CELEX: 51988PC0351
Language: de
Date: 1988-06-24
Title: VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES ÜBER EIN MEHRJÄHRIGES FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNS- PROGRAMM (1989 bis MITTE 1993) FÜR NAHRUNGSMITTEL-WISSENSCHAFT UND - TECHNOLOGIE FLAIR (Food-Linked Agro-Industrial Research) Nahrungsmittelbezogene agrar-industrielle Forschung (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 351
Vol. 1988/0127
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
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sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             KOM(88 ) 351    endg . -syn 140
                                             Brüssel , den 24 . Juni 1988
         VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES
    ÜBER EIN MEHRJÄHRIGES FORSCHUNGS - UND ENTWICKLUNS -
    PROGRAMM ( 1989 bis MITTE 1993 ) FÜR NAHRUNGSMITTEL ¬
                WISSENSCHAFT UND - TECHNOLOGIE
           ( Food-Linked Agro-Industrial Research )
    Nahrungsmittelbezogene agrar-industrielle Forschung
                   (von der Kommission vorgelegt )
 ---pagebreak---                                                          C&j
                                 INHALT
Zusammenfassung
£UsanuneiiJLa»Bung . .                                        3
1.    Einführung .                                            5
2.    Ziele .                                                 6
3.    Die Notwendigkeit einer Nahrungsmittel - Wissenschaft
     und -Technologie in Europa .                             7
4.    übersicht über gemeinschaftliche Initiativen
      in der Nahrungsmittelforschung .                        8
5.    Beratungen mit Forschungs -, Nahrungsmittel-
      und Industriekreisen .                                 10
6.    Inhalt des Programma .                                 12
      6.1    Messung und Verbesserung der
             Nahrungsmittelqualitàt .                        13
      6.2    Hygiene , Sicherheit und Toxikologie
             der Nahrungsmittel .                            14
      6.3    Nahrwert und Vertrëglichkeit .                  15
7.    Verwaltung des Programma
      7.1    Vorbereitung und Verwaltung .                   15
      7.2    Konzertierte und gemeinsam getragene Massnahmen 16
      7.3    Evaluierung .                                   16
      7.4    Teilnahme und Programmkoordinierung .           16
      7.5    Weiterbildungs - und Mobilitâtsbeihilfen . 17
      7.6    Nutzung der Ergebnisse und Verbreitung
             von Informationen .                             17
8.    Kriterien für die Auswahl der Vorhaben .               18
9.    Beziehungen zu anderen Gemeinschaftsprogrammen
      und Zusammenarbeit mit ihnen .                         19
10 .  Finanzielle und vertragliche Gesichtspunkte .          19
VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES
      TECHNISCHER ANHANG
      EVALUIERUNGSKRITERIEN
HAUSHALTSVERMERK
VERMERK ÜBER DIE AUSWIRKUNGEN AUF WETTBEWERBS ¬
FÄHIGKEIT UND BESCHÄFTIGUNG
 ---pagebreak---                             ZUSAKMENFASSUN*
Di© Ziele des Rahmenprogramms , Massnahme 4 Untergruppe 2 ( agro -
industrielle     Technologien ),    sollen     durch     zwei    ergänzende
Gemeinschaf tsmassnahmen       angestrebt       werden .     Das     zuerst
vorgeschlagene Programm für biotechnologische , agro-industrielle
Forschung und technologische Entwicklung ( ECLAIR ) zielt darauf
ab , die Zusammenarbeit zwischen dem landwirtschaftlichen und
industriellen Sektor durch Entwicklungen in FuE zu verbessern ,
die auf den neuesten Fortschritten in den Biowissenschaften und
der Biotechnologie beruhen .
Der hier vorgelegte zweite Vorschlag " Nahrungsmittelbezogene
agrarindustrielle       Forschung "     ( Food-Linked      Agro-Industrial
Research ,        FLAIR )        gilt          ausschliesslich          der
Nahrungsmittelwirtschaft und insbesondere den Endgliedern der
Nahrungskette : Verarbeiter , Verteiler , Verbraucher . Wie im
Rahmenprogramm angegeben , wird in diesem Programm die Forschung
über Qualität und Wettbewerbsfähigkeit von Nahrungsmitteln und
über Ernährungs - und toxikologische Eigenschaften gefördert . Das
vorgeschlagene Programm baut auf den Erfahrungen und Erfolgen der
Programme COST90 , 91 , 90a und 91a auf .
Dieses mehrjährige Programm umfasst drei Bereiche . Innerhalb
jedes Bereichs werden , je nach Eignung , gemeinsam getragene
Kostenteilung      oder    konzertierte      Massnahmen       durchgeführt .
Ausserdem    können     in    jedem    Bereich     Weiterbildungs -     und
Mobilitätsbeihilfen gewährt werden , um den Erwerb sachdienlicher
Fähigkeiten und die Verbreitung der Ergebnisse zu erleichtern .
Das vorgeschlagene Programm hat folgenden Inhalts
Bestimmunq und Steiqerunq der Nahrunqmittelqualitât
- quantitative Messung von Qualitat ;
- objektive , organoleptische und auf andere menschliche Sinne
  bezogene Kriterien und ihre Beziehungen zur Qualität ;
- quantitative Messung der " Frische " verarbeiteter
  Nahrungsmittel ;
- Qualitëtsmerkmale von Rohmaterialien , soweit sie Verarbeitung
   Enderzeugnis beeinf lussen ;
- neue Technologien und Prozessinnovationen , die die Qualitât
   der Nahrung verbessern und sowohl die Verarbeitung als auch
   die Vertrauensbildung beim Verbraucher erleichtern .
Hygiene . Sicherheit und Toxikoloqie der Nahrunqsmittel
- verbesserte , schnelle Stichprobentests , um etwaige toxische
   Faktoren Vorhersagen zu können ;
- Auftreten natürlicher Pf lanzentoxine und deren Wirkungen auf
   die Nahrung ;
- Vorhersage der Wachstumsraten von Mikroorganismen , schnellere
   Verfahren für spezifische Organismen und Gesamtzählungen ;
- verbessertes Verständnis der Zusammenhänge zwischen der
   Zusammensetzung der Nahrung und Nahrungmittelallergien
                                                                           3
 ---pagebreak---   und
- Anwendung dieser Tests in der Nahrungsmittelverarbeitung und
  der Entwicklung neuer Nahrungsprodukte , um die Sicherheit
  sowohl der Herstellungsprozesse als auch der Erzeugnisse zu
  gewährleisten .
Nährwert und Verträglichkeit
- neue Verarbeitungsverfahren , Anwendungen und natürliche
  Bestandteile , die hohe Nähr- und Verträglichkeitswerte
  liefern ;
- Bio-Verfügbarkeit von Nährstoffen ( z.B. Vitamine und
  Mineralien ) und die Auswirkungen von Verarbeitung , Verteilung
  Lieferung , Lagerung und private Zubereitung ;
- Nähr- und Zuträglichkeitswerte von speziellen Nahrungs ¬
  mitteln ( z.B. zur Abmagerung und Sportnahrung ) oder
  solchen für Untergruppen der Bevölkerung ( z.B. Klein¬
  kinder und alte Menschen ); und
- neue Verarbeitungsverfahren und -techniken , die den Nahrwert
  und die Vertrâglichkeit von Nahrungsmitteln erhôhen .
Das FLAIR-Programm bietet zweierlei Massnahmen ans konzentrierte
oder     koordinierte        Aktivitäten       und     Vorhaben      auf
Kostenteilungsbasis .   Beide liegen auf vorwettbewerblicher Ebene
und  zielen  auf  die  Schnittstelle von     Industrie und Verbraucher
ab . Durch solche Forschungs - und Entwicklungsarbeit wird das
Programm mittel - und langfristig zur Erhöhung der europäischen
Wettbewerbsfähigkeit      der     Nahrungsmittelindustrie     und    zur
harmonischen Entwicklung des Binnenmarktes beitragen .
An gemeinsam getragenen Vorhaben können alle Universitäten ,
Forschungsanstalten und Industriefirmen teilnehmen , die in einem
Mitgliedsstaat oder in europäischen Drittländern , die mit der
Gemeinschaft Rahmenvereinbarungen über wissenschaftliche und
technische Zusammenarbeit abgeschlossen haben , angesiedelt sind .
Konzertierte   Massnahmen    können  im   Rahmen  der COST  unternommen
werden   und    sind    daher    solchen    europäischen   Drittländern
zugänglich , die an der COST teilgenommen haben .
Es wird empfohlen ,       dass Universitäten besonders         für die
Mitfinanzierung     des    Vorhabens     mit    einem oder     mehreren
industriellen Teilnehmern Zusammenarbeiten . Alle Vorhaben müssen
Teilnehmer    aus  mehr    als   einem   Mitgliedsstaat   umfassen .  Wo
erforderlich , werden Vorkehrungen für den Schutz des geistigen
Eigentums getroffen werden .
Es wird erwartet , dass das FLAIR-Programm im Januar 1989 anläuft ,
sich über viereinhalb Jahre erstreckt und ein Budget von 25 M ECU
haben wird , das auch die Personalkosten für 5 Mitarbeiter deckt .
4
 ---pagebreak--- 1 . Einf üiirunq
Die Einheitliche Europäische Akte 1 nennt u.a . als Ziel der
Gemeinschaft , die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen
der europäischen Industrie für den internationalen Wettbewerb zu
stärken , indem die Gemeinschaft zur Ergänzung der in den
Mitgliedstaaten        durchgeführten         Aktivitäten    Programme    für
Forschung , technische Entwicklung und Demonstration durchführt .
Das hier vorgeschlagene Programm trägt zu diesem Ziel auf dem
Gebiet der Nahrungsmittel - Wissenschaft und -Technologie bei .
Innerhalb des gültigen gemeinschaftlichen Rahmenprogramms ^ im
Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung soll die
Massnahme      4   Untergruppe      2    ( agro-industrielle     Technologie )
gleichzeitig Landwirtschaft , Industrie und Verbrauchern zugute
kommen , insbesondere durch die Einführung von Technologien , die
auf modernen Konzepten in den Biowissenschaften beruhen . Diesem
Ziel will man durch zwei ergänzende Gemeinschaftsmassnahmen
näherkommen .       Das      zuerst     vorgeschlagene        Programm    für
biotechnologische , agroindustrielle Forschung und technologische
Entwicklung ( European Collaborative Linkage of Agriculture and
Industry     through     Research ,    ECLAIR^)      zielt  darauf   ab , die
Zusammenarbeit         zwischen       dem        landwirtschaftlichen     und
industriellen Sektor durch Entwicklungen in FuE zu verbessern ,
die auf den neuesten Fortschritten in den Biowissenschaften und
der Biotechnologie beruhen .
Der hier vorgelegte zweite Vorschlag " Nahrungsmittelbezogene
agrarindustrielle         Forschung "       ( Food-Linked    Agro-Industrial
Research ,     FLAIR )    gilt   ausschliesslich der          Nahrungsmittel ¬
wirtschaft und insbesondere den Endgliedern der Nahrungskette s
Verarbeiter , Verteiler und Verbraucher . Wie im Rahmenprogramm
angegeben , wird in diesem Programm die Forschung über Qualität
und Wettbewerbsfähigkeit von Nahrungsmitteln und über Ernährungs ¬
und toxikologische Eigenschaften gefördert .
1   Siehes Einheitliche EuropSische Akte , Artikel 24 , betreffend
    die Zufügung von Titel VI , Artikel 130 f und g zum Dritten
    Teil des EWG-Vertrages .
2 KOM ( 87 ) 516 " Beschluss des Rates vom 28 . September 1987 uber
   das gemeinschaftliche Rahmenprogramm im Bereich der Forschung
   und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 )", ABL . L 302 ,
   24.10.1987 .
