CELEX: 51991PC0496
Language: de
Date: 1992-02-26
Title: 

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                        K0M(91) 496 endg. - SYN 373
                                       Brüssel, den 26. Februar 1992
                        Vorschlag für eine
                    VERORDNUNG (EWG! DES RATES
                             ÜBER DIE
          BREMSANLAGE FÜR ZWEIRÄDRIGE ODER DREIRÄDRIGE
                          KRAFTFAHRZEUGE
                  (von der Kommission vorgelegt)
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                                  BEGRÜNDUNG
Der vorliegende Vorschlag betrifft Bremsanlagen für zweirädrige oder
dreirädrige Kraftfahrzeuge und steht im Zusammenhang mit dem
Betriebserlaubnisverfahren für diese Fahrzeuge, das Gegenstand eines
Verodnungsvorschlags (Rahmenverordnung) ist, der von der Kommission am 3.
April 1991 an den Rat übermittelt wurde.
Es handelt sich um technische Vorschriften für die Bremsanlagen der
betreffenden Fahrzeuge, die, ebenso wie die für die sonstigen der im Anhang I
des Vorschlags der Rahmenverordnung vorgesehenen Bedingungen und Merkmale
geltenden Vorschriften eingehalten werden müssen, damit die Betriebserlaubnis
für diese Fahrzeuge erteilt und sie in der Gemeinschaft     in den Verkehr
gebracht werden können.
Bei der Ausarbeitung dieses Vorschlags wurden von der Kommission weitgehend
die Vorschriften der Regelung Nr. 78 der Wirtschaftskommission der Vereinten
Nationen für Europa berücksichtigt.
Die in diesem Vorschlag enthaltenen Anforderungen betreffen die Auslegung, den
Bau und den Einbau der Bremsanlagen; diese Anforderungen sind mit Prüfungen
und Leistungskennwerten versehen, um sicherzustellen, daß die für diese
Anlagen vorgeschriebene, auf den Bremsweg bezogene Bremswirkung für die
verschiedenen Fahrzeugklassen (zweirädrige Krafträder, dreirädrige Krafträder,
Kleinkrafträder ohne Beiwagen, Kleinkrafträder mit Beiwagen, Dreiradfahrzeuge)
erbracht wird.
Ferner sind die Leistungsanforderungen für Bremssysteme mit automatischen
Blockierverhinderern vorgesehen (ABS, . . . ) , die in zweirädrige Krafträder,
Kleinkrafträder ohne Beiwagen und Drei radfahrzeuge eingebaut sind.
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                  VORSCHLAG  FÜR EINE VERORDNUNG (EWG) DES RATES
                                     ÜBER DIE
                   BREMSANLAGE FÜR ZWEIRÄDRIGE ODER DREIRÄDRIGE
                                  KRAFTFAHRZEUGE
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 100 a,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. ... des Rates vom ... über die
Betriebserlaubnis für zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge^1),
auf Vorschlag der Kommission,
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses^2)
 in Erwägung nachstehender Gründe:
Es müssen Maßnahmen getroffen werden, damit der Binnenmarkt schrittweise bis
spätestens 31. Dezember 1992 verwirklicht wird. Der Binnenmarkt umfaßt einen
Raum ohne Binnengrenzen, in dem der freie Waren-, Personen-, Dienstleistungs-
und Kapital verkehr gewährleistet ist.
 In jedem Mitgliedstaat müssen zweirädrige und dreirädrige Fahrzeuge
hinsichtlich der Bremsanlagen bestimmte technische Merkmale aufweisen, die in
zwingenden Vorschriften festgelegt sind, welche von Mitgliedstaat zu
Mitgliedstaat verschieden sind. Dadurch wird der Warenverkehr in der
Europäischen Gemeinschaft behindert.
Diese Hemmnisse für das Funktionieren des Binnenmarktes lassen sich
beseitigen, wenn alle Mitgliedstaaten anstelle ihrer nationalen
Rechtsvorschriften gleiche Vorschriften erlassen.
( 1 ) AB I. Nr. L
(2) ABI. Nr. C
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Die Einführung einheitlicher Vorschriften für die Bremsanlagen zweirädriger
oder dreirädriger Kraftfahrzeuge ist notwendig, damit auf alle diese
Fahrzeugtypen die Betriebserlaubnis- und Bauartgenehmigungsverfahren gemäß der
Verordnung (EWG) Nr       des Rates angewendet werden können.
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                   Artikel 1
Diese Verordnung gilt für die Bremsanlagen aller Fahrzeugtypen gemäß Artikel 1
der Verordnung (EWG) Nr. ... des Rates vom ... über die Betriebserlaubnis für
zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge.
                                   Artikel 2
Das Verfahren zur Erteilung der Bauartgenehmigung in bezug auf die
Bremsanlagen eines zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugtyps sowie die
Bedingungen für den freien Warenverkehr dieser Fahrzeuge sind in der
Verordnung (EWG) Nr. ... festgelegt.
                                   Artikel 3
Änderungen zur Anpassung an den technischen Fortschritt des Anhanges werden
nach folgendem Verfahren erlassen :
Es wird ein beratender Ausschuß zur Anpassung der Verordnungen für den Bereich
der zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeuge an den technischen
Fortschritt, nachstehend "Ausschuß" genannt, eingesetzt, der sich aus
Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der
Kommission den Vorsitz führt.
Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Verfahren Bezug genommen, so gilt
folgendes:
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Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu
treffenden Maßnahmen vor. Der Ausschuß gibt zu diesem Entwurf innerhalb einer
Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der
betreffenden Frage - gegebenenfalls durch eine Abstimmung - festsetzen kann.
Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen; darüber hinaus hat jeder
Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll
festgehalten wird. Die Kommission berücksichtigt so weit wie möglich die
Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber,
inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt hat.
                                   Artikel 4
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1993 in Kraft.
            Diese Verordnung ist in allen Teilen verbindlich und gilt
            unmittelbar in jedem Mitgliedstaat
            Geschehen zu Brüssel, am
            im Namen des Rates,
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                             ANHANG
1.    BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
       In dieser Verordnung gelten folgende Begriffsbestimmungen:
1.1   "Fahrzeugtyp hinsichtlich der Bremsanlage"
      Als "Fahrzeugtyp hinsichtlich der Bremsanlage" bezeichnet man
      die Fahrzeuge, die untereinander keine wesentlichen Unterschiede
      aufweisen; solche Unterschiede können insbesondere die folgenden
      sein:
 .1.1 Fahrzeugklasse nach Artikel 1 dieser Verordnung
 .1.2 Höchstmasse nach Absatz 1.13
 .1.3 Achslastverteilung
 .1.4 bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit
 .1.5 Bremsanlage anderer Bauart
 .1.6 Zahl und Anordnung der Achsen
 .1.7 Motortyp
 .1.8 Anzahl und Übersetzungen der Getriebegänge insgesamt
 .1.9 Reifenabmessungen.
 .2   "Bremsanlage"
      bezeichnet die Gesamtheit der Teile außer dem Motor, deren
      Aufgabe es ist, die Geschwindigkeit eines fahrenden Fahrzeugs zu
      verringern oder es zum Stillstand zu bringen oder es im
      Stillstand zu halten, wenn es bereits hält; diese Aufgaben sind
       im nachstehenden Absatz 2.1 aufgeführt. Die Bremsanlage besteht
      aus der Betätigungseinrichtung, der Übertragungseinrichtung und
      der eigentlichen Bremse.
1.3   "Betätigungseinrichtung"
      bezeichnet den Teil, den der Führer unmittelbar betätigt, um die
      zur Bremsung erforderliche Energie zu steuern oder auf die
      Übertragungseinrichtung aufzubringen. Diese Energie kann die
      Muskelarbeit des Führers oder eine andere vom Führer gesteuerte
      Energiequelle oder eine Kombination dieser verschiedenen
      Energiearten sein.
1.4   "Übertragungseinrichtung"
      bezeichnet die Gesamtheit der Teile, die zwischen der
      Betätigungseinrichtung und der Bremse angeordnet sind und diese
      miteinander verbinden. Wenn die Bremsung durch eine
      Energiequelle erreicht oder unterstützt wird, die unabhängig vom
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       Führer, aber von ihm gesteuert ist, ist der
       Energievorratsbehälter ein Teil der Übertragungseinrichtung.
