CELEX: 51991PC0304
Language: de
Date: 1991-07-30
Title: VORSCHLAG FUER EINE VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES UEBER GEMEINSCHAFTSMASSNAHMEN ZUR BEKAEMPFUNG DER GEFLUEGELPEST

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                  K0M(91) 304 endg.
                                  Brüssel, den  30. Juli 1991
                     Vorschlag für eine
                 VERORDNUNG (EWG) DES RATES
             über Gemeinschaftsmaßnahmen zur
               Bekämpfung der Geflügelpest
               (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                                      BEGRÜNDUNG  _  n
                                                        O -
Die Geflügelpest der hochkontaglösen Form ist eine ansteckende und gefährliche
GeflügeIseuche. Erreger ist ein Virus mit möglicherweise stark variabler
Pathogenität und Symptomatik bei empfänglichen Tieren. Die Seuche ist
pandemisch, und das Virus kann durch Zugvögel, namentlich bestimmte Wasservögel,
übertragen werden.
Artikel 19 der Richtlinie 90/539/EWG vom 15. Oktober 1990 über die viehseuchen-
rechtlichen Bedingungen für den innergemeinschaftlichen Handel mit Geflügel und
Bruteiern sowie für ihre Einfuhr aus Dritt«ändern* 1 ) sieht vor, daß vor dem
1. Juli 1991 Vorschriften zur Bekämpfung der Geflügelpest erlassen werden.
Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen soll die GeflügeIpest getilgt bzw. ihre
Verschleppung verhütet werden. Dies wird erreicht durch Bestandskeulung mit oder
ohne Impfung und durch strenge Verbringungskontrollen für Geflügel, Geflügeler-
zeugnisse, Fahrzeuge und andere Stoffe, die Träger des Newcastle-Virus sein
könnten. Die Maßnahmen sind bei Seuchenverdacht sofort anzuwenden, damit die Be-
kämpfung zügig und wirksam erfolgen kann.
 Im Sinne der effizienten Seuchenbekämpfung wird vorgeschlagen, daß die Mitglied-
staaten unter anderem folgenden Anforderungen genügen:
      Sie veranlassen eine Untersuchung, um den Seuchenverdacht zu erhärten bzw.
      zu entkräften;
      Sie veranlassen bei Seuchenverdacht die Überwachung der Betriebe und
      verhängen für die Dauer der Überwachung eine Verbringungssperre;
      Sie veranlassen bei Seuchenbestätigung die Tötung und unschädliche Beseiti-
      gung des infizierten Geflügels;
     sie veranlassen bei Seuchenverdacht und bei Seuchenbestätigung eine
     gründliche epizootiolog Ische Untersuchung;
     sie errichten Schutzzonen (3 km) und Überwachungszonen (10 km) um die
     Seuchenbetriebe;
     sie benennen Laboratorien, die für die zur sachgerechten Durchführung der
     Seuchenbekämpfungsmaßnahmen erforderliche technische Hilfe, Unterstützung
     gewähren;
     sie unterrichten die Kommission über Impfprogramme;
     sie erstellen einen Notstandsplan.
    CHART   Wr  i "^n^ wom x i m ioon ç A
 ---pagebreak---                                            -I-
                                  VORSCHLAG FÜR EINE
                           Veron±-iung (EWG) des Rates
                                 vl ir
                                       vom
                          über Gemeinschaftsmaßnahmen zur
                            Bekämpfung der Geflügelpest
DER RAT DER EUROPA ISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,
 insbesondere auf Artikel 43,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,
in Erwägung nachstehender Gründe :
Geflügel ist in der Liste in Anhang II des Vertrags aufgeführt und stellt für
die landwirtschaftliche Erwerbsbevölkerung eine wichtige Einkommensquelle dar.
Um die Entwicklung des GeflügeISektors zu gewährleisten und den Tiergesundheits-
schutz in der Gemeinschaft zu fördern, müssen auf Gemeinschaftsebene die Maßnah-
men festgelegt werden, die zur Bekämpfung der Geflügelpest in ihrer durch ein
Influenza-Virus mit spezifischen Merkmalen hervorgerufenen hochkontaglösen Form
nachstehend "GeflügeIpest" genannt, zu treffen sind.
Die GeflügeIpest kann sehr schnell epizootische Ausmaße mit entsprechend hoher
Mortalität annehmen und die Rentabilität der Geflügelhaltung generell nachhaltig
beeinträchtigen.
 ---pagebreak---                                        - 2 ^o -
Bei Seuchenverdacht sind sofort alle Vorkehrungen zu treffen, um die Krankheit
nach ihrer Bestätigung wirksam bekämpfen zu können.
Es ist erforderlich, eine We iterVerbreitung der Seuche durch strenge Kontrollen
der T1erverbringungen und der Verwendung von Erzeugnissen, die möglicherweise
Träger von Ansteckungsstoffen sind, sowie gegebenenfalls durch Impfungen zu ver-
hindern.
Für die Krankheitsdiagnose sind die zuständigen Laboratorien verantwortlich, de-
ren Arbeit von einem gemeinschaftlichen Referenzlaboratorium koordiniert wird.
Gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung der GeflügeIpest bilden die Grundlage für
eine einheitliche Tiergesundheitsnorm.
Die Kommission sollte mit der Erarbeitung der erforderlichen Durchfüh-
rungsvorschriften betraut werden -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                     Artikel 1
1. Diese Verordnung regelt die gemeinschaftlichen Bekämpfungsmaßnahmen, die bei
   Auftreten der Geflügelpest bei Geflügel unbeschadet der Rechtsvorschriften
   für den innergerneinschaftlichen Handel anzuwenden sind.
2. Diese Verordnung gilt nicht bei Auftreten der GeflügeIpest bei sonstigen Vö-
   geln, doch teilt der betreffende Mitgiiedstaat der Kommission alle etwaigen
   Schutzmaßnahmen mit.
 ---pagebreak---                                         - 3 -
                                      ArtiKel 2
 1. Im Sinne dieser Verordnung gelten erforderlichenfalls die Definitionen gemäß
    Artikel 2 der Richtlinie 90/539/EWG des Rates über die viehseuchenrechtlichen
    Bedingungen für den innergemeinschaftlichen Handel mit Geflügel und Bruteiern
    sowie für ihre Einfuhr aus Dr i tt landernC).
    Darüber hinaus gelten folgende Definitionen :
    a) "seuchenkrankes Geflüoel" : Geflügel,
      -   bei dem die GeflügeIpest im Sinne von Anhang I nach Untersuchung in ei-
          nem zugelassenen Labor offiziell bestätigt wurde, oder
      -   bei dem - im Falle von Zweit- oder Folgeinfekten - klinische Symptome
          oder postmortale Läsionen vorliegen, die auf Geflügelpest schließen las-
          sen;
    b) "seuchenverdächtiges Geflügel : Geflügel mit derartigen klinischen Sympto-
       men oder postmortalen Läsionen, daß begründeter Verdacht auf Geflügelpest
        besteht, bzw. das Influenza-A-Virus des Subtyps H5 oder H7 nachgewiesen
       werden konnte;
    c) "ansteckungsverdächtIges Geflügel" : Geflügel, das möglicherweise direkt
       oder indirekt mit dem Seuchenvirus bzw. mit dem Influenza-A-Virus des
        Subtyps H5 oder H7 in Berührung gekommen ist;
    d) "Zuständige Behörde" : die von der Zentralverwaltung des betreffenden Lan-
       des zu diesem Zweck bestimmte Veterinärbehörde, die der Zentralverwaltung
       direkt unterstellt und dieser verantwortlich ist.
   e) "Amt I Icher Tierarzt" : von der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaats
       bezeichneter Tierarzt.
