CELEX: 51974PC0966
Language: de
Date: 1974-07-04
Title: VORSCHLAG FUER EINE RICHTLINIE DES RATES ZUR ANGLEICHUNG DER RECHTSVORSCHRIFTEN DER MITGLIEDSTAATEN FUER NAHTLOSE GASFLASCHEN AUS ALUMINIUMLEGIERUNG

13. 9. 74                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                          Nr. C 104/75
              Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mit-
                             gliedstaaten für nahtlose Gasflaschen aus Aluminiumlegierung
                               (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 18. Juli 1974)
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                       — denen beim Verschließen des Bodens Metall bei-
 GEMEINSCHAFTEN —                                                   gefügt wird.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro-                                         Artikel 2
päischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf
 Artikel 100,                                                   Als Flaschen der EWG-Bauart gelten Flaschen, die die
                                                                im Anhang zu dieser Richtlinie festgesetzten Vor-
 auf Vorschlag der Kommission,
                                                                schriften erfüllen.
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                                      Artikel 3
schusses,
                                                               Die Mitgliedstaaten dürfen aus Gründen der Kon-
in Erwägung nachstehender Gründe:                               struktion und der Kontrolle das Inverkehrbringen und
In den Mitgliedstaaten werden die Ausführung sowie              die bestimmungsgemäße Verwendung von Flaschen
die Kontrollen von Gasflaschen durch zwingende                  der EWG-Bauart, die unter den in Artikel 4 dieser
Vorschriften geregelt, die sich von Mitgliedstaat zu            Richtlinie genannten Bedingungen mit dem EWG-
Mitgliedstaat unterscheiden und dadurch den Waren-              Zulassungszeichen und dem EWG-Kennzeichen nicht
verkehr mit diesen Gasflaschen behindern. Deshalb               verweigern, verbieten oder beschränken.
sind diese Bestimmungen einander anzugleichen.
Die Richtlinie des Rates vom             zur Angleichung                                Artikel 4
der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über ge-
                                                               Gasflaschen der EWG-Bauart unterliegen:
meinsame Vorschriften für Druckbehälter und die
Kontrollmethoden für diese Behälter definiert insbe-           a) der EWG-Zulassung, wenn der Prüfdruck der
sondere die Verfahren der EWG-Bauartzulassung und                   Wasserdruckprüfung höchstens 225 bar und der
der EWG-Zulassungsprüfung. Gemäß dieser Richt-                      Fassungsraum der Flaschen mindestens 0,2 1 und
linie sind die technischen Vorschriften festzulegen,                höchstens 1 1 beträgt;
denen nahtlose Gasflaschen aus Aluminiumlegierung
der EWG-Bauart mit einem Inhalt von 0,2 bis 150                b) der EWG-Zulassung und der EWG-Prüfung,
Liter genügen müssen, um nach erfolgter Kontrolle                   1. wenn der Prüfdruck der Wasserdruckprüfung
und versehen mit den vorgesehenen Stempeln und                         höchstens 225 bar und der Fassungsraum der
Zeichen, frei in den Verkehr gebracht und verwendet                    Flaschen mehr als 1 1 und höchstens 150 1 be-
werden zu dürfen —                                                     trägt;
H A T FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:                                 2. unabhängig vom Fassungsraum, wenn der
                                                                       Prüfdruck der Wasserdruckprüfung mehr als
                        Artikel 1                                      225 bar beträgt.
(1)     Diese Richtlinie betrifft die druckfeste Wan-
dung von nahtlosen Gasflaschen aus Aluminiumlegie-                                     Artikel 5
rung. Das sind aus einem einzigen Stück bestehende
Flaschen mit einem Fassungsraum von 0,2 Liter bis              (1)     Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen
einschließlich 150 Liter, die wiederholt gefüllt werden        Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft, um
können und dazu bestimmt sind, verdichtete, verflüs-           dieser Richtlinie innerhalb von 18 Monaten nach
sigte oder unter Druck gelöste Gase aufzunehmen,               ihrer Bekanntgabe nachzukommen, und unterrichten
deren effektiver Überdruck bei einer Temperatur von            hiervon unverzüglich die Kommission.
15° 1 bar übersteigen kann.                                    (2)     Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, daß der
Diese Gasflaschen werden im folgenden mit „Fla-                Kommission der Wortlaut der innerstaatlichen
schen" bezeichnet.                                             Rechtsvorschriften mitgeteilt wird, die sie auf dem
                                                               unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.
(2)     Ausgenommen von dieser Richtlinie sind Fla-
schen,
                                                                                       Artikel 6
— die aus einer Aluminiumlegierung bestehen, deren
    Festigkeit höher ist als 500 N/mm 2 ;                      Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
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                                                      ANHANG      I
            1.     B E N E N N U N G E N U N D Z E I C H E N , DIE IN DIESEM A N H A N G V E R W E N D E T
                   WERDEN
            1.1.   Elastizitätsgrenze
                   Der Begriff „Streckgrenze" bezieht sich auf die konventionelle 0,2-% Dehngrenze R p , d. h.
                   diejenige Spannung (o), bei der eine nichtproportionale Dehnung des Prüfstabes von
                   0,2% der Meßlänge auftritt.
            1.2.   Die in den Vorschriften dieses Anhangs verwendeten Zeichen haben folgende Bedeu-
                   tung:
                         =
                   Ph       relativer Prüfdruck der Wasserdruckprüfung in bar (rechnerischer Druck)
                   Pr    = beim Berstversuch gemessener relativer Berstdruck der Flasche in bar
                   Re    = Mindestwert der vom Hersteller der Flasche gewährleisteten Dehngrenze
                            (Rp 0,2) in N / m m 2
                         =
                   Rm       vom Flaschenhersteller gewährleistete Mindestzugfestigkeit in N / m m 2
                   a     = rechnerische Mindest-Wanddicke des zylindrischen Teils in m m
                   D     = maximaler Außendurchmesser der Flasche in mm
                   Rr    = effektive Zugfestigkeit in N / m m 2
                   d      = Durchmesser des D o m e s für den Biegefaltversuch
            2.     TECHNISCHE VORSCHRIFTEN
            2.1.   Werkstoffe
            2.1.1. Z u r Herstellung der Gasflaschen sind solche Aluminiumlegierungen zu verwenden, die
                   nach der für die Flaschen vorgesehenen Wärmebehandlung eine ausreichende Korro-
                   sionsbeständigkeit gegen Witterungseinflüsse aufweisen.
