CELEX: 51988PC0424
Language: de
Date: 1988-07-20
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES über ein spezifisches Forschungsprogramm im Gesundheitsbereich: Prädiktive Medizin: Analyse des menschlichen Genoms (1989 - 1991) (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 424
Vol. 1988/0155
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit règlement ou sont considérés déclassifiés
conformément aux articles 26(3) et 59(2) de la décision (UE, Euratom) 2015/444 de la
Commission du 13 mars 2015 concernant les règles de sécurité aux fins de la protection des
informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
public. Where necessary, classified documents in this file have been declassified in conformity
with Article 5 of the aforementioned regulation or are considered declassified in conformity with
Articles (26.3) and 59(2) of the Commission Decision (EU, Euratom) 2015/444 of 13 March 2015
on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                               KOM(88 ) 424 endg . - SYN 146
                                               Brussel , den 20 Juli 1988
                           Vorschlag für eine
                         ENTSCHEIDUNG DES RATES
   über ein spezifisches Forschungsprogramm im Gesundheitsbereich :
         Prädiktive Medizin : Analyse des menschlichen Genoms
                              ( 1989 - 1991 )
                    ( von der Kommission vorgelegt )
 ---pagebreak---                                                             te™. HU
    VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES ZUR ANNAHME EINES
            SPEZIFISCHEN FORSCHUNGSPROGRAMMS AUF DEM GEBIET DES
                  GESUNDHEITSWESENS : PRÄDIKTIVE MEDIZIN
                                    INHALT
0.      ZUSAMMENFASSUNG                                              1
1.      BEGRÜNDUNG                                                   3
1.1 Was ist prädiktive Medizin ?                                     3
1.2 Wissenschaftliche Grundlage für eine prädiktive Medizin          3
1.2.1        Die Organisation der genetischen Information :          3
             Kartierung menschlicher Gene
1.2.2        Das Auftreten genetisch bedingter Krankheiten           4
1.2.3        Technologien für die Erstellung von Genkarten           6
1.2.3.1         Genkoppelungskarten                                  6
1.2 . 3 . 2     Physikalische Karten                                 7
1.2 . 3 . 3     Geordnete Klonbibliotheken                           8
1.2 . 3 . 4     Sequenzierung                                        8
1.2.3.5         Verwaltung von Information und Materialien           9
1.2.4        Anwendungen von Genkarten in der prädiktiven Medizin    9
1.2 . 4.1       Diagnostische Anwendungen                            9
1.2 . 4 . 2     Identifizierung von Genen , die mit einer Krankheit 10
                in Zusammenhang stehen
1.2 . 4 . 3     Gentherapie                                         10
1.3    Gesellschaftliche und ethische Überlegungen                  10
2.     DAS PROGRAMM PRADIKTIVE MEDIZIN : ANALYSE DES                12
       MENSCHLICHEN GENOMS
3.     BEGRÜNDUNG DER ÜBEREINSTIMMUNG DES PROGRAMMS MIT DEN         13
        ZIELEN UND METHODEN DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT
3.1    Übereinstimmung mit den Zielen des Rahmenprogramms im        13
       Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
3.2     Begründung des wissenschaftlichen Inhalts des               15
        Programms : Die internationale Herausforderung und
       der wissenschaftliche Zusammenhalt Europas
3.3     Beziehung zu anderen Forschungsprogrammen                   16
        der Gemeinschaft
3.4     Der vorwettbewerbliche Charakter der Forschung              17
3.5    Management und Evaluierung                                   17
4.      DURCHFÜHRUNG UND FINANZIELLE MITTEL                         17
4.1     Netzwerke von Einrichtungen                                 18
4.2     Forschungsvertrage                                          19
4.3     Ausbildung                                                  19
4.4     Wissenschaftliches Management                               20
4.5     Bedienstete der Kommission                                  20
4.6     Zusammenfassung der Finanzmittel                            20
               VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES            21
               UND ANHANG
               FINANZBOGEN                                          30
               VERMERK ÜBER DIE AUSWIRKUNGEN AUF KLEINE UND         34
               MITTLERE UNTERNEHMEN , WETTBEWERB UND BESCHÄFTIGUNG
                                  Λ
 ---pagebreak---                               ZUSAMMENFASSUNG
In der westlichen Welt sind Infektionskrankheiten nicht länger
die Hauptursache von Krankheit und Tod . Aber viele Krankheiten
haben eine genetische Komponente ! sei es als Folge eines ererbten
Ein - Gen - Defekts ( monofaktoriell ) oder in Form der Interaktion von
mehrfachen      Gendefekten    ( multifaktoriell )    mit  Umweltfaktoren .
Zahlreiche weitverbreitete und zur Debilität führende Krankheiten
wie Herzkranzgefäßerkrankungen , Diabetes und starke Psychosen
fallen unter das letztere , d.h . unter die Krankheiten die dadurch
entstehen , daß Menschen mit einer genetischen Prädisposition
bestimmten Umweltfaktoren ausgesetzt werden . Prädiktive Medizin
versucht diese Prädisposition zu erkennen mit der Aussicht sie
sowohl zu verhüten und früh zu diagnostizieren als auch eine
bessere Prognose zu stellen und schließlich sie zu behandeln .
Das menschliche Genom ist der vollständige Satz genetischen
Materials - Desoxyribonukleinsäure ( DNA ) - das die Instruktionen
enthält , die jeden Menschen beschreiben . Es ist nunmehr möglich
das Genom zu analysieren oder zu kartieren , so daß man diese
Instruktionen " lesen " kann . Hierdurch lassen sich die Gene , deren
Veränderung bestimmte Krankheiten hervorruft , lokalisieren . Im
Zuge dieser Entwicklungen wird es möglich sein , neue grundlegende
Entdeckungen in der Biologie zu machen , und neue medizinische
Technologien zu entwickeln .
Das Programm Pradiktive Medizin wird folgende Linien enthalten :
       Verbesserung der Auflösung der menschlichen Genkarten , d.h .
       Schaffung einer Karte des menschlichen Genoms die aus DNA-
       Markern besteht und es Forschern ermöglicht Gene einfach
       und schnell zu lokalisieren .
       Die     Erstellung   geordneter       Klonbibliotheken ,  d.h . von
       Sammlungen geordneter Gruppen von DNA Fragmenten , die die
       DNA des gesamten Genoms , ausgewählter Gene oder von Teilen
       von Chromosomen vollständig repräsentieren .
       Die Verbesserung der fortschrittlichen Gentechnologien und ,
       durch ein Ausbildungsprogramm , ihre Verbreitung in den
       Mitgliedsstaaten .
Das Programm ist eine Europäische Antwort auf die internatio ¬
nalen Herausforderungen durch die groß angelegten Forschungspro ¬
jekte der USA ( Kartierung und Sequenzierung des Menschlichen
Genoms ) und Japans ( das " Human Frontiers Science Programm ").
Obwohl es ein Programm vor-kommerzieller Grund-lagenf orschung
ist , werden sowohl neue Informationen als auch Materialien daraus
hervorgehen , die ein kommerzielles Potential haben , auch neue
technologische Prozesse werden entwickelt werden . All dies wird
zur Entwicklung der Europäischen biotechnologischen Industrie
beitragen , die oft auf kleinen und mittleren Betrieben basiert .
                                       1 fcej-L
 ---pagebreak--- Wie der Titel bereits impliziert hat der Inhalt des Programmes
das  letztendliche   Ziel die Gene ,    die mit Krankheiten in
Verbindung stehen , mit der Aussicht zu identifizieren , sie zu
isolieren und ihre Struktur zu analysieren .
Der enorme Zuwachs an genetischer Information - oder besser deren
Nutzung - wirft ethische Fragen auf . Aspekte wie die Privatsphäre
müssen gegen allgemeine Überlegungen zur Gesundheitsfürsorge
abgewogen werden . Die Möglichkeiten zur Diagnose von Krankheiten
werden die Behandlungsmöglichkeiten übersteigen . Diese und andere
Probleme müssen sorgfältig diskutiert werden .
                                 2
 ---pagebreak--- FORSCHUNGSPROGRAMM IM GESUNDHEITSBEREICH      : PRÄDIKTIVE MEDIZIN  r
                   ANALYSE DES MENSCHLICHEN GENOMS
1.    BEGRÜNDUNG
1.1   WAS IST PRÄDIKTIVE MEDIZIN ?
Vor fünfzig Jahren waren Infektionskrankheiten die Hauptursache
für Morbidität und Sterblichkeit , doch ist diese Ursache seit der
Entdeckung von Antibiotika und durch die Verbesserungen auf dem
Gebiet der Hygiene und der Kontrolle von Seuchen in den
Industrieländern nunmehr in den Hintergrund getreten . Abgesehen
von Unfall - oder Kriegsfolgen haben viele Krankheiten heutzutage
eine mehr oder weniger bedeutende genetische Komponente . In den
letzten Jahren wurde das Wissen über die Krankheiten , die auf die
Vererbung eines einzigen schadhaften Gens zurückzuführen sind ,
stark erweitert , obwohl wir in den meisten Fällen noch sehr weit
von einer Theraphie entfernt sind .
Allerdings ist die Lage , was die gängigen Krankheiten wie
Herzkranzgef ässerkrankungen ,   Diabetes ,  Krebs ,  Autoimmunkrank-
heiten , schwere Psychosen und andere bedeutende Krankheiten der
westlichen Gesellschaft angeht , viel weniger eindeutig . Diese
Störungen haben eine        starke   Umweltkomponente ,   und obwohl
genetische Faktoren beteiligt sind ,         liegt hier kein klar
erkennbares Erbmuster vor . Anders ausgedrückt , ist die Krankheit
darauf zurückzuführen , dass von der genetischen Struktur her für
diese Krankheit anfällige Personen oder Populationen bestimmten
Umweltbelastungen ausgesetzt sind ; die Krankheitsverhütung wird
davon abhängen , inwieweit die Belastung der Populationen oder ,
was wahrscheinlicher ist , der anfälligen Personen vermindert
werden kann .   Da es höchst unwahrscheinlich ist , dass wir in der
Lage sein werden , die umweltbedingten Risikofaktoren vollständig
auszuschalten , ist es wichtig , dass wir soviel wie möglich über
Faktoren der genetischen Prä-Disposition lernen und somit stark
gefährdete Personen identifizieren können . Zusammengefaßt zielt
prädiktive Medizin darauf ab ,        Personen vor Krankheiten zu
schützen , für die sie von der genetischen Struktur her äußerst
anfällig sind und gegebenenfalls , die Weitergabe der genetischen
Disponiertheit an die folgende Generation zu verhindern .
1.2   WISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGE FÜR PRÄDIKTIVE MEDIZIN
1.2.1       DIE ORGANISATION DER GENETISCHEN INFORMATION :
            KARTIERUNG MENSCHLICHER GENE
Das menschliche Genom ist ein vollständiger Satz genetischen
Materials - Desoxyribonukleinsäure ( DNA ) -, das die Informationen
enthält die jeden Menschen beschreiben . Es liegt nunmehr im
Bereich des Möglichen , diese Informationen in ihrer Gesamtheit zu
" lesen ", wodurch neue grundlegende Entdeckungen in der Biologie
möglich sind und wir lernen können , genetisch bedingte Krankeiten
                                   3
 ---pagebreak--- vorauszusagen und letzendlich zu behandeln und neue Technologien
auf dem Gebiet der Medizin zu entwickeln .
