CELEX: 62005CJ0426
Language: de
Date: 2008-02-21
Title: Urteil des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 21. Februar 2008.#Tele2 Telecommunication GmbH gegen Telekom-Control-Kommission.#Ersuchen um Vorabentscheidung: Verwaltungsgerichtshof - Österreich.#Elektronische Kommunikation - Netze und Dienste - Gemeinsamer Rechtsrahmen - Art. 4 und 16 der Richtlinie 2002/21/EG (Rahmenrichtlinie) - Rechtsbehelf - Verwaltungsverfahren zur Marktanalyse.#Rechtssache C-426/05.

Rechtssache C‑426/05
      Tele2 Telecommunication GmbH
      gegen
      Telekom-Control-Kommission
      (Vorabentscheidungsersuchen des Verwaltungsgerichtshofs [Österreich])
      „Elektronische Kommunikation – Netze und Dienste – Gemeinsamer Rechtsrahmen – Art. 4 und 16 der Richtlinie 2002/21/EG (Rahmenrichtlinie) – Rechtsbehelf – Verwaltungsverfahren zur Marktanalyse“
      Schlussanträge des Generalanwalts M. Poiares Maduro vom 15. Februar 2007 
      Urteil des Gerichtshofs (Zweite Kammer) vom 21. Februar 2008 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Rechtsangleichung – Elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste – Rechtsrahmen – Richtlinie 2002/21
      (Richtlinie 2002/21 des Europäischen Parlaments und des Rates, Art. 4 Abs. 1 und 16 Abs. 3)
      2.     RL 2002/21 Rechtsangleichung – Elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste – Rechtsrahmen – Richtlinie 2002/21
      (Richtlinie 2002/21 des Europäischen Parlaments und des Rates, Art. 4)
      1.     Der Begriff des Nutzers oder Anbieters, der im Sinne von Art. 4 Abs. 1 der Richtlinie 2002/21 über einen gemeinsamen Rechtsrahmen
         für elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste, wonach jedem Nutzer oder Anbieter solcher Netze und/oder Dienste ein Rechtsbehelf
         gegen die ihn betreffenden Entscheidungen einer nationalen Regulierungsbehörde gewährt wird, „betroffen“ ist, sowie der Begriff
         der „betroffenen“ Partei im Sinne von Art. 16 Abs. 3 dieser Richtlinie, wonach diese im Fall einer Entscheidung über die Aufhebung
         von Verpflichtungen, die ihr als Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt auferlegt wurden,
         Anspruch darauf hat, dass ihr diese Aufhebung innerhalb einer angemessenen Frist im Voraus angekündigt wird, sind so auszulegen,
         dass diese Begriffe nicht nur ein Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt, das einer
         Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde in einem Marktanalyseverfahren nach Art. 16 der Richtlinie 2002/21 unterliegt
         und Adressat dieser Entscheidung ist, sondern auch mit einem solchen Unternehmen in Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter
         erfassen, die zwar nicht selbst Adressaten dieser Entscheidung sind, aber durch diese in ihren Rechten beeinträchtigt sind.
      
       (vgl. Randnrn. 43, 48, Tenor 1)
      2.     Eine nationale Rechtsvorschrift, die in einem nichtstreitigen Marktanalyseverfahren nur Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher
         Marktmacht auf dem relevanten Markt, denen gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert oder aufgehoben werden,
         die Stellung einer Partei zugesteht, verstößt im Grundsatz nicht gegen Art. 4 der Richtlinie 2002/21 über einen gemeinsamen
         Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste. Das vorlegende Gericht hat sich jedoch zu vergewissern, dass
         das innerstaatliche Verfahrensrecht den Schutz der Rechte, die mit einem Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht
         auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter aus der Gemeinschaftsrechtsordnung herleiten, auf eine
         Weise gewährleistet, die nicht weniger günstig als im Fall vergleichbarer innerstaatlicher Rechte ist und die Wirksamkeit
         des Rechtsschutzes, den diesen Nutzern und Anbietern Art. 4 der Richtlinie 2002/21 garantiert, nicht mindert.
      
      (vgl. Randnr. 57, Tenor 2)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Zweite Kammer)
      21. Februar 2008(*)
      
      „Elektronische Kommunikation – Netze und Dienste – Gemeinsamer Rechtsrahmen – Art. 4 und 16 der Richtlinie 2002/21/EG (Rahmenrichtlinie) – Rechtsbehelf – Verwaltungsverfahren zur Marktanalyse“
      In der Rechtssache C‑426/05
      betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 234 EG, eingereicht vom Verwaltungsgerichtshof (Österreich) mit Entscheidung
         vom 22. November 2005, beim Gerichtshof eingegangen am 1. Dezember 2005, in dem Verfahren
      
      Tele2 Telecommunication GmbH, vormals Tele2 UTA Telecommunication GmbH,
      
      gegen
      Telekom-Control-Kommission
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten C. W. A. Timmermans sowie der Richter L. Bay Larsen, K. Schiemann, P. Kūris (Berichterstatter)
         und J.‑C. Bonichot,
      
      Generalanwalt: M. Poiares Maduro,
      Kanzler: J. Swedenborg, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 13. Dezember 2006,
      unter Berücksichtigung der Erklärungen
      –       der Tele2 Telecommunication GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt M. Parschalk,
      –       der österreichischen Regierung, vertreten durch C. Pesendorfer und W. Bauer als Bevollmächtigte,
      –       der belgischen Regierung, vertreten durch A. Hubert als Bevollmächtigte,
      –       der dänischen Regierung, vertreten durch J. Molde, N. Holst-Christensen und B. Weis Fogh als Bevollmächtigte,
      –       der italienischen Regierung, vertreten durch I. M. Braguglia als Bevollmächtigten im Beistand von P. Gentili, avvocato dello
         Stato,
      
      –       der slowenischen Regierung, vertreten durch T. Mihelič als Bevollmächtigte,
      –       der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch C. Ladenburger und M. Shotter als Bevollmächtigte,
      nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 15. Februar 2007
      folgendes
      Urteil
      1       Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung der Art. 4 und 16 der Richtlinie 2002/21/EG des Europäischen Parlaments
         und des Rates vom 7. März 2002 über einen gemeinsamen Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste (Rahmenrichtlinie)
         (ABl. L 108, S. 33, im Folgenden: Rahmenrichtlinie).
      
      2       Dieses Ersuchen ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen der Tele2 Telecommunication GmbH, vormals Tele2 UTA Telecommunication
         GmbH, einem österreichischen Unternehmen, das elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste bereitstellt (im Folgenden: Tele2),
         und der österreichischen Telekom-Control-Kommission (im Folgenden: TCK) wegen deren Weigerung, Tele2 in einem Verwaltungsverfahren
         zur Marktanalyse die Stellung einer Partei zuzuerkennen.
      
