CELEX: C2000/020/05
Language: de
Date: 2000-01-22 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes vom 12. Oktober 1999 in der Rechtssache C-379/97 (Vorabentscheidungsersuchen des Sø- og Handelsret): Pharmacia & Upjohn SA gegen Paranova A/S (Markenrecht — Arzneimittel — Parallelimport — Ersetzung der Marke)

22.1.2000               DE                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                             C 20/3
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                                  URTEIL DES GERICHTSHOFES
                         (Sechste Kammer)
                                                                                                vom 12. Oktober 1999
                      vom 5. Oktober 1999
                                                                          in der Rechtssache C-379/97 (Vorabentscheidungsersu-
in der Rechtssache C-10/98 P: Azienda Agricola „Le                        chen des Sø- og Handelsret): Pharmacia & Upjohn SA
Canne“ Srl gegen Kommission der Europäischen Gemein-                                             gegen Paranova A/S (1)
                             schaften (1)
                                                                          (Markenrecht — Arzneimittel — Parallelimport — Erset-
(Rechtsmittel — Aquakultur — Verordnungen (EWG) Nrn.                                                zung der Marke)
4028/86 und 1116/88 — Gemeinschaftszuschuß —
                       Kürzung der Beihilfe)
                                                                                                     (2000/C 20/05)
                           (2000/C 20/04)
                    (Verfahrenssprache: Italienisch)                                           (Verfahrenssprache: Dänisch)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der    (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)                          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
In der Rechtssache C-10/98 P, Azienda Agricola „Le Canne“
Srl mit Sitz in Porto Viro (Italien) (Prozeßbevollmächtigte:              In der Rechtssache C-379/97 betreffend ein dem Gerichtshof
Rechtsanwälte G. Schiller, G. Carraro und F. Mazzonetto,                  nach Artikel 177 EG-Vertrag (jetzt Artikel 234 EG) vom
Padua, Zustellungsanschrift: Kanzlei des Rechtsanwalts                    dänischen Sø- og Handelsret in dem bei diesem anhängigen
G. Arendt, 8-10, rue Mathias Hardt, Luxemburg) betreffend                 Rechtsstreit Pharmacia & Upjohn SA, früher Upjohn SA, gegen
ein Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts erster Instanz             Paranova A/S vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung
der Europäischen Gemeinschaften (Dritte Kammer) vom 7. No-                über die Auslegung der Artikel 30 und 36 EG-Vertrag (nach
vember 1997 in der Rechtssache T-218/95 (Le Canne/Kom-                    Änderung jetzt Artikel 28 EG und 30 EG) sowie von Artikel 7
mission, Slg. 1997, II-2055) wegen Aufhebung dieses Urteils,              der Ersten Richtlinie 89/104/EWG des Rates vom 21. Dezem-
anderer Verfahrensbeteiligter: Kommission der Europaïschen                ber 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitglied-
Gemeinschaften (Bevollmächtigter: E. de March, Beistand:                  staaten über die Marken (ABl. 1989, L 40, S. 1) hat der
Rechtsanwalt A. Dal Ferro) hat der Gerichtshof (Sechste                   Gerichtshof unter Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodrı́guez
Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten P. J. G.                   Iglesias, der Kammerpräsidenten J. C. Moitinho de Almeida,
Kapteyn sowie der Richter G. Hirsch, J. L. Murray (Berichter-             D. A. O. Edward, R. Schintgen sowie der Richter P. J. G.
statter), H. Ragnemalm und R. Schintgen — Generalanwalt: G.               Kapteyn, C. Gulmann (Berichterstatter), G. Hirsch, P. Jann und
Cosmas; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler — am 5. Okto-              M. Wathelet — Generalanwalt: F. G. Jacobs; Kanzler: H. von
ber 1999 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                         Holstein, Hilfskanzler — am 12. Oktober 1999 ein Urteil mit
                                                                          folgendem Tenor erlassen:
1. Das Urteil des Gerichts erster Instanz vom 7. November 1997
     in der Rechtssache T-218/95 (Le Canne/Kommission) wird
     aufgehoben.                                                          Aus dem Begriff der künstlichen Abschottung der Märkte zwischen
                                                                          Mitgliedstaaten im Sinne der Urteile vom 23. Mai 1978 in der
2. Das Telex Nr. 12 497 der Kommission vom 27. Oktober 1995               Rechtssache 102/77 (Hoffmann-La Roche, Slg. 1978, 1139) und
     ist wegen Nichteinhaltung des Verfahrens nach den Artikeln 44        vom 11. Juli 1996 in den Rechtssachen C-427/93, C-429/93 und
     Absatz 1 und 47 der Verordnung (EWG) Nr. 4028/86 des                 C-436/93 (Bristol-Myers Squibb u. a., Slg. 1996, I-3457) ergibt
     Rates vom 18. Dezember 1986 über Gemeinschaftsmaßnahmen              sich, daß bei der Prüfung der Frage, ob der Markeninhaber sich
     zur Verbesserung und Anpassung der Strukturen im Bereich der         nach nationalem Recht dagegen zur Wehr setzen kann, daß ein
     Fischerei und der Aquakultur sowie nach Artikel 7 der Verord-        Parallelimporteur von Arzneimitteln die im Ausfuhrmitgliedstaat
     nung (EWG) Nr. 1116/88 der Kommission vom 20. April                  benutzte Marke durch die vom Markeninhaber im Einfuhr-
     1988 mit Durchführungsbestimmungen zu den Entscheidungen             mitgliedstaat benutzte Markte ersetzt, im Zeitpunkt des Vertriebes
     über die Gewährung von Zuschüssen zu Vorhaben betreffend             im Einfuhrmitgliedstaat bestehende Umstände zu berücksichtigen
     Gemeinschaftsmaßnahmen zur Verbesserung und Anpassung der            sind, die den Parallelimporteur objektiv dazu zwingen, die ursprüngli-
     Strukturen im Bereich der Fischerei, der Aquakultur und der          che Marke durch die im Einfuhrmitgliedstaat benutzte Marke zu
     Entwicklung der Künstengewässer nichtig.                             ersetzen, um das betreffende Produkt in diesem Staat in den Verkehr
                                                                          bringen zu können.
3. Die Kommission der Europaïschen Gemeinschaften trägt die
     Kosten beider Instanzen.
                                                                          (1) ABl. C 387 vom 20.12.1997.
( 1) ABl. C 94 vom 28.3.1998.