Jeder Mensch hat zwei Sätze von 23 Chromosomen , auf denen eine
unbekannte Zahl von Genen angeordnet ist ( eine Basensequenz in
der DNA , die für ein Protein kodiert ist ), deren Gesamtzahl auf
50.000 bis 100.000 geschätzt wird . Jedes Gen besteht aus DNA ,
einer fadenartigen Substanz aus Nukleotiden ( eine Purin - oder
Pyrimidinbase , die mit einer Zucker- und Phosphatgruppe verbunden
ist ), wobei generell zwei Stränge durch Verdrillung zu einer
Doppelhelix angeordnet sind . Die beiden Stränge werden durch
Bindungen zwischen Basenpaaren von Nukleotiden zusammengehalten .
Die lineare Anordnung von Nukleotiden im Genom ist als DNA-
Sequenz bekannt , und ihre Länge wird in DNA-Basenpaaren gemessen .
Das menschliche Genom enthält ungefähr 3 Milliarden Basenpaare .
Eine Veränderung dieses Erbguts tritt ein , wenn eine Mutation
oder Veränderung in der Sequenz oder Anzahl von Nukleotiden in
einem oder mehreren Genen           erfolgt .  Es   gilt , die Gene
herauszufinden , die nach Auftreten einer Mutation die Ursache für
eine bestimmte Krankheit sind . Logischerweise muß dafür zuerst
die Position der Gene an den Chromosonem lokalisiert und dann die
Sequenz von Nukleotiden definiert werden , die die normalen gene ¬
tischen Merkmale bestimmen ; nur durch Definition der normalen
genetischen Struktur können Anomalien erkannt werden . Eine solche
Genkarte ist das Äquivalent eines Wörterbuches , da sie eine
geordnete Auflistung der Gene bietet . Man braucht sich nur das
Problem vor Augen zu führen , dass ein Wort nachgeschaut werden
muss und kein Wörterbuch zur Verfügung steht , oder daß ein Buch
in einer Bibliothek gesucht wird , ohne einen Katalog zu haben .
Der Zugang zu diesem " Wörterbuch der menschlichen Gene " ist daher
von grundlegender Bedeutung für die Geschwindigkeit , mit der wir
Variationen im menschlichen Gen analysieren können , sowie für
unser Verständnis der komplexen Wechselbeziehungen von Genen , die
die menschliche Entwicklung bestimmen .
1.2.2      DAS AUFTRETEN GENETISCH BEDINGTER KRANKHEITEN
Krankheiten verursachende genetische Veränderungen können in
allen Körperzellen einschliesslich der Keimzellen ( Ei und Samen )
auftreten und von einer Generation an die nächste weitergegeben
werden . Andere Veränderungen treten nur in somatischen ( nicht die
geschlechtliche Fortpflanzung betreffenden ) Zellen auf und wirken
sich   nur  auf   die  betreffende   Person   aus . Viele  Krebsarten
entstehen durch derartige Mutationen .
Die auf ererbte genetische Faktoren beruhenden Krankheiten können
grob in drei Kategorien unterteilt werden :
      Ein-Gen- Schäden ( monofaktoriell ), die einfache Mendelsche
      Erbmuster zeigen . Die meisten dieser Störungen sind für sich
      genommen selten , da es jedoch viele gibt , stellen sie
                                   4
 ---pagebreak---        insgesamt     eine erhebliche Krankheitsbelastung dar .                 Bisher
       sind etwa 4.200 Ein -Gen - Schäden erkannt worden ; sie traten
       in    2,5%      aller     Lebendgeborenen            in    westeuropäischen
       Populationen auf ;
       Multi -Gen - Schäden    ( multifaktoriell ),          bei    denen mehrere
       genetische und umweltbedingte Faktoren beteiligt sind .
       Zahlreiche häufige         Krankheiten , die zur Debilität führen ,
       fallen in diese Kategorie ;
      Anomalien     der   Chromosomenzahl         und   - Struktur    wie   im  Down -
       Syndrom .
Das    Auftreten      verschiedener          auf   Ein - Gen - Schäden    beruhender
Krankheiten wird in Tabelle 1 wiedergegeben , das einiger häufiger
Erkrankungen mit multifaktorieller Ursache in Tabelle 2 .
Tabelle ls Auftreten einiger durch Ein -Gen - Schäden bedingter
_Krankheiten in Europa_
                        Auftreten im Verhältnis
Krankheit               _zur Geburtenzahl_Prognose
Zystische Fibrose                  1 / 2.500           Lebensdauer selten über
                                                        20 Jahre
Sichel zellenanämie                1 / 6.000 *         Unterschiedliche
                                                       Schwere , oft tödlich
Phenylketonurie                    1 / 15.000          Günstig beeinflußbar
                                                       bei Früherkennung
Lesch - Nyhan - Syndrom            1 / 16.000          Nieren -      oder     Gehirn-
                                                        störung , generell
                                                        tödlich
Beta - Thalassämie                 **                  Lebensdauer      selten   über
                                                        20 Jahre
Duchennesche Muskel -              1 / 7.000 ***       Myopathie nach dem
  dystrphy                                             Alter von vier Jahren
                                                       endet mit dem Tode um
                                                       das 20 . Lebensjahr
Immun schwächen                    * * * Ά*            Hohe Todesrate
*      Die Sichelzellanämie ( eine hämolytische Anämie ), selten bei
       Europäern , kann mit einer Häufigkeit von über 1 / 100 bei
       einigen afrikanischen Populationen , 1 / 400 bei Bewohnern der
       karibischen     Inseln    und     1 / 2.500  bei    schwarzen    Amerikanern
       auf treten .
**     Die Beta-Thalassämie ( eine andere hämolytische Anämie ),
       selten in Nordeuropa , ist im Mittelmeerraum weit verbreitet
       mit der größten Häufigkeit auf Zypern (1 bis 2 / 100 ).
*** Da diese Krankheit an das X-Chromosom gekoppelt ist tritt
       sie mit einer Häufigkeit von 1 / 3.500 ( 1 / 7.000 bei Berück­
       sichtigung aller Geburten ) bei Knaben auf .
**** Das Auftreten genetisch bedingter Immunschwäche ist selten .
                                             5
 ---pagebreak--- Tabelle 2 :   Häufige chronische , durch Multi -Gen - Schäden bedingte
              Erkrankungen
                                       Häufigkeit des Auftretens
                              in der allgemeinen        bei Verwandten
Krankheit                                               ersten Grades
                              Bevölkerung               der erkrankten
                                                        Personen
Magengeschwür                           1 / 25                    1 / 10
Rheumatoide Arthritis                   1 / 50                    1 / 20
Diabetes mellitus s
      insulinabhängig                   1 / 500                   1 / 33
      insulinunabhängig                 1 / 50                    1 / 10
Ischämische Herzkrank-
      heiten     65 Jahre               1 / 50                    1 / 10
Schwere manisch-depressive
Psychose                                1 / 100                   1/6
Epilepsie ( " Grand-mal " )             1 / 200                   1 / 25
1.2.3       TECHNOLOGIEN FÜR DIE ERSTELLUNG VON GENKARTEN
Für die Kartierung des menschlichen Genoms werden verschiedene
Verfahren angewandt . Die einfachste Form der Gen-Kartierung ist
die Zuordnung eines Gens zu einem spezifischen Chromosom . Die
erste derartige Zuordnung erfolgte 1911 als das Gen für
Farbenblindheit dem X-Chromosom zugeordnet wurde . Dabei wurde von
der Beobachtung ausgegangen , dass nur Personen männlichen und
niemals    weiblichen   Geschlechts   betroffen  waren .  Auf  dieselbe
Weise wurden mehrere andere mit dem X-Chromosom gekoppelte Gene
entdeckt ,    doch vergingen weitere fünfzig Jahre ,           bis die
Entwicklung neuer Techniken die Zuordnung von Genen zu den
anderen 22 Chromosomenpaaren gestattete .          Aber Gene ,    deren
Produkt bis dahin noch unbekannt war , konnten solange nicht
lokalisiert werden , bis in den siebziger Jahren die Technologie
der Rekombinierten DNA einen neuen Ansatz bot . Dieses Konzept ,
die sogenannte reverse Genetik , basiert darauf , daß zunächst ein
Krankheitsgen durch seine Verbindung mit genetischen Markern
( identifizierbare Bereiche auf einem Chromosom ) bei Familien , die
diese Krankheit aufweisen , einem bestimmten Chromosom zugeordnet
und lokalisiert wird . Dieser Vorgang wird durch die Verfügbarkeit
von Genkopplungskarten für jedes Chromoson beschleunigt .
1.2.3.1      GENKOPPLUNGSKARTEN
Eine Genkopplungskarte zeigt den Abstand zwischen Genen und
anderen genetischen Markern auf . Dabei wird von der Häufigkeit
ausgegangen , mit der sie gemeinsam vererbt werden . Gene , die am
Chromosom eng beieinander liegen , bleiben bei der Teilung von
Ei-und Samenzellen , einem Vorgang , bei dem verschiedene Teile des
Chromosoms rekombinieren , im allgemeinen zusammen oder gekoppelt .
Der Abstand auf den Genkarten , dargestellt durch die Rekombi-
                                    6
 ---pagebreak--- nationsfrequenz , wird daran gemessen , wie oft ein bestimmtes Gen
von einem genetischen Marker getrennt vererbt wird . Er wird in
Centimorgans ausgedrückt . Wenn ein Gen und ein Marker auf
demselben Chromosom nur in 1% der Fälle getrennt wird , beträgt
der Abstand zwischen ihnen 1 Centimorgan ; dieser Abstand bedeutet
im Durchschnitt 1 Million DNA- Basenpaare , doch gibt es starke
Ab . eichungen hiervon , je nachdem welcher Chromosomenbereich
berücksichtigt wird . Derartige Beobachtungen werden bei der
Untersuchung der Kosegregation genetischer Marker innerhalb von
Familien       gemacht ,     und   es     sind    sehr   grosse   Stammbäume
erforderlich , um Kopplungsrelationen zwischen genetischen Markern
mit ausreichender Verlässlichkeit zu ermitteln . Zum Beispiel
wurden gerade ungefähr 600 Personen aus 40 Grossfamilien
benötigt , um eine Kopplungskarte auf 9 Centimorgans genau zu
erstellen . Für eine Verbesserung auf 1 bis 5 Centimorgans wird es
notwendig sein , die Zahl der Grossfamilien insgesamt um weitere
20 zu erhöhen .
Die Technologie der rekombinierten DNA brachte eine neue
Dimension        zu      der     Erstellung       von    Genkopplungskarten .
Wissenschaftler        entdeckten ,     daß    Restriktionsenzyme    -   die
verwendet werden , um spezifische kurze DNA-Sequenzen zu erkennen
und   an    dieser  Stelle    abzutrennen    -  zuweilen  nicht mehr  in der
Lage waren , die DNA einiger Personen an den erwarteten Stellen zu
zerschneiden .      Dadurch entstanden Fragmente unterschiedlicher
Länge , und diese Varianten wurden vererbt . Sie werden als RFLPs ,
Restriktionsf ragmentlängen-Polyporphismen , bezeichnet und als
Referenzpunkte auf dem Genom verwendet und gehören heutzutage zu
den Markern , die eine Schlüsselfunktion bei der Entwicklung von
Genkopplungskarten haben .