3 KOM(87 ) 667 endg . " Vorschlag für einen Beschluss des Rates über
   ein erstes mehrjähriges Programm ( 1988-1993 ) für
   biotechnologische ,          agroindustrielle           Forschung      und
technologische
   Entwicklung , ECLAIR ", 18 . Dezember 1987 .
                                                                             5
 ---pagebreak--- Das vorgeschlagene Programm baut auf den Erfahrungen und Erfolgen
mit den COST Programmen COST90 , 91 , 90a und 91a^ auf und umfasst
sowohl konzertierte als auch gemeinsam getragene ( Kostenteilungs )
Aktionen .
2.   Ziele des vorqeschlaqenen Programms
Ziele dieser gemeinschaftlichen Initiative sind , die Leistungs ¬
und Wettbewerbsfähigkeit der Nahrungsmittelindustrie zu fördern ,
die Sicherheit und Qualität der Nahrungsmittel                        für den
Verbraucher         zu         erhöhen ,        die       die      europäische
Nahrungsmittelindustrie          unterstützende wissenschaftliche und
technische     Infrastruktur        zu    stärken     und   zur   harmonischen
Verwirklichung des Binnenmarktes beizutragen .
Das Programm zielt darauf ab , die in den Mitgliedstaaten
bestehenden Programme für Forschung im Nahrungsmittelbereich zu
ergänzen ,     indem          die     weitere       Zusammenarbeit     zwischen
verschiedenen Forschungsgruppen und der Industrie gefordert wird .
Das      Programm      ist       auf       die      Schnittstelle      zwischen
Nahrungsmittelverarbeitung ,              Nahrungsmittelvertei lung         und
Verbraucher ausgerichtet .           Dabei wird ein Schwerpunkt auf
verbesserte      Qualitätsnormen gelegt .            Zusätzlich    sollen die
möglichen Nebenwirkungen auf Landwirtschaft und Umwelt bedacht
werden .
Das Hauptanliegen des Programms wird es sein , die Qualität der
Nahrungsmittel aufrechtzuerhalten und zu erhöhen , insbesondere
indem      objektive      Masstäbe        für     Qualität    und     sinnliche
Beurteilungen        entwickelt          werden ;      die     Methoden     der
Nahrungsmittelsicherheit ,             -hygiene         und      -toxi-kologie
fortzuentwickeln , um den Verbraucherschutz sicherzustellen ; die
Wirkungen      der     verschiedenen          Verarbeitungs-techniken       auf
Bioverfügbarkeit und              nährwertbestimmende Eigenschaften zu
quantifizieren ;      und      eine     Reihe     neuer    oder   integrierter
Technologien zu entwickeln , die die Qualität , Sicherheit und den
Nährwert der Nahrung erhöhen .
4   Beschlüsse des Rates Nr . 78 / 117 / EWG , 20.2.1978 ( ABL . L54 ,
    S. 25 , 25.2.1978 ); Nr . 79 / 878 / EWG , 22.10.1979 ( ABL . L 270 ,
    S. 53 , 27.10.1979 ; Nr . 80 / 179 / EWG , 18.12.1979 ( ABL . L 39 , S. 30 ,
    15.2.1980 ) ; Nr . 80 / 183 / EWG , 4.12.1980 ( ABL . L 350 , S. 54 ,
    23.12.1980 ) ; 82 / 840 / EWG 22.11.1982 ( ABL . L 353 , S. 25 ,
    15.12.1982 ); und Nr . 84 / 304 / EWG , ( ABL . L 151 , S. 46 , 7.6.1984 ).
6
 ---pagebreak--- 3 - Die Notwendiqkeit einer Nahrunqsmittel - Wissenschaft und
    -Technologie in Europa
Nahrungsmittelwissenschaf t      und      Technologie     bilden    einen
Bestandteil des Ernährungssystems , das von den Erzeugern über
die Verarbeiter und Verteiler bis zum Endverbraucher reicht . Die
europäische Nahrungsmittelwirtschaft liefert über 10 % des
Brutto-Inlandsprodukts® und hat eine sehr komplexe , zersplitterte
Struktur . In der Europäischen Gemeinschaft gibt es etwa 23 750
nahrungsmittelverarbeitende Unternehmen® , mit jeweils mehr als 20
Beschäftigten ,     zusammen   etwa     2,5   Mio .   Etwa   3   %   sind
Grossunternehmen und geben bedeutende Summen für FuE aus , aber
die überwiegende Mehrheit arbeitet im kleinen Masstab und mit
enger Gewinnspanne . Diese Verarbeiter sind darauf angewiesen ,
dass ihnen die Regierung und die Forschungsanstalten ihres Landes
die wissenschaftliche und technische Unterstützung leisten , die
für einen erfolgreichen Wettbewerb auf dem Markt tätig ist . Der
Nahrungsmittelmarkt ist mengenmässig begrenzt . Um den eigenen
Marktanteil zu vergrössern , muss sich die Industrie daher eher
darauf     konzentrieren ,   die   Qualität     ihrer    Erzeugnisse   zu
verbessern als die Menge . Hierdurch vergrössert sich die
Abhängigkeit von wissenschaftlichen und technischen Innovationen .
Man schätzt , dass die Regierungen der Mitgliedstaaten jährlich
über 500 Mio . ECU für FuE im Nahrungsmittelbereich ausgeben7 . Das
europäische Ernährungssystem befindet sich jedoch in einem
ständigen Wandel und ist Bestandteil des Weltmarktes für
Nahrungsmittel . Der zunehmende Wettbewerb und der grenzüber¬
schreitende Handel haben jetzt ein Ausmass erreicht , das die
Möglichkeiten der Forschungsprogramme vieler einzelner Mitglied ¬
staaten übersteigt .
In   den    letzten   Jahren  wurde    das   Ernährungssystem    um  neue
Dimensionen erweitert : ein verstärktes Interesse des Verbrauchers
und   dessen    Bedarf  an  gesunden ,   vollwertigen    Nahrungsmitteln ,
5   Aus " Future of the European Food Systems ;     implications for
    Science and Technology " (=Die Zukunft des      europäischen
    Ernährungssystems ; Schlussfolgerungen für      Wissenschaft und
    Technologie , zusammenfassende Darstellung      der Ergebnisse der
    FAST- II -ALIM-Untersuchungen ( im Druck ).
6 Eurostat
7 Gestützt auf die am 10.6.1987 vom Sekretär an den Ad-hoc -
   Ausschuss der COST für Nahrungsmitteltechnik gegebenen
   Unterlagen , auf Mitteilungen einzelner Vertreter der
   Mitgliedstaaten und auf persönliche Unterrichtung seiten der
   FAST-Nahrungsmittel -Gruppe .
                                                                        7
 ---pagebreak--- verknüpft    mit   dem   Verlangen    nach    mehr  Abwechslung  und
verfeinertem Genuss .
Untersuchungen über die Nahrungsmitteltechnologie sind daher
kompliziert ! einerseits durch den fortgesetzten Wandel von
Erzeugung , Verarbeitung und Verteilung von Nahrungsmitteln und
andererseits durch Veränderungen der sozio-ökonomischen Struktu ¬
ren , der Ernährungsgewohnheiten und der Einstellungen der Ver¬
braucher . Vielen dieser Schwierigkeiten könnte durch eine gemein¬
schaftliche , mehrere Länder umfassende wissenschaftliche Initia ¬
tive wirksam begrenzt werden , die bestehende einzelstaatliche
wissenschaftliche Anstrengungen ergänzt und darauf ausgerichtet
wäre , zwischen Verarbeitern , Forschungsgruppen und Verbrauchern
stärkere Verbindungen und ein grösseres Vertrauen zu schaffen .
4 . Übersicht über gemeinschaftliche Initiativen im P jreich der
    Nahrunqsmittelforschunq
Das vorgeschlagene Programm fusst auf einer mehrjährigen Erfah¬
rung der europäischen Zusammenarbeit in COST-Programr en und wird
durch Wechselwirkungen mit mehreren anderen Gemeinschaftsunter¬
nehmungen ergänzt und unterstützt ; diese werden im folgenden
skizziert .
COST Aktion im Nahrunqsmittelbereich^ : 1978 wurde ein Rats ¬
beschluss gefasst , um ein mehrjähriges Programm für Nahrungs ¬
mittel-Wissenschaft und -Technologie in Gang zu setzen ; COST90 :
Die Auswirkungen der Verarbeitung auf die physikalischen Eigen ¬
schaften von Nahrungsmitteln . Ein Jahr danach wurde eine zweite
Aktion beschlossen , C0ST91s Die Auswirkungen von Hitzezube¬
reitung und Verteilung auf Qualität und Nährwert von Nahrungs ¬
mitteln . Diese Programme liefen 'als konzertierte Aktionen in
Zusammenarbeit mit den Ländern , die an der europäischen Initi ¬
ative   für Zusammenarbeit   in der wissenschaftlichen und techno ¬
logischen Forschung ( COST ) teilnehmen .
Die Unternehmungen COST90 und C0ST91 wurden als konzertierte
Aktionen 90a und 91a um weitere vier Jahre verlängert und liefen
1987 bzw . 1988 aus . Sie waren äusserst nützlich in der Förderung
der internationalen Zusammenarbeit , vor allem in Bezug auf
Analysemethoden ,   im Hinblick auf den Austausch wissenschaft ¬
licher und technischer Kenntnisse und im Erkennen von Gebieten ,
die eine weitere wissenschaftliche Bearbeitung erfordern .
1987   wurde   ein   ad-hoc   Ausschuss   mit   Vertretern  der COST
teilnehmenden Staaten gegrundet , um VorschlSge fiir weitere COST-
Aktionen im Bereich der Nahrungsmittel - Wissenschaft und -Tech -
nologie vorzubereiten . Einige dieser Vorschlage kOnnten in das
FLAIR-Programm eingebracht und als Teil davon durchgefiihrt
8 Siehe Fussnote 4
 8
 ---pagebreak--- werden , wie es der Ausschuss der höheren Beamten der COST und der
Verwaltungs-und Koordinierungsausschuss für agrar-industrielle
Technologien empfohlen haben .
Landwirtschaftliche      Forschung   :   In   den   gemeinschaftlichen
Programmen    zur Koordinierung landwirtschaftlicher Forschung^
wurde eine Anzahl von Forschungsthemen aus dem Nahrungsmittel ¬
bereich im Programm für Landwirtschaft und Nahrungsmittel
behandelt . Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Qualität
landwirtschaftlicher Produkte , beeinflusst durch Produktions ¬
methoden und -techniken . Die Verbesserung der Qualität landwirt¬
schaftlicher Produkte , insbesondere Frischwaren , die für den
direkten Verbrauch bestimmt sind , ist ein wesentliches Ziel eines
Agrarforschungsprogramms , das für die Periode 1989-1993 vorbe ¬
reitet wird . Es schliesst die Auswirkungen neuer Produktions ¬
methoden , Ernteverfahren und der Behandlung nach der Ernte auf
die Zusammensetzung und Qualität landwirtschaftlicher Produkte
ein . Detaillierte Diskussionen der betroffenen Dienststellen der
Kommission     haben    sichergestellt ,    dass   landwirtschaftliche
Forschung über Qualität produktionsorientiert erfolgen wird und
dass eine sorgfältige Auswahl erfolgt , um das FLAIR-Programm zu
ergänzen und Doppelarbeit zu vermeiden .
Ernährunqsforschunq s Das laufende Programm zur Koordinierung der
Forschung in Medizin und Gesundheitswesen^ zielt darauf ab ,
gemeinschaftliche Aktionen in Bereichen zu fördern , die für die
Lösung    wesentlicher     Gesundheitsprobleme    von   entscheidender
Bedeutung sind . Dies schliesst Projekte aus dem Ernährungs ¬
bereich , die den Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheiten und
den Ernährungsgewohnheiten untersuchen , genauso ein , wie die Ent ¬
wicklung epidemiologischer Methoden in der Ernährungsforschung .
