CELEX: C1999/001/03
Language: de
Date: 1999-01-04 00:00:00
Title: URTEIL DES GERICHTSHOFES vom 17. November 1998 in der Rechtssache C-228/96 (Vorabentscheidungsersuchen des Giudice conciliatore Mailand): Aprile Srl in liquidazione gegen Amministrazione delle Finanze dello Stato (Abgaben gleicher Wirkung - Erstattung rechtsgrundlos gezahlter Beträge - Nationale Verfahrensfristen) (1999/C 1/03)

C 1/2                 DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  4.1.1999
bevollmächtigte: Rechtsanwälte O. W. Brouwer, Amster-                          URTEIL DES GERICHTSHOFES
dam, F. P. Louis und P. Wytinck, Brüssel, Zustellungs-
anschrift: Kanzlei des Rechtsanwalts M. Loesch, 11, rue                             vom 17. November 1998
Goethe, Luxemburg, betreffend ein Rechtsmittel gegen das
Urteil des Gerichts erster Instanz der Europäischen              in der Rechtssache C-228/96 (Vorabentscheidungsersuchen
Gemeinschaften (Zweite erweiterte Kammer) vom                    des Giudice conciliatore Mailand): Aprile Srl in liquida-
12. Dezember 1996 in der Rechtssache T-87/92 (Kruidvat/           zione gegen Amministrazione delle Finanze dello Stato (1)
Kommission, Slg. 1992, II-1931) wegen Aufhebung dieses
                                                                 (Abgaben gleicher Wirkung Ð Erstattung rechtsgrundlos
Urteils, anderer Verfahrensbeteiligter: Kommission der
                                                                       gezahlter Beträge Ð Nationale Verfahrensfristen)
Europäischen Gemeinschaften (Bevollmächtigter: B. J.
Drijber), unterstützt durch Parfums Givenchy SA, Gesell-                                 (1999/C 1/03)
schaft französischen Rechts mit Sitz in Levallois-Perret
(Frankreich), Prozeûbevollmächtigter: Rechtsanwalt F.
Bizet, Paris, Zustellungsanschrift: Kanzlei des Rechts-
anwalts A. May, 31, Grand-rue, Luxemburg, ComiteÂ de
                                                                                (Verfahrenssprache: Italienisch)
liaison des syndicats europeÂens de l'industrie de la parfu-
merie et des cosmeÂtiques (Colipa), internationale Vereini-
gung ohne Gewinnerzielungsabsicht belgischen Rechts,
Brüssel, Prozeûbevollmächtigter: Rechtsanwalt F. Herbert,
Brüssel, Zustellungsanschrift: Kanzlei des Rechtsanwalts
C. Zeyen, 56Ð58, rue Charles Martel, Luxemburg, und                  (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
FeÂdeÂration europeÂenne des parfumeurs deÂtaillants (FEPD),          erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
Dachverband nationaler Verbände und Organisationen                                       Gerichtshofes)
französischen Rechts, Paris, Prozeûbevollmächtigter:
Rechtsanwalt R. Verniau, Lyon, hat der Gerichtshof unter
Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodríguez Iglesias, der
Kammerpräsidenten J.-P. Puissochet, G. Hirsch, P. Jann           In der Rechtssache C-228/96 betreffend ein dem Gerichts-
(Berichterstatter) sowie der Richter G. F. Mancini, C. Gul-      hof nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Giudice conciliatore
mann, J. L. Murray, D. A. O. Edward, H. Ragnemalm, L.            Mailand (Italien) in dem bei diesem anhängigen Rechts-
Sevón und M. Wathelet Ð Generalanwalt: N. Fennelly;              streit Aprile Srl in liquidazione gegen Amministrazione
Kanzler: R. Grass Ð am 17. November 1998 ein Urteil              delle Finanze delle Stato vorgelegtes Ersuchen um Vor-
mit folgendem Tenor erlassen:                                    abentscheidung über die Auslegung des Gemeinschafts-
                                                                 rechts im Bereich der Erstattung rechtsgrundlos gezahlter
                                                                 Beträge hat der Gerichtshof unter Mitwirkung des Prä-
                                                                 sidenten G. C. Rodríguez Iglesias, der Kammerpräsidenten
                                                                 P. J. G. Kapteyn und J.-P. Puissochet (Berichterstatter)
                                                                 sowie der Richter G. F. Mancini, J. C. Moitinho de Almei-
1. Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.                         da, C. Gulmann, J. L. Murray, L. Sevón, M. Wathelet, R.
                                                                 Schintgen und K. M. Ioannou Ð Generalanwalt: D. Ruiz-
                                                                 Jarabo Colomer; Kanzler: L. Hewlett, Verwaltungsrätin Ð
                                                                 am 17. November 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor
                                                                 erlassen:
2. Kruidvat BVBA trägt die Kosten der Kommission und
     der Streithelferin Parfums Givenchy SA sowie ihre
     eigenen Kosten.                                             1. Das Gemeinschaftsrecht steht der Anwendung einer
                                                                      nationalen Bestimmung nicht entgegen, nach der die
                                                                      allgemein für Klagen auf Erstattung rechtsgrundlos
                                                                      gezahlter Beträge vorgesehene zehnjährige Verjäh-
                                                                      rungsfrist bei allen zollrechtlichen Erstattungsklagen
                                                                      durch eine besondere Ð zunächst fünfjährige und spä-
                                                                      ter dreijährige Ð Ausschluûfrist ersetzt wird, sofern
3. Das ComiteÂ de liaison des syndicats europeÂens de l'in-
                                                                      diese mit der bereits für verschiedene Abgaben vor-
     dustrie de la parfumerie et des cosmeÂtiques und die
                                                                      gesehenen Ausschluûfrist vergleichbare Frist gleicher-
     FeÂdeÂration europeÂenne des parfumeurs detaillants tra-
                                                                      maûen für alle Klagen auf Erstattung von Abgaben
     gen ihre eigenen Kosten.
