CELEX: 62002TJ0127
Language: de
Date: 2004-04-21
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Vierte Kammer) vom 21. April 2004. # Concept - Anlagen u. Geräte nach "GMP" für Produktion u. Labor GmbH gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Gemeinschaftsmarke - Bildmarke mit dem Wortbestandteil 'ECA' - Absolutes Eintragungshindernis - Kennzeichen einer internationalen zwischenstaatlichen Organisation - Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung (EG) Nr. 40/94 - Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft. # Rechtssache T-127/02.

Rechtssache T-127/02
      Concept – Anlagen u. Geräte nach „GMP“ für Produktion u. Labor GmbH
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
      „Gemeinschaftsmarke – Bildmarke mit dem Wortbestandteil ‚ECA‘ – Absolutes Eintragungshindernis – Kennzeichen einer internationalen zwischenstaatlichen Organisation – Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung (EG) Nr. 40/94 – Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft“
      Urteil des Gerichts (Vierte Kammer) vom 21. April 2004 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Verfahren – Klageschrift – Formerfordernisse – Kurze Darstellung der Klagegründe – Rechtliche Gesichtspunkte, die in der Klageschrift
            nicht dargestellt sind – Bezugnahme auf sämtliche Anlagen – Unzulässigkeit
      (Verfahrensordnung des Gerichts, Artikel 44 § 1 Buchstabe c)
      2.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Absolute Eintragungshindernisse – Marken, die nach der
            Pariser Verbandsübereinkunft zurückzuweisen sind – Schutz der Kennzeichen des Staates und der internationalen Organisationen
            – Umfang
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h)
      3.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Absolute Eintragungshindernisse – Marken, die nach Artikel
            6ter der Pariser Verbandsübereinkunft zurückzuweisen sind – Europa-Emblem – Bildmarke mit einem den Wortbestandteil „ECA“
            umgebenden Sternenkranz – Nachahmung im heraldischen Sinne, die den Eindruck einer Verbindung zwischen der Marke und den europäischen
            Institutionen vermitteln kann
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h)
      1.     Nach Artikel 44 § 1 der Verfahrensordnung des Gerichts muss die Klageschrift eine kurze Darstellung der Klagegründe enthalten.
         Diese Angaben müssen so klar und genau sein, dass dem Beklagten die Vorbereitung seiner Verteidigung und dem Gericht die Entscheidung
         über die Klage gegebenenfalls auch ohne weitere Informationen ermöglicht wird. Zwar kann der Text der Klageschrift zu bestimmten
         Punkten durch Aktenauszüge, die der Klageschrift als Anlagen beigefügt sind, untermauert und ergänzt werden, doch kann eine
         pauschale Bezugnahme auf andere Schriftstücke, auch wenn sie der Klageschrift als Anlagen beigefügt sind, nicht das Fehlen
         von wesentlichen Bestandteilen der rechtlichen Ausführungen ausgleichen, die nach der genannten Vorschrift in der Klageschrift
         selbst enthalten sein müssen.
      
      Verweist der Kläger in der Klageschrift nur pauschal auf das Vorbringen in einem vorherigen Verfahren, ohne bestimmte Punkte
         der Klageschrift anzugeben, die er mit diesem Verweis vervollständigen möchte, oder die Anlagen zu bezeichnen, die die fraglichen
         Argumente enthalten sollen, so ist es nicht Sache des Gerichts, aus den Anlagen die Argumente zu ermitteln, auf die sich die
         Klägerin möglicherweise bezieht, und diese zu prüfen. Ein solchen Vorbringen ist vielmehr unzulässig.
      
      (vgl. Randnrn. 17-21)
      2.     Die Kennzeichen des Staates und der internationalen zwischenstaatlichen Organisationen werden durch Artikel 6ter Absatz 1
         Buchstaben a und b der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums, auf den Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe
         h der Verordnung Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke verweist, nicht nur gegen die Eintragung und die Benutzung von Marken
         geschützt, die mit ihnen identisch sind oder sie enthalten, sondern auch dagegen, dass eine Nachahmung dieser Kennzeichen
         im heraldischen Sinne in eine Marke aufgenommen wird.
      
      Daher ist die Anwendung dieses Artikels nicht schon deshalb ausgeschlossen, weil eine angemeldete Marke im Unterschied zu
         dem geschützten Kennzeichen auch einen Wortbestandteil enthält. Vielmehr kommt es auf die Frage an, ob die angemeldete Marke
         ein Element enthält, das als das geschützte Kennzeichen oder als dessen Nachahmung im heraldischen Sinne angesehen werden
         kann. Dieses Element braucht mit dem Kennzeichen nicht notwendig identisch zu sein. Eine Nachahmung im heraldischen Sinne
         wird nicht bereits dadurch ausgeschlossen, dass das Kennzeichen in bestimmter Weise stilisiert oder dass nur ein Teil von
         ihm verwendet worden ist.
      
      Bei dem Vergleich „im heraldischen Sinne“ ist überdies gerade auf die heraldische Beschreibung des Kennzeichens abzustellen
         und nicht auf die geometrische, die ihrem Wesen nach wesentlich detaillierter ist. 
      
      (vgl. Randnrn. 40-41, 44)
      3.     Nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung (EG) Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke sind Marken von der Eintragung
         ausgeschlossen, „die mangels Genehmigung durch die zuständigen Stellen gemäß Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft
         zurückzuweisen sind“. Diese Bestimmung soll die Eintragung und die Benutzung von Fabrik- oder Handelsmarken verhindern, die
         mit staatlichen Hoheitszeichen identisch sind oder eine bestimmte Ähnlichkeit mit ihnen aufweisen. Eine solche Eintragung
         oder Benutzung würde das Recht des Staates verletzen, die Verwendung der Symbole seiner Hoheitsgewalt zu kontrollieren, und
         könnte außerdem den Verkehr über den Ursprung der mit solchen Marken gekennzeichneten Waren irreführen. Nach Artikel 6ter
         Absatz 1 Buchstabe b der Pariser Verbandsübereinkunft erstreckt sich dieser Schutz auch auf die Wappen, Flaggen und anderen
         Kennzeichen, Sigel oder Bezeichnungen der internationalen zwischenstaatlichen Organisationen.
      
      In diesem Rahmen ist ein Bildzeichen, das aus einem Kranz von fünfzackigen, mit einer Spitze nach oben ausgerichteten Sternen
         gleicher Größe und Gestalt und dem im Kranz platzierten Wortelement „ECA“ auf quadratischer Grundfläche ohne Beanspruchung
         von Farben besteht, für Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 41 und 42 des Abkommens von Nizza, darunter bespielte Datenträger
         sowie die Organisation und Veranstaltung von „Kolloquien, Seminaren, Symposien, Kongressen und Konferenzen, Unterricht, Schulung,
         Ausbildung, Aus- und Fortbildungsberatung“ als Nachahmung des Europa-Emblems im heraldischen Sinne gemäß der genannten Bestimmung
         anzusehen. 
      
