CELEX: 62007FJ0065
Language: de
Date: 2009-04-30
Title: Urteil des Gerichts für den öffentlichen Dienst (Zweite Kammer) vom 30. April  2009. # Laleh Aayhan und andere gegen Europäisches Parlament. # Öffentlicher Dienst - Zulässigkeit - Gleichbehandlung - Richtlinie 1999/70. # Rechtssache F-65/07.

URTEIL DES GERICHTS FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DIENST(Zweite Kammer)
      
      30. April 2009
      Rechtssache F-65/07
      Laleh Aayhan u. a.
      gegen
      Europäisches Parlament
      „Öffentlicher Dienst – Hilfskräfte für Sitzungen des Parlaments –Zulässigkeit – Vorprozessuales Verfahren – Art. 283 EG – Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen – Einrede der Rechtswidrigkeit – Gleichbehandlung – Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses – Richtlinie 1999/70 – Befristete Verträge – Möglichkeit der Geltendmachung“
      Gegenstand:      Klage nach den Art. 236 EG und 152 EA, mit der Frau Aayhan und 79 weitere ehemalige Hilfskräfte für die Sitzungen des Parlaments
         u. a. die Aufhebung der Entscheidung der zum Abschluss von Dienstverträgen ermächtigten Behörde vom 20. April 2007 beantragen,
         mit der die von ihnen angeführte „Beschwerde“ vom 19. Dezember 2006 zurückgewiesen wurde, die sich darauf richtete, dass die
         von jedem von ihnen mit dem Parlament geschlossenen aufeinanderfolgenden befristeten Verträge als ein einziger unbefristeter
         Teilzeitvertrag anzusehen seien, die Betroffenen auf dieser Grundlage wieder innerhalb des Parlaments einzustellen seien und
         ihnen eine Entschädigung zu gewähren sei, die dem Anspruch auf bezahlten Urlaub „entspreche“, den sie während der gesamten
         Arbeitszeiträume erworben hätten
      
      Entscheidung:      Die Klage wird abgewiesen. Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten. 
      
      Leitsätze
      1.      Beamte – Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten – Hilfskräfte – Geltung von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
            für die sonstigen Bediensteten für Hilfskräfte für die Sitzungen des Europäischen Parlaments
      (Art. 283 EG; Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten, Art. 3a, 3b und 78)
      2.      Handlungen der Organe – Richtlinien – Keine unmittelbare Verpflichtung der Organe der Gemeinschaft in ihren Beziehungen zu
            ihren Beschäftigten – Möglichkeit der Geltendmachung – Tragweite
      (Art. 10 EG und 249 EG)
      3.      Sozialpolitik – EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge – Richtlinie 1999/70 – Verpflichtung der
            Organe der Gemeinschaft in ihren Beziehungen zu ihren Beschäftigten (Art. 10 EG und 249 EG; Beamtenstatut, Art. 1e Abs. 2;
            Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten, Art. 10 Abs. 1 und Art. 80 Abs. 4; Verordnung Nr. 723/2004 des Rates;
            Richtlinie 1999/70 des Rates)
      4.      Sozialpolitik – EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge – Richtlinie 1999/70 – Maßnahmen zur Vermeidung
            von Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge – Sachliche Gründe, die die Verlängerung solcher Verträge
            rechtfertigen
      (Richtlinie 1999/70 des Rates, Anhang, Paragraf 5 Nr. 1 Buchst. a; Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten,
            Art. 78)
      1.      Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Gemeinschaften stellt eine Ausnahme
         zu der in Titel III dieser Beschäftigungsbedingungen enthaltenen Regelung für Hilfskräfte dar, die es dem Parlament bis zum
         31. Dezember 2006 ermöglicht, den Beschäftigungszeitraum der Hilfskräfte, die für die Durchführung der Arbeiten seiner Sitzungsperioden
         benötigt werden, auf die Dauer der Sitzungsperioden zu beschränken. Grundsätzlich kann die Regelung für Hilfskräfte nämlich
         nicht auf Beschäftigungen angewandt werden, die jeweils von kurzer Dauer sind, sich jedoch über Jahre hinaus häufig wiederholen.
         Dennoch unterliegen diese Hilfssitzungskräfte Titel III der Beschäftigungsbedingungen, von dem nur in Bezug auf die Einstellungs-
         und Vergütungsbestimmungen, die im Abkommen zwischen diesem Organ, dem Europarat und der Versammlung der Westeuropäischen
         Union über die Einstellung dieses Personals geregelt sind, abgewichen wird. Folglich bleiben die übrigen Bestimmungen in Titel
         III, die u. a. die Arbeitsbedingungen und die soziale Sicherheit betreffen, anwendbar, unabhängig von internen Spezialvorschriften,
         die vom Präsidium oder vom Generalsekretär des Parlaments erlassen werden und darauf gerichtet sind, die Beschäftigungsbedingungen
         durchzuführen oder zu ergänzen. 
      
      Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten verstößt daher nicht gegen Art. 283 EG. Der Umstand,
         dass der Gesetzgeber für die Bestimmungen zur Einstellung und Vergütung von Hilfssitzungskräften auf das genannte Abkommen
         verweist, kann nicht so verstanden werden, dass der Gesetzgeber auf die Ausübung seiner durch Art. 283 EG übertragenen Zuständigkeit
         zum Erlass des Statuts und der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten verzichtet habe. Vielmehr hat sich
         der Rat gerade in Ausübung dieser Zuständigkeit unter Berücksichtigung der gemeinsamen Interessen und Bedürfnisse der drei
         europäischen Organisationen im Hinblick auf den ordnungsgemäßen Ablauf der Sitzungsperioden ihrer beratenden Organe verpflichtet
         gefühlt, die Bestimmungen zur Einstellung und Vergütung von Bediensteten, die für die Dauer der Arbeiten der parlamentarischen
         Sitzungsperioden eingestellt werden, mit den Bedingungen in Einklang zu bringen, die die betreffenden drei Organe oder Organisationen
         vereinbart haben, wobei er sich gemäß Art. 78 Abs. 2 der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten die Haushaltskontrolle
         vorbehalten hat. 
      
      Diese Bestimmung verstößt auch nicht gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung, da die Lage der Bediensteten, die eingestellt
         werden, um den zu bestimmten Zeitpunkten massiv auftretenden zusätzlichen Personalbedarf zu decken, der dem Parlament ausschließlich
         während seiner Sitzungsperioden entsteht, sich nicht mit der Lage der Bediensteten vergleichen lässt, die eingestellt werden,
         um den kontinuierlichen und täglichen Bedarf zu decken, der die Anwesenheit eines Personals erfordert, das sich aus Beamten
         und gegebenenfalls Bediensteten auf Zeit oder Vertragsbediensteten im Sinne des Art. 3a oder des Art. 3b der Beschäftigungsbedingungen
         für die sonstigen Bediensteten zusammensetzt. 
      
      (vgl. Randnrn. 85, 86, 97 bis 100 und 103)
      Verweisung auf: 
      Gerichtshof: 11. Juli 1985, Maag/Kommission, 43/84, Slg. 1985, 2581, Randnr. 19
      2.      Die Richtlinien, die sich an die Mitgliedstaaten und nicht an die Organe der Gemeinschaft richten, legen als solche diesen
         Organen in ihren Beziehungen zu ihren Beschäftigten keine Verpflichtungen auf. Trotz dieser Überlegung lässt sich jedoch nicht
         ausschließen, dass eine Richtlinie im Rahmen der Beziehungen zwischen den Organen und ihren Beamten oder Bediensteten geltend
         gemacht werden kann. Erstens können die Bestimmungen einer Richtlinie ein Organ nämlich indirekt verpflichten, wenn sie Ausdruck
         eines allgemeinen Grundsatzes des Gemeinschaftsrechts sind, der als solcher vom Organ anzuwenden ist. Zweitens kann eine Richtlinie
         ein Organ verpflichten, wenn das Organ im Rahmen seiner organisatorischen Autonomie und innerhalb der Grenzen des Statuts
         eine bestimmte Verpflichtung umsetzt, die in einer Richtlinie festgelegt ist, oder wenn eine intern anwendbare Handlung von
         allgemeiner Geltung selbst ausdrücklich auf die Maßnahmen verweist, die der Gemeinschaftsgesetzgeber in Anwendung der Verträge
         getroffen hat. Drittens müssen die Organe in ihrer Funktion als Arbeitgeber gemäß der ihnen nach Art. 10 Abs. 2 EG obliegenden
         Loyalitätspflicht die auf Gemeinschaftsebene erlassenen gesetzlichen Bestimmungen beachten.
      
      (vgl. Randnrn. 111 bis 113, 116, 118 und 119)
      Verweisung auf: 
      Gerichtshof: 26. September 2000, Engelbrecht, C‑262/97, Slg. 2000, I‑7321, Randnr. 38; 9. September 2003, Rinke, C‑25/02,
         Slg. 2003, I‑8349, Randnr. 24
      
      Gericht erster Instanz: 21. Mai 2008, Belfass/Rat, T‑495/04, Slg. 2008, II‑781, Randnr. 43
      3.      Die Bestimmungen der Richtlinie 1999/70 zu der EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge und die Bestimmungen
         dieser Rahmenvereinbarung legen als solche den Organen der Gemeinschaft in ihren Beziehungen zu ihren Beschäftigten keine
         Verpflichtungen auf. Diese Bestimmungen verpflichten die Organe auch nicht indirekt als allgemeiner Grundsatz des Gemeinschaftsrechts,
         da aus der Richtlinie 1999/70 und der Rahmenvereinbarung an keiner Stelle hervorgeht, dass die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses
         als zwingende Rechtsvorschrift festgelegt wurde. Schließlich werden sie, was die angemessenen Gesundheits- und Sicherheitsnormen
         betrifft, die in den Arbeitsbedingungen der Beamten beachtet werden müssen, auch nicht von der Verweisung in Art. 1e Abs. 2
         des Statuts auf die Mindestvorschriften aufgrund von Maßnahmen erfasst, die in den Bereichen der Gesundheit und der Sicherheit
         nach den Verträgen erlassen wurden, da das Ziel der Richtlinie nicht darin besteht, das Arbeitsumfeld konkret durch einen
         verstärkten Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer zu verbessern, sondern darin, die nationalen Gesetze und
         Praktiken im Bereich der Arbeitsbedingungen betreffend die Dauer der Arbeitsverhältnisse anzugleichen. 
      
      Die Organe müssen jedoch gemäß der ihnen nach Art. 10 Abs. 2 EG obliegenden Loyalitätspflicht in ihrer Funktion als Arbeitgeber
         die auf Gemeinschaftsebene erlassenen gesetzlichen Bestimmungen beachten, die u. a. Mindestanforderungen zur Verbesserung
         der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern in den Mitgliedstaaten im Wege der Angleichung der nationalen Gesetze
         und Praktiken festlegen, und insbesondere dem Umstand Rechnung tragen, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber die Stabilität des
         Beschäftigungsverhältnisses zu einem vorrangigen Ziel im Bereich der Arbeitsbeziehungen innerhalb der Europäischen Union machen
         möchte. Diese Verpflichtung gilt umso mehr, als die Verwaltungsreform, die durch die Verordnung Nr. 723/2004 durchgeführt
         wurde, die Tendenz zur Beschäftigung von Vertragsmitarbeitern im europäischen öffentlichen Dienst verstärkt hat. Was speziell
         die Rahmenvereinbarung betrifft, die sich auf eine Angleichung der nationalen Gesetze und Praktiken richtet, indem sie Mindestanforderungen
         für befristete Arbeitsverhältnisse festlegt, müssen die Organe die Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten
         daher so weit wie möglich im Licht des Wortlauts und Zwecks der Rahmenvereinbarung auslegen, damit ihr Ziel erreicht wird.
         
      
      Demnach kann die Einrede, dass eine Bestimmung der das Statut und die Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten
         enthaltenden Ratsverordnung rechtswidrig sei, da sie gegen die Rahmenvereinbarung verstoße, nicht auf die Richtlinie 1999/70
         als solche gestützt werden. 
      
      (vgl. Randnrn. 111, 114, 116, 117, 119, 120 und 122)
      Verweisung auf: 
      Gerichtshof: Rinke, Randnr. 24
      Gericht erster Instanz: Belfass/Rat, Randnr. 43
      4.      Der nur zu bestimmten Zeitpunkten auftretende massive Personalbedarf des Europäischen Parlaments jeweils für die Dauer einer
         Sitzungsperiode ist ein „sachlicher Grund“ im Sinne des Paragrafen 5 Nr. 1 Buchst. a der am 18. März 1999 geschlossenen und
         im Anhang der Richtlinie 1999/70 zu der EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge aufgeführten Rahmenvereinbarung
         über befristete Arbeitsverträge, der den Rückgriff auf befristete Hilfssitzungskraftverträge rechtfertigen kann, die anlässlich
         jeder parlamentarischen Sitzungsperiode verlängert werden, wie nach Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen
         Bediensteten bis zum 1. Januar 2007 vorgesehen ist. Denn auch wenn dieser Bedarf vorhersehbar war, waren die Aktivitäten doch
         nicht dauerhaft und anhaltend gestiegen.
      
