CELEX: 51997PC0616
Language: de
Date: 1997-11-24
Title: Vorschlag für eine Verordnung (EG) des Rates zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in der Volksrepublik China

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                      Brüssel, den 24.11.1997
                                                      KOM(97) 616 endg.
                              Vorschlag für eine
                      VERORDNUNG (EG) DES RATES
              zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls
auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in der Volksrepublik China
                       (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                     BEGRÜNDUNG
Mit der Verordnung (EWG) Nr. 2200/90 führte der Rat einen endgültigen
Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in der
Volksrepublik China ein. Nach einer Untersuchung der Kommission auf Antrag des
Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft kam der Rat später in der Verordnung (EWG)
Nr. 1607/92 zu dem Schluß, daß der geltende Antidumpingzoll von den
Herstellern/Ausführern getragen worden war, so daß er die Verordnung (EWG)
Nr. 2200/90 änderte und auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in China
einen zusätzlichen Zoll in Höhe des ursprünglichen Zolls einführte.
Die Bekanntmachung über die Einleitung der Überprüfung wurde am 27. Juli 1995 im
Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht. Alle interessierten Parteien
erhielten Gelegenheit, sich innerhalb bestimmter Fristen selbst zu melden und Stellung zu
nehmen.
Keiner der chinesischen Ausführer arbeitete an der Überprüfung mit.
Unter Berücksichtigung der Feststellungen zum Dumping, zur Schädigung, zur
Schadensursache, zur Wahrscheinlichkeit des Anhaltens des Dumpings und der
Schädigung sowie zum Interesse der Gemeinschaft wurde bei der Untersuchung der
Schluß gezogen, daß die weitere Anwendung der - im Einklang mit den Ergebnissen der
Überprüfung zu ändernden - Antidumpingmaßnahmen im Interesse der Gemeinschaft
liegt.
Der Rat wird ersucht, den beiliegenden Verordnungsvorschlag anzunehmen.
 ---pagebreak---                                          Vorschlag für eine
                               VERORDNUNG (EG) PES RATES
                      zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls
      auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in der Volksrepublik China
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
 gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 384/96 des Rates vom 22. Dezember 1995 über den
 Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft gehörenden
 Ländern1, geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2331/962, insbesondere auf die
 Artikel 9,11 und 23,
 auf Vorschlag der Kommission nach Konsultationen im Beratenden Ausschuß,
 in Erwägung nachstehender Gründe:
                                         A. VERFAHREN
                                     1. Geltende Maßnahmen
 (1)     Mit der Verordnung (EWG) Nr. 2200/903 führte der Rat einen endgültigen
         Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in der
         Volksrepublik China (nachstehend "China" genannt) ein. In der Folge kam der
         Rat nach einer Untersuchung der Kommission auf Antrag des Wirtschaftszweigs
         der Gemeinschaft in der Verordnung (EWG) Nr. 1607/924 zu dem Schluß, daß
         der geltende Antidumpingzoll von den Herstellern/Ausführern getragen worden
         war, so daß er durch Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2200/90 auf die
         Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in China einen zusätzlichen Zoll in
         Höhe des ursprünglichen Zolls einführte.
                                      2. Überprüfungsantrag
(2)      Nach der Veröffentlichung einer Bekanntmachung über das bevorstehende
         Außerkrafttreten der geltenden Maßnahmen im Februar 19955 stellte das "Comité
         de Liaison des Industries de Ferro-Alliages" (CLIFA) im Namen von vier
         Gemeinschaftsherstellern, auf die angeblich ein größerer Teil der
         Gesamtproduktion der betroffenen Ware in der Gemeinschaft entfiel, bei der
         Kommission einen Überprüfungsantrag. Dieser Antrag enthielt Beweise dafür,
1
     ABl. L 56 vom 6.3.1996, S. 1.
2
     ABl. L 317 vom 6.12.1996, S. 1.
3
     ABl. L 198 vom 28.7.1990, S. 57.
4
     ABl. L 170 vom 25.6.1992, S.l.
5
     ABl. C 35 vom 11.2.1995, S. 3.
 ---pagebreak---        daß die Ware mit Ursprung in China gedumpt wurde und daß es im Falle des
       Auslaufens der geltenden Maßnahmen wahrscheinlich zu einer bedeutenden
       Schädigung kommen würde. Diese Beweise wurden als ausreichend angesehen,
       um die Einleitung einer Überprüfung zu rechtfertigen.
(3)    Am 27. Juli 1995 veröffentlichte die Kommission im Amtsblatt der Europäischen
        Gemeinschaften6 eine Bekanntmachung über die Einleitung einer Überprüfung
       der Verordnung (EWG) Nr. 2200/90 im Zusammenhang mit dem Auslaufen der
       darin vorgesehenen Maßnahmen betreffend die Einfuhren von Silicium-Metall
       mit Ursprung in China in die Gemeinschaft und leitete gemäß Artikel 11 Absatz 2
       der Verordnung (EG) Nr. 3283/94 des Rates7, in der Folge aufgehoben und ersetzt
       durch die Verordnung (EG) Nr. 384/96 (nachstehend "Grundverordnung"
       genannt), eine Untersuchung ein. Außerdem beschloß die Kommission, von sich
       aus eine Interimsüberprüfung gemäß Artikel 11 Absatz 3 der Grundverordnung
        einzuleiten.
                                     3. Untersuchung
(4)    Die Kommission unterrichtete die bekanntermaßen betroffenen ausführenden
       Hersteller und Einführer sowie ihre Verbände, die Vertreter des Ausfuhrlandes
       und die antragstellenden Gemeinschaftshersteller von der Einleitung der
       Überprüfung. Die interessierten Parteien erhielten Gelegenheit, innerhalb der in
       der Bekanntmachung über die Einleitung der Überprüfung genannten Frist ihren
       Standpunkt schriftlich darzulegen und eine Anhörung zu beantragen. Mehrere
       Einfuhrer und zwei Verbände, die gewerbliche Abnehmer vertraten, nahmen
       schriftlich Stellung. Die Gemeinschaftshersteller und die chinesischen Ausführer
       wurden auf ihren Antrag hin gehört.
(5)    Für die Dumping- und Schadensermittlung sandte die Kommission allen
       bekanntermaßen betroffenen Parteien Fragebogen zu und erhielt Antworten von
       den vier antragstellenden Gemeinschaftsherstellern sowie von zwei Einführern.
(6)    Keiner der chinesischen Hersteller der gleichartigen Ware übermittelte Antworten
       auf den Fragebogen. Dagegen beantworteten mehrere chinesische Ausführer
       (Handelsgesellschaften) den Fragebogen fristgerecht.
(7)    Die Kommission holte alle für die Dumping- und die Schadensermittlung für
       notwendig erachteten Informationen ein, prüfte sie nach und führte
       Untersuchungen in den Betrieben der folgenden Unternehmen durch:
6
    ABl. C 193 vom 27.7.1995, S. 3.
7
    ABl. L 349 vom 31.12.1994, S. 1.
 ---pagebreak---      (a)    Antragstellende Gemeinschaftshersteller
            Vereinigte Aluminium Werke AG, Bonn                Deutschland
            Ferroatlantica SL, Madrid                          Spanien
            Pechiney Electrométallurgie, Paris                 Frankreich
            Industria Elettrica Indel Spa, Belluno             Italien
     (b)    Hersteller im Vergleichs land
            ELKEM A/S, Oslo/Kristiansand                       Norwegen
            FESIL A/S, Trondheim                               Norwegen
(8)  Die Dumpinguntersuchung betraf den Zeitraum vom 1. Juli 1994 bis zum 30. Juni
     1995 (nachstehend "Untersuchungszeitraum" genannt). Die Schadensunter-
     suchung betraf den Zeitraum von 1992 bis zum Ende des Untersuchungs-
     zeitraums.
