CELEX: 21987A0207(02)
Language: de
Date: 1958-12-15 00:00:00
Title: Protokoll zu dem Europäischen Übereinkommen über den Austausch therapeutischer Substanzen menschlichen Ursprungs

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21987A0207(02)

Protokoll zu dem Europäischen Übereinkommen über den Austausch therapeutischer Substanzen menschlichen Ursprungs  

Amtsblatt Nr. L 037 vom 07/02/1987 S. 0004 - 0028 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 11 S. 0349  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 11 S. 0349 

PROTOKOLL ZU DEM EUROPÄISCHEN ÜBEREINKOMMEN über den Austausch therapeutischer Substanzen menschlichen UrsprungsTEIL I ALLGEMEINE BESTIMMUNGENA. BEZEICHNUNGBehälter und Infusionsgeräte sind vor dem Versand mit einem in englischer und französicher Sprache abgefassten Etikett zu versehen, das dem betreffenden in den Anlagen 2 bis 10 zu diesem Protokoll enthaltenen Muster entspricht.B. VERPACKUNG UND VERSANDMenschliches Vollblut darf nur in Behältern versandt werden, in denen die Temperatur während des gesamten Transports auf 4 C bis 6 C gehalten werden kann.Dies gilt nicht für die im Protokoll genannten Derivate.C. PRÄPARATE UND GERÄTEDie in Teil II dieses Protokolls genannten Präparate und Geräte müssen steril, apyrogen und ungiftig sein.Es wird empfohlen, den Sendungen die zur Infusion erforderlichen Geräte sowie die Lösungsmittel für Trockenpräparate beizufügen.D. UNSCHÄDLICHKEIT VON BLUTTRANSFUSIONSGERÄTEN AUS PLASTIKMATERIALDie Geräte haben den Bestimmungen der Anlage 11 zu diesem Protokoll zu genügen.TEIL II BESONDERE BESTIMMUNGEN1. MENSCHLICHES VOLLBLUTMenschliches Vollblut ist das einem gesunden Menschen entnommene und mit einem geeigneten Antikoagulans vermischte Blut.Das Blut darf nicht entnommen werden von Menschen,a) die bekanntermassen an Syphilis oder Hepatitis erkrankt sind oder waren,b) deren Blutuntersuchungen auf eine Syphilisinfektion kein negatives Resultat ergaben oderc) die nicht frei sind von durch Bluttransfusionen übertragbaren Krankheiten, soweit dies durch einfache ärztliche Untersuchung und Krankengeschichte sichergestellt werden kann.Die Blutentnahme erfolgt aseptisch ; das Blut wird durch ein geschlossenes, steriles Röhrensystem in eine sterile Flasche gleitet, in welche die Antikoagulanslösung vor dem Sterilisieren eingefuellt wurde.Das verwendete Material muß apyrogen sein. Nach Beendigung der Blutentnahme ist die Flasche sofort zu verschließen und auf eine Temperatur von 4 C bis 6 C abzukühlen. Danach darf sie erst unmittelbar vor der Verwendung des Blutes wieder geöffnet werden.Das entnommene Blut fließt in eine saure, glukosehaltige Zitratlösung. Antiseptische oder bakteriostatische Substanzen dürfen nicht zugesetzt werden.Mengenmässig darf die Antikoagulanslösung nicht mehr als 220 ml pro Liter menschliches Vollblut betragen, und die Hämoglobinkonzentration darf 97 g pro Liter nicht unterschreiten.BlutgruppeDie Blutgruppe nach dem A-B-0-System ist vorher an Hand der Blutkörperchen und des Serums zu bestimmen ; die Bestimmung des Rh-Faktors erfolgt durch Untersuchung der Blutkörperchen an einer neuen Probe des Spenderbluts. Soweit es für die Blutgruppenbestimmung in einzelnen Ländern genormte oder empfohlene Verfahren gibt, sind diese anzuwenden.Die Bezeichnung Rh-negativ ist nur zu verwenden, wenn spezifische Untersuchungen das Nichtvorhandensein der Antigene C, D, Du und E ergeben haben.Alle anderen Blutarten sind als Rh-positiv zu bezeichnen.Das nach diesem Übereinkommen ausgetauschte Blut soll nur für Empfänger der entsprechenden AB-0-Gruppe verwendet werden.LagerungDas menschliche Vollblut ist in steriler, verschlossener Flasche vor Mikroorganismen geschützt zu lagern und bis zu seiner Verwendung auf einer Temperatur von 4 bis 6 C zu halten ; höhere Temperaturen sind nur während der für Prüfung und Transport notwendigen Zeiten zulässig, die höchstens 30 Minuten betragen dürfen, worauf das Blut sofort wieder auf 4 bis 6 C abzukühlen ist.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem Musteretikett (Anlage 2) eingetragenen Angaben.Der Rh-Faktor ist mit "positiv" oder "negativ", abgekürzt "POS" oder "NEG", anzugeben.1 bis KONZENTRAT MENSCHLICHER ROTER BLUTKÖRPERCHENEin Konzentrat menschlicher roter Blutkörperchen ist eine Einheit von menschlichem Vollblut, aus dem der grösste Teil des Plasmas entfernt worden ist.Es enthält alle roten Blutkörperchen der Einheit, aus der es gewonnen worden ist ; andere Blutkörperchenkomponenten können vorhanden sein oder können teilweise entfernt worden sein.Der Flüssigkeitsgehalt des Konzentrats besteht entweder aus dem restlichen Plasma oder aus einer geeigneten isotonischen künstlichen wässerigen Lösung, die nach Entfernung des Plasmas zugesetzt wurde. Das Volumen der roten Blutkörperchen soll zwischen 65 und 75 % des Gesamtvolumens des Produkts betragen ; wird jedoch eine höhere Konzentration von roten Blutkörperchen verwendet, so ist der ungefähre Prozentsatz des Erythrozytenvolumens (Hämatokrit) auf dem Etikett anzugeben.Alle für die Herstellung erforderlichen Vorgänge müssen unter aseptischen Bedingungen erfolgen.Die Abfuellung muß unter Verwendung eines sterilen, geschlossenen Systems und ausschließlich durch Druck erfolgen. Es sollen keine antiseptischen oder bakteriostatischen Substanzen zugesetzt werden.Blutgruppe und Lagerung wie bei menschlichem Vollblut.