CELEX: 52003PC0375
Language: de
Date: 2003-06-24
Title: Vorschlag für einen Beschluß des Rates über den Abschluss durch die Europäische Gemeinschaft des Protokolls von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See

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52003PC0375

Vorschlag für einen Beschluß des Rates über den Abschluss durch die Europäische Gemeinschaft des Protokolls von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See  /* KOM/2003/0375 endg. - AVC 2003/0132 */  

Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES über den Abschluss durch die Europäische Gemeinschaft des Protokolls von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See(von der Kommission vorgelegt)BEGRÜNDUNG1. EINFÜHRUNGDie Überarbeitung des Athener Übereinkommens von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See bezweckte die Behebung gewisser erheblicher Mängel bei der Regelung der Haftung von Beförderern im internationalen Personen verkehr. Diese Überarbeitung erreichte mit der Annahme des Protokolls von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See am 1. November 2002 (das ,Athener Protokoll") ihren Abschluss.Das Athener Protokoll ist für die Gemeinschaft in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Erstens fallen Teile des Protokolls in die ausschließliche Zuständigkeit der Gemeinschaft, weshalb es erforderlich ist, dass die Gemeinschaft Vertragspartei wird, bevor die Mitgliedstaaten Vertragspartei werden können. Zweitens ist der materielle Gegenstand des Protokolls, die angemessene Entschädigung von Seereisenden, ein Schlüsselziel der Gemeinschaftspolitik im Bereich der Sicherheit im Seeverkehr.2. AUSSCHLIESSLICHE ZUSTÄNDIGKEIT DER GEMEINSCHAFTArtikel 10 und 11 des Athener Protokolls enthalten Bestimmungen zur gerichtlichen Zuständigkeit und zur Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen, die gemäß dem Protokoll ergangen sind. In diesen Angelegenheiten ist die Gemeinschaft durch die Verabschiedung der Verordnung 44/2001 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 22. Dezember 2000 [1] ausschließlich zuständig geworden. Die Verordnung ist für alle EU-Mitgliedstaaten bindend, ausgenommen Dänemark [2]. Artikel 10 und 11 des Athener Protokolls, die die Artikel 17 und 17a des Athener Übereinkommens ersetzen oder ändern, betreffen die Bestimmungen der Verordnung 44/2001. Somit können die Mitgliedstaaten außerhalb der Organe der Gemeinschaft keine Verpflichtungen bezüglich dieser Artikel gegenüber Drittländern eingehen.[1]  ABl. L 12 vom 16.1.2001, S. 1.[2]  Gemäß dem Protokoll über die Position Dänemarks im Anhang zum Vertrag über die Europäische Union und zum Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft hat sich Dänemark nicht an der Annahme der Verordnung 44/2001 des Rates beteiligt, diese Verordnung ist daher für Dänemark nicht bindend oder anwendbar. Das Übereinkommen von Brüssel über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen von 1968 bleibt in seiner geltenden Fassung für die Beziehungen zwischen Dänemark un den anderen EU-Mitgliedstaaten weiter in Kraft. Die konsolidierte Fassung dieses Übereinkommens siehe ABl. C 27 vom 26.1.1998, S. 1.Am 8. Oktober 2001 erteilte der Rat der Kommission das Mandat, bestimmte Teile des Athener Protokolls im Namen der Gemeinschaft auszuhandeln. Das Mandat orientierte sich besonders an der Notwendigkeit, der Gemeinschaft im neuen Protokoll die Möglichkeit zu geben, Vertragspartei zu werden. Zweitens drückte der Rat den Wunsch aus, einen vorgeschlagenen Absatz zu streichen, der eine Zuständigkeit der Gerichte des Staates vorsieht, in dem der Kläger seinen Sitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hat, sofern der Beklagte Dienste von oder nach diesem Staat erbringt und der Gerichtsbarkeit dieses Staates unterworfen ist (so genannte ,fünfte" Zuständigkeit), da dies als unvereinbar mit den Bestimmungen der Verordnung 44/2001 angesehen wurde. Drittens wurde der Kommission das Mandat erteilt auszuhandeln, dass die weitere Anwendbarkeit der Gemeinschafts vorschriften zur Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen zwischen EU-Mitgliedstaaten möglich sein sollte.Die Verhandlungen fanden in einer Reihe von Sitzungen des IMO-Rechtsausschusses und von der Kommission organisierten informelleren Informationstreffen sowie auf der Diplomatischen Konferenz selbst statt. Das endgültige Protokoll sieht in Artikel 19 die Möglichkeit vor, dass Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration Vertragspartei werden, was zum ersten Mal in einem IMO-Instrument der Fall ist. Außerdem enthält das Protokoll keine Klausel zur ,fünften" Zuständigkeit, ermöglicht den Parteien des Protokolls jedoch, untereinander andere Bestimmungen für die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen anzuwenden, sofern diese Bestimmungen zur Folge haben, dass Entscheidungen zumindest im gleichen Maße anerkannt und vollstreckt werden wie nach den Bestimmungen des Protokolls (Artikel 17 Absatz 3). Die Kommission hat die Verhandlungen, zu denen sie vom Rat ermächtigt wurde, somit erfolgreich abgeschlossen.Das Athener Protokoll regelt Angelegenheiten von entscheidender Bedeutung für die Gemeinschaft. Es handelt sich um ein ,gemischtes" Abkommen, dessen Bestandteile teilweise in die ausschließliche Zuständigkeit der Gemeinschaft und teilweise in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen. In solchen Fällen besteht eine gegenseitige Abhängigkeit des Abschlusses des Übereinkommens durch die Gemeinschaft und durch ihre Mitgliedstaaten. Insbesondere können die Mitgliedstaaten das Übereinkommen nicht abschließen, bevor die Gemeinschaft dies getan hat. Deshalb und angesichts der offensichtlichen Notwendigkeit, die Regelung eines ordnungsgemäßen Schutzes der Seereisenden nicht zu verzögern, wird ein frühzeitiger Abschluss des Protokolls durch die Gemeinschaft als höchste Priorität angesehen.3. HAFTUNG DER BEFÖRDERER VON SEEREISENDENDer angemessene Schutz der Seereisenden ist der Kommission ein wichtiges Anliegen. Zurzeit unterliegt die Haftung von Beförderern von Seereisenden keinen vollständig harmonisierten Vorschriften, weder auf weltweiter noch auf europäischer Ebene. Es gibt keine Gemeinschaftsvorschriften in diesem Bereich, sodass der Schutz der Seereisenden je nach Mitgliedstaat unterschiedlich gestaltet und davon abhängig ist, welche völkerrechtlichen Übereinkünfte und welche Änderungen dieser Übereinkünfte von dem Staat ratifiziert wurden, in dem über den Haftungsanspruch entschieden wird. Die Hoechstentschädigungen für Tod oder Körper verletzung eines Seereisenden schwanken daher stark zwischen EU-Mitgliedstaaten. Außerdem legt keines der anwendbaren Übereinkommen oder Protokolle dem Beförderer eine verschuldensunabhängige Haftung auf oder verpflichtet ihn, eine Versicherung für Ansprüche von Seereisenden abzuschließen.Daher hat die Kommission in ihrer Mitteilung über die Erhöhung der Sicherheit von Fahrgastschiffen in der Gemeinschaft (KOM(2002) 158 endg. vom 25.3.2002) ihre Auffassung zu den wesentlichen Elementen dargelegt, die Teil einer praktikablen Haftungsregelung für Seereisende sein sollten, und dabei ausgeführt, dass eine solche Regelung innerhalb der EU in naher Zukunft geschaffen werden muss. Diese Mitteilung fiel mit der auf internationaler Ebene erfolgenden Überarbeitung der internationalen Vorschriften für die Haftung bei der Beförderung von Seereisenden zusammen. In der Mitteilung wurde eine Reihe substanzieller Fragen aufgeführt (unter anderem zu Art und Ausmaß der Haftung der Beförderer und