CELEX: 21987A0312(01)
Language: de
Date: 1986-08-01 00:00:00
Title: Internationales Kakao-Übereinkommen von 1986

Avis juridique important

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21987A0312(01)

Internationales Kakao-Übereinkommen von 1986  

Amtsblatt Nr. L 069 vom 12/03/1987 S. 0026 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 11 S. 0406  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 11 S. 0406 

(ÜBERSETZUNG)  INTERNATIONALES KAKAO-ÜBEREINKOMMEN VON 1986 KAPITEL I ZIELSETZUNG Artikel 1 Zielsetzung Die Ziele des Internationalen Kakao-Übereinkommens von 1986 (im folgenden als "dieses  Übereinkommen" bezeichnet), in denen die einschlägigen Bestimmungen der von der Konferenz der  Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung angenommenen Entschließungen 93 (IV) und 124 (V) über  das integrierte Rohstoffprogramm berücksichtigt sind, bestehen darin, a)die Entwicklung und Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in allen Bereichen der  Weltkakaowirtschaft zu fördern; b)im Interesse aller Mitglieder zur Stabilisierung des Weltkakaomarkts beizutragen, insbesondere  durch das Bemühen, iii)übermässige Schwankungen des Kakaopreises zu verhindern, welche die Aussichten auf ein  beschleunigtes Wirtschaftswachstum und eine raschere soziale Entwicklung in den  Erzeuger-Mitgliedsländern und die langfristigen Interessen sowohl der Erzeuger als auch der  Verbraucher nachteilig beeinflussen; iii)ernsthafte Wirtschaftsschwierigkeiten zu mildern, die fortbestehen würden, wenn ein  Gleichgewicht zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch von Kakao durch die üblichen Kräfte am Markt  allein nicht so schnell erreicht werden kann, wie es die Umstände erfordern; iii)eine ausreichende Versorgung zu angemessenen Preisen sicherzustellen, die für Erzeuger und  Verbraucher tragbar sind; iv)die Ausweitung des Verbrauchs und, soweit erforderlich und möglich, eine Anpassung der Erzeugung  zu erleichtern, um damit auf lange Sicht ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage  sicherzustellen; c)die Ausweitung des internationalen Kakaohandels zu erleichtern; d)ein geeignetes Forum zur Erörterung aller die Weltkakaowirtschaft betreffenden Fragen zu  schaffen. KAPITEL II BEGRIFFSBESTIMMUNGEN Artikel 2 Begriffsbestimmungen Im Sinne dieses Übereinkommens  1.bedeutet Kakao Kakaobohnen und Kakaörzeugnisse;  2.bedeuten Kakaörzeugnisse Erzeugnisse, die ausschließlich aus Kakaobohnen hergestellt sind, wie  Kakaomasse, Kakaobutter, ungesüsstes Kakaopulver, Kakaokuchen und Kakaokerne, sowie alle sonstigen  vom Rat nach Bedarf bestimmten kakaohaltigen Erzeugnisse;  3.bedeutet Kakaojahr den Zeitabschnitt von zwölf Monaten vom 1. Oktober bis zum 30. September;  4.bedeutet Vertragspartei eine Regierung oder eine zwischenstaatliche Organisation im Sinne des  Artikels 4, die zugestimmt hat, durch dieses Übereinkommen vorläufig oder endgültig gebunden zu sein;  5.bedeutet Rat den in Artikel 6 bezeichneten Internationalen Kakaorat;  6.bedeutet Tagespreis den in Artikel 26 Absatz 2 bestimmten Preis;  7.bedeutet Inkrafttreten, sofern es nicht näher bestimmt ist, den Zeitpunkt, zu dem dieses  Übereinkommen entweder vorläufig oder endgültig in Kraft tritt;  8.bedeutet Ausfuhrland oder Ausfuhrmitglied ein Land oder ein Mitglied, dessen Kakaoausfuhr,  ausgedrückt in Kakaobohnenmengen, seine Einfuhr übersteigt. Ein Land, dessen Kakaöinfuhren,  ausgedrückt in Kakaobohnenmengen, seine Ausfuhr übersteigt, dessen Erzeugung aber seine Einfuhr  übersteigt, kann jedoch, falls es sich dafür entscheidet, ein Ausfuhrmitglied werden;  9.bedeutet Kakaoausfuhr jeden Kakao, der aus dem Zollgebiet eines Landes verbracht, und  Kakaöinfuhr jeden Kakao, der in das Zollgebiet eines Landes verbracht wird; dabei bezieht sich der  Ausdruck Zollgebiet im Sinne dieser Begriffsbestimmungen im Fall eines Mitglieds, das mehr als ein  Zollgebiet umfasst, auf sein gesamtes Zollgebiet; 10.bedeutet Edelkakao Kakao, der in den in Anlage C aufgeführten Ländern in dem darin bezeichneten  Ausmaß erzeugt wird; 11.bedeutet Einfuhrland oder Einfuhrmitglied ein Land oder ein Mitglied, dessen Kakaöinfuhr,  ausgedrückt in Kakaobohnenmengen, seine Ausfuhr übersteigt; 12.bedeutet Bezugspreis den in Artikel 26 Absatz 3 bestimmten Preis; 13.bedeutet Mitglied eine Vertragspartei im obigen Sinne; 14.bedeutet Organisation die in Artikel 5 bezeichnete Internationale Kakao-Organisation; 15.bedeutet Erzeugerland oder Erzeugermitglied ein Land oder ein Mitglied, das Kakao in  wirtschaftlich bedeutenden Mengen erzeugt; 16.bedeutet einfache beiderseitige Mehrheit die Mehrheit der von den Ausfuhrmitgliedern und die  Mehrheit der von den Einfuhrmitgliedern abgegebenen und getrennt gezählten Stimmen; 17.bedeutet Sonderziehungsrecht (SZR) das Sonderziehungsrecht des Internationalen Währungsfonds; 18.bedeutet besondere Abstimmung zwei Drittel der von den Ausfuhrmitgliedern und zwei Drittel der  von den Einfuhrmitgliedern abgegebenen und getrennt gewählten Stimmen, vorausgesetzt, daß die Zahl  der auf diese Weise abgegebenen Stimmen mindestens der Hälfte der anwesenden und abstimmenden  Mitglieder entspricht; 19.bedeutet Tonne eine metrische Tonne von 1 000 Kilogramm oder 2 204,6 englischen Pfund und ein  englisches Pfund 453,597 Gramm. KAPITEL III MITGLIEDSCHAFT Artikel 3 Mitgliedschaft in der Organisation (1)  Jede Vertragspartei ist Mitglied der Organisation. (2)  Es gibt zwei Gruppen von Mitgliedern der Organisation, nämlich a)Ausfuhrmitglieder und b)Einfuhrmitglieder. (3)  Ein Mitglied kann zu vom Rat festzulegenden Bedingungen von einer Gruppe in die andere  überwechseln. Artikel 4 Mitgliedschaft zwischenstaatlicher Organisationen (1)  Jede Bezugnahme in diesem Übereinkommen auf "eine Regierung" oder "Regierungen" gilt  gleichzeitig als Bezugnahme auf die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und jede zwischenstaatliche  Organisation, die für das Aushandeln, den Abschluß und die Anwendung internationaler Übereinkünfte,  insbesondere von Grundstoffübereinkünften, verantwortlich ist. Entsprechend gilt jede Bezugnahme in  diesem Übereinkommen auf die Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme oder Genehmigung, auf die  Notifikation der vorläufigen Anwendung oder auf den Beitritt hinsichtlich einer solchen  zwischenstaatlichen Organisation gleichzeitig als Bezugnahme auf die Unterzeichnung, Ratifikation,  Annahme oder Genehmigung, auf die Notifikation der vorläufigen Anwendung oder auf den Beitritt  durch die zwischenstaatliche Organisation. (2)  Bei einer Abstimmung über Angelegenheiten, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen, geben  diese zwischenstaatlichen Organisationen die Anzahl von Stimmen ab, die der Gesamtzahl der ihren  Mitgliedstaaten nach Artikel 10 zuerkannten Stimmen gleich ist. In solchen Fällen üben die  Mitgliedstaaten der zwischenstaatlichen Organisationen ihr Einzelstimmrecht nicht aus. (3)  Diese Organisationen können an den Beratungen des Exekutivausschusses über Angelegenheiten  teilnehmen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. KAPITEL IV ORGANISATION UND VERWALTUNG Artikel 5 Errichtung, Sitz und Aufbau der Internationalen Kakao-Organisation (1)  Die durch das Internationale Kakao-Übereinkommen von 1972 errichtete Internationale  Kakao-Organisation bleibt bestehen und wendet dieses Übereinkommen an und überwacht seine  Durchführung. (2)  Die Organisation übt ihre Tätigkeit aus a)durch den Internationalen Kakaorat und den Exekutivausschuß; b)durch den Exekutivdirektor, den Leiter des Ausgleichslagers und das sonstige Personal. (3)  Der Sitz der Organisation befindet sich in London, sofern nicht der Rat durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt. Artikel 6 Zusammensetzung des Internationalen Kakaorats (1)  Die höchste Instanz der Organisation ist der Internationale Kakaorat, der sich aus allen  Mitgliedern der Organisation zusammensetzt. (2)  Jedes Mitglied ist im Rat durch einen Delegierten und auf Wunsch durch einen oder mehrere  Stellvertreter vertreten. Jedes Mitglied kann ferner einen oder mehrere Berater für seinen  Delegierten oder seine Stellvertreter ernennen. Artikel 7 Befugnisse und Aufgaben des Rates (1)  Der Rat übt alle Befugnisse aus und übernimmt oder veranlasst die Wahrnehmung aller Aufgaben,  die zur Durchführung der ausdrücklichen Bestimmungen dieses Übereinkommens erforderlich sind. (2)  Der Rat ist nicht befugt und gilt nicht als von den Mitgliedern ermächtigt, Verpflichtungen  ausserhalb des Geltungsbereichs dieses Übereinkommens einzugehen; insbesondere hat er keine Befugnis  zur Kreditaufnahme, ohne daß jedoch die Anwendung des Artikels 33 eingeschränkt wird, und er darf  keine Handelsverträge über Kakao schließen, sofern dies in diesem Übereinkommen nicht ausdrücklich  vorgesehen ist. Bei der Ausübung seiner Befugnis zum Abschluß von Verträgen nimmt der Rat die  Bedingungen dieser Bestimmung und des Artikels 22 Absatz 5 so in seine Verträge auf, daß er sie den  mit dem Rat Verträge schließenden anderen Parteien zur Kenntnis bringt; dadurch, daß der Rat diese  Bedingungen nicht in den Vertrag aufnimmt, wird dieser jedoch nicht nichtig und überschreitet der  Rat nicht seine Befugnisse. (3)  Der Rat beschließt durch besondere Abstimmung die zur Durchführung dieses Übereinkommens  notwendigen und mit diesem in Einklang stehenden Vorschriften und Regelungen einschließlich seiner  Geschäftsordnung und derjenigen seiner Ausschüsse, der Finanz- und Personalvorschriften der  Organisation sowie der Vorschriften für die Verwaltung und den Betrieb des Ausgleichslagers. Der  Rat kann in seiner Geschäftsordnung ein Verfahren vorsehen, wonach er bestimmte Fragen ohne Sitzung  entscheiden kann. (4)  Der Rat führt die Unterlagen, die zur Wahrnehmung seiner Aufgaben nach diesem Übereinkommen  erforderlich sind, sowie alle sonstigen Unterlagen, die er für zweckdienlich hält. Artikel 8 Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende des Rates (1)  Der Rat wählt für jedes Kakaojahr einen Vorsitzenden sowie einen ersten und einen zweiten  stellvertretenden Vorsitzenden, die nicht von der Organisation besoldet werden. (2)  Der Vorsitzende und der erste stellvertretende Vorsitzende werden aus der Mitte der  Delegierten der Ausfuhrmitglieder oder aus der Mitte der Delegierten der Einfuhrmitglieder gewählt;  der zweite stellvertretende Vorsitzende wird aus der Mitte der Delegierten der anderen Gruppe  gewählt. Diese Ämter wechseln in jedem Kakaojahr zwischen den beiden Gruppen. (3)  Bei vorübergehender Abwesenheit des Vorsitzenden und der beiden stellvertretenden Vorsitzenden  oder bei ständiger Abwesenheit eines oder mehrerer von ihnen kann der Rat aus der Mitte der  Delegierten der Ausfuhrmitglieder bzw. aus der Mitte der Delegierten der Einfuhrmitglieder je nach  Bedarf für eine vorübergehende oder ständige Tätigkeit neue Vorstandsmitglieder wählen. (4)  Weder der Vorsitzende noch ein anderes Vorstandsmitglied, das bei Ratssitzungen den Vorsitz  führt, nimmt an der Abstimmung teil. Sein Stellvertreter kann das Stimmrecht des von ihm  vertretenen Mitglieds ausüben. Artikel 9 Tagungen des Rates (1)  Der Rat hält grundsätzlich in jedem halben Kakaojahr eine ordentliche Tagung ab. (2)  Der Rat tritt ausser unter den sonstigen in diesem Übereinkommen ausdrücklich vorgesehenen  Umständen zu ausserordentlichen Tagungen zusammen, wenn er dies beschließt oder wenn es a)von jeweils fünf Mitgliedern, b)von einem Mitglied oder mehreren Mitgliedern mit mindestens 200 Stimmen, c)vom Exekutivausschuß oder d)vom Exekutivdirektor für die Zwecke der Artikel 27, 31, 39 und 40 beantragt wird. (3)  Die Tagungen werden mindestens dreissig Tage im voraus angezeigt, ausser in dringenden Fällen  oder wenn dieses Übereinkommen etwas anderes vorschreibt. (4)  Die Tagungen finden am Sitz der Organisation statt, sofern nicht der Rat durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt. Tagt der Rat auf Einladung eines Mitglieds an einem anderen  Ort als dem Sitz der Organisation, so trägt dieses Mitglied die dadurch verursachten zusätzlichen  Kosten. Artikel 10 Stimmen (1)  Die Ausfuhrmitglieder und die Einfuhrmitglieder haben insgesamt jeweils 1 000 Stimmen, die  innerhalb jeder Mitgliedergruppe - d. h. unter den Ausfuhr- bzw. Einfuhrmitgliedern - nach Maßgabe  der folgenden Bestimmungen verteilt werden. (2)  Die Stimmen der Ausfuhrmitglieder verteilen sich für jedes Kakaojahr wie folgt: jedes  Exportmitglied hat fünf Grundstimmen. Die restlichen Stimmen werden auf alle Ausfuhrmitglieder im  Verhältnis der Durchschnittsmenge ihrer jeweiligen Kakaoausfuhren in den vorausgegangenen drei  Kakaojahren, für welche die Organisation in der jüngsten Ausgabe des Vierteljährlichen Bulletins  der Kakaostatistiken Angaben veröffentlicht hat, verteilt. Zu diesem Zweck werden die Ausfuhren als  Nettoausfuhren von Kakaobohnen zuzueglich der Nettoausfuhren von Kakaörzeugnissen, die unter  Zugrundelegung der in Artikel 28 bezeichneten Umrechnungsfaktoren in das Kakaobohnen-Äquivalent  umgerechnet werden, berechnet. (3)  Die Stimmen der Einfuhrmitglieder verteilen sich für jedes Kakaojahr wie folgt: 100 werden  gleichmässig auf alle Einfuhrmitglieder verteilt, wobei Teilstimmen