(9)  Alle interessierten Parteien wurden über die wesentlichen Tatsachen und
     Erwägungen unterrichtet, auf deren Grundlage beabsichtigt wurde, die
     Einführung endgültiger Maßnahmen zu empfehlen. Sie erhielten Gelegenheit,
     nach dieser Unterrichtung Stellung zu nehmen, und wurden erneut von der
     Kommission gehört, sofern sie einen entsprechenden Antrag stellten. Die
     Sachäußerungen wurden gegebenenfalls berücksichtigt.
(10) Da das Verfahren schwierig war und die Lage der Hersteller in einem nicht von
     der Untersuchung betroffenen Vergleichsland genau ermittelt werden mußte,
     konnte die Untersuchung nicht innerhalb der in Artikel 11 Absatz 5 der
     Grundverordnung vorgesehenen normalen Frist abgeschlossen werden.
                    B. WARE UND GLEICHARTIE WARE
                                       1. Ware
(11) Das Verfahren betrifft Silicium-Metall, das durch Reduktion von Quarz mit Hilfe
     verschiedener kohlenstoffhaltiger Stoffe in elektrischen Lichtbogenöfen
     hergestellt wird. Es wird nach international anerkannten technischen
     Spezifikationen hinsichtlich des Reinheitsgrades in Form von Stücken, Granulat
     oder Pulver vermarktet. Anhand dieser Spezifikationen lassen sich verschiedene
     Qualitäten von Silicium-Metall unterscheiden, die für verschiedene
     Endverwendungen bestimmt sind, nämlich für die Herstellung von Siliconen
     ("chemische Qualität") oder die Herstellung von Hütten- bzw.
     Umschmelzaluminium. Die Ware hat einen Siliciumgehalt von weniger als
      99,99 GHT. Während des Untersuchungszeitraums wurde Silicium-Metall dem
      KN-Code 2804 69 00 zugewiesen.
 ---pagebreak---       Silicium-Metall mit einem höheren Reinheitsgrad, d.h. mit einem Siliciumgehalt
     von mehr als 99,99 GHT, das vorrangig in der Halbleiterindustrie verwendet
     wird, gehört zu einem anderen KN-Code und fällt nicht unter dieses Verfahren.
                                2. Gleichartige Ware
(12) Für die im Antrag genannte eingeführte Ware gelten dieselben internationalen
     technischen Spezifikationen wie für das in der Gemeinschaft hergestellte
     Silicium-Metall. Trotz gewisser Unterschiede hinsichtlich des Reinheitsgrades
     und der Abmessungen hat die Ware aus China grundsätzlich die gleichen
     materiellen Eigenschaften und Verwendungen wie die Gemeinschaftsware. Dies
     gilt auch in bezug auf das Silicium-Metall, das in dem Vergleichsland
     (Norwegen) hergestellt und dort auf dem Inlandsmarkt verkauft wird. Bei der
     Gemeinschaftsware und der eingeführten Ware handelt es sich daher um
     gleichartige Waren im Sinne des Artikels 1 Absatz 4 der Grundverordnung.
                                    C. DUMPING
                                  1. Vergleichsland
(13) Da China ein Land ohne Marktwirtschaft ist, ermittelte die Kommission gemäß
     Artikel 2 Absatz 7 der Grundverordnung den Normalwert anhand der Angaben
     von Herstellern in einem Drittland mit Marktwirtschaft ("Vergleichsland"). In der
     Ausgangsuntersuchung wurde der Normalwert anhand der in der Gemeinschaft zu
     zahlenden Preise bestimmt.
(14) In der Bekanntmachung über die Einleitung der Überprüfung gab die
     Kommission ihre Absicht bekannt, Norwegen als geeignetes Drittland mit
     Marktwirtschaft für die Ermittlung des Normalwertes heranzuziehen. Die
     beabsichtigte Wahl ging auf die Angaben im Überprüfungsantrag zurück, denen
     zufolge die norwegischen Hersteller der betroffenen Ware gemessen an der
     Kostenstruktur und der Fertigungstechnik zu den weltweit fortschrittlichsten
     Unternehmen gehören, so daß ein angemessener Normalwert für die betroffene
     Ware ermittelt werden kann.
(15) Alle interessierten Parteien erhielten Gelegenheit, zu der beabsichtigten Wahl
     Stellung zu nehmen. Die Ausführer erhoben Einwände - allerdings erst nach
     Ablauf der in der Bekanntmachung über die Einleitung der Überprüfung gesetzten
     Frist. Sie schlugen Estland als alternatives Vergleichsland vor, wobei sie
     fälschlicherweise behaupteten, daß dieses Land in der Ausgangsuntersuchung als
     Vergleichsland gedient habe. Außerdem wurden keine Beweise für die
     Repräsentativität der Produktion in Estland vorgelegt. Andere Parteien bestritten
     im Verlauf einer Anhörung, daß die betroffene Ware in Estland hergestellt wird.
     Nach ihren Aussagen würde es sich bei den in den Eurostat-Statistiken
     ausgewiesenen Sendungen nur um umgeladene Exporte mit Ursprung in anderen
     Ländern handeln. Auch Rumänien und Brasilien wurden als Vergleichsländer
     vorgeschlagen, allerdings wurde nicht nachgewiesen, warum eines dieser Länder
     als Vergleichsland besser geeignet sei als Norwegen.
 ---pagebreak--- (16)  Die Untersuchung der Kommission bestätigte, daß Norwegen weltweit zu den
      wichtigsten und effizientesten Herstellern von Silicium-Metall gehört. Die
     Energiepreise in diesem Land sind niedrig, was insofern wichtig ist, als auf die
      Energiekosten ein großer Teil der Produktionskosten von Silicium-Metall entfällt.
      Auch der Rohstoffzugang und die Exportbedingungen sind gut, was vor allem
      darauf zurückzuführen ist, daß die norwegischen Hersteller in der Regel in
      Industriehäfen angesiedelt sind. Außerdem ähnelt das Fertigungsverfahren in
     Norwegen dem derzeit in China angewandten Verfahren, und die Präsenz zweier
      großer Hersteller, die mit Einfuhren konkurrieren müssen, gewährleistet einen
     normalen Wettbewerb. Außerdem verkauften die beiden kooperierenden
     norwegischen Hersteller im Untersuchungszeitraum ihr Silicium-Metall auf dem
     Inlandsmarkt in ausreichenden Mengen, da diese mehr als 5 % der Ausfuhren aus
     China in die Gemeinschaft ausmachten.
(17) Daher wurde es für angemessen angesehen, Norwegen als Vergleichsland für die
     Ermittlung des Normalwertes für die Ausfuhren aus China in die Gemeinschaft
     heranzuziehen.
                                   2. Normalwert
(18) Die Kommission stellte fest, daß die norwegischen Hersteller diejenige Silicium-
     Metall-Qualität, die der aus China ausgeführten Qualität entsprach, auf dem
     Inlandsmarkt an unabhängige Kunden in Mengen verkaufte, die mehr als 5 % der
     in die Gemeinschaft ausgeführten Mengen ausmachten, so daß diese Verkäufe
     repräsentativ im Sinne des Artikels 2 Absatz 2 der Grundverordnung waren.
(19) Gemäß Artikel 2 Absatz 4 der Grundverordnung prüfte die Kommission sodann,
     ob die Inlandsverkäufe der gleichartigen Ware im normalen Handelsverkehr
     getätigt worden waren, und ermittelte dazu den Anteil der gewinnbringenden
     Verkäufe. Dabei zeigte sich, daß der Verkaufspreis bei mehr als 20 % der
     Verkaufsmengen unter den Durchschnittskosten lag. Daher wurde der
     Normalwert ausschließlich anhand der gewogenen Durchschnittspreise der
     verbleibenden gewinnbringenden Verkäufe bestimmt, die mehr als 10 % der
     betreffenden Gesamtverkäufe ausmachten. Der Normalwert wurde auf der Stufe
     fob norwegische Grenze festgesetzt.
