CELEX: 51979PC0679
Language: de
Date: 1979-11-28
Title: GEAENDERTER VORSCHLAG EINER ACHTEN RICHTLINIE NACH ARTIKEL 54 ABSATZ 3 BUCHSTABE G DES EWG-VERTRAGS UEBER DIE ZULASSUNG DER MIT DER PFLICHTPRUEFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES VON GESELLSCHAFTEN BESTIMMTER RECHTSFORMEN BEAUFTRAGTEN PERSONEN

Nr. C 317/6                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   18. 12. 79
                                                                II
                                                  (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                KOMMISSION
              Geänderter Vorschlag einer achten Richtlinie nach Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g) des
              EWG-Vertrags über die Zulassung der mit der Pflichtprüfung des Jahresabschlusses von
                          Gesellschaften bestimmter Rechtsformen beauftragten Personen (')
               (Gemäß Artikel 149 Absatz 2 des EWG-Vertrags von der Kommission dem Rat vorgelegt
                                                    am 5. Dezember 1979)
                URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                              G E Ä N D E R T E R VORSCHLAG
Vorschlag einer achten Richtlinie des Rates nach                   Geänderter Vorschlag einer achten Richtlinie des
Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g) des EWG-Vertrags                  Rates nach Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g) des
über die Zulassung der mit der Pflichtprüfung des Jah-             EWG-Vertrags über die Zulassung der mit der Pflicht-
resabschlusses von Kapitalgesellschaften beauftragten              prüfung des Jahresabschlusses von Gesellschaften be-
                         Personen                                       stimmter Rechtsformen beauftragten Personen
DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                           DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN —                                                   GEMEINSCHAFTEN —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro-                    unverändert
päischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe g),
auf Vorschlag der Kommission,                                      auf Vorschlag der Kommission ('),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                    nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 2 ),
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                 nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses,                                                          schusses ( 3 ),
in Erwägung nachstehender Gründe:                                  unverändert
Aufgrund der Richtlinie . . . . vom . . . zur Koordinie-           Aufgrund der Richtlinie 7 8 / 6 6 0 / E W G des Rates (4)
rung der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften über                 zur Koordinierung der einzelstaatlichen Rechtsvor-
den Jahresabschluß von Kapitalgesellschaften (2) sind              schriften über den Jahresabschluß von Gesellschaften
                                                                   (') ABl. Nr.   C 112 vom     13. 5. 1978, S. 6.
C) ABl. Nr. C 112 vom 13. 5. 1978, S. 6.
                                                                   (2) ABl. Nr.   C 140 vom     5. 6. 1979, S. 154.
(2) Geänderter Vorschlag einer vierten Richtlinie über die
    Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften, Beilage 6 / 7 4    O   ABl. Nr.   C 171 vom     9. 7. 1979, S. 30.
    — Bull. EG.                                                    (4) ABl. Nr.  L 222 vom     14. 8. 1978, S. 11.
 ---pagebreak--- 18. 12. 79                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 317/7
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                        GEÄNDERTER VORSCHLAG
die in ihrem Artikel 1 Absatz 1 Buchstabe b) genann-           bestimmter Rechtsformen sind die in ihrem Artikel 1
ten Gesellschaften verpflichtet, ihren Jahresabschluß          Absatz 1 genannten Gesellschaften verpflichtet, ihren
durch eine oder mehrere Personen prüfen zu lassen,             Jahresabschluß durch eine oder mehrere Personen
die aufgrund des einzelstaatlichen Rechts zur Prüfung          prüfen zu lassen, die aufgrund des einzelstaatlichen
des Jahresabschlusses zugelassen sind.                         Rechts zur Prüfung des Jahresabschlusses befähigt
                                                               sind.
Diese Richtlinie ist durch die Richtlinie . . . vom . . .      unverändert
über den Konzernabschluß (') ergänzt worden.
Aufgrund der Richtlinie Nr. . . . vom . . . zur,Koordi-
nierung der innerstaatlichen Rechtsvorschriften über
die Struktur der Aktiengesellschaften und die Befug-
nisse und Pflichten ihrer Organe (2) können nur unab-
hängige, durch eine Justiz- oder Verwaltungsbehörde
bestimmte oder zugelassene Personen mit der Rech-
nungsprüfung der Aktiengesellschaften beauftragt wer-
den.
