CELEX: 42010X0731(01)
Language: de
Date: 2010-07-31 00:00:00
Title: Regelung Nr. 69 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Tafeln zur hinteren Kennzeichnung bauartbedingt langsam fahrender Kraftfahrzeuge und ihrer Anhänger

31.7.2010   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               L 200/1
            
         Nur die von der UN/ECE verabschiedeten Originalfassungen sind international rechtsverbindlich. Der Status dieser Regelung und das Datum ihres Inkrafttretens sind der neuesten Fassung des UN/ECE-Statusdokuments TRANS/WP.29/343 Rev.X zu entnehmen, das von folgender Website abgerufen werden kann:
   http://www.unece.org/trans/main/wp29/wp29wgs/wp29gen/wp29fdocstts.html
   Regelung Nr. 69 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Tafeln zur hinteren Kennzeichnung bauartbedingt langsam fahrender Kraftfahrzeuge und ihrer Anhänger
   Einschließlich des gesamten gültiges Textes bis:
   Ergänzung 5 zur Änderungsserie 01 — Tag des Inkrafttretens: 24. Oktober 2009
   INHALTSVERZEICHNIS
   REGELUNG
   
               1.
            
            Anwendungsbereich
         
               2.
            
            Begriffsbestimmungen
         
               3.
            
            Antrag auf Genehmigung
         
               4.
            
            Aufschriften
         
               5.
            
            Genehmigung
         
               6.
            
            Allgemeine Vorschriften
         
               7.
            
            Besondere Vorschriften (Prüfungen)
         
               8.
            
            Änderung des Typs einer hinteren Kennzeichnungstafel für bauartbedingt langsam fahrende Fahrzeuge und ihre Anhänger und Erweiterung der Genehmigung
         
               9.
            
            Übereinstimmung der Produktion
         
               10.
            
            Maßnahmen bei Abweichungen in der Produktion
         
               11.
            
            Endgültige Einstellung der Produktion
         
               12.
            
            Übergangsbestimmungen
         
               13.
            
            Namen und Anschriften der Technischen Dienste, die die Prüfungen für die Genehmigung durchführen, und der Behörden
         ANHÄNGE
   
               Anhang 1 —
            
            Das CIE-Winkelsystem
         
               Anhang 2 —
            
            Mitteilung über die Genehmigung oder die Versagung oder die Erweiterung oder den Entzug einer Genehmigung oder die endgültige Einstellung der Produktion für einen Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge nach der Regelung Nr. 69
         
               Anhang 3 —
            
            Muster des Genehmigungszeichens
         
               Anhang 4 —
            
            Prüfverfahren
         
               Anhang 5 —
            
            Vorschriften über Form und Abmessungen — Form und Abmessungen der retroreflektierend-fluoreszierenden (Klasse 1) oder nur retroreflektierenden (Klasse 2) hinteren Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge
         
               Anhang 6 —
            
            Kolorimetrische Vorschriften
         
               Anhang 7 —
            
            Fotometrische Vorschriften
         
               Anhang 8 —
            
            Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse
         
               Anhang 9 —
            
            Wärmebeständigkeit
         
               Anhang 10 —
            
            Festigkeit der Tafeln
         
               Anhang 11 —
            
            Beständigkeit der optischen Eigenschaften von hinteren Kennzeichnungstafeln
         
               Anhang 12 —
            
            Hintere Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge und ihre Anhänger
         
               Anhang 13 —
            
            Mindestanforderungen für Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung der Produktion
         
               Anhang 14 —
            
            Mindestanforderungen für stichprobenartige Überprüfungen durch einen Prüfer
         
               Anhang 15 —
            
            Richtlinien für den Anbau von Tafeln zur hinteren Kennzeichnung an bauartbedingt langsam fahrende Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger
         1.   ANWENDUNGSBEREICH
   Diese Regelung gilt für hintere Kennzeichnungstafeln für Fahrzeuge der Klasse M, N, O und T und für mobile Maschinen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h (1).
   2.   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN (2)
   
   2.1.   Im Sinne dieser Vorschriften gelten folgende Begriffsbestimmungen:
   2.1.1.   „hintere Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge“: eine dreieckige Tafel mit abgeflachten Ecken und einer charakteristischen Oberfläche, die mit retroreflektierenden und fluoreszierenden Materialien oder Einrichtungen bedeckt ist (Klasse 1) oder die mit nur retroreflektierenden oder fluoreszierenden Materialien oder Einrichtungen bedeckt ist (Klasse 2);
   2.1.2.   „Muster“: eine vollständige und gebrauchsfertige hintere Kennzeichnungstafel eines langsam fahrenden Fahrzeugs, die an ein Fahrzeug angebaut werden kann und für die Serienproduktion repräsentativ ist;
   2.2.   „Retroreflexion“:
   diejenige Rückstrahlung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die einfallende Strahlung in Richtungen zurückgestrahlt wird, die der Richtung der einfallenden Strahlung nahe liegen; diese Eigenschaft bleibt selbst bei erheblichen Änderungen der Richtung der einfallenden Strahlung erhalten;
   2.2.1.   „retroreflektierendes Material“: eine Oberfläche oder eine Einrichtung, von der bei direkter Anstrahlung ein relativ großer Teil der einfallenden Strahlung zurückgestrahlt wird;
   2.2.2.   „retroreflektierende Einrichtung (Rückstrahler)“: eine gebrauchsfertige Einrichtung, die mindestens eine retroreflektierende optische Einheit (Rückstrahloptik) enthält.
   2.3.   Geometrische Begriffsbestimmungen (siehe Anhang 1, Abbildung 1):
   2.3.1.   „Bezugsmittelpunkt“: ein Punkt auf oder in der Nähe einer retroreflektierenden Flache, der als Mittelpunkt der Einrichtung zum Zweck der Angabe ihrer Leistungsmerkmale festgelegt wird;
   2.3.2.   „Beleuchtungsachse“: die Gerade vom Bezugsmittelpunkt zum Mittelpunkt der Lichtquelle;
   2.3.3.   „Beobachtungsachse“: die Gerade vom Bezugsmittelpunkt zum Mittelpunkt des Fotometerkopfes;
   2.3.4.   „Beobachtungswinkel (Symbol α)“: der Winkel zwischen Beleuchtungsachse und Beobachtungsachse. Der Beobachtungswinkel ist immer positiv und bei der Retroreflexion auf kleine Winkel begrenzt. Winkelbereich: 0 ≤ α ≤ 180°;
   2.3.5.   „Beobachtungs-Halbebene“: die Halbebene, die von der Beleuchtungsachse ausgeht und die Beobachtungsachse enthält;
   2.3.6.   „Bezugsachse“: eine entsprechend festgelegte Gerade, die vom Bezugsmittelpunkt ausgeht und zur Beschreibung der Winkelstellung der retroreflektierenden Einrichtung verwendet wird;
   2.3.7.   „Beleuchtungswinkel (Symbol β)“: der Winkel zwischen Beleuchtungsachse und Bezugsachse. Der Beleuchtungswinkel ist normalerweise nicht größer als 90°, aber der Vollständigkeit halber wird sein Bereich wie folgt definiert: 0 ≤ β ≤ 180°. Um seine Ausrichtung vollständig anzugeben, ist dieser Winkel durch die zwei Komponenten β1 und β2 festgelegt;
   2.3.8.   „erste Achse“: eine Achse durch den Bezugsmittelpunkt und rechtwinklig zur Beobachtungs-Halbebene;
   2.3.9.   „erste Komponente des Beleuchtungswinkels (Symbol β1)“: der Winkel zwischen der Beleuchtungsachse und der Ebene, die die Bezugsachse und die erste Achse enthält; Winkelbereich: – 180° < β1 ≤ 180°;
   2.3.10.   „zweite Komponente des Beleuchtungswinkels (Symbol β2)“: der Winkel zwischen der Ebene, die die Beobachtungs-Halbebene enthält, und der Bezugsachse; Winkelbereich: – 90° ≤ β2 ≤ 90°;
   2.3.11.   „zweite Achse“: eine Achse durch den Bezugsmittelpunkt und rechtwinklig sowohl zur ersten Achse als auch zur Bezugsachse. Die positive Richtung der zweiten Achse liegt in der Beobachtungshalbebene, wenn, wie in Anhang 1 Abbildung 1 dargestellt, – 90° < β1 < 90 °.
   2.3.12.   „Verdrehungswinkel ε“
   Winkel, um den das Muster, von einer beliebigen Stellung in der Beleuchtungsrichtung gesehen, gegen den Uhrzeigersinn (+ ε) oder im Uhrzeigersinn (– ε) um seine Vertikalachse gedreht wird. Sind die retroreflektierenden Materialien oder Einrichtungen mit einer Aufschrift (z. B. TOP) versehen, dann bestimmt diese Aufschrift die Ausgangsstellung. Der Verdrehungswinkel ε liegt im Bereich – 180° < ε ≤ 180°.
   2.4.   Begriffsbestimmungen für die fotometrischen Fachausdrücke:
   2.4.1.   „(spezifischer) Rückstrahlwert (Symbol R’)“
   Koeffizient (R’), der sich aus der Division der Leuchtdichte (I) des retroreflektierenden Bereichs in der Beobachtungsrichtung durch das Produkt der Beleuchtungsstärke (E┴) in der retroreflektierenden Ebene rechtwinklig zur Richtung des einfallenden Lichtes und der beleuchteten glatten Oberfläche A des Musters ergibt.
   
