CELEX: 32018D1213(03)
Language: de
Date: 2018-12-06 00:00:00
Title: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 6. Dezember 2018 zur Veröffentlichung eines Antrags auf Änderung der Produktspezifikation eines Namens im Weinsektor gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates im Amtsblatt der Europäischen Union („Graves supérieures“ (g.U.))

13.12.2018   
               
               
                  DE
               
               
                  Amtsblatt der Europäischen Union
               
               
                  C 449/22
               
            
         DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION
         vom 6. Dezember 2018
         zur Veröffentlichung eines Antrags auf Änderung der Produktspezifikation eines Namens im Weinsektor gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates im Amtsblatt der Europäischen Union
         
         („Graves supérieures“ (g.U.))
         (2018/C 449/06)
         DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
         gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
         gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 des Rates (1), insbesondere auf Artikel 97 Absatz 3,
         in Erwägung nachstehender Gründe:
         
                     (1)
                  
                  
                     Frankreich hat gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 einen Antrag auf Änderung der Produktspezifikation des Namens „Graves supérieures“ eingereicht.
                  
               
                     (2)
                  
                  
                     Die Kommission hat den Antrag geprüft und festgestellt, dass die in den Artikeln 93 bis 96, in Artikel 97 Absatz 1 sowie in den Artikeln 100, 101 und 102 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 festgelegten Bedingungen erfüllt sind.
                  
               
                     (3)
                  
                  
                     Damit gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 Einspruch erhoben werden kann, muss der Antrag auf Änderung der Produktspezifikation des Namens „Graves supérieures“ im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden —
                  
               BESCHLIESST:
         
            Einziger Artikel
            Der Antrag auf Änderung der Produktspezifikation des Namens „Graves supérieures“ (g.U.) gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 ist im Anhang dieses Beschlusses wiedergegeben.
            Gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 besteht das Recht, innerhalb von zwei Monaten ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union Einspruch gegen die in Absatz 1 vorgesehene Änderung der Produktspezifikation einzulegen.
         
         
            Brüssel, den vom 6. Dezember 2018
            
               
                  Für die Kommission
               
               Phil HOGAN
               
                  Mitglied der Kommission
               
            
         
         
            (1)  ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 671.
      
      
         
            ANHANG
            
               „GRAVES SUPÉRIEURES“
            
            
               PDO-FR-A1014-AM02
            
            
               Datum der Antragstellung: 7.3.2016
            
            ANTRAG AUF ÄNDERUNG DER PRODUKTSPEZIFIKATION
            1.   Rechtsgrundlage der Änderung
            
            Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 — nicht geringfügige Änderung
            2.   Beschreibung und Änderungsgründe
            
            2.1.   
                  Geografisches Gebiet
               
            
            Kapitel I Abschnitt IV Nummer 1 der Produktspezifikation wird wie folgt geändert:
            
                        —
                     
                     
                        Nach dem Wort „Virelade“ werden folgende Wörter eingefügt: „sowie auf dem Teil des Gebiets der Gemeinde Coimères, der dem Abschnitt A (Flurname: Herrères) des Grundbuchblatts 1 (1934 überarbeiteter Katasterplan) entspricht, dessen Übereinstimmung mit dem aktuellen Katasterplan („plan minute de conservation“) am 5. November 2010 bescheinigt wurde“. Zweck der Änderung ist es, in das geografische Gebiet einen Teil des Gebiets der Gemeinde Coimères einzubeziehen, für den belegt ist, dass er kontinuierlich für den Weinbau genutzt wurde, dass vergleichbare Erziehungsformen zur Anwendung kommen und dass das Gebiet landschaftlich und topografisch sowie hydrologisch, geologisch und pedologisch den benachbarten Weingärten des Namens „Graves supérieures“ vergleichbar ist. Dieser Teil der Gemeinde Coimères schließt geografisch unmittelbar an das geografische Gebiet der g.U. „Graves supérieures“ an.
                        Der Antrag auf Einbeziehung der Gemeinde Coimères wurde erstmals im Jahr 1938 unmittelbar nach der nationalen Anerkennung des Namens gestellt, nachdem ein Wirtschaftsteilnehmer damals auf ein Versäumnis hingewiesen hatte. Obwohl auf allen Ebenen der nationalen Entscheidungsinstanzen stets positiv über die Einbeziehung der Gemeinde in das geografische Gebiet der Ursprungsbezeichnung entschieden wurde, wurde diese Entscheidung in der Folge nie in den amtlichen Urkunden festgehalten. Die nun vorgesehene Aufnahme der Gemeinde soll somit lediglich ein lang zurückliegendes Versäumnis beheben.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Die Wörter „Martignas-sur-Jalle“ und „Saint-Jean-d’Illac“ werden gestrichen. Dadurch sollen die Gemeinden Martignas-sur-Jalle und Saint-Jean-d’Illac aus dem geografischen Gebiet ausgeschlossen werden, da dort kein Weinbau mehr betrieben wird und keine für die g.U. genutzte Rebe oder Parzelle mehr vorhanden ist.
                        Nummer 6 des Einzigen Dokuments wird entsprechend geändert.
                     
