CELEX: 51998PC0480(03)
Language: de
Date: 1998-07-22
Title: Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Zuweisung von Fahrwegkapazitäten, die Erhebung von Wegeentgelten im Eisenbahnverkehr und die Sicherheitsbescheinigung

Avis juridique important

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51998PC0480(03)

Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Zuweisung von Fahrwegkapazitäten, die Erhebung von Wegeentgelten im Eisenbahnverkehr und die Sicherheitsbescheinigung  /* KOM/98/0480 endg. - SYN 98/0267 */  

Amtsblatt Nr. C 321 vom 20/10/1998 S. 0010

Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Zuweisung von Fahrwegkapazitäten, die Erhebung von Wegeentgelten im Eisenbahnverkehr und die Sicherheitsbescheinigung (98/C 321/07) (Text von Bedeutung für den EWR) KOM(1998) 480 endg. - 98/0267(SYN)(Von der Kommission vorgelegt am 29. September 1998)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere Artikel 75,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament, gemäß dem Verfahren des Artikels 189c EG-Vertrag,in Erwägung nachstehender Gründe:(1) Eine stärkere Integration des Eisenbahnsektors der Gemeinschaft ist ein wesentlicher Bestandteil von Bestrebungen zur Vollendung des Binnenmarkts und zur Gewährleistung einer nachhaltigen Mobilität.(2) Die Richtlinie 91/440/EWG des Rates vom 29. Juli 1991 zur Entwicklung der Eisenbahnunternehmen der Gemeinschaft (1) garantiert Eisenbahnunternehmen und internationalen Gruppierungen bestimmte Zugangsrechte im grenzüberschreitenden Schienenverkehr; aufgrund dieser Rechte kann die Eisenbahninfrastruktur von mehreren Nutzern genutzt werden.(3) In der Richtlinie 95/19/EG des Rates vom 19. Juni 1995 über die Zuweisung von Fahrwegkapazität der Eisenbahn und die Berechnung von Wegeentgelten (2) ist ein Rahmen für die Zuweisung von Fahrwegkapazität im Schienenverkehr festgelegt.(4) Dank dieser Richtlinien hat sich eine erhebliche Bandbreite bei der Struktur und Höhe von Wegeentgelten und bei der Form und Dauer der Verfahren zur Fahrwegzuweisung herausbilden können.(5) Geeignete Regelungen für die Zuweisung von Fahrwegkapazität werden in Verbindung mit dem Wettbewerb unter Eisenbahnunternehmen zu einer besseren Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Verkehrsträger führen.(6) Anreize zur optimalen Nutzung der Fahrwege werden zu einer Verringerung der gesamtgesellschaftlich zu tragenden Kosten des Verkehrs beitragen.(7) Eine kleine, aber zunehmende Zahl von Unternehmen beabsichtigt, die Eisenbahninfrastruktur in der Gemeinschaft zu nutzen.(8) Bezieher von Schienenverkehrsleistungen sollten in der Lage sein, sich unmittelbar am Verfahren für die Zuweisung von Fahrwegkapazität zu beteiligen.(9) Die Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen müssen allen Unternehmen einen gleichen und nichtdiskriminierenden Zugang gewährleisten und, soweit möglich, den Anforderungen aller Nutzer und Verkehrsarten gerecht und in nichtdiskriminierender Weise entsprechen.(10) Die Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen sollten den Fahrwegbetreibern einen Anreiz geben, die Nutzung ihrer Infrastruktur im gesamtgesellschaftlichen Interesse zu optimieren.(11) Kapazitätszuweisungsregelungen sollten den Eisenbahnunternehmen klare und widerspruchsfreie Informationen vermitteln, die sie zu rationalen Entscheidungen veranlassen.(12) Den Fahrwegbetreibern sollte eine gewisse Flexibilität eingeräumt werden, um eine effizientere Nutzung des Schienennetzes zu ermöglichen.(13) Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen müssen gegebenenfalls der Tatsache Rechnung tragen, daß verschiedene Teile des Schienennetzes im Hinblick auf unterschiedliche Hauptnutzer ausgelegt sind.(14) Die Anforderungen des Personenverkehrs sind oft nicht mit denen des Güterverkehrs vereinbar. Bei Erfuellung der Anforderungen des Personenverkehrs verursachen die Erstellung und Instandhaltung des dafür erforderlichen Schienennetzes unter Umständen höhere Kosten als bei einem ausschließlich für den Güterverkehr konzipierten Netz.(15) Die Anforderungen der verschiedenen Verkehrsarten sind angemessen abzuwägen.(16) Der zunehmende Geschwindigkeitsunterschied im Güter- und Personenverkehr kann zu einer Verschärfung der Interessenkonflikte zwischen den beiden Verkehrsarten führen.(17) Für Verkehrsdienste, die vertraglich für öffentliche Auftraggeber erbracht werden, sind gegebenenfalls besondere Regeln erforderlich, mit denen die Attraktivität für die Nutzer gewährleistet wird.(18) Verschiedene Nutzer und Arten von Nutzern werden häufig unterschiedliche Auswirkungen auf die Fahrwegkapazität verursachen.(19) Die Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen müssen den Auswirkungen einer zunehmenden Auslastung der Fahrwegkapazität und letztendlich der Knappheit dieser Kapazität Rechnung tragen.(20) Wegen der unterschiedlichen Planungshorizonte der Verkehrsarten sollte gewährleistet werden, daß Anträgen auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität, die nach Abschluß der Fahrplanerstellung gestellt werden, stattgegeben werden kann.(21) Der Einsatz der Informationstechnik kann das Verfahren der Fahrplanerstellung beschleunigen und flexibler gestalten, die Möglichkeiten zugelassener Antragsteller bei der Beantragung von Fahrwegkapazität verbessern und die Festlegung von Zugtrassen in Schienennetzen mehr als eines Fahrwegbetreibers erleichtern.(22) Um ein für Eisenbahnunternehmen und Verkehrsarten optimales Ergebnis zu gewährleisten, sollte eine Prüfung der Kapazitätsnutzung vorgeschrieben werden, wenn es zur Erfuellung der Nutzeranforderungen nötig ist, die Fahrwegkapazität zu koordinieren.(23) Angesichts der Monopolstellung des Fahrwegbetreibers sollte eine Prüfung der verfügbaren Fahrwegkapazität und kapazitätserhöhender Verfahren vorgeschrieben werden, wenn die Anforderungen der Nutzer im Rahmen des Kapazitätszuweisungsverfahrens nicht erfuellt werden können.(24) Das Fehlen von Informationen über Anträge anderer Eisenbahnunternehmen und über Systemengpässe kann es den Eisenbahnunternehmen erschweren, ihre Anträge auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität zu optimieren.(25) Eine bessere Koordinierung der Zuweisungsregelungen muß sichergestellt werden, um die Attraktivität der Schiene für den Verkehr zu erhöhen, bei dem Schienennetze mehrerer Fahrwegbetreiber genutzt werden, insbesondere im grenzüberschreitenden Verkehr.(26) Die Wettbewerbsverfälschungen, die sich aufgrund wesentlicher Unterschiede bei den Entgeltgrundsätzen zwischen Fahrwegen oder Verkehrsträgern ergeben könnten, müssen so gering wie möglich gehalten werden.(27) Es ist wünschenswert, diejenigen Bestandteile der Infrastrukturdienstleistung festzulegen, die wesentliche Voraussetzung für die Durchführung eines Verkehrsdienstes durch ein Eisenbahnunternehmen sind und als Gegenleistung für Mindestzugangsentgelte zu erbringen sind.(28) Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur sind wünschenswert, und Wegeentgeltregelungen sollten den Fahrwegbetreibern Anreize geben, entsprechende Investitionen zu tätigen, wo diese wirtschaftlich sinnvoll sind.(29) Jede Entgeltregelung vermittelt den Nutzern wirtschaftliche Informationen; den Eisenbahnunternehmen auf diese Weise vermittelte Informationen sollten widerspruchsfrei sein und sie zu rationalen Entscheidungen veranlassen.(30) Geeignete Entgeltregelungen für die Fahrwegnutzung in Verbindung mit geeigneten Entgeltregelungen für die Nutzung der Infrastruktur anderer Verkehrsträger und der Wettbewerb unter Eisenbahnunternehmen werden ein optimiertes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern herbeiführen.(31) Die Fahrwegbetreiber sollten ihre Entgelte zu einem gewissen Grad flexibel festlegen können, um dabei Anreize zur effizienteren Nutzung des Schienennetzes schaffen zu können, indem z. B. Zugtrassen geändert werden oder Eisenbahnunternehmen sich langfristig binden können.