Wenn auch einige Mitgliedstaaten die Pflichtprüfung            Somit ist diese Richtlinie die unerläßliche Ergänzung
des Jahresabschlusses von Kapitalgesellschaften beson-         der Richtlinie 7 8 / 6 6 0 / E W G sowie der Vorschläge
ders befähigten Berufsangehörigen übertragen, so ist           zur fünften und siebten Richtlinie.
dies noch nicht in allen Ländern der Gemeinschaft
der Fall.
So ist diese Richtlinie die unerläßliche Ergänzung der         Wenn auch einige Mitgliedstaaten die Pflichtprüfung
Vorschläge zur vierten, fünften und siebten Richtli-           des Jahresabschlusses von Gesellschaften besonders be-
                                                               fähigten Berufsangehörigen übertragen, so ist dies
                                                               noch nicht in allen Ländern der Gemeinschaft der
                                                               Fall.
Für die Durchführung der Pflichtprüfung des Jahres-            unverändert
abschlusses von Kapitalgesellschaften muß ein hoher
Stand theoretischer und praktischer Kenntnisse gefor-
dert werden; die Mitgliedstaaten dürfen daher die Zu-
lassung nur solchen Personen erteilen, die mit'Erfolg
eine berufliche Eignungsprüfung auf dem Niveau
eines Universitätsabschlusses abgelegt haben.
Allerdings sind die Mitgliedstaaten zu ermächtigen,             unverändert
den Personen die Möglichkeit zum beruflichen Auf-
stieg zu geben, die zwar/ keine theoretische Ausbil-
 dung, jedoch eine langjährige und qualifizierte prakti-
sche Erfahrung auf den Gebieten des Rechts, des
 Finanzwesens und der Buchführung nachweisen.
Desgleichen sind die Mitgliedstaaten zu ermächtigen,            unverändert
Ubergangsvorschriften zugunsten der Berufsangehöri-
gen zu erlassen, die nicht alle hier geforderten Vor-
aussetzungen erfüllen.
 (') Vorschlag einer siebten Richtlinie, ABl. Nr. C 121 vom
     2. 6. 1976.
(2) Vorschlag einer fünften Richtlinie, ABl. Nr. C 131 vom      O      ^ r ' p 14 vom 17. 1. 1979.
     13. 12. 1972.                                              O Unverändert.
 ---pagebreak--- Nr. C 317/8                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          18. 12. 79
               URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                      GEÄNDERTER VORSCHLAG
Die Mitgliedstaaten können sowohl natürliche Perso-
nen als auch Gesellschaften und Vereinigungen zulas-
sen, wenn insbesondere sichergestellt ist, daß niemand
innerhalb einer solchen Gesellschaft oder Vereinigung
mit einer Pflichtprüfung beauftragt wird, der selbst
nicht eine individuelle Zulassung erhalten könnte.
                                                            Die Anerkennung von Zulassungen für die Pflichtprü-
                                                            fung, die den Angehörigen anderer Mitgliedstaaten er-
                                                            teilt worden sind, wird im Zusammenhang einer Richt-
                                                            linie über die Anerkennung von Diplomen für Tätig-
                                                            keiten im Bereich des Finanzwesens, der Wirtschaft
                                                            und der Buchführung geregelt.
                                                            Ein Mitgliedstaat kann Berufsangehörige zulassen,
                                                            die außerhalb der Gemeinschaft Befähigungen erwor-
                                                            ben haben, welche den von dieser Richtlinie verlang-
                                                            ten objektiv gleichwertig sind, und die außerdem die
                                                            erforderlichen Rechtskenntnisse nachweisen.
In Ergänzung der besonderen Vorschriften des Vor-           unverändert
schlags der fünften Richtlinie muß die Unabhängig-
keit des zugelassenen Berufsangehörigen allgemein ge-
regelt werden.