Um die aus sehr grossen DNA-Stücken entstandenen RFLPs zu
identifizieren , müssen radioaktiv markierte einsträngige DNA-
Frequenzen verwendet werden , die man als DNA-Sonden bezeichnet ,
die mit komplementären Sequenzen in den RFLP-Markern Basenpaare
bilden ( hybridisiern ) . Einige für die RFLP-Kartierung nützliche
Sonden sind Genfragmente , andere sind Ergänzungen zu einer neuen
Generation von Markern , den " variable number tandem repeats ", die
Cluster von sich wiederholenden DNA-Sequenzen nutzen , welche in
unterschiedlicher         Anzahl     im     gesamten    menschlichen   Genom
anzutreffen sind .
1.2 . 3 . 2  PHYSIKALISCHE KARTEN
Eine physikalische Karte des menschlichen Genoms zeigt den
tatsächlichen Abstand zwischen Genen oder Markern , gemessen in
DNA-Basenpaaren . Es sind verschiedene Methoden mit geringer
Auflösung für die Erstellung physikalischer Karten bekannt , die
auf der Teilung einzelner menschlicher Chromosomen in verschie ¬
dene Fragmente beruhen . Allerdings lokalisieren sie nur sehr
grosse DNA-Stücke , in die einige wenige aber auch tausende von
Genen passen könnten . Die Mechanismen für das Auf finden eines
                                         7
 ---pagebreak--- interessanten Gens auf langen DNA-Abschnitten , bleiben weiterhin
recht primitiv .
Neue     Methoden   der   Trennung    sehr   grosser     DNA-Fragmente   durch
Restriktionsenzyme , die an sehr seltenen Stellen eine Spaltung
herbeiführen , gestatten die Erstellung von Restriktionskarten
langer Fragmente , die eine wesentlich feinere Struktur aufweisen
und die Lücke zwischen dem einzelnen Gen und dem gesamten
Chromosom überbrücken .
1.2 . 3 . 3 GEORDNETE KLONB I BL I OTHEKEN
Die Entwicklung physikalischer Karten mit hoher Auflösung ist
äusserst wertvoll für die Lokalisierung medizinisch wichtiger
Gene . Ausserdem ist für Projekte zur Erstelung physikalischer
Karten der Zugang zu grossen DNA-Beständen erforderlich - ein
Bedarf , der durch Klonbibliotheken gedeckt werden kann .
Klonen      ist das Vervielfältigen eines               DNA- Fragments   durch
Einbringung in ein sich selbst reproduzierendes Molekül , das dann
in eine Wirtszelle eingeführt werden kann . Bibliotheken sind
Sammlungen von geklonten DNA-Fragmenten aus einer gemeinsamen
Quelle . Um eine physikalische Karte zu erstellen , muss die
Anordnung der geklonten Fragmente zueinander auf den Chromosomen
bekannt sein . Das Ziel ist die Schaffung eines kompletten Satzes
einander überlappender Klone , deren Anordnung bekannt ist , um das
gesamte       menschliche     Genom       abzudecken .     Wenn     erst   die
physikalischen        Beziehungen      zwischen    geklonten       Fragementen
feststehen , kann ihre Nukleotidsequenz bestimmt werden .
1.2 . 3 . 4  SEQUENZIERUNG
Die endgültige physikalische Karte wird die gesamte DNA-Sequenz
des menschlichen Genoms sein . Obwohl eine Sequenzierung des
Genoms in Betracht gezogen werden kann , würde doch die Bestimmung
der Gesamtsequenz von 3 Mrd . Basenpaaren in einem vernünftigen
Zeitraum eine ganz erhebliche Verbesserung der bestehenden
Techniken erfordern .
Allerdings       gibt    es    auch     Argumente      dafür ,    zuerst   die
Sequenzierung jener Bereiche des Genoms vorzunehmen , die für
klinisch oder wissenschaftlich wichtig gehalten werden . Diese
umfassen Chromosomenbereiche , in denen klinisch wichtige Gene
entweder zur Expression gebracht werden - d.h . in Boten -
Ribonukleinsäuren ( mRNA ) umgeschrieben , die anschliessend in
Proteine übersetzt werden - oder die eine Regelfunktion haben .
Eine vorgeschlagene Methode ist , zuerst die DNA-Kopien ( cDNA )
zellularer Transkripte der Boten-RNA zu sequenzieren , und diese
Informationen für die Identifizierung der Gene verwenden , die im
Genom zur Expression gebracht werden .
                                        8
 ---pagebreak--- 1.2 . 3 . 5   VERWALTUNG VON INFORMATIONEN UND MATERIALIEN
Durch       die    Erstellung   hoch    auflösender   genetischer   und
physikalischer Karten werden jeweils enorme Mengen von Daten
erzeugt , die Darstellung ihrer Korrelationen wird sogar noch mehr
Daten liefern . In beiden Fällen wird auch nötig sein , daß
Materialien , wie z.B. Sonden und DNA-Klone , verbreitet und
gesammelt werden .         Ein   effizientes   Management    ( und ihre
Integration ) der Informationen und der Handhabung von Materialien
wird von primärer Bedeutung sein . Dies spricht dafür , eine Reihe
zentraler Einrichtungen zu bestimmen , die die Zentren von
Forschungsnetzen werden sollen .
1.2.4         ANWENDUNG VON GENKARTEN IN DER PRÄDIKTIVEN MEDIZIN
1.2 . 4.1     DIAGNOSTISCHE ANWENDUNGEN
Tests auf genetische Störungen werden generell zur pränatalen
Diagnose von Anomalien , wie dem Down-Syndrom , oder bei Reihen ¬
untersuchungen von Neugeborenen im Hinblick auf behandelbare
Störungen , wie Phenylketonurie , angewendet . Sie finden auch bei
der Reihenunter-suchung von Erwachsenen Anwendung ( oftmals bei
besonderen ethnischen Gruppen ), und zwar im Hinblick auf erhöhte
Risiken der Übertragung genetischer Erkrankungen auf die nächste
Generation - z.B. durch Identifizierung von Krankheitsträgern , wie
im Falle der Sichelzellenanämie , Beta-Thalassämie , der Tay-Sachs -
Krankheit usw .
Bei den meisten der zur Zeit verfügbaren Tests geht man nicht von
der Identifizierung des anomalen Gens ( bzw . Gene ) aus , sondern
von dem Nachweis des Genprodukts ; die Tests sind daher auf
ungefähr 200 Erkrankungen beschränkt , bei denen ein Genprodukt
oder ein biochemischer Marker bekannt ist - eine geringe Anzahl
im Vergleich zu den 4.200 bekannten Ein -Gen - Schäden. Andere
Beschränkungen für diesen Ansatz liegen darin , daß aus bestimmten
Geweben keine Proben genommen werden können ( Auge , Gehirn ) sowie
in der Wahrscheinlichkeit , daß sich die Krankheit - vielleicht
unwiderruflich - bereits manifestiert hat , wenn der genetische
Schaden nachgewiesen ist . Tests , die den genetischen Schaden in
der DNA direkt nachweisen , können viele dieser Beschränkungen
überwinden .
In den letzten fünf Jahren wurden 400 genetische Erkrankungen
oder noch mehr einem bestimmten Chromosom zugeordnet ; ungefähr 40
davon wurden eingehend definiert , wie z.B. die Huntingtonsche
Krankheit       ( Veitstanz ), zystische    Fibrose und    Duchennesche
Muskelatrophie . In jedem dieser Fälle kann eine Diagnose durch
einen auf der DNA basierenden Test gestellt werden , ohne daß das
Produkt des Gens oder seine Funktion bekannt ist .        Darüberhinaus
kann der Test für die vorklinische Diagnose einer spät zutage ¬
tretenden Krankheit ( wie der Huntingtonschen ) , für die pränatale
Diagnose und zum Nachweis des Trägerstatus angewandt werden .
                                      9
 ---pagebreak--- 1.2 . 4 . 2  IDENTIFIZIERUNG VON GENEN ,     DIE MIT EINER KRANKHEIT IM
             ZUSAMMENHANG STEHEN
Es ist wichtig , daß der Nachweis des Gens durch die reverse
Genetik dazu führen kann , daß wir seine Funktion und Rolle in der
Pathologie der betreffenden Krankheit verstehen . Beispiele , wo
dies bereits der Fall ist , sind unter anderem die Duchennesche
Muskelatrophie , chronische Granulomatose ( eine Erkrankung der
weissen Blutkörperchen )         und Retinoblastom      ( eine Form von
Augenkrebs ). Es ist damit zu rechnen , daß in den nächsten Jahren
viele weitere Krankheitsgene isoliert werden einschliesslich
jener , die mit Erkrankungen wie Kolonkarzinomen und Schwachsinn
in Verbindung stehen . Das Vor liegen einer höher auf lösenden
Genkopplungskarte würde die Identifizierung der Gene , die an
zahlreichen gängigen Krankheiten beteiligt sind , und die - wie
oben dargelegt - durch Multi -Gen - Schäden verursacht werden ,
erheblich vereinfachen . Es gibt mathematische Verfahren , die eine
Unterteilung der Genkopplungsdaten und die Identifizierung jener
Gene , die zu Multi -Gen - Schäden beitragen , gestatten .
Diese Informationen ,       zusammen mit denen aus überlappenden
Klonbibliotheken , werden eine rasche Isolierung und Struktur¬
analyse der betroffenen Gene ermöglichen . Hieraus wird sich eine
verbesserte Voraussage der Disposition für ein Erkrankungsrisiko
ergeben . Eine der wichtigsten Krankheitskategorien ist die der
Herz - und Gefässkrankheiten .
1.2 . 4 . 3  GENTHERAPIE
Man hofft , daß es letztlich möglich sein wird , ein defektes Gen
zu korrigieren ,      indem normale DNA direkt in eine Zelle
eingebracht wird - ein Vorgang , der als Gentherapie bezeichnet
wird . Dies hängt letztlich von der Entdeckung sicherer Methoden
zur Einbringung der DNA in eine Zelle und der Möglichkeit ab ,
sicherzustellen , daß die DNA den Zieldefekt korrigiert , ohne
andere abträgliche Wirkungen zu haben . Die Erstellung von
Genkarten      wird  sich   nicht    direkt   auf   die    Aussichten  der
Gentherapie auswirken , aber die gewonnenen Erkenntnisse über die
Funktion von Genen können mittelbar von Nutzen sein .
1.3     GESELLSCHAFTLICHE UND ETHISCHE ÜBERLEGUNGEN
Mit der Kartierung des menschlichen Genoms wird eine ungeheure
Erweiterung der Informationen über den Aufbau des menschlichen
Gens einhergehen ; es werden einfachere , schnellere und billigere
Screening-Methoden zur Feststellung der genetischen Disposition
für eine Erkrankung entwickelt . Hieraus wird sich die Möglichkeit
therapeutischer Eingriffe ergeben , durch die das Auftreten der
Krankheit     verhindert  wird .   Wenn  die  Gene  identifiziert   worden
sind , die mit einem erhöhten Risiko für die gängigen Krankheiten
wie Herzkrankheiten , Diabetes und Arthritis in Verbindung stehen ,
wird sich die Möglichkeit zu Reihenuntersuchungen der Bevölkerung
                                      10
 ---pagebreak--- ergeben .   In Westeuropa , mit einer Bevölkerung mit zunehmendem
Durchschnittsalter und einem damit verbundenen stetigen Kosten ¬
anstieg im Gesundheitswesen , sind die Aussichten sowohl auf
billigere Tests als auch auf frühzeitiges Eingreifen , wodurch
eine Abnahme der      Erkrankungshäufigkeit möglich wird ,   äusserst
attraktiv .
