CELEX: 31983D0533
Language: de
Date: 1983-10-26 00:00:00
Title: 83/533/EWG: Beschluß des Rates vom 26. Oktober 1983 über die zweite Phase (Januar 1984 - März 1986) des mehrjährigen Forschungs- und Ausbildungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet der molekularbiologischen Technik

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31983D0533

83/533/EWG: Beschluß des Rates vom 26. Oktober 1983 über die zweite Phase (Januar 1984 - März 1986) des mehrjährigen Forschungs- und Ausbildungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet der molekularbiologischen Technik  

Amtsblatt Nr. L 305 vom 08/11/1983 S. 0011 - 0013 Spanische Sonderausgabe: Kapitel 16 Band 1 S. 0167  Portugiesische Sonderausgabe: Kapitel 16 Band 1 S. 0167 

*****  BESCHLUSS  DES RATES  vom 26. Oktober 1983  über die zweite Phase (Januar 1984 - März 1986) des mehrjährigen Forschungs- und Ausbildungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet der molekularbiologischen Technik  (83/533/EWG)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 235,  auf Vorschlag der Kommission (1),  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Nach Artikel 2 des Vertrages ist es insbesondere Aufgabe der Gemeinschaft, eine harmonische Entwicklung des Wirtschaftslebens innerhalb der Gemeinschaft, eine beständige und ausgewogene Wirtschaftsausweitung und eine beschleunigte Hebung der Lebenshaltung zu fördern.  Mit seinem Beschluß 81/1032/EWG (4) hat der Rat ein mehrjähriges Forschungs- und Ausbildungsprogramm auf dem Gebiet der molekularbiologischen Technik beschlossen. Das Programm wird in zwei Phasen durchgeführt, wobei die erste Phase vom 1. April 1982 bis zur Revision des Programms 1983 und die zweite Phase nach dieser Revision bis zum 31. März 1986 läuft.  Der Rat hat beschlossen, daß die für die Durchführung des Programms erforderlichen Mittel sowie der hierfür notwendige Personalbestand bei der Revision des Programms neu berechnet werden.  Die Durchführung der ersten Phase des Programms vermittels Forschungs- und Ausbildungsverträgen hat eindeutig die Notwendigkeit einer Erweiterung des Programms während der zweiten Phase bestätigt.  Die Bedeutung der Forschungs- und Ausbildungsarbeiten auf Gemeinschaftsebene im Bereich der molekularbiologischen Technik wird in dem von der Kommission erstellten Arbeitsprogramm (1984 - 1987) voll anerkannt.  Nach Kenntnisnahme der Stellungnahme, die der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (AWTF) zum Vorschlag der Kommission abgegeben hat; nach Kenntnisnahme der Stellungnahme des Beratenden Programmausschusses für molekularbiologische Technik -  BESCHLIESST:  Artikel 1  Die zweite Phase des mehrjährigen Forschungs- und Ausbildungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet der molekularbiologischen Technik (nachstehend »Programm" genannt) wird hiermit in der im Anhang enthaltenen Fassung für den Zeitraum vom 1. Januar 1984 bis 31. März 1986 angenommen.  Artikel 2  Die für die Durchführung der zweiten Phase des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel, zu denen die bereits für die erste Phase genehmigten Mittel hinzugefügt werden müssen, belaufen sich einschließlich der Ausgaben für einen Personalbestand von zwei zusätzlichen Bediensteten auf 7 Millionen ECU.  Geschehen zu Luxemburg am 26. Oktober 1983.  Im Namen des Rates  Der Präsident  G. MORAITIS  (1) ABl. Nr. C 180 vom 7. 7. 1983, S. 10.  (2) Stellungnahme vom 14. Oktober 1983 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).  (3) Stellungnahme vom 28. September 1983 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).  (4) ABl. Nr. L 375 vom 30. 12. 1981, S. 1.  ANHANG  1. Forschungsaktionen  1.1. Entwicklung von Bioreaktoren der zweiten Generation (Multienzym-Multiphasen- oder Systeme mit Kofaktorbedarf) für die Entgiftung und für die Anwendung in der Industrie einschließlich Anwendungen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Dieser Sektor umfasst auch Forschungstätigkeiten mit dem Schwerpunkt auf:  - Untersuchung der Physiologie und der Stabilität der Zellpopulationen, einschließlich genetisch manipulierter Zellen, im Zusammenhang mit der Immobilisierung ganzer Zellen;  - Analyse und Verhinderung der Enzyminaktivierung in immobilisierten Systemen (insbesondere unter nichtphysiologischen Bedingungen, die als spezifische Merkmale einen hohen Salzgehalt, nichtwäßrigen Zustand, hohe Temperaturen und extreme ph-Werte aufweisen).  1.2. Verbesserte Erzeugung durch Verfahren der molekularbiologischen Technik von Stoffen für:  - Tierzucht (insbesondere Vakzine und Hormone);  - Land- und Ernährungswirtschaft.  1.3. Aufwertung von Pflanzenerzeugnissen, insbesondere Holzzellstoff, durch Verfahren der molekularbiologischen Technik.  1.4. Durch Einsatz der Gentechnik Verbesserung von Pflanzen und Mikroorganismen, die eine bedeutende Rolle in der Landwirtschaft spielen. Die diesbezueglichen Forschungstätigkeiten sollen umfassen:  - Charakterisierung der Struktur und Expression von Genomen von Mikroben und Pflanzen, einschließlich Organellen und DNS-Plasmid;  - Untersuchung der Molekularmechanismen, der Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und symbiotischen Mikroorganismen; Verbesserung dieser symbiotischen Beziehungen durch Gentechnik;  - Entwicklung von Verfahren zur Identifizierung, Übertragung und Expression neuer genetischer Informationen in Anbaupflanzen;  - Überwachung der Regenerierung und Differenzierung von Pflanzenzellen und -protoplasten in reife Organismen;  - Einsatz der molekularbiologischen Technik zum frühen Nachweis genetischer oder pathogener Veränderungen in Pflanzen.  1.5. Entwicklung von Verfahren zum Nachweis der Kontaminierung und zur Bewertung möglicher Risiken im Zusammenhang mit den Anwendungen der molekularbiologischen Technik in Landwirtschaft und Industrie.  Die Finanzmittel für die Durchführung von Forschungsaktionen sollen nicht unter 80 v. H. des Gesamthaushalts betragen, der der zweiten Phase des Programms zugewiesen ist.  2. Ausbildungsaktion  2.1 Entwicklung neuer Reaktoren, bei denen immobilisierte Multienzymsysteme eingesetzt werden, einschließlich solcher Systeme, die Multiphasenmilieu und Kofaktorregeneration benötigen.  2.2. Entwicklung von Bioreaktoren zur menschlichen Entgiftung.  2.3. Übertragung von Genen unterschiedlicher Herkunft in das Bakterium Escherichia coli, die Hefe Saccharomyces cerevisiä und andere geeignete Organismen.  2.4. Entwicklung von Klonierungssystemen.  2.5. Genübertragung in Mikroorganismen und Pflanzen, die für die Landwirtschaft von Bedeutung sind.  2.6. Verbesserung der Verfahren zum Nachweis von Kontaminierung und zur Abschätzung eventueller Risiken, die mit der Anwendung der molekularbiologischen Technik in Landwirtschaft und Industrie verbunden sein könnten.  Die Finanzmittel für die Durchführung dieser Ausbildungsaktion sollen 20 v. H. des Gesamthaushalts für die zweite Phase des Programms nicht übersteigen.