CELEX: 51977PC0630
Language: de
Date: 1977-12-08 00:00:00
Title: Entwurf einer EMPFEHLUNG DES RATES an die Mitgliedstaaten betreffend Verfahren zur Berechnung der Umweltschutzkosten der Industrie (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (77) 630
Vol. 1977/0202
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                       KOM(77)630 endg.
                                                       Brüssel , den 8 , Dezember 1977
                                    Entwurf einer
                             . " EMPFEHLUNG DES RATES
                an die Mitgliedstaaten betreffend Verfahren zur Be­
                rechnung der Umweltschutzkosten der Industrie
                                      ––
                     ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
K0M(77 ) 630 endg .
 ---pagebreak--- Er laut erungen
In dem Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für den
Umweltschutz , das vom Rat der Europäischen Gemeinschaften und
den im Rat vereinigten Vertretern der Regferungen der Mitglied­
staaten in ihrer Erklärung vom 22 . November 1973 gebilligt wurde ,
wird folgende Aktion gefordert ( l ):
" Untersuchung der , Verfahren zur Berechnung der Umweltschutzkosten
zum Zweck 'ihrer Harmonisierung . In der ersten Phase sollen Be­
rechnungsmethoden für die Kosten der Reinhaltung von Luft und
Wasser sowie für die Kosten zur Bekämpfung der Umweltbelastungen
durch die Industrie festgelegt werden . Diese Arbeiten sollen in
Zusammenarbeit mit der OECD durchgeführt werden".
Es ist hervorzuheben , dass die Berechnung der Kosten bestehender
Umweltschutzanlagen nicht nur Informationen über die Kosten der
bereits durchgeführten Umweltschutzmassnahmen liefert , sondern
auch die Voraussage der Kosten künftiger Umweltschutzmassnahmen
erleichtern kann . Die grosse Zahl bereits vorhandener Umwelt - . .
schutzanlagen , die in bezug auf das erreichte Niveau von Ver-
schmutzungsreduzierung sowie die angewandten Verfahren sehr
unterschiedlich sind und auch zu verschiedenen Zeiten errichtet
wurden , gestattet die Aufstellung von Kostenkurven aus solchen
Angaben , aus denen sich die Kosten für die verschiedenen Grade
der Verschmutzungsreduzierung entnehmen lassen . Anhand dieser
Kostenkurven lassen sich z.B. die Kosten einer allgemeinen Ein­
führung der technisch modernsten Umweltschutzanlagen , die zur­
zeit existieren , voraussagen . Es sind zwar gewöhnlich auch ande­
re Informationen notwendig , um neue Umweltschutzmassnahmen zu
beschliessen ( z.B. Informationen über Umweltschutzverfahren ,
mit denen man bisher in der Praxis keine Erfahrungen gemacht hat )
doch kann die Kenntnis der tatsächlich angefallenen Kosten
äusserst wichtig sein .
In der Praxis ist es so , dass in den Mitgliedstaaten und selbst
innerhalb eines einzigen Mitgliedstaates immer noch unter­
schiedliche Verfahren für die Berechnung der tatsächlichen oder
wahrscheinlichen Kosten der Industrie angewandt werden , so dass
die ermittelten Angaben nur selten auf Gemeinschaftsebene direkt
vergleichbar sind . Es ist daher notwendig , gemeinsame Vor­
schriften zu verabschieden , denen die Mitgliedstaaten bei allen
künftigen Untersuchungen in bezug auf die von der Industrie ge­
tragenen Umweltschutzkosten zu entsprechen haben .
Von den Dienststellen der Kommission , von den Mitgliedstaaten
selbst und im Auftrag des Umweltausschusses der OECD wurden für
einzelne Sektoren in praktischen Versuchen mögliche Verfahren
erprobt . Im Lichte dieser Untersuchungen sowie ausführlicher
 ( l ) Abi C 112 vom 20 . Dezember 1973
 ---pagebreak---                            - 2 -
Erörterungen der bei den Untersuchungen aufgetretenen Probleme ,
in der Gruppe der Wirtschaftssachverständigen auf dem Gebiet des
Umweltschutzes *) scheint jetzt der Augenblick gekommen , um ein
einheitliches Verfahren für künftige Untersuchungen der. Umwelt-
schutzkosten bestimmter Industriezweige innerhalb der ■ Gemeinschaf t
vorzuschlagen , das ein Mindestmass an Vergleichbarkeit der Er­
gebnisse gewährleistet .                             '     .