       Rechtlicher Rahmen
       Gemeinschaftsrecht
      3       Der 12. Erwägungsgrund der Rahmenrichtlinie lautet:
      „Jede Partei, die einem Beschluss einer nationalen Regulierungsbehörde unterliegt, sollte das Recht haben, bei einer von den
         beteiligten Parteien unabhängigen Stelle Rechtsbehelf einzulegen. Diese Stelle kann ein Gericht sein. …“
      
      4       Art. 4 („Rechtsbehelf“) der Rahmenrichtlinie lautet:
      „(1)      Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass es auf nationaler Ebene wirksame Verfahren gibt, nach denen jeder Nutzer oder Anbieter
         elektronischer Kommunikationsnetze und/oder ‑dienste, der von einer Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde betroffen
         ist, bei einer von den beteiligten Parteien unabhängigen Beschwerdestelle Rechtsbehelf gegen diese Entscheidung einlegen kann.
         Diese Stelle, die auch ein Gericht sein kann, muss über den angemessenen Sachverstand verfügen, um ihrer Aufgabe gerecht zu
         werden. Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass den Umständen des Falles angemessen Rechnung getragen wird und wirksame Einspruchsmöglichkeiten
         gegeben sind. Bis zum Abschluss eines Beschwerdeverfahrens bleibt der Beschluss der nationalen Regulierungsbehörde in Kraft,
         sofern nicht die Beschwerdeinstanz anders entscheidet. 
      
      (2)      Hat die Beschwerdestelle nach Absatz 1 keinen gerichtlichen Charakter, so sind ihre Entscheidungen stets schriftlich zu begründen.
         Ferner können diese Entscheidungen in diesem Fall von einem Gericht eines Mitgliedstaats nach Artikel 234 des Vertrags überprüft
         werden.“ 
      
      5       Art. 6 („Konsultation und Transparenz“) der Rahmenrichtlinie sieht vor:
      „Abgesehen von den Fällen nach Artikel 7 Absatz 6, Artikel 20 oder Artikel 21 sorgen die Mitgliedstaaten dafür, dass die nationalen
         Regulierungsbehörden interessierten Parteien innerhalb einer angemessenen Frist Gelegenheit zur Stellungnahme zum Entwurf
         von Maßnahmen geben, die sie gemäß dieser Richtlinie oder den Einzelrichtlinien zu treffen gedenken und die beträchtliche
         Auswirkungen auf den betreffenden Markt haben werden. Die nationalen Regulierungsbehörden veröffentlichen ihre jeweiligen
         Anhörungsverfahren. Die Mitgliedstaaten sorgen für die Einrichtung einer einheitlichen Informationsstelle, bei der eine Liste
         aller laufenden Anhörungen aufliegt. Die Ergebnisse des Anhörungsverfahrens werden von der nationalen Regulierungsbehörde
         der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, außer bei vertraulichen Informationen gemäß den Rechtsvorschriften der Gemeinschaft
         und des jeweiligen Mitgliedstaats über die Vertraulichkeit von Geschäftsgeheimnissen.“ 
      
      6       Art. 7 („Konsolidierung des Binnenmarktes für elektronische Kommunikation“) der Rahmenrichtlinie lautet:
      „…
      (3)      Zusätzlich zu der Anhörung nach Artikel 6 stellt eine nationale Regulierungsbehörde, die beabsichtigt, Maßnahmen zu ergreifen,
         die 
      
      a)      in den Anwendungsbereich der Artikel 15 oder 16 dieser Richtlinie oder der Artikel 5 oder 8 der Richtlinie 2002/19/EG [des
         Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. März 2002 über den Zugang zu elektronischen Kommunikationsnetzen und zugehörigen
         Einrichtungen sowie deren Zusammenschaltung] (Zugangsrichtlinie) [ABl. L 108, S. 7, im Folgenden: Zugangsrichtlinie] oder
         aber des Artikels 16 der Richtlinie 2002/22/EG [des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. März 2002 über den Universaldienst
         und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen und ‑diensten] (Universaldienstrichtlinie) [ABl. L 108, S. 51, im
         Folgenden: Universaldienstrichtlinie] fallen, und 
      
      b)      Auswirkungen auf den Handel zwischen Mitgliedstaaten haben werden, 
      gleichzeitig der Kommission und den nationalen Regulierungsbehörden der anderen Mitgliedstaaten den Entwurf der Maßnahme zusammen
         mit einer Begründung gemäß Artikel 5 Absatz 3 zur Verfügung und unterrichtet die Kommission und die übrigen nationalen Regulierungsbehörden
         hiervon. Die nationalen Regulierungsbehörden und die Kommission können nur innerhalb eines Monats oder innerhalb der in Artikel
         6 genannten Frist, falls diese länger als ein Monat ist, Stellungnahmen an die betreffenden nationalen Regulierungsbehörden
         richten. Die Einmonatsfrist kann nicht verlängert werden. 
      
      (4)      Richtet sich eine geplante Maßnahme gemäß Absatz 3 auf
      a)      die Festlegung eines relevanten Marktes, der sich von jenen unterscheidet, die in der Empfehlung im Einklang mit Artikel 15
         Absatz 1 definiert werden, oder 
      
      b)      die Festlegung, inwieweit ein Unternehmen allein oder zusammen mit anderen eine beträchtliche Marktmacht gemäß Artikel 16
         Absätze 3, 4 oder 5 hat, 
      
      wobei dies Auswirkungen auf den Handel zwischen den Mitgliedstaaten hätte, und hat die Kommission gegenüber der nationalen
         Regulierungsbehörde erklärt, dass sie der Auffassung ist, dass der Maßnahmenentwurf ein Hemmnis für den Binnenmarkt schaffen
         würde, oder hat sie ernsthafte Zweifel an der Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht und insbesondere den in Artikel 8 genannten
         Zielen, dann wird der Beschluss über den Maßnahmenentwurf um weitere zwei Monate aufgeschoben. Diese Frist kann nicht verlängert
         werden. Innerhalb dieses Zeitraums kann die Kommission im Einklang mit dem in Artikel 22 Absatz 2 festgelegten Verfahren beschließen,
         die betreffende nationale Regulierungsbehörde aufzufordern, den Entwurf zurückzuziehen. In dem Beschluss muss detailliert
         und objektiv analysiert sein, weshalb die Kommission der Auffassung ist, dass der Maßnahmenentwurf nicht angenommen werden
         sollte, und es sind zugleich spezifische Vorschläge zur Änderung des Maßnahmenentwurfs vorzulegen. 
      
      (5)      Die betreffende nationale Regulierungsbehörde trägt den Stellungnahmen der anderen nationalen Regulierungsbehörden und der
         Kommission weitestgehend Rechnung; sie kann den sich daraus ergebenden Maßnahmenentwurf – außer in den in Absatz 4 genannten
         Fällen – annehmen und ihn der Kommission übermitteln.
      
