CELEX: C2003/135/01
Language: de
Date: 2003-06-07 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Sechste Kammer) vom 10. April 2003 in der Rechtssache C-167/99: Europäisches Parlament gegen Société d'aménagement et d'équipement de la Région de Strasbourg (SERS) und Stadt Straßburg (Schiedsklausel — Verspätete Ausführung eines Vertrages — Vertragsstrafe wegen Verzugs — Zwischenzinsen)

7.6.2003              DE                           Amtsblatt der Europäischen Union                                                    C 135/1
                                                                       I
                                                                (Mitteilungen)
                                                        GERICHTSHOF
                                                               GERICHTSHOF
              URTEIL DES GERICHTSHOFES                                     ris, der Richterin F. Macken sowie des Richters J. N. Cunha
                                                                           Rodrigues — Generalanwalt: L. A. Geelhoed; Kanzler: L. Hew-
                                                                           lett, Hauptverwaltungsrätin — am 10. April 2003 ein Urteil
                      (Sechste Kammer)                                     mit folgendem Tenor erlassen:
                     vom 10. April 2003
                                                                           1.    Die Klage des Europäischen Parlaments und die Widerklage der
                                                                                 Stadt Straßburg (Frankreich) und der Société d’équipement et
in der Rechtssache C-167/99: Europäisches Parlament
                                                                                 d’aménagement de la Région de Strasbourg (SERS) sind
gegen Société d’aménagement et d’équipement de la                                zulässig.
   Région de Strasbourg (SERS) und Stadt Straßburg ( 1)
(Schiedsklausel — Verspätete Ausführung eines Vertrages                    2.    Der Gerichtshof ist zur Entscheidung im Wege der unbeschränk-
    — Vertragsstrafe wegen Verzugs — Zwischenzinsen)                             ten Nachprüfung zuständig.
                        (2003/C 135/01)
                                                                           3.    Die Widerklage wird abgewiesen.
                 (Verfahrenssprache: Französisch)
                                                                           4.    Nummer VII.1, Kapitel A, Abschnitt 2, Buchstaben a und d
                                                                                 der Stellungnahme des Schlichtungsausschusses vom 22. März
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der             1999 wird aufgehoben.
         Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
                                                                           5.    Der vertragliche Fertigstellungszeitpunkt des Gebäudes im Sinne
                                                                                 des Vertrages vom 31. März 1994 zwischen dem Europäischen
In der Rechtssache C-167/99, Europäisches Parlament (Be-                         Parlament, der Stadt Straßburg und der Société d’équipement et
vollmächtigte: T. Millett und O. Caisou-Rousseau) gegen                          d’aménagement de la Région de Strasbourg (SERS) wird auf
Société d’aménagement et d’équipement de la Région de                            den 6. Februar 1998 festgelegt.
Strasbourg (SERS), mit Sitz in Straßburg (Frankreich) (Prozess-
bevollmächtiger: G. Alexandre, avocat) und Stadt Straßburg
(Prozessbevollmächtiger: B. Alexandre, avocat) betreffend zum              6.    Die Société d’équipement et d’aménagement de la Région de
einen eine Klage des Europäischen Parlaments gemäß Arti-                         Strasbourg (SERS) wird verurteilt, die in Artikel 5.1 des
kel 181 EG-Vertrag (jetzt Artikel 238 EG) auf Aufhebung der                      genannten Vertrages vorgesehene Vertragsstrafe vom 6. Februar
Stellungnahme des von den Parteien angerufenen Schlich-                          1998 an und nach den in dieser Bestimmung festgelegten
tungssausschusses sowie auf Zahlung einer Vertragsstrafe                         Modalitäten zu zahlen.
wegen Verzugs und zum anderen eine Widerklage der Société
d’aménagement et d’equipement de la Région de Strasbourg
(SERS) und der Stadt Straßburg auf teilweise Aufhebung
der genannten Stellungnahme, hat der Gerichtshof (Sechste                  7.    Das Europäische Parlament ist für den Zeitraum vom 10. Mai
Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J.-P. Puis-                       bis 14. Dezember 1998 von der Zahlung der in Artikel 6.3
sochet, der Richter R. Schintgen (Berichterstatter) und V. Skou-                 des genannten Vertrages vorgesehenen Zwischenzinsen befreit.
