CELEX: 62010CJ0309
Language: de
Date: 2011-07-28
Title: Urteil des Gerichtshofes (Achte Kammer) vom 28. Juli  2011. # Agrana Zucker GmbH gegen Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. # Ersuchen um Vorabentscheidung: Verwaltungsgerichtshof - Österreich. # Zucker - Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen Gemeinschaft - Verordnung (EG) Nr. 320/2006 - Art. 11 - Einnahmenüberschüsse des Umstrukturierungsfonds - Zuweisung an den EGFL - Grundsätze der begrenzten Einzelermächtigung und der Verhältnismäßigkeit - Begründungspflicht - Ungerechtfertigte Bereicherung. # Rechtssache C-309/10.

Rechtssache C-309/10
      Agrana Zucker GmbH
      gegen
      Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
      (Vorabentscheidungsersuchen des Verwaltungsgerichtshofs)
      „Zucker – Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen Gemeinschaft – Verordnung (EG) Nr. 320/2006 – Art. 11 – Einnahmenüberschüsse des Umstrukturierungsfonds – Zuweisung an den EGFL – Grundsätze der begrenzten Einzelermächtigung und der Verhältnismäßigkeit – Begründungspflicht – Ungerechtfertigte Bereicherung“
      Leitsätze des Urteils
      1.        Landwirtschaft – Gemeinsame Marktorganisation – Zucker – Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie – Von
            den Unternehmen zu zahlender befristeter Umstrukturierungsbetrag 
      (Verordnung Nr. 320/2006 des Rates, Art. 1 Abs. 3  Unterabs. 2 und Art. 11)
      2.        Landwirtschaft – Gemeinsame Marktorganisation – Zucker – Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie – Von
            den Unternehmen zu zahlender befristeter Umstrukturierungsbetrag
      (Art. 37 EG; Verordnung Nr. 320/2006 des Rates, Art. 11)
      3.        Handlungen der Organe – Begründung – Pflicht – Umfang – Verordnung mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die
            Zuckerindustrie
      (Art. 253 EG; Verordnung Nr. 320/2006 des Rates, zweiter Erwägungsgrund, Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 und Art. 11)
      4.        Landwirtschaft – Gemeinsame Marktorganisation – Zucker – Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie – Von
            den Unternehmen zu zahlender befristeter Umstrukturierungsbetrag
      (Verordnung Nr. 320/2006 des Rates, Art. 11)
      5.        Landwirtschaft – Gemeinsame Marktorganisation – Zucker – Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie – Von
            den Unternehmen zu zahlender befristeter Umstrukturierungsbetrag
      (Verordnung Nr. 320/2006 des Rates, Art. 11)
      1.        Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen
         Gemeinschaft und zur Änderung der Verordnung Nr. 1290/2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik ist dahin auszulegen,
         dass der befristete Umstrukturierungsbetrag auch dann in voller Höhe zu erheben ist, wenn der befristete Umstrukturierungsfonds
         einen Einnahmenüberschuss ausweist.
      
      Zum einen haben nämlich die Unternehmen, denen eine Quote zugeteilt worden ist, nach Art. 11 Abs. 1 der Verordnung Nr. 320/2006
         je Wirtschaftsjahr einen befristeten Umstrukturierungsbetrag zu zahlen, dessen Höhe in Abs. 2 dieses Artikels für die Wirtschaftsjahre
         2006/2007, 2007/2008 und 2008/2009 festgelegt worden ist. Zum anderen ist vom Unionsgesetzgeber die Möglichkeit eines Einnahmenüberschusses
         aus dem befristeten Umstrukturierungsbetrag im Zusammenhang mit den mit der Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen verbundenen
         Ausgaben, der er dienen soll, in Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006 in Betracht gezogen worden, wonach
         alle nach der Finanzierung dieser Maßnahmen noch im Umstrukturierungsfonds vorhandenen Beträge dem Europäischen Garantiefonds
         für die Landwirtschaft (EGFL) zugewiesen werden. Somit ist dem Wortlaut von Art. 11 dieser Verordnung sowie deren Aufbau klar
         zu entnehmen, dass der befristete Umstrukturierungsbetrag von den betroffenen Unternehmen in allen genannten Wirtschaftsjahren
         und in vollem Umfang zu zahlen ist.
      
      (vgl. Randnrn. 20-22, Tenor 1)
      2.        Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen
         Gemeinschaft und zur Änderung der Verordnung Nr. 1290/2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik verstößt nicht
         gegen den Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung.
      
      Da die Erhebung des von den Unternehmen nach diesem Art. 11 zu zahlenden befristeten Umstrukturierungsbetrags zur Umstrukturierung
         der Zuckerindustrie in der Gemeinschaft beitragen soll, stellt sie eine Maßnahme der gemeinsamen Agrarpolitik dar, die ordnungsgemäß
         auf der Grundlage des Art. 37 EG erlassen worden ist. Dadurch, dass sich bei Ablauf dieser mehrjährigen befristeten Umstrukturierungsregelung
         ein Einnahmenüberschuss ergibt und dass dieser Überschuss nach Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006 dem Europäischen
         Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) zugewiesen worden ist, wird die Zuständigkeit des europäischen Gesetzgebers für
         den Erlass dieser Maßnahme nicht in Frage gestellt und dieser Maßnahme nicht ihre Eigenschaft als Agrarmaßnahme genommen.
         Der etwaige Überschuss ist nämlich auch weiterhin nur zur Finanzierung von Maßnahmen der gemeinsamen Agrarpolitik bestimmt.
      
      (vgl. Randnrn. 29-30, 32-33, Tenor 2)
      3.        Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen
         Gemeinschaft und zur Änderung der Verordnung Nr. 1290/2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik ist nicht mit
         einem Begründungsfehler behaftet.
      
      Zwar legt der die Finanzierungsmodalitäten dieser Regelung betreffende zweite Erwägungsgrund nicht die Gründe dar, aus denen
         gemäß Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006 alle nach der Finanzierung der Ausgaben noch im Umstrukturierungsfonds
         vorhandenen Beträge dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) zugewiesen werden sollen. Jedoch konnte zu
         dem für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit dieses Rechtsakts maßgeblichen Zeitpunkt, d. h. zum Zeitpunkt seines Erlasses,
         nur ein nach dem Tätigen der Umstrukturierungsausgaben im Umstrukturierungsfonds etwa noch vorhandener Restüberschuss in Betracht
         gezogen werden. Mithin stellt die Entscheidung, diesen Überschuss dem EGFL, zu dem der Umstrukturierungsfonds gehört, zuzuweisen,
         nur eine technische Entscheidung dar, für die keine besondere Begründung verlangt werden kann.
      
