CELEX: 51976PC0680
Language: de
Date: 1976-12-20
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Vinylchlorid-Monomer enthaltende Materialien und Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (76) 680
Vol. 1976/0205
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                     KOM(76) 680 endg .
                                                     Brüssel - den 20 . Dezember 1976
                        pi "     7     ^   /.- ν
                                Vorschlag für eine
                               RICHTLINIE DES RATES
              zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitglied-
              staaten über Vinylchlorid-Monomer enthaltende Materia­
              lien und Gegenstände , die mit Lebensmitteln in Be­
              rührung kommen
                     ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
K0M ( 76) 680 endg .
 ---pagebreak---                                  BEGRÜN DÜNG
, Allgemeine
  Vinyl chl ori d-Monomar ( VC) ist ein farbloses Gas , das als Ausgangsstoff für die Her­
  stellung von Polyvinylchlorid ( PVC), dem zur Zeit meistverwendeten Kunststoff für
    is Verpackung von Lebensmitteln , dient . Bis i960 galt VC als unschädliches Gas mit
  i rkoti scher Wirkung . Zu Beginn der 60er Jahre wiesen einige Wissenschaftler nach ,
  dass VC gesundheitsschädigende Wirkungen hat und Airosteolyse , Sklerodermien und
  Lebererkrankungen verursachen kann . 1970 kam zum e?äsimal der Verdacht auf, dass VC
  über die Atemwege zu Hunorbildüngen führen kann . . 1973 und 1974 bestätigte die gleich­
  zeitige Entdeckung gleichartiger Tumoren ( Leber-Angi osarkom) bei Ratten , die starken
  VC-Dosen ausgesetzt worden waren , und bei Menschen , die lange Zeit in der PVC-In-
  dustrie tätig gewesen waren , diesen Verdacht .
  Neben den Einatmungstests wurden 1974 Forschungen zur Ermittlung der Auswirkungen
  der Einnahme von VC durch Ratten aufgenommen . Als etwa 1 Jahr nach Beginn der
  Tests bei einigen Ratten ülimcre festgestellt wurden , befasste die Kommission sofort
  den wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss ( l ) mit dieser Präge , der am 27 . Juni
  1975 eine Stellungnahme abgab , in der es unter anderem heisst : "Aus diesem Grund
  muss das Risiko von Berührungen mit VC mit allen Mitteln vermindert werden ..... Der
  VC-Gehalt in PVC und verwandten Polymeren sollte so gering wie möglich gehalten
  werden         VC dürfe in Lebensmitteln und im Trinkwasser mit einem zu vereinbarenden
  Verfahren nicht nachweisbar sein ...." Der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss
  billigte auf einer späteren Sitzung am 13 . und 14 » November 1975 die Sensibilitäts-
  grenzen der Verfahren und schlug als vorläufige Massnahme die "Annahme eines
  VC~Anal,yseverfahrens mit einer Nachweisgrenze von 0,(50 mgfcg" vor , "das allgemein für
  die meisten Lebensmittel und von den meisten Prttfl aboratorien angewandt werden kann".
  Um zu prüfen , wie sich die Stellungnahme des wissenschaftlichen Ausschusses in die
  Praxis umsetzen lässt , und um das VC–Analyseverfahren zu definieren , veranstalteten
  die Kommissionsdienststellen eine Reihe von Sitzungen mit Vetretera der Mitglied-
  Staaten sowie der PVC-Industrie und holten die Stellungnahme des beratenden Lebens-
  mittelauschusses ein ( 2 ), in dem die verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen
  Kräfte vertreten sind .
  Bis zum Abschluss der zur Zeit in vielen Ländern laufenden Forschungen und in der
  Erwartung, dass die Ergebnisse dieser Forschungen eine genaue Beurteilung der
  Gefahren im Zusammenhang mit dem VC-Gehalt der mit Lebensmitteln in Berührung kommen­
  den Materialien und Gegenstände ermöglichen, legt die Kommission vorsichtshalber '
  folgenden Riohtlinienentwurf vor .
