CELEX: 51978PC0340
Language: de
Date: 1978-07-18
Title: VORSCHLAG EINER RICHTLINIE DES RATES UEBER DIE ANWENDUNG DER RICHTLINIE DES RATES ZUR HARMONISIERUNG DER KOERPERSCHAFTSTEUERSYSTEME UND DER REGELUNGEN DER QUELLENSTEUER UND DIVIDENDEN AUF INVESTMENTEINRICHTUNGEN

Nr. C 184/8                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               2. 8. 78
               Vorschlag einer Richtlinie des Rates über die Anwendung der Richtlinie des Rates zur
               Harmonisierung der Körperschaftsteuersysteme und der Regelungen der Quellensteuer
                                     auf Dividenden auf Investmenteinrichtungen
                              (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 24. Juli 1978)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                     Besondere Bestimmungen sind für den Fall festzule-
GEMEINSCHAFTEN —                                              gen, daß Dividenden einer Investmenteinrichtung zu-
                                                              fließen oder von ihr weiterausgeschüttet werden,
                                                              ohne daß eine Quellensteuer erhoben wird.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro-
päischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 100 dieses Vertrages,                                 Die Fiskallasten von Steuergutschrift und Quellen-
                                                              steuerverrechnung sollten im Endergebnis den Mit-
                                                              gliedstaat treffen, der die Körperschaftsteuer auf die
auf Vorschlag der Kommission,                                 ausgeschütteten Gewinne und die Quellensteuer bei
                                                              ihrer Ausschüttung erhoben hat. Zu diesem Zweck
                                                              muß ein Fiskalausgleich zwischen den Mitgliedstaaten
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-            herbeigeführt werden. Eine Ausnahme von dieser
schusses,                                                     Regel ist indessen vorzusehen, wenn eine Investment-
                                                              einrichtung Dividenden an eine andere Investmentein-
                                                              richtung ausschüttet, die mindestens 10 % der Anteil-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,               scheine hält und diese Dividenden nicht weiteraus-
                                                              schüttet. Die Mitgliedstaaten können sich jedoch bila-
                                                              teral über eine Aufteilung der Fiskallasten verständi-
in Erwägung nachstehender Gründe:                             gen.
Die Bestimmungen der Richtlinie des Rates . . . vom           Zur Sicherung der Steuerneutralität dürfen die Ein-
. . . gelten nicht für Dividenden, die dem Endempfän-         künfte aus einem anderen Mitgliedstaat, die einer In-
ger über eine Investmenteinrichtung zufließen.                vestmenteinrichtung zufließen und von dieser ihren
                                                              Anteilinhabern weiterausgeschüttet werden, nicht
                                                              schlechter behandelt werden als Einkünfte aus dem
Anlagen in Anteilen am Kapital der Gesellschaften,             gleichen Staat.
die über Investmenteinrichtungen vorgenommen wer-
den, dürfen nicht benachteiligt, sondern müssen im
Gegenteil gefördert werden. Aus Gründen der Steuer-           Die Regelungen über die Dividenden, die Investment-
gerechtigkeit wie auch zur Entwicklung des Aktien-             einrichtungen zufließen und von diesen an ihre An-
marktes sind daher Regelungen für die Dividenden               teilinhaber weiterausgeschüttet werden, sollten von
notwendig, die von diesen Einrichtungen an ihre An-            den Mitgliedstaaten vom gleichen Zeitpunkt ab ange-
teilinhaber weiterausgeschüttet werden.                       wandt werden wie die Richtlinie des Rates . . . vom
Um die von den Gesellschaften an ihre Aktionäre
ausgeschütteten Dividenden und die über Investment-
einrichtungen deren Anteilinhabern zufließenden                H A T FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
Dividenden so weit wie möglich steuerlich gleichzu-
behandeln, muß die Weiterleitung der auf die Divi-
denden entfallenden Steuergutschriften und Quellen-                                  KAPITEL I
steuern zur Verrechnung bei den Anteilinhabern gere-
gelt werden.
