CELEX: 21990A0320(04)
Language: de
Date: 1990-02-26 00:00:00
Title: KOOPERATIONSABKOMMEN zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und dem Königreich Schweden im Bereich der Forschung in Medizin und Gesundheitswesen #

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21990A0320(04)

KOOPERATIONSABKOMMEN zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und dem Königreich Schweden im Bereich der Forschung in Medizin und Gesundheitswesen  -   

Amtsblatt Nr. L 074 vom 20/03/1990 S. 0027

KOOPERATIONSABKOMMEN zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und dem Königreich Schweden im Bereich der Forschung in Medizin und Gesundheitswesen   DIE EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT,  nachstehend "Gemeinschaft" genannt, und DAS KÖNIGREICH SCHWEDEN,  nachstehend "Schweden" genannt,  zusammen nachstehend "Vertragsparteien" genannt - IN ERWAEGUNG NACHSTEHENDER GRÜNDE:  Die Vertragsparteien haben ein Rahmenabkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit abgeschlossen, das am 27. August 1987 in Kraft getreten ist.  Der Rat der Europäischen Gemeinschaften (nachstehend "Rat" genannt) hat mit Beschluß vom 17. November 1987 ein Programm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Koordinierung der Forschung und Entwicklung im Bereich der Forschung in Medizin und  Gesundheitswesen (1987 bis 1991) festgelegt.  In Schweden werden umfassende Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Bereich der Forschung in Medizin und Gesundheitswesen durchgeführt.  Die Zusammenarbeit im Bereich der Forschung in Medizin und Gesundheitswesen wird voraussichtlich wirksam zur Erreichung eines optimalen Niveaus der individuellen und der Volksgesundheit beitragen.  Die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und Schweden beabsichtigen, in Übereinstimmung mit den für ihre nationalen Programme geltenden Bestimmungen und Verfahren die in Anhang A beschriebenen Forschungen durchzuführen, und sind bereit, diese Forschungen in  einen Koordinierungsprozeß einzubeziehen, von dem sie einen beiderseitigen Nutzen erwarten - SIND WIE FOLGT ÜBEREINGEKOMMEN:    Artikel 1 Die Vertragsparteien arbeiten in der Zeit vom 1. Januar 1988 bis zum 31. Dezember 1991 bei den in Anhang A aufgeführten Forschungsschwerpunkten und -bereichen des Gemeinschaftsprogramms zusammen.  Die Zusammenarbeit besteht in der Koordinierung der Tätigkeiten, die Teil der Forschungsprogramme Schwedens und der Gemeinschaft sind.  Schweden und die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft bleiben für die von ihren nationalen Einrichtungen oder Gremien durchgeführten Forschungsarbeiten voll verantwortlich.  Artikel 2 Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften (nachstehend "Kommission" genannt) ist für die Durchführung der Koordinierungstätigkeiten verantwortlich.  Sie wird bei ihren Aufgaben vom Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschuß für Forschung auf den Gebieten Medizin und Gesundheit (nachstehend "BVKA" genannt) unterstützt, der durch den Beschluß 84/338/Euratom, EGKS, EWG des Rates eingesetzt  worden ist. Dieser BVKA kann durch Ausschüsse für die konzertierte Aktion (COMAC) unterstützt werden, die sich aus von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft benannten Sachverständigen zusammensetzen.  Der BVKA zusammen mit den COMACs, die für die in Artikel 1 genannten Forschungsschwerpunkte und -bereiche zuständig sind, wird durch zwei von Schweden ernannte Vertreter erweitert, die von einem schwedischen Sachverständigen unterstützt oder vertreten  werden können. Diese Vertreter und/oder Sachverständigen nehmen an den Sitzungen des BVKA und der COMACs im Zusammenhang mit den die Forschungsschwerpunkte und -bereiche betreffenden Punkten teil.  