Dies wird durch den vorliegenden Vorschlag ergänzt .
Kürzlich hat die Kommission auch für die Entwicklungsländer ein
FuE-Programm eingeführt , das für tropische und subtropische
9 KOM ( 83 ) 641 , Beschluss des Rates vom 12.11.1983 zur Festlegung
  von gemeinsamen Forschungsprogrammen und Programmen zur
  Koordinierung der Agrarforschung . ABL . L 358 S.36 vom
  22.12.1983
10 KOM ( 87 ) 551 , Beschluss des Rates vom 17.11.1987 über die
   Annahme eines Programms der Europäischen
   Wirtschaftsgemeinschaft zur Koordinierung von Forschung und
    Entwicklung im Bereich der Forschung in Medizin und
   Gesundheitswesen . ABL . L 134 S.20 , 24.11.1987
                                                                     9
 ---pagebreak--- Gebiete bedeutsame Ernährungsgesichtpunkte einschliesst 11 . Das
hier vorgelegte Programm ist auf das Ernährungssystem der
gemässigten Regionen und die industriellen Nahrungsmitteltechno¬
logien ausgerichtet . Zwischen beiden Programmen wird es eine
Zusammenarbeit geben , so dass alle bedeutsamen Ergebnisse mitge¬
teilt und angewandt werden .
Programm des Referenzbüros der Gemeinschaft ( BCR ) s Ziel ist die
Verbesserung von Messmethoden und ihrer Genauigkeit in Bereichen ,
wo Messungen Schwierigkeiten oder gar Streitigkeiten auf Gemein ¬
schaf tebene hervorrufen könnten . Das Büro hat mitgliedstaatlichen
Labors die Möglichkeit verschafft , gemeinsame Studien über
Messungen auf dem Gebiet der Metereologie ( physikalische
Messungen ) und chemischer Analysen durchzuführen . Ein jetzt
erörtertes         ausgedehntes         neues 12    Programm       beinhaltet
tierärztliche       und   Pflanzenschutz-Kontrollen       und   verarbeitete
Nahrungsmittel        ( Zusätze ,     Kennzeichnung   der     Inhaltsstoffe ,
Gesundheitskost          und       bakterielle     Verunreinigung .      Enge
Zusammenarbeit       zwischen     dem   BCR  und  dem  FLAIR-Personal    wird
sicherstellen , dass die Ergebnisse beider Programme in geeigneter
Weise verwendet werden .            –
5 . Beratunqen mit Forschungs -, Nahrunqsmittel - und Industrie-
    kreisen
Eine grosse Unterstützung waren für das hier vorgeschlagene
Programm die oben genannten Gemeinschaftsmassnahmen und eine
Reihe von Beratungen und Untersuchungen , die im Folgenden
zusammengefasst werden .
Nach dem Versailler Gipfel von 1982 legte eine Arbeitsgruppe für
Technologie , Wachstum und Beschäftigung Vorschläge vor , die als
für     die   internationale      Zusammenarbeit   in  der   Nahrungsmittel ¬
technik geeignet galten . Diese umfassten : Rohmaterialien , die
 11 KOM ( 86 ) 550 endg. / 2 " Vorschlag für eine Verordnung des Rates
     ( EWG ) über ein Forschungs - und Entwicklungsprogramm auf dem
    Gebiet der Wissenschaft und Technologie für die Entwicklung
    1987-1990 ". 17.11.1986
 12 K0M ( 87 ) 444 endg . " Beschluss des Rates über die Annahme eines
    Forschungs - und Entwicklungsprogramms der Europäischen
    Wirtschaftsgemeinschaft            im     Bereich    der      angewandten
Metereologie
    und chemischen Analyse ( 1987-1992 ) ( Referenzbüro der
    Gemeinschaften , BCR )", im April 1988 gefasste erste gemeinsame
    Stellungnahme des Rates .
 10
 ---pagebreak--- Nahrungsmittelqualität beeinflussende Faktoren ; Prozessteuerung
und Automatisierung ; Nahrungsmitteltechnik und Entwicklungs ¬
länder ; und den Austausch /Ausbildung von Wissenschaftlern .
1985 fand in Kopenhagen ein von der EWG gefördertes Symposium
statt , wo Ernährungswissenschaftler aus mehreren europäischen
Ländern ein auf Zusammenarbeit beruhendes europäisches Programm
über Nahrungsmittelforschung erörterten und dafür Vorschläge
machten . Forschungsthemen waren : die physikalischen Eigenschaften
der Nahrungsmittel ; die Auswirkungen von Hitzebehandlung und
Verbreitung ; neue Verarbeitungs - und Lagerungstechniken für
Nahrungsmittel ; Qualitätsgarantie ; Sicherheit und Verträglichkeit
der Nahrungsmittel . Der vorliegende Vorschlag wurde von diesen
Prioritäten geleitet .
Das FAST-Programm hat mittel - bis langfristige Entwicklungen in
der Nahrungsmittelindustrie und ihre Auswirkungen auf FuE unter¬
sucht . Es hat dabei 1 ^ die Notwendigkeit höherer Qualitätsanfor-
derungen hervorgehoben , auf die Bedeutung einer auf die Nahrungs ¬
mittelindustrie ausgerichteten Biotechnologie hingewiesen und
darauf , dass eine bessere Abstimmung zwischen Landwirtschaft und
Industrie nötig ist ,      um die Qualität der Rohmaterialien
sicherzustellen .
1986 erliess die Kommission eine " Aufforderung zur Interessenbe ¬
kundung " für die Stimulierung agrarindustrieller Entwicklungen 1 -* .
Von insgesamt 856 Antworten betrafen 70 die Beschaffung von
Grundstoffen für die Nahrungsmittelindustrie , ihre Verwendung und
Verarbeitung . Während die meisten Gedanken der Antworten für das
ECLAIR-Programm in Frage kommen , betreffen einige der nicht abge ¬
deckten Vorschläge die Qualität und Sicherheit von Nahrungs ¬
mitteln und die Ernährung . Zusätzliche Rücksprachen der Kommis ¬
sion machten deutlich , wie wichtig Nahrungsmittel-Wissenschaft
und -Technologie sind und dass eine zusätzliche Unterstützung
erforderlich ist . Unabhängig davon gab es auch in den letzten
zwei Jahren eine erhebliche Anzahl informeller Interessenbekun ¬
dungen und Vorschläge für eine Gemeinschaftsmassnahme der EWG in
der Nahrungsmitteltechnologie von nationalen Forschungsgruppen
aus der Nahrungsmittelforschung und von seiten der Nahrungs ¬
mittelindustrie .
13 Siehe Fussnote 5
14 Die Aufforderung fusste auf der Diskussionsunterlage der
   Kommission : " Biotechnologie in der Gemeinschaft : Stimulierung
   der agrarindustriellen Entwicklung ", KOM ( 86 ) 221 , 15.4.1986 ;
   eine Zusammenfassung der Ergebnisse bietet die
   Arbeitsunterlage CUBE / 233 / 87 : " Stimulierung von Tätigkeiten an
   der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Industrie ",
   März 1987 .
                                                                     11
 ---pagebreak--- Bei der Erstellung dieses Nahrungsmittelprogramms erhielten die
Konunissionsdienststellen auch Rat und Unterstützung von s
- den Verwaltungsausschüssen der konzertierten Massnahmen COST90
   und 9 1 :
-  dem Verband der Landwirtschafts - und Ernührungsindustrien
   ( CIAA ) ;
-  dem StSndigen Ausschuss flir landwirtschaftliche Forschung
   ( SCAR ) ;
-  dem Beratenden Ausschuss für industrielle Forschung und
   Entwicklung ( IRDAC ), Arbeitsgruppe 5 ;
-  den für Forschung zuständigen Behörden in den Mitglieds ¬
   ländern und den COST-Staaten , die an den Projekten im
   Nahrungsmittelbereich teilnehmen ;
- von einzelnen , in Mitgliedsstaaten tätigen , erfahrenen Sach¬
   verständigen aus dem Nahrungsmittelbereich ;
- dem ad-hoc Ausschuss der COST über Nahrungsmitteltechnologie ;
- den mit Nahrungsmitteln befassten verschiedenen Kommissions ¬
   dienststellen , vor allem der FAST-ALIM-Programmgruppe und
   dem BCR-Programm .
6 . Gliederunq und Inhalt des ProqrnimnB
Alle in diesem Programm vorgeschlagenen Forschungstätigkeiten
werden sich auf die nachgelagerten Aspekte der Nahrungsmittel ¬
technik       beziehen . Sie wurden    in  folgende   in  drei   Bereiche
zusammengefasst s
- Messung und Verbesserung der Nahrungsmittelqualitat ;
- Aspekte der Hygiene , Sicherheit und Toxikologie von
   Nahrungsmitteln ;
- Nahrwert und Vertrâglichkeit .
Neue Technologien und Prozessinnovationen , die zur Steigerung von
Qualität , Sicherheit und Nährwert der Nahrungsmittel beitragen ,
haben auch ihre Bedeutung und werden in jedem der drei Bereiche
beachtet werden . Solche Abläufe sind u.a . die neuen Verfahren der
biophysikalischen Trennung bzw . Fraktionierung ( z.B. Verwendung
der superkritischen C02-Fraktionierung ) , um eine Verbesserung des
Geschmacks und der Qualität zu erreichen ; neuartige Verwendungen
von Mikroorganismen und Enzymen ; neue Anwendungen aseptischer
Verarbeitungsverfahren ; Entwicklung und Anwendung von Konser¬
vierungsverfahren mit variabler Temperatur / Zeit , integrierte Pro¬
zessteuersysteme , die preisgünstige Schnellmethoden und neuartige
Steuer -     und Messverfahren  ( z.B.  Biosensoren ) verwenden .  Aller ¬
dings werden solche Techniken und Innovationen , die die Ent¬
wicklung einer Nahrungsmitteltechnologie in Kombination mit
12
 ---pagebreak---   Nicht-Nahrungsmittelprozessen beinhalten , normalerweise Teil des
  ECLAIR-Programms sein1 ^.
  6.1   Messuno und Verbesserunq der NahrunqsmittelcmalitSt
  Die Nahrungsmittelqualität ist für den Verbraucher und auf den
  Nahrungsmittelmärkten der Industrieländer heute ein Haupt -
. gesichtspunkt . Unter " Qualität " versteht man diejenigen Eigen­
  schaften und wahrgenommenen Kennzeichen von Nahrungsmitteln , die
  zur Befriedigung und zum Wohlbefinden des Menschen beitragen .
  Es wird vorgeschlagen , objektive Qualitätsstandards , die gegen¬
  wärtig auf subjektiven Masstäben fussen , zu charakterisieren ,
  indem die Weiterentwicklung der Untersuchungsmethoden und -ver¬
  fahren angeregt wird mit dem Ziel , über zuverlässige , wiederhol ¬
  bare und schnellere quantitativen Messungen zu verfügen . Dabei
  liegt der Schwerpunkt auf der neuen Anwendung physikalischer
  Messtechnologien ( z.B. magnetische Kernresonanz , Infrarotspektro¬
  skopie Gasflüssigkeit-Chromatographie ) und biologischer Verfah¬
  ren ( z.B. immunologische Techniken und Biosensoren ) zusätzlich zu
  physikalisch-chemischen , mikro-biologischen , Enzym und mono¬
  klonalen Verfahren . Ziel ist , als Teil allgemeiner Qualitäts ¬
  kontrollen und der Nachfrage auf dem Markt mehr Anwendung zu
  ermöglichen . Die Ergebnisse der in diesem Programm ausgeführten
  Forschung könnten wissenschaftlich begründete Normen zur Bestim¬
  mung der Nahrungsmittelqualität identifizieren , insbesondere in
  bezug auf Anwendungen in der Industrie und als Beitrag zur Ent ¬
  wicklung des internen Marktes .