      Was die etwaige Anwendung von Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe c der Pariser Verbandsübereinkunft anbelangt, so ist durch die
         Art der in der Anmeldung aufgeführten Waren und Dienstleistungen nicht ausgeschlossen, dass die relevanten Verkehrskreise
         das Bestehen einer Verbindung zwischen dem Anmelder und dem Europarat und der Europäischen Union oder Europäischen Gemeinschaft
         annehmen werden. Die Anmeldemarke ist daher geeignet, beim Verkehr den Eindruck einer Verbindung zwischen der Anmeldemarke
         und den betreffenden europäischen Institutionen hervorzurufen. Die Präsenz der Abkürzung „ECA“ im Mittelpunkt der Anmeldemarke
         verstärkt diesen Eindruck. 
      
      (vgl. Randnrn. 39, 51, 68-69)

      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
            
            URTEIL DES GERICHTS (Vierte Kammer)21. April 2004(1)
         
         
               „Gemeinschaftsmarke  –  Bildmarke mit dem Wortbestandteil ‚ECA‘  –  Absolutes Eintragungshindernis  –  Kennzeichen einer internationalen zwischenstaatlichen Organisation  –  Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung (EG) Nr. 40/94  –  Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft“
               
             In der Rechtssache T-127/02
            
            
            Concept-Anlagen u. Geräte nach „GMP“ für Produktion u. Labor GmbH mit Sitz in Heidelberg (Deutschland), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt G. Hodapp, 
            
            
            Klägerin,
            
            gegen
            Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch G. Schneider als Bevollmächtigten,
            
            Beklagter,
            
             wegen Aufhebung der Entscheidung der Zweiten Beschwerdekammer des Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (Marken, Muster
            und Modelle) vom 18. Februar 2002 (Sache R 466/2000-2) über die Anmeldung eines Bildzeichens mit dem Wortbestandteil ‚ECA‘
            als Gemeinschaftsmarke
             erlässt
            
            DAS GERICHT ERSTER INSTANZDER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Vierte Kammer)
            
            
             unter Mitwirkung des Präsidenten H. Legal, der Richterin V. Tiili und des Richters M. Vilaras,
            
             Kanzler: J. Plingers,  Verwaltungsrat,
            
            
            
         folgendes
         
         
         Urteil
            
               Rechtlicher Rahmen
            
         
         1
            
          Artikel 7 der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1)
         in geänderter Fassung bestimmt: 
         „(1)   Von der Eintragung ausgeschlossen sind
         ...
          h)       Marken, die mangels Genehmigung durch die zuständigen Stellen gemäß Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft zurückzuweisen
         sind,
         ...“
         
         
         
         2
            
          Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums vom 20. März 1883 in revidierter und geänderter
         Fassung (im Folgenden: Pariser Verbandsübereinkunft oder PVÜ) bestimmt:
         „(1) a)            Die Verbandsländer [die Länder, in denen die Übereinkunft Anwendung findet] kommen überein, die Eintragung der Wappen, Flaggen
         und anderen staatlichen Hoheitszeichen der Verbandsländer, der von ihnen eingeführten amtlichen Prüf- und Gewährzeichen und
         ‑stempel sowie jeder Nachahmung im heraldischen Sinn als Fabrik- oder Handelsmarken oder als Bestandteile solcher zurückzuweisen
         oder für ungültig zu erklären sowie den Gebrauch dieser Zeichen durch geeignete Maßnahmen zu verbieten, sofern die zuständigen
         Stellen den Gebrauch nicht erlaubt haben.
          b)       Die Bestimmungen unter Buchstabe a sind ebenso auf die Wappen, Flaggen und anderen Kennzeichen, Sigel oder Bezeichnungen der
         internationalen zwischenstaatlichen Organisationen anzuwenden, denen ein oder mehrere Verbandsländer angehören; ausgenommen
         sind die Wappen, Flaggen und anderen Kennzeichen, Sigel oder Bezeichnungen, die bereits Gegenstand von in Kraft befindlichen
         internationalen Abkommen sind, die ihren Schutz gewährleisten.
          c)       Kein Verbandsland ist gehalten, die Bestimmungen unter Buchstabe b zum Nachteil der Inhaber von Rechten anzuwenden, die gutgläubig
         vor dem Inkrafttreten dieser Übereinkunft in diesem Land erworben worden sind. Die Verbandsländer sind nicht gehalten, diese
         Bestimmungen anzuwenden, falls die Benutzung oder Eintragung gemäß Buchstabe a nicht geeignet ist, beim Publikum den Eindruck
         einer Verbindung zwischen der betreffenden Organisation und den Wappen, Flaggen, Kennzeichen, Sigeln oder Bezeichnungen hervorzurufen,
         oder falls die Benutzung oder Eintragung offenbar nicht geeignet ist, das Publikum über das Bestehen einer Verbindung zwischen
         dem Benutzer und der Organisation irrezuführen.
         ...
         (3)    ...
          b)       Die Bestimmungen des Absatzes 1 Buchstabe b sind nur auf die Wappen, Flaggen und anderen Kennzeichen, Sigel und Bezeichnungen
         der internationalen zwischenstaatlichen Organisationen anwendbar, die diese durch Vermittlung des internationalen Büros den
         Verbandsländern mitgeteilt haben.
         ...“
         
         Sachverhalt
         
         3
            
          Am 16. März 1999 meldete die Klägerin beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (im Folgenden:
         Amt) gemäß der Verordnung Nr. 40/94 eine Gemeinschaftsmarke an. 
         
         
         
         4
            
          Dabei handelte es sich um das folgende Bildzeichen:
         
         
         
         
         
         5
            
          Das Zeichen wurde für folgende Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 41 und 42 des Abkommens von Nizza vom 15. Juni 1957
         über die internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken in revidierter und geänderter
         Fassung angemeldet: 
         
         ─
            Klasse 9: „Hardware, Software, bespielte Datenträger“;
         
         
         ─
            Klasse 41: „Organisation und Veranstaltung von Kolloquien, Seminaren, Symposien, Kongressen und Konferenzen; Unterricht, Schulung,
               Ausbildung; Aus- und Fortbildungsberatung“;
            
         
         
         ─
            Klasse 42: „Erstellen, Aktualisieren und Pflegen von Computer-Programmen; Design von Computer-Programmen; Computer-Beratungsdienste;
               Vermietung von Computer-Hardware und Computer-Software; Vermietung der Zugriffszeit auf Datenbanken“.
            
         
         
         
         
         6
            
          Mit Schreiben vom 13. September 1999 wies die Prüferin die Klägerin darauf hin, dass ihre Marke voraussichtlich nach Artikel
         7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung Nr. 40/94 nicht eingetragen werden könne, weil sie eine Nachahmung des (nachstehend
         abgebildeten) Symbols des Europarates enthalte. Der charakteristische Sternenkranz, der dem bekannten Emblem entnommen sei,
         erwecke den Anschein, dass es sich um eine Unterorganisation oder ein spezielles Programm im Auftrag des Europarates oder
         in Zusammenarbeit mit ihm handele. Außerdem sei in der Buchstabenfolge „ECA“ das Sigel „EC“ enthalten, das als Abkürzung für
         „European Community“ stehe und diesen Eindruck verstärke. Schließlich komme es oft vor, dass das geschützte Emblem auf Kopien
         nur schwarzweiß erscheine.
         
         
         
         
         
         7
            
          Mit Schreiben vom 12. November 1999 nahm die Klägerin zu den Einwänden der Prüferin Stellung.
         