      (vgl. Randnrn. 134 und 135)
      Verweisung auf: 
      Gerichtshof: 4. Juli 2006, Adeneler u. a., C‑212/04, Slg. 2006, I‑6057, Randnr. 69
URTEIL DES GERICHTS FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DIENST DER EUROPÄISCHEN UNION (Zweite Kammer)
      
      30. April 2009(*)
      
      „Öffentlicher Dienst – Hilfskräfte für Sitzungen des Parlaments –Zulässigkeit – Vorprozessuales Verfahren – Art. 283 EG – Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen – Einrede der Rechtswidrigkeit – Gleichbehandlung – Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses – Richtlinie 1999/70 – Befristete Verträge – Möglichkeit der Geltendmachung“
      In der Rechtssache F‑65/07
      betreffend eine Klage nach den Art. 236 EG und 152 EA,
      Laleh Aayhan, wohnhaft in Straßburg (Frankreich), und 79 weitere, im Anhang namentlich aufgeführte ehemalige Hilfssitzungskräfte, Prozessbevollmächtigter:
         Rechtsanwalt R. Blindauer,
      
      Kläger,
      gegen
      Europäisches Parlament, zunächst vertreten durch M. Mustapha-Pacha und R. Ignătescu als Bevollmächtigte, dann durch R. Ignătescu und S. Seyr als
         Bevollmächtigte,
      
      Beklagter,
      erlässt
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Präsidenten H. Kanninen sowie der Richterin I. Boruta und des Richters S. Van Raepenbusch (Berichterstatter),
      Kanzler: R. Schiano, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 13. November 2008
      folgendes
      Urteil
      1        Mit am 29. Juni 2007 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangener Klageschrift haben Frau Aayhan und 79 weitere ehemalige Hilfskräfte
         für die Sitzungen des Europäischen Parlaments u. a. die Aufhebung der Entscheidung der zum Abschluss von Dienstverträgen ermächtigten
         Behörde (im Folgenden: Einstellungsbehörde) vom 20. April 2007 beantragt, mit der die von ihnen angeführte „Beschwerde“ vom
         19. Dezember 2006 zurückgewiesen wurde, die sich darauf richtete, dass die von jedem von ihnen mit dem Parlament geschlossenen
         aufeinanderfolgenden befristeten Verträge als ein einziger unbefristeter Teilzeitvertrag anzusehen seien, die Betroffenen
         auf dieser Grundlage wieder innerhalb des Parlaments einzustellen seien und ihnen eine Entschädigung zu gewähren sei, die
         dem Anspruch auf bezahlten Urlaub „entspreche“, den sie während der gesamten Arbeitszeiträume erworben hätten.
      
       Rechtlicher Rahmen
      1.     Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Gemeinschaften
      2        Art. 52 Satz 2 der Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Gemeinschaften (im Folgenden:
         Beschäftigungsbedingungen) bestimmt: „Nach dem 31. Dezember 2006 dürfen keine neuen Hilfskräfte mehr eingestellt werden.“
      
      3        Art. 58 Abs. 1 der Beschäftigungsbedingungen lautet:
      
      „Die Hilfskraft hat Anspruch auf einen bezahlten Urlaub von zwei Arbeitstagen für jeden Monat ihrer Tätigkeit; Dienstzeiten
         unter fünfzehn Tagen oder einem halben Monat begründen keinen Urlaubsanspruch.“
      
      4        Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen, der unter Titel III „Hilfskräfte“ aufgeführt ist, bestimmt:
      
      „Abweichend von den Vorschriften dieses Titels unterliegen die vom … Parlament für die Dauer der Arbeiten seiner Sitzungsperioden
         eingestellten Hilfskräfte den Einstellungs- und Vergütungsbestimmungen, die in dem Abkommen zwischen diesem Organ, dem Europarat
         und der Versammlung der Westeuropäischen Union über die Einstellung dieses Personals vorgesehen sind.
      
      Die Bestimmungen dieses Abkommens sowie jede spätere Änderung dieser Bestimmungen werden den für die Feststellung des Haushaltsplans
         zuständigen Organen einen Monat vor ihrem Inkrafttreten zur Kenntnis gebracht.
      
      Die für die vom … Parlament beschäftigten Konferenzdolmetscher geltenden Bedingungen in Bezug auf Einstellung und Bezüge gelten
         in gleicher Weise für die Hilfskräfte, die von der Kommission [der Europäischen Gemeinschaften] für Rechnung der Organe und
         Einrichtungen der Gemeinschaften als Konferenzdolmetscher beschäftigt werden.
      
      Die Bestimmungen dieses Artikels gelten bis zum 31. Dezember 2006; nach diesem Zeitpunkt unterliegen die betreffenden Bediensteten
         den nach dem Verfahren des Artikels 90 festzulegenden Bedingungen.“
      
      5        Art. 90 der Beschäftigungsbedingungen, der in Kapitel 5 „Sonderbestimmungen für Vertragsbedienstete im Sinne des Artikels
         3b“ des Titels IV „Vertragsbedienstete“ aufgeführt ist, bestimmt:
      
      „Abweichend von den Bestimmungen dieses Titels unterliegen Konferenzdolmetscher, die vom … Parlament bzw. von der Kommission
         im Namen der Organe und Einrichtungen der Gemeinschaft beschäftigt werden, den Bedingungen der Übereinkunft vom 28. Juli 1999
         zwischen dem … Parlament, der Kommission und dem Gerichtshof [der Europäischen Gemeinschaften] im Namen der Organe einerseits
         und den Berufsverbänden andererseits.
      
      Bis zum 31. Dezember 2006 werden Änderungen dieser Übereinkunft, die infolge des Inkrafttretens der Verordnung (EG, Euratom)
         Nr. [723/2004 des Rates vom 22. März 2004 zur Änderung des Statuts der Beamten der Europäischen Gemeinschaften und der Beschäftigungsbedingungen
         für die sonstigen Bediensteten dieser Gemeinschaften, ABl. L 124, S. 1] notwendig werden, nach dem Verfahren des Artikels
         78 angenommen. Nach dem 31. Dezember 2006 werden Änderungen der Übereinkunft im gegenseitigen Einvernehmen zwischen den Organen
         angenommen.“
      
      6        Art. 91 der Beschäftigungsbedingungen, der in Kapitel 6 „Arbeitsbedingungen“ des Titels IV „Vertragsbedienstete“ aufgeführt
         ist, bestimmt: „Die Artikel 16 bis 18 gelten entsprechend.“ Speziell Art. 16 Abs. 1 der Beschäftigungsbedingungen verweist
         u. a. in Bezug auf die Arbeitszeit auf die Art. „55 bis 61 des Statuts [der Beamten der Europäischen Gemeinschaften]“; Art. 55a
         Abs. 4 des Statuts der Beamten der Europäischen Gemeinschaften (im Folgenden: Statut) verweist wiederum in Bezug auf die Einzelheiten
         der Teilzeitbeschäftigung auf Anhang IVa des Statuts, dessen Art. 1 Abs. 3 Satz 3 bestimmt:
      
      „Die Teilzeitbeschäftigung darf nicht weniger als die Hälfte der regulären Arbeitszeit betragen.“
      2.     Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge
      7        Aus den Abs. 2 und 3 der Präambel sowie aus den Nrn. 6 bis 8 der Allgemeinen Erwägungen der Rahmenvereinbarung über befristete
         Arbeitsverträge, die am 18. März 1999 geschlossen wurde (im Folgenden: Rahmenvereinbarung) und im Anhang der Richtlinie 1999/70/EG
         des Rates vom 28. Juni 1999 zu der EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge (ABl. L 175, S. 43) aufgeführt
         ist, geht im Wesentlichen hervor, dass 
      
      –        die Unterzeichnerparteien der Rahmenvereinbarung anerkennen, dass einerseits unbefristete Verträge die übliche Form des Beschäftigungsverhältnisses
         darstellen und weiter darstellen werden, da sie zur Lebensqualität der betreffenden Arbeitnehmer und zur Verbesserung ihrer
         Leistungsfähigkeit beitragen, andererseits jedoch befristete Beschäftigungsverträge unter bestimmten Umständen den Bedürfnissen
         sowohl von Arbeitgebern als auch von Arbeitnehmern entsprechen;
      
      –        die Rahmenvereinbarung die allgemeinen Grundsätze und Mindestvorschriften für befristete Arbeitsverträge niederlegt, indem
         sie insbesondere einen allgemeinen Rahmen schafft, der durch den Schutz vor Diskriminierung die Gleichbehandlung von Arbeitnehmern
         in befristeten Arbeitsverhältnissen sichert sowie den Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverhältnisse
         verhindert, wobei es den Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern überlassen bleibt, die detaillierten Anwendungsmodalitäten
         der genannten Grundsätze und Mindestvorschriften zu definieren, damit die besonderen Gegebenheiten der jeweiligen nationalen,
         sektoralen und saisonalen Situation berücksichtigt werden;
      
      –        nach Ansicht der Unterzeichnerparteien der Rahmenvereinbarung die aus objektiven Gründen erfolgende Inanspruchnahme befristeter
         Arbeitsverträge hilft, Missbrauch zulasten der Arbeitnehmer zu vermeiden.
      
      8        Paragraf 1 der Rahmenvereinbarung regelt ihren Gegenstand, und ihm zufolge soll die Rahmenvereinbarung
      
      „a)      durch Anwendung des Grundsatzes der Nichtdiskriminierung die Qualität befristeter Arbeitsverhältnisse verbessern;
      b)      einen Rahmen schaffen, der den Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge oder -verhältnisse verhindert“.
      9        In Paragraf 5 der Rahmenvereinbarung heißt es:
      
       „1. Um Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge oder -verhältnisse zu vermeiden, ergreifen die Mitgliedstaaten
         nach der gesetzlich oder tarifvertraglich vorgeschriebenen oder in dem Mitgliedstaat üblichen Anhörung der Sozialpartner und/oder
         die Sozialpartner, wenn keine gleichwertigen gesetzlichen Maßnahmen zur Missbrauchsverhinderung bestehen, unter Berücksichtigung
         der Anforderungen bestimmter Branchen und/oder Arbeitnehmerkategorien eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen:
      
      a)      sachliche Gründe, die die Verlängerung solcher Verträge oder Verhältnisse rechtfertigen;
      b)      die insgesamt maximal zulässige Dauer aufeinanderfolgender Arbeitsverträge oder -verhältnisse;
      c)      die zulässige Zahl der Verlängerungen solcher Verträge oder Verhältnisse.
      2. Die Mitgliedstaaten, nach Anhörung der Sozialpartner, und/oder die Sozialpartner legen gegebenenfalls fest, unter welchen
         Bedingungen befristete Arbeitsverträge oder Beschäftigungsverhältnisse:
      
      a)      als ‚aufeinanderfolgend‘ zu betrachten sind;
      b)      als unbefristete Verträge oder Verhältnisse zu gelten haben.“
       Sachverhalt
      10      Die Kläger sind alle ehemalige Hilfskräfte, die wiederholt vom Parlament auf der Grundlage eines befristeten Vertrags für
         die Dauer der Arbeiten seiner Sitzungsperioden gemäß Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen eingestellt wurden, um Aufgaben
         als Hilfskraft in der Kindertagesstätte, Kinderpfleger, Büroassistent, Techniker, Koch, Sprachlehrer, Garderobier, Umzugshelfer,
         Saaldiener, Kopierassistent oder Assistent oder sonstige Aufgaben wahrzunehmen. 
      
      11      Vor dem Hintergrund des Umstands, dass das Parlament ab dem 1. Januar 2007 zur Deckung seines Personalbedarfs während der
         Sitzungsperioden auf Leiharbeitskräfte zurückgreifen wollte, erhob der Rechtsberater der Kläger mit Schreiben vom 18. September
         2006 gegenüber dem Generaldirektor der Generaldirektion (GD) Personal eine Reihe von Rügen in Bezug auf die bis dahin geltenden
         Beschäftigungsbedingungen für Hilfssitzungskräfte, u. a. hinsichtlich der Dauer der Verträge und des Anspruchs auf bezahlten
         Urlaub, und in Bezug auf die Absicht des Parlaments, die alten Verträge der Hilfssitzungskräfte ab dem 1. Januar 2007 in Leiharbeitsverträge
         umzuwandeln. Im Ergebnis forderte der Rechtsberater der Kläger, dass die befristeten Verträge der Hilfssitzungskräfte in unbefristete
         Verträge als Vertragsbedienstete in Teilzeitbeschäftigung (genau genommen in 25%-Beschäftigung) im Sinne von Art. 3a oder
         3b der Beschäftigungsbedingungen umzudeuten seien, seine Mandanten nachträglich Anspruch auf bezahlten Urlaub hätten und sämtliche
         Vertragsbeziehungen mit dem Leiharbeitsunternehmen, auf das das Parlament zurückgreifen wolle, zu beenden seien.
      
      12      Nachdem sich der Generaldirektor der GD Personal am 9. Oktober 2006 mit dem Rechtsberater der Kläger getroffen hatte, teilte
         er mit Schreiben vom 26. Oktober 2006 mit, es sei nicht möglich, die Hilfssitzungskräfte als Vertragsbedienstete im Sinne
         von Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen einzustellen, und die Verwendung von Leiharbeitskräften zur Gewährleistung
         eines ordnungsgemäßen Ablaufs der Parlamentssitzungen in Straßburg (Frankreich) sei sowohl im Hinblick auf die Beschäftigungsbedingungen
         als auch im Hinblick auf französisches Recht zulässig.
      
      13      Mit Schreiben vom 19. Dezember 2006 legten die Kläger einen als Beschwerde bezeichneten Rechtsbehelf gegen die Entscheidung
         vom 26. Oktober 2006 über die Ablehnung des Antrags vom 18. September 2006 ein, mit dem sie die Einstellungsbehörde ersuchten,
         die genannte Entscheidung aufzuheben und „folglich die befristeten Verträge, die jeder Kläger mit dem Parlament … geschlossen
         hat, … in einen einzigen, nach dem 1. Januar 2007 fortbestehenden unbefristeten Vertrag [umzudeuten], alle [diese] Hilfssitzungskräfte
         [auf der Grundlage eines] unbefristeten Vertrags [wieder einzustellen] … und jeder klagenden Hilfssitzungskraft für den gesamten
         Arbeitszeitraum vom Beginn ihrer Beschäftigung an eine Entschädigung zu gewähren, die dem durch ihre Arbeit erworbenen Anspruch
         auf bezahlten Urlaub entspricht“.
      
      14      Nachdem der Generaldirektor der GD Personal das Schreiben vom 19. Dezember 2006 in einen „Antrag“ im Sinne von Art. 90 Abs. 1
         des Statuts umgedeutet hatte, teilte er mit Schreiben vom 20. April 2007 mit, dass dem Antrag nicht stattgegeben werden könne.
      
