CELEX: C2002/144/08
Language: de
Date: 2002-06-15 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes vom 23. April 2002 in der Rechtssache C-143/00 (Vorabentscheidungsersuchen des High Court of Justice): Boehringer Ingelheim KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG gegen Swingward Ltd, Boehringer Ingelheim KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG gegen Dowelhurst Ltd, Glaxo Group Ltd gegen Swingward Ltd, Boehringer Ingelheim KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG gegen Dowelhurst Ltd, Glaxo Group Ltd, The Wellcome Foundation Ltd gegen Dowelhurst Ltd, SmithKline Beecham plc, Beecham Group plc, SmithKline & French Laboratories Ltd gegen Dowelhurst Ltd und Eli Lilly and Co. gegen Dowelhurst Ltd (Marken — Richtlinie 89/104/EWG — Artikel 7 Absatz 2 — Erschöpfung des Rechts aus der Marke — Arzneimittel — Paralleleinfuhr — Umpacken der mit der Marke versehenen Ware)

C 144/6                DE                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         15.6.2002
               URTEIL DES GERICHTSHOFES                                      Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken in der
                                                                             Fassung des Abkommens über den Europäischen Wirtschafts-
                                                                             raum vom 2. Mai 1992 ist dahin auszulegen, dass sich der
                       vom 23. April 2002                                    Inhaber einer Markte auf seine Rechte aus der Marke berufen
                                                                             kann, um einen Parallelimporteur am Umpacken von Arznei-
in der Rechtssache C-143/00 (Vorabentscheidungsersu-                         mitteln zu hindern, es sei denn, die Ausübung dieser Rechte
chen des High Court of Justice): Boehringer Ingelheim                        trägt zur künstlichen Abschottung der Märkte zwischen den
KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG gegen Swingward                           Mitgliedstaaten bei.
Ltd, Boehringer Ingelheim KG, Boehringer Ingelheim
Pharma KG gegen Dowelhurst Ltd, Glaxo Group Ltd                         2.   Ein Umpacken von Arzneimitteln in neue Packungen ist
gegen Swingward Ltd, Boehringer Ingelheim KG, Boeh-                          objektiv erforderlich im Sinne der Rechtsprechung des Gerichts-
ringer Ingelheim Pharma KG gegen Dowelhurst Ltd,                             hofes, wenn ohne dieses Umpacken aufgrund des starken
Glaxo Group Ltd, The Wellcome Foundation Ltd gegen                           Widerstands eines nicht unerheblichen Teils der Verbraucher
Dowelhurst Ltd, SmithKline Beecham plc, Beecham                              gegen mit Etiketten überklebte Arzneimittelpackungen von
Group plc, SmithKline & French Laboratories Ltd gegen                        einem Hindernis für den tatsächlichen Zugang zum betreffenden
Dowelhurst Ltd und Eli Lilly and Co. gegen Dowelhurst                        Markt oder zu einem beträchtlichen Teil dieses Marktes
                               Ltd (1)                                       auszugehen ist.
                                                                        3.   Der Parallelimporteur muss in jedem Fall die Voraussetzung
(Marken — Richtlinie 89/104/EWG — Artikel 7 Absatz 2                         der vorherigen Unterrichtung beachten, um zum Umpacken der
— Erschöpfung des Rechts aus der Marke — Arzneimittel —                      mit einer Marke versehenen Arzneimittel berechtigt zu sein.
Paralleleinfuhr — Umpacken der mit der Marke versehenen                      Beachtet der Parallelimporteur diese Voraussetzung nicht, so
                               Ware)                                         kann sich der Markeninhaber der Vermarktung des umgepack-
                                                                             ten Arzneimittels widersetzen. Es ist Sache des Parallelimpor-
                         (2002/C 144/08)                                     teurs selbst, den Markeninhaber von dem beabsichtigten Umpa-
                                                                             cken zu unterrichten. Im Streitfall ist es Sache des nationalen
                                                                             Gerichts, unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände zu
                    (Verfahrenssprache: Englisch)                            prüfen, ob der Markeninhaber über eine angemessene Frist zur
                                                                             Reaktion auf das Umpackvorhaben verfügte.
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
         Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)                (1) ABl. C 233 vom 12.8.2000.
In der Rechtssache C-143/00 betreffend ein dem Gerichtshof
nach Artikel 234 EG vom High Court of Justice (England &
Wales), Chancery Division (Vereinigtes Königreich), in den bei
diesem anhängigen Rechtsstreitigkeiten Boehringer Ingelheim                            URTEIL DES GERICHTSHOFES
KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG gegen Swingward Ltd,
Boehringer Ingelheim KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG
                                                                                                 (Fünfte Kammer)
gegen Dowelhurst Ltd, Glaxo Group Ltd gegen Swingward Ltd,
Boehringer Ingelheim KG, Boehringer Ingelheim Pharma KG
gegen Dowelhurst Ltd, Glaxo Group Ltd, The Wellcome                                             vom 25. April 2002
Foundation Ltd gegen Dowelhurst Ltd, SmithKline Beecham
plc, Beecham Group plc, SmithKline & French Laboratories                in der Rechtssache C-154/00: Kommission der Euro-
Ltd gegen Dowelhurst Ltd und Eli Lilly and Co. gegen                     päischen Gemeinschaften gegen Hellenische Republik (1)
Dowelhurst Ltd vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung
über die Auslegung von Artikel 7 Absatz 2 der Ersten Richtlinie
89/104/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Anglei-                  (Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Richtlinie 85/
chung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die               374/EWG — Haftung für fehlerhafte Produkte — Nicht
Marken (ABl. 1989, L 40, S. 1) in der Fassung des Abkommens                               ordnungsgemäße Umsetzung)
über den Europäischen Wirtschaftsraum vom 2. Mai 1992
(ABl. 1994, L 1, S. 3) sowie der Artikel 28 EG und 30 EG, hat                                     (2002/C 144/09)
der Gerichtshof unter Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodrı́-
guez Iglesias, des Kammerpräsidenten P. Jann sowie der Richter
                                                                                            (Verfahrenssprache: Griechisch)
C. Gulmann (Berichterstatter), D. A. O. Edward, M. Wathelet,
R. Schintgen, V. Skouris, J. N. Cunha Rodrigues und
C. W. A. Timmermans — Generalanwalt: F. G. Jacobs; Kanzler:             (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
D. Louterman-Hubeau, Abteilungsleiterin — am 23. April                            Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
2002 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
1.   Artikel 7 Absatz 2 der Ersten Richtlinie 89/104/EWG                In der Rechtssache C-154/00, Kommission der Europäischen
     des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der                Gemeinschaften (Bevollmächtigte: M. Patakia) gegen Helleni-