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem Musteretikett (Anlage 2bis) eingetragenen Angaben.Der Rh-Faktor ist mit "positiv" oder "negativ", abgekürzt "POS" oder "NEG", anzugeben.Ist eine künstliche wässerige Lösung zugesetzt worden, so ist auf dem Etikett auch deren Volumen und Zusammensetzung anzugeben.2. MENSCHLICHES TROCKENPLASMADas menschliche Trockenplasma wird durch Austrocknung der Flüssigkeit gewonnen, die sich bei Zentrifugierung oder Sedimentierung menschlichen Vollbluts oben absetzt.Während des Herstellungsprozesses darf keinerlei antiseptische, bakteriostatische oder andere Substanz zugesetzt werden. Das menschliche Trockenplasma wird durch Kältetrocknung oder jede andere Methode gewonnen, durch die eine Denaturierung der Proteine vermieden wird. Das Trockenprodukt lässt sich leicht in einer Wassermenge auflösen, die der Flüssigkeitsmenge entspricht, von der man bei der Herstellung der Substanz ausging. Die Proteinkonzentration der so gewonnenen Lösung darf nicht weniger als 45 g pro Liter betragen, und die Lösung darf keine sichtbaren Zeichen von Hämolyseprodukten aufweisen. Der Hämagglutinintiter darf nicht grösser sein als 1 : 32.Aus einer oder zwei Blutspenden hergestelltes menschliches TrockenplasmaSpenden, in denen (unter Verwendung einer Frischserumprobe) ein gefährlicher Gehalt an Isohämolysin oder immune Hämagglutinine festgestellt worden sind, sind auszuschließen. Sofern das Plasma nicht innerhalb von 48 Stunden nach der Blutentnahme gemischt und gefroren wird, muß die Sterilität jeder Einheit in einer Blutmenge von mindestens 10 ml nachgewiesen werden.Aus einer Mischung von mehr als zwei Spenden hergestelltes menschliches TrockenplasmaMischungen, die einen gefährlichen Gehalt an immunen Hämagglutininen oder an Isohämolysinen enthalten, sind auszuschließen. Um die schädliche Wirkung der Bakterienwachstumsprodukte im Plasma auszuschalten, werden Blutspenden, die Zeichen einer Bakterienverseuchung aufweisen, nicht verwendet ; die Sterilität jeder Spende muß in einer Blutmenge von mindestens 10 ml nachgewiesen werden.Um die Gefahr der Übertragung von Inokulationshepatitis zu vermindern, sind zur Plasmabereitung Mischungen zu nehmen, die nicht mehr als 12 Spenden enthalten, oder andere Methoden anzuwenden, die bekanntermassen diese Gefahr in vergleichbarer Weise herabsetzen.WasserlöslichkeitEine der Flüssigkeitsmenge, von der man bei der Herstellung des Plasma ausging, entsprechende Wassermenge ist zuzusetzen ; die Substanz muß innerhalb von 10 Minuten bei 15  bis 20 C vollständig gelöst sein.EchtheitsprüfungEin gegebenes Quantum Plasma wird in der Wassermenge aufgelöst, die der Flüssigkeitsmenge, aus der es hergestellt wurde, entspricht ; die Lösung wird folgendenTests unterzogen:i) die Fällungstests mit spezifischen Antisera müssen zeigen, daß sie nur menschliche Plasmaproteine enthält;ii) setzt man 1 ml Lösung eine genügende Menge Thrombin oder Kalziumchlorid zu, so erfolgt Gerinnung ; der Prozeß kann im Brutofen bei 37 C beschleunigt werden.Masseverlust durch TrocknungDurch den 24stuendigen Trocknungsprozeß in Anwesenheit von Phosphorpentoxyd unter einem Druck von höchstens 0,02 mm Quecksilber dürfen bei dem menschlichen Trockenplasma Gewichtsverluste über 0,5 % nicht auftreten.SterilitätDas Endprodukt muß sich bei Prüfung nach einer geeigneten bakteriologischen Methode als steril erweisen.LagerungMenschliches Trockenplasma ist in einer Stickstoffathmosphäre oder im luftleeren Raum in einer sterilen, verschlossenen Flasche unter Ausschluß jeglicher Mikroorganismen und nach Möglichkeit jeglicher Feuchtigkeit zu lagern ; es ist vor Licht zu schützen und auf einer Temperatur unter 20 C zu halten.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem Musteretikett (Anlage 3) eingetragenen Angaben.3. MENSCHLICHES ALBUMIN UND FRAKTIONEN AUS MENSCHLICHEM PLASMAPROTEINMenschliches Albumin und Fraktionen aus menschlichem Plasmaprotein sind Präparate aus der Proteinkomponente, aus der etwa 60 % der Gesamtproteinmasse des Plasmas des menschlichen Vollbluts bestehen.Die angewandte Herstellungsmethode muß gewährleisten, daß das Endprodukt die weiter unten beschriebenen Bedingungen erfuellt. Ohne Rücksicht darauf, ob das Endprodukt fluessig oder trocken sein soll, muß das Präparat nach Zusatz eines geeigneten Stabilisators im fluessigen Zustand in dem endgültigen Behälter 10 Stunden lang auf 60 C ± 0,5 C erhitzt worden sein, um den Erreger der Inokulationshepatitis zu inaktivieren. Während der Herstellung darf keinerlei antiseptische oder bakteriostatische Substanz zugesetzt werden.In Präparaten aus menschlichem Albumin müssen mindestens 95 % der Masse der vorhandenen Proteine Albumin sein. In Fraktionen aus menschlichem Plasmaprotein müssen mindestens 85 % der Proteinmasse Albumin sein. In beiden Präparaten dürfen nicht mehr als 10 mg Immunoglobulin G pro Gramm des Produkts vorhanden sein.Ist das Endprodukt gefriergetrocknet, so muß es mindestens 950 mg Protein pro Gramm des Produkts enthalten.Wird die Fraktion aus menschlichem Plasmaprotein als Lösung hergestellt, so muß