CELEX: 62011TJ0199
Language: de
Date: 2012-12-13
Title: Urteil des Gerichts (Rechtsmittelkammer) vom 13. Dezember 2012. # Guido Strack gegen Europäische Kommission. # Rechtsmittel - Öffentlicher Dienst - Beamte - Art. 17, 17a, 19 und 90 Abs. 1 des Statuts - Antrag auf Genehmigung der Verbreitung von Dokumenten - Antrag auf Genehmigung der Veröffentlichung eines Textes - Antrag auf Erteilung der Zustimmung zur Verwendung von Tatsachenfeststellungen vor nationalen Justizbehörden - Unzulässigkeit der erstinstanzlichen Klage - Keine beschwerende Maßnahme - Art. 90 Buchst. a der Verfahrensordnung. # Rechtssache T-199/11 P.

URTEIL DES GERICHTS (Rechtsmittelkammer)
      13. Dezember 2012(*)
      
      „Rechtsmittel – Öffentlicher Dienst – Beamte – Art. 17, 17a, 19 und 90 Abs. 1 des Statuts – Antrag auf Genehmigung der Verbreitung von Dokumenten – Antrag auf Genehmigung der Veröffentlichung eines Textes – Antrag auf Erteilung der Zustimmung zur Verwendung von Tatsachenfeststellungen vor nationalen Justizbehörden – Unzulässigkeit der erstinstanzlichen Klage – Keine beschwerende Maßnahme – Art. 90 Buchst. a der Verfahrensordnung“
      In der Rechtssache T‑199/11 P
      betreffend ein Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts für den öffentlichen Dienst der Europäischen Union (Zweite Kammer)
         vom 20. Januar 2011, Strack/Kommission (F‑132/07), wegen Aufhebung dieses Urteils,
      
      Guido Strack, wohnhaft in Köln (Deutschland), Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt H. Tettenborn,
      
      Rechtsmittelführer,
      andere Verfahrensbeteiligte:
      Europäische Kommission, vertreten durch J. Currall und B. Eggers als Bevollmächtigte im Beistand von Rechtsanwalt B. Wägenbaur,
      
      Beklagte im ersten Rechtszug,
      erlässt
      DAS GERICHT (Rechtsmittelkammer)
      unter Mitwirkung des Präsidenten M. Jaeger sowie der Richter J. Azizi und S. Papasavvas (Berichterstatter),
      Kanzler: K. Andová, Verwaltungsrätin,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 11. Juli 2012
      folgendes
      Urteil
      1        Mit seinem gemäß Art. 9 des Anhangs I der Satzung des Gerichtshofs der Europäischen Union eingelegten Rechtsmittel beantragt
         der Rechtsmittelführer, Herr Guido Strack, die Aufhebung des Urteils des Gerichts für den öffentlichen Dienst der Europäischen
         Union (Zweite Kammer) vom 20. Januar 2011, Strack/Kommission (F‑132/07, im Folgenden: angefochtenes Urteil), mit dem seine
         Klage auf Aufhebung mehrerer Entscheidungen der Europäischen Kommission und auf Schadensersatz abgewiesen worden ist.
      
       Der dem Rechtsstreit zugrunde liegende Sachverhalt
      2        Das Gericht für den öffentlichen Dienst hat den dem Rechtsstreit zugrunde liegenden Sachverhalt wie folgt dargestellt:
      
      „5      Der Kläger trat am 1. September 1995 in den Dienst der Kommission. Vom 1. September 1995 bis 31. März 2002 übte er seinen
         Dienst im Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften (im Folgenden: Amt für Veröffentlichungen) aus. Am 1.
         Januar 2001 wurde er nach Besoldungsgruppe A 6 befördert. Vom 1. April 2002 bis 15. Februar 2003 arbeitete er in der Generaldirektion
         (GD) ‚Unternehmen‘ der Kommission, und ab 16. Februar 2003 war er Eurostat zugewiesen. Im Jahr 2005 wurde er wegen Dienstunfähigkeit
         mit Wirkung vom 1. April 2005 in den Ruhestand versetzt.
      
      6      Am 9. April 2007 stellte der Kläger nach Art. 90 Abs. 1 des Statuts [der Beamten der Europäischen Union] den Antrag, ihm u. a.
         gemäß den Art. 17 und 17a des Statuts in erster Linie die Veröffentlichung einer von ihm am selben Tag nach Art. 90 Abs. 2
         des Statuts eingereichten Beschwerde gegen frühere Entscheidungen samt ihren Anlagen, hilfsweise von Auszügen dieser Beschwerde
         und ihren Anlagen, zu gestatten. Höchst hilfsweise beantragte er zudem, ihm die Veröffentlichung der genannten Dokumente vollständig
         oder in Auszügen wenigstens ab dem Zeitpunkt zu gestatten, zu dem das mit dieser Beschwerde eingeleitete Vorverfahren und
         ein gegebenenfalls nachfolgendes Gerichtsverfahren abgeschlossen sein werden. Die Anlagen zu der Beschwerde waren in einer
         beigefügten CD-ROM enthalten.
      
      7      Am 11. Mai 2007 beantragte der Kläger die Genehmigung, die von seinem Antrag vom 9. April 2007 erfassten Informationen sowie
         die im Rahmen einer Untersuchung des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF) vorgelegten Dokumente und alle Unterlagen
         im Zusammenhang mit zwei von ihm eingereichten Klagen, über die nunmehr endgültig entschieden wurde (durch Beschluss des Gerichts
         erster Instanz vom 22. März 2006, Strack/Kommission, T‑4/05, Slg. ÖD 2006, I‑A-2-83 und II‑A-2-361, und durch Beschluss des
         Gerichtshofs vom 8. März 2007, Strack/Kommission, C‑237/06 P, Slg. ÖD 2007, I‑B‑2‑5 und II‑B‑2‑43), an Strafverfolgungsbehörden
         mehrerer Mitgliedstaaten zu dem Zweck weiterzuleiten, in jedem dieser Mitgliedstaaten Strafanzeigen gegen mehrere Beamte des
         OLAF und des Amts für Veröffentlichungen sowie gegen den Generalsekretär und einige Mitglieder der Kommission zu erstatten.
         Der Kläger führte aus, dass sich die Strafanzeigen, die er gegen die von ihm genannten Beamten des Amts für Veröffentlichungen
         erstatten wolle, auf die von ihm in einem Vermerk vom 16. April 2004 dargelegten Straftatbestände bezögen, während die Strafanzeigen
         gegen die anderen in seinem Antrag bezeichneten Beamten und Personen die Tatbestände der Strafvereitelung, Verleitung von
         Untergebenen zu einer Straftat und Rechtsbeugung beträfen.
      
      8      Mit dienstlichem Schreiben vom 19. Juni 2007 bat der Direktor der Direktion ‚Statut: Politik, Verwaltung und Beratung‘ der
         GD ‚Personal und Verwaltung‘ den Kläger unter Bezugnahme auf dessen Anträge vom 9. April und 11. Mai 2007, die betreffenden
         Dokumente einzeln zu identifizieren und ‚mitzuteilen, was genau [er] mit den näher zu bestimmenden Unterlagen vorhab[e], insbesondere
         welche [er] im Rahmen eines Verfahrens vor nationalen Gerichten zu verwenden gedenk[e]‘.
      
      9      Der Kläger erwiderte, dass die fraglichen Dokumente hinreichend bestimmt seien, und bestätigte unter vorsorglichem Hinweis
         auf seine Hilfsanträge seine Absicht, u. a. den gesamten Inhalt der seiner Beschwerde vom 9. April 2007 beigefügten CD-ROM
         zu verwenden. Die Parteien beharrten so auf ihren Standpunkten.
      
      10      Mit Entscheidung vom 20. Juli 2007, die dem Kläger mit Schreiben vom 23. Juli 2007 mitgeteilt wurde, wies die Anstellungsbehörde
         die Beschwerde vom 9. April 2007 und den auf die Art. 17 und 17a des Statuts gestützten Antrag vom selben Tag zurück und fügte
         dem hinzu: ‚Dies gilt mangels Bestimmtheit auch für [den] Antrag [des Beschwerdeführers] gemäß Artikel 17 und 19 [des Statuts]
         insofern, als dieser nicht Unterlagen betrifft, über die Herr Strack ohnehin frei verfügen kann.‘ In dieser Entscheidung schlug
         die Anstellungsbehörde dem Kläger darüber hinaus vor, die Dokumente, die er zu veröffentlichen und im Rahmen von Strafverfahren
         zu verwenden beabsichtigte, nach vier Kriterien auszuwählen, um ihr nur eine begrenzte Zahl von Unterlagen vorzulegen.
      
      11      Mit Schreiben vom 11. Oktober 2007 legte der Kläger nach Art. 90 Abs. 2 des Statuts Beschwerde gegen die in der Entscheidung
         vom 20. Juli 2007 enthaltene Ablehnung seiner Anträge vom 9. April 2007 und vom 11. Mai 2007 ein. Soweit diese Entscheidung
         nicht als ausdrückliche Ablehnung dieser Anträge verstanden werden sollte, richtete der Kläger seine Beschwerde auch gegen
         die stillschweigenden ablehnenden Entscheidungen vom 9. August und 11. September 2007 über seine Anträge.
      
      12      Mit Entscheidung vom 9. November 2007 wies die Anstellungsbehörde die Beschwerde vom 11. Oktober 2007 mit der Begründung als
         unzulässig zurück, dass der Kläger unmittelbar gegen die Entscheidung vom 20. Juli 2007 hätte Klage erheben müssen.“
      
       Verfahren im ersten Rechtszug und angefochtenes Urteil
      3        Mit Klageschrift, die am 30. November 2007 bei der Kanzlei des Gerichts für den öffentlichen Dienst einging, erhob der Rechtsmittelführer
         eine Klage, die insbesondere auf Aufhebung der Entscheidungen der Kommission vom 20. Juli, 9. August, 11. September und 9.
         November 2007 gerichtet war.
      
      4        Das Gericht für den öffentlichen Dienst hat das Verfahren in dem angefochtenen Urteil wie folgt zusammengefasst:
      
      „13      Am 4. Dezember 2007 hat das Gericht [für den öffentlichen Dienst] eine Güteverhandlung abgehalten, um in anderen Rechtssachen
         zwischen dem Kläger und der Kommission eine gütliche Einigung herbeizuführen. In dieser Verhandlung ist auch versucht worden,
         eine gütliche Einigung im Rahmen der vorliegenden Rechtssache zu erreichen.
      
      14      Nach der Verhandlung vom 4. Dezember 2007 haben die Parteien zu dem im Protokoll der Güteverhandlung enthaltenen Entwurf einer
         Einigung Stellung genommen, ohne sich jedoch auf den Wortlaut des Entwurfs einigen zu können.
      
      15      Mit Beschluss des Präsidenten des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] vom 14. Januar 2008 ist die vorliegende Rechtssache
         der Ersten Kammer des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] zugewiesen worden.
      
      16      Die Parteien sind zu einer zweiten Güteverhandlung geladen worden, die für den 6. März 2008, nach Rückkehr des Klägers aus
         dem Urlaub, anberaumt war. Der Kläger hat jedoch die Teilnahme abgesagt, da er in Anbetracht des Standpunkts der Kommission
         in einer erneuten Güteverhandlung keinen Sinn sah. Die Kommission hat bedauert, dass die Güteverhandlung wegen des Ausbleibens
         des Klägers nicht habe stattfinden können; gleichzeitig hat sie die Hoffnung geäußert, dass es zu einer Einigung komme, und
         sich bereit erklärt, an einer gütlichen Einigung mitzuwirken.
      
      17      Mit besonderem Schriftsatz, der am 29. Mai 2008 bei der Kanzlei des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] eingegangen ist,
         hat die Kommission nach Art. 78 der Verfahrensordnung gegen die Klage eine Einrede der Unzulässigkeit erhoben.
      
      18      Am 12. Juni 2008 hat das Gericht [für den öffentlichen Dienst] den Kläger aufgefordert, bis zum 7. Juli 2008 zu dieser Unzulässigkeitseinrede
         Stellung zu nehmen.
      
      19      Mit Schreiben, das am 19. Juni 2008 bei der Kanzlei des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] eingegangen ist, hat der Kläger
         geltend gemacht, dass die Unzulässigkeitseinrede der Kommission ihrerseits unzulässig sei, da sie nicht innerhalb der in Art. 78
         Abs. 1 der Verfahrensordnung vorgesehenen Frist von einem Monat nach Zustellung der Klageschrift erhoben worden sei. Er hat
         daher beantragt, die Entscheidung des Gerichts [für den öffentlichen Dienst], mit der ihm eine Frist zur Stellungnahme zu
         dieser Einrede bis zum 7. Juli 2008 gesetzt worden war, aufzuheben. Da die Kommission auch ihre Klagebeantwortung nicht innerhalb
         der in Art. 39 Abs. 1 Unterabs. 1 der Verfahrensordnung festgelegten Frist von zwei Monaten eingereicht habe, hat der Kläger
         zudem Versäumnisurteil beantragt. Hilfsweise hat er um Verlängerung der Frist zur Stellungnahme zu der Unzulässigkeitseinrede
         ersucht.
      
      20      Mit Schreiben vom 1. Juli 2008 hat das Gericht [für den öffentlichen Dienst] den Parteien mitgeteilt, dass das Schreiben des
         Klägers vom 19. Juni 2008 zu den Akten zu nehmen und als Antrag auf Verlängerung der Frist für die Einreichung der Stellungnahme
         zur Unzulässigkeitseinrede anzusehen war. Es hat dem Kläger sodann eine neue Frist bis zum 2. September 2008 gesetzt. Am 1.
         September 2008 hat der Kläger bei der Kanzlei des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] seine Stellungnahme eingereicht,
         in der er seine Anträge aus dem Schreiben vom 19. Juni 2008 aufrechterhalten hat. Hilfsweise hat er geltend gemacht, dass
         die von der Kommission erhobene Unzulässigkeitseinrede unbegründet und die Klage zulässig sei.
      
      21      Mit Beschluss des Präsidenten des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] vom 8. Oktober 2008 ist die vorliegende Rechtssache
         der Zweiten Kammer des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] zugewiesen worden.
      
      22      Mit Beschluss vom 17. September 2009 hat das Gericht [für den öffentlichen Dienst] die Entscheidung über die Einrede der Unzulässigkeit
         gemäß Art. 78 Abs. 3 der Verfahrensordnung dem Endurteil vorbehalten, nachdem es den Antrag der Kommission auf Entscheidung
         über die Unzulässigkeit der Klage für zulässig erklärt und den Antrag des Klägers auf Versäumnisurteil zurückgewiesen hatte.
      
      23      Mit Schreiben vom 15. Januar 2010 hat der Kläger beantragt, die vorliegende Rechtssache mit seinen anhängigen Klagen F‑118/07,
         F‑119/07, F‑120/07, F‑121/07 und F‑62/09 zu verbinden. Das Gericht [für den öffentlichen Dienst] hat es am 26. Januar 2010
         abgelehnt, diesem Antrag stattzugeben, und dies dem Kläger mit Schreiben der Kanzlei vom 18. März 2010 mitgeteilt.
      
      24      Mit Schreiben vom 24. Juni 2010 hat der Kläger die Übermittlung aller Entscheidungen im Zusammenhang mit der Zuweisung der
         vorliegenden Rechtssache an die Zweite Kammer des Gerichts [für den öffentlichen Dienst] beantragt und zum Ablauf des Verfahrens
         und zum vorbereitenden Sitzungsbericht, der ihm am 9. Juni 2010 übermittelt worden war, Stellung genommen.
      
      25      In einem Schreiben vom 2. Juli 2010 hat der Kläger den Inhalt skizziert, den ein möglicher Vergleich seines Erachtens haben
         sollte, gleichzeitig jedoch darum gebeten, dem Verfahren Fortgang zu geben, da ein Vergleich weder sehr nahe noch sehr wahrscheinlich
         erscheine.
      
