CELEX: 32017R0724
Language: de
Date: 2017-04-24 00:00:00
Title: Durchführungsverordnung (EU) 2017/724 der Kommission vom 24. April 2017 zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren bestimmter Waren aus Endlosglasfaserfilamenten mit Ursprung in der Volksrepublik China im Anschluss an eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2016/1036 des Europäischen Parlaments und des Rates

25.4.2017   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               L 107/4
            
         DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2017/724 DER KOMMISSION
   vom 24. April 2017
   zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren bestimmter Waren aus Endlosglasfaserfilamenten mit Ursprung in der Volksrepublik China im Anschluss an eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2016/1036 des Europäischen Parlaments und des Rates
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EU) 2016/1036 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2016 über den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Union gehörenden Ländern (1) (im Folgenden „Grundverordnung“), insbesondere auf Artikel 11 Absatz 2,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   1.   VERFAHREN
   
   1.1.   Geltende Maßnahmen
   
   
               (1)
            
            
               Mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 248/2011 (2) führte der Rat einen endgültigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren bestimmter Waren aus Endlosglasfaserfilamenten mit Ursprung in der Volksrepublik China (im Folgenden „VR China“) ein. Die Zollsätze wurde auf der Grundlage der Schadensbeseitigungsschwelle auf 7,3 % bis 13,8 % festgesetzt.
            
         
               (2)
            
            
               Im Anschluss an eine Antisubventionsuntersuchung und eine teilweise Interimsüberprüfung der Antidumpingmaßnahmen änderte die Kommission mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1379/2014 (3) die ursprünglich eingeführten Antidumpingzölle, indem sie Zollsätze von 0 % bis 19,9 % festsetzte, und führte zusätzlich einen Ausgleichszoll in Höhe von 4,9 % bis 10,3 % ein.
            
         
               (3)
            
            
               Die sich daraus ergebenden kombinierten Ausgleichs- und Antidumpingmaßnahmen in Form von Wertzöllen bewegten sich somit in einer Größenordnung von 4,9 % bis 30,2 %.
            
         1.2.   Antrag auf Auslaufüberprüfung
   
   
               (4)
            
            
               Nach Veröffentlichung einer Bekanntmachung des bevorstehenden Außerkrafttretens der geltenden Antidumpingmaßnahmen ging bei der Kommission ein Antrag auf Einleitung einer Auslaufüberprüfung nach Artikel 11 Absatz 2 der Grundverordnung ein.
            
         
               (5)
            
            
               Der Antrag wurde am 14. Dezember 2015 vom Verband der europäischen Glasfaserhersteller (European Glass Fibre Producers Association — APFE) im Namen von Herstellern eingereicht, auf die mehr als 25 % der gesamten Unionsproduktion bestimmter Waren aus Endlosglasfaserfilamenten entfallen.
            
         
               (6)
            
            
               Der Antrag wurde damit begründet, dass beim Außerkrafttreten der Antidumpingmaßnahmen mit einem Anhalten des Dumpings und einem erneuten Auftreten der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Union zu rechnen sei.
            
         1.3.   Einleitung einer Auslaufüberprüfung
   
   
               (7)
            
            
               Die Kommission kam zu dem Schluss, dass genügend Beweise für die Einleitung einer Überprüfung vorlagen; daher leitete sie am 15. März 2016 eine Auslaufüberprüfung nach Artikel 11 Absatz 2 der Grundverordnung ein (4).
            
         1.4.   Interessierte Parteien
   
   
               (8)
            
            
               In der Einleitungsbekanntmachung der Auslaufüberprüfung wurden interessierte Parteien aufgefordert, an der Untersuchung mitzuarbeiten. Ferner unterrichtete die Kommission gezielt den APFE, andere ihr bekannte Unionshersteller, die ihr bekannten ausführenden Hersteller und die Behörden der VR China, des Weiteren die ihr bekannten Einführer, Lieferanten und Verwender, Händler sowie bekanntermaßen betroffene Verbände über die Einleitung der Untersuchung und forderte sie zur Mitarbeit auf.
            
         
               (9)
            
            
               In der Einleitungsbekanntmachung der Auslaufüberprüfung teilte die Kommission mit, dass sie die Türkei als Drittland mit Marktwirtschaft (im Folgenden „Vergleichsland“) im Sinne des Artikels 2 Absatz 7 Buchstabe a der Grundverordnung heranzuziehen gedachte. Ferner teilte sie mit, dass es den ihr vorliegenden Informationen zufolge andere Marktwirtschaftshersteller u. a. in Ägypten, Malaysia und Taiwan geben dürfte.
            
         
               (10)
            
            
               Des Weiteren informierte die Kommission die Behörden in Ägypten, Japan, Malaysia, Taiwan, in der Türkei und in den USA in entsprechenden Mitteilungen über die Einleitung der Untersuchung und ersuchte sie um Angaben zu Produktion und Verkauf bestimmter Waren aus Endlosglasfaserfilamenten in diesen Ländern. Es wurden Schreiben an alle bekannten Hersteller versandt, in denen diese um Mitarbeit bei der Überprüfung gebeten wurden und die einen Fragebogen enthielten.
            
         
               (11)
            
            
               Die interessierten Parteien erhielten Gelegenheit, zur Einleitung der Untersuchung Stellung zu nehmen und eine Anhörung durch die Kommission und/oder den Anhörungsbeauftragten in Handelsverfahren zu beantragen.
            
         1.5.   Stichprobenverfahren
   
   
               (12)
            
            
               In der Einleitungsbekanntmachung wies die Kommission darauf hin, dass sie möglicherweise nach Artikel 17 der Grundverordnung eine Stichprobe der interessierten Parteien bilden werde.
            
         Bildung einer Stichprobe der ausführenden Hersteller in der VR China
   
               (13)
            
            
               Die Kommission bat alle ihr bekannten ausführenden Hersteller sowie einen Verband in der VR China um Vorlage der in der Einleitungsbekanntmachung genannten Informationen, um über die Notwendigkeit eines Stichprobenverfahrens entscheiden und gegebenenfalls eine Stichprobe bilden zu können. Außerdem ersuchte sie die Behörden der VR China darum, etwaige andere ausführende Hersteller, die an einer Mitarbeit an der Untersuchung interessiert sein könnten, zu benennen und/oder zu kontaktieren.
            
         
               (14)
            
            
               Fünf ausführende Hersteller in der VR China übermittelten die erbetenen Informationen und stimmten ihrer Einbeziehung in die Stichprobe zu. Nach Artikel 17 Absatz 1 der Grundverordnung schlug die Kommission ursprünglich eine Stichprobe von drei ausführenden Herstellern auf der Grundlage der größten Ausfuhrmengen vor, die in der verfügbaren Zeit in angemessener Weise untersucht werden konnte.
            
         
               (15)
            
            
               Alle der Kommission bekannten betroffenen ausführenden Hersteller und die Behörden der VR China wurden nach Artikel 17 Absatz 2 der Grundverordnung zur Stichprobenauswahl konsultiert. Es gingen jedoch keine Stellungnahmen ein.
            
         
               (16)
            
            
               Kurz nach Erhalt des Fragebogens stellte das größte der drei in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen seine Mitarbeit ein. An seiner Stelle bezog die Kommission den nach Ausfuhrmengen nächstgrößten ausführenden Hersteller ein.
            
         Bildung einer Stichprobe der Unionshersteller
   
               (17)
            
            
               In der Einleitungsbekanntmachung gab die Kommission bekannt, dass sie eine vorläufige Stichprobe der Unionshersteller gebildet hatte. Im Einklang mit Artikel 17 Absatz 1 der Grundverordnung bildete die Kommission die Stichprobe anhand des Kriteriums des größten Volumens von Verkäufen der gleichartigen Ware auf dem Unionsmarkt.
            
         
               (18)
            
            
               Die Stichprobe umfasste drei Unternehmensgruppen mit Fertigungsstätten in Belgien, Frankreich, Italien und der Slowakei, auf die zusammengenommen rund 74 % aller Verkäufe auf dem Unionsmarkt entfielen. Die Kommission forderte die interessierten Parteien auf, zur vorläufigen Stichprobe Stellung zu nehmen. Es gingen jedoch keine Stellungnahmen ein. Daher kam die Kommission zu dem Schluss, dass die Stichprobe für den Wirtschaftszweig der Union repräsentativ war.
            
         Bildung einer Stichprobe der Einführer
   
               (19)
            
            
               Die Kommission bat Einführer um Vorlage der in der Einleitungsbekanntmachung genannten Informationen, um über die Notwendigkeit eines Stichprobenverfahrens entscheiden und gegebenenfalls eine Stichprobe bilden zu können.
            
         
               (20)
            
            
               Acht Einführer übermittelten die erbetenen Informationen und stimmten ihrer Einbeziehung in die Stichprobe zu. Nach Artikel 17 Absatz 1 der Grundverordnung bildete die Kommission eine Stichprobe von drei Einführern auf der Grundlage des größten Volumens von Einfuhren in die Union. Nach Artikel 17 Absatz 2 der Grundverordnung wurden alle ihr bekannten betroffenen Einführer zur Stichprobenauswahl konsultiert. Es gingen jedoch keine Stellungnahmen ein.
            
         1.6.   Beantwortung des Fragebogens
   
   
               (21)
            
            
               Die Kommission sandte Fragebogen an die drei in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller, die drei in die Stichprobe einbezogenen Einführer, die in die Stichprobe einbezogenen ausführenden Hersteller sowie an ihr bekannte ausführende Hersteller in Ägypten, Japan, Malaysia, Taiwan, der Türkei und den USA.
            
         
               (22)
            
            
               Antworten gingen von drei Unionsherstellern, zwei Einführern und drei Herstellern in Japan, Malaysia und der Türkei ein. Hingegen übermittelte keiner der in die Stichprobe einbezogenen chinesischen ausführenden Hersteller einen ausgefüllten Fragebogen.
            
         
               (23)
            
            
               Darüber hinaus sandte die Kommission Fragebogen an 64 ihr bekannte Verwender, von denen 19 eine Antwort übermittelten.
            