sie eine Gesamtproteinkonzentration zwischen 45 und 50 g pro Liter aufweisen. Wird menschliches Albumin als Lösung hergestellt, so muß es eine Gesamtproteinkonzentration von mindestens 45 g pro Liter aufweisen.Löslichkeit des TrockenpräparatsBei Wasserzusatz bis zur empfohlenen Menge muß das Trockenpräparat vollkommen löslich sein.StabilitätVergleichsmessungen der Viskosität und Trübung sowie Zentrifugieren mit der Ultrazentrifuge und Elektrophorese, die vor und nach dem Erhitzen an den Lösungen vorgenommen werden, dürfen keine Anzeichen einer Denaturierung der aufgelösten Proteine ergeben. Nach dem Erhitzen auf 57 C und sechsstuendigem Schütteln in einem mechanischen Schüttelgerät bei dieser Temperatur muß die Lösung völlig frei von sichtbaren Partikeln sein.Echtheitsprüfungi) Die Fällungstests mit spezifischen Antisera müssen zeigen, daß in beiden Präparaten nur menschliche Plasmaproteine enthalten sind;ii) die Elektrophorese durch freischwebende Teilchen unter annehmbaren und geeigneten Bedingungen dargestellt, muß zeigen, daß die Proteinfraktion, welche die Beweglichkeit der Albuminkomponente des normalen menschlichen Plasmas besitzt, in Präparaten aus menschlichem Albumin mindestens 95 % und in Präparaten aus Fraktionen aus menschlichem Plasmaprotein mindestens 85 % der Proteinmasse beträgt.Natriumgehalt und NatriumkonzentrationDer Natriumgehalt "salzarmen" menschlichen Albumins darf 0,61 mmol pro Gramm Albumin nicht übersteigen. In anderen Präparaten aus menschlichem Albumin und in Fraktionen aus menschlichem Plasmaprotein darf die Natriumkonzentration 0,15 mol pro Liter Lösung oder wiederhergestelltes Trokkenpräparat nicht übersteigen.KaliumkonzentrationDie Kaliumkonzentration der Fraktionen aus menschlichem Plasmaprotein darf 2 mmol pro Liter Lösung oder wiederhergestelltes Trockenpräparat nicht übersteigen.SäuregradDer pH-Wert jedes Präparats muß nach Verdünnung auf eine Proteinkonzentration von 10 g pro Liter mit einer Lösung, die 0,15 mol Kaliumchlorid pro Liter enthält, bei einer Messtemperatur von 15  bis 25 C 6,8 ± 0,2 betragen.Masseverlust durch TrocknungDurch den 24stuendigen Trocknungsprozeß in Anwesenheit von Phosphorpentoxyd unter einem Druck von höchstens 0,02 mm Quecksilber dürfen bei den Trockenpräparaten Gewichtsverluste über 0,5 % nicht auftreten.SterilitätDas Endprodukt muß sich bei Prüfung nach einer geeigneten bakteriologischen Methode als steril erweisen.LagerungMenschliches Trockenalbumin ist in einer Stickstoffatmosphäre oder im luftleeren Raum in sterilem, verschlossenem Behälter unter Ausschluß von Mikroorganismen und nach Möglichkeit von Feuchtigkeit zu lagern ; es ist vor Licht zu schützen und auf einer Temperatur unter 20 C zu halten.Lösungen aus menschlichem Albumin und Fraktionen aus menschlichem Plasmaprotein sind in sterilen, verschlossenen Behältern unter Ausschluß von Mikroorganismen zu lagern. Sie sind vor Licht zu schützen und auf einer Temperatur von 4  bis 6 C zu halten.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem entsprechenden Musteretikett (Anlage 4) eingetragenen Angaben. Bei Lösungen gilt als Tag der Herstellung der Tag der Hitzebehandlung im endgültigen Behälter.4. NORMALES MENSCHLICHES IMMUNOGLOBULINDas normale menschliche Immunoglobulin ist ein Präparat aus Plasmaproteinen, das aus menschlichem, die Antikörper normaler Erwachsener enthaltendem Vollblut hergestellt wurde. Es wird aus der Mischung fluessigen Plasmas von mindestens 1 000 Spendern gewonnen.Die angewandte Herstellungsmethode muß gewährleisten, daß das Endprodukt die weiter unten beschriebenen Bedingungen erfuellt und keine Inokulationshepatitis überträgt. Ausserdem muß die Herstellungsmethode gewährleisten, daß die in dem Ausgangsprodukt enthaltenen Antikörper in dem Endprodukt in ausreichender Menge konzentriert sind.Die Methode ist für jedes Endpräparat in dieser Hinsicht zufriedenstellend, wenn im Ausgangs- und im Endprodukt Antikörper für mindestens ein Virus und ein bakterielles Toxin titriert werden. Als Antikörper sind solche zu wählen, für die es anerkannte Titrationsverfahren gibt.Während der Herstellung darf keinerlei antiseptische oder bakteriostatische Substanz zugesetzt werden ; um die bakterielle Sterilität und die Stabilität des Endprodukts zu gewährleisten, können ihm ein geeignetes Konservierungsmittel und ein geeignetes Stabilisierungsmittel zugesetzt werden.Das Endprodukt wird als Lösung geliefert, deren Immunoglobulinkonzentration zwischen 100 und 170 g pro Liter betragen muß.Echtheitsprüfungi) Die Fällungstests mit spezifischen Antisera müssen zeigen, daß nur menschliche Plasmaproteine enthalten sind.ii) Die Elektrophorese, durch freischwebende Teilchen unter annehmbaren und geeigneten Bedingungen dargestellt, muß zeigen, daß mindestens 90 % der Proteinmasse die Beweglichkeit der Gammakomponente der Globuline des normalen menschlichen Plasmas besitzen.StabilitätDie Endlösung darf weder vor noch nach einer 7tägigen Erwärmung auf 37 C sichtbare Zeichen einer Ausfällung oder Trübung aufweisen. Ausserdem ist es ratsam. Tests mit der Methode des Zentrifugierens in der Ultrazentrifuge durchzuführen, um festzustellen, in welchem Masse das Produkt in Komponenten mit einem geringeren Molekulargewicht zerfällt. Als Methode ist eine von der nationalen Kontrollbehörde genehmigte Methode zu wählen.SäuregradDer pH-Wert der Endlösung muß nach Verdünnung auf eine Proteinkonzentration von 10 g pro Liter mit einer Lösung, die 0,15 mol Kaliumchlorid pro Liter enthält, bei einer Messtemperatur von 15  bis 25 C 6,8 ± 0,4 betragen.SterilitätDas Endprodukt muß sich bei Prüfung nach einer geeigneten bakteriologischen Methode als steril erweisen.LagerungDie Lösung aus menschlichem Immunoglobulin ist in sterilem, verschlossenem Behälter unter Ausschluß von Mikroorganismen zu lagern ; sie ist vor Licht zu schützen und auf einer Temperatur von 4  bis 6 C zu halten.