1.5    "Bremse"
       bezeichnet die Einrichtungen der Bremsanlage, in der die sich
       der Bewegung des Fahrzeugs entgegensetzenden Kräfte erzeugt
       werden.
1.6    "Verschiedenartige Bremsanlagen"
       bezeichnet Bremsanlagen, die untereinander grundlegende
       Unterschiede aufweisen; solche Unterschiede können insbesondere
       die folgenden sein:
1.6.1  Anlagen mit untereinander verschiedenartigen Teilen,
1.6.2  Anlagen, bei denen irgendein Teil aus unterschiedlichen
       Werkstoffen besteht oder deren Teile eine voneinander
       abweichende Form oder Größe besitzen,
1.6.3  Anlagen, bei denen die Teile verschiedenartig kombiniert sind.
1.7    "Teil einer Bremsanlage"
       bezeichnet einen oder mehrere der einzelnen Bauteile, die
       zusammen die vollständige Bremsanlage bilden;
1.8    "kombinierte Bremsanlage"
1.8.1  bezeichnet im Fall der Kleinkrafträder und der Krafträder ohne
       Beiwagen ein System, bei dem mindestens zwei Bremsen, die auf
       zwei verschiedene Räder einwirken, gleichzeitig betätigt werden
       können. Diese Betätigungsmethode erfordert eine Einrichtung, die
       von der zweiten Bremsanlage unabhängig ist;
1.8.2  im Fall der dreirädrigen Kleinkrafträder und der
       Drei radfahrzeuge eine Bremsanlage, die auf alle Räder einwirkt;
1.8.3  im Fall der Krafträder mit Beiwagen eine Bremsanlage, die
       zumindest auf das Vorderrad und auf das Hinterrad einwirkt. Eine
       Anlage, die gleichzeitig auf das Hinterrad und auf das Rad des
       Beiwagens einwirkt, wird als Hinterradbremse angesehen;
1.9.   "Mehr lös ige Bremsung"
       bezeichnet eine Bremsung, während der innerhalb des normalen
       Betriebsbereichs der Anlage, sei es während des Anziehens oder
       während der Lösung der Bremsen
1.9.1. der Führer Jederzeit durch Einwirkung auf die
       Betätigungseinrichtung die Bremskraft erhöhen oder vermindern
       kann,
1.9.2. die Bremskraft sich in der gleichen Richtung ändert wie die
       Einwirkung auf die Betätigungseinrichtung (monotone Funktion),
       und
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1.9.3.   die Bremskraft ohne Schwierigkeiten fein genug eingestellt
         werden kann.
1.10.    "Bauartbed i ngte Höchstgeschw i nd i gke i t"
         bezeichnet die Geschwindigkeit, die von dem Fahrzeug auf ebener
         Fläche und ohne unvorhergesehene äußere Einflüsse unter
         Berücksichtigung besonderer gegebenenfalls durch die Auslegung
         und den Bau des Fahrzeugs bedingter Beschränkungen nicht
         überschritten werden darf.
1.11.    "Be Iadenes Fahrzeug"
         bezeichnet, wenn nicht anders angegeben, das Fahrzeug, das durch
         die Beladung seine "Höchst last" erreicht.
1.12.    "UnbeIadenes Fahrzeug"
         bezeichnet lediglich das Fahrzeug, wie es bei den Prüfungen
         vorgeführt wird, sowie den Fahrer und alle für die Prüfversuche
         notwendigen Materialien und Geräte.
1.13.    "Höchstmasse"
         bezeichnet die vom Hersteller deklarierte technisch zulässige
         Höchstmasse (diese Masse kann größer sein als die von den
         nationalen Behörden zugelassene Höchstmasse).
1.14.    "Feuchte Bremse(n)"
         bezeichnet (eine) Bremse(n), die der unter Punkt 1.3. des
         Anhangs 1 vorgesehenen Behandlung unterzogen wurde(n).
2.       SPEZIFIKATIONEN
2.1.     All gerne i nes
2.1.1.   Bremsanlage
2.1.1.1. Die Bremsanlage muß so beschaffen und eingebaut sein, daß das
         Fahrzeug bei betriebsüblicher Beanspruchung trotz der
         auftretenden Erschütterungen den Vorschriften dieses Anhangs
         entspr icht.
2.1.1.2. Insbesondere muß die Bremsanlage so beschaffen und eingebaut
         sein, daß sie den im Betrieb auftretenden Korrosions- und
         Alterungswirkungen standhält.
2.1.2.   Anforderungen an die Bremsanlage
         Die in Absatz 1.2. beschriebene Bremsanlage muß folgende
         Anforderungen erfüllen:
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2.1.2.1. Betriebsbremsung
         Die Betriebsbremsung muß bei allen Geschwindigkeiten und
         Belastungszuständen und bei beliebiger Steigung und beliebigem
         Gefälle die Kontrolle der Fahrzeugbewegung sowie ein sicheres,
         schnelles und wirksames Anhalten des Fahrzeugs ermöglichen. Ihre
         Wirkung muß abstufbar sein. Der Führer muß die Bremswirkung von
         seinem Sitz aus erzielen können, ohne die Hände von der
         Lenkanlage zu nehmen.
2.1.2.2. Hilfsbremsung (wenn das Fahrzeug entsprechend ausgerüstet ist)
         Die Hilfsbremsung muß das Anhalten des Fahrzeugs innerhalb einer
         angemessenen Entfernung ermöglichen, wenn die Betriebsbremsung
         versagt. Die Wirkung muß abstufbar sein. Der Führer muß die
         Bremsung von seinem Sitz aus erzielen können und dabei
         mindestens mit einer Hand die Kontrolle über die Lenkanlage
         behalten. Für diese Vorschrift wird angenommen, daß bei der
         Betriebsbremsung gleichzeitig nicht mehr als eine Störung
         auftreten kann.
2.1.2.3. FeststeIIbremsung (wenn das Fahrzeug entsprechend ausgerüstet
         ist)
         Die Festste!Ibremsung muß es ermöglichen, das Fahrzeug auch bei
         Abwesenheit des Führers in der Steigung und im Gefälle im
         Stillstand zu halten, wobei die bremsenden Teile durch eine
         Einrichtung mit rein mechanischer Wirkung in Bremsstellung
         festgehalten werden. Der Fahrer muß die Bremswirkung von seinem
         Sitz aus erzielen können.
2.2.     Eigenschaften der Bremsanlagen
2.2.1.   Jedes zweirädrige Kleinkraftrad oder Kraftrad ohne Beiwagen muß
         mit zwei Betriebsbremsungsanlagen mit unabhängigen Betätigungs-
         und Übertragungseinrichtungen ausgerüstet sein, wobei mindestens
         eine auf das Vorderrad und die andere auf das Hinterrad
         einwirkt.
2.2.1.1. Die beiden Anlagen für die Betriebsbremsung können eine
         gemeinsame Bremse aufweisen, soweit eine Störung bei einer
         Anlage sich nicht auf die Leistungsfähigkeit der anderen
         auswirkt. Einige Bauteile, wie die eigentliche Bremse, die
         Bremszylinder und deren Kolben (mit Ausnahme der Dichtungen) die
         Bremsgestände und die Bremswellen werden nicht als störanfällig
         angesehen, wenn diese Teile ausreichend bemessen, für die
         Wartung leicht zugänglich sind und hinlängliche
         Sicherheitsmerkmale aufweisen.
2.2.1.2. Eine Feststellbremse ist nicht zwingend vorgeschrieben.
2.2.2.   Jedes Kraftrad mit Beiwagen muß mit den Bremsanlagen ausgerüstet
         sein, die auch ohne Beiwagen erforderlich wären; wird durch
         diese Anlagen bei den Prüfversuchen mit Beiwagen die
         erforderliche Wirksamkeit erreicht, ist eine auf das Rad des
         Beiwagens einwirkende Bremse nicht erforderlich; eine
         Feststellbremsanlage ist nicht zwingend vorgeschrieben.
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2.2.3.   Jedes dreirädrige Kleinkraftrad oder Drei radfahrzeug ist
         folgendermaßen auszurüsten:
2.2.3.1. entweder mit zwei unabhängigen Anlagen für die Betriebsbremsung,
         durch die die Bremsen auf allen Rädern gleichzeitig betätigt
         werden;
2.2.3.2. oder mit einer Anlage zur Betriebsbremsung, durch die die
         Bremsen auf allen Rädern betätigt werden und einer Anlage für
         die Hilfsbremsung, die die Feststellbremse sein kann.
