CELEX: 31992D0363
Language: de
Date: 1992-04-29 00:00:00
Title: ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29. April 1992 über ein vom Vereinigten Königreich gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 des Rates vorgelegtes befristetes Ausrichtungsprogramm für die Fischereiflotte (1992) (Nur der englische Text ist verbindlich) (92/363/EWG) #

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31992D0363

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29. April 1992 über ein vom Vereinigten Königreich gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 des Rates vorgelegtes befristetes Ausrichtungsprogramm für die Fischereiflotte (1992) (Nur der englische Text ist verbindlich) (92/363/EWG)  -   

Amtsblatt Nr. L 193 vom 13/07/1992 S. 0025 - 0028

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29. April 1992 über ein vom Vereinigten Königreich gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 des Rates vorgelegtes befristetes Ausrichtungsprogramm für die Fischereiflotte (1992) (Nur der englische Text ist  verbindlich) (92/363/EWG)  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 des Rates vom 18. Dezember 1986 über Gemeinschaftsmaßnahmen zur Verbesserung und Anpassung der Strukturen im Bereich der Fischerei und der Aquakultur (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr.  3944/90 (2), insbesondere auf Artikel 4,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat der Kommission am 30. April 1991 gemäß Artikel 3 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 ein mehrjähriges Ausrichtungsprogramm für die Fischereiflotte, im folgenden  "Programm" genannt, übermittelt und  später ergänzende Auskünfte hierzu mitgeteilt.  Unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Entwicklung der Fischbestände, des Marktes für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse sowie der Maßnahmen und Grundsätze der gemeinsamen Fischereipolitik ist zu prüfen, ob das Programm die Bedingungen des  Artikels 2 der Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 erfuellt und als Rahmen für die gemeinschaftlichen und einzelstaatlichen Zuschüsse in dem betreffenden Sektor geeignet ist.  Die Ziele des vorangegangenen, von der Kommission mit Entscheidung 88/141/EWG (3), zuletzt geändert durch die Entscheidung 91/455/EWG (4), genehmigten Programms gelten als Bezugsrahmen für die Beurteilung der tatsächlichen Entwicklung und der noch  erforderlichen Anstrengungen zur Verwirklichung der Gemeinschaftsziele.  Die Ziele des Ausrichtungsprogramms für 1991 wurden nicht voll verwirklicht. Die derzeitige Bestandsentwicklung im Verhältnis zur Fangtätigkeit der betreffenden Flotte erlaubt keine Anpassung der Vorausschätzungen, die als Grundlage für die Ermittlung  und Genehmigung dieser Ziele dienten. Die Bemühungen zur Anpassung der Flotte sind angesichts der Tatsache, daß die Fischbestände weiter zurückgehen, entsprechend fortzusetzen und für den Zeitraum 1992 bis 1996 zu verstärken.  Der Umfang der geplanten Modernisierungsvorhaben bedeutet eine wesentliche Verbesserung der Gesamtleistung der betreffenden Flotte. Dies ist bei der Beurteilung des zum Ende des Programms angestrebten Verhältnisses zwischen der Flottenkapazität und den  Fangmöglichkeiten zu berücksichtigen.  Die tatsächliche Entwicklung ist regelmässig zu prüfen, um die Begleitmaßnahmen zur Fischereitätigkeit im Rahmen der Durchführung dieses Programms zu verbessern oder anpassen zu können.  Eine mit den Zielen dieses Programms nicht übereinstimmende Entwicklung widerspräche den Zielen der gemeinsamen Fischereipolitik. Die öffentliche Förderung der im Rahmen des Programms eingeleiteten Maßnahmen wäre daher nicht gerechtfertigt. Die  Genehmigung des Programms darf somit nur vorbehaltlich der Einhaltung der Bedingungen und Einschränkungen wirksam werden, an die diese Genehmigung geknüpft wurde.  