Das Befragungsverfahren , das zur Ermittlung der Kostenangaben
angewandt wird , kann darin bestehen , dass in der betreffenden
Industrie Stichproben mittels Fragebogen gemacht , Auskünfte bei
den Herstellern der Umweltschutzanlagen eingeholt oder "repräsen­
tative " Anlagen innerhalb der Industrie untersucht werden ; die
Verfahren können auch kombiniert werden . Es ist zweifelhaft , ob
in allen Industriezv/eigen eine dieser Möglichkeiten immer vor­
zuziehen ist ; darum wäre es unangebracht , sich bereits in diesem
Stadium für eines dieser Verfahren zu entscheiden . In diesem
Fall ist die Erhaltung der Flexibilität im Befragungsverfahren
wichtiger als die relativ geringe Verbesserung der Vergleich­
barkeit , die sich aus der Annahme eines einzigen Stichprobenver-
fahrens ergeben würde .
Um schliesslich zu gewährleisten , dass möglichst viele vergleichba
re Daten über die Umweltschutzkosten der Industrie auf der Ebene
der Gemeinschaft zur Verfügung stehen , ist es angezeigt , dass
die Ergebnisse aller solcher Kostenberechnungsstudien , die den
Mitgliedstaaten vorliegen , der Kommission mitgeteilt     werden .
*) Die Kommission rief diese Gruppe zum ersten Mal am' 25 « Januar
   1972 zusammen . Die Gruppe diskutierte Probleme der Methodologie
   von Kostenabschätzungen bei ihren Sitzungen vom 25.1-72 ,
   25.5.72 , 8 ., 9.1-73 » 10.11.73 und 29.1.7^. Arbeitsdokumente
   der Kommission zum Thema wurden von ihr am 11 . 7 - 7^ und
   16 . \ 17.6.75 und frühere Entwürfe dieser Empfehlung am
   12.2.76 und 15 -, 16.7.1976 diskutiert .
 ---pagebreak---             Entwurf einer Empfehlung dea Rates an die Mitglied«
            Staaten betreffend Verfahren zur Berechnung der Um-
                       weltschutzkosten der Industrie
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag über die Gründung der Europäischen Ge­
meinschaft für Kohle und Stahl ,
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirt­
schaftsgemeinschaft ,
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Atom­
gemeinschaft ,
nach Kenntnisnahme von dem Empfehlungsentwurf der Kommission , .
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Etwaige Divergenzen zwischen den Mitgliedstaaten bei der
Schätzung der Kosten des Umweltschutzes können , insbesondere ,
wenn dabei keine vergleichbaren Rechtsvorschriften und keine ein­
heitliche Definition der Kosten zugrunde gelegt werden , Konsequenzen ~
für die jeweilige Politik auf nationaler Ebene haben und eine gemein­
same Politik erschweren .        ~
Diese grundsätzliche Feststellung ist in dem Aktionsprogramm
der Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz enthalten ,
das vom Rat der Europäischen Gemeinschaften und den im Rat
vereinigten Vertretern der Regierungen der Mitgliedstaaten in
ihrer Erklärung vom 22 . November 1973 gebilligt wurde ( l ).
Mit Kostenberechnungen soll der Umfang der finanziellen
Belastungen ermittelt werden , die auf die gesamte Wirtschaft
oder einzelne Industriezweige zukommen , wenn die Regierungen
spezifische Umweltschutzmassnahmen ergreifen . Ferner sollen
sie    Angaben  über  die  kostenwirksamsten  Massnahmen  zur
Verminderung der Umweltbelastungen erbringen und unter bestimmten
Voraussetzungen bei der Festlegung von Qualitätszielen und / oder
Emissionsnormen behilflich sein .
Die Berechnung der Kosten bestehender Umweltschutzanlagen . SP'bt
nicht nur Aufschluß über die Kosten der bereits durchgeführten
Umweltschutzmassnahmen , sondern sie kann auch die Voraussage der
Kosten künftiger Umweltschutzmassnahmen erleichtern .