(32) Um die Festlegung angemessener und gerechter Wegeentgelte zu ermöglichen, sollten die Fahrwegbetreiber den Bestand und die Bewertung ihrer Anlagegüter sowie die Kostenfaktoren beim Betrieb des Fahrwegs kennen.(33) Es sollte sichergestellt werden, daß externen Kosten bei verkehrsbezogenen Entscheidungen gemäß dem Grünbuch der Kommission "Faire und effiziente Preise im Verkehr" (3) Rechnung getragen wird.(34) Wegeentgeltregelungen sollten die Nutzung des Schienennetzes durch den Verkehr ermöglichen, dem zumindest die zusätzlichen gesamtgesellschaftlichen Kosten angelastet werden können.(35) Bei Verhandlungen über einzelne Zugtrassen kann zwar der Marktwert des Zugangs berücksichtigt werden, doch kann ein unterschiedlicher Informationsstand zu unbefriedigenden Ergebnissen führen und ein übermäßiger Aufwand mit den Verhandlungen verbunden sein.(36) Der Fahrweg stellt ein natürliches Monopol dar, weshalb es erforderlich ist, den Fahrwegbetreibern Anreize zur Kostensenkung und zur effizienten Verwaltung der Infrastruktur zu geben.(37) Es muß sichergestellt werden, daß Entgelte im grenzüberschreitenden Verkehr nicht dazu führen, daß der Schienenverkehr an der Erfuellung der Marktanforderungen gehindert wird.(38) Die insgesamt erfolgende Kostenanlastung durch Wegeentgelte wird Auswirkungen auf den von der öffentlichen Hand zu erbringenden Beitrag haben.(39) Eisenbahnunternehmen eingeräumte Entgeltnachlässe müssen zu tatsächlich erzielten Kosteneinsparungen in Beziehung stehen.(40) Eisenbahnunternehmen und Fahrwegbetreiber sollten über Anreize verfügen, Störungen im Schienennetz nach Möglichkeit zu vermeiden.(41) Durch die Zuweisung von Fahrwegkapazität entstehen dem Fahrwegbetreiber Kosten, deren Übernahme sichergestellt sein muß.(42) Entsprechend dem in Artikel 3b EG-Vertrag niedergelegten Subsidiaritäts- und Verhältnismäßigkeitsprinzip können die Ziele dieser Richtlinie, nämlich die Koordinierung von Vereinbarungen in den Mitgliedstaaten über die Zuweisung von Eisenbahn-Fahrwegekapazität und über die Entgelte für deren Nutzung, angesichts der Notwendigkeit nichtdiskriminierender Zugangsbedingungen zu den Fahrwegen zu gewährleisten und die internationalen Aspekte beim Betrieb großer Teile des Eisenbahnnetzes zu berücksichtigen, auf der Ebene der Mitgliedstaaten nicht ausreichend erreicht werden; sie können daher wegen des Erfordernisses koordinierten grenzübergreifenden Vorgehens besser auf Gemeinschaftsebene verwirklicht werden. Diese Richtlinie beschränkt sich auf das zur Erreichung dieser Ziele notwendige Mindestmaß und geht nicht über das dazu Erforderliche hinaus.(43) Die Verordnung (EWG) Nr. 2830/77 des Rates vom 12. Dezember 1977 über Maßnahmen zur Herstellung der Vergleichbarkeit der Rechnungsführung und der Jahresrechnung von Eisenbahnunternehmen (4), die Verordnung (EWG) Nr. 2183/78 des Rates vom 19. September 1978 zur Festlegung einheitlicher Grundsätze für die Kostenrechnung der Eisenbahnunternehmen (5) sowie die Entscheidung 82/529/EWG des Rates vom 19. Juli 1982 über die Preisbildung im grenzüberschreitenden Eisenbahngüterverkehr (6), alle zuletzt geändert durch die Akte über den Beitritt Österreichs, Finnlands und Schwedens, sind wegen vollständiger Überschneidung mit der vorliegenden Richtlinie aufzuheben.(44) Die Bestimmungen der Richtlinie 95/19/EG bezüglich der Sicherheitsbescheinigung sind in die vorliegende Richtlinie zu übernehmen; die Richtlinie 95/19/EG ist aufzuheben -HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:KAPITEL I EINFÜHRENDE BESTIMMUNGEN Artikel 1 Anwendungsbereich(1) Gegenstand dieser Richtlinie sind die Grundsätze und Verfahren für die Zuweisung von Fahrwegkapazität und die Festlegung und Berechnung von Wegeentgelten im Schienenverkehr. Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen für die betreffenden Fahrwege den in dieser Richtlinie festgelegten Grundsätzen entsprechen; und ermöglichen es dem Fahrwegbetreiber, die verfügbare Fahrwegkapazität zu vermarkten und optimal zu nutzen.(2) Diese Richtlinie gilt für Fahrwege des inländischen und grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs.(3) Nicht mit anderen Fahrwegen vernetzte örtliche Schienennetze für den Personenverkehr sowie Schienennetze, die ausschließlich für die Personenbeförderung im Stadtverkehr oder Vorortverkehr, etwa mit Straßen- oder Stadtbahnen, genutzt werden können, fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie.Schienennetze in Privateigentum, die vom Eigentümer ausschließlich zur Nutzung für den eigenen Güterverkehr unterhalten werden, fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie.(4) Eisenbahnunternehmen und internationale Gruppierungen, die lediglich Leistungen im Pendelverkehr zur Beförderung von Straßenfahrzeugen durch den Ärmelkanaltunnel erbringen, fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Richtlinie.Artikel 2 DefinitionenIm Sinne dieser Richtlinie bedeuteta) "Zuweisung" die Zuweisung von Fahrwegkapazität durch einen Fahrwegbetreiber oder eine Zuweisungsstelle;b) "zugelassener Antragsteller" eine natürliche oder juristische Person mit einzelwirtschaftlichem oder gemeinwirtschaftlichem Interesse am Erwerb von Fahrwegkapazität für die Durchführung eines Eisenbahnverkehrsdienstes, die die notwendigen Voraussetzungen für die Reservierung von Kapazität erfuellt und die Nutzung von Fahrwegkapazität in dem betreffenden Schienennetz reservieren will; dazu gehören Eisenbahnunternehmen, denen eine Genehmigung erteilt wurde;c) "Fahrweg mit Kapazitätsengpässen" ein Fahrwegabschnitt, auf dem der Nachfrage nach Fahrwegkapazität auch nach Koordinierung der verschiedenen Anträge auf Zuweisung von Fahrwegkapazität nicht vollständig entsprochen werden kann;d) "Plan zur Erhöhung der Fahrwegkapazität" eine zur Behebung von Kapazitätsengpässen, aufgrund deren ein Fahrwegabschnitt zum "Fahrweg mit Kapazitätsengpässen" erklärt wurde, vorgeschlagene Maßnahme oder Reihe von Maßnahmen einschließlich eines Zeitplans für ihre Durchführung;e) "Koordinierung" das Verfahren, in dessen Rahmen die Zuweisungsstelle und zugelassene Antragsteller versuchen, Lösungen für nicht miteinander zu vereinbarende Anträge auf Zuweisung von Fahrwegkapazität zu finden;f) "Rahmenvertrag" eine allgemeine Vereinbarung über den Bedarf an Fahrwegkapazität eines zugelassenen Antragstellers über einen längeren Zeitraum als eine Fahrplanperiode;g) "Fahrwegkapazität" die Möglichkeit, eine Zugtrasse auf einem Fahrweg zu konstruieren;h) "Fahrwegbetreiber" eine Einrichtung oder Unternehmung, die für die Einrichtung und Unterhaltung der Eisenbahninfrastruktur zuständig ist;i) "Schienennetz" die Gesamtheit der Fahrwege, die sich im Eigentum eines Fahrwegbetreibers befinden und von diesem verwaltet werden;j) "Schienennetz-Nutzungsbedingungen" eine detaillierte Darlegung der allgemeinen Regeln, Fristen, Verfahren und Kriterien der Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen mit denjenigen zusätzlichen Informationen, die für die Stellung von Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität benötigt werden;k) "Eisenbahnunternehmen" jedes öffentliche oder private Unternehmen, dessen Tätigkeit im Erbringen von Eisenbahnverkehrsleistungen zur Beförderung von Gütern oder Personen besteht, wobei dieses Unternehmen die Traktion sicherstellen muß;l) "Regulierungsstelle" die Stelle, der die Aufsicht über die Verfahren der Entgelt- und Kapazitätszuweisungsregelungen im Schienenverkehr übertragen ist;m) "Fahrplanerstellung" das Verfahren, an dessen Beginn Anträge auf Zuweisung von Fahrwegkapazität gestellt werden und das mit der Aufstellung des Netzfahrplans abgeschlossen ist;n) "kurzfristiger Antrag" ein Antrag auf Zuweisung von Fahrwegkapazität, der nicht im Rahmen der normalen Fahrplanerstellung gestellt werden kann, da die Anforderungen nicht frühzeitig genug bekannt sind;o) "Zugtrasse" die Fahrwegkapazität, die erforderlich ist, damit ein Zug zu einer bestimmten Zeit zwischen zwei Orten verkehren kann;p) "Netzfahrplan" die Gesamtheit der Daten zur Festlegung aller geplanten Zug- und Rollmaterialbewegungen, die auf dem betreffenden Schienennetz während der Gültigkeitsdauer des Netzfahrplans durchgeführt werden.Artikel 3 Schienennetz-Nutzungsbedingungen(1) Der Fahrwegbetreiber legt Schienennetz-Nutzungsbedingungen nach Konsultation zugelassener Antragsteller und betroffener Dritter fest und veröffentlicht diese.