Diese ungeheuere Zunahme der genetischen Informationen wirft
ethische Fragen auf . Verbesserungen auf den Gebieten der Diagnose
und der Risikovoraussage werden der Entwicklung therapeutischer
Mittel    unweigerlich     vorausgehen ,   wodurch   eine   wachsende
Diskrepanz zwischen Diagnose und Behandlung entstehen wird . Die
Informationen über die genetische Konstitution eines Menschen
werden genauer , detaillierter und leichter zu erzielen sein ; dies
wird dem Einzelnen nützen da er über gesundheitliche Risiken
informiert wird , doch könnten diese Informationen auch von
Dritten , z.B. Arbeitgebern oder Versicherungsgesellschaften , zu
seinem Nachteil verwendet werden . Weitere ethische Überlegungen
werden sich aus dem grösseren Spektrum pränataler Diagnosen
ergeben , die dann leicht verfügbar sein werden - möglicherweise
wollen Eltern dann zum Beispiel das Geschlecht ihrer Kinder
bestimmen . Diese Fragen ergeben sich nicht unmittelbar aus den
zusammengetragenen Informationen , sondern aus deren Anwendung .
Dies   bedeutet ,    daß   es ,  unabhängig    von  den   technischen
Möglichkeiten und Vorzügen , die die Analyse des menschlichen
Genoms bietet , von entscheidender Bedeutung ist , daß sich die
Politiker und die Gesellschaft als Ganzes über diese schwierigen
Fragen ernsthafte Gedanken machen . Aspekte wie die Privatsphähre
eines Menschen , einschliesslich des Rechts eines Menschen auf
Wissen oder Nichtwissen , müssen gegen allgemeine Überlegungen zur
Gesundheitsfürsorge abgewogen werden .
Der Dialog mit den verschiedenen interessierten Gruppen und die
Vermittlung von Informationen über die gesellschaftlichen und
ethischen Konsequenzen solcher Forschung wird in systematischer
Art und Weise organisiert werden .
Es herrscht allgemeine Übereinstimmung , daß aus ethischen
Gründen jegliche Möglichkeit einer Änderung der genetischen
Konstitution     der   menschlichen    Keimzelle , selbst    zu  rein
therapeutischen Zwecken , abgelehnt werden muß ; dieses Thema wird
aus diesem Forschungsprogramm der Europäischen Gemeinschaft
ausgeklammert .
                                   11
 ---pagebreak--- 2.     DAS PROGRAMM PRÄDIKTIVE MEDIZIN : ANALYSE DES MENSCHLICHEN
       GENOMS
Im    Rahmenprogramm1    ist    ursprünglich   festgelegt ,  daß der
technische Inhalt des Programms Prädiktive Medizin " hauptsächlich
auf die Gewinnung besserer Kenntnisse über das menschliche Genom ,
Immuntechnologie ( anwendbar bei Krebs sowie Autoimmun - und
Infektionskrankheiten ), Verfahren der Gentechnik zur Reparatur
von DNA-Schäden ( beispielsweise bei angeborenen Gendefekten )
sowie auf die Entwicklung von Instrumenten zur Früherkennung
( z.B. von AIDS ) ausgerichtet sein " würde . Da eine Auswahl
getroffen werden muß , erscheint es angebracht , die Bemühungen auf
die Definition des menschlichen Genoms zu konzentrieren .
Das Programm wird folgende Ziele haben :
1)     Erstellung einer hoch auf lösenden Genkarte (1 bis 5
Centimorgans ) des menschlichen Genoms . Dies erfordert eine
Erhöhung der Anzahl Grossfamilien , die zur Zeit in Europa
untersucht werden , von 40 auf 60 wobei die neu hinzukommenden 20
Familien wenn möglich genetische Modifikationen aufweisen
sollten , die vom medizinischen Standpunkt aus interessant sind ;
die Errichtung eines Netzes von 10 bis 15 europäischen
Laboratorien , die sowohl daran interessiert als auch in der Lage
sind ,    mit Gen-Material dieser Familien         zu arbeiten ; die
Errichtung von ein oder zwei Zentren , die DNA der Familien an die
Mitglieder des Netzes liefern und auch eine Sammlung der
notwendigen Sonden betreuen und an sie weitergeben würden ; sowie
die     Berücksichtigung     der    Rolle   von    Einrichtungen zur
Durchführung von Berechnungen , die die Beteiligten sowohl in die
Lage versetzen , die Sammlung und Verdichtung dieser Daten zu
handhaben als auch die Kartierung durchzuführen .
2)     Erstellung von Sammlungen geordneter DNA-Klone entweder vom
gesamten Genom oder von ausgewählten Chromosomen . Diese geordne¬
ten Klonbibliotheken , die in mehreren Zentren erstellt werden
könnten , werden die Schaffung von Einrichtungen zur Aufbewahrung
der Bestände geklonter DNA-Fragmente und für die - kostenlose -
Weitergabe von DNA an ein Netzwerk Europäischer Laboratorien ,
die daran interessiert sind , genetisches Material mit diesen
geklonten Fragmenten zu vergleichen . Ein hierzu in Beziehung
stehendes Projekt könnte die Sequenzierung getrennt isolierter
cDNA-Klone und ihre Kartierung in einer geordneten Klonbibliothek
sein .
3)     Verbesserung fortgeschrittener Gentechnologien mit dem
weiteren Ziel , diese gleichmässiger auf die europäischen
Laboratorien zu verteilen . Beispiele hierfür sind : Herstellung
neuer biochemischer Reagenzien ( Restriktionsenzyme ), Verfahren
1   Gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und
    technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ). ABI . L 302 vom
    24.10.1987 , S. 1-23 .
                                    12
 ---pagebreak--- zur Markierung von DNA-Sonden , Genamplifikation , Vektoren für den
Transfer menschlicher Gene , Methoden der Klonierung langer DNA-
Segmente ,   Entwicklung von Software zur Erleichterung der
Sequenzierung , Entwicklung neuer Strategien für die Sequenzierung
und die Einrichtung überlappender Klonbanken . Zur Unterstützung
dieser Art von Arbeiten wäre der Abschluss von Forschungsver -
tiägen am geeignetsten , wobei der Zusammenarbeit zwischen
Laboratorien in verschiedenen Mitgliedstaaten , die an einem
gemeinsamen Thema arbeiten , und auch der Zusammenarbeit mit
Industrielaboratorien der Vorrang zu geben wäre . Die Kommuni ¬
kation zwischen den Vertragslaboratorien sollte so verwaltet
werden , dass ein auf der Zusammenarbeit basierendes Forschungs ¬
netz entsteht .
Bei der Verbesseung der Genkarte und der Schaffung geordneter
Klonbibliotheken wird den Genen und Genregionen besondere
Aufmerksamkeit gewidmet werden die Gene enthalten die für
bestimmte genetisch bedingte Krankheiten verantworrtlich sind ,
insbesondere wenn dies die Nutzung des vorhandenen Familien ¬
materials optimiert . Es ist außerdem notwendig mehr über die
Lokalisierung und Funktion der bisher unbekannten Gengruppen zu
lernen , die in die Multi -Gen-Störungen verwickelt sind welche den
Hauptteil der Kranheitsbelastung ausmachen und wo die Risiko ¬
abschätzung von besonderer Bedeutung ist . Ein pragmatischer
Ansatz wird sein eine sinnvolle Balance zwischen diesen Zielen zu
halten und unnötige Überlappungen         mit   anderen    Genanalyse -
Programmen zu vermeiden .
Ein europäisches Pilotnetz zur Verhütung einer spezifischen als
Modell   dienenden   Krankheit  wäre  ein  nützliches   Ziel  für  die
medizinische Forschung in der Gemeinschaft , doch wären für ein
solches Projekt sorgfältige Vorbereitungen erforderlich ( was
sowohl die Wahl des Ziels als auch die der Methoden betrifft ) und
die Ausarbeitung eines umfassenden Programms wäre verfrüht .
Allerdings     könnte    das   Programm   Prädiktive    Medizin    die
Organisation einer gemeinsammen Aktion zur Vorbereitung eines
detaillierteren Projekts unterstützen . Die Entwicklung eines
umfassenden europäischen Netzes könnte Gegenstand der auf dieses
erste Programm folgenden Aktionen sein . Krankheiten von in dieser
Hinsicht besonderem Interesse wären die zystische Fibrose und
Phenylketonurie .
3.   BEGRÜNDUNG DER ÜBEREINSTIMMUNG DES PROGRAMMS MIT DEN ZIELEN
     UND METHODEN DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT
3.1  ÜBEREINSTIMMUNG MIT DEN ZIELEN DES RAHMENPROGRAMMS IM
     BEREICH DER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHEN ENTWICKLUNG
Das Programm Prädiktive Medizin betrifft sowohl die techno ¬
logische Forschung als auch Ausbildungsmassnahmen , die dazu
beitragen werden , viele der im Rahmenprogramm auf geführten Ziele
zu erreichen .
                                   13
 ---pagebreak--- 1)    Die    Aktion      " Lebensqualität "       schliesst       in    dar
Fcrschur.gslinie " Gesundheit " das Programm Prädiktive Medizin
ein . Dieser Aspekt ist einleuchtend , weil durch die Entwicklung
einer prädiktiven Medizin zahlreiche Erkrankungen zurückgehen
werden , die für den Patienten und seine Familie sehr belastend
( invalidisierende oder schmerzhafte chronische Erkrankungen mit
oft tödlichem Ausgang ) und in sozialer Hinsicht für die
Gemeinschaft sehr kostspielig sind .
2)    Das Ziel der " Stimulierung der wissenschaftlichen Forschung
und der technologischen Entwickung in der Gemeinschaft zur
Stärkung der wissenschaftlichen und technischen Grundlage ihrer
Industrie "   wird   von     dem    Programm ebenfalls        ausdrücklich
verfolgt , was bedeutet , daß fortgeschrittene Technologien mit
hohem Mehrwert ( z.B. DNA-Sonden als Diagnosehilfen ) gefördert
werden sollen . Begründete Schätzungen gehen davon aus , daß der
potentielle europäische Markt für DNA-Sonden ir. den nächsten 10
Jahren einen Wert zwischen 1 und 2 Mrd ECU / Jahr aufweisen wird .
3 .) Dem    Ziel    der     " Beteiligung     kleiner     und     mittlerer
Unternehmen " wird ebenfalls entsprochen werden , da die meisten
Unternehmen auf dem Gebiet der Spitzentechnclogie , die an dem
Programm teilnehmen können und wellen , in diese Kategorie
fallen .
4 .) Das Ziel der " harmonischen Entwicklung der Gemeinschaft als
Ganzes mit Blick auf die Stärkung ihres wirtschaftlichen und
sozialen Zusammenhalts " ist auf diesem Gebiet besonders wichtig ,
da hier der Stand der wissen-schaf tlichen Entwicklung in den
einzelnen    Mitgliedstaaten       sehr    unterschiedlich      ist .   Die
Bereitstellung        zahlreicher           Eeihilfen         für       den
innergemeinschaftlichen Austausch von Wissenschaftlern zielt ,
zusammen     mit    der      obligatorischen       grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit , auf die Förderung engerer Kontakte zwischen
einzelnen Wissenschaftlern sowie auf den Technologietransfer zu
den derzeit weniger fortgeschrittenen Laboratorien in den
Mitgliedstaaten ab .
