CELEX: 51970PC0939
Language: de
Date: 1970-09-08
Title: Vorschlag einer VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Einführung einer Prämienregelung für die Abschaffung von Kühen und die NichtVermarktung von Milch und Milcherzeugnissen (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (70) 939
Vol. 1970/0138
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             KOM(70)939 endg.
                                             Brüssel , den 8 . September 1970
                          Vorschlag einer
                    VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
       zur Einführung einer Prämienregelung für die Abschaffung
       von Kühen und die Nicht Vermarktung von Milch und Milcher­
                            zeugnissen
                 ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
   K0M(70 ) 939 endg.
 ---pagebreak---                                      BEGRÛM)Uï!G
  Mit Ratsveror&nung (EMG ) ITr . 1975/ 69 vom 6 . Oktober 1969 wurde eine Prämien–
  regelung für die Schlachtung von Kühen und die ITichtvermarktung von Milch
 und Milcherzeugnissen eingeführt .
 Die vorläufigen Ergebnisse wurden dem Rat für die Schlachtprämie mit Dokument
 R/819/70 (Agri 243 ) vom 23 « April 1970 und für die Prämie für die Nichtver-
 marktung von Milch und Milcherzeugnissen mit Dokument R/1535/70 ( ÄGRI 496 )
  vom 10 » Juli 1970 mitgeteilt .
 Aufgrund der bisherigen Erfahrungen iot . dio Kommission der -
 Auffassung , daß die bisher geltenden Bestimmungen in einigen Punkten geändert
 werden müssen , um die Erfahrungen zu erweitern und zu vertiefen . Mit dem dem
 Rat vorgelegten Verordnungsentwurf soll also die Prämie für die Schlachtung
 durch eine Prämie für die Abschaffung der Milchkühe ersetzt werden. Die Ände-
 rungsvorschläge zu der Prämie für die Ui cht Vermarktung von Milch und Milcher­
 zeugnissen . sollen dieser Prämie einen größeren Anreiz verleihen .
 I. Prämie für die Abschaffung der Milchkühe
     Es hat sich gezeigt , daß das angestrebte wirtschaftliche Ziel , nämlich eine
     Senkung der Milchproduktion erreicht werden kann , indem die Abschlachtprämie
     durch eine Prämie für die Abschaffung der Milchkühe ersetzt wird . Die Höhe
     dieser Prämie wurde auf 200 RE je abgeschaffte Milchkuh für die zehn ersten
     Kühe und auf 130 RE für die ab der elften Kuh abgeschafften Milchkuh fest­
     gesetzt .
     Im Gegensatz zu dem bisher geltenden System hat der Landwirt jetzt die Mög­
     lichkeit , sich seinerKühe auf andere Weise als durch Schlachtung zu entledigen .
     Der Gesamtbetrag der Prämie wird übrigens auch nicht mehr begrenzt sein.
II . Prämie für die Mchtvermarktung von Mich und Milcherzeugnissen
     Das Prinzip für die Gewährung der Prämie in der Verordnung ( EWG ) Nr . 1095/69
     wird beibehalten . Jedoch werden folgende . Änderungen vorgenommen :
     1 . Die Erfahrung hat gezeigt , daß eine Reihe von Tierhaltern zögern , die
         Verpflichtung zur definitiven Einstellung der Milchproduktion einzugehen .
         Daher wurde die Verpflichtung , keine Milch oder Milcherzeugnisse mehr
         zu liefern , auf fünf Jahre beschränkt .
     2 . In einigen Gebieten der Gemeinschaft hätte sich diese Maßnahme stärker
         auswirken können , wenn es zur Berücksichtigung der lokalen natürlichen
         Bedingungen möglich gewesen wäre , Milchkühe durch Schafe zu ersetzen .
                                                                        # • • /• • »
 ---pagebreak---                                        - 2 -
  Unter diesen Umständen werden in der Durchführungsverordnung der Kommission ,
  die auf Grund von Artikel 11 dieser Verordnung erlassen wird , die Schafe zur
  Berechnung der Großvieheinheiten auf folgender Grundlage berücksichtigt :
                  5 Mutterschafe älter als ein Jahr      =  1 Großvieheinheit
                 10 Schafe jünger als ein Jahr           i  1 Großvieheinheit
3 . Die Durchführungsverordnung der Kommission wird ebenfalls vorsehen , daß die
    Großvieheinheit auch die ersttragenden Färsen umfassen kann .