(2) Die Schienennetz-Nutzungsbedingungen enthalten Angaben zum Fahrweg, der den Eisenbahnunternehmen zur Verfügung steht. Sie enthalten Informationen zu den Zugangsbedingungen für den betreffenden Fahrweg. Die Nutzungsbedingungen umfassen ferner einen getrennten Teil mit einer Darlegung der Entgeltgrundsätze und gegebenenfalls Tarife gemäß Artikel 7 sowie einen Teil mit einer Darlegung der Kriterien und Regeln für die Zuweisung von Fahrwegkapazität gemäß Artikel 17. Sie enthalten ferner detaillierte Informationen über die einzuhaltenden Verfahren und Fristen.(3) Die Schienennetz-Nutzungsbedingungen sind allen Parteien, die zugelassene Antragsteller sind oder werden möchten, zu einem Entgelt zur Verfügung zu stellen, das die Kosten der Veröffentlichung nicht übersteigt.(4) Die Schienennetz-Nutzungsbedingungen sind auf dem neuesten Stand zu halten und bei Bedarf zu ändern.KAPITEL II WEGEENTGELTE Artikel 4 Festsetzung, Erhebung und Einzug von Entgelten(1) Die Mitgliedstaaten können eine Entgeltrahmenregelung schaffen, sofern dadurch die in Artikel 7 der Richtlinie 91/440/EWG festgelegte unabhängige Geschäftsführung unberührt bleibt. Die Festlegung einzelner Entgeltregeln, die Erhebung von Wegeentgelten und den Einzug dieser Entgelte nimmt der Fahrwegbetreiber vor.(2) Ist der Fahrwegbetreiber rechtlich, organisatorisch und in seinen Entscheidungen nicht von Eisenbahnunternehmen unabhängig, wird die in Absatz 1 genannte und in diesem Abschnitt im weiteren dargelegte Funktion von einer entgelterhebenden Stelle wahrgenommen, die rechtlich, organisatorisch und in ihren Entscheidungen von Eisenbahnunternehmen unabhängig ist.(3) Fahrwegbetreiber arbeiten im Interesse einer effizienten Durchführung von Eisenbahnverkehrsdiensten in mehr als einem Schienennetz zusammen. Sie können dazu geeignete gemeinsame Einrichtungen schaffen. Für die Zusammenarbeit und gemeinsame Einrichtungen gelten die Bestimmungen dieser Richtlinie.(4) Außer im Fall besonderer Maßnahmen gemäß Artikel 9 Absatz 1 tragen Fahrwegbetreiber dafür Sorge, daß der Entgeltregelung in ihrem gesamten Netz dieselben Grundsätze zugrunde liegen.(5) Fahrwegbetreiber tragen dafür Sorge, daß die Anwendung der Entgeltregelung zu objektiven, gleichwertigen und nichtdiskriminierenden Entgelten für unterschiedliche Eisenbahnunternehmen führen, die Dienste gleichwertiger Art in ähnlichen Teilen des Markts erbringen.(6) Fahrwegbetreiber und entgelterhebende Stellen wahren die Vertraulichkeit der ihnen von zugelassenen Antragstellern gemachten Angaben.Artikel 5 Dienstleistungen(1) Eisenbahnunternehmen haben Anspruch auf das im Anhang als Mindestzugangspaket bezeichnete Paket von Dienstleistungen sowie auf diejenigen benötigten Dienstleistungen, die im Anhang als Zugangsdienstleistungen bezeichnet sind.(2) Im Interesse eines sicheren Betriebs des Schienennetzes kann der Fahrwegbetreiber verlangen, daß Eisenbahnunternehmen eine Reihe von Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Diese Dienstleistungen sind im Anhang als Pflichtdienstleistungen bezeichnet und können vom Fahrwegbetreiber oder einem von einer unabhängigen Regulierungsstelle zugelassenen Dritten erbracht werden.(3) Bietet der Fahrwegbetreiber Dienstleistungen an, die im Anhang als Zusatzdienstleistungen bezeichnet sind, muß er diese für einen zugelassenen Antragsteller auf Antrag erbringen.(4) Eisenbahnunternehmen können weitere Nebendienstleistungen, die im Anhang aufgeführt sind und vom Fahrwegbetreiber oder anderen Dienstleistern erbracht werden, in Anspruch nehmen. Der Fahrwegbetreiber ist zur Erbringung dieser Dienstleistungen nicht verpflichtet.Artikel 6 Fahrwegkosten und Buchführung(1) Die Mitgliedstaaten schaffen die Bedingungen, gegebenenfalls einschließlich der Leistung von Vorauszahlungen, um sicherzustellen, daß die Einnahmen des Fahrwegbetreibers aus Wegeentgelten, Gewinne aus anderen wirtschaftlichen Tätigkeiten sowie staatliche Beihilfen unter normalen geschäftlichen Umständen und über einen angemessenen Zeitraum die Fahrwegausgaben zumindest ausgleichen. Staatliche Beihilfen müssen mit den Artikeln 77, 92 und 93 EG-Vertrag vereinbar sein.(2) Fahrwegbetreibern sind unter Berücksichtigung der Sicherheit und der Aufrechterhaltung und Verbesserung der Qualität bei der Fahrwegbereitstellung Anreize zur Senkung der mit der Fahrwegbereitstellung verbundenen Kosten und der Wegeentgelte zu geben.(3) Die Mitgliedstaaten tragen entweder durch eine vertraglich zwischen der zuständigen Behörde und dem Fahrwegbetreiber getroffene Vereinbarung mit einer Laufzeit von mindestens drei Jahren über die in Absatz 1 genannten staatlichen Beihilfen oder durch eine geeignete aufsichtsrechtliche Regelung, die angemessene Befugnisse vorsieht, dafür Sorge, daß die Bestimmung von Absatz 2 eingehalten wird.(4) Besteht eine in Absatz 3 genannte vertragliche Vereinbarung, werden die Vertragsbedingungen und die Modalitäten der Zahlungen, die zur finanziellen Unterstützung des Fahrwegbetreibers geleistet werden, für die gesamte Vertragslaufzeit im voraus vereinbart.(5) Fahrwegbetreiber haben ein Inventar der von ihnen verwalteten Aktiva aufzustellen und fortlaufend zu führen, in dem der aktuelle Wert sowie Einzelheiten zu Aufwendungen für den Ausbau und die Erneuerung der Fahrwege angegeben sind.(6) Der Fahrwegbetreiber legt anhand der verfügbaren Erkenntnisse über die Kostenverursachung ein Verfahren fest, nach dem die Kosten den verschiedenen Arten von Rollmaterial und Vorgängen zuzurechnen sind.Artikel 7 Entgeltordnung(1) Der Fahrwegbetreiber erstellt nach Konsultation zugelassener Antragsteller und betroffener Dritter eine Entgeltordnung einschließlich einer Darlegung der Entgeltgrundsätze als Teil der Schienennetz-Nutzungsbedingungen.(2) Die Entgeltordnung umfaßt sowohl entsprechende Einzelheiten zur Entgeltregelung als auch ausreichend detaillierte Informationen zu den Entgelten für die im Anhang aufgeführten Dienstleistungen, die nur von einem einzigen Dienstleister erbracht werden. Die Entgeltordnung enthält sowohl Angaben zu den aktuellen Entgelten als auch Hinweise auf in den nächsten fünf Jahren zu erwartende Entgeltänderungen. Sie umfaßt eine allgemeine Aufschlüsselung der Umsätze und Erträge, die keine Zuordnung der von einem Unternehmen für einen bestimmten Verkehrsdienst gezahlten Entgelte zuläßt.(3) Wenden Fahrwegbetreiber eine Regelung für Entgeltnachlässe gemäß Artikel 10, eine leistungsabhängige Entgeltregelung nach Artikel 12 oder Entgelte für vorgehaltene Kapazität gemäß Artikel 13 an, so sind Einzelheiten dieser Regelungen ebenfalls in die Entgeltordnung aufzunehmen.(4) Auf begründeten Antrag eines zugelassenen Antragstellers fordert die Regulierungsstelle einen Fahrwegbetreiber auf, ihr innerhalb eines Monats kostenfrei ausreichend detaillierte Kosteninformationen für die Berechnung von Wegeentgelten sowie Daten über die Ermittlung und Zurechnung der Kosten zu verschiedenen Arten von Rollmaterial und Diensten zu übermitteln, damit nachprüfbar ist, ob die Entgelte den Bestimmungen dieser Richtlinie entsprechen.(5) Ein Fahrwegbetreiber teilt auf Antrag eines zugelassenen Antragstellers innerhalb eines Monats kostenfrei mit, welche Entgelte für Arten von Rollmaterial oder Dienste gelten, die von den veröffentlichten Informationen nicht erfaßt werden, damit der Antragsteller die Durchführbarkeit entsprechender Verkehrsdienste beurteilen kann.Artikel 8 Entgeltgrundsätze(1) Entgelte für die Fahrwegnutzung sind an den Fahrwegbetreiber zu entrichten, dem sie zur Finanzierung seiner Unternehmenstätigkeit dienen.(2) Die Mitgliedstaaten können dem Fahrwegbetreiber die Vorlage aller erforderlichen Informationen zu den erhobenen Entgelten vorschreiben, damit sie nachprüfen können, daß die Entgelte auf nichtdiskriminierende Weise erhoben werden.