         1.7.   Kontrollbesuche
   
   
               (24)
            
            
               Die Kommission holte alle für diese Untersuchung für notwendig erachteten Informationen ein und prüfte sie. Bei folgenden Unternehmen wurden Kontrollbesuche nach Artikel 16 der Grundverordnung durchgeführt:
               
                           a)
                        
                        
                           Unionshersteller
                           
                                       —
                                    
                                    
                                       3B Fibreglass SPRL, Belgien,
                                    
                                 
                                       —
                                    
                                    
                                       European Owens Corning Fibreglass SPRL, Belgien,
                                    
                                 
                                       —
                                    
                                    
                                       Johns Manville Slovakia a.s., Slowakei;
                                    
                                 
                     
                           b)
                        
                        
                           Ausführender Hersteller im Vergleichsland
                           
                                       —
                                    
                                    
                                       Nippon Electric Glass Co., Ltd., Japan.
                                    
                                 
                     
         1.8.   Untersuchungszeitraum der Überprüfung und Bezugszeitraum
   
   
               (25)
            
            
               Die Untersuchung der Wahrscheinlichkeit eines Anhaltens des Dumpings bezog sich auf den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2015 (im Folgenden „Untersuchungszeitraum der Überprüfung“ oder „UZÜ“).
            
         
               (26)
            
            
               Die Untersuchung der Entwicklungen, die für die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens der Schädigung relevant sind, betraf den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis zum Ende des Untersuchungszeitraums der Überprüfung (im Folgenden „Bezugszeitraum“).
            
         2.   BETROFFENE WARE UND GLEICHARTIGE WARE
   
   2.1.   Betroffene Ware
   
   
               (27)
            
            
               Bei der betroffenen Ware handelt es sich um Glasstapelfasern mit einer Länge von 50 mm oder weniger, Glasfaserrovings — ausgenommen getränkte und beschichtete Glasfaserrovings mit einem Glühverlust von mehr als 3 % (gemäß der ISO-Norm 1887) — sowie Matten aus Glasfaserfilamenten — ausgenommen Matten aus Glaswolle —, die derzeit unter den KN-Codes 7019 11 00, ex 7019 12 00 (TARIC-Codes 7019120021, 7019120022, 7019120023, 7019120025, 7019120039) und 7019 31 00 eingereiht werden und ihren Ursprung in der VR China haben.
            
         
               (28)
            
            
               Die betroffene Ware ist das in der Verbundwerkstoffindustrie am häufigsten verwendete Ausgangsmaterial zur Verstärkung von Thermo- und Duroplasten. Die entstehenden Verbundwerkstoffe (mit Glasfaserfilamenten verstärkte Werkstoffe) werden in zahlreichen Branchen eingesetzt: Transportmittelindustrie (Automobilindustrie, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt, Militär), Elektrik/Elektronik, Windenergie, Hoch- und Tiefbau, Herstellung von Behältern und Rohren, Konsumgüterindustrie usw.
            
         2.2.   Gleichartige Ware
   
   
               (29)
            
            
               Die Untersuchung ergab, dass die folgenden Waren dieselben grundlegenden materiellen, chemischen und technischen Eigenschaften und dieselben grundlegenden Verwendungen aufweisen:
               
                           a)
                        
                        
                           die betroffene Ware,
                        
                     
                           b)
                        
                        
                           die in Japan (dem Vergleichsland) hergestellte und auf dem japanischen Inlandsmarkt verkaufte Ware sowie
                        
                     
                           c)
                        
                        
                           die in der Union vom Wirtschaftszweig der Union hergestellte und verkaufte Ware.
                        
                     
         
               (30)
            
            
               Die Kommission entschied daher, dass es sich bei diesen Waren um gleichartige Waren im Sinne des Artikels 1 Absatz 4 der Grundverordnung handelt.
            
         3.   DUMPING
   
   3.1.   Wahrscheinlichkeit eines Anhaltens oder erneuten Auftretens des Dumpings
   
   
               (31)
            
            
               Nach Artikel 11 Absatz 2 der Grundverordnung prüfte die Kommission, ob derzeit Dumping vorliegt und ob bei einem etwaigen Außerkrafttreten der Maßnahmen gegenüber den Einfuhren aus der VR China das Dumping wahrscheinlich anhalten oder erneut auftreten würde.
            
         3.1.1.   Normalwert und Vergleichsland
   
   
               (32)
            
            
               Nach Artikel 2 Absatz 7 Buchstabe a der Grundverordnung wurde der Normalwert auf der Grundlage des Preises oder des rechnerisch ermittelten Wertes in einem Drittland mit Marktwirtschaft bestimmt. Zu diesem Zweck musste die Kommission ein Vergleichsland auswählen.
            
         
               (33)
            
            
               Die Kommission bat ihr bekannte ausführende Hersteller der gleichartigen Ware in Ägypten, Japan, Malaysia, Taiwan, der Türkei und den USA, anhand des Vergleichsland-Fragebogens einschlägige Informationen zu übermitteln; es gingen Antworten von drei Herstellern in Japan, Malaysia und der Türkei ein (5).
            
         
               (34)
            
            
               Nach Veröffentlichung der Einleitungsbekanntmachung übermittelte der APFE eine Stellungnahme, in der er sich für die Auswahl der Türkei als Vergleichsland aussprach.
            
         
               (35)
            
            
               In der Ausgangsuntersuchung im Jahr 2011 hatte die Kommission die Türkei als Vergleichsland zur Ermittlung des Normalwerts für die VR China herangezogen. In der Ausgangsuntersuchung hatte die Kommission nur eine Antwort aus der Türkei erhalten.
            
         
               (36)
            
            
               Bei der Auswahl des Vergleichslands wurden von der Kommission alle ihr zum betreffenden Zeitpunkt vorliegenden zuverlässigen Informationen gebührend berücksichtigt, unter anderem Inlandsverkäufe, Größe des Marktes und Wettbewerbsumfeld auf dem Inlandsmarkt.
            
         
               (37)
            
            
               Bei den Inlandsverkäufen des japanischen Herstellers war auf Ebene der KN-Codes eine nahezu vollständige Übereinstimmung mit den aus der VR China ausgeführten Warentypen gegeben. Im Falle der Türkei betrug die Übereinstimmung weniger als 50 %. In Bezug auf die Inlandsverkäufe des ausführenden Herstellers in Malaysia war der Grad der Übereinstimmung so gering, dass die Kommission Malaysia als mögliches Vergleichsland ausschließen musste.
            
         
               (38)
            
            
               Die Kommission ging davon aus, dass der japanische Markt für die gleichartige Ware etwa dreimal so groß ist wie der türkische Markt. Zudem ist nach Auffassung der Kommission der japanische Markt mit sechs bekannten heimischen Herstellern -gegenüber nur einem bekannten Hersteller in der Türkei — wettbewerbsintensiver. In Japan wurden auf die gleichartige Ware keine Zölle erhoben, wohingegen in der Türkei ein Zoll von 7 % sowie Antidumping- und Ausgleichszölle gegen die VR China in Höhe von insgesamt 24,5 % bis 35,75 % angewandt wurden.
            
         
               (39)
            
            
               Aufgrund dieser Überlegungen kam die Kommission zu dem Schluss, dass Japan das am besten geeignete Vergleichsland im Sinne des Artikels 2 Absatz 7 Buchstabe a der Grundverordnung ist.
            
         
               (40)
            
            
               Nach der Entscheidung, Japan als Vergleichsland auszuwählen, gingen bei der Kommission keine weiteren Stellungnahmen zur Frage des Vergleichslands ein.
            
         
               (41)
            
            
               Nach Artikel 2 Absatz 7 Buchstabe a der Grundverordnung wurden die Angaben des mitarbeitenden Herstellers im Vergleichsland als Grundlage für die Ermittlung des Normalwerts für die VR China herangezogen.
            
         
               (42)
            
            
               Der Normalwert wurde auf der Grundlage der im normalen Handelsverkehr des mitarbeitenden japanischen Herstellers geltenden Inlandspreise ermittelt.
            
         3.1.2.   Ausfuhrpreis
   
   
               (43)
            
            
               Keiner der in die Stichprobe einbezogenen ausführenden Hersteller in der VR China übermittelte der Kommission einen ausgefüllten Fragebogen. Angesichts der mangelnden Mitarbeit setzte die Kommission die ausführenden Hersteller in der VR China sowie die Behörden der VR China davon in Kenntnis, dass sie bei unzureichender Mitarbeit seitens der ausführenden Hersteller ihre Feststellungen nach Artikel 18 Absatz 1 der Grundverordnung auf der Grundlage der verfügbaren Informationen treffen kann. Auch wies die Kommission darauf hin, dass eine Feststellung, die anhand der verfügbaren Informationen getroffen wird, für die betroffenen Parteien ungünstiger ausfallen kann. Eine Reaktion blieb aus. Die Kommission ermittelte den Ausfuhrpreis somit anhand von Eurostat-Einfuhrstatistiken (COMEXT) auf Ebene der einschlägigen KN-Codes.
            
         3.1.3.   Vergleich
   
   
               (44)
            
            
               Wenn dies zur Gewährleistung eines gerechten Vergleichs angezeigt war, nahm die Kommission nach Artikel 2 Absatz 10 der Grundverordnung Berichtigungen des Normalwerts und/oder des Ausfuhrpreises zur Berücksichtigung von Unterschieden vor, welche die Preise und deren Vergleichbarkeit beeinflussten. Es wurden Berichtigungen in einer Größenordnung von 0 % bis 7 % für Transport-, Versicherungs-, Bereitstellungs-, Verlade- und Nebenkosten, Kreditkosten und Verpackungskosten vorgenommen.
            
         3.1.4.   Dumpingspanne
   
   
               (45)
            
            
               Im Verlauf der Untersuchung stellte die Kommission fest, dass die im Kommissionsfragebogen anzugebenden Warenkennnummern nicht den TARIC-Codes zugeordnet werden konnten. Daher nahm die Kommission den Vergleich zwischen Ausfuhrpreis und Normalwert auf der Grundlage der KN-Codes (7019 11 00 für geschnittenes Textilglas („chopped strands“ — in der KN bis 2012 als „Stapelfasern“ bezeichnet), 7019 12 00 für Rovings und 7019 31 00 für Matten) vor.
            