      15      Am 21. Juni 2007 erhoben die Kläger eine Beschwerde gegen die Ablehnungsentscheidung vom 20. April 2007.
      
      16      Mit Entscheidung vom 25. Oktober 2007 wies die Einstellungsbehörde diese Beschwerde zurück.
      
       Verfahren und Anträge der Parteien
      17      Mit besonderem Schriftsatz, der am 29. November 2007 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat das Parlament gegenüber
         der Klage die Einrede der Unzulässigkeit erhoben, die sich nach Auffassung des Parlaments auf Art. 114 der Verfahrensordnung
         des Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften stützt, der gemäß Art. 3 Abs. 4 des Beschlusses 2004/752/EG, Euratom
         des Rates vom 2. November 2004 zur Errichtung des Gerichts für den öffentlichen Dienst der Europäischen Union (ABl. L 333,
         S. 7) bis zum Inkrafttreten der Verfahrensordnung des Gerichts entsprechend auf das Gericht anwendbar ist.
      
      18      Die Kläger haben der Kanzlei des Gerichts ihre Stellungnahme zur Einrede der Unzulässigkeit am 21. Januar 2008 per Telefax
         übermittelt (der Eingang der Urschrift ist am 24. Januar 2008 erfolgt).
      
      19      Am 13. März 2008 hat das Gericht gemäß Art. 78 Abs. 3 Unterabs. 3 der Verfahrensordnung, der seit dem 1. November 2007 und
         somit einem Zeitpunkt, der vor der Erhebung der genannten Unzulässigkeitseinrede liegt, anwendbar ist, beschlossen, dass die
         Entscheidung über die vom Parlament erhobene Einrede der Unzulässigkeit dem Endurteil vorbehalten bleibt.
      
      20      Die Kläger beantragen,
      
      –        die Entscheidung des Parlaments vom 20. April 2007 über die Zurückweisung ihrer Beschwerde vom 19. Dezember 2006 aufzuheben
         und
      
      dementsprechend
      –        die befristeten Verträge, die sie mit dem Parlament geschlossen haben, in einen einzigen unbefristeten Vertrag umzudeuten;
      –        festzustellen, dass das Parlament verpflichtet ist, sie auf der Grundlage eines unbefristeten Vertrags wieder einzustellen;
      –        festzustellen, dass die Hilfssitzungskräfte genannten Bediensteten des Parlaments während des gesamten Zeitraums, in dem sie
         gearbeitet haben, vom Beginn ihrer Beschäftigung an Anspruch auf eine Entschädigung entsprechend ihrem Anspruch auf bezahlten
         Urlaub haben, den sie durch ihre Arbeit erworben haben;
      
      –        das Parlament zu verurteilen, jedem von ihnen 2 000 Euro für nicht erstattungsfähige Verfahrenskosten zu zahlen;
      –        dem Parlament die Kosten des vorliegenden Rechtszugs aufzuerlegen.
      21      Das Parlament beantragt,
      
      –        die mutmaßliche Untätigkeitsklage für offensichtlich unzulässig zu erklären;
      –        die Aufhebungsklage für unbegründet zu erklären;
      –        den Antrag der Kläger, die von ihnen mit dem Parlament geschlossenen befristeten Verträge in einen einzigen unbefristeten
         Vertrag umzudeuten, als unzulässig zurückzuweisen;
      
      –        den Antrag auf Wiedereinstellung aller Kläger auf der Grundlage eines unbefristeten Vertrags als unzulässig zurückzuweisen;
      –        den Antrag auf Entschädigung der Kläger entsprechend ihrem Anspruch auf bezahlten Urlaub als unbegründet zurückzuweisen;
      –        den Antrag, jedem Kläger einen Betrag von 2 000 Euro für „nicht erstattungsfähige Verfahrenskosten“ zu zahlen, für unzulässig
         zu erklären;
      
      –        über die Kosten nach Rechtslage zu entscheiden.
      22      Mit ihrer Klage, die am 21. Januar 2008 per Telefax (der Eingang der Urschrift ist am 28. Januar 2008 erfolgt) bei der Kanzlei
         des Gerichts eingegangen ist, beantragen die Kläger insbesondere die Aufhebung der Entscheidung vom 25. Oktober 2007 über
         die Zurückweisung ihrer Beschwerde vom 27. Juni 2007 (unter dem Aktenzeichen F-10/08 eingetragene Rechtssache).
      
      23      In der mündlichen Verhandlung hat das Gericht die Kläger aufgefordert, den letzten Vertrag vorzulegen, den sie als Hilfssitzungskraft
         mit dem Parlament vor Erhebung ihrer sogenannten Beschwerde vom 19. Dezember 2006 geschlossen hatten. Die Kläger sind dieser
         Aufforderung mit einem Schreiben nachgekommen, das am 26. November 2008 per Telefax bei der Kanzlei des Gerichts einging (der
         Eingang der Urschrift ist am 1. Dezember 2008 erfolgt). Das Parlament hat am 12. Dezember 2008, dem Datum der Schließung der
         mündlichen Verhandlung und dem Beginn der Beratung der vorliegenden Rechtssache, eine Stellungnahme zu diesem Schreiben eingereicht.
         
      
       Zur Zulässigkeit der Klage
      1.     Vorbringen der Parteien
      24      Nach Auffassung des Parlaments ist die Klage offensichtlich unzulässig.
      
      25      Das erste Schreiben des Rechtsberaters der Kläger vom 18. September 2006 enthalte nämlich nur eine Reihe von Überlegungen
         u. a. zur Rechtmäßigkeit von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen, zur rechtlichen Situation von Hilfssitzungskräften und
         zum Vorhaben des Parlaments, ab dem 1. Januar 2007 Leiharbeitskräfte zu verwenden.
      
      26      Das Schreiben habe keine bestimmte und förmliche, an die Einstellungsbehörde gerichtete Aufforderung enthalten, eine Entscheidung
         in Bezug auf die Kläger zu treffen, und am Ende des Schreibens sei ein Treffen mit dem Generaldirektor der GD Personal zwecks
         Besprechung des Sachverhalts vorgeschlagen worden. Ein solches Treffen habe im Übrigen am 9. Oktober 2006 stattgefunden.
      
      27      Die Antwort des Generaldirektors der GD Personal vom 26. Oktober 2006 habe keinen Entscheidungscharakter, da sie lediglich
         das Ziel gehabt habe, die Haltung des Parlaments zu den in diesem Treffen erörterten Punkten zusammenzufassen.
      
      28      Dagegen habe das Schreiben der Kläger vom 19. Dezember 2006 genau bezeichnete Anträge enthalten und müsse als Antrag im Sinne
         von Art. 90 Abs. 1 des Statuts und nicht als Beschwerde angesehen werden, da zu diesem Zeitpunkt keine die Kläger beschwerende
         Entscheidung des Parlaments vorgelegen habe.
      
      29      Nach Auffassung des Parlaments konnten die Kläger folglich am 21. Juni 2007 gegen die Entscheidung vom 20. April 2007, mit
         der die Einstellungsbehörde den genannten Antrag zurückgewiesen habe, wirksam Beschwerde einlegen. Die Beschwerde sei von
         der Einstellungsbehörde mit Entscheidung vom 25. Oktober 2007 zurückgewiesen worden.
      
      30      Unter diesen Umständen sei die am 29. Juni 2007 erhobene Klage als verfrüht anzusehen, da das vorprozessuale Verfahren zu
         diesem Zeitpunkt nicht abgeschlossen gewesen sei, und folglich sei die Klage unzulässig. 
      
      31      Ferner bestreitet das Parlament die Zulässigkeit der Klageanträge, die darauf gerichtet seien, zum einen die befristeten Verträge,
         die die Kläger mit dem Parlament geschlossen hätten, in einen einzigen unbefristeten Vertrag umzudeuten, zum anderen durch
         das Gericht feststellen zu lassen, dass das Parlament verpflichtet sei, alle betroffenen Hilfssitzungskräfte auf der Grundlage
         eines unbefristeten Vertrags wieder einzustellen.
      
      32      Nach Auffassung des Parlaments ist nur die Einstellungsbehörde berechtigt, einen Bediensteten auf Zeit oder eine Hilfskraft
         einzustellen. Außerdem sei der Gemeinschaftsrichter im Rahmen der ihm durch Art. 230 EG übertragenen Zuständigkeit für die
         Aufhebung von Handlungen nicht befugt, den Organen Anweisungen zu erteilen. Art. 233 EG sehe eine Zuständigkeitsverteilung
         zwischen Justiz und Verwaltung vor, wonach das Organ, von dem die aufgehobene Handlung ausgehe, nach seinem Ermessen, das
         der Kontrolle des Gemeinschaftsrichters unterliege, unter Beachtung sowohl des Tenors und der Gründe des durchzuführenden
         Urteils als auch der Bestimmungen des Gemeinschaftsrechts festzulegen habe, welche Maßnahmen zur Durchführung des Aufhebungsurteils
         erforderlich seien.
      
      33      Schließlich hat das Parlament in der mündlichen Verhandlung geltend gemacht, die Unzulässigkeit der Klage ergebe sich auch
         daraus, dass die befristeten Verträge als Bedienstete auf Zeit, die die Kläger mit dem Parlament geschlossen hätten, nicht
         innerhalb der Fristen der Art. 90 und 91 des Statuts angefochten worden seien.
      
      34      Die Kläger sind hingegen der Auffassung, dass das Schreiben vom 18. September 2006 ein Antrag im Sinne von Art. 90 Abs. 1
         des Statuts sei. Für den Fall, dass das Schreiben vom 18. September 2006 als Antrag anzusehen sei, machen sie geltend, eine
         neue Klage gegen die Entscheidung vom 25. Oktober 2007 erhoben zu haben.
      
      2.     Würdigung durch das Gericht
      35      Erstens ist daran zu erinnern, dass die Qualifizierung eines Schreibens oder einer Note als Antrag im Sinne von Art. 90 Abs. 1
         des Statuts nach ständiger Rechtsprechung ausschließlich der Beurteilung durch das Gericht und nicht dem Willen der Parteien
         unterliegt (Beschlüsse des Gerichts erster Instanz vom 15. Juli 1993, Hogan/Parlament, T‑115/92, Slg. 1993, II‑895, Randnr.
         36, und vom 20. August 1998, Collins/Ausschuss der Regionen, T‑132/97, Slg. ÖD 1998, I‑A‑469 und II‑1379, Randnrn. 12 bis
         16).
      
      36      Aus der vorliegenden Rechtssache geht eindeutig hervor, dass die Kläger mit Schreiben vom 18. September 2006 beantragten,
         für jeden von ihnen die befristeten Verträge als Hilfssitzungskraft in einen unbefristeten Vertrag als Vertragsbediensteter
         in Teilzeitbeschäftigung im Sinne von Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen umzudeuten sowie eine Entschädigung für
         den in den Arbeitszeiträumen entstandenen Anspruch auf bezahlten Urlaub zu gewähren und alle Vertragsbeziehungen mit dem Leiharbeitsunternehmen,
         auf das das Parlament zurückgreifen wolle, zu beenden. Ein solches Schreiben ist als Antrag im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des
         Statuts anzusehen.
      
      37      Die rechtliche Qualifikation wird nicht dadurch in Frage gestellt, dass in dem Antrag dazu aufgefordert wurde, den Sachverhalt
         mit dem „Personalleiter“ des Parlaments zu „diskutieren“.
      
      38      Unter diesen Umständen ist das Schreiben vom 19. Dezember 2006 als Beschwerde gegen die Ablehnungsentscheidung vom 26. Oktober
         2006 in Bezug auf den Antrag vom 18. September 2006 anzusehen, und diese Beschwerde wurde von der Anstellungsbehörde mit Entscheidung
         vom 20. April 2007 zurückgewiesen.
      
      39      Zweitens ist zu prüfen, ob die Kläger durch ihren Antrag nach Art. 90 Abs. 1 des Statuts das Verwaltungsvorverfahren, wie
         es in den Art. 90 und 91 des Statuts in Verbindung mit Art. 46 der Beschäftigungsbedingungen geregelt ist, ordnungsgemäß durchführten.
      
      40      Nach ständiger Rechtsprechung kann ein Beamter, der die Aufhebung, Abänderung oder Rücknahme einer ihn beschwerenden Entscheidung
            der Anstellungsbehörde beantragen will, keinen Antrag im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts stellen, sondern er muss von
            dem Beschwerdeverfahren nach Art. 90 Abs. 2 Gebrauch machen (vgl. in diesem Sinne Beschlüsse des Gerichts erster Instanz vom
            7. Juni 1991, Weyrich/Kommission, T‑14/91, Slg. 1991, II‑235, Randnrn. 32 und 34, und vom 1. April 2003, Mascetti/Kommission,
            T‑11/01, Slg. ÖD 2003, I‑A‑117 und II‑579, Randnr. 33, sowie Urteil des Gerichts vom 28. Juni 2006, Le Maire/Kommission, F‑27/05,
            Slg. ÖD 2006, I‑A‑1‑47 und II‑A‑1‑159, Randnr. 36).
      41      Wie aus Randnr. 36 des vorliegenden Urteils hervorgeht, wollten die Kläger mit ihrem Antrag vom 18. September 2006 erreichen,
         dass die Verwaltung erstens ihre aufeinanderfolgenden Verträge als Hilfssitzungskraft jeweils in einen einzigen unbefristeten
         Vertrag als Bediensteter auf Zeit gemäß Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen umwandelt und zweitens eine Entschädigung
         für den Nachteil zahlt, der ihnen entstanden sein soll, weil ihnen in den vergangenen Arbeitszeiträumen kein bezahlter Urlaub
         gewährt wurde.
      
      42      Zum ersten Teil hat das Parlament in der mündlichen Verhandlung im Wesentlichen vorgetragen, dass die Kläger innerhalb der
         festgelegten Fristen vom Beschwerdeverfahren nach Art. 90 Abs. 2 des Statuts Gebrauch machen müssten, zumindest im Hinblick
         auf die Befristung ihres letzten Vertrags als Hilfssitzungskraft.
      
