CELEX: 51985PC0756
Language: de
Date: 1985-12-20
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES UEBER ERASMUS: DAS AKTIONSPROGRAMM DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFT ZUR FOERDERUNG DER MOBILITAET VON HOCHSCHULSTUDENTEN

Nr. C 73/4                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  2.4.86
                                               KOMMISSION
              Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein Aktionsprogramm der Europäischen
                     Gemeinschaft zur Förderung der Mobilität von Hochschulstudenten (ERASMUS)
                                                    (KOM(85) 756 endg.)
                                  (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 3. Januar 1986)
                                                        (86/C 73/04)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                        betreffend die Förderung der Mobilität im Hochschulbe-
                                                                 reich angenommen (3), die erste Initiativen für Maßnah-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                men im Bereich der Förderung des Auslandsstudiums in
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel           der Gemeinschaft, der akademischen Anerkennung von
128,                                                              Diplomen und Studienzeiten, der Entwicklung der
                                                                  Hochschulzusammenarbeit und dergleichen mit enthal-
gestützt auf den Beschluß 63/266/EWG des Rates vom                ten.
2. April 1963 über die Aufstellung allgemeiner Grund-
sätze für die Durchführung einer gemeinsamen Politik
der Berufsausbildung (*),                                        Auf ihrer Tagung vom 3. Juni 1985 bestätigten der Rat
                                                                  und die im Rat vereinigten Minister für das Bildungswe-
auf Vorschlag der Kommission,                                     sen (4) die Bedeutung, die sie der Förderung einer Inten-
                                                                  sivierung der Hochschulzusammenarbeit in der Gemein-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                   schaft beimessen, und nahmen mit Genugtuung zur
                                                                  Kenntnis, daß die entsprechenden Vorschläge der Kom-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                mission noch vor Ende 1985 vorliegen sollten.
schusses,
                                                                  Maßnahmen zur technologischen Zusammenarbeit auf
in Erwägung nachstehender Gründe:                                 Gemeinschaftsebene sowie zur Heranbildung der dazu
                                                                  notwendigen Arbeitskräfte sind ergriffen worden, und
Die im zweiten Grundsatz des Beschlusses 63/266/EWG
                                                                  zwar insbesondere durch das Aktionsprogramm der Ge-
festgelegten grundlegenden Ziele der gemeinsamen Poli-
                                                                  meinschaft zur Aus- und Weiterbildung im Technologie-
tik der Berufsausbildung unterstreichen insbesondere die
                                                                  bereich — „ C O M E T T " (5).
Notwendigkeit, jedem die Gelegenheit zu bieten, die
höchstmögliche Form der Berufsausbildung zu erwerben,
die zur Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit erforder-           Das Europäische Parlament hat am 13. März 1984 eine
lich ist; sie beziehen sich außerdem auf die Ausweitung           Entschließung zum Hochschulwesen und der Entwick-
der Berufsausbildung, um sie in die Lage zu versetzen,            lung der Zusammenarbeit zwischen den Universitäten in
den Erfordernissen des technischen Fortschrittts gerecht          der Europäischen Gemeinschaft verabschiedet (6).
zu werden, und die verschiedenen Formen der Berufs-
ausbildung in enge Beziehung zu sozialen und wirt-                Das Europäische Parlament hat am 14. März 1984 eine
schaftlichen Entwicklungen zu setzen.                             Entschließung zur akademischen Anerkennung der Di-
                                                                  plome und Studienzeiten verabschiedet (7).
Auf der Grundlage des sechsten Grundsatzes dieses Be-
schlusses obliegt es der Kommission, den direkten Aus-
tausch von Fachleuten auf dem Gebiet der Berufsausbil-            Der Europäische Rat hat auf seiner Sitzung vom 28. bis
dung zu fördern, um ihnen die Möglichkeit zu schaffen,            29. Juni 1985 (8) den Bericht des Ad-hoc-Ausschusses
verwirklichte Vorhaben und Neuerungen anderer Länder               „Für das Europa der Bürger" (9) angenommen und die
der Gemeinschaft kennenzulernen und zu studieren.                 Kommission und die Mitgliedstaaten beauftragt, jeweils
                                                                  für ihren Zuständigkeitsbereich die für die Durchführung
Das Aktionsprogramm im Bildungsbereich, das Bestand-              der Vorschläge des Ausschusses erforderlichen Vorkeh-
teil der Entschließung des Rates und der im Rat vereinig-         rungen zu treffen.
ten Minister für Bildungswesen vom 9. Februar 1976
ist (2), hat die Kommission in die Lage versetzt, erste
Maßnahmen zur Förderung der Hochschulkooperation                   ;3) Ratsdokument 7533/83 (EDUC 57).
in der Gemeinschaft zu ergreifen.                                  ;4) Ratsdokument 7179/85 (PV/CONS 27 EDUC 35) und
                                                                       Ratsdokument 6859/85 EDUC 29.
