CELEX: 51994PC0264
Language: de
Date: 1994-09-07
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Veranstaltung eines Europäischen und des Rates über die Veranstaltung eines Europäischen Jahres für lebenslanges Lernen (1996) Jahres für lebenslanges Lernen (1996)

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                          KOM(94) 264 endg.
                                          Brüssel, den 07.09.1994
                                          94/0Î99 (COD)
                           Vorschlag fur einen
    BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
            über die Veranstaltung eines Europäischen Jahres
                         fur lebenslanges Lernen
                                  (1996)
                     (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---                         Begründung
ALLGEMEINER KONTEXT
In den letzten Jahrzehnten ist in den Mitgliedstaaten ein gewaltiger Anstieg
der Nachfrage im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung zu
beobachten, sowohl im Hinblick auf den Umfang - vor allem in der
Hochschulbildung - als auch auf die Qualität des Angebots. Dafür gibt es
mehrere Gründe:
- Die Anerkennung einer guten Grundlagenbildung als Grundrecht des
    einzelnen, sowie darüber hinaus die Notwendigkeit eines breiteren
    Zugangs zur allgemeinen und beruflichen Bildung.
-   Die Gesellschaft erlebt einen rasanten Wandel, unter anderem den
    Wandel der Lebens- und Verhaltensweisen sowie den Wandel der
    Bedürfnisse von Unternehmen in Zusammenhang mit der Ein- führung
    neuer Technologien und neuer Formen der Arbeitsorganisation, der
    einen unmittelbaren Wandel der Bildungssysteme und deren exakte
    Anpassung an die neuen gesellschaftlichen Bedürfnisse erforderlich
    macht.
-   Die Mitgliedstaaten sind sich bewußt, daß die Qualität der
    Humanressourcen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von
    immer größerer Bedeutung ist und haben ihre bildungspolitischen
    Maßnahmen deutlich verstärkt, sowohl durch neue Rechtsvorschriften
    und Bestimmungen als auch durch eine merkliche Aufstockung der
    Bildungsetats.
-   Die Perspektive eines lebenslangen Bildungsprozesses für die gesamte
    Bevölkerung erscheint mehr und mehr als wichtiges Instrument für die
    Anpassung an den technologischen und sozialen Wandel.
Die Verabschiedung des Weißbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit
und Beschäftigung spricht deutlich für diese Erkenntnis auf der Ebene der
Europäischen Union: die allgemeine und berufliche Bildung spielen eine
äußerst wichtige Rolle zur Förderung der Herausbildung eines neuen
europäischen Modells der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, das
die Umwelt respektiert und sich auf Wissen und Können stützt, die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft für die Zukunft sichert
und eine bessere Nutzung des technologischen Fortschritts ermöglicht, um
mehr Arbeitsplätze von angemessener Qualität zu schaffen und die durch
 diese Fortschritte entstandenen Möglichkeiten besser zu nutzen.
 ---pagebreak--- GEGENWÄRTIGE LAGE
Die gegenwärtige Lage ist durch folgende Aspekte gekennzeichnet, die für
die Entwicklung der Bildungssysteme von großer Bedeutung sind:
-  Nachdem in den Mitgliedstaaten eine Zeitlang strukturelle Reformen
   der Bildungssysteme sowie Reformen der Unterrichtspläne bevorzugt
   wurden, mißt man nun dem Innovationspotential der betrieblichen
   Bildungseinrichtungen sowie der lokalen und regionalen Gebiets-
   körperschaften vorrangige Bedeutung bei. Tatsächlich finden sich hier
   die Lösungen für bestimmte problematische Konstellationen: heterogene
   Zusammensetzung der Schülerschaft und der auszubildenden Personen,
    Schüler mit spezifischen Bedürfnissen, Lösungen im Zusammenhang
    mit der lokalen Entwicklung, dem lokalen Arbeitsmarkt, der
   Umschulung bestimmter Arbeitnehmer, der Anpassung an neue Formen
    der Arbeitsorganisationen sowie dem beruflichen Wiedereinstieg usw.
-   Dieses Bemühen um eine Verbesserung der Qualität der allgemeinen
    und beruflichen Bildung erfolgt zu einem Zeitpunkt, wo die erhöhten
    Arbeitslosenzahlen den betroffenen Personen den Blick fur die
    Notwendigkeit einer Vorbereitung auf das Berufsleben und die
    berufliche Eingliederung verstellen, auch wenn, wie das, Weißbuch
    hervorhebt, "bei ansonsten gleichen Voraussetzungen L....J sich dort,
    wo das Niveau der Allgemeinbildung und der Ausbildung am höchsten
    ist ...., die Wettbewerbs- und Beschäftigungsprobleme mit der
    geringsten Schärfe LstellenJ".
-   Der Vertrag über die Europäische Union unterstützt eine
    Konsolidierung und Weiterentwicklung der Aktion der Gemeinschaft
    im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, indem er eine
    neue Grundlage für die Programme zur europäischen Zusammenarbeit
    liefert. Auf dieser Grundlage hat die Kommission auch zwei neue
    Programme, LEONARDO DA VINCI und SOCRATES, vorgeschlagen.
