CELEX: 51988PC0855
Language: de
Date: 1988-12-23
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EWG) DES RATES zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren von Kupfersulfat mit Ursprung in Bulgarien und der Sowjetunion (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 855
Vol. 1988/0275
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
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In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
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on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
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Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                              KOM ( 88 ) 855 endg .
                                              Brüssel , den    23 . Dezember 1988
             Г
                       Vorschlag für eine
                   VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES
       zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls
      auf die Einfuhren von Kupfersulfat mit Ursprung in
                 Bulgarien und der Sowjetunion
                       ( von der Kommission vorgelegt )
                    03 03
          m / 3 4*               1:
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                         BEGRUENDUNG
I.    Verfahren
      Durch Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
      ( 1 ) gab die Kommission die Einleitung eines Antidumping-Ueber-
      prüf ungsverf ahrens betreffend die Einfuhren von Kupfersulfat mit
      Ursprung in Bulgarien und der Sowjetunion bekannt .
      Am 29 . Juli 1988 führte die Kommission mit der Verordnung ( EWG )
      Nr . 2386 / 88 ( 2 ) einen vorläufigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren
      von Kupfersulfat mit Ursprung in den genannten Ländern ein . Die
      Geltungsdauer des Zolls wurde mit der Verordnung ( EWG ) Nr . 3720 / 88
      ( 3 ) um einen Zeitraum von höchstens zwei Monaten verlängert .
II . Dumping
      Die Kommission überprüfte anhand ausreichender Beweismittel die
      vorläufig ermittelten Dumpingspannen . Die endgültig festgestellten
      Dumpingspannen betragen 81 % für Bulgarien und 79 % für die Sowjet ¬
      union . Diese Spannen basieren auf einem Vergleich der Ausfuhrpreise
      dieser beiden Länder mit einem Normalwert , der auf der Grundlage
      der mexikanischen Inlandspreise berechnet wurde . Mexiko wurde von
      dem Europäischen Ausschuss der Verbände der chemischen Industrie
      ( CEFIC ) als Verglei chs Land vorgeschlagen . Die Kommission nahm diesen
      Vorschlag an , wei l :
( 1 ) ABI . Nr . C 200    vom 30.07.1988, S. 9 .
( 2 ) ABI . Nr . L 205    vom 30.07.1988, S. 68 .
( 3 ) ABI . Nr . L 326    vom 30.11.1988, S.
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      - nach den verfügbaren Fakten keine grundlegenden Unterschiede hin ¬
        sichtlich der Technologie und der Produkt i onsverf ähren für Kupfei–
        sulfat bestehen ;
      - im Produktionszweig Kupfersulfat effektiv ein Wettbewerb existiert ,
        da auf dem mexikanischen Inlandsmarkt mindestens fünf Hersteller
        vertreten sind .
      Der Normalwert und die Ausfuhrpreise wurden auf der gleichen Handels ¬
      stufe , nämlich ab Werk , verglichen .
III . Schâdigung
      Die Kommission hat hauptsächlich folgendes festgestellt :
      - Die Einfuhren von Kupfersulfat aus Bulgarien und der Sowjetunion
        in die Gemeinschaft sind vom 1 . Juli 1987 bis 30 . Juni 1988 gegen ¬
        über dem Vorjahr um 229 % gestiegen .
      - Die Preise der beiden genannten Ausführer lagen zuweilen unter der
        Kupferpreisnotierung der LME ( London Metal Exchange ), während der
        Preis des Kupfers , wi chti gste r Rohstof f , etwa 70 % der Herstellungs ¬
        kosten von Kupfersulfat ausmacht .
      - Der Absatz des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sank vom 1 . Januar
        1988 bis 30 . Juni 1988 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um
        10 % , und sein Marktanteil verringerte sich um          etwa
        15,50 % . Infolge dieser Situation blieb die Kapazitätsauslastung
        weiterhin gering : sie stagnierte bei 64 % .
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     - Die Kosten für Kupfer haben sich ebenso wie alle anderen bei der
       Herstellung von Kupfersulfat anfallenden Kosten erheblich erhöht ,
       nämlich vom 1 . Januar 1988 bis 30 . Juni 1988 um durchschnittlich
       52 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 1987 .