                  2.2.   
                  Abgegrenztes Parzellengebiet
               
            
            In Kapitel I Abschnitt IV Nummer 2 der Produktspezifikation werden nach der Datumsangabe „10. Februar 2011“ folgende Wörter eingefügt: „und — durch Delegation des nationalen Ausschusses — vom ständigen Ausschuss am 4. September 2013“. Mit dieser Änderung soll der Zeitpunkt eingefügt werden, zu dem die zuständige nationale Behörde eine Änderung des abgegrenzten Parzellengebiets im geografischen Produktionsgebiet genehmigt hat. Mit der Parzellenabgrenzung innerhalb des geografischen Erzeugungsgebiets werden die Parzellen ausgewiesen, die sich zur Erzeugung für die in Rede stehende kontrollierte Ursprungsbezeichnung eignen.
            Das Einzige Dokument wird von dieser Änderung nicht berührt.
            2.3.   
                  Gesamtalkoholgehalt in Volumenprozent
               
            
            Kapitel I Abschnitt IX Nummer 1 Buchstabe e der Produktspezifikation wird wie folgt geändert:
            
               „Bei Weinen mit der kontrollierten Ursprungsbezeichnung ‚Graves supérieures‘ darf die Anreicherung durch Trockenzuckerung oder mit rektifiziertem Traubenmostkonzentrat nicht dazu führen, dass der Gesamtalkoholgehalt nach der Anreicherung mehr als 15 % vol. beträgt. Die Anreicherung durch teilweise Konzentrierung des für die Weingewinnung bestimmten Mosts ist bis zu einer Konzentration von 10 % der derart angereicherten Mengen zulässig. Auf diese Weise darf der Gesamtalkoholgehalt auf 19 % vol angehoben werden.“
            
            Diese Bestimmungen sind mit Anhang VII Teil II Abschnitt 1 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 vereinbar, der u. a. Folgendes besagt: „die Höchstgrenze für den Gesamtalkoholgehalt darf für Wein mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung, der ohne Anreicherung gewonnen wurde — oder ausschließlich durch Verfahren zur teilweisen Konzentrierung gemäß Anhang VIII Teil I Abschnitt B Absatz 1 angereichert wurde —, 15 Vol.-% überschreiten, sofern dies gemäß der Produktspezifikation in der technischen Unterlage für die betreffende geschützte Ursprungsbezeichnung zulässig ist.“
            Die Möglichkeit, den Gesamtalkoholgehalt bei angereicherten Weinen auf 19 % vol anzuheben, wurde mit der Verordnung (EU) 2017/2392 in die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 eingeführt. Diese Änderung soll die Produktspezifikation konsolidieren, da die aus überreifen Trauben der Sorte „Graves supérieures“ gewonnenen Weine einen hohen Alkoholgehalt erreichen können und die rechtliche Verpflichtung besteht, diese Möglichkeit in der Spezifikation zu erwähnen.
            Das Einzige Dokument wird von dieser Änderung nicht berührt.
            2.4.   
                  Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
               
            
            In Kapitel I Abschnitt X Nummer 1 Buchstabe a Absatz 3 der Produktspezifikation wird die Zahl „43“ durch die Zahl „42“ ersetzt. Diese Änderung entspricht der Änderung der Zahl der Gemeinden im geografischen Gebiet nach der Streichung der beiden Gemeinden Martignas-sur-Jalle und Saint-Jean-d’Illac und der Aufnahme eines Teils des Gebiets der Gemeinde Coimères.
            Der Abschnitt „Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet“ des Einzigen Dokuments wird entsprechend geändert.
            EINZIGES DOKUMENT
            1.   Name
            
            Graves supérieures
            2.   Art der geografischen Angabe
            
            g.U. — geschützte Ursprungsbezeichnung
            3.   Kategorien von Weinbauerzeugnissen
            
            
                     
                        1.
                     