                                                                                 • 9/ e © e
  (1 ) ABl . L 136 vom 20. Kai 1974
  ( 2 ) ABl . L 182 vom 12 . August 1975
 ---pagebreak--- *                                               β» Α
II o Bemerkungen zum Richtlinienvorschlag
      Dies ist ein Entwurf einer Richtlinie zur Dur chführung der Richtlinie
      73/ * • • ./3W0 vom 22 . ITovember 1976 über -Materialien
     und Gegenstände » die dazu "bestimmt sind , mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen
      (Artikel l ). Diese Richtlinie hat die Festlegung von Grenzwerten für den VC-Gehalt
      von Materialien und Gegenständen sowie Lebensmitteln zum Gegenstand , die mit solchen
      Materialien und Gegenstanden in . Berfümajg gekommen sind (Artikel 2 und Anhang I ).
      Die Festlegung eines Höchstwertes des VC-Gehalt s von Materialien und Gegenständen
      rieben einem Grenzwert des VC-Gehalt s von Lebnsmitteln ist notwendig , um die Wahr­
      scheinlichkeit einer Übertragung von VC auf Lebensmittel auf ein' Minimum zu re­
      duzieren und dem Verbraucher somit einen zusätzlichen Schutz zu gewähren . Die
     Festlegung eines solchen Grenzwerts zwingt die Industrie ferner zur systematischen
     Eontrolle ihrer Erzeugung von Materialien und Gegenständen aus PVC und gibt dem
     Staat die Möglichkeit , gegebenenfalls vor die Kommerzialisierung der Materialien ,
     Gegenstände oder Lebensmittel die mit solchen Materialien oder Gegenständen in
     Berührung gekommen sind ? einzugreifen® Die Früfung des VC–Gehalt? der Lebensmittel
     ist zwar unerlässlich , doch ermöglicht er – nach der Stellungnahme des Wissenschaftli­
     chen Zuschusses – "wegen/' mangelnder Beziehung zwischen der Konzentration von freiem VC
     im PVC und da? VO-Ifeige, ds ii dfe Lebensmittel übergeht " teine Präventivkontrolle der Produktion
     und vermindert den möglichen VC-Gehalt von Lebensmitteln nicht auf ein                           Minimum ,
     da dieses Minimum von der Empfindlichkeit und Präzision des Analyseverfahrens abhängt •
     Schliesslich ist zu erwähnen , dass die Festlegung eines Grenzgehalt eB für VC in
     Materialien und Gegenständen ein einfaches und wirksames Mittel zur Verminderung der
     Übertragung von VC durch Materialien und Gegenstände ( wie Tuben ., Hüllen , Komponenten
     von Bearbeitungsgeräten ) daist eilt ; diese lassen sich durch die Festlegung eines
     VC–Grenzwertes in Lebensmitteln gesundheitstechnisch nicht beeinflussen , da sie nicht
     zusammen mit den Lebensmitteln vertrieben werden , sondern erst in einer spätaren
     Phase mit diesen Berührung kommen , wenn eine offiziell® Pr2Lfta.g «tmreh den Staat .
     nicht mehr möglich ist .
     Der VC~GiBRa*ert vcn Q050 mg/kg in Lebensmitteln ist zur Seit von den meisten Labo– .
     ratorien die niedrigste Menge , die ss^eh " mit hinreichender Genauigkeit nachweisen •
     läest, * Anderseits entspricht er dem ijn den Regelungen oder R e eplur g s ent wür fen der
     Länder der Europäischen Gemeinschaften festgelegten Wert . Dia 7C~>H8ch!?tgehaite der
     verschiedenen 5Jypen von Materialien und Gegenständen aus PVC ist dagegen der mit !