         
         
         8
            
          Mit Bescheid vom 8. März 2000 wies die Prüferin die Anmeldung nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung Nr. 40/94
         zurück.
         
         
         
         9
            
          Am 5. Mai 2000 erhob die Klägerin beim Amt nach Artikel 59 der Verordnung Nr. 40/94 gegen diesen Bescheid eine Beschwerde.
         
         
         
         10
            
          Mit Entscheidung vom 18. Februar 2002 (im Folgenden: angefochtene Entscheidung) wies die Zweite Beschwerdekammer des Amtes
         die Beschwerde zurück. Sie führte im Wesentlichen aus, dass zwischen dem Sternenkranz des angemeldeten Zeichens und dem Sternenkranz
         im Emblem des Europarates und der Europäischen Gemeinschaft oder Europäischen Union (im Folgenden: Europa-Emblem) sowie zwischen
         den Tätigkeiten dieser internationalen Organisationen und den für die Anmeldung beanspruchten Waren und Dienstleistungen eine
         große Ähnlichkeit bestehe; eine entsprechende gedanklicher Verbindung werde beim Verbraucher auch durch die Kombination des
         Sternenkranzes mit der Buchstabenfolge „ECA“ erweckt.
         
         Verfahren und Anträge der Parteien
         
         11
            
          Die Klägerin hat mit Klageschrift, die am 18. April 2002 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, die vorliegende Klage
         erhoben.
         
         
         
         12
            
          Das Amt hat seine Klagebeantwortung am 5. August 2002 eingereicht.
         
         
         
         13
            
          Das Amt ist im Wege prozessleitender Maßnahmen um die Einreichung eines Schriftstücks ersucht worden und hat dieses vorgelegt.
         
         
         
         14
            
          Die Parteien haben in der Sitzung vom 26. November 2003 mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet.
         
         
         
         15
            
          Die Klägerin beantragt,
         
         ─
            die angefochtene Entscheidung aufzuheben;
         
         
         ─
            dem Amt die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
         
         
         
         
         16
            
          Das Amt beantragt,
         
         ─
            die Klage abzuweisen;
         
         
         ─
            der Klägerin die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
         
         
         EntscheidungsgründeZur Zulässigkeit von Parteivorbringen
         
         17
            
          Es ist zunächst, soweit die Klägerin in Randnummer 39 ihrer Klageschrift auf ihr Vorbringen im Verfahren beim Amt verweist,
         daran zu erinnern, dass die Klageschrift nach Artikel 44 § 1 der Verfahrensordnung des Gerichts eine kurze Darstellung der
         Klagegründe enthalten muss. Diese Angaben müssen so klar und genau sein, dass dem Beklagten die Vorbereitung seiner Verteidigung
         und dem Gericht die Entscheidung über die Klage gegebenenfalls auch ohne weitere Informationen ermöglicht wird (Urteile des
         Gerichts vom 5. Juli 2000 in der Rechtssache T-111/99, Samper/Parlament, Slg. ÖD 2000, I-A-135 und II-611, Randnr. 27, und
         vom 18. Oktober 2001 in der Rechtssache T-333/99, X/EZB, Slg. 2001, II‑3021, Randnr. 114).
         
         
         
         18
            
          Zwar kann der Text der Klageschrift zu bestimmten Punkten durch Aktenauszüge, die der Klageschrift als Anlagen beigefügt sind,
         untermauert und ergänzt werden, doch kann eine pauschale Bezugnahme auf andere Schriftstücke, auch wenn sie der Klageschrift
         als Anlagen beigefügt sind, nicht das Fehlen von wesentlichen Bestandteilen der rechtlichen Ausführungen ausgleichen, die
         nach der genannten Vorschrift in der Klageschrift selbst enthalten sein müssen (Urteil X/EZB, zitiert oben in Randnr. 17,
         Randnr. 115, und Beschluss des Gerichts vom 21. Mai 1999 in der Rechtssache T-154/98, Asia Motor France u. .a./Kommission,
         Slg. 1999, II‑1703, Randnr. 49).
         
         
         
         19
            
          Im vorliegenden Fall hat sich die Klägerin in der Klageschrift auf folgenden Hinweis beschränkt (Randnr. 39):
         „Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen und ergänzend zu obigem Vortrag wird auf alle bisher im Amtsverfahren schriftsätzlich
         vorgetragenen Argumente Bezug genommen. Diese Argumente werden ausdrücklich in vollem Umfang auch zum Inhalt dieses Vortrages
         gemacht.“
         
         
         
         20
            
          Die Klägerin gibt damit weder bestimmte Punkte ihrer Klageschrift, die sie mit diesem Verweis vervollständigen möchte, noch
         die Anlagen an, die die fraglichen Argumente enthalten.
         
         
         
         21
            
          Damit ist es nicht Sache des Gerichts, aus den Anlagen die Argumente zu ermitteln, auf die sich die Klägerin möglicherweise
         bezieht, und diese zu prüfen; dieses Vorbringen ist vielmehr unzulässig.
         
         Zum einzigen Klagegrund: Verstoß gegen Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung Nr. 40/94
         
         22
            
          Die Klägerin macht im Wesentlichen geltend, dass die angefochtene Entscheidung gegen Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung
         Nr. 40/94 verstoße, da mit ihr eine Anmeldung zurückgewiesen werde, die nicht unter das in dieser Bestimmung normierte Eintragungshindernis
         falle. Das Vorbringen der Klägerin kann in zwei Teile untergliedert werden. Mit dem ersten Teil wird ein Verstoß gegen Artikel
         6ter Absatz 1 Buchstaben a und b der Pariser Verbandsübereinkunft, mit dem zweiten ein Verstoß gegen Artikel 6ter Absatz 1
         Buchstabe c geltend gemacht.
         
          Zum ersten Teil des Klagegrundes: Verstoß gegen Artikel 6ter Absatz 1 Buchstaben a und b der Pariser Verbandsübereinkunft
         
         – Vorbringen der Parteien
         
         
         23
            
          Die Klägerin macht geltend, dass das Eintragungshindernis nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h der Verordnung Nr. 40/94 in
         Verbindung mit Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft im vorliegenden Fall nur in Betracht käme, wenn es sich um eine
         Nachahmung im heraldischen Sinne handelte.
         
         
         
         24
            
          Das nach Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft geschützte Europa-Emblem sei in einer ganz präzisen und auf Details
         achtenden Art und Weise ausgestaltet. Dafür verweist die Klägerin auf dessen geometrische Beschreibung:
         „Das Emblem besteht aus einer rechteckigen Flagge, deren Breite das Anderthalbfache der Höhe misst. Auf einem unsichtbaren
         Kreis, dessen Mittelpunkt der Schnittpunkt der Diagonalen des Rechtecks bildet, sind in gleichmäßigem Abstand zwölf goldene
         Sterne angeordnet, der Kreisradius beträgt ein Drittel der Rechteckhöhe. Jeder Stern hat fünf Zacken, deren Spitzen einen
         unsichtbaren Umkreis mit dem Radius von jeweils 1/18 der Rechteckhöhe berühren. Alle Sterne stehen senkrecht, d. h. ein Zacken
         weist nach oben, während zwei weitere auf einer unsichtbaren Geraden ruhen, die die Senkrechte zum Fahnenschaft bildet. Die
         Sterne sind wie die Stunden auf dem Zifferblatt einer Uhr angeordnet. Ihre Zahl ist unveränderlich.“
         
         
         
         25
            
          Die Klägerin bezieht sich weiter auf folgenden Hinweis zur einfarbigen Reproduktion des Europa-Emblems: „Steht nur die Farbe
         Schwarz zur Verfügung, so ist der Umriss des Rechtecks durch eine schwarze Linie wiederzugeben; die Sterne sind schwarz auf
         weißem Untergrund einzusetzen.“
         
         
         
         26
            
          Die Anmeldemarke sei mit dem Europa-Emblem nicht identisch. Ihre Zurückweisung durch die Beschwerdekammer wäre daher allenfalls
         dann berechtigt, wenn sie eine heraldische Nachahmung des Europa-Emblems wäre. Das sei aber nicht der Fall.
         
