CELEX: 32019D0129(01)
Language: de
Date: 2019-01-21 00:00:00
Title: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 21. Januar 2019 über die Veröffentlichung eines Antrags auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung einer Produktspezifikation gemäß Artikel 53 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen „Pruneaux d’Agen“/„Pruneaux d’Agen mi-cuits“ (g. g. A.) im Amtsblatt der Europäischen Union

29.1.2019   
               
               
                  DE
               
               
                  Amtsblatt der Europäischen Union
               
               
                  C 36/5
               
            
         DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION
         vom 21. Januar 2019
         über die Veröffentlichung eines Antrags auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung einer Produktspezifikation gemäß Artikel 53 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen „Pruneaux d’Agen“/„Pruneaux d’Agen mi-cuits“ (g. g. A.) im Amtsblatt der Europäischen Union
         
         (2019/C 36/06)
         DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
         gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
         gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. November 2012 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (1), insbesondere auf Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a in Verbindung mit Artikel 53 Absatz 2,
         in Erwägung nachstehender Gründe:
         
                     (1)
                  
                  
                     Frankreich hat gemäß Artikel 49 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 einen Antrag auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation für „Pruneaux d’Agen“/„Pruneaux d’Agen mi-cuits“ (g. g. A.) übermittelt. Die Änderungen umfassen eine Änderung des Namens von „Pruneaux d’Agen“/„Pruneaux d’Agen mi-cuits“ zu „Pruneaux d’Agen“.
                  
               
                     (2)
                  
                  
                     Die Kommission hat den Antrag gemäß Artikel 50 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bedingungen der Verordnung erfüllt sind.
                  
               
                     (3)
                  
                  
                     Damit gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 Einspruch erhoben werden kann, sollte der Antrag auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation gemäß Artikel 10 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 (2), einschließlich des geänderten Einzigen Dokuments und der Fundstelle der Veröffentlichung der betreffenden Produktspezifikation für den eingetragenen Namen „Pruneaux d’Agen“/„Pruneaux d’Agen mi-cuits“ (g. g. A.) im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden —
                  
               BESCHLIESST:
         
            Einziger Artikel
            Der Antrag auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation gemäß Artikel 10 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014, einschließlich des geänderten Einzigen Dokuments und der Fundstelle der Produktspezifikation, für den eingetragenen Namen „Pruneaux d’Agen“/„Pruneaux d’Agen mi-cuits“ (g. g. A.) findet sich im Anhang dieses Beschlusses.
            Im Einklang mit Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 kann innerhalb von drei Monaten ab der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union gegen die Änderung gemäß Absatz 1 dieses Artikels Einspruch erhoben werden.
         
         
            Brüssel, den 21. Januar 2019
            
               
                  Für die Kommission
               
               Phil HOGAN
               
                  Mitglied der Kommission
               
            
         
         
            (1)  ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1.
         
            (2)  Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 der Kommission vom 13. Juni 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (ABl. L 179 vom 19.6.2014, S. 36).
      
      
         
            ANHANG
            ANTRAG AUF GENEHMIGUNG EINER NICHT GERINGFÜGIGEN ÄNDERUNG DER PRODUKTSPEZIFIKATION EINER GESCHÜTZTEN URSPRUNGSBEZEICHNUNG ODER EINER GESCHÜTZTEN GEOGRAFISCHEN ANGABE
            
               Antrag auf Genehmigung einer Änderung gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 1 der Verordnung (EU) Nr.1151/2012
            
            
               „PRUNEAUX D’AGEN“/„PRUNEAUX D’AGEN MI-CUITS“
            
            
               EU-Nr.: PGI-FR-0149-AM01 — 18.5.2017
            
            
               g. U. ( ) g. g. A. ( X )
            
            1.   Antragstellende Vereinigung und berechtigtes Interesse
            
            
                        SYNDICAT DU PRUNEAU D’AGEN
                     
                  
                        2 rue des Magnolias — BP 130
                     
                  
                        47303 Villeneuve-sur-Lot
                     
                  
                        FRANKREICH
                     
                  
                        Tel. +33 553415555
                     
                  
                        Fax +33 553402936
                     
                  
                        E-Mail: contact@pruneau.fr
                     
                  Zusammensetzung und berechtigtes Interesse: Der Verband umfasst im vorgelagerten Bereich einen Ausschuss der Pflaumenerzeugungs- und -trockungsbetriebe und im nachgelagerten Bereich einen Ausschuss der Zubereitungs- und Verarbeitungsbetriebe. Daher ist er befugt, Änderungen der Produktspezifikation zu beantragen.
            2.   Mitgliedstaat oder Drittland
            
            Frankreich
            3.   Rubrik der Produktspezifikation, auf die sich die Änderung(en) bezieht/beziehen
            
            
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Name des Erzeugnisses
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Beschreibung des Erzeugnisses
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Geografisches Gebiet
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Ursprungsnachweis
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Erzeugungsverfahren
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Kennzeichnung
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Sonstiges: Aktualisierung der Punkte Kontaktangaben, Art des Erzeugnisses und geografisches Gebiet sowie redaktionelle Änderungen der Punkte Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet, Kontrolleinrichtung und einzelstaatliche Rechtsvorschriften.
                     
                  4.   Art der Änderung(en)
            
            
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 1151 als nicht geringfügig geltende Änderung der Produktspezifikation einer eingetragenen g. U. oder g. g. A.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 als nicht geringfügig geltende Änderung der Produktspezifikation einer eingetragenen g. U. oder g. g. A., für die kein Einziges Dokument (oder etwas Vergleichbares) veröffentlicht wurde
                     
                  5.   Änderung(en)
            
            5.1.   Rubrik „Name des Erzeugnisses“
            
            Der Name „Pruneaux d’Agen/Pruneaux d’Agen mi-cuits“ wird ersetzt durch den Namen „Pruneaux d’Agen“, denn der Begriff „mi-cuit“ (halbgetrocknet) entspricht bereits dem von „Pruneaux d’Agen“, da sich diese Trockenpflaumen ausschließlich durch einen geringeren Trocknungsgrad auszeichnen. Diese Trockenpflaumen werden keiner Rehydratisierungsbehandlung unterzogen. Der Hinweis „mi-cuit“ (halbgetrocknet) wird auf dem Etikett als Angabe hinzugefügt.
            5.2.   Rubrik „Beschreibung“
            
            
                        —
                     
                     
                        Es wird die Angabe hinzugefügt, dass die Pflaumen der Sorte „Prunes d’Ente“„bei optimaler Reife geerntet werden“. Diese Angabe findet sich bereits in dem Teil der Produktspezifikation, der das Erzeugungsverfahren zum Gegenstand hat.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Es wird die Angabe hinzugefügt, dass „Pruneaux d’Agen“„ohne Süßungsmittel“ erzeugt werden, weil diese Bedingung derzeit nur implizit in der Produktspezifikation enthalten ist. Diese Ergänzung hat keine Auswirkungen auf das Erzeugnis, dessen Erzeugungsverfahren sich nicht geändert hat.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Bei „Pruneaux d’Agen“, die mit dem Hinweis „halbgetrocknet“ vermarktet werden, wird hinzugefügt, dass sie „ohne spätere Rehydraditisierung“ hergestellt wurden. Mit dieser Änderung wird das Herstellungsverfahren schriftlich festgehalten, obwohl es in der eingetragenen Produktspezifikation nicht angeführt war. Die Rehydatisierung dieser Trockenpflaumen ist nicht notwendig, weil diese nicht vollständig getrocknet wurden.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Es wird ein Unterschied zwischen „Pruneaux d’Agen“ zum Direktverzehr und „Pruneaux d’Agen“„zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung“ eingeführt. Mit dieser Änderung soll klar zwischen zwei Trockenpflaumensorten — zum einen für den direkten Verkauf an den Verbraucher und zum anderen für die Verarbeitung — unterschieden werden.
                     
