CELEX: 51967PC0224
Language: de
Date: 1967-05-17
Title: Geänderter Vorschlag einer RICHTLINIE DES RATES über die Verwendung gewisser konservierender Stoffe für die Oberflächenbehandlung von Zitrusfrüchten sowie über Überwachungsmaßnahmen zum Nachweis und zur Identifizierung der konservierenden Stoffe in und auf Zitrusfrüchten

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (67) 224
Vol. 1967/0038
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
file have been declassified in conformity with Article 5 of the aforementioned regulation.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
                          KOMMISSION
                                           KOM(67)224 endg.
                                           Brüssel , den 17 » Mai 1967
                         Geänderter Vorschlag einer
                            RICHTLINIE DES RATES
             über die Verwendung gewisser konservierender Stoffe
             für die Oberflächenbehandlung von Zitrusfrüchten so­
             wie über Überwachungsmaßnahmen zum Nachweis und zur
             Identifizierung der konservierenden Stoffe in und
                            auf Zitrusfrüchten
               ( Von der Kommission dem Rat nach Artikel 149
                   Absatz 2 EWG vorgelegte Änderung)
  KOM(67 ) 224 endg.
 ---pagebreak---       . Geänderter Vorschlag einer Richtlinie des Rates über
        die Verwendtins gewisser konservierender Stoffe für
        die Oberflächenbehandlung von Zitrusfrüchten sowie
        über ttberwachungsmaßnahmen zum Nachweis und zur Iden­
        tifizierung der konservierenden Stoffe in und auf
                            Zitrusfriichten
             ( Von der Kommission dem Rat nach Artikel 149
                       Absatz 2 EWG vorgelegte Änderung)
Der . Rieht linienvorschlag wird wie folgt geändert «
                             "Artikel 1
Die Richtlinie de« Rates vom 5 » November 19°3 zur Angleichung der
Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für konservierende Stoffe ,
die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen , wird wie folgt ge­
ändert »
( l ) Den in Sektion I der Anlage der Richtlinie aufgeführten . Stoffen
        werden folgende konservierende Stoffe hinzugefügt »
 ---pagebreak---                                               - 2 -
            1
   EWG-Nr .
            j Bezeichnung              |                Verwendunf'sbedinçungen
   Е 230      Biphenyl ( Diphenyl )      a) ausschließlich für die Oberflächenbe-
   E 231      Orthophenyl phenol      I      handlung von Zitrusfrüchten ;
   E 232      Natriumorthophenyl-
                   phenolat           I  b ) im Zeitpunkt des Inverkehrbringens der
                                      I      Zitrusfriichte
I
I
                                      I       i) darf der Rückstandsgehalt je kg
                                      |           ( ganzer ) Zitrusfrüchte
                                    i
                                                  an Biphenyl :                      7 0 nu?
                                                  und
                                                  an Orthophenylphenol               einzeln
                                                  und Natriumorthophenyl-              oder    j
                                                                              >     zusammen
                                                  phenolat , Derechnet      i
                                                  als Orthophenylphenol , J'         12 m;?   j
                                                                                              i
                                                                                              I
                                                  nicht übersteigen ;
                                                                                              !
                                             ii ) muB die Behandlung                          I
                                                  im Großhandel auf den Rechnungen            I
                                                  und einer Außenfläche der Verpackung |
                                                  durch den Hinweis : "Konserviert jnit "
                                                                                             !
                                                  gefolgt von der Bezeichnung des oder
                                                  der verwendeten Stoffe ,                   !
                                                                                             I
                                                  im Einzelhandel durch einen Hinweis ,
                                                  der eine eindeutige Uhterrichtung          I
                                                  des Verbrauchers gewährleistet ,
                                                                                             I
                                                  angegeben werden .                         «
                                                                                             I
                                                                                             I
 ( 2 ) Artikel 5 Buchstabe b) der Richtlinie wird gestrichen .
