CELEX: 51990PC0467
Language: de
Date: 1990-11-09
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES ZUR AENDERUNG DES BESCHLUSSES 87/569/EWG UEBER EIN AKTIONSPROGRAMM FUER DIE BERUFSBILDUNG JUGENDLICHER UND ZUR VORBEREITUNG DER JUGENDLICHEN AUF DAS ERWACHSENEN- UND ERWERBSLEBEN

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                           K0M(90) 467 endg.
                                           Brüssel, den    9. November1990
                           Vorschlag für einen
                           BESCHLUSS DES RATES
    zur Änderung des Beschlusses 87/569/EWG über ein Ale tionsprog ramm
       für die Berufsbildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der
            Jugendlichen auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben
                      (von der Kommission vorgelegt)
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                                        INHALT
    AKTIONSEEQGRÄMM DER GEMEINSCHAFT FÜR DIE BERUFLICHE QUALIFIZIERUNG JUGENDLICHER
    UND ZUR VQRBERETIUNG DER JUGENDLICHEN AUF DAS ERWACHSENEN- UND ERWERBSLEBEN
                                        (PETRA)
    MITTEILUNG DER KOMMISSION
                                                                     PARAGRATH
    I.    EINFÜHRUNG                                                    1-11
    II.   DIE HERAUSFORDERUNGEN DER 90ER JAHRE                         12-13
    III.  LAUFENDE GEMEINSCHAFTSINITIATIVEN ZUR
          VERBESSERUNG DER EUROPÄISCHEN
          ZUSAMMENARBEIT UND DES AUSTAUSCHS AUF
          DEM GEBIET DER BERUFLICHEN ERSTAUSBILDUNG                    14-22
    IV.   SCHLUSSPOLGERUNGEN                                           23-29
    STELLUNGNAHME DES BERATENDEN AUSSCHUSSES FÜR DIE BERÜFSAUSBIIJXJNG
(2)
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AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT FÜR DIE BERUFLICHE QUALIFIZIERUNG JUGENDLICHER
UND ZUR VORBEREITUNG DER JUGENDLICHEN AUF DAS ERWACHSENEN- UND ERWERBSLEBEN
                                     (PETRA)
                      MTITEIIUNG DER KOMMISSION AN DEN RAT
I. EINFÜHRUNG
1. Mit der vorliegenden Mitteilung beantwortet die Kommission das Ersuchen des
Rates, der in seinen Schlußfolgerungen vom 14. Dezember 1989 die Kommission
aufgefordert hat, Vorschläge für Maßnahmen zu erarbeiten, um die bestehenden
Gemeinschaftsprogramme auf dem Gebiet der beruflichen Erstausbildung anzupassen
und auszubauen. Diese Vorschläge sollten darauf ausgerichtet sein, die euro-
päische Zusammenarbeit in diesem Bereich zu stärken und weiterzuentwickeln.
2. Die Kommission hat eine Reihe weiterer wichtiger Entwicklungen in diesem
Bereich berücksichtigt. Dazu gehört erstens die Verabschiedung der Gemein-
schaftscharta der sozialen Grundrechte durch die Staats- bzw. Regierungschefs
von elf Mitgliedstaaten auf der Tagung des Europäischen Rates von Straßburg am
9. Dezember 1989; in diese Charta wurde aufgenommen, daß Jugendliche die Mög-
lichkeit haben müssen, eine hinreichend lange berufliche Grundausbildung zu
erhalten, um sich den Erfordernissen ihres künftigen Erwerbslebens anpassen zu
können.
 3. Zweitens hat das Europäische Parlament in seiner Entschließung vom 16. Fe-
bruar 1990 einen Ausbau der Gemeinschaftsprogramme zur Förderung von Bildung
und Ausbildung von Schülern und Jugendlichen in der beruflichen Ausbildung ge-
 fordert - da die derzeitigen Gemeinschaftsprogramme im wesentlichen auf die
Hochschulstudenten gerichtet sind - sowie eine Intensivierung von Partner-
schaftsprojekten zwischen Schulen, Hochschulen, Ausbildungsinstituten und Unter-
nehmen der Mitgliedstaaten, damit eine breite Schicht von Jugendlichen erreicht
und ihre Mobilität gefördert wird.
4. Darüber hinaus hat die Kommission den Wunsch des Rates berücksichtigt, daß
Vorschläge für die weitere Entwicklung des Austauschprogramms für junge Arbeits-
kräfte vor dem 31. März 1991 vorgelegt werden sollen; die vorliegende Mitteilung
beinhaltet die Antwort der Kommission hierzu.
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5. Die Kommission hat desweiteren die von Gewerkschaften und Arbeitgeberorgani-
sationen im Rahmen des fortlaufenden Sozialen Dialogs geäußerten Auffassungen zu
Bildungs- und Ausbildungsfragen zur Kenntnis genommen. In ihrer gemeinsamen
Stellungnahme vom 26. Januar 1990 haben die Sozialpartner betont, daß eine
hochwertige Allgemeinbildung sowie eine berufliche Erstausbildung, die zu aner-
kannten Abschlüssen führt, entscheidend sind, um die Jugendlichen erfolgreich
in das Berufs- und Wirtschaftsleben einzugliedern und ihnen den Zugang zur be-
ruflichen Weiterbildung zu erschließen. Sie verwiesen dabei besonders auf die
positiven Auswirkungen einer verbesserten Erstausbildung in Hinblick auf die
Leistungsfähigkeit der Unternehmen sowie die Verringerung des Beschäftigungs-
risikos für Jugendliche und hoben hervor, daß auch die Sozialpartner selbst die
Schulen darin unterstützen können, die Gegebenheiten der Arbeitswelt stärker zu
berücksichtigen, und zwar durch enge Beziehungen zwischen Unternehmen und Bil-
dungseinrichtungen .
6. Darüber hinaus hat die Kommission der Auffassung des Beratenden Ausschusses
für industrielle Forschung und Entwicklung (IRDAC) Rechnung getragen, derzufolge
engere Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und Schulen aller
Art einen hohen Stellenwert haben, sowohl für die Vorbereitung von Jugendlichen
auf die Arbeitswelt als auch, um bei Lehrern und Schülern gleichermaßen ein gut
informiertes Verständnis von der Wirtschaftswelt zu fördern und um sie mit den
praktischen Gegebenheiten in der beruflichen Bildung vertraut zu machen.
7. Besondere Berücksichtigung erfährt auch die Entschließung des Rates vom 29.
Mai 1990 über Maßnahmen zugunsten von Langzeitarbeitslosen und die verstärkte
Förderung von Präventivmaßnahmen durch eine Verknüpfung von Beratungs- und
Ausbildungsaktivitäten. Der Europäische Rat hat auf seiner Tagung in Djblin am
25. und 26. Juni 1990 erneut darauf hingewiesen, daß - trotz der wesentlichen
Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in jüngster Zeit - die Lang-
 zeitarbeitslosigkeit bei Erwachsenen und Jugendlichen immer noch ein gravieren-
des Problem darstellt.
 8. Die Vorschläge entsprechen in vollem Umfang der Stellungnahme des Beratenden
Ausschusses für die Berufsausbildung, die bei der Ausschußtagung am 7. und 8.
Juni 1990 verabschiedet wurde (beigefügt). Sie berücksichtigen ebenfalls die
Stellungnahmen der nationalen Koordinatoren für das Aktionsprogramm für die
Berufsbildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der Jugendlichen auf das Er-
wachsenen- und Erwerbsleben (PETRA), die auf ihrer Sondersitzung am 5. Juli 1990
die zukünftige Entwicklung des Programms erörtert haben.
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9. In den Maßnahmestrategien sowie den mittelfristigen Leitlinien der Kömmission
zur Bildung und Ausbildung in den 1990er Jahren schlägt sich die zunehmende
Erkenntnis nieder, daß die Bildungs- und Ausbildungssysteme einen grundlegenden
und nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung der Gemeinschaft leisten müssen; dazu
gehört auch, zur Vermittlung neuer Berufsqualifikationen beizutragen und Jugend-
liche auf eine größere Mobilität vorzubereiten.
10. In diesem Sinne hat sich die Kommission in ihrem Arbeitsprogramm 1990 die
Rationalisierung und Koordinierung der Aktionsprogramme auf dem Gebiet der
beruflichen Ausbildung und Weiterbildung zur Aufgabe gestellt. Hierzu wurde dem
Rat zur Information ein Memorandum (KOM (90) 334 endg.) übermittelt, in dem der
Bereich der beruflichen Erstausbildung und Berufsberatung bzw. Berufsorientie-
rung für Jugendliche als ein Hauptansatzpunkt für die Straffung und Koordinie-
rung hervorgehoben wird.
11. Angesichts dieser Entwicklungen und unter Berücksichtigung der neuen Heraus-
forderungen, denen sich die Berufsausbildung stellen muß, hält die Kommission
ein kohärentes Bündel von Maßnahmen für erforderlich, um sicherzustellen, daß
alle Jugendlichen Zugang zu einer Berufsausbildung erhalten, die zu einem aner-
kannten Abschluß führt. In gleicher Weise ist die Kommission bemüht, der Ausbil-
dung eine gewichtige europäische Dimension zu verleihen, insbesondere durch die
Förderung von grenzübergreifenden Austauschmöglichkeiten für Jugendliche in der
Erstausbildung unterhalb der Hochschulebene sowie für junge Arbeitnehmer. Dies
wird allerdings nur dann spürbare Auswirkungen zeigen, wenn derartige Austausch-
möglichkeiten schrittweise so ausgebaut werden, daß sie einen Anteil ihrer Ziel-
gruppe erreichen, der dem Anteil der durch das ERASMUS-Programm geförderten
Hochschulstudenten vergleichbar ist. Dieses ehrgeizige Ziel, das den berechtig-
 ten Erwartungen der jungen Europäer sowie dem Ersuchen des Rates, des Euro-
päischen Parlaments und der Sozialpartner entspricht, erfordert eine übergrei-
 fende Strategie, um alle Mittel zu mobilisieren und im Verbund einzusetzen, die
der Kommission zur Förderung der Berufsausbildung und Qualifizierung von Jugend-
 lichen zur Verfügung stehen.
Aus diesem Grund hat die Kommission - zusätzlich zu den Fördermaßnahmen des
 Europäischen Sozialfonds auf dem Gebiet der Berufsausbildung - am 8. August 1990
 eine neue Gemeinschaftsiiiitiative mit der Bezeichnung "EUROFORM" verabschiedet
 (SEK 1570 endg. ) . Durch EUROFORM werden im Rahmen des Europäischen Sozialfonds
 in erheblichem Umfang zusätzliche Finanzmittel für die Entwicklung von grenz-
übergreifender Zusammenarbeit und Austauschmaßnahmen im Bereich der Berufsaus-
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bildung zur Verfügung gestellt, insbesondere zugunsten von beschäftigungssuch-
enden Jugendlichen.
Die nachfolgenden Vorschläge beziehen sich auf weitere gemeinschaftliche Maß-
nahmen zur Ergänzung dieser Initiative. Sie betreffen die Förderung grenzüber-
greifender Zusammenarbeit zugunsten der Jugendlichen in der beruflichen Erstaus-
bildung und der jungen Arbeitnehmer sowie insbesondere die Schaffung von Mög-
lichkeiten zu grenzübergreifendem Berufsbildungsaustausch für 100 000 Jugend-
liche im Zeitraum von 1992 bis 1994.
11. DIE HERAUSFORDERUNGEN DER 90ER JAHRE
12. Für den Bereich der beruflichen Erstausbildung steht die in Artikel 128 des
EWG-Vertrages begründete Entwicklung einer gemeinsamen Berufsbildungspolitik in
den 1990er Jahren vor einer Reihe neuer Herausforderungen:
- Erstens zeigt sich ein neuer Schwerpunkt darin, daß auf der politischen Ent-
scheidungsebene in allen Mitgliedstaaten zunehmend die Effizienz und ein hoher
Qualitätsstandard der beruflichen Erstausbildung als wichtige Faktoren heraus-
gestellt werden, um die Ziele der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu erreichen.
 Immer dringlicher stellt sich die Aufgabe, die berufliche Bildung an den wirt-
 schaftlichen und industriellen Wandel anzupassen und die neuesten Entwicklungen
 in den neuen Technologien aufzunehmen und zu verwerten, und zwar bezogen auf
 alle Qualifikationsebenen und Personen mit unterschiedlichen Begabungen und
 Fähigkeiten;
 - zweitens ist durch die Verabschiedung der Einheitlichen Europäischen Akte, die
 am 1. Januar 1987 in Kraft getreten ist, in den meisten Mitgliedstaaten das Be-
 wußtsein dafür geschärft worden, daß eine Weiterentwicklung oder Verbesserung
 der beruflichen Erstausbildung dringend erforderlich ist, um die Anforderungen
 der Volkswirtschaften zu erfüllen, die sich auf die Vollendung des Binnenmarktes
 und einen zunehmenden globalen Wettbewerb vorbereiten. In noch stärkerem Maße
 als bisher ist es nun erforderlich, eine europäische Dimension in die Ausbil-
 dungsprozesse und das System der Berufsabschlüsse bzw. Befähigungsnachweise
 einzuführen;
 - drittens hat das Ziel "1992" an der Basis zu einem deutlich gesteigerten
 Interesse an europäischen Aspekten der Berufsbildung sowie zu einer Nachfrage
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nach erweiterten Möglichkeiten für grenzübergreifende Zusammenarbeit, europä-
ische Netzwerke und europäischen Berufsbildungsaustausch von Jugendlichen und
Ausbildern geführt. Den neuen Anforderungen eines wirklich europäischen einheit-
lichen Marktes sollte vor allem durch die Schaffung europaweiter Netzverbünde
begegnet werden, insbesondere auf dem Gebiet der Berufsausbildung. Dies wurde
erst kürzlich in der Entschließung des Rates vom 22. Januar 1990 hervorgehoben
und bei den Tagungen des Europäischen Rates in Straßburg und Dublin bekräftigt.
13. Die praktische Umsetzung einer umfassenden und kohärenten Berufsbildungs-
politik für Jugendliche bei bzw. vor ihrem Übergang in die Arbeitswelt wird
deshalb von der Kommission als eine drängende und wichtige Aufgabe gesehen, u.a.
zur Uhtermauerung ihrer Maßnahmen auf dem Gebiet der lebenslangen beruflichen
Weiterbildung. Zu den Schwerpunkten einer solchen Politik gehören:
- Verbesserung der Zugamsmöglichkeiten sowie der übergangsquoten zur beruf-
lichen Bildung. Die Mitgliedstaaten sind bereits weit fortgeschritten in der
Entwicklung von Maßnahmen und Strategien mit dem Ziel, die Teilnahmequote von
Jugendlichen an der beruflichen Erstausbildung zu erhöhen. Die verfügbaren Daten
verweisen jedoch auf große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten hinsicht-
lich des Anteils der Jugendlichen, die nach Vollendung ihrer Vollzeitschul-
pflicht einen weiterführenden allgemeinen oder beruflichen Bildungsgang durch-
laufen. Für den Zeitraum 1985/86 lagen die niedrigsten Retentionsraten für die
Altersgruppe der 16jährigen Jugendlichen zwischen 50% und 60%, in mehr als der
Hälfte der Mitgliedstaaten allerdings bei über 85% (in einigen bei nahezu 100%).