                  In der Beschreibung der Trockenpflaumen für den Direktverzehr zum Verkauf an die Verbraucher wird Folgendes angegeben: „Größensortierung: höchstens 66 Früchte je 500 g mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 35 %“. Dies ersetzt die Größensortierung von höchstens 77 Früchten in dem Abschnitt zum Erzeugungsverfahren in der eingetragenen Produktspezifikation. Die Mindestgröße von „Pruneaux d’Agen“ zum Direktverzehr, d. h. für die Verbraucher, wird wie folgt geändert: Die Zahl der Früchte je 500 g wird von 77 Früchten auf 66 Früchte je 500 g verringert, d. h. mit der Verringerung der Zahl steigt die Größe der Früchte.
            Bei entsteinten Trockenpflaumen wird die Größe vor der Entfernung des Steins ermittelt. Außerdem wird hinzugefügt, dass sie „ganz oder entsteint“ verkauft werden dürfen. Mit dieser Änderung soll einerseits der Verkauf größerer Trockenpflaumen ermöglicht und andererseits der Verkauf entsteinter Trockenpflaumen berücksichtigt werden. Hierdurch werden die besonderen Merkmale des Erzeugnisses und der Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet nicht infrage gestellt.
            Die zur Verarbeitung bestimmten „Pruneaux d’Agen“ werden im folgenden Absatz eindeutig beschrieben:
            
               „Die Größe der für die Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmten ‚Pruneaux d’Agen‘ im nicht rehydratisierten Zustand und mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 21 % beträgt höchstens 98 Früchte je 500 g.
               Sie weisen keine sehr schwerwiegenden Mängel auf und sind zumindest teilweise unbeschädigt. Vor dem Versand zu einem anderen Lebensmittel-Verarbeitungsunternehmen werden sie zerkleinert. Diese Trockenpflaumen sind nicht zum Verkauf an den Endverbraucher bestimmt.“
            
            Mit dieser Ergänzung soll zwei Erfordernissen Rechnung getragen werden: Zum einen wird beschrieben, welche Trockenpflaumen mit den besonderen Merkmalen von „Pruneaux d’Agen“ künftig nicht mehr für die Vermarktung zum Direktverzehr infrage kommen und für die Verarbeitung in Lebensmittelunternehmen bestimmt sind, und zum anderen wird vermieden, dass diese Pflaumen wieder als Trockenpflaumen zum Direktverzehr in den Handel gelangen. Die Größe dieser Pflaumen wird mit 98 Früchten je 500 g in nicht rehydratisiertem Zustand mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 21 % angegeben. Die Größe der nicht rehydratisierten Früchte entspricht der Größe von 77 Früchten je 500 g, die auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 35 % rehydratisiert wurden — dem in der eingetragenen Produktspezifikation vorgeschriebenen Wert für Trockenpflaumen zum Direktverzehr.
            Außerdem werden „Pruneaux d’Agen“, die zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmt sind, zerkleinert, wenn sie nicht im Erzeugungsbetrieb weiterverarbeitet werden. So bleiben die besonderen Merkmale von „Pruneaux d’Agen“ erhalten.
            Aussagen wie „Das Trocknen in der Sonne ist in Frankreich nicht üblich“, „Heutzutage wird ‚Pruneau d’Agen‘ nur selten in rohem Zustand an den Verbraucher verkauft“, „Die Produktpalette von Fertigerzeugnissen aus ‚Pruneaux d’Agen‘ ist groß und entwickelt sich ständig weiter“, „‚Pruneaux d’Agen‘ haben einen pH-Wert von ungefähr 4“ oder „Bei den nachstehenden Durchschnittswerten handelt es sich um Richtwerte“ werden gestrichen, da es sich nicht um verbindliche Bestimmungen handelt.
            Der Abschnitt zur Aufmachung des Erzeugnisses wird gestrichen, da er auf die allgemeinen Vorschriften verweist.
            5.3.   Rubrik „Ursprungsnachweis“
            
            Die Verpflichtungen zu bestimmten Angaben und zum Führen von Verzeichnissen werden in einem Absatz zusammengefasst, und an diesen wird der Hinweis auf die Verpflichtung angegefügt, dass alle Marktteilnehmer, die an der Erzeugung, Trocknung, Verarbeitung, Entsteinung und Verpackung von „Pruneaux d’Agen“ beteiligt sind, angegeben werden müssen. Durch diese Angabe können die Marktteilnehmer im Hinblick auf Kontrollen identifiziert werden.
            Im Bezug auf den Abschnitt zum Erzeugungsverfahren wird im Anbautagebuch die Zahl der Erntegänge eingetragen, um kontrollieren zu können, ob die Pflaumenernte tatsächlich in mehreren Durchgängen erfolgt ist.
            Die Definition einer „Partie“ wird ergänzt, um für alle Verarbeitungsstufen über eine Definition dieses Begriffs zu verfügen. Folgende Erläuterungen werden eingefügt:
            „Als Partie gilt:
            
                        —
                     
                     
                        bis zur Stufe der Größensortierung eine Menge an Trockenpflaumen desselben Erntejahrs, die vom selben Erzeuger an denselben Verarbeiter geliefert wird, außer bei der Unterteilung in mehrere Teilmengen anhand von Kriterien wie Qualität oder Sorte oder der Zusammenlegung mit anderen Mengen;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ab der Stufe der Größensortierung bis zum Beginn der Herstellung eine Menge an Trockenpflaumen mit g Im Laufe dieses Vorgangs kann eine Partie in mehrere neue Partien unterteilt werden;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        vom Beginn der Herstellung bis einschließlich zur Verpackung eine einheitliche Menge an Früchten, die gleichzeitig nach demselben Verfahren behandelt und anschließend in identischen, mit der derselben Partienummer versehenen Verpackungen abgepackt werden.“
                     
                  Zur Rückverfolgbarkeit werden folgende Erläuterungen eingefügt:
            
                        —
                     
                     
                        die Angabe des Erntejahrs auf dem Lieferschein des einzelnen Trocknungsbetriebs, der nur seine eigene Erzeugung trocknet, für den Verarbeiter;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        die Angabe auf den Etiketten der Paletten bei der Lagerung der größensortierten Rohware, ob die Erzeugnisse für die g. g. A. infrage kommen oder nicht;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        die Angabe des Gewichts auf den Etiketten der Behältnisse im Falle der Entsteinung außerhalb des Verarbeitungsbetriebs.
                     