      43      Es ist zutreffend, dass ein Vertrag normalerweise mit seiner Unterzeichnung wirksam wird. Daher beginnt die Frist, die für
         die Erhebung einer Beschwerde im Sinne von Art. 90 Abs. 2 des Statuts zu beachten ist, mit dem Zeitpunkt der Unterzeichnung
         (Urteil des Gerichts erster Instanz vom 11. Juli 2002, Martínez Páramo u. a./Kommission, T‑137/99 und T‑18/00, Slg. ÖD 2002,
         I‑A‑119 und II‑639, Randnr. 56). In der vorliegenden Rechtssache wäre es daher denkbar gewesen, dass die Kläger eine förmliche
         Beschwerde gegen einen ihrer letzten Verträge als Hilfssitzungskraft erheben, mit der sie sich dagegen wenden, dass der Vertrag
         weder auf unbestimmte Dauer geschlossen noch auf Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen gestützt wurde. 
      
      44      In Anbetracht der Natur der von den Klägern erhobenen Vorwürfe und der Argumente, auf die die Vorwürfe gestützt werden, sowie
         der Tätigkeitszeiträume, die insgesamt innerhalb des Parlaments als Hilfssitzungskraft verbracht wurden, war es jedoch angesichts
         des Rechtsbehelfsystems, wie es in den Art. 90 und 91 des Statuts geregelt ist, ebenso zulässig, dass die Kläger das Parlament
         zunächst mit einem Antrag im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts aufforderten, in voller Kenntnis der auf diese Weise vorgebrachten
         Vorwürfe und Argumente sein Ermessen auszuüben und eine förmliche Entscheidung darüber zu treffen, ob die streitigen Verträge
         als unbefristete Verträge qualifiziert werden könnten, wobei diese Entscheidung anschließend im Wege der Beschwerde und später
         gegebenenfalls mit einer Klage angefochten werden konnte.
      
      45      Selbst wenn jedoch in dieser Frage der Auffassung des Parlaments gefolgt würde, ist festzustellen, dass die von den Klägern
         am 19. Dezember 2006 erhobene Beschwerde in Anbetracht ihres Gegenstands und Inhalts ohne Weiteres so ausgelegt werden kann,
         dass sie sich gegen die letzten Verträge richtet, die in den drei vorhergehenden Monaten zwischen dem Parlament und den Klägern
         als Hilfssitzungskräfte geschlossen wurden und die die Kläger auf Ersuchen des Gerichts in Abschrift vorgelegt haben. Der
         Umstand, dass diese Verträge im letzten Stadium der mündlichen Verhandlung vorgelegt worden seien, was im Übrigen von dem
         Beklagten widerspruchslos hingenommen worden ist, kann keine förmliche Unzulässigkeit der Klage begründen.
      
      46      Da, was den zweiten Teil des Antrags vom 18. September 2006 betrifft, die Schadensersatzansprüche der Kläger darauf gestützt
         werden, dass das Parlament sich fehlerhaft verhalten haben soll, indem es den Klägern jahrelang ihren Anspruch auf bezahlten
         Urlaub vorenthalten habe, da es Verträge über Hilfssitzungskräfte abgeschlossen habe, die von sehr kurzer Dauer gewesen seien,
         oblag es den Klägern, die Einstellungsbehörde durch einen Antrag gemäß Art. 90 Abs. 1 des Statuts zur Wiedergutmachung des
         geltend gemachten Schadens aufzufordern und gegebenenfalls das Verfahren mit einer Beschwerde gegen die Entscheidung über
         die Ablehnung des Antrags fortzusetzen. Wie aus den Randnrn. 41 bis 44 dieses Urteils hervorgeht, ist in der vorliegenden
         Rechtssache genau dies erfolgt.
      
      47      Folglich richtet sich die vorliegende Klage gegen die Entscheidung vom 26. Oktober 2006, mit der der Antrag vom 18. September
         2006 abgelehnt wurde (im Folgenden: angefochtene Entscheidung), sowohl im Hinblick auf die für jeden Kläger beantragte Umdeutung
         der aufeinanderfolgenden befristeten Verträge als Hilfssitzungskraft in einen unbefristeten Vertrag als Vertragsbediensteter
         gemäß Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen als auch im Hinblick auf die beantragte Entschädigung.
      
      48      Drittens ist über den Umfang oder die Zulässigkeit einiger Klageanträge zu entscheiden.
      
      49      Die Kläger beantragen u. a.,
      
      –      die ausdrückliche Entscheidung des Parlaments vom 20. April 2007 über die Zurückweisung ihrer Beschwerde vom 19. Dezember
         2006 aufzuheben und
      
      dementsprechend
      –        die befristeten Verträge, die sie mit dem Parlament geschlossen haben, in einen einzigen unbefristeten Vertrag umzudeuten;
      –        festzustellen, dass das Parlament verpflichtet ist, sie auf der Grundlage eines unbefristeten Vertrags wieder einzustellen;
      –        festzustellen, dass die Hilfssitzungskräfte genannten Bediensteten des Parlaments während des gesamten Zeitraums, in dem sie
         gearbeitet haben, vom Beginn ihrer Beschäftigung an Anspruch auf eine Entschädigung entsprechend ihrem Anspruch auf bezahlten
         Urlaub haben, den sie durch ihre Arbeit erworben haben.
      
      50      Mit dem ersten vorstehend genannten Klageantrag möchten die Kläger die Aufhebung der Entscheidung vom 20. April 2007 erreichen,
         mit der ihre Beschwerde zurückgewiesen wurde. Nach der Rechtsprechung sind die Verwaltungsbeschwerde und ihre ausdrückliche
         oder stillschweigende Zurückweisung durch die Verwaltung Bestandteil eines komplexen Verfahrens. Unter diesen Umständen bewirkt
         die Klageerhebung beim Gericht, selbst wenn sie formal gegen die Zurückweisung der Beschwerde gerichtet ist, dass das Gericht
         mit der beschwerenden Maßnahme befasst wird, gegen die die Beschwerde gerichtet ist (Urteile des Gerichtshofs vom 17. Januar
         1989, Vainker/Parlament, 293/87, Slg. 1989, 23, Randnr. 8, und vom 7. Februar 1990, Culin/Kommission, C‑343/87, Slg. 1990,
         I‑225, Randnr. 7, Urteile des Gerichts erster Instanz vom 16. Oktober 1996, Capitanio/Kommission, T‑36/94, Slg. ÖD 1996, I‑A‑449
         und II‑1279, Randnr. 33, und vom 7. Juni 2005, Cavallaro/Kommission, T‑375/02, Slg. ÖD 2005, I‑A‑151 und II‑673, Randnr. 59).
         In der vorliegenden Rechtssache ist die Klage daher so zu verstehen, dass sie sich gegen die Entscheidung vom 26. Oktober
         2006 richtet, mit der der Antrag der Kläger vom 18. September 2006 abgelehnt wurde. 
      
      51      Mit dem zweiten und dritten vorstehend genannten Klageantrag möchten die Kläger in Wirklichkeit erreichen, dass das Gericht
         dem betroffenen Organ Anweisungen erteilt oder Feststellungen trifft.
      
      52      Im Rahmen einer Klage nach Art. 91 des Statuts darf der Gemeinschaftsrichter jedoch keine grundsätzlichen Erklärungen abgeben
            oder Feststellungen treffen oder den Gemeinschaftsorganen Anweisungen erteilen, wenn er damit in die Befugnisse der Verwaltung
            eingreift (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichts erster Instanz vom 27. Juni 1991, Valverde Mordt/Gerichtshof, T‑156/89,
            Slg. 1991, II‑407, Randnr. 150, und vom 8. Juni 1995, P/Kommission, T‑583/93, Slg. ÖD 1995, I‑A‑137 und II‑433, Randnrn. 17
            und 18; Beschluss des Gerichts vom 16. Mai 2006, Voigt/Kommission F‑55/05, Slg. ÖD 2006, I‑A‑1‑15 und II‑A‑1‑51, Randnr. 25).
      53      Folglich sind der zweite und dritte Klageantrag als unzulässig zurückzuweisen.
      
      54      Was schließlich den vierten Klageantrag betrifft, ist festzustellen, dass er nur den Inhalt des zweiten Teils des Antrags
         vom 18. September 2006 wiederholt, der in den Randnrn. 36 und 46 des vorliegenden Urteils wiedergegeben wird und durch die
         Entscheidung vom 26. Oktober 2006, gegen die sich die vorliegende Klage richtet, abgelehnt wurde. Somit deckt sich der vierte
         Klageantrag mit dem ersten, wie er oben angeführt wurde.
      
       Zum Aufhebungsantrag
      1.     Vorbringen der Parteien
      55      Das Vorbringen der Kläger ist so zu verstehen, dass sie ihre Anfechtungsklage auf eine Einrede der Rechtswidrigkeit des Art. 78
         der Beschäftigungsbedingungen stützen.
      
      56      Nach Auffassung der Kläger führt die Anwendung der Einstellungs- und Vergütungsbestimmungen des Abkommens zwischen dem Parlament,
         dem Europarat und der Versammlung der Westeuropäischen Union (WEU; im Folgenden: Abkommen) auf die Hilfssitzungskräfte dazu,
         dass Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen diese Bedienstetenkategorie vom Anwendungsbereich der für Beamte sowie Vertragsbedienstete
         und Hilfskräfte geltenden Gemeinschaftsregelung ausschließt und ihnen sogar jegliche ? sowohl nationale als auch gemeinschaftliche
         ? Rechtsgrundlage entzieht. 
      
      57      Die Kläger machen geltend, dass die Hilfssitzungskräfte folglich jahrelang ohne Rechtsgrundlage gearbeitet hätten.
      
      58      Der Rat der Europäischen Union sei jedoch gemäß Art. 283 EG verpflichtet gewesen, für die betreffenden Bediensteten ein Statut
         zu erlassen und dieses außerdem an die besonderen Bedingungen ihrer Aufgaben anzupassen, statt sie von jeglichem Statut auszuschließen,
         wie sich aus der Anwendung von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen ergebe.
      
      59      Es sei rechtlich unhaltbar, dass das Schicksal von 300 Bediensteten der Willkür ? denn das Abkommen zwischen dem Parlament,
         dem Europarat und der WEU sei keine Rechtsgrundlage ? von drei Arbeitgebern anheimgestellt sei, selbst wenn die Arbeitgeber
         der öffentlichen Hand angehörten. Das Abkommen diene nur für die Beziehungen der drei Organe untereinander als vertragliche
         Rechtsgrundlage, jedoch nicht für die Beziehungen, die diese Organe mit ihren Bediensteten pflegten. Das Abkommen habe weder
         den Rang einer Verordnung noch den eines Statuts oder Vertrags.
      
      60      Folglich seien die Bestimmungen des Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen außer Acht zu lassen, und mangels anwendbarer nationaler
         Rechtsvorschriften seien die Grundprinzipien der Europäischen Union anzuwenden.
      
      61      Die Kläger berufen sich in diesem Zusammenhang erstens auf die am 18. Oktober 1961 in Turin unterzeichnete Europäische Sozialcharta,
         die gerechte Arbeitsbedingungen in Bezug auf Arbeitsentgelt und Arbeitszeit garantiere und jegliche Diskriminierung untersage.
      
      62      Der einzige objektive Unterschied, der zwischen den Hilfssitzungskräften und anderen Kategorien von Bediensteten, die über
         unbefristete Verträge verfügten, gezogen werden könne, beruhe auf der besonderen Funktionsweise der Plenarsitzungen des Straßburger
         Parlaments. So sei das Parlament aufgrund des besonderen Charakters der Aufgaben seiner Hilfssitzungskräfte berechtigt, diese
         nur fünf Tage im Monat zu verwenden. Allerdings dürfe es sie nicht einer ungesicherten Stellung und der ? wenn auch gemeinsam
         ausgeübten ? Willkür von drei öffentlichen Arbeitgebern preisgeben.
      
      63      Das Parlament habe somit Bedienstete, die die gleiche Art von Aufgaben wahrnähmen, ungleich behandelt, obwohl es keine sachliche
         Rechtfertigung für diese Ungleichbehandlung gebe und Art. 283 EG nicht zulasse, dass einer Kategorie von Bediensteten das
         Recht versagt werde, in einem Statut verankert zu werden.
      
      64      Die Hilfssitzungskräfte würden für Dauerbeschäftigungen mit besonderem Arbeitszyklus und nicht für prekäre Beschäftigungsverhältnisse
         verwendet.
      
      65      Zweitens berufen sich die Kläger auf das Übereinkommen 111 der Internationalen Arbeitsorganisation (im Folgenden: IAO) über
         die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, verabschiedet am 25. Juni 1958, sowie auf das Übereinkommen 158 der IAO über
         die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber, verabschiedet am 22. Juni 1982, insbesondere auf Art. 4 des
         zuletzt genannten Übereinkommens, der bestimmt: „Das Arbeitsverhältnis eines Arbeitnehmers darf nur dann beendigt werden,
         wenn ein triftiger Grund hierfür vorliegt, der mit der Fähigkeit oder dem Verhalten des Arbeitnehmers zusammenhängt oder sich
         auf die Erfordernisse der Tätigkeit des Unternehmens, Betriebs oder Dienstes stützt.“
      
      66      In der vorliegenden Rechtssache sei das Parlament jedoch aufgrund des Systems, das es für die Hilfssitzungskräfte geschaffen
         habe, zumindest potenziell nach jedem Ablauf eines fünftägigen Vertrags in der Lage, die Hilfssitzungskräfte freizusetzen,
         ohne dass die Betroffenen die Gerichte wirksam um Rechtsschutz ersuchen könnten. Außerdem sei das Outsourcing der Aufgaben
         der Hilfssitzungskräfte an ein Leiharbeitsunternehmen als eine Kündigung ohne Angabe von Gründen anzusehen, da es den Arbeitsvertrag
         mit dem Parlament beende.
      
      67      Drittens berufen sich die Kläger auf die Rahmenvereinbarung, die in Abs. 2 ihrer Präambel bestimme, dass unbefristete Verträge
         die übliche Form des Beschäftigungsverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern darstellten. Nur unbefristete Verträge
         könnten dem Arbeitnehmer eine echte Rechtsgrundlage und ein stabiles Beschäftigungsverhältnis verschaffen und die Einhaltung
         seiner grundlegenden Rechte gewährleisten.
      
