CELEX: 51983PC0482
Language: de
Date: 1983-09-07
Title: VORSCHLAG EINES BESCHLUSS DES RATES UEBER DIE ENTSPRECHUNG DER BERUFLICHEN BEFAEHIGUNGSNACHWEISE ZWISCHEN DEN MITGLIEDSTAATEN DER EUROPAEISCHEN GEMEINSCHAFT

4.10.83                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                         Nr. C 264/5
                                                          II
                                               (Vorbereitende Rechtsakte)
                                             KOMMISSION
              Vorschlag für einen Beschluß des Rates über die Entsprechung der beruflichen Befähi-
                    gungsnachweise zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft
                             (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 20. September 1983)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                      gungsnachweise nur in begrenztem Umfang geltend
GEMEINSCHAFTEN —                                              machen können.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-            Die beruflichen Bildungssysteme in der Gemeinschaft,
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-         die ständig an die neuen Gegebenheiten angepaßt
kel 128 und 155,                                              werden müssen, die sich aus den Auswirkungen des
                                                              technologischen Wandels auf die Beschäftigung und
gestützt auf den Beschluß des Rates vom 2. April              die Tätigkeitsinhalte ergeben, weisen tiefgreifende
1963 (*) über die Aufstellung allgemeiner Grundsätze          Unterschiede auf.
für die Durchführung einer gemeinsamen Politik der
Berufsausbildung, insbesondere den achten Grund-
satz,                                                         In der Entschließung des Rates vom 3. Juni 1983 zur
                                                              Berufsbildungspolitik der Europäischen Gemeinschaft
auf Vorschlag der Kommission,                                 während der 80er Jahre wird die notwendige Abstim-
                                                              mung der Politik im Bereich der Berufsausbildung be-
nach Anhörung des Europäischen Parlaments,                    kräftigt und gleichzeitig die Verschiedenheit der Aus-
                                                              bildungssysteme in den Mitgliedstaaten anerkannt,
nach Anhörung des Wirtschafts- und Sozialausschus-            welche ein flexibles Vorgehen auf Gemeinschafts-
ses,                                                          ebene erfordert.
in Erwägung nachstehender Gründe:                             Als erster Schritt zur Verwirklichung der Ziele, die im
                                                              achten Grundsatz festgelegt sind, konnte eine Ge-
Das Hauptziel des achten Grundsatzes der Allgemei-            meinschaftsstruktur der Ausbildungsstufen definiert
nen Grundsätze für die Durchführung einer gemein-             werden.
samen Politik der Berufsausbildung, die durch Be-
schluß des Rates vom 2. April 1963 (2) aufgestellt
wurden, besteht darin, die gegenseitige Anerkennung           Innerhalb dieser Struktur konnten für die Facharbei-
der Zeugnisse und sonstigen Nachweise über den Ab-            ter und ausgewählte Berufsgruppen Beschreibungen
schluß der Berufsausbildung zu ermöglichen.                   der praktischen beruflichen Anforderungen erstellt
                                                              und die entsprechenden beruflichen Befähigungsnach-
In der Entschließung des Rates vom 6. Juni 1974 (*)           weise in den verschiedenen Mitgliedstaaten ermittelt
über die gegenseitige Anerkennung der Diplome,                werden.
Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnach-
weise wird die Aufstellung einer Liste der Befähi-            In den Beratungen mit den betreffenden Wirtschafts-
gungsnachweise, die als gleichwertig anerkannt sind,          zweigen hat sich gezeigt, daß die Ergebnisse dieser
gefordert.                                                    Arbeiten den Unternehmern, den Arbeitnehmern und
                                                              den Behörden wertvolle Informationen über die Ent-
Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der              sprechung der beruflichen Befähigungsnachweise lie-
Gemeinschaft wird durch das Fehlen der gegenseiti-            fern können.