zu Mindestversicherungsanforderungen), die nach Auffassung der Kommission in der vorhergehenden Fassung des Athener Übereinkommens unzureichend geregelt waren.Vorzugsweise sollte die EU-Regelung im Kontext der internationalen Haftungsregelung erfolgen, sofern die neue internationale Regelung alle von der Kommission genannten Schlüsselanforderungen erfuellt oder zumindest die Anwendung dieser Anforderungen nicht verhindert. Das Protokoll von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See, das am 1. November 2002 angenommen wurde, erfuellt alle Anforderungen der Kommission.Es wird daher vorgeschlagen, dass die Gemeinschaft dem Athener Protokoll zu einem möglichst frühen Zeitpunkt als Vertragspartei beitritt und die Mitgliedstaaten dies bis Ende 2005 ebenfalls tun. Dies würde die Politik der Gemeinschaft für die Sicherheit der Fahrgäste im Seeverkehr wesentlich voranbringen.4. WEITERE SCHRITTEUm eine einheitliche und angemessene Haftungsregelung für Seereisende in der Gemeinschaft zu erreichen, muss der Abschluss des Athener Protokolls durch die Gemeinschaft in naher Zukunft durch eine Verordnung vervollständigt werden, die die Bestimmungen des Athener Protokolls in das Gemeinschaftsrecht übernimmt. Dies würde die Bestimmungen des Athener Protokolls im Rahmen des Gemeinschaftsrechts vollständig durchsetzbar machen und den Vorkehrungen im Luftfahrtbereich entsprechen, wo die Gemeinschaft durch die Verordnung 2027/97/EG über die Haftung von Luftfahrtunternehmen bei Unfällen bereits eine umfassende EU-weite Regelung für die Haftung von Luftfahrtunternehmen gegenüber Fluggästen geschaffen hat.Als zweiten Schritt wird die Kommission spätestens 2004 eine Verordnung vorschlagen, mit der die Bestimmungen des Athener Protokolls über die Haftung bei Tod und Körperverletzung von Seereisenden umgesetzt werden. Eine derartige Verordnung wird einen harmonisierten Ansatz und eine harmonisierte Durchsetzung der Haftungsvorschriften für Tod und Körperverletzung von Seereisenden in der Gemeinschaft gewährleisten.2003/0132 (AVC)Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES über den Abschluss durch die Europäische Gemeinschaft des Protokolls von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf SeeDER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere Artikel 65 in Verbindung mit Artikel 300 Absatz 2 erster Unterabsatz erster Satz und Artikel 300 Absatz 3 zweiter Unterabsatz,auf Vorschlag der Kommission [3],[3]  ABl. C [...] vom [...], S.nach Zustimmung des Europäischen Parlaments [4],[4]  ABl. C [...] vom [...], S.in Erwägung nachstehender Gründe:(1) Das Protokoll von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See (das ,Athener Protokoll") stellt eine wesentliche Verbesserung der Vorschriften über die Haftung von Beförderern und die Entschädigung von Seereisenden dar. Insbesondere schreibt es eine verschuldens unabhängige Haftung des Beförderers vor und umfasst eine Versicherungspflicht mit dem Recht, die Versicherer bis zu festgelegten Hoechstgrenzen unmittelbar in Anspruch zu nehmen. Das Protokoll steht daher mit dem Ziel der Gemeinschaft in Einklang, die Rechtsvorschriften für die Haftung von Beförderern zu verbessern.(2) Durch das Athener Protokoll wird das Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See geändert und in Artikel 15 festgelegt, dass die beiden Instrumente zwischen den Parteien des Athener Protokolls zusammen als ein einziges Instrument zu verstehen und auszulegen sind.(3) Die Artikel 10 und 11 des Protokolls regeln Angelegenheiten, die die Gemeinschafts vorschriften, wie sie in der Verordnung 44/2001 über die Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handels sachen [5] festgelegt sind, betreffen. Die Mitgliedstaaten sind daher daran gehindert, Verpflichtungen gegenüber Drittländern im Zusammenhang mit diesen Angelegenheiten außerhalb der Organe der Gemeinschaft einzugehen.[5]  ABl. L 12 vom 16.1.2001, S. 1. Die Verordnung ist für alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme Dänemarks bindend.(4) Dänemark wirkt gemäß den Artikeln 1 und 2 des dem Vertrag über die Europäische Union und dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft beigefügten Protokolls über die Position Dänemarks an der Annahme dieses Beschlusses nicht mit.(5) Das Protokoll liegt vom 1. Mai 2003 bis 30. April 2004 zur Unterzeichnung durch die Vertragsparteien auf.(6) Das Athener Protokoll steht Staaten sowie Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration, die von souveränen Staaten gegründet wurde, welche dieser Organisation die Zuständigkeit für bestimmte von dem Protokoll geregelte Angelegenheiten übertragen haben, zur Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme und Genehmigung oder zum Beitritt offen.(7) Gemäß Artikel 17 Absatz 2 Buchstabe a des Protokolls können Staaten ihre Zustimmung, durch das Protokoll gebunden zu sein, ausdrücken, indem sie es ohne Vorbehalte der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung unterzeichnen. Die Ratifikation, die Annahme, die Genehmigung oder der Beitritt erfolgt durch Hinterlegung einer entsprechenden Urkunde beim Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation.(8) Gemäß Artikel 19 des Athener Protokolls erklärt eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration in der Urkunde zur Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder zum Beitritt den Umfang ihrer Zuständigkeit bezüglich der von dem Protokoll geregelten Angelegenheiten.(9) Die Gemeinschaft kann daher das Athener Protokoll genehmigen -BESCHLIESST:Artikel 1Das Protokoll von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See (das ,Athener Protokoll") wird hiermit im Namen der Gemeinschaft genehmigt.Der Wortlaut des Protokolls ist in Anhang 1 dieses Beschlusses wiedergegeben.Artikel 2Der Vorsitzende des Rates wird hiermit ermächtigt, die Person oder Personen zu benennen, die befugt sind, das Protokoll ohne Vorbehalte der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung gemäß Artikel 17 Absatz 2 Buchstabe a und Artikel 19 des Protokolls zu unterzeichnen.Bei Unterzeichnung gibt die Gemeinschaft die in Anhang 2 dieses Beschlusses enthaltene Erklärung ihrer Zuständigkeit gemäß Artikel 19 des Protokolls ab.Artikel 3Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen, um so bald wie möglich Vertragsparteien des Athener Protokolls zu werden, und schließen dieses Verfahren in jedem Fall bis zum 31. Dezember 2005 ab.Geschehen zu ... am ...Im Namen des RatesDer PräsidentANHANG 1 PROTOKOLL VON 2002 ZUM ATHENER ÜBEREINKOMMEN VON 1974 ÜBER DIE BEFÖRDERUNG VON REISENDEN UND IHREM GEPÄCK AUF SEEDie Vertragsparteien dieses Protokolls,in der ERWAEGUNG der Zweckmäßigkeit einer Überarbeitung des Athener Übereinkommens vom 13. Dezember 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See zur Erhöhung der Entschädigungssummen, zur Einführung einer Gefährdungshaftung, zur Festlegung eines vereinfachten Verfahrens zur Aktualisierung der Begrenzungsbeträge und zur Gewährleistung einer Pflichtversicherung zugunsten der Reisenden,unter HINWEIS darauf, dass das Protokoll von 1976 zum Übereinkommen den Goldfranken als Rechnungseinheit durch Sonderziehungsrechte abgelöst hat,unter HINWEIS darauf, dass das Protokoll von 1990 zum Übereinkommen, das eine Erhöhung der Entschädigungssummen und ein vereinfachtes Verfahren zur Aktualisierung der Begrenzungsbeträge vorsieht, nicht in Kraft getreten ist,HABEN Folgendes VEREINBART:ARTIKEL 1Im Sinne dieses Protokolls haben die nachstehenden Ausdrücke folgende Bedeutung:1 ,Übereinkommen" bedeutet das Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See.2 ,Organisation" bedeutet die Internationale Seeschifffahrtsorganisation.3 ,Generalsekretär" bedeutet den Generalsekretär der Organisation.ARTIKEL 2Artikel 1 Absatz 1 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:1(a) ,Beförderer" bedeutet eine Person, durch oder für die ein Beförderungsvertrag geschlossen wurde, unabhängig davor, ob die Beförderung tatsächlich von dieser Person oder von einem ausführenden Beförderer durchgeführt wird;(b) ,ausführender Beförderer" bedeutet eine andere Person als den Beförderer, unabhängig davon, ob es sich um den Schiffseigentümer, den Charterer oder den Reeder oder Ausrüster eines Schiffs handelt, welche die Beförderung ganz oder teilweise durchführt, und(c) ,Beförderer, der die Beförderung ganz oder teilweise durchführt" bedeutet den ausführenden Beförderer oder insoweit der Beförderer die Beförderung tatsächlich durchführt, den Beförderer.ARTIKEL 31 Artikel 1 Absatz 10 des Übereinkommens wird wie folgt ersetzt:10 ,Organisation" bedeutet die Internationale Seeschifffahrtsorganisation.2 Folgender Wortlaut wird als Artikel 1 Absatz 11 des Übereinkommens eingefügt:11 ,Generalsekretär" bedeutet den Generalsekretär der Organisation.ARTIKEL 4Artikel 3 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 3  Haftung des Beförderers1 Der Beförderer haftet für den Schaden, der durch den Tod oder die Körperverletzung eines Reisenden infolge eines Schifffahrtsereignisses entsteht, insoweit der Schaden, der dem betreffenden Reisenden je Vorfall entsteht, 250 000 Rechnungseinheiten nicht überschreitet, sofern der Beförderer nicht nachweist, dass das Ereignis:(a) durch Kriegshandlung, Feindseligkeiten, Bürgerkrieg, Aufstand oder ein außergewöhnliches, unvermeidliches und unabwendbares Naturereignis verursacht wurde, oder(b) ausschließlich durch eine Handlung oder Unterlassung verursacht wurde, die von einem Dritten in Schädigungsabsicht begangen wurde.Wenn und insoweit der Schaden die oben genannte Grenze überschreitet, haftet der Beförderer darüber hinaus, sofern er nicht nachweist, dass das den Schaden verursachende Ereignis ohne ein Verschulden des Beförderers eingetreten ist.2 Für nicht durch ein Schifffahrtsereignis verursachte Schäden im Zusammenhang mit dem Tod oder der Körperverletzung von Reisenden haftet der Beförderer, wenn das den Schaden verursachende Ereignis auf ein Verschulden des Beförderers zurückzuführen ist. Der Beweis, dass ein Verschulden vorliegt, obliegt dem Kläger.3 Für Schäden im Zusammenhang mit dem Verlust oder der Beschädigung des Kabinengepäcks haftet der Beförderer, wenn das den Schaden verursachende Ereignis auf ein Verschulden des Beförderers zurückzuführen ist. Bei Schäden, die durch ein Schifffahrtsereignis verursacht wurden, wird ein Verschulden des Beförderers vermutet.4 Für Schäden im Zusammenhang mit dem Verlust oder der Beschädigung von anderem als dem Kabinengepäck haftet der Beförderer, sofern er nicht nachweist, dass das den Schaden verursachende Ereignis nicht auf ein Verschulden des Beförderers zurückzuführen ist.5 Im Sinne dieses Artikels haben die nachstehenden Ausdrücke folgende Bedeutung:(a) ,Schifffahrtsereignis" bedeutet Schiffbruch, Kentern, Zusammenstoß, Strandung des Schiffs, Explosion oder Feuer auf dem Schiff oder einen Mangel des Schiffs.(b) ,Verschulden des Beförderers" schließt ein Verschulden der Bediensteten des Beförderers in Ausübung ihrer Tätigkeit ein.(c) ,Mangel des Schiffes" bedeutet jede Störung, jeden Fehler bzw. jegliche Nichteinhaltung der geltenden Sicherheitsbestimmungen in Bezug auf sämtliche Teile des Schiffes oder seiner Ausrüstung, die zur Rettung, Evakuierung, Ein- und Ausschiffung der Reisenden bzw. für den Antrieb, die Steuerung, das sichere Navigieren, das Anlegen, das Ankern, das Ankommen am Liege- bzw. Ankerplatz bzw. das Verlassen desselben oder für die Schadenskontrolle nach dem Fluten bzw. für das Zuwasserbringen von Lebensrettungsgeräten verwendet wird.(d) ,Schaden" schließt keinen Schadenersatz mit Strafwirkung bzw. verschärften Schadenersatz ein.6 Die Haftung des Beförderers gemäß diesem Artikel betrifft ausschließlich Schäden im Zusammenhang mit Ereignissen, die während der Beförderung eingetreten sind. Die Beweislast dafür, dass das den Schaden verursachende Ereignis während der Beförderung eingetreten ist, und für das Ausmaß des Schadens liegt beim Kläger.7 Dieses Übereinkommen berührt nicht das Rückgriffsrecht des Beförderers gegen Dritte oder die Einrede des mitwirkenden Verschuldens gemäß Artikel 6 dieses Übereinkommens. Dieser Artikel berührt nicht das Recht auf Beschränkung der Haftung gemäß Artikel 7 bzw. Artikel 8 dieses Übereinkommens.8 Die Vermutung, dass ein Verschulden einer Partei vorliegt und die Tatsache, dass einer Partei die Beweislast auferlegt wird, schließt die Berücksichtigung entlastenden Beweismaterials zugunsten der betreffenden Partei nicht aus.ARTIKEL 5Folgender Wortlaut wird als Artikel 4a des Übereinkommens eingefügt:Artikel 4a Pflichtversicherung1 Werden Reisende an Bord eines in das Schiffsregister eines Vertragsstaats eingetragenen Schiffes befördert, das für die Beförderung von mehr als zwölf Reisenden zugelassen ist und unter dieses Übereinkommen fällt, so hat jeder Beförderer, der die Beförderung ganz oder teilweise ausführt, eine Versicherung oder sonstige finanzielle Sicherheit, z. B. die Bürgschaft einer Bank oder eines ähnlichen Finanzinstituts aufrechtzuerhalten, um seine Haftung für den Tod oder die Körperverletzung von Reisenden aufgrund dieses Übereinkommens abzudecken. Der Hoechstbetrag der Pflichtversicherung oder sonstiger finanzieller Sicherheiten darf 250 000 Rechnungseinheiten je Reisenden und je Vorfall nicht unterschreiten.2 Nachdem die zuständige Behörde eines Vertragsstaats sich vergewissert hat, dass die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfuellt sind, wird für jedes Schiff eine Bescheinigung darüber ausgestellt, dass eine Versicherung oder sonstige finanzielle Sicherheit nach diesem Übereinkommen in Kraft ist. Für ein in das Schiffsregister eines Vertragsstaats eingetragenes Schiff wird diese Bescheinigung von der zuständigen Behörde des Staates des Schiffsregisters ausgestellt und bestätigt; für ein nicht in das Schiffsregister eines Vertragsstaats eingetragenes Schiff kann sie von der zuständigen Behörde jedes Vertragsstaats ausgestellt oder bestätigt werden. Die Form dieser Bescheinigung hat dem diesem Übereinkommen als Anlage beigefügten Muster zu entsprechen und folgende Angaben zu enthalten:(a) Name des Schiffes, Unterscheidungssignal und Heimathafen;(b) Name und Hauptgeschäftssitz des Beförderers, der die Beförderung ganz oder teilweise ausführt;(c) IMO-Schiffsidentifizierungsnummer;(d) Art und Laufzeit der Sicherheit;(e) Name und Hauptgeschäftssitz des Versicherers oder sonstigen Sicherheitsgebers und gegebenenfalls Geschäftssitz, an dem die Versicherung oder Sicherheit gewährt wird, und(f) Geltungsdauer der Bescheinigung, die nicht länger sein darf als die Geltungsdauer der Versicherung oder sonstigen finanziellen Sicherheit.3 (a) Ein Vertragsstaat kann eine von ihm anerkannte Institution oder Organisation zur Ausstellung der Bescheinigung ermächtigen. Die betreffende Institution oder Organisation setzt den betreffenden Staat von der Ausstellung jeder Bescheinigung in Kenntnis. Der Vertragsstaat bürgt in jedem Fall uneingeschränkt für die Vollständigkeit und Richtigkeit der so ausgestellten Bescheinigung und trifft alle erforderlichen Maßnahmen, um dieser Verpflichtung nachzukommen.