                                  3. Ausfuhrpreis
(20) Fünf Unternehmen, die die betroffene Ware aus China ausführten, beantworteten
     den Fragebogen der Kommission. Alle diese Unternehmen wurden von der
     chinesischen Handelskammer für den Import und den Export von Metallen,
     Mineralien und chemischen Erzeugnissen (CCCMC) vertreten. Da die Antworten
     durchweg unzulänglich waren, konnten nur wenig Informationen verwendet
     werden. Insbesondere wurden keine Beweise dafür vorgelegt, daß in den
     Antworten sämtliche Verkäufe der betroffenen Ware in die Gemeinschaft
     angegeben wurden. Außerdem wurde nicht darauf hingewiesen, daß einige große
     Einführer in der Gemeinschaft im Rahmen des staatlich kontrollierten Import-
     und Exportnetzwerkes "Minemetais" möglicherwiese mit den Ausführern
     geschäftlich verbunden waren. Daher mußten die Feststellungen zu den
     Ausfuhrpreisen gemäß Artikel 18 Absatz 1 der Grundverordnung in der Regel auf
 ---pagebreak---      der Grundlage der verfügbaren Informationen getroffen werden. In diesem
     Zusammenhang wurde geprüft, ob der Ausfuhrpreis für die betroffene Ware in
     Ermangelung anderer Informationsquellen anhand der Eurostat-Einfuhrstatistiken
     ermittelt werden konnte. Bei der Prüfung der Zuverlässigkeit dieser statistischen
     Informationen stellte die Kommission fest, daß sich die Angaben zum KN-
     Code 2804 69 00 ausschließlich auf Silicium-Metall bezogen. Zudem änderten
     sich die Eigenschaften der aus China ausgeführten Silicium-Metall-Qualität nach
     den vorliegenden Informationen im Untersuchungszeitraum nicht in
     nennenswertem Maße, so daß die Auffassung vertreten wurde, daß die
     Zugrundelegung eines Durchschnittspreises in diesem Fall ausreichend war.
(21) Daher wurde der Schluß gezogen, daß der in den Eurostat-Statistiken
     ausgewiesene cif-Wert der Einfuhren unter dem betreffenden KN-Code sowie die
     entsprechenden Statistiken für Österreich, Finnland und Schweden für die Zeit
     vor ihrem Beitritt zur Gemeinschaft die beste Grundlage für die Ermittlung des
     Ausfuhrpreises bildeten.
                                    4. Vergleich
(22) Auf Antrag wurden der Normalwert und der Ausfuhrpreis jedoch gemäß Artikel 2
     Absatz 10 der Grundverordnung zur Berücksichtigung von Unterschieden bei
     Faktoren berichtigt, die nachweislich die Vergleichbarkeit der Preise
     beeinflußten. So wurde der Normalwert berichtigt, weil die chinesischen
     Exportverkäufe eine andere Handelsstufe betrafen als die norwegischen
     Inlandsverkäufe, die in der Regel direkt an Endabnehmer gingen. Anhand der
     Anworten der chinesischen Ausführer auf den Fragebogen wurde der
     Ausfuhrpreis auch zur Berücksichtigung der Transport- und der
     Versicherungskosten berichtigt, um ihn auf die Stufe fob Grenze China zu
     bringen.
                                5. Dumpingspanne
(23) Gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundverordnung wurde der gewogene
     durchschnittliche Normalwert (fob Grenze Norwegen) mit dem gewogenen
     durchschnittlichen Ausfuhrpreis (fob chinesische Grenze) verglichen.
(24) Der vorgenannte Vergleich des Normalwertes mit dem Ausfuhrpreis ergab das
     Vorliegen von Dumping, wobei die Dumpingspanne dem Betrag entspricht, um
     den der Normalwert den Preis bei Ausfuhr in die Gemeinschaft übersteigt.
     Die Dumpingspanne, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Ausfuhrpreises frei
     Grenze der Gemeinschaft beläuft sich auf 68,1 %.
               D. WIRTSCHAFTSZWEIG DER GEMEINSCHAFT
(25) Die Kommission prüfte, ob auf die Gemeinschaftshersteller, die den
     Überprüfungsantrag unterstützten und an der Untersuchung mitarbeiteten, gemäß
     Artikel 4 Absatz 1 der Grundverordnung ein größerer Teil der gesamten
     Gemeinschaftsproduktion entfiel. Dabei stellte sie fest, daß die Produktion der
     vier kooperierenden Hersteller fast die gesamte Gemeinschaftsproduktion
 ---pagebreak---      ausmachte. Daher wurde der Schluß gezogen, daß diese vier kooperierenden
     Hersteller den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im Sinne des Artikels 4
     Absatz 1 der Grundverordnung bildeten.
                                E. SCHÄDIGUNG
                   1. Verbrauch auf dem Gemeinschaftsmarkt
(26) Der (anhand der Antworten auf den Fragebogen, der Eurostat-Statistiken und der
     der Kommission zur Verfügung stehenden Marktinformationen ermittelte)
     sichtbare Verbrauch von Silicium-Metall auf dem Gemeinschaftsmarkt (EU 15)
     erhöhte sich zwischen 1992 und dem Ende des Untersuchungszeitraums von rund
      195.0001 auf etwa 256.0001, d.h. um rund 32 %.
             2. Volumen und Marktanteil der gedumpten Einfuhren
(27) Hier ist daran zu erinnern, daß der geltende Antidumpingzoll 1992 von den
     chinesischen Ausführern getragen worden war (siehe Randnummer 1). Die jetzige
     Untersuchung ergab, daß nach der Einführung des zusätzlichen Antidumpingzolls
     (zum Ausgleich der Übernahme des Zolls durch die Ausführer) im Jahr 1992 die
     gedumpten Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in China in die
     Gemeinschaft, gemessen in Tonnen, deutlich zurückgingen. Allerdings stiegen sie
     zwischen 1993 und 1994 wieder um 171 % und zwischen 1994 und dem Ende des
     Untersuchungszeitraums um 13,5 %. Somit erhöhten sich die Einfuhren mit
     Ursprung in China in die Gemeinschaft zwischen 1992 und dem Ende des
     Untersuchungszeitraums mengenmäßig um insgesamt 37 %. Diese Feststellungen
     widerlegen die Behauptungen, denen zufolge die Einführung der zusätzlichen
     Antidumpingmaßnahmen zu einer Verdrängung des chinesischen Silicium-
     Metalls vom europäischen Markt geführt hätten.
(28) Der geschätzte Marktanteil dieser Einfuhren in der Gemeinschaft erhöhte sich
     gemessen am sichtbaren Verbrauch von 3,7 % im Jahr 1992 auf 3,8 % im
     Untersuchungszeitraum, d.h. um 3 %.
                       3. Preise der gedumpten Einfuhren
(29) Wie unter Randnummer 20 und 21 dargelegt, mußte die Kommission aufgrund
     der unzulänglichen Antworten der chinesischen Ausführer auf den Fragebogen
     den Ausfuhrpreis anhand statistischer Angaben (Eurostat sowie österreichische,
     finnische und schwedische nationale Statistiken) ermitteln. Die Untersuchung
     ergab, daß die chinesischen Preise, unverzollt, nach der Überprüfung der
     Maßnahmen im Jahr 1992 im darauffolgenden Jahr um 12,5 % stiegen. Zwischen
     1994 und dem Ende des Untersuchungszeitraums gingen sie jedoch fast wieder
     auf das Niveau von 1992 zurück. Zwischen 1992, als die zusätzlichen
     Antidumpingmaßnahmen         eingeführt   wurden, bis zum           Ende des
     Untersuchungszeitraums stiegen diese Preise insgesamt lediglich um 4 %.
