des Verkäufers und des
              Forderungsverwalters und verfügt über interne Vorschriften und Verfahren, die
              eine angemessene Absicherung gegen derartige Eventualitäten bieten, unter
              anderem indem jedem Verkäufer und Forderungsverwalter ein internes Rating
              zugeordnet wird.
        b)    Das Kreditinstitut verfügt über eindeutige und wirksame Vorschriften und
              Verfahren, um die Eignung der Verkäufer und Forderungsverwalter beurteilen
              zu können. Das Kreditinstitut bzw. der von ihm Beauftragte führt in
              regelmäßigen Abständen eine Überprüfung der Verkäufer und
              Forderungsverwalter durch, um sich von der Richtigkeit ihrer Berichte zu
              überzeugen, Betrugsfälle und betriebliche Schwachstellen aufzudecken und die
              Qualität der Kreditvergabepraktiken des Verkäufers bzw. der
              Auswahlvorschriften und –verfahren des Forderungsverwalters zu überprüfen.
              Die Ergebnisse dieser Überprüfungen werden dokumentiert.
        c)    Das Kreditinstitut bewertet die Merkmale des Pools angekaufter Forderungen,
              einschließlich etwaiger Überziehungen (over-advances), der Erfahrungswerte
              hinsichtlich der Zahlungsrückstände, der uneinbringlichen Forderungen und
              Wertberichtigungen auf uneinbringliche Forderungen des Verkäufers, der
              Zahlungsbedingungen und etwaiger Gegenkonten.
        d)    Das Kreditinstitut verfügt über wirksame Vorschriften und Verfahren, um
              Schuldnerkonzentrationen innerhalb eines Pools und über verschiedene Pools
              angekaufter Forderungen hinweg auf aggregierter Basis beobachten zu können.
        e)    Das Kreditinstitut trägt dafür Sorge, dass es vom Forderungsverwalter zeitnahe
              und ausreichend detaillierte Berichte über die Laufzeitenstruktur (Alterung)
              und Verwässerung der Forderungen erhält, um die Übereinstimmung mit den
              Auswahlkriterien und den Vorauszahlungsleitlinien des Kreditinstituts für
              angekaufte Forderungen sicherzustellen und die Verkaufskonditionen des
              Verkäufers und die Verwässerung wirksam überwachen und beurteilen zu
              können.
        Wirksamkeit der Bearbeitungssysteme
   106. Das Kreditinstitut verfügt über Systeme und Verfahren, um Verschlechterungen der
        Finanzlage des Verkäufers und der Forderungsqualität bereits zu einem frühen
DE                                            61                                             DE
 ---pagebreak---         Zeitpunkt feststellen und den Problemen bereits frühzeitig aktiv entgegenwirken zu
        können. Es verfügt insbesondere über klare, wirksame Vorschriften, Verfahren und
        IT-Systeme zur Überwachung von Vertragsverletzungen sowie Verfahren für die
        Einleitung rechtlicher Schritte und den Umgang mit problembehafteten
        Forderungsankäufen.
        Wirksamkeit der Systeme für die            Überwachung      der   Sicherheiten, der
        Kreditverfügbarkeit und der Zahlungen
   107. Das Kreditinstitut verfügt über klare und wirksame Vorschriften und Verfahren, die
        die Überwachung der angekauften Forderungen, der Kreditgewährung und der
        Zahlungen regeln. Insbesondere werden in schriftlich niedergelegten internen
        Vorschriften alle wesentlichen Elemente des Forderungsankaufsprogramms
        spezifiziert, einschließlich Vorauszahlungen, geeignete Sicherheiten, erforderliche
        Dokumentationen, Konzentrationslimits und die Behandlung von Geldeingängen.
        Diese Elemente berücksichtigen in angemessener Weise alle relevanten und
        wesentlichen Faktoren, einschließlich der Finanzlage des Verkäufers und des
        Forderungsverwalters, Risikokonzentrationen und Trends bei der Entwicklung der
        Qualität der angekauften Forderungen sowie des Kundenstammes des Verkäufers;
        die internen Systeme stellen außerdem sicher, dass Vorauszahlungen nur gegen
        genau bezeichnete Sicherheiten und eine genau bezeichnete Dokumentation erfolgen.
        Einhaltung der internen Vorschriften und Verfahren des Kreditinstituts
   108. Das Kreditinstitut verfügt über wirksame interne Verfahren, um die Einhaltung
        sämtlicher internen Vorschriften und Verfahren beurteilen zu können. Diese
        Verfahren umfassen unter anderem regelmäßige Prüfungen in allen kritischen Phasen
        des Forderungsankaufsprogramms des Kreditinstituts, eine Überprüfung der
        Funktionstrennung erstens zwischen der Beurteilung des Verkäufers und des
        Forderungsverwalters auf der einen und der Beurteilung des Schuldners auf der
        anderen Seite sowie zweitens zwischen der Beurteilung des Verkäufers und des
        Forderungsverwalters auf der einen und der externen Revision des Verkäufers und
        des Forderungsverwalters auf der anderen Seite sowie eine Bewertung des Back-
        Office-Betriebs, mit besonderem Augenmerk auf Qualifikation, Erfahrung und
        Anzahl der eingesetzten Mitarbeiter, sowie der unterstützenden maschinellen
        Systeme.
   3.   VALIDIERUNG DER INTERNEN SCHÄTZUNGEN
   109. Die Kreditinstitute verfügen über robuste Systeme für die Validierung der
        Genauigkeit und Konsistenz der Ratingsysteme, der Ratingverfahren und der
        Schätzung aller einschlägigen Risikoparameter. Die Kreditinstitute weisen gegenüber
        ihren zuständigen Behörden nach, dass der interne Validierungsprozess ihnen die
        Möglichkeit gibt, die Leistungsfähigkeit der internen Rating- und
        Risikoschätzsysteme konsistent und aussagekräftig zu beurteilen.
   110. Die Kreditinstitute vergleichen die tatsächlichen Ausfallquoten der einzelnen
        Klassen regelmäßig mit den entsprechenden PD-Schätzungen; liegen die
        tatsächlichen Ausfallquoten außerhalb der für die betreffende Klasse angesetzten
        Schätzbandbreite, so analysieren die Kreditinstitute die Gründe für die Abweichung
DE                                           62                                             DE
 ---pagebreak---         im Einzelnen. Kreditinstitute, die eigene Schätzungen der LGDs oder
        Umrechnungsfaktoren verwenden, führen eine entsprechende Analyse auch bei
        diesen Schätzungen durch. Die Vergleiche basieren auf historischen Zeitreihen, die
        möglichst weit zurückreichen. Das Kreditinstitut dokumentiert die bei diesen
        Vergleichen verwendeten Methoden und Daten. Diese Analyse und Dokumentation
        wird mindestens einmal jährlich aktualisiert.
   111. Die Kreditinstitute machen auch Gebrauch von anderen quantitativen
        Validierungsinstrumenten sowie Vergleichen mit einschlägigen externen
        Datenquellen. Die Analyse stützt sich auf Daten, die auf das entsprechende Portfolio
        anwendbar sind, regelmäßig aktualisiert werden und einen maßgeblichen
        Beobachtungszeitraum abdecken. Zur institutsinternen Beurteilung der
        Leistungsfähigkeit des eigenen Ratingsystems wird ein möglichst langer Zeitraum
        herangezogen.
   112. Die für die quantitative Validierung verwendeten Methoden und Daten werden im
        Zeitablauf konsistent genutzt. Änderungen der Schätz- und Validierungsmethoden
        und –daten (sowohl der Datenquellen als auch der herangezogenen Zeiträume)
        werden dokumentiert.
   113. Die Kreditinstitute verfügen über solide interne Standards für den Fall, dass die
        Abweichungen der realisierten PDs, LGDs, Umrechnungsfaktoren, sowie bei
        Verwendung von EL der Gesamtverluste von den erwarteten Werten so signifikant
        werden, dass die Validität der Schätzungen in Frage gestellt wird. Diese Standards
        berücksichtigen Konjunkturzyklen und ähnliche systematische Schwankungen der
        Ausfallwerte. Liegen die realisierten kontinuierlich über den erwarteten Werten, so
        setzen die Kreditinstitute ihre Schätzungen entsprechend herauf, um den Ausfall- und
        Verlusterfahrungswerten Rechnung zu tragen.
   4.   BERECHNUNG          DER      RISIKOGEWICHTETEN        FORDERUNGSBETRÄGE         FÜR
        BETEILIGUNGEN IM RAHMEN DES IRB-ANSATZES
   4.1. Eigenkapitalanforderung und Risikoquantifizierung
   114. Bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen halten die Kreditinstitute
        folgende Standards ein:
        a)    Die Schätzung des Verlustpotenzials ist gegenüber ungünstigen
              Marktbewegungen,         die    für   das    langfristige   Risikoprofil   der
              institutsspezifischen Beteiligungsbestände relevant sind, stabil. Die zur
              Herleitung der Ertragsverteilungen verwendeten Daten reichen soweit wie
              möglich in die Vergangenheit zurück und spiegeln das Risikoprofil der
              institutsspezifischen Beteiligungsbestände in zutreffender Weise wider. Die
              verwendeten Daten reichen aus, um konservative, statistisch verlässliche und
              robuste Verlustschätzungen zu liefern, die nicht nur auf subjektiven oder
              wertenden Überlegungen basieren. Die Kreditinstitute weisen gegenüber den
              zuständigen Behörden nach, dass der unterstellte Schock eine konservative
              Schätzung der Verluste darstellt, die über den relevanten langfristigen Markt-
              oder Konjunkturzyklus hinweg auftreten können. Das Kreditinstitut kombiniert
              die empirische Analyse der verfügbaren Daten mit Anpassungen aufgrund
DE                                             63                                            DE
 ---pagebreak---               verschiedener Faktoren, um realistische und konservative Modellergebnisse zu
              erzielen. Bei der Konstruktion von Value-at-Risk-(VaR-) Modellen zur
              Schätzung potentieller Quartalsverluste können die Kreditinstitute
              Quartalsdaten oder Daten mit einem kürzeren Zeithorizont verwenden, die
              anhand analytisch angemessener und empirisch überprüfter Methoden auf der
              Basis wohl durchdachter und dokumentierter Überlegungen und Analysen in
              Quartalsdaten umgewandelt werden. Der entsprechende Ansatz wird
              konservativ und im Zeitablauf konsistent genutzt. Sind einschlägige Daten nur
              in begrenztem Maße verfügbar, schlägt das Kreditinstitut angemessene
              Sicherheitsmargen zu.
        b)    Die verwendeten Modelle sind in der Lage, alle wesentlichen in den
              Beteiligungsrenditen enthaltenen Risiken adäquat abzubilden, einschließlich
              des allgemeinen und des besonderen Kursrisikos des Beteiligungsportfolios des
              Kreditinstituts. Die internen Modelle erklären die historischen
              Preisschwankungen in angemessener Weise, stellen sowohl die Größenordnung
              als auch die Veränderungen in der Zusammensetzung potentieller
              Konzentrationen dar und sind stabil in Bezug auf widrige Marktumstände. Die
              Zusammensetzung der zur Schätzung verwendeten Daten ist so weit wie
              möglich an die Beteiligungsrisikoposition des Kreditinstituts angepasst oder
              zumindest damit vergleichbar.
        c)    Das interne Modell ist dem Risikoprofil und der Komplexität des
              Beteiligungsportfolios des Kreditinstituts angemessen. Hält ein Kreditinstitut
              wesentliche Bestände, deren Wertentwicklung naturgemäß in hohem Maße
              nichtlinear ist, so werden die internen Modelle so gestaltet, dass sie die mit
              solchen Instrumenten verbundenen Risiken angemessen erfassen.
        d)    Die Zuordnung einzelner Positionen zu Näherungswerten, Marktindizes und
              Risikofaktoren ist plausibel, einleuchtend und konzeptionell solide.
        e)    Die Kreditinstitute weisen durch empirische Analysen nach, dass die
              Risikofaktoren angemessen und insbesondere in der Lage sind, sowohl das
              allgemeine als auch das besondere Risiko abzudecken.
        f)    Die Schätzungen der Renditevolatilität von Beteiligungsinvestitionen
              berücksichtigen die relevanten und verfügbaren Daten, Informationen und
              Methoden. Verwendet werden von unabhängiger Seite geprüfte interne Daten
              oder Daten aus externen Quellen (einschließlich gepoolter Daten).
        g)    Ein rigoroses und umfassendes Stresstest-Programm wird durchgeführt.
   4.2. Risikomanagement-Prozesse und -Kontrollen
   115. Mit Blick auf die Entwicklung und den Einsatz interner Modelle für
        Eigenkapitalzwecke legen die Kreditinstitute Vorschriften, Verfahren und Kontrollen
        fest, die die Integrität des Modells und seiner Entwicklung sicherstellen. Diese
        Vorschriften, Verfahren und Kontrollen beinhalten unter anderem Folgendes:
        a)    Vollständige Einbindung des internen Modells in die Gesamtmanagement-
              Informationssysteme des Kreditinstituts und in das Management des
DE                                             64                                            DE
 ---pagebreak---               Beteiligungsportfolios im Anlagebuch. Die internen Modelle werden
              vollständig in die Risikomanagement-Infrastruktur des Kreditinstituts
              eingebunden, insbesondere bei einer Nutzung im Rahmen der Messung und
              Beurteilung der Rendite des Beteiligungsportfolios (einschließlich der
              risikobereinigten Rendite), Allokation des ökonomischen Kapitals zu den
              Beteiligungspositionen und Beurteilung der Angemessenheit der
              Gesamteigenkapitalausstattung und des Anlagemanagement-Prozesses.
        b)    Erprobte Managementsysteme, -verfahren und -kontrollfunktionen, die eine
              regelmäßige unabhängige Überprüfung sämtlicher Bestandteile des internen
              Modellentwicklungsprozesses, einschließlich der Genehmigung von
              Modellrevisionen, der sachkundigen Beurteilung der Modelleingaben und der
              Überprüfung der Modellergebnisse, wie beispielsweise die direkte
              Nachprüfung der Risikoberechnungen, sicherstellen. Im Rahmen dieser
              Überprüfungen wird die Genauigkeit, die Vollständigkeit und die
              Angemessenheit der Modelleingaben und -ergebnisse eingeschätzt und darauf
              abgezielt, aufgrund bekannter Modellschwächen mögliche Fehler zu erkennen
              und zu begrenzen sowie bis dato unbekannte Schwächen des Modells
              aufzudecken. Derartige Überprüfungen können von einer unabhängigen
              internen Stelle oder von einer unabhängigen externen Partei durchgeführt
              werden.
        c)    Angemessene Systeme und Verfahren für die Überwachung von Anlagelimits
              und Risikoengagements bei Beteiligungen.
        d)    Funktionelle Unabhängigkeit der für die Entwicklung und Anwendung des
              Modells verantwortlichen Stellen von den für das Management der einzelnen
              Anlagen verantwortlichen Stellen.
        e)    Angemessene Qualifikation aller in jedweder Weise an der Modellgestaltung
              Beteiligten. Das Management weist der Modellentwicklung ausreichende
              personelle Ressourcen mit der erforderlichen Qualifikation und Kompetenz zu.
   4.3. Validierung und Dokumentation
   116. Die Kreditinstitute verfügen über ein robustes System zur Validierung der
        Genauigkeit und Schlüssigkeit des Modells und seiner Eingaben. Alle wesentlichen
        Komponenten ihres internen Modells und ihres Modellentwicklungsprozesses
        werden dokumentiert.
   117. Die Kreditinstitute setzen den internen Validierungsprozess ein, um die
        Leistungsfähigkeit ihrer internen Modelle und Prozesse konsistent und
        aussagekräftig zu beurteilen.
   118. Die für die quantitative Validierung verwendeten Methoden und Daten werden im
        Zeitablauf konsistent genutzt. Änderungen der Schätz- und Validierungsmethoden
        und –daten (sowohl der Datenquellen als auch der herangezogenen Zeiträume)
        werden dokumentiert.
   119. Die Kreditinstitute vergleichen die (anhand der realisierten und nicht realisierten
        Gewinne und Verluste ermittelten) tatsächlichen Anlagerenditen mit den
DE                                          65                                              DE
 ---pagebreak---         Modellschätzungen. Bei diesen Vergleichen werden historische Daten herangezogen,
        die sich über einen möglichst langen Zeitraum erstrecken. Die Kreditinstitute
        dokumentieren die für derartige Vergleiche herangezogenen Methoden und Daten.
        Diese Analyse und Dokumentation wird mindestens jährlich aktualisiert.
   120. Die     Kreditinstitute     machen     Gebrauch      von     anderen    quantitativen
        Validierungsinstrumenten sowie Vergleichen mit externen Datenquellen. Die
        Analyse stützt sich auf Daten, die auf das entsprechende Portfolio anwendbar sind,
        regelmäßig aktualisiert werden und einen maßgeblichen Beobachtungszeitraum
        abdecken. Zur institutsinternen Beurteilung der Leistungsfähigkeit des eigenen
        Modells wird ein möglichst langer Zeitraum herangezogen.
   121. Die Kreditinstitute verfügen über solide interne Standards für den Fall, dass der
        Vergleich der tatsächlichen Anlagerenditen mit den Modellschätzungen die Validität
        der Schätzungen oder der Modelle selbst in Frage stellt. Diese Standards
        berücksichtigen Konjunkturzyklen und ähnliche systematische Schwankungen der
        Anlagerenditen. Alle Anpassungen, die aufgrund von Modellüberprüfungen an den
        internen Modellen vorgenommen werden, werden dokumentiert und entsprechen den
        Modellüberprüfungsstandards des Kreditinstituts.
   122. Das interne Modell und die Modellentwicklung werden dokumentiert, einschließlich
        der Verantwortlichkeiten der an der Modellentwicklung, der Modellabnahme sowie
        der Modellüberprüfung Beteiligten.
   5.   CORPORATE GOVERNANCE UND ÜBERWACHUNG
   5.1. Corporate Governance
   123. Alle wesentlichen Aspekte der Rating- und Schätzverfahren werden von den
        Leitungsorganen des Kreditinstituts oder einem von diesen eingesetzten Gremium
        und von der höheren Managementebene gebilligt. Die Mitglieder dieser Gremien
        verfügen über ein grundlegendes Verständnis der Ratingsysteme des Kreditinstituts
        und über ein genaues Verständnis der daraus resultierenden Managementberichte.
   124. Das höhere Managementsetzt die Leitungsorgane oder das von den Leitungsorganen
        eingesetzte Gremium über wesentliche Änderungen oder Abweichungen von den
        internen Vorschriften in Kenntnis, die einen erheblichen Einfluss auf die
        Arbeitsweise der internen Ratingsysteme haben werden.
   125. Das höhere Management verfügt über ein umfassendes Verständnis des Aufbaus und
        der Funktionsweise des Ratingsystems. Das höhere Management trägt fortlaufend
        dafür Sorge, dass die Ratingsysteme ordnungsgemäß funktionieren. Das höhere
        Management wird von den für die Kreditrisikoüberwachung zuständigen Stellen
        regelmäßig       über    die    Leistungsfähigkeit     des    Ratingprozesses,    die
        verbesserungsbedürftigen Bereiche und den Stand der Arbeiten an der Behebung
        festgestellter Schwächen unterrichtet.
   126. Die auf internen Ratings basierende Analyse des Kreditrisikoprofils des
        Kreditinstituts ist wesentlicher Bestandteil der Berichte an das höhere Management.
        Diese Berichte geben zumindest Aufschluss über die Risikoprofile je Klasse, die
DE                                            66                                              DE
 ---pagebreak---         Wanderungsbewegungen zwischen den Klassen, die Schätzungen der einschlägigen
        Parameter je Klasse und den Vergleich der tatsächlichen Ausfallquoten und eigenen
        Schätzungen der LGDs und Umrechnungsfaktoren mit den Erwartungen und
        Stresstest-Ergebnissen. Die Berichtsintervalle richten sich nach der Bedeutung und
        Art der Informationen sowie der Hierarchiestufe des Empfängers.
   5.2. Kreditrisikoüberwachung
   127. Die für die Kreditrisikoüberwachung zuständige Stelle ist von den Personal- und
        Managementfunktionen, die für die Eröffnung und Verlängerung von Positionen
        verantwortlich sind, unabhängig und unmittelbar dem höheren Management
        unterstellt. Sie ist für die Gestaltung bzw. Wahl, Umsetzung, Überwachung und
        Leistungsfähigkeit der Ratingsysteme verantwortlich. Sie erstellt und analysiert
        regelmäßig Berichte über den Output der Ratingsysteme.
   128. Die Aufgaben der für die Kreditrisikoüberwachung zuständige(n) Stelle(n) umfassen
        unter anderem:
        a)    das Testen und Überwachen von Klassen und Pools;
        b)    die Erstellung und Auswertung von zusammenfassenden Berichten über die
              Ratingsysteme des Kreditinstituts;
        c)    die Implementierung von Verfahren zur Überprüfung, ob die Klassen- und
              Pooldefinitionen in konsistenter Weise in allen Abteilungen und
              geographischen Regionen angewandt werden;
        d)    Überprüfung und Dokumentation jedweder Änderungen am Ratingprozess
              unter Angabe der Gründe für die Änderungen;
        e)    Überprüfung der Ratingkriterien daraufhin, ob sie für die Risikoeinschätzung
              weiterhin aussagekräftig sind. Veränderungen im Ratingprozess, bei den
              Kriterien oder den einzelnen Ratingparametern werden dokumentiert und
              archiviert;
        f)    aktive Beteiligung an der Gestaltung bzw. Wahl, Umsetzung und Validierung
              der im Ratingprozess eingesetzten Modelle;
        g)    Beaufsichtigung und Überwachung der im Ratingprozess eingesetzten
              Modelle;
        h)    fortlaufende Überprüfung und Änderung der im Ratingprozess eingesetzten
              Modelle.
   129. Ungeachtet Nummer 128 können Kreditinstitute, die gemäß den Nummern 57 und 58
        gepoolte Daten verwenden, folgende Aufgaben ausgliedern:
        a)    Bereitstellung einschlägiger Informationen für das Testen und Überwachen von
              Klassen und Pools;
        b)    Erstellung zusammenfassender       Berichte   über   die   Ratingsysteme des
              Kreditinstituts;
DE                                            67                                           DE
 ---pagebreak---         c)   Bereitstellung einschlägiger Informationen für die Überprüfung der
             Ratingkriterien daraufhin, ob sie für die Risikoeinschätzung weiterhin
             aussagekräftig sind;
        d)   Dokumentation von Veränderungen im Ratingprozess, bei den Kriterien oder
             den einzelnen Ratingparametern;
        e)   Bereitstellung einschlägiger Informationen für die fortlaufende Überprüfung
             und Änderung der im Ratingprozess eingesetzten Modelle.
        Kreditinstitute, die von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen, tragen dafür Sorge,
        dass die zuständigen Behörden auf alle von Dritten bereitgestellten einschlägigen
        Informationen zugreifen können, die notwendig sind, um die Einhaltung der
        Mindestanforderungen zu beurteilen, und dass die zuständigen Behörden Prüfungen
        vor Ort im selben Maße durchführen können wie innerhalb des Kreditinstituts.
   5.3. Interne Revision
   130. Die interne Revision prüft mindestens einmal jährlich die Ratingsysteme des
        Kreditinstituts und deren Funktionsweise, einschließlich der Tätigkeit der
        Kreditabteilung und der Schätzung der PDs, LGDs, ELs und Umrechnungsfaktoren.
        Die zu prüfenden Bereiche umfassen alle zu erfüllenden Mindestanforderungen.
DE                                           68                                            DE
 ---pagebreak---                          ANHANG VIII – Kreditrisikominderung
                              Teil 1- Anerkennungsfähigkeit
   1.   In diesem Teil wird festgelegt, welche Formen der Kreditrisikominderung für die
        Zwecke des Artikels 92 anerkannt werden können.
   2.   In diesem Anhang bezeichnet
        ‘besicherte Kreditvergabe’ jedes Geschäft, das eine sicherheitsunterlegte Forderung
        begründet und keine Klausel enthält, die dem Kreditinstitut das Recht auf häufige
        Nachschusszahlungen einräumt.
        ‘Kapitalmarkttransaktion’ jedes Geschäft, das eine sicherheitsunterlegte Forderung
        begründet und eine Klausel enthält, die dem Kreditinstitut das Recht auf häufige
        Nachschusszahlungen einräumt.
   1.   BESICHERUNG MIT SICHERHEITSLEISTUNG
   1.1. Netting von Bilanzpositionen
   3.   Das bilanzielle Netting wechselseitiger Forderungen des Kreditinstituts und des
        Kontrahenten kann anerkannt werden.
   4.   Unbeschadet der Nummer 5 ist die Anerkennungsfähigkeit beschränkt auf
        gegenseitige Barguthaben. Nur bei Darlehen und Einlagen des kreditgebenden
        Kreditinstituts können die risikogewichteten Forderungsbeträge und gegebenenfalls
        die erwarteten Verlustbeträge aufgrund einer Vereinbarung über das Netting von
        Bilanzpositionen geändert werden.
   1.2. Netting-Rahmenvereinbarungen, die Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder
        Warenleihgeschäfte und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen betreffen
   5.   Bei Kreditinstituten, die die umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller
        Sicherheiten nach Teil 3 anwenden, können die Auswirkungen bilateraler
        Nettingvereinbarungen, die Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte
        und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen mit einem Kontrahenten betreffen,
        anerkannt werden. Unbeschadet des Anhangs II der Richtlinie [93/6/EWG] müssen
        die im Rahmen solcher Vereinbarungen entgegengenommenen Sicherheiten und
        ausgeliehenen Wertpapiere oder Waren die unter den Nummern 7 bis 11 genannten
        Voraussetzungen für die Anerkennungsfähigkeit von Sicherheiten erfüllen.
   1.3. Sicherheiten
   6.   Beruht das zur Kreditrisikominderung eingesetzte Verfahren auf dem Recht des
        Kreditinstituts auf Liquidierung oder Einbehaltung von Aktiva, so hängt die
        Anerkennungsfähigkeit davon ab, ob die risikogewichteten Forderungsbeträge und
        gegebenenfalls die erwarteten Verlustbeträge nach den Artikeln 78 bis 83 oder den
        Artikeln 84 bis 89 berechnet werden. Die Anerkennungsfähigkeit hängt ferner davon
        ab, ob in Bezug auf die Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten nach der in
DE                                           69                                             DE
 ---pagebreak---           Anhang 3 dargelegten einfachen oder umfassenden Methode verfahren wird. Bei
          Pensions-     und      Wertpapier-     oder     Warenleihgeschäften      hängt     die
          Anerkennungsfähigkeit zudem davon ab, ob die Transaktion im Anlage- oder im
          Handelsbuch verbucht wird.
   1.3.1. Anerkennungsfähigkeit unabhängig von Ansatz und Methode
   7.     Die folgenden Finanzwerte können bei allen Ansätzen und Methoden als Sicherheit
          anerkannt werden:
          a)    Bareinlagen beim kreditgebenden Kreditinstitut oder von diesem verwahrte
                bargeldähnliche Instrumente;
          b)    von Zentralstaaten oder Zentralbanken ausgegebene Schuldverschreibungen,
                die von einer für die Zwecke der Artikel 78 bis 83 anerkannten Rating- oder
                Exportversicherungsagentur ein Rating erhalten haben, das von der
                zuständigen Behörde gemäß der Bestimmungen über die Risikogewichtung
                von Forderungen an Zentralstaaten und Zentralbanken der Artikel 78 bis 83 mit
                einer Bonitätsstufe von mindestens 4 gleichgesetzt wird;
          c)    von Instituten ausgegebene Schuldverschreibungen, die von einer anerkannten
                Ratingagentur ein Rating erhalten haben, das von der zuständigen Behörde
                gemäß der Bestimmungen über die Risikogewichtung von Forderungen an
                Kreditinstitute der Artikel 78 bis 83 mit einer Bonitätsstufe von mindestens 3
                gleichgesetzt wird;
          d)    Schuldverschreibungen anderer Emittenten, die von einer anerkannten
                Ratingagentur ein Rating erhalten haben, das von der zuständigen Behörde
                gemäß der Bestimmungen über die Risikogewichtung von Forderungen an
                Unternehmen der Artikel 78 bis 83 mit einer Bonitätsstufe von mindestens 3
                gleichgesetzt wird;
          e)    Schuldverschreibungen, die von einer anerkannten Ratingagentur ein
                Kurzfrist-Rating erhalten haben, das von der zuständigen Behörde gemäß der
                Bestimmungen über die Risikogewichtung kurzfristiger Forderungen der
                Artikel 78 bis 83 mit einer Bonitätsstufe von mindestens 3 gleichgesetzt wird;
          f)    in einem Hauptindex vertretene Aktien oder Wandelschuldverschreibungen;
          g)    Gold.
          Die unter b) genannten          ‘Schuldverschreibungen    von    Zentralstaaten  oder
          Zentralbanken’ umfassen
          i)    Schuldverschreibungen von Gebietskörperschaften, deren Schuldtitel im
                Rahmen des Anhangs VI wie Forderungen an den Zentralstaat, dem sie
                zuzuordnen sind, behandelt werden;
          ii)   Schuldverschreibungen multilateraler Entwicklungsbanken, für die nach den
                Artikeln 78 bis 83 ein Risikogewicht von 0 % angesetzt wird;
DE                                             70                                                DE
 ---pagebreak---        iii)  Schuldverschreibungen internationaler Organisationen, für die nach den
             Artikeln 78 bis 83 ein Risikogewicht von 0 % angesetzt wird;
       Die unter c) genannten ‘Schuldverschreibungen von Instituten’ umfassen
       i)    Schuldverschreibungen von Gebietskörperschaften, die nach den Artikeln 78
             bis 83 nicht wie Forderungen an den Zentralstaat, dem sie zuzuordnen sind,
             behandelt werden;
       ii)   Schuldverschreibungen von Verwaltungseinrichtungen, deren Schuldtitel im
             Rahmen der Artikel 78 bis 83 wie Forderungen an Kreditinstitute behandelt
             werden;
       iii)  Schuldverschreibungen multilateraler Entwicklungsbanken, die nicht mit
             einem Risikogewicht von 0 % angesetzt werden.
   8.  Von Instituten ausgegebene Schuldverschreibungen, für die kein Rating einer
       anerkannten Ratingagentur vorliegt, können als Sicherheit anerkannt werden, wenn
       a)    sie an einer anerkannten Börse notiert sind;
       b)    sie vorrangig zu bedienen sind;
       c)    alle gleichrangigen, gerateten Titel des Instituts von einer anerkannten
             Ratingagentur ein Rating erhalten haben, das von der zuständigen Behörde
             gemäß der Bestimmungen über die Risikogewichtung von Forderungen an
             Institute oder kurzfristigen Forderungen der Artikel 78 bis 83 mit einer
             Bonitätsstufe von mindestens 3 gleichgesetzt wird;
       d)    dem kreditgebenden Kreditinstitut keine Hinweise darauf vorliegen, dass für
             den Titel ein schlechteres Rating als das unter c) genannte gerechtfertigt wäre;
       e)    das Kreditinstitut den zuständigen Behörden gegenüber nachweisen kann, dass
             die Liquidität des Instruments für die gewünschten Zwecke ausreicht.
   9.  Anteile an Organismen für gemeinsame Anlagen (OGAW) können als Sicherheit
       anerkannt werden, wenn
       a)    ihr Kurs täglich festgestellt wird;
       b)    der Organismus für gemeinsame Anlagen nur in Titel investieren darf, die nach
             den Nummern 7 und 8 anerkannt werden.
       Wenn ein Organismus für gemeinsame Anlagen zulässige Anlagen durch Derivate
       absichert (oder absichern kann), steht dies der Anerkennungsfähigkeit der
       OGAW-Anteile nicht im Wege.
   10. Liegen für ein Wertpapier zwei Ratings anerkannter Ratingagenturen vor, so gilt in
       Bezug auf Nummer 7 Buchstaben b) bis e) das Schlechtere von beiden. Liegen für
       ein Wertpapier mehr als zwei Ratings anerkannter Ratingagenturen vor, so gelten die
       beiden Besten. Wenn diese voneinander abweichen, gilt das Schlechtere von beiden.
DE                                            71                                              DE
 ---pagebreak---    1.3.2. Zusätzliche Anerkennungsfähigkeit bei der umfassenden Methode
   11.    Wendet ein Kreditinstitut die umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller
          Sicherheiten nach Teil 3 an, so können zusätzlich zu den unter 7 bis 10 genannten
          Sicherheiten die folgenden Finanzwerte als Sicherheit anerkannt werden:
          a)    Aktien oder Wandelschuldverschreibungen, die nicht in einem Hauptindex
                vertreten sind, aber an einer anerkannten Börse gehandelt werden;
          b)    Anteile an Organismen für gemeinsame Anlagen, wenn
          i)    ihr Kurs täglich festgestellt wird und
          ii)   der Organismus für gemeinsame Anlagen nur in Titel, die nach den
                Nummern 7 und 8 anerkannt werden können, sowie in die unter Buchstabe a)
                genannten Werte investieren darf.
          Wenn ein Organismus für gemeinsame Anlagen zulässige Anlagen durch Derivate
          absichert (oder absichern kann), steht dies der Anerkennungsfähigkeit der
          OGAW-Anteile nicht im Wege.
   1.3.3. Zusätzliche Anerkennungsfähigkeit für die Berechnungen nach den Artikeln 84 bis 89
   12.    Ermittelt ein Kreditinstitut die risikogewichteten Forderungsbeträge und die
          erwarteten Verlustbeträge nach den Artikeln 84 bis 89, so gelten zusätzlich zu den
          oben genannten Sicherheiten die Bestimmungen der Nummern 13 bis 22.
          a)    Immobiliensicherheiten
   13.    Wohnimmobilien, die vom Eigentümer selbst genutzt oder vermietet werden bzw.
          werden sollen, sowie gewerbliche Immobilien, d.h. Büro- und andere
          Geschäftsräume, können als Sicherheit anerkannt werden, wenn
          a)    der Wert der Immobilie nicht wesentlich von der Bonität des Schuldners
                abhängt. Fälle, in denen rein makroökonomische Faktoren sowohl den Wert
                der Immobilie als auch die Fähigkeit des Kreditnehmers zur Vertragserfüllung
                beeinträchtigen, sollen durch diese Bestimmung nicht ausgeschlossen werden;
          b)    das Risiko des Kreditnehmers nicht wesentlich von der Wertentwicklung der
                Immobilie/des Vorhabens, sondern eher von seiner Fähigkeit, seine Schulden
                aus anderen Quellen zurückzuzahlen, abhängt. Ob mit der als Sicherheit
                gestellten Immobilie Cash-Flow erwirtschaftet wird, ist damit für die
                Rückzahlung nicht wesentlich.
   14.    Anteile an finnischen Wohnungsbaugesellschaften im Sinne des finnischen Gesetzes
          von 1991 über Wohnungsbaugesellschaften oder nachfolgender entsprechender
          Gesetze über Wohnimmobilien, die vom Eigentümer selbst genutzt oder vermietet
          werden bzw. werden sollen, können von Kreditinstituten unter den genannten
          Voraussetzungen als Wohnimmobiliensicherheit anerkannt werden.