2.2.4.   Ferner muß jedes Drei radfahrzeug mit einer Anlage zur
         FeststeIIbremsung ausgerüstet sein, die auf das (die) Rad
         (Räder) mindestens einer Achse einwirkt. Die
         FeststeIIbremsungsanläge, die eine der beiden unter Nr. 2.2.3.1.
         vorgesehenen Anlagen sein kann, muß von der Anlage, die auf die
         andere(n) Achse(n) einwirkt, unabhängig sein.
2.2.5.   Die Bremsungsanlagen müssen auf Bremsflächen einwirken, die
         ständig an den Rädern fest oder mit störfreien Bauteilen
         angebracht sind.
2.2.6.   Die Teile aller in die Fahrzeuge in die Fahrzeuge eingebauten
         Bremsanlagen müssen sorgfältig gewartet werden, um bei normalen
         Betrieb Störfälle der Bremsanlage auszuschließen.
2.2.7.   Die Bremsanlagen müssen, wenn sie richtig geschmiert und
         eingestellt sind, einwandfrei funktionieren.
2.2.7.1. Die Abnützung der Bremsen muß durch eine handbetätigte oder
         durch eine selbsttätige Nachstelleinrichtung leicht ausgeglichen
         werden können. Eine Nachstellung der Bremsen muß, ohne daß die
         Bremswirkung beeinträchtigt wird, solange möglich sein, bis die
         Bremsbeläge ersetzt werden müssen.
2.2.7.2. Die Betätigungseinrichtung und Teile der Übertragungseinrichtung
         und der Bremsen müssen eine solche Wegreserve besitzen, daß im
         Falle einer Überhitzung der Bremsen und einer maximalen
         Abnutzung der Beläge eine wirksame Bremsung ohne sofortiges
         NächsteIIen möglich ist.
2.2.7.3. Die Bauteile der Bremsanlage dürfen, wenn sie richtig
         eingestellt sind, bei der Betätigung nicht mit anderen als den
         vorgesehenen Teilen in Berührung kommen.
2.2.8.   Im Falle von Bremsanlagen mit hydraulischer Übertragung muß der
         Behälter für die Bremsflüssigkeit so ausgelegt und beschaffen
         sein, daß der Bremsflüssigkeitsstand leicht geprüft werden kann.
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                               ANLAGE 1
                  BREMSPRÜFUNGEN UND BREMSWIRKUNGEN
1.       BREMSPRUFUNGEN
1.1.     Allgemeines
1.1.1.   Die für Bremsanlagen vorgeschriebene Wirkung ist auf den
         Bremsweg bezogen. Die Wirkung einer Bremsanlage wird entweder
         nach der Messung des Bremswegs in Abhängigkeit von der
         Ausgangsgeschwindigkeit oder nach der Messung der Ansprechdauer
         der Anlage und der durchschnittlichen Verzögerung beurteilt.
1.1.2.   Der Bremsweg ist der vom Fahrzeug vom Beginn der Betätigung der
         Bremsanlage bis zu seinem Stillstand zurückgelegte Weg; die
         Ausgangsgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit im Augenblick
         des Beginns der Betätigung der Bremsanlage. In den nachstenenden
         Formeln für die Messung der Bremswirkung haben die Zeichen
         folgende Bedeutung:
         v - Ausgangsgeschwindigkeit in km/h,
         s - Bremsweg in Metern.
1.1.3.   Für die Bauartzu lassung des Fahrzeugs ist die Bremswirkung bei
         Prüfungen auf der Straße zu messen; diese Prüfungen sind unter
         folgenden Bedingungen durchzuführen:
1.1.3.1. Die Masse des Fahrzeugs muß den für jeden Prüfungstyp
         festgelegten Bestimmungen entsprechen und ist im Prüfungsbericht
         anzugeben;
1.1.3.2. die Prüfungen sind bei der für jeden Prüfungstyp festgelegten
         Geschwindigkeit durchzuführen; entspricht die
         Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs nicht der vorgeschriebenen,
         sind die Prüfungen nach anderen besonders dafür vorgesehenen
         Modalitäten durchzuführen;
1.1.3.3. die vorgeschriebene Bremswirkung muß ohne Blockieren des (der)
         Rads (Räder), ohne daß das Fahrzeug seine Spur verläßt und ohne
         ungewöhnliche Schwingungen erzielt werden;
1.1.3.4. Die bei den Prüfungen auf die Betätigungseinrichtung ausgeübte
         Kraft zur Erreichung der vorgeschriebenen Bremswirkung darf
         nicht größer sein, als der für jede Fahrzeugklasse festgelegte
         Höchstwert.
1.1.4.   Prüfungsbedi ngungen
1.1.4.1  Die Prüfungen der Betriebsbremse sind unter folgenden
         Bedingungen durchzuführen:
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1.1.4.1.1. Zu Beginn der Prüfungsserie müssen die Reifen kalt sein und den
           für die tatsächliche Belastung der Räder bei stehendem Fahrzeug
           vorgeschriebenen Druck haben;
1.1.4.1.2. für die Prüfungen bei beladenem Fahrzeug muß die Ladung auf dem
           Fahrzeug wie vom Hersteller vorgeschrieben verteilt sein;
1.1.4.1.3. für alle Prüfungen des Typs 0 müssen die Bremsen kalt sein; eine
           Bremse gilt als kalt, wenn an der Bremsscheibe oder außen an der
           Trommel die Temperatur weniger als 100°C beträgt:
1.1.4.1.4. der Führer muß während der ganzen Prüfdauer in Fahrstellung auf
           dem Sattel sitzen;
1.1.4.1.5. das Prüfgelande muß eben, trocken und griffig sein;
1.1.4.1.6. die Prüfungen sind bei Windstille durchzuführen, damit die
           Ergebnisse nicht beeinträchtigt werden.
1.2.       Prüfung Typ 0 (Betriebsbremsung)
1.2.1.     All gerne i nes
1.2.1.1.   Die Vorschriften über die Wirkung der Betriebsbremse müssen den
           für Jede Fahzeugklasse vorgesehenen entsprechen.
1.2.2.     Prüfung Typ 0 mit ausgekuppeltem Motor
1.2.2.1.   Die Prüfung ist bei der für die Fahrzeugklasse vorgeschriebenen
           Geschwindigkeit vorzunehmen, bei den vorgesehenen Werten ist
           eine gewisse Toleranz zulässig.
           Im Fall von Fahrzeugen, bei denen die beiden Betriebsbremsen
           getrennt angezogen werden können, sind die Bremsanlagen getrennt
           zu prüfen. Für Jede Bremsanlage jedes Fahrzeugs muß die
           Mindestbremswirkung erreicht werden.
1.2.2.1.1. Ist das Fahrzeug mit einer von Hand betätigten Schaltung oder
           mit einer automatischen Übertragung bei auskuppeIbarer Schaltung
           ausgerüstet, sind die Prüfungen unabhängig vom Getriebe bzw. bei
           von der Übertragung durch Auskuppelung oder andere Mittel
           abgekuppeltem Motor vorzunehmen.
1.2.2.1.2. Ist das Fahrzeug mit einer anderen Schaltautomatik ausgerüstet,
           sind die Prüfungen nach dem normalen Verfahren durchzuführen.
1.2.3.     Prüfung Typ 0 mit eingekuppeltem Motor für Krafträder und
           Drei radfahrzeuge
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1.2.3.1. Die Prüfungen werden bei unbeladenem Fahrzeug und verschiedenen
         Geschwindigkeiten durchgeführt, wobei die niedrigste 30 % und
         die höchste 80 % der Höchstgeschwindigkeit entsprechen muß, ohne
         Jedoch 160 km/h zu überschreiten. Die Höchstwerte der
         Bremswirkung sowie das Verhalten des Fahrzeugs sind im
         Prüfbericht anzugeben.
         Können die beiden Anlagen für die Betriebsbremsung getrennt
         angezogen werden, sind diese beiden Bremsanlagen zusammen und
         gleichzeitig zu prüfen, wobei das Fahrzeug unbeladen ist.