für jedes Mitglied auf ganze  Stimmen auf- oder abgerundet werden; die restlichen Stimmen werden auf die Einfuhrmitglieder auf  der Grundlage des Anteils verteilt, den der Durchschnitt der Jahreseinfuhren jedes Einfuhrmitglieds  in den vorausgegangenen drei Kakaojahren, für die bei der Organisation endgültige Zahlen vorliegen,  am Gesamtdurchschnitt für alle Einfuhrmitglieder ausmacht. Zu diesem Zweck werden die Einfuhren als  Nettöinfuhren von Kakaobohnen zuzueglich der Bruttoeinfuhren von Kakaörzeugnissen, die unter  Zugrundelegung der in Artikel 28 bezeichneten Umrechnungsfaktoren in das Kakaobohnen- Äquivalent umgerechnet werden, berechnet. (4)  Ein Mitglied darf nicht mehr als 400 Stimmen haben. Darüber hinausgehende Stimmen, die sich  aus den Berechnungen nach den Absätzen 2 und 3 ergeben, werden nach Maßgabe dieser Absätze auf die  übrigen Mitglieder neu verteilt. (5)  Der Rat nimmt eine Neuverteilung der Stimmen nach Maßgabe dieses Artikels vor, sobald sich die  Mitgliedschaft in der Organisation ändert oder wenn einem Mitglied aufgrund dieses Übereinkommens  das Stimmrecht entzogen oder zurückgegeben wird. (6)  Teilstimmen sind nicht zulässig. Artikel 11 Abstimmungsverfahren des Rates (1)  Jedes Mitglied ist berechtigt, die Anzahl der ihm zustehenden Stimmen abzugeben; ein Mitglied  ist nicht berechtigt, seine Stimmen zu teilen. Es kann jedoch mit den Stimmen, zu deren Abgabe es  nach Absatz 2 ermächtigt ist, anders stimmen. (2)  Durch eine schriftliche Notifikation an den Vorsitzenden des Rates kann jedes Ausfuhrmitglied  ein anderes Ausfuhrmitglied und jedes Einfuhrmitglied ein anderes Einfuhrmitglied ermächtigen, auf  einer Sitzung des Rates seine Interessen zu vertreten und seine Stimmen abzugeben. In diesem Fall  findet die in Artikel 10 Absatz 4 vorgesehene Begrenzung keine Anwendung. (3)  Ein Mitglied, das von einem anderen Mitglied zur Abgabe der Stimmen, die dem ermächtigenden  Mitglied nach Artikel 10 zustehen, ermächtigt wird, gibt diese Stimmen entsprechend den Weisungen  des ermächtigenden Mitglieds ab. (4)  Ausfuhrmitglieder, die ausschließlich Edelkakao erzeugen, dürfen an der Abstimmung über Fragen  im Zusammenhang mit der Verwaltung und dem Betrieb des Ausgleichslagers nicht teilnehmen. Artikel 12 Beschlüsse des Rates (1)  Sofern dieses Übereinkommen nicht eine besondere Abstimmung vorsieht, werden alle Beschlüsse  des Rates mit einfacher beiderseitiger Mehrheit gefasst; Empfehlungen werden in der gleichen Weise  abgegeben. (2)  Bei der Berechnung der für einen Beschluß oder eine Empfehlung des Rates erforderlichen  Stimmenzahl werden die Stimmen der sich enthaltenen Mitglieder nicht berücksichtigt. (3)  Bei Maßnahmen des Rates, für welche dieses Übereinkommen eine besondere Abstimmung  vorschreibt, wird folgendes Verfahren angewendet: a)Wird die erforderliche Mehrheit wegen der Ablehnung durch höchstens drei Ausfuhr- oder höchstens  drei Einfuhrmitglieder nicht erzielt, so wird der Antrag, wenn der Rat dies mit einfacher  beiderseitiger Mehrheit beschließt, binnen 48 Stunden erneut zur Abstimmung gestellt; b)wird die erforderliche Mehrheit wegen der Ablehnung durch höchstens zwei Ausfuhr- oder höchstens  zwei Einfuhrmitglieder wiederum nicht erzielt, so wird der Antrag, wenn der Rat dies mit einfacher  beiderseitiger Mehrheit beschließt, binnen 24 Stunden erneut zur Abstimmung gestellt; c)wird die erforderliche Mehrheit in der dritten Abstimmung wegen der Ablehnung durch ein Ausfuhr-  oder ein Einfuhrmitglied nicht erzielt, so gilt der Antrag als angenommen; d)gelingt es dem Rat nicht, einen Antrag zu einer erneuten Abstimmung zu stellen, so gilt der  Antrag als abgelehnt. (4)  Die Mitglieder verpflichten sich, alle aufgrund dieses Übereinkommens vom Rat gefassten  Beschlüsse als bindend anzuerkennen. Artikel 13 Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (1)  Der Rat trifft alle geeigneten Maßnahmen zur Konsultation oder Zusammenarbeit mit den  Vereinten Nationen und ihren Organen, insbesondere der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel  und Entwicklung, sowie mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen  und anderen in Betracht kommenden Sonderorganisationen der Vereinten Nationen und  zwischenstaatlichen Organisationen. (2)  Der Rat hält die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung unter  Berücksichtigung ihrer besonderen Bedeutung im internationalen Grundstoffhandel in angemessener  Weise über seine Tätigkeit und seine Arbeitsprogramme auf dem laufenden. (3)  Der Rat kann ferner alle geeigneten Maßnahmen treffen, um wirksame Verbindungen zu den  internationalen Organisationen von Kakaörzeugern, -händlern und -verarbeitern zu unterhalten. Artikel 14 Zulassung von Beobachtern (1)  Der Rat kann jeden Nichtmitgliedstaat einladen, seinen Sitzungen als Beobachter beizuwohnen. (2)  Der Rat kann ferner jede der in Artikel 13 bezeichneten Organisationen einladen, seinen  Sitzungen als Beobachter beizuwohnen. Artikel 15 Zusammensetzung des Exekutivausschusses (1)  Der Exekutivausschuß setzt sich aus zehn Ausfuhrmitgliedern und zehn Einfuhrmitgliedern  zusammen; jedoch kann der Rat, wenn die Zahl der Ausfuhrmitglieder oder die Zahl der  Einfuhrmitglieder der Organisation zehn oder weniger beträgt, unter Aufrechterhaltung der Parität  zwischen den beiden Mitgliedergruppen durch besondere Abstimmung die Gesamtzahl der Mitglieder des  Exekutivausschusses bestimmen. Die Mitglieder des Exekutivausschusses werden nach Artikel 16 für  jeweils ein Kakaojahr gewählt; Wiederwahl ist zulässig. (2)  Jedes gewählte Mitglied ist im Exekutivausschuß durch einen Delegierten und auf Wunsch durch  einen oder mehrere Stellvertreter vertreten. Jedes derartige Mitglied kann ferner einen oder  mehrere Berater für seinen Delegierten oder seine Stellvertreter ernennen. (3)  Der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende des Exekutivausschusses, die vom Rat für  jeweils ein Kakaojahr gewählt werden, sind beide aus den Delegationen der Ausfuhrmitglieder oder  aus den Delegationen der Einfuhrmitglieder auszuwählen. Diese Ämter wechseln in jedem Kakaojahr  zwischen den beiden Mitgliedergruppen. Bei vorübergehender oder ständiger Abwesenheit des  Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden kann der Exekutivausschuß aus der Mitte der  Delegierten der Ausfuhrmitglieder bzw. aus der Mitte der Delegierten der Einfuhrmitglieder je nach  Bedarf für eine vorübergehende oder ständige Tätigkeit neue Vorstandsmitglieder wählen. Weder der  Vorsitzende noch ein anderes Vorstandsmitglied, das bei Sitzungen des Exekutivausschusses den  Vorsitz führt, nimmt an der Abstimmung teil. Sein Stellvertreter kann das Stimmrecht des von ihm  vertretenen Mitglieds ausüben. (4)  Der Exekutivausschuß tritt am Sitz der Organisation zusammen, sofern er nicht durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt. Tagt der Exekutivausschuß auf Einladung eines Mitglieds an  einem anderen Ort als dem Sitz der Organisation, so trägt dieses Mitglied die dadurch verursachten  zusätzlichen Kosten. Artikel 16 Wahl des Exekutivausschusses (1)  Die Ausfuhr- bzw. Einfuhrmitglieder des Exekutivausschusses werden im Rat von den Ausfuhr-  bzw. Einfuhrmitgliedern gewählt. Die Wahl innerhalb jeder Gruppe erfolgt nach Maßgabe der Absätze 2  und 3. (2)  Jedes Mitglied gibt alle Stimmen, die ihm nach Artikel 10 zustehen, für einen einzigen Bewerber ab. Stim- men, zu deren Abgabe ein Mitglied nach Artikel 11 Absatz 2 ermächtigt ist, kann es auch für einen anderen Bewerber abgeben. (3)  Die Bewerber, welche die meisten Stimmen erhalten, gelten als gewählt. Artikel 17 Zuständigkeit des Exekutivausschusses (1)  Der Exekutivausschuß ist dem Rat verantwortlich und arbeitet nach dessen allgemeinen  Weisungen. (2)  Der Exekutivausschuß beobachtet ständig die Entwicklung des Marktes und empfiehlt dem Rat die  von ihm für zweckdienlich erachteten Maßnahmen. (3)  Unbeschadet des Rechtes des Rates zur Ausübung seiner Befugnisse kann er mit einfacher  beiderseitiger Mehrheit oder durch besondere Abstimmung, je nachdem, ob ein Beschluß des Rates auf  diesem Gebiet einer Abstimmung mit einfacher beiderseitiger Mehrheit oder einer besonderen  Abstimmung bedarf, dem Exekutivausschuß die Ausübung einiger oder aller seiner Befugnisse  übertragen; hiervon sind ausgenommen a)die Neuverteilung der Stimmen nach Artikel 10; b)die Genehmigung des Verwaltungshaushalts und die Festsetzung der Beiträge nach Artikel 23; c)die Änderung der Preise nach Artikel 27; d)die Änderung der Anlage C nach Artikel 29 Absatz 3; e)die Tätigkeiten im Zusammenhang mit den Zusatzmaßnahmen nach Artikel 39; f)die Befreiung von Verpflichtungen nach Artikel 59; g)die Beschlüsse über Streitigkeiten nach Artikel 62; h)der zeitweilige Entzug von Rechten nach Artikel 63 Absatz 3; i)die Bestimmung der Voraussetzungen für den Beitritt nach Artikel 68; j)der Ausschluß eines Mitglieds nach Artikel 73; k)die Verlängerung oder Ausserkraftsetzung dieses Übereinkommens nach Artikel 75; l)die Empfehlung von Änderungen an die Mitglieder nach Artikel 76. (4)  Der Rat kann jederzeit mit einfacher beiderseitiger Mehrheit eine Übertragung von Befugnissen  auf den Exekutivausschuß rückgängig machen. Artikel 18 Abstimmungsverfahren und Beschlüsse des Exekutivausschusses (1)  Jedes Mitglied des Exekutivausschusses verfügt über die Anzahl von Stimmen, die es nach  Artikel 16 erhalten hat; ein Mitglied ist nicht berechtigt, seine Stimmen zu teilen. (2)  Unbeschadet des Absatzes 1 und durch schriftliche Notifikation an den Vorsitzenden kann jedes  Ausfuhrmitglied oder jedes Einfuhrmitglied, das nicht Mitglied des Exekutivausschusses ist und  seine Stimmen nicht nach Artikel 16 Absatz 2 für eines der gewählten Mitglieder abgegeben hat, ein  Ausfuhrmitglied bzw. ein Einfuhrmitglied des Exekutivausschusses ermächtigen, seine Interessen zu  vertreten und seine Stimmen im Exekutivausschuß abzugeben. (3)  Im Verlauf eines Kakaojahrs kann ein Mitglied nach Konsultation mit dem Mitglied des  Exekutivausschusses, für das es nach Artikel 16 gestimmt hat, dem betreffenden Mitglied seine  Stimmen entziehen. Die entzogenen Stimmen können einem anderen Mitglied des Exekutivausschusses  zugeteilt werden, dürfen diesem Mitglied jedoch während des verbleibenden Teils des Kakaojahres  nicht entzogen werden. Das Mitglied des Exekutivausschusses, dem die Stimmen entzogen worden sind,  behält dennoch seinen Sitz im Exekutivausschuß während des verbleibenden Teils des Kakaojahrs.  Maßnahmen aufgrund dieses Absatzes werden wirksam, nachdem sie dem Vorsitzenden schriftlich  mitgeteilt worden sind. (4)  Ein Beschluß des Exekutivausschusses bedarf der gleichen Mehrheit, deren er auch bei einer  Abstimmung im Rat bedürfte. (5)  Jedes Mitglied ist berechtigt, den Rat gegen einen Beschluß des Exekutivausschusses anzurufen.  Der Rat setzt in seiner Geschäftsordnung die Bedingungen fest, unter denen die Anrufung erfolgen  kann. Artikel 19 Beschlußfähigkeit des Rates und des Exekutivausschusses (1)  Der Rat ist auf der Eröffnungssitzung einer Tagung beschlußfähig, wenn die Mehrheit der  Ausfuhrmitglieder und die Mehrheit der Einfuhrmitglieder anwesend ist; jedoch müssen diese  Mitglieder zusammen in jeder Gruppe mindestens zwei Drittel der Gesamtstimmen der Mitglieder in der  betreffenden Gruppe innehaben. (2)  Ist der Rat an dem für die Eröffnungssitzung einer Tagung festgesetzten Tag und am folgenden  Tag nicht nach Absatz 1 beschlußfähig, so ist er am dritten Tag und während der übrigen Zeit der  Tagung beschlußfähig, wenn eine Mehrheit der Ausfuhrmitglieder und eine Mehrheit der  Einfuhrmitglieder anwesend ist; jedoch müssen diese Mitglieder zusammen in jeder Gruppe eine  einfache Mehrheit der Gesamtstimmen der Mitglieder in der betreffenden Gruppe innehaben. (3)  Die Beschlußfähigkeit auf Sitzungen nach der Eröffnungssitzung einer Tagung gemäß Absatz 1  richtet sich nach Absatz 2. (4)  Eine Vertretung im Sinne des Artikels 11 Absatz 2 gilt als Anwesenheit. (5)  Die Beschlußfähigkeit für Sitzungen des Exekutivausschusses wird vom Rat in der  Geschäftsordnung dieses Ausschusses festgesetzt. Artikel 20 Personal der Organisation (1)  Der Rat ernennt nach Konsultierung des Exekutivausschusses durch besondere Abstimmung den  Exekutivdirektor. Die Anstellungsbedingungen für den Exekutivdirektor werden vom Rat unter  Berücksichtigung der Bedingungen für vergleichbare Bedienstete ähnlicher zwischenstaatlicher  Organisationen festgelegt. (2)  Der Exekutivdirektor ist der oberste Verwaltungsbedienstete der Organisation; er ist dem Rat  für die Anwendung und Durchführung dieses Übereinkommens in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des  Rates verantwortlich. (3)  Der Rat ernennt nach Konsultierung des Exekutivausschusses durch besondere Abstimmung den  Leiter des Ausgleichslagers. Die Anstellungsbedingungen des Leiters werden vom Rat festgelegt. (4)  Der Leiter ist dem Rat für die ihm durch dieses Übereinkommen übertragenen Aufgaben sowie für  alle vom Rat bestimmten zusätzlichen Aufgaben verantwortlich. Die Wahrnehmung dieser Aufgaben  erfolgt in Konsultation mit dem Exekutivdirektor. Der Leiter hält den Exekutivdirektor über den  allgemeinen Betrieb des Ausgleichslagers auf