gen Anerkennung der Diplome, Prüfungszeugnisse
und sonstigen Befähigungsnachweise insofern beein-            Auf Anraten des Beratenden Ausschusses für die Be-
trächtigt, als dadurch die Arbeitnehmer, die in einem         rufsausbildung und in Zusammenarbeit mit den Ar-
Mitgliedstaat eine Beschäftigung suchen, die in einem         beitgebern und den für die betreffenden Sektoren zu-
anderen Mitgliedstaat erworbenen beruflichen Befähi-          ständigen öffentlichen Stellen könnte die gleiche
                                                              grundlegende Methodologie auf andere Berufe oder
O ABl. Nr. 63 vom 20. 4. 1963.                                Berufsgruppen der Facharbeiterstufe oder sonstiger
O ABl. Nr. 63 vom 20. 4. 1963.                                Stufen der Gemeinschaftsstruktur der Ausbildungs-
(») ABl. Nr. C 98 vom 20. 8. 1974.                            stufen angewandt werden.
 ---pagebreak---  Nr. C 264/6                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                4.10.83
Unter Berücksichtigung der Vorarbeiten, die von der         Als gemeinsamer Bezugsrahmen für die Berufssyste-
Kommission und dem Beratenden Ausschuß für die              matik gilt das SEDOC-Verzeichnis (*), das bei dem
Berufsausbildung mit fachlicher Unterstützung des           gemeinschaftsweiten System für die Übermittlung von
Europäischen Zentrums für die Förderung der Be-             Stellen- und Bewerberangeboten verwendet wird.
rufsbildung (gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Verord-
nung des Rates (EWG) Nr. 337/75 vom 10. Februar                                     Artikel 4
 1975 über die Errichtung des Zentrums) geleistet
wurden, und des entscheidenden Beitrags der einzel-
                                                            Die Kommission wird bei der Herstellung der Ent-
staatlichen Sachverständigen in den betreffenden Be-        sprechungen der beruflichen Befähigungsnachweise
reichen, die auf Empfehlung des Beratenden Aus-             das folgende Arbeitsverfahren anwenden, das sechs
schusses ernannt wurden.                                    aufeinanderfolgende und sich ergänzende Phasen um-
                                                            faßt:
Unter Berücksichtigung der Stellungnahme des Bera-
tenden Ausschusses für die Berufsausbildung vom             — Auswahl der relevanten Berufe oder Berufsgrup-
 18./19. Januar 1 9 8 3 - -                                     pen in dem betreffenden Wirtschaftszweig;
                                                            — Ausarbeitung von Beschreibungen der praktischen
BESCHLIESST:                                                    beruflichen Anforderungen dieser Berufe, die auf
                                                                Gemeinschaftsebene vereinbart werden;
                          Artikel 1
                                                            — Vergleich der in den verschiedenen Mitgliedstaa-
                                                                ten anerkannten beruflichen Befähigungsnach-
Die Entsprechung der beruflichen Befähigungsnach-               weise mit diesen Beschreibungen der praktischen
weise in den Europäischen Gemeinschaften erfordert              beruflichen Anforderungen;
ein fortschreitendes gemeinsames Vorgehen der Mit-
gliedstaaten, damit die Arbeitnehmer ihre Befähi-           — Erstellung vergleichender Übersichten, in denen
gungsnachweise vor allem für den Zugang zu einer                Angaben über die Kennziffern der SEDOC- und
Beschäftigung in einem anderen Mitgliedstaat geltend            einzelstaatlichen Berufssystematik, die Stufe der
machen können.                                                  Berufsausbildung nach der Gemeinschaftsstruktur
                                                                der Ausbildungsstufen und für jeden Mitgliedstaat
Jeder Mitgliedstaat gewährleistet im Rahmen der be-             die Berufsbezeichnung und die entsprechenden
stehenden Verfahren oder gegebenenfalls durch zu-               beruflichen Befähigungsnachweise, die für die
sätzliche Maßnahmen, daß dieses allgemeine Ziel in              Vermittlung der Berufsausbildung zuständigen
Übereinstimmung mit diesem Beschluß und mit Un-                 Organisationen und Einrichtungen sowie die Be-
terstützung der zuständigen Gemeinschaftsstellen so-            hörden und Stellen, welche Diplome, Prüfungs-
wie in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern aus                zeugnisse oder sonstige Nachweise über den Ab-
den betreffenden Sektoren verwirklicht wird.                    schluß einer Berufsausbildung ausstellen oder an-
                                                                erkennen, enthalten sind;
                          Artikel 2
                                                            — Veröffentlichung der auf Gemeinschaftsebene
                                                                vereinbarten Beschreibungen der praktischen be-
Hierzu wird eine Gemeinschaftsstruktur der Ausbil-              ruflichen Anforderungen und der vergleichenden
dungsstufen erstellt (Anhang 1), die fünf unterschied-          Übersichten im Amtsblatt der Europäischen Ge-
liche Stufen der Berufsbildung umfaßt — die weitge-             meinschaften;
hend der angelernten Tätigkeit, dem Facharbeiter-,
Techniker-, Fachhochschul- und Universitätsniveau           — Verbreitung der Informationen über die festgeleg-
entsprechen — sowie die Kriterien für den Zugang                ten Entsprechungen an alle einschlägigen Stellen
zur Ausbildung für die einzelnen Stufen festlegt.               auf nationaler, regionaler und örtlicher Ebene so-
                                                                wie in den betreffenden Sektoren.
