CELEX: 62018CA0002
Language: de
Date: 2019-11-13 00:00:00
Title: Rechtssache C-2/18: Urteil des Gerichtshofs (Zweite Kammer) vom 13. November 2019 (Vorabentscheidungsersuchen des Lietuvos Respublikos Konstitucinis Teismas – Litaunen) – Lietuvos Respublikos Seimo narių grupė (Vorlage zur Vorabentscheidung – Gemeinsame Agrarpolitik – Gemeinsame Marktorganisation – Milch und Milcherzeugnisse – Verordnung [EG] Nr. 1308/2013 – Art. 148 Abs. 4 – Rohmilchlieferungsvertrag – Freie Aushandlung des Preises – Bekämpfung unfairer Handelspraktiken – Verbot, an Rohmilcherzeuger, die einer Gruppe zugeordnet sind, die aufgrund der verkauften Tagesmenge gebildet wurde, unterschiedliche Preise zu zahlen und den Preis ohne Rechtfertigung zu senken)

13.1.2020   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 10/4
            
         
      Urteil des Gerichtshofs (Zweite Kammer) vom 13. November 2019 (Vorabentscheidungsersuchen des Lietuvos Respublikos Konstitucinis Teismas – Litaunen) – Lietuvos Respublikos Seimo narių grupė
      (Rechtssache C-2/18) (1)
      
      (Vorlage zur Vorabentscheidung - Gemeinsame Agrarpolitik - Gemeinsame Marktorganisation - Milch und Milcherzeugnisse - Verordnung [EG] Nr. 1308/2013 - Art. 148 Abs. 4 - Rohmilchlieferungsvertrag - Freie Aushandlung des Preises - Bekämpfung unfairer Handelspraktiken - Verbot, an Rohmilcherzeuger, die einer Gruppe zugeordnet sind, die aufgrund der verkauften Tagesmenge gebildet wurde, unterschiedliche Preise zu zahlen und den Preis ohne Rechtfertigung zu senken)
      (2020/C 10/05)
      Verfahrenssprache: Litauisch
      
         Vorlegendes Gericht
      
      Lietuvos Respublikos Konstitucinis Teismas
      
         Parteien des Ausgangsverfahrens
      
      
         Kläger: Lietuvos Respublikos Seimo narių grupė
      
         Beteiligter: Lietuvos Respublikos Seimas
      
         Tenor
      
      
                  1.
               
               
                  Art. 148 Abs. 4 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 in der durch die Verordnung (EU) 2017/2393 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2017 geänderten Fassung ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung nicht entgegensteht, wie sie in Art. 3 Abs. 3 Nr. 1 des Lietuvos Respublikos Ūkio subjektų, perkančių-parduodančių žalią pieną ir prekiaujančių pieno gaminiais, nesąžiningų veiksmų draudimo įstatymas Nr. XII-1907 (Gesetz Nr. XII-1907 der Republik Litauen zum Verbot unfairer Praktiken von Wirtschaftsakteuren beim An- und Verkauf von Rohmilch und der Vermarktung von Milchprodukten) vom 25. Juni 2015 in der durch das Gesetz vom 22. Dezember 2015 geänderten Fassung vorgesehen ist und die, um unfaire Handelspraktiken zu bekämpfen, Ankäufern von Rohmilch verbietet, Erzeugern, die aufgrund der Tagesmenge der verkauften Rohmilch, die dieselbe Zusammensetzung und dieselbe Qualität aufweist und unter den gleichen Modalitäten geliefert wird, ein und derselben Gruppe zuzuordnen sind, einen unterschiedlichen Ankaufspreis zu zahlen, soweit diese Regelung zur Verwirklichung des verfolgten Ziels geeignet ist und nicht über das zu seiner Erreichung Erforderliche hinausgeht, was zu prüfen Sache des vorlegenden Gerichts ist.
               
            
                  2.
               
               
                  Art. 148 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1308/2013 in der durch die Verordnung 2017/2393 geänderten Fassung ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung, wie sie in Art. 3 Abs. 3 Nr. 3 und in Art. 5 des Gesetzes Nr. XII-1907 der Republik Litauen zum Verbot unfairer Praktiken von Wirtschaftsakteuren beim An- und Verkauf von Rohmilch und der Vermarktung von Milchprodukten vom 25. Juni 2015 in der durch das Gesetz vom 22. Dezember 2015 geänderten Fassung vorgesehen ist, nicht entgegensteht, die, um unfaire Handelspraktiken zu bekämpfen, Ankäufern von Rohmilch verbietet, den mit dem Erzeuger vereinbarten Preis ohne Rechtfertigung zu senken, und die jede Senkung des Preises um mehr als 3 % von einer Genehmigung der zuständigen nationalen Behörden abhängig macht.
               
            
         (1)  ABl. C 104 vom19.3.2018.