CELEX: 62006TJ0386
Language: de
Date: 2011-03-24 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts (Achte Kammer) vom 24. März 2011.#Pegler Ltd gegen Europäische Kommission.#Wettbewerb - Kartelle - Sektor der Rohrverbindungen aus Kupfer und Kupferlegierungen - Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird - Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung - Geldbußen - Abschreckungswirkung.#Rechtssache T-386/06.

Rechtssache T‑386/06
      Pegler Ltd
      gegen
      Europäische Kommission
      „Wettbewerb – Kartelle – Sektor der Rohrverbindungen aus Kupfer und Kupferlegierungen – Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird – Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung – Geldbußen – Abschreckungswirkung“
      Leitsätze des Urteils
      1.      Wettbewerb – Gemeinschaftsvorschriften – Unternehmen – Begriff – „Ruhende“ Gesellschaft – Nichteinbeziehung
      (Art. 81 Abs. 1 EG)
      2.      Wettbewerb – Geldbußen – Gesamtschuldnerische Haftung für die Zahlung – Voraussetzungen
      (Art. 81 Abs. 1 EG)
      3.      Wettbewerb – Geldbußen – Höhe – Festsetzung – Kriterien – Abschreckungswirkung der Geldbuße
      (Art. 81 EG; Mitteilung der Kommission 98/C 9/03, Nr. 1 Abschnitt A Abs. 4 und 5)
      1.      Das Wettbewerbsrecht der Gemeinschaft betrifft die Tätigkeit von Unternehmen. Der Unternehmensbegriff umfasst jede eine wirtschaftliche
         Tätigkeit ausübende Einrichtung unabhängig von ihrer Rechtsform und der Art ihrer Finanzierung. Eine wirtschaftliche Tätigkeit
         ist jede Tätigkeit, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten. 
      
      Eine „ruhende“ Gesellschaft im Sinne des englischen Gesellschaftsrechts, die keine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt und keinen
         Umsatz macht, kann daher weder als unmittelbar an einem Kartell beteiligt betrachtet noch für von anderen Unternehmen des
         Konzerns, zu dem sie gehört, in ihrem Namen begangene Zuwiderhandlungen in Anspruch genommen werden. 
      
      (vgl. Randnrn. 46-49, 74, 86-87)
      2.      Die Kommission kann die Verantwortlichkeit für das rechtswidrige Verhalten der Muttergesellschaft der Tochtergesellschaft
         oder gesamtschuldnerisch der Mutter- und der Tochtergesellschaft auferlegen. 
      
      Die gesamtschuldnerischen Haftung zweier Unternehmen besagt, dass die Zahlung der gesamten Geldbuße durch eines der Unternehmen
         die Verpflichtung des anderen Unternehmens zur Zahlung der Geldbuße zum Erlöschen bringt. 
      
      Eine gesamtschuldnerische Verantwortlichkeit kann einem Unternehmen auch dann zugerechnet werden, wenn die juristischen Personen,
         die zu dem Unternehmen gehörten, als die Zuwiderhandlung begangen worden ist, nicht mehr demselben Konzern angehören. Der
         Umstand, dass das Unternehmen, das die rechtswidrigen Tätigkeiten ausgeübt hat, nach Ende der Zuwiderhandlung in die juristischen
         Personen, aus denen es sich zusammengesetzt hat, gespalten wurde, hat daher keine Auswirkungen auf deren gesamtschuldnerische
         Haftung für die Zuwiderhandlung. 
      
      (vgl. Randnrn. 100-101, 103, 106)
      3.      Gemäß den Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen, die gemäß Artikel 15 Absatz 2 der Verordnung Nr. 17
         und gemäß Artikel 65 Absatz 5 des EGKS-Vertrags festgesetzt werden, ist es erforderlich, zu berücksichtigen, inwieweit die
         Urheber der Verstöße tatsächlich wirtschaftlich in der Lage sind, Konkurrenten und Verbraucher wirtschaftlich in erheblichem
         Umfang zu schädigen, und die Geldbuße auf einen Betrag festzusetzen, der eine hinreichend abschreckende Wirkung entfaltet.
         Berücksichtigt werden kann auch, dass Großunternehmen in den meisten Fällen über juristischen und wirtschaftlichen Sachverstand
         und Ressourcen verfügen, anhand deren sie besser erkennen können, in welchem Maß ihre Vorgehensweise einen Verstoß darstellt
         und welche Folgen aus wettbewerbsrechtlicher Sicht zu gewärtigen sind. 
      
      Im Rahmen des ersten Gesichtspunkts müssen die finanziellen Mittel des Unternehmens an dem Tag bewertet werden, an dem die
         Geldbuße verhängt wurde. Was den zweiten Gesichtspunkt betrifft, muss sich der Umsatz, auf dessen Grundlage die Kommission
         die Größe der fraglichen Unternehmen bestimmt, auf ihre Situation zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung beziehen. Obwohl diese
         beiden Gesichtspunkte eng mit der Größe des Unternehmens zusammenhängen, handelt es sich um unterschiedliche Gründe für die
         Erhöhung des Ausgangsbetrags der Geldbuße. 
      
      Die Kommission kann zwischen diesen beiden Gesichtspunkten denjenigen wählen, den sie für ihre Bewertung am wichtigsten hält.
         Die Anwendung dieser beiden Kriterien auf zwei Unternehmen, die zu derselben wirtschaftlichen Einheit gehören und von denen
         das eine die Muttergesellschaft des anderen ist und allein aus diesem Grund haftbar gemacht wird, widerspricht jedoch dem
         Begriff des Unternehmens im Sinne von Art. 81 EG. Die Kommission darf zwar bei Berechnung des Ausgangsbetrags der Geldbuße
         die Umsätze des dem Erlass der Entscheidung, in der diese Zuwiderhandlung festgestellt wird, vorausgegangenen Jahres (bei
         Anwendung des ersten Kriteriums) oder die Umsätze zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung (bei Anwendung des zweiten Kriteriums)
         berücksichtigen. Sie kann jedoch nicht nur ein Kriterium heranziehen, das sie nur auf eines der beiden Unternehmen anwendet,
         die zuvor die wirtschaftliche Einheit gebildet haben, die die Zuwiderhandlung begangen hat. Sofern eine Muttergesellschaft
         und ihre Tochtergesellschaft zum Zeitpunkt des Erlasses der Entscheidung, mit der die Geldbuße für eine Zuwiderhandlung gegen
         sie festgesetzt worden ist, keine wirtschaftliche Einheit im Sinne von Art. 81 EG bilden, kann die Kommission sich bei Bestimmung
         des Abschreckungsfaktors, der für zwei Gesellschaften gilt, die zur Zeit des Sachverhalts ein einziges Unternehmen bildeten,
         das aber zwischenzeitlich gespalten worden ist, nicht auf die Umsätze der ehemaligen Muttergesellschaft in dem Erlass der
         angefochtenen Entscheidung vorausgegangenen Jahr stützen. Diese Umsätze spiegeln nämlich nicht die tatsächliche wirtschaftliche
         Möglichkeit dieses Unternehmens zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung wider, einen Schaden für andere Unternehmen zu verursachen.
         
      
      (vgl. Randnrn. 123-125, 129, 132-133)
URTEIL DES GERICHTS (Achte Kammer)
      24. März 2011(*)
      
      „Wettbewerb – Kartelle – Sektor der Rohrverbindungen aus Kupfer und Kupferlegierungen – Entscheidung, mit der eine Zuwiderhandlung gegen Art. 81 EG festgestellt wird – Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung – Geldbußen – Abschreckungswirkung“
      In der Rechtssache T‑386/06
      Pegler Ltd mit Sitz in Doncaster (Vereinigtes Königreich), Prozessbevollmächtigte: R. Thompson, QC, und A. Collinson, Solicitor,
      
      Klägerin,
      gegen
      Europäische Kommission, vertreten durch A. Nijenhuis und V. Bottka als Bevollmächtigte im Beistand von S. Kinsella und K. Daly, Solicitors,
      
      Beklagte,
      betreffend eine Klage auf teilweise Nichtigerklärung der Entscheidung K(2006) 4180 endg. der Kommission vom 20. September
         2006 in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/F‑1/38.121 – Rohrverbindungen) sowie
         hilfsweise auf Herabsetzung der gegen die Klägerin mit der Entscheidung verhängten Geldbuße 
      
      erlässt
      DAS GERICHT (Achte Kammer)
      unter Mitwirkung der Präsidentin M. E. Martins Ribeiro sowie der Richter N. Wahl (Berichterstatter) und A. Dittrich,
      Kanzler: J. Palacio González, Hauptverwaltungsrat,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 28. Januar 2010
      folgendes
      Urteil
       Sachverhalt und angefochtene Entscheidung
      1        Mit der Entscheidung K(2006) 4180 endg. vom 20. September 2006 in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und Artikel 53 EWR-Abkommen
         (Sache COMP/F‑1/38.121 – Rohrverbindungen) (Zusammenfassung in ABl. 2007, L 283, S. 63, im Folgenden: angefochtene Entscheidung)
         stellte die Kommission der Europäischen Gemeinschaften fest, dass mehrere Unternehmen gegen Art. 81 Abs. 1 EG und Art. 53
         des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verstoßen hätten, indem sie sich während unterschiedlicher Zeiträume
         zwischen dem 31. Dezember 1988 und dem 1. April 2004 an einer einheitlichen, komplexen und fortgesetzten Zuwiderhandlung gegen
         die Wettbewerbsregeln der Gemeinschaft in Form eines Bündels wettbewerbswidriger Vereinbarungen und abgestimmter Verhaltensweisen
         auf dem Markt für Rohrverbindungen (Fittings) aus Kupfer und Kupferlegierungen, die das gesamte EWR-Gebiet abdeckten, beteiligt
         hätten. Die Zuwiderhandlung habe in der Festsetzung der Preise, der Vereinbarung von Preislisten, Preisnachlässen und Rückvergütungen
         sowie von Mechanismen zur Durchführung von Preiserhöhungen, in der Aufteilung der nationalen Märkte und der Kunden, im Austausch
         anderer geschäftlicher Informationen und in der Teilnahme an regelmäßigen Treffen und im Unterhalten anderer Kontakte, um
         die Zuwiderhandlung zu erleichtern, bestanden. 
      
      2        Die Klägerin, die Pegler Ltd, und ihre damalige Muttergesellschaft, die Tomkins plc, gehören zu den Adressaten der angefochtenen
         Entscheidung.
      
      3        Zwischen dem 17. Juni 1986 und dem 31. Januar 2004 war die Klägerin eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Tomkins.
         Am 1. Februar 2004 wurde die Klägerin an ihre Geschäftsführung verkauft. Am 26. August 2005 wurden die Pegler Holdings Ltd
         und die Klägerin an die Aalberts Industries NV, eine andere Adressatin der angefochtenen Entscheidung, verkauft. 
      
      4        Am 9. Januar 2001 informierte die Mueller Industries Inc., eine andere Herstellerin von Kupferfittings, die Kommission über
         das Bestehen eines Kartells in der Fittingbranche und in anderen verwandten Branchen auf dem Kupferrohrmarkt und erklärte
         ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Rahmen der Mitteilung der Kommission über die Nichtfestsetzung oder die niedrigere
         Festsetzung von Geldbußen in Kartellsachen (ABl. 1996, C 207, S. 4, im Folgenden: Mitteilung über Zusammenarbeit von 1996)
         (114. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung).
      