( l ) Abi . C 112 vom 20 . Dezember 1973
 ---pagebreak---                                - 2 -
  Daher ist es für örtliche wie nationale Behörden von großem Vorteil
  und für Entscheidungen auf Gemeinschaftsebene uneriässlich , •
  zu vergleichenden Kostenangaben für die bestehenden Umweltschutzanla-
  gen der Industrie^ in den einzelnen Mitgliedstaaten der_Gemeinschaft
  Zugang zu haben .
  Zu diesem Zweck ist es angebracht , dass durch die Festlegung ge-
  meinsanier Prinzipien , die bei künftigen Untersuchungen über die
  Umwelt schutzkosten der Industrie einzuhalten sind , möglichst
  ähnliche Bereqhnungsverfahren in den Mitgliedstaaten eingeführt
  werden ;                                                  '
  EMPFIEHLT im Sinne des EWG-Vertrags den Mitgliedstaaten , für die
                                                    »
• Anwendung der im Anhang zu dieser Empfehlung enthaltenen Grundsätze ,
  Definitionen und Verfahren bei der Ermittlung der Umweltschutz-
  kosten einzelner Industriezweige zu sorgen und soweit , wie möglich
  der Kommission die Ergebnisse aller solcher Untersuchungen mit­
  zuteilen .
                           - «
  Geschehen zu
                                     » ■
                                         Im Namen des Rates
                                         Der Präsident
 ---pagebreak---                             A N H AN G
                              Teil 1
             Grundsätze , Definitionen und Verfahren
1 . Die Umweltschutzkosten , die in den betreffenden Industriezweigen
    ermittelt v/erden sollen , beziehen sich auf die betriebseigenen
    Anlagen , die dazu beitragen­
    (a)   die Wasserverschmutzung ,
    (b )  die Luf tverunreinigung , ,
    (c)   Lärm oder Erschütterungen oder ihre Auswirkungen ,
    (d)   feste oder flüssige Abfallstoffe ,
    (e)   durch die vorgenannten Faktoren verursachten Schaden
    zu verhindern , zu beseitigen oder zu vermindern .
2 . Bevor man Daten über die Kosten zusammenträgt , sollte eine
    technische Erhebung über die betreffende Industrie vorgenommen
    werden . Diese deskriptive Phase sollte die 'verschiedenen Produktions-
    verfahren der Industrie , ihre umweltschädlichen . Nebenprodukte
    ünd die primären und sekundären Verfahren ( einschliesslich Än­
    derungen im Produktionsprozess ) identifizieren , die zur Be­
    kämpfung der verursachten Umweltbelastungen eingesetzt werden .
    Sonstige Faktoren oder Merkmale der . Verfahren , die in der
    Praxis zu erheblichen Kostenunterschieden bei sonst ähnlichen
    Umweltschutzverfahren führen können , sollten ebenfalls festge­
    stellt v/erden . Solche Faktoren können zum Beispiel das Alter
    der Anlage oder die Eigenschaften der in der Anlage eingesetzten
    Rohstoffe sein . In einem solchen Fall muss das gleiche Verfah­
    ren , wenn es von Anlagen unterschiedlichen Alters oder unter
    Einsatz anderer Rohstoffe ausgeführt wird , für die Erfassung
    der Kostendaten wie mehrere getrennte Verfahren behandelt wer­
    den .
    Aufgrund der Übersicht wird dann ein Katalog der Umweltschutz-
    verfahren mit verschiedenen technischen Eigenschaften und/oder
    verschiedenen durchschnittlichen Kosten ausgearbeitet . Für je­
    des dieser Verfahren sollten dann die Kostenangaben zusammen­
    getragen werden .
    In der Übersicht wäre für jedes Verfahren im endgültigen Katalog
    die wahrscheinliche Lebensdauer der betreffenden Anlage und
    Ausrüstung anzugeben . Dabei sollte auch die Häufigkeit der Ver­
    wendung und die relative Bedeutung jedes einzelnen Umweltschutz-
    verfahrens in der Industrie festgestellt werden .