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem Musteretikett (Anlage 5) eingetragenen Angaben.Als Tag der Herstellung gilt der Tag der Abfuellung in den endgültigen Behälter.5. SPEZIFISCHE MENSCHLICHE IMMUNOGLOBULINEDie spezifischen menschlichen Immunoglobuline enthalten Antikörper gegen bestimmte Virus- oder Bakteriensubstanzen. Daher können sie aus Mischungen einer begrenzten Zahl von Spenden hergestellt werden.Die hier aufgestellten Forderungen gelten für folgende spezifische menschliche Immunoglobuline:- menschliches Anti-Tetanus-Immunoglobulin,- menschliches Anti-Pocken-Immunoglobulin.Es können noch weitere spezifische menschliche Immunoglobuline hergestellt werden ; sofern dafür ein internationaler Standard vorhanden ist, sind sie nach diesem Standard zu überprüfen, und ihr Wirkungsgrad ist in Internationalen Einheiten anzugeben.Das menschliche Anti-Pocken-Immunoglobulin hat mindestens 500 internationale Einheiten Pocken-Antikörper pro ml zu enthalten, die durch einen Neutralisationstest auf chorio-allantoider Membrane oder auf einer Gewebekultur bestimmt werden.Das menschliche Anti-Tetanus-Immunoglobulin hat mindestens 50 internationale Einheiten Tetanus-Antitoxin pro ml zu enthalten, die durch einen Neutralisationstest am Tier bestimmt werden.Die spezifischen menschlichen Immunoglobuline haben im übrigen die in Abschnitt 4 "Normales menschliches Immunoglobulin" vorgesehenen Bedingungen zu erfuellen.Je nach dem Antikörpergehalt kann die Immunoglobulinkonzentration in der Endlösung zwischen 100 und 170 g pro Liter schwanken.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem Musteretikett (Anlage 5) eingetragenen Angaben.Ausserdem hat das Etikett den Wirkungsgrad in Internationalen Einheiten gemäß dem entsprechenden internationalen Standard oder Referenzpräparat anzugeben.6. MENSCHLICHES TROCKENFIBRINOGENMenschliches Trockenfibrinogen ist ein Trockenpräparat aus dem löslichen Bestandteil des fluessigen menschlichen Plasmas, der durch Zusatz von Thrombin in Fibrin verwandelt wird. Die angewandte Herstellungsmethode muß gewährleisten, daß das Endprodukt die weiter unten beschriebenen Bedingungen erfuellt und die Gefahr einer Übertragung der Inokulationshepatitis auf ein Mindestmaß beschränkt wird. Die zur Herstellung des Fibrinogens verwendeten Plasmamischungen müssen so wenige Spenden wie möglich enthalten.Während der Herstellung darf keinerlei antiseptische oder bakteriostatische Substanz zugesetzt werden.Das Endprodukt wird gefriergetrocknet.LöslichkeitBei Zusatz der empfohlenen Wassermenge muß das Trockenpräparat vollkommen löslich sein. Innerhalb von 60 Minuten nach der Wiederherstellung darf keine Ausfällung erfolgen.Echtheitsprüfungi) Die Fällungstests mit spezifischen Antisera müssen zeigen, daß nur menschliche Plasmaproteine enthalten sind.ii) Das Präparat hat unmittelbar nach Wiederherstellung die Eigenschaft, unter Thrombinzusatz zu gerinnen. Wird Thrombin einer Lösung menschlichen Fibrinogens derselben Konzentration wie frisches normales Plasma zugesetzt, so muß die Gerinnung ausserhalb der doppelten Zeit auftreten, die für die Gerinnung normalen frischen Plasmas bei Thrombinzusatz erforderlich ist.iii) Gerinnungsfähiges Protein. Mindestens 50 % des gesamten Proteins müssen bei Thrombinzusatz gerinnen.Masseverlust durch TrocknungDurch den 24stuendigen Trocknungsprozeß in Anwesenheit von Phosphorpentoxyd unter einem Druck von höchstens 0,02 mm Quecksilber dürfen bei den Präparaten Gewichtsverluste über 0,5 % nicht auftreten.SterilitätDas Endprodukt muß sich nach Wiederherstellung bei Prüfung nach einer geeigneten bakteriologischen Methode als steril erweisen.LagerungDas menschliche Fibrinogen ist in einer Stickstoffatmosphäre oder im luftleeren Raum in sterilem, verschlossenem Behälter unter Ausschluß von Mikroorganismen und nach Möglichkeit von Feuchtigkeit zu lagern ; es ist vor Licht zu schützen und auf der empfohlenen Temperatur zu halten.BezeichnungDas Etikett auf dem Behälter enthält alle auf dem Musteretikett (Anlage 6) eingetragenen Angaben.Als Tag der Herstellung gilt der Tag der endgültigen Auflösung vor der Gefriertrocknung.7. GETROCKNETER ODER GEFRORENER MENSCHLICHER GERINNUNGSFAKTOR VIIII. Anforderungen bezueglich der Spender Die Spender müssen entsprechend den für menschliches Trockenplasma beschlossenen Kriterien gesund und insbesondere frei von übertragbaren Krankheiten sein.II. Anforderungen bezueglich der PräparateSterilität und UngiftigkeitDas Endprodukt muß steril und apyrogen sein.Bei Kälteausfällung im Plastikbeutel darf das Produkt keine in der