      
   Der (spezifische) Rückstrahlwert R’ wird in Candela pro m2 pro lx (cd. m-2. lx-1) ausgedrückt;
   2.4.2.   „Öffnungswinkel des retroreflektierenden Musters (Symbol η)“: der Winkel, unter dem die größte Abmessung des retroreflektierenden Musters, ausgehend vom Mittelpunkt der Lichtquelle oder vom Mittelpunkt des Empfängers, gesehen wird;
   2.4.3.   „Leuchtdichtefaktor“: das Verhältnis der Leuchtdichte des betrachteten Gegenstandes zu der Leuchtdichte einer vollkommenen Streufläche unter gleichen Beleuchtungs- und Beobachtungsbedingungen;
   2.4.4.   „Farbe des von der Einrichtung reflektierten Lichts“: Die Farbe des reflektierten Lichts ist in den Absätzen 2.30 und 2.31 der Regelung Nr. 48 festgelegt.
   2.5.   Fluoreszenz:
   2.5.1.   Werden bestimmte Substanzen in die Nahe einer Quelle ultravioletter oder blauer Strahlung gebracht, so emittieren sie Strahlungen mit einer fast immer längeren Wellenlange als jene, die die Wirkung erzeugen. Diese Erscheinung wird als Fluoreszenz bezeichnet. Bei Tageslicht und in der Dämmerung sind fluoreszierende Farben heller als normale Farben, da sie einen Teil des auf sie fallenden Lichts reflektieren und zusätzlich Licht ausstrahlen. Bei Nacht sind sie nicht heller als normale Farben.
   2.5.2.   „Farbe des fluoreszierenden Lichts der Einrichtung“: Die Farbe des fluoreszierenden Lichts ist in Absatz 2.32 der Regelung Nr. 48 festgelegt.
   2.6.   Beschreibung des Goniometers:
   Ein Goniometer, das für die Retroreflexionsmessungen auf der Grundlage des CIE-Winkelsystems verwendet werden kann, ist in Anhang 1, Abbildung 2 dargestellt. In dieser Abbildung ist der Fotometerkopf als senkrecht über der Lichtquelle befindlich dargestellt. Die erste Achse ist feststehend und waagerecht sowie rechtwinklig zur Beobachtungs-Halbebene dargestellt. Es kann jede Anordnung der einzelnen Bestandteile verwendet werden, die der gezeigten gleichwertig ist.
   2.7.   Begriffsbestimmung des „Typs“:
   Unter „unterschiedlichen Typen“ von hinteren Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge werden hintere Kennzeichnungstafeln verstanden, die sich in wesentlichen Merkmalen wie den folgenden unterscheiden:
   
               2.7.1.
            
            
               der Fabrik- oder Handelsmarke;
            
         
               2.7.2.
            
            
               den Eigenschaften des retroreflektierenden Materials oder der retroreflektierenden Einrichtungen;
            
         
               2.7.3.
            
            
               den Eigenschaften des fluoreszierenden Materials;
            
         
               2.7.4.
            
            
               den Teilen, die die Eigenschaften des retroreflektierenden Materials oder der retroreflektierenden Einrichtungen beeinflussen.
            
         3.   ANTRAG AUF GENEHMIGUNG
   3.1.   Der Antrag auf Erteilung einer Genehmigung für einen Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge ist vom Inhaber der Fabrik oder Handelsmarke oder gegebenenfalls von seinem ordentlich bevollmächtigten Vertreter einzureichen; dem Antrag sind beizufügen:
   
               3.1.1.
            
            
               Zeichnungen in dreifacher Ausfertigung, die genügend Einzelheiten enthalten, um die Feststellung des Typs zu ermöglichen. Die Zeichnungen müssen die geometrische Lage für den Anbau der hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge an der Rückseite der Fahrzeuge angeben. Aus den Zeichnungen muss auch hervorgehen, in welcher Lage zum Kreis des Genehmigungszeichens die Genehmigungsnummer und das Identifizierungszeichen anzubringen sind;
            
         
               3.1.2.
            
            
               eine kurz gefasste technische Beschreibung mit Angaben über die Materialien, aus denen die retroreflektierenden Flächen bestehen;
            
         
               3.1.3.
            
            
               eine kurz gefasste technische Beschreibung mit Angaben über die Materialien, aus denen die fluoreszierende Fläche besteht;
            
         
               3.1.4.
            
            
               Muster der retroreflektierenden und fluoreszierenden Flächen (Klasse 1) bzw. der nur retroreflektierenden Flächen (Klasse 2).
            
         3.2.   Die zuständige Behörde muss nachprüfen, ob zufrieden stellende Maßnahmen für eine wirksame Kontrolle der Übereinstimmung der Produktion getroffen sind, bevor die Typgenehmigung erteilt wird.
   4.   AUFSCHRIFTEN
   4.1.   Jede zur Erteilung einer Genehmigung eingereichte hintere Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge muss mit den folgenden Aufschriften versehen sein:
   
               4.1.1.
            
            
               der Fabrik- oder Handelsmarke;
            
         
               4.1.2.
            
            
               dem Wort „TOP“ waagerecht auf dem obersten Teil der am Fahrzeug anzubringenden Tafel, wenn die retroreflektierende Tafel nicht für alle Verdrehungswinkel ε ausgelegt ist.
            
         4.2.   Die Aufschriften müssen entweder auf der retroreflektierenden oder der fluoreszierenden Flache der Tafel oder auf dem Rand angebracht und von außen sichtbar sein, wenn die Kennzeichnungstafel am Fahrzeug angebracht ist.
   4.3.   Die Aufschriften müssen deutlich lesbar und dauerhaft sein.
   5.   GENEHMIGUNG
   5.1.   Erfüllen die in Übereinstimmung mit Absatz 4 zur Genehmigung eingereichten Kennzeichnungstafeln die Vorschriften dieser Regelung, so ist die Genehmigung für diesen Typ einer Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge zu erteilen.
   5.2.   Jede Genehmigung umfasst die Zuteilung einer Genehmigungsnummer. Ihre ersten beiden Ziffern (derzeit 01) bezeichnen die Änderungsserie mit den neuesten, wichtigsten technischen Änderungen, die zum Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung in die Regelung aufgenommen sind. Die Zeichen über dem Kreis stehen für die Klasse der hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge, und zwar „RF“ für die Klasse 1 (retroreflektierende und fluoreszierende Materialien) und „RR“ für die Klasse 2 (nur retroreflektierende Materialien). Dieselbe Vertragspartei darf diese Nummer keinem anderen Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge mehr zuteilen.
   5.3.   Die Erteilung oder die Versagung oder die Erweiterung einer Genehmigung für einen Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge nach dieser Regelung ist den Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, mit einem Formblatt mitzuteilen, das dem Muster des Anhangs 2 entspricht; diesem Formblatt ist eine Zeichnung möglichst im Maßstab 1: 1 beizufügen, die vom Antragsteller zur Verfügung zu stellen ist und deren Format nicht größer als A4 (210 × 297 mm) ist oder die auf dieses Format gefaltet ist.
   5.4.   An jeder für langsam fahrende Fahrzeuge vorgesehenen hinteren Kennzeichnungstafel, die einem nach dieser Regelung genehmigten Typ entspricht, ist zusätzlich zu den Aufschriften nach Absatz 4.1 anzubringen:
   5.4.1.   ein internationales Genehmigungszeichen, bestehend aus:
   
               5.4.1.1.
            
            
               einem Kreis, in dem sich der Buchstabe „E“ und die Kennzahl des Landes befinden, das die Genehmigung erteilt hat (3), und
            
         
               5.4.1.2.
            
