CELEX: 42010X0831(04)
Language: de
Date: 2010-08-31 00:00:00
Title: Regelung Nr. 43 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Sicherheitsverglasungswerkstoffe und ihres Einbaus in Fahrzeuge

31.8.2010   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               L 230/119
            
         Nur die von der UN/ECE verabschiedeten Originalfassungen sind international rechtsverbindlich. Der Status dieser Regelung und das Datum ihres Inkrafttretens sind der neuesten Fassung des UN/ECE-Statusdokuments TRANS/WP.29/343 zu entnehmen, das von folgender Website abgerufen werden kann:
   http://www.unece.org/trans/main/wp29/wp29wgs/wp29gen/wp29fdocstts.html
   Regelung Nr. 43 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Sicherheitsverglasungswerkstoffe und ihres Einbaus in Fahrzeuge
   Einschließlich des gesamten gültigen Textes bis:
   Ergänzung 12 zur ursprünglichen Fassung der Regelung — Tag des Inkrafttretens: 24. Oktober 2009
   INHALTSVERZEICHNIS
   REGELUNG
   
               1
            
            Anwendungsbereich
         
               2
            
            Begriffsbestimmungen
         
               3
            
            Antrag auf Genehmigung
         
               4
            
            Kennzeichnung
         
               5
            
            Genehmigung
         
               6
            
            Allgemeine Vorschriften
         
               7
            
            Besondere Vorschriften
         
               8
            
            Prüfungen
         
               9
            
            Änderung oder Erweiterung der Genehmigung für einen Typ eines Sicherheitsverglasungswerkstoffes
         
               10
            
            Übereinstimmung der Produktion
         
               11
            
            Maßnahmen bei Abweichungen der Produktion
         
               12
            
            Übergangsbestimmungen
         
               13
            
            Endgültige Einstellung der Produktion
         
               14
            
            Namen und Anschriften der Prüfstellen, die die Prüfungen für die Genehmigungen durchführen, und der Behörden
         ANHÄNGE
   
               Anhang 1 —
            
            Benachrichtigung über die Genehmigung (oder die Erweiterung oder die Versagung oder die Zurücknahme der Genehmigung oder die endgültige Einstellung der Produktion) für einen Sicherheitsglasscheibentyp nach der Regelung Nr. 43
         
               Anhang 1A —
            
            Mitteilung über die Erteilung (oder die Erweiterung oder die Versagung oder die Zurücknahme der Genehmigung oder die endgültige Einstellung der Produktion) für einen Fahrzeugtyp hinsichtlich seiner Sicherheitsverglasung
         
               Anhang 2 —
            
            Anordnungen der Genehmigungszeichen für Verglasungen
         
               Anhang 2A —
            
            Anordnungen der Genehmigungszeichen für Fahrzeuge
         
               Anhang 3 —
            
            Allgemeine Prüfbedingungen
         
               Anhang 4 —
            
            Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas
         
               Anhang 5 —
            
            Scheiben aus gleichmäßig vorgespanntem Glas
         
               Anhang 6 —
            
            Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas
         
               Anhang 7 —
            
            Normale Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben
         
               Anhang 8 —
            
            Vorbehandelte Verbundglas-Windschutzscheiben
         
               Anhang 9 —
            
            Sicherheitsverglasung mit einer Kunststoffoberfläche (auf der Innenseite)
         
               Anhang 10 —
            
            Windschutzscheiben aus Glas-Kunststoff
         
               Anhang 11 —
            
            Scheiben aus Glas-Kunststoff außer Windschutzscheiben
         
               Anhang 12 —
            
            Isolierglaseinheiten
         
               Anhang 13 —
            
            Gruppierung der Windschutzscheiben für die Genehmigungsprüfung
         
               Anhang 14 —
            
            Verglasungen aus starrem Kunststoff außer für Windschutzscheiben
         
               Anhang 15 —
            
            Verglasungen aus flexiblem Kunststoff außer für Windschutzscheiben
         
               Anhang 16 —
            
            Doppelverglasungseinheit aus starrem Kunststoff
         
               Anhang 17 —
            
            Messung der Segmenthöhe und Lage der Anschlagpunkte
         
               Anhang 18 —
            
            Verfahren zur Bestimmung der Sichtbereiche auf den Windschutzscheiben von Fahrzeugen der Klasse M1 in Bezug auf die „V“-Punkte
         
               Anhang 19 —
            
            Verfahren zur Bestimmung des „H“-Punktes und des tatsächlichen Rumpfwinkels für Sitzplätze in Kraftfahrzeugen
         
               Anhang 20 —
            
            Kontrollen der Übereinstimmung der Produktion
         
               Anhang 21 —
            
            Vorschriften für den Einbau von Sicherheitsverglasungen in Fahrzeuge
         1   ANWENDUNGSBEREICH
   Diese Regelung gilt für:
   
               a)
            
            
               Sicherheitsverglasungswerkstoffe, die als Windschutzscheiben, andere Scheiben oder als Trennscheibe in Fahrzeuge der Klasse L, M, N, O und T (1) eingebaut werden sollen,
            
         
               b)
            
            
               Fahrzeuge der Klasse M, N und O hinsichtlich des Einbaus dieser Werkstoffe,
            
         in beiden Fällen ist sie für Verglasungen für Beleuchtungs- und Lichtsignaleinrichtungen und Armaturenbretter sowie spezielle schusssichere Verglasungen und für Doppelscheiben nicht anwendbar.
   2   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
   Im Sinne der vorliegenden Regelung bedeuten:
   
               2.1
            
            
               „Vorgespanntes Glas“ Scheiben, die aus einer einzigen Glasscheibe bestehen und einer speziellen Behandlung unterworfen wurden, um die mechanische Festigkeit zu erhöhen und eine bestimmte Splitterbildung nach dem Bruch zu erzielen;
            
         
               2.2
            
            
               „Verbundglas“ Scheiben, die aus zwei oder mehreren Glasscheiben bestehen, welche durch eine oder mehrere Zwischenschichten aus Kunststoff zusammengehalten werden; man unterscheidet:
               2.2.1   „normales Verbundglas“: Glas, bei dem keine der Glasscheiben besonders vorbehandelt ist, und
               2.2.2   „vorbehandeltes Verbundglas“: Glas, bei dem mindestens eine Glasscheibe eine Spezialbehandlung zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit und Erzielung einer bestimmten Splitterbildung nach Bruch erhalten hat;
            
         
               2.3
            
            
               „Sicherheitsglasscheibe mit Kunststoff“ eine Glasscheibe, wie in Absatz 2.1 oder Absatz 2.2 beschrieben, mit einer Kunststoffschicht auf der Innenseite;
            
         
               2.4
            
            
               „Glas-Kunststoff-Scheibe“ eine Verbundglasscheibe, bestehend aus einer Glasscheibe und einer oder mehreren Kunststoffschichten, wovon mindestens eine als Zwischenschicht wirkt. Die Kunststoffschicht liegt an der Innenseite, wenn das Glas im Fahrzeug eingebaut ist;
            
         
               2.5
            
            
               „Kunststoffverglasung“ ein Verglasungswerkstoff, der als wesentlichen Bestandteil ein oder mehrere organische Polymere mit hohem Molekulargewicht enthält, in fertigem Zustand fest ist und in einem bestimmten Stadium seiner Herstellung oder Verarbeitung zu einem Fertigprodukt durch Gießen geformt werden kann;
               
                           2.5.1
                        
                        
                           „Verglasung aus starrem Kunststoff“ ein Kunststoffverglasungswerkstoff, der sich bei der Flexibilitätsprüfung (Anhang 3 Absatz 12) in vertikaler Richtung nicht um mehr als 50 mm durchbiegt,
                        
                     
                           2.5.2
                        
                        
                           „Verglasung aus flexiblem Kunststoff“ ein Kunststoffverglasungswerkstoff, der sich bei der Flexibilitätsprüfung (Anhang 3 Absatz 12) in vertikaler Richtung um mehr als 50 mm durchbiegt;
                        
                     
         
               2.6
            
            
               „Doppelscheibe“ ein Zusammenbau von zwei Verglasungsscheiben, getrennt in die gleiche Öffnung eines Fahrzeuges eingesetzt;
            
         
               2.7
            
            
               „Isolierglaseinheit“ ein Zusammenbau von zwei Verglasungsscheiben, dauerhaft fabrikmäßig zusammengebaut und durch gleichmäßigen Abstand getrennt;
               
                           2.7.1
                        
                        
                           „symmetrische Doppelverglasung“ eine Isolierglaseinheit, deren beide Teile aus Verglasungsscheiben gleichen Typs (vorgespanntes Glas, Verbundglas, starrer Kunststoff) bestehen und gleiche Hauptmerkmale und/oder sekundäre Merkmale haben,
                        
                     
                           2.7.2
                        
                        
                           „asymmetrische Doppelverglasung“ eine Doppelverglasungseinheit, deren beide Teile aus Verglasungsscheiben ungleichen Typs (vorgespanntes Glas, Verbundglas, starrer Kunststoff) bestehen oder verschiedene Hauptmerkmale und/oder sekundäre Merkmale haben;
                        
                     
         
               2.8
            
            
               „Hauptmerkmal“ ein Merkmal, das die optischen und/oder mechanischen Eigenschaften eines Sicherheitsverglasungswerkstoffs hinsichtlich seiner Funktion im Fahrzeug wesentlich verändert. Dieser Begriff umfasst auch die vom Inhaber der Genehmigung angegebenen Fabrik- oder Handelsmarken;
            
         
               2.9
            
            
               „sekundäres Merkmal“ ein Merkmal, das die optischen und/oder mechanischen Eigenschaften eines Sicherheitsverglasungswerkstoffs hinsichtlich seiner Funktion im Fahrzeug wesentlich verändern kann. Der Bedeutung der Veränderung wird durch den Schwierigkeitsgrad Rechnung getragen;
            
         
               2.10
            
            
               „Schwierigkeitsgrad“ eine Einteilung in zwei Stufen, die auf die in der Praxis festgestellten Veränderungen für jedes sekundäre Merkmal angewandt wird. Der Übergang vom Schwierigkeitsgrad 1 zum Grad 2 erfordert weitere Versuche;
            
         
               2.11
            
            
               „Umschriebene Fläche einer Windschutzscheibe“ die Fläche des kleinsten Rechtecks, aus der eine Windschutzscheibe gefertigt werden kann;
            
         
               2.12
            
            
               „Neigungswinkel einer Windschutzscheibe“ der Winkel, der von der Vertikalen und der Linie, die die obere und untere Kante der Windschutzscheibe verbindet, gebildet wird: Diese Verbindungslinie wird in der senkrechten Ebene, die die Längsachse des Fahrzeugs enthält, gezogen;
               
                           2.12.1
                        
                        
                           Die Messung des Neigungswinkels erfolgt im Fahrzeug auf einer waagerechten Ebene; handelt es sich um ein Fahrzeug zur Beförderung von Personen, so muss sich dieses im fahrbereiten Zustand befinden, voll getankt und gefüllt mit Kühlwasser und Schmieröl sowie mit Reparaturwerkzeug und Reserverad (wenn es als Standardausrüstung des Fahrzeugs mitgeliefert wird) ausgerüstet sein. Das Gewicht des Fahrzeugführers — bei Fahrzeugen zur Personenbeförderung das Gewicht des Fahrzeugführers und das eines Beifahrers auf dem Vordersitz — ist mit je 75 ± 1 kg zu berücksichtigen;
                        
                     
                           2.12.2
                        
                        
                           Fahrzeuge mit einer hydropneumatischen, hydraulischen oder pneumatischen Federung oder mit einer automatischen Regelungseinrichtung für die Bodenfreiheit in Abhängigkeit von der Belastung des Fahrzeugs werden bei normalen Betriebsbedingungen nach Angaben des Herstellers geprüft;
                        
                     
         
               2.13
            
            
               „Windschutzscheibengruppe“ eine Gruppe von Windschutzscheiben unterschiedlicher Größen und Formen, die bei der Prüfung ihrer mechanischen Eigenschaften, ihres Bruchverhaltens und ihrer Beständigkeit gegen äußere Einwirkungen zusammengefasst werden;
               
                           2.13.1
                        
                        
                           „plane Windschutzscheibe“ eine Windschutzscheibe, die keine Biegung mit einer Segmenthöhe von mehr als 10 mm pro Meter aufweist,
                        
                     
                           2.13.2
                        
                        
                           „gebogene Windschutzscheibe“ eine Windschutzscheibe, die eine Biegung mit einer Segmenthöhe von mehr als 10 mm pro Meter aufweist;
                        
                     
         
               2.14
            
            
               „Segmenthöhe ‚h‘“ der maximale Abstand der inneren Oberfläche der Glasscheibe von einer Ebene, die die äußersten Kanten des Glases berührt und der angenähert rechtwinklig zur Glasoberfläche bestimmt wird (siehe Anhang 17; Abbildung 1);
            
         
               2.15
            
            
               „Typ des Sicherheitsverglasungswerkstoffs“ Verglasungen, die in den Absätzen 2.1 bis 2.7 beschrieben sind und insbesondere bei den in den Anhängen 4 bis 12 und 14 bis 16 beschriebenen Haupt- und sekundären Merkmalen keine wesentlichen Abweichungen aufweisen;
               
                           2.15.1
                        
                        
                           Obwohl eine Änderung der Hauptmerkmale bedeutet, dass es sich um einen neuen Typ handelt, braucht in gewissen Fällen bei einer Änderung der Form und der Abmessungen nicht unbedingt eine vollständige Prüfung durchgeführt zu werden. Bei einigen der in den einzelnen Anhängen vorgeschriebenen Prüfungen können Verglasungen in Gruppen zusammengefasst werden, wenn erkennbar ist, dass sie ähnliche Hauptmerkmale aufweisen,
                        
                     
                           2.15.2
                        
                        
                           Verglasungstypen, die sich nur in ihren sekundären Merkmalen voneinander unterscheiden, können als zum gleichen Typ zugehörig betrachtet werden. Einige Prüfungen können auch an Prüfmustern dieser Verglasungen vorgenommen werden, wenn die Durchführung dieser Prüfungen in den Prüfbedingungen ausdrücklich festgelegt ist;
                        
                     
         
               2.16
            
            
               „Krümmungsradius ‚r‘“, der ungefähre Zahlenwert des kleinsten Radius der Windschutzscheibe, gemessen in der Zone der stärksten Biegung;
            
         
               2.17
            
            
               „HIC-Wert“ (Head Injury Criteria = Grad der Kopfverletzung) ein Wert für das Ausmaß der Schädel-Hirn-Verletzungen, die bei stumpfem senkrechten Auftreffen auf die Verglasung durch die Verzögerungskräfte entstehen können;
            
         
               2.18
            
            
               „Sicherheitsverglasungswerkstoffe, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind“:
               
                           2.18.1
                        
                        
                           „Sicherheitsverglasungswerkstoffe, die für die Sicht des Fahrzeugführers nach vorn von Bedeutung sind“ die gesamte Verglasung, die sich vor einer Ebene befindet, die senkrecht zur Längsmittelebene des Fahrzeugs durch den R Punkt des Fahrzeugführers geht, und durch die der Fahrzeugführer beim Fahren oder Rangieren des Fahrzeugs die Straße sehen kann,
                        
                     
                           2.18.2
                        
                        
                           „Sicherheitsverglasung, die für die Sicht des Fahrzeugführers nach hinten von Bedeutung ist“ die gesamte Verglasung, die sich hinter einer Ebene befindet, die senkrecht zur Längsmittelebene des Fahrzeugs durch den R-Punkt des Fahrzeugführers geht, und durch die der Fahrzeugführer beim Fahren oder Rangieren des Fahrzeugs die Straße sehen kann;
                        
                     
         
               2.19
            
            
               „Abdunkelung“ ein Bereich der Verglasung, der kein Licht durchlässt;
            
         
               2.20
            
            
               „Farbkeil“ ein Bereich der Verglasung, in dem die normale Lichtdurchlässigkeit reduziert ist;
            
         
               2.21
            
            
               „durchsichtiger Bereich“ die gesamte verglaste Fläche außer Abdunkelungen und Farbkeilen;
            
         
               2.22
            
            
               „verglaste Öffnung“ die gesamte verglaste Fläche außer Abdunkelungen, aber einschließlich Farbkeilen;
            
         
               2.23
            
            
               „Zwischenschicht“ ein Material, mit dem die einzelnen Glasscheiben, aus denen Verbundglas besteht, zusammengehalten werden;
            
         
               2.24
            
            
               „Fahrzeugtyp“ hinsichtlich des Einbaus der Sicherheitsverglasung Fahrzeuge derselben Kategorie, die sich zumindest in den folgenden wichtigen Punkten nicht voneinander unterscheiden:
               
                            
                        
                        
                           Hersteller,
                        
                     
                            
                        
                        
                           Typbezeichnung des Herstellers,
                        
                     
                            
                        
                        
                           wichtige Aspekte im Zusammenhang mit Ausführung und Bauart;
                        
                     
         
               2.25
            
            
               „Rückenlehnenwinkel“ der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel entsprechend der Begriffsbestimmung in Anhang 19 dieser Regelung.
            
         3   ANTRAG AUF GENEHMIGUNG
   3.1   Genehmigung für einen Verglasungstyp
   Der Antrag auf Erteilung einer Genehmigung für einen Verglasungstyp ist von dem Hersteller oder seinem ordentlich bevollmächtigten Vertreter in dem Land, in dem der Antrag gestellt wird, einzureichen.
   3.2   Für jeden Verglasungstyp sind dem Antrag folgende Unterlagen in dreifacher Ausfertigung und folgende Angaben beizufügen:
   
               3.2.1
            
            
               eine technische Beschreibung, die alle Haupt- und sekundären Merkmale umfasst, und
               
                           3.2.1.1
                        
                        
                           im Fall von Verglasungen außer Windschutzscheiben bildliche Darstellungen, deren Format nicht größer als A4 ist oder die auf dieses Format gefaltet sind und die Folgendes zeigen:
                           
                                        
                                    
                                    
                                       die größte Fläche,
                                    
                                 
                                        
                                    
                                    
                                       den kleinsten Winkel zwischen zwei benachbarten Seiten der Verglasung,
                                    
                                 
                                        
                                    
                                    
                                       die größte Segmenthöhe, falls zutreffend;
                                    
                                 
                     
                           3.2.1.2
                        
                        
                           im Fall von Windschutzscheiben:
                           
                                       3.2.1.2.1
                                    
                                    
                                       eine Liste der Modelle der Windschutzscheiben, für die die Genehmigung beantragt wird, mit Angabe des Fahrzeugherstellers, des Fahrzeugtyps und der Fahrzeugklasse,
                                    
                                 
                                       3.2.1.2.2
                                    
                                    
                                       Zeichnungen im Maßstab 1 : 1 für Fahrzeuge der Klasse M1 und im Maßstab 1 : 1 oder 1 : 10 für alle anderen Klassen und bildliche Darstellungen der Windschutzscheibe und ihrer Lage im Fahrzeug mit ausreichender Genauigkeit, um daraus entnehmen zu können:
                                       
                                                   3.2.1.2.2.1
                                                
                                                
                                                   die Lage der Windschutzscheibe in Bezug auf den „R“-Punkt des Führersitzes, falls zutreffend,
                                                
                                             
                                                   3.2.1.2.2.2
                                                
                                                
                                                   den Neigungswinkel der Windschutzscheibe,
                                                
                                             
                                                   3.2.1.2.2.3
                                                
                                                
                                                   den Neigungswinkel der Rückenlehne des Fahrersitzes,
                                                
                                             
                                                   3.2.1.2.2.4
                                                
                                                
                                                   die Lage und die Abmessungen der Zonen, in denen die Prüfung der optischen Eigenschaften und gegebenenfalls der Flächen differenzierter Vorspannung vorzunehmen ist,
                                                
                                             
                                                   3.2.1.2.2.5
                                                
                                                
                                                   die umschriebene Fläche der Windschutzscheibe,
                                                
                                             
                                                   3.2.1.2.2.6
                                                
                                                
                                                   die größte Segmenthöhe der Windschutzscheibe und
                                                
                                             
                                                   3.2.1.2.2.7
                                                
                                                
                                                   den kleinsten Krümmungsradius der Windschutzscheibe (nur zur Gruppierung der Windschutzscheiben);
                                                
                                             
                                 
                     
                           3.2.1.3
                        
                        
                           bei Doppelverglasungseinheiten bildliche Darstellungen, deren Format nicht größer als A4 ist oder die auf dieses Format gefaltet sind und die zusätzlich zu den Informationen nach Absatz 3.2.1.1 Folgendes zeigen:
                           
                                        
                                    
                                    
                                       den Typ jeder Einzelscheibe,
                                    
                                 
                                        
                                    
                                    
                                       die Art der Versiegelung,
                                    
                                 
                                        
                                    
                                    
                                       die Nennbreite des Scheibenzwischenraums.
                                    
                                 
                     
         3.3   Außerdem muss der Antragsteller eine ausreichende Zahl von Prüfmustern und Proben der fertigen Verglasungen der betreffenden Typen zur Verfügung stellen; falls erforderlich, wird diese Zahl in Absprache mit dem Technischen Dienst, der die Prüfungen durchführt, festgelegt.
   3.4   Genehmigung für einen Fahrzeugtyp
   Der Antrag auf Erteilung einer Genehmigung für einen Fahrzeugtyp hinsichtlich des Einbaus seiner Sicherheitsverglasung ist von dem Fahrzeughersteller oder seinem ordentlich bevollmächtigten Vertreter einzureichen.
   3.5   Dem Antrag sind folgende Unterlagen in dreifacher Ausfertigung und folgende Angaben beizufügen:
   
               3.5.1
            
            
               Zeichnungen des Fahrzeugs in geeignetem Maßstab, denen Folgendes zu entnehmen ist:
               
                           3.5.1.1
                        
                        
                           die Lage der Windschutzscheibe in Bezug auf den R-Punkt des Fahrzeugs,
                        
                     
                           3.5.1.2
                        
                        
                           der Neigungswinkel der Windschutzscheibe,
                        
                     
                           3.5.1.3
                        
                        
                           der Neigungswinkel der Rückenlehne;
                        
                     
         
               3.5.2
            
            
               technische Einzelheiten zu der Windschutzscheibe und allen anderen Verglasungen, und zwar vor allem
               
                           3.5.2.1
                        
                        
                           Angaben zu den verwendeten Werkstoffen,
                        
                     
                           3.5.2.2
                        
                        
                           Genehmigungsnummern,
                        
                     
                           3.5.2.3
                        
                        
                           zusätzliche Aufschriften nach Absatz 5.5.
                        
                     
         3.6   Dem Technischen Dienst, der die Prüfungen für die Genehmigung durchführt, ist ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, das für den zu genehmigenden Fahrzeugtyp repräsentativ ist.
   4   KENNZEICHNUNGEN
   
               4.1
            
            
               Jedes Stück Sicherheitsverglasungswerkstoff, einschließlich der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegten Proben und Prüfmuster, muss entsprechend den Angaben unter Punkt 3 in Anhang 1 mit einer Fabrik- oder Handelsmarke versehen sein. Hergestellte Teile müssen die Genehmigungsnummer tragen, die dem Originalhersteller nach der ECE-Regelung Nr. 43 zugeteilt worden ist. Die Aufschrift muss deutlich lesbar und dauerhaft sein.
            
         5   GENEHMIGUNG
   5.1   Genehmigung für einen Verglasungstyp
   Entsprechen die für die Genehmigung vorgelegten Proben den Vorschriften der Absätze 6 bis 8 dieser Regelung, dann ist die Genehmigung für den betreffenden Typ des Sicherheitsverglasungswerkstoffs zu erteilen.
   5.2   Jedem genehmigten Typ nach den Anhängen 5, 7, 11, 12, 14, 15 und 16 oder — bei Windschutzscheiben — jeder genehmigten Gruppe wird eine Genehmigungsnummer zugeteilt. Ihre ersten beiden Ziffern (derzeit 00 für die Regelung in ihrer ursprünglichen Fassung) bezeichnen die Änderungsserie mit den neuesten, wichtigsten technischen Änderungen, die zum Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung in die Regelung aufgenommen sind. Dieselbe Vertragspartei darf diese Nummer keinem anderen Typ oder keiner anderen Gruppe eines Sicherheitsverglasungswerkstoffs zuteilen.
   5.3   Über die Erteilung oder Erweiterung oder Versagung einer Genehmigung für einen Typ eines Sicherheitsverglasungswerkstoffs nach dieser Regelung sind die Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt zu unterrichten, das dem Muster in Anhang 1 — und seinen Anlagen — dieser Regelung entspricht.
   
               5.3.1
            
            
               Bei Windschutzscheiben ist dieser Mitteilung über die Genehmigung außerdem eine Liste der Windschutzscheiben der genehmigten Gruppe sowie deren charakteristischen Merkmale nach Anhang 1 Anlage 8 beizufügen.
            
         5.4   Auf jedem Stück der Verglasung und Isolierglaseinheit, die einem nach dieser Regelung genehmigten Typ entspricht, ist zusätzlich zu der Kennzeichnung nach Absatz 4.1 ein internationales Genehmigungszeichen sichtbar anzubringen. Jedes für die Einzelscheibe einer Isolierglaseinheit getrennt zugeteilte Genehmigungszeichen kann auch angebracht werden. Dieses Genehmigungszeichen besteht aus:
   
               5.4.1
            
            
               Einem Kreis, in dessen Inneren sich der Buchstabe „E“ und die Kennzahl des Landes befindet, das diese Genehmigung erteilt hat (2),
            
         
               5.4.2
            
            
               und der Nummer dieser Regelung mit dem nachgestellten Buchstaben „R“, einem Bindestrich und der Genehmigungsnummer rechts neben dem Kreis nach Absatz 5.4.1.
            
         5.5   Die folgenden zusätzlichen Symbole sind in der Nähe des oben genannten Genehmigungszeichens anzubringen:
   
               5.5.1
            
            
               bei Windschutzscheiben:
               
                           I
                        
                        
                           für vorgespanntes Glas (I/P wenn beschichtet) (3),
                        
                     
                           II
                        
                        
                           für normales Verbundglas (II/P wenn beschichtet) (3),
                        
                     
                           III
                        
                        
                           für vorbehandeltes Verbundglas (III/P wenn beschichtet) (3),
                        
                     
                           IV
                        
                        
                           für Glas-Kunststoff.
                        
                     
         
               5.5.2
            
            
               
                           V
                        
                        
                           für Sicherheitsverglasungen mit einer normalen Lichtdurchlässigkeit von weniger als 70 %,
                        
                     
         
               5.5.3
            
            
               
                           VI
                        
                        
                           für Isolierglaseinheiten,
                        
                     
         
               5.5.4
            
            
               
                           VII
                        
                        
                           für gleichmäßig vorgespannte Windschutzscheiben, die in langsam fahrenden Fahrzeugen, die aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h fahren, eingesetzt werden können.
                        
                     
         
               5.5.5
            
            
               
                           VIII
                        
                        
                           für Verglasungen aus starrem Kunststoff; außerdem ist die Verwendung wie folgt anzugeben:
                           
                                       /A
                                    
                                    
                                       für nach vorn gerichtete Scheiben,
                                    
                                 
                                       /B
                                    
                                    
                                       für Seiten-, Heck- und Dachverglasung,
                                    
                                 
                                       /C
                                    
                                    
                                       für Stellen, an denen eine geringe oder keine Gefahr eines Kopfaufpralls besteht;
                                       Außerdem sind an Kunststoffverglasungen, die der Abriebprüfung nach Anhang 3 Absatz 4 unterzogen wurden, gegebenenfalls folgende Aufschriften anzubringen:
                                    
                                 
                                       /L
                                    
                                    
                                       bei Scheiben mit einer Lichtstreuung von höchstens 2 % nach 1 000 Umdrehungen auf der Außenfläche und 4 % nach 100 Umdrehungen auf der Innenfläche (siehe die Anhänge 14 und 16 Absatz 6.1.3.1),
                                    
                                 
                                       /M
                                    
                                    
                                       bei Scheiben mit einer Lichtstreuung von höchstens 10 % nach 500 Umdrehungen auf der Außenfläche und 4 % nach 100 Umdrehungen auf der Innenfläche (siehe die Anhänge 14 und 16 Absatz 6.1.3.2);
                                    
                                 
                     
         
               5.5.6
            
            
               
                           IX
                        
                        
                           für Verglasungen aus flexiblem Kunststoff,
                        
                     
         
               5.5.7
            
            
               
                           X
                        
                        
                           für eine Isolierverglasungseinheit aus starrem Kunststoff. Außerdem ist die Verwendung wie folgt anzugeben:
                           
                                       /A
                                    
                                    
                                       für nach vorn gerichtete Scheiben,
                                    
                                 
                                       /B
                                    
                                    
                                       für Seiten-, Heck- und Dachverglasung,
                                    
                                 
                                       /C
                                    
                                    
                                       für Stellen, an denen eine geringe oder keine Gefahr eines Kopfaufpralls besteht.
                                    
                                 Außerdem sind an Kunststoffverglasungen, die der Abriebprüfung nach Anhang 3 Absatz 4 unterzogen wurden, gegebenenfalls folgende Aufschriften anzubringen:
                           
                                       /L
                                    
                                    
                                       bei Scheiben mit einer Lichtstreuung von höchstens 2 % nach 1 000 Umdrehungen auf der Außenfläche und 4 % nach 100 Umdrehungen auf der Innenfläche (siehe Anhang 16 Absatz 6.1.3.1),
                                    
                                 
                                       /M
                                    
                                    
                                       bei Scheiben mit einer Lichtstreuung von höchstens 10 % nach 500 Umdrehungen auf der Außenfläche und 4 % nach 100 Umdrehungen auf der Innenfläche (siehe Anhang 16 Absatz 6.1.3.2),
                                    
                                 
                     
         
               5.5.8
            
            
               
                           XI
                        
                        
                           für Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben.
                        
                     
         5.6   Das Genehmigungszeichen und das Symbol müssen deutlich lesbar und dauerhaft sein. Zusätzliche Symbole müssen in das Genehmigungszeichen einbezogen werden.
   5.7   Anhang 2 dieser Regelung zeigt Beispiele der Anordnungen von Genehmigungszeichen.
   5.8   Genehmigung für einen Fahrzeugtyp
   Entspricht das zur Genehmigung nach dieser Regelung vorgeführte Fahrzeug den Vorschriften in Anhang 21 dieser Regelung, dann ist die Genehmigung für diesen Fahrzeugtyp zu erteilen.
   5.9   Jede Genehmigung umfasst die Zuteilung einer Genehmigungsnummer. Ihre ersten beiden Ziffern (derzeit 00 für die Regelung in ihrer ursprünglichen Fassung) bezeichnen die Änderungsserie mit den neuesten, wichtigsten technischen Änderungen, die zum Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung in die Regelung aufgenommen sind. Dieselbe Vertragspartei darf diese Genehmigungsnummer keinem anderen Fahrzeugtyp nach Absatz 2.24 zuteilen.
   5.10   Über die Erteilung oder die Erweiterung oder die Versagung oder die Zurücknahme einer Genehmigung für einen Fahrzeugtyp nach dieser Regelung oder die endgültige Einstellung der Produktion sind die Vertragsparteien des Übereinkommens von 1958, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt zu unterrichten, das dem Muster in Anhang 1A dieser Regelung entspricht.
   5.11   An jedem Fahrzeug, das einem nach dieser Regelung genehmigten Fahrzeugtyp entspricht, ist sichtbar und an gut zugänglicher Stelle, die in dem Mitteilungsblatt anzugeben ist, ein internationales Genehmigungszeichen anzubringen, bestehend aus
   
               5.11.1
            
            
               einem Kreis, in dem sich der Buchstabe „E“ und die Kennzahl des Landes befinden, das die Genehmigung erteilt hat (4);
            
         
               5.11.2
            
            
               der Nummer dieser Regelung mit dem nachgestellten Buchstaben „R“, einem Bindestrich und der Genehmigungsnummer rechts neben dem Kreis nach Absatz 5.11.1.
            
         5.12   Entspricht das Fahrzeug einem Fahrzeugtyp, der auch nach einer oder mehr anderen Regelungen zum Übereinkommen in dem Land genehmigt wurde, das die Genehmigung nach dieser Regelung erteilt hat, dann braucht das Zeichen nach Absatz 5.11.1 nicht wiederholt zu werden; in diesem Fall sind die Regelungs- und Genehmigungsnummern und die zusätzlichen Zeichen aller Regelungen, aufgrund deren die Genehmigung in dem Land erteilt wurde, das die Genehmigung nach dieser Regelung erteilt hat, in Spalten rechts neben dem Zeichen nach Absatz 5.11.1 anzuordnen.
   5.13   Das Genehmigungszeichen muss deutlich lesbar und dauerhaft sein.
   5.14   Das Genehmigungszeichen ist in der Nähe des vom Hersteller angebrachten Typenschilds des Fahrzeugs oder auf diesem selbst anzugeben.
   5.15   Anhang 2A dieser Regelung zeigt Beispiele der Anordnungen von Genehmigungszeichen.
   6   ALLGEMEINE VORSCHRIFTEN
   
               6.1
            
            
               Alle Verglasungswerkstoffe, auch diejenigen für Windschutzscheiben, müssen so beschaffen sein, dass sie das Verletzungsrisiko im Falle eines Bruches so weit wie möglich reduzieren. Der Verglasungswerkstoff muss ausreichend widerstandsfähig gegen die Beanspruchungen sein, die unter normalen Verkehrsbedingungen auftreten können, außerdem gegen die atmosphärischen und thermischen Beanspruchungen, sowie gegen chemische Wirkung, Feuer und Abrieb.
            
         
               6.2
            
            
               Sicherheitsverglasungswerkstoff muss außerdem ausreichend durchsichtig sein, darf keine wahrnehmbaren Verzerrungen der Gegenstände beim Blick durch die Windschutzscheibe verursachen und darf zu keiner Verwechslung der Farben führen, die bei Verkehrszeichen und Signalanlagen verwendet werden. Beim Bruch der Windschutzscheibe muss der Fahrzeugführer in der Lage sein, die Straße noch so deutlich zu sehen, so dass er sein Fahrzeug sicher bis zum Stillstand abbremsen kann.
            
         7   BESONDERE VORSCHRIFTEN
   Alle Typen der Sicherheitsverglasung müssen, je nach Klasse, zu der sie gehören, folgende besondere Vorschriften erfüllen:
   
               7.1
            
            
               Für vorgespannte Windschutzscheiben die Vorschriften nach Anhang 4,
            
         
               7.2
            
            
               für gleichmäßig vorgespannte Glasscheiben die Vorschriften nach Anhang 5,
            
         
               7.3
            
            
               für Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas die Vorschriften nach Anhang 6,
            
         
               7.4
            
            
               für normale Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben die Vorschriften nach Anhang 7,
            
         
               7.5
            
            
               für behandelte Verbundglasscheiben die Vorschriften nach Anhang 8,
            
         
               7.6
            
            
               für Sicherheitsglasscheiben mit Kunststoff versehen, zusätzlich zu den oben genannten Vorschriften die Vorschriften nach Anhang 9,
            
         
               7.7
            
            
               für Glas-Kunststoff-Windschutzscheiben die Vorschriften nach Anhang 10,
            
         
               7.8
            
            
               für Glas-Kunststoff-Scheiben außer Windschutzscheiben die Vorschriften nach Anhang 11,
            
         
               7.9
            
            
               für Isolierglaseinheiten die Vorschriften nach Anhang 12.
            
         
               7.10
            
            
               für Verglasungen aus starrem Kunststoff die Vorschriften nach Anhang 14,
            
         
               7.11
            
            
               für Verglasungen aus flexiblem Kunststoff die Vorschriften nach Anhang 15,
            
         
               7.12
            
            
               für Doppelverglasungseinheiten aus starrem Kunststoff die Vorschriften nach Anhang 16.
            
         8   PRÜFUNGEN
   8.1   Folgende Prüfungen sind vorgeschrieben:
   8.1.1   Bruchstrukturprüfung
   Zweck der Prüfung ist es,
   
               8.1.1.1
            
            
               nachzuweisen, dass die Bruchstücke und Splitter nach Bruch der Glasscheibe so beschaffen sind, dass das Verletzungsrisiko auf ein Minimum reduziert ist, und
            
         
               8.1.1.2
            
            
               bei Windschutzscheiben die verbleibende Sicht nach Bruch festzustellen.
            
         8.1.2   Prüfung der mechanischen Festigkeit
   8.1.2.1   Kugelfallprüfung
   Es gibt zwei Prüfungen, eine mit einer 227 g und die andere mit einer 2 260 g schweren Kugel.
   
               8.1.2.1.1
            
            
               Prüfung mit der 227-g-Kugel: Diese Prüfung dient dazu, die Adhäsion der Zwischenschicht des Verbundglases und die mechanische Festigkeit von gleichmäßig vorgespanntem Glas und von Kunststoffverglasungen festzustellen.
            
         
               8.1.2.1.2
            
            
               Prüfung mit der 2 260-g-Kugel: Diese Prüfung dient dazu, den Widerstand von Verbundglas gegen die Durchdringung der Kugel festzustellen.
            
         8.1.2.2   Phantomfallprüfung
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob die Anforderungen hinsichtlich der Begrenzung des Verletzungsrisikos beim Aufprall des Kopfes gegen die Windschutzscheibe, Verbundglasscheiben, Glas-Kunststoff-Scheiben und Verglasungen aus starrem Kunststoff außer Windschutzscheiben sowie Doppelverglasungseinheiten, wie sie als Seitenscheiben Verwendung finden, erfüllt werden.
   8.1.3   Prüfung der Beständigkeit gegen äußere Einwirkungen
   8.1.3.1   Abriebprüfung
   Diese Prüfung dient dazu festzustellen, ob die Beständigkeit einer Sicherheitsverglasung gegen Abrieb größer als ein vorgegebener Wert ist.
   8.1.3.2   Prüfung bei erhöhter Temperatur
   Diese Prüfung dient dazu nachzuweisen, dass im Verlauf einer längeren Einwirkung von erhöhten Temperaturen keine Blasen oder andere Fehler in der Zwischenschicht des Verbundglases oder der Glas- Kunststoff-Verglasung entstehen.
   8.1.3.3   Prüfung der Bestrahlungsbeständigkeit
   Diese Prüfung dient dazu festzustellen, ob die Lichtdurchlässigkeit der Verbundglasscheiben im Verlauf einer längeren Einwirkung einer Strahlung wesentlich vermindert wird oder ob das Glas eine deutliche Verfärbung erfährt.
   8.1.3.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob Verbundglasscheiben, Glas-Kunststoff-Scheiben, Glasscheiben mit Kunststoff und Verglasungen aus starrem Kunststoff einer längeren Einwirkung atmosphärischer Feuchtigkeit ohne wesentliche Veränderungen standhalten.
   8.1.3.5   Prüfung der Temperaturwechselbeständigkeit
   Diese Prüfung dient dazu festzustellen, ob Kunststoff, verwendet bei Sicherheitsglasverglasung, wie in den Absätzen 2.3 und 2.4 beschrieben, einer längeren Einwirkung extremer Temperaturen ohne wesentliche Veränderung widerstehen.
   8.1.3.6   Prüfung der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob die Kunststoff-Sicherheitsverglasung gegen simulierte Witterungsbedingungen beständig ist.
   8.1.3.7   Gitterschnittprüfung
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob die Haftung einer abriebfesten Beschichtung einer Verglasung aus starrem Kunststoff ausreichend ist.
   8.1.4   Optische Eigenschaften
   8.1.4.1   Prüfung der Lichtdurchlässigkeit
   Diese Prüfung dient dazu festzustellen, ob die Lichtdurchlässigkeit der Sicherheitsverglasung größer als ein vorgegebener Wert ist.
   8.1.4.2   Prüfung der optischen Verzerrung
   Diese Prüfung dient dazu festzustellen, ob die Verzerrung von Gegenständen beim Blick durch die Windschutzscheibe Ausmaße annimmt, die den Fahrzeugführer irritieren können.
   8.1.4.3   Prüfung auf Doppelbilder
   Diese Prüfung dient dazu nachzuweisen, dass die Winkelabweichung zwischen dem direkten Bild und dem Doppelbild einen vorgegebenen Wert nicht überschreitet.
   8.1.4.4   Prüfung der Farberkennung
   Diese Prüfung dient dazu festzustellen, dass keine Farbverwechselungen beim Blick durch eine Windschutzscheibe entstehen können.
   8.1.5   Prüfung des Brennverhaltens
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob eine Sicherheitsverglasung nach den Absätzen 2.3, 2.4 und 2.5 eine ausreichend geringe Brenngeschwindigkeit aufweist.
   8.1.6   Prüfung der Chemikalienbeständigkeit
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob die Sicherheitsverglasung nach den Absätzen 2.3, 2.4 und 2.5 den Einwirkungen von Chemikalien, die normalerweise im Fahrzeug vorhanden sind oder dort benutzt werden (z. B. Reinigungsmittel), ohne wesentliche Veränderungen standhält.
   8.1.7   Flexibilitäts- und Biegeprüfung
   Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob ein Kunststoffverglasungswerkstoff den starren oder den flexiblen Kunststoffen zuzuordnen ist.
   8.2   Prüfungen, die an Verglasungswerkstoffen nach der Einteilung in den Absätzen 2.1 bis 2.5 dieser Regelung durchzuführen sind
   
               8.2.1
            
            
               Die Sicherheitsverglasungswerkstoffe sind den Prüfungen zu unterziehen, die in den nachstehenden Tabellen in den Absätzen 8.2.1.1 und 8.2.1.2 aufgeführt sind.
               