Die Angehörigen der verschiedenen Berufe, welche
die Voraussetzungen der Richtlinie erfüllen, können
in dem Mitgliedstaat ihre Zulassung beantragen, in
dem sie die Tätigkeit der Abschlußprüfung von Kapi-
talgesellschaften ausüben wollen —
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
                        Artikel 1                                                  Artikel 1
Die mit dieser Richtlinie vorgeschriebenen Maßnah-         unverändert
men der Koordinierung gelten für die Rechts- und
Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die
Zulassung der mit der Pflichtprüfung der Unterlagen
des Jahresabschlusses folgender Gesellschaften beauf-
tragten Personen:
— in Belgien:
    la societe anonyme, de naamloze vennootschap, la
    societe en commandite par actions, de commandi-
    taire vennootschap op aandelen, la societe de per-
    sonnes ä responsabilite limitee, de personenven-
    nootschap met beperkte aansprakelijkheid:
— in Dänemark:
    Aktieselskab, Kommandit-Aktieselskab, Anparts-
    selskab;
— in Deutschland:
    die Aktiengesellschaft, die Kommanditgesellschaft
    auf Aktien, die Gesellschaft mit beschränkter Haf-
    tung;
 ---pagebreak--- 18. 12. 79                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 317/9
                 URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                     GEÄNDERTER VORSCHLAG
— in Frankreich:
     la societe anonyme, la societe en commandite par
     actions, la societe ä responsabilite limitee;
— in Irland:                                                    in Irland:
     companies incorporated with limited liability;             public companies limited by shares or by guaran-
                                                                tee, private companies limited by shares or by
                                                                guarantee;
— in Italien:                                                   unverändert
     la societä per azioni, la societä in accomandita per
     azioni, la societä a responsabilitä limitata;
— in Luxemburg:
     la societe anonyme, la societe en commandite par
     actions, la societe ä responsabilite limitee;
— in den Niederlanden:                                       — in den Niederlanden:
     de naamloze vennootschap, de besloten vennoot-              de naamloze vennootschap, de besloten vennoot-
     schap met beperkte aansprakelijkheid; de comman-            schap met beperkte aansprakelijkheid;
     ditaire vennootschap op aandelen;
— im Vereinigten Königreich:                                 — im Vereinigten Königreich:
     companies incorporated with limited liability.              public companies limited by shares or by guaran-
                                                                 tee, private companies limited by shares or by
                                                                 guarantee.
                          Artikel 2                                                 Artikel 2
Jeder Mitgliedstaat läßt für die Durchführung der            unverändert
Pflichtprüfung der Unterlagen des Jahresabschlusses
der in Artikel 1 genannten Gesellschaften nur zu:
 1. Natürliche Personen, die mindestens die in den fol-
    genden Artikeln genannten Voraussetzungen erfül-
    len;
2. juristische Personen, oder andere Arten von Berufs-
    gesellschaften oder -Vereinigungen, sofern fol-
    gende Voraussetzungen erfüllt sind:
    a) Die Mitglieder oder Gesellschafter der Berufsge-
        sellschaften oder -Vereinigungen oder die mit
        deren Geschäftsführung, Verwaltung, Leitung
        oder Aufsicht beauftragten Personen, welche
        die Voraussetzungen dieser Richtlinie nicht er-
        füllen, dürfen keinen Einfluß auf die im N a m e n
        der zugelassenen Berufsgesellschaften oder
        -Vereinigungen durchgeführten Pflichtprüfun-
        gen ausüben.
         Außerdem müssen die Rechtsvorschriften insbe-
         sondere folgendes sicherstellen:
        — die genannten Personen dürfen an der Be-                  — die vorgenannten Personen dürfen bei der
             stellung und Abberufung der Abschlußprü-                   Auswahl der natürlichen Personen nicht mit-
             fer nicht beteiligt sein und diesen für die                wirken, die für die Berufsgesellschaft oder
             Durchführung ihrer Prüfungstätigkeit keine                 -Vereinigung als Abschlußprüfer tätig sind;
            Weisungen erteilen;                                         sie dürfen ferner diesen Personen keinerlei
 ---pagebreak--- Nr. C 317/10                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            18. 12. 79
                URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                      G E Ä N D E R T E R VORSCHLAG
                                                                       Weisungen für die Durchführung ihrer Prü-
                                                                       fungsaufgaben erteilen.
