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Language: de
Date: 2019-10-16 00:00:00
Title: DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION über die Prüfung einer Registrierung von Dimethylether, die der Kommission von der Europäischen Chemikalienagentur gemäß Artikel 51 Absatz 7 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) übermittelt wurde, auf Erfüllung der Anforderungen

DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION
            
            
               vom 16.10.2019
            
            
               über die Prüfung einer Registrierung von Dimethylether, die der Kommission von der Europäischen Chemikalienagentur gemäß Artikel 51 Absatz 7 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) übermittelt wurde, auf Erfüllung der Anforderungen 
               
            
               (Nur der englische Text ist verbindlich)
            
            
               DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
            
            
               gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
            
            
               gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH), zur Schaffung einer Europäischen Chemikalienagentur, zur Änderung der Richtlinie 1999/45/EG und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 1488/94 der Kommission, der Richtlinie 76/769/EWG des Rates sowie der Richtlinien 91/155/EWG, 93/67/EWG, 93/105/EG und 2000/21/EG der Kommission
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               , insbesondere auf Artikel 51 Absatz 7,
            
            
               in Erwägung nachstehender Gründe:
            
            
               (1)Die Europäische Chemikalienagentur (im Folgenden die „Agentur“) hat gemäß Artikel 41 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 eine gemeinsame Registrierung, die von Nouryon Industrial Chemicals B.V. (im Folgenden der „federführende Registrant“) im Namen einer Reihe von Mitregistranten für den Stoff Dimethylether, CAS-Nummer 115-10-6, EG-Nummer 204-065-8 („DME“) übermittelt worden war, auf Erfüllung der Anforderungen geprüft. 
            
            
               (2)Die Agentur kam zu dem Schluss, dass das Registrierungsdossier, das für den Mengenbereich von mindestens 1000 Tonnen pro Jahr eingereicht wurde, einschließlich aller relevanten Informationen, die der Registrierung bis zum 5. Oktober 2018 hinzugefügt wurden, der Standarddatenanforderung in Bezug auf pränatale Entwicklungstoxizität bei einer zweiten Tierart gemäß Anhang IX Abschnitt 8.7.2 und Anhang X Abschnitt 8.7.2 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 nicht entsprach, da das Dossier keine Angaben zu einer zweiten Tierart enthielt, und auch nicht der Standarddatenanforderung in Bezug auf Reproduktionstoxizität gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, da die vorgeschlagene Abweichung nicht akzeptiert werden konnte.
            
            
               (3)Die Agentur erstellte einen Entscheidungsentwurf gemäß Artikel 41 Absatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, in dem die Registranten aufgefordert wurden, Informationen aus einer Prüfung auf pränatale Entwicklungstoxizität (PNDT, Prüfmethode: EU B.31/OECD-Prüfrichtlinie 414) an Kaninchen mit inhalativer Verabreichung vorzulegen, um die Nichteinhaltung der Anforderungen in Bezug auf pränatale Entwicklungstoxizität bei einer zweiten Tierart zu beheben, eine erweiterte Eingenerationen-Prüfung auf Reproduktionstoxizität („EOGRTS“) an Ratten mit inhalativer Verabreichung (Prüfmethode: EU B.56/OECD-Prüfrichtlinie 443) nach dem Basis-Prüfschema, wie in Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 vorgeschrieben, durchzuführen, um die Nichteinhaltung der Anforderungen in Bezug auf Reproduktionstoxizität zu beheben, und die Ergebnisse dieser Prüfungen der Agentur zu übermitteln.
            
