CELEX: 62003TJ0012
Language: de
Date: 2009-04-30
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Achte Kammer) vom 30. April  2009. # Itochu Corp. gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften. # Wettbewerb - Vereinbarungen - Markt für Nintendo-Videospielkonsolen und -Spielkassetten - Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird - Beschränkung von Parallelexporten - Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung - Geldbußen - Differenzierende Behandlung - Abschreckende Wirkung - Dauer der Zuwiderhandlung - Mildernde Umstände - Zusammenarbeit im Verwaltungsverfahren. # Rechtssache T-12/03.

URTEIL DES GERICHTS (Achte Kammer)
      30. April 2009(*)
      
      „Wettbewerb – Kartelle – Markt für Nintendo-Videospielkonsolen und ‑Spielkassetten – Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird – Beschränkung von Parallelexporten – Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung – Geldbußen – Unterschiedliche Behandlung – Abschreckende Wirkung – Dauer der Zuwiderhandlung – Mildernde Umstände – Zusammenarbeit im Verwaltungsverfahren“
      In der Rechtssache T‑12/03
      Itochu Corp. mit Sitz in Tokyo (Japan), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte Y. Shibasaki, G. van Gerven und T. Franchoo,
      
      Klägerin,
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten zunächst durch P. Hellström und O. Beynet, dann durch F. Castillo de la Torre und O. Beynet als Bevollmächtigte,
      
      Beklagte,
      betreffend eine Klage auf Nichtigerklärung der Art. 1, 3 und 5 der Entscheidung 2003/675/EG der Kommission vom 30. Oktober
         2002 in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53 EWR-Abkommen (COMP/35.587 – PO Video Games, COMP/35.706 – PO Nintendo
         Distribution und COMP/36.321 – Omega – Nintendo) (ABl. 2003, L 255, S. 33), soweit sie die Klägerin betreffen, oder, hilfsweise,
         Herabsetzung der gegen sie festgesetzten Geldbuße
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZDER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Achte Kammer)
      
      unter Mitwirkung der Präsidentin M. E. Martins Ribeiro sowie der Richter S. Papasavvas und N. Wahl (Berichterstatter),
      Kanzler: J. Plingers, Verwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 20. Mai 2008
      folgendes
      Urteil
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1.     Beteiligte Unternehmen
      1        Die Nintendo Co., Ltd (im Folgenden: NCL oder Nintendo), eine an der Börse notierte Gesellschaft mit Sitz in Kyoto (Japan),
         steht an der Spitze der Nintendo-Unternehmensgruppe, die auf die Herstellung und den Vertrieb von Konsolen für Videospiele
         und von Spielkassetten für diese Konsolen spezialisiert ist.
      
      2        Nintendos Geschäftstätigkeit im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wird in manchen Gebieten von ihr zu 100 % gehörenden Tochtergesellschaften
         betrieben, unter denen die wichtigste die Nintendo of Europe GmbH (im Folgenden: NOE oder Nintendo) ist. Zur Zeit der fraglichen
         Vorgänge koordinierte NOE bestimmte Geschäftstätigkeiten von Nintendo in Europa und war ihre Alleinvertriebshändlerin in Deutschland.
      
      3        In anderen Absatzgebieten hatte Nintendo unabhängige Alleinvertriebshändler eingesetzt. So wurde die The Games Ltd, ein Geschäftsbereich
         der John Menzies Distribution Ltd, die wiederum als Tochtergesellschaft zu 100 % der John Menzies plc gehört, von Nintendo
         im August 1995 als Alleinvertriebshändlerin für das Vereinigte Königreich und Irland eingesetzt und blieb dies mindestens
         bis zum 31. Dezember 1997.
      
      4        Die Itochu Hellas EPE, die als Tochtergesellschaft zu 100 % direkt oder indirekt der Klägerin, der in Japan ansässigen Itochu
         Corp., oder deren Tochtergesellschaften (darunter Itochu Europe) gehört, war vom 14. Mai 1991 bis 28. Februar 1997 unabhängige
         Alleinvertriebshändlerin von Nintendo für Griechenland.
      
      2.     Verwaltungsverfahren
       Untersuchung im Bereich der Videospielindustrie (Sache IV/35.587 – PO Videospiele)
      5        Im März 1995 leitete die Kommission eine Untersuchung ein, die die Videospielindustrie betraf (Sache IV/35.587 – PO Videospiele).
         Im Rahmen dieser Untersuchung richtete die Kommission am 26. Juni und 19. September 1995 gemäß Art. 11 der Verordnung Nr. 17
         des Rates vom 6. Februar 1962, Erste Durchführungsverordnung zu den Artikeln [81 EG] und [82 EG] (ABl. 1962, Nr. 13, S. 204),
         an Nintendo Auskunftsverlangen, um Informationen u. a. über ihre Vertriebshändler und Tochtergesellschaften, die mit diesen
         förmlich geschlossenen Vertriebsverträge und ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen einzuholen. NOE antwortete auf diese Auskunftsverlangen
         mit Schreiben vom 31. Juli und 26. September 1995.
      
       Ergänzende Untersuchung speziell zum Vertriebssystem von Nintendo (Sache IV/35.706 – PO Nintendo-Vertrieb)
      6        Als Ergebnis ihrer vorläufigen Feststellungen leitete die Kommission im September 1995 eine ergänzende Untersuchung speziell
         zum Vertriebssystem von Nintendo (Sache IV/35.706 – PO Nintendo-Vertrieb) ein.
      
      7        Im Rahmen dieser Untersuchung richtete die Kommission an Nintendo am 9. Oktober 1995 ein Auskunftsverlangen. Es fanden mehrere
         Zusammenkünfte von Vertretern Nintendos und der Kommission statt, deren Thema die Vertriebspolitik von Nintendo war. Nintendo
         legte außerdem verschiedene Versionen der Verträge vor, die sie mit bestimmten ihrer Vertriebshändler geschlossen hatte.
      
       Untersuchung infolge der Beschwerde der Omega Electro BV (Sache IV/36.321 – Omega – Nintendo)
      8        Am 26. November 1996 reichte die Omega Electro BV, eine im Bereich der Einfuhr und des Verkaufs von elektronischen Spielen
         tätige Gesellschaft, gemäß Art. 3 Abs. 2 Buchst. b der Verordnung Nr. 17 eine Beschwerde ein, die im Wesentlichen den Vertrieb
         von Nintendo-Spielkassetten und -konsolen betraf und zu deren Begründung insbesondere geltend gemacht wurde, dass Nintendo
         in den Niederlanden den Parallelhandel behindere und ein System festgelegter Wiederverkaufspreise praktiziere. Auf diese Beschwerde
         hin erweiterte die Kommission ihre Untersuchung (Sache IV/36.321 – Omega – Nintendo). Am 7. März 1997 sandte sie ein Auskunftsverlangen
         an Nintendo und an John Menzies. In ihrem Antwortschreiben vom 16. Mai 1997 räumte Nintendo ein, dass bestimmte ihrer Vertriebsverträge
         und ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen Beschränkungen des Parallelhandels innerhalb des EWR enthielten. Im Oktober 1997
         richtete die Kommission an John Menzies ein weiteres Auskunftsverlangen, das diese mit einem Schreiben vom 1. Dezember 1997
         beantwortete, in dem sie verschiedene Angaben zu der streitigen Vereinbarung machte.
      
      9        Mit Schreiben vom 23. Dezember 1997 teilte Nintendo der Kommission mit, ihr sei „ein schwerwiegendes Problem in Bezug auf
         den Parallelhandel innerhalb der Gemeinschaft“ bekannt geworden, und gab ihrem Wunsch Ausdruck, mit der Kommission zusammenzuarbeiten.
      
      10      Am 13. Januar 1998 machte John Menzies weitere Angaben. Am 21. Januar, 1. April und 15. Mai 1998 übermittelte Nintendo der
         Kommission Hunderte von Schriftstücken. Am 15. Dezember 1998 fand eine Zusammenkunft zwischen der Kommission und Vertretern
         von Nintendo statt, in der die Frage einer etwaigen Entschädigung der durch die streitige Absprache geschädigten Dritten angesprochen
         wurde.
      
      11      Nach ihrem Geständnis ergriff Nintendo ferner Maßnahmen, die die künftige Einhaltung des Gemeinschaftsrechts gewährleisten
         sollten, und leistete an die durch ihr Handeln finanziell geschädigten Dritten Ausgleichszahlungen.
      
      12      Mit Schreiben vom 9. Juni 1999 forderte die Kommission Itochu Hellas dazu auf, ihr mitzuteilen, ob die zu den Akten genommenen
         Unterlagen, soweit sie sie betrafen, vertrauliche Angaben enthielten. In diesem Schreiben wurde auch darauf hingewiesen, dass
         die Kommission die Eröffnung eines förmlichen Verfahrens gegen verschiedene Unternehmen, darunter Itochu Hellas, beabsichtige.
      
      13      Am 26. April 2000 sandte die Kommission an Nintendo und die anderen betroffenen Unternehmen eine Mitteilung der Beschwerdepunkte
         wegen Zuwiderhandlung gegen Art. 81 Abs. 1 EG und Art. 53 Abs. 1 des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Abkommen).
         Nintendo und die übrigen betroffenen Unternehmen gaben zu den Beschwerdepunkten der Kommission schriftliche Stellungnahmen
         ab, in denen Nintendo und einige andere dieser Unternehmen die Anwendung der Mitteilung der Kommission vom 18. Juli 1996 über
         die Nichtfestsetzung oder die niedrigere Festsetzung von Geldbußen in Kartellsachen (ABl. C 207, S. 4, im Folgenden: Mitteilung
         über Zusammenarbeit) beantragten. Keine der Beteiligten beantragte eine förmliche Anhörung. Der in der Mitteilung der Beschwerdepunkte
         dargelegte Sachverhalt wurde von Nintendo nicht bestritten.
      
      14      Im Namen von Itochu und Itochu Hellas wurde am 28. Juli 2000 bei der Kommission eine Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte
         eingereicht. Darin wurde u. a. geltend gemacht, Itochu sei in dem Verfahren außer Betracht zu lassen, da sie über die Geschäftstätigkeit
         von Itochu Hellas keinerlei Kontrolle habe.
      
      15      Am 31. Oktober 2001 ersuchte die Kommission Itochu Europe u. a. um Angaben zu den Satzungen und der internen Funktionsweise
         von Itochu Hellas und Itochu Europe. Im Namen der beiden Gesellschaften wurde der Kommission mit Schreiben vom 26. November
         2001 geantwortet. Mit Schreiben vom 9. September 2002 richtete die Kommission an Itochu ein Auskunftsverlangen, das insbesondere
         deren Jahresbericht betraf. Darauf wurde mit Schreiben vom 27. September 2002 geantwortet.
      
      3.     Die streitige Entscheidung
      16      Am 30. Oktober 2002 erließ die Kommission die Entscheidung 2003/675/EG in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel
         53 EWR-Abkommen (COMP/35.587 – PO Video Games, COMP/35.706 – PO Nintendo Distribution und COMP/36.321 – Omega – Nintendo)
         (ABl. 2003, L 255, S. 33, im Folgenden: Entscheidung). Die Entscheidung wurde Itochu am 11. November 2002 zugestellt.
      
      17      Die Entscheidung enthält insbesondere folgende Bestimmungen:
      
      „Artikel 1
      Die nachstehenden Unternehmen haben gegen Artikel 81 Absatz 1 [EG] und Artikel 53 Absatz 1 EWR-Abkommen verstoßen, indem sie
         in den erwähnten Zeiträumen an einer Reihe von Vereinbarungen und abgestimmten Verhaltensweisen auf den Märkten für Spielkonsolen
         und für mit Nintendo-Konsolen kompatiblen Spielkassetten beteiligt waren, wodurch die Parallelausfuhren von Nintendo-Spielkonsolen
         und ‑Spielkassetten eingeschränkt werden sollten und tatsächlich eingeschränkt wurden.
      
      …
      –        Itochu … vom 16. Dezember 1991 bis 28. Februar 1997,
      …
      Artikel 3
      Gegen die in Artikel 1 genannten Unternehmen werden wegen der darin festgestellten Zuwiderhandlung folgende Geldbußen festgesetzt:
      …
      –        Itochu … eine Geldbuße von 4,5 Mio. EUR,
      …
      Artikel 5
      Die Entscheidung ist gerichtet an:
      …
      –        Itochu …
      …“
      18      Für die Berechnung der Geldbußen folgte die Kommission in der Entscheidung der Methode, die festgelegt ist in den Leitlinien
         für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen, die gemäß Artikel 15 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17 und gemäß Artikel 65
         Absatz 5 EGKS-Vertrag festgesetzt werden (ABl. 1998, C 9, S. 3, im Folgenden: Leitlinien). Wegen des vertikalen Charakters
         des Verstoßes wandte sie hingegen nicht die Mitteilung über Zusammenarbeit an.
      
      19      In einem ersten Schritt setzte die Kommission den Grundbetrag der Geldbußen nach Maßgabe der Schwere und Dauer des Verstoßes
         fest.
      
      20      Insoweit befand die Kommission zunächst, dass die betroffenen Unternehmen angesichts der Art der Zuwiderhandlung, ihrer konkreten
         Auswirkungen auf den Markt und der Größe des räumlich relevanten Markts einen sehr schweren Verstoß begangen hätten.
      
      21      Die Kommission stellte sodann fest, dass angesichts der Beteiligung mehrerer Unternehmen von sehr unterschiedlicher Größe
         an einem einzigen ununterbrochenen Verstoß eine unterschiedliche Behandlung dieser Unternehmen angebracht sei, um das jeweilige
         Gewicht und damit die tatsächliche Auswirkung des Verstoßes jedes einzelnen Unternehmens auf den Wettbewerb zu berücksichtigen.
         Hierfür wurden die betreffenden Unternehmen nach Maßgabe ihrer relativen Bedeutung gegenüber Nintendo als Vertriebshändler
         der Produkte im EWR in drei Gruppen unterteilt. Der Vergleich wurde nach dem Anteil jedes Unternehmens an dem im Jahr 1997,
         dem letzten Jahr der Zuwiderhandlung, im EWR für Vertriebszwecke gekauften Gesamtvolumen an Nintendo-Spielkonsolen und -Spielkassetten
         vorgenommen. Auf dieser Grundlage wurde nur Nintendo in die erste Gruppe eingeordnet und nur John Menzies in die zweite. Hinsichtlich
         dieser Unternehmen legte die Kommission den Ausgangsbetrag der Geldbuße unter Berücksichtigung der Schwere im Fall von Nintendo
         vorläufig auf 23 Millionen Euro und im Fall von John Menzies vorläufig auf 8 Millionen Euro fest. Im Fall von Itochu und der
         übrigen betroffenen Unternehmen wurde ein vorläufiger Ausgangsbetrag in Höhe von 1 Million Euro festgelegt.
      
      22      Um zum einen eine ausreichend abschreckende Wirkung der Geldbuße sicherzustellen und zum anderen der Größe und den Gesamtressourcen
         von Nintendo, John Menzies und Itochu Rechnung zu tragen, erhöhte die Kommission diese Ausgangsbeträge. Im Fall von Nintendo
         war nach Auffassung der Kommission außer dem Umstand, dass Nintendos Größe deutlich geringer sei als die von Itochu, zu berücksichtigen,
         dass Nintendo der Hersteller der von der Zuwiderhandlung betroffenen Erzeugnisse sei. Aufgrund dieser Gesichtspunkte wandte
         die Kommission auf die festgelegten Beträge einen Multiplikator von 3 im Fall von Nintendo und Itochu sowie von 1,25 im Fall
         von John Menzies an, so dass die Ausgangsbeträge im Fall von Nintendo auf 69 Millionen Euro, im Fall von John Menzies auf
         10 Millionen Euro und im Fall von Itochu auf 3 Millionen Euro festgesetzt wurden.
      
      23      Wegen der Dauer der Zuwiderhandlung der einzelnen Unternehmen wurde der Ausgangsbetrag um 10 % pro Jahr erhöht, was im Fall
         von Itochu zu einer Erhöhung um 50 % führte.
      