(30) Die Kommission prüfte auch, ob die Preise der Gemeinschaftshersteller durch die
     Preise der chinesischen Einfuhren unterboten wurden. Dazu ermittelte sie
     zunächst, welche in der Gemeinschaft hergestellte Silicium-Metall-Qualität
 ---pagebreak---      (Standardqualität zur Verwendung in der Aluminiumindustrie) gemessen an den
     Spezifikationen und Verwendungen mit der eingeführten chinesischen Ware
     vergleichbar war. Da aus China nur Waren der Standardqualität eingeführt
     wurden, beschränkte sich der Preisvergleich auf die vom Wirtschaftszweig der
     Gemeinschaft hergestellten Waren der Standardqualität. Die gewogenen
     durchschnittlichen Ab-Werk-Preise der Hersteller in der Gemeinschaft wurden
     sodann auf der gleichen Handelsstufe mit den gewogenen durchschnittlichen
     Einfuhrpreisen der chinesischen Ware verglichen, die auf die Stufe ab Lager in
     der Gemeinschaft, netto, verzollt, gebracht wurden. Der Preisvergleich wurde für
     die vier wichtigsten Märkte (Deutschland, Vereinigtes Königreich, Frankreich,
     Italien) durchgeführt.
(31) Auf dieser Grundlage wurde festgestellt, daß die Preise der
     Gemeinschaftshersteller im Untersuchungszeitraum nicht durch die chinesischen
     Einfuhrpreise     unterboten wurden. Die Prüfung             der tatsächlichen
     Wiederverkaufspreise, die ein kooperierender großer unabhängiger Einführer, auf
     den 11 % der gesamten Einfuhren aus China entfielen, dem ersten unabhängigen
     Käufer von chinesischem Silicium-Metall in Rechnung stellte, ergab jedoch, daß
     diese Preise rund 7 % niedriger waren als die entsprechenden Preise des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft. Hier ist darauf hinzuweisen, daß in dieser
     Zeit in der Gemeinschaft ein fester Antidumpingzoll von 396 ECU/t (dies
     entspricht 51 % des cif-Preises) galt. Sollte dieser Zoll auslaufen, würde sich
     folglich mindestens eine Preisunterbietungsspanne von 30 % ergeben.
                 4. Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
                                  (a) Allgemeines
(32) Mehrere interessierte Parteien behaupteten, der Wirtschaftszweig der
     Gemeinschaft werde inzwischen nicht mehr geschädigt, da sich die Nachfrage
     nach Silicium-Metall nach dem Ende des Untersuchungszeitraums geändert habe,
     so daß es zu Lieferengpässen und beträchtlichen Preissteigerungen gekommen
     sei.
     Hier ist darauf hinzuweisen, daß sich die Gemeinschaftsorgane gemäß Artikel 6
     Absatz 1 der Grundverordnung bei ihrer Dumping- und Schadensermittlung
     üblicherweise auf die Lage im Untersuchungszeitraum beziehen. Dies ist insofern
     gerechtfertigt, als die genauen Auswirkungen von Entwicklungen der oben
     beschriebenen Art nur im Rahmen einer ordnungsgemäß durchgeführten
     Untersuchung ermittelt werden können, in deren Verlauf alle interessierten
     Parteien Stellung nehmen und die übermittelten Informationen geprüft und
     ausgewertet werden können.
(33) Im vorliegenden Fall ist das Vorgehen der Kommission aufgrund der
     Unbeständigkeit der Lage auf dem Silicium-Metall-Markt gerechtfertigt, so daß
     ohne eine Untersuchung keine Schlüsse aus den angeblichen Preisschwankungen
     gezogen werden können.
(34) Die Kommission berücksichtigte die folgenden wirtschaftlichen Indikatoren, um
     die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zu ermitteln:
                                          10
 ---pagebreak---                                     (b) Produktion
(35) Die Gemeinschaftsproduktion stieg zwischen 1992 und dem Ende des
     Untersuchungszeitraums von rund 98.000 t auf etwa 122.000 t, d.h. um 24,1 %.
     Dabei kam es 1993 zunächst zu einem Rückgang (-1,2%), dem aber aufgrund der
     günstigen Perspektiven auf dem Weltmarkt ein allgemeiner Produktionsanstieg
     folgte. Zwei Gemeinschaftshersteller, die an der Ausgangsuntersuchung
     mitgearbeitet hatten, stellten ihre Produktion 1992 ein, während ein anderer
     Hersteller 1993 Umstrukturierungsmaßnahmen in einem Produktionsbetrieb in
     Spanien durchführte. Die übrigen Gemeinschaftshersteller hielten ihre Produktion
     aufrecht bzw. steigerten sie leicht.
                        (c) Kapazität, Kapazitätsauslastung
(36) Die Produktionskapazität des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft erhöhte sich
     zwischen 1992 und dem Ende des Untersuchungszeitraums um 5 %. Dies ist
     insbesondere auf die Umstrukturierungsmaßnahmen in Spanien zurückzuführen.
     Aus dem gleichen Grund erhöhte sich in diesem Zeitraum auch die
     Kapazitätsauslastung um 18 %.
                                  d) Lagerbestände
(37) Die Veränderung der Lagerbestände zeugt von den Marktschwankungen und den
     Erwartungen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft in bezug auf die
     voraussichtliche Entwicklung des Gemeinschaftsmarktes. Im Wirtschaftszweig
     der Gemeinschaft erhöhten sich die Lagerbestände zwischen 1992 und dem Ende
     des Untersuchungszeitraums um 47 % von etwa 11.6001 auf rund 17.0001.
                                      (e) Verkäufe
(38) Die Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft erhöhten sich auf dem
     Gemeinschaftsmarkt von rund 80.800 t im Jahre 1992 auf rund 111.200 t am
     Ende des Untersuchungszeitraums, d.h. um 37,6 %.
                                    (f) Marktanteil
(39) Der Anstieg der Verkaufsmengen führte zu einer leichten Erhöhung des
     Marktanteils von 39,8 % im Jahre 1992 auf 41,1 % im Untersuchungszeitraum.
           (g) Durchschnittliche Verkaufspreise und Preisentwicklung
(40) Nach der Einführung der zusätzlichen Antidumpingzölle auf die Einfuhren mit
     Ursprung in China erhöhten sich die Preise des Wirtschaftszweigs der
     Gemeinschaft um 3 %. Zwischen 1993 und 1994 gingen sie jedoch wieder um
     3 % zurück. Insgesamt stiegen die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
     im Bezugszeitraum um 2 %.
                                            11
 ---pagebreak---                                     (h) Rentabilität
(41)  Zwischen 1992 und 1993 verzeichnete der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
      beim Verkauf von Silicium-Metall auf dem Gemeinschaftsmarkt insgesamt
      gewogene durchschnittliche Verluste von 21,7 % bzw. 22 %. Trotz der
      Umstrukturierung eines Produktionsbetriebes in Spanien und der tendenziell
      leicht steigenden Marktpreise konnte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in
      den Jahren 1993 und 1994 die Verlustzone nicht verlassen. Während und bis zum
      Ende des Untersuchungszeitraums verzeichnete er gewogene durchschnittliche
      Verluste von 13,4%.
(42)  Die gewogenen durchschnittlichen Verluste verringerten sich zwischen 1992 und
      dem Ende des Untersuchungszeitraums um 38 %. Allerdings erzielte der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im letzten Jahrzehnt keinerlei Gewinne.
                                   (i) Beschäftigung
(43)  Die Beschäftigungslage verschlechterte sich zwischen 1992 und 1994 immer
      mehr, so daß sich die Gesamtzahl der Arbeitskräfte im Wirtschaftszweig der
      Gemeinschaft insgesamt um 7 % verringerte.