    Diese Programme, die die Errungenschaften der bisherigen Programme
    im Bereich des Austausches und der Mobilität nutzen, erweitern die
    Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, vor
    allem im Bereich der Primär- und Sekundarschulbildung, und haben
    eine stärkere Bündelung der durchgeführten Aktionen sowie eine
    Verbesserung der organisatorischen und finanziellen Modalitäten zum
    Ziel. Die Bestimmungen im Bereich der Mobilität und des
    Aufenthaltsrechts tragen außerdem zur Bildung eines offenen
    europäischen Raums für allgemeine und berufliche Bildung bei, für den
    die breite Öffentlichkeit sensibilisiert werden sollte.
 -   Seit der zweiten Reform der Strukturfonds im Jahr 1993 verstärkt die
    Gemeinschaft ihre Tätigkeit im Bereich der allgemeinen und
    beruflichen Bildung mit Unterstützung dieser Fonds einschließlich der
    Gemeinschaftsinitiativen EMPLOI und ADAPT.
 ---pagebreak--- ZWECK EINER AKTION ZUR KOMMUNIKATION AUF EUROPÄISCHER EBENE
Europa ist damit konfrontiert, daß die Erfolge hinsichtlich des
wirtschaftlichen Wachstums nicht von der entsprechenden Möglichkeit zur
Schaffung ausreichender Arbeitsplätze begleitet werden. Als Antwort
darauf schlägt das Weißbuch eine Strategie vor, die von einer gesunden,
dezentralisierten, wettbewerbsfähigen sowie solidarisch geprägten Wirt-
schaft ausgeht. Als Vektoren dieser kollektiven Strategie ermöglichen die
allgemeine und berufliche Bildung im Hinblick auf eine Perspektive des
lebenslangen Lernens eine dauerhafte Erneuerung der Beschäftigungs-
möglichkeiten und erleichtern ein Schritthalten mit dem technologischen
Wandel.
Diese Strategie, ausgerichtet auf ein Humankapital von hoher Qualität und
ein Streben nach Innovation im Bereich der Technologien sowie der
Organisation, setzt bei der Öffentlichkeit das Bewußtsein für die damit
verbundenen Möglichkeiten, den Nutzen, aber auch die Einschränkungen
voraus. Sie umfaßt daher eine besondere Aktion zur Sensibilisierung der
europäischen Öffentlichkeit, die sich auf die Gemeinschaftsinterventionen
im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung stützen könnte (die
Programme SOCRATES und LEONARDO, welche sich an die laufenden
Programme anschließen), auf im Rahmen der Strukturfonds finanzierte
Aktionen wie die Gemeinschaftsinitiativen ADAPT und EMPLOI sowie
auf rechtliche Maßnahmen im Bereich der Anerkennung der beruflichen
Befähigungsnachweise).
Die Proklamation eines "Europäischen Jahres für lebenslanges Lernen"
wird den auf der Ebene der Europäischen Union durchgeführten Aktionen
einen entsprechenden Kommunikationsrahmen bieten. Damit kann ein
größerer Personenkreis als nur die unmittelbar von den Interventionen
betroffenen Personen erreicht und ein Sensibilisierungseffekt erzielt
werden, den die Einzelaktionen in den verschiedenen Mitgliedstaaten nicht
erlangen könnten.
ZIELE DER AKTION
Die Ziele des Europäischen Jahrs für lebenslanges Lernen sind folgende.
-   Sensibilisierung der europäischen Öffentlichkeit für die Bedeutung
    einer lebenslangen allgemeinen und beruflichen Bildung als
    Schlüsselelement für die persönliche Entwicklung und für ein
    europäisches Modell der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums bei
    hoher Beschäftigungsintensität.
-   Förderung einer besseren Zusammenarbeit auf allen Ebenen zwischen
    den Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung und der
    Wirtschaft, vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen;
 ---pagebreak--- -   Beitrag zur Schaffung eines europäischen Raums der allgemeinen und
    beruflichen      Bildung      durch    die   Anerkennung       von
    Befähigungsnachweisen im Bildungsbereich und in der beruflichen
    Praxis in der gesamten Union sowie durch die Einführung einer
    europäischen Dimension in die Ausbildung von Schülern und Studenten
    und Auszubildenden;
-   Hervorheben der Bedeutung der Chancengleichheit beim Zugang zur
    allgemeinen und beruflichen Bildung, vor allem bei Männern und
    Frauen.
INHALT
Die im Anhang aufgeführten Aktionen, die im Rahmen des Europäischen
Jahres erfolgen, sollen im wesentlichen der Kommunikation, der
Sensibilisierung oder als Demonstrationsobjekte dienen.
Dazu könnten beispielsweise folgende Aktionen gehören:
-   Schaffung und Verwendung eines Logos sowie eines oder mehrerer
    Slogans;
-   Veranstaltungen, auf denen beispielhafte Leistungen im Bereich der
    allgemeinen und beruflichen Bildung präsentiert werden;
-   Wettbewerbe auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene in
    Bereichen von allgemeinem Interesse;
-   Kommunikationsprodukte (Fernsehen, Multimedia oder Telematik) zur
    Darstellung der prioritären Themen des Jahres;
 -  Fernsehausstrahlungen zu Themen wie „lebenslanges Lernen" (lifelong
    learning).