dem laufenden, so daß der Exekutivdirektor feststellen  kann, ob das Ausgleichslager den Zielen dieses Übereinkommens wirksam entspricht. (5)  Unbeschadet des Absatzes 4 ist das Personal der Organisation dem Exekutivdirektor  verantwortlich; dieser ist seinerseits dem Rat verantwortlich. (6)  Der Exekutivdirektor stellt das Personal nach vom Rat festzusetzenden Vorschriften ein. Bei  der Ausarbeitung der Vorschriften berücksichtigt der Rat die Vorschriften für Bedienstete ähnlicher  zwischenstaatlicher Organisationen. Das Personal ist soweit wie möglich aus Staatsangehörigen der  Ausfuhrmitglieder und der Einfuhrmitglieder auszuwählen. (7)  Der Exekutivdirektor, der Leiter und das sonstige Personal dürfen an der Kakaowirtschaft, am  Kakaohandel, an der Kakaobeförderung oder an der Kakaowerbung nicht finanziell beteiligt sein. (8)  Bei der Erfuellung ihrer Aufgaben dürfen der Exekutivdirektor, der Leiter und das sonstige  Personal von keinem Mitglied und von keiner Stelle ausserhalb der Organisation Weisungen einholen  oder entgegennehmen. Sie haben alle Handlungen zu unterlassen, die ihre Stellung als internationale  Bedienstete, die nur der Organisation verantwortlich sind, beeinträchtigen könnten. Jedes Mitglied  verpflichtet sich, den ausschließlich internationalen Charakter der Obliegenheiten des  Exekutivdirektors, des Leiters und des Personals zu achten und nicht zu versuchen, sie bei der  Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu beeinflussen. (9)  Der Exekutivdirektor, der Leiter oder das sonstige Personal der Organisation dürfen keine  Informationen über die Durchführung oder Anwendung dieses Übereinkommens enthüllen, ausser wenn sie  vom Rat dazu ermächtigt werden oder wenn dies für die ordnungsgemässe Wahrnehmung ihrer Pflichten  nach diesem Übereinkommen erforderlich ist. KAPITEL V VORRECHTE UND IMMUNITÄTEN Artikel 21 Vorrechte und Immunitäten (1)  Die Organisation besitzt Rechtspersönlichkeit. Sie hat insbesondere die Fähigkeit, Verträge zu  schließen, bewegliches und unbewegliches Vermögen zu erwerben und darüber zu verfügen sowie vor  Gericht zu stehen. (2)  Die Rechtsstellung, die Vorrechte und die Immunitäten der Organisation, ihres  Exekutivdirektors, ihres Personals und ihrer Sachverständigen sowie der Vertreter der Mitglieder  für die Zeit, in der sie sich in Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Hoheitsgebiet des Vereinigten  Königreichs Großbritannien und Nordirland aufhalten, werden weiterhin durch das am 26. März 1975 in  London zwischen der Regierung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland (im  folgenden als "Gastregierung" bezeichnet) und der Internationalen Kakao-Organisation geschlossene  Sitzstaatabkommen mit den für die ordnungsgemässe Durchführung dieses Übereinkommens erforderlichen  Änderungen geregelt. (3)  Wird der Sitz der Organisation in ein anderes Land verlegt, so schließt die neue Gastregierung  so bald wie möglich mit der Organisation ein vom Rat zu genehmigendes Sitzstaatabkommen. (4)  Das in Absatz 2 genannte Sitzstaatabkommen ist von diesem Übereinkommen unabhängig. Es tritt  jedoch ausser Kraft, a)wenn dies zwischen der Gastregierung und der Organisation vereinbart wird; b)wenn der Sitz der Organisation aus dem Hoheitsgebiet der Gastregierung verlegt wird oder c)wenn die Organisation aufhört zu bestehen. (5)  Die Organisation kann mit einem oder mehreren anderen Mitgliedern vom Rat zu genehmigende  Übereinkünfte über die Vorrechte und Immunitäten schließen, die für die ordnungsgemässe Durchführung  dieses Übereinkommens erforderlich sind. KAPITEL VI FINANZFRAGEN Artikel 22 Finanzfragen und Haftung der Mitglieder (1)  Zur Anwendung und Durchführung dieses Übereinkommens werden zwei getrennte Rechnungen geführt,  die Verwaltungsrechnung und die Ausgleichslagerrechnung. (2)  Die für die Anwendung und Durchführung dieses Übereinkommens erforderlichen Ausgaben mit  Ausnahme der sich aus dem Betrieb und der Unterhaltung des nach Artikel 30 errichteten  Ausgleichslagers ergebenden Ausgaben laufen über die Verwaltungsrechnung; sie werden aus den nach  Artikel 23 festgesetzten Jahresbeiträgen der Mitglieder bestritten. Verlangt jedoch ein Mitglied  besondere Dienstleistungen, so kann der Rat beschließen, dem Verlangen zu entsprechen, und  anschließend dieses Mitglied auffordern, dafür zu zahlen. (3)  Alle Ausgaben, die sich aus dem Betrieb und der Unterhaltung des Ausgleichslagers nach Artikel  34 ergeben, laufen über die Ausgleichslagerrechnung. Die Zuweisung anderer als der in Artikel 34  bezeichneten Ausgaben an die Ausgleichslagerrechnung unterliegt der Entscheidung des Rates. (4)  Das Rechnungsjahr der Organisation entspricht dem Kakaojahr. (5)  Die Haftung eines Mitglieds gegenüber dem Rat und den anderen Mitgliedern ist auf den Umfang  seiner Verpflichtungen in bezug auf die Beiträge zum Verwaltungshaushalt und zur Finanzierung des  Ausgleichslagers beschränkt, wie in diesem Übereinkommen ausdrücklich vorgesehen. Bei mit dem Rat  in Geschäftsbeziehungen stehenden Dritten wird angenommen, daß sie die Bestimmungen dieses  Übereinkommens über die Befugnisse des Rates und die Verpflichtungen der Mitglieder, insbesondere  Artikel 7 Absatz 2 und Satz 1 des vorliegenden Absatzes, kennen. (6)  Die Ausgaben für die Delegationen beim Rat, beim Exekutivausschuß und bei einem der Ausschüsse  des Rates oder des Exekutivausschusses werden von den betreffenden Mitgliedern getragen. Artikel 23 Genehmigung des Verwaltungshaushalts und Festsetzung der Beiträge (1)  In der zweiten Hälfte jedes Rechnungsjahrs genehmigt der Rat den Verwaltungshaushalt der  Organisation für das folgende Rechnungsjahr und setzt den Beitrag jedes Mitglieds zu diesem  Haushalt fest. (2)  Der Beitrag jedes Mitglieds zum Verwaltungshaushalt für jedes Rechnungsjahr richtet sich nach  dem Verhältnis seiner Stimmen im Zeitpunkt der Genehmigung des Verwaltungshaushalts für das  betreffende Jahr zu den Gesamtstimmen aller Mitglieder. Zur Festsetzung der Beiträge werden die  Stimmen jedes Mitglieds so berechnet, daß der zeitweilige Entzug des Stimmrechts eines Mitglieds  und die sich daraus ergebende Neuverteilung der Stimmen ausser Betracht bleiben. (3)  Den ersten Beitrag eines Mitglieds, das der Organisation nach dem Inkrafttreten dieses  Übereinkommens beitritt, setzt der Rat auf der Grundlage der diesem Mitglied zustehenden  Stimmenzahl und des für das laufende Rechnungsjahr verbleibenden Zeitabschnitts fest, ohne jedoch  die für das laufende Rechnungsjahr für die anderen Mitglieder festgesetzten Beiträge zu ändern. (4)  Tritt dieses Übereinkommen vor Beginn des ersten vollen Rechnungsjahrs in Kraft, so genehmigt  der Rat auf seiner ersten Tagung einen Verwaltungshaushalt, der den Zeitabschnitt bis zum Beginn  des ersten vollen Rechnungsjahrs umfasst. Artikel 24 Zahlung von Beiträgen zum Verwaltungshaushalt (1)  Die Beiträge zum Verwaltungshaushalt für jedes Rechnungsjahr sind in frei konvertierbaren  Währungen am ersten Tag des betreffenden Rechnungsjahrs zu zahlen; sie sind von  Devisenbeschränkungen befreit. Beiträge von Mitgliedern für das Rechnungsjahr, in dem sie der  Organisation beitreten, sind zu dem Zeitpunkt fällig, in dem sie Mitglieder werden. (2)  Beiträge zu dem nach Artikel 23 Absatz 4 genehmigten Verwaltungshaushalt sind innerhalb von  drei Monaten nach dem Datum der Festsetzung zu zahlen. (3)  Hat ein Mitglied binnen fünf Monaten nach Beginn des Rechnungsjahrs oder im Fall eines neuen  Mitglieds binnen fünf Monaten nach Festsetzung seines Beitrags durch den Rat seinen vollen Beitrag  zum Verwaltungshaushalt nicht gezahlt, so ersucht der Exekutivdirektor dieses Mitglied, die Zahlung  so bald wie möglich zu leisten. Hat das Mitglied seinen Beitrag binnen zwei Monaten nach dem  Ersuchen des Exekutivdirektors noch nicht gezahlt, so wird dem Mitglied sein Stimmrecht im Rat und  im Exekutivausschuß so lange entzogen, bis der volle Beitrag entrichtet ist. (4)  Ein Mitglied, dem sein Stimmrecht nach Absatz 3 zeitweilig entzogen worden ist, geht dadurch  seiner sonstigen Rechte nicht verlustig und wird von seinen Verpflichtungen aufgrund dieses  Übereinkommens nicht entbunden, sofern nicht der Rat durch besondere Abstimmung etwas anderes  beschließt. Es bleibt zur Zahlung seines Beitrags verpflichtet und hat weiterhin alle sonstigen  finanziellen Verpflichtungen aufgrund dieses Übereinkommens zu erfuellen. Artikel 25 Prüfung und Veröffentlichung der Rechnungslegung (1)  So bald wie möglich, spätestens jedoch sechs Monate nach Abschluß jedes Rechnungsjahrs, werden  die Abrechnung der Organisation für das betreffende Rechnungsjahr und die Bilanz zum Abschluß  dieses Jahres für jede der in Artikel 22 Absatz 1 bezeichneten Rechnungen geprüft. Die Prüfung  erfolgt durch einen unabhängigen Rechnungsprüfer von anerkanntem Ruf in Zusammenarbeit mit zwei vom  Rat für jedes Rechnungsjahr gewählten qualifizierten Rechnungsprüfern der Mitgliedsregierungen, von  denen einer einem Ausfuhrmitglied und der andere einem Einfuhrmitglied angehören muß. Die  Rechnungsprüfer der Mitgliedsregierungen werden für die geleisteten Dienste nicht von der  Organisation bezahlt. Fahrt- und Aufenthaltskosten können jedoch von der Organisation zu vom Rat  festzulegenden Bedingungen erstattet werden. (2)  Die Vertragsbedingungen des unabhängigen Rechnungsprüfers von anerkanntem Ruf sowie die der  Prüfung zugrundeliegenden Absichten und Ziele werden in der Finanzordnung der Organisation  festgelegt. Die geprüfte Abrechnung und Bilanz der Organisation werden dem Rat auf seiner nächsten  ordentlichen Tagung zur Genehmigung vorgelegt. (3)  Eine Zusammenfassung der geprüften Abrechnung und Bilanz wird veröffentlicht. KAPITEL VII PREISE, AUSGLEICHSLAGER UND ZUSATZMASSNAHMEN Artikel 26 Tagespreis und Bezugspreis (1)  Für die Zwecke dieses Übereinkommens wird der Preis für Kakaobohnen unter Zugrundelegung eines  Tagespreises und eines Bezugspreises festgestellt; beide Preise werden in Sonderziehungsrechten  (SZR) je Tonne ausgedrückt. (2)  Der Tagespreis ist vorbehaltlich des Absatzes 4 der täglich ermittelte Durchschnitt der  Kakaobohnennotierungen für Termingeschäfte der ersten drei aktiv gehandelten Monate am Londoner  Kakaoterminmarkt und an der New Yorker Kaffee-, Zucker- und Kakaobörse bei Londoner Börsenschluß.  Die Londoner Preise werden unter Zugrundelegung des täglichen Kurses für sechsmonatige  Devisentermingeschäfte bei Londoner Börsenschluß in US-Dollar je Tonne umgerechnet. Der auf  US-Dollar lautende Durchschnitt der Londoner und New Yorker Preise wird zu dem vom Internationalen  Währungsfonds festgelegten entsprechenden täglichen amtlichen US-Dollar/SZR-Wechselkurs in SZR  umgerechnet. Der Rat beschließt, welches Berechnungsverfahren angewendet werden soll, wenn nur die  Notierungen einer dieser beiden Kakaobörsen verfügbar sind oder wenn die Londoner Devisenbörse  geschlossen ist. Der Zeitpunkt für den Übergang auf den nächsten Dreimonatsabschnitt ist der 15.  des dem nächsten aktiv gehandelten Fälligkeitsmonat unmittelbar vorhergehenden Monats. (3)  Der Bezugspreis ist der Durchschnitt der Tagespreise während eines Zeitabschnitts von zehn  aufeinanderfolgenden Börsentagen. Jeder Hinweis in diesem Übereinkommen auf einen bei, unter oder  über einer Wertangabe liegenden Bezugspreis bedeutet, daß der Durchschnitt der Tagespreise der  vorausgegangenen zehn aufeinanderfolgenden Börsentage bei, unter oder über dieser Wertangabe lag. (4)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung andere Verfahren zur Bestimmung des Tagespreises und  des Bezugspreises beschließen, wenn er sie für befriedigender hält als die in diesem Artikel  vorgeschriebenen Verfahren. Artikel 27 Preise A.Preisgefüge (1)  Für die Durchführung dieses Übereinkommens werden folgende Preise festgesetzt: a)ein oberer Interventionspreis von 2270 SZR je Tonne; b)ein fakultativer Verkaufspreis von 2215 SZR je Tonne; c)ein mittlerer Preis von 1935 SZR je Tonne; d)ein fakultativer Kaufpreis von 1655 SZR je Tonne; e)ein unterer Interventionspreis von 1600 SZR je Tonne. B.Jährliche Überprüfung und Rückfallformel (2)  Der Rat überprüft in jedem Kakaojahr so kurz wie möglich vor dem Ende des Kakaojahrs die in  Absatz 1 festgesetzten Preise. Bei dieser Überprüfung berücksichtigt der Rat gegebenenfalls den  Trend in Kakaopreisen, -verbrauch, -erzeugung und -vorräten, den Einfluß von Änderungen der  Weltwirtschafts- oder Währungslage auf die Kakaopreise, die finanzielle Lage des Ausgleichslagers,  den Umfang des Nettobetriebs des Ausgleichslagers und einschlägige Bestimmungen der  UNCTAD-Entschließung 93 (IV) über das integrierte Rohstoffprogramm sowie alle sonstigen Faktoren,  welche die Erreichung der Ziele dieses Übereinkommens beeinträchtigen könnten. Der Exekutivdirektor  stellt Angaben zur Verfügung, um den Rat bei der Prüfung der genannten Faktoren zu unterstützen. (3)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung die in Absatz 1 festgesetzten Preise anpassen. (4)  Kann sich der Rat innerhalb von zehn Kalendertagen nach Beginn der Tagung nicht über die  Notwendigkeit und oder den Umfang einer Anpassung der Preise einigen und liegt im Zeitpunkt der  Überprüfung der Durchschnitt der Bezugspreise der letzten