         
               (46)
            
            
               Auf diese Weise ermittelte die Kommission eine Dumpingspanne, ausgedrückt als Prozentsatz des CIF-Preises frei Grenze der Union, unverzollt, von über 70 %.
            
         3.2.   Einfuhrentwicklung im Falle einer Aufhebung der Maßnahmen
   
   
               (47)
            
            
               Angesichts der mangelnden Mitarbeit stützte sich die Kommission, um die erforderlichen Feststellungen treffen zu können, nach Artikel 18 Absatz 5 der Grundverordnung auf die im Überprüfungsantrag enthaltenen Angaben sowie auf Informationen aus anderen zugänglichen unabhängigen Quellen wie veröffentlichte Preislisten und amtliche Einfuhrstatistiken oder auf Informationen, die von anderen interessierten Parteien während der Untersuchung vorgelegt wurden oder aus den früheren Untersuchungen stammten.
            
         3.2.1.   Kapazität
   
   
               (48)
            
            
               Um die mögliche Entwicklung der Einfuhren im Falle einer Aufhebung der Maßnahmen antizipieren zu können, analysierte die Kommission die verfügbaren Informationen über Kapazität, Produktion und Verbrauch von Glasfaserwaren auf dem Inlandsmarkt in der VR China sowie über Ausfuhren aus der VR China. Die diesbezüglich verfügbaren Angaben beschränkten sich im Wesentlichen auf die vom APFE bereitgestellten Informationen (6). Diese Informationen gingen auf Handelsstatistiken (Einfuhren/Ausfuhren) und von den Verbandsmitgliedern erhobene Business-Intelligence-Daten zurück. Die Kommission überprüfte diese Informationen anhand von Informationen aus anderen verfügbaren unabhängigen Quellen und fand keine weiteren Beweise. Die vom APFE gelieferten Informationen zur Kapazität wurden von den interessierten Parteien nicht beanstandet.
            
         
               (49)
            
            
               Die gesamte Glasfaserproduktion in der VR China überstieg den Inlandsverbrauch im Untersuchungszeitraum der Überprüfung um über 700 000 Tonnen, wovon rund 90 % in andere Drittländer und rund 10 % in die Union ausgeführt wurden. Der im Untersuchungszeitraum der Überprüfung bestehende Kapazitätsüberschuss in der VR China wurde auf rund 150 000 Tonnen geschätzt, was mehr als 15 % des gesamten Unionsverbrauchs entspricht (siehe Erwägungsgrund 68). Schätzungen zufolge hat sich der Kapazitätsüberschuss in der VR China im Jahr 2016 mehr als verdoppelt und ist auf etwa 300 000 Tonnen bzw. 30 % des gesamten Unionsverbrauchs angestiegen.
            
         
               (50)
            
            
               Trotz dieser Überkapazitäten und des prognostizierten verlangsamten Wachstums der Inlandsnachfrage im Jahr 2016 haben die chinesischen Glasfaserhersteller ihre Kapazitäten in der VR China und in anderen auf den Unionsmarkt ausgerichteten Drittländern weiter ausgebaut.
            
         
               (51)
            
            
               Angesichts der bestehenden Überkapazitäten in der VR China und des Unionsverbrauchs erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Einfuhren im Falle einer Aufhebung der Antidumpingmaßnahmen erheblich steigen werden.
            
         3.2.2.   Preise auf dem Unionsmarkt
   
   
               (52)
            
            
               Um die mögliche Entwicklung der Einfuhren im Falle einer Aufhebung der Maßnahmen antizipieren zu können, untersuchte die Kommission die Attraktivität des Unionsmarktes unter dem Preisaspekt.
            
         
               (53)
            
            
               Sie analysierte die Ausfuhrdaten der VR China für den Untersuchungszeitraum der Überprüfung auf Ebene der KN-Codes (7). Rovings waren das Glasfaserprodukt, bei dem die höchsten Ausfuhrmengen aus der VR China zu verzeichnen waren. Für Ausfuhren von Rovings war der Unionsmarkt der zweitwichtigste Markt nach den USA. Bei einem weltweit ähnlichen Preisniveau waren die Preise in der Union mit 1 USD pro Kilogramm am höchsten. Zum Vergleich: In den USA lagen die Preise bei 0,99 USD und in Malaysia und Indien nur bei 0,85 USD pro Kilogramm (8). Bei Betrachtung der zehn wichtigsten Ausfuhrmärkte (9) waren die in der Union erzielten Preise die höchsten.
            
         
               (54)
            
            
               Für Ausfuhren von geschnittenem Textilglas aus der VR China war der Unionsmarkt der fünftwichtigste Markt. Die Preise in der Union waren deutlich höher als auf den Hauptausfuhrmärkten (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung: USA, Korea, Japan und Indien).
            
         
               (55)
            
            
               Für Glasfasermatten war der Unionsmarkt der wichtigste Markt, wobei er unter den Hauptausfuhrmärkten der VR China auch die attraktivsten Preise aufwies. Zweitwichtigster Markt für Glasfasermatten waren die USA, wo das durchschnittliche Preisniveau etwas höher war. Bei Ausfuhren auf andere Märkte (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung: Vietnam, Indonesien, Vereinigte Arabische Emirate) waren die Preise niedriger, mitunter sogar deutlich niedriger als in der Union.
            
         
               (56)
            
            
               Die Kommission stützte ihre Analyse auf Daten auf Ebene des Zollkodex (Ebene der KN-Codes). Mangels Mitarbeit der chinesischen ausführenden Hersteller lagen der Kommission keine Daten auf Ebene der Warenkennnummern vor. Preisdaten auf Ebene der Warenkennnummern wären präziser und nicht mit etwaigen Ungenauigkeiten behaftet gewesen, wie sie sich bei größeren Preisunterschieden innerhalb ein und derselben Warenkategorie (z. B. geschnittenes Textilglas unterschiedlicher Durchmesser) ergeben können.
            
         
               (57)
            
            
               Trotz dieser Einschränkungen lässt sich den vorliegenden Informationen entnehmen, dass die Preise der Ausfuhren auf die meisten anderen Märkte im Untersuchungszeitraum der Überprüfung unter den Preisen der Ausfuhren auf den Unionsmarkt lagen. Aufgrund der attraktiven Preise auf dem Unionsmarkt ist es wahrscheinlich, dass erhebliche Mengen, die derzeit auf anderen Märkten angeboten werden, auf den Unionsmarkt umgelenkt werden, falls die Antidumpingmaßnahmen aufgehoben werden sollten. Wie in Erwägungsgrund 49 dargelegt, wurden über 600 000 Tonnen auf andere Märkte ausgeführt und könnten somit zumindest teilweise auf den Unionsmarkt umgelenkt werden.
            
         
               (58)
            
            
               Ein Indiz für die Attraktivität des Unionsmarktes sind auch die Investitionen chinesischer Ausführer in Drittländern, insbesondere in Ägypten. Die installierte Schmelzofenkapazität in Ägypten im Untersuchungszeitraum der Überprüfung wurde auf 80 000 Tonnen geschätzt. Bis Ende 2017 dürfte eine Kapazität von 160 000 Tonnen und bis 2019 eine Kapazität von 200 000 Tonnen erreicht sein (10).
            
         
               (59)
            
            
               Das Preisniveau auf dem Unionsmarkt und die Bedeutung dieses Marktes für Ausfuhren aus der VR China führen die Kommission zu dem Schluss, dass der Unionsmarkt für Glasfaserhersteller in der VR China attraktiv ist. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Einfuhren im Falle einer Aufhebung der Antidumpingmaßnahmen signifikant zunehmen werden.
            
         3.2.3.   Sonstige Erwägungen
   
   
               (60)
            
            
               In der Antisubventionsuntersuchung, die die Kommission im Jahr 2014 durchgeführt hat, bestätigte sich, dass in der VR China eine Reihe von Anreizen für die Glasfaserindustrie geschaffen wurden; dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass die VR China bereit ist, die Expansion der Glasfaserindustrie und ihre weltweite Präsenz zu fördern. Sollten die Antidumpingmaßnahmen aufgehoben werden, dürfte folglich mit einem Anstieg der Ausfuhren in Richtung Unionsmarkt zu rechnen sein.
            
         
               (61)
            
            
               Im September 2016 verlängerte Indien die Geltungsdauer seiner Antidumpingzölle auf Glasfasereinfuhren aus der VR China. Im November 2016 verlängerte die Türkei die Geltungsdauer der auf solche Einfuhren erhobenen Antidumpingzölle. Angesichts der auf anderen Märkten bestehenden Antidumpingzölle verlieren die betreffenden Märkte für chinesische Ausführer an Attraktivität.
            
         
               (62)
            
            
               Was die chinesische Preispolitik anbelangt, so kann nach Auffassung der Kommission das Bestehen von Antidumpingmaßnahmen in anderen Drittländern als weiteres Indiz für Dumpingpraktiken der chinesischen ausführenden Hersteller gewertet werden.
            
         3.2.4.   Schlussfolgerung zur Wahrscheinlichkeit eines Anhaltens des Dumpings
   
   
               (63)
            
            
               Aufgrund der vorstehenden Erwägungen geht die Kommission davon aus, dass es, sollten die derzeit geltenden Maßnahmen aufgehoben werden, in noch größerem Umfang zu gedumpten Ausfuhren kommen wird und dass diese den Preisdruck auf dem Unionsmarkt erhöhen würden.
            
         4.   SCHÄDIGUNG
   
   4.1.   Definition des Wirtschaftszweigs der Union und der Unionsproduktion
   
   
               (64)
            
            
               Die gleichartige Ware wurde im Untersuchungszeitraum der Überprüfung von sieben Herstellern in der Union produziert. Sie bilden den „Wirtschaftszweig der Union“ im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 der Grundverordnung.
            
         
               (65)
            
            
               Anhand der vom APFE bereitgestellten Informationen über den Wirtschaftszweig der Union ermittelte die Kommission für den Untersuchungszeitraum der Überprüfung eine Gesamtproduktion der Union von rund 652 000 Tonnen.
            
         
               (66)
            
            
               Wie in Erwägungsgrund 18 erwähnt, hat die Kommission eine Stichprobe der Fertigungsstätten von drei Unionsherstellern gebildet, auf die 74 % der gesamten Verkäufe der gleichartigen Ware auf dem Unionsmarkt und 68 % der gesamten Produktion in der Union entfallen.
            