                                  5. Schlußfolgerung
(44)  Nach der Einführung der Antidumpingmaßnahmen konnte der Wirtschaftszweig
      der Gemeinschaft seine Lage hinsichtlich Produktion, Kapazitätsauslastung und
      Absatz verbessern. Dagegen stagnierten die Produktionskapazität und der
      Marktanteil. Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft konnte seine Preise auch
      nach der Einführung dieser Maßnahmen nicht in zufriedenstellendem Maße
      anheben, da die Chinesen ihre Preise weiter senkten. Unter Berücksichtigung des
      beträchtlichen Anstiegs der Lagerbestände, der Arbeitsplatzverluste und der
      Anhäufung neuer finanzieller Verluste wird daher der Schluß gezogen, daß dem
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft weiterhin eine bedeutende Schädigung im
      Sinne des Artikels 3 Absatz 1 der Grundverordnung verursacht wird.
                              F. SCHADENSURSACHE
(45)  Die Kommission prüfte, ob die Schädigung des Wirtschaftszweigs der
      Gemeinschaft durch die gedumpten chinesischen Einfuhren verursacht wurde
      oder ob andere Faktoren für diese Schädigung ursächlich waren oder zu ihr
      beigetragen hatten.
                      1. Auswirkungen der gedumpten Einfuhren
 (46)  Das in der Gemeinschaft hergestellte Silicium-Metall und das aus China
       eingeführte Silicium-Metall stehen in direktem Wettbewerb miteinander, bei dem
       in erster Linie die Preise maßgeblich sind, da es keine nennenswerten
       Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Waren gibt. Die eingeführte Ware ist
       für die gleichen Abnehmer, nämlich Aluminiumhütten, bestimmt.
                                            12
 ---pagebreak--- (47)  Als Rohstoffmarkt ist der Markt für Silicium-Metall äußerst preisempfindlich, so
      daß von den Billigpreisen, die einige Verkäufer anwenden, ein allgemeiner
      Preisdruck ausgeht. Die Untersuchung ergab, daß sich die chinesischen Preise,
      unverzollt, nach der Überprüfung der Maßnahmen im Jahre 1992 im
      darauffolgenden Jahr um 12,5 % erhöhten. Allerdings gingen sie zwischen 1994
      und dem Ende des Untersuchungszeitraums fast wieder auf das Niveau von 1992
      zurück.
      Zwischen      1992 (siehe Randnummer 29), als die zusätzlichen
      Antidumpingmaßnahmen         eingeführt    wurden, bis zum Ende des
      Untersuchungszeitraums stiegen diese Preise insgesamt lediglich um 4 %. Somit
      hatten sie eindeutig einen Preisdruck auf dem Gemeinschaftsmarkt für Silicium-
      Metall zur Folge.
(48)  Zwischen 1993 und dem Ende des Untersuchungszeitraums gingen die
      chinesischen Preise im übrigen um 7 % zurück, während sich die Marktpreise der
      Gemeinschaft um 3 % erhöhten. Dies zeigt, daß die chinesischen Ausführer in der
      Lage waren, die geltenden Antidumpingzölle teilweise zu tragen.
(49)  Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft versuchte, seine Preise 1993 anzuheben,
      mußte jedoch der chinesischen Preispolitik folgen. Daher bemühte er sich 1994,
      seine finanziellen Verluste durch die Senkung seiner Preise und die Steigerung
      seines Absatzes zu verringern.
(50)  Der von den chinesischen Einfuhren ausgehende Preisdruck führte dazu, daß der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft trotz des steigenden Verbrauchs von
      Silicium-Metall auf dem Gemeinschaftsmarkt weiterhin Verluste verzeichnete
      bzw. gerade seine Produktionskosten decken konnte.
(51)  Die chinesischen Ausfuhrer machten geltend, die Einfuhren aus China hätten
      keine Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verursacht und
      drohten auch nicht, dies zu tun, da die gemeinschaftliche Industrie ihre
      Produktion von Silicium-Metall insbesondere seit 1992 gesteigert habe.
(52)  Hier ist daran zu erinnern, daß der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine
      Produktion zwischen 1992 und dem Ende des Untersuchungszeitraums um
      24,1 % erhöhte (siehe Randnummer 35), während der Verbrauch um 32 % stieg
      (siehe Randnummer 26). Während dieser Zeit erhöhten sich die Lagerbestände
      des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft um 46,6 % (siehe Randnummer 37). Der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ging aufgrund der günstigen Marktlage von
      einer entsprechenden Steigerung seines Absatzes aus. In Wirklichkeit mußte er
      dagegen seine Lagerbestände erhöhen, um nicht der rückläufigen
      Preisentwicklung aufgrund der chinesischen Einfuhren zu folgen, die weiterhin zu
      Billigpreisen (ohne Antidumpingzoll) in die Gemeinschaft gelangten.
 (53) Daher ist der Schluß zu ziehen, daß die gedumpten Einfuhren aus China eindeutig
      Druck auf den Marktpreis in der Gemeinschaft ausübten und einen Einfluß auf die
      schlechte finanzielle Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft hatten.
                                           13
 ---pagebreak---                         2. Auswirkungen anderer Faktoren
(54) Zwischen 1992 und dem Ende des Untersuchungszeitraums wurde Silicium-
     Metall auch aus anderen Ländern als China in die Gemeinschaft eingeführt. Dabei
     erhöhte sich der Marktanteil der Einfuhren aus Norwegen (gemessen an dem
     unter Randnummer 26 genannten sichtbaren Verbrauch) von 22,1 % im Jahre
      1992 auf 27,7 % am Ende des Untersuchungszeitraums. Dagegen ging der
     Marktanteil der Einfuhren mit Ursprung in Brasilien im gleichen Zeitraum von
      10,4 % auf 7,3 % zurück. Auch der Marktanteil der beiden anderen wichtigen
     Ausführer von Silicium-Metall in die Gemeinschaft - Südafrika und Australien -
     ging von 14,8 % auf 9,2 % bzw. von 4,1 % auf 3 % zurück.
(55) Die chinesischen Ausfuhrer behaupteten, möglicherweise hätten auch die
     Einfuhren von Silicium-Metall aus Rußland und der Ukraine eine Schädigung des
     Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verursacht. Nach Auffassung der
     Kommission ist die Qualität des Silicium-Metalls aus Rußland und der Ukraine
     jedoch nicht mit derjenigen des Silicium-Metalls aus der Gemeinschaft oder
     China vergleichbar. Die aus China ausgeführte Standardqualität enthält 0,5 %
     Eisen, die Ware aus Rußland und der Ukraine dagegen zwischen 0,8 % und 1 %.
     Die letztgenannte Ware muß zunächst einer besonderen Behandlung unterzogen
     werden, bevor sie mit der gemeinschaftlichen und chinesischen Ware verglichen
     werden kann.
     So erheben die Vereinigten Staaten von Amerika keine Antidumpingzölle auf
     Silicium-Metall mit Ursprung in Rußland, da diese Ware zunächst behandelt und
     raffiniert werden muß, bevor sie von den Aluminiumhütten verwendet werden
     kann.
(56) Außerdem stellte die Kommission anhand der Eurostat-Einfuhrstatistiken fest,
     daß Silicium-Metall nicht regelmäßig aus Rußland und der Ukraine eingeführt
     wird. So gab es 1992 keinerlei Einfuhren mit Ursprung in Rußland und der
     Ukraine. Nach den vorliegenden Marktinformationen beschränkt sich zudem die
     tatsächliche Produktionskapazität in diesen beiden Ländern auf 100.000 t pro
     Jahr. Folglich dürfte Silicium-Metall nicht in großen Mengen aus Rußland und
     der Ukraine ausgeführt werden.
(57) Außerdem wurde festgestellt, daß der Marktanteil Südafrikas aufgrund von
     Produktionsproblemen zurückging und daß Norwegen zwar seinen Marktanteil
     steigerte, aber den höchsten in den Eurostat-Statistiken ausgewiesenen cif-Preis in
     Rechnung stellte.
(58) Es wurden keine weiteren Faktoren ermittelt, die die Lage des Wirtschaftszweigs
     der Gemeinschaft beeinträchtigen könnten.