zwei Monate über dem oberen  Interventionspreis oder unter dem unteren Interventionspreis, während a)der Durchschnitt der Bezugspreise der vorhergehenden zwölf Monate über dem oberen  Interventionspreis oder unter dem unteren Interventionspreis liegt und b)die Ausgleichslagergeschäfte und/oder die in den Artikeln 39 und 40 bezeichneten Zusatzmaßnahmen  nicht während der vorhergehenden zwölf Monate zeitweilig eingestellt worden sind, es sei denn nach  Maßgabe des Absatzes 7 oder des Absatzes 8, so werden die in Absatz 1 festgesetzten Preise nach oben beziehungsweise nach unten angepasst, um  den Durchschnitt der Bezugspreise der vorhergehenden zwölf Monate bis auf 55 SZR je Tonne unterhalb  des angepassten oberen Interventionspreises oder oberhalb des angepassten unteren  Interventionspreises zu bringen; dies geschieht jedoch nicht, wenn es eine Anpassung um mehr als  115 SZR je Tonne bedingt; in diesem Fall beträgt die Anpassung 115 SZR je Tonne. Wenn eine  derartige Anpassung in Kraft treten soll, geschieht das sofort. (5)  Lag der Durchschnitt der Bezugspreise während des in Absatz 4 bezeichneten Zeitabschnitts von  zwei Monaten unter dem oberen Interventionspreis oder über dem unteren Interventionspreis, so  werden die in Absatz 1 festgesetzten Preise nicht angepasst. (6)  Artikel 76 gilt nicht für die Anpassung von Preisen aufgrund des vorliegenden Artikels. C.Besondere Überprüfung und Anpassung der Preise (7)  Sooft in einem Zeitabschnitt von nicht mehr als sechs aufeinanderfolgenden Monaten seit dem  Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Übereinkommens oder - bei einer Anpassung der Preise - seit dem  Zeitpunkt der letzten Anpassung Nettoausgleichslagerkäufe von 75 000 Tonnen erfolgt sind, werden  die Ausgleichslagerkäufe zeitweilig eingestellt, und der Rat tritt innerhalb von zwanzig  Arbeitstagen zu einer ausserordentlichen Tagung zusammen. Sofern nicht der Rat durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt, oder wenn nach fünf Arbeitstagen kein Beschluß gefasst ist und  der Bezugspreis unter dem unteren Interventionspreis liegt, werden die in Absatz 1 festgesetzten  Preise um 115 SZR je Tonne herabgesetzt, und die Ausgleichslagerkäufe können wieder aufgenommen werden. (8)  Sooft in einem Zeitabschnitt von nicht mehr als sechs aufeinanderfolgenden Monaten seit dem  Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Übereinkommens oder - bei einer Anpassung der Preise - seit dem  Zeitpunkt der letzten Anpassung Nettoausgleichslagerverkäufe von 75 000 Tonnen erfolgt sind, werden  die Ausgleichslagerverkäufe zeitweilig eingestellt, und der Rat tritt innerhalb von zwanzig  Arbeitstagen zu einer ausserordentlichen Tagung zusammen. Sofern nicht der Rat durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt, oder wenn nach fünf Arbeitstagen kein Beschluß gefasst ist und  der Bezugspreis über dem oberen Interventionspreis liegt, werden die in Absatz 1 festgesetzten  Preise um 115 SZR je Tonne angehoben, und die Ausgleichslagerverkäufe können wieder aufgenommen  werden. (9)  Werden nach Absatz 7 oder Absatz 8 Anpassungen beschlossen, so tritt die in Absatz 4  bezeichnete Anpassung nicht ein, sondern es wird eine ausserordentliche Tagung des Rates anberaumt,  der zwölf Monate nach dem Zeitpunkt der letzten Anpassung zusammentritt und die in Absatz 1  festgesetzten Preise überprüft. Bei der Durchführung dieser Überprüfung finden die Artikel 2, 3, 4  und 5 Anwendung. (10)  Artikel 76 gilt nicht für die Anpassung von Preisen aufgrund des vorliegenden Artikels. Artikel 28 Umrechnungsfaktoren (1)  Zur Bestimmung des Kakaobohnen-Äquivalents von Kakaörzeugnissen werden folgende  Umrechnungsfaktoren angewendet: Kakaobutter 1,33 ; Kakaokuchen und -pulver 1,18 ; Kakaomasse und  -kerne 1,25. Der Rat kann erforderlichenfalls bestimmen, daß andere kakaohaltige Erzeugnisse als  Kakaörzeugnisse gelten. Die Umrechnungsfaktoren für andere Kakaörzeugnisse als diejenigen, für  die in diesem Absatz Umrechnungsfaktoren festgelegt sind, werden vom Rat festgesetzt. (2)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung die Umrechnungsfaktoren in Absatz 1 ändern. Artikel 29 Edelkakao (1)  Ungeachtet des Artikels 32 finden die Bestimmungen dieses Übereinkommens über Abgaben zur  Finanzierung des Ausgleichslagers nicht auf Edelkakao aus einem in Anlage C Absatz 1 aufgeführten  Ausfuhrmitglied Anwendung, dessen Produktion ausschließlich aus Edelkakao besteht. (2)  Absatz 1 findet auch Anwendung im Fall eines in Anlage C Absatz 2 aufgeführten  Ausfuhrmitglieds, dessen Produktion zum Teil aus Edelkakao besteht, und zwar auf den in Anlage C  Absatz 2 angegebenen Teil seiner Produktion. Auf den verbleibenden Teil finden die Bestimmungen  dieses Übereinkommens über Abgaben zur Finanzierung des Ausgleichslagers sowie sonstige  Beschränkungen dieses Übereinkommens Anwendung. (3)  Der Rat kann Anlage C durch besondere Abstimmung ändern. (4)  Stellt der Rat fest, daß die Erzeugung oder die Ausfuhr der in Anlage C aufgeführten Länder  stark gestiegen ist, so trifft er geeignete Maßnahmen, um sicherzustellen, daß dieses Übereinkommen  nicht mißbräuchlich angewendet oder umgangen wird. (5)  Jedes Mitglied verpflichtet sich, die Vorlage einer vom Rat zugelassenen Kontrollunterlage zu  verlangen, bevor es die Ausfuhr von Edelkakao aus seinem Hoheitsgebiet gestattet. Jedes Mitglied  verpflichtet sich, die Vorlage einer vom Rat zugelassenen Kontrollunterlage zu verlangen, bevor es  die Einfuhr von Edelkakao in sein Hoheitsgebiet gestattet. Der Rat kann durch besondere Abstimmung  alle oder einige Bestimmungen dieses Absatzes ausser Kraft setzen. Artikel 30 Errichtung, Kapazität und Standorte des Ausgleichslagers (1)  Als Mittel zur Erreichung der Ziele dieses Übereinkommens wird ein internationales  Ausgleichslager errichtet. Die Gesamtkapazität des Ausgleichslagers beträgt 250 000 Tonnen  einschließlich der vom Internationalen Kakao-Übereinkommen von 1980 übertragenen Bestände, die für  die Zwecke des Artikels 27 mit 100 000 Tonnen angenommen werden. Beschließt der Rat nach Artikel  75, dieses Übereinkommen um mehr als ein Jahr zu verlängern, so kann er durch besondere Abstimmung  die Kapazität des Ausgleichslagers um nicht mehr als 100 000 Tonnen Kakaobohnen-Äquivalent  erhöhen. (2)  Der Leiter des Ausgleichslagers kauft und lagert Kakaobohnen, kann aber nach vom Rat  festzulegenden Bedingungen auch bis zu 10 000 Tonnen Kakaomasse kaufen und lagern. Sollte es bei  diesem Experiment Probleme mit dem Handel oder der Lagerung dieser Kakaomasse geben, so setzt der  Rat die Bestimmungen dieses Absatzes ausser Kraft, um sie auf seiner nächsten ordentlichen Tagung  nochmals zu prüfen. (3)  Der Leiter ist nach Maßgabe der vom Rat beschlossenen Vorschriften für das Ausgleichslager  verantwortlich, für den Betrieb des Ausgleichslagers und für den Ankauf von Kakao, den Verkauf und  die Erhaltung der Kakaobestände in gutem Zustand sowie für die Wälzung von Kakaopartien unter  Vermeidung von Marktrisiken und nach Maßgabe der diesbezueglichen Bestimmungen dieses  Übereinkommens. (4)  Der Leiter darf nicht an Terminmärkten tätig werden. (5)  Der im Ausgleichslager befindliche Kakao wird an solchen Plätzen in den Mitgliedsländern  gelagert, daß die unmittelbare Lieferung ab Lager an die mit dem Kakaohandel oder der  Kakaoverarbeitung befassten Käufer in den Mitgliedsländern, jedoch vor allem in den  Einfuhr-Mitgliedsländern, erleichtert wird. Artikel 31 Finanzierung des Ausgleichslagers (1)  Zur Finanzierung des Betriebs des Ausgleichslagers erhält die Ausgleichslagerrechnung  regelmässige Einkünfte in Form einer Abgabe, die nach Artikel 32 auf die Ausfuhren und Einfuhren von  Kakao erhoben wird. (2)  Sind oder erscheinen die Finanzen des Ausgleichslagers zur Finanzierung seines Betriebs  unzureichend, so setzt der Leiter des Ausgleichslagers den Exekutivdirektor davon in Kenntnis. Der  Exekutivdirektor kann nach Abwägung der Umstände im Zusammenhang mit der Einleitung von  Zusatzmaßnahmen nach Artikel 39 eine ausserordentliche Tagung des Rates anberaumen, der innerhalb  von zwanzig Arbeitstagen zusammentreten soll, sofern nicht anderweitig vorgesehen ist, daß der Rat  innerhalb von dreissig Kalendertagen zusammentritt. Der Rat kann durch besondere Abstimmung die von  ihm für zweckmässig erachteten Vorkehrungen, mit Ausnahme der Kreditaufnahme, treffen, um die Mittel  des Ausgleichslagers zu ergänzen; obligatorische staatliche Beiträge oder Garantien gibt es jedoch  nur insoweit, wie sie sich aus der Assoziierung mit dem Gemeinsamen Fonds für Rohstoffe ergeben. (3)  Alle Gebühren im Zusammenhang mit diesen Vorkehrungen gehen zu Lasten der  Ausgleichslagerrechnung. (4)  Der Leiter hält den Exekutivdirektor und den Rat über die finanzielle Lage des  Ausgleichslagers auf dem laufenden. Artikel 32 Abgabe zur Finanzierung des Ausgleichslagers (1)  Die auf Kakao entweder bei der ersten Ausfuhr durch ein Mitglied oder bei der ersten Einfuhr  durch ein Mitglied erhobene Abgabe beträgt 45 US-Dollar je Tonne Kakaobohnen und einen  entsprechenden Betrag für Kakaörzeugnisse unter Zugrundelegung der in Artikel 28 vorgesehenen  Umrechnungsfaktoren oder wie es der Rat durch besondere Abstimmung später festsetzt. Auf jeden Fall  wird die Abgabe nur einmal erhoben. Für diesen Zweck gelten Kakaöinfuhren eines Mitglieds aus  einem Nichtmitgliedsland als aus diesem Nichtmitglied stammend, sofern nicht überzeugend  nachgewiesen wird, daß dieser Kakao aus einem Mitglied stammt. (2)  Der Rat überprüft die Ausgleichslagerabgabe jährlich und kann in Anbetracht der finanziellen  Mittel und Verpflichtungen der Organisation in bezug auf das Ausgleichslager durch besondere  Abstimmung einen anderen Abgabesatz festsetzen oder die Aussetzung der Abgabe beschließen. (3)  Abgabebescheinigungen werden nach den vom Rat festgelegten Vorschriften ausgegeben. In diesen  Vorschriften sind die Interessen des Kakaohandels zu berücksichtigen und unter anderem die mögliche  Einschaltung von Agenten und die Zahlung der Abgabe innerhalb einer bestimmten Frist vorzusehen. (4)  Die Abgaben aufgrund dieses Artikels sind in frei konvertierbaren Währungen zu zahlen und  unterliegen nicht Devisenbeschränkungen. (5)  Dieser Artikel lässt die Rechte der Käufer und Verkäufer unberührt, die Zahlungsbedingungen für  Kakaolieferungen durch Absprache untereinander zu regeln. Artikel 33 Beziehungen zum Gemeinsamen Fonds für Rohstoffe Sobald der Gemeinsame Fonds für Rohstoffe betriebsbereit wird, ist der Rat befugt, die Modalitäten  auszuhandeln und aufgrund eines durch besondere Abstimmung gefassten Beschlusses die erforderlichen  Maßnahmen für die Assoziierung mit dem Fonds entsprechend den in dem Übereinkommen zur Gründung des  Gemeinsamen Fonds für Rohstoffe festgelegten Grundsätzen durchzuführen, mit dem Ziel, die  finanziellen Möglichkeiten des Fonds voll zu nutzen. Artikel 34 Kosten zu Lasten der Ausgleichslagerrechnung (1)  Die Kosten des Betriebs und der Unterhaltung des Ausgleichslagers einschließlich a)der Bezuege des Leiters des Ausgleichslagers und der Mitglieder des Personals, die das  Ausgleichslager verwalten und unterhalten, und die Aufwendungen der Organisation für die  Durchführung und Kontrolle der Erhebung der Abgaben sowie b)mit dem Ausgleichslagersystem zusammenhängender sonstiger Kosten wie der Kosten der Beförderung  und Versicherung vom Ort der fob-Lieferung bis zum Lagerungsort des Ausgleichslagers, der Lagerung  einschließlich der Begasung, der Umschlagkosten, der Versicherung, Verwaltung und Überwachung sowie  aller bei der Wälzung von Kakaopartien zur Erhaltung ihres Zustands und Wertes entstehenden Kosten werden aus den ordentlichen Einkünften nach Artikel 31 oder den Erträgen aus dem Wiederverkauf von  Kakao bestritten. (2)  Die Kosten im Zusammenhang mit dem Rückhaltesystem nach Artikel 40 gehen zu Lasten der  Ausgleichslagerrechnung. (3)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung beschließen, die Ausgleichslagerrechnung mit den  Kosten zu belasten, die im Zusammenhang mit anderen Zusatzmaßnahmen als dem Rückhaltesystem, die  nach Artikel 39 eingeleitet werden können, entstehen. Artikel 35 Investierung von Überschußmitteln des Ausgleichslagers (1)  Mittel des Ausgleichslagers, die vorübergehend die zur Finanzierung seines Betriebs  erforderlichen Mittel überschreiten, können nach Maßgabe von durch den Rat festgelegten  Vorschriften auf geeignete Weise in Einfuhr- und Ausfuhr-Mitgliedsländern angelegt werden. (2)  Die Vorschriften haben unter anderem zu berücksichtigen, daß die für den vollen Betrieb des  Ausgleichslagers erforderlichen fluessigen Mittel vorhanden sein müssen und daß es zweckmässig ist,  den tatsächlichen Wert der Mittel zu erhalten. Artikel 36 Käufe des Ausgleichslagers (1)  Wenn der Bezugspreis über dem fakultativen Kaufpreis liegt, kauft der Leiter des  Ausgleichslagers Kakao nur insoweit, als dies notwendig ist, um den schon im Ausgleichslager  gelagerten Kakao zu wälzen, um die Qualität zu erhalten, sofern nicht der Rat durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt. Der Leiter legt dem Rat das Wälzungsprogramm zur Genehmigung  vor. (2)  Wenn der Bezugspreis bei oder unter dem fakultativen Kaufpreis, jedoch über dem unteren  Interventionspreis liegt, kann der Leiter zur Stützung des unteren Interventionspreises Kakao  kaufen, es sei denn, die Käufe sind nach Artikel 27 Absatz 7 zeitweilig eingestellt worden. (3)  Wenn der Bezugspreis bei oder unter dem unteren Interventionspreis liegt, kauft der Leiter  solche Mengen Kakao, wie notwendig sind, damit der Bezugspreis den unteren Interventionspreis  übersteigt, es sei denn, die Käufe sind nach Artikel 27 Absatz 7 zeitweilig eingestellt worden. (4)  Der Leiter kann auf Ursprungs- und Zweithandmärkten kaufen. Der Leiter räumt nach vom Rat  festzulegenden Vorschriften zur Gewährleistung eines tatsächlichen Vorrangs den Verkäufern in  Ausfuhr-Mitgliedsländern Vorrang ein. (5)  Der Leiter kauft nur Kakao anerkannter marktfähiger Standardqualitäten in Mengen von  mindestens 100 Tonnen. Dieser Kakao ist das Eigentum der Organisation und unterliegt ihrer  Kontrolle. (6)  Der Leiter kauft Kakao zu den geltenden Marktpreisen nach vom Rat festzulegenden Vorschriften.  