      26      Der Kläger beantragt,
      –        die Entscheidungen der Kommission vom 20. Juli 2007 und vom 9. November 2007 sowie die stillschweigenden Entscheidungen vom
         9. August 2007 und 11. September 2007 aufzuheben, soweit mit ihnen seine Anträge vom 9. April, 11. Mai und 11. Oktober 2007
         auf Genehmigung zur Veröffentlichung bestimmter Dokumente und zur Erstattung von Strafanzeigen gegen Kommissionsmitglieder
         und Kommissionsbeamte abgelehnt wurden;
      
      –        die Kommission zu verurteilen, an ihn Schadensersatz in Höhe von mindestens 10 000 Euro für den ihm durch die erwähnten Entscheidungen
         entstandenen immateriellen Gesundheits‑ und moralischen Schaden zu zahlen;
      
      –        der Kommission die Kosten aufzuerlegen.“
      5        Mit dem angefochtenen Urteil hat das Gericht für den öffentlichen Dienst den Aufhebungsantrag mit der Begründung als unzulässig
         zurückgewiesen, dass die Schreiben des Klägers an die Kommission vom 9. April und 11. Mai 2007 wegen ihrer Unbestimmtheit
         keine Anträge im Sinne der Art. 17, 19 und des Art. 90 Abs. 1 des Statuts der Beamten der Europäischen Union (im Folgenden:
         Statut) darstellen könnten. Das Gericht für den öffentlichen Dienst hat auch den Schadensersatzantrag aufgrund seines engen
         Zusammenhangs mit dem Aufhebungsantrag zurückgewiesen.
      
       Zum Rechtsmittel
       Verfahren und Anträge der Beteiligten
      6        Mit Rechtsmittelschrift, die am 30. März 2011 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat der Rechtsmittelführer das
         vorliegende Rechtsmittel eingelegt. Am 14. September 2011 hat die Kommission ihre Rechtsmittelbeantwortung eingereicht.
      
      7        Nach Einreichung der Rechtsmittelbeantwortung durch die Kommission hat der Rechtsmittelführer mit Schreiben vom 27. September
         2011 beantragt, ihm nach Art. 143 § 1 der Verfahrensordnung des Gerichts zu gestatten, eine Erwiderung auf die Rechtsmittelbeantwortung
         einzureichen.
      
      8        Der Präsident der Rechtsmittelkammer des Gerichts hat diesen Antrag mit Beschluss vom 17. Oktober 2011 zurückgewiesen.
      
      9        In seiner Rechtsmittelschrift hat der Rechtsmittelführer beantragt, die vorliegende Rechtssache, die unter dem Aktenzeichen
         T‑199/11 P eingetragen ist, mit der Rechtssache T‑198/11 P zu verbinden, die ein Rechtsmittel betrifft, das er gegen das Urteil
         des Gerichts für den öffentlichen Dienst (Zweite Kammer) vom 20. Januar 2011, Strack/Kommission (F‑121/07), eingelegt hat.
      
      10      Mit Schreiben vom 18. Juli 2011 hat die Kommission der Verbindung der Rechtssachen T‑198/11 P und T‑199/11 P widersprochen.
      
      11      Mit am 17. November 2011 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenem Schreiben hat der Rechtsmittelführer gemäß Art. 146 der
         Verfahrensordnung einen mit Gründen versehenen Antrag eingereicht, in der mündlichen Verhandlung gehört zu werden.
      
      12      Mit Schreiben vom 20. Februar 2012 hat der Rechtsmittelführer die Aussetzung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss
         des Verfahrens in der Rechtssache T‑392/07 beantragt. Mit Schreiben vom 7. März 2012 hat die Kommission dem Antrag auf Aussetzung
         widersprochen. Mit Beschluss vom 8. Juni 2012 hat das Gericht (Rechtsmittelkammer) den Antrag auf Aussetzung zurückgewiesen.
      
      13      Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Rechtsmittelkammer) beschlossen, die mündliche Verhandlung zu eröffnen.
      
      14      In der Sitzung vom 11. Juli 2012 haben die Beteiligten mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet.
      
      15      Der Rechtsmittelführer beantragt,
      
      –        das angefochtene Urteil aufzuheben und gemäß den vor dem Gericht für den öffentlichen Dienst von ihm gestellten Anträgen zu
         entscheiden;
      
      –        den Beschluss des Gerichts für den öffentlichen Dienst vom 17. September 2009 in der Rechtssache F‑132/07 insoweit aufzuheben,
         als durch diesen sein Antrag auf Erlass eines Versäumnisurteils zurückgewiesen wurde;
      
      –        die Entscheidungen des Gerichts für den öffentlichen Dienst aufzuheben, mit denen die zunächst der Ersten Kammer zugewiesene
         Rechtssache F‑132/07 nachträglich der Zweiten Kammer zugewiesen wurde;
      
      –        die Entscheidung der Kommission vom 20. Juli 2007 sowie die diese ergänzenden stillschweigenden Entscheidungen vom 9. August
         und 11. September 2007 und die Entscheidung der Kommission vom 9. November 2007 insoweit aufzuheben, als sie die Anträge des
         Rechtsmittelführers vom 9. April, 11. Mai und 11. Oktober 2007 auf Genehmigung zum einen der Veröffentlichung von Dokumenten
         unter allen rechtlichen Gesichtspunkten, insbesondere Art. 17, 17a, 19 und 24 des Statuts sowie etwaigen urheberrechtlichen
         und datenschutzrechtlichen Bestimmungen, und zum anderen der Erstattung von Strafanzeigen gegen (Ex‑)Kommissare und Kommissionsbeamte
         ablehnen;
      
      –        die Kommission zu verurteilen, an ihn Schadensersatz in Höhe von mindestens 10 000 Euro für den ihm entstandenen immateriellen
         Gesundheitsschaden und moralischen Schaden zu zahlen;
      
      –        der Kommission sämtliche Kosten aufzuerlegen;
      –        ihm eine Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer in Höhe von mindestens 2 000 Euro zu gewähren, deren genaue Höhe er
         in das Ermessen des Gerichts stellt.
      
      16      Die Kommission beantragt,
      
      –        das Rechtsmittel zurückzuweisen;
      –        den Antrag auf Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer zurückzuweisen;
      –        dem Rechtsmittelführer die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.
      17      Nach Auffassung des Gerichts sind die Rechtssachen T‑198/11 P und T‑199/11 P nicht miteinander zu verbinden.
      
       Rechtliche Würdigung
      18      Der Rechtsmittelführer stützt sein Rechtsmittel auf 20 Rechtsmittelgründe, mit denen er Folgendes rügt:
      
      –        die Unzuständigkeit des Spruchkörpers und die in diesem Zusammenhang vorliegenden Verfahrens- und Begründungsfehler des angefochtenen
         Urteils;
      
      –        die rechtswidrige Ablehnung des Erlasses eines Versäumnisurteils und die rechtswidrige Zulassung der nicht fristgerecht erhobenen
         Unzulässigkeitseinrede und eingereichten Klagebeantwortung der Kommission;
      
      –        die Rechtswidrigkeit der der Kommission gewährten Fristverlängerungen vom 21. Januar und 11. März 2008 zur Einreichung der
         Klagebeantwortung und zur Fehlerhaftigkeit der Ausführungen hierzu im angefochtenen Urteil;
      
      –        die Rechtswidrigkeit der Nichtvornahme der Verbindung der Rechtssache F‑132/07 mit den Rechtssachen F‑118/07, F‑119/07, F‑120/07
         und F‑121/07, die Gegenstand von Parallelverfahren sind, einen damit zusammenhängenden Begründungsmangel und wohl mit der
         Vielfalt der Parallelverfahren zusammenhängende falsche Tatsachendarstellungen im vorliegend angegriffenen Urteil;
      
      –        einen fehlerhaften vorbereitenden Sitzungsbericht und die rechtsfehlerhafte Weigerung des Gerichts für den öffentlichen Dienst,
         diesen noch vor der mündlichen Verhandlung zu korrigieren;
      
      –        die Befangenheit des Berichterstatters und einen darin liegenden Verstoß gegen Art. 6 Abs. 1 der am 4. November 1950 in Rom
         unterzeichneten Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (im Folgenden: EMRK);
      
      –        aus den Verfahrensakten nachweisbare Unrichtigkeiten in den tatsächlichen Feststellungen des Urteils und eine damit zusammenhängende
         unvollständige Würdigung der Fakten des tatsächlichen Sachverhalts durch das Gericht für den öffentlichen Dienst;
      
      –        die Verletzung der Sprachenregelung, das Vorliegen einer Diskriminierung im Sinne des Art. 21 der Charta der Grundrechte der
         Europäischen Union (ABl. 2010, C 83, S. 389, im Folgenden: Charta) und die Nichtberücksichtigung der entsprechenden Rüge;
      
      –        Verfahrensverstöße im Zusammenhang mit der Übersetzung oder Nichtübersetzung von Verfahrensdokumenten;
      –        einen rechtsfehlerhaften Prüfungsansatz und ein rechtsfehlerhaftes Prüfungsergebnis des Gerichts für den öffentlichen Dienst
         hinsichtlich der Zulässigkeit der Anträge des Rechtsmittelführers und eine darin liegende rechtsfehlerhafte Auslegung der
         Art. 90 ff. sowie 17 und 19 des Statuts sowie damit verbundene Begründungsmängel;
      
      –        die fehlerhafte Auslegung und Anwendung des Art. 17 des Statuts;
      –        einen Begründungsmangel sowie die fehlerhafte Auslegung und Anwendung des Art. 19 des Statuts;
      –        die fehlerhafte Auslegung und Anwendung des Art. 6 Abs. 1 EMRK und insoweit die innere Widersprüchlichkeit des angefochtenen
         Urteils;
      
      –        einen Begründungsmangel sowie die fehlerhafte Auslegung und Anwendung des Art. 11 des Statuts sowie der Informations- und
         Loyalitätspflicht des Beamten, des Grundsatzes der ordnungsgemäßen Verwaltung und der Fürsorgepflicht, soweit das Gericht
         für den öffentlichen Dienst hieraus Pflichten für den Rechtsmittelführer herleitet;
      
      –        einen Begründungsmangel, die fehlerhafte Auslegung und Nichtanwendung des Art. 10 EMRK und des Art. 11 der Charta und insoweit
         die innere Widersprüchlichkeit des angefochtenen Urteils;
      
      –        die Nichtbeachtung des Art. 13 EMRK sowie des Art. 47 Abs. 1 der Charta;
      –        einen Begründungsmangel und die fehlerhafte Nichtanwendung des Art. 25 Abs. 2 des Statuts;
      –        einen Begründungsmangel sowie die fehlerhafte Auslegung und Anwendung der Informations- und Loyalitätspflichten des Organs,
         des Grundsatzes der ordnungsgemäßen Verwaltung und der Fürsorgepflicht der Verwaltung, soweit das Gericht für den öffentlichen
         Dienst es unterlässt, hieraus Rechte des Rechtsmittelführers herzuleiten und/oder entsprechende Pflichtverletzungen der Kommission
         festzustellen;
      
      –        Verstöße gegen Art. 52 Abs. 1 der Charta sowie die Grundsätze der Gesetzmäßigkeit und der Verhältnismäßigkeit;
      –        die abschließende Gesamtbetrachtung hinsichtlich der Verletzung des Gebots eines fairen Verfahrens im Sinne des Art. 6 Abs. 1
         EMRK und des Art. 47 der Charta.
      
       Zum ersten Rechtsmittelgrund
      19      Mit dem ersten Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer im Wesentlichen geltend, es gebe keine Rechtsgrundlage, auf
         der seine Rechtssache der Zweiten Kammer des Gerichts für den öffentlichen Dienst hätte neu zugewiesen werden können. Daher
         sei das angefochtene Urteil von der Zweiten Kammer des Gerichts für den öffentlichen Dienst unter Verstoß gegen die gemeinsamen
         Rechtsgrundsätze der Mitgliedstaaten, insbesondere das Gebot des gesetzlichen Richters, Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 47 Abs. 2
         der Charta, die Satzung des Gerichtshofs, insbesondere Art. 4 Abs. 4 des Anhangs I dieser Satzung, und die Verfahrensordnung
         des Gerichts für den öffentlichen Dienst, insbesondere deren Art. 12 bis 14, 25 und 38, erlassen worden.
      
      20      Außerdem sei die Neuzuweisung der Rechtssache an die Zweite Kammer beschlossen worden, ohne dass ihm hierzu rechtliches Gehör
         gewährt worden sei. Darüber hinaus sei mit seinen Anträgen auf Information, Begründung und Übersendung der Entscheidung unter
         Vernachlässigung der Pflichten einer geordneten Rechtspflege, des Gebots der Verfahrensfairness und des Art. 6 Abs. 1 EMRK
         rechtswidrig verfahren worden. Schließlich weise das angefochtene Urteil Widersprüche auf.
      
      21      Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      22      Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich das vom Rechtsmittelführer geltend gemachte Gebot des gesetzlichen Richters namentlich
         aus Art. 6 Abs. 1 EMRK ableitet, wonach jede Person ein Recht darauf hat, dass über Streitigkeiten in Bezug auf sie von einem
         auf Gesetz beruhenden Gericht verhandelt wird. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (im
         Folgenden: EGMR) ist der Ausdruck „auf Gesetz beruhend“ dahin auszulegen, dass die Zusammensetzung des Gerichts und seine
         Zuständigkeiten vorab durch ein Gesetz bestimmt sind. Ziel des Erfordernisses eines „auf Gesetz beruhenden“ Gerichts ist es
         nämlich, die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit gegenüber der Exekutive zu gewährleisten. Dieses Erfordernis hindert die Gerichte
         nicht daran, die Vorschriften über ihre Zuständigkeiten und ihre Organisation auszulegen (vgl. in diesem Sinne Urteile des
         EGMR vom 22. Juni 2000, Coëme u. a./Belgien, Nrn. 32492/96, 32547/96, 32548/96, 33209/96 und 33210/96, CEDH 2000-VII, § 99,
         und vom 20. Juli 2006, Sokurenko und Strygun/Ukraine, Nrn. 29458/04 und 29465/04, §§ 23 und 24).
      
      23      Nach Art. 4 des Anhangs I der Satzung des Gerichtshofs und Art. 10 seiner Verfahrensordnung bildet das Gericht für den öffentlichen
         Dienst Kammern mit drei oder fünf Richtern und entscheidet über die Zuteilung der Richter an die Kammern.
      
      24      Nach Art. 12 seiner Verfahrensordnung legt das Gericht für den öffentlichen Dienst die Kriterien fest, nach denen sich die
         Zuweisung der Rechtssachen an diese Kammern richtet. Nach Art. 38 Abs. 1 dieser Verfahrensordnung weist der Präsident des
         Gerichts für den öffentlichen Dienst sogleich nach Eingang der Klageschrift die Rechtssache gemäß den Kriterien im Sinne des
         Art. 12 Abs. 2 dieser Verfahrensordnung einer Kammer, die mit drei Richtern tagt, zu.
      
      25      Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass die Rechtssachen nach den Art. 13 und 14 der Verfahrensordnung des Gerichts für den
         öffentlichen Dienst an erweiterte Kammern oder an einen Einzelrichter verwiesen werden können. Art. 25 der Verfahrensordnung
         sieht vor, dass bei Abwesenheit oder Verhinderung eines Richters die Beschlussfähigkeit einer Kammer dadurch hergestellt werden
         kann, dass der Spruchkörper durch einen anderen Richter derselben Kammer oder einen Richter einer anderen Kammer vervollständigt
         werden kann, wenn eine geordnete Rechtspflege dies erfordert.
      
      26      Im vorliegenden Fall wurde die Rechtssache, wie dem Schreiben des Gerichts für den öffentlichen Dienst vom 17. November 2008
         an den Rechtsmittelführer zu entnehmen ist, infolge einer Änderung der Zusammensetzung der Kammern wegen der Wahl zweier Richter
         zu Kammerpräsidenten für den Zeitraum vom 1. Oktober 2008 bis 30. September 2011 der Zweiten Kammer neu zugewiesen.
      