(1) Abi. Nr. L 303 vom 31.10.1990, S.6
 ---pagebreak---                                       - 4 -
                                    Artikel 3
Die Geflügelpest ist anzeigepflichtig; bei Seuchenverdacht ist unverzüglich die
zuständige Behörde zu benachrichtigen.
                                    Artikel 4
1. Ist Geflügel seuchen- oder ansteckungsverdächtig, so leitet der amtliche
   Tierarzt unverzüglich eine Untersuchung ein, um diesen Verdacht zu erhärten
   bzw. zu entkräften; insbesondere entnimmt bzw. veranlaßt er die Entnahme von
   Proben für die erforderlichen Laboruntersuchungen.
2. Unmittelbar nach Anzeige des Seuchenverdachts stellt die zuständige Behörde
   den Betrieb unter Beobachtung und veranlaßt insbesondere folgendes :
   a) Anlage eines Registers über sämtliche GeflügeIkategorien im Betrieb mit
      Angabe der Zahl der verendeten Tiere sowie der Zahl der Tiere mit und ohne
      Symptome in jeder Kategorie. Diese Angaben sind auf dem neuesten Stand zu
      halten und auf Verlangen vorzulegen; sie können bei jedem KontrolIbesuch
      überprüft werden;
   b) Absonderung des gesamten GeflügeIbestands des Betriebs entweder in den
      normalen Stallungen oder an einem Ort, der eine gesonderte Aufstauung
      ohne Kontakt zu anderem Geflügel ermöglicht;
   c) Verbot der Verbringung von Geflügel aus dem und zum Seuchenbetrieb;
   d) Verbot des Verkehrs
      - von Personen und Fahrzeugen bzw. der Verbringung anderer Tiere aus dem
        und zum Seuchenbetrieb sowie
      - des Transports von Fleisch und Tierkörpern, Futtermitteln, Gegenständen,
        Abfällen, Einstreu oder sonstigen Materialien, die Träger von
        Ansteckungsstoffen sein könnten, aus dem und zum Seuchenbetrieb, es sei
        denn, es liegt eine ausdrückliche Genehmigung der zuständigen Behörde
        vor;
 ---pagebreak---                                       - 5 -
   e) Verbot der Verbringung von Eiern aus dem Seuchenbetrieb, ausgenommen
      Konsumeier, die zur Zufriedenheit des amtlichen Tierarztes desinfiziert
      wurden;
   f) Verwendung geeigneter Desinfektionsmittel an den Ein- und Ausgängen der
      Stallungen und Wirtschaftsgebäude;
   g) Durchführung einer epizootiologisehen Untersuchung gemäß Artikel 7.
3. Bis die amtlichen Maßnahmen gemäß Absatz 2 getroffen sind, trifft der Besit-
   zer bzw. Halter von seuchenverdächtigem Geflügel alle zumutbaren Vorkehrun-
   gen, um den Vorschriften von Absatz 2 und insbesondere der Buchstaben b ) , c ) ,
   d) und e ) , zu genügen.
4. Die zuständige Behörde kann die Maßnahmen gemäß Absatz 2 auf andere Betriebe
   ausdehnen, wenn Lage, betriebliche Anordnung oder Kontakte mit dem seuchen-
   verdächtigen Betrieb eine Ansteckung befürchten lassen.
5. Die Maßnahmen gemäß den Absätzen 2, 3 und 4 werden erst aufgehoben, wenn der
   Seuchenverdacht vom amtlichen Tierarzt entkräftet wurde.
                                    Artikel 5
1. Wird die Geflügelpest in einem Betrieb amtIicherseits bestätigt, so ordnet
   die zuständige Behörde über die Maßnahmen gemäß Artikel 4 Absatz 2 hinaus
   folgende Maßnahmen an :
   a) unverzügliche Tötung des gesamten Geflügels im Betrieb und unschädliche
      Beseitigung der verendeten und getöteten Tiere sowie Vernichtung aller
      vorhandenen Eier unter weitestgehender Vermeidung einer Weiterverbreitung
      des Seuchenvirus;
 ---pagebreak---                                       - 6-
   b) nach Weisung des amtlichen Tierarztes Vernichtung bzw. entsprechende Be-
      handlung aller Stoffe und Abfälle wie Futtermittel, Einstreu und Mist, die
      Träger von Ansteckungsstoffen sein könnten, wobei die Behandlung die Ge-
      währ für die Abtötung etwa vorhandener Krankheitserreger bieten muß;
   c) so weit möglich Ermittlung und Vernichtung des gesamten, während der ver-
      muteten Inkubationszeit erschlachteten, aus dem Seuchenbetrieb stammenden
      Geflügelfleisches;
   d) Ermittlung und Vernichtung der in der vermuteten Inkubationszeit im
      Seuchenbetrieb erzeugten und weitergelieferten Bruteier bzw. behördliche
      Überwachung der bereits aus diesen Bruteiern geschlüpften Küken; soweit
      möglich Ermittlung und Vernichtung der in der vermuteten Inkubationszeit
      im Seuchenbetrieb erzeugten und weitergelieferten Konsumeier;
   e) nach Ausführung der Maßnahmen gemäß Buchstabe a) Reinigung und Desinfekti-
      on der Stallungen und ihrer unmittelbaren Umgebung, der Transportmittel
      sowie aller anderen Gegenstände und Materialien, die Träger von
      Ansteckungsstoffen sein könnten, gemäß Artikel 11;
   f) nach Ausführung der Maßnahmen gemäß Buchstabe e) Einhaltung einer Warte-
      frist von mindestens 21 Tagen vor der Wiederaufstockung der Bestände;
   g) Durchführung einer epizootiologischen Untersuchung gemäß Artikel 7.
2. Die zuständige Behörde kann die Maßnahmen gemäß Absatz 1 auf andere Betriebe
   ausdehnen, wenn Lage, betriebliche Anordnung oder Kontakte mit dem Seuchen-
   betrieb eine Ansteckung befürchten lassen.
 ---pagebreak---                                       - 7-
                                    Artikel g
1. Für Seuchenbetriebe, in denen zwei oder mehrere Herden getrennt gehalten wer-
   den, kann die zuständige Behörde in bezug auf die gesunden Herden Ausnahmen
   von den Anforderungen gemäß Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe a) zulassen, sofern
   der amtliche Tierarzt bestätigt, daß diese Herden vollkommen abgesondert un-
   tergebracht, gepflegt und gefüttert werden, so daß das Seuchenvirus nicht auf
   die anderen Herden übertragen werden kann.
2. Die Kommission legt nach dem Verfahren des Artikels 21 die Kriterien für die
   Gewährung der Ausnahmen gemäß Absatz 1 fest.
                                    ArtiKel 7
1. Die epizootiologische Untersuchung umfaßt:
- die Bestimmung der mutmaßlichen Zeitspanne seit der Infektion des Betriebs;
- die Ermittlung der mutmaßlichen Ansteckungsquelle sowie die Ermittlung weite-
  rer Betriebe, deren Tierbestände sich ebenfalls aus dieser Quelle infiziert
  oder angesteckt haben könnten;
- die Ermittlung von Personen und Fahrzeugen, Geflügel und sonstigen Tieren, Ei-
  ern, Fleisch und Tierkörpern sowie Gegenständen und Materialien, durch die das
  Seuchenvirus zu oder aus den fraglichen Betrieben verschleppt worden sein
  könnte.