      …“
      7       Art. 8 („Politische Ziele und regulatorische Grundsätze“) Abs. 2 der Rahmenrichtlinie lautet:
      „Die nationalen Regulierungsbehörden fördern den Wettbewerb bei der Bereitstellung elektronischer Kommunikationsnetze und
         ‑dienste sowie zugehöriger Einrichtungen und Dienste, indem sie unter anderem 
      
      a)      sicherstellen, dass die Nutzer, einschließlich behinderte Nutzer, größtmögliche Vorteile in Bezug auf Auswahl, Preise und
         Qualität genießen; 
      
      b)      gewährleisten, dass es keine Wettbewerbsverzerrungen oder ‑beschränkungen im Bereich der elektronischen Kommunikation gibt;
         
      
      c)      effiziente Infrastrukturinvestitionen fördern und die Innovation unterstützen; 
      d)      für eine effiziente Nutzung der Funkfrequenzen und der Nummerierungsressourcen sorgen und deren effiziente Verwaltung sicherstellen.“
         
      
      8       Art. 16 („Marktanalyseverfahren“) der Rahmenrichtlinie sieht vor:
      „(1)      So bald wie möglich nach der Verabschiedung der Empfehlung oder deren etwaiger Aktualisierung führen die nationalen Regulierungsbehörden
         unter weitestgehender Berücksichtigung der Leitlinien eine Analyse der relevanten Märkte durch. Die Mitgliedstaaten sorgen
         dafür, dass die nationalen Wettbewerbsbehörden gegebenenfalls an dieser Analyse beteiligt werden. 
      
      (2)      Wenn eine nationale Regulierungsbehörde gemäß den Artikeln 16, 17, 18 oder 19 der [Universaldienstrichtlinie] oder nach Artikel
         7 oder Artikel 8 der [Zugangsrichtlinie] feststellen muss, ob Verpflichtungen für Unternehmen aufzuerlegen, beizubehalten,
         zu ändern oder aufzuheben sind, ermittelt sie anhand der Marktanalyse gemäß Absatz 1 des vorliegenden Artikels, ob auf einem
         relevanten Markt wirksamer Wettbewerb herrscht. 
      
      (3)      Kommt eine nationale Regulierungsbehörde zu dem Schluss, dass dies der Fall ist, so erlegt sie weder eine der spezifischen
         Verpflichtungen nach Absatz 2 auf noch behält sie diese bei. Wenn bereits bereichsspezifische Verpflichtungen bestehen, werden
         sie für die Unternehmen auf diesem relevanten Markt aufgehoben. Den betroffenen Parteien ist die Aufhebung der Verpflichtungen
         innerhalb einer angemessenen Frist im Voraus anzukündigen. 
      
      (4)      Stellt eine nationale Regulierungsbehörde fest, dass auf einem relevanten Markt kein wirksamer Wettbewerb herrscht, so ermittelt
         sie Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auf diesem Markt gemäß Artikel 14 und erlegt diesen Unternehmen geeignete spezifische
         Verpflichtungen nach Absatz 2 des vorliegenden Artikels auf bzw. ändert diese oder behält diese bei, wenn sie bereits bestehen.
      
      …
      (6)      Maßnahmen, die gemäß den Absätzen 3, 4 und 5 getroffen werden, unterliegen den in den Artikeln 6 und 7 genannten Verfahren.“
         
      
       Nationales Recht
       Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991
      9       § 8 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) 1991 in der Fassung von 2004 (BGBl I 2004/10) sieht vor:
      „Personen, die eine Tätigkeit der Behörde in Anspruch nehmen oder auf die sich die Tätigkeit der Behörde bezieht, sind Beteiligte
         und, insoweit sie an der Sache vermöge eines Rechtsanspruches oder eines rechtlichen Interesses beteiligt sind, Parteien.“
      
       Telekommunikationsgesetz 2003
      10     § 37 („Marktanalyseverfahren“) des Telekommunikationsgesetzes (TKG) 2003 (BGBl I 2003/70) setzt Art. 16 der Rahmenrichtlinie
         um. Er lautet:
      
      „(1)      Die Regulierungsbehörde führt von Amts wegen unter Berücksichtigung der Bestimmungen der Europäischen Gemeinschaften in regelmäßigen
         Abständen, längstens aber in einem Abstand von zwei Jahren, eine Analyse der durch die Verordnung gemäß § 36 Abs. 1 festgelegten
         relevanten Märkte durch. Ziel dieses Verfahrens ist nach der Feststellung, ob auf dem jeweils relevanten Markt ein oder mehrere
         Unternehmen über beträchtliche Marktmacht verfügen oder aber effektiver Wettbewerb gegeben ist, die Aufhebung, Beibehaltung,
         Änderung oder Auferlegung von spezifischen Verpflichtungen.
      
      (2)      Gelangt die Regulierungsbehörde in diesem Verfahren zur Feststellung, dass auf dem relevanten Markt ein oder mehrere Unternehmen
         über beträchtliche Marktmacht verfügen und somit kein effektiver Wettbewerb besteht, hat sie diesem oder diesen Unternehmen
         geeignete spezifische Verpflichtungen nach §§ 38 bis 46 oder nach § 47 Abs. 1 aufzuerlegen. Bereits bestehende spezifische
         Verpflichtungen für Unternehmen werden, sofern sie den relevanten Markt betreffen, von der Regulierungsbehörde nach Maßgabe
         der Ergebnisse des Verfahrens unter Berücksichtigung der Regulierungsziele geändert oder neuerlich auferlegt.
      
      (3)      Stellt die Regulierungsbehörde auf Grund des Verfahrens fest, dass auf dem relevanten Markt effektiver Wettbewerb besteht
         und somit kein Unternehmen über beträchtliche Marktmacht verfügt, darf sie – mit Ausnahme von § 47 Abs. 2 – keine Verpflichtungen
         gemäß Abs. 2 auferlegen; diesfalls wird das Verfahren hinsichtlich dieses Marktes durch Beschluss der Regulierungsbehörde
         formlos eingestellt und dieser Beschluss veröffentlicht. Soweit für Unternehmen noch spezifische Verpflichtungen auf diesem
         Markt bestehen, werden diese mit Bescheid aufgehoben. In diesem Bescheid ist auch eine angemessene, sechs Monate nicht übersteigende
         Frist festzusetzen, die den Wirksamkeitsbeginn der Aufhebung festlegt. 
      
      …
      (5)      Parteistellung in diesem Verfahren hat nur das Unternehmen, dem gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert
         oder aufgehoben werden.
      