(3) Unbeschadet Absatz 5 ist das Entgelt für die Nutzung von Fahrwegen einschließlich der Inanspruchnahme des Mindestzugangspakets und etwaiger Zugangsdienstleistungen in Höhe der Kosten festzulegen, die unmittelbar aufgrund des Zugbetriebs anfallen.(4) Der Fahrwegbetreiber rechnet in das Wegeentgelt einen Betrag ein, der die Knappheit der Fahrwegkapazität widerspiegelt. Dieser Betrag ist nur auf benennbaren Fahrwegabschnitten mit Kapazitätsengpässen zu erheben. Die Höhe dieses Betrags ist anhand eines Verfahrens zu ermitteln, zu dem betroffene Parteien im voraus angehört werden. Das angewendete Verfahren ist im Rahmen der Darlegung der Entgeltgrundsätze in der Entgeltordnung zu beschreiben.(5) Das Wegeentgelt kann einen Entgeltbestandteil umfassen, mit dem den Kosten externer Effekte aufgrund des Zugbetriebs Rechnung getragen wird. Ein solcher Entgeltbestandteil muß unterschiedlichen Größenordnungen der verursachten Effekte Rechnung tragen. Die Entgelthöhe ist aufgrund eines veröffentlichten Verfahrens festzulegen, zu dem Eisenbahnunternehmen, die die Infrastruktur bereits nutzen oder eventuell nutzen möchten, angehört wurden. Solange eine Anlastung externer Kosten in vergleichbarer Höhe bei konkurrierenden Verkehrsträgern nicht erfolgt, dürfen solche Entgelte die Erlöse des Fahrwegbetreibers insgesamt nicht verändern. In den Fällen, in denen die Einbeziehung eines Entgeltbestandteils für externe Effekte zu zusätzlichen Erlösen führt, entscheiden die Mitgliedstaaten über deren Verwendung.(6) Um unerwünscht starke Schwankungen zu vermeiden, können die in den Absätzen 3, 4 und 5 genannten Entgelte über eine angemessene Spanne von Zügen und Zeiträumen gemittelt werden. Die relative Größe der Wegeentgelte muß jedoch zu den relativen Kostenunterschieden der Dienste in Beziehung stehen.(7) Können die im Anhang aufgeführten Zusatzdienstleistungen, Pflichtdienstleistungen und Nebendienstleistungen nur von einem einzigen Dienstleister erbracht werden, muß das für die erbrachte Dienstleistung erhobene Entgelt zu den Kosten für deren Erbringung auf der Grundlage der tatsächlichen Nutzung in Beziehung stehen.(8) Für die zum Zweck der Infrastrukturinstandhaltung genutzte Kapazität werden Entgelte erhoben. Diese Entgelte dürfen den Nettoertragsverlust, der dem Fahrwegbetreiber aufgrund der Auswirkungen der Instandhaltung entsteht, nicht übersteigen.Artikel 9 Ausnahmen von den Entgeltgrundsätzen(1) Unter außergewöhnlichen Umständen und für bestimmte Vorhaben können Entgeltregelungen für die Nutzung der Infrastruktur oder für Erweiterungen bestehender Infrastruktur die durch die Investition verursachten langfristigen zusätzlichen Kosten, einschließlich einer angemessenen Rendite, zugrunde gelegt werden. Auf dieser Grundlage dürfen Entgelte nur festgesetzt werden, wenn der Fahrwegbetreiber der Regulierungsstelle nachweist,a) daß die Investition sonst nicht vorgenommen worden wäre undb) daß die Investition und die Entgeltregelung zusammen zu einer Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz führen.(2) Die Mitgliedstaaten tragen grundsätzlich dafür Sorge, daß jeder Verkehrsdienst, der zumindest für die durch ihn verursachten Kosten aufkommen kann, durch die Entgeltregelung nicht an der Nutzung der Fahrwegkapazität gehindert wird. Beabsichtigt ein Fahrwegbetreiber, höhere Kosten anzulasten, als nach Artikel 8 Absätze 3, 4 und 5 zulässig sind, darf sie dies bei anderen Verkehrsdiensten als Güterverkehrsdiensten nur durch Auferlegung zusätzlicher Entgelte, die einer der in den Absätzen 3, 4 und 5 dieses Artikels genannten Regeln entsprechen.(3) Dem Eisenbahnunternehmen, das einen Netzabschnitt am stärksten nutzt, kann ein Festbetrag und anderen Eisenbahnunternehmen ein System von Festbeträgen und variablen Entgelten auferlegt werden. Zu diesem Zweck kann das Netz in Abschnitte unterteilt werden, die jeweils mindestens 1 000 km lang sind. Der Festbetrag muß auf den Kosten beruhen, die mit dem Netzabschnitt in Zusammenhang stehen, aber nicht durch die in Artikel 8 Absatz 3 genannten Entgelte abgedeckt werden, und darf diese Kosten nicht überschreiten. Wird ein Festbetrag erhoben, trägt der Fahrwegbetreiber dafür Sorge, daß anderen Eisenbahnunternehmen bei der Durchführung eines gleichwertigen Dienstes zur selben Zeit in demselben Markt weder ein Durchschnittsentgelt noch ein Entgelt für die Durchführung eines zusätzlichen Dienstes berechnet wird, das um mehr als 10 % über dem Entgelt liegt, das von dem Eisenbahnunternehmen gezahlt wird, welches den Netzabschnitt am stärksten nutzt.(4) Im Rahmen von Verhandlungen können je nach der Elastizität der Nachfrage nach verschiedenen Diensten oder Arten von Diensten Entgelte erhöht und angepaßt werden. Dies ist nur unter strenger Aufsicht einer Regulierungsstelle zulässig und setzt Sicherungsmechanismen voraus, die gewährleisten, daß vom Eisenbahnverkehr abhängigen Nutzern keine überhöhten Entgelte auferlegt werden. Die Regulierungsstellen erstellen und veröffentlichen einschlägige verbindliche Regeln nach entsprechenden Konsultationen. Auf diese Weise festgelegte Entgelte sind Gegenstand eines Vertrags zwischen dem Fahrwegbetreiber und dem zugelassenen Antragsteller.(5) Der Fahrwegbetreiber kann Tarife veröffentlichen, die zwischen eindeutig voneinander abgegrenzten Verkehrsarten unterscheiden und die Bereitschaft zur Zahlung höherer als der anfallenden Kosten widerspiegeln. Dies ist nur zulässig, wenn vorhandene Sicherungsmechanismen gewährleisten, daß vom Eisenbahnverkehr abhängigen Nutzern keine überhöhten Entgelte auferlegt werden, und wenn Maßnahmen getroffen wurden, mit denen Verkehrsdienste ermöglicht werden, die zumindest für die von ihnen verursachten zusätzlichen Kosten aufkommen können. Eine Regulierungsstelle überwacht die Tarife für verschiedene Verkehrsarten und gewährleistet deren Angemessenheit.Artikel 10 Entgeltnachlässe(1) Unbeschadet der Artikel 85, 86 und 90 EG-Vertrag müssen alle Nachlässe auf Entgelte, die der Fahrwegbetreiber von einem Eisenbahnunternehmen für einen Dienst erhebt, den in den Absätzen 2, 3 und 4 genannten Kriterien entsprechen.(2) Nachlässe dürfen nur bis zu der Höhe der Kosteneinsparungen gewährt werden, die der Fahrwegbetreiber bei dem durchgeführten Verkehrsdienst im Vergleich zu einer einzelnen gleichartigen Fahrt tatsächlich erzielt. Bei der Festlegung der Höhe der Nachlässe sind Kosteneinsparungen, die bereits im Rahmen des erhobenen Entgelts berücksichtigt wurden, außer Betracht zu lassen.(3) Nachlässe dürfen sich nur auf Entgelte beziehen, die für einen bestimmten Fahrwegabschnitt erhoben werden.(4) Auf Verkehrsdienste verschiedener Art sind unterschiedliche Nachlaßregelungen anzuwenden.Artikel 11 Ausgleichsregelungen für nicht angelastete externe Grenzkosten und Infrastrukturkosten(1) Für eine begrenzte Zeit können Mitgliedstaaten eine Regelung treffen, die bei der Nutzung der Eisenbahninfrastruktur einen Ausgleich für die bei anderen Verkehrsträgern nachweisbar nicht übernommenen externen Grenzkosten und Infrastrukturkosten vorsieht, insoweit diese die externen Grenzkosten und Infrastrukturkosten der Eisenbahn überschreiten.(2) Das verwendete Verfahren und die vorgenommenen Berechnungen sind öffentlich zugänglich. Die nicht angelasteten Kosten, die bei der konkurrierenden Verkehrsinfrastruktur anfallen und im Eisenbahnverkehr vermieden werden, sind nachzuweisen, und es ist zu gewährleisten, daß Unternehmen bei der Anwendung der Regelung diskriminierungsfrei behandelt werden.(3) Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß eine solche Regelung mit den Artikeln 77, 92 und 93 EG-Vertrag vereinbar ist.Artikel 12 Leistungsabhängige Entgeltregelung(1) Entgeltregelungen für die Fahrwegnutzung haben den Eisenbahnunternehmen und den Fahrwegbetreibern Anreize zur Minimierung von Störungen und zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Schienennetzes zu bieten. Dies ist durch eine leistungsabhängige Entgeltregelung sicherzustellen, die Vertragsstrafen für Störungen des Netzbetriebs, eine Entschädigung für von Störungen betroffene Unternehmen und eine Bonusregelung für Leistungen, die das geplante Niveau übersteigen, vorsieht.