CELEX: C2002/156/20
Language: de
Date: 2002-06-29 00:00:00
Title: Rechtssache C-170/02 P: Rechtsmittel der Schlüsselverlag J. S. Moser Gesellschaft m.b.H., J. Wimmer Medien GmbH & Co KG, Styria Medien AG, Zeitungs- und Verlags-Gesellschaft m.b.H., Eugen Ruß Vorarlberger Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft mbH, "Die Presse" Verlags-Gesellschaft m.b.H. und "Salzburger Nachrichten" Verlags-Gesellschaft m.b.H. & Co KG gegen den Beschluss des Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften (3. Kammer) vom 11. März 2002 in der Rechtssache T-3/02, Schlüsselverlag J. S. Moser Gesellschaft m.b.H., J. Wimmer Medien GmbH & Co KG, Styria Medien AG, Zeitungs- und Verlags-Gesellschaft m.b.H., Eugen Ruß Vorarlberger Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft mbH, "Die Presse" Verlags-Gesellschaft m.b.H. und "Salzburger Nachrichten" Verlags-Gesellschaft m.b.H. & Co KG gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften, eingelegt am 7. Mai 2002

29.6.2002                DE                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      C 156/11
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch                          Rechtsmittel der Schlüsselverlag J. S. Moser Gesellschaft
Beschluss des Østre Landsret vom 1. Mai 2002 in dem                     m.b.H., J. Wimmer Medien GmbH & Co KG, Styria Medien
Rechtsstreit Dansk Postordreforening gegen Skattemi-                    AG, Zeitungs- und Verlags-Gesellschaft m.b.H., Eugen
                                nisteriet                               Ruß Vorarlberger Zeitungsverlag und Druckerei Gesell-
                                                                        schaft mbH, „Die Presse“ Verlags-Gesellschaft m.b.H. und
                                                                        „Salzburger Nachrichten“ Verlags-Gesellschaft m.b.H. &
                      (Rechtssache C-169/02)                            Co KG gegen den Beschluss des Gerichts erster Instanz
                                                                        der Europäischen Gemeinschaften (3. Kammer) vom
                                                                        11. März 2002 in der Rechtssache T-3/02, Schlüsselverlag
                           (2002/C 156/19)                              J. S. Moser Gesellschaft m.b.H., J. Wimmer Medien
                                                                        GmbH & Co KG, Styria Medien AG, Zeitungs- und
                                                                        Verlags-Gesellschaft m.b.H., Eugen Ruß Vorarlberger Zei-
                                                                        tungsverlag und Druckerei Gesellschaft mbH, „Die Pres-
                                                                        se“ Verlags-Gesellschaft m.b.H. und „Salzburger Nachrich-
                                                                        ten“ Verlags-Gesellschaft m.b.H. & Co KG gegen Kommis-
Der Østre Landsret ersucht den Gerichtshof der Europäischen             sion der Europäischen Gemeinschaften, eingelegt am
Gemeinschaften durch Beschluss vom 1. Mai 2002, bei der                                           7. Mai 2002
Kanzlei des Gerichtshofes eingegangen am 6. Mai 2002, in
dem Rechtsstreit Dansk Postordreforening gegen Skattemi-
nisteriet um Vorabentscheidung über folgende Fragen:                                      (Rechtssache C-170/02 P)
                                                                                                (2002/C 156/20)
1.    Ist Artikel 13 Teil A Absatz 1 Buchstabe a) der Sechsten
      Mehrwertsteuerrichtlinie (Richtlinie 77/388/EWG des Ra-
      tes) (1) dahin auszulegen, dass
                                                                        Die Schlüsselverlag J. S. Moser Gesellschaft m.b.H., J. Wimmer
                                                                        Medien GmbH & Co KG, Styria Medien AG, Zeitungs-
      i)     ein Mitgliedstaat berechtigt ist, auf Nachnahmesen-        und Verlags-Gesellschaft m.b.H., Eugen Ruß Vorarlberger
             dungen von Briefen und Paketen durch die öffentli-         Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft mbH, „Die Presse“
             che Posteinrichtung Mehrwertsteuer zu erheben,             Verlags-Gesellschft m.b.H. und „Salzburger Nachrichten“ Ver-
             wenn der Mitgliedstaat diese Sendungen von dem             lags-Gesellschaft m.b.H. & Co KG haben am 7. Mai 2002 beim
             Monopol und der Beförderungspflicht nach dem               Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften ein Rechtsmit-
             Postrecht dieses Mitgliedstaats ausgenommen hat,           tel gegen den Beschluss des Gerichts erster Instanz der
