CELEX: 51976PC0397
Language: de
Date: 1976-07-23
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES über die Untersuchung von frischem Schweinefleisch auf Trichinen bei der Einfuhr aus Drittländern (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (76) 397
Vol. 1976/0119
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                      KOM(76 ) 397 endg .
                                                      Brüssel , den 23 . JuU 1976
                                  Vorschlag für eine
                                 RICHILINIE DES RATES
                   über die Untersuchung von frischem Schweinefleisch
                   auf Trichinen bei der Einfuhr aus Drittländern
                      ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
 K0M(76 ) 397 endg .
 ---pagebreak---                                     BEGRÜNDUNG
Der vorliegende Richtinienvorschlag geht auf den Auftrag zurück , den der
 Rat der Kommission gemäß Artikel 21 der Richtlinie vom 12 . Dezember 1972
 zur Regelung viehseuchenrechtlicher und gesundheitlicher Fragen bei der
Einfuhr von Rindern und Schweinen und von frischem Fleisch aus Drittlän­
dern ( l ) erteilt hat . In diesem Artikel heißt es » "Der Rat legt auf Vor­
 schlag der Kommission eine Methode zur Untersuchung von Schweinefleisch
 auf Trichinen sowie die notwendigen Einzelheiten fest ."
Die Ausarbeitung einheitlicher Normen auf diesem Gebiet entspricht außer­
dem einem echten Bedürfnis angesichts der Regelung gesundheitlicher Fragen
der Gemeinschaft , die durch die genannte Richtlinie für die Einfuhr von
Schweinefleisch aus Drittländern eingeführt wurde . Die Regelung kann
nicht voll wirksam werden , wenn sie sich nicht auch auf die Feststellung
von Trichinen erstreckt .
Nach Festlegung des Grundsatzes der systematischen Untersuchung aller Schwei­
ne , deren Fleisch für die Gemeinschaft bestimmt ist , werden im vorgeschlar-
genen Richtlinientext die Bedingungen festgelegt , unter denen die Untersu­
chungen vorzunehmen sind , sowie die Methoden beschrieben , die für die Un­
tersuchungen anzuwenden sind . Es ist auch vorgesehen , daß die Untersuchung
in besonderen Fällen und unter bestimmten Vorausset zungen durch eine Behand­
lung des Fleisches ersetzt werden kann , die als wirksam zur Zerstörung even­
tuell vorhandener Trichinen anerkannt ist *                                   ,
( l ) AB1 . Nr. L 302 vora 31.12.1972 , S. 28
 ---pagebreak---                     Vorsohlag für eine Richtlinie des Rates
          über die Untersuchung von frisohem Schweinefleisoh auf
                Trichinen bei der Einfuhr aus Drittländern
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestutzt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemein­
schaft ,                                        '
gestutzt auf die Richtlinie              _« des Rates vom 12 « Dezember 1972
zur Regelung viehseuchenrecht lioher und gesundheitlicher Fragen bei der . .
Einfuhr von Rindern und Sohweinen und frisohem Fleisoh aus Drittländern '
zuletzt geändert duroh die Riohtlinie vom 24 » Juni 1975 »( 2) und insbesondere
auf Artikel 21 ,                 /
auf Vorsohlag der Kommission .
in Erwägung nachstehender Grunde :
In der vorgenannten Richtlinie vom 12 . Dezember 1972 hat der Rat in Arti­
kel 21 die Ausarbeitung einer Methode zum Naohweis von Trichinen in fri­
schem Schweinefleisch und der erforder liohen Durchführungsbestimmungen
vorgesehen .
Die Anwendung der erwähnten Richtlinie kann nicht die erwartete Wirkung
haben , solange zwischen den Mitgliedstaaten ungleichartige Bestimmungen
hinsichtlich der Garantien bestehen , die in Bezug auf den Naohweis von
Trichinen bei der Einfuhr von frischem Fleisch aus Drittländern verlangt
werden . Um diese Ungleichart igkeit der Bestimmungen zu beseitigen , muss
daher auf diesem Gebiet eine Gemeinschaftsregelving eingeführt werden .
Zum Schutz der Gesundheit des Verbrauchers ist frisches Schweinefleisch
systematisch einer Untersuchung mit anerkannt wirksamen Methoden zu unter­
ziehen , um etwa Trichinen enthaltendes Fleisch auszuscheiden .
Wird die Untersuchung im absendenden Drittland durchgeführt , so hat dies
in Schlachthöfen zu gesohehen , die bestimmte Voraussetzungen erfüllen
und insbesondere über ein mit geeigneten Untersuchungsgeräten ausgestatte­
tes Forschungslaboratorium verfügen .
Um zwischen untersuchtem und nicht untersuchtem Fleisoh unterscheiden zu
können , ist der Aufdruok eines besonderen Stempels auf Fleisoh f das mit
negativem Ergebnis untersucht wurde , vorzusehen.
( 1 ) ABl . Nr . L 302 vom 31.12.1972 S. 28
( 2 ) ABl . Nr . L 172 vom 3* 7*1975 S. 17
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Durch ein Verfahren enger und wirksamer Zusammenarbeit zwischen der Kom­
mission und den einzelnen Mitgliedstaaten ist über folgende Punkte zu be-
schliessen» Die Zweckmässigkeit , bestimmte in Drittländern vorhandene Ein­
richtungen zur Durchführung der erwähnten Untersuchung bzw . zur Behandlung
des untersuchten Pleisohes zuzulassen ; die Anpassung der technischen Be­
stimmungen betreffend               die Untersuchungsmethoden , die an die
Untersuchungslaboratorien zu stellenden Anforderungen sowie die Art der
Kennzeichnung von untersuchtem Fleisch , jeweils an die technische Weiter­
entwicklung und an gewonnene Erfahrungen .