Künftige    Folgeaktionan       zu   diesem     Programm    könnten     die
Inangriffnahme einer grossangelegten Aktion in bezug auf eine der
wichtigsten Kinderkrankheiten einbeziehen ( koordinierte Aktion ,
einschliesslich      Forschung ,       Vorausschau ,     Verhütung      und
Behandlung ). Dies wäre der beste Weg , um die Europäer generell
davon zu überzeugen , dass die Schaffung eines " Europas der
Gesundheit " nicht nur eine Frage der Öffentlichkeitsarbeit ,
sondern gelebte Realität ist .
                                     14
 ---pagebreak--- 3.2   BEGRÜNDUNG DES WISSENSCHAFTLICHEN INHALTS DES PROGRAMMS :
      DIE INTERNATIONALE HERAUSFORDERUNG UND DER WISSENSCHAFTLICHE
      ZUSAMMENHALT EUROPAS
Die Begründung des wissenschaftlichen Inhalts des Programms ist
in der Erörterung der wissenschaftlichen Grundlage für die
pridiktive Medizin dargelegt ( vgl . 1.2 ). Es wird geltend
gemacht , dass die Fähigkeit , normale genetische Funktionen zu
verstehen und so die Anomalität zu erkennen und schliesslich die
Disposition für eine Krankheit vorauszusagen , vom Vorliegen eines
" Wörterbuchs der menschlichen Gene ", d.h . einer detaillierten
Karte der Position der Gene an den Chromosomen abhängt . Dies
bedeutet eine Verbesserung der genetischen und der physikalischen
Karte sowie die Errichtung geordneter Klonbibliotheken des
menschlichen      -    kurzfristig     vielleicht    von   ausgewählten
Chromosomenbereichen      oder   Genen .    Die   vollständige    Genom¬
sequenzierung , der nächste logische Schritt , ist noch ein
entferntes Ziel , weil die bestehenden Techniken zu langsam sind ,
um die Sequenzierung der 3 Milliarden Basenpaare in annehmbarer
Zeit zu gestatten ; ein Anfang könnte allerdings mit der
Sequenzierung der cDNA gemacht werden .
Das Programm Prädiktive Medizin würde so Europa            in die Lage
versetzen ,    die Herausforderung anzunehmen und          eine vitale
internationale       wissenschaftliche     Kraft     im   Bereich    der
Humangenetik zu bleiben .
Der Bericht der Vereinigten Staaten " Mapping and Sequencing the
Human Genome "2 ist ein weitgesteckter Plan , der die genetische
Karte , die physikalische Karte , eine geordnete DNA-klonbibliothek
und schliesslich die Sequenzierung umfasst . Dieses beeindrucken ¬
de und anspruchsvolle Programm - es wurde mit dem " Apollo "-
Projekt auf dem Gebiet der Raumfahrt verglichen - hält
zahlreiche    Wissenschaftler   und   Politiker   in  seinem  Bann . Die
Japaner haben mit dem wissenschaftlichen Programm " Grenzen des
Menschen " einen Vorschlag für ein internationales Forschungs ¬
programm auf        dem Gebiet der Grundlagenbiologie          und der
Entwicklung damit verbundener Schlüsseltechnologien vorgelegt .
Bis heute ( Juli 1988 ) ist der Inhalt zu diesem Programm noch
nicht festgelegt , aber es wird wahrscheinlich eine Verpflichtung
zur Analyse des menschlichen Genoms eingehen und / oder zur
Entwicklung von Ausrüstung für die schnelle automatische DNA-
Sequenzierung .
Welche Haltung man auch immer zu diesen Projekten einnimmt , die
Europäische Gemeinschaft kann davon nicht unberührt bleiben .
Darüber hinaus wird im Falle des amerikanischen Programms eine
2 Mapping and Sequencing the Human Genome , Report of the Board of
   Basic Biology Commission on Life Sciences , National Research
   Council . National Academy Press Publisher , Washington D.C. , 1988 .
                                    15
 ---pagebreak--- aktive    Mitarbeit      der    Europäer     ausdrücklich    angestrebt .    Das
Programm Prädiktive Medizin gibt Europa die Mittel in die Hand ,
sich   an   einem     äusserst     interessanten      Projekt   in   einem   der
fortgeschrittenen         Bereiche      der    biologischen     Forschung     zu
beteiligen .
3.3  BEZIEHUNG ZU ANDEREN FORSCHUNGSPROGRAMMEN DER GEMEINSCHAFT
Innerhalb des Rahmenprogramms soll das Programm Prädiktive
Medizin , um Überschneidungen zu vermeiden und die Kohärenz der
Forschungsarbeiten sicherzustellen , mit folgenden spezifischen
Gemeinschaftsprogrammen auf dem Gebiet der Forschung und
technologischen Entwicklung koordiniert werden :
     Programm " Forschung in Medizin und Gesundheit "                 1987-1991 ,
     insbesondere Punkt 1.1.4 " Früherkennung und Diagnose von
     Krebs ", der durch das Thema Onkogene eng mit dem Bereich
     Genetik verbunden            ist .    Beide    Programme bilden einen
     wichtigen Teil des Programms " Europa gegen den Krebs " 3 .
     Das Programm " Fortgeschrittene Informatik in der Medizin
     Europas " ( AIM ), insbesondere dessen Aktionslinie II " Stär ¬
     kung der Position Europas im Bereich der Medizin und Bio -
     Informatik ( BMI ) und des Gesundheitswesens ", die die Kommu ¬
     nikation und Informationsverarbeitung in den vorgesehenen
     Netzwerken unterstützen und effizienter machen könnte .
     Die Biotechnologie Programme , insbesondere das Programme
     BRIDGE , das zur Zeit vorbereitet wird , mit dem es bezüglich
     der Expressionsvektoren , des Gentransfers und der Gentech ¬
     nik    auf    dem  Gebiet    tierischer     und  menschlicher    Zellen  im
     Allgemeineren , sorgfältig koordiniert werden würde .
     Das        " Umweltschutz         Programm ",      insbesondere       seine
     Forschungsbereiche " Umwelt und menschliche Gesundheit " und
     " Genetische Auswirkungen von Umweltchemikalien " .
     Das    " Strahlenschutzprogramm ",        insbesondere das Gebiet der
     Mutagenese .
     Das      Programm      " Stimulierung " ,     insbesondere     das   Gebiet
     " Biokommunikation " .
Außerdem     wird     das    Programm     von   der    Synergie    mit   anderen
Aktivitäten       der   Gemeinschaft        im   Bereich   der   Informations ¬
technologie und Telekommunikation ( IT&T ) profitieren .
3 Entschliessung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter
  der Mitgliedstaaten vom 7 . Juli 1986 über ein Aktionsprogramm
  de Europäischen Gemeinschaften gegen den Krebs . ABI . Nr . C 184 ,
  23.7.86 , S. 19
                                         16
 ---pagebreak--- 3.4    VORWETTBEWERBLICHER CHARAKTER DER FORSCHUNG
Das Programm ist im Bereich der grundlegenden vorwettbewerb ¬
lichen Forschung angesiedelt . Allerdings werden sich daraus
sowohl     neue   Informationen     als   auch   neue   Materialien   mit
potentiellem wirtschaftlichem Wert ergeben . Man stimmt generell
de rin überein , daß alle Informationen über die Kartierung und
die Sequenzen frei zugänglich sein sollten , daß jedoch zugehörige
technologische Entwicklungen - von Instrumenten , Ausrüstungen ,
Reagenzien oder Software - auf dem normalen Wege durch Patente ,
Copyright usw . geschützt werden sollten .
3.5    MANAGEMENT UND EVALUIERUNG
Der bestehende BVKA - Forschung auf dem Gebiet der Medizin und
Gesundheit sollte für das Programm Prädiktive Medizin zuständig
sein und wird die Kommission in Übereinstimmung mit dem
Ratsbeschluss zur Schaffung der BVKA beraten . Das Programm wird
Bewertungsverfahren        gemäss   dem    gemeinschaftlichen    Aktions ¬
programm      bezüglich      der   Bewertung    von    Forschungs -   und
Entwicklungstätigkeiten^ unterworfen werden . Es is möglich , daß
der BVKA es wünscht spezielle Beratung zu erhalten oder in
wechselnden Besetzungen zusammenzutreten ; er kann ebenso eine
Arbeitsgruppe einsetzen , die die Kommission bei der Verwaltung
des Programms Prädiktive Medizin berät .
4.     DURCHFÜHRUNG UND FINANZIELLE MITTEL
Nach dem Beschluß über das " Medizin und Gesundheits Programm "
verbleiben Im Rahmen der Forschungslinie " 1.1 Gesundheit " des
Rahmenprogramms 15 Mio ECU für das Programm Prädiktive Medizin .
Es wurden vier Ausgabenkategorien vorgeschlagen , und zwar für
zwei     Netzwerke      ( Genkarte    des    Menschen    und    geordnete
Klonbibliothek des menschlichen Genoms ), Forschungsverträge für
Arbeiten auf dem Gebiet der fortgeschrittenen Gentechnologien und
Ausbildungsbeihilfen . Hinzu kämen Gemein - und Personalkosten . Der
Haushalt würde sich in etwa wie folgt auf teilen :
4 Mitteilung des Rates über ein Gemeinschaftliches
   Aktionsprogramm betreffend die Bewertung von Forschungs - und
   Entwicklungstätigkeiten für den Zeitraum 1987 bis 1991 . ABI .
   Nr . C 14 , 20.1.87 , S. 5 .
                                     17
 ---pagebreak--- KATEGORIE                      ART DER AKTION                 BUDGET
                                                            ( MioECU )
Verbesserung der               Unterstützung eines             4.0
menschlichen Genkarte          Netzwerkes zentrali ¬
                               sierter Einrichtungen
Geordnete Klonbib-             siehe oben                      4.0
liothek
Forschungen auf dem            Forschungsverträge              3.5
Gebiet der fortge ¬
schrittenen Gentechnologien :
z.B. Reagenzien
( Restriktionsenzyme ) ,
Gennachweis , Genvektoren ,
Klonierung , Computersof tware ,
cDNA-Klonierung und
Sequenzierung
Beihilfen                      Beihilfen                       2.5
( insbesonders für Post ¬
doktoranden , 100 Wissen ¬
schaftler-Jahre )
Wissenschaftliches Management ,                                0.45
einscließlich der Evaluierung
Personal                                                       0.55
INSGESAMT                                                     15.00
4.1   NETZWERKE VON EINRICHTUNGEN
Fortschritte   mit   der    Genkarte    und   der   Schaffung      geordneter
Klonbibliotheken werden am besten erreicht werden indem man aus
bestehenden    Laboratorien      ein    Netzwerk     bildet .    Effizientes
Management der Informationen und des Materials wird für beide
Aktionen von ausschlaggebender Bedeutung sein .                  Daher wird
vorgeschlagen in jedem Fall ein zentrales Labor zu identifizieren
das als Management-Zentrum fongiert , d.h . das Zentrum eines
Netzwerkes von Laboratorien wird .