   15.    Die zuständigen Behörden können ihren Kreditinstituten ferner gestatten, Anteile an
          finnischen Baugesellschaften im Sinne des finnischen Gesetzes von 1991 über
DE                                               72                                           DE
 ---pagebreak---        Wohnungsbaugesellschaften oder nachfolgender entsprechender Gesetze unter den
       genannten Voraussetzungen als gewerbliche Immobiliensicherheit anzuerkennen.
   16. Die zuständigen Behörden können ihre Kreditinstitute in Bezug auf Forderungen, die
       durch in ihrem Staatsgebiet liegende Wohnimmobilien besichert sind, von der unter
       Nummer 13 Buchstabe b) genannten Bedingung freistellen, wenn der betreffende
       Markt nachweislich gut entwickelt und seit langem etabliert ist und die Verlustraten
       niedrig genug sind, um dies zu rechtfertigen. Dies hindert die zuständigen Behörden
       eines Mitgliedstaates, die diese Freistellungsmöglichkeit nicht in Anspruch nehmen,
       nicht daran, in einem anderen Mitgliedstaat aufgrund einer solchen Freistellung als
       Sicherheit anerkannte Wohnimmobilien ebenfalls als Sicherheit anzuerkennen. Die
       Mitgliedstaaten zeigen öffentlich an, inwieweit sie von dieser Möglichkeit Gebrauch
       machen.
   17. Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten können ihre Institute in Bezug auf in
       ihrem Staatsgebiet liegende gewerbliche Immobilien von der unter Nummer 13
       Buchstabe b) genannten Bedingung freistellen, wenn der betreffende Markt
       nachweislich gut entwickelt und seit langem etabliert ist und die Verlustraten bei
       Krediten, die durch gewerbliche Immobilien besichert sind, die folgenden
       Bedingungen erfüllen:
       a)    die Verluste, die auf 50 % des Marktwerts (oder gegebenenfalls 60 % des
             Beleihungswerts, sollte dieser niedriger sein) entfallen, gehen in keinem Jahr
             über 0,3 % der ausstehenden, durch gewerbliche Immobilien besicherten
             Kredite hinaus;
       b)    die Gesamtverluste bei Krediten, die durch gewerbliche Immobilien besichert
             sind, gehen in keinem Jahr über 0,5 % der ausstehenden Kredite hinaus.
   18. Wird eine dieser Bedingungen in einem Jahr nicht erfüllt, so ist diese Behandlung so
       lange auszusetzen, bis die Bedingungen in einem der Folgejahre wieder erfüllt sind.
   19. Die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaates, die die unter Nummer 17 genannte
       Freistellungsmöglichkeit nicht in Anspruch nehmen, können gewerbliche
       Immobilien, die in einem anderen Mitgliedstaat aufgrund einer solchen Freistellung
       als Sicherheit anerkannt sind, ebenfalls als Sicherheit anerkennen.
       b)     Forderungen
   20. Die zuständigen Behörden können Forderungen, die mit einer kommerziellen
       Transaktion oder mit Transaktionen mit einer ursprünglichen Laufzeit kleiner oder
       gleich einem Jahr zusammenhängen, als Sicherheit anerkennen. Nicht
       anerkennungsfähig sind Forderungen, die mit Verbriefungen, Unterbeteiligungen
       oder Kreditderivaten zusammenhängen, oder Beträge, die von verbundenen
       Unternehmen geschuldet werden.
       c)     Sonstige Sachsicherheiten
   21. Die zuständigen Behörden können neben den unter den Nummern 13 bis 19
       genannten Sachsicherheiten Gegenstände als Sicherheit anerkennen, wenn sie sich
       davon überzeugt haben, dass
DE                                           73                                             DE
 ---pagebreak---           a)    für eine rasche und wirtschaftliche Verwertung der Sicherheit liquide Märkte
                existieren und
          b)    allgemein anerkannte Marktpreise für die Sicherheit existieren und diese
                öffentlich zugänglich sind. Das Institut muss nachweisen können, dass nichts
                darauf hindeutet, dass die bei der Verwertung der Sicherheit erzielten
                Nettopreise wesentlich von diesen Marktpreisen abweichen werden.
          d)    Leasing
   22.    Forderungen aus Leasinggeschäften, bei denen ein Kreditinstitut der Leasinggeber
          und ein Dritter der Leasingnehmer ist, werden – sofern die in Teil 2 Nummer 11
          genannten Voraussetzungen erfüllt sind – vorbehaltlich der Bestimmungen der
          Nummer 73 des Teils 3 wie Kredite behandelt, die als Sicherheit die gleiche Art von
          Gegenstand haben wie das Leasingobjekt.
   1.4.   Sonstige Besicherung mit Sicherheitsleistung
   1.4.1. Bareinlagen bei einem Drittinstitut oder von diesem verwahrte bargeldähnliche
          Instrumente
   23.    Bareinlagen bei einem Drittinstitut oder von diesem verwahrte bargeldähnliche
          Instrumente können als Sicherheit anerkannt werden, wenn sie nicht im Rahmen
          eines Depotvertrags verwahrt werden und sie an das kreditgebende Kreditinstitut
          verpfändet wurden.
   1.4.2. An das kreditgebende Kreditinstitut verpfändete Lebensversicherungen
   24.    An das kreditgebende Kreditinstitut verpfändete Lebensversicherungen können als
          Sicherheit anerkannt werden.
   1.4.3. Von Drittinstituten ausgegebene Titel, die auf Anforderung zurückgekauft werden
   25.    Von Drittinstituten ausgegebene Titel, die das betreffende Institut auf Anforderung
          zurückkaufen muss, können als Sicherheit anerkannt werden.
   2.     ABSICHERUNG OHNE SICHERHEITSLEISTUNG
   2.1.   Ansatzunabhängige Anerkennungsfähigkeit von Sicherungsgebern
   26.    Als Steller einer Absicherung ohne Sicherheitsleistung anerkannt werden können:
          a)    Zentralstaaten und Zentralbanken;
          b)    Gebietskörperschaften;
          c)    multilaterale Entwicklungsbanken;
          d)    internationale Organisationen, wenn die gegen sie gerichteten Forderungen
                nach den Artikeln 78 bis 83 ein Risikogewicht von 0 % erhalten;
DE                                             74                                             DE
 ---pagebreak---        e)    Verwaltungseinrichtungen, wenn die gegen sie gerichteten Forderungen von
             den zuständigen Behörden nach den Artikeln 78 bis 83 wie Forderungen an
             Institute behandelt werden;
       f)    Institute;
       g)    andere Unternehmen, einschließlich Mutter-, Tochter- und verbundene
             Unternehmen des Kreditinstituts, die
       i)    von einer anerkannten Ratingagentur ein Rating erhalten haben, das von den
             zuständigen Behörden gemäß der Bestimmungen über die Risikogewichtung
             von Forderungen an Unternehmen der Artikel 78 bis 83 mit einer Bonitätsstufe
             von mindestens 2 gleichgesetzt wird;
       ii)   - wenn es sich um Kreditinstitute handelt, die die risikogewichteten
             Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach den Artikeln 84 bis 89
             ermitteln - nicht über ein Rating einer anerkannten Ratingagentur verfügen und
             laut internem Rating mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit angesetzt werden, die
             der Ausfallwahrscheinlichkeit entspricht, die mit einem Unternehmensrating
             einer anerkannten Ratingagentur verbunden wird, das von den zuständigen
             Behörden gemäß der Bestimmungen über die Risikogewichtung von
             Forderungen an Unternehmen der Artikel 78 bis 83 mit einer Bonitätsstufe von
             mindestens 2 gleichgesetzt wird.
   27. In Fällen, in denen risikogewichtete Forderungsbeträge und erwartete Verlustbeträge
       nach den Artikeln 84 bis 89 berechnet werden, kann ein Garantiegeber nur anerkannt
       werden, wenn für ihn ein gemäß Anhang VII Teil 4 erstelltes internes Rating des
       Kreditinstituts vorliegt.
   28. Abweichend von Nummer 26 können die Mitgliedstaaten weitere Finanzinstitute als
       Steller von Sicherheiten ohne Sicherheitsleistung anerkennen, wenn diese von den
       für die Zulassung und Beaufsichtigung von Kreditinstituten zuständigen Behörden
       zugelassen wurden und beaufsichtigt werden und ähnlichen aufsichtsrechtlichen
       Auflagen unterliegen wie Kreditinstitute.
   3.  ARTEN VON KREDITDERIVATEN
   29. Als Sicherheit anerkannt werden können die folgenden Arten von Kreditderivaten
       sowie Instrumente, die sich aus solchen Kreditderivaten zusammensetzen oder
       wirtschaftlich die gleiche Wirkung haben.
       a)    Credit Default Swaps,
       b)    Total Return Swaps,
       c)    Credit Linked Notes, soweit diese mit Barmitteln unterlegt sind.
   30. Wenn ein Kreditinstitut durch einen Total Return Swap eine Kreditabsicherung
       erwirbt und die Nettozahlungen aus dem Swap als Nettoertrag verbucht, den den
       Zahlungen gegenüberstehenden Wertverlust der abgesicherten Forderung aber nicht
DE                                           75                                             DE
 ---pagebreak---         abbildet (was entweder durch eine Herabsetzung des Fair Value oder durch eine
        Erhöhung der Risikovorsorge möglich wäre), kann dies nicht anerkannt werden.
   3.1. Interne Sicherungsgeschäfte
   31.  Tätigt ein Kreditinstitut mit Hilfe eines Kreditderivats ein internes
        Sicherungsgeschäft (d.h. sichert es das Kreditrisiko einer Forderung des Bankbuchs
        mit einem im Handelsbuch verbuchten Kreditderivat ab), so muss es, um eine
        Anerkennung der Besicherung für die Zwecke dieses Anhangs zu erreichen, das auf
        das Handelsbuch übertragene Kreditrisiko auf einen oder mehrere Dritte übertragen.
        Sofern eine solche Übertragung die in diesem Anhang für die Anerkennung der
        Kreditrisikominderung festgelegten Bedingungen erfüllt, gelten in einem solchen
        Fall die in den Teilen 3 bis 6 enthaltenen Bestimmungen über die Berechnung
        risikogewichteter Forderungsbeträge und erwarteter Verlustbeträge bei Besicherung
        ohne Sicherheitsleistung.
DE                                           76                                            DE
 ---pagebreak---                               Teil 2 - Mindestanforderungen
   1.   Das Kreditinstitut muss die zuständigen Behörden davon überzeugen, dass es über
        ein angemessenes Risikomanagement verfügt, mit dem es die Risiken, die ihm aus
        dem Einsatz von Kreditrisikominderungstechniken erwachsen können, steuern kann.
   2.   Unabhängig davon, ob kreditrisikomindernde Maßnahmen zur Anwendung kommen
        und bei der Berechnung von risikogewichteten Forderungsbeträgen und
        gegebenenfalls erwarteten Verlustbeträgen berücksichtigt werden, müssen die
        Kreditinstitute das Kreditrisiko der zugrunde liegenden Forderung auch weiterhin
        umfassend bewerten und die Einhaltung dieser Auflage den zuständigen Behörden
        gegenüber      nachweisen.     Bei    Pensions-   und/oder     Wertpapier-   oder
        Warenleihgeschäften gilt nur für die Zwecke dieses Absatzes als zugrunde liegende
        Forderung der Nettobetrag der Forderung.
   1.   BESICHERUNG MIT SICHERHEITSLEISTUNG
   1.1. Netting von Bilanzpositionen (außer Netting-Rahmenvereinbarungen, die
        Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte und/oder andere
        Kapitalmarkttransaktionen betreffen)
   3.   Bei Vereinbarungen über das Netting von Bilanzpositionen (außer
        Netting-Rahmenvereinbarungen       für    Pensionsgeschäfte, Wertpapier-     oder
        Warenleihgeschäfte und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen) müssen für eine
        Anerkennung für die Zwecke der Artikel 90 bis 93 folgende Bedingungen erfüllt
        sein:
        a)    sie müssen eine fundierte Rechtsgrundlage besitzen und nach geltendem Recht
              selbst bei Insolvenz oder Konkurs des Kontrahenten rechtlich durchsetzbar
              sein;
        b)    das Kreditinstitut muss jederzeit zur Bestimmung der unter die
              Netting-Vereinbarung fallenden Forderungen und Verbindlichkeiten in der
              Lage sein;
        c)    das Kreditinstitut muss die mit der Beendigung der Besicherung verbundenen
              Risiken überwachen und steuern;
        d)    das Kreditinstitut muss die betreffenden Forderungen auf Nettobasis
              überwachen und steuern.
   1.2. Netting-Rahmenvereinbarungen, die Pensionsgeschäfte und/oder Wertpapier-
        oder Warenleihgeschäfte und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen betreffen
   4.   Netting-Rahmenvereinbarungen, die Pensionsgeschäfte und/oder Wertpapier- oder
        Warenleihgeschäfte und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen betreffen, müssen
        für eine Anerkennung für die Zwecke der Artikel 90 bis 93
        a)    eine fundierte Rechtsgrundlage besitzen und nach geltendem Recht selbst bei
              Insolvenz oder Konkurs des Kontrahenten rechtlich durchsetzbar sein;
DE                                           77                                           DE
 ---pagebreak---           b)    der nicht ausfallenden Partei das Recht geben, bei einem Ausfall, einschließlich
                Konkurs oder Insolvenz des Kontrahenten, alle unter die Vereinbarung
                fallenden Geschäfte zeitnah zu beenden oder zu verrechnen;
          c)    ein Netting der Gewinne und Verluste aus den unter der Rahmenvereinbarung
                verrechneten Transaktionen ermöglichen, so dass eine Partei der anderen einen
                einzigen Betrag schuldet.
   5.     Zusätzlich dazu müssen die unter Nummer 6 genannten, für die umfassende Methode
          zur Anerkennung finanzieller Sicherheiten geltenden Mindestanforderungen erfüllt
          sein.
   1.3.   Finanzielle Sicherheiten
   1.3.1. Mindestanforderungen für die Anerkennung finanzieller Sicherheiten unabhängig
          von Ansatz und Methode
   6.     Finanzielle Sicherheiten und Gold können nur unter folgenden Voraussetzungen
          anerkannt werden:
          a)    Geringe Korrelation
          Zwischen der Bonität des Schuldners und dem Wert der Sicherheit darf keine
          wesentliche positive Korrelation bestehen.
          Vom Schuldner oder einem verbundenen Unternehmen emittierte Wertpapiere sind
          nicht anerkennungsfähig.
          b)    Rechtssicherheit
          Die Kreditinstitute müssen alle vertraglichen und rechtlichen Anforderungen an die
          Durchsetzbarkeit ihres Sicherungsrechts in ihrem Rechtssystem erfüllen und alle zu
          diesem Zweck notwendigen Schritte einleiten.
          Die Kreditinstitute müssen sich durch ausreichende rechtliche Prüfungen von der
          Durchsetzbarkeit der Sicherheitenvereinbarung in allen relevanten Rechtsordnungen
          überzeugt haben. Um eine kontinuierliche Durchsetzbarkeit zu gewährleisten,
          müssen sie diese Prüfungen bei Bedarf wiederholen.
          c)    Operationelle Anforderungen
          Die Sicherheitenvereinbarungen müssen angemessen dokumentiert sein und ein
          klares und solides Verfahren für die zeitnahe Verwertung der Sicherheiten vorsehen.
          Die Kreditinstitute müssen zur Steuerung der Risiken, die aus dem Einsatz von
          Sicherheiten resultieren, auf solide Verfahren und Prozesse zurückgreifen – zu diesen
          Risiken zählen eine ausbleibende oder unzureichende Besicherung;
          Bewertungsrisiken; das Risiko einer möglichen Aufkündigung der Besicherung; das
          mit dem Einsatz von Sicherheiten verbundene Konzentrationsrisiko und
          Wechselwirkungen mit dem Gesamtrisikoprofil des Kreditinstituts.
DE                                              78                                               DE
 ---pagebreak---           Das Kreditinstitut sollte in der Frage, welche Arten von Sicherheiten akzeptiert
          werden und bis zu welchem Betrag diese gehen können, über dokumentierte
          Vorschriften und Verfahren verfügen.
          Die Kreditinstitute müssen den Marktwert der Sicherheiten berechnen und
          regelmäßig neu bewerten. Eine solche Neubewertung muss mindestens alle sechs
          Monate sowie immer dann stattfinden, wenn das Kreditinstitut Grund zu der
          Annahme hat, dass der Marktwert erheblich gesunken ist.
          Wird die Sicherheit von einem Dritten verwahrt, so müssen die Kreditinstitute
          angemessene Maßnahmen ergreifen, um zu gewährleisten, dass dieser Dritte die
          Sicherheit von seinem eigenen Vermögen trennt.
   1.3.2. Zusätzliche Mindestanforderungen für die Anerkennung finanzieller Sicherheiten bei
          der einfachen Methode
   7.     Zusätzlich zu den unter Nummer 6 genannten Anforderungen muss für eine
          Anerkennung finanzieller Sicherheiten im Rahmen der einfachen Methode die
          Restlaufzeit der Besicherung zumindest so lang sein wie die Restlaufzeit der
          Forderung.
   1.4.   Mindestanforderungen für die Anerkennung von Immobiliensicherheiten
   8.     Immobiliensicherheiten können nur unter folgenden Voraussetzungen anerkannt
          werden:
          a)     Rechtssicherheit
          Die Hypothek oder das Sicherungspfandrecht müssen in allen relevanten
          Rechtsordnungen rechtlich durchsetzbar sein und ordnungsgemäß und rechtzeitig
          registriert werden. Das in den Vereinbarungen festgelegte Pfandrecht muss wirksam
          sein (d.h. alle rechtlichen Anforderungen zum Nachweis des Pfands müssen erfüllt
          sein). Die Sicherheitenvereinbarung und das ihr zugrunde liegende rechtliche
          Verfahren müssen das Kreditinstitut in die Lage versetzen, die Sicherheit innerhalb
          eines angemessenen Zeitraums zu verwerten.
          b)     Überprüfung des Immobilienwerts
          Der Wert der Immobilie muss häufig, mindestens jedoch einmal jährlich überprüft
          werden. Sind die Märkte starken Schwankungen ausgesetzt, so muss diese
          Überprüfung häufiger stattfinden. Zur Überprüfung des Werts einer Immobilie und
          zur Ermittlung von Immobilien, die einer Neubewertung bedürfen, können
          statistische Verfahren verwendet werden. Gibt es Hinweise darauf, dass die
          Immobilie im Verhältnis zu den allgemeinen Marktpreisen erheblich an Wert
          verloren haben könnte, so ist die Bewertung von einem unabhängigen
          Sachverständigen vorzunehmen. Bei Krediten, die über 3 Mio. EUR oder 5 % der
          Eigenmittel des Kreditinstituts hinausgehen, muss die Immobilie mindestens alle drei
          Jahre von einem unabhängigen Sachverständigen bewertet werden.
          ‘Unabhängiger Sachverständiger’ bezeichnet eine Person, die über die zur
          Durchführung einer solchen Bewertung erforderlichen Qualifikationen, Fähigkeiten
          und Erfahrungen verfügt und von der Kreditvergabeentscheidung unabhängig ist.
DE                                             79                                              DE
 ---pagebreak---         c)    Dokumentation
        Welche Arten von Wohn- und Gewerbeimmobilien das Kreditinstitut als
        Sicherheiten akzeptiert, muss samt seiner diesbezüglichen Grundsätze für die
        Kreditvergabe klar dokumentiert sein.
        d)    Versicherungsschutz
        Das Kreditinstitut muss über Verfahren verfügen, mit denen es überwachen kann, ob
        die als Sicherheit akzeptierte Immobilie angemessen gegen Schäden versichert ist.
   1.5. Mindestanforderungen für die Anerkennung von Forderungen
   9.   Forderungen können nur unter folgenden Voraussetzungen als Sicherheit anerkannt
        werden:
        a)    Rechtssicherheit
        i)    Die rechtliche Vereinbarung über die Bereitstellung der Sicherheit muss hieb-
              und stichfest und wirksam sein und den Anspruch des Kreditgebers auf die
              Erlöse gewährleisten.
        ii)   Die Kreditinstitute müssen alle notwendigen Schritte einleiten, um die
              ortsüblichen Anforderungen an die Durchsetzbarkeit der Sicherungsrechte zu
              erfüllen. Es müssen Rahmenbedingungen bestehen, die dem Kreditgeber einen
              erstrangigen Anspruch auf die Sicherheit einräumen; die Mitgliedstaaten
              sollten jedoch gestatten können, dass derartige Forderungen den in Rechts-
              oder Durchführungsbestimmungen festgelegten Forderungen bevorrechtigter
              Gläubiger nachgeordnet sind.
        iii)  Die Kreditinstitute müssen sich durch ausreichende rechtliche Prüfungen von
              der Durchsetzbarkeit der Sicherheitenvereinbarung in allen relevanten
              Rechtsordnungen überzeugt haben.
        iv)   Die Sicherheitenvereinbarungen müssen angemessen dokumentiert sein und
              ein klares solides Verfahren für die zeitnahe Verwertung der Sicherheit
              vorsehen. Die Verfahren der Kreditinstitute müssen gewährleisten, dass alle
              zur Feststellung der Zahlungsunfähigkeit des Kunden und zur zeitnahen
              Verwertung der Sicherheit notwendigen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt
              sind. Bei Zahlungsschwierigkeiten oder Ausfall des Kreditnehmers sollte das
              Kreditinstitut das Recht haben, die Forderungen ohne Zustimmung des
              Forderungsschuldners zu verkaufen oder auf andere Parteien zu übertragen.
        b)    Risikomanagement
        i)    Das Kreditinstitut muss über ein zuverlässiges Verfahren zur Bestimmung des
              Kreditrisikos der Forderungen verfügen. Bei einem solchen Verfahren müssen
              unter anderem das Unternehmen und die Branche sowie die Arten von Kunden
              des Kreditnehmers analysiert werden. Verlässt sich das Kreditinstitut bei der
              Bestimmung des Kreditrisikos dieser Kunden auf die Angaben des
              Kreditnehmers, so muss es dessen Kreditvergabepraxis auf ihre Solidität und
              Glaubwürdigkeit hin überprüfen.
DE                                           80                                             DE
 ---pagebreak---         ii)   Die Marge zwischen der Höhe der eigenen Forderung und dem Wert der
              verpfändeten Forderungen muss allen wesentlichen Faktoren Rechnung tragen,
              einschließlich der Inkassokosten, der Konzentration innerhalb der einzelnen
              verpfändeten Forderungspools und möglicher Konzentrationsrisiken im
              Gesamtkreditbestand des Kreditinstituts, die nicht vom generellen
              Risikomanagement des Kreditinstituts erfasst werden. Das Kreditinstitut muss
              eine den Forderungen angemessene fortlaufende Überwachung sicherstellen.
              Die Einhaltung der Gesamtkonzentrationsgrenzen durch das Kreditinstitut ist
              zu überwachen. Auch ist regelmäßig zu überprüfen, ob Kreditauflagen,
              Umweltauflagen und andere rechtliche Anforderungen erfüllt sind.
        iii)  Die von einem Kreditnehmer verpfändeten Forderungen sollten diversifiziert
              und nicht übermäßig mit dem Kreditnehmer korreliert sein. Wenn eine hohe
              Korrelation besteht, sollten die damit verbundenen Risiken bei der Festlegung
              von Sicherheitsabschlägen für den Forderungspool als Ganzes berücksichtigt
              werden.
        iv)   Forderungen von mit dem Kreditnehmer verbundenen Adressen (einschließlich
              Tochtergesellschaften und Angestellten) werden nicht als risikomindernd
              anerkannt.
        v)    Das Kreditinstitut muss über ein dokumentiertes Verfahren für das
              Forderungsinkasso bei Zahlungsschwierigkeiten verfügen. Die hierfür
              erforderlichen Einrichtungen müssen vorhanden sein, auch wenn
              normalerweise der Kreditnehmer für das Inkasso zuständig ist.
   1.6. Mindestanforderungen für die Anerkennung sonstiger Sachsicherheiten
   10.  Sonstige Sachsicherheiten können nur unter folgenden Voraussetzungen anerkannt
        werden:
        a)    Die Sicherungsvereinbarung muss nach allen geltenden Rechtsvorschriften
              durchsetzbar sein und das Kreditinstitut in die Lage versetzen, die Sicherheit
              innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu verwerten.
        b)    Zulässig sind nur erstrangige Pfandrechte oder Ansprüche auf Sicherheiten -
              die einzige Ausnahme stellen die nach Nummer 9 Buchstabe a) Ziffer ii)
              zulässigen bevorrechteten Ansprüche dar. Das Kreditinstitut muss folglich bei
              den realisierten Erlösen aus der Sicherheit Vorrang vor allen anderen
              Gläubigern haben.
        c)    Der Wert der Sicherheit muss häufig, mindestens jedoch einmal jährlich
              überprüft werden. Sind die Märkte starken Schwankungen ausgesetzt, so muss
              eine solche Überprüfung häufiger stattfinden.
        d)    Der Kreditvertrag muss eine detaillierte Beschreibung der Sicherheiten und
              umfassende Angaben zu Art und Häufigkeit der Neubewertung enthalten.
        e)    Die vom Kreditinstitut akzeptierten Arten von Sachsicherheiten und die
              Grundsätze und Verfahrensweisen, die es bei der Bestimmung der für den
              Kreditbetrag angemessenen Höhe der verschiedenen Sicherheitsarten
DE                                            81                                             DE
 ---pagebreak---               anwendet, müssen eindeutig aus den internen Kreditvergabevorschriften und
              -verfahren hervorgehen und für eine Überprüfung zur Verfügung stehen.
        f)    In Bezug auf die Transaktionsstruktur müssen die Kreditvergabegrundsätze des
              Kreditinstituts im Verhältnis zur Höhe des Kredits angemessene
              Anforderungen an die Sicherheiten enthalten, die die Möglichkeit einer raschen
              Verwertung der Sicherheit, die Fähigkeit der objektiven Feststellung eines
              Preises oder Marktwerts, die Häufigkeit, mit der dieser Preis problemlos erzielt
              werden kann (einschließlich einer Schätzung oder Bewertung durch einen
              Spezialisten), und die Volatilität des Sicherheitenwerts betreffen.
        g)    Erst- wie Neubewertung müssen jeder Wertminderung oder Veralterung der
              Sicherheiten in vollem Umfang Rechnung tragen. Bei mode- oder
              terminabhängigen Sicherheiten muss bei der Bewertung besonderes
              Augenmerk auf den Faktor Zeit gerichtet werden.
        h)    Das Kreditinstitut muss das Recht haben, den Sicherungsgegenstand materiell
              zu prüfen. Für die Wahrnehmung seines Rechts auf materielle Prüfung muss es
              über Vorschriften und Verfahren verfügen.
        i)    Das Kreditinstitut muss ferner über Verfahren verfügen, mit denen es
              überwachen kann, ob der als Sicherheit akzeptierte Gegenstand angemessen
              gegen Schäden versichert ist.
   1.7. Mindestanforderungen, die erfüllt sein müssen, um Leasingforderungen als
        besichert ansehen zu können
   11.  Forderungen aus Leasinggeschäften können nur als durch das Leasingobjekt
        besichert angesehen werden, wenn
        a)    die unter den Nummern 8 oder 10 genannten Bedingungen erfüllt sind, soweit
              dies für die Anerkennung der Art des Leasingobjekts als Sicherheit
              zweckmäßig ist,
        b)    der Leasinggeber hinsichtlich der Überwachung von Standort,
              Verwendungszweck, Alter und geplanter Nutzungsdauer des Gegenstands über
              ein solides Risikomanagement verfügt,
        c)    ein solider rechtlicher Rahmen existiert, der das rechtliche Eigentum des
              Leasinggebers am Leasingobjekt und seine Fähigkeit, die Eigentumsrechte
              zeitnah auszuüben, sicherstellt, und
        d)    die Differenz zwischen der Abschreibungsquote des Leasinggegenstands und
              der Amortisationsrate der Leasingzahlungen den kreditrisikomindernden Effekt
              des Leasingobjekts nicht übersteigt.
DE                                             82                                              DE
 ---pagebreak---    1.8.   Mindestanforderungen für die Anerkennung anderer Arten der Besicherung
          mit Sicherheitsleistung
   1.8.1. Bareinlagen bei einem Drittinstitut oder von diesem verwahrte bargeldähnliche
          Instrumente
   12.    Um für die in Teil 3 Nummer 80 beschriebene Behandlung in Frage zu kommen,
          müssen die in Teil 1 Nummer 23 genannten Sicherheiten die folgenden
          Voraussetzungen erfüllen:
          a)    Die Forderung des Kreditnehmers gegenüber dem Drittinstitut wurde offen an
                das kreditgebende Kreditinstitut verpfändet oder abgetreten.
          b)    Dem Drittinstitut wurde die Verpfändung bzw. Abtretung mitgeteilt.
          c)    Das Drittinstitut darf aufgrund dieser Mitteilung Zahlungen nur an das
                kreditgebende Kreditinstitut oder Zahlungen an andere Parteien nur mit
                Zustimmung des kreditgebenden Kreditinstituts vornehmen.
          d)    Die Verpfändung oder Abtretung ist uneingeschränkt und unwiderruflich.
   1.8.2. An das kreditgebende Kreditinstitut verpfändete Lebensversicherungen
   13.    An das kreditgebende Kreditinstitut verpfändete Lebensversicherungen können nur
          unter folgenden Voraussetzungen als Sicherheit anerkannt werden:
          a)    Der betreffende Lebensversicherer kann nach Teil 1 Nummer 26 als Steller
                einer Absicherung ohne Sicherheitsleistung anerkannt werden.
          b)    Die Lebensversicherung wurde offen an das kreditgebende Kreditinstitut
                verpfändet oder abgetreten.
          c)    Der betreffende Lebensversicherer wurde über die Verpfändung bzw.
                Abtretung in Kenntnis gesetzt und kann aufgrund dessen nur mit Zustimmung
                des kreditgebenden Kreditinstituts den Vertrag kündigen oder im Rahmen des
                Vertrags fällige Beträge auszahlen.
          d)    Die Versicherungspolice weist einen nicht reduzierbaren Rückkaufswert aus.
          e)    Das kreditgebende Kreditinstitut hat bei Ausfall des Kreditnehmers das Recht
                auf Kündigung des Vertrags und zeitnahe Auszahlung des Rückkaufswerts.
          f)    Das kreditgebende Kreditinstitut wird über jeden Zahlungsrückstand des
                Versicherungsnehmers informiert.
          g)    Die Sicherheit wird für die Laufzeit des Kredits gestellt.
          h)    Der Pfand ist in allen relevanten Rechtsordnungen gerichtlich durchsetzbar.
DE                                              83                                           DE
 ---pagebreak---    2.     ABSICHERUNG OHNE SICHERHEITSLEISTUNG UND “CREDIT LINKED NOTES”
   2.1.   Gemeinsame Anforderungen für Garantien und Kreditderivate
   14.    Vorbehaltlich der Nummer 16 kann eine Absicherung, die sich aus einer Garantie
          oder einem Kreditderivat herleitet, nur unter folgenden Voraussetzungen anerkannt
          werden:
          a)    Die Absicherung ist unmittelbar.
          b)    Der Absicherungsumfang ist klar definiert und unstrittig.
          c)    Der Absicherungsvertrag enthält keine Klausel, deren Einhaltung sich dem
                direkten Einfluss des Kreditgebers entzieht, und die
          i)    dem Sicherungsgeber die einseitige Kündigung der Kreditabsicherung
                ermöglichen würde;
          ii)   bei einer Verschlechterung der Kreditqualität der abgesicherten Forderung die
                tatsächlichen Kosten der Absicherung in die Höhe treiben würde;
          iii)  den Sicherungsgeber für den Fall, dass der der ursprüngliche Schuldner seinen
                Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, davor schützen könnte, zeitnah
                zahlen zu müssen, oder
          iv)   es dem Sicherungsgeber ermöglichen könnte, die Laufzeit der Absicherung zu
                verkürzen.
          d)    Die Absicherung ist in allen relevanten Rechtsordnungen gerichtlich
                durchsetzbar.
   2.1.1. Operationelle Anforderungen
   15.    Das Kreditinstitut muss seiner Aufsichtsbehörde gegenüber nachweisen, dass es über
          Systeme verfügt, mit denen etwaige, durch den Einsatz von Garantien oder
          Kreditderivaten bedingte Risikokonzentrationen gesteuert werden können. Das
          Kreditinstitut muss ebenfalls zeigen können, wie die von ihm beim Einsatz von
          Kreditderivaten und Garantien verfolgte Strategie und sein Management des
          Gesamtrisikoprofils zusammenwirken.
   2.2.   Rückbürgschaften von Staaten und anderen öffentlichen Stellen
   16.    Ist eine Forderung durch eine Garantie besichert, die ihrerseits durch eine
          Rückbürgschaft      eines    Zentralstaats     oder    einer    Zentralbank,  einer
          Gebietskörperschaft, deren Schuldtitel nach den Artikeln 78 bis 83 wie Forderungen
          an den Zentralstaat, dem sie zuzuordnen ist, behandelt werden, einer multilateralen
          Entwicklungsbank, die nach den Artikeln 78 bis 83 das Risikogewicht Null erhält,
          oder einer öffentlichen Stelle, deren Schuldtitel nach den Artikeln 78 bis 83 wie
          Forderungen an Kreditinstitute behandelt werden, abgesichert ist, so kann sie unter
          nachstehend genannten Voraussetzungen behandelt werden, als wäre sie durch eine
          Garantie einer der genannten Stelle besichert:
DE                                             84                                             DE
 ---pagebreak---         a)     die Rückbürgschaft deckt sämtliche Kreditrisiken der Forderung ab;
        b)     sowohl die unmittelbare Garantie als auch die Rückbürgschaft erfüllen die
               unter den Nummern 14, 15 und 17 genannten Anforderungen, mit der
               Ausnahme, dass die Rückbürgschaft nicht direkt sein muss;
        c)     die zuständige Behörde ist von der Wirksamkeit der Absicherung überzeugt
               und in Anbetracht der bisherigen Erfahrungen deutet nichts darauf hin, dass die
               Rückbürgschaft weniger werthaltig ist als eine direkte Garantie der
               betreffenden Stelle.
   2.3. Zusätzliche Anforderungen für Garantien
   17.  Um als Sicherheit anerkannt zu werden, muss eine Garantie auch die folgenden
        Voraussetzungen erfüllen:
        a)     Nach dem die Garantie auslösenden Ausfall/Zahlungsversäumnis des
               Kontrahenten hat das kreditgebende Kreditinstitut das Recht, den
               Garantiegeber zeitnah für alle Zahlungen in Anspruch zu nehmen, die im
               Rahmen der von ihm abgesicherten Forderung ausstehen. Die Zahlung des
               Garantiegebers darf nicht unter dem Vorbehalt stehen, dass das kreditgebende
               Kreditinstitut den geschuldeten Betrag zunächst beim Schuldner einfordern
               muss.
        b)     Die Garantie ist eine ausdrücklich dokumentierte, vom Garantiegeber
               eingegangene Verpflichtung.
        c)     Vorbehaltlich des nachfolgenden Satzes umfasst die Garantie alle Arten von
               Zahlungen, die der Schuldner im Rahmen der Forderung zu leisten hat. Sind
               bestimmte Zahlungsarten von der Garantie ausgenommen, so ist der anerkannte
               Garantiebetrag entsprechend herabzusetzen.