      …“
      11     § 128 („Konsultationsverfahren“) TKG bestimmt:
      „(1)      Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie sowie die Regulierungsbehörde gewähren interessierten Personen
         innerhalb einer angemessenen Frist Gelegenheit zur Stellungnahme zum Entwurf von Vollziehungshandlungen gemäß diesem Bundesgesetz,
         die beträchtliche Auswirkungen auf den betreffenden Markt haben werden. Davon ausgenommen sind Maßnahmen gemäß §§ 91 Abs.
         4, 122 und 130. Die Konsultationsverfahren sowie deren Ergebnisse werden von der jeweiligen Behörde der Öffentlichkeit zugänglich
         gemacht, soweit § 125 nicht anderes bestimmt.
      
      …
      (4)      Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie sowie die Regulierungsbehörde gewähren interessierten Personen
         innerhalb einer angemessenen Frist Gelegenheit zur Stellungnahme zu Fragen betreffend Endnutzer- oder Verbraucherrechte in
         Zusammenhang mit öffentlichen Kommunikationsdiensten. Sie berücksichtigen diese Stellungnahmen[,] soweit dies angemessen ist,
         insbesondere wenn beträchtliche Auswirkungen auf den Markt zu erwarten sind.“
      
       Ausgangsverfahren und Vorlagefragen
      12     Am 16. Juli 2004 beantragte Tele2 in einem von der TCK durchgeführten Verwaltungsverfahren zur Marktanalyse, ihr die Stellung
         einer Partei und das Recht auf Akteneinsicht nach § 37 TKG zuzuerkennen.
      
      13     Mit Bescheid vom 6. September 2004 wies die TCK diesen Antrag mit der Begründung ab, dass nach § 37 Abs. 5 TKG in Marktanalyseverfahren
         nur diejenigen Unternehmen Parteistellung haben könnten, denen gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert
         oder aufgehoben würden, nicht aber andere. Tele2 erfülle diese Voraussetzungen nicht.
      
      14     Gegen diesen Bescheid erhob Tele2 Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof, da ihrer Ansicht nach eine Entscheidung der TCK
         in einem Marktanalyseverfahren eine Entscheidung im Sinne der Rahmenrichtlinie ist, von der nicht nur das konkrete Unternehmen,
         dem gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert oder aufgehoben worden seien, sondern auch dessen Wettbewerber
         „betroffen“ seien. Vom Ergebnis der Marktanalyse hänge nämlich unmittelbar ab, welche Ansprüche ein Wettbewerber des marktbeherrschenden
         Unternehmens gegen dieses habe.
      
      15     Unter diesen Umständen hat der Verwaltungsgerichtshof beschlossen, das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof folgende
         zwei Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen: 
      
      1.      Sind die Art. 4 und 16 der Rahmenrichtlinie dahin auszulegen, dass unter „betroffenen“ Parteien auch solche auf dem relevanten
         Markt als Wettbewerber auftretende Unternehmen zu verstehen sind, denen gegenüber in einem Marktanalyseverfahren spezifische
         Verpflichtungen nicht auferlegt, beibehalten oder abgeändert werden?
      
      2.      Für den Fall der Bejahung der ersten Frage:
      Steht Art. 4 der Rahmenrichtlinie einer nationalen Vorschrift entgegen, die vorsieht, dass in einem Marktanalyseverfahren
         nur das Unternehmen Parteistellung hat, dem gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert oder aufgehoben werden?
         
      
       Zu den Vorlagefragen
       Zur ersten Frage
      16     Mit seiner ersten Frage möchte das vorlegende Gericht wissen, ob der Begriff des Nutzers oder Anbieters, der im Sinne von
         Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie „betroffen“ ist, sowie der Begriff der „betroffenen“ Partei im Sinne von Art. 16 Abs. 3
         der Rahmenrichtlinie so auszulegen sind, dass diese Begriffe nicht nur ein Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht
         auf dem relevanten Markt, das einer Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde in einem Marktanalyseverfahren nach
         Art. 16 der Rahmenrichtlinie unterliegt und Adressat dieser Entscheidung ist, sondern auch mit einem solchen (vormals) marktmächtigen
         Unternehmen in Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter erfassen, die zwar nicht selbst Adressaten dieser Entscheidung sind,
         aber durch diese in ihren Rechten beeinträchtigt sind. 
      
      17     Vorab ist festzustellen, dass es im Ausgangsverfahren laut der Vorlageentscheidung um das Recht auf Parteistellung in einem
         nichtstreitigen Verwaltungsverfahren geht, und zwar in einem Marktanalyseverfahren, das von der TCK nach § 37 TKG, der Art. 16
         der Rahmenrichtlinie umsetzt, durchgeführt wird. Dagegen regelt der vom vorlegenden Gericht ebenfalls angeführte Art. 4 der
         Rahmenrichtlinie eine verwaltungsprozessrechtliche Frage, denn nach diesem Artikel sorgen die Mitgliedstaaten dafür, dass
         es auf nationaler Ebene wirksame Verfahren gibt, nach denen jeder Nutzer oder Anbieter elektronischer Kommunikationsnetze
         und/oder ‑dienste, der von einer Entscheidung einer Regulierungsbehörde betroffen ist, bei einer von den beteiligten Parteien
         unabhängigen Beschwerdestelle, die auch ein Gericht sein kann, Rechtsbehelf einlegen kann. Hat die Beschwerdestelle keinen
         gerichtlichen Charakter, so sind ihre Entscheidungen stets schriftlich zu begründen und können in diesem Fall von einem Gericht
         eines Mitgliedstaats nach Art. 234 EG überprüft werden.
      
      18     Im Übrigen ergibt sich aus der Vorlageentscheidung, dass die Parteistellung in einem Marktanalyseverfahren nach österreichischem
         Verfahrensrecht Rechte auf Mitwirkung an diesem Verfahren verleiht, etwa das Recht, die Akte des Verwaltungsverfahrens einzusehen,
         angehört zu werden, von den Ergebnissen des Beweisverfahrens Kenntnis und dazu Stellung zu nehmen, und gegen die ein solches
         Verfahren abschließende Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.
      
      19     Angesichts des oben in Randnr. 17 angeführten Wortlauts von Art. 4 der Rahmenrichtlinie ist zur Beantwortung der ersten Frage
         des vorlegenden Gerichts zu prüfen, welche Tragweite der Begriff des von einer Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde
         „betroffenen“ Nutzers oder Anbieters im Sinne dieses Artikels hat.
      
      20     Zunächst ist festzustellen, dass dieser Begriff nicht in der Rahmenrichtlinie definiert ist.
      21     Nach Ansicht der belgischen Regierung deutet der Umstand, dass im englischen und im deutschen Text der Rahmenrichtlinie in
         den Art. 4 Abs. 1 und 16 Abs. 3 derselbe Ausdruck („affected“ bzw. „betroffen“) verwendet wird, darauf hin, dass sich diese
         beiden Bestimmungen auf denselben Sachverhalt beziehen und dass folglich die niederländischen Formulierungen „getroffen“ in
         Art. 4 Abs. 1 und „die gevolgen ondervinden“ in Art. 16 Abs. 3 dieselbe Bedeutung haben.
      