                                                                               • • •f * m *
 ---pagebreak---                                       Artikel 2
( l ) Die Mitgliedstaaten treffen alle erforderlichen Maßnaiimen , damit die
      Probenahme und die Analysen zum Nachweis und zur Identifizierung von
      Biphenyl , Orthophenylphenol und Natriumorthophenylphenolat in land auf
      Zitrusfrüchten ^emäß den Vorschriften der Anlagen I , II , III und IV
      dieser Richtlinie durchgeführt werden .
                                      4
( 2 ) Die vorgenannten Anlagen können nach Maßgabe der allgemeinen Vorschrif­
      ten über den N^^hweis und die Identifizierung von konservierenden Stof­
      fen in und auf Lebensmitteln geändert und vervollständigt werden »
                                      Artikel 3
      Die: Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Maßnahmen in Kraft , um
      dieser Richtlinie spätestens am 1 . Juli 19&7 nachzukommen, und vinter-
      richten die Kommission unverzüglich hiervon .
                                      Artikel 4
      Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet ."
 ---pagebreak---                                         - 4 -
B. Infolge der an dem Richtlinienvorschlag angebrachten Änderungen werden
   der zweite und dritte Erwägungsgrund des Vorschlags durch die "beiden
   folgenden Erwägungs gründe ersetzt :
   "Die Verwendung dieser Stoffe zur Oberf lächenbehandlung von Zitrus­
    früchten stellt ke&ne Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar , wenn
    der Rückstandsgehalt Je Kilogramm ganzer Zitrusfrüchte an Biphenyl
    70 mg und an Orthophenylphenol und Natriumorthophenylphenolat 12 mg,
    "berechnet als Orthophenylphenol , nicht übersteigt und die Behandlung
    auf allen Stufen des Inverkehrbringens jeweils in geeigneter Weise
    angegeben wird .
    Die Zulassung der drei genannten Stoffe auf Gemeinschaftsebene mp'eht
    gleichfalls den Erlaß gemeinsamer Regeln für die amtliche Überwachung
    der behandelten Zitrusfrüchte notwendig ; die Änderungen und Vervoll­
    ständigungen , die gegebenenfalls bei diesen Regeln aufgrund der For­
    schungsergebnisse vorzunehmen sind , stellen technische Durchführung -
    maßnahmen dar , die folglich nach den allgemeinen Vorschriften über den
    Nachweis und die Identifizierung von konservierenden Stoffen in und
    auf Lebensmitteln zu erlassen sind ."
 ---pagebreak---                                                              Д-^лаз I
             Art uni Weise der Probenahme von Zitrusfrüchten fiir_41e~
                     Untersuahung auf konservierende Stoffe
  А . РгоЪепаЬше
  I. Jie7>Proben werden nach wissenschaftlichen Methoden entnommen , die es ge­
      statten , solche Proben zu erhalten, welche für die zu untersuchende Partie
      repräsentativ sind «
 II . Die Proben müssen mi*destens den nachstehenden Anforderungen genüge»!
      1 » Verpackte Ware (Kisten, Kartons und gleichartige Behältnisse)
            Anzahl der Behältnisse      bis     von 21     von 501      иЪег
               in der Partie            20      bis 500    bis 1000 j   1000
            Mindestanzahl der zu ent­
            nehmenden Behältnisse         1        2          3          4
            Menge in kg der je Be­
            hältnis zu entnehmenden
            Früchte                       2        2          2          2
      2 . Lose Ware
          I Menge der Partie in kg      bis      von 21       uber
                                                              500
                                        2°       bis 500
          I Zu entnehmende.' ?                                        Ί
            Menge in kg                 2     I      4   I      8
III . Als Partie ist anzusehen » ein Teil der Sendung, der gekennzeichnet i»t
      durch Merkmale mit den gleichen Eigenschaften ( Sorte , Reifegrad, Frucht-
      größe , Art der Verpackung usw .)