      27      Entgegen dem Vorbringen des Rechtsmittelführers schließt nichts in der Verfahrensordnung des Gerichts für den öffentlichen
         Dienst es aus, dass eine Rechtssache, nachdem sie einer ersten Kammer nach Art. 12 der Verfahrensordnung zugewiesen worden
         ist, aus derartigen Gründen neu zugewiesen wird. Vielmehr machte die Wahl zweier Richter zu Kammerpräsidenten und die daraus
         resultierende Umstrukturierung die Neuzuweisung der Rechtssache im Interesse einer geordneten Rechtspflege erforderlich.
      
      28      Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass diese Neuzuweisung nicht das Recht des Rechtsmittelführers verletzt hat, seine
         Rechtssache vor einem auf Gesetz beruhenden Gericht im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK verhandelt zu sehen. Über die Klage hat
         nämlich nach Art. 236 EG und Art. 10 der Verfahrensordnung des Gerichts für den öffentlichen Dienst eine Kammer mit drei Richtern
         dieses Gerichts befunden.
      
      29      Somit kann der Rechtsmittelführer nicht mit Erfolg geltend machen, dass mit der Neuzuweisung seiner Rechtssache gegen das
         Gebot des gesetzlichen Richters verstoßen worden sei.
      
      30      Der Rechtsprechung ist jedenfalls zu entnehmen, dass ein Kläger nicht erwarten kann, dass der mit seiner Rechtssache betraute
         Spruchkörper während des gesamten Verfahrens identisch bleibt (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofs vom 15. Oktober
         2002, Limburgse Vinyl Maatschappij u. a./Kommission, C‑238/99 P, C‑244/99 P, C‑245/99 P, C‑247/99 P, C‑250/99 P bis C‑252/99 P
         und C‑254/99 P, Slg. 2002, I‑8375, Randnrn. 33 bis 39, und vom 2. Oktober 2003, Salzgitter/Kommission, C‑182/99 P, Slg. 2003,
         I‑10761, Randnrn. 28 bis 37).
      
      31      Demnach sind die Rügen des Rechtsmittelführers hinsichtlich der Rechtswidrigkeit der Neuzuweisung zurückzuweisen.
      
      32      Da der Rechtsmittelführer keinerlei Recht darauf hatte, dass seine Rechtssache von einer bestimmten Kammer verhandelt wird,
         war das Gericht für den öffentlichen Dienst außerdem nicht dazu verpflichtet, ihn vor der Neuzuweisung der Rechtssache anzuhören.
         Den Randnrn. 24 und 28 des angefochtenen Urteils ist jedenfalls zu entnehmen, dass der Rechtsmittelführer zu der Neuzuweisung
         der Rechtssache Stellung nehmen konnte.
      
      33      Die Rüge des Rechtsmittelführers, er sei nicht angehört worden, ist daher zurückzuweisen.
      
      34      Was seine Rüge hinsichtlich der rechtswidrigen Behandlung seiner Ersuchen um Information, Begründung und Übersendung des Beschlusses
         über die Neuzuweisung angeht, ist darauf hinzuweisen, dass die Kanzlei des Gerichts für den öffentlichen Dienst ihn mit Schreiben
         vom 13. Oktober 2008 ordnungsgemäß über die Neuzuweisung seiner Rechtssache aufgrund interner Umstrukturierungen des Gerichts
         in Kenntnis gesetzt hatte. Außerdem wurde der Rechtsmittelführer mit Schreiben vom 17. November 2008 von der Kanzlei über
         die Gründe dieser Neuzuweisung informiert. Folglich war das Gericht für den öffentlichen Dienst nicht verpflichtet, einzeln
         auf seine Ersuchen, denen die Kanzlei bereits nachgekommen war, zu antworten. Diese Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      35      Zu der Rüge des Rechtsmittelführers, die Randnrn. 21 und 29 des angefochtenen Urteils seien hinsichtlich der Erklärungen des
         Gerichts für den öffentlichen Dienst zur Neuzuweisung der Rechtssache widersprüchlich, ist festzustellen, dass sich anhand
         seiner Argumentation hierzu nicht nachvollziehen lässt, inwiefern diese Randnummern widersprüchlich sein sollen. Jedenfalls
         lassen jene Randnummern des angefochtenen Urteils keinen Widerspruch erkennen. Zudem erklärt der Rechtsmittelführer nicht,
         welche Auswirkung ein eventueller Widerspruch auf die Entscheidung des Rechtsstreits hätte. Diese Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      36      Demnach ist der erste Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum zweiten und zum dritten Rechtsmittelgrund
      37      Mit dem zweiten Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer im Wesentlichen geltend, dass das Gericht für den öffentlichen
         Dienst gegen Art. 116 seiner Verfahrensordnung verstoßen habe, indem es seinen Antrag auf Erlass eines Versäumnisurteils mit
         dem Beschluss vom 17. September 2009 zurückgewiesen habe. Ferner habe das Gericht für den öffentlichen Dienst in den Randnrn. 18
         bis 24 dieses Beschlusses unter Verletzung des Grundsatzes der Verfahrensfairness aus Art. 6 Abs. 1 EMRK und Art. 47 der Charta
         die Art. 39, 78 und 116 seiner Verfahrensordnung rechtsfehlerhaft ausgelegt und angewandt.
      
      38      Außerdem sei die Einrede der Unzulässigkeit nicht fristgerecht erhoben worden, da sich die gewährten Fristverlängerungen nur
         auf die Klagebeantwortung und nicht auf eine mögliche Unzulässigkeitseinrede bezogen hätten. Diese Einrede hätte daher zurückgewiesen
         werden müssen, und folglich hätte die Frist für die Einreichung der Klagebeantwortung nicht ausgesetzt werden dürfen. Somit
         hätte das Gericht für den öffentlichen Dienst feststellen müssen, dass die Klagebeantwortung verspätet eingereicht worden
         sei, und ein Versäumnisurteil erlassen müssen.
      
      39      Dies habe einen Einfluss auf den Verlauf des Rechtsstreits gehabt und rechtfertige die Aufhebung des Beschlusses vom 17. September
         2009 sowie des angefochtenen Urteils.
      
      40      Mit dem dritten Rechtsmittelgrund vertritt der Rechtsmittelführer im Übrigen die Ansicht, dass die Fristverlängerungen für
         die Einreichung der Klagebeantwortung den Grundsatz der Fairness des Verfahrens nach Art. 6 Abs. 1 EMRK und die Art. 41 und
         47 der Charta verletzten, weil er vor ihrer Gewährung nicht angehört worden sei.
      
      41      Darüber hinaus enthalte das angefochtene Urteil in Bezug auf die Schilderung der Umstände der Fristverlängerungen sachlich
         falsche Ausführungen und Auslassungen, was eine Sachverhaltsverfälschung und einen Begründungsmangel darstelle. Insbesondere
         hätten die außergewöhnlichen Umstände, die erforderlich seien, um eine Fristverlängerung zu gewähren, nicht vorgelegen, der
         Versuch einer gütlichen Einigung habe die Verlängerungen vom 21. Januar und 11. März 2008 nicht gerechtfertigt, und das Gericht
         für den öffentlichen Dienst habe in Randnr. 31 des angefochtenen Urteils einen Fehler begangen, indem es davon ausgegangen
         sei, dass die Fristverlängerungen die Situation der Parteien nicht wesentlich verändert hätten.
      
      42      Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      43      Insoweit ist zunächst zu beachten, dass nach Ausschöpfung des Rechtswegs oder nach Ablauf der entsprechenden Rechtsmittelfristen
         unanfechtbar gewordene Gerichtsentscheidungen nicht mehr in Frage gestellt werden können (Urteil des Gerichtshofs vom 30.
         September 2003, Köbler, C‑224/01, Slg. 2003, I‑10239, Randnr. 38). Aus der Rechtsprechung ergibt sich, dass sich dieser Grundsatz
         der Rechtskraft lediglich auf diejenigen Tatsachen- und Rechtsfragen erstreckt, die tatsächlich oder notwendigerweise Gegenstand
         der betreffenden gerichtlichen Entscheidung waren (vgl. Urteil des Gerichtshofs vom 29. Juni 2010, Kommission/Luxemburg, C‑526/08,
         Slg. 2010, I‑6151, Randnr. 27 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      44      Im vorliegenden Fall hat das Gericht für den öffentlichen Dienst mit dem in Randnr. 22 des angefochtenen Urteils erwähnten
         Beschluss vom 17. September 2009 den Antrag auf Erlass eines Versäumnisurteils zurückgewiesen, die Einrede der Unzulässigkeit
         und der Unzuständigkeit zugelassen und die Rechtmäßigkeit der der Kommission gewährten Fristverlängerungen bejaht.
      
      45      Da dieser Beschluss nicht innerhalb der in Art. 9 des Anhangs I der Satzung des Gerichtshofs vorgesehenen Frist angefochten
         wurde, ist er endgültig und rechtskräftig geworden.
      
      46      Die Rügen, die auf die vermeintlichen Fehler gestützt werden, die das Gericht für den öffentlichen Dienst begangen habe, indem
         es den Erlass eines Versäumnisurteils abgelehnt, die Einrede der Unzulässigkeit zugelassen und Fristverlängerungen für die
         Einreichung der Klagebeantwortung gewährt habe, sind daher als unzulässig zurückzuweisen.
      
      47      Was darüber hinaus die Rüge der verspäteten Einreichung der Klagebeantwortung angeht, ist darauf hinzuweisen, dass sie auf
         der Prämisse beruht, die von der Kommission erhobene Einrede der Unzulässigkeit sei nicht zulässig. Über die Frage der Zulässigkeit
         war jedoch rechtskräftig im Beschluss vom 17. September 2009 entschieden worden, so dass die Rüge der verspäteten Einreichung
         der Klagebeantwortung zurückzuweisen ist.
      
      48      Zu den Argumenten, die Fristverlängerungen für die Einreichung der Klagebeantwortung seien rechtsfehlerhaft, ist jedenfalls
         darauf hinzuweisen, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst nach Art. 39 Abs. 2 seiner Verfahrensordnung bei der Gewährung
         solcher Fristverlängerungen über ein Ermessen verfügt.
      
      49      Somit konnte das Gericht für den öffentlichen Dienst Fristverlängerungen gewähren, wenn es der Auffassung war, dass die Umstände
         des Falles, insbesondere der Versuch einer gütlichen Einigung, dies rechtfertigten.
      
      50      Zudem ist festzustellen, dass der Rechtsmittelführer, wie aus Randnr. 31 des angefochtenen Urteils hervorgeht, seine Bemerkungen
         in der mündlichen Verhandlung hat vorbringen können.
      
      51      Nach alledem sind der zweite und der dritte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum vierten Rechtsmittelgrund
      52      Mit diesem Rechtsmittelgrund vertritt der Rechtsmittelführer im Wesentlichen die Auffassung, dass das Gericht für den öffentlichen
         Dienst, indem es die Verbindung des Verfahrens in der Rechtssache F‑132/07 mit anderen bei ihm anhängigen Verfahren abgelehnt
         habe, das ihm durch Art. 46 Abs. 1 seiner Verfahrensordnung eingeräumte Ermessen rechtswidrig ausgeübt und damit seine Rechte
         auf effektiven Rechtsschutz und ein faires Verfahren aus Art. 6 Abs. 1 EMRK und Art. 47 der Charta verletzt habe.
      
      53      Der Rechtsmittelführer macht außerdem einen Begründungsmangel in Bezug auf die Zurückweisung des Verbindungsantrags geltend,
         der nach seiner Auffassung die Aufhebung des angefochtenen Urteils rechtfertigt.
      
      54      Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      55      Es ist darauf hinzuweisen, dass nach Art. 46 der Verfahrensordnung des Gerichts für den öffentlichen Dienst der Präsident
         im Interesse einer geordneten Rechtspflege jederzeit nach Anhörung der Parteien mehrere Rechtssachen mit Beschluss zu gemeinsamem
         schriftlichen oder mündlichen Verfahren oder zu gemeinsamer Entscheidung verbinden kann, wenn sie miteinander in Zusammenhang
         stehen.
      
      56      Das Gericht für den öffentlichen Dienst ist also nicht verpflichtet, Rechtssachen auf entsprechenden Antrag der Parteien hin
         zu verbinden und besitzt insoweit ein Ermessen.
      
      57      Im vorliegenden Fall konnte das Gericht für den öffentlichen Dienst es daher ablehnen, die fünf vom Rechtsmittelführer anhängig
         gemachten Verfahren miteinander zu verbinden, da es, wie sich aus Randnr. 34 des angefochtenen Urteils ergibt, der Auffassung
         war, dass die Verbindung das Erfassen und die Behandlung der betroffenen Rechtssachen erschwert hätte.
      
      58      In Anbetracht der in Randnr. 34 des angefochtenen Urteils ausgeführten Gründe kann auch die auf einen Begründungsmangel gestützte
         Rüge keinen Erfolg haben.
      
      59      Demnach ist der vierte Rechtsmittelgrund insgesamt als unbegründet zurückzuweisen.
      
       Zum fünften Rechtsmittelgrund
      60      Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer im Wesentlichen geltend, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst
         mit seiner Weigerung, seinem Antrag auf Vornahme der notwendigen Berichtigungen des vorbereitenden Sitzungsberichts stattzugeben,
         gegen Nr. 50 der am 13. März 2008 vom Gericht für den öffentlichen Dienst erlassenen, zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
         Entscheidung geltenden Praktischen Anweisungen für die Parteien (ABl. L 69, S. 13), gegen die vom Gericht am 5. Juli 2007
         erlassenen Praktischen Anweisungen für die Parteien (ABl. L 232, S. 7), geändert am 16. Juni 2009 (ABl. L 184, S. 8), am 17.
         Mai 2010 (ABl. L 170, S. 49) und am 8. Juni 2011 (ABl. L 180, S. 52), und gegen die Hinweise für die Prozessvertreter vor
         dem Gerichtshof, gegen Art. 6 Abs. 1 EMRK und Art. 47 der Charta sowie gegen die Prinzipien der Öffentlichkeit des Verfahrens
         und der Verfahrensfairness verstoßen habe.
      
      61      Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      62      Es ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsmittelführer im Rahmen dieses Rechtsmittelgrundes nicht die Randnummern des angefochtenen
         Urteils angibt, in die die angeblichen Fehler des vorbereitenden Sitzungsberichts Eingang gefunden haben sollen. Die Argumente
         des Rechtsmittelführers wirken sich daher nicht auf die Gründe und den Tenor des angefochtenen Urteils aus.
      
      63      Jedenfalls hat der Rechtsmittelführer, wie er selbst einräumt, zumindest in der mündlichen Verhandlung seine Bemerkungen vortragen
         können, die im angefochtenen Urteil ausweislich dessen Randnr. 36 auch berücksichtigt wurden.
      
      64      Der fünfte Rechtsmittelgrund ist somit zurückzuweisen.
      
       Zum sechsten Rechtsmittelgrund
      65      Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, es bestehe die Besorgnis, dass der Berichterstatter nicht
         unparteiisch gewesen sei, und kommt zu dem Schluss, dass ein Verstoß gegen Art. 6 Abs. 1 EMRK und Art. 47 Abs. 2 der Charta
         vorliege.
      
      66      Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      67      Das Recht auf ein faires Verfahren folgt insbesondere aus Art. 6 Abs. 1 EMRK, der ein Grundrecht beinhaltet, das die Europäische
         Union als allgemeinen Grundsatz gemäß Art. 6 Abs. 3 EUV beachtet (vgl. Beschluss des Gerichtshofs vom 15. Dezember 2011, Altner/Kommission,
         C‑411/11 P, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 13 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      68      Ein solches Recht setzt notwendig voraus, dass jedermann Zugang zu einem unabhängigen und unparteiischen Gericht hat. Wie
         der Gerichtshof klargestellt hat, sind daher die Garantien über die Zusammensetzung des Gerichts der Grundpfeiler des Rechts
         auf ein faires Verfahren, dessen Beachtung der Unionsrichter u. a. prüfen muss, wenn eine Verletzung dieses Rechts geltend
         gemacht wird und die entsprechende Rüge nicht von vornherein offensichtlich unbegründet erscheint (vgl. Beschluss Altner/Kommission,
         Randnr. 14 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      69      Hinzuzufügen ist, dass das Unparteilichkeitsgebot zwei Aspekte umfasst. Erstens muss das Gericht subjektiv unparteiisch sein,
         d. h., keines seiner Mitglieder darf Voreingenommenheit oder persönliche Vorurteile an den Tag legen, wobei die persönliche
         Unparteilichkeit bis zum Beweis des Gegenteils vermutet wird. Zweitens muss das Gericht objektiv unparteiisch sein, d. h.
         hinreichende Garantien bieten, um jeden berechtigten Zweifel in dieser Hinsicht auszuschließen (vgl. Beschluss Altner/Kommission,
         Randnr. 15 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      70      Im vorliegenden Fall ist darauf hinzuweisen, dass die vom Rechtsmittelführer angeführten Argumente, mit denen die persönliche
         Unparteilichkeit des Berichtserstatters in der mit dem angefochtenen Urteil entschiedenen Rechtssache in Frage gestellt werden
         soll, nicht geeignet sind, die Begründetheit seines Rechtsmittelgrundes darzutun. Denn diese Argumente sind bloße Behauptungen,
         die sich auf Eindrücke oder Vermutungen des Rechtsmittelführers gründen, die durch keinerlei Beweis erhärtet werden.
      
