CELEX: 
Language: de
Date: 2020-07-31 00:00:00
Title: DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex

EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                   Brüssel, den 31.7.2020
                                                   C(2020) 5166 final
            DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                       vom 31.7.2020
   zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung
         (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf
              harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex
                             (Text von Bedeutung für den EWR)
DE                                                                                     DE
 ---pagebreak---               DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                                  vom 31.7.2020
   zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung
            (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf
                  harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex
                                      (Text von Bedeutung für den EWR)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
   11. Mai 2016 über harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex sowie
   zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates1, insbesondere auf Artikel 3
   Absätze 6, 8, 9, 10, Artikel 4 Absatz 4, Artikel 7 Absatz 6 und Artikel 9 Absatz 4,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)      Mit der Verordnung (EU) 2016/792 wird ein gemeinsamer Rahmen für die Erstellung
            des harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI), des harmonisierten
            Verbraucherpreisindexes zu konstanten Steuersätzen (HVPI-KS), des Preisindexes für
            selbst genutztes Wohneigentum (OOH) und des Häuserpreisindexes (HPI) festgelegt.
   (2)      Nach Artikel 12 Absatz 3 der Verordnung (EU) 2016/792 sollte die Kommission die
            einschlägigen Bestimmungen der Verordnungen (EG) Nr. 1749/96 2 und (EG)
            Nr. 2214/96 der Kommission3, der Verordnung (EG) Nr. 1687/98 des Rates4, der
            Verordnungen (EG) Nr. 2646/985 und (EG) Nr. 1617/1999 der Kommission6, der
            Verordnung (EG) Nr. 2166/1999 des Rates7, der Verordnungen (EG) Nr. 2601/20008,
   1
       ABl. L 135 vom 24.5.2016, S. 11.
   2
       Verordnung (EG) Nr. 1749/96 der Kommission vom 9. September 1996 über anfängliche Maßnahmen zur
       Umsetzung der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates über harmonisierte Verbraucherpreisindizes (ABl.
       L 229 vom 10.9.1996, S. 3).
   3
       Verordnung (EG) Nr. 2214/96 der Kommission vom 20. November 1996 über harmonisierte
       Verbraucherpreisindizes: Übermittlung und Verbreitung von Teilindizes des HVPI (ABl. L 296 vom
       21.11.1996, S. 8).
   4
       Verordnung (EG) Nr. 1687/98 des Rates vom 20. Juli 1998 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1749/96
       der Kommission hinsichtlich der Erfassung von Waren und Dienstleistungen im harmonisierten
       Verbraucherpreisindex (ABl. L 214 vom 31.7.1998, S. 12).
   5
       Verordnung (EG) Nr. 2646/98 der Kommission vom 9. Dezember 1998 mit Durchführungsbestimmungen zu
       der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf Mindeststandards für die Behandlung von
       Tarifen im Harmonisierten Verbraucherpreisindex (ABl. L 335 vom 10.12.1998, S. 30).
   6
       Verordnung (EG) Nr. 1617/1999 der Kommission vom 23. Juli 1999 mit Durchführungsbestimmungen zu
       der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf Mindeststandards für die Behandlung von
       Versicherungen im harmonisierten Verbraucherpreisindex und zur Änderung der Verordnung (EG)
       Nr. 2214/96 (ABl. L 192 vom 24.7.1999, S. 9).
   7
       Verordnung (EG) Nr. 2166/1999 des Rates vom 8. Oktober 1999 zur Festlegung von
       Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf
       Mindeststandards für die Behandlung der Produkte der Sektoren Gesundheitspflege, Erziehung und
       Unterricht und Sozialschutz im harmonisierten Verbraucherpreisindex (ABl. L 266 vom 14.10.1999, S. 1).
DE                                                       1                                                    DE
 ---pagebreak---             (EG) Nr. 2602/20009, (EG) Nr. 1920/200110, (EG) Nr. 1921/200111 und (EG)
            Nr. 1708/2005 der Kommission12, der Verordnung (EG) Nr. 701/2006 des Rates13, der
            Verordnungen (EG) Nr. 330/200914, (EU) Nr. 1114/201015 und (EU) Nr. 93/2013 der
            Kommission16, die auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates17
            erlassen wurden, einbeziehen, soweit dies mit dieser Verordnung vereinbar ist, und
            gleichzeitig die Gesamtzahl der Durchführungsrechtsakte so weit wie möglich
            verringern.
   (3)      Die Mitgliedstaaten sollten die Gewichte der Teilindizes für die harmonisierten
            Indizes jedes Jahr aktualisieren. Daher ist es erforderlich, Regeln für die Ableitung
            von Gewichten festzulegen.
   (4)      Da nicht alle Transaktionen in der Zielgrundgesamtheit des HVPI beobachtet werden
            können, sollten Regeln für die Stichprobenziehung festgelegt werden.
   (5)      Mit dem HVPI werden die Veränderungen bei den Verbraucherpreisen gemessen.
            Damit gewährleistet ist, dass das Konzept des „Preises“ von den Mitgliedstaaten in
            harmonisierter Weise angewandt wird, ist es erforderlich, Regeln für die Behandlung
            von Preisen festzulegen.
   8
       Verordnung       (EG)    Nr. 2601/2000     der    Kommission      vom       17. November     2000     mit
       Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf den Zeitpunkt
       der Aufnahme der Anschaffungspreise in den harmonisierten Verbraucherpreisindex (ABl. L 300 vom
       29.11.2000, S. 14).
   9
       Verordnung       (EG)    Nr. 2602/2000     der    Kommission      vom       17. November     2000     mit
       Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf
       Mindeststandards für die Behandlung von Preisnachlässen im harmonisierten Verbraucherpreisindex (ABl.
       L 300 vom 29.11.2000, S. 16).
