CELEX: 51969PC0570
Language: de
Date: 1969-07-02
Title: Vorschlag einer VERORDNUNG DES RATES zur Festsetzung der Standardqualitäten für bestimmte Arten von Getreide, Mehl, Grütze und Grieß sowie der Regeln für die Festsetzung der Schwellenpreise dieser Arten (Von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (69) 570
Vol. 1969/0099
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                      KOM(69 ) 570 endg.
                                      Brussol , den 2 * Juli 1969
                                Vorschlag einer
                           • VERORDNUNG DES RATES
              zur Pestsetzung der Standardqualitäten für 'bestimmte
              Arten von Getreide , Mehl , Grütze und Grieß sowie der
              Regeln für die Festsetzung der Schwellenpreise dieser
                                    Art en
                    ( Von der Kommission dem Rat vorgelegt'
    KOM(69 ) 570 endg.
 ---pagebreak---                              BEGRÜNDUNG
Die Standardqualitäten für "bestimmte Arten von Getreide , Mehl , Grütze und
Grieß sowife die Regeln für di3 Pestsetzung der Schwellenpreise dieser Arten
sind in der Verordnung Nr. I30/67 /EWG des Rates vom 13. Juni 1967 (ABl. Nr.
120 vom 21.6,1967 | S. 2356/67 ) festgesetzt . Die in dieser Verordnung ent­
haltenen Definitionen der Bestandteile , die nicht einwandfreies Grundgetreide
sind, haben sich als unvollständig erwiesen.
Es erschien zweckmäßig, die Anhänge I und II 'der Verordnung (EWG ) Nr. 768/ 69
des Rates vom 22 . April 1969 zur Pestsetzung der Standardqualitäten für
Weichweizen, Roggen, Gerste , Mais und Hartweizen (ABl. Nr0 L 100 vom 28.4.1969 »
S. 8 ) im Wortlaut zu übernehmen. Diese Neufassung der Anhänge I und Ilffaßte
die Definitionen für nicht einwandfreies Grundgetreide unter den Sammelbegriffen
"Kornbesatz", "Schwarzbesatz" etc . zusammen und erweiterte Sie um Elemente , die
bisher noch nicht oder unpräzise erfaßt waren. Eine Bezugsmethode zur Fest­
stellung der Besatzanteile wurde    neu aufgenommen und die Bezugsmethode zur
Peststellung des Feuchtigkeitsgehalts den neuesten technischen Erkenntnissen
angepaßt . Berichtigung und Erweiterung der Anhänge erfolgten in Anlehnung an
den Standard der internationalen Gesellschaft für Getreidechemie .
Die Änderungen des Verordnungstextes umfassen insbesondere die Einführung der
Begriffe Korn– und Schwarzbesatz bei Hafer und Kanari ensaat . Damit Vierden
Schädlingsfraß und Verunreinigungen erfaßt , die durch die zur Zeit gültige
Passung nicht gedeckt sind. Der Hundertsatz der Bestandteile nicht einwand­
freien Grundgetreides bleibt jedoch hiervon unberührt .
 ---pagebreak---                                      - II -»
                                                    <
Bei Sorghum und Dari werden die Bestandteile nicht einwandfreien Grundge–
treides nioht mehr im Text des Artikels aufgeführt , sondern gelten die in
den "Official Grain Standards of the United States" für USA-Yellow-Grain-
Sorghum Hr. 2 festgelegten Definitionen mit Ausnahme des Feuchtigkeitsge­
halts .
                                                       *
Bei Mehl muß der Schwellenpreis für Mehl von Spelz gestrichen werden (Ver­
ordnung (EWG ) Nr. 830/68 des Rates vom 28. Juni" 1968 zur Änderung der Ver­
ordnung Nr. I20/67/EWG etc . ABl. Nr. L 151 vom 30.6.1968, S. 23 ) und in Ab­
satz 1 der Artikel 6 und 7 folgender Schreibfehler berichtigt werden :
" « . . • • Asohegehalt von . . • • Milligramm je KilogramnP in". • . . Asche–
gehalt von . . . « . Milligramm je 100 Gramm Mehl".
 ---pagebreak---                                            Vorschlag oincr
                                         VERORDKTTOG D^S MTT*S
        zur Pest setzung der Standardqualitäten für bestimmte Arten von
        Getreide , Me&l , Grütze und Grieß sowie der Regeln für die Fest­
                     setzung der Schwellenpreise dieser Arten.