4 . Zur Pestsetzung der Prämienhöhe erschien es notwendig , die für die Gewährung
    der Prämie maßgebliche Mindestmenge auf 1.200 Liter je Kuh und Jahr herabzu­
    setzen . Ferner erschien es angebracht , die Prämie nach dem Umfang der Liefe­
    rungen zu staffeln . Zu diesem Zweck wurden drei Stufen vorgesehen .
5 « ITach der bisherigen Regelung mußte die Zahl der gehaltenen Einheiten an aus­
    gewachsenen Rindern mindestens der Zahl der am Tag der Antragstellung ge­
    haltenen Milchkühe entsprechen . Es wird vorgeschlagen , daß die Zahl der von
    dem Antragsteller zu haltenden Einheiten an ausgewachsenen Rindern mindestens
    der Zahl aller am Tag der Antragstellung gehaltenen Einheiten an ausgewachsenen
    Rindern entspricht .
6 . Zur Präzisierung des Verfahrens für den Fall der nachfolge oder der Aufgabe
    des Betriebs durch den ersten Prämienempfänger wurde der Begriff Betrieb
    genauer abgegrenzt . Ferner wurde vorgesehen , ds.ß die Durchführungsverord-
    nungen zu dem vorliegenden Entwurf ausdrücklicher als bisher die Fälle
    nennen , in denen der erste Prämienempfänger , der seinen Betrieb aufgibt ,
    die erhaltenen Vorauszahlungen behalten kann .
Schließlich ist darauf hinzuweisen , daß die bisherigen Bestimmungen für die
Finanzierung dieser Prämien beibehalten wurden .
 ---pagebreak---                                      Vorcchlaff einer
                               VERORillTUNO ( 5tfG ) EES RATES
 zur Einführung einer Premienregelung für die Abschaffung von Kühen und. die
 Fi cht Vermarktung von Mich und .Milcherzeugnissen
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
 insbesondere auf Artikel 43 »
 gestützt auf die Verordnung ( EMG ) Nr . 805/68 des Rates vom 27 • Juni 1968 über
 die gemeinsame Marktorganisation für Rindfleisch ( l ), zuletzt geändert durch
 die Verordnung (EWG ) Nr . 1253/70 ( 2 ), insbesondere auf Artikel 2 ,
 auf Vorschlag der Kommission ,
 nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 3 ),
 in Erwägung nachstehender Gründe :
Die gegenwärtige Lage auf dem Sektor Milch und Milcherzaugnisse in der Gemein­
 schaft ist durch bedeutende Überschüsse gekennzeichnet .
Bei bestimmten Gruppen von landwirtschaftlichen Betrieben in der Gemeinschaft
besteht jedoch die Tendenz zur Einstellung der Milcherzeugung oder der Vermark­
tung von Milch und Milcherzeugnissen .                                  •
Diese Tendenz kann durch Einführung einer Abschaffungsprämie gefördert werden ,
die für die Landwirte einen Anreiz darstellt , sich zu verpflichten , die Milch­
erzeugung vollständig aufzugeben und alle auf ihren Betrieben vorhandenen
Milchkühe abzuschaffen .
Die Höhe der Abschaffungsprämie ist so festzusetzen , daß sie als Ausgleich für
den Verlust der Einkünfte aus der Milcherzeugung betrachtet werden kann .
Die Einzelheiten der Gewährung der Abschaffungsprsmie sind je nach der Größe
des Milchkuhbestandes der landwirtschaftlichen Betriebe unterschiedlich fest­
zulegen .
                                                                    • • •] • m •
Ti ) ABl o Nr . L 148 vom 28,6.1968 , S. 24 .
( 2 ) AB1 . Nr . L 312 vom 12112.1969 , S. 3 »
( 3 ) AB1 . Nr .