   10
       Verordnung       (EG)    Nr. 1920/2001     der    Kommission      vom       28. September    2001     mit
       Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf
       Mindeststandards für die Behandlung der proportional zum Transaktionswert ausgedrückten
       Leistungsentgelte im harmonisierten Verbraucherpreisindex sowie zur Änderung der Verordnung (EG)
       Nr. 2214/96 (ABl. L 261 vom 29.9.2001, S. 46).
   11
       Verordnung       (EG)    Nr. 1921/2001     der    Kommission      vom       28. September    2001     mit
       Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf
       Mindeststandards für Revisionen der harmonisierten Verbraucherpreisindizes und zur Änderung von
       Verordnung (EG) Nr. 2602/2000 (ABl. L 261 vom 29.9.2001, S. 49).
   12
       Verordnung (EG) Nr. 1708/2005 der Kommission vom 19. Oktober 2005 mit Durchführungsbestimmungen
       zur Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf den gemeinsamen Bezugszeitraum für den
       Harmonisierten Verbraucherpreisindex und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2214/96 (ABl. L 274
       vom 20.10.2005, S. 9).
   13
       Verordnung (EG) Nr. 701/2006 des Rates vom 25. April 2006 mit Durchführungsbestimmungen zur
       Verordnung (EG) Nr. 2494/95 im Hinblick auf den zeitlichen Rahmen der Preiserhebung für den
       harmonisierten Verbraucherpreisindex (ABl. L 122 vom 9.5.2006, S. 3).
   14
       Verordnung (EG) Nr. 330/2009 der Kommission vom 22. April 2009 mit Durchführungsbestimmungen zu
       der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates im Hinblick auf Mindeststandards für die Behandlung saisonaler
       Erzeugnisse im Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) (ABl. L 103 vom 23.4.2009, S. 6).
   15
       Verordnung (EU) Nr. 1114/2010 der Kommission vom 1. Dezember 2010 mit Durchführungsbestimmungen
       zur Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates in Bezug auf Mindeststandards für die Qualität der HVPI-
       Gewichtung und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 2454/97 der Kommission (ABl. L 316 vom
       2.12.2010, S. 4).
   16
       Verordnung (EU) Nr. 93/2013 der Kommission vom 1. Februar 2013 zur Festlegung von
       Durchführungsbestimmungen zu der Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates über harmonisierte
       Verbraucherpreisindizes im Hinblick auf die Schaffung von Preisindizes für selbst genutztes Wohneigentum
       (ABl. L 33 vom 2.2.2013, S. 14).
   17
       Verordnung (EG) Nr. 2494/95 des Rates vom 23. Oktober 1995 über harmonisierte Verbraucherpreisindizes
       (ABl. L 257 vom 27.10.1995, S. 1).
DE                                                       2                                                       DE
 ---pagebreak---    (6)    Der HVPI sollte ein Maß für reine Preisänderungen ohne Berücksichtigung von
          Änderungen der Qualität darstellen. Daher ist es erforderlich, Regeln für Ersetzungen
          und Qualitätsanpassungen festzulegen.
   (7)    Die harmonisierten Indizes sollten jährlich verkettete Indizes vom Laspeyres-Typ sein.
          Daher ist es erforderlich, Elementaraggregate zu definieren und Methoden für die
          Kombination beobachteter Preise festzulegen, um Elementarpreisindizes zu bilden.
   (8)    Damit die hohe Qualität von Schnellschätzungen des HVPI sichergestellt ist und die
          Kommission (Eurostat) die erforderlichen Aggregate ableiten kann, sollten
          Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist, Schnellschätzungen nach derselben
          Aufgliederung wie für den HVPI übermitteln.
   (9)    Bereits veröffentlichte harmonisierte Indizes und deren Teilindizes können revidiert
          werden. Daher ist es erforderlich, die Bedingungen für die Durchführung von
          Revisionen festzulegen.
   (10)   Um zuverlässige und vergleichbare Ergebnisse aus allen Mitgliedstaaten zu erhalten,
          sollte für die Erstellung des HVPI-KS ein gemeinsamer Methodikrahmen erarbeitet
          und beibehalten werden.
   (11)   Die Mitgliedstaaten sollten den OOH-Preisindex und den HPI nach einer festgelegten
          Aufgliederung übermitteln.
   (12)   Die Mitgliedstaaten sollten der Kommission (Eurostat) Daten und Metadaten nach
          spezifizierten Austauschstandards und -verfahren übermitteln.
   (13)   Im Europäischen Statistischen System sollten praktische Leitlinien und Empfehlungen
          zu einschlägigen Fragen der Messung und Erstellung des HVPI, insbesondere in
          Bezug auf Qualitätsanpassungen, die Berechnung von Indizes und die Behandlung von
          Preisen, ausgearbeitet werden.
   (14)   Die Verordnungen (EG) Nr. 1749/96, (EG) Nr. 2214/96, (EG) Nr. 1687/98, (EG)
          Nr. 2646/98, (EG) Nr. 1617/1999, (EG) Nr. 2166/1999, (EG) Nr. 2601/2000, (EG)
          Nr. 2602/2000, (EG) Nr. 1920/2001, (EG) Nr. 1921/2001, (EG) Nr. 1708/2005, (EG)
          Nr. 701/2006, (EG) Nr. 330/2009, (EU) Nr. 1114/2010 und (EU) Nr. 93/2013 sollten
          aufgehoben werden.
   (15)   Die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme
          des Ausschusses für das Europäische Statistische System —
   HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                         KAPITEL 1
                         ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                              Artikel 1
                                           Gegenstand
   Mit dieser Verordnung werden einheitliche Bedingungen für die Erstellung der folgenden
   Indizes festgelegt:
   (a)      des harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI) und des harmonisierten
            Verbraucherpreisindexes zu konstanten Steuersätzen (HVPI-KS) und
   (b)      des Preisindexes für selbst        genutztes    Wohneigentum     (OOH)    und   des
            Häuserpreisindexes (HPI).