Für die Gruppe der 17jährigen schwankten die Retentionsraten zwischen 40% und
mehr als 90%, für die 18jährigen zwischen 30% und 80%. Diese Zahlen machen deut-
 lich, daß in vielen Mitgliedstaaten die Entwicklung noch nicht so weit fortge-
schritten ist, daß alle Jugendlichen nach Abschluß ihrer Vollzeitschulpflicht
eine mindestens zweijährige Berufsausbildung erhalten. Möglicherweise hat sich
die Situation seitdem verbessert; dennoch belegen die Zahlen deutlich die Not-
wendigkeit zu weiteren fortgesetzten Bemühungen in den Mitgliedstaaten und auf
Gemeinschaftsebene, um das Angebot in der beruflichen Erstausbildung auszuwei-
 ten, den Zugang zur Berufsbildung für die Jugendlichen zu erleichtern, die
 Gleichwertigkeit der Berufsbildung zu fördern und sie für die Jugendlichen
 attraktiver zu machen;
 - Berücksichtigung des demographischen Wandels. Die Umsetzung von Maßnahmestra-
 tegien zur Weiterentwicklung einer hochwertigen Berufsausbildung wird in einen
 Zeitraum fallen, in dem die Anzahl der Jugendlichen rasch abnimmt. Im Vergleich
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zu 1990 werden jeweils 100 Jugendlichen in der Altersgruppe 15-19 Jahre, d.h.
der Hauptzielgruppe in der beruflichen Erstausbildung, im Jahre 1995 noch 88 und
in Jahre 2000 nur noch 84 gegenüberstehen. Diese Entwicklung unterstreicht die
Notwendigkeit zur Verbesserung und Diversifizierung der allgemeinen und beruf-
lichen Bildung, um die bestmögliche Nutzung der quantitativ verringerten Human-
ressourcen zu sichern;
- Förderung neuer Formen der Ausbildur^spartnerschaft. Es wird erforderlich
sein, neue Formen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit verstärkt auszubauen,
in die unterschiedliche Ausbildungsträger, Betriebe, Gewerkschaften, lokale
Behörden, kommunale Entwicklungstellen und andere Akteure in der lokalen und
regionalen Entwicklungsförderung eingebunden sind, um auf lokaler, regionaler
und nationaler Ebene alle für die Ausbildung verfügbaren Mittel zu mobilisieren.
Nur dann wird es möglich sein, dem drängenden Bedarf an zusätzlichen Investi-
tionen in die Ausbildung von Jugendlichen nachzukommen und die notwendigen Ver-
besserungen hinsichtlich der Qualität und der Differenzierung des Ausbildungs-
angebots zu erzielen. Solche lokalen und regionalen Partnerschaften können auch
 zur Lösung von Kostenproblemen beitragen, die bei der zur Modernisierung der
Ausbildung in neuen Technologien erforderlichen Ausstattung entstehen;
 - Abbau regionaler Ungleichheiten. Bei den Ausbilduragsstrukturen und -angeboten
 bestehen erhebliche regionale Disparitäten. Alarmierend hohe Jugendarbeitslosig-
 keit besteht neben einem vielerorts bereits erkennbaren Mangel an qualifizier-
 ten Arbeitskräften fort. Neben der Sicherung notwendiger Investitionen in das
 Ausbildungswesen in den benachteiligten Regionen, vor allem im Rahmen der Struk-
 turpolitik der Gemeinschaft, bieten sich weitere Ansätze zur Problemlösung an:
 Vieles kann auch durch die Förderung grenzübergreifender europäischer Zusammen-
 arbeit erreicht werden, die den Transfer von Ausbildungs-Khow how und fachlicher
 Erfahrung in die benachteiligten Regionen ermöglicht - entsprechend den jewei-
 ligen Entwicklungsbedürfnissen und -möglichkeiten;
 - Verbesserung der Ausbildungsqualität. Mit zunehmender Deutlichkeit wird er-
 kennbar, daß die Auswirkungen des wirtschaftlichen Strukturwandels, Verände-
 rungen in der betrieblichen Arbeitsorganisation und die Einführung neuer Techno-
 logien zu einer wachsenden Nachfrage nach Jugendlichen mit einem hohen Ausbil-
 dungsstand führen werden, sowie zu einer Verringerung der Beschäftigungsmöglich-
 keiten für Unqualifizierte. Daraus ergeben sich wichtige langfristige Konsequen-
 zen für Struktur und Inhalt der Ausbildungsgänge, aber auch - im Rahmen der
 allgemeinen Schulpflicht - für die Vorbereitung auf die Berufsausbildung. Dies
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bezieht sich insbesondere auf höhere Anforderungen an die schulische Allgemein-
bildung der Ausbildungsanfänger und auf die gezielte Vermittlung bestimmter
SchlüsselqualifiJcationen - z.B. Anpassungsfähigkeit, Unabhängigkeit, Eigenini-
tiative und die Fähigkeit "Lernen zu lernen" -, aber auch auf die Notwendigkeit
zur beruflichen Weiterbildung;
- Aufwertung des Status der beruflichen Bildung. Die AurWertung des Status und
des gesellschaftlichen Ansehens von beruflicher Bildung ist ein wichtiges Ziel
für die Politik in den 1990er Jahren; die Berufsbildung soll hierdurch sowohl
für Jugendliche wie für ihre Eltern an Attraktivität gewinnen und eine echte
Alternative zum Besuch einer allgemeinbildenden Schule der Sekundarstufe II
bieten. Dies erfordert unterschiedliche Maßnahmen, darunter auch eine größere
Darchlässigkeit zwischen technischen bzw. beruflichen Bildungsgängen und anderen
Formen der Bildung bzw. Ausbildung und eine bessere Vorbereitung der Jugendli-
chen in der Erstausbildung auf die berufliche Weiterbildung, unter Einschluß von
übergarigsmöglichkeiten zur Hochschulbildung;
- verstärkte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Partnerschaft und engere Zusam-
menarbeit zwischen Schulen und Betrieben können entscheidend zur effizienten
IXirchführung von alternierenden Ausbildungmaßnahmen beitragen, die inzwischen
weit verbreitet sind, darüber hinaus auch wesentlich zum Bildungs- und Ausbil-
dungsprozeß auf allen Ebenen des Bildungs- und Ausbildungssystems. Manche Mit-
gliedstaaten zeigen an einer Reihe guter Beispiele auf, mit welchen Mitteln eine
engere Zusammenarbeit und ein besseres wechselseitiges Verständnis zwischen der
Wirtschaftswelt und Schulen aller Art erreicht werden können. Derartige Koopera-
tionsbeziehungen zielen darauf ab, die Chancen der Jugendlichen für einen er-
 folgreichen Übergang in die Berufsausbildung und die Arbeitswelt zu verbessern.
Es ist deshalb wichtig darauf hinzuwirken, daß diese Zusammenarbeit generell
 als ein reguläres Element in den Bildungs- und Ausbildungssystemen verankert
wird, mit Hilfe von GemeiiTschaftsmaßnahmen zur Unterstützung nationaler Initia-
tiven und mit aktiver Mitwirkung der Sozialpartner. Darüber hinaus wächst das
 Bestreben, den Jugendlichen die Fähigkeit zu Eigeninitiative zu vermitteln,
 durch die sie auf einen Arbeitsmarkt vorbereitet werden, der für viele zu einer
 Beschäftigung in einem kleinen oder mittleren Unternehmen führt;
 - Erhöhung des Anteils weiblicher Jugendlicher an technischen und naturwissen-
 schaftlichen Ausbildungsgängen. Dieses Problem wird nicht mehr allein als eine
 Frage der Sicherung gleicher Zugangschancen für männliche und weibliche Jugend-
 lichen zur Berufsbildung gesehen. Gezielte Maßnahmen sind erforderlich, um
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    Mädchen darin zu bestärken, bei ihrer Berufswahl ein breiteres Spektrum als die
    traditionellerweise von ihnen wahrgenommenen Wahlmöglichkeiten zu berücksich-
    tigen. Dies erfordert einen langwierigen Bewußtseinswandel bei den Jugendlichen
    und auf Seiten der Eltern. Ebenso sind weitgehende Bewußtseins- und Verhaltens-
    änderungen auch auf Seiten der Arbeitgeber vonnöten, sowohl hinsichtlich der
    Einstellungspraxis als auch in bezug auf Arbeitsbedingungen und Beförderungs-
    möglichkeiten, damit Mädchen und junge Frauen auch in den sog. "Männerberufen"
    anerkannt werden;
    - Einführung einer europäischen Dimension in die Berufsberatung. Die Vollendung
    des Binnenmarktes wird die Beschäftigungstrukturen und die Arbeitsmärkte ver-
    ändern. Sie konfrontiert die Bildungs- und Berufsberatung erstmals mit der Not-
    wendigkeit, bei ihrer Arbeit eine europäische Dimension zu entwickeln, um
    Informationen über Ausbildungs- und Beschäftigurgsmöglichkeiten in anderen Mit-
    gliedstaaten vermitteln zu können. Die Entwicklung neuer Formen für eine Europa-
    bezogene Ausbildung der Beratungsfachleute und der Ausbau von europäischen Ver-
    bundnetzen und Informationsstellen müssen vorangetrieben werden unter voller
    Nutzung der Möglichkeiten, die die neuen Informationstechnologien eröffnen;
     - Stärkung europäischer Aspekte in der beruflichen Bildung. Der verstärkte Aus-
    bau einer europäischen Dimension in der beruflichen Bildung für Jugendliche
     stellt eine wesentliche Voraussetzung für das erfolgreiche Funktionieren des
     Binnenmarktes und die Verwirklichung eines "Europas der Bürger" dar. Eine an
     diesem Ziel orientierte Politik der Gemeinschaft muß darauf bedacht sein, alle
    Anstrengungen fortzusetzen und zu intensivieren, um die Mobilität in Europa, die
     Entsprechung beruflicher Befähigungen und, soweit möglich, die Entwicklung und
     formale Anerkennung von gemeinsamen Ausbildungseinheiten (Modulen) und Berufs-
     abschlüssen zu fördern, ebenso wie generell die Verbindungen und Abstimmung
     zwischen den einzelstaatlichen Ausbildungssystemen zu verbessern.
     III. LAUFENDE GEMEINSŒAFTSINITIATIVEN ZUR VERBESSERUNG DER EUROPÄISCHEN
     ZUSAMMENARBEIT UND DES AUSTAUSCHS AUF DEM GEBlhT DER BERUFLICHEN ERSTAUSBILDUNG
     14. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, muß die Strategie der Gemeinschaft
     ganz besonders darauf ausgerichtet werden, die europäische Zusammenarbeit in den
     zentralen Problembereichen zu verstärken, die die Mitgliedstaaten gemeinsam be-
     treffen. Im Hinblick auf konkrete Maßnahmen beinhaltet dies eine verstärkte För-
     derung praktischer grenzübergreifender Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsein-
(3)
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richtungen oder lokalen Ausbildungspartnerschaften bzw. -verbünden durch die Ge-
meinschaft sowie insbesondere den gezielten Ausbau des Berufsbildungsaustauschs
für Jugendliche in der Erstausbildung und deren Ausbilder. Die Kommission sieht
in der Weiterentwicklung auf diesem Gebiet einen höchst effizienten, konkreten
Ansatz, um das wechselseitige Verständnis und die Transparenz der Berufsbil-
dungssysteme und -prozesse in den Mitgliedstaaten zu erhöhen und um den Ausbil-
dungsträgern und Arbeitgebern die praktische Erfahrung zu vermitteln, die sie in
die Lage versetzt, das System der Entsprechung von Berufsqualifikationen besser
zu verstehen und zu nutzen.
Vor diesem Hintergrund hat die Kommission sorgfältig untersucht, welche Maß-
nahmen von den Mitgliedstaaten auf dem Gebiet des Berufsbildungsaustauschs für
Jugendliche durchgeführt werden. Der Aufforderung des Rates entsprechend hat sie
gleichzeitig auch ihre eigenen laufenden Programme überprüft, die die Berufsbil-
dung betreffen, und zwar mit dem Ziel, Maßnahmen zur Stärkung und zur Straffung
dieser Programme zu ergreifen und ihren Wert als Beitrag der Gemeinschaft zur
Bewältigung der Anforderungen in den 1990er Jahren besser zur Geltung zu brin-
gen.
 15. In bezug auf die Mitgliedstaaten zeigte die Untersuchung, daß zuverlässige
quantitative Daten nicht in umfassender Form vorliegen. Die verfügbaren Informa-
tionen legen jedoch die folgenden Schlußfolgerungen nahe:
 - Gegenwärtig ist der Umfang von Maßnahmen zum Berufsbildungsaustausch für
Jugendliche noch äußerst begrenzt, und hinsichtlich der Beteiligung bestehen bei
den laufenden Programmen erhebliche Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Mit-
gliedstaaten. In einigen wenigen Ländern beträgt der Anteil der Jugendlichen,
die einen Ausbildungsaufenthalt im Ausland absolvieren, gerade 1% aller Jugend-
lichen in der Erstausbildung, in den meisten Fällen liegt er noch niedriger.
 - Die laufenden Austauschprogramme sind in der Regel nicht darauf ausgerichtet,
den Teilnehmern einen qualifizierenden Ausbildungsaufenthalt im Ausland zu ver-
mitteln, der zugleich einen integrierten oder anerkannten Bestandteil ihres
Ausbildungsganges bietet; sehr viel verbreiteter sind kurze Informations- bzw.
 Studienaufenthalte oder kurzzeitige Austauschmaßnahmen zur Unterstützung des
 Fremdsprachenunterrichts.
 - Grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Ausbildungseinrichtungen - wie sie
bereits zwischen vielen Hochschulen besteht - stellt eine unerläßliche organisa-
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torische Rahmerfoedingung für den Berufsbildungsaustausch von Jugendlichen dar;
im Bereich der beruflichen Erstausbildung ist sie jedoch noch die Ausnahme.
- In einem gewissen Umfang haben die Mitgliedstaaten bereits Investitionen in
diesen Bereich getätigt. Jedoch bestehen abgesehen von dem deutsch-französischen
Jugendaustausch zur Zeit Iceine in großem Maßstab durchgeführten grenzübergrei-
fenden Austauschprogramme.
16. Das Ausmaß, in dem die Programme der Kommission die berufliche Erstausbil-
dung und insbesondere Austauschmaßnahmen auf diesem Gebiet betreffen, kann auf-
grund der Überprüfung wie folgt dargestellt werden:
UNGUA          fördert den Austausch von Schülern in technischen bzw. beruflichen
               Bildungs- und Ausbildungsgängen, jedoch ausschließlich zur Verbes-
               serung von Fremdsprachenkenntnissen.
OOMETT &     : fördern den Austausch von Studenten und Ausbildungs- bzw. Lehrper-
ERASMUS        sonal sowie die Entwicklung von Lehrmaterialien im Bereich der
               höheren technischen Bildung/Ausbildung. Beide Programme zielen
               jedoch auf die Ausbildung im Hochschulbereich und betreffen nicht
               die berufliche Erstausbildung in technischen und beruflichen
               Schulen.
EUROTECNET   : umfaßt die Förderung von Demonstrationsprojekten und grenzüber-
               greifendem Erfahrungsaustausch bei Maßnahmen zur beruflichen Erst-
               oder Weiterbildung, die insbesondere auf neue Technologien ausge-
               richtet sind und arbeitslose Jugendliche oder junge Arbeitnehmer
               im Alter von 18 bis 25 Jahren betreffen.
IRIS         : unterstützt grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Berufsbildung
               für Frauen und betrifft nur in geringem Ausmaß die berufliche
               Erstausbildung von Mädchen und jungen Frauen.
Jugend für   : bietet Austauschmöglichkeiten für Jugendliche im Alter zwischen 15
Europa         und 25 Jahren m Bereich der Jugendarbeit und der informellen
               Bildung, jedoch außerhalb der Bildungs- und Ausbildungseinrich-
               tungen des Regelsystems.
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Der Beitrag dieser Programme zur Berufsbildung in technischen und beruflichen
Schulen, im Lßhrlingswesen oder anderen Formen der beruflichen Erstausbildung
für Jugendliche im Anschluß an die Vbllzeitschulpflicht ist deutlich begrenzt.
In der Mehrzahl sind sie nicht oder nur am Rande mit diesem Bereich bzw. dieser
Zielgruppe befaßt (OOMETT, ERASMUS, IRIS, Jugend für Europa). Im LINGUA-Pro-
gramm beschränkt sich der Berufsbildungsaustausch für Jugendliche auf Maßnahmen
zum Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen. Gemeinschaftsmaßnahmen im Rahmen des
EUROTECNET-Programms zielen vor allem auf Ausbildung auf dem Gebiet der neuen
Technologien.