                                          14
 ---pagebreak---                                   3. Schlußfolgerung
(59)  Unter Berücksichtigung des unkomplizierten Fertigungsverfahrens und der
      Ausgereiftheit und Einfachheit der Ware, die in der Gemeinschaft über ähnliche
      Kanäle vertrieben wird, sowie angesichts der Transparenz des Marktes vertritt die
      Kommission die Auffassung, daß die chinesische Billigpreispolitik die Lage des
      Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sehr nachteilig beeinflußte.
      Selbst wenn bestimmte Einfuhren mit Ursprung in anderen Ländern
      möglicherweise zu den Schwierigkeiten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
      beitrugen, ist der Schluß zu ziehen, daß die Verhinderung von Preiserhöhungen
      infolge der Einfuhren aus China für sich genommen eindeutig die Ursache einer
      bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft war.
              G. ANHALTEN DES DUMPINGS/DER SCHÄDIGUNG
                                     1. Allgemeines
(60)  Die Ausführer machten geltend, bei der Prüfung der Frage, ob das Dumping und
      die Schädigung wahrscheinlich anhalten werden, müsse die Marktentwicklung
      zwischen 1988 und dem Ende des Untersuchungszeitraums analysiert werden.
(61)  Die Kommission prüfte in diesem Zusammenhang den Umfang der Einfuhren in
      die Fünfzehnergemeinschaft während eines Zeitraums von vier Jahren und
      berücksichtigte dabei insbesondere die Zeit nach der Einführung der zusätzlichen
      Antidumpingmaßnahmen infolge der Übernahme des Antidumpingzolls durch die
      Ausfuhrer. Dieser Zeitraum kann als ausreichend lang angesehen werden, um die
      Entwicklung der Schadensindikatoren bei Antidumpinguntersuchungen zu
      ermitteln.
                        2. Stellung Chinas auf dem Weltmarkt
(62)  Die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß die chinesischen Unternehmen Silicium-
      Metall weiterhin zu gedumpten Preisen in die Gemeinschaft ausführten. Auch bei
      einer Antidumpinguntersuchung in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde
       1991 festgestellt, daß die chinesischen Ausfuhren gedumpt waren, so daß
      Antidumpingzölle von 134 % eingeführt wurden. Danach gingen die chinesischen
      Ausfuhren in die Vereinigten Staaten von Amerika drastisch zurück.
 (63) China ist der weitaus größte Lieferant von Silicium-Metall in der Welt. 1994
      beliefen sich die chinesischen Ausfuhren auf rund 116.000 t. Der größte Teil
      dieser Ausfuhren ist für Japan bestimmt, auf das 1994 mit 83.763 Tonnen 72 %
      der gesamten chinesischen Ausfuhren entfielen. Bis 1993 stiegen die chinesischen
      Ausfuhren in andere asiatische Länder deutlich, während die Exporte in die
      Vereinigten Staaten von Amerika aufgrund der 1991 eingeführten
      Antidumpingmaßnahmen rückläufig waren. Dagegen erhöhten sich die Ausfuhren
       in die Gemeinschaft trotz der weiterhin geltenden Antidumpingzölle im Jahr 1994
       erneut.
                                            15
 ---pagebreak--- (64) Die chinesischen Ausfuhren von Silicium-Metall nach Japan stagnierten 1993 und
     1994 und beliefen sich insgesamt auf 86.4001 bzw. 82.600 t. Im Falle Australiens
     war die Lage identisch. Die chinesischen Ausfuhren nach Südkorea verringerten
     sich im gleichen Zeitraum. All dies bestätigt, daß die Märkte in Japan und in
     anderen asiatischen Ländern gesättigt sind. Dafür spricht auch die Tatsache, daß
     die Ausfuhren in die wichtigsten Abnehmerländer Chinas, nämlich nach Japan,
     Südkorea und Australien, bis 1993 deutlich stiegen und danach konstant blieben.
                         3. Produktionskapazität in China
(65) Die Ausfuhrer machten geltend, daß zahlreiche chinesische Betriebe stillgelegt
     worden seien und daß sich die Produktionskapazität in China verringert habe.
     Aufgrund des steigenden Verbrauchs von Silicium-Metall auf dem chinesischen
     Inlandsmarkt würden zudem weniger Mengen für den Export zur Verfügung
     stehen. Dieselben Ausführer behaupteten, daß die Nachfrage in der Gemeinschaft
     am Ende dieses Jahrzehnts steigen dürfte, so daß der Wirtschaftszweig der
     Gemeinschaft nicht in der Lage sein werde, genügend Silicium-Metall zu liefern.
(66) Nach den vorliegenden Marktinformationen ging die Produktion von Silicium-
     Metall in China von 450.000 t im Jahre 1989 auf 250.000 im Jahre 1994 zurück.
     Bei Auslaufen der Maßnahmen in der Gemeinschaft und in den Vereinigten
     Staaten von Amerika ist allerdings davon auszugehen, daß die chinesischen
     Unternehmen ihre Produktion von anderen Legierungen auf Silicium-Metall
     umstellen und wieder wie früher große Mengen Silicium-Metall herstellen
     werden, die in die Gemeinschaft ausgeführt werden könnten.
                4. Wahrscheinlichkeit des Anhaltens des Dumpings
(67) Hier ist daran zu erinnern, daß die betroffenen Einfuhren mit Ursprung in China
     während des Untersuchungszeitraums weiterhin ähnlich stark gedumpt wurden,
     wie dies bei der Untersuchung wegen der Übernahme des ursprünglichen Zolls im
     Jahr 1992 festgestellt worden war. Auch die Preise der Einfuhren aus China nach
     Österreich, Schweden und Finnland waren kurz vor dem Beitritt dieser Länder zur
     Gemeinschaft niedrig und dürften ebenfalls gedumpt gewesen sein. Daher wird
     die Auffassung vertreten, daß das Dumping, wie in Artikel 11 Absatz 2 der
     Grundverordnung dargelegt, bei einem Auslaufen der Maßnahmen sehr
     wahrscheinlich anhalten würde.
               5. Wahrscheinlichkeit des Anhaltens der Schädigung
(68) Auch nach der Einführung der zusätzlichen Antidumpingzölle wurden die
     Einfuhren aus China zu Billigpreisen angeboten, so daß sie weiterhin eine
     Erhöhung der Silicium-Metall-Preise in der Gemeinschaft verhinderten. Zwischen
     1992 und dem Ende des Untersuchungszeitraums waren die Preise der Einfuhren
     aus China die niedrigsten überhaupt auf dem Gemeinschaftsmarkt. Trotz ihres
     geringen Marktanteils in der Gemeinschaft hatten diese Einfuhren einen
     maßgeblichen Anteil an der rückläufigen Preisentwicklung. Sollten die
     Maßnahmen in Form eines festen Zollbetrags von 396 ECU/t auslaufen, würde es
     zu einer Preisunterbietung von 30 % kommen.
                                          16
 ---pagebreak--- (69)  Angesichts der enormen Produktionskapazität in China sowie der hohen
      Antidumpingzölle in den Vereinigten Staaten von Amerika dürften die
      chinesischen Unternehmen im Fall des Auslaufens der Maßnahmen versuchen,
      ihre Billigausfuhren in die Gemeinschaft zu steigern, so daß sich der Preisdruck
      auf dem Gemeinschaftsmarkt und folglich die Schädigung des Wirtschaftszweigs
      der Gemeinschaft verstärken würde.
      Auch der Trend der Einfuhren nach Schweden und Finnland vor und nach dem
      Beitritt dieser Länder zur Gemeinschaft spricht für eine solche Entwicklung.