 ---pagebreak---                                            - 2 -
Außerdem kann das angestrebte Ziel durch die Gewährung von Prämien an die
Landv;irte erreicht werden , die ohne die Erzeugung aufzugeben , vollständig
und für einen Zeitraum von 5 Jahren auf die Vermarktung von Milch und Milch­
erzeugnissen verzichten . Es ist jedoch notwendig , die Gewährung dieser Prämie
auf Betriebe zu beschränken , deren Milcherzeugung relativ hoch ist .
Die Höhe der Prämie für die NichtVermarktung von Milch und Kilcherzeugnissen
ist so festzusetzen , daß sie als Ausgleich für den Verlust der Einkünfte aus
der Vermarktung dieser Erzeugnisse betrachtet werden kann .
Um die Anwendung dieser Regelung zu erleichtern , ist es angebracht , eine ge­
staffelte Vorauszahlung der Prämie für die ITichtvermarktung von Milch und
Milcherzeugnissen vorzusehen .
Es empfiehlt sich , daß die Hälfte der durch die Gewährung dieser Prämien ent­
stehenden Kosten von der Gemeinschaft finanziert wird .
Der Gesamtheit der geplanten Maßnahmen kommt eine gemeinschaftliche Bedeutung
zu . Zweck dieser Maßnahmen ist es , die Ziele des Artikels 39 Buchstabe a) des
Vertrages einschließlich der für das ordnungsgemäße Funktionieren des Gemein­
samen Marktes erforderlichen Strukturänderungen zu verwirklichen . Sie stellen
daher eine gemeinsame Maßnahme im Sinne von Artikel 6 der Verordnung (EWG ) Nr . 729/70
des Rates vom 21»4»1970 über die- Finanzierung der gemeinsamen -Agrarpolitik dar ( 4 )«
Die Verordnung (EWG ) Nr . 1975/69 des Rates vom 6 . Oktober 1969 zur Einführung einer
Präni onregelung für die Schlachtung von Kühsn Sind die Nicht Vermarktung \von;Milch und
Iiilcherzeugnisseji(5 ) , geändert durch die Verordnung Nr« 1386/70(6 ), ist außer Kraft zu
                                                                                   setzen .
Jedoch müssen die Bestimmungen für die vor Inkrafttreten dieser Verordnung
gewährten Prämien weiterhin anwendbar bleiben .
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                        Abschnitt I
                           Prämien für die Abschaffung von Milchkühen
                                        Artikel 1
Landwirten , die mindestens zwei Milchkühe halten , kann auf Antrag eine Prä.mie
für die Abschaffung der Milchkühe gemäß den nachstehenden Vorschriften gewährt
werden .
                                                                  • * • jm • •
( 4 ) AB1 . Nr . L 94 vom 29 - 4 - 1970, S. 13 .
( 5 ) ABl . Nr . L 252 vom 8.10.1969 , S. 1 .
( 6 ) ABl . Nr . L 155 vom 16.7.1970 , S. 2.
 ---pagebreak---                                          - 3 -
                                       Artikel 2
Die Prämie wird unter der Voraussetzung gewährt , daß der Empfänger seinen Betrieb
nicht aufgibt und sich schriftlich verpflichtet :
 a ) im Laufe eines festzulegenden Zeitraums und spätestens bis zum 31 . Mai 1971
      alle Milchkühe seines Betriebes abzuschaffen ,
b ) auf die Haltung von Milchkühen während eines Zeitraums von 5 fahren , der
      am 1 . Juni 1971 beginnt , zu verzichten .
                                       Artikel 3   ■
1 . Die Prämie betragt 200 Rechnungseinheiten je abgeschaffte Milchkuh für die
      zehn ersten Ilühe und je 130 Rechnungseinheiten für jede ab der elften Kuh
     abgeschafften Milchkuh .
2 . Die Prämie wird nur bis zu einem Betrag gewährt , der der Anzahl der Milch­
     kühe entspricht , die zu einem in jedem Kitgliedstaat festgelegten Bezugs-
     zeitpunkt im vom Empfänger geführten Betrieb gehalten werden .