 ---pagebreak---                                      - 2 -
                                   4
3 . Auf diese beschreibende Phase würde eine Bewertungsphase folgen ,
    in der ein "Umweltschutz - Relevanz -Faktor", d.h . der Anteil der
    Gesamtkosten eines bestimmten Umweltschutzverfahrens , der den
    Anforderungen des Umweltschutzes zugeschrieben werden . kann , aus­
    drücklich für jedes einzelne der in der ersten Phase ermittelten
    Verfahren festgelegt wird .
                                                  I
    In allen Fällen , in denen sich die Kosten auf Anlagen beziehen ,
    die ausschliesslich dem Umweltschutz dienen , wird dieser Faktor
    100% betragen . In anderen Fällen , in denen eine Belastungsver-
    minderung durch eine Veränderung im Produktionsprozess selbst
    erreicht wird , sollte dieser Faktor soweit wie möglich nach Be- •
    ratung mit der Kommission festgelegt werden .
4 . Die Kostenangaben für Umweltschutzanlagen sollten so ermittelt
    werden , dass eine Berechnung jeder der folgenden Kostengruppen
    für jedes einzelne der in der technischen Übersicht ausgeführ­
    ten Umweltschutzverfahren gesondert möglich ist :
    Investitionskosten
    (i)      Bau- oder Erwerbskosten für Anlagen und Geräte ( entsprechend
             den Definitionen des europäischen Systems volkswirtschaft­
             licher Gesamtrechnungen - ESVG*-- Punkt P 1 ) ; •
    ( ii )   Bau- oder Erwerbskosten für Gebäude ( entsprechend den
             Definitionen des ESVG , P *fl );
    ( iii )  Kosten für Grundstückserwerb und/oder Marktwert von bereits
             in Besitz befindlichem Land ;
    ( iv )   Wartungskosten ( entsprechend der Definition von ESVG , P^l ).
    Laufende Kosten
    (v)      Kosten für Arbeitskräfte ( entsprechend den Definitionen
             des ESVG , P 10 );
    ( vi )   Energiekosten ( entsprechend den Definitionen des ESVG ,
             Ρ 20
    ( vii )  Kosten für anderes Material als Energie ( entsprechend
             den Definitionen des ESVG , P 20 );
    ( viii ) Dienstleistungskosten ( entsprechend den Definitionen des
             ESVG , P 20 );
    ( ix )   Mietkosten ( entsprechend den Definitionen des ESVG , P 20 ).
    *) Veröffentlicht vom Amt für Amtliche Veröffentlichungen der
         Europäischen Gemeinschaften 1970
 ---pagebreak---                                         3 -
                                        (
      Auch in den Fällen , in denen detaillierte Angaben zu jeder dieser
      Kostengruppen bei der Industrie nicht zur Verfügung stehen , sollten
      sie doch immer geschätzt werden .
      Soweit sich die Angaben auf mehrwertsteuerpflichtige Gruppen bezie­
      hen , sind die Kosten exklusive Mehrwertsteuer anzugeben und sollten
      als Bruttokosten ungeachtet etwaiger Zuschüsse berechnet werden . Bei
      den Gruppen ( i ) bis ( iii ) sind die Jahre anzugeben , auf die sich
      die Kosten beziehen ; die Gruppen ( iv ) bis ( ix ) sollten sich auf die
      Kosten im vorangegangenen Rechnungsjahr beziehen .
5 - Zu obigen Angaben sind ferner Auskünfte über folgende Punkte er- •
      forderlich :                                                .
      (i)    den Marktwert der Stoffe , die durch die genahnte Umweltschutz-
             anlage wiedergewonnen werden , gleichgültig , ob diese Stoffe
             verkauft oder im Betrieb verwendet werden ;
      ( ii ) den genauen absoluten Emissionsgrad der einzelne» • Schadstoff e ,
             die von den betreffenden Produktionsanlagen innerhalb eines
             bestimmten Zeitraumes vor und nach Einbau einer Umweltschutz-
             anlage , auf die sich die Kosten beziehen , emittiert werden ;
    ( iii ) das jährliche Produktionsvolumen des Produktionsprozesses , auf
             den sich die Umweltschutzkosten beziehen .