                                                               Allgemeine Bestimmungen und Begriffsbestimmungen
Angesichts der zwischen den Mitgliedstaaten beste-
henden erheblichen Unterschiede in Rechtsform und                                     Artikel 1
steuerlicher Behandlung dieser Einrichtungen sollten
mehrere Wege für die Weiterleitung der Steuergut-              1.    Die Mitgliedstaaten wenden auf Einkünfte, die
schriften un Quellensteuern vorgesehen und deren               von Investmenteinrichtungen ausgeschüttet werden,
Auswahl den Mitgliedstaaten überlassen werden.                 die folgenden Bestimmungen an.
 ---pagebreak---  2. 8. 78                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 184/9
2.      Soweit die vorliegende Richtlinie nichts Gegen-                                 Artikel 3
teiliges bestimmt, ist die „Körperschaftsteuer"-Richt-
 linie auch auf Dividenden anzuwenden, die an Invest-         Abweichend von Artikel 2 Absatz 1 können die Mit-
 menteinrichtungen ausgeschüttet werden.                      gliedstaaten vereinbaren, daß die vorliegende Richt-
                                                              linie auch auf solche I.E. angewendet wird, bei denen
                                                              die Gelder nicht auf Angebote an die Öffentlichkeit
                         Artikel 2
                                                             hin eingelegt werden; sie unterrichten darüber die
                                                              Kommission.
1.     Im Sinne der vorliegenden Richtlinie bedeuten
 die Ausdrücke:
                                                                                      KAPITEL II
— „Investmenteinrichtungen", nachfolgend I.E. be-
     nannt, die Einrichtungen, die in dem einen Be-                   Bestimmungen über die Steuergutschrift
     standteil der vorliegenden Richtlinie bildenden
     Anhang aufgeführt sind, sofern sie zum Zweck
                                                                                       Artikel 4
     haben, auf Angebote an die Öffentlichkeit hin die
     bei ihnen eingelegten Gelder nach dem Grundsatz
     der Risikomischung gemeinsam anzulegen;                  1.    Dividenden, die eine I.E. an ihre Anteilinhaber
                                                             mit Ausnahme von I.E. weiterausschüttet, berechtigen
— „I.E. eines Mitgliedstaats" diejenigen I.E., die in        die Anteilinhaber unter der Voraussetzung der Artikel
     diesem Mitgliedstaat steuerlich als ansässig behan-      4 und 5 der „Körperschaftsteuer"-Richtlinie zu einer
     delt werden;                                             Steuergutschrift, deren Satz nach Artikel 8 der ge-
                                                             nannten Richtlinie vom Staat der ausschüttenden Ge-
— „Körperschaftsteuer"-Richtlinie die Richtlinie des          sellschaft festgelegt ist.
      Rates Nr. . . . vom . . .;
                                                             2.     Abweichend von Absatz 1 kann der Mitglied-
— „Dividenden" Dividenden im Sinne von Artikel 2
                                                              staat der I.E. bestimmen, daß der Satz der Steuergut-
      Absatz 1 oder Artikel 7 der „ Körperschaf t-
                                                             schrift, die auf die von der I.E. weiterausgeschütteten
     steuer"-Richtlinie, wenn es sich um der I.E. zuge-
                                                             Dividenden entfällt, in allen Fällen derjenige ist, den
     flossene Dividenden handelt, sowie die gleichen
                                                             er selbst nach Artikel 8 der „Körperschaftsteuer"-
     Beträge, vermindert um die der I.E. entstandenen
                                                              Richtlinie festgesetzt hat.
     Kosten, wenn es sich um von einer I.E. weiteraus-
     geschüttete Dividenden handelt, vorausgesetzt,          Wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, so
     daß sie nicht länger als fünf Jahre seit dem Ende        erhebt der Staat der I.E. bei der Weiterausschüttung
     des Wirtschaftsjahres, in dem sie zugeflossen sind,     der Dividenden eine Ausgleichsteuer oder Körper-
     in Rücklage gestellt waren;                             schaftsteuervorauszahlung in Höhe der den Anteilin-
                                                             habern zu gewährenden Steuergutschrift und ermäch-
— „Dividenden, die keine Quellensteuer getragen              tigt dazu, die Steuergutschrift, die auf die der I.E. zu-
     haben" Dividenden, auf die entsprechend der             geflossenen Dividenden entfällt, auf die Ausgleich-
     „Körperschaftsteuer"-Richtlinie und der vorlie-         steuer oder Körperschaftsteuervorauszahlung anzu-
     genden Richtlinie weder bei der ausschüttenden          rechnen, wobei ein etwaiger Überschuß nicht erstattet
     Gesellschaft noch bei der I.E. eine Quellensteuer       wird.
     erhoben worden ist oder für die entsprechend
     Artikel 7 die Quellensteuer der die Dividenden
                                                             3.     Der Betrag der Steuergutschrift, die auf die von
     weiterausschüttenden I.E. erstattet worden ist;
                                                             einer I.E. weiterausgeschütteten Dividenden entfällt,
— „Dividenden, die Quellensteuer getragen haben"             wird stets unter Beziehung auf diesen Dividendenbe-
     alle anderen Dividenden;                                trag berechnet.