   18.  Bei Garantien, die im Rahmen von für diesen Zweck von den zuständigen Behörden
        anerkannten Bürgschaftsprogrammen oder den unter Nummer 16 genannten Stellen
        bereitgestellt werden, oder für die eine Rückbürgschaft Letzterer vorliegt, können die
        unter Buchstabe a) genannten Anforderungen unter einer der folgenden Bedingungen
        als erfüllt betrachtet werden:
        a)     Die zuständigen Behörden haben sich davon überzeugt, dass das kreditgebende
               Kreditinstitut vom Garantiegeber zeitnah eine vorläufige Zahlung proportional
               zur Deckung durch die Garantie erwirken kann, deren Höhe durch eine solide
               Schätzung der wirtschaftlichen Verluste, die dem kreditgebenden Kreditinstitut
               entstehen dürften, ermittelt wird, wozu auch die Verluste zählen, die durch die
               Einstellung von Zins- und sonstigen Zahlungen, zu denen der Kreditnehmer
               verpflichtet ist, verursacht werden;
        b)     die zuständigen Behörden haben sich anderweitig davon überzeugt, dass die
               Garantie vor Verlusten schützt, auch vor solchen, die durch die Einstellung von
               Zins- und sonstigen Zahlungen, zu denen der Kreditnehmer verpflichtet ist,
               verursacht werden.
DE                                              85                                             DE
 ---pagebreak---    2.4. Zusätzliche Anforderungen für Kreditderivate
   19.  Um als Sicherheit anerkannt zu werden, muss eine Kreditderivat auch die folgenden
        Voraussetzungen erfüllen:
        a)    Vorbehaltlich des Buchstaben b) müssen die im Vertrag vereinbarten
              Kreditereignisse zumindest Folgendes umfassen:
        i)    das Versäumnis, die fälligen Zahlungen nach den zum Zeitpunkt des
              Versäumnisses geltenden Konditionen des zugrunde liegenden Aktivums zu
              erbringen (wobei die Nachfrist annähernd der des zugrunde liegenden
              Aktivums entspricht oder darunter liegt); und
        ii)   den Konkurs, die Zahlungsunfähigkeit oder die Unfähigkeit des Schuldners zur
              Bedienung seiner Schulden oder sein schriftliches Eingeständnis, generell nicht
              mehr zur Begleichung fällig werdender Schulden in der Lage zu sein, sowie
              ähnliche Ereignisse.
        iii)  die Neustrukturierung der zugrunde liegenden Forderung, verbunden mit einem
              Erlass oder einer Stundung der Darlehenssumme, der Zinsen oder der
              Gebühren, die zu einem Verlust auf Seiten des Kreditgebers führt (d.h. einer
              Wertberichtigung oder ähnlichen Buchung in der Gewinn- und
              Verlustrechnung).
        b)    Sollten die im Vertrag vereinbarten Kreditereignisse keine Neustrukturierung
              des zugrunde liegenden Aktivums im Sinne von Buchstabe a) Ziffer iii)
              umfassen, kann die Besicherung vorbehaltlich einer Herabsetzung des
              anerkannten Werts gemäß Teil 3 Nummer 84 dennoch anerkannt werden.
        c)    Bei Kreditderivaten, die einen Barausgleich ermöglichen, muss ein solides
              Bewertungsverfahren vorhanden sein, das eine zuverlässige Verlustschätzung
              ermöglicht. Für die Bewertung des zugrunde liegenden Aktivums nach dem
              Kreditereignis muss es einen klar definierten Zeitraum geben.
        d)    Setzt die Erfüllung das Recht und die Fähigkeit des Sicherungsnehmers zur
              Übertragung des zugrunde liegenden Aktivums an den Sicherungsgeber
              voraus, so muss aus den Konditionen des zugrunde liegenden Aktivums
              hervorgehen, dass eine gegebenenfalls erforderliche Einwilligung zu einer
              solchen Übertragung nicht ohne angemessenen Grund versagt werden darf.
        e)    Es muss eindeutig festgelegt sein, wer darüber entscheidet, ob ein
              Kreditereignis eingetreten ist. Diese Entscheidung darf nicht allein dem
              Sicherungsgeber obliegen. Der Käufer der Absicherung muss das Recht haben,
              den Sicherungsgeber über den Eintritt eines Kreditereignisses zu informieren;
   20.  Eine Inkongruenz zwischen dem zugrunde liegenden Aktivum und dem
        Referenzaktivum des Kreditderivats (d.h. das Aktivum, das zur Bestimmung des
        Werts des Barausgleichs herangezogen wird, oder das zu liefernde Aktivum) oder
        zwischen dem zugrunde liegenden Aktivum und dem Aktivum, anhand dessen
        bestimmt wird, ob ein Kreditereignis eingetreten ist, ist nur zulässig, wenn
DE                                           86                                               DE
 ---pagebreak---    a) das Referenzaktivum bzw. das Aktivum, anhand dessen bestimmt wird, ob ein
      Kreditereignis eingetreten ist, dem zugrunde liegenden Aktivum im Rang
      gleich- oder nachgestellt ist;
   b) das zugrunde liegende Aktivum und das Referenzaktivum bzw. das Aktivum,
      anhand dessen bestimmt wird, ob ein Kreditereignis eingetreten ist, als
      Verpflichteten dieselbe juristische Person haben und rechtlich durchsetzbare
      wechselseitige Ausfall- oder Vorfälligkeitsklauseln beinhalten.
DE                                    87                                           DE
 ---pagebreak---                  Teil 3 – Berechnung der Effekte der Kreditrisikominderung
   1.     Wenn die Bestimmungen der Teile 1 und 2 erfüllt sind, kann die Berechnung der
          risikogewichteten Forderungsbeträge nach Unterabschnitt 1 Artikel 78 bis 83 und die
          Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge
          nach den Artikeln 84 bis 89 vorbehaltlich der Teile 4 bis 6 nach Maßgabe dieses
          Teils geändert werden.
   2.     Barmittel, Wertpapiere oder Waren, die im Rahmen eines Pensions- oder
          Wertpapier- bzw. Warenleihgeschäfts erworben, geliehen oder eingeliefert werden,
          werden wie Sicherheiten behandelt.
   1.     BESICHERUNG MIT SICHERHEITSLEISTUNG
   1.1.   Credit linked notes
   3.     Anlagen in Credit Linked Notes, die von dem kreditgebenden Kreditinstitut
          ausgegeben werden, können wie Barsicherheiten behandelt werden.
   1.2.   Netting von Bilanzpositionen
   4.     Darlehen und Einlagen beim kreditgebenden Kreditinstitut, bei denen ein bilanzielles
          Netting vorgenommen wird, sind wie Barsicherheiten zu behandeln.
   1.3.   Netting-Rahmenvereinbarungen, die Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder
          Warenleihgeschäfte und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen betreffen
   1.3.1. Berechnung des vollständig angepassten Forderungswerts
   a)     Berechnung anhand der von der Aufsicht vorgegebenen oder auf eigenen
          Schätzungen beruhenden Volatilitätsanpassungen
   5.     Bei der Berechnung des vollständig angepassten Forderungswerts (E*) von
          Forderungen, die einer anerkennungsfähigen Netting-Rahmenvereinbarung für
          Pensionsgeschäfte und/oder Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte und/oder andere
          Kapitalmarkttransaktionen unterliegen, werden die Volatilitätsanpassungen
          vorbehaltlich der Nummern 12 bis 22 auf nachstehende Art und Weise ermittelt,
          wobei entweder die von der Aufsicht vorgegebenen oder die auf eigenen
          Schätzungen beruhenden Volatilitätsanpassungen zugrunde gelegt werden; beide
          Verfahren sind unter den Nummern 35 bis 60 für die umfassende Methode zur
          Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten dargelegt. Für die auf eigenen
          Schätzungen beruhende Methode gelten die gleichen Bedingungen und
          Anforderungen wie für die umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller
          Sicherheiten.
   6.     Die Nettoposition für jede Art von Wertpapier wird ermittelt, indem vom
          Gesamtwert der unter der Netting-Rahmenvereinbarung verliehenen, verkauften oder
          gelieferten Wertpapiere ein und derselben Art der Gesamtwert der im Rahmen der
          Vereinbarung geliehenen, erworbenen oder entgegengenommenen Wertpapiere
          dieser Art abgezogen wird.
DE                                           88                                                DE
 ---pagebreak---    7.  Die unter Nummer 6 genannten Wertpapiere derselben Art sind Wertpapiere, die von
       ein und demselben Emittenten am gleichen Tag ausgegeben wurden, die gleiche
       Laufzeit haben, den gleichen Bedingungen und Konditionen unterliegen und für die
       die gleichen, unter den Nummern 35 bis 60 genannten Verwertungszeiträume gelten.
   8.  Die Nettoposition für jede einzelne Währung außer der Verrechnungswährung der
       Netting-Rahmenvereinbarung wird ermittelt, indem vom Gesamtwert der unter der
       Netting-Rahmenvereinbarung verliehenen, verkauften oder gelieferten und auf die
       betreffende Währung lautenden Wertpapiere plus dem Betrag an Bargeld, der im
       Rahmen der Vereinbarung in dieser Währung ausgeliehen oder übertragen wurde,
       der Gesamtwert der unter der Vereinbarung geliehenen, erworbenen oder
       entgegengenommenen und auf diese Währung lautenden Wertpapiere plus dem
       Betrag an Bargeld, der im Rahmen der Vereinbarung in dieser Währung geliehen
       oder entgegengenommen wurde, abgezogen wird.
   9.  Die für eine bestimmte Art von Wertpapier- oder Barmittelposition angemessene
       Volatilitätsanpassung wird sowohl bei einer positiven als auch bei einer negativen
       Nettoposition für Wertpapiere dieser Art vorgenommen.
   10. Die Volatilitätsanpassung für das Wechselkursrisiko (fx) wird sowohl bei einer
       positiven als auch bei einer negativen Nettoposition in jeder Währung außer der
       Verrechnungswährung der Netting-Rahmenvereinbarung vorgenommen.
   11. E* wird nach folgender Formel berechnet:
       E* = max {0, [(∑(E) - ∑(C)) + ∑(|Nettoposition für jedes Wertpapier| x Hsec) + +
       (∑|Efx| x Hfx)]}
       Wenn die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln 78 bis 83
       berechnet werden, ist E der Forderungswert jeder einzelnen im Rahmen der
       Vereinbarung bestehenden Forderung, der bei Fehlen der Besicherung zur
       Anwendung käme.
       Wenn die risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach
       den Artikeln 84 bis 89 berechnet werden, ist E der Forderungswert jeder einzelnen
       im Rahmen der Vereinbarung bestehenden Forderung, der bei Fehlen der
       Besicherung zur Anwendung käme.
       C ist der Wert der Wertpapiere oder Waren, die in Bezug auf jede dieser
       Forderungen geliehen, erworben oder eingeliefert werden, oder der Barmittel, die in
       Bezug auf jede dieser Forderungen geliehen oder eingeliefert werden.
       ∑(E) ist die Summe aller Es im Rahmen der Vereinbarung.
       ∑(C) ist die Summe aller Cs im Rahmen der Vereinbarung.
       Efx ist die Nettoposition (positiv oder negativ) in einer anderen Währung als der
       Verrechnungswährung der Vereinbarung, die gemäß Nummer 8 ermittelt wird.
       Hsec ist die für eine          bestimmte    Art    von   Wertpapier   angemessene
       Volatilitätsanpassung.
DE                                          89                                             DE
 ---pagebreak---        Hfx ist die Wechselkursvolatilitätsanpassung.
       E* ist der vollständig angepasste Forderungswert.
   b)  Berechnung mit Hilfe interner Modelle
   12. Alternativ zu den von der Aufsicht vorgegebenen oder auf eigenen Schätzungen
       beruhenden Volatilitätsanpassungen kann den Kreditinstituten für die Berechnung
       des vollständig angepassten Forderungswerts (E*), der sich aus der Anwendung einer
       anerkennungsfähigen        Netting-Rahmenvereinbarung      für    Pensionsgeschäfte,
       Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte und/oder andere Kapitalmarkttransaktionen,
       bei denen es sich nicht um Derivatgeschäfte handelt, ergibt, die Benutzung interner
       Modelle gestattet werden, sofern diese Korrelationseffekten zwischen
       Wertpapierpositionen, die unter die Netting-Rahmenvereinbarung fallen, als auch der
       Liquidität der betreffenden Instrumente Rechnung tragen. Die in diesem Rahmen
       verwendeten internen Modelle müssen Schätzungen der potenziellen Änderung des
       Werts der unbesicherten Forderung (∑E - ∑C) ermöglichen.
   13. Ein Kreditinstitut kann unabhängig davon, ob es zur Steuerung seines Kreditrisikos
       nach dem Standardansatz oder dem IRB-Basisansatz verfährt, beschließen, auf ein
       internes Modell zurückzugreifen. Hat sich das Kreditinstitut jedoch für die Nutzung
       eines internen Modells entschieden, so muss es dieses auf alle Kontrahenten und
       Wertpapiere anwenden, außer auf unwesentliche Portfolios, bei denen es die unter
       den Nummern 5 bis 11 dargelegten, von der Aufsicht vorgegebenen oder auf eigenen
       Schätzungen beruhenden Volatilitätsanpassungen zugrunde legen kann.
   14. Auf interne Modelle zurückgreifen können Kreditinstitute, deren internes
       Risikomanagement-Modell nach Anhang V der Richtlinie [93/6/EWG] anerkannt
       wurde.
   15. Kreditinstitute, denen die Aufsichtsbehörden im Rahmen der Richtlinie 93/6/EWG
       nicht die Erlaubnis zur Nutzung eines solchen Modells erteilt haben, können für die
       Zwecke dieser Absätze bei den zuständigen Behörden die Anerkennung eines
       internen Risikomessmodells beantragen.
   16. Eine solche Anerkennung erfolgt nur, wenn die zuständige Behörde sich davon
       überzeugt hat, dass das System, mit dem das Kreditinstitut die Risiken aus den unter
       die Netting-Rahmenvereinbarung fallenden Geschäften steuert, konzeptionell solide
       ist, nach Treu und Glauben umgesetzt wird und insbesondere den folgenden
       Qualitätsstandards genügt:
       a)     das interne Risikomessmodell, das zur Ermittlung der potenziellen
              Preisvolatilität verwendet wird, ist in das tägliche Risikomanagement
              eingebettet und dient als Grundlage für die Meldung von Risiken an das höhere
              Management des Kreditinstituts;
       b)     das Kreditinstitut hat eine Abteilung "Risikoüberwachung", die von den
              Handelsabteilungen unabhängig ist und dem höheren Management unmittelbar
              Bericht erstattet. Die Abteilung muss für die Gestaltung und Umsetzung des
              Risikomanagements des Kreditinstituts zuständig sein. Sie erstellt und
              analysiert täglich Berichte über die Ergebnisse des Risikomessmodells und
DE                                           90                                             DE
 ---pagebreak---              über die Maßnahmen, die im Hinblick auf Positionslimitierungen getroffen
             werden sollten;
       c)    die von dieser Abteilung erstellten Tagesberichte werden von einer
             Managementebene geprüft, die über ausreichende Befugnisse verfügt, um die
             Verringerung übernommener Positionen und des Gesamtrisikos durchzusetzen;
       d)    das Kreditinstitut beschäftigt in seiner Risikoüberwachungsabteilung eine
             ausreichende Zahl qualifizierter, für die Anwendung komplexer Modelle
             geschulter Mitarbeiter;
       e)    das Kreditinstitut hat Verfahren eingerichtet, um die Einhaltung der schriftlich
             niedergelegten internen Grundsätze für das Risikomesssystem und die
             dazugehörigen Kontrollen zu gewährleisten;
       f)    die Modelle des Kreditinstituts haben in der Vergangenheit eine ausreichend
             präzise Risikomessung gewährleistet, was durch Backtesting der Ergebnisse
             mit den Daten von mindestens einem Jahr nachgewiesen werden kann;
       g)    das Kreditinstitut führt im Rahmen eines strengen Stresstest-Programms häufig
             Tests durch, deren Ergebnisse vom höheren Management geprüft und in den
             von ihm festgelegten Grundsätzen und Grenzwerten berücksichtigt werden;
       h)    das Kreditinstitut unterzieht sein Risikomesssystem im Rahmen der
             Innenrevision einer unabhängigen Prüfung, die sowohl die Tätigkeiten der
             Abteilung “Risikoüberwachung” als auch der Handelsabteilungen umfasst;
       i)    das Kreditinstitut unterzieht sein Risikomanagement mindestens einmal
             jährlich einer Prüfung.
   17. Für die Berechnung          potenzieller  Wertänderungen     gelten  die    folgenden
       Mindeststandards:
       a)    Berechnung mindestens einmal pro Tag;
       b)    einseitiges 99 %iges Konfidenzniveau;
       c)    ein Verwertungszeitraum von fünf Tagen, außer bei Geschäften, bei denen es
             sich nicht um Pensionsgeschäfte oder Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte
             handelt, für die ein Verwertungszeitraum von zehn Tagen zugrunde gelegt
             wird;
       d)    ein effektiver historischer Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr,
             außer in Fällen, in denen aufgrund eines signifikanten Anstiegs der
             Kursvolatilität ein kürzerer Beobachtungszeitraum gerechtfertigt ist;
       e)    Datenaktualisierung alle drei Monate.
   18. Die zuständigen Behörden schreiben vor, dass das interne Risikomessmodell einer
       ausreichenden Zahl von Risikofaktoren Rechnung tragen muss, damit alle
       wesentlichen Kursrisiken erfasst werden.
DE                                           91                                               DE
 ---pagebreak---    19. Die zuständigen Behörden können den Kreditinstituten gestatten, innerhalb der
       einzelnen Risikokategorien und kategorieenübergreifend empirische Korrelationen
       zu verwenden, wenn sie sich davon überzeugt haben, dass das System, das das
       betreffende Institut zur Messung der Korrelationen verwendet, solide ist und nach
       Treu und Glauben umgesetzt wird.
   20. Ein Kreditinstitut, das ein internes Modell verwendet, ist zum Backtesting der
       Ergebnisse verpflichtet, wobei auf eine jährlich neu zu erhebende Stichprobe von 20
       Kontrahenten abzustellen ist. Die Stichprobe setzt sich aus den – nach
       kreditinstitutsinternem Maßstab – zehn größten Kontrahenten zusammen und
       umfasst darüber hinaus weitere zehn nach dem Zufallsprinzip ausgewählte
       Kontrahenten. Das Kreditinstitut sollte täglich und für jeden Kontrahenten die
       eintägige Veränderung des Forderungswerts mit der anhand des internen Modells
       geschätzten Veränderung des Forderungswerts vergleichen, wobei für Letztere der
       für den Stand zum Vortageschluss ermittelte Wert heranzuziehen ist. Als Ausreißer
       gilt jede tatsächliche Veränderung, die die anhand des internen Modells ermittelte
       Schätzung übersteigt. In Abhängigkeit von der Anzahl der Ausreißer, die auf der
       Grundlage von 20 Kontrahenten und den vorangegangenen 250 Handelstagen
       (5000 Beobachtungen) ermittelt werden, werden die geschätzten Modellergebnisse
       unter Verwendung des in Tabelle 1 genannten Multiplikators hochskaliert.
       Tabelle 1
            Zone                    Anzahl           der Multiplikator
                                    Ausreißer
            Grüne Zone                     0-99                   1
                                           100-119                1,13
                                           120-139                1,17
            Gelbe Zone                     140-159                1,22
                                           160-179                1,25
                                           180-199                1,28
            Rote Zone                      200      oder          1,33
                                    mehr
       Das Kreditinstitut bestätigt im Rahmen seines Backtestings, dass sich die Ausreißer
       nicht auf Forderungen an einen oder mehrere Kontrahenten konzentrieren.
   21. Bei Kreditinstituten, die interne Modelle verwenden, wird der vollständig angepasste
       Forderungswert (E*) nach folgender Formel berechnet:
       E* = max {0, [(∑E - ∑C) + (geschätztes Ergebnis der internen Modelle x
       Multiplikator)]}
DE                                           92                                             DE
 ---pagebreak---           Wenn die risikogewichteten Forderungsbeträge nach Unterabschnitt 1 Artikel 78
          bis 83 berechnet werden, ist E der Forderungswert jeder einzelnen im Rahmen der
          Vereinbarung bestehenden Forderung, der bei Fehlen der Besicherung zur
          Anwendung käme.
          Wenn die risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach
          den Artikeln 84 bis 89 berechnet werden, ist E der Forderungswert jeder einzelnen
          im Rahmen der Vereinbarung bestehenden Forderung, der bei Fehlen der
          Besicherung zur Anwendung käme.
          C ist der aktuelle Marktwert der Wertpapiere, die in Bezug auf jede dieser
          Forderungen geliehen, erworben oder geliefert werden, oder der Barmittel, die in
          Bezug auf jede dieser Forderungen geliehen oder geliefert werden.
          ∑(E) ist die Summe aller Es im Rahmen der Vereinbarung.
          ∑(C) ist die Summe aller Cs im Rahmen der Vereinbarung.
   22.    Kreditinstitute, die die Eigenkapitalanforderungen mit Hilfe eigener Modelle
          berechnen, verwenden zu diesem Zweck die Modellergebnisse des vorangegangenen
          Handelstags.
   1.3.2. Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten
          Verlustbeträge bei Pensionsgeschäften, Wertpapier- oder Warenleihgeschäften
          und/oder         anderen          Kapitalmarkttransaktionen,       die      unter
          Netting-Rahmenvereinbarungen fallen
          Standardansatz
   23.    E*, berechnet nach den Nummern 5 bis 22, ist für die Zwecke des Artikels 80 der
          Forderungswert der Forderung an den Kontrahenten, die aus den unter die
          Netting-Rahmenvereinbarung fallenden Transaktionen resultiert.
          IRB-Basisansatz
   24.    E*, berechnet nach den Nummern 5 bis 22, ist für die Zwecke des Anhangs VII der
          Forderungswert der Forderung an den Kontrahenten, die aus den unter die
          Netting-Rahmenvereinbarung fallenden Transaktionen resultiert.
   1.4.   Finanzielle Sicherheiten
   1.4.1. Einfache Methode zur Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten
   25.    Die einfache Methode kann nur angewandt werden, wenn die risikogewichteten
          Forderungsbeträge nach den Artikeln 78 bis 83 ermittelt werden. Ein Kreditinstitut
          wendet nicht gleichzeitig die einfache und die umfassende Methode an.
          Bewertung
   26.    Im Rahmen dieser Methode werden anerkannte finanzielle Sicherheiten zu ihrem
          nach Teil 2 Nummer 6 bestimmten Marktwert angesetzt.
DE                                             93                                            DE
 ---pagebreak---        Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge
   27. Das Risikogewicht, das nach den Artikeln 78 bis 83 bei Vorliegen einer
       unmittelbaren Forderung des Kreditgebers an den Sicherungsgeber zu vergeben
       wäre, wird den durch den Marktwert der anerkannten Sicherheit gedeckten
       Forderungsteilen zugeteilt. Das Risikogewicht des besicherten Teils beträgt (mit
       Ausnahme der unter den Nummern 28 bis 30 genannten Fälle) mindestens 20 %. Der
       übrige Teil der Forderung erhält das Risikogewicht, das nach den Artikeln 78 bis 83
       für eine unbesicherte Forderung an den Kontrahenten angesetzt würde.
       Pensions- und Wertpapierleihgeschäfte
   28. Der abgesicherte Teil einer Forderung aus Transaktionen, die die unter den
       Nummern 59 und 60 genannten Kriterien erfüllen, erhält das Risikogewicht 0 %.
       Wenn der Kontrahent eines solchen Geschäfts kein wesentlicher Marktteilnehmer ist,
       wird dem Geschäft ein Risikogewicht von 10 % zugeteilt.
       OTC-Derivate mit täglicher Marktbewertung
   29. Die Forderungswerte, die nach Anhang III für die in Anhang IV genannten, durch
       Bargeld oder bargeldähnliche Instrumente abgesicherten Derivate mit täglicher
       Marktbewertung bestimmt werden, erhalten - wenn keine Währungsinkongruenz
       vorliegt – in der Höhe der Besicherung das Risikogewicht 0 %. Sind die genannten
       Geschäfte durch Schuldverschreibungen von Zentralstaaten oder Zentralbanken
       abgesichert, die nach den Artikeln 78 bis 83 das Risikogewicht 0 % erhalten, so
       werden die Forderungswerte in der Höhe der Besicherung mit dem
       Risikogewicht 10 % angesetzt.
       Für die Zwecke dieser Nummer               umfassen   ‘Schuldverschreibungen   von
       Zentralstaaten oder Zentralbanken’:
       a)     Schuldverschreibungen von Gebietskörperschaften, deren Schuldtitel im
              Rahmen der Artikel 78 bis 83 wie Forderungen an den Zentralstaat, dem sie
              zuzuordnen sind, behandelt werden;
       b)     Schuldverschreibungen multilateraler Entwicklungsbanken, die nach den
              Artikeln 78 bis 83 ein Risikogewicht von 0 % erhalten;
       c)     Schuldverschreibungen internationaler Organisationen, die nach den Artikeln
              78 bis 83 ein Risikogewicht von 0 % erhalten.
       Sonstige Geschäfte
   30. Sonstige Geschäfte können das Risikogewicht 0 % erhalten, wenn Forderung und
       Sicherheit auf die gleiche Währung lauten und eine der folgenden Voraussetzungen
       erfüllt ist:
       a)     die Sicherheit besteht aus einer Bareinlage oder einem bargeldähnlichen
              Instrument;
DE                                           94                                            DE
 ---pagebreak---           b)    die Sicherheit besteht aus Schuldverschreibungen von Zentralstaaten oder
                Zentralbanken, die nach den Artikeln 78 bis 83 das Risikogewicht 0 % erhalten
                können und auf deren Marktwert ein 20 %iger Abschlag vorgenommen wurde.
          Für die Zwecke dieser Nummer umfassen ‘Schuldverschreibungen                    von
          Zentralstaaten oder Zentralbanken’ die unter Nummer 29 genannten Titel.
   1.4.2. Umfassende Methode zur Berücksichtigung finanzieller Sicherheiten
   31.    Bei dieser Methode wird bei der Bewertung einer finanziellen Sicherheit der
          Marktwert dieser Sicherheit den unter den Nummern 35 bis 60 genannten
          Volatilitätsanpassungen unterzogen, um der Kursvolatilität Rechnung zu tragen.
   32.    Vorbehaltlich der unter Nummer 33 vorgesehenen Behandlung von
          Währungsinkongruenzen bei OTC-Derivaten wird in Fällen, in denen Sicherheit und
          zugrunde liegende Forderung auf unterschiedliche Währungen lauten, zusätzlich zu
          der nach den Nummern 35 bis 60 für die Sicherheit angemessenen
          Volatilitätsanpassung eine Anpassung für die Wechselkursvolatilität vorgenommen.
   33.    Bei OTC-Derivaten, die unter eine von den zuständigen Behörden gemäß Anhang III
          anerkannte Netting-Rahmenvereinbarung fallen, wird eine Anpassung für die
          Wechselkursvolatilität immer dann vorgenommen, wenn die Sicherheit auf eine
          andere Währung als die Verrechnungswährung lautet. Selbst in Fällen, in denen die
          unter die Netting-Vereinbarung fallenden Geschäfte in mehreren Währungen
          abgewickelt werden, erfolgt nur eine einzige Volatilitätsanpassung.
   a)     Berechnung der angepassten Werte
   34.    Mit       Ausnahme         von      Geschäften,        die     unter     anerkannte
          Netting-Rahmenvereinbarungen fallen und für die die Bestimmungen der
          Nummern 5 bis 24 gelten, wird der volatilitätsangepasste Wert der zu
          berücksichtigenden Sicherheit generell nach folgender Formel berechnet:
          CVA = C x (1-HC-HFX)
          Der volatilitätsangepasste Wert der zu berücksichtigenden Forderung wird nach
          folgender Formel berechnet:
          EVA = E x (1+HE), bei OTC-Derivaten: EVA = E.
          Der vollständig angepasste Forderungswert, der sowohl der Volatilität als auch den
          risikomindernden Effekten der Sicherheit Rechnung trägt, wird wie folgt berechnet:
          E* = max {0, [EVA - CVAM]}
          Dabei ist
          E der Forderungswert, der nach den Artikeln 78 bis 83 oder den Artikeln 84 bis 89
          als angemessen betrachtet würde, wäre die Forderung unbesichert;
          EVA der volatilitätsangepasste Forderungsbetrag;
DE                                             95                                             DE
 ---pagebreak---            CVA der volatilitätsangepasste Wert der Sicherheit;
           CVAM gleich CVA plus weiterer Anpassungen für etwaige Laufzeiteninkongruenzen
           gemäß Teil 4;
           HE die nach den Nummern 35 bis 60 berechnete, der Forderung (E) angemessene
           Volatilitätsanpassung;
           HC die nach den Nummern 35 bis 60 berechnete, der Sicherheit angemessene
           Volatilitätsanpassung;
           HFX die nach den Nummern 35 bis 60 berechnete, der Währungsinkongruenz
           angemessene Volatilitätsanpassung;
           E* der vollständig angepasste Forderungswert, der der Volatilität und den
           risikomindernden Effekten der Sicherheit Rechnung trägt.
   b)      Berechnung der Volatilitätsanpassungen
   35.     Volatilitätsanpassungen können auf zweierlei Weise berechnet werden: Anhand der
           von der Aufsicht vorgegebenen Werte oder auf der Grundlage eigener Schätzungen.
   36.     Ein Kreditinstitut kann unabhängig davon, ob es sich für die Berechnung der
           risikogewichteten Forderungsbeträge für die Artikel 78 bis 83 oder die Artikel 84
           bis 89 entschieden hat, zwischen den von der Aufsicht vorgegebenen und den auf
           eigenen Schätzungen basierenden Volatilitätsanpassungen wählen. Hat sich das
           Kreditinstitut jedoch für die auf eigenen Schätzungen beruhende Methode
           entschieden, so muss es diese auf alle Arten von Instrumente anwenden, außer auf
           unwesentliche Portfolios, bei denen es nach der auf aufsichtlichen Vorgaben
           beruhenden Methode verfahren kann.
           Setzt sich die Sicherheit aus mehreren anerkannten Werten zusammen, so ist die
                                    H = ∑ ai H i
           Volatilitätsanpassung          i      , wobei ai für den Anteil eines Werts an der
           Sicherheit insgesamt und Hi für die für diesen Wert geltende Volatilitätsanpassung
           steht.
   i)      Von der Aufsicht vorgegebene Volatilitätsanpassungen
   37.     Bei der auf aufsichtlichen Vorgaben beruhenden Methode werden (unter der
           Voraussetzung einer täglichen Neubewertung) die in den Tabellen 2 bis 5 genannten
           Volatilitätsanpassungen vorgenommen.
           VOLATILITÄTSANPASSUNGEN
           Tabelle 2
   Mit      dem Rest-          Volatilitätsanpassungen         für Volatilitätsanpassungen         für
   Rating    der laufzeit      Schuldverschreibungen der in        Schuldverschreibungen der in Teil 1
   Schuldver-                  Teil 1 Nummer 7 Buchstabe b)        Nummer 7 Buchstaben c) und d)
   schreibung                  genannten Emittenten                genannten Emittenten
   verknüpfte
DE                                                96                                             DE
 ---pagebreak---    Bonitäts-
   stufe
                                20-täg.    10-täg.     5-täg.        20-täg.      10-täg.     5-täg.
                                Ver-       Ver-        Ver-          Ver-         Ver-        Ver-
                                wertungs-  wertungs-   wertungs-     wertungs-    wertungs-   wertungs-
                                zeitraum   zeitraum    zeitraum      zeitraum     zeitraum    zeitraum
                                (%)        (%)         (%)           (%)          (%)         (%)
   1                ≤ 1 Jahr    0,707      0,5         0,354         1,414        1           0,707
                    >1 ≤ 5 2,828           2           1,414         5,657        4           2,828
                    Jahre
                    >        5 5,657       4           2,828         11,314       8           5,657
                    Jahre
   2-3              ≤ 1 Jahr    1,414      1           0,707         2,828        2           1,414
                    >1 ≤ 5 4,243           3           2,121         8,485        6           4,243
                    Jahre
                    >        5 8,485       6           4,243         16,971       12          8,485
                    Jahre
   4                ≤ 1 Jahr    21,213     15          10,607        N/A          N/A         N/A
                    >1 ≤ 5 21,213          15          10,607        N/A          N/A         N/A
                    Jahre
                    >        5 21,213      15          10,607        N/A          N/A         N/A
                    Jahre
             Tabelle 3
   Mit      dem    Volatilitätsanpassungen             für   Volatilitätsanpassungen                 für
   Rating einer    Schuldverschreibungen der in Teil 1       Schuldverschreibungen der in Teil 1
   kurzfristigen   Nummer 7 Buchstabe b) genannten           Nummer 7        Buchstaben c)     und    d)
   Schuldver-      Emittenten mit Kurzfrist-Rating           genannten            Emittenten         mit
   schreibung                                                Kurzfrist-Rating
   verknüpfte
   Bonitäts-
   stufe
                   20-täg.       10-täg.      5-täg.         20-täg.         10-täg.        5-täg.
                   Ver-          Ver-         Ver-           Ver-            Ver-           Ver-
                   wertungs-     wertungs-    wertungs-      wertungs-       wertungs-      wertungs-
                   zeitraum      zeitraum     zeitraum       zeitraum        zeitraum       zeitraum
                   (%)           (%)          (%)            (%)             (%)            (%)
   1               0,707         0,5          0,354          1,414           1              0,707
DE                                                97                                                 DE
 ---pagebreak---    2-3             1,414         1            0,707          2,828           2           1,414
            Tabelle 4
                              Sonstige Arten von Sicherheiten oder Forderungen
                                               20-täg.            10-täg.       5-täg.
                                               Verwertungs-       Verwertungs-  Verwertungs-
                                               zeitraum (%)       zeitraum (%)  zeitraum (%)
   Hauptindex-Aktien,                          21,213             15            10,607
   Hauptindex-Wandelschuldverschrei-
   bungen
   Andere an einer anerkannten Börse 35,355                       25            17,678
   gehandelte           Aktien           oder
   Wandelschuldverschreibungen
   Barmittel                                   0                  0             0
   Gold                                        21,213             15            10,607
            Tabelle 5
                            Volatilitätsanpassungen für Währungsinkongruenzen
   20-täg. Verwertungszeitraum 10-täg. Verwertungszeitraum 5-täg. Verwertungszeitraum
   (%)                              (%)                             (%)
   11,314                           8                               5,657
   38.      Bei besicherten Kreditvergaben beträgt der Verwertungszeitraum 20 Handelstage,
            bei Pensionsgeschäften (sofern diese nicht mit der Übertragung von Waren oder
            garantierten Eigentumsrechten an diesen Waren verbunden sind) und
            Wertpapierleihgeschäften 5 Handelstage und bei anderen Kapitalmarkttransaktionen
            10 Handelstage.
   39.      Bei den in den Tabellen 2 bis 5 und unter den Nummern 40 bis 42 genannten, mit
            einem Rating für Schuldverschreibungen verknüpften Bonitätsstufen handelt es sich
            um die Stufen, die von den zuständigen Behörden gemäß den Artikeln 78 bis 83 mit
            einem bestimmten Rating gleichgesetzt wurden. Für diese Zwecke gilt auch Teil 1
            Nummer 10.