 Die Kommission beabsichtigt, in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten zu
 handeln, was eine enge Verbindung zu den von den Mitgliedstaaten
 benannten Koordinierungsstellen beinhaltet. Die einzelnen Aktionen, für
 die eine gemeinschaftliche Unterstützung möglich ist, werden von dem
 oder den betroffenen Mitgliedstaaten vorgeschlagen, wobei die
 Gemeinschaftsunterstützung von der Kommission nach Konsultation des
 beratenden Ausschusses beschlossen wird.
 Die Kommission übernimmt die Kosten und die Verantwortung für
 gemeinschaftliche Kommunikationsprodukte ebenso wie für Umfragen und
 sonstige eventuelle Maßnahmen, die sie zur Anregung der öffentlichen
 Diskussion und im Hinblick auf eine spätere Bewertung des Europäischen
 Jahres veranlassen wird.
 ---pagebreak--- ZEITPLAN
Zu unterscheiden ist zwischen vier großen Tätigkeitsbereichen, die sich
zeitlich zum Teil überschneiden werden:
-   Schaffung einer Rechtsgrundlage: Vorschlag der Kommission im
    September 1994, Verhandlungen im Herbst im Hinblick auf eine für
    das erste Halbjahr 1995 angestrebte gemeinsame Entscheidung;
-   vorbehaltlich einer Befürwortung des Prinzips dieses Europäischen
    Jahres durch die anderen Institutionen,              Aufbau     des
    Verwaltungsapparates innerhalb der Kommission und in den
    Mitgliedstaaten: Herbst 1994 bis Frühjahr 1995;
-   Auswahl und Durchführung der Kommunikationsproj ekte: Vorbereitung
    ab 1995, öffentliche Lancierung 1996;
-   Umfragen und Bewertung: von 1995 bis 1997.
LENKUNG DER AKTION
Für die Lenkung der Aktion wird folgende Struktur vorgeschlagen:
    Ein beratender Ausschuß zur Unterstützung der Kommission, der für
    die Durchführung des Beschlusses verantwortlich ist;
    in jedem Mitgliedstaat Stellen für die Auswahl, Koordinierung und
    Durchführung der Maßnahmen in diesem Mitgliedstaat.
 ---pagebreak---                                  Vorschlag für einen
    BESCHLUSS DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
                  über die Veranstaltung eines Europäischen Jahres
                               für lebenslanges Lernen
                                         (1996)
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPAISCHEN
UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf
die Artikel 126 und 127,
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,
nach Stellungnahme des Ausschusses der Regionen,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Die Entwicklung der individuellen und kollektiven Lebens- und Verhaltensweisen bringt
neue Anforderungen an die allgemeine und berufliche Bildung mit sich.
Die Entwicklung von Produktionsverfahren im Zusammenhang mit der Einführung neuer
Technologien und neuer Formen der Arbeitsorganisation verlangt völlig andere Kenntnisse
und Fähigkeiten von den Arbeitnehmern und erfordert Bemühungen zur Schaffung neuer
Arbeitsplätze, um die Lücke zu schließen, die zwischen dem Wachstum der Wirtschaft
und der Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa entsteht.
Die beständige Anpassung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung an diese
neuen Bedürfnisse ist für Europa eine strategisch wichtige Aufgabe, da die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und das europäische
Gesellschaftsmodell auf Wissen und Können aufbauen.
Einer fortgesetzten Bildung des einzelnen und der Arbeitnehmer kommt eine wesentliche
Rolle bei der Aufgabe zu, die persönliche Entfaltung zu ermöglichen und die
Beschäftigungsaussichten auf lange Sicht sicherzustellen. Wie in dem Weißbuch der
Kommission über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung hervorgehoben
wird, werden die allgemeine und berufliche Bildung eine entscheidende Rolle bei der
 ---pagebreak--- Wiederbelebung des Wachstums sowie der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit
und eines sozial annehmbaren Beschäftigungsniveaus spielen.
Die hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und Erwachsenen gefährdet das soziale
Gefüge und führt zu Skepsis gegenüber dem Bildungssystem, wodurch ihr Vertrauen in
das Konzept des lebenslangen Lernens nur schwer zu gewinnen ist.
Die von den Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene durchgeführten Maßnahmen sowie die
zahlreichen Initiativen auf regionaler und lokaler Ebene und die Aktionen des Europarates
und der übrigen im Bildungsbereich tätigen internationalen Organisationen müssen
Gegenstand eines gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustauschs sein.
1996 wird das erste Jahr sein, in dem die Programme LEONARDO DA VTNO(1) und
SOCRATES(2), die die zweite Generation der Gemeinschaftsprogramme im Bereich der
allgemeinen und beruflichen Bildung darstellen, voll zum Tragen kommen.
Die Strukturfonds und vor allem der Europäische Sozialfonds und die damit
zusammenhängenden Gemeinschaftsinitiativen, insbesondere ADAPT und EMPLOI,
tragen wesentlich zu einer Qualitätsverbesserung der beruflichen und allgemeinen Bildung
bei.