Größere unmittelbare Bedeutung für den weiteren Bereich der beruflichen Erst-
ausbildung kommt dem Austauschprogramm für junge Arbeitskräfte und dem PETRA-
Programra zu.
17. Das laufende Austauschprogramm für junge Arbeitskräfte fördert in spezifi-
schen Wirtschaftsbereichen Langzeit- und Kurzzeit-Austauschmaßnahmen für junge
Arbeitnehmer oder Arbeitsuchende im Alter von 18 bis 28 Jahren. Das wesentliche
Ziel bestand bisher darin, diese Jugendlichen durch einen Ausbildungsaufenthalt
und/oder ein Betriebspraktikum in einem anderen Mitgliedstaat besser auf eine
berufliche Beschäftigung vorzubereiten (4 000 Teilnehmer im Jahre 1989). Der
Zwischenbericht der Kommission und die Evaluierung des Programms zeigen auf,
daß sich diese Austauschmaßnahmen nach dem Urteil der Teilnehmer generell sehr
positiv auf deren Berufschancen und Mobilitätsbereitschaft auswirken. Es wird
jedoch auch deutlich, daß durch Kurzzeit-Aufenthalte die Wixkungsmöglichkeiten
des Programms nicht in vollem Umfang erschlossen werden können. Zukünftige
Maßnahmen in diesem Bereich sollten deshalb auf den Ausbau von Aufenthalten
mittlerer oder längerer Dauer ausgerichtet werden (d.h. mindestens 3 Monate),
um auf diese Weise den möglichen Ausbildungswert solcher Maßnahmen für die
Teilnehmer zu erhöhen. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Austauschmaßnahmen
 für junge Arbeitnehmer nicht mehr in einem gesonderten Programm fortzuführen,
sondern sie in den weiteren Rahmen der gemeinschaftlichen Maßnahmen auf dem
Gebiet der beruflichen Erstausbildung für Jugendliche einzugliedern. Dabei soll
auf den langjährigen positiven Erfahrungen mit dem Austauschprogramm für junge
Arbeitskräfte aufgebaut und sorgsam darauf geachtet werden, durch verbesserte
Organisation und Vorbereitung der Teilnehmer neue Berufserfahrung zu vermitteln
und den Erwerb zusätzlicher beruflicher Fähigkeiten zu ermöglichen.
18. Die Hauptschubkraft für Maßnahmen der Gemeinschaft auf dem Gebiet der beruf-
lichen Erstausbildung ergibt sich jedoch durch die Weiterentwicklung des PETRA-
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Programms für die Berufsbildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der Jugend-
lichen auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben. Das Programm wurde durch den Be-
schluß des Rates vera 1.12.1987 ins Leben gerufen und umfaßt einen breiten Ziel-
rahmen für Maßnahmen, einschließlich der Förderung von grenzübergreifendem
Berufsbildungsaustausch sewie anderer Formen der Zusammenarbeit, die die Voraus-
setzung für eine effiziente Einbindung von Austauschmaßnahmen in den Ausbil-
dungsprozeß bilden. Das PEIRA-Programm bietet darüber hinaus den geeigneten
Rahmen für die zukünftige Gestaltung des Austauschprogramms für junge Arbeits-
kräfte, durch die die Ausbildungskomponente der Auslands-ArbeitspraktiJca stär-
ker zu Geltung kommen soll.
19. Die Entwicklung des Programms in den Jahren 1988 und 1989 macht deutlich,
daß PETRA
- den Gesamtbereich der beruflichen Erstausbildung für Jugendliche umfaßt, d.h.
die Berufsbildung in technischen und beruflichen Schulen, das Lehrlingswesen
sowie andere Formen von Ausbildungsgängen und Maßnahmen zur Berufsvorbereitung;
- alle Jugendlichen betrifft, die nach Abschluß der Vollzeit-Schulpflicht eine
Berufsausbildung aufnehmen wollen, sowie Lehrer und Ausbilder, die Bildungsver-
waltung, Partner aus der Wirtschaftswelt (Gewerkschaften und Betriebe) und son-
stige Beteiligte im Ausbildungsbereich;
- die Bildungs- und die Arbeitsministerien in die Steuerung und IXur^fuhrung des
Programms einbezieht;
- als einen Hauptschwerpunkt den Ausbau von europäischer Zusammenarbeit und
grenzübergreifender Partnerschaft zwischen Ausbildungseinrichtungen unterschied-
licher Art verfolgt, unter Einschluß von Berufsbildungsaustausch für Jugendliche
und Ausbilder.
 20. Im Vordergrund standen dabei bisher vier Maßnahmebereiche:
 - ein europäisches Verbundnetz von Ausbildungspartnerschaften, das Projekte aus
den verschiedenen Mitgliedstaaten miteinander verbindet, um praktische Zusammen-
arbeit in der Gemeinschaft anzuregen und das Bewußtsein für europäische Aspekte
 in der Berufsausbildung zu schärfen. Gegenwärtig sind mehr als 150 Projekte in
 strukturierte bilaterale oder multilaterale Zusammenarbeit eingebunden. Nahezu
 alle Projektpartnerschaften beinhalten einen Austausch von Ausbildern, zwei
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Drittel einen Austausch von Auszubildenden; 80% zielen auf eine gemeinsame
Erstellung von Ausbildungseinheiten (Modulen) bzw. von Ausbildungsmaterialien
oder Arbeitsmitteln für die Berufsberatung. Hinzu kommen 90 weitere Projekte,
die im Prühjahr 1990 in das Verbundnetz aufgenommen wurden und sich nun in ihrer
vorbereitenden "Kontakf-Fhase befinden. Insgesamt erhalten zur Zeit mehr als
240 Ausbildungsprojekte eine fachliche und finanzielle Förderung durch die
Kommission, um an dem europäischen Verbundnetz mitzuwirken;
- Unterstützung von "Jugendinitiativ-Projekten", bei denen die Jugendlichen
selbst aktiv an der Konzeption, Vorbereitung und IXirx^führung von Maßnahmen zur
beruflichen Bildung oder Berufsinformation beteiligt sind. Durch solche Projekte
werden Kreativität, Eigeninitiative und Unternehmungsgeist bei den Jugendlichen
entwickelt. Bisher wurden mehr als 500 Projekte durch begrenzte, einmalige
Mittelzuwendungen von der Kommission gefördert; weitere 100 Projekte werden 1990
hinzukommen. Die Kommission hat darüber hinaus Maßnahmen zur Vernetzung dieser
Projekte ergriffen, um den Erfahrungsaustausch voranzutreiben und das Bewußtsein
der Jugendlichen für die Gemeinschaft zu schärfen;
- europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung über die Effizienz der
Berufsbildungsstrategien der Mitgliedstaaten. Auf Aufforderung durch die Kommis-
sion wurden im Jahre 1989 von den Mitgliedstaaten 43 Forschungsinstitute be-
nannt, die bei einer Reihe von Themen und Einzeluntersuchungen zu aktuellen
Schwerpunkten des REHÄ-Programms zusammenarbeiten. Die Kommission leistet hier-
 zu fachliche und finanzielle Unterstützung;
 - Ausweitung von Austauschmaßnahmen für Fachkräfte der beruflichen Bildung.
 Für das Jahr 1989, das erste volle Arbeitsjähr des Programms, wurden insgesamt
 9,5 MECU aufgewandt.
 21. Eine umfassendere Darstellung des Programms ist in dem von der Kommission
 entsprechend der Veranlassung durch den Rat im März 1990 vorgelegten Zwischen-
 bericht enthalten sowie in der Arbeitsunterlage, auf der dieser Bericht beruht.
 Der Bericht zeigt auf, daß ein wesentliches Ziel des Ratsbeschlusses vom 1. De-
 zember 1987 in den meisten Mitgliedstaaten in breitem Umfang erreicht ist, näm-
 lich für alle Jugendlichen eine zumindest einjährige Berufsausbildung zu gewähr-
 leisten. Der Bericht verweist aber auch auf den wichtigen Befund, daß auf ein
 Jahr begrenzte Ausbildungsmaßnahmen in der Regel für eine anerkannte Berufs-
 qualifikation nicht ausreichen und in den meisten Fällen auch nicht die erfor-
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derlichen Grundlagen für die berufliche Weiterbildung schaffen.
22. Das PETRA-Programm bietet unter Einschluß gewisser Änderungen und Anpassun-
gen eine breite Ausgangsbasis für gezielte Initiativen zur Bewältigung der
weiter oben erörterten Herausforderungen; bereits in seiner gegenwärtigen Fhase
ist das Programm auf den relevanten politische Zielrahmen, die betroffenen Ziel-
gruppen und die angestrebten grenzübergreifenden Maßnahmen ausgerichtet. Im
Zeitraum nach Anlauf des Programms im Jahre 1988 ist deutlich geworden, daß
PETRA einen bedeutsamen Beitrag zur Weiterentwicklung der Politik der Mitglied-
staaten auf dem Gebiet der beruflichen Erstausbildung zu leisten vermag, insbe-
sondere durch unterstützende Mitwirkung in größer angelegten nationalen Initia-
tiven und Programmen. Darüber hinaus hat PETRA erfolgreich dazu beigetragen, das
Bewußtsein für eine europäische Dimension in der beruflichen Erstausbildung zu
wecken, die noch sehr begrenzten Erfahrungen und speziellen Fachkenntnisse auf
dem Gebiet des Berufsbildungsaustauschs und der grenzübergreifenden Partner-
schaft zu erweitern, in Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen in der Erst-
ausbildung Schwerpunkte für die praktische Zusammenarbeit herauszuarbeiten und
Entwicklungen anzuregen, die zu neuen "europäischen" Ausbildungsansätzen führen.
Ein weiterer Bericht wird im Jahre 1991 ausgearbeitet, der u.a. eine Evaluierung
dieser Aspekte enthalten wird.
Es ist jedoch offenkundig, daß das PETRA-Programm in seiner jetzigen Form und
mit der bisherigen Mittelausstattung nicht in der Lage ist, einen auch quanti-
tativ bedeutsamen Anstoß zur Entwicklung von europäischer Zusammenarbeit in der
beruflichen Erstausbildung zu geben, der mit den Anstößen vergleichbar wäre, die
 z.B. von OOMETT und ERASMUS in den jeweiligen Programmbereichen ausgehen.
 IV. SCHUJSSPOIGERUNGEN
 23. Als Antwort auf das Ersuchen des Rates, "Maßnahmen zu erarbeiten, um die
 bestehenden Programme anzupassen und auszubauen", und mit Bezug auf das Memo-
 randum zur Rationalisierung der Berufsbildungsprogramme schlägt die Kommission
 eine Konsolidierung und Ausweitung des bestehenden PETRA-Programms sowie seine
 Zusammenfassung mit dem Austauschprogramm für junge Arbeitskräfte unter den
 folgenden anspruchsvolleren qualitativen und quantitativen Zielvorgaben vor:
 - Förderung aller Formen der beruflichen Erstausbildung, die zu einer anerkann-
 ten Berufsqualifikation führen, sowie - angesichts der Unzulänglichkeiten von
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auf nur ein Jahr begrenzten Ausbildungsmaßnahmen - Unterstützung der Strategien
der Mitgliedstaaten, die darauf abzielen, allen Jugendlichen, die dies wünschen,
für die Dauer von zwei oder mehr Jahren die Teilnahme an einer Maßnahme zur be-
ruflichen Erstausbildung zu ermöglichen;
- verstärkte Entwicklung einer europäischen Dimension in der beruflichen Erst-
ausbildung;
- Intensivierung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Erstausbil-
dung, mit Vorrang für einen beträchtlichen Ausbau des europäischen Berufsbil-
dungsaustauschs für Jugendliche einschließlich der Austauschmaßnahmen für junge
Arbeitnehmer. Im Rahmen des vorgeschlagenen Programms soll innerhalb eines Zeit-
raums von drei Jahren der Berufsbildungsaustausch von 100 000 Jugendlichen
unterhalb der Hochschulebene gefördert werden und damit eine Größerordnung er-
reichen, die mit dem Umfang des Austauschs von Hochschulstudenten vergleichbar
ist, der im Rahmen des ERASMUS-Programms angestrebt wird;
- Gewährleistung des Zusammenhangs und des ergänzenden Charakters dieser Maßnah-
men in Hinblick auf die im Rahmen der Strukturpolitik der Gemeinschaft durchge-
führten Maßnahmen, insbesondere in bezug auf die EUROFORM-Initiative.
24. Die Anpassung des bestehenden PETRA-Programms liefert einen besonders geeig-
neten Rahmen zur Erreichung dieser Ziele. Das Programm kann als Katalysator
wirken, um die Erfahrungen der Mitgliedstaaten bei der Förderung gemeinsamer
Strategien auf dem Gebiet der Erstausbildung zu bündeln. Es soll deshalb auf die
folgenden Zielgruppen ausgerichtet werden:
- Jugendliche in beruflichen oder technischen Schulen, in der dualen Ausbildung
oder anderen Formen der Erstausbildung, die zu einem anerkannten Ausbildungsab-
schluß führen;
- junge Arbeitnehmer bis zum Alter von 25 Jahren, die sich bereits in einem Be-
schäftigungsverhältnis befinden und die ihre Erstausbildung durch ein Arbeits-
praktikum im Ausland ergänzen wollen.
Das Programm richtet sich ganz bewußt nicht an beschäftigungssuchende Jugend-
 liche und arbeitslose Jugendliche, da diese zu den Hauptzielgruppen der Maßnah-
men gehören, die ergänzend im Rahmen der Strukturpolitik der Gemeinschaft durch-
geführt werden, insbesondere durch die EUROFORM-Initiative.
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    25. Das Programm soll gestrafft werden und die folgenden beiden Aktionsschwer-
    punkte umfassen:
    Aktion A: Ausweitung der Förderung für grenzübergreifende und grenzüberschrei-
    tende Projekte, die auf eine Verbesserung der beruflichen Erstausbildung zielen
    und eine europäische Dimension aufweisen, insbesondere
    - Ausbildungsaufenthalte und Arbeitspraktika im Ausland für Jugendliche in der
    Erstausbildung und Ausbilder sowie für junge Arbeitnehmer;
    - gemeinsame Maßnahmen zur Ausbildung von Ausbildern;
    - gemeinsame Entwicklung von europäischen Ausbildungseinheiten (Modulen) und von
    entsprechenden Berufsabschlüssen und Befähigungsnachweisen.
    Zu den vorgesehenen praktischen Förüermaßnahmen gehören
    - die Konsolidierung und Ausweitung des bestehenden europäischen Verbundnetzes
    von Ausbilckngspartnerschaften, einschließlich der Förderung von Jugendinitia-
    tiv-Projekten, um einen Rahmen für die Organisation des Berufsbildungsaus-
    tauschs sowie für die Entwicklung weiterer Formen der Zusammenarbeit zu schaf-
    fen;
    - die besondere Förderung von Ausbildungsaufenthalten und Arbeitspraktika im
    Ausland, und zwar für Jugendliche in der Erstausbildung und für junge Arbeit-
    nehmer. Die Anzahl solcher Aufenthalte soll beträchtlich erhöht werden, auf
    16 000 im Jahre 1992, auf bis zu 36 000 im Jahre 1993 und bis zu 48 000 im Jah-
    re 1994. Innerhalb von drei Jahren soll somit der Berufsbildungsaustausch von
     insgesamt 100 000 Jugendlichen gefördert werden, darunter 20 000 junge Arbeit-
    nehmer.
    Durch diese Steigerung werden die bestehenden begrenzten Möglichkeiten für den
     Berufsbildungsaustausch erheblich erweitert, sowohl für die Altersgruppe der 16-
     19jährigen Jugendlichen in der beruflichen Erstausbildung als auch für junge
    Arbeitnehmer. Dies wird darüber hinaus die notwendige Erfahrungsgrundlage für
    die Entwicklung einer mittelfristigen Strategie auf diesem Gebiet schaffen und
    die Austauschmaßnahmen für arbeitslose bzw. beschäftigungssuchende Jugendliche
     ergänzen, die im Rahmen der EUROFORM-Initiative vorgesehen sind. Die Förderung
    von Berufsbildungsaustausch in diesem Umfang, der etwa 2% der Jugendlichen in
(4)
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der Erstausbildung zugute kommen wird, stellt einen wichtigen Schritt auf dem
Weg zu Teilnahmequoten dar, die in ihrer Größenordnung mit denen vergleichbar
sind, die für Hochschulstudenten im Rahmen des ERASMUS-Programmes angestrebt
werden.