   40.      Bei nicht anerkennungsfähigen Wertpapieren, die im Rahmen von Pensions- oder
            Wertpapierleihgeschäften verliehen oder veräußert werden, wird die gleiche
            Volatilitätsanpassung vorgenommen wie bei Aktien, die nicht in einem Hauptindex
            vertreten, aber an einer anerkannten Börse notiert sind.
   41.      Bei anerkennungsfähigen Anteilen an Organismen für gemeinsame Anlagen
            entspricht die Volatilitätsanpassung dem Höchstwert, der unter Berücksichtigung des
DE                                                98                                            DE
 ---pagebreak---        unter Nummer 38 genannten Verwertungszeitraums für jeden Titel, in den der Fonds
       investieren darf, gelten würde.
   42. Bei Schuldverschreibungen von Instituten, für die kein Rating vorliegt und die nach
       Teil 1 Nummer 8 anerkannt werden können, wird die gleiche Volatilitätsanpassung
       vorgenommen wie bei Titeln von Instituten oder Unternehmen, deren Rating mit den
       Bonitätsstufen 2 oder 3 gleichgesetzt wird.
   ii) Auf eigenen Schätzungen beruhende Volatilitätsanpassungen
   43. Die zuständigen Behörden können Instituten, die die unter den Nummern 48 bis 57
       genannten Anforderungen erfüllen, gestatten, bei der Berechnung der
       Volatilitätsanpassungen für Sicherheiten und Forderungen ihre eigenen
       Volatilitätsschätzungen zu verwenden.
   44. Bei Schuldverschreibungen, die von einer anerkannten Ratingagentur als Investment
       Grade oder besser eingestuft wurden, können die zuständigen Behörden den
       Kreditinstituten gestatten, für jede Wertpapierkategorie eine Volatilitätsschätzung
       abzugeben.
   45. Bei der Abgrenzung der Wertpapierkategorien tragen die Kreditinstitute der Art des
       Emittenten, dem Rating der Wertpapiere, ihrer Restlaufzeit und ihrer modifizierten
       Laufzeit Rechnung. Volatilitätsschätzungen müssen für die Wertpapiere, die das
       Kreditinstitut in die Kategorie aufgenommen hat, repräsentativ sein.
   46. Für Schuldverschreibungen, die von einer anerkannten Ratingagentur schlechter als
       Investment Grade eingestuft wurden, und für sonstige anerkennungsfähige
       Sicherheiten werden die Volatilitätsanpassungen einzeln ermittelt.
   47. Kreditinstitute, die nach der auf eigenen Schätzungen basierenden Methode
       verfahren, dürfen bei der Schätzung der Volatilität der Sicherheit oder der
       Währungsinkongruenz nicht die Korrelationen zwischen der unbesicherten
       Forderung, der Sicherheit und/oder Wechselkursen berücksichtigen.
       Quantitative Kriterien
   48. Bei der Berechnung der Volatilitätsanpassungen wird ein einseitiges 99 %iges
       Konfidenzniveau zugrunde gelegt.
   49. Bei besicherten Kreditvergaben beträgt der Verwertungszeitraum 20 Handelstage,
       bei Pensionsgeschäften (sofern diese nicht mit der Übertragung von Waren oder
       garantierten Eigentumsrechten an diesen Waren verbunden sind) und
       Wertpapierleihgeschäften 5 Handelstage und bei anderen Kapitalmarkttransaktionen
       10 Handelstage.
   50. Die Kreditinstitute können Volatilitätsanpassungen verwenden, die unter
       Zugrundelegung kürzerer oder längerer Verwertungszeiträume berechnet und für das
       betreffenden Geschäft mit Hilfe nachstehender Wurzel-Zeit-Formel auf den unter
       Nummer 49 angegebenen Verwertungszeitraum herauf- oder herabskaliert werden:
        HM = HN TM / TN
DE                                           99                                            DE
 ---pagebreak---        dabei ist TM der jeweilige Verwertungszeitraum;
       HM die Volatilitätsanpassung für den jeweiligen Verwertungszeitraum;
       HN die Volatilitätsanpassung basierend auf dem Verwertungszeitraum TN;
   51. Die Kreditinstitute tragen der Illiquidität von Aktiva geringerer Qualität Rechnung.
       Bestehen Zweifel an der Liquidität einer Sicherheit, so wird der
       Verwertungszeitraum verlängert. Die Kreditinstitute können feststellen, ob
       historische Daten die potenzielle Volatilität unterschätzen, z.B. im Fall gestützter
       Wechselkurse. In solchen Fällen werden die Daten einem Stresstest unterzogen.
   52. Der historische Beobachtungszeitraum (Erhebungszeitraum) für die Ermittlung der
       Volatilitätsanpassungen beträgt mindestens ein Jahr. Bei Kreditinstituten, die ein
       Gewichtungsschema oder andere Methoden verwenden, beträgt der “effektive”
       Beobachtungszeitraum mindestens ein Jahr (das heißt, dass die gewichtete
       durchschnittliche Zeitverzögerung der einzelnen Beobachtungen nicht weniger als
       sechs Monate betragen darf). Die zuständigen Behörden können einem Kreditinstitut
       ferner vorschreiben, seine Volatilitätsanpassungen unter Zugrundelegung eines
       kürzeren Beobachtungszeitraums zu berechnen, wenn sie dies aufgrund eines
       signifikanten Anstiegs der Kursvolatilität für gerechtfertigt halten.
   53. Die Kreditinstitute aktualisieren ihre Daten mindestens alle drei Monate und
       bewerten sie bei jeder wesentlichen Änderung der Marktpreise neu. Zu diesem
       Zweck werden die Volatilitätsanpassungen mindestens alle drei Monate neu
       berechnet.
       Qualitative Kriterien
   54. Die Volatilitätsschätzungen werden im täglichen Risikomanagement                 des
       Kreditinstituts – auch in Bezug auf seine internen Risikolimits - verwendet.
   55. Ist der Verwertungszeitraum, den das Kreditinstitut bei seinem täglichen
       Risikomanagement zugrunde legt, länger als der, der in diesem Teil für den
       betreffenden Transaktionstyp festgelegt ist, so werden die Volatilitätsanpassungen
       des Kreditinstituts nach der unter Nummer 50 angegebenen Wurzel-Zeit-Formel
       heraufskaliert.
   56. Das Kreditinstitut hat Verfahren eingerichtet, um die Einhaltung der schriftlich
       niedergelegten Grundsätze für die Schätzung der Volatilitätsanpassungen und die
       Integration dieser Schätzungen in sein Risikomanagement sowie die dazugehörigen
       Kontrollen zu gewährleisten.
   57. Das System, das das Kreditinstitut zur Schätzung der Volatilitätsanpassungen
       anwendet, wird im Rahmen der Innenrevision regelmäßig einer unabhängigen
       Prüfung unterzogen. Das gesamte System für die Schätzung der
       Volatilitätsanpassungen und deren Einbettung in das Risikomanagement des
       Kreditinstituts wird mindestens einmal jährlich überprüft. Diese Überprüfung stellt
       zumindest auf folgende Aspekte ab:
       a)    die Einbettung der geschätzten Volatilitätsanpassungen in das tägliche
             Risikomanagement;
DE                                          100                                             DE
 ---pagebreak---         b)    die Validierung jeder wesentlichen Änderung des Schätzverfahrens;
        c)    die Konsistenz, Zeitnähe und Zuverlässigkeit der Datenquellen, auf die sich das
              Kreditinstitut bei der Schätzung der Volatilitätsanpassungen stützt,
              einschließlich der Unabhängigkeit dieser Quellen;
        d)    die Genauigkeit und Angemessenheit der Volatilitätsannahmen.
   iii) Heraufskalierung von Volatilitätsanpassungen
   58.  Die unter den Nummern 37 bis 42 genannten Volatilitätsanpassungen gelten für den
        Fall einer täglichen Neubewertung. Ebenso muss ein Kreditinstitut, das gemäß der
        Nummern 43 bis 57 seine eigenen Schätzungen verwendet, seine Berechnungen
        zunächst auf der Grundlage einer täglichen Neubewertung anstellen. Erfolgt die
        Neubewertung seltener als einmal täglich, so werden größere Volatilitätsanpassungen
        vorgenommen. Diese werden mit Hilfe nachstehender ‘Wurzel-Zeit’-Formel durch
        Heraufskalierung der auf einer täglichen Neubewertung basierenden
        Volatilitätsanpassungen ermittelt:
                    N R + (TM − 1)
        H = HM
                         TM
        Dabei ist
        H die vorzunehmende Volatilitätsanpassung
        HM die Volatilitätsanpassung bei täglicher Neubewertung
        NR die tatsächliche Anzahl an Handelstagen zwischen den Neubewertungen
        TM der Verwertungszeitraum für das betreffende Geschäft.
   iv)  Voraussetzungen für eine Volatilitätsanpassung von 0 %
   59.  Wenn die unter den Buchstaben a) bis h) genannten Bedingungen erfüllt sind,
        können die zuständigen Behörden Kreditinstituten, die nach der auf aufsichtlichen
        Vorgaben beruhenden oder der auf eigenen Schätzungen basierenden Methode
        verfahren, gestatten, bei Pensions- und Wertpapierleihgeschäften anstelle der nach
        den Nummern 35 bis 58 ermittelten Volatilitätsanpassungen eine Anpassung von 0 %
        vorzunehmen. Nicht in Frage kommt diese Option für Kreditinstitute, die gemäß der
        Nummern 12 bis 22 interne Modelle verwenden.
        a)    Sowohl die Forderung als auch die Sicherheit sind Barmittel oder Wertpapiere
              im Sinne von Teil 1 Nummer 7 Buchstabe b).
        b)    Forderung und Sicherheit lauten auf dieselbe Währung.
        c)    Entweder die Laufzeit der Transaktion beträgt nicht mehr als einen Tag oder
              sowohl die Forderung als auch die Sicherheit werden täglich zu Marktpreisen
              bewertet und unterliegen täglichen Nachschussverpflichtungen.
DE                                           101                                              DE
 ---pagebreak---        d)    Es wird die Auffassung vertreten, dass zwischen der letzten Neubewertung vor
             dem Versäumnis des Kontrahenten, Sicherheiten nachzuliefern, und der
             Veräußerung der Sicherheit nicht mehr als vier Handelstage liegen sollten.
       e)    Das Geschäft wird über ein für diese Art von Geschäft bewährtes
             Abrechnungssystem abgewickelt.
       f)    Die für die Vereinbarung maßgeblichen Dokumente sind die für Pensions- oder
             Leihgeschäfte      mit     den     betreffenden     Wertpapieren      üblichen
             Standarddokumente.
       g)    Aus den für das Geschäft maßgeblichen Dokumenten geht hervor, dass das
             Geschäft fristlos kündbar ist, wenn der Kontrahent seiner Verpflichtung zur
             Einlieferung von Barmitteln oder Wertpapieren oder zur Leistung von
             Nachschusszahlungen nicht nachkommt oder in anderer Weise ausfällt.
       h)    Der Kontrahent wird von den zuständigen Behörden als ‘wesentlicher
             Marktteilnehmer’ angesehen. Als wesentliche Marktteilnehmer angesehen
             werden können
       –     die in Teil 1 Nummer 7 Buchstab b) genannten Emittenten, deren Titel nach
             den Artikeln 78 bis 83 ein Risikogewicht von 0 % erhalten;
       –     Institute;
       –     sonstige Finanzgesellschaften (einschließlich Versicherungsgesellschaften),
             deren Schuldtitel nach den Artikeln 78 bis 83 ein Risikogewicht von 20 %
             erhalten, oder die – sollte es sich um Kreditinstitute handeln, die die
             risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach den
             Artikeln 83 bis 89 ermitteln - nicht über ein Rating einer anerkannten
             Ratingagentur verfügen und intern mit der gleichen Ausfallwahrscheinlichkeit
             eingestuft werden, wie sie anerkannte Ratingagenturen in Ratings ansetzen, die
             von den zuständigen Behörden gemäß der Bestimmungen über die
             Risikogewichtung von Forderungen an Unternehmen der Artikel 78 bis 83 mit
             einer Bonitätsstufe von mindestens 2 gleichgesetzt werden.
       –     beaufsichtigte      Organismen      für     gemeinsame       Anlagen,      die
             Eigenkapitalanforderungen oder Verschuldungslimits unterliegen;
       –     beaufsichtigte Pensionskassen und
       –     anerkannte Clearing-Organisationen.
   60. Lässt eine zuständige Behörde die unter Nummer 59 beschriebene Behandlung für
       Pensions- oder Leihgeschäfte mit Wertpapieren, die von ihrem eigenen Zentralstaat
       emittiert wurden, zu, so können andere zuständige Behörden beschließen, den
       Kreditinstituten mit Sitz in ihrem Hoheitsgebiet für die gleichen Geschäfte die
       gleiche Behandlung zu gestatten.
   c)  Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge
       Standardansatz
DE                                          102                                             DE
 ---pagebreak---    61.    E*, berechnet nach Nummer 34, ist für die Zwecke des Artikels 80 gleich dem
          Forderungswert.
          IRB-Basisansatz
   62.    LGD* (effektive Verlustquote bei Ausfall), berechnet nach dieser Nummer, ist für
          die Zwecke des Anhangs VII gleich der LGD.
          LGD* = Max {0, LGD x [(E*/E]}
          Dabei ist
          LGD die Verlustquote bei Ausfall, die nach den Artikeln 84 bis 89 für die Forderung
          gelten würde, wäre sie unbesichert;
          E ist der Forderungswert nach den Artikeln 84 bis89;
          E* der nach Nummer 34 berechnete Wert.
   1.5.   Sonstige, für die Zwecke der Artikel 84 bis 89 anerkennungsfähige Sicherheiten
   1.5.1. Bewertung
   a)     Immobiliensicherheiten
   63.    Die Immobilie wird von einem unabhängigen Sachverständigen zum oder unter
          Marktwert bewertet. In Mitgliedstaaten, deren Rechts- und Verwaltungsvorschriften
          strenge Vorgaben für die Bemessung des Beleihungswerts setzen, kann die
          Immobilie stattdessen von einem unabhängigen Experten zum oder unter
          Beleihungswert bewertet werden.
   64.    Marktwert bezeichnet den geschätzten Betrag, zu dem die Immobilie am Tag der
          Bewertung nach angemessenem Marketing im Rahmen eines zu marktüblichen
          Konditionen, von den Parteien in Kenntnis der Sachlage, umsichtig und ohne Zwang
          geschlossenen Geschäfts vom Besitz eines veräußerungswilligen Verkäufers in den
          Besitz eines kaufwilligen Käufers übergehen dürfte. Der Marktwert wird transparent
          und klar dokumentiert.
   65.    Beleihungswert bezeichnet den Wert der Immobilie, der bei einer vorsichtigen
          Bewertung ihrer künftigen Marktgängigkeit unter Berücksichtigung ihrer dauerhaften
          Eigenschaften, der normalen und örtlichen Marktbedingungen, der derzeitigen
          Nutzung sowie angemessener Alternativnutzungen bestimmt wurde. Spekulative
          Elemente werden bei der Bestimmung des Beleihungswerts außer Acht gelassen. Der
          Beleihungswert wird transparent und klar dokumentiert.
   66.    Der Wert der Sicherheit ist der Markt- oder Beleihungswert, der gegebenenfalls
          aufgrund der Ergebnisse der in Teil 2 Nummer 8 vorgesehenen Überprüfung und
          eventueller vorrangiger Forderungen herabgesetzt wird.
   b)     Forderungen
   67.    Der Wert der Forderungen ist der Forderungsbetrag.
DE                                            103                                             DE
 ---pagebreak---    c)      Sonstige Sachsicherheiten
   68.     Der Sicherungsgegenstand wird zum Marktwert bewertet – d.h. dem geschätzten
           Betrag, zu dem die Sicherheit am Tag der Bewertung im Rahmen eines zu
           marktüblichen Konditionen geschlossenen Geschäfts vom Besitz eines
           veräußerungswilligen Verkäufers in den Besitz eines kaufwilligen Käufers
           übergehen dürfte.
   1.5.2.  Berechnung der           risikogewichteten     Forderungsbeträge    und   erwarteten
           Verlustbeträge
   a)      Allgemeine Behandlung
   69.     LGD* (effektive Verlustquote bei Ausfall), berechnet nach den Nummern 70 bis 73,
           ist für die Zwecke des Anhangs VII gleich der LGD.
   70.     Fällt das Verhältnis des Werts der Sicherheit (C) zum Forderungswert (E) unter die
           in Tabelle 6 festgelegte Schwelle von C* (d.h. unter den für die Forderung
           vorgeschriebenen Mindestgrad an Besicherung), so ist LGD* gleich der in
           Anhang VII für unbesicherte Forderungen an den Kontrahenten festgelegten LGD.
   71.     Übersteigt das Verhältnis des Werts der Sicherheit zum Forderungswert die in
           Tabelle 6 festgelegte zweite, höhere Schwelle C** (d.h. das für eine Anerkennung
           der LGD in voller Höhe erforderliche Maß an Besicherung), so ist LGD* gleich dem
           in nachstehender Tabelle genannten Wert.
   72.     Wird der erforderliche Grad an Besicherung C** für die Forderung insgesamt nicht
           erreicht, so ist die Forderung zu behandeln wie zwei Forderungen – nämlich eine, bei
           der der erforderliche Besicherungsgrad C** gegeben ist und eine (der verbleibende
           Teil), bei der dies nicht der Fall ist.
   73.     Tabelle 6 gibt einen Überblick über die zugrunde zu legende LGD* und die für die
           besicherten Forderungsteile erforderlichen Besicherungsgrade:
           Tabelle 6
           Mindest-LGD für besicherte Forderungsteile
                                   LGD* bei        LGD* bei Erforderlicher               Erforderlicher
                                   vor-            nach-        Mindestbesicherungsgrad Mindestbesicherungs
                                   rangigen        rangigen     der Forderung (C*)       der Forderung (C**)
                                   Forderungen     Forderungen
   Forderungen                     35%             65%          0%                       125%
   Wohn-/Gewerbeimmobilien 35%                     65%          30%                      140%
   Sonstige Sicherheiten           40%             70%          30%                      140%
DE                                                 104                                           DE
 ---pagebreak---         Abweichend davon können die zuständigen Behörden den Kreditinstituten
        vorbehaltlich der angegebenen Besicherungsgrade bis zum 31. Dezember 2012
        gestatten
        a)    für vorrangige Forderungen in Form von Gewerbeimmobilien-Leasing eine
              LGD von 30 % anzusetzen und
        b)    für vorrangige Forderungen in Form von Investitionsgüter-Leasing eine LGD
              von 35 % anzusetzen.
        Diese Ausnahmeregelung wird nach Ablauf des genannten Zeitraums überprüft.
   b)   Alternativbehandlung für Immobiliensicherheiten
   74.  Vorbehaltlich der unter dieser und unter Nummer 75 festgelegten Anforderungen
        und alternativ zu der unter den Nummern 69 bis 73 vorgesehenen Behandlung
        können die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats ihren Kreditinstituten
        gestatten, für den Teil einer Forderung, der in voller Höhe durch Wohn- oder
        Gewerbeimmobilien im Hoheitsgebiet dieses Mitgliedstaats besichert ist, ein
        Risikogewicht von 50 % zu vergeben, wenn die betreffenden Märkte nachweislich
        gut entwickelt und seit langem etabliert sind, und die Verlustraten bei Krediten, die
        durch Wohn- bzw. Gewerbeimmobilien besichert sind, die folgenden Bedingungen
        erfüllen:
        a)    die Verluste, die auf 50 % des Marktwerts (oder gegebenenfalls 60 % des
              Beleihungswerts, sollte dieser niedriger sein) entfallen, gehen in keinem Jahr
              über 0,3 % der ausstehenden, durch Wohn- und/oder Gewerbeimmobilien
              besicherten Kredite hinaus;
        b)    die Gesamtverluste bei Krediten, die durch Wohn- oder Gewerbeimmobilien
              besichert sind, gehen in keinem Jahr über 0,5 % der ausstehenden, durch die
              genannten Immobilien besicherten Kredite hinaus.
   75.  Wird eine dieser Bedingungen in einem Jahr nicht erfüllt, so ist diese Behandlung so
        lange auszusetzen, bis die Bedingungen in einem der Folgejahre wieder erfüllt sind.
   76.  Die zuständigen Behörden, die die unter Nummer 73 beschriebene Behandlung nicht
        zulassen, können ihren Kreditinstituten jedoch gestatten, die bei dieser Behandlung
        zulässigen Risikogewichte auf Forderungen anzuwenden, die durch Wohn- bzw.
        Gewerbeimmobilien besichert sind, welche sich im Gebiet von Mitgliedstaaten
        befinden, deren zuständige Behörden die genannte Behandlung zulassen. In einem
        solchen Fall gelten die gleichen Bedingungen wie in diesen Mitgliedstaaten.
   1.6. Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge                 und    erwarteten
        Verlustbeträge bei gemischten Sicherheitenpools
   77.  Wenn die risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge nach
        den Artikeln 84 bis 89 berechnet werden und eine Forderung sowohl durch
        finanzielle als auch durch andere zulässige Sicherheiten abgesichert ist, wird die
        LGD* (effektive Verlustquote bei Ausfall), die für die Zwecke des Anhangs VII
        gleich der LGD ist, wie folgt berechnet.
DE                                          105                                               DE
 ---pagebreak---    78.    Das Kreditinstitut ist verpflichtet, den volatilitätsangepassten Wert der Forderung
          (d.h. den Wert, der sich nach der Volatilitätsanpassung gemäß Nummer 34 ergibt) in
          verschiedene, mit je einer Art von Sicherheit unterlegte Anteile aufzuteilen. Das
          Kreditinstitut muss die Forderung also in einen durch anerkennungsfähige finanzielle
          Sicherheiten unterlegten Anteil, einen durch Forderungsabtretungen besicherten
          Anteil, einen durch gewerbliche und einen durch Wohnimmobilien besicherten
          Anteil, einen durch sonstige Sicherheiten unterlegten Anteil und einen unbesicherten
          Anteil zerlegen.
   79.    LGD* wird nach den einschlägigen Bestimmungen diese Anhangs für jeden dieser
          Anteile gesondert berechnet.
   1.7.   Andere Formen der Besicherung mit Sicherheitsleistung
   1.7.1. Einlagen bei Drittinstituten
   80.    Sind die in Teil 2 Nummer 12 genannten Voraussetzungen erfüllt, kann eine
          Besicherung im Sinne von Teil 1 Nummer 23 wie eine Garantie eines Drittinstituts
          behandelt werden.
   1.7.2. An das kreditgebende Kreditinstitut verpfändete Lebensversicherungen
   81.    Sind die in Teil 2 Nummer 13 genannten Voraussetzungen erfüllt, so kann eine
          Besicherung im Sinne von Teil 1 Nummer 23 wie eine Garantie des betreffenden
          Lebensversicherers behandelt werden. Der Wert der anerkannten Besicherung ist der
          Rückkaufswert der Versicherung.
   1.7.3. Titel von Instituten, die auf Anforderung zurückgekauft werden
   82.    Nach Teil 1 Nummer 25 anerkennungsfähige Titel können wie eine Garantie des
          emittierenden Instituts behandelt werden.
   83.    Der Wert der anerkannten Besicherung ist dabei Folgender:
          a)     wird der Titel zu seinem Nennwert zurückgekauft, so gilt als Besicherungswert
                 dieser Betrag;
          b)     wird der Titel zum Marktpreis zurückgekauft, so wird der Besicherungswert
                 nach dem gleichen Verfahren ermittelt wie bei den in Teil 1 Nummer 8
                 genannten Schuldverschreibungen.
   2.     ABSICHERUNG OHNE SICHERHEITSLEISTUNG
   2.1.   Bewertung
   84.    Bei einer Absicherung ohne Sicherheitsleistung gilt als Wert der Absicherung (G)
          der Betrag, zu dessen Zahlung sich der Sicherungsgeber für den Fall verpflichtet hat,
          dass der Kreditnehmer ausfällt, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt
          oder ein bestimmtes anderes Kreditereignis eintritt. Bei Kreditderivaten, bei denen
          eine Neustrukturierung der zugrunde liegenden Forderung, verbunden mit einem
          Erlass oder einer Stundung der Darlehenssumme, der Zinsen oder der Gebühren, die
DE                                              106                                             DE
 ---pagebreak---           zu einem Verlust auf Seiten des Kreditgebers führt (d.h. einer Wertberichtigung oder
          ähnlichen Buchung in der Gewinn- und Verlustrechnung), nicht als Kreditereignis
          gilt, wird der nach dem ersten Satz ermittelte Wert der Absicherung um 40 %
          herabgesetzt.
   85.    Lautet eine Absicherung ohne Sicherheitsleistung auf eine andere Währung als der
          Kredit selbst (Währungsinkongruenz), so wird der Wert der Absicherung mit Hilfe
          einer Volatilitätsanpassung HFX wie folgt herabgesetzt:
          G* = G x (1-HFX)
          Dabei ist
          G der Nominalbetrag der Kreditabsicherung;
          G* der an etwaige Fremdwährungsrisiken angepasste Wert G und
          HFX die Volatilitätsanpassung für etwaige Währungsinkongruenzen zwischen der
          Kreditabsicherung und der zugrunde liegenden Forderung.
          Wenn keine Währungsinkongruenz vorliegt, gilt
          G* = G
   86.    Die bei Währungsinkongruenzen vorzunehmenden Volatilitätsanpassungen können
          nach der auf aufsichtlichen Vorgaben oder der auf eigenen Schätzungen beruhenden
          Methode (siehe Nummern 35 bis 58) ermittelt werden.
   2.2.   Berechnung der         risikogewichteten    Forderungsbeträge     und    erwarteten
          Verlustbeträge
   2.2.1. Partielle Absicherung – Unterteilung in Tranchen
   87.    Überträgt das Kreditinstitut einen Teil des Kreditrisikos in einer oder mehreren
          Tranchen, so gelten die in den Artikeln 94 bis 101 festgelegten Regeln.
          Materialitätsgrenzen für Zahlungen, unterhalb derer im Falle eines Verlusts keine
          Zahlungen geleistet werden, werden mit zurückbehaltenen First-Loss-Positionen
          gleichgesetzt und als Risikotransfer in Tranchen betrachtet.
   2.2.2. Standardansatz
   a)     Vollständige Absicherung
   88.    Für die Zwecke des Artikels 80 ist g das Risikogewicht, das einer Forderung
          zugeteilt wird, die gänzlich durch eine Absicherung ohne Sicherheitsleistung
          abgesichert ist (GA).
          Dabei ist
          g das in den Artikeln 78 bis 83 genannte Risikogewicht von Forderungen an den
          Sicherungsgeber, und
DE                                             107                                             DE
 ---pagebreak---           GA der nach Nummer 85 ermittelte Wert G*, der nach Maßgabe des Teils 4 an
          etwaige Laufzeiteninkongruenzen angepasst wird.
   b)     Partielle Absicherung – Gleichrangigkeit
   89.    Wenn der abgesicherte Betrag geringer als der Forderungsbetrag ist und der
          abgesicherte und der nicht abgesicherte Teil gleichrangig sind – d.h. das
          Kreditinstitut und der Sicherungsgeber die Verluste anteilig tragen, wird die
          Eigenkapitalerleichterung auf anteiliger Basis gewährt. Die risikogewichteten
          Forderungsbeträge werden für die Zwecke des Artikels 80 nach folgender Formel
          berechnet:
          (E-GA) x r + GA x g
          Dabei ist
          E der Forderungswert,
          GA der nach Nummer 85 ermittelte Wert G*, der nach Maßgabe des Teils 4 an
          etwaige Laufzeiteninkongruenzen angepasst wird;
          r das in den Artikeln 78 bis 83 genannte Risikogewicht von Forderungen an den
          Schuldner;
          g das in den Artikeln 78 bis 83 genannte Risikogewicht von Forderungen an den
          Sicherungsgeber.
   c)     Staatsgarantien
   90.    Die zuständigen Behörden können die in Anhang VI Nummern 4 bis 6 vorgesehene
          Behandlung auf Forderungen oder Teile von Forderungen ausdehnen, für die eine
          Garantie des Zentralstaats oder der Zentralbank besteht und diese Garantie auf die
          Landeswährung des Kreditnehmers lautet und auch in dieser Währung abgesichert
          ist.
   2.2.3. IRB-Basisansatz
          Vollständige Absicherung / Partielle Absicherung – Gleichrangigkeit
   91.    Für den abgesicherten Teil der Forderung (basierend auf dem angepassten Wert der
          Kreditabsicherung GA) kann für den Fall, dass eine vollständige Substitution nicht
          gerechtfertigt erscheint, für die Zwecke des Anhangs VII Teil 2 als PD die PD des
          Sicherungsgebers oder eine PD zwischen der des Kreditnehmers und der des
          Garanten angesetzt werden. Bei nachrangigen Forderungen und einer nicht
          nachrangigen Absicherung ohne Sicherheitsleistung kann für die Zwecke des
          Anhangs VII Teil 2 als LGD die LGD vorrangiger Forderungen herangezogen
          werden.
   92.    Für jeden nicht abgesicherten Teil der Forderung wird als PD die PD des
          Kreditnehmers und als LGD die LGD der zugrunde liegenden Forderung verwendet.
DE                                            108                                            DE
 ---pagebreak---    93. GA ist der nach Nummer 85 ermittelte Wert G*, der nach Maßgabe des Teils 4 an
       etwaige Laufzeiteninkongruenzen angepasst wird.
DE                                       109                                         DE
 ---pagebreak---                                 Teil 4 - Laufzeiteninkongruenz
   1.   Bei der Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge liegt eine
        Laufzeiteninkongruenz dann vor, wenn die Restlaufzeit der Kreditabsicherung kürzer
        ist als die Restlaufzeit der abgesicherten Forderung. Eine Absicherung mit einer
        Restlaufzeit von weniger als drei Monaten, deren Laufzeit kürzer ist als die Laufzeit
        der abgesicherten Forderung, wird nicht anerkannt.
   2.   Liegt eine Laufzeiteninkongruenz vor, so wird die Kreditabsicherung nicht
        anerkannt, wenn
        a)     die Ursprungslaufzeit der Absicherung weniger als ein Jahr beträgt oder
        b)     es sich bei der Forderung um eine kurzfristige Forderung handelt, bei der nach
               den Vorgaben der zuständigen Behörden für die effektive Restlaufzeit (M)
               gemäß Anhang VII Teil 2 Nummer 13 anstelle der Untergrenze von einem Jahr
               eine Untergrenze von einem Tag gilt.
   1.   DEFINITION DER LAUFZEIT
   3.   Vorbehaltlich einer Höchstgrenze von 5 Jahren entspricht die effektive Laufzeit der
        zugrunde liegenden Forderung dem Zeitraum, nach dessen Ablauf der Schuldner
        seine Verpflichtungen spätestens erfüllt haben muss. Vorbehaltlich Nummer 4
        entspricht die Laufzeit der Kreditabsicherung dem Zeitraum bis zum
        frühestmöglichen Termin der Beendigung bzw. Kündigung der Absicherung.
   4.   Hat der Sicherungsgeber eine Kündigungsmöglichkeit, so entspricht die Laufzeit der
        Absicherung dem Zeitraum bis zum frühestmöglichen Kündigungstermin. Hat der
        Sicherungsnehmer eine Kündigungsmöglichkeit und bieten die vertraglichen
        Konditionen bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts dem Kreditinstitut einen Anreiz,
        die Transaktion vor Ablauf der Vertragslaufzeit zu kündigen, so wird der Zeitraum
        bis zum frühestmöglichen Kündigungstermin als Laufzeit der Absicherung
        angenommen; in allen anderen Fällen kann angenommen werden, dass sich die
        Kündigungsmöglichkeit nicht auf die Laufzeit der Absicherung auswirkt.
   5.   Darf das Kreditderivat vor Ablauf der Toleranzzeiträume enden, die zur Feststellung
        eines Ausfalls wegen Zahlungsversäumnis bei der zugrunde liegenden Verpflichtung
        erforderlich sind, so ist die Laufzeit der Absicherung um die Dauer des
        Toleranzzeitraums herabzusetzen.
   2.   BEWERTUNG DER ABSICHERUNG
   2.1. Durch finanzielle Sicherheiten abgesicherte Geschäfte – einfache Methode
        (Financial Collateral Simple Method)
   6.   Liegt eine Inkongruenz zwischen der Laufzeit der Forderung und der Laufzeit der
        Absicherung vor, so wird die Sicherheit nicht anerkannt.
DE                                            110                                             DE
 ---pagebreak---    2.2. Durch finanzielle Sicherheiten abgesicherte Geschäfte – umfassende Methode
        (Financial Collateral Comprehensive Method)
   7.   Die Laufzeit der Kreditabsicherung und die Laufzeit der Forderung müssen nach
        folgender Formel im angepassten Wert der Sicherheit berücksichtigt werden:
        CVAM = CVA x (t-t*)/(T-t*)
        dabei ist
        CVA gleich dem volatilitätsangepassten Wert der Sicherheit gemäß Teil 3 Nummer 34
        oder gleich dem Forderungsbetrag, wenn dieser niedriger ist,
        t gleich der verbleibenden Anzahl von Jahren bis zu dem nach den Nummern 3 bis 5
        bestimmten Fälligkeitstermin der Kreditabsicherung oder gleich T, wenn dieser Wert
        niedriger ist,
        T gleich der verbleibenden Anzahl von Jahren bis zu dem nach den Nummern 3 bis 5
        bestimmten Fälligkeitstermin der Forderung oder gleich 5 Jahre, wenn dieser Wert
        niedriger ist, und
        t* gleich 0,25
        CVAM wird als CVA, zusätzlich angepasst um Laufzeiteninkongruenz, in der Formel
        für die Berechnung des vollständig angepassten Forderungswerts (E*) gemäß Teil 3
        Nummer 34 zugrunde gelegt.
   2.3. Ohne Sicherheitsleistung abgesicherte Geschäfte
   8.   Die Laufzeit der Kreditabsicherung und die Laufzeit der Forderung müssen nach
        folgender Formel im angepassten Wert der Kreditabsicherung berücksichtigt werden:
        GA = G* x (t-t*)/(T-t*)
        dabei ist
        G* gleich dem um Währungsinkongruenz angepassten Betrag der Absicherung
        GA gleich G* angepasst um Laufzeiteninkongruenz
        t gleich der verbleibenden Anzahl von Jahren bis zu dem nach den Nummern 3 bis 5
        bestimmten Fälligkeitstermin der Kreditabsicherung oder gleich T, wenn dieser Wert
        niedriger ist;
        T gleich der verbleibenden Anzahl von Jahren bis zu dem nach den Nummern 3 bis 5
        bestimmten Fälligkeitstermin der Forderung oder gleich 5 Jahre, wenn dieser Wert
        niedriger ist; und
        t* gleich 0,25
        GA wird für die Zwecke von Teil 3 Nummer 84 bis 93 als Wert der Absicherung
        zugrunde gelegt.