            2.1.2. Z u r Herstellung der Flaschen sind Aluminiumlegierungen zugelassen, deren chemische
                   Zusammensetzung aus nachstehender Tabelle ersichtlich ist:
                                                                      Chemische Zusammensetzung
                           Legierungstyp
                                                  Cu        Mg       Si       Fe     Mn      Zn    Cr  Ti+Zr
                   a)
                                         min.               2,4                      0,3
                   Al-Mg 3 Mn
                                         max.     0,10      3,8     0,5      0,5     1,0     0,2  0,25  0,2
                   b)
                                         min.              4.0                       0,3
                   Al-Mg 4,5 M n
                                         max.     0,10      5.1     0,5      0,5     1,0     0,2  0,25  0,2
                   c)
                                         min.               0,4     0,6              0,4
                   Al-Si 1 Mg
                                         max.     0,10      1,4     1,6      0,5     1,0     0,2  0,35  0,2
                   d)
                                         min.     5,2       0,2                      0,15
                   Al-Cu-Mg
                                         max.     6,0       0,4     0,2      0,3     0,35    0,10 0,10  0,25
                   Für die Auswertung der Ergebnisse der chemischen Analyse dieser Legierungen wird
                   auf die ISO-Empfehlung R 209-1971, Seite 4, verwiesen.
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          2.1.3. Zur Herstellung der Flaschen kann jede andere Legierung verwendet werden, voraus-
                 gesetzt, daß sie vorher die Klima-Korrosionsprüfungen mit Erfolg durchlaufen hat,
                 die in Anhang II dieser Richtlinie bzw. in den Angaben des Ausschusses für die An-
                 passung an den technischen Fortschritt aufgeführt sind, der in Artikel 19 der Richtlinie
                 des Rates vom             über die Anpassung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten
                 betreffend gemeinsame Bestimmungen für Druckbehälter und Prüfverfahren für diese
                 Behälter erwähnt ist.
          2.1.4. Der Flaschenhersteller hat die Werkzeugnisse der Schmelzenanalyse der für die Flaschen -
                 herstellung gelieferten Aluminiumlegierungen zu beschaffen und zu liefern.
          2.1.5. Die Kontrollbehörde muß die Möglichkeit haben, unabhängige Analysen durchzu-
                 führen. Die Proben für diese Analysen sind entweder aus den dem Flaschenhersteller
                 vom Fliittenwerk angelieferten Gußblöcken oder den fertigen Flaschen zu entnehmen.
          2.2.   Thermische und mechanische Behandlungen
                 Der Hersteller muß die Fertigungsweise angeben: kalt verarbeitet bzw. Art der Wärme-
                 behandlung (Temperatur und Dauer) und Abkühlungsweise.
          2.3.    Berechnung der unter Druck stehenden Teile
          2.3.1. Die Wanddicke muß an jeder Stelle der Gasflasche mindestens den aus der nach-
                 stehenden Formel für den zylindrischen Teil berechneten Wert haben:
                                                      a =      Ph • D
                                                           20 i R e
                                                                  ' + Ph
                                                             1,3
                 Der in die Formel eingesetzte Wert für R e darf auf keinen Fall höher sein als 0,85
                 R m , unabhängig von der Art der verwendeten Legierung.
          2.3.2. Die Mindestwanddicke darf auf keinen Fall kleiner sein als 1,5 mm, 2 mm bzw. 3 mm,
                 entsprechend einem Flaschendurchmesser unter 50 mm, zwischen 50 bis 150 mm oder
                 über 150 mm.
          2.3.3. Die Wanddicke und die Form des Bodens und des Halswulstes müssen derart sein,
                 daß sie die Prüfung unter Punkt 3.2 (Berstprüfung) und 3.3 (Druckschwellversuch)
                 dieses Anhangs erfüllen.
          2.3.4. Um eine befriedigende Spannungsverteilung zu erhalten, muß die Wanddicke der Flasche
                 im Übergangsbereich zwischen dem zylindrischen Teil und dem Boden progressiv er-
                 höht werden; Boden und Wand dürfen keinen Fehler aufweisen.
          2.4.   Bau und einwandfreie Ausführung
          2.4.1. Jede Flasche ist, bevor sie im letzten Arbeitsgang geschlossen wird, auf Einhalten
                 der erforderlichen Wanddicke und auf etwaige Oberflächenfehler innen und außen zu
                 prüfen, und zwar:
                 — darf die Wanddicke an keiner Stelle kleiner als in der Zeichnung angegeben sein;
                 — muß die Innen- und Außenseite der Flasche frei von Fehlern sein, die die Be-
                      triebssicherheit der Flasche gefährden können.
          2.4.2. Die Unrundheit der zylindrischen Teile muß innerhalb einer Grenze bleiben, die da-
                 durch gegeben ist, daß der Unterschied zwischen dem größten und kleinsten Außen-
                 durchmesser des gleichen Querschnitts höchstens 2% des mittleren Durchmessers be-
                 tragen darf.
          2.4.3. Ein etwa vorhandener Flaschenfuß muß eine ausreichende Festigkeit besitzen und aus
                 einem Werkstoff hergestellt sein, der dem Flaschen Werkstoff angepaßt ist. Seine Form
                 soll nach Möglichkeit zylindrisch sein und der Flasche eine ausreichende Stand-
                 sicherheit geben. Der Flaschenfuß darf weder eine Wasseransammlung noch ein Eindrin-
                 gen von Wasser zwischen Fuß und Flasche ermöglichen.