                                       Artikel 4
1 . Landwirten ," die 2 bis 5 Milchkühe halten , wird die Prämie gezahlt , wenn der
     Antragsteller nachweist , daß er der in Artikel 2 Buchstabe a ) genannten Ver­
     pflichtung nachgekommen ist .
2 . Landwirten , die mehr als 5 Milchkühe halten , wird ein Betrag von 100 Rech-
     nungseinheiten je abgeschaffte Milchkuh gezahlt , wenn der Antragsteller der
     zuständigen Stelle glaubhaft nachweist , daß er der in Artikel 2 Buchstabe s,)
     genannten Verpflichtung nachgekommen ist . Der Restbetrag der Prämie wird am
     Ende einer Zeitspanne von zwei Jahren , die mit dem Zeitpunkt der ersten
     Zahlung beginnt , gezahlt , wenn der Empfänger der zuständigen Stelle glaub­
     haft nachweist' , daß er während dieses Zeitraums keine Milchkühe gehalten
     hat .
                                    Abschnitt II
     Prämien für die ITichtvermarktung von Milch und Milcherzeugnissen
                                     Artikel 5   •
1 . Landwirten , die mehr als 10 Milchkühe halten , kann auf Antrag eine Prämie
     für die Fi chtVermarktung von Milch und Milcherzeugnissen , die aus dem zum
     Zeitpunkt der Antragstellung vom Empfänger geführten Betrieb stammen ,
     gemäß den nachstehenden Vorschriften gewährt werden .
 ---pagebreak---                                        _ 4 -
2 . Hinsichtlich der Prämie kann jeder Betriebsnachfolger die Rechte und
    Pflichten des Prämienempfängers übernehmen , wie sie im Augenblick der
    Nachfolge bestanden .
                                     Artikel 6
Die Gewährung der Prämie ist unter anderem davon abhängig , daß der Empfänger
sich schriftlich verpflichtet ;
a ) während eines Zeitraums von 5 Jahren in vollem Umfang darauf zu verzichten ,
    Milch und Milcherzeugnisse aus dem von ihm zum Zeitpunkt der Antragstellung
    geführten Betrieb zu verkaufen , wobei dieser Zeitraum am Ende des 6 . Monats
    nach dem Tage der Genehmigung des Antrags durch die zuständigen Stellen
    beginnt 5
b ) Während des unter a) genannten Zeitraums von 5 Jahren eine Anzahl Großvieh-
    einheiten zu halten , die der Zahl der zum Zeitpunkt der Antragstellung ge­
    haltenen Großvieheinheiten entspricht oder höher ist .
                                     Artikel 7
1 . Die Prämie wird nur bis zu einem Betrag gewährt , der der Anzahl der Milch­
    kühe entspricht , die zu einem von jedem Mitgliedstaat festgelegten Bezugs-
    zeitpunkt in vom Empfänger geführten Betrieb gehalten werden . Außerdem ist
    die Gewährung der Prämie davon abhängig , daß die durchschnittliche Menge
    Milch oder Milcherzeugnisse , die während der dem Bezugszeitpunkt voraus­
    gehenden 12 Monate abgegeben wurde , mindestens 1200 Liter Milch je Kuh
    entsprach .
2 . Die Höhe der Prämie für jede am Tag der Antragstellung im Betrieb gehaltene
    Milchkuh beträgt :
    - 130 RE , wenn die in Absatz 1 genannte durchschnittliche Menge 1200 1
      oder mehr und weniger als 2000 1 beträgt ;
    - 200 RE , wenn die in Absatz 1 genannte durchschnittliche Menge 2000 1
      oder mehr und weniger als 2Ö00 1 beträgt ;
    - 250 RE , wenn die in Absatz 1 genannte durchschnittliche Menge 2800 1
      oder mehr beträgt .
                                    Artikel 3
1 . Die Prämie wird in drei Teilbeträgen gezahlt .
