CELEX: 31991D0626
Language: de
Date: 1991-11-28 00:00:00
Title: ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 28. November 1991 über ein Forschungs- und Ausbildungsprogramm im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung (1990-1994) (91/626/Euratom) #

Avis juridique important

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31991D0626

ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 28. November 1991 über ein Forschungs- und Ausbildungsprogramm im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung (1990-1994) (91/626/Euratom)  -   

Amtsblatt Nr. L 336 vom 07/12/1991 S. 0042 - 0047

ENTSCHEIDUNG DES RATES  vom 28. November 1991  über ein Forschungs- und Ausbildungsprogramm im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung (1990-1994)  (91/626/Euratom)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 7,  gestützt auf den geänderten Vorschlag der Kommission (1), die den Ausschuß für Wissenschaft und Technik angehört hat,  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Mit dem Beschluß 90/221/Euratom, EWG (4) hat der Rat ein drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990-1994) angenommen, in dem unter anderem die auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit bei der  Kernspaltung und des Strahlenschutzes durchzuführenden Forschungsaktionen festgelegt sind. Die vorliegende Entscheidung muß im Licht der Begründung in der Präambel zu dem genannten Beschluß ergehen, soweit dies angebracht ist.  Für unter den EAG-Vertrag fallende Maßnahmen sieht Artikel 2 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG vor, daß das dritte Rahmenprogramm mit Hilfe von spezifischen Programmen durchgeführt wird, die gemäß Artikel 7 des genannten Vertrags verabschiedet werden.   Die Gemeinsame Forschungsstelle trägt mit ihrem eigenen Programm zur Durchführung der genannten Maßnahmen bei.  Die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Sicherheit bei der Kernspaltung und des Strahlenschutzes muß in der gesamten Gemeinschaft gefördert werden.  Neben dem spezifischen Programm  "Mensch und Mobilität" muß die Ausbildung von Forschern und Ingenieuren im Rahmen des mit dieser Entscheidung festgelegten Programms gefördert werden.  Es ist wünschenswert, im Rahmen dieses Programms die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie etwaige technologische Risiken bewerten zu lassen.  Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG enthält der für das gesamte Rahmenprogramm als notwendig erachtete Betrag eine Summe von 57 Millionen ECU für die zentralisierten Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung, die proportional  zu dem für jedes spezifische Programm vorgesehenen Betrag aufzuteilen ist.  Der Beschluß 90/221/Euratom, EWG sieht als besonderes Ziel der gemeinschaftlichen Forschung die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der europäischen Industrie vor; die Industrie soll ferner dazu angehalten werden, auf  internationaler Ebene wettbewerbsfähiger zu werden und dabei jedoch zugleich ein möglichst hohes Sicherheitsniveau zu wahren. Nach dem genannten Beschluß ist eine Gemeinschaftsaktion dann gerechtfertigt, wenn sie unter Beachtung des Strebens nach  wissenschaftlicher und technischer Qualität unter anderem zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur Förderung ihrer harmonischen Entwicklung in allen Bereichen beiträgt. Das mit dieser Entscheidung festgelegte  Programm soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.  Der Aufbau einer Zusammenarbeit mit - insbesondere europäischen - Drittländern und mit internationalen Organisationen auf dem Gebiet der Forschung und der technologischen Entwicklung kann sich für die Entwicklung dieses Programms als besonders fruchtbar  erweisen.  