CELEX: 32019D0628(02)
Language: de
Date: 2019-06-24 00:00:00
Title: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 24. Juni 2019 über die Veröffentlichung eines Antrags auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung einer Produktspezifikation gemäß Artikel 53 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen „Gall del Penedès“ (g. g. A.). im Amtsblatt der Europäischen Union

28.6.2019   
               
               
                  DE
               
               
                  Amtsblatt der Europäischen Union
               
               
                  C 217/10
               
            
         DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION
         vom 24. Juni 2019
         über die Veröffentlichung eines Antrags auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung einer Produktspezifikation gemäß Artikel 53 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates für den Namen „Gall del Penedès“ (g. g. A.). im Amtsblatt der Europäischen Union
         
         (2019/C 217/06)
         DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
         gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
         gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. November 2012 über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (1), insbesondere auf Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a und Artikel 53 Absatz 2,
         in Erwägung nachstehender Gründe:
         
                     (1)
                  
                  
                     Spanien hat gemäß Artikel 49 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 einen Antrag auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation des Erzeugnisses „Gall del Penedès“ (g. g. A.) gestellt.
                  
               
                     (2)
                  
                  
                     Die Kommission hat den Antrag gemäß Artikel 50 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bedingungen der Verordnung erfüllt sind.
                  
               
                     (3)
                  
                  
                     Damit gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 Einspruch erhoben werden kann, sollte der Antrag auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation gemäß Artikel 10 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 der Kommission (2) einschließlich des geänderten Einzigen Dokuments und der Fundstelle der Veröffentlichung der Produktspezifikation für den eingetragenen Namen „Gall del Penedès“ (g. g. A.) im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden —
                  
               BESCHLIESST:
         
            Einziger Artikel
            Der Antrag auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation gemäß Artikel 10 Absatz 1 Unterabsatz 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 der Kommission einschließlich des geänderten Einzigen Dokuments und der Fundstelle der Veröffentlichung der Produktspezifikation für den eingetragenen Namen „Gall del Penedès“ (g. g. A.) findet sich im Anhang dieses Beschlusses.
            Gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 kann innerhalb von drei Monaten ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union gegen die Änderung gemäß Absatz 1 dieses Artikels Einspruch erhoben werden.
         
         
            Brüssel, den 24. Juni 2019
            
               
                  Für die Kommission
               
               Phil HOGAN
               
                  Mitglied der Kommission
               
            
         
         
            (1)  ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1.
         
            (2)  Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 der Kommission vom 13. Juni 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (ABl. L 179 vom 19.6.2014, S. 36).
      
      
         
            ANHANG
            ANTRAG AUF GENEHMIGUNG EINER NICHT GERINGFÜGIGEN ÄNDERUNG DER PRODUKTSPEZIFIKATION EINER GESCHÜTZTEN URSPRUNGSBEZEICHNUNG ODER EINER GESCHÜTZTEN GEOGRAFISCHEN ANGABE
            
               Antrag auf Genehmigung einer Änderung gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012
            
            
               „GALL DEL PENEDÈS“
            
            
               EU-Nr.: PGI-ES-01308-AM01 — 25.7.2018
            
            
               g. U. ( ) g. g. A. ( X )
            
            1.   Antragstellende Vereinigung und berechtigtes Interesse
            
            
                        Consell Regulador de la IGP Gall del Penedès
                     
                  
                        C/Hermenegild Clascar, 1-3, Planta baja
                     
                  
                        Consejo Comarcal de l’Alt Penedès
                     
                  
                        08720 Vilafranca del Penedès
                     
                  
                        Barcelona
                     
                  
                        SPANIEN
                     
                  
                        E-Mail: agricultura@ccapenedes.cat
                     
                  
                        Tel. +34 938900000
                     
                  Der Regelungsausschuss für die geschützte geografische Angabe „Gall del Penedès“ vertritt alle Geflügelhaltungsbetriebe und Etikettierungsbetriebe des Produkts, das den Namen „Gall del Penedès“ g. g. A. führt, und hat ein berechtigtes Interesse an der Einreichung des Antrags auf Änderung.
            2.   Mitgliedstaat oder Drittland
            