2 . Ein Betrag von 100 Rechnungseinheiten je Milchkuh wird spätestens am Ende
    des sechsten Monats nach dem Tag der Genehmigung des Antrags durch die
    zuständigen Stellen gezahlt .                                  / • • a
 ---pagebreak---                                             - 5 -
3 . Der Restbetrag wird in zwei gleichen Raten gezahlt , wenn der Empfänger der zu­
     ständigen Stelle glaubhaft nachgewiesen hat , daß er die Bedingungen in Artikel 6
     erfüllt hat ,
                                          Abschnitt III
                                  Finanz- und allgemeine Bestimmungen
                                            Artikel 9
Als Betrieb im Sinne dieser Verordnung gilt die Gesamtheit der von dem Prämien-
empfänger geführten Produktionseinheiten , die auf dem Hoheitsgebiet des selben
Mitgliedstaates liegen .
                                            Artikel 10
Die in Artikel 1 und 5 genannten Prämien können nicht für den selben Betrieb
kumuliert werden .
                                            Artikel 11
Nach dem Verfahren des Artikels 27 der Verordnung Nr. 805/ 63 wird folgendes fest­
gelegt ;
a ) der Zeitraum für die Einreichung der Anträge und Gewährung der Prämien ,
b ) der Zeitraum , in dem die in Artikel 3 Absatz 2 und in Artikel 7 Absatz 1 ge­
    nannten Bezugszeitpunkto liegen müssen und andere I-iaßnahmcn , die gleichwertige
    Garantien bieten , ... falls die auf Bezugs Zeitpunkten beruhende Regelung nicht an­
    gewandt v/erden kann ,
c ) die Bestimmungen in bezug auf die Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen
    und in bezug a.uf die Zahlung der Prämie ,
d) die Bestimmungen für die Beibehaltung des Prämienrechts in außergewöhnlichen
    Fällen , insbesondere , wenn der Begünstigte seinen Beruf als Landwirt aufgibt ,
e ) die übrigen Durchführungsbestimmungen zu den vorstehenden Artikeln ,
                                            Artikel 12
1 . Die Gesamtheit der in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen stellt eine gemein­
    same Maßnahme im Sinne von Artikel 6 Absatz 1 der Verordnung (EWG ) Nr . 729/70 dar .
2 . a ) Die voraussichtlichen Gesamtkosten für die gemeinsame Maßnahme zu Lasten des
        EAGFL betragen 55 Millionen Rechnungseinheiten .
    b ) Die voraussichtliche Dauer der Abwicklung der in Artikel 5 genannten Maßnahme
        ist bis 31 » Dezember 1971 begrenzt .
                                                                                • • • /• • •
 ---pagebreak---                                         - 6_
                                      Artikel 13
 1 . Die von den Hitgliedstaaten irn Rahmen der Maßnahmen nach Artikel 1 und 5
     getätigten Ausgaben kommen für eine Finanzierung durch den EAGFL , Abtei­
     lung Ausrichtung , in Betracht .
2 . Der EAGFL , Abteilung Ausrichtung , vergütet den Mitgliedstaaten 50 'h ^er
     erstattungsfähigen Ausgaben .
                                      Artikel 14
1 . Die Anträge auf Rückvergütung beziehen sich auf die von den Ilitgliedstaaten
     im Laufe des Kalenderjahres getätigten Ausgaben und sind der Kommission bis
     zum 30 « Juni des darauffolgenden Jahres einzureichen .
2 . Über die Beteiligung des Fonds wird gemäß Artikel 7 Absatz 1 der Verordnung
     (EWG ) Fr . 729/70 entschieden.
                                      Artikel 15
1 . Unbeschadet von Artikel 8 der Verordnung (EWG ) Nr . 729/ 70 treffen
     die Ilitgliedstaaten in Übereinstimmung mit den nationalen Rechts- und Ver-
     waltungsvorschriften die erforderlichen Ilaßnahmen , um bereits gezahlte Be­
     träge wieder einzutreiben , wenn , unter Vorbehalt der Bestimmungen des Art , Ii
     Buchst , d), die in den Art , 2 und 6 bezeichneten Verpflichtungen nicht eingehalten
     worden, Sie berichten der Kommission über dio zu diesem Zweck getroffenen Maßnahmen
     uno. insbesondere über den Stand der Verwaltungs– und Gerichtsverfahren,
2 . Die vjieder eingetriebenen Beträge fließen den Zahlstellen der Mitglied­
     staaten zu und Vierden von diesen zur Hälfte von den vom Europäischen Aus-
     richtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft finanzierten Ausgaben
     entsprechend dem Anteil der gemeinschaftlichen Finanzierung in Abzug ge­
     bracht .