      68      Schließlich machen die Kläger geltend, dass das Urteil des Gerichts erster Instanz vom 16. Juli 1998, Gebhard/Parlament (T‑109/96,
         Slg. 1998, II‑2785), vor der Richtlinie 1999/70 ergangen sei und nicht den Status von Hilfssitzungskräften zum Gegenstand
         gehabt habe. Außerdem erfolge die Beschäftigung von Hilfssitzungskräften entgegen den Feststellungen in Randnr. 41 des genannten
         Urteils nicht, um einen zu bestimmten Zeitpunkten auftretenden Personalbedarf zu decken.
      
      69      Das Parlament trägt vor, die Kläger machten mit ihrer Klage geltend, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber seiner in Art. 283
         EG aufgeführten Verpflichtung, ein eigenes Statut für Hilfssitzungskräfte zu erlassen, nicht nachgekommen sei. Die Klage sei
         daher als Untätigkeitsklage zu verstehen. Eine Untätigkeitsklage müsse jedoch aus den nachstehenden Gründen als unzulässig
         abgewiesen werden.
      
      70      Erstens hätte sich die Klage in jedem Fall gegen den Rat als Beklagten richten müssen, da dieser auf dem betreffenden Gebiet
         nach Art. 283 EG die Rechtsvorschriften erlasse.
      
      71      Zweitens sei eine Untätigkeitsklage nach ständiger Rechtsprechung nur möglich, wenn das betreffende Organ auch nach einer
         Aufforderung, die jeweilige Handlung vorzunehmen, untätig bleibe und somit nicht reagiere oder um Geduld bitte. Eine Untätigkeitsklage
         sei ausgeschlossen, wenn das Organ statt der beantragten Handlung eine andere vornehme, denn in diesem Fall stehe dem Betroffenen
         die Anfechtungsklage zur Verfügung.
      
      72      Da das Parlament in der vorliegenden Rechtssache jedoch, nachdem es das Schreiben vom 19. Dezember 2006 erhalten habe und
         die Beschwerde vom 21. Juni 2007 eingelegt worden sei, weder keine Reaktion gezeigt noch um Geduld gebeten habe, sei die Anfechtungsklage
         der einzige Rechtsbehelf gewesen, der den Klägern zur Verfügung gestanden habe.
      
      73      Drittens sei eine Untätigkeitsklage gemäß Art. 230 Abs. 4 EG nur zulässig, wenn der Kläger Adressat der Handlung sei. Eine
         Untätigkeitsklage sei folglich ? in Übereinstimmung mit ständiger Rechtsprechung ? als unzulässig abzuweisen, wenn sie sich
         auf die Vornahme einer allgemeinen und normativen Bestimmung richte und nicht auf eine Handlung, die den Kläger unmittelbar
         und individuell betreffe.
      
      74      In der vorliegenden Rechtssache richte sich die Klage jedoch auf den Erlass einer neuen, für alle Hilfssitzungskräfte geltenden
         Regelung.
      
      75      Viertens ist das Parlament der Ansicht, dass eine Untätigkeitsklage nicht beim Gericht erhoben werden könne. Nach Art. 3 Abs. 1
         Buchst. c des Beschlusses 88/591/EGKS, EWG, Euratom des Rates vom 24. Oktober 1988 zur Errichtung eines Gerichts erster Instanz
         der Europäischen Gemeinschaften (ABl. L 319, S. 1) liege die Zuständigkeit für Untätigkeitsklagen, die von natürlichen oder
         juristischen Personen gegen ein Organ erhoben würden, beim Gericht erster Instanz. Die Errichtung des Gerichts habe an dieser
         Zuständigkeitsverteilung offensichtlich nichts geändert.
      
      76      Für den Fall, dass die Untätigkeitsklage vom Gericht für zulässig erklärt werde, macht das Parlament hilfsweise geltend, dass
         keine Untätigkeit seitens des Gesetzgebers vorliege und die Klage daher als unbegründet abzuweisen sei. Der Rat habe Art. 283
         EG nämlich durch den Erlass der Beschäftigungsbedingungen umgesetzt, da deren Art. 78 speziell die Situation von Hilfssitzungskräften
         regle.
      
      77      Das Vorbringen der Kläger, die Hilfssitzungskräfte befänden sich in einem rechtsfreien Raum, entspreche nicht der Realität.
         Die Hilfssitzungskräfte seien der Kategorie der Hilfskräfte zuzurechnen, die in Titel III der Beschäftigungsbedingungen geregelt
         sei, und abgesehen von Ausnahmebestimmungen hinsichtlich ihrer Einstellung und Vergütung hätten alle Rechte und Pflichten
         der Hilfskräfte auch für sie gegolten: Sie seien sozialversichert gewesen, hätten Steuern entrichtet, und es habe ihnen die
         Möglichkeit offengestanden, sich wie die anderen Hilfskräfte gegen Arbeitslosigkeit versichern zu lassen.
      
      78      Was im Übrigen die von den Klägern erhobene Einrede der Rechtswidrigkeit betreffe, die sich auf die behauptete Unvereinbarkeit
         von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen mit bestimmten internationalen Übereinkünften stütze, werde die Zulässigkeit dieser
         Einrede in Frage gestellt, da zwischen den angefochtenen individuellen Entscheidungen und dem allgemeinen, als rechtswidrig
         gerügten Rechtsakt kein rechtlicher Zusammenhang bestehe. Die individuellen Entscheidungen, gegen die sich die Klage richte,
         beständen nämlich in der Weigerung der Einstellungsbehörde vom 20. April 2007, die Verträge der Kläger umzudeuten. Zu jenem
         Zeitpunkt habe jedoch zwischen dieser Verwaltungsentscheidung und Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen, der seit dem 1. Januar
         2007 nicht mehr anwendbar sei, kein Zusammenhang mehr bestanden.
      
      79      Darüber hinaus seien die Beschäftigungsbedingungen als Verordnung des Gemeinschaftsgesetzgebers für alle Rechtssubjekte und
         somit auch die Organe verbindlich. Folglich sei das Parlament im Rahmen der Einstellung von Hilfssitzungskräften zur Anwendung
         der Bestimmungen der Beschäftigungsbedingungen verpflichtet gewesen, da für gemeinschaftliche Rechtsakte nach ständiger Rechtsprechung
         eine Gültigkeitsvermutung gelte, solange sie nicht von einem Gemeinschaftsgericht aufgehoben oder für rechtswidrig erklärt
         würden.
      
      80      Jedenfalls werde die Einhaltung der am 18. Oktober 1961 in Turin unterzeichneten Europäischen Sozialcharta durch den Europäischen
         Ausschuss für soziale Rechte des Europarats überwacht, und die Übereinkommen der IAO, die zum allgemeinen Völkerrecht zählten,
         seien keine Quelle des Gemeinschaftsrechts, da die Übereinkommen nicht auf Gemeinschaftsebene geschlossen worden seien. Die
         Kläger könnten sich nicht darauf berufen, dass Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen mit den Übereinkommen unvereinbar sei,
         denn die Gemeinschaft sei nicht an sie gebunden. Außerdem könnten die Übereinkommen den Klägern keine Rechte im Hinblick auf
         ihre Beziehungen zum Parlament übertragen, da sie nicht Teil der Gemeinschaftsrechtsordnung seien.
      
      81      Schließlich beruft sich das Parlament auf Randnr. 41 des Urteils Gebhard/Parlament, in der es heißt: „Artikel 78 BSB hat also
         zum Ziel, dem Europäischen Parlament zu ermöglichen, den zu bestimmten Zeitpunkten massiv auftretenden zusätzlichen Personalbedarf
         zu decken, der für den ordnungsgemäßen Ablauf der Tagungen seiner verschiedenen beratenden Organe erforderlich ist.“ Das Parlament
         weist auf Randnr. 43 des angeführten Urteils hin, in der das Gericht festgestellt habe: „Das Parlament ist also nicht über
         den Rahmen der Ausnahmeregelung hinausgegangen, die ihm der Rat in Artikel 78 BSB eingeräumt hat, indem es aufgrund dieser
         Vorschrift die interne Regelung für Sitzungsdolmetscher erlassen hat …“ 
      
      82      Diese Feststellung sei auch auf die Regelung anwendbar, die Hilfssitzungskräfte im Allgemeinen betreffe, da die Ausnahme des
         Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen für alle Hilfskräfte gelte, die das Parlament für die Dauer der Sitzungsperioden einstelle.
      
      83      Das Urteil Gebhard/Parlament sei durch Urteile, die nach dem Erlass der Richtlinie 1999/70 ergangen seien, bestätigt worden
         (Urteile des Gerichts erster Instanz vom 10. Juni 2004, Alvarez Moreno/Parlament, T‑275/01, Slg. ÖD 2004, I‑A‑171 und II‑765,
         sowie Garroni/Parlament, T‑276/01, Slg. ÖD 2004, I‑A‑177 und II‑795, Urteil des Gerichts vom 14. Dezember 2006, André/Kommission,
         F‑10/06, Slg. ÖD 2006, I‑A‑1‑183 und II‑A‑1‑755).
      
      2.     Würdigung durch das Gericht
      84      Die Kläger erheben zur Stützung ihrer Anfechtungsklage gegen die angefochtene Entscheidung, der sie vorwerfen, die streitigen
         Verträge nicht in unbefristete Teilzeitverträge umgedeutet und nicht auf Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen gestützt
         zu haben, eine Einrede der Rechtswidrigkeit des Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen.
      
      85      Vorab ist daran zu erinnern, dass Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen eine Ausnahme zu der in Titel III der Beschäftigungsbedingungen
         enthaltenen Regelung für Hilfskräfte darstellt, die es dem Parlament ermöglicht, den Beschäftigungszeitraum der Hilfskräfte,
         die für die Durchführung der Arbeiten seiner Sitzungsperioden benötigt werden, auf die Dauer der Sitzungsperioden zu beschränken.
         Wie der Gerichtshof nämlich in seinem Urteil vom 11. Juli 1985, Maag/Kommission (43/84, Slg. 1985, 2581, Randnr. 19), im Hinblick
         auf freiberufliche Dolmetscher, die von der Kommission beschäftigt wurden, festgestellt hat, kann die Regelung für Hilfskräfte
         grundsätzlich nicht auf Beschäftigungen angewandt werden, die jeweils von kurzer Dauer sind, sich jedoch über Jahre hinaus
         häufig wiederholen. Gäbe es die Ausnahmeregelung des Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen nicht, würde dies auch für Personen
         gelten, die nur für die Dauer der parlamentarischen Sitzungen eingestellt werden.
      
      86      Wie das Gericht erster Instanz in seinem Urteil Gebhard/Parlament (Randnrn. 40 und 41) festgestellt hat, soll Art. 78 der
         Beschäftigungsbedingungen dem Europäischen Parlament ermöglichen, den zu bestimmten Zeitpunkten massiv auftretenden zusätzlichen
         Personalbedarf zu decken, der für den ordnungsgemäßen Ablauf der Tagungen seiner verschiedenen beratenden Organe erforderlich
         ist. In diesem Zusammenhang verweist die streitige Vorschrift auf die Einstellungsbestimmungen, die zuvor im Hinblick auf
         die Arbeitskräfte, die zur Unterstützung der parlamentarischen Arbeiten benötigt werden, zwischen drei hiervon speziell betroffenen
         europäischen Organen oder Organisationen vereinbart wurden. Gemäß Art. 78 Abs. 2 der Beschäftigungsbestimmungen werden die
         Bestimmungen des Abkommens sowie jede spätere Änderung dieser Bestimmungen den für die Feststellung des Haushaltsplans zuständigen
         Organen einen Monat vor ihrem Inkrafttreten zur Kenntnis gebracht.
      
       Zur Zulässigkeit der Einrede der Rechtswidrigkeit
      87      Nach der Rechtsprechung ist es für die Zulässigkeit einer Rechtswidrigkeitseinrede erforderlich, dass ein hinreichend enger
         Zusammenhang zwischen der individuellen Handlung, die Gegenstand des Rechtsstreits ist, und der Bestimmung, gegen die die
         Einrede der Rechtswidrigkeit geltend gemacht wird, besteht und dieser dazu führt, dass die Unanwendbarkeit der Bestimmung
         notwendigerweise Einfluss auf die Rechtmäßigkeit der Handlung hätte (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs vom 13.
         Juli 1966, Italien/Rat und Kommission, 32/65, Slg. 1966, 563, 594, und vom 5. Oktober 2000, Rat/Chvatal u. a., C‑432/98 P
         und C‑433/98 P, Slg. 2000, I‑8535, Randnr. 33).
      
      88      Da sich in der vorliegenden Rechtssache die Klage gegen die Ablehnung des Antrags der Kläger vom 18. September 2006 richtet,
         mit dem diese erreichen wollten, dass ihre aufeinanderfolgenden befristeten Verträge als Hilfssitzungskraft in einen einzigen
         unbefristeten Vertrag als Vertragsbediensteter in Teilzeitbeschäftigung im Sinne von Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen
         umgedeutet werden, ist die angefochtene Entscheidung so zu verstehen, dass sie sich auf Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
         stützt, so dass eine Rechtswidrigkeit dieser Vorschrift, wenn sie denn ? aus welchem Grund auch immer ? erwiesen wäre, notwendigerweise
         einen Einfluss auf die Ablehnung des Antrags der Kläger hätte.
      
      89      Selbst wenn jedoch Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen rechtswidrig wäre und festgestellt würde, dass er auf den vorliegenden
         Fall nicht anwendbar ist, könnte die Rechtswidrigkeitseinrede der Kläger dennoch nicht zu einer Aufhebung der angefochtenen
         Entscheidung führen, wenn sich herausstellen sollte, dass die Beschäftigungsbedingungen keine Spezialvorschrift enthalten,
         die eine geeignete Rechtsgrundlage bietet, um dem Antrag der Kläger auf Abschluss unbefristeter Teilzeitverträge stattzugeben.
         In der vorliegenden Rechtssache haben die Kläger ihren Antrag in dieser Hinsicht auf Art. 3a bzw. 3b der Beschäftigungsbedingungen
         gestützt. Daher ist es bereits im Rahmen der Zulässigkeitsprüfung sinnvoll, auch wenn diese Frage eher die Schlüssigkeit und
         folglich die Begründetheit und nicht die Zulässigkeit der Rechtswidrigkeitseinrede der Kläger betrifft, die Art. 3a und 3b
         darauf zu untersuchen, ob sie auf den ersten Blick die oben erwähnte geeignete Rechtsgrundlage darstellen können, da auf diese
         Weise die tatsächliche Bedeutung des vorliegenden Rechtsstreits eingeschätzt werden kann.
      