            
               (4)Nach Prüfung der Vorschläge für Abweichungen übermittelte die Agentur am 19. Januar 2017 ihren Entscheidungsentwurf zusammen mit den vorgeschlagenen Abweichungen an den in der Agentur angesiedelten Ausschuss der Mitgliedstaaten (im Folgenden „MSC“). Der MSC war zwar gleichfalls der Auffassung, dass Informationen in Bezug auf die beiden Standarddatenanforderungen angefordert werden sollten, konnte aber aufgrund abweichender Meinungen zum Prüfschema der EOGRTS keine einstimmige Einigung über den Entscheidungsentwurf erzielen. Acht Mitglieder stimmten gegen den Entscheidungsentwurf, da sie der Auffassung waren, dass die EOGRTS die Kohorten 2A/2B umfassen sollte, um auf die Bedenken bezüglich Entwicklungsneurotoxizität (DNT) gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 2 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 einzugehen. Diese acht Mitglieder vertraten die Auffassung, dass die Bedenken bezüglich einer Entwicklungsneurotoxizität berechtigt sind, da bei einer zweiwöchigen Prüfung des Stoffes auf Inhalationstoxizität mit wiederholter Verabreichung und einer Prüfung auf pränatale Entwicklungstoxizität an Ratten narkotisierende Wirkungen beobachtet wurden. Außerdem begründeten sie ihre Forderung mit den auf TOXNET
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                verfügbaren Daten zur Exposition von Menschen‚ denen zufolge bei hohen Dosen narkotisierende Wirkungen auftreten. Im Hinblick auf narkotisierende Wirkungen sei ihrer Auffassung nach zu erwarten, dass der Stoff auf einen Organismus in gleicher Weise wirkt wie sein Strukturanalog Diethylether („DEE“), der vormals als Anästhetikum verwendet wurde. Da der MSC keine einstimmige Einigung erzielte, übermittelte die Agentur am 13. Juli 2017 den Entscheidungsentwurf zusammen mit allen einschlägigen Informationen an die Kommission, die gemäß Artikel 51 Absatz 7 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 eine Entscheidung erlassen sollte.
            
            
               (5)Die Kommission prüfte den Entscheidungsentwurf der Agentur, die von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Abweichungen beim Prüfschema der EOGRTS, die vom federführenden Registranten im Namen der Mitregistranten übermittelten Stellungnahmen zum Entscheidungsentwurf der Agentur sowie die Gründe, warum der MSC keine einstimmige Einigung erzielen konnte. Nachdem die Agentur die Prüfung auf Einhaltung der Anforderungen durchgeführt hatte, schlossen sich andere Registranten, die ihren Stoff für einen der in den Anhängen VII bis X der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 aufgeführten Mengenbereiche registriert hatten, der gemeinsamen Registrierung an. Die Agentur prüfte auf Ersuchen der Kommission erneut alle in den Dossiers für DME verfügbaren Informationen und teilte der Kommission mit, dass weiterhin weder Informationen aus einer PNDT-Prüfung an einer zweiten Tierart noch Informationen aus einer EOGRTS vorlagen. Die Agentur kam ferner zu dem Schluss, dass auf der Grundlage der verfügbaren Informationen über den Stoff die Voraussetzungen nicht erfüllt waren, um diese Studien im Rahmen von Anhang IX anzufordern. Sie vertrat daher die Auffassung, dass Informationen aus diesen beiden Studien angefordert werden sollten, damit die Standarddatenanforderungen für die Registranten dieser gemeinsamen Registrierung im Rahmen von Anhang X erfüllt sind. Diese Registranten sollten daher die fehlenden Informationen übermitteln und sind die Adressaten dieses Beschlusses.
            
            
               (6)Die betroffenen Registranten übermittelten Stellungnahmen zum Entscheidungsentwurf der Agentur und zum Entwurf des Kommissionsbeschlusses, in denen sie erklärten, nach den besonderen Bestimmungen für Abweichungen gemäß Anhang X Abschnitt 8.7 Spalte 2 Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 sei es nicht erforderlich, für DME eine PNDT-Prüfung an einer zweiten Tierart und eine EOGRTS durchzuführen. Die betroffenen Registranten argumentieren, die Voraussetzungen für die Abweichung seien erfüllt. Die Kommission ist jedoch der Auffassung, dass keine der drei Voraussetzungen gemäß Anhang X Abschnitt 8.7 Spalte 2 Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, die zusammen erfüllt sein müssen, erfüllt ist und eine Abweichung von Abschnitt 8.7 Spalte 1 des Anhangs daher nicht gerechtfertigt ist. 
            
            
               (7)Erstens induzierte DME nach wiederholter Verabreichung im Rahmen einer Prüfung auf akute Inhalationstoxizität bei Konzentrationen von mehr als 12,1 % (121 000 ppm) narkotisierende Wirkungen und führte zum Tod. Im Rahmen einer PNDT-Prüfung an Ratten wurden bei einer Konzentration von etwa 4 % (40 000 ppm) eine geringere Zunahme des Körpergewichts, ein vermindertes Körpergewicht der Föten sowie eine Zunahme von Veränderungen des Skeletts beobachtet. Wenngleich diese Wirkungen bei hohen Dosen beobachtet wurden, sind die Agentur und die Kommission der Auffassung, dass das Kriterium „geringe toxische Aktivität (kein Hinweis auf Toxizität in den vorliegenden Prüfergebnissen)“ nicht erfüllt ist.
            