     - Im Untersuchungszeitraum haben zwei Hersteller der Gemeinschaft
       - zum Teil wegen der Auswirkungen der Dumpingeinfuhren - die
       Produktion eingestellt . Diese Betriebsschliessungen hatten einen
       Abbau der Arbeitskräfte in der Kupfersulfatproduktion zur Folge .
IV . Interesse der Gemeinschaft
     Angesichts der ernsthaften Schwierigkeiten des Wirtschaftszweigs der
     Gemeinschaft , der Entwicklung der Einfuhren aus den genannten Ländern
     und vor allem der Betriebsschliessung der beiden Hersteller der Ge¬
     meinschaft im Untersuchungszeitraum ist zu befürchten , dass die
     Position dieses Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ohne einen wirk ¬
     samen Schutz gegen die genannten Dumpingpraktiken weiter geschwächt
     und seine Lebensfähigkeit langfristig gefährdet würde . Unter diesen
     Umständen ist die Kommission zu dem Schluss gekommen , dass die Inte ¬
     ressen der Gemeinschaft die Einführung endgültiger Antidumpingmass ¬
     nahmen gegenüber den Einfuhren von Kupfersulfat mit Ursprung in
     Bulgarien und der Sowjetunion erfordern .
V.   Endgültiger Zoll
     Nach Ansicht der Kommission ist ein endgültiger Antidumpingzoll auf
     die Einfuhren zu erheben .
     In Anbetracht des dargelegten Sachverhalts unterbreitet die Kommis ¬
     sion dem Rat einen Vorschlag für eine Verordnung
       zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren
       von Kupfersulfat aus Bulgarien und der Sowjetunion in Höhe von
                 - Bulgarien       58 %
                 - Sowjetunion     56 %
 ---pagebreak---                 4
zur endgültigen Verei nnahmung des vorläufigen Antidumpingzolls
in voller Höhe oder bis zur Höhe des endgültigen Zolls , wenn
dieser niedriger ist als der vorläufige Zoll .
 ---pagebreak---                                Vorschlag für eine
                       VERORDNUNG ( EWG )           DES RATES
      zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren
         von Kupfersulfat mit Ursprung in Bulgarien und der Sowjetunion
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
             i
gestützt auf die Verordnung ( EWG ) Nr . 2423 / 88 des Rates vom 11 . Juli 1988 über
den Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus nicht zur Euro¬
päischen Wirtschaftsgemeinschaft gehörenden Ländern ( 1 ), insbesondere auf
Artikel 12 ,
auf Vorschlag der Kommission nach Konsultationen in dem durch die genannte
Verordnung eingesetzten Beratenden Ausschuß ,
in Erwägung nachstehender Gründe :
A. VERFAHREN
1 . Im März 1984 leitete die Kommission ein Antidumpingverfahren betreffend
     die Einfuhren von Kupfersulfat mit Ursprung in Bulgarien ein ( 2 ). Im Oktober
     1984 nahm die Kommission die von der bulgarischen Firma Chimimport angebotene
     Verpflichtung an ( 3 ) und stellte die Untersuchung im Februar 1985 ein ( 4 ).
     Im August 1986 leitete die Kommission ein Verfahren zur Überprüfung der
     seit 1983 geltenden ( 5 ) Antidumpingmaßnahmen betreffend die Einfuhren von
     Kupfersulfat mit Ursprung in der Sowjetunion ( 6 ) ein . Im August 1987 nahm
     die Kommission die von der sowjetischen Firma Sojuzchimexport im Rahmen des
     genannten Antidumpingverfahrens angebotene Preisverpflichtung an ( 7 ) und
     stellte die Untersuchung ein ( 8 ).