  Wie weithin anerkannt , kann es keine einheitliche objektive ana ¬
  lytische Messung der " Qualität " geben , da die wahrgenommenen
  Merkmale von Nahrungsmitteln je nach Umgebung , Herkunft und
  Geschmack des Verbrauchers schwanken . Trotz der Schwierigkeiten ,
  einen allgemein gültigen Satz von Tests zu erhalten , die auf den
  menschlichen Sinnen basieren , bleibt die Tatsache bestehen , dass
  die organoleptische und sinnlich wahrnehmbare Qualität die
  Akzeptanz von Nahrungsmitteln wesentlich bestimmen . Daher besteht
  ein dringender Bedarf , die Forschung zur Entwicklung von
  objektiven auf sinnlichen Wahrnehmungen beruhenden Testmethoden
  voranzutreiben und diese mit anderen objektiven Messungen zu
  verknüpfen .
  Angesichts des Trends der Verbraucher zu " frischen ", " natürli ¬
  chen " und " organischen " Erzeugnissen bedarf es einer weiteren
  Zusammenarbeit verschiedener Labors über die Entwicklung annehm¬
  barer objektiver Methoden für die Bestimmung der " Frische " verar¬
  beiteter Nahrungsmittel . Praktisch anwendbare Verfahren zur
  Qualitäts ( Frische ) -Bestimmung wären ein bedeutender Beitrag zu
  15 Siehe Anm . 3
                                                                   13
 ---pagebreak--- höherer Leistungsfähigkeit in diesem Wirtschaftszweig , vor allem
in kleinen Unternehmen .
Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Nahrungsmittelindustrie ist
die Bestimmung der Zusammensetzung von Grundstoffen , da diese die
Qualität des verarbeiteten Enderzeugnisses beeinflussen . Es wird
vorgeschlagen , Forschung über solche Qualitätsmerkmale des
Rohmaterials zu fördern , die die Verarbeitung erleichtern oder
verbilligen und die Akzeptanz beim Verbraucher erhöhen . Diese
Tests sollten auf chemischen , mikrobiologischen , monoklonalen
Antikörper-, Enzym- und anderen modernen Technologien beruhen . Um
das Vertrauen beim Verbraucher aufzubauen , müssen die Tests zudem
schnell ,   zuverlässig und durchschaubar sein .      Sie könnten dazu
dienen , Information für das Verkaufsgespräch zu liefern und auf
den letzten Stand zu bringen .
6.2 . Aspekte der Hyqiene , Sicherheit und Toxikoloqie von
      Nahrunqsmitteln
Da Nahrungs stof fe und Nahrungsmittelerzeugnisse leicht verderben
und auch Träger von Schadorganismen sein können , sind strenge
Sicherheits - und Hygienenormen sehr wichtig . Die möglichen
Gefährdungen der Verbraucher und das Schadensrisiko für ganze
Sektoren der Nahrungsmittelindustrie machen es erforderlich , dass
das Vertrauen des Verbrauchers durch die Entwicklung eines
durchschaubaren Verhaltenskodex für die Praxis in der gesamten
Nahrungskette aufrechterhalten bleibt .
Die Quellen von Verseuchung ( microbiel oder andere ) in einem
Ernährungssystem zu erkennen und zu orten , bereitet erhebliche
Schwierigkeiten         und      erfordert        grenzüberschreitende ,
wissenschaftliche Kooperationen um sie zu verstehen und zu
kontrollieren . Auch die Entwicklung neuer Erzeugnisse wurde durch
die mit den herkömmlichen Toxikologieprüfungen verknüpften Kosten
und     Zeitverluste    verzögert .  Es    gibt    daher    ein   weites
Betätigungsfeld     für    die  Entwicklung     neuer    Techniken   zur
Sicherheitsbewertung im Bereich der Nahrungsmittel , -mikrobio-
logie und -toxikologie . Dies wäre nützlich für neuartige
Nahrungsmittelverarbeitungen .       Diese       Initiativen      würden
einschliessen :
- verbesserte , schnelle Stichprobentests zur Voraussage müglicher
   Gif tigkeitsfaktoren ;
- Forschung über das Vorkommen natürlicher Pflanzentoxine und
   deren Auswirkungen auf Nahrungsmittel ;
- Forschung zur Vorhersage von Wachstumsraten bei
   Mikroorganismen , schnellere Methoden für spezifische Organismen
   und Gesamt zählungen ;
- Forschung zur Beziehung zwischen Nahrungsmittelbestandteilen
   und Nahrungsmittelallergien ( immunogenische Eigenschaften ) ; und
- Nutzung dieses Tests bei der Nahrungsmittelverarbeitung und der
   Entwicklung neuer Nahrungsmittelerzeugnisse , um die Sicherheit
14
 ---pagebreak---    sowohl her Verarbeitung als auch der Erzeugnisse zu
   gewährleisten .
6.3 . îv'Shrwert and YertrSQlichkeitsespekte
Die zunehmende Betonung gesundheitlicher Aspekte der Ernährung
durch den Verbraucher hat dazu geführt , dass eine Reihe neuer und
veränderter      Nahrungsmittel      verfügbar    geworden    sind ,  z.B.
faserreiche Kost und kalorienarme Ballaststoffe .
Eine Forschung , die die Verarbeitungsschwierigkeiten bei der
Verringerung des Gehalts an einigen Bestandteilen ( wie Fett ,
Zucker , Salz ) in Diätnahrungsmitteln löst , wird gefördert werden .
Insbesondere Anwendungen neuer Enzyme oder Systeme , die den
Austausch von Bestandteilen gegen andere mit ähnlichen oder
besseren funktionellen Eigenschaften , aber mit höherem Nährwert ,
ermöglichen , werden Vorrang haben .
Zusätzlich sollte die Forschung über die neuesten Ernährungs ¬
methoden zur Bewertung der Hauptnahrung und aus neuartigen
Versuchen stammenden Nahrungsmitteln genutzt werden . Dazu gehört
die ernährungsrelevante Bioverfügbarkeit von Nahrungsmittel ¬
bestandteilen      ( wie   Vitaminen   und   Mineralstoffen )   und  deren
Beeinflussung        durch     Verarbeitung ,    Verteilung ,    Lagerung ,
Beschaffung und Zubereitung .
Weiter erforscht werden sollten die Auswirkungen der Verarbeitung
auf den Nährwert von Nahrungsmitteln , die Untergruppen der
Bevölkerung zugeteilt bzw . von ihnen bevorzugt werden , z.B.
Kleinkindern und alten Menschen oder Leuten , die oft eine
begrenzte Auswahl bestimmter Nahrungsmittel verbrauchen . In
ähnlicher Weise          sollte das Augenmerk Nahrungsmitteln für
besondere       Ernährungs zwecke       gelten ,    z.B.      energiearmen
Nahrungsmitteln zur Abmagerung , energiereichen für Sportler . Wo
am Platze , sollten Informationen aus der Ernährungsforschung im
Forschungsprogramm          für    Medizin      und    Gesundheitswesen 1 ®
berücksichtigt werden .
7 . Verwaltunq des Programme
7.1 . Vorbereitunq und Verwaltunq
Aufgrund des in der Ratsentscheidung umrissenen Programms soll
die    Kommission    die   effektiven  Aktivitäten   weiterbestimmen   und
vorbereiten und später das Programm verwalten . Hierzu wird die
Kommission von einem Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss
( VKA ) " Agro-industrielle Technologien " unterstützt .
16 Siehe Anm .   10
                                                                         15
 ---pagebreak--- FLAIR und ECLAIR dienen beide den Zielen der Massnahme 4
Untergruppe       2    des    Rahmenprogramms :    " agro-industrielle
Technologien . Beide Programme sind als gegenseitige Ergänzung
gedacht , haben jedoch eigene Merkmale . Um ein Höchstmass von
Zusammenhalt und Leistungsfähigkeit zu gewährleisten , schlägt die
Kommission daher vor , dass derselbe VKA, der je nach Umständen in
besonderer Zusammensetzung tagt , beide Programme bearbeitet .
7.2 . Konzertierte und gemeinsam getragene
      Kostenteilunosmassnahmen
Vorhaben sollen in Form konzertierter Massnahmen oder gemeinsam
getragener FuE-Verträge , bei denen die Gemeinschaft einen Teil
der direkten Kosten übernimmt , durchgeführt werden .
Die Entscheidung ,     ob konzertierte oder gemeinsam getragene
Massnahme ,   sollte auf der Dringlichkeit des Bedarfs an den
Ergebnissen basieren : ob bei diesem Forschungsgegenstand bereits
eine bedeutende Forschung einzelstaatlicher Gruppen existiert ,
die nur eine Stärkung durch internationale Zusammenarbeit
benötigt ( konzertierte Massnahme ), oder ob eine bedeutende neue
Forschungsmassnahme benötigt wird ( Kostenteilung ).
Mögliche konzertierte Massnahmen wären : die Entwicklung von
Methoden für die Messung der " Frische " der Nahrungsmittel ;
Definition      von    Qualität    des   Rohmaterials ;     natürliche
Pflanzentoxine ; Schnelltests für Handelspflanzen ( Anwendungen );
Substitution von Nahrungsmittelbestandteilen ; Wirkungen des
Kochens auf den Nährwert .
7.3 . Evaluierunqr
Das    Programm     wird    entsprechend   dem   " Gemeinschaftlichen
Aktionsplan fur die Evaluierung gemeinschaftlicher Forschungs -
und Entwicklungstatigkeiten fur die Jahre 1987 bis 1991
( KOM(86)660 endg . bewertet werden . Fur diesen Zweck ist ein
Betrag von 120.000 ECU vorgesehen .
7.4 . Teilnahme und Proqrammkoordinierunq
Eine wirksame Koordinierung besonders mit nationalen Gruppen ist
für den Erfolg dieses Programms wesentlich . Die Beteiligung in
einem gemeinschaftlichen Rahmen könnte diesen Gruppen Zugang zu
einem grösserem Spektrum von Fachwissen , Technologien und
industriellen Partnern , um die Kosten und Risiken zu teilen ,
verschaffen .   Diese Beteiligung würde kleinen Forschungsgruppen
sonst schwer erreichbare fachliche Informationen der Gemeinschaft
zugänglich machen . Sie würde diese Gruppen befähigen , zusammen
mit grösseren Gruppen teilzunehmen und gemeinsam erfolgreiche
Ergebnisse zu erzielen .
16
 ---pagebreak--- Erteicr.t werden kann diese Zus&nuusnarbeit durch Unterstützung und
Zuaaj.xit'tnwirken    der     einzelstaatlichen    Vertreter    bei   den
einschlägigen       VKA ,   dem    SCAR  und   den   COST-Nahrungsmittel -
prograromen , durch einzelne Mitglieder des IRDAC ^ Und durch enges
Zusammenwirken der einschlägigen Dienststellen der Kommission .
Die als konzertierte Massnahmen durchgeführten Vorhaben stehen
allen Mitgliedsstaaten offen , ebenso europäischen Drittländern ,
die      mit      der      Gemeinschaft     Rahmenabkommen    für    eine
wissenschaftliche und technische             Zusammenarbeit geschlossen
haben , und COST-Teilnehmerstaaten . Als konzertierte Massnahmen
geführte Vorhaben mit             Industriebeteiligung werden Vorrang
geniessen .
An gemeinsam getragenen Forschungsvorhaben ( Kostenteilung ) können
Industrie -      und      Nahrungsmittelf irmen ,   Arbeitsgemeinschaften
solcher Firmen , Forschungseinrichtungen und Universitäten mit
Sitz in der Gemeinschaft oder in einem europäischen Drittland ,
das     mit    der     Gemeinschaft     ein   Rahmenabkommen    für  eine
wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit abgeschlossen
hat , teilnehmen . Es wird empfohlen , dass jedes als gemeinsam
getragene Massnahme durchgeführte Vorhaben einen industriellen
Teilnehmer hat .