      90      Nach den Beschäftigungsbedingungen kann nur ein Vertrag eines Bediensteten auf Zeit im Sinne von Art. 2 Buchst. a oder c oder
         eines Vertragsbediensteten im Sinne von Art. 3a auf unbestimmte Dauer gemäß den Voraussetzungen des Art. 8 bzw. 85 der Beschäftigungsbedingungen
         geschlossen werden. Die Kläger können jedoch offensichtlich keinen Vertrag im Sinne von Art. 2 Buchst. c der Beschäftigungsbedingungen
         einfordern, da ein solcher Vertrag die Einstellung eines Bediensteten auf Zeit betrifft, der seine Aufgaben bei einer Person
         wahrnimmt, die ein in den Verträgen vorgesehenes Amt innehat. Aufgrund der Natur ihrer Dienstleistungen, die zur Deckung eines
         zeitweiligen, sich monatlich wiederholenden Bedarfs von sehr kurzer Dauer erbracht werden, können die Kläger sich auch nicht
         auf eine Eigenschaft als Bedienstete auf Zeit im Sinne von Art. 2 Buchst. a der Beschäftigungsbedingungen berufen, da ein
         Bediensteter auf Zeit im Dienst der Gemeinschaftsverwaltung eine Dauerplanstelle besetzt, die „in dem dem Einzelplan des Haushaltsplans
         für jedes Organ beigefügten Stellenplan aufgeführt“ ist und, wie der Gerichtshof in seinem Urteil Maag/Kommission (Randnr.
         17) festgestellt hat, mit den Aufgaben von zusätzlich eingestelltem Personal unvereinbar ist.
      
      91      Dagegen betrifft Art. 3a der Beschäftigungsbedingungen, der ebenfalls den Abschluss von unbefristeten Teilzeitverträgen zulässt,
         die Einstellung von Hilfskräften, die keine Planstelle besetzen, „die in dem Stellenplan aufgeführt ist, der dem Einzelplan
         des Haushaltsplans für das betreffende Organ beigefügt ist“, und die u. a. „manuelle Tätigkeiten oder unterstützende verwaltungstechnische
         Tätigkeiten“ verrichten. Auf den ersten Blick lässt sich nicht ausschließen, dass in dem Fall, in dem Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
         aufgrund seiner Rechtswidrigkeit nicht anwendbar wäre, ein Rückgriff auf Art. 3a der Beschäftigungsbedingungen dazu führen
         könnte, dass dem Antrag der Kläger, ihnen einen unbefristeten Vertrag in 25%-Beschäftigung zu gewähren, stattgegeben würde.
         
      
      92      Das Parlament macht allerdings geltend, gemäß Art. 1 Abs. 3 des Anhangs IVa des Statuts, auf den Art. 55a Abs. 4 des Statuts
         verweise, der gemäß Art. 16 in Verbindung mit Art. 91 der Beschäftigungsbedingungen entsprechend für Vertragsbedienstete (sowie
         im Übrigen für Bedienstete auf Zeit) gelte, dürfe die Teilzeitbeschäftigung nicht weniger als die Hälfte der regulären Arbeitszeit
         betragen. Aufgrund dieser Bestimmung sei es dem Parlament jedenfalls nicht möglich, den Personen, die nur während der Arbeiten
         der Sitzungsperioden verwendet würden, Verträge als Vertragsbedienstete mit 25%-Beschäftigung anzubieten.
      
      93      Dieser Auslegung von Art. 1 Abs. 3 des Anhangs IVa des Statuts kann nicht gefolgt werden. Art. 55a des Statuts, dessen Anwendungsmodalitäten
         im genannten Anhang definiert werden, betrifft nämlich nur den Teilzeitbeschäftigungsantrag eines Beamten. Er enthält keine
         Regelung darüber, unter welchen Voraussetzungen ein Organ in Eigeninitiative aufgrund der Natur einer vertraglichen Tätigkeit
         einen Teilzeitvertrag abschließen darf.
      
      94      Aus alledem ergibt sich, dass die Rechtswidrigkeitseinrede der Kläger nicht nur darauf abzielt, die Rechtmäßigkeit von Art. 78
         der Beschäftigungsbedingungen in Frage zu stellen, sondern auch dazu führen könnte, dass das Parlament aufgrund der Unanwendbarkeit
         dieser Bestimmung gezwungen wäre, den zu bestimmten Zeitpunkten massiv auftretenden Personalbedarf während der Sitzungsperioden
         durch Rückgriff auf andere vertragliche Lösungen zu decken, was auf den ersten Blick nicht ausschließen lässt, dass auf Art. 3a
         der Beschäftigungsbedingungen zurückgegriffen würde.
      
      95      Da zwischen der angefochtenen Entscheidung und Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen, gegen den die Einrede erhoben wird,
         ein hinreichend enger Zusammenhang besteht, ist es zulässig, dass die Kläger inzident die Rechtmäßigkeit von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
         bestreiten.
      
       Zur Begründetheit der Einrede der Rechtswidrigkeit
      96      Im Rahmen ihrer Einrede der Rechtswidrigkeit von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen rügen die Kläger, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber
         keine Spezialregelung zugunsten von Hilfssitzungskräften erlassen habe, die die besonderen Bedingungen ihrer Aufgaben berücksichtige,
         und dass er darauf verzichtet habe, dienstrechtliche Bestimmungen zu erlassen, und stattdessen auf ein Abkommen vertraglicher
         Natur verweise, das zwischen dem Parlament, dem Europarat und der Versammlung der WEU geschlossen worden sei. Die Kläger seien
         somit in einer rechtlich unsicheren Lage und einem prekären Beschäftigungsverhältnis belassen worden, obwohl sie eingestellt
         worden seien, um einen Bedarf zu decken, der zwar nur zu bestimmten Zeitpunkten, jedoch dauerhaft vorhanden gewesen sei. In
         Anbetracht dessen sei Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen aus verschiedenen Gründen rechtswidrig:
      
      –        Erstens habe der Gemeinschaftsgesetzgeber, wie dargelegt, auf seine Zuständigkeit zum Erlass dienstrechtlicher Bestimmungen
         verzichtet und somit gegen Art. 283 EG verstoßen;
      
      –        zweitens nehme er eine diskriminierende Unterscheidung zwischen zum einen den Bediensteten, denen eine vollständige und solide
         rechtliche Regelung zur Verfügung stehe, und zum anderen den Hilfssitzungskräften vor, was einen Verstoß gegen die am 18.
         Oktober 1961 in Turin unterzeichnete Europäische Sozialcharta und das Übereinkommen 111 der IAO darstelle, und
      
      –        drittens beeinträchtige er die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses, auf die die Kläger einen Anspruch hätten, unter
         Verstoß gegen das Übereinkommen 158 der IAO und die Richtlinie 1999/70.
      
       Zum Vorwurf des Verstoßes gegen Art. 283 EG
      97      Die Hilfssitzungskräfte unterliegen Titel III der Beschäftigungsbedingungen, der Hilfskräfte betrifft und von dem nur in Bezug
         auf die Einstellungs- und Vergütungsbestimmungen, die im Abkommen geregelt sind, abgewichen wird. Folglich bleiben die übrigen
         Bestimmungen in Titel III, die u. a. die Arbeitsbedingungen und die soziale Sicherheit betreffen, anwendbar, unabhängig von
         internen Spezialvorschriften, die vom Präsidium oder vom Generalsekretär des Parlaments erlassen werden und darauf gerichtet
         sind, die Beschäftigungsbedingungen durchzuführen oder zu ergänzen.
      
      98      Somit fielen die Personen, die vom Parlament zur Deckung seines Personalbedarfs während der Sitzungsperioden eingestellt wurden,
         bis zum 31. Dezember 2006 zweifellos in den Anwendungsbereich der Beschäftigungsbedingungen. Daher kann nicht behauptet werden,
         dass der Gemeinschaftsgesetzgeber darauf verzichtet habe, seine Zuständigkeit zum Erlass dienstrechtlicher Bestimmungen wahrzunehmen.
      
      99      Der Umstand, dass der Gesetzgeber für die Bestimmungen zur Einstellung und Vergütung von Hilfssitzungskräften auf das Abkommen
         verweist, kann nicht so verstanden werden, dass der Gesetzgeber auf die Ausübung seiner durch Art. 283 EG übertragenen Zuständigkeit
         zum Erlass des Statuts und der Beschäftigungsbedingungen verzichtet habe. Vielmehr hat sich der Rat gerade in Ausübung dieser
         Zuständigkeit unter Berücksichtigung der gemeinsamen Interessen und Bedürfnisse der drei europäischen Organisationen im Hinblick
         auf den ordnungsgemäßen Ablauf ihrer beratenden Organe verpflichtet gefühlt, die Bestimmungen zur Einstellung und Vergütung
         von Bediensteten, die für die Dauer der Arbeiten der parlamentarischen Sitzungsperioden eingestellt werden, mit den Bedingungen
         in Einklang zu bringen, die die betreffenden drei Organe oder Organisationen vereinbart haben, wobei er sich gemäß Art. 78
         Abs. 2 der Beschäftigungsbedingungen die Haushaltskontrolle vorbehalten hat. Das Abkommen, auf das Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
         verweist, darf jedoch nicht gegen höherrangiges Gemeinschaftsrecht verstoßen. Diese Frage wird nachstehend im Hinblick auf
         die übrigen Rügen der Kläger untersucht.
      
      100    Somit ist der Vorwurf eines Verstoßes gegen Art. 283 EG sachlich unzutreffend und folglich zurückzuweisen.
      
       Zum Vorwurf des Verstoßes gegen den Grundsatz der Nichtdiskriminierung
      101    Was den Vorwurf eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Nichtdiskriminierung betrifft, der durch die am 18. Oktober 1961 in
         Turin unterzeichnete Europäische Sozialcharta und das Übereinkommen 111 der IAO garantiert wird, ist daran zu erinnern, ohne
         dass über die Anwendbarkeit und den Geltungsbereich der beiden von den Klägern geltend gemachten internationalen Übereinkünfte
         entschieden werden muss, dass die Grundsätze der Gleichbehandlung und der Nichtdiskriminierung fundamentale Grundsätze der
         Gemeinschaftsrechtsordnung sind.
      
      102    Nach ständiger Rechtsprechung ist der Gleichheitsgrundsatz verletzt, wenn zwei Personengruppen, deren tatsächliche und rechtliche
            Lage sich nicht wesentlich unterscheidet, unterschiedlich behandelt werden und diese Differenzierung nicht objektiv gerechtfertigt
            ist (Urteil des Gerichtshofs vom 11. Januar 2001, Gevaert/Kommission, C‑389/98 P, Slg. 2001, I‑65, Randnr. 54, Urteile des
            Gerichts erster Instanz vom 15. März 1994, La Pietra/Kommission, T‑100/92, Slg. ÖD 1994, I‑A‑83 und II‑275, Randnr. 50, vom
            16. April 1997, Kuchlenz-Winter/Kommission, T‑66/95, Slg. 1997, II‑637, Randnr. 55, und vom 21. Juli 1998, Mellett/Gerichtshof,
            T‑66/96 und T‑221/97, Slg. ÖD 1998, I‑A‑449 und II‑1305, Randnr. 129, Beschluss des Gerichts erster Instanz vom 9. Juli 2007,
            De Smedt/Kommission, T‑415/06 P, Slg. ÖD 2007, I‑A‑1‑0000 und II‑A‑1‑0000, Randnr. 52).
      103    Die Lage der Bediensteten, die eingestellt werden, um den zu bestimmten Zeitpunkten massiv auftretenden zusätzlichen Personalbedarf
         zu decken, der dem Parlament ausschließlich während seiner Sitzungsperioden entsteht, lässt sich jedoch nicht mit der Lage
         der Bediensteten vergleichen, die eingestellt werden, um den kontinuierlichen und täglichen Bedarf zu decken, der die Anwesenheit
         eines Personals erfordert, das sich aus Beamten und gegebenenfalls Bediensteten auf Zeit oder Vertragsbediensteten im Sinne
         des Art. 3a oder 3b der Beschäftigungsbedingungen zusammensetzt.
      
      104    Die Statusunterschiede zwischen den verschiedenen Kategorien von Personen, die bei den Gemeinschaften beschäftigt sind, können
            nicht in Zweifel gezogen werden, da bestimmte Kategorien möglicherweise in den Genuss von Vorteilen kommen, die anderen Kategorien
            nicht gewährt werden. Die Definition jeder dieser Bedienstetenkategorien entspricht nämlich den legitimen Bedürfnissen der
            Gemeinschaftsverwaltung sowie der Natur der Aufgaben, die sie zu erfüllen hat (Urteil des Gerichtshofs vom 6. Oktober 1983,
            Celant u. a./Kommission, 118/82 bis 123/82, Slg. 1983, 2995, Randnr. 22, Beschluss De Smedt/Kommission, Randnr. 55).
      105    Insbesondere durch Einführung der besonderen Kategorie der Hilfssitzungskräfte hat der Rat von seiner Freiheit Gebrauch gemacht,
         diese Bedienstetenkategorie im Hinblick auf die besonderen Bedürfnisse des Parlaments und die Natur der Aufgaben, die sie
         zu erfüllen hat, besonders zu regeln, ebenso wie er im Hinblick auf die besondere Kategorie der Konferenzdolmetscher, die
         ebenfalls für kurze Zeiträume und zur Deckung eines zeitweiligen, d. h. nur gelegentlichen Bedarfs eingestellt werden, von
         dieser Freiheit Gebrauch gemacht hat. 
      