      Zwischen Juli und Dezember 1994 führte Schweden 493 t Silicium-Metall ein,
      während zwischen Januar und Juni 1995 keine Einfuhren aus China getätigt
      wurden. Auch Finnland führte im letzten Halbjahr 1994 2.097 t Silicium-Metall
      aus China ein, während im ersten Halbjahr 1995 keine Einfuhren verzeichnet
      wurden. Somit hängt der Umfang der Einfuhren aus China ganz eindeutig davon
      ab, ob Antidumpingmaßnahmen gelten oder nicht. Daher wird der Schluß
      gezogen, daß die Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft bei
      Auslaufen der derzeitigen Antidumpingzölle zumindest anhalten würde.
                                  6. Schlußfolgerung
(70)  Infolgedessen wird die Auffassung vertreten, daß die chinesischen Ausfuhrer bei
      einem Auslaufen der derzeitigen Antidumpingmaßnahmen Silicium-Metall
      weiterhin zu Billigpreisen in die Gemeinschaft ausführen würden. Dadurch dürfte
      der Preisdruck auf dem Gemeinschaftsmarkt anhalten, so daß der
      Wirtschaftszweig der Gemeinschaft weiterhin geschädigt würde.
                      H. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT
                                     1. Allgemeines
(71)  Gemäß Artikel 21 Absatz 1 der Grundverordnung prüfte die Kommission anhand
      aller vorgelegten Beweise, ob sie eindeutig zu dem Ergebnis kommen könnte, daß
      die weitere Anwendung von Maßnahmen nicht im Interesse der Gemeinschaft
      liegt.
      Dazu ermittelte die Kommission die Auswirkungen, die die derzeitigen
      Maßnahmen oder andere mögliche Maßnahmen bzw. der Verzicht auf solche
      Maßnahmen für alle vom Verfahren betroffenen Parteien hätte.
            2. Auswirkungen auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
(72)  Mit Antidumpingmaßnahmen sollen unfaire Handelspraktiken beseitigt werden,
      durch die ein Wirtschaftszweig der Gemeinschaft geschädigt wird. Auf diese
      Weise soll ein wirksamer Wettbewerb wiederhergestellt werden, der
      grundsätzlich im Interesse aller Wirtschaftsbeteiligten in der Gemeinschaft liegt.
 (73) Bei dieser Untersuchung wurde festgestellt, daß der Wirtschaftszweig der
      Gemeinschaft weiterhin geschädigt wird und daß sich die ohnehin schon prekäre
       finanzielle Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft bei Auslaufen der
       Antidumpingmaßnahmen mit großer Wahrscheinlichkeit weiter verschlechtern
                                            17
 ---pagebreak---      wird. Somit könnte letztlich die Existenz des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft
      insgesamt gefährdet sein. Zwei Unternehmen, die an den früheren
     Untersuchungen mitgearbeitet hatten, wurden bereits geschlossen. Dabei vertritt
      die Kommission die Auffassung, daß die Verringerung der Zahl der Anbieter auf
      dem Gemeinschaftsmarkt eine entsprechende Schmälerung des Wettbewerbs zur
      Folge haben kann.
(74)  Anhand der ermittelten Fakten ist angemessenerweise der Schluß zu ziehen, daß
      es im Falle des Auslaufens der Maßnahmen zu weiteren Betriebsstillegungen und
      Arbeitsplatzverlusten kommen wird.
(75)  Was den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft anbetrifft, so mußte die
      Kommission bei der Prüfung des Interesses der Gemeinschaft auch die
      Zukunftsperspektiven berücksichtigen. Anhand von Studien über die künftige
      weltweite Entwicklung der Silicium-Metall-Industrie kann angemessenerweise
      davon ausgegangen werden, daß der Verbrauch dieser Ware um etwa 5 % pro
      Jahr steigen wird.
(76)  Außerdem beweisen die anhaltenden Umstrukturierungsmaßnahmen des
      Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, daß letzterer nicht bereit ist, dieses
      Produktionssegment aufzugeben, so daß Maßnahmen zur Beseitigung der
      nachteiligen Auswirkungen der gedumpten Einfuhren erforderlich sind.
                         3. Auswirkungen auf die Abnehmer
(77) Einzelne Abnehmer übermittelten bei dieser Untersuchung keine Informationen
      einschließlich entsprechender Beweise. Allerdings meldeten sich ein
      gemeinschaftsweit tätiger Verband von Abnehmern sowie zwei nationale
     Abnehmerverbände und beantragten die Einstellung des Verfahrens.
(78) Ein Verband von Aluminiumherstellern im Vereinigten Königreich behauptete,
     die Qualität von Silicium-Metall aus China rechtfertige im Vergleich zu der
     gleichen Ware mit Ursprung in anderen Ländern einen niedrigeren Preis. Er legte
     jedoch keine Beweise für seine Behauptung vor. Außerdem wurde weder bei der
     Ausgangsuntersuchung noch bei dieser Untersuchung ein nennenswerter
     Qualitätsunterschied festgestellt, der einen Preisunterschied zwischen dem
     chinesischen Silicium-Metall und der Ware mit Ursprung in anderen Ländern
     rechtfertigen würde. Daher mußte diese Behauptung zurückgewiesen werden.
(79)  Der gleiche Verband machte ferner geltend, die Einführung der
      Antidumpingmaßnahmen habe die internationale Wettbewerbsfähigkeit der in der
     Gemeinschaft       hergestellten Aluminiumerzeugnisse beeinträchtigt. Die
     Untersuchung ergab jedoch, daß Silicium-Metall, das in der Gemeinschaft für die
      Herstellung von Aluminium für den Export verwendet wird, im Rahmen der
      aktiven Veredelung zollfrei in die Gemeinschaft eingeführt werden kann. Das
     vorgebrachte Argument mußte daher zurückgewiesen werden.
(80) Ein Abnehmer behauptete, die Aufrechterhaltung der Antidumpingzölle auf die
     Einfuhren von Silicium-Metall aus China liege nicht im Interesse der
     Gemeinschaft, da der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nicht in der Lage sei,
                                          18
 ---pagebreak---      den Gemeinschaftsmarkt mit ausreichenden Mengen zu versorgen. Die
     Untersuchung ergab jedoch, daß angesichts der Präsenz von Anbietern aus
     Drittländern die Gefahr einer allgemeinen Angebotsverknappung sehr gering ist.
(81) Was den Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt anbetrifft, so konnten die
     gewerblichen Abnehmer und andere Wirtschaftsbeteiligte stets unter einer
     Vielzahl von Konkurrenten auf dem Markt wählen, da der Wirtschaftszweig der
     Gemeinschaft auch bei voller Kapazitätsauslastung nur rund 50 % der Nachfrage
     auf dem Gemeinschaftsmarkt decken konnte.
     Somit kann auf die Einfuhren aus den Drittländern auch in Zukunft nicht
     verzichtet werden. Nach der Einführung der neuen Antidumpingmaßnahmen
     können die chinesischen Hersteller ihre Ware zu fairen Preisen in die
     Gemeinschaft ausführen. Für die Einfuhren von Silicium-Metall in die
     Gemeinschaft gelten derzeit nur im Falle Chinas und Brasiliens
     Antidumpingmaßnahmen.
(82) Die Kommission prüfte, welche Auswirkungen die geltenden Maßnahmen
     speziell auf die Produktionskosten der Aluminiumhütten haben. Die
     Untersuchung ergab, daß Aluminium 226 und 231, auf das 50 % der gesamten
     Aluminiumproduktion entfällt, einen Gehalt an Silicium-Metall zwischen 5,5 %
     und 6 % aufweist. In diesem Fall macht der Wert des Silicium-Metalls 5,2 % der
     gesamten Produktionskosten von Aluminium aus. Aufgrund der geltenden
     Maßnahmen würde sich der Preis einer Aluminiumlegierung, die Silicium-Metall
     ausschließlich mit Ursprung in China enthalten würde, um 1,7 % erhöhen.
     Aufgrund dieses relativ geringen Anteils von Silicium-Metall an den gesamten
     Produktionskosten wird der Schluß gezogen, daß die geltenden Maßnahmen -
     - wenn überhaupt - nur geringfügige Auswirkungen auf die Abnehmer haben.