            
               (8)Zweitens untermauern toxikokinetische Informationen im Dossier und in den Stellungnahmen der betroffenen Registranten zum Entscheidungsentwurf der Agentur den Schluss, dass bei inhalativer Exposition ein Ausgleich zwischen der Konzentration des Stoffes im Organismus und in der Luft stattfindet. Insbesondere ergaben toxikokinetische Untersuchungen Hinweise auf die Verteilung des Stoffs im Organismus, wonach die Konzentrationen von DME in Blut, Herz, Lunge, Leber, Milz und Nieren rasch ansteigen, sich nach 30-minütiger Exposition über Inhalation stabilisieren und anschließend rasch zurückgehen. Die Agentur und die Kommission sind daher der Auffassung, dass das Kriterium „keine systemische Resorption auf den maßgeblichen Expositionswegen“ nicht erfüllt ist.
            
            
               (9)Drittens wird DME als Treibgas in vielen Konsumgütern für den täglichen Gebrauch wie Deodorants, Haarsprays usw. verwendet, sodass eindeutig eine gewisse Exposition des Menschen gegeben ist. In ihren Stellungnahmen zum Entscheidungsentwurf der Agentur und zum Entwurf des Kommissionsbeschlusses erklärten die betroffenen Registranten, dass das Kriterium „unbedeutende Exposition“ erfüllt sei, da ihrer Ansicht nach das im Registrierungsdossier genannte Risikoverhältnis (RCR) von 0,7 für die industrielle oder gewerbliche Verwendung durch Arbeitnehmer bzw. von 0,9 für aggregierte inhalative Exposition von Arbeitnehmern, die zusätzlich DME-haltige Konsumgüter verwenden, übertrieben konservativ sei, da es sich um Spitzenexpositionen statt um mittlere tägliche Expositionswerte handle. Die Kommission ist jedoch der Auffassung, dass aggregierte Expositionsniveaus für Arbeitnehmer und Verbraucher auf eine signifikante Exposition hindeuten. Darüber hinaus müssen mit Blick auf akute Wirkungen auch maximal mögliche Expositionsniveaus berücksichtigt werden, da selbst kurzzeitige Spitzenexpositionskonzentrationen akute Wirkungen hervorrufen können. Auf der Grundlage der im Dossier enthaltenen Informationen ist daher das Kriterium „keine oder unbedeutende Exposition von Menschen“ nicht erfüllt.
            
            
               (10)Folglich sind die in Anhang X Abschnitt 8.7 Spalte 2 Absatz 1 dritter Gedankenstrich der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 festgelegten Kriterien für eine Abweichung nicht erfüllt, sodass die Registrierung nicht die Anforderungen erfüllt – ein Schluss, zu dem auch die Agentur gelangt war.
            
            
               (11)Da DME ein Gas mit explosiven Eigenschaften ist, muss geprüft werden, ob es technisch machbar ist, die erforderlichen Prüfungen durchzuführen, ohne dass die Gefahr einer Explosion besteht. Die betroffenen Registranten erklärten in ihren Stellungnahmen zum Entscheidungsentwurf der Agentur, dass eine Prüfung bis zu einer Konzentration von 1,65 % möglich sei, die auf der Grundlage des OECD-Leitliniendokuments für Prüfungen auf akute Inhalationstoxizität Nr. 39 aus der unteren Explosionsgrenze (3,3 %) abgeleitet wurde. Zudem betrug die höchste geprüfte Konzentration bei einer Zweijahresstudie zur chronischen Inhalationstoxizität bei Ratten 2,5 %, während bei einer PNDT-Prüfung Konzentrationen von bis zu 4 % und bei einer zweiwöchigen Prüfung mit wiederholter Verabreichung Konzentrationen von bis zu 5 % erreicht wurden. Aus den verfügbaren Daten geht somit hervor, dass eine Prüfung bei Konzentrationen möglich ist, die Wirkungen hervorrufen können, im Hinblick auf die explosiven Eigenschaften aber sicher sind.
            