DE                                          111                                            DE
 ---pagebreak---           Teil 5 – Kombinierte Kreditrisikominderung beim Standardansatz
   1. Nutzt ein Kreditinstitut, das risikogewichtete Forderungsbeträge nach den
      Artikeln 78 bis 83 berechnet, für ein und dieselbe Forderung mehrere Arten der
      Risikominderung (z.B. wenn es eine Forderung teilweise über Sicherheiten und
      teilweise über eine Garantie absichert), so ist es verpflichtet, die Forderung in die
      einzelnen, jeweils durch ein einziges Kreditrisikominderungsinstrument gedeckten
      Bestandteile aufzuteilen (z.B. in einen durch eine Sicherheit gedeckten Anteil und
      einen durch eine Garantie abgesicherten Anteil) und den risikogewichteten
      Forderungsbetrag für jeden Anteil gemäß den Artikeln 78 bis 83 sowie gemäß
      diesem Anhang separat zu ermitteln.
   2. Setzt sich eine von einen einzelnen Sicherungsgeber gewährte Kreditabsicherung aus
      Teilen mit unterschiedlicher Laufzeit zusammen, so ist analog zu Nummer 1 zu
      verfahren.
DE                                        112                                               DE
 ---pagebreak---           Teil 6 – Kreditrisikominderungstechniken für Forderungskörbe
   1. ERSTAUSFALL-KREDITDERIVATE (FIRST-TO-DEFAULT CREDIT DERIVATIVES)
   1. Erwirbt ein Kreditinstitut eine Kreditabsicherung für einen Forderungskorb in der
      Weise, dass der erste bei diesen Forderungen auftretende Ausfall die Zahlung auslöst
      und dieses Kreditereignis auch den Kontrakt beendet, so kann das Kreditinstitut die
      Berechnung des risikogewichteten Forderungsbetrags und gegebenenfalls des
      erwarteten Verlustbetrags der Forderung, die ohne die Kreditabsicherung den
      niedrigsten risikogewichteten Forderungsbetrag nach den Artikeln 78 bis 83 bzw.
      Artikel 84 bis 89 ergeben würde, gemäß diesem Anhang ändern, sofern der
      Forderungsbetrag den Wert der Kreditabsicherung nicht übersteigt.
   2. N-TER-AUSFALL-KREDITDERIVATE (NTH-TO DEFAULT CREDIT DERIVATIVES)
   2. Löst der n-te bei diesen Forderungen auftretende Ausfall die Zahlung aus, so darf das
      die Absicherung erwerbende Kreditinstitut diese Absicherung bei der Berechnung
      der risikogewichteten Forderungsbeträge und gegebenenfalls der erwarteten
      Verlustbeträge nur dann berücksichtigen, wenn die Absicherung auch für die
      Ausfälle 1 bis n-1 erworben wurde oder wenn bereits n-1 Ausfälle eingetreten sind.
      In diesen Fällen ist analog zu Nummer 1 zu verfahren, mit entsprechenden
      Anpassungen für nter-Ausfall-Produkte.
DE                                        113                                               DE
 ---pagebreak---                               ANHANG IX – Verbriefung
                   Teil 1 – Begriffsbestimmungen für Anhang IX
   1. Im Sinne dieses Anhangs bedeuten:
      –    ‘Excess     Spread’       (‘Zinsüberschuss’)    die    Zins-     sowie     andere
           Provisionseinnahmen, die bezüglich der verbrieften Forderungen vereinnahmt
           werden, abzüglich der zu zahlenden Kosten und Gebühren;
      –    ‘Clean-up call option’ (‘Rückführungsoption’) eine vertragliche Option für den
           Originator, der zufolge er die Verbriefungspositionen zurückkaufen oder
           aufheben kann, bevor alle zugrunde liegenden Forderungen zurückgezahlt
           wurden, falls der Restbetrag der noch ausstehenden Forderungen unter einen
           bestimmten Grenzwert fällt;
      –    ‘Liquiditätsfazilität’ die Verbriefungsposition, die sich aus einer vertraglichen
           Vereinbarung ergibt, mit der die Finanzierung zur zeitgerechten Weiterleitung
           der Zahlungen an die Anleger gewährleistet werden soll;
      –    ‘Kirb’ 8 % der risikogewichteten Forderungsbeträge, die gemäß Artikel 84 bis
           89 in Bezug auf die verbrieften Forderungen berechnet würden, wenn diese
           nicht verbrieft wären, zuzüglich des Betrags der erwarteten Verluste, die mit
           diesen Forderungen einhergehen und gemäß dieser Artikel berechnet werden;
      –    ‘Ratingsbasierter Ansatz’ die Methode zur Berechnung der risikogewichteten
           Forderungsbeträge für Verbriefungspositionen im Sinne von Teil 4, Absätze 45
           bis 49;
      –    ‘Aufsichtlicher Formelansatz’ die Methode zur Berechnung der
           risikogewichteten Forderungsbeträge für Verbriefungspositionen im Sinne von
           Teil 4, Absätze 50 bis 52;
      –    ‘Position ohne Rating’ eine Verbriefungsposition, die kein qualifiziertes Rating
           von Seiten einer anerkannten Ratingagentur (ECAI) im Sinne von Artikel 97
           erhalten hat;
      –    ‘Position mit Rating’ eine Verbriefungsposition, die ein qualifiziertes Rating
           von Seiten einer anerkannten Ratingagentur (ECAI) im Sinne von Artikel 97
           erhalten hat;
      –    ‘Asset-backed commercial paper programme’ (‘ABCP’-Programm) ein
           Verbriefungsprogramm, wobei die emittierten Wertpapiere in erster Linie die
           Form eines ‘commercial paper’ mit einer ursprünglichen Laufzeit von einem
           Jahr oder weniger haben.
DE                                          114                                              DE
 ---pagebreak---             Teil 2 – Mindestanforderungen für die Anerkennung eines wesentlichen
      Kreditrisikotransfers und Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge und
                      erwarteten Verlustbeträge für verbriefte Forderungen
   1.       MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE ANERKENNUNG EINES WESENTLICHEN
            KREDITRISIKOTRANSFERS BEI EINER TRADITIONELLEN VERBRIEFUNG
   1.       Das emittierende Kreditinstitut (Originator) einer traditionellen Verbriefung kann
            verbriefte Forderungen aus der Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge
            und erwarteten Verlustbeträge herausnehmen, wenn ein wesentlicher Teil des
            Kreditrisiko aus den verbrieften Forderungen auf eine dritte Partei übertragen wurde
            und der Transfer folgenden Bedingungen genügt:
            a)    Aus den Unterlagen der Verbriefung geht der wirtschaftliche Gehalt der
                  Transaktion hervor.
            b)    Auf die verbrieften Forderungen kann von Seiten des Originators und seiner
                  Gläubiger selbst im Insolvenzall oder bei ähnlichen Verfahren nicht
                  zurückgegriffen werden. Dies muss durch ein Rechtsgutachten eines
                  qualifizierten Rechtsberaters gestützt werden.
            c)    Die emittierten Wertpapiere stellen keine Zahlungsverpflichtungen des
                  Originators dar.
            d)    Der Erwerber der verbrieften Forderungen ist eine Verbriefungs-
                  Zweckgesellschaft (‘securitisation special-purpose entity’ /SSPE) für
                  Verbriefungen.
            e)    Der Originator behält nicht die effektive oder indirekte Kontrolle über die
                  übertragenen Forderungen. Bei einem Originator wird davon ausgegangen,
                  dass er die effektive Kontrolle über die übertragenen Forderungen behalten hat,
                  wenn er das Recht hat, vom Erwerber der Forderungen die zuvor übertragenen
                  Forderungen zurückzukaufen, um ihre Gewinne zu realisieren, oder wenn er
                  verpflichtet ist, die übertragenen Risiken erneut zu übernehmen. Die
                  Beibehaltung der Forderungsverwaltung durch den Originator bzw. seine
                  Verpflichtungen in Bezug auf die Forderungen stellen als solche keine
                  indirekte Kontrolle über die Forderungen dar.
            f)    ‘Clean-up call’-Optionen müssen die folgenden Bedingungen erfüllen:
            i)    die Ausübung der ‘Clean-up call’-Option liegt im Ermessen des Originators;
            ii)   die ‘Clean-up call’-Option kann nur dann ausgeübt werden, wenn 10% oder
                  weniger des ursprünglichen Wertes der verbrieften Forderungen noch
                  ausstehend sind; und
            iii)  die ‘Clean-up call’-Option ist nicht so strukturiert, dass mit ihr die Zuweisung
                  von Verlusten zu Bonitätsverbesserungspositionen oder anderen von den
                  Anlegern gehaltenen Positionen vermieden wird, und ist auch nicht anderweitig
                  im Hinblick auf eine Bonitätsverbesserung hin strukturiert.
DE                                               115                                               DE
 ---pagebreak---       g)    Die Unterlagen der Verbriefung enthalten keinerlei Klauseln, denen zufolge
      i)    anders als im Falle der vorzeitigen Tilgungsklauseln Verbriefungspositionen
            vom Originator verbessert werden müssen, was auch eine Veränderung der
            zugrundeliegenden Kreditforderungen oder eine Aufstockung der an die
            Anleger zu zahlenden Rendite beinhalten würde (aber nicht darauf beschränkt
            ist), wenn es zu einer Verschlechterung der Kreditqualität der verbrieften
            Forderungen kommt, oder
      ii)   die an die Inhaber von Verbriefungspositionen zu zahlende Rendite
            aufzustocken wäre, wenn es zu einer Verschlechterung der Kreditqualität des
            Forderungspools käme.
   2. MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE ANERKENNUNG EINES WESENTLICHEN
      KREDITRISIKOTRANSFERS BEI EINER SYNTHETISCHEN VERBRIEFUNG
   2. Der Originator einer synthetischen Verbriefung kann die risikogewichteten
      Forderungsbeträge und ggf. die erwarteten Verlustbeträge für die verbrieften
      Forderungen gemäß der nachfolgenden Absätze 3 und 4 berechnen, wenn ein
      wesentlicher Teil des Kreditrisikos auf Dritte entweder mittels einer Besicherung mit
      oder einer Besicherung ohne Sicherheitsleistung übertragen wurde und der Transfer
      folgende Bedingungen erfüllt.
      a)    Aus den Unterlagen der Verbriefung geht der wirtschaftliche Gehalt der
            Transaktion hervor.
      b)    Die Kreditbesicherung, mittels derer das Kreditrisiko übertragen wird,
            entspricht den Kriterien für die Anerkennungsfähigkeit und anderen in den
            Artikeln 90 bis 93 genannten Anforderungen für die Anerkennung einer
            solchen Besicherung. In diesem Sinne werden Zweckgesellschaften (SPE)
            nicht als geeignete Bereitsteller von Besicherungen ohne Sicherheitsleistungen
            anerkannt.
      c)    Die für den Transfer des Kreditrisikos verwendeten Instrumente enthalten
            keine Bestimmungen oder Bedingungen, denen zufolge
      i)    wesentliche Materialitätsschwellen vorgeschrieben werden, unter denen die
            Kreditbesicherung nicht ausgelöst werden dürfte, wenn ein Kreditereignis
            eintritt;
      ii)   infolge der Verschlechterung der Kreditqualität der zugrunde liegenden
            Forderungen eine Beendigung der Besicherung möglich ist;
      iii)  anders als im Falle der vorzeitigen Tilgungsklauseln Verbriefungspositionen
            vom Originator verbessert werden müssen;
      iv)   die Kosten des Kreditinstituts für die Besicherung stiegen bzw. die an die
            Inhaber von Verbriefungspositionen zu zahlende Rendite aufzustocken wäre,
            wenn es zu einer Verschlechterung der Kreditqualität des Forderungspools
            käme.
DE                                          116                                             DE
 ---pagebreak---         d)    Dies muss durch ein Rechtsgutachten eines qualifizierten Rechtsberaters
              gestützt werden, in dem bestätigt wird, dass die Kreditbesicherung in allen
              relevanten Rechtsordnungen rechtlich durchsetzbar ist.
   3.   BERECHNUNG         DER      RISIKOGEWICHTETEN          FORDERUNGSBETRÄGE        FÜR
        FORDERUNGEN, DIE IM RAHMEN EINER SYNTHETISCHEN VERBRIEFUNG BESICHERT
        SIND, DURCH DEN ORIGINATOR
   3.   Bei der Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge für verbriefte
        Forderungen, bei denen die Bedingungen von Absatz 2 erfüllt sind, hat der
        Originator einer synthetischen Verbriefung im Sinne von Absatz 5 bis 8 die
        entsprechenden Berechnungsmethoden von Teil 4 zu verwenden, d.h. nicht die in
        den Artikeln 78 bis 89 genannten Methoden. Für Kreditinstitute, die die
        risikogewichteten Forderungsbeträge und erwarteten Verlustbeträge gemäß Artikel
        84 bis 89 berechnen, liegt der erwartete Verlustbetrag für derlei Forderungen bei
        Null.
   4.   Aus Gründen der Klarheit bezieht sich Absatz 3 auf den gesamten Forderungspool,
        der Gegenstand der Verbriefung ist. Vorbehaltlich der Absätze 5 bis 8 ist der
        Originator gehalten, die risikogewichteten Forderungsbeträge in Bezug auf alle
        Verbriefungstranchen zu berechnen. Dies hat in Übereinstimmung mit den
        Bestimmungen von Teil IV zu erfolgen, einschließlich jener, die sich auf die
        Anerkennung der Kreditrisikominderung beziehen. Wird beispielsweise eine Tranche
        mit Hilfe einer Besicherung ohne Sicherheitsleistung auf einen Dritten übertragen,
        wird das Risikogewicht dieses Dritten auf die Tranche bei der Berechnung der
        risikogewichteten Forderungsbeträge durch den Originator angewandt.
   3.1. Behandlung der Laufzeitinkongruenzen bei synthetischen Verbriefungen
   5.   Zum Zwecke der Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge in
        Übereinstimmung mit Absatz 3 wird jede Laufzeitinkongruenz zwischen der
        Kreditbesicherung, durch die die Tranchenbildung erreicht wird, und den verbrieften
        Forderungen in Übereinstimmung mit den Absätzen 6 bis 8 berücksichtigt. In Bezug
        auf die Fälligkeit der verbrieften Forderungen wird die jeweils längste Fälligkeit
        dieser Positionen angesetzt, vorbehaltlich einer maximalen Dauer von fünf Jahren.
   6.   In Bezug auf die Fälligkeit der verbrieften Forderungen wird die jeweils längste
        Fälligkeit dieser Positionen angesetzt, vorbehaltlich einer maximalen Dauer von fünf
        Jahren. Die Fälligkeit der Kreditbesicherung wird gemäß Anhang VIII festgelegt.
   7.   Greift ein Originator auf Teil 4 Absätze 6 bis 35 für die Berechnung der
        risikogewichteten Forderungsbeträge zurück, kann er jede Laufzeitinkongruenz bei
        der Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge für Tranchen außer Acht
        lassen, die kein Rating oder ein Rating unter Investment Grade erhalten haben. Für
        alle anderen Tranchen erfolgt die Behandlung im Sinne der Laufzeitinkongruenz, die
        Gegenstand von Anhang VIII ist, gemäß der folgenden Formel:
        RW* ist [RW(SP) x (t-t*)/(T-t*)] + [RW(Ass) x (T-t)/(T-t*)]
        In diesem Sinne ist/ sind:
DE                                           117                                             DE
 ---pagebreak---       RW* die risikogewichteten Forderungsbeträge im Sinne von Artikel 75 Buchstabe
      a);
      RW(Ass) die risikogewichteten Forderungsbeträge für Forderungen, wenn sie nicht
      verbrieft wären, berechnet auf einer anteilsmäßigen Basis;
      RW(SP) die risikogewichteten Forderungsbeträge gemäß der Berechnung unter
      Absatz 3, sofern keine Laufzeitinkongruenz vorlag;
      T die Fälligkeit der zugrunde liegenden Forderungen, ausgedrückt in Jahren;
      t die Fälligkeit der Kreditbesicherung, ausgedrückt in Jahren;
      t* 0,25.
   8. Greift ein Originator auf Teil 4 Absätze 36 bis 74 für die Berechnung der
      risikogewichteten Forderungsbeträge zurück, kann er jede Laufzeitinkongruenz bei
      der Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge für Tranchen oder Teile
      von Tranchen außer Acht lassen, die im Rahmen dieser Absätze mit einem
      Risikogewicht von 1250% belegt werden. Für alle anderen Tranchen oder Teile von
      Tranchen erfolgt die Behandlung der Laufzeitinkongruenz gemäß Anhang VIII und
      der Formel in Absatz 7.
DE                                         118                                         DE
 ---pagebreak---                        Teil 3 - Externe Kreditbewertung (Rating)
   1. ANFORDERUNGEN,        DIE FÜR DIE RATINGS VON ECAI (“EXTERNAL CREDIT
      ASSESSMENT INSTITUTIONS”/ EXTERNE RATINGAGENTUREN) EINZUHALTEN SIND
   1. Im Hinblick auf die Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge im
      Rahmen von Teil 4 dieses Anhangs hat ein Rating durch eine anerkannte ECAI die
      folgenden Bedingungen zu erfüllen.
      a)    Es gibt keine Inkongruenz zwischen den Arten der Zahlungen, die in das
            Rating eingeflossen sind, und jenen Zahlungen, die dem Kreditinstitut im
            Rahmen des Vertrages zu stehen, der zu der besagten Verbriefungsposition
            geführt hat.
      b)    Es ist auf dem Markt öffentlich verfügbar. Ratings werden nur dann als
            öffentlich verfügbar angesehen, wenn sie im Rahmen eines öffentlich
            zugänglichen Forums veröffentlicht wurden und sie in die Übergangsmatrix
            der ECAI eingeflossen sind. Ratings, die nur einem begrenzten Kreis von
            Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, gelten nicht als öffentlich
            verfügbar.
   2. VERWENDUNG VON RATINGS
   2. Ein Kreditinstitut kann eine oder mehrere anerkannte externe Ratingagenturen
      (ECAI) benennen, deren Rating/s bei der Berechnung der risikogewichteten
      Forderungsbeträge im Rahmen von Artikel 94 bis 101 zugrunde gelegt werden
      (‘benannte ECAI’).
   3. Vorbehaltlich der nachfolgenden Absätze 5 bis 7 muss ein Kreditinstitut das Rating
      bestellter ECAIs durchgängig auf seine Verbriefungspositionen anwenden.
   4. Vorbehaltlich der Absätze 5 und 6 darf ein Kreditinstitut kein ECAI-Rating für seine
      Positionen in einzelnen Tranchen und das Rating einer anderen ECAI für Positionen
      in anderen Tranchen innerhalb derselben Struktur verwenden, die durch die erste
      ECAI ein Rating erhalten haben oder auch nicht.
   5. In Fällen, in denen eine Position zwei Ratings durch benannte ECAIs erhalten hat,
      muss das Kreditinstitut das weniger günstige Rating verwenden.
   6. In Fällen, in denen eine Position mehr als zwei Ratings durch benannte ECAIs
      erhalten hat, sind die zwei günstigsten Ratings zu verwenden. Bestehen zwischen den
      beiden günstigsten Ratings Unterschiede, ist das weniger günstige Rating zugrunde
      zu legen.
   7. Wird eine gemäß den Artikeln 90 bis 93 zulässige Kreditbesicherung direkt für eine
      SSPE erbracht und dieser Besicherung wurde beim Rating einer Position durch eine
      benannte ECAI Rechnung getragen, kann das mit diesem Rating verbundene
      Risikogewicht verwendet werden. Ist die Besicherung gemäß Artikel 90 bis 93 nicht
      zulässig, wird das Rating nicht anerkannt. Für den Fall, dass die Besicherung nicht
DE                                          119                                            DE
 ---pagebreak---       für eine SSPE, sondern vielmehr direkt für eine Verbriefungsposition vorgenommen
      wird, wird das Rating nicht anerkannt.
   3. ZUORDNUNGSVERFAHREN
   8. Die zuständigen Behörden legen fest, mit welcher der in den Tabellen in Teil 4
      genannten Bonitätsstufe jedes Rating einer anerkannten ECAI belegt wird. Dabei
      müssen die zuständigen Behörden zwischen den relativen Risikograden
      unterscheiden, die durch jedes Rating zum Ausdruck gebracht werden. So müssen sie
      quantitative Faktoren wie Ausfall und/ oder Verlustraten und qualitative Faktoren
      wie das Spektrum der Transaktionen berücksichtigen, die von der ECAI bewertet
      werden, sowie die Bedeutung des Rating.
   9. Die     zuständigen     Behörden       versuchen    sicherzustellen,   dass   die
      Verbriefungspositionen, die aufgrund der Ratings anerkannter ECAIs mit dem
      gleichen Risikogewicht belegt sind, äquivalente Kreditrisikograde aufweisen. Dies
      kann bedeuten, dass sie ggf. die Festlegung der Bonitätsstufe ändern, die an ein
      bestimmtes Rating gebunden ist.
DE                                        120                                           DE
 ---pagebreak---                                      Teil 4 - Berechnung
   1. BERECHNUNG RISIKOGEWICHTETER FORDERUNGSBETRÄGE
   1. Im Sinne von Artikel 96 werden die risikogewichteten Forderungsbeträge einer
      Verbriefungsposition berechnet, indem auf den Forderungswert der Position das
      relevante gemäß diesem Teil genannte Risikogewicht angewandt wird.
   2. Vorbehaltlich Absatz 3,
      a)     ist der Forderungswert einer in der Bilanz ausgewiesenen Verbriefungsposition
             ihr Bilanzwert, sofern ein Kreditinstitut die risikogewichteten
             Forderungsbeträge gemäß der Absätze 6 bis 35 berechnet;
      b)     wird der Forderungswert einer in der Bilanz ausgewiesenen
             Verbriefungsposition als Bruttobetrag vor Wertberichtigungen gemessen,
             sofern ein Kreditinstitut die risikogewichteten Forderungsbeträge gemäß der
             Absätze 36 bis 74 berechnet;
      c)     ist der Forderungsbetrag einer bilanzunwirksamen Verbriefungsposition ihr
             Nominalwert, multipliziert mit einem in diesem Anhang beschriebenen
             Konversionsfaktor. Soweit nicht anderweitig spezifiziert beträgt dieser
             Umrechungsfaktor 100%.
   3. Der Forderungswert einer Verbriefungsposition, die sich aus einem in Anhang IV
      genannten derivativen Instrument ergibt, wird gemäß Anhang III festgelegt.
   4. Ist eine Verbriefungsposition Gegenstand einer Besicherung mit Sicherheitsleistung,
      kann der Forderungswert dieser Position gemäß den Bestimmungen von Anhang
      VIII und unter dem Vorbehalt wie weiter in diesem Anhang spezifiziert geändert
      werden.
   5. Hat      ein    Kreditinstitut     zwei     oder  mehrere    sich    überschneidende
      Verbriefungspositionen, ist es gehalten, in dem Maße, wie diese sich überschneiden,
      in die Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge nur die Position oder
      den Teil einer Position einzubeziehen, die bzw. der die höheren risikogewichteten
      Forderungsbeträge produziert. In diesem Sinne bedeutet 'Überschneidung', dass die
      Positionen ganz oder teilweise eine Forderung in Bezug auf das gleiche Risiko
      darstellen, so dass bis zur Grenze der Überschneidung nur eine einzige Forderung
      besteht.
   2. BERECHNUNG RISIKOGEWICHTETER FORDERUNGSBETRÄGE                    IM  RAHMEN     DES
      STANDARD ANSATZES
   6. Vorbehaltlich der Absätze 8 und 9 wird der risikogewichtete Forderungsbetrag einer
      Verbriefungsposition mit Rating berechnet, indem auf den Forderungswert das mit
      der Bonitätsstufe einhergehende Risikogewicht angewandt wird, welches durch die
      zuständigen Behörden gemäß Artikel 98 beigemessen wird (s. auch nachfolgend
      Tabelle 1 und 2).
DE                                            121                                          DE
 ---pagebreak---             Tabelle 1
            Positionen, die kein kurzfristiges Rating erhalten haben
   Bonitäts-      1           2          3           4           5 und darunter
   stufe
   Risiko-        20%         50%        100%        350%        1250%
   gewicht
            Tabelle 2
            Positionen mit kurzfristigen Ratings
   Bonitätsstufe             1              2          3             Alle sonstigen Ratings
   Risikogewicht             20%            50%        100%          1250%
   7.       Vorbehaltlich der Absätze 10 bis 16 wird der risikogewichtete Forderungsbetrag
            einer Verbriefungsposition ohne Rating durch die Anwendung eines Risikogewichts
            von 1250% berechnet.
   2.1.     Originierende Kreditinstitute und Sponsor-Kreditinstitute
   8.       Originierende Kreditinstitute und Sponsor-Kreditinstitute wenden ein Risikogewicht
            von 1250% auf alle zurückbehaltenen und zurückgekauften Verbriefungspositionen
            an, die ein Rating von einer anerkannten ECAI erhalten haben, dass, gemäß der
            Beimessung der zuständigen Behörden, mit einer Bonitätsstufe unter Bonitätsstufe 3
            zu verbinden ist. Bei der Bestimmung der Tatsache, ob eine Position ein solches
            Rating hat, sind die Bestimmungen von Teil 3 Absätze 2 bis 7 heranzuziehen.
   9.       Für ein originierendes Kreditinstitut oder ein Sponsor-Kreditinstitut können die
            risikogewichteten      Forderungsbeträge,      die     im      Hinblick     auf    ihre
            Verbriefungspositionen      berechnet      werden,     auf    die     risikogewichteten
            Forderungsbeträge beschränkt werden, die für die verbrieften Forderungen berechnet
            würden, als wenn sie nicht verbrieft worden wären. Dies gilt vorbehaltlich einer
            angenommenen Anwendung eines Risikogewichts von 150% auf alle überfälligen
            Posten unter den verbrieften Forderungen und Posten unter den verbrieften
            Forderungen, die zu den ‘Forderungen mit hohem Risiko’ gehören,
   2.2.     Behandlung von Positionen ohne Rating
   10.      Die zuständigen Behörden können einem Kreditinstitut mit einer
            Verbriefungsposition ohne Rating gestatten, für die Berechnung des
            risikogewichteten Forderungsbetrages für diese Position die Behandlung von
            Absatz 11 zugrunde zu legen, sofern die Zusammensetzung des Pools von
            verbrieften Forderungen jederzeit bekannt ist.
DE                                               122                                                DE
 ---pagebreak---    11.    Ein Kreditinstitut kann das gewichtete Durchschnittsrisikogewicht, das auf die
          verbrieften Forderungen gemäß den Artikeln 78 bis 83 von einem Kreditinstitut, das
          die Forderungen hielte, angewandt würde, multipliziert mit einem
          Konzentrationskoeffizienten anwenden. Dieser Konzentrationskoeffizient entspricht
          der Summe der Nennwerte aller Tranchen, geteilt durch die Summe der Nennwerte
          der nachrangigen oder gleichwertigen Tranchen in Bezug auf die Tranche, in der die
          Position gehalten wird, einschließlich dieser Tranche selbst. Das resultierende
          Risikogewicht kann nicht über 1250% liegen bzw. niedriger sein als das
          Risikogewicht, das auf irgendeine vorrangig geratete Tranche anwendbar ist. Ist ein
          Kreditinstitut nicht in der Lage, die Risikogewichte zu bestimmen, die auf die
          verbrieften Forderungen gemäß Artikel 78 bis 83 anwendbar sind, legt es ein
          Risikogewicht von 1250% für die Position zugrunde.
   2.3.   Behandlung von Verbriefungspositionen in einer Second-Loss-Tranche oder in
          einer bessergestellten in einem ABCP ('Asset-backed-commercial-paper')-
          Programm
   12.    Vorbehaltlich der Verfügbarkeit einer günstigeren Behandlung im Rahmen der
          Bestimmungen über Liquiditätsfazilitäten in den Absätzen 14 bis 16 kann ein
          Kreditinstitut auf Verbriefungspositionen, die die Bedingungen in Absatz 13 erfüllen,
          ein Risikogewicht anwenden, welches das größere ist von i) 100% oder ii) dem
          höchsten Risikogewicht, das auf irgendeine der verbrieften Forderungen von einem
          Kreditinstitut, das die Forderungen hielte, gemäß den Artikeln 78 bis 83 angewandt
          würde.
   13.    Für die Nutzung der Behandlung nach Absatz 12 bedarf es der Erfüllung der
          folgenden Bedingungen
          a)    die Verbriefungsposition muss Gegenstand einer Tranche sein, die
                wirtschaftlich in einer Second-Loss-Position oder einer besseren Position bei
                der Verbriefung ist, und die First-Loss-Tranche muss eine bedeutende
                Bonitätsverbesserung für die Second-Loss-Tranche darstellen;
          b)    die Qualität der Verbriefungsposition muss einer Einstufung als Investment
                Grade oder besser entsprechen; und
          c)    die Verbriefungsposition muss von einem Kreditinstitut gehalten werden, das
                keine Position in der First-Loss-Tranche hält.
   2.4.   Behandlung von Liquiditätsfazilitäten ohne Rating
   2.4.1. Anerkannte Liquiditätsfazilitäten
   14.    Sofern die folgenden Bedingungen erfüllt sind, kann zur Bestimmung ihres
          Forderungswerts ein Konversionsfaktor von 20% auf den Nennwert einer
          Liquiditätsfazilität mit einer ursprünglichen Laufzeit von einem Jahr oder weniger
          und ein Konversionsfaktor von 50% auf den Nennwert einer Liquiditätsfazilität mit
          einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als einem Jahr angewandt werden.
          a)    Die Dokumentation der Liquiditätsfazilität muss eindeutig die Umstände
                festlegen und begrenzen, unter denen sie in Anspruch genommen werden kann.
DE                                             123                                              DE
 ---pagebreak---           b)     Die Fazilität darf nicht gezogen werden, um Kreditunterstützung zu gewähren
                 um zum Zeitpunkt der Ziehung bereits eingetretene Verluste abzudecken. Dies
                 gilt z.B. für die Bereitstellung von Liquidität in Bezug auf Forderungen, die
                 zum Zeitpunkt der Ziehung bereits ausgefallen sind oder für den Erwerb von
                 Forderungen oberhalb des Fair Value.
          c)     Die Fazilität darf nicht zur Bereitstellung einer permanenten oder regelmäßigen
                 Finanzierung für die Verbriefung verwendet werden.
          d)     Die Rückzahlung von Ziehungen aus der Fazilität darf nicht den Ansprüchen
                 von Anlegern nachgeordnet werden, bei denen es sich nicht um Ansprüche
                 handelt, die sich aus Zinssatz- oder Währungsderivaten, Gebühren oder
                 anderen derartigen Zahlungen ergeben, bzw. sie darf nicht Gegenstand einer
                 Stundungsvereinbarung oder eines Verzichts sein.
          e)     Die Fazilität kann nicht mehr gezogen werden, nachdem alle anwendbaren
                 Bonitätsverbesserungen, von denen die Liquiditätsfazilität begünstigt wird,
                 aufgebraucht sind.
          f)     Die Fazilität muss eine Bestimmung enthalten, der zufolge eine automatische
                 Reduzierung des Betrags, der gezogen werden kann, in Höhe der Forderungen,
                 die bereits ausgefallen sind, eintritt. Ausfall ist hier im Sinne von Artikel 84 bis
                 89 zu verstehen oder für den Fall, dass ein Pool verbriefter Forderungen aus
                 Instrumenten mit Ratings besteht und die Fazilität beendet wird, wenn die
                 Durchschnittsqualität des Pools unter Investment Grade fällt.
          Bei dem anzusetzenden Risikogewicht handelt es sich um das höchste
          Risikogewicht, das im Rahmen von Artikel 78 bis 83 von einem Kreditinstitut, das
          die Forderungen hielte, auf irgendeine der verbrieften Forderungen anzuwenden
          wäre.
   2.4.2. Liquiditätsfazilitäten, die nur im Falle einer allgemeinen Marktstörung gezogen
          werden können
   15.    Um ihren Forderungswert zu bestimmen, kann ein Konversionsfaktor von 0% auf
          den Nennwert einer Liquiditätsfazilität angewandt werden, die nur im Falle einer
          allgemeinen Marktstörung gezogen werden kann (d.h. wenn mehr als eine
          Zweckgesellschaft im Rahmen verschiedener Transaktionen nicht in der Lage ist, ein
          fällig werdendes 'Commercial Paper' zu erneuern und diese Unfähigkeit nicht das
          Ergebnis einer Verschlechterung der Kreditqualität der Zweckgesellschaft in Bezug
          auf ihre verbrieften Forderungen ist), sofern die in Absatz 14 genannten
          Bedingungen erfüllt sind.
   2.4.3. Barvorschuss-Fazilitäten
   16.    Um ihren Forderungswert zu bestimmen, kann ein Konversionsfaktor von 0% auf
          den Nennwert einer Liquiditätsfazilität angewandt werden, die uneingeschränkt
          kündbar ist, sofern die Bedingungen in Absatz 14 erfüllt sind und die Rückzahlung
          der Ziehungen der Fazilität vorrangig vor allen anderen Ansprüchen auf Zahlungen
          aus den verbrieften Forderungen sind.
DE                                               124                                                  DE
 ---pagebreak---    2.5.   Zusätzliche Kapitalanforderungen für Verbriefungen von revolvierenden
          Forderungen mit vorzeitigen Tilgungsklauseln
   17.    Zusätzlich zu den risikogewichteten Forderungsbeträgen, die bezüglich ihrer
          Verbriefungspositionen berechnet werden, hat ein Originator einen risikogewichteten
          Forderungsbetrag gemäß der Methode in den Absätzen 18 bis 32 zu berechnen, wenn
          er revolvierende Forderungen in eine Verbriefung verkauft, die vorzeitige
          Tilgungsklauseln enthält.
   18.    Das Kreditinstitut berechnet den risikogewichteten Forderungsbetrag in Bezug auf
          die Summe aus dem Anteil des Originators und demjenigen des Investors.
   19.    Bei Verbriefungsstrukturen, bei denen die verbrieften Forderungen sowohl
          revolvierende als auch nicht-revolvierende Forderungen enthalten, hat der Originator
          auf den Teil des zugrunde liegenden Pools, der die revolvierenden Forderungen
          enthält, die nachfolgend genannte Behandlung anzuwenden.
   20.    In diesem Sinne bedeutet ‘Anteil des Originators’ den Nennwert dieses fiktiven Teils
          eines Pools gezogener Beträge, die bei der Verbriefung veräußert werden, wobei sein
          Anteil in Bezug auf den Betrag des gesamten Pools, der in die Struktur geflossen ist,
          den Teil der Zahlungen bestimmt, der durch die Einziehung des Nominalbetrages
          und der Zinsen sowie anderer verbundener Beträge erzeugt wird, der nicht für
          Zahlungen an jene zur Verfügung steht, die Verbriefungspositionen aus der
          Verbriefung halten.
          Um als solcher in Frage zu kommen, darf der Anteil des Originators nicht den
          Anteilen der Investoren nachgeordnet sein.
          Unter ‘Anteil der Investoren’ versteht man den Nominalbetrag des verbleibenden
          fiktiven Teils des Pools der gezogenen Beträge.
   21.    Die Forderung des originierenden Kreditinstituts verbunden mit seinen Rechten in
          Bezug auf den Anteil des Originators ist nicht als eine Verbriefungsposition zu
          betrachten, sondern als eine anteilige Forderung gegenüber den verbrieften
          Forderungen, so als ob diese nicht verbrieft worden wären.