      71      Daher ist der sechste Rechtsmittelgrund als unbegründet zurückzuweisen.
      
       Zum siebten Rechtsmittelgrund
      72      Mit diesem neun Rügen umfassenden Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das Gericht für den öffentlichen
         Dienst mehrfach den Sachverhalt verfälscht oder eine unvollständige Würdigung der Fakten des Falles vorgenommen habe.
      
      73      Die Kommission tritt sämtlichen vom Rechtsmittelführer erhobenen Rügen entgegen.
      
      74      Vorab ist darauf hinzuweisen, dass nach Art. 11 des Anhangs I der Satzung des Gerichtshofs das beim Gericht eingelegte Rechtsmittel
         auf Rechtsfragen beschränkt ist. Allein das Gericht für den öffentlichen Dienst ist dafür zuständig, die Tatsachen festzustellen,
         sofern sich nicht aus den Prozessakten ergibt, dass seine Feststellungen falsch sind, und diese Tatsachen zu würdigen. Die
         Würdigung der Tatsachen und Beweise ist mithin keine Rechtsfrage, die als solche der Kontrolle des Rechtsmittelgerichts unterliegt,
         es sei denn, die Beweise sind verfälscht worden oder die Tatsachenfeststellung durch das Gericht für den öffentlichen Dienst
         erweist sich anhand der Prozessakten als falsch (Urteil des Gerichts vom 16. Dezember 2010, Lebedef/Kommission, T‑52/10 P,
         Randnr. 73; vgl. entsprechend Urteil des Gerichtshofs vom 10. Juli 2001, Ismeri Europa/Rechnungshof, C‑315/99 P, Slg. 2001,
         I‑5281, Randnr. 19).
      
      75      Eine solche Verfälschung muss sich überdies aus den Akten offensichtlich ergeben, ohne dass eine neue Tatsachen- und Beweiswürdigung
         vorgenommen werden muss (Urteile des Gerichtshofs vom 6. April 2006, General Motors/Kommission, C‑551/03 P, Slg. 2006, I‑3173,
         Randnr. 54, vom 2. September 2010, Kommission/Deutsche Post, C‑399/08 P, Slg. 2010, I‑7831, Randnr. 64, und vom 10. Februar
         2011, Activision Blizzard Germany/Kommission, C‑260/09 P, Slg. 2011, I‑419, Randnr. 53).
      
      76      Im vorliegenden Fall macht der Rechtsmittelführer mit seiner ersten Rüge geltend, die Randnrn. 30 und 32 des angefochtenen
         Urteils seien wegen der Nichtverbindung, wie sie mit dem oben dargelegten vierten Rechtsmittelgrund gerügt wird, fehlerhaft.
         Insbesondere habe das Gericht für den öffentlichen Dienst sein Schreiben vom 24. Juni 2010 nicht berücksichtigt oder zumindest
         die dort aufgeworfenen Rügen nicht sorgfältig geprüft und seine Antwort nicht ausreichend begründet.
      
      77      Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsmittelführer nicht dartut, inwieweit die angeblichen Tatsachenirrtümer, die
         sich aus der Nichtverbindung und der Nichtberücksichtigung des Schreibens vom 24. Juni 2010 ergeben sollen, einen Einfluss
         auf die Gründe gehabt haben sollen, auf die sich das Gericht für den öffentlichen Dienst gestützt hat, um den Aufhebungsantrag
         als unzulässig zurückzuweisen.
      
      78      Die erste Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      79      Mit der zweiten Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 6 des angefochtenen
         Urteils eine falsche Tatsachenfeststellung getroffen habe, indem es einen einzigen Antrag auf Genehmigung der Veröffentlichung
         von Dokumenten aufführe, obschon er zwei Haupt- und zwei Hilfsanträge gestellt habe.
      
      80      Es ist festzustellen, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 6 des angefochtenen Urteils den Inhalt des Schreibens
         des Rechtsmittelführers vom 9. April 2007 genau beschrieben und ausgeführt hat, dass dieses verschiedene Anträge umfasste.
         Der Rechtsmittelführer weist nicht nach, dass insoweit die Tatsachen in irgendeiner Weise verfälscht worden seien. 
      
      81      Die zweite Rüge ist somit zurückzuweisen.
      
      82      Mit der dritten Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass dem Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 80 des
         angefochtenen Urteils ein Fehler unterlaufen sei, indem es nicht zwischen seinem Antrag auf Genehmigung der Veröffentlichung
         hinsichtlich der Beschwerde selbst und einem selbständigen Antrag hinsichtlich der Anlagen zu dieser Beschwerde unterschieden
         habe.
      
      83      Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass die Randnrn. 6 und 80 des angefochtenen Urteils eine zusammenfassende, hinreichend klare
         Beschreibung aller seiner verschiedenen Anträge enthalten und dabei auch eine Unterscheidung zwischen diesen vornehmen.
      
      84      Im Übrigen weist der Rechtsmittelführer in keiner Weise nach, dass insoweit die Tatsachen verfälscht worden seien, und führt
         nicht aus, inwieweit die angeblichen Fehler in den Randnrn. 6 und 80 des angefochtenen Urteils einen Einfluss auf die Gründe
         gehabt haben sollen, auf die sich das Gericht für den öffentlichen Dienst gestützt hat, um den Aufhebungsantrag als unzulässig
         zurückzuweisen.
      
      85      Die dritte Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      86      Mit der vierten Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass Randnr. 9 und der letzte Satz von Randnr. 80 des angefochtenen
         Urteils eine unrichtige Tatsachenfeststellung insofern enthielten, als das Gericht für den öffentlichen Dienst implizit behaupte,
         er sei der Aufforderung der Kommission, seine Anträge näher zu bestimmen, nicht nachgekommen. Aus den Akten ergebe sich im
         Gegenteil, dass er dieser Aufforderung nachgekommen sei und daher keine Unbestimmtheit vorliege.
      
      87      Es ist klarzustellen, dass sich die Randnrn. 9 und 80 des angefochtenen Urteils auf die E-Mail des Rechtsmittelführers vom
         25. Juni 2007 beziehen, mit der er auf die Aufforderung der Kommission, seine Anträge näher zu bestimmen, geantwortet hatte.
         In dieser E-Mail führte er aus, er halte seine Anträge für hinreichend identifiziert, und bestätigte seine Absicht, die gesamte
         CD-ROM mit den auf ihr enthaltenen Anlagen zu seinem Schreiben vom 9. April 2007 zu verwenden. Erst später, anlässlich seiner
         Beschwerde vom 11. Oktober 2007, übermittelte er der Kommission eine Liste der auf dieser CD-ROM enthaltenen Dokumente. Selbst
         wenn die Übermittlung dieser Liste seinen Antrag näher bestimmt haben sollte, kann nicht geltend gemacht werden, das Gericht
         für den öffentlichen Dienst habe die Beweismittel in den Randnrn. 9 und 80 des angefochtenen Urteils verfälscht. Im Übrigen
         ist das Argument des Rechtsmittelführers, das Gericht für den öffentlichen Dienst habe diese Liste nicht berücksichtigt, zurückzuweisen,
         da sich aus Randnr. 82 des angefochtenen Urteils ergibt, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst diese Liste überprüft
         und die Auswirkungen, die sie auf die Entscheidung des Rechtsstreits hätte haben können, gewürdigt hat.
      
      88      Soweit der Rechtsmittelführer in der Folge die seiner Ansicht nach unzureichende Würdigung der Tatsachen durch das Gericht
         für den öffentlichen Dienst hinsichtlich der Bestimmtheit seiner Anträge angreift, ist festzustellen, dass nicht vorgetragen
         wird, dass dieses Gericht insoweit die Tatsachen verfälscht habe. Es handelt sich sonach um eine unzulässige Rüge der Tatsachenwürdigung.
      
      89      Die vierte Rüge ist daher zurückzuweisen. 
      
      90      Mit der fünften Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass Randnr. 82 des angefochtenen Urteils mehrere Feststellungen
         enthalte, deren Unrichtigkeit sich aus den Akten ergebe. Erstens habe die CD-ROM, auf die oben Bezug genommen worden ist,
         Dokumente in nachvollziehbarer und stringenter Ordnung enthalten, zweitens habe keine Datei der CD-ROM mehr als ein Dokument
         enthalten, drittens sei die CD-ROM mit dem Ziel erstellt worden, seine Beschwerde mit sämtlichen Anlagen zu veröffentlichen,
         und viertens stelle das Gericht für den öffentlichen Dienst den Inhalt der CD-ROM komplexer und ungeordneter dar, als er es
         tatsächlich sei.
      
      91      Es ist festzustellen, dass der Rechtsmittelführer mit diesem Vorbringen die Würdigung des Inhalts und des Beweiswerts der
         seinem Schreiben vom 9. April 2007 beigefügten CD-ROM durch das Gericht für den öffentlichen Dienst beanstandet. Diese Beanstandungen
         betreffen jedoch die Würdigung der Tatsachen und der Beweismittel und stellen somit keine der Kontrolle des Rechtsmittelgerichts
         unterliegenden Rechtsfragen dar. Zudem hat der Rechtsmittelführer nicht dargetan, dass insoweit die Tatsachen oder die Beweismittel
         in irgendeiner Weise verfälscht worden seien.
      
      92      Die fünfte Rüge ist daher unzulässig und zurückzuweisen.
      
      93      Mit der sechsten Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass dem Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 84 des
         angefochtenen Urteils ein Fehler unterlaufen sei, indem es behauptet habe, er habe als einziger genaue Kenntnis davon, was
         er verbreiten und verwenden wolle. Denn die Kommission habe Kenntnis von der Beschwerde und deren Anlagen gehabt.
      
      94      Mit dieser Rüge beanstandet der Rechtsmittelführer erneut in unzulässiger Weise die Würdigung des Gerichts für den öffentlichen
         Dienst hinsichtlich der Frage, ob der Inhalt der CD-ROM-Dateien und ihre Zusammenstellung hinreichend genau waren, um es der
         Kommission zu ermöglichen, zu erfassen, was er verbreiten oder verwenden wollte, und den Inhalt des fraglichen Dokuments zu
         verstehen. Der Rechtsmittelführer weist keine Verfälschung der Tatsachen insoweit nach.
      
      95      Mithin ist die sechste Rüge ebenfalls zurückzuweisen.
      
      96      Mit der siebten Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass dem Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 85 des
         angefochtenen Urteils ein Fehler unterlaufen sei, indem es davon ausgegangen sei, dass der Antrag auf Verbreitung von Dokumenten
         keine Angabe zum Umfang der Verbreitung enthalte. Er ist der Ansicht, dass sich die Anträge auf die vollständige und uneingeschränkte
         Veröffentlichung der in ihnen angegebenen Dokumente und sogar auf eine Möglichkeit der Veröffentlichung im Internet bezogen
         hätten.
      
      97      Es ist darauf hinzuweisen, dass dem Wortlaut des Antrags auf Genehmigung vom 9. April 2007 zu entnehmen ist, dass dieser sich
         allgemein auf eine Veröffentlichung aller in diesem Antrag genannten Dokumente bezog, ohne irgendeine Angabe zum Umfang dieser
         Verbreitung. Die – ebenfalls sehr allgemeine – Behauptung des Rechtsmittelführers in seiner E-Mail vom 25. Juni 2007, sein
         Antrag beziehe sich auf die Veröffentlichung der gesamten CD-ROM, beispielsweise im Internet, entkräftet nicht die Feststellung
         des Gerichts für den öffentlichen Dienst, dass Informationen über den Umfang der Verbreitung fehlten. Demnach hat das Gericht
         für den öffentlichen Dienst insoweit nicht die Tatsachen verfälscht.
      
      98      Die siebte Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      99      Mit der achten Rüge macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 86 des angefochtenen
         Urteils einen Fehler begangen habe, indem es davon ausgegangen sei, dass der Vermerk vom 16. April 2004 dem Antrag nicht beigefügt
         gewesen sei, obgleich dies der Fall gewesen und der Vermerk der Kommission im Rahmen anderer Rechtssachen übermittelt worden
         sei.
      
      100    Die Feststellung des Gerichts für den öffentlichen Dienst, dass der Vermerk vom 16. April 2004 der E-Mail des Rechtsmittelführers
         vom 11. Mai 2007 nicht beigefügt gewesen sei, wird durch die Verfahrensakten nicht entkräftet. Denn obschon der Wortlaut dieser
         E‑Mail in Anhang 4 der erstinstanzlichen Klageschrift eine Angabe enthält, wonach der Vermerk vom 16. April 2004 ihr beigefügt
         sei, weisen die Prüfdaten zu dieser E-Mail keinen Anhang zu dieser aus. Das Argument des Rechtsmittelführers, er habe diesen
         Vermerk im Rahmen anderer Rechtssachen übermittelt, wirkt sich nicht auf die in Randnr. 86 des angefochtenen Urteils getroffene
         Feststellung aus.
      
      101    Die achte Rüge des Rechtsmittelführers ist somit zurückzuweisen.
      
      102    Mit der neunten Rüge schließlich macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst an zahlreichen
         Stellen Tatsachen weggelassen, andere verkürzt und den Sachverhalt zugunsten der Kommission und zu seinem Nachteil verfälscht
         habe. Er rügt insoweit Fehler in den Randnrn. 6, 8 bis 13, 16, 17, 21 und 23 bis 25 des angefochtenen Urteils.
      
      103    Im Rahmen der vorliegenden Rüge beschränkt sich der Rechtsmittelführer darauf, Tatsachenfeststellungen des Gerichts für den
         öffentlichen Dienst, angebliche Auslassungen, seiner Ansicht nach unvollständige Formulierungen und Darstellungen der in bestimmten
         Randnummern des angefochtenen Urteils erwähnten Tatschen zu beanstanden, ohne sein Vorbringen insoweit zu substantiieren.
         Es handelt sich hierbei um eine unzulässige Rüge tatsächlicher Feststellungen. Darüber hinaus weist der Rechtsmittelführer
         weder eine Verfälschung der Beweismittel noch eine falsche Tatsachenfeststellung durch das Gericht für den öffentlichen Dienst
         nach.
      
      104    Die neunte Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      105    Demnach ist der siebte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum achten Rechtsmittelgrund
      106    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, das Gericht für den öffentlichen Dienst sei nicht auf die
         von ihm vorgetragene Rüge eingegangen, dass sich die Kommission auf Urteile bezogen habe, die nicht auf Deutsch vorgelegen
         hätten. Dadurch seien Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 21 Abs. 1 und Art. 47 der Charta, die Begründungspflicht sowie der gemäß Art. 29
         seiner Verfahrensordnung auf das Gericht für den öffentlichen Dienst anwendbare Art. 36 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts
         verletzt worden. Außerdem stelle die Tatsache, dass die Rechtsprechung der Union im Wesentlichen nur auf Französisch zugänglich
         sei, einen Verstoß gegen die Sprachenregelung dar und sei diskriminierend.
      