3 . Im Falle der erfolglosen Wiedereintreibung der Gesamtheit der in Absatz 1
     genannten Beträge werden die finanziellen Folgen zu gleichen Teilen von
     der Gemeinschaft und dem betreffenden Mitgliedstaat getragen , diejenigen
     ausgenommen , die auf Unregelmäßigkeiten oder Nachlässigkeiten der Verwal­
     tungen oder Dienststellen des Kitgliedstaates zurückzuführen sind , die
     vollständig von letzterem übernommen werden .
                                                                • • © ! • • •
 ---pagebreak---                                        - 7-
                                      Artikel 16
 Die Durchführungsbestimmungen zu Artikel      Absatz 2 und Artikel 15 werden
 nach dem Verfahren des Artikels 7 Absatz 2 der Verordnung ( ENG ) Er . 729/70
 erlassen .
                                      Artikel 17
 Die Eommission unterbreitet dem Rat regelmäßig auf der Grundlage der ihr von
 den Hitgliedstaaten übermittelten Angaben einen Bericht über die Anwendung
 der mit dieser Verordnung eingeführten Prämienregelung .
                                      Artikel 18
Die Verordnung (EWG ) Hr . 1975/ 69 und die dazugehörigen Durchführungsverord-
nungen werden aufgehoben . Jedoch bleiben ihre Bestimmungen hinsichtlich der
vor Inkrafttreten der vorliegenden Verordnung gewährten Prämien anwendbar .
                                      Artikel 19
Diese Verordnung tritt am dritten Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amts­
blatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brlissel am . . . .
                                                 im Kamen des Rates
Anhang
 ---pagebreak---                                            - 8 -
                                         Anhang
Schätzung der durch die Regelung der Prämii m für die Abschaffung der Kühe und
für die NichtVermarktung der Milch und der Milcherzeugnisse entstandenen Ausgaben .
I. Abschaffungsprâmie
   Aufgestellte Hypothesen :
   1971 werden 250.000 Kühe werden abgeschafft :
   1 . 50 /o dieser Kühe , d.h . 125.000 entstammen einem Tierbestand von 2 bis
       5 Kühen :
       Zahlung von 200 RE/Kuh im Jahre 1971 .
   2 . 50 % dieser Kühe , d.h . 125.000 entstammen einem Tierbestand von 6 Kühen
       und mehr :
       a ) Zahlung von 100 RE/Kuh im Jahre 1971 »
       b ) Zahlung des Restbetrages im Jahre 1973 »
           Dieser berechnet sich folgendermaßen (um der Tatsache Rechnung zu
           tragen , daß die Prämie nur 130 RE/kuh ab elfter Kuh des Tierbestandes
           beträgt ) : aufgrund der Ergebnisse der Kuhabschlachtaktion I969/7O
            schätzt man , daß 15 % 'der -Kühe der Gruppe 6 Kühe und mehr aus Tier-
           beständen von 11 Kühen und mehr stammen .
           Da der Durchschnitt dieser Tierbestände wahrscheinlich bei 15 Kühen
           liegen wird , wird die volle Prämie ( 200 RE ) auf 2/3 der Kühe dieser
           Tierbestände entfallen , der verminderte Prämiensatz ( 130 RE ) auf
           l/3 dieser Kühe .
           Abschließend und der Tatsache Rechnung tragend , daß die Anzahlung
           von 100 RE schon ausgezahlt worden sein soll :
           für 5 % der Kühe ( l/3 von 15 fo) beläuft sich der Restbetrag auf 30 RE/Kuhj
           für 95 $ der Kühe beträgt dieser Restbetrag 100 FJD/kuh .