Es ist zweckmässig , für bestimmte Sonderfälle die Möglichkeit vorzusehen ,
auf die Untersuchung zu verzichten und an ihrer Stelle eine Fleischbe–
handlung durchzufÖhren , die die Zerstörung eventuell vorhandener Trichinen
gewährleistet . Eine solche Behandlung ist allerdings nach bestimmten , genau
festzulegenden Regeln und in Einrichtungen , die bestimmte Voraussetzungen
erfüllen , vorzunehmen. Die Bestimmung der Fälle und die Festlegung der
Durchführungsbestimmungen für solche Ausnahmen sollten durch bin Gernein-
sohaftsverfahren gehandhabt werden .–
                                                                  •/
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HAT FOLGENDE    RICHTLINIE ERLASSEN t
                                    Artikel 1
Im Sinne dieser Richtlinie sind :
a) frisches Fleisch : Fleisch von Haus Schweinen , aufsprechend .Artikel_2_Buoheta-
    be o ) der Richtlinie Fr. 72/462/EWG des Rates }
b ) Untersuchung: die Untersuchung auf Trichinen .
                                    Artikel 2
1 . Eingeführtes frisches Fleisch muß , soweit es Skelettmuskulatur enthält ,
    unter Verantwortung und Aufsicht eines amtlichen Tierarztes systematisch
    auf Trichinen untersucht worden sein .
2 . Die Untersuchung ist nach einer der in Anhang I aufgeführten Methoden
    vorzunehmen .
3 . Die Untersuchung ist grundsätzlich in Schlachtbetrieben , die gemäß Arti­
    kel 4 der Richtlinie Nr . 72/462/EWG des Rates anerkannt und entsprechend
    den Bestimmungen des Artikels 3 zur Durchführung dieser Untersuchung zu­
    gelassen sind , vorzunehmen .
    Die Untersuchung wird vor der in Anhang B Kapitel X. der erwähnten Richt­
    linie vorgesehenen Kennzeichnung der Genußtauglichkeit vorgenommen . Ist
    die Untersuchung nicht in einem im ausführenden Drittland gelegenen
    Schlachtbetrieb erfolgt , so ist sie anläßlich der Genußtauglichkeits-
    kontrolle gemäß Artikel 24 Absatz 2 der erwähnten Richtlinie des Rates
    in den Einfuhruntersuchungsstellen gemäß Artikel 27 Absatz 1 Buchstabe
    b ) derselben Richtlinie vorzunehmen .
4 . a) Fleisch , das mit negativem Ergebnis auf Trichinen untersucht wurde ,
        ist entsprechend Anhang III zu kennzeichnen . Ist die Untersuchung im
        Schlachtbetrieb erfolgt , so ist die Kennzeichnung vor der in Kapitel X
        der genannten Richtlinie       des Rates vorgesehenen Kennzeichnung
        der Genußtauglichkeit vorzunehmen .
    b ) Zur Kennzeichnung muß ein Farbstoff verwendet werden , der Artikel 17 L
        Absatz 3 der genannten Richtlinie entsprioht .
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                                      Artikel 3
1 . a) Die Zulassung eines Schlachtbetriebes zur Untersuchung auf Trichinen
        und die Zulassung eines ZerlegungsbetriebeB zur Zerlegung oder Ent-
        beinung von auf Trichinen untersuchtem Fleisch wird nach dem Verfahren
        des Artikels 9 beschlossen . Insbesondere sind die Garantien dafür , daß
        den Bestimmungen dieser Richtlinie nachgekommen wird., und in Bezug auf
        die Schlachtbetriebe   ;u beachten :
        a) das Vorhandensein der für die Untersuchung auf Trichinen benötigten
            Räume und Geräte ,
        b ) die Befähigung des die Untersuchungen durchführenden Personals }
    b ) Die Zulassung eines ^ ^hlacht - oder Zerlegungsbetriebes kann nur erfol­
        gen , wenn die zuständigen Stellen des Drittlandes amtlich anerkannt
        haben , daß der betreffende Schlacht - bzw . Zerlegungsbetrieb die Be­
        dingungen des Artikels 4 und des Anhangs III erfüllen kann, dase
        der Schlachtbetrieb über ein den Bedingungen des Anhangs II , Kapitel I ,
        entsprechendes Laboratorium verfügt und den Bestimmungen der übrigen
        Kapitel des Anhangs II sowie denen des Anhangs I genügen kann .
2 . Die Namen der gemäß dem vorstehenden Absatz 1 zugelassenen Schlacht - und
    Zerlegungsbe triebe sind in der Liste bzw . den Listen gemäß Artikel 4 Ab­
    satz 4 der Richtlinie Nr . 72/462/EWG des Rates besonders zu vermerken .
                                      Artikel 4
1 . In den zur Untersuchung auf Trichinen gemäß Artikel 3 zugelassenen Schlacht-
    betrieben ist die Schlachtung von Schweinen , deren Fleisch für einen Mit-
    gliedstaat der Gemeinschaft bestimmt ist , räumlich und zeitlich getrennt
    von der Schlachtung von Schweinen vorzunehmen , deren Fleisch nicht für
    einen Mitgliedstaat der Gemeinschaft bestimmt ist , außer wenn das Fleisch
    dieser letztgenannten Schweine auch , und zwar nach denselben Modalitäten ,
    untersucht wurde .
2 . Die Zerlegung oder Entbeinung von Fleisch , das gemäß Artikel 2 Absätze
    3 und 4 untersucht wurde und für einen Mitgliedstaat der Gemeinschaft be­
    stimmt ist , hat in Zerlegungsbetrieben gemäß Artikel 18 Absatz 1 Buchsta­
    be b ) der Richtlinie Nr . 72/462/EWG des Rates , die hierfür gemäß Artikel
    3 zugelassen sind , zu erfolgen . In diesen Zerlegungsbetrieben ist die Zer­
    legung oder Entbeinung des besagten Fleisches räumlich und zeitlich ge­
    trennt von der Zerlegung oder Entbeinung von Fleisch vorzunehmen , das
    nicht für einen Mitgliedstaat der Gemeinschaft bestimmt ist , außer wenn
    dieses letztgenannte Fleisch ebenfalls , und zwar nach denselben Modalität
    ten , untersucht wurde .