Die Vorschriften haben die Handelsgepflogenheiten zu berücksichtigen. (7)  Der Leiter führt die erforderlichen Unterlagen, damit er seine Aufgaben aufgrund dieses  Übereinkommens wahrnehmen kann. Artikel 37 Verkäufe des Ausgleichslagers (1)  Wenn der Bezugspreis unter dem fakultativen Verkaufspreis liegt, verkauft der Leiter des  Ausgleichslagers Kakao nur insoweit, als dies notwendig ist, um den schon im Ausgleichslager  gelagerten Kakao zu wälzen, um die Qualität zu erhalten, sofern nicht der Rat durch besondere  Abstimmung etwas anderes beschließt. Der Leiter legt dem Rat das Wälzungsprogramm zur Genehmigung  vor. (2)  Wenn der Bezugspreis bei oder über dem fakultativen Verkaufspreis, jedoch unter dem oberen  Interventionspreis liegt, kann der Leiter zur Stützung des oberen Interventionspreises Kakao  verkaufen, es sei denn, die Verkäufe sind nach Artikel 27 Absatz 8 zeitweilig eingestellt worden. (3)  Wenn der Bezugspreis bei oder über dem oberen Interventionspreis liegt, verkauft der Leiter  vorbehaltlich des Artikels 41 Absatz 4 solche Mengen Kakao, wie notwendig sind, damit der  Bezugspreis unter den oberen Interventionspreis sinkt, es sei denn, die Verkäufe sind nach Maßgabe  des Artikels 27 Absatz 8 zeitweilig eingestellt worden. (4)  Der Leiter verkauft Kakao zu den geltenden Marktpreisen nach vom Rat festzulegenden  Vorschriften. Die Vorschriften haben die Handelsgepflogenheiten zu berücksichtigen. (5)  Bei Verkäufen verkauft der Leiter über die herkömmlichen Handelswege in den Mitgliedsländern,  jedoch vor allem in den Einfuhr-Mitgliedsländern, an Firmen und Organisationen, die sich mit dem  Handel oder der Verarbeitung von Kakao befassen. Artikel 38 Auflösung des Ausgleichslagers (1)  Wird dieses Übereinkommen durch ein neues Übereinkommen abgelöst, das Bestimmungen über das  Ausgleichslager enthält, so trifft der Rat alle ihm geeignet erscheinenden Vorkehrungen zum  weiteren Betrieb des Ausgleichslagers.   (2)  Tritt dieses Übereinkommen ausser Kraft, ohne daß ein neues Übereinkommen an seine Stelle  tritt, das Bestimmungen über das Ausgleichslager enthält, so gilt folgendes: a)Es werden keine weiteren Verträge zum Kauf von Kakao für das Ausgleichslager geschlossen. Der  Leiter des Ausgleichslagers verfügt unter Berücksichtigung der bestehenden Marktlage über das  Ausgleichslager nach Maßgabe der vom Rat bei Inkrafttreten dieses Übereinkommens durch besondere  Abstimmung festgelegten Vorschriften, sofern nicht der Rat diese Vorschriften vor Ausserkrafttreten  des Übereinkommens durch besondere Abstimmung ändert. Der Leiter behält das Recht, jederzeit  während der Auflösung Kakao zu verkaufen, um die Kosten der Auflösung zu decken. b)Die Verkaufserlöse und die in der Ausgleichslagerrechnung vorhandenen Mittel werden in  nachstehender Reihenfolge zur Zahlung der folgenden Kosten verwendet: ii)der Kosten der Auflösung; ii)aller noch ausstehenden, von oder im Namen der Organisation für das Ausgleichslager  eingegangenen Verbindlichkeiten zuzueglich der Zinsen. c)Etwaige nach Zahlung gemäß Buchstabe b) noch verbleibende Beträge werden in auf die Übereinkommen  von 1972 und 1975, auf das Übereinkommen von 1980 und auf dieses Übereinkommen entfallende Anteile  im Verhältnis der aufgrund des betreffenden Übereinkommens entrichteten Beiträge oder Abgaben  aufgeteilt: ii)die gemeinsam auf die Übereinkommen von 1972 und 1975 entfallenden Mittel werden den  betreffenden Ausfuhrmitgliedern im Verhältnis der auf ihre Ausfuhren entrichteten Beiträge  gezahlt; ii)die auf das Übereinkommen von 1980 und auf dieses Übereinkommen entfallenden Mittel werden in  auf die Ausfuhren entrichtete und in auf die Einfuhren entrichtete Mittel aufgeteilt. Die auf die  Ausfuhren entrichteten Mittel werden unter den betreffenden Ausfuhr-Mitgliedsländern im Verhältnis  der auf ihre Ausfuhren entrichteten Abgaben verteilt. Die auf die Einfuhren entrichteten Mittel  werden unter den betreffenden Einfuhr-Mitgliedsländern entsprechend ihren Einfuhren, für die  Abgaben entrichtet wurden, verteilt. Die Verteilung des auf diese Weise errechneten gemeinsamen  Anteils der Mitgliedstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wird von ihnen selbst nach von  diesen Ländern festzulegenden Maßstäben beschlossen. (3)a)Der im Zeitpunkt der Auflösung im Ausgleichslager verbleibende Kakao wird nach vom Rat  festzulegenden Vorschriften vor Ausserkrafttreten dieses Übereinkommens verkauft. Die Vorschriften  müssen sicherstellen, daß die Auflösung ordnungsgemäß während einer ausreichenden Frist erfolgt.  Die Vorschriften haben vorzusehen, daß die Ausgleichs- lagerverkäufe während der Zeit der Auflösung vom Rat oder einer vom Rat zu diesem Zweck  eingesetzten Ad-hoc-Gruppe ausreichend und regelmässig überwacht werden. b)Ist der Rat bei Ausserkrafttreten dieses Überein- kommens zu keinem Beschluß über die unter Buchstabe a) bezeichneten Vorschriften und/oder die Dauer  der Auflösungsfrist gelangt, so wird der Kakao des Ausgleichslagers zu dem in Anbetracht der  bestehenden Marktlage bestmöglichen Preis verkauft, wobei die üblichen Gepflogenheiten des  Kakaohandels berücksichtigt werden; dabei soll der normale Ablauf des Kakaomarkts nicht gestört  werden, doch ist die Auflösung in einer Frist von höchstens drei Jahren anzustreben, sofern nicht  mehr als 150 000 Tonnen verkauft werden müssen; in diesem Fall wird die Frist auf viereinhalb Jahre  verlängert, sofern nicht der Rat während der Auflösung etwas anderes beschließt. Artikel 39 Einleitung von Zusatzmaßnahmen (1)  Wenn der Bezugspreis während fünf aufeinanderfolgender Börsentage bei oder unter dem unteren  Interventionspreis liegt und a)das Ausgleichslager zu 80 v. H. seiner Hoechstkapazität gefuellt ist oder b)die Nettofinanzmittel des Ausgleichslagers nur zum Kauf von 30 000 Tonnen Kakao ausreichen, tritt der Rat innerhalb von zwanzig Arbeitstagen zu einer ausserordentlichen Tagung zusammen. (2)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung die Zusatzmaßnahmen beschließen, die er zur Förderung  der Preisstabilisierungsziele dieses Übereinkommens für notwendig hält. (3)  Beschließt der Rat andere Maßnahmen als das Rückhaltesystem nach Artikel 40, so entscheidet er  auf derselben Tagung, ob das Rückhaltesystem in Kraft treten soll, wenn sich die anderen Maßnahmen  zur Stützung des unteren Interventionspreises als unzureichend erweisen sollten. Beschließt der  Rat, daß das Rückhaltesystem in Kraft treten soll, so bestimmt er auch die Bedingungen, unter denen  es in Kraft treten soll.(4)  Hat der Rat fünf Börsentage nach Beginn der ausserordentlichen Tagung keinen Beschluß nach  Absatz 2 gefasst und hat der Bezugspreis während der vorhergehenden fünfzehn Börsentage bei oder  unter dem unteren Interventionspreis gelegen, so findet das in Artikel 40 vorgesehene  Rückhaltesystem Anwendung. (5)  Das Rückhaltesystem tritt in Kraft, wenn zu diesem Zeitpunkt oder später der Bezugspreis  während des vorhergehenden Zeitabschnitts von fünfzehn aufeinanderfolgenden Börsentagen bei oder  unter dem unteren Interventionspreis liegt, sofern das Ausgleichslager zu der Zeit nicht auf dem  Markt kauft. Die Käufe des Ausgleichslagers werden nur dann zeitweilig eingestellt, wenn die  Hoechstkapazität des Ausgleichslagers erreicht ist oder die Nettofinanzmittel des Ausgleichslagers  erschöpft sind. (6)  Sind die Bedingungen des Absatzes 5 bis zur nächsten ordentlichen Tagung des Rates nicht  erfuellt, so wird der Beschluß, das Rückhaltesystem anzuwenden, überprüft. Sofern der Rat nichts  anderes beschließt, wird das Rückhaltesystem weiter angewendet. Artikel 40 Rückhaltesystem (1)  Die im Rahmen des Rückhaltesystems zu irgendeinem Zeitpunkt zurückgehaltene Menge Kakao darf  120 000 Tonnen nicht übersteigen. (2)  Sind die in Artikel 39 vorgesehenen Bedingungen erfuellt, so verpflichten sich die in Anlage A  aufgeführten Ausfuhrmitglieder, gemeinsam eine erste Tranche von 30 000 Tonnen Kakaobohnen vom  Markt zurückzuhalten, sofern nicht der Rat durch besondere Abstimmung etwas anderes beschließt. (3)  Sofern nicht der Rat durch besondere Abstimmung etwas anderes beschließt, werden vorbehaltlich  der Absätze 1 und 4 nach und nach weitere Tranchen von jeweils 30 000 Tonnen Kakaobohnen von den  betreffenden Ausfuhr-Mitgliedsländern zurückgehalten, sobald der Bezugspreis während zwanzig  aufeinanderfolgender Börsentage bei oder unter dem unteren Interventionspreis gelegen hat. (4)  Sofern nicht der Rat durch besondere Abstimmung etwas anderes beschließt und nachdem das  Zurückhalten jeder weiteren Tranche ausgelöst worden ist, tritt der Rat, wenn die Bedingungen des  Artikels 39 Absatz 1 erfuellt sind, innerhalb von zwanzig Arbeitstagen zu einer ausserordentlichen  Tagung zusammen. Wird kein Beschluß gefasst, so werden nach und nach weitere Tranchen  zurückgehalten, wie in Absatz 3 vorgesehen. (5)  Jede zurückzuhaltende Tranche Kakao wird unter den Ausfuhrmitgliedern im Verhältnis ihrer  durchschnittlichen Jahresausfuhren während der letzten drei Kakaojahre, für die im  Vierteljährlichen Bulletin der Kakaostatistiken von der Organisation Zahlen veröffentlicht worden  sind, verteilt. (6)  Der Rat kann jederzeit die Verteilung unter den Ausfuhrmitgliedern auf Antrag der betreffenden  Ausfuhrmit- glieder überprüfen und die Verteilung zwischen ihnen ändern. (7)  Der aufgrund dieses Systems zurückgehaltene Kakao wird in genehmigten Lagern des  Ausgleichslagers im Sinne der Ausgleichslagervorschriften innerhalb einer Frist, die vom Rat in den  Vorschriften über das Rückhaltesystem festgelegt ist und sechs Kalendermonate nicht überschreiten  darf, eingelagert. (8)  Die Qualität des im Rahmen dieses Systems zurückgehaltenen Kakaos sowie sein Lagerung und  seine Wälzung müssen den in den Ausgleichslagervorschriften vorgesehenen Qualitätsanforderungen  entsprechen. (9)  Der zurückgehaltene Kakao bleibt das Eigentum der betreffenden Ausfuhrmitglieder. (10)  Dem Leiter des Ausgleichslagers obliegt die Überwachung der Zurückhaltung, der Lagerung und  der Wälzung des Kakaos im Rahmen des Systems. Der Kakao unterliegt der Kontrolle des Leiters. (11)  Die Verwaltungsausgaben für die Überwachung der Zurückhaltung und die Kontrolle der Wälzung  und der Lagerung gehen zu Lasten der Ausgleichslagerrechnung. (12)  Die Kosten der Beförderung, der Lagerung und der Wälzung des in genehmigten Lagern des  Ausgleichslagers gelagerten zurückgehaltenen Kakaos gehen unter folgenden Bedingungen zu Lasten der  Ausgleichslagerrechnung: a)die Fracht- und Versicherungskosten werden aus der Ausgleichslagerrechnung vorgelegt und von dem  betreffenden Erzeuger-Mitgliedsland zurückgezahlt, wenn der urückgehaltene Kakao nach Artikel 41  freigegeben wird; b)aus der Ausgleichslagerrechnung wird ein Beitrag zu den Kosten der Lagerung und der Wälzung für  die Zeit zwischen dem Zeitpunkt, zu dem der zurückgehaltene Kakao eingelagert wird, und dem  Zeitpunkt, zu dem er freigegeben wird, geleistet. Diese Zahlung je Tonne darf die  durchschnittlichen Kosten der Lagerung und der Wälzung des derzeit im Ausgleichslager befindlichen  Kakaos nicht übersteigen, und ihre Höhe wird alljährlich vom Rat auf seiner zweiten ordentlichen  Tagung festgesetzt. (13)  Solange das Rückhaltesystem in Kraft ist, bemühen sich die Einfuhrmitglieder, ihre Einfuhren  von Rohkakao aus Nichtmitgliedsländern auf die durchschnittliche Jahresmenge zu beschränken, die  aus Nichtmitgliedsländern während der drei Jahre vor Inkrafttreten des Rückhaltesystems eingeführt  worden ist. Artikel 41 Freigabe des zurückgehaltenen Kakaos (1)  Liegt zu irgendeinem Zeitpunkt nach Inkrafttreten des Rückhaltesystems der Bezugspreis an zehn  aufeinanderfolgenden Börsentagen bei oder über dem mittleren Preis, so werden 15 000 Tonnen  zurückgehaltener Kakao an die betreffenden Ausfuhrmitglieder freigegeben; damit erlischt ihre  Verpflichtung, diesen Kakao zurückzuhalten. (2)  Liegt nach der Freigabe der Bezugspreis an zehn aufeinanderfolgenden Börsentagen bei oder über  dem mittleren Preis, so findet eine weitere Freigabe derselben Menge statt. Solche Freigaben werden  fortgesetzt, a)bis der Bezugspreis unter den mittleren Preis gefallen ist oder b)bis der gesamte zurückgehaltene Kakao freigegeben