CELEX: 51987PC0667
Language: de
Date: 1987-12-18
Title: VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES ÜBER EIN ERSTES MEHRJÄHRIGES PROGRAMM (1988-1993) FÜR BIOTECHNOLOGISCHE, AGROINDUSTRIELLE FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG "ECLAIR" (European Collaborative Linkage of Agriculture and Industry through Research)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (87) 667
Vol. 1987/0311
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
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informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
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on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444    vom   13.   März   2015   über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                  KOM ( 87 ) 667 endg .
                                            Brüssel / den 18 Dezember 1987
      ÜBER EIN ERSTES MEHRJAHRIGES PROGRAMM ( 1988-1993 )
      FÜR BIOTECHNOLOGISCHE , AGROINDUSTRIELLE FORSCHUNG
                 UND TECHNOLOGISCHE ENTVICKLUNG
                    "E C LA I R"
              ( European Collaborative Linkage of
          Agriculture and Industry through Research )
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                                  ZUSAMMKN FASSUNG
                       EIN ERSTES MEHRJÄHRIGES PROGRAMM
                                    ( 1988-1993 )
             FUR BIOTECHNOLOGISCHE . AGRO INDUSTRIELLE FORSCHUNG
                         UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG
                                      " ECLAIR"
    European Collaborative Linkage of Agriculture and Industry through
                                      Research
1.  Das Rahmenprogramm für die Gemeinschaftsaktivitäten in der F&E
    enthält die       Massnahme 4 : "Ausnutzung und optimaler Einsatz
    biologischer Ressourcen ",      mit der Untergruppe 4-2 " agro-industrielle
    Technologien " .
    Der hier als " ECLAIR" vorgestellte Vorschlag ist Teil dieser
    Untergruppe . Er wird in kurzer Frist durch einen zweiten Vorschlag
    ergänzt     werden ,       der     sich       mit     den    Technologien     der
    Nahrungsmit tel indus t rien   befasst .
2.  Unter Berücksichtigung der Situation auf den landwirtschaftlichen
    Märkten , der Nachfrage auf Seiten der industriellen Verarbeiter und
    den    von   Einzelinteressenten        und     Berufsverbänden    zum   Ausdruck
    gebrachten Ansichten ergeben sich die folgenden Schwerpunkte für
     Forderungsvorhaben :
2.1 Landwirtschaftliche Erzeugung zur industriellen Verwendung
    Hierbei handelt es sich um die Weiterentwicklung bestehender und die
     Neuentwicklung alternativer landwirtschaftlicher Erzeugnisse , die in­
     dem sie industriellen Bedürfnissen entsprechen , einen zusätzlichen
    Absatz ermöglichen . Als Beispiel sei hier an die züchterische
    Weiterentwicklung von Flachs , Sonnenblumen oder Raps hinsichtlich
     einer besseren Anpassung an die industriellen Anforderungen gedacht .
    Gleichzeitig     geht     es    aber       auch    um   die    züchterische   und
     pflanzenbauliche Bearbeitung von bisher in Europa nicht in Kultur
     genommenen Pflanzen         wie Cuphea oder Euphorbia ,           die besondere
     Ölsäuren liefern können .
2.2 Industrielle Gesichtspunkte
     Im Bereich der industriellen Erzeugung geht es sowohl um Vorhaben ,
     die der Landwirtschaft vor bzw .              nachgeschaltet sind .     Bei den
     Vorhaben , die der Landwirtschaft vorgeschaltet sind kann z.B. an
     Biopflanzenschutzmittel gedacht werden ,              die biologisch abgebaut
     werden ohne Rückstände zurückzulassen ,            oder aber die zur Verfügung-
     stellung von spezifischen Düngern ,              die mit möglichst geringen
     Verlusten   von   der    Pflanze    aufgenommen         werden .   Bei  den  der
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    Landwirtschaft nachgeschalteten industriellen Aktivitäten geht es
    z.B.    um neue Aufschlussverfahren oder Verwendungen für Flachs ,
    bestimmte Öle oder Stärke ( biologisch abbaubares Verpackungs-
    material ) .
2.3 Integrierte Vorhaben
    Diese Vorhaben können eine Vielzahl von Themen betreffen ,                      die
    einerseits integrierte landwirtschaftliche-industrielle Vorhaben wie
    die Gesamtpflanzenernte und andererseits den Gebrauch von neuen
    Technologien auf dem Bauernhof betreffen .                    Hinsichtlich der
    Gesamtpflanzenernte geht es um Vorhaben bei denen z.B.                         eine
    Pflanzenneuzüchtung ,     mit    den    dafür notwendigen neuen Techniken
    angebaut und geerntet wird um anschliessend in ihrer Gesamtheit der
    industriellen     Verarbeitung      zugeführt      werden ,     so     dass    alle
    Bestandteile eine wirtschaftliche Verwendung finden . Die integrierten
    Technologien betreffen z.B. den verstärkten Einsatz von Computern ,
    die Automatisierung , die Einführung neuer Mechanisierungsketten auch
    computergesteuert usw .
3.  Das   vorgeschlagene    Gemeinschaf tsprogramm         bezieht    sich    auf   die
    finanzielle Förderung im Bereich der agroindustriellen Technologien .
    Die vorgesehenen Massnahmen betreffen die Förderung von                     Einzel-
    vorhaben , die Gewährung von Ausbildungs - und Mobilitätsstipendien ,
    und die Durchführung von Koordinierungsaktivitäten .
    Ein    typisches durchschnittliches Vorhaben wird mehrere Verträge
    betreffen ,    die   sich    auf    die    unterschiedlichen       Aspekte    eines
    repräsentativen Problems beziehen . Für jedes Vorhaben werden genau
    definierte Ziele und ein mehrjähriger Plan , die durch die Kommission
    in Zusammenarbeit mit den ausgewählten Teilnehmern ,                  die an dem
    Ausschreibungsverfahren        teilnehmen ,       festgelegt       werden .     Ein
    durchschnittliches oder typisches Vorhaben könnte fünf Kontraktanten
    betreffen ,     von   denen     jeder     für    Personal ,      Ausrüstung     und
    Betriebsmittel einen Betrag von zwischen 0.2 * und 0.5 MECU pro Jahr
    für die Dauer von vier Jahren ausgibt . Daraus ergeben sich totale
    Projektkosten in der Grössenordnung von 2-8 MECU ,              wovon nicht mehr
    als  50 % auf die Gemeinschaft         entfallen    und somit    im Durchschnitt
    2.5 MECU betragen .
    Um    die    notwendige     industrielle       Orientierung       des    Programms
    sicherzustellen ,     wird     vorgeschlagen ,       dass    Universitäten      und
    Forschungsinstitute     normalerweise        nur    in    einer    Gruppe       mit
     industriellen Teilnehmern Zusammenarbeiten .          Dabei sollten mindestens
    50 % der Finanzierung vornehmlich aus industrieller Quelle erfolgen .
4.  Für   den    Zeitraum   1988-1993      werden    die     Gesamtkosten     für   das
    Gemeinschaf tsbudget , die sich aus diesem ersten agroindustriellen
    Programm ergeben 80 MECU nicht übersteigen . In diesem Betrag sind
    einerseits die Kosten für die Vorhaben selbst und andererseits die
    Kosten für Ausbildungs - und Mobilitätsstipendien ,               Koordinierungs-
    aktivitäten sowie Verwaltung und dem nötigen Personalbedarf von 13
    Personen ,    der für eine effektive Anwendung erforderlich ist ,
    eingeschlossen .
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5. Die Vorlage dieses Programmentwurfes ist die Schlussfolgerung aus der
   Entwicklung der Agrarmärkte in der Gemeinschaft einerseits und der
   Entwicklung der industriellen Nachfrage andererseits . Letztere ist
   mehr und mehr auf massgeschneiderte Rohprodukte ausgerichtet , die die
   industrielle Erzeugung vereinfachen und verbilligen und die
   Versorgungssicherheit gewähren . Bei letzterem Gesichtspunkt ist zu
   berücksichtigen , dass Erdöl , derzeit ein wichtiger industrieller
   Rohstoff , nicht unbegrenzt zur Verfügung steht . Unter diesen Umständen
   scheint es angebracht ,    den erneuerbaren Rohstoffen ,      die durch die
   Landwirtschaft geliefert werden können , ein grösseres Augenmerk zu
   schenken . Diese Überlegungen sind nicht neu , in den Mitgliedsstaaten
   wurden    bereits    ähnliche     Programme      in   gewissen    sachlichen
   Teilbereichen aufgelegt ,    z.B. im Energiebereich und für industrielle
   Verwertungen .    Derartige Entwicklungen werden jedoch heute in der
   ganzen Welt gefördert . In den USA hat der Senat z.B. ein Programm
   über "new and alternative products " vorgeschlagen , das mit einer
   Finanzierung von 75 Mio $ / Jahr für die nächsten 20 Jahre ausgestattet
   werden soll .
   Es liegt auf der Hand ,       dass Europas Antwort auf die absehbaren
   Herausforderungen     im    agrar-industriellen      Sektor    durch   einen
   gemeinschaftlichen Ansatz gegeben werden kann ,          wie es in anderen
   zukunftsorientierten      Bereichen    ( BRITE )    geschehen    ist .   Das
   ECLAIR-Programm ,    das auf vorwettbewerblicher Ebene neue ,            auf
   Biowissenschaften und Biotechnologie fussende Entwicklungen fördern
   soll ,  wird ganz allgemein die Effizienz durch Zusammenfassung von
   Können und Erfahrung in einer gemeinschaftsweiten Aktion steigern .
   Darauf auf bauend ist zu erwarten , dass die Ergebnisse der gemeinsamen
   Anstrengungen     in    einem    gemeinschaftsweiten      Markt    schneller
   wirtschaftlich zum Tragen gelangen und somit die Wettbewerbsfähigkeit
   der Gemeinschaft nachhaltig fördern .
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                                      INHALT
ZUSAMMENFASSUNG                                                     2
EINFÜHRUNG                                                          7
TE IL A : HINTERGRUND :                                             8
1.   Die Herausforderung der Biotechnologie
     1.1    Naturwissenschaften und Biotechnologie :                8
            Kräfte für eine Veränderung
     1.2    Die Herausforderung an Wissenschaf t , Landwirtschaf t  9
            und Industrie
     1.3    Die Gemeinschaf tsstrategie fur Biotechnologie         10
     1.4    Landwirtschaftspolitik und Stellungnahmen              11
            des Parlaments zur Biotechnologie
     1.5    Die Antworten der Vereinigten Staaten und Japans       13
     1.6    Aktionen in Mitgliedsstaaten                           14
2.   Konsultierung mit wissenschaftlichen , landwirtschaftlichen   14
     und industriel len Kreisen
    2.1 Antworten auf einen Aufruf zur
          Interessenbekundung                                      14
    2.2 Konsultationen reprasentativer Organisât ionen             16
    2.3 Weitere Konsultationen                                     16
TEIL B : PAS VORGESCHLAGENE GEMEINSCHAFTSPROGRAMM
3.   Programmübersicht                                             17
4.   Programmstruktur und Inhalt                                   19
     4.1 Landwirtschaftliche Erzeugung zur industriel len
           Verwendung                                              19
     4.2 Industrielle Gesichtspunkte                               20
     4.3 Integrierte Vorhaben                                      20
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5.   Management des Aktionsprogramms                                    21
     5.1    Vorbereitung , Management und Bewertung von Programmen      21
     5.2    Teilnehmer , Grosse der Projekte                            21
     5.3    Ausbildungs - und Mobilitàtsbeihilfen                       22
     5.4    Koordinierungsaktivitaten                                   23
     5.5    Zugang und Auswertung der Ergebnisse                        23
            Verbreitung von Information
6 . Kriterien für die Auswahl der Projekte und                          23
    Beziehungen mit anderen Programmen
     6 . 1 Kriterien , die für die Auswahl der Projekte hinzugezogen    23
           werden   müssen
     6.2 Beziehung und Zusammenarbeit mit anderen                       24
           Gemeinschaftspolitiken und -programmen
     6.3 Koordinierung mit nationalen Aktivitaten und                   25
           Zusammenarbeit mit EUREKA
            6.3.1 . Koordinierung mit nationalen Aktivitaten            25
            6.3.2 . Zusammenarbeit mit EUREKA                           26
7.   Finanzielle Gesichtspunkte                                         26
            7.1 . Vertràge und allgemeine Regeln                        26
            7.2 . Laufende Kosten                                       26
            7.3 . Personalkosten                                        27
                        VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES
                             ANHANG I - PROGRAMM
                             ANHANG II - BEVERTUNGSKR ITER I EN
                                    HAUSHALTSVERMERK
                 VERMERK ÜBER WETTBEWERBS - UND BESCHÄFTIGUNGSEINFLÜSSE
 ---pagebreak---                                          -7-
                                     EINFÜHRUNG
Das Ziel des hier vorgeschlagenen Programms betrifft einen Beitrag in
mittlerer und längerer Frist zu der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Landwirtschaf t und Industrie * durch Verbesserung der Beziehungen
zwischen diesen beiden fundamentalen Bereichen unserer Wirtschaft .             Die
Kommission schlägt vor ,        dieses Ziel durch ein           vorwettbewerbliches
Forschungs - und technisches Entwicklungsprogramme in die Tat umzusetzen .
Die Projekte werden darauf ausgerichtet sein ,           die enge Zusammenarbeit
zwischen Landwirtschaft und industriellen Aktivitäten durch Forschung und
technische    Entwicklung ,    die   auf   die   neuesten     Fortschritte   in der
Naturwissenschaft und Biotechnologie gestützt sind , zu fördern .
Dieser Vorschlag enthält die          Begründung für eine gemeinschaftsweite
Aktion und eröffnet eine neue Phase in der ständigen Entwicklung der
Gemeinschaftsaktivitäten im Bereich der Biotechnologie wie sie sich in
den letzten fünf Jahren entwickelt haben und insbesondere gemäss der
                                                                2
Definition der Gemeinschaftspolitiken zu dieser Frage .
                                                      3
Bezuglich   des    mehrjahrigen    Rahmenprogramms         ( 1987-1991 ) entspricht
dieses spezifische vorgeschlagene Programm dem Bereich der Aktivitäten ,
die   sich mit    der Anwendung und der besten Nutzung             der biologischen
Ressourcen befassen .
Teil A beschreibt den allgemeinen Hintergrund des Vorschlags und zwar die
von der wissenschaftlichen Entwicklung ausgehenden Kräfte , die wachsenden
technologischen Möglichkeiten und Herausforderungen , denen sich Industrie
und Landwirtschaft gegenüberstehen . Die Antwort auf diese Frage wird eine
gegenseitige Anpassung durch die europäische Landwihtschaf t und Industrie
verlangen , und dies durch gemeinsame Versuchs - und Entwicklungsarbeiten
auf Gemeinschaftsebene .      Das vorgeschlagene Programm stellt eine erste
Phase in dieser längerfristigen Vorausschaü dar .
Teil B beschreibt das vorgeschlagene Gemeinschaftsprogramm ,             wie es auf
diese Herausforderungen durch die Förderung von F&E an den Schnittstellen
zwischen   Landwirtschaft    und  Industrie    antwortet .    Die  Einzelheiten der
ausgewählten Gebiete ,     der Kriterien für die Auswahl der Projekte und die
 I Vgl . Grundziele der Tätigkeiten der Europäischen Gemeinschaften in den
   Bereichen Wissenschaft , Technologie und Demonstration in Artikel 24 der
   Einheitlichen Europäischen Akte - neuer Titel VI Artikel 130F , Dritter
   Teil des EWG-Vertrags .