Gefriermischung vorhandene organischen Lösungsmittel oder sonstigen fremden Substanzen enthalten. Das Durchdringen der Wände des Plastikbeutels durch solche Produkte kann dadurch verhindert werden, daß der Beutel während der ganzen Eintauchdauer in einen zweiten undurchlässigen Beutel gesteckt wird. Die Gefahr des Zerreissens des Plastikbeutels während der Lagerung in gefrorenem Zustand kann dadurch verringert werden, daß jeder Beutel in einem Schutzkästchen aufbewahrt wird.Rote Blutkörperchen, weisse Blutkörperchen und BlutplättchenDas Blut soll so zentrifugiert werden, daß seine geformten Bestandteile nach der Gewinnung so bald und so vollständig wie möglich entfernt werden.LöslichkeitDer Zusatz der angegebenen Menge eines geeigneten Lösungsmittels muß die völlige Auflösung des Trockenprodukts in weniger als 30 Minuten bei 37 C bewirken. Kleine Fibrinogenklumpen, die sich leicht trennen lassen, können zurückbleiben.StabilitätBei Aufbewahrung bei 20 C darf das Präparat innerhalb von drei Stunden nach der Auflösung keinerlei Ausfällung aufweisen.WirksamkeitDas wiederhergestellte Präparat soll die angegebene Mindestmenge an Faktor VIII enthalten, wobei eine Einheit der Wirksamkeit von 1 ml durchschnittlichen normalen frischen Plasmas entspricht ; die Wirksamkeit wird durch eine von der zuständigen nationalen Behörde genehmigte Methode bestimmt.Nichtvorhandensein regelwidriger Antikörper und, wenn das Präparat für Patienten einer AB-0-Gruppe bestimmt ist, ein Titer von Anti-A und Anti-B-Antikörpern von höchstens 1 : 32.EchtheitsprüfungDie Fällungstests mit spezifischen Antisera müssen zeigen, daß das Produkt nur menschliche Plasmaproteine enthält.Masseverlust durch TrocknungDurch den 24stuendigen Trocknungsprozeß in Anwesenheit von Phosphorpentoxyd unter einem Druck von höchstens 0,02 mm Quecksilber dürfen bei den getriergetrockneten Präparaten Gewichtsverluste über 1,5 % nicht auftreten.LagerungDer menschliche Faktor VIII ist im tiefgefrorenen Zustand bei einer Temperatur unter - 30 C und im gefriergetrockneten Zustand unter 5 C zu lagern und vor Licht zu schützen. Das Trokkenpräparat ist in einer Stickstoffatmosphäre oder im luftleeren Raum in einer sterilen, verschlossenen Glasflasche unter Ausschluß von Mikroorganismen und nach Möglichkeit von Feuchtigkeit zu lagern. Das Präparat darf im gefrorenen Zustand nicht länger als sechs Monate, im getrockneten Zustand nicht länger als ein Jahr gelagert werden, sofern es nicht erneut auf die geforderte Mindestwirksamkeit getestet worden ist.III. BezeichnungDas Etikett auf dem Präparat enthält alle auf dem entsprechenden Musteretikett (Anlage 7) eingetragenen Angaben.8. GETROCKNETER MENSCHLICHER GERINNUNGSFAKTOR IXI. Anforderungen bezueglich der SpenderDie Spender müssen entsprechend den für menschliches Trockenplasma beschlossenen Kriterien gesund und insbesondere frei von übertragbaren Krankheiten sein.II. Anforderungen bezueglich des KonzentratsSterilität und UngiftigkeitDas mit geeigneten Methoden getestete Endprodukt muß steril, apyrogen und frei von unerwünschten vasodepressorischen oder respiratorischen Wirkungen sein. Das Nichtvorhandensein vasodepressorischer Wirkungen soll an einem Hund oder einer Katze getestet werden.LöslichkeitDer Zusatz der angegebenen Menge des Lösungsmittels muß die völlige Auflösung in 10 Minuten bei 37 C bewirken.Thromboplastin-Aktivität und Nichtvorhandensein freien ThrombinsDie Rekalzifikationszeit eines normalen Plasmas darf bei Messung bei 37 C in Anwesenheit einer gleichen Menge verschiedener Lösungen des wiederhergestellten Produkts nicht weniger als 40 Sekunden betragen. Das wiederhergestellte Produkt, dem eine gleiche Menge Fibrinogen (3 g/l) zugesetzt ist, darf innerhalb von sechs Stunden bei 37 C nicht gerinnen.WirksamkeitDas wiederhergestellte Präparat muß die angegebene Mindestmenge an Faktor IX enthalten, wobei eine Einheit der Wirksamkeit von 1 ml durchschnittlich normalen frischen Plasmas entspricht ; die Wirksamkeit wird durch eine von der zuständigen nationalen Behörde genehmigte Methode bestimmt.Ertrag und In-vivo-StabilitätDie Herstellungsmethode muß gewährleisten, daß bei rascher intravenöser Injektion einer Dosis von 50 Einheiten pro kg Körpergewicht unter Verwendung mehrerer Partien an mehreren Patienten in 15 Minuten bei Fehlen eines spezifischen Inhibitors und unter basalen Bedingungen eine durchschnittliche Erhöhung von mindestens 300 Einheiten pro Liter Plasma und die Erhaltung einer durchschnittlichen Erhöhung von mindestens 60 Einheiten pro Liter Plasma nach 24 Stunden bewirkt wird.EchtheitsprüfungDie Fällungstests mit spezifischen Antisera müssen zeigen, daß das Produkt nur menschliche Plasmaproteine enthält.Masseverlust durch TrocknungDurch den 24stuendigen Trocknungsprozeß in Anwesenheit von Phosphorpentoxyd unter einem Druck von höchstens 0,02 mm Quecksilber dürfen bei dem Produkt Gewichtsverluste über 1,5 % nicht auftreten.LagerungDie Präparate sind bei einer Temperatur unter 5 C trocken zu lagern. Sie dürfen nicht länger als zwei Jahre gelagert werden, sofern nicht die Wirksamkeit des Präparats erneut getestet worden ist.III. BezeichnungDas Etikett auf dem Präparat enthält alle auf dem entsprechenden Musteretikett (Anlage 