Ein Informationspaket mit zusätzlichen nützlichen Informationen
und den nötigen Vordrucken wird herausgegeben werden ; eine
entsprechende Ankündigung soll im Amtsblatt erscheinen .
7.5 . Weiterbildunqs - und MobilitStsbeihilfen
Das Programm sieht auch die Bereitstellung von Beihilfen für
Weiterbildung und Mobilität vor , wobei diese mit den Zielen der
laufenden Vorhaben besonders verknüpft und auf derselben
Grundlage wie für ECLAIR vorgesehen , gewährt werden sollen . Diese
Beihilfen dienen also normalerweise dazu , einzelne , an den
Vorhaben teilnehmende Personen , zu unterstützen . Sie werden mit
der nötigen Flexibilität vergeben , um beste Nutzung der
vorhandenen Mittel zu gewährleisten .
7.6 . Verwertunq der Erqebnisse und Verbreitunq von Informationen
Die allgemeinen Regeln und Bedingungen für die Verbreitung und
Nutzung von wissenschaftlicher und technologischer Forschung ,
beschrieben in KOM ( 88)260^-° werden in FLAIR angewandt werden .
17 See Section 5 for full titles
18 KOM(88 ) 260 , " Communication from the Commission accompanied by
    a draft Council decision adopting a spécifie programme for the
    dissémination and utilization of results from research in
    science and technology " . 10 May 1988 .
                                                                        17
 ---pagebreak--- Die Einzelheiten über Anspruch auf Zulassung , Lizenzen und andere
allgemeine Informationen werden wie für ECLAIR in einem
Informationspaket veröffentlicht werden , das vor dem offiziellen
" Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen " verfügbar sein soll .
8 . Kriterien fur die Auswahl der Prolekte
Bei einem Entwicklungsprogramm dieser Art ergibt sich ein weiter
Fächer möglicher           Tätigkeiten .   Um die Verzettelung der
Haushaltsmittel auf zahllose Forschungsvorhaben , bei denen es
unwahrscheinlich ist , dass sie eine relevante Grösse erreichen ,
zu vermeiden , ist es notwendig , sich auf bestimmte , nach strengen
Masstäben ausgewählte Arten von Tätigkeiten zu beschränken .
Folgende Kriterien sollen angewandt werden :
(i)      Die Vorhaben müssen vor allem auf die praktische Anwendung
         der    Ergebnisse     von   Grundlagen-     oder    Laborforschung
         ausgerichtet       sein     und     auf      einer     gesicherten
         wissenschaftlichen Grundlage aufbauen .
( ii ) Bei     der  Auswahl    liegt  der   Schwerpunkt    darauf ,  ob  ein
         Vorhaben    Aussicht    auf   wirtschaftliche     Durchführbarkeit
         bietet     und     zur    Stärkung     und     Verbesserung     der
         Wettbewerbsfähigkeit                  der           europäischen
         Nahrungsmittelindustrie beitragen wird .
 ( iii ) Bei Vorschlägen für eine gemeinsam getragene Förderung wird
         normalerweise erwartet , dass die Übernahme von mindestens
         50% der Vorhabenskosten während der Vertragsdauer gesichert
         ist . Vorrang erhalten solche Vorschläge , bei denen diese 50%
         überwiegend aus industriellen Quellen stammen . Entsprechend
         wird innerhalb der für konzertierte Massnahmen ausgewählten
         Gebiete Vorschlägen mit industrieller Teilnahme Vorrang
         gewährt .
 ( iv ) Bei den Vorhaben müssen unerwünschte Nebenwirkungen auf die
         Umwelt vermieden werden ; vorteilhafte Auswirkungen würden
         ein Gesichtspunkt für günstige Beurteilung sein .
 (v)     Vorschlëge sollten so aufbereitet werden ,               dass die
       . Evaluierung und der internationale Vergleich erleichtert
         werden .
 ( vi ) Ausgewählte Vorhaben dürfen nicht zu Wettbewerbsverzerrungen
         auf den Märkten der Gemeinschaft führen ; Vorhaben , an denen
         kleine und mittlere Unternehmen beteiligt sind , werden
         jedoch günstig beurteilt .
 ( vii)Das klare Ziel der Vorschlâge sollte sein , zu den
         beschriebenen Zielsetzungen des Programms beizutragen ; die
         Vorschläge     sollten     unmittelbar     Qualität ,    Sicherheit
18
 ---pagebreak---       ( Toxikologie )     und Nährwert der Nahrungsmittel und / oder
      solche     neue     Technologien      betreffen ,    denen     man     eine
      Verbesserung dieser Aspekte zuschreibt .
9 . Beziebrmgen zu anderen Gemeinschaf teprograngaen und
    Zusammenarbeit mit ihnen
Der Gesamtansatz des vorgeschlagenen Programms wird durch enge
Koordinierung und Zusammenarbeit mit den gemeinschaftlichen , zum
Ernährungsbereich in Beziehung stehenden Programmen gestärkt
werden , besonders mit den oben in Abschnitt 4 beschriebenen .
Durch     dieses     Zusammenwirken     wird   ein   gegenseitiger        Nutzen
gewährleistet        und    Doppelarbeit      vermieden ,     so     dass     die
bestmögliche Verwendung der Forschungsergebnisse erreicht werden
sollte .
10 = Finanzielle und vertraqliche Gesichtspunlcte
Es ist vorgesehen , dass der Beitrag der Gemeinschaft zu den
Kosten eines als konzertierte Massnahme laufenden Vorhabens , das
mehrere Staaten umfasst ,            im Schnitt     jährlich 200.000 ECU
ausmachen     wird .   Etwa   7   solcher   Vorhaben     könnten   unterstützt
werden ,   so  dass    der   Kommission Gesamtkosten       von   5,6   Mio .  ECU
erwüchsen .
Bei gemeinsam getragenen Vorhaben rechnet man durchschnittlich
mit jährlichen Kosten von 100.000 ECU je Teilnehmer ( wovon die
Gemeinschaft bis zu 50 % beisteuern würde ). Die übrigen 50 %
müssten von den Teilnehmern ,              hauptsächlich der Industrie ,
aufgebracht       werden .      Geht    man     von     durchschnittlich         5
mitarbeitenden Gruppen oder Stellen je Vorhaben aus , so ergeben
sich während eines Zeitraums von 4 Jahren Gesamtkosten von 2 Mio .
ECU je gemeinsam getragenem Vorhaben . Etwa 16 solcher Vorhaben
sind     geplant ,     wobei     der   Gemeinschaftsbeitrag        50    %    der
Gesamtkosten nicht überschreiten würde .
Das vorgeschlagene Programm umfasst einen breiten Fächer von
Themen und rechnet mit vielen Teilnehmern . Angesichts des
Ausmasses und Umfangs der Vorhaben -- ob als konzertierte oder
gemeinsam getragene Massnahme durchgeführt – und der möglichen
Teilnahme       europäischer        Drittländer     wird      zur     wirksamen
Durchführung dieses Programms eine Mindestzahl von 5 Mitarbeitern
für nötig erachtet : 2 der Kategorie A , 1 der Kategorie B und 2
der Kategorie C.
                                                                                19
 ---pagebreak---               VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES
  liber ein Proqramm für Forschuna und technoloqische Entwicklunq
         auf dem Gebiet der Nahrunqsmittel - Wissenschaft und -
                   Technologie ( 1989 bis Mitte 1993 )
                              " FLAIR "
                ( Food-Linked Agro-Industrial Research )
         Nahrungsmittelbezogene agrar-industrielle Forschung
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 130 Q ,
Absatz 2
auf Vorschlag der Kommission *,
in Zusammenarbeit mit dem Parlament ^,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses ^,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Nach Artikel 130 k des Vertrages erfolgt die Durchführung des
Rahmenprogramms im Wege spezifischer Programme , die innerhalb
einer jeden Aktion entwickelt werden .
Durch Beschluss vom 28 .        September 1987 ^ hat der Rat ein
Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der
Gemeinschaft ( 1987-1991 ) verabschiedet , das die Durchführung von
Tätigkeiten zur Verwertung und bestmöglichen Nutzung biologischer
Ressourcen vorsieht .
       1
       2
       3
       4
20
 ---pagebreak--- Im Rahmenprogramm sind Kriterien für die Auswertung jedes
spezifischen Programms und für die Auswahl der Gemeinschafts ¬
massnahmen niedergelegt ,       u.a .    dass sie zur Stärkung des
wirtschaftlichen     und   sozialen    Zusammenhalts      der   Gemeinschaft
beitragen    und   mit   dem   Streben     nach    wissenschaftlicher      und
technischer Qualität vereinbar sein müssen .
Ein mehrjähriges Forschungs - und Entwicklungsprogramm im Bereich
der Nahrungsmittel - Wissenschaften und -Technologie ( FLAIR ) wird
den     gleichzeitigen      Fortschritt      von     Volksgesundheit       und
Verbraucherschutz unterstützen , der mit der industriellen und
wirtschaftlichen       Entwicklung       innerhalb      der     Gemeinschaft
einhergehen soll .
Für die Nahrungsmitteltechnik sind genug Fachkenntnisse und
Fachkräfte vorhanden ; da sich die europäischen Fachkräfte mit dem
höchsten     internationalen      Niveau      jedoch     in    verschiedenen
Mitgliedsstaaten befinden , lässt sich aus der Zusammenarbeit in
einem Gemeinschaftsprogramm gegenseitiger Nutzen ziehen .
Mit   der   Ratsentscheidung      vom     . 198®          für ein erstes ,
mehrjähriges Programm für Biotechnologische , Agroindustrielle
Forschung und technologische Entwicklung ( ECLAIR ) wurde ein
Beratenden     Verwaltungs -     und    Koordinierungsausschuß         ( BVKA )
geschaffen und es erscheint wünschenswert , daß der gleiche BVKA
die Kommission auch bei der Durchführung dieses Programmes
unterstützt .
Die    vier    Übereinkünfte      über    die     Konzertierung     zwischen
Gemeinschaft    und   COST   über   vier    als   konzertierte    Massnahmen
durchgeführte     Vorhaben    auf    dem    Gebiet    der    Nahrungsmittel -
Wissenschaft und       -Technologie® haben ermutigende Ergebnisse
gezeitigt und weitere Massnahmen werden im einschlägigen COST-
Rahmen gerade durchgeführt .
Die    vollständige     oder    teilweise       Beteiligung     europäischer
Drittländer an diesem Programm mit Projekten ist wünschenswert .
Es ist wünschenswert , kleine und mittlere Unternehmen in grösst -
möglichem Umfang in das Forschungs - und Entwicklungsprogramm für
Nahrungsmittel - Wissenschaft und -Technologie einzubeziehen .
Der Ausschuss für wissenschaftliche und technische Forschung
( CREST ) wurde zu den folgenden MaBnahmen befragt und hat zu dem
Vorschlag der Kommission Stellung genommen .
      5
      6
                                                                            21
 ---pagebreak--- HAT FOLGENDE ENTSCHE I DUNG ERLASSENt
                                 Artikel 1
Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft führt ab 1 . Januar 1989
mit viereinhalb jähriger Laufzeit ein spezifisches Programm für
Forschung und technologische Entwicklung auf dem Gebiet der
Nahrungsmitteltechnoligie entsprechend dem technischen Anhang
durch .
                                 Artikel 2
Die für die Durchführung des Programms benötigten Mittel werden ,
einschliesslich der Ausgaben für fünf Mitarbeiter , auf 25
Millionen ECU veranschlagt .
                                 Artikel 3
Das  Programm    besteht  aus    Vorhaben   die  als  konzertierte   oder
gemeinsam     getragene    ( kostenteilungs )    Aktionen    durchgeführt
werden , sowie aus Weiterbildungs - und Mobilitätsbeihilfen .