DE                                                3                                              DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 2
                                      Begriffsbestimmungen
   Für die Zwecke dieser Verordnung gelten folgende Begriffsbestimmungen:
   (1)      „Ausgabenanteil“ bezeichnet einen Prozentsatz der gesamten Konsumausgaben der
            privaten Haushalte gemäß dem Anhang;
   (2)      „Gewicht des Teilindexes“ bezeichnet das Gewicht für jede Kategorie der in
            Anhang I der Verordnung (EU) 2016/792 wiedergegebenen Europäischen
            Klassifikation der Verwendungszwecke des Individualverbrauchs (ECOICOP), die
            im HVPI enthalten sind;
   (3)      „Zielgrundgesamtheit“ des HVPI bezeichnet alle Transaktionen, die in den
            Konsumausgaben der privaten Haushalte enthalten sind;
   (4)      „Produktangebot“ bezeichnet ein Produkt, das durch seine Merkmale, den Zeitpunkt
            und den Ort des Kaufs und die Lieferbedingungen definiert ist und für das ein Preis
            beobachtet wird;
   (5)      „homogenes Produkt“ bezeichnet eine Gruppe von Produktangeboten, die sich in
            Bezug auf die Qualität nicht erheblich unterscheiden und für die ein
            Durchschnittspreis berechnet wird;
   (6)      „Einzelprodukt“ bezeichnet ein Produktangebot oder homogenes Produkt;
   (7)      „Zielstichprobe“ bezeichnet eine Gruppe von Einzelprodukten, die Transaktionen aus
            der Zielgrundgesamtheit zugehörig sind und deren Preisdaten für die Erstellung des
            HVPI verwendet werden;
   (8)      „Qualitätsunterschied“ bezeichnet einen Unterschied zwischen zwei Einzelprodukten
            in Bezug auf Merkmale, Zeitpunkt, Ort des Kaufs oder Lieferbedingungen, sofern
            dies aus der Sicht des Verbrauchers relevant ist;
   (9)      „Ersatzprodukt“ bezeichnet ein Einzelprodukt, das ein anderes Einzelprodukt in der
            Zielstichprobe ersetzt;
   (10)     „Qualitätsanpassung“ bezeichnet ein Verfahren zur Erhöhung oder Senkung des
            beobachteten Preises eines Ersatzprodukts oder des ersetzten Produkts um den
            Gegenwert des zwischen den beiden Produkten bestehenden Qualitätsunterschieds;
   (11)     „beobachteter Preis“ bezeichnet den Verbraucherpreis für ein Einzelprodukt, wie er
            vom Mitgliedstaat für die Erstellung des HVPI herangezogen wird;
   (12)     „geschätzter Preis“ bezeichnet einen Preis, der auf einem geeigneten Schätzverfahren
            beruht;
   (13)     „Elementaraggregat“ bezeichnet das kleinste in einem Index vom Laspeyres-Typ
            verwendete Aggregat;
   (14)     „Elementarpreisindex“ bezeichnet einen Index für ein Elementaraggregat oder einen
            Index für eine Schicht innerhalb eines Elementaraggregats;
   (15)     „Transitivität“ bezeichnet die Eigenschaft, durch die ein Index, der die Zeiträume a
            und b indirekt über den Zeitraum c vergleicht, mit dem Index identisch ist, der die
            Zeiträume a und b direkt vergleicht;
   (16)     „Zeitumkehr“ bezeichnet die Eigenschaft, durch die ein Index zwischen den
            Zeiträumen a und b mit dem Kehrwert desselben Indexes zwischen den Zeiträumen b
            und a identisch ist;
DE                                                4                                              DE
 ---pagebreak---    (17)     „Erstattung“ bezeichnet eine teilweise oder vollständige Zahlung durch den Staat
            oder private Organisationen ohne Erwerbszweck für genehmigte Käufe spezifizierter
            Güter durch Haushalte gemäß den Bestimmungen von Anhang A Nummern 4.108
            bis 4.110 der Verordnung (EU) Nr. 549/2013 des Europäischen Parlaments und des
            Rates18 (ESVG 2010);
   (18)     „verkaufsfördernde Leistung“ bezeichnet eine – häufig vorübergehende – Änderung
            der Merkmale eines Einzelprodukts durch eine Erhöhung der Produktmenge, die
            kostenlose Beigabe eines anderen Einzelprodukts oder sonstiger, dem Kunden
            angebotener Vorteile;
   (19)     „tatsächliche Prämien“ bezeichnet die für eine bestimmte Versicherungspolice zum
            Erwerb eines Versicherungsschutzes für einen festgelegten Zeitraum entrichteten
            Beträge;
   (20)     „unterstelltes     Dienstleistungsentgelt“        bezeichnet      die     Produktion       von
            Versicherungsgesellschaften nach Anhang A Nummer 16.51 des ESVG 2010;
   (21)     „Nichtlebensversicherungsleistungen“           bezeichnet  Leistungen      nach     Anhang A
            Nummer 4.114 des ESVG 2010;
   (22)     „Saisonprodukt“ bezeichnet ein Einzelprodukt, das nach einem regelmäßig
            wiederkehrenden Muster nur zu bestimmten Zeiträumen im Jahr käuflich erworben
            werden kann oder in erheblichen Mengen gekauft wird. Je nach Monat gilt das
            Produkt als innerhalb der Saison angeboten oder außerhalb als nicht verfügbar. Der
            als innerhalb der Saison betrachtete Zeitraum kann von einem Jahr zum nächsten
            variieren;
   (23)     „typischer Preis“ bezeichnet einen geschätzten Preis für ein Saisonprodukt, der kein
            außergewöhnlicher Preis wie ein Saisonschlussverkaufspreis ist;
   (24)     „Saisonimputationsmethode“ bezeichnet eine Behandlung, bei der Preise von
            Saisonprodukten außerhalb der Saison mithilfe kontrasaisonaler oder
            gesamtsaisonaler Schätzungen geschätzt werden;
   (25)     „kontrasaisonale Schätzung“ bezeichnet ein Verfahren zur Ermittlung eines
            geschätzten Preises für ein Saisonprodukt, bei dem
            (a)    im ersten Monat des Zeitraums außerhalb der Saison ein typischer Preis aus
                   dem vorangegangenen Zeitraum innerhalb der Saison verwendet wird;
            (b)    in den folgenden Monaten des Zeitraums außerhalb der Saison der geschätzte
                   Preis gleich dem Preis des Vormonats ist und um die durchschnittliche
                   Veränderung der beobachteten Preise bei allen Saisonprodukten innerhalb der
                   Saison bereinigt wird, die derselben Gruppe, Klasse, Unterklasse oder
                   demselben Aggregat unterhalb der Unterklassen der ECOICOP angehören
                   wird;
   (26)     „gesamtsaisonale Schätzung“ bezeichnet ein Verfahren zur Ermittlung eines
            geschätzten Preises für ein Saisonprodukt, bei dem
            (a)    im ersten Monat des Zeitraums außerhalb der Saison ein typischer Preis aus
                   dem vorangegangenen Zeitraum innerhalb der Saison verwendet wird;
   18
      Verordnung (EU) Nr. 549/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2013 zum
      Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen auf nationaler und regionaler Ebene in der
      Europäischen Union (ABl. L 174 vom 26.6.2013, S. 1).