         
         
            
               (12)Die Kommission teilt ferner die Auffassung der Agentur, dass die Adressaten dieses Beschlusses Informationen aus einer Prüfung auf pränatale Entwicklungstoxizität an Kaninchen (EU B.31/OECD-Prüfrichtlinie 414) mit inhalativer Verabreichung übermitteln sollten, um die Standarddatenanforderung gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.2 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zu erfüllen. 
            
            
               (13)Die Kommission nimmt zur Kenntnis, dass gemäß einer Entscheidung der Agentur
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                bis zum 25. Juli 2019 Informationen aus zwei PNDT-Prüfungen des Strukturanalogs DEE (an Ratten und Kaninchen) vorgelegt werden sollen. 
            
            
               Gemäß Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 müssen die Registranten Standarddatenanforderungen erfüllen. Gemäß Artikel 41 Absatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 kann die Agentur den Registranten auffordern, alle Informationen vorzulegen, die erforderlich sind, damit das Registrierungsdossier den Informationsanforderungen entspricht. Dies umfasst Informationen aus Prüfungen an Wirbeltieren vorbehaltlich der in den Anhängen VI bis XI der Verordnung vorgesehenen Bestimmungen für Abweichungen. Für eine Entscheidung der Kommission gemäß Artikel 51 Absatz 7 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 gelten dieselben Bestimmungen. Die betroffenen Registranten erklären, dass eine Abweichung auf der Grundlage des Analogiekonzepts mit Übertragung der erwarteten Informationen über DEE auf DME gerechtfertigt sei. Die von den betroffenen Registranten vorgelegten Informationen lassen jedoch nicht den Schluss zu, dass anhand der Daten, die als Ergebnis der PNDT-Prüfungen von DEE erwartet werden, eine vorschriftsgemäße Abweichung für pränatale Entwicklungstoxizität von DME bei einer zweiten Tierart entwickelt werden kann, was vor allem durch die Unterschiede zwischen den beiden Stoffen im Stoffwechsel begründet ist. Daher sollte an der Forderung nach Informationen aus einer PNDT-Prüfung von DME an Kaninchen (EU B.31/OECD-Prüfrichtlinie 414) mit inhalativer Verabreichung festgehalten werden.
            
            
               (14)Darüber hinaus sollten die Adressaten dieses Beschlusses eine EOGRTS an Ratten mit inhalativer Verabreichung (Prüfmethode: EU B.56/OECD-Prüfrichtlinie 443) durchführen, um die Standarddatenanforderung gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zu erfüllen. Das Prüfschema sollte die Kohorten 1A und 1B sowie die Kohorten 2A/2B (DNT) umfassen. Die Kommission hat eine Neubewertung der vorhandenen In-vivo-Daten zu dem registrierten Stoff in Bezug auf durch DME verursachte narkotisierende Wirkungen vorgenommen. Es wurde festgestellt, dass DME bei einer Prüfung auf akute Inhalationstoxizität bei einer Dosis von 8,4 % kurzzeitige narkotisierende Wirkungen (Ataxie, Anästhesie, kurzes stoßweises Atmen, Wackeln des Kopfes, Zucken der Pfoten, Rollen der Augäpfel) verursachte. Fünf von zehn Tieren entwickelten nach der Exposition Lungengeräusche, die bei dieser Dosis ein bis vier Tage anhielten. 
            
            
               (15)Die Wirkungen wurden nach einmaliger Exposition festgestellt und entsprechen einigen der Kriterien in Anhang I Abschnitt 3.8.2.2.2 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
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                für die Einstufung von Stoffen in die Klasse „Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorie 3“ (STOT SE- cat. 3) in Bezug auf narkotisierende Wirkungen. Bei einer PNDT-Prüfung an Ratten (OECD-Prüfrichtlinie 414) wurden ebenfalls Anzeichen narkotisierender Wirkungen in Form einer verringerten Reaktion auf Geräusche bei einer Konzentration von etwa 2 % (20 000 ppm) und ausbleibender Reaktion auf Geräusche bei einer Konzentration von etwa 4 % (40 000 ppm) beobachtet. Bei einer zweiwöchigen Ganzkörper-Inhalationsprüfung an Ratten wurden narkotisierende Wirkungen in Form von Trägheit bei einer Konzentration von etwa 1 % und Koordinationsstörungen und ausbleibender Reaktion auf Geräusche bei einer Konzentration von etwa 5 % beobachtet.
            