  B. Verpackung und Weiterleitung der Proben
      1 . lie Proben werden in hermetische Behälter verpackt .
      3 . lie Behälter werden versiegelt .
      3 « ®ie so verpackten Proben werden auf raschestem Wege an die Untersu-
           chungs anstalte# weitergeleitet#
 ---pagebreak---                                                           ANLACE II
                        Nachweis der Rückstände von Biphenyl ,
                        Orthophenylphenol und Natrium-Ortho-
                        phenylphenolat in den Schalen von
                                  Zitrusfrüchten
  Zweck und Anwendungsbereich                                        ■ :   '
Durch die nachstehend "beschriebene Methode können Eückstände von Biphenyl ,
  Orthophenylphenol (OPP ) oder Natrium-Orthophenylphenolat in den Schalen von
  Zitrusfrüchten festgestellt werden . Die Empfindlichkeitsgrenze liegt "bei
  5 -ug Biphenyl und "bei 1 fig OPP oder Natrium-Orthophenylphenolat absolut ,
  entsprechend 5 mg Biphenyl (5 ppm ) und 1 mg OPP (l ppm ) in den Schalen von .
  1 kg Zitrusfrüchten . Bei der Behandlung von Zitrusfrüchten mit den oben erwähn­
  ten Erzeugnissen kann festgestellt werden , daß sich die Eückstände zum größ­
  ten Teil in den Schalen der Früchte befinden . Die Bestimmung dieser Eückstän-
  de in ganzen Früchten erweist sich daher nur in den Fällen als notwendig, in
  denen ihr Vorhandensein in den Schalen nachgewiesen wird .
 Prinzip
 Die Schalen werden' im sauren Medium mit Dichlormethan extrahiert . Der Extrakt
  wird konzentriert und in dünner Schicht auf Kieselgel chromatographiert . Die
  Ge'genwart von Biphenyl , Orthophenylphenol oddr Natrium-Orthophenylphenolat
  wird durch Fluoreszenz- und Farbanalyse nachgewiesen *
  Rearenzien                                             -
. Cyclohexan p.a .
  Dichlormethan p.a .
  25 $ig® Salzsäure ( G/V)
                                7
  Kieselgel GF^^^ Merck oder gl~'.chwertiges Produkt
  0,5 $ig© Lösung von 2,4,7-Trinitrofluorenon (TNF) (Fluka, B.D.H. oder
            gleichwertiges Produkt ) in Azeton
  0,1 $ige Lösung von 2,6-Dibromo-benzo-chinon-4-chlorimid in Äthanol (Halt­
            barkeit höchstens 1 Woche im Kühlschrank)
 ---pagebreak---                                           - 2 -
      Konzentrierte Ammoniaklösung, d * 0,9
      Vergleichslösung 1 $ reines Biphenyl in Cyclohexan
      Vergleichslösung 1 $ reines Orthophenylphenol in Cyclohexan .
4 » Geräte
      Mixgerät                                                                        j
      250 ml Schliffkolben mit Rückflußkühler
      Vakuum-Verdampfer
  ' ' Kikropipetten
      Apparat zur Dünnschicht-Chromatographie mit Platten von 20 x 20 cm
      Ultraviolett-Lampe ( 254 nm) t die Intensität muß so stark sein , daß ein
          Fleck von 5 Mg Biphenyl noch erkennbar ist .
      Zerstâuber
      Trockenschrank.