DE                                                    5                                                     DE
 ---pagebreak---         (b)   in den folgenden Monaten des Zeitraums außerhalb der Saison der geschätzte
              Preis gleich dem Preis des Vormonats ist und um die durchschnittliche
              Veränderung der beobachteten Preise bei allen Einzelprodukten innerhalb der
              Saison bereinigt wird, die derselben Gruppe, Klasse, Unterklasse oder
              demselben Aggregat unterhalb der Unterklassen der ECOICOP angehören;
   (27) „Saisongewichtsmethode“ bezeichnet eine Behandlung von Saisonprodukten, bei der
        die Gewichte für Produkte außerhalb der Saison bei null liegen oder auf null
        festgesetzt werden;
   (28) „Tarif“ bezeichnet eine Liste von Preisen und Bedingungen für ein Produkt, die
        Unterscheidungen nach gekauften Mengen, Zeitpunkt des Verbrauchs oder
        Merkmalen der Käufer aufweist;
   (29) „Revision“ bezeichnet eine Änderung der von der Kommission (Eurostat)
        veröffentlichten Indizes oder Gewichte. Veränderungen zwischen der
        Schnellschätzung und dem HVPI für denselben Bezugsmonat gelten nicht als
        Revision;
   (30) „vorläufige Daten“ bezeichnet Indizes oder Gewichte, die ein Mitgliedstaat in einem
        späteren Monat finalisieren soll;
   (31) „Sektor Staat“ bezeichnet Bund (Zentralstaat), Länder, Gemeinden und
        Sozialversicherung nach Anhang A Nummern 2.113 bis 2.117 des ESVG 2010;
   (32) „Gütersteuern“ bezeichnet Steuern, die pro Einheit einer produzierten oder
        gehandelten Ware oder Dienstleistung zu entrichten sind, nach Anhang A
        Nummern 4.16 bis 4.20 des ESVG 2010;
   (33) „einzelne Steuern im Anwendungsbereich des HVPI-KS“ bezeichnet einzelne
        Gütersteuern im Zusammenhang mit dem Verbrauch der privaten Haushalte, die in
        den nachstehenden Kategorien nach Anhang B Tabelle 9 des ESVG 2010
        („Einnahmen an Steuern und Sozialbeiträgen nach Arten und empfangendem
        Teilsektor, einschließlich der Liste der Steuern und Sozialbeiträge gemäß nationaler
        Klassifizierung“) aufgeführt sind:
        (a)   D.211 Mehrwertsteuer (MwSt);
        (b)   D.2122e Abgaben auf bestimmte Dienstleistungen;
        (c)   D.214a Verbrauchsabgaben und -steuern (mit Ausnahme der in den
              Importabgaben enthaltenen);
        (d)   D.214d Kraftfahrzeugzulassungssteuern;
        (e)   D.214e Vergnügungssteuern;
        (f)   D.214g Steuern auf Versicherungsprämien;
        (g)   D.214h Sonstige Steuern auf bestimmte Dienstleistungen;
        (h)   D.214l Sonstige Gütersteuern, a. n. g.
DE                                            6                                              DE
 ---pagebreak---                                         KAPITEL 2
      HARMONISIERTER VERBRAUCHERPREISINDEX UND
       HARMONISIERTER VERBRAUCHERPREISINDEX ZU
                      KONSTANTEN STEUERSÄTZEN
                                            Artikel 3
                                           Gewichte
   1.    Die Mitgliedstaaten leiten die im Index für das Jahr t verwendeten Gewichte der
         Teilindizes und der Elementaraggregate wie folgt ab:
         (a)   Bis zum 31. Dezember 2022 werden zur Ermittlung von Ausgabenanteilen für
               Unterklassen und deren Verteilung auf die Elementaraggregate der Unterklasse
               Daten aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Jahr t-2 und
               alle verfügbaren und relevanten Informationen aus den Erhebungen über die
               Wirtschaftsrechnungen der privaten Haushalte und anderen Datenquellen
               verwendet. Ab dem 1. Januar 2023 werden zur Ermittlung von
               Ausgabenanteilen für Unterklassen und deren Verteilung auf die
               Elementaraggregate der Unterklasse Daten aus den Volkswirtschaftlichen
               Gesamtrechnungen für das Jahr t-2 verwendet, die durch Daten aus einer jüngst
               durchgeführten Erhebung über die Wirtschaftsrechnungen der privaten
               Haushalte und anderen Quellen ergänzt werden können;
         (b)   die Ausgabenanteile für das Jahr t-2 werden überprüft und aktualisiert, um für
               das Jahr t-1 repräsentative Werte zu erhalten;
         (c)   die Ausgabenanteile für die Elementaraggregate werden durch eine
               angemessene Preisänderung zwischen dem Jahr t-1 und dem Monat Dezember
               des Jahres t-1 angepasst.