       — die genannten Personen dürfen nicht Mehr-                 — die genannten Personen dürfen nicht die
           heit des Kapitals der nach Erlaß der Ausfüh-                Mehrheit des Kapitals oder des Stimmrechts
           rungsbestimmungen für diese Richtlinie ge-                  in der Berufsgesellschaft oder -Vereinigung
           gründeten Berufsgesellschaften oder -Vereini-               besitzen.
           gungen besitzen; sie dürfen nach diesem
           Zeitpunkt auch ihre Beteiligung an bereits
           bestehenden Berufsgesellschaften oder -Ver-
           einigungen nicht derart erhöhen, daß sie die
           Mehrheit des Kapitals besitzen;
       — die Prüfungsberichte der Abschlußprüfer                   — die Prüfungsberichte und die dazugehören-
           und dazugehörende Unterlagen unterliegen                    den Unterlagen unterliegen dem Schutz des
           dem Schutz des Berufsgeheimnisses und dür-                  Berufsgeheimnisses.
           fen nicht zur Kenntnis der genannten Perso-
           nen gelangen.
    b) Die natürlichen Personen, welche in dem Mit-          unverändert
       gliedstaat, in dem die Zulassung beantragt
       wird, für die Prüfung des Jahresabschlusses und
       die Erteilung des Bestätigungsvermerks im N a -
       men der Berufsgesellschaft oder -Vereinigung
       verantwortlich sind, müssen mindestens die in
       den folgenden Artikeln genannten Vorausset-
       zungen erfüllen.
                        Artikel 3                                                        Artikel 3
Die Mitgliedstaaten erteilen die Zulassung nur an            Die Mitgliedstaaten erteilen die Zulassung nur Perso-
ehrenhafte und unabhängige Personen.                         nen, die ehrenhaft sind und keine Tätigkeit ausüben,
                                                             die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen kann.
                         Artikel 4                                                       Artikel 4
(1)    Zur Ausübung der in Artikel 1 genannten Tätig-        (1)    Zur Ausübung der in Artikel 1 genannten Tätig-
keiten darf eine natürliche Person nur zugelassen wer-       keiten darf eine natürliche Person nur zugelassen wer-
den, wenn sie nach Erlangung der Hochschulreife              den, wenn sie nach Erlangung der Hochschulreife
eine akademische Ausbildung erhalten und sich mit            eine praktische und theoretische Berufsausbildung er-
Erfolg einer staatlichen oder staatlich anerkannten be-      halten und sich mit Erfolg einer staatlichen oder staat-
ruflichen Eignungsprüfung auf dem Niveau eines               lich anerkannten beruflichen Eignungsprüfung auf
Hochschul- oder gleichwertigen Ausbildungsabschlus-          dem Niveau eines Hochschul- oder gleichwertigen
ses unterzogen hat.                                          Ausbildungsabschlusses unterzogen hat.
(2)    Die Prüfung, deren Einzelheiten in Artikel 5 ge-      unverändert
regelt sind, hat in geeigneter Weise gute theoretische
Kenntnisse auf den für die Rechnungsprüfung erfor-
derlichen Sachgebieten und die Fähigkeit zur prakti-
schen Anwendung dieser Kenntnisse bei der Rech-
nungsprüfung zu gewährleisten.
                        Artikel 5                                                        Artikel 5
(1)    Die Prüfung der theoretischen Kenntnisse muß          (1)    Die Prüfung muß hinsichtlich der Feststellung
insbesondere folgende Sachgebiete umfassen:                  der theoretischen Kenntnisse insbesondere folgende
                                                             Fachgebiete umfassen:
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                   U R S P R ÜN GLI CHER VORSCHLAG                                      G E Ä N D E R T E R VORSCHLAG
— Revisionslehre,                                                    unverändert
— Bilanzanalyse,
— allgemeines Rechnungswesen,
— Probleme des Rechnungswesens im K o n z e r n ,
— Betriebsbuchführung und                 Management    accoun-
      ting,
— interne Kontrollsysteme,
— Bewertung und Erfolgsermittlung,                                   — Vorschriften über Rechnungslegung, Bewertung
                                                                         und Erfolgsermittlung
— Steuerrecht der U n t e r n e h m e n ,                            unverändert
— Wirtschaftsstrafrecht,
— Gesellschaftsrecht
und soweit die Prüfungstätigkeit davon berührt wird:
— Rechtskenntnisse (Bürgerliches Recht, H a n d e l s -
      recht, Sozialrecht),
— Informationssysteme und Informatik,
— Betriebswirtschaft,             Volkswirtschaft,   Finanzwirt-
     schaft,
— M a t h e m a t i k und Statistik,
— wesentliche Grundlagen der betrieblichen Rech-
     nungsführung.