2. Für die Durchführung der epizootiologischen Untersuchung und die umfassende
   Koordinierung aller zur schneiistmöglichen Seuchentilgung erforderlichen Maß-
   nahmen, wird ein Krisenzentrum errichtet.
 ---pagebreak---                                       - 8 -
  Die allgemeinen Vorschriften für die nationalen Krisenzentren und ein entspre-
  chendes Krisenzentrum auf Gemeinschaftsebene sind Gegenstand der Verordnung
  (EWG) Nr. ../.. des Rates.
                                    Artikel 8
1. Hat der amtliche Tierarzt den begründeten Verdacht, daß sich der Geflügel-
   bestand eines Betriebs durch Personen, Tiere, Fahrzeuge oder aus anderen
   Quellen infiziert hat, so wird der Betrieb unter amtliche Überwachung gemäß
   Absatz 2 gesteI It.
2. Die amtliche Überwachung dient der unverzüglichen Abklärung des Seuchen-
   verdachts, der Ermittlung und Kontrolle der GeflügeIverbringungen sowie gege-
   benenfalls der Einleitung der Maßnahmen gemäß Absatz 3.
3. Steht ein Betrieb unter amtlicher Überwachung gemäß Absatz 2, so verbietet
   die zuständige Behörde die Verbringung von Geflügel aus diesem Betrieb, es
   sei denn, die Tiere werden unter amtlicher Aufsicht zur sofortigen Schiach-
   tung in einen Schlachthof befördert. Dieser Genehmigung muß eine klinische
   Untersuchung des Geflügels durch den amtlichen Tierarzt vorausgehen, durch
   die nachgewiesen wurde, daß der fragliche Betrieb frei von Geflügelpest ist.
   Die Verbringungssperre wird verhängt für 21 Tage ab dem letztmöglichen Tag
   der Ansteckung, zumindest jedoch für 7 Tage.
4. Hält die zuständige Behörde die entsprechenden Voraussetzungen für gegeben,
   so kann sie die Maßnahmen dieses Artikels auf einen Teil des Betriebs und das
   darin enthaltene Geflügel beschränken, sofern die einzelnen Herden vollkommen
   abgesondert untergebracht und von nur für sie zuständigem Personal betreut
   und gefüttert wurden.
 ---pagebreak---                                        - 9-
                                     Artikel 9
1. Unmittelbar nach der amtlichen Bestätigung der Geflügelpest grenzt die zu-
   ständige Behörde ein Sperrgebiet um den Seuchenbetrieb ab, das aus einer
   Schutzzone mit einem Mindest radius von 3 km und einer Überwachungszone mit
   einem Mindestradius von 10 km besteht. Bei der Abgrenzung dieser Zonen sind
   natürliche Hindernisse und der Seuchenverlauf zu berücksichtigen.
2. In der Schutzzone werden folgende Maßnahmen angewandt :
   a) Ermittlung sämtlicher Geflugelhaltungsbetrlebe innerhalb der Zone;
   b) regelmäßige Kontro11besuche sämtlicher Geflugelhaltungsbetriebe, klinische
      Untersuchung des Geflügels und ggf. Entnahme von Proben für Labor-
      untersuchungen sowie Protokollierung der KontroIIbesuche und -ergebnisse;
   c) Einsperrung des Geflügels in den Stallungen oder an einem anderen Ort, der
      eine Absonderung der Tiere ermöglicht;
   d) Verwendung geeigneter Desinfektionsmittel an den Zufahrtswegen zu den Be-
      tr ieben;
   e) Regelung des Verkehrs von Personen, die mit Geflügel, Geflügelschlacht-
      körpern und Eiern umgehen sowie des Verkehrs von Fahrzeugen, die Geflügel,
      GeflügeIschlachtkörper und Eier innerhalb des Sperrgebiets befördern; ge-
      nerell ist der Geflügeltransport - ausgenommen für die Durchfuhr über gro-
      ße Fernverkehrsstraßen und Eisenbahnstrecken - verboten;
   f) Verbot der Verbringung von Geflügel und Bruteiern aus dem Betrieb, es sei
      denn, die zuständige Behörde genehmigt
 ---pagebreak---                                      - 10 -
       i)    die Verbringung des Geflügels zur unverzüglichen Schlachtung in ei-
             nen tierärztlich überwachten, möglichst in dem Sperrgebiet gelege-
             nen Schlachthof, bzw. in einen anderen von ihr benannten Schlacht-
             hof außerhalb des Sperrgebiets. Das so erschlachtete Fleisch ist
             mit dem besonderen Genußtauglichkeitskennzeichen gemäß Artikel 6
             Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. ../     über die Veterinärbe-
             dingungen für den innergemeinschaftlichen Handel mit frischem
             Fleisch von Geflügel und Zuchtfederwild und für die Einfuhr dieses
             Fleisches aus Drittländern^1) zu versehen.
       li)   die Verbringung von Eintagsküken oder angehendem Zuchtgeflügel in
             einen Betrieb im Sperrgebiet, in dem sich kein anderes Geflügel be-
             findet.  Dieser Betrieb ist unter amtliche Überwachung gemäß Arti-
             kel 8 Absatz 2 zu stellen;
      Mi)    den Transport von Bruteiern in eine Brüterei im Sperrgebiet bzw. in
             eine von der zuständigen Behörde benannte Brüterei außerhalb dieses
             Gebiets.  Vor dem Versand sind Eier und Verpackungen zu desinfizie-
             ren.
      Die Verbringungen gemäß Ziffern i), ii) und iii) müssen auf direktem Weg
      unter amtlicher Überwachung erfolgen.  Sie dürfen erst nach einer
      veterinärhygienischen Kontrolle des Betriebs durch den amtlichen Tierarzt
      genehmigt werden.  Die verwendeten Transportmittel sind vor und nach ihrer
      Verwendung zu reinigen und zu desinfizieren.
   g) Verbot der unbefugten Beförderung und Ausbringung von Stall- und Flüssig-
      mist;
   h) Verbot des Betriebs von Ausstellungen, Märkten, Tierschauen und sonstiger
      Sammelstellen für Geflügel und andere Vögel;
3. Die in der Schutzzone getroffenen Maßnahmen werden frühestens 21 Tage nach
   der ersten Reinigung und Desinfektion des Seuchenbetriebs gemäß Artikel 11
   aufgehoben.  Danach wird die Schutzzone in die Überwachungszone eingeglie-
   dert.
(1) KOM(89)507 endg.
 ---pagebreak---                                      - 11 -
4. In der Überwachungszone werden folgende Maßnahmen angewandt :
   a) Ermittlung sämtlicher Geflugelhaltungsbetrlebe innerhalb der Zone;
   b) Kontrolle der Geflügel- und Bruteierverbringungen innerhalb der
      Überwachungszone;
   c) innerhalb der ersten 15 Tage Verbot der Verbringung von Geflügel aus der
      Zone, es sei denn, das Geflügel wird auf direktem Weg zu einem von der zu-
      ständigen Behörde benannten Schlachthof außerhalb der Überwachungszone be-
      fördert. Das so erschlachtete Fleisch ist mit dem besonderen Genuß-
      tauglichkeitskennzeichen gemäß Artikel 6 der Verordnung (EWG) Nr       /..