Der Austausch von Fachkräften in der beruflichen Erstausbildung wird als Teil
des PETRA-Programms fortgeführt. Die thematischen Schwerpunkte für diese Aus-
tauschbesuche sollen gezielt darauf ausgerichtet werden, Methoden, Ansatzpunkte
und Ergebnisse europäischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Erst-
ausbildung auszuloten.
Aktion B: Weiterentwicklung der europäischen Dimension bei Maßnahmen zur Berufs-
information und -beratung, z.B. durch
- Förderung eines Verbundnetzes von Kontaktstellen für den Austausch von Daten
 für die Berufsberatung und zur Erprobung effizienter Methoden für die Übermitt-
 lung von Beratungsinformationen innerhalb der Gemeinschaft;
 - Ausbildung von Beratungsfachkräften in Hinblick auf europäische Aspekte der
Berufsberatung.
 26. Darüber hinaus werden die notwendigen Vorkehrungen auf zentraler und dezen-
 traler Ebene getroffen, um die im Rahmen des Programms geförderten Maßnahmen
miteinander zu verknüpfen, vergleichende Untersuchungen zu unterstützen, die
 Ergebnisse weiterzuverbreiten, fachliche Hilfestellung bei der IXirtihführung des
 Programms zu leisten und seine Entwicklung und Auswirkungen zu evaluieren.
 27. In kleinem Rahmen werden bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt nahezu alle
vorgeschlagenen Maßnahmen im Zuge des laufenden PETRA-Programms durchgeführt.
 Die Kommission geht bei ihren Vorschlägen deshalb davon aus, daß es nicht erfor-
 derlich ist, den bestehenden Ratsbeschluß umfassend zu ändern; dennoch erfordert
 die Neuordnung des Programms in dieser weiteren Ausbauphase in gewissem Umfang
 eine Neuformulierung des ergänzten und verbreiterten Zielrahmens sowie einen
 erweiterten Förderrahmen für Maßnahmen.
 28. In ÜberBiristimmung mit den vor kurzem vorgelegten Vorschlägen zur Rationali-
 sierung der Aktionsprogramme auf dem Gebiet der Berufsausbildung soll die Kom-
 mission von einem Ausschuß mit beratender Funktion unterstützt werden, der sich
 aus je zwei Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertre-
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ter der Kommission den Vorsitz führt. Im Hinblick auf die Bedeutung, die der
vollen Mitwirkung der Sozialpartner im Ausbildungsprozeß und bei der Vorberei-
tung der Jugendlichen auf das Erwerbsleben zukommt, sollen zwölf Mitglieder von
der Kommission auf Vorschlag der Organisationen ernannt werden, die auf Gemein-
schaftsebene die Arbeitgeber bzw. Gewerkschaften vertreten und als Beobachter
an der Arbeit des Ausschusses teilnehmen.
29. Dieser Mitteilung liegen ein Vorschlag für einen Beschluß des Rates sowie
ein technischer Anhang zu den vorgeschlagenen Maßnahmen und ein Finanzbogen über
den voraussichtlichen Mittelbedarf bei.
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      Stellungnahme des Beratenden Ausschusses für Berufsbildung zur
                       beruflichen Erstausbildung In der
                           Europäischen Gemeinschaft
1.  In seiner Sitzung vom 7. und 8. Juni 1990 hat der Beratende Ausschuß
    seine schon am 11. und 12. Dezember 1989 begonnene Debatte über die
    berufliche      Erstausbildung    In    der   Europäischen  Gemeinschaft
    fortgesetzt. Er tat dies auf der Basis der nachfolgend genannten
    Dokumente:
             Berufliche Bildung und Erstausbildung der Jugendlichen In der
              Europäischen Gemeinschaft - Vorschläge zur Straffung und
             Weiterentwicklung des PETRA-Programms der Gemeinschaft (Doc.
              Nr. TFRH 124/90)
    -         Zwischenbericht Über die Durchführung des Ratsbeschlusses vom
              1. Dezember 1987 über ein Aktionsprogramm für die berufliche
              Bildung Jugendlicher und zur Vorbereitung Jugendlicher auf
              das Erwachsenen- und Berufsleben (PETRA-Programm) von der
              Kommission, dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem
              Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt (Doc. SEC (90) 432
              endg. v. 13. März 1990).
2.  Als Schlußfolgerung aus der Debatte - Im Verlaufe derer ebenfalls
    dem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontext Rechnung
    getragen wurde, In den sich die Absicht der Kommission fügt, die
    schon unternommenen Aktionen für die berufliche Erstausbildung zu
    konsolidieren und weiterzuentwickeln - hat der Ausschuß die
    nachstehende Stellungnahme abgegeben:,
3.   In erster Linie unterstrich der Ausschuß sein Bemühen um die
    Verwirklichung des, In der anläßlich des Europäischen Rats von
     Straßburg am 9. Dezember 1989 durch die Staats- oder Reglerungschefs
     von   11    Mitgliedsstaaten    verabschiedeten   Charta  der   sozialen
     Grundrechte, enthaltenen Prinzips:
     "Jugendliche müssen nach Ablauf der Schulpflicht die Möglichkeit
     haben, eine hinreichend lange berufliche Grundausbildung zu erhalten,
     um sich den Erfordernissen Ihres künftigen Erwerbslebens anpassen zu
     können. Für die jungen Arbeitnehmer müßte diese Ausbildung während
     der Arbeltszeit stattfinden."
 4.  Des weiteren begrüßt er nachdrücklich die Schlußfolgerungen des Rates
     der Bl Idungsm In Ister vom 14. Dezember 1989, In denen der Rat die
     Kommission bittet:
     -         eine bewertende Bilanz der Gemeinschaftsaktionen    zur tech-
               nischen und beruf liehen Bildung zu erstellen;
     -         Maßnahmevorschläge, um bestehende Programme anzupassen und zu
               stärken und ein Bündel spezifischer Maßnahmen in Kraft zu
               setzen.
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5.  Ebenfalls wurde festgestellt, daß die Sozialpartner, die auf
    europäischer Ebene Im Rahmen des Sozialen Dialogs vereinigt sind, In
    Ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 26. Januar 1990 auf der
    Notwendigkeit bestanden, einerseits die berufliche Erstausbildung zu
    verbessern und weiterzuentwickeln und andererseits darüber zu wachen,
    daß diese volIqualIfIzierend und anerkannt Ist, damit sie die soziale
    und berufliche Eingliederung fördert und eine solide Basis für die
    Weiterbildung während des gesamten Arbeltslebens darstellt.
6.  Der Ausschuß teilt diese von den Sozialpartnern Im Rahmen des
    Sozialen Dialogs ausgedrückten grundlegenden Ziele und verweist auf
    die Bedeutung, die sich die gemeinschaftliche BerufsblIdungspolIt Ik
    - unter Respektierung des Prinzips der Subsidiarität, dem er große
    Bedeutung zumißt - mit einem Programm zur beruflichen Erst-
    ausbildung In der Folge der bestehenden für die Weiterbildung, der
    Bildung In den neuen Technologien und der Bildung auf Hochschul ebene
    zuteil werden lässt. Er betont, daß ein Gleichgewicht zwischen diesen
    grundlegenden Teilen der. allgemeinen Struktur einer gemeinschaft-
     lichen BerufsblIdungspolIt Ik erreicht werden soll.
7.   Er begrüßt die Tatsache, daß die Kommission - wie sie es In Ihrem
    Arbeltsprogramm für 1990 angekündigt hat, und wie es aus dem
    Ausschuß unterbreiteten Dokument hervorgeht - beabsichtigt, rasch
     auf die Bitte des Rats der Bildungsminister vom 14. Dezember 1989 zu
     reagieren.
 8.  Im Verlaufe seiner Debatte zu dem genannten Dokument ..hat der Aus-
     schuß festgestellt, daß Im Rahmen der Bilanz der GerneInschafts-
     aktIonen Im Bereiche der technischen und beruflichen Bildung und Im
     weiteren Sinne der beruflichen Erstausbildung Im allgemeinen das
     Programm PETRA derzeit als die hauptsächliche Gemeinschaftsinitiative
      In diesem Feld gesehen werden muß und einen weiten .Rahmen dafür
     abgibt, In bedeutendem Maße zur Entwicklung einer gemeinsamen
     BerufsblIdungspolIt Ik beizutragen. PETRA spielt eine vitale Rolle
     bei der Umsetzung der Ratsentscheidung vom 1. Dezember 1987, In der
     es dazu bestimmt wird,
              die Mitgliedsstaaten darin zu unterstützen, sicherzustellen,
              daß alle Jugendlichen, die        es wünschen, nach     ihrer
              volIzeltlIchen Pflichtschulbildung eine substantielle und
              qualifizierende Periode der beruflichen Bildung erhalten;
              die Qualität der Erstausbildung durch diversIflzlerte Formen
              praktischer europäischer Zusammenarbeit zu verbessern.
 9.  Der Ausschuß Ist der Auffassung, daß das PETRA- Programm einen guten
      Platz einnimmt, um zur Entwicklung         der Maßnahmen der Mit-
      gliedsstaaten durch die Förderung Innovativer AusblIdungslnltlatIven
     und die Anregung des Transfers und der Verbreitung positiver
      Erfahrungen und guter Praxis beizutragen. Es wird angemerkt, daß
      fast alle PETRA-ProJekte Teil wichtiger nationaler Initiativen oder
      ReformaktIvltäten auf dem Felde der beruflichen Bildung sind.
 ---pagebreak---                                        - 23 -
    Im Hinblick auf die thematischen und die Maßnahmeschwerpunkte wird
    angemerkt, daß PETRA In starkem Maße die Sorge der Sozialpartner
    bestätigt Im Hinblick auf die Notwendigkeit, daß ErstausblIdungs-
    angebote In einem Integrierten Paket angeboten werden sollten, das
    enthält:
             eine sowohl breite als auch spezifische Ausbildung                 In
             berufsfeldbezogenen Fertigkelten und Kenntnissen;
             ein allgemeinbildendes Element und
             eine Berufsberatungs- bzw. Berufsorientierungskomponente.
    Durch seinen Schwerpunkt auf Ausbildungspraktika Im Ausland - für
    sowohl Auszubildende als auch Ihre Ausbilder - und die gemeinsame
    Entwicklung von Ausbildungsmodulen und -Programmen nimmt PETRA einen
    guten Platz ein, um die Entwicklung der europäischen Dimension in
    der beruflichen Erstausbildung zu stärken. In dieser Hinsicht kann
    PETRA eine angemessene Plattform.dafür bieten, den Schlußfolgerungen
    des Rates vom 14. Dezember zu entspechen.
10. Der Ausschuß schätzt Jedoch, daß die sehr starken Begrenzungen der
    verfügbaren     Haushaltsmittel   die    Gefahr    von Auswirkungen        auf
    diejenigen Potentiale des Programms PETRA haben, die es verdienen,
    weiterentwickelt zu werden, um der Anforderung des Blldungs-
    minlsterrats vom 14. Dezember 1989 voll zu entsprechen.
11. Unter Berücksichtigung des Dokuments, das Ihm von der Kommission
     vorgelegt wurde, könnte die Konsolidierung und Weiterentwicklung von
     PETRA entlang der folgenden Achsen geschehen:
     *        nationale Systeme zur Entwicklung von Maßnahmen, Strukturen
             und    Prozeduren zu unterstützen, welche auf die sich
              verändernden    Bedürfnisse     der    europäischen     Wirtschaft
              reagieren und eine größtmögliche Beteiligung Jugendlicher an
              einer qualitativ hochstehenden Ausbildung sichern;
     *        Mobilität und die Entsprechung der Berufsbefähigungsnachweise
              zu erleichtern     durch    die Bereitstellung       vielfältiger,
              Informeller und formeller Gelegenheiten für Nutzer und
              Anbieter    von    Ausbildungen,      sich    selbst     mit     dem
              Ausbildungssystem und den AusbiI dungs Inhal ten          In einem
              anderen Mitgliedsstaat vertraut zu machen;
     *        Erstausbildungen,    sowohl    Im   technischen    als     auch    Im
              beruflichen Bereich, die europäischen Charakter               haben,
              anzuregen und zu unterstützen;
     *        die Nutzung von Partnerschaften, Patenschaften zwischen
               Institutionen und transnationalen, gemeinsamen Aktionen zu
              fördern,    um AusblIdungsmaterlallen,      Ausbildungselemente/
              module und gemeinsame Zertifikate zu entwickeln;
 ---pagebreak---                                        - 24 -
    *        Ausbildungspraktika      für    Seh lusse I personen     unter    dem
             AusblI dungspersonal    sowie    Auszubildende       bzw.    Schüler
             transnational zu fördern und zu unterstützen als ein'Beitrag
             zur allmählichen Entwicklung eines europäischen Berufs-
             bildungssystems;
    *        die Information über Innovation und gute Praxis Im Hinblick
             auf alle Aspekte von bereitgestellten Maßnahmen zu fördern
             und zu verbreiten.
12. Der Ausschuß Ist der Meinung, daß, während PETRA entlang dieser
    Linien     entwickelt     wird,     verstärktes      Augenmerk     auf    die
    Rationalisierung und die verbesserte Koordinierung derzeitiger und
    zukünftiger Gemeinschafts Initiativen auf dem Felde der beruflichen
    Bildung     gelegt    wird,    mit    entsprechendem      Bezug     auf   die
    Schlußfolgerungen des Rates vom 14. Dezember                 1989 und die
    Überlegungen der Arbeltsgruppe Über Bildung und Ausbildung des
     Sozialen Dialogs.
13. Bei der Entwicklung von Gemeinschaftsressourcen für initiativen in
     der beruflichen Erstausbildung sollte der steigenden Nachfrage nach
     praktischer europäischer Zusammenarbeit Rechnung getragen werden,
   • sowie nach finanzieller Förderung , der durch die Strukturfonds,
     Insbesondere den ESF, verfügbar gemacht werden könnte, um damit den
     Rahmen für Aktionen In diesem Felde zu vergrößern.
14. Schlußfolgernd teilt der Ausschuß die Im vorher genannten Dokument
     der Kommission enthaltenen Ziele und Aktlonsvorschläge, aber er
     unterstreicht, daß das "konsolidierte" PETRA-Programm deutlich die
     Subsidiarität und den durch seine Maßnahmen hinzugefügten Mehrwert Im
     Hinblick auf nationale Aktionen zutage treten läßt.
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                                Vorschlag für einen
                                BESCHLUSS DES RATES
        zur Änderung des Beschlusses 87/569/EWG über ein Aktionsprogramm
           für die Berufsbildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der
                Jugendlichen auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben
DER PAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestutzt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
insbesondere auf Artikel 128,
auf Vorschlag der Kommission C 1 ),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses(3),
in Erwägung nachstehender Gründe:
                                                        (4)
 In den im zweiten Grundsatz des Beschlusses 63/266/EWG     festgelegten grund-
 legenden Zielen der gemeinsamen Politik der Berufsausbildung wird besonders auf
 die Notwendigkeit hingewiesen, jedem die Gelegenheit zu geben, eine angemessene
 Berufsausbildung zu erwerben und jede nachteilige Unterbrechung zwischen dem all-
 gemeinen Schulabschluß und dem Beginn der Berufsausbildung zu vermeiden.
 Dem zehnten Grundsatz des Beschlusses 63/266/EWG zufolge können besondere Maß-
 nahmen eingeleitet werden, um die besonderen Probleme bestimmter Tätigkeitsbe-
 reiche oder Personengruppen zu berücksichtigen.
 (1) ABl.  Nr.
 (2) ABl.  Nr.
 (3) ABl.  Nr.
 (4) ABl.  Nr. 63 vom 20.4.1963, S. 1338/63.