Der Rat und die im Rat vereinigten Minister für Bil-
                                                                   ;5) KOM(85) 431 endg.
dungswesen haben am 2. Juni 1983 Schlußfolgerungen
                                                                   ;6) ABl. Nr. C 104 vom 16. 4. 1984, S. 50.
                                                                   :7) ABl. Nr. C 104 vom 16. 4. 1984, S. 64.
C) ABl. Nr. 63 vom 20. 4. 1963, S. 1338/63.                        ;8) SI(85) 500.
(2) ABl. Nr. C 38 vom 19. 2. 1976, S. 1.                           ;9) SN/2536/3/85.
 ---pagebreak--- 2.4.86                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr. C 73/5
Die Kommission hat die Initiative „Europa der Bürger"           maß der Anlage wird angenommen. Es wird ab 1. Januar
des Europäischen Rates aufgegriffen und bei der Erarbei-         1987 durchgeführt.
tung von Folgemaßnahmen der Hochschulzusammenar-
beit die höchste Prioritätsstufe eingeräumt.
                                                                                          Artikel 2
Im Nachgang zur Sitzung des Europäischen Rates vom              Im Rahmen des ERASMUS-Programms wird der Begriff
Juni 1984 hat die Kommission den Vorschlag einer                „Hochschule" als allgemeiner Begriff für alle Arten der
Richtlinie des Rates über eine allgemeine Regelung zur          nach Abschluß der Sekundarstufe 2 weiterführenden all-
Anerkennung der Hochschuldiplome (') zu Zwecken der             gemeinen und beruflichen Bildungseinrichtungen ver-
Berufsausübung vorgelegt; dem Vorschlag liegt ein Sy-           wendet, an denen, gegebenenfalls im Rahmen einer fort-
stem zugrunde, das mit der der beruflichen Tätigkeit            geschrittenen Ausbildung, Qualifikationen oder Diplome
vorgeschalteten Berufsausbildung unmittelbar zusam-             des entsprechenden Niveaus erlangt werden können, und
menhängt.                                                       zwar ungeachtet der jeweiligen Bezeichnung in den ein-
                                                                zelnen Mitgliedstaaten.
Die Weiterentwicklung der Europäischen Gemeinschaft
hängt weitgehend davon ab, daß eine hohe Zahl von
Hochschulabsolventen zur Verfügung steht, die Studium                                     Artikel 3
und Leben in einem anderen Mitgliedstaat unmittelbar            Das ERASMUS-Programm verfolgt die nachstehenden
kennengelernt haben.                                            Ziele:
Die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft auf den                 i) eine breite und intensive Zusammenarbeit zwischen
Weltmärkten kann nur dadurch gesichert werden, daß                   Hochschulen in allen Mitgliedstaaten der Gemein-
das gesamte geistige Potential der Hochschulen in allen              schaft zu fördern;
Mitgliedstaaten ausgeschöpft wird, um zum gegenseiti-
gen Nutzen der ganzen Gemeinschaft die bestmögliche              ii) einer steigenden Zahl von Studenten — ab 1992 min-
Ausbildung auf allen Stufen anzubieten.                              destens 10 % der gesamten Studentenschaft — die
                                                                     Gelegenheit zu bieten, einen in ihre Ausbildung inte-
Das geistige Potential der einzelnen Hochschulen in der              grierten Studienaufenthalt in einem anderen Mit-
Gemeinschaft könnte durch die Schaffung eines Netzes                 gliedstaat durchzuführen, damit die Gemeinschaft
zur Intensivierung der Studenten- und Dozentenmobili-                auf einen ausreichenden Bestand an Arbeitskräften
tät sowie anderer Formen der Hochschulzusammenarbeit                 zurückgreifen kann, die Aspekte des wirtschaftlichen
in der Gemeinschaft wesentlich wirksamer ausgenutzt                  und gesellschaftlichen Lebens in anderen Mitglied-
werden.                                                              staaten unmittelbar kennengelernt haben, und dabei
                                                                     für eine Chancengleichheit für männliche und weib-
Die Tagung über Hochschulzusammenarbeit in der                       liche Studenten hinsichtlich der Teilnahme an dieser
Europäischen Gemeinschaft, die die Kommission vom                    Mobilität zu sorgen;
27. bis 29. November 1985 auf Initiative des Euro-