                                                             Gleiches gilt für den Betrag der Steuergutschrift, die
— „ausschüttende Gesellschaft" alle Gesellschaften
                                                             auf die Ausgleichsteuer oder Körperschaftsteuervor-
     eines Mitgliedstaats, die Dividenden ausschütten,
                                                             auszahlung angerechnet wird.
     mit Ausnahme von I.E.
2.     Die einer I.E. zugeflossenen Dividenden, die                                  KAPITEL III
nach den Rechtsvorschriften des Staates der I.E. de-
ren Anteilinhabern im gleichen oder im folgenden                      Bestimmungen über die Quellensteuer
Jahr steuerlich zuzurechnen sind, gelten als von der
I.E. weiterausgeschüttete Dividenden, auch wenn sie                                    Artikel 5
tatsächlich nicht weiterausgeschüttet worden sind.
                                                            Dividenden, die Quellensteuer getragen haben und
3.     Der Rat kann auf Vorschlag der Kommission             die eine I.E. an ihre Anteilinhaber mit Ausnahme von
mit qualifizierter Mehrheit den Anhang ändern.               I.E. weiterausschüttet, berechtigen die Anteilinhaber
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unter den Voraussetzungen von Artikel 16 der „Kör-                                  Artikel 9
perschaftsteuer"-Richtlinie dazu, einen Betrag von
25 % der Dividenden als Quellensteuer zu verrech-           Der Betrag der Quellensteuer, zu dessen Anrechnung
nen; ein etwaiger Uberschuß wird ihnen von dem              oder Erstattung die Anteilinhaber einer I.E. berechtigt
Mitgliedstaat erstattet, der die Steuer erhebt, mit der     sind, wird unter Beziehung auf den von der I.E. aus-
die Quellensteuer verrechnet wird.                          geschütteten Dividendenbetrag berechnet.
                                                            Gleiches gilt für
                        Artikel 6
                                                            — den Betrag der Quellensteuer auf die der I.E. zu-
1.     Die Mitgliedstaaten können auf die von ihrem             geflossenen Dividenden, der auf die Quellensteuer
1.E. weiterausgeschütteten Dividenden eine Quellen-             bei der Weiterausschüttung angerechnet wird;
steuer erheben. Der Satz der Quellensteuer darf 25 %
nicht überschreiten.                                        — die Erstattung der Quellensteuer nach Artikel 7;
Wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, so            — den Betrag der Quellensteuer nach Artikel 8.
wird auf die von der I.E. erhobene Quellensteuer eine
Quellensteuer von 25 % angerechnet, wobei ein
etwaiger Uberschuß nicht erstattet wird.
                                                                                  KAPITEL IV
2.    Die Anrechnung nach Absatz 1 entfällt, wenn
die Dividenden keine Quellensteuer getragen haben.          Gemeinsame Bestimmungen für die Steuergutschrift
                                                                              und die Quellensteuer
                        Artikel 7
                                                                                   Artikel 10
Schüttet eine I.E. eines Mitgliedstaats Dividenden, die
bereits Quellensteuer getragen haben, an in diesem          1.    Statt der Anrechnung bei der I.E. nach Artikel 4
Staat ansässige Anteilinhaber weiter aus, ohne dabei        Absatz 2 und Artikel 6 Absatz 1 kann der Staat der
eine Quellensteuer zu erheben, so kann der Mitglied-        1.E. die Ausgleichsteuer, Körperschaftsteuervoraus-
staat der I.E. ihr die Quellensteuer zu einem Satz von      zahlung oder Quellensteuer voll erheben und der I.E.