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Der Rat hat in seinem Beschluß 87/569/EWS (5)    f (irden Zeit-
raum von fünf Jahren ab dem 1. Januar 1988 ein Aktionsprogramm für die Berufs-
bildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen-
und Erwerbsleben beschlossen  (PEnm-Programm) ; die Kommission hat einen Zwischen-
bericht über die Umsetzung dieses Beschlusses vorgelegt.
Der Rat hat in seinem Beschluß 84/636/EWG    (6)  ein drittes
gemeinsames Programm zur Förderung des Austauschs junger Arbeitskräfte in der
Gemeinschaft bis zum 31. Dezember 1990 festgelegt; die Kommission hat dazu einen
 Erfahrungsbericht     vorgelegt. Mit seinem Beschluß 90/268/EWG          (7)
 hat der Rat das Programm bis zun 31. Dezember 1991 verlängert^ mit der
Maßgabe, zu einem späteren Zeitpunkt über einen umfassenden Vorschlag der
Kömmission bezüglich der beruflichen Erstausbildung zu entscheiden, der auch
Folgemaßnahmen zum Austauschprogramm für junge Arbeitskräfte einschließt. Mach
Artikel 50 des Vertrages obliegt es den Mitgliedstaaten, den Austausch junger
Arbeitskräfte im Rahmen eines gemeinsamen Programms zu fördern.
Die Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte der Arbeitnehmer, die von den
Staats- bzw. Regierungschefs von elf Mitgliedstaaten auf der Tagung des Euro-
päischen Rates von Straßburg am 9. Dezember 1989 angenommen worden ist, stellt
unter Punkt 23 fest:
 "Jugendliche müssen nach Ablauf der Schulpflicht die Möglichkeit haben, eine
hinreichend lange berufliche Grundausbildung zu erhalten, um sich den Erforder-
nissen ihres künftigen Erwerbslebens anpassen zu können. Für die jungen Arbeit-
nehmer müßte diese Ausbildung während der Arbeitszeit stattfinden."
 In den Schlußfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Minister für das
 Bildungswesen vom 14. Dezember 1989 (8) wird die Bedeutung der Aufgabenstellung
der Berufsausbildung unterstrichen und die Kommission ersucht, die Modalitäten
 einer Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vorzuschlagen.
 Das Europäische Parlament hat am 15. März 1989 eine Entschließung zur sozialen
 (5) ABl. Nr. L 346 vom 10.12.1987, S. 31,
 (6) ABl. Nr. L 331 vom 19.12.1984, S. 36,
 (7) ABl. Nr. L 156 vom 21. 6.1990, S. 8
  (8) ABl. Nr. C 27 vom 6.2.1990, S.4.
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Dimension des Binnenmarkbes(9) angenommen, in der es die Notwendigkeit zur
Förderung grenzübergreifender Ausbildungsmaßnahmen hervorhebt.
Das Europäische Parlament hat in seiner Entschließung zu den gemeinschaftlichen
Bildungs- und Ausbildur^sprogrammen vom 16. Februar 199o( 10 ) sein
                                                                    Bedauern darüber ge-
äußert, daß die Jugendlichen in diesem Bereich nicht die gleichen Chancen be-
sitzen, da die derzeitigen Gemeinschaftsprogramme im wesentlichen auf die Hoch-
schulstudenten abgestellt sind und die jüngeren Schüler und in der beruflichen
Ausbildung befindlichen Jugendlichen, die die Mehrheit darstellen,, außer acht lassen.
In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 26. Januar 1990 haben die Sozialpartner
im Rahmen des Sozialen Dialogs betont, daß eine hochwertige Allgemeinbildung
sowie eine berufliche Erstausbildung, die zu anerkannten Abschlüssen führt,
unerläßlich    und unersetzlich sind, um die Jugendlichen erfolgreich in das
Berufs- und Wirtschaftsleben einzugliedern.
 In Erwiderung auf die Ersuchen des Rates und   des Europäischen Parlaments ist
 es erforderlich, die gemeinschaftliche Erfahrur^sgrundlage auf dem Gebiet der
beruflichen Erstausbildung zu verstärken und auszubauen., um so die Entwicklung der
 einzelstaatlichen Politik auf diesem Gebiet zu unterstützen und der beruflichen
 Erstausbildung eine europäische Dimension zu verleihen.
 Es ist erforderlich, den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten sowie
 unterschiedliche Formen praktischer grenzübergreifender Zusammenarbeit zwischen
 Ausbildungseinrichtungen anzuregen, und zwar unter Einbeziehung von Ausbildungsaufent-
 halten und Praktika im Ausland, um damit einen Beitrag zur Verwirklichung des Binnen-
 marktes, zur Beseitigung der Hindernisse für die Freizügigkeit des Personenverkehrs in de
 Gemeinschaft und zur Schaffung von transeuropäischen Netzwerken in einem Europa
 ohne Grenzen zu leisten.
 Den neuen Herausforderungen, denen sich die berufliche Erstausbildung stellen
 muß, ist insbesondere durch eine Aufwertung der Rolle der Berufsbildung, Anpassung
 der Ausbildungsinhalte, Verbesserung der Kohärenz und Flexibilität, För-
 derung der Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsträgern, Ausbau des Lehrlings-
 wesens und der betrieblichen Ausbildung, Verbesserung der Berufsorientierung und
  (9) ABl. Nr. C 96 vom 17.4.1989, S. 61.
  (10) ABl. Nr. C 68 vom 19.3.1990, S. 175.
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                                                               und
-beratung sowie durch die verstärkte Motivierung von Mädchen       jungen Frauen für
  technische und naturwissenschaftliche Berufe zu begegnen.
Dieses Aktiorisprogramm sollte so  beschaffen sein, daß es mit den Aufgaben und
Interventionen des Europäischen Sozialfonds C11) sowie mit den anderen Berufs-
bildungsprogrammen ineinandergreift.
IXirch eine ausgewogene Entwicklung der Maßnahmen soll sichergestellt werden, daß
bei der Durchführung dieses Aktiorisprogramms die spezifischen Probleme der
unterschiedlichen Regionen und Zielgruppen berücksichtigt werden.
Die Kömmission hat ein Memorandum über die Rationalisierung und Koordinierung
von Berufsbildungsprogrammen auf Gemeinschaftsebene verabschiedet -
 (11) ABl. Nr. L 185 vom 15.12.1988, S.9,
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                                     BESCHLIESST:
                                       Artikel 1
    Der Beschluß 87/569/EWG wird wie folgt geändert:
1 * Artikel 1 erhält folgende Fassung:
                                       "Artikel 1
    (1)  Fgr einen Zeitraum von drei Jahren ab dem 1. Januar 1992 wird ein Programm
    festgelegt, mit dem die Politiken und Tätigkeiten der Mitgliedstaaten, die die
   größtmöglichen Anstrengungen unternehmen sollen, um allen Jugendlichen, die dies
   wünschen, im Anschluß an die Vollzeitschulpflicht für die Dauer von zwei oder
   mehr Jahren die Teilnahme an einer zu einem anerkannten Abschluß führenden
    Berufsbildungsmaßnahme zu ermöglichen, durch Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene
   unterstützt und ergänzt werden sollen.
    (2) Mit diesem Programm soll außerdem
    a) das Niveau und die Qualität der beruflichen Erstausbildung angehoben werden,
    das Berufsbildungsangebot diversifiziert werden, um Jugendlichen mit unter-
    schiedlichen Fähigkeiten Wahlmöglichkeiten zu bieten, sowie die Anpassungs-
    fähigkeit der Berufsbildungssysteme an die raschen wirtschaftlichen, technolo-
    gischen und sozialen Veränderungen gefördert werden;
    b) den beruflichen Qualifikationen unter Berücksichtigung der erforderlichen
    Förderung der Entsprechungen dieser Qualifikationen zwischen den Mitgliedstaaten
    der Gemeinschaft eine Gemeinschaftsdimension verliehen werden;
    c) sowohl grenzübergreifend als auch innerhalb der Mitgliedstaaten die prak-
    tische Zusammenarbeit und die Entwicklung von Ausbildungspartnerschaften zwi-
    schen Ausbildungsträgern, der Wirtschaft und anderen Akteuren in der lokalen und
    regionalen Entwicklungsförderung angeregt und unterstützt werden, um so die Aus-
    bildungsressourcen effizienter zu nutzen, den Erfahrungsaustausch zu verbessern
    und das Bewußtsein für die europäischen Aspekte zu wecken, die bei der beruf-
    lichen Erstausbildung zu berücksichtigen sind;
    d) Jugendlichen in technischen und beruflichen Schulen oder anderen Formen der
    beruflichen Erstausbildung sowie jungen Arbeitnehmern die Möglichkeit zu Ausbil-
    dungsaufenthalten oder Arbeitspraktika in anderen Mitgliedstaaten geboten wer-
    den, um dadurch der Ausbildung dieser Jugendlichen eine europäische Dimension zu
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  verleihen und ihre Mobilität auf Gemeinschaftsebene zu verbessern;
   e) die Berufsinformation und -beratung eine europäische Dimension erhalten."
2. Die Artikel 3 und 4 erhalten folgende Fassung:
                                    "Artikel 3
   "Zur Verwirklichung der Ziele des Artikels 1 und zur Unterstützung und Ergänzung
   der in Artikel 2 genannten Tätigkeiten der Mitgliedstaaten trägt die Kömmission
   mit den nachstehenden Maßnahmen bei, deren Ziel es ist, der Konzeption und
   IXirchführung der Berufsbildungspolitik in den Mitgliedstaaten eine Gemein-
   schaftsdimension zu verleihen:
    (1) Förderung von grenzübergreifender Zusammenarbeit zwischen Maßnahmen der in
   Artikel 2 genannten Art, einschließlich spezifischer Unterstützung für Projekte,
   an deren Planung, Organisation und Durchführung die Jugendlichen selbst betei-
   ligt sind. Dadurch soll die persönliche und berufliche Entwicklung von Jugend-
   lichen in technischen bzw. beruflichen Schulen und anderen Formen der Erstaus-
   bildung sowie von jungen Arbeitnehmern, die aus dem Bildungs- und Ausbildungs-
   system ausgeschieden sind, mit Hilfe von Maßnahmen zur Berufsberatung und Be-
   rufsbildung in kooperativer oder integrierter Weise unterstützt werden. Insbe-
   sondere sollen durch diese Zusammenarbeit
   - Ausbildungsaufenthalte oder Arbeitspraktika im Ausland für Jugendliche in der
   Erstausbildung und junge Arbeitnehmer,
   - gemeinsame Maßnahmen zur Ausbildung von Ausbildern, sowie
    - die gemeinsame Entwicklung von europäischen Ausbildungseinheiten (Modulen) und
   von entsprechenden Berufsabschlüssen und Befähigungsnachweisen in der Gemein-
    schaft gefördert werden;
    (2) Unterstützung von Maßnahmen zur Einführung einer europäischen Dimension in
    die Berufsinformation und -beratung, insbesondere durch
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- Förderung eines Verbundnetzes von Kontaktstellen für den Austausch von Daten
für die Berufsberatung und zur Erprobung effizienter Methoden für die Übermitt-
lung von Beratungsinformationen innerhalb der Gemeinschaft;
- Ausbildung von Beratungsfachkräften in Hinblick auf europäische Aspekte der
Berufsberatung;
(3) soweit erforderlich, fachliche Unterstützung bei der IXirchfuhrung dieses
Programms; vergleichende Untersuchungen über Themen der beruflichen Bildung ein-
schließlich der Untersuchung der Wirksamkeit der Jugendausbildungsprogramme ;
Analyse der Entwicklung der beruflichen Qualifikationen.
Die Kommission führt das Programm entsprechend den Bestimmungen des Anhangs
durch.
Die Kommission vergewissert sich bei der IXirx^führung dieses Programms der
Unterstützung durch das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung
nach Maßgabe der Verordnung (EWG) Nr. 337/75 des Rates vom 10. Februar 1975 über
die Errichtung eines Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (*)
                                   Artikel 4
 ( 1 ) Die Ergebnisse der lärderübergreifenden Maßnahmen nach Maßgabe des Artikels
3 werden einer objektiven externen Bewertung unterzogen. Diese Bewertung erfolgt
a) durch einen Zwischenbericht im Laufe des Jahres 1994,
b) durch einen Schlußbericht im Laufe des Jahres 1995.
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   (2) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission jeweils vor dem 30. Juni 1993
  und dem 30. Juni 1995 einen Bericht über Maßnahmen, die zur Umsetzung des ge-
  meinsamen Rahmens von Leitlinien gemäß Artikel 2 getroffen wurden, einschließ-
   lich Informationen über vorhandene Instrumente zur Förderung der beruflichen
   Bildung.
   (3) Die Kommission legt dem Rat und dem Europäischen Parlament sowie dem Wirt-
   schafts- und Sozialausschuß und dem mit der Entschließung des Rates und der im
   Rat vereinigten Minister für das Bildungswesen vom 9. Februar 1976 (**) eingesetz-
   ten Ausschuß für Bildungsfragen vor Ende 1993 einen Zwischenbericht und vor
   Ende 1995 einen Abschlußbericht über die IXirchfuhrung dieses Programms vor,
   der eine Gesamtbewertung enthält.
    (*) ABl. Nr. L 39 vom 13.2.1975, S. 1
    (**) ABl. Nr. C 38 vom 19.2.1976, S. 1."
3. Folgende Artikel werden angefügt:
                                      "Artikel 5
   Vom Haushaltsjahr 1992 an werden die Mittel für den Gemeinschaftsbeitrag zu den
   in Artikel 3 festgelegten und im Anhang beschriebenen Maßnahmen, einschließlich
   der Maßnahmen zur Sicherung der technischen Unterstützung auf zentraler oder
   dezentraler Ebene sowie zur fortlaufenden Überwachung und Bewertung und sonsti-
   ger ergänzender Maßnahmen zur Information über das Programm und zur Abstimmung
   mit politischen Entscheidungsträgen und den Sozialpartnern im Rahmen des jähr-
   lichen Haushaltsverfahrens festgesetzt.
                                       Artikel 6
    (1) Die Kommission wird von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus
   je zwei Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter
   der Kömmission den Vorsitz führt. Zwölf Vertreter der Sozialpartner sollen von
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der Kommission auf Vorschlag der Organisationen berufen werden, die auf Gemein-
schaftsebene die Arbeitgeber bzw. die Gewerkschaften vertreten, und sollen als
Beobachter an der Arbeit des Ausschusses mitwirken.
(2) Der Vertreter der Kommission legt dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffen-
den Maßnahmen für folgendes vor:
a) die allgemeinen Leitlinien für das Programm;
b) die allgemeinen Leitlinien für die finanzielle Unterstützung durch die Ge-
meinschaft (Beträge, Dauer und Begünstigte);
c) Fragen im Zusammenhang mit der allgemeinen Ausgewogenheit des Programms, ein-
schließlich der Aufgliederung der einzelnen Aktionen.
 (3) Der Ausschuß gibt - gegebenenfalls durch Abstimmung - seine Stellungnahme zu
dem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung
der Dringlichkeit der betreffenden Frage festsetzen kann.
Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen. Darüber hinaus hat jeder
Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll fest-
gehalten wird.
Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Aus-
 schusses. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellung-
nahme berücksichtigt hat."
                                    Artikel 2
 Dieser Beschluß wird am 1. Januar 1992 wirksam.
 Geschehen zu Brüssel am                            Im Namen des Rates
                                                    Der Präsident
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                    Anhang zum
                Vorschlag für einen
                BESCHIUSS DES RATES
      zur Änderung des Beschlusses 87/569/EWG
      sowie über ein Aktionsprogramm für die
  berufliche Qualifizierung Jugendlicher und zur
Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen-
                 und Erwerbsleben
                      (PETRA)
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AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT püR DIE BERUFLICHE QUALIFIZIERUNG JUGENDLICHER
UND ZUR VORBEREITUNG DER JUGENDLICHEN>DöF DAS ERWACHSENEN- UND ERWERBSIEBEN
                                     (PETRA)
                                      ANHANG
                                   EINFÜHRUNG
1. In diesem Anhang sind die entsprechend Artikel 2 des Beschlusses erforderli-
chen Maßnahmen dargelegt, insbesondere in bezug auf die Straffung des laufenden
gemeinschaftlichen Aktionsprogramms (PETRA), das durch den Beschluß des Rates
87/569/EWG vom 1. Dezember 1987 festgelegt wurde und bis zum 31. Dezember 1994
ausgeweitet werden soll.