                          Artikel 3
                                                                                    Artikel 5
Die Kommission wird Arbeiten zur Herstellung der
Entsprechung der beruflichen Befähigungsnachweise           Jeder Mitgliedstaat ernennt nach Möglichkeit im
zwischen den verschiedenen Mitgliedstaaten für spe-         Rahmen der bestehenden Strukturen eine einzelstaat-
zifische Berufe oder Berufsgruppen einleiten. Diese         liche Koordinierungsstelle, die — in enger Zusam-
Arbeiten werden sich zunächst auf die Stufe zwei            menarbeit mit den Sozialpartnern und den betreffen-
(Facharbeiter) der in Artikel 2 genannten Struktur der      den Sektoren — für die eigentliche Informationsver-
Ausbildungsstufen konzentrieren.                            breitung an alle beteiligten Parteien verantwortlich
                                                            sein wird, die überbereichliche Koordinierung über-
Der Geltungsbereich dieses Beschlusses kann später          nimmt und als Bindeglied für Kontakte mit den
erweitert werden, damit auf Vorschlag der Kommis-
sion weitere Arbeiten über andere Stufen der Struktur       (') Europäisches System für die Übermittlung von Stellen-
der Ausbildungsstufen eingeleitet werden können.                und Bewerberangeboten im internationalen Ausgleich.
 ---pagebreak---  4. 10.83                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 264/7
 Koordinierungsstellen in den anderen Mitgliedstaaten                 — die auf Gemeinschaftsebene vereinbarten Be-
und mit der Kommission fungiert.                                          schreibungen der praktischen beruflichen Anfor-
                                                                          derungen und die vergleichenden Übersichten
 Die einzelstaatlicheh Koordinierungsstellen sollen
                                                                          über die Entsprechung der beruflichen Befähi-
 außerdem geeignete Verfahren festlegen, um ihre
                                                                          gungsnachweise regelmäßig überprüfen und auf
eigenen Staatsangehörigen, die in anderen Mitglied-
                                                                          den neuesten Stand bringen;
staaten arbeiten wollen, sowie die aus anderen Mit-
gliedstaaten eintreffenden Arbeitnehmer über Fragen                   — regelmäßig Länderberichte nach Artikel 7 erstellen
der Berufsausbildung zu informieren und auf Antrag                        lassen und gegebenenfalls Vorschläge für eine ef-
Bescheinigungen (nach dem in Anhang 2 beigefügten                         fizientere Arbeitsweise des Systems unterbreiten;
Muster) ausstellen, in denen die Entsprechung der be-                 — gegebenenfalls bei technischen Schwierigkeiten
ruflichen Befähigungsnachweise bestätigt wird.                            zwischen den zuständigen einzelstaatlichen und
Die Kommission wird den einzelstaatlichen Koordi-                         fachlichen Stellen Hilfestellung leisten;
nierungsstellen die erforderliche Unterstützung und                   — im Bedarfsfall jede weitere Maßnahme fördern
Beratung bei der Vorbereitung und Durchführung                            und durchführen, die eine weitergehende Anwen-
der Bescheinigungsverfahren, einschließlich der Ab-                       dung der Entsprechung der beruflichen Befähi-
stimmung, Überarbeitung und Überprüfung der ein-                          gungsnachweise ermöglichen kann.
schlägigen fachlichen Unterlagen zukommen lassen.