Es ist wünschenswert, wie in Anhang II des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG vorgesehen, einen harmonisierten Ansatz zur nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung in der Gemeinschaft zu fördern, indem alle beteiligten Stellen einbezogen werden, so daß die  pränormative Dimension der Forschung, insbesondere im Bereich des Strahlenschutzes und der Reaktorsicherheit, verstärkt wird -  HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1  Ein Forschungs- und Ausbildungsprogramm im Bereich der nuklearen Sicherheit bei der Kernspaltung (nachstehend  "Programm" genannt) wird in der im Anhang I festgelegten Form für den Zeitraum vom 28. November 1991 bis zum 31. Dezember 1994  beschlossen.  Artikel 2  (1) Der für die Durchführung des Programms für notwendig erachtete Betrag beläuft sich, einschließlich der Personal- und Verwaltungsausgaben in Höhe von 6,94 Millionen ECU, auf 35,64 Millionen ECU.  (2) Eine vorläufige Aufschlüsselung dieses Betrags ist in Anhang II festgelegt.  (3) Wenn der Rat einen Beschluß nach Artikel 1 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG fasst, wird die vorliegende Entscheidung entsprechend angepasst.  Artikel 3  Die Einzelheiten der Durchführung des Programms und die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang III festgelegt.  Artikel 4  (1) Die Kommission überprüft das Programm im Laufe des zweiten Jahres der Durchführung und legt dem Europäischen Parlament und dem Rat sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß einen Bericht über die Ergebnisse dieser Prüfung vor, dem  erforderlichenfalls Änderungsvorschläge beigefügt werden.  (2) Nach Abschluß des Programms lässt die Kommission die Ergebnisse durch eine Gruppe von unabhängigen Sachverständigen bewerten. Der Bericht dieser Gruppe wird zusammen mit den Bemerkungen der Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem  Wirtschafts- und Sozialausschuß zugeleitet.  (3) Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Berichte werden unter Berücksichtigung der in Anhang I der vorliegenden Entscheidung festgelegten Ziele gemäß Artikel 2 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG erstellt.  Artikel 5  Bei der Durchführung des Programms wird die Kommission von den entsprechenden Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschüssen unterstützt. Für sie gelten die Artikel 2 bis 6 des Beschlusses 84/338/Euratom, EWG des Rates (5).  Artikel 6  (1) Die Kommission wird ermächtigt, gemäß Artikel 101 Absatz 2 des Vertrages internationale Abkommen mit Drittländern auszuhandeln, die Mitglieder von COST sind, insbesondere mit den Mitgliedstaaten der EFTA, und mit den Ländern Mittel- und  Osteuropas, um sie an dem gesamten Programm oder an einem Teil des Programms zu beteiligen.  (2) Nach dem Kriterium des beiderseitigen Nutzens kann Einrichtungen und Unternehmen mit Sitz in europäischen Drittländern gestattet werden, an einer Aktion im Rahmen des Programms als Partner teilzunehmen.  Vertragspartner mit Sitz in den in Unterabsatz 1 genannten Ländern, die an einem Vorhaben im Rahmen dieses Programms teilnehmen, dürfen nicht in den Genuß der Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm kommen. Sie beteiligten sich an den allgemeinen  Verwaltungskosten.  Artikel 7  Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet. Geschehen zu Brüssel am 28. November 1991. Im Namen des Rates  Der Präsident  J. PRONK   (1) ABl. Nr. C 262 vom 8. 10. 1991, S. 5. (2) ABl. Nr. C 240 vom 16. 9. 1991, S. 272. (3) ABl. Nr. C 69 vom 18. 3. 1991, S. 33. (4) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28. (5) ABl. Nr. L 177 vom 4. 7. 1984, S. 25.    ANHANG I  WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHER INHALT UND ZIELE  Die Orientierungen des dritten Rahmenprogramms, seine wissenschaftlich-technische Zielsetzung und seine Begründung sind integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.  