Die grundlegende Bedeutung der allgemeinen und beruflichen Bildung für die Schaffung
eines wirtschaftlich wettbewerbsfähigen und sozial solidarischen Europas, das die
persönliche Entfaltung des einzelnen ermöglicht, sollte durch eine Reihe abgestimmter
Aktionen auf der Ebene der Europäischen Union im Rahmen eines "Europäischen Jahres
für lebenslanges Lernen" verdeutlicht werden, um einen weiterreichenden Sensibilisie-
rungseffekt zu erzielen, als dies mit Hilfe der bestehenden Gemeinschaftsprogramme oder
der einzelnen, in den j eweiligen Mitgliedstaaten durchgeführten Aktionen möglich wäre -
BESCHLÜSSEN:
                                                Artikel 1
 1. Im Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis zum 31. Dezember 1996 werden gezielte
     Aktionen zur Kommunikation, zur Sensibilisierung und zur Förderung einer
     lebenslangen allgemeinen und beruflichen Bildung Jugendlicher und Erwachsener
     unternommen.
2. Das Jahr 1996 wird zum „Europäischen Jahr für lebenslanges Lernen" erklärt.
 (i) Beschluß des Rates .../.../EG, ABl. Nr. L.
 (2)
     Beschluß des Europäischen Paralaments und des Rates .../.../EG, ABl. Nr. L.
                                                    8
 ---pagebreak---                                        Artikel 2
Mit den in Artikel 1 genannten Aktionen werden folgende Ziele angestrebt:
1 die Sensibilisierung der europäischen Öffentlichkeit für die Bedeutung einer
    lebenslangen allgemeinen und beruflichen Bildung als Schlüsselelement für die
    persönliche Entwicklung und für ein europäisches Modell der Wettbewerbsfähigkeit
    und des Wachstums bei hoher Beschäftigungsintensität;
2. die Förderung einer besseren Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen der
    allgemeinen und beruflichen Bildung und der Wirtschaft, vor allem den kleinen und
    mittleren Unternehmen;
3. ein Beitrag zur Schaffung eines europäischen Raums der allgemeinen und beruflichen
    Bildung durch die Anerkennung von Befähigungsnachweisen im Bildungsbereich und
    in der beruflichen Praxis in der gesamten Europäischen Union sowie durch die
    Einfuhrung einer europäischen Dimension in die allgemeine und berufliche Bildung;
4. die Hervorhebung des Beitrags der allgemeinen und beruflichen Bildung zur
    Chancengleichheit und infolgedessen der Bedeutung dieser Chancengleichheit, vor
    allem bei Männern und Frauen, für den Zugang zur allgemeinen und beruflichen
    Bildung.
                                       Artikel 3
1. Die in Artikel 1 genannten Aktionen umfassen allgemeine und themenbezogene
    Veranstaltungen, die Erarbeitung und Verbreitung von Kommunikationsprodukten
    sowie die Durchführung von Studien und Umfragen.
2. Die Kriterien, Verfahren und Modalitäten für die Auswahl und Finanzierung der
    Maßnahmen sind im Anhang dargelegt.
                                       Artikel 4
Für die Durchführung des vorliegenden Beschlusses ist die Kommission verantwortlich.
 Sie wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus einem Vertreter
je Mitgliedstaat zusammensetzt. Den Vorsitz führt der Vertreter der Kommission.
Der Vertreter der Kommission legt dem Ausschuß einen Vorschlag über die in Frage
kommenden Maßnahmen vor, zu dem dieser innerhalb einer Frist Stellung nimmt, die
vom Vorsitzenden          entsprechend      der Dringlichkeit der          betroffenen
Maßnahmen - gegebenenfalls durch Abstimmung - festgelegt wird.
 ---pagebreak--- Die Stellungnahme wird im Sitzungsprotokoll vermerkt. Jeder Mitgliedstaat hat außerdem
das Recht, die Wiedergabe seines Standpunkts in diesem Protokoll zu verlangen.
Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses.
Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, in welcher Weise sie dieser Stellungnahme
Rechnung getragen hat.
                                      Artikel 5
Die Entscheidung über die Gewährung einer Gemeinschaftsbeihilfe für eine von den
Mitgliedstaaten vorgeschlagene Aktion wird von der Kommission gemäß dem Verfahren
nach Artikel 4 getroffen.
                                      Artikel 6
1. Jeder Mitgliedstaat benennt eine Stelle für die Auswahl, Koordinierung und
   Durchführung der in diesem Beschluß vorgesehenen Maßnahmen, soweit sie ihn
   betreffen.
2. Finanzierungsanträge für die in Abschnitt II B des Anhangs genannten Aktionen
    werden der Kommission von dem jeweiligen Mitgliedstaat vorgelegt.
                                      Artikel 7
Die Kommission übermittelt dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts-
und Sozialausschuß und dem Ausschuß der Regionen bis zum 31. Dezember 1997 einen
Bericht über die Durchführung, die Ergebnisse und die Gesamtbewertung der in diesem
 Beschluß vorgesehenen Aktionen und schlägt die Einzelheiten für deren weitere
 Behandlung vor.
 Geschehen zu .Brüssel am
 Im Namen des Europäischen Parlaments             Im Namen des Rates
 Der Präsident                                    Der Präsident
 ---pagebreak---                         ANHANG
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
1. Ziele und Begründung der Aktionen
Im Hinblick auf die Empfehlungen des Weißbuchs über Wachstum,
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung, das die Kommission im
Dezember 1993 dem Europäischen Rat in Brüssel vorgelegt hat, und die
dahingehend lauten, daß die Kommission die wesentlichen Anforderungen
und die langfristigen Ziele für die im Bereich der allgemeinen und
beruflichen Bildung durchzuführenden Aktionen und Politiken klar
festlegen sollte, kann die Veranstaltung eines „Europäischen Jahrs für
lebenslanges Lernen" ein wichtiges Signal setzen.