                  Mit diesen Änderungen soll die Überwachung des Erzeugnisses verbessert werden.
            Eine Übersicht über Herstellung, Versand und Bestand der Fertigerzeugnisse ist statt bisher viermal jährlich (am 31. März, am 30. Juni, am 31. August und am 31. Dezember) nunmehr nur noch einmal jährlich, am 31. August, erforderlich. Damit soll die Häufigkeit der Termine, die zu aufwändig und nicht sinnvoll ist, verringert werden. Der 31. August wurde gewählt, weil er dem Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs entspricht. Dieser Termin reicht aus, um die Rückverfolgbarkeit auf der Ebene der Verarbeitungsbetriebe zu gewährleisten.
            5.4.   Rubrik „Erzeugungsverfahren“
            
            Es wird ein Diagramm der Verarbeitung des Erzeugnisses eingeführt, um jede Stufe der Herstellung — ob für „Pruneaux d’Agen“ zum Direktverzehr, halbgetrocknet oder nicht, bzw. zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung — zu verdeutlichen.
            —   Anforderungen auf der Anbaustufe
            
            
               Sorte
            
            Der Absatz „Einzig zulässige Sorte für die Erzeugung von ‚Pruneaux d’Agen‘ ist die Sorte ‚Prune d’Ente‘, einschließlich des Klons Spurdente Ferco und ausgenommen die Sorten Primacotes, Tardicotes und Lorida. Die Sorten Stanley, Impériale épineuse sowie Zwetschgen kommen nicht für die g. g. A. infrage.“
            erhält folgende Fassung:
            
               „Für die Erzeugung von ‚Pruneaux d’Agen‘ sind ausschließlich Kultivare der Sorte „Prune d’Ente“ im engeren Sinn zugelassen; Hybride anderer Sorten sind ausgeschlossen.“
            
            Durch diese Neuformulierung soll der Absatz vereinfacht werden. Hierdurch wird der Grundsatz einer Erzeugung ausschließlich auf Basis der Sorte „Prunes d’Ente“ und zertifiziertem Pflanzenmaterial nicht infrage gestellt.
            
               Reifegrad der Früchte bei der Ernte
            
            Die Angabe, dass nur voll ausgereifte Früchte geerntet werden, dass die Reifung sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, der Zeitpunkt von Baum zu Baum unterschiedlich ist und die Ernte demnach in mehreren Gängen durch Obstpflücker oder Maschinen durchgeführt wird, wird durch folgende Bestimmungen ergänzt:
            
               „Die Erzeuger prüfen regelmäßig den Brix-Grad einiger Pflaumen anhand eines Refraktometers, um den Reifeprozess in jeder einzelnen Obstanlage zu verfolgen und die Ernte zum geeigneten Zeitpunkt einzuleiten.
               Jedes Jahr legt die Vereinigung oder die von ihr bestimmte Einrichtung für die häufigsten Kultivare und erforderlichenfalls für große geografische Gebiete die Zeitpunkte für den Beginn der Ernte fest. Die Vereinigung oder die hiermit betraute Einrichtung teilt diese Information allen Erzeugern mit.
               Eine etwaige Vorverlegung dieser Zeitpunkte muss insbesondere durch entsprechende Refraktometermessungen, die in diesem Fall täglich in das Anbautagebuch einzutragen sind, begründet werden.“
            
            Mit dieser Ergänzung soll der Zeitpunkt des Erntebeginns genau, d. h. möglichst nah am Reifezeitpunkt der Früchte und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gegebenheiten bei den einzelnen Erzeugern, festgelegt werden. Die Festlegung des Zeitpunkts des Erntebeginns stützt sich auf die Erfahrung, dass zwischen der vollen Blüte und dem Beginn der Ernte ein fester Zeitraum von 145 Tagen liegt.
            Damit wird zwar die Mehrzahl der Fälle erfasst, aber der tatsächliche Reifezeitpunkt kann je nach Untersorte, Ausrichtung der Obstanlage, Art des Bodens, Pflege der Bäume oder — wenn auch selten — den Witterungsbedingungen im betreffenden Jahr variieren.
            Beschließt also ein Erzeuger, mit der Ernte vor dem von der Vereinigung veröffentlichten Zeitpunkt zu beginnen, so muss er die Nachweise der täglich vorgenommenen Refraktometermessungen aufbewahren, um seinen Beschluss begründen zu können.
            —   Anforderungen auf der Stufe der Trocknung
            
            Die Bestimmungen zur Einhaltung der allgemeinen Hygienevorschriften wurden gestrichen, weil darin auf die Vorschriften des Verbraucherrechts und damit auf allgemeine Bestimmungen verwiesen wird.
            Der Wortlaut zu Lagerdauer der Pflaumen nach der Ernte wird geändert: Die Angabe „72 Stunden in einem normalen Jahr“ wird ersetzt durch die Angabe, die Dauer „darf zwei Tage nach dem Tag der Ernte (T+2) nicht überschreiten“. Die Lagerung der Früchte bei kühlen Temperaturen über dem Gefrierpunkt bleibt als Möglichkeit zur Abweichung von dieser Vorschrift erhalten.
            Durch diese Änderung sollen die Kontrollen erleichtert werden: Die Auslegung des Begriffs „normales Jahr“ entfällt, und es wird eine genauere Lagerdauer als die Angabe „72 Stunden“ festgesetzt, deren Beginn nicht eindeutig feststand.
            In Bezug auf die Trocknung wird die Angabe „Restfeuchtigkeitsgehalt von höchstens 23 %“ in der eingetragenen Produktspezifikation ersetzt durch die Angabe „ein Feuchtigkeitsgehalt von höchstens 35 %, der je nach den verwendeten Lagerungseinrichtungen eine lange Aufbewahrungszeit ermöglicht“. Der Satz „Ausnahmsweise wird das Erzeugnis ‚Pruneau d’Agen‘ halbgetrocknet hergestellt, indem der Restfeuchtigkeitsgehalt durch einfache Trocknung auf 30-35 % verringert wird“ wird gestrichen.
            Mit dieser Änderung soll für alle Trockenpflaumensorten nur eine Obergrenze für den Restfeuchtigkeitsgehalt festgesetzt werden. Der in der eingetragenen Produktspezifikation auf 23 % festgesetzte Feuchtigkeitsgehalt wurde festgelegt, um die Aufbewahrung der Pflaumen bei Zimmertemperatur zu ermöglichen. Durch die Lagerungsbedingungen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann die Trocknung auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 35 % begrenzt werden.
            —   Anforderungen auf der Verarbeitungsstufe
            
            Die eingetragene Produktspezifikation enthält ausschließlich Angaben zur Beschreibung des Erzeugnisses (höchstens 77 Früchte je 500 g, Feuchtigkeitsgehalt höchstens 35 %) sowie Verweise auf allgemeine Rechtsvorschriften (interministerieller Erlass vom 28. August 1972, ECE-VN-Norm DF-07, Lebensmittelrecht).
            Dieser Teil wird daher vollständig ersetzt durch Änderungen zur genaueren Beschreibung der Anforderungen an die Verarbeitungsstufe. Durch diese Änderungen werden die Verfahren und das Know-how der Marktteilnehmer schriftlich festgehalten.
            So wird z. B. festgelegt, dass die Größensortierung nach der Trocknung erfolgt. Die kleinsten Trockenpflaumen kommen für die g. g. A. nicht infrage, die anderen Früchte sind je nach Größe zum Direktverzehr oder für die Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmt. Der Absatz erhält folgende Fassung:
            
                        „—
                     
                     
                        Größensortierung:
                     
                  Nach der Trocknung erfolgt die Größensortierung der Partien. Die Kategorie der aus der Größensortierung hervorgegangenen Palette wird festgelegt, indem durch Stichproben die durchschnittliche Anzahl der Früchte je 500 g ermittelt und in Zweierschritten (z. B. 40, 42, 44 usw.) wiedergegeben wird.
            Bei „Pruneaux d’Agen“ zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung beträgt die verwertbare Mindestgröße (bei einer Messung in Zweierschritten) höchstens 98 Früchte je 500 g mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 21 %. Kleinere Trockenpflaumen kommen für die g. g. A. nicht infrage.“
            Außerdem wird ein Absatz zum Vorgang der Größenmischung, einem der technisch anspruchsvollsten Schritte der Verarbeitung von „Pruneaux d’Agen“, eingefügt. Mit diesem Vorgang sollen die Auswirkungen der Rehydratisierung auf die Größe der Trockenpflaumen vorweggenommen und die vorgeschriebene einheitliche Größe bei der Verpackung sichergestellt werden. Der Absatz lautet wie folgt:
            