päischen Parlaments durchgeführt hat, hat dazu auf-             iii) durch das gesamte geistige Potential der Hochschu-
gerufen, dringende und umfangreiche Maßnahmen zur                    len in der Gemeinschaft eine Intensivierung der Do-
Förderung der Hochschulkooperation und dabei insbe-                  zentenmobilität zu nutzen und somit die Ausbil-
sondere der Studentenmobilität in der Gemeinschaft zu                dungsqualität an den Hochschulen in der Gemein-
ergreifen.                                                           schaft mit dem Ziel zu verbessern, die Wettbewerbs-
                                                                     fähigkeit der Gemeinschaft auf dem Weltmarkt zu
Die in der 10jährigen Pilotphase der Gemeinschafts-                  sichern;
unterstützung gewonnenen einschlägigen Erfahrungen
im Bereich der praktischen Hochschulzusammenarbeit              iv) die Zusammenwirkung der Bürger in verschiedenen
bilden eine tragfähige Basis für die Maßnahmen gemäß                 Mitgliedstaaten mit dem Ziel zu verstärken, den Be-
dieser Entscheidung.                                                 griff eines „Europas der Bürger" zu konsolidieren;
Das auf Gemeinschaftsriiveau eingegangene Engagement             v) die Heranbildung eines .Bestandes an Hochschulab-
zur Stimulierung der Studentenmobilität bezieht auch die             solventen, die unmittelbare Erfahrungen in der Zu-
Mitgliedstaaten mit ein; diese sind somit aufgerufen, sich           sammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft haben, um
den gemeinschaftlichen Bemühungen anzuschließen, die                 dadurch eine Grundlage zu schaffen, auf der sich
erforderlich sind, um die Ziele von ERASMUS zu ver-                  eine intensivierte Kooperation auf Gemeinschafts-
wirklichen —                                                         ebene im wirtschaftlichen und sozialen Bereich
                                                                     entwickeln kann.
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                                                                          Artikel 4
                          Artikel 1
                                                                Um die in Artikel 3 dargelegten Ziele zu verwirklichen,
Das Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft               stellt die Gemeinschaft Mittel, die gegenwärtig auf 175
zur Förderung der Studentenmobilität (ERASMUS) ge-              Millionen ECU veranschlagt werden, für den Zeitraum
                                                                1987—1989 zur Verfügung. Die Mittel für 1987 belau-
(') KOM(85) 355 endg.                                           fen sich auf 25 Millionen ECU.
 ---pagebreak--- Nr. C 73/6                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    2. 4. 86
                          Artikel 5                                  (4)      Beim Konsultieren des Ausschusses kann die
                                                                     Kommission die für die Abgabe der Stellungnahmen des
(1)    Die Kommission führt das Programm ERASMUS                     Ausschusses einzuhaltenden Termine festlegen.
gemäß der Anlage durch.
                                                                     (5)      Die Kommission erstattet jährlich einen Bericht
(2)    In der Wahrnehmung dieser Aufgabe steht der                   über die im Rahmen von ERASMUS durchgeführten
Kommission ein Ausschuß zur Seite.                                   Maßnahmen an den Rat, das Europäische Parlament,
                                                                     den Beratenden Ausschuß für Berufsbildung sowie an
Dieser Ausschuß setzt sich aus zwei Vertretern pro Mit-
                                                                     den Ausschuß für Bildungsfragen.
gliedstaat zusammen, wobei mindestens einer dieser Ver-
treter der Hochschulwelt entstammt; die Mitglieder des               (6)      Die Kommission sorgt für die Kohärenz zwischen
Ausschusses werden auf Vorschlag der Mitgliedstaaten                 dem Programm ERASMUS und den sonstigen auf Ge-
von der Kommission benannt; den Vorsitz des Ausschus-                meinschaftsebene bereits vorgesehenen Maßnahmen.