      (vgl. Randnrn. 37-39, Tenor 2)
      4.        Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen
         Gemeinschaft und zur Änderung der Verordnung Nr. 1290/2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik und die nach
         diesem Artikel erfolgte Erhebung des befristeten Umstrukturierungsbetrags verletzen nicht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
      
      Hat nämlich der Gemeinschaftsgesetzgeber künftige Auswirkungen einer zu erlassenden Regelung zu beurteilen, die nicht mit
         Bestimmtheit vorausgesagt werden können, so kann seine Beurteilung nur beanstandet werden, wenn sie sich im Licht der Informationen,
         über die er zum Zeitpunkt des Erlasses der betreffenden Regelung verfügt hat, als offensichtlich fehlerhaft erweist. Der genannte
         befristete Umstrukturierungsbetrag wurde aber nach den künftigen Wirkungen der mit dieser Verordnung eingeführten Umstrukturierungsregelung
         festgelegt, ohne dass diese Wirkungen genau vorhergesehen werden konnten. Da die Beurteilung der für diese Maßnahmen notwendigen
         Ausgaben und Einnahmen angesichts der Informationen, über die der Gemeinschaftsgesetzgeber zum Zeitpunkt des Erlasses der
         Verordnung Nr. 320/2006 verfügte, nicht offensichtlich fehlerhaft ist, wobei zu beachten ist, dass die Höhe des Überschusses
         kein ausreichendes Beweismittel für den Nachweis des Vorliegens eines solchen Fehlers ist, ist nicht zu erkennen, dass die
         Festlegung des befristeten Umstrukturierungsbetrags zur Erreichung des verfolgten Ziels einer Finanzierung dieser befristeten
         Regelung durch die Erzeuger offensichtlich ungeeignet gewesen wäre.
      
      (vgl. Randnrn. 45-46, 48, 50-51, Tenor 2)
      5.        Die Erhebung der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009, die in Art. 11
         Abs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen
         Gemeinschaft und zur Änderung der Verordnung Nr. 1290/2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik vorgesehen ist,
         entbehrt ungeachtet der Bildung eines Überschusses des Umstrukturierungsfonds nicht einer gültigen Rechtsgrundlage. Sie bewirkt
         daher keine ungerechtfertigte Bereicherung der Union, die zur Begründetheit einer Erstattungsklage führen könnte, und kann
         jedenfalls nicht zur Beurteilung der Gültigkeit dieses Art. 11 als ihrer Rechtsgrundlage angeführt werden. Eine auf ungerechtfertigte
         Bereicherung der Union gegründete Erstattungsklage ist nämlich nur zulässig, wenn der Nachweis erbracht wird, dass die Union
         ohne wirksame Rechtsgrundlage bereichert und der Kläger im Zusammenhang mit dieser Bereicherung entreichert ist.
      
      (vgl. Randnrn. 53-54, Tenor 2)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Achte Kammer)
      28. Juli 2011(*)
      
      „Zucker – Befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen Gemeinschaft – Verordnung (EG) Nr. 320/2006 – Art. 11 – Einnahmenüberschüsse des Umstrukturierungsfonds – Zuweisung an den EGFL – Grundsätze der begrenzten Einzelermächtigung und der Verhältnismäßigkeit – Begründungspflicht – Ungerechtfertigte Bereicherung“
      In der Rechtssache C‑309/10
      betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV, eingereicht vom Verwaltungsgerichtshof (Österreich) mit Entscheidung
         vom 9. Juni 2010, beim Gerichtshof eingegangen am 29. Juni 2010, in dem Verfahren
      
      Agrana Zucker GmbH
      gegen
      Bundesminister für Land‑ und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Achte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten K. Schiemann, der Richterin C. Toader und des Richters E. Jarašiūnas (Berichterstatter),
      Generalanwältin: V. Trstenjak,
      Kanzler: K. Malacek, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 31. März 2011,
      unter Berücksichtigung der Erklärungen
      –        der Agrana Zucker GmbH, vertreten durch Rechtsanwälte P. Pallitsch und C. Pitschas,
      –        der griechischen Regierung, vertreten durch E. Leftheriotou und K. Tsagkaropoulos als Bevollmächtigte im Beistand von V. Mereas,
         Rechtsberater, 
      
      –        der schwedischen Regierung, vertreten durch A. Falk und S. Johannesson als Bevollmächtigte,
      –        des Rates der Europäischen Union, vertreten durch E. Sitbon und Z. Kupčová als Bevollmächtigte,
      –        der Europäischen Kommission, vertreten durch G. von Rintelen und P. Rossi als Bevollmächtigte,
      aufgrund des nach Anhörung der Generalanwältin ergangenen Beschlusses, ohne Schlussanträge über die Rechtssache zu entscheiden,
      folgendes
      Urteil
      1        Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung und die Gültigkeit von Art. 11 der Verordnung (EG) Nr. 320/2006 des
         Rates vom 20. Februar 2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Europäischen Gemeinschaft
         und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (ABl. L 58, S. 42).
      
      2        Dieses Ersuchen ergeht im Rahmen einer Beschwerde der Agrana Zucker GmbH (im Folgenden: Agrana Zucker) gegen einen Bescheid
         des Bundesministers für Land‑ und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom 10. Dezember 2009 betreffend die Vorschreibung
         der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009.
      