(2)       Abweichend von Absatz 1 k ö n n e n Inhaber von            unverändert
Hochschulzeugnissen oder gleichwertigen Zeugnis-
sen, die sich auf ein oder mehrere der in Absatz 1
genannten Sachgebiete beziehen, von der P r ü f u n g der
theoretischen Kenntnisse in den Sachgebieten befreit
w e r d e n , die durch die Zeugnisse bestätigt sind.
(3)        Die in Artikel 4 geregelte P r ü f u n g der prakti-      (3)    Die P r ü f u n g hat hinsichtlich der Feststellung
schen Kenntnisse hat nach einer praktischen Ausbil-                  der Fähigkeit z u r praktischen A n w e n d u n g der theore-
d u n g von wenigstens drei Jahren bei einem nach die-               tischen Kenntnisse nach einer praktischen Ausbildung
ser Richtlinie zugelassenen Berufsangehörigen zu er-                 von wenigstens drei Jahren bei einem nach dieser
folgen; die praktische Ausbildung m u ß sich hauptsäch-              Richtlinie zugelassenen Berufsangehörigen zu erfol-
lich auf die Pflichtprüfung der Unterlagen des Jahres-               gen; die praktische Ausbildung m u ß sich hauptsäch-
abschlusses von Gesellschaften erstrecken.                           lich auf die Pflichtprüfung der Unterlagen des Jahres-
                                                                     abschlusses von Gesellschaften erstrecken.
(4)       Abweichend von Absatz 3 kann die praktische                (4)    Abweichend von Absatz 3 kann die praktische
Ausbildung teilweise nach dem Bestehen der beruf-                    Ausbildung nach der Feststellung der in Absatz 1 be-
lichen E ig n u n g sp r ü f u ng erfolgen. In diesem Fall müs-      zeichneten theoretischen Kenntnisse erfolgen.
sen die zuständigen Behörden vor der Erteilung der
Zulassung bescheinigen, d a ß der Bewerber über alle
zur W a h r n e h m u n g seiner Aufgaben erforderlichen
praktischen Kenntnisse verfügt.
                                 Artikel 6                                                          Artikel 6
(1)        Die Mitgliedstaaten können Personen, die das              unverändert
nach Artikel 4 erforderliche Ausbildungsniveau noch
 ---pagebreak--- Nr. C 317/12                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      18. 12. 79
                       URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                        GEÄNDERTER VORSCHLAG
nicht erreicht haben, dennoch zur beruflichen Eig-
n u n g s p r ü f u n g nach Artikel 4 zulassen, wenn diese Per-
sonen nachweisen können, daß sie
a) f ü n f z e h n Jahre lang Tätigkeiten ausgeübt haben,
     die es ihnen ermöglichen, auf den Gebieten des
     Finanzwesens, des Rechts und der B u c h f ü h r u n g
     ausreichende Erfahrungen zu erwerben, oder,
b) sofern sie mindestens das 25. Lebensjahr vollendet                 b) sofern sie mindestens das 25. Lebensjahr vollendet
     haben, sieben Jahre lang Tätigkeiten auf diesen Ge-                 haben, sieben Jahre lang Tätigkeiten auf diesen Ge-
     bieten ausgeübt und die kontrollierte praktische                    bieten ausgeübt und die praktische Ausbildung
     Ausbildung nach Artikel 5 Absätze 3 oder 4 erhal-                   nach Artikel 5 Absätze 3 oder 4 erhalten haben.
     ten haben.