(b) Ein Vertragsstaat notifiziert dem Generalsekretär(i) die spezifischen Zuständigkeiten und Bedingungen der Befugnis, die einer von ihm anerkannten Institution oder Organisation übertragen wurde;(ii) den Widerruf einer solchen Befugnis und(iii) den Zeitpunkt, von dem an die Befugnis oder der Widerruf der Befugnis in Kraft tritt.Eine übertragene Befugnis tritt frühestens drei Monate nach dem Zeitpunkt in Kraft, zu dem sie dem Generalsekretär notifiziert wurde.(c) Die Institution oder Organisation, der gemäß diesem Absatz die Befugnis zur Ausstellung von Bescheinigungen erteilt wurde, ist mindestens ermächtigt, die betreffenden Bescheinigungen zurückzunehmen, wenn die Bedingungen, unter denen die Ausstellung erfolgte, nicht erfuellt werden. Die Institution oder Organisation setzt in jedem Fall den Staat, in dessen Namen die Bescheinigung ausgestellt wurde, von der Rücknahme in Kenntnis.4 Die Bescheinigung wird in der oder den Amtssprachen des ausstellenden Staates abgefasst. Ist die verwendete Sprache weder Englisch noch Französisch noch Spanisch, so ist eine Übersetzung in eine dieser Sprachen beizufügen und die Fassung in der betreffenden Amtssprache kann nach dem Ermessen des ausstellenden Staates weggelassen werden.5 Die Bescheinigung wird an Bord des Schiffes mitgeführt; eine Durchschrift wird bei der Behörde hinterlegt, die das betreffende Schiffsregister führt, oder, wenn das Schiff nicht in das Schiffsregister des Vertragsstaats eingetragen ist, bei der Behörde des Staates, der die Bescheinigung ausstellt oder bestätigt.6 Eine Versicherung oder sonstige finanzielle Sicherheit genügt nicht den Erfordernissen dieses Artikels, wenn sie aus anderen Gründen als dem Ende der in der Bescheinigung bezeichneten Geltungsdauer vor Ablauf von drei Monaten nach dem Tag, an dem ihre Beendigung der in Absatz 5 bezeichneten Behörde angezeigt wird, außer Kraft treten kann, sofern nicht die Bescheinigung der betreffenden Behörde zurückgegeben oder innerhalb der genannten Frist eine neue Bescheinigung ausgestellt wurde. Diese Bestimmungen gelten auch für Änderungen, die dazu führen, dass die Versicherung oder die finanzielle Sicherheit den Erfordernissen dieses Artikels nicht mehr genügt.7 Der Staat des Schiffsregisters bestimmt vorbehaltlich dieses Artikels die Ausstellungs- und Geltungsbedingungen für die Bescheinigung.8 Dieses Übereinkommen ist nicht so auszulegen, dass es einen Vertragsstaat daran hindert, sich auf Informationen von anderen Staaten oder der Organisation oder anderen internationalen Organisationen betreffend die Finanzlage von Versicherern oder sonstigen Sicherheitsgebern im Sinne dieses Übereinkommens zu berufen. In diesem Fall ist der Vertragsstaat, der sich auf entsprechende Informationen beruft, nicht von seiner Haftung als Staat, der die Bescheinigung ausstellt, befreit.9 Die im Namen eines Vertragsstaats ausgestellten oder bestätigten Bescheinigungen werden von anderen Vertragsstaaten für die Zwecke dieses Übereinkommens anerkannt; sie messen ihnen die gleiche Wirkung bei wie den von ihnen selbst ausgestellten oder bestätigten Bescheinigungen, und zwar auch dann, wenn sie für ein Schiff ausgestellt oder bestätigt worden sind, das nicht in das Schiffsregister eines Vertragsstaats eingetragen ist. Ein Vertragsstaat kann jederzeit den ausstellenden oder bestätigenden Staat um eine Konsultation ersuchen, wenn er glaubt, dass der in der Bescheinigung genannte Versicherer oder Sicherheitsgeber finanziell nicht in der Lage ist, die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen zu erfuellen.10 Ein Schadenersatzanspruch, der gemäß diesem Artikel durch eine Versicherung oder eine sonstige finanzielle Sicherheit abgedeckt ist, kann unmittelbar gegen den Versicherer oder eine andere Person, die finanzielle Sicherheit leistet, geltend gemacht werden. Hierbei gilt der in Absatz 1 genannte Betrag als Haftungshöchstbetrag des Versicherers oder der anderen Person, die finanzielle Sicherheit leistet, auch wenn der Beförderer oder der ausführende Beförderer nicht berechtigt ist, seine Haftung zu beschränken. Der Beklagte kann ferner dieselben Einreden (mit Ausnahme des Konkurses oder der Liquidation) geltend machen, die der in Absatz 1 genannte Beförderer gemäß diesem Übereinkommen selbst hätte erheben können. Außerdem kann der Beklagte die Einrede geltend machen, dass sich die Schäden aus einem vorsätzlichen Verschulden des Versicherungsnehmers selbst ergaben, jedoch kann der Beklagte keine anderen Einreden geltend machen, die er in einem vom Versicherungsnehmer gegen ihn eingeleiteten Verfahren hätte erheben können. Der Beklagte hat in jedem Fall das Recht, zu verlangen, dass dem Beförderer und dem ausführenden Beförderer der Streit verkündet wird.11 Die aus einer Versicherung oder sonstigen finanziellen Sicherheit nach Absatz 1 verfügbaren Beträge sind ausschließlich zur Befriedigung von Ansprüchen aufgrund dieses Übereinkommens zu verwenden, und mit der Zahlung dieser Beträge werden die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen bis zur Höhe der gezahlten Beträge erfuellt.12 Ein Vertragsstaat wird einem seine Flagge führenden Schiff, auf das dieser Artikel Anwendung findet, nur gestatten zu fahren, wenn eine Bescheinigung nach Absatz 2 oder 15 ausgestellt worden ist.13 Vorbehaltlich dieses Artikels stellt jeder Vertragsstaat durch sein innerstaatliches Recht sicher, dass für jedes für die Beförderung von mehr als zwölf Reisenden zugelassene Schiff, das einen Hafen in seinem Hoheitsgebiet anläuft oder verlässt, insofern dieses Übereinkommen Anwendung findet, ungeachtet des Ortes, an dem das Schiff in das Schiffsregister eingetragen ist, eine Versicherung oder sonstige finanzielle Sicherheit in der in Absatz 1 festgelegten Höhe besteht.14 Unbeschadet der Bestimmungen von Absatz 5 kann ein Vertragsstaat den Generalsekretär davon in Kenntnis setzen, dass es nicht erforderlich ist, die gemäß Absatz 2 vorgeschriebene Bescheinigung für die Zwecke von Absatz 13 an Bord mitzuführen oder vorzulegen, wenn ein Schiff einen Hafen in seinem Hoheitsgebiet anläuft oder verlässt, sofern der Vertragsstaat, der die Bescheinigung ausgestellt hat, dem Generalsekretär mitgeteilt hat, dass er die Unterlagen über das Vorliegen einer Bescheinigung allen Vertragsstaaten in elektronischer Form zugänglich macht und diese somit in die Lage versetzt, ihren Verpflichtungen gemäß Absatz 13 nachzukommen.15 Besteht für ein einem Vertragsstaat gehörendes Schiff keine Versicherung oder sonstige finanzielle Sicherheit, so finden die darauf bezüglichen Bestimmungen dieses Artikels auf dieses Schiff keine Anwendung, es hat jedoch eine von den zuständigen Behörden des Staates des Schiffsregisters ausgestellte Bescheinigung mitzuführen, aus der hervorgeht, dass das Schiff dem betreffenden Staat gehört und dass seine Haftung innerhalb der nach Absatz 1 vorgeschriebenen Grenzen gedeckt ist. Diese Bescheinigung hat soweit wie möglich dem in Absatz 2 vorgeschriebenen Muster zu entsprechen.ARTIKEL 6Artikel 7 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 7 Haftungsbeschränkung bei Tod oder Körperverletzung1 Die Haftung des Beförderers bei Tod oder Körperverletzung eines Reisenden gemäß Artikel 3 ist in jedem Fall auf 400 000 Rechnungseinheiten je Reisenden und je Vorfall beschränkt. Wird nach dem Recht des angerufenen Gerichts die Entschädigung in Form einer Rente festgesetzt, so darf der Kapitalwert der Rente den genannten Hoechstbetrag nicht übersteigen.2 Ein Vertragsstaat kann die in Absatz 1 festgelegte Haftungsbeschränkung durch entsprechende innerstaatliche