 ---pagebreak--- C 135/2                  DE                           Amtsblatt der Europäischen Union                                             7.6.2003
8.    Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.                              durch das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum vom
                                                                         2. Mai 1992 geänderten Fassung, vereinbar. Die Erfordernisse des
9.    Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten.                             namentlich in den Artikeln 28 EG und 30 EG verankerten Schutzes
                                                                         des freien Warenverkehrs können jedoch eine Modifizierung dieser
                                                                         Beweisregel gebieten. So obliegt dem Markeninhaber insbesondere
( 1) ABl. C 246 vom 28.8.1999.                                           dann, wenn er seine Waren im Europäischen Wirtschaftsraum über
                                                                         ein ausschließliches Vertriebssystem in den Verkehr bringt, der
                                                                         Nachweis, dass die Waren ursprünglich von ihm selbst oder mit
                                                                         seiner Zustimmung außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in
                                                                         den Verkehr gebracht wurden, wenn der Dritte nachweisen kann, dass
                                                                         eine tatsächliche Gefahr der Abschottung der nationalen Märkte
                                                                         besteht, falls er den genannten Beweis zu erbringen hat. Gelingt dem
                                                                         Markeninhaber dieser Nachweis, obliegt es wiederum dem Dritten,
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                 nachzuweisen, dass der Markeninhaber dem weiteren Vertrieb der
                                                                         Waren im Europäischen Wirtschaftsraum zugestimmt hat.
                         vom 8. April 2003
                                                                         (1 ) ABl. C 247 vom 26.8.2000.
in der Rechtssache C-244/00 (Vorabentscheidungsersu-
chen des Bundesgerichtshofs): Van Doren + Q. GmbH
gegen Lifestyle sports + sportswear Handelsgesellschaft
                       mbH, Michael Orth (1)
(Marken — Richtlinie 89/104/EWG — Artikel 7 Absatz 1
— Erschöpfung des Rechts aus der Marke — Beweis —
                                                                                          URTEIL DES GERICHTSHOFES
Ort des ersten Inverkehrbringens von Waren durch den
Markeninhaber selbst oder mit seiner Zustimmung — Zu-
stimmung des Markeninhabers zum Inverkehrbringen im                                                (Fünfte Kammer)
                                 EWR)
                                                                                                 vom 10. April 2003
                           (2003/C 135/02)
                                                                         in der Rechtssache C-305/00 (Vorabentscheidungsersu-
                     (Verfahrenssprache: Deutsch)                        chen des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main): Chris-
                                                                         tian Schulin gegen Saatgut-Treuhandverwaltungsgesell-
                                                                                                     schaft mbH ( 1)
In der Rechtssache C-244/00 betreffend ein dem Gerichtshof
                                                                         (Pflanzensorten — Schutzregelung — Artikel 14 Absatz 3
nach Artikel 234 EG vom deutschen Bundesgerichtshof in
                                                                         der Verordnung [EG] Nr. 2100/94 und Artikel 8 der
dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Van Doren +
                                                                         Verordnung [EG] Nr. 1768/95 — Nutzung des Ernteer-
Q. GmbH gegen Lifestyle sports + sportswear Handelsgesell-
                                                                         zeugnisses durch die Landwirte — Verpflichtung, dem Inha-
schaft mbH, Michael Orth vorgelegtes Ersuchen um Vorabent-
                                                                         ber des gemeinschaftlichen Sortenschutzes Auskünfte zu
scheidung über die Auslegung der Artikel 28 EG und 30 EG
                                                                                                        erteilen)
sowie des Artikels 7 Absatz 1 der Ersten Richtlinie 89/104/
EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung
der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken                                          (2003/C 135/03)
(ABl. 1989, L 40, S. 1) in der Fassung des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum vom 2. Mai 1992
                                                                                               (Verfahrenssprache: Deutsch)
(ABl. 1994, L 1, S. 3) hat der Gerichtshof unter Mitwirkung
des Präsidenten G. C. Rodríguez Iglesias, der Kammerpräsiden-
ten J.-P. Puissochet, M. Wathelet und R. Schintgen, der Richter
C. Gulmann (Berichterstatter), A. La Pergola, P. Jann und
                                                                         In der Rechtssache C-305/00 betreffend ein dem Gerichtshof
V. Skouris, der Richterinnen F. Macken und N. Colneric sowie
                                                                         nach Artikel 234 EG vom Oberlandesgericht Frankfurt am
des Richters S. von Bahr — Generalanwältin: C. Stix-Hackl;
                                                                         Main in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Christian
Kanzler: H. A. Rühl, Hauptverwaltungsrat — am 8. April 2003
                                                                         Schulin gegen Saatgut-Treuhandverwaltungsgesellschaft mbH
ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
                                                                         vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Ausle-
                                                                         gung von Artikel 14 Absatz 3 sechster Gedankenstrich der
Eine Beweisregel, nach der die Voraussetzungen der Erschöpfung des       Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994
Rechts aus der Marke grundsätzlich von dem vom Markeninhaber             über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. L 227, S. 1)
belangten Dritten, der sich auf die Erschöpfung beruft, zu beweisen      und Artikel 8 der Verordnung (EG) Nr. 1768/95 der Kommis-
sind, da diese eine Einwendung darstellt, ist mit dem Gemeinschafts-     sion vom 24. Juli 1995 über die Ausnahmeregelung gemäß
recht, insbesondere mit den Artikeln 5 und 7 der Ersten Richtlinie       Artikel 14 Absatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 über
89/104/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung               den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. L 173, S. 14) hat
der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken in der        der Gerichtshof (Fünfte Kammer) unter Mitwirkung des