      24      Infolgedessen setzte die Kommission den Grundbetrag der gegen Itochu verhängten Geldbuße auf 4,5 Millionen Euro fest.
      
      25      In einem zweiten Schritt wurde wegen erschwerender Umstände der Grundbetrag der Geldbuße von Nintendo zunächst um 50 % heraufgesetzt,
         weil das Unternehmen die Zuwiderhandlung angeführt und angestiftet habe, und sodann ein weiteres Mal um 25 %, weil das Unternehmen
         die Zuwiderhandlung nach den ersten Ermittlungsmaßnahmen im Rahmen der Untersuchung der Kommission im Juni 1995 fortgesetzt
         habe. Der Grundbetrag der Geldbuße von John Menzies wurde um 20 % erhöht, wovon 10 % dem Umstand Rechnung tragen sollten,
         dass John Menzies die Zuwiderhandlung nach Beginn der Untersuchung der Kommission fortgesetzt habe, und die übrigen 10 % der
         Weigerung des Unternehmens, mit der Kommission zusammenzuarbeiten.
      
      26      In einem dritten Schritt hielt es die Kommission im Rahmen ihrer Prüfung der mildernden Umstände zunächst für gerechtfertigt,
         die Geldbuße eines der betroffenen Unternehmen, der Concentra – Produtos para crianças SA (im Folgenden: Concentra), bei der
         es sich um die Alleinvertriebshändlerin von Nintendo für Portugal handelte, wegen ihrer rein passiven Rolle während der meisten
         Zeit herabzusetzen. Sodann gewährte die Kommission Nintendo eine Herabsetzung um 300 000 Euro wegen des finanziellen Ausgleichs,
         den Nintendo den durch die streitige Vereinbarung Geschädigten gezahlt hatte, die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte ermittelt
         worden waren. Schließlich wurde wegen tatsächlicher Zusammenarbeit mit der Kommission John Menzies eine Herabsetzung um 40 %
         und Nintendo eine Herabsetzung um 25 % gewährt. Im Fall der übrigen Unternehmen wurde hingegen kein mildernder Umstand anerkannt.
      
       Verfahren und Anträge der Parteien
      27      Mit Klageschrift, die am 16. Januar 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat die Klägerin die vorliegende Klage
         erhoben.
      
      28      Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Achte Kammer) die mündliche Verhandlung eröffnet.
      
      29      In der Sitzung am 20. Mai 2008 haben die Parteien mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet.
      
      30      Die Klägerin beantragt,
      
      –        die Art. 1, 3 und 5 der Entscheidung für nichtig zu erklären, soweit darin ein Verstoß von Itochu gegen Art. 81 Abs. 1 EG
         festgestellt, ihr eine Geldbuße auferlegt und die Entscheidung an sie gerichtet wird, oder, hilfsweise, den Betrag der Geldbuße
         erheblich herabzusetzen;
      
      –        der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      31      Die Kommission beantragt,
      
      –        die Klage abzuweisen;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen.
       Entscheidungsgründe
      32      Die Klägerin beantragt in erster Linie, die Entscheidung teilweise für nichtig zu erklären, und hilfsweise, die gegen sie
         festgesetzte Geldbuße für nichtig zu erklären oder herabzusetzen.
      
      1.     Zu dem Antrag auf teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung
       Vorbringen der Parteien
      33      Die Klägerin stützt ihren Nichtigkeitsantrag auf einen einzigen Klagegrund, mit dem sie es als rechtsfehlerhaft rügt, dass
         die Entscheidung an sie gerichtet wurde. Die Klägerin macht geltend, sie könne für den im vorliegenden Fall von Itochu Hellas
         begangenen Verstoß nicht verantwortlich gemacht werden. Daher hätte die Entscheidung nicht an sie gerichtet werden dürfen.
      
      34      Die Klägerin weist zunächst darauf hin, dass sie eine japanische „Universalhandelsgesellschaft“ („Sogo Shosha“) sei, die hauptsächlich
         auf dem japanischen Markt tätig sei. Ihre dezentralisierte Organisation bringe es mit sich, dass ihre Tochtergesellschaften
         eigenständig tätig seien. Im vorliegenden Fall sei hervorzuheben, dass nur Itochu Hellas einen Alleinvertriebsvertrag mit
         NCL geschlossen und mit dieser in Korrespondenz gestanden habe. Im Übrigen halte Itochu unmittelbar nur einen geringen Teil
         der Anteile an Itochu Hellas. Auch der Umsatz von Itochu Hellas habe im Jahr 1997 nur 0,004 % des konsolidierten Umsatzes
         von Itochu betragen. Schließlich übe Itochu über die Geschäftstätigkeit von Itochu Hellas keinerlei Weisungsgewalt oder Kontrolle
         aus.
      
      35      Um eine Muttergesellschaft für die Handlungen ihrer Tochtergesellschaft verantwortlich zu machen, müsse die Kommission jedoch
         nachweisen, dass die Muttergesellschaft tatsächlich entscheidenden Einfluss auf die Tochtergesellschaft ausgeübt habe. So
         ergebe sich aus dem Urteil des Gerichtshofs vom 16. November 2000, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission (C‑286/98 P, Slg.
         2000, I‑9925), sowie aus den Schlussanträgen von Generalanwalt Mischo in dieser Rechtssache (Slg. 2000, I‑9928), dass allein
         der Umstand, dass eine Tochtergesellschaft einer Muttergesellschaft gehöre, nicht genüge, um die Verantwortung der Muttergesellschaft
         zu begründen.
      
      36      Die Kommission müsse insbesondere Nachweise dafür beibringen, dass die Tochtergesellschaft nicht autonom agiere, und belegen,
         dass die Muttergesellschaft „im Kontext des behaupteten Verstoßes“ tatsächlich eine Kontrolle über ihre Tochtergesellschaft
         ausgeübt habe (Urteil des Gerichtshofs vom 14. Juli 1972, Imperial Chemical Industries/Kommission, 48/69, Slg. 1972, 619,
         Randnrn. 131 ff.). Da das Bestehen einer abstrakten Kontrolle der Muttergesellschaft nicht genüge, könne die Kommission daraus,
         dass Itochu Hellas indirekt vollständig Itochu gehöre, nicht eine Vermutung tatsächlicher Kontrolle herleiten, ohne die Verteidigungsrechte
         schwerwiegend zu verletzen.
      
      37      Im vorliegenden Fall habe es die Kommission nicht vermocht, auch nur geringe Hinweise auf eine Beteiligung von Itochu an dem
         Verstoß zu benennen. Insbesondere sei es ihr nicht einmal möglich gewesen, einen die Geschäftstätigkeit von Nintendo betreffenden
         Schriftwechsel zwischen Itochu Hellas und Itochu vorzulegen.
      
      38      Insoweit behaupte die Kommission in Randnr. 360 der Entscheidung zu Unrecht, dass die Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte
         „von Itochu … in eigenem Namen und im Namen von Itochu Hellas“ unterbreitet worden sei. Dazu sei zu bemerken, dass Itochu,
         da die Mitteilung der Beschwerdepunkte an sie gerichtet worden sei, hierauf habe antworten müssen, gerade um klarzustellen,
         welcher Art ihre Beziehungen zu Itochu Hellas seien. Diese Antwort gehöre zur Ausübung ihrer Verteidigungsrechte.
      
      39      Die Klägerin betont, dass ihr Verhalten, hätte sie auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte nicht geantwortet, dahin hätte
         ausgelegt werden können, dass sie ihre Benennung als Adressatin der Entscheidung durch die Kommission akzeptiere. So habe
         die Kommission in der Rechtssache, in der das Urteil des Gerichts vom 14. Mai 1998, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission
         (T‑354/94, Slg. 1998, II‑2111), ergangen sei, gerade darin, dass in der Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte nichts
         zur Verantwortung von Stora für ihre Tochtergesellschaften gesagt worden sei, ein tatsächliches Eingeständnis dieser Verantwortung
         gesehen.
      
      40      Die Klägerin trägt zweitens vor, die Kommission habe sie zu Unrecht als einzigen Ansprechpartner im Verwaltungsverfahren angesehen.
         Im Urteil vom 14. Mai 1998, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission (oben in Randnr. 39 angeführt, Randnrn. 41 bis 48), bestätigt
         durch das Urteil vom 16. November 2000, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission (oben in Randnr. 35 angeführt, Randnrn. 27
         bis 29), habe das Gericht seinen Schluss, dass die Klägerin für den gesamten Stora-Konzern als einziger Ansprechpartner der
         Kommission aufgetreten sei, im Wesentlichen auf zwei Gesichtspunkte gestützt, nämlich erstens darauf, dass für die Muttergesellschaft,
         die Stora Kopparbergs Bergslags AB, und ihre verschiedenen Tochtergesellschaften nur eine einzige Vollmacht erteilt worden
         sei, und zweitens darauf, dass die Muttergesellschaft im Verwaltungsverfahren niemals bestritten habe, dass sie für die Schreiben
         der Kommission oder die Mitteilung der Beschwerdepunkte die richtige Adressatin gewesen sei.
      
      41      Diese Gesichtspunkte lägen jedoch im vorliegenden Fall offenkundig nicht vor.
      
      42      Hinsichtlich des ersten Gesichtspunkts sei zunächst darauf hinzuweisen, dass Itochu Hellas und Itochu ihren Vertretern von
         Anfang an gesonderte Vollmachten erteilt hätten und ihnen unabhängig voneinander und zu verschiedenen Zeitpunkten Weisungen
         gegeben hätten. Im Gegensatz zu dem Sachverhalt, der dem Urteil vom 14. Mai 1998, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission (oben
         in Randnr. 39 angeführt), zugrunde gelegen habe, ergebe sich daraus eindeutig, dass Itochu die von Itochu Hellas oder von
         Itochu Europe an die Kommission gerichtete Korrespondenz niemals „koordiniert“ habe.
      
      43      Was den zweiten Gesichtspunkt angehe, habe sich Itochu beständig dagegen verwahrt, dass die Kommission Schriftstücke zu dem
         fraglichen Verstoß an sie gesandt habe. So habe sie in der Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte als der ersten
         ihr sich bietenden Gelegenheit, die Art ihrer Beziehungen zu Itochu Hellas klarzustellen, unmissverständlich darauf hingewiesen,
         dass sie für den Verstoß nicht verantwortlich gemacht werden könne und dass daher die Entscheidung nicht an sie gerichtet
         werden dürfe. Welcher Art die Beziehungen zwischen Itochu, Itochu Europe und Itochu Hellas seien, sei auch in verschiedenen
         Schreiben an die Kommission vom 26. November 2001 und 27. September 2002 erläutert worden (vgl. oben, Randnr. 15).
      
      44      Drittens ist nach Ansicht der Klägerin für den Fall, dass das Gericht ihr Vorbringen, sie sei nicht als einziger Ansprechpartner
         der Kommission im Verwaltungsverfahren aufgetreten, zurückweisen oder annehmen sollte, sie habe Nachweise für ein autonomes
         Handeln von Itochu Hellas beizubringen, auf die nachstehend dargelegten Gesichtspunkte abzustellen. Zunächst sei zu berücksichtigen,
         dass Itochu als eine dezentralisiert agierende Universalhandelsgesellschaft nicht in die tägliche Geschäftstätigkeit ihrer
         Tochtergesellschaften eingreife, die für ihre Geschäftspolitik allein verantwortlich seien und von denen manche, darunter
         Itochu Hellas, eine große Belegschaft hätten. Ebenso arbeite Itochu Europe in dezentraler Weise und beschränke sich darauf,
         die Haupttätigkeiten und Bilanzergebnisse ihrer Tochtergesellschaften zu beaufsichtigen. Schließlich seien Verkauf und Vertrieb
         von Spielkonsolen und ‑kassetten bei Weitem nicht die Haupttätigkeit von Itochu Europe oder Itochu. Zu beachten sei auch,
         dass es Itochu Hellas und nicht Itochu gewesen sei, die den Vertriebsvertrag mit Nintendo unterzeichnet habe. Betrachte man
         die fraglichen Vorgänge insgesamt, sei Itochu niemals, weder aus der Nähe noch aus der Ferne, an Aushandlung, Abschluss oder
         Durchführung dieses Vertriebsvertrags beteiligt gewesen. Die in dem Vertrag enthaltenen beschränkenden Regelungen seien aber
         das einzige Faktum gewesen, aus dem die Kommission auf das Vorliegen eines von Itochu Hellas begangenen Verstoßes geschlossen
         habe.
      
      45      In ihrer Erwiderung macht die Klägerin geltend, dass die von ihr vorgelegten Beweise entgegen dem Vorbringen der Kommission
         keine neuen Beweise seien, da sie mit ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte eingereicht worden seien. Da die
         Kommission im Übrigen ihre in der Mitteilung der Beschwerdepunkte formulierte Argumentation geändert habe, könne der Klägerin
         nicht vorgeworfen werden, dass sie dem Gericht alle für die Zurückweisung dieses Vorbringens erforderlichen Beweise vorgelegt
         habe. Jedenfalls seien diese Nachweise zu berücksichtigen, da es, anders als im Rahmen eines Verfahrens zur Prüfung einer
         angemeldeten staatlichen Beihilfe, Sache der Kommission sei, die nötigen Beweise für die Beteiligung der Klägerin an dem Verstoß
         beizubringen.
      
      46      Die Kommission tritt dem gesamten Vorbringen der Klägerin entgegen. Sie führt im Wesentlichen aus, es sei im vorliegenden
         Fall unbestreitbar, dass Itochu Hellas, wenn auch nur indirekt, zu 100 % Itochu gehöre. Die Kommission habe daher davon ausgehen
         dürfen, dass die Muttergesellschaft, Itochu, faktisch einen entscheidenden Einfluss auf die Geschäftspolitik ihrer Tochtergesellschaft
         Itochu Hellas ausübe, und sie habe daher Itochu den Verstoß von Itochu Hellas zurechnen dürfen (Randnr. 355 der Entscheidung).
         Die Klägerin habe auch keine hinreichenden Beweise beigebracht, um diese Vermutung zu widerlegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      47      Nach dem gemeinschaftlichen Wettbewerbsrecht stellen verschiedene Gesellschaften, die zum selben Konzern gehören, eine wirtschaftliche
         Einheit und somit ein Unternehmen im Sinne der Art. 81 EG und 82 EG dar, wenn sie ihr Marktverhalten nicht selbständig bestimmen
         (Urteil des Gerichts vom 30. September 2003, Michelin/Kommission, T‑203/01, Slg. 2003, II‑4071, Randnr. 290).
      
      48      Der Umstand, dass eine Tochtergesellschaft eigene Rechtspersönlichkeit besitzt, genügt nicht, um auszuschließen, dass ihr
         Verhalten der Muttergesellschaft zugerechnet werden kann; dies gilt insbesondere dann, wenn die Tochtergesellschaft ihr Marktverhalten
         nicht autonom bestimmt, sondern im Wesentlichen Weisungen der Muttergesellschaft befolgt (Urteil Imperial Chemical Industries/Kommission,
         oben in Randnr. 36 angeführt, Randnrn. 132 und 133, sowie Urteile des Gerichtshofs vom 14. Juli 1972, Geigy/Kommission, 52/69,
         Slg. 1972, 787, Randnr. 44, und Sandoz/Kommission, 53/69, Slg. 1972, 845, Randnr. 13, sowie vom 21. Februar 1973, Europemballage
         und Continental Can/Kommission, 6/72, Slg. 1973, 215, Randnr. 15).
      