         4.2.   Unionsverbrauch
   
   
               (67)
            
            
               Die Kommission ermittelte den Unionsverbrauch anhand i) der Menge der Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Union auf dem Unionsmarkt laut den vom APFE bereitgestellten Daten und ii) der Einfuhren aus Drittländern laut Eurostat-Daten (COMEXT).
            
         
               (68)
            
            
               Der Unionsverbrauch entwickelte sich wie folgt:
               
                  Tabelle 1
               
               
                  Unionsverbrauch (in Tonnen)
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Unionsverbrauch insgesamt
                        
                        
                           750 645 
                        
                        
                           813 760 
                        
                        
                           897 396 
                        
                        
                           960 818 
                        
                     
                           
                              Index (2012 = 100)
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              108
                           
                        
                        
                           
                              120
                           
                        
                        
                           
                              128
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: vom APFE vorgelegte Daten; Eurostat (COMEXT).
                        
                     
         
               (69)
            
            
               Der Verbrauch in der Union stieg im Bezugszeitraum stark an. Dieser Anstieg markiert die Rückkehr zum Stand vor der Finanzkrise. Angetrieben wurde das Wachstum durch die robuste Entwicklung der Thermoplastindustrie und die deutlich anziehende Nachfrage nach leichten, langlebigen Materialien.
            
         4.3.   Einfuhren aus dem betroffenen Land
   
   4.3.1.   Menge und Marktanteil der Einfuhren aus dem betroffenen Land
   
   
               (70)
            
            
               Die Einfuhren aus der VR China in die Union entwickelten sich wie folgt:
               
                  Tabelle 2
               
               
                  Einfuhrmenge (in Tonnen) und Marktanteil
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Menge der Einfuhren aus der VR China
                        
                        
                           101 953 
                        
                        
                           121 634 
                        
                        
                           148 796 
                        
                        
                           77 669 
                        
                     
                           
                              Index (2012 = 100)
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              119
                           
                        
                        
                           
                              146
                           
                        
                        
                           
                              76
                           
                        
                     
                           Marktanteil (in %)
                        
                        
                           14
                        
                        
                           15
                        
                        
                           17
                        
                        
                           8
                        
                     
                           
                              Index (2012 = 100)
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              107
                           
                        
                        
                           
                              121
                           
                        
                        
                           
                              57
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Eurostat (COMEXT).
                        
                     
         
               (71)
            
            
               Die Zunahme der Einfuhrmengen von 2012 bis 2014 verdeutlicht, dass der 2011 eingeführte ursprüngliche Antidumpingzoll nur begrenzte Wirkung hatte. Mit der Erhöhung des Zolls im Jahr 2014 und der Aufwertung des US-Dollars kehrte sich der Trend um. Die ausführenden Hersteller in der VR China geben ihre Preise in USD an und durch die Aufwertung des Dollars wurde es für die Unionseinführer weniger attraktiv, in der VR China einzukaufen.
            
         4.3.2.   Preise der Einfuhren aus dem betroffenen Land und Preisunterbietung
   
   
               (72)
            
            
               Die Kommission ermittelte die Einfuhrpreise anhand der Eurostat-Statistiken.
            
         
               (73)
            
            
               Der Durchschnittspreis der Einfuhren aus dem betroffenen Land in die Union entwickelte sich wie folgt:
               
                  Tabelle 3
               
               
                  Preise der Einfuhren aus der VR China (in EUR/Tonne)
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Einfuhrpreise (in EUR/Tonne)
                        
                        
                           912
                        
                        
                           821
                        
                        
                           874
                        
                        
                           1 146 
                        
                     
                           
                              Index (2012 = 100)
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              90
                           
                        
                        
                           
                              96
                           
                        
                        
                           
                              126
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Eurostat (COMEXT).
                        
                     
         
               (74)
            
            
               Der Durchschnittspreis der betroffenen Ware ging im Zeitraum 2012 bis 2014 um 4 % zurück, stieg dann aber im Untersuchungszeitraum der Überprüfung steil an, und zwar um 31 %.
            
         
               (75)
            
            
               Die Kommission ermittelte die Preisunterbietung im Untersuchungszeitraum der Überprüfung durch einen Vergleich
            
         
               (76)
            
            
               der gewogenen durchschnittlichen Verkaufspreise je Warentyp der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller, die unabhängigen Abnehmern auf dem Unionsmarkt berechnet wurden, und zwar auf der Stufe ab Werk, mit
            
         
               (77)
            
            
               auf Eurostat-Einfuhrstatistiken beruhenden Daten nach KN-Codes auf der Grundlage des CIF-Preises (Kosten, Versicherung, Fracht) mit angemessener Berichtigung für Zölle und nach der Einfuhr angefallene Kosten.
            
         
               (78)
            
            
               Das Ergebnis des Vergleichs wurde ausgedrückt als Prozentsatz des hypothetischen Umsatzes des Wirtschaftszweigs der Union im Untersuchungszeitraum der Überprüfung.
            
         
               (79)
            
            
               Trotz des Anstiegs des Durchschnittspreises der Einfuhren aus der VR China im Jahr 2015 wurde eine Preisunterbietung von 15 % ermittelt.
            
         4.4.   Einfuhren aus anderen Drittländern
   
   4.4.1.   Menge und Marktanteil der Einfuhren aus anderen Drittländern
   
   
               (80)
            
            
               Die Einfuhren aus anderen Drittländern in die Union entwickelten sich wie folgt:
               
                  Tabelle 4
               
               
                  Menge der Einfuhren aus anderen Ländern (in Tonnen) und jeweiliger Marktanteil
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Menge der Einfuhren aus Malaysia
                        
                        
                           60 571 
                        
                        
                           64 188 
                        
                        
                           53 398 
                        
                        
                           68 774 
                        
                     
                           
                              Index (2012 = 100)
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              106
                           
                        
                        
                           
                              88
                           
                        
                        
                           
                              114
                           
                        
                     
                           Marktanteil Malaysia (in %)
                        
                        
                           8
                        
                        
                           8
                        
                        
                           6
                        
                        
                           7
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              98
                           
                        
                        
                           
                              74
                           
                        
                        
                           
                              89
                           
                        
                     
                           Menge der Einfuhren aus Ägypten
                        
                        
                           0
                        
                        
                           0
                        
                        
                           12 835 
                        
                        
                           45 516 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                     
                           Marktanteil Ägypten (in %)
                        
                        
                           0
                        
                        
                           0
                        
                        
                           1
                        
                        
                           5
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                     
                           Menge der Einfuhren aus Norwegen
                        
                        
                           33 260 
                        
                        
                           35 255 
                        
                        
                           35 496 
                        
                        
                           41 619 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              106
                           
                        
                        
                           
                              107
                           
                        
                        
                           
                              125
                           
                        
                     
                           Marktanteil Norwegen (in %)
                        
                        
                           4
                        
                        
                           4
                        
                        
                           4
                        
                        
                           4
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              98
                           
                        
                        
                           
                              89
                           
                        
                        
                           
                              98
                           
                        
                     
                           Menge der Einfuhren aus der Türkei
                        
                        
                           20 940 
                        
                        
                           17 619 
                        
                        
                           19 252 
                        
                        
                           19 703 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              84
                           
                        
                        
                           
                              92
                           
                        
                        
                           
                              94
                           
                        
                     
                           Marktanteil Türkei (in %)
                        
                        
                           3
                        
                        
                           2
                        
                        
                           2
                        
                        
                           2
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              78
                           
                        
                        
                           
                              77
                           
                        
                        
                           
                              74
                           
                        
                     
                           Menge der Einfuhren aus anderen Ländern
                        
                        
                           46 148 
                        
                        
                           47 624 
                        
                        
                           59 493 
                        
                        
                           73 795 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              103
                           
                        
                        
                           
                              129
                           
                        
                        
                           
                              160
                           
                        
                     
                           Marktanteil anderer Länder (in %)
                        
                        
                           6
                        
                        
                           6
                        
                        
                           7
                        
                        
                           8
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              95
                           
                        
                        
                           
                              108
                           
                        
                        
                           
                              125
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Eurostat (COMEXT).
                        
                     
         
               (81)
            
            
               Die wichtigsten sonstigen Bezugsquellen der Union waren Malaysia, Ägypten, Norwegen und die Türkei.
            
         
               (82)
            
            
               Der Marktanteil der anderen Drittländer stieg im Bezugszeitraum von 21 % auf 26 %.
            
         
               (83)
            
            
               Der stärkste Anstieg war bei den Einfuhren aus Ägypten zu verzeichnen. In den ersten Jahren des Bezugszeitraums wurden keine Einfuhren getätigt; im Jahr 2015 jedoch erreichten die Einfuhren aus Ägypten, wo ein großer Hersteller mit Sitz in der VR China nach wie vor massiv investiert, einen Marktanteil von 5 %.
            
         4.4.2.   Preise der Einfuhren aus anderen Drittländern
   
   
               (84)
            
            
               Die Preise der Einfuhren aus den anderen Drittländern entwickelten sich wie folgt:
               
                  Tabelle 5
               
               
                  Einfuhrpreise (in EUR/Tonne)
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Preis der Einfuhren aus Malaysia
                        
                        
                           999
                        
                        
                           946
                        
                        
                           918
                        
                        
                           941
                        
                     
                           
                              Index (2012 = 100)
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              95
                           
                        
                        
                           
                              92
                           
                        
                        
                           
                              94
                           
                        
                     
                           Preis der Einfuhren aus Ägypten
                        
                        
                           —
                        
                        
                           —
                        
                        
                           823
                        
                        
                           997
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                        
                           
                              —
                           
                        
                     
                           Preis der Einfuhren aus Norwegen
                        
                        
                           912
                        
                        
                           821
                        
                        
                           874
                        
                        
                           1 146 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              90
                           
                        
                        
                           
                              96
                           
                        
                        
                           
                              126
                           
                        
                     
                           Preis der Einfuhren aus der Türkei
                        
                        
                           912
                        
                        
                           821
                        
                        
                           874
                        
                        
                           1 146 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              90
                           
                        
                        
                           
                              96
                           
                        
                        
                           
                              126
                           
                        
                     
                           Preis der Einfuhren aus anderen Ländern
                        
                        
                           874
                        
                        
                           827
                        
                        
                           1 206 
                        
                        
                           1 310 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              95
                           
                        
                        
                           
                              138
                           
                        
                        
                           
                              150
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Eurostat (COMEXT).
                        