                             ( von der Kommission dem ±lp,t vorgelegt )
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
 gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
 gestützt auf die Verordnung Nr. I20/67/EIIG des Rates vom 13. Juni 1967 über die
 gemeinsame Markt 0rgaxtisati on für Getreide           zuletzt geändert durch die Ver-
                                2)
 Ordnung (E¥G ) Nr. ,../69         , insbesondere auf Artikel 5 Absatz ( 5 ) Buchstabe
 (a),
 auf Vorschlag der Konmission ,
 in Erwägung nachstehender Gründe :
 Die Schwellenpreise für Hafer, Sorghum und Dari , Hirse aller Art , außer Sorghum
 und Dari , Buchweizen, ICanariensaat sowie für in Artikel 1 Buchstabe c ) der Ver­
 ordnung Nr. I20/67/EUG aufgeführte Arten von Mehl , Grütze und Grieß müssen be­
 stimmten Standardqualitäten entsprechen.
Es ist angebracht , daß die Standardqualitäten , für welche diese Preise festge­
 setzt werden , so weit wie möglich den durchschnittlichen Qualitäten des in der
 Gemeinschaft geernteten Getreides entsprechen.
 Die Standardqualitäten wurden durch die Verordnung Nr. I30/67/EWG des Rates
'vom 13. Juni 1967         festgesetzt , Die in dieser Verordnung enthaltenen Defi­
 nitionen der Bestandteile , die nicht einwandfreies Grundgetreide sind, haben
 sich als unvollständig erwiesen ; es ist daher angebracht , eine Präzisierung
 der Definitionen vorzunehmen , eine Methode zur Peststellung der Besatzanteile
 neu aufzunehmen und die Methode zur Peststellung des Feuchtigkeitsgehalts den
 neuesten technischen Erkenntnissen anzupassen.
                                                                          .../
   1 ) AB1 . Nr.   117 vom 19.6:1967 , S. 2269/67
 [ 2 ) ABl. Nr.        vom         1969 » S.
 ( 3 ) AB1. Nr.    120 vom 21.6. I967 , S. 2356/67
 ---pagebreak--- Die Schwellenpreise für Mehl , Grütze und Grieß Bind so festzusetzen , daß die
Höhe der Richtpreise für die Grundgetreide arten erreicht werden kann und
daß ein Schutz der Verarbeitungsindustrie gewährleistet wird.
Dies läßt sich dadurch erreichen , daß bei der Festsetzung der Schwellenpreiso
die Herstellungskosten dieser Erzeugnisse und ein angemessener Schutz der Vor–
arbeitungsindustrie berücksichtigt werden .
Die Herstellungskosten lassen sich in der Weise ermitteln , daß zum Wert des
Getreides ein Betrag in Höhe der Vormahlungsspanne hinzugerechnet und von
dieser Summe entsprechend dem jevjoiligen Fall der Wert der beim Vermählen von
Grieß oder Mehl geringerer Qualität entstehenden Nachprodukte abgezogen wird.
Es ist jedoch angebracht , daß man sich bei der Pestsetzung des Schwellenpreises
für Grütze und Grieß von Weichwoizon auf das pauschal berechnete durchschnitt­
liche Verhältnis stützt , das auf den Märkten der Gemeinschaft zwischen den
Preisen für Weizenmehl und den Preisen dieser Erzeugnisse besteht -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                    -i.rtikel 1
Die für den Schwellenpreis für Hafer maßgebende Standardqualität wird wie
folgt bestimmt :
a) gesunder und handelsüblicher Hafer von gesundem Geruch , frei von lebenden
    Schädlingen und einer dem Hafor eigenen Farbe , der der durchschnittlichen
    Beschaffenheit des in der Gemeinschaft unter normalen Bedingungen geernteten
    Hafers entspricht ;
b ) Feuchtigkeitsgehalt : 16 v.H. |
c ) Anteil der Bestandteile , die nicht einwandfreies Grundgetreide sind :
    3 v.H. , davon :
    – Anteil des Kornbesatzes : 2 v.H, (als Kornbesatz gelten Füemdgetreide
      und Schädlingsfraß ),
    – Anteil des Schwarzbe sat zes : 1 v.H. ( als Schwarzbesatz gelten Unkrautsamen ,
      verdorbene Körner , Verunreinigungen , Spelzen , tote Insekten und Insekten–
      fragmente );
d ) Eigengewicht : 49 Kilogramm je Hektoliter.