      über die Veterinärbedingungen für den innergemeinschaftlichen Handel mit
      frischem Fleisch von Geflügel und Zuchtfederwild und für die Einfuhr die-
      ses Fleisches aus Drittländern zu versehen.
   d) Verbot der Verbringung von Bruteiern aus der Überwachungszone, es sei
      denn, sie werden an einen behördlich benannten Ort gebracht; vor dem Ver-
      sand sind Eier und Verpackungen zu desinfizieren;
   e) Verbot der Verbringung von Stall- und Flüssigmist aus der Zone;
   f) Verbot des Betriebs von Ausstellungen, Märkten, Tierschauen und sonstigen
      Sammelstellen für Geflügel und andere Vögel;
 »
   g) unbeschadet der Bestimmungen der Buchstaben b) und c) Verbot des Trans-
      ports von Geflügel innerhalb der Zone, außer zur Durchfuhr über große
      Fernverkehrsstraßen und Eisenbahnstrecken.
5. Die in der Überwachungszone getroffenen Maßnahmen werden frühestens 30 Tage
   nach der ersten Reinigung und Desinfektion des Betriebs gemäß Artikel 11 auf-
   gehoben.
 ---pagebreak---                                      - 12 -
                                   Artikel 10
1. Die zuständige Behörde regelt das Verfahren, mit dessen Hilfe Verbringungen
   von Geflügel und Eiern aus dem Herkunftsbetrieb jederzeit feststellbar sind.
2. Der Besitzer bzw. der Halter erteilt der zuständigen Behörde auf Verlangen
   Auskunft über die Zu- und Abgänge von Geflügel und Eiern in seinem Betrieb.
3. Personen, die Geflügel- und Eiertransport oder -handel betreiben, müssen der
   zuständigen Behörde Auskunft über die Verbringung der beförderten bzw. gehan-
   delten Tiere und Eier erteilen sowie entsprechende Belege beibringen können.
                                   Artikel 11
1. Die zu verwendeten Desinfektionsmittel und ihre Konzentrationen müssen von
   der zuständigen Behörde festgelegt werden.
2. Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten finden unter behördlicher Aufsicht und
   nach amtstierärztlicher Weisung statt.
                                   Artikel 12
Für die Probenahmen und Laboruntersuchungen zur Ermittlung des Virus der
GeflügeIpest gelten die Bestimmungen des Anhangs I.
                                   Artikel 13
1. Jeder Mitgliedstaat benennt
   a) ein oder mehrere Laboratorien, die technisch und personell in der Lage
      sind, die Pathogenität von Influenza-Virusisolaten (Anhang I Kapitel 7) zu
      bewerten und Influenza-A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu identifizieren;
 ---pagebreak---                                       - 13 -
   b) ein oder mehrere Laboratorien, in denen Reagenzien zur Verwendung in re-
       gionalen Laboratorien getestet werden;
   c) ein oder mehrere nationale Institute oder Laboratorien, in denen
       zugelassene Vakzinen geprüft werden dürfen, um die Übereinstimmung mit den
       Spezifikationen in der Vermarktungs-Zulassung zu bestätigen.
2. Die in Anhang II aufgeführten nationalen Laboratorien sind für die
   Koordinierung der Standards und Diagnosemethoden, der Verwendung von
   Reagenzien und der Vakzinprüfungen zuständig.
3. Die nationalen Laboratorien gemäß Absatz 2 sind zuständig für die
   Koordinierung der in den einzelnen staatlichen Diagnoselaboratorien für
   GeflügeIpest angewandten Standards und Diagnoseverfahren. Zu diesem Zweck
   a) können sie Diagnosereagenzien an regionale Laboratorien abgeben;
   b) kontrollieren sie die Qualität aller in dem betreffenden Mitgliedstaat
      verwendeten Diagnosereagenzien;
   c) veranlassen sie die regelmäßige Durchführung von Vergleichstests;
   d) halten sie Influenzavirus-lsolate aus bestätigten Seuchenfällen des be-
       treffenden Mitgliedstaats vorrätig;
   e) bestätigen sie positive Ergebnisse der regionalen Diagnoselaboratorien.
4. Die nationalen Laboratorien gemäß Anhang II stehen in Verbindung zum gemein-
   schaftlichen Referenzlaboratorium gemäß Artikel 14.
                                    ArtlKel 14
Das Gemeinschaftliche Referenzlaboratorium für GeflügeIpest ist in Anhang III
aufgeführt. Die Aufgaben und Befugnisse dieses Laboratoriums werden nach dem
Verfahren des Artikels 21 erlassen, sofern sie nicht bereits in Artikel 28 der
Entscheidung 90/424/EWG des Rates über bestimmte Ausgaben im
Veterinärbereich*1) geregelt sind.
(1) ABI Nr. L 224 vom 18.08.1990, S. 19
 ---pagebreak---                                       - 14 -
                                   Artikel 15
1. Impfungen gegen die GeflügeIpest mit amtlich zugelassenen Vakzinen können
   entweder prophylaktisch oder ergänzend zu den bei Ausbruch der Krankheit ge-
   troffenen Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden.
2. Den Beschluss, die Bekämpfungsmaßnahmen durch Impfungen zu ergänzen, trifft
   die Kommission in Zusammenarbeit mit dem betroffenen Mitgliedstaat nach dem
   Verfahren des Artikels 21. Sie berücksichtigt dabei
   -  die Geflügelkonzentration im Seuchengebiet,
   -  die Merkmale und die Zusammensetzung der zu verwendenden Impfstoffe,
   -  die Verfahren der Überwachung der Abgabe, Lagerung und Verwendung der
       Impfstoffe,
   -  die zu impfenden Geflügelarten und -kategorien,
   -  die Impfgebiete.
3. Wird ein Mitgliedstaat gemäß Artikel 2 ermächtigt, in einem begrenzten Teil
   seines Hoheitsgebiets Notimpfungen durchzuführen, so bleibt der Gesundheits-
   status der anderen Landesteile davon unberührt, sofern nach abgeschlossener
   Impfung eine 3-monatige Verbringungssperre für die geimpften Tiere verhängt
   wird.
                                    ArtiKel 16
1. Erweist sich die Geflügelpest in einer bestimmten Region als außergewöhnlich
   virulent und besteht die Gefahr einer Verschleppung, so trifft der betroffene
   Mitgliedstaat folgende Maßnahmen:
   -  Er erklärt ein räumlich abgegrenztes Gebiet, das zumindest alle darin ge-
      legenen Schutz- und Überwachungszonen umfaßt, zur "besonders gefährdeten
      Zone" (Gefahrenzone);
 ---pagebreak---                                       - 15 -
   -   er ordnet in der "Gefahrenzone" die Maßnahmen gemäß Artikel 9 Absatz 3 an;
   -   er verbietet die Verbringung von Lebendgeflügel und Bruteiern aus der
       "Gefahrenzone";
   -   er unterrichtet die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten im Ständi-
      gen Veterinärausschuß über die Seuchenlage und die getroffenen
      Bekämpfungsmaßnahmen.
2. Die Abgrenzung der "Gefahrenzone" kann im Zuge der schrittweisen Aufhebung
   der Schutzzonen überprüft werden. Mit Aufhebung der letzten Überwachungszone
   werden die Vorschriften gemäß Absatz 1 aufgehoben.
3. Bei Gefahr im Verzuge müssen die von dem Mitgliedstaat durchzuführenden
   Bekämpfungsmaßnahmen, insbesondere die Ausweisung der "Gefahrenzone" und die
   Anwendung der Vorschriften des Artikels 15, im Rahmen einer Entscheidung nach
   dem Verfahren des Artikels 21 beschlossen werden.