             oder                                                       Europäischen Gemeinschaften (3. Kammer) vom 11. März
                                                                        2002 in der Rechtssache T-3/02, Schlüsselverlag J. S. Moser
                                                                        Gesellschaft m.b.H., J. Wimmer Medien GmbH & Co KG, Styria
      ii)    ist ein Mitgliedstaat verpflichtet, die Mehrwertsteu-      Medien AG, Zeitungs- und Verlags-Gesellschaft m.b.H., Eugen
             ererhebung auf solche Sendungen zu unterlassen?            Ruß Vorarlberger Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft
                                                                        mbH, „Die Presse“ Verlags-Gesellschaft m.b.H. und „Salzburger
                                                                        Nachrichten“ Verlags-Gesellschaft m.b.H. & Co KG gegen
2.    Für den Fall, dass weder Frage 1 i) noch 1 ii) eindeutig          Kommission der Europäischen Gemeinschaften (1), eingelegt.
      bejaht werden kann: Nach welchen Kriterien ist zu                 Prozessbevolmächtigter der Rechtsmittelführerin ist Rechtsan-
      entscheiden, ob ein Mitgliedstaat unter den in Frage 1 i)         walt Dr. Michael Krüger, Linz.
      beschriebenen Umständen berechtigt ist, Mehrwertsteuer
      auf Nachnahmesendungen von Briefen oder Paketen an
      Private zu erheben, oder verpflichtet ist, die Erhebung von       Die Rechtsmittelführerin beantragt,
      Mehrwertsteuer auf derartige Sendungen zu unterlassen?
                                                                        —    den angefochtenen Beschluss aufzuheben und in der
                                                                             Sache wie im Urteilsantrag zu erkennen, in eventu den
                                                                             angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Rechtssache
                                                                             an das Gericht erster Instanz zurückzuverweisen; in
                                                                             beiden Fällen der beklagten Kommission die Kosten der
                                                                             Verfahren aufzuerlegen.
(1) Sechste Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur
    Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über
    die Umsatzsteuern — Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: ein-
    heitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage (ABl. L 145, S. 1)
    und Berichtigung (ABl. 1977 L 149, S. 26).
                                                                        Rechtsmittelgründe und wesentliche Argumente
                                                                        —    Unvollständigkeit der Tatsachenfestellung
                                                                             Das Gericht hat die Feststellung der Kommission, wonach
                                                                             die Schreiben vom 12.7.2001 und 3.9.2001 „die Auffas-
                                                                             sung der Fusionskontrolldirektion wiedergeben und die
                                                                             Europäische Kommission nicht binden“, ihrer rechtlichen
                                                                             Beurteilung zugrundelegt, ohne aber den Inhalt dieser
                                                                             Erklärung in die Sachverhaltsfestellungen aufzunehmen.
 ---pagebreak--- C 156/12               DE                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        29.6.2002
—     Unrichtige rechtliche Würdigung des Schreibens des             beantragen, die Rente um fünf Prozent pro vorgezogenem Jahr
      Direktors der Fusionskontrolldirektion vom 7.11.2001           zu kürzen?
      Die Auslegung des Gerichts, das Schreiben vom
      7.11.2001 sei der Kommission als anfechtbare Handlung
      zuzurechnen, weil hier im Gegensatz zu den beiden              (1) Richtlinie 79/7/EWG des Rates vom 19.12.1978 zur schrittweisen
      vorangegangenen Schreiben von einer Nichtbindung der               Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Maen-
      Kommission keine Rede sei, erscheint willkürlich und               nern und Frauen im Bereich der sozialen Sicherheit (ABl. L 6 vom
      gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und damit                 10.1.1979, S. 24).
      gegen allgemeine Grundsätze des Gemeinschaftsrechts
      verstoßend.