       Rechtlicher Rahmen
      3        In den Erwägungsgründen 1, 2 und 4 der Verordnung Nr. 320/2006 ist u. a. Folgendes ausgeführt:
      
      „(1)      … Um die Gemeinschaftsregelung für die Zuckererzeugung und den Zuckerhandel mit den internationalen Erfordernissen in Einklang
         zu bringen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Sektors sicherzustellen, ist … eine grundlegende Umstrukturierung notwendig,
         bei der unrentable Erzeugungskapazitäten in der Gemeinschaft deutlich abgebaut werden. Zu diesem Zweck sollte als Voraussetzung
         für die Umsetzung einer funktionierenden neuen gemeinsamen Marktorganisation für den Zuckersektor eine getrennte und autonome
         befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie in der Gemeinschaft festgelegt werden. …
      
      (2)      Zur Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen in der Zuckerindustrie der Gemeinschaft sollte ein befristeter Umstrukturierungsfonds
         eingerichtet werden. Aus Gründen der ordnungsgemäßen Haushaltsführung sollte der Fonds zum EAGFL, Abteilung Garantie, gehören
         und somit den Verfahren und Mechanismen der Verordnung (EG) Nr. 1258/1999 des Rates vom 17. Mai 1999 über die Finanzierung
         der Gemeinsamen Agrarpolitik [ABl. L 160, S. 103] unterliegen und ab dem 1. Januar 2007 Teil des Europäischen Garantiefonds
         für die Landwirtschaft sein, der durch die Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 des Rates vom 21. Juni 2005 über die Finanzierung
         der Gemeinsamen Agrarpolitik [ABl. L 209, S. 1] errichtet worden ist …
      
      …
      (4)      Die in der vorliegenden Verordnung vorgesehenen Umstrukturierungsmaßnahmen sollten durch die Erhebung befristeter Beträge
         von den Zucker-, Isoglucose‑ und Inulinsirup‑Erzeugern finanziert werden, denen die Umstrukturierung letztendlich zugute kommt.
         Da sich diese Beträge von den im Rahmen der Gemeinsamen Marktorganisationen für Zucker üblichen Abgaben unterscheiden, sollten
         die betreffenden Einnahmen als ‚zweckgebundene Einnahmen‘ im Sinne der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1605/2002 des Rates vom
         25. Juni 2002 über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften [ABl. L 248, S. 1] … angesehen
         werden.“
      
      4        Art. 1 der Verordnung Nr. 320/2006 bestimmt: 
      
      „1.      Es wird ein befristeter Fonds für die Umstrukturierung der Zuckerindustrie in der Gemeinschaft (im Folgenden ‚Umstrukturierungsfonds‘
         genannt) eingerichtet.
      
      Der Umstrukturierungsfonds ist Teil des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft. Ab dem 1. Januar
         2007 wird er Teil des Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (im Folgenden ‚EGFL‘ genannt).
      
      2.      Aus dem Umstrukturierungsfonds werden die Ausgaben für die in den Artikeln 3, 6, 7, 8 und 9 vorgesehenen Maßnahmen finanziert.
      3.      Der befristete Umstrukturierungsbetrag gemäß Artikel 11 wird als zweckgebundene Einnahme nach Maßgabe des Artikels 18 Absatz
         2 der Verordnung … Nr. 1605/2002 dem Umstrukturierungsfonds zugewiesen.
      
      Alle nach der Finanzierung der Ausgaben gemäß Absatz 2 noch im Umstrukturierungsfonds vorhandenen Beträge werden dem EGFL
         zugewiesen.
      
      …“
      5        Art. 3 der Verordnung Nr. 320/2006 bestimmt: 
      
      „1.      Jedes Zucker … erzeugende Unternehmen, dem bis zum 1. Juli 2006 eine Quote zugeteilt wurde, hat Anspruch auf eine Umstrukturierungsbeihilfe
         je Tonne aufgegebener Quote, wenn es im Wirtschaftsjahr 2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 oder 2009/2010
      
      a)      die Quote aufgibt, die es einer oder mehreren Fabriken zugewiesen hat und die betreffenden Produktionsanlagen der Fabriken
         völlig abbaut
      
      oder
      b)      seine Quote aufgibt, die es einer oder mehreren Fabriken zugewiesen hat, die betreffenden Produktionsanlagen der Fabriken
         teilweise abbaut und die übrigen Produktionsanlagen der betreffenden Fabriken nicht für die Erzeugung von Produkten verwendet,
         die unter die Gemeinsame Marktorganisation für Zucker fallen,
      
      oder
      c)      einen Teil seiner Quote aufgibt, die es einer oder mehreren Fabriken zugewiesen hat und die Produktionsanlagen der betreffenden
         Fabriken nicht für die Raffinierung von Rohzucker verwendet.
      
      …“
      6        Die Art. 6 bis 9 der Verordnung Nr. 320/2006 sehen verschiedene Diversifizierungsbeihilfen und befristete Beihilfen vor, die,
         wie aus Art. 10 Abs. 1 und 3 dieser Verordnung folgt, von der Beihilfe nach Art. 3 unabhängig sind und wie diese in den Wirtschaftsjahren
         2006/2007 bis 2009/2010 nur bis zur Höhe der im Umstrukturierungsfonds verfügbaren Mittel gewährt werden können.
      
      7        Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 bestimmt:
      
      „1.      Unternehmen, denen eine Quote zugeteilt worden ist, zahlen jedes Wirtschaftsjahr je Tonne der Quote einen befristeten Umstrukturierungsbetrag.
      Auf Quoten, die ein Unternehmen in einem bestimmten Wirtschaftsjahr gemäß Artikel 3 Absatz 1 aufgegeben hat, wird in diesem
         Wirtschaftsjahr und in den nachfolgenden Wirtschaftsjahren kein befristeter Umstrukturierungsbetrag erhoben.
      
      2.      Der befristete Umstrukturierungsbetrag für Zucker … wird wie folgt festgelegt:
      –        126,40 EUR je Tonne der Quote für das Wirtschaftsjahr 2006/2007,
      –        173,80 EUR je Tonne der Quote für das Wirtschaftsjahr 2007/2008,
      –        113,30 EUR je Tonne der Quote für das Wirtschaftsjahr 2008/2009.
      …“
      8        Der erste Erwägungsgrund der Verordnung (EG) Nr. 1261/2007 des Rates vom 9. Oktober 2007 zur Änderung der Verordnung Nr. 320/2006
         (ABl. L 283, S. 8), mit der einige Maßnahmen zur Verbesserung der Umstrukturierungsregelung eingeführt worden sind, lautet:
      
      „Die Verordnung … Nr. 320/2006 … wurde erlassen, um den wettbewerbsschwächeren Zuckererzeugern die Aufgabe ihrer Quotenerzeugung
         zu ermöglichen. Die Quotenmenge, auf die im Rahmen der genannten Verordnung bisher verzichtet wurde, ist jedoch hinter den
         ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben.“
      
       Ausgangsverfahren und Vorlagefragen
      9        Mit Bescheid der Agrarmarkt Austria (Förderungsabwicklungsstelle) vom 28. September 2009, berichtigt mit Bescheid vom 13.
         Oktober 2009, wurde Agrana Zucker die Zahlung der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr
         2008/2009 in Höhe von 15 908 561,77 Euro vorgeschrieben. 
      