(1 )  ABI . Nr . L 209 vom 2.8.1988 , S. 1
( 2)  ABI . Nr . C 90 vom 31.3.1984 , S. 2
( 3)  ABI . Nr . L 275 vom 18.10.1984 , S. 12
(4)   ABI . Nr . L 41 vom 12.2.1985 , S. 13 ;     „
( 5)  ABI . Nr . L 274 vom 7.10.1983 , S. 1
( 6)  ABI . Nr . C 200 vom 9.8.1986 , S. 4      :
(7)   ABI . Nr . L 235 vom 20.8.1987 , S. 18 r
(8)   ABI . Nr . L 235 vom 20.8.1987 , S. 22
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        Im Mai 1988 übermittelte der Europäische Ausschuss der Verbände der
        chemischen Industrie ( CEFIC ) der Kommission einen Antrag mit der
       Behauptung , dass diese beiden Verpflichtungen nicht eingehalten
        worden waren . Die Kommission prüfte die Informationen und gab beiden
       Ausführern Gelegenheit zur Stellungnahme . Keine der betroffenen Par ¬
       teien konnte zufriedenstellende Erklärungen liefern . Die Kommission
        stellte fest , dass die gegen die beiden Ausführer vorgebrachten
       Behauptungen auf den offiziellen Einfuhrstatistiken basierten und
       dass keiner der betroffenen Ausführer diese Zahlen bestritt .
2.     Mit der Verordnung ( EWG ) Nr . 2386 / 88 ( 9 ) machte die Kommission die
       Annahme der von der bulgarischen Firma Chimimport im Oktober 1984
       und von der sowjetischen Firma So j uzchi mexport im August 1987 ange ¬
       botenen Verpflichtungen rückgängig und führte unverzüglich einen
       vorläufigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren von Kupfersulfat mit
       Ursprung in Bulgarien und der Sowjetunion in die Gemeinschaft ein .
3.     Gleichzeitig nahm die Kommission die Untersuchungen betreffend die
       Einfuhren von Kupfersulfat mit Ursprung in Bulgarien und der Sowjet ¬
       union in die Gemeinschaft wieder auf ( 10 ).
B.     WEITERES VERFAHREN
4.     Die Kommission unterrichtete offiziell die bekannterweise betroffenen
       Ausführer und Einführer und gab den unmittelbar interessierten Pai–
       teien Gelegenheit , ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und eine
       Anhörung zu beantragen .
5.     Die bulgarische Firma Chimimport , die sowjetische Firma Sojuz -
       chimexport und alle antragstellenden Hersteller der Gemeinschaft
        legten ihren Standpunkt schriftlich dar .
6.     Die Kommission hat alle Informationen eingeholt und geprüft , die sie
       für notwendig erachtete , und bei folgenden Unternehmen Untersuchungen
       an Ort und Stelle durchgeführt :
( 9 ) ABI . Nr . L 205 vom 30.07.1988, S. 68 .
( 10 ) ABI . Nr . C 200 vom 30.07.1988, S. 9 .
                                                                                6
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     - La Cornubia SA , Bordeaux , Frankreich
     - Manica SpA, Rovereto, Italien
     - Quimigal , Lissabon , Portugal
     - Industrias Quimicas del Vallés , Barcelona , Spanien
     - Incomet , Madrid , Spanien .
 7.  Die Dumpinguntersuchung umfasste den Zeitraum vom 1 . Juli 1987 bis
     einschliesslich 30 . Juni 1988 .
 C.  N0RMALWERT
 8.  Um festzustellen, ob bei den Einfuhren von Kupfersulfat aus Bulgarien
     und der Sowjetunion erneut Dumping vorlag, musste die Kommission die
     Tatsache berücksichtigen , dass diese Länder keine Länder mit Markt ¬
     wirtschaft sind, und sich daher bei ihren Berechnungen auf den Nor¬
     malwert der Ware in einem Marktwirtschaftsland stützen .
 9.  Die Kommission hatte ursprünglich beschlossen , Jugoslawien als Ver¬
     gleichsland für die Feststellung des Normalwerts heranzuziehen . Diese
     Lösung konnte jedoch wegen der mangelnden Kooperation der konsultier ¬
     ten jugoslawischen Firma nicht gewählt werden . Der Europäische Aus ¬
     schuss der Verbände der chemischen Industrie ( CEFIC ) schlug unter
     diesen Umständen Mexiko als analoges Land vor .
