CELEX: 51995PC0287
Language: de
Date: 1995-06-27
Title: Entwurf für eine VERORDNUNG (EG) DES RATES zur Statistik über Struktur und Verteilung der Verdienste

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                    Brüssel, den 27.06.1995
                                    KOM(95) 287 endg.
                                     95/0171(CNS)
                    Entwurf für eine
          VERORDNUNG (EGÏ DES RATES
zur Statistik über Struktur und Verteilung der Verdienste
         (vorgeschlagen von der Kommission)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                    BEGRÜNDUNG
1.  Um ihre Aufgaben im Wirtschafts- und Sozialbereich, insbesondere im Zusammenhang
    mit der Beschäftigung und den Arbeitsbedingungen, erfüllen zu können, benötigt die
    Kommission vergleichbare Daten über die Verteilung und Struktur der Verdienste in der
    Europäischen Union. Daher wurden zwischen 1966 und 1978 aufgrund von
    entsprechenden Verordnungen des Rates in der Industrie und im Handel sowie im
    Banken- und im Versicherungssektor vier Gemeinschaftserhebungen zu diesem Thema
    durchgeführt. Die Erhebungsergebnisse, die Eurostat veröffentlicht hat, und die von den
    Dienststellen der Kommission, den nationalen Verwaltungen, den Akteuren des
    wirtschaftlichen und sozialen Lebens und Forschungseinrichtungen gleichermaßen als
    nützlich beurteilt wurden, bildeten die Grundlage für zahlreiche Untersuchungen über
    den Arbeitsmarkt.
2.  Die Durchführung dieser Erhebungen auf Gemeinschaftsebene wurde zwar aufgrund
    von verschiedenen Faktoren, insbesondere der erheblichen Belastung für die
    statistischen Ämter, eingestellt, doch haben einige Länder derartige Erhebungen
    weiterhin durchgeführt. Die entsprechenden Daten werden nach wie vor benötigt.
    Verschiedene Dienststellen der Kommission haben Eurostat gegenüber erklärt, daß
    Angaben über die Struktur und Verteilung der Verdienste auf europäischer Ebene für
    sie wichtig sind. Auf den Vorschlag von Eurostat hin haben sich alle Mitgliedstaaten
    dafür ausgesprochen, eine Erhebung über die Struktur der Verdienste auf der Grundlage
    der Rechnungslegungsdaten von 1995 durchzuführen.
3.  Durch die auf dem Essener Gipfel gefaßten Beschlüsse wurden die Mitgliedstaaten der
    Europäischen Union veranlaßt, verschiedene Aktionsprogramme auf dem Gebiet der
    Arbeitsmarktflexibilität   (Schaffung    von     Arbeitsplätzen,    Bekämpfung       der
     Arbeitslosigkeit usw.) aufzustellen. Wenn sie in der Lage sein wollen, den Rahmen
     abzustecken, innerhalb dessen diese Maßnahmen durchgeführt werden, und das
     Follow-up der nationalen Beschäftigungsprogramme zu ermöglichen, benötigen die
     Dienststellen der Kommission in den kommenden Jahren statistische Informationen über
     die verschiedenen Aspekte der Verdienste.
 4.  Nach dem Subsidiaritätsprinzip sind für die Planung einer Erhebung über die
     Verdienststruktur auf EU-Ebene die Kommission und die Mitgliedstaaten gemeinsam
     zuständig. Durch die Erhebung sollen die Konzepte und Systematiken für die
     Datenerhebung harmonisiert und die von den wichtigsten Benutzern (EU-Institutionen,
     nationale, regionale und lokale Verwaltungen, internationale Organisationen,
     Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und Forschungseinrichtungen) benötigten Daten
     definiert werden. Die Datenerhebung selbst und die Erhebungsverfahren fallen unter die
     Zuständigkeit der Mitgliedstaaten.
 ---pagebreak--- 5.  Vorgesehen ist nicht eine Vollerhebung bei sämtlichen Unternehmen, sondern eine
    Erhebung bei einer repräsentativen Unternehmensstichprobe. Ferner ist im Falle der
    Länder, die über geeignete Datenquellen, insbesondere administrativer Art, verfugen,
    die Verwendung dieser Quellen und gegebenenfalls ihre Kombination mit einem
    vereinfachten Fragebogen zulässig, wenn dies mit den festgelegten Definitionen und
    Methoden vereinbar ist und Angaben über alle verlangten Variablen liefert.
6.  Die vorgeschlagene Rechtsgrundlage gewährleistet, daß man über Daten für eine
    einheitliche Kernmenge von Variablen verfügt, die auf der Grundlage von
    harmonisierten Systematiken und Verfahren erhoben und aufbereitet wurden. Eine
    Rechtsvorschrift ist in diesem Fall erforderlich, da die geplante Erhebung über den
    Rahmen der auf nationaler Ebene bestehenden Erhebungen hinausgeht. Eine
    Rechtsvorschrift auf EU-Ebene ist daher die Voraussetzung dafür, daß einschlägige
    nationale Vorschriften erlassen bzw. angepaßt werden.
7.  Daten über die Verdienststruktur sollen vor allem die statistischen Beziehungen
    zwischen dem Verdienst und bestimmten Merkmalen des einzelnen Arbeitnehmers
    (Geschlecht, Bildung, berufliche Qualifikation, Alter, Art des Arbeitsvertrages, Dauer
   ^ der Betriebszugehörigkeit usw.) und des Unternehmens bzw. der fachlichen Einheit, die
    ihn beschäftigt (Wirtschaftszweig, Größe, Region usw.), verdeutlichen. Ferner
    informieren diese Daten über die Verteilung der individuellen Verdienste und die
    Verdienstunterschiede zwischen den verschiedenen Arbeitnehmergruppen und geben
    somit Aufschluß darüber, inwieweit die festgestellten Unterschiede im Verdienstniveau
    zwischen Wirtschaftszweigen und Ländern auf Unterschiede in der Struktur der
    Erwerbstätigen zurückzuführen sind. Darüber hinaus spielen diese Daten eine zentrale
    Rolle im statistischen System von Eurostat, da sie Aufschluß über die Vergleichbarkeit
    der harmonisierten Verdienststatistik geben und eventuell als Gewichtungsgrundlage für
    andere Erhebungen verwendet werden können.