            Spanien
            3.   Rubrik der Produktspezifikation, auf die sich die Änderung(en) bezieht/beziehen
            
            
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Name des Erzeugnisses
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Beschreibung des Erzeugnisses
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Geografisches Gebiet
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Ursprungsnachweis
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Erzeugungsverfahren
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Kennzeichnung
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Sonstiges (bitte angeben)
                     
                  4.   Art der Änderung(en)
            
            
                        —
                     
                     
                        ☒
                     
                     
                        Gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 als nicht geringfügig geltende Änderung einer eingetragenen g. U. oder g. g. A.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        ☐
                     
                     
                        Gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 als nicht geringfügig geltende Änderung der Produktspezifikation einer eingetragenen g. U. oder g. g. A., für die kein Einziges Dokument (oder etwas Vergleichbares) veröffentlicht wurde.
                     
                  5.   Änderung(en)
            
            
               Beschreibung des Erzeugnisses
            
            
                        —
                     
                     
                        Wie in der Beschreibung des Erzeugnisses erklärt, handelt es sich bei dem Erzeugnis mit der geschützten geografischen Angabe „Gall del Penedès“ um das frische Fleisch von (männlichen und weiblichen) Hühnern der Sorte Penedesenca negra mejorada der traditionellen Rasse Penedesenca. Im Text der Produktspezifikation wurde nur das Gewicht der männlichen Tiere angeführt, weil diese von den Züchtern am häufigsten gehalten werden. Angesichts des erheblichen Unterschieds zwischen dem Endgewicht von männlichen und weiblichen Tieren ist es notwendig, beim Mindestgewicht der Schlachtkörper nach Geschlecht zu unterscheiden. Aus diesem Grund wurde für die weiblichen Tiere ein niedrigeres Gewicht eingeführt.
                        Deshalb sollte sowohl im Einzigen Dokument (Abschnitt 3.2 — Beschreibung des Erzeugnisses) als auch in der Produktspezifikation (Abschnitt B.2 — Merkmale des Erzeugnisses) der Absatz
                        
                           „Das Mindestgewicht der Schlachtkörper beträgt 1,5 kg für die Aufmachung ‚eviscerada sin menudillos‘ (gerupft, ohne Darm, Kopf, Ständer, Herz, Leber und Magen) und 2 kg für die Aufmachung ‚parcialmente eviscerada‘ (gerupft, ohne Darm, aber mit Kopf und Ständern).“
                        
                        folgende Fassung erhalten:
                        „Mindestschlachtgewicht
                        
                                    —
                                 
                                 
                                    für die Aufmachung ‚eviscerada sin menudillos‘ (gerupft, ohne Darm, Kopf, Ständer, Herz, Leber und Magen): weibliche Tiere: 1,2 kg, männliche Tiere: 1,5 kg;
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    für die Aufmachung ‚parcialmente eviscerada‘ (gerupft, ohne Darm, aber mit Kopf und Ständern): weibliche Tiere: 1,7 kg, männliche: Tiere 2 kg.“
                                 
                              
                  
                        —
                     
                     
                        Die Mindestwerte in den betreffenden Abschnitten des Einzigen Dokuments (3.3 — Futter […] und Rohstoffe) und der Produktspezifikation (E.1 — Herstellungs/Gewinnungsverfahren) wurden geändert. Der Wortlaut
                        „Zusammensetzung des Basisfutters:
                        
                                    —
                                 
                                 
                                    Mais: 58-60 %,
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Soja und Sojaerzeugnisse: 33,5-35,5 %,
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Traubenkerne: 5-5,5 %.“
                                 
                              erhält folgende Fassung:
                        „Zusammensetzung des Basisfutters:
                        
                                    —
                                 
                                 
                                    Mais: 55-60 %,
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Soja und Sojaerzeugnisse: 30-35,5 %,
                                 
                              
                                    —
                                 
                                 
                                    Traubenkerne: 5-5,5 %.“
                                 
                              Der Mindestanteil an Soja (und Sojaerzeugnissen) wird geändert, damit die Erzeuger mehr Flexibilität erhalten und sich an den Futterbedarf, den die Tiere im Laufe ihrer Entwicklung haben, anpassen können.
                     