               „Bei ‚Pruneaux d’Agen‘ zum Direktverzehr erfolgt die Mischung der unterschiedlichen Größen aus dem Rohwarenbestand vor der Rehydratisierung. Hiermit sollen die Auswirkungen der Rehydratisierung der Früchte auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 35 % vorweggenommen und die im Absatz ‚Verpackung‘ festgelegte einheitliche Größe sichergestellt werden. Erreicht werden soll eine Größensortierung in Fünferschritten je 500 g Früchte mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 35 % bis zur Größe 33 (bei den größten Früchten) und in Elferschritten bis zur Größe 66 (bei den kleinsten Früchten, die für die g. g. A. infrage kommen).“
            
            Bei der Qualitätssortierung werden die Mängel im nachstehenden Absatz zusammengefasst, wobei nach Art der Mängel unterschieden wird: sehr schwerwiegende Mängel, schwerwiegende Mängel, Mängel beim Aussehen. In der Produktspezifikation lautet diese Bestimmung wie folgt:
            
                        „—
                     
                     
                        Qualitätssortierung:
                     
                  Pflaumen mit sehr schwerwiegenden Mängeln kommen für die g. g. A. nicht infrage. Als sehr schwerwiegende Mängel gelten:
            
                        —
                     
                     
                        Schimmel- oder Fäulnisbefall, Vorhandensein von lebenden oder toten Insekten, lebenden Milben oder Fremdstoffen;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Früchte, die Reife- oder Entwicklungsmängel (sogenannte „unreife“ Früchte) oder Verschmutzungen aufweisen, vollständig zerquetschte, karamellisierte oder von Moniliafäule befallene Früchte.
                     
                  Die ganzen oder entsteinten ‚Pruneax d’Agen‘ zum Direktverzehr dürfen höchstens 5 % schwerwiegende Mängel aufweisen.
            Als schwerwiegende Mängel gelten insbesondere Veränderungen des Fruchtfleischs durch Parasiten oder Gärung und starke Veränderungen der Haut (mit oder ohne Auswirkungen auf das Fruchtfleisch), deren Größe mehr als ein Sechzehntel der sichtbaren Oberfläche der Haut beträgt.
            Die zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmten ‚Pruneaux d’Agen‘ können einige Mängel beim Aussehen aufweisen, die sich jedoch nicht auf die Qualität des Fruchtfleischs auswirken dürfen. Sie sind zumindest teilweise unbeschädigt.“
            In Bezug auf die Rehydratisierung wird ein Absatz zu diesem unverzichtbaren Verarbeitungsschritt eingefügt, indem eine Obergrenze für die Rehydratisierung festgelegt wird, ab der die Früchte für diese Bezeichnung nicht mehr infrage kommen. Die Bestimmung lautet wie folgt:
            
                        „—
                     
                     
                        Rehydratisierung:
                     
                  Mit Ausnahme der halbgetrockneten Pflaumen und gegebenenfalls der zerkleinerten Trockenpflaumen werden ‚Pruneaux d’Agen‘ mit Wasser oder Dampf rehydratisiert.
            Die Größe der ganzen oder entsteinten „Pruneaux d’Agen“ nach der Rehydratisierung wird auf höchstens 66 Früchte je 500 g mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 35 % festgelegt. Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt höchstens 35 %.“
            Die Bestimmungen zur Entsteinung sowie zur Toleranz bei der Anzahl der Steine bzw. Steinrückstände entsprechend der in der Produktspezifikation zitierten ECE-VN-Norm lauten wie folgt:
            
                        „—
                     
                     
                        Entsteinung
                     
                  Dieser Vorgang ist fakultativ. Er besteht in der manuellen oder mechanischen Entfernung des Steins.
            Die Entsteinung kann durch den Verarbeiter in seinen eigenen Anlagen oder durch einen oder mehrere von der Vereinigung bestimmte(n) Auftragnehmer erfolgen. Im Falle der Vergabe an Auftragnehmer sind in Kapitel 4.2 besondere Regeln für die Rückverfolgbarkeit festgelegt.
            Die Toleranz für den Anteil der Steine oder Steinrückstände ist auf 2 Gew.-% der in einer Verpackung enthaltenen Menge festgesetzt.“
            Ein Absatz über die Lagerung der halbgetrockneten Pflaumen lautet wie folgt:
            
                        „—
                     
                     
                        Lagerung der halbgetrockneten Pflaumen
                     
                  Die halbgetrockneten Pflaumen können bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aufbewahrt werden.
            Damit die organoleptischen Eigenschaften des Erzeugnisses besser erhalten bleiben, erfolgt die Erhöhung auf Temperaturen über dem Gefrierpunkt ohne Anwendung von Verfahren zur beschleunigten Erwärmung.“
            Damit soll die zeitliche Staffelung des Inverkehrbringens der halbgetrockneten Pflaumen durch die Einführung einer Stufe der Lagerung unter dem Gefrierpunkt ermöglicht werden.
            Es wird eine Bestimmung zur Zerkleinerung der Trockenpflaumen eingeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass die zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmten Trockenpflaumen nicht als Trockenpflaumen zum Direktverzehr in den Handel gelangen, indem die Früchte so verändert werden, dass sie dem Verbraucher nicht mehr direkt angeboten werden können. Die Bestimmung lautet wie folgt:
            
                        „—
                     
                     
                        Zerkleinerung
                     
                  Die zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmten ‚Pruneaux d’Agen‘ werden vor dem Versand an einen anderen Verarbeitungsbetrieb der Lebensmittelherstellung zerkleinert.
            Bei der Zerkleinerung handelt es sich um die physikalische Bearbeitung einer zur Verarbeitung bestimmten Partie Früchte, wodurch verhindert werden soll, dass sie dem Endverbraucher angeboten werden. Mit diesem Vorgang wird die Form, die Konsistenz und die Struktur der Frucht unumkehrbar verändert.“
            In Bezug auf die Verpackung wird die Vorschrift für die einheitliche Größensortierung wie folgt festgelegt:
            
                        „—
                     
                     
                        Verpackung von ‚Pruneaux d’Agen‘ zum Direktverzehr
                     
                  Der Inhalt einer Verpackung oder einer Partie Verpackungen von ‚Pruneaux d’Agen‘ zum Direktverzehr mit derselben Bezeichnung muss insbesondere in Bezug auf Qualität, Aussehen und Größe einheitlich sein.
            
               Zur einheitlichen Größensortierung:
            
            Die verpackten Trockenpflaumen müssen erkennbar dieselbe Größe aufweisen. Der durchschnittliche Größenunterschied zwischen den Paletten der Rohware, die zur Herstellung derselben Partie verwendet werden, darf höchstens 16 Punkte betragen. Beispiel: Bandbreite von 44 bis einschließlich 60 bzw. 46 bis 62 usw.
            