(2)       Die Mitgliedstaaten k ö n n e n berufliche Ausbil-          unverändert
dungszeiten auf den in Artikel 5 Absatz 1 genannten
Sachgebieten auf die in Absatz 1 Buchstaben a) und
b) erwähnten Berufsjahre anrechnen.
                                Artikel 7                                                        Artikel 7
Vorbehaltlich der A n w e n d u n g der Artikel 3, 9 und 11           Vorbehaltlich der A n w e n d u n g der Artikel 3 und 9
können die Mitgliedstaaten:                                           können die Mitgliedstaaten:
1. sofern nicht schon geschehen, auch solche Berufs-                  1. sofern nicht schon geschehen, auch solche Berufs-
    angehörige zulassen, die zwar nicht alle in dieser                   angehörige zulassen, die z w a r nicht alle in dieser
    Richtlinie festgelegten Voraussetzungen erfüllen,                    Richtlinie festgelegten Voraussetzungen erfüllen,
    die aber bis z u m Inkrafttreten der in Artikel 13 Ab-               die aber bis z u m Inkrafttreten der in Artikel 13 Ab-
    satz 1 genannten Vorschriften die Befähigung zur                     satz 1 genannten Vorschriften die Befähigung zur
    Pflichtprüfung der Unterlagen des Jahresabschlus-                    Pflichtprüfung der Unterlagen des Jahresabschlus-
    ses von Gesellschaften besitzen, auch w e n n sie tat-               ses von Gesellschaften besitzen und diese Tätigkeit
    sächlich diese Tätigkeit nicht ausgeübt haben;                       auch tatsächlich ausgeübt haben;
2. Ubergangsvorschriften f ü r diejenigen Berufsange-                 2. Übergangsvorschriften f ü r diejenigen Berufsange-
    hörigen erlassen, die nach dem in Ziffer 1 g e n a n n -             hörigen erlassen, die nach dem in Ziffer 1 g e n a n n -
    ten Zeitpunkt die Befugnis zur P r ü f u n g des Jahres-             ten Zeitpunkt die P r ü f u n g des Jahresabschlusses
    abschlusses bestimmter Arten von Gesellschaften,                     bestimmter Arten von Gesellschaften, die keiner
    die keiner Pflichtprüfung unterliegen, zw ar behal-                  Pflichtprüfung unterliegen, d u r c h f ü h r e n , dies aber
    ten, diese Befugnis durch die E i n f ü h r u n g weiterer           infolge der E i n f ü h r u n g weiterer Pflichtprüfungen
    Pflichtprüfungen aber verlieren w ü r d e n , sofern                 nicht mehr tun könnten, sofern nicht zugunsten
    nicht zugunsten dieser Berufsangehörigen beson-                      dieser Berufsangehörigen besondere M a ß n a h m e n
    dere M a ß n a h m e n getroffen werden würden.                      getroffen werden.
                                Artikel 8                                                        Artikel 8
(1)       Die Mitgliedstaaten können Ü b e r g a n g s m a ß n a h -  unverändert
men f ü r Studenten treffen, die sich bei Inkrafttreten
dieser Richtlinie in der Berufsausbildung befinden, bei
Abschluß ihres Studiums die Bedingungen dieser
Richtlinie nicht erfüllen und deswegen die Tätigkeit
der Pflichtprüfung der Unterlagen des Jahresabschlus-
ses von Gesellschaften, f ü r die sie ausgebildet w u r d e n ,
nicht ausüben könnten.
(2)       Für die Erteilung der Zulassung der in Ab-                 (2)    Für die Erteilung der Zulassung der in Absatz
satz 1 genannten Personen gelten Artikel 3, 9 und 11.                1 genannten Personen gelten die Artikel 3 und 9.
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                URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                           GEÄNDERTER VORSCHLAG
                         Artikel 9                                                       Artikel 9
Ein Berufsangehöriger kann, abweichend von Artikel               unverändert
4, nach Artikel 7 oder 8 nur zugelassen werden, wenn
er nach Auffassung der zuständigen Behörde f ü r die
Erfüllung seiner Aufgaben die gleichen Garantien bie-
tet wie die nach Artikel 4 zugelassenen Berufsangehö-
rigen.