            
               Die Kommission hat Daten zu DEE bewertet, um zu prüfen, ob sie unterstützende Nachweise für die Einbeziehung der DNT-Kohorte gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 2 Absatz 2 dritter Gedankenstrich der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 liefern würden. Die Bewertung von unterstützenden Nachweisen, die im Registrierungsdossier für DEE eingereicht wurden, bedeutet nicht, dass ein Analogiekonzept für Entwicklungstoxizität mit Übertragung von Informationen über DEE auf DME akzeptiert würde. Es bedeutet, dass gemäß der Praxis der Agentur
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                bei der Entscheidung, die DNT-Kohorte auf der Grundlage von narkotisierenden Wirkungen einzubeziehen, die Wirkungen eines Strukturanalogs berücksichtigt werden. Strukturanalogie ist eine notwendige, jedoch nicht ausreichende Voraussetzung für das Analogiekonzept. Im Rahmen einer 90-tägigen oralen Prüfung wurden bei zwei Dosen leichte anästhesierende Wirkungen von DEE beobachtet. Ferner verursacht DEE narkotisierende Wirkungen beim Menschen, die einigen der Kriterien in Anhang I Abschnitt 3.8.2.2.2 der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 für die Einstufung von Stoffen in die Klasse „STOT SE- cat. 3“ in Bezug auf narkotisierende Wirkungen entsprechen. Obwohl für DME und DEE keine eindeutigen Hinweise auf Neurotoxizität festgestellt wurden, sollten die narkotisierenden Wirkungen von DME als ausreichende Beweise für nachteilige Auswirkungen auf das Nervensystem angesehen werden, womit die Anforderung gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 2 Absatz 2 erster Gedankenstrich der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 erfüllt wäre. Darüber hinaus gelten die narkotisierenden Eigenschaften von DEE als unterstützende Nachweise gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 2 Absatz 2 dritter Gedankenstrich der Verordnung. 
            
            
               (16)Die Adressaten dieses Beschlusses sollten daher in Abhängigkeit von den Ergebnissen einer Dosisfindungsstudie die Kohorten 2A/2B (DNT) in das Prüfschema einbeziehen. In Anbetracht der begrenzten verfügbaren Daten über Dosierungen, die in Bezug auf die Reproduktion toxisch sind, und aufgrund der besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften des Stoffes, die sich auf die höchste technisch erreichbare Konzentration, bei der eine Prüfung möglich ist, auswirken können, muss eine Dosisfindungsstudie durchgeführt werden, um die in der Hauptstudie zu prüfenden Konzentrationen zu ermitteln. Die Einbeziehung der Kohorten 2A/2B (DNT) in das Prüfschema der EOGRTS sollte von jeglichen in der Dosisfindungsstudie beobachteten narkotisierenden Wirkungen abhängig gemacht werden.
            
            
               (17)Den Adressaten dieses Beschlusses sollte ausreichend Zeit eingeräumt werden, damit sie die erforderlichen Informationen erstellen und der Agentur übermitteln sowie die Registrierungsdossiers aktualisieren können. 
            
            
               (18)Den Adressaten dieses Beschlusses wurde ein Beschlussentwurf übermittelt, und sie wurden über ihr Recht unterrichtet, innerhalb von 30 Tagen dazu Stellung zu nehmen. Es wurden umfassende Stellungnahmen übermittelt und berücksichtigt. 
            
            
               (19)Die in diesem Beschluss vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des gemäß Artikel 133 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 eingesetzten Ausschusses —
            
            
               HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN: 
            
            
               Artikel 1
            
            
               Die Registrierung des Stoffes Dimethylether (CAS-Nummer 115-10-6, EG-Nummer 204-065-8), die von dem in Artikel 5 Nummer 1 dieses Beschlusses genannten federführenden Registranten gemäß Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 übermittelt wurde, steht mit Anhang X Abschnitte 8.7.2 und 8.7.3 der genannten Verordnung nicht im Einklang.
            
            
               Artikel 2
            
            
               Die in Artikel 5 genannten Registranten übermitteln Informationen aus einer Prüfung des in Artikel 1 genannten Stoffes auf pränatale Entwicklungstoxizität, um die Standarddatenanforderung in Bezug auf pränatale Entwicklungstoxizität bei einer zweiten Tierart gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.2 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zu erfüllen. Die Prüfung ist gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.2 der genannten Verordnung (Prüfverfahren: EU B.31/OECD-Prüfrichtlinie 414) an Kaninchen mit inhalativer Verabreichung durchzuführen.
            