   2.5.1. Ausnahmen von der vorzeitigen Tilgungsbehandlung
   22.    Die Originatoren der folgenden Verbriefungstypen                    sind    von    der
          Eigenkapitalanforderung gemäß Absatz 17 ausgenommen:
          a)    Verbriefungen von revolvierenden Forderungen, bei denen die Investoren nach
                wie vor in jeder Hinsicht allen künftigen Ziehungen von Seiten der
                Kreditnehmer ausgesetzt sind, so dass das Risiko der zugrunde liegenden
                Fazilitäten nicht an das originierende Kreditinstitut zurück geht, und zwar auch
                nach Eintreten eines vorzeitigen Tilgungsfalles, sind von der vorzeitigen
                Tilgungsbehandlung ausgenommen.
          b)    Verbriefungen, bei denen eine vorzeitige Tilgungsklausel nur in Fällen
                ausgelöst wird, die nicht mit der Wertentwicklung der verbrieften Aktiva oder
                die des originierenden Kreditinstituts gebunden sind, wie beispielsweise
                wichtige Änderungen in den Steuergesetzen und –Bestimmungen.
DE                                              125                                              DE
 ---pagebreak---    2.5.2. Maximale Eigenkapitalanforderung
   23.    Für ein originierendes Kreditinstitut, das der Anforderung von Absatz 17 unterliegt,
          soll der Gesamtbetrag der risikogewichteten Forderungsbeträge in Bezug auf seine
          Positionen in Anteilen der Investoren sowie der risikogewichteten
          Forderungsbeträge, die im Rahmen von Absatz 17 berechnet werden, nicht höher
          liegen als der Größere der nachfolgend genannten Beträge
          a)    die risikogewichteten Forderungsbeträge, die im Hinblick auf seine Positionen
                in Anteilen der Investoren berechnet werden,
          b)    die risikogewichteten Forderungsbeträge, die im Hinblick auf die verbrieften
                Forderungen von einem Kreditinstitut berechnet würden, das die Forderungen
                hielte, so als wären diese nicht in Höhe eines Betrags verbrieft worden, der den
                Anteilen der Investoren entspricht.
   24.    Der unter Artikel 57 geforderte Abzug von Nettogewinnen, die sich gegebenenfalls
          aus der Kapitalisierung künftiger Erträge ergeben, wird nicht im Rahmen des in
          Absatz 23 genannten Betrages berücksichtigt.
   2.5.3. Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge
   25.    Der risikogewichtete Forderungsbetrag, der gemäß Absatz 17 zu berechnen ist, wird
          ermittelt, indem der Betrag der Anteile der Investoren mit dem Produkt aus dem
          angemessenen Konversionsfaktor, so wie in den Absätzen 27 bis 32 angegeben, und
          dem gewichteten Durchschnittsrisikogewicht, das auf die verbrieften Forderungen
          angewandt werden würde, wären diese nicht verbrieft worden, multipliziert wird.
   26.    Eine vorzeitige Tilgungsklausel gilt dann als 'kontrolliert', wenn die folgenden
          Bedingungen erfüllt sind.
          a)    Das originierende Kreditinstitut muss über einen angemessenen Kapital-
                /Liquiditätsplan verfügen, um sicherzustellen, dass es im Falle einer
                vorzeitigen Tilgung über ausreichend Kapital und Liquidität verfügt.
          b)    Während der Laufzeit der Transaktion erfolgt eine anteilige Aufteilung
                zwischen dem Anteil des Originators und dem der Investoren in Bezug auf die
                Zahlung von Zinsen, Tilgungen, Kosten, Verluste und Verwertungserlöse
                basierend auf dem Monatsanfangs-Saldo der ausstehenden Forderungen.
          c)    Der Tilgungszeitraum wird dann als lang genug angesehen, wenn 90 % der zu
                Beginn des vorzeitigen Tilgungszeitraumes ausstehenden Gesamtforderungen
                (Anteil des Originators und der Investoren) zurückgezahlt werden können oder
                als ausgefallen anzusehen sind.
          d)    Das Tempo der Rückzahlung soll nicht schneller sein als unter einer linearen
                Rückzahlung über die Zeit, die gemäß c) vorgesehen ist.
   27.    In Fällen von Verbriefungen, die einer vorzeitigen Tilgungsklausel für Retailkredite
          unterliegen, die nicht zweckgebunden, uneingeschränkt und fristlos kündbar sind,
          wobei die vorzeitige Tilgung durch den Stand des Zinsüberschusses ausgelöst wird,
          der auf ein spezifiziertes Niveau absackt, müssen die Kreditinstitute den
DE                                              126                                              DE
 ---pagebreak---            Dreimonatsdurchschnitt des Zinsüberschusses mit dem Zinsüberschussniveau
           vergleichen, ab dem der Zinsüberschuss zurückbehalten wird.
   28.     In den Fällen, in denen die Verbriefung keinen Rückhalt des Zinsüberschusses
           vorsieht, wird das Referenzniveau für den Rückhalt mit einem Wert von 4,5 %-
           Punkten oberhalb desjenigen Standes des Zinsüberschusses angenommen, bei dem
           die 'vorzeitige Tilgung' ausgelöst wird.
   29.     Der anzuwendende Konversionsfaktor wird durch den Stand des aktuellen
           Dreimonatsdurchschnitts des Zinsüberschusses gemäß Tabelle 3 ermittelt.
           Tabelle 3
                         Verbriefungen, die einer   Verbriefungen, die einer
                         kontrollierten vorzeitigen nicht-kontrollierten
                         Tilgungsklausel            vorzeitigen
                         unterliegen                Tilgungsklausel
                                                    unterliegen
   Dreimonats-           Konversionsfaktor          Konversionsfaktor
   durchschnitt    des
   Zinsüberschusses
   Über Niveau A         0%                         0%
   Niveau A              1%                         5%
   Niveau B              2%                         15%
   Niveau C              20%                        50%
   Niveau D              20%                        100%
   Niveau E              40%                        100%
   30.     In Tabelle 3 beinhaltet ‘Niveau A’ Zinsüberschussniveaus < 133,33% des
           Referenzniveaus für den Rückhalt des Zinsüberschusses, aber > bzw. = 100,00% des
           Referenzniveaus für den Rückhalt. ‘Niveau B’ beinhaltet Zinsüberschussniveaus <
           100,00% des Referenzniveaus für den Rückhalt des Zinsüberschusses, aber > bzw. =
           75% des Referenzniveaus für den Rückhalt. 'Niveau C' beinhaltet Zinsüberschuss-
           niveaus < 75% des Referenzniveaus für den Rückhalt des Zinsüberschusses, aber >
           bzw. = 50% des Referenzniveaus für den Rückhalt. ‘Niveau D’ beinhaltet
           Zinsüberschussniveaus < 50% des Referenzniveaus für den Rückhalt des
           Zinsüberschusses, aber > bzw. = 25% des Referenzniveaus für den Rückhalt.
           ‘Niveau E’ beinhaltet Zinsüberschussniveaus < 25% des Referenzniveaus für den
           Rückhalt des Zinsüberschusses.
   31.     Auf alle anderen Verbriefungen, die einer kontrollierten vorzeitigen Tilgungsklausel
           für revolvierende Forderungen unterliegen, wird ein Kreditkonversionsfaktor von
           90% angewendet.
DE                                              127                                             DE
 ---pagebreak---    32.  Auf alle anderen Verbriefungen, die einer nicht-kontrollierten vorzeitigen
        Tilgungsklausel für revolvierende Forderungen unterliegen, wird ein
        Umrechnungsfaktor von 100% angewandt.
   2.6. Anerkennung der Kreditrisikominderung bei Verbriefungspositionen
   33.  Wird für eine Verbriefungsposition eine Kreditbesicherung vorgenommen, kann die
        Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge im Sinne von Anhang VIII
        geändert werden.
   2.7. Reduzierung der risikogewichteten Forderungsbeträge
   34.  Wie in Artikel 66 Absatz 2 vorgesehen, können Kreditinstitute in Bezug auf eine
        Verbriefungsposition, die ein Risikogewicht von 1250% erhält, den Forderungswert
        der Position von den Eigenmitteln abziehen. Dies ist eine Alternative zur
        Berücksichtigung der Position bei der Berechnung der risikogewichteten
        Forderungsbeträge. Zu diesem Zweck kann die Berechnung des Forderungswertes
        eine anerkannte Besicherung mit Sicherheitsleistung auf eine in Absatz 33 genannte
        Art und Weise widerspiegeln.
   35.  Macht ein Kreditinstitut von der in Absatz 34 genannten Alternative Gebrauch, wird
        12,5 mal der Betrag, der gemäß diesem Absatz abgezogen wurde, im Sinne von
        Absatz 9 von jenem Betrag abgezogen, der in diesem Absatz als der höchste
        risikogewichtete Forderungsbetrag von den dort genannten Kreditinstituten berechnet
        wurde.
   3.   BERECHNUNG     DER RISIKOGEWICHTETEN FORDERUNGSBETRÄGE IM RAHMEN DES
        AUF INTERNEN RATINGS BASIERENDEN ANSATZES (“INTERNAL RATINGS BASED
        APPROACH”/ IRB-ANSATZ)
   3.1. Rangfolge der Methoden
   36.  Im Sinne von Artikel 96 wird der risikogewichtete Forderungsbetrag von
        Verbriefungspositionen gemäß der Absätze 36 bis 74 berechnet.
   37.  Für eine Position mit Rating bzw. eine Position, für die ein abgeleitetes Rating
        verwendet werden kann, wird die in den Absätzen 45 bis 49 genannte auf Ratings
        basierende Methode zur Berechnung des risikogewichteten Forderungsbetrags
        herangezogen.
   38.  Für eine Position ohne Rating wird der aufsichtliche Formelansatz im Sinne der
        Absätze 50 bis 52 zugrunde gelegt, es sei denn, der interne Bemessungsansatz im
        Sinne der Absätze 42 und 43 ist zulässig.
   39.  Ein Kreditinstitut, das kein originierendes Kreditinstitut oder Sponsor-Kreditinstitut
        ist, darf den aufsichtlichen Formelansatz nur mit Zustimmung der zuständigen
        Behörden verwenden.
   40.  Im Falle eines originierenden oder eines Sponsor-Kreditinstituts, das Kirb nicht
        berechnen kann und das nicht die Erlaubnis zur Verwendung des internen
        Bemessungsansatzes für Positionen in ABCP-Programmen erhalten hat, bzw. im
DE                                           128                                               DE
 ---pagebreak---           Falle von anderen Kreditinstituten, die nicht die Erlaubnis zur Verwendung des
          aufsichtlichen Formelansatzes bzw. für Positionen in ABCP-Programmen des
          internen Bemessungsansatzes erhalten haben, wird ein Risikogewicht von 1250% auf
          Verbriefungspositionen angewandt, die kein Rating haben und für die auch kein
          abgeleitetes Rating verwendet werden darf.
   3.1.1. Verwendung abgeleiteter Ratings
   41.    Wenn die folgenden operationellen Mindestanforderungen eingehalten werden,
          überträgt ein Institut ein abgeleitetes Rating auf eine Position ohne Rating, wobei das
          abgeleitete Rating dem Rating der Positionen mit Rating (die ‘Referenzpositionen’)
          entspricht, bei denen sich um die vorrangigsten Positionen handelt, die in jeder
          Hinsicht der besagten Verbriefungsposition ohne Rating nachgeordnet sind.
          a)    Die Referenzpositionen müssen in jeder Hinsicht der Verbriefungstranche ohne
                Rating nachgeordnet sein.
          b)    Die Fälligkeit der Referenzpositionen muss derjenigen der besagten Position
                ohne Rating entsprechen oder länger sein.
          c)    Ein abgeleitetes Rating muss auf laufender Basis aktualisiert werden, um den
                Veränderungen des Ratings bei den Referenz-Verbriefungspositionen
                Rechnung zu tragen.
   3.1.2. Der ‘Interne Bemessungsansatz’ für Positionen in ABCP-Programmen
   42.    Vorbehaltlich der Zustimmung seitens der zuständigen Behörden kann ein
          Kreditinstitut unter Wahrung der folgenden Bedingungen einer Position ohne Rating
          in einem 'Asset-backed-commercial-paper’-Programm ein abgeleitetes Rating im
          Sinne von Absatz 43 übertragen.
          a)    Positionen im ‘Commercial Paper’, die vom Programm emittiert sind, sind
                Positionen mit Rating.
          b)    Das Kreditinstitut überzeugt die zuständigen Behörden, dass seine interne
                Bemessung der Kreditqualität der Position der öffentlich verfügbaren
                Bemessungsmethode einer oder mehrerer anerkannter ECAI entspricht, wenn
                es um das Rating für Wertpapiere geht, die durch die Forderungen des
                verbrieften Typs unterlegt sind.
          c)    Die ECAI, deren Methode im Sinne von Buchstabe b zu entsprechen ist,
                umfassen jene ECAI, die ein externes Rating für die vom Programm
                emittierten 'Commercial Paper' abgegeben haben. Quantitative Elemente - wie
                Stressfaktoren -, die bei der Bemessung der Position im Hinblick auf eine
                spezifische Kreditqualität verwendet werden, müssen mindestens so
                konservativ sein wie jene, die bei der einschlägigen Bemessungsmethode der
                besagten ECAI zugrunde gelegt werden.
          d)    Bei der Entwicklung seiner internen Bemessungsmethode hat ein Kreditinstitut
                alle veröffentlichten Ratingmethoden anerkannter ECAI beim Rating von
                Wertpapieren zu berücksichtigen, die durch die Forderungen des verbrieften
DE                                               129                                              DE
 ---pagebreak---       Typs unterlegt sind. Diese Berücksichtigung ist durch das Kreditinstitut zu
      dokumentieren und mindestens einmal jährlich zu aktualisieren.
   e) Die interne Bemessungsmethode des Kreditinstituts enthält Ratingstufen,
      wobei zwischen diesen und den Ratings anerkannter ECAI ein enger
      Zusammenhang besteht. Diese Entsprechung ist ausdrücklich zu
      dokumentieren.
   f) Die      interne      Bemessungsmethode       fließt     in     die     internen
      Risikomanagementprozesse des Kreditinstituts ein, d.h.                in seine
      Beschlussfassungs-,                 Managementinformations-                  und
      Kapitalallokationsprozesse.
   g) Interne oder externe Prüfer, ein ECAI bzw. die interne Kreditprüfungsstelle
      oder Risikomanagementfunktion des Kreditinstituts nehmen regelmäßige
      Kontrollen des internen Bemessungsprozesses und der Qualität der internen
      Bemessungen der Kreditqualität der Forderungen des Kreditinstituts im
      Rahmen eines ABCP-Programms vor. Führen die interne Revison, die
      Kreditprüfungsstelle       bzw.   die   Risikomanagementfunktionen         eines
      Kreditinstituts diese Kontrolle durch, dann sind diese Funktionen unabhängig
      vom ABCP-Programm-Geschäftszweig und von den Kundenbeziehungen zu
      sehen.
   h) Das Kreditinstitut beobachtet die Entwicklung seiner internen Ratings im
      Zeitablauf, um die Güte seiner internen Bemessungsmethode zu bewerten.
      Gegebenenfalls sind Anpassungen dieser Methode erforderlich, wenn
      beispielsweise die Wertentwicklung der Forderungen regelmäßig von der von
      den internen Ratings vorgezeichneten abweicht.
   i) Das ABCP-Programm umfasst Kreditvergabekriterien in Form von Kredit- und
      Anlageleitlinien. Bei der Entscheidung über einen Aktiva-Kauf muss der
      Programmverwalter die Art des zu erwerbenden Aktivums, die Art und den
      Geldwert der Forderungen, die sich aus der Bereitstellung von
      Liquiditätsfazilitäten und Bonitätsverbesserungen ergeben, sowie die
      Verlustverteilung und die rechtliche sowie wirtschaftliche Isolation der von der
      die Aktiva veräußernden Einrichtung übertragenen Aktiva berücksichtigen.
      Zudem ist eine Kreditanalyse des Risikoprofils des Aktiva-Verkäufers
      vorzunehmen, so wie auch eine Analyse der vergangenen und erwarteten
      künftigen finanziellen Entwicklung, der derzeitigen Marktposition, der
      erwarteten künftigen Wettbewerbsfähigkeit, des Verschuldungsgrads, der
      Cashflows, der Zinsdeckung sowie des Schuldenratings einzubeziehen ist.
      Ferner      muss      eine    Prüfung    der     Kreditvergabekriterien,     der
      Kundenbetreuungsfähigkeiten und der Inkassoverfahren des Verkäufers
      erfolgen.
   j) Die       Kreditvergabekriterien      des      ABCP-Programms            werden
      Mindestanerkennungskriterien für Aktiva festlegen. So gilt insbesondere, dass
   i) der Erwerb von Aktiva, die in hohem Maße überfällig oder ausgefallen sind,
      ausgeschlossen sind;
DE                                    130                                              DE
 ---pagebreak---         ii)   eine übermäßige Konzentration auf einen einzelnen Schuldner oder einen
              einzelnen geografischen Raum eingeschränkt wird, und dass
        iii)  die Laufzeit der zu erwerbenden Aktiva begrenzt ist.
        k)    Das ABCP-Programm wird über Inkassostrategien und -prozesse verfügen, die
              die operationelle Fähigkeit und die Kreditqualität des Servicer berücksichtigen.
              Das Programm wird das Verkäufer-/ Servicer-Risiko mittels verschiedener
              Methoden mindern, wie z.B. mittels Auslösern, die sich auf die derzeitige
              Kreditqualität stützen, wodurch eine Vermengung von Mitteln verhindert
              würde.
        l)    Die aggregierte Verlustschätzung eines Aktivapools, der im Rahmen eines
              ABCP-Programms erworben werden soll, muss alle Quellen potenzieller
              Risiken berücksichtigen, wie das Kredit- und das Verwässerungsrisiko. Wenn
              die durch den Verkäufer erbrachte Bonitätsverbesserung sich von der Höhe her
              lediglich auf kreditbezogene Verluste stützt, dann ist eine gesonderte
              Rückstellung für das Verwässerungsrisiko zu bilden, sofern dieses für einen
              bestimmten Forderungspool erheblich ist. Bei der Festlegung des
              erforderlichen Niveaus der Bonitätsverbesserung sind im Programm überdies
              mehrere Jahre historischer Informationen zu überprüfen, einschließlich der
              Verluste, Ausfälle, Verwässerungen und der Umschlagshäufigkeit der
              Forderungen.
        m)    Das ABCP-Programm wird strukturelle Merkmale, wie z.B. ‘Abwicklungs’-
              Auslöser, in den Erwerb von Forderungen integrieren, so dass eine potenzielle
              Kreditverschlechterung des zugrunde liegenden Portfolios gemindert wird.
        Die Anforderung an die Bemessungsmethode der ECAI, der zufolge sie öffentlich
        verfügbar sein muss, kann von den zuständigen Behörden erlassen werden, wenn sie
        überzeugt sind, dass aufgrund spezifischer Merkmale der Verbriefung - z.B. ihrer
        einzigartigen Struktur - nun eine bislang noch nicht öffentlich verfügbare ECAI-
        Bemessungsmethode vorliegt.
   43.  Ein Kreditinstitut kann einer Position ohne Rating eine der in Absatz 42 genannten
        Ratingstufen zuordnen. Die Position erhält ein zugeordnetes Rating, das den
        Bonitätsbeurteilungen gemäß dieser Ratingklasse entspricht, so wie in Absatz 42
        festgelegt. Entspricht dieses zugeordnete Rating zu Beginn der Verbriefung dem
        Niveau Investment Grade oder besser, wird es als dem anerkannten Rating durch
        eine anerkannte ECAI im Hinblick auf die Berechnung der risikogewichteten
        Forderungsbeträge gleichwertig angesehen.
   3.2. Höchstgrenze der risikogewichteten Forderungsbeträge
   44.  Für ein originierendes Kreditinstitut, ein Sponsor-Kreditinstitut oder für ein anderes
        Kreditinstitut, das KIRB berechnen kann, werden die risikogewichteten
        Forderungsbeträge in Bezug auf seine Verbriefungspositionen auf diejenigen
        beschränkt, die eine Eigenkapitalanforderung im Sinne von Artikel 75 Buchstabe a)
        in Höhe einer Summe von 8% der risikogewichteten Forderungsbeträge produzieren
        würden, die wiederum entstehen würden, wenn die verbrieften Aktiva nicht verbrieft
DE                                           131                                               DE
 ---pagebreak---             wären bzw. in der Bilanz des Kreditinstituts zuzüglich der erwarteten Verlustbeträge
            dieser Forderungen ausgewiesen würden.
   3.3.     Ratingsbasierter Ansatz
   45.      Im Rahmen des ratingsbasierten Ansatzes wird der risikogewichtete
            Forderungsbetrag einer Verbriefungsposition mit Rating berechnet, indem auf den
            Forderungswert das Risikogewicht angewandt wird, das mit der Bonitätsstufe
            einhergeht, der das Rating von Seiten der zuständigen Behörden gemäß Artikel 98
            zugeordnet ist (s. Tabelle 4 und 5)
            Tabelle 4
            Positionen, die kein kurzfristiges Rating erhalten haben
   Bonitätsstufe                Risikogewicht
   ‘Credit   Quality   Step’
   (CQS)
                                A                          B                     C
   CQS 1                        7%                         12%                   20%
   CQS 2                        8%                         15%                   25%
   CQS 3                        10%                        18%                   35%
   CQS 4                        12%                        20%                   35%
   CQS 5                        20%                        35%                   35%
   CQS 6                        35%                        50%                   50%
   CQS 7                        60%                        75%                   75%
   CQS 8                        100%                       100%                  100%
   CQS 9                        250%                       250%                  250%
   CQS 10                       425%                       425%                  425%
   CQS 11                       650%                       650%                  650%
   Kleiner CQS 11               1250%                      1250%                 1250%
            Tabelle 5
            Positionen, die ein kurzfristiges Rating erhalten haben
DE                                                132                                            DE
 ---pagebreak---    Bonitätsstufe                     Risikogewicht
   ‘Credit    Quality      Step’
   (CQS)
                                     A                   B                       C
   CQS 1                             7%                  12%                     20%
   CQS 2                             12%                 20%                     35%
   CQS 3                             60%                 75%                     75%
   Alle anderen          Kredit- 1250%                   1250%                   1250%
   bewertungen
   46.      Vorbehaltlich Absatz 47 werden die Risikogewichte von Spalte A in jeder Tabelle
            angewandt, wenn die Position Bestandteil der höchstrangigsten Tranche der
            Verbriefung ist. Bei der Bestimmung der Tatsache, ob es sich bei einer Tranche um
            die höchstrangigste Tranche in diesem Sinne handelt, ist es nicht erforderlich,
            Beträge zu berücksichtigen, die sich aus Zins- oder Währungsderivatekontrakten,
            fälligen Gebühren oder anderen ähnlichen Zahlungen ergeben.
   47.      Die Risikogewichte in Spalte C in jeder Tabelle werden angewandt, wenn die
            Position Bestandteil einer Verbriefung ist, deren effektive Anzahl der verbrieften
            Forderungen kleiner als sechs ist. Bei der Berechnung der effektiven Anzahl der
            verbrieften Forderungen sind mehrere, auf einen Schuldner bezogene Forderungen
            als eine einzige Forderung zu behandeln. Die effektive Anzahl der Forderungen wird
            wie folgt berechnet:
                    ( ∑ EAD      i   )2
             N =       i
                      ∑  i
                           EAD     i
                                    2
   wobei EADi die Forderungshöhe sämtlicher auf den i-ten Schuldner bezogener Forderungen
   repräsentiert. Im Falle einer ‘Resecuritisation’ (erneute Verbriefung von Verbriefungs-
   positionen) muss das Kreditinstitut in der Formel auf die Anzahl der Verbriefungspositionen
   in dem Pool und nicht auf die Anzahl der zugrundeliegenden Forderungen in den
   ursprünglichen Pools abstellen, aus denen die zugrundeliegenden Verbriefungspositionen
   stammen. Ist der Anteil am Portfolio im Zusammenhang mit der größten Forderung, C1,
   verfügbar, kann das Kreditinstitut N als 1/C1 berechnen.
   48.      Die Risikogewichte in Spalte B sind auf alle anderen Positionen anzuwenden.
   49.      Die Kreditrisikominderung für Verbriefungspositionen ist im Sinne der Absätze 58
            bis 60 zulässig.
DE                                                 133                                         DE
 ---pagebreak---    3.4. Aufsichtlicher Formelansatz
   50.  Vorbehaltlich der Absätze 56 und 57 ist das Risikogewicht einer
        Verbriefungsposition im Rahmen des Aufsichtlichen Formelansatzes der jeweils
        höhere der beiden nachfolgend genannten Sätze: 7% oder das Risikogewicht, das im
        Sinne von Absatz 51 zugrunde zu legen ist.
   51.  Vorbehaltlich der Absätze 56 und 57 beträgt das auf den Forderungswert
        anzuwendende Risikogewicht:
        12,5 x (S[L+T] – S[L]) / T,
        wobei
                   x          wenn x ≤ Kirbr
         S [x ] =
                   Kirbr + K[x] - K[Kirbr] + (d · Kirbr/ω )(1 - e ω (Kirbr - x )/Kirbr ) wenn Kirbr < x
        wobei
        τ = 1000,
        und ω = 20 sind.
        In diesen Formeln bezeichnet Beta [x; a, b] die kumulative Beta-Verteilung mit den
        Parametern a und b, ausgewertet an der Stelle x.
        T (die “Dicke” der Tranche, in der die Position gehalten wird) ist das Verhältnis von
        (a) dem Nominalwert der Tranche zu (b) der Summe der Forderungsbeträge der
        Forderungen, die verbrieft wurden. In diesem Sinne ist der Forderungswert eines in
        Anhang IV genannten derivativen Instruments, bei dem die derzeitigen
        Wiedereindeckungskosten kein positives Vorzeichen haben, die potenzielle künftige
        Kreditforderung, so wie sie im Sinne von Anhang III berechnet wird.
        Kirbr ist das Verhältnis von (a) Kirb zu (b) der Summe der Forderungswerte der
        Forderungen, die verbrieft wurden. Kirbr wird in Dezimalform ausgedrückt (z.B.
        würde Kirb in Höhe von 15% des Pools als Kirbr von 0,15 ausgedrückt).
        L (das Bonitätsverbesserungsniveau) wird berechnet als das Verhältnis des
        Nominalwerts aller Tranchen, die der Tranche, in der die Position gehalten wird,
        nachrangig sind, zur Summe der Forderungswerte der Forderungen, die verbrieft
        wurden. Kapitalisierte künftige Erträge dürfen nicht in die Berechnung von L
        einbezogen werden. Von Gegenparteien im Zusammenhang mit derivativen
        Instrumenten im Sinne von Anhang IV ausstehende Beträge, die im Verhältnis zu der
        besagten Tranche nachrangigere Tranchen repräsentieren, können bei der
        Berechnung        des   Bonitätsverbesserungsniveaus        zu        ihren       derzeitigen
        Wiedereindeckungskosten bewertet werden (ohne potenzielle künftige
        Kreditforderungen).
        N ist die effektive Anzahl der Forderungen, die gemäß Absatz 47 berechnet wird.
DE                                          134                                                       DE
 ---pagebreak---         Die ELGD ('forderungsgewichtete durchschnittliche Verlustquote bei Ausfall’) wird
        wie folgt berechnet:
                    ∑ LGD ⋅ EAD
                            i      i
         ELGD =      i
                       ∑ EAD
                         i
                               i
        wobei LGDi die durchschnittliche LGD repräsentiert, bezogen auf alle Forderungen
        gegen den i-ten Schuldner und die LGD gemäß den Artikeln 84 bis 89 bestimmt
        wird. Im Falle einer ‚Resecuritisation’ wird eine LGD von 100% auf die verbrieften
        Positionen angewandt. Werden das Ausfall- und das Verwässerungsrisiko für
        angekaufte Forderungen bei einer Verbriefung auf aggregierte Art und Weise
        behandelt (z.B. stehen eine einzige Rückstellung oder Übersicherung zur Abdeckung
        von Verlusten aus jeder Quelle zur Verfügung), wird der LGD-Input als ein
        gewichteter Durchschnitt der LGD für das Kreditrisiko und der 75%igen LGD für
        das Verwässerungsrisiko berechnet. Bei den Gewichtungen handelt es sich jeweils
        um die unabhängigen Eigenkapitalanforderungen für das Kredit- und das
        Verwässerungsrisiko.
        Vereinfachte Inputs
        Macht der Forderungswert der größten verbrieften Forderung, C1, nicht mehr als 3%
        der Summe der Forderungswerte der verbrieften Forderungen aus, dann kann das
        Kreditinstitut zum Zwecke des Aufsichtlichen Formelansatzes eine LGD= 50%
        ansetzen sowie N gleich setzen mit entweder
                                                        −1
              ⎛         ⎛ C − C1 ⎞                    ⎞
         N = ⎜⎜ C1 Cm + ⎜ m      ⎟ max{1 − m C1 , 0 }⎟⎟
              ⎝         ⎝ m −1 ⎠                      ⎠ .
        oder
        N=1/ C1.
        Cm ist dabei das Verhältnis aus der Summe der Forderungswerte der höchsten 'm' –
        Forderungen zur Summe der Forderungswerte der verbrieften Forderungen. Die
        Höhe von ‘m’ kann dabei vom Kreditinstitut festgelegt werden.
        Bei Verbriefungen, die Retailforderungen umfassen, können die zuständigen
        Behörden die Anwendung des Aufsichtlichen Formelansatzes unter Zugrundelegung
        folgender Vereinfachungen: h = 0 und v = 0 zulassen.
   52.  Die Kreditrisikominderung auf Verbriefungspositionen kann gemäß der Absätze 58,
        59 und 61 bis 65 anerkannt werden.
   3.5. Liquiditätsfazilitäten
   53.  Die Bestimmungen der Absätze 54 und 55 gelten für die Festlegung des
        Forderungswertes einer Verbriefungsposition ohne Rating in Form bestimmter Arten
        von Liquiditätsfazilitäten.
DE                                           135                                           DE
 ---pagebreak---    3.5.1. Liquiditätsfazilitäten, die lediglich im Falle einer allgemeinen Marktstörung
          verfügbar sind
   54.    Auf den Nominalbetrag einer Liquiditätsfazilität, die nur im Falle einer allgemeinen
          Marktstörung gezogen werden kann und die die Bedingungen einer 'anerkannten
          Liquiditätsfazilität' im Sinne von Absatz 14 erfüllt, kann ein Konversionsfaktor von
          20% angewandt werden.
   3.5.2. Barvorschuss-Fazilitäten
   55.    Auf den Nominalbetrag einer Liquiditätsfazilität, die die Bedingungen von Absatz 16
          erfüllt, kann ein Konversionsfaktor von 0% angewandt werden.
          Ausnahmebehandlung falls Kirb nicht berechnet werden kann.
   56.    Wenn es für ein Kreditinstitut nicht zweckmäßig ist, die risikogewichteten
          Forderungsbeträge für die verbrieften Forderungen so zu berechnen, als wären sie
          nicht verbrieft worden, kann es einem Kreditinstitut ausnahmsweise und
          vorbehaltlich der Zustimmung durch die zuständigen Behörden gestattet werden, die
          nachfolgende Methode für die Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge
          für eine Verbriefungsposition ohne Rating in Form einer Liquiditätsfazilität
          anzuwenden.
   57.    Das höchste Risikogewicht, das, wenn sie nicht verbrieft worden wären, gemäß den
          Artikeln 78 bis 83 auf irgendeine der verbrieften Forderungen angewandt werden
          würde, kann auf die durch die Liquiditätsfazilität repräsentierte Verbriefungsposition
          angewandt werden. Um den Forderungswert der Position zu bestimmen, kann ein
          Konversionsfaktor von 50% auf den Nominalbetrag der Liquiditätsfazilität
          angewandt werden, falls die Fazilität eine ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr
          oder weniger hat. Erfüllt die Liquiditätsfazilität die Bedingungen von Absatz 54,
          kann ein Konversionsfaktor von 20% zugrunde gelegt werden.
   3.6.   Anerkennung der Kreditrisikominderung auf Verbriefungspositionen
   3.6.1. Besicherung mit Sicherheitsleistung
   58.    Die anerkannte Besicherung mit Sicherheitsleistung ist auf jene beschränkt, die für
          die Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge gemäß der Artikel 78 bis
          83 zulässig ist, so wie in Artikel 90 bis 93 vorgesehen. Die Anerkennung unterliegt
          der Einhaltung der entsprechenden Mindestanforderungen, die in diesen Artikeln
          festgeschrieben sind.
   3.6.2. Absicherung ohne Sicherheitsleistung
   59.    Die anerkannte Absicherung ohne Sicherheitsleistung und die Bereitsteller von
          Absicherungen ohne Sicherheitsleistung sind auf jene beschränkt, die gemäß den
          Artikeln 90 bis 93 in Frage kommen. Die Anerkennung unterliegt der Einhaltung der
          entsprechenden Mindestanforderungen, die in diesen Artikeln festgeschrieben sind.
DE                                             136                                               DE
 ---pagebreak---    3.6.3. Berechnung der Eigenkapitalanforderungen           für  Verbriefungspositionen   mit
          Kreditrisikominderung
          Ratingsbasierter Ansatz
   60.    Werden die risikogewichteten Forderungsbeträge unter Zugrundelegung des
          Ratingsbasierten Ansatzes berechnet, können der Forderungswert und/oder der
          risikogewichtete Forderungsbetrag für eine Verbriefungsposition, für die eine
          Kreditbesicherung erwirkt wurde, gemäß den Bestimmungen von Anhang VIII
          geändert werden, so wie sie für die Berechnung der risikogewichteten
          Forderungsbeträge im Sinne der Artikel 78 bis 83 gelten.
          Aufsichtlicher Formelansatz – vollständige Besicherung
   61.    Werden die risikogewichteten Forderungsbeträge unter Zugrundelegung des
          Aufsichtlichen Formelansatzes berechnet, kann das Kreditinstitut das 'tatsächliche
          Risikogewicht' der Position bestimmen. Dieses wird ermittelt, indem der
          risikogewichtete Forderungsbetrag der Position durch den Forderungswert der
          Position geteilt und sodann mit 100 multipliziert wird.
   62.    Im Falle einer Besicherung mit Sicherheitsleistung wird der risikogewichtete
          Forderungsbetrag der Verbriefungsposition durch Multiplizierung des um die
          Besicherung mit Sicherheitsleistung bereinigten Forderungswerts der Position (E*,
          Berechnung wie in den Artikeln 90 bis 93 für die Berechnung der risikogewichteten
          Forderungsbeträge im Sinne von Artikel 78 bis 83 unter der Annahme, dass der
          Betrag der Verbriefungsposition E ist) mit dem 'tatsächlichen Risikogewicht'
          berechnet.
   63.    Im Falle einer Absicherung ohne Sicherheitsleistung wird der risikogewichtete
          Forderungsbetrag der Verbriefungsposition berechnet, indem GA (der Betrag der
          Absicherung, der im Hinblick auf eine etwaige Währungsinkongruenz oder
          Laufzeitinkongruenz gemäß den Bestimmungen von Anhang VIII bereinigt wird) mit
          dem Risikogewicht des Bereitstellers der Besicherung multipliziert wird. Sodann
          wird dieser Betrag zu jenem addiert, der sich durch Multiplizierung des Betrags der
          Verbriefungsposition abzüglich GA mit dem tatsächlichen Risikogewicht ergibt.