                                                                                             Artikel 7
                         Artikel 6                                   Jeder Mitgliedstaat legt der Kommission alle drei
                                                                     Jahre einen Bericht über die praktische Anwendung
Die Kommission wird in enger Zusammenarbeit mit                       dieser Verfahren und der Ergebnisse vor.
den genannten einzelstaatlichen Koordinierungsstel-
len in den Mitgliedstaaten                                            Dieser Beschluß ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                           ANHANG 1
                                         STRUKTUR DER AUSBILDUNGSSTUFEN
                                                            STUFE 1
                                   Zugang: Pflichtschulabschluß und Einführung in den Beruf
             Diese Ausbildung erfolgt in einer Schule, in außerschulischen Ausbildungsstätten oder im Betrieb.
             Theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten werden nur in sehr begrenztem TJmfang ver-
             mittelt.
             Diese Qualifikation erlaubt die Ausführung relativ einfacher Arbeiten und läßt sich verhältnismäßig
             schnell erwerben.
                                                            STUFE 2
                                           Zugang: Pflichtschule und Berufsausbildung
                                                      (einschließlich Lehre)
             Auf dieser Stufe wird eine abgeschlossene Qualifizierung für eine bestimmte Tätigkeit und die Be-
             herrschung der entsprechenden Geräte und Verfahren erworben.
             Es handelt sich hierbei hauptsächlich um eine ausführende Arbeit, die im Rahmen der erworbenen
             Kenntnisse und Fähigkeiten selbständig ausgeführt werden kann.
                                                            STUFE 3
             Zugang: PfHchtschule und entweder Berufsausbildung und zusätzliche Fachausbildung und Qualifizie-
                                     rung oder sonstige Fachausbildung auf Sekundarstufe
             Auf dieser Stufe werden mehr theoretische Kenntnisse als auf Stufe 2 erworben. Sie umfaßt haupt-
             sächlich praktische: Arbeit, die selbständig ausgeführt werden kann und/oder mit Aufgaben im Be-
             reich der Planung und Koordinierung verbunden ist.
 ---pagebreak--- Nr. C 264/8                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               4.10. 83
                                                         STUFE 4
                 Zugang: (Allgemein- oder berufsbildende) Sekundärschule und anschließende Fachausbildung
            Diese Fachausbildung auf Hochschulniveau erfolgt in Schulen oder anderen Einrichtungen. Damit
            werden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die an sich zum Hochschulbereich gehören; nicht
            gefordert wird im allgemeinen die Beherrschung der wissenschaftlichen Grundlagen der verschiede-
            nen Bereiche. Diese Fähigkeiten und Kenntnisse ermöglichen insbesondere eigenverantwortliche Ar-
            beit im Bereich der schöpferischen Planung und/oder Verwaltung und/oder Betriebsführung.
                                                         STUFE 5
              Zugang: (Allgemein- oder berufsbildende) Sekundärschule und abgeschlossene höhere Ausbildung
            Diese Ausbildung führt im allgemeinen zur Berufsausübung als Arbeitnehmer oder Selbständiger.
            Verlangt wird die Beherrschung der wissenschaftlichen Grundlagen des Berufes.
 ---pagebreak--- 4
  - 10- 83                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 264/9
                                                       ANHANG 2
                                                        MUSTER
                        Bescheinigung über die Entsprechung der beruflichen Befähigungsnachweise
           Hiermit wird bescheinigt, daß:
           Herr/Frau/Fräulein
           Geburtsdatum
           Wohnhaft in
           einen beruflichen Befähigungsnachweis für folgenden Beruf besitzt:
           SEDOC-Kennziffer der Berufssystematik
           Kennziffer der einzelstaatlichen Berufssystematik
           der in der vergleichenden Übersicht der Befähigungsnachweise für Facharbeiter jener Berufsgruppe
           aufgeführt ist, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. . . . vom . . . veröffentlicht
           wurde
           und der auf Gemeinschaftsebene vereinbarten Beschreibung der praktischen beruflichen Anforde-
           rungen für den betreffenden Beruf entspricht, die im gleichen Amtsblatt veröffentlicht wurde.