               Zur Qualität und zum Aussehen:
            
            ‚Pruneaux d’Agen‘, ganz oder entsteint, haben eine fleischige Textur und eine runzlige Oberfläche ohne Sprünge oder Risse, außer gegebenenfalls den durch das Entsteinen verursachten Einstichstellen, und sind frei von Karamellisierung.
            Von der Gesamtheit der obigen Bestimmungen dürfen höchstens 10 % der Früchte abweichen. Der Prozentsatz der Früchte mit schwerwiegenden Mängeln darf jedoch höchstens 5 % betragen. Sehr schwerwiegende Mängel sind grundsätzlich nicht zulässig.“
            Es wird ein Absatz zur Haltbarmachung eingeführt, weil dieser Schritt für die Aufbewahrung der rehydratisierten Trockenpflaumen unerlässlich ist. Der Absatz lautet wie folgt:
            
                        „—
                     
                     
                        Haltbarmachung
                     
                  Nach der Rehydratisierung verlieren die Trockenpflaumen ihre Haltbarkeit und müssen wieder haltbar gemacht werden. Die Haltbarmachung der Fertigerzeugnisse kann durch Hinzufügung eines Konservierungsmittels vor dem Verpacken oder durch Pasteurisierung des verpackten Erzeugnisses erfolgen.“
            Alle Änderungen dienen dazu, die Erhaltung der Merkmale der g. g. A. zu gewährleisten.
            5.5.   Rubrik „Kennzeichnung“
            
            Der Absatz „Auf der Verpackung dürfen die Bezeichnungen ‚Pruneaux d’Agen‘ oder ‚Pruneaux d’Agen mi-cuits‘ verwendet werden. Ferner muss die Etikettierung den geltenden Vorschriften genügen.“ erhält folgende Fassung:
            „Auf der Verpackung darf die Bezeichnung
            
                        —
                     
                     
                        ‚Pruneaux d’Agen‘, gegebenenfalls ergänzt durch den Hinweis ‚mi-cuits‘ (halbgetrocknet), verwendet werden.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Ergänzende Angaben zusätzlich zu den vorgeschriebenen Bezeichnungen:
                        
                                    „—
                                 
                                 
                                    
                                       Nur für Trockenpflaumen zum Direktverzehr
                                    
                                    
                                                —
                                             
                                             
                                                Angabe der Größe durch geeignete Bezeichnungen, gegebenenfalls ergänzt durch die Mindest- oder Höchstzahl der Früchte je 500 g in folgender Form: ‚x bis y Früchte je 500 g‘:
                                                
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            ‚Super Géants‘
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            höchstens 33 Früchte je 500 g
                                                         
                                                      
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            ‚Géants‘
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            33 bis 44 Früchte je 500 g
                                                         
                                                      
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            ‚Très gros‘
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            44 bis 55 Früchte je 500 g
                                                         
                                                      
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            ‚Gros‘
                                                         
                                                         
                                                            :
                                                         
                                                         
                                                            55 bis 66 Früchte je 500 g
                                                         
                                                      
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                Maximaler Feuchtigkeitsgehalt in Prozent:
                                                
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            Durch eine der nachstehenden Angaben:
                                                            
                                                                        —
                                                                     
                                                                     
                                                                        ‚Feuchtigkeitsgehalt höchstens 26 %‘ — (Wassergehalt höchstens 26 %)
                                                                     
                                                                  
                                                                        —
                                                                     
                                                                     
                                                                        ‚Feuchtigkeitsgehalt höchstens 29 %‘ — (Wassergehalt zwischen 26 % und höchstens 29 %)
                                                                     
                                                                  
                                                                        —
                                                                     
                                                                     
                                                                        ‚Feuchtigkeitsgehalt höchstens 35 %‘ — (Wassergehalt zwischen 29 % und höchstens 35 %)
                                                                     
                                                                  
                                                      
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            oder durch die Angabe des genauen Feuchtigkeitsgehalt zum Zeitpunkt der Verpackung.“
                                                         
                                                      
                                          
                              
                                    „—
                                 
                                 
                                    
                                       Für alle Sorten ‚Pruneaux d’Agen‘
                                    
                                    
                                                —
                                             
                                             
                                                Eindeutige Angabe eines in der Europäischen Union niedergelassenen Verkäufers und, falls dieser nicht auch Verarbeiter ist, des Codes, mit dem sich der Verarbeitungsbetrieb, der die endgültige Verpackung des zum Verkauf bestimmten Erzeugnisses vorgenommen hat, direkt ermitteln lässt;
                                             
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                falls der Name des Verarbeitungsbetriebs nicht eindeutig auf der Verpackung erscheint, ist Folgendes anzugeben:
                                                Gemäß der Produktspezifikation der g. g. A. ‚Pruneaux d’Agen‘
                                                BP 130 — 47303 Villeneuve-sur Lot-CEDEX
                                             
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                Nummer der Partie
                                             
                                          
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    ‚Pruneaux d’Agen‘ dürfen weder in der Öffentlichkeit verschenkt noch versandt, zum Verkauf angeboten oder verkauft werden, ohne dass in den Anzeigen, Prospekten, Etiketten, Rechnungen oder etwaigen Behältnissen der Name ‚Pruneaux d’Agen‘ angebracht ist.
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Auf den Papieren zum Versand von Trockenpflaumen, die zur Verarbeitung in einem anderen Unternehmen der Lebensmittelherstellung bestimmt sind, erscheint neben dem Namen „Pruneaux d’Agen“ gut sichtbar das Wort ‚déstructurés‘ (zerkleinert).““
                                 
                              
                  Diese Änderungen sollen dazu dienen, den Verbraucher besser über die Merkmale von vermarkteten „Pruneaux d’Agen“ zu informieren und im Fall von Reklamationen die Rückverfolgbarkeit bis zum Erzeuger zu erleichtern.
            5.6.   Rubrik „Sonstiges“
            
            —   Überarbeitung der Produktspezfikation
            
            Die Produktspezifikation wurde an verschiedenen Stellen formell überarbeitet (Umstellung oder Zusammenlegung von Absätzen, Neuformulierung des Zusammenhangs mit dem geografischen Gebiet zur Hervorhebung der geografischen Besonderheiten des Gebiets, der besonderen Merkmale des Erzeugnisses und des ursächlichen Zusammenhangs, Streichung von Anhängen, die keine verbindlichen Bestimmungen darstellen), ohne dass dies Auswirkungen auf die geltenden Bestimmungen der Produktspezifikation hat.
            —   Zuständige Stelle des Mitgliedstaats
            
            Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 werden die Kontaktangaben des Institut national de la qualité et de l’origine (INAO) als zuständige Stelle des Mitgliedstaats eingefügt.
            —   Antragstellende Vereinigung
            
            Da sich Kontaktangaben der antragstellenden Vereinigung geändert haben, wurde eine entsprechende Änderung vorgenommen.
            —   Art des Erzeugnisses
            
            Der Verweis auf die Erzeugnisklasse wurde zwecks Einhaltung von Anhang XI der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 geändert.
            —   Geografisches Gebiet
            
            Die Abgrenzung des geografischen Gebiets wurde nicht geändert. Es handelt sich um Änderungen förmlicher Art: Die Karte und das Verzeichnis der Kantone wurden durch ein genaueres Verzeichnis der betreffenden Gemeinden ersetzt.
            Die Verpflichtung zur Verpackung in dem geografischen Gebiet ist bereits ausdrücklich in der eingetragenen Produktspezifikation enthalten. Es wird hinzugefügt, dass sich die Entsteinungsanlagen ebenfalls in dem geografischen Gebiet befinden müssen. Hierbei handelt es sich um eine nähere Erläuterung, da alle Aufbereitungsvorgänge im geografischen Gebiet erfolgen müssen. Die Verpflichtung zur Verpackung im geografischen Gebiet gilt lediglich für die Trockenpflaumen zum Direktverzehr und wird nicht auf die zur Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmten Trockenpflaumen ausgedehnt. Außerdem wurde die Produktspezifikation durch die erforderliche Angabe von Gründen ergänzt. Die Bestimmung lautet daher wie folgt:
            
