CELEX: C1999/204/13
Language: de
Date: 1999-07-17 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Erste Kammer) vom 28. April 1999 in der Rechtssache C-405/97 (Vorabentscheidungsersuchen des Finanzgerichts Bremen): Möwenpick Deutschland GmbH für das Gastgewerbe gegen Hauptzollamt Bremen («Kombinierte Nomenklatur - Position 0802 - Getrocknete, vorübergehend bei einer Temperatur von -24 o C eingelagerte Walnußstücke»)

17.7.1999                DE                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        C 204/7
über die Umsatzsteuern — Gemeinsames Merwertsteuer-                        zuzüglich Zinsen in Höhe von 43,09 ECU für jeden tag des
system: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage                  Verzugs ab 1. April 1988, und auf Schadensersatz in Höhe
(ABl. L 145, S. 1) hat der Gerichtshof unter Mitwirkung des                von 60 000 ECU hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer) unter
Präsidenten G. C. Rodrı́guez Iglesias, der Kammerpräsidenten               Mitwirkung des Kammerpräsidenten J.-P. Puissochet (Berichter-
P. J. G. Kapteyn und G. Hirsch (Berichterstatter) sowie der                statter) sowie der Richter P. Jann, C. Gulmann, D. A. O. Ed-
Richter G. F. Mancini, J. C. Moitinho de Almeida, C. Gulmann,              ward und L. Sevón — Generalanwalt: A. La Pergola; Kanzler:
D. A. O. Edward, L. Sevón und M. Wathelet — Generalanwalt:                H. A. Rühl, Hauptverwaltungsrat — am 27. April 1999 ein
N. Fennelly; Kanzler: D. Louterman-Hubeau, Haupverwal-                     Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
tungsrätin — am 27. April 1999 ein Urteil mit folgendem
Tenor erlassen:                                                            1. Die SNUA Srl wird verurteilt, an die Kommission der Europäi-
                                                                               schen Gemeinschaften 195 397 Euro zuzüglich Zinsen in Höhe
1. Artikel 11 Teil A Absatz 3 Buchstabe b der Sechsten Richtlinie              von 43,09 Euro für jeden Tag des Verzugs ab 1. April 1988 bis
     77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisie-                     zum Tag der vollständigen Beleichung der Schuld zu zahlen.
     rung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Um-
     satzsteuern — Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche
                                                                           2. Im übrigen wird die Klage abgewiesen.
     steuerpflichtige Bemessungsgrundlage ist so auszulegen, daß die
     Begriffe „Rabatte“ und „Rückvergütungen“ keinen Preisnachlaß
     in Höhe der Gesamtkosten einer Lieferung von Gegenständen             3. Die SNUA Srl trägt die Kosten des Verfahrens.
     umfassen können.
                                                                           (1) ABl. C 131 vom 26.4.1997.
2. Artikel 5 Absatz 6 der Sechsten Richtlinie 77/388 ist so
     auszulegen, daß die Entnahme von Gegenständen durch eine
     Erdölgesellschaft, die an einen Treibstoffkäufer gegen Gutscheine
     weitergegeben werden, die er nach Maßgabe der gekauften Menge
     gegen Zahlung des vollen Endverkaufspreises des Treibstoffs an
     der Tankstelle im Rahmen einer Werbeaktion wie der des
     Ausgangsverfahrens erhalten hat, einer Lieferung gegen Entgelt                       URTEIL DES GERICHTSHOFES
     im Sinne dieser Bestimmung gleichzustellen ist.
                                                                                                   (Erste Kammer)
( 1) ABl. C 108 vom 5.4.1997.