Vier Millionen ECU werden für die Entwicklung eines europäischen
Netzes zur Verbesserung der humangenetischen Karte eingesetzt
werden , weitere vier Millionen ECU für die Errichtung eines
Netzes    von   Laboratorien ,     die    sich    mit   einer      geordneten
Klonbibliothek    der    menschlichen     DNA    befassen .    Diese   Kosten
belaufen sich auf ungefähr 10 % des Betrags , der in den Bericht
des Office of Technology Assessment der Vereinigten Staaten als
angemessen    für   das     amerikanische      " Human   Genome      Project "
                                     18
 ---pagebreak--- vorgeschlagen wurde . Obwohl zumindest in der Sondierungsphase
dieser Tätigkeiten bescheiden , wird der Europäische Beitrag zu
den internationalen Arbeiten erheblich sein .
4.2    FORSCHUNGSVERTRÂGE
Die im Rahmen des Programmes durchgeführte grundlegende Forschung
über       fortgeschrittene         Gentechnologien        wird       durch
Kostenteilungsverträge und solche , bei denen die Gemeinschaft die
marginalen Kosten übernimmt , mit öffentlichen und privaten
Einrichtungen in den Mitgliedstaaten             finanziert werden . Der
Beitrag der Gemeinschaft zur Forschungsfinanzierung aus dem EG-
Haushalt wird auf 3,5 Mio ECU geschätzt . Diese Summe basiert auf
der Annahme , daß 20 ForschungsVerträge auf dem Gebiet der
fortgeschrittenen Technologien mit ungefähr 150.000 bis 200.000
ECU je Vertrag ( für drei Jahre ), je nach Grösse des Projekts ,
geschlossen werde . Sie entspricht der erwarteten Reaktion von
europäischen      Laboratorien      auf    diesem     Gebiet .    Bei   dem
Auswahlverfahren wird Vorschlägen der Vorrang gegeben , an denen
verschiedene      Mitgliedstaaten      und /oder    private    Unternehmen
beteiligt sind . Das Management der Kommunikation zwischen den
verschiedenen Vertragslaboratorien wird ein erster Schritt zur
Errichtung      eines    europäischen       Netzes     im    Bereich    der
Molekulargenetik sein .        So niedrig der für jeden Vertrag
vorgesehene Betrag auch erscheinen mag , die Wirkung wird durch
den     ergänzenden    Charakter     des     Programms    in    Bezug   auf
einzelstaatliche Forschungsarbeiten verstärkt werden . Es ist
darauf hinzuweisen , daß kein europäisches Land allein in der Lage
wäre , das Ge samt Spektrum der oben beschriebenen Forschungs ¬
einrichtungen und Netze zu entwickeln .
4.3    AUSBILDUNG
Eine durchschnittliche Schätzung des Ausbildungsbedarfs in dem
betreffenden Zeitraum ergibt ungefähr 100 Wissenschaftler-Jahre ,
d.h .    2,5    Mio    ECU .    Zwei    Aspekte     verdienen     besondere
Berücksichtigung s
(i)    Massnahmen müssen ergriffen werden , um sicherzustellen , daß
       jene Mitgliedstaaten , die gegenwärtig nicht über moderne
       molekulargenetische Techniken verfügen , die Gelegenheit
       erhalten , diese zu erlangen ;
( ii ) Nur wenn sehr zwingende Gründe vor liegen , wird es den
       Wissenschaftlern      gestattet    sein ,   sich ausserhalb des
       vorgeschlagenenen europäischen Netzes weiterzubilden ; um den
       Weg für den Technologietransfer zu ebnen und im Hinblick
       auf   die    Rückkehr     des    einzelnen     neu    ausgebildeten
       Wissenschaftlers , wird damit gerechnet , daß 30 bis 50 % der
       für einen solchen Wissenschaftler veranschlagten Zeit
       darauf verwendet werden wird , die neuen Techniken in seinem
       eigenen Labor einzuführen .
                                     19
 ---pagebreak--- 4.4    WISSENSCHAFTLICHES MANAGEMENT
Die Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von 450.000 ECU
wird für das externe wissenschaftliche Management des Programms
als notwendig erachtet . Dieser veranschlagte Betrag , bei dem von
einer Analyse des derzeitigen jährlichen Bedarfs in ähnlichen
Programmen ausgegangen wurde , umfasst Sitzungskosten , Beteiligung
an Symposien , Reise - und Aufenthaltskosten von Sachverständigen
und Bediensteten der Kommission , Besuche bei Laboratorien , die an
dem Programm beteiligt sind ( zwei Besuche bei jedem Vertrags ¬
labor , d.h . ungefähr 50 Besuche im Laufe der Programmabwickelung )
sowie die Einberufung von sechs Workshops im selben Zeitraum .
Ferner eingeschlossen sind Mittel für die Vorbereitung von
Folgeaktionen zu diesem Programm ( Studien und           vorbereitende
Sitzungen ), die unter anderem - wie oben erwähnt -die Errichtung
eines grossen Forschungsnetzes zur die Voraussage , Verhütung und
Behandlung       einer   der     wichtigsten    genetisch    bedingten
Kinderkrankheiten einschließen könnten .
Die Kosten für das wissenschaftliche Management belaufen sich auf
3%    des    für das    Programm geforderten Gesamthaushalts       und
schließen die Kosten der Evaluierung des Programms ein .
4.5    BEDIENSTETE DER KOMMISSION
Ausgaben in Höhe von 550.000 ECU für zwei Bedienstete werden für
die Durchführung des Programms als notwendig erachtet . Diese
Schätzung umfasst nur neue Bedienstete , d.h . einen der Laufbahn ¬
gruppe A ( 93.000 ECU / Jahr ) und einen der Laufbahngruppe C ( 37.000
ECU / Jahr ), wobei die Inflation mit 4% pro Jahr veranschlagt wird .
Diese Schätzung umfasst lediglich Mindestanforderung für die
Verwaltung des Programms .
4.6    ZUSAMMENFASSUNG DER FINANZMITTEL
                                    ( Mio ECU )
Netze von Einrichtungen                  8.0
Forschungsvertrage                       3.5
Ausbildung                               2.5
Ausbi ldung                              0.45
Wissenschaftliche Verwaltung             0.55
INSGESAMT_15.00
                                     20
 ---pagebreak---                 VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES
zur Annahme eines Programms für Forschung und technologische
Entwicklung auf dem Gebiet des Gesundheitswesens : Prädiktive
Medizin : Analyse des menschlichen Genoms ( 1989-1991 )
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 130Q ( 2 ),
auf Vorschlag der Kommission ( * * ,
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament ( 2 ) ,
nach Stellungnahme des Wirtschafts - und Sozialausschusses * 3 * ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Nach Artikel 130K des Vertrags erfolgt die Durchführung des
Rahmenprogramms im Wege spezifischer Programme , die innerhalb
einer jeden Aktion entwickelt werden .
Der Rat hat mit seinem Beschluss vom 28 . September 1987         * ein
Rahmenprogramm im Bereich der gemeinschaftlichen Forschung und
technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) angenommen , mit dem die
Voraussetzungen        für    Tätigkeiten     auf  dem   Gebiet    des
Gesundheitswesens geschaffen werden .
Für die Bewertung jedes spezifischen Programms und die Auswahl
von Gemeinschaftsaktionen sind im Rahmenprogramm Kriterien
auf geführt , unter anderem das des Beitrages zur Stärkung des
wirtschaftlichen und       sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft  im
Einklang mit dem Streben nach wissenschaftlicher und technischer
Qualität .
Durch zwei aufeinanderfolgende mehrjährige Forschungs - und
Ausbildungsprogramme der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf
(1>    ABI . Nr
(2)    ABI . Nr .
(3)    ABI . Nr .
( 4 ) ABI . Nr . L 302 vom 24.10.1987 , S. 1 .
                                     21
 ---pagebreak--- dem Gebiet der Biotechnologien * ^ f Von denen sich das zweite noch
in der Durchführung befindet , wurden                  die Möglichkeit     und
Nützlichkeit        einer    Gemeinschaftsaktion        zur   Förderung    der
Anwendung       der   modernen     Biologie    für    wissenschaftliche    und
industrielle Zwecke auf gezeigt .
In dem derzeit laufenden Biotechnologieprogramm sind einige
Forschungsbereiche , die für die menschliche Gesundheit und die
Lebensqualität ,         für     die     industrielle       Entwickung     von
Biotechnologien zu medizinischen Zwecken sowie für die Kontrolle
des Kostenanstiegs im Sozial - und Gesundheitswesens von Bedeutung
sind , nicht erfasst .
Im Rahmenprogramm ist in der Aktion " Lebensqualität " in der
Forschungslinie         1.1     " Gesundheit "    die     Einführung     neuer
Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Entwicklung der prädiktiven
Medizin vorgesehen .
Daher ist ein spezifisches Programm für Forschung und techno ¬
logische Entwicklung auf dem Gebiet der prädiktiven Medizin
notwendig , insbesondere folgende Massnahmen :
        Entwicklung der grundlegenden Technologien für die Unter¬
        suchung des menschlichen Genoms als Voraussetzung für zahl ¬
        reiche biotechnologische Entwicklungen auf dem Gebiet des
        Gesundheitswesens und Sicherstellung der weiten Verbreitung
        dieser Technologien in europäischen Laboratorien , sowie
        Verbesserung der Auflösung der Genkarte und Verfeinerung
        physikalischen       Karte      durch      Einrichtung      geordneter
        Klonbibliotheken       als Grundlage        für die Lokalisierung
        medizinisch wichtiger Gene und für ein besseres allgemeines
        Verständnis der Genfunktion .
Die      Realisierung      der     obengenannten      Ziele    erfordert   die
Durchführung von Gemeinschaftsaktionen zur :
        Ausfüllung einiger Kenntnislücken auf wissenschaftlichem und
        technologischem Gebiet , die die volle Entwicklung der
        Möglichkeiten moderner Biotechnologien im Bereich der
        Medizin verhindern , sowie
        Förderung der europäischen grenzüberschreitenden Zusammen ¬
        arbeit durch konzertierte Aktionen zwischen privaten und
        öffentlichen Laboratorien       im Hinblick     auf  eine  Beschleuni ¬
        gung der Einführung bereits verfügbarer Technologien bei
        gleichzeitiger Förderung europäischer Wissenschaftsbereiche ,
        die zur Entwicklung neuer Konzepte beitragen werden .
 < 5 ) ABI . Nr . L 375 , 20.12.1981 , S. 1 ,
       ABI . Nr . L  83 , 25.3.1985 , S. 1 .
                                        22
 ---pagebreak--- Der Ausschuss für Wissenschaftliche und Technische Forschung
( CREST ) ist zu den folgenden Massnahmen gehört worden -
HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN :
                               Artikel 1
Hiermit wird für einen Zeitraum von drei Jahren beginnend am 1 .
Januar     1989   ein   spezifisches     Programm    der   Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft      für    Forschung     und    technologische
Entwicklung auf dem Gebiet der prädiktiven Medizin : Analyse des
menschlichen Genoms gemäss der im Anhang gegebenen Definition
angenommen .
                               Artikel 2
Die für die Programmdurchführung als notwendig erachteten
finanziellen Mittel belaufen sich auf              15 Millionen ECU ,
einschliesslich der Personalkosten für zwei Mitarbeiter .
                               Artikel 3
Detailierte Regelungen      für   die   Progammdurchführung    sind  im
Anhang auf geführt .
                               Artikel 4
1.    Die Kommission wird im zweiten Jahr der Programmdurchführung
      eine Überprüfung des Programms vornehmen und dem Rat sowie
      dem Europäischen Parlament die Ergebnisse der Überprüfung ,
      gegebenenfalls zusammen mit Vorschlägen für Änderungen oder
      eine Verlängerung , vorlegen .