10 . Die Kommission akzeptierte Mexiko als Verglei chs Land , weil
     - nach den verfügbaren Fakten keine grundlegenden Unterschiede hin ¬
       sichtlich der Technologie und der Produktionsverfahren für Kupfer ¬
       sulfat bestehen ;
     - im Produktionszweig Kupfersulfat effektiv ein Wettbewerb existiert ,
       da auf dem mexikanischen Inlandsmarkt mindestens fünf Hersteller
       vertreten sind .
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11 .   Der Normalwert wurde auf der Grundlage der mexikanischen Inlands ¬
       preise berechnet . Die Kommission konnte anhand ausreichender Be ¬
       weismittel feststellen , dass auf dem mexikanischen Markt im Unter ¬
       suchungszeitraum Kupfersulfat in repräsentativen Mengen verkauft
       worden ist .
D. AUSFUHRPREISE
12 .   Die Ausfuhrpreise wurden auf der Grundlage der Preise berechnet , die
       für die zur Ausfuhr in die Gemeinschaft verkauften Waren tatsächlich
       gezahlt wurden oder zu zahlen waren .
E. VERGLEICH
13 .   Im Interesse eines gerechten Vergleichs zwischen dem Normalwert und
       dem Ausfuhrpreis berücksichtigte die Kommission in gebührendem Masse ,
       alle die Vergleichbarkeit der Preise beeinflussenden Unterschiede ,
       soweit eine direkte Beziehung dieser Unterschiede zu den betreffenden
       Verkäufen ordnungsgemäss festgestellt werden konnte . Sie berücksich ¬
       tigte insbesondere die Unterschiede im Reinheitsgrad des Kupfers und
       im Kupfergehalt ; für beides hatten die bulgarischen und russischen
       Ausführer ausreichende Angaben gemacht . Das Gleiche auch für die
       Unterschiede bei den Kredit -, Transport - und Versicherungsbedingungen .
14 .   Normalwert und Ausfuhrpreise wurden auf der gleichen Handelsstufe ,
       nämlich ab Werk , verglichen .
F . DUMPINGSPANNEN
15 . Die Sachaufklärung hat ergeben , dass bei den Einfuhren von Kupfersulfat
       mit Ursprung in Bulgarien und der Sowjetunion Dumping vorlag . Die
       Dumpingspannen wurden anhand des Unterschieds zwischen dem festge ¬
       stellten Normalwert und dem Preis zur Ausfuhr nach der Gemeinschaft ,
       ausgedrückt in Prozent des Gesamtwert cif frei Grenze der Gemein ¬
       schaft für jeden dieser Ausführer errechnet . Dabei ergaben sich
       folgende Dumpingspannen :
                                                                            %
 ---pagebreak---       - Bulgarien           81 %
      - Sowjetunion         79 %
G. SCHAEDIGUNG
      a ) Einfuhrvolumen und -preis ?
16 .  Was die Schädigung angeht , die durch die Einfuhren , die Gegenstand des
      Verfahrens sind , verursacht wurde , so ergibt sich aus den der Kommis ¬
      sion vorliegenden Beweismitteln , dass die Einfuhren von Kupfersulfat
      aus Bulgarien und der Sowjetunion in die Gemeinschaft in der Zeit vom
      1 . Juli 1987 bis 30 . Juni 1988 um 229 % gegenüber dem Vorjahr gestie ¬
      gen sind . Durch diesen Anstieg hat sich ihr Marktanteil im Untersu¬
      chungszeitraum auf 14,30 % erhöht . Diese Entwicklung fand trotz der
      Verpflichtungen statt , die die bulgarischen und sowjetischen Ausführer
      eingegangen waren und die die Kommission mit der Verordnung ( EWG )
      Nr . 2386 / 88 vom 29 . Juli 1988, mit der sie vorläufige Zölle eingeführt
      hat , gekündigt hatte .