2 KOM(83)328 " Biotechnologie : Die Aufgabe der Gemeinschaft ", 8 . Juni 1983
   und KOM(83)672 " Biotechnologie in der Gemeinschaft ", 4 . Oktober 1983 .
3    K0M(87)516 ,     Beschluss des Rates über das gemeinschaftliche
    Rahmenprogramm im Bereich der Forschung                   und technologischen
    Entwicklung ( 1987-1991 ), 28 . September 1987 , ABL Nr . L302 , 24.10.1987
 ---pagebreak---                                           -8 -
Beziehung zu anderen geplanten oder laufenden Gemeinschaftsaktivitäten
und F&E Programmen werden einzeln aufgeführt .            Diese Programme sind in
vielen Fällen auf die Entwicklung horizontaler Technologien wie die
Gentechnik oder Enzymologie ausgerichtet .             Der vorliegende Vorschlag
beschränkt sich auf die Entwicklung von Systemen innerhalb deren die
Resultate besonderer Forschungen und technologischer Entwicklungen durch
weitere F8E eingeschlossen sind .          Dem liegt das doppelte Ziel der zur
Verfügungstellung von neuen Materien für die Industrie und der Schaffung
neuer Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Erzeugnisse zugrunde .
Das Programm soll in der Mitte des Jahres 1988 beginnen und fünf Jahre
dauern ( Mitte 1988-Mitte 1993 ). Die geschätzten Gesamtkosten betragen
mindestens 150 Millionen ECU ,       wovon der durch das Gemeinschaftsbudget zu
tragende Betrag      50% jedes Einzelprojektes nicht überschreitet .
Der Entwurf der Ratsentscheidung und der finanzielle Anhang befinden sich
in der Anlage .
TEIL A : HINTERGRUND
1.     Die Herausforderung der Biotechnologie
1.1 .  Naturwissenschaf ten und Biotechnologie : Krafte für eine Veranderung
In den   letzten Jahrzehnten haben die Naturwissenschaften zu einer Serie
neuer Entdeckungen mit fundamentalem Charakter geführt .                Ausgehend von
diesen grundlegenden      Entdeckungen werden       Anwendungen abgeleitet ,        die
durch den Wettbewerb gefördert werden . Diese werden sich in einigen
Bereichen langsam und allmählich entwickeln während sie in anderen mit
unerwarteter Geschwindigkeit fortschreiten werden und dies in Bereichen
aller Aktivitäten ,         die     von biologischen Systemen und                 ihren
selbstbildenden Teilen und Eigenschaften abhängen . Die Biotechnologie
vergrössert allmählich unser Verstehen der Genetik und der bestimmenden
Faktoren bestimmter Charakteristiken und führt somit zu der Möglichkeit
einer rascheren Entwicklung und zunehmend genaueren Entwürfen organischer
Materialien .     Diese    Materialien      sind   besser    auf    den   Bedarf    des
industriellen Marktes und die Entwicklung neuer Absatzmärkte ausgelegt .
Diese Entdeckungen im Bereich des Entwurf Stadiums können durch neue
optimale Methoden ergänzt werden , die neue wissenschaftliche Erkenntnisse
bei den       alten Problemen wie Schädlings - und Seuchenbekämpfung ,
Tiernahrung     und   ihre    Überwachung      und   Optimierung     von    Ernte - und
Verarbeitungsverfahren anwenden .
Letztlich werden solche Entwicklungen zu entscheidenden Veränderungen in
Land - und Forstwirtschaft , der Nahrungs - und Getränkeindustrie , Teile der
chemischen      Industrie      im    Bereich      der    Pharmazeut ika      und    der
Gesundheitspflege , in der Aufbereitung von Wasser und Abfallprodukten und
 in der Erhaltung und Verbesserung der Umwelt führen . Sie werden zu
strukturellen Veränderungen in allen Wirtschaftsbereichen führen . Sie
werden damit allmählich dazu führen , dass einige Wirtschaftsbereiche von
nicht erneuerbaren Grundstoffen auf erneuerbare übergehen .
Auf    der   anderen    Seite     wird   die    rechtzeitige     Vermarktung     dieser
 Entwicklungen letztlich die relative wirtschaftliche Stärke der
 betroffenen Wirtschaftsunternehmen ganzer Länder und von Wirtschaftszonen
 wie der Europäischen Gemeinschaft beeinflussen .
 ---pagebreak---                                       -9-
Damit schafft die zunehmende Verfügbarkeit von Produktionsmöglichkeiten
in der Landwirtschaft ,       verstärkt durch den laufenden Fortschritt
wissenschaftlicher Kenntnisse , die Möglichkeit für neue industrielle
Aktivi täten . Europa kann mit seinen erstklassigen Fähigkeiten in den
Biowissenschaften und seinen starken Wirtschaftszweigen ( Ernährung ,
Futtermittel , Chemie , Pharmazeut ika , Faser - und Holzerzeugnisse ) mit
Hilfe    einer  gemeinschaftsbreiten    Initiative   auf  die   Herausforderung
antworten ,    in dem es den best          möglichen   Gebrauch    dieser   sich
abzeichnenden Möglichkeiten macht .
1.2    Die Herausforderung an Wissenschaft , Landwirtschaft und Industrie
Die Zusammenarbeit der Wissenschaft , der Industrie und der Landwirtschaft
ist nötig , um die neuen biotechnologischen Möglichkeiten zu untersuchen
und auszuschöpfen und auf die wettbewerblichen Drohungen zu antworten .
Dies kann durch die Entwicklung neuer Materialien und Erzeugnisse ,          die
Verbesserung der Qualität und die Verwendung der ersten bestehenden
Erzeugnisse erreicht werden . Biologische Materialien können viel hoch
entwickelter sein als mineralische Rohmaterialien .         Sie können unserem
Verbrauch zugeschnitten sein .
Obwohl     wissenschaftliche    Entdeckungen    in den Naturwissenschaften
erstaunlich schnell verlaufen sind , werden viele Hemmnisse einen Umsatz
in praktische Innovationen verlangsamen und werden ebenso die sich daraus
ergebenden     Änderungen   in   den   Handelsstrukturen      und   Gewohnheiten
verlangsamen .     Massnahmen von staatlicher Stelle in verschiedenen
Politikbereichen werden das Ausmass ,           mit dem die verschiedenen
Unternehmen in Europa ihre Antwort auf diese Herausforderung und
anstehenden Veränderungen geben , beeinflussen .
 Die  Industrie als Lieferant oder Kunde des     landwirtschaftlichen Bereichs
 zögert , in Bereiche zu investieren , die staatlicher Politik , Intervention
 und  Kontrolle   unterworfen sind .    Die Gemeinschaftspolitiken      als auch
 nationale Politiken sind möglicherweise anzupassen , um die Ausschöpfung
 der neuen Möglichkeiten zu ermöglichen und zu fördern , insbesondere in
 Beziehung zu der zunehmenden Verfügbarkeit bekannter und potentieller
 landwirtschaftlicher Rohstoffe .
 Von dem Landwirt kann nicht erwartet werden , alle Lasten und Risiken für
 die Entwicklung alternativer Absatzmöglichkeiten zu tragen . Er braucht
 die Zusammenarbeit mit der Industrie um die neuen Marktmöglichkeiten und
 Oual itätzanforderungen herauszuarbeiten . Danach kann er versuchen , seine
 Erzeugung unter Mithilfe der Industrie mit den höher entwickelten
 Betriebsmitteln versorgt , anzupassen .
 Der Wissenschaftler , der sich mit Grundlagenforschung und Ausbildung oder
 mit vorwettbewerblichen Technologien befasst ,          bedarf entsprechender
 Bedingungen , Anregungen und Mitarbeitern aus dem Wirtschaftsbereich um
 die Übertragung seiner Forschungsresultate in Anwendungen der Industrie
 und Landwirtschaft zu erleichtern .
 Die Auswertung der von dem vorgeschlagenen Programm erwarteten Ergebnisse
 wird erhebliche Investitionen für einen grossen Markt erfordern . Das
  Ingangbringen dieser Investitionen durch auf Zusammenarbeit ruhenden
  Entwicklungsprojekten in einem Gemeinschaftsprogramm wird die Erzielung
  dieser europäischen Dimension erleichtern .
 ---pagebreak---                                                 - 10
 1.3    Die Gemeinschaftsstrategie für Biotechnologie
Die Gemeinschaft hat schon seit langem die Bedeutung der Biotechnologie
erkannt .     Zunächst        hat    sie    in     dem      Vorschlag      für     Forschung       in
hiomolekularer Technik ( 1976 ),           dann im ersten FAST Programm ( 1978-1983 )
und    danach    1983    in    den    nachstehend         aufgeführten      sechs     vorrangigen
Massnahmen dieser Rechnung getragen . Entscheidende Fortschritte wurden in
den ersten fünf Bereichen erzielt während hinsichtlich des                          letzten noch
keine Ergebnisse vorliegen .
(1)     Forschung und Ausbildung :             Das Programm über Biomolekulartechnik
        ( 1982-1986 )    hat     sich    insbesondere        mit   der     Landwirtschaf t        und
        Ernährung befasst .           Entscheidende Erfolge            wurden z.B.           in der
        Pflanzengentechnik , der Impfstoffentwicklung für Tiere und der
        Enzymologie für die Nahrungsmittelherstellung erzielt . Mit dem
        laufenden Aktionsprogramm über Biotechnologie ( 1985-1989 ) werden
        diese Arbeiten fortgesetzt und vertieft .
tll )   Konzertierungsaktion :           Diese     Aktion     vermittelt        Information       und
        Unterstützung für diejenigen ,             die für andere in biotechnologischen
        Bereichen       betriebene        Politiken          verantwortlich         sind .        Die
        Konzertierungseinheit für Biotechnologie ( CUBE ) versucht ,                             neue
        Initiativen         ( wie der vorliegende Vorschlag )                 in Zusammenarbeit
        mit   den     zuständigen       Dienststellen          und    den     Verwaltungen        der
        Mitgliedsstaaten zu entwickeln . Der Bereich dieser Aktion erstreckt
        sich ebenso auf Verordnungen ,                    Patentrechte ,       Öffentlichkeits-
        information wie auf Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern , etc .
( III ) PreisreguI ierungen_für                  Rohmaterial ien_landwirtschaft 1 ichen
                                            ...     _   .     4     .  _ .. .     5    .  .   .
        Ursprungs : Neuregelungen für Zucker                     und Starke          sind in den
        Jahren 1986 angenommen worden um die Aufrechterhaltung und
        Versorgung mit Rohmaterialien zu Preisen ,                        die ausserhalb der
        Gemeinschaft gültig sind , zu fördern . Diese Regulierungen haben
        bereits und werden zukünftig noch mehr positive Auswirkungen auf
        Investitionen im industriellen Bereich haben .
( IV )  Verordnungen :          Die      Harmonisierung           von       Verordnungen          auf
        Gemeinschaftsbasis         sind notwendig um klare und unterstützende
        Rahmenbedingungen           für     die        Förderung       der       Innovation        im
        biotechnologischen Bereich zu schaffen ,                 wobei sie gleichzeitig den
        Beibehalt des hohen Standards der Sicherheit für die Menschheit und
        die Umwelt aufrechterhalten .                Im Dezember 1986 wurden Beschlüsse
        gefasst , ^ eine konzertierte Aktion der Mitgliedsstaaten zu
4 KOM ( 84)238 ,    25 .    April 1984 ,        " Bericht der Kommission an den Rat in
   Anwendung von Artikel 24 Absatz 7 der Verordnung ( EWG ) Nr .                         1785/ 81 im
   Zuckersektor"
5 KOM(84 ) 620 endg . , 27 . November 1984 , "Vorschlag für eine Verordnung des
   Rates zur Festlegung der Grundregeln für die Produktionserstattungen in
   den Sektoren Getreide und Reis " ( Beschluss des Rates 25.3.86 ,                         ABL . L94
   9.4.86 - Verordnungen ( EWG ) Nr . 1006 bis 1010/ 86 )
6 ABL 15 / 38 , 17.01.87 : Richtlinie des Rates 87 / 22 / EWG zur Angleichung der
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         fordern ,   die das auf den Marktbringen von neuen pharmazeut ischen
         und votorinar-mediz inischen Produkten betrifft und die gleichzeitig
         die Innovation in diesem Sektor fordert .          Die Kommission hat im
         November 1986 ^ ihre Absicht zum Ausdruck gebracht , Vorschlage fur
         die Regulierung des Gebrauchs von Organismen im Bereich der
         Industrie ,     Landwirtschaft und Umwelt vorzubereiten .               Diese
         Vorbereitungen sind bereits weit fortgeschritten .
(V)      Regelungen für geistiges Eigentum :         Besondere wissenschaftlich /-
         juristische Probleme entstehen im Bereich der Biotechnologie .            Die
         Bedingungen in Europa sind hinsichtlich bestimmter Elemente weniger
         günstig als        anderswo .    Vorschläge für eine Gemeinschafts-
         gesetzgebung sind in Vorbereitung um die Innovation zu erleichtern
         und die Harmonisierung des Schutzes des geistigen Eigentums im
         Bereich der Biotechnologie voranzubringen ,             wobei der land­
         wirtschaftliche Bereich mit eingeschlossen ist .
                                                                           8
( VI )   Demonstrationsprojekte : In ihren Vorschlagen von 1984                fur ein
         Aktionsprogramm im Bereich von Forschung ,                Ausbildung und
         Konzertierung hat die Kommission angemerkt ,          dass Vorschläge für
         Demonstrationsprojekte zu einem späteren Zeitpunkt gemacht werden
         sollten , nachdem die Gemeinschafts F&E Projekte weiter Fortschritte
         gemacht haben und die festzulegenden Ziele besser verwertet werden
         können . Der vorliegende Vorschlag geht in diese Richtung mit dem
         Schwerpunkt auf Entwicklung im Gesamtbereich von F8E .
Obwohl die Gemeinschaftsausgaben im Bereich der Biotechnologie wie auch
anderswo nur einen geringen Anteil der gesamten Programme der
Mitgliedsstaaten ausmachen , können sie einen wesentlichen Beitrag dazu
leisten , die Kohärenz und Effektivität dieser Anstrengungen zu fördern .
Gemeinschaftsinitiativen zu dem vorliegenden Vorschlag können sich mit
Problemen befassen , die ausserhalb des Bereichs rein nationaler Programme
liegen .    Durch Gemeinschaftsprojekte können die Elemente zur Lösung eines
nationalen Problems in der Erfahrung anderer Mitgliedsstaaten gefunden
werden .      Gemeinschaftsprogramme       können    ebenso    die   Grundlage      für
 international annehmbare Standards schaffen .