               „Die Verpackung muss in dem Gebiet erfolgen, damit die Merkmale von ‚Pruneaux d’Agen‘ zum Direktverzehr erhalten bleiben. Denn nach der Rehydratisierung, bzw. unmittelbar nach der Trocknung der halbgetrockneten Früchte verlieren die Trockenpflaumen ihre Haltbarkeit und müssen wieder haltbar gemacht werden. Deshalb werden sie unmittelbar danach verpackt und in der endgültigen Verpackung pasteurisiert. Diese Vorgänge finden hintereinander statt und bilden einen Bestandteil der Verarbeitung von ‚Pruneaux d’Agen‘. Daher kann die Pasteurisierung, die meistverbreitete Behandlung zur Haltbarmachung der Fertigerzeugnisse, nur in den endgültigen, luftdicht verschlossenen Verpackungen erfolgen. Zudem ist es wegen bestimmter wichtiger Vorgänge zur Aufmachung der Früchte unmöglich, die Vorbereitung der Partien vom Verpackungsvorgang zu trennen. Dies gilt z. B. für die vorgeschriebene einheitliche Größe, deren Einhaltung eine besondere Vorbereitung des Erzeugnisses vor der Rehydratisierung und während des Verpackungsvorgangs erfordert. Zudem erleichtert die Verpackung in dem Gebiet die Rückverfolgbarkeit und Kontrolle der Erzeugnisse.“
            
            
               Kontrolleinrichtung
            
            Die Kontaktangaben der Kontrollstelle wurden durch die Kontaktangaben der für die Kontrolle zuständigen Behörde ersetzt. Damit soll vermieden werden, dass die Produktspezifikation im Falle eines Wechsels der Kontrollstelle überarbeitet werden muss.
            
               Einzelstaatliche Rechtsvorschriften
            
            Die „einzelstaatlichen Rechtsvorschriften“ werden in Form einer Tabelle wiedergegeben, in der die wichtigsten zu kontrollierenden Aspekte der Produktspezifikation und die jeweiligen Bewertungsverfahren aufgeführt sind. Durch diese Ergänzung sollen die Kontrollen vereinfacht werden.
            EINZIGES DOKUMENT
            
               „Pruneaux d’Agen“
            
            
               EU-Nr.: PGI-FR-0149-AM01 — 18.5.2017
            
            
               g. U. ( ) g. g. A. ( X )
            
            1.   Name(n)
            
            „Pruneaux d’Agen“
            2.   Mitgliedstaat oder Drittland
            
            Frankreich
            3.   Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels
            
            3.1.   Art des Erzeugnisses
            
            Klasse 1.6 Obst, Gemüse und Getreide, unverarbeitet oder verarbeitet
            3.2.   Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt
            
            „Pruneaux d’Agen“ werden durch Trocknung (mit oder ohne anschließende(r) Rehydratisierung) der voll ausgereiften Früchte ohne Zusatz von Süßungsmitteln hergestellt. Die Frucht ist eiförmig, dunkelbraun bis schwarz und glänzend. Das Fruchtfleisch ist von geschmeidiger Konsistenz mit braun- bis goldgelbem, nicht karamellisiertem Fruchtfleisch.
            „Pruneaux d’Agen“, die hergestellt werden, indem die Trocknung bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 30-35 % unterbrochen wird, ohne dass anschließend eine Rehydratisierung erfolgt, können mit dem Zusatz „mi-cuits“ (halbgetrocknet) in Verkehr gebracht werden.
            „Pruneaux d’Agen“ können ganz, entsteint oder zerkleinert verkauft werden.
            „Pruneaux d’Agen“ zum Direktverzehr werden ganz oder entsteint verkauft; sie haben eine Größe von höchstens 66 Früchten pro 500 g mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 35 %. Bei entsteinten Trockenpflaumen wird die Größe vor der Entfernung des Steins ermittelt.
            Sie sind in einheitlicher Größe aufgemacht. Die fleischigen Früchte weisen eine runzlige Oberfläche ohne Sprünge oder Risse (mit Ausnahme der beim Entsteinen verursachten Einstiche) auf. Der Anteil der Trockenpflaumen mit Mängeln beträgt weniger als 10 Gew.-%, der Anteil mit schwerwiegenden Mängeln weniger als 5 Gew.-%; keine Frucht weist sehr schwerwiegende Mängel auf.
            Die Größe der für die Verarbeitung in der Lebensmittelherstellung bestimmten „Pruneaux d’Agen“ im nicht rehydratisierten Zustand und mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 21 % beträgt höchstens 98 Früchte je 500 g. Sie weisen keine schwerwiegenden Mängel auf und sind zumindest teilweise unbeschädigt. Vor dem Versand zu einem anderen Lebensmittel-Verarbeitungsunternehmen werden sie zerkleinert. Diese Trockenpflaumen sind nicht zum Verkauf an den Endverbraucher bestimmt.
            Als sehr schwerwiegende Mängel gelten:
            
                        —
                     
                     
                        Schimmel-, oder Fäulnisbefall, Vorhandensein von lebenden oder toten Insekten bzw. lebenden Milben oder Fremdstoffen;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Früchte, die Reife- oder Entwicklungsmängel (sogenannte „unreife“ Früchte) oder Verschmutzungen aufweisen, vollständig zerquetschte, karamellisierte oder von Moniliafäule befallene Früchte.
                     
                  „Pruneaux d’Agen“ werden nie mit Trockenpflaumen anderen Ursprungs oder anderer Sorten vermischt.
            3.3.   Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Usprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)
            
            „Pruneaux d’Agen“ werden von der Sorte „Prunes d’Ente“ gewonnen und im geografischen Gebiet geerntet, dessen bodenklimatische Bedingungen für die Erzeugung großer, sehr süßer Früchte günstig sind.
            Das Klima in diesem Gebiet ist für die Pflaumenbäume der Sorte „d’Ente“ hervorragend geeignet und verleiht den Früchten ein besonderes Gleichgewicht zwischen Süße und Säure sowie eine weiche, feine Haut.
            3.4.   Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen
            
            Die Erzeugung und Trocknung der Pflaumen sowie die Verarbeitung und Entsteinung der Trockenpflaumen müssen in dem abgegrenzten Gebiet der g. g. A. erfolgen.
            3.5.   Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
            
            Die Verpackung in dem Gebiet ist unabdingbar, um die Merkmale von „Pruneaux d’Agen“ zum Direktverzehr zu erhalten. Denn nach der Rehydratisierung, bzw. unmittelbar nach der Trocknung der halbgetrocknen Früchte verlieren die Trockenpflaumen ihre Haltbarkeit und müssen wieder haltbar gemacht werden. Daher werden sie anschließend sofort verpackt und in der endgültigen, luftdicht verschlossenen Verpackung pasteurisiert. Diese aufeinanderfolgenden Vorgänge sind integraler Bestandteil des Herstellungsverfahrens, was außerdem die Rückverfolgbarkeit und Kontrolle der Erzeugnisse erleichtert.
            Zudem ist es wegen bestimmter wichtiger Vorgänge zur Aufmachung der Früchte unmöglich, die Vorbereitung der Partien von ihrer Verpackung zu trennen. Dies gilt z. B. für die vorgeschriebene einheitliche Größe, deren Einhaltung eine besondere Vorbereitung des Erzeugnisses vor der Rehydratisierung und während des Verpackungsvorgangs erfordert.
            Die Verpflichtung zur Verpackung in dem Gebiet gilt nicht für die zur anschließenden Verarbeitung bestimmten „Pruneaux d’Agen“.
            3.6.   Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung der Erzeugnisse mit dem eingetragenen Namen
            
            Auf der Verpackung erscheinen folgende Bezeichnungen:
            
                        —
                     
                     
                        „Pruneaux d’Agen“, gegebenenfalls ergänzt durch den Hinweis „mi-cuits“ (halbgetrocknet).
                     