1.2.4.   Prüfung Typ 0 mit ausgekuppeltem Motor und feuchten Bremsen
1.2.4.1. Diese Prüfung ist (mit Ausnahme der unter 1.3.1. vorgesehenen
         Abweichung) bei Kleinkrafträdern und Krafträdern vorzunehmen.
         Das Prüfverfahren ist das gleiche wie das der Prüfung Typ 0 mit
         ausgekuppeltem Motor, mit zusätzlichen Vorschriften betreffend
         die Anfeuchtung der Bremsen, die unter Nummer 1.3. diese Anlage
         angegeben sind.
1.3.     Sondervorschriften für Prüfungen mit feuchten Bremsen
1.3.1.   Geschützte Bremsen: Bei herkömmlichen Trommelbremsen oder
         vollkommen geschützten Scheibenbremsen ist es nicht
         erforderlich, das Fahrzeug dieser Prüfungsserie Typ 0 zu
         unterziehen, da bei normalem Betrieb in diese Art von Bremsen
         kein Wasser eindringen kann.
1.3.2.   Die Prüfungen an feuchten Bremsen sind unter den gleichen
         Bedingungen vorzunehmen wie die an trockenen Bremsen. An den
         Bremsanlagen ist keine Nachstellung oder Veränderung
         vorzunehmen, mit Ausnahme der Anbringung der
         Anfeuchtungsausrüstung der Bremsen.
1.3.3.   Während Jeder Prüfung ist jede Bremse laufend anzufeuchten,
         wobei eine Wassermenge von 15 l/h aufgewendet wird. Ist ein Rad
         mit zwei Scheibenbremsen ausgerüstet, gilt jede Scheibe als
         Bremse.
1.3.4.   Bei ungeschützten oder teilweise geschützten Bremsscheiben ist
         die vorgeschriebene Wassermenge so auf die sich bewegende
         Scheibe zu sprühen, daß sie auf der(den) Reibungsfläche(n) der
         Scheibe mit dem(den) Plättchen verteilt wird.
1.3.4.1. Bei gänzlich ungeschützten Bremsscheiben ist das Wasser auf die
         Bremsoberfläche(n) der Scheibe in einem Winkel von 45° vor
         dem(den) Plättchen aufzusprühen.
1.3.4.2. Bei teilweise geschützten Bremsscheiben ist das Wasser auf die
         Oberfläche(n) der Scheibe in einem Winkel von 45° vor dem
         Deflektor oder dem Gehäuse aufzusprühen.
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1.3.4.3. Das Wasser ist in einem ununterbrochenen Strahl auf die
         Bremsoberfläche(n) der Scheibe(n) mit Hilfe von einstrahl igen
         Düsen, die gegenüber dem ersten inneren Drittel der
         Reibungsoberfläche der Scheibe mit dem(den) Plättchen senkrecht
         zur Oberfläche der Scheibe angebracht sind (siehe Abbildung)
         aufzusprühen.
1.3.5.   Wenn für vollkommen geschützte Bremsscheiben die Anordnungen
         der Nr. 1.3.1. nicht anwendbar sind, ist das Wasser auf beiden
         Seiten des Deflektors oder des Schutzblechs auf einen Punkt
         gemäß den Bestimmungen der Nr. 1.3.4.1. und 1.3.4.3. dieser
         Anlage aufzusprühen. Befindet sich die Düse gegenüber einem
         Belüftungsschlitz oder eines Wartungslochs, ist das Wasser eine
         viertel Drehung vor dieser Öffnung aufzusprühen.
1.3.6.   in den Fällen, in denen es bei Nr. 1.3.3. und 1.3.4. nicht
         möglich ist, das Wasser wegen eines fest eingebauten Fahr-
         zeugteils in der vorgesehenen Weise aufzusprühen, ist das Wasser
         auf den ersten Punkt aufzusprühen, wo eine ununterbrochene
         Sprühung möglich ist, selbst wenn dieser Punkt in einem Winkel
         von mehr als 45° vor dem(den) Plättchen liegt.
1.3.7.   Bei Trommelbremsen ist, wenn die Anordnungen der Nr. 1.3.1.
         nicht anwendbar sind, die vorgeschriebene Wassermenge ebenfalls
         auf beiden Seiten der Bremsanlage (d.h. auf die Zierblende und
         die eigentliche Trommel) mit einer Einstellung in Höhe des
         ersten Drittels des Trommel radius aufzusprühen.
1.3.8.   Vorbehaltlich der Anordnung der Nr. 1.3.7. und der Vorschrift,
         nach der sich keine Einstellung in einem Winkel von weniger als
         15° gegenüber einem Belüftungsschlitz oder einem Wartungsloch
         auf der Zierblende befinden darf, ist die
         Befeuchtungseinrichtung der Bremstrommeln so anzubringen, daß
         eine bestmögliche ununterbrochene Wasseraufsprühung
         gewährleistet ist.
1.3.9.      Um eine einwandfreie Befeuchtung der Bremse(n)
            sicherzustellen, ist das Fahrzeug unmittelbar vor Beginn der
            Prüfsérie in folgender Weise zu fahren:
         -  Mit einer wie in dieser Anlage beschriebenen ununterbrochen
            funkt i on i erenden Befeuchtungse i nr i chtung,
         -  mit der vorgeschriebenen Prüfgeschwindigkeit,
         -  ohne Betätigung der Bremse(n), die geprüft werden sol K e n ) ,
         -   auf einer Entfernung von mindestens 500 m bis zu dem Punkt,
            an dem die Prüfung durchgeführt werden soll.
 ---pagebreak---                                          - 14 -
                    VERFAHREN FÜR DIE BEFEUCHTUNG
                                                  Scheibe
  Drehrichtung                                            Bremsklotz
  der Scheibe
                                                                     Zerstâubungspunkt
                                                                     (in einem Abstand
                                                                      von 2/3 l vom
                                                                      äußeren Rand)
                               |     Zerstäubungs
                                    loch
zum Wasserbehälter                                                     01 z:
                   Das zerstäubte Wasser
                   darf nicht zerstreut
                          werden
                                                              Reibungsfläche
                                  «T *    .. Zerstäubungsrohr
 ---pagebreak---                                   - 15 -
1-4.       Prüfung Typ I (Prüfung des Absinkens der Bremswirkung)
1.4.1      Sonderbest Immungen
1-4.1.1.   Die Betriebsbremsanlagen der Krafträder und Drei radfahrzeuge
           sind in der Weise zu prüfen, daß bei beladenem Fahrzeug eine
           Anzahl von aufeinanderfolgenden Bremsungen nach den nachstehend
           angegebenen Bedingungen vorgenommen wird. Für Fahrzeuge, die mit
           einem kombinierten Bremssystem ausgerüstet sind, ist es
           ausreichend, diese Betriebsbremsanlage der Prüfung Typ I zu
           unterziehen.
1.4.1.2.   Die Prüfung Typ I wird in drei Teilen durchgeführt.
1.4.1.2.1. Eine einzige Prüfung des Typs 0 nach den Vorschriften der Nr.
           2.1.2. und 2.2.2.1. dieser Anlage.
1.4.1.2.2. Eine Reihe von 10 wiederholten, gemäß den Vorschriften der Nr.
           1.4.2. durchgeführten Bremsungen.
1.4.1.2.3. Ein einziger Versuch des Typs 0, der unter den gleichen
           Bedingungen (und insbesondere unter Einwirkung einer möglichst
           gleichbleibenden Kraft auf die Betätigungseinrichtung, deren
           Mittelwert nicht über der mittleren unter der Nr. 1.4.1.2.1.
           angewendeten Kraft liegt) wie den für die Prüfung unter Nr.
           1.4.1.2.2. geltenden, der jedoch auf jeden Fall innerhalb der
           darauffolgenden Minute durchgeführt wird.
1.4.2.     Prüfbed i ngungen
1.4.2.1.   Das Fahrzeug und die zu prüfende(n) Bremse(n) müssen praktisch
           trocken und die Bremse(n) kalt sein (<^100°C).