      107    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      108    Es ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsmittelführer die Auswirkung der fehlenden Übersetzung bestimmter Urteile auf seine
         Möglichkeit, rechtliches Gehör zu erhalten, zu keinem Zeitpunkt dargetan hat. Im Übrigen ergibt sich u. a. aus den Randnrn. 19,
         20 und 36 des angefochtenen Urteils, dass er mehrfach Gelegenheit hatte, seine Erklärungen schriftlich und in der mündlichen
         Verhandlung abzugeben.
      
      109    Darüber hinaus tut der Rechtsmittelführer nicht dar, inwieweit sich das Fehlen einer Übersetzung bestimmter Urteile ins Deutsche
         auf seine Möglichkeit ausgewirkt haben soll, auf die Erklärungen der Kommission zu antworten, und mithin auf die ihm zu Gebote
         stehende Möglichkeit, Argumente vorzutragen, die das Gericht für den öffentlichen Dienst von der Zulässigkeit seines Aufhebungsantrags
         hätten überzeugen können.
      
      110    Was schließlich den angeblichen Begründungsmangel des angefochtenen Urteils angeht, ist darauf hinzuweisen, dass nach ständiger
         Rechtsprechung die Begründungspflicht nicht verlangt, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst bei seinen Ausführungen
         alle von den Parteien des Rechtsstreits vorgetragenen Argumente nacheinander erschöpfend behandelt (vgl. entsprechend Urteil
         des Gerichtshofs vom 7. Januar 2004, Aalborg Portland u. a./Kommission, C‑204/00 P, C‑205/00 P, C‑211/00 P, C‑213/00 P, C‑217/00 P
         und C‑219/00 P, Slg. 2004, I‑123, Randnr. 372 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      111    Im vorliegenden Fall hat sich das Gericht für den öffentlichen Dienst im Wesentlichen auf die Bestimmungen des Statuts und
         den Inhalt der Schreiben vom 9. April und 11. Mai 2007 gestützt, um zu dem Schluss zu gelangen, dass Letztere keine Anträge
         im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts seien. Damit musste es nicht ausdrücklich zu der Rüge des Fehlens einer Übersetzung
         bestimmter Urteile ins Deutsche Stellung nehmen, da diese keinerlei Einfluss auf die Gründe hatten, auf die es sich gestützt
         hat, um den Aufhebungsantrag als unzulässig zurückzuweisen.
      
      112    Demnach ist der achte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum neunten Rechtsmittelgrund
      113    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer im Wesentlichen geltend, dass die Richter des Gerichts für den öffentlichen
         Dienst keine ausreichenden Deutschkenntnisse hätten und daher nicht von den Anhängen, die nicht ins Französische übersetzt
         worden seien, hätten Kenntnis nehmen können. 
      
      114    Außerdem habe sein Prozessvertreter keinen Einblick in die französischen Übersetzungen der Verfahrensunterlagen erhalten und
         daher nicht überprüfen können, ob die Übersetzungen dem Originaltext entsprochen hätten, was umso wichtiger gewesen sei, als
         die Übersetzungen der Schriftsätze der Organe von den Organen selbst angefertigt würden. Dies stelle einen Verstoß gegen Art. 6
         Abs. 1 EMRK und gegen die Art. 21 und 47 der Charta dar. Der Rechtsmittelführer ergänzt seine Argumentation mit einem Antrag
         auf prozessleitende Maßnahmen.
      
      115    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      116    Es ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsmittelführer nicht dartut, inwieweit das behauptete Fehlen von Übersetzungen sein
         Recht auf rechtliches Gehör beeinträchtigt und das Gericht für den öffentlichen Dienst dazu geführt haben soll, sich auf eine
         falsche Würdigung des Sachverhalts oder einen falschen Sachverhalt zu stützen.
      
      117    Darüber hinaus deutet nichts in dem angefochtenen Urteil darauf hin, dass die Richter keine vollständige Kenntnis der Akten
         gehabt hätten.
      
      118    Im Übrigen zeigt der Rechtsmittelführer nicht auf, inwieweit sich der Umstand, dass sein Prozessvertreter keine Einsicht in
         die französischen Übersetzungen hatte, in irgendeiner Weise auf die Entscheidung des Rechtsstreits hätte auswirken können.
      
      119    Der neunte Rechtsmittelgrund ist mithin als unbegründet zurückzuweisen.
      
      120    Folglich ist auch festzustellen, dass der im neunten Rechtsmittelgrund enthaltene Antrag auf prozessleitende Maßnahmen gegenstandslos
         ist.
      
       Zum zehnten Rechtsmittelgrund
      121    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass sich die Kommission zu Unrecht auf Art. 17a des Statuts
         gestützt habe, um seine Anträge abzulehnen, und dass das Gericht für den öffentlichen Dienst seine Klage als zulässig und
         begründet hätte ansehen müssen.
      
      122    Zudem wiesen die Randnrn. 68 bis 90 des angefochtenen Urteils einen Begründungsmangel auf, weil das Gericht für den öffentlichen
         Dienst keine hinreichende Differenzierung zwischen den fünf von ihm gestellten Anträgen vorgenommen und nicht geprüft habe,
         ob einige dieser Anträge oder Teile davon hinreichend bestimmt gewesen seien. Er habe die Dokumente benannt, die er habe veröffentlichen
         wollen, und habe in seinem Schreiben vom 11. Mai 2007 explizit den Zweck seines Antrags angegeben.
      
      123    Das Gericht für den öffentlichen Dienst habe daher Rechtsfehler bei der Auslegung der Art. 17, 19, 90 und 91 des Statuts,
         der Art. 6 und 10 EMRK, der Art. 11 und 47 der Charta sowie der sich aus der Fürsorgepflicht ergebenden Rechte und Pflichten,
         des Rechts auf einen effektiven Rechtsschutz und des Rechtsstaatsprinzips begangen, weil es zu Unrecht die Tauglichkeit der
         Anträge als Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts verneint habe.
      
      124    Hilfsweise macht der Rechtsmittelführer geltend, selbst wenn seine Schreiben nicht als Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1
         des Statuts angesehen werden könnten, sei doch eine Aufhebung der angefochtenen Entscheidungen insoweit geboten, als sie den
         Eindruck erweckten, sie seien ablehnende Entscheidungen; gegen diese habe er Beschwerden eingelegt. Diese Entscheidungen seien
         beschwerende Maßnahmen, weil darin festgestellt werde, dass eine Veröffentlichung nicht möglich sei. Zudem habe ihm die Kommission
         eine falsche Rechtsbehelfsbelehrung erteilt, indem sie ihm bescheinigt habe, dass eine Klage beim Gericht für den öffentlichen
         Dienst möglich sei. Außerdem habe die Kommission in ihrer Entscheidung vom 9. November 2007 bestätigt, dass die früheren Entscheidungen
         eine Ablehnung der Veröffentlichung der in Rede stehenden Unterlagen darstellten.
      
      125    Mit seinem zehnten Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer im Wesentlichen geltend, dass das Gericht für den öffentlichen
         Dienst einen Rechtsfehler begangen habe, indem es die Schreiben vom 9. April und 11. Mai 2007 nicht als Anträge im Sinne von
         Art. 90 Abs. 1 des Statuts eingestuft habe. Das Gericht für den öffentlichen Dienst habe die Art. 17, 19, 90 und 91 des Statuts
         falsch ausgelegt, indem es zu hohe Anforderungen an die Bestimmtheit gestellt habe, um eine Maßnahme als Antrag im Sinne von
         Art. 90 Abs. 1 des Statuts qualifizieren zu können. Diese auf dieser fehlerhaften Auslegung beruhenden Bestimmtheitsanforderungen
         seien rechtswidrige Eingriffe in sein Recht auf freie Meinungsäußerung im Sinne von Art. 10 EMRK. Er müsse daher die Gelegenheit
         haben, diese Eingriffe auf der Grundlage der Art. 6 und 13 EMRK gerichtlich überprüfen zu lassen. Das Gericht für den öffentlichen
         Dienst habe dadurch, dass es sich geweigert habe, die fraglichen Schreiben als Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts
         zu qualifizieren, und infolgedessen den Aufhebungsantrag für unzulässig erachtet habe, auch das Recht auf einen effektiven
         Rechtsbehelf nach Art. 13 EMRK verletzt. Jedenfalls sei das Gericht für den öffentlichen Dienst zu Unrecht davon ausgegangen,
         dass seine Schreiben nicht hinreichend bestimmt gewesen seien.
      
      126    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      127    Was als Erstes die Rügen in Bezug auf das Erfordernis der Bestimmtheit eines Antrags angeht, ist vorab darauf hinzuweisen,
         dass eine auf der Grundlage von Art. 91 des Statuts erhobene Klage nur dann zulässig ist, wenn sie einen Rechtsstreit zwischen
         der Union und einer von diesem Statut erfassten Person betrifft und sich auf die Rechtmäßigkeit einer diese Person beschwerenden
         Maßnahme bezieht (Urteile des Gerichts vom 3. April 1990, Pfloeschner/Kommission, T‑135/89, Slg. 1990, II‑153, Randnr. 11,
         vom 29. Juni 2004, Hivonnet/Rat, T‑188/03, Slg. ÖD 2004, I‑A‑199 und II‑889, Randnr. 16, und Beschluss des Gerichts vom 9.
         September 2008, Marcuccio/Kommission, T‑144/08, Slg. ÖD 2008, I‑A‑2‑51 und II‑A‑2‑341, Randnr. 25). Insoweit können nur die
         Handlungen Gegenstand einer Aufhebungsklage sein, die verbindliche Rechtswirkungen erzeugen, die die Interessen des Klägers
         unmittelbar und sofort beeinträchtigen, indem sie seine Rechtsstellung in qualifizierter Weise verändern (vgl. Urteil des
         Gerichtshofs vom 10. Januar 2006, Kommission/Alvarez Moreno, C‑373/04 P, Slg. ÖD 2006, I‑B‑2‑1 und II‑B‑2‑1, Randnr. 42 und
         die dort angeführte Rechtsprechung; Urteile des Gerichts vom 6. Juni 1996, Baiwir/Kommission, T‑391/94, Slg. ÖD 1996, I‑A‑269
         und II‑787, Randnr. 34, und vom 18. Juni 1996, Vela Palacios/WSA, T‑293/94, Slg. ÖD 1996, I‑A‑305 und II‑893, Randnr. 22).
      
      128    Ferner machen die Art. 90 und 91 des Statuts die Zulässigkeit einer solchen Klage von der Voraussetzung abhängig, dass ein
         Verwaltungsvorverfahren ordnungsgemäß durchgeführt worden ist (Beschlüsse des Gerichts vom 7. Dezember 1999, Reggimenti/Parlament,
         T‑108/99, Slg. ÖD 1999, I‑A‑243 und II‑1205, Randnr. 19, und vom 14. Februar 2005, Ravailhe/Ausschuss der Regionen, T‑406/03,
         Slg. ÖD 2005, I‑A‑19 und II‑79, Randnr. 40). Möchte ein Beamter erreichen, dass die Anstellungsbehörde eine ihn betreffende
         Entscheidung erlässt oder Maßnahme ergreift, muss er gemäß Art. 90 Abs. 1 des Statuts das Verwaltungsverfahren bei der Anstellungsbehörde
         durch einen Antrag auf Erlass der erbetenen Entscheidung oder Maßnahme einleiten. Erst gegen die Ablehnung dieses Antrags
         kann der Antragsteller gemäß Art. 90 Abs. 2 Beschwerde bei der Anstellungsbehörde einlegen (Beschluss des Gerichtshofs vom
         4. Juni 1987, P./WSA, 16/86, Slg. 1987, 2409, Randnr. 6; Beschlüsse des Gerichts vom 1. Oktober 1991, Coussios/Kommission,
         T‑38/91, Slg. 1991, II‑763, Randnr. 23, und Reggimenti/Parlament, Randnr. 19).
      
      129    Insoweit ist jedoch klarzustellen, dass jeder Antrag nach den Art. 90 und 91 des Statuts seinen Gegenstand und die den Antrag
         tragenden Gründe hinreichend genau angeben muss, damit die befasste Behörde in Kenntnis der Sache darüber befinden kann (Urteil
         des Gerichts vom 11. Juni 1996, Sánchez Mateo/Kommission, T‑110/94, Slg. ÖD 1996, I‑A‑275 und II‑805, Randnr. 26; vgl. in
         diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 12. März 1975, Küster/Parlament, 23/74, Slg. 1975, 353, Randnr. 11, und Urteil des
         Gerichts vom 5. Juli 2005, Marcuccio/Kommission, T‑9/04, Slg. ÖD 2005, I‑A‑195 und II‑881, Randnr. 36).
      
      130    Auf der Grundlage des Vorstehenden hat das Gericht für den öffentlichen Dienst zu Recht festgestellt, dass ein Antrag seinen
         Zweck nicht erreichen könne, wenn die Anstellungsbehörde nicht in der Lage sei, seinen Gegenstand hinreichend zu erfassen.
      
      131    Das gilt erst recht für die Genehmigungsverfahren nach den Art. 17 und 19 des Statuts. Insoweit muss, wie das Gericht für
         den öffentlichen Dienst im angefochtenen Urteil ebenfalls festgestellt hat, die mit einem Antrag auf Genehmigung der Veröffentlichung
         nach den Art. 17 und 19 des Statuts befasste Behörde auch eine eingehende Prüfung aller Aspekte des Einzelfalls und eine Abwägung
         der betroffenen Interessen vornehmen, um zu bestimmen, ob den Interessen der Union oder dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit
         der Vorrang gebührt. In diesem Zusammenhang ist es Sache des Beamten, der um die Genehmigung nachsucht, sämtliche sachdienlichen
         Informationen beizubringen, insbesondere zu den genauen Dokumenten, dem Umfang ihrer Verbreitung und dem verfolgten Zweck,
         um der angerufenen Behörde eine Entscheidung zu ermöglichen.
      
      132    Diese Bestimmtheitspflicht leitet sich unmittelbar aus der Systematik der Art. 17 und 19 des Statuts ab, aber auch aus dem
         besonderen Vertrauensverhältnis, das zwischen der Union und ihren Beamten besteht, und aus der die Beamten gemäß Art. 11 Abs. 1
         des Statuts treffenden Pflicht, loyal mit ihr zusammenzuarbeiten. Diese Bestimmtheitspflicht verpflichtet den Beamten, der
         um eine Genehmigung zur Veröffentlichung von Dokumenten nachsucht, jedes Dokument genau und individuell zu bestimmen und dabei
         auch eine Beschreibung jedes Dokuments zu geben und den Grund für die Veröffentlichung zu nennen, um es der angerufenen Behörde
         so zu ermöglichen, den Antrag auf Veröffentlichung effizient zu prüfen. Entgegen dem Vorbringen des Rechtsmittelführers besteht
         die Pflicht zur Angabe des Ziels der Veröffentlichung nicht in einer Pflicht zur Rechtfertigung des Antrags, die Gegenstand
         der Prüfung der Begründetheit des Antrags ist. Das Erfordernis der Bestimmtheit der Anträge in Bezug auf das Ziel der Veröffentlichung
         steht in einem größeren Zusammenhang und ist Voraussetzung dafür, eine Prüfung des Antrags vornehmen zu können, so dass es
         Teil der Prüfung der Zulässigkeit dieses Antrags ist. Daher ist dieses Vorbringen des Rechtsmittelführers zurückzuweisen.
      
      133    Folglich ergibt sich, wie das Gericht für den öffentlichen Dienst in den Randnrn. 77 bis 79 des angefochtenen Urteils zutreffend
         ausgeführt hat, das Erfordernis eines erhöhten Maßes an Bestimmtheit unmittelbar aus den spezifischen Bestimmungen des Statuts,
         insbesondere seinen Art. 11, 17, 19 und 90, und stellt in keiner Weise einen Verstoß gegen die Fürsorgepflicht und den Grundsatz
         der ordnungsgemäßen Verwaltung dar. Die Argumente des Rechtsmittelführers, mit denen er geltend machen will, dass dies nicht
         der Fall sei, sind somit zurückzuweisen.
      