         
         
         27
            
          Der Begriff „heraldisch“ bedeute „wappenkundlich“. Es müsste sich also um eine wappenkundliche Nachahmung handeln. Das Wesen
         von Wappen bestehe gerade darin, dass diese keine Wortbestandteile, sondern ausschließlich Farb- und Bildbestandteile enthielten
         (vgl. Eintrag „Heraldik“ in: Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Band 9, Mannheim 1989, S. 696).
         
         
         
         28
            
          Da die angemeldete Marke sichtbar das Wortelement „ECA“ enthalte und Wortbestandteile im Zentrum von Wappen in der Heraldik
         nicht bekannt seien, könne die angemeldete Marke keine heraldische Nachahmung darstellen. Das Vorliegen einer heraldischen
         Nachahmung werde in der Lehre nur dann angenommen, wenn die Marke trotz der Abwandlung des staatlichen Hoheitszeichens oder
         des sonstigen Zeichens den Charakter einer Wappendarstellung aufweise und im Verkehr als ein staatliches Hoheitszeichen oder
         als Kennzeichen einer internationalen Organisation aufgefasst werde. Der wappenartige Eindruck eines Hoheitszeichens als Marke
         (Wappenstil) entfalle regelmäßig schon dann, wenn etwa der Wappenschild oder das Siegel weggelassen werde. Das Motiv eines
         staatlichen Hoheitszeichens als solches sei frei verwendbar, doch dürfe die Ausgestaltung des Motivs keine Nachahmung des
         staatlichen Hoheitszeichens darstellen (K.-H. Fezer, Markenrecht, München 2001). Werde somit die rechteckige Flagge, symbolisiert durch den rechteckigen Hintergrund, weggelassen, so entfalle
         der wappenartige Eindruck eines Hoheitszeichens.
         
         
         
         29
            
          Außerdem sei auf einen Artikelentwurf hinzuweisen, der auf der Sachverständigentagung des Völkerbundes ausgearbeitet worden
         sei, als es um die Aufnahme des Begriffes „Nachahmung eines staatlichen Hoheitszeichens“ in die Pariser Verbandsübereinkunft
         gegangen sei. Dieser Entwurf habe folgendermaßen gelautet:
         „Im Sinne des ersten Absatzes [des Artikels 6ter PVÜ] gelten als Nachahmungen von staatlichen Hoheitszeichen oder Wappen nur
         Wiedergaben, die sich von dem Original vom heraldischen Gesichtspunkt aus nur durch nebensächliche Merkmale unterscheiden.“
         
         
         
         30
            
          Die Intention des Gesetzgebers sei es gewesen, dass nach den Grundsätzen des Schlussprotokolls der Pariser Verbandsübereinkunft
         eine Nachahmung nur dann gegeben sei, wenn vom heraldischen, d. h. wappenkundlichen Gesichtspunkt aus lediglich ein zu vernachlässigender
         Unterschied zu dem Hoheitszeichen vorliege. Das sei hier nicht der Fall.
         
         
         
         31
            
          Außerdem sei der Sternenkranz der angemeldeten Marke nicht mit dem des Europa-Emblems identisch. Die Abmessungen der Sterne,
         die Kreisradien der Sternenkränze und das Verhältnis der Kreisradien der einzelnen Sterne zum Radius des Sternenkranzes seien
         vielmehr deutlich unterschiedlich.
         
         
         
         32
            
          Ferner sei es im heraldischen Sinne wesentlich, dass eine Flagge immer rechteckig ausgestaltet sei. Die angemeldete Marke
         besitze jedoch einen quadratischen Hintergrund, der nicht an den üblichen rechteckigen Hintergrund einer Flagge erinnere.
         Außerdem besäßen Flaggen keinen Wortbestandteil.
         
         
         
         33
            
          Die angemeldete Marke unterscheide sich vom Europa-Emblem in heraldischer Sicht nicht nur durch nebensächliche Merkmale, sondern
         durch die wesentlichen, eine Flagge oder ein Landessymbol üblicherweise prägenden Bestandteile. Der Wortbestandteil der angemeldeten
         Marke sei gerade der Bestandteil, der eine Marke üblicherweise als einfaches und einprägsames Kenn- und Merkwort wesentlich
         deutlicher präge als irgendwelche grafischen Ausgestaltungen wie etwa ein beliebiger Sternenkranz.
         
         
         
         34
            
          Die angemeldete Marke weise daher starke individuelle Wesenszüge auf, die sich von denen des Europa-Emblems deutlich unterschieden.
         Die Anmeldemarke sei nicht das Europa-Emblem als solches, sie beinhalte es als solches auch nicht, und sie sei auch nicht
         dessen heraldische Nachahmung. Es handele sich vielmehr um ein der Art nach völlig anders gestaltetes Zeichen, das allein
         deshalb, weil es ebenfalls einen Kranz aus 12 Sternen enthalte, vom Amt mit dem Europa-Emblem in Verbindung gebracht werde.
         Weder der Europarat noch die Europäischen Gemeinschaften besäßen Schutzrechte für einen Sternenkranz. Der Schutz erfasse ausschließlich
         die auf der Internetseite der Europäischen Union exakt beschriebene Ausgestaltung der Flagge, also die rechteckige Grundfläche
         mit dem in ihrem Zentrum und mit den genau bestimmten Abmessungen angebrachten Sternenkranz ohne Wortbestandteil.
         
         
         
         35
            
          Das Amt verweist auf die deutsche Lehre, wonach eine heraldische Nachahmung dann vorliege, wenn die Marke trotz der Abwandlung
         des staatlichen Hoheitszeichens oder sonstigen Zeichens den Charakter einer Wappendarstellung aufweise und im Verkehr als
         ein staatliches Hoheitszeichen oder als Kennzeichen einer internationalen zwischenstaatlichen Organisation aufgefasst werde
         (K.-H. Fezer, Markenrecht, München 1999).
         
         
         
         36
            
          Daher bedeute das Kriterium „im heraldischen Sinne“, dass nur auf die Übereinstimmung hinsichtlich der heraldischen Elemente
         abzustellen sei, nicht hingegen auf die geometrische oder grafische Übereinstimmung der Kennzeichen. Zwei Kennzeichen könnten
         unter visuellen Gesichtspunkten unterschiedlich, jedoch unter heraldischen Gesichtspunkten identisch sein. Beispielsweise
         könne das heraldische Element eines Äskulap-Stabs für den Betrachter sehr unterschiedliche und unverwechselbare Ausformungen
         annehmen. Dagegen könnten andere Kennzeichen aus visuellen Gesichtspunkten sehr ähnlich sein, während bei heraldischer Betrachtung
         keine Ähnlichkeit vorliege, wie dies beispielsweise bei der Darstellung von Greifen und Adlern der Fall sein könne.
         