      10      Gegen diesen Bescheid erhob Agrana Zucker Berufung, die mit Bescheid des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt
         und Wasserwirtschaft vom 10. Dezember 2009 abgewiesen wurde, der Gegenstand einer Beschwerde vor dem vorlegenden Gericht ist.
      
      11      Der Vorlageentscheidung zufolge stellt Agrana Zucker die Rechtmäßigkeit dieses Bescheids in Frage und stützt sich dabei insbesondere
         auf das Urteil des Gerichtshofs vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker (C‑33/08, Slg. 2009, I‑5035), das bestätigt habe, wie sich
         auch aus Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 1 der Verordnung Nr. 320/2006 und deren viertem Erwägungsgrund ergebe, dass die Einnahmen
         aus dem befristeten Umstrukturierungsbetrag „zweckgebundene Einnahmen“ im Sinne der Verordnung Nr. 1605/2002 seien und dazu
         dienten, die Selbstfinanzierung der in der Verordnung Nr. 320/2006 vorgesehenen Umstrukturierungsmaßnahmen sicherzustellen.
         Agrana Zucker folgert daraus, dass nach einer teleologischen Auslegung von Art. 11 dieser Verordnung die Erhebung des Umstrukturierungsbetrags
         dann unterbleiben müsse, wenn sie offensichtlich nicht mehr nötig wäre, um die genannten Umstrukturierungsmaßnahmen zu finanzieren.
         Dies sei bei der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 der Fall, die
         zu einer evidenten Überdotierung des Umstrukturierungsfonds führen würde.
      
      12      Agrana Zucker trägt vor dem Verwaltungsgerichtshof insbesondere vor, dass der befristete Umstrukturierungsbetrag trotz Art. 1
         Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006, der die Zuweisung der nach Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen noch
         im Umstrukturierungsfonds vorhandenen Beträge an den EGFL vorsehe, keinen anderen Ausgaben zugewiesen werden könne.
      
      13      Sollte die Erhebung der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 nicht gänzlich
         zu unterbleiben haben oder seine endgültige Festlegung nicht nach Maßgabe der Endabrechnung des Umstrukturierungsfonds zu
         modifizieren sein, verstoße Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Ferner bestünde
         keine Kompetenz der Europäischen Union für die Erhebung einer generellen Steuer, die nicht zur Finanzierung von Maßnahmen
         der Umstrukturierung des europäischen Zuckermarkts verwendet werde. 
      
      14      Agrana Zucker macht weiter geltend, sollte Art. 11 im Sinne der im Ausgangsverfahren belangten Behörde zu verstehen sein,
         wäre er gleichwohl rechtswidrig, da dann die Begründungspflicht verletzt worden wäre.
      
      15      Das vorlegende Gericht stellt fest, dass Agrana Zucker im Gegensatz zu der im genannten Urteil Agrana Zucker geprüften Sachlage
         nachgewiesen habe, dass der Finanzierungsbedarf der Umstrukturierungsmaßnahmen bereits in vollem Umfang gedeckt sei. Unter
         diesen Umständen sehe es sich nicht in der Lage, die im vorliegenden Verfahren aufgeworfenen Rechtsfragen aufgrund der anzuwendenden
         Normen und der Rechtsprechung des Gerichtshofs zu beantworten. 
      
      16      Der Verwaltungsgerichtshof hat daher beschlossen, das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof folgende Fragen zur Vorabentscheidung
         vorzulegen:
      
      1.      Ist Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 dahin zu verstehen, dass der in Abs. 2 dieses Artikels vorgesehene befristete Umstrukturierungsbetrag
         für Zucker und Inulinsirup für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 in der Höhe von 113,30 Euro je Tonne der Quote jedenfalls und
         in voller Höhe auch dann vorzuschreiben ist, wenn es durch dessen Zahlung zu einem (erheblichen) Überschuss im Umstrukturierungsfonds
         kommen würde und ein weiterer Anstieg des Finanzierungsbedarfs ausgeschlossen erscheint? 
      
      2.      Für den Fall der Bejahung der Frage 1: Verstößt Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 in diesem Fall gegen den Grundsatz der
         begrenzten Einzelermächtigung, weil diese Bestimmung mit dem befristeten Umstrukturierungsbeitrag eine allgemeine Steuer einführen
         könnte, die nicht auf die Finanzierung von Ausgaben begrenzt wäre, die den Adressaten der Steuer zugutekommen?
      
       Zu den Vorlagefragen
       Zur ersten Frage
      17      Mit seiner ersten Frage möchte das vorlegende Gericht wissen, ob Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 dahin auszulegen ist,
         dass der befristete Umstrukturierungsbetrag auch dann in voller Höhe zu erheben ist, wenn der Umstrukturierungsfonds einen
         Einnahmenüberschuss ausweist.
      
      18      Die beschwerdeführende Partei des Ausgangsverfahrens sowie die griechische Regierung machen geltend, dass nach einer teleologischen
         Auslegung von Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 der befristete Umstrukturierungsbetrag nicht zu erheben sei, wenn er für
         die Finanzierung der in dieser Verordnung vorgesehenen Umstrukturierungsmaßnahmen offensichtlich nicht benötigt werde. So
         dürften die Zucker erzeugenden Unternehmen dann nicht zur Zahlung der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags
         für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 verpflichtet sein, wenn deren Erhebung zu Überschüssen des Umstrukturierungsfonds führen
         würde. Diese Erhebung liefe insbesondere dem Grundsatz der Selbstfinanzierung zuwider, zu dem sich der Gerichtshof bereits
         im Urteil Agrana Zucker vom 11. Juni 2009 sowie in den Urteilen vom 8. Mai 2008, Zuckerfabrik Jülich u. a. (C‑5/06 und C‑23/06
         bis C‑36/06, Slg. 2008, I‑3231), und vom 20. Mai 2010, Agrana Zucker (C‑365/08, Slg. 2010, I‑0000), geäußert habe und der
         einen Haushaltsausgleich zwischen den Ausgaben und den Einnahmen impliziere.
      
