CELEX: 52012PC0273
Language: de
Date: 2012-05-30 00:00:00
Title: Empfehlung für BESCHLUSS DES RATES zur Aufhebung des Beschlusses 2010/422/EU zum Bestehen eines übermäßigen Defizits in Bulgarien

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		52012PC0273
		
			Empfehlung für BESCHLUSS DES RATES zur Aufhebung des Beschlusses 2010/422/EU zum Bestehen eines übermäßigen Defizits in Bulgarien /* COM/2012/0273 final */
			
				
		
		
			
			   	Empfehlung für
BESCHLUSS DES RATES
zur Aufhebung des Beschlusses 2010/422/EU zum
Bestehen eines übermäßigen Defizits in Bulgarien
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise
der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 126 Absatz 12,
auf Empfehlung der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe: 
(1)       Mit dem Beschluss 2010/422/EU
des Rates vom 13. Juli 2010[1]
wurde auf Vorschlag der Kommission gemäß Artikel 126 Absatz 6 des
Vertrags ein übermäßiges Defizit in Bulgarien festgestellt. Der Rat hielt fest,
dass sich das gesamtstaatliche Defizit 2009 auf 3,9 % des BIP belief und
damit über dem im Vertrag festgelegten Referenzwert von 3 % des BIP lag,
während der gesamtstaatliche Bruttoschuldenstand mit 14,8 % des BIP deutlich
unter dem im Vertrag festgelegten Referenzwert von 60 % des BIP blieb[2]. 
(2)       Gemäß Artikel 126 Absatz 7
des Vertrags und Artikel 3 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1467/97 des
Rates vom 7. Juli 1997 über die Beschleunigung und Klärung des
Verfahrens bei einem übermäßigen Defizit[3] richtete der Rat auf Empfehlung der
Kommission am 13. Juli 2010 eine Empfehlung an Bulgarien mit dem Ziel, das
übermäßige Defizit bis spätestens 2011 zu beenden. Die Empfehlung wurde
veröffentlicht.
(3)       Gemäß Artikel 4 des den
Verträgen beigefügten Protokolls über das Verfahren bei einem übermäßigen
Defizit werden die zur Anwendung des Defizitverfahrens erforderlichen Daten von
der Kommission zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Anwendung dieses
Protokolls müssen die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 3 der Verordnung (EG)
Nr. 479/2009 des Rates vom 25. Mai 2009 über die Anwendung des dem
Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft beigefügten Protokolls über
das Verfahren bei einem übermäßigen Defizit[4] zweimal jährlich, und zwar zum 1. April
und zum 1. Oktober, Angaben zu ihren öffentlichen Defiziten und ihrem
öffentlichen Schuldenstand sowie andere damit verbundene Variablen übermitteln.