                         Artikel 10                                                      Artikel 10
(1)     Ein Mitgliedstaat kann, gegebenenfalls abwei-            unverändert
chend von Artikel 4, Berufsangehörige zur Ausübung
der in Artikel 1 genannten Tätigkeiten zulassen, wenn
sie nachweisen:
a) eine außerhalb dieses Mitgliedstaats erworbene Be-            a) eine außerhalb eines Mitgliedstaats erworbene Be-
    fähigung, die von der zuständigen Behörde als der                fähigung, die von der zuständigen Behörde als der
    nach dieser Richtlinie erforderlichen Befähigung                 nach dieser Richtlinie erforderlichen Befähigung
    gleichwertig anerkannt wird. Die in einem anderen                gleichwertig anerkannt wird.
    Mitgliedstaat erworbenen Befähigungen sind als
    gleichwertig anzuerkennen, sofern von diesem Mit-
    gliedstaat bereits eine Zulassung unter A n w e n d u n g
    dieser Richtlinie erteilt w o r d e n ist und
b) Rechtskenntnisse, die zur D u r c h f ü h r u n g von         unverändert
    Pflichtprüfungen in dem Mitgliedstaat, in dem die
    Zulassung beantragt wird, erforderlich sind.
(2)     Die Artikel 3 und 11 finden A n w e n d u n g .          (2)    Artikel 3 findet A n w e n d u n g .
                         Artikel 11                                                      Artikel 11
(1)     Z u m Abschlußprüfer einer Gesellschaft kann             unverändert
nicht ein Berufsangehöriger bestellt werden, dessen
Unabhängigkeit gegenüber den Mitgliedern des Ver-
tretungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgans sowie den
Mehrheitsgesellschaften dieser Gesellschaft nicht hin-
reichend gesichert erscheint.
(2)     D e r Abschlußprüfer einer Gesellschaft darf we-         (2)     D e r Abschlußprüfer einer Gesellschaft o d e r die
der unmittelbar noch über eine Mittelperson Kredite              Berufsgesellschaft oder -Vereinigung, der er angehört,
von dieser Gesellschaft oder von den in Absatz 1                 dürfen weder unmittelbar noch durch eine Mittelsper-
genannten Personen erhalten, noch an deren Kapital               son, Darlehen von der zu p r ü f e n d e n Gesellschaft
beteiligt sein.                                                  oder von den in Absatz 1 genannten Personen erhal-
                                                                 ten, noch an deren Kapital beteiligt sein.
(3)     Kein Berufsangehöriger darf den Jahresab-                unverändert
schluß einer Gesellschaft oder eines Konzerns prüfen,
wenn auf diesen Auftraggeber mehr als 10 % seines
Umsatzes entfällt, es sei denn, die zuständige Auf-
sichtsbehörde stellt fest, daß dies nach den U m s t ä n -
den die Unabhängigkeit des Berufsangehörigen nicht
berührt.
(4)     Die Mitgliedstaaten stellen die Einhaltung der           unverändert
Pflichten der zugelassenen Berufsangehörigen durch
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                    URSPRÜNGLICHER VORSCHLAG                                                G E Ä N D E R T E R VORSCHLAG
geeignete V e r w a l t u n g s m a ß n a h m e n oder eine berufs-
ständische O r d n u n g sicher. Insbesondere müssen Dis-
ziplinarmaßnahmen gegen zugelassene Berufsangehö-
rige verhängt werden können, die ihre Prüfungstätig-
keit nicht mit der erforderlichen beruflichen Sorgfalt
oder nicht in moralischer und finanzieller U n a b h ä n -
gigkeit ausüben.
                              Artikel 12                                                              Artikel 12
(1)        Die Mitgliedstaaten veröffentlichen ein Ver-                 (1)     Die Mitgliedstaaten stellen die V e r ö f f e n t -
zeichnis aller natürlichen Personen sowie Berufsgesell-                 lichung von Verzeichnissen aller natürlichen Personen
schaften oder -Vereinigungen, die zur Pflichtprüfung                    sowie     Berufsgesellschaften             oder   -Vereinigungen
der Unterlagen des Jahresabschlusses der in Artikel 1                   sicher, die zur Pflichtprüfung der Unterlagen des
genannten Gesellschaften zugelassen sind.                               Jahresabschlusses der in Artikel 1 genannten Gesell-
                                                                        schaften zugelassen sind.
