CELEX: C2003/019/33
Language: de
Date: 2003-01-25 00:00:00
Title: Rechtssache C-424/02: Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, eingereicht am 22. November 2002

25.1.2003              DE                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       C 19/19
Klagegründe und wesentliche Argumente                                Klagegründe und wesentliche Argumente
Die Kommission ist der Ansicht, die Behörden des Vereinigten
Königreichs seien verpflichtet, rechtzeitig die erforderlichen       Artikel 249 EG, wonach eine Richtlinie für jeden Mitgliedstaat
Verfahren zur Umsetzung der Richtlinie 1999/31/EG in natio-          hinsichtlich des zu erreichenden Zieles verbindlich sei, enthalte
nales Recht einzuleiten, damit dieser Vorgang unabhängig             implizit für die Mitgliedstaaten die Verpflichtung, die in der
von der Art dieser Verfahren innnerhalb der gesetzten Frist          Richtlinie festgesetzte Umsetzungsfrist zu beachten. Diese Frist
abgeschlossen sei, und die Kommission darüber zu informie-           sei am 1. Januar 1990 abgelaufen, ohne dass das Vereinigte
ren.                                                                 Königreich Großbritannien und Nordirland die Vorschriften
                                                                     erlassen habe, die zur Umsetzung der in den Anträgen der
                                                                     Kommission genannten Richtlinie erforderlich seien.
Da das Vereinigte Königreich die Kommission nicht über die
Vorschriften informiert habe, die es erlassen habe, um der
Richtlinie vollständig nachzukommen, und da die Kommission           (1 ) ABl. L 194 vom 25.7.1975, S. 23.
über keine anderen Informationen verfüge, die ihr die Feststel-      (2 ) ABl. L 42 vom 12.2.1987, S. 43.
lung ermöglichten, dass das Vereinigte Königreich die erforder-
lichen Vorschriften erlassen habe, müsse sie annehmen, dass
das Vereinigte Königreich diese Vorschriften noch nicht erlas-
sen und somit gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie
verstoßen habe.
( 1) ABl. L 182 vom 16.7.1999, S. 1.
                                                                     Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch Urteil
                                                                     der Cour administrative (Großherzogtum Luxemburg)
                                                                     vom 21. November 2002 in dem Rechtsstreit Johanna
                                                                     Maria Delahaye, verheiratete Boor, gegen Ministre de la
                                                                          Fonction publique et de la Réforme administrative
Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
gegen das Vereinigte Königreich Großbritannien und
       Nordirland, eingereicht am 22. November 2002                                      (Rechtssache C-425/02)
                     (Rechtssache C-424/02)
                                                                                              (2003/C 19/34)
                         (2003/C 19/33)
                                                                     Die Cour administrative (Großherzogtum Luxemburg) ersucht
Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat am                den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften durch
22. November 2002 eine Klage gegen das Vereinigte König-             Urteil vom 21. November 2002, bei der Kanzlei des Gerichts-
reich Großbritannien und Nordirland beim Gerichtshof der             hofes eingegangen am 25. November 2002, in dem Rechts-
Europäischen Gemeinschaften eingereicht. Bevollmächtigte der         streit Johanna Maria Delahaye, verheiratete Boor, gegen Mi-
Klägerin sind X. Lewis und M. Konstantinidis, Zustellungs-           nistre de la Fonction publique et de la Réforme administrative
anschrift in Luxemburg.                                              um Vorabentscheidung über folgende Fragen:
Die Klägerin beantragt,
                                                                     Kann angesichts der Bestimmungen der oben genannten
1.    festzustellen, dass das Vereinigte Königreich Großbritan-      Richtlinien 77/187/EWG (1), 98/50/EG ( 2) und 2001/23/EG (3)
      nien und Nordirland dadurch gegen seine Verpflichtungen        im Fall eines Unternehmensübergangs von einer Vereinigung
      aus der Richtlinie 75/439/EWG des Rates über die               ohne Erwerbszweck, einer juristischen Person des Privatrechts,
      Altölbeseitigung (1) in der durch die Richtlinie 87/101/       auf den Staat diesem als Erwerber erlaubt werden, die Übernah-
      EWG (2) geänderten Fassung verstoßen hat, dass es nicht        me der Rechte und Pflichten des Veräußerers nur insoweit
      die für die Umsetzung des Artikels 3 Absatz 1 der              durchzuführen, als sie mit seinen eigenen Vorschriften des
      Richtlinie, wonach die Mitgliedstaaten die erforderlichen      öffentlichen Rechts insbesondere auch im Bereich der Ver-
      Maßnahmen dafür treffen, dass der Behandlung von Altöl         gütung, in dem die Modalitäten und Beträge durch großher-
      im Wege der Aufbereitung Vorrang eingeräumt wird,              zogliche Verordnung festgelegt werden, vereinbar sind, wobei
      notwendigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlas-         sich übrigens aus dem Status eines öffentlichen Angestellten
      sen hat oder zumindest der Kommission solche Vorschrif-        für die betreffenden Bediensteten gesetzliche Vorteile u. a. in
      ten nicht mitgeteilt hat;                                      Bezug auf die Laufbahnentwicklung und die Stabilität des
                                                                     Arbeitsplatzes ergeben und die betreffenden Bediensteten im
2.    dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nord-            Fall der Uneinigkeit über die „wesentlichen Änderungen“ des
      irland die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.                 Arbeitsverhältnisses im Sinne des Artikel 4 Absatz 2 der