Diese Maßnahmen werden auf Gemeinschaftsebene von der Kommission durchgeführt,
unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Subsidiarität, um die Politik der
Mitgliedstaaten zur beruflichen Erstausbildung zu unterstützen und zu ergänzen
und um der Konzeption und IXirchführung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf
diesem Gebiet eine Gemeinschaftsdimension zu verleihen. Dies betrifft zwei Maß-
nahmebereiche:
A. Förderung grenzübergreifender und grenzüberschreitender Ausbildungsprojekte;
 B. Förderung von Maßnahmen zur Einfuhrung einer europäischen Dimension in die
 Prozesse und Systeme der Berufsinformation und -beratung.
 Darüber hinaus ergreift die Kommission die ergänzenden Maßnahmen und sorgt für
 die technische Unterstützung, die zur IXirchführung des Programms erforderlich
 sind.
 Der Beitrag der Kommission zu diesen Maßnahmen wird im Rahmen des Haushaltsti-
 tels für Bildung, Ausbildung und Jugendpolitik finanziert.
 ---pagebreak---                                        - 36 -
                                    AKTION A
I. FÖRDERUNG GRENZÜBERGREIFENDER UND r^ENZÜBERSCHREITENDER AUSBIITUNGSPROJEKTE
1.1 Anwenduncfsbereich                                 _
2. Die Kömmission wird ihre finanzielle und fachliche Unterstützung für grenz-
übergreifende und grBnzüberBdhreitende Zusammenarbeit bei Maßnahmen zur beruf-
lichen Erstausbildung ausweiten, die entsprechend den in Artikel 1 des Beschlus-
ses festgelegten Zielen darauf ausgerichtet sind,
a) das Niveau und die Qualität der beruflichen Erstausbildung anzuheben, das
Eterufsbildungsangebot zu diversifizieren, um Jugendlichen mit unterschiedlichen
Fähigkeiten Wahlmöglichkeiten zu bieten, sowie die Anpassungsfähigkeit der
Berufsbildungssysteme an die raschen wirtschaftlichen, technologischen und
sozialen Veränderungen zu fördern;
b) den beruflichen Qualifikationen unter Berücksichtigung der erforderlichen
Förderung der Entsprechungen dieser Qualifikationen zwischen den Mitgliedstaaten
der Gemeinschaft eine Gemeirisc^ftsdimension zu verleihen;
c) sowohl arenzübergreifend wie auch innerhalb der Mitgliedstaaten die prak-
tische Zusammenarbeit und die Entwicklung von Ausbildungspartnerschaften zwi-
 schen Ausbildungsträgern, der Wirtschaft und anderen Akteuren in der lokalen und
 regionalen EntwiclcLungsförderung anzuregen und zu unterstützen, um so die Aus-
bildungsressourcen effizienter zu nutzen, den Erfahrungsaustausch zu verbessern
und das Bewußtsein für die europäischen Aspekte zu wecken, die bei der beruf-
 lichen Erstausbildung zu berücksichtigen sind;
 d) Jugendlichen in technischen und beruflichen Schulen oder anderen Formen der
 beruflichen Erstausbildung sowie jungen Arbeitnehmern die Möglichkeit zu Ausbil-
 dungsaufenthalten oder Arbeitspraktika in anderen Mitgliedstaaten zu eröffnen,
 um dadurch der Ausbildung dieser Jugendlichen eine europäische Dimension zu ver-
 leihen und ihre Mobilität zu verbessern;
 e) eine europäische Dimension in die Systeme und Prozesse der Berufsinformation
 und -beratung einzuführen.
 Bei der Umsetzung dieser Ziele und Maßnahmen sind die spezifischen Probleme der
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unterschiedlichen Re§i©oen und Zielgruppen zu berücksichtigen. Dies soll durch
eine ausgewogene Entwicklungctes .Programms sichergestellt werden. Besonderes
Gewicht soll deshalb auf Maßnahmen gelögt werden, die
- zur Förderung von Chancengleichkeit für Mädchen und junge Frauen beitragen,
indem sie deren Zugang zur Ausbildung in gewerblichen, technischen und wissen-
schaftlichen Berufen verbessern;
- der Verbesserung von Ausbildungsangeboten für benachteiligte Jugendliche
dienen;
- die Ausgewogenheit der Austauschbewegungen von Jugendlichen zwischen den
Mitgliedstaaten der Gemeinschaft gewährleisten.
3. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausbildungssysteme in den Mit-
gliedstaaten umfaßt der Begriff "berufliche Erstausbildung"
a) alle Formen der Ausbildung unterhalb der Höchschulebene, die an die Vollzeit-
schulpflicht oder die allgemeinbildende Sekundarstufe II anschließen und ein
strukturiertes Ausbildungsprogramm, Teile eines solchen Programms oder ergänzen-
de Elemente umfassen, und die es den Jugendlichen ermöglichen, eine anerkannte
Berufsgualifikation zu erwerben;
b) ergänzende Maßnahmen - darunter auch Betriebs- bzw. Arbeitspraktika - zur
Vorbereitung auf das Erwerbs- und Erwachsenenleben, durch die die Jugendlichen
motiviert und in die Lage versetzt werden, ihre Fähigkeiten in aktiver Weise zu
entwickeln und ihre Fertigkeiten zu üben, und durch die ihr Unternehmungsgeist
und ihre Eigeninitiative gefördert werden.
4. Diese Ausbildung kann in unterschiedlicher Form (Vollzeit oder Teilzeit) und
von unterschiedlichen Trägern (Bildungs-, Ausbildungs- oder anderen Behörden in
den Mitgliedstaaten, Betriebe, sonstige private oder öffentliche Ausbildungs-
 stellen) durchgeführt werden, insbesondere
a) in technischen und beruflichen Schulen oder Kollegs,
b) in Ausbildungszentren oder Lehrwerkstätten,
 c) in dualer oder alternierender Form,
d) als Praktikanten-Programm in den jeweiligen Berufsfeldern, in denen die Ju-
gendlichen ausgebildet werden oder ausgebildet worden sind,
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e) in sonstigen Maßnahmen der Berufsausbildung und Berufsvorbere 44 "^' darunter
auch Jugendinitiativ-Rrojekten mit einem anders strukb^ i e r t e n / partizipativen
Lernumfeld, bei denen die Jugendlichen selbst -i der Planung, Organisation und
IXirchführung mitwirken.
5. Die im Rahmen des Programms geförderte grenzübergreifende und grenzüber-
schreitende Zusammenarbeit ist auf die folgenden Zielgruppen ausgerichtet:
- Jugendliche in beruflichen oder technischen Schulen, in der dualen Ausbildung
oder anderen Formen der Erstausbildung, die zu einem anerkannten Ausbildungsab-
schluß führen;
- junge Arbeitnehmer bis zum Alter von 25 Jahren, die sich bereits in einem Be-
schäftigungsverhältnis befinden und ihre Erstausbildung durch ein Arbeitsprak-
tikum im Ausland ergänzen wollen.
Das Programm richtet sich nicht an beschäftigungssuchende bzw. arbeitslose Ju-
gendliche, da diese zu den Hauptzielgruppen der Maßnahmen gehören, die im Rah-
men der Strukturpolitik der Gemeinschaft durchgeführt werden, insbesondere
durch die EUROFORM-Initiative.
 1.2 Maßnahmen
 6. Die gemeinschaftliche Förderung zielt darauf ab, grenzübergreifende Zusammen-
 arbeit anzuregen, insbesondere
 - Ausbildungsaufenthalte und Arbeitspraktika im Ausland für Jugendliche in der
 Erstausbildung und Ausbilder sowie für junge Arbeitnehmer;
 - gemeinsame Maßnahmen zur Ausbildung von Ausbildern;
 - gemeinsame Entwicklung von europäischen Ausbildungseinheiten (Modulen) und
 von entsprechenden Berufsabschlüssen und Befähigungsnachweisen.
 Die am Programm beteiligten Ausbildungsinitiativen können in einem oder mehreren
 dieser Bereiche tätig sein.
 1.2.1 Ausbilduncfsaufenthalte und Arbeitspraktika im Ausland
 7. Bezogen auf die Zielgruppe der jungen Arbeitnehmer soll bei der IXtrdiführung
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von Ausbildungs- bzw. Arbeitspraktika in einem anderen Mitgliedstaat auf den Er-
fahruhgon mit dem dritten gemeinsamen Programm zur Förderung des Austauschs jun-
ger ArbeitskrärtÄ aufgebaut werden. Insbesondere sollen diese Praktika den Teil-
nehmern neue Berufs- oder Au^ildungserfahrungen vermitteln, die
- ihre Berufskenntnisse erweitern ^B*£L ihre praktische Erfahrung bereichern,
- Probleme der Arbeitswelt bewußt machen und
- Kontakte mit den Berufskreisen des Gastlandes eröffnen.
Darüber hinaus sollen die Praktika den Teilnehmern Möglichkeiten bieten, ihre
Kenntnisse der Lebensbedingungen und sozialen Verhältnisse im Gastland zu ver-
bessern und sich besser über die Ziele und das Funktionieren der europäischen
Gemeinschaft zu unterrichten.
Im Normal.fall beträgt die Dauer des Auslandsaufenthalts drei Monate; sie kann
jedoch bis zu einem Jahr ausgedehnt werden, wenn aufgrund der Art des Praktikums
und seiner Ausbildungsziele ein längerer Aufenthalt erforderlich ist.
 8. Bei Jugendlichen in beruflichen Ausbildungseinrichtungen (Schüler, Auszubil-
dende etc. ), sollen die Ausbildungsaufenthalte oder ArbeitspraktikaL im Normal-
 fall als Teil des Ausbildungsprozesses anerkannt und in diesen integriert wer-
 den müssen mit klaren Ausbildungszielen verkünden sein, die zwischen den Auszu-
 bildenden und ihrer Allsbildungseinrichtung sowie der Gastgeber-Einrichtung abzu-
 stimmen . sind. Um diese Ziele zu erreichen, soll die Dauer der Aufenthalte nicht
 weniger als drei Wochen betragen. Zur besseren Integration in den Ausbildungs-
 prozeß sollte der Berufsbildungsaustausch berufsfeldbezogen durchgeführt wer-
 den und die Ausbildungsbedürfhisse der Teilnehmer gezielt berücksichtigen.
 Insbesondere ist darauf zu achten,rf*flder Berufsbildungsaustausch in jedem Ein-
 zelfall einen deutlichen Mehrwert für die Ausbildung erbringt, z.B. Erfahrung
 mit neuen Ausbilö\nrfsioethcden oder Geräten, neue Inhalte, neue Formen von Aus-
 bHdungsr«urtnerschaften usw., um auf diese Weise den positiven Ertrag von Aus-
tauschmaßnahmen in der Gemeinschaft zu maximieren und den Transfer von innovati-
vem Know-how und erfolgreicher praktischer Anwendung zu fördern.
 9. Die Organisation des Austausches obliegt den Ai isbildurqseinrichtungen oder
 - bei den Praktika für junge Arbeitnehmer - den Jugendlichen selbst bzw. ihren
Arbeitgebern. Die Mitgliedstaaten sollen die notwendigen Vorkehrungen treffen,
um sie bei der Vermittlung möglicher Partner oder Praktikantenstellen zu unter-
 stützen, Hilfestellung beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu leisten und
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eine angemessene Vorbereitung, Durchfuhrung und Betreuung vor Ort w gewährlei-
sten. Jeder Mitgliedstaat soll eine (oder mehrere) kompetent* stelle (n) benen-
nen, die auf der Grundlage spezifischer, auf Gemeipo^naftsebene festgelegter
Leitlinien für die Koordinierung und Durchfünrung dieses Programmteils auf na-
tionaler Ebene zuständig ist (sind).
1.2.2 Gemeinsame Maßnahmen zur Ausbildung: von Ausbildern
10. Die Gemeinschaft unterstützt bilaterale oder multilaterale grenzübergreifen-
de Partnerschaften zur gemeinsamen Ausbildung oder Weiterbildung von Ausbil-
dern sowie von Lehrern im Bereich der technischen und beruflichen Bildung. Sol-
che Partnerschaftsprojekte sollen im Rahmen der unter Nummer 2 (siehe oben)
festgelegten Ziele durchgeführt werden, z.B. in Form von gemeinsamen Ausbil-
dungsseminaren oder durch Austausch oder gemeinsame Entwicklung von Ausbildungs-
materialien.
1.2.3 Gemeinsame Entwicklung von europäischen Ausbildunoseinheiten (Modulen)
und von entsprechenden Berufsabschlüssen und Befähigungsnachweisen
 11. Die Gemeinschaft unterstützt vorrangig Ausbildur^seinrichtungen oder Projek-
te, die - in bilateraler oder multilateraler Zusammenarbeit - auf eine mittel-
 oder langfristige Kooperation zur Entwicklung und Umsetzung europäisch ausge-
 richteter Ausbildungskonzepte zielen. Dies bezieht sich insbesondere auf die
 Entwicklung neuer Berufsqualifikationen und -profile, unter Einbeziehung von
 - Ausbildungseinheiten (Module oder Kurse) und Methoden zur Leistungsbeurtei-
 lung, die bei entsprechender Anpassung in den bestehenden Ausbildurigsst^ukturen
 jeweils mehrerer Mitgliedstaaten genutzt bzw. in diese integriert werden können,
 oder
 - Ausbildungseinheiten, die fester Bestandteil integrierter, grenzübergreifender
 Ausbildungsprogramme sind; bei Programmen dieser Art werden bestimmte, einander
 ergänzende Abschnitte des gesamten Ausbildungsganges von einer (oder mehreren)
 Ausbildurgseinrichtung(en) in einem (oder mehreren) anderen Mitgliedstaat (en)
 durchgeführt.
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1.3 Finanzieller Beitrag der Gemeinschaft
12. Zur IXirchführung von Auabjidungsaufenthalten und Arbeitspraktika im Ausland
leistet die Kommission den einzelnen Mitgliedstaaten finanzielle Unterstützung,
als Zuschuß der Gemeinschaft zur Deckung
- der Unterhaltskosten der Jugendlichen während des Auslandsaufenthalts,
- der angemessenen Reisekosten, bis zu einer Obergrenze von 75%,
- der Kosten für vorbereitenden Sprachunterricht,
- der Kosten, die bei der Vorbereitung, Durchführung, Betreuung und Bekanntma-
chung der Austauschprogramme in den einzelnen Mitgliedstaaten entstehen.
13. Bei der Berechnung des Zuschusses, den ein Mitgliedstaat erhält, werden
quantitative Ziele entsprechend dem Anteil der Jugendlichen zwischen 15 und 25
Jahren an seiner Bevölkerung festgelegt. In Anlehnung an Verfahrensmodelle, die
im Rahmen der Programme ERASMUS und OOMETT angewandt werden, und im Hinblick auf
die erforderliche Ausgewogenheit bei den Austauschbewegungen in der Gemeinschaft
wird bei der Berechnung des Zuschusses außerdem berücksichtigt:
- das Bruttoiruandsprodukt der einzelnen Mitgliedstaaten,
- die Entfernung zwischen den Mitgliedstaaten.
14. Anträge für die finanzielle Förderung von Austauschmaßnahmen sind im Regel-
fall an die benannten Kbordinierungsstellen in den Mitgliedstaaten zu richten
und werden von diesen bearbeitet.
15. Bei anderen kooperativen Ausbildungsmaßnahmen leistet die Kommission einen
finanziellen Beitrag zur Deckung der Kosten, die den einzelnen Ausbildungsein-
richtungen durch ihre Beteiligung an grenzübergreifenden oder grenzüberschrei-
tenden Partnerschaften zur
- gemeinsamen Ausbildung von Ausbildern oder zur
- Entwicklung europäischer Ausbildungseinheiten (Module)
entstehen. Der durchschnittliche Förderbetrag beläuft sich auf 30 000 ECU pro
Jahr/Projekt und wird im Regelfall für zwei Jahre gewährt.