   2.    Die Gewichte der Teilindizes werden über das Kalenderjahr konstant gehalten.
   3.    Das Gewicht eines Elementaraggregats wird über das Kalenderjahr konstant
         gehalten, es sei denn, die Liste der Elementaraggregate innerhalb einer Unterklasse
         wird zur Berücksichtigung erheblicher Veränderungen in der Zielgrundgesamtheit
         angepasst.
   4.    Das Gewicht des Teilindexes für jede Abteilung, Gruppe oder Klasse der ECOICOP
         ist gleich der Summe der Gewichte der Teilindizes der ihm zugrunde liegenden
         Kategorien. Die Summe aller Gewichte der Teilindizes ist auf jeder ECOICOP-
         Ebene gleich 1000.
   5.    Das Gewicht des Teilindexes für jede Unterklasse ist gleich der Summe der
         Gewichte der Elementaraggregate der jeweiligen Unterklasse.
   6.    Die Gewichte der Teilindizes, die sich auf Nichtlebensversicherungen beziehen,
         werden vom Aggregat Ausgaben privater Haushalte für unterstellte
         Dienstleistungsentgelte abgeleitet.
   7.    Konsumausgaben, die aus Nichtlebensversicherungsleistungen finanziert werden,
         einschließlich unmittelbar von den Versicherungsgesellschaften geleistete
         Zahlungen, werden in die Gewichte der Teilindizes der relevanten ECOICOP-
         Kategorien einbezogen.
DE                                              7                                             DE
 ---pagebreak---                                         Artikel 4
                      Stichprobenziehung und Repräsentativität
   1. Die Mitgliedstaaten ziehen eine für die Zielgrundgesamtheit repräsentative
      Zielstichprobe, indem sie Elementaraggregate definieren und Einzelprodukte für
      diese Elementaraggregate auswählen.
   2. Die Anzahl der Einzelprodukte und Elementaraggregate ist abhängig vom Gewicht
      der Unterklasse und von der Varianz der Preisbewegungen der zugehörigen
      Einzelprodukte.
   3. Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Zielstichprobe im Zeitverlauf
      repräsentativ bleibt, indem sie mindestens einmal im Jahr eine Überprüfung und eine
      Aktualisierung der Zielgrundgesamtheit durchführen und Ersatzprodukte auswählen.
   4. Produkte, bei denen der Ausgabenanteil mindestens ein Tausendstel beträgt, sind in
      der Zielstichprobe repräsentiert.
                                        Artikel 5
                                Behandlung von Preisen
   1. Die Mitgliedstaaten verwenden bei der Erstellung des HVPI beobachtete Preise.
      Geschätzte Preise verwenden sie nur für die in den Artikeln 9, 11 und 14 genannten
      Zwecke.
   2. Die beobachteten Preise für Produkte aus Gesundheitswesen, Bildungswesen und
      Sozialschutz werden netto abzüglich Erstattungen angegeben.
   3. Veränderungen bei den beobachteten Preisen oder den Bedingungen eines Tarifs
      werden im HVPI als Preisänderungen ausgewiesen.
   4. Sind beobachtete Preise indexgebunden, werden Veränderungen, die sich aus
      Indexänderungen ergeben, im HVPI als Preisänderungen ausgewiesen.
   5. Ist das Haushaltseinkommen eine preisbestimmende Bedingung, werden
      Veränderungen der beobachteten Preise, die sich aus Veränderungen des
      Haushaltseinkommens ergeben, im HVPI als Preisänderungen ausgewiesen.
   6. Beobachtete Preise für Versicherungen sind tatsächliche Prämien.
   7. Wurde ein Einzelprodukt Verbrauchern zunächst unentgeltlich zur Verfügung
      gestellt und anschließend ein Preis dafür erhoben, wird dies im HVPI als Preisanstieg
      ausgewiesen. Wurde dagegen zunächst ein Preis für ein Einzelprodukt erhoben, das
      anschließend Verbrauchern unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird, wird dies im
      HVPI als Preissenkung ausgewiesen.
                                        Artikel 6
                      Rabatte und verkaufsfördernde Leistungen
   1. Die Mitgliedstaaten berücksichtigen Rabatte, die
      (a)   einem Einzelprodukt zugeordnet werden können und
      (b)   zum Zeit des Kaufs in Anspruch genommen werden können.
      Soweit möglich sind Rabatte zu berücksichtigen, die nur für eine begrenzte Gruppe
      von Verbrauchern verfügbar sind.
   2. Mit verkaufsfördernden Leistungen ist nach den Artikeln 10 und 11 zu verfahren.
DE                                          8                                               DE
 ---pagebreak---                                           Artikel 7
               Zu Transaktionspreisen proportionale Leistungsentgelte
   1. In den HVPI werden Leistungsentgelte aufgenommen, die den Verbrauchern im
      Austausch für die erbrachte Leistung unmittelbar in Rechnung gestellt werden; diese
      können als Pauschalgebühr oder als Anteil des Transaktionspreises ausgedrückt
      werden. Wird der Preis einer Leistung als Anteil des Transaktionspreises bestimmt,
      wird der mit dem Preis einer repräsentativen Einzeltransaktion multiplizierte Anteil
      als ein beobachteter Preis verwendet.