2. Themen
Die im Rahmen des „Europäischen Jahrs für lebenslanges Lernen"
durchgeführten Aktionen werden sich an den im Artikel 2 genannten
Zielen ausrichten, d. h.: Entwicklung, Verallgemeinerung und
Systematisierung des lebenslangen Lernens, Bedeutung der
Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen der allgemeinen und
beruflichen Bildung und der Wirtschaft, Eröffnung von Möglichkeiten
durch einen europäischen Raum der allgemeinen und beruflichen Bildung
im Zusammenhang mit der Mobilität von Personen in Ausbildung und von
Arbeitnehmern, Notwendigkeit einer Verbesserung des Zugangs zum
allgemeinen und beruflichen Bildungsangebot, vor allem unter dem
Gesichtspunkt der Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen.
3. Kriterien
 Bei der Auswahl der im Abschnitt II genannten Aktionen erhalten
diejenigen Priorität, die auf praktische Art und Weise den Nutzen der
 allgemeinen und beruflichen Bildung veranschaulichen (für den einzelnen,
 aber auch für eine Unternehmen oder die Entwicklung einer Region). Des
 weiteren haben die Aktionen Vorrang, die das Konzept des lebenslangen
Lernens hervorheben, sich in die Gemeinschaftsinterventionen im Bereich
 der allgemeinen und beruflichen Bildung einfügen oder die Vorteile einer
 länderübergreifenden Zusammenarbeit verdeutlichen.
 ---pagebreak--- II INHALT DER AKTIONEN
   A. Vollständig aus dem Gemeinschaftshaushalt zu finanzierende Aktionen.
   1. a) Veranstaltung europäischer Kolloquien zur Eröffnung und zum
          Abschluß des Europäischen Jahres über die oben genannten
          Themen;
      b) Veranstaltung von Treffen in den einzelnen Mitgliedstaaten zur
          Verdeutlichung des Beitrags der Union zu den verschiedenen
          genannten Themen;
   2. Informations- und Werbekampagnen auf europäischer Ebene, u. a.:
      a) Entwurf eines Logos und eines Slogans für das Europäische Jahr
          für lebenslanges Lernen;
      b) Ausarbeitung von Kommunikationsprodukten, beispielsweise:
          Produktion von Video-Clips über innovative Erfahrungen im
          Bereich der allgemeinen und beruflichen                  Bildung,
          Multimediaprodukte für Messen und Ausstellungen, Broschüren
          und Faltblätter, Dossiers (Texte, Fotos, Graphiken, schematische
          Darstellung der Abläufe, usw.) zur Unterstützung der Organisation
          lokaler und regionaler Veranstaltungen zu den vier Themen des
          Jahres, interaktive Systeme (CD-ROM, CD-I, Telematik) zur
          Ergänzung der gedruckten Unterlagen; diese Produkte werden eine
          Sensibilisierung bewirken und einem größeren Publikum den
          Zugang zu Informationen über die Anerkennung von
          Ausbildungsabschlüssen, die Bedingungen für den Zugang zur
          höheren Schulbildung in der Union und die von den verschiedenen
          Programmen und Gemeinschaftsinitiativen unterstützten Projekte
          verschaffen;
      c) Einbeziehung der Medien für das breite Publikum (Fernsehen,
          Radio, Presse) und der spezialisierten Medien (Schulfernsehen,
          Fachpresse) in die Werbe- und Sensibilisierungsmaßnahmen;
      d) Veranstaltung von Wettbewerben auf europäischer Ebene
          (beispielsweise für Schüler, Schulen, Unternehmen oder
           Gebietskörperschaften), um die Ergebnisse und konkreten
          Erfahrungen mit den vier Schwerpunktthemen des. Jahres zur
           Geltung zu bringen, vor allem in Zusammenarbeit mit der
           Wirtschaft, den Sozialpartnern und dem Bildungswesen,
           insbesondere im Hinblick auf den Zugang der Arbeitnehmer zum
           allgemeinen und beruflichen Bildungsangebot für alle Altersstufen.
                                       12
 ---pagebreak--- 3.     Durchführung von Umfragen und vorbereitenden Studien sowie
       nachträglichen Bewertungen nach Zielgruppen und nach
        Schwerpunktthemen; Hauptziel dieser Studien und Umfragen ist
        eine bessere Kenntnis der Erwartungen der verschiedenen Gruppen,
        auch im Hinblick auf den Beitrag der Union.
B. Durch den Gemeinschaftshaushalt mitfinanzierte Aktionen.
Die von den nationalen Behörden im Rahmen des Europäischen Jahres
vorgeschlagenen Aktionen können je nach Fall aus dem
Gemeinschaftshaushalt mitfinanziert werden, wobei jedoch 50 % der
Gesamtkosten nicht überschritten werden dürfen. Zu diesen Aktionen
gehören insbesondere:
a) Veranstaltungen auf nationaler oder regionaler Ebene über die Themen
   des Jahres;
b) Aktionen zur Information und zur Verbreitung beispielhafter Verfahren;
c) Preisverleihungen oder Wettbewerbe auf nationaler oder regionaler
   Ebene.