      49      Speziell zu dem Fall, dass eine Muttergesellschaft zu 100 % das Kapital ihrer Tochtergesellschaft hält, die die Urheberin
         eines Verstoßes ist, hat der Gerichtshof in seinem Urteil vom 25. Oktober 1983, AEG-Telefunken/Kommission (107/82, Slg. 1983,
         3151, Randnr. 50), darauf hingewiesen, dass nicht geprüft werden muss, ob die Muttergesellschaft die Geschäftspolitik ihrer
         Tochtergesellschaft tatsächlich beeinflusst hat, da die Tochtergesellschaft zwangsläufig eine Politik befolgt, die von denselben
         satzungsmäßigen Organen festgelegt wird wie die Politik der Muttergesellschaft. In einem solchen Fall besteht eine einfache
         Vermutung, dass die Muttergesellschaft entscheidenden Einfluss auf das Verhalten ihrer Tochtergesellschaft ausübt. Es obliegt
         damit der Muttergesellschaft, die vor dem Gemeinschaftsrichter eine Entscheidung der Kommission anficht, mit der ihr wegen
         eines Verhaltens ihrer Tochtergesellschaft eine Geldbuße auferlegt wird, diese Vermutung durch Beweise zu entkräften, die
         geeignet sind, die Selbständigkeit ihrer Tochtergesellschaft zu belegen (Urteil des Gerichts vom 27. September 2006, Avebe/Kommission,
         T‑314/01, Slg. 2006, II‑3085, Randnr. 136, vgl. in diesem Sinne auch Urteil vom 16. November 2000, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission,
         oben in Randnr. 35 angeführt, Randnr. 29).
      
      50      Auch wenn es zutrifft, dass der Gerichtshof, wie die Klägerin geltend macht, in den Randnrn. 28 und 29 des Urteils vom 16.
         November 2000, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission (oben in Randnr. 35 angeführt), außer der 100%igen Kapitalbeteiligung
         an der Tochtergesellschaft weitere Umstände wie das Nichtbestreiten des von der Muttergesellschaft auf die Geschäftspolitik
         ihrer Tochtergesellschaft ausgeübten Einflusses und die gemeinsame Vertretung beider Gesellschaften im Verwaltungsverfahren
         erwähnt hat, ändert dies nichts daran, dass der Gerichtshof diese Umstände nur anführte, um alle Gesichtspunkte zu nennen,
         die das Gericht in seine Erwägungen einbezogen hatte, und um daraus den Schluss zu ziehen, dass sich das Gericht nicht allein
         auf die 100%ige Kapitalbeteiligung der Muttergesellschaft an ihrer Tochtergesellschaft gestützt hatte. Dass der Gerichtshof
         in dieser Rechtssache die Beurteilung des Gerichts bestätigte, kann daher keine Änderung des in Randnr. 50 des Urteils AEG-Telefunken/Kommission
         (oben in Randnr. 49 angeführt) formulierten Grundsatzes zur Folge haben.
      
      51      Unter diesen Umständen genügt es, dass die Kommission nachweist, dass das gesamte Kapital einer Tochtergesellschaft von ihrer
         Muttergesellschaft gehalten wird, um anzunehmen, dass die Muttergesellschaft entscheidenden Einfluss auf die Geschäftspolitik
         der Tochtergesellschaft ausübt. Die Kommission kann dann die Muttergesellschaft für die Zahlung der gegen ihre Tochtergesellschaft
         festgesetzten Geldbuße gesamtschuldnerisch haftbar machen, es sei denn, die Muttergesellschaft weist nach, dass ihre Tochtergesellschaft
         nicht im Wesentlichen ihre Weisungen befolgte und deshalb ihr Marktverhalten selbständig bestimmte.
      
      52      Im vorliegenden Fall steht fest, dass die Klägerin während des fraglichen Zeitraums vom 16. Dezember 1991 bis 28. Februar
         1997 das Kapital von Itochu Hellas direkt oder indirekt zu 100 % hielt.
      
      53      Daher durfte die Kommission vermuten, dass Itochu tatsächlich entscheidenden Einfluss auf die Geschäftspolitik von Itochu
         Hellas ausübte. Auf der Grundlage der vorstehenden Erwägungen ist es folglich Sache der Klägerin, Beweise dafür beizubringen,
         dass ihre Tochtergesellschaft ihre Geschäftspolitik selbständig bestimmte, so dass sie nicht zusammen mit der Klägerin eine
         einzige wirtschaftliche Einheit und damit ein einziges Unternehmen im Sinne von Art. 81 EG bildete.
      
      54      Insoweit hat die Klägerin darauf verwiesen, dass die Mitteilung der Beschwerdepunkte hauptsächlich im Namen von Itochu Hellas
         beantwortet worden sei, dass sie selbst nicht als einziger Ansprechpartner der Kommission aufgetreten sei, dass sie in ihrer
         Eigenschaft als Universalhandelsunternehmen nicht in die Geschäftstätigkeit ihrer Tochtergesellschaften (und erst recht nicht
         in die ihrer indirekten Tochtergesellschaften wie Itochu Hellas) eingreife, dass der Verkauf und Vertrieb der fraglichen Produkte
         nicht ihre Hauptaktivität sei, dass sie niemals an Aushandlung, Abschluss und Durchführung des Alleinhändlervertriebs zwischen
         Itochu Hellas und Nintendo beteiligt gewesen sei und dass schließlich Itochu Hellas vor Ort eine große Belegschaft beschäftige.
      
      55      Dieses Vorbringen betrifft im Wesentlichen zum einen die Haltung der Klägerin im Verwaltungsverfahren und zum anderen die
         Organisation und die Funktionsweise des Itochu-Konzerns.
      
      56      Dabei geht das erste Vorbringen, das den Ablauf des Verwaltungsverfahrens betrifft, ins Leere. Auch wenn man nämlich davon
         ausginge, dass die Klägerin nicht als einziger Ansprechpartner der Kommission im Verwaltungsverfahren aufgetreten und sich
         überdies beständig dagegen verwahrt hätte, dass die Kommission die fraglichen Schriftstücke an sie richtete, wäre dies nicht
         geeignet, die oben genannte Vermutung zu widerlegen. Denn im Einklang mit der im Urteil vom 16. November 2000, Stora Kopparbergs
         Bergslags/Kommission (oben in Randnr. 35 angeführt), befolgten Prüfungsweise handelt es sich bei den in Randnr. 361 der Entscheidung
         wiedergegebenen Erwägungen zur Haltung der Klägerin im Verwaltungsverfahren lediglich um Zusatzerwägungen, die den Schluss,
         zu dem die Kommission hinsichtlich der Zurechenbarkeit des von Itochu Hellas begangenen Verstoßes und damit hinsichtlich der
         Wahl des Adressaten der Entscheidung gelangte, nur untermauern sollten.
      
      57      Ebenso wenig kann das zweite Vorbringen durchgreifen, das sich auf die Organisation und die Funktionsweise des Itochu-Konzerns
         als ein japanisches Universalhandelsunternehmen bezieht, für das eine dezentralisierte und autonome Organisation der Tätigkeiten
         seiner Tochtergesellschaften und der wiederum diesen unterstehenden Tochtergesellschaften kennzeichnend sei, denn die Klägerin
         hat – abgesehen von dem insoweit irrelevanten Umstand, dass Itochu Hellas eine größere Belegschaft vor Ort beschäftige – nichts
         Konkretes vorgetragen, was diese Behauptung stützen könnte.
      
      58      Im Übrigen kann nicht berücksichtigt werden, dass die Klägerin niemals an Aushandlung, Abschluss oder Durchführung des Vertriebsvertrags
         mit Nintendo beteiligt gewesen sei oder dass Itochu Hellas im Fall der Nintendo-Erzeugnisse eine Tätigkeit ausgeübt habe,
         die von der Haupttätigkeit des Itochu-Konzerns zu sondern sei. Um einer Muttergesellschaft die Handlungen ihrer Tochtergesellschaft
         zuzurechnen, braucht nämlich keineswegs nachgewiesen zu werden, dass die Muttergesellschaft an dem vorgeworfenen Verhalten
         unmittelbar beteiligt war oder von ihm Kenntnis hatte. Es ist nicht ein zwischen der Muttergesellschaft und ihrer Tochtergesellschaft
         bestehendes Verhältnis der Anstiftung zu der Zuwiderhandlung und erst recht nicht eine Beteiligung der Muttergesellschaft
         an dieser Zuwiderhandlung, sondern die Tatsache, dass sie ein einziges Unternehmen im Sinne von Art. 81 EG bilden, die die
         Kommission dazu ermächtigt, eine Bußgeldentscheidung an die Muttergesellschaft eines Konzerns zu richten. Im vorliegenden
         Fall behauptet die Klägerin nur, dass ihr die Tätigkeiten von Itochu Hellas nicht bekannt gewesen seien, und bestreitet, dass
         sie diese aktiv unterstützt habe, ohne den geringsten Beweis dafür zu erbringen, dass sie nicht entscheidenden Einfluss auf
         das Verhalten von Itochu Hellas ausübte, oder Beweise dafür vorzulegen, dass Itochu Hellas selbständig war.
      
      59      Die Klägerin hat folglich nicht durch ausreichende Beweise die Vermutung entkräftet, dass sie tatsächlich entscheidenden Einfluss
         auf das Verhalten ihrer Tochtergesellschaft Itochu Hellas ausübte.
      
      60      Daher ist der vorliegende Klagegrund zurückzuweisen.
      
      2.     Zu dem Antrag auf Nichtigerklärung oder Herabsetzung der Geldbuße
      61      Die Klägerin stützt ihren Antrag auf Nichtigerklärung oder Herabsetzung der gegen sie festgesetzten Geldbuße auf sechs Klagegründe.
         Mit dem ersten Klagegrund rügt sie eine Verletzung der Begründungspflicht aus Art. 253 EG sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung
         und der Verhältnismäßigkeit, da infolge der von der Kommission vorgenommenen differenzierenden Behandlung gegen Itochu eine
         Geldbuße festgesetzt worden sei, die verhältnismäßig höher sei als die gegen die anderen Adressaten der Entscheidung verhängten.
         Der zweite Klagegrund betrifft eine Verletzung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und der Gleichbehandlung, die darin
         liege, dass die Kommission die gegen Itochu festgesetzte Geldbuße aus Gründen der Abschreckung erhöht habe. Mit ihrem dritten
         Klagegrund rügt die Klägerin, es sei ein offensichtlicher Beurteilungsfehler und verletze den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit,
         dass die Kommission die gegen Itochu verhängte Geldbuße wegen der Dauer der Zuwiderhandlung um 50 % erhöht habe. Mit dem vierten
         Klagegrund wird eine Verletzung der Begründungspflicht sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit
         geltend gemacht, die darin liegen soll, dass die Kommission bestimmte mildernde Umstände ohne angemessene Begründung unberücksichtigt
         gelassen habe. Als fünften Klagegrund rügt die Klägerin einen Verstoß gegen Art. 15 Abs. 2 der Verordnung Nr. 17, da die Kommission
         eine Geldbuße festgesetzt habe, die 10 % des Umsatzes von Itochu Hellas im letzten Geschäftsjahr übersteige. Mit ihrem sechsten
         Klagegrund schließlich macht die Klägerin geltend, dass die Kommission die Verteidigungsrechte verletzt habe.
      
      62      Vor der Prüfung der von der Klägerin vorgebrachten Klagegründe ist darauf hinzuweisen, dass die Kommission ausweislich der
         Randnrn. 366 bis 464 der Entscheidung die Geldbußen, die sie wegen der festgestellten Zuwiderhandlungen gegen Art. 81 Abs. 1
         EG und Art. 53 Abs. 1 EWR-Abkommen verhängte, auf der Grundlage von Art. 15 Abs. 2 der Verordnung Nr. 17 festsetzte und ihre
         Höhe, wie sie ausdrücklich bestätigt hat, nach der in den Leitlinien festgelegten Methode bemaß.
      
      63      Auch wenn die Leitlinien nicht als Rechtsnorm qualifiziert werden können, die die Verwaltung auf jeden Fall zu beachten hat,
         stellen sie doch eine Verhaltensnorm dar, die einen Hinweis auf die zu befolgende Verwaltungspraxis enthält und von der die
         Verwaltung im Einzelfall nicht ohne Angabe von Gründen abweichen kann, die mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung vereinbar
         sind (vgl. Urteil des Gerichtshofs vom 18. Mai 2006, Archer Daniels Midland und Archer Daniels Midland Ingredients/Kommission,
         C‑397/03 P, Slg. 2006, I‑4429, Randnr. 91 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
       Zum ersten Klagegrund: Verletzung der Begründungspflicht sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit
            im Zusammenhang mit der von der Kommission vorgenommenen differenzierenden Behandlung
       Vorbringen der Parteien
      64      Die Klägerin wirft der Kommission erstens vor, dass sie nicht die genauen Zahlen angegeben habe, auf deren Grundlage sie die
         Unternehmen in drei Kategorien eingeteilt habe. Die Kommission habe es insbesondere versäumt, für jedes einzelne Unternehmen
         – ausgenommen Nintendo und John Menzies – die jeweiligen Beträge und Anteile beim Verkauf von Nintendo-Erzeugnissen im EWR
         im Jahr 1997 zu nennen. Damit sei der Klägerin die Möglichkeit genommen worden, ihre Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen
         und zu überprüfen, ob die von der Kommission vorgenommene differenzierende Behandlung begründet gewesen sei. Daher habe die
         Kommission die Begründungspflicht nach Art. 253 EG missachtet.
      
      65      In ihrer Erwiderung weist die Klägerin darauf hin, dass die Kommission nach der Rechtsprechung eine Begründung für die Schwellenwerte
         zu geben habe, die sie zwischen den verschiedenen von ihr definierten Kategorien festlege. Dass der Itochu Hellas zugeordnete
         Marktanteil verspätet in der Klagebeantwortung mitgeteilt worden sei, könne für die Beurteilung der Frage, ob die Kommission
         die Verteidigungsrechte von Itochu beachtet habe, nicht berücksichtigt werden.
      
      66      Die Klägerin macht zweitens geltend, dass die Kommission die Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit verletzt
         habe. Die wenigen von der Kommission mitgeteilten Zahlenangaben zeigten nämlich, dass der Marktanteil von Itochu Hellas unter
         0,5 % gelegen habe. Mit der Einstufung der Klägerin in dieselbe Kategorie wie andere betroffene Vertriebshändler, obgleich
         ihre jeweilige Situation auf dem fraglichen Markt eindeutig unterschiedlich gewesen sei, habe die Kommission nicht das jeweilige
         Gewicht der einzelnen Unternehmen berücksichtigt.
      
      67      In ihrer Erwiderung betont die Klägerin, dass der Ermessensspielraum, der der Kommission bei der Festsetzung der Bußgeldbeträge
         zustehe, nicht unbegrenzt sei, weil die Kommission an die allgemeinen Rechtsgrundsätze gebunden sei. Darum müsse die Kommission,
         wenn sie sich für eine differenzierende Behandlung entscheide, die Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit
         wahren. Überdies müsse die differenzierende Behandlung zumindest die tatsächlichen Auswirkungen des Verhaltens des Unternehmens
         auf den Wettbewerb widerspiegeln. Es sei jedoch unverhältnismäßig, dass die Kommission die sechs verbleibenden Unternehmen
         einer einzigen Kategorie zugeordnet habe. Die Klägerin meint, dass die Kommission für die kleinsten Unternehmen eine vierte
         Kategorie mit einem Ausgangsbetrag von weniger als 1 Million Euro hätte vorsehen müssen. Der Größenunterschied zwischen John
         Menzies und dem größten Unternehmen der dritten Kategorie im Verhältnis zu Nintendo sei nämlich viel geringer als der Unterschied
         zwischen dem größten Unternehmen der dritten Kategorie und Itochu Hellas. 
      