 ---pagebreak--- Nr. C 104/78                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 13. 9. 74
            3.         PRÜFVERSUCHE
            3.1.       Mechanische Prüfungen
            3.1.1.     Allgemeine Vorschriften              i
                       Alle mechanischen Versuche zur Überwachung der Legierungseigenschaften der Gas-
                       flaschen sind an Proben vorzunehmen, die aus den fertigen Flaschen entnommen
                       sind.
             3.1.2.    Prüfarten und Beurteilung der Prüfergebnisse
                       An jeder Probeflasche werden ein Zugversuch in Längsrichtung und vier Biegefalt-
                       versuche in Richtung des Umfangs durchgeführt.
            3.1.2.1.   Zugversuch
            3.1.2.1.1. Der Zugversuch wird an einem Prüfstab der in Abb. 1 dieses Anhangs angegebenen
                       Art mit der Meßlänge LCT = 5,65 V F ausgeführt, wobei F der Querschnitt des Prüf-
                       stabes ist. Die beiden Flächen des Prüfstabes, die jeweils der Innen- und Außen-
                       wandung der Flasche entsprechen, dürfen nicht bearbeitet sein.
            3.1.2.1.2. Die Bruchdehnung in Prozent darf nicht kleiner sein als:
                       — 12% bei den Legierungsfamilien gemäß a), b), c) der Tabelle von Punkt 2.1.2, sowie
                           bei den Legierungen nach Punkt 2.1.3;
                       — 10% bei den Legierungsfamilien gemäß d) der Tabelle von Punkt 2.1.2.
            3.1.2.2.   Biege-Falt-Versuch
            3.1.2.2.1. Der Biege-Falt-Versuch wird mit Prüfstäben ausgeführt, die durch Zerschneiden eines
                       Ringes mit einer Breite gleich „3a" in zwei gleiche Teile erhalten werden. Auf jeden
                       Fall darf die Breite des Prüflings nicht kleiner sein als 25 mm. Jeder Streifen darf nur
                       an den Rändern bearbeitet sein.
            3.1.2.2.2. Der Biege-Falt-Versuch wird mit einem Dorn von Durchmesser d und zwei Zylindern
                       durchgeführt, die um den Abstand d + 3a voneinander entfernt sind. Während des
                       Versuches muß die Innenfläche des Ringes am Dorn anliegen.
            3.1.2.2.3. Am Prüfstab dürfen beim Biegen um einen Dorn keine Risse auftreten, wenn der
                       Abstand der beiden Innenseiten des gefalteten Prüfstabes nicht größer ist als der
                       Durchmesser des Dornes.
            3.1.2.2 4. Das Verhältnis (n) des Dorndurchmessers zur Wanddicke der Probe ist der nach-
                       stehenden Tabelle zu entnehmen:
                                           Tatsächliche Zugfestigkeit
                                                                                            Wert von n
                                                 Rt. in N / m m 2
                                 bis einschließlich 330                                         6
                       über 330 bis einschließlich 400                                         7
                       über 400 bis einschließlich 500                                          8
            3.2.       Wasserdruck-Berstprüfung
            3.2.1.     Versuchsbedingungen
            3.2.1.1.   Die Wasserdruck-Berstprüfung ist in zwei aufeinanderfolgenden Stufen mittels einer
                       Prüfeinrichtung durchzuführen, die einen stetigen Druckanstieg bis zum Bersten der
                       Flasche und eine Aufzeichnung der Kurve des Druckverlaufs über die Zeit gestattet.
            3.2.1.2.   In der ersten Stufe muß die Geschwindigkeit des Druckanstiegs bis zum Wert, der
                       dem Beginn der plastischen Verformung entspricht, etwa 1 bar/s betragen.
 ---pagebreak--- 13. 9. 7 4                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 104/79
                      Nach Erreichen dieses Wertes wird die Fördermenge der Pumpe (zweite Stufe) auf das
                      Vierfache der Fördermenge der ersten Stufe eingestellt und bis zum Bersten der Flasche
                      konstant gehalten.
            3.2.2.    Versuchsdurchführung
                      Die Wasserdruck-Berstprüfung muß folgende Beurteilung ermöglichen:
                      — Auswertung der Druck-/Zeit-Kurve zur Bestimmung des Drucks, bei welchem die
                           plastische Verformung der Flasche beginnt, ferner des Berstdrucks sowie der Ver-
                           formung der Flasche während des Versuchs,
                      — Untersuchung des Bruches und der Form der Bruchränder.
            3.2.3.    Annahmekriterien     der Berstprüfung
            3.2.3.1.  Der Druck, der dem Beginn der plastischen Verformung entspricht, muß mindestens
                     4
                       / 3 des Prüf drucks der Wasserdruckprüfung betragen.
           3.2.3.2.  Der gemessene Berstdruck (Pr) muß mindestens 5 / 3 des Prüfdrucks (Ph) betragen.
           3.2.3.3.   Der Berstversuch darf nicht zur Folge haben, daß sich von der Flasche Bruch-
                      stücke ablösen.
           3.2.3.4.   Der Hauptbruch darf kein Sprödigkeitsbruch sein, d.h. die Bruchränder dürfen nicht
                      radial verlaufen, sondern müssen gegenüber der Durchmesserebene geneigt sein und
                     eine Brucheinschnürung über die ganze Wanddicke aufweisen.
           3.2.3.5.  Der Bruch darf keinen charakteristischen Werkstoffehler erkennen lassen.
           3.2.3.6.  Der Bruch muß im zylindrischen Teil entstehen, ohne auf den Boden oder den Hals-
                     wulst überzugreifen.