      Bei richtiger rechtlicher Beurteilung hätte das Gericht
      zum Ergebnis kommen müssen, das Schreiben der Fu-
      sionskontrolldirektion vom 7.11.2001 sei nicht der Kom-
      mission zuzurechnen, weshalb deren Untätigkeit weiter
      vorlag.                                                        Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch
                                                                     Beschluss der Corte Suprema di Cassazione vom 17. Ja-
                                                                     nuar 2002 in dem Rechtsstreit 1. Agenzia per le erogazio-
                                                                     ni in agricoltura — AGEA gegen Azienda agricola Fava
(1) Noch nicht in der Sammlung der Rechtsprechung veröffentlicht.    Alessandro & Delledonne Carla 2. Agenzia per le eroga-
                                                                     zioni in agricoltura — AGEA gegen Luigi Serpelloni
                                                                     3. Azienda agricola Coato Giovanni, Lorenzo & Vaccaro
                                                                     Ivana gegen Agenzia per le erogazioni in agricoltura —
                                                                     AGEA und 4. Agenzia per le erogazioni in agricoltura —
                                                                                AGEA gegen Battista e Giacomo Malzani
                                                                     (Rechtssache C-177/02, C-178/02, C-179/02 und C-180/
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch Urteil                                                02)
der belgischen Cour de cassation vom 29. April 2002 in
dem Rechtsstreit Robert Bourgard gegen Institut national                                     (2002/C 156/22)
    d’assurances sociales pour travailleurs indépendants
                    (Rechtssache C-172/02)                           Die Corte Suprema di Cassazione ersucht den Gerichtshof der
                                                                     Europäischen Gemeinschaften durch Beschluss vom 17. Januar
                        (2002/C 156/21)                              2002, bei der Kanzlei des Gerichtshofes eingegangen am
                                                                     13. Mai 2002, in dem Rechtsstreit 1. Agenzia per le erogazioni
                                                                     in agricoltura — AGEA gegen Azienda agricola Fava Ales-
Die belgische Cour de cassation ersucht den Gerichtshof der          sandro & Delledonne Carla 2. Agenzia per le erogazioni in
Europäischen Gemeinschaften durch Urteil vom 29. April               agricoltura — AGEA gegen Luigi Serpelloni 3. Azienda agricola
2002, bei der Kanzlei des Gerichtshofes eingegangen am               Coato Giovanni, Lorenzo & Vaccaro Ivana gegen Agenzia per
10. Mai 2002, in dem Rechtsstreit Robert Bourgard gegen              le erogazioni in agricoltura — AGEA und 4. Agenzia per le
Institut national d’assurances sociales pour travailleurs indé-      erogazioni in agricoltura — AGEA gegen Battista e Giacomo
pendants um Vorabentscheidung über folgende Frage:                   Malzani um Vorabentscheidung über folgende Frage:
Ist ein Mitgliedstaat, der das Rentenalter für männliche Selb-       Sind Artikel 1 der Verordnung (EWG) 856/84 (1) vom 31. März
ständige auf fünfundsechzig und für weibliche auf sechzig Jahre      1984 und die Artikel 1 bis 4 der Verordnung (EWG) 3950/
festsetzt, mit der Folge, dass die Altersrente der männlichen        92 (2) vom 28. Dezember 1992 dahin auszulegen, dass die
Selbständigen auf der Grundlage einer anrechnungsfähigen             Zusatzabgabe auf Milch und Milcherzeugnisse eine verwal-
Versicherungszeit berechnet wird, deren rechnerischer Wert           tungsrechtliche Sanktion ist, und schulden dementsprechend
durch einen Bruch mit einem Nenner von fünfundvierzig                die Erzeuger die Zahlung der Abgabe nur dann, wenn sie
ausgedrückt wird, während bei weiblichen Selbständigen ein           die zugewiesenen Referenzmengen vorsätzlich oder fahrlässig
Nenner von vierzig zugrunde gelegt wird, nach Artikel 7              überschritten haben?
Absatz 1 Buchstabe a) der Richtlinie 79/7/EWG des Rates (1)
vom 19. Dezember 1978 befugt, bei männlichen Selbständi-
gen, die allein das Recht haben, während der fünf Jahre vor          (1) ABl. L 90 vom 1.4.1984, S. 10.
dem normalen Rentenalter eine vorgezogene Altersrente zu             (2) ABl. L 405 vom 31.12.1992, S. 1.