 ---pagebreak---                                      Artikel 2
Die für den Schwellenpreis für Sorghum und Dari maßgebende Standardqualität
entspricht den in den " Official Grain Standards of the United States " für
USA–Ye 11ow-Grain-S orghum Hr. 2 festgelegten Definitionen jedoch mit einem
Feuchtigkeitsgehalt von 15 v,H.
                                     Artikel 3
Die für den Schwellenpreis für Hirse aller Art , außer Sorghum und Dan , maß­
gebende Standardqualität wird wie folgt bestimmt :
a) Hirse , die der durchschnittlichen Beschaffenheit des in Argentinien er­
    zeugten Millet entspricht !
b ) Feuèhtigkeit Sgehait Î 13 v.H. ;
c ) Anteil der Bestandteile , die nicht einwandfreies Grundgetreide sind :
    17 v.H. , davon :
    – Anteil des Bruchkorns und der enthülsten Körner : 15 v.H. ,
    – Anteil des Schwarzbesatzes :,2 v.H. (als Schwarzbesatz gelten Unkraut–
      samen , verdorbene Körner, Verunreinigungen , Spelzen , tote Insekten und
      Insektenfragmente ).
                                     Artikel A
Die für den Schwellenpreis für Buchweizen maßgebende Standardqualität ent­
spricht der durchschnittlichen Beschaffenheit von Buchweizen aus der Süd­
afrikanischen Union, Grad 2 der handelsüblichen Definition.
                                     Artikel 5
Die für den Schwellenpreis für Kanariensaat maßgebende Standardqualität wird
wie folgt bestimmt :
a) gesunde und handelsübliche Kanariensaat ;
b ) Feuchtigkeitsgehalt : 16 v.H.j
c ) Anteil der Bestandteile , die nicht einwandfreies Grundgetreide sind :
    3 v.H. , davon :
    – Anteil des Kornbesatzes : 2 v.H» ( als Kornbesatz gelten Fremdgetreide
      und Schädlingsfraß ),
    – Anteil des Schwarzbesatzes : 1 v.H. (als Schwarzbesatz gelten Unkraut–
      samen , verdorbene Körner, Verunreinigungen , Spelzen , tote Insekten und
      Insektenfragmente );
 ---pagebreak---       d) Eigengewicht : 70 Kilogramm jo Hektoliter.
                                         Artikel 6
( l ) Die für den Schwellenpreis für Mehl von Weizen maßgebende Standardqualität
      wird wie folgt "bestimmt : Weizenmehl mit einem Aschegehalt von 550 Milligramm
      je 100 Gramm Mehl und einem Feuchtigkeitsgehalt von 15 v.H, , das als Weizen­
      mehl der Type 550 "bezeichnet wird,
( 2 ) Der in A"bsatz(l) genannte Schwellonpreis wird "berechnet , indem die Summe der
      gemäß Absatz (3)"bestimmten Teilbeträge gebildet und davon der gemäß Absatz (4)
      bestimmte Teilbetrag abgezogen wird«
( 3 ) Folgende Teilbeträge sind zusammenzurechnen :
      a) der Wert des zu Mehl verarbeiteten Weichweizens , ermittelt auf der Grundlage
          – einer pauschal mit 1 400 Kilogramm angesetzten Menge Weichweizen für eine
            Tonne Mehl sowie
          – des Sohwellenpreises für Weiohweizen $ dabei wird die monatliche Staffelung
            dieses Preises berücksichtigt ?
      b ) ein Betrag je Tonne zu verarbeitender Weichweizen, der als Vermahlungsspanne
          angesetzt wird, in Höhe von 13 » 75 Rechnungseinheiten}
      c ) ein Betrag je Tonne Weizenmehl zum Schutz der Verarbeitungsindustrie in Höhe
          von 18,75 Rechnungseinheiten,
 ( 4) Der abzuziehende Teilbetrag entspricht dem Wert der Nachprodukte , ermittelt
      auf der Grundlage
      – einer pauschal mit 372 Kilogramm angesetzten Menge Nachprodukte für eine
         Tonne Mehl sowie
      – eines Preises , der für die geteilten oder ungeteilten Nachprodukte pauschal
         auf 25 Rechnungseinheiten je Tonne festgesetzt wird»
 (5 ) Der Schwellenpreis für Mehl von Mengkorn ist gleich dem Sohwellenpreis für
      Mehl von Weizen.