            
               einer Genehmigungsnummer.
            
         5.5.   Das Genehmigungszeichen muss deutlich lesbar und dauerhaft sein.
   5.6.   Anhang 3 dieser Regelung zeigt ein Muster des Genehmigungszeichens.
   6.   ALLGEMEINE VORSCHRIFTEN
   6.1.   Hintere Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge müssen so beschaffen sein, dass sie bei normaler Verwendung stets zufrieden stellend ihre Funktion erfüllen. Außerdem dürfen sie keine bauart- oder herstellungsbedingten Mängel aufweisen, die ihre Wirkung oder die Erhaltung eines guten Zustandes beeinträchtigen.
   6.2.   Die Bestandteile retroreflektierend-fluoreszierender (Klasse 1) oder nur retroreflektierender (Klasse 2) hinterer Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge dürfen nicht leicht entfernbar sein.
   6.3.   Die Befestigungsmittel für die Anbringung der hinteren Kennzeichnungstafel müssen eine feste und dauerhafte Verbindung zwischen Tafel und Ruckseite des Fahrzeugs gewährleisten, z. B. durch Schrauben oder Nieten.
   6.4.   Die Außenfläche der retroreflektierend-fluoreszierenden (Klasse 1) oder der nur retroreflektierenden (Klasse 2) hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge muss leicht zu reinigen sein. Die Oberfläche darf daher nicht rau sein, und etwaige Unebenheiten dürfen das Reinigen nicht erschweren.
   7.   BESONDERE VORSCHRIFTEN (PRÜFUNGEN)
   7.1.   Hintere Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge müssen auch den Vorschriften hinsichtlich der Abmessungen, der Form und der Materialbeschaffenheit sowie der kolorimetrischen, fotometrischen, physikalischen und mechanischen Anforderungen der Anhänge 5 bis 12 dieser Regelung genügen.
   8.   Änderung des Typs einer hinteren Kennzeichnungstafel für bauartbedingt langsam fahrende Fahrzeuge und ihre Anhänger und Erweiterung der Genehmigung
   8.1.   Jede Änderung des Typs einer hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge ist der Behörde mitzuteilen, die die Genehmigung erteilt hat. Die Behörde kann dann
   
               8.1.1.
            
            
               entweder die Auffassung vertreten, dass von den vorgenommenen Änderungen keine nennenswert nachteilige Wirkung ausgeht und die Einrichtung auf jeden Fall noch den Vorschriften genügt oder
            
         
               8.1.2.
            
            
               ein neues Gutachten des die Genehmigungsprüfungen durchführenden Technischen Dienstes anfordern.
            
         8.2.   Die Bestätigung oder die Versagung der Genehmigung mit Angabe der Änderungen ist den Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, nach dem Verfahren gemäß 5.3 mitzuteilen.
   8.3.   Die für die Erweiterung der Genehmigung zuständige Behörde teilt einer solchen Erweiterung eine laufende Nummer zu und unterrichtet hierüber die anderen Vertragsparteien des Übereinkommens von 1958, die diese Regelung anwenden, mit einem Mitteilungsblatt, das dem Muster in Anhang 2 dieser Regelung entspricht.
   9.   ÜBEREINSTIMMUNG DER PRODUKTION
   Die Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung der Produktion müssen den in Anlage 2 zum Übereinkommen (E/ECE/324-E/ECE/TRANS/505/Rev.2) beschriebenen Verfahren entsprechen, wobei Folgendes gilt:
   
               9.1.
            
            
               Die nach dieser Regelung genehmigten hinteren Kennzeichnungstafeln müssen so beschaffen sein, dass sie dem genehmigten Typ insofern entsprechen, als die Vorschriften der Absätze 6 und 7 eingehalten sind.
            
         
               9.2.
            
            
               Die Mindestanforderungen für Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung der Produktion nach Anhang 13 dieser Regelung müssen eingehalten sein.
            
         
               9.3.
            
            
               Die Mindestanforderungen für stichprobenartige Überprüfungen durch einen Prüfer nach Anhang 14 dieser Regelung müssen eingehalten sein.
            
         
               9.4.
            
            
               Die Behörde, die die Typgenehmigung erteilt hat, kann jederzeit die in jeder Fertigungsanlage angewandten Verfahren zur Kontrolle der Übereinstimmung überprüfen. Diese Überprüfungen werden gewöhnlich einmal alle zwei Jahre durchgeführt.
            
         10.   MASSNAHMEN BEI ABWEICHUNGEN IN DER PRODUKTION
   10.1.   Die für einen Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge nach dieser Regelung erteilte Genehmigung kann entzogen werden, wenn die vorstehenden Vorschriften nicht eingehalten sind oder wenn eine mit dem Genehmigungszeichen versehene Kennzeichnungstafel dem genehmigten Typ nicht entspricht.
   10.2.   Zieht eine Vertragspartei, die diese Regelung anwendet, eine zuvor erteilte Genehmigung zurück, so hat sie dies den anderen Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, unverzüglich mit einem Mitteilungsformular entsprechend dem Muster in Anhang 2 dieser Regelung mitzuteilen.
   11.   ENDGÜLTIGE EINSTELLUNG DER PRODUKTION
   Stellt der Inhaber der Genehmigung die Produktion einer nach dieser Regelung genehmigten hinteren Kennzeichnungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge endgültig ein, so hat er hierüber die Behörde zu unterrichten, die die Genehmigung erteilt hat. Nach Erhalt der entsprechenden Mitteilung hat diese Behörde die anderen Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, hierüber mit einem Mitteilungsblatt zu unterrichten, das dem Muster in Anhang 2 dieser Regelung entspricht.
   12.   ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN
   12.1.   Nach dem offiziellen Datum des Inkrafttretens der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 darf keine Vertragspartei, die diese Regelung anwendet, die Erteilung von Genehmigungen nach dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 geänderten Fassung versagen.
   12.2.   Nach Ablauf einer Frist von 24 Monaten nach dem Tag des Inkrafttretens der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 dürfen Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, Genehmigungen nur dann erteilen, wenn der zu genehmigende Typ der hinteren Kennzeichnungstafel den Vorschriften dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 geänderten Fassung entspricht.
   12.3.   Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, dürfen Erweiterungen von Genehmigungen zu einer vorhergehenden Fassung dieser Regelung bis zur Ergänzung 1 zur Änderungsserie 01 nicht versagen.
   12.4.   Die weniger als 24 Monate nach dem Tag des Inkrafttretens der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 nach dieser Regelung erteilten Genehmigungen und alle Erweiterungen von Genehmigungen, einschließlich der späteren Erweiterungen zu vorhergehenden Änderungsserien, bleiben auf unbestimmte Zeit gültig. Wenn der nach einer vorhergehenden Fassung der Regelung bis zur Ergänzung 1 zur Änderungsserie 01 genehmigte Typ der hinteren Kennzeichnungstafel den Vorschriften dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 geänderten Fassung entspricht, unterrichtet die Vertragspartei, die die Genehmigung erteilt hat, die anderen Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, hierüber.
   12.5.   Keine Vertragspartei, die diese Regelung anwendet, darf einem nach dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 geänderten Fassung genehmigten Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel die Anerkennung versagen.
   12.6.   Nach dem offiziellen Datum des Inkrafttretens der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 darf keine Vertragspartei, die diese Regelung anwendet, die Anbringung der nach dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 geänderten Fassung genehmigten hinteren Kennzeichnungstafeln an einem Fahrzeug untersagen.
   12.7.   Die Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, gestatten wahrend einer Frist von 48 Monaten nach dem Tag des Inkrafttretens der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 weiterhin die Anbringung von hinteren Kennzeichnungstafeln, die nach einer vorhergehenden Fassung der Regelung bis zur Ergänzung 1 zur Änderungsserie 01 genehmigt wurden.
   12.8.   Nach Ablauf einer Frist von 48 Monaten nach dem Tag des Inkrafttretens der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 können die Vertragsparteien, die diese Regelung anwenden, die Anbringung von hinteren Kennzeichnungstafeln, die den Vorschriften dieser Regelung in ihrer durch die Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 geänderten Fassung nicht entsprechen, an einem Neufahrzeug untersagen, für das eine nationale Typ- oder Einzelgenehmigung mehr als 24 Monate nach dem Inkrafttreten der Ergänzung 2 zur Änderungsserie 01 zu dieser Regelung erteilt wurde.
   13.   NAMEN UND ANSCHRIFTEN DER TECHNISCHEN DIENSTE, DIE DIE PRÜFUNGEN FÜR DIE GENEHMIGUNG DURCHFÜHREN, UND DER BEHÖRDEN
   Die Vertragsparteien des Übereinkommens, die diese Regelung anwenden, übermitteln dem Sekretariat der Vereinten Nationen die Namen und Anschriften der Technischen Dienste, die die Prüfungen für die Genehmigung durchführen, und der Behörden, die die Genehmigung erteilen und denen die in anderen Ländern ausgestellten Mitteilungsblätter für die Erteilung, Erweiterung, Versagung oder Zurücknahme der Genehmigung zu übersenden sind.
   