8) eingetragenen Angaben.ANLAGE 1 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 2 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 2 bis ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 3 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 4 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 4 (1. Fortsetzung) EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 4 (2. Fortsetzung) EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 5 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 6 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 7 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 8 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 9 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGSANLAGE 10 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGS1. Name und Anschrift des Herstellers:2. InfusionsgerätGerät zur Infusion von menschlichem Vollblut, von wiederhergestelltem menschlichen Trockenplasma, von menschlichem Albumin, von Fraktionen aus menschlichen Plasmaproteinen, von menschlichem Fibrinogen oder von getrocknetem oder gefrorenem menschlichen Gerinnungsfaktor VIII oder von getrocknetem menschlichen Gerinnungsfaktor IX.ANLAGE 11 ZUM PROTOKOLL EUROPARAT EUROPÄISCHES ÜBEREINKOMMEN ÜBER DEN AUSTAUSCH THERAPEUTISCHER SUBSTANZEN MENSCHLICHEN URSPRUNGS UNSCHÄDLICHKEIT VON BLUTTRANSFUSIONSGERÄTEN AUS PLASTIKMATERIALI. CHEMISCHE PRÜFUNGENDie Prüfungen sind an Bluttransfusionsgeräten aus Plastikmaterial vorzunehmen. Diese Geräte bestehen aus zwei Hauptgruppen:1. Plastikbehältern, die zum Sammeln, zur Trennung und zur Aufbewahrung von Blut und Blutpräparaten bestimmt sind;2. Plastikgeräten für die Blutentnahme und -infusion.Die Prüfungen werden an den Materialien vorgenommen, nachdem diese entsprechend den für die endgültige Sterilisierung der Geräte angewendeten Verfahren sterilisiert wurden.Diese Materialien umfassen1. das für die Herstellung der Behälter verwendete Plastikmaterial,2. die mit den Behältern verwendeten Schläuche,3. die Blutentnahme- und -infusionsgeräte.Die Behälter müssen geprüft werden, bevor sie mit Antikoagulanslösung gefuellt werden. Werden die Prüfungen jedoch an Behältern vorgenommen, die mit Antikoagulanslösung gefuellt wurden, so sind die in Abschnitt III beschriebenen Grenzwerttests, die an der Antikoagulanslösung selbst vorgenommen werden, bei der Auswertung der Ergebnisse der Behälterprüfungen zu berücksichtigen.Der Hersteller der Geräte ist gehalten, der zuständigen Gesundheitsbehörde die detaillierte Zusammensetzung des oder der Plastikmaterialien und sonstigen Materialien, die bei der Herstellung der Geräte verwendet werden, die Herkunft der Bestandteile des oder der Materialien und die Methoden ihrer Herstellung (oder ersatzweise die Referenznummern der Substanzen), Einzelheiten über die Herstellung der Geräte, die Art aller während des Produktionsprozesses verwendeten Zusätze und Klebstoffe und die Methode der Sterilisation bekanntzugeben.Eine Änderung dieser Fakten ist nur nach vorheriger Unterrichtung der zuständigen Gesundheitsbehörde und mit ihrer Zustimmung zulässig.Jede bei der Herstellung der Geräte verwendete Partie von Rohmaterial wird durch die Warenpartie-Nummer gekennzeichnet, die vom Hersteller der Geräte zusammen mit den Identitätsnummern aller Partien der daraus hergestellten Bluttransfusionsgeräte und allen diese Partien betreffenden Prüfungsergebnissen registriert wird.In jedem Stadium des Herstellungsprozesses sind alle durchführbaren Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um das Risiko einer unbeabsichtigten Verunreinigung zu mindern.A. Herstellung von Extrakt und Blindprobea) Ein voller Test wie der nachstehend beschriebene erfordert 1 250 cm2 Plastikmaterial (beiderseitige Oberfläche einer Plastikfolie von 625 cm2). Die Probe, die weder einen Aufdruck noch ein Etikett enthalten darf, ist in Stücke von höchstens 10 cm2 zu zerschneiden.Für Schlauchmaterial wird die Länge (L) in cm wie folgt berechnet:D1= innerer Durchmesser in cm,D2 = äusserer Durchmesser in cm.Das Schlauchmaterial ist der Länge nach in Abschnitte von etwa 10 cm Länge zu zerschneiden. Bei der Extraktion werden für einen Oberflächenbereich von 50 cm2 10 ml Wasser verwendet.b) Die Plastikfolien- oder Schlauchstücke sind mit 250 ml pyrogenfreiem destilliertem Wasser, das aus einem leistungsfähigen Destilliergerät mit gläsernen Kondensationsflächen und Sammelröhren gewonnen wurde, in einen Behälter aus Borosilikatglas einzubringen (1). Über die Behälteröffnung wird ein Becherglas gestülpt ; anschließend wird der Behälter 30 Minuten lang in gesättigtem Dampf im Autoklaven auf 110 C erhitzt und rasch auf Raumtemperatur abgekühlt ; danach wird das Volumen mit pyrogenfreiem destilliertem Wasser auf 250 ml gebracht. Es ist ohne Bedeutung, wenn die Plastikstücke leicht miteinander verkleben.