                           8.2.1.1
                        
                        
                           Sicherheitsglasscheiben sind den in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Prüfungen zu unterziehen:
                           
                                       Prüfungen
                                    
                                    
                                       Windschutzscheibe
                                    
                                    
                                       andere Glasscheiben
                                    
                                 
                                       vorgespanntes Glas
                                    
                                    
                                       normales Verbundglas
                                    
                                    
                                       vorbehandeltes Verbundglas
                                    
                                    
                                       Glas-Kunststoff
                                    
                                    
                                       vorgespanntes Glas
                                    
                                    
                                       Verbundglas
                                    
                                    
                                       Glas-Kunststoff
                                    
                                 
                                       I
                                    
                                    
                                       I-P
                                    
                                    
                                       II
                                    
                                    
                                       II-P
                                    
                                    
                                       III
                                    
                                    
                                       III-P
                                    
                                    
                                       IV
                                    
                                 
                                       Bruchstruktur
                                    
                                    
                                       A4/2
                                    
                                    
                                       A4/2
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A8/4
                                    
                                    
                                       A8/4
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A5/2
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       mechanische Festigkeit
                                    
                                 
                                       
                                                   —
                                                
                                                
                                                   227-g-Kugel
                                                
                                             
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A6/4.3
                                    
                                    
                                       A6/4.3
                                    
                                    
                                       A6/4.3
                                    
                                    
                                       A6/4.3
                                    
                                    
                                       A6/4.3
                                    
                                    
                                       A5/3.1
                                    
                                    
                                       A7/4
                                    
                                    
                                       A7/4
                                    
                                 
                                       
                                                   —
                                                
                                                
                                                   2 260-g-Kugel
                                                
                                             
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A6/4.2
                                    
                                    
                                       A6/4.2
                                    
                                    
                                       A6/4.2
                                    
                                    
                                       A6/4.2
                                    
                                    
                                       A6/4.2
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Phantomfallprüfung (5)
                                       
                                    
                                    
                                       A4/3
                                    
                                    
                                       A4/3
                                    
                                    
                                       A6/3
                                    
                                    
                                       A6/3
                                    
                                    
                                       A6/3
                                    
                                    
                                       A6/3
                                    
                                    
                                       A10/3
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A7/3
                                    
                                    
                                       A11/3
                                    
                                 
                                       Abrieb
                                    
                                 
                                       Außenseite
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                    
                                       A6/5.1
                                    
                                 
                                       Innenseite
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A9/2
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A9/2
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A9/2
                                    
                                    
                                       A9/2
                                    
                                    
                                       A9/2 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A9/2 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A9/2
                                    
                                 
                                       erhöhte Temperatur
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                    
                                       A3/5
                                    
                                 
                                       Bestrahlungsbeständigkeit
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                    
                                       A3/6
                                    
                                 
                                       Feuchtigkeitsbeständigkeit
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                    
                                       A3/7
                                    
                                 
                                       Lichtdurchlässigkeit
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                 
                                       optische Verzerrung
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2
                                    
                                    
                                       A3/9.2 (7)
                                       
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Doppelbilder
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3
                                    
                                    
                                       A3/9.3 (7)
                                       
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Farberkennung
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       A3/9.4
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Temperaturwechselbeständigkeit
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/8
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/8
                                    
                                    
                                        
                                    
                                    
                                       A3/8
                                    
                                    
                                       A3/8
                                    
                                    
                                       A3/8 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/8 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/8
                                    
                                 
                                       Brennverhalten
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       A3/10 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/10 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                 
                                       Chemikalienbeständigkeit
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1
                                    
                                    
                                        
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1 (6)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1
                                    
                                 
                                       Anmerkung:
                                    
                                    
                                       Die Angabe in der Tabelle wie z. B. „A4/3“ verweist auf den Anhang 4 und den Absatz 3 dieses Anhangs, in dem die Beschreibung der betreffenden Prüfung und die Vorschriften zu finden sind.
                                    
                                 
                     
                           8.2.1.2
                        
                        
                           Kunststoffverglasungswerkstoffe sind den in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Prüfungen zu unterziehen:
                           
                                       Prüfung
                                    
                                    
                                       Kunststoffverglasungen außer Windschutzscheiben
                                    
                                 
                                       starrer Kunststoff
                                    
                                    
                                       Doppelverglasung
                                    
                                    
                                        
                                    
                                 
                                       Kraftfahrzeuge
                                    
                                    
                                       Anhänger und nicht für die Personenbeförderung vorgesehene Fahrzeuge
                                    
                                    
                                       Kraftfahrzeuge
                                    
                                    
                                       Anhänger und nicht für die Personenbeförderung vorgesehene Fahrzeuge
                                    
                                    
                                       flexibler Kunststoff
                                    
                                 
                                       Flexibilität
                                    
                                    
                                       A3/12
                                    
                                    
                                       A3/12
                                    
                                    
                                       A3/12
                                    
                                    
                                       A3/12
                                    
                                    
                                       A3/12
                                    
                                 
                                       227-g-Kugel
                                    
                                    
                                       A14/5
                                    
                                    
                                       A14/5
                                    
                                    
                                       A16/5
                                    
                                    
                                       A16/5
                                    
                                    
                                       A15/4
                                    
                                 
                                       Phantomfallprüfung (8)
                                       
                                    
                                    
                                       A14/4
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A16/4
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Lichtdurchlässigkeit (9)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/9.1
                                    
                                 
                                       Brennverhalten
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                    
                                       A3/10
                                    
                                 
                                       Chemikalienbeständigkeit
                                    
                                    
                                       A3/11
                                    
                                    
                                       A3/11
                                    
                                    
                                       A3/11
                                    
                                    
                                       A3/11
                                    
                                    
                                       A3/11.2.1
                                    
                                 
                                       Abrieb
                                    
                                    
                                       A14/6.1
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A16/6.1
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Witterungsbeständigkeit
                                    
                                    
                                       A3/6.4
                                    
                                    
                                       A3/6.4
                                    
                                    
                                       A3/6.4
                                    
                                    
                                       A3/6.4
                                    
                                    
                                       A3/6.4
                                    
                                 
                                       Feuchtigkeitsbeständigkeit
                                    
                                    
                                       A14/6.4
                                    
                                    
                                       A14/6.4
                                    
                                    
                                       A16/6.4
                                    
                                    
                                       A16/6.4
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                                       Gitterschnitt (9)
                                       
                                    
                                    
                                       A3/13
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       A3/13
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                    
                                       —
                                    
                                 
                     
         
               8.2.2
            
            
               Die Genehmigung für einen Sicherheitsverglasungswerkstoff ist zu erteilen, wenn er allen Anforderungen der in den Tabellen in den Absätzen 8.2.1.1 und 8.2.1.2 zutreffenden Vorschriften entspricht.
            
         9   ÄNDERUNG ODER ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG EINES TYPS EINES SICHERHEITSVERGLASUNGSWERKSTOFFES
   9.1   Jede Änderung eines Typs eines Sicherheitsverglasungswerkstoffes oder bei Windschutzscheiben jede Erweiterung einer Windschutzscheibengruppe ist der Behörde mitzuteilen, die diesen Typ eines Sicherheitsverglasungswerkstoffes genehmigt hat. Diese Behörde kann dann
   
               9.1.1
            
            
               entweder die Auffassung vertreten, dass von den vorgenommenen Änderungen keine nennenswert nachteilige Wirkung ausgeht und bei Windschutzscheiben dieser neue Typ sich in die genehmigte Gruppe einordnen lässt und der Sicherheitsverglasungswerkstoff in jedem Fall die Vorschriften erfüllt, oder
            
         
               9.1.2
            
            
               ein neues Gutachten von der Prüfstelle, die die Prüfungen durchführt, verlangen.
            
         9.2   Mitteilung
   
               9.2.1
            
            
               Die Bestätigung oder Versagung einer Genehmigung (oder Erweiterung einer Genehmigung) ist entsprechend Absatz 5.3 den Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, mitzuteilen.
            
         
               9.2.2
            
            
               Die zuständige Behörde, die die Erweiterung der Genehmigung erteilt hat, muss auf jeder Erweiterung eine fortlaufende Nummer anbringen.
            
         10   ÜBEREINSTIMMUNG DER PRODUKTION
   10.1   Die Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung der Produktion müssen den in Anlage 2 zum Übereinkommen (E/ECE/324-E/ECE/TRANS/505/Rev.2) beschriebenen Verfahren entsprechen, wobei folgende Vorschriften eingehalten sein müssen:
   10.2   Spezielle Vorschriften
   Die Nachprüfungen nach Absatz 2.2 der Anlage 2 des Übereinkommens müssen die Übereinstimmung mit den Vorschriften des Anhangs 20 dieser Regelung beinhalten.
   10.3   Diese Nachprüfungen sind gemäß Absatz 2.4 der Anlage 2 des Übereinkommens normalerweise einmal im Jahr durchzuführen.
   11   MASSNAHMEN BEI ABWEICHUNGEN IN DER PRODUKTION
   
               11.1
            
            
               Die erteilte Genehmigung für einen Typ eines Sicherheitsverglasungswerkstoffs nach dieser Regelung kann zurückgenommen werden, wenn die Vorschriften nach Absatz 10.1 nicht eingehalten sind.
            
         
               11.2
            
            
               Nimmt eine Vertragspartei des Übereinkommens, die diese Regelung anwendet, eine von ihr erteilte Genehmigung zurück, so hat sie unverzüglich die anderen Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, hierüber mit einer Abschrift des Formblattes nach Anhang 1 dieser Regelung zu benachrichtigen.
            
         12   ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN
   
               12.1
            
            
               Keine Vertragspartei, die diese Regelung anwendet, darf ab dem Datum des Inkrafttretens der Ergänzung 8 zu dieser Regelung einen Antrag auf Genehmigung nach dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 8 geänderten Fassung ablehnen.
            
         
               12.2
            
            
               24 Monate nach dem Inkrafttreten der Ergänzung 8 können die Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, die Anerkennung einer Genehmigung einer Sicherheitsverglasung verweigern, die nicht die Symbole nach Absatz 5.5 dieser Regelung trägt.
            
         
               12.3
            
            
               Keine Vertragspartei, die diese Regelung anwendet, darf ab dem Datum des Inkrafttretens der Ergänzung 12 zu dieser Regelung eine Genehmigung nach dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 12 geänderten Fassung ablehnen.
            
         
               12.4
            
            
               24 Monate nach dem Inkrafttreten erteilen die Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, Genehmigungen nur, wenn das betreffende Bauteil oder die betreffende selbständige Einheit den Vorschriften der Ergänzung 12 zu dieser Regelung entspricht.
            
         
               12.5
            
            
               24 Monate nach dem Inkrafttreten der Ergänzung 12 können die Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, die Anerkennung einer Genehmigung einer Sicherheitsverglasung verweigern, die nicht die Symbole nach Absatz 5.5 dieser Regelung trägt.
            
         13   ENDGÜLTIGE EINSTELLUNG DER PRODUKTION
   Stellt der Inhaber einer nach dieser Regelung erteilten Genehmigung die Produktion eines genehmigten Typ eines Sicherheitsverglasungswerkstoffs endgültig ein, so hat er hierüber die Behörde, die die Genehmigung erteilt hat, zu verständigen. Nach Erhalt der entsprechenden Benachrichtigung hat diese Behörde die anderen Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, hierüber mit einer Abschrift des Formblattes nach Anhang 1 dieser Regelung zu unterrichten.
   14   NAMEN UND ANSCHRIFTEN DER PRÜFSTELLEN, DIE DIE PRÜFUNGEN FÜR DIE GENEHMIGUNG DURCHFÜHREN, UND DER BEHÖRDEN
   Die Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, teilen dem Sekretariat der Vereinten Nationen die Namen und Anschriften der die Prüfungen für die Genehmigung durchführenden Prüfstellen und der Behörden, die die Genehmigung erteilen, mit, denen die in den anderen Ländern ausgestellten Formblätter über die Erteilung, die Erweiterung, die Versagung oder den Entzug einer Genehmigung zu übersenden sind.
   15   Die Technischen Dienste, die die Prüfungen für die Genehmigung durchführen, müssen den harmonisierten Normen über den Betrieb von Prüfstellen (ISO/CEI Guide 25) entsprechen. Außerdem müssen sie von der Genehmigungsbehörde, für die sie die Prüfungen für die Genehmigung durchführen, benannt werden.
   
      (1)  Entsprechend den Definitionen in Anhang 7 zur Gesamtresolution über Fahrzeugtechnik (R.E.3) (Dokument TRANS/WP.29/78/Rev.1/Amend.2, zuletzt geändert durch Amend. 4).
   
      (2)  1 für Deutschland, 2 für Frankreich, 3 für Italien, 4 für die Niederlande, 5 für Schweden, 6 für Belgien, 7 für Ungarn, 8 für die Tschechische Republik, 9 für Spanien, 10 für Serbien, 11 für das Vereinigte Königreich, 12 für Österreich, 13 für Luxemburg, 14 für die Schweiz, 15 (–), 16 für Norwegen, 17 für Finnland, 18 für Dänemark, 19 für Rumänien, 20 für Polen, 21 für Portugal, 22 für die Russische Föderation, 23 für Griechenland, 24 für Irland, 25 für Kroatien, 26 für Slowenien, 27 für die Slowakei, 28 für Weißrussland, 29 für Estland, 30 (–), 31 für Bosnien und Herzegowina, 32 für Lettland, 33 (–), 34 für Bulgarien, 35 (–), 36 für Litauen, 37 für die Türkei, 38 (–), 39 für Aserbaidschan, 40 für die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, 41 (–), 42 für die Europäische Gemeinschaft (Genehmigungen werden von ihren Mitgliedstaaten unter Verwendung ihres jeweiligen ECE-Zeichens erteilt), 43 für Japan, 44 (–), 45 für Australien, 46 für die Ukraine, 47 für Südafrika, 48 für Neuseeland, 49 für Zypern, 50 für Malta, 51 für die Republik Korea, 52 Malaysia, 53 für Thailand, 54 und 55 (–) und 56 für Montenegro. Die folgenden Zahlen werden den anderen Ländern, die dem Übereinkommen über die Annahme einheitlicher technischer Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeuge(n) eingebaut und/oder verwendet werden können, und die Bedingungen für die gegenseitige Anerkennung von Genehmigungen, die nach diesen Vorschriften erteilt wurden, beigetreten sind, nach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Ratifikation oder ihres Beitritts zugeteilt, und die so zugeteilten Zahlen werden den Vertragsparteien des Übereinkommens vom Generalsekretär der Vereinten Nationen mitgeteilt.
   
      (3)  Wie in Absatz 2.3 beschrieben.
   
      (4)  Siehe Fußnote 2 des Absatzes 5.4.1.
   
      (5)  Diese Prüfung ist außerdem an Doppelverglasungseinheiten gemäß Anhang 12 Absatz 3 (A 12/3) durchzuführen.
   
      (6)  Nur bei Kunststoffbeschichtung auf der Innenseite.
   
      (7)  Diese Prüfung ist nur bei gleichmäßig vorgespannten Scheiben durchzuführen, die als Windschutzscheiben bei langsam fahrenden Fahrzeugen verwendet werden, die aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h fahren.
   
      (8)  Die Prüfvorschriften werden je nach der Einbaustelle der Verglasung im Fahrzeug angewendet.
   
      (9)  Die Prüfung ist nur dann durchzuführen, wenn die Verglasung an einer Stelle verwendet werden soll, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung ist.
   
      ANHANG 1
      
         MITTEILUNG
      
      (größtes Format A4 (210 × 297 mm))
      
         
      
         ANLAGE 1
         
            WINDSCHUTZSCHEIBEN AUS VORGESPANNTEM GLAS
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 4 oder Anhang 9 der Regelung Nr 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 2
         
            SCHEIBEN AUS GLEICHMÄSSIG VORGESPANNTEM GLAS
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 5 oder Anhang 9 der Regelung Nr. 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 3
         
            WINDSCHUTZSCHEIBEN AUS VERBUNDGLAS
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach den Anhängen 6, 8 oder 9 der Regelung Nr. 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 4
         
            VERBUNDGLASSCHEIBEN AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 7 oder Anhang 9 der Regelung Nr. 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 5
         
            WINDSCHUTZSCHEIBEN AUS GLAS-KUNSTSTOFF
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 10 der Regelung Nr. 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 6
         
            GLAS-KUNSTSTOFF-SCHEIBEN AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 11 der Regelung Nr. 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 7
         
            ISOLIERGLASEINHEITEN
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 12 oder 16 der Regelung Nr. 43)
         
            
      
      
         ANLAGE 8
         
            SCHEIBEN AUS STARREM KUNSTSTOFF AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 14)
         
            
      
      
         ANLAGE 9
         
            SCHEIBEN AUS FLEXIBLEM KUNSTSTOFF AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
         
         (Haupt- und sekundäre Merkmale nach Anhang 15)
         
            
      
      
         ANLAGE 10
         
            WINDSCHUTZSCHEIBENLISTE
             (1)
         
         Für jede Windschutzscheibe, auf die sich diese Genehmigung bezieht, sind mindestens folgende Angaben zu machen:
         
                      
                  
                  
                     Fahrzeughersteller
                  
               
                      
                  
                  
                     Fahrzeugtyp
                  
               
                      
                  
                  
                     Fahrzeugklasse
                  
               
                      
                  
                  
                     Umschriebene Fläche (F)
                  
               
                      
                  
                  
                     Segmenthöhe (h)
                  
               
                      
                  
                  
                     Krümmungsradius (r)
                  
               
                      
                  
                  
                     Einbauwinkel (α)
                  
               
                      
                  
                  
                     Rückenlehnenwinkel (β)
                  
               
                      
                  
                  
                     R-Punkt-Koordinaten (A, B. C), bezogen auf die Mitte des oberen Windschutzscheibenrandes
                  
               
            
         
            (1)  Diese Angaben sollen in den Anlagen 1, 2 (wenn zutreffend), 3 und 5 dieses Anhangs eingefügt werden.
      
   
   
      ANHANG 1A
      
         MITTEILUNG
      
      (größtes Format: A4 (210 × 297 mm))
      
         
      
         
   
   
      ANHANG 2
      
         ANORDNUNGEN DER GENEHMIGUNGSZEICHEN FÜR VERGLASUNGEN
      
      (siehe Absatz 5.5 dieser Regelung)
      Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer vorgespannten Windschutzscheibe angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Vorgespannte Windschutzscheiben mit Kunststoff
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer vorgespannten Windschutzscheibe mit Kunststoff angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer Windschutzscheibe aus normalem Verbundglas angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde
      Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas mit Kunststoff
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer Windschutzscheibe aus normalem Verbundglas mit Kunststoff angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Windschutzscheiben aus vorbehandeltem Verbundglas
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer Windschutzscheibe aus vorbehandeltem Verbundglas angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Glas-Kunststoff-Windschutzscheiben
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer Glas-Kunststoff-Windschutzscheibe angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Andere Glasscheiben als Windschutzscheiben mit einer Leuchtdurchlässigkeit < 70 %
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer anderen Glasscheibe als einer Windschutzscheibe, für welche die Anforderungen nach Anhang 3 Absatz 9.1.4 zutreffen, angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Isolierglaseinheiten mit einer Lichtdurchlässigkeit < 70 %
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer Isolierglaseinheit angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Gleichmäßig vorgespannte Scheiben zur Verwendung als Windschutzscheibe in langsam fahrenden Fahrzeugen, die aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h fahren
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer gleichmäßig vorgespannten Scheibe zur Verwendung als Windschutzscheibe in langsam fahrenden Fahrzeugen, die aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h fahren, angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde.
      Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Andere Glasscheiben als Windschutzscheiben mit einer Lichtdurchlässigkeit ≥ 70 %
      
         
      Das oben dargestellte, auf einer anderen Glasscheibe als einer Windschutzscheibe angebrachte Genehmigungszeichen bedeutet, dass dieses Bauteil die Vorschrift nach Anhang 3, Absatz 9.1.4.1 von den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungs-Nr. 002439 genehmigt wurde. Die Genehmigungsnummer zeigt an, dass die Genehmigung in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Verglasungen aus starrem Kunststoff außer Windschutzscheiben
      
         
      Das oben dargestellte, an einer Scheibe aus starrem Kunststoff für nach vorn gerichtete Verglasungen mit einer Lichtstreuung von höchstens 2 % nach 1 000 Umdrehungen auf der Außenfläche und 4 % nach 100 Umdrehungen auf der Innenfläche angebrachte Genehmigungszeichen besagt, dass das betreffende Bauteil in den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungsnummer 002439 genehmigt wurde. Aus der Genehmigungsnummer geht hervor, dass die Genehmigung nach den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Verglasungen aus flexiblem Kunststoff außer Windschutzscheiben
      
         
      Das oben dargestellte, an einer Scheibe aus flexiblem Kunststoff angebrachte Genehmigungszeichen besagt, dass das betreffende Bauteil in den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungsnummer 002439 genehmigt wurde. Aus der Genehmigungsnummer geht hervor, dass die Genehmigung nach den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff
      
         
      Das oben dargestellte, an Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff angebrachte Genehmigungszeichen besagt, dass das betreffende Bauteil in den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungsnummer 002439 genehmigt wurde. Aus der Genehmigungsnummer geht hervor, dass die Genehmigung nach den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      Normale Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben
      
         
      Das oben dargestellte, an normalen Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben angebrachte Genehmigungszeichen besagt, dass das betreffende Bauteil in den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 unter der Genehmigungsnummer 002439 genehmigt wurde. Aus der Genehmigungsnummer geht hervor, dass die Genehmigung nach den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
   
   
      ANHANG 2A
      
         ANORDNUNGEN DER GENEHMIGUNGSZEICHEN FÜR FAHRZEUGE
      
      MUSTER A
      (siehe Absatz 5.11 dieser Regelung)
      
         
      Das oben dargestellte, an einem Fahrzeug angebrachte Genehmigungszeichen besagt, dass der betreffende Fahrzeugtyp hinsichtlich des Einbaus der Verglasung in den Niederlanden (E 4) nach der Regelung Nr. 43 genehmigt wurde. Aus der Genehmigungsnummer geht hervor, dass die Genehmigung nach den Vorschriften der Regelung Nr. 43 erteilt wurde.
      MUSTER B
      (siehe Absatz 5.12 dieser Regelung)
      
         
      Das oben dargestellte, an einem Fahrzeug angebrachte Genehmigungszeichen besagt, dass der betreffende Fahrzeugtyp in den Niederlanden (E 4) nach den Regelungen Nr. 43 und Nr. 52 (1) genehmigt wurde. Aus den Genehmigungsnummern geht hervor, dass bei der Erteilung der jeweiligen Genehmigungen die Regelung Nr. 43 in ihrer ursprünglichen Fassung vorlag und die Regelung Nr. 52 die Änderungsserie 01 enthielt.
      
         (1)  Die zweite Nummer dient nur als Beispiel.
   
   
      ANHANG 3
      
         ALLGEMEINE PRÜFBEDINGUNGEN
      
      1   BRUCHSTRUKTUR
      
                  1.1
               
               
                  Die zu prüfende Glasscheibe darf nicht fest eingespannt sein; sie kann allerdings auf einer gleich großen Glasscheibe mit einem Klebeband befestigt werden, das um den gesamten Rand geführt ist.
               
            
                  1.2
               
               
                  Zur Bruchauslösung wird ein Hammer von ca. 75 g oder ein anderes Werkzeug, das zu den gleichen Ergebnissen führt, benutzt. Der Krümmungsradius der Spitze muss 0,2 mm ± 0,05 mm betragen.
               
            
                  1.3
               
               
                  Es muss bei jedem der vorgeschriebenen Anschlagpunkte eine Prüfung durchgeführt werden.
               
            
                  1.4
               
               
                  Die Untersuchung der Krümelung ist nach einem Verfahren vorzunehmen, das hinsichtlich seiner Zählgenauigkeit und seiner Fähigkeit, die richtige Stelle zu finden, an der die kleinste und die größte Zahl zu bestimmen sind, als zuverlässig anerkannt ist.
                  Die dauerhafte Aufzeichnung des Bruchbilds muss innerhalb von zehn Sekunden nach dem Aufschlag beginnen und innerhalb von drei Minuten danach enden. Der Technische Dienst muss die dauerhaften Aufzeichnungen des Bruchbilds aufbewahren.
               
            2   KUGELFALLPRÜFUNG
      2.1   Prüfung mit der 227-g-Kugel
      2.1.1   Prüfeinrichtung
      
                  2.1.1.1
               
               
                  Gehärtete Stahlkugel mit einer Masse von 227 g ± 2 g und einem Durchmesser von ungefähr 38 mm.
               
            
                  2.1.1.2
               
               
                  Eine Einrichtung, die eine Kugel im freien Fall aus einer bestimmten Höhe fallen lässt oder der Kugel eine Geschwindigkeit erteilt, die der beim freien Fall erreichten entspricht. Wird eine Einrichtung zum Schießen der Kugel benutzt, so darf die Abweichung aber nicht mehr als ± 1 % der im freien Fall erreichbaren äquivalenten Geschwindigkeit sein.
               
            
                  2.1.1.3
               
               
                  Halteeinrichtung nach Abb. 1 bestehend aus zwei Stahlrahmen mit aufeinander passend bearbeiteten 15 mm breiten Auflageflächen, die mit 3 mm dicken und 15 mm breiten Gummistreifen der Härte 50 IRHD belegt sind.
                  Der untere Rahmen liegt auf einem etwa 150 mm hohen Stahlkasten. Die zu prüfende Scheibe wird durch den oberen Rahmen festgehalten, dessen Masse ungefähr 3 kg beträgt. Der Stahlkasten ist auf eine Stahlplatte von ungefähr 12 mm Dicke aufgeschweißt, die als Bodenplatte dient; unter dieser befindet sich eine Unterlage aus ungefähr 3 mm dickem Gummi der Härte 50 IRHD.
                  
                     Abbildung 1
                  
                  
                     Halteeinrichtung für die Kugelfallprüfungen
                  
                  
                     
               
            2.1.2   Prüfbedingungen
      
                  Temperatur
               
               
                  :
               
               
                  20 ± 5 °C
               
            
                  Druck
               
               
                  :
               
               
                  860 bis 1 060 mbar
               
            
                  relative Luftfeuchtigkeit
               
               
                  :
               
               
                  60 ± 20 %
               
            2.1.3   Prüfmuster
      Das Prüfmuster muss ein ebenes Quadrat mit 300 mm +10/-0 mm Seitenlänge sein oder aus dem flachsten Teil einer Windschutzscheibe oder einer anderen gebogenen Scheibe einer Sicherheitsverglasung herausgeschnitten sein.
      Wahlweise kann auch eine gebogene Scheibe einer Sicherheitsverglasung geprüft werden. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass ein ausreichender Kontakt zwischen der Sicherheitsverglasung und dem Rahmen besteht.
      2.1.4   Durchführung der Prüfung
      Das Prüfmuster ist vor der Prüfung mindestens vier Stunden lang bei der Prüftemperatur zu lagern.
      Das Prüfmuster ist in die Halteeinrichtung (Absatz 2.1.1.3) einzulegen. Die Ebene des Prüfmusters ist mit einer Genauigkeit von + 3° rechtwinklig zur Aufschlagrichtung der Kugel auszurichten.
      Bei Verglasungen aus flexiblem Kunststoff ist das Prüfmuster in den Rahmen einzuspannen.
      Der Aufschlagpunkt der Kugel darf vom geometrischen Mittelpunkt des Prüfmusters bei einer Fallhöhe < 6 m nicht weiter als 25 mm und bei einer Fallhöhe > 6 m nicht weiter als 50 mm entfernt liegen. Die Kugel muss auf die Seite des Prüfmusters aufschlagen, die der Außenseite der in das Fahrzeug eingebauten Sicherheitsglasscheibe entspricht. Die Kugel darf nur jeweils einmal aufschlagen.
      2.2   Prüfung mit der 2 260-g-Kugel
      2.2.1   Prüfeinrichtung
      
                  2.2.1.1
               
               
                  Gehärtete Stahlkugel mit einer Masse von 2 260 g ± 20 g und einem Durchmesser von ungefähr 82 mm.
               
            
                  2.2.1.2
               
               
                  Eine Einrichtung, die eine Kugel im freien Fall aus einer bestimmten Höhe fallen lässt oder der Kugel eine Geschwindigkeit erteilt, die der beim freien Fall erreichten entspricht. Wird eine Einrichtung zum Schießen der Kugel benutzt, so darf die Abweichung aber nicht mehr als ± 1 % der im freien Fall erreichbaren äquivalenten Geschwindigkeit sein.
               
            
                  2.2.1.3
               
               
                  Die Halteeinrichtung ist in Abb. 1 dargestellt und in Absatz 2.1.1.3 beschrieben.
               
            2.2.2   Prüfbedingungen
      
                  Temperatur
               
               
                  :
               
               
                  20 ± 5 °C
               
            
                  Druck
               
               
                  :
               
               
                  860 bis 1 060 mbar
               
            
                  relative Luftfeuchtigkeit
               
               
                  :
               
               
                  60 ± 20 %
               
            2.2.3   Prüfmuster
      Das Prüfmuster muss ein ebenes Quadrat mit 300 mm +10/-0 mm Seitenlänge sein oder aus dem flachsten Teil einer Windschutzscheibe oder einer anderen gebogenen Scheibe einer Sicherheitsverglasung herausgeschnitten sein.
      Wahlweise kann auch die ganze Windschutzscheibe oder eine andere gebogene Scheibe einer Sicherheitsverglasung geprüft werden. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass ein ausreichender Kontakt zwischen der Sicherheitsverglasung und dem Rahmen besteht.
      2.2.4   Durchführung der Prüfung
      Das Prüfmuster ist vor der Prüfung mindestens vier Stunde lang bei der Prüftemperatur zu lagern.
      Das Prüfmuster ist in die Halteeinrichtung (2.1.1.3) einzulegen. Die Ebene des Prüfmusters ist mit einer Genauigkeit von ± 3 ° rechtwinklig zur Aufschlagrichtung der Kugel auszurichten.
      Bei Scheiben aus Glas-Kunststoff ist das Prüfmuster in den Rahmen einzuklemmen.
      Der Aufschlagpunkt der Kugel darf vom Mittelpunkt des Prüfmusters nicht weiter als 25 mm entfernt liegen.
      Die Kugel muss auf die Seite des Prüfmusters aufschlagen, die der Innenseite der im Fahrzeug eingebauten Sicherheitsglasscheibe entspricht.
      Die Kugel darf nur jeweils einmal aufschlagen.
      3   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Phantomfallprüfung ohne Verzögerungsmessung
      3.1.1   Prüfeinrichtung
      Phantomfallkörper, bestehend aus einem kugelförmigen oder halbkugelförmigen Kopf aus geschichtetem Hartholz und auswechselbarem Filzbelag, der mit oder ohne Holzquerträger ausgestattet ist. Zwischen dem kugelförmigen Teil und dem Querträger befindet sich ein halsförmiges Zwischenstück und auf der anderen Seite des Querträgers eine Halterungsstange.
      Die Abmessungen sind in Abbildung 2 angegeben. Die Gesamtmasse des Phantomfallkörpers muss 10 kg ± 0,2 kg betragen.
      
         Abbildung 2
      
      
         Phantomfallkörper
      
      
         
      3.1.2   Eine Einrichtung, die den Phantomfallkörper im freien Fall aus einer festgelegten Höhe fallen lässt oder dem Fallkörper eine Geschwindigkeit erteilt, die der beim freien Fall erreichten entspricht. Wird eine Einrichtung zum Schießen des Phantomfallkörpers benutzt, so darf die Abweichung nicht mehr als ± 1 % der im freien Fall erreichbaren äquivalenten Geschwindigkeit sein.
      3.1.3   Halteeinrichtung nach Abb. 3 zur Prüfung ebener Prüfmuster. Die Halteeinrichtung besteht aus zwei Stahlrahmen mit aufeinander passend bearbeiteten, 50 mm breiten Auflageflächen, die mit etwa 3 mm dicken und 15 mm ± 1 mm breiten Gummistreifen der Härte 70 IRHD belegt sind. Der obere Rahmen wird mit dem unteren mit mindestens 8 Schrauben fest verschraubt.
      3.1.4   Prüfbedingungen
      
                  Temperatur
               
               
                  :
               
               
                  20 ± 5 °C
               
            
                  Druck
               
               
                  :
               
               
                  860 bis 1 060 mbar
               
            
                  relative Luftfeuchtigkeit
               
               
                  :
               
               
                  60 ± 20 %
               
            3.1.5   Durchführung der Prüfung
      3.1.5.1   Prüfung an einem ebenen Prüfmuster
      Das ebene Prüfmuster mit einer Länge von 1 100 mm +5/-2 mm und einer Breite von 500 mm +5/-2 mm ist vor der Prüfung mindestens vier Stunden lang bei einer Temperatur von 20 ± 5 °C zu lagern.
      
         Abbildung 3
      
      
         Halteeinrichtung für Phantomfallprüfung
      
      
         
      Das Prüfmuster ist in die Halteeinrichtung (Absatz 3.1.3) einzulegen; die Schrauben sind mit einem solchen Drehmoment anzuziehen, dass sich das Prüfmuster während der Prüfung um nicht mehr als 2 mm verschiebt. Die Ebene des Prüfmusters muss rechtwinklig zur Aufschlagsrichtung des Fallkörpers liegen. Der Fallkörper darf nicht weiter als 40 mm vom Mittelpunkt des Prüfmusters auf die Seite aufschlagen, die der Innenseite der im Fahrzeug eingebauten Sicherheitsglasscheibe entspricht; er darf nur einmal aufschlagen.
      Die Aufschlagfläche des Filzbelages muss nach Durchführung von 12 Phantomfallprüfungen erneuert werden.
      3.1.5.2   Prüfungen an einer kompletten Windschutzscheibe (nur bei Fallhöhe bis max. 1,5 m).
      Die Windschutzscheibe wird lose auf einen Prüfrahmen aufgelegt, so dass sie auf ihrem Umfang in einer Breite von 15 mm auf etwa 3 mm dicken Gummistreifen der Härte 70 IRHD aufliegt.
      Der Prüfrahmen muss aus einem formsteifen Stück bestehen und der Form der Windschutzscheibe entsprechend so ausgebildet sein, dass der Phantomfallkörper auf die Innenfläche der Windschutzscheibe aufschlägt. Wenn notwendig, ist die Windschutzscheibe in den Rahmen einzuklemmen.
      Der Prüfrahmen muss auf einem festen Untergrund und auf einer Unterlage aus etwa 3 mm dickem Gummi der Härte 70 IRHD stehen. Die Aufschlagrichtung des Phantomfallkörpers muss mit der Oberfläche der Windschutzscheibe ungefähr einen rechten Winkel bilden.
      Der Phantomfallkörper darf nicht weiter entfernt als 40 mm vom geometrischen Mittelpunkt der Windschutzscheibe auf die Seite aufschlagen, die der Innenseite der im Fahrzeug eingebauten Sicherheitsglasscheibe entspricht; er darf nur einmal aufschlagen.
      Die Aufschlagfläche des Filzbelages muss nach Durchführung von 12 Phantomfallprüfungen erneuert werden.
      3.2   Phantomfallprüfung mit Verzögerungsmessung
      3.2.1   Prüfeinrichtung
      Bei Phantomfallprüfungen mit gleichzeitiger Bestimmung des HIC-Werts ist der Fallkörper der in der Abbildung 2.1 dargestellte Phantomkopf. Die Gesamtmasse des Phantomkopfes muss 10,0 kg +0,2/-0,0 kg betragen.
      In der Mitte der Grundplatte (24) ist der triaxiale Montageblock (26) zur Befestigung der Beschleunigungsaufnehmer (27) im Schwerpunkt angebracht. Die Beschleunigungsaufnehmer sind senkrecht zueinander anzuordnen.
      Die Schale (18) und die Abdeckung (19), die sich unter der Grundplatte (24) befinden, haben weitgehend die gleichen elastischen Eigenschaften wie der menschliche Schädel. Die elastischen Eigenschaften des Phantomkopfes beim Aufprall sind durch die Härte und die Dicke des Zwischenrings (13) und der Schale bestimmt.
      
         Abbildung 2.1
      
      
         10-kg-Phantomkopf
      
      
         
      
         Stückliste für den 10-kg-Phantomkopf nach Abbildung 2.1
      
      
                  Pos. Nr.
               
               
                  Stückzahl
               
               
                  Normbezeichnung
               
               
                  Werkstoff
               
               
                  Bemerkungen
               
            
                  1
               
               
                  1
               
               
                  Magnethalterung
               
               
                  Stahl DIN 17 100
               
               
                  —
               
            
                  2
               
               
                  1
               
               
                  Schwingungsdämpfer
               
               
                  Gummi/Stahl
               
               
                  Durchmesser: 50 mm
                  Dicke: 30 mm
                  Gewinde: M 10
               
            
                  3
               
               
                  4
               
               
                  HF-Steckverbinder BNC
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  4
               
               
                  1
               
               
                  Sechskantmutter DIN 985
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  5
               
               
                  6
               
               
                  Scheibe DIN 125
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  6
               
               
                  3
               
               
                  Übergangsstück
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  7
               
               
                  6
               
               
                  Zylinderschraube DIN 912
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  8
               
               
                  3
               
               
                  Sechskantmutter
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  9
               
               
                  3
               
               
                  Scheibe
               
               
                  Stahl DIN 17 100
               
               
                  Lochdurchmesser: 8 mm Außendurchmesser: 35 mm Dicke: 1,5 mm
               
            
                  10
               
               
                  3
               
               
                  Gummiring
               
               
                  Gummi, Härte 60 IRHD
               
               
                  Lochdurchmesser: 8 mm Außendurchmesser: 30 mm Dicke: 10 mm
               
            
                  11
               
               
                  1
               
               
                  Dämpfungsring
               
               
                  Dichtungspapier
               
               
                  Lochdurchmesser: 120 mm
                  Außendurchmesser: 199 mm
                  Dicke: 0,5 mm
               
            
                  12
               
               
                  —
               
               
                  —
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  13
               
               
                  1
               
               
                  Zwischenring
               
               
                  Butadien-autschuk RHD-Härte etwa 80
               
               
                  Lochdurchmesser: 129 mm
                  Außendurchmesser: 192 mm
                  Dicke: 4 mm
               
            
                  14
               
               
                  3
               
               
                  Führungsschlauch
               
               
                  Polytetrafluorethen (PTFE)
               
               
                  Innendurchmesser: 8 mm
                  Außendurchmesser: 10 mm
                  Länge: 40 mm
               
            
                  15
               
               
                  3
               
               
                  Sechskantmutter
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  16
               
               
                  3
               
               
                  Gewindebolzen DIN 976
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  17
               
               
                  3
               
               
                  Einschraubmutter
               
               
                  Gusslegierung DIN 1709-GD-CuZn 37 Pb
               
               
                  —
               
            
                  18
               
               
                  1
               
               
                  Schale
               
               
                  Polyamid 12
               
               
                  —
               
            
                  19
               
               
                  1
               
               
                  Abdeckung
               
               
                  Butadien-Kautschuk
               
               
                  Dicke: 6 mm einseitig geriffelt
               
            
                  20
               
               
                  1
               
               
                  Führungshülse
               
               
                  Stahl DIN 17 100
               
               
                  —
               
            
                  21
               
               
                  4
               
               
                  Senkkopfschraube
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  22
               
               
                  1
               
               
                  Dämpfungsscheibe
               
               
                  Dichtungspapier
               
               
                  Durchmesser: 65 mm
                  Dicke: 0,5 mm
               
            
                  23
               
               
                  —
               
               
                  —
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  24
               
               
                  1
               
               
                  Grundplatte
               
               
                  Stahl DIN 17 100
               
               
                  —
               
            
                  25
               
               
                  1
               
               
                  Gewindestift mit Innensechskant
               
               
                  Festigkeitsklasse 45H
               
               
                  —
               
            
                  26
               
               
                  1
               
               
                  triaxialer Montageblock
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  27
               
               
                  3
               
               
                  Beschleunigungsaufnehmer
               
               
                  —
               
               
                  —
               
            
                  28
               
               
                  1
               
               
                  Holzteil
               
               
                  Weißbuche, Schichtleimung
               
               
                  —
               
            
                  29
               
               
                  1
               
               
                  Deckplatte
               
               
                  Legierung (AlMg5)
               
               
                  —
               
            
                  30
               
               
                  1
               
               
                  Schutzkappe
               
               
                  Polyamid 12
               
               
                  —
               
            3.2.2   Justieren und Kalibrieren
      Zur Durchführung der Phantomfallprüfung wird der Phantomkopf an der Traverse des Führungssystems befestigt (Abbildung 2.2) und mit einer Aufzugsvorrichtung auf die erforderliche Fallhöhe gebracht. Bei der Phantomfallprüfung wird die Traverse mit dem Phantomkopf freigegeben. Nach dem Passieren der höhenverstellbaren Lichtschranke wird der Phantomkopf von der Traverse ausgeklinkt, die Traverse wird gedämpft aufgefangen, und der Phantomkopf fällt auf die Probe.
      Durch die Falleinrichtung oder das Messkabel darf dem Phantomkopf kein Impuls erteilt werden, so dass er nur durch die Schwerkraft beschleunigt wird und lotrecht fällt.
      
         Abbildung 2.2
      
      
         Prüfeinrichtung für die Phantomfallprüfung mit Verzögerungsmessung
      
      
         
      
                  3.2.2.1
               
               
                  Die Messeinrichtung, mit der die HIC-Werte mit dem Phantomkopf bestimmt werden können, ist in Absatz 3.2.1 beschrieben.
               
            
                  3.2.2.2
               
               
                  Geräte zum Kalibrieren des Phantomkopfes
                  Die Falleinrichtung muss gestatten, Fallhöhen zwischen 50 mm und 254 mm auf 1 mm einzustellen. Ein Führungssystem ist für diese geringen Fallhöhen nicht erforderlich.
                  Die Prallplatte aus Stahl hat eine Größe von 600 × 600 mm und ist mindestens 50 mm dick. Die Auftrefffläche muss poliert sein:
                  Rautiefe Rmax = 1 μm, Ebenheitstoleranz t = 0,05 mm.
               
            
                  3.2.2.3
               
               
                  Kalibrieren und Justieren des Phantomkopfes
                  Vor jeder Prüfserie und spätestens nach jeweils 50 Prüfungen innerhalb einer Serie muss der Phantomkopf kalibriert und erforderlichenfalls justiert werden.
                  Die Prallplatte muss sauber und trocken sein und während der Prüfung auf einem Fundament aus Beton kraftschlüssig aufliegen.
                  Der Phantomkopf muss senkrecht auf die Prallplatte auftreffen. Die Fallhöhen (Unterkante des Phantomkopfes bis Oberfläche Prallplatte) betragen 50, 100, 150 und 254 mm. Die Verzögerungskurven sind aufzunehmen.
                  Die größte Verzögerung az bei den verschiedenen Fallhöhen in z-Richtung muss innerhalb der in der Tabelle angegebenen Bereiche liegen:
                  
                              Fallhöhe
                              mm
                           
                           
                              größte Verzögerung az in Vielfachem der Erdbeschleunigung g
                           
                        
                              50
                           
                           
                              64 ± 5
                           
                        
                              100
                           
                           
                              107 ± 5
                           
                        
                              150
                           
                           
                              150 ± 7
                           
                        
                              254
                           
                           
                              222 ± 12
                           
                        Die Verzögerungskurven sollen auf einer unimodalen Schwingung basieren. Die Verzögerungskurve bei der Fallhöhe von 254 mm muss mindestens 1,2 ms und höchstens 1,5 ms über 100 g verlaufen.
                  Wenn die in Absatz 3.2.2.3 genannten Werte nicht erreicht werden, müssen die elastischen Eigenschaften des Phantomkopfes durch Variation der Dicke des Zwischenrings (13) in der Grundplatte (24) eingestellt werden. Korrekturen können durch Verstellen der drei selbstsichernden Sechskantmuttern (8) auf den Gewindebolzen (16) durchgeführt werden, mit denen die Schale (18) an der Grundplatte (24) befestigt ist. Die Gummiringe (10) unter den Sechskantmuttern (8) dürfen nicht spröde oder rissig sein.
                  Die Abdeckung (19) der Auftrefffläche und der Zwischenring (13) sind bei Beschädigung und insbesondere dann, wenn der Phantomkopf nicht mehr justierbar ist, immer sofort auszutauschen.
               