      5        Am 22. und 23. März 2001 führte die Kommission im Zuge ihrer Ermittlungen zu Kupferrohren und -fittings in den Betriebsstätten
         mehrerer Unternehmen unangekündigte Nachprüfungen nach Art. 14 Abs. 3 der Verordnung Nr. 17 des Rates vom 6. Februar 1962,
         erste Durchführungsverordnung zu den Artikeln [81 EG] und [82 EG] (ABl. 1962, Nr. 13, S. 204), durch (119. Erwägungsgrund
         der angefochtenen Entscheidung). 
      
      6        Im Anschluss an diese ersten Nachprüfungen teilte die Kommission im April 2001 ihre Ermittlungen zu den Kupferrohren in drei
         verschiedene Verfahren auf, nämlich das Verfahren in der Sache COMP/E-1/38.069 (Kupfer-Installationsrohre), das Verfahren
         in der Sache COMP/F-1/38.121 (Rohrverbindungen) und das Verfahren in der Sache COMP/E-1/38.240 (Industrierohre) (120. Erwägungsgrund
         der angefochtenen Entscheidung). 
      
      7        Am 24. und 25. April 2001 führte die Kommission weitere unangekündigte Nachprüfungen in den Betriebsstätten der Delta plc
         durch, einer Gesellschaft an der Spitze eines international tätigen Maschinenbaukonzerns, zu dessen Bereich „Engineering“
         mehrere Fittinghersteller gehörten. Die Nachprüfungen betrafen ausschließlich Fittings (121. Erwägungsgrund der angefochtenen
         Entscheidung). 
      
      8        Ab Februar/März 2002 sandte die Kommission an die betroffenen Unternehmen mehrere Auskunftsverlangen zunächst nach Art. 11
         der Verordnung Nr. 17 und später nach Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. Dezember 2002 zur Durchführung
         der in den Artikeln 81 [EG] und 82 [EG] niedergelegten Wettbewerbsregeln (ABl. 2003, L 1, S. 1) (122. Erwägungsgrund der angefochtenen
         Entscheidung). 
      
      9        Im September 2003 beantragte die IMI plc die Anwendung der Mitteilung über Zusammenarbeit von 1996. Diesem Antrag folgten
         die Anträge der Delta-Gruppe (März 2004) und der FRA.BO SpA (Juli 2004). Der letzte Antrag auf Anwendung der Kronzeugenregelung
         wurde im Mai 2005 von der Advanced Fluid Connections plc gestellt (Erwägungsgründe 115 bis 118 der angefochtenen Entscheidung).
         
      
      10      Am 22. September 2005 leitete die Kommission in der Sache COMP/F‑1/38.121 (Rohrverbindungen) ein Verfahren wegen einer Zuwiderhandlung
         ein und nahm eine Mitteilung der Beschwerdepunkte an, die sie u. a. der Klägerin zusandte (Erwägungsgründe 123 und 124 der
         angefochtenen Entscheidung). 
      
      11      Am 20. September 2006 erließ die Kommission die angefochtene Entscheidung. 
      
      12      In Art. 1 der angefochtenen Entscheidung stellte die Kommission fest, dass die Klägerin und Tomkins vom 31. Dezember 1988
         bis zum 22. März 2001 gegen die Art. 81 EG und 53 EWR-Abkommen verstoßen hätten. 
      
      13      Für diese Zuwiderhandlung setzte die Kommission gegen die Klägerin und Tomkins als Gesamtschuldner in Art. 2 Buchst. h der
         angefochtenen Entscheidung eine Geldbuße von 5,25 Millionen Euro fest. 
      
      14      Bei der Festsetzung der Höhe der dem jeweiligen Unternehmen auferlegten Geldbuße wandte die Kommission in der angefochtenen
         Entscheidung die Methode an, die die Leitlinien für das Verfahren zur Festsetzung von Geldbußen, die gemäß Artikel 15 Absatz
         2 der Verordnung Nr. 17 und gemäß Artikel 65 Absatz 5 [KS] festgesetzt werden (ABl. 1998, C 9, S. 3; im Folgenden: Leitlinien
         von 1998), vorsehen. 
      
      15      Was erstens die Festsetzung des Ausgangsbetrags der Geldbuße nach Maßgabe der Schwere der Zuwiderhandlung anbelangt, stufte
         die Kommission diese aufgrund ihrer Art und ihrer räumlichen Reichweite als besonders schwerwiegend ein (755. Erwägungsgrund
         der angefochtenen Entscheidung). 
      
      16      Da die Kommission ferner davon ausging, dass zwischen den betroffenen Unternehmen erhebliche Unterschiede bestünden, wandte
         sie eine differenzierte Behandlung an und stellte insoweit auf deren – anhand ihrer Marktanteile bestimmte – relative Bedeutung
         auf dem betreffenden Markt ab. Auf dieser Grundlage teilte sie die betroffenen Unternehmen in sechs Gruppen ein (758. Erwägungsgrund
         der angefochtenen Entscheidung). 
      
      17      Die Klägerin und ihre Muttergesellschaft wurden der sechsten Gruppe zugeordnet, für die der Ausgangsbetrag der Geldbuße mit
         2 Millionen Euro festgesetzt wurde (765. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung). 
      
      18      Aufgrund des Gesamtumsatzes von Tomkins, der sich 2005, dem der angefochtenen Entscheidung vorangegangenen Jahr, auf 4 635 Millionen
         Euro belief, wandte die Kommission zur Abschreckung einen Multiplikator von 1,25 an, was zur Folge hatte, dass sich für die
         Klägerin ein erhöhter Ausgangsbetrag der Geldbuße von 2,5 Millionen Euro ergab (Erwägungsgründe 771 bis 773 der angefochtenen
         Entscheidung). 
      
      19      Aufgrund der Dauer der Beteiligung der Klägerin an der Zuwiderhandlung (zwölf Jahre und zwei Monate) erhöhte die Kommission
         die Geldbuße sodann um 110 %, d. h. um 5 % pro Jahr für die beiden ersten Jahre und um 10 % für jedes vollständige Jahr seit
         dem 31. Januar 1991 für die zehn weiteren Jahre (775. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung), was zur Folge hatte,
         dass der Endbetrag der Geldbuße mit 5,25 Millionen Euro festgesetzt wurde. 
      
      20      Die Kommission berücksichtigte keine erschwerenden oder mildernden Umstände zulasten oder zugunsten der Klägerin. 
      
       Verfahren und Anträge der Parteien
      21      Mit Klageschrift, die am 15. Dezember 2006 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, hat die Klägerin die vorliegende
         Klage erhoben.
      
      22      Auf Bericht des Berichterstatters hat das Gericht (Achte Kammer) beschlossen, die mündliche Verhandlung zu eröffnen.
      
      23      Die Parteien haben in der Sitzung vom 28. Januar 2010 mündlich verhandelt und Fragen des Gerichts beantwortet. 
      
      24      Die Klägerin beantragt,
      
      –        die Art. 1, 2 Buchst. h und 3 der angefochtenen Entscheidung für nichtig zu erklären; 
      –        hilfsweise, die gegen sie verhängte Geldbuße herabzusetzen;
      –        der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      25      Die Kommission beantragt,
      
      –        die Klage abzuweisen;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen.
       Rechtliche Würdigung
      26      Die Klägerin stützt ihre Klage auf sechs Gründe. 
      
      27      Im Rahmen des ersten Klagegrundes stellt die Klägerin in Abrede, dass ihr für die Zeit vom 31. Dezember 1988 bis 20. Januar
         1989 die Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung allein aus dem Grund zugewiesen werden könne, dass sie am 20. Januar 1989
         den Namen Pegler erworben habe. Vor dem 20. Januar 1989 sei sie innerhalb des Tomkins-Konzerns nur eine „ruhende“ Tochtergesellschaft
         im Sinne des englischen Gesellschaftsrechts gewesen. Mit ihrem zweiten Klagegrund wendet sie sich gegen die Zuweisung der
         Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung für die Zeit vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993. In diesem Zeitraum sei sie
         ein weiterhin „ruhender“ Vertreter der FHT Holding Ltd (im Folgenden: FHT), eines anderen Unternehmens der Tomkins-Gruppe,
         gewesen und habe weder Vermögenswerte noch Arbeitnehmer gehabt. Mit dem dritten Klagegrund macht die Klägerin geltend, die
         Kommission habe es unterlassen, den Adressaten der angefochtenen Entscheidung eindeutig zu bezeichnen. Im Rahmen ihres vierten
         Klagegrundes bringt die Klägerin mehrere Argumente dafür vor, dass es grundsätzlich rechtswidrig sei, frühere Mutter- und
         Tochtergesellschaften gesamtschuldnerisch für einen Verstoß gegen Art. 81 EG haftbar zu machen. Mit ihrem fünften Klagegrund
         macht die Klägerin geltend, dass die Geldbuße nur gegen ihre frühere Muttergesellschaft hätte verhängt werden dürfen. Der
         sechste Klagegrund bezieht sich schließlich auf eine Verletzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung bei der Bemessung der
         Geldbuße. 
      
      28      Da dem dritten und dem fünften Klagegrund praktisch die gleiche Argumentation zugrunde liegt und sie sich daher weitgehend
         überschneiden, sind sie gemeinsam zu prüfen. Außerdem ist der vierte Klagegrund nach dem dritten und dem fünften Klagegrund
         zu behandeln. 
      
       Zum ersten Klagegrund: offensichtlich fehlerhafte Würdigung des Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Zuweisung der Verantwortlichkeit
            für die Zuwiderhandlung für die Zeit vom 31. Dezember 1988 bis 20. Januar 1989 allein aus dem Grund, dass die Klägerin am
            20. Januar 1989 den Namen Pegler erworben habe 
       Vorbringen der Parteien
      29      Die Klägerin macht zunächst geltend, dass „die Geschichte des ‚Unternehmens Pegler‘“ während der Gesamtdauer der in der angefochtenen
         Entscheidung festgestellten Zuwiderhandlung in drei verschiedene Zeiträume zu unterteilen sei: die Zeit vor dem 20. Januar
         1989, die Zeit vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 und die Zeit nach dem 29. Oktober 1993. 
      
      30      Die Klägerin fasst den Sachverhalt im Einzelnen wie folgt zusammen: 
      
      –        Bis zum 20. Januar 1989 sei das „Unternehmen Pegler“ durch die zur Tomkins-Gruppe gehörende Einheit FHT betrieben worden,
         die es durch ihre Vertreterin, eine andere Rechtseinheit der Tomkins-Gruppe mit dem Namen Pegler Ltd, geführt habe. Am 20.
         Januar 1989 hätten die Klägerin, damals The Steel Nut & Joseph Hampton Ltd, und die Pegler Ltd (im Folgenden: Old Pegler)
         ihre Namen getauscht. Die Klägerin habe also von diesem Zeitpunkt an Pegler geheißen, während Old Pegler den früheren Namen
         der Klägerin getragen habe. Old Pegler, die nach dem 20. Januar 1989 – allerdings als „ruhende Gesellschaft“ im Sinne des
         englischen Gesellschaftsrechts – fortbestanden habe, sei schließlich am 29. Mai 2000 aufgelöst worden. 
      
