CELEX: 62011TO0282
Language: de
Date: 2011-09-06 00:00:00
Title: Beschluss des Gerichts (Vierte Kammer) vom 6. September 2011. # Ciprian-Calin Alionescu gegen Office de sélection du personnel des Communautés européennes (EPSO). # Öffentlicher Dienst - Einstellung - Allgemeines Auswahlverfahren - Entscheidung des EPSO, die Einreichungsfrist für Bewerbungen um sechs Stunden zu verlängern - Verweisung an das Gericht für den öffentlichen Dienst. # Rechtssache T-282/11.

Rechtssache T-282/11
      Ciprian-Calin Alionescu
      gegen
      Amt für Personalauswahl der Europäischen Gemeinschaften (EPSO)
      „Öffentlicher Dienst – Einstellung – Allgemeines Auswahlverfahren – Entscheidung des EPSO, die Einreichungsfrist für Bewerbungen um sechs Stunden zu verlängern – Verweisung an das Gericht für den öffentlichen Dienst“
      Leitsätze des Beschlusses
      Beamte – Klage – Klage gegen eine Entscheidung des Europäischen Amts für Personalauswahl (EPSO) im Rahmen eines allgemeinen
            Auswahlverfahrens für die Einstellung von Beamten – Zuständigkeit des Gerichts für den öffentlichen Dienst
      (Art. 270 AEUV; Beamtenstatut, Art. 29 bis 31 und Anhang III)
      Eine Klage eines Bewerbers eines allgemeinen Auswahlverfahrens für die Einstellung von Beamten der Union, mit der die Rechtmäßigkeit
         einer Entscheidung des Europäischen Amts für Personalauswahl im Rahmen eines allgemeinen Auswahlverfahrens angezweifelt wird,
         fällt in den Anwendungsbereich des Art. 270 AEUV und demnach in die Zuständigkeit des Gerichts für den öffentlichen Dienst.
         Denn die Einstellung von Beamten der Union ist insbesondere in den Art. 29 bis 32 des Statuts der Beamten der Union und in
         dessen Anhang III geregelt. Somit ist ein Bewerber für ein allgemeines Auswahlverfahren eine Person, auf die das Statut Anwendung
         findet.
      
      (vgl. Randnrn. 7-10)
BESCHLUSS DES GERICHTS (Vierte Kammer)
      6. September 2011(*)
      
      „Öffentlicher Dienst – Einstellung – Allgemeines Auswahlverfahren – Entscheidung des EPSO, die Einreichungsfrist für Bewerbungen um sechs Stunden zu verlängern – Verweisung an das Gericht für den öffentlichen Dienst“
      In der Rechtssache T‑282/11
      Ciprian-Calin Alionescu, wohnhaft in Etterbeek (Belgien), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt M. Stănculescu,
      
      Kläger,
      gegen
      Amt für Personalauswahl der Europäischen Union (EPSO),
      
      Beklagter,
      betreffend die Aufhebung der Entscheidung des EPSO, im Rahmen des allgemeinen Auswahlverfahrens EPSO/AD/206-207/11 die Einreichungsfrist
         für Bewerbungen um sechs Stunden zu verlängern, und den Erlass der sich aus dieser Aufhebung ergebenden Maßnahmen
      
      erlässt
      DAS GERICHT (Vierte Kammer)
      unter Mitwirkung der Präsidentin I. Pelikánová (Berichterstatterin) sowie der Richterin K. Jürimäe und des Richters M. van
         der Woude,
      
      Kanzler: E. Coulon,
      folgenden
      Beschluss
      1         Mit Klageschrift, die am 24. Mai 2011 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat der Kläger, Ciprian-Calin Alionescu,
         die vorliegende Klage auf Aufhebung der Entscheidung des Amts für Personalauswahl der Europäischen Union (EPSO), mit der im
         Rahmen des allgemeinen Auswahlverfahrens EPSO/AD/206-207/11 die Einreichungsfrist für Bewerbungen um sechs Stunden verlängert
         wurde, und auf Erlass der sich aus dieser Aufhebung ergebenden Maßnahmen erhoben.
      
      2        Nach Art. 8 Abs. 2 des Anhangs I der Satzung des Gerichtshofs der Europäischen Union verweist das Gericht einen Rechtsstreit
         an das Gericht für den öffentlichen Dienst der Europäischen Union, wenn es feststellt, dass eine Klage in die Zuständigkeit
         dieses Gerichts fällt.
      
      3        Nach Art. 1 des Anhangs I der Satzung des Gerichtshofs ist das Gericht für den öffentlichen Dienst im ersten Rechtszug für
         Streitsachen zwischen der Europäischen Union und deren Bediensteten gemäß Art. 270 AEUV zuständig.
      
      4        Art. 270 AEUV betrifft „alle Streitsachen zwischen der Union und deren Bediensteten innerhalb der Grenzen und nach Maßgabe
         der Bedingungen …, die im Statut der Beamten der Union und in den Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten
         der Union festgelegt sind“.
      
      5        In diesem Zusammenhang stellt Art. 91 Abs. 1 des Statuts der Beamten der Europäischen Union (im Folgenden: Statut) klar, dass
         der Unionsrichter „[f]ür alle Streitsachen zwischen [der Union] und einer Person, auf die dieses Statut Anwendung findet,
         über die Rechtmäßigkeit einer diese Person beschwerenden Maßnahme“ zuständig ist.
      
      6        Es ist daher zu prüfen, ob die vorliegende Klage in den Anwendungsbereich des Art. 270 AEUV fällt, wie er in Art. 91 Abs. 1
         des Statuts präzisiert ist.
      
      7        Hierzu ist zum einen festzustellen, dass der Kläger mit seiner Klage die Rechtmäßigkeit einer Entscheidung anzweifelt, die
         vom EPSO getroffen worden sei und ihn beschwere.
      
      8        Zum anderen soll die betreffende Entscheidung im Rahmen eines allgemeinen Auswahlverfahrens für die Einstellung von Beamten
         der Union ergangen sein, für das sich der Kläger beworben habe. Die Einstellung von Beamten der Union ist insbesondere in
         den Art. 29 bis 32 des Statuts und in dessen Anhang III geregelt. Somit ist der Kläger als Bewerber für das betreffende allgemeine
         Auswahlverfahren eine Person, auf die das Statut Anwendung findet.
      
      9        Daraus ergibt sich, dass die vorliegende Klage in den Anwendungsbereich des Art. 270 AEUV fällt.
      
      10      Infolgedessen fällt die Klage in die Zuständigkeit des Gerichts für den öffentlichen Dienst und ist an dieses zu verweisen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Vierte Kammer)
      beschlossen:
      1.      Die Rechtssache T‑282/11 wird an das Gericht für den öffentlichen Dienst der Europäischen Union verwiesen.
      2.      Die Kostenentscheidung bleibt vorbehalten.
      Luxemburg, den 6. September 2011
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                     Die Präsidentin
            
         
               E. Coulon 
            
             
            
                     I. Pelikánová
            
         * Verfahrenssprache: Englisch.