                     
         
               (85)
            
            
               Der Vergleich auf Ebene der KN-Codes ergab, dass die Preise der Einfuhren aus Malaysia bis zum Untersuchungszeitraum der Überprüfung über den Preisen der Einfuhren aus der VR China lagen. Im Untersuchungszeitraum der Überprüfung waren die malaysischen Preise — anders als die Preise der Einfuhren aus anderen Ländern — leicht rückläufig.
            
         
               (86)
            
            
               Da der norwegische Hersteller mit einem Unionshersteller verbunden ist, handelt es sich bei den Preisen für Einfuhren aus Norwegen zum Großteil um Verrechnungspreise zwischen verbundenen Unternehmen, weshalb sie nach Auffassung der Kommission nicht zuverlässig genug sind, um einen aussagekräftigen Vergleich zu ermöglichen.
            
         
               (87)
            
            
               Statistische Durchschnittspreise lassen keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Preise zu, weil zwischen verschiedenen Warentypen erhebliche Preisunterschiede bestehen und der Warentypenmix nicht bekannt ist. Daher kann keine Schlussfolgerung in Bezug auf die Preise der Einfuhren aus anderen Drittländern gezogen werden.
            
         4.5.   Wirtschaftliche Lage des Wirtschaftszweigs der Union
   
   4.5.1.   Allgemeine Bemerkungen
   
   
               (88)
            
            
               Die Prüfung der Auswirkungen der gedumpten Einfuhren auf den Wirtschaftszweig der Union umfasste nach Artikel 3 Absatz 5 der Grundverordnung eine Beurteilung aller Wirtschaftsindikatoren, die die Lage des Wirtschaftszweigs der Union im Bezugszeitraum beeinflussten. Wie in Erwägungsgrund 18 erläutert, wurde bei der Ermittlung einer etwaigen Schädigung des Wirtschaftszweigs der Union mit einer Stichprobe gearbeitet.
            
         
               (89)
            
            
               Bei der Ermittlung der Schädigung unterschied die Kommission zwischen makroökonomischen und mikroökonomischen Schadensindikatoren.
            
         
               (90)
            
            
               Die Kommission bewertete die makroökonomischen Indikatoren auf der Grundlage von Daten aus dem Antrag, dem Überprüfungsantrag und später eingereichten Unterlagen, die soweit möglich mit Statistiken abgeglichen worden waren. Die Daten bezogen sich auf alle Unionshersteller.
            
         
               (91)
            
            
               Die mikroökonomischen Indikatoren bewertete die Kommission anhand der Daten in den Fragebogenantworten der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller.
            
         
               (92)
            
            
               Die für die Berechnung der Indikatoren verwendeten Daten wurden als repräsentativ für die wirtschaftliche Lage des Wirtschaftszweigs der Union angesehen.
            
         
               (93)
            
            
               Bei den makroökonomischen Indikatoren handelt es sich um Produktion, Produktionskapazität, Kapazitätsauslastung, Verkaufsmenge, Marktanteil, Wachstum, Beschäftigung, Produktivität, Höhe der Dumpingspanne und Erholung von früherem Dumping.
            
         
               (94)
            
            
               Bei den mikroökonomischen Indikatoren handelt es sich um durchschnittliche Stückpreise, Stückkosten, Arbeitskosten, Lagerbestände, Rentabilität, Cashflow, Investitionen, Kapitalrendite und Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten.
            
         4.5.2.   Makroökonomische Indikatoren
   
   4.5.2.1.   Produktion, Produktionskapazität und Kapazitätsauslastung
   
               (95)
            
            
               Die Gesamtproduktion in der Union, die Produktionskapazität und die Kapazitätsauslastung entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 6
               
               
                  Produktion, Produktionskapazität und Kapazitätsauslastung
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Produktion (in Tonnen)
                        
                        
                           536 878 
                        
                        
                           584 197 
                        
                        
                           616 382 
                        
                        
                           652 857 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              109
                           
                        
                        
                           
                              115
                           
                        
                        
                           
                              122
                           
                        
                     
                           Produktionskapazität (in Tonnen)
                        
                        
                           645 229 
                        
                        
                           690 737 
                        
                        
                           698 182 
                        
                        
                           725 960 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              107
                           
                        
                        
                           
                              108
                           
                        
                        
                           
                              113
                           
                        
                     
                           Kapazitätsauslastung (in %)
                        
                        
                           83
                        
                        
                           85
                        
                        
                           88
                        
                        
                           90
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              102
                           
                        
                        
                           
                              106
                           
                        
                        
                           
                              108
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Fragebogenantworten, APFE.
                        
                     
         
               (96)
            
            
               Das Jahr 2012 war gekennzeichnet durch ein geringes Produktionsvolumen, eine geringe Kapazität und eine geringe Kapazitätsauslastung. In den Folgejahren erhöhte sich die Produktion allmählich und reagierte damit auf die steigende Nachfrage. In der Zeit nach 2012 wurden auch weniger Schmelzofenerneuerungen vorgenommen. All diese Faktoren haben zu einer positiven Entwicklung sowohl der Kapazitäten als auch der Kapazitätsauslastung beigetragen.
            
         4.5.2.2.   Verkaufsmenge, Marktanteil, Wachstum
   
               (97)
            
            
               Die Verkaufsmenge und der Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Union entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 7
               
               
                  Verkaufsmenge und Marktanteil (in Tonnen)
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Verkaufsmenge auf dem Unionsmarkt
                        
                        
                           487 774 
                        
                        
                           527 441 
                        
                        
                           568 126 
                        
                        
                           633 743 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              108
                           
                        
                        
                           
                              116
                           
                        
                        
                           
                              130
                           
                        
                     
                           Marktanteil (in %)
                        
                        
                           65
                        
                        
                           65
                        
                        
                           63
                        
                        
                           66
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              97
                           
                        
                        
                           
                              102
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Fragebogenantworten, APFE.
                        
                     
         
               (98)
            
            
               Ausgehend von dem niedrigen Niveau im Jahr 2012 zog das Verkaufsvolumen, getrieben durch die steigende Nachfrage, allmählich an, sodass im Jahr 2015 eine Erhöhung um 30 % gegenüber 2012 zu verzeichnen war.
            
         
               (99)
            
            
               Bis 2014 vollzog sich der Anstieg der Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Union jedoch langsamer als die Entwicklung des Unionsverbrauchs, was seinen Grund in zu Unterbietungspreisen getätigten Einfuhren aus der VR China hatte. Der Marktanteil des Wirtschaftszweigs der Union sank zwischen 2012 und 2014 von 65 % auf 63 % und stieg im Untersuchungszeitraum der Überprüfung wieder auf 66 % an, nachdem die Zölle im Jahr 2014 erhöht worden waren.
            
         4.5.2.3.   Beschäftigung und Produktivität
   
               (100)
            
            
               Beschäftigung und Produktivität entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 8
               
               
                  Beschäftigung und Produktivität
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Zahl der Beschäftigten
                        
                        
                           3 580 
                        
                        
                           3 456 
                        
                        
                           3 366 
                        
                        
                           3 404 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              97
                           
                        
                        
                           
                              94
                           
                        
                        
                           
                              95
                           
                        
                     
                           Produktivität (in Tonnen je Beschäftigten)
                        
                        
                           150
                        
                        
                           169
                        
                        
                           183
                        
                        
                           192
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              113
                           
                        
                        
                           
                              122
                           
                        
                        
                           
                              128
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Fragebogenantworten, APFE.
                        
                     
         
               (101)
            
            
               Die Beschäftigung ging im Zeitraum 2012 bis 2015 um 5 % zurück, wenngleich im Untersuchungszeitraum der Überprüfung eine positive Entwicklung zu verzeichnen war. Die Umstrukturierung des Wirtschaftszweigs, seine Innovationsanstrengungen und seine Bemühungen um eine Optimierung der Produktionsprozesse sowie die höhere Kapazitätsauslastung haben zu einer erheblichen Steigerung der Produktivität im Bezugszeitraum geführt.
            
         4.5.2.4.   Höhe der Dumpingspanne und Erholung von früherem Dumping
   
               (102)
            
            
               Im Rahmen der Untersuchung wurde eine Dumpingspanne von über 70 % ermittelt. Seit der Erhöhung der Zölle im Jahr 2014 konnten die Auswirkungen der tatsächlichen Dumpingspannen auf den Wirtschaftszweig der Union abgemildert werden. Ab 2015 konnte der Wirtschaftszweig der Union in vollem Umfang von den Maßnahmen profitieren.
            
         
               (103)
            
            
               In ihrer Kombination haben die geltenden Maßnahmen dazu beigetragen, die Einfuhren aus der VR China zu reduzieren und dem Wirtschaftszweig der Union seinen Marktanteil zu sichern. Die Preise des Wirtschaftszweigs der Union blieben jedoch niedrig und lagen im Durchschnitt unter dem Niveau von 2012.
            
         
               (104)
            
            
               Somit kann der Schluss gezogen werden, dass der Wirtschaftszweig der Union von den geltenden Maßnahmen profitieren konnte und begonnen hat, sich von der Schädigung durch das frühere Dumping chinesischer ausführender Hersteller zu erholen.
            
         4.5.3.   Mikroökonomische Indikatoren
   
   4.5.3.1.   Preise und die Preise beeinflussende Faktoren
   
               (105)
            
            
               Die durchschnittlichen Verkaufsstückpreise, die die in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller unabhängigen Abnehmern in der Union in Rechnung stellten, entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 9
               
               
                  Preise bei Verkäufen an unabhängige Abnehmer in der Union
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Durchschnittlicher Verkaufsstückpreis ab Werk bei Verkäufen an unabhängige Abnehmer in der Union (in EUR/Tonne)
                        
                        
                           1 107 
                        
                        
                           1 064 
                        
                        
                           1 059 
                        
                        
                           1 079 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              96
                           
                        
                        
                           
                              96
                           
                        
                        
                           
                              97
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Daten der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller.
                        