          Aufsichtlicher Formelansatz – teilweise Besicherung
   64.    Deckt die Kreditrisikominderung den ‚First Loss’ oder Verluste auf anteilsmäßiger
          Basis in der Verbriefungsposition ab, kann das Kreditinstitut die Bestimmungen der
          Absätze 61 bis 63 anwenden.
   65.    In den anderen Fällen behandelt das Kreditinstitut die Verbriefungsposition als zwei
          oder mehrere Positionen, wobei der ungedeckte Teil als Position mit der geringeren
          Kreditqualität angesehen wird. Für die Berechnung des risikogewichteten
          Forderungsbetrages dieser Position finden die Bestimmungen der Absätze 50 bis 52
          Anwendung, allerdings vorbehaltlich der Änderungen, dass ‘T’ im Falle einer
          Besicherung mit Sicherheitsleistung an e* und im Falle einer Absicherung ohne
          Sicherheitsleistung an T-g angepasst wird; e* bezeichnet das Verhältnis von E* zum
          gesamten nominellen Betrag des zugrundeliegenden Pools, wobei E* der bereinigte
          Forderungsbetrag der Verbriefungsposition ist, der gemäß den Bestimmungen von
DE                                            137                                              DE
 ---pagebreak---         Anhang VIII berechnet wird, so wie sie für die Berechnung der risikogewichteten
        Forderungsbeträge gemäß der Artikel 78 bis 83 gelten unter der Annahme, dass der
        Betrag der Verbriefungsposition E ist; g ist das Verhältnis des Nominalbetrages der
        Kreditbesicherung (bereinigt im Hinblick auf eine etwaige Währungs- oder
        Laufzeitinkongruenz gemäß den Bestimmungen von Anhang VIII) zur Summe der
        Forderungsbeträge der verbrieften Forderungen. Im Falle einer Absicherung ohne
        Sicherheitsleistung wird das Risikogewicht des Bereitstellers der Absicherung auf
        den Teil der Position angewandt, der nicht unter den bereinigten Wert von ‘T’ fällt.
   3.7. Zusätzliche Kapitalanforderungen für Verbriefungen von revolvierenden
        Forderungen mit vorzeitigen Tilgungsklauseln
   66.  Zusätzlich zu den risikogewichteten Forderungsbeträgen, die bezüglich seiner
        Verbriefungspositionen berechnet werden, hat ein Originator, einen
        risikogewichteten Forderungsbetrag gemäß der Methode in den Absätzen 17 bis 32
        zu berechnen, wenn er revolvierende Forderungen in eine Verbriefung verkauft, die
        vorzeitige Tilgungsklausel enthält.
   67.  Zum Zwecke von Absatz 66 ersetzen die Absätze 68 und 69 die Absätze 20 und 21.
   68.  Im Sinne dieser Bestimmungen bedeutet ‚Anteil des Originators’ die Summe aus
        a)     dem Nennwert dieses fiktiven Teils eines Pools gezogener Beträge, die in die
               Verbriefung veräußert werden, wobei sein Anteil in Bezug auf den Betrag des
               gesamten Pools, der in die Struktur geflossen ist, den Teil der Zahlungen
               bestimmt, die durch die Einziehung des Nominalbetrages und der Zinsen sowie
               anderer verbundener Beträge erzeugt werden, der nicht für Zahlungen an jene
               zur Verfügung steht, die Verbriefungspositionen aus der Verbriefung halten;
               plus
        b)     dem Nennwert des Teils des Pools nicht gezogener Beträge der Kreditlinien,
               deren gezogene Beträge in die Verbriefung veräußert wurden, wobei der Anteil
               des Gesamtbetrages dieser nicht gezogenen Beträge der gleiche ist wie der
               Anteil des Nennwerts, der unter Buchstabe a) in Bezug auf den Nennwert des
               Pools gezogener Beträge beschrieben wird, die in die Verbriefung veräußert
               wurden.
        Um als solcher in Frage zu kommen, darf der Anteil des Originators nicht den
        Anteilen der Investoren nachgeordnet sein.
        Unter ‘Anteil der Investoren’ versteht man den Nominalbetrag des fiktiven Teils des
        Pools der gezogenen Beträge, die nicht unter Buchstabe a) fallen zuzüglich des
        Nominalbetrages des Teils des Pools nicht gezogener Beträge der Kreditlinien, deren
        gezogene Beträge in die Verbriefung veräußert wurden, der nicht unter Buchstabe b)
        fällt.
   69.  Die Forderung des originierenden Kreditinstituts verbunden mit seinen Rechten in
        Bezug auf den Anteil des Originators, der in Absatz 68 Buchstabe a) beschrieben
        wird, ist nicht als eine Verbriefungsposition zu betrachten, sondern als eine anteilige
        Forderung gegenüber den verbrieften gezogenen Forderungsbeträgen, so als ob diese
        nicht in einen Betrag verbrieft worden wären, der dem in Absatz 68 Buchstabe a)
DE                                           138                                                DE
 ---pagebreak---         genannten gleichwertig ist. Bei dem originierenden Kreditinstitut wird auch davon
        ausgegangen, dass es eine anteilige Forderung gegenüber den nicht gezogenen
        Beträgen der Kreditlinien hat, deren gezogene Beträge in die Verbriefung veräußert
        wurden, die einem Betrag entspricht, der dem in Absatz 68 Buchstabe b) genannten
        gleichwertig ist.
   3.8. Reduzierung der risikogewichteten Forderungsbeträge
   70.  Von einem risikogewichteten Forderungsbetrag einer Verbriefungsposition, auf die
        ein Risikogewicht von 1250% angewandt wird, kann 12,5 mal der Betrag etwaiger
        Wertberichtigungen abgezogen werden, die vom Kreditinstitut in Bezug auf die
        verbrieften Forderungen vorgenommen wurden. Sofern diese Wertberichtigungen für
        diesen Zweck berücksichtigt werden, werden sie nicht mehr bei der Berechnung
        berücksichtigt, die in Anhang VII Teil 1 Absatz 34 genannt ist.
   71.  Der risikogewichtete Forderungsbetrag einer Verbriefungsposition kann um 12,5 mal
        den Betrag etwaiger Wertberichtigungen reduziert werden, die das Kreditinstitut im
        Hinblick auf diese Position vorgenommen hat.
   72.  Wie in Artikel 66 Absatz 2 vorgesehen, können Kreditinstitute in Bezug auf eine
        Verbriefungsposition, auf die ein Risikogewicht von 1250% angewandt wird,
        alternativ zur Einbeziehung dieser Position in ihre Berechnung der risikogewichteten
        Forderungsbeträge den Forderungswert der Position von den Eigenmitteln abziehen.
   73.  Zum Zwecke von Absatz 73
        a)    kann der Forderungswert der Position von den risikogewichteten
              Forderungsbeträgen abgeleitet werden, wobei etwaige im Sinne von Absatz 70
              und Absatz 71 vorgenommene Minderungen zu berücksichtigen sind;
        b)    kann die Berechnung des Forderungswertes eine anerkannte Besicherung mit
              Sicherheitsleistung auf eine Art und Weise berücksichtigen, die mit der in den
              Absätzen 58 bis 65 vorgeschriebenen Methode konsistent ist;
        c)    kann bei Zugrundelegung des Aufsichtlichen Formelansatzes zur Berechnung
              der risikogewichteten Forderungsbeträge und sofern L < KIRBR und [L+T] >
              KIRBR, die Position wie zwei Positionen behandelt werden, wobei für die
              vorrangigere der beiden Positionen L gleich KIRBR ist.
   74.  Macht ein Kreditinstitut von der in Absatz 72 genannten Alternative Gebrauch, so
        wird 12,5 mal der Betrag, der gemäß diesem Absatz abgezogen wurde, zum Zwecke
        von Absatz 44 von dem Betrag abgezogen, der in diesem Absatz als der höchste
        risikogewichtete Forderungsbetrag spezifiziert wird, der von den dort genannten
        Kreditinstituten zu berechnen ist.
DE                                          139                                              DE
 ---pagebreak---                                           Anhang X
                                    Operationelles Risiko
                                Teil 1 - Basisindikatoransatz
   1.   EIGENKAPITALANFORDERUNG
   1.   Beim Basisindikatoransatz beträgt die Eigenkapitalanforderung für das operationelle
        Risiko 15 % des nachstehend definierten Indikators.
   2.   INDIKATOR
   2.   Maßgeblicher Indikator ist der Dreijahresdurchschnitt           der    Summe     aus
        Nettozinserträgen und zinsunabhängigen Nettoerträgen.
   3.   Der Dreijahresdurchschnitt wird auf der Grundlage der letzten sechs
        Zwölfmonats-Beobachtungen, die in der Mitte und am Ende jedes Geschäftsjahres
        erfolgen, errechnet. Wenn keine geprüften Zahlen vorliegen, können Schätzungen
        verwendet werden.
   4.   Ist die Summe aus Nettozinserträgen und zinsunabhängigen Nettoerträgen in einem
        der Beobachtungszeiträume negativ oder gleich Null, so wird dieser Wert nicht in die
        Berechnung des Dreijahresdurchschnitts einbezogen. Der maßgebliche Indikator ist
        die Summe der positiven Werte, geteilt durch die Anzahl der positiven Werte.
   2.1. Kreditinstitute im Geltungsbereich der Richtlinie 86/635/EWG
   5.   Maßgeblicher Indikator ist hier die Summe der in Tabelle 1 aufgeführten Posten;
        diese entsprechen den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung von Kreditinstituten
        in Artikel 27 der Richtlinie 86/635/EWG. In dieser Addition erscheint jeder Wert mit
        seinem positiven oder negativen Vorzeichen.
   6.   Die Beschränkungen der Nummern 7 und 8 könnten eine Änderung dieser Werte
        erforderlich machen.
        Tabelle 1:
                       1       Zinserträge und ähnliche Erträge
                       2       Zinsaufwendungen       und    ähnliche
                       Aufwendungen
                       3       Erträge aus Wertpapieren:
                       a) aus Aktien, anderen Anteilsrechten und
                       nicht festverzinslichen Wertpapieren
                       b) aus Beteiligungen
DE                                            140                                            DE
 ---pagebreak---                           c) aus Anteilen an verbundenen Unternehmen
                          4       Erträge aus Provisionen und Gebühren
                          5       Aufwendungen für Provisionen und
                          Gebühren
                          6       Netto-Ertrag/Netto-Aufwand       aus
                          Finanzgeschäften
                          7       Sonstige betriebliche Erträge
   2.1.1. Beschränkungen:
   7.     Der Indikator wird vor Abzug der Rückstellungen und Betriebsausgaben errechnet.
   8.     Nicht in die Berechnung des Indikators einbezogen werden:
          a)    Realisierte Gewinne/Verluste aus der Veräußerung von Positionen, die nicht
                dem Handelsbuch zuzurechnen sind
          b)    außergewöhnliche oder unregelmäßige Erträge
          c)    Erträge aus Versicherungstätigkeiten.
          Wenn Neubewertungen von Handelsbuchpositionen in der Gewinn- und
          Verlustrechnung verbucht werden, können sie in die Berechnung einbezogen werden.
          Bei einer Anwendung von Artikel 36 Absatz 2 der Richtlinie 86/635/EWG sollten
          die in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchten Neubewertungen einbezogen
          werden.
   2.2.   Kreditinstitute, für die andere Rechnungslegungsvorschriften gelten
   9.     Kreditinstitute, die anderen Rechnungslegungsvorschriften als denen der Richtlinie
          86/635/EWG unterliegen, berechnen den maßgeblichen Indikator anhand von Daten,
          die der oben genannten Definition am Nächsten kommen.
DE                                              141                                          DE
 ---pagebreak---                                      Teil 2 – Standardansatz
   1.      EIGENKAPITALANFORDERUNG
   1.      Beim Standardansatz wird die Eigenkapitalanforderung für das operationelle Risiko
           durch einfache Addition der für die einzelnen Geschäftsfelder nach Tabelle 2
           berechneten Eigenkapitalanforderungen ermittelt.
   2.      Die für ein bestimmtes Geschäftsfeld geltende Eigenkapitalanforderung entspricht
           einem festen Prozentsatz eines maßgeblichen Indikators.
   3.      Der Indikator wird für jedes Geschäftsfeld einzeln berechnet.
   4.      Der maßgebliche Indikator berechnet sich für jedes Geschäftsfeld als der
           Dreijahresdurchschnitt der Summe aus dem Nettozinsertrag und dem jährlichen
           zinsunabhängigen Nettoertrag im Sinne von Teil 1 Nummern 5 bis 9.
   5.      Der Dreijahresdurchschnitt wird errechnet aus den letzten sechs
           Zwölfmonatsdurchschnitten zur Geschäftsjahreshälfte und zum Abschluss des
           Geschäftsjahres. Liegen keine geprüften Zahlen vor, können Schätzungen
           herangezogen werden.
   6.      Ergibt die Summe aus Nettozinsertrag und zinsunabhängigem Nettoertrag einen
           negativen Wert, so wird dieser Wert mit null angesetzt.
           Tabelle 2:
   Geschäftsfeld                     Tätigkeiten                                Prozentsatz
   Unternehmensfinanzierung/-        Emission und/oder Platzierung von 18 %
   beratung (Corporate Finance)      Finanzinstrumenten        mit       fester
                                     Übernahmeverpflichtung
                                     Dienstleistungen im Zusammenhang
                                     mit dem Emissionsgeschäft
                                     Anlageberatung
                                     Beratung von Unternehmen bezüglich
                                     Kapitalstruktur, Geschäftsstrategie und
                                     damit verbundenen Fragen sowie
                                     Beratungs-          und         sonstige
                                     Serviceleistungen im Zusammenhang
                                     mit Fusionen und Übernahmen
                                     Investment Research und Finanzanalyse
                                     sowie andere Arten von allgemeinen
                                     Empfehlungen zu Transaktionen mit
                                     Finanzinstrumenten
DE                                              142                                          DE
 ---pagebreak---    Handel (Trading und Sales)      Eigenhandel                            18 %
                                   Geldbrokerage
                                   Entgegennahme und Weiterleitung von
                                   Aufträgen im Zusammenhang mit
                                   einem           oder          mehreren
                                   Finanzinstrumenten
                                   Auftragsausführung für Kunden
                                   Platzierung von Finanzinstrumenten
                                   ohne feste Übernahmeverpflichtung
                                   Betrieb von      Multilateral  Trading
                                   Facilities
   Werpapierprovisionsgeschäft     Entgegennahme und Weiterleitung von 12 %
   (Retail Brokerage)              Aufträgen im Zusammenhang mit
                                   einem           oder          mehreren
   (Geschäfte mit natürlichen Finanzinstrumenten
   Personen oder kleinen und
   mittleren Unternehmen, die Auftragsausführung für Kunden
   nach        Artikel 55      als
   Retailforderungen einzustufen Platzierung von Finanzinstrumenten
   sind)                           ohne feste Übernahmeverpflichtung
   Firmenkundengeschäft            Hereinnahme von Einlagen           und 15 %
   (Commercial Banking)            sonstigen rückzahlbaren Geldern
                                   Kreditgewährung
                                   Leasing
                                   Bürgschaften und Garantien
   Privatkundengeschäft    (Retail Hereinnahme von Einlagen           und 12 %
   Banking)                        sonstigen rückzahlbaren Geldern
   (Geschäfte mit natürlichen Kreditgewährung
   Personen oder kleinen und
   mittleren Unternehmen, die Leasing
   nach        Artikel 55      als
   Retailforderungen einzustufen Bürgschaften und Garantien
   sind)
   Zahlungsverkehr            und Geldtransferdienstleistungen            18 %
   Abwicklung
                                   Ausgabe      und    Verwaltung     von
                                   Zahlungsmitteln
DE                                            143                              DE
 ---pagebreak---    Depot- und Treuhandgeschäfte Verwahrung und Verwaltung von 15 %
   (Agency Services)                 Finanzinstrumenten für Rechnung von
                                     Kunden, einschließlich Custody und
                                     verbundene Dienstleistungen wie Cash
                                     Management                          und
                                     Sicherheitenverwaltung
   Vermögensverwaltung     (Asset Portfoliomanagement                         12 %
   Management)
                                     OGAW-Verwaltung
                                     Sonstige           Arten            der
                                     Vermögensverwaltung
   7.     Die zuständigen Behörden können einem Kreditinstitut gestatten, seine
          Eigenkapitalanforderung für das operationelle Risiko nach einem alternativen
          Standardansatz gemäß den Nummern 9 bis 16 zu berechnen.
   2.     GRUNDSÄTZE FÜR DIE ZUORDNUNG DER GESCHÄFTSFELDER
   8.     Die Kreditinstitute entwickeln und dokumentieren spezifische Vorschriften und
          Kriterien für die Zuordnung des Indikators aus den eigenen aktuellen
          Geschäftsfeldern und Tätigkeiten in das Grundgerüst des Standardansatzes. Die
          Kriterien werden überprüft und gegebenenfalls an neue oder sich verändernde
          Geschäftstätigkeiten und –risiken angepasst. Für die Zuordnung der Geschäftsfelder
          gelten folgende Grundsätze:
          a)    Alle Tätigkeiten werden in einer zugleich überschneidungsfreien und
                erschöpfenden Art und Weise einem Geschäftsfeld zugeordnet.
          b)    Jede Tätigkeit, die nicht ohne weiteres innerhalb dieses Grundgerüsts einem
                Geschäftsfeld zugeordnet werden kann, die aber eine ergänzende Funktion zu
                einer im Grundgerüst enthaltenen Tätigkeit ist, wird dem Geschäftsfeld
                zugeordnet, welches sie unterstützt. Wenn mehr als ein Geschäftsfeld durch
                diese ergänzende Tätigkeit unterstützt wird, wird ein objektives
                Zuordnungskriterium angewandt.
          c)    Kann eine Tätigkeit keinem bestimmten Geschäftsfeld zugeordnet werden, so
                wird das Geschäftsfeld mit dem höchsten Prozentsatz zugrunde gelegt. Dieses
                Geschäftsfeld gilt dann auch für die zugeordneten unterstützenden Funktionen.
          d)    Die Kreditinstitute können interne Verrechnungsmethoden anwenden, um den
                Indikator auf die Geschäftsfelder aufzuteilen. In einem Geschäftsfeld
                generierte Kosten, die einem anderen Geschäftsfeld zugerechnet werden
                können, können auf dieses andere Geschäftsfeld übertragen werden,
                beispielsweise indem interne Transferkosten zwischen den beiden
                Geschäftsfeldern zugrunde gelegt werden.
DE                                             144                                            DE
 ---pagebreak---           e)    Die zur Berechnung der Eigenkapitalanforderung für das operationelle Risiko
                vorgenommene Zuordnung der Tätigkeiten zu den Geschäftsfeldern ist mit den
                für das Kredit- und Marktrisiko verwendeten Kategorien konsistent.
          f)    Die höhere Management-Ebene ist unter Aufsicht der Verwaltungsorgane des
                Kreditinstituts für die Zuordnungsgrundsätze verantwortlich.
          g)    Der Zuordnungsprozess unterliegt einer unabhängigen Überprüfung.
   3.     ALTERNATIVE INDIKATOREN FÜR BESTIMMTE GESCHÄFTSFELDER
   3.1.   Modalitäten
   9.     Die zuständigen Behörden können einem Kreditinstitut gestatten, für die
          Geschäftsfelder Privatkundengeschäft und Firmenkundengeschäft einen alternativen
          Indikator zu verwenden.
   10.    Für diese Geschäftsfelder ist der maßgebliche Indikator ein normierter
          Ertragsindikator, der dem 0,035-fachen Dreijahresdurchschnitt des jährlichen
          nominalen Gesamtbetrags der Darlehen und Kredite entspricht.
   11.    Beim Geschäftsfeld Privatkundengeschäft umfassen die Darlehen und Kredite die
          Gesamtsumme der in folgenden Kreditportfolios in Anspruch genommenen Beträge:
          Privatkunden, wie Privatkunden behandelte KMU und angekaufte Retailforderungen.
   12.    Beim Geschäftsfeld Firmenkundengeschäft umfassen die Darlehen und Kredite die
          Gesamtsumme der in folgenden Kreditportfolios in Anspruch genommenen Beträge:
          Unternehmen, Staaten, Institute, Spezialfinanzierungen, wie Unternehmen
          behandelte KMU und angekaufte Unternehmensforderungen. Eingerechnet werden
          auch die nicht im Handelsbuch gehaltenen Wertpapiere.
   3.2.   Voraussetzungen
   13.    Die Verwendung alternativer Indikatoren wird nur gestattet, wenn die unter den
          Nummern 14 bis 16 genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
   3.2.1. Allgemeine Voraussetzung
   14.    Das Kreditinstitut erfüllt die unter Nummer 17 genannten Zulassungsanforderungen.
   3.2.2. Besondere Voraussetzungen für das Privatkunden- und das Firmenkundengeschäft
   15.    Das Kreditinstitut ist zum weit überwiegenden Teil im Privat- und
          Firmenkundengeschäft tätig, auf die zusammengerechnet mindestens 90 % seiner
          Erträge entfallen.
   16.    Das Kreditinstitut kann gegenüber den zuständigen Behörden nachweisen, dass ein
          erheblicher Teil seiner Privatkunden- und/oder Firmenkundengeschäfte aus Darlehen
          mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit bestehen und der alternative Standardansatz
          eine bessere Grundlage für die Bewertung des operationellen Risikos bietet.
DE                                              145                                         DE
 ---pagebreak---    4.  ZULASSUNGSANFORDERUNGEN
   17. Zusätzlich zu den allgemeinen Risikomanagement-Standards nach Artikel 22 und
       Anhang V erfüllen die Kreditinstitute folgende Zulassungsanforderungen:
       a)   Die Kreditinstitute verfügen über ein gut dokumentiertes System für die
            Bewertung und das Management von operationellen Risiken und weisen die
            Zuständigkeiten und Verantwortung für dieses System klar zu. Sie ermitteln
            ihre Gefährdung durch operationelle Risiken und sammeln die relevanten
            Daten zum operationellen Risiko einschließlich wesentlicher Verluste. Das
            System unterliegt einer regelmäßigen unabhängigen Überprüfung.
       b)   Das System zur Bewertung der operationellen Risiken ist eng in die
            Risikomanagementprozesse des Kreditinstituts eingebunden. Seine Ergebnisse
            sind fester Bestandteil der Prozesse für die Überwachung und Kontrolle des
            operationellen Risikoprofils des Kreditinstituts.
       c)   Die Kreditinstitute führen ein Berichtswesen für Meldungen an das höhere
            Management ein, im Rahmen dessen den maßgeblichen Funktionen innerhalb
            des Kreditinstituts über das operationelle Risiko berichtet wird. Das
            Kreditinstitut verfügt über Verfahren, um entsprechend den in den
            Management-Berichten enthaltenen Informationen geeignete Maßnahmen
            ergreifen zu können.
DE                                         146                                         DE
 ---pagebreak---                          Teil 3 – Fortgeschrittene Messansätze (AMAs)
   1.     ZULASSUNGSANFORDERUNGEN
   1.     Um einen fortgeschrittenen Messansatz (AMA) verwenden zu dürfen, weisen die
          Kreditinstitute gegenüber den zuständigen Behörden nach, dass sie zusätzlich zu den
          allgemeinen Risikomanagement-Standards nach Artikel 22 und Anhang V die
          folgenden Zulassungsanforderungen erfüllen:
   1.1.   Qualitative Anforderungen
   2.     Das interne System des Kreditinstituts für die Messung des operationellen Risikos ist
          eng in seine täglichen Risikomanagementprozesse eingebunden.
   3.     Das Kreditinstitut verfügt über eine unabhängige Risikomanagement-Funktion für
          das operationelle Risiko.
   4.     Die Gefährdung durch operationelle Risiken und die erlittenen Verluste sind
          Gegenstand einer regelmäßigen Berichterstattung. Das Kreditinstitut verfügt über
          Verfahren, um angemessene Korrekturmaßnahmen ergreifen zu können.
   5.     Das Risikomanagement-System des Kreditinstituts ist gut dokumentiert. Das
          Kreditinstitut verfügt über Routineverfahren zur Gewährleistung der Regeleinhaltung
          und über Verfahrensvorschriften für Regelverstöße.
   6.     Die Prozesse für das Management und die Systeme für die Messung des
          operationellen Risikos unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch die interne
          Revision und/oder externe Prüfer.
   7.     Die Validierung des Systems für die Messung des operationellen Risikos durch die
          zuständigen Behörden beinhaltet Folgendes:
          a)    Verifizierung, dass die internen Validierungsprozesse zufrieden stellend
                funktionieren;
          b)    Sicherstellung, dass die Datenflüsse und Prozesse des Risikomesssystems
                transparent und zugänglich sind.
   1.2.   Quantitative Anforderungen
   1.2.1. Prozess
   8.     Die Kreditinstitute berechnen ihre Eigenkapitalanforderung unter Einbeziehung
          sowohl der erwarteten als auch der unerwarteten Verluste, es sei denn, sie können
          nachweisen, dass der erwartete Verlust durch ihre internen Geschäftspraktiken
          bereits in angemessener Weise erfasst wird. Die Messung des operationellen Risikos
          erfasst potenziell schwerwiegende Ereignisse am Rande der Verteilung und erreicht
          einen Soliditätsstandard, der mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % über eine
          Halteperiode von einem Jahr vergleichbar ist.
DE                                             147                                              DE
 ---pagebreak---    9.     Um den vorgenannten Soliditätsstandard zu erfüllen, umfasst das System eines
          Kreditinstituts für die Messung des operationellen Risikos bestimmte
          Schlüsselelelmente. Dazu gehören die Heranziehung von internen Daten, externen
          Daten, Szenario-Analysen und Faktoren, die das Geschäftsumfeld und die internen
          Kontrollsysteme im Sinne der Nummern 13 bis 24 widerspiegeln. Ein Kreditinstitut
          verfügt über einen gut dokumentierten Ansatz für die Gewichtung dieser vier
          Elemente in seinem System für die Messung des operationellen Risikos.
   10.    Das Risikomesssystem erfasst die wichtigsten Risikotreiber, die die Ränder der
          Verlustverteilungen beeinflussen.
   11.    Korrelationen der operationellen Verluste zwischen individuellen Schätzungen der
          operationellen Risiken dürfen nur berücksichtigt werden, wenn das Kreditinstitut
          gegenüber den zuständigen Behörden nachweisen kann, dass sein System zur
          Messung der Korrelationen solide ist, nach Treu und Glauben umgesetzt wird und
          die Unsicherheit bei der Schätzung von Korrelationen insbesondere in
          Belastungsphasen      berücksichtigt.   Das     Kreditinstitut    validiert     seine
          Korrelationsannahmen anhand geeigneter quantitativer und qualitativer Verfahren.
   12.    Das Risikomesssystem ist intern konsistent und schließt eine Mehrfachzählung von
          qualitativen Bewertungen oder Risikominderungstechniken, die bereits in anderen
          Bereichen des Kapitaladäquanzrahmens anerkannt werden, aus.
   1.2.2. Interne Daten
   13.    Interne Messungen des operationellen Risikos bauen auf einer mindestens fünf Jahre
          umfassenden Beobachtungsperiode auf. Wenn ein Kreditinstitut erstmals einen AMA
          verwendet, kann eine dreijährige Beobachtungsperiode anerkannt werden.
   14.    Die Kreditinstitute können ihre historischen internen Verlustdaten den in Teil 2
          definierten Geschäftsfeldern und den in Teil 5 definierten Ereigniskategorien
          zuordnen und stellen diese Daten auf Verlangen den zuständigen Behörden zur
          Verfügung. Es liegen dokumentierte und objektive Kriterien vor, nach denen die
          Verluste den entsprechenden Geschäftsfeldern und Ereigniskategorien zugeordnet
          werden. Verluste auf Grund von operationellen Risiken, die im Zusammenhang mit
          Kreditrisiken stehen und in der Vergangenheit in die interne Kreditrisiko-Datenbank
          eingeflossen sind, werden in der Datenbank über operationelle Risiken aufgezeichnet
          und     separat    gekennzeichnet.    Derartige   Verluste     unterliegen    keiner
          Eigenkapitalanforderung für operationelle Risiken, solange sie für die Berechnung
          der Eigenkapitalanforderung weiterhin als Kreditrisiko behandelt werden. Verluste
          auf Grund von operationellen Risiken, die im Zusammenhang mit Marktrisiken
          stehen, werden in die Berechnung der Eigenkapitalanforderung für operationelle
          Risiken einbezogen.
   15.    Die internen Verlustdaten des Kreditinstituts sind so umfassend, dass sie alle
          wesentlichen Tätigkeiten und Gefährdungen aller einschlägigen Subsysteme und
          geographischen Standorte erfassen. Das Kreditinstitut weist nach, dass nicht erfasste
          Tätigkeiten und Gefährdungen, sowohl einzeln als auch kombiniert betrachtet,
          keinen wesentlichen Einfluss auf die Gesamtrisikoschätzungen hätten. Für die
          interne Verlustdatensammlung wird eine angemessene Bagatellgrenze festgelegt.
DE                                            148                                               DE
 ---pagebreak---    16.    Neben den Informationen über die Bruttoverlustbeträge sammeln die Kreditinstitute
          auch Informationen zum Datum des Verlustereignisses und etwaigen Beitreibungen
          der Bruttoverlustbeträge sowie Beschreibungen von Treibern und Ursachen des
          Verlustereignisses.
   17.    Für die Erfassung von Verlustdaten für Ereignisse in zentralen Funktionen oder aus
          Tätigkeiten, die mehr als ein Geschäftsfeld betreffen, sowie für Ereignisse, die zwar
          zeitlich aufeinander folgen, aber miteinander verbunden sind, liegen spezifische
          Kriterien vor.
   18.    Die Kreditinstitute verfügen über dokumentierte Verfahren, um die fortlaufende
          Relevanz historischer Verlustdaten zu beurteilen; zu berücksichtigen ist dabei auch,
          in welchen Situationen, bis zu welchem Grade und durch wen
          Ermessensentscheidungen, Skalierungen oder sonstige Anpassungen erfolgen
          können.
   1.2.3. Externe Daten
   19.    Das Messsystem eines Kreditinstituts für operationelle Risiken nutzt relevante
          externe Daten, zumal wenn Grund zu der Annahme besteht, dass es seltenen, aber
          potenziell schwerwiegenden Verlusten ausgesetzt ist. Ein Kreditinstitut bestimmt in
          einem systematischen Prozess die Situationen, in denen externe Daten genutzt
          werden, und die Methodik für die Verarbeitung der Daten in seinem Messsystem
          festlegen. Die Bedingungen und Verfahren für die Nutzung externer Daten werden
          regelmäßig überprüft, dokumentiert und periodisch von einer unabhängigen Stelle
          überprüft.
   1.2.4. Szenario-Analyse
   20.    Das Kreditinstitut setzt auf der Grundlage von Expertenmeinungen in Verbindung
          mit externen Daten Szenario-Analysen ein, um seine Gefährdung durch sehr
          schwerwiegende Risikoereignisse zu bewerten. Diese Bewertungen werden mit der
          Zeit validiert und aufgrund von Vergleichen mit den tatsächlichen
          Verlusterfahrungen angepasst, um ihre Aussagekraft sicherzustellen.
   1.2.5. Geschäftsumfeld und interne Kontrollfaktoren
   21.    Die firmenweite Risikobewertungsmethodik des Kreditinstituts erfasst die
          entscheidenden Faktoren des Geschäftsumfelds und des internen Kontrollsystems,
          die das operationelle Risikoprofil beeinflussen können.
   22.    Jeder Faktor ist auf Grund von Erfahrungen und unter Einbeziehung des
          Expertenurteils aus den betroffenen Geschäftsbereichen nachweislich ein
          bedeutender Risikotreiber.
   23.    Die Sensitivität der Risikoschätzungen bezüglich Veränderungen dieser Faktoren
          und deren relative Gewichtung werden umfassend begründet. Zusätzlich zur
          Erfassung von Risikoveränderungen aufgrund verbesserter Risikokontrollen deckt
          das Grundgerüst auch einen möglichen Risikoanstieg aufgrund gestiegener
          Komplexität in den Tätigkeiten oder aufgrund eines vergrößerten Geschäftsvolumens
          ab.
DE                                             149                                              DE
 ---pagebreak---    24. Das Grundgerüst ist dokumentiert und unterliegt einer unabhängigen Prüfung
       innerhalb des Kreditinstituts sowie durch die zuständigen Behörden. Der Prozess und
       die Ergebnisse werden mit der Zeit überprüft und durch Vergleich mit den
       tatsächlichen internen Verlusterfahrungen sowie den relevanten externen Daten neu
       bewertet.
   2.  AUSWIRKUNG VON VERSICHERUNGEN
   25. Die Kreditinstitute können die Auswirkungen von Versicherungen berücksichtigen,
       wenn die unter den Nummern 26 bis 29 genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
   26. Der Versicherungsgeber verfügt über die Zulassung zum Versicherungs- oder
       Rückversicherungsgeschäft.
   27. Der Versicherungsgeber verfügt über ein Rating für die Zahlungsfähigkeit bei
       Versicherungsansprüchen von mindestens A (oder vergleichbar).
       a)    Die Versicherungspolice hat eine Ursprungslaufzeit von mindestens einem
             Jahr. Bei Versicherungspolicen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem
             Jahr nimmt das Kreditinstitut angemessene Sicherheitsabschläge vor, um die
             abnehmende Restlaufzeit der Police zu berücksichtigen, und zwar bis hin zu
             einem 100 %igen Abschlag für Policen mit einer Restlaufzeit von 90 Tagen
             oder weniger.
       b)    Die Versicherungspolice hat eine Mindestkündigungsfrist von 90 Tagen.
       c)    Die Versicherungspolice beinhaltet keine Ausschlussklauseln oder
             Begrenzungen für den Fall eines aufsichtlichen Eingreifens, oder Klauseln, die
             beim Ausfall eines Kreditinstituts verhindern, dass das Kreditinstitut, sein
             Konkursverwalter oder Personen mit ähnlichen Aufgaben für Schäden oder
             Aufwand, die dem Kreditinstitut entstanden sind, Entschädigungen einholen,
             mit Ausnahme von Ereignissen, die nach der Eröffnung des Konkursverfahrens
             oder ähnlichen Verfahren eingetreten sind; Voraussetzung hierfür ist, dass
             Geldbußen und Strafen, einschließlich Schadenersatz, aufgrund eines
             aufsichtlichen Eingreifens durch den Versicherungsvertrag ausgeschlossen
             werden können.
       d)    Die Risikominderungskalkulationen spiegeln die Deckungssumme der
             Versicherung so wider, dass sie in einem transparenten und konsistenten
             Verhältnis zu den Größen tatsächliche Verlustwahrscheinlichkeit und
             Verlustauswirkung steht, die bei der Ermittlung der Eigenkapitalanforderung
             für das operationelle Risiko insgesamt verwendet werden.
       e)    Die Versicherung wird durch eine dritte Partei gewährt. Für den Fall, dass die
             Versicherung durch so genannte „Captives” oder verbundene Gesellschaften
             gewährt wird, wird das versicherte Risiko z.B. durch Rückversicherung auf
             eine unabhängige dritte Partei übertragen, die ihrerseits die Zulassungskriterien
             erfüllt.
       f)    Der Rahmen für die Anerkennung von Versicherungen ist wohl begründet und
             dokumentiert.