1.4.2.2.   Folgende Ausgangsgeschwindigkeit ist einzuhalten:
1.4.2.2.1. für die Prüfung der vorderen Bremse(n) die niedrigere der beiden
           folgenden Geschwindigkeiten: 70 % der Höchstgeschwindigkeit des
           Fahrzeugs und 100 km/h;
1.4.2.2.2. für die Prüfung der hinteren Bremse(n) die niedrigere der beiden
           folgenden Geschwindigkeiten: 70 % der Höchstgeschwindigkeit des
           Fahrzeug und 80 km/h;
1.4.2.2.3. für die Prüfung eines kombinierten Bremssystems die niedrigere
           der beiden folgenden Geschwindigkeiten: 70 % der
           Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs und 100 km/h.
1.4.2.3.   Der Abstand zwischen dem Beginn einer Bremsung und der folgenden
           Bremsung muß 1.000 m betragen.
1.4.2.4.   Das Getriebe- bzw. Kupplungsgehäuse ist wie folgt anzuwenden:
1.4.2.4.1.  Ist das Fahrzeug mit einem von Hand betriebenen Getriebegehäuse
           oder einem auskuppeIbaren automatischen Getriebe ausgerüstet,
            ist im Verlauf der Bremsungen der höchste Getriebegang zur
           Erreichung der Ausgangsgeschwindigkeit einzuschalten. Bis die
           Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf 50 % der Ausgangsprüf-
           geschwindigkeit abgefallen, ist der Motor auszukuppein.
 ---pagebreak---                                      - 16 -
1.4.2.4.2.  Ist das Fahrzeug mit einem vollkommen automatischen Getriebe
           ausgerüstet, ist die Prüfung unter den normalen
           Betriebsbedingungen einer solchen Ausrüstung durchzuführen. Für
           die Anfahrt ist der der Ausgangsprüfgeschwindigkeit angemessene
           Getriebegang zu verwenden.
1.4.2.5.   Nach jeder Bremsung ist das Fahrzeug umgehend zu beschleunigen,
           um die Ausgangsprüfgeschwindigkeit zu erreichen, und diese
           Geschwindigkeit ist bis zur nächsten Bremsung beizubehrJten. Das
           Fahrzeug kann gegebenenfalls vor der Beschleunigung auf dem
           Prüfgelande umgedreht werden.
1.4.2.6.   Die auf die Betätigungseinrichtung ausgeübte Kraft muß so
           gemessen werden, daß die geringere der beiden folgenden
           Verzögerungen beibehalten wird: Eine mittlere Verzögerung von 3
           m / s 2 oder die größte Verzögerung, die mit der Brems® bei der
           ersten Bremsung zu erzielen ist.
           Diese Kraft muß während der unter Punkt 1.4.1.2.2.
           vorgeschriebenen aufeinanderfolgenden Bremsungen konstant
           bleiben.
1.4.3.     Restbremswirkung
1.4.3.1    Am Schluß der Bremsprüfung Typ I ist die Restbremswirkung der
           Betriebsbremse unter den gleichen Bedingungen zu messen (und
           insbesondere unter Ausübung einer Kraft auf die
           Betätigungseinrichtung, die so konstant wie möglich ist und
           deren Mittelwert die tatsächliche ausgeübte mittlere Kraft nicht
           übersteigt) als bei der Bremsprüfung Typ 0 mit ausgekuppeltem
           Motor (Temperaturunterschiede sind jedoch möglich).
1.4.3.2.   Diese Restbremswirkung darf nicht:
1.4.3.2.1. geringer sein als 60 % der Verzögerung, die bei der Bremsprüfung
           Typ 0 erreicht wurde, wenn sie in einer Verzögerung ausgedrückt
           wird,
           oder
1.4.3.2.2. den nach folgender Formel errechneten Bremsweg nicht
           übersteigen, wenn sie in Form des Bremswegs ausgedrückt ist:
           S 2 <_ 1,67 S 1 - 0,67 aV
                        wobei
                        51 - der im Verlauf der Prüfung Typ 0 erzielte
                        Bremsweg,
                        52 - der bei der Prüfung der Restbremswirkung
                        festgestellte Bremsweg ist
                 a -    0,1
                V -     die Ausgangsgeschwindigkeit zu Beginn der Bremsung
                        nach der Definition unter Punkt 2.1.1 und 2.2.2 dieser
                        An I age.
 ---pagebreak---                                       - 17 -
2.             WIRKSAMKEIT DER BREMSANLAGEN
2.1 .          Prüfvorschriften für die Fahrzeuge, deren Bremsanlagen nur auf
               das(die) Rad(Räder) der Vorder- oder Hinterachse einwirken.
2.1 .1 .       Prüfgeschwindigkeit V - 40 km/h für Kleinkrafträder
               Prüfgeschwindigkeit V - 60 km/h* für Krafträder und
               Drei radfahrzeuge.
2.1.2.         Bremswirkung mit beladenem Fahrzeug
2.1.2.1        Für die Prüfung der Restbremswirkung des Typs I (Krafträder  und
               Drei radfahrzeuge) sind die festgestellten Werte für den
               Bremsweg, die mittlere Verzögerung und die auf die
               Betätigungseinrichtung ausgeübte Kraft im Prüfbericht
               aufzunehmen.
2.1.2.2        Nur mit der Vorderradbremse ausgeführte Bremsung
                 Klasse                      Bremsweg (S)      Jeweilige
                                                               mittlere
                                                               entwickelte
                                                               Verzögerung
                                                                 m/s 2
                Zweirädrige Kleinkrafträder  S<0,1.V+V2/90      3,4
                Dreirädrige Kleinkrafträder  S<0,1.V+V2/70      2,7**
                Krafträder ohne Beiwagen     S<0,1.V+V2/115     4,4**
                Krafträder mit Beiwagen      S<0,1.V+V2/95      3,6
                Drei radfahrzeuge            S<0,1.V+V2/75      2,9**
     Kleinkrafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von unter 45 km/h und
     Krafträder und dreirädrige Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von
     unter 67 km/h sind bei einer Geschwindigkeit von 0,9 Vmax zu prüfen.
     Können aufgrund einer unzureichenden Reibung die Werte betreffend eine
     einzige Bremsanlage nicht erreicht werden, sind die Werte für eine Prüfung
     mit beladenem Fahrzeug und bei gleichzeitiger Betätigung beider Bremsen
     durch folgende zu ersetzen:
         - dreirädrige Kleinkrafträder:    4,4 m/s 2
         - Krafträder ohne Beiwagen:       5,8 m/s 2
         - dreirädrige Fahrzeuge:          5,0 m/s 2
 ---pagebreak---                                      - 18 -
2.1.2.3       Nur mit der hinteren Bremse durchgeführte Bremsung
                 Klasse                      Bremsweg (S)       Jeweilige
                                                                mittlere
                                                                entwickelte
                                                                Verzögerung
                                                                   m/s 2
                Zweirädrige Kleinkrafträder  S<0,1.V+V2/70       2,7
                Dreirädrige Kleinkrafträder  S<0,1.V+V2/70       2,7*
                Krafträder ohne Beiwagen     S<0,1.V+V2/75       2,9*
                Krafträder mit Beiwagen      S<0,1.V+V2/95       3,6
                Drei radfahrzeuge            S<0,1.V+V2/75       2,9*
2.1.3.        Bremswirkung bei unbeladenem Fahrzeug
2.1.3.1       Eine Prüfung, bei der das Fahrzeug lediglich mit dem Führer
              belastet wird, ist nicht unbedingt erforderlich, wenn
              nachgewiesen und mit Zahlen belegt werden kann, daß die Masse
              zwischen den mit Bremsen ausgerüsteten Rädern so verteilt ist,
              daß jede der Bremsanlagen eine mittlere entwickelte Verzögerung
              von mindestens 2,5 m/s 2 oder S <^0,1 . V + V 2 /65 ermöglicht.
2.2           Bestimmungen über die Prüfung der Fahrzeuge, bei denen
               (mindestens) eine der Bremsanlagen eine kombinierte Anlage ist.
2.2.1         Bei der Prüfung der Restbremswirkung des Typs I (Krafträder und
              dreirädrige Fahrzeuge) sind die festgestellten Wirkungswerte
              betreffend den Bremsweg, die mittlere entwickelte Verzögerung
              und die auf die Betätigungseinrichtung ausgeübte Kraft in das
              PrüfprotokolI aufzunehmen.