5 . Verfahren
      a) Vorbereitung der Probe und Extraktion
         Sämtliche Früchte der für die Kontrolle entnommenen Proben weiden in zwei
         Hälften geschnitten . Eine Hälfte jeder Frucht wird dem Nachweis von Di­
         phenyl und (oder ) Orthophenylphenol vorbehalten . Man entnimmt den anderen
         Hälften Schalenfragmente , um eine Probe von ca . 80 g zu erhalten . Diese
         Fragmente werden in Stücke geschnitten , im Mixgerät zerkleinert und in den
         250-ml-Kolben gefüllt ; dann setzt man 1 ml HCl-Lösung sowie 100 ml Di-
         ch.lormeth.an zu . Diese Mischung wird unter Rückfluß zehn Minuten lang er­
         hitzt . Nach dem Abkühlen und Ausspülen des Kühlers mit etwa 5 ral Dichlor-:
         methan wird über ein Faltenfilter abfiltriert . Die Lösung wird im Verdamp­
         fer mit einigen Siedesteinchen versetzt und unter Vakuum bei 60° C auf ein
         Endvolumen von etwa 10 ml konzentriert . Wird ein Rotationsverdampfer ver­
         wendet , muß der Kolben fest stehen , um Biphenylverluste durch Filmbildung
         des Abdampfrückstandes auf der Kolbenwand zu vermeiden .
                                                                          m * •/• • •
 ---pagebreak---                                         - 3 -
"b ) Chrornatographie
     3o g Kieselgel und 60 ml Wasser we^en in einem Mixgerät eine Minute lang
     gemischt und anschließend wird die Mischung mit einer Schichtdicke von etwa
     0,250 mm auf 5 Chromatographie r-Platten verteilt . Biese Platten werden 15
     Minuten lang einem Heißluftstrom auagesetzt und anschließend in einen Trok-
     kenschrank gebracht , wo sie 30 Minuten lang "bei einer Temperatur von 110° C
     verbleiben . Nach dem Abkühlen wird die Beschichtung jeder Platte durch
     parallele Striche , die bis zur Glasoberfläche reichen, in Streifen von 2 cm
     Breite geteilt . Auf jeden Streifen werden bis zu einer Bvfcfernung von etwa
     1,5 cm vom Rande 5° #1 des zu untersuchenden Extraktes in einer Reihe neben-
     einanderliegender Tropfen aufgetragen . Auf mindestens einen Streifen wird
     die Vergleichsprobe , die aus einem Gemisch von je 1 >61 (d.h . 10 pg) der
     Biphenyl- und Orthophenyljhenol-Vergleichslösungen besteht , aufgetragen .
     Anschließend w*rden die Platten mit einer Mischung aus Cyclohexan und Di­
     chlormethan (25*95 ) in zuvor mit einem Papierfilter ausgelegten Kammern ent­
     wickelt .
                                                                                   \
c ) Feststellung und Identifizierung
     Die Gegenwart v.on Biphenyl und Orthophenylphenol wird durch auftretende
     Flecken im ultravioletten Licht (254 nm) deutlich . Nachdem das Natrium-
     Orthophenylphenolat bei der Extraktion im sauren Medium in Orthophenylphenol
     umgewandelt worden ist , wird sein Vorhandensein durch das Orthophenylphenol
     deutlich gemacht . Die Produkte werden folgendermaßen kenntlich gemacht :   1
      i ) das Bjghenyl ergibt bei Tageslicht einen gelben Fleck durch Besprühen
          mit der TNF-Lösung;
     ii ) das Ortho-phenylphenol ergibt einen blauen Fleck durch Besprühen Bit
          der Lösung aus 2,6-Dibromo-benzo-chinon-4-chlorimid und anschließendem
          kurzen Nachbehandeln in einem Heißluftstrom sowie in einer mit Ammoniak
          gesättigten Atmosphäre .