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                                     Artikel 5
Die in Artikel 5 der Richtlinie Nr . 72/462/EWG des Rates vorgesehenen Kon­
trollen dienen auch der Feststellung , ob die vorliegende Richtlinie ord­
nungsgemäß angewandt wird oder nicht .
                                     Artikel 6
1 . Auf Antrag desEinführers      oder seines Bevollmächtigten kann eine Unter­
    suchung von frischem Fleisch auf Trichinen unterbleiben ,         wenn das
    Fleisch bei Ankunft euf dem Gebiet der Gemeinschaft unter Aufsicht und
    Verantwortung des amtlichen Tierarztes einer Hitzebehandlung gemäß An­
    hang IV , Punkt II , unterzogen wird .
2 . Nach dem Verfahren des Artikels 9 und abweichend von Artikel 2 Absatz 1
    kann beschlossen werden , daß Fleisch aus bestimmten Drittländern oder
    aus Teilen solcher Länder nicht auf Trichinen untersucht zu werden braucht ,
    aber einer Kältbehandlung gemäß Anhang IV , Punkt I , unterzogen werden
    muss » .
    Diese Behandlung erfolgt !
    - entweder in einem Betrieb auf dem Gebiet des ausführenden Drittlands ,
      der gemäß Artikel 4 der Richtlinie Nr . 72/462/EWG des Rates zugelassen
      wurde .
    - oder in einer Einfuhruntersuchungsstelle gemäß Artikel 2 Absatz 3 der
      vorliegenden Richtlinie .
    Die Durchführung der KUltebehandlun/r ist in den das Fleisch begleitenden
    Genußtauglichkeitsbescheinigungen nach Artikel 22 Absatz 3 und Artikel 25
    der genannten Riohtlinie         des Rates vom amtlichen Tierarzt besonders
    zu bestätigen .
                                     Artikel 7
Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission eine von ihnen anzufertigen­
de Liste der in Artikel 2 Absatz 3 erwähnten Einfuhruntersuchungsstellen ,
in denen folgende               i durchzuführen sind !
                                                                      ./.
 ---pagebreak---  - die UnterBuchung auf Trichinen ,
 – die in Artikel 6 Absatz 2 erwähnte Kältebehandlung .
 Sie sorgen dafUr , dass die Untersuchungss teilen Uber die erforderliche
 Ausstattung zur Durchführung der betreffenden Massnahmen verfUgeij .
                                Artikel 8
 Die Bestimmungen in d n Anhängen können nach dem Verfahren des Artikels 9
 geändert oder ergänzt werden .
                                 Artikel 9
  ( 1 ) Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Verfahren Bezug genommen ,
        so wird der duroh Beschluss des Raten vom 15 « Oktober 1968 einge­
        setzte Ständige Veterinärausschuss - im f olgenden"Ausschuss "
        genannt - unverzüglich von seinem Vorsitzenden entweder aus dessen
        eigener Initiative oder auf Antrag eines Mitgliedsstaats befasst «
  ( 2 ) In dem Aussohuss werden die Stimmen der Mitgliedstaaten nach
        Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages gewogen . Der Vorsitzende
        nimmt an der Abstimmung nicht teil .
( 3 ) Der Vertreter der Kommission unterbreitet einen Entwurf ftir die
        zu treffenden Massnahmen 0 Der Ausschuss nimmt zu diesem Kntwurf
        Stellung innerhalb einer Frist , die der Vorsitzende entsprechend
        der Dringlichkeit der zu prüfenden Fragen "bestimmen kann . "Die
        Stellungnahme kommt mit einer Mehrheit von einundvierzig Stimmen •
        zustande .
( 4 ) Die Kommission trifft die Massnahmen und sieht deren sofortige
        Anwendung vor , wenn sie der Stellungnahme des Ausschusses ent­
         sprechen . Entsprechen sie der Stellungnahme des Ausschusses nicht
         oder ist keine Stellungnahme ergangen , so schlägt die Kommission
         dem Rat alsbald die zu treffenden Massnahmen vor .
         Der Rat erlänst die Massnahmen mit qualifizierter Mehrheit .
                                                                       •/ •
 ---pagebreak--- Hat der Rat naoh Ablauf einer Frist von 3 Monaten naoh Unterbrei-
tung des Vorschlags keine Massnahmen erlassen , so trifft die
Kommission die vorgeschlagenen Massnahmen und sieht deren sofortige
Anwendung vor «
                         Artikel 10
Die Mitgliedstaaten setzen spätestens am 1 » Januar 1979 die erforder­
lichen Rechts- und Verwaltungevorschriften in Kraft , um dieser
Richtlinie nachzukommen « Sie unterrichten davon unverzäglioh die
Kommission «
                         Artikel 11
Diese Richtlinie ist an alle Mitffliedstaateri geriohtet . t
                               Oesohehen zu Brüssel am
                                            «
                                 Im Namen des Rates
                                    Der Präsident
 ---pagebreak---                                                   ANHANG I
             METHODEN ZUR UNTERSUCHUNG AUF TRICHINEN
Tnchinoskopische Untersuchung
a ) Geräte
    Glühlampentrichinoskop mit 50-f"acher sowie 80 – 100-facher Vergrös-
    serungsmöglichkeit t
    Kompressorium ( Quetschgläser ) bestehend aus zwei gegeneinander drück-
    baren Glasplatten , von denen das eine in gleiche Felder geteilt iBt »
    eine kleine krumme Sohere , Pinzette , ein Messer zum Probenaussohneiden ,
    nummerierte kleine Behältnisse zur getrennten Aufnahme der Proben ,
    eine Tropfpipette , je ein Gläschen mit Essigsäure und Kalilauge zum
    Aufhellen von etwaigen Verkalkungen bzw . ETweiohen eingetrockneten
    Fleisches .