                                    Artikel 17
1. Jeder Mitgliedstaat erstellt einen Notstandsplan mit Maßnahmen, die bei Aus-
   bruch der Geflügelpest auf einzelstaatlicher Ebene zu treffen sind.
   Der Notstandsplan ermöglicht den Zugang zu Anlagen, Ausrüstungen, Personal
   und allen sonstigen Materialien, die für eine zügige und effiziente Seuchen-
   tilgung erforderlich sind. Er enthält genaue Angaben über die impfstoffmen-
   gen, die der betreffende Mitgliedstaat für eine etwaige Notimpfung für not-
   wendig erachtet.
 ---pagebreak---                                       - 16 -
2. Für die Aufstellung des Notstandsplans gelten sinngemäß die Kriterien der
   Entscheidung 91/42/EWG der Kommission vom 8. Januar 9 1 ( 1 ) über die Kriterien
    für die Aufstellung der Notstandspläne zur Bekämpfung der Maul- und Klauen-
   seuche gemäß Artikel 5 der Richtlinie 90/423/EWG des Rates.
   Die Kommission kann diese Kriterien unter Berücksichtigung der Besonderheiten
   der Geflügelpest nach dem Verfahren des Artikels 21 ändern oder ergänzen.
3. Die nach den Kriterien gemäß Absatz 2 aufgestellten Pläne sind der Kommission
   binnen 12 Monate nach Inkrafttreten dieser Verordnung vorzulegen.
4. Die Kommission prüft, ob die Pläne die Verwirklichung des gesteckten Ziels
   ermöglichen, und schlägt ggf. Abänderungen vor, um die einzelnen Pläne mit
   denen der anderen Mitgliedstaaten in Einklang zu bringen.
   Die Kommission genehmigt die Pläne, gegebenenfalls nach Abänderung, nach dem
   Verfahren des Artikels 21.
   Nach dem gleichen Verfahren können die Pläne zu einem späteren Zeitpunkt ge-
   ändert oder ergänzt werden, um der Seuchenentwicklung Rechnung zu tragen.
                                    Artikel 18
Tierärztliche Sachverständige der Kommission können in Zusammenarbeit mit den
Behörden des betreffenden Mitgliedstaats Kontrollen vor Ort durchführen, inso-
weit dies für die einheitliche Anwendung dieser Verordnung erforderlich ist. Die
Kommission unterrichtet die Mitgliedstaaten über die Ergebnisse dieser Kontrol-
len.
(1) ABI Nr. L   23 vom 29.01.1991, S. 29
 ---pagebreak---                                      - 17 -
Ein Mitgliedstaat, in dessen Gebiet eine Kontrolle durchgeführt wird, gewährt
den Sachverständigen jede zur Erfüllung ihrer Aufgabe erforderliche Unterstüt-
zung .
Die allgemeinen Durchführungsvorschriften zu diesem Artikel werden nach dem Ver-
fahren des Artikels 21 erlassen.
                                   Artikel 19
Die Einzelheiten der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an den sich aus
dieser Verordnung ergebenden Maßnahmen sind in der Entscheidung 90/424/EWG des
Rates über bestimmte Ausgaben im Veterinärbereich geregelt.
                                   Artikel 20
Die Kommission kann die Anhänge dieser Verordnung nach dem Verfahren des Arti-
kels 21 ändern, um neuen Diagnoseverfahren Rechnung zu tragen.
                                   Artikel 21
1. Die Kommission wird von dem durch Beschluß 68/361/EWG des RatestD einge-
   setzten Ständigen Veterinärausschuß, im folgende "Ausschuß" genannt, unter-
   stützt.
2. Wird auf das Verfahren dieses Artikels Bezug genommen, so gelten folgende Be-
   stimmungen:
   Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu
   treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf
   innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter ßerücksichtigung der
   Dringlichkeit der betreffenden Frage - erforderlichenfalls durch eine Abstim-
   mung - festsetzen kann.
   Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen; darüber hinaus hat jeder
   Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß seine Stellungnahme im Protokoll
   festgehalten wird.
(1) ABl Nr. L 255 vom 18.10.1968, S. 23
 ---pagebreak---                                      - 18 -
   Die Kommission berücksichtigt so weit wie möglich die Stellungnahme des
   Ausschußes. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stel-
   lungnahme berücksichtigt hat.
                                   ArtiKel 22
Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1991 in Kraft.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel am
                                         Im Namen des Rates
 ---pagebreak---                                         -4$ -
                                     ANHANG I
                        VERFAHREN FÜR PIE BESTÄTIGUNG UNE
                    DIE DIFFERENTIALPIAGNOSE PER GEFLÜGELPEST
Die nachstehenden Verfahren zur Isolierung und Charakterisierung von ND-Viren
sind Mindestrichtlinien für die Seuchendiagnose.
Für die Verfahren zur Bestätigung und Differentialdiagnose der Geflügelpest gilt
folgende Begriffsbestimmung:
Die GeflügeIpest ist eine Infektionskrankheit, die von einem Influenza-A-Virus
mit einem intravenösen Pathogenitatsindex in 6 Wochen alten Hühnern von 1,2 oder
mehr verursacht wird, bzw. eine Influenza-A-Infekt ion der Virussubtypen H5 oder
H7, bei der im Rahmen einer Nukleotid-Sequenzanalyse das Vorhandensein multipler
basischer Aminosäuren im Spaltbereich des Hämagglutinins nachgewiesen wurde.
                                    KAPITEL 1
                   ENTNAHME UNP BEHANDLUNG VON PROBENMATERIAL
1. probenmateMal
Kloakenabstriche (oder Fäzes) sowie Luftröhrenabstriche von erkrankten Vögeln;
Fäzes oder Darminhalt, Hirngewebe, Luftröhre, Lungen, Leber, Milz sowie andere
eindeutig infizierte Organe kürzlich verendeter Tiere.
2. Behandlung des Probenmaterials
   Die vorgenannten Organe und Gewebe können gepoolt werden; nur Fäkalmaterial
   ist unbedingt gesondert zu behandeln.   Abstriche sollten ganz in ein
   antibiotisches Medium getaucht, Fäkalproben und Organe in antibiotischem
   Medium (im geschlossenen Blender oder unter Verwendung von Stößel und Mörser
   und sterilem Sand) homogenisiert und zu 10 bis 20 % w/v suspendiert werden.
   Die Suspensionen sind für rund 2 Stunden bei Umgebungstemperatur (bei 4*C
   entsprechend länger) stehen zu lassen und danach durch Zentrifugieren zu klä-
   ren (z.B. 800-1.000 x g für 10 Minuten).
 ---pagebreak---                                         - 2P-
   3. Antibiotisches Medium
   Verschiedene Laboratorien haben antibiotische Medien in unterschiedlicher Zu-
   sammensetzung erfolgreich angewandt; für ein bestimmtes Land können die Labo-
   ratorien gemäß Anhang II zu Rate gezogen werden. Für Fäkal proben sind Anti-
   biotika in hoher Konzentration erforderlich; als typische Mischung gilt :
    10.000 Einheiten/ml Penicillin, 10 mg/ml Streptomycin, 0,25 mg/ml Gentamycin
   und 5.000 Einheiten/ml Mycostatin in phosphatgepufferter Kochsalzlösung.    Für
   Gewebe und Luftröhrenabstriche können diese Mengen bis auf ein Fünftel ver-
   ringert werden. Gegen ChIamvdienorqanismen können 50 mg/ml Oxytetracyclin zu-
   gegeben werden. Bei der Herstellung des Mediums ist unbedingt der pH-Wert
   nach Zugabe der Antibiotika zu überprüfen und auf 7,0-7,4 zu korrigieren.