8.  Eine Statistik der Verdienststruktur soll vor allem vergleichbare und qualitativ
    zufriedenstellende Daten für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union liefern.
    Derartige Daten liegen derzeit nicht vor, obwohl sie von entscheidender Bedeutung
     sind, wenn es darum geht, die sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen auf
     nationaler und EU-Ebene zu konzipieren und zu bewerten. Das Fehlen vergleichbarer
     Daten     über     die    Verdienststruktur   erschwert      z. B.  die    Bewertung
     beschäftigungspolitischer Maßnahmen, die auf bestimmte Personengruppen in der
     Europäischen Union, etwa die Jugendlichen, ausgerichtet sind.
9.   Von der Kommission sind mehrere Initiativen zur Bekämpfung der Lohndiskriminierung
     ausgegangen, insbesondere die Richtlinie über die Gleichbehandlung von Männern und
     Frauen und die im September 1993 vorgelegte Stellungnahme der Kommission zu einem
     angemessenen Arbeitsentgelt. In dieser Stellungnahme vertritt die Kommission die
     Ansicht, daß geeignete Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Qualität der auf
     Gemeinschaftsebene vorliegenden Informationen über die Verdienststruktur zu
     verbessern. Im Zusammenhang mit der gleichen Entlohnung von Männern und Frauen
     müßten Vergleiche unter Berücksichtigung der individuellen Merkmale der Betroffenen
     vorgenommen werden (z. B. Vergleiche von Personen, bei denen der Beruf, der
     Wirtschaftszweig und die Dauer der Betriebszugehörigkeit gleich sind).
 ---pagebreak--- 10   Nachdem die Mitgliedstaatcn eine Sozialcharta über die sozialen Grundrechte der
     Arbeitnehmer angenommen hatten, hat die Kommission verschiedene Initiativen
     eingeleitet,   die z. T.     die Arbeitsverträge      und     die Bekämpfung        von
     Wettbewerbsverzerrungen betreffen. Sowohl zur Rechtfertigung dieser Maßnahmen als
     auch zur Bewertung der Wirkung der entsprechenden Rechtsvorschriften ist es
     erforderlich, daß die Verdienstentwicklung besser verfolgt werden kann, und zwar
     insbesondere unter Berücksichtigung der Art des Arbeitsvertrages und der Struktur der
     geleisteten Arbeitsstunden.
11.  Die ersten Erhebungen wurden lediglich in der Industrie durchgeführt; später wurden
     auch der Groß- und Einzelhandel sowie der Banken- und der Versicherungssektor
     einbezogen. Aufgrund der zunehmenden Beschäftigung in den Dienstleistungsbranchen
     müssen diese Sektoren jedoch besser abgedeckt werden, und dies um so mehr, als das
     Weißbuch den Dienstleistungsbranchen und dem Tourismus als Sektoren, in denen neue
     Arbeitsplätze geschaffen werden, besondere Bedeutung beimißt. Daher hat Eurostat
     vorgeschlagen, die Erhebung auf die gesarate Volkswirtschaft auszudehnen. Eine
     derartige vollständige Erfassung der Volkswirtschaft hat sich für einige Länder jedoch
     als äußerst schwierig erwiesen. Für die Länder, die nicht in der Lage sind, die gesamte
     Volkswirtschaft abzudecken, werden daher folgende Abschnitte der NACE Rev. 1, die
     auch in dem Verordnungsentwurf aufgeführt sind, für vorrangig erklärt: C bis E (gesamt
     Industrie), F (Baugewerbe), G (Handel), H (Gastgewerbe), I (Verkehr und
     Nachrichtenübermittlung), J (Kredit- und Versicherungsgewerbe) und K (Grundstücks-
     und Wohnungswesen,           Vermietung beweglicher        Sachen, Erbringung       von
     Dienstleistungen für Unternehmen). Diese Auswahl berücksichtigt die derzeitigen
     Prioritäten der Kommission im Bereich der Dienstleistungsstatistik. Darüber hinaus
     beinhaltet die geplante neue Erhebung neben den in der Vergangenheit erfaßten
     traditionellen Verdienstaspekten einige Neuerungen, wie etwa die Art des
     Arbeitsvertrages, das Bildungsniveau des einzelnen Arbeitnehmers oder die Existenz
      eines Tarifvertrages
12.  Die Arbeitsgruppe "Verdienststatistik" hat sich nachdrücklich dafür ausgesprochen, daß
      so bald als möglich über die Erhebung dieser Daten entschieden wird, damit die zur
      Stichprobe gehörenden Unternehmen und örtlichen Einheiten bereits 1995 die zur
      Beantwortung der Fragebogen erforderlichen Schritte unternehmen können. Der
      Ausschuß für das Statistische Programm hat auf seiner Sitzung vom 1. und 2. Dezember
      1994 in Luxemburg eine befürwortende Stellungnahme zu dem Verordnungsentwurf
      abgegeben.
 13.  Daher legt die Kommission dem Rat den beigefügten Verordnungsentwurf zur
      Annahme vor.
 ---pagebreak---                                         ENTWURF EINER VERORDNUNG (EG) DES RATES
zur Statistik über Struktur und Verteilung der Verdienste
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel
213,
nach Kenntnisnahme des Verordnungsentwurfs der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Kommission muß zur Erfüllung der ihr obliegenden Aufgaben über Stand und Entwicklung der
Verdienste in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft sowohl im Hinblick auf deren
Schwankungen mit den Änderungen der Arbeitskräftestruktur als auch in bezug auf die Verteilung
der Arbeitnehmerschaft nach Verdiensthöhe unterrichtet sein.
Die Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und das Funktionieren des Binnenmarktes fuhren zu
einer Erhöhung des Bedarfs an vergleichbaren Daten über die Verdienststruktur, insbesondere als
Mittel zur Analyse des Stands des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts sowie zur Erstellung
zuverlässiger Vergleiche zwischen den Mitgliedstaaten und den Regionen der Europäischen
Gemeinschaft.
Das beste Verfahren zur Ermittlung von Struktur und Verteilung der Verdienste besteht in der
Durchführung von gemeinschaftlichen Erhebungen über die Verdienststruktur nach harmonisierten
Methoden und Definitionen, wie dies bereits 1966, 1972, 1974 und 1978 in Ausführung der
Verordnungen (EWG) Nr. 188/64, 2395/71, 178/74 und 494/78 des Rates1 geschehen ist.