C. Aktionen ohne finanzielle Auswirkungen auf den Haushaltsplan der
   Gemeinschaft
Freiwillig durchgeführte Aktionen der öffentlichen oder privaten Akteure,
beispielsweise die Verwendung von Logo und Schwerpunktthemen des
Europäischen Jahres in den Werbekampagnen und bei Veranstaltungen.
                                     13
 ---pagebreak---                                 FINANZBOGEN
    BEZEICHNUNG DER MASSNAHME
    Europäisches Jahr für lebenslanges Lernen
    HAUSHALTSLINIE
    B3-1008
    RECHTSGRUNDLAGE
    Vorschlag für einen Beschluß des Parlaments und des Rates über ein
    Aktionsprogramm für das Europäische Jahr für lebenslanges Lernen.
4   BESCHREIBUNG DER MASSNAHME
4.1 Allgemeines Ziel der Maßnahme
    Im Weißbuch „Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung", das die
    Kommission im Dezember 1993 dem Europäischen Rat in Brüssel
    vorgelegt hat, heißt es im Kapitel 7, die Kommission müßte „die
    wesentlichen Anforderungen und die langfristigen Ziele" für die im
    Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung „durchzuführenden
    Aktionen und Politiken klar und unmißverständlich festlegen. In diesem
    Kontext könnte ein deutliches Signal gesetzt und eine sensibilisierende
    Wirkung erzielt werden, wenn ein "Europäisches Jahr der Bildung"
    ausgerufen und veranstaltet würde".
    Eine solche Initiative würde folgende Möglichkeiten eröffnen:
    -   Sensibilisierung der europäischen Öffentlichkeit für die Bedeutung
       einer lebenslangen allgemeinen und beruflichen Bildung als
       Schlüsselelement für die persönliche Entwicklung und für ein
       europäisches Modell der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums bei
       hoher Beschäftigungsintensität.
    -  Förderung einer besseren Zusammenarbeit auf allen Ebenen zwischen
       den Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung und der
       Wirtschaft, vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen;
                                       14
 ---pagebreak---        Beitrag zur Schaffung eines europäischen Raums der allgemeinen und
       beruflichen      Bildung     durch die Anerkennung             von
       Befähigungsnachweisen im Bildungsbereich und in der beruflichen
       Praxis in der gesamten Union sowie durch die Einführung einer
       europäischen Dimension in die Ausbildung von Schülern und Studenten
       und Auszubildenden;
       Hervorheben der Bedeutung der Chancengleichheit beim Zugang zur
       allgemeinen und beruflichen Bildung, vor allem bei Männern und
       Frauen.
4.2 Dauer der Maßnahme und ggf. Bestimmungen über ihre Verlängerung
    Die Aktion ist im Hinblick auf die Vorbereitung und den Ablauf des
    Ereignisses „Europäisches Jahr für lebenslanges Lernen" auf die Jahre
    1995 und 1996 beschränkt.
5   EINSTUFUNG DER AUSGABEN/EINNAHMEN
5.1 Nichtobligatorische Ausgaben (NOA)
5.2 Getrennte Mittel (GM)
6   ART DER AUSGABEN/EINNAHMEN
    -  Direkte Ausgaben: Kauf von Waren und Dienstleistungen im Bereich
       der Kommunikation.
    -   100 %iger Zuschuß: gegebenenfalls ja.
    -  Zuschuß zwecks Kofinanzierung mit anderen öffentlichen und/oder
       privaten Geldgebern. Die Kommission wird die Hauptaufgabe bei der
       Vorbereitung und Betreuung der vorgesehenen Maßnahmen
       übernehmen, aber angesichts der im wesentlichen politischen
       Bedeutung der Aktion muß zwischen ihr, den Mitgliedstaaten und den
       aktiv Beteiligten im öffentlichen und privaten Bereich eine echte
       Zusammenarbeit hergestellt werden.
                                       15
 ---pagebreak--- 7   FINANZIELLE AUSWIRKUNGEN
7.1 Berechnungsweise für die Gesamtkosten                  der Maßnahme
    (Zusammenhang zwischen Einzelkosten und Gesamtkosten)
    Das Jahr wird Aktionen umfassen, die vollständig aus dem
    Gemeinschaftshaushalt finanziert werden, zum Teil durch den
    Gemeinschaftshaushalt und zum Teil durch öffentliche oder private
    Geldgeber in den Mitgliedstaaten finanziert werden oder aber keine
    finanziellen Auswirkungen auf den Haushaltsplan der Gemeinschaft haben.
    Zu den Aktionen der ersten Kategorie zählen vor allem die Schaffung
    einer medienwirksamen Identität des Jahres, die Ausarbeitung von
    Unterlagen für die Medien und die Veranstalter von Ereignissen,
    Kolloquien zur Eröffnung und zum Abschluß sowie Veranstaltungen, die
    den Beitrag der Union im Bereich der allgemeinen und beruflichen
    Bildung verdeutlichen. In der zweiten Kategorie finden sich Aktionen, die
    für Gruppen auf nationaler, regionaler oder sonstiger Ebene in den
    Mitgliedstaaten bestimmt sind, und die die allgemeinen Themen des Jahres
    auf den Bedarf dieser Gruppen ausrichten. Aktionen der dritten Kategorie
    betreffen vor allem die Verwendung von Logo, Slogans oder Themen des
    Jahres durch öffentliche oder private Akteure in einer Weise, die die
    Wirkung des Jahres verstärkt.