                                      KAPITEL 2
                                  Vi m s Isolierung
Virusisolieruna in embrvonierten Hühnereiern
Die AIlantoishöhlen von mindestens vier embryonierten Eiern, die 8-10 Tage
vorbebrütet wurden, werden mit 0,1-0,2 ml des geklärten flüssigen Überstands
beimpft. Im Idealfall sollten diese Eier aus einer spezifiziert pathogenfreien
Herde stammen; ansonsten können auch Eier aus einer Herde verwendet werden, die
nachweislich frei von GeflügeIpestvirus-Antikörpern ist. Die beimpften Eier wer-
den bei 37°C aufbewahrt und täglich durchleuchtet. Eier mit toten bzw. abster-
benden Embryonen sowie alle anderen Eier sind sechs Tage nach der Beimpfung auf
4*C abzukühlen, und die AI I anto is-/Amnionflussigkeiten auf Hamagglutination zu
untersuchen. Läßt sich keine Hamagglutination feststellen, so wird das vorge-
nannte Verfahren mit unverdünnter AI Iantois-/Amnionflussigkeit als Inokulum wie-
derholt.
Wird Hämagglut(nation festgestellt, so ist im Kulturverfahren zu prüfen, ob eine
Bakterienkontamination vorliegt. Sind Bakterien vorhanden, so können die Flüs-
sigkeiten durch einen 450nm-MembranfiI ter passiert und nach Zugabe weiterer An-
tibiotika in embryonierte Eier inokuliert werden.
 ---pagebreak---                                       KAPITEL 3
                                Different!aIdiaonose
1. Vorläufige Differenzierung
   Da es wesentlich ist, zur Eindämmung der Virusverbreitung möglichst schnell
   Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen, sollten die regionalen Laboratorien in
   der Lage sein, zusätzlich zum NDV-Virus isolierte hamagglutinierende Viren
   als Influenza-Viren des Subtyps H5 bzw. H7 zu identifizieren. Die
   hamagglutinierenden Flüssigkeiten sollten einem Hamagglutinations-
   Hemmungstest nach Kapitel 5 und 6 unterzogen werden. Eine positive Hemmung,
   d.h. 24  oder m e hr, mit den für die Subtypen H5 oder H7 des Influenza-A-
   Virus spezifischen polyklonalen Antiseren, deren Titer mindestens 29 b e _
   trägt, würde als vorläufiger Nachweis ausreichen und die Anordnung
   zwischenzeitlicher Bekämpfungsmaßnahmen rechtfertigen.
2. Bestät i ounosnachwe i s
   Da es 13 Hamagglutinin-Subtypen und 9 Neuraminidase-Subtypen von Influenza-
   Viren gibt, die ihrerseits variieren, ist es für die einzelnen nationalen
   Laboratorien weder praktikabel noch kostenwirksam, Antiseren vorrätig zu
   halten, die eine vollständige Antigen-Charakterisierung von Influenza-
   Isolaten gestatten. Jedes nationale Laboratorium sollte jedoch
   (I)                     mittels Doppeldiffusion zum Nachweis des
                           Gruppenantigens das Isolât als Influenza-A-Virus bestä-
                           tigen (Immunfluoreszenz- oder der EL ISA-Test können zum
                           Nachweis von Gruppenantigenen verwendet werden, wenn
                           das nationale Laboratorium diese Verfahren vorzieht);
   (ii)                    bestimmen, ob das Isolât vom Subtyp H5 bzw. H7 ist oder
                           nicht;
 ---pagebreak---                                            -Il-
   (IM)                einen intravenösen Pathogenitätstest gemäß Kapitel 7
                       dieses Anhangs an 6 Wochen alten Hühnern durchführen.
                       Ein Pathogenitatsindex von über 1,2 läßt auf das Vor-
                        liegen des Virus schließen, und die Bekämpfungs-
                       maßnahmen sind in vol lern Umfang durchzuführen (es wäre
                       sinnvoll, wenn die nationalen Laboratorien durch
                       Plaquetests gemäß Kapitel 8 die Fähigkeit eines
                        Isolats, in Zellkulturen Plaques zu bilden, bestimmen
                       würden).
   Die nationalen Laboratorien sollten dem gemeinschaftlichen Referenzlabor
   unverzüglich alle Geflügelpest- und alle H5- und H7-Isolate zur umfassenden
   Charakterisierung zuleiten.
3. Weitere Tvpendifferenzieruna und Charakterisierung von Isolaten
   Alle von den nationalen Laboratorien erhaltenen hamagglutinierenden Viren
   werden im EG-ReferenzIaboratorium weiteren Antigen- und Genstudien unterzo-
   gen, um den Aufgaben und Pflichten des Referenz labors entsprechend weitere
   Erkenntnisse über den Seuchenverlauf in der Europäischen Gemeinschaft zu
   gewinnen.
   Darüberhinaus obliegt dem gemeinschaftlichen Referenz labor die umfassende
   Antigentypisierung aller eingegangenen Influenza-Viren. Bei Viren des
   Subtyps H5 bzw. H7, deren intravenöser Pathogenitatsindex nicht über 1,2
   liegt, ist im Rahmen einer Nukleotid-Sequenzanalyse des Hamagglutiningens
   ferner zu bestimmen, ob im Spaltbereich des Hamagglutininproteins multiple
   basische Aminosäuren vorhanden sind. Viren, die trotz niedriger
   PathogenitätsIndizes keine multiplen basischen Aminosäuren im Spaltbereich
   vorweisen, erfordern umfassende Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Geflugel-
   pest.
 ---pagebreak---                                      KAPITEL 4
           Serologische Untersuchungen auf GeflügeIpestvirus-Antikörper
1. Im Rahmen von Tilgungsprogrammen, bei denen der Subtyp H des Seuchenvirus
   bereits bekannt ist, oder bei denen das holologe Virus als Antigen verwendet
   wird, kann die serologische Überwachung zur Infektionsermittlung im Wege von
   Hamagglutinations-Hemmungstest gemäß Kapitel 5 und 6 erfolgen.
   Ist der Hamagglutinln-Subtyp nicht bekannt, so kann eine Influenza-A-Virus-
    lnfektion durch die Ermittlung von Antikörpern nachgewiesen werden, die ge-
   gen die gruppenspezifischen Antigene gerichtet sind. Dazu können entweder
   die Doppeldiffusion (Kapitel 9 dieses Anhangs) oder der ELISA herangezogen
   werden (problematisch beim ELISA ist die Wirtsspezifitat des Tests, da
   Wirtsimmunoglobuline nachgewiesen werden müssen). Bei Wasservögeln fallen
   Doppel dlffusionstests selten positiv aus, und, sofern der Subtyp nicht be-
   kannt ist, sollte man sich wahrscheinlich damit begnügen, Wasservögel auf
   Antikörper gegen die Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.
2. a)   Probenmaterial
        Bei Beständen von weniger als 20 Vögeln sollten Blutproben von allen
        Tieren, bei größeren Beständen von 20 Tieren entnommen werden. (Sind
        mindestens 25 X des Bestands positiv, so wird auf diese Weise, ungeach-
        tet der Bestandsgröße, mit über 99 %iger Wahrscheinlichkeit mindestens
        ein Positivserum ermittelt). Nach Gerinnung des Blutes wird das Serum
        zwecks Untersuchung entfernt.
   b) AntiKörperorufung
        Die einzelnen Serumproben werden im Rahmen der Standard-
        Hämagglutinations-Hemmungstests nach Kapitel 6 auf ihre Fähigkeit ge-
        prüft, die Hamagglutination durch Virusantigen zu hemmen.