Abschnitt 5 B im Anhang II des dritten Rahmenprogramms ist integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms. Dort wird klargestellt, daß das allgemeine Ziel der Gemeinschaftsaktion darin besteht, zur sicheren Nutzung der Kernenergie  beizutragen. Im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten muß sich diese Aktion somit in die gesamte Sicherheitsproblematik einfügen, wobei alle Aspekte der Kernkraftwerke und des Brennstoffkreislaufs zu  berücksichtigen sind, einschließlich der Abfallentsorgung, des radioaktiven und spaltbaren Materials - insbesondere des Plutoniums - und dessen Transports und Lagerung, der Stillegung von Kernkraftwerken und der Gefahren eines Unfalls, bei dem  Radioaktivität freigesetzt wird; mehrere dieser Aspekte werden durch bereits angenommene Programme sowie die damit verbundenen Tätigkeiten erfasst.  Im Lichte der vorgenannten Elemente wird im folgenden der Inhalt des spezifischen Programms beschrieben.  BEREICH 1: STRAHLENSCHUTZ  Ziel ist die Bereitstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine objektive Einschätzung der Strahlenwirkungen und -risiken sowie der Methoden zur Optimierung des Strahlenschutzes. Es werden Forschungen zur Abgrenzung des Expositionsausmasses und  ihrer Erscheinungsformen aus natürlichen, medizinischen und industriellen Quellen, zur Untersuchung der gesundheitlichen Folgen einschließlich der Behandlung einer übermässigen Exposition und zur vergleichenden und quantitativen Abschätzung der Gefahren  der Strahlung für den Menschen und seine Umwelt durchgeführt.  Die durch diese Maßnahmen erzielten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eine Voraussetzung für die laufende Aktualisierung der  "Grundnormen für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und der Arbeitskräfte gegen die Gefahren ionisierender Strahlungen"  und liefern den wissenschaftlichen Hintergrund für die Weiterentwicklung der Strahlenschutzkonzepte und -praktiken.  Sie sollen ausserdem die technischen und rechtlichen Aspekte des Sachwissens auf dem Gebiet des Strahlenschutzes wahren und verbessern und es den einschlägigen Stellen erlauben, die Auswirkungen langfristiger energiepolitischer Strategien auf den  Menschen und seine Umwelt zu beurteilen, normale Betriebs- und Notfallsituationen sowie die Entsorgung zu beherrschen und die Öffentlichkeit objektiv über die Risiken und Vorteile der Strahlung zu unterrichten. Ferner wird untersucht werden, welche  Gefahren für die Gesundheit entstehen können, wenn bei schweren Störfällen die Systeme zur Einschließung der Radioaktivität ausser Betrieb gesetzt werden oder Kernkraftwerke am Ende ihres Normalbetriebs stillgelegt worden sind oder kurz vor der  Stillegung stehen.  Es werden Themen im Zusammenhang mit der Besorgnis über die Strahlung und ihre Auswirkungen angesprochen, die durch den Unfall von Tschernobyl und neuere Informationen über Risikoabschätzungen und das Ausmaß der Exposition aus natürlichen, medizinischen  und industriellen Quellen hervorgerufen wurde. Die Forschung zielt darauf ab, in einer immer komplexeren Umwelt die Unsicherheit über die Risikoabschätzung bei niedrigen Dosen/niedriger Dosisleistung zu verringern, indem die durch zahlreiche  experimentelle Konzepte erzielten Informationen mit denen der Epidemiologie verknüpft werden.  Es wird abgeschätzt werden, welche Gefahren von Radon in Wohnungen ausgehen. Es sollen vergleichende Studien durchgeführt werden, die die einschlägigen Aspekte (geographische Gebiete, Baumaterialien, Lebensformen usw.) berücksichtigen. Sie sollen  Anhaltspunkte liefern, mit deren Hilfe wirksame und dauerhafte Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um die Exposition der Bevölkerung zu verringern. Es werden Forschungsarbeiten über Optimierungsverfahren zur Reduzierung der Exposition der Patienten  durch diagnostische Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Ferner sollen Verwaltungsverfahren entwickelt werden, die sich auf genauere wissenschaftliche Informationen stützen, um den Strahlenschutz am Arbeitsplatz zu optimieren.  Es werden wissenschaftliche Verfahren zur Echtzeitabschätzung der Folgen nuklearer Notfälle und zur Verbesserung der Einsatzplanung entwickelt, damit die wirksamsten Gegenmaßnahmen getroffen werden können, um die Übertragung der radioaktiven  Kontamination auf den Menschen zu verringern und die Opfer von Strahlenunfällen zu behandeln.  