      19      Hilfsweise trägt Agrana Zucker vor, nach Abschluss der Umstrukturierungsmaßnahmen müsse eine endgültige Abrechnung des Umstrukturierungsfonds
         erstellt und der Überschuss den Erzeugern, von denen der befristete Umstrukturierungsbetrag erhoben werde, erstattet werden.
         Weiter hilfsweise führt sie aus, der Überschuss dürfe, nachdem er auf den EGFL übertragen worden sei, nur der Finanzierung
         der Ausgaben im Rahmen der Marktorganisation für Zucker dienen.
      
      20      Insoweit genügt die Feststellung, dass zum einen nach Art. 11 Abs. 1 der Verordnung Nr. 320/2006 die Unternehmen, denen eine
         Quote zugeteilt worden ist, je Wirtschaftsjahr einen befristeten Umstrukturierungsbetrag zu zahlen haben, dessen Höhe in Abs. 2
         dieses Artikels für die Wirtschaftsjahre 2006/2007, 2007/2008 und 2008/2009 festgelegt worden ist, und dass zum anderen der
         Unionsgesetzgeber die Möglichkeit eines Einnahmenüberschusses aus dem befristeten Umstrukturierungsbetrag im Zusammenhang
         mit den mit der Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen verbundenen Ausgaben, der er dienen soll, insofern in Betracht
         gezogen hat, als er in Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006 vorgesehen hat, dass alle nach der Finanzierung
         dieser Maßnahmen noch im Umstrukturierungsfonds vorhandenen Beträge dem EGFL zugewiesen werden.
      
      21      Entgegen der Auffassung von Agrana Zucker und der griechischen Regierung, die eine teleologische Auslegung der Bestimmungen
         der Verordnung Nr. 320/2006 vornehmen, ist somit dem Wortlaut von Art. 11 dieser Verordnung sowie deren Aufbau klar zu entnehmen,
         dass der befristete Umstrukturierungsbetrag von den betroffenen Unternehmen in allen genannten Wirtschaftsjahren und in vollem
         Umfang zu zahlen ist, auch wenn sich daraus für den Umstrukturierungsfonds nach Durchführung der mit dieser Verordnung für
         die Zuckerindustrie eingeführten befristeten Umstrukturierungsregelung ein Einnahmenüberschuss ergeben sollte.
      
      22      Demgemäß ist auf die erste Vorlagefrage zu antworten, dass Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 dahin auszulegen ist, dass
         der befristete Umstrukturierungsbetrag auch dann in voller Höhe zu erheben ist, wenn der Umstrukturierungsfonds einen Einnahmenüberschuss
         ausweist.
      
       Zur zweiten Frage 
      23      Die zweite Vorlagefrage betrifft die Gültigkeit des in dieser Weise ausgelegten Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006. Auch
         wenn es bei dieser Frage ausdrücklich nur um den Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung geht, ist die Gültigkeit dieses
         Artikels in Anbetracht der Vorlageentscheidung und der beim Gerichtshof eingereichten Erklärungen auch im Hinblick auf die
         Begründungspflicht, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und die behauptete ungerechtfertigte Bereicherung der Union zu prüfen.
      
       Zur Gültigkeit von Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 im Hinblick auf den Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung 
      24      Das vorlegende Gericht fragt sich, ob Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 insoweit gegen den Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung
         verstößt, als er die Einführung einer allgemeinen Steuer ermögliche, die nicht auf die Finanzierung der Ausgaben beschränkt
         wäre, für die der befristete Umstrukturierungsbetrag bestimmt sei.
      
      25      Agrana Zucker und die griechische Regierung führen aus, durch die Erhebung einer Abgabe, die der Finanzierung von Maßnahmen
         diene, die außerhalb des Rahmens der gemeinsamen Marktorganisation für Zucker getroffen würden, werde diese Abgabe zu einer
         allgemeinen Steuer, deren Einführung von den Befugnissen der Union nicht umfasst sei.
      
      26      Hierzu ist zu beachten, dass, wie sich aus dem ersten Erwägungsgrund der Verordnung Nr. 320/2006 ergibt, der Rat der Europäischen
         Union, um die Gemeinschaftsregelung für die Zuckererzeugung und den Zuckerhandel mit den internationalen Erfordernissen in
         Einklang zu bringen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Sektors sicherzustellen, eine grundlegende Umstrukturierung
         für notwendig hält, bei der unrentable Erzeugungskapazitäten in der Gemeinschaft deutlich abgebaut werden sollten. Zu diesem
         Zweck legte er mit dieser Verordnung eine getrennte und autonome befristete Umstrukturierungsregelung für die Zuckerindustrie
         in der Gemeinschaft fest (Urteil vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 34).
      
      27      Im Rahmen dieser befristeten Regelung wurde mit der Verordnung Nr. 320/2006, wie es in ihrem fünften Erwägungsgrund heißt,
         den Zuckerunternehmen mit der geringsten Produktivität eine Umstrukturierungsbeihilfe als wirtschaftlicher Anreiz zur Aufgabe
         ihrer Quotenerzeugung geboten. Zu diesem Zweck sieht die Verordnung in ihrem Art. 3 eine Umstrukturierungsbeihilfe vor, die
         vier Wirtschaftsjahre – 2006/2007 bis 2009/2010 – lang gezahlt werden und es ermöglichen soll, die Erzeugung so weit zu reduzieren,
         dass in der Gemeinschaft ein Marktgleichgewicht erreicht wird (Urteil vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 35).
      
      28      Zur Finanzierung dieser Umstrukturierungsbeihilfe sowie der Diversifizierungs- und der befristeten Beihilfen nach den Art. 6
         bis 9 der Verordnung Nr. 320/2006 richtete der Rat einen befristeten Umstrukturierungsfonds ein und beschloss insbesondere,
         wie im vierten Erwägungsgrund dieser Verordnung ausgeführt, dass diese Maßnahmen durch die Erhebung befristeter Beträge von
         den Zucker-, Isoglucose- und Inulinsiruperzeugern finanziert würden, denen die Umstrukturierung letztlich zugutekäme. Die
         betreffenden Einnahmen werden als „zweckgebundene Einnahmen“ im Sinne der Verordnung Nr. 1605/2002 angesehen (Urteil vom 11.
         Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 36).
      