      68      Die Kommission tritt dem gesamten Vorbringen der Klägerin entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      69      Nach der in den Leitlinien festgelegten Methode nimmt die Kommission zum Ausgangspunkt ihrer Berechnung der gegen die betroffenen
         Unternehmen festzusetzenden Bußgeldbeträge einen Betrag, der nach Maßgabe der Schwere der Zuwiderhandlung festgelegt wird.
         Bei der Ermittlung der Schwere eines Verstoßes sind seine Art und seine konkreten Auswirkungen auf den Markt, sofern diese
         messbar sind, sowie der Umfang des betreffenden räumlichen Marktes zu berücksichtigen (Nr. 1 Teil A Abs. 1). In diesem Rahmen
         sind die Verstöße in drei Gruppen unterteilt, nämlich die „minder schweren Verstöße“, für die die in Betracht kommenden Bußgeldbeträge
         zwischen 1 000 bis 1 Million Euro betragen, die „schweren Verstöße“, für die Bußgeldbeträge zwischen 1 Million und 20 Millionen
         Euro in Betracht kommen, und die „besonders schweren Verstöße“ mit in Betracht kommenden Bußgeldbeträgen oberhalb von 20 Millionen
         Euro (Nr. 1 Teil A Abs. 2 erster bis dritter Gedankenstrich). Innerhalb dieser einzelnen Kategorien ermöglicht laut den Leitlinien
         die Skala der festzusetzenden Geldbußen eine Differenzierung gemäß der Art des begangenen Verstoßes (Nr. 1 Teil A Abs. 3).
         Es ist nach den Leitlinien außerdem nötig, die tatsächliche wirtschaftliche Fähigkeit der Urheber der Verstöße, Wettbewerber
         und den Verbraucher wirtschaftlich in erheblichem Umfang zu schädigen, zu berücksichtigen und die Geldbuße auf einen Betrag
         festzusetzen, der eine hinreichend abschreckende Wirkung entfaltet (Nr. 1 Teil A Abs. 4).
      
      70      Innerhalb der drei so festgelegten Kategorien von Verstößen sollen die festgesetzten Beträge nach den Leitlinien in bestimmten
         Fällen gewichtet werden, um – vor allem, wenn an einem Verstoß derselben Art Unternehmen von sehr unterschiedlicher Größe
         beteiligt waren – das jeweilige Gewicht und damit die tatsächlichen Auswirkungen des Verstoßes jedes einzelnen Unternehmens
         auf den Wettbewerb zu berücksichtigen und folglich den Ausgangspunkt des Grundbetrags entsprechend dem jeweiligen Gewicht
         des einzelnen Unternehmens anzupassen (Nr. 1 Teil A Abs. 6).
      
      71      Im vorliegenden Fall wendet sich die Klägerin weder gegen die Feststellung, dass es sich um einen besonders schweren Verstoß
         handele, noch die Erwägungen, auf deren Grundlage die Kommission den Verstoß als besonders schwer einstufte und die sich auf
         die Art des Verstoßes, seine tatsächlichen Auswirkungen auf den Markt und auf den Umfang des betroffenen räumlichen Marktes
         bezogen (Randnrn. 374 bis 384 der Entscheidung). Die Klägerin stellt auch nicht den Grundsatz, nach dem die Teilnehmer an
         einer Vereinbarung in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, als solchen in Frage. Die Klägerin wirft der Kommission vielmehr
         vor, dass sie mit der Einordnung der Klägerin in dieselbe Kategorie wie andere, größere Unternehmen die Grundsätze der Gleichbehandlung
         und der Verhältnismäßigkeit verkannt habe und zudem in diesem Punkt nicht ihrer Begründungspflicht nachgekommen sei. 
      
      72      Im Rahmen ihrer Rüge einer Verletzung der Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit bei dieser Kategorisierung
         der Unternehmen macht die Klägerin im Wesentlichen geltend, dass die Kommission mit der Einstufung der Klägerin in dieselbe
         Kategorie wie andere betroffene Vertriebshändler, obgleich ihre jeweilige Situation auf dem fraglichen Markt eindeutig unterschiedlich
         gewesen sei, nicht das jeweilige Gewicht der fraglichen Unternehmen berücksichtigt habe. Die Klägerin meint, die differenzierende
         Behandlung müsse zumindest die tatsächlichen Auswirkungen des Verhaltens des Unternehmens auf den Markt widerspiegeln; die
         Kommission hätte für die kleinsten Unternehmen, wie die Klägerin, eine vierte Kategorie mit einem Ausgangsbetrag von unter
         1 Million Euro vorsehen müssen.
      
      73      Insoweit ist daran zu erinnern, dass die Methode, nach der die an einer Vereinbarung Beteiligten, um sie im Stadium der Festsetzung
         der Ausgangsbeträge von Geldbußen differenzierend zu behandeln, in Kategorien eingeteilt werden und die im Übrigen vom Gericht,
         obwohl dabei die Größenunterschiede zwischen Unternehmen derselben Kategorie unberücksichtigt bleiben, für grundsätzlich zulässig
         erklärt worden ist, zu einer Pauschalierung des für die Unternehmen derselben Kategorie festgesetzten Ausgangsbetrags führt
         (vgl. Urteil des Gerichts vom 15. März 2006, Daiichi Pharmaceutical/Kommission, T‑26/02, Slg. 2006, II‑713, Randnr. 83 und
         die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      74      Zwar muss bei einer solchen Einteilung in Kategorien der Grundsatz der Gleichbehandlung beachtet werden, wonach gleiche Sachverhalte
         nicht unterschiedlich und unterschiedliche Sachverhalte nicht gleich behandelt werden dürfen, es sei denn, eine solche Behandlung
         ist objektiv gerechtfertigt. Auch muss die Höhe der Geldbußen nach der Rechtsprechung zumindest in angemessenem Verhältnis
         zu den Faktoren stehen, die für die Beurteilung der Schwere des Verstoßes eine Rolle gespielt haben. Jedoch muss sich das
         Gericht bei der Prüfung, ob die Einteilung der an einer Vereinbarung Beteiligten in Kategorien mit den Grundsätzen der Gleichbehandlung
         und der Verhältnismäßigkeit in Einklang steht, im Rahmen seiner Kontrolle, ob die Kommission das ihr in diesem Bereich zustehende
         Ermessen rechtmäßig ausgeübt hat, darauf beschränken, zu überprüfen, ob die Einteilung schlüssig und objektiv gerechtfertigt
         ist, ohne die Beurteilung der Kommission sogleich durch seine eigene Beurteilung zu ersetzen (vgl. Urteil Daiichi Pharmaceutical/Kommission,
         oben in Randnr. 73 angeführt, Randnrn. 84 und 85).
      
      75      Im vorliegenden Fall war die Kommission der Auffassung, dass „[d]ie beteiligten Unternehmen … grundsätzlich aufgrund ihrer
         relativen Bedeutung gegenüber Nintendo … als Vertriebshändler der Produkte (und zwar ausschließlich dieser Produkte) im EWR
         in drei Gruppen unterteilt werden [können]. Diese relative Bedeutung bestimmt sich nach dem Anteil jeder Partei an dem für
         Vertriebszwecke im EWR im Jahr 1997, dem letzten Jahr der Zuwiderhandlung, gekauften Gesamtvolumen an Nintendo-Spielkonsolen
         und Spielkassetten“ (Randnr. 386 der Entscheidung). So wurde Nintendo (mit einem geschätzten Marktanteil von [vertraulich](1) %) in die erste Gruppe und John Menzies (mit einem geschätzten Marktanteil von [vertraulich] %) in die zweite Gruppe eingeteilt. Die übrigen betroffenen Unternehmen (mit Marktanteilen von [vertraulich] % bis [vertraulich] %), darunter Itochu, wurden der dritten Gruppe zugeordnet.
      
      76      Die Entscheidung der Kommission, die Unternehmen mit einem Marktanteil am Vertrieb der fraglichen Erzeugnisse unter [vertraulich] % zu einer Gruppe zusammenzufassen, kann nicht als willkürlich angesehen werden und überschreitet nicht die Grenzen des
         ihr in diesem Bereich zustehenden Ermessens.
      
      77      Dass die Ausgangsbeträge für die einzelnen Kategorien nicht strikt proportional zu den jeweiligen Marktanteilen der betroffenen
         Unternehmen sind, ist nicht zu beanstanden, weil dies nur das Ergebnis des Systems der Einteilung in Kategorien und der mit
         ihr verbundenen Pauschalierung der Beträge ist. Selbst wenn nämlich wegen der Einteilung in Gruppen gegen bestimmte Unternehmen
         trotz ihrer unterschiedlichen Größe der gleiche Grundbetrag festgesetzt wird, ist diese unterschiedliche Behandlung objektiv
         gerechtfertigt, weil der Art der Zuwiderhandlung bei der Bestimmung ihrer Schwere ein sehr viel größeres Gewicht zukommt als
         der Unternehmensgröße (vgl. Urteil des Gerichts vom 19. März 2003, CMA CGM u. a./Kommission, T‑213/00, Slg. 2003, II‑913,
         Randnr. 411 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      78      Auch wenn im vorliegenden Fall, relativ betrachtet, zwischen den Marktanteilen der derselben Gruppe zugeordneten Unternehmen
         Unterschiede bestehen, sind diese doch in absoluten Zahlen nicht so bedeutend, dass sie die Einordnung der Klägerin in eine
         andere Gruppe rechtfertigten. Insbesondere hat die von der Kommission verwendete Methode nicht zu einer grob verfälschenden
         Darstellung der fraglichen Märkte geführt (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 15. März 2006, BASF/Kommission, T‑15/02,
         Slg. 2006, II‑497, Randnr. 159). Denn der fragliche Markt, d. h. der Markt des Vertriebs der Nintendo-Erzeugnisse, wurde zur
         Zeit der fraglichen Vorgänge von Nintendo und ihren Tochtergesellschaften beherrscht. Die unabhängigen Vertriebshändler hatten,
         mit Ausnahme von John Menzies, im fraglichen Vertriebssystem nur eine relativ untergeordnete Stellung (vgl. Randnrn. 388 bis
         390 der Entscheidung).
      
      79      Entgegen dem Vorbringen der Klägerin war die Kommission nicht verpflichtet, zwischen den Unternehmen stärker nach Maßgabe
         ihres Marktanteils am Vertrieb der fraglichen Erzeugnisse zu differenzieren. Da die Vorgehensweise der Kommission, wie sich
         aus den obigen Erwägungen ergibt, weder unschlüssig noch objektiv ungerechtfertigt war, ist es bei Berücksichtigung des sehr
         viel größeren Gewichts, das der Schwere der Zuwiderhandlung beizumessen ist, unbeachtlich, ob eine Einteilung der Beteiligten
         in vier statt nur drei Kategorien, wie die Klägerin geltend macht, das relative Gewicht der betroffenen Unternehmen besser
         widergespiegelt hätte.
      
      80      Im Übrigen kann sich die Klägerin nicht darauf berufen, dass die gegen sie festgesetzte Geldbuße angesichts der begrenzten
         Auswirkungen ihres Verhaltens auf den Markt unverhältnismäßig gewesen wäre, da das spezielle Gewicht, das die Klägerin im
         Rahmen des 1997 im EWR für Vertriebszwecke gekauften Gesamtvolumens an Nintendo-Spielkonsolen und -Spielkassetten besaß, und
         damit die tatsächlichen Auswirkungen ihres Verstoßes auf den Wettbewerb – wie oben in Randnr. 70 in Erinnerung gebracht und
         aus den Randnrn. 385 bis 390 der Entscheidung ersichtlich – im Zuge der differenzierenden Behandlung berücksichtigt worden
         sind.
      
      81      Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass das Bestehen relativ großer Unterschiede zwischen den Marktanteilen der in die letzte
         Kategorie eingeteilten Unternehmen, das dem System der Einteilung in Kategorien und der mit ihm verbundenen Pauschalierung
         innewohnt, objektiv gerechtfertigt ist. Der Befugnis der Kommission, eine Einteilung in Kategorien vorzunehmen, würde ein
         großer Teil ihrer Zweckmäßigkeit genommen, wenn jeder zwischen Marktanteilen bestehende Unterschied, der in relativen Zahlen
         bedeutend ist, obwohl er in Prozentpunkten eine sehr geringe Bedeutung hat, der Einteilung verschiedener Unternehmen in dieselbe
         Kategorie entgegenstünde.
      
      82      Hinsichtlich der Rüge einer Verletzung der Begründungspflicht im Zusammenhang mit der Einteilung in Kategorien ist darauf
         hinzuweisen, dass die Kommission, was die Festsetzung von Geldbußen wegen Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht angeht, ihre
         Begründungspflicht nach ständiger Rechtsprechung erfüllt, wenn sie in ihrer Entscheidung die Gesichtspunkte, die ihr die Ermittlung
         der Schwere und Dauer der Zuwiderhandlung ermöglichten, angibt, ohne dass sie verpflichtet ist, in die Entscheidung auch eingehendere
         oder bezifferte Angaben zum Berechnungsmodus der Geldbuße aufzunehmen (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 16.
         November 2000, Cascades/Kommission, C‑279/98 P, Slg. 2000, I‑9693, Randnrn. 38 bis 47, und Urteil des Gerichts vom 30. September
         2003, Atlantic Container Line u. a./Kommission, T‑191/98, T‑212/98 bis T‑214/98, Slg. 2003, II‑3275, Randnrn. 1522 und 1523).
         Zahlenangaben zur Berechnungsweise von Geldbußen sind, so nützlich und wünschenswert sie auch sein mögen, für die Beachtung
         der Pflicht zur Begründung einer Bußgeldentscheidung nicht unabdingbar (vgl. Urteil des Gerichtshofs vom 2. Oktober 2003,
         Salzgitter/Kommission, C‑182/99 P, Slg. 2003, I‑10761, Randnr. 75 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      83      Im vorliegenden Fall hat die Kommission die für die Beurteilung der Schwere der Zuwiderhandlung berücksichtigten Gesichtspunkte
         (vgl. Randnrn. 373 ff. der Entscheidung), darunter die für die Einteilung der Unternehmen in Kategorien verwendeten Berechnungsfaktoren,
         in der Entscheidung klar angegeben. Dass sie es unterließ, die Marktanteile jedes der dritten Kategorie zugeordneten Unternehmens
         gesondert anzugeben, hat die Klägerin nicht daran gehindert, diesen Aspekt der Entscheidung in substantiierter Weise zu rügen.
         Folglich hat die Kommission die Begründungspflicht hinsichtlich der Einteilung in Kategorien nicht verletzt.
      
      84      Nach alledem ist der vorliegende Klagegrund zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten Klagegrund: Verletzung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und der Gleichbehandlung bei der Erhöhung des Ausgangsbetrags
            der Geldbuße aus Gründen der Abschreckung
       Vorbringen der Parteien
      85      Nach Auffassung der Klägerin verletzt es die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und der Gleichbehandlung, dass die Kommission
         den Ausgangsbetrag der gegen die Klägerin festgesetzten Geldbuße verdreifachte, um eine abschreckende Wirkung der Geldbuße
         zu gewährleisten.
      
      86      Die Klägerin trägt dazu erstens vor, es habe – abgesehen davon, dass die Kommission nicht gegen Itochu wegen ihrer Eigenschaft
         als Muttergesellschaft eine Geldbuße hätte festsetzen und deshalb nicht die Größe und die Gesamtressourcen von Itochu hätte
         berücksichtigen dürfen – angesichts des sehr geringen Umsatzes von Itochu Hellas keinen Grund für diese Erhöhung des Ausgangsbetrags
         gegeben. Nach Nr. 1 Teil A Abs. 2 vierter Gedankenstrich der Leitlinien hätte die Kommission prüfen müssen, ob die Größe und
         die Gesamtressourcen von Itochu Hellas – und nicht die von Itochu – eine Erhöhung des Ausgangsbetrags der Geldbuße aus Gründen
         der Abschreckung gerechtfertigt hätten. Es sei jedoch zu konstatieren, dass der in der Mitteilung der Beschwerdepunkte genannte
         Umsatz von Itochu Hellas, relativ betrachtet, wesentlich geringer gewesen sei als der der anderen betroffenen Unternehmen
         und überdies seit 1997 stark zurückgegangen sei. Die Kommission hätte somit berücksichtigen müssen, dass Itochu Hellas, wie
         in der Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte vorgetragen, seit 1997 nicht mehr Vertriebshändler von Nintendo gewesen
         sei.
      