            3.2.3   Die Halteeinrichtung für die Prüfung ebener Prüfmuster ist in Absatz 3.1.3 beschrieben.
      3.2.4   Die Prüfbedingungen sind in Absatz 3.1.4 angegeben.
      3.2.5   Prüfungen an kompletten Scheiben (bei einer Fallhöhe zwischen 1,5 m und 3 m) Die Scheibe wird lose auf einen Prüfrahmen aufgelegt, so dass sie auf einem etwa 3 mm dicken Gummistreifen der Härte 70 IRHD aufliegt.
      Die Scheibe ist mit geeigneten Vorrichtungen in den Prüfrahmen einzuspannen. Die Aufschlagrichtung des Phantomfallkörpers muss mit der Oberfläche der Scheibe ungefähr einen rechten Winkel bilden. Der Phantomfallkörper darf nicht weiter entfernt als 40 mm vom geometrischen Mittelpunkt der Scheibe auf die Seite aufschlagen, die der Innenseite der in das Fahrzeug eingebauten Kunststoffscheibe entspricht; er darf nur einmal aufschlagen.
      Ausgehend von einer gewählten Anfangsfallhöhe, sind die Fallhöhen bei jeder weiteren Prüfung um jeweils 0,5 m zu steigern. Die beim Auftreffen auf die Probe entstehenden Verzögerungskurven für ax, ay und az in Abhängigkeit von der Zeit t sind aufzunehmen.
      Nach der Phantomfallprüfung ist zu kontrollieren, ob sich eine Scheibenkante um mehr als 2 mm in der Halteeinrichtung bewegt hat und ob die Bedingung für den Aufschlagpunkt erfüllt war. Die Beschleunigungskomponenten ax und ay bei senkrechtem Auftreffen sollen kleiner als 0,1 az sein.
      3.2.6   Auswertung
      Die Verzögerungskurven sind wie folgt auszuwerten:
      Aus den gemessenen Verzögerungskurven ax(t), ay(t) und az(t) ist die resultierende Verzögerung ares(t) im Schwerpunkt nach Gleichung (1) als Vielfaches der Erdbeschleunigung zu bilden.
      
                  (1)
               
               
                  
                     
               
            Die Zeitspanne, während der die Verzögerung ares den Wert 80 g dauernd überschreitet, sowie der Maximalwert von ares sind zu bestimmen. Der HIC-Wert ist als Maß für die Gefahr stumpfer Schädel-Hirn-Verletzungen nach Gleichung (2) zu berechnen:
      
                  (2)
               
               
                  
                     
               
            Die Integrationsgrenzen t1 und t2 sind so zu wählen, dass das Integral einen Maximalwert annimmt.
      4   ABRIEBPRÜFUNG
      4.1   Prüfeinrichtung
      
                  4.1.1
               
               
                  Abriebgerät (1) schematisch dargestellt in Abb. 4, bestehend aus
                  
                              —
                           
                           
                              einer mit einer zentralen Aufspannvorrichtung versehenen horizontalen Drehscheibe, die sich gegen den Uhrzeigersinn mit 65 bis 75 min-1 dreht und
                              
                                 Abbildung 4
                              
                              
                                 Schema des Abriebgerätes
                              
                              
                                 
                           
                        
                              —
                           
                           
                              zwei belasteten parallelen Auslegern, von denen jeder ein spezielles Abriebband trägt, das sich frei auf einer kugelgelagerten horizontalen Achse dreht; jedes Abriebrad liegt mit einer Kraft entsprechend einer Masse von 500 g auf dem Prüfmuster auf.
                           
                        Die Drehscheibe des Abriebgerätes muss sich gleichmäßig und ungefähr in einer Ebene drehen (die Abweichung von dieser Ebene darf nicht größer als ± 0,05 mm sein, gemessen in einem Abstand von 1,6 mm vom Außenrand der Drehscheibe).
                  Die Räder sind so befestigt, dass sie sich bei Berührung mit dem drehenden Prüfmuster entgegengesetzt drehen; dadurch werden bei jeder Umdrehung des Prüfmusters zwei Druck- und Abriebvorgänge entlang gekrümmter Linien auf einer Ringfläche von ungefähr 30 cm2 ausgeübt.
               
            
                  4.1.2
               
               
                  Abriebräder (2), mit einem Durchmesser von 45 mm bis 50 mm und einer Breite von 12,5 mm, hergestellt aus einem speziellen fein gesiebten Schleifmittel und in einem mittelharten Gummi eingelagert. Die Räder müssen eine Härte von 72 ± 5 IRHD aufweisen, die an vier gleich weit voneinander liegenden Punkten auf der Mittellinie der Abrieboberfläche gemessen wird, wobei die aufgewendete Kraft in senkrechter Richtung entlang eines Abriebraddurchmessers wirkt; die Ablesung der Messergebnisse erfolgt 10 s nach der vollen Einwirkung der Kraft.
                  Die Abriebräder sind bei sehr langsamer Drehung gegen eine ebene Glasscheibe so einzufahren, dass eine vollkommen plane Oberfläche erreicht wird.
               
            
                  4.1.3
               
               
                  Lichtquellen, bestehend aus einer Glühlampe mit einem Glühfaden, der sich innerhalb eines Parallelepipedes von 1,5 × 1,5 × 3 mm befindet. Die angelegte Spannung muss so groß sein, dass die Farbtemperatur 2 856 K ± 50 K beträgt. Diese Spannung muss auf ± 1/1 000 stabilisiert sein. Der Spannungsmesser muss eine entsprechende Genauigkeit besitzen.
               
            
                  4.1.4
               
               
                  Optisches System, bestehend aus einer Linse mit einer Mindestbrennweite f von 500 mm und hinsichtlich chromatischer Aberration korrigiert. Die größte Apertur darf f/20 nicht überschreiten. Der Abstand zwischen Linse und Lichtquelle ist so einzustellen, dass ein möglichst paralleler Lichtstrahl erreicht wird. Zur Begrenzung des Lichtstrahldurchmessers auf 7 mm ± 1 mm ist eine Blende einzufügen. Diese Blende ist in einer Entfernung von 100 mm ± 50 mm auf der der Lichtquelle entgegengesetzten Seite der Linse anzubringen.
               
            
                  4.1.5
               
               
                  Einrichtung zur Streulichtmessung (siehe Abbildung 5), bestehend aus einer Fotozelle mit integrierender Kugel des Durchmessers von 200 mm bis 250 mm. Die Kugel muss Eintritts- und Austrittsöffnungen für das Licht haben. Die Eintrittsöffnung muss rund sein und einen Durchmesser von doppelter Größe des Lichtstrahldurchmessers haben. Die Austrittsöffnung der Kugel muss entsprechend der Prüfung nach Absatz 4.4.3 entweder mit einer Lichtfalle oder einem Reflexionsstandard versehen sein. Die Lichtfalle muss das gesamte Licht absorbieren, wenn sich kein Prüfmuster im Lichtstrahl befindet.
                  Die Lichtstrahlachse muss durch den Mittelpunkt der Eintritts- und Austrittsöffnung laufen. Der Durchmesser b der Lichtaustrittsöffnung muss sein b = 2a · tan4°, wobei a der Kugeldurchmesser ist. Die Fotozelle ist so zu montieren, dass sie nicht durch Licht, das direkt von der Eintrittsöffnung oder von dem Reflexionsstandard kommt, getroffen wird.
                  Die Oberfläche des Inneren der integrierenden Kugel und des Reflexionsstandards müssen möglichst gleichmäßig reflektieren und matt und nicht selektiv sein.
                  Der Messwert der Fotozelle muss im benutzten Lichtstärkebereich innerhalb ± 2 % linear sein. Die Einrichtung zur Streulichtmessung muss so beschaffen sein, dass das Galvanometer bei dunkler Kugel keinen Ausschlag liefert.
                  Die gesamte Einrichtung ist in regelmäßigen Abständen durch Standards bestimmter Streuung zu kontrollieren.
                  Werden Streulichtmessungen mit anderen Einrichtungen oder abweichenden Verfahren durchgeführt, so sind die Ergebnisse zu korrigieren, um Übereinstimmung mit den Ergebnissen durch die vorstehend beschriebene Einrichtung zu erhalten.
                  
                     Abbildung 5
                  
                  
                     Einrichtung zur Streulichtmessung
                  
                  
                     
               
            4.2   Prüfbedingungen
      
                  Temperatur
               
               
                  :
               
               
                  20 ± 5 °C
               
            
                  Druck
               
               
                  :
               
               
                  860 bis 1 060 mbar
               
            
                  relative Luftfeuchtigkeit
               
               
                  :
               
               
                  60 ± 20 %
               
            4.3   Prüfmuster
      Die Prüfmuster müssen ebene Quadrate mit einer Seitenlänge von 100 mm sein, deren beide Oberflächen möglichst plan und parallel sind und in der Mitte erforderlichenfalls ein Loch mit einem Durchmesser von 6,4 mm
      
      haben.
      4.4   Durchführung der Prüfung
      Die Abriebprüfung wird nur an der Oberfläche des Prüfmusters ausgeführt, die der Außenseite der im Fahrzeug eingebauten Scheibe entspricht, bei kunststoffbeschichteten Scheiben auch an der der Innenseite entsprechenden Oberfläche.
      
                  4.4.1
               
               
                  Die Prüfmuster sind unmittelbar vor und nach dem Abrieb wie folgt zu reinigen:
                  
                              a)
                           
                           
                              mit einem Leinentuch unter klarem fließenden Wasser abwischen;
                           
                        
                              b)
                           
                           
                              mit destilliertem oder mineralfreiem Wasser spülen;
                           
                        
                              c)
                           
                           
                              mit Sauerstoff oder Stickstoff trockenblasen;
                           
                        
                              d)
                           
                           
                              mögliche Wasserspuren durch leichtes Betupfen mit einem feuchten Leinentuch entfernen. Ggf. durch leichtes Pressen zwischen zwei Leinentüchern trocknen.
                           
                        Jede Ultraschallbehandlung ist zu vermeiden. Nach der Reinigung dürfen die Prüfmuster nur an ihren Kanten angefasst werden und sind geschützt vor Beschädigung und Verschmutzung ihrer Oberflächen aufzubewahren.
               
            
                  4.4.2
               
               
                  Die Prüfmuster sind vor der Prüfung mindestens 48 Stunden lang bei 20 ± 5 °C und 60 ± 20 % relativer Luftfeuchtigkeit zu lagern.
               
            
                  4.4.3
               
               
                  Unmittelbar danach ist das Prüfmuster vor die Eintrittsöffnung der integrierenden Kugel zu bringen. Der Winkel zwischen der Oberflächennormalen des Prüfmusters und der Lichtstrahlachse darf 8° nicht überschreiten.
                  Es sind die in der folgenden Tabelle aufgezeigten vier Messungen durchzuführen:
                  
                              Messung
                           
                           
                              mit Prüfmuster
                           
                           
                              mit Lichtfalle
                           
                           
                              mit Reflexionsstandard
                           
                           
                              dargestellte Größe
                           
                        
                              T1
                              
                           
                           
                              Nein
                           
                           
                              Nein
                           
                           
                              Ja
                           
                           
                              einfallendes Licht
                           
                        
                              T2
                              
                           
                           
                              Ja
                           
                           
                              Nein
                           
                           
                              Ja
                           
                           
                              gesamtes vom Prüfmuster durchgelassenes Licht
                           
                        
                              T3
                              
                           
                           
                              Nein
                           
                           
                              Ja
                           
                           
                              Nein
                           
                           
                              durch das Instrument gestreutes Licht
                           
                        
                              T4
                              
                           
                           
                              Ja
                           
                           
                              Ja
                           
                           
                              Nein
                           
                           
                              durch das Instrument und Prüfmuster gestreutes Licht
                           
                        Es sind weitere Messungen für T1, T2, T3 und T4 bei zusätzlichen festgelegten Positionen des Prüfmusters durchzuführen, um Gleichmäßigkeit festzustellen.
                  Die Gesamtdurchlässigkeit wird bestimmt nach Tt = T2/T1
                  
                  Die diffuse Durchlässigkeit Td wird berechnet nach:
                  
                     
                  Zu berechnen ist die gestreute prozentuale Trübung oder das gestreute Licht oder beides:
                  
                     
                  Die anfängliche Trübung des Prüfmusters wird an mindestens vier in gleichen Abständen voneinander liegenden Punkten der nicht dem Abrieb unterworfenen Fläche unter Anwendung obiger Formeln ermittelt. Die Ergebnisse für jedes Prüfmuster sind zu ermitteln. An Stelle der vier Punktmessungen kann man einen Mittelwert erhalten, indem das Prüfmuster mit einer konstanten Drehzahl von mindestens drei Umdrehungen/Sekunde gedreht wird.
                  Für jede Art der Sicherheitsverglasung sind drei Prüfungen mit derselben Belastung durchzuführen. Die Trübung dient als Maß des Oberflächenabriebs nach der Abriebprüfung.
                  Das gestreute Licht wird entlang der abgeriebenen Bahn durch Messung an mindestens vier in gleichen Abständen voneinander liegenden Punkten unter Anwendung obiger Formeln bestimmt. Die Ergebnisse für jedes Prüfmuster sind zu mitteln. An Stelle der vier Punktmessungen kann man einen Mittelwert erhalten, indem das Prüfmuster mit einer konstanten Drehzahl von mindestens drei Umdrehungen/Sekunde gedreht wird.
               
            4.5   Die Abriebprüfung wird nur dann durchgeführt, wenn die Prüfstelle es auf Grund ihr vorliegender Informationen für notwendig erachtet.
      Bei Werkstoffen aus Glas-Kunststoff bedürfen Änderungen der Zwischenschicht oder der Glasdicke in der Regel keiner weiteren Prüfung.
      4.6   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      5   PRÜFUNG BEI ERHÖHTER TEMPERATUR
      5.1   Durchführung der Prüfung
      Drei Proben oder drei quadratische Prüfmuster von mindestens 300 × 300 mm, die durch das Labor aus drei Windschutzscheiben oder drei anderen Glasscheiben herauszuschneiden sind, werden auf 100 °C erhitzt; ein Rand muss Teil des oberen Randes der Verglasung sein. Diese Temperatur wird zwei Stunden aufrechterhalten, danach lässt man die Prüfmuster auf Raumtemperatur abkühlen. Bestehen die beiden äußeren Oberflächen der Sicherheitsglasscheiben aus anorganischen Werkstoffen, so erfolgt die Prüfung durch senkrechtes Eintauchen des Prüfmusters in kochendes Wasser innerhalb der festgelegten Zeit; dabei ist ein unzulässiger thermischer Schock zu vermeiden. Werden Prüfmuster aus Windschutzscheiben herausgeschnitten, dann muss ein Rand des Prüfmusters Teil des Randes der Windschutzscheibe sein.
      5.2   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  farblos
               
               
                  getönt
               
            
                  Färbung der Zwischenschicht
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      5.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  5.3.1
               
               
                  Die Prüfung der Widerstandsfähigkeit gegen erhöhte Temperatur gilt dann als bestanden, wenn keine Blasen oder andere Fehler außerhalb von 15 mm von einem nicht geschnittenen Rand oder von 25 mm von einem geschnittenen Rand des Prüfmusters oder der Probe oder außerhalb von 10 mm entlang jeder während der Prüfung aufgetretenen Bruchstelle entstehen.
               
            
                  5.3.2
               
               
                  Ein Satz von Prüfmustern oder Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung eingereicht wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei erhöhter Temperatur als zufriedenstellend betrachtet, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              5.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis, oder
                           
                        
                              5.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern oder Proben ergibt ein zufriedenstellendes Ergebnis.
                           
                        
            6   PRÜFUNG DER BESTRAHLUNGSBESTÄNDIGKEIT
      6.1   Prüfmethode
      6.1.1   Prüfeinrichtung
      
                  6.1.1.1
               
               
                  Strahlungsquelle, bestehend aus einer Mitteldruck-Quecksilberdampf-Bogenlampe mit einem röhrenförmigen Quarzkolben eines ozonfreien Typs; die Kolbenachse muss senkrecht stehen. Die Nennabmessungen der Lampe müssen für die Länge 360 mm und für den Durchmesser 9,5 mm betragen. Die Bogenlänge muss 300 mm ± 4 mm sein. Die Lampe ist mit 750 ± 50 W zu betreiben.
                  Jede andere Strahlungsquelle, die dieselbe Wirkung wie die oben genannte erzielt, kann verwendet werden. Zum Nachweis derselben Wirkung anderer Lampen wird ein Vergleich durch Messung der Größe der emittierten Energie innerhalb des Wellenlängenbereichs von 300 bis 450 nm aufgestellt; alle anderen Wellenlängen werden durch geeignete Filter eliminiert. Die Alternativlampe muss mit diesen Filtern benutzt werden.
                  Bei Sicherheitsglasscheiben, für die keine zufriedenstellende Korrelation zwischen dieser Prüfung und den Verwendungsbedingungen besteht, sind die Prüfungsbedingungen entsprechend anzupassen.
               
            
                  6.1.1.2
               
               
                  Stromversorgungs- und Zündgerät, die der Lampe (Absatz 6.1.1.1) eine Zündspannung von mindestens 1 100 V und eine Betriebsspannung von 500 ± 50 V liefern.
               
            
                  6.1.1.3
               
               
                  Einrichtung zum Befestigen und Drehen der Prüfmuster mit 1 bis 5 Umdrehungen/min um die zentral angeordnete Strahlungsquelle zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Bestrahlung.
               
            6.1.2   Prüfmuster
      
                  6.1.2.1
               
               
                  Die Größe der Prüfmuster muss 76 × 300 mm betragen.
               
            
                  6.1.2.2
               
               
                  Die Prüfmuster sind durch das Labor vom oberen Teil der Glasscheibe wie folgt herauszuschneiden:
                  
                               
                           
                           
                              Bei Glasscheiben außer Windschutzscheiben stimmt der obere Rand des Prüfmusters mit dem oberen Rand der Glasscheibe überein.
                           
                        
                               
                           
                           
                              Bei Windschutzscheiben stimmt der obere Rand des Prüfmusters mit der oberen Grenze der Zone überein, in der die Lichtdurchlässigkeit nach Absatz 9.1.2.2 dieses Anhangs zu bestimmen ist.
                           
                        
            6.1.3   Durchführung der Prüfung
      Die Lichtdurchlässigkeit nach den Absätzen 9.1.1 bis 9.1.2 dieses Anhangs ist an drei Prüfmustern vor der Bestrahlung zu messen. Ein Teil eines jeden Prüfmusters ist vor Strahlung zu schützen; dann ist es mit seiner Länge parallel zur Lampenachse in einem Abstand von 230 mm in die Prüfeinrichtung zu stellen. Die Prüfmustertemperatur muss während der Prüfung auf 45 °C ±5 °C gehalten werden.
      Diejenige Fläche eines jeden Prüfmusters, welche den verglasten äußeren Teil des Fahrzeuges darstellt, muss der Lampe zugewandt sein. Für den in Absatz 6.1.1.1 beschriebenen Lampentyp beträgt die Bestrahlungszeit 100 Stunden. Nach der Bestrahlung ist nochmals die Lichtdurchlässigkeit der bestrahlten Fläche eines jeden Prüfmusters zu messen.
      6.1.4   Jedes Prüfmuster oder jede Probe (insgesamt drei Stück) ist wie oben beschrieben so der Strahlung auszusetzen, dass sie in jedem Punkt des Prüfmusters oder der Probe auf der Zwischenschicht dieselbe Wirkung hervorruft wie eine 100 Stunden dauernde Sonnenstrahlung von 1 400 W/M2.
      6.2   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  farblos
               
               
                  getönt
               
            
                  Färbung des Glases
               
               
                  2
               
               
                  1
               
            
                  Färbung der Zwischenschicht
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      6.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.3.1
               
               
                  Die Prüfung der Bestrahlungsbeständigkeit gilt dann als bestanden,
                  
                              6.3.1.1
                           
                           
                              wenn die Lichtdurchlässigkeit, gemessen nach den Absätzen 9.1.1 und 9.1.2 dieses Anhangs, nicht unter 95 % des Wertes vor der Bestrahlung sinkt und folgende Werte nicht unterschreitet:
                              
                                          6.3.1.1.1
                                       
                                       
                                          unter 70 % bei Glasscheiben außer Windschutzscheiben, die die Anforderungen an das Sichtfeld des Fahrzeugführers nach allen Seiten erfüllen,
                                       
                                    
                                          6.3.1.1.2
                                       
                                       
                                          unter 70 % bei Windschutzscheiben in der Zone, in der die Lichtdurchlässigkeit nach Absatz 9.1.2.2 gemessen wurde.
                                       
                                    
                        
                              6.3.1.2
                           
                           
                              Das Prüfmuster oder die Probe darf bei Betrachtung gegen einen weißen Hintergrund lediglich eine leichte Färbung nach der Bestrahlung, jedoch keine anderen Fehler aufweisen.
                           
                        
            
                  6.3.2.
               
               
                  Ein Satz von Prüfmustern oder Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung eingereicht wurde, wird hinsichtlich der Bestrahlungsbeständigkeit als zufriedenstellend betrachtet, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              6.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis, oder
                           
                        
                              6.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern oder Proben ergibt ein zufriedenstellendes Ergebnis.
                           
                        
            6.4   Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen
      6.4.1   Prüfverfahren
      6.4.1.1   Prüfeinrichtung
      6.4.1.1.1   Xenon-Langbogenlampe
      In dem Bewitterungsgerät (3) ist eine Xenon-Langbogenlampe als Bestrahlungsquelle zu verwenden, allerdings können auch andere Verfahren angewendet werden, sofern die erforderliche Stärke der ultravioletten Bestrahlung erreicht wird. Die Xenon-Langbogenlampe bietet den Vorteil, dass sie mit den passenden Filtern und bei regelmäßiger Wartung ein Spektrum erzeugen kann, das dem des natürlichen Sonnenlichts sehr nahe kommt. Dazu muss die Quarz-Xenon-Lampe mit dem (den) passenden optischen Borosilikatglasfilter(n) (4) versehen sein. Die verwendeten Xenonlampen müssen mit einem geeigneten Stromversorgungsgerät (50 oder 60 Hz) sowie den geeigneten Reaktanztransformatoren und der elektrischen Ausrüstung betrieben werden.
      Das Bewitterungsgerät muss mit den für die Messung und/oder Regelung folgender Größen bzw. Vorgänge erforderlichen Ausrüstung ausgestattet sein:
      
                  —
               
               
                  Bestrahlungsstärke
               
            
                  —
               
               
                  Schwarzkörpertemperatur
               
            
                  —
               
               
                  Sprühwasser
               
            
                  —
               
               
                  Betriebsplan oder –zyklus
               
            Das Bewitterungsgerät muss aus inerten Werkstoffen bestehen, durch die das bei der Prüfung verwendete Wasser nicht verunreinigt werden kann.
      Die Bestrahlungsstärke ist an der Oberfläche des Prüfmusters zu messen und entsprechend den Empfehlungen des Herstellers des Bewitterungsgeräts zu regeln.
      Der Gesamtwert der ultravioletten Bestrahlung (5) (in Joule pro Quadratmeter) ist zu messen oder zu berechnen und gilt als Hauptmesswert für die Bestrahlung des Prüfmusters.
      6.4.1.2   Prüfmuster
      Die Abmessungen des Prüfmusters müssen normalerweise den Angaben in dem Prüfverfahren entsprechen, das bei der Bestimmung der Eigenschaft(en) nach der Bewitterung anzuwenden ist.
      Die Zahl der Vergleichsstücke und Prüfmuster für jede Prüfbedingung oder Bewitterungsphase sowie die Zahl der für die visuellen Bewertungen erforderlichen Proben sind in den Prüfverfahren vorgeschrieben.
      Es wird empfohlen, visuelle Bewertungen an den größten geprüften Mustern vorzunehmen.
      6.4.1.3   Verfahren
      Die Lichtdurchlässigkeit des zu prüfenden Musters (der zu prüfenden Muster) ist nach den Vorschriften des Absatzes 9.1 dieses Anhangs zu messen. Die Abriebfestigkeit der Oberfläche(n) des Vergleichsstücks (der Vergleichsstücke) ist nach den Vorschriften des Absatzes 4 dieses Anhangs zu messen. Die Seite jedes Prüfmusters, die der Außenseite der Fahrzeugverglasung entspricht, muss der Lampe zugewandt sein. Außerdem gelten folgende Prüfbedingungen:
      
                  6.4.1.3.1
               
               
                  Die Bestrahlungsstärke darf auf der gesamten Fläche des Prüfmusters keine Abweichungen von mehr als + 10 % aufweisen.
               
            
                  6.4.1.3.2
               
               
                  In bestimmten Abständen sind die Filter der Lampen durch Waschen mit Reinigungsmitteln und Wasser zu reinigen. Filter für Xenonbogenlampen sind entsprechend den Empfehlungen des Geräteherstellers auszuwechseln.
               
            
                  6.4.1.3.3
               
               
                  Die Temperatur in dem Bewitterungsgerät muss während der trockenen Phase des Zyklus durch eine ausreichende Luftzirkulation geregelt werden, damit die Schwarzkörpertemperatur konstant gehalten wird.
                  In dem Bewitterungsgerät mit Xenonbogenlampe muss diese Temperatur 70 ± 3 °C betragen; sie wird von einem Schwarzkörper-Strahlungsthermometer oder einem vergleichbaren Gerät angezeigt.
                  Das Schwarzkörper-Strahlungsthermometer muss an dem Prüfgestell befestigt sein, und die Werte sind dann abzulesen, wenn aufgrund der Belichtung die größte Wärme entsteht.
               
            
                  6.4.1.3.4
               
               
                  Die relative Luftfeuchtigkeit in dem Bewitterungsgerät ist während der trockenen Phasen des Zyklus auf 50 ± 5 % zu halten.
               
            
                  6.4.1.3.5
               
               
                  Das vollentsalzte Wasser, das bei dem Sprühzyklus verwendet wird, muss weniger als 1 ppm Siliziumdioxidteilchen enthalten und darf auf den Prüfmustern keine bleibenden Ablagerungen oder Rückstände hinterlassen, die nachfolgende Messungen beeinträchtigen könnten.
               
            
                  6.4.1.3.6
               
               
                  Der pH-Wert des Wassers muss zwischen 6,0 und 8,0 liegen, und die Leitfähigkeit muss weniger als 5 Mikrosiemens betragen.
               
            
                  6.4.1.3.7
               
               
                  Die Wassertemperatur in der Zulaufleitung zum Bewitterungsgerät muss die Umgebungstemperatur des Wassers sein.
               
            
                  6.4.1.3.8
               
               
                  Das Wasser muss auf die Prüfmuster in Form eines feinen Sprühnebels auftreffen, dessen Menge ausreicht, um die Prüfmuster sofort nach dem Auftreffen gleichmäßig zu befeuchten.
                  Das Sprühwasser wird nur auf die Oberfläche der Prüfmuster gerichtet, die der Lichtquelle zugewandt ist. Eine Rückführung des Sprühwassers oder ein Eintauchen der Prüfmuster in Wasser ist nicht zulässig.
               
            
                  6.4.1.3.9
               
               
                  Die Prüfmuster müssen um den Lichtbogen gedreht werden, damit eine einheitliche Lichtverteilung erreicht werden kann. An allen entsprechenden Stellen des Bewitterungsgeräts müssen Prüfmuster oder Ersatzmittel angebracht werden, um eine gleichmäßige Temperaturverteilung zu gewährleisten. Die Prüfmuster müssen in Rahmen eingespannt sein, und ihre Rückseite muss der Prüfraumumgebung ausgesetzt sein. Es dürfen jedoch keine von den Wänden des Prüfraums reflektierten Strahlen auf die Rückseite der Prüfmuster auftreffen. Gegebenenfalls kann die Rückseite der Muster abgedeckt werden, um dies zu verhindern, sofern die freie Luftzirkulation an der Oberfläche der Prüfmuster nicht beeinträchtigt wird.
               
            
                  6.4.1.3.10
               
               
                  Das Bewitterungsgerät muss mit ständiger Belichtung und periodischer Besprühung in zweistündigen Zyklen arbeiten. Innerhalb jedes zweistündigen Zyklus werden die Prüfmuster 102 Minuten lang ohne Besprühung und 18 Minuten lang mit Besprühung bestrahlt.
               
            6.4.1.4   Auswertung
      Nach der Bewitterung können die Prüfmuster gegebenenfalls nach einem von ihrem Hersteller empfohlenen Verfahren gereinigt werden, um etwaige Rückstände zu entfernen.
      Die bewitterten Prüfmuster sind nach folgenden Kriterien visuell zu bewerten:
      
                  —
               
               
                  Blasen,
               
            
                  —
               
               
                  Farbe,
               
            
                  —
               
               
                  Trübung,
               
            
                  —
               
               
                  sichtbare Schäden.
               
            Die Lichtdurchlässigkeit der bewitterten Prüfmuster ist zu messen.
      6.4.1.5   Wiedergabe der Ergebnisse
      Die visuellen Bewertungen der bewitterten Prüfmuster sind festzuhalten, wobei das Aussehen jedes Prüfmusters im Vergleich zu dem des nicht bewitterten Vergleichsstücks zu beurteilen ist.
      Die normale Lichtdurchlässigkeit darf nicht um mehr als 5 % von dem Wert abweichen, der bei der ersten Prüfung an nicht bewitterten Mustern ermittelt wurde, und darf nicht unter folgenden Werten liegen:
      70 % bei Windschutzscheiben bei einer anderen Verglasung an einer Stelle, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung ist.
      7   PRÜFUNG DER FEUCHTIGKEITSBESTÄNDIGKEIT
      7.1   Durchführung der Prüfung
      Drei Proben oder drei quadratische Prüfmuster von mindestens 300 × 300 mm sind zwei Wochen lang vertikal in einem geschlossenen Behälter bei einer Temperatur von 50 ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95 ± 4 % aufzubewahren. Bei Verglasungen und Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff sind zehn Proben zu verwenden.
      Die Prüfmuster sind so herzurichten, dass
      
                  —
               
               
                  mindestens ein Rand des Prüfmusters mit dem Originalrand der Glasscheibe übereinstimmt.
               
            
                  —
               
               
                  Werden mehrere Prüfmuster gleichzeitig untersucht, so ist für einen ausreichenden Zwischenraum zwischen den Prüfmustern zu sorgen.
               
            Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit von den Wänden und dem Deckel der Prüfkammer heraustropfendes Kondenswasser von den Prüfmustern ferngehalten wird.
      7.2   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  farblos
               
               
                  getönt
               
            
                  Färbung der Zwischenschicht
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      7.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  7.3.1
               
               
                  Sicherheitsglas wird hinsichtlich der Feuchtigkeitsbeständigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn keine deutliche Veränderung außerhalb von 10 mm von den ungeschnittenen Kanten oder von 15 mm von den geschnittenen Kanten beobachtet wird. Normale und vorbehandelte Verbundglasscheiben sind 2 Stunden und kunststoffbeschichtete Scheiben sowie Glas-Kunststoff-Scheiben 48 Stunden in Umgebungsatmosphäre zu halten.
               
            
                  7.3.2
               
               
                  Ein Satz von Prüfmustern oder Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung eingereicht wurde, wird hinsichtlich der Feuchtigkeitsbeständigkeit als zufriedenstellend betrachtet, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              7.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis, oder
                           
                        
                              7.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            8   PRÜFUNG DER TEMPERATURWECHSELBESTÄNDIGKEIT
      8.1   Prüfmethode
      Zwei Prüfmuster 300 × 300 mm sind in einem Behälter bei einer Temperatur von -40 ± 5 °C sechs Stunden aufzubewahren, danach sind sie an der freien Luft bei 23 ± 2 °C eine Stunde oder solange zu lagern, bis sich bei den Prüfmustern ein Temperaturgleichgewicht eingestellt hat. Dann sind sie für 3 Stunden in zirkulierender Luft einer Temperatur von 72 ± 2 °C auszusetzen. Anschließend sind sie wieder an freier Luft bei 23 ± 2 °C zu lagern, bis sie diese Temperatur erreicht haben, dann sind sie zu prüfen.
      8.2   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  farblos
               
               
                  getönt
               
            
                  Färbung der Zwischenschicht oder der Kunststoffbeschichtung
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      8.3   Auswertung der Ergebnisse
      Die Prüfung der Temperaturwechselbeständigkeit gilt als bestanden, wenn keine Risse, Trübungen, Trennung der Schichten oder andere offensichtliche Verschlechterungen auftreten.
      9   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      9.1   Prüfung der Lichtdurchlässigkeit
      9.1.1   Prüfeinrichtung
      9.1.1.1   Lichtquelle, bestehend aus einer Glühlampe mit einem Glühfaden, der sich innerhalb eines Parallelepipedes von 1,5 × 1,5 × 3 mm befindet. Die angelegte Spannung muss so groß sein, dass die Farbtemperatur 2 856 ± 50 K beträgt. Diese Spannung muss auf 1/1 000 stabilisiert sein. Der Spannungsmesser muss eine entsprechende Genauigkeit besitzen.
      9.1.1.2   Optisches System. bestehend aus einer Linse mit einer Mindestbrennweite f von 500 mm und hinsichtlich chromatischer Aberration korrigiert. Die größte Apertur darf f/20 nicht überschreiten. Der Abstand zwischen Linse und Lichtquelle ist so einzustellen, dass ein möglichst paralleler Lichtstrahl erreicht wird. Zur Begrenzung des Lichtstrahldurchmessers auf 7 ± 1 mm ist eine Blende einzufügen. Diese Blende ist in einer Entfernung von 100 ± 50 mm auf der der Lichtquelle entgegengesetzten Seite der Linse anzubringen. Der Messpunkt muss in der Mitte des Lichtstrahls liegen.
      9.1.1.3   Messeinrichtung
      Der Empfänger muss hinsichtlich der relativen spektralen Empfindlichkeit mit der relativen spektralen Lichtempfindlichkeit des photometrischen Normalbeobachters nach der CIE (6) für lichtoptisches Sehen im Wesentlichen übereinstimmen. Die lichtempfindliche Oberfläche des Empfängers muss mit einem lichtstreuenden Mittel bedeckt sein und einen mindestens doppelt so großen Querschnitt wie der durch das optische System emittierte Lichtstrahl haben. Bei einer integrierenden Kugel muss ihre Apertur mindestens zweimal so groß wie der Querschnitt des parallelen Teils des Strahles sein.
      Die Linearität des Empfängers und des zugehörigen Anzeigeinstruments muss besser als 2 % des nutzbaren Skalenbereichs sein.
      Der Empfänger muss in der Lichtstrahlachse liegen.
      9.1.2   Durchführung der Prüfung
      Die Empfindlichkeit des Empfängers muss so eingestellt werden, dass das Anzeigeinstrument einen Ausschlag von 100 Skalenteilen aufweist, wenn sich keine Sicherheitsglasscheibe im Strahlengang befindet. Ohne Lichteinfall auf den Empfänger muss das Instrument Null anzeigen.
      Die Sicherheitsglasscheibe ist vom Empfänger in einem Abstand anzuordnen, der ungefähr dem fünffachen Durchmesser des Empfängers entspricht. Die Sicherheitsglasscheibe ist zwischen die Blende und den Empfänger einzubringen und so auszurichten, dass der Winkel des einfallenden Lichtstrahls 0 ° ± 5 ° beträgt. Die Lichtdurchlässigkeit der Sicherheitsglasscheibe ist zu messen, wobei für jeden Messpunkt die Anzahl der Teilstriche n auf dem Anzeigeinstrument abzulesen ist. Die Lichtdurchlässigkeit τr ist dann n/100.
      9.1.2.1   Wird das Prüfverfahren bei Windschutzscheiben angewandt, dann dürfen wahlweise entweder ein aus dem flachsten Teil der Windschutzscheibe herausgeschnittenes Prüfmuster oder ein speziell hergestelltes flaches Quadrat aus dem gleichen Werkstoff und der gleichen Dicke der betreffenden Windschutzscheibe verwendet werden, wobei die Messung rechtwinklig zum Glas erfolgt.
      9.1.2.2   Bei Windschutzscheiben von Fahrzeugen der Klasse M1 (7)
      
      ist die Prüfung in dem Sichtbereich B nach Anhang 18 Absatz 2.3 durchzuführen, außer an Abdunkelungen, die in diesen Bereich hineinreichen können.
      Bei Windschutzscheiben von Fahrzeugen der Klasse N1 kann der Hersteller verlangen, dass dieselbe Prüfung entweder in dem Sichtbereich B nach Anhang 18 Absatz 2.3 (außer an Abdunkelungen, die in diesen Bereich hineinreichen können) oder in der Zone I nach Absatz 9.2.5.2.3 dieses Anhangs durchgeführt wird.
      Bei Windschutzscheiben von Fahrzeugen anderer Klassen ist die Prüfung in der Zone I nach Absatz 9.2.5.2.3 dieses Anhangs durchzuführen.
      Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen und bei Arbeitsmaschinen, bei denen es nicht möglich ist, die Zone I zu bestimmen, ist die Prüfung in der Zone I' nach Absatz 9.2.5.3 dieses Anhangs durchzuführen.
      9.1.3   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  farblos
               
               
                  getönt
               
            
                  Färbung des Glases
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            
                  Färbung der Zwischenschicht (bei Verbundglaswindschutzscheiben)
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            
         
      
                   
               
               
                  nicht enthalten
               
               
                  enthalten
               
            
                  Farbkeil und/oder Abdeckstreifen
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      9.1.4   Auswertung der Ergebnisse
      Die normale Lichtdurchlässigkeit ist nach den Vorschriften des Absatzes 9.1.2 dieses Anhangs zu messen, und das Ergebnis ist aufzuzeichnen. Bei einer Windschutzscheibe darf der Wert nicht unter 70 % liegen. Für Verglasungen, die nicht als Windschutzscheiben verwendet werden, sind die Vorschriften in Anhang 21 angegeben.
      9.2   Prüfung der optischen Verzerrung
      9.2.1   Anwendungsbereich
      Das beschriebene Verfahren ist ein Projektionsverfahren zur Bestimmung der durch die Sicherheitsglasscheibe verursachten optischen Verzerrung.
      9.2.1.1   Begriffsbestimmungen
      
                  9.2.1.1.1
               
               
                  Optische Ablenkung: Der Winkel zwischen der wahren und der scheinbaren Richtung eines durch die Sicherheitsglasscheibe gesehenen Punktes. Die Größe der Ablenkung ist eine Funktion des Einfallwinkels der Sehlinie, der Keiligkeit, der Neigung der Glasscheibe und des Krümmungsradius am Einfallsort.
               
            
                  9.2.1.1.2
               
               
                  Optische Verzerrung in einer Richtung mm' ist die algebraische Differenz Δα Ablenkwinkel, gemessen zwischen zwei Punkten M und M' auf der Glasoberfläche; die Entfernung dieser beiden Punkte voneinander ist derart, dass ihre Projektion in einer Ebene rechtwinklig zur Blickrichtung den vorgegebenen Abstand Δx habe (siehe Abbildung 6).
                  Eine Ablenkung gegen den Uhrzeigersinn wird als positiv und im Uhrzeigersinn als negativ bewertet.
               
            
                  9.2.1.1.3
               
               
                  Optische Verzerrung in einem Punkt M: Maximum der optischen Verzerrung für alle Richtungen mm' ausgehend vom Punkt M.
                  
                     Abbildung 6
                  
                  
                     Grafische Darstellung der optischen Verzerrung
                  
                  
                     
                  ANMERKUNGEN:
                  
                              Δα = α1–α2
                           
                           
                              ist die optische Verzerrung in Richtung mm''
                           
                        
                              Δx = MC
                           
                           
                              ist der Abstand zwischen zwei Strahlen durch die Punkte M und M' parallel zur Blickrichtung
                           
                        
            9.2.1.2   Prüfeinrichtung
      Dieses Verfahren beinhaltet die Projektion eines geeigneten Rasters durch die zu prüfende Sicherheitsglasscheibe auf eine Projektionswand. Die Änderung der Form des projizierten Rasters durch das Einfügen der Sicherheitsglasscheibe in den Strahlengang liefert ein Maß für die Verzerrung.
      Die Prüfeinrichtung muss aus folgenden Teilen bestehen, deren Anordnung aus Abb. 9 ersichtlich ist.
      
                  9.2.1.2.1
               
               
                  Projektor hoher Qualität mit sehr intensiver Punktlichtquelle, der beispielsweise folgende Eigenschaften hat:
                  
                               
                           
                           
                              eine Brennweite von wenigstens 90 mm;
                           
                        
                               
                           
                           
                              eine Apertur von etwa 1/2,5;
                           
                        
                               
                           
                           
                              eine 150-W-Halogenlampe (bei Verwendung ohne Filter);
                           
                        
                               
                           
                           
                              eine 250-W-Halogenlampe (bei Verwendung eines Grünfilters).
                           
                        Der Projektor ist schematisch in Abbildung 7 dargestellt. Eine Lochblende mit 8 mm Durchmesser wird etwa 10 mm vor der Frontlinse des Objektivs angebracht.
                  
                     Abbildung 7
                  
                  
                     Optische Einrichtung des Projektors
                  
                  
                     
               
            
                  9.2.1.2.2.
               
               
                  Rasterdiapositiv, bestehend z. B. aus einer Anordnung runder heller Felder auf dunklem Grund (siehe Abb. 8). Qualität und Kontrast des Rasters müssen es erlauben, die Messung mit einer Toleranz von kleiner als 5 % durchzuführen.
                  Die Abmessungen der runden Felder sind so zu wählen, dass sie bei der Projektion ohne die zu prüfende Sicherheilsglasscheibe ein Muster von Kreisen mit dem Durchmesser
                  
                      bilden, wobei Δx = 4 mm(siehe die Abbildungen 6 und 9).
                  
                     Abbildung 8
                  
                  
                     Vergrößerter Ausschnitt des Rasters
                  
                  
                     
                  
                     Abbildung 9
                  
                  
                     Anordnung der Prüfeinrichtungen zur Bestimmung der optischen Verzerrung
                  
                  
                     
                  
                              R1
                              
                           
                           
                              =
                           
                           
                              4 m
                           
                        
                              R2
                              
                           
                           
                              =
                           
                           
                              2 bis 4 m (4 m bevorzugt)
                           
                        
            
                  9.2.1.2.3
               
               
                  Scheibenhalterung, die vorzugsweise ein vertikales und horizontales Abtasten sowie das Drehen der Sicherheitsglasscheibe ermöglicht.
               