           Der durchschnittliche Restbetrag je Kuh beträgt also :
                (5 x 30 ) + ( 95 x 100 ) = 96,5 R3/Kuh .                       . '
                         100
                                                                    • a « Ja • •
 ---pagebreak---       Finanzierung
      - 1971 :
         1 ) 125.000 Ktlhe zu 200 EE                         = 25.000.000 RE
         2 ) 125.000 Kühe zu 100 RS (Anzahlung )             = 12.500.000 ES
                                  Zu zahlender Gesamtbetrag    37-500.000 RE
                                  Anteil des EAGFL ( 50jS )    13.750 . 000 RS
      - 1372 :
         1) 0
         2) 0
      - 1973 :
         1) 0
         2 ) 125.000 Kuhe zu 96,5 RE                         = 12.002.500 RS
                                  Anteil des EAGFL ( 5^0 )      6.031.250 RE
II . Pramie fiir Eìchtvermarktung
      Aufgestellte Hypothesen :
  1 ) 250.000 ICühe worden 1971 ' prairiienbagünstagt . « 0,
      a ) davon 90 % zum Satz von 250 RE , also 225.000 Kühe
      b ) davon 5 % zum Satz von 200 RS , also 12.500 Kühe
      c ) davon 5 % zum Satz von 130 RS , also 12.500 Kühe
      ( Schätzung auf der Grundlage der Ergebnisse , die sich aus der für I969/7O
      bewilligten Prä.mienregelung für die HichtVermarktung ergeben ).
      Finanzierung
  2)      Auszuzahlende Beträge :
          a ) 225-000 Kuhe zu 250 RE                         = 56.25O.OOO RE
          b ) 12.500 Kuhe zu 200 RS                          =  2.500.000 RE
          c ) 12.500 Kuhe zu 130 RS                          =  1.625.000 RS
                                  a + b + c                    60.375.000 RE
                                  Anteil des EAGFL ( 50;,)     3O.l87.5OO RE
 ---pagebreak---                                       - 10 -
3) a), b ), c ) werden im ersten Jahr eine Anzahlung von 100 EJD/Kuh erhalten t
               250.000 Kühe x 100 BE « 25.000.000 E3 .     •
   Hinsichtlich, des Restbetrages geht man von dem Grundsatz aus , dass
   die Hälfte im zweiten Jahr gezahlt wird (B l )
   die Hälfte im dritten Jahr gezahlt wird (B 2)         '
                 Eestbetrag pro Einheit .      . 1/ 2 Eestbetrag pro Einheit
        , . a)            150 EE/Kuh                         75 EE/Kuh
             b)           100 EE/Kuk                         5° EE/Kuh
             c)            30 EE/Kuh                         15 EE/Kuh       ;
   Gesamtbetrags a + b + .0 = 60*375*000 EE – 25*000.000 EE =» 35*375*000 KS
   l/^Gesamtbetrag t a + b + o       = 17.687 « 500 EE
                             2
   Finanzierung
 - 1971
         250.000 Kühe zu 100 EE ( Anzahlung)                           25*000,000 EE
                   Beteiligung des EAGFL ( 50 $)... .. c ,             12»500.000 EE
 - 1972 ( l/2 Bestbetrag)
         225.000 Kûhe zu 75 HE »»
           12.500 Kuhe zu 50 EE
           12.500 Kûhe zu 15 EE                                        17 . 687 . 500 EE
                   Beteiligung des EAGFL ( 50 fo)                       8,843*750 EE
 - 1973 ( 1/2 Eestbetrag)                                              I7.687.5OO EE
                   Beteiligung des EAGFL ( 50 f>)                       8.843*750 EE
 ---pagebreak---                                  - 11 -
III . Wiederholung der sich aus der Verordnung ergebenden Gesamtausgaben
      ( Gesamtbetrag abgerundet und ausgedrückt in Millionen ES )
  Jahr            Gesamtausgabe                  Zu Lasten der Abteilung
                                             Ausrichtung des EAGFL ( Mill.BE )
         Abschaffung   Mcht-        Total   Abschaffung  licht-       Total
                       Vermarktung                       vermarktung
 1971        37             25       62        18,5         12,5       31
 1972                       18       18                      9          9
 1973        12             18       30                      9         15
 Total       49             61      110        24,5         30,5       55