 1.4     Landwirtschaftspolitik     und     Stel lungnahmen   des   Parlaments      zur
         Biotechnologie
   einzelstaatlichen        Massnahmen       betreffend     das    Inverkehrbringen
    technologisch      hochwertiger    Arzneimittel ,      insbesondere      aus    der
   Biotechnologie
7 K0M(86)573 , " Ein Gemeinschaf tsrahmen für die Regelungen auf dem Gebiet
   der Biotechnologie", 4 . November 1986
8 K0M(84)230 ,     "Vorschlag für einen Beschluss des Rates zur Annahme eines
   mehrjährigen Forschungsaktionsprogramms der Europäischen Wirtschafts­
   gemeinschaft       auf   dem   Gebiet      der   Biotechnologie     ( 1985-1989 )",
    26 . April 1984 , angenommen am 12.03.1989
 ---pagebreak---                                              - 12 -
Die "grosse Débatte" bezüglich der Herausforderungen an die europaische
                                                                                     9
Landwirtschaft     ist     im Juli    1985 durch die Kommission im Grunbuch            in
Gang gebracht worden . Die Schlussfolgerungen sind im Dezember desselben
Jahres unter dem Titel "A future for Community agriculture " ( C0M(85)750
Dezember 1985 ) zusammengefasst worden .
Die      Kommission       hat     die     folgenden       vorrangigen      Gesichtspunkte
herausgestel lt :
- Die Erzeugung im Überschussbereich graduell zu vermindern und die sich
    daraus ergebenden Lasten für den Steuerzahler zu vermindern .
- Die Erzeugung unter Berücksichtigung der innergemeinschaftlichen und
    aussergemeinschaftlichen Märkte als auch der Wünsche der Verbraucher zu
    diversifizieren und die Qualität zu verbessern .
- Die Einkommensprobleme des kleinen Familienbetriebes effizienter und
    systematischer zu berücksichtigen .
- Die Landwirtschaft in Gebieten in denen es für die Bodennutzungsplanung
    nötig ist , zu unterstützen , das soziale Gleichgewicht und den Schutz
    der Umwelt aufrechtzuerhalten .
- Die Landwirte umweltbewusster zu machen .
- Die Entwicklung von           Industrien ,     die   landwirtschaftliche Erzeugnisse
verarbeiten zu fördern und damit die Landwirtschaft in die entscheidenden
technischen Veränderungen , die gegenwärtig stattfinden , einzubeziehen .
Im Europäischen Parlament wurden zwei Resolutionen im Februar 1987
angenommen .      Die erste bezüglich " Biotechnologie in Europa" stellt
insbesondere die Notwendigkeit einer integrierten Politik 10 in den
Vordergrund .     Die zweite bezüglich "Biotechnologie in der Europäischen
Landwirtschaft " 11 stellt u.a . heraus , dass das Parlament :
 1 . der Ansicht ist ,       dass in dem gegenwärtigen Rahmen die          Biotechnologie
      eine Agrarpolitik fördern muss , die sich nach Qualität mit höherem
      zugefügten Wert richten muss anstelle die                  Erträge und erzeugten
      Mengen zu steigern ,
 2 . der Ansicht ist , dass die Europaische Gemeinschaft die Pflicht hat ,
      die biotechnologische Forschung zu unterstützen und zu fordern , die
      alternative Erzeugungsformen verbessert oder neue findet .
 9 KOM ( 85)333 " Perspekt iven für die Gemeinsame Agrarpolitik", Juli 1985
  10 " Biotechnologie in Europa und die Notwendigkeit einer integrierten
      Politik ".    Berichterstatter       Frau     P.    Viehoff ,   18 . November 1986 ,
      Dok . A 2-134 / 86 , Beschluss : ABL Nr . C76/ 25 , 23 . März 1987
  I I Bericht über " Die Auswirkungen des Einsatzes der Biotechnologie auf
      die europaische Landwirtschaf t " , Berichterstatter : Herr Friedrich
      Wilhelm GRAEFE ZU BARINGDORF , 26 . November 1986 , Dokument A2-159 / 86 )
 ---pagebreak---                                            - 13-
Es ist klar , dass diese Herausforderungen , denen sich das vorgeschlagene
Programm stellt , in einem globalen Zusammenhang gesehen werden müssen .
Als der Welt grösster Einführer von Nahrungsmitteln und zweitgrösster
Nahrungsmittelausführer ist die Entwicklung von Gemeinschaftspolitiken
für Landwirtschaft und Biotechnologie in einem engen Zusammenhang mit dem
Welthandel zu sehen .
Die Aktionen und Antworten der europäischen Wettbewerber müssen deswegen
genauso wie diejenigen der einzelnen Mitgliedsstaaten berücksichtigt
werden .
1.5    Die Antworten der Vereinigten Staaten und Japans
Berichte der "US Congressional Office of Technology Assessment "
vermitteln die Botschaft der von der Technologie angespornten Verwendung
                             12
in  der   Landwirtschaf t .      Das  " US  National    Research   Council's  Board   on
                                                             13
Agriculture "        hat   die absolute Notwendigkeit            herausgestellt ,    die
öffentliche Stützung für Biotechnologie in der Landwirtschaft                         zu
verstärken um auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig sein                       zu
können .
In den USA wurde anschliessend an den bereits verzeichneten Erfolg des
immer noch laufen USDA Programms " New and Alternative Products " ( z.B. mit
den Entwicklung von Kenaf als Faserquelle fur die Papierherstellung oder
Guayule als eine einheimische Quelle fur Gummi ) eingesetzt und durch den
Senat    ( S. 970 )  "iiber   Entwicklung      und    Erzeugung    vermarktungsfåhiger
Produkte "     verabschiedet ,      die    in    den   Bereich    der   traditionellen
Nahrungs - und Fasererzeugnisse fallen . Dafür ist eine Finanzierung von 75
Millionen Dollar pro Jahr für die Dauer der nächsten zwanzig Jahre
                                                                                  14
vorgesehen .     Das ist die Antwort auf einen Bericht einer Taskforce               der
die   Entwicklung      und   Vermarktung      von   neuen   landwirtschaftlichen     und
Forsterzeugnissen in         den nächsten fünfundzwanzig Jahren befürwortet .
Dabei     sollen    mindestens      150    Millionen     Acres    landwirtschaftlicher
Nutzfläche eingesetzt werden ,             um den Marktbedarf der einen neuen
Nettobedarf für landwirtschaftliche und Forsterzeugnisse darstellt , zu
decken . Die Taskforce schätzt , dass bei Erreichung dieses Ziels 750.000
Arbeitsplätze geschaffen werden können ,                   die landwirtschaftlichen
Einkommen um etwa 30 Millionen Dollar pro Jahr steigen werden ,                und das
Bruttosozialprodukt jährlich mit 1.000 Millionen Dollar zuniiv.rr.t .
 12 US Congressional Office of Technology Assessment : "Technology , Public
    Policy and the Changing Structure of US Agriculture ", Marz 1986 ; und
    "A Review of US Competitiveness in Agricultural Trade ", a Technical
    Memorandum , Oktober 1986
 13 "Agricultural Biotechnology : Strategies for National Competitiveness ",
    National Academy Press , Washington DC , Juni 1987
 14 " New    Farm and    Forest Products :        Responses to     the Challenges    and
    Opportunities Facing American Agriculture",              Bericht der New Farm and
    Forest Products Taskforce , Juni 1987
 ---pagebreak---                                              -и-
Diese Feststellungen mögen überbewertet sein .                Es besteht jedoch kein
Zweifel über Entwicklungen in Richtung einer zunehmenden Unterstützung
für Biotechnologie            als    Grundlage    für    eine    verbesserte     Wettbe­
werbsfähigkeit .
In Japan sind die öffentlichen Finanzverpflichtungen für F&E im Bereich
der H i ui oclmo 1 ogi e wesentlich geringer als diejenigen in den USA oder der
EWG .   " Es ist jedoch schon vor 50 Jahren als Element nationaler Politik
l'estgelegt worden , dass pflanzliche Rohstoffquellen auf der Grundlage der
Solarenergie in Grundstoffe für synthetische chemische Industrie durch
                                                                        15
biochemische        Massnahmen      verwandelt     werden     sollen ."      Zu    dieser
Vorkriegsentwicklung          für die Herstellung von chemischen Rohstoffen mit
Hilfe der Fermentation haben Nachkriegsentwicklungen Kenntnisse in der
Herstellung von Antibiotika und Zusatzstoffen für die tierische Ernährung
( Aminosäuren ) mit hohem Wert zugefügt .
1.6     Aktionen in Mitgliedsstaaten
Jeder Mitgliedsstaat hat in den vergangenen Jahren                 Mittel zur Stärkung
der Biotechnologie          und   der   interdisziplinären     Forschung aufgewendet .
Internationale Beurteilungen müssen die wissenschaftlichen Fähigkeiten
Europas anerkennen .         Eine eventuelle Kritik richtet         sich mehr auf die
Fähigkeit ,     Grundlagenforschung und technologisches Können in praktische
Anwendung umzusetzen und die Ergebnisse zu vermarkten .
In allen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft wird der Notwendigkeit für
Forschung und Entwicklung im Bereich erneuerbarer Grundstoffe ,                       der
Notwendigkeit Pflanzen auf ihre Eignung als industrielle Rohstoffe zu
prüfen und die Notwendigkeit ,           die neuen Werkzeuge der Biotechnologie auf
die vorgenannten Probleme anzuwenden , Bedeutung beigemessen .
Das    laufende Programm stellt die bedeutende Notwendigkeit                    für eine
Gemeinschaftsinitiative            in     den    Vordergrund ,       die    nicht     nur
interdisziplinär bei den biotechnologischen Programmen der Mitglieds­
staaten       und      international        bei    den     laufenden      Gemeinschafts-
forschungsprogrammen ist ,             aber auch zwischen Landwirtschaft und
Industrie .      Es wird die Zusammenarbeit fördern und damit die Vermittlung
von Ideen und Personen über die drei sektoreilen Grenzen hinweg , die in
allen Staaten zwischen Grundlagenforschung ,                 Industrie und Wirtschaft
bestehen .
2.    Konsultierung mit wissenschaftlichen ,           landwirtschaftlichen_und
      industriellen Kreisen
2.1 Antworten auf einen Aufruf zur Interessenbekundung
 Im April 1986 hat die Kommission die Ideen für ein mögliches mehrjähriges
Gemeinschaftsprogramm           von    Aktivitäten     für    die    Stimulierung     der
agroindustriel len Entwicklung 16 herausgestel lt und hat einige Monate
 15 Aus "Historical Background of Industrial Fermentation in Japan" von
     Kin'ichiro Sakaguchi , Kyoto Fermentation Symposium , 1972
 16 KOM ( 86)221 ,      " Biotechnologie in der Gemeinschaft :         Stimulierung der
     agrarindustriel len Entwicklung", 15 . April 1986
 ---pagebreak---                                            - 15-
                                                                              17
später einen "Aufruf für Interessenbekundur.gen" veröffentlicht
                18
Ein    Bericht      über die     Resultate    dieses   Aufrufs   ist   vorbereitet     und
verteilt worden . Die Ergebnisse werden nachstehend zusammengefasst :
Antworten sind von 856 Firmen ,         Instituten und Universitäten aus allen 12
Mitgliedsstaaten        der    Gemeinschaft       eingegangen .       Die geschätzten
Gesamtkosten belaufen sich auf 625 Millionen Rechnungseinheiten . Viele
Antworten verbinden hochrangige Wissenschaft mit einer praktischen
wirtschaftlichen Ausrichtung . 266 Antworten kamen aus der Industrie und
viele davon haben den Willen zur finanziellen Beteiligung zum Ausdruck
gebracht . Die Gesamtkosten dieser Projekte betrugen 326 Millionen ECU .
Alle Beteiligten unterstrichen die Notwendigkeit und den Wunsch , an einem
Gemeinschaftsrahmen zu arbeiten .
Die Klassif izierung dieser Antworten in Themengruppen stellt den Kern für
den gegenwartigen Programmvorschlag dar :
- die zur Verfügungstellung von tierischen Futtermitteln ( 119 Antworten )
- optimale Methoden mit Hilfe der Biotechnologie , die die Antwort auf den
   Metabolismus und die Ernährung der Pflanzen                    und Tiere      und   zur
   Schädlingsbekämpfung liefern ( 91 Antworten )
- die zur Verfügungstellung von Rohmaterialien durch die Industrie und
    deren Einsatz und Verarbeitung ( 70 Antworten )
- integrierte Systme fur die Landnutzung ,                   insbesondere wie        durch
   Ganzpf lanzenernte und Bioraf f inerien definiert ( 32 Antworten )
Der auf der Grundlage dieser Vorschläge und auf der Grundlage der
Ergebnisse anderer Konsultationen und Empfehlungen vorgesehene technische
Inhalt dieses Programms wird nachstehend in Teil 3 zusammengefasst .
Ein     fundamentaler     Gesichtspunkt     des   Programmes     ist   der   Schutz    der
Öffentlichkeit und der Umwelt . Zu diesem Thema ist eine Anzahl nützlicher
Antworten eingegangen .           Dieser Fragenbereich stellt einen Teil der
Risikoabschätzung           innerhalb      des       laufenden       biotechnologischen
Aktionsprogrammes dar und wird als Ergebnis der Revision dieses Programms
fortgeführt und weiter vertieft werden . Dort , wo es angebracht erscheint ,
werden        die      Ergebnisse        der      Risikobeurteilungsforschung            im
agroindustriellen Programm            verwertet werden ,        und dies im Rahmen
gemeinsamer Zusammenkünfte ,           beratenden     Besuchen    durch    Forscher des
Bereichs      Risikobeurteilung      oder   aber    auch   auf   andere    Weise .    Alle
Kontraktanten der biotechnologischen Programme der Gemeinschaft müssen
die nationalen und Gemeinschaftsgesetze ,               die sich auf      ihre Projekte
beziehen .       einhalten .      Grössere     Veränderungen      in    den   regionalen
Umweltbedingungen ,       in den natürlichen Ökosystemen und der Landnutzung ,
 17 Supplément zum Amtsblatt der Europaischen Gemeinschaften Nr . S 137 / 29 ,
     18.7 . 1986
 18    Stimulierung      von    Tätigkeiten      an    der    Schnittstelle      zwischen
      Landwirtschaft       und    Industrie - Ergebnisse       der    Aufforderung      zur
      Interessenbekundung", März 1987 , CUBE - XII 233 / 87
 ---pagebreak---                                                - 16-
die sich aus der Entwicklung der auf Biotechnologie gestützten
Agroindustrien ergeben ,            müssen bewertet           und bei der Auswahl der
Prioritäten für die F&E berücksichtigt werden .
