CELEX: C2005/006/24
Language: de
Date: 2005-01-08 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Erste Kammer) vom 18. November 2004 in der Rechtssache C-284/03 (Vorabentscheidungsersuchen des Cour d'appel Brüssel [Belgien]): Belgischer Staat gegen Temco Europe SA (Sechste Mehrwertsteuerrichtlinie — Artikel 13 Teil B Buchstabe b — Befreite Umsätze — Vermietung von Grundstücken — Widerrufliches Nutzungsrecht)

8.1.2005   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 6/14
            
         
      URTEIL DES GERICHTSHOFES
   
   (Erste Kammer)
   vom 18. November 2004
   in der Rechtssache C-284/03 (Vorabentscheidungsersuchen des Cour d'appel Brüssel [Belgien]): Belgischer Staat gegen Temco Europe SA (1)
   
   (Sechste Mehrwertsteuerrichtlinie - Artikel 13 Teil B Buchstabe b - Befreite Umsätze - Vermietung von Grundstücken - Widerrufliches Nutzungsrecht)
   (2005/C 6/24)
   Verfahrenssprache: Französisch
   In der Rechtssache C-284/03 betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Artikel 234 EG, eingereicht von der Cour d'appel Brüssel (Belgien) mit Beschluss vom 19. Juni 2003, beim Gerichtshof eingegangen am 2. Juli 2003, in dem Verfahren Belgischer Staat gegen Temco Europe SA hat der Gerichtshof (Erste Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten P. Jann, der Richter A. Rosas (Berichterstatter) und S. von Bahr, der Richterin R. Silva de Lapuerta sowie des Richters K. Lenaerts – Generalanwalt: D. Ruiz-Jarabo Colomer; Kanzler: M.-F. Contet, Hauptverwaltungsrätin – am 18. November 2004 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
   Artikel 13 Teil B Buchstabe b der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern – Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage ist dahin auszulegen, dass Umsätze, durch die eine Gesellschaft gleichzeitig durch verschiedene Verträge mehreren mit ihr verbundenen Gesellschaften gegen eine Vergütung, die im Wesentlichen nach der genutzten Fläche festgesetzt wird, ein widerrufliches Nutzungsrecht an ein und demselben Gebäude überträgt, Umsätze aus der „Vermietung von Grundstücken“ im Sinne dieser Vorschrift darstellen und dass diese Verträge, so wie sie durchgeführt werden, im Wesentlichen die Übertragung des passiven Nutzungsrechts an Gebäuden oder Flächen gegen eine Vergütung zum Gegenstand haben, die nach dem Zeitablauf bemessen ist, und nicht eine anders einzustufende Dienstleistung.
   
      (1)  ABl. C 213 vom 6.9.2003.