(2) Die Grundsätze der leistungsabhängigen Entgeltregelung gelten für das gesamte Netz.Artikel 13 Entgelte für vorgehaltene Fahrwegkapazität(1) Fahrwegbetreiber können nach den in den Absätzen 2 bis 6 genannten Grundsätzen ein Entgelt für Fahrwegkapazität erheben, die beantragt, aber nicht in Anspruch genommen wurde.(2) Das Entgelt ist auf eine Weise einzusetzen, die Anreize für die effiziente Nutzung der Fahrwegkapazität bietet.(3) Kann allen Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität ohne Koordinierung stattgegeben werden, sollte das Entgelt die Kosten der Bereitstellung der Zugtrasse nicht übersteigen.(4) Ist eine Koordinierung erforderlich, sollte das Entgelt dem Wert der beantragten Fahrwegkapazität entsprechen und diesen nicht übersteigen.(5) Sondervereinbarungen können getroffen werden, wenn ein Unternehmen vereinbart hat, einen oder mehrere Züge zu betreiben, ohne den genauen Zeitpunkt der Durchführung anzugeben.(6) Entgelte für vorgehaltene Fahrwegkapazität dürfen erst nach dem Zeitpunkt eingezogen werden, für den die Fahrwegkapazität beantragt wurde.KAPITEL III ZUWEISUNG VON FAHRWEGKAPAZITÄT Artikel 14 Kapazitätsrechte(1) Das Recht, Zugbetrieb auf Fahrwegen zu gestatten, steht dem Fahrwegbetreiber des betreffenden Schienennetzes zu.(2) Die Fahrwegkapazität wird von einem Fahrwegbetreiber zugewiesen und kann nach der Zuweisung an einen zugelassenen Antragsteller nicht auf ein anderes Unternehmen oder einen anderen Verkehrsdienst übertragen werden. Die Nutzung von Fahrwegkapazität durch ein Eisenbahnunternehmen, das die Geschäfte eines zugelassenen Antragstellers wahrnimmt, der kein Eisenbahnunternehmen ist, gilt nicht als Übertragung.(3) Das Recht, spezifische Fahrwegkapazität in Form einer Zugtrasse in Anspruch zu nehmen, kann zugelassenen Antragstellern längstens für die Dauer einer Fahrplanperiode zuerkannt werden.(4) Ein Fahrwegbetreiber und ein zugelassener Antragsteller können gemäß Artikel 20 einen Rahmenvertrag über die Nutzung von Fahrwegkapazität in dem betreffenden Schienennetz schließen, der eine Laufzeit von mehr als einer Fahrplanperiode hat.(5) Fahrwegbetreiber und zugelassene Antragsteller schließen Verträge, die ihre jeweiligen Rechte und Pflichten in bezug auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität regeln.Artikel 15 Kapazitätszuweisung(1) Die Mitgliedstaaten können eine Rahmenregelung für die Zuweisung von Fahrwegkapazität schaffen, sofern dadurch die in Artikel 7 der Richtlinie 91/440/EWG festgelegte unabhängige Geschäftsführung unberührt bleibt. Der Fahrwegbetreiber legt die Entgeltregeln im einzelnen fest und führt das Verfahren zur Kapazitätszuweisung durch. Insbesondere gewährleistet der Fahrwegbetreiber, daß die Fahrwegkapazität auf gerechte und nichtdiskriminierende Weise entsprechend den Vorschriften des Gemeinschaftsrechts zugewiesen wird.(2) Ist der Fahrwegbetreiber rechtlich, organisatorisch und in seinen Entscheidungen nicht von Eisenbahnunternehmen unabhängig, wird die in Absatz 1 genannte und im Abschnitt III im weiteren dargelegte Zuweisungsfunktion von einer Zuweisungsstelle wahrgenommen, die rechtlich, organisatorisch und in ihren Entscheidungen von Eisenbahnunternehmen unabhängig ist.(3) Fahrwegbetreiber und Zuweisungsstellen wahren die Vertraulichkeit der ihnen gemachten Angaben.Artikel 16 Zusammenarbeit bei der Zuweisung von Fahrwegkapazität in mehreren Netzen(1) Fahrwegbetreiber arbeiten im Interesse einer effizienten Schaffung und Zuweisung von Fahrwegkapazität über mehrere Schienennetze hinweg zusammen. Sie können dazu geeignete gemeinsame Einrichtungen schaffen. Für die Zusammenarbeit und gemeinsame Einrichtungen gelten die Bestimmungen dieser Richtlinie.Insbesondere schaffen sie eine Einrichtung zur Koordinierung der Zuweisung von Fahrwegkapazität auf internationaler Ebene, der Vertreter der Fahrwegbetreiber aller Fahrwege angehören, deren Zuweisungsentscheidungen sich auf mehr als einen weiteren Fahrwegbetreiber auswirken. Gegebenenfalls können dieser Einrichtung Vertreter gemeinschaftsfremder Fahrwegbetreiber angehören. Die Kommission wird über Sitzungen dieser Einrichtung unterrichtet und als Beobachter dazu eingeladen.(2) Im Rahmen von Sitzungen oder sonstigen Tätigkeiten zur Zuweisung von Fahrwegkapazität für netzübergreifende Eisenbahnverkehrsdienste dürfen Entscheidungen nur von Vertretern der Fahrwegbetreiber getroffen werden.(3) Die an der Zusammenarbeit nach Absatz 1 Beteiligten tragen dafür Sorge, daß der Öffentlichkeit Informationen über Mitgliedschaft, Arbeitsweisen und alle für die Bewertung und Zuweisung von Fahrwegkapazität relevanten Kriterien zugänglich sind.(4) Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Fahrwegbetreibern nach Absatz 1 Unterabsatz 1 kann geprüft werden, inwieweit grenzüberschreitende Zugtrassen den Betrieb kurzfristig eingesetzter Güterzüge erleichtern können, und können solche Trassen gegebenenfalls vereinbart und ihre Einrichtung beantragt werden.Solche im voraus vereinbarten grenzüberschreitenden Zugtrassen sind zugelassenen Antragstellern über jeden beteiligten Fahrwegbetreiber zugänglich zu machen.Artikel 17 Schienennetz-Nutzungsbedingungen - Zuweisung von Fahrwegkapazität(1) Die Fahrwegbetreiber legen die Grundsätze und Kriterien für die Zuweisung von Fahrwegkapazität als Teil der Schienennetz-Nutzungsbedingungen nach Konsultation zugelassener Antragsteller, betroffener Dritter und gegebenenfalls anderer Fahrwegbetreiber dar.(2) Darin sind die allgemeinen Kapazitätsmerkmale des Fahrwegs, der den Eisenbahnunternehmen zur Verfügung steht, sowie etwaige Einschränkungen hinsichtlich seiner Nutzung, einschließlich des zu erwartenden Kapazitätsbedarfs für Instandhaltungszwecke, angegeben.(3) In den Nutzungsbedingungen sind Abwicklung und Fristen des Verfahrens der Zuweisung von Fahrwegkapazität anzugeben. Es sind spezifische Kriterien anzugeben, die für dieses Verfahren von Belang sind, insbesondere:a) die Modalitäten für die Stellung von Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität durch zugelassene Antragsteller beim Fahrwegbetreiber;b) Anforderungen an zugelassene Antragsteller;c) Zeitplan des Antrags- und Zuweisungsverfahrens;d) Grundsätze des Koordinierungsverfahrens;e) im Fall von Kapazitätsengpässen durchzuführende Verfahren und anzuwendende Kriterien;f) Einzelheiten zur Nutzungsbeschränkung von Fahrwegen;g) sonstige Bedingungen, durch die der vorangehenden Inanspruchnahme von Fahrwegkapazität bei der Festlegung von Rangfolgen im Zuweisungsverfahren Rechnung getragen wird.(4) Die Nutzungsbedingungen geben im einzelnen an, welche Maßnahmen getroffen wurden, um eine angemessene Behandlung von Güterverkehrsdiensten, grenzüberschreitenden Verkehrsdiensten und kurzfristigen Anträgen sicherzustellen.(5) Die Nutzungsbedingungen sind spätestens vier Monate vor Ablauf der Frist für die Stellung von Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität zu veröffentlichen.Artikel 18 ZuweisungsgrundsätzeInsbesondere bei der Festlegung der Bedingungen für die Zuweisung von Fahrwegkapazität berücksichtigt der Fahrwegbetreiber, inwieweit Faktoren wie den im folgenden genannten notwendigerweise oder wünschenswerterweise Rechnung zu tragen ist:a) Aufteilung der Fahrwegkapazität und Sicherung des Ausbaus des Schienennetzes für die Personen- und Güterbeförderung im inländischen und grenzüberschreitenden Verkehr auf die effizienteste und wirtschaftlichste Weise im Interesse aller Nutzer von Eisenbahnverkehrsleistungen;b) Nichtdiskriminierung zwischen Unternehmen oder Klassen von Unternehmen;c) Förderung des Wettbewerbs bei der Erbringung von Eisenbahnverkehrsleistungen;d) Aufrechterhaltung und Verbesserung des Zuverlässigkeitsstandards der Dienstleistungen;e) Erfuellung angemessener Anforderungen zugelassener Antragsteller und des Fahrwegbetreibers hinsichtlich ihrer künftigen Geschäftsentwicklung;f) Erzielung einer größtmöglichen Flexibilität der Fahrwegbetreiber bei der Zuweisung von Fahrwegkapazität, die mit der Erfuellung der angemessenen Anforderungen der zugelassenen Antragsteller vereinbar ist;g) Vermeidung unangemessener Einschränkung der Entwicklung der Geschäftstätigkeit anderer Unternehmen, die über Rechte zur Fahrwegnutzung verfügen oder solche Rechte erwerben wollen;h) angemessene Berücksichtigung der Finanzinteressen von Stellen, die öffentliche Mittel für die Erbringung von Personenverkehrsleistungen bereitstellen;i) Leistungsanreize.Artikel 19 Zugelassene Antragsteller(1) Anträge auf Zuweisung von Fahrwegkapazität dürfen nur von einem zugelassenen Antragsteller gestellt werden.