Rechtsvorschriften regeln, wobei jedoch die Haftungsbeschränkung den in Absatz 1 vorgeschriebenen Betrag nicht unterschreiten darf. Wenn ein Vertragsstaat von der in diesem Absatz vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch macht, so muss er den Generalsekretär von der angenommenen Haftungsbeschränkung bzw. davon in Kenntnis setzen, dass es keine Haftungsbeschränkung gibt.ARTIKEL 7Artikel 8 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 8 Haftungsbeschränkung für Verlust oder Beschädigung von Gepäck und Fahrzeugen1 Die Haftung des Beförderers für Verlust oder Beschädigung von Kabinengepäck ist in jedem Fall auf einen Betrag von 2 250 Rechnungseinheiten je Reisenden und je Beförderung beschränkt.2 Die Haftung des Beförderers für Verlust oder Beschädigung von Fahrzeugen, einschließlich des in oder auf dem Fahrzeug beförderten Gepäcks, ist in jedem Fall auf 12 700 Rechnungseinheiten je Fahrzeug und je Beförderung beschränkt.3 Die Haftung des Beförderers für Verlust oder Beschädigung allen anderen als des in den Absätzen 1 und 2 genannten Gepäcks ist in jedem Fall auf 3 375 Rechnungseinheiten je Reisenden und je Beförderung beschränkt.4 Der Beförderer und der Reisende können vereinbaren, dass der Beförderer nur unter Abzug eines Betrags haftet, der bei Beschädigung eines Fahrzeugs 330 Rechnungseinheiten und bei Verlust oder Beschädigung anderen Gepäcks 149 Rechnungseinheiten je Reisenden nicht übersteigen darf. Dieser Betrag wird von der Schadenssumme abgezogen.ARTIKEL 8Artikel 9 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 9 Rechnungseinheit und Umrechnung1 Die in diesem Übereinkommen genannte Rechnungseinheit ist das Sonderziehungsrecht des Internationalen Währungsfonds. Die in Artikel 3 Absatz 1, Artikel 4a Absatz 1, Artikel 7 Absatz l und Artikel 8 genannten Beträge werden in die Landeswährung des Staates des angerufenen Gerichts umgerechnet; die Umrechnung erfolgt entsprechend dem Wert der betreffenden Währung gegenüber dem Sonderziehungsrecht am Tag des Urteils oder an dem von den Parteien vereinbarten Tag. Der in Sonderziehungsrechten ausgedrückte Wert der Landeswährung eines Vertragsstaates, der Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist, wird nach der vom Internationalen Währungsfonds angewendeten Bewertungsmethode errechnet, die an dem betreffenden Tag für seine Operationen und Transaktionen gilt. Der in Sonderziehungsrechten ausgedrückte Wert der Landeswährung eines Vertragsstaats, der nicht Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist, wird auf eine von diesem Staat bestimmte Weise errechnet.2 Dessen ungeachtet kann ein Staat, der nicht Mitglied des Internationalen Währungsfonds ist und dessen Recht die Anwendung von Absatz 1 nicht zulässt, bei der Ratifikation, der Annahme oder der Genehmigung dieses Übereinkommens oder dem Beitritt zu dem Übereinkommen oder jederzeit danach erklären, dass die in Absatz 1 genannte Rechnungseinheit 15 Goldfranken entspricht. Der in diesem Absatz genannte Goldfranken entspricht 65,5 Milligramm Gold von 900/1000 Feingehalt. Die Umrechnung des Goldfranken in die Landeswährung erfolgt nach dem Recht des betreffenden Staates.3 Die in Absatz 1 letzter Satz genannte Berechnung und die in Absatz 2 genannte Umrechnung erfolgt in einer Weise, dass die Beträge nach Artikel 3 Absatz 1, Artikel 4a Absatz 1, Artikel 7 Absatz 1 und Artikel 8, in der Landeswährung des Vertragsstaats ausgedrückt, so weit wie möglich dem tatsächlichen Wert entsprechen, der sich aus der Anwendung von Absatz 1 Sätze 1 bis 3 ergeben würde. Die Vertragsstaaten teilen dem Generalsekretär die Art der Berechnung nach Absatz 1 oder das Ergebnis der Umrechnung nach Absatz 2 bei der Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde zu diesem Übereinkommen sowie immer dann mit, wenn sich die Berechnungsart oder das Umrechnungsergebnis ändert.ARTIKEL 9Artikel 16 Absatz 3 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:3 Die Gründe für eine Hemmung und Unterbrechung der Verjährungsfristen bestimmen sich nach dem Recht des angerufenen Gerichts; eine Klage nach diesem Übereinkommen kann jedoch in keinem Fall nach Ablauf einer der nachstehend genannten Zeiträume erhoben werden:(a) dem Zeitraum von fünf Jahren, gerechnet vom Tag der Ausschiffung des Reisenden oder von dem Tag, an dem die Ausschiffung hätte erfolgen sollen, je nachdem, welches der spätere Zeitpunkt ist; oder, wenn dies früher ist,(b) dem Zeitraum von drei Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem der Kläger von der Verletzung, dem Verlust oder Schaden wusste oder angemessener Weise hätte wissen müssen, die bzw. der von dem Ereignis verursacht wurde.ARTIKEL 10Artikel 17 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 17 Zuständiges Gericht1 Eine Klage nach Artikel 3 und 4 dieses Übereinkommens ist nach Wahl des Klägers von einem der nachstehend angeführten Gerichte zu erheben, vorausgesetzt, dass das Gericht seinen Sitz in einem Vertragsstaat hat, und gemäß dem innerstaatlichen Recht eines jeden Vertragsstaats betreffend die örtliche Zuständigkeit in Staaten, in denen mehrere Gerichtsstände möglich sind:(a) dem Gericht des Staates, in dem der Beklagte seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder seine Hauptniederlassung hat,(b) dem Gericht des Staates des in dem Beförderungsvertrag bestimmten Abgangs- oder Bestimmungsortes,(c) dem Gericht des Staates, in dem sich der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt des Klägers befindet, sofern der Beklagte eine Niederlassung in diesem Staat hat und der Gerichtsbarkeit dieses Staates unterworfen ist,(d) dem Gericht des Staates, in dem ein Beförderungsvertrag geschlossen wurde, sofern der Beklagte eine Niederlassung in diesem Staat hat und der Gerichtsbarkeit dieses Staates unterworfen ist.2 Klagen nach Artikel 4a dieses Übereinkommens werden nach Wahl des Klägers vor einem der Gerichte erhoben, die nach Absatz 1 für Klagen gegen den Beförderer oder den ausführenden Beförderer zuständig sind.3 Nach Eintritt des Ereignisses, das den Schaden verursacht hat, können die Parteien die Zuständigkeit des Gerichts oder eines Schiedsgerichts vereinbaren, dem der Rechtsstreit vorgelegt werden soll.ARTIKEL 11Der nachfolgende Wortlaut wird als Artikel 17a des Übereinkommens eingefügt:Artikel 17a Anerkennung und Vollstreckung von Urteilen1 Ein von einem nach Artikel 17 zuständigen Gericht erlassenes Urteil, das in dem Ursprungsstaat, in dem es nicht mehr mit ordentlichen Rechtsmitteln angefochten werden kann, vollstreckbar ist, wird in jedem Vertragsstaat anerkannt, es sei denn,(a) das Urteil wurde durch betrügerische Machenschaften erwirkt, oder(b) der Beklagte wurde nicht innerhalb einer angemessenen Frist unterrichtet und erhielt keine angemessene Gelegenheit, seine Sache vor Gericht zu vertreten.2 Ein nach Absatz 1 anerkanntes Urteil ist in jedem Vertragsstaat vollstreckbar, sobald die in dem betreffenden Staat vorgeschriebenen Förmlichkeiten erfuellt sind. Die Förmlichkeiten dürfen eine erneute Entscheidung in der Sache selbst nicht zulassen.3 Ein Vertragsstaat dieses Protokolls kann andere Vorschriften für die Anerkennung und Vollstreckung von Urteilen anwenden, sofern diese gewährleisten, dass Urteile zumindest im gleichen Maße anerkannt und vollstreckt werden wie in Absatz 1 und 2 festgelegt.ARTIKEL 12Artikel 18 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 18 Nichtige VereinbarungenJede vor Eintritt des Ereignisses, das den Tod oder die Körperverletzung eines Reisenden oder den Verlust oder die Beschädigung seines Gepäcks verursacht