      29      Da die Erhebung des befristeten Umstrukturierungsbetrags somit zur Umstrukturierung der Zuckerindustrie in der Gemeinschaft
         beitragen soll, stellt sie eine Maßnahme der gemeinsamen Agrarpolitik dar, die ordnungsgemäß auf der Grundlage des Art. 37
         EG erlassen worden ist (vgl. entsprechend Urteile vom 11. Juli 1989, Schräder HS Kraftfutter, 265/87, Slg. 1989, 2237, Randnr. 9,
         und vom 26. Juni 1990, Zardi, C‑8/89, Slg. 1990, I‑2515, Randnr. 9).
      
      30      Dadurch, dass sich bei Ablauf dieser mehrjährigen befristeten Umstrukturierungsregelung ein Einnahmenüberschuss ergibt – insbesondere
         weil die Erzeuger letztlich in geringerem Umfang als erwartet die Umstrukturierungsbeihilfen in Anspruch genommen und im Gegenzug
         auf die Erzeugungsquoten verzichtet haben – und dass dieser Überschuss nach Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006
         dem EGFL zugewiesen worden ist, wird die Zuständigkeit des europäischen Gesetzgebers für den Erlass dieser Maßnahme nicht
         in Frage gestellt und dieser Maßnahme nicht ihre Eigenschaft als Agrarmaßnahme genommen.
      
      31      Zum einen ist nämlich die Rechtmäßigkeit eines Rechtsakts der Union nach der Sach‑ und Rechtslage zum Zeitpunkt des Erlasses
         des Aktes zu beurteilen (vgl. Urteil vom 7. Februar 1979, Frankreich/Kommission, 15/76 und 16/76, Slg. 1979, 321, Randnr. 7)
         und kann insbesondere nicht von nachträglichen Betrachtungen über dessen Wirkungsgrad abhängen (Urteil vom 17. Mai 2001, IECC/Kommission,
         C‑449/98 P, Slg. 2001, I‑3875, Randnr. 87 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      32      Zum anderen ist festzustellen, dass ein etwaiger Überschuss des EGFL, zu dem der Umstrukturierungsfonds gehört, auch weiterhin
         nur zur Finanzierung von Maßnahmen der gemeinsamen Agrarpolitik bestimmt ist.
      
      33      Mithin verstößt Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 nicht gegen den Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung.
      
       Zur Gültigkeit von Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 im Hinblick auf die Begründungspflicht
      34      Agrana Zucker und die griechische Regierung machen im Wesentlichen geltend, der Umstrukturierungsbetrag sei der Präambel der
         Verordnung Nr. 320/2006 zufolge eingeführt worden, um die Maßnahmen zur Umstrukturierung der Zuckerindustrie zu finanzieren.
         Demnach wäre die Begründung dieser Verordnung fehler‑ oder lückenhaft, wenn die Einnahmen aus diesem Betrag der Finanzierung
         anderer Maßnahmen zugewiesen werden und damit ihren befristeten Charakter verlieren könnten.
      
      35      Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass die nach Art. 296 AEUV vorgeschriebene Begründung zwar die Überlegungen der Unionsbehörde,
         die den fraglichen Rechtsakt erlassen hat, so klar und eindeutig zum Ausdruck bringen muss, dass die Betroffenen ihr die Gründe
         für die getroffene Maßnahme entnehmen können und der Gerichtshof seine Kontrolle ausüben kann; sie braucht jedoch nicht sämtliche
         rechtlich oder tatsächlich erheblichen Gesichtspunkte zu enthalten. Ob die Begründungspflicht gewahrt ist, ist nicht nur im
         Hinblick auf den Wortlaut des Rechtsakts zu beurteilen, sondern auch anhand seines Kontextes sowie sämtlicher Rechtsvorschriften,
         die das betreffende Gebiet regeln. Lässt sich dem angegriffenen Rechtsakt der vom Gemeinschaftsorgan verfolgte Zweck in seinen
         wesentlichen Zügen entnehmen, wäre es unnötig, eine besondere Begründung für jede der fachlichen Entscheidungen zu verlangen,
         die das Organ getroffen hat (vgl. u. a. Urteil vom 12. Juli 2005, Alliance for Natural Health u. a., C‑154/04 und C‑155/04,
         Slg. 2005, I‑6451, Randnrn. 133 und 134).
      
      36      Im vorliegenden Fall sind Gegenstand der in den Randnrn. 26 bis 28 des vorliegenden Urteils in Erinnerung gerufenen Begründung
         in der Präambel der Verordnung Nr. 320/2006 insbesondere das Ziel der mit dieser Verordnung eingeführten befristeten Umstrukturierungsregelung
         für die Zuckerindustrie und die Mittel zur Erreichung dieses Ziels, nämlich die Schaffung eines wirtschaftlichen Anreizes
         zur Quotenaufgabe und die Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen durch die Erhebung des befristeten Umstrukturierungsbetrags.
      
      37      Hinsichtlich der Finanzierungsmodalitäten dieser Regelung heißt es im zweiten Erwägungsgrund der Verordnung Nr. 320/2006,
         dass zur Finanzierung der Umstrukturierungsmaßnahmen in der Zuckerindustrie der Gemeinschaft ein befristeter Umstrukturierungsfonds
         eingerichtet werden und dieser Fonds aus Gründen der ordnungsgemäßen Haushaltsführung zum Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds
         für die Landwirtschaft, Abteilung Garantie, und ab dem 1. Januar 2007 zu dem durch die Verordnung Nr. 1290/2005 errichteten
         EGFL gehören sollte.
      