b ) Probeentnahme
    Bei ganzen Tierkorpern je eine mindestens haselnussgrosse Probe auB
    beiden Zwerohfellpfeilern am Ubergang vom muskulösen in den sehnigen
    Teil . Ist nur ein Zwerchfellpfeiler vorhanden , ist aus diesem eine
    doppelthaselnussgrosse Probe zu nehmen . Beim Fehlen beider Zweroh-
    fellpfeiler sind zwei ca . haselnussgrosse Proben aus dem Rippen- oder
    Brustbeinteil des Zwerchfells bzw . aus der Zungen- oder Kaumuskulatur
    oder aus den Bauchmuskeln zu entnehmen .
    Bei Fleisohteilen von jedem Teil
    3 möglichst haselnussgrosse , fettarme Skelettmuskelproben , die an
    verschiedenen Stellen möglichst in der Nähe von Knochen oder Sehnen
    entnommen sind .
o ) Untersuchungsgang
    Von jeder der vorstehend bezeichneten Proben hat der Trichinenschauer
    bei ganzen Tierkörpern beim Vorhandensein beider Zwerohfellpfeiler 7 »
    mithin im ganzen 14 , beim Vorhandensein nur eines Zwerchfellpfeilers 14
    haferkorngrosse Stöckchen aus verschiedenen Stellen möglichst am Uber­
    gang vom muskulösen in den sehnigen Teil auszuschneiden und zwischen
    den Gläsern des Quetschglases so zu quetschen , dass durch die Präpa­
    rate gewöhnliche Druckschrift deutlich gelesen werden kann . Ist das
    Fleisoh der zu untersuchenden Stöcke trocken und alt , so sind die
    Präparate vor dem Quetschen 10 bis 20 Minuten mit Kalilauge zu er­
    weichen , die mit etwa der doppelten Menge Wasser verdünnt ist .
    Müssen bei ganzen Tierkörpern der Rippen- oder Brustbeinteil des
    Zwerchfells , Zungen- oder Kaumuskulatur oder die Bauchmuskeln zur
    Probeentnahme verwendet werden , so sind aus jeder Probe 14f mithin
    im ganzen 28 haferkorngrosse Stückchen auszuschneiden .
 ---pagebreak---                                         - 2 -
         Aus jeder von Fleischteilen entnommenen Probe hat der Triohinen-
         schauer je 4 haferkorngrosse Stückohen , also insgesamt 12 , heraus­
         zuschneiden .
         Die Untersuchung mit dem Trichinoskop hat so zu geschehen , dass jedes
         Präparat langsam und sorgfältig durohmustert wird . Ergeben sich bei
         der Untersuchung mit dem Triohinoskop verdächtige Stellen , deren Na­
         tur auch mit Hilfe der starken Vergr'dsserung des Trichinöskops nicht
         sicher festzustellen ist , so sind sie mit dem Mikroskop nachzuprüfen .
         Die mikroskopische Untersuchung hat so zu erfolgen , dass jedes Prä­
         parat bei 30- bis höchstens 40-facher Vergrösserung langsam und sorg­
         fältig durchmustert wird .
         Bei zweifelhaftem Befund ist die Untersuchung an einer weiteren Zahl
         von Pleischproben und Präparaten nötigenfalls mit Hilfe stärkerer Ver-
         gr'döserungen bis zur völligen Aufklärung fortzusetzen . Für die trichi-
         noskopische Untersuchung sind mindestens 3 Minuten zu verwenden .
         Bei der Benutzung von Ersatzproben aus dem Rippen- oder Brustbeinteil
         des Zwerchfells , der Zungen- oder Kaumuskulatur oder aus den Bauch­
         muskeln sind auf die triohinoskopische Untersuchung mindestens 6 Min .
         zu verwenden .
         Die Mindestuntersuchungszeiten schliessen nicht die für die Probe-
         entnahme und Anfertigung der Präparate erforderliohe Zeit ein .
         Mit dem Trichinoskop sollten von einem Untersucher im allgemeinen an
         einem Tage nicht mehr als 840 Stückchen , ausnahmsweise jedooh bis
         1050 Stückchen untersucht werden .
II . Methode der künstlichen Verdauung
     a ) Geräte und Material
         - Messer zur Probeentnahme
         - kleine verschliessbare nummerierte Behältnisse zur Aufbewahrung
           der Proben , auch für evt . Wiederholung der Untersuchung
         - Inkubator
         - 2-3 1 fassende Qlastriohter , Ständer für Glastrichter , Verbindungs-
           schlauch , Klammern zum Abklemmen des VerbindungSBChlauchs
         - Plastiksiebe ( Durohmesser oa . 18 cm . Masohenweite ca . 1 mm )
         - Mull
         - Spitzrohrchen
         – Blocksch&lchen
         – Fleischwolf
         – Stereomikroskop
         – Verdauungsflüssigkeit folgender Zusammensetzung I 10 g Pepsin ( 1200 E/g),
           ( ml HCl ( mind . 37 %)» mit Leitungswasser auf 1 L auffüllen .
 ---pagebreak---          b ) Probeentnahme
              1 . Bei ganzen Tierkörpern eine mindest 20 g Bchwere Probe aus einem
                  Zwerohfellpfeiler am Ubergang vom muskulösen in den sehnigen Teil
                  entnehmen , bei Nichtvorhandensein der Zwerohfellpfeiler eine
                  gleichgrosBe Probe aus dem Rippen- oder Brüstbeinteil des Zwerch­
                  fells oder aus der Zunge bzw . Kaumuskulatur oder aus der Bauch-
                  muskulatur .