                  
                        —
                     
                     
                        
                           Nur für Trockenpflaumen zum Direktverzehr
                        
                        
                                    —
                                 
                                 
                                    Angabe der Größe durch geeignete Bezeichnungen, gegebenenfalls ergänzt durch die Mindest- oder Höchstzahl der Früchte je 500 g in folgender Form: „x bis y Früchte je 500 g“:
                                    
                                                —
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                „Super Géants“
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                höchstens 33 Früchte je 500 g
                                             
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                „Géants“
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                33 bis 44 Früchte je 500 g
                                             
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                „Très gros“
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                44 bis 55 Früchte je 500 g
                                             
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                „Gros“
                                             
                                             
                                                :
                                             
                                             
                                                55 bis 66 Früchte je 500 g
                                             
                                          
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Maximaler Feuchtigkeitsgehalt in Prozent:
                                    
                                                —
                                             
                                             
                                                entweder durch eine der nachstehenden Angaben:
                                                
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            „Feuchtigkeitsgehalt höchstens 26 %“ (Wassergehalt höchstens 26 %)
                                                         
                                                      
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            „Feuchtigkeitsgehalt höchstens 29 %“ (Wassergehalt zwischen 26 % und höchstens 29 %)
                                                         
                                                      
                                                            —
                                                         
                                                         
                                                            „Feuchtigkeitsgehalt höchstens 35 %“ (Wassergehalt zwischen 29 % und höchstens 35 %)
                                                         
                                                      
                                          
                                                —
                                             
                                             
                                                oder durch Angabe des genauen Feuchtigkeitsgehalt zum Zeitpunkt der Verpackung.
                                             
                                          
                              
                  
                        —
                     
                     
                        
                           Für alle Sorten „Pruneaux d’Agen“
                        
                        
                                    —
                                 
                                 
                                    Eindeutige Angabe eines in der Europäischen Union niedergelassenen Verkäufers und, falls dieser nicht auch Verarbeiter ist, des Codes, mit dem sich der Verarbeitungsbetrieb, der die endgültige Verpackung des zum Verkauf bestimmten Erzeugnisses vorgenommen hat, direkt ermitteln lässt;
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    falls der Name des Verarbeitungsbetriebs nicht eindeutig auf der Verpackung erscheint, ist Folgendes anzugeben:
                                    Gemäß der Produktspezifikation der g. g. A. „Pruneaux d’Agen“
                                    BP 130 — 47303 Villeneuve.sur-Lot CEDEX
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Nummer der Partie
                                 
                              
                  
                        —
                     
                     
                        „Pruneaux d’Agen“ dürfen weder in der Öffentlichkeit verschenkt noch versandt, zum Verkauf angeboten oder verkauft werden, ohne dass in den Anzeigen, Prospekten, Etiketten, Rechnungen oder etwaigen Behältnissen der Name „Pruneaux d’Agen“ angebracht ist.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Auf den Papieren zum Versand von Trockenpflaumen, die zur Verarbeitung in einem anderen Unternehmen der Lebensmittelherstellung bestimmt sind, erscheint neben dem Namen „Pruneaux d’Agen“ gut sichtbar das Wort „déstructurés“ (zerkleinert).
                     
                  4.   Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets
            
            Das geografische Gebiet der g. g. A. „Pruneaux d’Agen“ umfasst alle Gemeinden, die in folgenden Kantonen liegen:
            Departement Dordogne: Beaumont, Belvès, Bergerac, Domme, Eymet, Issigeac, La Force, Le Bugue, Le Buisson-de-Cadouin, Monpazier, Montpon Ménestérol, Sigoulès, Velines, Villefranche-de-Lonchat, Villefranche-du-Périgord.
            Departement Gers: Condom, Eauze, Fleurance, Jegun, Lectoure, Mauvezin, Miradoux, Montréal, Saint-Clar, Valence-sur-Baïse, Vic-Fezensac.
            Departement Gironde: Auros, Branne, Carbon-Blanc, Castillon-La-Bataille, Cenon, Créon, La Réole, Lussac, Monségur, Pellegrue, Pujols, Sauveterre-de-Guyenne, Sainte-Foy-La-Grande.
            Departement Lot: Bretenoux, Castelnau-Montratier, Catus, Cazals, Figeac, Gourdon, Lacapelle Marival, Lalbenque, Livernon, Luzech, Montcuq, Puy l’Evêque, Saint-Céré, Saint-Germain-du-Bel-Air, Salviac.
            Departement Lot-et-Garonne: Das gesamte Departement mit Ausnahme des Kantons Houeillès.
            Departement Tarn-et-Garonne: Das gesamte Departement mit Ausnahme der Kantone Caylus, Saint-Antonin-Noble-Val und Villebrumier.
            5.   Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
            
            
               Besonderheit des Gebiets
            
            Das in Südwestfrankreich gelegene geografische Gebiet der g. g. A. „Pruneaux d’Agen“ befindet sich in der Nähe von Agen, einem Hafen, in dem seit dem 18. Jahrhundert in der Umgebung erzeugte Pflaumen verschifft wurden und dem diese Erzeugnisse ihren Namen verdanken.
            Das geografische Gebiet entspricht dem traditionellen Anbaugebiet der Pflaumensorte „Prune d’Ente“, deren Anlagen hauptsächlich über die Hügel der von Zuflüssen der Garonne durchzogene Hochebene verteilt sind. Dieses Gebiet zeichnet sich durch ton- und kalkhaltige Böden aus. Feuchte Böden sind für den Pflaumenbaum ungünstig; er gedeiht besser auf durchlässigem und kühlem Grund.
            Das Erzeugungsgebiet befindet sich im Übergang von zwei Klimazonen zwischen Mittelmeer und Atlantik, in dem während des gesamten Jahres Niederschläge fallen. Im Winter herrschen kalte und im Frühjahr warme Temperaturen mit sehr wenigen Frostperioden; die hohen Temperaturen im Sommer werden nachts durch gewittrige Schauer abgekühlt.
            Im 18. Jahrhundert nimmt die Erzeugung von „Pruneaux d’Agen“ endgültig ihren Aufschwung. Zum einen breiten sich die Anpflanzungen von Pflaumenbäumen der Sorte „Prunier d’Ente“ in den Hügelgebieten aus; diese Sorte, die sich besonders gut für die Trocknung eignet, ersetzt die bisherigen Sorten. Zum anderen setzt sich das Verfahren der Trocknung in der Sonne und der abschließenden Trocknung im Backofen allgemein durch.
            Zudem breitet sich der Handel mit „Pruneaux d’Agen“ rasch aus, weil die Früchte einen hohen Nährwert besitzen und sich leicht aufbewahren und befördern lassen. Zu dieser Zeit wurden erstmals an bestimmten Marktplätzen Vorschriften für den Handel mit dieser Pflaume erlassen, was die Bedeutung dieses Erzeugnisses für die regionale Wirtschaft belegt.
            Im gesamten 19. Jahrhundert entwickelt sich der Anbau dieser Pflaumenbäume ebenso wie die Verbreitung spezieller Öfen zum Trocknen der Pflaumen. Gleichzeitig werden „Pruneaux d’Agen“ weltweit bekannt; ein Beleg dafür ist das Werk von Leon Tolstoi, wo es in Kapitel X seines Werks „Der Tod des Ivan Illjitsch“ (1886) heißt:
            