      (1)  Entsprechend den Definitionen in Anhang 7 zur Gesamtresolution über Fahrzeugtechnik (R.E.3) (Dokument TRANS/WP.29/78/Rev.1/Amend.2, zuletzt geändert durch Änderung 4).
   
      (2)  Die Begriffsbestimmungen für die Fachausdrücke entsprechen den von der Internationalen Beleuchtungskommmission (CIE) festgelegten Ausdrücken (siehe den Technischen Bericht über Retroreflexion gemäß CIE-Veröffentlichung Nr. 54).
   
      (3)  1 für Deutschland, 2 für Frankreich, 3 für Italien, 4 für die Niederlande, 5 für Schweden, 6 für Belgien, 7 für Ungarn, 8 für die Tschechische Republik, 9 für Spanien, 10 für Serbien, 11 für das Vereinigte Königreich, 12 für Österreich, 13 für Luxemburg, 14 für die Schweiz, 15 (—), 16 für Norwegen, 17 für Finnland, 18 für Dänemark, 19 für Rumänien, 20 für Polen, 21 für Portugal, 22 für die Russische Föderation, 23 für Griechenland, 24 für Irland, 25 für Kroatien, 26 für Slowenien, 27 für die Slowakei, 28 für Weißrussland, 29 für Estland, 30 (—), 31 für Bosnien und Herzegowina, 32 für Lettland, 33 (—), 34 für Bulgarien, 35 (—), 36 für Litauen, 37 für die Türkei, 38 (—), 39 für Aserbaidschan, 40 für die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, 41 (—), 42 für die Europäische Gemeinschaft (Genehmigungen werden von ihren Mitgliedstaaten unter Verwendung ihres jeweiligen ECE-Zeichens erteilt), 43 für Japan, 44 (—), 45 für Australien, 46 für die Ukraine, 47 für Südafrika, 48 für Neuseeland, 49 für Zypern, 50 für Malta, 51 für die Republik Korea, 52 für Malaysia, 53 für Thailand, 54 und 55 (—), 56 für Montenegro, 57 (—) und 58 für Tunesien. Die folgenden Zahlen werden den anderen Ländern, die dem Übereinkommen über die Annahme einheitlicher technischer Vorschriften für Radfahrzeuge, Ausrüstungsgegenstände und Teile, die in Radfahrzeuge(n) eingebaut und/oder verwendet werden können, und die Bedingungen für die gegenseitige Anerkennung von Genehmigungen, die nach diesen Vorschriften erteilt wurden, beigetreten sind, nach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Ratifikation oder ihres Beitritts zugeteilt, und die so zugeteilten Zahlen werden den Vertragsparteien des Übereinkommens vom Generalsekretär der Vereinten Nationen mitgeteilt.
   
      ANHANG 1
      
         DAS CIE-WINKELSYSTEM
      
      
         Abbildung 1
      
      
         
      
         Abbildung 2
      
      
         
   
   
      ANNEX 2
      
         MITTEILUNG
      
      [Größtes Format: A4 (210 mm × 297 mm)]
      
         
   
   
      ANHANG 3
      
         MUSTER DES GENEHMIGUNGSZEICHENS
      
      
         
      Anmerkung: Die Genehmigungsnummer und die zusätzlichen Zeichen sind in der Nähe des Kreises entweder über, unter, rechts oder links von dem Buchstaben „E“ anzuordnen. Die Ziffern der Genehmigungsnummer müssen, bezogen auf den Buchstaben „E“, auf einer Seite und in derselben Richtung angeordnet sein. Die Genehmigungsnummer muss gegenüber den zusätzlichen Zeichen angeordnet sein. Die Verwendung römischer Zahlen für die Genehmigungsnummer ist zu vermeiden, um Verwechslungen mit anderen Zeichen auszuschließen.
   
   
      ANHANG 4
      
         PRÜFVERFAHREN
      
      PRÜFMUSTER
      
                  1.
               
               
                  Dem Technischen Dienst sind fünf hintere Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge zur Durchführung der verschiedenen Prüfungen zur Verfügung zu stellen.
               
            
                  2.
               
               
                  Die Prüfmuster müssen für die laufende Produktion repräsentativ und in Übereinstimmung mit den Angaben des Herstellers der retroreflektierend-fluoreszierenden (Klasse 1) oder nur retroreflektierenden (Klasse 2) Materialien oder Einrichtungen hergestellt sein.
               
            
                  3.
               
               
                  Nach der Nachprüfung der allgemeinen Vorschriften gemäß Absatz 6 der Regelung und der Vorschriften über Form und Abmessungen nach Anhang 5 sind vier Muster der Wärmebeständigkeitsprüfung nach Anhang 9 zu unterziehen, bevor die Prüfungen nach den Anhängen 6, 7 und 8 durchgeführt werden. Das fünfte Muster dient zu Vergleichszwecken bei den Prüfverfahren.
               
            
                  4.
               
               
                  Die fotometrischen und kolorimetrischen Messungen dürfen an demselben Muster durchgeführt werden.
               
            
                  5.
               
               
                  Für die anderen Prüfungen sollten Muster verwendet werden, die noch keinen Prüfungen unterzogen worden sind.
               
            
   
      ANHANG 5
      
         VORSCHRIFTEN ÜBER FORM UND ABMESSUNGEN
      
      FORM UND ABMESSUNGEN DER RETROREFLEKTIEREND-FLUORESZIERENDEN (KLASSE 1) ODER NUR RETROREFLEKTIERENDEN (KLASSE 2) HINTEREN KENNZEICHNUNGSTAFELN FÜR LANGSAM FAHRENDE FAHRZEUGE
      1.   Form
      Die Tafeln müssen die Form eines gleichseitigen Dreiecks mit abgeflachten Ecken haben und werden mit einer Spitze nach oben an der Rückseite langsam fahrender Fahrzeuge angebracht.
      2.   Muster
      Die hinteren Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge müssen eine rot fluoreszierende Mitte und rot retroreflektierende Ränder haben, die entweder aus retroreflektierender Folie oder einer retroreflektierender Beschichtung oder aus prismatischen Kunststoffrückstrahlern bestehen (Klasse 1). Die hinteren Kennzeichnungstafeln der Klasse 2 für langsam fahrende Fahrzeuge müssen eine retroreflektierende Mitte haben.
      3.   Abmessungen
      Die Länge der Grundlinie des inneren fluoreszierenden Dreiecks (Klasse 1) muss mindestens 350 mm und darf höchstens 365 mm betragen. Die Mindestbreite der retroreflektierenden Fläche des roten retroreflektierenden Randes beträgt 45 mm, die Höchstbreite 48 mm. Diese Merkmale werden in dem Beispiel in Anhang 12 gezeigt.
   
   
      ANHANG 6
      
         KOLORIMETRISCHE VORSCHRIFTEN
      
      1.   Hintere Kennzeichnungstafeln für langsam fahrende Fahrzeuge und deren Anhänger müssen entweder aus roten retroreflektierenden und roten fluoreszierenden Materialien oder Einrichtungen (Klasse 1) oder nur aus roten retroreflektierenden Materialien oder Einrichtungen (Klasse 2) bestehen.
      2.   Rote retroreflektierende Materialien oder Einrichtungen
      2.1.   Werden die Muster mit einem Spektralfotometer in Übereinstimmung mit den Vorschriften der CIE-Veröffentlichung Nr. 15 (1971) gemessen und mit einer Lichtquelle entsprechend der Normlichtart D65 der CIE in einem Winkel von 45° zur Normalen angeleuchtet und entlang der Normalen betrachtet (Messgeometrie 45°/0°), so gelten für die Farbe des im Neuzustand befindlichen Materials die in Absatz 2.31 der Regelung Nr. 48 genannten Grenzwerte.
      
         Tabelle 1
      
      
                  Farbe
               
               
                  1
               
               
                  2
               
               
                  3
               
               
                  4
               
               
                  Leuchtdichtefaktor
               
            
                  Rot x
               
               
                  0,690
               
               
                  0,595
               
               
                  0,560
               
               
                  0,650
               
               
                  ≥ 0,03
               
            
                  y
               
               
                  0,310
               
               
                  0,315
               
               
                  0,350
               
               
                  0,350
               
            
                  2.1.1.
               