                        4. Auswirkungen auf die Einführer
(83) Nur wenige Einführer nahmen bei der Kommission zum Interesse der
     Gemeinschaft Stellung. Einer von ihnen arbeitete bei der Dumping- und der
     Schadensuntersuchung mit.
(84) Ein Unternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich, das die betroffene Ware
     nicht mehr einführt, behauptete, aufgrund der fob-Preise der chinesischen
     Ausfuhrer würde sich nur ein geringfügig niedrigerer Preis ergeben.
     Außerdem machte er geltend, daß es nach der Einführung der Maßnahmen zu
     einem Preisanstieg um mehr als 300 £ pro Tonne gekommen sei. Der
     Wirtschaftszweig der Gemeinschaft habe darüber hinaus nur geringen Nutzen aus
     der Einführung der Maßnahmen ziehen können, da Norwegen und Südafrika die
     wichtigsten Anbieter auf dem Gemeinschaftsmarkt seien. Diese Länder hätten
     aufgrund der Einführung der Antidumpingzölle auf die Einfuhren aus China eine
     beherrschende Stellung auf dem britischen Markt einnehmen können.
     Hier ist darauf hinzuweisen, daß zwischen der Einführung der zusätzlichen
     Antidumpingmaßnahmen und dem Untersuchungszeitraum bei sämtlichen
     Einfuhren von Silicium-Metall in die Gemeinschaft lediglich ein gewogener
                                          19
 ---pagebreak---      durchschnittlicher Anstieg von 9,8 % verzeichnet wurde. Außerdem erhöhte der
     Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Preise in diesem Zeitraum um 2 %
     (Randnummer 40). Unter Randnummer 57 wurde bereits festgestellt, daß sich der
     Marktanteil Südafrikas aufgrund von Produktionsproblemen verringerte, während
     Norwegen seinen Marktanteil zwar steigerte, aber den höchsten in den Eurostat-
     Statistiken ausgewiesenen cif-Preis in Rechnung stellte.
     Die vorgebrachten Argumente mußten daher zurückgewiesen werden.
                       5. Auswirkungen auf den Wettbewerb
(85) Die Kommission prüfte, ob die geltenden Maßnahmen und ihre Aufrechterhaltung
     den wirksamen Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt beeinträchtigen
     könnten. Zunächst ist daran zu erinnern, daß auch fünf Jahre nach der Einführung
     der Antidumpingmaßnahmen weiterhin Silicium-Metall mit Ursprung in China
     auf dem Gemeinschaftsmarkt angeboten wurde. Andere Ausführer konnten ihre
     Position auf diesem Markt ausbauen. Daher kam die Kommission zu dem Schluß,
     daß realistischerweise nicht von einer akuten Angebotsverknappung auf dem
     Markt für Silicium-Metall oder von einer Beeinträchtigung des wirksamen
     Wettbewerbs auszugehen ist.
               6. Schlußfolgerung zum Interesse der Gemeinschaft
(86) Aufgrund der vorgenannten Tatsachen und Erwägungen und nach Prüfung der
     Argumente des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, der gewerblichen Abnehmer
     in der Gemeinschaft und der Einführer der betroffenen Ware, wird die Auffassung
     vertreten, daß es im Interesse der Gemeinschaft insgesamt liegt, die
     Antidumpingzölle auf Silicium-Metall mit Ursprung in China nicht auslaufen zu
     lassen.
                        I. ANTIDUMPINGMASSNAHMEN
                               1. Schadensschwelle
(87) Im Untersuchungszeitraum wurde festgestellt, daß die Umsatzrentabilität bei der
     betroffenen Ware negativ war, da die Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der
     Gemeinschaft unter den überprüften Produktionskosten lagen.
(88) Zur Berechnung der Ausfuhrpreise, bei denen es nicht zu einer Schädigung
     kommen würde, ermittelte die Kommission zunächst die tatsächlichen
     Produktionskosten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft. Im Hinblick auf die
     Festsetzung      einer   angemessenen       Gewinnspanne       behauptete    ein
     Gemeinschaftshersteller, daß zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit mindestens
     ein Gewinn von 7,5 % vor Steuern erforderlich sei. Die Kommission legte jedoch
     lediglich eine Umsatzrentabilität von 6,5 % zugrunde, die angesichts der
     Ausgereiftheit der Ware und damit der begrenzten Investitionen in Forschung und
     Entwicklung sowie in Produktionsanlagen für ausreichend angesehen wird.
                                          20
 ---pagebreak--- (89)  Der durch Addition der durchschnittlichen Produktionskosten des
      Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und der Gewinnspanne von 6,5 % ermittelte
      Referenzpreis wurde gebührend berichtigt, um die Unterschiede bei der
      Handelsstufe zwischen den Einfuhren und den Verkäufen des Wirtschaftszweigs
      der Gemeinschaft zu berücksichtigen.
(90)  Die Schadensschwelle, die auf dieser Grundlage unter Berücksichtigung der cif-
      Preise der Einfuhren aus China (Eurostat-Statistiken) ermittelt wurde, belief sich
      auf 49 % des cif-Preises dieser Einfuhren. Da diese Schadensschwelle niedriger
      ist als die tatsächliche Dumpingspanne, sollten sich die Antidumpingzölle künftig
      nicht mehr auf 396 ECU/t, sondern auf 376,5 ECU/t belaufen.
                                  2. Endgültige Zölle
(91)  Aufgrund der vorstehenden Schlußfolgerungen zum Dumping, zur Schädigung,
      zur Schadensursache, zur Wahrscheinlichkeit des Anhaltens des Dumpings und
      der Schädigung sowie zum Interesse der Gemeinschaft hält die Kommission die
      Anwendung von Antidumpingmaßnahmen weiterhin für erforderlich, um einen
      wirksamen und lauteren Wettbewerb auf dem Gemeinschaftsmarkt für Silicium-
      Metall wiederherzustellen.
(92)  Die chinesischen Händler schlugen gemäß Artikel 8 der Grundverordnung eine
      Verpflichtung bzw. die Einführung eines variablen Zolls vor. Die mangelnde
      Bereitschaft zur Mitarbeit, die an den unzulänglichen Antworten der chinesischen
      Unternehmen auf die Fragebogen zu erkennen war, deutet jedoch daraufhin, daß
      die Verpflichtungen nicht wirksam überwacht werden könnten. Die Einführung
      eines variablen Zolls ist aufgrund des bisherigen Verhaltens der chinesischen
      Händler nicht angezeigt.
(93)  Unter Berücksichtigung der vorgenannten Erwägungen sowie der Tatsache, daß
      die Antidumpingzölle in der derzeitigen IJöhe seit 1992 in Kraft sind, wird es für
      angemessener angesehen, auf die Einfuhren von Silicium-Metall mit Ursprung in
      China einen Wertzoll von 49 % einzuführen.
 (94) Der Rat bestätigt die vorgenannten Schlußfolgerungen -
 HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                        Artikel 1
 1.   Auf die Einfuhren von Silicium-Metall des KN-Codes 2804 69 00 mit Ursprung
      in der Volksrepublik China wird ein endgültiger Antidumpingzoll eingeführt.
 2.   Der Zollsatz auf den Nettopreis frei Grenze der Gemeinschaft, unverzollt, beträgt
      49 %.
 3     Sofern nichts anderes bestimmt ist, finden die geltenden Zollbestimmungen
       Anwendung.
                                            21
 ---pagebreak---                                       Artikel 2
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt            der
Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
Mitgliedstaat.                 <
Geschehen zu Brüssel am
                                                        Im Namen des Rates
                                                        Der Präsident
                                         22
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                       KOM(97) 616 endg.
                                         DOKUMENTE
DE                                                            02 11 10 08
                                    Katalognummer : CB-CO-97-635-DE-C
                                                            ISBN 92-78-27759-2
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                          ^ 3