      106    Folglich ist der Vorwurf des Verstoßes gegen den Grundsatz der Nichtdiskriminierung zurückzuweisen.
      
       Zur Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses
      107    Der Vorwurf, Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen beeinträchtige die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses, da er dem
         Parlament ermögliche, nach jedem Ablauf eines Vertrags die Hilfssitzungskraft freizusetzen, so dass ihr die übliche Form des
         Beschäftigungsverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Form eines unbefristeten Vertrags verwehrt werde, wirft
         in Wirklichkeit die Frage auf, ob Vorschriften oder Grundsätze höherrangigen Rechts, die die Einstellungsbedingungen von Hilfssitzungskräften
         festlegen, das Parlament verpflichten, unbefristete Teilzeitarbeitsverhältnisse einzugehen.
      
      108    Hierzu berufen sich die Kläger im Wesentlichen auf
      
      –        erstens Art. 4 des Übereinkommens 158 der IAO, der bestimmt: „Das Arbeitsverhältnis eines Arbeitnehmers darf nur dann beendigt
         werden, wenn ein triftiger Grund hierfür vorliegt, der mit der Fähigkeit oder dem Verhalten des Arbeitnehmers zusammenhängt
         oder sich auf die Erfordernisse der Tätigkeit des Unternehmens, Betriebs oder Dienstes stützt“;
      
      –        zweitens die Rahmenvereinbarung und insbesondere Abs. 2 ihrer Präambel und Nr. 6 ihrer Allgemeinen Erwägungen, aus denen hervorgeht,
         dass unbefristete Verträge „die übliche Form des Beschäftigungsverhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern“ darstellen
         und durch die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses gekennzeichnet sind, während befristete Arbeitsverträge nur unter
         bestimmten Umständen geeignet sind, sowohl den Bedürfnissen der Arbeitgeber als auch denen der Arbeitnehmer zu entsprechen.
      
      109    Art. 4 des Übereinkommens 158 der IAO ist als solcher für die vorliegende Rechtssache nicht relevant, da er für sich genommen
         nicht die Frage beantwortet, ob das Parlament berechtigt ist, Hilfskraftverträge abzuschließen, die nur für die Dauer einer
         parlamentarischen Sitzung gelten. Denn auch wenn diese Frage zu bejahen wäre, könnte man das Ende der Laufzeit der einzelnen
         befristeten Verträge dennoch nicht als Kündigung verstehen, die im Hinblick auf die Fähigkeit oder das Verhalten des Bediensteten
         oder die Erfordernisse der Tätigkeit des Parlaments besonders zu begründen wäre, denn die Beendigung des Vertrags wäre auf
         das Ende der Vertragslaufzeit zurückzuführen.
      
      110    Was die gerügte Verletzung der Rahmenvereinbarung betrifft, muss vor der Prüfung dieser Rüge untersucht werden, ob die Richtlinie
         1999/70 gegenüber einem Gemeinschaftsorgan geltend gemacht werden kann.
      
      –       Geltendmachung der Richtlinie 1999/70 gegenüber einem Gemeinschaftsorgan durch einen Beamten oder Bediensteten
      111    Vorab ist festzustellen, dass sich die Richtlinien an die Mitgliedstaaten und nicht an die Organe der Gemeinschaft richten.
         Demzufolge legen die Bestimmungen der Richtlinie 1999/70 und der im Anhang befindlichen Rahmenvereinbarung als solche den
         Organen in ihren Beziehungen zu ihren Beschäftigten keine Verpflichtungen auf (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs
         vom 9. September 2003, Rinke, C‑25/02, Slg. 2003, I‑8349, Randnr. 24, Urteil des Gerichts erster Instanz vom 21. Mai 2008,
         Belfass/Rat, T‑495/04, Slg. 2008, II‑781, Randnr. 43).
      
      112    Trotz dieser Überlegung lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass eine Richtlinie im Rahmen der Beziehungen zwischen den
         Organen und ihren Beamten oder Bediensteten geltend gemacht werden kann.
      
      113    Erstens können die Bestimmungen einer Richtlinie ein Organ nämlich indirekt verpflichten, wenn sie Ausdruck eines allgemeinen
         Grundsatzes des Gemeinschaftsrechts sind, der als solcher vom Organ anzuwenden ist (vgl. in diesem Sinne Urteil Rinke, Randnrn.
         25 bis 28, zur Richtlinie 76/207/EWG des Rates vom 9. Februar 1976 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung
         von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung, zur Berufsbildung und zum beruflichen Aufstieg sowie in
         Bezug auf die Arbeitsbedingungen, ABl. L 39, S. 40).
      
      114    In der vorliegenden Rechtssache ist die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses, auch wenn sie einen wichtigen Aspekt des
         Arbeitnehmerschutzes darstellt (vgl. Urteile des Gerichtshofs vom 22. November 2005, Mangold, C‑144/04, Slg. 2005, I‑9981,
         Randnr. 64, und vom 15. April 2008, Impact, C‑268/06, Slg. 2008, I‑2483, Randnr. 87), dennoch kein allgemeiner Rechtsgrundsatz,
         auf dessen Grundlage die Rechtmäßigkeit der Handlung eines Organs beurteilt werden könnte. Insbesondere aus der Richtlinie
         1999/70 und der Rahmenvereinbarung geht an keiner Stelle hervor, dass die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses als zwingende
         Rechtsvorschrift festgelegt wurde. Im Übrigen betonen die Erwägungsgründe 6 und 7 der Richtlinie sowie Abs. 1 der Präambel
         und Nr. 5 der Allgemeinen Erwägungen der Rahmenvereinbarung, dass es notwendig ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anpassungsfähigkeit
         und Sicherheit zu erreichen.
      
      115    Dagegen ist die Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses ein Ziel, das von den Unterzeichnerparteien der Rahmenvereinbarung
         verfolgt wird, denn gemäß Paragraf 1 Buchst. b der Rahmenvereinbarung soll diese „einen Rahmen schaffen, der den Missbrauch
         durch aufeinanderfolgende befristete Arbeitsverträge oder -verhältnisse verhindert“.
      
      116    Zweitens kann eine Richtlinie ein Organ auch verpflichten, wenn das Organ, im Rahmen seiner organisatorischen Autonomie und
         innerhalb der Grenzen des Statuts, eine bestimmte Verpflichtung umsetzt, die in einer Richtlinie festgelegt ist, oder wenn
         eine intern anwendbare Handlung von allgemeiner Geltung selbst ausdrücklich auf die Maßnahmen verweist, die der Gemeinschaftsgesetzgeber
         in Anwendung der Verträge getroffen hat. So sieht Art. 1e Abs. 2 des Statuts vor, dass für Beamte „Arbeitsbedingungen [gelten],
         bei denen angemessene Gesundheits- und Sicherheitsnormen eingehalten werden, die zumindest den Mindestvorschriften aufgrund
         von Maßnahmen entsprechen, die in diesen Bereichen nach den Verträgen erlassen wurden“. Gemäß Art. 10 Abs. 1 und Art. 80 Abs. 4
         der Beschäftigungsbedingungen gilt diese Bestimmung entsprechend für Bedienstete auf Zeit und Vertragsbedienstete.
      
      117    Dennoch ist festzustellen, dass das Ziel der Richtlinie 1999/70 nicht darin besteht, das Arbeitsumfeld konkret durch einen
         verstärkten Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer zu verbessern, sondern darin, die nationalen Gesetze und
         Praktiken im Bereich der Arbeitsbedingungen betreffend die Dauer der Arbeitsverhältnisse anzugleichen. 
      
      118    Drittens verpflichtet der in Art. 10 EG festgelegte Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit nicht nur die Mitgliedstaaten, alle
         geeigneten Maßnahmen zu treffen, um die Geltung und die Wirksamkeit des Gemeinschaftsrechts zu gewährleisten (Urteil des Gerichtshofs
         vom 26. September 2000, Engelbrecht, C‑262/97, Slg. 2000, I‑7321, Randnr. 38), sondern er erlegt auch den Gemeinschaftsorganen
         entsprechende Pflichten zur loyalen Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten (Urteile des Gerichtshofs vom 10. Februar 1983,
         Luxemburg/Parlament, 230/81, Slg. 1983, 255, Randnr. 37, vom 14. Mai 2002, Kommission/Deutschland, C‑383/00, Slg. 2002, I‑4219,
         Randnr. 18, vom 26. November 2002, First und Franex, C‑275/00, Slg. 2002, I‑10943, Randnr. 49, vom 4. März 2004, Deutschland/Kommission,
         C‑344/01, Slg. 2004, I‑2081, Randnr. 79, und vom 20. Oktober 2005, Ten Kate Holding Musselkanaal u. a., C‑511/03, Slg. 2005,
         I‑8979, Randnr. 28) und zwischen ihnen selbst (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 30. März 1995, Parlament/Rat,
         C‑65/93, Slg. 1995, I‑643, Randnr. 23) auf. 
      
      119    Folglich obliegt es den Organen, so gut wie möglich sicherzustellen, dass ihre eigene interne Politik und ihre Gesetzgebungsmaßnahmen
         auf Gemeinschaftsebene, u. a. die an die Mitgliedstaaten gerichteten Maßnahmen, in Einklang stehen. Die Organe müssen daher
         in ihrer Funktion als Arbeitgeber die gesetzlichen Bestimmungen beachten, die u. a. Mindestanforderungen zur Verbesserung
         der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern in den Mitgliedstaaten im Wege der Angleichung der nationalen Gesetze
         und Praktiken festlegen, und sie müssen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber die Stabilität
         des Beschäftigungsverhältnisses zu einem vorrangigen Ziel im Bereich der Arbeitsbeziehungen innerhalb der Europäischen Union
         machen möchte. Diese Verpflichtung gilt umso mehr, als die Verwaltungsreform, die durch die Verordnung Nr. 723/2004 durchgeführt
         wurde, die Tendenz zur Beschäftigung von Vertragsmitarbeitern im europäischen öffentlichen Dienst verstärkt hat.
      
      120    Was speziell die Rahmenvereinbarung betrifft, die sich auf eine Angleichung der nationalen Gesetze und Praktiken richtet,
         indem sie Mindestanforderungen für befristete Arbeitsverhältnisse festlegt, muss das Parlament die Beschäftigungsbedingungen
         daher gemäß der ihm obliegenden Loyalitätspflicht so weit wie möglich im Lichte des Wortlauts und Zwecks der Rahmenvereinbarung
         auslegen, damit ihr Ziel erreicht wird.
      
      121    Schließlich ergeben sich die oben dargelegten Folgen der Loyalitätspflicht in der vorliegenden Rechtssache auch aus der ständigen
         Rechtsprechung, der zufolge bei der Auslegung einer Bestimmung des Gemeinschaftsrechts nicht nur deren Wortlaut, sondern auch
         der Zusammenhang und die Ziele der Regelung, zu der sie gehört, sowie sämtliche Bestimmungen des Gemeinschaftsrechts zu berücksichtigen
         sind (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs vom 6. Oktober 1982, Cilfit u. a., 283/81, Slg. 1982, 3415, Randnr. 20,
         und vom 17. November 1983, Merck, 292/82, Slg. 1983, 3781, Randnr. 12, und Urteil des Gerichts erster Instanz vom 6. Oktober
         2005, Sumitomo Chemical und Sumika Fine Chemicals/Kommission, T‑22/02 und T‑23/02, Slg. 2005, II‑4065, Randnr. 47). Folglich
         ist es ausgeschlossen, dass ein Organ bei der Anwendung und Auslegung der in den Beschäftigungsbedingungen enthaltenen Vorschriften
         zur Dauer von Verträgen die auf Gemeinschaftsebene festgelegten Mindestanforderungen für befristete Arbeitsverhältnisse nicht
         berücksichtigt. 
      
      122    Angesichts der vorstehenden Erwägungen ist die von den Klägern erhobene Einrede der Rechtswidrigkeit des Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
         zurückzuweisen, da die Einrede, dass eine Bestimmung der das Statut und die Beschäftigungsbedingungen enthaltenden Ratsverordnung
         rechtswidrig sei, da sie gegen die Rahmenvereinbarung verstoße, nicht auf die Richtlinie 1999/70 als solche gestützt werden
         kann.
      
      123    Unter den Umständen des vorliegenden Falls und innerhalb der Grenzen, die oben in den Randnrn. 118 bis 121 dargelegt worden
         sind, können sich die Kläger gegenüber dem Parlament jedoch auf die genannte Richtlinie und die von ihr durchzuführende Rahmenvereinbarung
         berufen, damit die Vorschriften des Statuts und der Beschäftigungsbedingungen so weit wie möglich in Übereinstimmung mit den
         Anforderungen der Rahmenvereinbarung ausgelegt werden.
      
      124    Allerdings führt die im Folgenden vorzunehmende Prüfung der von den Klägern geltend gemachten Bestimmungen der Rahmenvereinbarung
         jedenfalls nicht zu dem Ergebnis, dass das Parlament gegen Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen, im Lichte der Ziele und
         Mindestanforderungen der Rahmenvereinbarung ausgelegt, verstoßen hat. 
      
      –       Zum Inhalt der Rahmenvereinbarung 
      125    Die Richtlinie 1999/70 und die Rahmenvereinbarung sind auf befristete Arbeitsverträge und -verhältnisse anwendbar, die mit
         Behörden oder anderen Stellen des öffentlichen Sektors geschlossen werden (Urteile des Gerichtshofs vom 4. Juli 2006, Adeneler
         u. a., C‑212/04, Slg. 2006, I‑6057, Randnr. 54, vom 7. September 2006, Marrosu und Sardino, C‑53/04, Slg. 2006, I‑7213, Randnr.
         39, und Vassallo, C‑180/04, Slg. 2006, I‑7251, Randnr. 32).
      
      126    Die Rahmenvereinbarung geht von der Prämisse aus, dass unbefristete Arbeitsverträge die übliche Form des Beschäftigungsverhältnisses
         sind, erkennt aber gleichzeitig an, dass befristete Arbeitsverträge für die Beschäftigung in bestimmten Branchen oder für
         bestimmte Berufe und Tätigkeiten charakteristisch sind (vgl. Nrn. 6 und 8 der Allgemeinen Erwägungen der Rahmenvereinbarung;
         Urteil Adeneler u. a., Randnr. 61).
      