(2) Der Fahrwegbetreiber kann mit Rücksicht auf legitime Erwartungen hinsichtlich seiner künftigen Erlöse und hinsichtlich der Fahrwegnutzung Anforderungen an zugelassene Antragsteller festlegen. Die Anforderungen müssen angemessen, transparent und diskriminierungsfrei sein. Sie sind als Teil der Zuweisungsgrundsätze in den Schienennetz-Nutzungsbedingungen zu veröffentlichen und der Kommission mitzuteilen.(3) Die in Absatz 2 genannten Anforderungen dürfen nur die Stellung einer Finanzgarantie in angemessener Höhe und proportional zum Ausmaß der in Betracht gezogenen Tätigkeit des zugelassenen Antragstellers sowie die Sicherstellung der Fähigkeit zur Abgabe konformer Angebote für die Zuweisung von Fahrwegkapazität vorsehen.Artikel 20 Rahmenverträge(1) Unbeschadet der Artikel 85, 86 und 90 EG-Vertrag können ein zugelassener Antragsteller und ein Fahrwegbetreiber einen Rahmenvertrag schließen, in dem die Merkmale der vom zugelassenen Antragsteller benötigten Fahrwegkapazität für einen längeren Zeitraum als eine Fahrplanperiode festgelegt sind. Der Rahmenvertrag regelt keine Zugtrassen im einzelnen, ist aber so gestaltet, daß er den legitimen kommerziellen Erfordernissen des zugelassenen Antragstellers entgegenkommt.(2) Rahmenverträge dürfen die Nutzung des betreffenden Schienennetzes durch andere zugelassene Antragsteller oder Verkehrsdienste nicht ausschließen.(3) Im Rahmenvertrag ist vorzusehen, daß dessen Bedingungen im Interesse einer besseren Nutzung des Schienennetzes geändert oder eingegrenzt werden können.(4) Die Parteien des Rahmenvertrags können Vertragsstrafen für den Fall vereinbaren, daß eine Änderung oder Kündigung des Vertrags erforderlich wird.(5) Rahmenverträge haben grundsätzlich eine Laufzeit von höchstens fünf Jahren. Der Fahrwegbetreiber kann einer längeren Laufzeit in Ausnahmefällen zustimmen. Jede derartige Ausnahme ist durch das Vorliegen wirtschaftlicher Verträge, besonderer Investitionen oder Risiken zu rechtfertigen.(6) Unter Wahrung der Vertraulichkeit ist die allgemeine Art des Rahmenvertrags Betroffenen auf Verlangen offenzulegen.(7) Nutzer mit besonderen Erfordernissen möchten im Rahmenvertrag Kapazitätsaspekte mitunter genauer festlegen, als normalerweise zulässig ist, da diese von wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Bedeutung sind. Fahrwegbetreiber können solchen genauer festgelegten Kapazitätserfordernissen Rechnung tragen, sofern der Erwerb dieser Kapazität im Rahmen eines Vertrags erfolgt, der die Kosten berücksichtigt, die dem Fahrwegbetreiber dadurch entstehen, und der den in den Schienennetz-Nutzungsbedingungen dargelegten Grundsätzen entspricht.Artikel 21 Zeitplan des Zuweisungsverfahrens(1) Der Fahrwegbetreiber hält den in den Absätzen 2 bis 7 genannten Zeitplan für die Kapazitätszuweisung ein.(2) Der Netzfahrplan wird einmal im Kalenderjahr erstellt.(3) Der Fahrplanwechsel erfolgt am letzten Samstag im Monat Mai um 24 Uhr. Wird ein Fahrplanwechsel oder eine Fahrplananpassung nach den Sommermonaten durchgeführt, erfolgt die Umstellung am letzten Samstag im September; darüber hinaus erforderliche Fahrplananpassungen sind jederzeit möglich.(4) Die Frist zur Stellung von Anträgen auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität für die Aufnahme in den Netzfahrplan darf nicht eher als zwölf Monate vor dem Inkrafttreten des Fahrplans enden.(5) Spätestens elf Monate vor Inkrafttreten des Netzfahrplans tragen die Fahrwegbetreiber dafür Sorge, daß vorläufige grenzüberschreitende Zugtrassen in Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Fahrwegbetreibern gemäß Artikel 16 festgelegt sind. Fahrwegbetreiber gewährleisten soweit als möglich, daß diese Zugtrassen in den nachfolgenden Verfahrensschritten erhalten bleiben.(6) Fahrwegbetreiber vereinbaren mit anderen betroffenen Fahrwegbetreibern endgültige grenzüberschreitende Zugtrassen für die Aufnahme in den Netzfahrplan vor dem Beginn der Konsultationen zum Fahrplanentwurf. Änderungen sind nur bei unbedingter Notwendigkeit vorzunehmen.(7) Spätestens vier Monate nach Ablauf der Frist für die Einreichung von Anträgen zugelassener Antragsteller erstellt der Fahrwegbetreiber einen Fahrplanentwurf.Artikel 22 Antragstellung(1) Zugelassene Antragsteller können bei dem Fahrwegbetreiber einen Antrag stellen, der auf den Abschluß eines Vertrags zur Einräumung von Rechten zur Fahrwegnutzung gegen Entgelt gemäß Kapitel II gerichtet ist.(2) Anträge im Zusammenhang mit dem regulären Fahrplan sind innerhalb der in Artikel 21 genannten Fristen zu stellen.(3) Ein zugelassener Antragsteller, der Vertragspartei eines Rahmenvertrags ist, stellt Anträge gemäß diesem Vertrag.(4) Zugelassene Antragsteller können Fahrwegkapazität in mehr als einem Schienennetz bei einem Fahrwegbetreiber beantragen. Dieser Fahrwegbetreiber ist daraufhin berechtigt, bei den anderen betroffenen Fahrwegbetreibern im Auftrag des zugelassenen Antragstellers um Fahrwegkapazität nachzusuchen.(5) Fahrwegbetreiber tragen dafür Sorge, daß sich zugelassene Antragsteller bezüglich Fahrwegkapazität in mehr als einem Schienennetz unmittelbar an etwaige von den Fahrwegbetreibern geschaffene gemeinsame Einrichtungen wenden können.Artikel 23 Fahrplanerstellung(1) Der Fahrwegbetreiber versucht im Rahmen des Möglichen, allen Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität, einschließlich Anträgen auf Zugtrassen in mehr als einem Schienennetz, stattzugeben und allen Sachzwängen, denen die zugelassenen Antragsteller unterliegen, einschließlich der wirtschaftlichen Auswirkungen auf ihr Geschäft, Rechnung zu tragen.(2) Der Fahrwegbetreiber trägt dafür Sorge, daß mit Ausnahme der in Artikel 20 Absatz 7, Artikel 25 Absatz 3 und Artikel 27 geregelten Fälle keiner Verkehrsart und keinem zugelassenen Antragsteller im Fahrplanerstellungs- und Koordinierungsverfahren ein Vorrang eingeräumt wird.(3) Der Fahrwegbetreiber hört betroffene Parteien zum Fahrplanentwurf an und räumt ihnen zur Stellungnahme eine Frist von mindestens einem Monat ein. Betroffene Parteien sind alle Antragsteller, die Fahrwegkapazität nachgefragt haben, sowie Dritte, die zu den Auswirkungen des Fahrplans auf ihre Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Eisenbahnverkehrsleistungen in der betreffenden Fahrplanperiode Stellung nehmen möchten.(4) Der Fahrwegbetreiber trifft geeignete Maßnahmen, um Beanstandungen Rechnung zu tragen.Artikel 24 Koordinierungsverfahren(1) Ergeben sich bei der Fahrplanerstellung Unvereinbarkeiten zwischen verschiedenen Anträgen, bemüht sich der Fahrwegbetreiber durch Koordinierung der Anträge um eine bestmögliche Erfuellung aller Erfordernisse.(2) Ergibt sich eine Situation, in der eine Koordinierung erforderlich ist, hat der Fahrwegbetreiber das Recht, innerhalb vertretbarer Bandbreiten Fahrwegkapazität anzubieten, die von der beantragten Kapazität abweicht.(3) Der Fahrwegbetreiber bemüht sich, in Absprache mit den betreffenden Antragstellern im Hinblick auf die in Artikel 18 genannten Grundsätze eine Lösung für aufgetretene Unvereinbarkeiten von Anträgen zu finden.(4) Die Grundsätze des Koordinierungsverfahrens sind in den Schienennetz-Nutzungsbedingungen festzulegen. Sie werden insbesondere der Schwierigkeit, grenzüberschreitende Zugtrassen zu vereinbaren, und der Auswirkung etwaiger Änderungen auf andere Fahrwegbetreiber Rechnung tragen.