      22     Auch nach Auffassung des vorlegenden Gerichts spricht die Verwendung des gleichen Begriffs sowohl in Art. 4 Abs. 1 als auch
         in Art. 16 Abs. 3 der deutschen Fassung der Rahmenrichtlinie dafür, diesem Begriff die gleiche Bedeutung beizulegen.
      
      23     Hieraus lässt sich aber keine Antwort auf die Frage des vorlegenden Gerichts ableiten.
      24     Während nämlich in mehreren Sprachfassungen der Rahmenrichtlinie in den Art. 4 Abs. 1 und 16 Abs. 3 ein einziger Begriff verwendet
         wird – so in der bulgarischen, der dänischen, der deutschen, der englischen, der griechischen, der italienischen, der lettischen,
         der litauischen, der polnischen, der schwedischen, der slowakischen, der spanischen und der tschechischen Sprachfassung –
         finden sich in den anderen Sprachfassungen dieser Bestimmungen zwei verschiedene Ausdrücke, etwa in der französischen (utilisateur
         ou entreprise) „affecté(e)“ bzw. (parties) „concernées“.
      
      25     Nach ständiger Rechtsprechung müssen jedoch die verschiedenen sprachlichen Fassungen einer Gemeinschaftsvorschrift einheitlich
         ausgelegt werden; daher muss die Vorschrift, falls die Fassungen voneinander abweichen, anhand der allgemeinen Systematik
         und des Zwecks der Regelung ausgelegt werden, zu der sie gehört (Urteile vom 13. April 2000, W. N., C‑420/98, Slg. 2000, I‑2847,
         Randnr. 21, und vom 14. Juni 2007, Euro Tex, C‑56/06, Slg. 2007, I‑4859, Randnr. 27).
      
      26     Ebenfalls nach ständiger Rechtsprechung folgt aus den Anforderungen sowohl der einheitlichen Anwendung des Gemeinschaftsrechts
         als auch des Gleichheitsgrundsatzes, dass die Begriffe einer gemeinschaftsrechtlichen Bestimmung, die für die Ermittlung ihres
         Sinnes und ihrer Bedeutung nicht ausdrücklich auf das Recht der Mitgliedstaaten verweist, in der Regel in der gesamten Gemeinschaft
         eine autonome und einheitliche Auslegung erhalten müssen, die unter Berücksichtigung des Kontextes der Bestimmung und des
         mit der Regelung verfolgten Ziels gefunden werden muss (vgl. insbesondere Urteile vom 18. Januar 1984, Ekro, 327/82, Slg.
         1984, 107, Randnr. 11, vom 19. September 2000, Linster, C‑287/98, Slg. 2000, I‑6917, Randnr. 43, und vom 18. Oktober 2007,
         Österreichischer Rundfunk, C‑195/06, Slg. 2007, I‑0000, Randnr. 24).
      
      27     Welche Bedeutung der Gemeinschaftsgesetzgeber dem Begriff des von einer Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde
         „betroffenen“ Nutzers oder Anbieters im Sinne von Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie beilegen wollte, ist folglich nach dem
         Zweck zu beurteilen, dem dieser Art. 4 im Kontext der Richtlinie dient.
      
      28     Auch wenn ein Unternehmen in einer Situation wie derjenigen der Beschwerdeführerin des Ausgangsverfahrens unter Art. 16 Abs. 3
         der Rahmenrichtlinie fiele, würde daraus jedoch nicht automatisch folgen, dass auf dieses Unternehmen Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie
         angewandt werden könnte. Wie der Generalanwalt in Nr. 19 seiner Schlussanträge hervorgehoben hat, dient nämlich Art. 4 Abs. 1
         ganz anderen Zwecken als Art. 16 Abs. 3.
      
      29     Fällt ein Unternehmen unter Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie, wird ihm nämlich gegen eine von einer nationalen Regulierungsbehörde
         erlassene Entscheidung, die es betrifft, ein Rechtsbehelf gewährt, während es nach Art. 16 Abs. 3 der Rahmenrichtlinie im
         Fall einer Entscheidung über die Aufhebung von Verpflichtungen, die ihm als Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht
         auf dem relevanten Markt auferlegt wurden, Anspruch darauf hat, dass ihm diese Aufhebung innerhalb einer angemessenen Frist
         im Voraus angekündigt wird.
      
      30     Wie der Generalanwalt in Nr. 22 seiner Schlussanträge hervorgehoben hat, ist Art. 4 der Rahmenrichtlinie Ausfluss des Grundsatzes
         eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes, der ein allgemeiner Grundsatz des Gemeinschaftsrechts ist, der sich aus den
         gemeinsamen Verfassungsüberlieferungen der Mitgliedstaaten ergibt, in den Art. 6 und 13 der am 4. November 1950 in Rom unterzeichneten
         Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten verankert ist (Urteil vom 13. März 2007, Unibet,
         C‑432/05, Slg. 2007, I‑2271, Randnr. 37 und die dort angeführte Rechtsprechung) und die nationalen Gerichte verpflichtet,
         den gerichtlichen Schutz der Rechte zu gewährleisten, die den Einzelnen aus dem Gemeinschaftsrecht erwachsen (Urteil Unibet,
         Randnr. 38 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      31     Im Fall des Art. 4 der Rahmenrichtlinie sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, zum Schutz der Rechte, die den Nutzern oder
         Anbietern aus der Gemeinschaftsrechtsordnung erwachsen, einen Rechtsbehelf bei einer gerichtlichen Instanz vorzusehen. 
      
      32     Folglich muss das Gebot eines effektiven gerichtlichen Rechtsschutzes, das zu Art. 4 der Rahmenrichtlinie geführt hat, auch
         für Nutzer und Anbieter gelten, die Rechte aus der Gemeinschaftsrechtsordnung, insbesondere den Telekommunikationsrichtlinien,
         herleiten können und durch eine Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde in diesen Rechten berührt sind.
      
      33     Daher ist zu bestimmen, ob Nutzer und Anbieter, die Wettbewerber eines Unternehmens mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht
         auf dem relevanten Markt sind, Rechte aus der Gemeinschaftsrechtsordnung, insbesondere den Telekommunikationsrichtlinien,
         herleiten und infolge einer Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde, die nicht an sie gerichtet ist, in diesen Rechten
         berührt sein können; in diesem Fall muss ihnen ein Rechtsbehelf zustehen, um die Entscheidung einer gerichtlichen Kontrolle
         zu unterziehen.
      