             2 . Bei Fleischteilen ist eine mindestens 20 gr schwere , fettarme
                  SkelettmuBk Biprobe , möglichst in der Nähe von Knoohen oder
                  Sehnen zu entnehmen .
         o ) Methodik
             Für die Untersuchung einer Sammelprobe von 10 Schweinen wird von
             jeder Einzelprobe ( 20 g ) eine Probe im Gewicht von 10 g gefertigt .
             Die restlichen 10 g verbleiben für eine evt . erforderliche Einzel–
             Untersuchung . Zehn Proben zu je 10 g werden zu einer Sammelorobe
             vereinigt , im Fleischwolf ( Scheibe mit Lochdurchmesser 2 mm ) zer­
             kleinert und locker in das mit einer Lage Mull -ausgelegte Sieb
           ■ gegeben . Das Sieb wird darauf in einen über ein Stück Gummischlauch
             mit einem Spitzröhrchen verbundenen Trichter gesetzt , der vom Rande
             her mit der Verdauungsflüssigkeit bis zum vollständigen Bedeoken
             des Untersuchungsgutes aufgefüllt wird . Das Verhältnis Untersuchungs–
             gut zu Verdauungsflüssigkeit soll ca . 1»20 bis 1:30 betragen . Nach
             18–20-stündiger Inkubation bei 37-39° C wird das Spitzröhrchen ab–
             abgeklemmt und entnommen . Das in der Spitze des Röhrchens befind­
             liche Sediment wird nach vorsichtigen Absaugen des Uberstandes
             sorgfältig in ein Blookschälchen gespült und mit dem Stereomikros–
             kop bei 20-40-facher Vergrösserung auf das Vorhandensein von Tri-
             chinellen untersucht .
             Bei positivem oder zweifelhaftem Ausfall der Untersuchung einer
             Sammelprobe sind die entsprechenden restlichen Einzelproben , ver­
             mehrt um weitere 20 g aus .jedem Schwein oder , falls es sich um
             Fleischteile handelt , jeweils vermehrt um 20 g aus jedem Fleisch-
             teil , einzeln zu untersuchen , in Ubere instimmung mit den Regeln
             wie oben unter b ) erwähnt .
III » Methode der künstlichen Verdauung von Sammelproben
      a ) Geräte und Reagenzien
          – Messer und Pinzette zur Probeentnahme
          - Fleischwolf , möglichst mit 2–3 "im Lochscheibe
          - 3 Liter-Erlenmeyerkolben mit einem Gummi- oder Wattestopfen
          – konischer Scheidetrichter mit einem Rauminhalt von 2000 ml
          - gewöhnliches Tischstativ mit einem A-Fuss , etwa 28 cm lang , mit
             einer Stange von 80 om
          – Stützring von etwa 10-11 cm Durchmesser zum Aufsetzen auf das Stativ
 ---pagebreak--- Stativklammer mit einer Plattenschere ( 23 x 40 mm ), die mit Hilfe
einer Doppelmuffe aufgesetzt wird
"Endecott-Sieb " Nr . 80 ( Maschenweite 177 ) von 11 cm Aussendurch–
 messer , mit einem Drahtboden aus Messing oder rostfreiem Stahl
Plastiktrichter mit mindestens 12 om innerem Durchmesser
normales Dissekt ionsmikroskop für 40-faohe Vergrösserung mit zu­
gehöriger Mikroskoplampe oder ein normales Binokular-Mikroskop
für 40-fache Vergrößerung
Triohinoskop mit waagrechtem Tisch für das . Quetschglas
bei Verwendung       Trichinoskops ein Larvenzählbecken in derselben
Susseren Form wie das Quetschglas , mit einem Rauminhalt von etwa
60-65 om •
Das Larvenzählbocken kann folgendermassen gebaut sein :
Die Form des Beckens besteht aus einer 23 om langen Glasplatte ,
gleich diok wie eine einzelne Platte bei einem gewöhnlichen Quetsoh-
glas . Sie ist jedooh etwas weniger breit , zum Beispiel 4»5 om ,
um die Befestigung einer 2 mm dioken , 1,8 cm hohen und 17 »5 cm
langen Glasplatte an beiden Längsseiten der Bodenplatte zu er­
möglichen .
An den Enden ist das Becken geschlossen , indem direkt an der
Bodenplatte zwei 5 om lange , 1 cm hohe und 2 mm dioke Glasplatten
angebracht sind . Die Höhe des Beckens beträgt also innen gemessen
etwa 1 cm .
Die Platten Bind mit normalem Glasleim verbunden . Auf der Boden­
platte sind zum Schutz und zur bequemen Handhabung des gefüllten
Beckens an beiden Enden etwa 2,8 cm frei gelassen .
Das Gesamtvolumen des Beckens beträgt etwa 60-65 om^.
bei Verwendung des Mikroskops werden einige 9 om grosse Petrischalen,
benötigt .
Filzstift zur Einzeichnung einer 1 cm-Felderung am Boden der Petri­
schale
einige 10-Liter-Abfalleimer zur Verwendung bei der späteren For-
molbehandlung der Geräte und der Überschüssigen Verdauungsflüssig–
keit im Falle von positivem Befund
konzentrierte Salzsäure ( 37 i° )
Pepsin in Pulverform , Merck 30.000 E/g oder Pepsin mit bekannter
Konzentration von einer anderen Firma
ein oder zwei Tabletts für das Sammeln von 100 Proben von je etwa
2 g Fleisch .
 ---pagebreak--- b ) Probeentnahme
    1 . Bei ganzen Tierkorpern eine etwa 2 g schwere Probe aus einem Zwerch-
         fellpfeiler am Übergang vom muskulösem in den sehnigen Teil ent­
         nehmen , bei Nichtvorhandensein der Zwerohfellpfeiler eine gleich-
         grosse Probe a> s dem Rippen- oder Bruatbeinteil des Zwerohfells
         oder aus der Zunge bzw . Kaujnuskulatur oder aus der Bauohmuskulatur .