                     
         
               (106)
            
            
               Die durchschnittlichen Verkaufspreise haben sich seit 2012 nicht wesentlich geändert, wenngleich im Jahr 2015 ein leichter Rückgang um 3 % gegenüber dem Jahr 2012 zu verzeichnen war.
            
         4.5.3.2.   Durchschnittliche Produktionsstückkosten
   
               (107)
            
            
               Die Produktionsstückkosten entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 10
               
               
                  Produktionsstückkosten
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Produktionsstückkosten (in EUR/Tonne)
                        
                        
                           1 188 
                        
                        
                           1 082 
                        
                        
                           1 055 
                        
                        
                           1 005 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              91
                           
                        
                        
                           
                              89
                           
                        
                        
                           
                              85
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Daten der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller.
                        
                     
         
               (108)
            
            
               Die Produktionsstückkosten sanken im Bezugszeitraum. Diese Entwicklung lässt sich durch die steigende Kapazitätsauslastung erklären, die mit einem Rückgang der Produktionsstückkosten dieses kapitalintensiven Wirtschaftszweigs einhergeht. Der Wirtschaftszweig der Union profitierte auch von den niedrigen Preisen für Rohstoffe und Energie.
            
         4.5.3.3.   Arbeitskosten
   
               (109)
            
            
               Die durchschnittlichen Arbeitskosten der Unionshersteller der Stichprobe entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 11
               
               
                  Durchschnittliche Arbeitskosten je Beschäftigten
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Durchschnittliche Arbeitskosten je Beschäftigten (in EUR)
                        
                        
                           52 316 
                        
                        
                           53 849 
                        
                        
                           57 443 
                        
                        
                           59 099 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              103
                           
                        
                        
                           
                              110
                           
                        
                        
                           
                              113
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Daten der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller.
                        
                     
         
               (110)
            
            
               Der leichte Anstieg von Löhnen und Gehältern sowie Entlassungen in den unteren Lohngruppen im Rahmen des Effizienzprojekts eines der Hersteller der Stichprobe hatten einen Anstieg der durchschnittlichen Arbeitskosten je Beschäftigten zur Folge.
            
         4.5.3.4.   Lagerbestände
   
               (111)
            
            
               Die Lagerbestände der Unionshersteller der Stichprobe entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 12
               
               
                  Lagerbestände (in Tonnen)
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Schlussbestand
                        
                        
                           111 626 
                        
                        
                           119 813 
                        
                        
                           105 740 
                        
                        
                           92 914 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              107
                           
                        
                        
                           
                              95
                           
                        
                        
                           
                              83
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Daten der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller.
                        
                     
         
               (112)
            
            
               Nach einer leichten Erhöhung im Jahr 2013 gingen die Schlussbestände im Bezugszeitraum infolge der steigenden Nachfrage weiter zurück.
            
         
               (113)
            
            
               Die Erhöhung der Zölle im Jahr 2014 hat mit zur Verringerung der Schlussbestände gegen Ende des Bezugszeitraums beigetragen.
            
         4.5.3.5.   Rentabilität, Cashflow, Investitionen, Kapitalrendite und Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten
   
               (114)
            
            
               Rentabilität, Cashflow, Investitionen und Kapitalrendite der Unionshersteller der Stichprobe entwickelten sich im Bezugszeitraum wie folgt:
               
                  Tabelle 13
               
               
                  Rentabilität
               
               
                            
                        
                        
                           2012
                        
                        
                           2013
                        
                        
                           2014
                        
                        
                           2015 (UZÜ)
                        
                     
                           Rentabilität der Verkäufe an unabhängige Abnehmer in der Union (in % des Umsatzes)
                        
                        
                           – 13,7
                        
                        
                           – 3,3
                        
                        
                           0,4
                        
                        
                           8,6
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              – 100
                           
                        
                        
                           
                              – 24
                           
                        
                        
                           
                              3
                           
                        
                        
                           
                              63
                           
                        
                     
                           Cashflow (in Tausend EUR)
                        
                        
                           – 25 623 
                        
                        
                           – 17 008 
                        
                        
                           635
                        
                        
                           47 361 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              – 100
                           
                        
                        
                           
                              – 66
                           
                        
                        
                           
                              2
                           
                        
                        
                           
                              185
                           
                        
                     
                           Investitionen (in Tausend EUR)
                        
                        
                           39 573 
                        
                        
                           34 088 
                        
                        
                           41 500 
                        
                        
                           49 664 
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              100
                           
                        
                        
                           
                              86
                           
                        
                        
                           
                              105
                           
                        
                        
                           
                              126
                           
                        
                     
                           Kapitalrendite (in %)
                        
                        
                           – 10
                        
                        
                           – 3
                        
                        
                           0
                        
                        
                           8
                        
                     
                           
                              Index
                           
                        
                        
                           
                              – 100
                           
                        
                        
                           
                              – 27
                           
                        
                        
                           
                              4
                           
                        
                        
                           
                              82
                           
                        
                     
                           
                              Quelle: Daten der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller.
                        
                     
         
               (115)
            
            
               Die Kommission ermittelte die Rentabilität der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller als Nettogewinn vor Steuern aus den Verkäufen der gleichartigen Ware an unabhängige Abnehmer in der Union in Prozent des mit diesen Verkäufen erzielten Umsatzes. Im Bezugszeitraum nahm die Rentabilität der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller schrittweise zu und lag im Untersuchungszeitraum der Überprüfung im positiven Bereich.
            
         
               (116)
            
            
               Unter Nettocashflow wird die Fähigkeit der Unionshersteller verstanden, ihre Tätigkeiten selbst zu finanzieren. Die Unionshersteller sahen sich in den Jahren 2012 und 2013 mit negativen Cashflows konfrontiert. Im Bezugszeitraum hat sich die Lage nach und nach verbessert, sodass die Unionshersteller ab 2014 positive Cashflows verzeichnen konnten.
            
         
               (117)
            
            
               Bei den Investitionen der in die Stichprobe einbezogenen Unionshersteller war im Bezugszeitraum ein Aufwärtstrend zu beobachten. Bis zum Jahr 2015 verstärkte sich dieser Trend. Die Investitionen wurden zum Großteil durch Schmelzofenerneuerungen vorangetrieben.
            
         
               (118)
            
            
               Die Kapitalrendite ist der Gewinn in Prozent des Nettobuchwerts der Investitionen. Die Entwicklung der Kapitalrendite folgte der Entwicklung der Rentabilität. Dass wieder eine positive Kapitalrendite zu verzeichnen ist, ist der verbesserten Wirtschaftslage im Wirtschaftszweig der Union zum Ende des Bezugszeitraums zu verdanken.
            
         
               (119)
            
            
               Angesichts der schlechten Geschäftsergebnisse des Wirtschaftszweigs der Union in der Zeit von 2012 bis 2014 waren dessen Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten begrenzt. Der Wirtschaftszweig der Union benötigt beträchtliche langfristige Investitionen, um die Schmelzöfen in regelmäßigen Abständen erneuern und ihren Betrieb aufrechterhalten zu können.
            
         4.5.4.   Schlussfolgerung zur Lage des Wirtschaftszweigs der Union
   
   
               (120)
            
            
               Das Jahr 2012 war gekennzeichnet durch eine geringe Nachfrage, eine aufgrund von Schmelzofenerneuerungen geringe Kapazität, eine geringe Kapazitätsauslastung, hohe Lagerbestände, Umstrukturierungsmaßnahmen und gedrückte Preise infolge früheren Dumpings; all diese Faktoren zusammengenommen führten zu massiven Verlusten und Cash-Abflüssen bei den in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen.
            
         
               (121)
            
            
               Anschließend — zwischen 2012 und 2014 — kam es zu einer starken Erhöhung der Nachfrage und damit auch zu einem Anstieg der Verkäufe, was sich wiederum in einer Steigerung der Produktion und einem Abbau der Lagerbestände niederschlug. Kapazität und Kapazitätsauslastung nahmen zu. Die bessere Absorption der Fixkosten, die Steigerung der Produktivität und die Deflation bei einigen wesentlichen Inputs ermöglichten den in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen eine deutliche Senkung ihrer Produktionskosten.
            
         
               (122)
            
            
               Dennoch glichen die im Jahr 2011 eingeführten ursprünglichen Antidumpingmaßnahmen die Preisunterbietung durch Einfuhren aus der VR China, deren Volumen zwischen 2012 und 2014 um 46 % zunahm, nicht in vollem Umfang aus. Die Erholung des Wirtschaftszweigs der Union wurde dadurch beeinträchtigt.
            
         
               (123)
            
            
               Um seinen Marktanteil aufrechterhalten zu können, musste der Wirtschaftszweig der Union eine kontinuierliche Preiserosion hinnehmen und konnte im Jahr 2014 kaum seine Kosten decken.
            
         
               (124)
            
            
               Nach der Erhöhung der Zölle im Jahr 2014 stellte sich ein Aufwärtstrend beim Marktanteil und bei den Preisen des Wirtschaftszweigs der Union ein. Die Produktionsstückkosten gingen aufgrund des erhöhten Produktionsvolumens weiter zurück, was es dem Wirtschaftszweig der Union ermöglichte, im Untersuchungszeitraum der Überprüfung einen Gewinn von 8,6 % zu erwirtschaften. Alle Leistungsindikatoren entwickelten sich positiv, auch die Schaffung von Arbeitsplätzen.
            
         
               (125)
            
            
               Wie in der Untersuchung von 2014 festgestellt, erfuhr der Wirtschaftszweig der Union bis September 2013 nach wie vor eine bedeutende Schädigung. Die schädigende Wirkung gedumpter und subventionierter Einfuhren hielt im Jahr 2014 weiter an. Erst nach der Erhöhung der Zölle konnte der Wirtschaftszweig der Union wieder rentabel arbeiten und Arbeitsplätze schaffen.
            
         
               (126)
            
            
               Auf der Grundlage der vorstehenden Ausführungen kam die Kommission zu dem Schluss, dass sich der Wirtschaftszweig der Union nach der Erhöhung der Zölle im Jahr 2014 teilweise von der Schädigung durch das frühere Dumping erholt hat und dass er im Untersuchungszeitraum der Überprüfung keine bedeutende Schädigung im Sinne des Artikels 3 Absatz 5 der Grundverordnung erlitt.
            