                                                                                                 vom 28. April 1999
                                                                           in der Rechtssache C-405/97 (Vorabentscheidungsersu-
                                                                           chen des Finanzgerichts Bremen): Möwenpick Deutsch-
                                                                           land GmbH für das Gastgewerbe gegen Hauptzollamt
                                                                                                      Bremen (1)
                 URTEIL DES GERICHTSHOFES
                                                                           („Kombinierte Nomenklatur — Position 0802 — Getrockne-
                          (Fünfte Kammer)                                  te, vorübergehend bei einer Temperatur von –24 oC eingela-
                                                                                                gerte Walnußstücke“)
                         vom 27. April 1999
                                                                                                   (1999/C 204/13)
in der Rechtssache C-69/97: Kommission der Europäi-
           schen Gemeinschaften gegen SNUA Srl (1)
                                                                                              (Verfahrenssprache: Deutsch)
       (Schiedsklausel — Nichterfüllung eines Vertrages)
                                                                           In der Rechtssache C-405/97 betreffend ein dem Gerichtshof
                           (1999/C 204/12)                                 nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Finanzgericht Bremen in
                                                                           dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Möwenpick Deutsch-
                                                                           land GmbH für das Gastgewerbe gegen Hauptzollamt Bremen
                     (Verfahrenssprache: Italienisch)                      vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Ausle-
                                                                           gung der Position 0802 der Kombinierten Nomenklatur in der
                                                                           Fassung des Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 2551/93
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der     der Kommission vom 10. August 1993 zur Änderung des
           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes)                  Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 des Rates über
                                                                           die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den
In der Rechtssache C-69/97, Kommission der Europäischen                    Gemeinsamen Zolltarif (ABl. L 241, S. 1) und über die Gültig-
Gemeinschaften (Bevollmächtigte: Paolo Stancanelli und Jean-               keit von Artikel 522 Absatz 3 der Verordnung (EWG)
Francis Pasquier im Beistand von Rechtsanwalt Alberto Dal                  Nr. 2454/93 der Kommission vom 2. Juli 1993 mit Durchfüh-
Ferro) gegen SNUA Srl, Pordenone (Italien), Prozeßbevollmäch-              rungsvorschriften zu der Verordnung (EWG) Nr. 2913/92 des
tigte: Rechtsanwälte Andrea Guarino, Rom, und Ezio Trampus,                Rates zur Festlegung des Zollkodex der Gemeinschaften (ABl.
wegen einer aufgrund von Artikel 181 EG-Vertrag erhobenen                  L 253, S. 1) hat der Gerichtshof (Erste Kammer) unter Mitwir-
Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften auf                   kung des Kammerpräsidenten P. Jann (Berichterstatter) sowie
Rückzahlung eines Vorschusses in Höhe von 195 397 ECU für                  der Richter D. A. O. Edward und L. Sevón — Generalanwalt:
den Aufbau eines integrierten Systems für die Abfuhr und                   A. Saggio; Kanzler: R. Grass — am 28. April 1999 ein Urteil
Wiederverwertung von festem Müll in einer privaten Anlage,                 mit folgendem Tenor erlassen:
 ---pagebreak--- C 204/8                 DE                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          17.7.1999
Die Kombinierte Nomenklatur in der Fassung des Anhangs I der                             URTEIL DES GERICHTSHOFES
Verordnung (EWG) Nr. 2551/93 der Kommission vom 10. August
1993 zur Änderung des Anhangs I der Verordnung (EWG)                                              (Erste Kammer)
Nr. 2658/87 des Rates über die zolltarifliche und statistische
Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif ist dahin auszulegen,                               vom 28. April 1999
daß aus einem Drittland eingeführte getrocknete Walnußstücke, die
in der Gemeinschaft bei einer Temperatur von –24 oC gelagert            in der Rechtssache C-250/98: Kommission der Europäi-
und nach der Wiedererwärmung zum zollrechtlich freien Verkehr             schen Gemeinschaften gegen Französische Republik (1)
abgefertigt worden sind, in die Position 0802 einzureihen sind.