           3.2.4.    Hilfskennwerte     zur Auswertung des Versuchs
           3.2.4.1.  Messung des Wasservolumens, das vom Beginn des Druckanstiegs bis zum Bersten der
                     Flasche verbraucht wird, zum Nachweis der volumetrischen Ausdehnung der Flasche.
           3.2.4.2.  Messung der Vergrößerung des Flaschenumfangs in der Bruchzone.
           3.3.      Druckschwellversuch
           3.3.1.    Der Druckschwellversuch wird an 2 Flaschen, für die der Hersteller die Gewähr
                     übernimmt, daß die konstruktiv vorgesehenen Mindestwanddicken praktisch einge-
                     halten sind, mit einer nicht ätzenden Flüssigkeit vorgenommen.
           3.3.2.    Dieser Versuch wird durchgeführt, indem eine Wasserdruckprüfung mit wiederholtem
                     Druckanstieg vom Anfangs- bzw. Restdruck bis zum sogenannten Prüfdruck vorge-
                     nommen wird/
                     Die Versuchsparameter müssen eine der nachstehenden Bedingungen erfüllen, deren
                     Auswahl dem Mitgliedstaat überlassen ist:
                     1. — Gesamtzahl der Druckwechsel:         80 000
                                                              2
                          — Prüfdruck:                          / 3 Ph + Restdruck
                          — Frequenz:                          15 Druckzyklen/Minute
                     2. — Gesamtzahl der Druckzyklen:          15 000
                          — Prüfdruck:                        Ph + Restdruck
                          — Frequenz:                         5 Druckzyklen/Minute.
                     Der Restdruck (der nach der Druckentlastung in der Flasche vorhanden ist) darf 5 %
                     des Prüfdrucks nicht überschreiten.
                     Die an der Außenseite der Flaschenwandung gemessene Temperatur darf bei dem Ver-
                     such 50 °C nicht übersteigen.
           3.3.3.    Während des Versuchs dürfen keinerlei Brüche auftreten.
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            3.4.    Wasserdruckprüfung
            3.4.1.  Der Prüfdruck der Wasserdruckprüfling muß gleich dem rechnerischen Druck (Ph)
                    sein.
            3.4.2.  Der Wasserdruck in der Flasche muß stetig ansteigen, bis der Prüfdruck erreicht
                    ist.
            3.4.3.  Der Wasserdruck verbleibt so lange unter dem Prüfdruck, bis sicher erkannt ist, daß
                    keine Neigung zur Drucksenkung besteht und Dichtigkeit erzielt worden ist.
            3.4.4.  Getestete Flaschen, die den Anforderungen dieser Prüfung nicht genügen, sind zu
                    verwerfen.
             4.     EWG-BAUARTZULASSUNG
            4.1.    Der Antragsteller für die Zulassung hat die für die nachstehenden Feststellungen not-
                    wendigen Unterlagen sowie die zur Durchführung der nachgenannten Prüfungen er-
                    forderliche Anzahl Flaschen (nicht mehr als acht) als Prototypen, die für die künftige
                    Produktion voll repräsentativ sind, zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat er alle
                    weiteren Auskünfte zu erteilen, die der Mitgliedstaat anfordert.
             4.2.   Bei der EWG-Bauartzulassung hat der Mitgliedstaat:
                    — nachzuprüfen, ob die unter Nr. 2.3 aufgeführten Berechnungen stimmen;
                    — nachzuprüfen, ob die unter Nr. 2.1 und 2.2 aufgeführten Bedingungen erfüllt sind;
                    — an den als Prototyp zur Verfügung gestellten Flaschen:
                         — die in Nummer 3.1.2 vorgesehenen Prüfungen durchzuführen, wobei jedoch die
                             Zahl der Zugversuche auf drei festgesetzt wird;
                         — die in Nummer 3.2 vorgesehene Prüfung an 2 Flaschen durchzuführen;
                         — die in Nummer 3.3 vorgesehene Prüfung an 2 Flaschen durchzuführen, außer
                             wenn als einziger Parameter die Flaschenlänge differiert und diese innerhalb der
                             Längen der bereits zugelassenen Flaschen liegt;
                         — die EWG-Zulassungsbescheinigung nach dem in Anhang III der Richtlinie dar-
                             gestellten Muster auszustellen.
             5.     EWG-PRÜFUNG
             5.1.   Der Flaschenhersteller muß im Hinblick auf die EWG-Prüfung:
             5.1.1.  der Prüfbehörde zur Verfügung stellen:
                    — die EWG-Zulassungsbescheinigung,
                    — die Analysenbescheinigung der zur Herstellung der Flaschen verwendeten Alumi-
                         niumlegierungen und, falls die Flasche aus einer der in der Tabelle des Punktes
                         2.1.2 unter d) bezeichneten Legierung hergestellt wurde, die Ergebnisse der inter-
                         kristallinen Korrosionsversuche. Diese Versuche werden entsprechend einer der
                         unter Punkt 1 des Anhangs II dieser Richtlinie bezeichneten Methoden durchgeführt,
                         und zwar an Proben, die aus einer Flasche pro Anlassencharge entnommen wurden,
                    — geeignete Unterlagen zur Identifizierung der Schmelzen der Aluminiumlegierungen,
                         aus denen die Gasflaschen gefertigt sind,
                    — die Unterlagen, auf Grund deren bescheinigt werden kann, daß die der EWG-
                         Prüfung unterzogenen Flaschen die gleiche Wärmebehandlung erfahren haben wie
                         die zur Zulassung vorgelegten Flaschen,
                    — eine Liste der Gasflaschen mit den unter Nummer 6 vorgesehenen Zahlen und
                         Aufschriften.