      127    Feste Beschäftigungsverhältnisse stellen demnach einen wichtigen Aspekt des Arbeitnehmerschutzes dar (vgl. Urteil Mangold,
         Randnr. 64), während befristete Arbeitsverträge nur unter bestimmten Umständen den Bedürfnissen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern
         entsprechen können (vgl. Abs. 2 der Präambel und Nr. 8 der Allgemeinen Erwägungen der Rahmenvereinbarung; Urteil Adeneler
         u. a., Randnr. 62).
      
      128    In diesem Sinne soll die Rahmenvereinbarung dem wiederholten Rückgriff auf befristete Arbeitsverträge, der als eine Quelle
         potenziellen Missbrauchs zulasten der Arbeitnehmer gesehen wird, einen Rahmen setzen, indem sie eine Reihe von Mindestschutzbestimmungen
         vorsieht, die die Präkarisierung der Lage der Beschäftigten verhindern sollen (Urteil Adeneler u. a., Randnr. 63).
      
      129    So ist Paragraf 5 Nr. 1 der Rahmenvereinbarung speziell darauf gerichtet, „Missbrauch durch aufeinanderfolgende befristete
         Arbeitsverträge oder -verhältnisse zu vermeiden“.
      
      130    Hierzu werden die Mitgliedstaaten in Paragraf 5 verpflichtet, eine oder mehrere der in Nr. 1 Buchst. a bis c aufgeführten
         Maßnahmen in ihre nationale Rechtsordnung aufzunehmen, wenn es im betreffenden Mitgliedstaat noch keine gleichwertigen Rechtsvorschriften
         gibt, um die missbräuchliche Verwendung von aufeinanderfolgenden befristeten Arbeitsverträgen auf effektive Weise zu verhindern
         (Urteil Adeneler u. a., Randnr. 65). Dagegen enthält die Rahmenvereinbarung weder eine allgemeine Verpflichtung der Mitgliedstaaten,
         nach einer bestimmten Zahl von Verlängerungen befristeter Verträge oder der Vollendung eines bestimmten Arbeitszeitraums die
         Umwandlung des befristeten Arbeitsverhältnisses in einen unbefristeten Vertrag vorzusehen, noch schreibt sie im Einzelnen
         vor, unter welchen Bedingungen befristete Verträge geschlossen werden können (vgl. in diesem Sinne Urteile Adeneler u. a.,
         Randnr. 91, sowie Marrosu und Sardino, Randnr. 47). 
      
      131    Zu den Maßnahmen, die in Paragraf 5 Nr. 1 aufgeführt sind, zählen gemäß Buchst. a „sachliche Gründe, die die Verlängerung
         solcher Verträge oder Verhältnisse rechtfertigen“.
      
      132    Nach Ansicht der Unterzeichnerparteien der Rahmenvereinbarung hilft nämlich die aus objektiven Gründen erfolgende Inanspruchnahme
         befristeter Arbeitsverträge, Missbrauch zu vermeiden (vgl. Nr. 7 der Allgemeinen Erwägungen der Rahmenvereinbarung).
      
      133    In der vorliegenden Rechtssache geht jedoch aus der Gesamtheit der Akten hervor, dass es gerade „objektive Gründe“ sind, die
         das Parlament im Wesentlichen geltend macht, um zu rechtfertigen, dass die Verträge der Hilfssitzungskräfte anlässlich jeder
         parlamentarischen Sitzungsperiode verlängert werden.
      
      134    In seinem Urteil Adeneler u. a. hat der Gerichtshof in Randnr. 69 festgestellt, dass der Begriff „sachliche Gründe“ im Sinne
         des Paragrafen 5 Nr. 1 Buchst. a der Rahmenvereinbarung dahin zu verstehen ist, dass er genau bezeichnete, konkrete Umstände
         meint, die eine bestimmte Tätigkeit kennzeichnen und daher in diesem speziellen Zusammenhang die Verwendung aufeinanderfolgender
         befristeter Arbeitsverträge rechtfertigen können. Diese Umstände können sich etwa aus der besonderen Art der Aufgaben, zu
         deren Erfüllung diese Verträge geschlossen worden sind, und deren Wesensmerkmalen oder gegebenenfalls aus der Verfolgung eines
         legitimen sozialpolitischen Ziels durch einen Mitgliedstaat ergeben (Urteil Adeneler u. a., Randnr. 70).
      
      135    In der vorliegenden Rechtssache hat das Parlament zu Recht geltend gemacht, dass die Verlängerung der streitigen befristeten
         Verträge einem echten Bedürfnis entspreche, da sie für die Wahrnehmung der dem Parlament übertragenen Aufgaben notwendig sei.
         Durch die Anwendung von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen bis zum 1. Januar 2007 war es dem Parlament nämlich möglich,
         seinen nur zu bestimmten Zeitpunkten auftretenden massiven Personalbedarf jeweils für die Dauer einer Sitzungsperiode zu decken.
         Es steht fest, dass der deutliche Anstieg der Aktivitäten, die das Parlament in Straßburg während eines begrenzten Zeitraums
         von vier oder fünf Tagen im Monat verzeichnete, sich spürbar auf seinen Personalbedarf auswirkte und hiervon ganz bestimmte
         und sehr unterschiedliche Tätigkeiten betroffen waren, z. B. Hilfskraft in der Kindertagesstätte, Kinderpfleger, Büroassistent,
         Techniker, Koch, Sprachlehrer, Übersetzer, Saaldiener, Umzugshelfer und andere Tätigkeiten. Zwar war dieser Bedarf vorhersehbar,
         die Aktivitäten waren jedoch nicht dauerhaft und anhaltend gestiegen. Diese Umstände konnten den Rückgriff auf befristete
         Hilfssitzungskraftverträge im Hinblick auf Paragraf 5 Nr. 1 Buchst. a der Rahmenvereinbarung wirksam rechtfertigen. 
      
      136    Zwar haben die Kläger zu Recht geltend gemacht, dass eine Hilfskraft gemäß Art. 58 Abs. 1 der Beschäftigungsbedingungen erst
         nach Ablauf einer monatlichen Dienstzeit von mindestens fünfzehn Tagen oder einem halben Monat einen Anspruch auf bezahlten
         Urlaub hat, was dazu führt, dass den Hilfssitzungskräften ein solcher bezahlter Urlaub allein aufgrund des Umstands verwehrt
         wird, dass sie auf der Grundlage sehr kurzer Verträge beschäftigt werden, die den Mindestzeitraum nicht erreichen.
      
      137    Die Kläger haben ihre Einrede der Rechtswidrigkeit jedoch nicht gegen Art. 58 Abs. 1 der Beschäftigungsbedingungen geltend
         gemacht. Daher kann das Gericht diese Frage nicht untersuchen, weil es ansonsten die Grenzen des Rechtsstreits, wie er von
         den Klägern eingegrenzt worden ist, überschreiten würde. 
      
      138    Angesichts der vorstehenden Erwägungen kann der von den Klägern erhobenen Einrede der Rechtswidrigkeit des Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen
         nicht stattgegeben werden, und ebenso wenig hat das Parlament die Bedeutung verkannt, die dem genannten Artikel im Lichte
         der Richtlinie 1999/70 zukommt. Folglich ist der Aufhebungsantrag zurückzuweisen. 
      
       Zum Entschädigungsantrag
      1.     Vorbringen der Parteien
      139    Die Kläger beantragen, das Parlament zu verurteilen, eine Entschädigung für den in den Arbeitszeiträumen entstandenen Anspruch
         auf bezahlten Urlaub zu gewähren und jedem von ihnen 2 000 Euro für „nicht erstattungsfähige“ Verfahrenskosten zu zahlen.
      
      140    Demgegenüber macht das Parlament geltend, dass die Hilfskraft gemäß Art. 58 der Beschäftigungsbedingungen Anspruch auf einen
         bezahlten Urlaub von zwei Arbeitstagen für jeden Monat ihrer Tätigkeit habe und Dienstzeiten unter fünfzehn Tagen oder einem
         halben Monat keinen Urlaubsanspruch begründeten. Unter diesen Umständen hätten Hilfssitzungskräfte, die maximal fünf Tage
         pro Monat arbeiteten, keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Folglich sei den Klägern keine Entschädigung zu zahlen.
      
      141    Außerdem sei das Verfahren vor dem Gericht gemäß Art. 94 der Verfahrensordnung kostenfrei. Die Verfahrensordnung sehe im Übrigen
         nicht vor, der säumigen Partei „nicht erstattungsfähige“ Verfahrenskosten aufzuerlegen. Folglich sei der Antrag auf Zahlung
         solcher Kosten für unzulässig zu erklären.
      
      2.     Würdigung durch das Gericht
      142    Nach ständiger Rechtsprechung ist die Haftung der Gemeinschaft an das Zusammentreffen mehrerer Voraussetzungen geknüpft, denn
         erforderlich ist, dass die den Organen vorgeworfene Handlung rechtswidrig und ein tatsächlicher Schaden eingetreten ist sowie
         dass zwischen der Handlung und dem behaupteten Schaden ein ursächlicher Zusammenhang besteht (Urteil des Gerichtshofs vom
         16. Dezember 1987, Delauche/Kommission, 111/86, Slg. 1987, 5345, Randnr. 30, Urteil des Gerichts erster Instanz vom 27. November
         2003, Bories u. a./Kommission, T‑331/00 und T‑115/01, Slg. ÖD 2003, I‑A‑309 und II‑1479, Randnr. 192, Urteil des Gerichts
         vom 10. Oktober 2007, Berrisford/Kommission, F‑107/06, Slg. ÖD 2007, I‑A‑1‑0000 und II‑A‑1‑0000, Randnr. 109). Ist eine dieser
         Voraussetzungen nicht gegeben, ist die Klage insgesamt abzuweisen, ohne dass das Vorliegen der übrigen Voraussetzungen geprüft
         werden muss. 
      
      143    Die Kläger haben in ihrer Klage in Bezug auf den Vorwurf, das Parlament habe sich rechtswidrig verhalten, keine anderen Argumente
         vorgebracht als diejenigen, auf die sie ihre Einrede der Rechtswidrigkeit von Art. 78 der Beschäftigungsbedingungen im Rahmen
         des Aufhebungsantrags gestützt haben. Wie aus Randnr. 96 des vorliegenden Urteils hervorgeht, stützt sich diese Einrede im
         Wesentlichen auf drei Vorwürfe, nämlich den Verstoß gegen Art. 283 EG, die Verletzung des Grundsatzes der Nichtdiskriminierung
         und die Beeinträchtigung der Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses. Die Einrede der Rechtswidrigkeit ist jedoch zurückgewiesen
         worden, da den geltend gemachten Vorwürfen nicht gefolgt werden konnte. 
      
      144    Folglich ist der Entschädigungsantrag der Kläger zurückzuweisen, da sie nicht hinreichend dargelegt haben, dass das Verhalten
         des Parlaments rechtswidrig war.
      
       Kosten 
      145    Gemäß Art. 122 der Verfahrensordnung finden die Bestimmungen des achten Kapitels des zweiten Titels der Verfahrensordnung
         über die Prozesskosten und Gerichtskosten nur auf die Rechtssachen Anwendung, die ab dem Inkrafttreten der Verfahrensordnung,
         d. h. ab dem 1. November 2007, beim Gericht anhängig gemacht werden. Die insoweit geltenden Bestimmungen der Verfahrensordnung
         des Gerichts erster Instanz finden weiterhin entsprechende Anwendung auf die Rechtssachen, die beim Gericht vor diesem Zeitpunkt
         anhängig waren. 
      
      146    Nach Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts erster Instanz ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der
         Kosten zu verurteilen. In den Streitsachen zwischen den Gemeinschaften und deren Bediensteten tragen die Organe jedoch gemäß
         Art. 88 der Verfahrensordnung ihre Kosten selbst. Da die Kläger mit ihrer Klage unterlegen sind, sind den Parteien jeweils
         ihre eigenen Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen.
      2.      Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten. 
      
               Kanninen
            
            
                Boruta 
            
            
                Van Raepenbusch
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 30. April 2009.
      
               Die Kanzlerin 
            
             
            
                      Der Präsident
            
         
               W. Hakenberg 
            
             
            
                     H. Kanninen 
            
         
         Die vorliegende Entscheidung sowie die darin zitierten und noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlichten Entscheidungen
            der Gemeinschaftsgerichte sind auf der Internetseite des Gerichtshofs verfügbar: www.curia.europa.eu
         
      
      
      
      
      Inhaltsverzeichnis
      
      Rechtlicher Rahmen
      1.  Beschäftigungsbedingungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Gemeinschaften
      2.  Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge
      Sachverhalt
      Verfahren und Anträge der Parteien
      Zur Zulässigkeit der Klage
      1.  Vorbringen der Parteien
      2.  Würdigung durch das Gericht
      Zum Aufhebungsantrag
      1.  Vorbringen der Parteien
      2.  Würdigung durch das Gericht
      Zur Zulässigkeit der Einrede der Rechtswidrigkeit
      Zur Begründetheit der Einrede der Rechtswidrigkeit
      Zum Vorwurf des Verstoßes gegen Art. 283 EG
      Zum Vorwurf des Verstoßes gegen den Grundsatz der Nichtdiskriminierung
      Zur Stabilität des Beschäftigungsverhältnisses
      –  Geltendmachung der Richtlinie 1999/70 gegenüber einem Gemeinschaftsorgan durch einen Beamten oder Bediensteten
      –  Zum Inhalt der Rahmenvereinbarung
      Zum Entschädigungsantrag
      1.  Vorbringen der Parteien
      2.  Würdigung durch das Gericht
      Kosten
      
      ANHANG
      In Anbetracht der großen Zahl von Klägern in dieser Rechtssache werden ihre Namen im vorliegenden Anhang nicht wiedergegeben.
      * Verfahrenssprache: Französisch.