 ---pagebreak---                                                                    ANLAC-E III
                    Be stimmung-: von Biphenyl-Rückständen in Zitrusfrüchten
1 « Zweck und Anwendungsbereich
    Die nachstehend "beschriebene Methode erlaubt die Bestimmung von Biphenyl-
    Rückständen in Zitrusfrüchten. (g,anze Früchte) * Die Fehlerbreite für Biphenyl-
    Gehalte über 10 mg je kg Früchte (.10 ppm ) beträgt etwa + 10
2 . Prinzip ■
    Nach Wasserdampfd'estillation im sauren Medium und anschließender Extraktion
    mit Cyclohexan wird der Extrakt in dünner Schicht auf Kieselgel chromato-
    gräphiert . Nach Entwicklung des Chromatogramms wird das Biphenyl eluiert und
    spektral-photometrisch bei 248 nm bestimmt .       '         ■
3 . Eeap-©n'zien
    Konzentrierte Schwefelsäure
    Antischaumlösung auf Silikon-Basis
    Cyclohexan p.a .
    Hexan p. a .
    Ithanol p. a »
    wasserfreies Natnumsulfat
    Kieselgel ^254 Merck °d-er gleichwertiges Produkt
    1 $ifre Stammlösung von reinem Biphenyl in Cyclohexan » für den Vergleich
              mit Cyclohexan bis auf ( a) 0,6 ,ug/ulj (b) 1 ug/ul ; ( c ) 1,4 ,ug/ul ver­
              dünnen .
4 . Gérât e
    1 l-Mix^erät
    2 1-Des tillier-Ko Iben mit Abscheider , ' modifizierter Clevenger-Typ und Rück-
         fluUkuhler ( vgl . Schema)
    10 ml-Meßkolben
    50 .ul-Kikropipetten
    Apparat für die Dunnschicht-Chromatographie mit Platten*von 20 x 20 cm
    Tro ekens chrknk
     Zentrifuge mit konischen Röhren , 15 ml
     Spektralphotometer für Messungen im UV .
 ---pagebreak--- 5 • Verfahren
     .a ) 7 - rbereitung der Probe und Extraktion
          Sämtliche Früchte der für die Kontrolle entnommenen Probe werden in zwei J     β
          Hälften geschnitten . Eine HHlfte jeder Frucht wird dem Nachweis der Di­
          phenyl -, Orthophenylphenol - "bzw . Natriumorthophenylphenolat-Rückstände     i
          vorbehalten . Die anderen H?.lften Vierden zusammengegeben , in einer MLihle
          zerhackt oder zermahlen , "bis man eine homogene Mischung erhält . Davon
          werden mindestens zwei Einzelproben von 200 g entnommen , die man nach dem
          nachstehenden Verfahren untersucht . Jede Einzelprobe wird in ein Mixgerät
          mit 100 ml Waaser jegeben und einige Sekunden lang "bei geringer Geschwin­
          digkeit zermahlen . Es wird Wasser hinzugefügt , Ms das Volumen der Mischung
          drei Viertel des Inhalts des Mixgerätes beträgt . Anschließend fünf Minu­
          ten lang bei hoher Geschwindigkeit      fein zermahlen . Der auf diese Weise
          gewonnene Brei wird in den 2 1-Destillierkolben umgefüllt . Das Mixgerät
          wird mit Wasser ausgespült und das Spülwasser dem Kolbeninhalt zugefügt .
          (Die für das Zerkleinern und Spülen zu verwendende Wassermenge beträgt
          insgesamt ll ). Dieser Mischving werden 2 ml Schwefelsäure , 1 ml Antischaum-
          lösung sowie einige Siede-Steine zugesetzt . Der Abscheider und der Kühler
          werden auf den Kolben aufgesetzt . In den Abscheider wird destilliertes
          Wasser eingefüllt , bis sein Niveau die untere Abzweigung des seitlichen
          Rückflußrohres übersteigt ; anschließend wird 7        CyclohexaJi zugesetzt .