2.2.2         Prüfgeschwindigkeit V - 40 km/h** für die Kleinkrafträder
              Prüfgeschwindigkeit V - 60 km/h     für die Krafträder und
              dreirädrigen Fahrzeuge
2.2.3         Das Fahrzeug ist in unbeladenem und beladenem Zustand zu prüfen
    Können aufgrund einer unzureichenden Reibung die Werte betreffend eine
    einzige Bremsanlage nicht erreicht werden, sind die Werte für eine Prüfung
    mit beladenem Fahrzeug und bei gleichzeitiger Betätigung beider Bremsen
    durch folgende zu ersetzen:
        - dreirädrige Kleinkrafträder:     4,4 m/s 2
        - Krafträder ohne Beiwagen:        5,8 m/s 2
        - Drei radfahrzeuge:               5,0 m/s 2
    Kleinkrafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit von unter 45 km/h und
    Krafträder und dreirädrige Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von
    unter 67 km/h sind bei einer Geschwindigkeit von 0,9 Vmax zu prüfen.
 ---pagebreak---                                 - 19
2.2.3.1 Bremsung nur mit der kombinierten Anlage
             Klasse                     Bremsweg (S)     Jeweilige
                                                         mittlere
                                                         entwickelte
                                                         Verzögerung
                                                            m/s 2
          Kleinkrafträder               S<0,1.V+V2/115     4,4
          Krafträder ohne Beiwagen      S<0,1.V+V2/132     5,1
          Krafträder mit Beiwagen       S<0,1.V+V2/140     5,4
          Drei radfahrzeuge             S<0,1.V+V2/75      5,0
2.2.3.2 Bremsung mit der zweiten Betriebsbremsanlage oder mit der
        HiIfsbremsanlage für alle Klassen:
        Der Bremsweg muß folgender sein:
        S <^0,1 . V + V 2 /65 (d.h. eine mittlere entwickelte
        Verzögerung von 2,5 m / s 2 ) .
2.3.    Wirksamkeit der Feststellbremse (sofern vorhanden)
2.3.1   Die Feststellbremse muß, auch wenn sie mit einer der anderen
        Bremsanlagen kombiniert ist, das beladene Fahrzeug auf einer
        Steigung oder einem Gefälle von 18 % im Stillstand halten
        können.
2.4.    Bestimmungen betreffend die Bremsbetätigungseinrichtungen:
2.4.1   Auf die Betätigungseinrichtung der Betriebsbremse ausgeübte
        Kraft:
        Handbetätigung <^ 200 N
        Fußbetätigung <^350 N (Kleinkrafträder und Krafträder)
        Fußbetätigung <^500 N (Dreiradfahrzeuge)
2.4.2   Betätigung der Feststellbremse (sofern vorhanden)
        Handbetätigung <^400 N
        Fußbetätigung <^500 N
2.4.3   Bei den Hebeln der Handbremsen wird davon ausgegangen, daß der
        Punkt, auf den die Kraft ausgeübt wird, in einem Abstand von 50
        mm vom äußeren Ende des Hebels liegt.
2.5.    (Mindest- und Höchst-)Werte der Bremswirkung, die mit feuchten
        Bremsen erreicht werden müssen.
2.5.1   Die mit feuchten Bremsen 0,5 - 1 , 0 Sek. nach deren Betätigung
        erreichten mittleren Verzögerungen müssen bei der Ausübung der
        gleichen Kraft auf die Betätigungseinrichtungen mindestens bei
        60 % der mit trockenen Bremsen erreichten Werte liegen.
 ---pagebreak---                               - 20 -
2.5.2. Die zur Betätigung ausgeübte Kraft, die so schnell wie möglich
       ausgeübt wird, muß jener entsprechen, die zur Erreichung einer
       Verzögerung von 2,5 m / s 2 mit trockenen Bremsen notwendig ist.
2.5.3. Während der Prüfung mit feuchten Bremsen darf die Verzögerung in
       keinem Fall 120 % der mit trockenen Bremsen erzielten
       Verzögerung überschreiten.
 ---pagebreak---                                      - 21 -
                                    ANLAGE 2
VORSCHRIFTEN FÜR ZWEIRÄDRIGE KLEINKRAFTRÄDER, KRAFTRÄDER OHNE BEIWAGEN UND
DREIRADFAHRZEUGE, DIE MIT AUTOMATISCHEN BLOCKIERVERHINDERERN AUSGERÜSTET SIND
1.            ALLGEMEINE BEMERKUNGEN
1.1.          Zweck dieser Bestimmungen ist die Festlegung der Mindest-
              anforderungen für Bremssysteme mit einem automatischen
              Blockierverhinderer, die in zweirädrigen Kleinkrafträdern,
              Krafträdern ohne Beiwagen und Drei radfahrzeugen eingebaut sind.
              Der Einbau von automatischen Blockierverhinderern wird durch
              diese Bestimmungen nicht zwingend vorgeschrieben. Ist ein
              Fahrzeug Jedoch mit einer solchen Vorrichtung ausgerüstet, so
              muß sie den nachstehenden Vorschriften entsprechen.
1.2.          Die gegenwärtig bekannten Vorrichtungen umfassen einen oder
              mehrere Sensoren, Auswerteglieder und Stellglieder.
              Vorrichtungen anderer Bauart gelten im Rahmen dieser Anlage als
              automatische Blockierverhinderer, wenn ihre Wirkungen den in
              dieser Anlage vorgeschriebenen mindestens gleichwertig sind.
2.            BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
               In dieser Verordnung gelten folgende Begriffsbestimmungen:
2.1.          "Automatischer Block 1erVerhinderer"
              bezeichnet einen Teil der Betriebsbremsanlage, der selbsttätig
              den Schlupf in der Drehrichtung des Rades (der Räder) an einem
              oder mehreren Rädern des Fahrzeugs während der Bremsung regelt;
2.2.          "Sensor"
              bezeichnet das Teil, das die Drehbewegung des Rades (der Räder)
              oder die dynamischen Verhältnisse des Fahrzeugs erfaßt und an
              das Auswerteglied weiterleitet;
2.3.          "Auswerteglied"
              bezeichnet das Teil, das dazu bestimmt ist, die von dem (den)
              Sensor(en) übermittelten Daten auszuwerten und ein Signal an das
              Stellglied weiterzugeben.
2.4.          "Stellglied"
              bezeichnet das Teil, das die Bremskraft (-kräfte) in
              Übereinstimmung mit dem vom Auswerteglied erhaltenen Signal
              verändert.
3.            ART UND MERKMALE DES SYSTEMS
3.1.          Jedes geregelte Rad ist so auszulegen, daß es zumindest seine
              eigene Vorrichtung in Gang setzen kann.
 ---pagebreak---                                       - 22 -
3.2.           Jede Unterbrechung der Stromversorgung zum automatischen
               Blockierverh inderer bzw. der äußeren Anbringung des (der)
               elektronischen Auswerteglieds(er) muß dem Fahrer durch (eine)
               spezielle optische Warneinrichtung(en) angezeigt werden, die
               auch bei Tageslicht erkennbar ist (sind); ihre einwandfreie
               Funktion muß vom Führer leicht geprüft werden können^ 1 ).
3.3.           Wenn der automatische Blockierverhinderer ausgefallen ist, darf
               die Bremswirkung bei einem beladenen Fahrzeug nicht unter der
               niedrigeren der beiden für das Fahrzeug vorgeschriebenen
               Bremswirkungen, die unter den Punkten 2.1.2.2. oder 2.1.2.3. der
               Anlage 1 festgesetzt sind, liegen.
3.4.           Die Funktion des automatischen Blockierverhinderers darf nicht
               durch elektromagnetische Felder beeinträchtigt w e r d e n ^ ) .
3.5.           Die automatischen Blockierverhinderer müssen bei voll betätigter
               Bremse während des Stillstands von beliebiger Dauer
               funktionstüchtig bleiben.
4.             KRAFTSCHLUSSAUSNUTZUNG
4.1.           Allgemeine Bemerkungen
4.1.1.         Bei Krafträdern ohne Beiwagen und Drei radfahrzeugen gelten die
               mit automatischen Blockierverhinderern ausgerüsteten
               Bremsanlagen als ausreichend, wenn die Bedingung £ ^.0,70
               erfüllt ist, wobei <£ die Kraftschlußausnutzung bedeutet, wie im
               Nachtrag zu dieser Anlage definiert* 3 ).
