CELEX: 31957D0024
Language: de
Date: 1957-12-10 00:00:00
Title: Entscheidung Nr. 24/57 vom 10. Dezember 1957 betreffend die Änderung der Entscheidung Nr. 5/56 über die Genehmigung des gemeinschaftlichen Verkaufs von Brennstoffen durch die in der "Geitling" Ruhrkohlen- Verkaufsgesellschaft mbH zusammengeschlossenen Bergwerksgesellschaften des Ruhrreviers vom 15. Februar 1956

27. 12. 57                          AMTSBLATT — HOHE BEHÖRDE                                      629/57
                                      HOHE BEHÖRDE
                                        ENTSCHEIDUNGEN
                                        ENTSCHEIDUNG Nr. 24/57
                                          vom 10. Dezember 1957
                    betreffend die Änderung der Entscheidung Nr. 5/56 über die Ge-
                    nehmigung des gemeinschaftlichen Verkaufs von Brennstoffen durch
                    die in der „Geitling" Ruhrkohlen-Verkaufsgesellschaft mit be-
                    schränkter Haftung zusammengeschlossenen Bergwerksgesellschaften
                                   des Ruhrreviers vom 15. Februar 1956
    Auf Grund der Artikel 65, 2, 3, 4, 26, 47 und          Nach Abzug der Mengen, die die Bergwerks-
61 des Vertrages,                                      gesellschaften selbst verbrauchen oder in dritte
                                                       Länder exportieren, wird die verbleibende
                                                       Menge von etwa 56 Millionen Tonnen Steinkohle
    auf Grund der Entscheidung Nr. 5/56 be-            und Steinkohlenbriketts sowie 31,4 Millionen
treffend die Genehmigung des gemeinschaft-             Tonnen Steinkohlenkoks
lichen Verkaufs von Brennstoffen durch die in
der      „Geitling"     Ruhrkohlen-Verkaufsgesell-
schaft mit beschränkter Haftung zusammen-                  — teils durch die Bergwerksgesellschaften
geschlossenen Bergwerksgesellschaften des Ruhr-               selbst an die mit ihnen eigentumsmäßig
reviers vom 15. Februar 1956 (Amtsblatt der                   verbundenen Unternehmen oder unmittel-
Gemeinschaft vom 13. März 1956, S. 29),                       bar im Landabsatz abgesetzt,
                                                           — teils im Wege des von der Hohen Behörde
    auf Grund der Entscheidung Nr. 4/53 über                  genehmigten gemeinsamen Verkaufs durch
die Veröffentlichung der von den Unternehmen                  die drei Ruhrkohlen-Verkaufsgesellschaf-
der Kohlen- und Eisenerzindustrie angewandten                 ten „Geitling", „Mausegatt" und „Präsi-
Preislisten und Verkaufsbedingungen           vom             dent" abgesetzt.
12. Februar 1953 (Amtsblatt der Gemeinschaft
vom 12. Februar 1953, S. 21),
                                                           Der Marktanteil der in der „Geitling" Ruhr-
                                                       kohlen-Verkaufsgesellschaft zusammengeschlos-
    aus folgenden Erwägungen:                          senen Bergwerksgesellschaften beträgt etwa ein
                                                       Drittel dieser Mengen, nämlich 18 Millionen
    Für das Kohlenwirtschaftsjahr 1956/57 stellt       Tonnen Steinkohlen und Steinkohlenbriketts
die Förderung der Bergwerksgesellschaften des          sowie 10,4 Millionen Tonnen Steinkohlenkoks.
Ruhrreviers an Steinkohle mit 125 Millionen
Tonnen und die Kokserzeugung dieser Berg-                  Die Preise für die durch die „Geitling" Ver-
werksgesellschaften mit 37 Millionen Tonnen            kaufsgesellschaft vertriebenen Mengen werden
etwa die Hälfte der gesamten Förderung und             durch die Gesellschafterversammlung dieser Ver-
Erzeugung der Gemeinschaft dar.                        kauf sgesellschaft festgesetzt; diese Preise sind
 ---pagebreak--- 630/57                                EUROPÄISCHE          GEMEINSCHAFT FÜR KOHLE                UND STAHL                   27. 12. 57
auch für die Mengen maßgeblich, die durch die                                 Hierfür erscheint eine Frist von vier Wochen
Bergwerksgesellschaften                        selbst      vertrieben   n o t w e n d i g u n d ausreichend.
werden.