    A. Vollständig aus dem Gemeinschaflshaushalt zu finanzierende Aktionen
        AI         Konferenzen      und Kolloquien         auf   europäischer
                    Ebene: Symposien, Kongresse, Kolloquien, einschließlich
                    der Konferenzen zur Eröffnung bzw. zum Abschluß des
                    Programms.
        Kosten: 1,5 Mio. ECU
        A.2         Kommunikations- und Werbekampagnen auf europäischer
                    Ebene:
        Diese umfassen unter anderem:
        -   den Entwurf eines Logos für das Europäische Jahr für lebenslanges
            Lernen;
        -   die Einbeziehung der Medien für das breite Publikum (Fernsehen,
            Radio, Plakataktionen, Zeitschriften und Tagespresse) und der
            spezialisierten Medien (Schulfernsehen, Plakataktionen an Schulen,
            Hochschulen und bei Gebietskörperschaften, Fachpresse);
                                        16
 ---pagebreak---    -    die Veröffentlichung von Druckschriften;
   - die Veranstaltung von Wettbewerben auf europäischer Ebene.
   Kosten: 2,5 Mio. ECU
   A3          Studien sowie vorbereitende und bewertende Umfragen
   Die Kommission wird vorbereitende und bewertende Umfragen bei
   verschiedenen Zielgruppen (Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und
   Ausbilder) durchführen.
   Kosten: 0,5 Mio. ECU
B. Durch den Gemeinschaftshaushalt mitfinanzierte Aktionen
   B.l         Veranstaltung besonderer Ereignisse in schulischen
   Einrichtungen, Unternehmen, Rathäusern, auf öffentlichen Plätzen
   sowie an anderen Orten, die von Jugendlichen und Erwachsenen häufig
   aufgesucht werden.
   Kosten: 1,5 Mio. ECU
   B.2         Information und Verbreitung beispielhafter Verfahren.
   Diese Informationsaktionen umfassen die Herstellung von Broschüren,
   Videofilmen und anderen Multimedia-Produkten sowie die
   Veranstaltung von Treffen und Austauschprogrammen.
   Kosten: 1,5 Mio. ECU
   B.3         Preise und Wettbewerbe
    Die Preise und Wettbewerbe werden auf nationaler und regionaler
   Ebene verliehen bzw. ausgeschrieben. Für die Ausschreibung und
    Durchführung der Wettbewerbe sind die regionalen und nationalen
    Stellen verantwortlich. Die Themen für die Preise und Wettbewerbe
    werden von der Kommission in Absprache mit den verschiedenen
    Ausschüssen festgelegt.
    Kosten: 0,5 Mio. ECU
C Aktionen ohne finanzielle Auswirkungen auf den Haushaltsplan der
    Gemeinschaft
    Freiwillig durchgeführte Aktionen der öffentlichen und privaten
    Akteure, u. a.:
    -    Verwendung des gemeinsamen Logos und des Slogans für das
         Europäische Jahr in den Werbekampagnen und bei
         Veranstaltungen,
    -    Verbreitung von Informationen über das Europäische Jahr in den
         Medien.
                                    17
 ---pagebreak--- 7.2             Aufschlüsselung nach Kostenelementen
                           Basis: Beträge zum jeweiligen ECU-Kurs (in Mio. ECU)
           Aufschlüsselung                        Haushaltsjahr                 Haushai tjahr         Insgesamt
                                                          1995                        1996
  AI Konferenzen                                           0,3                          1,2                1,5
  A2 Kommunikation/Publizität                               1,5                         1,0                2,5
  A3 Umfragen                                              0,3                          0,2                P,5
  B l Animation                                            0,2                          1,3                1,5
  B2 Information/Verbreitung                               0,5                          1,0                1,5
  B3 Preise/Wettbewerbe                                    0,2                          0,3                0,5
  INSGESAMT                                                3,0                          5,0                8,0
7.3             Indikativer Fälligkeitsplan
                                                              1995                          1996         Insgesamt
  Verpfl i chtungserm ächti gungen                              3,0                          5,0             8,0
  Zahlungsermächtigungen
                   1995                                         2,0                                          2,0
                   1996                                         1,0                          3,3            4,3
                   1997                                                                      1,7             1,7
               Insgesamt                                        3,0                          5,0             8,0
                 V O R G E S E H E N E B E T R U G S B E K A M P Ï I M G S M A S S N A H M E N (UND GGF.  ERGEBNISSE)
                 In allen Verträgen, Abkommen und sonstigen juristischen Zusagen ist die
                 Möglichkeit einer durch die Kommission oder den Rechnungshof
                 durchgeführten Kontrolle an Ort und Stelle vorgesehen. Die Verantwortung
                 für die Maßnahmen tragen ferner die Begünstigten, die verpflichtet sind,
                 einen Bericht und eine finanzielle Abrechnung vorzulegen, die in
                 Übereinstimmung mit den Zielen der gemeinschaftlichen Finanzierung im
                 Hinblick auf den Inhalt und die Zulässigkeit der Ausgaben überprüft
                 werden.