 ---pagebreak---          Es ist umstritten, ob 4 oder 8 Hamagglutinin-Einheiten (HAU) für den
         Hamagglutinations-Hemmungstest (HI-Test) verwendet werden sollen.            Bei-
         des dürfte vertretbar sein, so daß die Entscheidung den nationalen Labo-
         ratorien überlassen werden sollte. Von dem verwendeten Antigen hängt je-
         doch ab, ab wann ein bestimmtes Serum als positiv gilt : - Bei 4 HAU
         gilt jedes Serum mit einem Titer von 24  o d e r mehr - f bei 8 HAU jedes Se_
         rum mit einem Titer von 23 oder mehr als  positiv.
                                     KAPITEL 5
                          HAMAGGLUTINATIONSTEST (HA-TEST)
Reagenzien
 1.   Isotonische Salzlösung, phosphatgepuffert (0,05M) auf einen pH-Wert von
     7,0-7,4.
2.   Rote Blutkörperchen, von mindestens drei spezifiziert pathogenfreien Hüh-
     nern entnommen (ist dies nicht möglich, kann Blut von Vögeln entnommen wer-
     den, die regelmäßig überwacht wurden und nachweislich frei von Geflügelpest
     -Antikörpern sind) und in gleicher Menge Alsever-Lösung gepoolt. Die
     Blutkörperchen sind vor ihrer Verwendung dreimal in gepufferter Kochsalz-
     lösung zu reinigen. Für den Test wird eine 1 %-Suspension (Hämatokritwert
     v/v) in gepufferter Kochsalzlösung empfohlen.
3.   Als Standardantigene liefert bzw. empfiehlt das Gemeinschaftliche Referenz-
     labor schwach virulente H5- und H7-Viren.
Verfahren
1.   0.025M gepufferte Salzlösung in alle (V-förmigen) Mulden eines Kunststoff-
     Mikrotitrators träufeln.
2.   0,025 ml Virussuspension (d.h. AIlantois-Flüssigkeit) in die erste Mulde
     geben.
3.   Mit einem MikrotI trationsverdunner über das Testtablett verteilt zweifache
     Virusverdünnungen (1:2 bis 1:4096) herstellen.
4.   Weitere 0.025 ml gepufferte Kochsalzlösung in jede Mulde einträufeln.
5.   0,25 ml 1 %ig suspendierte rote Blutkörperchen in alle Mulden geben.
 ---pagebreak---                                                     15-
6.  Durch Antippen mischen und bei 4 C C aufbewahren.
7.  Tablett nach 30-40 Minuten, wenn sich die Kontrollen gesetzt haben, ablesen.
    Dazu Tablett leicht anheben und auf Vorliegen bzw. Fehlen einer
     tropfenförmigen Strömung der roten Blutkörperchen prüfen. Mulden ohne
    HamagglutinatIon sollten die gleiche Strömungsrate aufweisen wie die virus-
     freien Kontrollzellen.
8.  Als Hamagglutinationstiter gilt die höchste Verdünnung, bei der die roten
    Blutkörperchen agglutinieren, wobei davon ausgegangen werden kann, daß diese
    Verdünnung 1 hamagglutinierende Einheit (HAU) enthält. Für eine genauere Be-
    stimmung des Hamagglutinationstiters müssen Hamagglutinationstests mit
    Virusmaterial aus eng aufeinander folgenden Anfangsverdünnungsstufen (d.h.
     1:3, 1:4, 1:5, 1:6 usw.) durchgeführt werden. Dieses Verfahren empfiehlt
    sich zur akkuraten Bereitung von Antigenmaterial für Hamagglutinations-
    Hemmungstests (Kapitel 6 ) .
                                      KAPITEL 6
                     HAMAGGLUTI NAT IONS-HEMMUNGSTEST f HI-TEST1
Reagenzien (siehe Kapitel 5)
1.  Phosphatgepufferte Kochsalzlösung (PBS).
2.  Virushaltige AIlantois-Flussigkeit, mit gepufferter Kochsalzlösung auf 4
    bzw. 8 hamagglutinierende Einheiten (HAU) je 0,025 ml verdünnt.
3.  1 %ig suspendierte rote Blutkörperchen (Hühner).
4.  Negatives Hühner-KontrolI serum.
5.  Positives KontroiIserum.
Verfahren
1.  0,025 ml gepufferte Kochsalzlösung in alle (V-förmige) Mulden eines
    Kunststoff-Mikrotitrators träufeln.
2.  0,025 ml Serum In die erste Mulde geben.
 ---pagebreak---                                                     l$-
 3. Mit einem Mikrotitrationsverdunner über das Testtablett verteilt zweifache
     Serumverdünnungen herstellen.
4.   0,025 ml verdünnte AIlantois-Flüssigkeit mit 4 bzw. 8 HAU zugeben.
5.  Durch Antippen mischen und Tablett für mindestens 60 Minuten bei 4*C bzw.
     für mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur aufbewahren.
6.   0,025 ml 1 %ig suspendierte rote Blutkörperchen in alle Mulden geben.
7.  Durch Antippen mischen und bei 4*C aufbewahren.
8.  Testtabletts nach 30-40 Minuten, wenn sich die Kontrollzellen gesetzt haben,
    ablesen. Dazu Tablett leicht anheben und auf Vorliegen bzw. Fehlen einen
    tropfenförmigen Strömung achten. Die Strömungsrate sollte der in den
    KontrolImulden entsprechen, die lediglich rote Blutkörperchen (0,025 ml) und
    gepufferte Kochsalzlösung (0,05 ml) enthalten.
9.  Als Hemmt iter gilt die höchste Antiserumverdünnung, die 4 bzw.
    8 Viruseinheiten vollständig hemmt (Jeder Test sollte zur Bestätigung der
    erforderlichen HAU eine Hamagglutinationstitrierung beinhalten).
10. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse hängt ab von einem Titerergebnis von we-
    niger als 23  bei 4 H A U bzw. 2 2 bei 8 HAU bei negativem KontrolI serum und
    von einem Titerergebnis, das innerhalb einer Verdünnung des bekannten
    Titerwertes des positiven KontrolI serums liegt.
                     KAPITEL 7: INTRAVENÖSER PATHOGENITATSINDEX
1.   Infizierte AIlantois-Flüssigkeit der niedrigsten verfügbaren Passage, mög-
    lichst aus erster Isolierung ohne Selektion, 10-1      jn steriler isotonischer
    Kochsalzlösung verdünnen.
2.  0,1 ml verdünnte Virus intravenös in jeweils zehn 6 Wochen alte Hühner
    (spezifiziert pathogenfreie Tiere) injizieren.
3.  Die Tiere über einen Zeitraum von zehn Tagen in 24 Stunden-Abständen unter-
    suchen.
 ---pagebreak---                                                    -n-
 4.  Dabei jeweils wie folgt bewerten: normal (0), krank (1), schwerkrank (2)
     bzw.  tot (3).