                                                                              Es m u ß die Möglichkeit gegeben sein, diese
       In A n b e t r a c h t der G r ö ß e n o r d n u n g u n d des   Frist zu v e r l ä n g e r n , w e n n die Hohe Behörde
Markteinflusses der „Geitling" R u h r k o h l e n - V e r -            die nach Artikel 61 für die Festsetzung von
kaufsgesellschaft h a t die Hohe Behörde dafür                          Höchstpreisen oder Mindestpreisen vorgeschrie-
zu sorgen, daß die Befugnis zur Festsetzung der                         bene Konsultation des B e r a t e n d e n Ausschusses
Verkaufspreise nicht in einer Weise benutzt                             eingeleitet hat;
wird, die den in den A r t i k e l n 2 bis 4 bezeich-
n e t e n Zielen und Grundsätzen oder den für die
G e n e h m i g u n g des gemeinsamen Verkaufs nach                           Andererseits k a n n sich schon vor Ablauf
Artikel 65 § 2 erforderlichen Bedingungen w i d e r -                   dieser Fristen herausstellen, daß die Hohe B e -
spricht.                                                                hörde gegenüber der beabsichtigten Ä n d e r u n g
                                                                        der Preise keine M a ß n a h m e n zu ergreifen hat;
                                                                        in diesem Falle ist die Frist zu v e r k ü r z e n .
       Die Hohe Behörde ist gegenüber einer der-
a r t i g e n Organisation für den gemeinsamen Ver-
kauf berechtigt u n d verpflichtet, durch vor-                                Da es aus diesen G r ü n d e n n o t w e n d i g ist, die
beugende M a ß n a h m e n einen Mißbrauch des                          durch die Entscheidung Nr. 5/56 erteilte G e -
Markteinflusses zu v e r h i n d e r n .                                n e h m i g u n g d e r a r t zu ändern, daß sie den B e -
                                                                        dingungen entspricht, die nach den Vorschriften
                                                                        des Vertrages für einen gemeinsamen Verkauf
       Die Hohe Behörde m u ß deshalb — u n -                           dieser G r ö ß e n o r d n u n g notwendig sind, erläßt die
beschadet der durch die Entscheidung Nr. 4/53                           Hohe Behörde folgende
vorgeschriebenen A r t der Veröffentlichung — in
der Lage sein, vor I n k r a f t t r e t e n einer Ä n d e r u n g
                                                                                                   ENTSCHEIDUNG:
der Verkaufspreise folgende M a ß n a h m e n zu
ergreifen:                                                                                            Artikel  1
                                                                              Die mit der Entscheidung Nr. _5/56 erteilte
       — zu prüfen, ob die Ä n d e r u n g der V e r k a u f s -
                                                                        G e n e h m i g u n g für den gemeinsamen Verkauf von
             preise m i t den Vorschriften des Vertrages,
                                                                        Brennstoffen durch die in der „Geitling" R u h r -
             insbesondere der Artikel 2 bis 4, in Ein-
                                                                        kohlen-Verkaufsgesellschaft zusammengeschlos-
             k l a n g steht,
                                                                        senen Bergwerksgesellschaften wird in folgender
                                                                        Weise' geändert:
       — zu prüfen, ob die beteiligten B e r g w e r k s -
             gesellschaften bei ihren Beschlüssen oder                        1. Die Verkaufsgesellscnaft h a t alle B e -
             V e r e i n b a r u n g e n die in dem Artikel 65 § 1                 schlüsse der Gesellschafterversammlung
             e n t h a l t e n e n Verbote sowie die in der E n t -                ü b e r eine Ä n d e r u n g der Verkaufspreise
             scheidung Nr. 5/56 ausgesprochenen Ein-                               unverzüglich der Hohen Behörde m i t -
             schränkungen u n d Auflagen beachten,                                 zuteilen.
                                                                              2. Die Verkaufsgesellschaft darf Preislisten,
       — gegebenenfalls die Angelegenheit gemäß                                    die eine Ä n d e r u n g der Verkaufspreise
             A r t i k e l 26 des Vertrages im Besonderen                          enthalten, erst vier Wochen nach dieser
             M i n i s t e r r a t zu erörtern,                                    Mitteilung bei der Hohen Behörde h i n t e r -
                                                                                   legen (Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe a der
                                                                                   Entscheidung Nr. 4/53).