 ---pagebreak--- 9   ANGABEN ZUR KOSTEN-WIRKSAMKEITS-ANALYSE
9.1 Quantifizierbare Einzelziele, Zielgruppe
    Ziel der Veranstaltung „Europäisches Jahr für lebenslanges Lernen" ist die
    Sensibilisierung einer möglichst großen Öffentlichkeit für die
    entscheidende Bedeutung der Fragen im Zusammenhang mit der
    allgemeinen und beruflichen Bildung für die europäische Gesellschaft:
    Zielgruppe ist also potentiell die gesamte Gesellschaft, soweit die
    Veranstaltung nicht nur Fragen der Allgemeinbildung, sondern auch Fragen
    der beruflichen Bildung behandelt. Von der Maßnahme angesprochen sind
    daher nicht nur Lehrende und Lernende in der Allgemeinbildung, sondern
    auch alle Akteure im Bereich der Berufsbildungspolitik, einschließlich der
    Arbeitnehmer.
9.2 Begründung der Maßnahme
    Der wichtigste Grund ist die wirtschaftliche und soziale Problematik, die
    im Weißbuch „Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung"
    geschildert wird: Wie kann ein Wirtschaftswachstum erzielt werden, das
    viele Arbeitsplätze schafft und das erlaubt, die Errungenschaften des
    bestehenden europäischen Sozialmodells zu bewahren. Die Kommission
    schlägt eine Strategie vor, die von einer gesunden, dezentralisierten,
    wettbewerbsfähigen sowie solidarisch geprägten Wirtschaft ausgeht. Die
    allgemeine und berufliche Bildung ermöglicht im Hinblick auf eine
    Perspektive des lebenslangen Lernens eine dauerhafte Erneuerung der
    Beschäftigungsmöglichkeiten und erleichtert ein Schritthalten mit dem
    technologischen Wandel.
    Diese Strategie, die auf ein Humankapital von hoher Qualität baut, setzt
    bei der Öffentlichkeit das Bewußtsein für die damit verbundenen
    Möglichkeiten, den Nutzen, aber auch die Einschränkungen voraus. Sie
    umfaßt daher eine besondere Aktion zur Sensibilisierung der europäischen
    Öffentlichkeit, die sich auf die Gemeinschaftsinterventionen im Bereich der
    allgemeinen und beruflichen Bildung stützen könnte, auf im Rahmen der
     Strukturfonds finanzierte Aktionen wie die Gemeinschaftsinitiativen
    ADAPT und EMPLOI sowie auf rechtliche Maßnahmen im Bereich der
    Anerkennung der beruflichen Befähigungsnachweise).
    Die Proklamation eines "Europäischen Jahres fur lebenslanges Lernen"
    wird den auf der Ebene der Europäischen Union durchgeführten Aktionen
    einen entsprechenden Kommunikationsrahmen bieten. Damit kann ein
    größerer Personenkreis als nur die unmittelbar von den Interventionen
    betroffenen Personen erreicht und ein Sensibilisierungseffekt erzielt
    werden, den die Einzelaktionen in den verschiedenen Mitgliedstaaten nicht
    erlangen könnten.
                                         19
 ---pagebreak--- 9.3 Follow-up und Bewertung der Maßnahme
    -  Die Umfragen vor der Maßnahme bei Erwachsenen, Jugendlichen,
       Lehrkräften/Ausbildern schaffen die Grundlage für die Bewertung im
       Anschluß an die Maßnahme, mit der festgestellt werden soll, welchen
       Bekanntheitsgrad das Ereignis erreicht hat, und wie sich die Denkweise
       der verschiedenen Akteure verändert hat. Im Bereich der allgemeinen
       und beruflichen Bildung und vor allem im Hinblick auf die
       Grundbildung und die lebenslange Bildung (life long learning) ist die
       Entwicklung der Denkweisen eine unverzichtbare Voraussetzung für die
       Erneuerung der Bildungssysteme, gleich ob diese durch Reformen oder
       durch die Verbreitung der Ergebnisse der Initiativen und den
       Erfahrungsaustausch erreicht wird.
    -  Der Erfolg der Maßnahme wird im Laufe der anschließenden fünf bis
       zehn Jahre anhand der tatsächlich von den Akteuren entwickelten
       Praktiken festgestellt werden können. Diese Entwicklung wird sich mit
       Hilfe der von der Task Force im Bereich der allgemeinen und
       beruflichen Bildung aufgestellten Indikatoren messen lassen.
                                        20
 ---pagebreak--- 9.4 Übereinstimmung mit der Finanzplanung
    Neue Maßnahme im Anschluß an die Annahme des Weißbuchs.
10  VERWALTUNGSAUSGABEN (TEIL A DES HAUSHALTSPLANS)
    Für die Durchführung dieser Maßnahme ist keine Personalaufstockung
    vorgesehen.
                             21
 ---pagebreak---                                                                     ISSN 0254-1467
                                                          KOM(94) 264 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             16
                                 Katalognummer : CB-CO-94-407-DE-C
                                                          ISBN 92-77-80565-X
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg
                                           22 -