               „Wenn Iwan Iljitsch an die gekochten, getrockneten Pflaumen dachte, die man ihm heute gegeben hatte, dachte er an die rohen, runzligen, getrockneten [Agen-]Pflaumen seiner Kindheit, an den ihnen eigenen Geschmack und die Fülle von Speichel, der sich im Munde ansammelte, wenn man bis zum Kern gekommen war …“
            
            Allein im Departement Lot-et-Garonne wurden im Jahr 1894 fünf Millionen tragende Pflaumenbäume und eine Million Jungbäume gezählt. Die benachbarten Departements Gers, Tarn-et-Garonne, Lot, Dordogne und Gironde sind ebenfalls Erzeugungsgebiete.
            In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging die Erzeugung von „Pruneaux d’Agen“ infolge der Konkurrenz aus neuen Erzeugungsländern und der Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die ländliche Bevölkerung stark zurück.
            In der ersten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Wiederaufnahme der Erzeugung in Frankreich durch die Anpflanzung moderner Obstanlagen mit neuen Spezialsorten im Rahmen der Sorte „Prune d’Ente“. Auch die technische Ausstattung entwickelte sich weiter, z. B. durch die Anlage von Trockentunneln. Das Know-how bleibt jedoch weiterhin ein entscheidender Faktor für diese Erzeugung: Steuerung des Größenwachstums, Ernte der voll ausgereiften Früchte und Kontrolle der Trocknung der Pflaumen, damit der endgültige Feuchtigkeitsgehalt erreicht wird, ohne dass die Früchte austrocknen.
            Die Pflaumenbäume werden jährlich geschnitten (Ertragsschnitt), um schöne Früchte zu erhalten. Durch den Schnitt kann das Sonnenlicht besser an den Baum gelangen und dafür sorgen, dass die Früchte zum gleichen Zeitpunkt reifen und gesund bleiben. Außerdem wird hierdurch die Anzahl der Früchte verringert, was dazu beiträgt, dass die Erzeugung einheitlicher und besser (große Früchte) wird und die Erträge steigen.
            Die Pflaumen werden geerntet, wenn sie voll ausgereift sind und von selbst oder durch leichtes Schütteln vom Baum fallen. Heutzutage wird auch ein anderes Verfahren angewandt, um den optimalen Erntezeitpunkt zu bestimmen: Es werden einige Tropfen Saft in einem Refraktometer gesammelt, der den Zuckergehalt der Pflaume anzeigt.
            Gleichzeitig haben die Verarbeiter Verfahren zur Rehydratisierung und zur Haltbarmachung entwickelt, um ein verzehrfertiges Produkt anzubieten, während „Pruneaux d’Agen“ traditionell noch „getrocknet“ an die Verbraucher verkauft werden, die sie dann selbst zuhause einweichen. Hierbei geht es darum, das Fleisch der Trockenpflaumen aufzuweichen, ohne ihren Geschmack zu „verwässern“. Das Verfahren, die Dauer und die Temperatur sind die Faktoren, durch die die Verarbeiter eine Trockenpflaume herstellen, bei der alle Aromen erhalten bleiben und gleichzeitig ein weiches Fruchtfleisch erzielt wird.
            Außerdem werden in den handwerklichen Lebensmittelverarbeitungsbetrieben vor Ort aus „Pruneaux d’Agen“ Süßwaren und andere Lebensmittelzubereitungen hergestellt, die zum guten Ansehen des Erzeugnisses beitragen und eine Absatzmöglichkeit für kleinere und andere Früchte schaffen, die sich wegen äußerlicher Mängel für den Direktverzehr nur schwer vermarkten lassen.
            
               Besondere Merkmale des Erzeugnisses
            
            „Pruneaux d’Agen“ zeichnen sich durch eine weiche Konsistenz, ein braungelbes bis goldgelbes nicht karamellisiertes Fruchtfleisch und ein glänzendes, nicht klebriges Äußeres aus.
            Ein weiteres Merkmal von „Pruneaux d’Agen“ zum Direktverzehr ist ihre Größe.
            Sie genießen seit Langem einen guten Ruf.
            
               Ursächlicher Zusammenhang
            
            Der ursächliche Zusammenhang beruht auf der Qualität und dem Ruf von „Pruneaux d’Agen“.
            Die bodenklimatischen Bedingungen begünstigen die Erzeugung der großen, sehr süßen Früchte, die für die Herstellung von „Prunaux d’Agen“ erforderlich sind.
            Das Gebiet ist für den Anbau der Baumsorte „Prunier d’Ente“ besonders gut geeignet. Denn diese Sorte entwickelt sich am besten auf ton- und kalkhaltigen Böden, die zu den günstigen Anbaubedingungen des Baumes beitragen. Ebenso verleiht das Klima mit ausreichend niedrigen Temperaturen im Winter, sehr seltenen Frostperioden zum Zeitpunkt der Fruchtbildung und dem Wechsel von hohen Tages- und kühlen Nachttemperaturen den Pflaumen ihr typisches Gleichgewicht von Süße und Säure sowie eine weiche und feine Haut.
            Diese natürlichen Bedingungen in Verbindung mit dem Know-how der Erzeuger, insbesondere beim Baumschnitt, sowie der Reife der Früchte bei der Ernte ermöglichen die Erzeugung von großen und sehr süßen Früchten, was die Einzigartigkeit von „Pruneaux d’Agen“ ausmacht.
            Ein weiterer entscheidender Faktor für die Qualität von „Pruneaux d’Agen“ ist die Trocknung, bei der das besondere Können der Handwerker ins Spiel kommt, die die Kunst der „Trocknung“ entsprechend der Beschaffenheit der frischen Pflaumen beherrschen müssen, um den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt zu erzielen. Auf diese Weise erhält man Trockenpflaumen mit dem braungelben bis goldgelben nicht karamellisierten Fruchtfleisch.
            Zudem haben die Verarbeitungsbetriebe Verfahren der Rehydratisierung entwickelt, durch die weiche, glänzende, aber nicht klebrige Trockenpflaumen angeboten werden können.
            Dank ihrer ernährungsphysiologischen Eigenschaften sowie ihrer einfachen Aufbewahrung und Beförderung genießen „Pruneaux d’Agen“ seit Ende des 18. Jahrhunderts international einen ausgezeichneten Ruf.
            Die Vermarktung wird durch mehrere Veranstaltungen vor Ort ergänzt, die zum Ruf von „Pruneaux d’Agen“ beitragen. Zu nennen sind insbesondere die Pruneau Show in Agen oder der Markt von Saint-Aubin (47) inmitten des Erzeugungsgebiets, durch die der Zusammenhang mit der traditionellen Herkunft der Erzeugung vermittelt wird.
            
               Hinweis auf die Veröffentlichung der Produktspezifikation
            
            (Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2 dieser Verordnung)
            https://extranet.inao.gouv.fr/fichier/3-20171106CDCIGPPruneauxdAgenrevu-nelleversion.pdf