Artikel 3 Der veranschlagte finanzielle Beitrag der Gemeinschaft zur Durchführung der unter dieses Abkommen fallenden Koor- dinierungstätigkeiten wird entsprechend dem Betrag festgesetzt, der jährlich im Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften für Verpflichtungsermächtigungen zur Verfügung steht und zur Deckung der finanziellen Verpflichtungen der Kommission im  Zusammenhang mit Koordinierungskosten, Management- und Verwaltungsausgaben sowie Stipendien vorgesehen ist.  Der veranschlagte finanzielle Beitrag Schwedens zu diesen Kosten und Ausgaben steht im Verhältnis zum Beitrag der Gemeinschaft. Der Proportionalitätsfaktor ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem Bruttoinlandsprodukt Schwedens zu Marktpreisen  einerseits und der Summe der Bruttoinlandsprodukte der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und Schwedens zu Marktpreisen andererseits. Dieses Verhältnis wird auf der Grundlage der aktuellsten statistischen Daten der ÖCD berechnet.  Die gesamten finanziellen Beiträge der Vertragsparteien für den in Artikel 1 genannten Zeitraum werden veranschlagt auf:  - 40 570 000 ECU für die Gemeinschaft,  - 1 488 919 ECU für Schweden.  Die Ecu wird in der Verordnung (EWG) Nr. 3180/78 des Rates vom 18. Dezember 1978 zur Änderung des Wertes der vom Europäischen Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit verwendeten Rechnungseinheit, geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 2626/84,  definiert.  Die für den finanziellen Beitrag Schwedens geltenden Vorschriften sind in Anhang B festgelegt.  Artikel 4 Im Verlauf des dritten Jahres bewertet die Kommission das Programm unter Berücksichtigung der Ziele der in Artikel 1 genannten Forschungsschwerpunkte. Als Ergebnis dieser Bewertung kann die Kommission nach Anhörung des BVKA dem Rat einen  Vorschlag für eine Revision einiger oder sämtlicher Forschungsschwerpunkte unterbreiten. Schweden wird über die Ergebnisse dieser Bewertung sowie über eine mögliche Revision unterrichtet.  Artikel 5 Die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft, Schweden und die Kommission tauschen regelmässig alle sachdienlichen Informationen über die Durchführung der unter dieses Abkommen fallenden Forschungsaktionen aus. Die Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und  Schweden übermitteln der Kommission alle für Koordinierungszwecke erforderlichen Informationen. Sie bemühen sich ferner, der Kommission Informationen über ähnliche Forschungsarbeiten zu übermitteln, die von Einrichtungen, die ihnen nicht unterstehen,  geplant oder durchgeführt werden. Die Informationen werden auf Wunsch des Beteiligten, von dem sie stammen, vertraulich behandelt.  Nach Vollendung der unter dieses Abkommen fallenden Koordinierungstätigkeiten übermittelt die Kommission im Einvernehmen mit dem BVKA den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft, dem Europäischen Parlament und Schweden einen zusammenfassenden Bericht über die  Durchführung und die Ergebnisse der Forschungsarbeiten.  Artikel 6 Dieses Abkommen gilt für die Gebiete, in denen der Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft angewendet wird, und nach Maßgabe jenes Vertrages einerseits sowie für das Gebiet des Königreichs Schweden andererseits.  Artikel 7 Dieses Abkommen wird von den Vertragsparteien nach ihren eigenen Verfahren genehmigt. Es tritt in Kraft, sobald die Vertragsparteien einander mitgeteilt haben, daß die hierzu erforderlichen Verfahren abgeschlossen sind.  Artikel 8 (1)  Dieses Abkommen gilt für den in Artikel 1 genannten Zeitraum.  Wird das Gemeinschaftsprogramm von der Gemeinschaft überarbeitet, so kann das Abkommen in dem Monat nach dem Beschluß der Gemeinschaft gekündigt werden. Die Vertragspartei, die das Abkommen kündigen möchte, unterrichtet die andere Vertragspartei  schriftlich über ihre Entscheidung. Das Abkommen ist mit dem Eingang der schriftlichen Mitteilung bei der anderen Vertragspartei beendet.  (2)  Fasst die Gemeinschaft einen Beschluß über das Gemeinschaftsprogramm, so werden die Anhänge A und B in Übereinstimmung mit dem Beschluß der Gemeinschaft geändert, sofern die Vertragsparteien nichts anderes vereinbaren.  (3)  Ungeachtet des Absatzes 1 kann jede Vertragspartei dieses Abkommen jederzeit durch schriftliche Mitteilung an die andere Vertragspartei kündigen. Das Abkommen ist sechs Monate nach dem Zeitpunkt des Eingangs der schriftlichen Mitteilung bei der  anderen Vertragspartei beendet.  Artikel 9 Die Anhänge A und B zu diesem Abkommen sind Bestandteil des Abkommens.  Artikel 10 Dieses Abkommen ist in zwei Urschriften in dänischer, deutscher, englischer, französischer, griechischer, italienischer, niederländischer, portugiesischer und spanischer Sprache abgefasst, wobei jeder Wortlaut gleichermassen verbindlich ist.    ANHANG A   UNTER DAS ABKOMMEN FALLENDE FORSCHUNGSBEREICHE    Schwerpunkt I.1 - Krebs Bereich I.1.2: Forschung auf dem Gebiet der klinischen Behandlung Bereich I.1.3: Epidemiologische Forschung Bereich I.1.4: Früherkennung und Diagnose Bereich I.1.5: Arzneimittelentwicklung   Schwerpunkt I.2 - AIDS Bereich I.2.1: Krankheitsüberwachung und -verhütung Bereich I.2.2: Viro-immunologische Forschung Bereich I.2.3: Klinische Forschung   Schwerpunkt I.3 - Altersbedingte Gesundheitsprobleme Bereich I.3.2: Altern und Krankheiten Bereich I.3.3: Behinderungen   Schwerpunkt I.4 - Durch Umwelt und Lebensweise bedingte Gesundheitsprobleme Bereich I.4.2: Ernährung   Schwerpunkt II.1 - Entwicklung medizinischer Technologie Bereich II.1.1: Diagnoseverfahren und Überwachung Bereich II.1.2: Behandlung und Rehabilitation Bereich II.1.3: Technische und klinische Evaluierung   ANHANG B VORSCHRIFTEN FÜR DIE FINANZIELLE DURCHFÜHRUNG  Artikel 1 Dieser Anhang legt die Vorschriften für die finanzielle Beteiligung Schwedens gemäß Artikel 3 des Abkommens fest.  Artikel 2 Zu Beginn jedes Jahres oder wenn sich durch eine Überarbeitung des Gemeinschaftsprogramms gemäß Artikel 8 des Abkommens die für die Durchführung voraussichtlich erforderlichen Mittel erhöhen, ruft die Kommission bei Schweden die Mittel entsprechend  seinem Beitrag zu den jährlichen Kosten des Abkommens ab.  Dieser Beitrag wird sowohl in Ecu als auch in der Währung Schwedens ausgedrückt. Der Wert in schwedischer Währung des Beitrags in Ecu wird am Tag des Abrufs festgelegt.  Die Reisekosten, die den schwedischen Vertretern und Sachverständigen durch die Beteiligung an den Arbeiten des Artikel 2 des Abkommens BVKA und der COMACs im Sinne von Artikel 2 des Abkommens entstehen, werden von der Kommission in Übereinstimmung mit  den für die Vertreter und Sachverständigen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft geltenden Bestimmungen und insbesondere mit dem Beschluß 84/338/Euratom, EGKS, EWG des Rates erstattet.  Schweden überweist seinen Beitrag zu den jährlichen Kosten im Rahmen des Abkommens jeweils zu Beginn des Jahres, spätestens jedoch drei Monate nach dem Abruf. Bei verspäteter Beitragsleistung hat Schweden Zinsen zu zahlen, deren Satz gleich dem höchsten  am Fälligkeitstag in den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft geltenden Diskontsatz ist. Der Zinssatz erhöht sich um 0,25 Prozentpunkte für jeden Verzugsmonat.  Der erhöhte Zinssatz wird auf den gesamten Verzugszeitraum angewendet. Dieser Zinssatz ist jedoch nur zu entrichten, wenn der Beitrag mehr als drei Monate nach einem Mittelabruf der Kommission gezahlt wird.  Artikel 3 Die Mittel aus den Beiträgen Schwedens kommen den fünf Forschungsschwerpunkten zugute und werden in den Einnahmeansätzen des Gesamthaushaltsplans der Europäischen Gemeinschaften als Einnahmen im Sinne des entsprechenden Einnahmepostens verbucht.  Artikel 4 Der vorläufige Fälligkeitsplan für die Kosten gemäß Artikel 3 des Abkommens ist in der Anlage festgelegt.  Artikel 5 Die Verwaltung der Mittel erfolgt nach den geltenden Finanzvorschriften für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften.  Artikel 6 Nach Ablauf jedes Jahres wird ein Bericht über den Stand der Mittel für die fünf Forschungsschwerpunkte erstellt und Schweden zur Unterrichtung übermittelt.