                  
               Erzeugungsverfahren
            
            
                        —
                     
                     
                        Im Unterabschnitt „Merkmale und Bewirtschaftung der Auslaufflächen“ der Produktspezifikation (Abschnitt „E.1 — Herstellungs-/Gewinnungsverfahren“) wurde die Mindestauslauffläche reduziert. Konkret erhält der Satz „Die Mindestauslauffläche beträgt 2 m2 je Tier.“
                        folgende Fassung erhalten: „Die Mindestauslauffläche beträgt 1 m2 je Tier.“
                        Die Mindestauslauffläche wurde verringert, weil zum Zeitpunkt der Erstellung der Produktspezifikation die Größe der Höfe so bemessen wurde, dass die Betriebe ordnungsgemäß organisiert und die Partien nach traditionellen Verfahren bearbeitet werden können. Die traditionellen Auslaufflächen wiesen jedoch in Bezug auf die verfügbare Größe nicht immer dieselben Abmessungen auf und waren häufig nicht eingezäunt, sodass es schwierig war, die optimale Fläche zu messen, die für eine ausreichende Entwicklung und das Wohlergehen der Tiere notwendig ist. Dies hat dazu geführt, dass die Fläche zu groß eingeschätzt wurde.
                        Mit der Zeit hat sich gezeigt, dass die Tiere nicht die gesamte verfügbare Fläche nutzen. Bei der Bewirtschaftung dieser ungenutzten Flächen treten Probleme auf, weil sie von schwer zu behandelnden unerwünschten Unkräutern bewachsen werden. Dies wiederum führt zu Wildtierbefall, wodurch sich die Gesundheitsrisiken erhöhen. Zudem sind nicht alle Tiere gleichzeitig in den Ställen oder im Freien; da sie sich abwechselnd in den Innenanlagen und im Freien aufhalten, steht den einzelnen Tieren jeweils mehr Fläche zur Verfügung.
                        Da die vorhandene Fläche nie vollständig genutzt wurde, hat diese Verringerung keine Veränderung in Bezug auf die Qualität des Fleisches oder das Wohlergehen der Tiere zur Folge.
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Im selben Unterabschnitt der Produktspezifikation muss auch die Brachzeit für die Auslaufflächen geändert werden. Der Absatz
                        
                           „Die Auslaufflächen müssen mindestens 8 Wochen (einschließlich Keulungsphase und der Zeit, bis die Küken ins Freie laufen können) brachgelegt werden, damit sich der Boden und die Pflanzendecke erholen können.“
                        
                        folgende Fassung erhalten:
                        
                           „Die Auslaufflächen müssen brachgelegt werden, damit sich die Pflanzendecke erholen kann, wobei die Keulungsphase und die Zeit, bis die Küken ins Freie laufen können, zu berücksichtigen sind.“
                        
                        Diese Änderung in Bezug auf die Brachlegung der Auslaufflächen ist wegen der Unterschiede der Bodenbeschaffenheit in den einzelnen Betrieben, der jahreszeitlichen Schwankungen und der in diesem Gebiet auftretenden Schwankungen des mediterranen Klimas gerechtfertigt, denn diese haben zur Folge, dass sich der Zeitraum, den die Auslaufflächen für die Erholung benötigen, nur sehr schwer festlegen lässt. Aus diesen Gründen wurde der festgelegte Zeitraum für die Brachlegung gestrichen und die Frage der Bewirtschaftung der Auslauffläche den Geflügelhaltern überlassen, die sich bei ihren Entscheidungen von ihrer Erfahrung und ihrem Know-how leiten lassen.
                     