hat, getroffene Vereinbarung, die bezweckt, eine gemäß diesem Übereinkommen haftbare Person von ihrer Haftung gegenüber dem Reisenden zu befreien oder einen niedrigeren Haftungshöchstbetrag als den in diesem Übereinkommen festgelegten zu bestimmen, mit Ausnahme der in Artikel 8 Absatz 4 vorgesehenen Vereinbarung, sowie jede solche Vereinbarung, die bezweckt, die beim Beförderer oder beim ausführenden Beförderer liegende Beweislast umzukehren, oder die bewirkt, dass die Wahlmöglichkeit des Artikels 17 Absatz 1 oder 2 eingeschränkt wird, ist nichtig; die Nichtigkeit dieser Vereinbarung hat jedoch nicht die Nichtigkeit des Beförderungsvertrags zur Folge; dieser bleibt den Bestimmungen dieses Übereinkommens unterworfen.ARTIKEL 13Artikel 20 des Übereinkommens wird durch folgenden Wortlaut ersetzt:Artikel 20 Nukleare SchädenEine Haftung nach diesem Übereinkommen besteht nicht für einen Schaden, der durch ein nukleares Ereignis verursacht wurde,(a) wenn der Inhaber einer Kernanlage für einen solchen Schaden entweder nach dem Pariser Übereinkommen vom 29. Juli 1960 über die Haftung gegenüber Dritten auf dem Gebiet der Kernenergie in der Fassung des Zusatzprotokolls vom 28. Januar 1964 oder nach dem Wiener Übereinkommen vom 21. Mai 1963 über die zivilrechtliche Haftung für nukleare Schäden oder einer diesbezüglichen rechtskräftigen Änderung bzw. einem rechtskräftigen Protokoll haftet oder(b) wenn der Inhaber einer Kernanlage für einen solchen Schaden auf Grund innerstaatlicher Rechtsvorschriften über die Haftung für solche Schäden haftet, vorausgesetzt, dass diese Rechtsvorschriften für die Geschädigten in jeder Hinsicht ebenso günstig sind wie das Pariser oder das Wiener Übereinkommen oder eine diesbezügliche rechtskräftige Änderung bzw. ein rechtskräftiges Protokoll.ARTIKEL 14 Musterbescheinigung1 Die als Anlage zu diesem Protokoll beigefügte Musterbescheinigung wird als Anlage in das Übereinkommen aufgenommen.2 Der nachstehende Wortlaut wird als Artikel 1a des Übereinkommens eingefügt:Artikel 1a AnlageDie Anlage zu diesem Übereinkommen ist Bestandteil des Übereinkommens.ARTIKEL 15 Auslegung und Anwendung1 Das Übereinkommen und dieses Protokoll sind von den Vertragsparteien dieses Protokolls zusammenhängend als ein Dokument zu lesen und auszulegen.2 Das Übereinkommen in der durch dieses Protokoll geänderten Fassung gilt nur für Ansprüche aufgrund von Ereignissen, die nach dem Inkrafttreten dieses Protokolls für jeden einzelnen Vertragsstaat dieses Protokolls eingetreten sind.3 Die Artikel 1 bis 22 des Übereinkommens in der durch dieses Protokoll geänderten Fassung stellen zusammen mit den Artikeln 17 bis 25 dieses Protokolls und der dazugehörigen Anlage das Athener Übereinkommen von 2002 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See dar und werden als solches bezeichnet.ARTIKEL 16Der nachfolgende Wortlaut wird als Artikel 22a des Übereinkommens eingefügt.Artikel 22a Schlussbestimmungen des ÜbereinkommensDie Schlussbestimmungen dieses Übereinkommens sind die Artikel 17 bis 25 des Protokolls von 2002 zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See. Unter der in diesem Übereinkommen verwendeten Bezeichnung Vertragsstaaten sind die Vertragsstaaten dieses Protokolls zu verstehen.SCHLUSSBESTIMMUNGENARTIKEL 17Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme, Genehmigung und Beitritt1 Dieses Protokoll liegt vom 1. Mai 2003 bis zum 30. April 2004 am Sitz der Organisation zur Unterzeichnung und danach zum Beitritt auf.2 Die Staaten können ihre Zustimmung, durch dieses Protokoll gebunden zu sein, ausdrücken,(a) indem sie es ohne Vorbehalt der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung unterzeichnen,(b) indem sie es vorbehaltlich der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung unterzeichnen und später ratifizieren, annehmen oder genehmigen, oder(c) indem sie ihm beitreten.3 Die Ratifikation, die Annahme, die Genehmigung oder der Beitritt erfolgt durch Hinterlegung einer entsprechenden Urkunde beim Generalsekretär.4 Eine Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde, die nach dem Inkrafttreten einer Änderung dieses Protokolls für alle bestehenden Vertragsstaaten oder nach Abschluss aller Maßnahmen, die erforderlich sind, damit die Änderung für diese Vertragsstaaten in Kraft tritt, hinterlegt wird, gilt als auf das Protokoll in seiner geänderten Fassung anwendbar.5 Die Staaten können ihre Zustimmung, durch dieses Protokoll gebunden zu sein, nur dann ausdrücken, wenn sie, nachdem sie Vertragsparteien des Protokolls sind, folgende Übereinkommen bzw. Protokolle kündigen:(a) das Athener Übereinkommen vom 13. Dezember 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See;(b) das Protokoll zum Athener Übereinkommen von 1974 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See, abgeschlossen in London am 19. November 1976 und(c) das Protokoll von 1990 zur Änderung des Athener Übereinkommens über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See, abgeschlossen in London am 29. März 1990, und zwar mit Wirkung von dem Tag, an dem dieses Protokoll gemäß Artikel 20 für den betreffenden Staat in Kraft tritt.ARTIKEL 18 Staaten mit mehreren Rechtssystemen1 Hat ein Staat zwei oder mehr Gebietseinheiten, in denen in Bezug auf die in diesem Protokoll behandelten Angelegenheiten unterschiedliche Rechtssysteme gelten, so kann er bei der Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder beim Beitritt erklären, dass sich der Geltungsbereich des Protokolls auf all seine Gebietseinheiten bzw. nur auf eine oder mehrere seiner Gebietseinheiten erstrecken soll, und er kann diese Erklärung jederzeit durch Hinterlegung einer anderen Erklärung ändern.2 Eine solche Erklärung, in der ausdrücklich die Gebietseinheiten zu benennen sind, für die dieses Protokoll gilt, ist in jedem Fall dem Generalsekretär mitzuteilen.3 In Bezug auf einen Vertragsstaat, der eine solche Erklärung abgegeben hat,(a) sind Verweise auf den Staat des Schiffsregisters sowie - im Zusammenhang mit der Pflichtversicherungsbescheinigung - auf den ausstellenden oder bestätigenden Staat als auf die betreffenden Gebietseinheit bezogen auszulegen, in deren Schiffsregister das Schiff eingetragen ist und die die Bescheinigung ausstellt oder bestätigt;(b) sind Verweise auf die Anforderungen des innerstaatlichen Rechts, die innerstaatliche Haftungsbeschränkung und die Landeswährung als auf die Anforderungen des Rechts, die Haftungsbeschränkung und die Währung der betreffenden Gebietseinheit bezogen auszulegen und(c) sind Verweise auf Gerichte und Urteile, die in den Vertragsstaaten anerkannt werden müssen, als auf Gerichte und Urteile bezogen auszulegen, die in der betreffenden Gebietseinheit anerkannt werden müssen.ARTIKEL 19 Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegration1 Eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration, die von souveränen Staaten gegründet wurde, welche dieser Organisation die Zuständigkeit für einige von diesem Protokoll geregelte Angelegenheiten übertragen haben, kann dieses Protokoll unterzeichnen, ratifizieren, annehmen, genehmigen oder ihm beitreten. Eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration, die Vertragspartei dieses Protokolls ist, hat die Rechte und Pflichten eines Vertragsstaats, insoweit die Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration für in diesem Protokoll geregelte Angelegenheiten zuständig ist.2 Bei der Ausübung ihres Stimmrechts in Angelegenheiten, für die sie zuständig ist, entspricht die Zahl der Stimmen, über die eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration verfügt, der Zahl ihrer Mitgliedstaaten, die Vertragsparteien dieses Protokolls sind und ihr in der betreffenden Angelegenheit die Zuständigkeit übertragen haben. Eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration kann nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen, wenn ihre Mitgliedstaaten das Stimmrecht ausüben; dasselbe gilt umgekehrt.3 Ist die Anzahl der Vertragsstaaten in diesem Protokoll von rechtserheblicher Bedeutung, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, im Hinblick auf die Artikel 20 und 23 dieses Protokolls, so zählt eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration nicht zusätzlich zu ihren Mitgliedstaaten, die Vertragsstaaten sind, als Vertragsstaat.4 Eine Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration gibt bei der Unterzeichnung, der Ratifikation, der Annahme, der Genehmigung dieses Protokolls oder beim Beitritt dazu gegenüber dem Generalsekretär eine Erklärung ab, in der die von diesem Protokoll geregelten Angelegenheiten benannt sind, für die der Organisation durch ihre Mitgliedstaaten, die Unterzeichner oder Vertragsparteien dieses Protokolls sind, die Zuständigkeit übertragen wurde, und die Angaben zu allen rechtserheblichen Beschränkungen des Geltungsbereichs dieser Zuständigkeit enthält. Die Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration setzt den Generalsekretär unverzüglich von allen Änderungen bei der Verteilung der Zuständigkeiten, einschließlich neu übertragener Zuständigkeiten in Kenntnis, die in der Erklärung gemäß diesem Absatz angegeben sind. Diese Erklärungen sind vom Generalsekretär gemäß Artikel 24 dieses Protokolls zugänglich zu machen.5 Vertragsstaaten, die einer Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration angehören, welche Vertragspartei dieses Protokolls ist, werden als für alle von diesem Protokoll geregelten Angelegenheiten zuständig betrachtet, die nicht gemäß Absatz 4 ausdrücklich der Organisation übertragen wurden.ARTIKEL 20 Inkrafttreten1 Dieses Protokoll tritt zwölf Monate nach dem Tag in Kraft, an dem zehn Staaten es ohne Vorbehalt der Ratifikation, der Annahme oder der Genehmigung unterzeichnet oder eine Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde beim Generalsekretär hinterlegt haben.2 Für jeden Staat, der dieses Protokoll ratifiziert, annimmt, genehmigt oder ihm beitritt, nachdem die in Absatz 1 festgelegten Voraussetzungen erfuellt sind, tritt das Protokoll drei Monate nach dem Tag in Kraft, an dem dieser Staat die entsprechende Urkunde hinterlegt hat, jedoch nicht, bevor das Protokoll gemäß Absatz 1 in Kraft getreten ist.ARTIKEL 21 Kündigung1 Dieses Protokoll kann von jedem Vertragsstaat jederzeit gekündigt werden, nachdem es für den betreffenden Vertragsstaat in Kraft getreten ist.2 Die Kündigung erfolgt durch Hinterlegung einer Kündigungsurkunde beim Generalsekretär.3 Die Kündigung wird nach Ablauf von zwölf Monaten oder eines längeren in der Kündigungsurkunde genannten Zeitraums nach Hinterlegung der Urkunde beim Generalsekretär wirksam.4 Die Kündigung des Übereinkommens durch einen Vertragsstaat dieses Protokolls gemäß Artikel 25 des Übereinkommens ist nicht als Kündigung des Übereinkommens in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung auszulegen.ARTIKEL 22 Revision und Änderung1 Die Organisation kann eine Konferenz zur Revision oder Änderung dieses Protokolls einberufen.2 Die Organisation hat eine Konferenz der Vertragsstaaten dieses Protokolls zur Revision oder Änderung des Protokolls einzuberufen, wenn mindestens ein Drittel der Vertragsstaaten dies verlangt.ARTIKEL 23 Änderung der Haftungshöchstbeträge1 Unbeschadet des Artikels 22 ist das besondere Verfahren nach diesem Artikel lediglich für die Zwecke der Änderung der in Artikel 3 Absatz 1, Artikel 4a Absatz 1, Artikel 7 Absatz 1 und Artikel 8 des Übereinkommens in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung festgesetzten Hoechstbeträge anwendbar.2 Auf Ersuchen von mindestens der Hälfte der Vertragsstaaten dieses Protokolls, keinesfalls jedoch weniger als sechs, wird jeder Vorschlag zur Änderung der in Artikel 3 Absatz 1, Artikel 4a Absatz 1, Artikel 7 Absatz 1 und Artikel 8 des Übereinkommens festgesetzten Hoechstbeträge einschließlich der Selbstbehalte vom Generalsekretär an alle Mitglieder der Organisation und an alle Vertragsstaaten übermittelt.3 Jede vorgeschlagene und auf die obige Weise übermittelte Änderung wird dem Rechtsausschuss der Organisation (nachstehend als ,Rechtsausschuss" bezeichnet) frühestens sechs Monate nach dem Tag der Übermittlung zur Beratung vorgelegt.4 Alle Vertragsstaaten des Übereinkommens in seiner durch das Protokoll geänderten Fassung, gleichwohl ob sie Mitglieder der Organisation sind oder nicht, sind berechtigt, an dem Verfahren des Rechtsausschusses zur Beratung von Änderungen und zur Beschlussfassung darüber teilzunehmen.5 Änderungen werden mit Zweidrittelmehrheit der Vertragsstaaten des Übereinkommens in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung beschlossen, die in dem nach Absatz 4 erweiterten Rechtsausschuss anwesend sind und an der Abstimmung teilnehmen, vorausgesetzt, dass mindestens die Hälfte der Vertragsstaaten des Übereinkommens in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung bei der Abstimmung anwesend sind.6 Bei der Beratung eines Vorschlags zur Änderung der Hoechstbeträge berücksichtigt der Rechtsausschuss die aus Ereignissen gewonnenen Erfahrungen und insbesondere den Umfang der daraus entstandenen Schäden, die Geldwertveränderungen sowie die Auswirkungen der vorgeschlagenen Änderung auf die Versicherungskosten.7 (a) Eine Änderung der Hoechstbeträge aufgrund dieses Artikels darf frühestens fünf Jahre nach dem Tag, an dem dieses Protokoll zur Unterzeichnung aufgelegt wurde, und frühestens fünf Jahre nach dem Inkrafttreten einer früheren Änderung aufgrund dieses Artikels beraten werden.(b) Ein Hoechstbetrag darf nicht so weit erhöht werden, dass er einen Betrag übersteigt, der dem in dem Übereinkommen in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung festgesetzten Hoechstbetrag, zuzüglich 6 v.H. pro Jahr, errechnet nach dem Zinseszinsprinzip von dem Tag an, an dem das Protokoll zur Unterzeichnung aufgelegt wurde, entspricht.(c) Ein Hoechstbetrag darf nicht so weit erhöht werden, dass er einen Betrag übersteigt, der dem Dreifachen des in dem Übereinkommen in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung festgesetzten Hoechstbetrags entspricht.8 Die Organisation notifiziert allen Vertragsstaaten jede nach Absatz 5 beschlossene Änderung. Die Änderung gilt nach Ablauf einer Frist von achtzehn Monaten nach dem Tag der Notifikation als angenommen, sofern nicht innerhalb dieser Frist mindestens ein Viertel der Staaten, die zur Zeit der Beschlussfassung über die Änderung Vertragsstaaten waren, dem Generalsekretär mitgeteilt haben, dass sie die Änderung nicht annehmen; in diesem Fall ist die Änderung abgelehnt und wird nicht wirksam.9 Eine nach Absatz 8 als angenommen geltende Änderung tritt achtzehn Monate nach ihrer Annahme in Kraft.10 Alle Vertragsstaaten sind durch die Änderung gebunden, sofern sie nicht dieses Protokoll nach Artikel 21 Absatz 1 und 2 spätestens sechs Monate vor Inkrafttreten der Änderung kündigen. Die Kündigung wird mit Inkrafttreten der Änderung wirksam.11 Ist eine Änderung beschlossen worden, die Frist von achtzehn Monaten für ihre Annahme jedoch noch nicht abgelaufen, so ist ein Staat, der während dieser Frist Vertragsstaat wird, durch die Änderung gebunden, falls sie in Kraft