DE                                          150                                                DE
 ---pagebreak---    28. Die Methodik für die Berücksichtigung von Versicherungen berücksichtigt mittels
       Abzügen oder Abschlägen folgende Faktoren:
       a)    die Restlaufzeit der Versicherungspolice, sofern sie weniger als ein Jahr
             beträgt, gemäß den vorstehenden Bestimmungen,
       b)    die für die Versicherungspolice geltenden Kündigungsfristen, sofern sie
             weniger als ein Jahr betragen,
       c)    die Zahlungsunsicherheit sowie Inkongruenzen           bei   den     von   den
             Versicherungsverträgen abgedeckten Risiken.
   29. Die      durch      Anerkennung        von    Versicherungsschutz        entstehende
       Eigenkapitalerleichterung darf 20 % der gesamten Eigenkapitalanforderung für das
       operationelle Risiko vor Anerkennung von Risikominderungstechniken nicht
       übersteigen.
   3.  ANTRAG AUF ANWENDUNG EINES AMA AUF GRUPPENBASIS
   30. Soll ein AMA vom EU-Mutterkreditinstitut und seinen Tochtergesellschaften oder
       von den Tochtergesellschaften einer EU-Mutterfinanzholdinggesellschaft verwendet
       werden, so ist dem entsprechenden Antrag eine Beschreibung der
       Allokationsmethodik beigefügt, nach der sich das für das operationelle Risiko
       vorgehaltene Eigenkapital auf die verschiedenen Teile der Gruppe verteilt.
   31. Aus dem Antrag geht außerdem hervor, ob und wie Diversifizierungseffekte im
       Risikomesssystem berücksichtigt werden sollen.
DE                                          151                                             DE
 ---pagebreak---              Teil 4 – Kombinierte Anwendung verschiedener Methoden
   1. ANWENDUNG EINES AMA IN VERBINDUNG MIT ANDEREN ANSÄTZEN
   1. Ein Kreditinstitut kann einen AMA in Verbindung mit dem Basisindikatoransatz
      oder dem Standardansatz anwenden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
      a)    Sämtliche operationellen Risiken des Kreditinstituts werden erfasst. Die
            zuständige Behörde hält die Methodik zur Erfassung der verschiedenen
            Tätigkeiten, geographischen Standorte, Rechtsstrukturen oder sonstigen intern
            vorgenommenen Aufteilungen für überzeugend.
      b)    Bei den Tätigkeiten, auf die der Standardansatz bzw. ein AMA angewandt
            wird, sind die in den Teilen 2 und 3 genannten Zulassungsanforderungen
            erfüllt.
   2. Im Einzelfall kann die zuständige Behörde verlangen, dass zusätzlich folgende
      Voraussetzungen erfüllt sind:
      a)    Zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung eines AMA wird ein wesentlicher
            Teil der operationellen Risiken des Kreditinstituts durch den AMA erfasst.
      b)    Das Kreditinstitut verpflichtet sich, den AMA nach einem mit den zuständigen
            Behörden vereinbarten Zeitplan auf einen wesentlichen Teil seiner
            Geschäftstätigkeit auszuweiten.
   2. KOMBINIERTE ANWENDUNG               DES     BASISINDIKATORANSATZES       UND     DES
      STANDARDANSATZES
   3. Ein Kreditinstitut darf eine Kombination aus dem Basisindikatoransatz und dem
      Standardansatz nur im Ausnahmefall anwenden, beispielsweise bei der Übernahme
      eines neuen Geschäfts, auf das der Standardansatz möglicherweise erst nach einer
      Übergangszeit ausgeweitet werden kann.
   4. Die kombinierte Anwendung des Basisindikatoransatzes und des Standardansatzes
      setzt voraus, dass sich das Kreditinstitut verpflichtet hat, den Standardansatz nach
      einem mit den zuständigen Behörden vereinbarten Zeitplan auszuweiten.
DE                                          152                                            DE
 ---pagebreak---                           Teil 5 – Klassifizierung der Verlustereignisse
   Tabelle 3
   Ereigniskategorie          Definition
   Interner Betrug            Verluste aufgrund von Handlungen mit betrügerischer Absicht,
                              Veruntreuung von Eigentum, Umgehung von Verwaltungs-, Rechts-
                              oder internen Vorschriften, mit Ausnahme von Verlusten aufgrund
                              von Diskriminierung oder sozialer und kultureller Verschiedenheit,
                              wenn mindestens eine interne Partei beteiligt ist.
   Externer Betrug            Verluste aufgrund von Handlungen mit betrügerischer Absicht,
                              Veruntreuung       von     Eigentum       oder     Umgehung      von
                              Rechtsvorschriften durch einen Dritten.
   Beschäftigungspraxis       Verluste aufgrund von Handlungen, die gegen Beschäftigungs-,
   und                        Gesundheitsschutz- oder Sicherheitsvorschriften bzw. -abkommen
   Arbeitsplatzsicherheit     verstoßen, Verluste aufgrund von Schadenersatzzahlungen wegen
                              Körperverletzung, Verluste aufgrund von Diskriminierung bzw.
                              sozialer und kultureller Verschiedenheit.
   Kunden, Produkte & Verluste aufgrund einer unbeabsichtigten oder fahrlässigen
   Geschäftsgepflogen-        Nichterfüllung      geschäftlicher    Verpflichtungen      gegenüber
   heiten                     bestimmten Kunden (einschließlich treuhänderischer und auf
                              Angemessenheit beruhender Verpflichtungen), Verluste aufgrund
                              der Art oder Struktur eines Produkts.
   Sachschäden                Verluste aufgrund von Beschädigungen oder des Verlustes von
                              Sachvermögen durch Naturkatastrophen oder andere Ereignisse.
   Geschäftsunterbre-         Verluste     aufgrund     von      Geschäftsunterbrechungen     oder
   chungen              und Systemausfällen.
   Systemausfälle
   Ausführung, Lieferung Verluste aufgrund von Fehlern bei der Geschäftsabwicklung oder im
   & Prozessmanagement        Prozessmanagement,         Verluste     aus       Beziehungen     zu
                              Geschäftspartnern und Lieferanten/Anbietern.
DE                                              153                                                DE
 ---pagebreak---                                            Anhang XI
      Technische Kriterien für die Überprüfung und Bewertung durch die zuständigen
                                            Behörden
   1.     Zusätzlich zum Kredit-, Markt- und operationellen Risiko umfasst die Überprüfung
          und Bewertung durch die zuständigen Behörden nach Artikel 124 Folgendes:
          a)    die Ergebnisse der von Kreditinstituten, die einen IRB-Ansatz anwenden,
                durchgeführten Stresstests,
          b)    das Ausmaß, in dem Kreditinstitute Liquiditäts- und Konzentrationsrisiken
                ausgesetzt sind, und das Management dieser Risiken durch die Kreditinstitute,
                einschließlich ihrer Erfüllung der in den Artikeln 108 bis 118 niedergelegten
                Anforderungen,
          c)    die Robustheit, Eignung und Umsetzung der vom Kreditinstitut vorgesehenen
                Vorschriften und Verfahren für das Management des mit der Anwendung
                anerkannter Kreditrisikominderungstechniken verbundenen Restrisikos,
          d)    die Adäquanz der von einem Kreditinstitut für verbriefte Forderungen
                gehaltenen Eigenmittel unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Substanz
                der Transaktion, einschließlich des Grads der erreichten Risikoübertragung.
   2.     Die zuständigen Behörden überwachen, ob ein Kreditinstitut implizite
          Kreditunterstützung für eine Verbriefung zur Verfügung stellt. Wird festgestellt, dass
          ein Kreditinstitut wiederholt implizite Kreditunterstützung zur Verfügung gestellt
          hat, so ergreift die zuständige Behörde geeignete Maßnahmen, die der gestiegenen
          Erwartung Rechnung tragen, dass das Kreditinstitut zukünftig weitere
          Unterstützungen für seine Verbriefungen zur Verfügung stellen wird und somit keine
          signifikante Risikoübertragung erzielt.
DE                                             154                                               DE
 ---pagebreak---                                         Anhang XII
                        Technische Kriterien für die Offenlegung
                             Teil 1 – ALLGEMEINE KRITERIEN
   1. Bei der Offenlegung gelten Informationen als wesentlich, wenn ihre Auslassung oder
      fehlerhafte Angabe die Einschätzung oder Entscheidung eines Benutzers, der sich bei
      wirtschaftlichen Entscheidungen auf diese Informationen stützt, ändern oder
      beeinflussen könnte.
   2. Informationen gelten als geschützte Informationen eines Kreditinstituts, wenn ihre
      öffentliche Bekanntgabe die Wettbewerbsposition dieses Kreditinstituts schwächen
      würde. Dazu können Informationen über Produkte oder Systeme zählen, die - wenn
      sie Konkurrenten bekannt gemacht würden - den Wert der Investitionen des
      Kreditinstituts in diese mindern würden.
   3. Informationen gelten als vertraulich, wenn das Kreditinstitut gegenüber Kunden oder
      anderen Vertragspartnern zur Vertraulichkeit verpflichtet ist.
   4. Die zuständigen Behörden verpflichten die Kreditinstitute, anhand der einschlägigen
      Merkmale ihrer Tätigkeit, wie Umfang ihrer Tätigkeit, Spektrum von Tätigkeiten,
      Präsenz in verschiedenen Ländern, Engagement in verschiedenen Bereichen der
      Finanzmärkte, Tätigkeit auf internationalen Finanzmärkten und Beteiligung an
      Zahlungs-, Abrechnungs- und Clearingsystemen, festzustellen, ob es nötig ist, die
      vorgeschriebenen Angaben häufiger als einmal jährlich ganz oder teilweise offen zu
      legen. Dabei ist der möglichen Notwendigkeit einer Offenlegung der Informationen
      in Teil 2 Absatz 3 Buchstaben b) und e) und Absatz 4 Buchstaben b) bis f) und der
      Informationen über Forderungen mit hohem Risiko und andere Posten, die sich rasch
      ändern können, besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
   5. Der Offenlegungsanforderung in Teil 2 Absatz 4 Buchstabe f) ist gemäß Artikel 72
      Absatz 1 und 2 nachzukommen.
                            Teil 2 – Allgemeine Vorschriften
   1. Die Risikomanagementziele und –leitlinien des Kreditinstituts werden für jede
      einzelne Risikokategorie, einschließlich der unter Ziffer 1 bis 13 genannten Risiken,
      gesondert offen gelegt. Zu diesen Offenlegungen zählen:
      a)    die Strategien und Verfahren für das Management dieser Risiken;
      b)    die Struktur und Organisation der einschlägigen Risikomanagementfunktionen
            oder andere geeignete Regelungen;
      c)    Umfang und Art der Risikoberichts- und -messsysteme;
      d)    die Leitlinien für Risikoabsicherung und –minderung und die Strategien und
            Verfahren zur Überwachung der laufenden Wirksamkeit der zur
            Risikoabsicherung und –minderung getroffenen Maßnahmen.
DE                                         155                                              DE
 ---pagebreak---    2. Hinsichtlich des Anwendungsbereichs          dieser    Richtlinie  werden    folgende
      Informationen offen gelegt:
      a)   Name des Kreditinstituts, für das die Vorschriften dieser Richtlinie gelten;
      b)   Angabe der Unterschiede der Konsolidierungsbasis für Rechnungslegungs- und
           Aufsichtszwecke, mit einer kurzen Beschreibung der Teilunternehmen, die
      i)   vollkonsolidiert,
      ii)  quotenkonsolidiert,
      iii) von den Eigenmitteln abgezogen,
      iv)  weder konsolidiert noch abgezogen sind;
      c)   alle vorhandenen oder abzusehenden substanziellen oder rechtlichen
           Hindernisse für die unverzügliche Übertragung von Eigenmitteln oder die
           Rückzahlung von Verbindlichkeiten zwischen dem Mutterunternehmen und
           seinen Tochterunternehmen;
      d)   der Gesamtbetrag, um den die tatsächlichen Eigenmittel in allen nicht in die
           Konsolidierung einbezogenen Tochterunternehmen geringer als der
           vorgeschriebene Mindestbetrag ist, und der Name oder die Namen dieser
           Tochterunternehmen;
      e)   gegebenenfalls die Umstände der Inanspruchnahme der Vorschriften der
           Artikel 69 und 70.
   3. Bezüglich seiner Eigenmittel legt das Kreditinstitut folgende Informationen offen:
      a)   Zusammenfassung der Konditionen für die Hauptcharakteristika aller
           Eigenmittelposten und ihrer Bestandteile;
      b)   der Betrag der Basiseigenmittel bei getrennter Offenlegung aller positiven
           Posten und Abzüge;
      c)   der Gesamtbetrag der ergänzenden Eigenmittel und der Eigenmittel im Sinne
           von [Anhang V der Richtlinie 93/6/EWG];
      d)   Abzüge von den Basiseigenmitteln und den ergänzenden Eigenmitteln gemäß
           Artikel 66 Absatz 1 Buchstabe c) bei getrennter Offenlegung der in Artikel 57
           Buchstabe q) genannten Posten;
      e)   Gesamtsumme aller Eigenmittel nach den Abzügen und Begrenzungen gemäß
           Artikel 66.
   4. Bezüglich der Einhaltung der Vorschriften in Artikel 75 und 123 legt das
      Kreditinstitut folgende Informationen offen:
DE                                        156                                               DE
 ---pagebreak---       a)   eine Zusammenfassung des Ansatzes, nach dem das Kreditinstitut die
           Angemessenheit seines internen Kapitals zur Unterlegung der aktuellen und
           zukünftigen Aktivitäten beurteilt;
      b)   für Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den
           Artikeln 78 bis 83 berechnen, 8 % der risikogewichteten Forderungsbeträge für
           jede der in Artikel 79 genannten Forderungsklassen;
      c)   für Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den
           Artikeln 84 bis 89 berechnen, 8 % der risikogewichteten Forderungsbeträge für
           jede der in Artikel 86 genannten Forderungsklassen. Bei der Forderungsklasse
           der Retail-Forderungen gilt diese Anforderung für alle Kategorien, denen die
           verschiedenen, in Anhang VII Teil 1 Absatz 9 bis 11 genannten Korrelationen
           entsprechen. Bei der Forderungsklasse der Beteiligungspositionen gilt diese
           Anforderung für
      i)   jeden der Ansätze in Anhang VII, Teil 1, Absätze 15 bis 25;
      ii)  börsengehandelte Beteiligungspositionen, Private Beteiligungspositionen in
           hinreichend diversifizierten Portfolios und sonstige Beteiligungspositionen;
      iii) Forderungen, für die bezüglich der            Eigenkapitalanforderungen     eine
           aufsichtliche Übergangsregelung gilt;
      iv)  Forderungen,      für    die    bezüglich     der    Eigenkapitalanforderungen
           Besitzstandswahrungsbestimmungen gelten;
      d)   gemäß       Artikel     75     Buchstabe       b)     und      c)    berechnete
           Mindesteigenkapitalanforderungen;
      e)   gemäß den Artikeln 103 bis 105 berechnete und gesondert offen gelegte
           Mindesteigenkapitalanforderungen;
      f)   die auf der Grundlage der Gesamteigenmittel und der Basiseigenmittel
           berechneten Solvabilitätskoeffizienten.
   5. Bezüglich seines Kredit- und Verwässerungsrisikos legt das Kreditinstitut folgende
      Informationen offen:
      a)   für Rechnungslegungszwecke          die   Definition   von    ‚überfällig’   und
           ‚ausfallgefährdet’;
      b)   eine Beschreibung der bei der Bestimmung von Wertberichtigungen und
           Rückstellungen angewandten Ansätze und Methoden;
      c)   der Gesamtbetrag der Forderungen nach Rechnungslegungsaufrechnungen und
           ohne Berücksichtigung der Wirkung der Kreditrisikominderung, und der nach
           Forderungsklassen aufgeschlüsselte Durchschnittsbetrag der Forderungen
           während des Berichtszeitraums;
DE                                        157                                               DE
 ---pagebreak---       d)    die geographische Verteilung der Forderungen, aufgeschlüsselt nach wichtigen
            Gebieten und wesentlichen Forderungsklassen, gegebenenfalls mit näheren
            Angaben;
      e)    die Verteilung der Forderungen auf Wirtschaftszweige oder Gruppen von
            Kontrahenten, aufgeschlüsselt nach Forderungsklassen, gegebenenfalls mit
            näheren Angaben;
      f)    Aufschlüsselung aller Forderungen nach Restlaufzeit und Forderungsklassen,
            gegebenenfalls mit näheren Angaben;
      g)    für alle wesentlichen Wirtschaftszweige oder Arten von Kontrahenten die
            folgenden Angaben:
      i)    ausfallgefährdete und überfällige Forderungen, getrennt aufgeführt,
      ii)   Wertberichtigungen und Rückstellungen,
      iii)  Aufwendungen für Wertberichtigungen während des Berichtszeitraums;
      h)    Höhe der ausfallgefährdeten und überfälligen Forderungen, getrennt aufgeführt
            und aufgeschlüsselt nach wesentlichen geographischen Gebieten, wenn
            praktikabel einschließlich der Beträge der Wertberichtigungen und
            Rückstellungen für jedes geographische Gebiet;
      i)    die getrennt dargestellte Überleitung von Änderungen der Wertberichtigungen
            und Rückstellungen für ausfallgefährdete Forderungen. Die Informationen
            müssen Folgendes umfassen:
      i)    eine Beschreibung der Art der Wertberichtigungen und Rückstellungen,
      ii)   die Eröffnungsbestände,
      iii)  die während der Periode aus den Rückstellungen entnommenen Beträge,
      iv)   die während der Periode eingestellten oder rückgebuchten Beträge für
            geschätzte wahrscheinliche Verluste aus Forderungen, etwaige andere
            Berichtigungen, einschließlich derjenigen durch Wechselkursunterschiede,
            Zusammenfassung von Geschäftstätigkeiten, Erwerb und Veräußerung von
            Tochterunternehmen und Übertragungen zwischen Risikovorsorgebeträgen,
      v)    die Abschlussbestände.
      Direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung übernommene Wertberichtigungen und
      Wertaufholungen werden gesondert offen gelegt.
   6. Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln 78 bis
      83 berechnen, legen für jede der in Artikel 79 genannten Forderungsklassen die
      folgenden Informationen offen:
      a)    die Namen der anerkannten Ratingagenturen (ECAI) und Ratingagenten (ECA)
            und die Gründe für etwaige Änderungen;
DE                                          158                                             DE
 ---pagebreak---        b)    die Forderungsklassen, für die Ratingagenturen (ECAI) und Ratingagenten
             (ECA) jeweils in Anspruch genommen werden;
       c)    eine Beschreibung des Verfahrens zur Übertragung von Emittenten- und
             Emissionsratings auf Posten, die nicht Teil des Handelsbuchs sind;
       d)    die Zuordnung der externen Ratings aller anerkannten Ratingagenturen (ECAI)
             oder -agenten (ECA) zu den in Anhang VI vorgesehenen Bonitätsstufen, wobei
             zu berücksichtigen ist, dass diese Informationen nicht offen gelegt werden
             müssen, wenn das Kreditinstitut sich an die von der zuständigen Behörde
             veröffentlichte Standardzuordnung hält;
       e)    die Forderungswerte und die Forderungswerte nach Kreditrisikominderung die
             jeden einzelnen, in Anhang VI vorgesehenen Bonitätsstufe zugeordnet werden,
             sowie auch diejenigen, die von den Eigenmitteln abgezogen werden.
   7.  Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge gemäß Anhang VII Teil
       1 Absatz 5 oder Absätze 17 bis 19 berechnen, legen die Forderungen für jede
       Kategorie der Tabelle im genannten Absatz 5 oder für jedes Risikogewicht in den
       genannten Absätzen 17 bis 19 offen.
   8.  Kreditinstitute, die ihre Eigenkapitalanforderungen gemäß Artikel 75 Buchstabe b)
       und c) berechnen, legen diese Anforderungen für jedes in diesen Bestimmungen
       genannte Risiko getrennt offen.
   9.  Alle Kreditinstitute, die ihre Eigenkapitalanforderungen gemäß [Anhang VIII der
       Richtlinie 93/6/EWG] berechnen, legen folgende Informationen offen:
       a)    für jedes Teilportfolio:
       i)    die Charakteristika der verwendeten Modelle,
       ii)   eine Beschreibung der auf das Teilportfolio angewandten Stresstests,
       iii)  eine Beschreibung des beim Backtesting und der Validierung der Genauigkeit
             und Konsistenz der internen Modelle und Modellierungsverfahren
             angewandten Ansatzes;
       b)    das Maß an Akzeptanz durch die zuständige Behörde;
       c)    für die Teilportfolios im Rahmen des Modells:
       i)    die oberen, mittleren und unteren Values at Risk-Maße während des
             Berichtszeitraums und zum Periodenende,
       ii)   ein Vergleich der Values at Risk-Maße mit tatsächlichen Gewinnen und
             Verlusten des Kreditinstituts, mit einer Analyse erheblicher Ausreißer in
             Backtestingergebnissen.
   10. Zum operationellen Risiko legen die Kreditinstitute folgende Informationen offen:
DE                                          159                                           DE
 ---pagebreak---        a)    die Ansätze für die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für operationelle
             Risiken, für die das Kreditinstitut qualifiziert ist;
       b)    eine Beschreibung der Methode nach Artikel 105, wenn diese vom
             Kreditinstitut angewandt wird, einschließlich einer Diskussion relevanter
             interner und externer Faktoren, die beim Messansatz des Kreditinstituts
             berücksichtigt werden. Bei teilweiser Anwendung der Anwendungsbereich der
             verschiedenen verwendeten Methoden.
   11. Zu den nicht im Handelsbuch enthaltenen Beteiligungspositionen werden folgende
       Informationen offen gelegt:
       a)    die Unterscheidung zwischen Forderungen nach ihren Zielen, einschließlich
             Gewinnerzielungsabsicht und strategischer Gründe, und ein Überblick über die
             angewandten        Rechnungslegungstechniken          und   Bewertungsmethoden,
             einschließlich der Schlüsselannahmen und –praktiken für die Bewertung und
             etwaige wesentliche Änderungen dieser Praktiken;
       b)    der Bilanzwert, der Fair Value und bei börsengehandelten Titeln ein Vergleich
             zum Marktwert, wenn dieser wesentlich vom Fair Value abweicht;
       c)    Art und Beträge börsengehandelter Beteiligungspositionen, Privater
             Beteiligungspositionen in hinreichend diversifizierten Portfolios und sonstigen
             Beteiligungspositionen;
       d)    die kumulativen realisierten Gewinne oder Verluste aus Verkäufen und
             Liquidationen während der Periode;
       e)    die Summe der nicht realisierten Gewinne oder Verluste, die Summe der
             latenten Neubewertungsgewinne oder –verluste und sämtliche dieser in die
             Basiseigenmittel oder ergänzenden Eigenmittel einbezogenen Beträge.
   12. Zu ihren Forderungen hinsichtlich des Zinsrisikos aus nicht im Handelsbuch
       enthaltenen Positionen legen die Kreditinstitute folgende Informationen offen:
       a)    die Art des Zinsrisikos und die Schlüsselannahmen (einschließlich der
             Annahmen bezüglich der Rückzahlung von Krediten vor Fälligkeit und des
             Anlegerverhaltens bei unbefristeten Einlagen), und Häufigkeit der Messung
             des Zinsrisikos;
       b)    Schwankungen bei Gewinnen, wirtschaftlichem Wert oder anderen relevanten
             Messwerten, die vom Management bei Auf- und Abwärtsschocks entsprechend
             der Methode des Managements zur Messung des Zinsrisikos verwendet
             werden, aufgeschlüsselt nach Währungen.
   13. Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln 94 bis
       101 berechnen, legen folgende Informationen offen:
       a)    eine Diskussion der         Ziele    des    Kreditinstituts  hinsichtlich seiner
             Verbriefungsaktivitäten;
       b)    die Rolle, die das Kreditinstitut beim Verbriefungsprozess spielt;
DE                                           160                                              DE
 ---pagebreak---    c)   Angaben zum Umfang des Engagements des Kreditinstituts in jedem Bereich;
   d)   die Ansätze zur Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge, die das
        Kreditinstitut bei seinen Verbriefungstätigkeiten anwendet;
   e)   eine Zusammenfassung der Rechnungslegungsleitlinien des Kreditinstituts für
        Verbriefungstätigkeiten, einschließlich:
   i)   Angabe der Tatsache, ob die Transaktionen als Verkäufe oder Finanzierungen
        behandelt werden,
   ii)  des Ausweises von Gewinnen aus Verkäufen,
   iii) der Schlüsselannahmen für die Bewertung einbehaltener Zinsen,
   iv)  die Behandlung synthetischer Verbriefungen, wenn diese nicht unter andere
        Rechnungslegungsleitlinien fallen;
   f)   die Namen der Ratingagenturen (ECAI), die bei Verbriefungen in Anspruch
        genommen werden, und die Arten von Forderungen, für die jede Agentur in
        Anspruch genommen wird;
   g)   die Summe der ausstehenden Forderungsbeträge, die vom Kreditinstitut
        verbrieft werden und dem Verbriefungsrahmen unterliegen (aufgeschlüsselt
        nach traditionellen und synthetischen Verbriefungen), nach Art der
        Forderungen;
   h)   für vom Kreditinstitut verbriefte und dem Verbriefungsrahmen unterliegende
        Forderungen eine Aufschlüsselung des Betrags der ausfallgefährdeten und
        überfälligen verbrieften Forderungen nach Art der Forderungen sowie der vom
        Kreditinstitut während der Periode ausgewiesenen Verluste;
   i)   die Summe der einbehaltenen oder erworbenen Verbriefungspositionen,
        aufgeschlüsselt nach Art der Forderungen;
   j)   die Summe der einbehaltenen oder erworbenen Verbriefungspositionen,
        aufgeschlüsselt in eine aussagekräftige Zahl von Risikogewichtungsbändern.
        Positionen, die mit 1250 % risikogewichtet oder abgezogen wurden, werden
        gesondert offen gelegt;
   k)   die Summe des offenen Betrags verbriefter revolvierender Forderungen,
        getrennt nach Originatorenanteil und Anlegeranteil;
   l)   eine Zusammenfassung der Verbriefungsaktivitäten in der Periode,
        einschließlich des Betrags der verbrieften Forderungen (nach Art der
        Forderungen), und des ausgewiesenen Gewinns oder Verlusts beim Verkauf
        nach Art der Forderungen.
DE                                     161                                          DE
 ---pagebreak---    3.  Teil 3 – Für die Verwendung bestimmter Instrumente oder Methoden
       vorgeschriebene Anforderungen
   14. Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln 84 bis
       89 berechnen, legen folgende Informationen offen:
       a)    die von den zuständigen Behörden akzeptierten Ansätze oder genehmigten
             Übergangsregelungen;
       b)    eine Erläuterung und einen Überblick über:
       i)    die Struktur der internen Ratingsysteme und die Beziehung zwischen internen
             und externen Ratings,
       ii)   die Verwendung interner Schätzungen für andere Zwecke als die Berechnung
             der risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln 84 bis 89,
       iii)  das Management und die Anerkennung von Kreditrisikominderung,
       iv)   die Kontrollmechanismen für Ratingsysteme (einschließlich einer
             Beschreibung ihrer Unabhängigkeit und Verantwortlichkeiten) und die
             Überprüfung dieser Systeme;
       c)    eine Beschreibung des internen Ratingprozesses, getrennt für die folgenden
             Forderungsklassen:
       i)    Zentralstaaten und Zentralbanken,
       ii)   Institute,
       iii)  Unternehmen, einschließlich KMU, Spezialfinanzierungen und erworbene
             Forderungen gegenüber Unternehmen,
       iv)   Retail-Forderungen, für jede der Kategorien, denen die verschiedenen, in
             Anhang VII Teil 1 Absatz 9 bis 11 genannten, Korrelationen entsprechen,
       v)    Beteiligungspositionen;
       d)    die Forderungsbeträge für jede der in Artikel 86 genannten Forderungsklassen.
             Wenn Kreditinstitute für die Berechnung der risikogewichteten
             Forderungsbeträge eigene Schätzungen der LGDs oder Umrechnungsfaktoren
             verwenden, werden Forderungen an Zentralstaaten und Zentralbanken,
             Kreditinstitute und Unternehmen getrennt von Forderungen offen gelegt, für
             die die Kreditinstitute solche Schätzungen nicht verwenden;
       e)    für jede der Forderungsklassen Zentralstaaten und Zentralbanken, Institute,
             Unternehmen und Beteiligungspositionen und für eine ausreichende Zahl von
             Schuldnerklassen (einschließlich der Klasse „Ausfall“), die eine sinnvolle
             Differenzierung des Kreditrisikos zulassen, legen die Kreditinstitute Folgendes
             offen:
DE                                           162                                             DE
 ---pagebreak---    i)   die Summe der Forderungen (für die Forderungsklassen Zentralstaaten und
        Zentralbanken, Institute und Unternehmen die Summe der ausstehenden
        Kredite und Forderungswerte für nicht in Anspruch genommene Kreditlinien;
        für Beteiligungspositionen, den ausstehenden Betrag),
   ii)  für Kreditinstitute, die bei der Berechnung der risikogewichteten
        Forderungsbeträge eigene Schätzungen für LGDs verwenden, die
        forderungsbetragsgewichtete durchschnittliche LGD in Prozent,
   iii) das forderungsbetragsgewichtete durchschnittliche Risikogewicht,
   iv)  für Kreditinstitute, die eigene Schätzungen der Umrechnungsfaktoren für die
        Berechnung der risikogewichteten Forderungsbeträge verwenden, den Betrag
        der     nicht    in    Anspruch    genommenen       Kreditlinien    und     die
        forderungsbetragsgewichteten durchschnittlichen Forderungswerte für jede
        Forderungsklasse;
   f)   für die Forderungsklasse der Retail-Forderungen und für jede der unter
        Buchstabe c) definierten Kategorien entweder die unter Buchstabe e)
        beschriebenen Offenlegungen (gegebenenfalls auf Basis von Pools) oder eine
        Analyse der Forderungen (ausstehende Kredite und Forderungswerte für nicht
        in Anspruch genommene Kreditlinien) bezogen auf eine ausreichende Anzahl
        an Klassen für erwartete Verluste (EL), die eine sinnvolle Differenzierung des
        Kreditrisikos ermöglichen (gegebenenfalls auf Basis von Pools);
   g)   die tatsächlichen Wertberichtigungen in der vorhergehenden Periode für jede
        Forderungsklasse (für Retail-Forderungen für jede der unter Buchstabe c)
        definierten Kategorien) und wie diese von den Erfahrungen in der
        Vergangenheit abweichen;
   h)   eine Beschreibung der Faktoren, die Einfluss auf die erlittenen Verluste in der
        Vorperiode hatten (ob z.B. das Kreditinstitut überdurchschnittliche
        Ausfallquoten oder überdurchschnittliche LGDs und Umrechnungsfaktoren zu
        verzeichnen hatte);
   i)   eine Gegenüberstellung der Schätzungen des Kreditinstituts und der
        tatsächlichen Ergebnisse über einen längeren Zeitraum. Dies umfasst
        mindestens Angaben über Verlustschätzungen im Vergleich zu den
        tatsächlichen Verlusten für jede Forderungsklasse (für Retail-Forderungen für
        jede der unter Buchstabe c) definierte Kategorie) über einen ausreichenden
        Zeitraum, um eine sinnvolle Bewertung der Leistungsfähigkeit der internen
        Ratingprozesse für jede Forderungsklasse zu ermöglichen (für Retail-
        Forderungen für jede der unter Buchstabe c) definierten Kategorien).
        Gegebenenfalls sollten die Kreditinstitute diese Angaben weiter aufschlüsseln,
        um eine Analyse der Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) sowie, im Falle von
        Kreditinstituten, die eigene Schätzungen der LGDs und/oder der
        Umrechnungsfaktoren verwenden, eine Analyse der tatsächlichen LGDs und
        Umrechnungsfaktoren im Vergleich zu den Schätzungenin den oben genannten
        quantitativen Offenlegungen zur Risikobewertung zur Verfügung zu stellen.
DE                                     163                                              DE
 ---pagebreak---        Die Beschreibung gemäß Buchstabe c) umfasst die Arten von Forderungen, die in
       der jeweiligen Forderungsklasse enthalten sind, die Definitionen, Methoden und
       Daten für die Schätzung und Validierung der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und
       gegebenenfalls der LGDs und Umrechnungsfaktoren, einschließlich der bei der
       Ableitung dieser Variablen getroffenen Annahmen, und die Beschreibungen
       wesentlicher Abweichungen von der Definition des Ausfalls in Anhang VII Teil 4
       Absätze 44 bis 48, einschließlich der von diesen Abweichungen betroffenen breiten
       Segmente.
   15. Kreditinstitute, die Kreditrisikominderungstechniken anwenden, legen folgende
       Informationen offen:
       a)    die Vorschriften und Verfahren für das bilanzielle und außerbilanzielle Netting
             und eine Angabe des Umfangs, in dem das Institut davon Gebrauch macht;
       b)    die Vorschriften und Verfahren für die Bewertung und Verwaltung von
             Sicherheiten;
       c)    eine Beschreibung der wichtigsten Arten von Sicherheiten, die vom
             Kreditinstitut angenommen werden;
       d)    die wichtigsten Arten von Garantiegebern und Kreditderivatkontrahenten und
             deren Kreditwürdigkeit;
       e)    Informationen über Markt- oder Kreditrisikokonzentrationen innerhalb der
             Kreditrisikominderung;
       f)    Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln
             78 bis 83 oder den Artikeln 84 bis 89 berechnen, aber keine eigenen
             Schätzungen der LGDs oder Umrechnungsfaktoren in Bezug auf die jeweilige
             Forderungsklasse durchführen, getrennt für jede einzelne Forderungsklasse den
             gesamten Forderungswert (gegebenenfalls nach dem bilanziellen oder
             außerbilanziellen Netting), der durch geeignete finanzielle Sicherheiten und
             andere geeignete Sicherheiten gedeckt ist - nach der Anwendung von
             Volatilitätsanpassungen;
       g)    Kreditinstitute, die die risikogewichteten Forderungsbeträge nach den Artikeln
             78 bis 83 oder den Artikeln 84 bis 89 berechnen, getrennt für jede
             Forderungsklasse den gesamten Forderungswert (gegebenenfalls nach dem
             bilanziellen oder außerbilanziellen Netting), der durch Garantien, Bürgschaften
             oder Kreditderivate gedeckt ist. Für die Forderungsklasse der
             Beteiligungspositionen gilt diese Anforderung für jeden der in Anhang VII Teil
             1 Absatz 15 bis 24 vorgesehenen Ansätze.
   16. Kreditinstitute, die den in Artikel 105 dargelegten Ansatz zur Berechnung ihrer
       Eigenmittelanforderungen für das operationelle Risiko verwenden, legen eine
       Beschreibung der Nutzung von Versicherungen zur Minderung des Risikos offen.
DE                                           164                                             DE