               
                  Der Leuchtdichtefaktor für rote Farbe muss ≥ 0,03 sein.
               
            2.2.   Werden die Muster mit einer Lichtquelle entsprechend der Normlichtart A der CIE bei einem Beleuchtungswinkel β1 = β2 = 0° oder, wenn dabei eine farblose Oberflächenreflexion erzeugt wird, einem Winkel β1 = ± 5°, β2 = 0° angeleuchtet und bei einem Beobachtungswinkel von 20’ gemessen, so gelten für die Farbe des im Neuzustand befindlichen Materials die in Absatz 2.30 der Regelung Nr. 48 genannten Grenzwerte.
      
         Tabelle 2
      
      
                  Farbe
               
               
                  1
               
               
                  2
               
               
                  3
               
               
                  4
               
            
                  Rot x
               
               
                  0,720
               
               
                  0,735
               
               
                  0,665
               
               
                  0,643
               
            
                  y
               
               
                  0,258
               
               
                  0,265
               
               
                  0,335
               
               
                  0,335
               
            Anmerkung: Die Frage der Nachtfarben von retroreflektierenden Materialien wird gegenwärtig noch vom TC 1.6 der CIE untersucht; die vorstehend angegebenen Grenzen sind daher nur provisorischer Natur und werden nach Abschluss der Arbeiten des TC 1.6 der CIE gegebenenfalls geändert.
      3.   Rotes fluoreszierendes Material
      3.1.   Werden die Muster mit einem Spektralfotometer in Übereinstimmung mit den Vorschriften der CIE-Veröffentlichung Nr. 15 (1971) gemessen und mit einer Lichtquelle entsprechend der Normlichtart D65 der CIE in einem Winkel von 45° zur Normalen polychromatisch angeleuchtet und entlang der Normalen betrachtet (Messgeometrie 45°/0°), so gelten für die Farbe des im Neuzustand befindlichen Materials die in Absatz 2.32 der Regelung Nr. 48 genannten Grenzwerte.
      
         Tabelle 3
      
      
                  Farbe
               
               
                  1
               
               
                  2
               
               
                  3
               
               
                  4
               
               
                  Leuchtdichtefaktor
               
            
                  Rot x
               
               
                  0,690
               
               
                  0,595
               
               
                  0,569
               
               
                  0,655
               
               
                  ≥ 0,30
               
            
                  y
               
               
                  0,310
               
               
                  0,315
               
               
                  0,341
               
               
                  0,345
               
            
                  3.1.1.
               
               
                  Der Leuchtdichtefaktor muss ≥ 0,30 sein.
               
            4.   Die Einhaltung der Farbmerkmale ist durch eine visuelle Vergleichsprüfung festzustellen.
      Bestehen nach dieser Prüfung noch Zweifel, so sind die Farbwertanteile an dem Muster zu bestimmen, das am meisten zu Zweifeln Anlass gibt.
   
   
      ANHANG 7
      
         FOTOMETRISCHE VORSCHRIFTEN
      
      FOTOMETRISCHE EIGENSCHAFTEN
      
                  1.
               
               
                  Werden die Muster mit einer Lichtquelle entsprechend der Normlichtart A der CIE angeleuchtet und gemäß der Empfehlung des TC 2.3 der CIE [CIE-Veröffentlichung Nr. 54 (1982)] gemessen, so muss der (spezifische) Rückstrahlwert R' in Candela pro m2 pro lx (cd × m-2 × lx-1) der gesamten rot retroreflektierenden Fläche im Neuzustand mindestens den in der Tabelle 1 angegebenen Werten entsprechen.
                  
                     Tabelle 1
                  
                  
                     (Spezifischer) Rückstrahlwert R' [cd × m-2 × lx-1]
                  
                  
                              Beobachtungswinkel α
                              [']
                           
                           
                              Beleuchtungswinkel β
                              [°]
                           
                        
                              20'
                           
                           
                              β1
                              
                           
                           
                              0° 0° 0° 0°
                           
                        
                              β2
                              
                           
                           
                              5° 20° 30° 40°
                           
                        
                              R' des Außenrandes (Klasse 1, 2) [cd × m-2 × lx-1]
                              R' des inneren Dreiecks (Klasse 2) [cd × m-2 × lx-1]
                           
                           
                              120 60 30 10
                              10 7 4 -
                           
                        
            
                  2.
               
               
                  Der Öffnungswinkel am Muster darf nicht größer als 80' sein.
               
            
   
      ANHANG 8
      
         WIDERSTANDSFÄHIGKEIT GEGEN ÄUSSERE EINFLÜSSE
      
      1.   PRÜFUNGEN DER WITTERUNGSBESTÄNDIGKEIT
      1.1   Verfahren: Für jede Prüfung sind zwei Proben eines Musters (siehe Absatz 2.1.2 dieser Regelung) zu entnehmen. Eine Probe ist in einem dunklen und trockenen Behälter zu lagern; diese Probe wird nachfolgend als „ungeprüfte Vergleichsprobe“ verwendet.
      Die zweite Probe ist nach dem ISO-Standard ISO-105-B02-1978, Abschnitt 4.3.1, einer Lichtquelle auszusetzen; das retroreflektierende Material ist solange anzustrahlen, bis das Prüfnormal Blau Nr. 7 den Grad Nr. 4 der Grauskala erreicht hat; das fluoreszierende Material ist solange anzustrahlen, bis das Prüfnormal Blau Nr. 5 den Grad Nr. 4 der Grauskala erreicht hat.
      Nach der Prüfung ist die Probe in einer verdünnten neutralen Waschlösung zu reinigen, zu trocknen und auf Einhaltung der Vorschriften nach 1.2 bis 1.4 zu überprüfen.
      1.2   Sichtprüfung: Kein Teil der Fläche der geprüften Probe darf Anzeichen von Rissbildung, Abblätterungen, Narbenbildung, Blasenbildung, Ablösungen, Verformungen, Belagbildung, Verfärbung oder Korrosion aufweisen.
      Es darf keine Schrumpfung von mehr als 0,5 % in jeder Richtung zu verzeichnen und keine Beeinträchtigung des Haftvermögens am Schichtträger, wie z. B. ein Ablösen der Ränder, sichtbar sein.
      1.3   Farbbeständigkeit: Die Farben der geprüften Probe müssen noch den Vorschriften nach Anhang 6 entsprechen.
      1.4   Einfluss auf den Rückstrahlwert des retroreflektierenden Materials
      
                  1.4.1
               
               
                  Für diese Überprüfung ist lediglich eine Messung bei einem Beobachtungswinkel von 20′ und einem Beleuchtungswinkel von 5° nach dem Verfahren von Anhang 7 durchzuführen.
               
            
                  1.4.2
               
               
                  Der Rückstrahlwert der geprüften Probe darf im trockenen Zustand nicht weniger als 80 % des in Anhang 7, Tabelle 1 angegebenen Wertes betragen.
               
            
                  1.4.3
               
               
                  Die Probe ist dann einem simulierten Regen auszusetzen, und der Rückstrahlwert darf dabei nicht kleiner als 90 % des Wertes sein, der bei der Messung im trockenen Zustand nach 1.4.2 erzielt wurde.
               
            2.   KORROSIONSBESTÄNDIGKEIT (ISO-Standard 3768)
      2.1   Eine Probe des Musters ist 48 Stunden lang der Einwirkung eines Salznebels auszusetzen; die Prüfdauer beträgt zweimal 24 Stunden mit einer Pause von 2 Stunden, in der man die Probe trocknen lässt.
      Der Salznebel wird durch Zerstäuben einer Salzlösung bei einer Temperatur von 35 ± 2 °C erzeugt; für die Salzlösung sind 5 Masseteile Natriumchlorid in 95 Teilen destilliertem Wasser zu lösen, das höchstens 0,02 % Verunreinigungen enthält.
      2.2   Unmittelbar nach Abschluss der Prüfung darf die Probe keine Korrosionserscheinungen aufweisen, die die Wirksamkeit der Einrichtung beeinträchtigen können.
      
                  2.2.1
               
               
                  Der Rückstrahlwert R der retroreflektierenden Fläche darf nicht kleiner als der in der Tabelle 1 des Anhangs 7 angegebene Wert sein, wenn er nach einer Ruhezeit von 48 Stunden gemäß Absatz 1 des Anhangs 7 bei einem Beleuchtungswinkel von 5° und einem Beobachtungswinkel von 20′ gemessen wird. Vor der Messung ist die Oberfläche zu reinigen, um durch den Salznebel entstandene Salzablagerungen zu entfernen.
               