(1) Hat das Plastikmaterial Kontakt mit einer Antikoagulanslösung gehabt, so sind die Stücke vorher in einen ähnlichen Behälter mit kaltem destilliertem Wasser (100 ml) zu bringen und mehrmals zu schütteln. Dieser Vorgang ist einmal zu wiederholen.Hitzeempfindliches Plastikmaterial kann an Stelle des Autoklavierens 72 Stunden lang auf 70 C erhitzt werden.Eine Blindprobe ohne Plastikmaterial wird in entsprechender Weise behandelt.B. Untersuchung des Extrakts1. Oxydable SubstanzenIn einem Erlenmeyerkolben aus Borosilikatglas werden zu 20 ml Extrakt 20 ml einer Lösung mit 2 mmol Kaliumpermanganat pro Liter und 1,0 ml einer Lösung mit 1 mol Schwefelsäure pro Liter gegeben, und die Mischung wird drei Minuten lang gekocht. Nach rascher Abkühlung werden 0,1 g Kaliumjodid und 5 Tropfen Stärkelösung hinzugegeben.Anschließend werden Probe und Blindprobe mit einer Lösung, die 10 mmol Natriumthiosulfat pro Liter enthält, titriert. Die Volumina der für Probe und Blindprobe verbrauchten Mengen der Lösung, die 10 mmol Natriumthiosulfat pro Liter enthält, dürfen um nicht mehr als 2,00 ml differenzieren.2. ChloridDie Chloridkonzentration im Extrakt darf bei Anwendung eines geeigneten Grenzwerttests 11,2 umol Chlorid pro Liter nicht überschreiten.3. AmmoniakDie Ammoniakkonzentration im Extrakt darf bei Anwendung eines geeigneten Grenzwerttests 120 ¶mol NH3 pro Liter nicht überschreiten.4. Phosphorsäure - PhosphatDer Extrakt muß dem Grenzwerttest für Phosphat genügen.Grenzwerttest für Phosphat 25 ml Extrakt werden in einem Kjeldahlkolben bis annähernd zur Trockne verdampft, der Rückstand wird gekühlt ; nach Zugabe von 2 Tropfen Schwefelsäure und 1 ml Salpetersäure wird die Mischung bis zum Aufsteigen weisser Dämpfe erhitzt und wieder abgekühlt. Nach Zugabe von 1 Tropfen Perchlorsäure wird erneut eine halbe Stunde lang schwach erhitzt. Nach Abkühlung wird der Rückstand mit Wasser auf 25 ml aufgefuellt. 10 ml der Lösung werden in einen 25-ml-Titrierkolben überführt und mit 8 ml Ammoniummolybdat-Schwefelsäurelösung sowie 2 ml frisch zubereiteter Askorbinsäurelösung mit einer Konzentration von 100 g/l versetzt. Die Lösung wird im Wasserbad von 50 C 30 Minuten lang erhitzt, abgekühlt und auf 25 ml verdünnt. Die grüne oder blaue Farbe der Probe darf nicht intensiver sein als die der Blindprobe, von der 25 ml in gleicher Weise behandelt werden.5. Azidität oder Alkalität10 ml Extrakt dürfen sich nach Zusatz von 2 Tropfen Phenolphthaleinlösung nicht rot färben ; nach Zugabe von höchstens 0,4 ml einer Lösung, die 10 mmol Ätznatron pro Liter enthält, muß die Mischung eine rote Färbung annehmen.Nach Beseitigung der Rotfärbung durch 0,08 ml einer Lösung, die 10 mmol Salzsäure pro Liter enthält, und Zugabe von 5 Tropfen Methylrotlösung muß eine rote oder orangerote Färbung auftreten.6. Verdampfungsrückstand100 ml Extrakt werden bis zur Trockne im Wasserbad verdampft und bei 105 C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet.Der Rest darf nicht mehr als 5,0 mg wiegen.7. Klarheit und FärbungDer Extrakt muß bei Betrachtung in einer Schichtdicke von 5 cm im Vergleich zur Blindprobe klar und farblos sein.8. Geschmack und GeruchDer Extrakt muß im Vergleich zur Blindprobe geruchs- und geschmacksfrei sein.9. Besondere ElementeBei Anwendung eines geeigneten Grenzwerttests darf die Konzentrationi) eines der folgenden Elemente : Arsen, Chrom, Kupfer, Blei, Silizium, Silber und Zinn 1 ¶g/gii) von Cadmium 0,1 ¶g/g im Extrakt nicht überschreiten.10. Glührückstand1,0 g des Plastikmaterials darf nach Ausglühen bis zur Gewichtskonstanz nicht mehr als 1 mg Rückstand hinterlassen.11. SchwermetalleDer Glührückstand wird in einer möglichst kleinen Menge einer Lösung mit 2 mol Salzsäure pro Liter aufgelöst, erforderlichenfalls unter Erhitzen. Die Schwermetallkonzentration im Plastikmaterial darf bei Prüfung mit einem geeigneten Grenzwerttest für Schwermetalle 5 ¶g pro Gramm, berechnet als Blei, nicht überschreiten.II. BIOLOGISCHE PRÜFUNGEN1. Ein Test auf unzulässige Toxizität wird bei der Vorprüfung der Plastiksubstanzen, die für die Herstellung von Behältern sowie Entnahme- und Infusionsgeräten vorgesehen sind, mit Extrakt A und für jede neue Materialpartie der zugelassenen Substanzen mit Extrakt B angesetzt, wobei die in der nationalen Pharmakopöe aufgeführte oder eine andere durch die nationale Aufsichtsbehörde genehmigte Methode anzuwenden ist. (Die Extrakte A und B sind in den nachstehenden Bemerkungen bestimmt.)2. Ein Test auf Pyrogenfreiheit wird bei der Vorprüfung der Plastiksubstanzen, die für die Herstellung von Behältern sowie Entnahme- und Infusionsgeräten vorgesehen sind, mit Extrakt A, für jede neue Materialpartie der zugelassenen Substanzen mit Extrakt C und bei der Routinekontrolle der Behälter sowie der Entnahme- und Infusionsgeräte mit Extrakt C angesetzt, wobei die in der nationalen Pharmakopöe aufgeführte oder eine andere durch die nationale Aufsichtsbehörde genehmigte Methode anzuwenden ist.Die Bewertung des Pyrogentests unter Verwendung des Extrakts C wird von der nationalen Aufsichtsbehörde vorgenommen. (Die Extrakte A und C sind in den nachstehenden Bemerkungen bestimmt.)3. Ein Test auf hämolytische Aktivität in gepufferten Systemen wird bei der Vorprüfung der Plastiksubstanzen, die für die Herstellung von Behältern sowie Entnahme- und Infusionsgeräten vorgesehen sind, und für jede neue Materialpartie der zugelassenen Substanzen mit dem in Abschnitt I Buchstabe A beschriebenen Extrakt angesetzt. (Methode und zu tolerierender Grenzwert : siehe Anhang zu dieser Anlage.)4. Ein Test auf Beeinflussung der In-vivo-Überlebenszeit roter Blutkörperchen