Ausführliche Regelungen für die Durchführung des Programms sind
im Technischen Anhang niedergelegt .
                                 Artikel 4
Im dritten Jahr der Durchführung des Programms nimmt die
Kommission eine Überprüfung vor , berichtet dem Rat und dem
Europäischen Parlament über deren Ergebnisse und unterbreitet ,
falls im Lichte der Zwischenergebnisse nötig , Vorschläge für
Änderungen oder eine Verlängerung .
Eine      Bewertung   der      Ergebnisse     wird   von     unabhängigen
Sachverständigen     vorgenommen      und    als   Mitteilung    an   das
Europäische Parlament und den Ministerrat veröffentlicht .
Die genannten Berichte werden mit Bezug auf die im Anhang zu
dieser Entscheidung gesetzten Ziele , vor allem der Verbesserung
der Sicherheit und Qualität von Nahrungsmitteln für den
Verbraucher , und gemäss Artikel 2 Absatz 2 des Rahmenprogramms
erstellt .
                   !
                                 Artikel 5
Die     Kommission   ist     für   die    Durchführung    des   Programms
verantwortlich . Unterstützt wird sie dabei von einem durch
Beschluss des Rates Nr . ../... EWG vom . 1988 eingesetzten
22
 ---pagebreak--- Beratenden Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss ( BVKA ).
Die von der Kommission eingegangenen Verträge regeln die Rechte
und Pflichten aller Parteien , insbesondere die Verbreitung , den
Schutz und die Nutzung der Forschungsergebnisse .
                              Artikel 6
Die Kommission wird ermächtigt , gemäss Artikel 130 N des EWG -
Vertrages mit internationalen Organisationen , mit den an der
Europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen
und technischen Forschung ( COST ) teilnehmenden Drittländern und
mit europäischen Ländern , die mit der Gemeinschaft Rahmenabkommen
über     wissenschaftliche      und     technische     Zusammenarbeit
abgeschlossen haben , Abkommen auszuhandeln mit dem Ziel , sie ganz
oder   teilweise   an  konzertierten   Massnahmen  innerhalb   dieses
Programms zu beteiligen .
Wo   zwischen   europäischen   Drittländern   und  der   Europäischen
Gemeinschaft Rahmenabkommen    für wissenschaftliche und technische
Zusammenarbeit geschlossen worden sind , können unter von der
Kommission    festzulegenden     Bedingungen    in  diesen    Ländern
niedergelassene Organisationen und Unternehmen an einem gemeinsam
getragenen Vorhaben innerhalb dieses Programms teilnehmen .
                              Artikel 7
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedsstaaten gerichtet .
Geschehen zu Brüssel                     Im Namen des Rates
                                         Der Président
                                                                   23
 ---pagebreak---                             TECHNISCHER ANHANG
          Zu einem spezifischen Programm für Forschung und
            technologische Entwicklung auf dem Gebiet der
           Nahrungsmittel - Wissenschaft und - Technologie
                          ( 1989 bis Mitte 1993 )
ZIELE
Die Ziele des hier vorgeschlagenen Programms sind , im Rahmen der
harmonischen Entwicklung des gemeinsamen Marktes , mittel - und
langfristig      die     Wettbewerbsfähigkeit       der    europäischen
Nahrungsmittelindustrie zu fördern , Sicherheit und Qualität der
Nahrungsmittel     für    den    Verbraucher   zu    erhöhen   und  die
Infrastruktur der Nahrungsmittel - Wissenschaft und -Technologie
in Europa zu verbessern . Das Programm zielt darauf ab , die in den
Mitgliedsstaaten bestehenden Programme zu ergänzen , indem die
weitere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungsgruppen
und der Industrie gefördert wird ; das Programm ist auf die
Schnittstelle      zwischen     Verarbeitung    und    Verteilung   von
Nahrungsmitteln und dem Verbraucher ausgerichtet . Die Nachfrage
des     Verbrauchers       nach     natürlicheren     und    gesünderen
Nahrungsmitteln und mehr Abwechslung soll durch die gemeinsamen
Anstrengungen von Forschern und der Nahrungsmittelindustrie
befriedigt werden . Die Erhaltung der Natur und die Verbesserung
von Natur- und Umweltschutz sollen bei der Durchführung des
Programmes systematisch in Betracht gezogen werden .
INHALT
Die Forschungsvorhaben dieses Programmes wurden in drei Bereiche
unterteilt . Neue Technologien und Prozessinnovationen , die die
Qualität , Sicherheit und den Nährwert von Nahrungsmitteln
verbessern , sollen in jedem Bereich unterstützt werden .
1     MESSUNG UND VERBESSERUNG DER NAHRUNGSMITTELQUAL I TAT
      - quantitative Messung von " Qualitât ";
      - objektive , organoleptische und auf andere menschliche
        Sinne bezogene Kriterien und ihre Beziehungen zur
        Qualität ;
      - quantitative Messung der " Frische " verarbeiteter
        Nahrungsmittel ;
      - Qualitätsmerkmale von Rohmaterialien , soweit sie
        Verarbeitung und Enderzeugnis beeinflussen ;
      - neue Technologien und Prozessinnovationen , die sowohl die
        Nahrungsmittelqualität erhöhen als auch die Verarbeitung
        und die Vertrauensbildung beim Verbraucher erleichtern .
24
 ---pagebreak--- 2     HYGIENE , SICHERHEIT UND TOXIKOLOGIE DER NAHRUNGSMITTEL .
      - verbesserte , schnelle Stichprobentests , um etwaige
        toxische Faktoren vorhersagen zu kûnnen ;
      - Auftreten natürlicher Pflanzentoxine und deren Wirkungen
        auf die Nahrung ;
      - Vorhersage der Wachstumsraten von Mikroorganismen ,
        schnellere Verfahren für spezifische Organismen und
        Gesamt Zählungen ;
      - Verbessertes Verständnis der Zusammenhänge zwischen der
        Zusammensetzung der Nahrung und Nahrungsmittelallergien ;
      - Anwendung dieser Tests in der Nahrungsmittelverarbeitung
        und der Entwicklung neuer Nahrungsmittel , um die
        Sicherheit sowohl der Herstellungsprozesses als auch der
        Erzeugnisse zu gewährleisten ;
3     NÂHRWERT UND VERTRAGLICHKEIT .
      - neue Verarbeitungsverfahren , Anwendungen und natürliche
        Bestandteile , die hohe Nähr- und Verträglichkeitswerte
        liefern ;
      - Methoden für die Bestimmung des Nährwertes von
        Nahrungsmitteln ;
      - Bio-Verfügbarkeit ernährungswichtiger Bestandteile ( z.B.
        Vitamine und Minerale ) und Auswirkungen von Verarbeitung ,
        Verteilung , Beschaffung , Lagerung und private Zubereitung ;
      - Nähr- und Zuträglichkeitswerte von speziellen Nahrungs ¬
        mitteln ( z.B. zur Abmagerung und Sportnahrung ) oder
        solchen für Untergruppen der Bevölkerung ( z.B. Klein ¬
        kinder und alte Menschen );
      - neue Verarbeitungsverf ahren und - technologien , die
        die Nähr - und Verträglichkeitswerte von Nahrungsmitteln
        erhöhen .
DURCHFÜHRUNG
Das Programm besteht aus konzertierten oder gemeinsam getragenen
( kostenteilungs - ) Forschungsmassnahmen und Weiterbildungs - und
Mobilitätsbeihilfen .    Alle Vorhaben  müssen  von  Teilnehmern aus
mehr als einem Mitgliedsstaat durchgeführt werden .
Die als konzertierte Massnahmen ausgeführten Vorhaben stehen
allen Mitgliedsstaaten , europäischen Drittländern , die mit der
Gemeinschaft Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technische
Zusammenarbeit abgeschlossen haben , und Teilnehmerstaaten an der
COST offen .
An als gemeinsam getragene Massnahme durchgeführten Vorhaben
können          Industrieunternehmen ,      Forschungseinrichtungen ,
Universitäten oder Kombinationen hiervon teilnehmen , die in der
Gemeinschaft oder in solchen europäischen Drittländern
                                                                  25
 ---pagebreak--- angesiedelt sind , die mit der Gemeinschaft Rahmenabkommen über
wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit geschlossen
haben .
Im Allgemeinen sollten Forschungsanstalten und Universitäten in
einer Gruppe mit einer oder mehreren industriellen Organisationen
teilnehmen .    Forschungsanstalten ,  die  hauptsächlich    oder
ausschliesslich durch Industrieunternehmen finanziert werden ,
gelten als industrielle Teilnehmer .
Für     gemeinsam    getragene   Massnahmen  überschreitet    der
Gemeinschaftsbeitrag normalerweise nicht 50 % der Gesamtkosten ,
der Rest soll vorwiegend aus industriellen Quellen finanziert
werden .
Weiterbildungs - und Mobilitätsbeihilfen werden mit auf genommen ,
um die einschlägigen Fachkenntnisse leichter an für die Arbeit an
den Vorhaben geeigneten Standorten versammeln zu können und um
die wirkungsvolle Verbreitung des gewonnenen Wissens zu fördern .
Das Programm enthält auch Koordinierungsaktivitäten wie die
Organisation von Treffen , Beratung mit nationalen Experten und
die Verbreitung von Informationen über Fortschritt und Ergebnisse
der Vorhaben .
26
 ---pagebreak---                     KRITERIEN FÜR DIE EVALUIERUNG
In ihrer Mitteilung an den Rat über einen gemeinschaftlichen
Aktionsplan für die Bewertung der gemeinschaftlichen Forschungs ¬
und Entwicklungstätigkeiten für die Jahre 1987 bis 1991 ( KOM ( 86 )
660 endg .) erklärt die Kommission , daß die Ziele und Abschnitte
( Meilensteine )    jedes      Forschungsprogramms     in     der    unten
beschriebenen , überprüfbaren Form dargelegt sein müssen .
1.    Langfristiges Ziel dieses Programms ist es , zur Wettbe ¬
      werbsfähigkeit der europäischen Nahrungsmittelindustrie und
      zu einem verbesserten Schutz und Vertrauen des Verbrauchers
      beizutragen , indem die Verknüpfung beider durch Forschung
      und Entwicklung gestärkt wird . Die Kommission schlägt vor ,
      dieses Ziel durch ein Programm konzertierter und vorwettbe -
      werbilcher gemeinsam getragener ( Kostenteilung ) Maßnahmen zu
      erreichen .   Die Vorhaben dienen dem Zweck , die enge
      Zusammenarbeit zwischen Forschungs - und Industriegruppen
      durch deren Beteiligung an Forschung und technologischer
      Entwicklung im Bereich der Qualität , Hygiene , Toxikologie ,
      sowie der Nähr- und Vertäglichkeitswerte von Nahrungsmitteln
      weiter zu entwickeln .
2.    Hauptsächliches kurzfristiges Ziel ist , dass es dem Programm
      gelingen sollte , für konzertierte Massnahmen ( mit Zustimmung
      der Einzelstaaten )        und für gemeinsam getragene FuE -
      Vorhaben       ( mit      industrieller      Verpflichtung       zur
      Mitfinanzierung ) Vorschläge in einem den vorgeschlagenen
      Gemeinschaftsmitteln angemessenen Umfang zu erhalten . Dieses
      Ziel soll 1991-92 überprüfbar sein .
      Zu dieser Zeit sollte das Programm auch zeigen , daß es über
      die Mitgliedsstaaten hinweg und in Europa eine Zusammen¬
      arbeit der verschiedenen Wirtschaftszweige fördert und
      ermutigt .