          Dann wird anschließend etwa 2 Stunden lang destilliert « Der Inhalt des
          Abscheiders wird in den 10 ml-Meßkolben übergeführt , der Abscheider mit
          etwa 1,5 ml Cyclohexan gespült , die Spüllösung dem Kolbeninhalt zuge­
          setzt und mit Cyclohexan zur Marke aufgefüllt » Zum Abschluß wird eine
          kleine Menge wasserfreies Natriumsulfat zugesetzt und geschüttelt .
      b) Chromatographie
          30 g Kieselgel und 60 ml Wasser werden in einem Mixgerät eine Minute lang
          gemischt , und anschließend wird die Mischung mit einer Schichtdicke von
          etwa 0,250 mm auf 5 Chromatographier-Platten verteilt . Die so beschichte­
          ten Platten werden 15 Minuten lang einem Heißluftstrom ausgesetzt und an­
          schließend in einen Trockenschrank gestellt , in dem sie 30 Minuten lang
          bei einer Temperatur von 110: C verbleiben . Nach dem Abkühlen wird die
          Schicht jeder Platte durch parallele Trennungsstriche , welche bis zur
                                                                             «••/•••
 ---pagebreak---                                             - 3 -
    Oberfläche der Glasplatte durchdringen , in 4 Streifen von 4,5 cm Breite ge­
    teilt . 50 #1 des zu untersuchenden Extraktes werden in Reihen nebeneinander
    auf einen dei- Streifen getropft , und zwar bis zu einer Entfernung von etwa
   1,5 cm vom Rande der Platte entfernt ? auf die drei übrigen Streifen werden je
    50^1 der Vergleichs lösungen (a), (b) und ( c) getropft , was einer Biphenyl-
    menge von jeweils 40 , 50 und 70 MS entspricht .
    Bei Reihenuntersuchungen kann auf das Auftragen der Ve- gleichslöuungen auf
    jede Platte verzichtet werden ; in diesem Falle kann für die Eichkurve der
    Durchschnitt derjenigen Werte zugrunde gelegt werden , die auf mindestens '5
    Platten mit den gleichen Vergleichsmengen ersielt wurden »
c ) Entwicklung der Chromat ogramme und Auflösung
    Die Chromat o gram me werden mit Hexan in Kammern , die innen zuvor mit einem
    Papierfilter ausgelegt worden sind , auf eine Höhe von 17 cm entwickelt , iie
    Platten werden an der Luft getrocknet * Die Zonen, in deien sich das Biphenyl
    lokalisiert , werden im UV-Licht bei 254 nm markiert und in flächengleiche
    Rechtecke abgegrenzt .
    Aus den so abgegrenzten Flächen wird sofort mittels eines Spatels die Be­
    schichtung in ihrer gesamten P- ärke abgekratzt . Hieraus wird das Biphenyl mit
    10 ml Äthanol durch 10 Minuten langes Einwirken unter mehrmaligem Uinsohütteln
    extrahiert . Anschließend füllt man in die Zentrifugierrohre und zentrifugiert
    5 Minuten lang bei 25OO Umdrehungen pro Minute .
    In gleicher Weise entnimmt man eine Blindprobe der gleichen Abmessungen . Bei
    Serienanr.lysen entnimmt man diese Fläche einem nicht benutzten Streifen der
    Platte , bei Einzel analysen einem mit einer Vergleichsprobe versehenen Strei­
    fen unterhalb der Zone , die das Biphenyl enthält »
d) S-pektral-photometrische Bestimmung
    Man dekantiert die überstehende klare Flüssigkeit in die Küvette de« Spektral­
    photometers und bestimmt die Extinktion bei 248 nm im Vergleich zum Blind-
    wert aus einer biphenyl freien Zone des Chromatogramms .
 ---pagebreak---                                         - 4 -
6 . . ?.erechnun,pt der Erg'e'bnisse
    Es wird eine Eichkurve aufgestellt , indem als Koordination     Bi)
    mengen von 30 , 50 und 10 /ag sowie die entsprechenden , im Sj
    "bestinjmten Ertinktions werte aufgetragen werden . Die auf die
    Kurve ist eine Gerade , die durch daa .Nullpunkt geht . Damit
    Eichkurve die direkte Ahlssung der Biphenylgehaite der Pro
    der Extinktion ihrer Extrakte .