(4)       Der Rat sollte die
Entscheidung, ob ein Beschluss über das Vorliegen eines übermäßigen Defizits
aufzuheben ist, auf der Grundlage der gemeldeten Daten treffen. Zudem sollte
ein Beschluss über das Vorliegen eines übermäßigen Defizits nur aufgehoben
werden, wenn die Kommission in ihrer Prognose davon ausgeht, dass das Defizit
den Schwellenwert von 3 % des BIP im Prognosezeitraum nicht überschreiten
wird[5].
(5)       Die Daten, die von der
Kommission (Eurostat) gemäß Artikel 14 der Verordnung (EG)
Nr. 479/2009 nach der zum 1. April 2012 erfolgten Datenmeldung
Bulgariens zur Verfügung gestellt wurden, und die Frühjahrsprognose 2012
der Kommissionsdienststellen lassen folgende Schlussfolgerungen zu:
–              
Die Haushaltsziele wurden im Zeitraum nach dem Jahr
der Feststellung des übermäßigen Defizits durchgehend übertroffen. Das
gesamtstaatliche Defizit wurde im Jahr 2010 auf 3,1 % des BIP und im Jahr
2011 weiter auf 2,1 % des BIP gesenkt, während die ursprünglichen Vorgaben
3,8 % bzw. 2,5 % betrugen. Der wichtigste Faktor für die Korrektur
des Defizits war eine strikte Begrenzung des Ausgabenwachstums, einschließlich
einer Einfrierung der Lohnkosten und Renten im öffentlichen Sektor, die die
Ausgabenquote von 2009 bis 2011 um 5,5 Prozentpunkte fallen ließ. Im
Konvergenzprogramm 2012 wird ein weiterer Rückgang des Defizits auf 1,6 %
des BIP 2012 und 1,3 % des BIP 2013 prognostiziert. Laut Frühjahrsprognose
2012 der Kommissionsdienststellen soll sich das gesamtstaatliche Defizit auf
1,9 % des BIP 2012 und 1,7 % des BIP 2013 verbessern, was durch eine
fortgesetzte Einfrierung der öffentlichen Lohnkosten sowie konjunkturell
bedingte Mehreinnahmen möglich gemacht wird. 
–              
Die Kommissionsdienststellen erwarten in ihrer
Frühjahrsprognose 2012 unter der Annahme einer unveränderten Politik einen
konjunkturbereinigten Haushaltssaldo ohne einmalige und befristete Maßnahmen
von 0,7 % des BIP 2012 und 0,8 % des BIP 2013. Das jährliche
Ausgabenwachstum ohne Berücksichtigung diskretionärer einnahmenseitiger
Maßnahmen soll 2012 und 2013 nicht über die mittelfristige Referenzrate des
potenziellen BIP-Wachstums im Sinne von Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr.
1466/97 vom 7. Juli 1997 über den Ausbau der haushaltspolitischen
Überwachung und der Überwachung und Koordinierung der Wirtschaftspolitiken
hinausgehen. 
–              
In der Frühjahrsprognose 2012
der Kommissionsdienststellen wird ein moderater Anstieg des gesamtstaatlichen
Bruttoschuldenstands von 16,3 % des BIP 2011 auf
18,5 % des BIP 2013 projiziert. Bei dieser Schuldenprognose bleibt die
mögliche Ausgabe von Staatsanleihen im Jahr 2012 zur Vorfinanzierung der
Rückzahlung auf Euro lautender Anleihen im Umfang von etwa 2 % des BIP im
Januar 2013 unberücksichtigt. Im aktuellen Konvergenzprogramm wird ein Anstieg
der Schuldenquote auf 18,4 % bis 2013 angenommen.
(6)       Nach Artikel 126
Absatz 12 des Vertrags ist ein Beschluss des Rates über das Bestehen eines
übermäßigen Defizits aufzuheben, wenn das übermäßige Defizit im betreffenden
Mitgliedstaat nach Ansicht des Rates korrigiert worden ist. 
(7)       Nach Ansicht des Rates ist
das übermäßige Defizit in Bulgarien korrigiert worden und sollte der Beschluss
2010/422/EU daher aufgehoben werden –
HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN:
Artikel 1
Nach Prüfung der Gesamtlage ist festzustellen,
dass Bulgarien sein übermäßiges Defizit korrigiert hat.
Artikel 2
Der Beschluss 2010/422/EU wird hiermit
aufgehoben.
Artikel 3
Dieser Beschluss ist an die Republik Bulgarien
gerichtet.
Geschehen zu Brüssel am […]
                                                                       Im
Namen des Rates
                                                                       Der
Präsident
[1]               ABl.
L 199 vom 31.7.2010, S. 26.
[2]               Das
gesamtstaatliche Defizit und der öffentliche Schuldenstand 2009 wurden später
auf derzeit 4,3 % des BIP bzw. 14,6% des BIP korrigiert.
[3]               ABl.
L 209 vom 2.8.1997, S. 6. 
[4]               ABl.
L 145 vom 10.6.2009, S. 1. 
[5]               Gemäß den
vom Rat am 24. Januar 2012 gebilligten „Spezifikationen für die Umsetzung
des Stablitäts- und Wachstumspakts sowie Leitlinien zu Inhalt und Form der
Stabilitäts- und Konvergenzprogramme“. Siehe:  
http://ec.europa.eu/economy_finance/economic_governance/sgp/pdf/coc/code_of_conduct_en.pdf