            3.   BESTÄNDIGKEIT GEGEN KRAFTSTOFFE
      Ein Teil eines Musters, der mindestens 300 mm lang ist, ist für eine Zeitdauer von 1 Minute in ein Gemisch von 70 Volumenprozent n-Heptan und 30 Volumenprozent Toluol einzutauchen.
      Nach dem Herausnehmen ist die Oberfläche mit einem weichen Tuch trockenzuwischen; sie darf keine sichtbare Änderung aufweisen, die ihre Wirksamkeit vermindern wurde.
      4.   HAFTFESTIGKEIT (bei aufgetragenen Materialien)
      4.1   Nach 24 Stunden Härtezeit ist die Haftung von retroreflektierenden Materialien zu ermitteln, indem ein in einem Winkel von 90° abstehendes Stück mit einer Zugprüfmaschine belastet wird.
      4.2   Es ist die Haftung von geklebten oder anderweitig aufgetragenen retroreflektierenden oder fluoreszierenden Materialien zu ermitteln.
      4.3   Aufgetragene Materialien, gleich welcher Art, dürfen nicht ohne Hilfe von Werkzeugen oder ohne Beschädigung entfernt werden können.
      4.4   Geklebte Materialien (Klebefolien) dürfen erst bei einer Kraft von mindestens 10 N je 25 mm Breite bei einer Geschwindigkeit von 300 mm pro Minute vom Schichtträger abgelost werden können.
      5.   BESTÄNDIGKEIT GEGEN DAS EINDRINGEN VON WASSER
      Ein Teil eines Musters, der mindestens 300 mm lang ist, ist in destilliertes Wasser mit einer Temperatur von 23 ± 2 °C für eine Zeitdauer von 18 Stunden einzutauchen und danach 24 Stunden lang unter normalen Laborbedingungen trocknen zu lassen.
      Nach Abschluss der Prüfung ist der geprüfte Teil zu untersuchen. Kein Teil, der mehr als 10 mm von der Schnittkante entfernt liegt, darf Anzeichen einer Schädigung aufweisen, die die Wirksamkeit der Tafel vermindern würde.
      6.   PRÜFUNG DER SCHLAGFESTIGKEIT (mit Ausnahme von prismatischen Kunststoffrückstrahlern)
      Wird eine massive Stahlkugel mit 25 mm Durchmesser aus einer Höhe von 2 m auf die retroreflektierenden und die fluoreszierenden Oberflächen einer aufliegenden Tafel bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C fallengelassen, dürfen die Materialien keine Rissbildung oder Ablösung vom Schichtträger in einem Abstand von mehr als 5 mm vom Aufschlagpunkt aufweisen.
      7.   REINIGUNGSBESTÄNDIGKEIT
      7.1   Reinigung von Hand
      
                  7.1.1
               
               
                  Ein Prüfmuster, auf dem ein Gemisch aus lösungsfähigem Schmieröl und Graphit aufgetragen ist, muss ohne Beschädigung der retroreflektierenden oder fluoreszierenden Oberfläche leicht gereinigt werden können, wenn es nach dem Abwischen mit einem milden aliphatischen Lösungsmittel, wie z. B. n-Heptan, anschließend mit einem neutralen Reinigungsmittel abgewaschen wird.
               
            7.2   Hochdruckreinigung
      
                  7.2.1
               
               
                  Wird das zu prüfende Bauteil unter normalen Einbaubedingungen 60 Sekunden lang ununterbrochen besprüht, darf es am Prüfmuster zu keinem Schaden an der retroreflektierenden Oberfläche und keiner Ablösung vom Schichtträger oder der Anbringungsfläche kommen, wenn folgende Prüfbedingungen gegeben sind:
                  
                              a)
                           
                           
                              Wasser-/Waschlösungsdruck: 8 ± 0,2 MPa;
                           
                        
                              b)
                           
                           
                              Wasser-/Waschlösungstemperatur: 60 ± 5 °C;
                           
                        
                              c)
                           
                           
                              Wasser-/Waschlösungsdurchflussmenge: 7 ± 1 l/min;
                           
                        
                              d)
                           
                           
                              Abstand der Lanzenspitze von der retroreflektierenden Oberfläche: 600 ± 20 mm;
                           
                        
                              e)
                           
                           
                              die Lanze des Hochdruckreinigers darf höchstens in einem Winkel von 45° zur Senkrechten zur retroreflektierenden Fläche gehalten werden;
                           
                        
                              f)
                           
                           
                              Verwendung einer 40°-Düse, um für einen breiten Strahl zu sorgen.
                           
                        
            
   
      ANHANG 9
      
         WÄRMEBESTÄNDIGKEIT
      
      
                  1.
               
               
                  Die vier Muster sind 48 Stunden lang in einer trockenen Atmosphäre bei einer Temperatur von 65 ± 2 °C zu lagern, danach lässt man die Muster 1 Stunde lang bei einer Temperatur von 23 ± 2 °C abkühlen. Anschließend sind sie für 12 Stunden bei einer Temperatur von – 20 ± 2 °C zu lagern.
               
            
                  1.1.
               
               
                  Das Muster ist nach einer Ruhezeit von 4 Stunden unter normalen Laborbedingungen zu untersuchen.
               
            
                  2.
               
               
                  Nach dieser Prüfung darf keine Rissbildung oder nennenswerte Verformung der Oberflächen, insbesondere der optischen Einheiten, sichtbar sein.
               
            
   
      ANHANG 10
      
         FESTIGKEIT DER TAFELN
      
      Die dreieckige Tafel ist fest an einer ihrer Längsseiten einzuspannen, wobei die Klammern der Halteeinrichtungen nicht mehr als 20 mm erfassen dürfen. Es ist eine Kraft von 10 N rechtwinklig zur Tafel auf die gegenüberliegende Spitze aufzubringen.
      Die Spitze darf sich dabei nicht mehr als 40 mm in Richtung der Kraft bewegen.
      Wird die Kraft zurückgenommen, so muss die Tafel weitgehend in ihre Ausgangslage zurückkehren. Die verbleibende Abweichung darf 5 mm nicht überschreiten.
   
   
      ANHANG 11
      
         Beständigkeit der optischen eigenschaften
          (1)
         von hinteren kennzeichnungstafeln
      
      
                  1.
               
               
                  Die Behörde, die die Genehmigung erteilt hat, ist berechtigt, die Beständigkeit der optischen Eigenschaften eines Typs einer hinteren Kennzeichnungstafel bei Gebrauch zu prüfen.
               
            
                  2.
               
               
                  Die zuständigen Behörden der Länder — mit Ausnahme des Landes, in dem die Genehmigung erteilt wurde — können in ihrem Hoheitsgebiet vergleichbare Nachprüfungen vornehmen. Zeigt sich bei einem Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel ein „systematischer Fehler bei Gebrauch“, so sind die zur Prüfung entnommenen Teile der Behörde, die die Genehmigung erteilt hat, mit dem Ersuchen um Stellungnahme zu übersenden.
               
            
                  3.
               
               
                  Fehlen andere Kriterien, so ist der Begriff „systematische Fehler bei Gebrauch“ eines Typs einer hinteren Kennzeichnungstafel nach Absatz 6.1 dieser Regelung auszulegen.
               
            
         (1)  Trotz der Bedeutung einer Prüfung auf Beständigkeit der optischen Eigenschaften von hinteren Kennzeichnungstafeln ist es beim derzeitigen Stand der Technik noch nicht möglich, diese Beständigkeit durch Laborprüfungen von kurzer Dauer zu beurteilen.
   
