CELEX: 31983D0013
Language: de
Date: 1983-01-10 00:00:00
Title: 83/13/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 10. Januar 1983 betreffend Ausnahmen von der Empfehlung Nr. 1/64 der Hohen Behörde über die Erhöhung des Außenschutzes gegenüber Einfuhren von Stahlerzeugnissen in die Gemeinschaft (114. Ausnahmeentscheidung)

Avis juridique important

|

31983D0013

83/13/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 10. Januar 1983 betreffend Ausnahmen von der Empfehlung Nr. 1/64 der Hohen Behörde über die Erhöhung des Außenschutzes gegenüber Einfuhren von Stahlerzeugnissen in die Gemeinschaft (114. Ausnahmeentscheidung)  

Amtsblatt Nr. L 017 vom 21/01/1983 S. 0046 - 0048

*****  ENTSCHEIDUNG  DER KOMMISSION  vom 10. Januar 1983  betreffend Ausnahmen von der Empfehlung Nr. 1/64 der Hohen Behörde über die Erhöhung des Aussenschutzes gegenüber Einfuhren von Stahlerzeugnissen in die Gemeinschaft  (114. Ausnahmeentscheidung)  (83/13/EGKS)  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, insbesondere auf Artikel 74,  gestützt auf die Empfehlung Nr. 1/64 der Hohen Behörde vom 15. Januar 1964 an die Regierungen der Mitgliedstaaten über die Erhöhung des Aussenschutzes gegenüber Einfuhren von Stahlerzeugnissen in die Gemeinschaft (1), zuletzt geändert durch die Empfehlung 81/792/EGKS (2), insbesondere auf Artikel 3,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Einige Eisen- und Stahlerzeugnisse mit ganz besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften, die zur Erzeugung bestimmter Waren unentbehrlich sind, werden in der Gemeinschaft nicht oder nicht in genügendem Masse hergestellt. Seit Jahren wird dieser Mangel durch die Gewährung von Zolltarifkontingenten zum Nullzollsatz ausgeglichen; es scheint jedoch, daß sich die Lage in gewisser Weise verbessert hat, so daß sich im ersten Halbjahr 1983 eine bessere Anpassung des Gemeinschaftsangebots an die Nachfrage ergibt. Es ist daher angebracht, daß die Kommission von der Möglichkeit des Artikels 3 der Empfehlung Nr. 1/64 Gebrauch macht, unter einem Vorzugszollsystem die Einfuhr für eine geringere Menge zu genehmigen als bisher. Die zollbegünstigte Einfuhr dieser Erzeugnisse ist auch nicht geeignet, die Stahlunternehmen der Gemeinschaft, die direkt damit in Wettbewerb stehende Erzeugnisse herstellen, zu schädigen.  Die Zollaussetzung und Zollkontingente stehen der Verwirklichung der mit der Empfehlung Nr. 1/64 angestrebten Ziele nicht entgegen. Sie wirken sich im Gegenteil günstig auf die Aufrechterhaltung der bisherigen Warenströme zwischen den Mitgliedstaaten der Gemeinschaften und dritten Ländern aus.  Es liegen somit Sonderfälle handelspolitischer Art vor, die eine Anwendung der Ausnahmebestimmungen in Artikel 3 der Empfehlung 1/64 rechtfertigen.  Es ist sicherzustellen, daß die gewährten Zollkontingente nicht zur Deckung des Eigenbedarfs der Industrien im Einfuhrland verwendet werden und eine Wiederausfuhr der eingeführten Stahlerzeugnisse nach anderen Mitgliedstaaten in der Beschaffenheit, die sie zum Zeitpunkt der Einfuhr hatten, nicht stattfindet.  Die Regierungen der Mitgliedstaaten sind zu den in dieser Entscheidung festgesetzten Zollkontingenten gehört worden -  HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1  Die Mitgliedstaaten werden ermächtigt, von den sich aus Artikel 1 der Empfehlung Nr. 1/64 ergebenden Verpflichtungen insoweit abzuweichen, als es notwendig ist, um für die Einfuhr nachstehend bezeichneter Stahlerzeugnisse aus dritten Ländern Zollaussetzungen oder Zollkontingente in der Höhe und zu dem Zollsatz anzuwenden, wie sie für jedes dieser Erzeugnisse angegeben sind:  1.2.3.4.5 //   //   //   //   //   // Nummer des Gemeinsamen Zolltarifs  // Warenbezeichnung  // Mitglied- staaten  // Kontingents- menge (in t)  // Zollsatz (in v. H.)  //   //  //   //   //   // ex 73.15 A V b) 1 oder ex 73.15 B V b) 1  // Spezialwalzdraht zur Herstellung von Federventilen:  // Bundesrepublik Deutschland Benelux Frankreich  //  675 609 630  //  0 0 0  //   // a) Qualitäts-Kohlenstoffstahl, nur warm gewalzt, mit einem Durchmesser zwischen 5,5 und 13,0 mm, mit einem Gehalt  //   //   //   //   // - von 0,60 bis 0,70 % Kohlenstoff  //   //   //   //   // - von maximal 0,25 % Silicium  //   //   //   //   // - von 0,50 bis 0,90 % Mangan  //   //   //   //   // - von maximal 0,020 % Schwefel  //  //   //   //   // - von maximal 0,030 % Phosphor  //   //  //   //   // - von maximal 0,060 % Kupfer  //   //   //   //  // b) Chrom-vanadiumlegierte Stähle, nur warm gewalzt, mit einem Durchmesser zwischen 5,5 und 13,0 mm, mit den nachstehenden Merkmalen:  //   //   //   //   // - Kohlenstoff: 0,60-0,70 %  //   //   //   //   // - Silicium: 0,15-0,30 %  //   //   //   //   // - Mangan: 0,60-0,90 %  //   //   //  //   // - Schwefel: maximal 0,025 %  //   //   //   //   // - Phosphor: maximal 0,025 %  //   //   //   //   // - Chrom: 0,50-0,80 %  //   //   //   //   // - Vanadium: 0,10-0,25 %  //   //   //   //   // c) Chrom-siliciumlegierte Stähle, nur warm gewalzt, mit einem Durchmesser zwischen 5,5 und 13,0 mm, mit den nachstehenden Merkmalen:  //   //   //   //   // - Kohlenstoff: 0,50-0,60 %  //   //   //   //   // - Silicium: 1,20-1,70 %  //   //   //   //   // - Mangan: 0,40-0,80 %  //  //   //   //   // - Schwefel: maximal 0,025 %  //   //   //  //   // - Phosphor: maximal 0,025 %  //   //   //   //   // - Chrom: 0,50-0,80 %  //   //   //   //   //   //   //   //  Die genannten Erzeugnisse müssen im übrigen den nachstehenden physikalischen Spezifikationen entsprechen:  1. Entkohlung  Tiefe der Entkohlung im fehlerfreien Werkstoff:  - für den Walz-Edeldraht aus Qualitäts-Kohlenstoffstahl bzw. mit Chrom-Vanadiumlegierung:  maximal 0,05 mm,  - für Walzdraht mit Chrom-Siliciumgehalt:  maximal 0,07 mm.  2. Oberflächenbeschaffenheit  Maximale Tiefe der Fehler (Kratzer, Risse oder Überwalzungen), senkrecht zur Oberfläche gemessen: 0,05 mm.  3. Nichtmetallische Einschlüsse  Prüfung durchzuführen gemäß Norm AFNOR (Referenz A 04/106) vom Juli 1972 und Stahl-Eisen-Blatt 1570/71.  Maximaler Richtwert Abbildung 1 von der Oberfläche bis zu einer Tiefe entsprechend zwei Dritteln des Radius.  Maximaler Richtwert Abbildung 2 unterhalb einer Tiefe von zwei Dritteln des Radius bis zum Zentrum.  Die angegebenen Werte gelten für alle Arten von Einschlüssen.  Artikel 2  (1) Die Mitgliedstaaten, denen gemäß Artikel 1 Zollkontingente gewährt werden, haben im Benehmen mit der Kommission für eine nichtdiskriminierende Aufteilung der Zollkontingente unter den Drittländern Sorge zu tragen. (2) Sie haben alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, die einer Wiederausfuhr der im Rahmen der Zollkontingente eingeführten Stahlerzeugnisse in der Beschaffenheit, die sie zum Zeitpunkt der Einfuhr hatten, nach anderen Mitgliedstaaten ausschließen.  Artikel 3  Diese Entscheidung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 1983 in Kraft und gilt bis zum 30. Juni 1983.  Artikel 4  Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.  Brüssel, den 10. Januar 1983  Für die Kommission  Wilhelm HAFERKAMP  Vizepräsident  (1) ABl. Nr. 8 vom 22. 1. 1964, S. 99/64.  (2) ABl. L 285 vom 7. 10. 1981, S. 33.