                  EINZIGES DOKUMENT
            
               „GALL DEL PENEDÈS“
            
            
               EU-Nr.: PGI-ES-01308-AM01 — 25.7.2018
            
            
               g. U. ( ) g. g. A. ( X )
            
            1.   Name
            
            „Gall del Penedès“.
            2.   Mitgliedstaat oder Drittland
            
            Spanien
            3.   Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels
            
            3.1.   Art des Erzeugnisses
            
            Klasse 1.1. Fleisch (und Schlachtnebenerzeugnisse), frisch
            3.2.   Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt
            
            Bei dem Erzeugnis mit der geschützten geografischen Angabe „Gall del Penedès“ handelt es sich um das frische Fleisch von (männlichen und weiblichen) Hühnern der Sorte Penedesenca negra mejorada der traditionellen Rasse Penedesenca.
            Kennzeichnend für dieses Geflügel sind der Wohlgeschmack, die rötliche Farbe der Schlachtkörper und ein festes, saftiges (Muskel-)Fleisch.
            Es handelt sich um eine langsam wachsende, rustikale, vitale Vogelrasse mit mediterranem, leichtem Körperbau und guter Fleischproduktion. Die Tiere sind widerstandsfähig gegenüber der Hitze und der Kälte des Mittelmeerklimas.
            Die Hühner mit der geschützten Bezeichnung „Gall del Penedès“ werden in Hühnerställen mit ganzjährig zugänglichem Auslauf im Freien gehalten. Ihr Futter umfasst unter anderem Traubenkerne.
            Diese Art Futtermittel verleiht dem Fleisch typische organoleptische Eigenschaften; dies geht aus dem einschlägigen Bericht über die sensorische und chemische Analyse des Agrarforschungsinstituts Institut de Recerca i Tecnologia agroalimentàries — IRTA (Bericht „Inclusió de granet de raïm en el pinso per la IGP del Gall del Penedès“ von Amadeu Francesch Vidal vom Februar 2012) hervor, der sinngemäß Folgendes besagt:
            
               „Das Fleisch von Tieren, deren Futter zu 5 % aus Traubenkernen besteht, duftet stärker nach Trockenfrüchten und weniger nach Borke, es schmeckt weniger nach gewöhnlichem Huhn, sein Aroma ist weniger mild, sondern eher metallisch, und es hat festere Fasern […]“
            
            
               „Bei Fleisch von Tieren, deren Futter zu 5 % aus Traubenkernen besteht, ist der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren deutlich höher, was auf einen höheren Linolsäureanteil zurückzuführen ist. Dieses Fleisch bietet somit einen Mehrwert im Hinblick auf eine gesunde Ernährung.“
            
            Das Schlachtalter der Hühner „Gall del Penedès“ beträgt mindestens 98 Tage.
            Die Schlachtkörper der Hühner „Gall del Penedès“ sind in die Handelsklasse A (gemäß der Verordnung (EG) Nr. 543/2008) eingestuft. Der Schlachtkörper weist kein überschüssiges Fett auf, hat eine weiße Haut, rötliches Fleisch und schwarze Ständer mit weißen Zehen.
            Mindestschlachtgewicht:
            
                        —
                     
                     
                        für die Aufmachung „eviscerada sin menudillos“ (gerupft, ohne Darm, Kopf, Ständer, Herz, Leber und Magen): weibliche Tiere: 1,2 kg, männliche Tiere: 1,5 kg;
                     
                  
                        —
                     
                     
                        für die Aufmachung „parcialmente eviscerada“ (gerupft, ohne Darm, aber mit Kopf und Ständern): weibliche Tiere: 1,7 kg, männliche Tiere: 2 kg;
                     
                  Die Hühner „Gall del Penedès“ werden frisch im Ganzen oder als Teilstücke angeboten.
            3.3.   Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)
            