   2. Änderungen des Leistungsentgelts, die sich aus Änderungen des Preises einer
      repräsentativen Einzeltransaktion ergeben, werden im HVPI als Preisänderungen
      ausgewiesen.
   3. Falls eine Änderung des Preises einer repräsentativen Einzeltransaktion nicht
      gemessen werden kann, wird sie mithilfe eines geeigneten Preisindexes geschätzt.
                                          Artikel 8
                                Beobachtung von Preisen
   1. Ein beobachteter Preis für eine Ware wird in den HVPI für den Monat
      aufgenommen, in dem Transaktionen zu diesem Preis stattfinden können.
   2. Ein beobachteter Preis für eine Dienstleistung wird in den HVPI für den Monat
      aufgenommen, in dem der Verbrauch der Dienstleistung beginnen kann.
   3. Hängt der Preis für eine Dienstleistung vom Zeitpunkt zwischen dem Kauf und dem
      Beginn der Dienstleistung ab, berücksichtigen die Mitgliedstaaten die für Käufe der
      Dienstleistung repräsentativen Preise.
   4. Beobachtete Preise beziehen sich auf mindestens eine Arbeitswoche in der oder um
      die Monatsmitte.
   5. Schwanken die Preise für ein Einzelprodukt bekanntermaßen innerhalb eines
      Monats, beziehen sich die beobachteten Preise auf mehr als eine Woche.
                                          Artikel 9
                                  Schätzung von Preisen
   1. Kann der Preis für ein Einzelprodukt in der Zielstichprobe nicht beobachtet werden,
      wird für höchstens zwei Monate ein geschätzter Preis verwendet und anschließend
      ein Ersatzprodukt ausgewählt. Dieser Absatz gilt nicht für Saisonprodukte und
      sonstige Einzelprodukte, die erneut verfügbar werden dürften.
   2. Ein zuvor beobachteter Preis wird nicht als geschätzter Preis verwendet, sofern er
      nicht als angemessene Schätzung gerechtfertigt werden kann.
                                         Artikel 10
                                        Ersetzungen
   1. Die Mitgliedstaaten wählen ein Ersatzprodukt, das dem wegfallenden Produkt
      ähnlich ist, und stellen dabei sicher, dass die Zielstichprobe repräsentativ bleibt.
   2. Die Mitgliedstaaten wählen Ersatzprodukte nicht auf der Grundlage eines ähnlichen
      Preises aus.
DE                                            9                                            DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 11
                                        Qualitätsanpassung
   1.       Gibt es keinen Qualitätsunterschied zwischen einem ersetzten Produkt und seinem
            Ersatz, vergleichen die Mitgliedstaaten die beobachteten Preise direkt. Andernfalls
            nehmen die Mitgliedstaaten eine Qualitätsanpassung vor.
   2.       Die Mitgliedstaaten nehmen nur dann eine Qualitätsanpassung vor, die gleich dem
            gesamten Preisunterschied zwischen dem ersetzten Produkt im Monat m-1 und dem
            Ersatzprodukt im Monat m ist, wenn dies aufgrund einer geeigneten Schätzung des
            Qualitätsunterschieds gerechtfertigt werden kann.
                                              Artikel 12
                                       Elementarpreisindizes
   1.       Die Preise für Einzelprodukte sind zur Erstellung von Elementarpreisindizes nach
            einer der folgenden Möglichkeiten zu aggregieren:
            (a)    mit einer Indexformel, die Transitivität gewährleistet. Bei Verwendung
                  transitiver Index-Formeln wird der Preisindex für frühere Zeiträume nicht
                  revidiert, oder
            (b)    mit einer Indexformel, die Zeitumkehr gewährleistet und mit der die Preise
                  von Einzelprodukten im laufenden Zeitraum mit den Preisen für diese Produkte
                  im Basiszeitraum verglichen werden. Häufige Änderungen des Basiszeitraums
                  unterbleiben, wenn eine solche Änderung zu einem erheblichen Verstoß gegen
                  den Grundsatz der Transitivität führt.
   2.       Zur Erstellung eines Preisindexes für ein Elementaraggregat aus zwei oder mehr
            Elementarpreisindizes wird eine Indexformel verwendet, die mit den in Absatz 1
            beschriebenen Formeln übereinstimmt.
                                              Artikel 13
              Integration von Teilindizes nach dem Bezugszeitraum für den Index
   Alle Teilindizes, die nach dem Bezugszeitraum für den Index in den HVPI integriert werden,
   werden mit dem Dezember eines bestimmten Jahres verknüpft und ab Januar des
   darauffolgenden Jahres verwendet.
                                              Artikel 14
                                          Saisonprodukte
   Sind Saisonprodukte in die Stichprobe eines Elementaraggregats einbezogen, wenden die
   Mitgliedstaaten die Saisonimputationsmethode oder die Saisongewichtsmethode an, um einen
   Preisindex für dieses Aggregat zu erstellen.
                                              Artikel 15
                                Aufgliederung der Schnellschätzung
   Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist, übermitteln der Kommission (Eurostat)
   Schnellschätzungen zu allen Teilindizes ihres HVPI.
DE                                                10                                            DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 16
                                  Finalisierung vorläufiger Daten
   Übermittelt ein Mitgliedstaat Teilindizes oder ihre Gewichte in vorläufiger Form, finalisiert er
   diese im Zuge der Datenübermittlung für den Folgemonat.
                                              Artikel 17
                                 Revisionen aufgrund von Fehlern
   1.       Die Mitgliedstaaten korrigieren Fehler und übermitteln die revidierten Teilindizes
            oder Gewichte der Teilindizes ohne ungerechtfertigte Verzögerung an die
            Kommission (Eurostat).
   2.       Die Mitgliedstaaten unterrichten die Kommission (Eurostat) spätestens bei der
            Übermittlung der revidierten Daten über die Gründe für den Fehler.