                                                                        (Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Nichtumsetzung
(1) ABl. C 41 vom 7.2.1998.                                                                 der Richtlinie 89/594/EWG)
                                                                                                   (1999/C 204/15)
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                                    (Verfahrenssprache: Französisch)
                          (Erste Kammer)
                                                                        (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
                       vom 28. April 1999                                         Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes)
in der Rechtssache C-31/98 (Vorabentscheidungsersuchen                  In der Rechtssache C-250/98, Kommission der Europäischen
des Finanzgerichts München): Peter Luksch gegen Haupt-                  Gemeinschaften (Bevollmächtigte: Antonio Caeiro und Ber-
                        zollamt Weiden (1)                              nard Mongin) gegen Französische Republik (Bevollmächtigte:
                                                                        Kareen Rispal-Bellanger und Anne de Bourgoing), wegen
(Landwirtschaft — Gemeinsame Marktorganisation — Obst                   Feststellung, daß die Französische Republik dadurch gegen ihre
und Gemüse — Einfuhr von Sauerkirschen aus Drittstaaten                 Verpflichtungen aus der Richtlinie 89/594/EWG des Rates
— Erhebung einer Ausgleichsabgabe in Höbe der Differenz                 vom 30. Oktober 1989 zur Änderung der Richtlinien
zwischen dem Mindestpreis und dem Einfuhrpreis — An-                    75/362/EWG, 77/452/EWG, 78/686/EWG, 78/1026/EWG
              wendbarkeit auf beschädigte Waren)                        und 80/154/EWG für die gegenseitige Anerkennung der
                                                                        Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnach-
                          (1999/C 204/14)                               weise des Arztes, der Krankenschwester und des Krankenpfle-
                                                                        gers, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind, des
                     (Verfahrenssprache: Deutsch)                       Zahnarztes, des Tierarztes und der Hebamme sowie der
                                                                        Richtlinien 75/363/EWG, 78/1027/EWG und 80/155/EWG
In der Rechtssache C-31/98 betreffend ein dem Gerichtshof               zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften
nach Artikel 177 EG-Vertrag vom Finanzgericht München                   für die Tätigkeiten des Arztes, des Tierarztes und der Hebamme
(Deutschland) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Peter           (ABl. L 341, S. 19) verstoßen hat, daß sie nicht alle erforderli-
Luksch gegen Hauptzollamt Weiden vorgelegtes Ersuchen um                chen Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen hat, um
Vorabentscheidung über die Auslegung des Artikels 1 der                 der Richtlinie 89/594 nachzukommen, hat der Gerichtshof
Verordnung (EG) Nr. 1395/94 der Kommission vom 17. Juni                 (Erste Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten
1994 zur Festsetzung des bei der Einfuhr von Sauerkirschen              P. Jann sowie der Richter D. A. O. Edward (Berichterstatter)
anzuwendenden Mindestpreises (ABl. L 152, S. 31) sowie des              und L. Sevón — Generalanwalt: D. Ruiz-Jarabo Colomer;
Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 des Rates                    Kanzler: R. Grass — am 28. April 1999 ein Urteil mit folgen-
vom 23. Juli 1987 über die zolltarifliche und statistische              dem Tenor erlassen:
Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif (ABl. L 256,
S. 1) in der durch die Verordnung (EWG) Nr. 2551/93 der
Kommission vom 10. August 1993 (ABl. L 241, S. 1) geänder-              1. Die Französische Republik hat dadurch gegen ihre Verpflichtun-
ten Fassung und insbesondere der Anmerkung 1 zu Kapitel 8                   gen aus der Richtlinie 89/594/EWG des Rates vom 30. Oktober
der Kombinierten Nomenklatur hat der Gerichtshof (Erste                     1989 zur Änderung der Richtlinien 75/362/EWG,
Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten P. Jann                      77/452/EWG,           78/686/EWG,          78/1026/EWG        und
(Berichterstatter) sowie der Richter D. A. O. Edward und                    80/154/EWG für die gegenseitige Anerkennung der Diplome,
L. Sevón — Generalanwalt: P. Léger; Kanzler; R. Grass — am                 Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnachweise des Arz-
28. April 1999 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                     tes, der Krankenschwester und des Krankenpflegers, die für die
                                                                            allgemeine Pflege verantwortlich sind, des Zahnarztes, des
Artikel 1 der Verordnung (EG) Nr. 1395/94 der Kommission                    Tierarztes und der Hebamme sowie der Richtlinie-
vom 17. Juni 1994 zur Festsetzung des bei der Einführung von                n 75/363/EWG, 78/1027/EWG und 80/155/EWG zur Koor-
Sauerkirschen anzuwendenden Mindestpreises ist dahin auszulegen,            dinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die
daß eine Ausgleichsabgabe in einem Fall, in dem Sauerkirschen in            Tätigkeiten des Arztes, des Tierarztes und der Hebamme versto-
der Gemeinschaft zu einem niedrigen Preis in den freien Verkehr             ßen, daß sie nicht alle erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvor-
überführt wurden, nicht erhoben werden darf, wenn dieser niedrige           schriften erlassen hat, um der Richtlinie 89/594 nachzukommen.
Preis auf Umständen beruht, die vom Willen des Einführers und
von der Herkunft der Waren unabhängig sind, wie etwa einem              2. Die Französische Republik trägt die Kosten des Verfahrens.
fortgeschrittenen, unvorhergesehenen Verderb der Früchte.
                                                                        (1) ABl. C 278 vom 5.9.1998.
(1) ABl. C 94 vom 28.3.1998.