         
         
         37
            
          Hier habe die Beschwerdekammer die Anmeldemarke zu Recht zurückgewiesen, weil sie vom Verkehr als das Zeichen einer Organisation
         der Europäischen Union oder des Europarates aufgefasst werden könne.
         
         
         
         38
            
          Das Europa-Emblem werde vom Europarat heraldisch wie folgt beschrieben: „Auf blauem Grund ein Kreis von zwölf fünfzackigen
         Sternen, deren Spitzen sich nicht berühren“. Die angemeldete Marke, die einen Kranz von zwölf sich nicht berührenden Sternen
         enthalte, unterscheide sich im heraldischem Sinne von der heraldischen Beschreibung dieses Emblems nur darin, dass der Sternenkranz
         in Weiß auf schwarzem Hintergrund wiedergegeben sei und ein Wortelement enthalte. Dass der Sternenkranz der angemeldeten Marke
         auf einer quadratischen Grundfläche wiedergegeben sei, habe keine Bedeutung, da sich die erwähnte heraldische Beschreibung
         nicht auf eine bestimmte Grundfläche, sondern lediglich auf die Hintergrundfarbe (Blau) beziehe. Unter heraldischem Aspekt
         komme es auch nicht auf den Abstand zwischen den Sternen an, sondern allein darauf, dass es sich in beiden Zeichen um fünfzackige
         Sterne handele. Die beiden Zeichen seien einander somit sehr ähnlich, so dass man hinsichtlich der bildlichen Gestaltung der
         Anmeldemarke von einer Nachahmung im heraldischen Sinne ausgehen könne.
         
         
         – Würdigung durch das Gericht
         
         
         39
            
          Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe a der Pariser Verbandsübereinkunft soll die Eintragung und die Benutzung von Fabrik- oder
         Handelsmarken verhindern, die mit staatlichen Hoheitszeichen identisch sind oder eine bestimmte Ähnlichkeit mit ihnen aufweisen.
         Eine solche Eintragung oder Benutzung würde das Recht des Staates verletzen, die Verwendung der Symbole seiner Hoheitsgewalt
         zu kontrollieren, und könnte außerdem den Verkehr über den Ursprung der mit solchen Marken gekennzeichneten Waren irreführen.
         Nach Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe b der Pariser Verbandsübereinkunft erstreckt sich dieser Schutz auch auf die Wappen,
         Flaggen und anderen Kennzeichen, Sigel oder Bezeichnungen der internationalen zwischenstaatlichen Organisationen.
         
         
         
         40
            
          Die Kennzeichen des Staates und der internationalen zwischenstaatlichen Organisationen sind nicht nur gegen die Eintragung
         und die Benutzung von Marken geschützt, die mit ihnen identisch sind oder sie enthalten, sondern auch dagegen, dass eine Nachahmung
         dieser Kennzeichen im heraldischen Sinne in eine Marke aufgenommen wird.
         
         
         
         41
            
          Demnach ist, anders als die Klägerin meint, die Anwendung dieses Artikels im vorliegenden Fall nicht schon deshalb ausgeschlossen,
         weil die angemeldete Marke auch einen Wortbestandteil enthält. Vielmehr kommt es auf die Frage an, ob die angemeldete Marke
         ein Element enthält, das als das Europa-Emblem oder als dessen Nachahmung im heraldischen Sinne angesehen werden kann. Dieses
         Element braucht mit dem Europa-Emblem nicht notwendig identisch zu sein. Eine Nachahmung im heraldischen Sinne wird nicht
         bereits dadurch ausgeschlossen, dass das Emblem in bestimmter Weise stilisiert oder dass nur ein Teil von ihm verwendet worden
         ist.
         
         
         
         42
            
          Unter Verweis auf die geometrische Beschreibung und die einfarbige Reproduktion des Europa-Emblems macht die Klägerin geltend,
         dass die Anmeldemarke mit diesem nicht identisch sei.
         
         
         
         43
            
          Jedoch berücksichtigt die Klägerin die folgende, vom Europarat stammende heraldische Beschreibung des Emblems nicht:
         „Auf blauem Grund ein Kreis von zwölf fünfzackigen Sternen, deren Spitzen sich nicht berühren“.
         
         
         
         44
            
          Bei dem Vergleich „im heraldischen Sinne“ ist aber gerade auf die heraldische Beschreibung abzustellen und nicht auf die geometrische,
         die ihrem Wesen nach wesentlich detaillierter ist. Im heraldischen Sinne unterscheidet sich die angemeldete Marke indessen
         von der heraldischen Beschreibung des Europa-Emblems nur darin, dass der Sternenkranz der Anmeldemarke in Weiß auf schwarzem
         Grund dargestellt ist.
         
         
         
         45
            
          Da in der Anmeldung keine bestimmten Farben beansprucht werden, kann die Anmeldemarke in jeder beliebigen Farbkombination
         und damit auch mit gelben oder goldenen Sternen auf blauem Grund wiedergegeben werden. Der die Farben betreffende Teil der
         heraldischen Beschreibung ist daher im vorliegenden Fall ohne Bedeutung. 
         
         
         
         46
            
          Es ist außerdem zu berücksichtigen, dass das Europa-Emblem häufig in Schwarzweiß-Reproduktionen ohne farbige Wiedergabe des
         blauen Grundes und der goldenen Sterne erscheint.
         
         
         
         47
            
          Demgemäß sind folgende Zeichen miteinander zu vergleichen:
         
         
         
         
         
         48
            
          Hinsichtlich des Sternenkranzes macht die Klägerin geltend, dass der Kranz in der Anmeldemarke mit dem des Europa-Emblems
         nicht identisch sei, da die Abmessungen der Sterne, die Kreisradien der Sternenkränze und das Verhältnis der Kreisradien der
         einzelnen Sterne zu dem Radius des Sternenkranzes deutlich unterschiedlich seien.
         
         
         
         49
            
          Dazu hat die Beschwerdekammer jedoch in Randnummer 20 der angefochtenen Entscheidung zutreffend festgestellt, dass „[s]owohl
         der geschützte Sternenkranz als auch die angemeldete Bildmarke … dieselbe Anzahl von Sternen [enthalten], nämlich zwölf“,
         und dass „[a]uch die Art der Sterne … dieselbe [ist] – es handelt sich um fünfzackige Sterne von gleichmäßiger Form, bei denen
         eine Spitze nach oben zeigt und die alle dieselbe Größe haben“. Tatsächlich ist es unerheblich, dass der Sternenkranz der
         Anmeldemarke nicht mit dem des Europa-Emblems identisch ist, da bei den relevanten Verkehrskreisen der Eindruck entstehen
         kann, dass es sich um eine Nachahmung des Sternenkranzes des Europa-Emblems im heraldischen Sinne handelt. Dass die Sterne
         nicht genau die gleiche Größe haben, ist somit nicht ausschlaggebend. Dieses Vorbringen der Klägerin ist daher zurückzuweisen.
         