2 . 2 Konsultationen repräsentativer Organisationen
Fünfzehn        repräsentative      Organisationen        von    verschiedenen    landwirt­
schaftlichen und industriellen Kreisen sind aufgefordert worden , zu dem
Diskussionspapier der Gemeinschaft Stellung zu nehmen .                       Sie sind in
Tabelle I aufgeführt .          Darüberhinaus hat es auch direkte Gespräche mit
bestimmten        Kreisen   wie    CEFIC    ( Chemische      Industrie )  und   COPA-COGECA
( landwirtschaftliche         Erzeuger      und      Genossenschaften )    gegeben .     Die
schriftlichen        Antworten      sind   in      dem   bereits    aufgeführten     Bericht
aufgenommen . 19
  Tabelle I ORGANISATIONEN . DIE SICH ZUM DISKUSSIONSPAPIER DER KOMMISSION
        ÜBER DIE AGRARINDUSTRIELLE ENTWICKLUNG ( K0M(86)221 ) GEAUSSERT HABEN
   . Vereinigung der Enzym-Erzeuger der EWG ( AMFEP )
   . Internationale       Vereinigung      der      nationalen     Industrieverbande     für
    agrochemische Produkte ( GIFAP )
. Europaische Vereinigung für Tierzucht ( EAAP )
. Ausschuss der Beruf ständischen Landwirtschaftlichen Organisationen der
    EWG und Allgemeiner Ausschuss des Ländlichen Genossenschaftswesens der
    EWG ( COPA-COGECA )
. Vereinigung der Tieràrztlichen Berufsstande in der EWG ( FVE )
. Vereinigung der Züchter Pflanzlicher Sorten der EWG ( COMASSO )
. Europàischer Verband der Zellstoff -, Papier- und Pappenindustrie
     ( CEPAC )
 . Europaische Vereinigung der Verbânde der Pharmazeutischen Industrie
     IEFPIA )
 . Europàischer Ausschuss der Verbânde der Chemischen Industrie ( CEFIC )
 . Europaische Vereinigung für Pflanzliche Proteine ( EUVEPRO )
 . Verband der Landwirtschaf ts - und Ernahrungsindustrien der EWG ( CIAA )
Die        eingegangenen      Antworten        unterstützen       mit    unterschiedlichen
Prioritäten eine Gemeinschaftsinitiative                   im agroindustriellen Bereich
entsprechend dem von der Kommission vorgeschlagenen Rahmen .
Das grösste Interesse ist durch COPA-COGECA und durch CEFIC zum Ausdruck
gebracht worden . COPA-COGECA ist der Ansicht , dass das Hauptaugenmark dem
zugefügten Wert in der Landwirtschaft selbst gewidmet werden ,                     und dass
jede Nutzung für die Landwirtschaft wirtschaftlich vertretbar sein muss .
Darüberhinhaus sind sie der Ansicht , dass die Kommission die Grundlagen
und angewandte Forschung im Bereich der Biotechnologie auf europäischer
Ebene         stärken     sollte .       Sie      würden      neue    oder     vergrösserte
Absatzmöglichkeiten von Bedeutung für Erzeugnisse begrüssen und sind am
 Ersatz von Einfuhren interessiert .
  )9 Siehe Fussnote 18
 ---pagebreak---                                             - 17-
CEFIC unterstützt die         Initiative der Kommission . Die chemische Industrie
der     Gemeinschaft      ist     jedoch    interessiert ,          landwirtschaftliche
Grundstoffe     zu   international       wettbewerbsfähigen       Preisen   einzukaufen .
Darüberhinaus sagen sie ,            dass in den Bereichen Getreide , Zucker ,
pflanzlichen Ölen und Fett ein Potential für in der Gemeinschaft
gewonnene landwirtschaftliche Grundstoffe ,              zu für Landwirtschaft und
Industrie günstigen Bedingungen besteht .                Sie wünschen ,        dass das
vorgeschlagene Programm komplementär zu BEP und BAP ist und bringen ihre
Ansicht zum Ausdruck , dass "die erste Priorität die Stimulierung der
Entwicklung der Biotechnologie                auf   fester    wissenschaftlicher     und
wirtschaftlicher Grundlage ist ."
Sie haben eine Anzahl interessanter Ölfrüchte herausgestellt , welche , wie
sie zum Ausdruck bringen ,          unter der Voraussetzung einer gewissen F&E in
Europa auf einer wirtschaftlichen Grundlage erzeugt werden könnten . Diese
sollen als Quelle für Fettsäuren , für die Herstellung von bestehenden und
neuen Erzeugnissen ( Die CEFIC Antwort ist von konkreten Vorschlägen für
Rizinus ,    Raps und Senf ,          die als mögliche industrielle Erzeugnisse
angesehen werden , begleitet ) verwendet werden .              Unter Ausnutzung aller
neuer und bekannter Technologien glauben sie , dass ein begrenzter aber
Hochpreismarkt für massgeschneiderte Pflanzen und Erzeugnisse ,                die einen
hohen zugefügten Wert liefern , erschlossen werden kann .
Sie sehen ebenso die Möglichkeit ,                 Projekte ,     die den Einsatz von
Kohlehydraten in der chemischen Industrie betreffen , zu fördern .
Schliesslich wurde        die Bedeutung         der Konzertierung und Koordination
zwischen den Aktivitäten in neuen Kommissionsprogrammen                         und  den
erheblichen Anstrengungen der Mitgliedsstaaten hervorgehoben .
CIAA hat ebenfalls das          Interesse an der Biotechnologie unterstrichen ,
obwohl     ihre    Antwort      ( was   verständlich     ist )     davor   warnt ,   dem
Nichtnahrungsbereich als Absatzmarkt für die Gemeinschaft eine zu grosse
Bedeutung zuzumessen .
                                                                *
Die Antwort von EFPIA stellt heraus , dass Möglichkeiten für die Anwendung
der modernen Biotechnologie nicht nur im pflanzlichen Sektor der
Landwirtschaft vorhanden sind , sondern auch in Beziehung zur Gesundheit
und der Produktivität im tierischen Sektor .
2 . 3 Weitere Konsultationen
Mit       IRDAC       ( Arbeitsgruppe          Biotechnologie         des     Beratenden
Industrieforschungs - und           Entwicklungsausschusses )         sind    eingehende
Beratungen im Zuge der Vorbereitung des vorgeschlagenen Programms geführt
worden , aufgrund derer sie das vorgeschlagene Programm befürwortet haben .
TEIL B : PAS VORGESCHLAGENE GEMEINSCHAFTSPROGRAMM
3.    Programmübersicht
In der Biotechnologie macht es der weite Rahmen der besonderen Kenntnisse
und Fähigkeiten in allen Naturwissenschaften und verwandten Technologien
und durch den weltweiten schnellen Fortschritt unmöglich für die
einzelnen Mitgliedsstaaten , in allen betreffenden Bereichen auf der Höhe
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und international wettbewerbsfähig zu sein . Dieses Programm eröffnet die
Möglichkeit ,      diese Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen ,                  in dem die
komplementären Kenntnisse der Mitgliedsstaaten zusammengefügt werden .
Die     Stimulierung        durch    Gemeinschaftsprojekte           für      eine    neue
agroindustrielle      Entwicklung     in   den     Mitgliedsstaaten       und    verwandte
Aktivitäten ( Austausch von Versuchsergebnissen und Ausbildungs - und
Mobililtätsbeihilfen ) ist ein Mittel nationale Programme ergänzen und für
eine gemeinschaftsweite Initiative bestens geeignet .                Das vorgeschlagene
Programm entspricht sehr genau den Auswahlkriterien von Anhang 3 der
Ratsentscheidung       ( September     1987 )     bezüglich      des     Rahmenprogramms
( 1987-1991 ) .
Das jetzt vorgeschlagene Programm wird                durch weitere Forschung und
technologische       Entwicklung       versuchen ,        einige      der      bestehenden
Forschungsergebnisse und technischen Fähigkeiten zur praktischen
Anwendung zu bringen . Es sollte sich darüberhinaus mit der technischen
Durchführbarkeit und bis zu einem gewissen Grade mit der möglichen
wirtschaftlichen Lebensfähigkeit befassen ( z.B. der Auswirkung auf die
Kosten bei Erzeugung in grösserem Rahmen ). Das Programm wird danach
trachten ,      die   wesentlichen      Faktoren       wie    Reproduzierbarkeit       von
Laboratoriumsresultaten           auf      einer        grösseren         Ebene      unter
Versuchsfeldbedingungen          und    unter       verschiedenen         Klimaten     auf
unterschiedlichen Böden landwirtschaftlicher Praktiken zu klären .                  Es ist
natürlich auch notwendig , Versuche , die sich auf die sich an die Ernte
anschliessende Verarbeitung beziehen , durchzuführen .
Wo die notwendige Bündelung der zur Verfügung stehenden Mittel die Anzahl
der Projekte und Örtlichkeiten der Aktivitäten begrenzt ,                        wird die
Unterstützung durch Mobilitätsstipendien es                  einzelnen Personen aus
anderen Teilen der Gemeinschaft ermöglichen ,                 sich der Projektgruppe
anzuschliessen .      Auf     diese   Art     und    Weise    können     die    Kenntnisse
verschiedener Disziplinen zusammengefasst werden und die Ergebnisse und
Erfahrungen effizienter in der ganzen Gemeinschaft verbreitet werden .
Feldversuche und Entwicklungsprojekte kosten normalerweise viel Geld und
sind manchmal schwierig durchzuführen .            Um einen grösstmöglichen Vorteil
dieser Anstrengungen zu erzielen ,          ist es erforderlich ,         die Ergebnisse
systematisch zu verbreiten . Dies muss nicht nur über die bestehenden
Verbreitungsmechanismen sondern darüber hinaus über solche erfolgen , die
es    ermöglichen      neue     potentielle       Verbraucher ,        insbesondere     im
Industriebereich ,        zu erreichen .        Die Mitgliedsstaaten werden            von
standardisierten Feldversuchen , zum Beispiel für eine bestimmte Sorte ,
die auf europäischer Ebene durchgeführt werden , und von Verfahren , die
auf Gemeinschaftsebene angewendet werden , Nutzen ziehen . Die Ergebnisse
werden frei über nationale und sektoreile Grenzen verbreitet werden ,                  die
jedoch entsprechende Sicherheiten für das geistige Eigentum ( siehe Teil
6-5 ), wie sie in anderen Forschungsprogrammen der Gemeinschaft mit
 industrieller Beteiligung bereits entwickelt wurden , vorsehen müssen .
Es ist möglich , dass Ergebnisse eines Mitgliedsstaates auch sinnvoll
unter den agroindustriellen Bedingungen in einem anderen Land ausgewertet
werden können . Die weitere Entwicklung und Auswertung von Ergebnissen
kann zusätzliche Arbeit und Investitionen verlangen . Es ist das Ziel des
vorgeschlagenen Gemeinschaftsprogramms ,              dass die industriellen oder
 ---pagebreak---                                         - 19-
anderen Partner ,    die die Projekte mit finanzieren , hinreichend durch die
Ergebnisse    ermutigt    werden ,    die    zusätzlichen      Schritte ,    die   zur
                                                 20
Verbesserung fuhren , selbst zu ergreifen .
4 . Programmstruktur und Inhalt
Der Schwerpunkt des Programms wird darauf ausgerichtet sein ,             zu prüfen ,
wie durch eine engere Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Industrie die
Wertschöpfung in diesem Gesamtbereich gesteigert werden kann .                Vorhaben
die industrielle Aktivitäten ,             die der Landwirtschaft vor - und
nachgeschaltet sind , mit diesen verknüpfen , werden besonders gefördert
werden .   Es ist selbstverständlich ,            dass dabei nur die Vorhaben
berücksichtigt     werden   können ,    die     die   letzten     wissenschaftlichen
Erkenntnisse verwerten .
Ein weiteres wesentliches Kriterium für die Auswahl der Vorhaben wird
deren Auswirkung auf die Erhaltung und Förderung des Umweltschutzes
darstellen .
Auf der Grundlage der von Einzelinteressenten und Berufsverbänden zum
Ausdruck gebrachten Ansichten ergeben sich die folgenden Schwerpunkte für
Förderungsvorhaben .
4.1   Landwirtsehaftliche Erzeugung zur industriel len Verwendung
Hierbei   handelt     es  sich   im   wesentlichen      um   die   Weiterentwicklung
bestehender    und   die   Neuentwicklung      alternativer     landwirtschaftlicher
Erzeugnisse .     Im einzelnen geht es dabei um eine Vielzahl von
verschiedenen    Aspekten wie z.B.            die Charakterisierung ,         Auswahl ,
Verwendung und   Verbreitung neuer biotechnologischer Methoden . Ein weites
Feld werden       landwirtschaftliche Erzeugnisse            einnehmen ,     die den
industriellen Bedürfnissen entsprechen und damit einen zusätzlichen
Absatz eröffnen . Vorrang wird Projekten eingeräumt werden , die :
                                                             «
- den Anforderungen der industriel len Verarbeitung             Rechnung tragen
- für die Tierernahrung Vorteile erwarten lassen
Die entsprechenden Vorhaben werden Versuche               unterschiedlicher Grosse
unter den verschiedensten relevanten Bedingungen wie z.B.             Klima ,   Boden ,
Düngung , Fütterung usw . betreffen .
Im einzelnen kann dabei im pflanzlichen Bereich an die züchterische
Weiterentwicklung von Flachs bezüglich der Faserfestigkeit und des
Samenertrags ,   von Sonnenblumen bezüglich eines hohen Ölsäuregehalts , von
Raps bezüglich eines hohen Erucasäuregehalts                von Soja bezüglich der
Klimaanpassung an mitteleuropäische Bedingungen usw . gedacht werden . Für
die Tierernährung werden bedeutende Versuche             die z.B.    die Entwicklung
inhaltsreicher     Futterstoffe    oder   aber    die  verbesserte    Verdaulichkeit
20 Die Kommissionsdienste ,        die mit der Durchführung der unter 8.4
    genannten Aktion des Rahmenprogramms beauftragt sind , können dort wo
    nötig Kontraktanten zur Seite stehen um zu einer wirtschaftlichen
    Anwendung ihrer Resultate zu gelangen .
 ---pagebreak---                                         - 20 -
betreffen sicherlich eine grosse Rolle spielen . Erste Fortschritte in
riiese Richtung sind in der Vergangenhei t u.a . mit lysinreicher Gerste
gemacht worden .
4.2 Industrielle Gesichtspunkte
Im Bereich der industriellen Erzeugung geht es sowohl um Vorhaben , die
der    Landwirtschaft vor - bzw .      nachgeschaltet sind .      Die technische
Entwicklung im industriellen Bereich hat insbesondere hinsichtlich der
landwirtschaftlichen Betriebsmittel in den vergangenen Jahrzehnten eine
stürmische Entwicklung durchlaufen , die neben züchterischen Massnahmen
entscheidend mit dazu beigetragen hat ,             die Erträge nachhaltig zu
steigern .    Die Entwicklung im Bereich der Verarbeitung landwirt­
schaftlicher Erzeugnisse gemeinschaftlichen Ursprungs ist weniger schnell
vorangeschritten ,    da die Industrie einerseits auf billige Rohstoffe
landwirtschaftlichen Ursprungs aus Dritten Ländern und andererseits auf
die Verarbeitung von Erdöl zurückgegriffen hat .
Auf dem Gebiet der Betriebsmittel wird es vor allem darum gehen ,               in
Zukunft derartige Vorhaben zu fördern , die weniger den Ertrag steigern
aber mehr günstigen Einfluss auf die Umweltverträglichkeit haben . Im
einzelnen kann dabei daran gedacht werden , mit Hilfe der Biotechnologie ,
insbesondere im Bereich der biologisch abbaubaren Pflanzenschutzmittel ,
welche über ein spezifisches Anwendungsspektrum verfügen ,                  weiter
voranzuschreiten .     Gleichzeitig     geht   es   auch   um   neue  mikrobielle
Behandlungen ,    die die Pflanzenernährung z.B.        hinsichtlich Stickstoff ,
Phosphor und Spurenelementen in Gemüse , Getreide , Bäumen und anderen
holzartigen Pflanzen fördern . Für die Umwelt von besonderer Bedeutung
werden Vorhaben sein ,        die eine bessere Ausnutzung der Düngergaben
ermöglichen und damit die Auswaschverluste eingrenzen .