                                         Artikel 7
( 1 ) Die für den Schwellenpreis für Mehl von Roggen maßgebende Standardqualität
      wird wie folgt bestimmt s Roggenmehl mit einem Aschegehalt von 812 Milligramm
      je 100 Gramm Mehl und einem Feuchtigkeitsgehalt von 15,50 v.H.
( 2 ) Der in Absatz (1) genannte Schwellenpreis wird nach Artikel 6 Absätze (3)und (4)
      berechnet , wobei die Bezeichnung ""oichweizen" durch "Roggen" zu ersetzen ist .
 ---pagebreak---       Pur die geteilten und ungeteilten Nachprodukte wird ein pauschal auf . 60
      Rechnungseinheiten je Tonne festgesetzter Preis zugrunde gelegt »
                                          Artikel 8
( 1 ) Die für den Schwellenpreis für Grütze und Grieß von Weichweizen maßgebende
      Standardqualität entspricht einem Erzeugnis mit einem Feuchtigkeitsgehalt von
      15,50 v.H.
( 2 ) Der in Absatz (l) genannte Schwellenpreis ist gleich dem um 8 v.H. erhöhten
      Schwellenpreis für Mehl von Weizen.
                                          Artikel 9
( 1 ) Die für den Schwellenpreis für Grütze und Grieß von Hartweizen maßgebende}. 2
      Standardqualität entspricht einem Erzeugnis mit einem Feuchtigkeitsgehalt
      von 14 , 50 v.H.
( 2 ) Dieser Schwellenpreis wird berechnet , indem die Summe der gemäß Absatz (3)
      bestimmten Teilbeträge gebildet und davon die gemäß Absatz (4) bestimmten Teil­
      beträge abgezogen werden.                      . .
( 3 ) Folgende Teilbeträge sind zusammenzurechnen :
      a) der Wert des zu Grütze und Grieß verarbeiteten Hartweizens , ermittelt auf
          der Grundlage
                                                                  \
          – einer pauschal mit l.\550 Kilogramm angesetzten Menge von Hartweizen für
            eine Tonne Grütze und Grieß
          – sowie des Schwellenpreises für Hartweizen ; dabei wird eine etwaige
            monatliche Staffelung dieses Preises berücksichtigt !
      b ) die in Artikel 6 Absatz (3 )Buchstabe b ) bzw. c) vorgesehenen Teilbeträgej
          wobei die Bezeichnungen "Weichweizen" bzw. "Weizenmehl" durch die Bezeich­
          nungen "Hartweizen" bzw . "Grütze und Grieß von Hartweizen" ersetzt werden.
 ( 4) Folgende Teilbeträge sind abzuziehen t
      a) der Wert der Zwischenprodukte j e'rmittelt auf der Grundlage
          – einer pauschal mit 162 Kilogramm angesetzten Menge Zwischenprodukte für :
            eine Tome Grütze und Grieß von Hartweizen
          – sowie des Preises für die Zwischenprodukte , der berechnet wird , indem die
            Sturme der gemäß Artikel 6 Absatz (3)Buchstaben a) und b ) bestimmten Teil­
            beträge gebildet und davon der gemäß Artikel 6 Absatz (4)be3tiinmte Teilbetrag
            abgezogen wird; der verbleibende Betrag wird um 35 v.H. gekürzt §
 ---pagebreak---                                        - 6 -
"b ) der Wert der Nachprodukte , ermittelt auf der Grundlage
     – einer pauschal mit 357 Kilogramm angesetzten Menge Nachprodukte für
       eine Tonne Grütze und Grieß von Hartweizen
     – sowie . des Preises für die Hachprodukte von Weiohweizen , der gemäß Artikel
       6 Absatz (4) letzter Gedankenstrich bestimmt und um 15 v.H. verringert wird.
                                    Artikel 10
Zur Durchführung dieser Verordnung
a) sind die Bestandteile , die nicht einwandfreies Grundgetreide darstellen^ in
     Anhang I Abschnitt A definiert , es sei denn , daß diese Verordnung andere
     Definitionen enthält , und werden nach dem in Anhang I Abschnitt B vorge­
     sehenen Bezugsverfahren bestimmt j
b ) erfolgt die Peststellung des Feuchtigkeitsgehalts unter Bezugnahme auf das
     im Anhang II angegebene Verfahren.