 ---pagebreak---                                                                    A1TLAGE rr
                     Bestimmunr von Orthophenyl phenol und Natrium-
                       Orthophenylphenolat in Zitrusfriichten
1 , ^reck und Anwendungsbereich
      Die nachstehend beschriebene Methode erlaubt die Bestimmung von Orthophenyl­
      phenol (OPP) und Natriura-Orthophenylphenolat ( SOPP ) in Zitrusfrüchten ( ganze
      Früchte ). Sie ergibt bei einem Gehalt - au OPP oder SOPP von etwa 12 ppm
      mittlere Abweichungen nach unten zwischen 10 und 20 $.
2 . Prinzip
      Nach Destillation aus dem        sauren Medium und anschließender Extraktion mit
      Di-Isopentyläther wird der Extrakt gereinigt und mit einer l-Phenyl-2,3-di­
      methyl-4-cuninopyrazolon ( 5 ) (= 4-Aminoantipyrin ) -Lösung behandelt . Es ent­
   steht eine Rotfärbung, deren Intensität spektralphotometrisch bei 510 '*im' gemes­
   sen wird .
3 . Reagenzien
     '70 ioige Phosphors äure                            '
   . Anti schaumemulsion auf Silikon-Basis             *             -
   . Di-Isopentyläther p.a .
      gereinigtes Cyclohexan » dreimal mit 4 $iger Natriumhydröxyilösung ausgeschüt­
         telt und dreimal mit destilliertem Wasser ausgewaschen
  • 4 i°ige Natriumhydroxyilösung
      Pufferlösung pH 10,4 * 6,64 g Borsäure , 8,00 g Kaliumchlorid und 93,1 ml
         1 N-Natriumhydroxydlösung werden in einen 2 1-Meßkolben gegeben , gemischt
         und bis zur Marke mit destilliertem Wasser aufgefüllt .
      Reagenz I » 1,0 g l-Phenyl-2, 3-dimethyl-4-aminopyrazolon (5 ) (= 4-Aroinoanti-
         pyrin ) werden in destilliertem Wasser zu 100 ml gelost .
      Reagenz II « 2,0 g Kai iumhexacyanoferrat- (III) werden in destilliertem Wasser
    ; zu 10Ö ml gelöst . Reagenzien I und II sind in dunkler Flasche aufzubewahren
         und " etwa 14 T-ge haltbar .
      Kieselgur
 ---pagebreak--- Eichlösungx 10 mg reinstes OPP in 0,5 ml 0,01 IT NaOH lösen und mit 0,2 niL
              Na-boratlösung auf 100 ml auffüllen (l . ml » 100 p.g) . Für die
              Eichkurve 1 t 10 verdünnen mit Pufferlösung .
                                                                                    I
                                                                          ι
Gerêlte                                                                            '
Fleischwolf oder Mühle                                                             (
Mixgerät
1 1-Jestillierkolben mit Abscheider , modifizierter Clevenger-Typ und Rückfluß-
     kühler ( Schema * siehe " Bestimmimg von Biphenyl-Rückständen in Zitrusfrüch­
     ten ")
Infrarotbad
200 ml-Scheidetrichter
25 und 100 ml-Mefizylinder
25' und 100 ml-Mefilcolben
Pipetten ,! - 10 ml
MeØpipetten 0,5 ml
Spektralphotometer mit 5 cm Kiivetten
Verfahren
Sämtliche Früchte der für die Kontrolle entnommenen Pr*be werden in zwei Hälf­
ten geschnitten . Eine Hälfte jeder Frucht wird dem Nachweis der Diphenyl -,
Orthophenylphenol- "bzw. Natriumorthophenylphenolat-Rückstände vorbehalten. Die ^
anderen Hälften werden zusammengegeben , in einer Mühle zerhackt oder zermahlen ,
bis man eine homogene Mischung erhält . Davon werden mindestens zwei Einzel-
proben von je 250 g entnommen , die man nach dem nachstehenden Verfahren un­
tersucht . Jede Einzelprob® wird in ein Mixgerät mit $00 ml T'Tasser gegeben und
zermahlen , bis man einen homogenen unfühlbar feinen Brei erhält , in dem die
un;-erstärten ölzellen nicht mehr wahrnehmbar sind .