ses führt der Vertreter der Kommission. Für das Sekreta-
riat des Ausschusses ist die Kommission zuständig.                                              Artikel 6
(3)    Die Kommission kann den Ausschuß zu allen Fra-                Das ERASMUS-Programm wird vorbehaltlich einer pe-
gen bezüglich der Durchführung des Programms zu                      riodischen Überprüfung als Dauereinrichtung durchge-
Rate ziehen. Die Kommission konsultiert den Ausschuß                 führt. Die Kommission legt dem Rat und dem Europä-
bezüglich:                                                           ischen Parlament bis spätestens zum 31. Dezember 1990
                                                                     einen Bericht über die ersten drei Jahre (1987—1989)
— der allgemeinen Orientierung der im Programm vor-
    gesehenen Maßnahmen;
                                                                                                Artikel 7
— Fragen hinsichtlich der allgemeinen Ausgewogenheit
     zwischen den verschiedenen Aktionstypen.                        Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                             ANLAGE
                                                 zum Entwurf der Ratsentscheidung
                                                 DIE ERASMUS-MASSNAHMEN
              Ziel des ERASMUS-Programms ist es, eine intensivierte Studentenmobilität zwischen Hochschulen in der
              Gemeinschaft zu stimulieren. Die zu diesem Zweck einzuführenden Maßnahmen sind wie folgt:
              Aktion  1:   Individuelle Ausbildungsförderung zum Zweck der Mobilität: Das Studentenstipendien-
                           programm der Europäischen Gemeinschaft und Intensive Lehrprogramme
                           Die Gemeinschaft wird ein System zur Gewährung unmittelbarer finanzieller Förderung von
                           Studenten einführen, die im Rahmen ihrer Ausbildung in einem anderen Mitgliedstaat der
                           Gemeinschaft studieren: Es werden zwei Arten von Stipendien zur Verfügung gestellt:
                           — EG-Teilstipendien von durchschnittlich 2 000 ECU zur Deckung aller durch die Mobili-
                               tät verursachten Mehrkosten (es werden 1987: 5 000, 1988: 10 000 und 1989: 25 000
                               Teilstipendien vergeben);
                           — EG-Volhtipendien: Eine begrenzte Zahf (1987: 500, 1988; 1 000 und 1989: 2 500) sol-
                               cher Stipendien, die sich auf durchschnittlich 5 000 ECU belaufen, wird zur Verfügung
                               gestellt.
                            Die Verwaltung beider Stipendienarten wird über geeignete Stellen in den Mitgliedstaaten
                            abgewickelt, wobei jedem Mitgliedstaat eine Anzahl von Stipendien, die sich nach der
                            Gesamtstudentenzahl im betreffenden Mitgliedstaat richtet, zugewiesen wird.
                            Zuschüsse in Höhe von 20 000 ECU werden an Hochschulen vergeben, die Intensive Lehr-
                           programme von kurzer Dauer, an denen Studenten aus mehreren Mitgliedstaaten mitwirken,
                            anbieten.
              Aktion  2:    Schaffung und Aufrechterhaltung eines Europäischen Hochschulnetzes
                           Die Gemeinschaft wird ein Netzwerk für die Hochschulkooperation ins Leben rufen, um
                           den gemeinschaftsweiten Austausch von Studenten — insbesondere durch die Unterstützung
                           von Studentenaustauschprogrammen zwischen Hochschulen — zu fördern. Programme, die
                           einen integrierten und voll anerkannten Studienaufenthalt in einem anderen Mitgliedstaat
                           vorsehen, werden bevorzugt behandelt. Zuschüsse in Höhe von 10 000 ECU pro Jahr wer-
                           den an die teilnehmenden Hochschulen vergeben.
 ---pagebreak--- 2.4.86                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 73/7
       Aktion 3:    Maßnahmen zur Verbesserung der akademischen Anerkennung der Diplome und Studien-
                    zeiten
                    Die Gemeinschaft wird die nachstehenden Maßnahmen mit dem Ziel ergreifen, die Regelun-
                    gen zur Anerkennung im Rahmen der Ausbildung in anderen Mitgliedstaaten erbrachter
                    Studienleistungen zu verbessern:
       Aktion 3.1.: Schaffung eines EG-Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (European Community
                    Course Credit Transfer System — ECTS), um Studenten, die im Rahmen ihrer Ausbildung in
                    einem anderen Mitgliedstaat studieren, die Möglichkeit zu bieten, an Hochschulen in ande-
                    ren Mitgliedstaaten erbrachte Studienleistungen auf ihr Studium angerechnet zu erhalten.