(5) Kann Anträgen auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität nicht ohne Koordinierung stattgegeben werden, bemüht sich der Fahrwegbetreiber, allen Anträgen im Rahmen der Koordinierung stattzugeben.Artikel 25 Kapazitätsengpässe(1) Wo Anträgen auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität nach Koordinierung der beantragten Zugtrassen und nach Konsultation der Antragsteller nicht in angemessenem Umfang stattgegeben werden kann, hat der Fahrwegbetreiber den betreffenden Fahrwegabschnitt unverzüglich zum Fahrweg mit Kapazitätsengpässen zu erklären. Dies geschieht auch bei Fahrwegen, bei denen abzusehen ist, daß ihre Kapazität in naher Zukunft nicht ausreichen wird.(2) Wurden Fahrwege zu Fahrwegen mit Kapazitätsengpässen erklärt, hat der Fahrwegbetreiber die Kapazitätsanalyse gemäß Artikel 28 durchzuführen, sofern nicht bereits ein Plan zur Erhöhung der Fahrwegkapazität gemäß Artikel 29 umgesetzt wird.(3) Haben Entgelte nach Artikel 8 Absatz 4 nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt und wurde der Fahrweg zum Fahrweg mit Kapazitätsengpässen erklärt, kann der Fahrwegbetreiber bei der Zuweisung von Fahrwegkapazität zusätzlich Vorrangkriterien anwenden.(4) Die Vorrangkriterien haben dem gesellschaftlichen Nutzen eines Verkehrsdienstes gegenüber anderen Verkehrsdiensten, die von der Fahrwegnutzung ausgeschlossen werden, Rechnung zu tragen. Dabei sind auch die Auswirkungen in anderen Mitgliedstaaten zu berücksichtigen.(5) Die Bedeutung von Güterverkehrsdiensten, insbesondere grenzüberschreitenden Güterverkehrsdiensten, ist bei der Festlegung von Vorrangkriterien angemessen zu berücksichtigen.(6) Bei Fahrwegen mit Kapazitätsengpässen trifft der Fahrwegbetreiber ausreichende Maßnahmen angemessenen Umfangs, um kurzfristigen Anträgen, die während der Fahrplanerstellung vorherzusehen sind, stattgeben zu können. Er gewährleistet, daß solchen Anträgen in einem Umfang stattgegeben werden kann, der dem bei Anträgen im Rahmen des Verfahrens zur Fahrplanerstellung vergleichbar ist.(7) Die bezüglich Fahrwegen mit Kapazitätsengpässen zu befolgenden Verfahren und anzuwendenden Kriterien sind in den Schienennetz-Nutzungsbedingungen darzulegen.Artikel 26 Kurzfristige Anträge(1) Der Fahrwegbetreiber gewährleistet, daß er jederzeit in der Lage ist, kurzfristige Anträge auf Zuweisung einzelner Zugtrassen in höchstens fünf Tagen zu bescheiden. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Anträge dieser Art muß weniger als zwei Tage betragen.(2) Fahrwegbetreiber prüfen gegebenenfalls die Notwendigkeit, Kapazitätsreserven innerhalb des fertig erstellten Fahrplans vorzuhalten, um beispielsweise auf vorhersehbare kurzfristige Anträge auf Zuweisung von Fahrwegkapazität schnell reagieren zu können.(3) Der Fahrwegbetreiber stellt sicher, daß Informationen über Kapazitätsreserven, die für kurzfristige Anträge genutzt werden könnten, allen zugelassenen Antragstellern, die diese Kapazität eventuell in Anspruch nehmen wollen, zur Verfügung gestellt werden.(4) Allgemeine Statistiken zu den Bearbeitungszeiten von kurzfristigen Anträgen und dem Ergebnis der Anträge sind für jede gemäß Artikel 21 festgelegte Fahrplanperiode zu veröffentlichen.Artikel 27 Besondere Fahrwege(1) Sofern keine geeigneten Alternativstrecken vorhanden sind, gilt die Fahrwegkapazität als von Verkehrsdiensten aller Art nutzbar, die den Betriebsmerkmalen des Fahrwegs entsprechen.(2) Sind geeignete Alternativstrecken vorhanden, kann der Fahrwegbetreiber nach Konsultation der betroffenen Parteien bestimmte Fahrwege für die Nutzung durch bestimmte Arten von Verkehrsdiensten ausweisen. Wurde eine solche Nutzungsbeschränkung ausgesprochen, kann der Fahrwegbetreiber unbeschadet der Artikel 85, 86 und 90 EG-Vertrag Verkehrsdiensten dieser Art bei der Zuweisung von Fahrwegkapazität Vorrang einräumen.Eine derartige Nutzungsbeschränkung darf andere Verkehrsarten nicht von der Nutzung der betreffenden Fahrwege ausschließen, sofern Fahrwegkapazität verfügbar ist und der betreffende Zug den Betriebsmerkmalen des Fahrwegs entspricht.(3) Eine Nutzungsbeschränkung von Fahrwegen gemäß Absatz 2 ist in den Schienennetz-Nutzungsbedingungen anzugeben.Artikel 28 Kapazitätsanalyse(1) Zweck einer Kapazitätsanalyse nach Artikel 25 Absatz 2 ist die Ermittlung der Kapazitätsengpässe, die einer angemessenen Erfuellung von Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität entgegenstehen, und die Darlegung, auf welche Weise zusätzlichen Anträgen stattgegeben werden kann. In der Analyse werden die Gründe für das Bestehen von Engpässen ermittelt und mögliche kurz- und mittelfristige Maßnahmen zu deren Überwindung dargelegt.(2) Gegenstand der Analyse sind der Fahrweg, die Betriebsverfahren, die Art der verschiedenen durchgeführten Verkehrsdienste und die Auswirkungen all dieser Faktoren auf die Fahrwegkapazität. Vorgeschlagen werden können insbesondere Maßnahmen wie die Umleitung von Verkehrsdiensten, die zeitliche Verlagerung von Verkehrsdiensten, Änderungen der Fahrgeschwindigkeit und Verbesserungen des Fahrwegs.(3) Kapazitätsanalysen sind vom Fahrwegbetreiber unter Konsultation der bestehenden und potentiellen Nutzer des betreffenden Fahrwegs vorzunehmen.(4) Die Kapazitätsanalyse ist innerhalb von zwei Monaten abzuschließen, nachdem ein Fahrweg als Fahrweg mit Kapazitätsengpässen ausgewiesen wurde.Artikel 29 Plan zur Erhöhung der Fahrwegkapazität(1) Innerhalb von sechs Monaten nach Abschluß einer Kapazitätsanalyse gemäß Artikel 28 hat der Fahrwegbetreiber einen Plan zur Erhöhung der Fahrwegkapazität vorzuschlagen.(2) Ein Plan zur Erhöhung der Fahrwegkapazität ist unter Konsultation der Nutzer der betreffenden Fahrwege mit Kapazitätsengpässen zu erstellen. Darin werden die Gründe für die Engpässe, Möglichkeiten zur Erhöhung der Kapazität, die zu erwartende künftige Verkehrsentwicklung, den Fahrwegausbau betreffende Beschränkungen, die Kosten möglicher Optionen, einschließlich zu erwartender Änderungen der Wegeentgelte, und eine Kosten-Nutzen-Analyse der zur Kapazitätserhöhung möglichen Maßnahmen dargelegt.(3) Der vorgeschlagene Plan umfaßt einen Plan der zu treffenden Maßnahmen und einen Zeitplan für deren Umsetzung.(4) Macht der Fahrwegbetreiber außer in Fällen höherer Gewalt keine Fortschritte bei der Umsetzung der im Plan zur Erhöhung der Fahrwegkapazität festgelegten Maßnahmen, so stellt er auf Antrag von Eisenbahnunternehmen, die die betreffenden Fahrwege nutzen, die Erhebung von engpaßbezogenen Entgelten bezüglich der betreffenden Fahrwegkapazität ein.Artikel 30 Nutzung von Zugtrassen(1) Fahrwegbetreiber legen gemäß den Absätzen 2, 3 und 4 Bedingungen für die Nutzung von Zugtrassen fest, die sie zugelassenen Antragstellern zuweisen.(2) Der Fahrwegbetreiber verlangt bei Fahrwegen mit Kapazitätsengpässen die Aufgabe von Zugtrassen, bei denen in einem Zeitraum von mindestens einem Monat weniger als 75 % aller Trassenbuchungen genutzt wurden.(3) Der Fahrwegbetreiber kann bei Fahrwegabschnitten, für die eine Koordinierung erforderlich war, die aber nicht zu Fahrwegen mit Kapazitätsengpässen erklärt wurden, die Aufgaben von Zugtrassen verlangen, bei denen in einem Zeitraum von mindestens einem Monat weniger als 75 % aller Trassenbuchungen genutzt wurden.(4) Der Fahrwegbetreiber kann in den Schienennetz-Nutzungsbedingungen Bedingungen festlegen, anhand deren er der vorangehenden Nutzung von Zugtrassen bei der Festlegung von Rangfolgen im Zuweisungsverfahren Rechnung trägt.Artikel 31 Fahrwegkapazität für Instandhaltungszwecke(1) Anträge auf die Zuweisung von Fahrwegkapazität für Instandhaltungszwecke sind im Rahmen der Fahrplanerstellung zu stellen.