      –        Auch in der Folge sei das „Unternehmen Pegler“ in der Zeit vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 von FHT betrieben worden,
         die es durch die Klägerin als nicht entlohnte Vertreterin geführt habe. 
      
      –        Am 29. Oktober 1993 sei das „Unternehmen Pegler“ auf die Klägerin übertragen worden, die von da an einen Teil der FHT‑Vermögenswerte
         und ‑Tätigkeiten im Zusammenhang mit Ferro-Metallhähnen und sanitären Ventilen und Schläuchen sowie die Haftung für das „Unternehmen
         Pegler“ übernommen habe. 
      
      31      Vor dem 20. Januar 1989 habe allenfalls Tomkins für die Zuwiderhandlung verantwortlich gewesen sein können, da diese 100 %
         des Kapitals von FHT gehalten und kontrolliert habe. 
      
      32      Die Kommission habe unberücksichtigt gelassen, dass, wenn zwei Gesellschaften ihre Namen tauschten und dabei die eine den
         Vertretungsvertrag der anderen übernehme, die natürliche oder juristische Person, die das betreffende Unternehmen zum Zeitpunkt
         der Zuwiderhandlung geleitet habe, nach „festgelegten Rechtsgrundsätzen“ für diese Handlung einstehen müsse, selbst wenn zum
         Zeitpunkt des Erlasses der Entscheidung, mit der die Zuwiderhandlung festgestellt werde, eine andere Person für den Betrieb
         des Unternehmens verantwortlich sei. 
      
      33      Zudem ist die Klägerin der Auffassung, sie sei vor dem 29. Oktober 1993 kein Unternehmen gewesen, da sie weder Vermögenswerte
         noch Personal besessen habe, so dass sie keines der wesentlichen Merkmale wirtschaftlicher Selbständigkeit aufgewiesen habe,
         die für ein Unternehmen im Sinne von Art. 81 EG erforderlich seien. 
      
      34      Die Kommission weist zunächst darauf hin, dass sie in der angefochtenen Entscheidung die Tätigkeit verschiedener zur Tomkins-Gruppe
         gehörender Unternehmen, vorliegend der Klägerin, Old Pegler, FHT und Tomkins, durchgehend als Tätigkeit einer einzigen wirtschaftlichen
         Einheit im Zeitraum der Zuwiderhandlung betrachtet habe. 
      
      35      Sie habe der Klägerin die Zuwiderhandlung für den Zeitraum vom 31. Dezember 1988 bis 20. Januar 1989 allein aus dem Grund
         angelastet, weil die Klägerin am 20. Januar 1989 den Namen Pegler erhalten habe. 
      
      36      Erstens habe die Klägerin zwischen dem 31. Dezember 1988, dem Beginn der Zuwiderhandlung, und dem 20. Januar 1989 in funktioneller
         Hinsicht zum „Unternehmen Pegler“ gehört. 
      
      37      Es habe insofern eine „personelle und funktionelle Kontinuität“ bestanden, da Herr W. vom 15. Juni 1980 bis 20. Januar 1989,
         dem Zeitpunkt seiner Ernennung zum Direktor der Klägerin, Direktor bei Old Pegler gewesen sei. 
      
      38      Außerdem könne die Klägerin kaum am 20. Januar 1989 den Namen Pegler übernommen haben, ohne in den 20 Tagen zuvor, d. h. vom
         31. Dezember 1988, dem Beginn der von der Kommission festgestellten Zuwiderhandlung, an, zumindest in gewissem Umfang Tätigkeiten
         in dem Unternehmen wahrgenommen zu haben. Es liege nahe, dass die Übernahme des Namens eine Anpassung und Vorbereitung des
         Unternehmens der Klägerin für die Übertragung der Firma „Pegler“ erfordert habe, was zu einem funktionellen Zusammenhang zwischen
         der Rechtspersönlichkeit der Klägerin und der Zuwiderhandlung geführt habe. 
      
      39      Des Weiteren habe die Klägerin selbst eingeräumt, dass die Entscheidung zur Übertragung des „Unternehmens Pegler“ auf der
         Ebene der Tomkins-Gruppe von den Mitgliedern des Leitungsgremiums getroffen worden sei, die auch dem Leitungsgremium der Klägerin
         angehört hätten. 
      
      40      Zweitens sei, selbst wenn die Klägerin vor dem 20. Januar 1989 nicht an der Zuwiderhandlung teilgenommen habe, unstreitig,
         dass sie die Rechtsnachfolge des Unternehmens angetreten habe, das sowohl in Bezug auf seine wichtigsten Vermögenswerte als
         auch die Unternehmensleitung und den Handelsnamen, unter dem die rechtswidrigen Tätigkeiten vorgenommen worden seien, unmittelbar
         an der Zuwiderhandlung beteiligt gewesen sei und das daher im Sinne der Rechtsprechung die rechtliche Verantwortung für die
         Zuwiderhandlung „geerbt“ habe. 
      
      41      Die Berücksichtigung des Zeitraums von 20 Tagen vor dem 20. Januar 1989 habe schließlich keine Auswirkungen auf die Bemessung
         der Geldbuße gehabt. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      42      Aus den Erwägungsgründen 682 und 683 in Verbindung mit den Erwägungsgründen 647 und 734 der angefochtenen Entscheidung geht
         hervor, dass die Klägerin für die Zuwiderhandlung verantwortlich gemacht wurde, weil sie in der Zeit vom 31. Dezember 1988
         bis 22. März 2001 unmittelbar daran beteiligt gewesen sei. 
      
      43      Hierzu ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Klägerin den Unterlagen zufolge, die sie im Verwaltungsverfahren sowie im Rahmen
         der vorliegenden Klage vorgelegt hat, in der Zeit vom 31. Dezember 1988 bis 20. Januar 1989 eine „ruhende“ Gesellschaft im
         Sinne des englischen Gesellschaftsrechts war. 
      
      44      Die Klägerin besaß nämlich vor dem 20. Januar 1989 erwiesenermaßen weder Vermögenswerte noch Personal. 
      
      45      Sie räumt zwar ein, dass sie den Namen angenommen habe, unter dem die in der angefochtenen Entscheidung beschriebenen rechtswidrigen
         Tätigkeiten auf dem Markt ausgeübt worden seien, und dass sie nach dem 20. Januar 1989 Agent von FHT geworden sei, ohne dafür
         eine Vergütung zu erhalten, sie hat aber vor diesem Zeitpunkt weder eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt noch – abgesehen
         von dem nach englischem Recht erforderlichen Company Director – Personal besessen. 
      
      46      Darüber hinaus war die Klägerin im fraglichen Zeitraum eine der fünf Tochtergesellschaften von FHT, selbst einer hundertprozentigen
         Tochter von Tomkins, die unter der Firma Pegler vor allem im Fittingsektor tätig war. Aus zu den Akten gereichten Anlagen,
         und zwar den bei den Behörden des Vereinigten Königreichs hinterlegten Jahresabschlüssen, deren Echtheit von der Kommission
         nicht bestritten worden ist, geht hervor, dass die Klägerin in diesem Zeitraum eine „ruhende“ Gesellschaft im Sinne des englischen
         Gesellschaftsrechts war, die keine wirtschaftliche Tätigkeit ausübte und keinen Umsatz machte. 
      
      47      In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Wettbewerbsrecht der Gemeinschaft die Tätigkeit von Unternehmen betrifft
         (Urteil des Gerichtshofs vom 7. Januar 2004, Aalborg Portland u. a./Kommission, C‑204/00 P, C‑205/00 P, C‑211/00 P, C‑213/00 P,
         C‑217/00 P und C‑219/00 P, Slg. 2004, I‑123, Randnr. 59) und dass der Unternehmensbegriff jede eine wirtschaftliche Tätigkeit
         ausübende Einrichtung unabhängig von ihrer Rechtsform und der Art ihrer Finanzierung umfasst (Urteile des Gerichtshofs vom
         28. Juni 2005, Dansk Rørindustri u. a./Kommission, C‑189/02 P, C‑202/02 P, C‑205/02 P bis C‑208/02 P und C‑213/02 P, Slg. 2005,
         I‑5425, Randnr. 112, vom 10. Januar 2006, Cassa di Risparmio di Firenze u. a., C‑222/04, Slg. 2006, I‑289, Randnr. 107, und
         vom 11. Juli 2006, FENIN/Kommission, C‑205/03 P, Slg. 2006, I‑6295, Randnr. 25).
      
      48      Ferner ist nach ständiger Rechtsprechung eine wirtschaftliche Tätigkeit jede Tätigkeit, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen
         auf einem bestimmten Markt anzubieten (vgl. Urteile des Gerichtshofs vom 12. September 2000, Pavlov u. a., C‑180/98 bis C‑184/98,
         Slg. 2000, I‑6451, Randnr. 75 und die dort angeführte Rechtsprechung, und vom 19. Februar 2002, Wouters u. a., C‑309/99, Slg. 2002,
         I‑1577, Randnr. 47).
      
      49      Da die Klägerin in der Zeit vom 31. Dezember 1988 bis 20. Januar 1989 keine Rechtsperson war, die eine wirtschaftliche Tätigkeit
         in dem Sinne ausübte, dass sie entgeltlich Güter oder Dienstleistungen auf einem Markt anbot, und daher keine mit der Ausübung
         dieser Tätigkeit verbundenen finanziellen Risiken eingegangen ist, war die Kommission daher nicht zu dem Schluss berechtigt,
         dass die Klägerin vor der Änderung ihres Namens unmittelbar an einer Zuwiderhandlung beteiligt war (vgl. die in der vorstehenden
         Randnummer angeführte Rechtsprechung).
      
      50      Dem steht nicht entgegen, dass die Klägerin in diesem Zeitraum zum Tomkins-Konzern gehörte.
      
      51      Gleiches gilt für die Tatsache, dass Herr W., vormals Direktor von Old Pegler, am 20. Januar 1989 zum Direktor der Klägerin
         ernannt worden ist, der im Übrigen am 26. Mai 1989 aus seinem Amt ausgeschieden ist. 
      
      52      Ferner ist das Vorbringen der Kommission, es gebe bestimmte Anzeichen dafür, dass Herr W. ungefähr in diesem Zeitraum persönlich
         an dem Kartell beteiligt gewesen sei, zurückzuweisen. Die Kommission stützt diese Behauptung auf die Erwägungsgründe 74 bis
         187 der angefochtenen Entscheidung. Im 74. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung wird jedoch lediglich erwähnt, dass
         Herr W. 1989 Managing Director von Pegler war, während es im 187. Erwägungsgrund der Entscheidung darum geht, dass ein Vertreter
         von Delta nach dem Treffen der British Plumbing Fittings Manufacturers Association (BPFMA, Vereinigung der Fittinghersteller
         des Vereinigten Königreichs) im Jahr 1989, das nach dem fraglichen Zeitraum stattfand, Kontakt mit Herrn W. aufnahm.
      
      53      Auch das oben erwähnte Vorbringen der Kommission, wonach die Klägerin in den 20 Tagen vor der Namensänderung zumindest „in
         gewissem Umfang“ tätig geworden sei, kann keinen Erfolg haben. Zwar ist eine Änderung der Firma mit rechtlichen und vertraglichen
         Formalitäten verbunden. Die Durchführung dieser Formalitäten setzt jedoch nicht voraus, dass eine wirtschaftliche Tätigkeit
         ausgeübt, und erst recht nicht, dass eine wettbewerbswidrige Tätigkeit betrieben wird. 
      