            Die Ernährung der Hühner mit der geschützten Bezeichnung „Gall del Penedès“ beruht auf dem traditionellen Futter in dem geografischen Gebiet der g. g. A., das an moderne Futtermittelformulierungen und -techniken angepasst wurde. Typisch ist dabei, dass das Futter Traubenkerne enthält.
            Zusammensetzung des Basisfutters:
            
                        —
                     
                     
                        Mais: 55-60 %,
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Soja und Sojaerzeugnisse: 30-35,5 %,
                     
                  
                        —
                     
                     
                        Traubenkerne: 5-5,5 %.
                     
                  In den letzten sieben Tagen vor der Schlachtung darf das Futter zu mindestens 90 % aus Getreide und zu 5-5,5 % aus Traubenkernen bestehen.
            Fette tierischen Ursprungs sind verboten mit Ausnahme von Milcherzeugnissen.
            3.4.   Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen
            
            Die Hühner mit der geschützten Bezeichnung „Gall del Penedès“ werden in dem geschützten Gebiet aufgezogen.
            Die Küken werden im Alter von 24 bis 48 Stunden zur Mast an die Produktionsbetriebe geliefert. Ab dem Alter von 42 bis 56 Tagen haben die Hühner Zugang zu einem Auslauf im Freien. Die Haltungsdauer beträgt mindestens 98 Tage.
            3.5.   Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
            
            —
            3.6.   Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
            
            Das zum Verzehr bestimmte Endprodukt mit der geschützten geografischen Angabe muss deutlich die Angabe IGP„Gall del Penedès“ (g. g. A. „Gall del Penedès“) oder Indicación Geográfica Protegida„Gall del Penedès“ (geschützte geografische Angabe „Gall del Penedès“) und das Bildzeichen dieser g. g. A. tragen.
            4.   Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets
            
            „Gall del Penedès“ wird in einem geografischen Gebiet erzeugt, das die folgenden 73 Gemeinden umfasst:
            
                        —
                     
                     
                        Alle Gemeinden der Comarca Alt Penedès (27);
                     
                  
                        —
                     
                     
                        alle Gemeinden der Comarca Baix Penedès (14);
                     
                  
                        —
                     
                     
                        alle Gemeinden der Comarca Garraf (6);
                     
                  
                        —
                     
                     
                        folgende Gemeinden der Comarca Anoia: Argençola, La Llacuna, Cabrera d’Igualada, Piera, Masquefa, Hostalets de Pierola, Vallbona d’Anoia, Capellades, La Torre de Claramunt, Carme, Orpí, Santa Maria de Miralles, Bellprat, Sant Martí de Tous, Santa Margarida de Montbui, Vilanova del Camí, La Pobla de Claramunt, Castellolí, El Bruc, Òdena, Igualada, Rubió, Jorba, Montmaneu und Copons (25);
                     
                  
                        —
                     
                     
                        die Gemeinde Rodonyà der Comarca Alt Camp (1).
                     