                     Datum und Ort der Ausstellung                        Unterzeichnet und abgestempelt
                                                                        im Namen der ausstellenden Behörde
 ---pagebreak--- Nr. C 264/10                           Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                       4.10.83
                                                          ANHANG              3
            Stellungnahme des Beratenden Ausschusses für die Berufsausbildung zur Erarbeitung einer gemein-
             schaftlichen Methode zur Gewährleistung der Entsprechung von beruflichen Befähigungsnachweisen
            DER BERATENDE AUSSCHUSS FÜR DIE BERUFSAUSBILDUNG, der am 18. und 19. Januar
            1983 zu seiner Vollsitzung in Brüssel zusammengetreten ist, in Erwägung nachstehender Gründe:
           — Der Beschluß des Rates über die Aufstellung allgemeiner Grundsätze für die Durchführung
                 einer gemeinsamen Politik der Berufsausbildung ( l ), und hier insbesondere der achte Grundsatz
                 über die schrittweise Angleichung der Ausbildungsstufen strebt die gegenseitige Anerkennung
                 von Zeugnissen und sonstigen Urkunden über den Abschluß der Berufsausbildung an.
           — Dieses Ziel wurde bei der Errichtung des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufs-
                 bildung (CEDEFOP) (2) unterstrichen und zu einer seiner vorrangigen Aufgaben erklärt.
           — Die Ergebnisse der Arbeiten, welche die Arbeitsgruppe des Beratenden Ausschusses „Anglei-
                 chung der Ausbildungsstufen" seit 1975 und ab 1978 unter Mitwirkung des CEDEFOP sowie
                 dank des bedeutenden Beitrags der auf Empfehlung des Beratenden Ausschusses benannten ein-
                 zelstaatlichen Sachverständigen auf diesem Gebiet durchgeführt hat, liegen nunmehr vor.
           — Das im wesentlichen pragmatische Vorgehen bei den bisherigen Arbeiten, die auf der Grundlage
                 einer Gemeinschaftsstruktur der Ausbildungsstufen durchgeführt wurden und sich in einer ersten
                 Phase auf Facharbeiter konzentrierten, hat eine Beschreibung der praktischen beruflichen Anfor-
                 derungen und die Ermittlung der einschlägigen Befähigungsnachweise und Berufsbezeichnungen
                 in den verschiedenen Mitgliedstaaten ermöglicht, so daß die Entsprechungen der Nachweise
                 über Ausbildungsabschlüsse und der beruflichen Anforderungen festgestellt werden konnten; auf
                 diese Weise hat es dazu beigetragen, daß den in dem obenerwähnten Ratsbeschluß vorgesehenen
                 Zielen entsprochen wurde.
            — In den Beratungen mit den betreffenden Wirtschaftssektoren auf einzelstaatlicher Ebene hat sich
                 gezeigt, daß die Ergebnisse der bereits geleisteten Arbeiten, die hinsichtlich der beruflichen Be-
                 fähigungsnachweise für eine Gruppe von elektrotechnischen Berufen durchgeführt wurden, den
                 Unternehmen, den Arbeitnehmern und den Behörden wertvolle Informationen zur Beurteilung
                 der Entsprechung der beruflichen Qualifikationen liefern können und so zur Freizügigkeit der
                 Arbeitnehmer in der Gemeinschaft beitragen.
            — Auf der Grundlage eines ihr vom Rat übertragenen Mandats könnte die Kommission, gestützt
                 auf die kontinuierliche Beratung durch den Beratenden Ausschuß und in Zusammenarbeit mit
                 dem CEDEFOP sowie den Arbeitgebern und Arbeitnehmern der betreffenden Berufssparten,
                 anhand der gleichen grundlegenden Arbeitsmethode die Entsprechung für weitere Berufe bzw.