6 . Wenn die Angaben durch einen an eine repräsentative Stichprobe des
      Industriesektors gerichteten Fragebogen ermittelt werden , sollten
      auch folgende Informationen eingeholt werden ;
      - die Höhe der Umweltschutzabgaben , die eine Firma zusätzlich zu
         oder anstelle von Umweltschutzmassnahmen vor und nach dem Einbau
         der betreffenden Umweltschutzanlage leistet ( in Übereinstimmung
         mit den Definitionen der ESVG , R 72 , R 66 );
                                                                            »
      - Art und Höhe aller finanziellen Beihilfen , sei es nun in Form
         von Zuschüssen , Steuervergünstigungen oder Präferenzdarlehen ,
         die die Industrie für die betreffenden Umweltschutzanlagen er­
         hält .                                                               ■
 7. Alle oben nicht erwähnten Angaben , die für wichtig gehalten werden ,
      sind getrennt aufzuführen und keiner der oben genannte^ Gruppen bei-
      zuordnen .
  8 . Bei der Anwendung der in diesem Teil des Anhangs enthaltenen
      Grundsätze , Definitionen und Verfahren and die Bemerkungen in
      Teil II zu berücksichtigen .
 ---pagebreak---                         . Tail II
Bemerkungen zu den Grundsätzen , Definitionen und Verfahren xn Teil I
Allgemeines                                                   •
Mangelnde Vergleichbarkeit kann auf verschiedene Gründe zurückzu­
führen sein ; die wichtigsten sind : es können verschiedene Typen
von Anlagen unter die Bezeichnung Umweltschutzanlagen fallen ,
unterschiedliche Kostenkategorien - die auch noch unterschiedlich
definiert sind - in die Berechnung aufgenommen werden , der Bezugs-
zeitraum der Angaben kann von einer zur anderen Untersuchung vari­
ieren , und es können -verschiedene Befragungsmethodologien angewenr .
det werden . Ausserdem bleiben solche Kostenangaben von begrenztem
Wert , solange es nicht deutlich ist , inwieweit der Umweltschutz ,
auf den sie sich beziehen , tatsächlich das Verschmutzungsniveau
herabgesetzt hat .                                                  t
Untersuchungen über die Berechnung von Umweltschutzkosten können
indessen zu verschiedenen Zwecken durchgeführt werden , für 'die
jeweils mehr oder weniger detaillierte Zahlen zu ermitteln sind .
So ist es durchaus möglich , geeignete Informationen über die     . , '
makroökonomischen Kosten vorhandener Rechtsvorschriften über den
Umweltschutz für die Industrie zu erhalten , ohne dass entweder
eine Übersicht über die verwendeten Umweltschutzverfahren gemacht
wird , oder eine ausführliche Gliederung der Kostenkategorien
erfolgt . Es wäre daher u.U. nicht angebracht , dass eine solche
Untersuchung die gleiche Methodologie anwendet wie eine Unter­
suchung über die Kosten der einzelnen Verfahren in einer bestimm­
ten Industriebranche . Da die Untersuchungen zur Messung der gesam­
ten makroökonomischen Auswirkungen der Umweltpolitik durch Be - .
rechnung der Umweltschutzkosten im allgemeinen ausserdem Angaben
liefern , die im' Zusammenhang einer s.nderen nationalen Wirtschaft
nur von begrenztem Wert sind , erscheint es gegenwärtig nicht unbe­
dingt erforderlich , dafür eine gemeinsame Methodologie zu entwickeln .
Eine gemeinsame Methodologie ist daher hauptsächlich für solche
Kostenuntersuchungen erforderlich , die sich auf bestimmte Industrie-
branchen beziehen . Doch können die Ergebnisse solcher sektoralen
Untersuchungen auch als Teil der Grundlage für die Berechnung der
makroökonomischen Auswirkungen von Umweltschutzmassnahmen in den
betreffenden Sektoren dienen .
zu Artikel 1
Dieser Artikel definiert die Massnahmen , die für die Zwecke dieser
Empfehlung als Umweltschutz betrachtet werden können . Es wird aber
die Aufgabe der technischen Übersicht sein , die Verschmutzungs-i
arten zu identifizieren , die für den in der Studie untersuchten
 Industriezweig relevant sind .