25 % erstatten, sofern eine der beiden folgenden Vor-       die Steuergutschriften oder Quellensteuern, die auf
aussetzungen erfüllt ist:                                   der I.E. zugeflossene Dividenden entfallen, bis zur
                                                            Höhe der Beträge erstatten, deren Anrechnung sonst
— Name und Anschrift des Anteilinhabers sowie der           nach diesen Artikeln möglich gewesen wäre.
    empfangene Dividendenbetrag werden automa-
    tisch der Steuerverwaltung mitgeteilt;
                                                            2.    Eine Erstattung an eine I.E. nach Absatz 1 ist
— die Anteilscheine an der I.E. sind auf den Namen          wieder rückgängig zu machen, soweit die Dividenden
    ausgestellt.                                            von der I.E. im Jahr, in dem die Erstattung erfolgt,
                                                            oder im darauffolgenden Jahr nicht weiterausgeschüt-
                                                            tet werden.
                        Artikel 8
Abweichend von Artikel 6 Absatz 1 hat der Mit-                                     Artikel 11
gliedstaat der I.E. eine Quellensteuer von 25 % zu
erheben, wenn die I.E. Dividenden weiterausschüttet,        1.    Im Sinne der vorliegenden Richtlinie gelten die
die keine Quellensteuer getragen haben. Ein Mitglied-       Ausschüttungen einer I.E. als stammend aus:
staat kann jedoch von der Erhebung der Quellen-
steuer absehen, sofern die Dividenden an in diesem          — zuerst den Dividenden, die der I.E. in dem Wirt-
Staat Ansässige weiterausgeschüttet werden und eine             schaftsjahr, in dem die Ausschüttung erfolgt ist,
der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:               oder im vorangegangenen Wirtschaftsjahr zuge-
                                                                flossen sind;
— Name und Anschrift des Anteilinhabers sowie der
    empfangene Dividendenbetrag werden automa-
    tisch der Steuerverwaltung mitgeteilt;                  — alsdann gegebenenfalls anderen Dividenden;
— die Anteilscheine an der I.E. sind auf den Namen          — schließlich gegebenenfalls Einnahmen anderer Art,
    ausgestellt.                                                von denen etwaige Verluste abgezogen werden.
 ---pagebreak--- 2. 8. 78                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  N r . C 184/11
2.      Für die A n w e n d u n g von Absatz 1 werden die       unter Beziehung auf den weiterausgeschütteten Divi-
Dividenden anteilmäßig nach dem Verhältnis ihrer                 dendenbetrag berechnet.
H e r k u n f t aus den einzelnen Mitgliedstaaten aufge-
teilt. In dem Falle des Absatzes 1 zweiter Gedanken-            Der zahlende Staat k a n n von den Fiskalausgleichsbe-
strich erfolgt diese Aufteilung nach der Gesamtheit              trägen einen pauschalen Abschlag von bis zu 10 %
 der verbleibenden Dividenden aus dem jeweiligen                 vornehmen.
 Mitgliedstaat.
                                                                2.        Ist der Anteilinhaber der die Dividenden weiter-
                                                                 ausschüttenden I.E. eine andere I.E., die mindestens
                           Artikel  12
                                                                 10 % der Anteilscheine an der ersterwähnten I.E.
                                                                 hält, so findet abweichend von Absatz 1 der d o r t be-
1.      Die der I.E. zur Erzielung ihrer Dividenden              zeichnete Fiskalausgleich n u r insoweit statt, als die
sowie ihrer anderen Einnahmen, einschließlich der               Dividenden von der anderen I.E. weiterausgeschüttet
Einnahmen aus Veräußerungsgeschäften, entstande-                 werden.
nen Kosten u n d Betriebsausgaben, die auf eine be-
stimmte Einnahmeart entfallen, werden bei dieser
Einnahmeart abgezogen.                                           3.       Im Falle des Artikels 4 Absatz 2 darf der Fiskal-
                                                                 ausgleich nach den Absätzen 1 u n d 2 nicht den Be-
                                                                 trag der Ausgleichsteuer oder der Körperschaftsteuer-
2.      Die anderen als die in Absatz 1 bezeichneten            vorauszahlung übersteigen, die bei der I.E. erhoben
Kosten werden anteilmäßig nach dem Verhältnis der                wird.
Bruttoeinnahmen auf jede Einnahmeart verteilt.