Da die Struktur der Arbeitskräfte und die Verteilung der Verdienste Änderungen unterworfen sind,
insbesondere was die Wirtschaftszweige angeht, können die Ergebnisse der früheren Erhebungen
nicht mehr als gültig betrachtet werden; darüber hinaus umfassen sie nicht alle Länder der
Europäischen Gemeinschaft.
Die derzeit für alle Mitgliedstaaten vorliegenden Daten stellen nur Durchschnittswerte dar und
erlauben somit weder Schlüsse über die bestehenden Verbindungen zwischen den Verdiensten und
den individuellen Merkmalen der Arbeitnehmer (insbesondere Alter, Geschlecht, berufliche
Qualifikationen, Dauer der Betriebszugehörigkeit), noch über die Verteilung der Verdienste.
Die statistischen Angaben zu diesem Bereich liegen lediglich in einigen Mitgliedstaaten vor und
ermöglichen daher keine brauchbaren Vergleiche; folglich müssen die Erhebungen über die
Verdienststruktur auf der Grundlage gemeinsamer Definitionen und harmonisierter Methoden
durchgeführt werden.
Nach dem Subsidiaritätsprinzip handelt es sich bei der Erstellung gemeinsamer statistischer Normen
zur Bereitstellung harmonisierter Informationen um eine Maßnahme, die nur auf Gemeinschaftsebene
effizient durchgeführt werden kann und die in allen Mitgliedstaaten umzusetzen ist, wofür die
Behörden und Einrichtungen zuständig sind, die mit der Erstellung der amtlichen Statistik betraut
sind.
         Verordnung Nr. 188/64/EWG (ABl. Nr. 214 vom 24.12.1964, S. 3634/64)
         Verordnung (EWG) Nr. 2395/71 (ABl. Nr. L 249 vom 10.11.1971, S. 52)
         Verordnung (EWG) Nr. 178/74 (ABl. Nr. L 21 vom 25.01.1974, S. 2)
         Verordnung (EWG) Nr. 495/78 (ABl. Nr. L 68 vom 10.03.1978, S. 3)
 ---pagebreak--- Die Durchführung einer Erhebung über die Verdienststruktur auf Gemeinschaftsebene gehört zu den
prioritären Maßnahmen des Statistischen Programms 1993-1997 .
Was die Länder angeht, die über administrative oder sonstige einschlägige statistische Quellen
verfugen, so ist die Benutzung dieser Quellen oder gegebenenfalls ihre Kombination mit einem
vereinfachten Fragebogen zulässig, wenn dieses Verfahren mit den genehmigten Definitionen und
Methoden vereinbar ist und der Gesamtheit der erforderlichen Variablen entspricht.
Der durch den Beschluß 89/382 (EWG, Euratom) des Rates eingesetzte Ausschuß für das
Statistische Programm hat sich befürwortend zu dem Vorschlag der Kommission geäußert -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
 2
          Entscheidung 93/464/EWG des Rates (ABl. Nr. L 219 vom 28.8.1993, S. 1)
 3
          ABl. Nr. L 181 vom 28.6.1989, S. 47
                                                      f
 ---pagebreak---                                            Artikel 1
                                 Allgemeine Bestimmungen
Die Mitgliedstaaten führen eine gemeinschaftliche statistische Erhebung über Struktur und
Verteilung der Verdienste aller abhängig Beschäftigten in den in Artikel 3 festgelegten
Wirtschaftszweigen durch.
                                           Artikel 2
                                       Bezugszeitraum
Die Erhebung wird auf der Grundlage statistischer Angaben für das Geschäftsjahr 1995 sowie für
einen entsprechenden repräsentativen Monat durchgeführt.
                                           Artikel 3
                              Erfassungsbereich der Erhebung
Die Erhebung erfaßt die Wirtschaftszweige, die in den Abschnitten C, D, E, F, G, H, I, J und K
der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft,
nachfolgend MNACE Rev. 1" genannt, eingeführt durch Verordnung (EWG) Nr. 3037/90 des
Rates vom 9. Oktober 1990 4 und geändert durch Verordnung (EWG) Nr. 761/93 der
Kommission vom 24. März 1993 , verzeichnet sind.
                                           Artikel 4
                                     Erhebungseinheiten
Die Datenerfassung und die Erstellung der Statistik über Struktur und Verteilung der Verdienste
beruhen auf einer Stichprobe aus in der Verordnung (EWG) Nr. 696/93 des Rates definierten
statistischen Einheiten, die Angaben für eine Stichprobe aus abhängig Beschäftigten in örtlichen
Einheiten mit mindestens 10 abhängig Beschäftigten nach Größenklasse und Haupttätigkeiten
liefert.
4
         ABl. Nr. L 293 vom 24.10.1990, S. 1
5
         ABl. Nr. L 83 vom 3.4.93, S. 1
6
         ABl. Nr. L 76 vom 30.3.1993, S. 1
                                                  6
 ---pagebreak---                                            Artikel 5
                       Merkmale der zu liefernden Informationen
Es werden folgende Angaben erfaßt:
1.      Für die örtliche Einheit, zu der die in die Stichprobe einbezogenen Beschäftigten gehören:
        die Region der Arbeitsstätte, die Größe, der Wirtschaftszweig nach der NACE Rev. 1, die
        Form derfinanziellenund wirtschaftlichen Kontrolle im Sinne der Richtlinie 80/723/EWG der
        Kommission und die Art des geltenden Tarifvertrags.
2.      Für die in die Stichprobe einbezogenen Beschäftigten:
a)      der Bruttoverdienst einer vollständigen Lohnperiode im Bezugsmonat einschließlich der
        verschiedenen regelmäßig gezahlten Prämien, der Zulagen für Überstunden, Schichtarbeit,
        Nachtarbeit, Wochenendarbeit und der Provisionen; ebenfalls erfaßt werden vom Arbeitgeber
        erbrachte Lohnfortzahlungen bei Abwesenheit (Urlaub, Krankheit) und tarifliche oder
        freiwillige Familienzulagen und sonstige Mehrleistungen; getrennt sind auszuweisen: 1) der
        Gesamtverdienst aus Überstunden; 2) Zulagen für Schicht-, Nacht- oder Wochenendarbeit;
b)      der Bruttojahresverdienst des betreffenden Geschäftsjahres, d. h. der Bruttoverdienst gemäß 2
        a) bezogen auf ein Jahr, zuzüglich der nicht regelmäßig gezahlten Prämien (z. B.