ist. (3)  Liegt der Bezugspreis bei oder über dem fakultativen Verkaufspreis, so wird die nach Absatz 2  freizugebende Menge verdoppelt. (4)  Der gesamte zurückgehaltene Kakao ist freizugeben, bevor übliche Verkäufe von Kakao aus dem  Ausgleichslager erfolgen. (5)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung die Mengen und die Häufigkeit der in diesem Artikel  vorgesehenen Freigaben ändern. Artikel 42 Beachtung des Rückhaltesystems (1)  Die Mitglieder treffen alle notwendigen Maßnahmen, die zur vollen Erfuellung der von ihnen  aufgrund dieses Übereinkommens übernommenen Verpflichtungen in bezug auf das Rückhaltesystem  erforderlich sind. Falls notwendig, kann der Rat die Mitglieder auffordern, zusätzliche Maßnahmen  zur Erfuellung ihrer Verpflichtungen zu treffen. (2)  Die in Anlage A aufgeführten Ausfuhrmitglieder verpflichten sich, ihre Verkäufe in einer Weise  zu regeln, daß sie eine ordnungsgemässe Absatzpolitik gewährleisten und in der Lage sind, jederzeit  das Rückhaltesystem zu beachten, sofern und sobald es in Kraft tritt. Zu diesem Zweck wird der Rat  vor Beginn jedes Kakaojahrs die Hoechstmenge berechnen und angeben, die innerhalb der in Artikel 40  Absatz 1 bezeichneten Grenzen während des folgenden Jahres aufgrund der vorhersehbaren  statistischen Angebots- und Nachfragesituation möglicherweise zurückgehalten werden muß, wobei die  restliche Kapazität des Ausgleichslagers und seine verfügbaren Mittel berücksichtigt werden. Auf  der Grundlage dieser Hoechstmenge legt der Rat für jedes betroffene Ausfuhrmitglied indikative  Rückhaltemengen fest. Der Rat legt Vorschriften für die Berechnung dieser Rückhaltemengen und für  die Modalitäten ihrer Anwendung fest, um den betroffenen Ausfuhrmitgliedern bei der Erfuellung ihrer  Verpflichtungen zum Zurückhalten von Kakao zu helfen. (3)  Der Rat legt durch besondere Abstimmung so bald wie möglich und in jedem Fall vor Ablauf des  ersten Jahres nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens Vorschriften für den Betrieb, die Beachtung  und die Kontrolle fest, um die Wirksamkeit des Rückhaltesystems in bezug auf die Erreichung der  Ziele dieses Übereinkommens sicherzustellen, ohne in die Erfuellung der vor Inkrafttreten des  Rückhaltesystems geschlossenen bona-fide-Verträge einzugreifen. Artikel 43 Wiedereinführung der üblichen Käufe des Ausgleichslagers (1)  Bessert sich, während das Rückhaltesystem in Kraft ist, die Finanzlage des Ausgleichslagers  so, daß der Leiter des Ausgleichslagers mindestens 30 000 Tonnen Kakao kaufen kann, so erfolgen  keine weiteren Zurückhaltungen. Der Leiter nimmt die üblichen Ausgleichslagerkäufe wieder auf, bis  entweder das Ausgleichslager bis zu seiner Kapazität gefuellt ist oder die Finanzmittel des  Ausgleichslagers erschöpft sind. (2)  Die betroffenen Ausfuhrmitglieder bleiben verpflichtet, alle ihre aufgrund der früheren  Zurückhaltetranchen eingegangenen Verpflichtungen zu erfuellen. (3)  Sofern der Rat nichts anderes beschließt, tritt das Rückhaltesystem selbsttätig wieder in  Kraft, sobald der Bezugspreis während fünf aufeinanderfolgender Börsentage bei oder unter dem  unteren Interventionspreis gelegen hat, falls a)das Ausgleichslager bis zur Hoechstkapazität gefuellt ist oder b)die Finanzmittel des Ausgleichslagers erschöpft sind, vorausgesetzt, daß die zulässige Gesamtmenge für Zurückhaltungen nicht erreicht ist. Artikel 44 Überprüfung (1)  Während der Geltungsdauer dieses Übereinkommens kann der Rat jederzeit jede Bestimmung über  das Rückhaltesystem mit Ausnahme des Artikels 40 Absatz 1 überprüfen und durch besondere Abstimmung  ändern. (2)  Falls der Bezugspreis weiter fällt, nachdem die in Artikel 40 Abatz 1 vorgesehene Gesamtmenge  der Zurückhaltungen erschöpft ist, tritt der Rat zu einer ausserordentlichen Tagung zusammen, um die  Lage zu überprüfen und andere Maßnahmen zu erwägen. Artikel 45 Konsultation und Zusammenarbeit innerhalb der Kakaowirtschaft (1)  Der Rat empfiehlt den Mitgliedern, die Meinung von Sachverständigen in Kakaofragen  einzuholen. (2)  In Erfuellung ihrer Verpflichtungen aufgrund dieses Übereinkommens beachten die Mitglieder bei  ihrer Tätigkeit die herkömmlichen Handelswege und berücksichtigen gebührend die rechtmässigen  Interessen aller Bereiche der Kakaowirtschaft. (3)  Die Mitglieder mischen sich nicht in Schiedsverfahren über kommerzielle Streitigkeiten  zwischen Kakaokäufern und -verkäufern ein, wenn wegen der zur Durchführung dieses Übereinkommens  erlassenen Vorschriften Verträge nicht erfuellt werden können, und behindern nicht den Abschluß von  Schiedsverfahren. Die Verpflichtung der Mitglieder zur Einhaltung dieses Übereinkommens wird in  derartigen Fällen nicht als Grund für die Nichterfuellung eines Vertrags oder als Einrede  anerkannt. KAPITEL VIII MELDUNG VON AUSFUHREN UND EINFUHREN SOWIE ÜBERWACHUNGSMASSNAHMEN Artikel 46 Meldung von Ausfuhren und Einfuhren (1)  Der Exekutivdirektor führt im Einklang mit vom Rat festgelegten Vorschriften ein Verzeichnis  der Kakaoausfuhren und -einfuhren der Mitglieder. (2)  Zu diesem Zweck werden dem Exekutivdirektor in vom Rat bestimmten Abständen von jedem Mitglied  die Mengen seiner Kakaoausfuhren nach Bestimmungsland und die Mengen seiner Kakaöinfuhren nach  Ursprungsland sowie alle sonstigen vom Rat vorgeschriebenen Angaben gemeldet. (3)  Der Exekutivdirektor führt ein Verzeichnis der von jedem Ausfuhrmitglied nach Artikel 40  zurückgehaltenen bzw. des an jedes Ausfuhrmitglied nach Artikel 41 freigegebenen Kakaos. (4)  Jedes betroffene Ausfuhrmitglied meldet dem Exekutivdirektor monatlich oder in vom Rat  bestimmten anderen Abständen die Gesamtmenge des zurückgehaltenen Kakaos sowie alle sonstigen vom  Rat vorgeschriebenen Angaben. (5)  Der Rat legt die Vorschriften fest, die er für erforderlich hält, um Fällen der  Nichteinhaltung dieses Artikels zu begegnen. Artikel 47 Überwachungsmaßnahmen (1)  Jedes Kakao ausführende Mitglied hat die Vorlage einer vom Rat genehmigten Kontrollunterlage  oder gegebenenfalls einer gültigen Abgabebescheinigung zu verlangen, bevor es den Versand von Kakao  aus seinem Zollgebiet gestattet. Jedes Kakao einführende Mitglied hat die Vorlage einer vom Rat  genehmigten Kontrollunterlage oder gegebenenfalls einer gültigen Abgabebescheinigung zu verlangen,  bevor es die Einfuhr von Kakao in sein Zollgebiet gestattet, gleichviel ob sie von einem Mitglied  oder einem Nichtmitglied erfolgt. (2)  Abgabebescheinigungen sind nicht erforderlich für Ausfuhren durch Ausfuhrmitglieder für  humanitäre oder andere nichtkommerzielle Zwecke, sofern der Rat zu dem Ergebnis gelangt, daß der  Kakao für diese Zwecke ausgeführt worden ist. Der Rat veranlasst die Ausgabe entsprechender  Kontrollunterlagen für diese Lieferungen. (3)  Der Rat legt durch besondere Abstimmung alle von ihm für erforderlich erachteten Vorschriften  über Abgabebescheinigungen und sonstige vom Rat genehmigte Kontrollunterlagen fest. (4)  Für Edelkakao erlässt der Rat alle von ihm für erforderlich erachteten Vorschriften über die  Vereinfachung des Verfahrens für vom Rat genehmigte Kontrollunterlagen unter Berücksichtigung aller  einschlägigen Faktoren. (5)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung alle oder einige Bestimmungen dieses Artikels ausser  Kraft setzen. KAPITEL IX ANGEBOT UND NACHFRAGE Artikel 48 Zusammenarbeit unter den Mitgliedern (1)  Die Mitglieder erkennen an, daß es wichtig ist, das grösstmögliche Wachstum der Kakaowirtschaft  zu sichern und somit ihre Anstrengungen zu koordinieren, um die dynamische Ausweitung der Erzeugung  und des Verbrauchs zu unterstützen, um so ein möglichst stabiles Gleichgewicht zwischen Angebot und  Nachfrage sicherzustellen. Zur Erreichung dieses Zieles arbeiten sie in vollem Umfang mit dem Rat  zusammen. (2)  Der Rat zeigt die Hindernisse für die harmonische Entwicklung und die dynamische Ausweitung  der Kakaowirtschaft auf und strebt allseitig annehmbare praktische Maßnahmen zur Überwindung dieser  Hindernisse an. Die Mitglieder werden bestrebt sein, die vom Rat ausgearbeiteten und empfohlenen  Maßnahmen anzuwenden. (3)  Die Organisation sammelt die verfügbaren Informationen, die notwendig sind, um möglichst  zuverlässig die gegenwärtige und potentielle Verbrauchs- und Produktionskapazität der Welt  festzustellen, und hält diese Informationen auf dem neuesten Stand. Bei der Ausarbeitung dieser  Studien arbeiten die Mitglieder in vollem Umfang mit der Organisation zusammen. Artikel 49 Erzeugung und Bestände (1)  Jedes Ausfuhrmitglied kann einen Plan zur Anpassung seiner Erzeugung ausarbeiten, damit das in  Artikel 48 bezeichnete Ziel erreicht werden kann. Jedes beteiligte Ausfuhrmitglied ist für die  Politik und die Verfahren verantwortlich, die es zur Erreichung dieses Zieles anwendet, und wird  bestrebt sein, den Rat so regelmässig wie möglich über solche Maßnahmen zu unterrichten. (2)  Auf der Grundlage eines genauen Berichts, der vom Exekutivdirektor wenigstens einmal im Jahr  vorgelegt wird, überprüft der Rat die allgemeine Lage im Hinblick auf die Kakaörzeugung und  beurteilt insbesondere die Entwicklung des Gesamtangebots im Licht dieses Artikels. Auf der  Grundlage dieser Beurteilung kann der Rat Empfehlungen an die Mitglieder richten. Der Rat kann  einen Ausschuß einsetzen, der ihn bezueglich dieses Artikels unterstützt. (3)  Der Rat überprüft jährlich die Höhe der Bestände in der Welt und gibt auf der Grundlage dieser  Überprüfung etwa erforderliche Empfehlungen ab. Zu diesem Zweck stellen die Mitglieder alle vom Rat  dafür benötigten Informationen zur Verfügung. Artikel 50 Sicherstellung der Versorgung und Zugang zu den Märkten (1)  Die Mitglieder verfolgen ihre Handelspolitik im Hinblick auf die Ziele dieses Übereinkommens  so, daß diese Ziele erreicht werden können. Insbesondere erkennen sie an, daß eine regelmässige  Versorgung mit Kakao und ein regelmässiger Zugang zu ihren Märkten für Kakao sowohl für die Einfuhr-  als auch für die Ausfuhrmitglieder wesentlich sind. (2)  Die Ausfuhrmitglieder werden bestrebt sein, innerhalb der Grenzen der Beschränkungen ihrer  Entwicklung eine Verkaufs- und Ausfuhrpolitik nach Maßgabe dieses Übereinkommens zu verfolgen, die  das Verkaufsangebot an verfügbarem Kakao nicht künstlich einschränkt und die regelmässige  Kakaoversorgung der Einführer in den Einfuhr-Mitgliedsländern sicherstellt. (3)  Die Einfuhrmitglieder unternehmen alle Anstrengungen, innerhalb der Grenzen ihrer  internationalen Verpflichtungen eine Politik nach Maßgabe dieses Übereinkommens zu verfolgen,  welche die Kakaonachfrage nicht künstlich einschränkt und den Ausführern den regelmässigen Zugang zu  ihren Kakaomärkten sichert. (4)  Die Mitglieder unterrichten den Rat über alle zur Durchführung dieses Artikels getroffenen  Maßnahmen. (5)  Zur Erreichung der in diesem Artikel genannten Ziele kann der Rat Empfehlungen an die  Mitglieder richten; er prüft regelmässig die erzielten Ergebnisse. Artikel 51 Verbrauch und Werbung (1)  Alle Mitglieder werden bestrebt sein, die Ausweitung des Kakaoverbrauchs im Einklang mit ihren  Mitteln und Methoden zu fördern. (2)  Alle Mitglieder werden bestrebt sein, den Rat so regelmässig wie möglich über wichtige  nationale Verordnungen und sachdienliche Informationen über den Kakaoverbrauch zu unterrichten. (3)  Auf der Grundlage eines genauen Berichts, der vom Exekutivdirektor vorgelegt wird, überprüft  der Rat die allgemeine Lage im Hinblick auf den Kakaoverbrauch und beurteilt insbesondere die  Entwicklung der Gesamtnachfrage im Licht der Bestimmungen dieses Artikels. Auf der Grundlage dieser  Beurteilung kann der Rat Empfehlungen an die Mitglieder richten. (4)  Der Rat kann einen Ausschuß mit der Aufgabe einsetzen, die Ausweitung des Kakaoverbrauchs  sowohl in den Ausfuhr- als auch in den Einfuhr-Mitgliedsländern anzuregen. Die Mitgliedschaft im  Ausschuß ist auf Mitglieder beschränkt, die für das Werbeprogramm Beiträge leisten. Die Kosten  dieser Werbeprogramme werden durch Beiträge der Ausfuhrmitglieder gedeckt. Die Einfuhrmitglieder  können gleichfalls finanzielle Beiträge leisten. Der Ausschuß bemüht sich, die Zustimmung eines  Mitglieds zu erwirken, bevor in dessen Hoheitsgebiet ein Werbefeldzug durchgeführt wird. Artikel 52 Kakaörsatzstoffe (1)  Die Mitglieder erkennen an, daß die Verwendung von Ersatzstoffen die Ausweitung des  Kakaoverbrauchs beeinträchtigen kann. Im Hinblick darauf kommen sie überein, Vorschriften für  Kakaörzeugnisse und Schokolade zu erlassen oder bestehende Vorschriften erforderlichenfalls so  abzuwandeln, daß sie die Verwendung nicht aus Kakao gewonnener Stoffe anstelle von Kakao zur  Irreführung der Verbraucher verbieten. (2)  Bei der Ausarbeitung oder Überprüfung von Vorschriften nach den Grundsätzen des Absatzes 1  berücksichtigen die Mitglieder in vollem Umfang die Empfehlungen und Beschlüsse der zuständigen  internationalen Einrichtungen wie des Rates und des Kodexausschusses für Kakaörzeugnisse und  Schokolade. (3)  Der Rat kann einem Mitglied empfehlen, Maßnahmen zu treffen, die er für angebracht hält, um  die Beachtung dieses Artikels zu gewährleisten. (4)  Der Exekutivdirektor legt dem Rat einen Jahresbericht über die Entwicklung der Lage in dieser  Hinsicht und darüber vor, wie