Die Lösung der damit verbundenen komplexen Probleme macht es erforderlich, daß Informationen aus unterschiedlichen Bereichen in einen multidisziplinären Ansatz einbezogen werden, wobei folgende Themen behandelt werden:  Strahlen- und Radioaktivitätsexposition des Menschen  Ziel ist die Entwicklung von Verfahren zur empfindlichen und zuverlässigen Messung der Strahlendosen und zur Festlegung des kritischen Pfads der Radioaktivität in der Umwelt und möglicher Strategien zur Verhinderung des Transfers von Radionukliden auf  den Menschen.  Das Verhalten der Radionuklide in der Umwelt wird mit Schwerpunkt auf natürlichen und langlebigen künstlichen Radionukliden untersucht, die sich in natürlichen und halbnatürlichen Ökosystemen ansammeln oder chemische und biologische Veränderungen  erfahren können. Ferner werden Gegenmaßnahmen zur Verminderung der Folgen der radioaktiven Kontamination der Umwelt und des Menschen untersucht.  Folgen der Strahlenexposition beim Menschen: Abschätzung, Verhütung und Behandlung  Ziel ist die Bestimmung der quantitativen Auswirkungen bei niedrigen Dosen/niedriger Dosisleistung (stochastische Strahlenwirkungen), die Entwicklung von Möglichkeiten zur Erkennung und Behandlung der Folgen von Strahlenunfällen (nichtstochastische  Wirkungen) und die Abschätzung der Auswirkungen auf den Organismus im Entwicklungsstadium.  Auf der Grundlage der Mikrodosimetrie, biophysikalischer Modellierung, Molekular-Zell- und Tieruntersuchungen und der Epidemiologie werden konzertierte Lösungswege eingeschlagen, um die betreffenden Mechanismen zu verstehen und die Gefahren für  strahleninduzierten Krebs und genetische Schäden beim Menschen abzuschätzen, wobei unter anderem Stichproben und vergleichende epidemiologische Studien herangezogen werden, die in verschiedenen Gebieten durchgeführt worden sind.  Das wird die Interpretierung epidemiologischer Daten des Menschen und deren Extrapolation auf niedrige Dosen/niedrige Dosisleistung entscheidend unterstützen.  Die Diagnose und Behandlung von Unfallfolgen nach Ganzkörper- oder lokaler externer Exposition oder interner Kontamination mit Radionukliden werden durch die Untersuchung ihrer Pathagonese und den Einsatz neuer molekularer und zellularer Techniken  verbessert. Untersuchungen über Organismen in der Entwicklung konzentrieren sich auf Gehirnschäden nach einer Bestrahlung in utero, auf strahleninduzierten Krebs und auf den Transport von Radionukliden im Fötus, beim Säugling und beim Kleinkind.  Risiken und Bewältigung der Strahlenexposition  Ziel ist die Abschätzung der allgemeinen Risiken der menschlichen Strahlenexposition und die Bereitstellung von Methoden zur Optimierung und Bewältigung des Strahlenschutzes unter normalen und Unfallbedingungen.  Informationen über die Belastung des Menschen durch natürliche, medizinische und industrielle Quellen werden systematisch gesammelt; epidemiologischen Studien, einschließlich solcher über die Exposition am Arbeitsplatz oder bei verstärkter natürlicher  Radioaktivität, wird besonderes Gewicht beigemessen. Untersucht werden Faktoren, die die Radonexposition in Wohnungen beeinflussen, und mögliche Gegenmaßnahmen. Die relative Bedeutung der Strahlenrisiken wird durch den Vergleich mit anderen Risiken  herausgestellt.  Die Optimierung des Strahlenschutzes unter normalen und Unfallbedingungen wird im Hinblick auf die Einhaltung der neuen Schutznormen untersucht. Modelle für Strahlenunfallfolgen und Noteinsatzverfahren werden weiter entwickelt. Die Optimierung der  Exposition bei der medizinischen Diagnostik wird durch die Entwicklung von Qualitätssicherungsmessungen für die Bildqualität und Analysen der Risiken und Vorteile der verschiedenen Verfahren erreicht.  