3.    Besondere     Ziele ,      die   in   den     drei     Jahren    der
      Programmdurchführung erreicht werden sollten , sinds
3.1   daß verbesserte Bewertungs - und Beurteilungsverfahren ,
      insbesondere       Analysemethoden      die    auf     menschlichen
      Sinneswahrnehmungen basieren , entwickelt worden sind und die
      Ergebnisse Grund zur Erwartung geben , daß sie für Industrie
      und /oder Verbraucher hilfreiche Anwendungen finden werden ;
3.2   dap neue , schnelle Tests für hygienische , sicherheits-
      bezogene und toxikologische Aspekte von Nahrungsmitteln
      entwickelt worden         sind ; daß Vorteile       in   Bezug auf
      Genauigkeit ,      Leistungsfähigkeit     oder    die     Vermeidung
      möglicherweise ungünstiger Nebenwirkungen sichtbar geworden
                                                                        27
 ---pagebreak---     sind ; und daß als Ergebnis der Tests die Erzeugnisse ,
    Verfahren oder Dienstleistungen praktische Anwendungen in
    der Industrie und/oder beim Verbraucher haben ;
3.3 daß FuE über den Nährwert von Nahrungsmitteln durchgeführt
    wurde ; daß nützliche Tests für die Messung des Nährwerts von
    Bestandteilen von Nahrungsmitteln , einschliesslich der
    Auswirkungen der Verarbeitung , entwickelt sind ; und daß als
    Ergebnis hiervon die Nähr- und Zuträglichkeitswerte dieser
    Nahrungsmittel erhöht worden sind ;
3.4 daß für die Entwicklung neuer oder neuartiger Verarbeitungs ¬
    verfahren oder - innovationen , die Qualität , Sicherheit und
    Nährwert der Nahrungsmittel erhöhen , Untersuchungen und
    Tests durchgeführt , und , daß als Ergebnis hiervon , neue
    Anwendungen gefunden wurden .
4.  Zusätzlich soll das Programm sicherstellen , daß folgenden
    allgemeinen Kriterien entsprochen wird :
4.1 daß die , als Ergebnis der aufgezeigten Verbesserungen oder
    Vorteile , mittel - bis langfristig denkbare Zunahme der Ver¬
    marktungsmöglichkeiten Ausmasse hat , die die Aufwendungen der
    Gemeinschaft rechtfertigen ;
4.2 daß das Vertrauen des Verbrauchers in die Nahrungsmittel ¬
    forschung und - industrie gestärkt und für den Schutz des
    Verbrauchers hohe Normen aufrechterhalten bleiben ;
4.3 daß während der Durchführung des Programms die Fragen der
    Erhaltung und Pflege der Natur und andere Umweltaspekte bei
    den Vorhaben in angemessener Weise berücksichtigt worden
    sind .
4.4 Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der gemeinschaft­
    lichen , nationalen oder privatwirtschaftlichen Forschung in
    Nahrungsmittelwissenschaft und       -technologie ,  soll der
    Bewertungsausschuss berücksichtigen , ob das FLAIR Programm
    in solchen Regionen der Gemeinschaft , in denen keine
    Forschung betrieben wurde , zur Anwendung der Ergebnisse der
    genannten Forschungen beigetragen und einen Mehrwert bewirkt
    hat ,   der   dem    Gemeinschaftscharakter    des  Programmes
    zuzuschreiben ist ( d.h . durch nationale Tätigkeiten allein
    nicht ohne weiteres zu erreichen wäre ).
28
 ---pagebreak---                             HAUSHALTSVERMERK
1 . Haushaltslinie : 7343 ( 1989 )
FLAIR ( Ernährungsbezogene agrar-industrielle Forschung ) ist ein
mehrjähriges Programm zur Unterstützung von Forschung und
technologischer Entwicklung in Nahrungsmittel - Wissenschaft und-
Technologie .
2 . Rechtsqrundlaqe ; Artikel 130 , Entscheidung des Rates
3 . Beschreibunq und Ziel des Vorhabens s
Allgemeines Ziel des hier vorgeschlagenen Programms ist , mittel -
und langfristig zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Europas
in der Nahrungsmittelindustrie , zur Verbesserung der Nahrungs ¬
mittelsicherheit und          -qualität für den Verbraucher , zur
Stärkung der Infrastruktur der Nahrungsmittel - Wissenschaft und-
Technologie in Europa und zur harmonischen Entwicklung des
gemeinsamen Marktes beizutragen .          Das Programm ist darauf
ausgerichtet , die bestehenden Massnahmen der Mitgliedsstaaten
durch    Entwicklung     einer    weiteren    Zusammenarbeit   zwischen
verschiedenen Forschungsgruppen und Industrieunternehmen zu
ergänzen und der Nachfrage des Verbrauchers nach natürlicheren
und    gesünderen    Nahrungsmitteln      und   mehr   Abwechslung   zu
entsprechen .
Das FLAIR-Programm bietet zweierlei Massnahmen : konzertierte oder
Koordinierungsmassnahmen       und    vor-wettbewerbliche ,   gemeinsam
getragene ( Kostenteilung ) FuE-Projekte . Beide zielen auf die
Schnittstelle zwischen Industrie und Verbraucher ab .
Dieses mehrjährige Programm hat drei Bereiche . In jedem Bereich
sollen    konzertierte      oder    gemeinsam     getragene   Maßnahmen
durchgeführt werden , je nach dem was angebracht ist . Außerdem
sollen in jedem Bereich Weiterbildungs - und Mobilitätsbeihilfen
vergeben werden um die Konzentration des notwendigen Fachwissens
und die Verbreitung von Ergebnissen zu erleichtern .
Bereich 1   :
      MESSUNG UND VERBESSERUNG DER NAHRUNGSMITTELQUALITÄT
durch
      - quantitative Messung von " Qualitat ";
      - objektive , organoleptische und auf menschliche Sinne
        bezogene Kriterien und ihre Beziehungen zur Qualität ;
      - quantitative Messung der " Frische " verarbeiteter
        Nahrungsmittel ;
      - Qualitâtsmerkmale von Rohmaterialien , soweit sie
                                                                     29
 ---pagebreak---          Verarbeitung und Enderzeugnis beeinflussen ;
      - neue Technologien und Prozessinnovationen , die sowohl die
         Nahrungsmittelqualität erhöhen als auch die Verarbeitung
         und die Vertrauensbildung beim Verbraucher erleichtern .
Bereich 2 :
      HYGIENE , SICHERHEIT UND TOXIKOLOGIE DER NAHRUNGSMITTEL .
durch
      -  verbesserte , schnelle Stichprobentests , urn etwaige
         toxische Faktoren vorhersagen zu können ;
      –  Auftreten natürlicher Pflanzentoxine und deren Wirkungen
         auf die Nahrung ;
      -  Vorhersage der Wachstumsraten von Mikroorganismen ,
         schnellere Verfahren für spezifische Organismen und
         Gesamtzählungen ;
      - Verbessertes Verständnis der Zusammenhänge zwischen der
         Zusammensetzung der Nahrung und Nahrungsmittelallergien ;
      - Anwendung dieser Tests in der Nahrungsmittelverarbeitung
         und der Entwicklung neuer Nahrungsmittel , um die
         Sicherheit sowohl der Verarbeitung als auch der
         Erzeugnisse zu gewährleisten ;
Bereich 3   t
      NÄHRWERT UND VERTRÄGLICHKEIT .
durch
      - neue Verarbeitungsverfahren , Anwendungen und natürliche
         Bestandteile , die hohe Nähr- und Verträglichkeitswerte
         liefern ;
      - Methoden für die Bestimmung des Nährwertes von
         Nahrungsmitteln ;
      - Bio-Verfügbarkeit ernährungswichtiger Bestandteile ( z.B.
         Vitamine und Minerale ) und Auswirkungen von Verarbeitung ,
         Verteilung , Beschaffung , Lagerung und private Zubereitung ;
      - Nähr- und Zuträgslichkeitswerte von speziellen Nahrungs ¬
         mitteln ( z.B. zur Abmagerung und Sportnahrung ) oder
         solchen für Untergruppen der Bevölkerung ( z.B. Klein¬
         kinder und alte Menschen );
      - solche neue Verarbeitungsver fahren und Technologien , die
         die Nähr- und Verträglichkeitswerte von Nahrungsmitteln
         erhöhen .
4 . Beqründunq der Massnahme
Nahrungsmittel- Wissenschaft und -Technologie sind Bestandteil
des     Ernährungs Systems ,  das    die   Erzeugung ,   Verarbeitung ,
Verteilung und den Endverbrauch einschließt . Dieser grosse Sektor
30
 ---pagebreak--- der Wirtschaft umfasst viele kleine Firmen , die auf die Forschung
dor ein?eistaatlichen Regierung angewiesen sind , um für den
Wettbewerb auf dem Markt das notwendige wissenschaftliche und
technische Rüstzeug zu erhalten . Das Ernährungs System entwickelt
sich ständig weiter , wird immer mehr grenzüberschreitend und
wett-bewerbsfähiger ;      es    erfordert    immer    hochgezüchtetere
Techniken und multidisziplinäres Können . Ausserdem gibt es nun
beim Verbraucher ein neues Interesse und Nachfrage nach gesunden ,
vollwertigen      Nahrungsmitteln    und   mehr Abwechslung .     Diese
Anforderungen       und     Komplexitätsniveaus      übersteigen    die
Möglichkeiten vieler nationaler Programme und erfordern eine
gemeinschaftliche       Massnahme ,   um    ihre    Schlüssigkeit   und
Wirksamkeit zu steigern .
Rücksprachen mit verschiedenen einzelstaatlichen Gruppen und
Industrievertretern ergaben für dieses Gebiet eine starke
Unterstützung für eine von der Gemeinschaft angeführte Massnahme ,
die die einzelstaatlichen Forschungsbemühungen ergänzt und einen
gegenseitigen Nutzen sichert .
Mittel - und langfristig wird diese Massnahme zu einem stärkerem
Wirtschaftswachstum und zur Entwicklung eines breiteren Spektrums
von Vermarktungsmöglichkeiten für Qualitätsnahrungsmittel führen ;
die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Nahrungsmittelindustrie
stärken , zur harmonischen Entwicklung des internen Marktes und
zur Stärkung des Verbrauchervertrauens und - Schutzes .
5 . Finanzielle Auswirkungen der Massnahme auf die Ausqaben^-
    ( Millionen ECU )
    ( einschliesslich Personal -, Verwaltungs - und Betriebsausgaben )
5.1 Gesamtkosten für die Dauer der vorgesehenen Laufzeit :
       aus dem Haushalt der Gemeinschaften         :   25
       aus anderen , einzelstaatlichen Quellen     :   45
                                      INSGESAMT        70
       1 Die Verordnung des Rates über ein gemeinschaftliches
          Rahmenprogramm im Bereich des Forschung und
          technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) 5K0M ( 86 ) 430
          end .) enthält die Bestimmungen für diese Massnahme unter
          Aktionslinie 4 .