Hinsichtlich     der der Landwirtschaft nachgeschalteten industriellen
Aktivitäten geht es z.B. um neue Aufschluss - oder Aufbereitungsverfahren ,
die die bisherigen traditionellen Verfahren technologisch dem Stand der
heutigen Technik anpassen . Dabei geht es natürlich auch darum , neue
Verwendungen für bestimmte Inhaltsstoffe der entsprechenden Erzeugnisse
zu finden .   In diesem Zusammenhang kann z.B.        an Flachs ,  Raps oder aber
auch an Stärke gedacht werden .           Es kann sich dabei u.a .        um neue
Verwendungen für z.B. von Erucasäure , die aus Rapsöl gewonnen wurde oder
aber um neuartiges Verpackungsmaterial ,         das unter Anwendung von hohen
Drücken aus Stärke gewonnen wurde , handeln . Eine breite Einführung eines
derartigen Verpackungsmaterials , das biologisch abbaubar ist , könnte als
entscheidender Durchbruch im Umweltbereich angesehen werden .           Die Liste
der möglichen Anwendungen ist in diesem Bereich besonders gross , da
Stärke und Zucker ,          wesentlicher Bestandteil landwirtschaftlicher
Erzeugnisse ,      zu    den     verschiedensten      industriell    verwertbaren
Vorerzeugnissen verarbeitet werden können .
4 . 3 Integrierte Vorhaben
Diese Vorhaben können eine Vielzahl von Themen betreffen , die einerseits
integrierte      landwirtschaftliche       industrielle     Vorhaben    wie    die
Gesamtpflanzenernte und andererseits den Gebrauch von neuen Technologien
auf dem Bauernhof betreffen . Bei der Gesamtpflanzenernte geht es darum ,
alle Pflanzenteile einer Verwertung zuzuführen und nicht wie heute weit
 ---pagebreak---                                          - 21 -
verbreitet einen Teil auf dem Feld zurückzulassen .              Eine entsprechende
Pflanze ,    gegebenenfalls eine Neuzüchtung ,       wird mit den ihr spezifischen
Anbautechniken       angebaut     und   mit      einer   besonderen      Erntetechnik
eingebracht . Die Verwertung sollte an einem zentralen Verarbeitungsplatz ,
der durch mehrere Landwirte beliefert wird , erfolgen . Die Pflanze kann in
dieser Anlage in ihre Einzelteile wie Stengel , Blätter und Saat zerlegt
und jedes einzelne Element einer besonderen Verwertung zugeführt werden .
Diese Vorstellungen sind nicht neu . Vollständige Ernte und Aufbereitung
sind bei der Gewinnung von Heu und Gärfutter ein gängiges Verfahren . Ein
anderes Beispiel für ein derartiges Verfahren ist die Strohbergung beim
Getreideanbau und seine anschliessende Verwertung zur Herstellung von
Zel lulose .
Hinsichtlich der integrierten Technologie geht es um den Einsatz von
modernen Kommunikationsmitteln ,            Automatisierungsvorgängen und der
Einführung neuer vollautomatischer Mechanisierungsketten . Diese Techniken
werden zu einer Rationalisierung im landwirtschaftlichen Betrieb führen .
5 . Management des Programms
Die Projekte werden in der Form von vertragsmässigen Forschungsprojekten
und Entwicklung auf der Grundlage geteilter Kosten durchgeführt .                  Das
Programm sieht ebenso Ausbildungs - und Mobilitätsbeihilfen entsprechend
Teil 5.3 und Koordinierungsaktivitäten vor .
5 . 1 Vorbereitung . Management und Bewertung von Programmen
In ihrer Aufgabe der Vorbereitung der Entwicklungsaktivitäten ( im Rahmen
der durch die Ratsentscheidung definierten Bedingungen ) und hinsichtlich
des Managememnt Programms wird die Kommission durch                  ein beratendes
Management - und Koordinierungskomitee für die auf der Biotechnologie
fussende agroindustrielle Entwicklung unterstützt werden . Um eine gute
Koordinierung mit den entsprechenden Programmen sicherzustellen , ist es
wünschenswert , dass dieser BVKA Vertreter anderer interessierter BVKAs ,
insbesondere     des     BVKA   für Biotechnologie      und  des    SCAR   ( Ständiger
Ausschuss für Agrarforschung ) enthalten . Der BVKA wird bei der Definition
der vorrangigen Themen eine Beratungsfunktion einnehmen . Die Prioritäten
werden in der Ausschreibung für Vorschläge eindeutig angegeben werden .
Der    BVKA   wird   ebenso     eine  Schlüsselrolle     in  der    zunehmenden    und
effizienten Koordinierung zwischen den nationalen Aktivitäten und den
vorliegenden Programmen einnehmen .
Das Programm wird in Übereinstimmung mit der "Mitteilung an den Rat über
einen    gemeinschaftlichen       Aktionsplan     betreffend   die    Bewertung    von
Porschungs - und Entwicklungstätigkeiten für den Zeitraum 1987-1991 ",
KOM ( 86)660 endg .      bewertet werden .      Eine Summe von ungefähr 150.000
Rechnungseinheiten ist für diesen Zweck vorgesehen .
5 . 2 Teilnehmer . Grösse der Projekte
Teilnehmer in den Forschungsprogrammen können                     industrielle und
landwirtschaftliche Unternehmen , Genossenschaften , Zusammenschlüsse von
solchen      Unternehmen ,      Forschungsinstitute      und    Universitäten      der
Gemeinschaft      sein .     Normalerweise      sollten   Forschungsinstitute      und
 ---pagebreak---                                         - 22 -
Universitäten nur an einem Projekt teilnehmen , dessen finanzielle Quellen
( andere als von der Gemeinschaft ) im wesentlichen von industriellen oder
landwirtschaftlichen Unternehmen oder einem Zusammenschluss kommen .
Besondere      Anstrengungen werden getroffen werden ,                   um mögliche
Antragsteller , insbesondere mittelständische Betriebe , an einer Teilnahme
zu interessieren .     Zu diesem Zweck werden neu geschaffene Kontakte in
enger Zusammenarbeit mit dem BVKA benutzt werden . Zur Information und zum
Anreiz    für   Antragsteller ,    ihr    Interesse     in   einem    frühen   Stadium
kundzutun .      wird   eine    Gesamtinformation ,        die     alle    notwendigen
Informationen enthält , herausgegeben werden und vorab eine Bekanntmachung
jm Amtsblatt erfolgen .
Vorschläge sollen Teilnehmer von mehr als einem Mitgliedsstaat betreffen .
Antworten     sollten  von   hinreichender       Grösse   sein   um   bedeutende   und
zuverlässige Resultate zu erzielen .            Es ist wahrscheinlich , dass die
durchschnittliche Grösse diejenige durchschnittlicher Grundlagenforschung
übersteigt .
Es ist vorzusehen ,     dass ein typisches Projekt eine Reihe von Kontrakten
betrifft ,     die  auf verschiedene Gesichtspunkte           eines repräsentativen
Problems ausgerichtet sind .       Für jedes Projekt werden Zielvorstellungen ,
Zeitraum und Plan durch die Kommission mit den ausgewählten Betroffenen
des Ausschreibungsverfahrens festgelegt werden .             Ein durchschnittliches
oder typisches Projekt wird fünf Vertragspartner betreffen , wobei jeder
für Personal , Ausrüstung und Betriebsmittel eine Summe von zwischen 0.2
und 0.5 MECU pro Jahr für die Dauer von vier Jahren ausgeben wird .
Demzufolge werden die Gesamtprojektkosten sich in der Grössenordnung von
2-8 MECU bewegen , wovon die Gemeinschaft nicht mehr als 50 % übernimmt .
 Innerhalb     der    drei    Sektoren       ( siehe    4-1 , 4-2 , 4-3 )    kann   es
durchschnittlich zehn derartiger Gemeinschaftsvorhaben geben ,                 für die
.jodos im Durchschnitt 2.4 MECU von der Gemeinschaft erhält .                     Eine
annäherungsweise Aufschlüsselung innerhalb des ersten Sektors kann dazu
 führen ,  eine oder höchstens zwei Zielsorten auszuwählen wie Ölpflanzen ,
Getreide , Faserpflanzen , holzartige Sorten oder Tiere .
Eine   ähnliche    Konzentration wird      in    den  anderen   Sektoren    angewendet
werden .    Ein Projekt kann die Zusammenarbeit über Sektoren hinweg
schaffen , z.B. Arbeiten über eine Sorte mit der Arbeit hinsichtlich der
besonderen Bedingungen für ihren Anbau und / oder die Entwicklung
entsprechender industrieller Verarbeitungstechnologien .
5.3 Ausbi Idungs - und Mobi 1 itatsst ipendien
Stipendien sind in dem Programm vorgesehen ,           die die Ausbildung und / oder
die Mobilität erleichtern , zu Bedingungen , die besonders auf die Ziele
und Verbreitung der Resultate der Programme ausgerichtet sind .
Zwei typische Fälle würden sein :
 il )   Etn Eortbi ldungsst ipendium ,         das es einem jungen Forscher
        ermöglicht . sich übernational einer Projektgruppe anzuschl iessen
        und dabei einige Erfahrung sowie seine Arbeitskraft einbringt ,
        dabei jedoch hauptsächlich lernt und die neue Erfahrung am Ende des
        Projektes nach Hause oder ansderswo hin mitnimmt .
 ---pagebreak---                                           - 23-
( II )   Ein Mobilitätsstipendium ,      das die Anwerbung für ein Projekt oder
         die Versetzung eines erfahrenen Wissenschaftlers oder Ingenieurs ,
         dessen Erfahrung in einem anderen Ort innerhalb der Zusammenarbeit
         gebraucht wird .
Die Stipendien können für die Dauer eines Projektes oder für kürzere
Perioden ,      in Abhangigkeit der Notwendigkeit , die sich aus dem Projekt
und den individuellen Wünschen der Betroffenen ergeben ,              festgelegt
werden .     Die Aufforderung zu Bewerbungen wird nach Ingangkommen des
Programms erfolgen .
Der Wissenschaftler wird direkte Zahlungen aus dem Stipendium erhalten .
Nötigenfalls werden Ausgleichszahlungen an die gastgebende Einrichtung
gezahlt werden ;       die Tätigkeit wird jedoch funktionell in die Vorhaben
einbezogen sein .
5.4 Koordinierungsaktivitâten
Wie in Teil 5.3.1 hervorgehoben wird ein wichtiger Teil des Programms die
Förderung von koordinierten Aktivitäten der agroindustriellen Entwicklung
in Europa betreffen .          Dies schliesst die Koordinierung innerhalb der
Mitgliedsstaaten als          auch intersektorale Koordination ein .        Diese
Koordination       wird    teilweise    durch    die  Anwendung   des   Programms
verwirklicht werden ,       aber auch durch die Mithilfe und Zusammenarbeit des
BVKA ,    IRDAC , SCAR und all derjenigen , die für die nationalen Aktivitäten
verantwortlich sind .
5.5 Zugang zu und Auswertung der Ergebnisse , Verbreitung von Information
Die allgemeinen Regeln für den Gebrauch der Ergebnisse sind in dem
Kommissionsvorschlag vorgesehen ,         der dem Rat als Folge der Artikel 130K
und 130L der Einheitlichen Akte vorgelegt werden wird .
Diese     Bedingungen     sind   für andere Gemeinschaftsprogramme mit      hoher
 industrieller      Bedeutung ,     insbesondere     BRITE  vorbereitet   worden .
 Einzelheiten hinsichtlich des Rechts auf Zugang , ’ Lizenzen und andere
allgemeine Informationen werden wie für BRITE in einem Informationspaket
veröffentlicht werden , welche während der Vorbereitungsphase der Projekte
herausgegeben werden .
 6.    Kriterien für die Auswahl der Projekte und Beziehungen mit anderen
       Programmen
 6. 1   Kriterien .    die für die Auswahl der Projekte hinzugezogen werden
        müssen
 Bei einem Entwicklungsprogramm dieser Art ergibt sich ein weites Spektrum
 möglicher Tätigkeiten .         Um die Verzettelung der Haushaltsmittel auf
 zahllose , wirtschaftlich kaum tragfähige Einzelvorhaben zu vermeiden , ist
 es notwendig ,      sich auf bestimmte , unter strenger Anwendung geeigneter
 Kriterien ausgewählte Arten von Aktivitäten zu beschränken .
 ---pagebreak---                                           - 24-
Die folgcnden Kriterien werdon angewendet werden :
(I)        Die Vorhaben müssen in erster Linie auf die praktische Anwendung
           der Ergebnisse von Grundlagen - oder Laborforschung mit Hilfe der
           Biotechnologie ausgerichtet sein um Systeme zu entwickeln , die auf
           einer gesicherten wissenschaftlichen und technischen Grundlage
           auf bauen .
( II )     Bei   der   Auswahl  der  Vorhaben     wird  der  Schwerpunkt    auf  die
           wirtschaftliche Durchführbarkeit der vorgeschlagenen Tätigkeit
           gelegt . Als Nachweis dafür wird erwartet , dass sich die Wirtschaft
           in ihren Vorschlägen in der Regel zur Übernahme von mindestens
           50 % der Projektkosten während der Vertragsdauer verpflichtet .
( III )    Die Projekte müssen geeignet sein , wirtschaftliche Stärke und
           Wettbewerbsfähigkeit     und      zu dem besonderen Vorteil           der
           Europäischen Gemeinschaft beizutragen .
( IV )     Prioritäten werden den Vorhaben eingeräumt , die es ermöglichen ,
           einen grösseren Teil des Wertzuwachses in der Produktionskette
           denjenigen ländlichen Gebieten zugute kommen zu lassen , in denen
           die Agrarrohstoffe produziert worden sind und die deswegen zur
           ländlichen Entwicklung beitragen .
(V)        Die Projekte müssen so ausgewählt sein ,        dass damit unerwünschte
           Nebenwirkungen auf die Umwelt vermieden werden .           Vorteilhaftere
           Auswirkungen     könnten   als     Gesichtspunkt   für    eine   günstige
           Beurteilung betrachtet werden .
 ( VI )    Unter Berücksichtigung der verhältnismässig hohen Kosten für
           Entwicklungsprojekte sollten Vorschläge so aufgemacht sein , dass
           es möglich ist , einen internationalen Vergleich , den Fortschritt ,
           die Leistungen und die Endresultate leicht zu beurteilen .
 ( VII )   Die ausgewählten Projekte werden nicht zu Wettbewerbsverzerrungen
           auf den Gemeinschaftsmärkten führen .
6.2 Beziehung und Zusammenarbeit mit anderen Gemeinschaf tspolitiken
        und - programmen
Das Rahmenprogramm
Dieser Vorschlag für ein auf Biotechnologie aufbauendes Programm
agroindustrieller technischer Entwicklung ist Teil des gemeinschaftlichen
 Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung ( 1987-1992 )
unter der Überschrift "Nutzung und optimaler Gebrauch biologischer
 Ressourcen ". Es wird mit den anderen laufenden und zukünftigen besonderen
Aktionen unter der Überschrift "Biotechnologie" und "Wettbewerbsfähigkeit
 der Gemeinschaft und Management                 landwirtschaftlicher Ressourcen "
 koordiniert werden und ergänzt sie weitgehend .                Das Hauptziel des
 vorliegenden Programmvorschlags ist die Entwicklung von Projekten , die
 möglicherweise zu neuen oder verbesserten Produkten ,                Verfahren und
 Dienstleistungen ,        die ebenso       notwendigerweise    eine    industrielle
  Investition verlangen , führt .