                                    Artikel 11
Die Verordnung Hr. I30/67/EWG wird aufgehoben.
Diese Verordnung tritt am 1 . August 1969 in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar
in jedem Kit Gliedstaat .
Geschehen zu            . den                             Im Namen des Bâtes
                                                           Der Président
 ---pagebreak---                                     ANH/lUG I
ESTAJTDTZILS . DIE ÏÏTCHT EH^LUJIFIEIES GRUNDGETRSIIG SUJD    .
1 . Bruchkorn :
          Als Bruchkorn gelten alle Körner, "bei denen Teile "des Endosperms
    freiliegen« Hierunter fallen auch angeschlagene Körner und Körner mit auf­
    geschlagenen Keimlingen.
          Diese Définition gilt nicht fur Mais .
2 . Kornbesatz; :
    a) Schmachtkorn :
             Als Schmachtkorn gelten die Körner, die nach Entfernung sämtlicher
        anderen in diesem Anhang genannten Bestandteile der Getreideprobe durch
        Schlitzsiebe mit folgendem Schlitzbreiten fällen : 'Weichweizen 2 mm,
        Roggen 1,3 mm, Hartweizen lj9 mm, Gerste 2,2 mm.
             Hierunter fallen auch frostgeschädigte Körner und alle nicht aus­
        gereiften Könier (grüne Körner).
    b ) Fremdgetreide s                                              '
             Als Fremdgetreide gelten alle nicht zum Grundgetreide gehörenden
        Getreidekörner einer Getreideprobe . Handelt es sich um eine Hartweizen–
        probe , so zählen die 4 v.H. übersteigenden Weichweizenkörner zum Fremd-
        getreide .
    c ) Schädlingsfraß :
              Zum Schädlingsfraß zählen diejenigen Kömer, die Fraßstellen auf­
        weisen, Wanzenweizen gehört ebenfalls zur Untergruppe Schädlingsfraß ,
 ---pagebreak---                                         - 2 -
    d ) Keimverfärbungen und fleckige Körner :
               Körner mit Keimverfärbungen sind Körner mit "braunen "bis "braun­
        schwarzen Verfärbungen der Schale am unvers ehrten , nicht ausgewachsenen
        Keimling. Bei Weichweizen    bleiben Körner mit Keimverfärbungen bis zu
        8 v.H. unberücksichtigt . Fleckige Körner bei Hartweizen sind Körner ,
        die an anderen Stellen als am Keimling braune bis braunschwarze Flecken
        aufweisen .
3 . Auswuchs :
          Auswuchs liegt vor , wenn Wurzel– oder Blattkeime mit bloßem Auge
    deutlich zu erkennen sind . Zur Beurteilung des Auswuchsgehalts darf jedoch
    der allgemeine Habitus der Getreideprobe nicht außer acht gelassen werden .
    Bei manchen Getreidearten , zum Beispiel bei Hartweizen , tritt – sortenmäßig
    bedingt – der Keimling stark hervor , so daß bei der Bewegung des Getreides
    die den Keimling bedeckende Schale aufbricht und Auswuchs vorgetäuscht wird .
    Ein solches Korn ist nicht als Auswuchs zu bezeichnen . Auswuchs ist erst
    dann vorhanden , wenn am Keimling deutlich sichtbare , vom Normalzustand
    leicht zu unterscheidende Veränderungen eingetreten sind .
4 . Schwarzbesatz :
    a ) Unkraut samen;
    b ) Verdorbene Körner :
               Verdorbene Körner sind solche , die durch Fäulnis , Schimmel- oder
        Bakterienbefall oder durch sonstige Einwirkungen für die menschliche
        Ernährung und bei Futtergetreide für die Fütterung unbrauchbar geworden
        sind .
               Zu den verdorbenen Körnern gehören auch hitzegeschädigte Körner .
        Hitzegeschädigte Körner sind solche vollausgebildete Körner , deren
        Schale eine graubraune bis schwarze und deren Mehlkörper beim Durch­
        schneiden eine gelblich graue bis bräunlich schwarze - Färbung zeigt .
                                                                   ...
                                                                       / ...