      34     Wie der Generalanwalt in Nr. 29 seiner Schlussanträge hervorgehoben hat und wie die Beschwerdeführerin des Ausgangsverfahrens
         wie auch die Kommission vorgetragen haben, stellen bestimmte spezifische Verpflichtungen, die einem Unternehmen mit beträchtlicher
         Marktmacht auf dem relevanten Markt nach Art. 16 Abs. 3 und 4 der Rahmenrichtlinie sowie den dort angeführten Bestimmungen
         der Zugangsrichtlinie auferlegt werden, Schutzmaßnahmen im Interesse der mit diesem Unternehmen in Wettbewerb stehenden Nutzer
         und Anbieter dar und können somit Rechte für sie begründen. Zu diesen Schutzmaßnahmen gehören u. a. diejenigen, die von den
         nationalen Regulierungsbehörden gemäß Art. 8 der Zugangsrichtlinie getroffen werden können, sowie die Verpflichtungen nach
         den Art. 10 und 12 der Zugangsrichtlinie, Wettbewerber gleichzubehandeln und ihnen Zugang zu bestimmten Netzeinrichtungen
         zu gewähren und deren Nutzung zu erlauben.
      
      35     Insbesondere zu den Verpflichtungen, Zugang zu Netzeinrichtungen zu gewähren und deren Nutzung zu erlauben, bestimmt Art. 12
         Abs. 1 der Zugangsrichtlinie: „Die nationalen Regulierungsbehörden können gemäß Artikel 8 Betreiber dazu verpflichten, berechtigten
         Anträgen auf Zugang zu bestimmten Netzkomponenten und zugehörigen Einrichtungen und auf deren Nutzung stattzugeben, unter
         anderem wenn die nationale Regulierungsbehörde der Auffassung ist, dass die Verweigerung des Zugangs oder unangemessene Bedingungen
         mit ähnlicher Wirkung die Entwicklung eines nachhaltig wettbewerbsorientierten Marktes auf Endverbraucherebene behindern oder
         den Interessen der Endnutzer zuwiderlaufen würden.“ Genau wie die Gleichbehandlungsverpflichtung nach Art. 10 der Zugangsrichtlinie
         sollen die Verpflichtungen in Bezug auf den Zugang zu bestimmten Netzeinrichtungen und deren Nutzung den interessierten Wettbewerbern
         diesen Zugang verschaffen.
      
      36     Daraus ergibt sich, dass die mit einem Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehenden
         Nutzer oder Anbieter als potenzielle Inhaber von Rechten anzusehen sind, die den spezifischen Verpflichtungen entsprechen,
         die dem Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht von einer nationalen Regulierungsbehörde nach Art. 16 der Rahmenrichtlinie
         sowie den dort angeführten Telekommunikationsrichtlinien auferlegt werden. Somit können diese Nutzer und diese Anbieter als
         von den Entscheidungen der Regulierungsbehörde, mit denen diese Verpflichtungen geändert oder aufgehoben werden, „betroffen“
         im Sinne von Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie angesehen werden.
      
      37     Ferner ist hervorzuheben, dass die nationalen Regulierungsbehörden nach Art. 8 Abs. 2 der Rahmenrichtlinie den Wettbewerb
         bei der Bereitstellung elektronischer Kommunikationsnetze und ‑dienste sowie zugehöriger Einrichtungen und Dienste zu fördern
         haben, indem sie u. a. gewährleisten, dass es keine Wettbewerbsverzerrungen oder ‑beschränkungen im Bereich der elektronischen
         Kommunikation gibt.
      
      38     Wie der Generalanwalt in Nr. 24 seiner Schlussanträge sowie die dänische Regierung vorgetragen haben, wäre eine enge Auslegung
         von Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie dahin, dass er anderen Personen als den Adressaten der Entscheidungen der nationalen
         Regulierungsbehörden keinen Rechtsbehelf zugesteht, kaum mit den politischen Zielen und regulatorischen Grundsätzen, insbesondere
         dem Ziel der Förderung des Wettbewerbs, die den Regulierungsbehörden nach Art. 8 der Rahmenrichtlinie vorgegeben sind, in
         Einklang zu bringen. 
      
      39     Folglich ist Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie dahin auszulegen, dass nach dieser Vorschrift auch anderen Personen als den
         Adressaten einer von einer Regulierungsbehörde in einem Marktanalyseverfahren erlassenen Entscheidung ein Rechtsbehelf zustehen
         soll. Somit sind mit einem Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehende
         Nutzer und Anbieter dann als „betroffen“ im Sinne dieser Bestimmung anzusehen, wenn ihre Rechte von einer solchen Entscheidung
         potenziell betroffen sind.
      
      40     Was sodann Art. 16 Abs. 3 Satz 3 der Rahmenrichtlinie angeht, so ist nach dieser Bestimmung den „betroffenen“ Parteien die
         Aufhebung bereichsspezifischer Verpflichtungen innerhalb einer angemessenen Frist im Voraus anzukündigen. Da Adressat der
         Entscheidung über die Aufhebung solcher Verpflichtungen ein Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten
         Markt ist, versteht es sich von selbst, dass sie diesem bekannt zu geben ist. Dies gilt im Übrigen auch für Entscheidungen,
         mit denen solche Verpflichtungen einem solchen Unternehmen auferlegt werden, ungeachtet dessen, dass Art. 16 Abs. 4 der Rahmenrichtlinie
         keinen entsprechenden ausdrücklichen Hinweis enthält. Dagegen zeigt sich der volle Sinn der Ankündigung nach Art. 16 Abs. 3
         der Rahmenrichtlinie bei Wettbewerbern, denen die Verpflichtungen, deren Aufhebung beschlossen ist, zum Vorteil gereichten.
         Daraus ergibt sich, dass der Gemeinschaftsgesetzgeber mit der Verpflichtung zur Bekanntgabe einer solchen Ankündigung vor
         allem die Wettbewerber eines Unternehmens mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht als „betroffene“ Parteien schützen wollte.
         Andernfalls hätte der Gemeinschaftsgesetzgeber in dieser Bestimmung nicht den Begriff der „betroffenen“ Parteien verwendet,
         sondern auf den des „Unternehmens“ in Art. 16 Abs. 3 Satz 2 der Rahmenrichtlinie Bezug genommen.
      
      41     Folglich werden die Rechte der Wettbewerber eines Unternehmens mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten
         Markt von Art. 16 Abs. 3 der Rahmenrichtlinie erfasst, und die Wettbewerber fallen daher sowohl unter diese Bestimmung als
         auch unter Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie.
      
      42     Außerdem ist daran zu erinnern, dass nach Art. 16 Abs. 6 der Rahmenrichtlinie Maßnahmen, die gemäß Art. 16 Abs. 3 getroffen
         werden, u. a. den in Art. 6 der Rahmenrichtlinie genannten Verfahren unterliegen; nach diesem Artikel sind interessierte Parteien
         berechtigt, innerhalb einer angemessenen Frist zum Entwurf von Maßnahmen Stellung zu nehmen.
      