        Urlaubsgratifikationen, 13. Monatsgehalt, Gewinnbeteiligung); der Betrag der nicht
        regelmäßig gezahlten Prämien ist getrennt auszuweisen;
c)      die Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden oder die Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden einer
        normalen Arbeitswoche oder eines normalen Arbeitsmonats, die Anzahl der bezahlten
        Überstunden während der Lohnperiode und der tatsächlichen Urlaubstage ohne gesetzliche
        Feiertage;
d)      Geschlecht, Alter, Beruf nach der Internationalen Standard-Klassifikation der Berufe,
        nachfolgend ISCO-88 (COM) genannt, Ausbildungsniveau, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
         Arbeitszeitregelung, d. h. Voll- oder Teilzeitarbeit und Art des Arbeitsvertrages.
    A
      '                                    Artikel 6
                                       Datenerfassung
 1.      Die Erhebung wird von den zuständigen statistischen Diensten der Mitgliedstaaten
         durchgeführt, die die geeigneten Methoden für die Erfassung der Daten erarbeiten.
 2.      Für einige Merkmale, z. B. Ausbildungsniveau und Art des Arbeitsvertrages, können die
         Mitgliedstaaten zusätzliche Erhebungen in Form einer Unterauswahl der Haupterhebung
         durchfuhren.
                                                     ?
 ---pagebreak---  3.      Personen, die zur Auskunftserteilung herangezogen werden, sind verpflichtet die Fragen
         wahrheitsgemäß, vollständig und fristgerecht zu beantworten. Die Mitgliedstaaten
         ergreifen geeignete Maßnahmen, um Verstöße gegen die Pflicht zur Erteilung der in
         Artikel 5 genannten Auskünfte zu ahnden.
,4.      Auf die Durchführung der Erhebung kann verzichtet werden, wenn die Mitgliedstaaten
         bereits über Informationen aus anderen Quellen verfügen, die in bezug auf Genauigkeit,
         Qualität und rechtzeitige Übermittlung zumindest gleichwertig sind.
 5.      Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission (Eurostat) nach entsprechender
         Aufforderung alle für die Durchführung der vorliegenden Verordnung erforderlichen
         Angaben, insbesondere in bezug auf die Methodik.
                                              Artikel 7
                                        Repräsentativität
 Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit auf einer hohen Qualitätsebene werden durch einen
 Stichprobenumfang sichergestellt, der gewährleistet, daß der relative Standardfehler für die
 Variable "Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst" nach Abschnitten oder, sofern vorhanden,
 Unterabschnitten der NACE Rev. 1 auf der Ebene der NUTS 1 einen Wert von 3 % nicht
 überschreitet.
                                              Artikel 8
                                 Aufbereitung der Ergebnisse
 Die statistischen Dienste der Mitgliedstaaten verarbeiten die Antworten auf die Fragen (Artikel 6
 § 3) oder die aus anderen Quellen stammenden Angaben (Artikel 6 § 4), um vergleichbare
 Ergebnisse zu erzielen.
                                              Artikel 9
                                  Übermittlung der Ergebnisse
 Die Ergebnisse einschließlich der von den Mitgliedstaaten gemäß den einzelstaatlichen
 Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten für vertraulich erklärten Daten werden nach den
 Bestimmungen der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 1588/90 des Rates vom 11. Juni 1990
 über die Übermittlung von unter die Geheimhaltungspflicht fallenden Informationen an das
 Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften innerhalb eines Zeitraums von 18 Monaten
 nach Ablauf des Kalenderjahres des Bezugszeitraums übermittelt.
          ABl. Nr. L 151 vom 15.06.1990, S. 1
 ---pagebreak---                                              Artikel 10
                                             Ausschuß
Die Modalitäten für die Durchführung dieser Verordnung, insbesondere:
                die zu verwendenden Definitionen,
                Genauigkeits- und Qualitätsregeln,
                die Untergliederungsebenen für die Variablen,
                die geeignete Form der übermittelten Variablen, und
                die Liste der zu verbreitenden Tabellen
werden von der Kommission nach Anhörung des durch den Beschluß 89/382 (EWG, Euratom) des
Rates eingesetzten Ausschusses für das Statistische Programm nach dem Verfahren von Artikel 11
festgelegt.
                                             Artikel 11
                                            Verfahren
 1.     Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden
        Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist
        ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage
        festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148
        Absatz 2 des Vertrags für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu
        fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im Ausschuß werden die Stimmen
        der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der
        Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.
2.      Die Kommission erläßt Maßnahmen, die unmittelbar gelten. Stimmen sie jedoch mit der
        Stellungnahme des Ausschusses nicht überein, so werden diese Maßnahmen sofort von der
        Kommission dem Rat mitgeteilt. In diesem Falle gilt, daß die Kommission die Durchführung
        der von ihr beschlossenen Maßnahmen um einen Zeitraum von höchstens einem Monat von
        dieser Mitteilung an verschieben kann.
        Der Rat kann innerhalb des in dem vorstehenden Absatz genannten Zeitraums mit
        qualifizierter Mehrheit einen anderslautenden Beschluß fassen.
                                             Artikel 12
                                           Inkrafttreten
 Die vorliegende Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
 Europäischen Gemeinschaften in Kraft.
 Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat
         ABl. Nr. L 181 vom 28.6.1989, S. 47
                                                      1
 ---pagebreak---                                         ANHANG
                                    Besondere Bestimmungen
1. Ausnahmen bezüglich des Erhebungsbereiches
\. Für Deutschland: Abschnitte H, I, Abteilung 67 des Abschnitts J und Abteilung K.
2. Für Griechenland: Abschnitte F und K.
3. Für Irland: Abschnitte I, J und K.
II. Ausnahmen bezüglich des Bezugszeitraumes
1. Für Frankreich: Geschäftsjahr 1994 und ein entsprechender repräsentativer Monat.
2. Für Österreich: Geschäftsjahr 1996 und ein entsprechender repräsentativer Monat.
ED. Vollständigere Angaben
Die Mitgliedstaaten können vollständigere Angaben vorlegen, beispielsweise durch Einbeziehung
weiterer Abschnitte der NACE Rev. 1 oder durch Erfassung von Einheiten mit weniger als 10
abhängig Beschäftigten.