      134    Zu den Rügen des Rechtsmittelführers, die auf die Grundsätze gestützt werden, die im Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 1049/2001
         des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2001 über den Zugang der Öffentlichkeit zu Dokumenten des Europäischen
         Parlaments, des Rates und der Kommission (ABl. L 145, S. 43) gelten, ist darauf hinzuweisen, dass diese Grundsätze nicht auf
         die Verfahren der Genehmigung der Veröffentlichung von Dokumenten nach den Art. 17 und 19 des Statuts übertragen werden können.
         Die Verordnung Nr. 1049/2001 soll nämlich jedermann ein Recht auf Zugang zu den Dokumenten der Organe eröffnen. So steht nach
         Art. 2 Abs. 1 dieser Verordnung das Recht auf Zugang zu den Dokumenten der Organe jedem Unionsbürger sowie jeder natürlichen
         oder juristischen Person mit Wohnsitz oder Sitz in einem Mitgliedstaat zu. Die Verordnung Nr. 1049/2001 regelt im Wesentlichen
         die Beziehungen zwischen der Union und ihren Bürgern, während das Statut das Verhältnis zwischen der Union und ihren Beamten
         regelt. Der Unterschied zwischen den Verfahren der Verordnung Nr. 1049/2001 zum einen und den Art. 17 und 19 des Statuts zum
         anderen rechtfertigt sich aus dem zwischen der Union und ihren Beamten bestehenden besonderen Vertrauensverhältnis, das nicht
         in der gleichen Form gegenüber den Bürgern besteht, für die die Verordnung Nr. 1049/2001 gilt. Die unterschiedlichen Erfordernisse
         hinsichtlich der Behandlung von Anträgen auf Genehmigung der Veröffentlichung im Rahmen der Art. 17 und 19 des Statuts sind
         geboten, um dieses Vertrauensverhältnis zu bewahren und die Organe der Union in die Lage zu versetzen, dafür zu sorgen, dass
         die Beamten ihr Verhalten unter Berücksichtigung der Interessen der Organe und deren Verpflichtungen aus Art. 339 AEUV ausrichten.
         Daher erlaubt es gerade die Natur der im Statut geregelten Verfahren, für die Anträge auf Veröffentlichung, die Beamte in
         Bezug auf Informationen stellen, von denen sie im Rahmen ihres Amtes Kenntnis erhalten haben, Bedingungen vorzuschreiben,
         die sich von denen für von Bürgern gestellte Anträge unterscheiden.
      
      135    Demnach ist die Berufung des Rechtsmittelführers auf die Verfahrensvorschriften über den Zugang zu Dokumenten nach der Verordnung
         Nr. 1049/2001 unzulässig, da diese Verordnung auf den vorliegenden Fall nicht angewandt werden kann.
      
      136    Aus dem Vorstehenden folgt, dass die Rügen des Rechtsmittelführers, mit denen er die Auslegung der Art. 17, 19, 90 und 91
         durch das Gericht für den öffentlichen Dienst beanstandet, soweit dieses Gericht davon ausgegangen ist, dass ein auf der Grundlage
         dieser Bestimmungen gestellter Antrag hinreichend bestimmt sein müsse, nicht begründet sind.
      
      137    Als Zweites ist zu den Rügen betreffend das Recht auf freie Meinungsäußerung darauf hinzuweisen, dass, wie das Gericht für
         den öffentlichen Dienst in Randnr. 59 des angefochtenen Urteils ausgeführt hat, die in den Art. 17 und 19 des Statuts aufgestellten
         Erfordernisse für eine Genehmigung und die formalen Erfordernisse nach den Art. 90 und 91 des Statuts, die die Durchführung
         und die Durchsetzung solcher Genehmigungen betreffen, Eingriffe in die Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung darstellen.
         Nach ständiger Rechtsprechung kann das Recht auf freie Meinungsäußerung jedoch nach Maßgabe des Art. 10 Abs. 2 EMRK eingeschränkt
         werden, wonach die Ausübung dieser Freiheit mit Pflichten und Verantwortung verbunden ist; sie kann daher Formvorschriften,
         Bedingungen, Einschränkungen oder Strafdrohungen unterworfen werden, die gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen
         Gesellschaft notwendig sind (Urteil des Gerichtshofs vom 6. März 2001, Connolly/Kommission, C‑274/99 P, Slg. 2001, I‑1611,
         Randnr. 40).
      
      138    In diesem Zusammenhang genießen die Beamten und Bediensteten der Union zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung auch auf
         den Gebieten, die von der Tätigkeit der europäischen Organe erfasst werden (Urteile des Gerichtshofs vom 13. Dezember 1989,
         Oyowe und Traore/Kommission, C‑100/88, Slg. 1989, 4285, Randnr. 16, und Connolly/Kommission, Randnr. 43), es ist jedoch auch
         legitim, Beamte wegen ihrer Stellung Verpflichtungen wie denen aus den Art. 17 und 19 des Statuts zu unterwerfen. Solche Verpflichtungen,
         die fraglos Einschränkungen der Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung darstellen, sind dazu bestimmt, das Vertrauensverhältnis
         zu bewahren, das zwischen dem Organ und seinen Beamten bestehen muss, und können ihre Rechtfertigung in dem legitimen Zweck
         finden, die Rechte anderer im Sinne von Art. 10 Abs. 2 EMRK zu schützen (vgl. in diesem Sinne Urteil Connolly/Kommission,
         Randnrn. 43 bis 46).
      
      139    Im vorliegenden Fall ist darauf hinzuweisen, dass die Eingriffe in das Recht auf freie Meinungsäußerung aufgrund der Voraussetzungen
         der Art. 17 und 19 des Statuts in Übereinstimmung mit Art. 10 Abs. 2 EMRK somit „gesetzlich vorgesehen“ sind und das legitime
         Ziel verfolgen, die Interessen der Union zu schützen. Wie oben ausgeführt worden ist, ist das Gericht für den öffentlichen
         Dienst im Übrigen mit seiner zutreffenden Auslegung dieser Bestimmungen des Statuts zu Recht davon ausgegangen, dass die Erfordernisse
         eines erhöhten Maßes an Bestimmtheit für Anträge auf Genehmigung der Veröffentlichung geboten seien, weil sie die Effizienz
         der Verwaltung gewährleisteten und die Würdigung des Sachverhalts durch die angerufene Behörde in Kenntnis der Sache ermöglichten.
      
      140    Daher sind die Voraussetzungen nach Art. 10 Abs. 2 EMRK eingehalten und diese Eingriffe folglich gerechtfertigt.
      
      141    Das Vorbringen des Rechtsmittelführers, es bestehe für ihn Rechtsunsicherheit, weil er nicht habe vorhersehen können, dass
         derart hohe Bestimmtheitsanforderungen an seinen Genehmigungsantrag gestellt würden, entbehrt der Grundlage, da sich aus den
         Akten und dem angefochtenen Urteil ergibt, dass die Anstellungsbehörde ihn mehrfach gebeten und aufgefordert hat, seinen Antrag
         zu präzisieren. Aus diesem Grund kann er auch nicht mit Erfolg geltend machen, dass die Kommission ihre Fürsorgepflicht verletzt
         habe.
      
      142    Aus dem Vorstehenden ergibt sich, dass die Auslegung der Art. 17, 19, 90 und 91 des Statuts, auf deren Grundlage das Gericht
         für den öffentlichen Dienst die Anträge des Rechtsmittelführers Bestimmtheitserfordernissen unterworfen hat, mit den Voraussetzungen
         nach Art. 10 Abs. 2 EMRK und der Rechtsprechung der Union in Einklang steht. Daher sind seine insoweit erhobenen Rügen nicht
         begründet.
      
      143    Was als Drittes die Rügen im Zusammenhang mit der Qualifizierung der Schreiben des Rechtsmittelführers als Anträge angeht,
         ist zunächst darauf hinzuweisen, dass nach ständiger Rechtsprechung die genaue rechtliche Qualifizierung eines Schreibens
         oder eines Vermerks allein der Beurteilung durch den Richter und nicht dem Parteiwillen unterliegt (vgl. in diesem Sinne Urteil
         des Gerichts vom 20. März 1991, Pérez-Mínguez Casariego/Kommission, T‑1/90, Slg. 1991, II‑143, Randnr. 38; Beschlüsse des
         Gerichts Coussios/Kommission, Randnr. 25, und vom 20. März 1998, Feral/Ausschuss der Regionen, T‑301/97, Slg. ÖD 1998, I‑A‑145
         und II‑471, Randnr. 22).
      
      144    So hat das Gericht für den öffentlichen Dienst zu Recht geprüft, ob die vom Rechtsmittelführer vorgelegten Schreiben insbesondere
         im Hinblick auf die gebotenen Bestimmtheitserfordernisse als Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1 qualifiziert werden konnten.
      
      145    Hierzu ist festzustellen, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst eine eingehende Prüfung vorgenommen hat, um die hinreichende
         Bestimmtheit der Schreiben des um eine Genehmigung der Veröffentlichung von Dokumenten nachsuchenden Rechtsmittelführers zu
         prüfen. Zudem ergibt sich aus dem angefochtenen Urteil und den Akten, dass der Rechtsmittelführer mehrfach von der Kommission
         aufgefordert worden war, seine Anträge durch eine genaue und individuelle Bezeichnung jedes von ihnen erfassten Dokuments
         zu präzisieren und dabei das Ziel und den Umfang der beantragten Veröffentlichung anzugeben. Der Rechtsmittelführer ist der
         Ansicht, er sei den von der Kommission gestellten Anforderungen durch eine Liste über den Inhalt der seinem Scheiben vom 9.
         April 2007 beigefügten CD-ROM nachgekommen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass diese Liste zum einen erst im Rahmen seiner
         Beschwerde vom 11. Oktober 2007 vorgelegt wurde und dass sie zum anderen nur eine summarische Beschreibung der auf der CD-ROM
         enthaltenen Dateien umfasste, die keine konkrete Vorstellung von ihrem Inhalt ermöglichte, zumal bestimmte Dateien mehrere
         Dokumente umfassten. Im Übrigen enthielt, wie das Gericht für den öffentlichen Dienst in den Randnrn. 85 bis 87 des angefochtenen
         Urteils ausführt, keines der Schreiben des Rechtsmittelführers genaue Angaben zum Ziel und zum Umfang der beabsichtigten Verbreitung.
         Daraus folgt, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst zutreffend davon ausgegangen ist, dass der Rechtsmittelführer seine
         Schreiben trotz der entsprechenden Aufforderungen der Kommission nicht in angemessener Weise präzisiert habe.
      
      146    Zu dem Argument des Rechtsmittelführers, es liege ein Begründungsmangel insoweit vor, als das Gericht für den öffentlichen
         Dienst nicht zwischen seinen fünf Anträgen unterschieden und nachgeprüft habe, ob die Kommission es zu Unrecht abgelehnt habe,
         bestimmte Anträge oder bestimmte Teile von ihnen als hinreichend genau anzusehen, ist festzustellen, dass das Gericht für
         den öffentlichen Dienst im Rahmen seiner Untersuchung in den Randnrn. 82 bis 87 dieses Urteils die Anträge des Rechtsmittelführers
         in den Randnrn. 6 und 7 des angefochtenen Urteils ordnungsgemäß beschrieben und eine eingehende Prüfung des Grades der Bestimmtheit
         aller seiner Anträge vorgenommen hat. Mithin ist die Rüge eines insoweit vorliegenden Begründungsmangels als unbegründet zurückzuweisen.
      
      147    Soweit der Rechtsmittelführer sich in der Folge darauf beschränkt, die Untersuchung des Gerichts für den öffentlichen Dienst
         zu beanstanden, ob die Angaben in seinen Schreiben ausreichend gewesen seien, um ihre effiziente Behandlung durch die angerufene
         Behörde zu erlauben, ist darauf hinzuweisen, dass dieses Vorbringen eine unzulässige Rüge der Tatsachenwürdigung durch das
         Gericht für den öffentlichen Dienst ist. Da der Rechtsmittelführer insoweit keinerlei Verfälschung der Tatsachen nachweist,
         ist diese Argumentation zurückzuweisen.
      
      148    Das Gleiche gilt für die Rüge einer Verfälschung der Tatsachen durch die Würdigung des Gerichts für den öffentlichen Dienst,
         wonach der Rechtsmittelführer die Dokumente, deren Veröffentlichung er beantragt habe, nicht nach geeigneten und kohärenten
         Kriterien geordnet habe, um ihre Prüfung durch die befasste Behörde zu erleichtern. Es ist festzustellen, dass es sich im
         Wesentlichen nicht um ein Argument betreffend eine Tatsachenverfälschung handelt, sondern um ein Ersuchen des Rechtsmittelführers,
         die Tatsachen erneut zu würdigen. Diese Rüge ist daher unzulässig.
      
      149    Aus alledem ist zu schließen, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst zu Recht davon ausgegangen ist, dass der Mangel
         hinreichender Bestimmtheit der Schreiben des Rechtsmittelführers es nicht zuließ, seine Handlungen als Anträge im Sinne von
         Art. 90 Abs. 1 des Statuts zu qualifizieren. Da das Vorverfahren nach Art. 90 Abs. 1 des Statuts nicht eingehalten worden
         war, waren somit eine Beschwerde nach Art. 90 Abs. 2 des Statuts und eine Klage nach dessen Art. 91 gegen die entsprechenden
         Antworten der Kommission unzulässig.
      
      150    Im vorliegenden Fall antwortete die Kommission mit ihrer Entscheidung vom 20. Juli 2007 auf die Schreiben des Rechtsmittelführers.
         Diese Antwort stellt jedoch keine endgültige Entscheidung über in den Schreiben des Rechtsmittelführers enthaltene Anträge
         auf Veröffentlichung dar, da die Kommission ihn mit dieser Antwort nur darüber informierte, dass angesichts der mangelnden
         Bestimmtheit dieser Anträge eine Entscheidung nicht möglich sei, dabei aber erklärte, dass es ihm freistehe, sie zu präzisieren.
         Eine solche Antwort erzeugt keine verbindlichen Rechtswirkungen, die die Interessen des Klägers unmittelbar und sofort beeinträchtigen,
         indem sie seine Rechtsstellung in qualifizierter Weise verändern, und kann daher nicht als beschwerende Maßnahme im Sinne
         der Art. 90 und 91 des Statuts angesehen werden. Das gilt auch für die Antwort der Kommission vom 9. November 2007 auf die
         Beschwerde gegen die Entscheidung vom 20. Juli 2007, weil Letztere keine den Rechtsmittelführer beschwerende Maßnahme in Bezug
         auf seine Anträge auf Veröffentlichung von Dokumenten darstellte und daher nicht Gegenstand einer Beschwerde sein konnte.
         Eventuelle Fehler der rechtlichen Beurteilung im Schreiben der Kommission vom 9. November 2007, wie sie der Rechtsmittelführer
         geltend macht, können nicht den Befund in Frage stellen, dass dieses Schreiben keine beschwerende Maßnahme ist. Dieses Schreiben
         enthält zwar eine Ablehnung der Anträge des Rechtsmittelführers, es handelt sich jedoch lediglich um eine nicht endgültige
         Ablehnung wegen mangelnder Bestimmtheit. Wie die Antwort vom 20. Juli 2007 verändert das Schreiben vom 9. November 2007 nämlich
         nicht die Rechtsstellung des Rechtsmittelführers, dem es jederzeit freistand, einen hinreichend bestimmten Antrag zu stellen.
         Folglich sind die Argumente des Rechtsmittelführers, dass in den Antworten der Kommission eine Veröffentlichung als unmöglich
         bezeichnet worden sei und es sich daher um beschwerende Maßnahmen handele, als unbegründet zurückzuweisen.
      
      151    Da das Gericht für den öffentlichen Dienst jedenfalls zutreffend zu dem Ergebnis gelangt ist, dass die Schreiben des Rechtsmittelführers
         keine Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts darstellten, weil sie der Kommission keine Entscheidung ermöglichten,
         war es nicht verpflichtet, sich gesondert zu der Frage zu äußern, ob die folgenden Schreiben der Kommission beschwerende Maßnahmen
         darstellen. Die Rüge des Rechtsmittelführers betreffend einen insoweit vorliegenden Begründungsmangel ist daher als unbegründet
         zurückzuweisen.
      