 ---pagebreak---                                             - 25-
Unter der Überschrift "agroindustriel le Technologien” wird ebenfalls ein
die Technologien der Ernährungsindustrien betreffender Programmvorschlag
unterbreitet werden , der ECLAIR ergänzt .
Forst - und Biomasse Programme
Etwa 5 % der Antworten auf die Ausschreibung für Interessenbekundungen
betreffen Projekte im Bereich der Forstwirtschaft .                   Einige von diesen
könnten sich mit dem laufenden Programm betreffend die Herstellung und
Gebrauch von Holz als Rohmaterial und mit denjenigen für Biomasse zu
Energiezwecken überschneiden .             Dies gilt ebenso für Forstprojekte
innerhalb     des   landwirtschaftlichen        Bereichs .    Besondere    Aufmerksamkeit
wird darauf gerichtet sein , die Überschneidungen mit diesen Programmen zu
vermeiden und Übereinstimmung mit diesen sicherzustellen .                           Jedes
Forst - oder     Biomasseerzeugungsprogramm          in   den   vorliegenden     Programm-
vorschlägen sollte          insbesondere mit der Entwicklung für spezielle
industrielle Zwecke von Systemen ,               die • die Ergebnisse der Forschung
berücksichtigen ,         betreffen .     Die Auswahlkriterien werden Projekte
bevorzugen ,       die wissenschaftliche und industrielle Zusammenarbeit
betreffen ,     wobei ein Schwerpunkt auf die Biotechnologie entfällt .              Unter
Berücksichtigung         dieser     Bemerkungen       werden     Forst - oder    Biomasse-
produktionsprojekte unter die Überschrift in Teil 4 fallen .
Wettbewerbsfähigkeit         in   der    Gemeinschaft und          Management    landwirt­
 schaftlicher Ressourcen
 Die Ziele für die laufenden und zukünftigen Gemeinschaftsprogramme für
 die Koordinierung der landwirtschaftlichen Forschung ergeben sich aus den
 Imperativen der Landwirtschaftspolitik . Laufende Programme und Pläne
 enthalten solche Elemlente wie Diversifizierung ,                      höhere Qualität ,
 geringere Erzeugungskosten ,            Forstgesichtspunkte und Effizienz des
 Einsatzes der menschlichen Arbeitskraft . Es gibt deswegen verschiedene
 gleiche Interessen mit ECLAIR . - Diese sind im Detail zwischen den
 verschiedenen Dienststellen der Kommission diskutiert worden und es wird
 eine enge Koordination              sichergestellt werden,’ um die natürliche
 Komplementarität zwischen den zwei Aktivitäten zu gewährleisten und jede
 mögliche Verdoppelung zu vermeiden .
 Umweltgesichtspunkte
 Besondere Aufmerksamkeit wird der Vermeidung von eventuell schädlichen
 und der Förderung von günstigen Umweltauswirkungen als ein Ergebnis der
 vorgeschlagenen Aktivitäten gegeben werden .              Die Biotechnologien haben im
 allgemeinen starke positive Auswirkungen auf die Umwelt ,                  in dem sie zum
 einen    den  Abfall    in  der  Landwirtschaft       sowohl   von  Betriebsmitteln    als
  auch von hergestellten Erzeugnissen vermindern               und zum anderen einfache
  energieeffiziente Verfahren einführen . Dieses Vermögen steht in keiner
  Weise im Gegensatz zum zentralen Thema des Programms sondern ergänzt es
  in  vollkommener      Weise .    Wie   bereits     im   vierten    Aktionsprogramm der
                               '  .    .     21
  Gemeinschaft für den Umweltschutz               erwähnt ,   besteht eine wesentliche
  wirtschaftliche Chance in der Entwicklung von Technologien ,                Erzeugnissen
  und Dienstleistungen für den Schutz und die Verbesserung der Umwelt .
  21    K0M(86)485     " EG   viertes    Aktionsprogramm        für    den   Umweltschutz”
       ( 1987-1992 )
 ---pagebreak---                                          - 26-
6.3 Koordinierung      mit   nationalen    Aktivitaten     und   Zusammenarbeit     mit
      EUREKA
6.3.1 . Koordinierung mit nationalen Aktivitäten
In verschiedenen Mitgliedsstaaten entwickeln sich öffentliche und private
Initiativen oder werden vorbereitet ,           die mit einigen der Zielsetzungen
und Methoden ,     die für das vorgeschlagene Programm vorgesehen sind ,
übereinstimmen .      Die   Teilnahme    in    einem   Gemeinschaftsrahmen       könnte
Vorteile hinsichtlich Zugang zu einem weiten Rahmen von Kenntnissen und
Techniken    bieten .     Dies  gilt  ebenso      für den     Bereich   der   für die
gemeinschaftliche Finanzierung und Kosten - und Risikenteilung infrage
kommenden Partner ,        die kritische Masse ,         die notwendig ist ,         um
erfolgreiche Resultate zu erreichen und leichteren Zugang zu dem Markt
der Gemeinschaft für die Verbreitung der Ergebnisse und einer eventuellen
Vermarktung .
Diejenigen ,    die in den Mitgliedsstaaten für die jeweiligen Aktivitäten
verantwortlich sind ,       werden aufgefordert , mit der Kommission Kontakt
aufzunehmen um die           Anstrengungen zu koordinieren ,             Informationen
auszutauschen und Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln ,               die mit den
Zielen und Modalitäten der entsprechenden Programme in Übereinstimmung
sind .
6.3.2 . Zusammenarbeit mit EUREKA
Die vorgesehenen mehr allgemeinen und vorwettbewerblichen technologischen
Arbeiten      in    dem     vorgeschlagenen        Gemeinschaftsprogramm        sollten
Möglichkeiten für EUREKA Projekte mit wirtschaftlichen Zielen schaffen .
7.    Finanzielle Gesichtspunkte
7 . 1 Verträge und allgemeine Regeln
Die Gemeinschaftsfinanzierung sollte sich in der Regel auf höchstens 50 %
der    Gesamtkosten    des  Vorhabens   belaufen .     Der   Rest  sollte    in  seiner
überwiegenden Mehrheit von der Industrie finanziert werden .
Die Gesamtf inanzierung aus dem Gemeinschaftsbudget für Verträge
einschliesslich Ausbildungs - und Mobilitätsstipendien wird auf 72 MECU
geschätzt . Auf der Grundlage der durchgeführten Konsultationen und den
erhaltenen Interessenbekundungen besteht das Potential für ein wesentlich
grösseres Programm ( unter Berücksichtigung der Anträge und der Angebote
 zur   Kofinanzierung ).     Der vorgeschlagene       Betrag wird bei effizienter
 Einsatzplanung und Verwaltung entsprechend obiger Ausführungen jedoch
 genügen , um eine gute Grundlage für eine kleine Anzahl entscheidender
 Fortschritte in jedem der drei Bereiche zu bieten .
 Die Kommission wird in Beratung mit dem BVKA aufgrund der Antworten auf
 die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen                    die   endgültigen
 Entscheidungen , die veröffentlicht werden , treffen .
 7.2 Laufende Kosten
 Eine finanzielle Beteiligung der Gemeinscshaf t in Höhe von 2.5 MECU ist
 für verschiedene Bereiche vorgesehen ,               von denen die wichtigsten
 nachstehend aufgeführt sind :
 ---pagebreak---                                      - 27-
- Sitzungen und Arbeitstagungen von Vertragsnehmern für die Übermittlung
   von Ergebnissen zwischen den Teams und anderen interessierten Experten ,
   Diskussion von Problemen und Fortschritten
- Unterstützung von Koordinierungsvorhaben ( Sitzungen , Experten usw . )
7.3 Personalkosten
Die Durchführung des Programms erfordert Ausgaben von 5.6 MECU fur einen
Personalbestand von 13 Bediensteten :
           7  Bedienstete Laufbahngruppe A
           1  Bediensteter Laufbahngruppe B
           5  Bedienstete Laufbahngruppe C
Die Bediensteten werden eng mit den Vertragsnehmern Zusammenarbeiten und
werden    ein   weites   Netzwerk  von     Kontakten  mit   den  teilnehmenden
industriellen Gruppierungen und Organisationen aufbauen . Sie sollten sich
als Grundlage für die bereits genannten Koordinationsaktionen              mit
Unterstützung der Mitglieder des BVKA über die entsprechenden nationalen
Arbeiten     in   staatlichen   Forschungsstationen ,     landwirtschaftlichen
 Instituten und Universitäten informieren .
Unter Berücksichtigung dieser Anforderungen werden zwei wissenschaftliche
Bedienstete für jeden der drei in Teil 4 beschriebenen Sektoren mit
zusätzlich    entsprechenden Hilfskräften als Mindestbedarf betrachtet .
 ---pagebreak---                                       1
                  VORSCHLAG FÜR EINEN BESCHLUSS DES RATES
            iiber ein erstes mehrjàhriges Programm ( 1988-1993 )
            fur biotechnologische , agroindustrielle Forschung
                        und technologische Entwicklung
                                "E C L A I R "
    European Collaborative Linkage of Agriculture and Industry through
                                   Research
DER RAT DER EUROPÀISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt    auf     den    Vertrag     zur     Gründung der      Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 130Q , Absatz 2 ,
auf Vorschlag der Kommission 1 ,
                                        2
in Zusammenarbeit mit dem Parlament
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses
in Erwagung nachstehender Gründe :
Nach Artikel 130 K des Vertrags wird das Rahmenprogramm im Wege
spezifischer Programme durchgeführt , die innerhalb seiner einzelnen
Aktionen entwickelt werden .
 2
 3
 ---pagebreak---                                            2
Mit seinem BeschluB vom 28 . September 1987 hat der Rat ein Rahmenprogramm
fiir Forsohung und technologische Entwicklung der Gemeinschaft ( 1987-1991 )
Л уога»)5с1п<'(1е1 . <1аз (И е ОигсЬГиЬгипе УОП ТаИвкеИеп гиг Уег«ег1ип§ ип<1
optimalen Nutzung biologischer Ressourcen vorsieht .
Fachkenntnisse und Fachkräfte für die agrarwirtschaftliche Entwicklung
sind genügend vorhanden ,        jedoch befinden sich die Kapazitäten Europas in
den verschiedenen Mitgliedsstaaten , so daß sich aus der Zusammenarbeit in
einem Gemeinschaftsprogramm gegenseitiger Nutzen ziehen lässt .
 In seiner Beurteilung der Moglichkeiten für die biotechnologische
                    .          ....      .    ..... 5 ...            „
Entwicklung in der europäischen Agrarwirtschaft betonte das Europäische
Parlament ,      daß diese der Förderung einer qualitätsorientierten
Agrarpolitik mit hohem Mehrwert dienen muß und die Gemeinschaft
 biotechnologische Forschungen unterstützen sollte ,             die auf eine
 Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Wirtschaftsweisen
 abzielen .
 Solche Tätigkeiten würden eine konsequente Ergänzung zu den Forschungs-
 programmen der Gemeinschaft in den Bereichen der Biotechnologie und der
 Landwirtschaft bilden und die Anwendung ihrer Ergebnisse auf die sozialen
 und wirtschaftlichen Ziele der Gemeinschaft fördern .
 Entwicklungstätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und
  Industrie können zur Lösung einiger Probleme beitragen , denen sich die
 Landwirtschaft innerhalb der Gemeinschaft gegenwärtig gegenübergestellt
 s i eht .
  Es ist notwendig , kleine und mittlere Betriebe soweit als möglich in das
  auf Biotechnologie gestützte agroindustriel le technologische Entwick-
  lungsprogramm mit einzubeziehen .
  Der CREST ( Ausschuss für wissenschaftliche und technische Forschung ) hat
  seine Stel lungnahme zu dem Vorschlag der Kommission abgegeben .
   4 ABL Nr . L302 vom 24 .    10 . 1987
   8   АВЕ N ^. С75 / 22 , уот 23.3.1987
 ---pagebreak---                                         3
BESCHLIESST :
                                   Artikel 1
Die   Europäische    Wirtschaftsgemeinschaft      führt   ein   Forschungs - und
Entwicklungsprogramm auf dem Gebiet         der  biotechnologisch orientierten
agrarwirtschaftlichen Entwicklung entsprechend Anhang I mit fünfjähriger
Laufzeit ab 1 . Juli 1988 durch .
Das   Programm soll    aus  Vertragsforschung ,      Koordinierungsaktionen und
Ausbildungs - und Mobilitätsstipendien bestehen .         Die Teilnehmer können
industrielle oder landwirtschaftliche Betriebe ,        Forschungsinstitutionen ,
Universitäten oder Kombinationen davon sein ,           die sich innerhalb der
Gemeinschaft befinden .
Normalerweise sollten Forschungsinstitute und Universitäten             in einer
Gruppe zusammen     mit einem oder mehreren        industriellen Organisationen
teilnehmen .   Forschungsinstitute ,   die hauptsächlich oder ausschliesslich
durch    industrielle    Organisationen     finanziert    werden ,   werden  als
industriel le Teilnehmer betrachtet .
Projekte müssen von       Teilnehmern    aus   mehr   als  einem Mitgliedsstaat
durchgeführt werden .
Als eine allgemeine Regel gilt ,     dass die Gemeinschaf tsbeteiligung nicht
50 % überschreitet .    Der Rest muss in seiner Mehrheit aus industriellen
Ouellen stammen .
                                   Artikel 2
Die nötigen Mittel für die Durchführung des Programms werden auf 80
Millionen ECU veranschlagt ,       einschließlich der Ausgaben für einen
 13-köpfigen Personalstab .
                                   Artikel 3
 Im dritten Jahr der Anwendung des Programms wird die Kommission eine
Überprüfung durchführen . Eine Bewertung wird vor dem Ende des Programms
 im Licht der in Anhang II dargelegten Ziele durchgeführt werden .
                                   Artikel 4
Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich und
wird dabei von einem nach Beschluß des Rates Nr . 84 / 338 / Euratom vom 29 .
Juni 19846 eingesetzten Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungs-
 ausschuS ( BVKA ) unterstützt .
 6 ABL Nr . L177 vom 04.07.1984 , S. 25
 ---pagebreak---                                      4
                                 Artikel 5
Dieser Beschluß gilt vom 1 . Juli 1988 bis zum 30 . Juni 1993 .
Geschehen zu Brüssel                       Im Namen des Rates
                                           Der Präsident
 ---pagebreak---                                       -J   -
                                     ANHANG I
                                     PROGRAMM
                    Erstes mehrjähriges Programm ( 1988-1993 )
              für biotechnologische , agroindustrielle Forschung
                          und technologischeEntwicklung
ZIELE
Das Ziel dieses hier vorgeschlagenen Programms ist es , in Europa die
Anwendung neuerer Entwicklungen in den Naturwissenschaften und der
Biotechnologie       zu    fördern .     Das     soll     durch   ein     Programm
vorwettbewerblicher      Forschung ,     technischer    Entwicklungspro jekte  und
Koordinierungsaktivitäten erfolgen , gestützt auf eine enge Zusammenarbeit
zwischen     Landwirtschaft    und   industriellen     Aktivitäten    sowie   füur
Ausbildungs - und Mobilitätsstipendien . Das Programm wird mittelfristig
und längerfristig beitragen , die europäische Wettbewerbsfähigkeit in den
wirtschaftlichen Aktivitäten zu stärken , die auf den oben genannten
Entwicklungen aufbauen .