   
      ANHANG 12
      
         Hintere kennzeichnungstafel für langsam fahrende fahrzeuge und ihre anhänger
      
      
         Beispiel
      
      Alle Abmessungen in mm
      
         
   
   
      ANHANG 13
      
         Mindestanforderungen für verfahren zur kontrolle der übereinstimmung der produktion
      
      1.   ALLGEMEINES
      1.1.   Die Vorschriften über die Übereinstimmung der Produktion gelten hinsichtlich der in dieser Regelung vorgeschriebenen mechanischen und geometrischen Eigenschaften als eingehalten, wenn die Differenzen nicht größer als die unvermeidlichen Fertigungstoleranzen sind.
      1.2.   Hinsichtlich der fotometrischen Eigenschaften wird die Übereinstimmung von serienmäßig hergestellten hinteren Kennzeichnungstafeln mit dem genehmigten Typ nicht beanstandet, wenn bei der Prüfung der fotometrischen Eigenschaften einer stichprobenweise ausgewählten hinteren Kennzeichnungstafel kein Messwert von dem in dieser Regelung vorgeschriebenen Wert um mehr als 20 % in ungünstiger Richtung zu den Grenzwerten abweicht.
      1.3.   Die Farbwertanteile müssen den Vorschriften entsprechen.
      2.   MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE KONTROLLE DER ÜBEREINSTIMMUNG DER PRODUKTION DURCH DEN HERSTELLER
      Für jeden Typ einer hinteren Kennzeichnungstafel muss der Inhaber des Genehmigungszeichens in angemessenen Abständen zumindest die nachstehenden Prüfungen durchführen. Die Prüfungen müssen nach den Vorschriften dieser Regelung durchgeführt werden.
      Stellt sich bei der Probenahme eine Abweichung bei der betreffenden Prüfung heraus, so sind weitere Muster auszuwählen und zu prüfen. Der Hersteller muss Maßnahmen treffen, um die Übereinstimmung der betreffenden Produktion zu gewährleisten.
      2.1.   Art der Prüfungen
      Die Prüfungen auf Übereinstimmung in dieser Regelung beziehen sich auf die fotometrischen und kolorimetrischen Eigenschaften und die Beständigkeit dieser Eigenschaften gegen Witterung.
      2.2.   Anzuwendende Prüfverfahren
      
                  2.2.1.
               
               
                  Die Prüfungen sind im Allgemeinen nach den in dieser Regelung beschriebenen Verfahren durchzuführen.
               
            
                  2.2.2.
               
               
                  Bei allen vom Hersteller durchgeführten Prüfungen der Übereinstimmung der Produktion können mit Zustimmung der zuständigen Behörde, die die Prüfungen für die Genehmigung durchführt, gleichwertige Verfahren angewandt werden. Der Hersteller muss nachweisen, dass die angewandten Verfahren mit den in dieser Regelung festgelegten gleichwertig sind.
               
            
                  2.2.3.
               
               
                  Voraussetzung für die Anwendung der Vorschriften der Absätze 2.2.1 und 2.2.2 ist die regelmäßige Kalibrierung der Prüfeinrichtung und ihre Korrelation mit Messungen der zuständigen Behörde.
               
            
                  2.2.4.
               
               
                  In jedem Fall gelten als Referenzverfahren die in dieser Regelung festgelegten Verfahren, die insbesondere bei Nachprüfungen und Probenahmen durch die Behörden anzuwenden sind.
               
            2.3.   Art der Probenahme
      Muster von hinteren Kennzeichnungstafeln sind stichprobenweise aus der Produktion einer einheitlichen Fertigungsreihe auszuwählen. Eine einheitliche Fertigungsreihe besteht aus einer Reihe von hinteren Kennzeichnungstafeln desselben Typs, die entsprechend den Fertigungsverfahren des Herstellers festgelegt wird.
      Die Bewertung erstreckt sich im Allgemeinen auf die Serienfertigung aus einzelnen Fabriken. Ein Hersteller kann jedoch aus mehreren Fabriken Prüfprotokolle, die sich auf den gleichen Typ beziehen, zusammenfassen, sofern dort gleiche Qualitätssicherungs- und -managementsysteme angewandt werden.
      2.4.   Gemessene und aufgezeichnete fotometrische Eigenschaften
      An den stichprobenweise ausgewählten hinteren Kennzeichnungstafeln sind zur Bestimmung der Mindestwerte an den in der Regelung angegebenen Punkten und zur Bestimmung der Farbwertanteile fotometrische Messungen durchzuführen.
      2.5.   Maßgebende Kriterien für die Annehmbarkeit
      Der Hersteller ist dafür verantwortlich, dass eine statistische Untersuchung der Prüfergebnisse durchgeführt wird und nach Absprache mit der zuständigen Behörde die maßgebenden Kriterien für die Annehmbarkeit seiner Produkte festgelegt werden, damit die für die Nachprüfung der Übereinstimmung der Produktion in Absatz 9.1 dieser Regelung genannten Vorschriften eingehalten werden.
      Die Kriterien für die Annehmbarkeit müssen so festgelegt sein, dass bei einem Zuverlässigkeitsgrad von 95 % die geringste Wahrscheinlichkeit, eine stichprobenartige Prüfung nach den Vorschriften des Anhangs 14 (erste Probenahme) zu bestehen, 0,95 betragen würde.
   
   
      ANHANG 14
      
         MINDESTANFORDERUNGEN FÜR VERFAHREN ZUR PROBENAHME DURCH EINEN PRÜFBEAMTEN
      
      1.   ALLGEMEINES
      1.1.   Die Vorschriften über die Übereinstimmung der Produktion gelten hinsichtlich der mechanischen und geometrischen Eigenschaften entsprechend den Vorschriften dieser Regelung als eingehalten, wenn die Abweichungen nicht größer als die unvermeidlichen Fertigungstoleranzen sind.
      1.2.   Hinsichtlich der fotometrischen Eigenschaften wird die Übereinstimmung von serienmäßig hergestellten hinteren Kennzeichnungstafeln mit dem genehmigten Typ nicht beanstandet, wenn bei der Prüfung der fotometrischen Eigenschaften einer stichprobenweise ausgewählten hinteren Kennzeichnungstafel
      
                  1.2.1.
               
               
                  kein Messwert von dem in dieser Regelung vorgeschriebenen Wert um mehr als 20 % in ungünstiger Richtung zu den Grenzwerten abweicht.
               
            
                  1.2.2.
               
               
                  Hintere Kennzeichnungstafeln mit offensichtlichen Mängeln werden nicht berücksichtigt.
               
            1.3.   Die Farbwertanteile müssen den Vorschriften entsprechen.
      2.   ERSTE PROBENAHME
      Bei der ersten Probenahme werden vier hintere Kennzeichnungstafeln stichprobenweise ausgewählt. Die ersten beiden hinteren Kennzeichnungstafeln werden mit A gekennzeichnet, nächsten beiden mit B.
      2.1.   Die Übereinstimmung wird nicht beanstandet
      
                  2.1.1.
               
               
                  Nach dem in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahren wird die Übereinstimmung von serienmäßig hergestellten hinteren Kennzeichnungstafeln mit dem genehmigten Typ nicht beanstandet, wenn bei den Messwerten der hinteren Kennzeichnungstafeln folgende Abweichungen in ungünstige Richtungen festgestellt werden:
                  
                              2.1.1.1.
                           
                           
                              Stichprobe A
                              
                                          A1:
                                       
                                       
                                          bei einer hinteren Kennzeichnungstafel
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          A2:
                                       
                                       
                                          bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln mehr als
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          aber nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          weiter zu Stichprobe B;
                                       
                                       
                                           
                                       
                                    
                        
                              2.1.1.2.
                           
                           
                              Stichprobe B
                              
                                          B1:
                                       
                                       
                                          bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln
                                       
                                       
                                          0 %.
                                       
                                    
                        
            2.2.   Die Übereinstimmung wird beanstandet
      
                  2.2.1.
               
               
                  Nach dem in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahren wird die Übereinstimmung von serienmäßig hergestellten hinteren Kennzeichnungstafeln mit dem genehmigten Typ beanstandet und der Hersteller aufgefordert, bei seiner Produktion die Vorschriften einzuhalten (Anpassung), wenn bei den Messwerten der hinteren Kennzeichnungstafeln folgende Abweichungen festgestellt werden:
                  
                              2.2.1.1.
                           
                           
                              Stichprobe A
                              
                                          A3:
                                       
                                       
                                          bei einer hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          aber nicht mehr als
                                       
                                       
                                          30 %;
                                       
                                    
                        
                              2.2.1.2.
                           
                           
                              Stichprobe B
                              
                                          B2:
                                       
                                       
                                          bei den Ergebnissen von A2:
                                       
                                       
                                           
                                       
                                    
                                          bei einer hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          aber nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %;
                                       
                                    
                                          B3:
                                       
                                       
                                          bei den Ergebnissen von A2:
                                       
                                       
                                           
                                       
                                    
                                          bei einer hinteren Kennzeichnungstafel
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          aber nicht mehr als
                                       
                                       
                                          30 %.
                                       
                                    
                        
            2.3.   Zurücknahme der Genehmigung
      Die Übereinstimmung wird beanstandet, und die Vorschriften des Absatzes 10 werden angewendet, wenn nach dem in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahren bei den Messwerten der hinteren Kennzeichnungstafeln folgende Abweichungen festgestellt werden:
      
                  2.3.1.
               