17 .  Was die Preise anbelangt , so erfolgten die Einfuhren sowohl aus Bulga¬
      rien als auch aus der Sowjetunion zu Preisen, unter den Preisen der
      Hersteller in der Gemeinschaft . Im Untersuchungszeitraum lagen die
      Preise der beiden Ausführer manchmal unter der Kupferpreisnotierung
      der LME ( London Metal Exchange ), während der Preis des Kupfers ,
      wichtigster Rohstof f , etwa 70 % der Herstellungskosten von Kupfersulfat
      ausmacht .
      b ) Auswirkungen auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
18 .  Der Absatz des betreffenden Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft sank
      in der Zeit vom 1 . Januar 1988 bis 30 . Juni 1988 gegenüber dem glei ¬
      chen Vorjahreszeitraum um 10 %, und sein Marktanteil verringerte sich
      um      etwa             15,50 % . Infolge dieser Situation blieb die
      Kapazitätsauslastung weiterhin gering : Sie stagnierte bei 64 % . '
      Ausserdem konnte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft die Erhöhung
      der Kupferkosten und aller übrigen bei der Herstellung von Kupfer ¬
      sulfat anfallenden Kosten, die in der Zeit vom 1 . Januar 1988 bis
                                                                              1
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     30 . Juni 1988 durchschnittlich 52 % gegenüber dem gleichen Zeitraum
     1987 betrug, nicht auf die Kupfersulfatpreise überwälzen . Die Preise
     sind so weit gesunken , dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft
     seine Produktionskosten nicht mehr decken kann . Seine finanzielle
     Situation hat sich dementsprechend verschlechtert , und seine Investi ¬
     tionen sind zurückgegangen . Im Untersuchungszeitraum haben zwei Her ¬
     steller in der Gemeinschaft - zum Teil wegen der Auswirkungen der
     Dumpingeinfuhren - die Produktion eingestellt . Diese Betriebs ¬
     schliessungen hatten einen Abbau der Arbeitskräfte in der Kupfersulfat ¬
     produktion zur Folge .
     c ) Ursächlicher Zusammenhang
19 . Die Schwierigkeiten des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft fielen
     mit dem Anstieg der Einfuhren aus den betreffenden Ländern und dem
     niedrigen Preisniveau dieser Einfuhren auf dem Gemeinschaftsmarkt
     zusammen .
20 . Die Kommission prüfte , ob die Schädigung durch andere Faktoren verur ¬
     sacht worden war , wie etwa einen Absatzrückgang der Antragsteller in
     Drittländern , eine Nachfrageflaute in der Gemeinschaft oder ein An¬
     stieg der Einfuhren aus anderen als den von diesem Verfahren betroffe ¬
     nen Ländern . Eine ausführliche Analyse hat ergeben , dass die Faktoren
     nicht zu der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beige ¬
     tragen haben , insofern als die Ausfuhren der Gemeinschaft und die
     Nachfrage in der Gemeinschaft unverändert blieben , und die Einfuhren
     aus anderen als den von diesem Verfahren betroffenen Ländern nicht
     Zunahmen .
21 . Der bulgarische Ausführer machte geltend , dass seine Ausfuhren dem
     betroffenen Wirtschaftszweig der Gemeinschaft keine Schädigung ver ¬
     ursacht haben, da seine Ausfuhren in die Gemeinschaft letztlich für
     Afrika und Nordamerika bestimmt gewesen seien . Dieses Argument , das
     der bulgarische Ausführer durch die Vorlage von Bescheinigungen
     belgischer und britischer Einführer zu untermauern suchte , konnte
     nicht akzeptiert werden ; denn nach den amtlichen Statistiken der
     Gemeinschaft und den von der Kommission eingeholten Informationen
     hat Bulgarien rund 77 % seiner Gesamtausfuhren von Kupfersulfat
     während des Untersuchungszeitraums
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      in andere Mitgliedstaaten, d.h . Deutschland , Frankreich , Irland ,
      Italien die Niederlande und Portugal ausgeführt ; es hat auch keine
      Beweise für eine Wiederausfuhr .aus diesen Ländern vorgelegt .
      d ) Schlussfolgerung
22 .  Aus dem dargelegten Sachverhalt ergibt sich , dass trotz der geltenden
      Massnahmen die Dumpingeinfuhren aus den beiden genannten Ländern
      und die Preise , zu denen sie erfolgten , für sich genommen dem betrof ¬
      fenen Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine bedeutende Schädigung
      verursacht haben .
H. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT
23 .  Angesichts der ernsthaften Schwierigkeiten des Wirtschaftszweigs der
      Gemeinschaft , der Entwicklung der Einfuhren aus den genannten Ländern
      und vor allem der Betriebsschliessung der beiden Hersteller der Ge ¬
      meinschaft im Untersuchungszeitraum ist zu befürchten , dass die
      Position dieses Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ohne einen wirk¬
      samen Schutz gegen die genannten Dumpingpraktiken weiter geschwächt
      und seine Lebensfähigkeit langfristig gefährdet würde . Unter diesen
      Umständen kam die Kommission zu dem Schluss , dass die Interessen der
      Gemeinschaft die Einführung endgültiger Antidumpingmassnahmen gegen
      die Einfuhren von Kupfersulfat mit Ursprung in Bulgarien und der
      Sowjetunion erfordern .
I. ENDGUELTIGER ZOLL
      a ) Zollsatz
24 .  Bei der Bestimmung der Höhe des Zolls berücksichtigte die Kommission
      die Dumpingspannen sowie den zur Behebung der Schädigung erforder ¬
      lichen Zollsatz .              Zu diesem Zweck ermittelte sie den
      gewogenen Durchschnitt der Produktionskosten der Hersteller in der
      Gemeinschaft zuzüglich einer angemessenen Gewinnspanne .
                                   " y
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      Die Gewinnspanne wurde auf 5 % der Produktionskosten festgesetzt .
      In der Untersuchung und den vorangegangenen Untersuchungen wurde
      festgestel It , dass diese Spanne erforderlich ist , damit ein Her ¬
      steller von Kupfersulfat eine moderne Produktionsanlage in Betrieb
      halten kann .
      Die Produktionskosten zuzüglich der genannten Gewinnspanne wurden
      mit den Ausfuhrpreisen frei Grenze der Gemeinschaft zuzüglich der
      Zollabgaben und einer Gewinnspanne für den Einführer verglichen .
      Der Unterschied wurde als die Höhe der Schädigung angesehen , die
      beseitigt werden muss .
      Da die Schadenshöhe bei den Ausfuhren in beiden Fällen niedriger ist
      als die ermittelten Dumpingspannen , ist der endgültige Antidumpingzoll
      auf den zur Behebung der Schädigung erforderlichen Betrag festzu ¬
      setzen .
      b ) Form
25 .  Um die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen zu gewährleisten und die
      Zollabfertigung zu erleichtern , hielt es die Kommission für ange ¬
      zeigt , den Zoll in Form eines Wertzolls festzusetzen .
J. VEREINNAHMUNG DES VORLAEUFIGEN ZOLLS
26 .  In Anbetracht der Höhe der ermittelten Dumpingspannen und des Aus -
      masses der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft hält
      es der Rat für erforderlich , die für den vorläufigen Antidumpingzoll
      als Sicherheit hinterlegten Beträge in voller Höhe oder bis zur Höhe
      des endgültigen Zolls , wenn dieser niedriger ist als der vorläufige
      Zoll , zu vereinnahmen -
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
                                                                           Av
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                                   - 9 -
                                  Artikel       1
1.  Auf die Einfuhren von Kupfersulfat der Position 2833 25 00 der
    Kombinierten Nomenklatur mit Ursprung in Bulgarien und der Sowjet ¬
    union wird ein endgültiger Antidumpingzoll eingeführt .
2.  Der Zoll entspricht den folgenden Prozentsätzen der Preise frei Gren ¬
    ze der Gemeinschaft für die nachstehenden Länder :
    - Bulgarien       58 %
    - Sowjetunion     56 % .
3.  Für die Anwendung dieses Zolls sind die geltenden Zollbestimmungen
    maßgebend .
                                    Artikel 2
Die gemäß der Verordnung ( EWG ) Nr . 2386 /88 für den vorläufigen Antidumpingzoll
als Sicherheit hinterlegten Beträge werden in Höhe des endgültigen Zolls ,
wenn dieser niedriger ist als der vorläufige Antidumpingzoll , in allen
anderen Fällen in Höhe des vorläufigen Zolls endgültig vereinnahmt .
                                    Artikel 3
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt
der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittel ¬
bar in jedem Mitgliedstaat .
Geschehen zu Brussel am                                          Im Namen des Rates
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