      54      Schließlich kann dem hilfsweisen Vorbringen der Kommission, die Klägerin sei jedenfalls wirtschaftlicher Nachfolger des „Unternehmens
         Pegler“ gewesen, nicht gefolgt werden. 
      
      55      Wenn Tätigkeiten, die eine Zuwiderhandlung darstellen, auf eine andere juristische Person desselben Konzerns übertragen wurden,
         kann zwar nach ständiger Rechtsprechung der Nachfolger auch dann für diese Zuwiderhandlung haftbar gemacht werden, wenn die
         erste Rechtseinheit rechtlich noch fortbesteht (Urteil des Gerichtshofs vom 11. Dezember 2007, ETI u. a., C‑280/06, Slg. 2007,
         I‑10893, Randnr. 48; Urteil des Gerichts vom 27. September 2006, Jungbunzlauer/Kommission, T‑43/02, Slg. 2006, II‑3435, Randnr. 132;
         vgl. in diesem Sinne auch Urteil Aalborg Portland u. a./Kommission, oben in Randnr. 47 angeführt, Randnr. 358).
      
      56      Die Kommission hat aber weder in der Mitteilung der Beschwerdepunkte noch in der angefochtenen Entscheidung ausgeführt, dass
         sie die Klägerin für verantwortlich für die Zuwiderhandlung gehalten habe, weil diese die wirtschaftliche Tätigkeit ihres
         zeitweiligen Mutterunternehmens FHT oder ihrer Schwestergesellschaft Old Pegler übernommen habe.
      
      57      Vielmehr bezeichnete die Kommission im 718. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung die Klägerin als unmittelbar Beteiligte,
         die seit dem 31. Dezember 1988 wettbewerbswidrige Kontakte zu ihren Konkurrenten unterhalten habe. 
      
      58      Im Übrigen hat die Klägerin im Verwaltungsverfahren auf die Fragen der Kommission Auskünfte zum Tomkins-Konzern und zu ihrer
         internen Umstrukturierung zum fraglichen Zeitpunkt erteilt. In ihrer Antwort vom 25. November 2005 auf die Mitteilung der
         Beschwerdepunkte hat sie auch darauf hingewiesen, dass sie vor 1993 eine „ruhende“ Gesellschaft im Sinne des englischen Gesellschaftsrechts
         gewesen sei, und dies in der mündlichen Verhandlung am 27. Februar 2006 bestätigt. Diese Aussage wurde schließlich durch tragfähige
         Beweise, wie die Abschlüsse der Klägerin und die Abschlüsse von FHT, die bei der zuständigen Behörde hinterlegt worden sind,
         gestützt, aus denen hervorgeht, dass die Klägerin, die keine wirtschaftliche Tätigkeit ausübe, in den fraglichen Haushaltsjahren
         eine „ruhende“ Gesellschaft war. 
      
      59      In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich die Kommission hierzu in der angefochtenen Entscheidung nicht geäußert
         hat. Wie sie in der mündlichen Verhandlung eingeräumt hat, ist sie davon ausgegangen, dass die Klägerin von Anfang an unmittelbar
         an dem Kartell beteiligt gewesen sei. 
      
      60      Nach alledem ist festzustellen, dass der erste Klagegrund begründet ist. 
      
       Zum zweiten Klagegrund: offensichtlich fehlerhafte Würdigung des Sachverhalts und Rechtsfehler bei Zuweisung der Verantwortlichkeit
            für die Zuwiderhandlung für die Zeit vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 
       Vorbringen der Parteien
      61      Die Klägerin macht geltend, da sie zwischen dem 20. Januar 1989 und 29. Oktober 1993 nicht die wesentlichen Merkmale eines
         Unternehmens aufgewiesen habe, könne sie nicht für die von ihrer Muttergesellschaft in diesem Zeitraum in ihrem Namen begangenen
         Zuwiderhandlungen in Anspruch genommen werden. Nach den Vorschriften des Wettbewerbsrechts müsse das in diesem Zeitraum verantwortliche
         Unternehmen FHT und/oder Tomkins sein. 
      
      62      Sie sei ab dem 20. Januar 1989 an dem „Unternehmen Pegler“ „beteiligt“ gewesen, allerdings nur insoweit, als sie, ohne Vermögenswerte
         oder Arbeitnehmer zu besitzen, ihren derzeitigen Namen erhalten habe und ein verdeckter und nicht entlohnter Auftragnehmer
         von FHT geworden sei.
      
      63      Unter Berufung auf die Urteile des Gerichtshofs vom 16. Dezember 1975, Suiker Unie u. a./Kommission (40/73 bis 48/73, 50/73,
         54/73 bis 56/73, 111/73, 113/73 und 114/73, Slg. 1975, 1663, Randnrn. 475 bis 483), und vom 24. Oktober 1995, Volkswagen und
         VAG Leasing (C‑266/93, Slg. 1995, I‑3477, Randnr. 19), sowie die Leitlinien für vertikale Beschränkungen (ABl. 2000, C 291,
         S. 1) führt die Klägerin aus, die Kommission habe entweder das Wesen des Vertretungsverhältnisses, in dem sie zu FHT gestanden
         habe, nicht verstanden oder rechtsfehlerhaft das Problem umgangen, ohne die ihr vorgelegten Beweise gebührend zu berücksichtigen.
         
      
      64      Obwohl die Klägerin keine Kopie eines Vertretungsvertrags habe beibringen können, hätte die Kommission den Unterlagen, die
         sie habe beibringen können – wie z. B. dem Protokoll des Verwaltungsrats von Old Pegler, in dem das Ende ihres Mandats von
         FHT am 20. Januar 1989 bestätigt werde, den Jahresabschlüssen von FHT, aus denen hervorgehe, dass FHT die gesamten Vermögenswerte
         gehalten habe und bis zum 29. Oktober 1993 für sämtliche Verbindlichkeiten des „Unternehmens Pegler“ verantwortlich gewesen
         sei, sowie den Jahresabschlüssen der Klägerin, wonach sie die Aktiva und Passiva des „Unternehmens Pegler“ erst am 29. Oktober
         1993 übernommen und vor diesem Zeitpunkt zu keiner Zeit nennenswerte Aktiva oder Passiva besessen oder nennenswerte Umsätze
         getätigt habe, und schließlich dem Rechtsakt vom 16. Februar 1995, aus dem zweifelsfrei hervorgehe, dass die Übertragung des
         „Unternehmens Pegler“ durch FHT auf die Klägerin am 29. Oktober 1993 wirksam geworden sei –, mehr Bedeutung beimessen müssen.
         
      
      65      Dasselbe gelte schließlich auch für die Tätigkeit von Old Pegler als Vertreterin von FHT in der Zeit vor dem 20. Januar 1989,
         so dass unerheblich sei, dass Old Pegler, die am 29. Mai 2000 von Tomkins aufgelöst worden sei, zum Zeitpunkt der Annahme
         der angefochtenen Entscheidung nicht mehr bestanden habe.
      
      66      Die Kommission beantragt, diesen Klagegrund zurückzuweisen. 
      
      67      Das Vorbringen der Klägerin, sie sei eine „ruhende Gesellschaft“ gewesen und habe sich gleichzeitig „als Agent ihres Schwesterunternehmens
         betätigt“, halte einer vertieften Prüfung nicht stand. Trotz entsprechender Nachfrage habe die Klägerin keine einschlägigen
         Unterlagen vorgelegt, die den Abschluss irgendeines Vertretungsvertrags bestätigt hätten.
      
      68      Die von der Klägerin beigebrachten Unterlagen nähmen ganz allgemein auf ein Vertretungsverhältnis Bezug, ohne die Art der
         Absprachen zu präzisieren, und belegten nicht, dass die Klägerin vor dem 29. Oktober 1993 nicht an der Zuwiderhandlung beteiligt
         gewesen sei. 
      
      69      Auch wenn die Klägerin das Bestehen eines Vertretungsvertrags hätte beweisen können, hätte dies die Kommission nicht daran
         gehindert, die angefochtene Entscheidung an sie zu richten. 
      
      70      Die Kommission verweist ferner auf die förmliche Antwort von Tomkins auf ihr Auskunftsverlangen gemäß Art. 18 der Verordnung
         Nr. 1/2003. Dieser Antwort, die dem Vorbringen der Klägerin widerspreche, sei zu entnehmen, dass „Pegler Ltd zwischen 1987
         und dem 31. Januar 2004 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Tomkins (vormals FH Tomkins plc) gewesen“ und „als
         selbständiges Unternehmen geführt worden sei, das eigene Entscheidungen über die technischen Fragen sowie die Fragen zur Produktion
         und zum Verkauf oder zur Vermarktung treffe“. 
      
      71      Zudem weist die Kommission unter Hinweis auf die Erwägungsgründe 135, 145 und 187 der angefochtenen Entscheidung darauf hin,
         dass sich die anderen Mitglieder des Kartells in kollusivem Zusammenwirken mit der Klägerin gesehen hätten und dass keine
         (rein interne) neue Aufgabenverteilung zwischen der Klägerin, Old Pegler, FHT und den übrigen Unternehmen der Tomkins-Gruppe
         berücksichtigt worden sei.
      
      72      Schließlich sei auch offensichtlich, dass die Klägerin für den Zeitraum vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 für die Zuwiderhandlung
         verantwortlich sei, da sie, wie schon im Rahmen des ersten Klagegrundes erläutert, wirtschaftlicher Nachfolger des „Unternehmens
         Pegler“ sei. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      73      Für die Zeit vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 ist festzustellen, dass aus den Anlagen zur Klageschrift, z. B. den
         Jahresabschlüssen von FHT und der Klägerin, die mit dem Bestätigungsvermerk eines externen Rechnungsprüfers versehen und bei
         den Behörden des Vereinigten Königreichs hinterlegt worden sind, hervorgeht, dass die Klägerin in den Geschäftsjahren dieses
         gesamten Zeitraums weder Gewinn noch Verlust erzielt hat. In den detaillierten Jahresabschlüssen von FHT heißt es durchgehend,
         die Klägerin übe keine wirtschaftliche Tätigkeit aus. Auch den Jahresabschlüssen der Klägerin ist zu entnehmen, dass sie in
         dem fraglichen Zeitraum keinen Buchungsvorgang getätigt hat.
      
      74      Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass nach englischem Gesellschaftsrecht eine Gesellschaft als „ruhend“ bezeichnet wird, wenn
         sie während eines Geschäftsjahrs aus rechtlicher Sicht keinen nennenswerten Buchungsvorgang getätigt hat. Das Fehlen von Aufzeichnungen
         in den Geschäftsbüchern der Gesellschaft kommt dem Fehlen nennenswerter Buchungsvorgänge gleich. Als einziger Buchungsvorgang,
         der nicht zum Verlust der Rechtsstellung als „ruhende“ Gesellschaft führt, ist die Verbuchung der mit der Eintragung der Gesellschaft
         und der Hinterlegung der jährlichen Unterlagen bei der zuständigen Behörde, dem Companies House (englisches Gesellschaftsregister),
         verbundenen Kosten zulässig. Auch die Aufnahme einer Geschäftstätigkeit hätte den Verlust dieser Rechtsstellung zur Folge
         gehabt. Da sämtliche Bedingungen des englischen Gesellschaftsrechts erfüllt waren, war die Klägerin unbestreitbar eine „ruhende“
         Gesellschaft und somit nicht auf dem Markt tätig.
      