      87      Zweitens macht die Klägerin für den Fall, dass das Gericht die Adressierung der Entscheidung durch die Kommission an Itochu
         für rechtmäßig halten sollte, hilfsweise geltend, dass die Verdreifachung des Ausgangsbetrags der gegen Itochu festgesetzten
         Geldbuße auch die Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit verletze. In diesem Zusammenhang hebt die Klägerin
         hervor, dass die Kommission den gleichen Multiplikator auf Nintendo angewandt habe, um nicht nur deren Größe und Gesamtressourcen,
         sondern auch ihrer Rolle als Hersteller der fraglichen Erzeugnisse und damit ihrer Rolle als „natürlicher Anführer“ des Verstoßes
         Rechnung zu tragen. Im Übrigen habe die Kommission auf John Menzies einen Multiplikator von nur 1,25 angewandt, obgleich dieser
         Vertriebshändler im Gegensatz zu Itochu Hellas bei dem Verstoß eine aktive und sehr bedeutende Rolle gespielt habe. Schließlich
         habe die Kommission die dezentralisierte Struktur von Itochu außer Betracht gelassen, obgleich ein Multiplikator aus Gründen
         der Abschreckung nur in Fällen anzuwenden sei, in denen sich die Muttergesellschaft an dem Verstoß tatsächlich beteiligt habe.
         Die Klägerin erinnert daran, dass in ihrer Eigenschaft als Universalhandelshaus der Vertrieb von Nintendo-Erzeugnissen niemals
         Teil ihrer Geschäftstätigkeit gewesen sei und dass sie am Schriftwechsel über diese Vertriebstätigkeit nie beteiligt gewesen
         sei. Dieser Umstand unterscheide sie stark von den übrigen Adressaten der Entscheidung.
      
      88      Nach Auffassung der Kommission sind alle Rügen der Klägerin zurückzuweisen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      89      Der erste Teil des vorliegenden Klagegrundes beruht auf der Prämisse, dass die Kommission die Entscheidung zu Unrecht an Itochu
         gerichtet habe. Itochu hat im Übrigen implizit eingeräumt, dass dieser Teil des Klagegrundes, mit dem geltend gemacht wird,
         die Kommission hätte prüfen müssen, ob die Größe und die Gesamtressourcen von Itochu Hellas – und nicht die von Itochu – eine
         Erhöhung des Bußgeldbetrags aus Gründen der Abschreckung gerechtfertigt hätten, nicht geprüft zu werden braucht, wenn das
         Gericht zu dem Ergebnis gelangen sollte, dass die Adressierung der Entscheidung an Itochu durch die Kommission nicht rechtsfehlerhaft
         war.
      
      90      Da der dem Antrag auf teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung zugrunde liegende Klagegrund zurückgewiesen worden ist,
         geht dieser Teil des vorliegenden Klagegrundes ins Leere und ist nicht mehr zu prüfen.
      
      91      Mit dem zweiten Teil des zweiten Klagegrundes wirft die Klägerin der Kommission im Wesentlichen vor, sie habe die Grundsätze
         der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit dadurch verkannt, dass sie zur Sicherung einer abschreckenden Wirkung der
         Geldbußen zum einen auf Itochu und Nintendo den gleichen Erhöhungsfaktor angewandt habe, obgleich deren jeweilige Rollen bei
         dem behaupteten Verstoß deutlich unterschiedlich gewesen seien, und zum anderen auf John Menzies einen wesentlich geringeren
         Erhöhungsfaktor angewandt habe, obgleich diese bei dem Verstoß eine aktive und bedeutende Rolle gespielt habe.
      
      92      Insoweit ist daran zu erinnern, dass die Befugnis der Kommission, Geldbußen gegen Unternehmen zu verhängen, die vorsätzlich
         oder fahrlässig gegen Art. 81 Abs. 1 EG oder Art. 82 EG verstoßen, zu den Befugnissen gehört, die der Kommission eingeräumt
         worden sind, um sie in die Lage zu versetzen, die ihr durch das Gemeinschaftsrecht übertragene Überwachungsaufgabe zu erfüllen.
         Diese Aufgabe beinhaltet auch den Auftrag, eine allgemeine Politik mit dem Ziel zu verfolgen, die im Vertrag niedergelegten
         Grundsätze auf das Wettbewerbsrecht anzuwenden und das Verhalten der Unternehmen in diesem Sinne zu lenken (Urteil des Gerichtshofs
         vom 7. Juni 1983, Musique diffusion française u. a./Kommission, 100/80 bis 103/80, Slg. 1983, 1825, Randnr. 105, und Urteil
         des Gerichts vom 27. September 2006, Jungbunzlauer/Kommission, T‑43/02, Slg. 2006, II‑3435, Randnr. 297).
      
      93      Daraus folgt die Befugnis der Kommission, das Niveau der Geldbußen so anzusetzen, dass ihre abschreckende Wirkung erhöht wird,
         wenn Zuwiderhandlungen einer bestimmten Art wegen des Gewinns, den eine Reihe der betroffenen Unternehmen daraus ziehen kann,
         immer noch verhältnismäßig häufig sind, obwohl ihre Rechtswidrigkeit von Beginn der gemeinschaftlichen Wettbewerbspolitik
         an feststand (Urteile Musique diffusion française u. a./Kommission, oben in Randnr. 92 angeführt, Randnr. 108, und Jungbunzlauer/Kommission,
         oben in Randnr. 92 angeführt, Randnr. 298). Da sich das Ziel der Abschreckung auf das Verhalten der Unternehmen in der Gemeinschaft
         oder im EWR bezieht, wird der Abschreckungsfaktor unter Einbeziehung einer Vielzahl von Gesichtspunkten und nicht nur der
         besonderen Situation des betreffenden Unternehmens ermittelt (Urteil des Gerichtshofs vom 29. Juni 2006, Showa Denko/Kommission,
         C‑289/04 P, Slg. 2006, I‑5859, Randnr. 23; vgl. in diesem Sinne auch Urteil Jungbunzlauer/Kommission, oben in Randnr. 92 angeführt,
         Randnr. 300).
      
      94      Deshalb kann sich die Klägerin nicht auf die Unterschiede stützen, die zwischen den jeweiligen Rollen der fraglichen Unternehmen
         bei dem Verstoß bestehen, um zu rügen, dass die Erhöhung der Bußgeldbeträge zur Herstellung einer abschreckenden Wirkung nicht
         der Gleichbehandlung und Verhältnismäßigkeit entspreche.
      
      95      Im Übrigen geht, anders als die Klägerin behauptet, aus der Entscheidung keineswegs hervor, dass sich die Kommission bei der
         Bemessung des Abschreckungsfaktors der Geldbußen ausschließlich auf die Rolle bezog, die jeder der an dem Verstoß Beteiligten
         tatsächlich spielte.
      
      96      Im vorliegenden Fall hielt die Kommission im Fall bestimmter Unternehmen, nämlich bei Nintendo, John Menzies und Itochu, eine
         Erhöhung des Ausgangsbetrags der Geldbuße für notwendig, um der Größe und den Gesamtressourcen dieser Unternehmen Rechnung
         zu tragen. Infolgedessen wurden die Ausgangsbeträge der gegen Nintendo und Itochu festzusetzenden Geldbußen mit dem Faktor
         3 multipliziert. Auf die Geldbuße von John Menzies wurde ein Multiplikator von 1,25 angewandt.
      
      97      Die Anwendung eines Multiplikators von 3 auf die Ausgangsbeträge der Geldbußen von Nintendo und Itochu wurde in den Randnrn. 393
         bis 395 der Entscheidung wie folgt begründet:
      
      „Im vorliegenden Fall vertritt die Kommission bezüglich Nintendo …, John Menzies … und Itochu … die Auffassung, dass der Grundbetrag
         der Geldbuße nach oben angepasst werden muss, um der Größe und den Gesamtressourcen dieser Unternehmen Rechnung zu tragen.
      
      Itochu … behauptete, dass in seinem Fall kein Grund besteht, die Geldbuße zum Zwecke der Abschreckung heraufzusetzen, da es
         nicht mehr als Vertriebshändler der Produkte tätig ist … Nach Auffassung der Kommission muss die Abschreckung gewährleistet
         werden, egal ob das Unternehmen nach Abstellung der Zuwiderhandlung mit anderen an der Zuwiderhandlung Beteiligten weiterhin
         bilaterale Beziehungen unterhielt oder nicht.
      
      Insbesondere ist eine ausreichende Abschreckung wegen der Größe von Nintendo …, die geringer ist als die Größe von Itochu …,
         notwendig und muss berücksichtigt werden, dass es sich hier um den Hersteller der Erzeugnisse handelt, die Gegenstand der
         Zuwiderhandlung sind …“
      
      98      Diesen Auszügen ist zu entnehmen, dass die Kommission zwar auf die Eigenschaft von Nintendo als Hersteller der Erzeugnisse
         Bezug nahm, womit auf ein von seiner Rolle bei der fraglichen Zuwiderhandlung unabhängiges Merkmal des Unternehmens verwiesen
         wurde, aber den Schwerpunkt auf die Größe der Unternehmen legte, insbesondere die sehr bedeutende Größe von Itochu.
      
      99      Nach alledem ist der vorliegende Klagegrund zurückzuweisen.
      
       Zum dritten Klagegrund: Offensichtlicher Beurteilungsfehler und Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit bei der
            Erhöhung des Bußgeldbetrags wegen der Dauer der Zuwiderhandlung
       Vorbringen der Parteien
      100    Die Klägerin macht erstens geltend, die Kommission habe im Fall von Itochu Hellas nicht davon ausgehen dürfen, dass der Verstoß
         mit dem Tag des tatsächlichen Abschlusses des Vertriebsvertrags mit Nintendo, also dem 16. Dezember 1991, begonnen habe und
         bis zum 28. Februar 1997, als dieser Vertrag abgelaufen sei, angedauert habe. Nach Meinung der Klägerin hätte die Kommission
         vielmehr ermitteln müssen, in welchem Zeitraum die behaupteten Praktiken, an denen Itochu Hellas beteiligt gewesen sein solle,
         tatsächlich vorgekommen seien.
      
      101    Die Kommission habe diese „formalistische Sichtweise“ auf bestimmte Klauseln des Vertriebsvertrags gestützt, die nach ihrer
         Auffassung Itochu Hellas den Verkauf der fraglichen Erzeugnisse nur an in Griechenland ansässige und von Nintendo zugelassene
         Vertreter gestattet hätten und die zudem Parallelexporte innerhalb des EWR auch durch Kunden von Itochu Hellas beschränkt
         hätten. In der Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte seien der Kommission jedoch zahlreiche Beweise dafür unterbreitet
         worden, dass diese Klauseln von den Vertragsparteien nicht angewandt worden seien. Itochu Hellas habe insbesondere darauf
         hingewiesen, dass Nintendo ihre Vertreter niemals zugelassen und auch in deren Auswahl nie eingegriffen habe, dass ferner
         Itochu Hellas ihren rund 300 Kunden und/oder Vertretern niemals die geringsten Exportbeschränkungen auferlegt habe und dass
         sie schließlich selbst Parallelhandel betrieben habe, indem sie versucht habe, sich Erzeugnisse aus anderen Quellen zu beschaffen,
         und indem sie bestimmte Nintendo-Erzeugnisse an Kunden außerhalb von Griechenland verkauft habe. In ihrer Erwiderung stellt
         die Klägerin klar, dass sie in der Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte gleichfalls darauf hingewiesen habe, dass
         die Kommission nicht allein auf den Wortlaut des Vertriebsvertrags habe abstellen dürfen.
      
      102    Die Klägerin macht außerdem geltend, es habe zwischen Itochu Hellas und Nintendo über die restriktiven Klauseln keine Vereinbarung
         im eigentlichen Sinne gegeben, weil insoweit keine Willensübereinstimmung zwischen den beiden Unternehmen bestanden habe.
         Die Kommission hätte, so wie sie es im Fall des Vertriebshändlers Nortec AE getan habe, prüfen müssen, zu welchem Zeitpunkt
         Itochu Hellas beschränkende Praktiken geübt oder zu üben beabsichtigt habe. In der Erwiderung verweist die Klägerin darauf,
         dass ihr die Bedingungen des Vertriebsvertrags von Nintendo aufgezwungen worden seien. Das Verhalten von Nintendo sei daher
         einseitig gewesen, und die Kommission hätte nachweisen müssen, dass es seitens Itochu eine ausdrückliche oder stillschweigende
         Zustimmung gegeben habe (Urteil des Gerichts vom 26. Oktober 2000, Bayer/Kommission, T‑41/96, Slg. 2000, II‑3383, Randnrn. 71
         und 72).
      
      103    Es ergebe sich auch aus Nr. 1 Teil B der Leitlinien, dass die Kommission den Ausgangsbetrag der Geldbuße wegen der Dauer des
         Verstoßes nur erhöhen dürfe, soweit sich die Erhöhung auf Beschränkungen beziehe, die sich auf die Verbraucher dauerhaft schädlich
         ausgewirkt hätten. Deshalb sei eine Erhöhung des Grundbetrags wegen der Dauer nicht gerechtfertigt, wenn sich der Verstoß
         nicht während eines bestimmten Zeitraums auf den Verbraucher negativ ausgewirkt habe.
      
      104    Im vorliegenden Fall habe die Kommission nicht den geringsten Beweis für eine Beteiligung von Itochu Hellas am von Nintendo
         ersonnenen „Plan“ zur Bekämpfung des Parallelhandels liefern können, sehe man von bestimmten Vorfällen im Jahr 1996 und einem
         isolierten Fall im Jahr 1993 ab. Der Zeitraum der Zuwiderhandlung sei folglich, was Itochu Hellas angehe, viel kürzer als
         in der Entscheidung angenommen.
      
      105    Zweitens und hilfsweise trägt die Klägerin vor, dass die Kommission im Einklang mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zumindest
         hätte berücksichtigen müssen, dass Itochu Hellas beim behaupteten Verstoß eine passive Rolle gespielt habe oder dass der angenommene
         Zeitraum der Zuwiderhandlung von Dezember 1991 bis Februar 1997 lange Zeiten umfasst habe, in denen Itochu Hellas an dem behaupteten
         Verstoß nicht beteiligt gewesen sei und eine passive Rolle innegehabt habe. Nach Meinung der Klägerin hätte die Kommission
         daher, wenn der Verstoß ihrer Ansicht nach mehr als ein Jahr angedauert habe, den Ausgangsbetrag der Geldbuße von Itochu wegen
         deren passiver Rolle nach Maßgabe der Dauer nur um einen geringeren Prozentsatz als 10 % (z. B. 5 %) erhöhen dürfen. Eine
         solche Vorgehensweise hätte mit der Entscheidungspraxis der Kommission in den Sachen „Volkswagen“ und „Fernwärmerohre“ (Entscheidung
         98/273/EG der Kommission vom 28. Januar 1998 in einem Verfahren nach Artikel [81 EG] [IV/35.733 – VW] [ABl. L 124, S. 60]
         und Entscheidung 1999/60/EG der Kommission vom 21. Oktober 1998 in einem Verfahren gemäß Artikel [81 EG] [IV/35.691/E‑4: Fernwärmetechnik-Kartell]
         [ABl. 1999, L 24, S. 1]) in Einklang gestanden. Nachrangig hilfsweise macht die Klägerin geltend, dass die Kommission zumindest
         für die Jahre, in denen die behauptete Zuwiderhandlung nur sehr vereinzelt oder gar nicht stattgefunden habe, einen geringeren
         Erhöhungssatz wegen der Dauer hätte ansetzen müssen. Ein solcher geringerer Prozentsatz hätte jedenfalls wenigstens für die
         Zeiträume angewandt werden müssen, für die die Kommission nicht den geringsten Beweis für eine Beteiligung von Itochu Hellas
         an dem behaupteten Verstoß geliefert habe (d. h. für den Zeitraum von April/Mai 1995 sowie von Mai 1996 bis Februar 1997).
         Für den Zeitraum von Mai 1996 bis Februar 1997 sei im Übrigen darauf hinzuweisen, dass die an dem Vertrieb der Nintendo-Erzeugnisse
         beteiligten Mitarbeiter von Itochu Hellas damals das Unternehmen schon verlassen hätten und dass Nintendo den Vertrag mit
         Itochu Hellas bereits habe beenden wollen.
      