tritt. Ein Staat, der nach Auflauf dieser Frist Vertragsstaat wird, ist durch eine Änderung, die nach Absatz 8 angenommen worden ist, gebunden. In den in diesem Absatz genannten Fällen ist ein Staat durch eine Änderung gebunden, sobald diese Änderung in Kraft tritt oder sobald dieses Protokoll für diesen Staat in Kraft tritt, falls dieser Zeitpunkt später liegt.ARTIKEL 24 Verwahrer1 Dieses Protokoll und jede nach Artikel 23 beschlossene Änderung werden beim Generalsekretär hinterlegt.2 Der Generalsekretär(a) unterrichtet alle Staaten, die dieses Protokoll unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind,(i) von jeder weiteren Unterzeichnung oder Hinterlegung einer Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde unter Angabe des Zeitpunkts;(ii) von jeder Erklärung und Mitteilung gemäß Artikel 9 Absatz 2 und 3, Artikel 18 Absatz 1 und Artikel 19 Absatz 4 des Übereinkommens in seiner durch dieses Protokoll geänderten Fassung;(iii) vom Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Protokolls;(iv) von jedem Vorschlag zur Änderung der Hoechstbeträge, der nach Artikel 23 Absatz 2 dieses Protokolls gemacht worden ist;(v) von jeder Änderung, die nach Artikel 23 Absatz 5 dieses Protokolls beschlossen worden ist;(vi) von jeder Änderung, die nach Artikel 23 Absatz 8 dieses Protokolls als angenommen gilt, unter Angabe des Zeitpunkts, zu dem die Änderung nach Artikel 23 Absatz 8 und 9 in Kraft treten wird;(vii) von der Hinterlegung einer Urkunde zur Kündigung dieses Übereinkommens unter Angabe des Zeitpunkts ihres Eingangs und des Zeitpunkts, zu dem die Kündigung wirksam wird;(viii) von jeder nach einem Artikel dieses Protokolls erforderlichen Mitteilung;(b) übermittelt allen Staaten, die dieses Protokoll unterzeichnet haben oder ihm beigetreten sind, beglaubigte Abschriften dieses Protokolls.3 Sobald dieses Protokoll in Kraft tritt, übermittelt der Generalsekretär dem Sekretariat der Vereinten Nationen den Wortlaut des Protokolls zur Registrierung und Veröffentlichung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen.ARTIKEL 25 SprachenDieses Protokoll ist in einer Urschrift in arabischer, chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Sprache abgefasst, wobei jeder Wortlaut gleichermaßen verbindlich ist.GESCHEHEN IN LONDON AM 1. November 2002.ZU URKUND DESSEN haben die hierzu von ihren Regierungen gehörig befugten Unterzeichneten dieses Protokoll unterschrieben.ANLAGEBESCHEINIGUNG ÜBER DIE VERSICHERUNG ODER SONSTIGE FINANZIELLE SICHERHEIT FÜR DIE HAFTUNG FÜR DEN TOD ODER DIE KÖRPERVERLETZUNG VON REISENDENAusgestellt nach Artikel 4a des Athener Übereinkommens von 2002 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf SeeName des Schiffes ....................................................................................Unterscheidungssignal .....................................................................................IMO-Schiffsidentifizierungsnummer ................................................................Heimathafen ...............................................................................................Name und vollständige Anschrift des Hauptgeschäftssitzes des Beförderers, der die Beförderung tatsächlich durchführt. ......................................................................Hiermit wird bescheinigt, dass für das vorgenannte Schiff eine Versicherungspolice oder sonstige finanzielle Sicherheit nach Maßgabe des Artikels 4a des Athener Übereinkommens von 2002 über die Beförderung von Reisenden und ihrem Gepäck auf See besteht.Art der Sicherheit ....................................................................................................................Laufzeit der Sicherheit ............................................................................................................Name und Anschrift des (der) Versicherers (Versicherer) und/oder Sicherheitsgebers (Sicherheitsgeber)Name ............................................................................................................................................Anschrift .......................................................................................................................................Diese Bescheinigung gilt bis .......................................................................................................Ausgestellt oder bestätigt von der Regierung ....................................................................................................................................................................................................................................(vollständige Bezeichnung des Staates)ODERDer nachstehende Text kommt zur Anwendung, wenn ein Vertragsstaat von Artikel 4a Absatz 3 Gebrauch macht:Diese Bescheinigung wird ausgestellt im Namen der Regierung ............................................. (vollständige Bezeichnung des Staates) von ......................................................... (Name der Institution oder Organisation)in ................................... am ......................................(Ort) (Datum)........................................................................................(Unterschrift und Amtsbezeichnung des ausstellenden oder bestätigenden Bediensteten)Erläuterungen:1 Auf Wunsch kann die Bezeichnung des Staates einen Hinweis auf die zuständige Behörde des Landes enthalten, in dem die Bescheinigung ausgestellt wird.2 Ist der Gesamtbetrag der Sicherheit von mehreren Seiten zur Verfügung gestellt worden, so sind alle Einzelbeträge anzugeben.3 Wird die Sicherheit in verschiedener Form gestellt, so sind diese Formen anzugeben.4 Die Eintragung ,Laufzeit der Sicherheit" muss das Datum enthalten, an dem die Sicherheit wirksam wird.5 Die Eintragung ,Anschrift" des (der) Versicherers (Versicherer) und/oder Sicherheitsgebers (Sicherheitsgeber) muss die Anschrift des Hauptgeschäftssitzes des (der) Versicherers (Versicherer) und/oder Sicherheitsgebers (Sicherheitsgeber) enthalten. Gegebenenfalls ist der Geschäftssitz anzugeben, an dem die Versicherung oder sonstige Sicherheit abgeschlossen wurde.ANHANG 2 ERKLÄRUNG DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT GEMÄSS ARTIKEL 19 DES PROTOKOLLS VON 2002 ZUM ATHENER ÜBEREINKOMMEN VON 1974 ÜBER DIE BEFÖRDERUNG VON REISENDEN UND IHREM GEPÄCK AUF SEE,Die Europäische Gemeinschaft erklärt, dass sie gemäß dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere gemäß Artikel 65 und 300, befugt ist, internationale Übereinkommen zu schließen und den sich daraus ergebenden Verpflichtungen nachzukommen, die zur Verfolgung der nachstehenden Ziele beitragen:-- Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen;-- gerichtliche Zuständigkeit.Ferner erklärt die Europäische Gemeinschaft, dass sie bereits Rechtsakte zu in diesem Übereinkommen geregelten Angelegenheiten erlassen hat, die für die Mitgliedstaaten verbindlich sind. Die Gemeinschaft wird dem Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation gemäß Artikel 19 des Protokolls eine Liste der betreffenden Rechtsakte vorlegen und sie gegebenenfalls aktualisieren. Derzeit ist der einzige diesbezügliche Rechtsakt die Verordnung (EG) Nr. 44/2001 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen [6], die für alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme Dänemarks bindend ist.[6]  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 12 vom 16.1.2001, S. 1.Die Europäische Gemeinschaft ist für die Erfuellung derjenigen Verpflichtungen aus dem Übereinkommen zuständig, die unter geltendes Gemeinschaftsrecht fallen."