                     
                        Wein
                     
                  4.   Beschreibung des Weins/der Weine
            
            Weißwein mit Restzucker, die aus durch gestaffelte Handlese geernteten überreifen Trauben gewonnen werden. Ihre Struktur beruht auf der Sorte Sémillon B. Es handelt sich um runde, füllige, goldfarbene Weine mit Trockenfruchtaromen. Der mögliche Verschnitt mit Sauvignon B und Muskadelle B bringt Frische.
            Natürlicher Alkoholgehalt: mindestens 13,5 %.
            Gehalt an gärfähigen Zuckern (Glucose, Fructose): mindestens 34 g/l.
            Die anderen Analysekriterien entsprechen den europäischen Rechtsvorschriften.
            Allgemeine Analysemerkmale
            
                        Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol)
                     
                     
                         
                     
                  
                        Minimaler vorhandener Alkoholgehalt (in % vol)
                     
                     
                        12
                     
                  
                        Mindestgesamtsäuregehalt
                     
                     
                        in Milliäquivalent je Liter
                     
                  
                        Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter)
                     
                     
                        25
                     
                  
                        Höchstgehalt an Schwefeldioxid (mg/l)
                     
                     
                         
                     
                  5.   Weinbereitungsverfahren
            
            a)   
                  Wesentliche önologische Verfahren
               
            
            
               Pflanzdichte und -abstand
            
            Anbaupraktiken
            Die Reben weisen eine Pflanzdichte von mindestens 5 000 Stöcken pro Hektar auf; der Abstand zwischen den Reihen darf maximal 2 m betragen und muss zwischen den Stöcken einer Reihe kleiner als 0,80 m sein.
            
               Vorschriften für den Rebschnitt
            
            Anbaupraktiken
            Der Schnitt erfolgt spätestens im Stadium des Knospenaufbruchs (Stadium 9 nach Lorenz).
            Die Reben werden nach den nachstehend genannten Techniken mit höchstens 12 Augen je Stock geschnitten:
            
                        —
                     
                     
                        Zapfenschnitt („à cots“ oder „coursons“) oder langer Schnitt;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Zapfenschnitt mit zwei Kordonen oder Fächererziehung mit vier Armen.
                     
                  
               Traubenlese
            
            Für die Weinbereitung geltende Einschränkung
            Die Weine werden aus Trauben gewonnen, die überreif (Vorliegen von Edelfäule/Traubentrocknung am Stock) durch gestaffelte Handlese geerntet werden.
            
               Anreicherung
            
            Spezifisches önologisches Verfahren
            Die Anreicherung ist unter Beachtung der Vorschriften der Produktspezifikation zulässig.
            b)   
                  Höchsterträge
               
            
            48 Hektoliter je Hektar
            6.   Abgegrenztes Gebiet
            
            Traubenernte, Weinherstellung, Weinbereitung und Weinausbau finden auf dem Gebiet der folgenden Gemeinden im Departement Gironde statt: Arbanats, Ayguemortes-les-Graves, Beautiran, Bègles, La Brède, Budos, Cabanac-Villagrains, Cadaujac, Canéjan, Castres-Gironde, Cérons, Cestas, Eysines, Gradignan, Guillos, Le Haillan, Illats, Isle-Saint-Georges, Landiras, Langon, Léogeats, Léognan, Martillac, Mazères, Mérignac, Pessac, Podensac, Portets, Pujols-sur-Ciron, Roaillan, Saint-Médard-d’Eyrans, Saint-Michel-de-Rieufret, Saint-Morillon, Saint-Pardon-de-Conques, Saint-Pierre-de-Mons, Saint-Selve, Saucats, Talence, Toulenne, Villenave-d’Ornon, Virelade sowie auf dem Teil des Gebiets der Gemeinde Coimères, der dem Abschnitt A (Flurname: Herrères) des Grundbuchblatts 1 (1934 überarbeiteter Katasterplan) entspricht, dessen Übereinstimmung mit dem aktuellen Katasterplan („plan minute de conservation“) am 5. November 2010 bescheinigt wurde.
            7.   Wichtigste Keltertrauben
            