     ilLife der derzeitigen Spitaentecbnologls erreichbare Mi nde stwer t * . B<y*. Einhaltung ;
                nriiu»,K7i iiit e « nach des äcrassi^iga® vi ssei'.'Sfsha.fH' Ii ch.su KeaT2tniseen sehr
                               da'^s dor VCMTQebstgejalt van ko&sorvi er ten Labfr-'ïsssitteln deutiich
     un^vr öf V:*Q                liegt »
     ^ ^                    ■ vcvioklun« . der.                          r3.r P?        sr>, *Xi en und. –'legen«»
                v " ■:< cvco der f^fàhr-sxi sum teràvoi » von TC in fvfebmsrBitt í It- uad 351»
                                                                                                      *• & /«• fr
 ---pagebreak---                                       - 3 -
      Beurteilung der mit vC verbundenen Gefahren zu erwarten ist , ist auch ein Verfahren
      zur raschen Anpassung der Richtlinie an den technischen Fortschritt vorgesehen
      ( Artikel 4)»
      J  Anhang II ist schliesslich das Analyseverfahren für die Prüfung des VC–Httchst-
      f  alts von Lebensmitteln sowie von PVC-IIaterialien und -Gegenst .Hnden angegeben ,.
III . Stellungnahme des Europäischen Parlaments und des Wirtschafts– und Sozialausschuseas
                                                                                    ' ' 1
      Der hier vorgeschlagene Text wird eine "Einzelrichtlinie " im Sinne von Artikel 3
      der Richtlinie 76/ ..../EWG darstellen und ist deshalb auf der Grundlage des Ver­
      fahrens des Artikels 100 des   Vertrages zu erlassen . Nach Absatz 2 des letzteren
      Artikels ist die Stellungnahme des Europäischen Parlaments und diejenige de3
      Wirtschafts- und Sozialausschusses erforderlich , denn die Anwendung der Bestimmungen
      dieser Richtlinie erfordert von allen Kitgliedstaaten eine Änderung der Gesetzes-
      vorschriften .
 ---pagebreak---                                    Vortehlag fur eine
                                  RICHTLINIE DES RATES
7.ur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Viny Ichlorid-Monomer
enthaltene Materialien und Gegenstände , die mit Lebensmitteln in Berührung kommen
DE t RAT DER EUROPÄISCHEN GELIEINSC HAF1EN -
g J ützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
gestützt auf die Richtlinie 16/. . . ./EWG vom 22 . November 1976 zur Angleichung der
Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten über Materialien und Gegenstände , die dazu
bestimmt sind , mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen ( l ), insbesondere auf
Artikel 3 ,
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts– und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
In Artikel 2 der Richtlinie 76/ .... /EWG wird festgelegt , dass die Materialien und
Gegenstände nicht in solcher Menge     Bestandteile an die Lebensmittel abgeben
dürfen , dass eine Gefahr für die menschliche Gesundheit entstehen könnte .
Artikel 3 derselben Richtlinie sieht vor , dass der Rat nach dem Verfahren des
Artikels 100 des Vertrags im Wege von Richtlinen die besonderen Vorschriften er–
lässt , die für bestimmte Gruppen von Bedarfsgegenständen gelten (Einzelrichtlinien )»
Diese besonderen Vorschriften können insbesondere      Grenzen für den spezifischen
'Übergang bestimmter Bestandteile in oder auf Lebensmittel enthalten sowie andere
Vorschriften , die es erlauben , die Einhaltung der Bestimmungen des Artikels 2 der
genannten Richtlinie sicherzustellen .
Es ist festgestellt worden , dass die Verabreichung grosser Mengen von monomerem
 \ZInyl chlorid bei Versuchstieren zu schädlichen Auswirkungen geführt hat und dass
 diese Auswirkungen auch beim Menschen auftreten könnten .
 In der Stellungnahme des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses heisst es
 dass "Der Gehalt an monomerem Vinylchlorid in Polyvinylchlorid und verwandten
 Polymeren so gering wie möglich gehalten werden sollte "; er empfiehlt zur gleichen
 Zeit , das " Vinylchlorid dürfe in Lebensmitteln und im Trinkwasser mit einem Ver­
 fahren nicht nachweisbar sein , das allgemein fft? die meisten Lebensmittel und von
 den meisten Prüflaboratorien angewandt werden könne ".