                 Berufsgruppen der Stufe 2 (Facharbeiter) feststellen —
            GIBT FOLGENDE STELLUNGNAHME AB:
            1.     Über die grundlegende Methode zur Feststellung der Entsprechung der beruflichen Befähi-
            gungsnachweise, die sich auf die Beschreibung der praktischen beruflichen Anforderungen stützt,
            und die vereinbarte Entsprechung der einschlägigen Nachweise über den Ausbildungsabschluß
            herrscht Einvernehmen.
            Eine derartige Entsprechung setzt voraus, daß der Inhaber eines beruflichen Befähigungsnachweises
            eine Ausbildung erhalten hat, die den praktischen beruflichen Anforderungen entspricht, die anhand
            der von der Kommission in Abstimmung mit dem Beratenden Ausschuß für die Berufsausbildung
            erarbeiteten Methodologie definiert wurden; etwaige zusätzliche Auflagen im einzelstaatlichen
            Rahmen werden davon nicht berührt.
            2.     Diese grundlegende Methodologie bietet einen geeigneten Rahmen, innerhalb dessen die
            Arbeiten zur Feststellung der Entsprechung der beruflichen Befähigungsnachweise der Stufe 2
             (Facharbeiter) in weiteren Berufssparten und in Zusammenarbeit mit den betreffenden Wirtschafts-
            zweigen durchgeführt werden können. Ähnliche Arbeiten können auch auf besonderes Verlangen
            der betreffenden Sektoren (Arbeitgeber/Arbeitnehmer) eingeleitet werden.
             (») ABl. Nr. 63 vom 20. 4. 1963, S. 1338/63.
             (2) ABl. Nr. L 39 vom 13. 2. 1975, S. 1.
 ---pagebreak--- 4.10.83                            Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                 N r . C 264/11
        3.    Informationen über diese Entsprechung sollten in den Mitgliedstaaten aufgrund geeigneter
        Verfahren systematisch an alle zuständigen Stellen und Personen auf nationaler, regionaler und
        lokaler Ebene weitergegeben und in den gesamten betreffenden Sektoren verbreitet werden. Jeder
        Mitgliedstaat bezeichnet anhand der bestehenden Strukturen geeignete Stellen, die als Bindeglied
        für Kontakte untereinander, mit der Kommission und dem CEDEFOP fungieren; alle erforder-
        lichen und geeigneten Anpassungen dieser Strukturen und Verfahren sollten in einer angemessenen
        Zeitspanne vorgenommen werden.
        4.    Aufgabe der Kommission wäre es, gegebenenfalls mit Unterstützung des CEDEFOP und in
        enger Zusammenarbeit mit den bezeichneten einzelstaatlichen Stellen in den Mitgliedstaaten:
        — die zuständigen einzelstaatlichen Stellen auf Antrag der Mitgliedstaaten bei den technischen
            Maßnahmen zur Vorbereitung und Verbreitung von Informationen über die Entsprechung von
            beruflichen Befähigungsnachweisen, einschließlich der Anpassung und Kontrolle der damit ver-
            bundenen technischen Unterlagen in der erforderlichen Weise zu unterstützen und zu beraten;
        — die erforderlichen Schritte für eine regelmäßige Überprüfung und Überarbeitung der techni-
            schen Informationen über die Entsprechung der beruflichen Qualifikationen für die betreffenden
            Sektoren zu ergreifen, um Änderungen der beruflichen Anforderungen und Qualifikationen
            Rechnung zu tragen;
        — regelmäßig einzelstaatliche Berichte über die praktische Durchführung und die Ergebnisse erstel-
            len zu lassen und gegebenenfalls Vorschläge für eine effizientere Arbeitsweise des Systems zu
            unterbreiten;
        — gegebenenfalls bei technischen Schwierigkeiten zwischen den zuständigen nationalen und fach-
            lichen Stellen Hilfestellung zu leisten;
        — im Bedarfsfall jede andere vereinbarte Maßnahme zu fördern oder durchzuführen, die eine
            weitergehende Anwendung der Entsprechung der beruflichen Befähigungsnachweise ermög-
            lichen kann.