            
                  9.2.1.2.4
               
               
                  Auswerteschablone zur Messung der Änderungen der Abmessungen, die eine schnelle Abschätzung gestattet. Eine geeignete Ausführung zeigt Abbildung 10.
                  
                     Abbildung 10
                  
                  
                     Ausführung einer geeigneten Auswerteschablone
                  
                  
                     
               
            9.2.1.3   Durchführung der Prüfung
      9.2.1.3.1   Allgemeines
      Die Sicherheitsglasscheibe ist auf der Scheibenhalterung (Absatz 9.2.1.2.3) unter dem vorgegebenen Neigungswinkel aufzustellen. Das Raster ist durch die zu prüfende Fläche der Scheibe zu projizieren. Die Sicherheitsglasscheibe ist zu drehen oder entweder horizontal oder vertikal zu verschieben, damit die ganze definierte Fläche geprüft werden kann.
      9.2.1.3.2   Abschätzung mit Auswerteschablone
      Reicht eine schnelle Abschätzung mit einer Messungenauigkeit von höchstens 20 % aus, ist der Wert A (siehe Abbildung 10) aus dem Grenzwert ΔαL für die Änderung der Ablenkung und dem Wert R2 für den Abstand zwischen der Sicherheitsglasscheibe und der Bildwand zu berechnen:
      A = 0,145 ΔαL – R2
      
      Die Beziehung zwischen der Durchmesseränderung des projizierten Bildes Δd und der Änderung des Ablenkungswinkels Δα ist gegeben durch
      Δd = 0,29 Δα · R2
      
      Dabei ist (sind):
      
                  Δd
               
               
                  in Millimetern,
               
            
                  A
               
               
                  in Millimetern,
               
            
                  ΔαL
                  
               
               
                  in Bogenminuten,
               
            
                  Δα
               
               
                  in Bogenminuten,
               
            
                  R2
                  
               
               
                  in Metern.
               
            9.2.1.3.3   Messung mit photoelektrischer Einrichtung
      Wird eine Messung mit einer Messungenauigkeit des Grenzwertes von weniger als 10 % gefordert, so ist Δd auf der Projektionsachse zu messen, wobei der Wert der Lichtfleckbreite an dem Punkt genommen wird, wo die Lichtintensität die Hälfte der Maximalintensität beträgt.
      9.2.1.4   Ergebnisse
      Die optische Verzerrung der Sicherheitsglasscheiben ist durch Messung von Δd in jedem Punkt der Oberfläche und in allen Richtungen zu bestimmen, um Δdmax zu finden.
      9.2.1.5   Alternativ-Verfahren
      Zusätzlich ist als Alternative zum Projektionsverfahren ein strioskopisches Verfahren erlaubt, vorausgesetzt, die Messgenauigkeit nach den Absätzen 9.2.1.3.2 und 9.2.1.3.3 bleibt gewahrt.
      9.2.1.6   Der Abstand Δx muss 4 mm betragen.
      9.2.1.7   Die Windschutzscheibe ist unter dem Neigungswinkel aufzustellen, der der Einbaulage im Fahrzeug entspricht.
      9.2.1.8   Die Projektionsachse in der Horizontalebene muss ungefähr rechtwinklig zur Spur der Windschutzscheibe in dieser Ebene sein.
      9.2.2   Die Messungen sind durchzuführen:
      
                  9.2.2.1
               
               
                  Bei Fahrzeugen der Klasse M1 in dem Sichtbereich A, verlängert zur Längsmittelebene des Fahrzeugs, und in dem hierzu symmetrischen Teil der Windschutzscheibe sowie in dem reduzierten Sichtbereich B nach Anhang 18 Absatz 2.4.
               
            
                  9.2.2.2
               
               
                  Bei Fahrzeugen der Klassen M und N außer M1,
                  
                              a)
                           
                           
                              in Zone I nach Absatz 9.2.5.2 dieses Anhangs für Fahrzeuge der Klassen M2, M3, N2 und N3;
                           
                        
                              b)
                           
                           
                              entweder in Zone I nach Absatz 9.2.5.2 dieses Anhangs oder in dem Sichtbereich A, verlängert zur Längsmittelebene des Fahrzeugs, und in dem hierzu symmetrischen Teil der Windschutzscheibe sowie in dem reduzierten Sichtbereich B nach Anhang 18 Absatz 2.4 für Fahrzeuge der Klasse N1.
                           
                        
            
                  9.2.2.3
               
               
                  Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen und bei Arbeitsmaschinen, bei denen es nicht möglich ist, die Zone I zu bestimmen, in Zone l' nach Absatz 9.2.5.3 dieses Anhangs.
               
            
                  9.2.2.4
               
               
                  Fahrzeugtyp
                  Die Prüfung muss wiederholt werden, wenn die Windschutzscheibe in einen Fahrzeugtyp eingebaut werden soll, der ein anderes Sichtfeld nach vorn hat als ein Fahrzeug, für das die Windschutzscheibe bereits genehmigt wurde.
               
            9.2.3   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      9.2.3.1   Art des Werkstoffes
      
                  Spiegelglas
               
               
                  Floatglas
               
               
                  Maschinenglas
               
            
                  1
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            9.2.3.2   Andere sekundäre Merkmale
      Andere sekundäre Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      9.2.4   Anzahl der Prüfmuster
      Für die Prüfung sind vier Prüfmuster vorzulegen.
      9.2.5   Definition der Zonen
      
                  9.2.5.1
               
               
                  Die Zonen A und B der Windschutzscheiben für Fahrzeuge der Klasse M1 sind im Anhang 18 definiert.
               
            
                  9.2.5.2
               
               
                  Zonen von Windschutzscheiben für Fahrzeuge der Klassen M und N außer M1 werden wie folgt definiert:
                  
                              9.2.5.2.1
                           
                           
                              Augenpunkt, ein Punkt, der 625 mm über dem R-Punkt des Fahrersitzes in einer senkrechten durch das Lenkrad verlaufenden Ebene parallel zur Längsmittelebene des Fahrzeuges liegt, für das die Windschutzscheibe vorgesehen ist. Der Augenpunkt wird mit 0 bezeichnet.
                           
                        
                              9.2.5.2.2
                           
                           
                              Strecke OQ, eine waagerechte Gerade, die durch den Augenpunkt 0 geht und rechtwinklig zur Längsmittelebene des Fahrzeugs verläuft.
                           
                        
                              9.2.5.2.3
                           
                           
                              Die Zone I der Windschutzscheibe ist definiert durch die Schnittlinie der vier unten definierten Ebenen auf der Windschutzscheibe:
                              
                                          P1
                                       
                                       
                                          eine senkrechte Ebene, die durch 0 geht und einen Winkel von 15° nach links mit der Längsmittelebene des Fahrzeuges bildet;
                                       
                                    
                                          P2
                                       
                                       
                                          eine senkrechte Ebene symmetrisch zu P1, um die Längsmittelebene des Fahrzeuges.
                                          Wenn dies nicht möglich ist (z. B. durch Fehlen einer symmetrischen Längsmittelebene), ist P2 die Ebene symmetrisch zu P1 um die Längsebene des Fahrzeuges, die durch den Punkt 0 geht;
                                       
                                    
                                          P3
                                       
                                       
                                          eine Ebene, die durch die Gerade OQ geht und einen Winkel von 10° nach oben mit der waagerechten Ebene bildet.
                                       
                                    
                                          P4
                                       
                                       
                                          eine Ebene, die durch die Gerade OQ geht und einen Winkel von 8° nach unten mit der waagerechten Ebene bildet.
                                       
                                    
                        
            
                  9.2.5.3
               
               
                  Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen und bei Arbeitsmaschinen, bei denen es nicht möglich ist, die Zone I zu bestimmen, ist die gesamte Windschutzscheibe die Zone I'.
               
            9.2.6   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Windschutzscheibentyp wird hinsichtlich der optischen Verzerrung als zufriedenstellend angesehen, wenn bei den vier zur Prüfung vorgestellten Prüfmustern die optische Verzerrung die unten angegebenen Werte für jede Zone nicht überschreitet.
      
                  Fahrzeugklasse
               
               
                  Zone
               
               
                  Maximalwerte der optischen Verzerrung
               
            
                  M1und N1
               
               
                  A — verlängert nach Absatz 9.2.2.1
               
               
                  2 Bogenminuten
               
            
                  B — reduziert nach Anhang 18 Absatz 2.4
               
               
                  6 Bogenminuten
               
            
                  Klassen M und N außer M1
               
               
                  I
               
               
                  2 Bogenminuten
               
            
                  Landwirtschaftliche Zugmaschinen usw., bei denen es nicht möglich ist, die Zone I zu bestimmen
               
               
                  I'
               
               
                  2 Bogenminuten
               
            
                  9.2.6.1
               
               
                  Bei Fahrzeugen der Klassen M und N sind keine Messungen innerhalb eines Randbereichs von 25 mm durchzuführen.
               
            
                  9.2.6.2
               
               
                  Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen und bei Arbeitsmaschinen sind keine Messungen innerhalb einer Randzone von 100 mm durchzuführen.
               
            
                  9.2.6.3
               
               
                  Bei geteilten Windschutzscheiben sind keine Messungen innerhalb eines Streifens von 35 mm innerhalb des Randes durchzuführen, der an der Trennungsstütze anliegt.
               
            
                  9.2.6.4
               
               
                  Eine Abweichung von 6 Bogenminuten ist für alle diejenigen Teile der Zone I oder Zone A zulässig, die weniger als 100 mm vom Rand der Windschutzscheibe entfernt liegen.
               
            
                  9.2.6.5
               
               
                  Geringe Abweichungen von den Anforderungen für den reduzierten Sichtbereich B nach Anhang 18 Absatz 2.4 sind zulässig, vorausgesetzt, sie werden unter Bezeichnung ihrer Lage im Prüfbericht angegeben.
               
            9.3   Prüfung auf Doppelbilder
      9.3.1.   Anwendungsbereich
      Zwei Prüfungsverfahren sind zugelassen:
      
                   
               
               
                  Prüfung mit einer Ring-Loch- Platte;
               
            
                   
               
               
                  Prüfung mit Kollimationsfernrohr.
               
            Diese Prüfungen können für die Genehmigung, Qualitätskontrolle oder Fertigungsüberwachung verwendet werden.
      9.3.1.1   Prüfung mit einer Ring-Loch- Platte
      9.3.1.1.1   Prüfeinrichtung
      Bei diesem Verfahren wird eine beleuchtete Platte durch eine Sicherheitsglasscheibe betrachtet. Die Platte ist so ausgebildet, dass die Prüfung auf der Grundlage einer „bestanden — nicht bestanden“ — Aussage durchgeführt wird.
      Diese Platte hat vorzugsweise die Form entweder
      
                  a)
               
               
                  einer beleuchteten Ringplatte, bei der der äußere Durchmesser D mit einem in x Metern Entfernung gelegenen Punkt einen Winkel von n Bogenminuten einschließt (Abbildung 11 a), oder
               
            
                  b)
               
               
                  einer beleuchteten Ring- Loch-Platte mit solchen Abmessungen, dass der Abstand D zwischen Lochrand und Innenrand des Ringes mit einem in x Metern Entfernung gelegenen Punkt einen Winkel von n Bogenminuten einschließt (Abbildung 11 b).
                  Dabei bedeuten
                  n der Grenzwert des DoppelbildwinkeIs,
                  x der Abstand von der Sicherheitsglasscheibe zur Platte (mindestens 7 m),
                  Dwird berechnet nach der Gleichung: D = x · tg n.
               
            Die beleuchtete Platte ist Teil eines Lichtkastens mit den Abmessungen von ungefähr 300 × 300 × 150 mm, dessen Vorderseite zweckmäßigerweise aus Glas besteht, mit undurchsichtigem schwarzen Papier abgedeckt oder mit einem matten schwarzen Anstrich versehen.
      Der Kasten ist mit einer geeigneten Lichtquelle zu beleuchten. Die Innenseite des Kastens ist mit einem mattweißen Anstrich zu versehen. Andere Arten von Platten sind zulässig, wie z. B. die in Abbildung 14 gezeigte. Das Plattensystem darf auch durch ein Projektionssystem ersetzt werden, wobei die resultierenden Bilder auf einer Bildwand betrachtet werden.
      9.3.1.1.2   Durchführung der Prüfung
      Die Sicherheitsglasscheibe ist unter dem vorgegebenen Neigungswinkel auf einer geeigneten Halterung so aufzustellen, dass die Beobachtung in der horizontalen Ebene durch den Mittelpunkt der Platte durchgeführt werden kann. Der Lichtkasten ist in einem dunklen oder halbdunklen Raum durch jeden Teil der zu prüfenden Fläche zu betrachten, um das Vorhandensein irgendeines Doppelbildes mittels der beleuchteten Platte festzustellen. Die Sicherheitsglasscheibe ist soweit zu drehen, bis die genaue Beobachtungsrichtung erreicht ist. Es darf ein Monokular verwendet werden.
      9.3.1.1.3   Ergebnisse
      Es ist festzustellen, ob
      bei Verwendung der Platte a) (siehe Abbildung 11 a) sich die Primär- und Sekundärbilder des Kreises trennen lassen, d. h. ob der Grenzwert von n überschritten wird, oder
      bei Verwendung der Platte b) (siehe Abbildung 11 b) sich das Sekundärbild des Loches über den Innenrand des Ringes hinaus verschiebt, d. h. ob der Grenzwert von n überschritten wird.
      
         Abbildung 11
      
      
         Abmessungen der Platten
      
      
         
      
         Abbildung 12
      
      
         Aufbau der Prüfeinrichtung
      
      
         
      
         Abbildung 13
      
      
         Prüfeinrichtung für die Prüfung mit dem Kollimations-Fernrohr
      
      
         
      
                  1)
               
               
                  Glühlampe
               
            
                  2)
               
               
                  Kondensor, Apertur > 8,6 mm
               
            
                  3)
               
               
                  Projektionsmattscheibe, Apertur > Kondensorapertur
               
            
                  4)
               
               
                  Farbfilter mit Mittelpunktöffnung von ungefähr 0,3 mm Durchmesser; Durchmesser > 8,6 mm
               
            
                  5)
               
               
                  Polarkoordinatenplatte, Durchmesser > 8,6 mm
               
            
                  6)
               
               
                  achromatische Linse, f ≥ 86 mm, Apertur 10 mm
               
            
                  7)
               
               
                  achromatische Linse, f ≥ 86 mm, Apertur 10 mm
               
            
                  8)
               
               
                  schwarzer Fleck, Durchmesser ungefähr 0,3 mm
               
            
                  9)
               
               
                  achromatische Linse, f = 20 mm, Apertur ≤ 10 mm
               
            9.3.1.2   Prüfung mit dem Kollimationsfernrohr
      Falls erforderlich, ist das in diesem Absatz beschriebene Verfahren anzuwenden.
      9.3.1.2.1   Prüfeinrichtung
      Die Prüfeinrichtung besteht aus einem Kollimationsfernrohr und einem Beobachtungsfernrohr, wie in Abbildung 13 zusammengebaut. Jedes andere gleichwertige optische System kann verwendet werden.
      9.3.1.2.2   Durchführung der Prüfung
      Das Kollimationsfernrohr bildet im Unendlichen ein Polarkoordinatensystem mit einem hellen Punkt im Mittelpunkt ab (siehe Abbildung 14).
      In der Brennebene des Beobachtungsfernrohres befindet sich auf der optischen Achse ein dunkler Punkt mit einem Durchmesser, der etwas größer als der des projizierten hellen Punktes ist, um den hellen Punkt zu überdecken.
      Wird ein Prüfmuster, das ein Doppelbild aufweist, zwischen das Beobachtungsfernrohr und das Kollimationsfernrohr gebracht, entsteht ein zweiter, weniger hell aufleuchtender Punkt in einem bestimmten Abstand vom Mittelpunkt des Polarkoordinatensystems. Der Doppelbildwinkel kann als Abstand zwischen den durch das Beobachtungsfernrohr gesehenen Punkten abgelesen werden (siehe Abbildung 14). (Der Abstand zwischen dem dunklen Punkt und dem hellen Punkt im Mittelpunkt des Polarkoordinatensystems gibt die optische Abweichung wieder).
      9.3.1.2.3   Ergebnisse
      Die Sicherheitsglasscheibe ist zunächst durch einfaches Absuchen zu prüfen, um die Fläche mit dem größten Doppelbild zu finden. Diese Fläche ist dann mit dem Kollimationsfernrohr unter dem vorgegebenen Einfallwinkel zu prüfen. Der maximale Doppelbildwinkel ist zu messen.
      9.3.1.3   Die Beobachtungsrichtung in der Horizontalebene muss ungefähr rechtwinklig zur Spur der Windschutzscheibe in dieser Ebene sein.
      9.3.2   Die Messungen sind je nach Art der Fahrzeugklasse in den Zonen nach Absatz 9.2.2 durchzuführen.
      9.3.2.1   Fahrzeugtyp
      Die Untersuchung muss wiederholt werden, wenn die Windschutzscheibe in einen Fahrzeugtyp eingebaut werden soll, der ein anderes Sichtfeld nach vorn hat als ein Fahrzeug, für das die Windschutzscheibe bereits genehmigt wurde.
      9.3.3   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      9.3.3.1   Art des Werkstoffes
      
                  Spiegelglas
               
               
                  Floatglas
               
               
                  Maschinenglas
               
            
                  1
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            9.3.3.2   Andere sekundäre Merkmale
      Andere sekundäre Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      9.3.4   Anzahl der Prüfmuster
      Für die Prüfung sind vier Prüfmuster vorzulegen.
      
         Abbildung 14
      
      
         Beobachtungsbeispiel bei der Prüfung mit dem Kollimationsfernrohr
      
      
         
      9.3.5   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Windschutzscheibentyp wird hinsichtlich der Entstehung von Doppelbildern als zufriedenstellend angesehen, wenn bei den vier zur Prüfung vorgestellten Prüfmustern die Trennung des Primär- und Sekundärbildes die unten angegebenen Werte für jede Zone nicht überschreitet.
      
                  Fahrzeugklasse
               
               
                  Zone
               
               
                  Maximale Werte der Trennung zwischen Primär- und Sekundärbild
               
            
                  M1und N1
               
               
                  A — verlängert nach Absatz 9.2.2.1
               
               
                  15 Bogenminuten
               
            
                  B — reduziert nach Anhang 18 Absatz 2.4
               
               
                  25 Bogenminuten
               
            
                  Klassen M und N außer M1
               
               
                  I
               
               
                  15 Bogenminuten
               
            
                  Landwirtschaftliche Zugmaschinen usw., bei denen es nicht möglich ist, die Zone I zu bestimmen
               
               
                  I'
               
               
                  15 Bogenminuten
               
            
                  9.3.5.1
               
               
                  Bei Fahrzeugen der Klassen M und N sind keine Messungen innerhalb eines Randbereichs von 25 mm durchzuführen.
               
            
                  9.3.5.2
               
               
                  Bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen und bei Arbeitsmaschinen sind keine Messungen innerhalb einer Randzone von 100 mm durchzuführen.
               
            
                  9.3.5.3
               
               
                  Bei geteilten Windschutzscheiben sind keine Messungen innerhalb eines Streifens von 35 mm innerhalb des Randes durchzuführen, der an der Trennungsstütze anliegt.
               
            
                  9.3.5.4
               
               
                  Ein Maximalwert von 25 Bogenminuten ist für alle diejenigen Teile der Zone I oder Zone A zulässig, die weniger als 100 mm vom Rand der Windschutzscheibe entfernt liegen.
               
            
                  9.3.5.5
               
               
                  Geringe Abweichungen von den Anforderungen für den reduzierten Sichtbereich B nach Anhang 18 Absatz 2.4 sind zulässig, vorausgesetzt, sie werden unter Bezeichnung ihrer Lage im Prüfbericht angegeben.
               
            9.4   Prüfung der Farberkennung
      Ist die Windschutzscheibe in den Zonen nach den Absätzen 9.2.5.1, 9.2.5.2 oder 9.2.5.3 getönt, dann sind vier Windschutzscheiben zur Identifizierung der folgenden Farben zu untersuchen:
      weiß, selektiv- gelb, rot, grün, blau, gelb.
      10   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      10.1   Zweck und Anwendungsbereich
      Dieses Verfahren ermöglicht die Bestimmung der waagerechten Brenngeschwindigkeit von Werkstoffen, die in Insassenräumen von Kraftfahrzeugen (zum Beispiel Personenwagen, Lastkraftwagen, Kombinationskraftwagen, Kraftomnibussen) verwendet werden, nachdem sie einer kleinen Flamme ausgesetzt wurden.
      Dieses Verfahren gestattet die Untersuchung von Werkstoffen und Teilen der Fahrzeuginnenausstattung als Einzelstück oder in Kombination bis zu einer Dicke von 13 mm. Es dient dazu, die Einheitlichkeit der Serienfertigung solcher Werkstoffe hinsichtlich ihres Brennverhaltens zu beurteilen.
      Wegen der vielen Unterschiede zwischen der wirklichen Situation (Anwendung und Anbringung im Fahrzeuginneren, Verwendungsbedingungen, Art der Entzündung usw.) und den genauen hier beschriebenen Prüfbedingungen kann dieses Verfahren zur Auswertung aller tatsächlichen Brenneigenschaften im Fahrzeug als nicht geeignet angesehen werden.
      10.2   Begriffsbestimmungen
      
                  10.2.1
               
               
                  Brenngeschwindigkeit: Der Quotient aus der nach diesem Verfahren gemessenen Brennstrecke und der dazu benötigten Zeit. Sie wird in Millimetern pro Minute angegeben.
               
            
                  10.2.2
               
               
                  Zusammengesetzter Werkstoff: Ein Werkstoff aus mehreren Schichten ähnlicher oder verschiedener Werkstoffe, die durch Verkitten, Kleben, Ummanteln, Verschweißen usw. innig zusammengehalten werden.
                  Sind verschiedene Werkstoffe nur stellenweise miteinander verbunden (zum Beispiel durch Vernähen, Punktschweißen, Nieten), dann werden solche Werkstoffe im Sinne der Vorbereitung der einzelnen Prüfmuster nach Absatz 10.5 nicht als zusammengesetzte Werkstoffe angesehen.
               
            
                  10.2.3
               
               
                  Freiliegende Seite: Die dem Insassenraum zugewandte Seite, wenn der Werkstoff im Fahrzeug eingebaut ist.
               
            10.3   Verfahrensprinzip
      Ein Prüfmuster wird waagerecht in einen U-förmigen Halter eingespannt und 15 s lang der Einwirkung einer definierten schwachen Flamme in einer Brennkammer ausgesetzt: die Flamme wirkt auf den freien Rand des Prüfmusters ein. Die Prüfung zeigt, ob und wann die Flamme erlischt oder in welcher Zeit die Flamme eine vorgegebene Strecke zurücklegt.
      10.4   Prüfeinrichtung
      10.4.1   Brennkammer (Abbildung 15) vorzugsweise aus rostfreiem Stahl mit den in Abbildung 16 angegebenen Abmessungen.
      Die Vorderseite der Kammer enthält ein feuerbeständiges Beobachtungsfenster, das die gesamte Vorderseite bilden und als Beschickungsöffnung konstruiert sein kann.
      Der Boden der Kammer hat Luftlöcher, der Deckel weist an seinem Umfang Luftschlitze auf. Die Brennkammer steht auf vier 10 mm hohen Füßen. Die Kammer kann an einer Seite zur Einführung des Prüfmusterhalters mit Prüfmuster eine Öffnung haben; in der gegenüberliegenden Seite ist eine Öffnung für die Gasleitung vorzusehen. Abtropfender Werkstoff wird in einer Schale aufgefangen (siehe Abbildung 17), die sich am Kammerboden zwischen den Luftlöchern befindet, ohne diese zu verdecken.
      
         Abbildung 15
      
      
         Beispiel einer Brennkammer mit Prüfmusterhalter und Tropfschale
      
      
         
      10.4.2   Der Prüfmusterhalter besteht aus zwei U-förmigen Metallplatten oder Rahmen aus korrosionsbeständigem Werkstoff. Die Abmessungen sind in Abbildung 18 angegeben.
      Die untere Platte ist mit Bolzen versehen, die obere Platte mit Löchern an den entsprechenden Stellen, um eine feste Einspannung des Prüfmusters sicherzustellen. Die Bolzen dienen auch als Messmarken für Anfang und Ende der Brennstrecke.
      Es ist ein Träger in der Form eines Rahmens zu verwenden, der in Abständen von 25 mm am unteren U-förmigen Rahmen mit hitzebeständigem Draht von 0,25 mm Durchmesser bespannt ist (siehe Abbildung 19).
      Die Unterseite der Prüfmuster muss 178 mm über der Bodenplatte liegen. Der Abstand der Vorderkante des Prüfmusterhalters zur Seitenwand der Kammer muss 22 mm, der Abstand der Längsseiten des Prüfmusterhalters zu den Seitenwänden der Kammer muss 50 mm betragen (alles Innenabmessungen), (siehe Abbildungen 15 und 16).
      10.4.3   Gasbrenner.
      Die kleine Flamme wird durch einen Bunsenbrenner mit einem Innendurchmesser von 9,5 mm erzeugt. Er ist so in der Prüfkammer angeordnet, dass seine Düse sich 19 mm unterhalb der Mitte der freien Unterkante des Prüfmusters befindet (siehe Abbildung 16).
      10.4.4   Gas für die Prüfung
      Das dem Bunsenbrenner zuzuführende Gas muss einen Heizwert von etwa 38 MJ/M3 haben (zum Beispiel Erdgas).
      10.4.5   Metallkamm von mindestens 110 mm Länge und mit sieben bis acht leicht abgerundeten Zähnen pro 25 mm Länge.
      
         Abbildung 16
      
      
         Beispiel einer Brennkammer
      
      
         
      
         Abbildung 17
      
      
         Beispiel einer Tropfschale
      
      
         
      
         Abbildung 18
      
      
         Beispiel eines Prüfmusterhalters
      
      
         
      
         Abbildung 19
      
      
         Beispiel eines Ausschnitts des unteren U-Rahmens mit Aussparungen für die Drähte
      
      
         
      10.4.6   Stoppuhr mit 0,5 s Genauigkeit.
      10.4.7   Rauchabzug
      Die Brennkammer kann in den Abzug gestellt werden, vorausgesetzt, dass das Volumen des Abzuges mindestens das 20fache, aber nicht mehr als das 110fache des Volumens der Brennkammer beträgt und dass keine Abmessung der Höhe, Breite oder Länge des Abzugs mehr als das 2,5fache einer der anderen beiden Dimensionen ist.
      Vor der Prüfung wird die vertikale Luftgeschwindigkeit durch den Abzug 100 mm vor und hinter der vorgesehenen Lage der Brennkammer gemessen. Sie muss zwischen 0,10 m/s und 0,30 m/s liegen, um den Prüfer vor möglichen Belästigungen durch Verbrennungsprodukte zu schützen. Es darf ein Abzug mit natürlicher Lüftung und entsprechender Luftgeschwindigkeit verwendet werden.
      10.5   Prüfmuster
      10.5.1   Form und Abmessungen
      Die Form und die Abmessungen der Prüfmuster sind in Abb. 20 angegeben. Die Prüfmusterdicke muss der Dicke des zu prüfenden Produktes entsprechen. Sie darf jedoch nicht größer als 13 mm sein. Erlaubt es die Probeentnahme, so muss das Prüfmuster einen konstanten Querschnitt über seine gesamte Länge haben. Erlauben die Form und die Abmessungen eines Produktes nicht die Entnahme eines Prüfmusters der angegebenen Größe, so müssen die folgenden Mindestabmessungen eingehalten werden:
      
                  a)
               
               
                  Prüfmuster mit einer Breite von 3 mm bis 60 mm müssen 356 mm lang sein. In diesem Fall wird der Werkstoff über die Breite geprüft.
               
            
                  b)
               
               
                  Prüfmuster mit einer Breite von 60 mm bis 100 mm müssen mindestens 138 mm lang sein. In diesem Fall entspricht die mögliche Brennstrecke der Länge der Prüfmuster, wobei die Messung beim ersten Messpunkt beginnt.
               
            
                  c)
               
               
                  Prüfmuster mit einer geringeren Breite als 60 mm und kürzer als 356 mm und Prüfmuster mit einer Breite von 60 mm bis 100 mm und kürzer als 138 mm können nach dem vorliegenden Verfahren nicht geprüft werden, ferner keine Prüfmuster mit einer geringeren Breite als 3 mm.
               
            
         Abbildung 20
      
      
         Prüfmuster
      
      
         
      10.5.2   Prüfmusterentnahme
      Von dem zu prüfenden Werkstoff müssen mindestens fünf Prüfmuster entnommen werden. Bei Werkstoffen mit unterschiedlichen Brenngeschwindigkeiten je nach Richtung des Werkstoffes (durch Vorprüfungen festgestellt) werden die fünf (oder mehr) Prüfmuster entnommen und so in die Prüfeinrichtung gelegt, dass die höchste Brenngeschwindigkeit gemessen wird.
      Wird der Werkstoff in bestimmter Breite geliefert, so muss von der gesamten Breite mindestens ein 500 mm langes Stück herausgeschnitten werden. Von diesem herausgeschnittenen Stück sind in einem Mindestabstand von 100 mm von der Kante des Werkstoffes und in gleichen Abständen voneinander Prüfmuster zu entnehmen.
      Erlaubt es die Form der Produkte, so sind in der gleichen Weise Prüfmuster von den Fertigprodukten zu entnehmen. Beträgt die Dicke des Produktes mehr als 13 mm, so muss sie mechanisch auf der Seite, die nicht dem Insassenraum zugewandt ist, auf 13 mm reduziert werden.
      Zusammengesetzte Werkstoffe (siehe Absatz 10.2.2) sind so zu prüfen, als ob sie homogen wären.
      Bei Werkstoffen aus überlagerten Schichten verschiedener Zusammensetzung, die nicht als zusammengesetzte Werkstoffe gelten, werden alle Werkstoffschichten bis zu einer Tiefe von 13 mm von der Oberfläche, die dem Insassenraum zugewandt ist, einzeln geprüft.
      10.5.3   Konditionierung
      Die Prüfmuster sind mindestens 24 Stunden lang, aber nicht mehr als sieben Tage, bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C und einer relativen Feuchtigkeit von 50 ± 5 % bis zum Prüfungszeitpunkt zu lagern.
      10.6   Durchführung der Prüfung
      
                  10.6.1
               
               
                  Prüfmuster mit aufgerauten oder buschigen Oberflächen sind auf eine flache Oberfläche zu legen und zweimal mit einem Kamm gegen den Flor zu kämmen (Absatz 10.4.5).
               
            
                  10.6.2
               
               
                  Das Prüfmuster ist mit der zu prüfenden Seite nach unten zur Flamme in den Prüfmusterhalter (Absatz 10.4.2) zu legen.
               
            
                  10.6.3
               
               
                  Die Gasflamme ist mit Hilfe der Markierung in der Kammer auf einer Höhe von 38 mm bei geschlossener Lufteinlassöffnung des Brenners einzustellen. Vor der ersten Prüfung muss die Flamme zur Stabilisierung mindestens eine Minute lang brennen.
               
            
                  10.6.4
               
               
                  Der Prüfmusterhalter ist so in die Brennkammer zu schieben, dass das Ende des Prüfmusters der Flamme ausgesetzt ist; nach 15 Sekunden ist die Gaszufuhr zu unterbrechen.
               
            
                  10.6.5
               
               
                  Die Messung der Brenndauer beginnt zu dem Zeitpunkt, wenn der Angriffspunkt der Flamme den ersten Messpunkt überschreitet. Es ist die Ausbreitung der Flamme auf der schneller brennenden Seite zu beobachten (Ober- oder Unterseite).
               
            
                  10.6.6
               
               
                  Die Messung der Brenndauer ist beendet, wenn die Flamme den letzten Messpunkt erreicht hat oder die Flamme verlischt, bevor sie den letzten Messpunkt erreicht hat. Erreicht die Flamme nicht den letzten Messpunkt, so wird die Brennstrecke bis zum Punkt des Erlöschens der Flamme gemessen. Die Brennstrecke ist der Teil des Prüfmusters, der auf seiner Oberfläche im Inneren durch Verbrennen zerstört wurde.
               
            
                  10.6.7
               
               
                  Entzündet sich das Prüfmuster nicht oder brennt es nach Abschalten des Brenners nicht weiter oder erlischt die Flamme, bevor der erste Messpunkt erreicht wird, so dass keine Brenndauer gemessen werden kann, so ist im Protokoll als Brenngeschwindigkeit 0 mm/min. zu notieren.
               
            
                  10.6.8
               
               
                  Bei Durchführung einer Serie von Prüfungen oder Wiederholungsprüfungen ist sicherzustellen, dass die Temperatur der Brennkammer und des Prüfmusterhalters nicht mehr als 30 °C beträgt, bevor die nächste Prüfung begonnen wird.
               
            10.7   Berechnung
      Die Brenngeschwindigkeit in Millimeter pro Minute ergibt sich aus der Formel
      B = s/t × 60;
      Dabei ist (sind):
      
                   
               
               
                  s die Brennstrecke in Millimeter,
               
            
                   
               
               
                  t die Zeit in Sekunden, um die Strecke s abzubrennen.
               
            10.8   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      10.9   Auswertung der Ergebnisse
      
                  10.9.1
               
               
                  Kunststoffüberzogenes (Plastiküberzogenes) Sicherheitsglas (Absatz 2.3 dieser Regelung) und Glas- Kunststoff -Sicherheitsscheiben (Absatz 2.4 dieser Regelung) gelten hinsichtlich des Brennverhaltens als zufriedenstellend, wenn die Brenngeschwindigkeit 250 mm/min nicht überschreitet.
               
            
                  10.9.2
               
               
                  Verglasungen aus starrem Kunststoff (Absatz 2.5.1 dieser Regelung), Verglasungen aus flexiblem Kunststoff (Absatz 2.5.2 dieser Regelung) und Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff gelten hinsichtlich des Brennverhaltens als zufriedenstellend, wenn die Brenngeschwindigkeit 110 mm/min nicht überschreitet.
               
            11   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      11.1   Prüfchemikalien
      
                  11.1.1
               
               
                  Nichtscheuernde Seifenlösung: ein Gewichtsprozent Kaliumoleat in entionisiertem Wasser.
               
            
                  11.1.2
               
               
                  Fensterreinigungslösung: eine wässerige Lösung aus Isopropanol und Dipropylenglykolmonomethyläther in einer Konzentration zwischen je 5 bis 10 Gewichtsprozent und aus Ammoniumhydroxid in einer Konzentration zwischen 1 und 5 Gewichtsprozent.
               
            
                  11.1.3
               
               
                  Unverdünnter vergällter (denaturierter) Alkohol: Ein Volumenteil Methylalkohol auf zehn Volumenteile Äthylalkohol.
               
            
                  11.1.4
               
               
                  Benzin oder gleichwertiges Bezugsbenzin: Ein Gemisch aus 50 Volumenprozent Toluol, 30 Volumenprozent 2,2,4-Trimethylpentan, 15 Volumenprozent 2,4,4-Trimethyl-1-penten und 5 Volumenprozent Äthylalkohol.
                  Anmerkung: Die Zusammensetzung des verwendeten Benzins ist in dem Prüfbericht anzugeben.
               
            
                  11.1.5
               
               
                  Bezugskerosin: Ein Gemisch aus 50 Volumenprozent n- Oktan und 50 Volumenprozent n-Dekan.
               
            11.2   Prüfverfahren
      11.2.1   Tauchprüfung
      Zwei Prüfmuster von 180 × 25 mm werden mit jeder der in Absatz 11.1 beschriebenen Chemikalien geprüft, wobei für jede Prüfung und jedes Reinigungsmittel ein neues Prüfmuster benutzt wird.
      Vor jeder Prüfung werden die Prüfmuster nach den Anweisungen des Herstellers gereinigt und anschließend 48 Stunden bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 ± 5 % konditioniert. Diese Bedingungen sind während der Prüfungen aufrechtzuerhalten.
      Die Prüfmuster sind vollständig in die Prüfflüssigkeit einzutauchen, eine Minute lang eingetaucht zu lassen, anschließend zu entfernen und sofort mit einem sauberen absorbierenden Wolltuch trocken zu reiben.
      11.2.2   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  farblos
               
               
                  getönt
               
            
                  Färbung der Zwischenschicht oder der Kunststoffbeschichtung
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      11.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  11.2.3.1
               
               
                  Die Prüfung der Chemikalienbeständigkeit gilt dann als bestanden, wenn das Prüfmuster keine Erweichungen, klebrige Stellen, Risse oder offensichtliche Verluste der Transparenz zeigt.
               
            
                  11.2.3.2
               
               
                  Ein Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Chemikalienbeständigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              11.2.3.2.1
                           
                           
                              alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              11.2.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung mit einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt ein zufriedenstellendes Ergebnis.
                           
                        
            11.2.4   Prüfung unter Last
      
                  11.2.4.1
               
               
                  Das Prüfmuster ist wie ein waagerechter Hebelarm so einzuspannen, dass es über der gesamten Breite auf einer scharfen Kante (Auflage) aufliegt, die 51 mm von dem in die Halterung eingespannten Ende entfernt ist. An dem freien Ende des Prüfmusters ist im Abstand von 102 mm zu der Auflage, wie in der nachstehenden Abbildung 21 dargestellt, eine Last aufzubringen.
                  
                     Abbildung 21
                  
                  
                     Einspannen des Prüfmusters
                  
                  
                     
               
            
                  11.2.4.2
               
               
                  Die Last muss 28,7 t2g betragen, wobei t die Dicke des Prüfmusters in mm ist. Die resultierende Belastung der Außenfaser des Prüfmusters beträgt ungefähr 6,9 MPa.
                  Beispiel: Bei einem 3mm dicken Prüfmuster, das auf einer Länge von 51 mm zwischen seinem nach unten eingespannten Ende und der nach oben weisenden scharfen Kante der Auflage waagerecht liegt, muss die Last im Abstand von 102 mm zu der Auflage nach unten wirkend als Gewichtskraft 258 g betragen.
               
            
                  11.2.4.3
               
               
                  Während das Prüfmuster belastet ist, ist eine der vorgeschriebenen Chemikalien auf die obere Oberfläche des Prüfmusters über der Auflage aufzutragen. Die Chemikalie ist mit einer weichen, 13 mm breiten Bürste aufzutragen, die vor jedem Strich angefeuchtet wird. Mit der Bürste ist zehnmal in Abständen von 1 s über die Breite des Prüfmusters mit Ausnahme des Endes und der Ränder zu streichen (siehe Abbildung 22).
                  
                     Abbildung 22
                  
                  
                     Auftragen der Chemikalien auf das Prüfmuster
                  
                  
                     
               
            11.2.5   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                   
               
               
                  Farblos
               
               
                  Getönt
               
            
                  Färbung der Kunststoffbeschichtung oder -verglasung
               
               
                  1
               
               
                  2
               
            Die anderen sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      11.2.6   Auswertung der Ergebnisse
      
                  11.2.6.1
               
               
                  Die Prüfung der Chemikalienbeständigkeit gilt dann als bestanden, wenn das Prüfmuster keine Erweichungen, klebrige Stellen, Risse oder offensichtliche Verluste der Transparenz zeigt.
               
            
                  11.2.6.2
               
               
                  Ein Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Chemikalienbeständigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              11.2.6.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              11.2.6.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung mit einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt ein zufriedenstellendes Ergebnis.
                           
                        
            12   FLEXIBILITÄTS- UND BIEGEPRÜFUNG
      12.1   Zweck
      Mit dieser Prüfung soll festgestellt werden, ob ein Kunststoff den starren oder flexiblen Kunststoffen zuzuordnen ist.
      12.2   Prüfverfahren
      Aus dem Werkstoff mit der vorgeschriebenen Dicke wird eine rechteckige, ebene Probe mit einer Länge von 300 mm und einer Breite von 25 mm herausgeschnitten und waagerecht so eingespannt, dass ein 275 mm langes Stück der Probe frei über die Halteeinrichtung hinausragt. Dieses freie Ende muss bis zum Beginn der Prüfung durch eine geeignete Vorrichtung in der Waagerechten gehalten werden. 60 Sekunden nach dem Entfernen dieser Vorrichtung wird die vertikale Abweichung des freien Endes in mm festgestellt. Wenn diese Abweichung größer als 50 mm ist, wird anschließend eine Biegeprüfung bei einem Winkel von 180° durchgeführt. Die Probe wird kurz gebogen, danach wird sie so um ein 0,5 mm dickes Blech gelegt, dass sie auf beiden Seiten eng anliegt.
      12.3   Prüfbedingungen
      
                  —
               
               
                  :
               
               
                  Temperatur
               
               
                  :
               
               
                  20 ± 2 °C
               
            
                  —
               
               
                  :
               
               
                  relative Luftfeuchtigkeit
               
               
                  :
               
               
                  60 ± 5 %
               
            12.4   Anforderungen
      Bei flexiblen Kunststoffen muss die vertikale Abweichung mehr als 50 mm betragen, und 10 Sekunden nach einer Biegeprüfung bei einem Winkel von 180° darf der Werkstoff an der Knickstelle keine Anbrüche aufweisen (siehe Abbildung 23).
      13   GITTERSCHNITTPRÜFUNG
      13.1   Zweck
      Diese Prüfung ist ein einfaches Verfahren zur Bestimmung der Haftung von Beschichtungen auf dem Untergrund. Die Sprödigkeit und andere Festigkeitsmerkmale können bestimmt werden.
      13.2   Prüfeinrichtung
      Schneidwerkzeug mit sechs im Abstand von 1 mm angeordneten Klingen. Lupe mit zweifacher Vergrößerung zur Untersuchung der Gitterschnittfläche (siehe Abbildung 24).
      