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                                   AKTION B
II. FÖRDERUNG VON MASSNAHMEN ZUR EINFÜHRUNG EINER EUROPÄISCHEN DIMENSION IN DIE
PROZESSE UND SYSTEME DER BERUFSINFORMATION UND -BERATUNG
11.1 Anwendungsbereich
16. Die Gemeinschaft fördert Verbindungen und aktive Zusammenarbeit zwischen
den einzelstaatlichen Berufsinformations- und -beratungsdiensten für Jugendli-
che, die darauf ausgerichtet sind,
- allen Jugendlichen in geeigneter Form Information, praktische Orientierung
und, soweit erforderlich, individuelle Beratung und Betreuung zu vermitteln. Die
Jugendlichen sollen sich der bestehenden Allsbildungsmöglichkeiten bewußt werden
und befähigt werden, ihre eigenen Begabungen zu erkennen und eine informierte
Berufswahl zu treffen. Zugleich soll dies die Jugendlichen motivieren, eine be-
rufliche Qualifikation anzustreben, und ihren Zugang zur beruflichen Erstausbil-
dung erleichtern;
- allen Jugendlichen und ihren Eltern im Rahmen dieses Prozesses den Zugang zu
aktueller Information über Allsbildungsmöglichkeiten und Beratungsdienste in an-
deren Mitgliedstaaten zu erschließen und sie zur Nutzung dieser Informationen
anzuregen und zu unterstützen.
Die Kommission trägt dabei für eine enge Abstimmung mit den fortlaufenden Arbei-
ten des CEDEFOP und mit anderen Gemeinschaftsinitiativen auf diesem Gebiet Sor-
ge, insbesondere hinsichtlich der Verknüpfung von Gemeinschaftsmaßnahmen zur Be-
rufsberatung für Erwachsene mit der Beratung für Jugendliche.
 11.2 Maßnahmen
 17. Die Gemeinschaft fördert gezielt die Entwicklung von Materialien, Methoden
und Verfahren zur Erleichterung der praktischen Zusammenarbeit zwischen Bera-
tungsdiensten. Dies betrifft
 - den Austausch von europabezogenen Beratungsdaten, insbesondere den Aufbau
eines europäischen Verbundnetzes von Kontaktstellen zur Erstellung und Aktuali-
 sierung von Daten für die Nutzung durch Beratungsdienste in allen Mitgliedstaa-
ten;
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- die Ausbildung von Beratungsfachkräften in Hinblick auf europäische Aspekte
der Berufsberatung. Diese Ausbildung kann z.B. in Form von bilateralen oder
multilateralen Ausbildungsseminaren erfolgen und soll zunächst die Ausbilder
von Beratungspersonal aus den einzelnen Mitgliedstaaten einbeziehen.
II.3 Finanzieller Beitrag der Gemeinschaft
18. Die Kommission leistet einen finanziellen Beitrag zu Projekten, die von den
Mitgliedstaaten vorgeschlagen werden, und zwar in einem Gesamtrahmen von bis zu
1 4 MECU im Jahre 1992, bis zu 1 7 MECU im Jahre 1993 und bis zu 2.0 MECU im
Jahre 1994. Die Kommission entscheidet über die Verteilung der Projektzuschüsse
nach Einzelprüfung der in Frage kommenden Projektvorschläge.
                               ERGÄNZENDE MASSNAHMEN
 19. Die Kömmission trifft die notwendigen ergänzenden Maßnahmen. Dazu gehören
Information über das Programm und die Verbreitung von Ergebnissen durch Veröf-
 fentlichungen, Seminare etc., sowie die Fortführung der Förderung von grenzüber-
greifenden Untersuchungen über spezielle Probleme in der beruflichen Erstausbil-
dung.
 Darüber hinaus leistet die Kommission die erforderliche technische Unterstützung
 zur IXirchführung des Programms sowie zur Koordinierung und Evaluierung der ge-
 förderten Aktionen. Soweit erforderlich, nimmt sie zur IXirchfuhrung der techni-
 schen Unterstützung in den Mitgliedstaaten und auf Gemeinschaftsebene die Dien-
 ste von fachkundigen Institutionen und Organisationen in Anspruch.
 ---pagebreak---                                      - 44 -
FINANZBOGEN
1.  Haushaltslinie und Bezeichnung
    B3-1021
    Aktionsprogramm der Gemeinschaft für die berufliche Qualifizierung Jugend-
    licher und zur Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen- und Er-
    werbsleben (PETRA).
2.  Rechtsgrundlage
    Artikel 128 des EWS-Vertrages,
3.  Einstufung der Ausgaben
    Nichtobligatorische Ausgaben.
    Nichtgetrennte Mittel (Artikel B3-1021).
4.  Beschreibung
    Das Programm verfolgt folgende Ziele:
    - Förderung aller Formen der beruflichen Erstausbildung, die zu einer aner-
    kannten Berufsqualifikation führen, sowie - angesichts der Unzulänglichkei-
    ten von auf nur ein Jahr begrenzten Ausbildungsmaßnahmen - Unterstützung der
    Strategien der Mitgliedstaaten, die darauf abzielen, allen Jugendlichen, die
    dies wünschen, für die Dauer von zwei oder mehr Jahren die Teilnahme an
    einer Maßnahme zur beruflichen Erstausbildung zu ermöglichen;
     - verstärkte Entwicklung einer europäischen Dimension der beruflichen Erst-
    ausbildung;
     - Intensivierung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Erstaus-
    bildung, mit Vorrang für einen beträchtlichen Ausbau des europäischen Be-
    rufsbildungsaustauschs für Jugendliche, einschließlich der Austauschmaßnah-
 ---pagebreak---                                   - 45 -
men für junge Arbeitnehmer. Im Rahmen des vorgeschlagenen Programms soll
innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren der Berufsbildungsaustausch von
100 000 Jugendlichen gefördert werden und damit eine Größenordnung errei-
chen, die mit dem Umfang des Austauschs von Hochschulstudenten vergleichbar
ist, der für die nähere Zukunft im Rahmen des ERASMUS-Programms angestrebt
wird;
- Gewährleistung des Zusammenhangs und des ergänzenden Charakters dieser
Maßnahmen in Hinblick auf die im Rahmen der Strukturpolitik der Gemeinschaft
durchgeführten Maßnahmen, insbesondere in bezug auf die EUROFORM-Initiative.
Die Anpassung des bestehenden PEIRA-Programms liefert einen besonders geeig-
neten Rahmen, um diese Ziele zu erreichen. Das Programm betrifft die folgen-
den Zielgruppen:
- Jugendliche in beruflichen oder technischen Schulen, in der dualen Ausbil-
dung oder anderen Formen der Erstausbildung, die zu einem anerkannten Aus-
bildungsabschluß führen;
 - junge Arbeitnehmer bis zum Alter von 25 Jahren, die sich bereits in einem
Beschäftigungsverhältnis befinden und die ihre Erstausbildung durch ein Ar-
beitspraktikum im Ausland ergänzen wollen.
 Das Programm richtet sich nicht an beschäftigungssuchende und arbeitslose
Jugendliche, da diese zu den Hauptzielgruppen der Maßnahmen gehören, die im
Rahmen der Strukturpolitik der Gemeinschaft durchgeführt werden, insbesonde-
 re durch die EUROFORM-Initiative.
 Das Programm umfaßt zwei Aktionsschwerpunkte:
Aktion A: Ausweitung der Förderung für grenzübergreifende und grenzüber-
 schreitende Projekte, die auf eine Verbesserung der beruflichen Erstausbil-
 dung zielen und eine europäische Dimension aufweisen, insbesondere
 - Ausbildungsaufenthalte und Arbeitspraktika im Ausland für Jugendliche in
 der Erstausbildung und Ausbilder sowie für junge Arbeitnehmer;
 - gemeinsame Maßnahmen zur Ausbildung von Ausbildern;
 - gemeinsame Entwicklung von europäischen Ausbildungseinheiten (Modulen) und
 von entsprechenden Berufsabschlüssen und Befähigungsnachweisen.
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Zu den vorgesehenen praktischen Fördermaßnahmen gehören
- die Konsolidierung und Ausweitung des bestehenden europäischen Verbund-
netzes von Allsbildungspartnerschaften, einschließlich der Förderung von Ju-
gendinitiativ-Projekten, um einen Rahmen für die Organisation des Berufsbil-
dungsaustauschs sowie für die Entwicklung weiterer Formen der Zusammenarbeit
zu schaffen;
- die besondere Förderung von Allsbildungsaufenthalten und Arbeitspraktika im
Ausland, und zwar für Jugendliche in der Erstausbildung wie für junge Ar-
beitnehmer. Die Anzahl solcher Aufenthalte soll beträchtlich erhöht werden
auf 16 000 im Jahre 1992, bis zu 36 000 im Jahre 1993 und bis zu 48 000 im
Jahre 1994. Innerhalb von drei Jahren soll somit der Berufsbildungsaustausch
von insgesamt 100 000 Jugendlichen gefördert werden, darunter 20 000 junge
Arbeitnehmer.
Der Austausch von Fachkräften in der beruflichen Erstausbildung wird in Ak-
tion A eingebunden. Die thematischen Schwerpunkte für diese Austauschbesuche
sollen gezielt darauf ausgerichtet werden, Methoden, Ansatzpunkte und Ergeb-
nisse europäischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Erstausbil-
dung auszuloten.
Aktion B: Weiterentwicklung der europäischen Dimension bei Maßnahmen zur Be-
rufsinformation und -beratung, z.B. durch
 - Förderung eines Verbundnetzes von Kontaktstellen für den Austausch von Da-
ten für die Berufsberatung und zur Erprobung effizienter Methoden für die
Übermittlung von Beratungsinformationen innerhalb der Gemeinschaft;
 - Ausbildung von Beratungsfachkräften in Hinblick auf europäische Aspekte
der Berufsberatung.
Darüber hinaus werden die notwendigen Vorkehrungen auf zentraler und dezen-
traler Ebene getroffen, um die im Rahmen des Programms geförderten Maßnahmen
miteinander zu verknüpfen, vergleichende Untersuchungen zu unterstützen, die
Ergebnisse weiterzuverbreiten, fachliche Hilfestellung bei der Durchfuhrung
des Programms zu leisten und seine Entwicklung und Auswirkungen zu evaluie-
 ren.
 ---pagebreak---                                        - 47 -
5. Becn^Jndung
    Die Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten haben sich in den 1990er Jahren
    einer Reihe neuer Herausforderungen zu stellen, vor allem bei der Anpassung
    an den technologischen und industriellen Wandel und in Hinblick auf die neu-
     en Möglichkeiten und Anforderungen, die sich aus der Vollendung des Binnen-
    marktes und dem wachsenden globalen Wettbewerb ergeben.
     In dieser Situation kommt es entscheidend darauf an, durch die Förderung der
    beruflichen Fähigkeiten der Arbeitskräfte in Europa, die Humanressourcen der
     Gemeinschaft in bestmöglichem Maße zu stärken. Die zukünftigen Anforderungen
     des Arbeitsmarktes lassen sich nur dann befriedigen, wenn für alle Jugend-
     lichen der Zugang zu einer Berufsausbildung von ausreichender Dauer gewähr-
     leistet ist, die zu einer anerkannten Berufsqualifikation führt. Diese Aus-
     bildung muß eine deutliche europäische Dimension beinhalten, um die Möglich-
     keiten des Binnenmarktes voll auszuschöpfen. Bisher ist das Ausmaß von
     grenzübergreifender Zusammenarbeit zur Förderung dieser Dimension noch unbe-
     friedigend. Deshalb müssen Gemeinschaftsinvestitionen in diesem Bereich er-
     heblich verstärkt werden, um sicherzustellen, daß die berufliche Erstausbil-
     dung in angemessener Weise auf den raschen Wandel der sozialen und wirt-
     schaftlichen Erfordernisse eingehen kann.
     Hierzu wird das Programm einen spürbaren Beitrag liefern. Insbesondere wird
     es im Zeitraum von 1992 bis 1994 Möglichkeiten für den grenzübergreifenden
     Berufsbildungsaustausch für insgesamt 100 000 Jugendliche schaffen. Darüber
     hinaus wird es auch andere neue Formen der grenzübergreifenden Zusammenar-
     beit fördern, die einen wesentlichen Beitrag zur wirksamen Umsetzung der ge-
     meinsamen Berufsbildungspolitik leisten.
 6.  Finanzielle Auswirkungen des Programms auf die Verwaltungsmittel
     Art der Ausgaben und Berechnungsweise
 6.1 Die erforderlichen Mittel werden Teil der künftigen Haushaltspläne sein. Der
      geschätzte Bedarf bis 1994 beläuft sich auf 177,4 Millionen ECU.
 6.2 Die Berechnungsweise der Zuschüsse der Kömmission zum europäischen Berufs-
     bildungsaustausch für Jugendliche in der beruflichen Erstausbildung u d für
 ---pagebreak---                                   - 48 -
junge Arbeitnehmer im Rahmen der Aktion A des konsolidierten PETRA-Programms
ist im folgenden dargelegt.
a) Der Zuschuß der Kömmission dient zur Deckung
- der Unterhaltskosten während des Auslandsaufenthalts,
- der angemessenen Reisekosten bis zu einer Obergrenze von 75%,
- der Kosten für die erforderliche Vorbereitung und Organisation der Aus-
tauschmaßnahmen, einschließlich des vorbereitenden Sprachunterrichts für die
Teilnehmer, der Überwachung der Austausc^rogramme und der Betreuung vor
Ort, sowie der Kosten, die den benannten durchführenden Organisationen in
den Mitgliedstaaten entstehen.
b) Zur Bestimmung des finanziellen Gesamtzuschusses der Gemeinschaft, der
für einen schrittweisen Ausbau des europäischen Berufsbildungsaustauschs im
Dreijahres-Zeitraum von 1992 bis 1994 erforderlich ist, geht die Kommission
von folgenden Annahmen aus:
- Insgesamt sollen im Zeitraum 1992 bis 1994 Aust^uschmaßnahmen für 100 000
Jugendliche durchgeführt werden, davon betreffen 80 000 die Jugendlichen in
der beruflichen Erstausbildung und 20 000 die jungen Arbeitnehmer;
- der Gemeinschaftszuschuß für die einzelnen Auslandsaufenthalte beträgt im
Durchschnitt 700 ECU pro Teilnehmer für den Austausch von Jugendlichen in
der beruflichen Erstausbildung und durchschnitt 1 ich 2700 ECU pro Teilnehmer
 für den Austausch von jungen Arbeitnehmern, entsprechend der nachfolgenden
Aufgliederung.