(2)        D a s Verzeichnis m u ß bei der Bezeichnung der              (2)     Diese Verzeichnisse müssen bei der Bezeich-
zugelassenen juristischen Personen, Berufsgesellschaf-                  n u n g der zugelassenen juristischen Personen, Berufs-
ten o d e r -Vereinigungen die N a m e n der in Artikel 2               gesellschaften o d e r -Vereinigungen die N a m e n der in
Ziffer 2 Buchstabe b) genannten natürlichen Personen                    Artikel 2 Ziffer 2 Buchstabe b) genannten natürlichen
aufführen.                                                              Personen a u f f ü h r e n .
(3)        Das Verzeichnis ist ferner laufend auf den                   (3)     Diese Verzeichnisse sind ferner laufend auf den
neuesten Stand zu bringen und jedes J a h r neu zu ver-                 neuesten Stand zu bringen und jedes J a h r neu zu ver-
öffentlichen; jede interessierte Person m u ß jederzeit                 öffentlichen; jede interessierte Person m u ß jederzeit
das genaue Verzeichnis der zugelassenen Berufsange-                     die genauen Verzeichnisse der zugelassenen Berufsan-
hörigen bei der zuständigen Behörde einsehen k ö n -                    gehörigen bei der zuständigen Behörde einsehen k ö n -
nen.                                                                    nen.
                              Artikel 13                                                              Artikel 13
(1)        Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen              (1)     Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen
Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser                          Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser
Richtlinie innerhalb von 18 M o n a t e n nach ihrer Be-                Richtlinie innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Be-
kanntgabe n a c h z u k o m m e n . Sie setzen die Kommis-              kanntgabe n a c h z u k o m m e n . Sie setzen die Kommis-
sion hiervon unverzüglich in Kenntnis.                                  sion unverzüglich davon in Kenntnis.
(2)        Die Mitgliedstaaten brauchen die in Absatz 1                 (2)     Die Mitgliedstaaten k ö n n e n vorsehen, d a ß die
genannten Rechts- und Verwaltungsvorschriften erst                      in Absatz 1 bezeichneten Vorschriften erst drei J a h r e
zwei J a h r e nach deren Inkrafttreten auf die Betroffe-               nach dem dortselbst bezeichneten Zeitpunkt a n z u w e n -
nen a n z u w e n d e n .                                               den sind.
(3)        Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den                unverändert
W o r t l a u t der wichtigsten Vorschriften des innerstaatli-
chen Rechts mit, die sie auf dem von dieser Richtlinie
erfaßten Gebiet erlassen werden.
(4)        Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommis-                   (4)     Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommis-
sion ferner eine Aufstellung der P r ü f u n g e n , die von            sion ferner eine Aufstellung der P r ü f u n g e n , die von
ihnen nach Artikel 4 Absatz 1 dahin gehend aner-                         ihnen nach Artikel 4 Absatz 1 a n e r k a n n t werden.
kannt werden, d a ß sie zumindest den Garantien
entsprechen, welche die staatlich geregelte P r ü f u n g
bietet.
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              U R S P R ÜNGLI CHER VORSCHLAG                                       G E Ä N D E R T E R VORSCHLAG
                                                                                            Artikel 13a
                                                               D e r g e m ä ß Artikel 52 der Richtlinie 7 8 / 6 6 0 / E W G
                                                               eingesetzte Kontaktausschuß hat a u ß e r d e m folgende
                                                               Aufgaben:
                                                               a) unbeschadet der Bestimmungen der Artikel 169
                                                                    und 170 des Vertrages eine gleichmäßige Anwen-
                                                                    d u n g dieser Richtlinie durch eine regelmäßige Ab-
                                                                    stimmung, insbesondere in k o n k r e t e n A n w e n d u n g s -
                                                                    fragen, zu erleichtern;
                                                               b) die Kommission, falls dies erforderlich sein sollte,
                                                                    bezüglich der E r g ä n z u n g e n dieser Richtlinie zu be-
                                                                    raten.
                            Artikel 14                                                       Artikel 14
  Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.      unverändert