                               ι
 ---pagebreak---                                - 2 -
zu Artikel 2
Die Kosten eines Industriezweigs können massgeblich von den ver­
wendeten technischen Verfahren abhängen , die von einem Land zum
anderen stark variieren können . Wenn die erhaltenen Kostenangaben
vergleichbar sein » sollen , müssen sie nach den betreffenden Verfahren
gegliedert werden , wobei die Zahl der in Frage kommenden Verfahren
durch eine technische Übersicht über den Industriezweig vor . der
Kostenberechnung selbst ermittelt wird . Da getrennte Kostenangaben
für jedes technische Verfahren vorgelegt werden , können sie in Ver­
bindung mit der Kenntnis darüber , mit welcher Häufigkeit diese
Verfahren in den Mitgliedstaaten vorkommen , verwendet werden , um
die Gründe für die auftretenden Gesamtkosten ■ in einem bestimmten .
Industriezweig zu analysieren .
zu Artikel 3
Soweit Änderungen des Fertigungsverfahrens in Betracht kommen ,
wird es sich nur in wenigen Fällen als einfach erweisen , sich' über
die Grössenordnung des "Umweltschutz -Relevanz-Faktors" zu einigen .
Solange der gewählte Faktor jedoch ausdrücklich in der Kosten-
untersuchung genannt ist , wird es mit Hilfe einer einfachen Um­
rechnung immer möglich sein , die Ergebnisse mit denen einer anderen
Untersuchung vergleichbar zu machen , in der dem Faktor ein anderer
Wert zugeordnet wurde .
zu Artikel b
Es ist nicht zu erwarten , dass, Kostenuntersuchungen über bestimmte
Industriezv/eige in den verschiedenen Mitgliedstaaten immer zur
gleichen Zeit durchgeführt werden . Die Vergleichbarke'it ihrer Er­
gebnisse wird von der Fähigkeit abhängen , sie den Preisveränderungen
anzupassen . Die Vorlage getrennter Angaben für jede Kostengruppe
ermöglicht die Verwendung relevanter Preisindizes zur Anpassung der
Angaben aus verschiedenen Jahren auf ein gemeinsames Basis jähr .
zu Artikel 5(i )
Da die ermittelten Kostenangaben die von der Industrie zu über­
nehmende Belastung darstellen sollen , müssten auch alle Einnahmen
als Ergebnis des Umweltschutzes berechnet werden , damit die Netto-
kosten nicht überschätzt werden .
zu Artikel 5(ii )                                   ,
Ohne eine sorgfältige Beurteilung der Leistung des betreffenden
Umweltschutzverfahrens wäre es nicht möglich , eine Kurve zu zeichnen ,
die die Verbindung der Durchschnittskosten verschiedener Verfahren
 mit dem Umfang des von ihnen erbrachten Umweltschutzes herstellt .
 ---pagebreak---                           - 3 -
zu Artikel 5 ( iii )
Die absolute Grösse einer Industrieanlage ist einer der wichtigsten
Einflüsse auf die Durchschnittskosten ihrer Umweltschutzeinrichtun-
gen . Die Kenntnis derselben ist daher bei der Analyse der quanti­
fizierten Kosten von grosser Bedeutung .
zu Artikel 6
Werden mit Hilfe eines Fragebogens für eine repräsentative Stich­
probe der Industrie Angaben ermittelt , so sollten zusätzliche In­
formationen über Transf erzahlungen zwischen der Industrie und dem •
öffentlichen Sektor eingeholt werden , die spezifisch mit dem Um­
weltschutz zusammenhängen .
So können die von der Industrie zu tragende finanzielle Nettobela - ,
stung und die makroökonomische Bruttobelastung der Wirtschaft gegen­
übergestellt werden , da sie sich um . die Höhe eines etwaigen finan­
ziellen Nettotransfers voneinander unterscheiden .
zu Artikel 7
In vielen Fällen wollen die Behörden , die Untersuchungen über die
Berechnung der Umweltschutzkosten durchführen , vielleicht zusätzliche
Angaben , z.B. über die relative Bedeutung der Urnweltschutzkosten
im Vergleich zu anderen Variablen , wie Gesantinv estitionen oder
Umsatz oder die Investitionspläne der Industrie einholen . Zwar
mögen solche Informationen häufig für bestimmte Zwecke nützlich
sein , doch sind sie nicht wesentlich für die Zwecke dieser Em­
pfehlung ; daher sollten sie fakultativ bleib©© .