dieser Artikel beachtet wird. Artikel 53 Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung Der Rat kann die wissenschaftliche Forschung und Entwicklung im Bereich der Erzeugung, der  Herstellung und des Verbrauchs von Kakao und der Verbreitung und praktischen Anwendung der in  diesem Bereich erzielten Ergebnisse fördern und unterstützen. Zu diesem Zweck kann der Rat mit  internationalen Organisationen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. KAPITEL X VERARBEITETER KAKAO Artikel 54 Verarbeiteter Kakao (1)  Es wird anerkannt, daß die Entwicklungsländer ihre Wirtschaft auf eine breitere Grundlage  stellen müssen, insbesondere durch Industrialisierung und die Ausfuhr von Endprodukten, wozu auch  die Verarbeitung von Kakao und die Ausfuhr von Kakaörzeugnissen und Schokolade gehören. In diesem  Zusammenhang wird auch die Notwendigkeit anerkannt, eine ernstliche Schädigung der Kakaowirtschaft  der Ausfuhrmitglieder und der Einfuhrmitglieder zu vermeiden. (2)  Ist ein Mitglied der Ansicht, daß die Gefahr einer Schädigung seiner Interessen auf einem  dieser Gebiete besteht, so kann es mit dem anderen beteiligten Mitglied Konsultationen aufnehmen,  um eine für die betroffenen Parteien zufriedenstellende Einigung zu erreichen; gelingt dies nicht,  so kann sich das Mitglied an den Rat wenden, der seine guten Dienste in der Sache dazu verwendet,  eine derartige Einigung herbeizuführen. KAPITEL XI BEZIEHUNGEN ZWISCHEN MITGLIEDERN UND NICHTMITGLIEDERN Artikel 55 Handelsgeschäfte mit Nichtmitgliedern (1)  Die Ausfuhrmitglieder verpflichten sich, unter Berücksichtigung der üblichen  Handelsgepflogenheiten, an Nichtmitglieder keinen Kakao zu günstigeren Handelsbedingungen zu  verkaufen, als sie gleichzeitig den Einfuhrmitgliedern zu bieten bereit sind. (2)  Die Einfuhrmitglieder verpflichten sich, unter Berücksichtigung der üblichen  Handelsgepflogenheiten, von Nichtmitgliedern keinen Kakao zu günstigeren Handelsbedingungen zu  kaufen, als sie gleichzeitig von Ausfuhrmitgliedern anzunehmen bereit sind. (3)  Der Rat überprüft regelmässig die Anwendung der Absätze 1 und 2 und kann die Mitglieder  auffordern, nach Artikel 56 zweckdienliche Auskünfte zu erteilen. (4)  Ein Mitglied, das Grund zu der Annahme hat, daß ein anderes Mitglied die Verpflichtung des  Absatzes 1 oder 2 nicht erfuellt hat, kann den Exekutivdirektor davon unterrichten und  Konsultationen nach Artikel 61 verlangen oder die Angelegenheit nach Artikel 63 an den Rat  verweisen. KAPITEL XII INFORMATION UND UNTERSUCHUNGEN Artikel 56 Information (1)  Die Organisation dient als Zentralstelle, die auf wirksame Weise folgende Angaben sammelt,  austauscht und veröffentlicht: a)statistische Angaben über Welterzeugung, -preise, -ausfuhren und -einfuhren, -verbrauch und  -bestände von Kakao und b)technische Angaben über Anbau, Verarbeitung und Verwendung von Kakao, soweit dies für  zweckdienlich erachtet wird. (2)  Der Rat kann die Mitglieder auffordern, ausser den Angaben, die sie aufgrund anderer Artikel  zur Verfügung zu stellen haben, alle Angaben vorzulegen, die er für seine Tätigkeit als notwendig  erachtet, einschließlich regelmässiger Berichte über die Politik in bezug auf Erzeugung und  Verbrauch, Preise, Ausfuhren und Einfuhren, Bestände und Besteuerung. (3)  Unterlässt es ein Mitglied, die vom Rat zur ordnungsgemässen Tätigkeit der Organisation  angeforderten statistischen und sonstigen Angaben in angemessener Zeit vorzulegen, oder trifft es  dabei auf Schwierigkeiten, so kann der Rat das betreffende Mitglied ersuchen, die Gründe für die  Unterlassung anzugeben. Stellt sich heraus, daß in der Angelegenheit technische Hilfe benötigt  wird, so kann der Rat die hierfür notwendigen Maßnahmen treffen. (4)  Der Rat veröffentlicht zu geeigneten Zeitpunkten, mindestens jedoch zweimal in jedem  Kakaojahr, Schätzungen der Erzeugung von Kakaobohnen und der Vermahlungen für das laufende  Kakaojahr. Artikel 57 Untersuchungen Soweit es der Rat für notwendig hält, fördert er Untersuchungen über die Wirtschaft der  Kakaörzeugung und -vermarktung einschließlich der Entwicklungstendenzen und -vorausschätzungen,  die Auswirkung staatlicher Maßnahmen in den Ausfuhr- und Einfuhrländern auf die Erzeugung und den  Verbrauch von Kakao, Möglichkeiten der Ausweitung des Kakaoverbrauchs sowohl für herkömmliche  Zwecke als auch für etwaige neue Verwendungsarten sowie die Auswirkungen der Durchführung dieses  Übereinkommens auf Kakaoausführer und -einführer einschließlich ihrer Handelsbedingungen; er kann  Empfehlungen über die Themen dieser Untersuchungen an die Mitglieder richten. Bei der Förderung  dieser Untersuchungen kann der Rat mit internationalen Organisationen und anderen geeigneten  Einrichtungen zusammenarbeiten. Artikel 58 Jährliche Überprüfung und jährlicher Bericht (1)  Der Rat überprüft so bald wie möglich nach Ende jedes Kakaojahres die Durchführung dieses  Übereinkommens und die Art und Weise, in der die Mitglieder die Grundsätze dieses Übereinkommens  beachten und seine Ziele fördern. Der Rat kann daraufhin an die Mitglieder Empfehlungen über  Möglichkeiten zur besseren Durchführung dieses Übereinkommens richten. (2)  Der Rat veröffentlicht einen Jahresbericht. Dieser Bericht umfasst einen Abschnitt über die in  Absatz 1 vorgesehene jährliche Überprüfung. (3)  Der Rat kann auch alle anderen Informationen veröffentlichen, die er für zweckdienlich  erachtet. KAPITEL XIII BEFREIUNG VON VERPFLICHTUNGEN SOWIE DIFFERENZIERTE UND ABHILFEMASSNAHMEN Artikel 59 Befreiung von Verpflichtungen unter aussergewöhnlichen Umständen (1)  Der Rat kann bei Vorliegen von aussergewöhnlichen Umständen oder Notfällen, höherer Gewalt oder  internationalen Verpflichtungen aufgrund der Charta der Vereinten Nationen für Hoheitsgebiete, die  nach dem Treuhandsystem verwaltet werden, ein Mitglied durch besondere Abstimmung von einer  Verpflichtung befreien. (2)  Bei einer Befreiung nach Absatz 1 legt der Rat ausdrücklich die Voraussetzungen und  Bedingungen fest, unter denen das Mitglied von der Verpflichtung entbunden ist, bestimmt die  Geltungsdauer der Befreiung und gibt die Gründe für die Gewährung der Befreiung an. (3)  Ungeachtet der Absätze 1 und 2 gewährt der Rat einem Mitglied keine Befreiung a)von der Verpflichtung zur Beitragsleistung nach Artikel 24 oder den Folgen der Nichtzahlung; b)von der Verpflichtung, die Zahlung aller Abgaben nach Artikel 32 zu verlangen. Artikel 60 Differenzierte und Abhilfemaßnahmen In der Entwicklung befindliche Einfuhrmitglieder und Mitglieder aus dem Kreis der am wenigsten  entwickelten Länder, deren Interessen durch nach diesem Übereinkommen ergriffene Maßnahmen  nachteilig beeinflusst werden, können den Rat um geeignete differenzierte und Abhilfemaßnahmen  ersuchen. Der Rat erwägt das Ergreifen solcher geeigneten Maßnahmen im Einklang mit Teil III Absatz  3 der von der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung angenommenen  Entschließung 93 (IV). KAPITEL XIV KONSULTATIONEN, STREITIGKEITEN UND BESCHWERDEN Artikel 61 Konsultationen Jedes Mitglied prüft eingehend und sorgfältig die Vorstellungen eines anderen Mitglieds über die  Auslegung oder Anwendung dieses Übereinkommens und bietet ihm angemessene  Konsultationsmöglichkeiten. Im Verlauf dieser Konsultationen legt der Exekutivdirektor auf Antrag  der einen und mit Zustimmung der anderen Partei ein geeignetes Vergleichsverfahren fest. Die Kosten  dieses Verfahrens gehen nicht zu Lasten der Organisation. Führt ein solches Verfahren zu einer  Lösung, so wird ein Bericht darüber dem Exekutivdirektor vorgelegt. Wird keine Lösung erzielt, so  kann die Angelegenheit auf Antrag einer Partei nach Artikel 62 an den Rat verwiesen werden. Artikel 62 Streitigkeiten (1)  Jede Streitigkeit über die Auslegung oder Anwendung dieses Übereinkommens, die nicht von den  Streitparteien beigelegt wird, ist auf Antrag einer Streitpartei dem Rat zur Entscheidung  vorzulegen. (2)  Ist eine Streitigkeit dem Rat nach Absatz 1 vorgelegt worden und ist darüber beraten worden,  so kann der Rat von Mitgliedern, denen mindestens ein Drittel der Gesamtstimmenzahl zusteht, oder  von fünf beliebigen Mitgliedern aufgefordert werden, von einer nach Absatz 3 einzusetzenden  Ad-hoc-Beratungsgruppe ein Gutachten über die strittigen Fragen einzuholen, bevor er seine  Entscheidung trifft. (3)a)Sofern der Rat nicht einstimmig etwas anderes beschließt, setzt sich die  Ad-hoc-Beratungsgruppe zusammen iii)aus zwei von den Ausfuhrmitgliedern benannten Personen, von denen eine ausgedehnte Erfahrungen  in Fragen der strittigen Art und die andere Ansehen und Erfahrung als Jurist besitzt; iii)aus zwei von den Einfuhrmitgliedern benannten Personen, von denen eine ausgedehnte Erfahrung in  Fragen der strittigen Art und die andere Ansehen und Erfahrung als Jurist besitzt; iii)aus einem Vorsitzenden, der einvernehmlich von den nach den Ziffern i) und ii) benannten vier  Personen oder, falls diese zu keiner Einigung gelangen, von dem Vorsitzenden des Rates bestellt  wird. b)Der Ad-hoc-Beratungsgruppe können Staatsangehörige von Mitgliedern angehören. c)Die in die Ad-hoc-Beratungsgruppe berufenen Personen sind in persönlicher Eigenschaft und ohne  Weisungen irgendeiner Regierung tätig. d)Die Kosten der Ad-hoc-Beratungsgruppe trägt die Organisation. (4)  Das Gutachten der Ad-hoc-Beratungsgruppe wird mit einer Begründung dem Rat vorgelegt; dieser  fasst nach Prüfung aller erheblichen Unterlagen einen Beschluß zur Entscheidung der Streitigkeit. Artikel 63 Beschwerden und Maßnahmen des Rates (1)  Jede Beschwerde darüber, daß ein Mitglied seinen Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen  nicht nachgekommen ist, wird auf Antrag des beschwerdeführenden Mitglieds dem Rat vorgelegt; dieser  berät und entscheidet darüber. (2)  Für eine Feststellung des Rates, daß ein Mitglied seine Verpflichtungen aus diesem  Übereinkommen verletzt hat, ist die einfache beiderseitige Mehrheit erforderlich; die Art der  Verletzung ist anzugeben. (3)  Stellt der Rat als Ergebnis einer Beschwerde oder auf andere Weise fest, daß ein Mitglied  seine Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen verletzt hat, so kann er unbeschadet aller sonstigen  in anderen Artikeln dieses Übereinkommens einschließlich des Artikels 73 ausdrücklich vorgesehenen  Maßnahmen durch besondere Abstimmung a)dem Mitglied sein Stimmrecht im Rat und im Exekutivausschuß zeitweilig entziehen und, b)wenn er dies für erforderlich hält, dem Mitglied weitere Rechte einschließlich des Rechtes, sich  um einen Sitz im Rat oder in einem seiner Ausschüsse zu bewerben oder ihn innezuhaben, zeitweilig  entziehen, bis das Mitglied seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. (4)  Ein Mitglied, dem sein Stimmrecht nach Absatz 3 zeitweilig entzogen ist, hat seinen  finanziellen und sonstigen Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen weiterhin nachzukommen. KAPITEL XV GERECHTE ARBEITSNORMEN Artikel 64 Gerechte Arbeitsnormen Die Mitglieder erklären, daß sie sich zwecks Hebung des Lebensstandards ihrer Bevölkerung und zur  Sicherung der Vollbeschäftigung bemühen werden, in den verschiedenen Zweigen der Kakaörzeugung in  den betreffenden Ländern im Einklang mit ihrem Entwicklungsstand gerechte Arbeitsnormen und  Arbeitsbedingungen aufrechtzuerhalten, und zwar für die darin beschäftigten Arbeitnehmer sowohl in  der Landwirtschaft als auch in der Industrie. KAPITEL XVI SCHLUSSBESTIMMUNGEN Artikel 65 Unterzeichnung Dieses Übereinkommen liegt vom 1. September 1986 bis zum 30. September 1986 am Sitz der Vereinten  Nationen für die Vertragsparteien des Internationalen Kakao-Übereinkommens von 1980 und für die zur  Kakaokonferenz der Vereinten Nationen von 1984 eingeladenen Regierungen zur Unterzeichnung auf. Artikel 66 Verwahrer Der Generalsekretär der Vereinten Nationen wird hiermit zum Verwahrer dieses Übereinkommens  bestimmt. Artikel 67 Ratifikation, Annahme, Genehmigung (1)  Dieses Übereinkommen bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung durch die  Unterzeichnerregierungen nach Maßgabe ihrer verfassungsrechtlichen Verfahren. (2)  Die Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunden werden bis zum 31. Dezember 1986 beim  Verwahrer hinterlegt. Jedoch kann der Rat des Internationalen Kakao-Übereinkommens von 1980 oder  der Rat dieses Übereinkommens Unterzeichnerregierungen, die ihre Urkunde bis zu dem genannten  Zeitpunkt nicht hinterlegen können, Fristverlängerungen gewähren. (3)  Jede Regierung, die eine Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunde hinterlegt, hat bei  der Hinterlegung anzugeben, ob es sich um ein Ausfuhrmitglied oder ein Einfuhrmitglied handelt. Artikel 68 Beitritt (1)  Dieses Übereinkommen liegt für die Regierung jedes Staates zu den vom Rat festgesetzten  Bedingungen zum Beitritt auf. (2)  Der Rat des Internationalen Kakao-Übereinkommens von 1980 kann bis zum Inkrafttreten dieses  Übereinkommens die in Absatz 1 bezeichneten Bedingungen festsetzen; sie bedürfen der Bestätigung  durch den Rat dieses Übereinkommens. (3)  Bei der Festsetzung der in Absatz 1 bezeichneten Bedingungen bestimmt der Rat, in welcher  Anlage zu diesem Übereinkommen der beitretende Staat als aufgeführt gilt, wenn dieser Staat in  keiner Anlage aufgeführt ist. (4)  Der Beitritt erfolgt durch Hinterlegung einer Beitrittsurkunde beim Verwahrer. Artikel 69 Notifikation der vorläufigen Anwendung (1)  Eine Unterzeichnerregierung, die dieses Übereinkommen ratifizieren, annehmen oder genehmigen  will, oder eine Regierung, für die der Rat Beitrittsbedingungen festgesetzt hat, die jedoch ihre  Urkunde noch nicht hinterlegen konnte, kann dem Verwahrer jederzeit notifizieren, daß sie nach  Maßgabe ihrer verfassungsrechtlichen Verfahren dieses Übereinkommen von seinem Inkrafttreten nach Artikel 70 an oder, wenn es bereits in Kraft  ist, von einem bestimmten Tag an vorläufig anwenden wird. Jede Regierung, die eine solche  Notifikation vornimmt, hat gleichzeitig anzugeben, ob sie Ausfuhrmitglied oder Einfuhrmitglied sein  wird. (2)  Eine Regierung, die nach Absatz 1 notifiziert hat, daß sie dieses Übereinkommen von seinem  Inkrafttreten oder von einem bestimmten Tag an anwenden wird, ist von diesem Zeitpunkt an  vorläufiges Mitglied. Sie bleibt bis zum Tag der Hinterlegung ihrer Ratifikations-, Annahme-,  Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde vorläufiges Mitglied. Artikel 70 Inkrafttreten (1)  Dieses Übereinkommen tritt am 1. Oktober 1986 oder an irgendeinem Tag danach endgültig in  Kraft, wenn bis dahin Regierungen, die mindestens fünf Ausfuhrländer mit mindestens 80 v. H. der  Gesamtausfuhren der in Anlage D aufgeführten Länder vertreten, sowie Regierungen, die Einfuhrländer  mit mindestens 65 v. H. der Gesamteinfuhren nach Anlage E vertreten, ihre Ratifikations-, Annahme-,  Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde beim Verwahrer hinterlegt haben. Es tritt auch endgültig in  Kraft, sobald es vorläufig in Kraft getreten ist und die erforderlichen Hundertsätze durch die  Hinterlegung von Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden erfuellt sind. (2)  Ist dieses Übereinkommen nicht nach Absatz 1 endgültig in Kraft getreten, so tritt es am 1.  