       — gegebenenfalls in dem in Artikel 61 vor-
             geschriebenen               Verfahren      Höchstpreise
             oder Mindestpreise festzusetzen.                                 3. Die Hohe Behörde k a n n diese Frist u m
                                                                                   weitere vier Wochen v e r l ä n g e r n , sofern
                                                                                   sie spätestens zwei Tage vor Ablauf der
        Der Hohen Behörde m u ß für die vorbezeich-                                Frist den B e r a t e n d e n Ausschuß g e m ä ß
n e t e n M a ß n a h m e n ein ausreichender Z e i t r a u m                      A r t i k e l 61 des Vertrages zur A n h ö r u n g
z u r Verfügung stehen.                                                            ü b e r die Festsetzung von Höchstpreisen
 ---pagebreak---  27. 12. 57                          AMTSBLATT — HOHE BEHÖRDE                                       631/57
        oder Mindestpreisen einberufen         und                          Artikel 4
        gleichzeitig die Verkaufsgesellschaft hier-
        von verständigt hat.
                                                           Diese Entscheidung tritt am 1. Januar 1958
                                                       in Kraft.
                      Artikel 2
     Die Hohe Behörde verkürzt die in Artikel 1            Die vorstehende Entscheidung wurde von der
 bezeichneten Fristen, wenn kein Anlaß besteht,        Hohen Behörde in der Sitzung vom 10. De-
 Maßnahmen auf Grund des Vertrages zu er-              zember 1957 beraten und beschlossen.
 greifen.
                      Artikel 3                                                  Für die Hohe Behörde
    Die Vorschrift des Artikels 4 der Entscheidung                                  Der   Präsident
 Nr. 4/53 bleibt unberührt.                                                           Rene MAYER
                                        ENTSCHEIDUNG Nr. 25/57
                                          vom 10. Dezember 1957
                   betreffend die Änderung der Entscheidung Nr. 6/56 über die Ge-
                   nehmigung des gemeinschaftlichen Verkaufs von Brennstoffen durch
                   die in der „Präsident" Ruhrkohlen-Verkaufsgesellschaft mit be-
                   schränkter Haftung zusammengeschlossenen Bergwerksgesellschaften
                                 des Ruhrreviers vom 15. Februar 1956
    Auf Grund der Artikel 65, 2, 3, 4, 26, 47 und         aus folgenden Erwägungen:
61 des Vertrages,
                                                          Für das Kohlenwirtschaftsjahr 1956/57 stellt
                                                       die Förderung der Bergwerksgesellschaften des
                                                       Ruhrreviers an Steinkohle mit 125 Millionen
    auf Grund der Entscheidung Nr. 6/56 be-            Tonnen und die Kokserzeugung dieser Berg-
treffend die Genehmigung des gemeinschaft-             werksgesellschaften mit 37 Millionen Tonnen
lichen Verkaufs von Brennstoffen durch die in          etwa die Hälfte der gesamten Förderung und
der „Präsident"        Ruhrkohlen-Verkaufsgesell-      Erzeugung der Gemeinschaft dar.
schaft mit beschränkter Haftung zusammen-
geschlossenen Bergwerksgesellschaften des Ruhr-
reviers vom 15. Februar 1956 (Amtsblatt der               Nach Abzug der Mengen, die die Bergwerks-
Gemeinschaft vom 13. März 1956, S. 43),                gesellschaften selbst verbrauchen oder in dritte
                                                       Länder exportieren, wird die verbleibende
                                                       Menge von etwa 56 Millionen Tonnen Steinkohle
                                                       und Steinkohlenbriketts sowie 31,4 Millionen
                                                       Tonnen Steinkohlenkoks
    auf Grund der Entscheidung Nr. 4/53 über
die Veröffentlichung der von den Unternehmen
der Kohlen- und Eisenerzindustrie angewandten             — teils durch die Bergwerksgesellschaften
Preislisten und . Verkaufsbedingungen         vom             selbst an die mit ihnen eigentumsmäßig
12. Februar 1953 (Amtsblatt der Gemeinschaft                  verbundenen Unternehmen oder unmittel-
vom 12. Februar 1953, S. 21),                                 bar im Landabsatz abgesetzt,