  ( l ) AB1 . L
 ---pagebreak---                                    - 2 -
Weitere Forschungen über monomeres Vinylchlorid sind im Gange ; bis deren Ergebnisse
bekannt sind , sollte die Absorption von monomerem Vinylchlorid vorsichtshalber in
Grenzen gehalten werden .
Die Anpassung der Richtlinie an den technischen Porschritt ist eine Durchführungs-
massnahme , deren Erlass der Einfachheit und der Zeitersparnis wegen der Kommission
übertragen werden sollte .
Für alle Fälle , in denen der Rat der Kommission zur Durchführung der Vorschriften
über Materialien und Gegenstände , die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Be­
fügnisse überträgt , ist ein Verfahren vorzusehen , das innerhalb des durch Ratbe-
schluss vom 13 . November 19^9 eingesetzten Ständigen Lebensmittelausschusses eine
enge Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und Kommission herstellt –
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN !
 ---pagebreak---                                 Artikel 1
 Gemäss Artikel 3 der Richtlinie 76/ 0 ../E¥G vom 22 0 November 1976 betrifft diese
 Richtlinie aus Vinyl chlorid-Polymeren oder -Kopolymeren hergestellte Materialien
 iv d Gegenstände,.die im Stadium des Pertigerzeugnisses dazu bestimmt sind , mit
 I " -nsmitteln in Berührung zu kommen , oder die bei bestimmungsgemässem Gebrauch
n.. , Lebensmitteln in Berührung kommen 0 Diese werden im folgernden "Materialien und
Gegenstände " genannt .
                               Artikel 2
 Dsr Vinyl chlori d–Monomer–Gehalt der Gegenstände und Materialien darf die in
Anhang I angegebenen Grenzen nicht übersteigen »
Die Lebensmittel , die mit den Materialien oder Gegenständen
in Berührung kommen , dürfen keinen Vinyl chlorid-Monomer-Gehalt aufweisen , der über
den in Anhang I festgelegten Grenzen liegt .
                               Artikel 3
Die Einhaltung der in Anhang I angegebenen Grenzen wird mit Hilfe des in Anhang II
beschriebenen Verfahrens nachgeprüft .
                               Artikel 4
Die Anpassung der Anhänge dieser Richtlinie . an die wissenschaftliche und technische
Entwicklung erfolgt nach dem in Artikel 10 der Richtlinie 76/.../EWU vom 22 . Novem­
ber 1976 festgelegten Verfahren .
                               Artikel 5
Diese Richtlinie berührt nicht die einzelstaatlichen Bestimmungen betreffend andere
mögliche Normen , die in Artikel 3 der Richtlinie 76/ .../EWG vom 22 . November I976
vorgesehen sind .
                               Artikel 6
1 . Um den Bestimmungen dieser Richtlinie nachzukommen , ändern die Mitgliedstaaten
    gegebenenfalls bis zum 1 . Januar 1978 ihre jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen
    uns setzen die Kommission hiervon in Kenntnis »
2 . Die auf diese Weise geänderten Rechtsvorschriften gelten vom 1 . Juli 1978 an
     für die Materialien und Gegenstände sowie für die Lebensmittel , mit denen diese
    Materialien und Gegenstände in Berührung kommen .
                               Artikel 7
Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
 ---pagebreak---                                 mm A m
                           ANHANG I
Höchstgehalt an Vinylchlorid-Monomeren in Materialien und Gegenständen sowie
Lebensmitteln
Materialien und Gegenstände : 1 mg/kg Pertigerzeugnis . Diese Grenze wird auf 5 mg/kg
                               Pertigerzeugnis erhöht , wenn es sich um Materialien und
                               Gegenstände aus Vinyl chlorid-Kopolymeren hudelt , die
                               nicht zur Verwendung als Hüllen oder Behälter fllr flüssi­
                               ge Lebensmittel bestimmt sind .
Lebensmittel ?                 0,050 mg/kg«
 ---pagebreak---                                    - h -
                                  ANHANG II
Nachweis von Vinylchlorid-Plymer ( VC ) in Lebensmitteln sowie in Materialien und
Gegenständen
1 „ Grundsatz
    Der Nachweis von VC in Lebensmitteln oder Materialien und Gegenständen erfolgt
    mittels Gas-Flüssigkeit s–Chromatographie unter Verwendung der "Head-Space"-Technik
    nach Lösung oder Suspendierung der Probe in Dimethylazetamid ( DI«IA ).