2.    Eine Bewertung der Ergebnisse soll von unabhängigen Sach ¬
      verständigen durchgeführt und in Form einer Mitteilung an
      den Rat und das Eruopäischen Parlament veröffentlicht
      werden .
3.    Die obengenannten Berichte sollen unter Berücksichtigung der
      im Anhang dieser Entscheidung aufgeführten Zielsetzungen und
      Bewertungskriterien     und    in    Übereinstimmung    mit   den
      Vorschriften von Artikel 2 Absatz 2 des Rahmenprogramms
      erstellt werden .
                                   23
 ---pagebreak---                                 Artikel 5
1.     Die Kommission wird für die Durchführung des Programms
       zuständig sein und wird bei seiner Realisierung vom
       Beratenden Verwaltungs - und Koordinierungsausschuss ( BVKA )
       für Forschung auf den Gebieten Medizin und Gesundheit , der
       durch Beschluss 84 / 338 / Euratom/ EGKS / EWG ( ° * errichtet wurde ,
       unterstützt werden .
2.     Die Rechte und Verpflichtungen jeder Partei , insbesondere
       die Methoden der Verbreitung , des Schutzes und der Nutzung
       der    Forschungsergebnisse ,    werden      durch      die   von   der
       Kommission abgeschlossenen Verträge geregelt .
                                 Artikel 6
In Übereinstimmung mit Artikel 130 n des EWG-Vertrages ist die
Kommission ermächtigt mit Nichtmitgliedsstaaten und inter¬
nationalen Organisationen ,        insbesondere mit           solchen Nicht ¬
mitgliedsstaaten , die an der Europäischen Zusammenarbeit auf dem
Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung ( COST )
teilnehmen sowie mit solchen Ländern , die mit der Gemeinschaft
Rahmenabkommen      zur Zusammenarbeit    in   Wissenschaft       und  Technik
abgeschlossen haben , Abkommen in Hinblick auf ihre vollständige
oder teilweise Beteilung am Programm auszuhandeln .
                                 Artikel 7
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
Geschehen zu Brüssel am                     1988
                                                           Im Namen des Rates
                                                                Der Präsident
( 6 ) ABI . Nr . L 177 vom 4.7.1984 , S. 25 .
                                     24
 ---pagebreak--- ANHANG
            zu einem spezifischen Forschungsprogramm auf
                  dem Gebiet des Gesundheitswesens :
        Prädiktive Medizin : Analyse des menschlichen Genoms
1.  ZIELE
Anwendung und Verbesserung neuer Biotechnologien zur Risiko ¬
vorhersage , Frühdiagnose , Verhütung , Prognose und Behandlung
einiger Krankheiten des Menschen und zum besseren Verständnis der
Vererbungsmechanismen .
2.  INHALT
Vorwettbewerbliche Gemeinschaftsforschung , Einrichtung und Ver ¬
stärkung von Netzwerken europäischer Laboratorien sowie Ausbil ¬
dung im Hinblick auf die Anwendung modernen Biotechnologien zur
Verbesserung der Risikovorhersage ,         Verhütung ,  Frühdiagnose ,
Prognose und Behandlung einiger Krankheiten des Menschen
( insbesondere Erbkrankheiten und Krebs ).
2.1   VERBESSERUNG DER GENKARTE DES MENSCHEN
Einrichtung eines in Europa beheimateten Netzwerkes mit welt ¬
weiter Ausdehnung zur Sammlung der DNA von großen Familien , um
den Forschern gut charakterisiertes Genmaterial und eine Reihe
von Sonden zur Lokalisierung der relativen Positionen von Genen
auf den Chromosomen kostenlos zur Verfügung zu stellen . Mögliche
Bereitstellung von Computereinrichtungen zur Handhabung der
Daten .
2.2   EINRICHTUNG EINER GEORDNETEN KLONBIBLIOTHEK DER
      MENSCHLICHEN DNA
Schaffung eines europäischen Netzwerkes von Laboratorien , die an
der Einrichtung überlappender Klonbibliotheken arbeiten sowie
Unterstützung für die begrenzte Sequenzierung von cDNA .
2.3   FORSCHUNG ZUR VERBESSERUNG FORTGESCHRITTENER
      GENTECHNOLOGIEN
Neue     biochemische     Reagenzien    ( Restriktionsenzyme    usw . ) .
Verbesserung der Verfahren zum Nachweis und zur Lokalisierung
genetischer Marker ( Techniken zur Kennzeichnung von DNA-Sonden ,
Genamplifikation usw . ) . Entwicklung neuer Vektoren für das Klonen
grosser DNA-Fragmente und von Verfahren zur Chkromosomen -
transf ektion . Entwicklung von Mode 11 Systemen zur wiederholbaren
und beständigen     Expressionen medizinisch wichtiger Gene sowohl
in vivo als auch in vitro . Entwicklung neuer Computer-Software
zur Sammlung und Handhabung von Daten aus der Sequenzierung und
Kartierung von Genomen .
                                   25
 ---pagebreak--- 2.4   AUSBILDUNG
Schaffung eines Ausbildungsprogramms zur Unterstützung des
Technologietransfers von molekulargenetischen Verfahren an die
Mitgliedsstaaten , in denen diese Techniken zur Zeit noch
unzureichend entwickelt sind und insbesondere Techniktransfer an
den klinischen Bereich ( siehe 3.3 .).
3 . DURCHFÜHRUNG
Das Programm soll durch Verträge auf Kostenteilungsbasis oder zur
Deckung der marginalen Kosten , Unterstützung zentralisierter
Einrichtungen und Netzwerke , Ausbildungsverträge und -beihilf en ,
Kurse , Beratungen mit nationalen Sachverständigen , Organisation
von Sitzungen für Studiengruppen , Teilnahme an Seminaren und
Symposien sowie Veröf f entilchungen durchgeführt werden .
Der Beitrag der Gemeinschaft kann von etwa 50% im Falle der
Verträge auf Kostenteilungsbasis bis 100% in anderen Fällen
reichen .
Teilnehmer    können   Forschungseinrichtungen ,  Hochschulen   und
private Unternehmen oder Kombinationen hiervon sein , die in den
Mitgliedsländern oder in den in Artikel             6 aufgeführten
Drittländern angesiedelt sind .
Die Vorhaben    sind von Teilnehmern aus mehr als      einem  Staat
durchzuführen    wobei    zumindest   ein  Teilnehmer    aus  einem
Mitgliedsland kommen muß .
                                  26
 ---pagebreak---                              BEWERTUNGSKRITERIEN
Der gemeinschaftliche Aktionsplan betreffend die Bewertung der
Forschungs - und Entwicklungsprogramme der Gemeinschaft                     sieht
vor ,     daß    die     Etappen     und     Ziele    für     jedes    einzelne
Forschungsprogramm          in     überprüfbarer        und      gegebenenfalls
qi antitativer Form festzulegen sind . Diese Punkte werden im
folgenden auf geführt :
1.     Langfristiges Ziel dieses Programms ist es , durch
       Risikovorhersage , Frühdiagnose , Verhütung , Verbesser ¬
       ung der Prognosen und schliesslich Therapie , zur
       Bekämpfung der Krankheiten des Menschen beizutragen
       die auf genetischen Schäden beruhen ( Dies schließt
       genetische Krankheiten im eigentlichen Sinne und
       zahlreiche       verbreitete        Krankheiten       mit     einer
       genetischen Komponente wie Herzkrankheiten und Krebs
       ein ).    Die    Kommission     schlägt     vor ,    dieses    Ziel
       f olgendermassen zu erreichen :
       durch das Management eines Netzes von Laboratorien im
       Umfeld europäischer Einrichtungen zur ( a ) Verbesserung
       der Genkarte des Menschen und ( b ) zur Einrichtung
       geordneter Klonbibliotheken der menschlichen                   DNA ,
       entweder      für    das    vollständige      Genom     oder    für
       ausgewählte       Chromosome ,    zusammen     mit     der    cDNA-
       Sequenzierung ;
       durch Einleiten eines Programms vorwettbewerblicher
       Forschungsverträge         über        fortgeschrittene        Gen-
       technologie ;
       durch     Einrichten      eines     Ausbildungsprogramms        zur
       Steigerung der Verbreitung moderner Gentechnologien in
       Europa und zur Verbesserung des technologischen Know-
       hows in europäischen Laboratorien .
2.     Als vordringliches kurzfristiges              Ziel     sollte das
       Programm      die    erfolgreiche       Einrichtung      der   oben
       genannten europäischen Netzwerke von Laboratorien in
       folgenden Bereichen erreichen :
       - Genkarte des Menschen
       - Geordnete Klonbibliotheken der menschlichen DNA und
          cDNA-Sequenzierung
       - fortgeschrittene Gentechnologien .
       Diese Ziele sollten im Zeitraum 1990 bis 1991 überprüfbar
       sein .
( 7 ) ABI . Nr . C 14 vom 20.1.1987 , S. 5 .
                                        27
 ---pagebreak--- 3.  Folgende besondere Ziele sollten innerhalb von drei
    Jahren nach Anlaufen des Programms erreicht werden :
3.1 Im Zusammenhang mit der Genkarte des Menschen :
    - die derzeitige Anzahl von 40 gründlich untersuchten
      großen Familien , die die Grundlage für die genetische
      Karte bilden , sollte auf 60 Familien erhöht werden ;
    - Genmaterial 1 dieser Familien sowie DNA-Sonden sollte
      interessierten europäischen Laboratorien      kostenlos
      zur Verfügung gestellt werden ;
    - eine zentrale Einrichtung zur Sammlung der Ergebnisse
      und zur Schaffung einer verbesserten Genkarte (1 bis
      5 Centimorgans ) sollte geschaffen werden .
3.2 Die Strategien zur Einrichtung geordneter Klonbiblio -
    theken der menschlichen DNA sollten verglichen und ein
    Konzept festgelegt werden ; Einrichtungen zur Aufbe ¬
    wahrung der Bestände geklonter DNA-Fragmente sollten
    geschaffen und die zur Verfügung stehenden Klone
    kostenlos an interessierte europäische Laboratorien
    abgegeben werden .
3.3 Wesentliche Verbesserungen sollten auf dem Gebiet der
    folgenden fortgeschrittenen Gentechnologien erzielt
    werden :
    - neue Reagenzien , wie beispielsweise Restriktions ¬
      enzyme ,
    - Methodologie zum Klonen grosser DNA-Fragmente und zur
      Chromosomentransf ektion ,
    - an menschliche Zellen in vitro angepasste
      Genvektoren ,
    - Methodologie zum Aufspüren eines bestimmten Gens in
      einer Zelle ( Beispiele : Möglichkeiten zur Verein­
      fachung der Verwendung von DNA-Sonden und der
      Genaraplif ikation ) ,
    - Lokalisieren , Klonen und Sequenzieren neuer Gene ,
      insbesondere der im Zusammenhang mit einer Krankheit
      stehenden Gene ,
    - neue Computer-Software für die Speicherung ,        den
      Vergleich und die Analyse von DNA-Sequenzdaten .
                                 28
 ---pagebreak--- 4.  Ausserdem   sollte   das  Programm   sicherstellen ,   daß
    folgende allgemeine Kriterien erfüllt werden :
4.1 Während der gesamten Durchführung des Programms sollten
    bei den Vorhaben die komplexen ethischen Aspekte der
    menschlichen    Genetik   unter   Vermeidung     jeglicher
    Manipulation menschlicher Keimzellen sowie die umwelt ¬
    bezogenen Risiken angemessen berücksichtigt werden .
4.2 Die Entwicklungen im medizinischen Bereich sollten
    durch   die   erzielten   Ergebnisse    tatsächlich   oder
    potentiell gefördert werden .
4.3 Potentielle Möglichkeiten für     kommerzielle    Entwick ¬
    lungen sollten eröffnet werden .
4.4 Das allgemeine technologische Niveau der beteiligten
    europäischen Laboratorien sollte angehoben werden .
4.5 Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Forschungs ¬
    tätigkeiten auf dem Gebiet der Humangentechnik im
    Gemeinschafts -, nationalen oder privaten Bereich sollte
    der Bewertungsausschuss beurteilen , ob das Programm
    Prädiktive Medizin zur Anwendung der Ergebnisse der
    genannten Tätigkeiten in anderen Gebieten der Gemein ¬
    schaft , als denjenigen , in denen die Forschungs ¬
    tätigkeit stattfand , beigetragen hat .
                                29
 ---pagebreak---                              FINANZBOGEN
PROGRAMM PRÄDIKTIVE MEDIZIN
1.   HAUSHALTSLINIE
     - Linie 7312
     - Titels Spezifisches Programm für Forschung           und
     technologische    Entwicklung    auf   dem    Gebiet   des
     Gesundheitswesens - Prädiktive Medizin .
2.   RECHTSGRUNDLAGE
     Artikel 130 EWG-Vertrag ,
     Entscheidung des Rates
3.   BESCHREIBUNG DES VORHABENS UND ZIELE
3.1  Beschreibung
     Gemeinschaftsprogramm ( 1 . Januar 1989 bis 31 . Dezember 1991 )
     für Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der prädiktiven
     Medizin , durchgeführt durch Einrichtung von Laboratornetz ¬
     werken , Forschungs - und Ausbildungsverträge , Beratungen
     durch Sachverständige , Durchführung von Workshops , Beiträge
     zu Symposien und Studien .
3.2  Ziele
     Das Programm hat folgende Ziele : Gemeinschaftsforschung und
     technologische Entwicklung auf dem Gebiet der Molekular¬
     genetik zum besseren Verständnis genetisch bedingter Krank ¬
     heiten und somit zur Verbesserung der Aussichten für
     Diagnose und Therapie .
4.   BEGRÜNDUNG DES VORHABENS
Bei der Auswahl der prädiktiven Medizin als eines der Ziele von
Gemeinschaftsanstrengungen im Gesundheitswesen werden drei Punkte
berücksichtigt :
     - Die den fortgeschrittenen Technologien und ins ¬
       besondere den modernen Biotechnologien einzuräumende
       Priorität , deren Bedeutung für die wirtschaftliche
       Entwicklung in Europa unbezweif eibar ist .
     - Die Bedeutung der menschlichen und sozialen Aspekte
       einiger Krankheiten - insbesondere der allgemein
       verbreiteten Krankheiten , die durch eine Kombination
       genetischer Faktoren in Wechselwirkung mit der Umwelt
       verursacht werden .
                                  30
 ---pagebreak---       - Die    wirtschaftliche    Bedeutung      der Ausgaben       im
         Gesundheitswesen , die in Europa ständig zunehmen und
         ein   ernsthaftes    Problem      für    die    betroffenen
         Regierungen darstellen .
Diese drei Punkte liefern eine Definition für ein Forschungs ¬
aktionsprogramm auf dem Gebiet der Biotechnologie , die auf die
prädiktive Medizin anwendbar ist .             Dieser Bereich umfasst
Krankheiten , die häufig lange andauern , sozial aufwendig und auf
menschlicher Ebene sehr belastend sind und deren Früherkennung
nunmehr erwartet werden kann . Dies wird zu ihrer Verhinderung und
möglicherweise Behandlung führen , wobei die Ressourcen der
modernen Biotechnologie bei gleichzeitiger Stimulierung der
europäischen Industrie genutzt werden .
5.   FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN DES VORHABENS AUF DIE AUSGABEN
      ( einschliesslich Kosten für Personal und Ausgaben für
     administratives und technisches Management )
                                                             in Mio ECU
5.1  Gesamtkosten während der voraus ¬
      sichtlichen Laufzeit                                          30
5.2  Mittelbereitstellung :
      - aus dem Haushaltsplan der Gemeinschaft                      15
      - aus den nationalen Haushaltsplänen
         und anderen Sektoren auf nationaler Ebene                  15
5.3  Mehrjähriger Fälligkeitsplan
5.3.1 . Verpf lichtungsermächtiqunqen
                                  1989   1990    1991     INSG .
         Personal                 0,14   0,20    0,21     0,55
         Verwaltung               0,20   0,12    0,13     0,45
         Verträge und Aus ¬       1,66   6,68    5,66    14,00
         bildungsbeihilfen
         GESAMTSUMME              2,00   7,00    6,00    15,00
5.3.2 . Zahlunqsermachtiqunqen
                        1989  1990    1991   1992   1993     INSG .
Personal                0,14  0,20    0,21     _      _
                                                             0,55
Verwaltung              0,20  0,12    0,13     -      -
                                                             0,45
Verträge und Aus ¬      0,46  2,98    5,36   4,10   1,10    14,00
bildungsbeihilfen
GESAMTSUMME             0,80  3,30    5,70   4,10   1,10    15,00
                                    31
 ---pagebreak--- 5.3.3 . Berechnunqsweise
5 . 3 . 3.1 . Personalausqaben
Das      zur     Durchführung    dieses    Programms   erforderliche   Personal
besteht aus :
          - 1 Mitarbeiter der Laufbahngruppe A , * * *
          - 1 Mitarbeiter der Laufbahngruppe C. (*)
Die obengenannte Berechnung der Personalausgaben beruht auf
folgenden , auf Jahresbasis veranschlagten Zahlen für 1989 bis
1991 : 93.000 ECU für einen A-Posten , 37.000 ECU für einen C-
Posten bei einer angenommenen Inflationsrate von 4% pro Jahr .
Ausgaben für Dienstreisen der Bediensteten der Kommission , für
nationale Sachverständige und Hilfspersonal fallen ebenfalls
unter diese Rubrik .
5 . 3 . 3 . 2 . Ausgaben für administrative und technische Massnahmen
               Diese    Rubrik     umfasst    die Ausgaben     für   Sitzungen ,
Teilnahme          an    Symposien ,    Reise -  und Aufenthaltskosten von
Sachverständigen sowie für Veröffentlichung und Verbreitung von
Ergebnissen und Informationen und Ausgaben für wissenschaftliche
und technische Hilfe , wann immer dies für die Durchführung des
Programms erforderlich ist .
5 . 3 . 3 . 3 . Ausgaben im Zusammenhang mit Verträgen
               Die    für Forschungsverträge und Ausbildungsbeihilfen
vorgesehenen Haushaltsmittel ( 14 Mio ECU ) sollten den Abschluss
von Forschungs - und Entwicklungsverträgen ( für eine Gesamtsumme
von 11,5 Mio ECU ) mit einer durchschnittlichen Laufzeit von
zweieinhalb Jahren ( die Laufzeit des Programms beträgt drei
Jahre ; der Zeitbedarf zur Aufforderung zur Einreichung von
Vorschlägen und der administrativen Abwicklung muß jedoch
berücksichtigt            werden )    und   über    einen   variablen    Betrag
entsprechend dem Forschungsthema möglich machen .
Bei           den     Ausbildungsverträgen        und     den     kurzfristigen
Ausbildungsbeihilfen               geht    das    Berechnungsverfahren      von
durchschnittlichen Kosten von 29.000 ECU pro Jahr und Wissen ¬
schaftler aus . Es ist vorgesehen , daß jährlich etwa 20 bis 22
AusbildungsVerträge und 10 bis 15 kurzfristige Ausbildungs ¬
beihilfen gewährt werden . Der Haushaltsansatz für die Aus ¬
bildungsaktionen beträgt 2,5 Mio ECU .
* 6 Monate in 1989
                                           32
 ---pagebreak--- 6.    FINANZIERUNG DER AUSGABEN
Die zur Abdeckung des Gemeinschaftsbeitrags erforderlichen Mittel
sind    in   die    künftigen     Haushaltspläne    der    Gemeinschaft
auf zunehmmen .
7.    ART DER KONTROLLE
- Verwaltungsinterne Kontrolle durch den Generaldirektor für
   Finanzkontrolle ( GD XX ) im Zusammenhang mit der Ausführung des
   Haushaltsplans sowie durch die Abteilung " Verträge " der
   GD XII .
- Wissenschaftliche Kontrolle durch die verantwortlichen
   Mitarbeiter der GD XII mit Unterstützung des BVKA .
- Rechnungsprüfung durch den Rechnungshof gemäss den
   Bestimmungen des Vertrags .
- Bewertung in Übereinstimmung mit dem gemeinschaftlichen
   Aktionsplan . Siehe auch die Bewertungskriterien in Anhang II
   der Entscheidung des Rates .
8.    FINANZBOGEN
Zusammenf assung
Aktion : Forschung und technische Entwicklung
         auf dem Gebiet der prädiktiven Medizin
                                Ausgaben          Personal
                              ( Mio ECU )         ABC
                                             ( Anzahl der Posten )
      INSGESAMT                  15,0             1     1
 ---pagebreak---       VERMERK ÜBER DIE AUSWIRKUNGEN AUF KLEINE UND MITTLERE
        UNTERNEHMEN , WETTBEWERBSFÄHIGKEIT UND BESCHÄFTIGUNG
Obwohl das Programm Prädiktive Medizin in erster Linie weder auf
die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen noch auf die
Lösung der Probleme der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und
Beschäftigung ausgerichtet ist , sollte es trotzdem zu einigen
positiven Ergebnissen in diesen Bereichen führen :
1.   Die Verbesserung der fortgeschrittenen Gentechnologien
     sollte   zu kommerziell      interessanten   Entwicklungen
     führen :
     - Neuer Reagenzien ( beispielsweise Restriktionsenzyme )
       könnte eine gute Gelegenheit für die Vermarktung von
       Stoffen mit hohem Mehrwert darstellen .
     - Neue DNA-Sonden und die Vereinfachung ihrer praktischen
       Nutzung sollte die Entwicklung neuer Diagnoseausrüstungen
       möglich machen , bei denen Europa zur Zeit weitgehend auf
       Einfuhren angewiesen ist . Nach informellen Schätzungen des
       potentiellen Marktes für DNA-Sonden im nächsten Jahrzehnt
       in Europa geht es hierbei um Beträge zwischen ein und
       zwei Milliarden ECU pro Jahr .
     - Neue Techniken für die Genamplifikation könnten
       ebenso zur Förderung der Entwicklung kommerzieller
       Ausrüstungen führen .
2.   Die meisten Hochtechnologieunternehmen , die sowohl
     fähig als auch zur Zusammenarbeit bereit sind , gehören
     zur Kategorie der kleinen und mittleren Unternehmen und
     sollten dank der Durchführung des Programms stimuliert
     werden .
3.   Längerfristig kann das Programm Prädiktive Medizin als
     ein wertvoller Beitrag zu einem alternativen Ansatz
     beim Problem der ständig anwachsenden Kosten im
     Gesundheitswesen     in der europäischen Gesellschaft
     angesehen werden . Dies sollte schliesslich zu einer
     Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft
     führen .
                                  34