                  5.   Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
            
            Der Zusammenhang mit der Umgebung beruht auf dem Ansehen, das bereits seit langer Zeit besteht, was durch die mündliche Überlieferung, Urkunden, Messen und Märkte belegt wird, und auf den besonderen Produktionsverfahren der Geflügelhalter in dem Gebiet, die eng mit der Weinbautradition des Erzeugungsgebiets verbunden sind.
            Das Erzeugungsgebiet der g. g. A. entspricht dem historischen Gebiet von El Penedès, aus dem die Rasse Penedesenca stammt, die die Sorte „Gall del Penedès“ hervorgebracht hat. In dem Gebiet wird im Wesentlichen Weinbau betrieben (80 % der landwirtschaftlichen Fläche), dessen Erzeugnisse unter die geschützten Ursprungsbezeichnungen für Wein „Penedès“ und „Cava“ fallen. Das Gebiet „El Penedès“ bringt aufgrund der Besonderheiten des Bodens und der Anbauerzeugnisse neben typischen Weinen und Schaumweinen auch die Hühner „Gall del Penedès“ hervor.
            Über Jahrhunderte hinweg waren die Haltung, der Verzehr und die Vermarktung von Hühnern der Sorte „Gall del Penedès“ Teil der gängigen Ausbildung von Landwirten des Gebiets El Penedès. Die Tatsache, dass auf jedem Hof solche Hühner als Nahrungsquelle für die Familie oder als zeitweilige wirtschaftliche Grundlage für den Familienbetrieb gehalten wurden, ist ein Thema von Literatur, mündlicher Überlieferung und Kunstwerken. Die intensiv braunrot gefärbten Eier dieser Hühner (die als „ou rogenc de Vilafranca“ bekannt waren) wurden auf den lokalen Märkten (Markt von Vilafranca, seit dem 12. Jahrhundert beurkundet) und auf dem Markt von Barcelona verkauft und sehr geschätzt. Auch das Fleisch von „Gall del Penedès“ genoss hohes Ansehen, was sich darin zeigt, dass seit dem 12. Jahrhundert ein „Fira del Penedès“ genannter Jahrmarkt veranstaltet wird, der später die Bezeichnung „Fira de Sant Tomàs“ erhielt und heute als „Fira del Gall“ bekannt ist. Dieser Jahrmarkt, der sich über die Jahre ohne Unterbrechung gehalten hat, bot den Landwirten des Gebiets, die kleine Höfe bewirtschafteten, die Gelegenheit, ihre Erzeugnisse zu präsentieren und zu verkaufen und so eine traditionelle Ernährungsweise aufrechtzuerhalten, die durch den Weinbau in dem Gebiet bestimmt war.
            Die Bauern dieses Gebiets kamen somit auf den Märkten und Jahrmärkten zusammen und tauschten ihre Kenntnisse über die Haltung der Hühner „Gall del Penedès“ aus, sodass sich ein für das Gebiet typisches Haltungssystem etablierte, bei dem Traubentrester als Hühnerfutter verwendet wurde. Die Pressrückstände von Trauben werden auf den Feldern getrocknet, um danach an die Hühner verfüttert zu werden. In einer 1937 verfassten Studie über die Fütterung von Hausgeflügel wurde festgestellt, dass Traubenkerne für Hühner einen bemerkenswerten Nährwert haben, da sie Pflanzenfasern, reichlich Fett sowie bestimmte Proteine und Kohlenhydrate enthalten. Die heutigen Geflügelzüchter haben die traditionellen Verfahren des Gebiets angepasst und Traubenkerne in die Futtermittelformulierung einbezogen.
            Mit der Einbeziehung von Traubenkernen in das Futter von Hühnern mit der g. g. A. „Gall del Penedès“ wird die in der Weinbautradition des Gebiets verankerte Fütterung beibehalten, die den Wohlgeschmack des Erzeugnisses beeinflusst. Durch die Haltung in Ställen mit ganzjährigem Auslauf im Freien erhält das Fleisch eine rötliche Farbe und wird fest und saftig.
            Gegenwärtig sind die Hühner mit der g. g. A. „Gall del Penedès“ Thema zahlreicher Artikel in der Regionalpresse; sie sind Gegenstand von (von den Verwaltungsorganen der Provinz Barcelona und der Comarca Alt Penedès durchgeführten) Maßnahmen zur Förderung des Absatzes von Qualitätserzeugnissen des jeweiligen Gebiets (in Form von Programmen wie „Productes de la Terra“ und dem Internetportal „Gastroteca“) und von Forschungsarbeiten (Fundaciòn Alicia, IRTA usw.).
            
               Hinweis auf die Veröffentlichung der Produktspezifikation
            
            (Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2 dieser Verordnung)
            Der vollständige Wortlaut der Spezifikation ist über folgende Website abrufbar:
            http://gencat.cat/alimentacio/modificacion-pliego-igp-gall-penedes