      43     Nach alledem sind der Begriff des Nutzers oder Anbieters, der im Sinne von Art. 4 Abs. 1 der Rahmenrichtlinie „betroffen“
         ist, sowie der Begriff der „betroffenen“ Partei im Sinne von Art. 16 Abs. 3 der Rahmenrichtlinie so auszulegen, dass diese
         Begriffe nicht nur ein Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt, das einer Entscheidung
         einer nationalen Regulierungsbehörde in einem Marktanalyseverfahren nach Art. 16 der Rahmenrichtlinie unterliegt und Adressat
         dieser Entscheidung ist, sondern auch mit einem solchen Unternehmen im Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter erfassen, die
         zwar nicht selbst Adressaten dieser Entscheidung sind, aber durch diese in ihren Rechten beeinträchtigt sind.
      
      44     Folglich kann der Auffassung der österreichischen und der slowenischen Regierung nicht gefolgt werden, allein schon die Lektüre
         von Art. 4 Abs. 1 in Verbindung mit dem 12. Erwägungsgrund der Rahmenrichtlinie führe zu dem Schluss, dass diese Richtlinie
         die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs nur demjenigen einräume, der tatsächlich einer Entscheidung einer Regulierungsbehörde
         unterliege und Adressat dieser Entscheidung sei.
      
      45     Zwar heißt es in diesem Erwägungsgrund: „Jede Partei, die einem Beschluss einer nationalen Regulierungsbehörde unterliegt,
         sollte das Recht haben, bei einer von den beteiligten Parteien unabhängigen Stelle Rechtsbehelf einzulegen. Diese Stelle kann
         ein Gericht sein.“ Der Erwägungsgrund erwähnt also nur die Möglichkeit all derjenigen, an die eine Entscheidung einer nationalen
         Regulierungsbehörde gerichtet ist, gegen diese Entscheidung einen Rechtsbehelf einzulegen. Dieser bloße Hinweis auf die Möglichkeit
         des Adressaten einer Entscheidung, einen Rechtsbehelf einzulegen, bedeutet aber keineswegs, dass ein solcher Rechtsbehelf
         für andere Unternehmen, wie etwa Wettbewerber des Adressaten, ausgeschlossen ist.
      
      46     Die österreichische und die slowenische Regierung tragen außerdem vor, bei der Auslegung der Bestimmungen, die Gegenstand
         der Vorlagefrage seien, sei dem dem Gemeinschaftsrecht innewohnenden Effektivitätsprinzip Rechnung zu tragen, wozu auch die
         zügige Durchführung von Regulierungsentscheidungen gehöre. Die beiden Regierungen wollen damit zeigen, dass ein Zugeständnis
         von Rechten, die den „Parteien“ vorbehalten seien, an die „Beteiligten“ im Sinne von § 8 AVG 1991 in der Fassung von 2004
         zu einer erheblichen Verlängerung der Gesamtdauer des Marktanalyseverfahrens führen könne, während die nationale Regulierungsbehörde
         doch möglichst zeitnah reagieren müsse, um möglicherweise entstehende Ungleichgewichte auf Märkten, auf denen sich die Bedingungen
         rasch ändern könnten, auszugleichen.
      
      47     Diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden. Wie oben in Randnr. 17 festgestellt, verpflichtet nämlich Art. 4 der Rahmenrichtlinie
         dazu, einen gerichtlichen Rechtsbehelf vorzusehen, betrifft aber keineswegs das einem solchen Rechtsbehelf vorausgehende nichtstreitige
         Verwaltungsverfahren.
      
      48     Nach alledem ist auf die erste Vorlagefrage zu antworten, dass der Begriff des Nutzers oder Anbieters, der im Sinne von Art. 4
         Abs. 1 der Rahmenrichtlinie „betroffen“ ist, sowie der Begriff der „betroffenen“ Partei im Sinne von Art. 16 Abs. 3 der Rahmenrichtlinie
         so auszulegen sind, dass diese Begriffe nicht nur ein Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten
         Markt, das einer Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde in einem Marktanalyseverfahren nach Art. 16 der Rahmenrichtlinie
         unterliegt und Adressat dieser Entscheidung ist, sondern auch mit einem solchen Unternehmen im Wettbewerb stehende Nutzer
         und Anbieter erfassen, die zwar nicht selbst Adressaten dieser Entscheidung sind, aber durch diese in ihren Rechten beeinträchtigt
         sind.
      
       Zur zweiten Frage
      49     Mit seiner zweiten Frage möchte das vorlegende Gericht wissen, ob nach Art. 4 der Rahmenrichtlinie einem Unternehmen wie der
         Beschwerdeführerin des Ausgangsverfahrens, wenn ihm gegen die ein Marktanalyseverfahren abschließenden Entscheidungen einer
         nationalen Regulierungsbehörde ein Rechtsbehelf zusteht, deshalb auch die Stellung einer Partei in dem nichtstreitigen Marktanalyseverfahren
         eingeräumt werden muss. 
      
      50     Hierzu ist daran zu erinnern, dass Art. 4 der Rahmenrichtlinie nicht regelt, wer Partei des nichtstreitigen Verwaltungsverfahrens
         im Sinne von Art. 16 der Rahmenrichtlinie ist. Der Wortlaut von Art. 16 enthält ebenfalls keinen Anhaltspunkt dafür, dass
         die Beschwerdeführerin des Ausgangsverfahrens berechtigt sein müsste, an diesem Marktanalyseverfahren als Partei mitzuwirken.
         Art. 16 Abs. 3 Satz 3 der Rahmenrichtlinie bestimmt lediglich, dass die Aufhebung spezifischer Verpflichtungen den betroffenen
         Parteien innerhalb einer angemessenen Frist im Voraus anzukündigen ist.
      
      51     In Ermangelung einer einschlägigen Gemeinschaftsregelung richtet sich daher die Bestimmung der zuständigen Gerichte und die
         Ausgestaltung der Verfahren, die den Schutz der dem Bürger aus der unmittelbaren Wirkung des Gemeinschaftsrechts erwachsenden
         Rechte gewährleisten sollen, nach der innerstaatlichen Rechtsordnung der einzelnen Mitgliedstaaten (vgl. u. a. Urteile vom
         14. Dezember 1995, Peterbroeck, C‑312/93, Slg. 1995, I‑4599, Randnr. 12 und die dort angeführte Rechtsprechung, und vom 24.
         September 2002, Grundig Italiana, C‑255/00, Slg. 2002, I‑8003, Randnr. 33 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      52     Somit verpflichtet das Gemeinschaftsrecht die Mitgliedstaaten nicht ohne Weiteres, allen mit einem Unternehmen mit (vormals)
         beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehenden Nutzern und Anbietern zu gestatten, an einem Marktanalyseverfahren
         nach Art. 16 der Rahmenrichtlinie als Partei im Sinne des anwendbaren österreichischen Verfahrensrechts, das die oben in Randnr.
         18 genannten Rechte vorsieht, mitzuwirken. Es ist daher Sache des nationalen Gesetzgebers, zu bestimmen, ob ein Unternehmen
         wie die Beschwerdeführerin des Ausgangsverfahrens in diesem nichtstreitigen Verwaltungsverfahren die Stellung einer Partei
         hat und, falls ja, zu regeln, ob diesem Unternehmen andere Verfahrensrechte eingeräumt werden können als die, die in dem genannten
         Art. 16 ausdrücklich vorgesehen sind, oder als die dem Konsultationsverfahren innewohnenden Rechte, die ausdrücklich in Art. 6
         der Richtlinie vorgesehen sind. 
      