    2 . Bei Pleischtei an i3t eine etwa 2 g schwere , fettarme Skelettmuskel-
         probe , mo'glichKt in der Nähe von Knochen oder Sehnen , zu entnehmen »
o ) Methode
    Eine Probe von et a lg wird von jeder der 100 Schweineproben genommen .
    Die gemeinsame Pi be wird einmal im Fleischwolf zerkleinert «
    Man gibt das zerkleinerte Fleisch in den 3-Liter-Erlenmeyerkolben
    zusammen mit 7 g Pepsin , etwa 2 Liter 37-40° C warmem Leitungs­
     wasser und 25 ml konzentrierter Salzsäure . Die Mischung wird ge­
    schüttelt , damit sich das Pepsin auflöst .
 • Der pH-Wert der Lösung beträgt etwa 1,5-2 .
    - Zur Verdauung wird der Erlenmeyer-Ko'lben etwa 4 Stunden auf 37° C
       im Brutschrank gehalten . Während des Erwärmens wird der Kolben
       regelmässig geschüttelt , d.h . ein- oder zweimal pro Stunde .
    - Die verdaute Lösung wird durch das Sieb in den konischen 2-Liter-
       Scheidetrichter gefiltert und mindestens eine Stunde lang unberührt
       in dem Stativ gelassen .
    - Insgesamt werden etwa 45 cm^ aus dem Trichter abgelassen und
       gleichmässig in drei Petri-Schalen verteilt , deren Boden in Quadrate
       mit 1 cm Seitenlänge eingeteilt ist , d.h . je Petri–Schale 15 ml .
    - Jede Petri-Schale wird unter dem Mikroskop bei ca . 40-facher Ver-
       grösserung sorgfältig nach Larven untersucht .
    - Die Larven zeigen sich im Bodensatz als uhrenfederartig zusammenge­
       rollte Organismen . Sie sind leicht erkennbar und wiokeln sich im
        lauwarmen Wasser oft spiralenförmig auf und ab .
    Bei Bildung eines nicht ausreichend durchsichtigen Sedimentes ist
    dasselbe durch Spülung aufzuhellen . Dabei wird die Endprobe von 45
    in ein Rundbodenröhrchen gebracht , um dort für 15 Minuten zu sedimen­
    tieren . Die überstehende Flüssigkeit wird sodann vorsiohtig abgesaugt
    und der Bodensatz in ca . 45 ml Leitungswasser suspendiert .
    Nach einer weiteren Absetzzeit von 15 Minuten wird der tiberstand
    wieder vorsiohtig abgesaugt und das Sediment mit ca . 20 ml Leitungs­
    wasser sorgfältig in eine Petri-Schale gespült und untersucht .
     Bei positivem oder zweifelhaften Ausfall der Untersuchung einer Sammel-
     probe sind die entsprechenden restlichen Einzelproben , vermehrt um wei­
     tere 20 g aus jedem Sohwein , oder , falls es sich um Fleischteile handelt ,
     jeweils vermehrt um 20 g aus jedem Fleisohteil , einzeln zu untersuchen ,
     in Ubereinstimmung mit den Regeln wie oben unter b ) erwähnt .
 ---pagebreak---                                                          ANHANG II
                               KAPITEL I
        Bedingungen für die Zulassung von Trichinen-Laboratorien
Trichinen-Laboratorien müssen in unmittelbarer Nähe der Sohlachträume
Schweine liegen u> d mindestens über folgendes verfügen :
a ) einen ausreichend eingerichteten versohliessbaren Vorbereitungs-
    raum zur Anfertigung der Präparate ; der Raum muss glatte Wände haben ,
    die bis zu einer Höhe von 2 m mit einem hellen , abwaschfesten Belag
    oder Anstrich versehen sind * Werden mehrere Untersuohungsverfahren
    angewandt , so müssen entsprechend mehr Vorbere itungsräume vorhanden
    sein |
b ) einen ausreichend eingerichteten versohliessbaren Untersuohungsraum
    für Mikroskopie und Trichinoskopie f
o ) ausreichende Vorrichtungen zur Be– und Entlüftung } falls erforderlioh ,
    eine Klimaanlage , die gewährleistet , dass die Raumtemperatur nioht
    über 25° C ansteigt }
d ) ausreichende natürliche oder künstliche Beleuchtung, die die Farben
    nioht verändert ; starke Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden ;
e ) ausreichende Einrichtungen zur Reinigung und Desinfektion der Hände
    im Vorbereitungsraum }
f ) Vorrichtungen zur Verdunkelung des Untersuchungsraumes ;
g ) falls erforderlich, eine Kühleinrichtung zur Aufbewahrung von Fleisoh-
    proben ;
h ) einen Spülraum zur Reinigung und Deinfektion von Untersuchungsgerät
    ( z»B. Probenbehälter , Kompressorien, Messer , Soheren ) mit
    – Fussböden aus wasserundurchlässigem , leloht zu reinigendem und
       zu desinfizierendem , nicht faulendem Material ,
 ---pagebreak---        - glatten Wanden , die bis zu einer Höhe von mindestens 2 m mit einem
         hellen , abwasohfesten Belag oder Anstrioh versehen sind ;
  i ) Umkleide-, Wasoh- und AufenthaltsrKume sowie Toiletten mit Wasser­
       spülung ;
  j ) Waschgelegenheiten mit fliessendem kaltem und warmem Wasser , das
       Trinkwassereigenschaften besitzt , mit Reinigungs- und Desinfektions­
       mitteln , sowie mit nur einmal zu benutzenden Handtüchern ;
  k ) wasserdichte , korrosionsfeste Behältnisse mit heremetisoh schliessen-
       dem Deckel , aus denen eine unbefugte Entnahme des Inhalts unmöglioh
       ist , für die Aufnahme von Probenresten ;
  l ) Wasserversorgungsanlage , die kaltes und heisBes. Trinkwasser in aus­
       reichender Menge liefert ;
  m ) Abwasserableitungsanlage entsprechend den Vorschriften für die Zu­
       lassung von Sohlaohtbetrieben ;
  n ) geeignete Vorrichtungen zum Sohutz gegen Ungeziefer ( Insekten ,
       Nagetiere usw .).