         Abbildung 23
      
      
         Prüfanordnung bei der Flexibilitätsprüfung
      
      
         
      
         Abbildung 24
      
      
         Werkzeug mit sechs Klingen
      
      
         
      13.3   Prüfverfahren
      Durch die Beschichtung ist bis zum Untergrund mit sechs Schnitten ein Muster einzuschneiden und anschließend im rechten Winkel dazu ein weiteres Muster, so dass ein Gitter mit 25 Quadraten entsteht (Gitterschnitt).
      Das Schneidwerkzeug ist mit einer Geschwindigkeit von 2 cm/s bis 5 cm/s mit gleichmäßigem Druck so zu führen, dass die Schnitte bis auf den Untergrund durchgehen, aber nicht zu tief sind.
      Die Schnitte werden so geführt, dass die beiden Führungsränder des Werkzeugs die Oberfläche gleichmäßig berühren. Nach der Prüfung werden die Schnitte mit einer Lupe daraufhin geprüft, ob sie bis zum Untergrund durchgehen. Die Prüfung wird an mindestens zwei unterschiedlichen Stellen des Prüfmusters durchgeführt. Anschließend wird fünfmal mit einer Handbürste mit Polyamidborsten in beiden Diagonalrichtungen mit leichtem Druck über die Schnitte gestrichen.
      13.4   Auswertung der Ergebnisse
      Die Gitterschnitte werden mit einer Lupe untersucht. Wenn die Schnittränder vollkommen glatt sind und kein Teil der Beschichtung abgeplatzt ist, wird der Kennwert Gt0 eingetragen. Wenn auf ungefähr 5 % der Gitterfläche an den Schnittpunkten der Gitterlinien kleine Splitter abgeplatzt sind, beträgt der Kennwert Gt1.
      Bei größeren abgeplatzten Flächen werden die Gitterschnitt-Kennwerte Gt2 bis Gt5 eingetragen.
      
                  Gitterschnitt-Kennwert
               
               
                  abgeplatzte Fläche der Gitterschnittfläche
               
            
                  Gt 2
               
               
                  zwischen 5 % und 15 %
               
            
                  Gt 3
               
               
                  zwischen 15 % und 35 %
               
            
                  Gt 4
               
               
                  zwischen 35 % und 65 %
               
            
                  Gt 5
               
               
                  mehr als 65 %
               
            
         (1)  Ein geeignetes Abriebgerät wird von Teledyne Taber (USA) geliefert.
      
         (2)  Geeignete Abriebräder werden von Teledyne Taber (USA) geliefert.
      
         (3)  Z. B. Geräte der Serien Atlas Ci, Heraeus Xenotest oder Suga WEL-X.
      
         (4)  Z. B. Corning 7 740 Pyrex oder Heraeus Suprax.
      
         (5)  Bei dem Gesamtwert der ultravioletten Bestrahlung wird die gesamte Strahlung mit einer Wellenlänge von weniger als 400 nm berücksichtigt.
      
         (6)  Internationale Beleuchtungskommission.
      
         (7)  Entsprechend den Definitionen in der Anlage 7 zur Gesamtresolution über Fahrzeugtechnik (R.E.3), Anhang 7, (Dokument TRANS/WP.29/78/Rev.1/Amend.4).
   
   
      ANHANG 4
      
         WINDSCHUTZSCHEIBEN AUS VORGESPANNTEM GLAS
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden:
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Form und Abmessungen
                              Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas gehören hinsichtlich der Prüfungen zur Feststellung der mechanischen Eigenschaften zu einer der beiden Gruppen:
                              
                                          1.1.2.1
                                       
                                       
                                          plane Windschutzscheiben,
                                       
                                    
                                          1.1.2.2
                                       
                                       
                                          gebogene Windschutzscheiben,
                                       
                                    
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Dickenkategorie, in der die Nenndicke „e“ liegt (zulässige Herstellungstoleranz ± 0,2 mm):
                              
                                          Kategorie I
                                       
                                       
                                          e ≤ 4,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie II
                                       
                                       
                                          4,5 mm < e ≤ 5,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie III
                                       
                                       
                                          5,5 mm < e ≤ 6,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie IV
                                       
                                       
                                          6,5 mm < e
                                       
                                    
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffs (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              mit oder ohne elektrische Leiter,
                           
                        
                              1.2.4
                           
                           
                              mit oder ohne Abdeckstreifen.
                           
                        
            2   BRUCHSTRUKTUR-PRÜFUNG
      2.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                  2.1.1
               
               
                  Nur die Art des Werkstoffes ist zu berücksichtigen.
               
            
                  2.1.2
               
               
                  Dem Floatglas und dem Maschinenglas wird derselbe Schwierigkeitsgrad zugeordnet.
               
            
                  2.1.3
               
               
                  Die Prüfungen zur Ermittlung der Bruchstruktur müssen beim Übergang vom Spiegelglas zum Floatglas oder zum Maschinenglas und umgekehrt wiederholt werden.
               
            2.2   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind sechs Muster aus der Serie mit der kleinsten umschriebenen Fläche und sechs Muster aus der Serie mit der größten umschriebenen Fläche, die nach Anhang 13 ausgewählt wurden, zu prüfen.
      2.3   Die verschiedenen Zonen der Glasscheibe
      Eine Windschutzscheibe aus vorgespanntem Glas muss zwei Hauptzonen F I und F II enthalten. Sie kann auch eine Zwischenzone F III haben. Diese Zonen sind wie folgt definiert:
      
                  2.3.1
               
               
                  
                              Zone F I
                           
                           
                              :
                           
                           
                              Randzone mit feiner Krümelung, mindestens 7 cm breit, die sich entlang des gesamten Randes der Windschutzscheibe erstreckt und einen Randstreifen von 2 cm Breite beinhaltet, der bei der Beurteilung des Prüfergebnisses nicht berücksichtigt wird;
                           
                        
            
                  2.3.2
               
               
                  
                              Zone F II
                           
                           
                              :
                           
                           
                              Sichtzone mit wechselnder Krümelstruktur, die stets einen rechteckigen Teil von mindestens 20 cm Höhe und 50 cm Breite einschließt.
                           
                        
                              2.3.2.1
                           
                           
                              Für Fahrzeuge der Kategorie M1 muss der Mittelpunkt des Rechteckes innerhalb eines Kreises mit einem Radius von 10 cm sein, der um die Mitte der projizierten Punkte V1 und V2 gebildet wird.
                           
                        
                              2.3.2.2
                           
                           
                              Für Fahrzeuge der Klassen M und N außer M1 muss der Mittelpunkt des Rechteckes (Diagonalschnittpunkt) innerhalb eines Kreises mit einem Radius von 10 cm sein, der um die Projektion des Punktes O gebildet wird.
                           
                        
                              2.3.2.3
                           
                           
                              Für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen und für Arbeitsmaschinen ist die Lage der Sichtzone im Prüfungszeugnis anzugeben.
                           
                        
                              2.3.2.4
                           
                           
                              Die Höhe des vorgenannten Rechteckes darf auf 15 cm reduziert werden, für Windschutzscheiben, die weniger als 44 cm Höhe haben.
                           
                        
            
                  2.3.3
               
               
                  
                              Zone F III
                           
                           
                              :
                           
                           
                              Übergangszone, deren Breite 5 cm nicht überschreiten darf und die sich zwischen Zone F I und F II befindet.
                           
                        
            2.4   Prüfverfahren
      Das anzuwendende Verfahren ist im Anhang 3, Absatz 1 beschrieben.
      2.5   Anschlagpunkte (siehe Anhang 17, Abbildung 2)
      
                  2.5.1
               
               
                  Die Anschlagpunkte sind wie folgt zu wählen:
                  
                              Punkt 1
                           
                           
                              :
                           
                           
                              im zentralen Teil der Zone F II an einer Stelle starker oder schwacher Vorspannung;
                           
                        
                              Punkt 2
                           
                           
                              :
                           
                           
                              in der Zone F III, möglichst nahe an der vertikalen Symmetrieebene der Zone F II;
                           
                        
                              Punkte 3 und 3'
                           
                           
                              :
                           
                           
                              in 3 cm Abstand von den Scheibenrändern auf einer senkrechten Mittellinie des Musters; wenn Zangeneindrücke vorhanden sind, muss sich einer der Anschlagpunkte in der Nähe der Seite mit den Zangeneindrücken und der andere auf der gegenüberliegenden Seite befinden;
                           
                        
                              Punkt 4
                           
                           
                              :
                           
                           
                              an der Stelle des kleinsten Krümmungsradius' auf der längsten waagerechten Mittellinie;
                           
                        
                              Punkt 5
                           
                           
                              :
                           
                           
                              in 3 cm Abstand vom Rand des Musters in dem Bereich, wo der Krümmungsradius der Scheibenkontur am kleinsten ist, entweder links oder rechts.
                           
                        
            
                  2.5.2
               
               
                  Eine Prüfung der Bruchstruktur ist an jedem der Punkte 1, 2, 3, 3', 4 und 5 durchzuführen.
               
            2.6   Auswertung der Ergebnisse
      2.6.1   Eine Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Bruchstruktur alle Bedingungen nach den Absätzen 2.6.1.1, 2.6.1.2 und 2.6.1.3 erfüllt.
      2.6.1.1   Zone FI
      
                  2.6.1.1.1
               
               
                  Die Anzahl der Krümel innerhalb eines Quadrats von 5 × 5 cm darf nicht kleiner als 40 und nicht größer als 350 sein, jedoch im Fall, wenn weniger als 40 gezählt werden, darf die Anzahl der Krümel innerhalb eines Quadrates von 10 × 10 cm, das das Quadrat von 5 × 5 cm enthält, nicht weniger als 160 sein.
               
            
                  2.6.1.1.2
               
               
                  Für die vorgenannte Auszählung sind die von den Seiten des Quadrats geschnittenen Krümel als halbe Krümel zu bewerten.
               
            
                  2.6.1.1.3
               
               
                  Innerhalb eines 2 cm breiten Streifens entlang des Randes der Muster ist die Krümelstruktur nicht zu bewerten; dies gilt auch in einem Umkreis von 7,5 cm um den Anschlagpunkt.
               
            
                  2.6.1.1.4
               
               
                  Es sind höchstens drei Bruchstücke mit einer Fläche von mehr als 3 cm2 zulässig. Nur eines dieser Bruchstücke darf sich in demselben Kreis von 10 cm Durchmesser befinden.
               
            
                  2.6.1.1.5
               
               
                  Langgestreckte Bruchstücke sind zulässig, sofern ihre Enden nicht wie eine Messerklinge geformt sind und ihre Länge 7,5 cm nicht überschreitet, außer in dem in 2.6.2.2 bestimmten Fall. Reichen diese lang gestreckten Bruchstücke bis an den Rand der Scheibe, so dürfen sie mit diesem keinen größeren Winkel als 45° bilden.
               
            2.6.1.2   Zone F II
      
                  2.6.1.2.1
               
               
                  Die Sicht nach Eintreten des Bruchs ist in der Rechteckzone nach Absatz 2.3.2 zu bewerten. In diesem Rechteck muss die Flächensumme aller Krümel, die größer als 2 cm2 sind, mindestens 15 % der Fläche des Rechtecks ergeben; jedoch in den Fällen, in denen die Höhe der Windschutzscheibe weniger als 44 cm beträgt oder bei solchen, bei denen der Einbauwinkel kleiner als 15° von der Vertikalen ist, muss der Sichtanteil mindestens 10 % der Oberfläche des entsprechenden Rechtecks sein.
               
            
                  2.6.1.2.2
               
               
                  Mit Ausnahme der Vorschriften in Absatz 2.6.2.2 darf kein Bruchstück größer als 16 cm2 sein.
               
            
                  2.6.1.2.3
               
               
                  In einem Umkreis um den Anschlagpunkt mit einem Radius von 10 cm, jedoch nur in einem Teil des Kreises, der zur Zone FII gehört, sind drei Bruchstücke größer als 16 cm2, aber kleiner als 25 cm2 zulässig.
               
            
                  2.6.1.2.4
               
               
                  Die Bruchstücke müssen im Wesentlichen eine regelmäßige Form haben und ohne die Unregelmäßigkeit sein, die in Absatz 2.6.1.2.4.1 beschrieben ist. Jedoch sind höchstens 10 unregelmäßige Bruchstücke in einem Rechteck von 50 × 20 cm und maximal 25 unregelmäßige Bruchstücke über die ganze Scheibenfläche verteilt, erlaubt.
                  Kein solches Bruchstück darf eine Spitze haben, die länger als 35 mm ist, gemessen nach Absatz 2.6.1.2.4.1.
                  
                              2.6.1.2.4.1
                           
                           
                              Ein Bruchstück gilt als unregelmäßig, wenn:
                              
                                          —
                                       
                                       
                                          es nicht von einem Kreis mit einem Durchmesser von 40 mm umschrieben werden kann,
                                       
                                    
                                          —
                                       
                                       
                                          es wenigstens eine Spitze von mehr als 15 mm hat, gemessen vom Ende der Spitze bis zu der Stelle, wo die Breite der Spitze gleich der Glasdicke ist, und
                                       
                                    
                                          —
                                       
                                       
                                          eine oder mehrere Spitzen einen spitzen Winkel von weniger als 40° haben.
                                       
                                    
                        
            
                  2.6.1.2.5
               
               
                  Mit Ausnahme der Vorschriften in Absatz 2.6.2.2 sind längliche Bruchstücke in Zone F II erlaubt unter der Bedingung, dass sie nicht länger als 10 cm sind.
               
            2.6.1.3   Zone F III
      Die Krümelung in dieser Zone muss so beschaffen sein, dass sie Eigenschaften aufweist, die zwischen den in den beiden benachbarten Zonen (F I und F II) zulässigen Eigenschalten liegen.
      2.6.2   Eine zur Genehmigung vorgestellte Windschutzscheibe wird hinsichtlich der Bruchstruktur als zufriedenstellend angesehen, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  2.6.2.1
               
               
                  Alle Prüfungen mit den Anschlagpunkten nach Absatz 2.5.1 haben ein zufriedenstellendes Ergebnis erbracht.
               
            
                  2.6.2.2
               
               
                  Eine einzige von allen durchgeführten Prüfungen mit den Anschlagpunkten nach Absatz 2.5.1 hat ein negatives Ergebnis erbracht mit Abweichungen, die die folgenden Grenzen nicht überschreiten:
                  
                              Zone F I
                           
                           
                              :
                           
                           
                              nicht mehr als 5 Bruchstücke zwischen 7,5 und 15 cm Länge.
                           
                        
                              Zone F II
                           
                           
                              :
                           
                           
                              nicht mehr als drei Bruchstücke zwischen 16 und 20 cm2 in einem Bereich außerhalb eines Kreises mit einem Radius von 10 cm um den Anschlagpunkt.
                           
                        
                              Zone F III
                           
                           
                              :
                           
                           
                              nicht mehr als vier Bruchstücke zwischen 10 und 17,5 cm Länge,
                           
                        und eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Muster ergibt, dass entweder die Anforderungen in Absatz 2.6.1 erfüllt sind oder Abweichungen in den oben festgelegten Grenzen auftreten.
               
            
                  2.6.2.3
               
               
                  Zwei von allen durchgeführten Prüfungen mit den Anschlagpunkten nach Absatz 2.5.1 haben ein negatives Ergebnis mit Abweichungen, die die Grenzen in Absatz 2.6.2.2 nicht überschreiten, erbracht, und eine weitere Serie von Prüfungen an einem neuen Satz von Mustern ergibt, dass die Anforderungen in Absatz 2.6.1 erfüllt sind oder bei nicht mehr als zwei Mustern des neuen Satzes Abweichungen von den Grenzen in Absatz 2.6.2.2 auftreten.
               
            2.6.3   Werden die oben erwähnten Abweichungen festgestellt, dann müssen diese im Prüfbericht vermerkt und die dauerhafte(n) Aufzeichnung(en) des Bruchbilds der betreffenden Bereiche der Windschutzscheibe dem Prüfbericht beigefügt werden.
      3   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Anzahl der Prüfmuster
      
                  3.2.1
               
               
                  Es sind für jede Windschutzscheibengruppe aus vorgespanntem Glas vier Prüfmuster mit annähernd der kleinsten umschriebenen Fläche und vier Muster mit annähernd der größten umschriebenen Fläche zu prüfen, wobei alle acht Muster denselben Typen angehören müssen wie die Prüfmuster für die Bruchstrukturprüfung (siehe Absatz 2.2).
               
            
                  3.2.2
               
               Wahlweise kann die Prüfstelle für jede Dickenkategorie der Windschutzscheiben sechs Prüfmuster mit den Abmessungen (1 100 × 500 mm) 
                      der Prüfung unterziehen.
            3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.3.2
               
               Die Fallhöhe muss 1,50 m 
                      betragen.
            3.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.4.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Windschutzscheibe oder das Prüfmuster bricht.
               
            
                  3.4.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Mustern wird hinsichtlich des Verhaltens beim Aufprall des Phantomkopfes als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.4.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              3.4.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung mit einem neuen Satz von Mustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften hinsichtlich der optischen Eigenschaften nach Anhang 3, Absatz 9 gelten für jeden Windschutzscheibentyp.
   
   
      ANHANG 5
      
         SCHEIBEN AUS GLEICHMÄSSIG VORGESPANNTEM GLAS
          (1)
      
      1.   BESTIMMUNG DES TYPS
      Scheiben aus gleichmäßig vorgespanntem Glas gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden:
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Art der Vorspannung (thermisch oder chemisch),
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Formkategorie: man unterscheidet 2 Kategorien:
                              
                                          1.1.3.1
                                       
                                       
                                          Plane Glasscheiben,
                                       
                                    
                                          1.1.3.2
                                       
                                       
                                          plane und gebogene Glasscheiben.
                                       
                                    
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Dickenkategorie, in der die Nenndicke „e“ liegt (zulässige Herstellungstoleranz ± 0,2 mm):
                              
                                          Kategorie I
                                       
                                       
                                          e ≤ 3,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie II
                                       
                                       
                                          3,5 mm < e ≤ 4,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie III
                                       
                                       
                                          4,5 mm < e ≤ 6,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie IV
                                       
                                       
                                          6,5 mm < e.
                                       
                                    
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              mit oder ohne elektrische Leiter,
                           
                        
                              1.2.4
                           
                           
                              mit oder ohne Abdunkelungsstreifen.
                           
                        
            2.   BRUCHSTRUKTUR-PRÜFUNG
      2.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                  Werkstoff
               
               
                  Schwierigkeitsgrad
               
            
                  Spiegelglas
               
               
                  2
               
            
                  Floatglas
               
               
                  1
               
            
                  Maschinenglas
               
               
                  1
               
            Die anderen sekundären Merkmale werden nicht berücksichtigt.
      2.2   Auswahl der Prüfmuster
      
                  2.2.1
               
               
                  Schwierig herzustellende Prüfmuster jeder Form- und Dickenkategorie sind für die Prüfung nach folgenden Kriterien auszuwählen:
               
            
                  2.2.1.1
               
               
                  Für plane Glasscheiben sind zwei Serien von Prüfmustern anzuliefern, und zwar mit
                  
                              2.2.1.1.1
                           
                           
                              der größten Fläche,
                           
                        
                              2.2.1.1.2
                           
                           
                              dem kleinsten Winkel zwischen zwei benachbarten Kanten.
                           
                        
            
                  2.2.1.2
               
               
                  Für plane und gebogene Glasscheiben sind drei Serien von Prüfmustern anzuliefern, und zwar mit
                  
                              2.2.1.2.1
                           
                           
                              der größten umschriebenen Fläche,
                           
                        
                              2.2.1.2.2
                           
                           
                              dem kleinsten Winkel zwischen zwei benachbarten Kanten,
                           
                        
                              2.2.1.2.3
                           
                           
                              der größten Segmenthöhe.
                           
                        
            
                  2.2.2
               
               
                  Prüfungen, die an Proben entsprechend der größten Fläche „S“ durchgeführt werden, decken auch alle anderen Flächen kleiner als S + 5 % ab.
               
            
                  2.2.3
               
               
                  Bei Proben mit einem Winkel γ kleiner als 30° decken die Prüfungen alle gefertigten Scheiben ab, deren Winkel größer als γ–5° betragen.
                  Bei Scheiben mit einem Winkel γ größer als 30° decken die Prüfungen alle gefertigten Scheiben ab, deren Winkel gleich oder größer als 30° betragen.
               
            
                  2.2.4
               
               
                  Beträgt die Segmenthöhe h bei vorgestellten Proben mehr als 100 mm, so decken die Prüfungen alle produzierten Scheiben ab, deren Segmenthöhe kleiner als h + 30 mm ist.
                  Ist die Segmenthöhe der vorgestellten Proben kleiner oder gleich 100 mm, so decken die Prüfungen alle produzierten Scheiben ab, deren Segmenthöhe kleiner oder gleich 100 mm ist.
               
            2.3   Anzahl der Prüfmuster pro Serie
      Die Anzahl der Prüfmuster in jeder Gruppe muss entsprechend der Formkategorie nach Absatz 1.1.3 betragen:
      
                  Form der Scheibe
               
               
                  Anzahl der Prüfmuster je Satz
               
            
                  plan (2 Sätze)
               
               
                  4
               
            
                  plan und gebogen (3 Sätze)
               
               
                  5
               
            2.4   Durchführung der Prüfung
      
                  2.4.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 1 beschrieben.
               
            2.5   Anschlagpunkte (siehe Anhang 17, Abbildung 3)
      
                  2.5.1
               
               
                  Für plane und gebogene Glasscheiben sind die Anschlagpunkte nach Anhang 17, Abbildungen 3a und 3b oder Anhang 17, Abbildung 3c wie folgt zu wählen:
                  
                              Punkt 1
                           
                           
                              :
                           
                           
                              in 8 cm Abstand vom Scheibenrand in dem Bereich, wo der Krümmungsradius der Scheibenkontur am kleinsten ist;
                           
                        
                              Punkt 2
                           
                           
                              :
                           
                           
                              in 3 cm Abstand vom Rand auf einer der Mittellinien, wobei die Seite genommen werden muss, die eventuell vorhandene Zangeneindrücke aufweist;
                           
                        
                              Punkt 3
                           
                           
                              :
                           
                           
                              in der geometrischen Mitte der Scheiben;
                           
                        
                              Punkt 4
                           
                           
                              :
                           
                           
                              nur für gebogene Scheiben; auf der längsten Mittellinie im Bereich des kleinsten Krümmungsradius' der Scheibe.
                           
                        
            
                  2.5.2
               
               
                  Je Anschlagpunkt ist nur eine Prüfung durchzuführen.
               
            2.6   Auswertung der Ergebnisse
      
                  2.6.1
               
               
                  Eine Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Bruchstruktur folgende Bedingungen erfüllt:
                  
                              2.6.1.1
                           
                           
                              Die Anzahl der Krümel innerhalb eines Quadrates von 5 × 5 cm darf nicht kleiner als 40 und nicht größer als 400 sein oder 450 für Glasscheiben, die nicht dicker als 3,5 mm sind;
                           
                        
                              2.6.1.2
                           
                           
                              für die genannte Auszählung sind die von den Seiten des Quadrates geschnittenen Krümel als halbe Krümel zu werten;
                           
                        
                              2.6.1.3
                           
                           
                              innerhalb eines 2 cm breiten Streifens entlang des Randes der Muster ist die Krümelstruktur nicht zu bewerten; dies gilt auch in einem Umkreis von 7,5 cm um den Anschlagpunkt;
                           
                        
                              2.6.1.4
                           
                           
                              Bruchstücke mit mehr als 3 cm2 Fläche sind nicht zulässig, außer in den Bereichen nach Absatz 2.6.1.3;
                           
                        
                              2.6.1.5
                           
                           
                              einige lang gestreckte Bruchstücke sind zulässig, sofern:
                              
                                           
                                       
                                       
                                          ihre Enden nicht wie eine Messerklinge geformt sind,
                                       
                                    
                                           
                                       
                                       
                                          sie keinen Winkel von mehr als 45° mit dem Rand der Scheibe bilden, wenn sie an diesen reichen, und
                                       
                                    
                                           
                                       
                                       
                                          ihre Länge 7,5 cm nicht überschreitet, ausgenommen im Falle nach Absatz 2.6.2.2.
                                       
                                    
                        
            
                  2.6.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Bruchstruktur als zufriedenstellend angesehen, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              2.6.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen mit den Anschlagpunkten nach Absatz 2.5.1 ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              2.6.2.2
                           
                           
                              eine einzige Prüfung von allen durchgeführten mit den Anschlagpunkten nach Absatz 2.5.1 hat ein negatives Ergebnis mit Abweichungen erbracht, die die folgenden Grenzen nicht überschreiten:
                              
                                           
                                       
                                       
                                          nicht mehr als fünf Bruchstücke zwischen 6 und 7,5 cm Länge,
                                       
                                    
                                           
                                       
                                       
                                          nicht mehr als vier Bruchstücke zwischen 7,5 und 10 cm Länge, und
                                       
                                    
                                           
                                       
                                       
                                          eine Wiederholungsprüfung an einer neuen Probe ergibt, dass entweder die Anforderungen nach Absatz 2.6.1 erfüllt sind oder Abweichungen in den oben festgesetzten Grenzen auftreten;
                                       
                                    
                        
                              2.6.2.3
                           
                           
                              zwei von allen durchgeführten Prüfungen mit den Anschlagpunkten nach Absatz 2.5.1 haben ein negatives Ergebnis mit Abweichungen, die die Grenzen nach Absatz 2.6.2.2 nicht überschreiten, erbracht, und eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern stimmt mit den Vorschriften nach Absatz 2.6.1 überein, oder nicht mehr als zwei von den neuen Proben zeigen Abweichungen in den vorgenannten Grenzen nach Absatz 2.6.2.2 auf.
                           
                        
            
                  2.6.3
               
               
                  Werden die oben erwähnten Abweichungen festgestellt, dann müssen diese im Prüfbericht vermerkt und die dauerhaften Aufzeichnungen des Bruchbilds der betreffenden Bereiche der Windschutzscheibe dem Prüfbericht beigefügt werden.
               
            3.   MECHANISCHE FESTIGKEITSPRÜFUNG
      3.1   Kugelfallprüfung mit der 227-g-Kugel
      3.1.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                  Werkstoff
               
               
                  Schwierigkeitsgrad
               
               
                  Färbung
               
               
                  Schwierigkeitsgrad
               
            
                  Spiegelglas
               
               
                  2
               
               
                  farblos
               
               
                  1
               
            
                  Floatglas
               
               
                  1
               
               
                  getönt
               
               
                  2
               
            
                  Maschinenglas
               
               
                  1
               
               
                   
               
               
                   
               
            Das andere sekundäre Merkmal (nämlich Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Leitern) bleibt unberücksichtigt.
      3.1.2   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind für jede Dickenkategorie nach Absatz 1.1.4 sechs Prüfmuster zu prüfen.
      3.1.3   Prüfverfahren
      
                  3.1.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 2.1 beschrieben.
               
            
                  3.1.3.2
               
               
                  Die Fallhöhe (von der Unterseite der Kugel bis zur Oberfläche des Prüfmusters gemessen) ist in Abhängigkeit von der Dicke der Glasscheibe aus folgender Tabelle zu entnehmen:
                  
                              Nenndicke e der Glasscheibe
                           
                           
                              Fallhöhe
                           
                        
                              e ≤ 3,5 mm
                           
                           
                              2,0 m + 5 – 0 mm
                           
                        
                              3,5 mm < e
                           
                           
                              2,5 m + 5 – 0 mm
                           
                        
            3.1.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.1.4.1
               
               
                  Die Kugelfallprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn das Prüfmuster nicht bricht.
               
            
                  3.1.4.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der mechanischen Festigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.1.4.2.1
                           
                           
                              Höchstens eine Prüfung ergibt ein negatives Ergebnis;
                           
                        
                              3.1.4.2.2
                           
                           
                              zwei Prüfungen haben negative Ergebnisse erbracht, eine Wiederholungsprüfung mit einem neuen Satz von sechs Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4.   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      
                  4.1
               
               
                  Die Vorschriften hinsichtlich der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3, Absatz 9.1 gelten für die Glasscheiben oder Teilbereiche der Glasscheiben, die sich an Stellen befinden, die für die Sicht des Fahrzeugführers wichtig sind.
               
            
                  4.2
               
               
                  Bei Windschutzscheiben aus gleichmäßig vorgespanntem Glas für langsam fahrende Fahrzeuge, deren Geschwindigkeit aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h beträgt, sollen die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9 eingehalten sein. Dies gilt nicht für plane Windschutzscheiben, die zu einer bereits genehmigten Gruppe gehören.
               
            
         (1)  Dieser Scheibentyp kann auch als Windschutzscheibe für langsam fahrende Fahrzeuge verwendet werden, deren Geschwindigkeit aufgrund ihrer Bauart nicht mehr als 40 km/h beträgt.
   
   
      ANHANG 6
      
         WINDSCHUTZSCHEIBEN AUS NORMALEM VERBUNDGLAS
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden.
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind;
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Form und Abmessungen
                              Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas gehören hinsichtlich der Prüfungen zur Bestimmung der mechanischen Eigenschaften und der Beständigkeit gegen äußere Einwirkungen einer Gruppe an.
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Anzahl der Glasscheiben,
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Nenndicke „e“ der Windschutzscheibe, zulässige Herstellungstoleranz von ± 0,2 n mm (wobei n die Anzahl der Glasscheiben der Windschutzscheibe ist), über oder unter dem zulässigen Nennwert,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Nenndicke der Zwischenschicht(en),
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Art und Typ der Zwischenschicht(en) (z. B. PVB oder andere Zwischenschicht(en) aus Kunststoff).
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung der Folie(n) (farblos oder vollständig bzw. teilweise getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt),
                           
                        
                              1.2.4
                           
                           
                              mit oder ohne elektrische Leiter,
                           
                        
                              1.2.5
                           
                           
                              mit oder ohne Abdeckstreifen.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas sind die Prüfungen, ausgenommen die Phantomfallprüfung (nach Absatz 3.2) und die Prüfung der optischen Eigenschaften, an planen Prüfmustern durchzuführen, die entweder aus Originalwindschutzscheiben herausgeschnitten oder speziell zu diesem Zweck angefertigt wurden. In beiden Fällen müssen die Prüfmuster in jeder Beziehung repräsentativ für die Windschutzscheiben sein, die in Serie hergestellt werden und für die eine Genehmigung beantragt ist.
               
            
                  2.2
               
               
                  Vor jeder Prüfung sind die Prüfmuster mindestens vier Stunden lang bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C zu lagern. Die Prüfungen sind so schnell wie möglich nach der Entnahme der Prüfmuster aus dem Raum, in dem sie gelagert waren, zu beginnen.
               
            3   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Phantomfallprüfung an kompletten Windschutzscheiben
      3.2.1   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind vier Muster aus der Serie mit der kleinsten umschriebenen Fläche und vier Muster aus der Serie mit der größten umschriebenen Fläche nach Anhang 13 auszuwählen und dann zu prüfen.
      3.2.2   Prüfverfahren
      
                  3.2.2.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.2.2.2
               
               Die Fallhöhe muss 1,50 m
                      betragen.
            3.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.2.3.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              3.2.3.1.1
                           
                           
                              Das Muster bricht unter Bildung zahlreicher kreisförmiger, nahezu um den Aufschlagpunkt zentrierter Risse, wobei die dem Aufschlagpunkt am nächsten gelegenen Risse höchstens 80 mm von diesem entfernt sein dürfen.
                           
                        
                              3.2.3.1.2
                           
                           
                              Die Glasbruchstücke müssen an der Kunststoff-Folie haften bleiben. Eine oder mehrere teilweise Abtrennungen von der Zwischenschicht in einer Breite von weniger als 4 mm auf jeder Seite der Bruchstelle außerhalb eines Kreises mit einem Durchmesser von 60 mm um den Anschlagpunkt sind zulässig.
                           
                        
                              3.2.3.1.3
                           
                           
                              Auf der Aufschlagseite:
                              
                                          3.2.3.1.3.1
                                       
                                       
                                          Darf die Folie nicht auf einer Fläche von mehr als 20 cm2 freigelegt sein.
                                       
                                    
                                          3.2.3.1.3.2
                                       
                                       
                                          ist ein Riss in der Folie bis zu einer Länge von 35 mm zulässig.
                                       
                                    
                        
            
                  3.2.3.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.2.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse; oder
                           
                        
                              3.2.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Mustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            3.3   Phantomfallprüfung an planen Prüfmustern
      3.3.1   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind sechs plane Prüfmuster mit den Abmessungen von (1 100 × 500 mm)  mm zu prüfen.
      3.3.2   Prüfverfahren
      
                  3.3.2.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.3.2.2
               
               Die Fallhöhe muss 4 m 
                      betragen.
            3.3.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.3.3.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              3.3.3.1.1
                           
                           
                              Das Prüfmuster gibt nach und bricht unter Bildung zahlreicher kreisförmiger, nahezu um den Aufschlagpunkt zentrierter Risse.
                           
                        
                              3.3.3.1.2
                           
                           
                              Risse in der Folie sind zulässig, jedoch darf der Phantomkopf die Scheibe nicht durchdringen;
                           
                        
                              3.3.3.1.3
                           
                           
                              es dürfen sich keine größeren Glasbruchstücke von der Folie ablösen.
                           
                        
            
                  3.3.3.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.3.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              3.3.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4   MECHANISCHE FESTIGKEITSPRÜFUNG
      4.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      4.2   Kugelfallprüfung mit der 2 260-g- Kugel
      4.2.1   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind sechs quadratische Prüfmuster mit einer Seitenlänge von 300 mm  zu prüfen.
      4.2.2   Prüfverfahren
      
                  4.2.2.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 2.2 beschrieben.
               
            
                  4.2.2.2
               
               Die Fallhöhe (von der Unterseite der Kugel bis zur Oberfläche des Prüfmusters gemessen) muss 4 m 
                      betragen.
            4.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  4.2.3.1
               
               
                  Die Kugelfallprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Kugel die Scheiben innerhalb von fünf Sekunden nach dem Aufschlag nicht durchdringt.
               
            
                  4.2.3.2
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Prüfung mit der 227-g-Kugel als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              4.2.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              4.2.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht; eine Wiederholungsprüfung mit einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4.3   Kugelfallprüfung mit der 227-g- Kugel
      4.3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      4.3.2   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind 20 quadratische Prüfmuster mit einer Seitenlänge von 300 mm  zu prüfen.
      4.3.3   Prüfverfahren
      
                  4.3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 2.1 beschrieben.
                  Es sind zehn Prüfmuster bei einer Temperatur von + 40 ± 2 oC und zehn Prüfmuster bei einer Temperatur von – 20 ± 2 oC zu prüfen.
               
            
                  4.3.3.2
               
               
                  Die Fallhöhe für die verschiedenen Dickenkategorien und die Masse der abgelösten Bruchstücke sind der folgenden
                  
                              Dicke der Prüfmuster
                              mm
                           
                           
                              + 40 °C
                           
                           
                              – 20 °C
                           
                        
                              Fallhöhe
                              m (1)
                              
                           
                           
                              größte zulässige Masse der Bruchstücke
                              g
                           
                           
                              Fallhöhe
                              m (1)
                              
                           
                           
                              größte zulässige Masse der Bruch-stücke
                              g
                           
                        
                              e ≤ 4,5
                              4,5 < e ≤ 5,5
                              5,5 < e ≤ 6,5
                              e > 6,5
                           
                           
                              9
                              10
                              11
                              12
                           
                           
                              12
                              15
                              20
                              25
                           
                           
                              8,5
                              9
                              9,5
                              10
                           
                           
                              12
                              15
                              20
                              25
                           
                        
            4.3.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  4.3.4.1
               
               
                  Die Kugelfallprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              —
                           
                           
                              Die Kugel durchdringt das Prüfmuster nicht;
                           
                        
                              —
                           
                           
                              das Prüfmuster zerbricht nicht in mehrere Teile.
                           
                        
                              —
                           
                           
                              Falls die Folie nicht reißt, darf die Masse der Bruchstücke, die sich auf der stoßabgewandten Seite ablösen, die Werte nach Absatz 4.3.3.2 nicht überschreiten.
                           
                        
            
                  4.3.4.2
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Prüfung mit der 227-g-Kugel als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              4.3.4.2.1
                           
                           
                              Mindestens acht Prüfungen ergeben bei jeder der Prüftemperaturen zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              4.3.4.2.2
                           
                           
                              mehr als zwei Prüfungen haben bei jeder Prüftemperatur ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            5   PRÜFUNG AUF BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      5.1   Abriebprüfung
      5.1.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 4. Die Prüfung muss sich über 1 000 Umdrehungen erstrecken.
      5.1.2   Auswertung der Ergebnisse
      Das Sicherheitsglas wird hinsichtlich der Abriebfestigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn die Lichtstreuung infolge des Abriebs des Prüfmusters nicht mehr als 2 % beträgt.
      5.2   Prüfung bei erhöhter Temperatur
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 5.
      5.3   Prüfung der Bestrahlungsbeständigkeit
      5.3.1   Allgemeine Vorschriften
      Diese Prüfung ist nur dann durchzuführen, wenn sie die Prüfstelle aufgrund der ihr vorliegenden Information über die Zwischenschicht für erforderlich hält.
      5.3.2   Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 6.3.
      5.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 7.
      6   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften hinsichtlich der optischen Eigenschaften nach Anhang 3, Absatz 9 gelten für jeden Windschutzscheibentyp. Dies gilt nicht für plane Windschutzscheiben, die zu einer bereits genehmigten Gruppe gehören, wenn der Neigungswinkel gegenüber der Vertikalen kleiner als 40° ist.
      
         (1)  Für die Fallhöhe ist die Toleranz von  zulässig.
   
   
      ANHANG 7
      
         NORMALE VERBUNDGLASSCHEIBEN AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
      
      1.   ESTIMMUNG DES TYPS
      Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden.
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Dickenkategorie der Scheibe, in der die Nenndicke „e“ liegt, zulässige Herstellungstoleranz ± 0,2 n mm (wobei n die Anzahl der Glasscheiben ist):
                              
                                          Kategorie I
                                       
                                       
                                          e ≤ 5,5 mm,
                                       
                                    
                                          Kategorie II
                                       
                                       
                                          5,5 mm < e ≤ 6,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie III
                                       
                                       
                                          6,5 mm < e
                                       
                                    
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Nenndicke der Zwischenschicht(en),
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Art und Typ der Zwischenschicht(en), z. B. PVB oder andere Zwischenschicht(en) aus Kunststoff,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Spezialbehandlung, die eine oder mehrere der Glasscheiben erhalten haben kann bzw. können.
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung der Folie(n) (farblos oder vollständig bzw. teilweise getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt),
                           
                        
                              1.2.4
                           
                           
                              mit oder ohne Abdunkelungsstreifen.
                           
                        
            2.   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei normalen Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben sind die Prüfungen mit planen Prüfmustern, die entweder aus Serienscheiben herausgeschnitten oder extra angefertigt werden, durchzuführen. In beiden Fällen müssen die Prüfmuster in jeder Beziehung repräsentativ für die Serienproduktion der Glasscheiben sein, für die eine Genehmigung beantragt ist.
               
            
                  2.2
               
               
                  Vor jeder Prüfung sind die Prüfmuster aus Verbundglas mindestens vier Stunden lang bei einer Temperatur von 23 °C ± 2 °C zu lagern. Die Prüfungen sind so schnell wie möglich nach der Entnahme der Prüfmuster aus dem Raum, in dem sie gelagert waren, durchzuführen.
               
            
                  2.3
               
               
                  Die Vorschriften dieses Anhangs gelten als erfüllt, wenn die zur Genehmigung eingereichte Verglasung von der gleichen Zusammensetzung ist wie eine Windschutzscheibe, die bereits nach den Vorschriften der Anhänge 6 oder 9 genehmigt wurde.
               
            3.   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind sechs plane Prüfmuster mit den Abmessungen (1 100 × 500 mm) zu prüfen.
      3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.3.2
               
               Die Fallhöhe muss 1,5 m
                      betragen
            3.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.4.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              3.4.1.1
                           
                           
                              Das Prüfmuster gibt nach und bricht unter Bildung zahlreicher kreisförmiger nahezu um den Aufschlagpunkt zentrierter Risse.
                           
                        
                              3.4.1.2
                           
                           
                              Risse in der Folie sind zulässig, jedoch darf der Phantomkopf die Scheibe nicht durchschlagen.
                           
                        
                              3.4.1.3
                           
                           
                              Es dürfen sich keine größeren Glasbruchstücke von der Folie ablösen.
                           
                        
            
                  3.4.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.4.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              3.4.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4.   MECHANISCHE FESTIGKEITSPRÜFUNG PRÜFUNG MIT DER 227-g-KUGEL
      4.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      4.2   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind vier plane quadratische Prüfmuster mit den Abmessungen von (300 × 300 mm)  zu prüfen.
      4.3   Prüfverfahren
      
                  4.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3. Absatz 2.1 beschrieben.
               
            
                  4.3.2
               
               
                  Die Fallhöhe (von der Unterseite der Kugel bis zur Oberfläche des Prüfmusters gemessen) in Abhängigkeit von der Nenndicke ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
                  
                              Nenndicke e der Glasscheibe
                           
                           
                              Fallhöhe
                           
                        
                              e ≤ 5,5 mm
                           
                           
                              5 m
                           
                           
                              
                                 
                           
                        
                              5,5 mm < e ≤ 6,5 mm
                           
                           
                              6 m
                           
                        
                              6,5 mm < e
                           
                           
                              7 m
                           
                        
            4.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  4.4.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              —
                           
                           
                              Die Kugel durchschlägt das Prüfmuster nicht,
                           
                        
                              —
                           
                           
                              das Prüfstück bricht nicht in mehrere Bruchstücke.
                           
                        
                              —
                           
                           
                              Die Gesamtmasse der Bruchstücke, die sich auf der beim Aufschlag abgewandten Seite ablösen, überschreitet nicht 15 g.
                           
                        
            
                  4.4.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der mechanischen Festigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              4.4.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              4.4.2.2
                           
                           
                              nicht mehr als zwei Prüfungen haben ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            5.   BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      5.1   Abriebprüfung
      5.1.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 4. Die Prüfung muss sich über 1 000 Umdrehungen erstrecken.
      5.1.2   Auswertung der Ergebnisse
      Das Sicherheitsglas wird hinsichtlich der Abriebfestigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn die Lichtstreuung infolge des Abriebs des Prüfmusters nicht mehr als 2 % beträgt.
      5.2   Prüfung bei erhöhter Temperatur
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 5.
      5.3   Prüfung der Bestrahlungsbeständigkeit
      5.3.1   Allgemeine Vorschrift
      Diese Prüfung ist nur dann durchzuführen, wenn sie die Prüfstelle aufgrund der ihr vorliegenden Information über die Zwischenschicht für erforderlich hält.
      5.3.2   Zahl der Proben oder Prüfmuster
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 6.3.
      5.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 7.
      6.   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften hinsichtlich der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3, Absatz 9.1 sind auf Scheiben außer Windschutzscheiben oder Teile von solchen Scheiben anzuwenden, die sich an Stellen befinden, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind.
   
