CELEX: 62020TN0576
Language: de
Date: 2020-09-17 00:00:00
Title: Rechtssache T-576/20: Klage, eingereicht am 17. September 2020 — Evropská vodní doprava-sped. u. a./Parlament und Rat

14.12.2020   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 433/53
            
         
      Klage, eingereicht am 17. September 2020 — Evropská vodní doprava-sped. u. a./Parlament und Rat
      (Rechtssache T-576/20)
      (2020/C 433/68)
      Verfahrenssprache: Deutsch
      
         Parteien
      
      
         Kläger: Evropská vodní doprava-sped. s. r. o. (Prag, Tschechische Republik), Konakl s. r. o. (Klíčany, Tschechische Republik), Eurex AD s. r. o. (Děčín, Tschechische Republik), Ladislav Říha (Heřmanov, Tschechische Republik), Vladimír Hurych (Ústí nad Labem, Tschechische Republik) (Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt A. Verny)
      
         Beklagte: Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union
      
         Anträge
      
      Die Kläger beantragen,
      
                  —
               
               
                  die Verordnung (EU) 2020/1054 (1) zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 561/2006 und (EU) Nr. 165/2014, die auf der Grundlage der Richtlinie (EU) 2018/957 (2), mit der die Richtlinie 96/71/EG (3) über die Entsendung von Arbeitnehmern verabschiedet worden sind, für nichtig zu erklären;
               
            
                  —
               
               
                  die Verordnung (EU) 2020/1055 (4) zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1071/2009, (EG) Nr. 1072/2009 und (EU) 1024/2012, die auf der Grundlage der Richtlinie (EU) 2018/957, mit der die Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitnehmern verabschiedet worden sind, für nichtig zu erklären;
               
            
                  —
               
               
                  die Richtlinie (EU) 2020/1057 (5) zur Ausgestaltung der Richtlinien 96/71/EG und 2014/67/EU und zur Änderung der Richtlinie 2006/22/EG (6), die auf der Grundlage der Richtlinie (EU) 2018/957, mit der die Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitnehmern verabschiedet worden sind, für nichtig zu erklären;
               
            
                  —
               
               
                  soweit dies für zulässig erachtet wird, das vorliegende Verfahren in analoger Anwendung des Art.68 der Geschäfts- und Verfahrensordnung des Gerichts mit den Rechtssachen C-626/18 und C-620/18 zur gemeinsamen Entscheidung zu verbinden;
               
            
                  —
               
               
                  dem Europäische Parlament und dem Rat der Europäischen Union aufzuerlegen, nach Art. 87§ 2 der Verfahrensordnung des Gerichts die notwendigen Kosten zu ersetzen.
               
            
         Klagegründe und wesentliche Argumente
      
      Die Klage wird auf folgende Gründe gestützt.
      Gegenstand der Klage sind primär und fristwahrend die, die Klägerinnen angeblich diskriminierenden resp. wettbewerbsrechtlich benachteiligenden legislativen Normen des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates gemäß den drei ersten Anträgen der Klageschrift, die auf der Grundlage der Richtlinie (EU) 2018/957, mit der die Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitnehmern verabschiedet worden sind.
      Der Inhalt der vorgenannten legislativen Normen enthalte eine erhebliche Begünstigung des Straßentransportsektors in der Form des sogenannten „Straßenverkehrs-Pakets“ gegenüber der für die Klägerinnen weiterhin nach Maßgabe der Richtlinie (EU) 2018/957 zwingend geltenden Regelungen.
      Hilfsweise begehren die Kläger gleich der Republik Polen in dem Verfahren C-626/18 und der Republik Ungarn in dem Verfahren C-620/18, die Richtlinie (EU) 2018/957 teilweise oder hilfsweise insgesamt für nichtig zu erklären, da diese Richtlinie die Basis für die dargestellte Diskriminierung des klägerischen Dienstleistungssektors darstellt.
      
         (1)  Verordnung (EU) 2020/1054 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Juli 2020 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 hinsichtlich der Mindestanforderungen an die maximalen täglichen und wöchentlichen Lenkzeiten, Mindestfahrtunterbrechungen sowie täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten, und der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 hinsichtlich der Positionsbestimmung mittels Fahrtenschreibern (ABl. 2020, L 249, S. 1).
      
         (2)  Richtlinie (EU) 2018/957 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Juni 2018 zur Änderung der Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen (ABl. 2018, L 173, S. 16).
      
         (3)  Richtlinie 96/71/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 1996 über die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen (ABl. 1997, L 18, S. 1).
      
         (4)  Verordnung (EU) 2020/1055 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Juli 2020 zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1071/2009, (EG) Nr. 1072/2009 und (EU) Nr. 1024/2012 im Hinblick auf ihre Anpassung an die Entwicklungen im Kraftverkehrssektor (ABl. 2020, L 249, S. 17).
      
         (5)  Richtlinie (EU) 2020/1057 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Juli 2020 zur Festlegung besonderer Regeln im Zusammenhang mit der Richtlinie 96/71/EG und der Richtlinie 2014/67/EU für die Entsendung von Kraftfahrern im Straßenverkehrssektor und zur Änderung der Richtlinie 2006/22/EG bezüglich der Durchsetzungsanforderungen und der Verordnung (EU) Nr. 1024/2012 (ABl. 2020, L 249, S. 49).
      
         (6)  Richtlinie 2006/22/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über Mindestbedingungen für die Durchführung der Verordnungen (EWG) Nr. 3820/85 und (EWG) Nr. 3821/85 des Rates über Sozialvorschriften für Tätigkeiten im Kraftverkehr sowie zur Aufhebung der Richtlinie 88/599/EWG des Rates (ABl. 2006, L 102, S. 35).