         4.6.   Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens der Schädigung
   
   
               (127)
            
            
               Wie in Erwägungsgrund 49 festgestellt, entsprachen die geschätzten Kapazitätsreserven der Hersteller in der VR China einem signifikanten Anteil des gesamten Unionsverbrauchs im Untersuchungszeitraum der Überprüfung. Im Jahr 2016 verdoppelten sich die Kapazitätsreserven gegenüber dem Jahr 2015. Angesichts dieses Anstiegs und der hohen Attraktivität des Unionsmarktes (siehe Erwägungsgrund 59) dürfte im Falle einer Aufhebung der Maßnahmen von einer erheblichen Zunahme der Einfuhrmengen aus der VR China auszugehen sein.
            
         
               (128)
            
            
               Wie in Erwägungsgrund 75 dargelegt, unterboten die Einfuhren aus der VR China die Preise des Wirtschaftszweigs der Union — trotz gegenläufiger Entwicklung des EUR/USD-Wechselkurses — im Untersuchungszeitraum der Überprüfung weiterhin erheblich.
            
         
               (129)
            
            
               Die Erholung der Glasfaserpreise hielt sich in Grenzen. Die Preise des Wirtschaftszweigs der Union liegen nach wie vor unter dem Niveau von 2012 und der Effekt der Erhöhung der Zölle im Jahr 2014 kam aufgrund des von Einfuhren aus Ägypten ausgehenden wachsenden Drucks nicht in vollem Umfang zum Tragen. Sobald das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist, dürfte sich das Wachstum des Unionsverbrauchs allmählich verlangsamen.
            
         
               (130)
            
            
               Die Produktion von Glasfasern ist eine sehr kapitalintensive Industrie. Die in die Stichprobe einbezogenen Hersteller haben im Bezugszeitraum 165 Mio. EUR in ihre Produktionskapazitäten investiert. Im selben Zeitraum verzeichneten sie einen operativen Cashflow von lediglich 5 Mio. EUR. Daher würde eine Aufhebung der Maßnahmen Risiken und finanzielle Belastungen mit sich bringen, durch die das den langfristigen Investitionen zugrunde liegende ökonomische Kalkül zunichtegemacht würde. Der Wirtschaftszweig der Union wäre gezwungen, seine Schmelzöfen stillzulegen. Damit würde seine Existenz gefährdet. Darüber hinaus bewirkt der hohe Anteil der Fixkosten, dass der Wirtschaftszweig sehr empfindlich auf Schwankungen des Produktionsvolumens reagiert. Das bedeutet, dass ein relativ geringer Produktionsrückgang zu hohen Verlusten führen würde. Die jüngste Verbesserung der Lage des Wirtschaftszweigs der Union betrifft im Wesentlichen die bessere Absorption der Fixkosten infolge einer höheren Kapazitätsauslastung; ermöglicht wurde dies vor allem durch die geltenden Maßnahmen, insbesondere nach 2014.
            
         
               (131)
            
            
               Darüber hinaus wirkten sich auch externe Faktoren, wie etwa die relativ niedrigen Energie- und Rohstoffpreise, positiv auf die Leistung des Wirtschaftszweigs der Union im Bezugszeitraum aus. Langfristig betrachtet ist es unwahrscheinlich, dass die Preise dieser Inputs auf dem niedrigen Niveau verharren werden. Ein Anstieg dieser Input-Kosten hätte zusätzliche negative Auswirkungen auf die Rentabilität des Wirtschaftszweigs der Union.
            
         
               (132)
            
            
               Die Lage des Wirtschaftszweigs der Union ist somit, auch wenn sie sich im Jahr 2015 verbessert hat, nach wie vor fragil und durch weiterhin gedrückte Preise, volatile Produktionskosten und einen hohen Kapitalbedarf gekennzeichnet. Unter diesen Bedingungen dürften große Mengen gedumpter Einfuhren aus der VR China zu Unterbietungspreisen wahrscheinlich zu einer Verschlechterung der Geschäftsergebnisse des Wirtschaftszweigs der Union führen.
            
         
               (133)
            
            
               Somit gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass ein erneutes Auftreten der Schädigung wahrscheinlich ist, sollten die Antidumpingmaßnahmen aufgehoben werden und der Ausgleichszoll auf einem Niveau bleiben, das sich bereits als unwirksam erwiesen hat, um die Einfuhr großer Mengen zu Unterbietungspreisen einzudämmen.
            
         5.   UNIONSINTERESSE
   
   
               (134)
            
            
               Im Einklang mit Artikel 21 der Grundverordnung prüfte die Kommission, ob sich eindeutig der Schluss ziehen lässt, dass im vorliegenden Fall die Aufrechterhaltung der geltenden Antidumpingmaßnahmen trotz der festgestellten Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens des schädigenden Dumpings dem Interesse der Union zuwiderlaufen würde. Bei der Ermittlung des Unionsinteresses wurden die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, insbesondere die Interessen des Wirtschaftszweigs der Union, der Einführer und der Verwender.
            
         5.1.   Interesse des Wirtschaftszweigs der Union
   
   
               (135)
            
            
               Die Unionshersteller haben bei dieser Untersuchung in hohem Maße kooperiert.
            
         
               (136)
            
            
               Der Wirtschaftszweig der Union hat gezeigt, dass er rentabel arbeiten kann, sofern er nicht durch gedumpte und subventionierte Einfuhren einem unlauteren Wettbewerb ausgesetzt wird; die geltenden Maßnahmen haben es dem Wirtschaftszweig ermöglicht, sich teilweise von der früher erlittenen Schädigung zu erholen.
            
         
               (137)
            
            
               Außerdem würde eine Aufhebung der Maßnahmen höchstwahrscheinlich zu einer Verschärfung des von den gedumpten Einfuhren aus der VR China ausgehenden unlauteren Wettbewerbs führen, wodurch die Fortführung der Tätigkeit der Unionshersteller bedroht wäre.
            
         
               (138)
            
            
               Es wird daher der Schluss gezogen, dass es im Interesse des Wirtschaftszweigs der Union liegt, die geltenden Maßnahmen aufrechtzuerhalten.
            
         5.2.   Interesse der unabhängigen Einführer
   
   
               (139)
            
            
               Wie in Erwägungsgrund 20 erwähnt, sandten acht unabhängige Einführer den ausgefüllten Stichprobenfragebogen zurück. Die drei größten Einführer wurden in die Stichprobe einbezogen und zwei von ihnen arbeiteten mit. Auf sie entfielen 5 % der Einfuhren aus der VR China im Untersuchungszeitraum der Überprüfung. Keiner der Einführer, die sich als interessierte Parteien im Rahmen dieser Untersuchung gemeldet hatten, sprach sich für oder gegen die Maßnahmen aus, die Gegenstand der Überprüfung waren.
            
         
               (140)
            
            
               Einführer und Händler haben Zugang zu einer Vielzahl von Bezugsquellen innerhalb und außerhalb der Union. Zudem ist die betroffene Ware in hohem Maße standardisiert, sodass die Bezugsquellen ohne Weiteres gewechselt werden können.
            
         
               (141)
            
            
               Aufgrund des Vorstehenden gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass eine Verlängerung der Geltungsdauer des Antidumpingzolls lediglich begrenzte Auswirkungen auf die Lage der Einführer hätte.
            
         5.3.   Interesse der Verwender
   
   
               (142)
            
            
               Die untersuchte Ware wird für eine Vielzahl von Verwendungen eingesetzt: Transportmittelindustrie (Automobilindustrie, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt, Militär), Elektrik/Elektronik, Windenergie, Hoch- und Tiefbau, Herstellung von Behältern und Rohren, Konsumgüterindustrie usw. Ein breites Spektrum von Verwendern arbeitete an der Untersuchung mit.
            
         
               (143)
            
            
               19 von 64 Verwendern, die sich als interessierte Parteien gemeldet hatten, beantworteten den ihnen von der Kommission übermittelten Fragebogen. Auf diese Verwender entfällt ein Anteil von etwa 10 % des Gesamtverbrauchs der Union.
            
         
               (144)
            
            
               14 Unternehmen sprachen sich gegen eine Verlängerung der Maßnahmen aus, drei befürworteten eine Aufrechterhaltung der Maßnahmen und zwei enthielten sich einer Stellungnahme. Auch ein Verband von Verwendern lehnte die Maßnahmen ab.
            
         
               (145)
            
            
               Mehrere Verwender brachten vor, die geltenden Maßnahmen führten dazu, dass nachgelagerte Waren nicht mit gleichen, in Asien hergestellten Waren konkurrieren könnten. Ferner wurde angeführt, dass sie nicht in der Lage seien, die entsprechenden Kostensteigerungen aufzufangen oder an die Abnehmer weiterzugeben.
            
         
               (146)
            
            
               Im Zuge der Erhöhung der Maßnahmen im Jahr 2014 wurden die auf die betroffene Ware erhobenen Zölle von der Kommission im Vergleich zu den ursprünglichen Antidumpingzöllen annähernd verdoppelt. Die Kommission war davon ausgegangen, dass die Auswirkungen der Zollerhöhung höchstens einen Prozentpunkt der Rentabilität der Verwenderindustrien ausmachen dürften, wenngleich sie einräumte, dass bestimmte Industriezweige in stärkerem Maße betroffen waren als andere.
            
         
               (147)
            
            
               Diese Einschätzung bestätigte sich im Rahmen der aktuellen Untersuchung. Die von den mitarbeitenden Verwendern vorgelegten Daten weisen in der Tat darauf hin, dass die Kosten von Glasfasern, unabhängig von ihrem Ursprung, im Zeitraum 2014 bis 2015 um einen Betrag gestiegen sind, der 0,5 % ihres Umsatzes entspricht. Inzwischen sind die auf die betroffene Ware entfallenden Umsätze und Gewinne ebenso wie die Zahl der damit verbundenen Arbeitsplätze gestiegen. Lediglich zwei Unternehmen berichteten über einen Umsatz- und Beschäftigungsrückgang und vier Unternehmen über einen Rückgang ihrer Gewinne.
            