      106    Die Kommission tritt dem gesamten Vorbringen der Klägerin entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      107    Der vorliegende Klagegrund besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Mit einem ersten Teil macht die Klägerin geltend, es sei
         ein offensichtlicher Beurteilungsfehler, dass die Kommission angenommen habe, die Klägerin sei vom 16. Dezember 1991 bis 28.
         Februar 1997 an der behaupteten Zuwiderhandlung beteiligt gewesen, und dass sie den Ausgangsbetrag nach Nr. 1 Teil B Abs. 1
         der Leitlinien um 50 % erhöht habe. Mit einem zweiten, hilfsweise angeführten Teil macht die Klägerin geltend, dass die Kommission
         pro Jahr der Zuwiderhandlung einen geringeren Erhöhungssatz als 10 % hätte ansetzen müssen, da Itochu Hellas nur eine passive
         Rolle gespielt habe und über lange Zeiträume an der Zuwiderhandlung überhaupt nicht beteiligt gewesen sei. Dass die Kommission
         dies nicht getan habe, verletze den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz.
      
      –       Zum ersten Teil des Klagegrundes: Offensichtlicher Beurteilungsfehler bei der Bestimmung des Zeitraums der Beteiligung der
         Klägerin an dem Verstoß
      
      108    Es ist zunächst festzustellen, dass die Klägerin den die Dauer des Verstoßes betreffenden Klagegrund nur hilfsweise anführt,
         um den Antrag auf Nichtigerklärung oder Herabsetzung der gegen sie verhängten Geldbuße zu stützen. Aus den Schriftsätzen der
         Klägerin geht jedoch hervor, dass sie im Wesentlichen die Entscheidung als rechtswidrig rügt, soweit darin, wie in Art. 1
         ihres Tenors angegeben, festgestellt wird, dass sich die Zuwiderhandlung über den Zeitraum vom 16. Dezember 1991 bis 28. Februar
         1997 erstreckt habe. Es ist weiter festzustellen, dass die Klägerin in ihren Schriftsätzen ausdrücklich beantragt hat, Art. 1
         der Entscheidung für nichtig zu erklären. Demnach ist davon auszugehen, dass die Klägerin mit dem vorliegenden Klagegrund
         nicht nur die Nichtigerklärung oder Herabsetzung der Geldbuße begehrt, sondern auch eine teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung
         und insbesondere des Art. 1 ihres Tenors, soweit die Kommission darin rechtswidrig festgestellt habe, dass die Zuwiderhandlung
         vom 16. Dezember 1991 bis 28. Februar 1997 angedauert habe (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 25. Oktober 2005,
         Groupe Danone/Kommission, T‑38/02, Slg. 2005, II‑4407, Randnrn. 210 bis 213).
      
      109    Hinsichtlich der Bestimmung des Zeitraums der Zuwiderhandlung ist darauf hinzuweisen, dass nach Art. 15 Abs. 2 Unterabs. 2
         der Verordnung Nr. 17 bei der Festsetzung der Höhe der Geldbuße neben der Schwere des Verstoßes auch die Dauer der Zuwiderhandlung
         zu berücksichtigen ist. Insoweit ist ferner daran zu erinnern, dass nach Art. 81 Abs. 1 EG Vereinbarungen verboten sind, die
         eine Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs innerhalb des Gemeinsamen Marktes bezwecken oder bewirken. Wird eine
         Vereinbarung mit wettbewerbswidrigem Zweck nicht durchgeführt, ist daher gleichwohl der Zeitraum zu berücksichtigen, in dem
         die Vereinbarung bestanden hat, d. h. der Zeitraum zwischen dem Abschluss der Vereinbarung bis zu ihrer Beendigung (Urteile
         des Gerichts in der Rechtssache CMA CGM u. a./Kommission, oben in Randnr. 77 angeführt, Randnr. 280, und vom 27. Juli 2005,
         Brasserie nationale u. a./Kommission, T‑49/02 bis T‑51/02, Slg. 2005, II‑3033, Randnr. 185).
      
      110    Im vorliegenden Fall ist unstreitig, dass Itochu Hellas mit Nintendo einen Vertriebsvertrag schloss, der auf eine Beschränkung
         des Parallelhandels zielte. Da der Verstoß auf der Grundlage dieser Vereinbarung festgestellt wurde, durfte die Kommission
         davon ausgehen, dass der Zeitraum der Zuwiderhandlung der Geltungsdauer dieser Vereinbarung entsprach.
      
      111    Die Kommission hat demgemäß in Randnr. 351 der Entscheidung festgestellt, dass die Beteiligung von Itochu Hellas an dem Verstoß
         vom 16. Dezember 1991 (Datum der Unterzeichnung des Vertriebsvertrags) bis zum 28. Februar 1997 (Datum der Beendigung des
         Vertriebsvertrags), also fünf Jahre und zwei Monate lang, andauerte.
      
      112    Unter diesen Umständen ist entgegen dem Vorbringen der Klägerin der Umstand, dass die Vertragsklauseln über lange Zeiträume
         nicht angewandt worden seien, für die Bestimmung des Zeitraums der Zuwiderhandlung, selbst wenn dieser Umstand als wahr unterstellt
         würde, in keiner Hinsicht relevant.
      
      113    Die Klägerin kann in diesem Zusammenhang auch nicht geltend machen, Nortec sei besser als sie behandelt worden, weil die Kommission
         in deren Fall, obwohl Nortec einen Vertriebsvertrag mit Nintendo geschlossen habe, auf den tatsächlichen Zeitraum der Beteiligung
         dieses Unternehmens an dem Verstoß abgestellt habe. Denn der Vertriebsvertrag zwischen Nintendo und Nortec enthielt anders
         als der zwischen Nintendo und Itochu Hellas geschlossene Vertrag, der die Möglichkeit des Parallelexports der fraglichen Erzeugnisse
         ausdrücklich beschränkte (vgl. Randnr. 264 der Entscheidung), keine den Wettbewerb beschränkende Klausel. Die Kommission hat
         sich daher, um die Beteiligung von Nortec an dem fraglichen Verstoß festzustellen, zu Recht nicht auf den Wortlaut eines Vertriebsvertrags,
         sondern auf den gesamten Schriftwechsel zwischen Nortec und Nintendo gestützt.
      
      114    Ebenso wenig kann sich die Klägerin darauf berufen, dass die Vertragsbedingungen Itochu Hellas aufgezwungen worden seien,
         die keine andere Wahl als ihre Annahme gehabt habe. Die Klägerin hat nämlich nicht zu erklären vermocht, inwiefern dies von
         Einfluss auf die Bestimmung des Zeitraums ihrer Beteiligung an der Zuwiderhandlung gewesen sein könnte. Im Übrigen hätte die
         Klägerin wegen des möglicherweise auf sie ausgeübten Drucks bei der zuständigen Behörde Anzeige erstatten oder bei der Kommission
         einen Antrag nach Art. 3 der Verordnung Nr. 17 stellen können, statt an diesen Handlungen teilzunehmen (vgl. in diesem Sinne
         Urteile des Gerichts vom 20. März 2002, KE KELIT/Kommission, T‑17/99, Slg. 2002, II‑1647, Randnr. 50, und vom 29. November
         2005, Union Pigments/Kommission, T‑62/02, Slg. 2005, II‑5057, Randnr. 63).
      
      115    Überdies ist ein etwaiger passiver Charakter der von Itochu gespielten Rolle im Stadium der Prüfung der mildernden Umstände
         zu würdigen.
      
      116    Was das übrige Vorbringen von Itochu anbelangt, mit dem das Fehlen schädlicher Auswirkungen der Zuwiderhandlung geltend gemacht
         wird, so betrifft es in Wirklichkeit die Prüfung der tatsächlichen Schwere der Zuwiderhandlung und nicht die ihrer Dauer.
         Anders als die Klägerin meint, macht Nr. 1 Teil B der Leitlinien, wonach „[g]rundsätzlich … der Aufschlag bei Verstößen von
         langer Dauer gegenüber der bisherigen Praxis spürbar erhöht werden [soll], um die Wettbewerbsbeschränkungen, die sich auf
         die Verbraucher dauerhaft schädlich ausgewirkt haben, wirksam zu ahnden“, eine Erhöhung wegen der Dauer nicht von dem Nachweis
         abhängig, dass sich der fragliche Verstoß dauerhaft schädlich auf die Verbraucher auswirkte.
      
      117    Angesichts der Gesamtheit der vorstehenden Erwägungen kann der erste Teil des vorliegenden Klagegrundes nicht durchgreifen.
      
      –       Zum zweiten Teil des Klagegrundes: Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit bei der Festsetzung des Erhöhungssatzes
         pro Jahr der Zuwiderhandlung
      
      118    Nach Nr. 1 Teil B der Leitlinien hat die Kommission die Möglichkeit, bei Verstößen von langer Dauer (mehr als fünf Jahre)
         den für die Schwere des Verstoßes ermittelten Betrag um bis zu 10 % für jedes Jahr des Verstoßes zu erhöhen. 
      
      119    Im vorliegenden Fall hat die Kommission in Randnr. 403 der Entscheidung festgestellt, dass die Klägerin fünf Jahre und zwei
         Monate lang, also mit langer Dauer im Sinne der Leitlinien, an dem Verstoß teilgenommen habe, und die Geldbuße wegen der Dauer
         des Verstoßes um 50 % erhöht. Mit diesem Schritt hat die Kommission die Regeln beachtet, die sie sich in den Leitlinien auferlegt
         hat. Überdies ist diese Erhöhung um 50 % wegen der Dauer der Zuwiderhandlung im vorliegenden Fall nicht unangemessen.
      
      120    Der bloße Umstand, dass sich die Kommission eine mögliche Erhöhung der Geldbuße um bis zu 10 % pro Jahr des Verstoßes vorbehalten
         hat, verpflichtet sie keineswegs dazu, diesen Satz nach Maßgabe der Intensität des Verstoßes oder auch nach den verschiedenen
         Graden der Beteiligung jedes einzelnen Zuwiderhandelnden festzusetzen.
      
      121    Soweit die Klägerin zunächst dahin argumentiert, dass die Kommission einen geringeren Erhöhungssatz hätte anwenden müssen,
         weil die Klägerin bei dem Verstoß nur eine passive Rolle gespielt habe oder zumindest weil das ihr vorgeworfene Verhalten
         nur sporadisch oder selten vorgekommen sei, kann ihr Vorbringen nicht durchgreifen. Nach der in den Leitlinien festgelegten
         Methode nämlich findet die Beurteilung der relativen Schwere der Beteiligung jedes einzelnen der betroffenen Unternehmen an
         dem Verstoß unter Einbeziehung insbesondere ihrer aktiven oder passiven Haltung im Stadium der Berücksichtigung von erschwerenden
         und mildernden Umständen gemäß den Nrn. 2 und 3 der Leitlinien statt (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 9. Juli
         2003, Archer Daniels Midland und Archer Daniels Midland Ingredients/Kommission, T‑224/00, Slg. 2003, II‑2597, Randnr. 265).
      
      122    Im vorliegenden Fall hat die Kommission im Einklang mit der in den Leitlinien festgelegten Methode gerade im Stadium der Prüfung
         mildernder Umstände untersucht, ob die Klägerin eine passive Rolle spielte.
      
      123    Was weiter das Vorbringen angeht, dass die Kommission, weil der der Klägerin vorgeworfene Verstoß von stark schwankender Intensität
         gewesen sei, zumindest für einen Teil des fraglichen Zeitraums einen deutlich geringeren Erhöhungssatz hätte anwenden müssen,
         ist lediglich daran zu erinnern, dass eine Erhöhung der Geldbuße nach Maßgabe der Dauer nicht auf den Fall beschränkt ist,
         dass zwischen der Dauer und einer erhöhten Schädigung der mit den Wettbewerbsregeln verfolgten Ziele der Gemeinschaft ein
         unmittelbarer Zusammenhang besteht (Urteile des Gerichts vom 12. Juli 2001, Tate & Lyle u. a./Kommission, T‑202/98, T‑204/98
         und T‑207/98, Slg. 2001, II‑2035, Randnr. 106, und Michelin/Kommission, oben in Randnr. 47 angeführt, Randnr. 278).
      
      124    Soweit sich die Klägerin auf die Entscheidungen der Kommission in den Sachen Volkswagen und Fernwärmerohre bezieht, genügt
         der Hinweis, dass nach ständiger Rechtsprechung eine Entscheidungspraxis der Kommission nicht den rechtlichen Rahmen für Geldbußen
         in Wettbewerbssachen bilden kann und dass Entscheidungen in anderen Fällen nur Hinweischarakter in Bezug auf das eventuelle
         Vorliegen einer Diskriminierung haben, da es wenig wahrscheinlich ist, dass die für sie kennzeichnenden Umstände wie die Märkte,
         die Waren, die Unternehmen und die betroffenen Zeiträume die gleichen sind (Urteil des Gerichtshofs vom 21. September 2006,
         JCB Service/Kommission, C‑167/04 P, Slg. 2006, I‑8935, Randnrn. 201 und 205, und vom 7. Juni 2007, Britannia Alloys & Chemicals/Kommission,
         C‑76/06 P, Slg. 2007, I‑4405, Randnr. 60).
      
      125    Aus den gesamten vorstehenden Erwägungen folgt, dass der Klagegrund, der die Erhöhung des Bußgeldbetrags wegen der Dauer betrifft,
         als unbegründet zurückzuweisen ist.
      
       Zum vierten Klagegrund: Verletzung der Begründungspflicht sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit
            durch Nichtberücksichtigung bestimmter mildernder Umstände
       Vorbringen der Parteien
      126    Die Klägerin macht erstens geltend, die Kommission habe gegen Art. 253 EG verstoßen, weil sie den gegen die Klägerin festgesetzten
         Bußgeldbetrag nicht wegen der passiven Rolle von Itochu Hellas bei dem behaupteten Verstoß herabgesetzt habe, ohne dafür eine
         angemessene Begründung zu geben. Durch die Anerkennung dieses mildernden Umstands im Fall von Concentra, nicht aber in dem
         von Itochu habe die Kommission außerdem den Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt.
      
      127    Die Klägerin trägt insoweit zunächst vor, es müsse, falls dahin entschieden werde, dass die Entscheidung zu Recht an sie gerichtet
         worden sei, ihre ausschließlich passive Rolle bei dem streitigen Verstoß berücksichtigt werden. Die Klägerin weist weiter
         darauf hin, dass Itochu Hellas in ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte betont habe, dass die Akte der Kommission
         nur sehr geringe Beweise für eine Beteiligung von Itochu Hellas an dem behaupteten Verstoß enthalte. Als kleiner Vertriebshändler
         von Nintendo-Erzeugnissen im EWR sei Itochu Hellas in dem Gesamtmechanismus, den Nintendo zur Bekämpfung von Parallelimporten
         ersonnen habe, nur ein unbedeutender Akteur gewesen. 
      
      128    Außerdem sei die von Itochu Hellas gespielte Rolle mindestens genauso passiv gewesen wie die von Concentra. Die Kommission
         habe aber den Grundbetrag der gegen Concentra festgesetzten Geldbuße wegen dieser Passivität um 50 % herabgesetzt (Randnrn. 212,
         213 und 421 der Entscheidung). Ebenso wie Concentra habe sich Itochu Hellas darauf beschränkt, Nintendo über das Auftreten
         von Parallelhandel zu berichten. Als einzigen aussagekräftigen Gesichtspunkt habe sich die Kommission darauf berufen, dass
         Itochu Hellas Nintendo informiert habe, „weil [sie] hoffte, dass NOE das Problem lösen würde“. Eine solche von der Kommission
         konstatierte „Erwartung“ könne nicht als Beweis dafür betrachtet werden, dass Itochu Hellas bei dem Verstoß eine aktive Rolle
         gespielt habe.
      