   
      ANHANG 8
      
         VORBEHANDELTE VERBUNDGLAS-WINDSCHUTZSCHEIBEN
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Vorbehandelte Verbundglas- Windschutzscheiben gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden:
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Form und Abmessungen
                              Windschutzscheiben aus vorbehandeltem Verbundglas gehören hinsichtlich der Prüfungen der Bruchstruktur, der mechanischen Eigenschaften und der Beständigkeit gegen äußere Einwirkungen einer Gruppe an.
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Anzahl der Glasscheiben,
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Nenndicke „e“ der Windschutzscheibe, zulässige Herstellungstoleranz ± 0,2 • n mm (wobei n die Anzahl der Glasscheiben der Windschutzscheibe ist) über oder unter dem zulässigen Nennwert;
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Spezialbehandlung, die eine oder mehrere der Glasscheiben erhalten haben,
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Nenndicke der Zwischenschicht(en),
                           
                        
                              1.1.7
                           
                           
                              Art und Typ der Zwischenschicht(en), z. B. PVB oder andere Kunststoff-Zwischenschicht(en).
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung der Folie(n) (farblos oder vollständig bzw. teilweise getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt),
                           
                        
                              1.2.4
                           
                           
                              mit oder ohne elektrische Leiter,
                           
                        
                              1.2.5
                           
                           
                              mit oder ohne Abdeckstreifen.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Windschutzscheiben aus vorbehandeltem Verbundglas sind die Prüfungen, ausgenommen die Phantomfallprüfung an kompletten Windschutzscheiben und die Prüfungen der optischen Eigenschaften, an Proben und/oder planen Prüfmustern durchzuführen, die speziell zu diesem Zweck angefertigt wurden. Die Prüfmuster müssen jedoch in jeder Beziehung repräsentativ für die in Serie hergestellten Windschutzscheiben sein, für die eine Genehmigung beantragt ist.
               
            
                  2.2
               
               
                  Vor jeder Prüfung sind die Prüfmuster oder Proben mindestens vier Stunden lang bei einer Temperatur von 23 °C ± 2 °C zu lagern. Die Prüfungen sind so schnell wie möglich nach der Entnahme der Prüfmuster oder Proben aus dem Raum, in dem sie gelagert waren, durchzuführen.
               
            3   VORGESCHRIEBENE PRÜFUNGEN
      An vorbehandelten Verbundglas-Windschutzscheiben sind durchzuführen:
      
                  3.1
               
               
                  Prüfungen für normale Verbundglas- Windschutzscheiben nach Anhang 6;
               
            
                  3.2
               
               
                  Prüfungen der Bruchstruktur entsprechend dem folgenden Absatz 4.
               
            4   BRUCHSTRUKTUR-PRÜFUNG
      4.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                  Werkstoff
               
               
                  Schwierigkeitsgrad
               
            
                  Spiegelglas
               
               
                  2
               
            
                  Floatglas
               
               
                  1
               
            
                  Maschinenglas
               
               
                  1
               
            4.2   Anzahl der Prüfmuster oder Proben
      Es ist für jeden Anschlagpunkt ein Prüfmuster mit den Abmessungen (1 100 × 500 mm)  oder eine Probe zu prüfen.
      4.3   Prüfverfahren
      Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 1 beschrieben.
      4.4   Anschlagpunkt(e)
      Die Glasscheibe ist im Mittelpunkt des Prüfmusters oder der Probe auf jeder der äußeren vorbehandelten Scheiben anzuschlagen.
      4.5   Auswertung der Ergebnisse
      
                  4.5.1
               
               
                  Die Prüfung der Bruchstruktur wird für jeden Anschlagpunkt als zufriedenstellend angesehen, wenn die Flächensumme der Bruchstücke mit mehr als 2 cm2 mindestens 15 % der Fläche des in Anhang 4, Absatz 2.3.2 beschriebenen Rechtecks ausmacht.
               
            
                  4.5.1.1
               
               
                  Bei einer Probe
                  
                              4.5.1.1.1
                           
                           
                              für Fahrzeuge der Klasse M1 muss sich der Mittelpunkt des Rechtecks innerhalb eines Kreises mit einem Radius von 10 cm befinden, der um die Mitte der projizierten Punkte V1 und V2 gebildet wird;
                           
                        
                              4.5.1.1.2
                           
                           
                              für Fahrzeuge der Klassen M oder N außer M1 muss sich der Mittelpunkt des Rechteckes innerhalb eines Kreises mit einem Radius von 10 cm befinden, der um die Projektion des Punktes 0 gebildet wird;
                           
                        
                              4.5.1.1.3
                           
                           
                              für forst- und landwirtschaftliche Zugmaschinen und für Arbeitsmaschinen ist die Lage der Sichtzone im Prüfbericht anzugeben;
                           
                        
                              4.5.1.1.4
                           
                           
                              darf die Höhe des genannten Rechteckes auf 15 cm reduziert werden; für Windschutzscheiben, die weniger als 44 cm Höhe haben oder bei solchen, bei denen der Einbauwinkel kleiner als 15° von der Vertikalen ist, muss die Durchsicht mindestens 10 % der Oberfläche des entsprechenden Rechtecks betragen.
                           
                        
            
                  4.5.1.2
               
               
                  Bei Prüfmustern muss der Mittelpunkt des Rechtecks auf der größeren Achse 450 mm von einer der Kanten des Prüfmusters entfernt liegen.
               
            
                  4.5.2
               
               
                  Die zur Genehmigung vorgestellten Prüfmuster oder Proben werden hinsichtlich der Bruchstruktur als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              4.5.2.1
                           
                           
                              Die Prüfung ergibt für jeden Anschlagpunkt ein zufriedenstellendes Ergebnis;
                           
                        
                              4.5.2.2
                           
                           
                              eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von vier Prüfmustern mit den Anschlagpunkten, die vorher ein negatives Ergebnis erbracht haben, ergibt nun für alle vier Prüfungen zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            
   
      ANHANG 9
      
         SICHERHEITSVERGLASUNG MIT EINER KUNSTSTOFFOBERFLÄCHE
      
      (auf der Innenseite)
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Sicherheitsglas wie in den Anhängen 4 bis 8 beschrieben, das auf der Innenseite mit Kunststoff beschichtet ist, muss nicht nur den Vorschriften der entsprechenden Anhänge, sondern auch den folgenden zusätzlichen Anforderungen genügen:
      2   ABRIEBPRÜFUNG
      2.1   Schwierigkeitsgrade und Prüfverfahren
      Die Kunststoffbeschichtung ist bei 100 Umdrehungen in Übereinstimmung mit den in Anhang 3, Absatz 4 angegebenen Vorschriften zu prüfen.
      2.2   Auswertung der Ergebnisse
      Die Kunststoffbeschichtung wird hinsichtlich der Abriebfestigkeit als zufriedenstellend angesehen, wenn die Lichtstreuung infolge des Abriebs des Prüfmusters nicht mehr als 4 % beträgt.
      3   PRÜFUNG DER FEUCHTIGKEITSBESTÄNDIGKEIT
      
                  3.1
               
               
                  Bei kunststoffbeschichtetem vorgespanntem Sicherheitsglas ist die Feuchtigkeitsbeständigkeit zu prüfen.
               
            
                  3.2
               
               
                  Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 7.
               
            4   PRÜFUNG DER TEMPERATURWECHSELBESTÄNDIGKEIT
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 8.
      5   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 10.
      6   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 11.2.1.
   
   
      ANHANG 10
      
         WINDSCHUTZSCHEIBEN AUS GLAS-KUNSTSTOFF
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Windschutzscheiben aus Glas- Kunststoff gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden.
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Form und Abmessungen
                              Windschutzscheiben aus Glas-Kunststoff gehören hinsichtlich der Prüfungen der mechanischen Festigkeit, der Beständigkeit gegen äußere Einwirkungen, der Prüfung der Temperaturwechselbeständigkeit und der Prüfung der Chemikalienbeständigkeit einer Gruppe an.
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Anzahl der Kunststoffschichten
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Nenndicke „e“ der Windschutzscheibe, zulässige Herstellungstoleranz ± 0,2 mm,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Nenndicke der Glasscheibe,
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Nenndicke der Kunststoffzwischenschicht(en),
                           
                        
                              1.1.7
                           
                           
                              Art und Typ der Kunststoffzwischenschicht(en) (z. B. PVB oder anderer Werkstoff) und der Kunststoffschicht auf der Innenseite,
                           
                        
                              1.1.8
                           
                           
                              Spezialbehandlung der Glasscheibe.
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung der Kunststoffschicht(en) (farblos oder vollständig bzw. teilweise getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt),
                           
                        
                              1.2.4
                           
                           
                              mit oder ohne elektrische Leiter,
                           
                        
                              1.2.5
                           
                           
                              mit oder ohne Abdeckstreifen.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Windschutzscheiben aus Glas-Kunststoff sind die Prüfungen, ausgenommen die Phantomfallprüfung (Absatz 3.2) und Prüfungen der optischen Eigenschaften, an planen Prüfmustern durchzuführen, die entweder aus Originalwindschutzscheiben herausgeschnitten oder speziell zu diesem Zweck angefertigt wurden. In beiden Fällen müssen die Prüfmuster in jeder Beziehung repräsentativ für die Windschutzscheiben sein, die in Serie hergestellt werden und für die eine Genehmigung beantragt ist.
               
            
                  2.2
               
               
                  Vor jeder Prüfung sind die Prüfmuster mindestens vier Stunden lang bei einer Temperatur von 23 oC ± 2 oC zu lagern. Die Prüfungen sind so schnell wie möglich nach der Entnahme der Prüfmuster aus dem Raum, in dem sie gelagert waren, zu beginnen.
               
            3   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Phantomfallprüfung an kompletten Windschutzscheiben
      3.2.1   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind vier Muster aus der Serie mit der kleinsten umschriebenen Fläche und vier Muster aus der Serie mit der größten umschriebenen Fläche nach Anhang 13 auszuwählen und dann zu prüfen.
      3.2.2   Prüfverfahren
      
                  3.2.2.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.2.2.2
               
               Die Fallhöhe muss 1,50 m 
                      betragen.
            3.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.2.3.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              3.2.3.1.1
                           
                           
                              Das Glas bricht unter Bildung zahlreicher kreisförmiger, nahezu um den Aufschlagpunkt zentrierter Risse, wobei die dem Aufschlagpunkt am nächsten gelegenen Risse höchstens 80 mm von diesem entfern sein dürfen.
                           
                        
                              3.2.3.1.2
                           
                           
                              Die Glasschicht muss an der Zwischenschicht haften bleiben. Eine oder mehrere teilweise Abtrennungen von der Zwischenschicht in einer Breite von weniger als 4 mm auf jeder Seite der Bruchstelle außerhalb eines Kreises mit einem Durchmesser von 60 mm um den Aufschlagpunkt ist zulässig.
                           
                        
                              3.2.3.1.3
                           
                           
                              Ein Riss in der Zwischenschicht bis zu einer Länge von 35 mm ist an der Aufschlagseite zulässig.
                           
                        
            
                  3.2.3.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.2.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse:
                           
                        
                              3.2.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Mustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            3.3   Phantomfallprüfung an planen Prüfmustern
      3.3.1   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind sechs plane Prüfmuster mit den Abmessungen von (1 100 × 500 m)  zu prüfen.
      3.3.2   Prüfverfahren
      
                  3.3.2.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.3.2.2
               
               Die Fallhöhe muss 4 m 
                      betragen.
            3.3.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.3.3.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              3.3.3.1.1
                           
                           
                              Das Glas gibt nach und bricht unter Bildung zahlreicher kreisförmiger nahezu um den Aufschlagpunkt zentrierter Risse;
                           
                        
                              3.3.3.1.2
                           
                           
                              Risse in der Folie sind zulässig, jedoch darf der Phantomkopf die Scheibe nicht durchdringen;
                           
                        
                              3.3.3.1.3
                           
                           
                              es dürfen sich keine größeren Glasbruchstücke von der Folie ablösen.
                           
                        
            
                  3.3.3.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.3.3.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              3.3.3.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4   MECHANISCHE FESTIGKEITSPRÜFUNG
      4.1   Schwierigkeitsgrad, Prüfverfahren und Auswertung der Ergebnisse
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 6, Absatz 4.
      4.2   Die dritte Bedingung in Absatz 4.3.4.1 von Anhang 6 gilt nicht.
      5   BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      5.1   Abriebprüfung
      5.1.1   Abriebprüfung an der Außenseite
      
                  5.1.1.1
               
               
                  Es gelten die Vorschriften nach Anhang 6, Absatz 5.1.
               
            5.1.2   Abriebprüfung an der Innenseite
      
                  5.1.2.1
               
               
                  Es gelten die Vorschriften nach Anhang 9, Absatz 2.
               
            5.2   Prüfung bei erhöhter Temperatur
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 5.
      5.3   Prüfung der Bestrahlungsbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 6.3
      5.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 7.
      5.5   Prüfung der Temperaturwechselbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 8.
      6   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften hinsichtlich der optischen Eigenschaften nach Anhang 3, Absatz 9 gelten für jeden Windschutzscheibentyp.
      7   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 10.
      8   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 11.2.1.
   
   
      ANHANG 11
      
         SCHEIBEN AUS GLAS-KUNSTSTOFF AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Scheiben aus Glas-Kunststoff außer Windschutzscheiben gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden:
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken.
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              Dickenkategorie, in der die Nenndicke „e“ liegt, mit einer zulässigen Herstellungstoleranz von ± 0,2 mm,
                              
                                          Kategorie I
                                       
                                       
                                          e ≤ 3,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie II
                                       
                                       
                                          3,5 mm < e ≤ 4,5 mm
                                       
                                    
                                          Kategorie III
                                       
                                       
                                          4,5 mm < e
                                       
                                    
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              die Nenndicke der Kunststofffolie(n), die als Zwischenschicht(en) dient (dienen),
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              die Nenndicke der Glasscheibe,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              der Typ der Zwischenschicht(en) (z. B. PVB oder anderes Kunststoffmaterial) und der Typ der Kunststoffbeschichtung auf der Innenseite,
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Spezialbehandlung der Glasscheibe
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Art des Werkstoffes (Spiegelglas, Floatglas, Maschinenglas),
                           
                        
                              1.2.2
                           
                           
                              Färbung der Kunststoffschicht(en) (farblos oder vollständig bzw. teilweise getönt),
                           
                        
                              1.2.3
                           
                           
                              Färbung des Glases (farblos oder getönt).
                           
                        
                              1.2.1
                           
                           
                              mit oder ohne Abdunkelungsstreifen.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Scheiben aus Glas-Kunststoff außer Windschutzscheiben sind die Prüfungen an planen Prüfmustern durchzuführen, die entweder aus normalen Glasscheiben herausgeschnitten oder speziell hergestellt wurden. In beiden Fällen müssen die Prüfmuster in jeder Beziehung repräsentativ für die Glasscheibenproduktion sein, für die eine Genehmigung beantragt ist.
               
            
                  2.2
               
               
                  Vor jeder Prüfung sind die Prüfmuster aus Glas-Kunststoff mindestens vier Stunden lang bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C zu lagern. Die Prüfungen sind so schnell wie möglich nach der Entnahme der Prüfmuster aus dem Raum, in dem sie gelagert waren, zu beginnen.
               
            
                  2.3
               
               
                  Die Vorschriften dieses Anhangs gelten als erfüllt, wenn die zur Genehmigung eingereichte Verglasung von der gleichen Zusammensetzung ist, wie eine Windschutzscheibe, die bereits gemäß den Vorschriften des Anhangs 10 genehmigt wurde.
               
            3   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Anzahl der Prüfmuster
      Es sind sechs plane Prüfmuster mit den Abmessungen (1 100 × 500 mm)  zu prüfen.
      3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.3.2
               
               Die Fallhöhe muss 1,5 m 
                      mm betragen.
            3.3.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.4.1
               
               
                  Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              3.4.1.1
                           
                           
                              Die Glasscheibe bricht unter Bildung zahlreicher Risse;
                           
                        
                              3.4.1.2
                           
                           
                              Risse in der Folie sind zulässig, jedoch darf der Phantomkopf die Scheibe nicht durchschlagen.
                           
                        
                              3.4.1.3
                           
                           
                              Es dürfen sich keine größeren Glasbruchstücke von der Folie ablösen.
                           
                        
            
                  3.4.2
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern wird hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der beiden folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.4.2.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              3.4.2.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4   MECHANISCHE FESTIGKEIT PRÜFUNG MIT DER 227-g-KUGEL
      
                  4.1
               
               
                  Es gelten die Vorschriften nach Anhang 7, Absatz 4 mit Ausnahme der Tabelle in Absatz 4.3.2, sie ist zu ersetzen durch:
                  
                              Nenndicke e der Glasscheibe
                           
                           
                              Fallhöhe
                           
                        
                              e ≤ 3,5 mm
                           
                           
                              5 m
                           
                           
                              
                                 
                           
                        
                              3.5 mm < e ≤4,5 mm
                           
                           
                              6 m
                           
                        
                              e > 4,5 mm
                           
                           
                              7 m
                           
                        
            
                  4.2
               
               
                  Die Vorschrift in Anhang 7, Absatz 4.4.1.2 gilt nicht.
               
            5   PRÜFUNG DER BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      5.1   Abriebprüfung
      5.1.1   Abriebprüfung an der Außenseite
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 7 Absatz 5.1.
      5.1.2   Abriebprüfung an der Innenseite
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 9, Absatz 2.1.
      5.2   Prüfung bei erhöhter Temperatur
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 5.
      5.3   Prüfung der Bestrahlungsbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 6.3.
      5.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 7.
      5.5   Prüfung der Temperaturwechselbeständigkeit
      Es gellen die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 8.
      6   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften hinsichtlich der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3, Absatz 9.1 sind auf Glasscheiben außer Windschutzscheiben oder Teile von solchen Glasscheiben anzuwenden, die sich an Stellen befinden, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind.
      7   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 10.
      8   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      Es gelten die Vorschriften nach Anhang 3, Absatz 11.2.1.
   
   
      ANHANG 12
      
         ISOLIERGLASEINHEITEN
      
      1   BEGRIFFSBESTIMMUNG DES TYPS
      Isolierglaseinheiten gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden:
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              der Zusammenbau der Isolierglaseinheit (symmetrisch, asymmetrisch),
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              der Typ jeder einzelnen Glasscheibe wie in Absatz 1 der Anhänge 5, 7 oder 11 dieser Regelung beschrieben,
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              der Nominalabstand der beiden Glasscheiben,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              der Typ der Versiegelung.
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Die sekundären Merkmale jeder einzelnen Glasscheibe, wie in Absatz 1.2 der Anhänge 5, 7 oder 11 dieser Regelung beschrieben.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Jede Glasscheibe, die die Isolierglaseinheit bildet, soll entweder typgeprüft sein oder den Vorschriften des betreffenden Anhangs dieser Regelung entsprechen (Anhänge 5, 7 oder 11).
               
            
                  2.2
               
               
                  Prüfungen, die an Isolierglaseinheiten mit einem Nominalabstand „e“ durchgeführt wurden, gelten auch für alle Isolierglaseinheiten mit den gleichen Merkmalen und einem Nominalabstand von e ± 3 mm. Der Antragsteller kann zur Genehmigung jedoch das Muster mit dem kleinsten Abstand und das Muster mit dem größten Abstand vorlegen.
               
            
                  2.3
               
               
                  Bei Isolierglaseinheiten, die wenigstens eine Verbundglasscheibe oder eine Glas-Kunststoffscheibe haben, sind die Muster mindestens vier Stunden vor dem Versuch bei einer Temperatur von 23 °C ± 2 °C zu lagern. Die Prüfungen sollen unmittelbar nach Herausnahme der Prüfmuster aus dem Raum, in dem sie gelagert wurden, durchgeführt werden.
               
            3   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Anzahl der Prüfmuster
      Sechs Prüfmuster (1 100 × 500 mm )  von jeder Dickenkategorie der Einzelscheiben und jedem Abstand nach Absatz 1.1.4 sind zu prüfen.
      3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist im Anhang 3, Absatz 3.1 beschrieben.
               
            
                  3.3.2
               
               Die Fallhöhe muss 1,5 m 
                      betragen.
            
                  3.3.3
               
               
                  Im Falle von asymmetrischen Isolierglaseinheiten sind drei Versuche an der einen Seite und drei Versuche an der anderen Seite durchzuführen.
               
            3.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  3.4.1
               
               
                  Doppelscheiben bestehend aus zwei gleichmäßig vorgespannten Glasscheiben:
                  Die Phantomfallprüfung gilt als zufriedenstellend, wenn beide Scheiben gebrochen sind.
               
            
                  3.4.2
               
               
                  Doppelscheiben bestehend aus zwei Verbundglasscheiben außer Windschutzscheiben:
                  Die Phantomfallprüfung gilt als zufriedenstellend, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt werden:
                  
                              3.4.2.1
                           
                           
                              die zwei Scheiben des Prüfmusters geben nach und brechen unter Bildung zahlreicher kreisförmiger, nahe um den Aufschlagpunkt zentrierter Risse;
                           
                        
                              3.4.2.2
                           
                           
                              Risse in der (den) Zwischenschicht(en) sind zulässig, jedoch darf der Phantomfallkopf das Prüfmuster nicht durchdringen;
                           
                        
                              3.4.2.3
                           
                           
                              es dürfen sich keine größeren Glasbruchstücke von der Zwischenschicht ablösen.
                           
                        
            
                  3.4.3
               
               
                  Doppelscheiben bestehend aus einer gleichmäßig vorgespannten Glasscheibe und einer Verbundglasscheibe außer Windschutzscheibe:
                  
                              3.4.3.1
                           
                           
                              Die vorgespannte Glasscheibe bricht;
                           
                        
                              3.4.3.2
                           
                           
                              die Verbundglasscheibe oder Glas-Kunststoffscheibe gibt nach und bricht unter Bildung zahlreicher kreisförmiger nahe um den Anschlagpunkt zentrierter Risse;
                           
                        
                              3.4.3.3
                           
                           
                              Risse in der (den) Zwischenschicht(en) sind zulässig, jedoch darf der Phantomkopf die Scheibe nicht durchdringen;
                           
                        
                              3.4.3.4
                           
                           
                              es dürfen sich keine größeren Glasbruchstücke von der Zwischenschicht ablösen.
                           
                        
            
                  3.4.4
               
               
                  Ein zur Genehmigung vorgestellter Satz von Prüfmustern gilt hinsichtlich der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend, wenn eine der folgenden zwei Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              3.4.4.1
                           
                           
                              alle Prüfungen ergeben zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              3.4.4.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Salz von Prüfmustern ergibt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften hinsichtlich der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3, Absatz 9.1 gelten für Isolierglaseinheiten oder Teile von Isolierglaseinheiten, die sich an Stellen befinden, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind.
   
   
      ANHANG 13
      
         GRUPPIERUNG DER WINDSCHUTZSCHEIBEN FÜR DIE GENEHMIGUNGSPRÜFUNG
      
      1   FOLGENDE MERKMALE SIND ZU BERÜCKSICHTIGEN:
      
                  1.1
               
               
                  Umschriebene Fläche der Windschutzscheibe,
               
            
                  1.2
               
               
                  Segmenthöhe,
               
            
                  1.3
               
               
                  Krümmung.
               
            2   EINE GRUPPE WIRD INNERHALB EINER DICKENKATEGORIE GEBILDET.
      3   DIE EINTEILUNG ERFOLGT NACH DEN ANSTEIGENDEN WERTEN DER UMSCHRIEBENEN FLÄCHE.
      Die fünf Größten und die fünf kleinsten sind auszuwählen und wie folgt zu nummerieren:
      
                  1 für die größte
                  2 für die nächstkleinere nach 1
                  3 für die nächstkleinere nach 2
                  4 für die nächstkleinere nach 3
                  5 für die nächstkleinere nach 4
               
               
                  1 für die kleinste
                  2 für die nächstgrößere nach 1
                  3 für die nächstgrößere nach 2
                  4 für die nächstgrößere nach 3
                  5 für die nächstgrößere nach 4
               
            4   INNERHALB JEDER DER ZWEI VORHERGENANNTEN DEFINIERTEN SERIEN SIND DIE WERTE DER SEGMENTHÖHE WIE FOLGT ZU BEZEICHNEN:
      1 für die größte Segmenthöhe,
      2 für die nächstkleinere,
      3 für die nächstkleinere, usw.
      5   INNERHALB JEDER DER ZWEI IN ABSATZ 3 DEFINIERTEN SERIEN SIND DIE WERTE DER KRÜMMUNGSRADIEN WIE FOLGT ZU BEZEICHNEN:
      1 für den kleinsten Krümmungsradius,
      2 für den nächstgrößeren,
      3 für den nächstgrößeren, usw.
      6   DIE JEDER WINDSCHUTZSCHEIBE DER BEIDEN NACH ABSATZ 3 DEFINIERTEN SERIEN ZUGETEILTEN BEWERTUNGSZIFFERN SIND ZU ADDIEREN.
      
                  6.1
               
               
                  Die Windschutzscheibe unter den fünf größten mit der kleinsten Ziffernsumme und die Windschutzscheibe unter den fünf kleinsten mit der kleinsten Ziffernsumme muss einer vollständigen Prüfung nach Anhang 4, 6, 8, 9 und 10 unterzogen werden.
               
            
                  6.2
               
               
                  Die anderen Windschutzscheiben aus der gleichen Serie müssen den Prüfungen der optischen Eigenschaften nach Anhang 3, Absatz 9 unterzogen werden.
               
            7   Die Windschutzscheiben, die hinsichtlich Form und/oder Krümmungsradius von den Extremwerten der ausgewählten Gruppen bedeutend abweichen, können geprüft werden, falls die Prüfstelle der Meinung ist, dass von diesen Merkmalen eine nennenswerte nachteilige Wirkung ausgeht.
      8   Die Grenzen der Gruppe sind durch die umschriebene Fläche der Windschutzscheibe bestimmt. Hat eine zur Genehmigung vorgestellte Windschutzscheibe eine umschriebene Fläche, die außerhalb der genehmigten Grenzwerte liegt und/oder ist ihre Segmenthöhe deutlich größer oder ihr Krümmungsradius deutlich kleiner, dann ist die Windschutzscheibe als neuer Typ anzusehen; zusätzliche Prüfungen sind dann erforderlich, falls die Prüfstelle dies aufgrund bereits vorliegender Informationen über dieses Produkt und diesen Werkstoff als technisch erforderlich erachtet.
      9   Beabsichtigt der Inhaber einer Genehmigung, später ein anderes Windschutzscheibenmodell zu produzieren, das bereits zu einer genehmigten Dickenkategorie gehört, dann
      
                  9.1
               
               
                  ist zu prüfen, ob das neue Modell in die fünf größten oder die fünf kleinsten der für die Genehmigung ausgewählten Scheiben der betreffenden Gruppen eingeordnet werden kann;
               
            
                  9.2
               
               
                  ist die Bewertung mit Ziffern nach den Absätzen 3, 4 und 5 erneut durchzuführen.
               
            
                  9.3
               
               
                  Ist die Summe der Bewertungsziffern dieser hinzugekommenen Windschutzscheibe im Vergleich mit den fünf größten oder den fünf kleinsten Scheiben
                  
                              9.3.1
                           
                           
                              die niedrigste, so müssen folgende Prüfungen durchgeführt werden:
                              
                                          9.3.1.1
                                       
                                       
                                          bei vorgespannten Windschutzscheiben:
                                          
                                                      9.3.1.1.1
                                                   
                                                   
                                                      Bruchstruktur,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.1.2
                                                   
                                                   
                                                      Phantomfallprüfung,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.1.3
                                                   
                                                   
                                                      optische Verzerrung,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.1.4
                                                   
                                                   
                                                      Doppelbild,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.1.5
                                                   
                                                   
                                                      Lichtdurchlässigkeit;
                                                   
                                                
                                    
                                          9.3.1.2
                                       
                                       
                                          bei Verbundglas- und Glas-Kunststoff-Windschutzscheiben:
                                          
                                                      9.3.1.2.1
                                                   
                                                   
                                                      Phantomfallprüfung,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.2.2
                                                   
                                                   
                                                      optische Verzerrung,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.2.3
                                                   
                                                   
                                                      Doppelbild,
                                                   
                                                
                                                      9.3.1.2.4
                                                   
                                                   
                                                      Lichtdurchlässigkeit;
                                                   
                                                
                                    
                                          9.3.1.3
                                       
                                       
                                          bei vorbehandelten Verbundglas-Windschutzscheiben sind die Prüfungen nach den Absätzen 9.3.1.1.1, 9.3.1.1.2 und 9.3.1.2 vorgeschrieben;
                                       
                                    
                                          9.3.1.4
                                       
                                       
                                          bei Windschutzscheiben mit Kunststoffbeschichtung sind die Prüfungen nach den Absätzen 9.3.1.1 oder 9.3.1.2, je nachdem vorgeschrieben;
                                       
                                    
                        
                              9.3.2
                           
                           
                              falls nicht, sind nur die Prüfungen vorgeschrieben, die die optische Qualität betreffen, wie sie in Anhang 3, Absatz 9 beschrieben sind.
                           
                        
            
   
      ANHANG 14
      
         VERGLASUNGEN AUS STARREM KUNSTSTOFF AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Verglasungen aus starrem Kunststoff gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden.
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrikoder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              chemische Bezeichnung des Werkstoffes,
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Klassifizierung des Werkstoffes durch den Hersteller,
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Herstellungsverfahren,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Form und Abmessungen.
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Nenndicke. Bei extrudierten Kunststoffprodukten beträgt die Toleranz hinsichtlich der Nenndicke + 10 %. Bei Kunststoffprodukten, die nach anderen Verfahren hergestellt werden (z.B. Scheiben aus gegossenem Acryl), ergibt sich die zulässige Dickentoleranz aus der Gleichung Dickentoleranz (mm)= + (0,4 + 0,1 e), wobei e die Dicke der Scheibe in mm ist. Die Bezugsnorm ist die ISO-Norm 7823/1.
                           
                        
                              1.1.7
                           
                           
                              Färbung des Kunststoffprodukts,
                           
                        
                              1.1.8
                           
                           
                              Art der Oberflächenbeschichtung.
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              mit oder ohne elektrische Leiter oder Heizelemente.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Scheiben aus starrem Kunststoff sind die Prüfungen entweder an planen Prüfmustern, die für das Fertigprodukt repräsentativ sein müssen, oder an fertigen Teilen durchzuführen. Alle optischen Messungen sind an echten Teilen vorzunehmen.
               
            
                  2.2.
               
               
                  Von den Prüfmustern ist die Schutzverpackung zu entfernen, und sie sind vor der Prüfung sorgfältig zu reinigen.
               
            
                  2.2.1
               
               
                  Sie sind 48 Stunden lang bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 ± 5 % zu lagern.
               
            
                  2.3
               
               
                  Zur Bewertung des Bruchverhaltens bei dynamischer Belastung werden je nach Verwendung der Kunststoffverglasungen Klassen geschaffen, bei denen die Möglichkeit eines Kopfaufpralls berücksichtigt wird und für die verschiedene Vorschriften für die Phantomfallprüfung gelten.
               
            3   FLEXIBILITÄTSPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Zahl der Prüfmuster
      Es ist ein planes Prüfmuster mit den Abmessungen 300 × 25 mm zu prüfen.
      3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 12 beschrieben.
               
            3.4   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Prüfmuster oder eine Probe gilt als starrer Kunststoff, wenn die vertikale Abweichung nach 60 Sekunden höchstens 50 mm beträgt.
      4   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      4.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      4.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind sechs plane Prüfmuster (1 170 × 570 mm +0/-2 mm) oder sechs komplette Teile zu prüfen.
      4.3   Prüfverfahren
      
                  4.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 3.2 beschrieben.
               
            
                  4.3.2
               
               
                  Bei Scheiben wie Trennscheiben und Abteilfenstern, bei denen ein Kopfaufprall möglich ist (Klasse VIII/A), muss die Fallhöhe 3 m betragen. Außerdem ist der HIC-Wert zu bestimmen.
               
            
                  4.3.3
               
               
                  Bei Scheiben, wie Seitenund Heckscheiben sowie Sonnendächern, bei denen die Gefahr des Kopfaufpralls gering ist (Klasse VIII/B), muss die Fallhöhe 1,5 m betragen. Außerdem ist der HIC-Wert zu bestimmen.
               
            
                  4.3.4
               
               
                  Bei Scheiben, bei denen kein Kopfaufprall möglich ist, sowie bei kleinen Scheiben in Fahrzeugen und bei allen Scheiben in Anhängern (Klasse VIII/C) wird keine Phantomfallprüfung durchgeführt. Eine kleine Scheibe ist eine Scheibe, der ein Kreis mit einem Durchmesser von 150 mm nicht eingeschrieben werden kann.
               
            4.4.   Auswertung der Ergebnisse
      Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
      
                  4.4.1
               
               
                  Das Prüfmuster oder die Probe darf weder durchschlagen noch in vollständig voneinander getrennte große Stücke zerbrochen sein.
               
            
                  4.4.2
               
               
                  Der HIC-Wert beträgt weniger als 1 000.
               
            
                  4.4.3
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              4.4.3.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen erbringen zufriedenstellende Ergebnisse; oder
                           
                        
                              4.4.3.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            5   MECHANISCHE FESTIGKEITSPRÜFUNG MIT DER 227-G-KUGEL
      5.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      
                  1.
               
               
                  ohne elektrische Leiter oder Heizelemente,
               
            
                  2.
               
               
                  mit elektrischen Leitern oder Heizelementen.
               
            5.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind zehn plane quadratische Prüfmuster mit den Abmessungen 300 mm +10/-0 mm oder zehn möglichst plane fertige Teile zu prüfen.
      5.3   Prüfverfahren
      
                  5.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 2.1 beschrieben.
               
            
                  5.3.2
               
               
                  Die Fallhöhe für die verschiedenen Dicken ist in der nachstehenden Tabelle angegeben:
                  
                              Dicke der Scheibe (mm)
                           
                           
                              Fallhöhe (m)
                           
                        
                              < 3
                           
                           
                              2
                           
                        
                              4
                           
                           
                              3
                           
                        
                              5
                           
                           
                              4
                           
                        
                              > 6
                           
                           
                              5
                           
                        Bei Zwischenwerten für die Dicke der Prüfmuster im Intervall zwischen 3 mm und 6 mm ist der Wert der Fallhöhe zu interpolieren.
               
            5.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  5.4.1
               
               
                  Die Kugelfallprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              —
                           
                           
                              Die Kugel durchschlägt das Prüfmuster nicht,
                           
                        
                              —
                           
                           
                              das Prüfmuster zerbricht nicht in einzelne Stücke.
                           
                        Durch den Aufschlag dürfen jedoch Risse und Sprünge in der Scheibe auftreten.
               
            
                  5.4.2
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Prüfung mit der 227-g-Kugel als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              5.4.2.1
                           
                           
                              Acht oder mehr einzelne Prüfungen erbringen bei der vorgeschriebenen Fallhöhe zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              5.4.2.2
                           
                           
                              drei oder mehr Prüfungen haben ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            5.5   Prüfung mit der 227-g-Kugel bei -18 ± 2 °C
      
                  5.5.1
               
               
                  Damit die Temperaturänderung des Prüfmusters möglichst gering gehalten wird, muss die Prüfung innerhalb von 30 Sekunden nach der Entnahme des Prüfmusters aus dem Klimaraum durchgeführt werden.
               
            
                  5.5.2
               
               
                  Die Prüfung ist nach dem in Absatz 5.3 dieses Anhangs beschriebenen Verfahren durchzuführen, außer dass die Prüftemperatur -18 ± 2 °C beträgt.
               
            
                  5.5.3
               
               
                  Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt nach dem in Absatz 5.4 dieses Anhangs beschriebenen Verfahren.
               
            6   PRÜFUNG DER BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      6.1   Abriebprüfung
      6.1.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 4; die Prüfung wird entweder bei 1 000, 500 oder 100 Umdrehungen zur Messung des Abriebs der Produktoberfläche durchgeführt.
      6.1.2   Für jede Art der Oberflächenbeschichtung sind drei plane quadratische Prüfmuster mit einer Seitenlänge von 100 mm zu prüfen.
      6.1.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.1.3.1
               
               
                  Bei Verglasungen der Klasse L wird die Abriebprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn die gesamte Lichtstreuung nach dem Abrieb nach 1 000 Umdrehungen auf der Außenfläche des Prüfmusters nicht mehr als 2 % und nach 100 Umdrehungen auf seiner Innenfläche nicht mehr als 4 % beträgt.
               
            
                  6.1.3.2
               
               
                  Bei Verglasungen der Klasse M wird die Abriebprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn die gesamte Lichtstreuung nach dem Abrieb nach 500 Umdrehungen auf der Außenfläche des Prüfmusters nicht mehr als 10 % und nach 100 Umdrehungen auf seiner Innenfläche nicht mehr als 4 % beträgt.
               
            
                  6.1.3.3
               
               
                  Bei Sonnendächern ist keine Abriebprüfung erforderlich.
               
            6.1.4   Ein Satz Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  —
               
               
                  alle Proben entsprechen den Vorschriften oder
               
            
                  —
               
               
                  eine Probe entspricht nicht den Vorschriften, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Proben erbringt ein zufriedenstellendes Ergebnis.
               
            6.2   Prüfung der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen
      6.2.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 6.4. Der Gesamtwert der ultravioletten Bestrahlung mit der Xenon-Langbogenlampe muss 500 MJ/m2 betragen. Während der Bestrahlung müssen die Prüfmuster in ununterbrochenen Zyklen mit Wasser besprüht werden. Innerhalb eines 120 Minuten dauernden Zyklus werden die Prüfmuster 102 Minuten lang ohne Besprühung und 18 Minuten lang mit Besprühung bestrahlt.
      
                  6.2.1.1
               
               
                  Es können auch andere Verfahren, die zu den gleichen Ergebnissen führen, angewandt werden.
               
            6.2.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind drei plane Prüfmuster mit den Abmessungen 130 × 40 mm zu prüfen, die aus einer ebenen Scheibe herausgeschnitten wurden.
      6.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.2.3.1
               
               
                  Die Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen wird als zufriedenstellend angesehen, wenn
                  
                              6.2.3.1.1
                           
                           
                              die nach den Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gemessene Lichtdurchlässigkeit nicht weniger als 95 % des Wertes vor der Bewitterung beträgt. Bei Scheiben, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind, darf der Wert nicht unter 70 % liegen.
                           
                        
                              6.2.3.1.2
                           
                           
                              Während der Bewitterung dürfen keine Blasen oder andere sichtbare Schäden, keine Verfärbungen, keine Trübung und keine Oberflächenrisse auftreten.
                           
                        
            6.2.4   Ein Satz Prüfmuster oder Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  6.2.4.1
               
               
                  Bei allen Prüfmustern sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  6.2.4.2
               
               
                  Bei einem Prüfmuster ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster oder Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            6.3   Gitterschnittprüfung
      6.3.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 13 gelten nur für beschichtete Produkte aus starrem Kunststoff.
      6.3.2   Die Gitterschnittprüfung ist an einem der Prüfmuster nach Absatz 6.2 durchzuführen.
      6.3.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.3.3.1
               
               
                  Die Gitterschnittprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn
                  
                              6.3.3.1.1
                           
                           
                              der Gitterschnitt-Kennwert Gt1 erreicht wird.
                           
                        
            
                  6.3.3.2
               
               
                  Das Prüfmuster wird hinsichtlich der Erteilung der Genehmigung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              6.3.3.2.1
                           
                           
                              Die Prüfung hat zufriedenstellende Ergebnisse erbracht.
                           
                        
                              6.3.3.2.2
                           
                           
                              Die Prüfung hat keine zufriedenstellenden Ergebnisse erbracht; eine Wiederholungsprüfung an einem anderen nach der Prüfung nach Absatz 6.2 verbliebenen Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            6.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      6.4.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 7.
      6.4.2   Es sind zehn plane quadratische Prüfmuster mit einer Seitenlänge von 300 mm zu prüfen.
      6.4.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.4.3.1
               
               
                  Die Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit wird als zufriedenstellend angesehen, wenn
                  
                              6.4.3.1.1
                           
                           
                              keine sichtbaren Schäden wie Blasen oder eine Trübung an einem Prüfmuster festgestellt werden und
                           
                        
                              6.4.3.1.2
                           
                           
                              die nach den Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gemessene Lichtdurchlässigkeit nicht weniger als 95 % des Wertes vor der Prüfung beträgt; bei Scheiben, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind, darf der Wert nicht unter 70 % liegen.
                           
                        
            6.4.4   Nach der Prüfung sind die Prüfmuster mindestens 48 Stunden lang bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 ± 5 % zu lagern und dann der Prüfung mit der 227-g-Kugel nach Absatz 5 dieses Anhangs zu unterziehen.
      7   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gelten für Produkte, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind.
      7.1   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Satz Proben wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  7.1.1
               
               
                  Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  7.1.2
               
               
                  Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            8   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      8.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 10.
      8.2   Auswertung der Ergebnisse
      Die Prüfung des Brennverhaltens wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Brenngeschwindigkeit weniger als 110 mm/min beträgt.
      
                  8.2.1
               
               
                  Ein Satz Proben wird hinsichtlich der Erteilung der Genehmigung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              8.2.1.1
                           
                           
                              Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
                           
                        
                              8.2.1.2
                           
                           
                              Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem zweiten Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            9   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      9.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 11.
      9.2   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Satz Proben wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  9.2.1
               
               
                  Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  9.2.2
               
               
                  Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem zweiten Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            
   
      ANHANG 15
      
         VERGLASUNGEN AUS FLEXIBLEM KUNSTSTOFF AUSSER WINDSCHUTZSCHEIBEN
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Verglasungen aus flexiblem Kunststoff gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden.
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              chemische Bezeichnung des Werkstoffes,
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Klassifizierung des Werkstoffes durch den Hersteller,
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Herstellungsverfahren,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Nenndicke (e) mit zulässiger Fertigungstoleranz+ (0,1 mm + 0,1 e); d > 0,1 mm,
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Färbung des Kunststoffprodukts,
                           
                        
                              1.1.7
                           
                           
                              Art der Oberflächenbeschichtung(en).
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Verglasungen aus flexiblem Kunststoff sind die Prüfungen an planen Prüfmustern durchzuführen, die entweder aus Fertigprodukten herausgeschnitten oder speziell für diesen Zweck hergestellt wurden. In beiden Fällen muss das Prüfmuster in jeder Beziehung für die Scheiben der laufenden Produktion, für die die Genehmigung beantragt wird, repräsentativ sein.
               
            
                  2.2
               
               
                  Von den Prüfmustern sind die Schutzfolien zu entfernen, und sie sind vor der Prüfung sorgfältig zu reinigen.
               
            
                  2.2.1
               
               
                  Sie sind 48 Stunden lang bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 ± 5 % zu lagern.
               
            3   FLEXIBILITÄTS- UND BIEGEPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Zahl der Prüfmuster
      Es ist ein planes Prüfmuster mit den Abmessungen 300 × 25 mm zu prüfen.
      3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 12 beschrieben.
               