                                                w
 ---pagebreak---                             FOLGENABSCHÄTZUNG
 DIE AUSWIRKUNGEN DES VORSCHLAGS AUF DIE UNTERNEHMEN UNTER
                BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER KMU
TITEL DES VORSCHLAGS:        ENTWURF EINER VERORDNUNG DES RATES ZUR
                             STATISTIK ÜBER STRUKTUR UND VERTEILUNG DER
                            VERDIENSTE
DER VORSCHLAG:
1.    Warum sind in diesem Bereich unter Berücksichtigung des
      Subsidiaritätsprinzips gemeinschaftliche Vorschriften erforderlich, und
      worin besteht ihr wesentlicher Zweck?
      Um ihre Aufgaben im Wirtschafts- und Sozialbereich, insbesondere im
      Zusammenhang mit der Beschäftigung und den Arbeitsbedingungen, erfüllen zu
      können, benötigt die Kommission vergleichbare Daten über die Verteilung und
       Struktur der Verdienste in der Europäischen Union. Dies gilt um so mehr
      angesichts der neuen Leitlinien, die im Weißbuch über Wachstum,
      Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung enthalten sind.
      Die Erhebung soll vor allem den Datenbedarf fur bestimmte Politikbereiche
       decken, dem die vorhandenen Gemeinschaftsstatistiken nicht gerecht werden. Die
      Kommission hat festgestellt, daß Angaben über die Verdienststruktur in den
      folgenden Zusammenhängen benötigt werden:
       - Funktionieren der Arbeitsmärkte in der EU
       - Anpassung der Arbeitskräfte in den Branchen, die einem stärkeren
          Wettbewerb ausgesetzt sind
       - Entwicklung von Indikatoren für regionalpolitische Zwecke
       - Maßnahmen auf den Gebieten gleiche Entlohnung von Männern und Frauen,
          angemessenes Arbeitsentgelt und Niedriglöhne
       - Verdienstunterschiede nach Berufsgruppen
       - Lohn- und Gehaltsverhandlungen.
       Derartige Daten liegen im Augenblick nicht vor, obwohl sie für die Konzeption
       und Bewertung sozial- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen auf nationaler und
       EU-Ebene von entscheidender Bedeutung sind.
       Das in den einzelnen Mitgliedstaaten vorhandene statistische Datenmaterial
       ermöglicht vor allem aufgrund von Unterschieden zwischen den Erhebungen und
                                             44
 ---pagebreak---      den bestehenden Quellen keine aussagekräftigen Vergleiche. Wenn das
     einschlägige Datenmaterial vergleichbar sein soll, müssen die Erhebungen auf der
     Grundlage einheitlicher Definitionen und Verfahren durchgeführt und ausgewertet
     werden, was jedoch nicht bedeutet, daß die derzeitigen Erhebungssysteme der
     Mitgliedstaaten harmonisiert werden sollen. Ferner müssen die vorhandenen
     administrativen Datenquellen entsprechend einer zuvor festgelegten Methodik
     modifiziert und ausgewertet werden. Lediglich mit einer Rechtsvorschrift auf
     EU-Ebene wird gewährleistet, daß die verlangten Variablen berücksichtigt und die
     erhobenen Daten entsprechend einheitlichen Definitionen und Verfahren
     aufbereitet werden, so daß die Ergebnisse vergleichbar sind.
AUSWIRKUNGEN AUF DIE UNTERNEHMEN:
2.   Wer sind die von diesem Vorschlag Betroffenen?
     -    Welche Wirtschaftszweige?
     Die Erhebung betrifft die Unternehmen der Abschnitte C, D, E, F, G, H, I, J und
     K der Statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen
      Gemeinschaft (NACE Rev. 1). Es ist vorgesehen, daß einige Länder zusätzlich die
     Abschnitte L, M, N und O der NACE Rev. 1 in die Erhebung einbeziehen.
      -   Welche Größenklassen von Unternehmen (Anteil der kleinen und mittleren
          Unternehmen)?
      In der Erhebung werden als statistische Einheit die abhängig Beschäftigten von
      örtlichen Einheiten mit mindestens 10 abhängig Beschäftigten verwendet.
      Es sollen Ergebnisse für verschiedene Größenklassen ermittelt werden.
      Einheiten mit weniger als 10 Beschäftigten fallen nicht unter die Verordnung,
      einige Länder wollen jedoch Einheiten mit mindestens einem abhängig
      Beschäftigten in den Erhebungsbereich einbeziehen.
      Bei den speziellen Erhebungen, die von einigen Ländern durchgeführt werden,
      handelt es sich um Stichprobenerhebungen, wodurch die Belastung der
      Unternehmen und der nationalen statistischen Ämter verringert werden soll. Die
      Stichprobenpläne werden von den nationalen statistischen Ämtern aufgestellt, die
      im allgemeinen unterschiedliche Auswahlsätze je nach Größe der Einheiten
      verwenden. Ein beträchtlicher Teil der in den Fragebogen verlangten Angaben
      liegt bei den Unternehmen bereits vor, wodurch sich deren Belastung verringert.
      Ferner enthalten die Register der Unternehmen/örtlichen Einheiten einen Teil der
      Informationen, die über diese Einheiten verlangt werden. In den Mitgliedstaaten,
      die andere Datenquellen verwenden, ist die Belastung für die Unternehmen
      wesentlich geringer, da die Angaben über bestimmte Variablen aus diesen Quellen
       entnommen werden.
                                             42
 ---pagebreak---    - Befinden sich diese Unternehmen in bestimmten Gebieten der Europäischen
       Union?
   In bestimmten Teilen der Europäischen Union sind kleine und mittlere
   Unternehmen besonders stark vertreten. Damit detaillierte Tabellen über die
   Verdienststruktur auf regionaler Ebene erstellt werden können, werden einige
   Angaben auf NUTS-1-Ebene verlangt.
3. Welche Verpflichtungen       ergeben sich aus dem Vorschlag für die
   Unternehmen?
   Die zum Erhebungsbereich gehörenden Einheiten werden aufgefordert, die
   Fragebogen, die ihnen von ihren nationalen statistischen Stellen zugesandt
   werden, wahrheitsgemäß und vollständig (innerhalb der vorgesehenen Fristen)
   auszufüllen.