Es ist wichtig, daß die Gesamtverringerung des Fischereiaufwands, der zur Anpassung der Gemeinschaftsflotte an die verfügbaren Bestände für notwendig befunden wird, beachtliche Verringerungen in den Teilbereichen dieser Flotte einschließt, die das  grösste Mißverhältnis aufweisen. Die derzeit vorliegenden Informationen reichen nicht aus, um eine umfassende Unterteilung der Flotte nach Maßgabe der Bestände und der Fanggründe zu ermöglichen. Zur Beurteilung sowohl des Fischereiaufwands wie der  Flottenkapazität sind daher weitere Meßwerte erforderlich.  Die Kommission kann Programme für die volle Laufzeit nur genehmigen, wenn den Mitgliedstaaten entsprechende Informationen vorliegen, um dieses neue Vorhaben billigen zu können. Weitere Zeit wird erforderlich sein, um diesen Informationsprozeß  abzuschließen.  Es ist nicht sinnvoll, eine im Rahmen der Ausrichtungsprogramme eingeleitete Verringerung zu unterbrechen. Aus diesem Grunde sollten befristete Programme für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1992 genehmigt werden.  Angesichts der derzeitigen Situation der Fischbestände ist eine weitere Verringerung der Flottenkapazität erforderlich. Nach den vorliegenden Informationen müssen angesichts der bis Ende 1991 gesetzten Ziele mindestens 2 % der Tonnage und der  Maschinenleistung abgebaut werden, um den technischen Fortschritt auszugleichen. Neben dieser Verringerung ist eine weitere Verringerung im Falle der Mitgliedstaaten erforderlich, die die für 1991 gesetzten Ziele nicht erreicht haben.  Der Ständige Strukturausschuß für die Fischereiwirtschaft hat sich bei seiner Stellungnahme über die Maßnahmen in dieser Entscheidung der Abstimmung enthalten - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1  Es wird ein bis Ende 1992 befristetes Ausrichtungsprogramm für die Fischereiflotte unter den Bedingungen und Einschränkungen dieser Entscheidung und vorbehaltlich ihrer Einhaltung genehmigt.  Artikel 2  Spätestens bis Ende Juli 1992 und Ende Februar 1993 übermittelt das Vereinigte Königreich der Kommission für alle im Programm genannten Flottenteile Angaben über Anzahl, Tonnage und Maschinenleistung der im Halbjahr bis zum vorangegangenen 31. Dezember  bzw. bis zum vorangegangenen 30. Juni in und ausser Dienst gestellten Schiffe.  Artikel 3  Die Genehmigung nach Artikel 1 wird nur wirksam, wenn die Entwicklung der Flotte der Verwirklichung der Ziele des Programms im Anhang entspricht.  Artikel 4  Diese Entscheidung greift etwaigen finanziellen Beihilfen der Gemeinschaft für Einzelinvestitionsvorhaben nicht vor.  Artikel 5  Diese Entscheidung ist an das Vereinigte Königreich gerichtet.  Brüssel, den 29. April 1992 Für die Kommission Manuel MARÍN Vizepräsident (1) ABl. Nr. L 376 vom 31. 12. 1986, S. 7.(2) ABl. Nr. L 380 vom 31. 12. 1990, S. 1.(3) ABl. Nr. L 67 vom 12. 3. 1988, S. 22.(4) ABl. Nr. L 241 vom 30. 8. 1991, S. 50.   ANHANG   MEHRJÄHRIGES AUSRICHTUNGSPROGRAMM FÜR DIE FISCHEREIFLOTTE DES VEREINIGTEN KÖNIGREICHS (1992)   I. ALLGEMEINES  Das Programm gilt für die gesamte Fischereiflotte des Vereinigten Königreichs und in dessen ganzem Hoheitsgebiet.  II. ZIELE  1. Die Ziele des Programms sind:  a) Abbau der Fischereiflotte auf 189 166 BRT und 1 073 302 kW;  b) Modernisierung und teilweise Erneuerung der Flotte.  2. Für die Entwicklung der Flotte während der Laufzeit des Programms gilt folgender Rahmen, mit Ausnahme von:  - Einsatzschiffen der Aquakultur,  - ausschließlich auf den Muschelfang spezialisierten Fahrzeugen,   Tonnage  (BRT)  Typ Ziel des Programms 1986 zum 31. 12. 1986 Stand am 1. 1. 1987 (¹) Stand am 1. 1. 1992 Ziel zum 31. 12. 1989 31. 12. 1990 31. 12. 1991 Ziel zum 31. 12. 1992 80 Fuß oder mehr (24,4 m)   99 908 Weniger als 80 Fuß (24,4 m)   117 365 Insgesamt A  198 997 206 934 217 273 205 543 198 590 193 027 189 166 Fahrzeuge für Aquakultur und Muschelfang Insgesamt B (¹) Einschließlich der am 1. Januar 1987 in Bau befindlichen Fischereifahrzeuge.    Maschinenleistung  (kW)  Typ Ziel des Programms 1986 zum 31. 12. 1986 Stand am 1. 1. 1987 (¹) Stand am 1. 1. 1992 Ziel zum 31. 12. 1989 31. 12. 1990 31. 12. 1991 Ziel zum 31. 12. 1992 80 Fuß oder mehr (24,4 m)    340 566 Weniger als 80 Fuß (24,4 m)    879 008 Insgesamt A  1 117 557 1 155 212 1 219 547 1 149 211 1 119 208 1 095 206 1 073 302 Fahrzeuge für Aquakultur und Muschelfang Insgesamt B (¹) Einschließlich der am 1. Januar 1987 in Bau befindlichen Fischereifahrzeuge.   III. GEPLANTE MASSNAHMEN  1.1. Die im Rahmen der Ziele unter Punkt II.2  "Insgesamt A" festgesetzte Verringerung der Flottenkapazität ergibt sich aus dem Unterschied zwischen dem Stand am 1. Januar 1992 und dem bis zum 31. Dezember 1992 zu erreichenden  Ziel; ebenfalls berücksichtigt werden muß aber auch etwaige Kapazitätsveränderungen aufgrund der - Vorhaben für den Bau von neuen Fischereifahrzeugen, für die im Rahmen der Tranche 1991 gemeinschaftliche und einzelstaatliche Zuschüsse gewährt worden sind;  - gegenwärtig von der Kommission geprüften Vorhaben für den Bau neuer Fischereifahrzeuge (¹);  - Bilanz der Flottenzu- und -abgänge im Jahre 1992, die nicht oben erfasst sind und die zusammengezählt die Kapazität ergeben, die insgesamt abgebaut werden muß.  1.2. Der Abbau der Kapazitäten gemäß Punkt III.1.1 sollte durch die nachstehenden Maßnahmen erreicht werden, deren Durchführung voraussetzt, daß die Indienststellung neuer Fangkapazitäten innerhalb des im Programm gesetzten Rahmens erfolgt; dabei können  die geplanten Kapazitätsverringerungen für die einzelnen Maßnahmen unterschiedlich hoch festgelegt werden, sofern der insgesamt geforderte Abbau gemäß Punkt III.1.1 eingehalten wird;  - Abbau des Gesamtumfangs der Flotte, indem der Ersatz für solche Schiffe, die durch Schiffbruch, Untergang oder sonstwie verlorengehen, durch direkte Verbindung der Ausserdienststellungen mit Neubauten im Einklang mit den unter Punkt II.2 gesetzten  Zielen für die Flottenkapazität erfolgt;  - Verabschiedung und Durchführung von Maßnahmen zur Anpassung der Fangkapazitäten;  - andere Maßnahmen, mit denen dieselben Ergebnisse erzielt werden.  2. Verabschiedung und Anwendung von Rechts- und/oder Verwaltungsvorschriften, um eine wirksame Kontrolle der Kapazitäten und der Fangtätigkeit und folglich die Verwirklichung der unter Punkt II.2 genannten Programmziele zu gewährleisten.  3. Verbesserungen des Registers für Fischereifahrzeuge im Hinblick auf eine wirksame Kontrolle der Fangkapazität.  IV. BEMERKUNGEN  1. Eine Änderung der in der obigen Tabelle genannten Flottenziele ist nur auf der Grundlage wissenschaftlicher Gutachten möglich, mit denen das Vorhandensein bisher nicht voll bewirtschafteter Fischvorkommen nachgewiesen werden kann.  2. Die Programmziele, ausgedrückt in Tonnage und Motorvermögen, müssen spätestens am 31. Dezember 1992 vollständig erreicht sein. Kapazitätsverminderungen, die die Zielsetzungen 1991 erreichten oder darüber hinausgingen (in Tonnage und Motorvermögen),  erlauben es denjenigen Mitgliedstaaten, die das erreicht haben (²), dies in 1992 zu berücksichtigen. In diesem Fall können mindestens 75 % der für 1992 vorgesehenen Zielsetzungen, wie sie im Anhang dieser Entscheidung festgelegt sind, durch endgültige  Stillegung von Fischereifahrzeugen bewirkt werden, während der restliche Betrag von höchstens 25 % erreicht werden kann durch Maßnahmen bezueglich der Kontrolle des Fischereiaufwandes, sofern sie auf gesetzlichen oder verwaltungsmässigen Vorschriften  beruhen, die einen dauerhaften Charakter haben.  3. Die Ziele des Programms für 1992 sollten bis Ende 1992 verwirklicht sein.  4. Die Kommission erinnert daran, daß sich alle von den nationalen, regionalen und lokalen Behörden im Fischereisektor gewährten Strukturbeihilfen künftig im Rahmen dieses Programms bewegen müssen.  (¹) Die Rücknahme von derzeit von der Kommission geprüften Finanzierungsanträgen führt zu einer entsprechenden Berichtigung der insgesamt geforderten Verringerung.  (²) Auf Basis der spätestens am 15. Februar 1992 zu übermittelnden Angaben gemäß Artikel 2 der Kommissionsentscheidung bezueglich des mehrjährigen Ausrichtungsprogramms 1987-1991.