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          5.2.     Bei der EWG-Prüfung
           5.2.1.  wird von der Prüfbehörde:
                  — festgestellt, ob die Zulassung erteilt worden ist und die Flaschen mit ihr über-
                      einstimmen,
                  — festgestellt, ob die Unterlagen mit den Angaben über die Werkstoffe in Ordnung
                      sind,
                  — geprüft, ob die technischen Vorschriften gemäß Nummer 2 eingehalten sind, ins-
                      besondere, ob die Herstellung sowie die vom Hersteller gemäß Nummer 2.4.1
                      durchgeführten Kontrollen als zufriedenstellend angesehen werden können, und
                      zwar mittels einer stichprobenweiwe an 5 bis 10% jeder Flaschenlieferung
                      durchgeführten äußeren und inneren Sichtprüfung der Flasche,
                  — den unter Nummer 3.1 und 3.2 vorgesehenen Prüfversuchen beigewohnt und deren
                      Durchführung beaufsichtigt,
                  — die Richtigkeit der vom Hersteller gemachten Angaben auf Grund der unter
                      Nummer 5.1.1 (5. Unterabsatz) genannten Liste geprüft.
                      Diese Prüfung wird an 5 bis 10% der Flaschen jeder Flaschenlieferung vorge-
                      nommen,
                  — die EWG-Zulassungsbescheinigung nach dem im Anhang IV der Richtlinie darge-
                      stellten Muster ausgestellt.
          5.2.2.  Für die Durchführung der in Nummer 3.1 und 3.2 vorgeschriebenen Versuche werden
                  aus jedem Los von 402 aus derselben Schmelze stammenden Flaschen, die derselben
                  thermischen Behandlung unterworfen wurden, sowie aus jedem weniger als 402
                  Flaschen umfassenden Restlos zwei Flaschen stichprobenweise entnommen.
                  Eine Flasche wird den in Nummer 3.1 vorgeschriebenen Prüfversuchen (Berstprüfung)
                  unterzogen.
                  Ergeben sich bei einem Prüfversuch auch nur teilweise unbefriedigende Resultate,
                  so werden dem Los zwei weitere Flaschen stichprobenweise entnommen und dem
                  Prüfversuch, bei dem die unbefriedigenden Ergebnisse aufgetreten sind, unterzogen.
                  Wenn eine der beiden zusätzlich geprüften Flaschen nicht den Anforderungen genügt,
                  so sind sämtliche Flaschen des entsprechenden Loses endgültig zurückzuweisen.
          5.2.3.  Die Auswahl der Stichproben sowie die Durchführung aller Versuche erfolgt im Beisein
                  eines Vertreters der Prüfbehörde.
          5.2.4.  Sind alle vorgeschriebenen Versuche durchgeführt worden, so werden alle Flaschen
                  des Loses im Beisein und unter der Aufsicht eines Vertreters der zuständigen Be-
                  hörde einer Wasserdruckprüfung gemäß 3.4 unterzogen.
          5.3.    Befreiung von der EWG-Prüfung
                  Für die im Artikel 4 Buchstabe a) dieser Richtlinie vorgesehenen Flaschen und ent-
                  sprechend Artikel 15 Buchstabe a) der Richtlinie des Rates vom           zur Angleichung
                  der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über gemeinsame Vorschriften für Druckbe-
                  hälter und ihre Kontrollmethoden werden alle unter Nummer 5.2 genannten Prüfungen
                  und Versuche vom Hersteller unter seiner Verantwortung durchgeführt.
                  Der Hersteller stellt der Prüfbehörde alle Unterlagen und Prüfprotokolle zur Ver-
                  fügung.
                  Das Beisein eines Vertreters der zuständigen Prüfbehörde gemäß Nummer 5.2.3 und
                  5.2.4 ist nicht erforderlich.
          6.      STEMPELUNG UND AUFSCHRIFTEN
          6.1.    Sind alle vorgeschriebenen Prüfungen von der Kontrollbehörde durchgeführt und zu-
                  friedenstellende Ergebnisse erzielt \yorden, so stellt diese eine Bescheinigung über die
                  erfolgte Prüfung der Flaschen aus.
          6.2.    Die Aufschriften sind zusammenzufassen; auf der druckfesten Wandung der Flasche
                  darf keinerlei Stempelung vorgenommen werden.
 ---pagebreak--- Nr. C 104/82                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              13. 9. 74
            6.3.   Auf jeder Flasche wird im Werkstoff des Halswulstes oder auf einem etwa vor-
                   handenen Fabrikschild, das mindestens 3 m m Dicke besitzen muß, das in N u m m e r 5.3
                   des Anhangs I der Richtlinie des Rates vom              zur Angleichung der Rechtsvor-
                   schriften f ü r Druckbehälter und ihre Kontrollmethoden vorgesehene Zeichen „(£)",
                   an den in Artikel 4 Buchstabe a) dieser Richtlinie vergesehenen Flaschen das
                   EWG-Zulassungszeichen           gemäß N u m m e r 5.1 des Anhangs I, gefolgt von dem
                   Stempel der EWG-Prüfung „ e " gemäß N u m m e r 3.1.1.1 a) des Anhangs II der vor-
                   genannten Richtlinie bei Flaschen nach Artikel 4 Buchstabe b) dieser Richtlinie ange-
                   bracht.
                   Dazu k o m m e n folgende weitere Aufschriften:
            6.4.   Aufschriften betreffend die Herstellung
            6.4.1.  Werkstoff
                   Eine Zahl, die den der Berechnung zugrunde gelegten Wert von R e in N / m m 2 angibt.
            6.4.2. Wasserdruckprüfung
                   Der Wert des Prüfdrucks in bar, in größeren Ziffern als die anderen Angaben, und
                   darüber das D a t u m der ersten Wasserdruckprüfung (Monat und Jahr).
            6.4.3. Flaschentyp
                   Unter der Zahlenangabe des Prüfaufdrucks das Flaschengewicht in kg ohne Absperr-
                   ventil und der vom Hersteller garantierte Mindestfassungsraum der Flasche in Liter.
                   Das Gewicht und der Fassungsraum müssen mit dreistelligen Zahlen angegeben werden,
                   die dritte Stelle m u ß beim Fassungsraum abgerundet, beim Gewicht aufgerundet
                   werden.
            6.4.4. Herkunft   der Flasche
                   Die Fabrikmarke und die Fabrikationsnummer.
            6.4.5. Beispiel:
                                                       04/72
                                             £ e   270 2 2 5     ••••6,851
                                                      10,4/40,5
 ---pagebreak--- 13.9.74 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C104/83
                                     in
                       OS
 ---pagebreak--- Nr. C 104/84                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             13. 9. 74
                                                       ANHANG II
                                                KORROSIONSPRÜFUNGEN
            I. PRÜFVERFAHREN ZÜR BEURTEILUNG DER EMPFINDLICHKEIT GEGENÜBER INTER-
                                               KRISTALLINER KORROSION
            Das nachstehend beschriebene Verfahren besteht darin, daß aus der untersuchten Flasche ent-
            nommene Proben parallel in zwei verschiedene Prüflösungen eingetaucht werden, um etwaige
            interkristalline Korrosion festzustellen und deren Art und Intensität zu bestimmen. Die Unter-
            suchung auf die Ausdehnung der interkristallinen Korrosion erfolgt metallographisch an quer
            zur beanspruchten Oberfläche verlaufenden Schliffen.
            1.1.        Entnahme
                       Die Proben werden aus dem Halswulst, dem Mittelteil und dem Boden der Flaschen
                       entnommen (Abb. 1), so daß die Versuche mit Hilfe sowohl der in 2.1.1 bestimmten
                       Lösung A als auch der in 2.1.2 bestimmten Lösung B an dem auswiesen drei Teilen
                       der Flasche stammenden Werkstoff durchgeführt werden können.
                       Es müssen genügend Proben entnommen werden, um die Anforderungen der Absätze
                       2.2.1 und 2.2.2 zu erfüllen.
                       Jede Probe muß der allgemeinen Form und den Abmessungen der Abbildung 2 ent-
                       sprechen.
                       Die Flächen al a2 a3 a4, bl b2 b3 b4, al a2 b2 bl, a4 a3 b3 b4 werden alle mit einer
                       Bandsäge herausgesägt und danach mit einer feinen Feile sorgfältig zugerichtet. Die
                       Oberflächen al a4 b4 bl und a2 a3 b3 b2, die der Innen- bzw. der Außenseite der
                       Flaschen entsprechen, werden im Herstellungszustand belassen.
            1.2.       Vorbereitung der Oberfläche vor dem Korrosionsangriff
            1.2.1.      Erforderliche Reagenzien
                       HNO3 für Analyse, Dichte 1,33,
                       HF für Analyse, Dichte 1,14 (40%),
                       Entionisiertes Wasser.
            1.2.2.     Analysengang
                       In einem Pyrex-Becher von 1 Liter wird folgende Lösung angesetzt:
                       H N 0 3 : 63 cm3
                       HF:         6 cm8
                       H20 :    929 cm3
                       Die Lösung wird auf 95 °C erwärmt.
                       Jede an einem Aluminiumdraht aufgehängte Probe wird eine Minute lang mit dieser
                       Lösung behandelt.
                       Danach wird im laufenden Wasser, anschließend mit entionisiertem Wasser gewaschen.
                       Die Probe wird dann eine Minute lang in Salpetersäure nach 1.2.1 bei Raumtemperatur
                       getaucht, um jeden etwaigen Kupferniederschlag zu entfernen.
                       Mit entionisiertem Wasser abspülen.
                       Um jede Oxydation der Proben zu vermeiden, sind sie sofort nach ihrer Vorbereitung
                       in die für sie bestimmte Korrosionslösung einzutauchen (siehe Punkt 2.2).
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        2.         DURCHFÜHRUNG DER PRÜFUNG
        2.1.       Vorgesehen ist die Verwendung von zwei Prüflösungen, eine mit 57 g/1 Natrium-
                   chlorid und 3 g/1 Wasserstoffsuperoxid (Lösung A) und eine mit 30 g/1 Natrium-
                   chlorid und 5,0 g/1 Salzsäure (Lösung B).
        2.2.       Vorbereitung der Prüflösungen
        2.2.1.     Lösung A
         2.2.1.1.  Erforderliche Reagenzien
                   NaCl            kristallisiert für Analyse,
                   H202            100 bis 110 Vol.-% — medizinal,
                   KMn0 4          für Analyse,
                   H 2 S0 4        für Analyse, Dichte 1,83,
                  Entionisiertes Wasser.
        2.2.1.2.  B e s t i m m u n g des W a s s e r s t o f f s u p e r o x i d s
                  Da Wasserstoffsuperoxid ein wenig stabiles Reagenz ist, muß sein Titer unbedingt vor
                  jeder Verwendung überprüft werden. Dies geschieht folgendermaßen:
                  Man entnimmt 10 cm3 Wasserstoffsuperoxid mit einer Pipette, löst 1 000 cm3 (im
                  Meßglas) mit entionisiertem Wasser, und erhält auf diese Weise eine Wasserstoff-
                  superoxidlösung, die als Lösung C bezeichnet wird.
                  Man gibt in einen Erlenmeyer mit einer Pipette:
                  — 10 cm3 Wasserstoffsuperoxidlösung C,
                  — ca. 2 cm3 Schwefelsäure, Dichte 1,83.
                  Die Bestimmung erfolgt mit einer Permanganatlösung zu 1,859 g/1. Das Permanganat
                  dient selbst als Indikator.
        2.2.1.3.  A u s w e r t u n g der B e s t i m m u n g
                  Die Reaktion des Permanganats mit dem Wasserstoffsuperoxid in schwefelsaurem
                  Milieu wird folgendermaßen geschrieben:
                  2 KMn0 4 + 5 H 2 0 2 + 3 H 2 S0 4             K>S04 + 2 MnS0 4 + 8 H 2 0 + 5 0 2 , wodurch man
                  die Äquivalenz erhält: 316 g KMn0 4 : 170 g H^0 2 .