(2) Der Fahrwegbetreiber trägt den Auswirkungen der Vorhaltung von Kapazität für die Fahrweginstandhaltung auf andere zugelassene Antragsteller angemessen Rechnung.Artikel 32 Schlichtung(1) Bei der Zuweisung von Fahrwegkapazität durch den Fahrwegbetreiber oder der Beteiligung des Fahrwegbetreibers an einer gemeinsamen Einrichtung zur Zuweisung grenzüberschreitender Fahrwegkapazität stellt der Fahrwegbetreiber sicher, daß Streitigkeiten in einem Schlichtungsverfahren innerhalb von zehn Arbeitstagen entschieden werden können. Die Schlichtung bezweckt die Beilegung von Streitigkeiten bezüglich der Zuweisung von Fahrwegkapazität. Die Verfahren und Vorgehensweisen sind in Absprache mit zugelassenen Antragstellern zu vereinbaren und als Teil der Schienennetz-Nutzungsbedingungen zu veröffentlichen.(2) Im Schlichtungsverfahren trägt jede Partei ihre eigenen Kosten. Weitere Kosten der Schlichtung tragen die Parteien zu gleichen Teilen.(3) Beantragen zugelassene Antragsteller, ein Fahrwegbetreiber oder eine gemeinsame Einrichtung von Fahrwegbetreibern die Schlichtung, verpflichten sie sich, alle Informationen vorzulegen, die für die Entscheidungsfindung erforderlich sind, und sich der Entscheidung der Schlichtungsstelle zu unterwerfen.KAPITEL IV ALLGEMEINE MASSNAHMEN Artikel 33 Regulierungsstelle(1) Unbeschadet Artikel 32 richten die Mitgliedstaaten eine Regulierungsstelle ein. Diese Regulierungsstelle ist organisatorisch, finanziell, rechtlich und in ihrer Entscheidungsfindung von Fahrwegbetreibern, entgelterhebenden Stellen, Zuweisungsstellen und zugelassenen Antragstellern unabhängig. Für die Tätigkeit der Regulierungsstelle gelten die Grundsätze der Absätze 2 bis 8.(2) Ist ein Unternehmen der Auffassung, ungerecht behandelt, diskriminiert oder auf andere Weise in seinen Rechten verletzt worden zu sein, kann es die Regulierungsstelle befassen, insbesondere mit Entscheidungen des Fahrwegbetreibers betreffenda) die Schienennetz-Nutzungsbedingungen,b) die darin enthaltenen Kriterien,c) das Zuweisungsverfahren und dessen Ergebnis,d) die Entgeltregelung,e) die Höhe oder Struktur der Wegeentgelte, die es zu zahlen hat oder hätte.(3) Die Regulierungsstelle gewährleistet, daß die vom Fahrwegbetreiber festgesetzten Entgelte dem Kapitel II entsprechen und nichtdiskriminierend sind. Verhandlungen zwischen Unternehmen und einem Fahrwegbetreiber über die Höhe von Wegeentgelten gemäß Artikel 9 Absatz 4 sind nur zulässig, sofern sie unter Aufsicht der Regulierungsstelle erfolgen. Die Regulierungsstelle hat einzugreifen, wenn bei den Verhandlungen ein Verstoß gegen die Bestimmungen dieser Richtlinie droht.(4) Die Regulierungsstelle ist berechtigt, sachdienliche Auskünfte von dem Fahrwegbetreiber, zugelassenen Antragstellern und betroffenen Dritten in dem betreffenden Mitgliedstaat einzuholen, die unverzüglich zu erteilen sind.(5) Die Regulierungsstelle hat Beschwerden zu prüfen und Abhilfemaßnahmen innerhalb längstens zweier Monate ab Erhalt aller Auskünfte zu treffen.(6) Entscheidungen der Regulierungsstelle sind für alle davon Betroffenen verbindlich.(7) Wird die Regulierungsstelle mit einer Beschwerde wegen der Verweigerung der Zuweisung von Fahrwegkapazität oder wegen der Bedingungen eines Kapazitätsangebots befaßt, entscheidet die Regulierungsstelle entweder, daß keine Änderung der Entscheidung des Fahrwegbetreibers erforderlich ist, oder schreibt eine Änderung dieser Entscheidung gemäß den Vorgaben der Regulierungsstelle vor.(8) Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen, um die gerichtliche Nachprüfbarkeit von Entscheidungen der Regulierungsstelle zu gewährleisten.Artikel 34 Sicherheitsbescheinigung(1) Die Verfahren der Sicherheitsbescheinigung für Eisenbahnunternehmen, die ihren Sitz in der Gemeinschaft haben oder haben werden, und von ihnen gebildete internationale Gruppierungen bei Verkehrsleistungen, die nach Artikel 10 der Richtlinie 91/440/EWG unter den in jenem Artikel genannten Bedingungen erbracht werden, müssen die Bestimmungen der Absätze 2 und 3 des vorliegenden Artikels erfuellen.(2) Die Mitgliedstaaten schreiben vor, daß eine Sicherheitsbescheinigung vorgelegt wird, in der die Sicherheitsanforderungen an die Eisenbahnunternehmen zur Gewährleistung eines gefahrlosen Verkehrsdienstes auf den betroffenen Strecken festgelegt sind.(3) Das Eisenbahnunternehmen muß zur Erlangung der Sicherheitsbescheinigung die mit dem Gemeinschaftsrecht zu vereinbarenden, in nichtdiskriminierender Weise vorgeschriebenen Bestimmungen des einzelstaatlichen Rechts über die besonderen technischen und betriebsbezogenen Anforderungen an die Eisenbahnverkehrsleistungen und die Sicherheitsanforderungen an das Personal, das rollende Material und die interne Organisation des Unternehmens beachten.Es muß insbesondere den Nachweis führen, daß das Fahr- und Begleitpersonal der Züge, mit denen die Leistungen nach Artikel 10 der Richtlinie 91/440/EWG erbracht werden, die erforderliche Ausbildung besitzt, um die vom Fahrwegbetreiber angewandten Verkehrsregeln einzuhalten und die ihm im Interesse des Zugverkehrs auferlegten Sicherheitsvorschriften zu beachten.Das Unternehmen muß außerdem nachweisen, daß das rollende Material, aus dem sich diese Züge zusammensetzen, von der zuständigen Behörde oder vom Fahrwegbetreiber zugelassen und gemäß den für die betreffenden Fahrwege geltenden Betriebsvorschriften geprüft wurde. Die Sicherheitsbescheinigung wird von der Stelle ausgestellt, die der Mitgliedstaat, in dem sich der benutzte Fahrweg befindet, hierfür benannt hat.Artikel 35 BerichtDie Kommission unterbreitet dem Rat vier Jahre nach Inkrafttreten dieser Richtlinie einen Bericht, dem gegebenenfalls Vorschläge über weitere gemeinschaftliche Maßnahmen beizufügen sind.Artikel 36 UmsetzungDie Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie spätestens ab 1. Januar 2000 nachzukommen. Sie setzen die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis.Bei Erlaß dieser Vorschriften nehmen die Mitgliedstaaten in diesen Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten der Bezugnahme.Artikel 37 Aufhebung von RechtsvorschriftenDie Verordnungen (EWG) Nr. 2830/77 und (EWG) Nr. 2183/78, die Entscheidung 82/529/EWG und die Richtlinie 95/19/EG werden mit Wirkung von dem in Artikel 36 genannten Datum aufgehoben.Artikel 38 InkrafttretenDiese Richtlinie tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.Artikel 39 AdressatenDiese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.(1) ABl. L 237 vom 24.8.1991, S. 25.(2) ABl. L 143 vom 27.6.1995, S. 75.(3) KOM(95) 691 endg.(4) ABl. L 334 vom 24.12.1977, S. 13.(5) ABl. L 258 vom 21.9.1978, S. 1.(6) ABl. L 234 vom 9.8.1982, S. 5.ANHANG Das Mindestzugangspaket umfaßta) die Bearbeitung von Anträgen auf Zuweisung von Fahrwegkapazität;b) das Recht zur Nutzung zugewiesener Fahrwegkapazität;c) die Nutzung von Weichen und Abzweigungen;d) die Zugsteuerung einschließlich der Signalisierung, Regelung, Abfertigung und der Übermittlung und Bereitstellung von Informationen über Zugbewegungen;e) alle anderen Informationen, die zur Durchführung des Verkehrsdienstes, für den Kapazität zugewiesen wurde, erforderlich sind.Zugangsdienstleistungen umfassena) Zugang zu Einrichtungen für die Brennstoffaufnahme;b) Zugang zu Personenbahnhöfen, deren Gebäuden und sonstigen Einrichtungen;c) Zugang zu Güterterminals;d) Zugang zu Rangierbahnhöfen;e) Zugang zu Zugbildungseinrichtungen;f) Zugang zu Abstellgleisen;g) Zugang zu Wartungs- und anderen technischen Einrichtungen.Pflichtdienstleistungen umfassena) Unterstützung bei schwerwiegenden Vorfällen oder schwerwiegenden Störungen der normalen Zugbewegungen;b) notwendig werdende polizeiliche Eingriffe;c) Überwachung der Einhaltung von Sicherheitsnormen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften durch Unternehmen.Zusatzdienstleistungen umfassena) Nutzung von Versorgungseinrichtungen für Fahrstrom;b) Bereitstellung von Fahrstrom;c) Vorheizen von Personenzügen;d) Bereitstellung von Brennstoffen;e) Rangieren;f) kundenspezifische Verträge über- die Überwachung von Gefahrguttransporten,- die Unterstützung beim Betrieb ungewöhnlicher Züge.Nebendienstleistungen umfassena) Zugang zum Telekommunikationsnetz;b) Bereitstellung zusätzlicher Informationen;c) technische Inspektion des Rollmaterials.