Die Erhaltung und Forderung des Umweltschutzes werden systematisch bei
der Durchführung des Programms berücksichtigt werden .
INHALT
Das Programm wird aus folgenden Sektoren bestehen :
         1 . ERZEUGUNG UND BEWERTUNGSVERSUCHE ZU UNTERSUCHENDER SORTEN UND
             ORGANISMEN
         2.  INDUSTRIELLE ERZEUGNISSE UND DIENSTE FUR DIE LANDWIRTSCHAFT
         3.  INTEGRIERTE TECHNOLOGIEN
 1 . ERZEUGUNG und Bewertungsversuche von         zu untersuchenden Sorten und
     Organismen werden aus Testversuchen            entsprechender Grösse unter
     verschiedenen Bedingungen durchgeführt werden um die folgenden
     Elemente zu prüfen :     Leistung/ Ertrag ,   Resistenz gegen Krankheiten ,
     Betriebsmittelanforderungen , Gesichtspunkte bezüglich der Eignung für
     die industrielle Verarbeitung , tierische Ernährung und Marktakzeptanz
     des Organismus , seine Bestandteile , und die Erzeugnisse , die daraus
     abgeleitet wurden unter besonderer Berücksichtigung des Gebrauchs
     neuer      biotechnologischer      Methoden ,       der     Identifizierung ,
     Charakterisierung , Auswahl , Veränderung , Verbreitung , Anbau oder
     anderen Aspekten .
 2 . INDUSTRIELLE ERZEUGNISSE UND DIENSTE FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT werden aus
     folgenden Elementen bestehen :
                                                                                  зг
 ---pagebreak---                                           6
   2.1 Prazisere und effizientere Betriebsmittel für die Landwirtschaf t
         durch Forschungs - und Entwicklungsarbeit , die auf Naturwissen­
         schaften und Biotechnologie gestützt sind . Dabei geht es um die
         Schaffung von Erzeugnissen und Diensten für den Gebrauch in der
          Landwirtschaft , die Vorteile hinsichtlich der Präzision , der
          Kosteneffizienz einer verbesserten pflanzlichen und tierischen
          Leistung ,  Eignung für die nachstehenden Erzeugnisverarbeitung und
         Vermarktung mit sich bringen und die unerwünschte Nebeneffekte für
          die menschliche    und  tierische    Gesundheit    oder  auf  die   Umwelt
          ausschliessen .
   2 . 2 Prazisere      und   effizientere      Extraktion ,_Verarbeitungs und
          Produktionsprozesse     durch     Forschungs - und     Entwicklungsarbeit
          hinsichtlich der Methoden ,         die den Gebrauch und den Wert
          landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch Extraktion , Verarbeitung
          oder andere Prozesse in der Industrie oder anderswo , durch die
          biotechnologischen     oder    anderen     Massnahmen    grösseren    oder
          wertvolleren Gebrauch der diesen Stoffen eigenen Eigenschaften ,
          vergrössern .
   3.   INTEGRIERTE VORHABEN bestehen aus :
   3. 1     Gesamtpflanzenernte ,    Aufbewahrungs - und Trennungssysteme durch
            Versuchssysteme zur Entwicklung der Gesamtpflanzenernte ,             die
            Zerlegung in ihre Bestandteile , die sie für folgende Anwendungen
             geeignet machen . Solche Systeme müssen von einer entsprechenden
             Grössenordnung sein um eine Basis für eine wirtschaftliche
             Bewertung und eine bedeutende Teilnahme von industriellen und
             landwirtschaftlichen Interessen zu schaffen .       Priorität sind den
             Projekten zu gewähren , die neue Biotechnologie gebrauchen .
    3.2 .    Studien  und   Entwicklungsvorhaben      zur   integrierten   Anwendung
             neuer Technologien                              ,
             Gemeinsame Nutzung der Fortschritte biologischer Erkenntnisse
             und Verfahren in Verbindung mit neuesten technologischen
             Landwirtschaftsverfahren und - einrichtungen .
DURCHFÜHRUNG
Die Durchführung        der Vorhaben    erfolgt    in   Form von    Forschungs - und
Entwicklungsverträgen mit Kostenteilung .           Zusätzlich werden Mobilitäts-
und Fortbildungsstipendien gewährt , um die Zusammenführung entsprechender
Fachkräfte für die Projektarbeit an geeigneter Stelle sowie die wirksame
Verbreitung der Ergebnisse zu fördern .           Ferner gehören zum Programm die
Veranstaltung von Sitzungen ,          die Anhörung von Fachleuten und die
Verbreitung von Informationen über Fortschritt und Ergebnisse der
Vorhaben .
                                                                                      33
 ---pagebreak---                                             7
                                        ANHANG II
                                  BEWERTUNGSKRITERIEN
                       für ein erstes mehrjähriges F&E-Programm
     zur biotechnologischen Entwicklung der Agrarwirtschaft ( 1988-1993 )
Die Mitteilung der Kommission an den Rat über einen gemeinschaftlichen
Aktionsplan         betreffend       die       Bewertung     von      Forschungs - und
Entwicklungstätigkeiten für den Zeitraum 1987-1991 ( KOM(86)660 endg . )
stellt    fest ,      dass die Ziele jedes Forschungsprogramms in einer
überprüfbaren Form dargelegt werden müssen . Die Ziele und Abschnitte des
oben genannten Programms werden hiernach dargelegt .
1 . Das    langfristige        Ziel   dieses      Programms    ist    es ,     zu    der
    Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft und                  Industrie
    durch die Verbesserung der Beziehungen zwischen                    diesen beiden
    fundamentalen Sektoren unserer Wirtschaft beizutragen .            Die Kommission
    schlägt      vor ,     dieses   Ziel      durch    die   Verwirklichung       dieses
    vorwettbewerblichen Entwicklungsprogramms zu erreichen . Die Projekte
    sind     darauf      ausgerichtet ,     die    enge    Zusammenarbeit      zwischen
    Landwirtschaft und Industrie durch ihre Teilnahme an der Forschung und
    technologischen        Entwicklung der        neuesten    Fortschritte      in der
    Naturwissenschaft und Biotechnologie voranzutreiben .
2 . Das wesentliche kurzfristige Ziel            ist ,   dass das   Programm anregt ,
    Vorschläge zu machen ,           die mit einer Verpflichtung über eine
    Mitfinanzierung durch die Industrie für Entwicklungsprojekte in einem
    Rahmen ,   der mit den vorgeschlagenen Gemeinschaftsmitteln im Einklang
    steht . Dieses Ziel wird in den Jahren 1991-1992 zu überprüfen sein .
    Zu   diesem    Zeitpunkt     sollte   das    Programm   ebenfalls    die   von   ihm
    ausgehende       Förderung der intersektoralen Zusammenearbeit über die
    einzelnen Mitgliedsstaaten hinaus nachweisen .
3 . Besondere Ziele ,       die innerhalb von drei Jahren der Programmanwendung
    zu erzielen sind :
    3.1 Dass     Versuche     neuer  oder    veränderter    Sorten   oder    Organismen
         durchgeführt worden sind und dass diese oder die Verfahren , die zu
         ihrer Herstellung oder Modifizierung gebraucht wurden , einen
         Fortschritt darstellen und praktischen Eingang in andere Sektoren
         finden können .
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    3.2 Dass Versuche von neuen oder veränderten Erzeugnissen .                  Techniken
          oder Diensten für den Gebrauch in der Landwirtschaft durchgeführt
          wurden und dass Vorteile hinsichtlich der Präzision der
          Wirksamkeit oder der Vermeidung                 von eventuellen negativen
           Nebeneffekten angegeben wurden , und dass als Ergebnis der Versuche
           die Erzeugnisse ,      Techniken oder Dienste zu praktischer Anwendung
           führen .
    3.3 Dass      Versuche     durchgeführt    wurden      betreffend      präzisere    und
           effizientere Extraktion , Verarbeitung und Herstellungsverfahren ,
           die biotechnologische und / oder andere Methoden auf ein landwirt­
           schaftliches Erzeugnis anwenden und für das das Ergebnis der
           Versuche diese Verfahren nützlich sind .
    3.4 Dass durch das Programm Übereinkommen zwischen der Landwirtschaf t
           und der Industrie geschlossen       und die Rahmenbedingungen sowie die
           technische Ausrüstung geschaffen werden ,             um eine oder mehrere
           Pflanzen     hinsichtlich     der   technischen       Durchführbarkeit       der
           "Gesamtpflanzenernte " zu prüfen .
     3.5 Dass     Studien     finanziert   und vervollstandigt         und   Entwicklungs-
           projekte     unterstützt       wurden ,     die   den Gebrauch       von neuen
           Technologien in der Landwirtschaft ( z.B. 'fortschrittliche Gerate
            zur Messung ,     der Informationsverbreitung ,          Automatisierung der
           Ausrüstung ) in Verbindung mit der Anwendung der Biotechnologie
           und ,    dass als Ergebnis dieser Studien und Projekte                 neue An­
            wendungen gefunden worden sind .
4 . Zusatzlich sollte das Programm sicherstellen ,                   dass   die   folgenden
     allgemeinen Kriterien eingehalten werden .
     4 . 1 Der potentielle Zuwachs in Marktmöglichkeiten sollte in mittlerer
            und längerer Frist als Ergebnis der Verbesserungen und dargelegten
            Vorteile von einer Grösse               sein ,     die     die vorgesehenen
            Gemeinschaftsausgaben rechtfertigt .
                                                                  *
     4.2 Unter Berücksichtigung des Endberichts über das "Biotechnologie
            Aktionsprogramm", das im Dezember 1989 endet und dem Programm der
            "molekularen biotechnologischen Technik " und dem Bewertungsbericht
            über diese Programme sollte berücksichtigt werden ,                      ob das
            vorgeschlagene Programm tatsächlich den Transfer der Anwendung der
             Resultate   und   vorhergehenden    Biotechnologie Forschungsprogramme
             fördert .
      4.3 Während der Verwirklichung des Programms müssen die Projekte in
             angemessener Weise die Erhaltung und Förderung der Natur und der
             Umweltaspekte berücksichtigen .
      4.4 Unter Berücksichtigung von                Ergebnissen       der     Gemeinschaf t ,
             nationalen      oder     privaten      Forschungsaktivitäten          in    der
             Biotechnologie sollte die Bewertungsgruppe untersuchen , ob das
             ECLAIR Programm      zu der Anwendung der Resultate             der genannten
             Forschungsaktivitäten in anderen Gebieten der Gemeinschaft als in
             denjenigen in denen die Untersuchungen durchgeführt wurden ,
             beigetragen      hat    und    dass      es    Mehrwert       der    auf    den
             Gemeinschaftscharakter        des     Programms        zurückzuführen      ist ,
             geschaffen hat ( durch Aktionen der Mitgliedsländer allein
             schwierig zu ermitteln ).
 ---pagebreak---                                  9
                             HAUSHALTSVERMERK
1 . Haushaltslinie : 7354
    ECLAIR ( European Collaborative Linkage of Agriculture and
    Industry through Research ) das erste mehrjahrige FSE-Programm
    zur biotechnologischen Entwicklung der Agrarwirtschaft
2.  Rechtsgrundlage : Artikel 130 , Beschluß des Rates
3.  Beschreibung und Ziel des Vorhabens :
    Gesamtziel   ist    die    Förderung   der  Nutzung    und   optimalen
    Verwertung der biologischen Ressourcen der Gemeinschaft durch
    die Anwendung jüngster Entwicklungen der Biowissenschaft und
    Biotechnologie in Industrie und Landwirtschaft .
    ECLAIR ist ein Aktionsprogramm mit Entwicklungsvorhaben zur
    technischen Erprobung vor der wirtschaftlichen Nutzung , auf
    der Grundlage enger Zusammenarbeit zwischen Industrie und
    Landwirtschaft .     Es soll dadurch auf mittlere bis lange Sicht
    zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft in
    biowissenschaftlich         und     biotechnologisch        fundierten
    industriellen und landwirtschaftlichen Tätigkeiten beitragen .
    Dieses erste mehrjährige Programm umfaßt 3 Teilbereiche .
    Innerhalb     jedes       Bereichs     können     Mobilitäts -     und
    Fortbildungsstipendien gewährt werden ,       um die Zusammenführung
    der entsprechenden Fachkräfte           und   die   Verbreitung    der
    Ergebnisse zu fördern .
    Bereich 1  :
    Erzeugungs -     und     Bewertungsversuche      mit     Neuzüchtungen
    ( Nutzpflanzen und Tiere ) oder andere
    mittels
    Testversuchen im geeigneten Maßstab zur Erprobung der
    Leistungsfähigkeit ,         der    industriellen       Verarbeitungs-
    eigenschaften ,      der Eigung als Futtermittel sowie der
    Marktfähigkeit ,      mit Schwerpunkt auf der Anwendung neuer
    biotechnologischer          Verfahren   bei   der    Entwicklung   und
    Bewertung der Neuzüchtungen .
    Bereich 2 :
     Industrielle Produkte und Dienstleistungen
    mittels
    Entwicklungsvorhaben unter Anwendung der Biotechnologie mit
    dem Ziel neuer Produkte und Dienstleistungen für die
    Landwirtschaft ,       die Vorteile hinsichtlich Präzision ,
    Kostenwirksamheit , Steigerung der Leistungsfähigkeit und
                                                                        36
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            Produkteignung sowie Verringerung unerwünschter Nebeneffekte
            bieten ;        Entwicklungsvorhaben      zur     besseren     Verwertung
            landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch industrielle und andere
            Gewinnungs -, Verarbeitungs - und sonstige Verfahren .
            Ho reich 3   :
            Integrierte Vorhaben
            mittels
            Versuchssystemen mit vollständigen Ernte - und Aufbereitungs­
            verfahren zur Entwicklung integrierter Tätigkeiten von der
            Aberntung       der   ganzen   Pflanze    bis    zur  Verwertung     ihrer
            Bestandteile für verschiedene Anwendung , in geeignetem Maßstab
            als     Grundlage       für    die     Beurteilung      wirtschaftlicher
            Nutzungsmöglichkeiten ; Studien und Entwicklungsvorhaben mit
            dem Schwerpunkt der gemeinsamen Nutzung fortschrittlicher
            biologischer Kenntnisse und Verfahren in Verbindung mit
            technologisch neuesten Agrareinrichtungen und - Systemen .
4. Begründung der MaBnahme
   Biowissenschaft und Biotechnologie haben in den letzten Jahrzehnten
   bedeutende Fortschritte gemacht und werden weitreichende Auswirkungen
   für die Landwirtschaft und zahlreiche Industriezweige mit sich
   bringen      -    insbesondere bei der Lieferung von Gütern und
   Dienstleistungen für die Landwirtschaft ,                 der Verarbeitung von
   Agrarerzeugnissen oder der sonstigen Verwertung organischer Stoffe .