                                                                     31
 ---pagebreak---     5.2    Fâlligkeitsplan FLAIR
Verpflichtungs-
ermächtigungen                1989     1990     1991   1992   1993 J Total
Verträge                      4.846    4.700    5.060  4.590  1.940     21.136
Verwaltungskosten             0.220    0.480    0.570  0.520  0.560      2.350
Personalkosten                0.234    0.320    0.370  0.390  0.200      1.514
INSGESAMT                     5.300    5.500    6.000  5.500  2.700     25.000
Zahlungs-
ermächtigungen       1989  1990   1991   1992    1993  1994  1995    Total
Verträge            1.146 3.179 4.356 4.831 4.056 2.429 1.139       21.136
Verwaltungskost .   0.220 0.480 0.570 0.520 0.560                     2.350
Personalkosten      0.234 0.320 0.370 0.390 0.200                     1.514
INSGESAMT           1.600 3.979 5.296 5.741 4.816 2.429 1.139       25.000
    5.3 Berechnungsweise
    a ) Ausqaben für Vertraqe
    Diese Ausgaben umfassen den finanziellen Beitrag der Gemeinschaft
    zu  :
    *     Tâtigkeiten , die als konzertierte Massnahmen von                 den
          teilnehmenden europäischen Staaten durchzuführen sind ;
    *     vorwettbewerbliche    FuE-Arbeit     unter  Vertrâgen   auf   Kosten -
          teilungsbasis ,  die mit     in Europa ansassigen und tatigen
          Forschungs -       und          ( Nahrungsmittel-)Industriegruppen ,
          einschliesslich Klein - und Mittelunternehmen , abzuschliessen
          sind ( durchschnittliche Gemeinschaftsbeteiligung rund 50 % der
          Gesamtkosten ) ;
    *     Studien , Analysen und Weiterbildungs - und Mobilitatsbeihilfen
          für jede Art von Massnahme .
    b ) Verwaltunqsausqaben
    Verwaltungsausgaben ( Sitzungen des Verwaltungsausschusses und von
    Arbeitsgruppen , Verteilung von Dokumenten oder Verbreitung von
     32
 ---pagebreak--- Techniken , Nutzung von Datenverarbeitung und Telekommunikations -
einrichtungen ) ; einschlägige Koordinierungsarbeit .
c ) Personalkosten
Der Mittelansatz geht von einem Personalbedarf aus von :
2 Zeitbediensteten der Laufbahngruppe A
1 Zeitbediensteten der Laufbahngruppe B
2 Zeitbediensteten der Laufbahngruppe C
zuzüglich Kosten für Dienstreisen und Sachverständige . Dieses
Personal wird unter Ziffer 89 bis 93 des Haushaltsplans beantragt
( 2 ). Für 1989 wurden die Personalkosten folgendermaßen berechnet
( siehe Vorentwurf des Haushaltsplans 89 ):
A = 93.000 ECU , B = 58.000 ECU , C = 37.000 ECU . Für 1993 wurden die
Personalkosten mit 50 % berechnet , da das Programm Mitte 1993
auslaufen soll .
6 . Finanzierung der Ausqaben
Angemessene Mittel zur Deckung des Gemeinschaftsbeitrags an diesem
Vorhaben sind in die künftigen Haushaltspläne der Gemeinschaft
aufzunehmen .
7 . Art der Kontrolle
- Hinsichtlich der Durchfiihrung des Haushaltsplans erfolgt die
   Verwaltungskontrolle durch den Generaldirektør fur Finans ¬
    kontrol le .
- Wissenschaftliche Kontrolle :
. durch den Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss
. durch Bedienstete der Kommission
. Rechnungsprüfung durch den Rechnungshof gemäss den Vertrags ¬
    bestimmungen
- Die Evaluierung des Programms erfolgt gemäss dem
    " Gemeinschaftlichen Aktionsplan für die Bewertung von gemein¬
    schaftlichen Forschungs - und Entwicklungstätigkeiten für den
    Zeitraum 1987 bis 1991 " ( KOM ( 86 ) 660 endg .). Siehe Kriterien für
    die Auswertung im Anhang .
2 ) Das Personal umfasst :
        1989 : 1 A , 1 B und 1 C
        1990 : 2 A , 1 B und 1 C
        1991-93 : 2 A , 1 B und 2 C
Die Kosten von neuen Bediensteten sind im Anfangs jahr mit 50 %
berechnet worden ; in den folgenden Jahren wurden 4 % Inflation
berücksichtgt .
                                                                      33
 ---pagebreak---         VERMERK OBER DIB AUSWIRKUNGEN AUF WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
                           UND BESCHAFTIGUNG
I . Hauptqrund für die Einführung des Programma
Hauptgrund für das vorgeschlagene technische Entwicklungsprogramm
ist die Förderung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und des
wirtschaftlichen Wachstums auf mittlere und lange Sicht , indem
Forschung und Entwicklung gefördert werden , die das Qualitäts -,
Sicherheits - und Nährtwertniveau der Erzeugnisse der europäischen
Nahrungsmittelindustrie erhöhen ..
Die Struktur der europäischen Nahrungsmittelindustrie ( vor allem
Kleinunternehmen ) zwingt zu einer Forschung der öffentlichen Hand .
Die recht geringe Grössenordnung nationaler Forschungsgruppen , die
zunehmende grenzüberschreitende Natur des Emährungssystems und
der schnellen Wandel in der Nachfragestruktur hin zu " gesunden "
Nahrungsmitteln und mehr Abwechslung , macht eine Zusammenarbeit in
Forschung und Entwicklung unumgänglich .
II . Merkmale der betroffenen WirtschaftstStigkeiten
Trotz     des  Vorrückens    anderer     Wirtschaftszweige   bleibt   die
Nahrungsmittelindustrie die grösste in der Gemeinschaft . Die
Ernährungs System beteiligten Sektoren beschäftigen rund 20 % der
Arbeitskräfte der Gemeinschaft und tragen 10 % ihrer Einkünfte bei
 ( siehe Endbericht von FAST II ). Der vorliegende Vorschlag berührt
vor allem :
       4 Millionen BeschSftigte der Nahrungsmittelverarbeitung ;
       10 Millionen vorgelagerte landwirtschaftliche Lieferanten ,
       deren Wettbewerbsfähigkeit davon abhängt , ob sie dem gesunde
       Nahrungsmittel verarbeitenden Sektor Grundstoffe in der
       richtigen Qualität liefern können ;
       10 Millionen nachgelagerte Beschäftigte im Bereich der Ver¬
       teilung und Beschaffung von Nahrungsmitteln , der für die
       Erhaltung der Qualität in der Zeit zwischen Erzeugung und
       Verbrauch    verantwortlich      ist    und    die    unmittelbare
       Schnittstelle mit dem Verbraucher darstellt ;
       Lieferanten   ausserlandwirtschaftlicher       Vorleistungen   zur
       Nahrungsmittelverarbeitung     ( z.B.   Geschmacks -,  Färb-   und
       Konservierungsstoffe , Enzyme und Verarbeitungsmaschinen ).
Der Vorschlag sollte mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der
europäischen      Industrie     fördern ,    sowohl     der   unmittelbar
teilnehmenden Unternehmen als auch solcher , denen die Ergebnisse
mitgeteilt werden ; die Vorhaben selbst befinden sich jedoch auf der
 Ebene der vorwettbewerblichen Entwicklung .
 34
 ---pagebreak--- Das      Programm   soll    in   seinen Wirkungen   keinen bestimmten
geographischen        Raum     bevorzugen .    Auf den     Aufruf    zur
Interessensbekundung       für    ECLAIR gingen Antworten betreffend
Nahrungsmittel aus jedem Mitgliedsstaat ein . Ebenso betreffen die
Nahrungsmittelmassnahmen von COST alle Mitgliedsstaaten .
III . Welche unmittelbaren Verpf lichtunqen sind mit diesem Programm
        für die Wirtschaft verknüpft ?
Die Bedingungen für die Teilnahme an gemeinsam getragenen
Massnahmen ( d.h . grenzüberschreitende Zusammenarbeit ; im Normalfall
50     %   Eigenf inanzierung ,   hauptsâchlich durch die Industrie ;
mindestens ein Teilnehmer aus Industrie oder Landwirtschaft je
Vorhaben ) sind Gewähr dafür , dass das Programm auf die Wirtschaft
ausgerichtet ist . Natürlich besteht keine Pflicht zur Teilnahme .
Das Schwergewicht soll auf Aktivitäten zum Informationsaustausch
und -Verbreitung während des Programms und danach liegen . ( Es ist
vorgesehen , mit dieser Aufgabe einen Bediensteten der A-Kategorie
ganztägig zu betrauen .)
IV .   Welche     mittelbaren     Verpf lichtunqen dürften    nationale .
     • régionale oder ûrtliche Behûrden der Wirtschaft auferlegen ?
Für die Durchführung dieser Ratsentscheidung sind von Seiten der
nationalen Regierungen • oder örtlichen Behörden keine Aktionen
notwendig . Dieser Vorschlag hat keine nachteiligen Auswirkungen auf
Unternehmen , abgesehen von den Kosten , die bei der Erstellung
abgelehnter Vorhabensvorschläge entstanden sind . Zusätzlich ergibt
sich ein Nutzen aus der " freien Beratung " und dem sogar bei
abgelehnten Vorschlägen vorgesehenen massgebenden Rücklauf von
Informationen .
V.      Vorkehrunqen für Klein - und Mittelunternehmen
Obwohl in diesem Programm für Klein- und Mittelunternehmen keine
Vorkehrungen       ausdrücklich     vorgeschlagen  worden    sind ,  ist
vorgesehen , daß sie aus diesem Vorschlag den grössten Nutzen
ziehen . Zur eigenen Forschung ausserstande , sind diese Firmen auf
die Ergebnisse der staatlich finanzierten Forschung und Entwicklung
angewiesen . Ihre Teilnahme an einem Vorhaben wird jedoch bei der
Auswahl der Vorhaben wohlwollend berücksichtigt .
Der Verbreitung von Informationen über die Forschungsergebnisse
wird besonderer Vorrang eingeräumt . Besonderes Gewicht wird auf die
Verfügbarkeit dieser Informationen für Klein- und Mittelbetriebe
gelegt werden .
Die Teilnahmebedingungen , die in Anlehnung an die des BRITE -
Programms formuliert wurden , bieten den Klein- und Mittelbetrieben
den Vorteil , dass alle Unterzeichner eines ECLAIR-Vertrags gleich
                                                                    35
 ---pagebreak--- behandelt werden .
VI . Voraussichtliche Auswirkungen auf :
a ) die wirtschaf tliche Wettbewerbsf ühigkeit
Da FLAIR auf die vorwettbewerbliche Entwicklung abzielt , genauer
gesagt auf die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Industrie durch       Erhöhung des       Qualitäts -,   Sicherheits - und
Nährwertniveaus      der     Nahrungsmittel ,      die    Förderung    der
Zusammenarbeit in der Forschung und durch Entwicklung besserer
Verbindungen zwischen Verarbeitern , Verteilern , Forschern und dem
Verbraucher , sind mittel - und sicherlich langfristig - Auswirkungen
wie eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Industrie zu erwarten ( siehe Punkt I ).
b ) die Beschâftigung
Die Auswirkungen auf die Beschäftigung sind schwer abzuschätzen ,
vor allem vor dem Hintergrund eines langfristigen Beschäftigungs ¬
rückgangs in allen Bereichen des Ernährungssystems . Eine grössere
internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Verarbeiter
von Nahrungsmitteln sollte jedoch langfristig positive Auswirkungen
auf die Beschäftigung in der Industrie haben , und zwar besonders
in kleinen Unternehmen , die in Marktnischen für spezielle ,
hochwertige Güter Möglichkeiten zum Wachstum haben . In ähnlicher
Weise wird die Beschäftigung in der Landwirtschaft von einer
wettbewerbsfähigen Nahrungsmittel - verarbeitenden Industrie in
ländlichen    Gebieten profitieren .        In  den    Beschaffungs -  und
Verteilungs Sektoren     wird    die    Beschäftigung    nicht   ungünstig
beeinflusst werden .
VII . Beratunq mit einschlaqiqen reprâsentativen Orqanisationen
Das     Programm     wurde     dem      Beratenden     Verwaltungs -   und
Koordinierungsausschuss        ( BVKA )    für     das     Biotechnologie-
Forschungsprogramm vorgelegt , ebenso dem Ständigen Ausschuss für
Agrarforschung und der Arbeitsgruppe Biotechnologie des Beratenden
Industrief orschungs - und Entwicklungsausschusses ( IRDAC ). In diesen
Ausschüssen sind alle Industriesektoren , Forschungsanstalten der
Industrie und Gewerkschaften vertreten .
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