 ---pagebreak---               Durch Weizengallmücken geschädigte Körner gelten nur dann als ver­
        dorbene Körner, wenn durch den sekundär auftretenden Pilzbefall mehr
        als die Hälfte der Kornoberfläche grau bis schwarz verfärbt ist . Hat
        die Verfärbung weniger als die Hälfte der Kornoberfläche erfaßt , so
        zählt das   Korn zum Schäälingsfraß .
    c ) Verunreinigungen :
              Zu den Verunreinigungen zählen sowohl die in einer Getreideprobe
        enthaltenen Bestandteile , die beim Sieben mit einem 3,5 mm-Schlitzsieb
        zurückbleiben (ausgenommen Fremdgetreide und sehr dicke Körner des Grund–
        getreides ) als auch die Bestandteile , die beim Sieben mit einem 1 mmr-
        Schlitzsieb durchfallen.
              Steine , Erdklumpen , Strohteile und andere Verunreinigungen , die
        sich in den Getreideproben zwischen 1 mm und 3>5 mm befinden , zählen
        ebenfalls zu den Verunreinigungen .
              Diese Definition gilt nicht für Mais . Bei dieser Getreideart gelten
        als Verunreinigungen sämtlich© Bestandteile einer Maisprobe , die beim
        Sieben mit einem 1 mm-Schlitzsieb durchfallen , sowie alle in Unterab–
        satz 2 genannten Verunreinigungenj
    d) Spelzen (bei Mais Bruchstücke oder Spindeln),
    e ) Mutterkorn,
    f ) Brandbutten,
    g) Tote Insekten und Insektenfragmente .
5 . LebBn.de Schädlinge .                          -
BEZUGSM5TH0DE ZUR FESTSTELLUNG DER BESATZA1TTE IL3 , DIE KEIN EHJTrJMDFEEIES
GRUNDGETHEIIE SH7D
1.       Bei VJeichweizen , Hartweizen , Roggen und Gerste wird ein Durchschnitts–
    muster von 250 g eine halbe Minute lang durch Schlitzsiebe von 3,5 und l'mm
    Schlitzbreite gesiebt . Für eine konstante Siebung wird eine Siebmaschine
        ( z.B. ein Vibrationstisch mit aufmontierten Sieben) empfohlen.
 ---pagebreak---                                       - 4 -
        Der Ruckhalt des 3,5 mm-Siebes und der Durchfall des 1 mm-Siebes sind
   zusammen auszuklagen und gelten als Verunreinigungen . Befinden sich im Rück­
   halt des 3,5 mm-Siebes Bestandteile der Fraktion Fremdgetreide oder sehr
   dicke Körner des Grundgetreides , so sind sie dem gesiebten Muster wieder
   beizufügen . Beim Sieben durch das 1 mm-Sieb ist festzustellen , ob lebende
   Schädlinge vorhanden sind .
        Aus dem gesiebten Muster wird mittels eines Rrobenteilers ein Muster
   zwischen 50 und 100 g entnommen. Dieses Teilmuster ist zu wiegen .
        Anschließend wird dieses Teilmuster auf einer Tischplatte zu einer
   flachen Schicht ausgebreitet , und werden die Fraktionen Bruchkorn , Fremd–
   getreide , Auswuchs , Schädlingsfraß , frostgeschädigte Körner , Körner cmit
   Keimverfärbungen , fleckige Körner , Unkrautsamen , Mutterkorn , verdorbene
   Körner , Brandbutten , Spelzen , lebende Schädlinge und tote Insekten mit Hilfe
   einer Pinzette oder eines Hornspatels ausgelesen .
        Befinden sich im Teilmuster Körner , die noch in den Spelzen sitzen ,
   so sind diese Körner von Hand aus der Umhüllung herauszuholen ; diese Spelzen
   zählen zu der Fraktion Spelzen . Steine , Sand und Strohteile werden    zur
   Fraktion Verunreinigung gerechnet .
        Das Teilmuster wird eine halbe Minute lang durch ein Schlitzsieb mit
   einer Schlitzbreite von 2 mm bei Weichweizen , 1,8 mm bei Roggen , 1,9 mm
   bei Hartweizen und 2,2 mm bei Gerste gesiebt . Der Durchfall dieser Siebung
   zählt zur Fraktion Schmachtkom . Frostgeschädigte sowie nicht ganz gereifte
   grüne Körner werden der Fraktion Schmachtkorn zugerechnet .