      75      Im Übrigen besteht, wie die Klägerin in der mündlichen Verhandlung selbst eingeräumt hat, kein Zweifel daran, dass die Tätigkeiten
         im Zeitraum vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 unter dem Namen Pegler ausgeübt worden sind. Hierzu ist festzustellen,
         dass aus den oben in Randnr. 73 erwähnten Unterlagen hervorgeht, dass FHT und/oder Tomkins die Erzeugnisse aus dem Fittingbereich
         sowohl vor als auch nach der Namensänderung der Klägerin über die Arbeitnehmer von FHT unter der Firma Pegler vertrieben haben.
         Aufgrund dieser Feststellung kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um Tätigkeiten der Klägerin gehandelt hat.
      
      76      Was die Protokolle der Vorstandssitzungen (Executive Meetings) anbelangt, mit denen die Kommission den Einwand der Klägerin
         entkräften will, sie habe keine Geschäftstätigkeit ausgeübt, deuten diese zunächst auf eine Geschäftstätigkeit der Klägerin
         hin. 
      
      77      Jedoch ist hierfür, entgegen dem Vorbringen der Kommission, der Umstand, dass Protokolle den Briefkopf Tomkins plc und Pegler
         Ltd tragen, als solcher unerheblich. Er besagt lediglich, dass unter der Firma Pegler wirtschaftliche Tätigkeiten vorgenommen
         worden sind, bedeutet aber nicht, dass die Klägerin sich an diesen Tätigkeiten unmittelbar beteiligt hat. 
      
      78      Ebenso wenig ergibt sich daraus, dass die Vorstandsmitglieder der Klägerin, darunter auch Vorstandsmitglieder von FHT, an
         den oben erwähnten Sitzungen teilgenommen und an bestimmten begleitenden Aufgaben in Verbindung mit den Tätigkeiten anderer
         Gesellschaften innerhalb des Tomkins-Konzerns mitgewirkt haben, dass die Klägerin im fraglichen Zeitraum unmittelbar an dem
         Kartell beteiligt war, zumal diese Vorstandsmitglieder keine Arbeitnehmer der Klägerin waren. 
      
      79      Aus dem Inhalt dieser Protokolle kann schließlich auch nicht geschlossen werden, dass die Klägerin tatsächlich diejenige war,
         die die Maßnahmen im Zusammenhang mit den Fittings angeführt hat. Zudem war keines der von der Kommission angeführten Protokolle
         unterschrieben. Jedenfalls sollte diesen Protokollen im Hinblick auf das Fehlen einer Tätigkeit der Klägerin eine geringere
         Bedeutung beigemessen werden als den Abschlüssen von FHT und der Klägerin, die von einem Rechnungsprüfer bestätigt und gemäß
         englischem Recht bei den zuständigen Behörden hinterlegt worden sind. 
      
      80      Zur Behauptung der Kommission unter Hinweis auf die Erwägungsgründe 135 und 145 der angefochtenen Entscheidung, die anderen
         Mitglieder des Kartells seien davon ausgegangen, dass sie mit der Klägerin kollusiv zusammenwirkten, ist festzustellen, dass
         im 135. Erwägungsgrund eine Erklärung von Delta wiedergegeben wird, in der diese die Funktionsweise des Kartells beschrieben
         hat, und dass sich der 145. Erwägungsgrund auf eine Erklärung von IMI bezieht, nach der Pegler an dem gesamteuropäischen Kartell
         beteiligt gewesen sei. Entgegen dem Vorbringen der Kommission ging es in diesen Erwägungsgründen also nicht speziell um die
         Klägerin. Auch wenn im Übrigen kein Zweifel daran besteht, dass FHT die Tätigkeiten unter der Firma Pegler ausgeübt hat, weisen
         die genannten Erwägungsgründe keineswegs darauf hin, dass die Autoren dieser Erklärungen Kenntnis von der internen Organisation
         der Tomkins-Gruppe hatten. 
      
      81      In Bezug auf den 187. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung, nach dem ein Vertreter von Delta im Anschluss an die
         Sitzung der BPFMA mit Herrn W. Kontakt aufgenommen habe, ist festzustellen, dass der Klägerin die Verantwortlichkeit nicht
         allein deshalb zugewiesen werden kann, weil Herr W. den Vorschlag des Vertreters von Delta angenommen hat, der aggressiven
         Strategie von Pegler ein Ende zu setzen. Es ist keineswegs erwiesen, dass Herr W. als Vertreter der Klägerin gehandelt hat,
         da er, wie von der Kommission unbestritten, während des fraglichen Zeitraums von der Klägerin nicht vergütet wurde. 
      
      82      Auch wenn die Klägerin nicht in der Lage war, eine Kopie des Vertretungsvertrags beizubringen, ergibt sich aus den oben in
         Randnr. 64 erwähnten Unterlagen, dass sie bis zum 29. Oktober 1993, dem Tag, an dem sie die Aktiva und Passiva einschließlich
         der Arbeitnehmer des „Unternehmens Pegler“ bezüglich der mit den Fittings verbundenen Tätigkeiten übernommen hatte, im Auftrag
         von FHT handelte. Den oben in Randnr. 73 erwähnten Beweisen lässt sich entnehmen, dass die Klägerin für ihren Auftrag keine
         Vergütung erhielt. 
      
      83      Jedenfalls unterscheidet sich das Konzept der „dormant companies acting as agents“ (ruhende Gesellschaften, die im Auftrag
         tätig sind) im Sinne von § 51 des Anhangs 4 („Form und Inhalt des Jahresabschlusses“) und § 58 A des Anhangs 8 („Form und
         Inhalt des Jahresabschlusses kleiner Gesellschaften“) des englischen Gesetzes über die Gesellschaften von 1985 von den Begriffen
         des „Auftraggebers“ oder „Handelsvertreters“ im Sinne des Wettbewerbsrechts der Gemeinschaft. 
      
      84      Die Beziehung zwischen der Klägerin und ihrer Muttergesellschaft, d. h. der Konzernobergesellschaft, unterscheidet sich von
         derjenigen zwischen einem Auftraggeber und einem Handelsvertreter im Sinne des Wettbewerbsrechts der Gemeinschaft. Die wettbewerbsrechtliche
         Einstufung als Handelsvertreter setzt eine wirtschaftliche Tätigkeit voraus, wie sie bei der Klägerin nicht vorliegt. Die
         sowohl von der Klägerin als auch von der Kommission herangezogene Rechtsprechung zu den Beziehungen zwischen einem Auftraggeber
         und seinem Mittler ist folglich, da es im vorliegenden Fall um eine Beziehung innerhalb eines Konzerns geht, nicht einschlägig.
      
      85      Die Kommission hat die Klägerin in der angefochtenen Entscheidung als unmittelbar beteiligt eingestuft. Aus dem 718. Erwägungsgrund
         der Entscheidung ergibt sich auch, dass es nach Auffassung der Kommission keinen Hinweis darauf gab, dass die Klägerin im
         fraglichen Zeitraum bei den wettbewerbswidrigen Verträgen im Namen eines anderen Unternehmens gehandelt hat.
      
      86      Diesem Erwägungsgrund ist ebenfalls zu entnehmen, dass die Kommission die internen Beziehungen und die Funktionsweise innerhalb
         der Tomkins-Gruppe nicht richtig gedeutet und daher eine juristische Person für einen Verstoß gegen Art. 81 EG zur Verantwortung
         gezogen hat, die keine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt und somit nicht in das Kartell selbst verwickelt war.
      
      87      Die Kommission ist daher für den Zeitraum vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993 zu Unrecht davon ausgegangen, dass die
         Klägerin für von anderen Unternehmen innerhalb der Tomkins-Gruppe begangene Zuwiderhandlungen verantwortlich gewesen sei.
      
      88      Ebenso genügt zum Vorbringen der Kommission, die Klägerin habe die Verantwortung für die Zuwiderhandlung vor dem 29. Oktober
         1993 als wirtschaftlicher Nachfolger übernommen, der Hinweis auf die Randnrn. 54 bis 59. 
      
      89      Nach alledem ist der zweite Klagegrund begründet.
      
       Zum dritten und zum fünften Klagegrund: mangelnde Klarheit und Fehler bei der Bezeichnung der Adressaten der angefochtenen
            Entscheidung
       Vorbringen der Parteien
      90      Mit dem dritten Klagegrund wirft die Klägerin der Kommission vor, die Adressaten der angefochtenen Entscheidung nicht eindeutig
         bezeichnet zu haben. 
      
      91      Indem die Kommission Tomkins und die Klägerin gleichzeitig zur Zahlung der gesamten Geldbuße von 5,25 Millionen Euro verurteilt
         habe, obwohl es sich um zwei verschiedene juristische Personen handele, die nicht mehr demselben Unternehmen angehörten, habe
         sie den Umfang der den Unternehmen jeweils auferlegten Verantwortlichkeit nicht eindeutig bestimmt. Die Unternehmen könnten
         nicht beide für die gesamte Geldbuße von 5,25 Millionen Euro verantwortlich sein und verurteilt werden, denn sonst „erhielte
         die Kommission das Doppelte des ihr zustehenden Betrags“. Die Kommission habe in der angefochtenen Entscheidung das Unternehmen,
         dem die Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung zuzuweisen sei, nicht eindeutig genannt. 
      
      92      Werde der Klägerin die Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung aus dem Grund zugewiesen, dass sie eine Tochtergesellschaft
         von Tomkins sei, entspreche dies zudem nicht der in der angefochtenen Entscheidung enthaltenen Beurteilung, wonach Tomkins
         das Unternehmen sei, dem die Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung zuzuweisen sei, da es über den gesamten Zeitraum der
         Zuwiderhandlung hinweg 100 % des Kapitals des „Unternehmens Pegler“ gehalten und kontrolliert habe. Ferner hält es die Klägerin
         für falsch, ihr die Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung für den Zeitraum zuzuweisen, in dem eine andere Tochtergesellschaft
         mit der Unternehmensleitung beauftragt gewesen sei, für den eine Zuwiderhandlung festgestellt worden sei (Zeitraum vom 30.
         Dezember 1988 bis 20. Januar 1989) oder in dem sie eine ruhende Gesellschaft im Sinne des englischen Rechts gewesen sei, die
         weder Personal noch Aktiva besessen habe (Zeitraum vom 20. Januar 1989 bis 29. Oktober 1993). 
      
      93      Im Rahmen des fünften Klagegrundes macht die Klägerin geltend, Tomkins hätte für die Zuwiderhandlung allein haftbar gemacht
         werden müssen. Sie stützt dieses Vorbringen auf die Urteile des Gerichts vom 17. Dezember 1991, Enichem Anic/Kommission (T‑6/89,
         Slg. 1991, II‑1623), und vom 28. Februar 2002, Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission (T‑354/94, Slg. 2002, II‑843). Aus diesen
         Urteilen gehe hervor, dass die juristische Person, die für die Zuwiderhandlung zur Rechenschaft gezogen werde, grundsätzlich
         die Konzernobergesellschaft sei. Gemäß der Rechtsprechung könne die Kommission einer Person außerhalb des betreffenden Unternehmens
         die Verantwortlichkeit für eine Zuwiderhandlung außerdem nur bei Vorliegen außergewöhnlicher Umstände anlasten (Urteil Enichem
         Anic/Kommission, Randnr. 237). 
      