   Der Innovationsgrad in den einzelnen Sektoren wird jedoch durch
   verschiedene Ungewißheiten über die technische Durchführbarkeit ,               und
   durch     Schwierigkeiten       beim   Zustandebringen      oder   erforderlichen
   bereichsübergreifenden Zusammenarbeit ( Industrie ,               Landwirtschaft ,
   Wissenschaft )       beeinträchtigt ;        ferner      müssen     die    nötigen
   Fachkompetenzen aus den verschiedenen Teilen der , Gemeinschaf t ,               in
   denen sie      jeweils am höchsten entwickelt sind ,              zusammengeführt
   werden ,     um bei     den gemeinsamen Maßnahmen optimale         Ergebnisse und
   Wirkungen zu erzielen .            Bei Anhörungen und einer systematischen
   Übersicht aufgrund einer Aufforderung zur Interessenbekundung zeigte
   sich ein     breites    Interesse an einer Initiative der Gemeinschaft          zur
   Beseitigung dieser Schwierigkeiten ,          um so die aus gemeinschaftlichen
   Bemühungen ableitbaren Vorteile zu nutzen .
   Das    ECLAIR-Programm        stützt   sich   auf    die   Fortschritte    in   der
   Biotechnologie ,          insbesondere    auf     die    Erfolge     der   eigenen
   Forschungsprogramme der Gemeinschaft über Biotechnologie ( 1982-1986
   und laufende ) sowie auf die Forschungsergebnisse aus Programmen der
   Mi tgl iedstaaten .
   Das Programm wird mittel - bis langfristig zu gesteigertem Wirt­
   schaftswachstum und zur Entwicklung eines breiteren Marktspektrums
   für die      europäische      Landwirtschaft sowie erhöhter industrieller
   Wettbewerbsfähigkeit         der    landwirtschaftsbezogenen Industriezweige
   führen .
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5. Finanzielle Auswirkungen der Maßnahme auf die Ausgaben
   ( Millionen ECU )
   ( einschlieQlich Personal -, Verwaltungs - und Betriebsausgaben )
   5.1 . Gesamtkosten für die voile Dauer der vorgesehenen Laufzeii :
         aus dem Haushalt der Gemeinschaften           :       80
         aus anderen , einzelstaatlichen Quellen       :       72
                                        INSGESAMT             152
I  Die Verordnung des Rates über ein gemeinschaftliches Rahmenprogramm
   im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung ( 1987-1991 )
   ( KOM ( 86 ) 430 endg . ) enthàlt die Bestimmungen für diese MaBnahme
   unter Aktionslinie 4 .
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               5.2 . Fal ligkeitsplan
Verpflichtungs-         1988    1989     1990     1991    1992      1993     1994     Insgesamt
Ermächtigung
Verträge                 9.9    19.9     10.2     10.0    20.0        1.9              71.9
Verwal tungskosten       0.3      0.4     0.5      0.5     0.5        0.3               2.5
Personalkosten           0.4      0.9     1.0      1.0     1 . 1       1.2              5.6
INSGESAMT               10.6    21.2     11.7     11.5    21.6        3.4              80.0
Zah lungser-            1988    1989     1990    1991   1992       1993      1994     Insgesamt
inächt igungen
Verträge                 1.6      8.2    12.1     11.1    12.5      12.6     13.8      71.9
Verwaltungskosten        0.3      0.4     0.5      0.5     0.5       0.3                2.5
Personalkosten           0.4      0.9     1.0      1.0     1 . 1     1.2                5.6
                                                                 *
INSGESAMT                2.3      9.5    13.6     12.6    14 . 1    14 . 1   13.8      80.0
         5.3   Berechnungswe i se
               a ) Ausgaben für Verträge
                   Diese Ausgaben umfassen den finanziellen Beitrag der Gemeinschaft
                   zu Studien ,    Analysen ,  Mobilitäts - und Fortbildungsstipendien
                   sowie Forschungs - und Entwicklungsarbeiten vor der gewerblichen
                   Nutzung , wobei der Hauptschwerpunkt auf Entwicklungsvorhaben in
                   Form von Verträgen auf Kostenteilungsbasis mit der in der
                   Biotechnologie , der Lieferung von Gütern und Dienstleistungen an
                   die Landwirtschaft oder der Verarbeitung von Erzeugnissen aus der
                   Landwirtschaft tätigen Industrie sowie mit Dienst leistungs - und
                   Forschungseinrichtungen ,   ( kleinen und mittleren ) Unternehmen und
                   anderen Körperschaften in der Gemeinschaft ( durchschnittliche
                   Gemeinschaftsbeteiligung : rund 50 % der Gesamtkosten ).
               b ) Verwaltungsausgaben
                   Verwaltungsausgaben ( Verwaltungsausschuss und          Arbeitsgruppen ,
                   Verteilung von Dokumenten oder Verbreitung              von Techniken ,
                   Elektronische      Datenverarbeitung      und     Übermittlung )    und
                   Koordinierungsaktivitäten .
               c ) Personalkosten
                                                                                            33
 ---pagebreak---                                            13
         Der Mittelansatz geht aus von einem Personalbedarf von
              7 Zeitbediensteten - Lauf bahngruppe A
              1 Zeitbediensteten - Laufbahngruppe B
              5 Zeitbediensteten - Laufbahngruppe C
         zuzüglich     Kosten       für    Dienstreisen    und     Anhorung  von
         Sachverstandigen .
         Diese   Personalmittel       werden   unter   Ziffer   88   bis  93 des
                                        2
         Haushaltsplans beantragt .
6.   Finanzierung der Ausgaben
     Die Mittel zur Deckung des Gemeinschaftsbeitrags an diesem Vorhaben
     sind in die künftigen Haushaltspläne der Gemeinschaft aufzunehmen .
7.   Art der Kontrolle
     - Verwaltungskontrolle durch den Generaldirektor für Finanzkontrolle
        hinsichtlich der Durchführung des Haushaltsplans .
     - Wissenschaf tliche Kontrolle :
        . Verwal tungsausschuû
        . wissenschaftliche Kontrolle durch Bedienstete der Kommission
        . Rechnungsprüfung       durch    den   Rechnungshof   entsprechend  den
          Bestimmungen des Vertrags .
2 6 A , 1 B. 3 C - 1988
   6 A , 1 B , 5 C - 1989 - 90 - 91
   7 A , 1 B. 5 C - 1992-93
   Die Kosten von neuen Bediensteten sind mit 50 % im entsprechenden Jahr
   berechnet worden .
 ---pagebreak---                                            14
             VERMERK ÜBER WETTBEWERBS - UND BESCHÄFTIGUNSEINFLÜSSE
I.    Hauptgrund für die Einführung des Programms
      Der Hauptgrund für das vorgeschlagene technische Entwicklungs-
      programm ist die Förderung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit
      und des wirtschaftlichen Wachstums auf mittlerer und langer Sicht .
      Die effiziente Nutzung jüngster Forschritte in der Biowissenschaft
      und     Biotechnologie      wird      für    den    Fortbestand        und    die
      Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Verarbeitungsindustrie
      und der Landwirtschaft selbst entscheidende Bedeutung gewinnen .              Die
      Biotechnologie wird vorhandene Tätigkeitsbereiche verändern und neue
      erschließen .
      Die   Zusammenführung      der     noch   knappen     Fachkompetenzen ,       die
      Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Entwicklungsvorhaben und
      Einrichtungen im erforderlichen Umfang und die              Notwendigkeit der
      gemeinschaftsweiten          Verbreitung         des        Erkennens         der
      biotechnologischen      Möglichkeiten      sind    die     Gründe      für   eine
      Gemeinschaftsmaßnahme ,      die gemeinschaftliche und einzelstaatliche
      Forschungsprogramme ergänzt .
      Ohne ein solches Programm würde die Einführung der neuen
      Technologien und die Nutzung der neuen Möglichkeiten durch die
      europäische Industrie und Landwirtschaft erheblich , vermutlich sogar
      bedenklich langsamer erfolgen . Darüberhinaus läuft die Gemeinschaft
      Gefahr , den Auschluß an die wichtigsten Konkurrenten zu verlieren ,
      z.B.     die Vereinigten Staaten ,          die ein wichtiges staatlich
      finanziertes Programm erfolgreich durchführen und möglicherweise
      wesentlich erweitern werden .
I I . Merkmale der betroffenen Wirtschaftstätigkeiten
      Der Vorschlag dient der Stimulierung ,          Förderung und Unterstützung
      vorhandener       Wirtschaftstätigkeiten         und      kann       zu     neuen
      Wirtschaftstätigkeiten anregen .                              *
      Die potentiell von der Biotechnologie betroffenen oder beeinflußten
      Wirtschaftszweige erzeugen 40 % des Produkts einer modernen
      Wirtschaft ( siehe FAST Occasional Paper No . 1 ).              Der vorliegende
      Vorschlag betrifft hauptsächlich :
      - die      Landwirtschaft     ( im    weitesten     Sinne ,       einschließlich
        Forstwirtschaft , Aquakultur usw . ) ( 10.4 Mill . tätig ( 1986 EURO 12 )
        in 9.1 Mill . landwirtschaftlichen Betrieben ( 1983 EURO 12 )
      - die Zulieferer für die Landwirtschaft ( Pflanzen ,            Vieh ,   Saatgut ,
        Embryos ,    Düngemittel ,    Wachstumsförderer ,     Pflanzenschutzmittel ,
        Unkrautvertilgungsmittel , Tierimpfstoffe und -arzneimittel , Geräte
        und Einrichtungen , Beratungsdienste , ...)
      - die     Industrie   der    Gewinnung ,     Verarbeitung       und    Veredelung
         landwirtschaftlicher Erzeugnisse , ( Nahrungsmittel und Getränke ,
        Gärungsprodukte sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse ,
        technische Öle und Fette für Schmierstoffe , Detergenzien , usw .,
        Holz und Holzerzeugnisse , Papier und Pappe , ...)
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Selbstverständlich werden zahlreiche kleinere und mittlere
Betriebe betroffen sein . Viele Auswirkungen der Biotechnologie
sind "dimensionsneutral "; andere setzen intensive , langfristige
Forschung voraus , die nur in Grossbetrieben durchführbar ist .
Der Vorschlag kann die Griindung von Unternehmen auf der Basis von
innovativer Forschung und Entwicklung begiinstigen sowie deren
Internationale Ausrichtung und rasches Wachstum im europàischen
Masstab fòrdern .
Der Vorschlag sollte mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der
europäischen Industrie stimulieren , und zwar sowohl der direkt am
Programm beteiligten ,         als auch der von den Ergebnissen
profitierenden     Firmen ;    die   Projekte    selbst   werden   auf  einem
vorwettbewerblichen Niveau bleiben .
Die Auswirkungen des         Programmes     dürften keinerlei     spezifisch
geographische Effekte haben ;        auf jeden Fall wurden auf den Aufruf
zur    Interessensbekundung      Antworten     aus   allen   Mitgliedstaaten
erhalten .
III .   Welche Verpf lichtungen sind mit diesen Massnahmen für die
        Wirtschaft verknüpft ?
Die Teilnahmebedingungen        (d. h.     grenzüberschreitende Zusammen­
arbeit , mindestens 50% Finanzierungsbeitrag seitens der Industrie ,
mindestens ein Partner aus Industrie oder Landwirtschaft pro
Projekt )    sollen     die     industrielle       Natur    des   Programmes
sicherstellen .      Natürlich      besteht    keine     Pflicht   zu   einer
Beteiligung , jedoch wird die effektive Vorabinformation besonders
betont , die auf das Programm aufmerksam machen soll ( was der
Aufruf zur Interessensbekundung 1986 schon recht erfolgreich
bewirkt hatte ), sowie die Aktivitäten betreffs Kommunikation und
Informationsverbreitung während und nach der Durchführung . Es ist
vorgesehen , mit dieser Aufgabe einen A-Bediensteten ganztätig zu
betrauen .
IV .   Welche indirekten Verpf lichtungen werden nationale , régionale
       oder    lokale    Behörden       möglicherweise      der   Wirtschaft
       auferlegen ?
Für die Durchführung dieser Ratsentscheidung wird keine Aktion von
den nationalen Regierungen oder lokalen Behörden erwartet . Dieser
Vorschlag hat keine nachteiligen Auswirkungen für Unternehmen ,
abgesehen von den Kosten ,         die bei der Vorbereitung von nicht
angenommenen Projektvorschlägen entstehen . Zusätzlich besteht der
positive Nutzen aus der "freien Konsultation" und dem vorgesehenen
massgebenden Informationsrücklauf .
V.     Sind irgendwelche speziellen Vorkehrungen für kleine und
      mittlere Unternehmen getroffen ?
Keine speziellen Vorkehrungen sind formell für kleinere und
mittlere . Unternehmen       in    diesem    Vorschlag     vorgesehen .   Die
Teilnahmebedingungen ,      die denen des BRITE-Programms entsprechen ,
bieten den kleinen und mittleren Betrieben den Vorteil , dass alle
Unterzeichner eines ECLAIR-Kontrakts auf gleiche Weise behandelt
werden .
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Wie oben ausgefiihrt ,      wird der Informationsverbreitung besondere
Prioritat eingeraumt .      Betont wird dabei die Verfiigbarkeit dieser
Informationen durch die kleinen und mittleren Unternehmen .
VI . Welches werden die voraussichtlichen Auswirkungen sein auf :
    a)   die wirtschaftliche Wettbewerbsfàhigkeit
         Da ECLAIR auf die vorwettbewerbliche Entwicklung abzielt ,
         ist nicht   mit einer unmittelbaren Auswirkung zu rechnen ,
         wohl wird aber mittelfristig und besonders langfristig die
         Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gestärkt -
         siehe Punkt  I.
    b ) die Beschàf tigung
        Die Auswirkungen auf die Beschäftigung sind nur schwer
        abzuschätzen , vor allem auf dem Hintergrund langfristiger
        Strukturänderungen , wie sie für die Landwirtschaft typisch
        sind .    Es    sollte    keinen    negativen    Effekt     in   der
        Landwirtschaft geben ; sicher wird man mit positiven Effekten
        auf lokaler Ebene durch die Gründung agrar-industrieller
        Arbeitsplätze rechnen dürfen , sowie in der Industrie durch
        Steigerung technologischer Fähigkeiten und dementsprechender
        Aussichten auf internationalen Märkten .
VII .   Konsultation der entsprechenden repràsentativen Verbande
        Das " Diskussionspapier" der Kommission KOM ( 86 ) 221 , das dem
        vorliegenden Vorschlag zugrunde gelegen hat , ist mit einem
        Begleitschreiben an fünfzehn Verbände geschickt worden ,         von
        denen elf geantwortet haben ,     die am meisten betroffenen mit
        grosser Zustimmung .
        Das    Programm    wurde    ebenfalls    dem   BVKA     ( Beratender
        Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss ) für das Biotechno-
        logieforschungsprogramm vorgelegt ,        ferner dem Ständigen
        Ausschuss    für     Agrarforschung    und    der    Arbeitsgruppe
        Biotechnologie     des   Beratenden    Industrieforschungs -     und
        Entwicklungsausschusses ( IRDAC ). Diese Ausschüsse umfassen
        die Repräsentanten aller Industriezweige , der Industrie-
        forschungsinstitute und der Gewerkschaften .
                                                                            ^3