Oktober 1986 vorläufig in Kraft, wenn bis dahin Regierungen, die mindestens fünf Ausfuhrländer mit  mindestens 80 v. H. der Gesamtausfuhren der in Anlage D aufgeführten Länder vertreten, sowie  Regierungen, die Einfuhrländer mit mindestens 60 v. H. der Gesamteinfuhren nach Anlage E vertreten,  ihre Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde hinterlegt oder dem Verwahrer  notifiziert haben, daß sie dieses Übereinkommen vorläufig anwenden werden, wenn es in Kraft tritt.  Diese Regierungen sind vorläufige Mitglieder. (3)  Sind die Voraussetzungen für das Inkrafttreten nach Absatz 1 oder Absatz 2 bis zum 1. Oktober  1986 nicht erfuellt, so beraumt der Generalsekretär der Vereinten Nationen zu dem frühesten ihm  möglich erscheinenden Zeitpunkt eine Sitzung derjenigen Regierungen an, die eine Ratifikations-,  Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde hinterlegt oder dem Verwahrer notifiziert haben, daß  sie dieses Übereinkommen vorläufig anwenden werden. Diese Regierungen können entscheiden, ob sie  dieses Übereinkommen im Verhältnis untereinander ganz oder teilweise vorläufig oder endgültig an  einem von ihnen festzulegenden Tag in Kraft setzen oder eine andere Regelung treffen wollen, die  sie für notwendig halten. Die Bestimmungen dieses Übereinkommens über Maßnahmen zur Intervention  auf dem Markt werden jedoch erst in Kraft gesetzt, wenn Regierungen, die mindestens fünf  Ausfuhrländer mit mindestens 80 v. H. der Gesamtausfuhren der in Anlage D aufgeführten Länder  vertreten, ihre Ratifikatons-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde hinterlegt oder dem  Verwahrer notifiziert haben, daß sie dieses Übereinkommen vorläufig anwenden werden, wenn es in  Kraft tritt. (4)  Für eine Regierung, für die eine Ratifikations-, Annahme- Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde  oder eine Notifikation der vorläufigen Anwendung nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens gemäß  Absatz 1, Absatz 2 oder Absatz 3 hinterlegt wird, wird die Urkunde oder die Notifikation am Tag der  Hinterlegung und in bezug auf die Notifikation der vorläufigen Anwendung nach Maßgabe des Artikels  69 Absatz 1 wirksam. Artikel 71 Vorbehalte Vorbehalte zu diesem Übereinkommen sind nicht zulässig. Artikel 72 Rücktritt (1)  Jedes Mitglied kann jederzeit nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens durch eine an den  Verwahrer gerichtete schriftliche Rücktrittsanzeige von diesem Übereinkommen zurücktreten. Das  Mitglied unterrichtet den Rat umgehend von den von ihm getroffenen Maßnahmen. (2)  Der Rücktritt wird neunzig Tage nach Eingang der Anzeige beim Verwahrer wirksam. Sinkt infolge  eines Rücktritts die Zahl der Mitglieder dieses Übereinkommens unter die nach Artikel 70 Absatz 1  für sein Inkrafttreten erforderliche Zahl, so tritt der Rat zu einer ausserordentlichen Tagung  zusammen, um die Lage zu überprüfen und geeignete Beschlüsse zu fassen; dabei kann er durch  besondere Abstimmung die zeitweilige Aufhebung der Bestimmungen über Maßnahmen zur Intervention auf  dem Markt beschließen. Artikel 73 Ausschluß Stellt der Rat nach Artikel 63 Absatz 3 fest, daß ein Mitglied seine Verpflichtungen aus diesem  Übereinkommen verletzt hat, und beschließt er ferner, daß diese Verletzung die Durchführung dieses  Übereinkommens erheblich beeinträchtigt, so kann er dieses Mitglied durch besondere Abstimmung aus  der Organisation ausschließen. Der Rat notifiziert diesen Ausschuß umgehend dem Verwahrer. Das  Mitglied verliert seine Mitgliedschaft in der Organisation neunzig Tage nach dem Beschluß des  Rates. Artikel 74 Kontenabrechnung mit zurücktretenden oder ausgeschlossenen Mitgliedern (1)  Der Rat regelt die Kontenabrechnung mit einem zurücktretenden oder ausgeschlossenen Mitglied.  Die Organisation behält die von einem zurücktretenden oder ausgeschlossenen Mitglied bereits  eingezahlten Beträge ein, und das Mitglied bleibt zur Zahlung der bei Wirksamwerden des Rücktritts  oder des Ausschlusses fälligen Beträge verpflichtet; jedoch kann der Rat in Fällen, in denen eine  Vertragspartei eine Änderung nicht annehmen kann und deshalb nach Artikel 76 Absatz 2 nicht länger  an diesem Übereinkommen teilnimmt, eine von ihm für angemessen erachtete Kontenabrechnung  festlegen. (2)  Vorbehaltlich des Absatzes 1 hat ein Mitglied, das zurücktritt oder ausgeschlossen wird oder  sonst an diesem Übereinkommen nicht mehr beteiligt ist, keinen Anspruch auf Beteiligung am Erlös  aus der Auflösung des Ausgleichslagers nach Artikel 38 oder an anderen Vermögenswerten der  Organisation, ausser im Fall eines Mitglieds, dessen Ausfuhren oder Einfuhren aus Nichtmitgliedern  Artikel 32 Absatz 1 unterliegen. In einem solchen Fall hat das Mitglied einen Anspruch auf  Beteiligung an den Mitteln des Ausgleichslagers, wenn dieses nach Artikel 38 aufgelöst wird,  vorausgesetzt, daß dieses Mitglied dem Verwahrer mit einer Frist von mindestens zwölf Monaten  frühestens ein Jahr nach Inkrafttreten dieses Übereinkommens seinen Rücktritt notifiziert. Artikel 75 Geltungsdauer, Verlängerung und Ausserkraftsetzung (1)  Dieses Übereinkommen bleibt bis zum Ende des dritten vollen Kakaojahrs nach seinem  Inkrafttreten in Kraft, sofern es nicht nach Absatz 3 verlängert oder nach Absatz 4 früher ausser  Kraft gesetzt wird. (2)  Während der Zeit, in der dieses Übereinkommen in Kraft ist, kann der Rat durch besondere  Abstimmung beschließen, es neu auszuhandeln, mit dem Ziel, das neu ausgehandelte Übereinkommen am  Ende des in Absatz 1 bezeichneten dritten Kakaojahres oder am Ende eines vom Rat nach Absatz 3  beschlossenen Verlängerungszeitraums in Kraft treten zu lassen. (3)  Vor Ablauf des in Absatz 1 bezeichneten dritten Kakaojahrs kann der Rat durch besondere  Abstimmung dieses Übereinkommens ganz oder teilweise um zwei Kakaojahre verlängern. Vor Ablauf  dieser zwei Jahre kann der Rat durch besondere Abstimmung dieses Übereinkommens ganz oder teilweise  um ein weiteres Kakaojahr verlängern. Der Rat notifiziert dem Verwahrer jede derartige  Verlängerung. (4)  Der Rat kann jederzeit durch besondere Abstimmung die Ausserkraftsetzung dieses Übereinkommens  beschließen. Es wird zu einem vom Rat zu beschließenden Zeitpunkt ausser Kraft gesetzt; jedoch  bleiben die Verpflichtungen der Mitglieder nach Artikel 31 Absatz 1 und Artikel 32 bestehen, bis  die finanziellen Verbindlichkeiten in bezug auf das Ausgleichslager erfuellt worden sind. Der Rat  notifiziert dem Verwahrer jeden derartigen Beschluß. (5)  Ungeachtet der Ausserkraftsetzung dieses Übereinkommens, gleichviel auf welche Weise, bleibt  der Rat so lange weiter bestehen, wie es zur Auflösung der Organisation, zur Abrechnung der Konten  und zur Veräusserung ihrer Vermögenswerte notwendig ist; er hat während dieser Zeit die für diesen  Zweck notwendigen Aufgaben und Befugnisse. (6)  Ungeachtet des Artikels 72 Absatz 2 setzt ein Mitglied, das sich nicht an diesem Übereinkommen  in der nach diesem Artikel verlängerten Fassung beteiligen möchte, den Rat davon in Kenntnis.  Dieses Mitglied hört mit Beginn des Verlängerungszeitraums auf, Vertragspartei dieses  Übereinkommens zu sein. Artikel 76 Änderungen (1)  Der Rat kann durch besondere Abstimmung den Vertragsparteien eine Änderung dieses  Übereinkommens empfehlen. Die Änderung wird einhundert Tage nach dem Zeitpunkt, zu dem die  Annahmenotifikationen von Vertragsparteien, die mindestens 75 v. H. der Ausfuhrmitglieder mit  mindestens 85 v. H. der den Ausfuhrmitgliedern zustehenden Stimmen vertreten, und von  Vertragsparteien, die mindestens 75 v. H. der Einfuhrmitglieder mit mindestens 85 v. H. der den  Einfuhrmitgliedern zustehenden Stimmen vertreten, beim Verwahrer eingegangen sind, oder zu einem  vom Rat durch besondere Abstimmung zu beschließenden späteren Zeitpunkt wirksam. Der Rat kann eine  Frist festlegen, innerhalb deren die Vertragsparteien dem Verwahrer die Annahme der Änderung zu  notifizieren haben; ist die Änderung bis zum Ablauf dieser Frist nicht wirksam geworden, so gilt  sie als zurückgenommen. (2)  Ein Mitglied, für das bis zu dem Zeitpunkt, zu dem eine Änderung wirksam wird, deren Annahme  nicht notifiziert worden ist, scheidet von diesem Zeitpunkt an von der Teilnahme an diesem  Übereinkommen aus, sofern nicht der Rat beschließt, die für die Annahme festgesetzte Frist für  dieses Mitglied zu verlängern, damit es seine innerstaatlichen Verfahren durchführen kann. Ein  solches Mitglied wird durch die Änderung nicht gebunden, bis es deren Annahme notifiziert hat. (3)  Sobald der Rat eine Empfehlung für eine Änderung beschließt, übermittelt er dem Verwahrer  umgehend Abschriften des Wortlauts der Änderung. Der Rat macht dem Verwahrer die notwendigen  Mitteilungen zu der Feststellung, ob die eingegangenen Annahmenotifikationen ausreichen, um die  Änderung wirksam zu machen. Artikel 77 Zusatz- und Übergangsbestimmungen (1)  Dieses Übereinkommen wird als an die Stelle des Internationalen Kakao-Übereinkommens von 1980  tretend angesehen. (2)  Alle durch oder für die Organisation oder eines ihrer Organe aufgrund des Internationalen  Kakao-Übereinkommens von 1980 getroffenen Maßnahmen, die am Tag des Inkrafttretens dieses  Übereinkommens in Kraft sind und deren Wirksamkeit nicht an jenem Tag enden soll, bleiben in Kraft,  sofern sie nicht nach diesem Übereinkommen geändert werden. (3)  Mittel des Ausgleichslagers, die sich im Rahmen des Internationalen Kakao-Übereinkommens von  1972, des Internationalen Kakao-Übereinkommens von 1975 und des Internationalen  Kakao-Übereinkommens von 1980 angesammelt haben, werden auf die Ausgleichslagerrechnung im Rahmen  dieses Übereinkommens übertragen. Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses  Übereinkommen an den angegebenen Tagen unterschrieben. Geschehen zu Genf am 1. August 1986; der arabische, englische, französische, russische und  spanische Wortlaut dieses Übereinkommens ist gleichermassen verbindlich. Der verbindliche  chinesische Wortlaut dieses Übereinkommens wird vom Verwahrer ausgearbeitet und allen  Unterzeichnern und Regierungen, die diesem Übereinkommen beigetreten sind, zur Annahme  übermittelt.  ANLAGE A Erzeugerländer, die im Durchschnitt jährlich 10 000 Tonnen oder mehr Rohkakao ausführen  Brasilien Malaysia Côte d'Ivoire Mexiko Dominikanische Republik Nigeria Ghana Togo Kamerun ANLAGE B Erzeugerländer, die jährlich weniger als 10 000 Tonnen Rohkakao ausführen  Äquatorialguinea Kuba Angola Liberia Benin Nicaragua Bolivien Papua-Neuguinea Costa Rica Peru Fidschi Philippinen Gabun Salomonen Guatemala São Tomé und Príncipe Haiti Sierra Leone Honduras Vereinigte Republik Tansania Indien Uganda Kolumbien Vanuatu Kongo Zaire ANLAGE C Erzeuger von Edelkakao 1.Erzeugerländer, die ausschließlich Edelkakao ausführen Dominica Samoa Ecuador Sri Lanka Grenada St. Lucia Indonesien St. Vincent und die Grenadinen Jamaika Suriname Madagaskar Trinidad und Tobago Panama Venezuela 2.Erzeugerländer, die Edelkakao ausführen, jedoch nicht ausschließlich Costa Rica (25 v. H.) São Tomé und Príncipe (50 v. H.) Papua-Neuguinea (75 v. H.)   ANLAGE D Für die Zwecke des Artikels 70 berechnete Kakaoausfuhren (a) >PLATZ FÜR EINE TABELLE>  ANLAGE E Für die Zwecke des Artikels 70 berechnete Kakaöinfuhren (a) >PLATZ FÜR EINE TABELLE>