            
                         
                     
                     
                        Muscadelle B
                     
                  
                         
                     
                     
                        Sauvignon B
                     
                  
                         
                     
                     
                        Sauvignon gris G
                     
                  
                         
                     
                     
                        Sémillon B
                     
                  8.   Beschreibung des Zusammenhangs bzw. der Zusammenhänge
            
            Das geografische Gebiet der geschützten Ursprungsbezeichnung „Graves supérieures“ bildet einen etwa 10 km breiten Streifen entlang des linken Ufers der Garonne, der von Bordeaux im Norden bis Langon im Südosten reicht.
            Wie aus dem Namen der Ursprungsbezeichnung (gravier: Kies) hervorgeht, besteht der Boden des Gebiets „Graves supérieures“ aus Geröll, Steinen, mehr und minder grobkörnigem Kies sowie mit Schluff und Ton vermengtem Sand. Der Untergrund besteht zum Teil aus Kalkstein, in der Regel aber aus reinem Sand oder Ortstein (verkitteter Sand, der Eisenpartikel enthält) oder aus Ton. Das Gebiet umfasst 42 Gemeinden im Departement Gironde.
            Die Böden sind im Verlauf einer langen, komplexen geologischen Geschichte entstanden, die eng mit der Entstehung der Garonne, den Verlagerungen ihres Laufs und den aufeinanderfolgenden Kaltzeiten des Quartärs verknüpft ist. In diesen Kaltzeiten haben die Gletscher der Pyrenäen deren Täler ausgeschliffen und das Geröll gebildet, das die Flüsse später bis in den Raum Bordeaux mitgeführt haben. Von diesen aufeinanderfolgenden Ablagerungen bleiben nur Reste in Form von Kieskruppen unterschiedlicher Ausmaße und Arten.
            Die Böden, die seither entstanden sind, sind wegen des hohen Kies- und Geröllgehalts durchweg durchlässig. Zwar sind sie nicht die einzigen sehr charakteristischen Böden für die Weine mit dem Namen „Graves supérieures“, doch bilden sie die Struktur und sind ausschlaggebend für das Image von Exzellenz. Die Hänge fördern das Ablaufen des Wassers und sorgen so für eine vollständige Oberflächendränage, die im Übrigen von einem umfangreichen hydrografischen Netz aus kleinen Wasserläufen, die in die Garonne münden, ergänzt wird. Auf diesen Böden ist die Wasserversorgung der Reben stark reguliert.
            Im Anbaugebiet herrscht ein besonderes, günstiges Klima, denn im Westen wird es von einem Kiefernwald, der als wichtiger Temperaturregler fungiert, vor Stürmen, durch die Nähe der Garonne, die für natürliche Luftzufuhr und Luftbewegung sorgt, vor übermäßiger Hitze und Feuchtigkeit und durch den milden Einfluss des Meeres vor Frühjahrsfrösten geschützt. Die Weinbaulandschaft in diesem Gebiet mit ihren sanft geschwungenen Hängen, auf denen die hellen, glattpolierten Kieselsteine das Licht auf die Trauben zurückwerfen, ist zwischen dem Fluss und Kiefernwäldern gelegen.
            Aus diesen Böden sind die berühmten Weiß- und Rotweine der Region Bordeaux hervorgegangen, und die Region „Graves supérieures“ ist die Wiege der Weinbauverfahren, die auch heute noch zum Einsatz kommen. Die im Meeresklima angebauten Rebsorten mussten bereits seit dem 17. und 18. Jahrhundert durch Pfähle gestützt werden. Später wurden die Spaliererziehung und eine strenge Schnittführung allgemein üblich, die für eine gleichmäßig verteilte Ernte und eine für die Fotosynthese ausreichende Blattoberfläche sorgen, sodass die Reben optimal reifen können.
            Traditionsgemäß gehören zu dem für die Traubenlese abgegrenzten Parzellengebiet die Parzellen, die durch ihren wasserableitenden Boden oder ihre Kamm- oder Hanglage über einen natürlichen Wasserabfluss verfügen. Ausgeschlossen sind geografische oder topografische Lagen, die wegen der Entfernung zur Garonne (Wegfall der Wärmeregulationsfunktion des Flusses) oder der umliegenden Wälder (die die Zirkulation der kalten Luftmassen behindern) im Frühjahr von Frösten bedroht sind.
            Die genau abgegrenzten Parzellen ermöglichen die optimale Entfaltung der lokalen Rebsorten, die im Laufe der Zeit wegen ihrer Haltbarkeit und ihrer Alterungsfähigkeit ausgewählt wurden, da diese Erzeugnisse über weite Strecken befördert werden mussten.
            Die geschützte Ursprungsbezeichnung „Graves supérieures“ darf ausschließlich für Weißweine mit Restzucker verwendet werden, deren Struktur auf der Rebsorte „Sémillon B“ beruht, deren Trauben überreif durch gestaffelte Handlese geerntet werden. Dies ergibt runde, füllig und goldfarbene Weine mit Trockenfruchtaromen. Die klimatischen Merkmale des geografischen Gebiets der Ursprungsbezeichnung kommen dieser Lesetechnik besonders entgegen. Die auf gleiche Weise geernteten Rebsorten „Sauvignon B“ und „Muscadelle B“ verleihen den Weinen beim Verschnitt Frische. Diese Frische verweist auch auf die Art der Böden (sand- oder tonhaltig), auf denen die Parzellen der Ursprungsbezeichnung bebaut werden und die diesen Weinen mit Restzucker letztendlich Ausgewogenheit, Feinheit sowie blumige und fruchtige Anklänge verleihen. Die Weine eignen sich dazu, mehrere Jahre gereift zu werden, sie können jedoch auch jung genossen werden.
            Die Mindestpflanzdichte ist hoch, um eine hinreichende Ernte ohne Überlastung der Reben zu erreichen, was eine Voraussetzung für die Reife und optimale Konzentration der Trauben ist.
            Die Nähe zum Hafen von Bordeaux, in dem historisch ein florierender Handel entstand, um diese Weine in die ganze Welt zu verkaufen, kombiniert mit einer einmaligen geopedologischen Lage bewirkten, dass die kontrollierte Ursprungsbezeichnung „Graves supérieures“ internationale Bekanntheit erlangen konnte.
            9.   Weitere wesentliche Bedingungen
            
            
               
                  Gebiet in unmittelbarer Nähe
               
            
            
               Rechtsrahmen:
            
            Nationale Rechtsvorschriften
            
               Art der sonstigen Bedingung:
            
            Abweichung in Bezug auf die Erzeugung in dem abgegrenzten geografischen Gebiet
            
               Beschreibung der Bedingung:
            
            Das in Abweichung für die Weinherstellung, die Weinbereitung und den Weinausbau definierte Gebiet in unmittelbarer Nähe besteht aus dem Gebiet der folgenden Gemeinden im Departement Gironde: Barsac, Beguey, Bieujac, Bommes, Cadillac, Castets en Dorthe, Fargues, Langoiran, Loupiac, Le Pian sur Garonne, Preignac, Rions, Saint-Loubert, Saint-Maixant, Saint-Pierre-d’Aurillac, Sainte-Croix-du-Mont und Sauternes.
            
               
                  Größere geografische Einheit
               
            
            
               Rechtsrahmen:
            
            Nationale Rechtsvorschriften
            
               Art der sonstigen Bedingung:
            
            Zusätzliche Bestimmungen für die Kennzeichnung
            
               Beschreibung der Bedingung:
            
            Bei der Kennzeichnung von Weinen mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung kann die größere geografische Einheit „Vin de Graves“ angegeben werden.
            Die Schriftgröße der Zeichen für die größere geografische Einheit darf sowohl in der Höhe als auch in der Breite zwei Drittel der Größe der Zeichen des Namens der kontrollierten Ursprungsbezeichnung nicht überschreiten.
            10.   Link zur Produktspezifikation
            
            https://info.agriculture.gouv.fr/gedei/site/bo-agri/document_administratif-d7275bf9-c6c4-43be-8478-caaef27859df