                                                                      unabhängig davon gilt, ob sie auf das Gemeinschafts-
                                                                      recht oder auf das innerstaatliche Recht gestützt wer-
                                                                      den.
(1) ABl. C 131 vom 26. 4. 1997.
                                                                 2. Das Gemeinschaftsrecht verwehrt es einem Mitglied-
                                                                      staat unter Umständen wie denen des Ausgangsverfah-
                                                                      rens nicht, sich gegenüber Klagen auf Erstattung von
                                                                      Abgaben, die unter Verstoû gegen gemeinschaftsrecht-
 ---pagebreak--- 4.1.1999              DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    C 1/3
     liche Bestimmungen erhoben wurden, auf eine natio-          3. Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften
     nale Ausschluûfrist zu berufen, auch wenn dieser Mit-            trägt ihre eigenen Kosten.
     gliedstaat seine nationalen Rechtsvorschriften noch
     nicht dahin geändert hat, daû sie mit diesen Bestim-
     mungen vereinbar sind.                                      (1) ABl. C 351 vom 10.12.1994.
(1) ABl. C 269 vom 14.9.1996.
                                                                                URTEIL DES GERICHTSHOFES
                                                                                        (Sechste Kammer)
               URTEIL DES GERICHTSHOFES                                             vom 19. November 1998
                       (Sechste Kammer)
                                                                 in der Rechtssache C-159/96: Portugiesische Republik
                   vom 19. November 1998                           gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften (1)
in der Rechtssache C-284/94: Königreich Spanien gegen            (Gemeinsame Handelspolitik Ð Höchstmengen bei der
Rat der Europäischen Union, unterstützt durch Kommis-            Einfuhr von Textilwaren Ð Waren aus China Ð Zusätzli-
           sion der Europäischen Gemeinschaften (1)              che Einfuhren Ð Durchführungsbefugnisse der Kommis-
                                                                                               sion)
(Nichtigkeitsklage Ð Gemeinsame Handelspolitik Ð Ver-
ordnungen (EG) Nr. 519/94 und (EG) Nr. 1921/94 Ð                                          (1999/C 1/05)
Einfuhrkontingente für bestimmtes Spielzeug aus der
                     Volksrepublik China)
                         (1999/C 1/04)                                          (Verfahrenssprache: Portugiesisch)
                 (Verfahrenssprache: Spanisch)
                                                                     (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
                                                                      erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                                                                                          Gerichtshofes)
    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung
     erscheint in der Sammlung der Rechtsprechung des
                         Gerichtshofes)                          In der Rechtssache C-159/96, Portugiesische Republik (Be-
                                                                 vollmächtigte: Luís Fernandes und Maria Luísa Duarte)
                                                                 gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Be-
                                                                 vollmächtigte: Marc de Pauw und Francisco de Sousa Fia-
In der Rechtssache C-284/94, Königreich Spanien (Bevoll-         lho), wegen Nichtigerklärung der von der Kommission der
mächtigte: Alberto Navarro GonzaÂlez und Gloria Calvo            Europäischen Gemeinschaften im Zusammenhang mit der
Díaz) gegen Rat der Europäischen Union (Bevollmächtigte:         Verwaltung der Höchstmengen bei der Einfuhr von Textil-
Bjarne Hoff-Nielsen, Guus Houttuin und Diego Canga               waren und Bekleidung mit Ursprung in Drittländern in die
Fano), unterstützt durch Kommission der Europäischen             Gemeinschaft angewandten Praxis der besonderen Flexibi-
Gemeinschaften (Bevollmächtigte: Miguel Díaz-Llanos,             lität und insbesondere des im Anschluû an die Sitzung des
Patrick Hetsch und Carlos Gómez de la Cruz), wegen               Textilausschusses vom 6. März 1996 über Textilwaren aus
Nichtigerklärung der Verordnung (EG) Nr. 1921/94 des             der Volksrepublik China getroffenen Beschlusses der Kom-
Rates vom 25. Juli 1994 zur ¾nderung der Verordnung              mission, hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter Mit-
(EG) Nr. 519/94 über die gemeinsame Regelung der Ein-            wirkung des Kammerpräsidenten P. J. G. Kapteyn (Bericht-
fuhren aus bestimmten Drittländern (ABl. L 198 vom               erstatter) sowie der Richter G. Hirsch, G. F. Mancini, H.
30.7.1994, S. 1), hat der Gerichtshof (Sechste Kammer)           Ragnemalm und K. M. Ioannou Ð Generalanwalt: A. Sag-
unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten P. J. G. Kap-             gio; Kanzler: H. A. Rühl, Hauptverwaltungsrat Ð am
teyn sowie der Richter G. F. Mancini (Berichterstatter)          19. November 1998 ein Urteil mit folgendem Tenor erlas-
und J. L. Murray Ð Generalanwalt: P. LeÂger; Kanzler: H.         sen:
von Holstein, Hilfskanzler Ð am 19. November 1998 ein
Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
                                                                 1. Die Klage ist unzulässig, soweit die Nichtigerklärung
                                                                      der von der Kommission der Europäischen Gemein-
1. Die Klage wird abgewiesen.
                                                                      schaften im Zusammenhang mit der Verwaltung der
                                                                      Höchstmengen bei der Einfuhr von Textilwaren und
                                                                      Bekleidung mit Ursprung in Drittländern in die
2. Das Königreich Spanien trägt die Kosten des Verfah-                Gemeinschaft angewandten Praxis der besonderen Fle-
     rens.                                                            xibilität beantragt wird.