   In den Ländern, die bereits derartige Erhebungen durchfuhren (Deutschland,
   Frankreich, Niederlande und Vereinigtes Königreich) oder administrative
   Datenquellen heranziehen werden (Dänemark, Portugal, Finnland und Schweden),
   bedeutet die geplante Erhebung für die Unternehmen jedoch keine wesentliche
   Mehrbelastung, da die Angaben, die erhoben werden sollen, nicht nennenswert
   über das bereits Vorhandene hinausgehen.
4. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen sind zu erwarten?
   - auf die Beschäftigungssituation
   - auf Investitionen und die Gründung neuer Unternehmen
   - auf die Wettbewerbsfähigkeit
   Statistische Angaben im allgemeinen und insbesondere Daten über die Verdienste
   sind für die Durchführung und Bewertung wirtschafts- und sozialpolitischer
   Maßnahmen in den in Ziffer 1 aufgeführten Bereichen erforderlich. Vor diesem
   Hintergrund wird sich der Vorschlag auf die Beschäftigung und die Bekämpfung
   der Arbeitslosigkeit ebenso positiv auswirken wie auf Investitionen und
   Wettbewerbsfähigkeit. Wenn den Entscheidungsträgern des politischen,
   wirtschaftlichen und sozialen Lebens zuverlässige und aktuelle Daten zur
   Verfügung stehen, können sie sich das sozioökonomische Umfeld ihrer Tätigkeit
   besser erschließen, und die Arbeitgeber sind besser in der Lage, die allgemeine
   Unternehmenspolitik festzulegen.
   Die Bedeutung der EU-Aktionen, deren Durchführung und Follow-up von der
   Verfügbarkeit besserer Daten profitieren werden, deutet darauf hin, daß die
   Kosten der geplanten Maßnahme durch die mit ihr verbundenen Vorteile mehr als
   aufgewogen werden.
                                        42
 ---pagebreak--- 5.  Enthält der Vorschlag Maßnahmen, mit denen die besondere Situation der
    KMU berücksichtigt wird?
    Ja. Damit weniger Einheiten befragt werden müssen, sind Einheiten mit weniger
    als 10 abhängig Beschäftigten nicht in den Erhebungsbereich einbezogen.
    Aufgrund der Art der Stichprobenziehung ist der Anteil der befragten kleinen und
    mittleren Unternehmen generell wesentlich niedriger als der der
    Großunternehmen.
6.  Konsultierung
    Der Europäische Arbeitgeberverband (UNICE) hat von Anfang an an den
    Sitzungen der Arbeitsgruppe "Verdienststatistik" teilgenommen, die während der
    Ausarbeitung des Verordnungsentwurfs stattfanden. Seine Vertreter haben
    aufgrund der bereits mehrfach erwähnten Bedeutung, die die Arbeitgeberverbände
   < Angaben über Struktur und Verteilung der Verdienste beimessen, aktiv an der
    Festlegung der Erhebungsmerkmale mitgewirkt.
    Der Europäische Gewerkschaftsbund hat ebenfalls an einigen Sitzungen
    teilgenommen und das Projekt einer Erhebung über Struktur und Verteilung der
    Verdienste auf EU-Ebene nachdrücklich befürwortet. Seine Vertreter haben sich
    ferner zufrieden über die für die Erhebung ausgewählten Variablen geäußert.
    Die Hauptdatenbenutzer innerhalb der Kommission (GD II und GD V) sind im
    Verlauf der Ausarbeitung des Entwurfs mehrfach konsultiert worden. Ihr
    Datenbedarf wurde ferner in den Sitzungen der Arbeitsgruppe dargelegt, was die
    Annahme ihrer Vorschläge durch die Vertreter der statistischen Dienste erleichtert
    hat.
    Bei der Ausarbeitung des Verordnungsentwurfs konnte in großem Umfang auf die
    Erfahrung der Länder, die derartige Erhebungen durchführen, sowie auf die
     Studien und Analysen zurückgegriffen werden, die von der Kommission und
    wissenschaftlichen Einrichtungen anhand der Ergebnisse früherer Erhebungen
    erstellt wurden.
    Der Ausschuß für das Statistische Programm hat auf seiner Sitzung vom 1. und
     2. Dezember 1994 in Luxemburg zu dem Entwurf eine befürwortende
     Stellungnahme abgegeben.
                                             *t
 ---pagebreak---                         FINANZBOGEN N R 1
1. BEZEICHNUNG DER MAßNAHME
   Entwurf einer Verordnung des Rates zur Statistik über Struktur und
   Verteilung der Verdienste.
2. HAUSHALTSLINIE(N)
   Finanzielle Vorausschau - 4. Sonstige Politikbereiche
   Teileinzelplan B-5: Verbraucherschutz,         Binnenmarkt,   Industrie und
   transeuropäische Netze
   Kapitel B5-60: Politik der statistischen Information im Zusammenhang mit der
   Verwirklichung des Binnenmarktes und den flankierenden Maßnahmen zur
   Politik der Gemeinschaft
   Linie B5-6000: Operationelle Mittel
3. RECHTSGRUNDLAGE
   Artikel 213 des Vertrages
   Beschluß 89/382/EWG, Euratom des Rates vom 19. Juni 1989 zur Einsetzung
   eines Ausschusses für das Statistische Programm der Europäischen
   Gemeinschaften (ABl. Nr. L 181 vom 28. Juni 1989).
4. BESCHREIBUNG DER MAßNAHME
   4.1     A llgemeines Ziel der Maßnahme
           Ziel dieser Ratsverordnung ist es, allen Benutzern harmonisierte
           statistische Informationen über Struktur und Verteilung der Verdienste
           der Arbeitnehmer in der Europäischen Union zur Verfügung zu stellen.
           Diese Informationen sind für die Ausarbeitung, das Follow-up und die
           Bewertung sozial- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen auf
           regionaler, nationaler und EU-Ebene von entscheidender Bedeutung.
           Begünstigte der Maßnahme sind die EU-Institutionen, die Regierungen
           der Mitgliedstaaten, die Entscheidungsträger des wirtschaftlichen und
           sozialen Lebens der Mitgliedstaaten sowie Forschungsinstitute,
           Hochschulen und Medien.