2 . Reagenzien
    2.1 . - VC ( Reinhei mehr als 99 »5 5») •
    2.2 . – N-N–DMA , frei von flüchtigen Beimengungen , die die gleichen Chromatogra-
             ph! sehen Rückbehaltezeiten wie VC haben könnten .
    2.3 » – Interne Standard–Lösung, z.B. Äthyläther in DM , sofern dies als nützlich
             betrachtet wird .
3 . Gerät e
    Anmerkung : Es werden nur besondere Geräte und Instrumente sowie solche angegeben , di
                  besondere Spezifikationen erfordern . Nicht aufgeführt sind die üblichen
                  Laborgeräte .
    3.1 . – Gaschromatograph mit automatischer " Head–Space "–Probenahmevorrichtung
             mit Flammenionisationsdetektor . Als Ersatzlösung kann ein Gaschromato–
             graph mit manueller Probeinjektion und Flammenionisationsdetektor an­
             gewandt werden . Auch ein spezifischer , in den Gas Chromat orgraph en eingebau­
             ter Detektor an Stelle eines Flammenionisationdetektors mit einer mikro–
             elektrichen Leitfähigkeit nach "Journal of Chromatographie Science " vol . 12 ,
             März 1974t Seite 152 , ist als ausreichend betrachtet worden .
    3.2 . -• Potenziometrisches Registriergerät .
    3.3 « – Becher oder Kolben mit Trennwänden aus Silikon oder Butylkautschuk für die
             Proben .
                                                                               • • •/ • •
 ---pagebreak---            Beim manuellen Verfahren kann die Probenahme im Luftraum ( Head Space ) mit
           Hilfe einer Spritze , die Bildung eines TeilvaJcuums im Becherglas oder
           Kolben zur Folge haben . FHr manuelle Verfahren mit Bechergläsern , die vor
           der Probenahme nicht unter Druck gesetzt worden sind, wird deshalb die
           Verwendung grösserer Gläser empfohlen .
 3.4 . – Mikrospritzen .
 3.5 . - Gasdichte Spritzen fflr manuelle Head-Space-Probenahme .
Arbe i t svor s chri ft
4.1 . – Herstellung von VC-StandardlÖ3ung
          Anmerkung : Mit VC ist unter einem gut durchlüfteten Rauchabzug zu arbeiten .
          Einen passenden Glasbehälter ganau wiegen . Anschliessend DMA ( z.B. 50 ml )
          hinzugeben, von neuem wiegen und rund 0,1 g flüssiges oder gasförmiges VC
          hineinsptflen 0d9r injizieren . Nochmals wiegen, auf Grund der Differenz
          die Menge des gelösten VC und dadurch seine Konzentration in der erhaltenen
          Lösung feststellen ( Standardlösung) . Diese Standardlösung ist bei kühler
          Lagerung lange haltbar . Zur Herstellung einer verdünnten VC-Lösung entnehme
         man eine aliquote Menge Standardlösung und gebe sie zu einer bekannten Hange
          DM in einen gewogenen Glaskolben bei gleichzeitiger möglichst weitgehender
         Verminderung des Luftvolumens ( Head-Space ) . Nochmals wiögen und mit Hilfe
         der Differenz VC–Konzentration berechnen .
4.2 . – Herst ellung der Proben
         Anmerkung«- Verluste von Vinylchlorid durch Verflüchtigung sind möglichst
                         vermeiden . .
                      «» Es sind dür das zu untersuchende Erzeugnis möglichst repräsenta­
                         tive Lebensmittel- und PVC-Proben zu wählen . Im Falle vo:: nicht­
                         flüssigen Lebensmitteln sind die zu prüfenden Proben au diesem
                         Zweck vor Entnahme der aliquoten Menge genau zu homogenisieren .
 ---pagebreak---  Labensmittelprobe
 In einem Satz von drei Kolben eine ausreichende Menge «ss zu untersu-
 clmien Lebensmittels genau einwägen . Gegebenenfalls eine geeignete
 Menge DM ( das gelegentlich das Zustandekommen des Gleichgewichts
 begünstigt ) und/oder interne Standardlösung hinzugeben . Sofort
versiegeln und homogenisieren .
Eichkurve für die Bestimmung von VC in Lebensmitteln
 In einem Satz von mindestens fünf Becherkolben eine gleiche Menge des
 selben Lebensmittels , das nicht mit VC–haltigen Materialien oder
Gegenständen in Berührung gekommen ist , einwägen , Ist dem Lebens­
mittel DM und/oder interne Standardlösung beigegeben worden, so
sind der Bezugsprobe gleiche Mengen beizufügen .
Verdünnte VC–Standardlösung bis zu VC–Konzentrationen von 0,000 ;
0,050 ; 0,0075 » 0,100 ; 0,150 usw . mg/kg hinzufügen . Sofort versiegeln
und homogenisieren .
Proben von Materialien und Gegenständen
In einem Satz geeigneter Kolben rund 200 mg zerkleinerte Proben der
zu untersuchenden Materialien und Gegenstände genau einwägen . Einen
Magnetanker und 2 ml DM , gegebenenfalls mit einer angemessenen Menge
interner Standardlösung , hinzugeben . Kolben versiegeln , in ein
Wasserbad ( 60 bis 70° C ) stellen und Probe duroh kräftiges Schütteln
der Lösung auflösen .
Eichkurve zur Bestimmung des VC-Gehalts von Materialien oder
Gegenständen
In einen Satz von mindestens fünf Becherkolben rund 200 mg VC-freie
Proben der Materialien und Gegenstände      nach 4»2.3 geben .
Einen Magnet anker und rund 2 ml DM mit einer angemessenen Menge
interner Standardlösung hinzugeben , sofern Tinter 4*2 »3 eine solche
verwendet worden ist .
 ---pagebreak---                               n 8 ta
            Die Proben der Materialien und Gegenstände mittels Schütteln auf­
            lösen . Verdünnte VC~StandardlBsung hinzugeben , bis ein Konzentra-
            tionsint ervall erreicht wird , das die VC-Konzentrationen der zu
            prüfenden Probe einschließet . Sofort versiegeln und homogenisieren .
 Gasohromatographische Bestimmung
 4«3.1 . – Gleichgewicht der Proben
           Vor Beginn der"Head-Space"-Probenahme abwarten, bis sich in den
           versiegelten Kolben des Gleichgewicht der Proben eingestellt hat .
           Normalerweise genügen zwei Stunden bei 50° C.
4.3.2 « – Bestimmung
           Säule und Betribsbedingungen des Gaschromatographen so wählen, dass
           keine Interferenzen mit VC und der internen Standardlösung vorkommen .
           Säule periodisch reinigen , um die DMA.–Peaks im Chromat ogramm zu
           entfernen® Raum ( oder Höhe ) der Peaks mit Bezug auf das VC oder
           gegebenenfalls die interne Standard! ösulig messen und von der erhal­
           tenen Eichkurve die VC–Konzentration der geprüften Lebensmittel-,
           Material– oder Gegenstansprobe ableiten «
Interferierende Peaks auf der Chromat ogrammen
Bei bestimmten Lebensmitteln treten interferierende Peaks auf » In
solohen F&lle       stelle man entweder unter Verwendung eines mikro–
äekird^rtischen      LeitfShigkeitsdetektors nach 3,1 oben cder mit Hilfe von
Ilassenspektrometrie fest , ob die Probe wirklich VC enthält . Bei Anwendung des
letztgenannten Verfahrens gilt das Vorhandensein von Mol ekulari onen von m/s
62 und 64 in einem Verhältnis von 3*1 als BesiHtigu:ng f&r das Vorhandensein
                      «
von VC®    Wird die Interfsreag- "bestätigt j so ist eise andere Säule zu v&- wenden