                                                                 4.       Die Mitgliedstaaten können den Fiskalausgleich
                                                                 durch bilaterale Vereinbarungen abweichend voil den
                           Artikel  13                          Absätzen 1, 2 u n d 3 regeln, vorausgesetzt, d a ß
                                                                d a d u r c h die Rechte der Anteilinhaber nach der vor-
1.      Die I.E. eines Mitgliedstaats haben diesem Staat         liegenden Richtlinie nicht beeinträchtigt werden.
und ihren Anteilinhabern den Dividendenbetrag
sowie die Beträge der Steuergutschrift und der Quel-
lensteuer, zu deren Anrechnung ihre Anteilinhaber                                          KAPITEL V
berechtigt sind, bekanntzugeben.
                                                                               Nichtdiskriminierungsvorschriften
2.      Die Mitgliedstaaten können weitergehende Be-
kanntmachungspflichten ihrer I.E. als nach Absatz 1
                                                                                           Artikel  16
vereinbaren.
                                                                 1.       Vorbehaltlich abweichender Bestimmungen der
                                                                vorliegenden Richtlinie darf ein Mitgliedstaat Ein-
                          Artikel   14                          k ü n f t e jeder Art, die einer I.E. dieses Mitgliedstaats
                                                                aus einem anderen Mitgliedstaat zufließen, steuerlich
Ist der Anteilinhaber einer I.E., mit A u s n a h m e eines     nicht ungünstiger behandeln als Einkünfte aus dem
Anteilinhabers, der selbst eine I.E. ist, in einem ande-        gleichen Staat.
ren Mitgliedstaat als dem Staat der I.E. ansässig, so
ist dieser andere Staat für die Beträge, in deren H ö h e       Gleiches gilt, w e n n die E i n k ü n f t e an Ansässige des
er nach den Bestimmungen dieser Richtlinie Steuer-              Staates der I.E. weiterausgeschüttet werden.
gutschriften oder Quellensteuer angerechnet oder er-
stattet hat, dem Mitgliedstaat der I.E. gegenüber zum
Fiskalausgleich berechtigt.                                     2.        Vorbehaltlich abweichender Bestimmungen der
                                                                vorliegenden Richtlinie darf ein Mitgliedstaat die Ein-
                                                                k ü n f t e jeder Art, die einem in diesem Mitgliedstaat
                                                                ansässigen Anteilinhaber von einer I.E. eines anderen
                          Artikel   15                          Mitgliedstaats zufließen, steuerlich nicht ungünstiger
                                                                behandeln als die E i n k ü n f t e jeder Art von I.E. des
1.      Der Staat einer I.E., die ihr von einer Gesell-         gleichen Staates.
schaft oder einer I.E. eines anderen Mitgliedstaats zu-
geflossene Dividenden weiterausschüttet, ist gegen-
über dem anderen Mitgliedstaat f ü r den Betrag der                                        Artikel  17
Steuergutschrift, die auf die der I.E. zugeflossenen
Dividenden entfällt, sowie der Quellensteuer zum                1.        Vorbehaltlich der Regelungen über die Quellen-
Fiskalausgleich berechtigt. Der Fiskalausgleich wird            steuersätze in den D o p p e l b e s t e u e r u n g s a b k o m m e n
 ---pagebreak---  N r . C 184/12                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          2. 8. 78
 zwischen den Mitgliedstaaten u n d Drittländern darf                   W i r d von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, so
ein Mitgliedstaat die Anteilinhaber seiner I.E., die in                 sind die Artikel 14 u n d 15 n u r d a n n a n w e n d b a r ,
Drittländern ansässig sind, steuerlich nicht günstiger                  wenn zwischen den beteiligten Mitgliedstaaten eine
behandeln als. die in den Mitgliedstaaten ansässigen                    bilaterale Vereinbarung getroffen w o r d e n ist.
Anteilinhaber.
                                                                                                    Artikel  19
2.      Die Mitgliedstaaten und die Kommission stim-
 men sich über eine gemeinsame H a l t u n g auf diesem
jGebiet ab.                                                             Diese Richtlinie hindert nicht, d a ß ein Mitgliedstaat
                                                                        dem Dividendenempfänger die A n r e c h n u n g oder Er-
                                                                        stattung der Steuergutschrift oder Quellensteuer auf-
                                                                        grund einer innerstaatlichen Vorschrift zur Verhinde-
                            KAPITEL VI                                  rung unberechtigter Vorteile verweigert.