           Die Durchführung dieser Erhebung auf EU-Ebene gehört zu den
           vorrangigen Projekten des statistischen Rahmenprogramms der EU
            1993-1997 (ABl. Nr. L 219 vom 28.08.93).
                                    AS
 ---pagebreak---     4.2      Dauer der Maßnahme und ggf. Bestimmungen über ihre Erneuerung
             oder Verlängerung
             Punktuelle Maßnahme gemäß dem Entwurf einer Verordnung
             (Euratom, EWG) des Rates zur Statistik über Struktur und Verteilung
             der Verdienste (Datenerhebung und -aufbereitung und Übermittlung
             der Ergebnisse an Eurostat), die den Zeitraum 1996-1998 betrifft.
5.  EINSTUFUNG DER AUSGABEN/EINNAHMEN
    5.1      Nichtobligatorische A usgaben
    5.2      Getrennte Mittel
    5.3      Betroffene Einnahmen
             Die Produktionskosten werden zum Teil durch den Verkauf
             statistischer Produkte (Datenbanken, Veröffentlichungen) gedeckt.
•»
6.  ART DER AUSGABEN/EINNAHMEN
    Der Beitrag der Kommission deckt nur einen Teil der Kosten der
    Datenerhebung, (rund 18%), da bei der statistischen Tätigkeit der
    Kommission in hohem Maße das Subsidiaritätsprinzip zur Anwendung kommt
    und die Sach- und Verwaltungskosten nahezu vollständig von den
    Mitgliedstaaten getragen werden. Von den geplanten Ausgaben werden jedoch
    entscheidende Impulse für die Standardisierung der erhobenen Daten und ihrer
    Aufbereitung und Übermittlung an Eurostat ausgehen.
    Kofinanzierung mit dem öffentlichen Sektor (Haushalte der nationalen
    statistischen Dienste) und dem privaten Sektor (Einnahmen aus dem Verkauf
    statistischer Produkte).
 7. FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN AUF DIE OPERATIONELLEN
    MITTEL (TEIL B DES HAUSHALTSPLANS)
     7.1      Berechnungsweise für die Gesamtkosten der Maßnahme (Angabe der
              Kosten je Einheit)
              Soweit vorhandene Datenerhebungssysteme ausgeweitet oder neue
              Erhebungen über die Verdienststruktur durchgeführt werden müssen,
              berechnet sich der Beitrag aus dem EU-Haushalt auf der Grundlage
              folgender Hypothese:
              18 % der Verwaltungskosten während der zwei/drei Jahre der
              Durchführung der Maßnahme: Durchführung der Erhebung (1996) und
              Übermittlung der Ergebnisse an Eurostat (1997/1998).
                                      /I6
 ---pagebreak---        Art der Ausgaben der Mitgliedstaaten: Erstellung der Fragebogen,
       Beitrag zu den Kosten der Datenerhebung, -aufbereitung und
       -Verbreitung sowie zu anderen Verwaltungskosten.
       Insgesamt bedeutet die Maßnahme Ausgaben von rund 25 Mio. ECU.
      Gesamtbetrag des Beitrags an die Mitgliedstaaten (18 % der
      Gesamtausgaben): 4,50 Mio. ECU
7.2    Indikativer Fälligkeitsplan für Verpflichtungs- und Zahlungsermächti-
       gungen
       Die Erhebung wird Anfang 1996, die Datenübertragung an
       Eurostat 1997/1998 stattfinden. Der Beitrag soll in drei Tranchen
       gezahlt werden, wobei die ersten beiden Tranchen eine Beteiligung an
       den Kosten der Datenerhebung und -aufbereitung darstellen sollen
       (1996/1997), während die dritte Tranche bei Erhalt der Ergebnisse zur
       Verfügung gestellt wird. Die Zahlung dieser letzten Tranche könnte, je
       nachdem, ob die Daten Eurostat 1997 oder 1998 übermittelt werden,
        1997 oder 1998 stattfinden.
                1996             1997             1998           Insgesamt
 V.E.      4,5 Mio. ECU                                        4,5 Mio. ECU
 Z.E.     1,35 Mio. ECU      1,8 Mio. ECU   1,35 Mio. ECU      4,5 Mio. ECU
               30%               40%              30%
VORGESEHENE BETRUGSBEKAMPFUNGSMAß NAHMEN (UND
GEGEBENENFALLS ERGEBNISSE
Die Zahlungen im Rahmen der von der Kommission abgeschlossenen Verträge
und Vereinbarungen erfolgen ausschließlich auf der Basis ausführlicher
Berichte über die Durchführung der vorgesehenen Maßnahmen oder auf
Ergebnisbasis.
Die statistischen Informationen gelten als objektives Instrument zur
Bewertung der EU-Aktionsprogramme und tragen somit zur Konsolidierung
der Betrugsbekämpfungsmaßnahmen bei.
                                  4?
 ---pagebreak--- 9. ANGABEN ZUR KOSTEN-WIRKSAMKEITS-ANALYSE
   9.1   Quantifizierbare Einzelziele, Zielgruppe
         Die vorliegende Ratsverordnung dient der Erstellung vergleichbarer
         Statistiken über Struktur und Verteilung der Verdienste der
         Arbeitnehmer in der Europäischen Union. In Anbetracht der Leitlinien
         des Weißbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und
         Beschäftigung sowie der Schlußfolgerungen des Europäischen Rates
         von Essen sind derartige Statistiken von entscheidender Bedeutung für
         die Ausarbeitung, das Follow-up und die Bewertung der regionalen,
         nationalen und EU-Maßnahmen, insbesondere für das Follow-up der
         nationalen Beschäftigungsprogramme.
   9.2   Begründung der Maßnahme
         Die vorgeschlagene Maßnahme wird im wesentlichen von den
         Mitgliedstaaten finanziert (vgl. Ziffer 6), die über ein gut eingeführtes
         System zur Datenerhebung und -aufbereitung verfügen. Für die
         Mitgliedstaaten,      die eine derartige Erhebung zum erstenmal
         durchführen oder ihre Erhebungen an den EU-Bedarf anpassen
         müssen, ist jedoch ein Finanzbeitrag aus dem EU-Haushalt
         erforderlich. Aus ihm soll ein Teil der Ausgaben für die Datenerhebung
         und -aufbereitung mitfinanziert werden.