                                              Artikel 18
                                        Sonstige Revisionen
   1.       Der Zeitpunkt, die Länge und die Integration von nicht in den Artikeln 16 und 17
            genannten Revisionen in den HVPI werden mit der Kommission (Eurostat)
            abgesprochen.
   2.       Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission (Eurostat) spätestens drei Monate
            vor der geplanten Umsetzung der geplanten Durchführung der vorgeschlagenen
            Revision Schätzungen der revidierten HVPI-Teilindizes.
                                              Artikel 19
                                  Veröffentlichung der Revisionen
   Mit Ausnahme der in Artikel 16 genannten Revisionen wird jede Revision des Gesamt-HVPI
   gemeinsam mit einer Erklärung auf der Website der für die Erstellung des HVPI zuständigen
   nationalen Stelle öffentlich zugänglich gemacht.
                                              Artikel 20
                               Revision der Gewichte von Teilindizes
   Unbeschadet der Artikel 16 und 17 werden Gewichte von Teilindizes nicht revidiert.
                                              Artikel 21
              Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen
   1.       Eine einzelne Steuer im Anwendungsbereich des HVPI-KS wird berücksichtigt,
            wenn die jährlichen Einnahmen 2 % oder mehr der Summe aller einzelnen, vom
            Sektor Staat erhobenen Steuern im Anwendungsbereich ausmachen.
   2.       Die jährlichen Einnahmen aus Steuern, die im HVPI-KS berücksichtigt werden,
            decken mindestens 90 % der Summe aller einzelnen, vom Sektor Staat erhobenen
            Steuern im Anwendungsbereich ab.
   3.       Der HVPI-KS wird auf dieselbe Art und Weise erstellt wie der HVPI, abgesehen
            davon, dass die beobachteten Preise so angepasst werden, dass die Steuersätze für
            Produkte über den Beobachtungszeitraum im Vergleich zum Preisreferenzzeitraum
            konstant gehalten werden.
   4.       Änderungen der Steuersätze spiegeln sich im HVPI-KS wider, und zwar
DE                                                11                                                DE
 ---pagebreak---                   (a)   in dem Monat, in dem der neue Satz für das Einzelprodukt gilt und im
                        beobachteten Preis enthalten ist, oder
                  (b)   im ersten gesamten Monat, in dem der neue Satz gilt. Änderungen der
                        Sätze, die am ersten Tag des Monats in Kraft treten, spiegeln sich im
                        HVPI-KS für diesen Monat wider. Änderungen der Sätze, die in dem
                        Monat zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft treten, spiegeln sich im
                        HVPI-KS für den darauffolgenden Monat wider.
                                         KAPITEL 3
    PREISINDEX FÜR SELBST GENUTZTES WOHNEIGENTUM
                             UND HÄUSERPREISINDEX
                                             Artikel 22
              Aufgliederung des Preisindexes für selbst genutztes Wohneigentum
   Der OOH-Preisindex deckt die folgenden Ausgabenkategorien ab:
   (a)      O.1. Von Eigentümern          von   selbst     genutztem Wohneigentum    getätigte
            Wohnraumausgaben;
   (b)      O.1.1. Käufe von Wohnraum;
   (c)      O.1.1.1. Neuer Wohnraum;
   (d)      O.1.1.1.1. Käufe von neuem Wohnraum;
   (e)      O.1.1.1.2. Selbstgebauter Wohnraum und größere Renovierungen;
   (f)      O.1.1.2. Bestehender Wohnraum, neu von Haushalten gekauft;
   (g)      O.1.1.3. Sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Kauf von
            Wohnraum;
   (h)      O.1.2. Eigentum an Wohnraum;
   (i)      O.1.2.1. Größere Reparaturen und Instandhaltung;
   (j)      O.1.2.2. Versicherungen im Zusammenhang mit Wohnraum;
   (k)      O.1.2.3. Sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Eigentum an
            Wohnraum.
                                             Artikel 23
                              Aufgliederung des Häuserpreisindexes
   Der HPI deckt die folgenden Ausgabenkategorien ab:
   (a)      H.1. Käufe von Wohnraum;
   (b)      H.1.1. Käufe von neuem Wohnraum;
   (c)      H.1.2. Käufe von bestehendem Wohnraum.
                                             Artikel 24
                                             Gewichte
   Die Mitgliedstaaten erstellen und übermitteln der Kommission (Eurostat) jedes Jahr einen
   Satz mit Gewichten für OOH-Preisindizes und einen Satz mit Gewichten für HPI nach den in
   den Artikeln 22 und 23 festgelegten Aufgliederungen.
DE                                               12                                            DE
 ---pagebreak---                                                     Artikel 25
                  Erstellung des Preisindexes für selbst genutztes Wohneigentum
   Der OOH-Preisindex für selbst genutztes Wohneigentum stützt sich auf das Konzept des
   „Nettoerwerbs“; mit diesem werden sowohl Änderungen der Preise gemessen, die von den
   Verbrauchern für den Kauf von Wohnraum, der neu von Haushalten gekauft wird, gezahlt
   werden, als auch Änderungen in Bezug auf andere Kosten im Zusammenhang mit dem
   Eigentum an Wohnraum und der Übertragung desselben.
                                              KAPITEL 4
      STANDARDS UND FRISTEN FÜR DEN AUSTAUSCH VON
                                 DATEN UND METADATEN
                                                    Artikel 26
                       Standards für den Austausch von Daten und Metadaten
   1.        Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission (Eurostat) Daten und Metadaten
             nach den Standards für den Austausch statistischer Daten und Metadaten in
             elektronischer Form über die einheitlichen Zugangspunkte.
   2.        Vertrauliche Daten im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 223/2009 des Europäischen
             Parlaments und des Rates19 sind bei der Übermittlung an die Kommission (Eurostat)
             angemessen zu kennzeichnen.