4.1.2.         Die Kraftschlußausnutzung é- wird auf Straßenoberflächen mit
               einem Kraftschlußbeiwert von jeweils höchstens 0,45 und
               mindestens 0,8 ermittelt.
4.1.3.         Die Prüfungen werden mit unbeladenem Fahrzeug durchgeführt.
4.1.4.         Das Prüfverfahren zur Bestimmung des Kraftschlußbeiwerts (K) und
               die Formel zur Berechnung der Kraftschlußausnutzung sind im
               Nachtrag dieser Anlage vorgeschrieben.
5.             ZUSATZPRUFUNGEN
5.1.           Die nachstehenden Zusatzprüfungen sind mit unbeladenem Fahrzeug
               durchzuführen.
(1) Das elektronische Auswerteglied bzw. alle Leitungssysteme sind vom
     technischen Dienst zur Bestimmung möglicher Ausfallursachen zu
     prüfen.
(2) Bis zur Einführung einheitlicher Prüfverfahren unterrichten die
     Hersteller die technischen Dienste über die angewendeten
     KontrolIverfahren.
(3) Für zweirädrige Kleinkrafträder ist der ermittelte Wert in das
     Prüfprotokoll aufzunehmen, solange kein Mindestwert für £_
     festgelegt ist.
 ---pagebreak---                                     - 23
5.1.1.       Ein durch einen automatischen Blockierverhindarer geregeltes Rad
             darf auf keiner der beiden unter Punkt 4.1.2. beschriebenen
             Fahrbahnen Oberflächen blockieren, wenn die Bremsanlage
             plötzlich voll betätigt wird< 4 ), wobei die Prüfung bei
             Ausgangsgeschwindigkeiten bis zu 0,8 Vmax durchgeführt wird,
             ohne jedoch 80 km/h zu übersteigen^).
5.1.2.       Beim Übergang eines durch einen automatischen
             Blockierverhinderer geregelten Rades von einer Oberfläche mit
             hohem Kraftschlußbeiwert auf eine solche mit niedrigem
             Kraftschlußbeiwert wie unter 4.1.2. angegeben und voller
             Betätigung der Bremsanläget4) darf das Rad nicht blockieren.
             Die Fahrgeschwindigkeit und der Zeitpunkt der Bremsbetätigung
             sind so zu berechnen, daß, wenn der automatische
             Blockierverhinderer auf der Oberfläche mit hohem
             Kraftschlußbeiwert voll regelt, der Übergang von einer
             Fahrbahnoberfläche zur anderen bei einer Geschwindigkeit von
             etwa 0,5 Vmax erfolgt, ohne 50 km/h zu überschreiten.
5.1.3.       Beim Übergang eines Fahrzeugs von einer Oberfläche mit niedrigem
             Kraftschlußbeiwert auf eine solche mit hohem Kraftschlußbeiwert
             (wie unter Punkt 4.1.2. angegeben) und voller Betätigung der
             Bremsanlage (4) muß die Fahrzeugverzögerung auf den
             entsprechenden hohen Wert innerhalb einer annehmbaren Zeit
             ansteigen, und das Fahrzeug darf nicht von seinem ursprünglichen
             Kurs abweichen. Die Fahrgeschwindigkeit und der Zeitpunkt der
             Bremsbetätigung müssen so gewählt werden, daß, wenn der
             automatische Blockierverhinderer auf dem niedrigen
             Kraftschlußbeiwert voll regelt, der Übergang von einer
             Fahrbahnoberfläche zur anderen bei etwa 0,5 Vmax erfolgt, ohne
             50 km/h zu übersteigen.
5.1.4.       Sind die beiden unabhängigen Bremsanlagen mit einem
             automatischen Blockierverhinderer ausgerüstet, sind die unter
             den Nummer 5.1.1., 5.1.2. und 5.1.3. vorgeschriebenen Prüfungen
             bei gleichzeitiger Anwendung der beiden unabhängigen
             Bremsanlagen durchzuführen, wobei die Fahrstabilität nicht
             beeinflußt werden darf.
5.1.5.        In den unter den Nummern 5.1.1., 5.1.2., 5.1.3. und 5.1.4.
             vorgesehenen Prüfungen sind jedoch kurze Zeiten des Blockierens
             und Ausbrechens der Räder zugelassen, vorausgesetzt die
             Fahrstabilität wird dadurch nicht beeinträchtigt. Außerdem ist
             ein Blockieren der Räder erlaubt, wenn die Fahrgeschwindigkeit
             kleiner als 10 km/h ist.
(4)    Die auf die Bremse aufgebrachte Kraft ist die unter Nr. 2.4.
       der Anlage 1 für die Fahrzeugklasse vorgeschriebene
       Höchstkraft: Eine größere Kraft kann angewendet werden, um den
       automatischen Blockierverhinderer zum Ansprechen zu bringen.
(5)    Auf Oberflächen mit niedrigem Kraftschlußbeiwert {<_ 0,35) kann die
       Ausgangsgeschwindigkeit aus Sicherheitsgründen herabgesetzt werden: In
       diesem Fall sind der K-Wert und die Ausgangsgeschwindigkeit in das
       Prüfprotokoll aufzunehmen.
 ---pagebreak---                                   - 24 -
                                NACHTRAG
1-         BESTIMMUNG DES KRAFTSCHLUSSBEIWERTS (K)
1.1.       Der Kraftschlußbeiwert wird durch das Verhältnis der maximal
           erreichbaren Bremskraft, bei abgeschaltetem automatischem
           Blockierverhinderer, ohne Blockieren der Räder und die
           gleichzeitig auf alle Räder einwirkende Bremsung^1) bestimmt.
1.2.       Die Bremsprüfungen sind durch Betätigung der Bremsen bei einer
           Ausgangsgeschwindigkeit von etwa 60 km/h (oder bei Fahrzeugen,
           die eine Geschwindigkeit von 60 km/h nicht erreichen), einer
           Geschwindigkeit von etwa 0,9 Vmax und unbeladenem Fahrzeug (mit
           Ausnahme der Versuchs Instrumente bzw. der erforderlichen
           Sicherheitseinrichtungen) durchzuführen. Die auf die
           Betätigungseinrichtung der Bremse auszuübende Kraft muß während
           der gesamten Dauer der Prüfung konstant bleiben.
1.3.       Bis zur Erreichung des kritischen Punktes, der unmittelbar vor
           der Blockierung des (der) Rads (Räder) liegt, können mehrere
           Prüfungen mit unterschiedlichen Bremskräften auf die Vorderräder
           und die Hinterräder durchgeführt werden, um die maximale
           Abbremsung des Fahrzeugs zu bestimmen^ 2 ).
1.4.       Die maximale Abbremsung (Z) wird anhand der Zeit bestimmt, die
           erforderlich ist, um die Geschwindigkeit von 40 km/h auf 20 km/h
           zu reduzieren. Dazu wird folgende Formel benutzt:
           Z - 0.56
                 t
           t wird in Sekunden ausgedrückt.
           Für Fahrzeuge, die 50 km/h nicht erreichen, wird die maximale
           Abbremsung anhand der Zeit bestimmt, die erforderlich ist, um
           die Geschwindigkeit des Fahrzeugs von 0,8 Vmax auf (0,8 Vmax -
           20) zu reduzieren, wobei Vmax in km/h ausgedrückt wird.
           Der Höchstwert von Z - K.
2.         BESTIMMUNG DER KRAFTSCHLUSSAUSNUTZUNG {£ )
2.1.       Die Kraftschlußausnutzung (£. ) ist definiert als der Quotient
           der maximalen Abbremsung bei geregeltem
(1)  Fur Fahrzeuge, die mit einer kombinierten Bremsanlage
     ausgerüstet sind, müssen gegebenenfalls zusätzliche
     Vorschriften eingeführt werden.
(2)  Zur Vereinfachung dieser Vorprüfungen kann zunächst für Jedes
     Rad die aufgebrachte maximale Bremskraft bestimmt werden, bevor
     der kritische Punkt erreicht wird.
 ---pagebreak---                            - 25
     automatischem Blockierverhinderer (Zmax) und der maximalen
     Abbremsung bei abgeschaltetem automatischem Blockierverhinderer
     (Zm). Für jedes mit einem automatischen Blockierverhinderer
     ausgerüstete Rad sind gesonderte Prüfungen durchzuführen.