            3.4   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Prüfmuster oder eine Probe gilt als flexibler Kunststoff, wenn die vertikale Abweichung nach 60 Sekunden mehr als 50 mm beträgt.
      10 Sekunden nach einer 180°-Biegeprüfung darf der Werkstoff an der Biegestelle keine Anbrüche oder Beschädigungen aufweisen.
      4   PRÜFUNGEN DER MECHANISCHEN FESTIGKEIT
      4.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      4.2   Prüfung mit der 227-g-Kugel bei 20 ± 5 °C
      4.2.1   Zahl der Prüfmuster
      Es sind zehn plane quadratische Prüfmuster mit den Abmessungen 300 mm +10/-0 mm zu prüfen.
      4.2.2   Prüfverfahren
      
                  4.2.2.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 2.1 beschrieben.
               
            
                  4.2.2.2
               
               
                  Die Fallhöhe beträgt für alle Dicken 2 m.
               
            4.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  4.2.3.1
               
               
                  Die Kugelfallprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Kugel das Prüfmuster nicht durchschlägt.
               
            
                  4.2.3.2
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Prüfung mit der 227-g-Kugel als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              4.2.3.2.1
                           
                           
                              Acht oder mehr Prüfungen erbringen bei der vorgeschriebenen Fallhöhe zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              4.2.3.2.2
                           
                           
                              mehr als zwei Prüfungen haben bei der Mindestfallhöhe ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            4.3   Prüfung mit der 227-g-Kugel bei -18 ± 2 °C
      
                  4.3.1
               
               
                  Damit die Temperaturänderung des Prüfmusters möglichst gering gehalten wird, muss die Prüfung innerhalb von 30 Sekunden nach der Entnahme des Prüfmusters aus dem Klimaraum durchgeführt werden.
               
            
                  4.3.2
               
               
                  Die Prüfung ist nach dem in Absatz 4.2.2 dieses Anhangs beschriebenen Verfahren durchzuführen, außer dass die Temperatur des Prüfmusters -18 ± 2 °C beträgt.
               
            
                  4.3.3
               
               
                  Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt nach dem in Absatz 4.2.3 dieses Anhangs beschriebenen Verfahren.
               
            5   PRÜFUNG DER BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      5.1   Prüfung der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen
      5.1.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 6.4. Der Gesamtwert der ultravioletten Bestrahlung mit der Xenon-Langbogenlampe muss 500 MJ/m2 betragen. Während der Bestrahlung müssen die Prüfmuster in ununterbrochenen Zyklen mit Wasser besprüht werden. Innerhalb eines 120 Minuten dauernden Zyklus werden die Prüfmuster 102 Minuten lang ohne Besprühung und 18 Minuten lang mit Besprühung bestrahlt.
      
                  5.1.1.1
               
               
                  Es können auch andere Verfahren, die zu den gleichen Ergebnissen führen, angewandt werden.
               
            5.1.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind drei plane Prüfmuster mit den Abmessungen 130 × 40 mm zu prüfen, die aus einer ebenen Scheibe herausgeschnitten wurden.
      5.1.3   Auswertung der Ergebnisse
      Die Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen wird als zufriedenstellend angesehen, wenn
      
                  5.1.3.1
               
               
                  die nach den Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gemessene Lichtdurchlässigkeit nicht weniger als 95 % des Wertes vor der Bewitterung beträgt. Bei Scheiben, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind, darf der Wert nicht unter 70 % liegen.
               
            
                  5.1.3.2
               
               
                  Während der Bewitterung dürfen keine Blasen oder anderen sichtbaren Schäden, keine Verfärbungen, keine Trübung und keine Oberflächenrisse auftreten.
               
            5.1.4.   Ein Satz Prüfmuster oder Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  5.1.4.1
               
               
                  Bei allen Prüfmustern sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  5.1.4.2
               
               
                  Bei einem Prüfmuster ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster oder Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            6   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gelten für Produkte, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind.
      6.1   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Satz Proben wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  6.1.1
               
               
                  Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  6.1.2
               
               
                  Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            7   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      7.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 10.
      7.2   Auswertung der Ergebnisse
      Die Prüfung des Brennverhaltens wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Brenngeschwindigkeit weniger als 110 mm/min beträgt.
      
                  7.2.1
               
               
                  Ein Satz Proben wird hinsichtlich der Erteilung der Genehmigung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              7.2.1.1
                           
                           
                              Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
                           
                        
                              7.2.1.2
                           
                           
                              Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem zweiten Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            8   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      8.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 11.2.1.
      8.2   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Satz Proben wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  8.2.1
               
               
                  Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  8.2.2
               
               
                  Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem zweiten Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            
   
      ANHANG 16
      
         ISOLIERGLASEINHEITEN AUS STARREM KUNSTSTOFF
      
      1   BESTIMMUNG DES TYPS
      Isolierglaseinheiten gehören zu verschiedenen Typen, wenn sie sich in wenigstens einem der folgenden Hauptmerkmale oder sekundären Merkmale unterscheiden.
      
                  1.1
               
               
                  Die Hauptmerkmale sind:
                  
                              1.1.1
                           
                           
                              Fabrik- oder Handelsmarken,
                           
                        
                              1.1.2
                           
                           
                              chemische Bezeichnung der Einzelscheiben,
                           
                        
                              1.1.3
                           
                           
                              Klassifizierung der Scheiben durch den Hersteller,
                           
                        
                              1.1.4
                           
                           
                              Dicke der Einzelscheiben,
                           
                        
                              1.1.5
                           
                           
                              Herstellungsverfahren der Isolierglaseinheit,
                           
                        
                              1.1.6
                           
                           
                              Breite des Luftzwischenraums zwischen den einzelnen Kunststoffscheiben,
                           
                        
                              1.1.7
                           
                           
                              Färbung der Kunststoffscheiben,
                           
                        
                              1.1.8
                           
                           
                              Art und Typ der Oberflächenbeschichtung.
                           
                        
            
                  1.2
               
               
                  Die sekundären Merkmale sind:
                  
                              1.2.1
                           
                           
                              Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
                           
                        
            2   ALLGEMEINES
      
                  2.1
               
               
                  Bei Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff sind die Prüfungen je nach den Prüfvorschriften entweder an planen Prüfmustern oder an fertigen Teilen durchzuführen.
               
            
                  2.2.
               
               
                  Von den Prüfmustern sind die Schutzfolien zu entfernen, und sie sind vor der Prüfung zu reinigen. Vor der Prüfung sind sie 24 Stunden lang bei einer Temperatur von 23 °C ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 ± 5 % zu lagern.
               
            
                  2.3
               
               
                  Bei extrudierten Kunststoffprodukten beträgt die Toleranz hinsichtlich der Nenndicke ± 10 %. Bei Kunststoffprodukten, die nach anderen Verfahren hergestellt werden (z. B. Scheiben aus gegossenem Acryl), ergibt sich die zulässige Dickentoleranz aus der Gleichung
                  
                               
                           
                           
                              Dickentoleranz (mm) = + (0,4 + 0,1 e),
                           
                        
                               
                           
                           
                              wobei e die Nenndicke der Scheibe ist.
                           
                        Die Bezugsnorm ist die ISO-Norm 7823/1.
                  Anmerkung: Ist die Dicke wegen der angewandten Formgebungsverfahren nicht gleichmäßig, dann wird die Dicke in der geometrischen Mitte der Isolierglaseinheit gemessen.
               
            
                  2.4
               
               
                  Prüfungen, die an Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff durchgeführt werden, bei denen die Nennbreite des Zwischenraums e in der geometrischen Mitte gemessen wird, gelten für alle Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff mit denselben Merkmalen und einer Nennbreite des Zwischenraums von e + 5 mm.
                  Der Antragsteller kann auch Prüfmuster mit den größten und den kleinsten Zwischenräumen vorlegen.
               
            3   FLEXIBILITÄTSPRÜFUNG
      3.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      3.2   Zahl der Prüfmuster
      Für jede Einzelscheibe der Isolierglaseinheit ist ein Prüfmuster mit den Abmessungen 300 × 25 mm zu prüfen.
      3.3   Prüfverfahren
      
                  3.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 12 beschrieben.
               
            3.4   Auswertung der Ergebnisse
      Die vertikale Abweichung darf bei beiden Einzelscheiben nach 60 Sekunden höchstens 50 mm betragen.
      4   PHANTOMFALLPRÜFUNG
      4.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      4.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind sechs repräsentative Isolierglaseinheiten mit den Abmessungen 1 170 × 570 mm (+0/-2 mm in beiden Richtungen) zu prüfen. Die Prüfmuster müssen am Rand eingespannt werden können.
      4.3   Prüfverfahren
      
                  4.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 3.2 beschrieben; der Aufprall erfolgt auf der Innenseite der Isolierglaseinheit.
               
            
                  4.3.2
               
               
                  Bei Scheiben wie Trennscheiben und -fenstern, bei denen die Gefahr des Kopfaufpralls groß ist, muss die Fallhöhe 3 m betragen.
                  Außerdem ist der HIC-Wert zu bestimmen.
               
            
                  4.3.3
               
               
                  Bei Scheiben, wie Seiten- und Heckscheiben sowie Sonnendächern, bei denen die Gefahr des Kopfaufpralls gering ist, muss die Fallhöhe 1,5 m betragen.
                  Außerdem ist der HIC-Wert zu bestimmen.
               
            
                  4.3.4
               
               
                  Bei Scheiben, bei denen kein Kopfaufprall möglich ist, wie zum Beispiel bei Scheiben in Wohnanhängern, und bei kleinen Scheiben wird keine Phantomfallprüfung durchgeführt. Eine kleine Scheibe ist eine Scheibe, der ein Kreis mit einem Durchmesser von 150 mm nicht einbeschrieben werden kann.
               
            4.4.   Auswertung der Ergebnisse
      Die Prüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
      
                  4.4.1
               
               
                  Das Prüfmuster oder die Probe darf weder durchschlagen noch in vollständig voneinander getrennte große Stücke zerbrochen sein.
               
            
                  4.4.2
               
               
                  Der HIC-Wert beträgt weniger als 1 000.
               
            
                  4.4.3
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Phantomfallprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              4.4.3.1
                           
                           
                              Alle Prüfungen erbringen zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              4.4.3.2
                           
                           
                              eine Prüfung hat ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            5   MECHANISCHE FESTIGKEITSPRÜFUNG MIT DER 227-G-KUGEL
      5.1   Schwierigkeitsgrad der sekundären Merkmale
      Die sekundären Merkmale bleiben unberücksichtigt.
      5.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind zehn plane Prüfmuster aus der äußeren Scheibe oder zehn fertige Teile mit den Abmessungen 300 mm +10/-0 mm zu prüfen.
      5.3   Prüfverfahren
      
                  5.3.1
               
               
                  Das anzuwendende Prüfverfahren ist in Anhang 3 Absatz 2.1 beschrieben.
                  Der Aufprall erfolgt auf der Außenseite der Isolierglaseinheit.
               
            
                  5.3.2
               
               
                  Die Fallhöhe für die verschiedenen Dicken der äußeren Scheibe der Isolierglaseinheit ist in der nachstehenden Tabelle angegeben:
                  
                              Dicke der äußeren Scheibe (mm)
                           
                           
                              Fallhöhe (m)
                           
                        
                              < 3
                           
                           
                              2
                           
                        
                              4
                           
                           
                              3
                           
                        
                              5
                           
                           
                              4
                           
                        
                              > 6
                           
                           
                              5
                           
                        Bei Zwischenwerten für die Dicke im Intervall zwischen 3 mm und 6 mm ist der Wert der Fallhöhe zu interpolieren.
               
            5.4   Auswertung der Ergebnisse
      
                  5.4.1
               
               
                  Die Kugelfallprüfung wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
                  
                              —
                           
                           
                              Die Kugel durchschlägt das Prüfmuster nicht,
                           
                        
                              —
                           
                           
                              das Prüfmuster zerbricht nicht in einzelne Stücke.
                           
                        
            
                  5.4.2
               
               
                  Ein Satz Prüfmuster, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich des Verhaltens bei der Prüfung mit der 227-g-Kugel als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              5.4.2.1
                           
                           
                              Acht oder mehr einzelne Prüfungen erbringen bei der vorgeschriebenen Fallhöhe zufriedenstellende Ergebnisse;
                           
                        
                              5.4.2.2
                           
                           
                              drei oder mehr Prüfungen haben ein negatives Ergebnis erbracht, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            5.5   Prüfung mit der 227-g-Kugel bei -18 °C± 2 °C
      
                  5.5.1
               
               
                  Damit die Temperaturänderung des Prüfmusters möglichst gering gehalten wird, muss die Prüfung innerhalb von 30 Sekunden nach der Entnahme des Prüfmusters aus dem Klimaraum durchgeführt werden.
               
            
                  5.5.2
               
               
                  Die Prüfung ist nach dem in Absatz 5.3 dieses Anhangs beschriebenen Verfahren durchzuführen, außer dass die Prüftemperatur -18 °C ± 2 °C beträgt.
               
            
                  5.5.3
               
               
                  Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt nach dem in Absatz 5.4 dieses Anhangs beschriebenen Verfahren.
               
            6   PRÜFUNG DER BESTÄNDIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINWIRKUNGEN
      6.1   Abriebprüfung
      6.1.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 4; die Prüfung wird entweder bei 1 000, 500 oder 100 Umdrehungen zur Messung des Abriebs der Produktoberfläche durchgeführt.
      6.1.2   Für jede Art der Oberflächenbeschichtung sind drei plane quadratische Prüfmuster mit einer Seitenlänge von 100 mm zu prüfen.
      6.1.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.1.3.1
               
               
                  Bei Verglasungen der Klasse L wird die Abriebprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn die gesamte Lichtstreuung nach dem Abrieb nach 1 000 Umdrehungen auf der Außenfläche des Prüfmusters nicht mehr als 2 % und nach 100 Umdrehungen auf seiner Innenfläche nicht mehr als 4 % beträgt.
               
            
                  6.1.3.2
               
               
                  Bei Verglasungen der Klasse M wird die Abriebprüfung als zufriedenstellend angesehen, wenn die gesamte Lichtstreuung nach dem Abrieb nach 500 Umdrehungen auf der Außenfläche des Prüfmusters nicht mehr als 10 % und nach 100 Umdrehungen auf seiner Innenfläche nicht mehr als 4 % beträgt.
               
            
                  6.1.3.3
               
               
                  Bei Sonnendächern ist keine Abriebprüfung erforderlich.
               
            6.1.4   Ein Satz Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  —
               
               
                  alle Proben entsprechen den Vorschriften oder
               
            
                  —
               
               
                  eine Probe entspricht nicht den Vorschriften, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Proben erbringt ein zufriedenstellendes Ergebnis.
               
            6.2   Prüfung der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen
      6.2.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 6.4. Der Gesamtwert der ultravioletten Bestrahlung mit der Xenon-Langbogenlampe muss 500 MJ/m2 betragen. Während der Bestrahlung müssen die Prüfmuster in ununterbrochenen Zyklen mit Wasser besprüht werden. Innerhalb eines 120 Minuten dauernden Zyklus werden die Prüfmuster 102 Minuten lang ohne Besprühung und 18 Minuten lang mit Besprühung bestrahlt.
      
                  6.2.1.1
               
               
                  Es können auch andere Verfahren, die zu den gleichen Ergebnissen führen, angewandt werden.
               
            6.2.2   Zahl der Prüfmuster
      Es sind drei plane Prüfmuster mit den Abmessungen 130 × 40 mm zu prüfen, die aus der äußeren Scheibe der Isolierglaseinheit herausgeschnitten wurden.
      6.2.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.2.3.1
               
               
                  Die Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen wird als zufriedenstellend angesehen, wenn
                  
                              6.2.3.1.1
                           
                           
                              die nach den Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gemessene Lichtdurchlässigkeit nicht weniger als 95 % des Wertes vor der Bewitterung beträgt. Bei Scheiben, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind, darf der Wert nicht unter 70 % liegen.
                           
                        
                              6.2.3.1.2
                           
                           
                              Während der Bewitterung dürfen keine Blasen oder anderen sichtbaren Schäden, keine Verfärbungen, keine Trübung und keine Oberflächenrisse auftreten.
                           
                        
            6.2.4   Ein Satz Prüfmuster oder Proben, der für die Erteilung einer Genehmigung vorgelegt wurde, wird hinsichtlich der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  6.2.4.1
               
               
                  Bei allen Prüfmustern sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  6.2.4.2
               
               
                  Bei einem Prüfmuster ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Prüfmuster oder Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            6.3   Gitterschnittprüfung
      6.3.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 13 gelten nur für beschichtete Produkte.
      6.3.2.   Bie Gitterschnittprüfung ist an einem der Prüfmuster nach Absatz 6.2 durchzuführen.
      6.3.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.3.3.1
               
               
                  Die Gitterschnittprüfung wird als zufriedenstellend angesehen,
                  wenn der Gitterschnitt-Kennwert Gt1 erreicht wird.
               
            
                  6.3.3.2
               
               
                  Das Prüfmuster wird hinsichtlich der Erteilung der Genehmigung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              6.3.3.2.1
                           
                           
                              Die Prüfung hat zufriedenstellende Ergebnisse erbracht.
                           
                        
                              6.3.3.2.2
                           
                           
                              Die Prüfung hat keine zufriedenstellenden Ergebnisse erbracht; eine Wiederholungsprüfung an einem anderen nach der Prüfung nach Absatz 6.2 verbliebenen Prüfmuster erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            6.4   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      6.4.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 7.
      6.4.2.   Es sind zehn quadratische Prüfmuster oder Isolierglaseinheiten mit einer Seitenlänge von 300 × 300 mm zu prüfen.
      6.4.3   Auswertung der Ergebnisse
      
                  6.4.3.1
               
               
                  Die Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit wird als zufriedenstellend angesehen, wenn
                  
                              6.4.3.1.1
                           
                           
                              keine sichtbaren Schäden wie Blasen oder eine Trübung an einem Prüfmuster festgestellt werden und
                           
                        
                              6.4.3.1.2
                           
                           
                              die nach den Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gemessene Lichtdurchlässigkeit nicht weniger als 95 % des Wertes vor der Prüfung beträgt; bei Scheiben, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind, darf der Wert nicht unter 70 % liegen.
                           
                        
            6.4.4   Nach der Prüfung sind die Prüfmuster mindestens 48 Stunden lang bei einer Temperatur von 23 °C ± 2 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 ± 5 % zu lagern und dann der Prüfung mit der 227-g-Kugel nach Absatz 5 dieses Anhangs zu unterziehen.
      7   OPTISCHE EIGENSCHAFTEN
      Die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 9.1 gelten für Produkte, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung sind.
      7.1   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Satz Proben wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  7.1.1
               
               
                  Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  7.1.2
               
               
                  Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem neuen Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            8   PRÜFUNG DES BRENNVERHALTENS
      8.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 10.
      8.2   Auswertung der Ergebnisse
      Die Prüfung muss an beiden Oberflächen der Isolierglaseinheit getrennt durchgeführt werden.
      Die Prüfung des Brennverhaltens wird als zufriedenstellend angesehen, wenn die Brenngeschwindigkeit weniger als 110 mm/min beträgt.
      
                  8.2.1
               
               
                  Ein Satz Proben wird hinsichtlich der Erteilung der Genehmigung als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
                  
                              8.2.1.1
                           
                           
                              Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
                           
                        
                              8.2.1.2
                           
                           
                              Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem zweiten Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
                           
                        
            9   PRÜFUNG DER CHEMIKALIENBESTÄNDIGKEIT
      9.1   Schwierigkeitsgrad und Prüfverfahren
      Es gelten die Vorschriften des Anhangs 3 Absatz 11.
      Die Prüfungen werden nur an Proben durchgeführt, die für die Außenseite der Isolierglaseinheit repräsentativ sind.
      9.2   Auswertung der Ergebnisse
      Ein Satz Proben wird als zufriedenstellend angesehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
      
                  9.2.1
               
               
                  Bei allen Proben sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
               
            
                  9.2.2
               
               
                  Bei einer Probe ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, eine Wiederholungsprüfung an einem zweiten Satz Proben erbringt zufriedenstellende Ergebnisse.
               
            
   
      ANHANG 17
      
         Messung der Segmenthöhe und Lage der Anschlagpunkte
      
      
         Abbildung 1
      
      
         Bestimmung der Segmenthöhe „h“
      
      
         
      Bei Sicherheitsverglasung mit einfacher Biegung ist die Segmenthöhe gleich h1 Maximum.
      Bei Scheiben mit doppelter Biegung ist die Segmenthöhe gleich h1 Maximum + h2 Maximum.
      
         Abbildung 2
      
      
         Vorgeschriebene Anschlagpunkte für Windschutzscheiben
      
      
         
      
         Abbildungen 3a, 3b und 3c
      
      
         Vorgeschriebene Anschlagspunkte für gleichmäßig vorgespannte Glasscheiben
      
      
         Abbildung 3a
      
      
         Plane Glasscheibe
      
      
         
      
         Abbildung 3b
      
      
         Plane Glasscheibe
      
      
         
      
         Abbildung 3c
      
      
         Gebogene Glasscheibe
      
      
         
      Die Punkte „2“ in den Abbildungen 3a, 3b und 3c sind Beispiele für die Anordnung des Punktes „2“ nach Anhang 4, Absatz 2.5.
   
   
      ANHANG 18
      
         Verfahren zur Bestimmung der Sichtbereiche auf den Windschutzscheiben von Fahrzeugen der Klasse M1 in Bezug auf die „V“-Punkte
      
      1   LAGE DER „V“-PUNKTE
      1.1   Die relative Lage der „V“-Punkte zum „R“-Punkt (siehe Anhang 19 zu dieser Regelung) gemäß den XYZ-Koordinaten des dreidimensionalen Koordinatensystems ist aus den Tabellen 1 und 2 zu ersehen.
      1.2.   Die Tabelle 1 gibt die grundlegenden Koordinaten für einen konstruktiv festgelegten Rückenlehnenwinkel von 25° an. Die positive Richtung der Koordinaten ist aus Abbildung 3 dieses Anhangs zu ersehen.
      
         Tabelle 1
      
      
                  V-Punkte
               
               
                  a
               
               
                  b
               
               
                  c (d)
               
            
                  V1
                  
               
               
                  68 mm
               
               
                  –5 mm
               
               
                  665 mm
               
            
                  V2
                  
               
               
                  68 mm
               
               
                  –5 mm
               
               
                  589 mm
               
            1.3   Korrektur für konstruktiv festgelegte Rückenlehnenwinkel, die nicht 25° betragen.
      
                  1.3.1
               
               
                  Tabelle 2 gibt die zusätzlichen Werte an, um die die Koordinaten X und Z jedes „V“-Punktes berichtigt werden müssen, wenn der konstruktiv festgelegte Rückenlehnenwinkel nicht 25° beträgt. Die positive Richtung der Koordinaten ist in Abbildung 3 dieses Anhangs angegeben.
                  
                     Tabelle 2
                  
                  
                              Rückenlehnenwinkel
                              (in °)
                           
                           
                              Waagerechte Koordinaten
                              X
                           
                           
                              Senkrechte Koordinaten
                              Z
                           
                        
                              5
                           
                           
                              – 186 mm
                           
                           
                              28 mm
                           
                        
                              6
                           
                           
                              – 176 mm
                           
                           
                              27 mm
                           
                        
                              7
                           
                           
                              – 167 mm
                           
                           
                              27 mm
                           
                        
                              8
                           
                           
                              – 157 mm
                           
                           
                              26 mm
                           
                        
                              9
                           
                           
                              – 147 mm
                           
                           
                              26 mm
                           
                        
                              10
                           
                           
                              – 137 mm
                           
                           
                              25 mm
                           
                        
                              11
                           
                           
                              – 128 mm
                           
                           
                              24 mm
                           
                        
                              12
                           
                           
                              – 118 mm
                           
                           
                              23 mm
                           
                        
                              13
                           
                           
                              – 109 mm
                           
                           
                              22 mm
                           
                        
                              14
                           
                           
                              –99 mm
                           
                           
                              21 mm
                           
                        
                              15
                           
                           
                              –90 mm
                           
                           
                              20 mm
                           
                        
                              16
                           
                           
                              –81 mm
                           
                           
                              18 mm
                           
                        
                              17
                           
                           
                              –71 mm
                           
                           
                              17 mm
                           
                        
                              18
                           
                           
                              –62 mm
                           
                           
                              15 mm
                           
                        
                              19
                           
                           
                              –53 mm
                           
                           
                              13 mm
                           
                        
                              20
                           
                           
                              –44 mm
                           
                           
                              11 mm
                           
                        
                              21
                           
                           
                              –35 mm
                           
                           
                              9 mm
                           
                        
                              22
                           
                           
                              –26 mm
                           
                           
                              7 mm
                           
                        
                              23
                           
                           
                              –17 mm
                           
                           
                              5 mm
                           
                        
                              24
                           
                           
                              –9 mm
                           
                           
                              2 mm
                           
                        
                              25
                           
                           
                              0 mm
                           
                           
                              0 mm
                           
                        
                              26
                           
                           
                              9 mm
                           
                           
                              –3 mm
                           
                        
                              27
                           
                           
                              17 mm
                           
                           
                              –5 mm
                           
                        
                              28
                           
                           
                              26 mm
                           
                           
                              –8 mm
                           
                        
                              29
                           
                           
                              34 mm
                           
                           
                              –11 mm
                           
                        
                              30
                           
                           
                              43 mm
                           
                           
                              –14 mm
                           
                        
                              31
                           
                           
                              51 mm
                           
                           
                              –17 mm
                           
                        
                              32
                           
                           
                              59 mm
                           
                           
                              –21 mm
                           
                        
                              33
                           
                           
                              67 mm
                           
                           
                              –24 mm
                           
                        
                              34
                           
                           
                              76 mm
                           
                           
                              –28 mm
                           
                        
                              35
                           
                           
                              84 mm
                           
                           
                              –31 mm
                           
                        
                              36
                           
                           
                              92 mm
                           
                           
                              –35 mm
                           
                        
                              37
                           
                           
                              100 mm
                           
                           
                              –39 mm
                           
                        
                              38
                           
                           
                              107 mm
                           
                           
                              –43 mm
                           
                        
                              39
                           
                           
                              115 mm
                           
                           
                              –47 mm
                           
                        
                              40
                           
                           
                              123 mm
                           
                           
                              –52 mm
                           
                        
            2   SICHTBEREICHE
      
                  2.1
               
               
                  Ausgehend von den „V“-Punkten werden zwei Sichtbereiche festgelegt.
               
            
                  2.2
               
               
                  „Sichtbereich A“ ist der Bereich der Außenfläche der Windschutzscheibe, der durch die Schnittlinien der nachstehenden vier Ebenen begrenzt wird (siehe Abbildung 1):
                  
                              a)
                           
                           
                              eine parallel zur y-Achse liegende, durch V1 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 3° nach oben geneigte Ebene (Ebene 1),
                           
                        
                              b)
                           
                           
                              eine parallel zur y-Achse liegende, durch V2 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 1° nach unten geneigte Ebene (Ebene 2),
                           
                        
                              c)
                           
                           
                              eine durch V1 und V2 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 13° nach links (bei Fahrzeugen mit Linkslenkung) bzw. rechts (bei Fahrzeugen mit Rechtslenkung) geneigte vertikale Ebene (Ebene 3),
                           
                        
                              d)
                           
                           
                              eine durch V1 und V2 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 20° nach rechts (bei Fahrzeugen mit Linkslenkung) bzw. links (bei Fahrzeugen mit Rechtslenkung) geneigte vertikale Ebene (Ebene 4).
                           
                        
            
                  2.3
               
               
                  „Sichtbereich B“ ist der Bereich der Außenfläche der Windschutzscheibe, der durch die Schnittlinien der nachstehenden vier Ebenen begrenzt wird:
                  
                              a)
                           
                           
                              eine parallel zur y-Achse liegende, durch V1 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 7° nach oben geneigte Ebene (Ebene 5),
                           
                        
                              b)
                           
                           
                              eine parallel zur y-Achse liegende, durch V2 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 5° nach unten geneigte Ebene (Ebene 6),
                           
                        
                              c)
                           
                           
                              eine durch V1 und V2 hindurchgehende und gegenüber der x-Achse um 17° nach links (bei Fahrzeugen mit Linkslenkung) bzw. rechts (bei Fahrzeugen mit Rechtslenkung) geneigte vertikale Ebene (Ebene 7),
                           
                        
                              d)
                           
                           
                              eine zur Ebene 7 in Bezug auf die Längsmittelebene des Fahrzeugs symmetrische Ebene (Ebene 8).
                           
                        
            
                  2.4
               
               
                  Der „reduzierte Sichtbereich B“ ist der Sichtbereich B außer den nachstehenden BereicheN1 (siehe Abbildungen 2 und 3):
                  
                              2.4.1
                           
                           
                              dem Sichtbereich A nach Absatz 2.2, verlängert nach Anhang 3 Absatz 9.2.2.1,
                           
                        
                              2.4.2
                           
                           
                              einem der beiden folgenden Bereiche, den der Hersteller wählen kann, und zwar entweder
                              
                                          2.4.2.1
                                       
                                       
                                          einer Abdunkelung, die nach unten durch die Ebene 1 und seitwärts durch die Ebene 4 und ihre in Bezug auf die Längsmittelebene des Fahrzeugs symmetrische Ebene (Ebene 4') begrenzt wird, oder
                                       
                                    
                                          2.4.2.2
                                       
                                       
                                          einer Abdunkelung, die nach unten durch die Ebene 1 begrenzt wird, sofern sie sich in einem 300 mm breiten Bereich befindet, dessen Mittellinie in der Längsmittelebene des Fahrzeugs liegt, und die unter der Spur der Ebene 5 in einem Bereich liegt, der seitlich durch die Spuren von Ebenen begrenzt wird, die parallel zur Spur der Ebene 4 bzw. 4' durch die Begrenzungslinien eines 150 mm breiten Segments (1) gehen.
                                       
                                    
                        
                              2.4.3
                           
                           
                              einer Abdunkelung, die begrenzt wird durch die Schnittlinie der Außenfläche der Windschutzscheibe
                              
                                          a)
                                       
                                       
                                          mit einer parallel zur y-Achse liegenden, durch V2 hindurchgehenden und gegenüber der x-Achse um 4° nach unten geneigten Ebene (Ebene 9),
                                       
                                    
                                          b)
                                       
                                       
                                          mit der Ebene 6,
                                       
                                    
                                          c)
                                       
                                       
                                          mit den Ebenen 7 und 8 oder dem Rand der Außenfläche der Windschutzscheibe, wenn die Schnittlinie der Ebene 6 mit der Ebene 7 d) (Ebene 6 mit der Ebene 8) die Außenfläche der Windschutzscheibe nicht schneidet;
                                       
                                    
                        
                              2.4.4
                           
                           
                              jede Abdunkelung, die begrenzt wird durch die Schnittlinie der Außenfläche der Windschutzscheibe
                              
                                          a)
                                       
                                       
                                          mit einer Horizontalebene durch V1 (Ebene 10),
                                       
                                    
                                          b)
                                       
                                       
                                          mit der Ebene 3 (2),
                                       
                                    
                                          c)
                                       
                                       
                                          mit der Ebene 7 (3) oder dem Rand der Außenfläche der Windschutzscheibe, wenn die Schnittlinie der Ebene 6 mit der Ebene 7 (Ebene 6 mit der Ebene 8) die Außenfläche der Windschutzscheibe nicht schneidet,
                                       
                                    
                                          d)
                                       
                                       
                                          mit der Ebene 9;
                                       
                                    
                        
                              2.4.5
                           
                           
                              einem Bereich, der sich bis zu 25 mm von dem Rand der Außenfläche der Windschutzscheibe oder einer Abdunkelung erstreckt. Dieser Bereich darf nicht in den verlängerten Sichtbereich A hineinreichen.
                           
                        
            
                  2.5
               
               
                  Festlegung der Bezugspunkte (siehe Abbildung 3)
                  Die Bezugspunkte sind die Punkte, in denen die Linien, die von den hinter der Windschutzscheibe liegenden V-Punkten ausgehen, die Außenfläche der Windschutzscheibe schneiden:
                  
                              2.5.1
                           
                           
                              der obere vertikale Bezugspunkt vor V1 und 7° über der Horizontalen (Pr1),
                           
                        
                              2.5.2
                           
                           
                              der untere vertikale Bezugspunkt vor V2 und 5° unter der Horizontalen (Pr2),
                           
                        
                              2.5.3
                           
                           
                              der horizontale Bezugspunkt vor V1 und 17° links von der Vertikalen (Pr3),
                           
                        
                              2.5.4
                           
                           
                              drei zusätzliche Bezugspunkte, die in Bezug auf die Längsmittelebene des Fahrzeugs symmetrisch zu den Bezugspunkten nach den Absätzen 2.5.1 bis 2.5.3 sind (P'r1, P'r2 bzw. P'r3).
                           
                        
                     Abbildung 1
                  
                  
                     Sichtbereich „A“ (Beispiel für ein Fahrzeug mit Linkslenkung)
                  
                  
                     
                  
                     Abbildung 2a
                  
                  
                     Reduzierter Sichtbereich „B“ (Beispiel für ein Fahrzeug mit Linkslenkung) — oberer abgedunkelter Bereich nach Absatz 2.4.2.2
                  
                  
                     
                  
                     Abbildung 2b
                  
                  
                     Reduzierter Sichtbereich „B“ (Beispiel für ein Fahrzeug mit Linkslenkung) — oberer abgedunkelter Bereich nach Absatz 2.4.2.1
                  
                  
                     
                  
                     Abbildung 3
                  
                  
                     Festlegung der Bezugspunkte (Beispiel für ein Fahrzeug mit Linkslenkung)
                  
                  
                     
               
            
         (1)  Auf der Außenfläche der Windschutzscheibe und an der Spur der Ebene 1 gemessen.
      
         (2)  Auf der anderen Seite der Windschutzscheibe wird er durch die Schnittlinie mit einer zur Ebene 3 in Bezug auf die Längsmittelebene des Fahrzeugs symmetrischen Ebene begrenzt.
      
         (3)  Auf der anderen Seite der Windschutzscheibe wird er durch die Schnittlinie mit der Ebene 8 begrenzt.
   
   
      ANHANG 19
      
         Verfahren zur Bestimmung des „H“-Punktes und des tatsächlichen Rumpfwinkels für Sitzplätze in Kraftfahrzeugen
      
      1   ZWECK
      Das in diesem Anhang beschriebene Verfahren dient zur Bestimmung der Lage des „H“-Punktes und des tatsächlichen Rumpfwinkels für einen oder mehrere Sitzplätze eines Kraftfahrzeuges und zur Überprüfung der Übereinstimmung der Messergebnisse mit den vom Fahrzeughersteller vorgelegten Konstruktionsangaben (1).
      2   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
      Im Sinne dieses Anhangs ist (sind):
      
                  2.1
               
               
                  „Bezugsdaten“ eine oder mehrere der nachstehenden Merkmale eines Sitzplatzes:
                  
                              2.1.1
                           
                           
                              der „H“-Punkt und der „R“-Punkt und die Abweichung voneinander,
                           
                        
                              2.1.2
                           
                           
                              der tatsächliche Rumpfwinkel und der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel und die Abweichung voneinander;
                           
                        
            
                  2.2
               
               
                  „Dreidimensionale ‚H‘-Punkt-Maschine“ (3DH-Einrichtung) eine Einrichtung, die für die Bestimmung des „H“-Punktes und des tatsächlichen Rumpfwinkels benutzt wird. Diese Einrichtung ist in Anlage 1 dieses Anhangs beschrieben;
               
            
                  2.3
               
               
                  „H-Punkt“ der Drehpunkt zwischen dem Rumpf und den Oberschenkeln der nach Absatz 4 dieses Anhangs auf den Fahrzeugsitz aufgesetzten 3DH-Einrichtung. Der „H“-Punkt liegt in der Mitte der Mittellinie dieser Einrichtung, die zwischen den „H‘-Punkt-Sichtmarken der 3DH-Einrichtung verläuft. Der „H‘-Punkt entspricht theoretisch dem „R“-Punkt (zulässige Abweichungen siehe Absatz 3.2.2 dieses Anhangs). Ist der „H“-Punkt in Übereinstimmung mit Absatz 4 dieses Anhangs bestimmt, so wird er als feststehend gegenüber der Sitzpolstergestaltung betrachtet und bewegt sich mit, wenn der Sitz verstellt wird;
               
            
                  2.4
               
               
                  „R-Punkt“ oder „Sitzbezugspunkt“ ein vom Hersteller für jeden Sitzplatz angegebener konstruktiv festgelegter Punkt, der unter Bezug auf das dreidimensionale Bezugssystem bestimmt wurde;
               
            
                  2.5
               
               
                  „Rumpflinie“ die Mittellinie des Messstabes der 3DH-Einrichtung bei seiner hintersten Einstellung;
               
            
                  2.6
               
               
                  „tatsächlicher Rumpfwinkel“ der Winkel, der zwischen einer Senkrechten durch den „H“-Punkt und der Rumpflinie unter Verwendung der Rückenwinkelskala an der 3DH-Einrichtung gemessen wird; der tatsächliche Rumpfwinkel entspricht theoretisch dem konstruktiv festgelegten Rumpfwinkel (zusätzliche Abweichungen siehe Absatz 3.2.2.);
               
            
                  2.7
               
               
                  „Konstruktiv festgelegter Rumpfwinkel“ der Winkel zwischen einer Senkrechten durch den „R“-Punkt und der Rumpfbezugslinie in einer Stellung, die der vom Hersteller konstruktiv festgelegten Stellung der Rückenlehne entspricht;
               
            
                  2.8
               
               
                  „Mittelebene des Insassen“ (CPO) die Mittellinie der auf jeden vorgesehenen Sitzplatz aufgesetzten 3DH-Einrichtung; sie wird durch die Koordinaten des „H“-Punkts auf der y-Achse dargestellt. Bei Einzelsitzen fällt die Mittelebene des Sitzes mit der Mittelebene des Insassen zusammen. Bei anderen Sitzen ist die Mittelebene des Insassen vom Hersteller angegeben;
               
            
                  2.9
               
               
                  „Dreidimensionales Bezugssystem“ ein System, wie in der Anlage 2 zu diesem Anhang beschrieben;
               
            
                  2.10
               
               
                  „Markierungszeichen“ vom Hersteller festgelegte äußere Punkte (Löcher, Oberflächen, Zeichen oder Einkerbungen) auf der Fahrzeugkarosserie;
               
            
                  2.11
               
               
                  „Messstellung des Fahrzeugs“ die Stellung des Fahrzeugs, die durch die Koordinaten der Markierungszeichen im dreidimensionalen Bezugssystem definiert ist.
               
            3   VORSCHRIFTEN
      3.1   Angabe von Daten
      Für jeden Sitzplatz, für den Bezugsdaten erforderlich sind, um die Übereinstimmung mit den Vorschriften dieser Regelung nachzuweisen, müssen alle oder eine angemessene Auswahl der folgenden Daten im Formblatt nach Anlage 3 zu diesem Anhang angegeben werden:
      
                  3.1.1
               
               
                  die Koordinaten des „R“-Punktes im dreidimensionalen Bezugssystem,
               
            
                  3.1.2
               
               
                  der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel,
               
            
                  3.1.3
               
               
                  alle notwendigen Angaben zur Einstellung des Sitzes (sofern dieser verstellbar ist) auf die Messposition nach Absatz 4.3.
               
            3.2   Abweichung zwischen den gemessenen Daten und den konstruktiven Festlegungen
      
                  3.2.1
               
               
                  Die Koordinaten des „H“-Punktes und der Wert des nach dem Verfahren nach Absatz 4 erhaltenen tatsächlichen Rumpfwinkels sind jeweils mit den Koordinaten des „R“-Punktes und dem Wert des vom Fahrzeughersteller angegebenen konstruktiv festgelegten Rumpfwinkels zu vergleichen.
               
            
                  3.2.2
               
               
                  Die Lage des „R“-Punktes und des „H“-Punktes zueinander und die Abweichung zwischen dem konstruktiv festgelegten Rumpfwinkel und dem tatsächlichen Rumpfwinkel für den betreffenden Sitzplatz gelten als zufriedenstellend, wenn die Koordinaten des „H“-Punktes in einem Quadrat liegen, dessen Seiten 50 mm lang sind und dessen Diagonalen sich im „R“-Punkt schneiden, und wenn der tatsächliche Rumpfwinkel um nicht mehr als 5° vom konstruktiv festgelegten Rumpfwinkel abweicht.
               
            
                  3.2.3
               
               
                  Sind diese Bedingungen erfüllt, so sind der „R“-Punkt und der konstruktiv festgelegte Rumpfwinkel zu benutzen, um die Übereinstimmung mit den Vorschriften dieser Regelung nachzuweisen.
               
            
                  3.2.4
               
               
                  Genügt der „H“-Punkt oder der tatsächliche Rumpfwinkel den Vorschriften nach Absatz 3.2.2 nicht, so sind zwei weitere Bestimmungen des „H“-Punktes oder des tatsächlichen Rumpfwinkels (insgesamt drei) vorzunehmen. Entsprechen zwei der drei auf diese Weise erzielten Ergebnisse den Vorschriften, so gelten die Bedingungen nach Absatz 3.2.3.
               
            
                  3.2.5
               
               
                  Entsprechen mindestens zwei der drei nach Absatz 3.2.4 erzielten Ergebnisse nicht den Vorschriften nach Absatz 3.2.2 oder kann die Überprüfung bei Fehlen der vom Hersteller zu liefernden Angaben über die Lage des „R“-Punktes oder des konstruktiv festgelegten Rumpfwinkels nicht durchgeführt werden, so ist der Mittelwert der drei gemessenen Punkte oder der drei gemessenen Winkel jeweils anstelle des „R“-Punktes oder des konstruktiv festgelegten Rumpfwinkels zu benutzen, wo in der Regelung auf diese hingewiesen wird.
               
            4   VERFAHREN ZUR BESTIMMUNG DES „H“-PUNKTES UND DES TATSÄCHLICHEN RUMPFWINKELS
      
                  4.1
               
               
                  Das Fahrzeug ist nach Wahl des Herstellers bei einer Temperatur von 20 ± 10 °C zu konditionieren, um sicherzustellen, dass das Sitzmaterial Zimmertemperatur erreicht. Ist der zu prüfende Sitz vorher niemals benutzt worden, so ist eine Person oder Einrichtung mit einer Masse von 70 bis 80 kg zweimal für eine Minute auf den Sitz zu setzen, um das Sitz- und Rückenlehnenpolster einzudrücken. Auf Verlangen des Herstellers müssen alle Sitzgruppen für eine Zeitdauer von mindestens 30 Minuten vor dem Aufsetzen der 3DH-Einrichtung unbelastet bleiben.
               