         
         
         50
            
          Soweit die Klägerin geltend macht, dass sich die Anmeldemarke durch ihre quadratische Grundfläche von dem Europa-Emblem mit
         seiner rechteckigen, für Flaggen üblichen Grundfläche unterscheide, ist mit dem Amt festzustellen, dass diese angebliche Abweichung
         deshalb ohne Belang ist, weil die heraldische Beschreibung des Europa-Emblems für dessen Grundfläche keine bestimmte Form
         angibt. Im Übrigen wird die Grundfläche durch den Sternenkranz beherrscht. Schließlich wird der Sternenkranz, auch wenn er
         ursprünglich die Flagge des Europarates bildete, nicht nur als Flagge, sondern auch als das Symbol, das Kennzeichen der Europäischen
         Union betrachtet. Auch dieses Vorbringen der Klägerin kann daher nicht durchgreifen.
         
         
         
         51
            
          Demnach ist die angemeldete Marke als eine Nachahmung des Europa-Emblems im heraldischen Sinne anzusehen. Der erste Teil des
         Klagegrundes ist daher unbegründet.
         
          Zum zweiten Teil des Klagegrundes: Verstoß gegen Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe c der Pariser Verbandsübereinkunft
         
         – Vorbringen der Parteien
         
         
         52
            
          Die Klägerin macht geltend, dass das Amt das ihm durch Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe c Satz 2 der Pariser Verbandsübereinkunft
         eingeräumte Ermessen nicht ausgeübt habe. Selbst wenn eine heraldische Nachahmung des Europa-Emblems vorläge, sei nämlich
         eine Zurückweisung der Anmeldung nach dieser Bestimmung nicht zwingend. Im vorliegenden Fall sei von wesentlicher Bedeutung,
         dass die Anmeldung für Waren und Dienstleistungen gelte, die sich sowohl von den originären Aufgaben des Europarates als auch
         von denjenigen der Europäischen Union deutlich unterschieden. Eine Waren- oder Dienstleistungsähnlichkeit zwischen den originären
         hoheitlichen Aufgaben und den sich daraus ergebenden Begleitdienstleistungen, z. B. finanzielle Unterstützung, sei nicht gegeben.
         
         
         
         53
            
          Der Wortbestandteil „ECA“ im Vordergrund der angemeldeten Marke habe für den damit konfrontierten Verkehr keinerlei Bedeutung.
         „ECA“ stelle keinerlei gängige oder übliche Abkürzung dar und sei mit ganz verschiedenen Bedeutungen bekannt. So sei die Buchstabenfolge
         „ECA“ die Abkürzung für die „Economic Cooperation Administration“, die frühere Behörde zur Durchführung des Marshall-Plans.
         Eine Beziehung zur Europäischen Union bestehe nicht. Weitere mögliche Bedeutungsgehalte seien, wie aus verschiedenen Internetseiten
         und den Anlagen zur Klageschrift hervorgehe, „Early Compatibility Analysis“, „Earth Coverage Antenna“, „Economic Commission
         for Africa“, „Electrical Contractors Association“, „Export Credit Agency“ oder „European Crystallographic Association“. Da
         der Begriff „ECA“ europaweit für die unterschiedlichsten Firmen verwendet werde, könne nicht davon ausgegangen werden, dass
         der Verkehr insoweit Verwechslungen mit staatlichen Organisationen oder gar mit der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen
         Kommission unterliegen werde.
         
         
         
         54
            
          Weiterhin verweist die Klägerin auf in den Anlagen ihrer Klageschrift dokumentierte eingetragene Bildmarken, die einen Kranz
         mit zwölf Sternen und Wortbestandteile enthalten. Sie macht geltend, dass diese Marken dennoch nicht mit dem Europa-Emblem
         verwechselt werden könnten. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch auf – ebenfalls in den Anlagen der Klageschrift wiedergegebene
         – deutsche Marken mit einem Sternenkranz, die durch ihre zusätzlichen Wort- oder Bildbestandteile in wesentlich stärkerem
         Maße auf die Europäische Union hinwiesen als die Anmeldemarke; dabei sei zu berücksichtigen, dass die einschlägigen Bestimmungen
         des deutschen Markengesetzes denen der Verordnung Nr. 40/94 entsprächen.
         
         
         
         55
            
          Die Eintragung dieser nationalen oder internationalen Marken zeige zunächst, dass die Verwendung eines Sternenkranzes innerhalb
         einer Bildmarke in Verbindung mit einem farbigen Hintergrund und einem weiteren Wortbestandteil nicht als Verstoß gegen Artikel
         6ter Absatz 1 Buchstabe b der Pariser Verbandsübereinkunft angesehen werde. Zweitens zeigten diese Eintragungen, dass selbst
         dann, wenn eine Ähnlichkeit angenommen werden könnte, das Ermessen sämtlicher europäischer Patent- und Markenämter gemäß Artikel
         6ter Absatz 1 Buchstabe c der Pariser Verbandsübereinkunft dahin ausgeübt werde, dass Marken, die wie die Anmeldemarke gestaltet
         seien, nicht als geeignet betrachtet würden, beim Publikum den Eindruck einer Verbindung zwischen der betreffenden Organisation
         und den Wappen, Flaggen, Kennzeichen, Sigeln oder Bezeichnungen hervorzurufen. Nach Auffassung aller dieser Ämter sei die
         Benutzung oder die Eintragung offenbar nicht geeignet, das Publikum über das Bestehen einer Verbindung zwischen dem Benutzer
         und der Organisation irrezuführen.
         
         
         
         56
            
          Ebensowenig sei die Anmeldung der Klägerin geeignet, beim Verkehr den Eindruck einer Verbindung zwischen der betreffenden
         Organisation und den Kennzeichen, Sigeln oder Bezeichnungen hervorzurufen. Auch könne sie das Publikum nicht über das Bestehen
         einer Verbindung zwischen der Klägerin und der Organisation irreführen.
         
         
         
         57
            
          Das Amt führt aus, dass sich Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe c der Pariser Verbandsübereinkunft keinesfalls auf das Vorliegen
         einer Verwechslungsgefahr im markenrechtlichen Sinne beziehe. Das besondere Schutzbedürfnis der besonderen Zeichenkategorie
         der staatlichen Hoheitszeichen und der Kennzeichen von internationalen Organisationen führe dazu, dass das Vorliegen von Waren-
         und Dienstleistungsidentität oder -ähnlichkeit keine Anwendungsvoraussetzung der Norm sei. Es komme allein darauf an, ob die
         Möglichkeit bestehe, dass der Verkehr hinsichtlich einer Verbindung zwischen dem Markeninhaber und dem Inhaber des staatlichen
         oder internationalen Hoheitszeichens irregeführt werde. Dies sei nicht der Fall, wenn angesichts der angebotenen Waren und
         Dienstleistungen des Unternehmens und der Tätigkeitsbereiche der internationalen Organisation ausgeschlossen werden könne,
         dass ein Verbraucher eine Verbindung vermute. Das völlige Auseinanderklaffen der Tätigkeitsbereiche des Markeninhabers und
         der in Frage stehenden internationalen Organisation könne somit als Argument gegen eine potenzielle Verbindung zwischen ihnen
         in den Augen des Verkehrs herangezogen werden.
         
         
         
         58
            
          Daher stelle sich die Frage, ob aufgrund der Hinzufügung eines Wortelements und der Schwarzweiß-Darstellung die Anwendung
         von Artikel 6ter der Pariser Verbandsübereinkunft deswegen ausgeschlossen sei, weil die Benutzung oder die Eintragung offenbar
         nicht geeignet sei, das Publikum über das Bestehen einer Verbindung zwischen dem Benutzer und der Organisation irrezuführen.
         
         
         
         59
            
          Dabei komme es nicht darauf an, ob die Abkürzung „ECA“ mehrere Bedeutungsgehalte verkörpern könne, sondern darauf, ob die
         Marke geeignet sei, das Publikum über das Bestehen einer Verbindung zwischen dem Benutzer und der Organisation irrezuführen.
         
         
         
         60
            
          Das Amt wendet sich ferner gegen das Vorbringen der Klägerin, dass die Verwendung eines Sternenkranzes innerhalb einer Bildmarke
         in Verbindung mit einem farbigen Hintergrund und einem weiteren Wortbestandteil in der Praxis der nationalen Markenämter nicht
         als Verstoß gegen Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe b der Pariser Verbandsübereinkunft angesehen werde.
         
         
         
         61
            
          Es betont, auch es selbst habe verschiedene Anmeldungen wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Europa-Emblem zurückgewiesen. Wie
         die der Klagebeantwortung als Anlage beigefügten Beispiele zeigten, liege dabei jeder Einzelfallentscheidung eine Abwägung
         der möglichen Gefahr eines Inverbindungbringens zugrunde.
         
         
         
         62
            
          Somit könne ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot nicht als Klagegrund geltend gemacht werden (Urteil des Gerichts
         vom 27. Februar 2002 in der Rechtssache T-106/00, Streamserve/HABM [STREAMSERVE], Slg. 2002, II-723, Randnr. 66). Da es sich
         um eine gebundene Entscheidung handele, könnten frühere Entscheidungen nicht als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Wenn
         diese nämlich rechtmäßig gewesen seien und vergleichbare Fälle betroffen hätten, so werde die angefochtene Entscheidung bereits
         allein wegen fehlerhafter Rechtsanwendung und nicht etwa wegen eines Verstoßes gegen das Diskriminierungsverbot aufgehoben
         werden.
         
         
         – Würdigung durch das Gericht
         
         
         63
            
          Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe c Satz 2 der Pariser Verbandsübereinkunft sieht die Möglichkeit vor, im Fall des Kennzeichens
         einer internationalen Organisation die Eintragung einer Marke nicht zu untersagen, falls diese Eintragung nicht geeignet ist,
         beim Verkehr den Eindruck einer Verbindung zwischen der betreffenden Organisation und den Wappen, Flaggen, Kennzeichen, Sigeln
         oder Bezeichnungen hervorzurufen, oder falls die Eintragung offenbar nicht geeignet ist, den Verkehr über das Bestehen einer
         Verbindung zwischen dem Benutzter und der Organisation irrezuführen.
         
         
         
         64
            
          Die Klägerin macht zu Unrecht geltend, dass das Amt sein ihm in dieser Bestimmung eingeräumtes Ermessen nicht ausgeübt habe.
         Vielmehr hat die Beschwerdekammer in Randnummer 24 der angefochtenen Entscheidung ausgeführt:
         „Um festzustellen, ob die relevanten Verkehrskreise, die mit der Bildmarke im Zusammenhang mit den spezifizierten Waren und
         Dienstleistungen konfrontiert werden, eine Verbindung zwischen der Bildmarke und den betroffenen zwischenstaatlichen Organisationen
         herstellen, bzw. über eine Verbindung zwischen der Beschwerdeführerin und den betroffenen zwischenstaatlichen Organisationen
         irregeführt würden, ist auf den Gesamteindruck der angemeldeten Marke abzustellen. Die relevanten Verkehrskreise, die mit
         der Marke insgesamt, d. h. sowohl mit ihren grafischen als auch ihren Wortbestandteilen, konfrontiert werden, müssten einen
         Bezug zu dem geschützten Zeichen bzw. den dieses Zeichen benutzenden Organisationen herstellen. Dabei ist auch das Waren-
         und Dienstleistungsverzeichnis zu beachten.“
         
         
         
         65
            
          Dieser Randnummer der angefochtenen Entscheidung und ihren Randnummern 25 bis 29 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdekammer,
         auch wenn sie sich nicht ausdrücklich auf Artikel 6ter Absatz 1 Buchstabe c der Pariser Verbandsübereinkunft bezog, die Frage
         prüfte, ob die Anmeldemarke geeignet sei, beim Verkehr den Eindruck einer Verbindung zwischen der Klägerin und dem Europarat
         oder der Europäischen Gemeinschaft hervorzurufen oder den Verkehr über das Bestehen einer Verbindung zwischen der Klägerin
         und dem Europarat oder der Europäischen Gemeinschaft irrezuführen. Sie gelangte dabei zu dem Ergebnis, dass die Eintragung
         und die Benutzung der angemeldeten Marke tatsächlich geeignet seien, beim Verkehr den Eindruck einer Verbindung zwischen der
         Anmeldemarke und dem Europarat oder der Europäischen Gemeinschaft hervorzurufen.
         
         
         
         66
            
          Dazu stellte die Beschwerdekammer fest, dass die im Waren- und Dienstleistungsverzeichnis der Anmeldemarke aufgeführten Waren
         und Dienstleistungen sich sowohl an das allgemeine Durchschnittspublikum als auch an ein Fachpublikum richten könnten. So
         könnten etwa Schulungen sich je nach Art und Thema sowohl an ein bestimmtes Fachpublikum als auch an die Allgemeinheit richten.
         
         
         
         
         67
            
          Dabei wies die Beschwerdekammer entgegen dem Vorbringen der Klägerin darauf hin, dass es zwischen dem von der Klägerin eingereichten
         Waren- und Dienstleistungsverzeichnis und den Tätigkeiten des Europarates und der Europäischen Gemeinschaft oder Europäischen
         Union Überlappungen gebe. Dafür bezog sie sich insbesondere auf das Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, das auf CD-Rom, also einem entgeltlich abgegebenen bespielten Datenträger, verfügbar sei, auf die Seminare, Trainingsprogramme
         und Konferenzen, die der Europarat und die Europäische Gemeinschaft in den verschiedensten Bereichen veranstalteten, und auf
         eine Vielzahl von Datenbanken, die diese Einrichtungen zur Verfügung stellten, darunter EUR-Lex.
         
         
         
         68
            
          Angesichts der großen Bandbreite von Dienstleistungen und Waren, die der Europarat und die Europäische Union oder die Europäische
         Gemeinschaft anbieten können, ist durch die Art der in der Anmeldung aufgeführten Waren und Dienstleistungen nicht ausgeschlossen,
         dass die relevanten Verkehrskreise das Bestehen einer Verbindung zwischen der Klägerin und diesen Einrichtungen annehmen.
         Die Beschwerdekammer gelangte daher zu Recht zu dem Ergebnis, dass die Anmeldemarke geeignet sei, beim Verkehr den Eindruck
         einer Verbindung zwischen der Anmeldemarke und den in Frage stehenden Einrichtungen hervorzurufen.
         
