CELEX: 62013CN0222
Language: de
Date: 2013-04-25 00:00:00
Title: Rechtssache C-222/13: Vorabentscheidungsersuchen des Teleklagenævnet (Dänemark), eingereicht am 25. April 2013 — TDC A/S/Erhvervsstyrelsen

20.7.2013   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 207/12
            
         Vorabentscheidungsersuchen des Teleklagenævnet (Dänemark), eingereicht am 25. April 2013 — TDC A/S/Erhvervsstyrelsen
   (Rechtssache C-222/13)
   2013/C 207/22
   Verfahrenssprache: Dänisch
   
      Vorlegendes Gericht
   
   Teleklagenævnet
   
      Parteien des Ausgangsverfahrens
   
   
      Klägerin: TDC A/S
   
      Beklagte: Erhvervsstyrelsen
   
      Vorlagefragen
   
   
               1.
            
            
               Hindert die Richtlinie 2002/22/EG vom 7. März 2002 über den Universaldienst und Nutzerrechte bei elektronischen Kommunikationsnetzen und -diensten (Universaldienstrichtlinie) (1) einschließlich ihres Art. 32 einen Mitgliedstaat an der Festlegung von Regeln, nach denen ein Unternehmen keinen Anspruch auf gesonderte Erstattung der Nettokosten der Wahrnehmung eines zusätzlichen Pflichtdienstes hat, der nicht von Kapitel II der Richtlinie umfasst ist, soweit der Gewinn des Unternehmens aus anderen Diensten, die von den Universaldienstverpflichtungen des Unternehmens nach Kapitel II der Richtlinie umfasst sind, den mit der Wahrnehmung des zusätzlichen Pflichtdienstes verbundenen Verlust übersteigt?
            
         
               2.
            
            
               Hindert die Universaldienstrichtlinie einen Mitgliedstaat an der Festlegung von Regeln, nach denen Unternehmen von diesem Mitgliedstaat die Erstattung der Nettokosten der Wahrnehmung zusätzlicher Pflichtdienste, die nicht von Kapitel II der Richtlinie umfasst sind, nur verlangen können, wenn die Nettokosten eine unzumutbare Belastung für die Unternehmen darstellen?
            
         
               3.
            
            
               Kann der Mitgliedstaat, falls Frage 2 zu verneinen ist, bestimmen, dass die Wahrnehmung eines zusätzlichen Pflichtdienstes, der nicht von Kapitel II der Richtlinie umfasst ist, keine unzumutbare Belastung darstellt, wenn das Unternehmen aus der Bereitstellung aller Dienste, in deren Rahmen es zu Universaldienstleistungen verpflichtet ist, einschließlich der Dienste, die das Unternehmen auch erbracht hätte, wenn ihm keine Universaldienstverpflichtung auferlegt wäre, insgesamt einen Gewinn erzielt hat?
            
         
               4.
            
            
               Hindert die Universaldienstrichtlinie einen Mitgliedstaat an der Festlegung von Regeln, nach denen die Nettokosten eines bestimmten Unternehmens bei der Wahrnehmung von Universaldienstverpflichtungen gemäß Kapitel II der Richtlinie auf der Grundlage sämtlicher Einnahmen und sämtlicher Kosten berechnet werden, die mit der Erbringung der betreffenden Dienstleistung verbunden sind, einschließlich der Einnahmen und Kosten, die das Unternehmen auch gehabt hätte, wenn ihm keine Universaldienstverpflichtung auferlegt wäre?
            
         
               5.
            
            
               Ist es für die Beantwortung der Fragen 1 bis 4 von Bedeutung, ob verlangt wird, einen zusätzlichen Pflichtdienst in Grönland zu erbringen, das gemäß Anhang II des AEUV ein überseeisches Land oder Hoheitsgebiet ist, wenn der zusätzliche Pflichtdienst von den dänischen Behörden einem Unternehmen auferlegt wird, das seinen Sitz in Dänemark hat und im Übrigen keinen Aktivitäten in Grönland ausübt?
            
         
               6.
            
            
               Welche Bedeutung hat Art. 107 Abs. 1 und Art. 108 Abs. 3 AEUV sowie der Beschluss der Kommission vom 20. Dezember 2011 über die Anwendung von Art. 106 Abs. 2 AEUV auf staatliche Beihilfen in Form von Ausgleichsleistungen zugunsten bestimmter Unternehmen, die mit der Erbringung von Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse betraut sind, für die Beantwortung der Fragen 1 bis 5?
            
         
               7.
            
            
               Welche Bedeutung hat der Grundsatz der geringstmöglichen Marktverfälschung u. a. des Art. 1 Abs. 2, Art. 3 Abs. 2 und der Erwägungsgründe 4, 18, 23 und 26 sowie des Anhangs IV Teil B der Universaldienstrichtlinie für die Beantwortung der Fragen 1 bis 5?
            
         
               8.
            
            
               Falls Bestimmungen der Universaldienstrichtlinie nationalen Regelungen wie den in Fragen 1, 2 und 4 genannten entgegenstehen, haben diese Bestimmungen oder Hemmnisse dann unmittelbare Wirkung?
            
         
      (1)  ABl. L 108, S. 51.