   Die Maßnahme hat folgende Ziele:
         Den EU-Institutionen sollen quantitative Daten zur Verfügung gestellt
         werden, die es ihnen ermöglichen, sämtliche Aktionsprogramme
         gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Haushaltsordnung zu erarbeiten, zu
         überwachen und zu bewerten. Damit soll zu einem effizienteren und
         zielorientierteren Einsatz der Mittel des EU-Haushalts beigetragen
         werden.
         Den einzelstaatlichen Verwaltungen sollen vergleichbare Statistiken
         über alle Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden, die es ihnen
         ermöglichen, die Entwicklung der politischen Programme der EU zu
         bewerten und zu überwachen.
         Den Entscheidungsträgern des politischen, wirtschaftlichen und
         sozialen Lebens der EU sollen statistische Informationen an die Hand
         gegeben werden, auf deren Grundlage sie ihre Entscheidungen in ihren
         jeweiligen Tätigkeitsbereichen treffen und bewerten können. Die
         Maßnahme ist daher ein wesentlicher Bestandteil des europäischen
         Informationsmarktes.
         Der Wissenschaft sollen die Informationen an die Hand gegeben
         werden, die sie benötigt, um das Wissen über das wirtschaftliche und
          soziale Leben in der EU voranzubringen.
                                    <#
 ---pagebreak---        Durch die Ergebnisse der Maßnahme werden sich die statistischen
       Informationen verbessern, die fiir die Arbeiten im Zusammenhang mit der
        Sozialpolitik, dem wirtschaftlichen Zusammenhalt und der Konvergenz im
       Binnenmarkt verwendet werden.
       Bei der Erhebung der statistischen Informationen kommt das
        Subsidiaritätsprinzip sehr weitgehend zur Anwendung, so daß die nationalen
        Systeme auf der Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten zuständig sind. Das
        statistische Programm der EU wird zum integralen Bestandteil der nationalen
        statistischen Programme und trägt so zur Schaffung eines europäischen
        Statistikraums bei.
       Das Potential fiir Multiplikatoreffekte ist relativ begrenzt. Allerdings werden
        die in dem Verordnungsentwurf vorgesehenen Daten insofern größere
       Relevanz haben, als den Benutzern eine Datenmenge zur Verfügung stehen
        wird, die internationale Vergleiche über Struktur und Verteilung der
        Verdienste ermöglicht.
        Sollten einige Mitgliedstaaten - oder die Kommission - nicht in der Lage sein,
        die für den Erfolg der Maßnahme erforderlichen Ressourcen bereitzustellen,
        könnte dies die Ergebnisse der Maßnahme beeinträchtigen.
        9.3      Follow-up und Bewertung der Maßnahme
                 Die Maßnahme ist Teil des statistischen Programms der EU, dessen
                 Fortschritte anhand eines Durchführungsschemas, in dem für jedes
                 Projekt die Ziele und die erforderlichen Ressourcen ausgehend von
                 einem Soll-Ist-Vergleich aufgeführt sind, kontinuierlich überwacht
                 werden. Zu Beginn jedes Jahres legt Eurostat einen Bericht über den
                 Fortschritt des Programms im vorangegangenen Jahr vor. Dieser
                 Bericht besteht aus drei Teilen:
                 Der erste Teil faßt fur jeden Politikbereich die wichtigsten Ergebnisse
                 des betreffenden Jahres zusammen.
                 Der zweite Teil beschreibt die für die einzelnen Projekte gesetzten
                 Ziele und die erreichten Ergebnisse.
                 Der dritte Teil enthält Statistiken über den Einsatz von Personal,
                 Haushaltsmitteln, Informationstechnologien und Verwaltungsmitteln
                 im vorangegangenen Jahr.
        9.4       Übereinstimmung mit der Finanzplanung
                  In der Entscheidung des Rates vom 22. Juli 1993 über das
                 Rahmenprogramm für prioritäre Maßnahmen im Bereich der
                  statistischen Information 1993-19971 ist die Durchführung einer
                  Erhebung über die Verdienststruktur vorgesehen.
ABl. Nr. L 219 vom 28.08.93.
                                          4?
 ---pagebreak--- 10.   VERWALTUNGSAUSGABEN (TEIL A DES HAUSHALTSPLANS)
      10.1    Erfordert die Maßnahme eine Erhöhung des Personalbestands der
              Kommission? Wenn ja, um wieviel?
             Ja: Eine B-Planstelle ab 1995.
             Die effektive Mobilisierung der erforderlichen Verwaltungsressourcen
             ergibt sich aus der Entscheidung der Kommission über die Zuteilung
             der Ressources; dies betrifft auch personelle Ressourcen und von der
             Haushaltsbehörde bewilligte Zusatzbeträge.
       10.2  Geben Sie bitte die durch die Maßnahme entstehenden Verwaltungs-
             und Personalausgaben an. Erläutern Sie die Berechnungsweise.
             Indikatoren: Jährliche Kosten der Planstelle im Jahr 1995 (Schätzung)
             Basis: Durchschnittliche Kosten einer B2-Planstelle: 90 009 ECU, die
             sich untergliedern in Personalausgaben von 73 711 ECU und
             Verwaltungsausgaben von 16 298 ECU.
                            Titel AI                   Titel A2
  Ausgaben:                 Personal                   Verwaltung
  Haushaltsjahr 1995        73 711                      16 298
  und folgende Jahre
             Kosten in Ecu zu konstanten Preisen von 1995.
                                    IÄ?
 ---pagebreak--- BEZEICHNUNG DES VORGESCHLAGENEN RECHTSAKTS
Vorschlag für eine Verordnung zur Statistik über Struktur und Verteilung der Verdienste
AUSWIRKUNGEN AUF DIE EFTA-LÄNDER DES EWR
           •»
Die EFTA-Länder des EWR haben ein Interesse an dem Verordnungsentwurf und wurden in die
Beratungen über diesen einbezogen.
Alle EFTA-Länder des EWR haben an den Arbeitsgruppensitzungen zum Verordnungsentwurf
teilgenommen.
FINANZBOGEN
Der diesem Dossier beigefügte Finanzbogen betrifft die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
                                                 •H
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0256-2383
                                                        KOM(95) 287 endg.
                                          DOKUMENTE
DE                                                                             17
                                     Katalognummer : CB-C0-95-318-DE-C
                                                             ISBN 92-77-90912-9
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg