CELEX: 31994D0915
Language: de
Date: 1994-12-15 00:00:00
Title: 94/915/EG: Entscheidung des Rates vom 15. Dezember 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich der sozio-ökonomischen Schwerpunktforschung (1994 - 1998)

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31994D0915

94/915/EG: Entscheidung des Rates vom 15. Dezember 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich der sozio-ökonomischen Schwerpunktforschung (1994 - 1998)  

Amtsblatt Nr. L 361 vom 31/12/1994 S. 0077 - 0089 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 13 Band 29 S. 0233  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 13 Band 29 S. 0233 

ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 15. Dezember 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich der sozio-ökonomischen Schwerpunktforschung (1994-1998) (94/915/EG)   DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130i Absatz 4,  auf Vorschlag der Kommission (1),  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Mit Beschluß Nr. 1110/94/EG (4) haben das Europäische Parlament und der Rat ein Viertes Rahmenprogramm der Gemeinschaft im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration (nachstehend FTE genannt) für den Zeitraum 1994-1998  angenommen, in dem unter anderem die Tätigkeiten im Bereich der gesellschaftspolitischen Schwerpunktforschung festgelegt werden. Diese Entscheidung trägt der in der Präambel zu dem genannten Beschluß dargelegten Begründung Rechnung.  Gemäß Artikel 130i Absatz 3 des Vertrags erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms durch spezifische Programme, die innerhalb eines jeden Aktionsbereichs entwickelt werden; in jedem spezifischen Programm werden die Einzelheiten seiner Durchführung,  seine Laufzeit und der als notwendig erachtete Betrag festgelegt.  Die für die Durchführung dieses Programms für notwendig erachteten Mittel belaufen sich auf 105 Millionen ECU. Die Mittelansätze für jedes Haushaltsjahr werden von der Haushaltsbehörde entsprechend den verfügbaren Mitteln im Rahmen der Finanziellen  Vorausschau und gemäß Artikel 1 Absatz 3 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG festgelegt.  Wie im Weißbuch über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung dargelegt, kann das vorliegende Programm einen wesentlichen Beitrag zur Stimulierung des Wachstums, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie zur Verbesserung der  Beschäftigungssituation in der Gemeinschaft leisten.  Der Inhalt des Vierten Rahmenprogramms für gemeinschaftliche FTE-Tätigkeiten wurde in Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip festgelegt. In dem vorliegenden spezifischen Programm sind die nach diesem Prinzip im Bereich der sozio-ökonomischen  Schwerpunktforschung durchzuführenden Tätigkeiten beschrieben.  Nach dem Beschluß Nr. 1110/94/EG ist eine Gemeinschaftsaktion gerechtfertigt, wenn unter anderem die Forschung zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur Förderung ihrer allgemeinen harmonischen Entwicklung  beiträgt und gleichzeitig mit dem Streben nach wissenschaftlicher und technischer Qualität vereinbar ist. Das vorliegende Programm soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.  Die Gemeinschaft sollte nur FTE-Tätigkeiten von hohem qualitativen Niveau fördern.  Für dieses spezifische Programm gelten die Regeln für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren (einschließlich der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS)) und Hochschulen sowie die Regeln für die Verbreitung der Forschungsergebnisse gemäß Artikel  130j des Vertrags.  Die Bemühungen der Kommission um eine Vereinfachung und Beschleunigung der Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie um grösseren Transparenz müssen fortgesetzt werden, um die Durchführung des Programms zu fördern und die Maßnahmen zu erleichtern, die die  Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen im Hinblick auf die Teilnahme an einer FTE-Aktion der Gemeinschaft treffen müssen.  Dieses Programm trägt bei zu einer Verstärkung der Synergien zwischen den im Bereich der sozio-ökonomischen Schwerpunktforschung durchgeführten FTE-Tätigkeiten der Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen in den Mitgliedstaaten sowie zwischen  diesen Tätigkeiten und den entsprechenden FTE-Tätigkeiten der Gemeinschaft.  Die nach diesem Programm durchgeführten Tätigkeiten müssen die Tätigkeiten zur sozialen und wirtschaftlichen Folgenabschätzung innerhalb anderer spezifischer Programme des Vierten Rahmenprogramms fördern, verwerten und ergänzen. Zu diesem Zweck sind  Informations- und Koordinierungsmaßnahmen zu treffen.  Bei der Durchführung dieses Programms könnte sich eine internationale Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Drittländern als zweckmässig erweisen.  Dieses Programm sollte auch Begleitmaßnahmen sowie Tätigkeiten zur Verbreitung und Verwertung der FTE-Ergebnisse umfassen, ebenso wie Tätigkeiten zur Förderung der Mobilität sowie der Aus- und Weiterbildung von Forschern im Rahmen dieses Programms,  soweit sie zu dessen ordnungsgemässer Durchführung erforderlich sind.  Die Fortschritte bei der Durchführung dieses Programms sollten ständig und systematisch überprüft werden, um es gegebenenfalls an die wissenschaftliche und technologische Entwicklung in diesem Bereich anzupassen. Zu gegebener Zeit sollte eine  unabhängige Bewertung der durch das Programm erzielten Fortschritte vorgenommen werden, damit alle zur Festlegung der Ziele des Fünften FTE-Rahmenprogramms erforderlichen Hintergrundinformationen zur Verfügung stehen. Nach Abschluß dieses Programms  sollten die Ergebnisse anhand der in dieser Entscheidung festgelegten Ziele bewertet werden.  Die GFS kann sich an den indirekten Aktionen dieses Programms beteiligen.  Die GFS trägt ferner mit ihrem eigenen Programm zur Verwirklichung der Ziele der gemeinschaftlichen FTE in den unter das vorliegende Programm fallenden Bereichen bei.  Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (AWTF) ist gehört worden - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:   Artikel 1  Für den Zeitraum vom Datum der Annahme dieser Entscheidung bis zum 31. Dezember 1998 wird ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich der sozio-ökonomischen  Schwerpunktforschung gemäß Anhang I beschlossen.   Artikel 2  (1)  Die für die Durchführung des Programms für notwendig erachteten Mittel belaufen sich - einschließlich höchstens 14,5 v. H. für Personal- und Verwaltungsausgaben - auf 105 Millionen ECU.  (2)  Eine vorläufige Aufschlüsselung dieses Betrags ist in Anhang II enthalten.  (3)  Die Haushaltsbehörde legt vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Mitteln im Rahmen der Finanziellen Vorausschau und in Einklang mit Artikel 1 Absatz 3 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG die Mittel für jedes Haushaltsjahr fest, wobei dem Grundsatz der  Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung gemäß Artikel 2 der Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften Rechnung zu tragen ist.   Artikel 3  (1)  Die allgemeinen Regelungen für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang IV des Beschlusses Nr. 1110/94/EG festgelegt.  (2)  Die Modalitäten für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen sowie für die Verbreitung der Ergebnisse werden in den in Artikel 130j des Vertrags genannten Regeln festgelegt.  (3)  Die spezifischen Regelungen für die Durchführung des Programms, die die Regelungen und Modalitäten gemäß den Absätzen 1 und 2 ergänzen, sind in Anhang III festgelegt.   Artikel 4  (1)  Um unter anderem zu einer kosteneffizienten Durchführung des Programms beizutragen, überwacht die Kommission mit Hilfe unabhängiger externer Experten kontinuierlich und systematisch, welche Fortschritte das Programm in bezug auf die im  Arbeitsprogramm weiter ausgeführten Ziele gemäß Anhang I erzielt. Sie überprüft insbesondere, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der jeweiligen Lage noch entsprechen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überwachung unterbreitet sie dem Rat  gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Programms.  (2)  Als Beitrag zur Bewertung der Tätigkeiten der Gemeinschaft gemäß Artikel 4 Absatz 2 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG und in Einklang mit dem dort festgelegten Zeitplan beauftragt die Kommission unabhängige qualifizierte Experten mit der externen  Bewertung der Tätigkeiten in den unter dieses Programm fallenden Bereichen und deren Verwaltung während der letzten fünf Jahre vor dieser Bewertung.  (3)  Nach Ablauf dieses Programms lässt die Kommission eine unabhängige Endbewertung durchführen, bei der die erzielten Ergebnisse mit den in Anhang III des Beschlusses Nr. 1110/94/EG und in Anhang I dieser Entscheidung festgelegten Zielen verglichen  werden. Der Endbewertungsbericht wird dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt.   Artikel 5  (1)  Die Kommission erstellt ein Arbeitsprogramm gemäß den Zielen in Anhang I und der vorläufigen Aufschlüsselung der Finanzmittel in Anhang II, das gegebenenfalls auf den neuesten Stand gebracht wird. Das Arbeitsprogramm enthält im  einzelnen - die wissenschaftlichen und technologischen Ziele und Forschungsaufgaben;  - den Zeitplan für die Durchführung, einschließlich der Termine für die Ausschreibungen;  - die vorgeschlagenen Finanz- und Verwaltungsregelungen und die allgemeinen Leitlinien für sonstige Maßnahmen, einschließlich vorbereitender, begleitender und unterstützender Maßnahmen;  - Regelungen für die Abstimmung mit anderen FTE-Tätigkeiten, die in diesem Bereich insbesondere im Rahmen des GFS-Programms und anderer spezifischer Programme durchgeführt werden, sowie gegebenenfalls für die Gewährleistung einer besseren Wechselwirkung  mit den in einem anderen Rahmen durchgeführten Tätigkeiten;  - Regelungen für die Verbreitung, den Schutz und die Nutzung der Ergebnisse von im Rahmen des Programms durchgeführten FTE-Tätigkeiten.  (2)  Die Kommission veröffentlicht Ausschreibungen für Vorhaben auf der Grundlage des Arbeitsprogramms.   Artikel 6  (1)  Für die Durchführung des Programms ist die Kommission zuständig.  (2)  In den in Artikel 7 Absatz 1 vorgesehenen Fällen wird die Kommission von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.  (3)  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der  betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrags für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im  Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.  (4)  Die Kommission erlässt die beabsichtigten Maßnahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschusses übereinstimmen.  (5)  Stimmen die beabsichtigten Maßnahmen mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission dem Rat unverzueglich einen Vorschlag für die zu treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit  qualifizierter Mehrheit.  (6)  Hat der Rat binnen drei Monaten nach Befassung keinen Beschluß gefasst, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommission erlassen.   Artikel 7  (1)  Das Verfahren des Artikels 6 Absätze 2 bis 6 gilt insbesondere für - die Erstellung und Aktualisierung des in Artikel 5 Absatz 1 genannten Arbeitsprogramms;  - den Inhalt der Ausschreibungen;  - die Bewertung der für eine Gemeinschaftsfinanzierung vorgeschlagenen FTE-Tätigkeiten sowie des veranschlagten Betrags für die Beteiligung der Gemeinschaft an den einzelnen Tätigkeiten, wenn sich dieser auf mindestens 0,13 Millionen ECU beläuft;  - Anpassungen der vorläufigen Aufschlüsselung des Betrags gemäß Anhang II;  - die spezifischen Modalitäten der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an den einzelnen geplanten Tätigkeiten;  - die Maßnahmen und Vorgaben für die Programmbewertung;  - Abweichungen von den Regelungen gemäß Anhang III;  - die Beteiligung von juristischen Personen aus Drittländern und internationalen Organisationen an einem Vorhaben, einschließlich der Finanzierung der Beteiligung internationaler Organisationen, auch wenn sich der Gemeinschaftsbeitrag auf weniger als  0,13 Millionen ECU beläuft.  (2)  Beläuft sich der Gemeinschaftsbeitrag gemäß Absatz 1 dritter Gedankenstrich auf weniger als 0,13 Millionen ECU, so unterrichtet die Kommission den Ausschuß über die Vorhaben sowie über das Ergebnis ihrer Bewertung.  (3)  Die Kommission unterrichtet den Ausschuß regelmässig über die Fortschritte bei der Durchführung des Programms sowie über sozio-ökonomische Tätigkeiten, die im Rahmen anderer Programme durchgeführt werden.   Artikel 8  Die Beteiligung an dem Programm - allerdings ohne finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft - kann im Bereich der Bewertung wissenschafts- und technologiepolitischer Optionen in Drittländern niedergelassenen juristischen Personen auf  einzelprojektbezogener Grundlage offenstehen, wenn eine solche Beteiligung zur effektiven Verwirklichung der Ziele des Programms beiträgt und dem Grundsatz des gegenseitigen Nutzens Rechnung getragen wird.   Artikel 9  Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.  Geschehen zu Brüssel am 15. Dezember 1994.  Im Namen des Rates Der Präsident A. MERKEL  (1) ABl. Nr. C 228 vom 17. 8. 1994, S. 177 und ABl. Nr. C 262 vom 20. 9. 1994, S. 23.(2) ABl. Nr. C 205 vom 25. 7. 1994, S. 344.(3) Stellungnahme vom 14. September 1994 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).(4) ABl. Nr. L 126 vom 18. 5.  1994, S. 1.    ANHANG I   WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNOLOGISCHE ZIELE UND INHALT  Dieses spezifische Programm spiegelt voll und ganz die Vorgaben des Vierten Rahmenprogramms wider, wendet seine Auswahlkriterien an und präzisiert dessen wissenschaftliche und technologische Ziele.   Kapitel 7 des Anhangs III, das unter den ersten Aktionsbereich des Rahmenprogramms fällt, ist Bestandteil dieses Programms.  1. ALLGEMEINE ZIELE UND HINTERGRUND Das vom Europäischen Rat im Dezember 1993 beratene Weißbuch über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung gab den Anstoß zu einem gesamteuropäischen Konzept und trug dadurch zu Entscheidungen der Regionen, der Mitgliedstaaten und der  Gemeinschaft bei, mit denen der Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung der europäischen Volkswirtschaften gelegt werden soll, damit diese im weltweiten Wettbewerb bestehen und Arbeitsplätze schaffen können.  Im Rahmen der sozio-ökonomischen Schwerpunktforschung soll eine gemeinsame Wissensgrundlage über die Herausforderungen Europas erarbeitet werden, die derartige Entscheidungen künftig erleichtert. Dies erfordert Forschungsarbeiten in folgenden drei  miteinander verbundenen Bereichen:  - Bewertung der wissenschafts- und technologiepolitischen Optionen - Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen - Forschungsarbeiten über soziale Integration und soziale Ausgrenzung in Europa.  Die Forschung in diesen drei Bereichen erfordert in vordringlichem Masse konzeptuelle und methodische Vorarbeiten für den Aufbau integrierter Daten- und Indikatorsysteme durch eine gemeinsame Anstrengung der europäischen gesellschaftswissenschaftlichen  Forschungsgemeinschaft im Hinblick auf europaweit vergleichbare Daten und die Schaffung einer gemeinsamen Infrastruktur für die Forschung (Datenbanken über Akteure und Forschungsergebnisse; Verzeichnisse, Handbücher, Glossare, Thesauren etc.). Daher  handelt es sich nicht einfach um die Frage der Harmonisierung der Statistiken, sondern es ist ein wissenschaftliches System der Sozialberichterstattung aufzubauen, das dazu beitragen kann, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in ihrem Wesen  zu verstehen. Ein angemessener Teil der für diesen Bereich veranschlagten Mittel wird daher für den Entwurf einer Strategie zur Durchführung dieser Arbeiten und zur Entwicklung einer solchen Infrastruktur sowie für die damit verbundenen Pilotprojekte  aufgewendet.  Durch die Bewertung der wissenschafts- und technologiepolitischen Optionen Europas soll für die Entscheidungsträger der Wissenschafts- und Technologiepolitik auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene sowie für die Verantwortlichen in anderen  Bereichen, in denen Wissenschaft und Technik eine Rolle spielen, eine gemeinsame Wissensgrundlage geschaffen werden, die letzten Endes zu grösserer Einheitlichkeit und besserer Koordinierung von FTE-Tätigkeiten und -politik in Europa führen soll.  Diese Tätigkeiten schließen sich an das Programm MONITOR (FAST, SAST, SPEAR) an und können auf den Arbeiten des Instituts für technologische Zukunftsforschung der GFS, des statistischen Amts und den Programmen VALÜ und SPRINT sowie den spezifischen  Programmen des dritten Rahmenprogramms (soziale und wirtschaftliche Folgenabschätzung der Forschungsarbeiten) aufbauen.  Die GFS trägt zu den entsprechenden FTE-Tätigkeiten der Gemeinschaft über das Institut für technologische Zukunftsforschung bei, das eng mit diesem Programm zusammenarbeiten wird. (1) Ziel der gemeinschaftlichen Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen muß es sein, die Bemühungen der Mitgliedstaaten, die Verbindungen zwischen Forschung und Bildungswesen zu intensivieren, zu unterstützen und ihre  Bildungssysteme durch Forschung und die Verbreitung bewährter Methoden und von Innovationen zu verbessern. Sie sollen dazu beitragen, in Europa die Entwicklung einer bildungsorientierten Gesellschaft zu fördern, in der die allgemeine und berufliche  Bildung nicht auf einen Lebensabschnitt begrenzt bleibt, sondern von stetiger und zentraler Bedeutung für die Funktionstüchtigkeit des sozialen Systems ist.  Entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip ergänzen diese Forschungsarbeiten die Tätigkeiten der Mitgliedstaaten und anderer internationaler Organisationen (z. B. ÖCD). Um Doppelarbeit zu vermeiden, werden sie darüber hinaus mit den entsprechenden  technologischen Forschungen innerhalb des Programms TELEMATIK und den Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich allgemeine und berufliche Bildung abgestimmt. Dazu zählen die Programme SOCRATES und LEONARDO, die sich an die Programme COMETT, ERASMUS, LINGUA,  PETRA, FORCE und EUROTECNET anschließen sollen. In diesem Zusammenhang werden auch die grundlegende Datenerfassung und Systemanalyse im Rahmen von EURYDICE sowie die Arbeiten von CEDEFOP berücksichtigt.  