 ---pagebreak---                                        - 49 -
Berechnung der durchschnittlichen Gemeinscteftszuschüsse für Ausbildungsaufent-
halte im Ausland
 I                     I   Jugendliche in der beruf-1 Junge Arbeitnehmer         j
 |                     |   liehen Erstausbildung     j                           j
 |                     |   Auslandsaufenthalt        | Auslandsaufenthalt         |
 |                     |   3 Wochen                  j 3 Monate                  j
 jl. Beitrag zur       |    bis zu 110 ECU pro       j bis zu 480 ECU pro        j
 | Deckung des Le-     |    Wcche/Teilnehmer,        j Mönat/Teilnehmer,         j
 j bensunterhalts      |    330 ECU für 3 Wochen     j 1440 ECU für 3 Monate     |
 |2. Beitrag zur       |    225 ECU/Teilnehmer, d.h. | 510 ECU/Teilnehmer, d.h. |
 | Deckung der         |     75% der geschätzten     | 75% der geschätzten Ge- j
 | Reisekosten         j    Gesamtkosten von         j samtkosten von 680 ECU, j
 j                     j    300 ECU                  j einschließlich Trans- j
 |                     j                             | portkosten vor Ort so- j
 I           I                                       j wie zusätzliche Reise- j
 |                      j                             | kosten im Zusammenhang j
 |                      |                             | mit der Teilnahme an      |
 j                     j                             j besonderen vorbereiten- j
 |                      |                             j den Sprachkursen         j
 |3. Beitrag zur       j    145 ECU/Teilnehmer,      |   750 EOT/Teilnehmer,     |
 j   Deckung der       j    davon                    j   davon                   |
 j   Kosten für Vor-   |    a) bis zu 80 ECU zur     j   a) bis zu 500 ECU zur |
 j   bereitung und     j    Deckung der Kosten der   j   Deckung der Sprachvor- j
 j   IXirchführung     j    Sprachvorbereitung       j   bereitung;              j
 j   der Austausch-    |     (Materialien usw. ) ;     |  b) bis zu 250 ECU (d.h. j
 j   maßnahmen, ein-   |    b) bis zu 65 ECU (d.h.   j   10% der Positionen 1, |
 j   schließlich vor-  |    etwa 10% der Positionen  j   2 und 3a) für Kosten im j
 |   bereitender        j    1, 2 und 3a) für Kosten  j  Zusammenhang mit der    j
 |    Sprachkurse       j    im Zusammenhang mit der  j  technischen IXrrchfüh- j
 j                     j    technischen Durchfüh-    |   rung, Verwaltung und    |
 j                     |    rung und Betreuung.      j   Betreuung durch die     |
 j                     j                             j   externen Köordinie-     |
 j                     j    Es ist davon auszugehen, j   rungsstellen            j
 j                     j    daß die Ausbildungsein- j                            |
 j                     j    richtungen selbst den j                              j
 |                      |    Kontakt mit Partner-     j                           |
 |                      j    institutionen herstellen!
 |                      |    und den Austausch be- j                              |
 |                      j    treuen.                  j                           |
 j Gesamtzuschuß         j                             |                           |
 |pro Teinehmer        |    700 ECU                  j 2700 ECU                  |
 ---pagebreak--- 6.3 Kostenübersicht
                                                     PETRA-Programm
                                                Köstenübersicht 1992-1994
                                                                                                          MECU
                                                                    1992             1993          1994
 Action A:
 Förderung grenzüberschreitender Ausbildungsprojekte
 1. Ausbildungsaufenthalte und Arbeitspraktika im Ausland
    - Jugendliche in der beruflichen Erstausbildung*                                                           o
      (durchschnittlicher Finanzierungsbeitrag pro                   7.0             21.0          28.0
      Teilnehmer: 700 ECU)                                      (10 000 x 700)  (30 000 X 700) (40 000 X 700)
    - junge Arbeitnehmer
      (durchschnittlicher Finanzierungsbeitrag pro                  16.2             16.2          21.6
      Teilnehmer: 2 700 ECU)                                   (6 000 x 2 700)  (6 000 X 2 700 (8 000 X 2 700)
 2. Kooperative Ausbildurigsmaßnahmen
    - Entwicklung europäischer Ausbildungseiriheiten
      oder gemeinsame Ausbildung von Ausbildern
      (durchschnittlicher Finanzierungsbeitrag:                     12.0             15.0          15.0
      30 000 ECU/Projekt)                                        (400 X 30 000) (500 X 30 000) (500 X 30 000)
 Zwischensumme Aktion A                                             35.2             52.2          64.6
 * Vergl. Anhang, Nummer 3 und 4
 ---pagebreak---                                                       1992   1993   1994
Aktion B:
Fördermaßnahmen zur Einführung einer europäischen
Dimension in die Berufsinformation und -beratung
 1. Grenzübergreifende Maßnahmen zur Vernetzung von
    Beratungsinformationen und -daten
     (100 000 ECU pro Projekt)                       0.8      1.0  1.2
2. Ausbildung von Beratungsfachkräften
     (Ausbilc^ungsseminare und Entwicklung von
    Ausbildungsmaterialien; 2-3 Ausbildungs-
    projekte pro Jahr)                               0.6      0.7  0.8
                                                                         i
Zwischensumme Aktion B                               1.4      1.7  2.0
Zwischensumme A + B                                 36.6    53.9  66.6
Ergänzende Maßnahmen:
1. Information, Veröffentlichungen, Konferenzen,
    Kooperation
    (5% der Beträge für A und B)                     1.8    2.7    3.3
2. Technische Unterstützung zur Durchführung
    des Programms
    (8% der Beträge für A und B)                     2.9    4.3    5.3
Zwischensumme                                        4.7    7.0    8.6
Gesamt                                              41.3   60.9   75.2
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6.4 Zusammenfassende Gesamtübersicht
    Die voraussichtlichen Gesamtausgaben gliedern sich wie folgt:
                                   M ECU
                                   1992         1993         1994       1992-1994
    Aktion A                       35.2         52.2         64.6         152.0
    Aktion B                        1.4          1.7          2.0           5.1
    Ergänzende Maßnahmen            4.7          7.0          8.6          20.3
                                   41.3         60.9         75.2         177.4
    Die ausgewiesenen Beträge entsprechen dem Ergebnis der technischen Prü-
    fung der zur IXirchführung der vorgeschlagenen Aktionen erforderlichen
    Finanzmittel durch die Dienststellen der Kommission. Diese Aktionen
    leiten sich von den zur Umsetzung der Einheitlichen Europäischen Akte
    notwendigen Politik-Maßnahmen ab, denen bei den revidierten, der inter-
     institutionellen Vereinbarung beigefügten Finarizierungsperspektiven für
     1991 und 1992 Vorrang eingeräumt wurde. Sie unterliegen jedoch auch den
    Einschränkungen, die durch die Finanzierungsperspektiven bis zum Jahre
     1992 für diese Art von Haushaltsmitteln auferlegt wurden, deren weitere
    Entwicklung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar ist. Die jährli-
    chen Haushaltsmittel für die vorgesehenen Aktionen werden deshalb im Rah-
    men des jährlichen Haushaltsverfahrens festgelegt.
 7.  Steuerliche Auswirkungen
    Keine.
 8. Art der Kontrolle
     a) Die Finanzkontrolle wird hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der Ausga-
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   ben und der Ausführung des Haushaltsplans von den zuständigen Kbmmissions-
   dienststellen wahrgenommen.
   b) Die fachliche Kontrolle wird von den zuständigen Kommissionsdienststel-
   len, insbesondere der Task Force Humanresscurcen, Allgemeine und berufliche
   Bildung, Jugend, mit Unterstützung des vorgeschlagenen Beratenden Ausschus-
   ses wahrgenommen.
   c) Kriterien für die gemäß ArtiJcel 4 des Beschlusses 87/569/EWG vom 1.12.87
   durchzuführenden Evaluierungsmaßnahmen werden in Abstimmung mit den Mit-
   gliedstaaten festgelegt. Diese Kriterien werden sich u.a. auf die folgenden
   Aspekte beziehen:
   - quantitativer Umfang der grenzübergreifenden Austauschmaßnahmen für Auszu-
   bildende, Ausbilder und sonstiges Fachpersonal;
   - Ausgewogenheit der Austauschbewegungen, d.h. der Aufgliederung bezüglich
   des Herkunftsstaates, der Ausbildungsbereiche, des Allsbildungsniveaus und
   der Geschlechtszugehörigkeit der Teilnehmer;
   - Inhalt und Dauer der Austauschaktivitäten sowie ihre Einbindung in den
   Ausbildungsprozeß ;
    - Auswirkungen und Wert der Austauschmaßnahmen aus der Sicht der Teilnehmer
   und der Ausbildungsbehörden;
    - Auswirkungen der Austauschaktivitäten und anderer Gemeinschaft^maßnahmen
    auf die Qualität der Ausbildung und der Berufsberatung sowie auf die
   Übergangsquoten der Jugendlichen in die Berufsausbildung.
9.  Finanzielle Auswirkungen auf die Personal- und Verwaltungsmittel
    Ab 1992 erforderliches Personal:
    - 2 A7/4: Organisation und Überwachung des Berufsbildungsaustauschs für
              Jugendliche und grenzübergreifender Projekte, sowie der Berufsbe-
              ratungsmaßnahmen, Untersuchungen und ergänzenden Maßnahmen.
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    - 2 B:    Technische Hilfe bei Sitzungen und bei Dokumentations- und Infor-
              mationsarbeiten; Kontrolle und Überwachung der Verträge und der
              Haushaltsvorgänge.
    - 3 C:    Sekretariatsarbeiten.
    Die Personalausgaben werden von der Gemeinschaft getragen (Teil A des Haus-
    haltsplans der Kommission) und belaufen sich auf 360 000 ECU für ein Jahr.
    Die einzelstaatlichen Behörden können unter den für andere Gemeinschaftspro-
    gramme festgelegten Bedingungen Personal abordnen.
    Die erforderlichen Stellen werden durch anderweitige Verwendung von Beamten
    oder im Rahmen des Haushaltsverfahrens 1991 besetzt.
10. Technische Hilfe
    Die wirksame IXirchführung des Programms in den Mitgliedstaaten und auf Ge-
    meinschaftsebene setzt die Mitarbeit von Sachverständigen für die berufliche
    Erstausbildung voraus. Den Mitgliedstaaten wird Unterstützung für die Koor-
    dinierung und Betreuung der unterschiedlichen Aktionen gewährt, vor allem
    den Mitgliedstaaten, die aufgrund organisatorischer und administrativer
    Schwierigkeiten in der Vergangenheit nicht in vollem Umfang an dem PE3TRA-
    Programm teilhaben konnten. Auf Gemeinschaftsebene sollen im Rahmen der
    technischen Hilfe folgende Aufgaben ausgeführt werden:
    - technische Koordinierung des Aufbaus eines europäischen Verbundnetzes von
      grenzübergreifenden Ausbildungsprojekten sowie der Ausbildungsaufenthalte
      und Arbeitspraktika im Ausland (für junge Arbeitnehmer und Jugendliche im
      Ausbildungssystem) ;
    - logistische Unterstützung und Koordinierung bei gemeinsamen Maßnahmen zur
      Ausbildung von Ausbildern bzw. zur Entwicklung europäischer Ausbildungs-
      einheiten;
    - Unterstützung zur Koordinierung der vorgesehenen Maßnahmen zur Berufsbera-
      tung und der Untersuchungen;
    - Erarbeitung von Informationsunterlagen über das Programm und Abwicklung
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  der Übersetzungsarbeiten in alle Amtssprachen;
- logistische Betreuung des Programms und der Maßnahmen in den Mitglied-
  staaten;
- technische Hilfe bei den Vorarbeiten für Sitzungen, Konferenzen, Studien-
  tagungen und Workshops der Kommission auf Gemeinschaftsebene;
- technische Hilfe bei der Afcwicklung der Projektzuschüsse;
- Unterstützung zur Koordinierung von Untersuchungen.
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ABSCHÄTZUNG DER FOIGEN FÜR DIE WEITBEWERBSFÄHIGKEIT UND D~? RFfif^&FTIGUNGSIAGE
I.   Welches ist der wichtigste Grund für diese Maßnahme?
     Um Betriebe und die individuellen Arbeitnehmer zu befähigen, die Herausfor-
     derungen des industriellen Wandels zu bewältigen und die Möglichkeiten des
     Binnenmarktes auszuschöpfen, muß der Förderung der beruflichen Fähigkeiten
     der Arbeitskräfte höchste Priorität eingeräumt werden. Die Nachfrage nach
     höheren Ausbildungsqualifikationen, spezifischen Fertigkeiten und Schlüssel-
     qualifikationen wird steigen, die Beschäftigungschancen für Unqualifizierte
     werden sich dagegen weiter verringern. In Hinblick auf die zukünftige Er-
     werbsbevölkerung kommt es deshalb entscheidend darauf an, die Qualität der
     beruflichen Erstausbildung für Jugendliche zu verbessern, damit sie eine
     anerkannte und verwertbare Berufsqualifikation erreichen, und eine euro-
     päische Dimension in den Berufsbildungsprozeß einzuführen. Die im Rahmen
     des vorliegenden Vorschlags umzusetzende Politik der Gemeinschaft zielt auf
     eine Fortführung und Intensivierung der Bemühungen um eine Verbesserung der
     Ausbildungsqualität, Förderung der Mobilität auf europäischer Ebene und der
     Entsprechungen der beruflichen Befähigungsnachweise, sowie auf die Weiterent-
     wicklung von Verbindungen und Kohärenz zwischen den einzelstaatlichen Aus-
     bildungssystemen. Das vorgeschlagene Aktionsprogramm zielt auf die Förderung
      - von Auslandsaufenthalten und Arbeitspraktika für Jugendliche im Ausland;
      - der gemeinsamen Ausbildung von Ausbildern;
      - der gemeinsamen Entwicklung von europäischen Ausbildungseinheiten und von
        entsprechenden Befähigungsnachweisen;
      - der europäischen Dimension in den Systemen und Prozessen der Berufsinfor-
        mation und -beratung.
 II.  Merkmale der in Frage kommenden Unternehmen:
      a) Viele KMCJ?
         Alle Unternehmen kommen in Frage.
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     b) Gibt es Konzentrationen in den Regionen?
        (1) Kommen sie für regionale Beihilfen der Mitgliedstaaten in Betracht?
        (2) Kommen sie für Zuschüsse aus dem EFRE in Betracht?
         Alle Regionen kommen in Betracht.
III. Welche Verpflichtungen sind den Unternehmen unmittelbar auferlegt?
     IXirch das Aktionsprogramm werden den Unternehmen keine unmittelbaren Ver-
     pflichtungen auferlegt. Die vorgesehenen Maßnahmen setzen jedoch eine ak-
     tive Mitwirkung von Unternehmen voraus, insbesondere beim Berufsbildungs-
     austausch und bei der Entwicklung gemeinsamer Ausbildungseinheiten.
IV. Welche Verpflichtungen könnten die Gebietskörperschaften unmittelbar den
     Unternehmen auferlegen?
      Die Mitwirkung an dem europäischen Verbundnetz von Ausbildungspartnerschaf-
     ten erfordert in gewissem Umfang die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden.
V.    Gibt es besondere Maßnahmen zugunsten der KMU? Welche?
     Nein.
VT. Voraussichtliche Auswirkungen
      a) auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen?
      Es ist davon auszugehen, daß eine umfassende Gemeinschaftsinitiative zu-
      gunsten von Jugendlichen in der beruflichen Erstausbildung mittelfristig
      beträchtliche Auswirkungen für die Wettbewerbsfähigkeit der unternehmen
      haben wird. In den 1990er Jahren werden gut ausgebildete Arbeitskräfte zu
      einem immer wichtigeren Faktor für die unternehmen.
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    b) auf die Beschäftigungslage?
    Die Qualifikation der Arbeitnehmer ist auch eine wichtige Voraussetzung
    für die Stabilität der Arbeitsplätze.
VII Wurden die Sozialpartner angehört? Welchen Standpunkt vertreten sie?
    Ja. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 26. Januar 1990 haben die So-
    zialpartner im Rahmen des laufenden Sozialen Dialogs betont, daß eine hoch-
    wertige Allgemeinbildung sowie eine berufliche Erstausbildung, die zu an-
    erkannten Abschlüssen führt, entscheidend sind, um die Jugendlichen er-
    folgreich in das Berufs- und Wirtschaftsleben einzugliedern und ihnen den
    Zugang zur beruflichen Weiterbildung zu erschließen. Die Vorschläge ent-
    sprechen auch in vollem Umfang der Stellungnahme des Beratenden Ausschusses
    für die Berufsausbildung, die bei der Ausschußtagung am 7. und 8. Juni ver-
    abschiedet wurde.
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                                                             KOM(90) 467 endg.
                                                       DOKUMENTE
DE                                                                                         05
                                     Katalognummer : CB-CO-90-570-DE-C
                                                              ISBN 92-77-65816-9
VERKAUFSPREIS               b b 30 Soitons 3,50 E C U    pro 10 weiter« S«it«n: 1,25 E C U
A m t für amtliche Veröffentlichungen dci Buiupiuavhwi Gcmcirtachaftoiv
L-2985 Luxemburg