                                  KAPITEL II
      VORSCHRIFTT5N FtTR PERSONAL , R70JME , EINR ICHTUNGSOEOENSTJQfDK
                 UND ARBEITSGERÄTE IN TRICHINEN-LABORATORIEN .
Das Untersuchungspersonal hat sich ständig äusserst reinlioh zu halten ;
liäume , Einrichtungsgegenstände und Arbeitsgeräte müssen stets peinlich
sauber sein .
a ) Das Personal hat insbesondere saubere Arbeitskleidung zu tragen und
     sich mehrmals im Laufe eines Arbeitstages sowie vor jeder Wieder­
     aufnahme der Arbeit die Hände zu reinigen ;
b ) Tiere sind in Triohinen-Laboratorien nioht zugelassen ;
                                                                       •/
 ---pagebreak---       c ) Einriohtungsgegenstände und Arbeitsgeräte sind in einwandfreiem Zu­
          stand und sauber zu halten ; sie sind mehrmals im Laufe eines Arbeits­
          tages sowie nach Arbeitsschluss sorgfältig zu reinigen und zu des­
          infizieren .
  3 , Für sämtliche Verwendungszwecke ist Trinkwasser »u "benutzen .
  4 . Hinsichtlich des Gesundheitszustandes unterliegt das Personal , das die
      Pleisohproben füi die Untersuchung zu entnehmen hat , den Vorschriften
      des Anhangs B Kapitel IV Nummern 11 und 12 der Richtlinie Nr . 72/462/EWG
      des Rates .
  5# Die für die Untersuchungen benötigten Fleischproben sind sofort nach dem
      Sohlachten zu entnehmen und unverzüglich im Triohi'nen-Laboratorium des
      Schlachtbetriebes zu untersuchen .
      Die Untersuchungen dürfen nicht ausserhalb des Schlaohtbetriebes , in dem
      die betreffenden Tiere gesohlachtet wurden , vorgenommen werden .
  6 » Zur Vermeidung von Ermüdungserscheinungen sind dem Untersuchungaper-
      sonal kurze Arbeitsunterbrechungen zu gewähren «
                                    KAPITEL III
                            ZULASSUNG VON TRICHINOSKOPEN
Konstruktion und Ausführung von Triohinoskopen müssen mindestens^folgenden
Anforderungen genügen :
1 . einfache Bedienung
2 . hohe Lichtstärke
     – auch in nicht vollständig abgedunkelten Räumen müssen siohere Unter–
       suchungsergebnisse erzielt werden können }
     - als Lichtquelle ist eine Projekt ionslampe von 100 W ( 12 V ) zu verwenden .
 ---pagebreak---                                     - 4 -
 3 » Ausreichende Vergrösserung
     – Arbeitsvergrosserung
     - stärkere Vergrösserung für kritische , duroh Musterung verdächtige
       Präparate 80- bis 100-faoh .
 4 . Aufldsungsvermogen
     – Bei jeder Vergrdsserungsstarke muss ein helles , farbreines eoharfes
       Bild entstehen .
 5 . Umschaltmechanismus
     – bei einem Wechsel der Vergrdsserungsbereiohe muss duroh automatische
       Regelung die Schirmbildhelligkeit ausgegliohen werden .
 6 . KontrastverstKrkung
     – Das Kondensorsystem muss mit einer Kontrast'-Irisblende für die Durch-
       musterung schwieriger Objekte ausgestattet Bein ;
     - die Irisblende muss leioht zu bedienen Bein ( z.B. Bedienungshebel an
       der Pultplatte des Trichinoskops ).
 7 . MKhelose Objektiveinstellung
     – Grobeinstellung duroh Randelring
     - Peineinstellung durch Bedienungshebel .
 8 . SpannungBregelung
     – zur Einstellung der gewünschten Helligkeit entsprechend den örtlichen
       Gegebenheiten .
 9 . Einwegfiïhrung des Kompressorxums
     - Eine automatische Sperrvorriohtung muss den Einwegdurchgang des Korn-
       pressoriums sichern , um unbeabsichtigte Verschiebungen zu verhindern .
10 . Freie Sicht auf die Projektionsflfiohe .
11 . Projektionsf lâche                         – dauerhaft
     - mindestens 54 cm Durchmesser             – abnehmbar
     - hohes Ref lekt ionsverm'ögen             – leioht zu reinigen
 ---pagebreak---                                                         ANHANG III
                  KENNZEICHNUNG DES AUF TRICHINEN UNTERSUCHTEN FLEISCHES
1 » Für die Kennzeichnung ist der amtliohe Tierarzt verantwortlich . Zu diesem
    Zweck besitzt und verwahrt er :
    – die fttr die Kennzeich iung' bestimmten Geräte , die er dem Hilfspersonal
      erst zum Zeitpunkt der Kennzeichnung und nur fttr die hierfür erforder­
      liche Zeit ttbergeben darf :
    – die unter Nummer 5 genannten Stempelplaketten . Diese Stempelplaketten
      werden dem Hilfspersonal zu dem Zeitpunkt , zu dem Bie anzubringen sind ,
      in einer dem Bedarf entsprechenden Anzahl ttbergeben .