Armut und soziale Ausgrenzung stellen die Mitgliedstaaten vor grosse Probleme. Um das Wissen über diese Probleme zu erhöhen und ihnen abzuhelfen, werden Forschungsarbeiten über soziale Integration und soziale Ausgrenzung in Europa benötigt.  In diesem Bereich ist die Zielsetzung zweigeteilt. Zum einen soll erforscht werden, in welchem Masse der gegenwärtige Integrationsprozeß in Europa (Binnenmarkt, Wirtschafts- und Währungsunion, weltweite Integration usw.) spezifische Faktoren mit sich  bringt, die die Integration bzw. die soziale Ausgrenzung betreffen und die über die jeweiligen Phänomene der nationalen und lokalen Entwicklung hinausgehen. Zum anderen sollen alle Mitgliedstaaten von den positiven Erfahrungen mit sozialer Integration  profitieren, die aus Ergebnissen von vergleichenden Forschungsarbeiten und der gemeinsamen Verwertung von besonders innovativen Projekten erzielt wurden.  Die Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet sind eng mit Gemeinschaftsinitiativen (insbesondere dem neuen mittelfristigen Aktionsprogramm zur Bekämpfung der Ausgrenzung) und nationalen Maßnahmen zur Bekämpfung der gesellschaftlichen Ausgrenzung in Europa  verbunden.  Neben diesen horizontalen Forschungstätigkeiten mit sozio-ökonomischem Schwerpunkt sollen innerhalb jedes spezifischen Programms des ersten Aktionsbereichs (soziale und wirtschaftliche Folgen- und Risikoabschätzung), des zweiten (sozio-ökonomische  Aspekte der internationalen wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit und Verbindungen zur Aussenpolitik der Gemeinschaft), des dritten (Steigerung der Effizienz beim Transfer der FTE-Ergebnisse) und des vierten Aktionsbereichs (Ausbildung und  Mobilität von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern) wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschungsarbeiten durchgeführt werden. Dieses Programm wird im Hinblick darauf konzipiert und durchgeführt, Forschungsarbeiten zu unterstützen, die  gleichartige Arbeiten im Rahmen anderer spezifischer Programme und damit verbundener gemeinschaftlicher Tätigkeiten ergänzen, bereichern oder unterstützen und dadurch die Synergien zwischen diesen Programmen zu verstärken. Darüber hinaus werden zu  COST-Projekten im sozialwissenschaftlichen Bereich und zu europäischen Einrichtungen, die auf Programmgebieten tätig sind, intensive Kontakte unterhalten.  2. GEMEINSCHAFTSTÄTIGKEITEN 1. Bewertung der wissenschafts- und technologiepolitischen Optionen Europas a) Konkrekte Ziele Die Ziele des Programms, die unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips festgelegt wurden, stellen sich wie folgt dar:  - Einzelpersonen und Einrichtungen ganz Europas zusammenzubringen, die sich mit der Bewertung von wissenschafts- und technologiepolitischen Optionen Europas befassen; den Anstoß zum Aufbau von Netzen zu geben, die sich aus Wissenschaftlern, Vertretern  von parlamentarischen Gremien und Regierungsstellen, die die wissenschafts- und technologiepolitischen Optionen zu bewerten haben, von Sachverständigen für Technikfolgenabschätzung in Unternehmen und anderen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft  zusammensetzen;  - konkrete Analysedaten zu erarbeiten, mit denen die wissenschafts- und technologiepolitischen Optionen der Regionen, der Staaten und der Gemeinschaft unter Berücksichtigung der Standpunkte dieser Netze bewertet werden können. Diese konkreten Daten  sollen in Form von Berichten, Indikatorenzusammenstellungen, Informationsunterlagen und regelmässigen Veröffentlichungen mit Hilfe neuer Datenträger (Informatiksysteme, Multimedia-Produkte) vorgelegt werden.  b) Themen Die Forschung der Gemeinschaft konzentriert sich auf drei zusammenhängende Themenblöcke.  i) Stand der europäischen FTE im internationalen Vergleich Die Forschung erstreckt sich in erster Linie auf die Erarbeitung konkreter Analysedaten, mit denen die Stärken und Schwächen der FTE in Europa im Verhältnis zu anderen Regionen der Welt beurteilt werden können.  - Stand der FTE in den Mitgliedstaaten, in Drittländern, in Regionen und regionalen Zusammenschlüssen;  - regionale, nationale, europäische und weltweite Forschungspolitik; Zielvorgaben, Umsetzung, ordnungs- und haushaltspolitische sowie steuerliche Aspekte, Auswirkungen auf wissenschaftliche und technische Strukturen und auf die sozio-ökonomische  Entwicklung insbesondere der Volkswirtschaft;  - Strategien der industriellen- und wirtschaftlichen Akteure nach Wirtschaftszweigen und Unternehmensarten, zunehmende internationale Verflechtung und grenzueberschreitende Zusammenarbeit; technologische Trends unter multinationalen Gesellschaften;  Investitionsanreize für Firmen im F  &   E-Bereich; Rolle der Zusammenarbeit; Schwerfälligkeit und Wandel des Produktionssystems und Zwang zur Entwicklung und Übernahme neuer Technologien in kleinen und mittleren Unternehmen;  - Forschung im Rahmen nationaler Innovationssysteme und vergleichende Analyse dieser Systeme, Technologiemanagement, Beeinflussung der Technologie durch die Gesellschaft sowie Verbindungen zwischen wissenschaftlicher Grundlage und industrieller  Innovation.  ii) Verhältnis zwischen den kurz- und mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Anforderungen und Entwicklungen und den neuen Entwicklungen in Wissenschaft und Technik Kurz- und mittelfristige Strategie- und Zukunftsanalysen (5 bis 10 Jahre) der grössten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Aufgaben und der wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen sollen konkrete Anhaltspunkte für die Debatte  über die Ausrichtung der Forschungsarbeiten in Europa (auf nationaler, gemeinschaftlicher und gesamteuropäischer Ebene) liefern. Im besonderen wird man nach den günstigsten Optionen der Wissenschafts- und Technikpolitik für Wachstum, Lebensqualität,  Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa suchen.  Daher sind folgende Analysen notwendig:  - Analyse der wirtschaftlichen, industriellen und finanziellen Aufgaben. Ziel ist eine eingehende Untersuchung der derzeitigen bzw. sich abzeichnenden Umstrukturierungen der Weltwirtschaft und des europäischen Produktionssystems sowie deren Folgen für  die Forschung. Dazu zählen die Auswirkungen neuer  "regionaler" Freihandelszonen (wie die Nordamerikanische Freihandelsassoziation), die Auswirkungen von Gebieten mit schnellem Wirtschaftswachstum (Südostasien) und Gebieten, die sich in einer  Übergangsphase befinden (Osteuropa und GUS). Untersucht werden darüber hinaus globale Fragen (wie Umwelt, Gesundheit und Überalterung, Mobilität, Energie und Ernährung) und Änderungen von Produktionsverfahren und Organisationsformen der Wirtschaft.  - Untersuchung sozialer und kultureller Fragen. Das wachsende Bewusstsein der Europäer für Umwelt-, Ethik- und Sicherheitsfragen, einschließlich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, neue Verhaltensweisen und Freizeitbeschäftigungen der modernen  Gesellschaft, soziale Folgen der  "Informationsgesellschaft", Umstellung auf die sich wandelnden Produktionsmethoden. Im Hinblick auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse und die Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte und Verfahren wird untersucht  werden, wie sich diese Faktoren auf das Konsumverhalten auswirken. Besonderes Augenmerk wird ferner auf die Beziehungen zwischen technologischer Entwicklung, Beschäftigung und Gesellschaftsorganisation unter Berücksichtigung individueller und  kollektiver Werte gelegt. Es wird erforderlich sein, Forschungs- "Beobachtungsstellen" miteinander zu verbinden, die die öffentliche Meinung, Verhaltensweisen, etc. in wissenschaftlichen und technologischen Fragen einschließlich der Forschung betreffend  das Verständnis und das Verhalten der Öffentlichkeit gegenüber Wissenschaft und Technologie verfolgen. Nach den Analysen des Weißbuchs und in enger Abstimmung mit den am stärksten betroffenen spezifischen Programmen wird der Akzent vorrangig auf die  Folgen des Entstehens der  "Informationsgesellschaft" gelegt. Es werden fachübergreifende Studien über die gesellschaftlichen Auswirkungen der Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien und deren Wechselwirkung mit den betroffenen  Benutzern durchgeführt. Durch sie soll festgestellt werden, welche politischen Optionen und möglichen Ansätze eine breite Akzeptanz dieser Technologien durch die Bürger begünstigen können.  Diese Analysen ermöglichen eine Folgenabschätzung der wissenschaftlichen und technischen Neuerungen:  - potentieller Nutzen und mögliche Vorteile der FTE für Wissenschaft (z. B. neues Verständnis von Naturereignissen, methodologische Neuerungen), Wirtschaft (z. B. Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in verschiedenen Wirtschaftszweigen) und  Gesellschaft (z. B. Schaffung von Arbeitsplätzen, Ermöglichung neuer Arbeitsformen, Verbraucherschutz);  - potentielle Kosten und Risiken für Wirtschaft (z. B. Verschärfung der regionalen Unterschiede) und Gesellschaft (z. B. Abbau von Arbeitsplätzen, Marginalisierung von Gesellschaftsschichten, die über keinerlei technische Kenntnisse verfügen,  psycho-soziale Folgen) und unter kulturellen Gesichtspunkten (z. B. Akzeptanz neuer Technologien, kulturelle Auswirkungen, etc.).  Gegenstand dieser Strategie- und Zukunftsanalysen werden horizontale sozio-ökonomische Fragen sowie wissenschaftliche und technische Bereiche sein, die neu entwickelt werden oder an Schnittstellen mehrerer Forschungsbereiche entstehen (z. B. Arbeiten  zur Ermittlung von Technologien, die für die Industrie und die übrigen Wirtschaftssektoren in Europa von herausragender Bedeutung sind).  iii) Methoden, Instrumente und Konzepte Ein begrenzter Teil der Programmittel wird zur Finanzierung von Forschungsarbeiten über Methoden und Instrumente zur sozialen und wirtschaftlichen Technikfolgenabschätzung aufgewendet (dazu zählen Arbeiten über wissenschaftliche und technische  Indikatoren, über die verschiedenen Methoden der Strategie- und Zukunftsanalyse, wie Entwurf von Szenarien, Strukturanalyse, Konsultierung von Sachverständigen, neue Formen der Konsultierung von Akteuren und Öffentlichkeit sowie Arbeiten über die  Methodik der Bewertung von Forschungsprogrammen).  Um Material für die Arbeiten in diesen drei Bereichen zu beschaffen, wird in Zusammenarbeit mit Eurostat ein offenes Informationssystem entwickelt, das FTE-Statistiken und Indikatoren erstellen und zugänglich machen soll. Dieses System muß Angaben über  FTE-Ressourcen (Input) und -Ergebnisse (Output) und die Wettbewerbsstellung der europäischen Wirtschaft enthalten, den privaten und öffentlichen Sektor abdecken und weltweite Vergleichsdaten liefern. Grundlage dieses Systems werden Statistiken und  Indikatoren sein, die auf einzelstaatlicher und gemeinschaftlicher Ebene (Eurostat, Institut für technologische Zukunftsforschung der GFS) und bei der ÖCD und internationalen Organisationen (UNESCO, UNIDO, FAO usw.) vorliegen und die in den Vorarbeiten  ermittelt wurden. Einschlägige Arbeiten werden innerhalb des  "Rahmenprogramms für prioritäre Maßnahmen im Bereich der statistischen Information" fortgesetzt.  Dieses offene Informationssystem soll eine regelmässige Veröffentlichung über den Stand der FTE in Europa ermöglichen. Daten- und Informationserfassung sowie Analysen werden eng mit gleichartigen Tätigkeiten im Rahmen des Programms  "Zusammenarbeit mit  Drittländern und internationalen Organisationen" einschließlich der Arbeiten über die Brauchbarkeit von Indikatoren abgestimmt.  Die Tätigkeiten in diesem Bereich sollten sich auf ETAN (European Technology Asseßment Network - Europäisches Netz für Technologiebewertung) stützen, das im Rahmen dieses Programmes aufzubauen ist. Das Netz sollte in enger Zusammenarbeit mit den  wichtigsten Gremien arbeiten, die an der Bewertung der wissenschafts- und technikpolitischen Optionen Europas aktiv beteiligt sind. Sein Zweck ist es, die in den verschiedenen Gesellschafts- und Wirtschaftskreisen vorhandene Sachkenntnis optimal zu  nutzen und über die in der Europäischen Union laufenden Forschungs- und sonstigen Arbeiten zu informieren.  2. Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen a) Konkrete Ziele Die Ziele des Programms, die unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips festgelegt wurden, stellen sich wie folgt dar:  - Für Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen in Europa die erforderlichen Wissensgrundlagen, Hilfsmittel und Quellen zu seiner Entwicklung liefern. Dies wird dazu beitragen, einen Fundus an gemeinsamen Erkenntnissen,  Einrichtungen und Instrumenten für die Durchführung konkreter Arbeiten aufzubauen;  - verschiedene Gruppen von Einzelpersonen und Einrichtungen ganz Europas zusammenbringen, die sich mit Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen befassen;  - den Aufbau von Netzen fördern, die sich aus Erziehungswissenschaftlern (mit Schwerpunkt Pädagogik, Didaktik, Bildungssoziologie o. ä.), Vertretern öffentlicher und privater Träger des allgemeinen und beruflichen Bildungswesens, Verantwortlichen der  Bildungssysteme und Vertretern der Sozialpartner zusammensetzen;  - fachübergreifende Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen ganz Europas theoretisch vorzeichnen.  b) Themen Die hier behandelten Themen können in drei grosse Blöcke unterteilt werden:  i) Effizienz von Politiken und Maßnahmen - Auswirkungen der auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene ergriffenen Tätigkeiten; Folgen der Einführung neuer Berufsbildungsprogramme in den Bildungssystemen und der Entwicklung der allgmeinen und beruflichen Weiterbildung; Auswirkungen der  gestiegenen Mobilität, der intensiven Handelsbeziehungen, der engeren Kontakte, etc.  - Vergleichende Analyse der Situation der allgemeinen und beruflichen Bildung und der einschlägigen Politiken; soziale und kulturelle Grundlagen der Politiken der Mitgliedstaaten; Ursachen und Auswirkungen der Verschiedenartigkeit der allgemeinen und  beruflichen Bildungssysteme in einem multikulturellen Europa, insbesondere im Hinblick auf die Beschäftigung.  - Lehrer und Ausbilder als Schlüsselfiguren des Bildungswesens: neue Formen der Interaktionen zwischen Lehrer und Schülern; Methoden zur Beurteilung des Wissens und der Wissensvermittlung von Lehrern und Ausbildern; Vergleich der Effizienz zwischen  traditionellen Methoden und Selbststudium mit Hilfe neuer Technologien; Weiterbildung der Lehrer und Ausbilder, Verwaltung einschlägiger allgemeiner und beruflicher Bildungseinrichtungen.  ii) Methoden, Hilfsmittel und Technologien - Innovation und Qualität des offiziellen und inoffiziellen allgemeinen und beruflichen Bildungswesens - Neue Technologien und Lernmethoden in allgemeiner und beruflicher Bildung: Vergleich der Grundsätze und Auswirkungen neuer Technologien und Hilfsmittel auf das allgemeine und berufliche Bildungswesen (Lernprogramme, Multimedia-Systeme und Hypertext,  Audiovisuelle- und Multimediasysteme, virtülle Realität usw.). Kognitive Datenbanken und Funktionsmechanismen dieser Technologien. Kosten-Nutzen-Analyse verschiedener Lernschemata und Zusammenwirken mit herkömmlichen Lernmethoden und Hilfsmitteln.  - Verbreitung pädagogischer Neuerungen - Systematische oder unsystematische Verbreitungsmechanismen pädagogischer Neuerungen in Bildungssystemen und Wirtschaftsleben. Geistige Grundlagen und organisatorische Verfahren für die Übermittlung und  Verbreitung technologischer Neuerungen durch Bildungsmaßnahmen. Gesellschaftliche und kulturelle Auswirkungen der Verbreitung von Neuerungen im allgemeinen und beruflichen Bildungswesen.  - Qualität des allgemeinen und beruflichen Bildungswesens: Beurteilungsmethoden und Qualitätskriterien für Hilfsmittel, Programme und Ausbildungsgänge, Erarbeitung quantitativer Kriterien, Kosten-Nutzen-Analysen.  iii) Allgemeine und berufliche Bildung und wirtschaftliche Entwicklung - Vergleichende Analyse der allgemeinen und beruflichen Bildungssysteme und deren Beziehung zur wirtschaftlichen Entwicklung und Beschäftigung in Europa.  - Vergleichende Analyse der Möglichkeiten der Anpassung von Bildungsmaßnahmen an den Bedarf der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft. Bedarf an Kenntnissen, Fähigkeiten und Qualifikationen für die Vollendung des Binnenmarkts, wirtschaftliche und  gesellschaftliche Entwicklung einzelner Regionen, Globalisierung des Handels, neue Produktions- und Organisationsformen, grössere Wettbewerbsfähigkeit, wissenschaftliche und technologische Kenntnisse.  - Lernen bei der Arbeit: Verteilung von Ausbildung und Lernen auf Bildungs- und andere Einrichtungen, persönliche und organisatorische Anreize, Bildungssysteme und Beschäftigungsmöglichkeiten; Erwerb von Kenntnissen im Laufe des Lebens; Übergänge von  der Schule zum Arbeitsleben.  - Bildungssysteme und multikulturelle Gesellschaft: Verbindungen zwischen Bildung und sozialer Ausgrenzung/Integration.  3. Forschungsarbeiten über soziale Integration und soziale Ausgrenzung in Europa a) Konkrete Ziele Die Ziele des Programms, die unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips festgelegt wurden, stellen sich wie folgt dar:  - Die für Forschungsarbeiten über soziale Integration und Ausgrenzung in Europa erforderlichen Wissensgrundlagen, Instrumente und Quellen zur Verfügung stellen. Den Aufbau eines Fundus an gemeinsamen Erkenntnissen, Einrichtungen und Instrumenten für die  Durchführung spezifischer Tätigkeiten unterstützen.  - Auf diesen Bereich spezialisierte Wirtschafts-, Sozial-, Rechts- und Geisteswissenschaftler ganz Europas zusammenbringen und ihnen die Zusammenarbeit untereinander und mit den sozialen Akteuren (Regierungsstellen, nichtstaatliche Organisationen,  Gewerkschaften und Berufsverbände usw.) erleichtern, um das Verständnis für soziale Integrationsprozesse und die verschiedenen Erscheinungsformen und Ursachen der Ausgrenzung in einer multikulturellen Gesellschaft zu verbessern und Lösungswege  aufzuzeigen.  b) Themen Aufgrund der Veränderungen in ganz Europa und des Erfordernisses, die Wirksamkeit einzelstaatlicher Tätigkeiten zu analysieren, können die Forschungstätigkeiten in vier thematische Blöcke unterteilt werden:  i) Ablauf und Erscheinungsformen der sozialen Ausgrenzung und Integration Ziel der vergleichenden Schwerpunktforschungen ist es, den Ablauf der sozialen Ausgrenzung in all ihren Erscheinungsformen zu analysieren. Für die Gesellschaft insgesamt äussert sich die soziale Ausgrenzung durch einen Zerfall und eine Fragmentarisierung  der sozialen Beziehungen und die damit verbundene Ausserkraftsetzung ihrer regulierenden Wirkung. Für den einzelnen oder die Gruppe bringt soziale Ausgrenzung Entbehrungen oder andere Formen der gesellschaftlichen Benachteiligung mit sich.  Besonderes Augenmerk soll dabei auf die räumliche und sozio-kulturelle Dimension der Ausgrenzung gelegt werden, d. h. die räumliche Konzentration ausgegrenzter Gruppen auf bestimmte Gebiete (z. B. städtische Segregation), sowie auf das Leben in  vernachlässigten Wohngebieten. Beide sind Ergebnis und Ursache der sozialen Ausgrenzung und/oder Integration.  Die Untersuchungen sollen u. a. durch die Analyse von demographischen Veränderungen (Altersstrukturen, Familienstrukturen) geschlechtsspezifische Unterschiede, etc. den Verlauf von Ausgrenzung und Integration klären. In diesem Zusammenhang ist  beispielsweise die zunehmend unsichere Situation bestimmter Bevölkerungsgruppen zu untersuchen, die sich an der Schwelle zur Ausgrenzung befinden, d. h. zeitweise aus dem sozialen Netz herausfallen oder immer wieder von Arbeitslosigkeit betroffen sind.   ii) Ursachen für soziale Ausgrenzung, insbesondere Arbeitslosigkeit Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf:  - länderübergreifende Analysen der Wirksamkeit politischer Maßnahmen,  - Auswirkungen von wirtschaftlichen Veränderungen, die in Europa eine Verstärkung oder einen Rückgang der Arbeitslosigkeit bewirken, einschließlich der zunehmenden Teilzeit- und Jugendarbeit,  - Auswirkungen der europäischen Integration auf die einzelstaatlichen Ausprägungen des Wohlfahrtsstaats,  - Ausweitung der Schattenwirtschaft in Europa und ihre Folgen.  iii) Analyse von Wanderungsbewegungen Die wachsende Zahl von Einwanderern aus aussereuropäischen Ländern mit niedrigerem Entwicklungsstand und den Ländern Mittel- und Osteuropas muß in die herkömmlichen Modelle zur Erklärung von Wanderungsbewegungen und deren Auswirkungen einbezogen werden,  um ihre etwaigen Begleiterscheinungen abzuschätzen.  iv) Bewertung der Auswirkungen einer sozialen Integrationspolitik Ein dringendes Erfordernis ist die Analyse effizienter Politiken zur sozialen Integration in einem multikulturellen Europa. Diese umfasst folgende Bereiche:  - Vergleichende Bewertung der sozialpolitischen Konzepte (Übergang von Unterhaltsleistungen zu einer aktiven Eingliederungspolitik, Förderung der Gleichbehandlung, insbesondere von Männern und Frauen) und der Funktion aller Akteure (Sozialpartner,  nichtstaatliche Organisationen usw.) angesichts der Änderungen im Ablauf und in den Erscheinungsformen der sozialen Ausgrenzung in Europa.  - Analyse der sozio-ökonomischen Faktoren, die mit dem Gesundheitsschutz und der Sicherheit von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz zusammenhängen. Es werden länderübergreifende Kosten-Nutzen-Analysen vorbeugender gesundheits- und sicherheitspolitischer  Maßnahmen vorgenommen. Dabei werden Forschungsergebnisse der anderen Programme insbesondere dann berücksichtigt, wenn sie zu strukturellen Verbesserungen in diesem Bereich beitragen können. Dazu zählen die Programme Biomedizin und Gesundheit  (insbesondere Forschungsarbeiten in den Bereichen Arbeits- und Umweltmedizin), Telematikanwendungen von allgemein-relevantem Interesse (insbesondere Anwendungen zugunsten von Beschäftigung und höherer Lebensqualität), Industrielle und  Werkstofftechnologien (insbesondere die Zuverlässigkeit von Produktionssystemen). Untersucht werden vor allem die sozio-ökonomischen Konsequenzen von Gesundheit am Arbeitsplatz und Arbeitsschutz für die Bedingungen der Wettbewerbsfähigkeit in der  Gemeinschaft oder in anderen Regionen, wobei die Beziehungen zwischen den Vorschriften und der sozialen Ausgrenzung besonders betont werden. Zu den zu untersuchenden sozio-ökonomischen Faktoren gehören auch die besonderen Bedingungen von kleinen und  mittleren Unternehmen.  - Sozialer Zusammenhalt und Unionsbürgerschaft im europäischen Integrationsprozeß, Ausbau der europäischen Institutionen und spezifischer Tätigkeiten in der Gemeinschaft. Dies umfasst eine Analyse der im rechtlichen Bereich bestehenden Einrichtungen.   (1) Eine Beschreibung der für die GFS in diesen Bereichen vorgesehenen Tätigkeiten ist in dem Vorschlag für eine Entscheidung des Rates betreffend die Tätigkeit der GFS [Dok. KOM(94) 68 endg. vom 30. März 1994, 94/0095 (CNS)] enthalten. Ein  Auszug aus diesem Vorschlag ist der vorliegenden Entscheidung beigefügt.    ANHANG II    VORLÄUFIGE AUFSCHLÜSSELUNG DES FÜR NOTWENDIG ERACHTETEN MITTELBEDARFS  "(in Millionen ECU) "" ID="1">Bereich 1 - Bewertung der wissenschafts- und technikpolitischen Optionen > ID="2">50 "> ID="1">Bereich 2 - Forschungsarbeiten über das allgemeine und berufliche Bildungswesen > ID="2">25 "> ID="1">Bereich 3 - Forschungsarbeiten über soziale Integration und soziale Ausgrenzung in Europa > ID="2">30 "> ID="1">Insgesamt > ID="2">105 (1) (2) "">Die Aufteilung auf die einzelnen Bereiche schließt nicht aus, daß Vorhaben unter mehrere Bereiche fallen.   (1) Davon - höchstens 8,9 v.H. für Personalausgaben und 5,60 v.H. für Verwaltungsausgaben;  - 1 Million ECU für die Verbreitung und Optimierung der Ergebnisse.