      129    Insoweit sei darauf hinzuweisen, dass der Vertriebsvertrag, den Itochu Hellas mit Nintendo geschlossen habe, ein Standardvertrag
         gewesen sei, der ihr keinen Spielraum für die Aushandlung des Vertragswortlauts gelassen habe. Daher sei die Lage der unabhängigen
         Vertriebshändler von Nintendo wie namentlich Itochu Hellas, die keine andere Wahl gehabt hätten, als dem Vertrag zuzustimmen,
         von der Situation der Vertragshändler in dem Sachverhalt zu unterscheiden, der dem Urteil des Gerichtshofs vom 12. Juli 1979,
         BMW Belgium u. a./Kommission (32/78, 36/78 bis 82/78, Slg. 1979, 2435), zugrunde gelegen habe. Angesichts der Stellung von
         Nintendo in Griechenland und der ihr drohenden Verlustrisiken habe es für Itochu Hellas keine andere Möglichkeit gegeben,
         als den Wortlaut des Vertriebsvertrags zu akzeptieren. So habe die Tätigkeit mit Nintendo von 1991 bis 1996 einen großen Teil
         der Geschäftstätigkeit von Itochu Hellas ausgemacht, deren Verlust im Jahr 1997 sie schwer getroffen habe. Mit der Kündigung
         des Vertrags durch Nintendo sei der Umsatz von Itochu Hellas in den Jahren 1998/99 auf 12 % oder 13 % ihres Umsatzes von 1997
         gefallen.
      
      130    Die Klägerin macht zweitens geltend, dass die Kommission auch dadurch gegen Art. 253 EG verstoßen habe, dass sie ohne angemessene
         Begründung unberücksichtigt gelassen habe, dass Itochu Hellas die fraglichen beschränkenden Praktiken nicht durchgeführt habe.
         Insoweit weist die Klägerin zunächst darauf hin, dass Itochu Hellas Nintendo-Erzeugnisse aus Griechenland ausgeführt und eine
         gewisse Anzahl von Verkäufen im EWR, insbesondere in Spanien, getätigt habe. Die streitige Klausel des Vertriebsvertrags,
         wonach Itochu Hellas nur an in Griechenland ansässige und von Nintendo zugelassene Wiederverkäufer habe verkaufen dürfen,
         sei niemals beschlossen oder durchgeführt worden. In der Praxis habe Nintendo selbst niemals in die Auswahl oder Benennung
         der Wiederverkäufer von Itochu Hellas eingegriffen und sich hierzu niemals geäußert. Ferner ergebe sich aus der Kommissionsakte,
         dass die Paralleleinfuhren nach Griechenland während des Zeitraums der behaupteten Zuwiderhandlung ein beständiges und beträchtliches
         Volumen gehabt hätten. Das bestätige, dass Itochu Hellas dem Parallelhandel mit Nintendo-Erzeugnissen nicht entgegengetreten
         sei. Sie habe auch nicht versucht, den Verstoß zu ihren Gunsten auszunutzen, wie ihre Verluste im fraglichen Zeitraum bestätigten.
      
      131    Die Kommission tritt allen Rügen der Klägerin entgegen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      132    Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob sich die Kommission zu Recht und ohne Verstoß gegen die Begründungspflicht weigerte,
         erstens eine passive Rolle der Klägerin bei dem Verstoß anzuerkennen und zweitens festzustellen, dass die Klägerin den Verstoß
         nicht durchgeführt habe.
      
      –       Zu dem passiven Charakter der Rolle der Klägerin bei dem Verstoß
      133    Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass das Vorbringen der Klägerin, soweit mit ihm eine persönliche Beteiligung von Itochu
         an der streitigen Vereinbarung bestritten werden soll, nach Abschluss der Prüfung des Klagegrundes, auf den der Antrag auf
         teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung gestützt wurde, zurückzuweisen ist.
      
      134    Im Übrigen ergibt sich aus der Rechtsprechung, dass bei Begehung einer Zuwiderhandlung durch mehrere Unternehmen die relative
         Schwere des Tatbeitrags jedes einzelnen von ihnen zu prüfen ist (Urteile des Gerichtshofs vom 16. Dezember 1975, Suiker Unie
         u. a./Kommission, 40/73 bis 48/73, 50/73, 54/73 bis 56/73, 111/73, 113/73 und 114/73, Slg. 1975, 1663, Randnr. 623, und vom
         8. Juli 1999, Kommission/Anic Partecipazioni, C‑49/92 P, Slg. 1999, I‑4125, Randnr. 150), um festzustellen, ob bei ihnen erschwerende
         oder mildernde Umstände vorliegen.
      
      135    Insbesondere stellt „ausschließlich passive Mitwirkung oder reines Mitläufertum“ eines Unternehmens bei der Zuwiderhandlung,
         sofern erwiesen, nach Nr. 3 erster Gedankenstrich der Leitlinien einen mildernden Umstand dar, wobei diese passive Rolle bedeutet,
         dass sich das betreffende Unternehmen nicht hervorgetan haben darf, d. h. nicht aktiv an der Ausarbeitung der wettbewerbswidrigen
         Vereinbarung oder Vereinbarungen beteiligt war (Urteil des Gerichts vom 9. Juli 2003, Cheil Jedang/Kommission, T‑220/00, Slg.
         2003, II‑2473, Randnr. 167).
      
      136    Im vorliegenden Fall macht die Klägerin im Wesentlichen geltend, dass Itochu Hellas im Rahmen des von Nintendo ersonnenen
         Gesamtmechanismus für die Beschränkung von Parallelimporten nur ein unbedeutender Akteur gewesen sei und dass ihre Rolle mindestens
         so passiv gewesen sei wie die von Concentra. Die Klägerin verweist weiter darauf, dass Itochu Hellas wegen ihrer wirtschaftlichen
         Situation nicht in der Lage gewesen sei, die ihr von Nintendo vorgegebenen Bedingungen des Vertriebsvertrags abzulehnen.
      
      137    Insoweit ist erstens festzustellen, dass sich die Klägerin, da Itochu Hellas den streitigen Vertriebsvertrag tatsächlich abgeschlossen
         und damit förmlich ihre Zustimmung zu dem Grundsatz einer Beschränkung des Parallelhandels zum Ausdruck gebracht hat, nicht
         darauf berufen kann, dass diese bei der Zuwiderhandlung nur eine passive Rolle gespielt hätte.
      
      138    Was zweitens die Behauptung anbelangt, Itochu Hellas sei nur ein unbedeutender Akteur im Mechanismus zur Beschränkung von
         Paralleleinfuhren gewesen, ist darauf hinzuweisen, dass Itochu Hellas, wie die Kommission in den Randnrn. 206 und 429 der
         Entscheidung unterstrichen hat, Nintendo mehrfach aus eigener Initiative Informationen über Parallelimporte in ihr Gebiet
         übermittelte. Damit beteiligte sie sich an dem von Nintendo geschaffenen Mechanismus, und ihr Verhalten lässt zumindest eine
         wohlwollende und aktive Haltung zur Kontrolle der Vereinbarung erkennen. Dass Itochu Hellas Paralleleinfuhren der fraglichen
         Erzeugnisse nicht verhinderte oder zu verhindern versuchte, ist keinesfalls Beweis für eine „ausschließlich“ passive Beteiligung
         von Itochu Hellas an der fraglichen Zuwiderhandlung. In einem solchen Verhalten, wenn es nachgewiesen würde, käme nämlich
         lediglich ein geringerer Eifer bei der Durchführung der Vereinbarung zum Ausdruck, ohne dass dies gegen die volle Beteiligung
         der Klägerin daran spräche (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 6. Dezember 2005, Brouwerij Haacht/Kommission, T‑48/02,
         Slg. 2005, II‑5259, Randnr. 80). Daher genügt es nicht, dass sich das betroffene Unternehmen in bestimmten Zeiträumen oder
         hinsichtlich bestimmter Regelungen der Vereinbarung nicht hervortat.
      
      139    Ebenso wenig kann sich die Klägerin, um in den Genuss der Anerkennung mildernder Umstände zu gelangen, mit Erfolg darauf berufen,
         dass Itochu Hellas zu dem Abschluss des Vertriebsvertrags gezwungen gewesen sei. Selbst wenn nämlich nachgewiesen wäre, dass
         Nintendo den Wortlaut des Vertriebsvertrags erzwang, was keineswegs erwiesen ist, änderte dies doch nichts daran, dass Itochu
         Hellas mit der Übermittlung von Informationen über den Parallelhandel der Vereinbarung nachkam, ohne bei der Verwirklichung
         der Zuwiderhandlung eine rein passive Rolle oder die Haltung eines Mitläufers einzunehmen.
      
      140    Jedenfalls könnte sich die Klägerin, selbst wenn sie angesichts einer ihr Verhältnis zu Nintendo prägenden Abhängigkeit zum
         Abschluss des streitigen Vertriebsvertrags gezwungen gewesen wäre, hierauf nicht berufen, da sie wegen des ausgeübten Drucks
         bei den zuständigen Behörden hätte Anzeige erstatten und bei der Kommission einen Antrag nach Art. 3 der Verordnung Nr. 17
         hätte stellen können, statt an diesen Handlungen teilzunehmen (vgl. die oben in Randnr. 114 angeführte Rechtsprechung).
      
      141    Auch die Rüge, wonach es den Grundsatz der Gleichbehandlung verletze, dass die Kommission den mildernden Umstand einer rein
         passiven Rolle zugunsten von Concentra, nicht aber zugunsten der Klägerin anerkannt habe, kann nicht durchgreifen. Aus den
         von der Klägerin nicht bestrittenen Tatsachenfeststellungen der Kommission ergibt sich nämlich, dass die Rollen, die die beiden
         Unternehmen bei der Zuwiderhandlung spielten, nicht vergleichbar waren. Auch wenn beide Unternehmen Nintendo aus eigener Initiative
         Informationen über den Parallelhandel mit Nintendo-Erzeugnissen mitteilten und insoweit um ihre Hilfe ersuchten, ist doch
         festzustellen, dass der Schriftwechsel zwischen Nintendo und Concentra, der zwischen Januar 1996 und November 1997 vier Schreiben
         umfasste, spärlicher war als der zwischen Nintendo und Itochu (vgl. Randnrn. 206, 212 und 213 der Entscheidung). Überdies
         und vor allem ergibt sich aus den von der Kommission dargelegten Tatsachen, dass Itochu an Nintendo genaue Informationen über
         das Vorkommen und den Ursprung von Parallelhandel übermittelte und dass die Schreiben von Itochu zumindest bei einer Gelegenheit
         eine Unterbindung von Parallelausfuhren aus dem Vereinigten Königreich ermöglichten (vgl. Randnrn. 206 und 429 der Entscheidung).
         Daher durfte die Kommission zwischen der Rolle der Klägerin und der von Concentra bei der Zuwiderhandlung unterscheiden und
         demgemäß eine Herabsetzung der Geldbuße wegen des mildernden Umstands einer passiven Rolle bei der Zuwiderhandlung nur Concentra
         zuerkennen.
      
      142    Zu der Rüge einer Verletzung der Begründungspflicht schließlich ist zunächst auf die oben in Randnr. 82 angeführte Rechtsprechung
         zu verweisen und ferner festzustellen, dass die Kommission im Zusammenhang mit ihrer Weigerung, den geltend gemachten mildernden
         Umstand zugunsten der Klägerin anzuerkennen, in der Entscheidung (vgl. Randnrn. 427 bis 429) die Gesichtspunkte ihrer Beurteilung
         darlegte, die sie dazu veranlassten, den mildernden Umstand einer rein passiven Rolle oder von Mitläufertum im Fall der Klägerin
         nicht anzunehmen. Daher hat die Kommission in diesem Punkt die ihr obliegende Begründungspflicht nicht verletzt.
      
      143    Im Ergebnis ist daher festzustellen, dass die Kommission das Vorliegen des geltend gemachten mildernden Umstands zu Recht
         und mit hinreichender Begründung verneinte. Der erste Teil des vorliegenden Klagegrundes ist daher zurückzuweisen.
      
      –       Zur tatsächlichen Verwirklichung der Zuwiderhandlung durch die Klägerin
      144    Nach Nr. 3 zweiter Gedankenstrich der Leitlinien kann auch die „tatsächliche Nichtanwendung der Vereinbarungen über Verstöße“
         einen mildernden Umstand darstellen.
      
      145    Aus der Rechtsprechung geht hervor, dass die Kommission das Vorliegen eines mildernden Umstands wegen tatsächlicher Nichtanwendung
         einer Vereinbarung nur anzuerkennen braucht, wenn das Unternehmen, das diesen Umstand geltend macht, nachweisen kann, dass
         es sich der Anwendung der Vereinbarung so eindeutig und nachdrücklich widersetzt hat, dass dadurch sogar deren Funktionieren
         gestört wurde, und dass es der Vereinbarung auch nicht scheinbar zustimmte und dadurch andere Unternehmen zu deren Anwendung
         veranlasste. Unternehmen könnten nämlich das Risiko, eine beträchtliche Geldbuße zahlen zu müssen, zu leicht minimieren, wenn
         sie zunächst aus einer rechtswidrigen Vereinbarung Vorteil ziehen und anschließend eine Herabsetzung der Geldbuße mit der
         Begründung beanspruchen könnten, dass sie bei der Durchführung der Zuwiderhandlung nur eine begrenzte Rolle gespielt hätten,
         obgleich ihre Haltung andere Unternehmen dazu veranlasste, sich in stärkerem Maße wettbewerbsschädigend zu verhalten (vgl.
         Urteil des Gerichts vom 8. Juli 2004, Mannesmannröhren-Werke/Kommission, T‑44/00, Slg. 2004, II‑2223, Randnrn. 277 und 278).
      
      146    Die Umstände, die die Klägerin im Rahmen dieses Teils des vorliegenden Klagegrundes geltend macht, lassen aber nicht den Schluss
         zu, dass sie sich der mit Nintendo geschlossenen Vereinbarung so eindeutig und nachdrücklich widersetzt hätte, dass dadurch
         sogar deren Funktionieren gestört worden wäre.
      
      147    Ebenso wenig kann sich Itochu mit Erfolg darauf berufen, dass sie nicht versucht habe, die Zuwiderhandlung zu ihren Gunsten
         auszunutzen, weil sie in deren Begehungszeit Verluste erlitten habe und gewissen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausgesetzt
         gewesen sei. Abgesehen davon, dass die Kommission nicht dazu verpflichtet ist, derartige Gesichtspunkte im Rahmen der Beurteilung
         des Vorliegens mildernder Umstände zu berücksichtigen (vgl. in diesem Sinne – zu Kartellen – Urteil des Gerichts vom 29. April
         2004, Tokai Carbon u. a./Kommission, T‑236/01, T‑239/01, T‑244/01 bis T‑246/01, T‑251/01 und T‑252/01, Slg. 2004, II‑1181,
         Randnr. 345), ist nicht erwiesen, dass diese angeblichen Schwierigkeiten in Verbindung mit der tatsächlichen Nichtdurchführung
         der streitigen Maßnahmen gestanden hätten. Dazu ist insbesondere zu bemerken, dass die Klägerin selbst in ihrer Antwort auf
         die Mitteilung der Beschwerdepunkte einräumte, dass sich die mäßigen Ergebnisse von Itochu Hellas im Zeitraum der Zuwiderhandlung
         aus einer Reihe von Faktoren erklärten, die von der Durchführung ihres Vertrags mit Nintendo unabhängig waren.
      
      148    Was im Übrigen die Rüge einer Verletzung der Begründungspflicht anbelangt, ist zunächst auf die oben in Randnr. 82 angeführte
         Rechtsprechung zu verweisen und ferner festzustellen, dass die Kommission im Zusammenhang mit ihrer Weigerung, den geltend
         gemachten mildernden Umstand zugunsten der Klägerin anzuerkennen, in der Entscheidung (vgl. Randnrn. 434 bis 437) die Gesichtspunkte
         ihrer Beurteilung darlegte, die sie dazu veranlassten, den mildernden Umstand einer Nichtanwendung der streitigen Vereinbarung
         im Fall der Klägerin nicht anzunehmen. Daher hat die Kommission in diesem Punkt die ihr obliegende Begründungspflicht nicht
         verletzt.
      