2 « Die Kennzeichnung ist mit einem runden Stempel mit einem Durohmesser
    von 2,5 cm vorzunehmen« Der Stempel muss folgende deutlioh lesbare
    Angaben enthalten:
    - ungefähr in der Mitte befindet sioh ein grosses T aus 1 om langen
      und 0,2 om breiten Balken .
    - unter dem Buchstaben T eine der folgenden Abkürzungen EWG , EEG . CEE ,
      E0F , EEC .
      Die Buchstaben müssen 0,4 cm hoch sein .
3 . Tierkörper werden mit einem Farbstrich oder Brennstempel auf der Innen­
    seite der Keulen gemäss Absatz 2 gekennzeichnet .
4 . Köpfe , werden mit einem Färb- oder Brennstempel , der den Bestimmungen
    des Absatzes 2 entspricht , gekennzeichnet . In Zerlegungsbetrieben von
    ordnungsgemäss gekennzeichneten Tierkörpern gewonnene Teilstttoke sind–
    mit Ausnahme solcher Stttoke , die auf Grund des Absatzes 43 in Anhang B
    Kapitel X der Richtlinie Nr* 72/462/fewtJ des Rates.
    nicht als genusstauglioh abgestempelt wurden – falls sie keinen Stempel–
    abdruck tragen , zu kennzeichnen und zwar entsprechend Absatz 2 und vor
    Anbringung des Genusstaugliohkeitsstempels .                         /
 ---pagebreak--- Das im erwähnten Absatz 43 » zweiter Unterabsatz , vorgesehene Etikett
muss den nachstehend unter 6 . angeführten Bedingungen entsprechen .
Die Kennzeichnung kann auch mittels einer rund.en Stempelplakette er­
folgen . Diese an jedem Teilstück bzw . an jedem Tierkörper anzubringende
Plakette muss derart benohaffen sein , dass ihre Wiederverwendung un­
möglich ist . Sie muss aus widerstandsfähigem Material bestehen und
sämtlichen Hygieneanforderungen entspreohen .
Die Stempelplakette muea folgende deutliche lesbare Angaben enthalten »
– ungefähr in der Mitt « ein grosses T.
- unter dem Buchstaben T eine der folgenden Abkürzungen
  EWG , EEG , CEE , E^F, EEC .
  Die Buchstaben müssen 0,2 cm hoch sein .
Auf dem Etikett gemäss Absatz 44 in Anhang B Kapitel X der unter 4
erwähnten Richtlinie muss ausser der Genusstaugliohkeitskennzeichnung
gut leserlioh eine Nachbildung der unter 2 beschriebenen Kennzeichnung
angebracht werden .
 ---pagebreak---                                                    ANHANG IV
 KALTEBEHANDLUN0
  1 « Vor dem Einbringen in den Gefrierraum ist das Fleisch in allen Tei­
      len auf eine Temperatur von 0° bis + 2° C vorzuktthlen . In gefrorenem
      Zustand eingeführtes Pleisoh ist in diesem Zustand zu bewahren .
  2 . Die technisohe Einrichtung und die Beschickung des Oefrierraumes
      müssen sicherstelle^ dass in allen Teilen des Oefrierraumes und des
      Fleisches die in Nummer 6 genannte Temperatur in kttrzester Zeit er­
      reicht und eingehalten wird .
  3 » Isolierende Verpackung ist vor dem Einfrieren zu' entfernen , ausser bei
      Fleisch , das beim Einbringen in den Gefrierraum bereits die in Nummer 6
      genannte Temperatur in allen Teilen erreicht hat «
4 « Die Sendungen sind im Gefrierraum getrennt unter Verschluss aufzu­
     bewahren .
5 » An jeder Sendung sind Tag und Stunde des Einbringens in den Gefrier-
     raum zu vermerken .
6 « Die Temperatur im Gefrierraum muss mindestens – 25 °C betragen , sie
     ist thermoelektrisch mit geeichten Geräten zu messen und fortlaufend
     zu registrieren . Sie darf nicht direkt im Kfilteluftstrom gemessen
     werden . Die Gerfite sind unter Verschluss zu halten . Die Diagramme
     sind mit den zugehörigen Nummern des Tagebuohes fttr die Einfuhrunter–
     suohung sowie Tag und Stunde des Beginns und Ende des Gefrierens
     zu versehen und ein Jahr lang aufzubewahren .
7 . Fleisch mit einem Durchmesser oder einer Sohiohtdicke bis zu 25 cm
     ist mindestens ftfr die Dauer von 240 Stunden , mit einem Durchmesser
     oder einer Schiohtdicke von mehr als 25 cm bis 50 cm mindestens fttr
     die Dauer von 480 Stunden ununterbrochen zu frieren . Fleisoh mit einem
     grösseren Durchmesser oder einer grösseren Schichtdicke darf diesem
     Gefrierverfahren nicht unterworfen werden « Die Gefrierdauer rechnet
     vom Erreichen der in Nummer 6 genannten Temperatur des Gefrier-
     raumes an «                                                 •/•
 ---pagebreak--- HITZEBEHANDIAJNG
1 « Vor der Erhitzung ist die Verpackung ! sofern sie nicht hitzefest ist ,
    zu entfernen . Darttber hinaus darf das Fleisch nicht behandelt werden .
    Das Fleisch ist getrennt aufzubewahren und bis zum Absohluss der lär-
    hitzung unter Verschluss zu halten .
2 . Im Kern des Fleisches ist eine Temperatur von mindestens +80°C
    während einer Dauer von mindestens 10 Minuten zu halten . Die Erhitzungs-
    h3he ist von jeder Koohung bei dem stärksten oder bei einem zentralge-
    gelegenen StUck der Packung thermoelektrisch mit geeichten Geräten
    zu messen und fortlaufend zu registrieren . Die Diagramme sind mit den
    zugehörigen Nummern des Tagebuohes ftfr die Einfuhruntersuohung sowie
    Tag und Monat der Koohung zu versehen und 1 Jahr lang aufzubewahren .