Von dem homogenen Brei werden je nach OPP-Gehalt 150 bis 300 g abgewogen und
in . den 1 1-Rundkolben mit soviel Wasser übergespült , daß die Gesamtmenge im
Kolben jeweils 500 g beträgt . Nach Zugabe von 10 ml TO $iger Phoephorsäure ,
einiger Siedesteine und 0,5 ml Antischaumemulsion werden der Abscheider und
der Kühler auf den Kolben aufgesetzt . In den Abscheider werden 10 ml Di- Iso-r
pentyläther gegeben und der Kolben auf dem Infrarotbad langsam angeheizt , um
ein Anbacken des Breies oder Überschäumen zu vermeiden . Die Gesamtdestillations-
zeit beträgt etwa 6 Stunden . Nach Beendigung der        Destillation gibt man den
Inaalt des Abscheiders in den 200 ml-Scheidetrichter , spült Abscheider *
 ---pagebreak---                                            - 3 -                           /
    und Kühler mit 60 ml Cyclohexan und anschließend mit 60 ml Wasser aus und fügt
    die Spülf lüssigkeiten zum Inhalt des Scheidetrichters » Dieser wird niSi kräftig
    geschüttelt und nach der Schi cht entrennung die Wasserphase abgelassen und
    verworfen .
    Zur Extraktion des OPP wird nun die organische Phase fünfmal je 3 Minuten mit
    je 10 ml 4 $ig»r Natriumhydrosy&iösung kräftig durchgeschüttelt « Die vereinig­
    ten Laugen neutralisiert man mit Phosphorsäure gegen Penolphtaleinpapier
    auf pH 9-10 und füllt sie auf 100 ml mit destilliertem Wasser auf .
    Um die deicht getrübte Lösun.-; zu klären , fügt man eine Spatelspitze Kiesel­
    gur zu , schüttelt um und filtriert durch ein trockenes engporiges Filter . Da
    im Bereich von 10 "bis 70 ug OPP das Maximum der Empfindlichkeit und Genauig­
    keit der Farbent Wicklung liegt , werden entsprechend den zu erwartenden Mengen
    OPP aliquote Anteile der Auffüllung von 0,5 trls 10 ml in einen 25 ml Meßkol-
    ben pipettiert . Dazu gibt man 0,5 ml Eeagenz I , 10 ml Pufferlösung ilnd dann
    0,5 ml Eeagenz II , füllt mit Pufferlösung zur Marke auf und schüttelt gründ­
    lich durch .
    Hach 5 Minuten wird die Extinktion des roten Farbstoffes spektralphotometrisch
    bei 510 nm gegen einen ohne Probelösung angesetzten Blindwert gemassen . Die
    Farbintensität ändert sich innerhalb 30 Minuten nicht . Die Auswertung erfolgt
    anhand einer gleichsinnig mit der OPP-Eichlösung erstellten Eichkurve .
6 . Bemerkunren
    Es wird empfohlen , für jede Probeanalyse die gesamte Bestimmung mindestens
    Zweifach auszuführen und die spektralphotometrische Messung als Doppelbe-
    stimmung mit verschiedenen Volumen der neutralisierten Natronlaugeauszüge
    durchzuführen .
    Unbehandelte Zitrusfrüchte ergeben nach dieser Methode Blindwerte bis zu
    0,5 jpm bei Orangen und bis zu 0,8 ppm bei Zitronen .