      94      Die Klägerin trägt vor, im vorliegenden Fall sei Tomkins das in die Zuwiderhandlung verwickelte Unternehmen gewesen. Während
         des Zeitraums der Zuwiderhandlung sei das „Unternehmen Pegler“ von verschiedenen Einheiten des Tomkins-Konzerns gehalten worden.
         Tomkins als Konzernobergesellschaft habe die genaue juristische Person bestimmt, unter deren Kontrolle ein Unternehmen in
         diesem Zeitraum gestanden habe. Außerdem sei sie, die Klägerin, erst ab dem Zeitpunkt, zu dem sie nicht mehr zum Tomkins-Konzern
         gehört habe, d. h. nach der Zuwiderhandlung, als ein eigenes Unternehmen zu betrachten, das für Zuwiderhandlungen gegen die
         Wettbewerbsvorschriften persönlich verantwortlich sei. 
      
      95      Die Kommission beantragt, diese beiden Klagegründe zurückzuweisen. 
      
       Würdigung durch das Gericht 
      96      Zum Klagegrund der mangelnden Klarheit bei der Bezeichnung der Adressaten der angefochtenen Entscheidung ist festzustellen,
         dass die Adressaten, darunter die Klägerin, in Art. 4 der Entscheidung eindeutig genannt werden. 
      
      97      Es ist ferner festzustellen, dass die Kommission im 682. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung die Klägerin als juristische
         Person, die unmittelbar an der Zuwiderhandlung beteiligt gewesen sei, bezeichnet und sie aus diesem Grund als haftbar für
         die Zuwiderhandlung erachtet hat, während Tomkins für das rechtswidrige Verhalten der Klägerin nur als deren Muttergesellschaft
         als haftbar erachtet wurde (683. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung).
      
      98      Daher ist der Klagegrund, mit dem ein angeblicher Mangel an Klarheit bei der Bezeichnung der Adressaten der angefochtenen
         Entscheidung gerügt wird, zurückzuweisen. 
      
      99      Ebenso kann die Klägerin im Rahmen des Klagegrundes, der auf einen Fehler bei der Bezeichnung der Adressaten der angefochtenen
         Entscheidung gestützt wird, auch mit dem Argument keinen Erfolg haben, dass sie aus dem Grund nicht als haftbar für die Zuwiderhandlung
         erachtet werden könne, dass sie dem Tomkins-Konzern nicht mehr angehöre oder dass nur Tomkins als Konzernobergesellschaft
         und als Leiter des Unternehmens, das die Zuwiderhandlung begangen habe, als haftbar erachtet werden müsse. 
      
      100    Der Umstand, dass das „Unternehmen“, das die rechtswidrigen Tätigkeiten ausgeübt hat, nach Ende der Zuwiderhandlung in die
         juristischen Personen, aus denen es sich zusammengesetzt hat, gespalten wurde, hat keine Auswirkungen auf deren gesamtschuldnerische
         Haftung für die Zuwiderhandlung. 
      
      101    Nach ständiger Rechtsprechung kann eine gesamtschuldnerische Verantwortlichkeit einem Unternehmen auch dann zugerechnet werden,
         wenn die juristischen Personen, die zu dem Unternehmen gehörten, als die Zuwiderhandlung begangen worden ist, nicht mehr demselben
         Konzern angehören (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 16. November 2000, KNP BT/Kommission, C‑248/98 P, Slg. 2000,
         I‑9641, Randnr. 71).
      
      102    Entgegen dem Vorbringen der Klägerin hatte daher die Trennung – nach Ende der Zuwiderhandlung gemäß Art. 81 EG, aber vor Erlass
         der angefochtenen Entscheidung – der beiden juristischen Personen Pegler und Tomkins, die zu dem Unternehmen gehörten, das
         die Zuwiderhandlung begangen hat, nicht zur Folge, dass ihre Verantwortung ausgeschlossen wurde.
      
      103    Darüber hinaus kann die Kommission nach ständiger Rechtsprechung die Verantwortlichkeit für das rechtswidrige Verhalten der
         Muttergesellschaft, der Tochtergesellschaft oder gesamtschuldnerisch der Mutter- und der Tochtergesellschaft auferlegen (vgl.
         in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 14. Dezember 2006, Raiffeisen Zentralbank Österreich u. a./Kommission, T‑259/02 bis
         T‑264/02 und T‑271/02, Slg. 2006, II‑5169, Randnr. 331 und die dort angeführte Rechtsprechung). Dies wird von der Klägerin
         im Übrigen auch nicht bestritten.
      
      104    Die Klägerin kann daher nicht unter Berufung auf das Urteil Stora Kopparbergs Bergslags/Kommission, oben in Randnr. 93 angeführt,
         mit Erfolg geltend machen, dass Tomkins die einzige juristische Person gewesen sei, die als haftbar für die Zuwiderhandlung
         habe erachtet werden können, weil das Unternehmen, das die Zuwiderhandlung begangen habe, unter der Leitung von Tomkins gestanden
         habe.
      
      105    Daher entbehrt das Vorbringen, die Kommission habe bei der Ausübung ihres Ermessens einen offensichtlichen Fehler bei der
         Beurteilung des Sachverhalts und einen Rechtsfehler begangen, indem sie die Verantwortlichkeit für das von der angefochtenen
         Entscheidung erfasste rechtswidrige Verhalten der Klägerin zugewiesen habe, da die Klägerin keine juristische Person mehr
         sei, die zu dem für die Zuwiderhandlung verantwortlichen Unternehmen gehöre, einer rechtlichen Grundlage.
      
      106    Zum Vorbringen der Klägerin schließlich, die Klägerin und Tomkins hätten nicht alle beide für die Zuwiderhandlung in Anspruch
         genommen werden dürfen, da die Kommission in diesem Fall „das Doppelte des geschuldeten Betrags“ erhalte, genügt die Feststellung,
         dass es auf dem fehlerhaften Verständnis der gesamtschuldnerischen Haftung zweier Unternehmen beruht, die besagt, dass die
         Zahlung der gesamten Geldbuße durch eines der Unternehmen die Verpflichtung des anderen Unternehmens zur Zahlung der Geldbuße
         zum Erlöschen bringt.
      
      107    Nach alledem sind der dritte und der fünfte Klagegrund als unbegründet zurückzuweisen.
      
       Zum vierten Klagegrund: tatsächliche oder potenzielle Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes bei Anwendung von Art. 23
            der Verordnung Nr. 1/2003, der Leitlinien von 1998 und der Mitteilung über Zusammenarbeit von 1996
       Vorbringen der Parteien
      108    Die Klägerin macht geltend, sie habe durch den Ansatz der Kommission in der angefochtenen Entscheidung, wonach Tomkins und
         sie, obwohl es sich um zwei unterschiedliche Unternehmen handele, gesamtschuldnerisch zu einer Geldbuße verurteilt worden
         seien, die nach Maßgabe von Kriterien bemessen worden sei, die nur eines der beiden Unternehmen, nämlich Tomkins, beträfen,
         unter Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes Nachteile gegenüber der Tomkins-Gruppe erfahren.
      
      109    Um die Ungleichbehandlung durch den Ansatz der Kommission darzutun, bezieht sich die Klägerin auf Art. 23 der Verordnung Nr. 1/2003,
         im Hinblick auf die Dauer der Zuwiderhandlung, die Abschreckung und die erschwerenden oder mildernden Umstände auf die Leitlinien
         von 1998 und schließlich auf die Mitteilung über Zusammenarbeit von 1996. 
      
      110    Was Art. 23 Abs. 2 der Verordnung Nr. 1/2003 betreffe, erleide sie, auch wenn die Obergrenze der Geldbuße, die gegen sie und
         gegen Tomkins verhängt werden könne, bei der Bestimmung der vorliegend festgesetzten Geldbuße keinen „materiellen Faktor“
         dargestellt habe, durch den Ansatz der Kommission, sie und die Tomkins-Gruppe für die Bemessung der Geldbuße als ein einziges
         Unternehmen anzusehen, obwohl sie dem Konzern nicht mehr angehöre, „potenzielle Nachteile“. 
      
      111    Was Art. 23 Abs. 3 der Verordnung Nr. 1/2003 betreffe, sei dem Wortlaut dieser Vorschrift zufolge bei Bestimmung der Höhe
         der Geldbuße neben der Schwere der Zuwiderhandlung auch die Dauer der Zuwiderhandlung zu berücksichtigen. Wenn die Kommission
         beabsichtigte, eine gesamtschuldnerische Haftung juristischer Personen festzustellen, die nicht mehr zu demselben Unternehmen
         gehörten, hätte sie zwischen der ursprünglichen Beteiligung von FHT an der Zuwiderhandlung einerseits und der weniger schwerwiegenden
         Fortführung dieser Zuwiderhandlung durch die Klägerin andererseits unterscheiden müssen.
      
      112    Was die Berücksichtigung der Dauer der Zuwiderhandlung gemäß den Leitlinien von 1998 betreffe, könne die Klägerin vernünftigerweise
         nur in dem Zeitraum, der am 29. Oktober 1993 begonnen habe, als wirtschaftliche Einheit angesehen werden, die als Unternehmen
         unabhängig habe handeln können. Sie habe jedoch auch in dieser Zeit unter der tatsächlichen Kontrolle und dem bestimmenden
         Einfluss von Tomkins gestanden, so dass die Zuwiderhandlung Tomkins hätte zugerechnet werden müssen. Nach ständiger Rechtsprechung
         und der Entscheidungspraxis der Kommission müsse diese ihre Feststellung auf den Zeitraum beschränken, für den sie über Beweise
         für die Zuwiderhandlung verfüge. Daraus folge, dass eine gesamtschuldnerische Haftung den Zeitraum von ungefähr siebeneinhalb
         Jahren zwischen dem 29. Oktober 1993 und 22. März 2001 nicht überschreiten dürfe und es nicht gerechtfertigt sei, gegen die
         Klägerin gesamtschuldnerisch mit Tomkins dieselbe Geldbuße zu verhängen, obwohl die Dauer der möglichen Verantwortlichkeit
         beider Unternehmen für die Zuwiderhandlung „materiell unterschiedlich“ gewesen sei.
      
      113    In Bezug auf die Festsetzung der Geldbuße auf einen Betrag, der eine hinreichend abschreckende Wirkung entfaltet, hält es
         die Klägerin für schwierig, sich einen Fall vorzustellen, in dem der von der Kommission verfolgte Ansatz nicht gegen diesen
         Gesichtspunkt der Leitlinien von 1998 verstoße, da dies voraussetze, dass sich die ehemalige Tochtergesellschaft und die ehemalige
         Muttergesellschaft in einer „materiell gleichen“ Lage befänden. Im vorliegenden Fall sei der Abschreckungszuschlag der Geldbuße
         nach Maßgabe der Größe eines anderen Unternehmens, Tomkins, berechnet worden und stehe in keinem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen
         oder finanziellen Lage der Klägerin. Die Klägerin hält den von der Kommission in der Klageerwiderung vorgebrachten Argumenten
         entgegen, der 771. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung beziehe sich nur auf die Größe und Bedeutung von Tomkins,
         trage ihrer Lage in keiner Weise Rechnung und enthalte keine Rechtfertigung für den Abschreckungszuschlag aufgrund ihrer Stellung
         als ehemalige Tochtergesellschaft von Tomkins. 
      