2.2. Zmax wird aus dem Durchschnittswert der drei Prüfungen
     errechnet, wobei die Zeit berücksichtigt wird, die erforderlich
     ist, um die Geschwindigkeit gemäß Nr. 1.4. zu reduzieren.
2.3. Die Kraftschlußausnutzung wird durch folgende Formel bestimmt:
     £ _ Zmax
          Zm
 ---pagebreak---                                       - 26 -
                                     ANLAGE 3
                                BESCHREIBUNGSBOGEN
                          MIT BEZUG AUF DIE BREMSANLAGE
                 FÜR ZWEIRÄDRIGE ODER DREIRÄDRIGE KRAFTFAHRZEUGE
      (dem Antrag auf Bauartgenehmigung beizufügen, falls diese unabhängig
      von dem Antrag auf Betriebserlaubnis für das Fahrzeug gestellt wird)
Laufende Nummer (vom Antragsteller vergeben)
Dem Antrag auf Bauartgenehmigung für einen zweirädrigen oder dreirädrigen
Kraftfahrzeugtyp in bezug auf die Bremsanlagen sind die Angaben zu folgenden
Punkten des Anhangs II der Verordnung Nr. ... vom ..., Buchstabe A beizufügen
0.1
0.2
0.4 bis 0.6
2.1 bis 2.2.1
3.0 bis 3.1.1
5.2
5.2.2
7.1 bis 7.4
 ---pagebreak---                                     - 27 -
                                   ANLAGE 4
                                                       Angabe der Behörde
BAUARTGENEHMIGUNGSBOGEN BETREFFEND DIE BREMSANLAGEN EINES ZWEIRÄDRIGEN ODER
DREIRÄDRIGEN KRAFTFAHRZEUGTYPS
                                    MUSTER
Bericht Nr. ...  des Technischen Dienstes                    vom
              Fabrik- oder Handelsmarke des Fahrzeugs
              Typ des Fahrzeugs :
              Name und Anschrift des Herstellers
              Name und Anschrift seines Beauftragten (falls zutreffend)
              Das Fahrzeug wurde zur Prüfung vorgeführt am:
              Die Bauartgenehmigung wird erteilt/verweigert4'
              Ort:
              Datum:
              Unterschrift
*   nicht zutreffendes streichen
 ---pagebreak---                               - 2%
                                   FINANZBOGEN
                        TftM 1;  FInan*!0 M 0 A«3W t rKungen
1. BezeIchnung der Maßnahme
   Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates über die Bremsanlage für
   zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge.
2. Haushältst inien
   -A 2510:     Ausgaben für Sitzungen von Ausschüssen, deren Konsultierung im
                Rahmen des Verfahrens zur Ausarbeitung von
                Gemeinschaftsrechtsakten obligatorisch ist.
   -A 250:      Sitzungen und Einberufung im allgemeinen
3. Rechtsgrundlage
       Art. 100 a
       Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates über die
       Betriebserlaubnis für zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge (Dok.
       K0M(90) 669 endg. - SYN331)
4. Beschreibung der Maßnahme
   4.1 Harmonisierung der nationalen Rechtsvorschriften. Einführung eines
       Bauartgenehmigungsverfahrens in bezug auf die Bremsanlagen von
       zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen
   4.2 Unbegrenzte Dauer (die Geltungsdauer der Verordnung ist zeitlich nicht
       befristet)
   4.3 Hersteller von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen und
       Hersteller von Bauteilen für diese Fahrzeuge.
5. Einstufung der Ausgaben und Einnahmen
   5.1 Nicht obligatorische Ausgaben
   5.2 Nicht getrennte Mittel
6. Welcher Art sind die Ausgaben bzw. Einnahmen
   6.4 Ausgaben für Sitzungen der Ausschüsse
   6.5 Nein
   6.6 Nein
 ---pagebreak---                              -    2<2 ~
7. Finanzielle Auswirkungen auf die InterventionsmitteI (Teil B des Haushalts)
   Keine, außer die Zuweisung der GD 111 aus Teil A des Haushalts ist
   erschöpft, was eine zusätzliche Finanzierung aus der Linie B8-530 (Aktionen
   zur Vollendung des Binnenmarktes - Unterstützungsausgaben) erforderlich
   machen würde.
8. Welche Vorkehrungen sind zur BetrugsVerhütung vorgesehen?
   Normale Kontrolle der Organisation der Ausschußsitzungen.
                          Teil 2; VerwaItunqsausqaben
                             (Teil A des Haushalts)
1. Ist für die Maßnahme eine Verstärkung des Kommissionspersonals
   erforder I ich?
   Nein
2. Geben Sie die Höhe der durch die Maßnahme entstehenden Betriebs- und
   Persona lausgaben an. Erläutern Sie die Berechnungsweise.
   Die Ausgaben betreffend den Beratenden Ausschuß für die Anpassung der
   Verordnungen im Bereich der zweirädrigen und dreirädrigen Kraftfahrzeuge an
   den technischen Fortschritt, eingesetzt durch Artikel 16 des Vorschlags für
   eine Verordnung (EWG) des Rates über die Betriebserlaubnis für zweirädrige
   oder dreirädrige Kraftfahrzeuge (Dok. K0M(90) 669 endg., vom 3. April
   1991), wurden in dem dieser Rahmenverordnung beiliegenden Finanzbogen ab
   1994 mit 16.860 ECU veranschlagt. Dieser Betrag deckt auch die Ausgaben in
   Verbindung mit den Verfahren zur Anpassung aller im Anhang I der
   Rahmenverordnung vorgesehenen Einzel Verordnungen an den technischen
   Fortschritt ab.
                         Teil 3;  Kosten-Nutzen-AnaIvse
1. Ziele und Berücksichtigung bei der Finanzplanung
   1.1 Einführung eines Bauartgenehmigungsverfahrens in bezug auf die
       Bremsanlage von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen.
   1.2 Ja
   1.3 Vollendung des Binnenmarktes
       Unterziel 1: Beseitigung der technischen Handelshemmnisse
 ---pagebreak---                              . 3O       ~
2. Begründung der Maßnahme
   2.1 Weißbuch: Einführung eines Typgenehmigungsverfahrens für zv.cirücJr i<v
       oder dreirädrige Kraftfahrzeuge und Anpassung der gemeinschaftlichen
       Rechtsvorschr i ften.
       Zur Erreichung dieser Ziele gibt es keine akzeptable Alternative.
3. Folgemaßnahmen und Bewertung der Maßnahme
   3.1 Bericht über den Stand der Arbeiten im Hinblick auf die Verwirklichung
       des Binnenmarktes.
 ---pagebreak---                               ^ 3l-
            Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung
                 Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates
         Über Bremsanlagen von zwei- und dreirädrigen Kraftfahrzeugen
I. Hauptgründe für diese Verordnung:
   - Einführung eines Bauartgenehmigungsverfahrens für Bremsanlagen von zwei-
     und dreirädrigen Kraftfahrzeugen,
   - Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten,
   - Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr,
II. Besondere Merkmale der betreffenden Unternehmen:
   - Sind viele von ihnen KMU? Nein;
   - Konzentrieren sie sich auf Regionen, für die
     - Regionalhilfen der Mitgliedstaaten gewährt werden? Nein-,
    -  Zuschüsse aus dem EFRE gewährt werden? Nein.
III. Verpflichtungen der Mitgliedstaaten:
   Sie haben die Vorschriften der Verordnung zu beachten und so den freien
   Marktzugang der Fahrzeuge im gesamten Gebiet der Gemeinschaft zu gestatten.
IV. Können die Gebietskörperschaften den Unternehmen mittelbar Verpflichtungen
    auferlegen?
   Keine zusätzlichen Verpflichtungen.
V. Besondere Vorschriften für KMU: nein.
VI. Erwartete Auswirkungen auf
   - die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen-, keine-,
   - die Beschäftigung: keine.
VII. Sind die Sozialpartner gehört worden? Ja.
   - Stellungnahme der Sozialpartner: positiv.
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                                                                 KOM(91) 496 endg.
                                                          DOKUMENTE
   DE
                                                                                  07
                                    Katalognummer : CB-CO-91-547-DE-C
                                                              ISBN 92-77-78132-7
Amt far amtliche VfttQiTr.n fKrfrnngen der Europäischen Gemeinschaft
L-2985 Luxemburg