            Ubergangs- und Schlußbestimmungen
                                                                                                     Artikel 20
                              Artikel 18
                                                                        1.     Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen
                                                                        Rechts- u n d Verwaltungsvorschriften in Kraft, um
 1.      Diese Richtlinie ist anzuwenden auf Dividenden,                 dieser Richtlinie spätestens zu dem in Artikel 22 der
 soweit sie von einer ausschüttenden Gesellschaft nach                   „Körperschaftsteuer"-Richtlinie bezeichneten Zeit-
 dem in Artikel 22 der „Körperschaftsteuer"-Richtlinie                   punkt nachzukommen.
 bezeichneten Z e i t p u n k t ausgeschüttet w o r d e n sind.
 Sie ist auf die übrigen Einkünfte insoweit a n w e n d b a r ,
                                                                        2.      Die Mitgliedstaaten sorgen d a f ü r , d a ß der Kom-
 als sie einer I.E. nach diesem Z e i t p u n k t zugeflossen
                                                                         mission der W o r t l a u t der wichtigsten innerstaatlichen
 oder von ihr ausgeschüttet w o r d e n sind.
                                                                        Vorschriften mitgeteilt wird, die sie auf dem unter
                                                                         diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.
 2.       Abweichend von Absatz 1 bleibt es den Mitglied-
 staaten u n b e n o m m e n , diese Richtlinie ganz oder teil-
 weise anzuwenden, wenn die Dividenden oder übrigen                                                  Artikel 21
 Einkünfte nach dem in Absatz 1 bezeichneten Zeit-
 p u n k t zugeflossen oder ausgeschüttet w o r d e n sind.              Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                                ANHANG
                               Verzeichnis der in Artikel 2 Absatz 1 bezeichneten Investmenteinrichtungen
                 BELGIEN:                       Les fonds communs de placement,
                                                De gemeenschappelijke beleggingsfondsen
                                                im Sinne des
                                                Loi sur les fonds communs de placement vom 27. 3. 1957,
                                                Wet van 27. 3. 1957, betreffende de gemeenschappelijke beleggings-
                                                fondsen.
                 DÄNEMARK:                      Investeringsforeninger im Sinne des Lovbekendtgorelse nr. 130 af
                                                6. 4. 1967 om beskatning af medlemmer af investeringsforeninger;
                                                Certifikat-udstedende investeringsforeninger.
                 BUNDESREPUBLIK                 Kapitalanlagegesellschaften im Sinne des Gesetzes über Kapital-
                 DEUTSCHLAND:                   anlagegesellschaften in der jeweils gültigen Fassung.
 ---pagebreak--- 2. 8. 78               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 184/13
         FRANKREICH:     Societe nationale d'investissement (SNI) nach Artikel 208-1° des
                         Code general des impots;
                         Societes d'investissement ordinaires (SIO) nach den Artikeln 208-1°
                         bis und 208-2° des Code general des impots;
                         Societes d'investissement a capital variable (SICAV) nach Artikel
                         208-1° bis A des Code general des impots ;
                         Fonds communs de placement nach dem Dekret Nr. 571842 vom
                         28. 12. 1957, veröffentlicht im Journal officiel der Französischen
                         Republik vom 29. 12. 1957.
         IRLAND:          Unit trusts im Sinne des Unit Trusts Act 1972;
                          Investment trust companies.
         ITALIEN:         Le societa ed enti finanziari.
          LUXEMBURG:     Die fonds communs de placement und die societes d'investissement
                          nach luxemburgischem Recht, die in der vom Kommissar für Ban-
                          kenkontrolle nach Artikel IV Absatz 1 des Großherzoglichen Er-
                          lasses vom 22. 12. 1972 über die Kontrolle der Investmenteinrich-
                          tungen geführten offiziellen Liste der Investmentfonds enthalten
                          sind.
          NIEDERLANDE:    Beleggingsinstellingen im Sinne von Artikel 28 des Wet op de
                          Vennootschapsbelasting 1969.
          VEREINIGTES     Authorised unit trusts nach Section 358 des Income and Corporation
          KÖNIGREICH:     Taxes Act 1970;
                           Approved investment trusts nach Section 359 des Income and
                           Corporation Taxes Act 1970.