            
                  4.2
               
               
                  Das Fahrzeug muss sich in der Messstellung nach Absatz 2.11 befinden.
               
            
                  4.3
               
               
                  Ist der Sitz verstellbar, so ist er zunächst in die vom Fahrzeughersteller vorgesehene hinterste normale Fahr- und Benutzungsstellung zu bringen, wobei nur die Längsverstellung des Sitzes zu berücksichtigen ist und Sitzverstellwege für andere Zwecke als normale Fahr- und Benutzungsstellungen auszuschließen sind. Sind andere Arten der Sitzverstellung möglich (senkrecht, winklig, Rückenlehne usw.), so sind diese entsprechend den Angaben des Herstellers vorzunehmen. Bei Schwingsitzen muss die senkrechte Stellung in einer vom Hersteller angegebenen normalen Fahrstellung fest verriegelt werden.
               
            
                  4.4
               
               
                  Die Fläche des Sitzplatzes, die von der 3DH-Einrichtung berührt wird, ist mit einem Stück Musselin ausreichender Größe und zweckmäßiger Gewebestruktur zu bedecken, das als ein glattes Baumwollgewebe mit 18,9 Fäden pro cm2 und einer Masse von 0,228 kg/M2 oder als Wirkware oder Vliesstoff mit gleichen Eigenschaften beschrieben wird. Wird die Prüfung auf einem Sitz außerhalb des Fahrzeugs durchgeführt, so muss der Boden, auf den der Sitz gesetzt wird, dieselben wesentlichen Eigenschaften haben wie der Boden des Fahrzeugs, in dem der Sitz benutzt werden soll (2).
               
            
                  4.5
               
               
                  Sitz und Rücken der 3DH-Einrichtung sind so anzuordnen, dass die Mittelebene des Insassen (CPO) mit der Mittelebene der 3DH-Einrichtung zusammenfällt. Auf Verlangen des Herstellers darf die 3DH-Einrichtung hinsichtlich der CPO nach innen verschoben werden, wenn die 3DH–Einrichtung so weit außen angeordnet ist, dass der Rand des Sitzes die Horizontaleinstellung der 3DH- Einrichtung nicht ermöglicht.
               
            
                  4.6
               
               
                  Die den Fuß und den Unterschenkel darstellenden Baugruppen sind entweder einzeln oder unter Verwendung der aus einem T-Stück und den Unterschenkeln bestehenden Baugruppe an der Sitzschalenbaugruppe zu befestigen. Eine Linie durch die Sichtmarken des „H“-Punktes muss waagerecht zum Boden und rechtwinklig zur Längsmittelebene des Sitzes verlaufen.
               
            
                  4.7
               
               
                  Die Fuß- und Beinpositionen der 3DH-Einrichtung sind wie folgt einzustellen:
                  
                              4.7.1
                           
                           
                              Vorgesehener Sitzplatz: Fahrzeugführer und vorne außen sitzender Mitfahrer
                              
                                          4.7.1.1
                                       
                                       
                                          Beide Fuß- und Bein-Baugruppen sind so nach vorn zu bewegen, dass die Füße auf dem Boden eine natürliche Stellung einnehmen, gegebenenfalls zwischen den Fußbetätigungseinrichtungen. Falls möglich, sollte sich der linke Fuß ungefähr im gleichen Abstand links von der Mittellinie der 3DH-Einrichtung und der rechte Fuß rechts von dieser Ebene befinden. Die Libelle zur Einstellung der Querneigung der 3DH-Einrichtung muss in die Waagerechte gebracht werden, indem gegebenenfalls die Sitzschale verrückt wird oder die Fuß- und Bein-Baugruppen nach hinten verstellt werden. Die durch die „H“-Punkt-Sichtmarken gehende Linie muss rechtwinklig zur Längsmittelebene des Sitzes verlaufen.
                                       
                                    
                                          4.7.1.2
                                       
                                       
                                          Kann das linke Bein nicht parallel zum rechten Bein gehalten werden und kann der linke Fuß nicht durch die Struktur abgestützt werden, so ist der linke Fuß soweit zu verschieben, bis er abgestützt ist. Die Ausrichtung der „H“-Punkt-Sichtmarken muss aufrechterhalten werden.
                                       
                                    
                        
                              4.7.2
                           
                           
                              Vorgesehener Sitzplatz: Hinten außen
                              Bei hinteren Sitzen oder Notsitzen werden die Beine nach den Angaben des Herstellers angeordnet. Stehen die Füße dann auf verschieden hohen Teilen des Bodens, so dient der Fuß, der den Vordersitz zuerst berührt, als Bezugspunkt, und der andere Fuß ist so anzuordnen, dass die Libelle für die Einstellung der Querneigung horizontal ist.
                           
                        
                              4.7.3
                           
                           
                              Andere vorgesehene Sitzplätze:
                              Es ist das allgemeine Verfahren nach Absatz 4.7.1 anzuwenden mit der Ausnahme, dass die Füße nach den Angaben des Herstellers anzuordnen sind.
                           
                        
            
                  4.8
               
               
                  Es sind die Belastungsmassen für die Unter- und Oberschenkel aufzubringen, und die 3DH-Einrichtung ist wieder waagerecht auszurichten.
               
            
                  4.9
               
               
                  Die Rückenschale ist nach vorn gegen den vorderen Anschlag zu neigen, und die 3DH-Einrichtung ist mittels des T-Stücks von der Rückenlehne zu entfernen. Dann ist die 3DH-Einrichtung mit Hilfe einer der nachstehenden Methoden wieder in ihre Stellung auf dem Sitz zu bringen.
                  
                              4.9.1
                           
                           
                              Neigt die 3DH-Einrichtung dazu, nach hinten zu rutschen, ist das folgende Verfahren anzuwenden: Die 3DH-Einrichtung ist nach hinten gleiten zu lassen, bis eine nach vorn gerichtete waagerechte Rückhaltekraft auf dem T-Stück nicht mehr erforderlich ist, d. h. bis die Sitzschale die Rückenlehne berührt. Gegebenenfalls ist der Unterschenkel wieder in seine Stellung zu bringen.
                           
                        
                              4.9.2
                           
                           
                              Neigt die 3DH-Einrichtung nicht dazu, nach hinten zu rutschen, ist das folgende Verfahren anzuwenden: Die 3DH-Einrichtung ist nach hinten zu verschieben, bis die Sitzschale die Rückenlehne berührt, wobei auf das T-Stück eine nach hinten gerichtete waagerechte Kraft aufgebracht wird (siehe Abbildung 2 der Anlage 1 zu diesem Anhang).
                           
                        
            
                  4.10
               
               
                  Auf die Rücken-Sitz-Baugruppe der 3DH-Einrichtung ist im Schnittpunkt der Hüftwinkelskala und der T-Stück-Halterung eine Kraft von 100 ± 10 N aufzubringen. Die Richtung, in der die Kraft aufzubringen ist, muss einer Linie entsprechen, die von dem genannten Schnittpunkt zu einem Punkt genau über dem Gehäuse des Oberschenkelstabes verläuft (siehe Abbildung 2 der Anlage 1 zu diesem Anhang). Sodann ist die Rückenschale vorsichtig wieder gegen die Rückenlehne zu kippen. Für den Rest des Verfahrens ist darauf zu achten, dass die 3DH-Einrichtung daran gehindert wird, wieder nach vorn zu gleiten.
               
            
                  4.11
               
               
                  Es sind die linken und rechten Belastungsmassen für das Gesäß und dann wechselweise die Belastungsmassen für den Rumpf aufzubringen. Die waagerechte Ausrichtung der 3DH- Einrichtung muss aufrechterhalten werden.
               
            
                  4.12
               
               
                  Die Rückenschale ist nach vorn zu neigen, um die Spannung von der Rückenlehne zu nehmen. Die 3DH-Einrichtung ist von einer Seite auf die andere in einem Bogen von 10° hin- und herzubewegen (5° nach jeder Seite von der senkrechten Mittelebene), um jede akkumulierte Reibung zwischen der 3DH-Einrichtung und dem Sitz zu beseitigen.
                  Während der Hin- und Herbewegung kann das T-Stück der 3DH–Einrichtung dazu neigen, von der vorgeschriebenen waagerechten und senkrechten Ausrichtung abzuweichen. Das T-Stück muss daher durch Aufbringung einer angemessenen Seitenkraft während der Hin- und Herbewegung zurückgehalten werden. Es ist darauf zu achten, dass das T-Stück so gehalten wird und die 3DH-Einrichtung so hin- und herbewegt wird, dass keine unbeabsichtigten äußeren Kräfte in senkrechter oder Längsrichtung aufgebracht werden.
                  Die Füße der 3DH-Einrichtung dürfen während dieses Schritts nicht zurückgehalten oder anderweitig festgehalten werden. Verändern die Füße ihre Stellung, so dürfen sie für den Moment in dieser Stellung verbleiben.
                  Die Rückenschale ist sorgfältig wieder gegen die Rückenlehne zu kippen, und die beiden Libellen sind auf ihre Nullstellung zu überprüfen. Ist es während der Hin- und Herbewegung der 3DH-Einrichtung zu einer Bewegung der Füße gekommen, so sind diese wie folgt wieder in ihre Stellung zu bringen:
                  Abwechselnd ist jeder Fuß vom Boden um den notwendigen Mindestbetrag abzuheben, bis keine weitere Fußbewegung mehr erfolgt. Während dieses Abhebens müssen sich die Füße frei bewegen können; es sollen keine nach vorn oder seitlich gerichteten Kräfte aufgebracht werden. Wenn jeder Fuß wieder in die untere Stellung zurückgebracht ist, soll sich die Ferse in Berührung mit dem dafür vorgesehenen Gestell befinden.
                  Die Libelle für die Einstellung der Querneigung ist auf ihre Nullstellung zu überprüfen; gegebenenfalls ist auf die Oberseite der Rückenschale eine seitliche Kraft aufzubringen, die ausreicht, die Sitzschale der 3DH-Einrichtung auf dem Sitz wieder waagerecht auszurichten.
               
            
                  4.13
               
               
                  Das Halten des T-Stücks, um zu verhindern, dass die 3DH- Einrichtung auf dem Sitzpolster nach vom gleitet, hat wie folgt zu geschehen:
                  
                              a)
                           
                           
                              Die Rückenschale ist wieder gegen die Rückenlehne zu kippen;
                           
                        
                              b)
                           
                           
                              abwechselnd ist eine nach hinten gerichtete waagerechte Kraft von nicht mehr als 25 N auf die Messstange für den Rückenwinkel in einer Höhe von etwa der Mitte der Belastungsmassen des Rumpfes aufzubringen und wieder zurückzunehmen, bis die Hüftwinkelskala anzeigt, dass nach der Zurücknahme der Kraft eine stabile Stellung erreicht ist. Es ist darauf zu achten, dass auf die 3DH- Einrichtung keine äußeren nach unten und nach der Seite gerichteten Kräfte aufgebracht werden. Ist eine erneute waagerechte Ausrichtung der 3DH-Einrichtung erforderlich, so ist die Rückenschale nach vom zu kippen und das Verfahren nach Absatz 4.12 zu wiederholen.
                           
                        
            
                  4.14
               
               
                  Alle Messungen sind wie folgt durchzuführen:
                  
                              4.14.1
                           
                           
                              Die Koordinaten des „H“-Punktes werden in einem dreidimensionalen Bezugssystem gemessen.
                           
                        
                              4.14.2
                           
                           
                              Der tatsächliche Rumpfwinkel wird an der Rückenwinkelskala der 3DH–Einrichtung abgelesen, wenn sich die Messstange in ihrer hintersten Stellung befindet.
                           
                        
            
                  4.15
               
               
                  Wird eine Wiederholung des Aufsetzens der 3DH-Einrichtung gewünscht, sollte die Sitzbaugruppe für eine Mindestdauer von 30 Minuten vor dem erneuten Aufsetzen der Einrichtung unbelastet bleiben. Die 3DH-Einrichtung mit ihren Belastungsmassen sollte nicht länger auf der Sitzbaugruppe verbleiben, als für die Durchführung der Prüfung erforderlich ist.
               
            
                  4.16
               
               
                  Wenn die Sitze in derselben Reihe als ähnlich angesehen werden können (Sitzbank, identische Sitze usw.), ist nur ein „H“-Punkt und ein tatsächlicher Rumpfwinkel für jede Sitzreihe zu bestimmen, wobei die in der Anlage 1 dieses Anhangs beschriebene 3DH- Einrichtung auf einen Platz zu bringen ist, der als typisch für die Reihe anzusehen ist. Dieser Platz ist
                  
                              4.16.1
                           
                           
                              der Fahrersitz für die vordere Reihe;
                           
                        
                              4.16.2
                           
                           
                              ein äußerer Sitz für die hinteren Reihen.
                           
                        
            
         (1)  Für jeden Sitzplatz außer den Vordersitzen, für den der „H“-Punkt nicht mit der dreidimensionalen „H“-Punkt-Einrichtung oder anderen Verfahren bestimmt werden kann, darf nach Ermessen der zuständigen Behörde der vom Hersteller angegebene „R“-Punkt als Bezugspunkt genommen werden.
      
         (2)  Neigungswinkel, Höhenunterschied bei der Sitzbefestigung, Oberflächenstruktur usw.
      
         ANLAGE 1
         
            Beschreibung der dreidimensionalen „H“-Punkt-Maschine
             (1)
         
         
            (3DH-Einrichtung)
         
         1.   RÜCKEN- UND SITZSCHALEN
         Die Rücken- und Sitzschalen sind aus faserverstärktem Kunststoff und Metall gebaut; sie bilden den menschlichen Rumpf sowie die Oberschenkelpartie nach und sind mechanisch im „H“-Punkt angelenkt. Eine Skala ist an der im „H“-Punkt angelenkten Messstange befestigt, um den tatsächlichen Rumpfwinkel zu messen. Ein an der Sitzschale befestigter Oberschenkelstab legt die Mittellinie der Oberschenkelpartie fest und dient als Grundlinie für die Hüftwinkelskala.
         2.   KÖRPER UND BEINELEMENTE
         Die Unterschenkelsegmente sind an der Sitzschalenbaugruppe an dem die Knie verbindenden T-Stück angebracht, das eine seitliche Verlängerung des verstellbaren Oberschenkelstabes ist. In den Unterschenkelsegmenten sind Skalen eingebaut, um die Kniewinkel zu messen. Zwei Libellen werden benutzt, um die Ausrichtung der Einrichtung im Raum vorzunehmen. Belastungsmassen für den Rumpf werden in den entsprechenden Schwerpunkten angebracht, um eine Eindrückung des Sitzes zu erzielen, wie sie durch eine männliche Person mit einer Masse von 76 kg erreicht wird. Alle Gelenkverbindungen der 3DH-Einrichtung sollten auf freie Beweglichkeit überprüft werden; es soll keine nennenswerte Reibung feststellbar sein.
         
            Abbildung 1
         
         
            Bezeichnung der Bauteile der 3DH-Einrichtung
         
         
            
         
            Abbildung 2
         
         
            Abmessungen der Bauteile der 3DH-Einrichtung und Lastverteilung
         
         
            
         
            (1)  Nähere Angaben über die Bauweise der 3DH-Einrichtungen sind erhältlich bei der Society of Automotive Engineers (SAE), 400 Commonwealth Drive, Warrendale, Pennsylvania 15096, United States of America.
         Diese Einrichtung entspricht der in der ISO-Norm 6549- 1980 beschriebenen Einrichtung.
      
      
         ANLAGE 2
         
            DREIDIMENSIONALES BEZUGSSYSTEM
         
         
                     1.
                  
                  
                     Das dreidimensionale Bezugssystem ist durch drei vom Fahrzeughersteller festgelegte senkrecht zueinander stehende Ebenen definiert (siehe Abbildung) (1).
                  
               
                     2.
                  
                  
                     Die Messstellung des Fahrzeugs wird ermittelt, indem das Fahrzeug so auf der Aufstandsfläche angeordnet wird, dass die Koordinaten der Markierungszeichen den vom Hersteller angegebenen Werten entsprechen.
                  
               
                     3.
                  
                  
                     Die Koordinaten des „H“-Punktes und des „R“-Punktes werden hinsichtlich der vom Hersteller festgelegten Markierungszeichen bestimmt.
                  
               
            Abbildung
         
         
            Dreidimensionales Bezugssystem
         
         
            
         
            (1)  Das Bezugssystem entspricht der ISO-Norm 4130-1978
      
      
         ANLAGE 3
         
            BEZUGSDATEN FÜR SITZPLÄTZE
         
         1.   KODIERUNG DER BEZUGSDATEN
         Die Bezugsdaten werden nacheinander für jeden Sitzplatz angegeben. Die Sitzplätze werden durch einen aus zwei Zeichen bestehenden Kode gekennzeichnet. Das erste Zeichen ist eine arabische Ziffer und bezeichnet die Sitzreihe, wobei im Fahrzeug von vorn nach hinten gezählt wird. Das zweite Zeichen ist ein Großbuchstabe, der die Lage des Sitzplatzes in einer Reihe bezeichnet, die in Richtung der Vorwärtsfahrt des Fahrzeugs betrachtet wird; es sind die folgenden Buchstaben zu verwenden:
         
                     L = links
                  
                  
                     C = Mitte
                  
                  
                     R = rechts
                  
               2.   BESCHREIBUNG DER MESSSTELLUNG DES FAHRZEUGS
         2.1   Koordinaten der Markierungszeichen
         X …
         Y …
         Z …
         3.   VERZEICHNIS DER BEZUGSDATEN
         3.1   Sitzplatz: …
         3.1.1   Koordinaten des „R“-Punktes:
         X …
         Y …
         Z …
         3.1.2   Konstruktiv festgelegter Rumpfwinkel: …
         3.1.3   Angabeneinstellung für den Sitz (1)
         
         Waagerecht: …
         Senkrecht: …
         Winklig: …
         Rumpfwinkel: …
         
                     Anmerkung:
                  
                  
                     Bezugsdaten für weitere Sitzplätze sind unter 3.2, 3.3 usw. aufzuführen.
                  
               
            (1)  Nichtzutreffendes streichen.
      
   
   
      ANHANG 20
      
         KONTROLLE DER ÜBEREINSTIMMUNG DER PRODUKTION
      
      1   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
      Im Sinne dieses Anhangs ist (sind):
      
                  1.1
               
               
                  „Produktionstyp“ alle Glasscheiben mit den gleichen Hauptmerkmalen:
               
            
                  1.2
               
               
                  „Dickenkategorie“ alle Glasscheiben, deren Bestandteile innerhalb der zulässigen Toleranzen die gleiche Dicke haben;
               
            
                  1.3
               
               
                  „Produktionseinheit“ alle Produktionsanlagen am gleichen Ort für eine oder mehrere Glasscheibentypen; sie kann mehrere Fertigungslinien umfassen;
               
            
                  1.4
               
               
                  „Schicht“ der Produktionszeitraum an einer Fertigungslinie während der täglichen Arbeitsstunden;
               
            
                  1.5
               
               
                  „Produktionsfolge“ der ununterbrochene Zeitraum für einen Produktionstyp auf der gleichen Fertigungslinie;
               
            
                  1.6
               
               
                  „Ps“ die Anzahl der Glasscheiben eines Produktionstyps, hergestellt in einer Schicht;
               
            
                  1.7
               
               
                  „Pr“ die Anzahl der Glasscheiben eines Produktionstyps, hergestellt während einer Produktionsfolge.
               
            2   PRÜFUNGEN
      Die Glasscheiben sind folgenden Prüfungen zu unterziehen:
      2.1   Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas
      
                  2.1.1
               
               
                  Bruchstrukturbestimmung nach den Vorschriften des Anhangs 4, Absatz 2.
               
            
                  2.1.2
               
               
                  Lichtdurchlässigkeitsmessung nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.1.
               
            
                  2.1.3
               
               
                  Prüfung der optischen Verzerrung nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.2.
               
            
                  2.1.4
               
               
                  Prüfung auf Doppelbilder nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.3.
               
            2.2   Gleichmäßig vorgespanntes Glas
      
                  2.2.1
               
               
                  Bruchstrukturbestimmung nach den Vorschriften des Anhangs 5. Absatz 2.
               
            
                  2.2.2
               
               
                  Lichtdurchlässigkeitsmessung nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.1.
               
            
                  2.2.3
               
               
                  Bei Windschutzscheiben:
                  
                              2.2.3.1
                           
                           
                              Optische Verzerrung nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.2.
                           
                        
                              2.2.3.2
                           
                           
                              Prüfung auf Doppelbilder nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.3.
                           
                        
            2.3   Windschutzscheiben aus normalem Verbundglas und aus Glas-Kunststoff
      
                  2.3.1
               
               
                  Phantomfallprüfung nach den Vorschriften des Anhangs 6, Absatz 3.
               
            
                  2.3.2
               
               
                  Kugelfallprüfung mit der 2 260-g-Kugel nach den Vorschriften des Anhangs 6, Absatz 4.2 und des Anhangs 3, Absatz 2.2.
               
            
                  2.3.3
               
               
                  Prüfung bei erhöhter Temperatur nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 5.
               
            
                  2.3.4
               
               
                  Lichtdurchlässigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.1.
               
            
                  2.3.5
               
               
                  Optische Verzerrung nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.2.
               
            
                  2.3.6
               
               
                  Prüfung auf Doppelbilder nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.3.
               
            
                  2.3.7
               
               
                  Nur bei Windschutzscheiben aus Glas-Kunststoff:
                  
                              2.3.7.1
                           
                           
                              Abriebprüfung nach den Vorschriften des Anhangs 9, Absatz 2.1.
                           
                        
                              2.3.7.2
                           
                           
                              Feuchtigkeitsbeständigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 9, Absatz 3.
                           
                        
                              2.3.7.3
                           
                           
                              Chemikalienbeständigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 11.2.1.
                           
                        
            2.4   Normales Verbundglas und Glas-Kunststoff -Scheiben außer Windschutzscheiben
      
                  2.4.1
               
               
                  Kugelfallprüfung mit der 227-g-Kugel nach den Vorschriften des Anhangs 7, Absatz 4.
               
            
                  2.4.1
               
               
                  Prüfung bei erhöhter Temperatur nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 5.
               
            
                  2.4.3
               
               
                  Lichtdurchlässigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.1.
               
            
                  2.4.4
               
               
                  Nur bei Glas-Kunststoff-Scheiben:
                  
                              2.4.4.1
                           
                           
                              Abriebprüfung nach den Vorschriften des Anhangs 9, Absatz 2.1.
                           
                        
                              2.4.4.2
                           
                           
                              Feuchtigkeitsbeständigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 9, Absatz 3.
                           
                        
                              2.4.4.3
                           
                           
                              Chemikalienbeständigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 11.2.1.
                           
                        
            
                  2.4.5
               
               
                  Die vorstehenden Vorschriften sind erfüllt, wenn entsprechende Prüfungen an Windschutzscheiben der gleichen Zusammensetzung durchgeführt wurden.
               
            2.5   Vorbehandelte Verbundglas-Windschutzscheiben
      
                  2.5.1
               
               
                  Zusätzlich zu den Prüfungen in Absatz 2.3 dieses Anhangs ist die Bruchstruktur nach den Vorschriften des Anhangs 8, Absatz 4 zu prüfen.
               
            2.6   Glasscheiben mit Kunststoff
      Zusätzlich zu den Prüfungen in den verschiedenen Absätzen dieses Anhangs sind die folgenden Prüfungen durchzuführen:
      
                  2.6.1
               
               
                  Abriebprüfung nach den Vorschriften des Anhangs 9, Absatz 2.1.
               
            
                  2.6.2
               
               
                  Feuchtigkeitsbeständigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 9, Absatz 3.
               
            
                  2.6.3
               
               
                  Chemikalienbeständigkeit nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 11.2.1.
               
            2.7   Isolierglaseinheiten
      
                  2.7.1
               
               
                  Die Prüfungen sind wie bei den entsprechenden Glasscheiben, die in diesem Anhang beschrieben sind und aus denen die Isolierglaseinheit zusammengesetzt ist, mit der gleichen Häufigkeit und nach den gleichen Anforderungen durchzuführen.
               
            
                  2.7.2
               
               
                  Bei Isolierglaseinheiten Lichtdurchlässigkeitsmessung nach den Vorschriften des Anhangs 3, Absatz 9.1.
               
            2.8   Scheiben aus starrem Kunststoff außer Windschutzscheiben
      
                  2.8.1
               
               
                  Prüfung mit der 227-g-Kugel nach Anhang 14 Absatz 5
               
            
                  2.8.2
               
               
                  Messung der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3 Absatz 9.1
               
            
                  2.8.3
               
               
                  Abriebprüfung nach Anhang 14 Absatz 6.1
               
            
                  2.8.4
               
               
                  Gitterschnittprüfung nach Anhang 14 Absatz 6.3
                  Anmerkung: Die Prüfung nach Absatz 2.8.2 ist nur dann durchzuführen, wenn die Verglasung an einer Stelle verwendet werden soll, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung ist.
                  Die Prüfung nach Absatz 2.8.4 wird an Proben durchgeführt, die der Prüfung nach Anhang 14 Absatz 6.2 nicht unterzogen wurden.
               
            
                  2.8.5
               
               
                  Prüfung der Chemikalienbeständigkeit nach Anhang 3 Absatz 11
               
            2.9   Scheiben aus flexiblem Kunststoff außer Windschutzscheiben
      
                  2.9.1
               
               
                  Prüfung mit der 227-g-Kugel nach Anhang 15 Absatz 4
               
            
                  2.9.2
               
               
                  Messung der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3 Absatz 9.1
                  Anmerkung: Die Prüfung nach Absatz 2.9.2 ist nur dann durchzuführen, wenn die Verglasung an einer Stelle verwendet werden soll, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung ist.
               
            
                  2.9.3
               
               
                  Prüfung der Chemikalienbeständigkeit nach Anhang 3 Absatz 11.2.1
               
            2.10   Isolierglaseinheiten aus starrem Kunststoff
      
                  2.10.1
               
               
                  Prüfung mit der 227-g-Kugel nach Anhang 16 Absatz 5
               
            
                  2.10.2
               
               
                  Messung der Lichtdurchlässigkeit nach Anhang 3 Absatz 9.1
                  Anmerkung: Die Prüfung nach Absatz 2.10.2 ist nur dann durchzuführen, wenn die Verglasung an einer Stelle verwendet werden soll, die für die Sicht beim Fahren von Bedeutung ist.
               
            
                  2.10.3
               
               
                  Prüfung der Chemikalienbeständigkeit nach Anhang 3 Absatz 11
               
            3   HÄUFIGKEIT DER PRÜFUNGEN UND ERGEBNISSE
      3.1   Bruchstruktur
      3.1.1   Prüfungen
      
                  3.1.1.1
               
               
                  Eine erste Prüfserie mit einem Bruch an jedem in dieser Regelung angegebenen Anschlagpunkt ist zu Beginn der Produktion jedes neuen Glasscheibentyps zur Ermittlung der größten Bruchstelle durchzuführen. Das Ergebnis der Prüfungen ist zu dokumentieren.
                  Bei Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas ist die erste Prüfserie aber nur dann durchzuführen, wenn die Jahresproduktion 200 Stück überschreitet.
               
            
                  3.1.1.2
               
               
                  Während der Produktionsfolge wird die Prüfung normalerweise mit dem in 3.1.1.1 ermittelten Anschlagpunkt durchgeführt.
               
            
                  3.1.1.3
               
               
                  Eine Kontrollprüfung ist am Anfang jeder Produktionsfolge sowie bei einem Farbwechsel vorzunehmen.
               
            
                  3.1.1.4
               
               
                  Während der Produktionsfolge ist die Kontrollprüfung mit folgender Mindesthäufigkeit durchzuführen.
                  
                              Windschutzscheiben aus vorgespanntem Glas
                           
                           
                              Scheiben aus vorgespanntem Glas außer Windschutzscheiben
                           
                           
                              Vorbehandelte Verbundglas-Windschutzscheiben
                           
                        
                              Ps ≤ 200: ein Bruch pro Produktionsfolge
                           
                           
                              Pr ≤ 500: eine pro Schicht
                           
                           
                              0,1 % pro Typ
                           
                        
                              Ps > 200: ein Bruch alle vier Produktionsstunden
                           
                           
                              Pr > 500: zwei pro Schicht
                           
                           
                               
                           
                        
            
                  3.1.1.5
               
               
                  Am Ende der Produktionsfolge ist eine Kontrollprüfung an einer der zuletzt gefertigten Scheiben durchzuführen.
               
            
                  3.1.1.6
               
               
                  Für Pr < 20 ist nur eine Bruchstrukturprüfung durchzuführen.
               
            3.1.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren, auch in den Fällen, in denen keine dauerhafte Aufzeichnung des Bruchbilds angefertigt wurde.
      Zusätzlich ist pro Schicht eine Prüfung mit dauerhafter Aufzeichnung des Bruchbilds durchzuführen, außer für Pr ≤ 500. in dem letztgenannten Fall ist pro Produktionsfolge nur eine Prüfung mit dauerhafter Aufzeichnung des Bruchbilds durchzuführen.
      3.2   Phantomfallprüfung
      3.2.1   Prüfungen
      Die Kontrolle ist an Proben entsprechend 0,5 % der Tagesproduktion an Verbundglas-Windschutzscheiben einer Fertigungslinie durchzuführen. Pro Tag sollen maximal 15 Windschutzscheiben geprüft werden.
      Die Probenauswahl muss repräsentativ für die Fertigung der verschiedenen Windschutzscheibentypen sein.
      Alternativ und in Abstimmung mit der Behörde können diese Kontrollen durch die Prüfung mit der 2 260-g-Kugel (siehe Absatz 3.3) ersetzt werden. Phantomfallprüfungen müssen in jedem Fall an mindestens zwei Proben je Dickenkategorie und Jahr durchgeführt werden.
      3.2.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.3   Kugelfallprüfung mit der 2 260-g-Kugel
      3.3.1   Prüfungen
      Pro Monat ist mindestens eine vollständige Prüfung je Dickenkategorie durchzuführen.
      3.3.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.4   Kugelfallprüfung mit der 227-g-Kugel
      3.4.1   Prüfungen
      Die Prüfmuster sind aus Proben auszuschneiden. Aus praktischen Gründen können die Prüfungen jedoch an fertigen Produkten oder Teilen davon durchgeführt werden.
      Die Kontrolle ist an Proben durchzuführen, die mindestens 0,5 % der Produktion einer Schicht entsprechen. Das Maximum beträgt 10 Proben pro Tag.
      3.4.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.5   Prüfung bei erhöhter Temperatur
      3.5.1   Prüfungen
      Die Prüfmuster sind aus Proben auszuschneiden. Aus praktischen Gründen können die Prüfungen jedoch an fertigen Produkten oder Teilen davon durchgeführt werden. Diese sind so auszuwählen, dass alle Zwischenschichten proportional ihrer Verwendung geprüft werden.
      Die Kontrolle ist mindestens an drei Proben je Einfärbung der Zwischenschicht und täglicher Produktion durchzuführen.
      3.5.2   Ergebnisse
      Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.6   Lichtdurchlässigkeit
      3.6.1   Prüfungen
      Repräsentative Muster getönter Fertigprodukte sind dieser Prüfung zu unterziehen.
      Die Kontrolle muss mindestens am Beginn jeder Produktionsfolge vorgenommen werden, wenn durch eine Änderung der Merkmale der Verglasung die Prüfergebnisse beeinflusst werden.
      Windschutzscheiben und andere Verglasungen, die eine normale Lichtdurchlässigkeit wie sie bei der Typenzulassung gemessen wurde, von nicht weniger als 75 % haben, und Glasscheiben der Kategorie V (siehe Absatz 5.5.2 dieser Regelung), sind von diesen Prüfungen auszunehmen.
      Alternativ kann für vorgespanntes Glas vom Glaslieferanten eine Bescheinigung über die Übereinstimmung mit obigen Anforderungen vorgelegt werden.
      3.6.2   Ergebnisse
      Der Wert der Lichtdurchlässigkeit ist aufzuzeichnen. Zusätzlich ist für Windschutzscheiben mit Farbkeilen anhand der Zeichnungen nach Absatz 3.2.1.2.2.4 dieser Regelung nachzuweisen, dass diese bei der jeweiligen Fahrzeugklasse, für die die Windschutzscheibe bestimmt ist, außerhalb des Sichtbereichs B oder der Zone I liegen. Abdunkelungen müssen den Vorschriften des Anhangs 18 entsprechen.
      3.7   Optische Verzerrung und Prüfung auf Doppelbilder
      3.7.1   Prüfungen
      Jede Windschutzscheibe ist auf sichtbare Fehler zu prüfen. Zusätzlich sind unter Verwendung der in dieser Vorschrift angegebenen Methode oder jeder anderen Methode, die zu ähnlichen Ergebnissen führt, Messungen in den einzelnen Sichtzonen mit folgenden Mindesthäufigkeiten durchzuführen:
      
                   
               
               
                  entweder bei Ps ≤ 200, eine Probe pro Schicht oder
               
            
                   
               
               
                  wenn Ps > 200, zwei Proben pro Schicht oder
               
            
                   
               
               
                  1 % der gesamten Produktion, wobei die Scheiben stellvertretend für die gesamte Produktion auszuwählen sind.
               
            3.7.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.8   Abriebprüfung
      3.8.1   Prüfungen
      Nur kunststoffbeschichtete, Glas-Kunststoff- und Kunststoffscheiben sind dieser Prüfung zu unterziehen. Es ist mindestens einmal im Monat pro Typ der Kunststoffbeschichtung oder der Kunststoffverglasung eine Kontrolle durchzuführen.
      3.8.2   Ergebnisse
      Die Messwerte des Streulichts sind zu dokumentieren.
      3.9   Prüfung der Feuchtigkeitsbeständigkeit
      3.9.1   Prüfungen
      Nur kunststoffbeschichtete und Glas-Kunststoff-Scheiben sind dieser Prüfung zu unterziehen. Es ist mindestens einmal im Monat pro Typ der Kunststoffbeschichtung oder der Kunststoffverglasung eine Kontrolle durchzuführen.
      3.9.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.10   Beständigkeit gegen Chemikalien
      3.10.1   Prüfungen
      Nur kunststoffbeschichtete, Glas-Kunststoff- und Kunststoffscheiben sind dieser Prüfung zu unterziehen. Es ist mindestens einmal im Monat pro Typ der Kunststoffbeschichtung oder der Kunststoffverglasung eine Kontrolle durchzuführen.
      3.10.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
      3.11   Gitterschnittprüfung
      3.11.1   Prüfungen
      Nur Verglasungen aus starrem Kunststoff mit einer abriebfesten Beschichtung sind dieser Prüfung zu unterziehen. Es ist mindestens einmal in der Woche pro Typ der Kunststoffverglasung und ihrer Beschichtung eine Kontrolle an Proben durchzuführen, die der Prüfung der Beständigkeit gegen simulierte Witterungsbedingungen (Anhang 14 Absatz 6.2) nicht unterzogen wurden.
      Eine Prüfung an bewitterten Proben ist alle drei Monate durchzuführen.
      3.11.2   Ergebnisse
      Alle Ergebnisse sind zu dokumentieren.
   
   
      ANHANG 21
      
         Vorschriften für den Einbau von Sicherheitsverglasungen in Fahrzeuge
      
      1.   ANWENDUNGSBEREICH
      In diesem Anhang sind Vorschriften für den Einbau von Sicherheitsverglasungen in Fahrzeuge der Klassen M, N und O (1) festgelegt, die gewährleisten sollen, dass für die Fahrzeuginsassen ein hoher Grad an Sicherheit erreicht wird und im Speziellen sichergestellt wird, dass der Fahrzeugführer in allen Verkehrssituationen nicht nur nach vorn, sondern auch nach hinten und nach der Seite die bestmögliche Sicht hat.
      Er gilt nicht für gepanzerte Fahrzeuge nach Absatz 2.3.
      2.   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
      Im Sinne dieses Anhangs ist
      
                  2.1
               
               
                  „Fahrzeug“ ein Kraftfahrzeug für die Benutzung auf der Straße mit mindestens vier Rädern und einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h und sein Anhänger; dies gilt nicht für schienengebundene Fahrzeuge und sämtliche fahrbare Maschinen.
               
            
                  2.2
               
               
                  „Fahrzeugklasse“ eine Kategorie von Fahrzeugen entsprechend der Klassifizierung in der Anlage 7 zur Gesamtresolution über Fahrzeugtechnik (R.E.3). (1)
                  
               
            
                  2.3
               
               
                  „Fahrzeug mit besonderer Zweckbestimmung“, „Wohnmobil“, „gepanzertes Fahrzeug“, „Krankenwagen“, „Leichenwagen“ und „Kabriolett“ sind in der Anlage 7 zur Gesamtresolution über Kraftfahrzeugtechnik (R.E.3) definiert (1).
               
            
                  2.4
               
               
                  „Doppeldeckfahrzeug“ ist in der Regelung Nr. 107 Absatz 2.1.2 definiert.
               
            3   ALLGEMEINE VORSCHRIFTEN FÜR FAHRZEUGE DER KLASSEN M, N UND O
      
                  3.1
               
               
                  Die Sicherheitsverglasung muss so eingebaut sein, dass sie trotz der Belastungen, denen das Fahrzeug unter normalen Betriebsbedingungen ausgesetzt ist, in ihrer Einbaulage verbleibt und den Fahrzeuginsassen weiterhin eine gute Sicht und Sicherheit bietet.
               
            
                  3.2
               
               
                  Die Sicherheitsverglasung muss mit dem entsprechenden Genehmigungszeichen nach Absatz 5.4 dieser Regelung versehen sein, dem gegebenenfalls eines der zusätzlichen Symbole nach Absatz 5.5 angefügt ist.
               
            4   SPEZIELLE VORSCHRIFTEN FÜR FAHRZEUGE DER KLASSEN M UND N (1)
      
      4.1   Windschutzscheiben
      
                  4.1.1
               
               
                  Die normale Lichtdurchlässigkeit darf nicht weniger als 70 % betragen.
               
            
                  4.1.2
               
               
                  Die Windschutzscheibe muss für den Typ des Fahrzeugs, in das sie eingebaut werden soll, genehmigt sein.
               
            
                  4.1.3
               
               
                  Die Windschutzscheibe muss unter Berücksichtigung des R-Punkts des Fahrzeugführers richtig eingebaut sein.
               
            
                  4.1.4
               
               
                  In Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h darf keine Windschutzscheibe aus vorgespanntem Glas eingebaut sein.
               
            4.2   Sicherheitsverglasungen außer Windschutzscheiben und Trennscheiben
      4.2.1   Sicherheitsverglasung, die für die Sicht des Fahrzeugführers nach vorn von Bedeutung ist
      
                  4.2.1.1
               
               
                  Die in Absatz 2.18.1 dieser Regelung definierte Sicherheitsverglasung, die für die Sicht des Fahrzeugführers nach vorn von Bedeutung ist, muss eine normale Lichtdurchlässigkeit von mindestens 70 % haben.
               
            
                  4.2.1.2
               
               
                  Sicherheitsverglasungen aus Kunststoff müssen mit einem zusätzlichen Symbol /B/L nach den Absätzen 5.5.5 und 5.5.7 dieser Regelung versehen sein.
               
            4.2.2   Sicherheitsverglasung, die für die Sicht des Fahrzeugführers nach hinten von Bedeutung ist
      
                  4.2.2.1
               
               
                  Die Sicherheitsverglasung nach Absatz 2.18.2 dieser Regelung muss eine normale Lichtdurchlässigkeit von mindestens 70 % haben. Sind jedoch zwei Außenrückspiegel vorhanden, dann darf der Wert der Lichtdurchlässigkeit unter 70 % liegen, sofern die Verglasung mit dem zusätzlichen Symbol V nach Absatz 5.5.2 dieser Regelung versehen ist.
               
            
                  4.2.2.2
               
               
                  Sicherheitsverglasungen aus Kunststoff müssen mit einem zusätzlichen Symbol A/L oder B/L nach den Absätzen 5.5.5 und 5.5.7 dieser Regelung versehen sein.
                  Als Alternative kann die Heckverglasung im Faltdach eines Kabrioletts mit dem zusätzlichen Symbol /B/M versehen sein.
                  Die Heckverglasung im Faltdach eines Kabrioletts kann aus flexiblem Kunststoff bestehen.
               
            4.2.3   Sonstige Sicherheitsverglasungen
      
                  4.2.3.1
               
               
                  Die Sicherheitsverglasungen, auf die die Begriffsbestimmungen der Absätze 2.18.1 und 2.18.2 dieser Regelung nicht zutreffen, müssen mit dem zusätzlichen Symbol V nach Absatz 5.5.2 dieser Regelung versehen sein, wenn die Lichtdurchlässigkeit weniger als 70 % beträgt.
               
            
                  4.2.3.2
               
               
                  Sicherheitsverglasungen aus Kunststoff müssen mit einem der zusätzlichen Symbole nach den Absätzen 5.5.5, 5.5.6 und 5.5.7 dieser Regelung versehen sein. Ist das Fahrzeug jedoch für die Personenbeförderung bestimmt, dann dürfen sich an Stellen, an denen ein Kopfaufprall möglich ist, keine Verglasungen mit dem zusätzlichen Symbol /C/L oder /C/M befinden.
               
            4.2.4   Ausnahmen
      Bei Sicherheitsverglasungen aus Kunststoff gelten die Vorschriften über die Abriebfestigkeit nach den Absätzen 4.2.2.2 und 4.2.3.2 dieses Anhangs nicht für die nachstehend genannten Fahrzeuge und Einbaustellen der Verglasung:
      
                  a)
               
               
                  Krankenwagen,
               
            
                  b)
               
               
                  Leichenwagen,
               
            
                  c)
               
               
                  Anhänger einschließlich Wohnwagen,
               
            
                  d)
               
               
                  Sonnendächer und Verglasungen im Dach eines Fahrzeugs,
               
            
                  e)
               
               
                  alle Verglasungen im Oberdeck eines Doppeldeckfahrzeugs.
               
            Es ist keine Abriebprüfung/kein Symbol erforderlich.
      4.3   Besondere Vorschriften
      
                  4.3.1
               
               
                  Nach vorn gerichtete Verglasungen außer Windschutzscheiben müssen entweder Verbundglasscheiben oder Kunststoffscheiben mit dem zusätzlichen Symbol /A nach den Absätzen 5.5.5 und 5.5.7 dieser Regelung sein.
               
            
                  4.3.2
               
               
                  Absatz 4.3.1 gilt nicht für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 40 km/h.
               
            
         (1)  Entsprechend den Definitionen in der Anlage 7 zur Gesamtresolution über Fahrzeugtechnik (R.E.3) (TRANS/WP.29/78/Rev.1/Amend.2).