                    Zuschüsse in Höhe von 20 000 ECU pro Jahr werden an die am System teilnehmenden
                    Hochschulen vergeben.
       Aktion 3.2.: Weiterentwicklung des EG-Netzwerks nationaler Informationszentren im Bereich der akademi-
                    schen Anerkennung: Zuschüsse in Höhe von 20 000 ECU pro Jahr werden an die Zentren
                    vergeben, um den Informationsaustausch insbesondere durch ein Datenaustauschsystem auf
                    EDV-Basis zu erleichtern.
       Aktion 3.3.: Maßnahmen zur Förderung der gemeinsamen Curriculumentwicklung durch Hochschulen in
                    verschiedenen Mitgliedstaaten, um die akademische Anerkennung zu erleichtern sowie —
                    durch die gemeinsame Nutzung von Erfahrungen und Spezialwissen — zum Prozeß der
                    gemeinschaftsweiten Erneuerung und Verbesserung von Studiengängen beizutragen.
                    Zuschüsse von durchschnittlich 20 000 ECU pro Jahr werden an die betreffenden Projekte
                    vergeben.
       Aktion 4:    Flankierende Maßnahmen zur Förderung der Studentenmobilität in der Gemeinschaft
       Aktion 4.1.: Kontakte zwischen Hochschuldozenten: Um einen Zuwachs in der Studentenmobilität zu
                    erzielen und gleichzeitig die höchstmögliche Ausbildungsqualität aufrechtzuerhalten, werden
                    Maßnahmen zur Förderung einer erhöhten Mobilität von Hochschuldozenten in der Ge-
                    meinschaft ergriffen. Hierbei werden insbesondere die nachstehenden Programme gefördert:
                    — Dozentenaustauschprogramme: Programme, in deren Rahmen Dozenten aus anderen
                         Mitgliedstaaten Lehrveranstaltungen durchführen, die ein substantieller und integrierter
                         Bestandteil von Studiengängen an der Hochschule im Gastland sind, werden bevorzugt
                         behandelt.
                    — Gastvortragsprogramme der Europäischen Gemeinschaft: Im Rahmen dieser Programme
                         werden hochqualifizierte Experten spezialisierte Vortragsreihen in verschiedenen Mit-
                         gliedstaaten durchführen.
       Aktion 4.2.:   Informationspolitik
                    Um das ERASMUS-Programm informationsmäßig zu untermauern und den gegenseitigen
                    Kenntnisstand bezüglich der Hochschulsysteme in der Gemeinschaft zu verbessern, wird das
                    ERASMUS-Programm Mittel zur Verfügung stellen für:
                    — Studienaufenthalte, die Mitgliedern des Lehr- und Verwaltungspersonals an Hochschulen
                         eine Gelegenheit bieten, sich eingehender mit der gegenwärtigen Situation und den
                         voraussichtlichen zukünftigen Entwicklungen in einem Teilbereich des Hochschulwesens
                         in anderen Mitgliedstaaten, der sie besonders betrifft, vertraut zu machen;
                    — die Unterstützung von Hochschulzusammenschlüssen, insbesondere mit dem Ziel, Innova-
                         tionen, die in bestimmten Teilbereichen ergriffen werden, anderwärtig in der Gemein-
                         schaft bekannt zu machen;
                    — Veröffentlichungen, die darauf abzielen, auf Möglichkeiten zum Studium und zur Abhal-
                         tung von Lehrveranstaltungen in anderen Teilen der Gemeinschaft aufmerksam zu
                         machen, wichtige Entwicklungen und neue Modelle im Bereich der Hochschulzusam-
                         menarbeit in der Europäischen Gemeinschaft darzulegen und die Ergebnisse der fortlau-
                         fenden Evaluierung des ERASMUS-Programms festzuhalten;
                    — Preise und Auszeichnungen für Studenten und Dozenten, die einen besonderen Beitrag
                         zur Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen in der Gemeinschaft lei-
                         sten.