      149    Unter diesen Umständen kann Itochu auch keine Herabsetzung des Bußgeldbetrags wegen dieses mildernden Umstands zugutekommen.
      
      150    Aus der Gesamtheit der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der vorliegende Klagegrund als unbegründet zurückzuweisen
         ist.
      
       Zum fünften Klagegrund: Verstoß gegen Art. 15 Abs. 2 der Verordnung Nr. 17 durch Festsetzung einer Geldbuße, die die Grenze
            von 10 % des Umsatzes im letzten Geschäftsjahr überschritten habe
       Vorbringen der Parteien
      151    Die Klägerin trägt vor, dass die Kommission gegen Art. 15 Abs. 2 der Verordnung Nr. 17 verstoßen habe, weil in der Entscheidung
         eine Geldbuße festgesetzt worden sei, die 10 % des Umsatzes von Itochu Hellas im letzten Geschäftsjahr vor dem Jahr des Erlasses
         der Entscheidung überschreite. Die Klägerin meint, dass die Entscheidung an Itochu Hellas hätte gerichtet werden müssen und
         darum jede etwaige Geldbuße dieser aufzuerlegen gewesen wäre. Die Schwelle von 10 % hätte daher anhand des Umsatzes von Itochu
         Hellas im Jahr 2001 bestimmt werden müssen, der 423 475 Euro betragen habe. Die Kommission habe diese Schwelle verkannt, indem
         sie einen Bußgeldbetrag von 4,5 Millionen Euro festgesetzt habe, der mehr als 50 % des Jahresumsatzes von Itochu Hellas seit
         1991 – ausgenommen nur das Jahr 1994 – ausmache. Die Klägerin beantragt daher, die ihr in Art. 3 der Entscheidung auferlegte
         Geldbuße auf einen Betrag herabzusetzen, der 42 348 Euro, nämlich 10 % des Umsatzes von Itochu Hellas im Jahr 2001, nicht
         überschreitet.
      
      152    In ihrer Erwiderung weist die Klägerin das Argument der Kommission zurück, dass dieser Klagegrund hinsichtlich der beantragten
         Maßnahmen dem Klagegrund widerspreche, wonach die Zuwiderhandlung fehlerhaft der Klägerin zugerechnet worden sei. Die Klägerin
         meint, dass das Gericht beschließen könne, die Entscheidung nicht für nichtig zu erklären, aber den Bußgeldbetrag unter Berücksichtigung
         der Position von Itochu Hellas auf dem Markt neu zu bestimmen. Der vorliegende Klagegrund werde deshalb hilfsweise für den
         Fall geltend gemacht, dass das Gericht die Entscheidung nicht – wie von der Klägerin mit ihrem ersten Antrag begehrt – für
         nichtig erklären sollte.
      
      153    Die Kommission beantragt, den vorliegenden Klagegrund zurückzuweisen.
      
       Würdigung durch das Gericht
      154    Nach Art. 15 Abs. 2 der Verordnung Nr. 17 kann die Kommission gegen Unternehmen, die gegen Art. 81 EG oder Art. 82 EG verstoßen,
         Geldbußen in Höhe von bis zu „zehn vom Hundert des von dem einzelnen an der Zuwiderhandlung beteiligten Unternehmen im letzten
         Geschäftsjahr erzielten Umsatzes“ festsetzen.
      
      155    Im vorliegenden Fall macht Itochu geltend, dass die Kommission den Bußgeldbetrag nach Maßgabe des Umsatzes von Itochu Hellas
         hätte festsetzen müssen, die für die Zuwiderhandlung allein verantwortlich gewesen sei.
      
      156    Wie sich aus der Prüfung des Klagegrundes ergibt, auf den Itochu ihren Antrag auf teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung
         gestützt hat, hat die Kommission die Entscheidung jedoch zu Recht an Itochu gerichtet, weil diese für die Zuwiderhandlung
         verantwortlich zu machen war.
      
      157    Demgemäß kann der vorliegende Klagegrund nicht durchgreifen, da die Kommission bei der Anwendung der Obergrenze von 10 % den
         Umsatz des betroffenen Unternehmens, also des Unternehmens berücksichtigen muss, dem die Zuwiderhandlung zugerechnet wurde
         und das daher für verantwortlich erklärt und dem die Entscheidung, mit der die Geldbuße festgesetzt wird, bekannt gegeben
         wurde (Urteil des Gerichts vom 4. Juli 2006, Hoek Loos/Kommission, T‑304/02, Slg. 2006, II‑1887, Randnr. 116; vgl. in diesem
         Sinne auch Urteil des Gerichts vom 15. Juni 2005, Tokai Carbon u. a./Kommission, T‑71/03, T‑74/03, T‑87/03 und T‑91/03, nicht
         in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 390).
      
      158    Demnach ist der vorliegende Klagegrund zurückzuweisen.
      
       Zum sechsten Klagegrund: Verletzung der Verteidigungsrechte
       Vorbringen der Parteien
      159    Die Klägerin trägt vor, Itochu Hellas und Itochu hätten aus der Art und Weise, wie die Mitteilung der Beschwerdepunkte formuliert
         worden sei, den Schluss gezogen, dass die Kommission eine vorgebliche Zuwiderhandlung gegen Art. 81 Abs. 1 EG mit sowohl vertikalem
         als auch horizontalem Charakter festgestellt habe. Im Rahmen der Prüfung des horizontalen Aspekts der behaupteten Zuwiderhandlung
         sei die im Namen von Itochu Hellas und Itochu abgegebene Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte so gefasst worden,
         dass eine mögliche Anwendung der Mitteilung über Zusammenarbeit berücksichtigt worden sei, die nur in Betracht komme, wenn
         sich die mit der Kommission kooperierenden Unternehmen an einer geheimen horizontalen Absprache beteiligt hätten.
      
      160    Daher hätten sich Itochu Hellas und Itochu dafür entschieden, die von der Kommission zugrunde gelegte Auslegung des Sachverhalts
         in ihrer Antwort auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte in mehreren Punkten nicht zu bestreiten. Damit hätten sie ihre Verteidigungsrechte
         nicht mehr in allen ihren Möglichkeiten nutzen können, zumindest jedoch eine Verteidigungsstrategie gewählt, für die sie sich
         vielleicht nicht entschieden hätten, hätte die Kommission sie nicht irregeführt. So habe für Itochu Hellas, da sie über kein
         Schriftstück zum Vertrieb der Nintendo-Erzeugnisse verfügt habe, die einzige Art und Weise der Zusammenarbeit mit der Kommission
         darin bestanden, den Sachverhalt nicht zu bestreiten.
      
      161    Indem die Kommission die rechtliche Beurteilung des Verstoßes in der Entscheidung auf eine vertikale Vereinbarung beschränkt
         habe, habe sie es den betroffenen Unternehmen unmöglich gemacht, eine Herabsetzung des Bußgeldbetrags aufgrund der Mitteilung
         über Zusammenarbeit in Anspruch zu nehmen. Ein solches unlauteres Vorgehen verletze die Verteidigungsrechte der betroffenen
         Unternehmen, weil diese eine andere Verteidigungsstrategie als das bloße Nichtbestreiten des Sachverhalts hätten entwickeln
         können.
      
      162    Dieser Wechsel in der Herangehensweise habe zur Konsequenz gehabt, dass Itochu eine zehnprozentige Herabsetzung des Bußgeldbetrags,
         der wegen des Verhaltens von Itochu Hellas im Rahmen eines vertikalen Verstoßes festgesetzt worden sei, nicht mehr habe zugutekommen
         können, während sie eine solche Herabsetzung hätte beanspruchen können, wenn sie an einer horizontalen Vereinbarung beteiligt
         gewesen wäre. Daraus folge, dass Itochu auch dann, wenn die Kommission nach Auffassung des Gerichts die Verteidigungsrechte
         nicht verletzt haben sollte, gleichwohl eine Herabsetzung ihrer Geldbuße um mindestens 10 % zuzuerkennen sei, weil sie den
         Sachverhalt, den die Kommission in der Mitteilung der Beschwerdepunkte dargelegt habe, in der Sache nicht bestritten habe.
      
      163    In ihrer Erwiderung führt die Klägerin aus, dass zwar, wie von der Kommission vorgetragen, jede tatsächliche Zusammenarbeit
         außerhalb des Rahmens der Mitteilung über Zusammenarbeit als mildernder Umstand berücksichtigt werden könne, dass aber die
         sich daraus ergebende Herabsetzung des Bußgeldbetrags nicht den gleichen Bedingungen unterliege. Insbesondere werde in der
         Mitteilung über Zusammenarbeit als Voraussetzung für eine Herabsetzung des Bußgeldbetrags wegen Nichtbestreitens des Sachverhalts
         nicht verlangt, dass eine solche Zusammenarbeit in einer Situation stattfinden müsse, in der der Mitteilung der Beschwerdepunkte
         eine komplexe Reihe von miteinander verknüpften Tatsachen zugrunde liege.
      
      164    Die Kommission hält dieses Vorbringen der Klägerin für in sowohl tatsächlicher als auch rechtlicher Hinsicht verfehlt. Jedenfalls
         könne die Herabsetzung des Bußgeldbetrags, die die Klägerin wegen ihrer angeblichen Zusammenarbeit begehre, nicht gewährt
         werden.
      
       Würdigung durch das Gericht
      165    Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass aus der Mitteilung der Beschwerdepunkte, anders als die Klägerin offenbar meint,
         keineswegs hervorgeht, dass die Kommission im Stadium des Verwaltungsverfahrens ihre rechtliche Beurteilung auf den horizontalen
         Aspekt der behaupteten Zuwiderhandlung beschränken wollte.
      
      166    Dass sich die Kommission in der Mitteilung der Beschwerdepunkte auf horizontale Vereinbarungen betreffende Terminologie und
         Rechtsprechung bezog, konnte als solches die Klägerin nicht irreführen.
      
      167    Im Übrigen ergibt sich aus der Antwort der Klägerin auf die Mitteilung der Beschwerdepunkte eindeutig, dass nach ihrer eigenen
         Auffassung die behauptete Zuwiderhandlung ein vertikales Verhältnis zum Gegenstand hatte.
      
      168    Überdies kann es sich keinesfalls zum Nachteil der Klägerin ausgewirkt haben, dass die Kommission die die etwaigen horizontalen
         Aspekte des Verstoßes betreffenden Beschwerdepunkte nicht weiterverfolgte. Insoweit ist daran zu erinnern, dass dem Erfordernis,
         wonach die Beschwerdepunkte in der Mitteilung der Beschwerdepunkte, sei es auch nur in gedrängter Form, so klar abgefasst
         sein müssen, dass die Betroffenen tatsächlich erkennen können, welches Verhalten ihnen die Kommission zur Last legt, Genüge
         getan ist, wenn die Entscheidung den Betroffenen keine anderen als die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte genannten Zuwiderhandlungen
         zur Last legt und nur Tatsachen berücksichtigt, zu denen die Betroffenen sich äußern konnten.
      
      169    Wenn die Mitteilung der Beschwerdepunkte einen klaren Hinweis auf die Art der dem fraglichen Unternehmen zur Last gelegten
         wettbewerbsrechtlichen Zuwiderhandlung und die insoweit angeführten wesentlichen Tatsachen enthält, ist das Unternehmen in
         der Lage, auf diesen Vorwurf zu erwidern und seine Rechte wahrzunehmen. Eine spätere Darstellung der Beschwerdepunkte in der
         von der Kommission erlassenen Entscheidung, die eine wirtschaftliche Vereinbarung als „vertikal“ oder als „horizontal“ bezeichnet,
         ist keine materielle Änderung der Beschwerdepunkte, wie sie in der Mitteilung der Beschwerdepunkte dargestellt worden sind
         (Urteil des Gerichts vom 15. September 2005, DaimlerChrysler/Kommission, T‑325/01, Slg. 2005, II‑3319, Randnrn. 188, 189 und
         192).
      
      170    Die Kommission hat daher in der angefochtenen Entscheidung die Darstellung der fraglichen Zuwiderhandlung auf deren vertikale
         Aspekte beschränkt, ohne die Verteidigungsrechte zu verletzen. 
      
      171    Jedenfalls wurde die Klägerin durch die geänderte Formulierungsweise der Kommission keineswegs um die Berücksichtigung ihrer
         Zusammenarbeit gebracht, da sie niemals beantragte, zu ihren Gunsten die Mitteilung über Zusammenarbeit gemäß deren Abschnitt E
         anzuwenden oder die tatsächliche Zusammenarbeit der fraglichen Unternehmen außerhalb des Anwendungsbereichs der Mitteilung
         über Zusammenarbeit zu berücksichtigen (vgl. Randnrn. 454 bis 464 der Entscheidung).
      
      172    Demnach ist auch der letzte Klagegrund der Klägerin zurückzuweisen.
      
      173    Nach alledem ist die Klage insgesamt abzuweisen.
      
       Kosten
      174    Gemäß Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung hat die unterliegende Partei auf Antrag die Kosten zu tragen. Da die Klägerin mit
         ihren Anträgen unterlegen ist, sind ihr gemäß dem Antrag der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Achte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Klage wird abgewiesen.
      2.      Die Itochu Corp. trägt die Kosten.
      
               Martins Ribeiro
            
            
               Papasavvas
            
            
               Wahl
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 30. April 2009.
      Unterschriften
      Inhaltsverzeichnis
      
      Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1.  Beteiligte Unternehmen
      2.  Verwaltungsverfahren
      Untersuchung im Bereich der Videospielindustrie (Sache IV/35.587 – PO Videospiele)
      Ergänzende Untersuchung speziell zum Vertriebssystem von Nintendo (Sache IV/35.706 – PO Nintendo-Vertrieb)
      Untersuchung infolge der Beschwerde der Omega Electro BV (Sache IV/36.321 – Omega – Nintendo)
      3.  Die streitige Entscheidung
      Verfahren und Anträge der Parteien
      Entscheidungsgründe
      1.  Zu dem Antrag auf teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      2.  Zu dem Antrag auf Nichtigerklärung oder Herabsetzung der Geldbuße
      Zum ersten Klagegrund: Verletzung der Begründungspflicht sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit
         im Zusammenhang mit der von der Kommission vorgenommenen differenzierenden Behandlung
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zum zweiten Klagegrund: Verletzung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und der Gleichbehandlung bei der Erhöhung des Ausgangsbetrags
         der Geldbuße aus Gründen der Abschreckung
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zum dritten Klagegrund: Offensichtlicher Beurteilungsfehler und Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit bei der
         Erhöhung des Bußgeldbetrags wegen der Dauer der Zuwiderhandlung
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      –  Zum ersten Teil des Klagegrundes: Offensichtlicher Beurteilungsfehler bei der Bestimmung des Zeitraums der Beteiligung
         der Klägerin an dem Verstoß
      
      –  Zum zweiten Teil des Klagegrundes: Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit bei der Festsetzung des Erhöhungssatzes
         pro Jahr der Zuwiderhandlung
      
      Zum vierten Klagegrund: Verletzung der Begründungspflicht sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung und der Verhältnismäßigkeit
         durch Nichtberücksichtigung bestimmter mildernder Umstände
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      –  Zu dem passiven Charakter der Rolle der Klägerin bei dem Verstoß
      –  Zur tatsächlichen Verwirklichung der Zuwiderhandlung durch die Klägerin
      Zum fünften Klagegrund: Verstoß gegen Art. 15 Abs. 2 der Verordnung Nr. 17 durch Festsetzung einer Geldbuße, die die Grenze
         von 10 % des Umsatzes im letzten Geschäftsjahr überschritten habe
      
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Zum sechsten Klagegrund: Verletzung der Verteidigungsrechte
      Vorbringen der Parteien
      Würdigung durch das Gericht
      Kosten
      * Verfahrenssprache: Englisch.
      
      1 –	Nicht veröffentlichte vertrauliche Daten.