         
         
         69
            
          Was das Wortelement „ECA“ anbelangt, so verstärkt die Präsenz dieser Abkürzung im Mittelpunkt der Anmeldemarke den Eindruck,
         es bestehe eine Verbindung zwischen der Klägerin und der Europäischen Union oder der Europäischen Gemeinschaft. Denn die Abkürzung
         „EC“ verweist, wie das Amt hervorhebt, zumindest im englischsprachigen Teil der Europäischen Union unmittelbar auf die Europäische
         Gemeinschaft (European Community). Diese Abkürzung ist auch außerhalb des Vereinigten Königreichs als Kürzel für die Europäische
         Gemeinschaft bekannt. Die Abkürzung „ECA“ kann zudem auf den Rechnungshof (European Court of Auditors) hinweisen. Die Hinzufügung
         des Wortbestandteils „ECA“ innerhalb des Sternenkranzes hebt daher den Eindruck einer Verbindung zwischen der Klägerin und
         der Europäischen Union oder der Europäischen Gemeinschaft nicht auf, sondern hat die gegenteilige Wirkung. Dieser Eindruck
         wird durch den Sternenkranz hervorgerufen, so dass er bei Hinzufügung eines mit „EC“ oder „EG“ beginnenden Wortelements, das
         eine beliebige Agentur oder Einrichtung oder ein beliebiges Programm der Europäischen Union oder der Europäischen Gemeinschaft
         bezeichnen kann, fortbesteht. Die Argumentation der Klägerin zum Wortbestandteil „ECA“ ist daher unbegründet.
         
         
         
         70
            
          Was die von der Klägerin angeführten nationalen Voreintragungen angeht, so ist die Gemeinschaftsregelung für Marken ein autonomes
         System, das aus einer Gesamtheit von ihm eigenen Zielsetzungen und Vorschriften besteht und dessen Anwendung von jedem nationalen
         System unabhängig ist (Urteil des Gerichts vom 5. Dezember 2000 in der Rechtssache T-32/00, Messe München/HABM [electronica],
         Slg. 2000, II-3829, Randnr. 47). Ob ein Zeichen als Gemeinschaftsmarke eingetragen werden kann, ist daher allein auf der Grundlage
         der einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften zu beurteilen. Demgemäß ist weder das Amt noch gegebenenfalls der
         Gemeinschaftsrichter durch eine Entscheidung gebunden, die auf der Ebene eines Mitgliedstaats oder gar eines Drittstaats ergangen
         ist und die das betreffende Zeichen zur Eintragung als nationale Marke zulässt (Urteil des Gerichts vom 7. Februar 2002 in
         der Rechtssache T-88/00, Mag Instrument/HABM [Form von Taschenlampen], Slg. 2002, II-467, Randnr. 41). Die in den Mitgliedstaaten
         bereits vorliegenden Eintragungen stellen somit einen Umstand dar, der für die Eintragung einer Gemeinschaftsmarke lediglich
         berücksichtigt werden kann, ohne entscheidend zu sein (Urteile des Gerichts vom 16. Februar 2000 in der Rechtssache T-122/99,
         Procter & Gamble/HABM [Form einer Seife], Slg. 2000, II-265, Randnr. 61, vom 31. Januar 2001 in der Rechtssache T-24/00, Sunrider/HABM
         [VITALITE], Slg. 2001, II-449, Randnr. 33, vom 19. September 2001 in der Rechtssache T-337/99, Henkel/HABM [runde, rot-weiße
         Tablette], Slg. 2001, II-2597, Randnr. 58, und vom 5. März 2003 in der Rechtssache T-194/01, Unilever/HABM [ovoïde Tablette],
         Slg. 2003, II-383, Randnr. 68). Diese Erwägungen gelten erst recht für die Eintragung von anderen Marken als der jeweils in
         Frage stehenden Anmeldemarke.
         
         
         
         71
            
          Was die Praxis des Amtes selbst angeht, so sind die Entscheidungen, die die Beschwerdekammern über die Eintragung eines Zeichens
         als Gemeinschaftsmarke zu erlassen haben, nach der Rechtsprechung gebundene Entscheidungen und keine Ermessensentscheidungen.
         Ob ein Zeichen als Gemeinschaftsmarke eingetragen werden kann, ist daher nur auf der Grundlage der Verordnung Nr. 40/94 in
         ihrer Auslegung durch den Gemeinschaftsrichter zu überprüfen und nicht auf der Grundlage einer bestehenden Entscheidungspraxis
         der Beschwerdekammern (Urteile STREAMSERVE, zitiert oben in Randnr. 62, Randnr. 66, vom 20. November 2002 in den Rechtssachen
         T-79/91 und T-86/01, Bosch/HABM [Kit Pro und Kit Super Pro], Slg. 2002, II-4881, Randnr. 32, und vom 30. April 2003 in den
         Rechtssachen T-324/01 und T-110/02, Axions und Belce/HABM [Form einer braunen Zigarre und Form eines Goldbarrens], Slg. 2003,
         II-0000, Randnr. 51).
         
         
         
         72
            
          Zudem hat die Klägerin, auch wenn in einer früheren Entscheidung angeführte Gründe tatsächlicher oder rechtlicher Art Argumente
         darstellen können, auf die die Rüge eines Verstoßes gegen eine Vorschrift der Verordnung Nr. 40/94 gestützt werden kann (Urteile
         STREAMSERVE, zitiert oben in Randnr. 62, Randnr. 69, und Kit Pro und Kit Super Pro, zitiert oben in Randnr. 71, Randnr. 33),
         hier nicht vorgetragen, dass die von ihr herangezogenen nationalen Entscheidungen und früheren Entscheidungen der Beschwerdekammern
         Gründe enthielten, die gegen die oben vorgenommene Beurteilung des auf einen Verstoß gegen Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe h
         der Verordnung Nr. 40/94 gestützten Klagegrundes sprächen (Urteil Form einer braunen Zigarre und Form eines Goldbarrens, zitiert
         oben in Randnr. 71, Randnr. 52).
         
         
         
         73
            
          Soweit sich die Klägerin auf das bloße Bestehen von Eintragungen in Deutschland, in anderen Ländern und auf Gemeinschaftsebene
         beruft, greift ihr Vorbringen daher nicht durch.
         
         
         
         74
            
          Der zweite Teil des Klagegrundes ist deshalb ebenfalls unbegründet.
         
         
         
         75
            
          Nach alledem ist die Klage insgesamt abzuweisen.
         
         
         Kosten
         76
            
          Nach Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung hat die unterliegende Partei auf Antrag die Kosten zu tragen. Da die Klägerin unterlegen
         ist, sind ihr gemäß dem Antrag des Amtes dessen Kosten aufzuerlegen.
         
         
         Aus diesen Gründen
         
         
         
            
            DAS GERICHT (Vierte Kammer)
         
         
          für Recht erkannt und entschieden:
         
            
            
             
               1.
                  Die Klage wird abgewiesen.
               
            
            
            
             
               2.
                  Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.
               
            
            
                  Legal
               
               
                  Tiili
               
               
                  Vilaras
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
            
            
            
            
            
            
            
         
         
          Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 21. April 2004.
         
         
         
         
                  Der Kanzler
               
               
                  Der Präsident
               
            
         
         
         
                  H. Jung
               
               
                  H. Legal
               
            
      
      
          1 –
            
            Verfahrenssprache: Deutsch.