               
                  Stichprobe A
                  
                              A4:
                           
                           
                              bei einer hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                           
                           
                              20 %,
                           
                        
                              bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                           
                           
                              30 %,
                           
                        
                              A5:
                           
                           
                              bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln mehr als
                           
                           
                              20 %;
                           
                        
            
                  2.3.2.
               
               
                  Stichprobe B
                  
                              B4:
                           
                           
                              bei den Ergebnissen von A2:
                           
                           
                               
                           
                        
                              bei einer hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                           
                           
                              0 %,
                           
                        
                              aber nicht mehr als
                           
                           
                              20 %,
                           
                        
                              bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                           
                           
                              20 %;
                           
                        
                              B5:
                           
                           
                              bei den Ergebnissen von A2:
                           
                           
                               
                           
                        
                              bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln mehr als
                           
                           
                              20 %;
                           
                        
                              B6:
                           
                           
                              bei den Ergebnissen von A2:
                           
                           
                               
                           
                        
                              bei einer hinteren Kennzeichnungstafel
                           
                           
                              0 %,
                           
                        
                              bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                           
                           
                              30 %.
                           
                        
            3.   WIEDERHOLTE PROBENAHME
      Bei den Ergebnissen von A3, B2 und B3 muss binnen zwei Monaten nach Erhalt der entsprechenden Mitteilung eine wiederholte Probenahme erfolgen, bei der die dritte Stichprobe C mit zwei hinteren Kennzeichnungstafeln und die vierte Stichprobe D mit zwei hinteren Kennzeichnungstafeln gezogen werden, die jeweils der Serienproduktion nach erfolgter Anpassung entnommen werden.
      3.1.   Die Übereinstimmung wird nicht beanstandet
      
                  3.1.1.
               
               
                  Nach dem in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahren wird die Übereinstimmung von serienmäßig hergestellten hinteren Kennzeichnungstafeln mit dem genehmigten Typ nicht beanstandet, wenn bei den Messwerten der hinteren Kennzeichnungstafeln folgende Abweichungen festgestellt werden:
                  
                              3.1.1.1.
                           
                           
                              Stichprobe C
                              
                                          C1:
                                       
                                       
                                          bei einer hinteren Kennzeichnungstafel
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %;
                                       
                                    
                                          C2:
                                       
                                       
                                          bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln mehr als
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          aber nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %;
                                       
                                    
                                          weiter zu Stichprobe D;
                                       
                                       
                                           
                                       
                                    
                        
                              3.1.1.2.
                           
                           
                              Stichprobe D
                              
                                          D1:
                                       
                                       
                                          bei den Ergebnissen von C2:
                                       
                                       
                                           
                                       
                                    
                                          bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln
                                       
                                       
                                          0 %.
                                       
                                    
                        
            3.2.   Die Übereinstimmung wird beanstandet
      
                  3.2.1.
               
               
                  Nach dem in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahren wird die Übereinstimmung von serienmäßig hergestellten hinteren Kennzeichnungstafeln mit dem genehmigten Typ beanstandet und der Hersteller aufgefordert, bei seiner Produktion die Vorschriften einzuhalten (Anpassung), wenn bei den Messwerten der hinteren Kennzeichnungstafeln folgende Abweichungen festgestellt werden:
                  
                              3.2.1.1.
                           
                           
                              Stichprobe D
                              
                                          D2:
                                       
                                       
                                          bei den Ergebnissen von C2:
                                       
                                       
                                           
                                       
                                    
                                          bei einer hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                                       
                                       
                                          0 %,
                                       
                                    
                                          aber nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %,
                                       
                                    
                                          bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                                       
                                       
                                          20 %.
                                       
                                    
                        
            3.3.   Zurücknahme der Genehmigung
      Die Übereinstimmung wird beanstandet, und die Vorschriften des Absatzes 10 werden angewendet, wenn nach dem in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahren bei den Messwerten der hinteren Kennzeichnungstafeln folgende Abweichungen festgestellt werden:
      
                  3.3.1.
               
               
                  Stichprobe C
                  
                              C3:
                           
                           
                              bei einer hinteren Kennzeichnungstafel nicht mehr als
                           
                           
                              20 %,
                           
                        
                              bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                           
                           
                              20 %.
                           
                        
                              C4:
                           
                           
                              bei beiden hinteren Kennzeichnungstafeln mehr als
                           
                           
                              20 %;
                           
                        
            
                  3.3.2.
               
               
                  Stichprobe D
                  
                              D3:
                           
                           
                              bei den Ergebnissen von C2:
                           
                           
                               
                           
                        
                              bei einer hinteren Kennzeichnungstafel 0 oder mehr als
                           
                           
                              0 %,
                           
                        
                              bei der anderen hinteren Kennzeichnungstafel mehr als
                           
                           
                              20 %.
                           
                        
            4.   PRÜFUNGEN AUF BESTÄNDIGKEIT
      Proben einer der hinteren Kennzeichnungstafeln der Stichprobe A sind nach Abschluss des in der Abbildung 1 dieses Anhangs dargestellten Probenahmeverfahrens nach den in den Anhängen 8 und 9 dieser Regelung beschriebenen Verfahren zu prüfen.
      Die hintere Kennzeichnungstafel gilt als annehmbar, wenn sie die Prüfungen bestanden hat. Wenn die Proben der Stichprobe A die Prüfungen jedoch nicht bestanden haben, sind die beiden hinteren Kennzeichnungstafeln der Stichprobe B nach demselben Verfahren zu prüfen; beide müssen die Prüfung bestehen.
      
         Abbildung 1
      
      
         
   
   
      ANHANG 15
      
         Richtlinien für den anbau von tafeln zur hinteren kennzeichnung an bauartbedingt langsam fahrende kraftfahrzeuge und ihre anhänger
      
      1.   Den Regierungen wird empfohlen, für langsam fahrende Kraftfahrzeuge, die bauartbedingt nicht schneller als 30 km/h fahren können, „Tafeln zur hinteren Kennzeichnung langsam fahrender Kraftfahrzeuge und ihrer Anhänger“ nach dieser Regelung und den speziellen Vorschriften für ihren Anwendungsbereich entsprechend den Richtlinien dieses Anhangs vorzuschreiben.
      2.   Anwendungsbereich
      Der Hauptzweck dieser Richtlinien liegt darin, dass Vorschriften für den Anbau, die Anordnung, die Lage und die geometrische Sichtbarkeit von Tafeln zur hinteren Kennzeichnung langsam fahrender Kraftfahrzeuge und ihrer Anhänger, die bauartbedingt nicht schneller als 30 km/h fahren können, festgelegt werden. Dadurch werden diese Fahrzeuge besser sichtbar und leichter identifizierbar.
      3.   Zahl
      Mindestens eine Tafel.
      4.   Anordnung
      Die Tafel(n) zur hinteren Kennzeichnung muss (müssen) typgeprüft sein und den Vorschriften dieser Regelung entsprechen.
      Die Spitze einer hinteren Kennzeichnungstafel muss nach oben weisen.
      Jeder Teil einer hinteren Kennzeichnungstafel muss, bezogen auf eine vertikale Querebene, die senkrecht zur Längsachse des Fahrzeugs liegt, sich innerhalb eines Winkels von 5o befinden und nach hinten gerichtet sein.
      5.   Lage
      
                  hinsichtlich der Breite
               
               
                  :
               
               
                  Ist nur eine hintere Kennzeichnungstafel vorhanden, dann muss sie sich auf der Seite jenseits der Längsmittelebene des Fahrzeugs befinden, die der im Zulassungsland vorgeschriebenen Verkehrsrichtung gegenüberliegt;
               
            
                  hinsichtlich der Höhe
               
               
                  :
               
               
                  Abstand vom Boden nicht weniger als 250 mm (Unterkante) und nicht mehr als 1 500 mm (Oberkante);
               
            
                  hinsichtlich der Länge
               
               
                  :
               
               
                  hinten am Fahrzeug.
               
            6.   Geometrische Sichtbarkeit
      
                  Horizontalwinkel
               
               
                  :
               
               
                  30° nach innen und außen. Unbedingt erforderliche Bauteile des Fahrzeugs dürfen bis zu 10 % der Fläche der hinteren Kennzeichnungstafel bedecken.
               
            
                  Vertikalwinkel
               
               
                  :
               
               
                  15° über und unter der Waagerechten.
               
            
                  Ausrichtung
               
               
                  :
               
               
                  nach hinten.