         
               (148)
            
            
               Einige Verwender wandten ferner ein, dass der Wirtschaftszweig der Union nicht über ausreichende Produktionskapazitäten verfüge, um die Nachfrage in der Union bedienen zu können, dass er seine Kapazitäten auch nicht ausbaue und zudem aufgrund seiner veralteten Ausrüstung und höherer Energie- und Arbeitskosten nicht wettbewerbsfähig sei.
            
         
               (149)
            
            
               Die Untersuchung ergab, dass diese Vorbringen nicht gerechtfertigt waren. Wie bereits in vorangegangenen Erwägungsgründen dargelegt, hat der Wirtschaftszweig der Union erhebliche Investitionen getätigt, seine Produktivität erhöht und seine Produktionskapazitäten ausgebaut — und dies trotz einer längeren Verlustperiode, die 2014 beendet war, nachdem die Zölle im selben Jahr heraufgesetzt worden waren. Ein weiterer Kapazitätsausbau erfordert langfristige Kapitalbindungen, die wiederum voraussetzen, dass faire Wettbewerbsbedingungen herrschen, unter denen wettbewerbsfähige Hersteller eine angemessene Kapitalrendite erwarten können.
            
         
               (150)
            
            
               Zudem entwickelte sich der Unionsverbrauch trotz der zwischen 2014 und 2015 eingeführten Zollerhöhungen im selben Tempo weiter wie in den vorangegangenen Jahren. Es gibt alternative Bezugsquellen außerhalb der VR China, etwa in Bahrain, Ägypten, Japan, Malaysia und den USA. Im Bezugszeitraum machten die Einfuhren aus der VR China so gut wie nie mehr als die Hälfte der Gesamteinfuhren aus Drittländern aus und ihr Marktanteil erreichte im Jahr 2014 mit 17 % des gesamten Unionsverbrauchs seinen Höchststand. Mit den Antidumping- und Antisubventionszöllen wird keineswegs bezweckt, chinesische Einfuhren in die Union zu unterbinden; vielmehr geht es darum, für einen fairen Wettbewerb zwischen diesen Einfuhren und Waren aus anderen Bezugsquellen zu sorgen.
            
         
               (151)
            
            
               Aufgrund des Vorstehenden gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass eine Verlängerung der Geltungsdauer des Antidumpingzolls nur begrenzte Auswirkungen auf die Lage der Verwender hätte.
            
         5.4.   Schlussfolgerung zum Unionsinteresse
   
   
               (152)
            
            
               Eine Aufhebung der Maßnahmen hätte erhebliche negative Auswirkungen für die Unionshersteller.
            
         
               (153)
            
            
               Die Verlängerung der Geltungsdauer des Antidumpingzolls hätte nur begrenzte Auswirkungen für die Einführer, die sich im Übrigen auch neutral verhielten.
            
         
               (154)
            
            
               Einige Verwender sehen sich zwar Kostensteigerungen bei der betroffenen und der gleichartigen Ware gegenüber, doch bestätigte die Untersuchung, dass die Maßnahmen nur begrenzte Auswirkungen auf die Gesamtergebnisse der Verwenderindustrien hatten.
            
         
               (155)
            
            
               Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass alles in allem keine zwingenden Gründe gegen die Aufrechterhaltung der geltenden Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Einfuhren der betroffenen Ware mit Ursprung in der VR China sprechen.
            
         6.   SCHLUSSFOLGERUNG UND UNTERRICHTUNG
   
   
               (156)
            
            
               Alle interessierten Parteien wurden über die wesentlichen Tatsachen und Erwägungen unterrichtet, auf deren Grundlage beabsichtigt wurde, die geltenden Antidumpingmaßnahmen aufrechtzuerhalten. Nach dieser Unterrichtung wurde ihnen ferner eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt. Nur eine interessierte Partei, nämlich der Antragsteller, äußerte sich nach der Unterrichtung und stimmte den Ergebnissen der Kommission und ihrem Vorschlag zu, die geltenden Antidumpingmaßnahmen aufrechtzuerhalten.
            
         
               (157)
            
            
               Aus den vorgenannten Gründen sollten nach Artikel 11 Absatz 2 der Grundverordnung die Antidumpingmaßnahmen gegenüber den Einfuhren bestimmter Endlosglasfaserfilamente mit Ursprung in der VR China, die mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 248/2011, zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1379/2014, eingeführt wurden, aufrechterhalten werden.
            
         
               (158)
            
            
               Der nach Artikel 15 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/1036 eingesetzte Ausschuss hat keine Stellungnahme abgegeben —
            
         HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
   Artikel 1
   1.   Es wird ein endgültiger Antidumpingzoll eingeführt auf die Einfuhren von Glasstapelfasern mit einer Länge von 50 mm oder weniger, Glasfaserrovings — ausgenommen getränkte und beschichtete Glasfaserrovings mit einem Glühverlust von mehr als 3 % (gemäß der ISO-Norm 1887) — sowie Matten aus Glasfaserfilamenten — ausgenommen Matten aus Glaswolle — mit Ursprung in der Volksrepublik China, die derzeit unter den KN-Codes 7019 11 00, ex 7019 12 00 (TARIC-Codes 7019120021, 7019120022, 7019120023, 7019120025, 7019120039) und 7019 31 00 eingereiht werden.
   2.   Für die in Absatz 1 beschriebene und von den nachstehend aufgeführten Unternehmen hergestellte Ware gelten folgende endgültige Antidumpingzölle auf den Nettopreis frei Grenze der Union, unverzollt:
   
               Unternehmen
            
            
               Endgültiger Antidumpingzoll (in %)
            
            
               TARIC-Zusatzcode
            
         
               Jushi Group Co., Ltd; Jushi Group Chengdu Co., Ltd; Jushi Group Jiujiang Co., Ltd
            
            
               14,5
            
            
               B990 
            
         
               Changzhou New Changhai Fiberglass Co., Ltd; Jiangsu Changhai Composite Materials Holding Co., Ltd; Changzhou Tianma Group Co., Ltd
            
            
               0
            
            
               A983 
            
         
               Chongqing Polycomp International Corporation
            
            
               19,9
            
            
               B991 
            
         
               Andere, in Anhang I aufgeführte mitarbeitende Unternehmen
            
            
               15,9
            
            
                
            
         
               Alle übrigen Unternehmen
            
            
               19,9
            
            
               A999 
            
         3.   Die Anwendung der für die in Absatz 2 genannten Unternehmen festgelegten unternehmensspezifischen Antidumpingzollsätze setzt voraus, dass den Zollbehörden der Mitgliedstaaten eine gültige Handelsrechnung vorgelegt wird, die den Vorgaben in Anhang II entspricht. Wird keine solche Handelsrechnung vorgelegt, findet der für „alle übrigen Unternehmen“ geltende Zollsatz Anwendung.
   4.   Sofern nichts anderes bestimmt ist, finden die geltenden einschlägigen Zollvorschriften Anwendung.
   Artikel 2
   Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
   
      Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
      Brüssel, den 24. April 2017
      
         
            Für die Kommission
         
         
            Der Präsident
         
         Jean-Claude JUNCKER
      
   
   
      (1)  ABl. L 176 vom 30.6.2016, S. 21.
   
      (2)  ABl. L 67 vom 15.3.2011, S. 1.
   
      (3)  ABl. L 367 vom 23.12.2014, S. 22.
   
      (4)  ABl. C 99 vom 15.3.2016, S. 10.
   
      (5)  Nippon Electric Glass Co., Ltd. (Japan), Nippon Electric Glass (Malaysia) und CAM ELYAF SANAYİİ A.Ș. (Türkei).
   
      (6)  Vom APFE auf der Grundlage der Präsentation „European Market and Supply Situation“ im Oktober 2016 bereitgestellte Informationen.
   
      (7)  Die Preisinformationen basieren auf Zollstatistiken.
   
      (8)  Im Untersuchungszeitraum der Überprüfung wurden aus der VR China etwa 111 000 Tonnen in die USA, 78 000 Tonnen in die Union, 16 000 Tonnen nach Malaysia und 14 000 Tonnen nach Indien ausgeführt.
   
      (9)  Die Ausfuhrmärkte in der Reihenfolge ihrer Bedeutung: USA, EU, Saudi-Arabien, Südkorea, Vereinigte Arabische Emirate, Kanada, Thailand, Japan, Malaysia und Indien.
   
      (10)  Vom APFE auf der Grundlage der Präsentation „European Market and Supply Situation“ im Oktober 2016 bereitgestellte Informationen.
   
      ANHANG I
      Nicht in die Stichprobe einbezogene mitarbeitende ausführende Hersteller:
      
                  Name
               
               
                  TARIC-Zusatzcode
               
            
                  Taishan Fiberglass Inc.;
                  PPG Sinoma Jinjing Fiber Glass Company Ltd
               
               
                  B992 
               
            
                  Xingtai Jinniu Fiberglass Co., Ltd
               
               
                  B993 
               
            
                  Weiyuan Huayuan Composite Material Co., Ltd
               
               
                  B994 
               
            
                  Changshu Dongyu Insulated Compound Materials Co., Ltd
               
               
                  B995 
               
            
                  Glasstex Fiberglass Materials Corp.
               
               
                  B996 
               
            
   
      ANHANG II
      Die in Artikel 1 Absatz 3 genannte gültige Handelsrechnung muss eine Erklärung in folgender Form enthalten, die von einer dafür zuständigen Person des Unternehmens, das die Handelsrechnung ausgestellt hat, unterzeichnet wurde:
      
                  1.
               
               
                  Name und Funktion der zuständigen Person des Unternehmens, das die Handelsrechnung ausgestellt hat.
               
            
                  2.
               
               
                  Wortlaut der Erklärung: „Der/Die Unterzeichnete versichert, dass die auf dieser Rechnung ausgewiesenen und zur Ausfuhr in die Europäische Union verkauften [Mengenangabe] Waren aus Glasfaserfilamenten von [Name und Anschrift des Unternehmens] [TARIC-Zusatzcode] in der VR China hergestellt wurden und dass die Angaben auf dieser Rechnung vollständig und richtig sind.“
               
            
                  3.
               
               
                  Datum und Unterschrift.