      114    Eine andere Schwierigkeit im Zusammenhang mit dem von der Kommission verfolgten Ansatz bestehe darin, dass die bei Bemessung
         der Geldbuße zu berücksichtigenden erschwerenden oder mildernden Umstände bei zwei unabhängigen Unternehmen wie Tomkins und
         der Klägerin häufig sehr unterschiedlich seien. Die Umstände beschränkten sich nicht auf die Schwierigkeiten, die sich aus
         der Zuwiderhandlung selbst ergäben, sondern erfassten auch Gesichtspunkte, die sich mit der Zeit, auch nach dem Ende ihrer
         Beteiligung an der Tomkins-Gruppe, ändern könnten, u. a. die Zusammenarbeit mit der Kommission bei der Untersuchung, die Beendigung
         der Zuwiderhandlung oder verschiedene Verhaltensweisen, die sich als erschwerende Umstände erweisen könnten. 
      
      115    Es gebe hinsichtlich der auf die fraglichen Unternehmen anwendbaren erschwerenden und mildernden Umstände in der Tat „potenzielle
         Unterschiede“, die die Kommission nicht berücksichtigt habe. Selbst wenn dieser Gesichtspunkt vorliegend nicht als „materieller
         Faktor“ hinsichtlich der Höhe der Geldbuße angesehen werde, habe die Kommission im 601. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung
         festgestellt, dass die führenden Fittinghersteller, zu denen die Klägerin gehöre, über den gesamten Zeitraum der Zuwiderhandlung
         stetig, fortdauernd und aktiver als die anderen Teilnehmer an den Abmachungen mitgewirkt hätten. Da sie in den ersten Jahren
         des Bestehens des Konzerns eine „ruhende Gesellschaft“ im Sinne des englischen Gesellschaftsrechts gewesen sei, habe sich
         ihre Rolle de facto darauf beschränkt, die Weisungen, die sie erhalten habe, zu befolgen. Ein anderer „potenzieller Unterschied“ ergebe sich
         daraus, dass sämtliche finanziellen Vorteile, die aus dem Kartell gezogen worden seien, aufgrund der Art und Weise, wie die
         Tomkins-Gruppe den Gewinnüberschuss handhabe, Tomkins und nicht der Klägerin zugutegekommen seien. 
      
      116    Was schließlich die Anwendung der Mitteilung über Zusammenarbeit von 1996 betreffe, führe das Vorgehen der Kommission ebenfalls
         zu schwerwiegenden „potenziellen Unterschieden“, da diese Regelung eher die Lage der Unternehmen zum Zeitpunkt der Untersuchung
         als zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung betreffe. 
      
      117    Die Kommission beantragt, diesen Klagegrund zurückzuweisen. Die Klägerin habe eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes
         weder im Kontext der Anwendung von Art. 23 der Verordnung Nr. 1/2003 noch in dem der Anwendung der Leitlinien von 1998, noch
         in dem der Mitteilung über Zusammenarbeit von 1996 dargetan.
      
      118    Speziell zum Gesichtspunkt der Abschreckung macht die Kommission unter Hinweis auf die Erwägungsgründe 766 und 771 der angefochtenen
         Entscheidung geltend, sie habe bei der Berechnung des Abschreckungszuschlags zwei Gesichtspunkte berücksichtigt, nämlich die
         Größe der Tomkins-Gruppe und den juristischen und wirtschaftlichen Sachverstand und Ressourcen, anhand deren Großunternehmen
         besser erkennen könnten, inwieweit ihre Vorgehensweise einen Verstoß darstelle. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten
         eines Abschreckungszuschlags im Fall Tomkins sei vor allem der erste Gesichtspunkt gewesen, und zwar deren Umsatz von 4 635 Millionen
         Euro. Den Abschreckungszuschlag gegenüber der Klägerin habe sie dagegen auf deren juristischen und wirtschaftlichen Sachverstand
         und Ressourcen gestützt, so dass zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung Größe, Struktur, Umsatz und Organisation der Tomkins-Gruppe
         berücksichtigt worden seien. Der errechnete Koeffizient von 1,25 habe dem auf die Muttergesellschaft Tomkins angewandten Koeffizienten
         entsprochen, da das Kriterium des juristischen und wirtschaftlichen Sachverstands und der Ressourcen die Zeit vor dem Verkauf
         der Klägerin an einen anderen Konzern betreffe. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      119    Im Rahmen des vorliegenden Klagegrundes wendet sich die Klägerin gegen den Ansatz der Kommission bei der Bemessung der Geldbuße
         im Fall einer Unternehmensspaltung zwischen dem Ende der Zuwiderhandlung und dem Erlass der Entscheidung zur Verhängung der
         Geldbuße. 
      
      120    Was erstens die Obergrenze von 10 % gemäß Art. 23 Abs. 2 der Verordnung Nr. 1/2003 anbelangt, ist diese, wie die Klägerin
         selbst einräumt, im vorliegenden Fall nicht überschritten worden. Das Vorbringen der Klägerin hierzu greift daher nicht durch.
         Nur vorsorglich ist darauf hinzuweisen, dass der Klägerin, wäre die Höchstgrenze der gegen sie allein zulässigen Geldbuße
         erreicht worden, Anspruch auf individuelle Anwendung der fraglichen Obergrenze gehabt hätte (Urteil des Gerichts vom 15. Juni
         2005, Tokai Carbon u. a./Kommission, T‑71/03, T‑74/03, T‑87/03 und T‑91/03, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht,
         Randnr. 390). 
      
      121    Was zweitens das Vorbringen der Klägerin im Zusammenhang mit der Berücksichtigung der Dauer der Zuwiderhandlung bei der Bemessung
         der Geldbuße sowohl im Rahmen von Art. 23 Abs. 3 der Verordnung Nr. 1/2003 als auch im Rahmen der Leitlinien von 1998 anbelangt,
         trägt die Klägerin nichts Konkretes vor, das den Schluss auf eine Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes zuließe. Soweit
         sie geltend macht, dass eine gesamtschuldnerische und gemeinsame Haftung den Zeitraum von ungefähr siebeneinhalb Jahren zwischen
         dem 29. Oktober 1993 und dem 22. März 2001 nicht überschreiten könne und dass es daher durch nichts gerechtfertigt sei, ihr
         gesamtschuldnerisch und gemeinsam mit Tomkins dieselbe Geldbuße aufzuerlegen, obwohl die Dauer ihrer jeweiligen Beteiligung
         und damit die jeweils mögliche Verantwortlichkeit für die Zuwiderhandlung „materiell unterschiedlich“ seien, genügt der Hinweis
         auf die Prüfung des ersten und des zweiten Klagegrundes, in deren Rahmen festgestellt worden ist, dass die Klägerin für die
         Zeit vor dem 29. Oktober 1993 für die Zuwiderhandlung nicht verantwortlich gemacht werden kann.
      
      122    Was drittens die übrigen Rügen bezüglich der gesamtschuldnerischen Haftung der Klägerin mit Tomkins anbelangt, d. h. die Rügen
         im Zusammenhang mit der Beurteilung der erschwerenden oder mildernden Umstände und die Rüge bezüglich der Anwendung der Mitteilung
         über die Zusammenarbeit von 1996 in dem Fall, dass eine Mutter- und eine Tochtergesellschaft nicht mehr zu demselben Unternehmen
         im Sinne von Art. 81 EG gehören, werfen diese im vorliegenden Fall hypothetische Fragen auf, die völlig unerheblich sind.
         Es ist nämlich festzustellen, dass in Bezug auf die Klägerin und ihre Muttergesellschaft kein erschwerender oder mildernder
         Umstand berücksichtigt worden ist. Auch haben weder die Klägerin noch Tomkins bei der Kommission die Anwendung der Mitteilung
         über Zusammenarbeit von 1996 beantragt.
      
      123    Was schließlich das Vorbringen der Klägerin zur Festsetzung der Geldbuße auf einen Betrag anbelangt, der eine hinreichend
         abschreckende Wirkung entfaltet, ist es zunächst gemäß den Leitlinien von 1998 erforderlich, neben der Art der Zuwiderhandlung,
         ihren konkreten Auswirkungen auf den Markt sowie deren räumlichem Umfang zu berücksichtigen, inwieweit die Urheber der Verstöße
         tatsächlich wirtschaftlich in der Lage sind, Konkurrenten und Verbraucher wirtschaftlich in erheblichem Umfang zu schädigen,
         und die Geldbuße auf einen Betrag festzusetzen, der eine hinreichend abschreckende Wirkung entfaltet (Nr. l Abschnitt A Abs. 4
         der Leitlinien von 1998).
      
      124    Berücksichtigt werden kann auch, dass Großunternehmen in den meisten Fällen über juristischen und wirtschaftlichen Sachverstand
         und Ressourcen verfügen, anhand deren sie besser erkennen können, in welchem Maß ihre Vorgehensweise einen Verstoß darstellt
         und welche Folgen aus wettbewerbsrechtlicher Sicht zu gewärtigen sind (Nr. 1 Abschnitt A Abs. 5 der Leitlinien von 1998).
      
      125    Im Rahmen des ersten Gesichtspunkts müssen die finanziellen Mittel des Unternehmens an dem Tag bewertet werden, an dem die
         Geldbuße verhängt wurde. Was den zweiten Gesichtspunkt betrifft, muss sich der Umsatz, auf dessen Grundlage die Kommission
         die Größe der fraglichen Unternehmen bestimmt, auf ihre Situation zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung beziehen (vgl. in diesem
         Sinne Urteil des Gerichts vom 18. Juni 2008, Hoechst/Kommission, T‑410/03, Slg. 2008, II‑881, Randnrn. 379 und 382). Obwohl
         diese beiden Gesichtspunkte eng mit der Größe des Unternehmens zusammenhängen, handelt es sich um unterschiedliche Gründe
         für die Erhöhung des Ausgangsbetrags der Geldbuße. 
      
      126    Im vorliegenden Fall hat die Kommission zunächst im 766. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung auf ihre Möglichkeit
         hingewiesen, einen Multiplikator zur Anpassung des Ausgangsbetrags anzuwenden, um sicherzustellen, dass eine hinreichend abschreckende
         Wirkung (im Sinne von Nr. 1 Abschnitt A Abs. 4 der Leitlinien von 1998) erzielt wird, und um der Tatsache Rechnung zu tragen,
         dass Großunternehmen über juristischen und wirtschaftlichen Sachverstand und Ressourcen verfügen, anhand deren sie besser
         erkennen können, in welchem Maß ihre Vorgehensweise einen Verstoß darstellt (im Sinne von Nr. 1 Abschnitt A Abs. 5 der Leitlinien
         von 1998). Die Kommission hat auch darauf hingewiesen, dass sie diese beiden Gesichtspunkte berücksichtigen wolle.
      