                                                    Artikel 27
                                Fristen für den Austausch von Metadaten
   1.        Die Mitgliedstaaten revidieren und aktualisieren ihre Metadaten für den HVPI und
             den HVPI-KS für das laufende Jahr jeweils jährlich und übermitteln sie bis zum
             31. März an die Kommission (Eurostat).
   2.        Die Mitgliedstaaten revidieren und aktualisieren ihre Metadaten für den OOH-
             Preisindex und den HPI für das laufende Jahr jeweils jährlich und übermitteln sie bis
             zum 30. Juni an die Kommission (Eurostat).
                                              KAPITEL 5
                                 SCHLUSSBESTIMMUNGEN
                                                    Artikel 28
                                                   Aufhebung
   Die Verordnungen (EG) Nr. 1749/96, (EG) Nr. 2214/96, (EG) Nr. 1687/98, (EG) Nr. 2646/98,
   (EG) Nr. 1617/1999, (EG) Nr. 2166/1999, (EG) Nr. 2601/2000, (EG) Nr. 2602/2000, (EG)
   Nr. 1920/2001, (EG) Nr. 1921/2001, (EG) Nr. 1708/2005, (EG) Nr. 701/2006, (EG)
   Nr. 330/2009, (EU) Nr. 1114/2010 und (EU) Nr. 93/2013 werden aufgehoben.
   19
      Verordnung (EG) Nr. 223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2009 über
      europäische Statistiken und zur Aufhebung der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1101/2008 des Europäischen
      Parlaments und des Rates über die Übermittlung von unter die Geheimhaltungspflicht fallenden
      Informationen an das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, der Verordnung (EG) Nr. 322/97
      des Rates über die Gemeinschaftsstatistiken und des Beschlusses 89/382/EWG, Euratom des Rates zur
      Einsetzung eines Ausschusses für das Statistische Programm der Europäischen Gemeinschaften (ABl. L 87
      vom 31.3.2009, S. 164).
DE                                                      13                                                  DE
 ---pagebreak---                                          Artikel 29
                                       Inkrafttreten
   Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
   Europäischen Union in Kraft.
   Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
   Mitgliedstaat.
   Brüssel, den 31.7.2020
                                           Für die Kommission
                                           Die Präsidentin
                                           Ursula VON DER LEYEN
DE                                           14                                           DE
 ---documentbreak---                             EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                  Brüssel, den 31.7.2020
                                                  C(2020) 5166 final
                                                  ANNEX
                                        ANHANG
                                           der
                   Durchführungsverordnung (EU) .../... der Kommission
   zur Festlegung der methodischen und technischen Spezifikationen nach der Verordnung
         (EU) 2016/792 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf
              harmonisierte Verbraucherpreisindizes und den Häuserpreisindex
DE                                                                                     DE
 ---pagebreak---                                        ANHANG
                       Konsumausgaben der privaten Haushalte
   1. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind in Artikel 2 Nummer 20 der
      Verordnung (EU) 2016/792 definiert.
   2. Bei der genaueren Festlegung der Qualität der Gewichte sind in den
      Konsumausgaben die folgenden Beispiele für Konsumausgaben privater Haushalte
      zu berücksichtigen, die in Anhang A Absatz 3.95 des ESVG 2010 unter folgenden
      Buchstaben definiert sind:
      –     Buchstaben c, d, h und i,
      –     der Teil von Buchstabe e, der sich auf tatsächliche Gebühren für
            Finanzdienstleistungen bezieht, der Teil von Buchstabe f, der sich
            Nichtlebensversicherungsleistungen in Höhe des in den Bruttoprämien
            enthaltenen Dienstleistungsentgelts bezieht.
      In den Konsumausgaben werden ferner Wohnungszuschüsse berücksichtigt, die
      unter D.632 fallen, wie in Anhang A Absatz 4.109 des ESVG 2010 definiert.
   3. Nicht in den Konsumausgaben zu berücksichtigen sind die folgenden Beispiele für
      Konsumausgaben privater Haushalte, die in Anhang A Absatz 3.95 des ESVG 2010
      unter folgenden Buchstaben definiert sind:
      –     Buchstaben a, b und g.
      Nicht in den Konsumausgaben zu berücksichtigen sind ferner die folgenden
      Beispiele, die nicht Teil der Konsumausgaben privater Haushalte sind:
      –     Anhang A Absatz 3.96 Buchstaben a bis f des ESVG 2010, ausgenommen
            Wohnungszuschüsse, die unter D.632 fallen, wie in Anhang A Absatz 4.109
            des ESVG 2010 definiert,
      –     in Anhang A Absatz 4.78 des ESVG 2010 definierte Einkommensteuer,
      –     in Anhang A Absatz 4.41 des ESVG 2010 definiertes Vermögenseinkommen,
      –     in Anhang A Absatz 4.92 des              ESVG 2010     definierte tatsächliche
            Sozialbeiträge der Arbeitgeber,
      –     in      Anhang A         Absatz 4.112      des      ESVG 2010        definierte
            Nichtlebensversicherungsleistungen,
      –     in Anhang A Absatz 4.129 des ESVG 2010 definierte laufende Transfers
            zwischen privaten Haushalten,
      –     in Anhang A Absatz 4.132 des ESVG 2010 definierte Geldstrafen und
            gebührenpflichtige Verwarnungen, die gegen institutionelle Einheiten von
            Gerichten oder Organen mit quasi-richterlichen Aufgaben ausgesprochen
            wurden.
   4. Monetäre Transaktionen sind Transaktionen, bei denen die beteiligten Einheiten
      Zahlungen vornehmen oder erhalten, Verbindlichkeiten eingehen oder
      Vermögenswerte erhalten, die auf Währungseinheiten lauten. Transaktionen, bei
      denen kein Tausch von Bargeld oder auf Währungseinheiten lautender Forderungen
      oder Verbindlichkeiten stattfindet, sind nichtmonetäre Transaktionen.
DE                                           1                                              DE