                  Ein Gramm Wasserstoffsuperoxid reagiert infolgedessen mit 1,859 g Permanganat,
                  weshalb eine Permanganatlösung zu 1,859 g/1 verwendet werden muß, die 1 g/1 Wasser-
                  stoffsuperoxid volumenmäßig sättigt. Das Wasserstoffsuperoxid ist vorher hundertmal
                  verdünnt worden, weshalb 10 cm3 der Probenahme 0,1 cm3 ursprünglichem Wasser-
                  stoffsuperoxid entsprechen.
                  Durch Multiplikation der Anzahl cm8 der zur Bestimmung verwendeten Permanganat-
                  lösung mit 10 erhält man den Tij:er T des ursprünglichen Wasserstoffsuperoxids.
        2.2.1.4.  V o r b e r e i t u n g der L ö s u n g
                   Ansatz für 10 Liter:
                  In entionisiertem Wasser werden 570 g Natriumchlorid in der Weise gelöst, daß man ein
                  Gesamtvolumen von etwa 9 Liter erhält. Anschließend wird die nachstehende Menge
                  Wasserstoffsuperoxid zugegeben und die Lösung nach gutem Durchmischen mit
                  entionisiertem Wasser auf 10 Liter aufgefüllt.
                  Berechnung des der Lösung zuzusetzenden Volumens Wasserstoffsuperoxid
                  Erforderliche Menge reines Wasserstoffsuperoxid: 30 g.
                  Enthält das Wasserstoffsuperoxid T Gramm H 2 0 2 je Liter, so ist das erforderliche
                  Volumen in Kubikzentimetern:
                                                                   1 000 X 30
                                                                            T
 ---pagebreak--- Nr. C 104/86                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 13. 9. 74
            2.2.2.   Lösung B
            2.2.2.1. Erforderliche Reagenzien:
                     NaCl kristallisiert, für Analyse,
                     HCl rein konzentriert 37 % HCl,
                     Entionisiertes Wasser.
            2.2.2.2. Vorbereitung der Lösung:
                     Ansatz für 10 Liter:
                     In 9 Liter entionisiertem Wasser werden 300 g Natriumchlorid und 50 g HCl (50 g
                      = 0,5%) gelöst und die Lösung nach gutem Durchmischen auf 10 Liter aufgefüllt.
            2.3.     Versuchsbedingungen
            2.3.1.   Beanspruchung in Lösung A
                     Die Korrosionslösung wird in ein Kristallisationsgefäß (oder in ein Becherglas) gegeben,
                     das in ein Wasserbad gestellt wird. Das Wasserbad wird mit einem Magnetschüttler
                     umgerührt und die Temperatur mittels Kontaktthermometer geregelt.
                     Die Probe wird mit einem Aluminiumdraht in die Korrosionslösung gehängt bzw. so
                     eingetaucht, daß sie nur auf den Ecken aufliegt, wobei letzteres Verfahren vorzu-
                     ziehen ist. Die Angriffsdauer beträgt 6 Stunden und die Temperatur wird auf 30°
                     ± 1 °C festgesetzt. Es ist darauf zu achten, daß eine solche Menge Reagenz verwendet
                     wird, daß mindestens 10 cm3 je cm2 Probenoberfläche verfügbar sind.
                     Nach dem Angriff wird die Probe mit Wasser abgespült, etwa 30 Sekunden in zur
                     Hälfte verdünnte Salpetersäure getaucht, erneut mit Wasser abgespült und dann mit
                     Druckluft getrocknet.
            2.3.2.   Mehrere Proben können gleichzeitig untersucht werden, unter der Bedingung, daß sie
                     zum gleichen Legierungstyp gehören und sich gegenseitig nicht berühren. Die Mindest-
                     menge an Reagenz je Oberflächeneinheit der Probe ist selbstverständlich einzuhalten.
            2.3.3.   Beanspruchung in der Lösung B
                     Die Prüflösung wird in ein geeignetes Glasgefäß (zum Beispiel ein Becherglas) gegeben.
                     Der Versuch wird bei Raumtemperatur durchgeführt. Lassen sich während der Ver-
                     suchszeit Temperaturveränderungen der Umgebung nicht vermeiden, so wird empfohlen,
                     den Versuch in einem Wasserbad durchzuführen, dessen Temperatur mittels Thermo-
                     stat auf 23 °C geregelt wird. Die Versuchsdauer beträgt 72 Stunden.
                     Die Befestigung der Prüflinge in der Probelösung erfolgt nach Punkt 2.3.1. Nach der
                     Beanspruchung werden die Proben gründlich mit entionisiertem Wasser gespült und mit
                     fettfreier Druckluft getrocknet. Es ist in jedem Fall darauf zu achten, daß das Ver-
                     hältnis Prüflösung/cm 2 Probenoberfläche 10 :1 beträgt (siehe 2.3.1).
            3.       VORBEREITUNG DER PROBEN FÜR DIE PRÜFUNG
           3.1.      Erforderliches Material
                     Schmelzhäfen mit beispielsweise folgenden Abmessungen:
                     — Außendurchmesser:            40 mm
                     — Höhe:                        27 mm
                     — Wanddicke:                    2,5 mm
                     Araldit DCY 230
                                            oder gleichwertiges Material
                     Härter HY 951
 ---pagebreak--- 13.9.74                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 104/87
        3.2.       Arbeitsgang
                   Jede Probe wird senkrecht in einen Schmelzhafen eingesetzt, so daß die Seite a l a2 a3
                   a4 den Boden berührt. Man umgießt die Probe mit einer Mischung aus Araldit DCY
                   230 und Härter HY 951 im Verhältnis 9:1.
                   Die Trocknungszeit beträgt etwa 24 Stunden.