      127    Speziell zu der wirtschaftlichen Einheit Tomkins-Pegler hat sich die Kommission bei der Festsetzung der Geldbuße, die gegen
         die Klägerin als Urheber der Zuwiderhandlung und gegen Tomkins als Muttergesellschaft, die für die Zuwiderhandlung ihrer Tochtergesellschaft
         für verantwortlich erachtet wird, zu verhängen war, auf den Marktanteil der Klägerin gestützt, da deren relative Bedeutung
         auf dem Fittingmarkt als Kriterium für die Bestimmung des ursprünglichen Ausgangsbetrags der fraglichen Unternehmen einschlägig
         war. Daher wurden die Klägerin und folglich ihre Muttergesellschaft der sechsten Kategorie zugeordnet, für die ein Ausgangsbetrag
         von 2 Millionen Euro festgesetzt wurde. Sodann hat die Kommission den ursprünglichen Ausgangsbetrag für die fragliche wirtschaftliche
         Einheit zur Abschreckung durch Anwendung eines Multiplikators von 1,25, der auf der Grundlage der Umsätze von Tomkins bestimmt
         wurde, erhöht. 
      
      128    In der Gegenerwiderung hat die Kommission erklärt, dass sie zur Rechtfertigung der Erhöhung des Ausgangsbetrags der Geldbuße
         im Fall Tomkins Nr. 1 Abschnitt A Abs. 4 der Leitlinien von 1998 und im Fall der Klägerin Nr. 1 Abschnitt A Abs. 5 der Leitlinien
         von 1998 angewandt habe. 
      
      129    Unbestreitbar kann die Kommission zwischen diesen beiden Gesichtspunkten denjenigen wählen, den sie für ihre Bewertung am
         wichtigsten hält. 
      
      130    Gleichwohl ist erstens dem 771. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung zu entnehmen, dass sich die Kommission nur auf
         die Umsätze gestützt hat, die Tomkins 2005, d. h. im Jahr vor Erlass der angefochtenen Entscheidung, erzielt hat, und der
         Auffassung war, dass dieser Umsatz eine Erhöhung des ursprünglichen Ausgangsbetrags der Geldbuße zu Abschreckungszwecken rechtfertige.
         
      
      131    Außerdem erwähnt die Kommission in der angefochtenen Entscheidung weder, dass sie das Kriterium des juristischen und wirtschaftlichen
         Sachverstands und der Ressourcen auf die Klägerin angewandt habe, noch nennt sie die Unternehmensgröße zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung,
         also das zur Rechtfertigung der Erhöhung gemäß Nr. 1 Abschnitt A Abs. 5 der Leitlinien von 1998 einschlägige Kriterium. Dies
         wäre im vorliegenden Fall auch nicht möglich gewesen, da die entsprechenden Kriterien gemäß Nr. 1 Abschnitt A Abs. 4 und Nr. 1
         Abschnitt A Abs. 5 der Leitlinien von 1998 zu zwei verschiedenen Zeitpunkten bewertet werden, nämlich dem Zeitpunkt der Verhängung
         der Geldbuße und dem Zeitpunkt der Zuwiderhandlung. 
      
      132    Zweitens widerspricht die Anwendung dieser beiden Kriterien auf zwei Unternehmen, die zu derselben wirtschaftlichen Einheit
         gehören und von denen das eine die Muttergesellschaft des anderen ist und allein aus diesem Grund haftbar gemacht wird, jedenfalls
         dem Begriff des Unternehmens im Sinne von Art. 81 EG. 
      
      133    Die Kommission darf zwar bei Berechnung des Ausgangsbetrags der Geldbuße die Umsätze des dem Erlass der Entscheidung, in der
         diese Zuwiderhandlung festgestellt wird, vorausgegangenen Jahres (bei Anwendung des ersten Kriteriums) oder die Umsätze zum
         Zeitpunkt der Zuwiderhandlung (bei Anwendung des zweiten Kriteriums) berücksichtigen. Sie kann jedoch nicht nur ein Kriterium
         heranziehen, das sie nur auf eines der beiden Unternehmen anwendet, die zuvor die wirtschaftliche Einheit gebildet haben,
         die die Zuwiderhandlung begangen hat. Sofern eine Muttergesellschaft und ihre Tochtergesellschaft zum Zeitpunkt des Erlasses
         der Entscheidung, mit der die Geldbuße für eine Zuwiderhandlung gegen sie festgesetzt worden ist, keine wirtschaftliche Einheit
         im Sinne von Art. 81 EG bilden, kann die Kommission sich bei Bestimmung des Abschreckungsfaktors, der für zwei Gesellschaften
         gilt, die zur Zeit des Sachverhalts ein einziges Unternehmen bildeten, das aber zwischenzeitlich gespalten worden ist, nicht
         auf die Umsätze der ehemaligen Muttergesellschaft in dem dem Erlass der angefochtenen Entscheidung vorausgegangenen Jahr stützen.
         Diese Umsätze spiegeln nämlich nicht die tatsächliche wirtschaftliche Möglichkeit dieses Unternehmens zum Zeitpunkt der Zuwiderhandlung
         wider, einen Schaden für andere Unternehmen zu verursachen. 
      
      134    Nach alledem ist der vorliegende Klagegrund teilweise begründet, und zwar hinsichtlich der Rüge betreffend den Abschreckungsfaktor.
      
       Zum sechsten Klagegrund: Berechnungsfehler und Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes bei Bemessung der Geldbuße
       Vorbringen der Parteien
      135    Die Klägerin macht hilfsweise geltend, erstens habe die Kommission bei der Bemessung der Geldbuße (ob mit Tomkins als Gesamtschuldner
         oder nicht) gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen, und zweitens sei der Kommission bei der Berechnung der gegen die
         Klägerin festgesetzten Geldbuße (ob mit Tomkins als Gesamtschuldner oder nicht) ein Fehler unterlaufen.
      
      136    Aus den bereits genannten Gründen sei gegenüber der Klägerin (allein) eine Geldbuße in Höhe von 1 Million Euro ohne Abschreckungsaufschlag
         und, um die Dauer ihrer Beteiligung an der Zuwiderhandlung widerzuspiegeln, eine Erhöhung um 70 %, d. h. eine Geldbuße von
         insgesamt 1,7 Millionen Euro, angemessen. 
      
      137    Außerdem weise die angefochtene Entscheidung einen Fehler bei der Berechnung der Geldbuße auf. Gemäß ihrem 777. Erwägungsgrund
         belaufe sich die Geldbuße nach den Erhöhungen zur Abschreckung und wegen der Dauer der Zuwiderhandlung auf 5,2 Millionen Euro,
         während die verhängte Geldbuße 5,25 Millionen Euro betrage. Für diese Erhöhung der Geldbuße um 50 000 Euro fehle eine Begründung.
      
      138    Die Kommission beantragt, diesen Klagegrund zurückzuweisen. 
      
       Würdigung durch das Gericht
      139    Zunächst ist zu dem angeblichen Fehler bei der Berechnung der Geldbuße festzustellen, dass die Kommission im 777. Erwägungsgrund
         der angefochtenen Entscheidung den Grundbetrag der Geldbuße gerundet hat. Aus dem 877. Erwägungsgrund und dem Tenor der Entscheidung
         geht klar hervor, dass sich die gegen Tomkins gesamtschuldnerisch mit der Klägerin verhängte Geldbuße auf 5,25 Millionen Euro
         beläuft. 
      
      140    Außerdem hat die Kommission im 765. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung eindeutig einen Ausgangsbetrag von 2 Millionen
         Euro angegeben und im 771. Erwägungsgrund der Entscheidung den zur Abschreckung angewandten Multiplikator auf 1,25 festgesetzt,
         so dass der Ausgangsbetrag 2,5 Millionen Euro beträgt. Im 775. Erwägungsgrund der angefochtenen Entscheidung schließlich hat
         die Kommission ausdrücklich die Beträge angegeben, die diesem Grundbetrag hinzugefügt werden, um die Dauer der Beteiligung
         der Klägerin an der Zuwiderhandlung mitzuberücksichtigen, d. h. eine Erhöhung um 5 % des Grundbetrags für die Jahre 1989 und
         1990 (125 000 Euro) und um 10 % für jedes der zehn verbleibenden Jahre bis 2000 (250 000 Euro). Daher kann die Klägerin ohne
         zusätzliche Erklärung und durch eine einfache Rechnung verstehen, aus welchen Gründen die Festsetzung der Geldbuße in der
         im 877. Erwägungsgrund und in Art. 2 Buchst. h der angefochtenen Entscheidung angegebenen Höhe gerechtfertigt ist.
      
      141    Zum Vorbringen, die gegen die Klägerin zu verhängende angemessene Geldbuße hätte sich auf 1,7 Millionen Euro belaufen müssen,
         ist auf die nachfolgenden Randnummern zu verweisen. Zudem gibt es keinen Grund, den Ausgangsbetrag von 2 Millionen Euro herabzusetzen.
         Dieser Betrag wurde wegen der Schwere der Zuwiderhandlung festgesetzt, und eine differenzierte Behandlung bei Bestimmung des
         Ausgangsbetrags der Geldbußen ist durch erhebliche Unterschiede zwischen den betroffenen Unternehmen gerechtfertigt. 
      
       Zur Festsetzung des Endbetrags der Geldbuße
      142    Wie sich aus den Randnrn. 46 bis 60, 73 bis 98 und 123 bis 134 des vorliegenden Urteils ergibt, ist die angefochtene Entscheidung
         insoweit abzuändern, als sie eine Erhöhung der Geldbuße zu Abschreckungszwecken mittels eines Koeffizienten von 1,25 und eine
         Erhöhung wegen der Dauer der Beteiligung an der Zuwiderhandlung um 110 % vorsieht.
      
      143    Im Übrigen erfordern die von der Kommission in der angefochtenen Entscheidung dargelegten Erwägungen sowie die vorliegend
         angewandte Methode zur Berechnung der Geldbußen keine weitere Änderung seitens des Gerichts.
      
      144    Der Endbetrag der Geldbuße berechnet sich daher wie folgt: Da die Dauer der Zuwiderhandlung durch die Klägerin sieben Jahre
         und fünf Monate (anstelle von zwölf Jahren und zwei Monaten, wie in der angefochtenen Entscheidung bestimmt) betrug, ist der
         Ausgangsbetrag (2 Millionen Euro) ohne Vornahme einer Erhöhung zu Abschreckungszwecken um 70 % (statt um 110 %) zu erhöhen,
         was zu einer Geldbuße von 3,4 Millionen Euro führt.
      
       Kosten
      145    Nach Art. 87 § 3 der Verfahrensordnung kann das Gericht, wenn jede Partei teils obsiegt, teils unterliegt, die Kosten teilen
         oder beschließen, dass jede Partei ihre eigenen Kosten trägt. Unter den vorliegenden Umständen ist zu beschließen, dass jede
         Partei ihre eigenen Kosten trägt. 
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Achte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Art. 1 der Entscheidung K(2006) 4180 endg. der Kommission vom 20. September 2006 in einem Verfahren nach Artikel 81 [EG] und
            Artikel 53 EWR-Abkommen (Sache COMP/F‑1/38.121 – Rohrverbindungen) wird insoweit für nichtig erklärt, als mit ihm festgestellt
            wird, dass die Pegler Ltd im Zeitraum vom 31. Dezember 1988 bis 29. Oktober 1993 an der Zuwiderhandlung beteiligt war.
      2.      Die in Art. 2 Buchst. h der Entscheidung K(2006) 4180 endg. gegen Pegler als Gesamtschuldner verhängte Geldbuße wird auf 3,4 Millionen
            Euro festgesetzt.
      3.      Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
      4.      Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten. 
      
               Martins Ribeiro
            
            
               Wahl
            
            
               Dittrich
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 24. März 2011.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Englisch.