2.      Bei Mais wird ein Durchschnittsmuster von 5^0 g eine halbe Minute ]ang
   durch ein Schlitzsieb von 1 mm gesiebt . 3s ist festzustellen , ob lebende
   Schädlinge und tote Insekten vorhanden sind .
        Aus dem Rückhalt des 1 mm-Siebes werden Steine , Sand , Strohteile und
   andere Verunreinigungen mit Hilfe einer Pinzette oder eines Ho'rnspatels
   ausgelesen.
                                                                         7
 ---pagebreak---                                           - 5 -
         Die ausgelesenen Verunreinigungen werden dem Durchfall dieses 1 mm–
   Siebes zugefügt und mit diesem zusammen gewogen.
         Aus dem gesiebten Muster v.drd mittels eines Probenteilers ein Muster
   zwischen 100 und 200 g hergestellt . Dieses Teilmuster ist zu wiegen. An­
   schließend wird dieses Teilmuster auf einer Tischplatte zu einer flachen
   Schicht ausgebreitet , und die Fraktionen Fremdgetreide , Schädlingsfraß ,
   frostgeschädigte Körner, Auswuchs , Unkraut samen, verdorbene Körner , Spelzen,
   lebende Schädlinge und tote Insekten werden mit Hilfe einer Pinzette oder
   eines Hornspatels ausgelesen.
         Danaoh wird dieses Teilmuster durch ein 4» 5 mm–Rundlochsieb gesiebt .
   Der Durchfall dieser Siebung zählt zur Fraktion Bruchkorn.
3.       Die nach den in den Nummern 1 und 2 genannten Methoden ermittelten
   Fraktionen, die kein einwandfreies Grundgetreide sind und deren Anteile in
   den Artikeln 1 bis 5 angegeben sind , sind auf 0,01 g genau auszuwiegen und
   prozentual auf das Durchschnittsmuster zu berechnen. Die Angaben im Unter­
   suchungsbericht erfolgen mit einer Genauigkeit von 0,1 v.H. Es ist fest–
   zustellen^ ob lebende Schädlinge vorhanden sind.
         Grundsätzlich sind je Muster zwei Unt ersuchungen durchzuführen. Dabei
   darf sich höchstens eine Abweichung von 10 v.H. des obengenannten Gesamt–
   besatzes ergeben.
4»       Bei den unter den Nummern 1 bis 3 genannten Maßnahmen sind folgende
   Geräte zu verwenden :
   a) Probenteiler, z. B. konischer oder Itiffelprobenteilerf .
   b ) Präzisions- und Feinwaage ;
   c ) Schlitzsiebe mit einer Schlitzbreite von 1 mm, 1,8 mm, 1,9 mm, 2 mm,
       2,2 mm und 3*5 111111 un(i Rundlochsieb von 4»5 111111 Lochdurchmesser.
       Die Siebe sind gegebenenfalls auf einen Vibrationstisch montiert .
 ---pagebreak---                                      AITHUTG II
PRIKTTSC HS EHZTJGSMSTH0D5 ZUR BESTIMMUNG DES FEUCHTIGKEITSGEHA.L15
1 . Prinzip :
             Das Erzeugnis wird "bei 130 – 133°G und normalem Luftdruck getrocknetj
      und zwar während einer gemäß der Größe der Partikel empirisch festgelegten
      Zeit .
2 . ÀnwendunrTsge'biet :
             Diese Trocknungsmethode gilt für geschrotetes Getreide , dessen Teil–
      chengröße "bei Sieben mit Maschen von 0,5 mm eine Durchlässigkeit von zu­
      mindest 50 v.H. gestattet und das bei Sieben mit Rundmaschen von 1 mm
      höchstens 10 v.H. Rückstand zurückläßt ; das Verfahren gilt auch für Mehle «
3 . Geräte :
             Prâzisionswaage .
             Zerkleinerungsgerät aus einem Material , das keine Feuchtigkeit ab­
      sorbiert , leicht zu reinigen ist , eine schnelle und gleichmäßige Zerkleine­
      rung ermöglicht , ohne merkbare Erwärmung hervorzüruf6n, so weit wie möglich
      den Kontakt mit der Aussenluft verhindert und den unter Hr. 2 gestellten
      Forderungen entspricht ( z.B. zerlegbare Kegelmühle )*
             Gefäß aus korrosionsbeständigem Metall öder aus Glas mit ' Schliffdeckel
      die Nutzfläche muß eine solche Verteilung der Probe ermöglichen , daß 0,3 g
                2 .                                 -   < '
      auf 1 cm    kommen.