      38      Zwar legt der zweite Erwägungsgrund nicht die Gründe dar, aus denen gemäß Art. 1 Abs. 3 Unterabs. 2 der Verordnung Nr. 320/2006
         alle nach der Finanzierung der Ausgaben noch im Umstrukturierungsfonds vorhandenen Beträge dem EGFL zugewiesen werden sollen.
         Er weist jedoch darauf hin, dass dieser Fonds aus Gründen der ordnungsgemäßen Haushaltsführung zum EGFL gehört, der eingerichtet
         worden ist, um die Finanzierung der verschiedenen Maßnahmen der gemeinsamen Agrarpolitik, darunter auch die unter die gemeinsame
         Marktorganisation für Zucker fallenden, sicherzustellen. Sodann ist festzustellen, dass die Verordnung in finanzieller Hinsicht
         im Wesentlichen die Deckung aller Ausgaben im Zusammenhang mit der Umstrukturierung gewährleisten soll, deren tatsächliche
         Durchführung sie in Aussicht nimmt, um unrentable Erzeugungskapazitäten dadurch zurückzuführen, dass sie den Erzeugern einen
         Anreiz zur Aufgabe ihrer Quotenerzeugung bietet. Deshalb konnte zu dem für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit dieses Rechtsakts
         maßgeblichen Zeitpunkt, d. h., wie in Randnr. 31 des vorliegenden Urteils ausgeführt, zum Zeitpunkt seines Erlasses, nur ein
         nach dem Tätigen dieser Ausgaben im Umstrukturierungsfonds etwa noch vorhandener Restüberschuss in Betracht gezogen werden.
         Mithin ist davon auszugehen, dass die Entscheidung, diesen Überschuss dem EGFL, zu dem der Umstrukturierungsfonds gehört,
         zuzuweisen, nur eine technische Entscheidung darstellt, für die keine besondere Begründung verlangt werden kann.
      
      39      Daraus folgt, dass Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 nicht mit einem Begründungsfehler behaftet ist.
      
       Zur Gültigkeit von Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 im Hinblick auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit 
      40      Agrana Zucker trägt vor, Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 verletze den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, wenn der Ertrag
         aus der zweiten Tranche des befristeten Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 nicht zweckgebunden sei
         und der Finanzierung von Ausgaben außerhalb des Rahmens der Marktorganisation für Zucker zugewiesen werden könne. Aus dem
         vierten Erwägungsgrund dieser Verordnung ergebe sich nämlich, dass der befristete Umstrukturierungsbetrag bezwecke, den Erzeugern
         nach dem Grundsatz der Selbstfinanzierung die Kosten für die Umstrukturierungsmaßnahmen aufzuerlegen. Da es zur Finanzierung
         dieser Maßnahme der genannten zweiten Tranche nicht bedürfe, sei deren zu einem erheblichen Überschuss führende Erhebung zur
         Erreichung der verfolgten Zwecke offensichtlich ungeeignet. Außerdem würden dadurch die europäischen Zuckerunternehmen unangemessen
         belastet.
      
      41      Nach Ansicht der griechischen Regierung verstößt die Erhebung des befristeten Umstrukturierungsbetrags gegen den Grundsatz
         der Verhältnismäßigkeit, wenn sie zur Erreichung der verfolgten Ziele offensichtlich ungeeignet ist; dies sei dann der Fall,
         wenn die Einnahmen die mit den Umstrukturierungsmaßnahmen zusammenhängenden Ausgaben überstiegen. Die Übertragung dieses Überschusses
         an den EGFL stelle eine qualifizierte Verletzung dieses Grundsatzes dar, da es sich bei ihr um eine Maßnahme handele, die
         die Erzeuger unangemessen belaste und der Verfolgung von Zielen diene, die mit der Umstrukturierung der Zuckerindustrie nichts
         zu tun hätten.
      
      42      Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, der zu den allgemeinen Grundsätzen des Unionsrechts
         gehört, die Handlungen der Unionsorgane nicht die Grenzen dessen überschreiten dürfen, was zur Erreichung der mit der betreffenden
         Regelung zulässigerweise verfolgten Ziele geeignet und erforderlich ist, wobei zu beachten ist, dass dann, wenn mehrere geeignete
         Maßnahmen zur Auswahl stehen, die am wenigsten belastende zu wählen ist, und dass die verursachten Nachteile nicht gegenüber
         den angestrebten Zielen unangemessen sein dürfen (Urteil vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 31 und die dort angeführte
         Rechtsprechung).
      
      43      Was die gerichtliche Kontrolle der Voraussetzungen angeht, unter denen dieser Grundsatz angewandt wurde, kann aufgrund des
         weiten Ermessens, über das der Unionsgesetzgeber im Bereich der gemeinsamen Agrarpolitik verfügt, die Rechtmäßigkeit einer
         in diesem Bereich erlassenen Maßnahme nur dann beeinträchtigt sein, wenn diese Maßnahme zur Erreichung des vom zuständigen
         Organ verfolgten Ziels offensichtlich ungeeignet ist (Urteil vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 32 und die dort angeführte
         Rechtsprechung).
      
      44      Es geht somit nicht darum, ob die vom Gesetzgeber erlassene Maßnahme die einzig mögliche oder die bestmögliche Maßnahme war,
         sondern darum, ob sie offensichtlich ungeeignet war (Urteil vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 33 und die dort angeführte
         Rechtsprechung).
      
      45      Außerdem ist, wie in Randnr. 31 des vorliegenden Urteils ausgeführt worden ist, die Rechtmäßigkeit eines Rechtsakts der Union
         nach der Sach‑ und Rechtslage zum Zeitpunkt des Erlasses des Aktes zu beurteilen und kann insbesondere nicht von nachträglichen
         Betrachtungen über dessen Wirkungsgrad abhängen. Wenn der Gemeinschaftsgesetzgeber künftige Auswirkungen einer zu erlassenden
         Regelung zu beurteilen hat, die nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden können, kann seine Beurteilung nur beanstandet
         werden, wenn sie sich im Licht der Informationen, über die er zum Zeitpunkt des Erlasses der betreffenden Regelung verfügt
         hat, als offensichtlich fehlerhaft erweist (Urteile vom 21. Februar 1990, Wuidart u. a., C‑267/88 bis C‑285/88, Slg. 1990,
         I‑435, Randnr. 14, vom 5. Oktober 1994, Crispoltoni u. a., C‑133/93, C‑300/93 und C‑362/93, Slg. 1994, I‑4863, Randnr. 43,
         und vom 12. Juli 2001, Jippes u. a., C‑189/01, Slg. 2001, I‑5689, Randnr. 84).
      
      46      Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Randnrn. 26 bis 28 des vorliegenden Urteils, dass der in Art. 11 der Verordnung Nr.
         320/2006 vorgesehene befristete Umstrukturierungsbetrag dem Ziel der Finanzierung der befristeten Umstrukturierungsregelung
         für die Zuckerindustrie in der Union durch die Erzeuger dient, was einen Haushaltsausgleich zwischen den Ausgaben und den
         Einnahmen während der vier betroffenen Wirtschaftsjahre impliziert (vgl. Urteil vom 11. Juni 2009, Agrana Zucker, Randnr. 37).
      