BEREICH 2: REAKTORSICHERHEIT  Mit dieser neuen Aktion soll festgestellt werden, was erforderlich ist, um den Sicherheitsanforderungen an künftige Generationen von Kernkraftwerken zu entsprechen und das Vertrauen in Sicherheitsanalysen durch Maßnahmen zur Förderung der Konzertierung  aller zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft zu stärken, unabhängig davon, ob sie über ein Kernenergieprogramm verfügen oder nicht.  Die vorgesehenen Arbeiten werden die Abschätzung der mit der Konzeption und dem Betrieb von Anlagen verbundenen Sicherheitsreserven fördern und dazu beitragen, daß das Vertrauen in die Vollständigkeit der Sicherheitsanalysen und die Zuverlässigkeit der  mit der Unfallverhütung verbundenen Komponenten wächst. Sie werden einen Bezugspunkt für Initiativen in der Gemeinschaft und eine Grundlage für mögliche künftige Gemeinschaftsaktionen darstellen.  Eine Auswahl von Themen, die bei der Sicherheit künftiger Kernkraftwerke eine Schlüsselrolle spielen, wird unter besonderer Berücksichtigung der Technologie behandelt, die sich stärker auf passive Systeme stützt. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt auch  auf dem sicheren Einschluß der Radioaktivität bei schweren Störfällen, und sie werden vor allem die Leichtwasserreaktoren berücksichtigen, die in der Gemeinschaft, in den übrigen Ländern Europas und in der restlichen Welt am weitesten verbreitet sind.  Darüber hinaus wird hinsichtlich der Sicherheit bei der Auslegung ein gewisser Beitrag für die Reaktoren der neuen Generation geleistet; dies gilt sowohl für die Reaktoren der Zukunft als auch für die, die in der Entwicklung sind und bis zum Ende des  Jahrhunderts verwirklicht werden können.  Die konzertierte Aktion auf Gemeinschaftsebene umfasst Studien, Vergleiche von Methoden und Rechenhilfsmitteln, wie die probabilistische Sicherheitsanalyse, und gemeinsame Bewertungen von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, einschließlich der  Validierung der Codes durch Versuchsergebnisse. Die drei in diesem Teil des Programms behandelten Hauptthemen tragen dazu bei, die Methoden zur Störfallbewertung zu verbessern und die Gegenmaßnahmen zu optimieren. Nach Prüfung der potentiellen  Herausforderungen, die die Einschließung im Falle von schweren Unfällen darstellen, und deren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Sicherheitshülle werden die wichtigsten Fragen im Rahmen der drei folgenden Hauptthemen untersucht:  Untersuchung des Störfallverlaufs  Die Phänomenologie schwerer Unfälle und ihrer Folgen für die Sicherheitshülle wird unter Berücksichtigung der auftretenden Phänomene innerhalb des Druckbehälters im Hinblick auf die Belastung der Sicherheitshülle und ausserhalb des Druckbehälters  untersucht. Bei dieser Untersuchung werden insbesondere folgende Themen behandelt: Wasserstoffphänomene und deren Modellierung, Detektion und Überwachung, Spaltproduktverhalten, Kühlfähigkeit von Korium, Dampfexplosion und Wechselwirkung zwischen Korium  und Beton.  Verhalten und Eignungsnachweis des Containment-Systems  Die Forschung betrifft die Unversehrtheit des Containment-Systems (Lüftung, seismische und andere äussere Einfluesse, altersbedingter Qualitätsverlust der Leckdichtigkeit), Modell- und Ausfallartanalysen (Material- und Sicherheitsreserven für  Containment-Strukturen, Ausrüstungen und elektronische Systeme angesichts schwerer Unfälle.  Unfallbewältigung und Überwachung  Die Forschung konzentriert sich auf die Mensch-Maschine-Schnittstelle (rechnergestützte Hilfen für Betriebspersonal, das sich mit komplexen Verfahren und aussergewöhnlichen Situationen befasst: zum Beispiel Erkennung von Abweichungen und deren Diagnose,  Behandlung von unvollständigen oder irreführenden Informationen) und auf Interventionsstrategien und Unfallabschwächung.     ANHANG II  VORLÄUFIGE AUFSCHLÜSSELUNG DES VERANSCHLAGTEN MITTELBEDARFS  (Millionen ECU)      Bereich  Aufschlüsselung     1. Strahlenschutz   28,64  2. Reaktorsicherheit   7,00       Insgesamt  35,64 (1) (2) (3)     (1) Einschließlich der Personalkosten in Höhe von 5 Millionen ECU und der Verwaltungskosten in Höhe von 2 Millionen  ECU.  