      152    Im Übrigen haben, da die Entscheidung der Kommission vom 20. Juli 2007 den Rechtsmittelführer nicht in Bezug auf seine Anträge
         auf Veröffentlichung beschwerte, die Rügen, dass die Kommission diese Handlung auf eine falsche Rechtsgrundlage, nämlich Art. 17a
         des Statuts, gestützt habe, keine Auswirkung auf die Rechtmäßigkeit des angefochtenen Urteils.
      
      153    Da festgestellt worden ist, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst zu Recht davon ausgegangen ist, dass die Schreiben
         des Rechtsmittelführers keine Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts darstellten, und keine den Rechtsmittelführer
         beschwerenden Maßnahmen vorliegen, kann dieser nicht geltend machen, dass ihm sein Recht auf einen effektiven Rechtsschutz
         genommen worden sei. Daher ist über die vom Rechtsmittelführer erhobene Rüge betreffend einen Verstoß gegen Art. 13 EMRK nicht
         zu entscheiden.
      
      154    Nach alledem ist der zehnte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum elften Rechtsmittelgrund
      155    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst Art. 17 des
         Statuts in den Randnrn. 70 ff. des angefochtenen Urteils fehlerhaft ausgelegt habe. Nach diesem Artikel sei nur zu berücksichtigen,
         ob die Informationen, deren Verbreitung beabsichtigt sei, der Öffentlichkeit objektiv zur Kenntnis gebracht werden dürften.
         In diesem Zusammenhang genügte es, dass die Dokumente identifizierbar seien, die Frage des Umfangs der Veröffentlichung und
         des verfolgten Ziels sei irrelevant. Um seine Argumentation zu substantiieren, stellt er eine Analogie zu den Bestimmungen
         der Verordnung Nr. 1049/2001 her.
      
      156    Ferner ist der Rechtsmittelführer der Ansicht, da es sich um eine Einschränkung der in Art. 10 EMRK und in Art. 11 der Charta
         verbürgten Freiheit der Meinungsäußerung handle, müsse Art. 17 des Statuts eng ausgelegt werden, was das Gericht für den öffentlichen
         Dienst nicht getan habe.
      
      157    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      158    Es ist festzustellen, dass der Rechtsmittelführer mit den im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelgrundes erhobenen Rügen im
         Wesentlichen die Argumentation wiederholt, die das Gericht bei der Untersuchung des zehnten Rechtsmittelgrundes geprüft und
         zurückgewiesen hat (siehe Randnrn. 127 bis 154 des vorliegenden Urteils). Daher ist der elfte Rechtsmittelgrund aus den gleichen
         Gründen insgesamt zurückzuweisen.
      
       Zum zwölften Rechtsmittelgrund
      159    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das angefochtene Urteil einen Begründungsmangel aufweise,
         da es keine Rechtfertigung für die Anforderungen enthalte, die das Gericht für den öffentlichen Dienst an die Anwendung von
         Art. 19 des Statuts gestellt habe.
      
      160    Außerdem habe das Gericht für den öffentlichen Dienst diesen Artikel fehlerhaft ausgelegt, indem es Anforderungen gestellt
         habe, die in dessen Wortlaut nicht enthalten seien. Die vom Gericht für den öffentlichen Dienst vorgenommene Auslegung verstoße
         gegen Art. 10 EMRK und gegen Art. 11 der Charta.
      
      161    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      162    Soweit der Rechtsmittelführer im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelgrundes seine Argumentation betreffend eine falsche Auslegung
         von Art. 19 des Statuts wiederholt, die das Gericht bei der Untersuchung des zehnten Rechtsmittelgrundes geprüft und zurückgewiesen
         hat (siehe Randnrn. 127 bis 154 des vorliegenden Urteils), sind aus den gleichen Gründen die entsprechenden Rügen dieses Rechtsmittelgrundes
         zurückzuweisen.
      
      163    Zu der auf einen Begründungsmangel des angefochtenen Urteils gestützten Rüge ist darauf hinzuweisen, dass das Urteil in seinen
         Randnrn. 74 und 81 eine angemessene Begründung enthält, weshalb die Bestimmtheitserfordernisse für Anträge auf Veröffentlichung
         von Dokumenten gemäß Art. 19 des Statuts geboten seien. Diese Rüge des Rechtsmittelführers ist daher als unbegründet zurückzuweisen.
      
      164    Zum Argument des Rechtsmittelführers, die Formulierung „aus welchem Grund auch immer“ in Art. 19 des Statuts bewirke eine
         Befreiung des Beamten, der eine Genehmigung der Veröffentlichung von Dokumenten beantrage, von der Verpflichtung, einen Zweck
         für diese Verbreitung anzugeben, ist klarzustellen, dass diese Formulierung sich nur auf den Anwendungsbereich von Anträgen
         nach Art. 19 des Statuts bezieht und damit lediglich die Kategorien von Dokumenten betrifft, die Gegenstand solcher Anträge
         sein können. Mithin hat diese Formulierung keinen Einfluss auf die Anforderungen an die Darlegung und Bestimmtheit der nach
         Art. 19 des Statuts gestellten Anträge. Daher geht das Vorbringen des Rechtsmittelführers ins Leere und ist zurückzuweisen.
      
      165    Zu der Rüge des Rechtsmittelführers schließlich, die von der Kommission vertretene Position laufe darauf hinaus, ihm die Verbreitung
         bereits veröffentlichter Dokumente zu verbieten, ist darauf hinzuweisen, dass, wie im Rahmen der Prüfung des zehnten Rechtsmittelgrundes
         dargelegt worden ist (siehe Randnr. 150 des vorliegenden Urteils), keine ablehnenden Entscheidungen in Bezug auf seine Anträge
         ergangen sind. Aus dem Wortlaut der Entscheidung vom 20. Juli 2007 geht jedenfalls eindeutig hervor, dass die Kommission die
         Anträge auf Verbreitung öffentlich gewordener Dokumente, über die der Rechtsmittelführer frei verfügen konnte, ausdrücklich
         von ihrer Entscheidung ausgenommen hat. Diese Rüge ist daher zurückzuweisen.
      
      166    Demnach ist der zwölfte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum dreizehnten Rechtsmittelgrund
      167    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 75
         des angefochtenen Urteils Art. 6 Abs. 1 EMRK insoweit fehlerhaft ausgelegt habe, als es diese Bestimmung gegen ihn verwendet
         habe. Art. 6 Abs. 1 EMRK sei eine Garantie, auf die sich die Bürger im Verhältnis gegen den Staat berufen könnten, ohne dass
         es möglich sei, ihnen Verpflichtungen aufzuerlegen. Überdies sei diese Bestimmung in einem Verwaltungsverfahren nicht anwendbar.
         Außerdem ist der Rechtsmittelführer der Auffassung, dass sich aus Randnr. 75 des angefochtenen Urteils eine innere Widersprüchlichkeit
         des Urteils ergebe, denn das Gericht für den öffentlichen Dienst habe eine Pflicht der Anstellungsbehörde anerkannt, eine
         vollständige und eingehende Prüfung durchzuführen, erlege dann aber dem Rechtsmittelführer alle Pflichten auf.
      
      168    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      169    Vorab ist klarzustellen, dass die mit dem vorliegenden Rechtsmittelgrund angegriffene Randnr. 75 des angefochtenen Urteils
         auf den Grundsatz hinweist, dass die Anstellungsbehörde verpflichtet ist, eine vollständige und eingehende Prüfung der ihr
         vorgelegten Anträge vorzunehmen.
      
      170    Wie der Rechtsmittelführer im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelgrundes ausführt, ergibt sich diese Verpflichtung aus verschiedenen
         Bestimmungen, insbesondere den Art. 17 und 19 des Statuts, sowie aus der Fürsorgepflicht und dem Grundsatz der ordnungsgemäßen
         Verwaltung. Das Bestehen einer Verpflichtung der Behörde, die mit der Durchführung einer vollständigen und eingehenden Prüfung
         befasst ist, enthebt den Beamten, der einen Antrag stellt, jedoch nicht seiner Verpflichtungen. Wie das Gericht im Rahmen
         der Prüfung des zehnten Rechtsmittelgrundes ausgeführt hat (siehe Randnrn. 127 bis 133 und 136 des vorliegenden Urteils),
         ergibt sich aus der Auslegung der Art. 17, 19 und 90 des Statuts, dass ein nach diesen Artikeln gestellter Antrag hinreichend
         bestimmt sein muss, um es der angerufenen Behörde zu ermöglichen, ihrer Verpflichtung nachzukommen, auf der Grundlage einer
         vollständigen und eingehenden Prüfung zu entscheiden.
      
      171    Folglich weist Randnr. 75 des angefochtenen Urteils keine innere Widersprüchlichkeit auf. Mithin ist die Rüge des Rechtsmittelführers
         insoweit zurückzuweisen.
      
      172    Was darüber hinaus die Frage betrifft, ob das Gericht für den öffentlichen Dienst zu Unrecht aus den Grundsätzen aus Art. 6
         Abs. 1 EMRK die Verpflichtung der Anstellungsbehörde hergeleitet hat, auf der Grundlage einer vollständigen und eingehenden
         Prüfung zu entscheiden, ist darauf hinzuweisen, dass die in Randnr. 75 des angefochtenen Urteils enthaltenen Erwägungen lediglich
         ergänzend angeführt werden und dass sie jedenfalls keine Auswirkung auf das Bestehen dieser Verpflichtung der Anstellungsbehörde
         und auf die Bestimmtheitserfordernisse haben, die den Beamten treffen, da sie sich unmittelbar aus den spezifischen Bestimmungen
         des Statuts ergeben. Das vom Rechtsmittelführer hierzu angeführte Argument kann daher nicht zur Aufhebung des angefochtenen
         Urteils führen (vgl. entsprechend Beschluss des Gerichtshofs vom 9. Dezember 2009, Marcuccio/Kommission, C‑528/08 P, Slg.
         ÖD 2009, I‑B‑2‑1 und II‑B‑2‑129, Randnr. 51). Folglich geht dieses Vorbringen ins Leere und ist zurückzuweisen.
      
      173    Demnach ist der dreizehnte Rechtsmittelgrund in vollem Umfang zurückzuweisen.
      
       Zum vierzehnten Rechtsmittelgrund
      174    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, das angefochtene Urteil weise in den Randnrn. 77 bis 79
         insoweit einen Begründungsmangel auf, als dem Inhalt dieser Randnummern nicht entnommen werden könne, wie das Gericht für
         den öffentlichen Dienst aus der Pflicht zur loyalen Zusammenarbeit mit der Behörde nach Art. 11 Abs. 1 des Statuts, der Informations-
         und Loyalitätspflicht des Beamten, der Fürsorgepflicht und dem Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung eine Pflicht des Beamten,
         der Anstellungsbehörde einen hinreichend bestimmten Antrag vorzulegen, herleiten könne.
      
      175    Außerdem müssten diese Grundsätze hinter den speziellen Bestimmungen der Art. 17, 17a und 19 des Statuts „zurücktreten“ und
         könnten keine zusätzlichen Pflichten für ihn begründen.
      
      176    Somit habe das Gericht für den öffentlichen Dienst Art. 11 des Statuts und die übrigen oben angeführten Grundsätze fehlerhaft
         ausgelegt und angewandt.
      
      177    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      178    Es ist darauf hinzuweisen, dass aus den Randnrn. 77 bis 79 des angefochtenen Urteils hervorgeht, dass das Gericht für den
         öffentlichen Dienst – zu Recht, wie im Rahmen der Prüfung des zehnten Rechtsmittelgrundes dargelegt worden ist (siehe Randnr. 133
         des vorliegenden Urteils) – festgestellt hat, dass die Pflicht des Beamten, einen hinreichend genauen Antrag zu stellen, nicht
         durch die Fürsorgepflicht und den Grundsatz der ordnungsgemäßen Verwaltung, die die befasste Behörde treffen, entkräftet werde.
         Daraus folgt, dass diese Feststellung des Gerichts für den öffentlichen Dienst entgegen den Behauptungen des Rechtsmittelführers
         nicht dazu führt, auf der Grundlage des Grundsatzes der ordnungsgemäßen Verwaltung und der Fürsorgepflicht eine Pflicht zulasten
         des Beamten anzuerkennen. Daher sind seine insoweit erhobenen Rügen nicht begründet.
      
      179    Was die auf eine falsche Auslegung von Art. 11 des Statuts gestützte Rüge des Rechtsmittelführers angeht, ist zunächst zu
         beachten, dass dieser Artikel in seinem Abs. 1 die Pflicht der Beamten festschreibt, loyal mit den Organen der Union zusammenzuarbeiten.
         Es handelt sich um eine allgemeine Bestimmung, die alle Aspekte des Verhaltens der Beamten gegenüber den Organen erfasst und
         ihre spezifischen Pflichten nach anderen Bestimmungen des Statuts vervollständigt.
      
      180    Im vorliegenden Fall hat das Gericht für den öffentlichen Dienst in Randnr. 78 des angefochtenen Urteils festgestellt, dass
         die Pflicht der Beamten, der befassten Behörde hinreichend genaue Angaben zu machen, um ihr eine Entscheidung zu ermöglichen,
         wie sich diese Pflicht aus den Art. 17, 19 und 90 des Statuts ergebe, ebenfalls aus der Pflicht, loyal mit der Behörde zusammenzuarbeiten,
         folge, wie sie aus dem in Art. 11 des Statuts enthaltenen allgemeinen Grundsatz hervorgehe. Die Anführung dieses Grundsatzes
         durch das Gericht für den öffentlichen Dienst stellt damit nämlich nur ein zusätzliches Element dar, das Existenz und Inhalt
         dieser Pflicht untermauert, die sich hauptsächlich aus den für das betreffende Verfahren spezifischen Artikeln, nämlich den
         Art. 17, 19 und 90 des Statuts, ergibt und keine zusätzlichen Pflichten für den Beamten begründet.
      
      181    Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Feststellungen des Gerichts für den öffentlichen Dienst hierzu in den Randnrn. 77
         bis 79 des angefochtenen Urteils hinreichend begründet sind.
      
      182    Demnach ist der vierzehnte Rechtsmittelgrund als unbegründet zurückzuweisen.
      
       Zum fünfzehnten Rechtsmittelgrund
      183    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass das angefochtene Urteil eine innere Widersprüchlichkeit
         aufweise, da das Gericht für den öffentlichen Dienst das Prüfungsschema, das es selbst in Randnr. 59 dieses Urteils anführe,
         hinsichtlich der Anwendbarkeit von Art. 10 EMRK nicht ordnungsgemäß anwende.
      
      184    Außerdem hätte sich das Gericht für den öffentlichen Dienst zu der Frage äußern müssen, ob die von ihm vorgenommene Auslegung
         der Art. 11, 17, 19, 90 und 91 des Statuts im Licht von Art. 10 Abs. 2 EMRK Bestand haben könne. Der Rechtsmittelführer macht
         insbesondere geltend, dass ihm nach der Rechtsprechung des EGMR die Veröffentlichung der betreffenden Informationen hätte
         erlaubt werden müssen.
      
      185    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      186    Der Rechtsmittelführer wiederholt im Rahmen des vorliegenden Rechtsmittelgrundes im Wesentlichen seine im Rahmen des zehnten
         Rechtsmittelgrundes vorgetragene Argumentation zu einem Verstoß gegen Art. 10 Abs. 2 EMRK und Art. 11 der Charta dadurch,
         dass in dem angefochtenen Urteil die Art. 11, 17, 19, 90 und 91 falsch ausgelegt worden seien. Da diese Argumentation bereits
         geprüft und im Anschluss an die Prüfung des zehnten Rechtsmittelgrundes durch das Gericht zurückgewiesen worden ist (siehe
         Randnrn. 137 bis 142 des vorliegenden Urteils), ist der vorliegende Rechtsmittelgrund aus den gleichen Gründen zurückzuweisen.
      