            Elektrisch beheizter, temperaturgeregelter Trockenschrank, der auf
      eine Temperatur zwischen 130 und 133°C        eingestellt ist und eine aus­
      reichende Lüftung besitzt
( 1 ) Lufttemperatur im Innern des Trockenschranks.
( 2 ) Der Trockenschrank soll eine solche Wärmekapazität haben, daß er,
        wenn er auf eine Temperatur von 131°C eingestellt worden ist , diese
        Temperatur in weniger als 45 Minuten wieder erreichen kann, nachdem
    . . die Höchstzahl gleichzeitig zu trocknender Proben hineingestellt wurde .
        Die Ventilation soll so beschaffen sein , daß , wenn alle Weichweizen–
        proben, die der Schrank enthalten kann , zwei Stunden lang gleichzeitig
        getrocknet werden, die Ergebnisse mit Bezug auf die nach 4–stündiger
        Trocknung erzielten Ergebnisse eine unter 0,15 v.H. liegende Differenz
        aufweisen.
 ---pagebreak---        Exsikkator mit dicker , perforierter Platte aus Metall , die ersatz­
weise aus Porzallan sein kann. Der Exsikkator enthält mit Kobaltchlorid
getränktes Silicagel oder jedes andere wirksame Trocknungsmittel .
Arbeitsverfahren :
a) Trocknung :
          Mindestens 5 S ^er gemahlenen Substanz in das zuvor austarierte
    Gefäß einwiegen. Das Gefäß in einen auf 130°C erhitzten Trockenschrank
    stellen. Damit die Temperatur des Trockenschranks nicht zu stark abfällt ,
    ist das Gefäß möglichst rasch hineinzustellen. Nachdem der Trockenschrank
    erneut die Temperatur von 130°C erreicht hat , 2 Stunden lang trocknen
    lassen. Das Gefäß aus dem Trockenschrank herausnehmen , den Deckel rasch
    wieder auflegen , 30 bis 45 Minuten lang in einem Exsikkator abkühlen
    lassen und wiegen, ( das Wiegen soll mit einer Genauigkeit von 1 mg er­
    folgen ).
b ) Vortrocknung :
          Körner , deren Feuchtigkeitsgehalt höher als 17 v.H. ist , müssen wie
    folgt vorgetrocknet werden :
          50 g.der Ungemahlenen Körner werden in einen geeigneten Behälter
    ( z.B. eine Aluminiumplatte 20 x 12 cm mit einem Rand von 0,5 am ) ein-
    gewogen , in einem Trockenschrank 7 "bis 10 Minuten lang bei einer Tem­
    peratur von 130°ö getrocknet und aus dem Trockenschrank herausgenommon.
    Man läßt die Körner im Labor 2 Stunden lang offen abkühlen und wiegt sie
    dann ( das Wiegen soll mit einer Genauigkeit von 10 mg erfolgen ). Die teil–
    getrockneten Körner werden geschrotet , und der verbleibende Feuchtigkeits­
    gehalt wird wie unter Buchstabe a beschrieben festgestellt .
 ---pagebreak--- 5 . Berechnungsmethode und Formeln :
    E = Anfangsmasse der Probe in Gramm ,
    M = Masse der Prob® in Gramm nach der Konditionierung t
    M' = Masse der Probe in Gramm nach dem Schroten,
    m = Masse der trockenen Probe in Gramm,
          Der Feuchtigkeitsgehalt des Produkts , in Hundertsätzen ausgedrückt ,
    beträgt
    – ohne Vorkonditionierung               (E – m ) x   U
    – mit Vorkonditionierung
         (M 1 - m) M                   100
                                                       j M m\^
                     + E - M        χ       = 100
              II'                       E
                                                       ^ E M»j
          Es muß mindestens eine Doppelbestimmung erfolgen.
6 . Genauigkeit der Bestimmung j
          Der Unterschied zväschen zwei Feuchtigkeitsgehaltsbestimmungen bei
    ein und derselben Probe soll + 0,1 v,H. nicht überschreiten.