      47      Zu diesem Zweck wurden die Einnahmen, die für die Finanzierung der Umstrukturierungsbeihilfen benötigt wurden, die denjenigen
         Unternehmen gezahlt werden sollten, die sich zu einem Quotenverzicht in einem dieser Wirtschaftsjahre entschließen würden,
         auf der Grundlage einer Vorausschätzung der mit diesen Beihilfen verbundenen Ausgaben festgelegt, die den Ausführungen des
         Rates und der Europäischen Kommission zufolge insbesondere nach Maßgabe derjenigen den Quoten unterliegenden Zuckermengen
         vorgenommen worden ist, um die die Erzeugung als Zielvorgabe reduziert werden sollte. Die tatsächliche Vornahme dieser Ausgaben
         hing indessen von den Entscheidungen der Unternehmen ab, da die Verordnung Nr. 320/2006 nur einen wirtschaftlichen Anreiz
         zur Quotenaufgabe geschaffen hatte.
      
      48      Unter diesen Umständen ist festzustellen, dass der befristete Umstrukturierungsbetrag nach den künftigen Wirkungen der mit
         dieser Verordnung eingeführten Umstrukturierungsregelung festgelegt wurde, ohne dass diese Wirkungen genau vorhergesehen werden
         konnten.
      
      49      In Bezug auf diese Wirkungen ist jedoch unstreitig, dass, wie im ersten Erwägungsgrund der Verordnung Nr. 1261/2007 festgestellt
         worden ist, die aufgegebene Quotenmenge hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieb und der Umstrukturierungsfonds deshalb
         trotz der Maßnahmen, die in dieser Verordnung zur Verbesserung der Funktionsweise der Umstrukturierungsregelung mit dem Ziel
         der Aufgabe einer größeren Quotenmenge vorgeschrieben waren, einen nicht vorhergesehenen Einnahmenüberschuss auswies.
      
      50      Den Akten ist jedoch nicht zu entnehmen, dass die Beurteilung der für diese Maßnahmen notwendigen Ausgaben und Einnahmen angesichts
         der Informationen, über die der Gemeinschaftsgesetzgeber zum Zeitpunkt des Erlasses der Verordnung Nr. 320/2006 verfügte,
         offensichtlich fehlerhaft gewesen wäre, wobei zu beachten ist, dass die Höhe des Überschusses kein ausreichendes Beweismittel
         für den Nachweis des Vorliegens eines solchen Fehlers ist.
      
      51      Somit ist nicht zu erkennen, dass die Festlegung des befristeten Umstrukturierungsbetrags zur Erreichung des verfolgten Ziels
         offensichtlich ungeeignet gewesen wäre. Infolgedessen verletzen Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 und die nach diesem Artikel
         erfolgte Erhebung des befristeten Umstrukturierungsbetrags nicht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
      
       Zur Gültigkeit von Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 im Hinblick auf die behauptete ungerechtfertigte Bereicherung der Union
         
      
      52      Agrana Zucker, die Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 wegen eines Befugnis‑ und Begründungsmangels sowie wegen Verletzung
         des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit für ungültig hält, trägt vor, durch die Erhebung der zweiten Tranche des befristeten
         Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 werde die Union ungerechtfertigt bereichert, weshalb die Zucker
         erzeugenden Unternehmen die Erstattung dieser rechtswidrig erhobenen zweiten Tranche verlangen könnten.
      
      53      Eine auf ungerechtfertigte Bereicherung der Union gegründete Erstattungsklage ist jedoch nur zulässig, wenn der Nachweis erbracht
         wird, dass die Union ohne wirksame Rechtsgrundlage bereichert und der Kläger im Zusammenhang mit dieser Bereicherung entreichert
         ist (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 16. Dezember 2008, Masdar [UK]/Kommission, C‑47/07 P, Slg. 2008, I‑9761, Randnrn. 46
         und 49).
      
      54      Hier ergibt sich indes aus den im vorliegenden Urteil getroffenen Feststellungen, dass Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006
         insbesondere im Hinblick auf die Grundsätze der begrenzten Einzelermächtigung und der Verhältnismäßigkeit gültig ist und dass
         daher die Erhebung der zweiten Tranche des Umstrukturierungsbetrags für das Wirtschaftsjahr 2008/2009 ungeachtet der Bildung
         eines Überschusses des Umstrukturierungsfonds nicht einer gültigen Rechtsgrundlage entbehrt. Die Erhebung dieser Tranche bewirkt
         daher keine ungerechtfertigte Bereicherung der Union, die zur Begründetheit einer Erstattungsklage führen könnte, und kann
         jedenfalls nicht zur Beurteilung der Gültigkeit dieses Art. 11 als ihrer Rechtsgrundlage angeführt werden.
      
      55      Nach alledem ist auf die zweite Frage zu antworten, dass deren Prüfung nichts ergeben hat, was die Gültigkeit von Art. 11
         der Verordnung Nr. 320/2006 berühren könnte.
      
       Kosten
      56      Für die Parteien des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren ein Zwischenstreit in dem bei dem vorlegenden Gericht anhängigen
         Rechtsstreit; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. Die Auslagen anderer Beteiligter für die Abgabe von
         Erklärungen vor dem Gerichtshof sind nicht erstattungsfähig.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Achte Kammer) für Recht erkannt:
      1.      Art. 11 der Verordnung (EG) Nr. 320/2006 des Rates vom 20. Februar 2006 mit einer befristeten Umstrukturierungsregelung für
            die Zuckerindustrie in der Europäischen Gemeinschaft und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 über die Finanzierung
            der Gemeinsamen Agrarpolitik ist dahin auszulegen, dass der befristete Umstrukturierungsbetrag auch dann in voller Höhe zu
            erheben ist, wenn der befristete Umstrukturierungsfonds einen Einnahmenüberschuss ausweist.
      2.      Die Prüfung der zweiten Vorlagefrage hat nichts ergeben, was die Gültigkeit von Art. 11 der Verordnung Nr. 320/2006 berühren
            könnte.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Deutsch.