(2) Ein Betrag von 33 Millionen ECU, der die Differenz zwischen dem für dieses Programm als notwendig erachteten Mittelbedarf und dem im Vierten FTE-Rahmenprogramm für sozio-ökonomische  Schwerpunktforschung festgelegten Betrag darstellt, ist für Tätigkeiten des spezifischen Programms vorgesehen, die durch direkte Aktionen (GFS) (1995-1998) durchzuführen sind.    ANHANG III   SPEZIFISCHE REGELUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS  Das Programm wird über indirekte Aktionen durchgeführt, mit denen die Gemeinschaft einen finanziellen Beitrag zu FTE-Tätigkeiten leistet, die von Dritten oder den Instituten der GFS in  Zusammenarbeit mit Dritten durchgeführt werden:  1. Aktionen auf Kostenteilungsbasis in folgender Form:  a) FTE-Vorhaben, die von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen durchgeführt werden.  Die Gemeinschaftsfinanzierung beträgt in der Regel höchstens 50 v. H. der Vorhabenskosten. Universitäten und ähnliche Einrichtungen, die keine analytische Haushaltsrechnung anwenden, erhalten eine Erstattung auf der Grundlage von 100 v. H. der  zusätzlichen Kosten.  b) Themenbezogene Netze, die die Forschungsarbeiten von Organisationen, Universitäten, Forschungszentren und Endbenutzern in einem bestimmten Analyse- oder Untersuchungsbereich zusammenführen, werden genutzt, um den Technologie- und Wissenstransfer  sowie die Mobilität der Forscher zu verbessern und um sicherzustellen, daß den Bedürfnissen der Entscheidungsträger besser Rechnung getragen wird. Die Gemeinschaftsfinanzierung für Netze beträgt in der Regel durchschnittlich höchstens 20 000 ECU je  Partner und Jahr und deckt bis zu 100 v. H. der zusätzlichen Kosten für die Koordinierung der Aktion. Die an einem solchen Netz Beteiligten könnten sich auch nach den üblichen Verfahren um Forschungsvorhaben bewerben.  2. Für dieses spezifische Programm geeignete Maßnahmen:  - Themenbezogene Studien, mit denen schnell auf spezifische Fragen eingegangen werden soll, die sich im Laufe der Durchführung des Programms stellen;  - Maßnahmen zur Förderung der Einrichtung und Standardisierung von Datenbanken über die Teilnehmer und die betreffenden Forschungsvorhaben;  - Programme zur Bereitstellung universeller Arbeitsmittel für Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen (Thesauri, Verzeichnisse usw.).  Die Gemeinschaft trägt bis zu 100 v. H. der Kosten dieser Maßnahmen.  3. Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen, z. B.  - Studien zur Unterstützung des Programms und zur Ausarbeitung künftiger Maßnahmen;  - Unterstützung für Informationsaustausch, Konferenzen, Seminare, Workshops oder andere wissenschaftliche oder technische Veranstaltungen, einschließlich Sitzungen zur branchen- oder fachübergreifenden Koordinierung;  - Nutzung externer Sachkompetenz, einschließlich Zugang zu wissenschaftlichen Datenbanken;  - wissenschaftliche Veröffentlichungen und Maßnahmen zur Verbreitung, Förderung und Nutzung der Ergebnisse in Abstimmung mit den im dritten Aktionsbereich durchgeführten Tätigkeiten; die für die Förderung der Nutzung der Ergebnisse maßgeblichen Faktoren  werden von Beginn an und während der Laufzeit der FTE-Vorhaben berücksichtigt, deren Partner ein Basisnetz für die Verbreitung und die Nutzung der Ergebnisse bilden;  - mit der Forschung im Rahmen des Programms zusammenhängende Ausbildungsmaßnahmen zur Förderung beruflicher Fähigkeiten;  - unabhängige Bewertung der Verwaltung und Durchführung des Programms und der Ausführung der Tätigkeiten;  Die Beteiligung der Gemeinschaft kann bis zu 100 v. H. der Kosten dieser Maßnahmen decken.  4. Konzertierte Aktionen, mit denen bereits von staatlichen oder privaten Stellen finanzierte FTE-Vorhaben insbesondere mit Hilfe von Konzertierungsnetzen koordiniert werden.  Die konzertierte Aktion kann im Rahmen des Programms auch als Möglichkeit zur Feststellung der Durchführbarkeit und zur Festlegung des Inhalts der Tätigkeiten auf Kostenteilungsbasis genutzt werden.  Die Gemeinschaftsfinanzierung deckt bis zu 100 v. H. Konzertierungskosten.  5. Die Teilnahme internationaler Organisationen an Maßnahmen im Rahmen dieses Programms kann in Ausnahmefällen auf der gleichen Grundlage erfolgen wie die Teilnahme juristischer Personen, die in der Gemeinschaft niedergelassen sind.    Auszug aus dem Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über das GFS-Programm [KOMM(94) 68 endg. - 94/0095 (CNS)] betreffend die für die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) vorgesehenen Tätigkeiten in den von dem spezifischen Programm für  gesellschaftspolitische Schwerpunktforschung erfassten Bereichen  Das Europäische wissenschaftlich-technische Observatorium (ÖST) des Instituts für Zukunftsforschung der GFS wird einen Informationsdienst über die Entwicklungen in Wissenschaft  und Technik und die Beobachtung von wissenschaftlichen Fortschritten und technologischen Innovationen sicherstellen.  Zur Verbesserung der Kommunikation und zur Vermeidung von Doppelarbeit wird das Observatorium eng mit Eurostat zusammenarbeiten und enge Verbindungen mit europäischen Organisationen wie ÖCD, aber auch ESA, CERN, EUREKA usw. eingehen. Seine Arbeiten  erfolgen in enger Abstimmung mit den betreffenden Programmen auf Kostenteilungsbasis.  Es dient innerhalb des ETAN-Netzes, dessen Errichtung im Programm auf Kostenteilungsbasis vorgesehen ist, als Knotenpunkt eines Netzes, das verschiedene ähnliche Observatorien in den Mitgliedstaaten sowie universitäre oder industrielle Experten  einschließt, um die Bedeutung, Entwicklung und Auswirkungen von wissenschaftlichen und technischen Durchbrüchen zu bewerten.  Aus Sicht der Gemeinschaft wird es aufgrund der eingeholten Informationen regelmässig den FTE-Stand in Europa bewerten und mit der Situation in anderen industrialisierten Ländern vergleichen.  Das System der Technologie-Überwachung bezweckt die Erfassung wissenschaftlicher Durchbrüche und technologischer Innovationen im Frühstadium sowie die Unterrichtung der Verantwortlichen in der Gemeinschaft über Auswirkungen und Konsequenzen,  insbesondere für die technologische Forschung und die Industrie.