                   Nunmehr wird vorzugsweise auf der Drehbank eine bestimmte Materialmenge von der
                   Fläche a l a2 a3 a4 in der Weise abgenommen, daß eine Prüfung des Schnitts a ' l a'2
                   a'3 und a'4 unter dem Mikroskop keine Korrosion erkennen läßt, die von der Fläche
                   a l a2 a3 a4 ausgegangen ist. Die Entfernung zwischen den Schnittflächen a l a2 a3 a4
                   und a ' l a'2 a'3 a'4, d.h. die auf der Bank abgedrehte Dicke, muß mindestens 2 Milli-
                   meter betragen (Abb. 2 und 3).
                   Der zu prüfende Schnitt wird mechanisch mit Aluminiumoxid auf Papier und an-
                   schließend auf der Filzscheibe poliert.
        4.         MIKROGRAPHISCHE PRÜFUNG DER PROBEN
                   Die Prüfung besteht darin, daß auf dem gesamten Umfang des Schliffes die Stärke
                   der interkristallinen Korrosion festgestellt wird. Auf diese Weise werden die Werkstoff-
                   eigenschaften sowohl an der Außen- als auch an der Innenfläche der Wand und inner-
                   halb der Wanddicke selbst in Betracht gezogen.
                   Anschließend wird der Schliff zunächst bei schwacher Vergrößerung (z. B. 40 X) unter-
                   sucht, um die am meisten angegriffenen Zonen festzustellen, dann bei genügend
                   starker Vergrößerung, in der Regel etwa 300 X, um die Art und die Ausbreitung der
                   Korrosion beurteilen zu können.
        5.         AUSWERTUNG DER MIKROGRAPHISCHEN UNTERSUCHUNGEN
                   Man stellt fest, ob die interkristalline Korrosion oberflächlich ist, d. h. ob ihre Angriffs-
                   tiefe senkrecht zur untersuchten Oberfläche nicht größer ist als drei Krumengrößen.
                   Stellenweise höhere Werte sind jedoch zulässig, sofern sie in nicht mehr als 4 Gefüge-
                   ausschnitten bei 300facher Vergrößerung festgestellt werden.
        II. VERSUCHE ZUR BEURTEILUNG DER VERRINGERUNGEN DER WANDDICKE UNTER
                            DER EINWIRKUNG ATMOSPHÄRISCHER KORROSION
        Die Prüfung des Korrosionsverhaltens wird ergänzt durch einen Feldversuch (field test) der
        fertigen Flaschen bzw. der aus den fertigen Flaschen entnommenen Proben, die den stärksten
        atmosphärischen Korrosionseinflüssen auszusetzen sind, die bei der Verwendung der Flaschen
        auftreten können.
        Dieser Test soll eine Beurteilung der etwaigen Verringerung der Flaschenwanddicke während
        der mittleren Lebensdauer der Flasche ermöglichen.
        Der so gefundene Wert muß gleich oder kleiner als 0,2 mm sein. Eine stärkere Verringerung
        der Flaschenwanddicke als 0,2 mm ist jedoch zulässig, wenn bei der Berechnung der Dicke
        der druckfesten Flaschenwandung ein entsprechendes Übermaß zugrunde gelegt worden ist.
 ---pagebreak--- Nr. C 104/88 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 13.9.74
                            Abbildung 1
 ---pagebreak--- 13. 9 . 7 4                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                  Nr. C 104/89
                                               Abbildung 2
                                               a3                   a2
                                          a'3                 a'2           Flascheriwanddicke
             Loch 0 = 3 mm
                                  b2
            b3
            b4
                          20 mm
                                               Abbildung 3
                                                                                Schmelzhafen
                                                    a'2
                      a'3
                                                                               Flaschenprobe
                       a'4
                        X\
                                                                    Araldit
 ---pagebreak--- Nr. C 104/90                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                13. 9 . 7 4
                                                    ANHANG III
                                       EWG-ZULASSUNGSBESCHEINIGUNG
            Prüfbehörde:                                              Anwendung der Richtlinie Nr.
            Datum:                                                     Kenn-Nummer der EWG-
                                                                      Bauartzulassung:
            Bezeichnung der Behälter:                                 Fassungsraum:
            Name und Geschäftssitz des Herstellers:
            Der Unterzeichnete bescheinigt hiermit, die erfolgreiche Durchführung der unter Nummer 4.2
            von Anhang I zur Richtlinie des Rates Nr           vom        vorgeschriebenen Prüfungen und
            Kontrollen überwacht zu haben.
                                             bedürfen
            Die zugelassenen Flaschen                        der amtlichen EWG-Prüfung.
                                             bedürfen nicht
            Allgemeine Bemerkungen: Zur Zulassung vorgelegte Konstruktionszeichnung beigefügt.
            Ausgefertigt und bescheinigt am                                in
                                                                         (Unterschrift und Amtsbezeichnung)
 ---pagebreak--- 13.9. 74                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 104/91
                                                 ANHANG      IV
                                         EWG-PRÜFBESCHEINIGUNG
         Prüfbehörde:                                               Anwendung der Richtlinie Nr.
                                                                    vom
         Datum:                                                     Kenn-Nummer der EWG:
                                                                    Bauartzulassung:
         Bezeichnung der Behälter:                                  Fassungsraum:
                                                                    Nummer des Herstellungs-Loses:
         Name und Geschäftssitz des Herstellers:
         Der Unterzeichnete bescheinigt hiermit, die erfolgreiche Durchführung der in der Nummer 5.2
         des Anhangs I der Richtlinie des Rates Nr              vom          vorgeschriebenen Prüfungen,
         Versuche und Kontrollen überwacht zu haben.
         Besondere Bemerkungen:
         Allgemeine Bemerkungen:
         Ausgefertigt und bescheinigt am                                in
                                                                      (Unterschrift und Amtsbezeichnung)