      187    Zu dem auf die Rechtsprechung des EGMR insbesondere zur Freiheit der Meinungsäußerung gestützten Vorbringen des Rechtsmittelführers
         ist klarzustellen, dass diese Rechtsprechung im vorliegenden Fall nicht einschlägig ist, da, wie bei der Prüfung des zehnten
         Rechtsmittelgrundes dargelegt worden ist, in den Antworten der Kommission auf die Anträge auf Veröffentlichung des Rechtsmittelführers
         eine Veröffentlichung nicht als unmöglich bezeichnet worden war. Darüber hinaus stand es dem Rechtsmittelführer, worauf ihn
         die Kommission mehrmals hingewiesen hat, jederzeit frei, seine Anträge zu präzisieren, um der befassten Behörde eine Entscheidung
         darüber in voller Kenntnis der Sache zu ermöglichen. Somit kann sich der Rechtsmittelführer nicht mit Erfolg auf eine Rechtsprechung
         zu Fällen von Ablehnung oder Unmöglichkeit der Veröffentlichung berufen. Die Berufung auf die einschlägige Rechtsprechung
         des EGMR geht daher ins Leere.
      
      188    Demnach ist der fünfzehnte Rechtsmittelgrund insgesamt zurückzuweisen.
      
       Zum sechzehnten Rechtsmittelgrund
      189    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, das Gericht für den öffentlichen Dienst habe sein Grundrecht
         auf einen wirksamen Rechtsbehelf nach Art. 13 EMRK und Art. 47 Abs. 1 der Charta dadurch verletzt, dass es festgestellt habe,
         dass die Schreiben an die Kommission vom 9. April und 11. Mai 2007 gar keine Anträge im Sinne der Art. 17, 19 und des Art. 90
         Abs. 1 des Statuts gewesen seien, sowie dadurch, dass es nicht geprüft habe, ob die angegriffenen Entscheidungen nicht selbständig
         ihn beschwerende Maßnahmen begründeten.
      
      190    Der Rechtsmittelführer führt insbesondere aus, das Gericht für den öffentlichen Dienst habe gegen Art. 13 EMRK verstoßen,
         indem es in Randnr. 59 des angefochtenen Urteils die Rügen bezüglich einer Verletzung seines Grundrechts aus Art. 10 EMRK
         nur in Bezug auf Art. 17a des Statuts geprüft und die Prüfung der Art. 17, 19 und 90 des Statuts unterlassen habe. Das Gericht
         für den öffentlichen Dienst habe zudem keinerlei Konsequenz aus der Tatsache gezogen, dass die Kommission in den angefochtenen
         Entscheidungen die Anwendbarkeit von Art. 17a des Statuts angeführt habe.
      
      191    Schließlich macht er geltend, dass das Verfahren von überlanger Dauer gewesen sei und dass die Rechtsprechung der Gerichte
         der Union, da sie die Erteilung von Anordnungen an die Organe der Union ausschließe, es nicht ermögliche, die auf ihm lastende
         Beschwer zu beseitigen, und damit keinen wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelf biete.
      
      192    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      193    Die Frage einer Verletzung der Art. 13 EMRK und 47 Abs. 1 der Charta ist bereits im Rahmen des zehnten Rechtsmittelgrundes
         aufgeworfen worden. Da das Gericht das Vorbringen des Rechtsmittelführers insoweit bereits geprüft und zurückgewiesen hat
         (siehe Randnr. 153 des vorliegenden Urteils), ist der vorliegende Rechtsmittelgrund aus den gleichen Gründen zurückzuweisen.
      
      194    Im Übrigen ist hervorzuheben, dass die Garantie eines wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelfs nach Art. 13 EMRK und Art. 47
         Abs. 1 der Charta der Aufstellung genauer Zulässigkeitsvoraussetzungen für diesen Rechtsbehelf nicht entgegensteht, wie die
         Einhaltung eines Vorverfahrens, das ohne einen Antrag, der gewissen Bestimmtheitserfordernissen genügt, nicht in Gang gesetzt
         werden kann.
      
      195    Daher hat das Gericht für den öffentlichen Dienst im vorliegenden Fall den Aufhebungsantrag zu Recht als unzulässig zurückgewiesen,
         da die auf die Veröffentlichung der Dokumente gerichteten Schreiben des Rechtsmittelführers keine Anträge im Sinne von Art. 90
         Abs. 1 des Statuts waren.
      
      196    Die ferner vom Rechtsmittelführer zur Stützung seiner Argumentation angeführten rechtlichen und politischen Erwägungen haben
         keine Auswirkung auf das angefochtene Urteil und sind daher zurückzuweisen.
      
      197    Demnach ist der sechzehnte Rechtsmittelgrund zurückzuweisen.
      
       Zum siebzehnten Rechtsmittelgrund
      198    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, er habe in seiner Klageschrift vor dem Gericht für den
         öffentlichen Dienst ausgeführt, dass die Kommission die Ablehnung seiner Anträge unzureichend begründet und damit ihre Begründungspflicht
         verletzt habe. Das Gericht für den öffentlichen Dienst habe einen Rechtsfehler begangen, indem es in dem angefochtenen Urteil
         hierzu nicht Stellung genommen und Art. 25 des Statuts nicht erwähnt habe. Dies stelle zugleich eine Verletzung dieses Artikels
         dar.
      
      199    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      200    Es ist darauf hinzuweisen, dass das Gericht für den öffentlichen Dienst in dem angefochtenen Urteil entschieden hat, dass
         die Schreiben des Rechtsmittelführers vom 9. April und 11. Mai 2007 keine Anträge im Sinne von Art. 90 Abs. 1 des Statuts
         seien. Somit hat das Gericht für den öffentlichen Dienst den Aufhebungsantrag für unzulässig befunden, weil das in Art. 90
         Abs. 1 des Statuts vorgesehene Vorverfahren nicht eingehalten worden war.
      
      201    Unter diesen Umständen hatte sich das Gericht für den öffentlichen Dienst zur Begründung der Antworten der Kommission auf
         die genannten Schreiben des Rechtsmittelführers nicht zu äußern.
      
      202    Der siebzehnte Rechtsmittelgrund ist daher zurückzuweisen.
      
       Zum achtzehnten Rechtsmittelgrund
      203    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer im Wesentlichen geltend, dass mehrere Aussagen und Entscheidungen
         der Kommission Verstöße gegen die Informations- und Loyalitätspflichten der Organe, gegen den Grundsatz der ordnungsgemäßen
         Verwaltung und gegen den Grundsatz der Fürsorgepflicht der Verwaltung darstellten. Das Gericht für den öffentlichen Dienst
         hätte sich auf diese Grundsätze beziehen müssen und hieraus für ihn Rechte und entsprechende Pflichtverletzungen der Kommission
         herleiten müssen.
      
      204    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      205    Zu den Rügen, die der Rechtsmittelführer auf nach seiner Ansicht fehlerhafte Aussagen und Entscheidungen der Kommission stützt,
         ist festzustellen, dass sie sich auf das angefochtene Urteil nicht auswirken. Überdies tut der Rechtsmittelführer nicht dar,
         inwiefern diese Rügen die Gründe in Frage stellen könnten, die das Gericht für den öffentlichen Dienst seiner Feststellung
         zugrunde gelegt hat, dass der Aufhebungsantrag unzulässig sei. Diese Rügen sind folglich zurückzuweisen. 
      
      206    Zu den übrigen Rügen im Rahmen dieses Rechtsmittelgrundes ist darauf hinzuweisen, dass mit ihnen im Wesentlichen das Vorbringen
         des Rechtsmittelführers wiederholt wird, dass im Rahmen der Prüfung des zehnten Rechtsmittelgrundes vom Gericht geprüft und
         zurückgewiesen worden ist (siehe Randnr. 133 des vorliegenden Urteils). Sie sind somit aus den gleichen Gründen zurückzuweisen.
      
      207    Der achtzehnte Rechtsmittelgrund ist mithin insgesamt zurückzuweisen.
      
       Zum neunzehnten Rechtsmittelgrund
      208    Mit diesem Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, das Gericht für den öffentlichen Dienst habe an die Beantragung
         einer Genehmigung nach den Art. 17 und 19 des Statuts Anforderungen gestellt, die weder in diesen Vorschriften noch in den
         Art. 90 ff. des Statuts zu finden seien; dies stelle einen Verstoß gegen Art. 52 Abs. 1 der Charta und den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit
         dar.
      
      209    Außerdem sei die vom Gericht für den öffentlichen Dienst vorgenommene Auslegung dieser Vorschriften des Statuts, wonach ein
         fehlerhafter Antrag nach Art. 90 Abs. 1 des Statuts stets die Unzulässigkeit einer Aufhebungsklage zur Folge habe, ohne dass
         geprüft werden müsse, ob daneben die Voraussetzungen einer Aufhebungsklage nach Art. 91 des Statuts vorlägen, eine unverhältnismäßige
         Einschränkung des Rechts auf einen wirksamen Rechtsbehelf aus Art. 47 der Charta.
      
      210    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      211    Der Rechtsmittelführer wiederholt im Rahmen dieses Rechtsmittelgrundes sein Vorbringen zum zehnten und zum sechzehnten Rechtsmittelgrund
         hinsichtlich einer Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und des Rechts auf einen wirksamen Rechtsbehelf, die sich
         aus einer fehlerhaften Auslegung der Art. 17, 19 und 90 des Statuts durch das Gericht für den öffentlichen Dienst ergebe.
         Da dieses Vorbringen bereits im Rahmen der Untersuchung dieser Rechtsmittelgründe vom Gericht geprüft und insgesamt zurückgewiesen
         worden ist (siehe Randnrn. 137 bis 142, 153 und 193 bis 195 des vorliegenden Urteils), ist der neunzehnte Rechtsmittelgrund
         aus den gleichen Gründen zurückzuweisen.
      
       Zum zwanzigsten Rechtsmittelgrund
      212    Mit diesem hilfsweise vorgetragenen Rechtsmittelgrund macht der Rechtsmittelführer geltend, dass im Rahmen einer Gesamtbetrachtung
         das Verfahren und das angefochtene Urteil Verstöße gegen das Gebot eines fairen Verfahrens im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK
         und Art. 47 der Charta darstellten.
      
      213    Die Kommission tritt diesen Argumenten entgegen.
      
      214    Es ist darauf hinzuweisen, dass der Rechtsmittelführer weder die Gründe des angefochtenen Urteils, die er angreifen will,
         bezeichnet noch die Auswirkung erläutert, die dieser Rechtsmittelgrund auf die Entscheidung des Rechtsstreits haben soll.
         Er begnügt sich mit allgemeinen Ausführungen ohne unmittelbaren Bezug zu dem angefochtenen Urteil.
      
      215    Folglich ist der zwanzigste Rechtsmittelgrund als unzulässig zurückzuweisen.
      
       Ergebnis
      216    Da sämtliche vom Rechtsmittelführer geltend gemachten Rechtsmittelgründe zurückgewiesen worden sind, sind seine ersten fünf
         Anträge (siehe Randnr. 15 des vorliegenden Urteils) zurückzuweisen, ohne dass es einer Entscheidung über die Zulässigkeit
         einiger dieser Anträge oder des Erlasses der von ihm beantragten prozessleitenden Maßnahmen bedarf. 
      
      217    Zum Antrag auf Schadensersatz wegen überlanger Verfahrensdauer ist darauf hinzuweisen, dass der Unionsrichter innerhalb angemessener
         Frist zu entscheiden hat (vgl. Beschluss des Gerichtshofs vom 26. März 2009, Efkon/Parlament und Rat, C‑146/08 P, nicht in
         der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 52 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      218    Insoweit gilt, dass die Angemessenheit der Verfahrensdauer anhand der Umstände jeder einzelnen Rechtssache, insbesondere anhand
         der Interessen, die in dem Rechtsstreit für den Betroffenen auf dem Spiel stehen, der Komplexität der Rechtssache sowie des
         Verhaltens des Klägers und der zuständigen Behörden, zu beurteilen ist (Urteil des Gerichtshofs vom 17. Dezember 1998, Baustahlgewebe/Kommission,
         C‑185/95 P, Slg. 1998, I‑8417, Randnr. 29).
      
      219    Im vorliegenden Fall wurde die Klageschrift am 30. November 2007 eingereicht, und das Gericht für den öffentlichen Dienst
         hat das angefochtene Urteil am 20. Januar 2011 erlassen, mithin etwas mehr als drei Jahre nach Klageerhebung.
      
      220    Die Dauer des Verfahrens erklärt sich jedoch aus den Umständen der Rechtssache und insbesondere dem Verhalten der Parteien.
      
      221    Das Gericht für den öffentlichen Dienst hat zunächst eine gütliche Beilegung des Rechtsstreits versucht (vgl. Randnrn. 13
         bis 16 des angefochtenen Urteils), sodann hat die Kommission nach mehreren Fristverlängerungen wegen des Versuchs einer gütlichen
         Einigung eine Einrede der Unzulässigkeit (vgl. Randnr. 31 des angefochtenen Urteils) erhoben.
      
      222    Der Rechtsmittelführer hat ebenfalls zur Verlängerung der Dauer des Verfahrens beigetragen, da auch er eine Fristverlängerung
         in Anspruch genommen hat (vgl. Randnr. 20 des angefochtenen Urteils), den Erlass eines Versäumnisurteils beantragt (vgl. Randnrn. 19
         und 20 des angefochtenen Urteils) und mehrere ergänzende Schriftsätze bei der Kanzlei des Gerichts für den öffentlichen Dienst
         eingereicht hat, um seine Klage zu erweitern, eine Verbindung zu beantragen oder einen neuen Vorschlag einer gütlichen Einigung
         zu unterbreiten (vgl. Randnrn. 23 und 25 des angefochtenen Urteils).
      
      223    Folglich kann unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Falles nicht davon ausgegangen werden, dass die Dauer des
         Verfahrens überlang war.
      
      224    Der Antrag auf Schadensersatz ist daher als unbegründet zurückzuweisen.
      
      225    Nach alledem ist das vom Rechtsmittelführer eingelegte Rechtsmittel insgesamt zurückzuweisen.
      
       Kosten
      226    Nach Art. 148 Abs. 1 der Verfahrensordnung entscheidet das Gericht über die Kosten, wenn das Rechtsmittel zurückgewiesen wird.
      
      227    Nach Art. 87 § 2 Abs. 1 der Verfahrensordnung, der nach deren Art. 144 auf das Rechtsmittelverfahren entsprechende Anwendung
         findet, ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen.
      
      228    Da der Rechtsmittelführer mit seinem Vorbringen unterlegen ist, hat er seine eigenen Kosten sowie die Kosten der Kommission
         zu tragen.
      
      229    Im Übrigen kann das Gericht nach Art. 90 Buchst. a der Verfahrensordnung Kosten, die vermeidbar gewesen wären, der Partei
         auferlegen, die sie veranlasst hat.
      
      230    Im vorliegenden Fall ist der vom Rechtsmittelführer eingereichte Schriftsatz übermäßig lang und geht weit über die in Nr. 10
         der Praktischen Anweisungen für die Parteien vor dem Gericht vorgeschriebene Seitenzahl hinaus, da dieser Schriftsatz 81 Seiten
         umfasst anstatt der höchstens 15 Seiten, die in diesen Anweisungen festgelegt sind.
      
      231    Außerdem hat der Rechtsmittelführer es trotz der entsprechenden Aufforderungen der Kanzlei abgelehnt, die Mängel des Schriftsatzes
         zu beheben. Hierbei hat ihn die Kanzlei im Übrigen auf Art. 90 Buchst. a der Verfahrensordnung aufmerksam gemacht. Die Beteiligten
         sind hierzu angehört worden und haben in der mündlichen Verhandlung ihre Erklärungen abgegeben.
      
      232    Aufgrund der erheblichen Kosten, die dem Gericht entstanden sind und die vermeidbar gewesen wären, ist dem Rechtsmittelführer
         daher ein Teil dieser Kosten in Höhe von 2 000 Euro aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Rechtsmittelkammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen. 
      2.      Herr Guido Strack trägt seine eigenen Kosten sowie die Kosten der Europäischen Kommission.
      3.      Herr Strack wird verurteilt, an das Gericht einen Betrag von 2 000 Euro zur Erstattung eines Teils der diesem entstandenen
            Kosten zu zahlen.
      
               Jaeger 
            
            
                Azizi 
            
            
                Papasavvas
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 13. Dezember 2012.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Deutsch.