Weitere 162 Millionen ECU sind für die Forschungstätigkeit der GFS im Bereich der Sicherheit bei der Kernspaltung bestimmt, einschließlich des Beitrags der GFS zu der zentralisierten Maßnahme zur Verbreitung in Höhe von 1,6 Millionen ECU.  (2) Ein für notwendig erachteter Betrag in Höhe von 0,36 Millionen ECU, der nicht in den 35,64 Millionen ECU enthalten ist, wird als Beitrag des spezifischen Programms  "Sicherheit bei der Kernspaltung" für die zentralisierte Maßnahme zur Verbreitung  und Verwertung der Ergebnisse bereitgestellt.  (3) Für die Finanzierung der ordnungsgemäß als solche definierten Vorhaben zur Förderung der Grundlagenforschung sind 5,6 Millionen ECU, d.h. mindestens 15 % des Gesamtbetrags, vorgesehen.  0,75 Millionen ECU, d.h. 2 % des Gesamtbetrags, dienen der Finanzierung von Vorhaben zur Förderung der Ausbildung von Forschern in den Bereichem, die unter dieses spezifische Programm fallen.   Die Aufschlüsselung nach zwei Bereichen schließt nicht die Möglichkeit aus, daß bestimmte Vorhaben beide Bereiche erfassen.     ANHANG III  EINZELHEITEN DER DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS UND MASSNAHMEN ZUR VERBREITUNG UND VERWERTUNG DER ERGEBNISSE  1. Die Kommission führt das Programm nach Maßgabe der Ziele und des wissenschaftlich-technischen Inhalts in Anhang I durch.  2. Die Einzelheiten der Durchführung des Programms gemäß Artikel 3 umfassen Vorhaben der Forschung und technologischen Entwicklung, flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen. Bei der Auswahl müssen die in Anhang III des Beschlusses  90/221/Euratom, EWG aufgeführten Kriterien sowie die in Anhang I der vorliegenden Entscheidung enthaltenen Ziele berücksichtigt werden.  Der Bereich 1  "Strahlenschutz" wird hauptsächlich durch Forschungsvorhaben auf Kostenteilungsbasis abgedeckt, der Bereich 2  "Reaktorsicherheit" durch konzertierte Aktionen, die in geeigneter Form vertraglich geregelt werden.  A. Forschungsvorhaben  Für die Vorhaben werden Verträge zur Forschung und technologischen Entwicklung auf Kostenteilungsbasis abgeschlossen, wobei die Beteiligung der Gemeinschaft in der Regel nicht mehr als 50 % beträgt. Universitäten und andere Forschungszentren, die sich  an Vorhaben auf Kostenteilungsbasis beteiligen, können für jede Aktion eine Finanzierung von 50 % der Gesamtausgaben oder eine Finanzierung von 100 % der zusätzlichen Grenzkosten beantragen.  Die Forschungsaktionen auf Kostenteilungsbasis sind von Teilnehmern mit Sitz in der Gemeinschaft durchzuführen. Die Vorhaben, an denen beispielsweise Universitäten, Forschungsorganisationen und Firmen, einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen,  teilnehmen können, müssen die Teilnahme von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen. Die Verträge für die Aktionen auf Kostenteilungsbasis werden in der Regel nach einem Auswahlverfahren  abgeschlossen, das auf Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen beruht, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht wurden.  B. Flankierende Maßnahmen  Die flankierenden Maßnahmen umfassen  - die Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;  - eine interne Koordinierung durch die Einsetzung integrierender Gruppen;  - eine hochspezialisierte Ausbildung, wobei der Schwerpunkt auf die Interdisziplinarität gelegt wird;  - die Förderung der Verwertung der Ergebnisse;  - die unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Funktionsweise der Vorhaben und des Programms.  C. Konzertierte Aktionen  Bestandteil der konzertierten Aktionen sind die Bemühungen der Gemeinschaft um eine Koordinierung der einzelnen in den Mitgliedstaaten durchgeführten Forschungsaktionen. Die Kostenbeteiligung kann bis zu 100 % der Konzertierungskosten betragen.  3. Die Verbreitung der Kenntnisse, die im Rahmen der Durchführung der Vorhaben gewonnen werden, erfolgt zum einen innerhalb des Programms und zum anderen im Wege einer zentralisierten Maßnahme gemäß dem in Artikel 4 Absatz 3 des Beschlusses  90/221/Euratom, EWG genannten Beschluß.