            
               Artikel 3
            
            
               Die in Artikel 5 genannten Registranten übermitteln Informationen aus einer erweiterten Eingenerationen-Prüfung des in Artikel 1 genannten Stoffes auf Reproduktionstoxizität („EOGRTS“) (Prüfmethode: EU B.56/OECD-Prüfrichtlinie 443), um die Standarddatenanforderung in Bezug auf Reproduktionstoxizität gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 1 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zu erfüllen. 
            
            
               Vor Beginn der EOGRTS (OECD-Prüfrichtlinie 443) ist eine Dosisfindungsstudie (z. B. OECD-Prüfrichtlinie 421 oder Ähnliches) durchzuführen, und die Tiere sind sorgfältig auf etwaige narkotisierende Wirkungen zu überwachen. Nur im Falle von narkotisierenden Wirkungen bei allen für die EOGRTS gewählten Konzentrationen werden die Kohorten 2A/2B (DNT) gemäß Anhang X Abschnitt 8.7.3 Spalte 2 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 in das Prüfschema einbezogen.
            
            
               Die EOGRTS ist an Ratten mit inhalativer Verabreichung und gemäß den folgenden Spezifikationen für das Prüfschema durchzuführen: 
            
            
               a)zehnwöchige Expositionsdauer vor der Paarung für die Elterngeneration;
            
         
         
            
               b)Dosierung, sodass bei der höchsten Dosis ein gewisser Grad an Toxizität induziert wird;
            
            
               c)Kohorte 1A (Reproduktionstoxizität);
            
            
               d)Kohorte 1B (Reproduktionstoxizität) ohne Erweiterung auf eine F2-Generation; 
            
            
               e)vorbehaltlich des Absatzes 2 Kohorten 2A/2B (DNT) mit zusätzlichen Prüfungen zu Lernen und Gedächtnis gemäß Nummer 37 der OECD-Prüfrichtlinie 426.
            
            
               Artikel 4
            
            
               Die in Artikel 5 genannten Registranten übermitteln der Agentur innerhalb von 36 Monaten nach Bekanntgabe dieses Beschlusses eine aktualisierte Fassung ihres Registrierungsdossiers mit den Ergebnissen der gemäß den Artikel 2 und 3 durchgeführten Prüfungen, gegebenenfalls einschließlich eines aktualisierten Stoffsicherheitsberichts.
            
            
               Artikel 5
            
            
               Dieser Beschluss ist gerichtet an:
            
            
               1.Nouryon Industrial Chemicals B.V., Velperweg 76, PO Box 60192, 6800 JD Arnhem, Niederlande;
            
            
               2.Shell Deutschland Oil GmbH, Suhrenkamp 71-77, 22335 Hamburg, Deutschland;
            
            
               3.Knoell NL-OR-S01, Agro Business Park 75, 6708 PV Wageningen, Niederlande;
            
            
               4.Grillo-Werke AG, Weseler Straße 1, 47169 Duisburg, Deutschland;
            
            
               5.PCC Trade & Service GmbH, Moerser Straße 149, 47198 Duisburg, Deutschland;
            
            
               6.Colombus Group s.r.o., Ciruvkova 172/32, 10400 Prag, Tschechische Republik.
            
            
               Brüssel, den 16.10.2019
            
            
               
                     Für die Kommission
               
               
                     Karmenu VELLA
                     Mitglied der Kommission
               
            
            
                     
                        
                           
                     
                  
               
         
         
            
                  
                     (1)
                  
                        ABl. L 396 vom 30.12.2006.
               
               
                  
                     (2)
                  
                        https://toxnet.nlm.nih.gov/cgi-bin/sis/search/a?dbs+hsdb:@term+@DOCNO+354 
               
               
                  
                     (3)
                  
                        Entscheidung CCH-D-2114363810-52-01/F vom 18. Juli 2017.
               
               
                  
                     (4)
                  
                        Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (ABl. L 353 vom 31.12.2008, S. 1).
               
               
                  
                     (5)
                  
                        
                  https://www.echa.europa.eu/documents/10162/13630/eogrts_design_en.pdf/09123723-1df7-43cd-952b-21eb365a5d2c
                  , S. 9.