wird bei der Vorprüfung der Plastiksubstanzen, die für die Herstellung von Blutbehältern vorgesehen sind, angesetzt. Bei jeder Änderung der vereinbarten Zusammensetzung wird der Test wiederholt. (Empfohlene Methoden und zu tolerierender Grenzwert : siehe Anhang zu dieser Anlage.)BemerkungenExtrakt Awird zubereitet, indem dem in Abschnitt I Buchstabe A beschriebenen Extrakt pyrogenfreies Natriumchlorid bis zu einer Endkonzentration von 9 g pro Liter zugesetzt wird.Extrakt BTransfusionsgerät : Das Transfusionsgerät wird soweit wie möglich mit steriler pyrogenfreier Lösung, die 9 g Natriumchlorid pro Liter enthält, gefuellt, die Öffnungen werden sicher abgeklemmt, und anschließend wird das gefuellte Gerät eine Stunde lang vollständig in Wasser mit einer Temperatur von 85 C gebracht. Der Inhalt des Geräts wird aufbewahrt.Plastikbehälter : Ist der Behälter mit einer Antikoagulanslösung gefuellt, so ist er zu entleeren und zweimal mit je 250 ml sterilem pyrogenfreiem destilliertem Wasser von einer Temperatur von 20 C zu spülen. Dann wird der Behälter mit 100 ml steriler pyrogenfreier Lösung, die 9 g Natriumchlorid pro Liter enthält, gefuellt, fest verschlossen und eine Stunde lang waagerecht in Wasser mit einer Temperatur von 85 C gelegt. Der Inhalt des Behälters wird aufbewahrt.Extrakt CTransfusionsgerät : 40 ml-Portionen steriler pyrogenfreier Natriumchloridlösung mit einer Konzentration von 9 g pro Liter werden bei Raumtemperatur durch mindestens zehn Transfusionsgeräte gespült, wobei die Durchflußgeschwindigkeit etwa 10 ml pro Minute betragen soll. Die austretende Flüssigkeitwird gesammelt und geprüft.Plastikbehälter, leer : 100ml-Portionen steriler pyrogenfreierLösung, die 9 g Natriumchlorid pro Liter enthält, werden beiRaumtemperatur durch die Sammelschläuche von mindestensvier Plastikbehältern gespült und zehn Minuten lang in denBehältern belassen. Die austretende Flüssigkeit wird über dieÜbertragungsschläuche gesammelt und geprüft.Plastikbehälter mit Antikoagulanslösung (siehe AbschnittIII).III. VORSCHRIFTEN FÜR ANTIKOAGULATIONSLÖSUNGIN PLASTIKBEHÄLTERNJeder Behälter hat Antikoagulanslösung in der Menge undZusammensetzung zu enthalten, die auf dem Etikett für die zuentnehmende Blutmenge angegeben ist.Die Antikoagulanslösung und/oder die zu ihrer Herstellungverwendeten Bestandteile haben den Erfordernissen der nationalenPharmakopöe des betreffenden Staates zu entsprechen.Die Antikoagulanslösung hat den Erfordernissen der nationalen Pharmakopöe des betreffenden Staates hinsichtlich der Grenzwerte für Schwermetalle, der Freiheit von Feststoffen, der Unschädlichkeit und der Pyrogenfreiheit zu entsprechen.ANHANGBIOLOGISCHE PRÜFUNG : GRENZWERTE UND METHODENA. Prüfung auf unzulässige Toxizität(Siehe Abschnitt II Absatz 1 der Anlage) : Grenzwert wie in den nationalen Pharmakopöen angegeben.B. Prüfung auf Pyrogenfreiheit(Siehe Abschnitt II Absatz 2 der Anlage) : Grenzwert wie in den nationalen Pharmakopöen angegeben.C. Prüfung auf hämolytische Aktivität in gepufferten Systemen(Siehe Abschnitt II Absatz 3 der Anlage):a) Grenzwert:Eine Salzlösung, die in ihrer Elektrolyt-Osmolarität einer Lösung entspricht, die 5,0 g NCL pro Liter enthält, darf keine stärkere als eine 10prozentige Hämolyse bewirken ; die Salzlösung mit 4,0 g pro Liter darf sich hinsichtlich des von ihr bewirkten Hämolysegrads um nicht mehr als 10 % von der entsprechenden Kontrollösung unterscheiden.b) Methode:D. Prüfung auf Beeinflussung der In-vivo-Überlebenszeit roter Blutkörperchen(Siehe Abschnitt II Absatz 4 der Anlage):a) Grenzwert:Mindestens 70 % der roten Blutkörperchen von Vollblut menschlichen Ursprungs, das mit ACD-Antikoagulanslösung 21 Tage lang bei 4  bis 6 C aufbewahrt wurde, müssen nach der Transfusion eine Überlebensrate von 24 Stunden aufweisen. Diese kann mit einer der unter Buchstabe b) vorgeschlagenen Methoden bestimmt werden.b) Empfohlene Methoden:1. Methode ISO/TC/76/WGD/3, App. E2. Ashby-Technik - Ashby. W. : The determination of the length of life of transfused blood corpuscles in man. J. Exp. Med. 29 : 267-82, 1919.Young, L.E., Platzer, R.F., und Rafferty, J.A. : Differential agglutination of human erythrocytes. J. Lab. Clin. Med. 32 : 489-501, 1947.3. Die Methode nach Gibson und Scheitlin - Gibson, J. G., und Scheitlin, W. A. : A method employing radio-active chromium for assaying the viability of human erythrocytes returned to the circulation after refrigerated storage. J. Lab. Clin. Med. 46 : 679-88, 1955.4. Die Methode nach Strumia - Strumia, M. M., Taylor, L., Sample, A.B., Colwell, L.S., und Dugan, A.: Uses and limitations of survival studies of erythrocytes tagged with Cr 51. Blood 10 : 429-40, 1955.5. Die Cr51 - und I125 -Technik - Button, L. N., Gibson, J.G. und Walter, C.W. : Simultaneous determination of the volume of red cells and plasma for survival studies of stored blood. Transfusion 5 : 143-148, 1965.6. Recommended Method for Radioisotope Red Cell Survival Studies Brit. J. Hämat. 21 : 241, 1971.Geschehen zu Straßburg am 19. April 1982.Franz ARASEKGeneralsekretärBeglaubigte Abschrift der im Archiv des Europarats hinterlegten einzigen Abschrift in französischer und englischer Sprache.Erik HARREMÖSDirektor für Rechtsangelegenheiten des Europarats