      53     Folglich verstößt eine nationale Rechtsvorschrift, die in einem solchen Verfahren nur Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher
         Marktmacht auf dem relevanten Markt, denen gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert oder aufgehoben werden,
         die Stellung einer Partei zugesteht, im Grundsatz nicht gegen Art. 4 der Rahmenrichtlinie.
      
      54     Es ist jedoch daran zu erinnern, dass die nationalen Verfahren, die den Schutz der dem Bürger aus der unmittelbaren Wirkung
         des Gemeinschaftsrechts erwachsenden Rechte gewährleisten sollen, nicht weniger günstig ausgestaltet sein dürfen als die entsprechenden
         innerstaatlichen Verfahren (Grundsatz der Gleichwertigkeit) und die Ausübung der durch die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen
         Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren dürfen (Grundsatz der Effektivität) (vgl. in diesem Sinne
         insbesondere Urteile Peterbroeck, Randnr. 12 und die dort angeführte Rechtsprechung, und Grundig Italiana, Randnr. 33 und
         die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      55     In Bezug auf den Effektivitätsgrundsatz, auf den sich die Beschwerdeführerin des Ausgangsverfahrens beruft, um ein Mitwirkungsrecht
         an dem betreffenden Verwaltungsverfahren zur Marktanalyse geltend zu machen, ist daran zu erinnern, dass nach der Rechtsprechung
         des Gerichtshofs jeder Fall, in dem sich die Frage stellt, ob eine nationale Verfahrensvorschrift die Ausübung der den Bürgern
         durch die Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte unmöglich macht oder übermäßig erschwert, unter Berücksichtigung der
         Stellung dieser Vorschrift im gesamten Verfahren, des Verfahrensablaufs und der Besonderheiten des Verfahrens vor den verschiedenen
         nationalen Stellen zu prüfen ist. Dabei sind gegebenenfalls die Grundsätze zu berücksichtigen, die dem nationalen Rechtsschutzsystem
         zugrunde liegen, wie z. B. der Schutz der Verteidigungsrechte, der Grundsatz der Rechtssicherheit und der ordnungsgemäße Ablauf
         des Verfahrens (vgl. in diesem Sinne Urteile Peterbroeck, Randnr. 14, und vom 7. Juni 2007, van der Weerd u. a., C‑222/05
         bis C‑225/05, Slg. 2007, I‑4233, Randnr. 33).
      
      56     Das vorlegende Gericht hat sich daher zu vergewissern, dass das innerstaatliche Verfahrensrecht den Schutz der Rechte, die
         mit einem Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter
         aus der Gemeinschaftsrechtsordnung herleiten, auf eine Weise gewährleistet, die nicht weniger günstig als im Fall vergleichbarer
         innerstaatlicher Rechte ist und die Wirksamkeit des Rechtsschutzes, den diesen Nutzern und Anbietern Art. 4 der Rahmenrichtlinie
         garantiert, nicht mindert.
      
      57     Daher ist auf die zweite Vorlagefrage zu antworten, dass eine nationale Rechtsvorschrift, die in einem nichtstreitigen Marktanalyseverfahren
         nur Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt, denen gegenüber spezifische Verpflichtungen
         auferlegt, abgeändert oder aufgehoben werden, die Stellung einer Partei zugesteht, im Grundsatz nicht gegen Art. 4 der Rahmenrichtlinie
         verstößt. Das vorlegende Gericht hat sich jedoch zu vergewissern, dass das innerstaatliche Verfahrensrecht den Schutz der
         Rechte, die mit einem Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehende
         Nutzer und Anbieter aus der Gemeinschaftsrechtsordnung herleiten, auf eine Weise gewährleistet, die nicht weniger günstig
         als im Fall vergleichbarer innerstaatlicher Rechte ist und die Wirksamkeit des Rechtsschutzes, den diesen Nutzern und Anbietern
         Art. 4 der Rahmenrichtlinie garantiert, nicht mindert.
      
       Kosten
      58     Für die Parteien des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren ein Zwischenstreit in dem bei dem vorlegenden Gericht anhängigen
         Rechtsstreit; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. Die Auslagen anderer Beteiligter für die Abgabe von
         Erklärungen vor dem Gerichtshof sind nicht erstattungsfähig.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Zweite Kammer) für Recht erkannt:
      1.      Der Begriff des Nutzers oder Anbieters, der im Sinne von Art. 4 Abs. 1 der Richtlinie 2002/21/EG des Europäischen Parlaments
            und des Rates vom 7. März 2002 über einen gemeinsamen Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und ‑dienste (Rahmenrichtlinie)
            „betroffen“ ist, sowie der Begriff der „betroffenen“ Partei im Sinne von Art. 16 Abs. 3 dieser Richtlinie sind so auszulegen,
            dass diese Begriffe nicht nur ein Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt, das einer
            Entscheidung einer nationalen Regulierungsbehörde in einem Marktanalyseverfahren nach Art. 16 der Richtlinie 2002/21 unterliegt
            und Adressat dieser Entscheidung ist, sondern auch mit einem solchen Unternehmen in Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter
            erfassen, die zwar nicht selbst Adressaten dieser Entscheidung sind, aber durch diese in ihren Rechten beeinträchtigt sind.
      2.      Eine nationale Rechtsvorschrift, die in einem nichtstreitigen Marktanalyseverfahren nur Unternehmen mit (vormals) beträchtlicher
            Marktmacht auf dem relevanten Markt, denen gegenüber spezifische Verpflichtungen auferlegt, abgeändert oder aufgehoben werden,
            die Stellung einer Partei zugesteht, verstößt im Grundsatz nicht gegen Art. 4 der Richtlinie 2002/21. Das vorlegende Gericht
            hat sich jedoch zu vergewissern, dass das innerstaatliche Verfahrensrecht den Schutz der Rechte, die mit einem Unternehmen
            mit (vormals) beträchtlicher Marktmacht auf dem relevanten Markt in Wettbewerb stehende Nutzer und Anbieter aus der Gemeinschaftsrechtsordnung
            herleiten, auf eine Weise gewährleistet, die nicht weniger günstig als im Fall vergleichbarer innerstaatlicher Rechte ist
            und die Wirksamkeit des Rechtsschutzes, den diesen Nutzern und Anbietern Art. 4 der Richtlinie 2002/21 garantiert, nicht mindert.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Deutsch.