 5.  Nach folgendem Beispiel Ergebnisse aufzeichnen und Index berechnen:
            Klinische           Tag nach der Beimpfung         Insgesamt   Bewertung
              Symptome        1   2  3  4 5  6  7  8  9   10
          Normal             10   2 0 0   0  0  0 0 0 0         12 X 0   -     0
          Krank               0   4 2 0   0  0  0 0 0 0          6X1     -     6
          Schwerkrank   (*)   0   2 2 2   0  0  0 0 0 0          6 x 2   -    12
          Tot                 0   2 6 8   10 10  10 10 10 10    76 x 3   -   228
                                                               INSGESAMT -   246
       Index - Durchschnittswert je Tier und Prüfung - 246 « 2,46
                                                           100
 (*)  Es handelt sich hier um einen subjektiven klinischen Befund, der bei den be-
      troffenen Tieren in der Regel folgende Symptome voraussetzt: Atem-
      beschwerden, Depressionen, Diarrhoe, Zyanose an bloßer Haut oder Kehl läppen,
      Ödeme an Gesicht und/oder Kopf, Nervosität.
                                        KAPITEL 8
                 BEURTEILUNG DER PLAQUEBILDUNGSFXHIGKEIT (PLAQUE-TEST)
 1.  Um eine optimale Plaquezahl auf dem Testtablett zu gewährleisten, empfiehlt
     es sich, eine Virusverdünnungsreihe zu verwenden. Zehnfache Verdünnungen bis
     10-7
           in gepufferter Kochsalzlösung dürften ausreichen.
2.   In Petrischalen von 5 cm Durchmesser konfluierende Zellrasen
     (Kükenembryozellen) bzw. eine angemessene Zellinie (zum Beispiel Madin-Darby
     Rinderniere) bereiten.
3.   In jeweils zwei Petrischalen 0,2 ml einer jeden Virusverdünnung zugeben und
     das Virus 30 Minuten absorbieren lassen.
4.   Nach dreimaliger Reinigung mit gepufferter Salzlösung die infizierten Zeilen
     mit dem entsprechenden Medium überschichten, das 1 % w/v Agar und entweder
     0,01 mg/ml Trypsin oder kein Trypsin enthält. Es ist darauf zu achten, daß
     dem Kulturmedium kein Serum zugegeben wird.
 ---pagebreak---                                                 -ze-
 5.  Nach 72-stündiger Inkubation bei 37°C dürften die Plaques groß genug sein.
     Sie werden am besten erkennbar durch Entfernen des überschichteten Agar und
     durch kristallviolette Anfärbung (0,5 % w/v) des Zellrasens in 25 % v/v
    Äthanol.
6.  Bei Inkubation mit Trypsin im Kulturmedium sollten sämtliche Viren deutlich
     sichtbare Plaques bilden.  Enthält die Überschichtung kein Trypsin, bilden
     nur hühnerInfizierende Viren Plaques.
                                     KAPITEL 9
                               IMMUNPOPPELPIFFUSION
Das Influenza-A-Virus wird vorzugsweise anhand der Nukleokapsid- oder Matrix-
Antigene nachgewiesen, die allen Influenza-A-Viren gemeinsam sind. Dazu werden
generell Immundoppel diffusions-Tests herangezogen, die entweder konzentrierte
Viruspräparate oder Extrakte von infizierter Chorioallantoismembran (CAM) vor-
aussetzen.
Geeignete Viruspräparate können gewonnen werden durch einfache
Hochgeschwindigkeits-Zentrifugierung infektiöser AIlantois-Flussigkeit und Auf-
spaltung des Virus, um die internen Nukleokapsid- und Matrix-Antigene durch Be-
handlung mit dem Detergens Natrium-Lauroyl-Sarkosinat freizusetzen zu können.
Säurepräzipitat ion kann ebenfalls verwendet werden; dazu 1N HCl zur infektiösen
AIlantois-Flüssigkeit geben, um einen endgültigen pH-Wert von 3,5 bis 4,0 zu er-
reichen, mindestens eine Stunde bei 0°C kühlen und 10 Minuten mit niedriger Ge-
schwindigkeit bei 1.000 g zentrifugieren. Der Überstand kann beseitigt und das
virusenthaltende Präzipitat in einer Mindestmenge Glycin-Sarkosyl-Puffer (1%
Natrium-Lauroyl-Sarkosinat, gepuffert auf einen pH-Wert von 0,9 mit 0.5M Glycin)
resuspendiert werden. Beide Präparate enthalten Nukleokapsid- und Matrix-
Antigene.
Beard (1970) erläuterte die Bereitung von Nukleokapsid-reiehern Antigen aus
Chorioallantoismembran, die von infizierten Eiern entfernt wurde. Dieses Verfah-
ren beinhaltet folgende Schritte: Entfernung der Chorioallantoismembran von in-
fizierten Hamagglutinin-positiven Eiern; Vermählen oder Homogenisieren der Mem-
bran; dreimaliges Einfrieren und Auftauen mit anschließender ZentrIfugierung bei
1.000 g für 10 Minuten. Das Pellet beseitigen, und den Überstand zur Verwendung
als Antigen mit 0,1 X Formalin behandeln.
 ---pagebreak---                                                -2S-
Jedes dieser beiden Antigene kann in Doppeldiffusionstests mit 1% Agarose oder
Agargels mit 8,0% Natriumchlorid, auf 0,1M Phosphatpuffer mit einem pH-Wert von
7,2 gebracht, verwendet werden. Das Influenza-A-Virus wird bestätigt durch
Präzipitationslinien, die dadurch entstehen, daß sich das Testantigen und das
bekannte positive Antigen gegen ein bekanntes positives Antiserum richten und zu
e i ner I dent i tätsIi n i e verschmeIzen.
 ---pagebreak---                                          30-
                                  ANHANG I
            VERZEICHNIS NATIONALER LABORATORIEN FÜR GEFLÜGELPEST
Be I g i en               Institut National de Recherches Vétérinaires,
                          Groeselenberg 99, B - 1180 Bruxelles
Dänemark                  National Veterinary Laboratory, Poultry Disease
                          Division, HangeWej 2, DK - 8200 Aarhus N.
Deutschland               Institut für Kleintierzucht der Bundesforschungs-
                          anstalt für Landwirtschaft, Braunschweig-Völken-
                          rode, Postfach 280, D - 3100 Celle
Frankreich                Centre National d'Etudes Vétérinaires et Alimenta-
                          tion-Laboratoire Central de Recherches Agricoles
                          et Porcines, B.P. 53, F - 22440 Ploufragan
Griechenland
Irland                    Veterinary Research Laboratory, Abbotstown,
                          Castleknock, Dublin 15
Italien                   Istituto Patolgie Aviaire, Facolta di Medicina
                          Veterinaria, Universita di Napoli, Via Aniezzo
                          Falcone 394, I 80127 Napoli F Delpino 1
Luxemburg                 Institut National de Recherches Vétérinaires,
                          Groeselenberg 99, B - 1180 Bruxelles
Niederlande               Centraal Diergeneeskundig Instituut, Vestiging
                          Virologie, Hourtibweg 39, NL - 8221 RA Lelystad
Portugal                  Laboratôrio Nacional de Investigaçao Veterinaria
                          (LNIV), Estrada de Benfica 701, 1500 Lisboa
Spanien
Vereinigtes Königreich    Central Veterinary Laboratory, New Haw, Weybridge,
                          GB - Surrey KT15 3NB
 ---pagebreak---                                          -?Y-
                                   ANHANG III
            GEMEINSCHAFTLICHES REFERENZLABORATORIUM FÜR GEFLÜGELPEST
Central Veterinary Laboratory
New Haw
Weybr i dge
Surrey KT15 3NB
United Kingdom
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                          KOM(91)304endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             03
                                 Katalognummer : CB-CO-91-344-DE-C
                                                          ISBN 92-77-74815-X
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg