CELEX: 51993PC0686
Language: de
Date: 1993-12-21
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES über ein Aktionsprogramm zur Durchführung einer Berufsbildungspolitik der Europäischen Gemeinschaft LEONARDO da Vinci

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                            K0M(93) 686 endg. - SYN 494
                                            Brüssel, den 21. Dezember 1993
                      Vorschlag für einen
                      BESCHLUSS DES RATES
                     über ein Aktionsprogramm
             zur Durchfuhnmg einer Berufsbildungspolitik
                   der Europaischen Gemeinschaft
                    L E O N A R D O da Vinci
               (von der Kommission vorgelegt)
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                                  - Begründung -
  Einleitung
  1. Der Vertrag über die Europäische Union legt u.a. als allgemeine Ziele der
      Gemeinschaft fest, einen Beitrag zu einer qualitativ hochstehenden
      allgemeinen und beruflichen Bildung sowie zur Entfaltung des Kulturlebens
      in den Mitgliedstaaten beizutragen. Dies wird in den Artikeln 126 und 127
      weiter ausgeführt.
- 2. Wie dem von der Kommission am 5. Mai 1993 gebilligten Arbeitsdokument1 über
      die Leitlinien für die Gemeinschaftsaktion zu entnehmen ist, muß also die
      Entfaltung der Bürger Europas Kernziel der Aktion der Gemeinschaft im
      Bereich allgemeine und berufliche Bildung sein, um deren Initiativgeist
      und Kreativität zu entwickeln und sie in die Lage zu versetzen, aktiv und
      umfassend am Gesellschaftsleben und am europäischen Aufbauwerk
      teilzunehmen. Dieses Ziel stützt sich auf die schrittweise Verwirklichung
      eines grenzenlosen europäischen Raumes für allgemeine und berufliche
      Bildung.
  3. Als weitgehend anerkannt gilt, daß die Weiterentwicklung des menschlichen
      Potentials unabdingbare Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele
       ist, die sich die Gemeinschaft in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht
      und in bezug auf Lebensqualität gesetzt hat. Im weltweiten Wettbewerb
      stellen Qualität der Humanressourcen und die ständige Anpassung der
      Qualifikation der Erwerbstätigen für Europa einen mitentscheidenden
      Vorteil dar. Sie sind darüber hinaus ein Schlüsselfaktor zur Bekämpfung
      von sozialer Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit. Die Erweiterung des Zugangs
      zum Angebot der allgemeinen wie auch beruflichen Bildung muß zu einem
      stärkeren sozialen Zusammenhalt zwischen den Mitgliedstaaten und zu
      Chancengleichheit für den Einzelnen führen. Auf diesem Weg wird zum
      Zustandekommen dynamischer, weltoffener europäischer Kulturen beigetragen,
      die europäische Identität und die Unionsbürgerschaft, speziell auf seiten
      der Jugend, gefördert und ein nachhaltiger Impuls gegeben, um den Bürger
      Europas stärker für das europäische Einigungswerk zu gewinnen.
      Arjeitsdokument "Leitlinien für die Gemeinschaftsaktion        im Bereich
       allgemeine und berufliche Bildung", K0M(93) 183 endg.
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4. In dem sich derzeit in Europa vollziehenden               industriellen und
   sozioökonomischen Wandel werden der allgemeinen und der beruflichen
   Bildung neue Aufgaben zufallen müssen. Dies wird seinerseits zu einer
   grundlegenden Weiterentwicklung der Systeme der allgemeinen und
   beruflichen Bildung in den Mitgliedstaaten führen. Aus diesem immer
   schnelleren und umfassenderen Wandel werden sich neue Bedürfnisse ergeben,
   um dem Einzelnen wie auch den Erwerbstätigen insgesamt Möglichkeiten des
   Zugangs zur lebenslangen allgemeinen und beruflichen Bildung zu
   erschließen. Die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung werden
   folglich neue, flexiblere und diversifiziertere Antworten anbieten müssen,
   um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden.
5. Im Bereich der beruflichen Bildung muß die künftige Gemeinschaftspolitik
   unter Berücksichtigung der gewonnenen Erfahrung die äußerst wichtigen
   bisherigen Ergebnisse der Kooperationsprogramme in der allgemeinen und
   beruflichen Bildung, wie sie seit mehreren Jahren durchgeführt werden,
   verstärken und als Grundlage heranziehen, um den neuen Herausforderungen,
   die sich der Gemeinschaft wie auch den Mitgliedstaaten stellen, begegnen
   zu können:
   -   Will man zu einem ausgewogenen Wachstum zurückfinden und die
       Arbeitslosigkeit wirksam bekämpfen, so setzt dies voraus, daß auf dem
       Arbeitsmarkt besser ausgebildete Arbeitnehmer zur Verfügung stehen.
   -   Von fundamentaler Bedeutung ist eine Verbesserung des Potentials zur
       Vorausschau    künftiger     Entwicklungen    der    Berufsinhalte  und
       Qualififationsbedürfnisse, insbesondere mit Hilfe von Schnittstellen
       und Kooperationen zwischen den einzelnen betroffenen Akteuren in diesem
       Bereich.
   -   Die Förderung des Zugangs zur Weiterbildung und die Stärkung des
       Zusammenhangs zwischen Weiterbildung und breit angelegter beruflicher
       Grundbildung sind zwingende Voraussetzung für eine Weiterentwicklung
       der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Arbeitnehmer, für die
       Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, speziell der
       KMU, und die Weiterentwicklung der Arbeitsorganisation in Richtung auf
       qualifizierende Formen.
   -   Die Verbindungen zwischen Forschung und beruflichen Bildung nehmen
       merklich    zu   und     stellen    ein    Schlüsselelement    für  die
       Wettbewerbsfähigkeit und die Effizienz des investierten Aufwandes dar,
       und dem Transfer technologischer Innovation, speziell in Richtung KMU,
       kommt'eine strategische Bedeutung zu.
   -   Die Zusammenarbeit zwischen Bildung und Wirtschaft muß insbesondere auf
       der Hochschulebene stärker genutzt werden, um auf diesem Wege eine
       qualitativ hochstehende allgemeine und berufliche Bildung zu
       entwickeln.
    -  Ausgebaut werden muß die europäische Dimension der allgemeinen und
       beruflichen Bildung, um dadurch an erster Stelle bei der Jugend, aber
       gleichermaßen auch bei allen Bürgern Europas das Bewußtsein zu wecken,
       daß sie ihren festen Platz in der durch die Europäische Union
       eröffneten politischen Perspektive einnehmen, und ihre Mobilität zu
       erleichtern, damit die durch den Europäischen Binnenmarkt gebotenen
       Vorzüge genutzt werden können.
 ---pagebreak--- 6. Mit Blick auf die vorgenannten Erwägungen legt die Kommission, gestützt
   auf Artikel 127 des Vertrags, dem Rat einen Vorschlag für einen Beschluß
   vor, mit dem ein Aktionsprogramm zur Weiterentwicklung der Politik der
   Europäischen Gemeinschaft im Bereich der beruflichen Bildung aufgelegt
   werden soll. Mit diesem Programm soll sichergestellt werden, daß die
   Gemeinschaftsaktion im Bereich der beruflichen Bildung, deren allgemeine
   Grundzüge im Beschluß vom 2. April 1963 festgelegt worden sind und die
   gegenwärtig in Form von vier Aktionsprogrammen, nämlich PETRA, FORCE,
   EUROTECNET und COMETT2 durchgeführt wird, über die nötigen Mittel verfügt,
   um den Herausforderungen der 90er Jahre begegnen und gewährleisten zu
   können, daß sich die Aktion nach den rechtlichen Voraussetzungen
   weiterentwickeln kann, die durch den Vertrag über die Europäische Union
   geschaffen wurden.
7. Dieser Vorschlag fügt sich in den allgemeinen von dem Weißbuch über
   Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung festgelegten Rahmen, das
   der Europäische Rat am 10. und 11. Dezember 1993 erörtert hat.
   Die im Weißbuch aufgezeigten Orientierungen haben vor allem zum Ziel, die
   Beschäftigung zu fördern, in dem sie sich auf eine verstärkte
   Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten stützen, um einen wirklichen
   Europäischen Raum der beruflichen Qualifikationen zu schaffen, der einen
   entscheidenden Faktor für die Erhöhung und Entwicklung der beruflichen
   Kompetenzen, und Qualifikationen darstellt und den Beschäftigungssystemen
   eine neue Dynamik verleiht. Die umzusetzenden Maßnahmen und eindeutige
   Zielsetzungen der Berufsbildungspolitik der Gemeinschaft können eine
   wichtige dynamisierende Hebelwirkung haben in einer Zeit, in der die
   Mitgliedstaaten und Unternehmen auf Grund finanzieller Schwierigkeiten
   versucht sein können - entgegen den Zielsetzungen des Weißbuchs -, ihre
    Investitionen in die Humanressourcen zu verringern und andere mehr
   konjunkturelle, kurzfristige Elemente zu fördern.
    Siehe hierzu
    - Beschluß 63/266/EWG des Rates v o m 2. April 1963 über die Aufstellung allgemeiner
        Grundsätze für die I>irchfuhrung einer gemeinsamen Politik der Berufsbildung ABl.
        Nr. 63 v o m 20.4.1963
    - Beschluß 91/387/EWG des Rates vom 22. Juli 1991 zur Änderung des
       Beschlusses 87/569/EWG über ein Aktionsprogramm für die Berufsbildung
       Jugendlicher und zur Vorbereitung der Jugendlichen auf das Erwachsenen-
       und Erwerbsleben (PETRA), ABl. Nr. L 214 vom 02.08.1991, S. 69
    - Beschluß 90/267/EWG des Rates vom 29. Mai 1990 über ein Aktionsprogramm
       zur Förderung der beruflichen Weiterbildung ' in der Europäischen
       Gemeinschaft (FORCE), ABl. Nr. L 156 vom 21.06.1990, S. 1
    - Beschluß 89/657/EWG des Rates vom 18. Dezember 1989 über ein
       Aktionsprogramm zur Förderung von Innovationen in der Berufsbildung in
       der Folge des technologischen Wandels in der Europäischen Gemeinschaft
        (EUROTECNET), ABl. Nr. L 393 vom 30.12.1989, S. 29
    - Beschluß 89/27/EWG vom 16. Dezember 1988 über die Verabschiedung der
       zweiten Phase des Programms über Zusammenarbeit zwischen Hochschule und
       Wirtschaft im Bereich der Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der
       Technologie (COMETT II), ABl. Nr. L 13 vom 17.01.1989, S. 28.
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I - Ergebnisse und Errungenschaften der Gerneinschaftsaktion
Gemeinsame politische Anliegen
8.   Mit dem von der Kommission veröffentlichten Memorandum über die
     Berufsbildungspolitik der Gemeinschaft für die neunziger Jahre3 sollte
     unter allen beteiligten Akteuren eine möglichst breite Diskussion über
     Chancen und Tragweite der Berufsbildungspolitiken auf der Ebene der
     Mitgliedstaaten wie auch auf Gemeinschaftsebene in Gang gesetzt werden.
9.   Daß im Verlauf der daraufhin geführten Debatte eine "zu stark ökonomisch
     orientierte" Vorgehensweise in Frage gestellt wurde, sollte eine
     Ansatzhilfe für die Erweiterung der Problematik und eine in breiterem
     Rahmen angelegte Berücksichtigung der gesellschaftlichen Phänome sein. Die
     Überlegungen      und    Aktionsvorschläge       im    Zusammenhang     mit
     Wettbewerbsfähigkeit     und    Wirtschaftswachstum     sind    in    einen
     Gesamtzusammenhang mit den Überlegungen und Anregungen zur Umkehrung des
     Entwicklungsverlaufs der Arbeitslosigkeit und zum Abbau der sozialen
     Ausgrenzung zu setzen. Auf der Ebene der Qualifikationen und
     Arbeitsinhalte erweist es sich angesichts der sogenannten methodischen,
     relationalen oder sozialen Dimensionen als angezeigt, die Ziele wie auch
     die Methoden der Berufsbildung und die entsprechenden Zusammenhänge mit
     möglichen Umgestaltungen der Formen der Arbeitsorganisation neu zu
     tarieren. Dabei wird den herzustellenden Verknüpfungen zwischen
     allgemeiner und beruflicher Bildung eine essentielle Rolle zufallen.
 10. Aus den Debatten zum Memorandum konnten auch wichtige Trends
     herausgestellt werden, die Eckdaten für die Definierung der Ziele der
     künftigen Gemeinschaftsaktion bieten. Diese Trends spiegeln zwar nicht
     eigene Wesensmerkmale bestimmter Phänomene wider, sondern darin kommen
     vielmehr jene Fragen zum Ausdruck, mit denen die Mitgliedstaaten
     gleichermaßen konfrontiert sind4:
     a) Erneute Herausstellung der grundlegenden Bedeutung der allgemeinen und
     beruflichen Grundbildung als Voraussetzung für die Eingliederung in den
     Arbeitsmarkt und für das spätere berufliche Fortkommen. Die immer
     prekärere Lage derer ohne qualifizierenden Abschluß, die mit durch
     unzureichende Ausbildung bedingten Phänomene der wirtschaftlichen und
     sozialen Marginalisierung und die dringend notwendige, nachhaltige
     Eindämmung des funktionalen Analphabetismus sind allesamt Faktoren
      struktureller Art, die im übrigen das zur Förderung der Eingliederung
     geschaffene Interventionsinstrumentarium der öffentlichen Hand in allen
     Mitgliedstaaten zu einem wesentlichen Teil beanspruchen.
     Memorandum4er Kommission über die Berufsbildungspolitik der Gemeinschaft
     für die neunziger Jahre, K0M(91) 397 endg. vom 12.12.1991.
      Zusammenfassender Bericht der Beiträge zum Berufsbildungsmemorandum, TFRH,
      1993.
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b) Berücksichtigung der sich grundlegend ändernden Fertigkeiten und
Fähigkeiten in den Berufsbildungssystemen: Die Mitgliedstaaten haben einen
akuten    Bedarf     an    unverzichtbarer     Weiterentwicklung     ihrer
Berufsbildungssysteme - um auf diese Weise die Ausbildung an die raschen
Veränderungen anpassen zu können -, und möglicherweise in noch stärkerem
Maße einen Bedarf an Weiterentwicklung der Berufsinhalte. Offensichtlich
erweist es sich zunehmend wichtiger, die relationalen, methodischen und
sozialen Kompetenzen und den dem Einzelnen eingeräumten Möglichkeiten,
sich auf die ständigen Veränderungen einzustellen und seine eigene
Entwicklung in den Griff zu bekommen ("Lernen erlernen"), um die
Transferierbarkeit der Qualifikationen, auch im europäischen Raum, zu
erleichtern, zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt wird.
c) Zunehmende Bestrebungen für einen vorausschauenden Ansatz: Nicht nur
die konjunkturbedingte starke Verunsicherung, sondern auch die wechselnden
Folgewirkungen von Faktoren, die für die Definierung der Berufsbildung
entscheidend sind (z. B. technologische Innovation), sind ein immer
stärker werdendes Anliegen aller betroffenen Akteure. Die hierzu geführte
Debatte bietet allerdings genügend Raum für Überlegungen über Methoden und
Instrumente, mit denen sich das Vorausschätzungspotential konkret
entwickeln läßt, was seinerseits verstärkte Zusammenarbeit auf
Gemeinschaftsebene voraussetzt.
d) Die wachsende Rolle der Unternehmen und der alternierenden
Berufsbildung: Die Festigung der Verbindungen zwischen Bildung und
Wirtschaft erweist sich als ein konstantes Bedürfnis, und über die
Weiterentwicklung    der alternierenden     Ausbildung   sind   sich die
Sozialpartner einig.
e) Individualisierung der Berufsbildungs-Angebote: Eine auf den Einzelnen
zugeschnittene Befassung mit anstehenden Problemen auf Ebene der
Bedarfsanalyse, der Definierung der Bildungsgänge und -inhalte, der
Auswahl des zur Verfügung stehenden Angebots wie auch der geeignetsten
Bildungsmethoden s?tzt sich offensichtlich allgemein durch, gibt jedoch
auch Anlaß zur Fragestellung bezüglich der Finanzierungsmodalitäten.
f) Zunehmende Anerkennung der regionalspezifischen Komponente: Im Rahmen
der organisatorischen Modalitäten für die Aus- und Weiterbildungssysteme,
die von starken Unterschieden geprägt sind, spielen die für das jeweilige
geographische Gebiet geltenden Mechanismen zur Abgleichung von
Berufsbildungsangebot und -nachfrage eine immer wichtigere Rolle.
g) Anerkennung der Rolle der gesellschaftlichen Kräfte: Als symptomatisch
kann die Feststellung gewertet werden, daß die Pluralität der
Verantwortlichkeiten der Akteure und die Notwendigkeit einer stärkeren
Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren im Hinblick auf die Festlegung von
Regelungen zunehmend auf breiter Ebene anerkannt we.rden.
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Allgemeine Grundsätze und Zielsetzungen
11. Der Ratsbeschluß vom 2. April 1963 über die Aufstellung allgemeiner Grundsätze für die
     IXffchführung einer gemeinsamen Politik der Berufsbildung gemäß Artikel 128 EWG-
     Vertrag ist ein nicht zwingendes Bezugsdokument, in dem gemeinsame Orientierungen
     dargelegt sind, nach denen sich die Politik und die Systeme der Mitgliedstaaten in bezug auf
     Konvergenz untereinander ausrichten können.
12. Die Ratsbeschlüsse, auf denen die gegenwärtigen Programme beruhen, legen für jeden
     Aktionsbereich gemeinsame Rahmenziele bzw. Zielsetzungen fest, wie sie vom Rat
     beschlossen una von den Mitgliedstaaten als Ziele der von ihnen verfolgten Politik
     übernommen \ /orden sind.
     -   In bezug auf berufliche Eistausbildung Jugendlicherlautet das Ziel: Sicherstellung einer
         umfassenden, anerkannten Basisqualifikation für sämtliche Jugendlichen, indem ihnen
         die Möglichkeit gegeben wird, im Anschluß an die Vollzeitschulpflicht     eine ein- oder
         möglichst zweijährige Berufsausbildung zu absolvieren5.
     -   Bezüglich Weitelbildung gilt als Ziel: Förderune größerer und wirksamerer
         Investitionsanstrengungen für die berufliche Weiterbildung der Arbeitnehmer und eine
         I^istungsoptimierung, speziell durch Entwicklung der Partnerschaften zur stärkeren
         Sensibilisierung der öffentlichen Hand, der Unternehmen - insbesondere der kleinen und
         mittleren -, der Sozialpartner und der einzelnen Arbeitnehmer      für die Vorteile, die
         Investitionen in die berufliche Weiterbildung mit sich bringen6.
     -   Für die Berufsbildung im Hinblick auf den Innovationstransfer heißt das Ziel:
         Weiterentwicklung - ausgehend von einer strukturierten Zusammenarbeit zwischen
         Hochschulen und Unternehmen - des Transfers der Ergebnisse aus Forschung und
         Entwicklung auf dem Weg der Berufebildung in Richtung jener Unternehmen, die
         Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung und ausgeprägt technologischem Inhalt schaffen
         können, und zwar   insbesondere durch^Verbesserung des Beitrags der Hochschulen zur
         Weiterbildung7.
13. Im Artikel 127 des Vertrags werden für die Berufsbildung fünf genau spezifizierte Ziele
     genannt, die auf wesentliche Herausforderungen der Gemeinschaft abgestimmt sind und ihr
     eine besondere Verantwortlichkeit im Hinblick auf deren Meisterung zuweisen:
5
     Vgl. Ratsbeschluß 91/387/EWG vom 22.07.1993, Artikel 1, und Ratsbeschluß
     87/569/EWG, Artikel 2.
6
     Vgl. Beschluß 90/267/EWG des Rates vom 29.05.1990, Artikel 5.
7
     Vgl. Ratsbeschluß 89/27/EWG vom 16.12.1988, Artikel 3, Absatz 1.
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    -    Erleichterung der Anpassung an die industriellen Wandlungsprozesse,
         insbesondere durch berufliche Bildung und Umschulung;
    -    Verbesserung der beruflichen Erstausbildung und Weiterbildung zur
         Erleichterung der beruflichen Eingliederung und Wiedereingliederung in
         den Arbeitsmarkt;
    -    Erleichterung der Aufnahme einer beruflichen Bildung sowie Förderung
         der Mobilität der Ausbilder und der in beruflicher Bildung befindlichen
         Personen, insbesondere der Jugendlichen;
    -    Förderung der Zusammenarbeit in Fragen der beruflichen Bildung zwischen
         Unterrichtsanstalten und Unternehmen;
    -    Ausbau des Informations- und Erfahrungsaustausches über gemeinsame
         Probleme im Rahmen der Berufsbildungssysteme der Mitgliedstaaten.
Bedeutende operative Errungenschaften
14. Die bisherigen Aktionsprogramme haben aufgrund der unterschiedlichen
     Ingangsetzungstermine, vor allem aber aufgrund der unterschiedlichen
    Haushaltsmittelausstattung, nicht alle den gleichen Entwicklungsstand
    erreicht. In Anbetracht dieser beiden Faktoren hat die Kommission eine
    erste horizontal angelegte Bilanz der Programme und des mit ihnen
    erzielten Mehrwerts gezogen'. In der Perspektive des neuen Vorschlags
     lassen sich daraus wichtige Ergebnisse ableiten, die als Ausgangsbasis in
    bezug auf die zu mobilisierenden Netze, Ergebnisse der Kooperations-
     Partnerschaften, Austauschverfahren, beschreibenden Elemente und Kenntnis
     der Systeme und Verfahren für die Kooperation zwischen der Kommission und
    den Mitgliedstaaten heranzogen werden können:
     - Dank der von den Aktionsprogrammen ausgehenden stimulierenden Wirkung
    konnten      verschiedene     Arten     transnationaler    Austausch-    und
    Kooperationsnetze aufgebaut werden, die die Beständigkeit der Kooperation
     gewährleisten und eine optimale Nutzung der damit erzielten Ergebnisse
     ermöglichen.
     . D a s Netzwerk der nationalen Koordinationsstellen für PETRA, dem die
     praktische Durchführung und operative Abwicklung des Programms in den
     Mitgliedstaaten obliegt, hat sich zu einem Instrument für die
     Unterstützung der transnationalen Kooperation und Innovation im Bereich
     der Erstausbildung wie auch allgemein für die Eingliederung Jugendlicher
     in die Gesellschaft und in das Erwerbsleben entwickelt. Das diesem
     Netzwerk vorgeschaltete Netz aus transeuropäischen Partnerschaften für die
     berufliche Bildung Jugendlicher bzw. das Netz aus nationalen Zentren für
     Berufsberatung bilden eine erste engmaschige Verknüpfung, die sich im
     Hinblick auf die Förderung späterer Kooperationen als für die Gemeinschaft
     äußerst wertvoll erweist.
     Bildungs- und Ausbildungsprogramm der EG 1986-1992, Ergebnisse und
     Leistungen: ein Überblick; Bericht der Kommission an den Rat, das
     Europäische Parlament und den Wirtschafts- und Sozialausschuß,
     KOM(93)151 endg.
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. Im Rahmen des Programms COMETT konnten 205 Ausbildungspartnerschaften
Hochschule-Wirtschaft zustande kommen. Diese Partnerschaften fungieren in
gewisser Weise als Schnittstellen zwischen Hochschulen und Wirtschaft. Sie
haben teils regionale, teils sektorale Zweckbestimmung, d. h. mit
Spezialisierung auf einem bestimmten Technologiesektor. Sie arbeiten aufs
engste zusammen und bieten ein wichtiges Instrument zur Identifizierung
der in Europa verfügbaren führenden Kompetenzen für bestimmte Bereiche, in
denen Bedarf an Aus- und Weiterbildung in Technologietransfer besteht.
Dank dieser Partnerschaften hat das Programm COMETT dazu beigetragen, daß
ein bis dahin praktisch inexistenter Dialog zwischen Hochschule und
Wirtschaft im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung auf
europäischer Ebene in Gang gesetzt werden konnte. Im Wege eines solchen
Dialogs lassen sich Berufsbildungsmodelle erstellen, die enger auf die
tatsächliche Angebots- und Bedarfssituation abgestimmt sind.
- Bei der Konzipierung, Ausgestaltung, Zusammenstellung und Durchführung
transnationaler Pilotprojekte sind bedeutsame Ergebnisse erzielt worden.
. Im Rahmen des Programms PETRA mit seinen mehr als 700 Projekten haben
seit 1988 insgesamt 14 000 Lehrer und Ausbilder sowie 85 000 Jugendliche
an den von diesem Netz durchgeführten Tätigkeiten teilgenommen und bisher
nicht bekannte, innovatorische Ausbildungsmaterialien entwickelt und
erprobt.
 . Der Ausbildungs- und Qualifikationsbedarf der Unternehmen, die die
überwiegende Mehrheit der 3 500 an den FORCE-Projekte beteiligten Partner
stellen, steht auch im Vordergrund der 430 FORCE-Projekte, mit denen drei
wichtige Maßnahmen zur Anpassung an die industriellen Wandlungsprozesse
durch berufliche Bildung durchgeführt werden: Berufsbildung als
vorbeugende Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit durch Konsolidierung und
Diversifizierung der Kompetenzen der Arbeitnehmer; Berufsbildung als
Mittel zur Entwicklung neuer Formen der Arbeitsorganisation, die für das
Überleben bzw. die Weiterentwicklung der Unternehmen unerläßlich sind;
Berufsbildung als Mittel zur persönlichen Entfaltung, speziell durch
Anpassung an die neuen Technologien.
 . Dank EUROTECNET konnte die Erarbeitung neuer, flexibler Antworten für
Berufsbildungsprobleme und die breite Streuung dieser Antworten mit Hilfe
des Projekt-Netzverbundes angeregt werden: Entwicklung von Konzepten auf
dem Gebiet gegenwärtiger und künftiger Trends             im Rahmen der
technologischen      Entwicklung     (Befähigung     zum    Selbstlernen,
Qualifizierungsorganisation,      Schlüsselqual ifikationen/-kompetenzen);
Fallstudien     zur    Veranschaulichung     dieser    Konzeptionsmodelle;
sektorübergreifende Analyse des Berufsbildungsbedarfs und Entwicklung von
Hilfsmitteln und Instrumenten zur Erzielung einer Multiplikatorwirkung.
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. Die mit Mitteln aus dem Programm COMETT II geförderten 7 000
entwickelten Bildungkurse in den verschiedensten Technologie-Bereichen
dürften über 200 000 Personen ansprechen, davon 140 000 aus der Industrie.
Die bereits ausgearbeiteten bzw. noch in der Entwicklung befindlichen
3 000 Lernhilfen zur Berufsbildung dürften an die 500 000 Personen in
Europa ansprechen. Verglichen mit dem Programm COMETT I konnten mit den im
Rahmen von COMETT II veranstalteten Maßnahmen ein größerer Teilnehmerkreis
angesprochen werden      - insbesondere auf Seiten des weiblichen
Zielpublikums. Die durchgeführten Vorhaben haben mehrfach bewiesen, welch
nachhaltige Auswirkungen die Verwendung neuartigen didaktischen Materials
- insbesondere multimedialer Art - im Vergleich zu den herkömmlichen Aus-
und Weiterbildungsmethoden hat.
    Die Aktionsprogramme zur Berufsbildung          sind an sich keine
Mobil itätsförderungsprogramme. Vielmehr sind die Austauschmaßnahmen auf
strategische Zielpopulationen ausgerichtet, und sie unterstützen lediglich
den Berufsbildungsprozeß bzw. sind Bestandteil desselben.
 . Im Rahmen von PETRA konnten in den Jahren 1992 und 1993 insgesamt 20 000
Jugendliche in andere Mitgliedstaaten vermittelt werden, um dort an
Berufsbildungslehrgängen teilzunehmen oder praktische Berufserfahrung zu
gewinnen. Dank der so vermittelten Praktika erfährt das Berufsbildungs-
angebot für Jugendliche in den jeweiligen nationalen Bildungssystemen eine
echte gemeinschaftliche Dimension.
 . Das Programm FORCE fördert die Mobilität der Ausbilder wie auch generell
der für Personal und betriebliche Fortbildung Verantwortlichen sowie der
Sozialpartner als Entscheidungsträger für berufliche Weiterbildung. Dank
dieses Programms konnten 1991 und 1992 insgesamt 400 Personalchefs, 430
Ausbilder, 130 Arbeitnehmervertreter und 40 Gewerkschaftsmitglieder an
Maßnahmen im Rahmen von auf schnellen Innovâtionstranfer, Zustandekommen
beständiger Partnerschaften und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen
abzielenden Austauschprogrammen teilnehmen.
 . Die mit COMETT-Fördermitteln vermittelten 28 000 Auslandspraktika
konnten die Nachfrage (von insgesamt dem Fünffachen an Interessenten) nur
teilweise befriedigen. Die Praktika sind deshalb so begehrt, weil sie den
Jugendlichen einen guten Einstieg in das Erwerbsleben bieten und sich
dadurch ihre Aussichten auf einen Arbeitsplatz merklich verbessern. Ferner
tragen diese Praktika erwiesenermaßen dazu bei, die Zusammenarbeit
zwischen Hochschulen und Unternehmen zu festigen. Darüber hinaus haben die
 1 000 Austauschmaßnahmen von Lehrkräften zwischen europäischen Hochschulen
und Unternehmen zur Verbesserung des Technologietransfers zwischen
Bildungswesen und Wirtschaft, u. a. mit Hilfe des "tacit knowledge", d. h.
des aus praktischer Erfahrung gewonnenen Wissens, beigetragen.
   Zur Gewinnung fundierten Wissens über die Vielzahl unterschiedlicher
 Erst- und Weiterbildungssysteme und ihre Funktionsweise ist die Erstellung
von miteinander vergleichbaren Daten ein unverläßlicher Schritt im
Hinblick auf eine Verbesserung des Informations- und Erfahrungsaustausches
zwischen den Mitgliedstaaten.
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    . Für das Programm FORCE sind bereits synoptische Tabellen mit den
    verfügbaren Daten über innerbetriebliche Weiterbildung erstellt worden.
    Eine statistische Erhebung, die in Zusammenarbeit mit EUROSTAT erfolgt,
    tritt derzeit in die Durchführungsphase. Mit dieser Erhebung sollen
    erstmals auf Gemeinschaftsebene vergleichbare Daten über betriebliche
    Berufsbildungsmaßnahmen und deren Kosten in den europäischen Unternehmen
    und ein objektives Bild der von den Unternehmen zugunsten ihrer
    Beschäftigten unternommenen Bemühungen im Bereich der betrieblichen Aus-
    und Fortbildung und der entsprechenden Qualität der Maßnahmen gewonnen
    werden.
    - Mit Hilfe von drei sektoralen Erhebungen (Einzelhandel, Nahrungsmittel -
    und Getränkeindustrie, Kfz-Handwerk) konnte eine auf europäischer Ebene
    angelegte Bestandsaufnahme signifikanter Berufsbildungspraktiken in den
    jeweiligen Sektoren erstellt werden. Eine weitere Erhebung (für den
    Bereich Güterkraftverkehr) wird gegenwärtig in Angriff genommen. All diese
    Erhebungen sind ein erster Ansatz zur Bildung europaweiter sektoraler
    Netze (mit Forschungsinstituten, Unternehmen und den Sozialpartnern als
    Beteiligten) zur Einbeziehung der zuständigen Akteure aus allen
    12 Mitgliedstaaten.
        Mit der Analyse       der Angelegenheiten,      die Gegenstand     von
    tarifvertraglichen Abmachungen und Regelungen sind, konnte eine Bilanz
    über gemeinsame Maßnahmen, Tarifvereinbarungen und Verhandlungen zwischen
    den Sozialpartnern im Bereich der Weiterbildung erstellt werden, so daß
    die Sozialpartner als aktiv Beteiligte für Berufsbildung der Arbeitnehmer
    in der Gemeinschaft künftig stärker involviert werden können.
Verzahnung mit nationalen Aktionen
15. Eine Evaluierung der gegenseitigen Verzahnung von Gemeinschaftsaktionen
    und nationalen Maßnahmen und ihrer wechselseitigen Folgewirkungen hat sich
    für diese erste Programmphase als Frage von zentraler Bedeutung erwiesen.
    Abgesehen    von   generellen    Aspekten   im   Zusammenhang    mit   dem
    Subsidiaritätsprinzip könnte diese Verzahnung mit Hilfe der bestehenden
    Verfahren unter Heranziehung der gegebenen Strukturen weiter verbessert
    werden. Dies könnte schrittweise erfolgen:
     - Die für die einzelnen Programme zuständigen Ausschüsse wie auch der
    Beratende Ausschuß für die Berufsbildung haben bisher als Diskussions- und
    Verhandlungsgremien in Fragen der Nachhaltigkeit von Gemeinschaftsaktionen
    und ihrer Folgewirkungen für die praktische Umsetzung bzw. Ausrichtung
    nationaler Politiken fungiert. Aufschlußreich ist diesbezüglich die
    Feststellung, daß für bestimmte Programme einige Mitgliedstaaten aus
    eigener Initiative dazu übergegangen sind, diese Art der gedanklichen
    Auseinandersetzung mit den anstehenden Themen auf der Ebene der nationalen
    Gremien weiterzuentwickeln, und daß die im Zusammenhang mit dem Memorandum
    zur Berufsbildung veranstalteten Konferenzen das Interesse der einzelnen
    Akteure für die anstehenden Fragen gefördert haben.
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    - Ein weiteres in diesem Sinne genutztes Instrument sind die nationalen
    Berichte über die durchgeführten Programme und die Weiterentwicklung der
    bestehenden Systeme. Die entsprechenden Verfahren werfen zwar Probleme
    hinsichtlich Methodik und Logistik auf, haben aber ihre volle
    Daseinsberechtigung für die Entwicklung eines Referenzinstrumentariums zur
    Einschätzung der sich in den nationalen Systemen vollziehenden
    Entwicklungen und Trends in der Sache und der Angemessenheit der sie
    unterstützenden Gemeinschaftsaktionen.
    - Die im Rahmen der Programmierung und Auswahl der Projekte veranstalteten
    "bilateralen Treffen" zwischen den Dienststellen der Kommission und den
    nationalen      Vertretern     (Ministerien,      nationale     technische
    Unterstützungseinrichtungen,    Sozialpartner) bieten ebenfalls       eine
    vorzügliche Gelegenheit zur gegenseitigen Unterrichtung über aktuelle
    Trends und den Übereinstimmungsgrad zwischen transnationalen Projekten und
    nationalen Prioritäten.
II. Ein neues Umfeld
Zuständigkeiten gemäß Yertragswerk
16. Im Rahmen der Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen der Gemeinschaft und
    den Mitgliedstaaten bedeutet Artikel 127 des Vertrags über die Europäische
    Union eine Veränderung im Vergleich zu der in Artikel 128 des EWG-Vertrags
    definierten Rechtslage:
     - Nach Artikel 127 des Vertrags ist es Aufgabe der Gemeinschaft, "eine
    Politik der beruflichen Bildung, welche die Maßnahmen der Mitgliedstaaten
     (...) unterstützt und ergänzt", durchzuführen, wogegen es früher der
    Gemeinschaft     oblag, die allgemeinen Grundsätze für eine gemeinsame
    Politik der beruflichen Bildung festzulegen.
    - Die Beschlußfassung ist dahingehend geändert worden, daß künftig der Rat
     im anstehenden Bereich mit qualifizierter Mehrheit und nicht mehr mit
    einfacher Mehrheit nach einem Zusammenarbeitsverfahren            mit dem
    Europäischen Parlament beschließt.
     - Im Vertrag ist ausdrücklich vorgesehen, daß die Tätigkeiten der
    Gemeinschaft       eine    Harmonisierung      der    gesetzlichen     und
    Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten ausschließen, während die
    Verantwortung der Mitgliedstaaten für Inhalt und organisatorische
    Gestaltung der Systeme ausdrücklich bekräftigt wird. Die Vielfalt der
    Systeme und die Verantwortung der Mitgliedstaaten für Inhalt und
    organisatorische Gestaltung der Berufsbildungsgäncje erfahren damit eine
    Anerkennung als grundlegende Bestandteile der Gemeinschaftspolitik, die zu
    einer stärkeren Kooperation und zur Konvergenz der von den einzelnen
    Akteuren auf freiwilliger Basis ergriffenen Initiativen führen soll.
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17. Der Vertrag stützt sich auf die Anerkennung der Tatsache, daß der
    öffentlichen Hand in den Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern die
    Hauptverantwortung für die Finanzierung und die Verwirklichung von
    Berufsbildungsraaßnahmen zufällt. Aufgabe der Gemeinschaft muß es sein,
    Impulse zu geben und Neuerungen zu fördern. Die Tätigkeiten der
    Gemeinschaft sollen freiwillig angestrebte Konvergenzen und die Nutzung
    der qualitativen Folgewirkungen wie auch des Innovationspotentials für die
    Bildungssysteme fördern. Auf der Basis eines gemeinsamen Rahmens von
    Zielsetzungen kann die Gemeinschaft ihren Beitrag zur Unterstützung bei
    der Entwicklung transnationaler Aktionen leisten, die die kohärente
    Entwicklung der Berufsbildungspolitiken in der Gemeinschaft fördern.
Zusammenhang mit anderen Politiken
18. Die von der Kommission in ihrem Memorandum erstellte Analyse der
    Herausforderungen für die 90er Jahre hat gezeigt, wie komplex und
    komplementär zueinander die auf dem Spiel stehenden Faktoren sind. Von
    daher bedarf die Berufsbildungspolitik für ihre praktische Umsetzung einer
    Verzahnung mit anderen Handlungsebenen der Gemeinschaft.
19. Die Berufsbildungspolitik muß im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktpolitik
    (Artikel 123) gesehen werden; dies gilt insbesondere für die Anpassung an
    die industriellen Wandlungsprozesse - als ein Ziel, das Artikel 123 wie
    auch 127 gleichermaßen anstreben -, mit der Zusammenarbeit im
    Bildungswesen     (Artikel 126), den      Maßnahmen   zur   Förderung  der
    Wettbewerbsfähigkeit der Industrie (Artikel 130) und der Politik im
    Bereich Forschung und Entwicklung (Artikel 130h) sowie dem freien
    Personenverkehr (Artikel 57). Sie muß dazu beitragen, Synergien und eine
    Kohärenz zwischen den Maßnahmen im Rahmen der jeweiligen Politik durch
    Verknüpfung des Bereichs Berufsbildung mit den Zielen dieser einzelnen
    Bereiche zu erzielen, um eine nachhaltige Wirkung entfalten zu können.
20. Anzustreben    sind    insbesondere    operationeile Synergien mit     den
    Strukturfonds, einschließlich der Gemeinschaftsinitiativen und -programme,
    sowie mit dem sozioökonomisehen Teil des 4. Rahmenprogramms für Forschung
    und technologische Entwicklung.
Allgemeine und berufliche Bildung: zwei komplementäre Bereiche
21. Die neuen Elemente in Sachen Berufsbildungspolitik und die vertragliche
    Verankerung eines speziellen Artikels zur Bildung (Artikel 126) fordern
    erstmals eine integrierte Konzeption der Politik der allgemeinen Bildung
    einerseits     und     der    beruflichen     Bildung   andererseits   auf
    Gemeinschaftsebene, auch wenn Zuständigkeiten und Verfahren nach wie vor
    verschieden bleiben. Der Verzahnung dieser beiden Bereiche untereinander
    kommt ebenso große Bedeutung zu wie der Definierung spezifischer Maßnahmen
    für jeden einzelnen dieser Bereiche, und das neue politische Konzept des
     "lebenslangen Lernens" als Perspektive für die Gemeinschaft im
    Zusammenhang mit dem schrittweise Zustandekommen einer europäischen
    Unionsbürgerschaft sollte hierdurch entwickelt werden können.
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22. Dieser komplementäre Charakter der beiden genannten Bildungsbereiche muß
     verstärkt werden und in den vorgeschlagenen Strukturen und Aktionen seinen
     konkreten Niederschlag finden. Auf operativer Ebene müssen die von der
     Gemeinschaft geförderten Aktionen durch die Vorgehensweisen der
     betroffenen Einrichtungen die gegenseitige "Befruchtung" der Systeme für
     die allgemeine wie auch berufliche Bildung fördern. Diesbezüglich könnten
     aufeinander abgestimmte Aktionen zu Themen von gemeinsamem Interesse für
     beide Bildungsbereiche wie z. B. Sprachkurse, offenes Lernen und
     Fernunterricht, Berufsberatung, lebenslanges Lernen und Beobachtung der
     sich auf dem Gebiet der Berufstätigkeiten                 und Qualifikationen
     vollziehenden Entwicklungen durchgeführt werden.
23. Für die praktische Durchführung wären die Hochschulen geeignet, als
     Akteure für den Ausbau der Weiterbildung und bedeutende Akteure für den
     Technologietransfer, für eine qualitative Aufwertung der Berufsbildung und
     für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zu agieren. Anzustreben ist in
     gleicher Weise auch eine Komplementarität auf anderen Ebenen der
     Bildungssysteme, ob in Fragen der Eingliederung Jugendlicher in das
     Erwerbsleben und in die Gesellschaft oder bezüglich Erwachsenen-
     Weiterbildung.
24. In Sachen Berufsberatung muß das Programm die Einführung einer
     europäischen Dimension unterstützen. Da das Programm sämtliche Bereiche
     der     Berufsbildung     abdeckt,    werden    mit     ihm   die   bisherigen
     Gemeinschaftsaktionen in diesem Bereich erheblich ausgeweitet werden
     können. Derzeit stützt sich diese Aktion im wesentlichen auf das Programm
     PETRA zugunsten Jugendlicher, wobei das Alter der Nutznießer auf 27 Jahre
     beschränkt ist. Mit dem neuen Programm wird diese Aktion auf sämtliche
     Zielpopulationen, d. h. Jugendliche und Erwachsene, Arbeitnehmer und
     Arbeitsuchende, ausgeweitet werden können. Daraufhin wird es dann möglich
      sein, Berufsberatungsaktionen zur individuellen Betreuung und Begleitung
     während des gesaraten Berufslebens - also nicht nur in der Startphase - zu
     entwickeln, damit dem Einzelnen geholfen werden kann, sich nach Maßgabe
     des Arbeitsmarkbedarfs und des persönlichen beruflichen Fortkommens vor
     dem     Hintergrund    eines    im    Entstehen     begriffenen   europäischen
     Berufsbildungsmarktes zu orientieren.
 25. Mit der Durchführung des Programms wird die Gemeinschaft ferner die
      Förderung des offenen Lernens und des Fernunterrichts in der durch das
     Memorandum der Kommission von Dezember 1991, den Schlußfolgerungen der
      Ratstagungen der Bildungsminister vom Juni und Dezember 1992 und der vom
      Europäischen Parlament       im Juli     1993 angenommenen Entschließung
      vorgezeichneteri Perspektive unterstützen. Schwerpunkt dieser Förderung
     wird der spezifische Nutzen des Fernunterrichts fyr die Verwirklichung der
      im Vertragswerk verankerten Ziele sein, und zwar u. a. mit Blick auf
      folgende Aspekte: Flexibilisierung der Aus- und Weiterbildungsgänge,
      Eignung für ein möglichst breites Zielpublikum              unter besonderer
      Berücksichtigung derer, für die der Zugang zur Berufsbildung besonders
      schwierig    ist,    Bereicherung    für    die    herkömmlichen   Aus-   und
      Weiterbildungssysteme durch Ausweitung auf bzw. Kombinierung mit
      letzteren, Gewährleistung der Qualität, die Fernaus- und Weiterbildung zu
      bieten im Stande ist und Schaffung von Aus- und Weiterbildungsnetzen,
      damit der Bürger im Sinne einçr auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Aus-
      und Weiterbildung Nutzen aus der Fernausbildung ziehen kann. Infolgedessen
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    liegt es auf der Hand, daß sämtliche Aktionen auch Elemente zur
    Stimulierung bzw. Förderung des offenen Lernens und 6er Fernbildung als
    Methode, die sich besonders         im Hinblick auf die angestrebte
    Multiplikatorwirkung eignet, umfassen können.
26. Des weiteren bedarf das Problem der Bedarfsanalyse der besonderen
    Behandlung und eines eigenen transversalen Ansatzes innerhalb des
    Programms, wie auch einer Verbindung mit dem Bildungsprogramra. Die
    Kenntnis der Entwicklung der Berufe und Qualifikationen erweist sich heute
    als eine Notwendigkeit, und aus dem europäischen Binnenmarkt ergibt sich,
    daß diese Notwendigkeit sich nicht nur in jedem einzelnen Land stellt,
    sondern auch auf Gemeinschaftsebene. Von daher wird die Durchführung des
    Programms durch die Schaffung - in Zusammenarbeit mit CEDEFOP - eines
    Arbeitsprogramms zur Analyse der Entwicklung der Berufe und beruflichen
    Qualifikationen in der Gemeinschaft zur Gewährleistung einer besseren
    Kenntnis der Entwicklung der Berufe und einer besseren Verbreitung der
    diesbezüglichen Informationen erleichtert werden. Es wird ferner Aufgabe
    sein, Diagnosen über Bedürfnisse zu erstellen, ein System zur Technologie-
    Beobachtung und Information über laufende Veränderungen im Bereich der
    Arbeitsinhalte und ihrer Folgewirkungen für die Berufsbildung aufzubauen
    sowie den Transfer von Methoden und Know-how zwischen den Mitgliedstaaten
    und den einzelnen Akteuren in Fragen der Vorausschätzung zu erleichtern.
Subsidiarität
27. Die in dem Memorandum aufgeworfene Frage der Subsidiarität findet ihre
    Antwort vor allem im Artikel 127 des Vertrags. In diesem Artikel wird jede
    etwaige Harmonisierung der nationalen Systeme ausdrücklich ausgeschlossen,
    die volle Verantwortung der Mitgliedstaaten für die organisatorische
    Gestaltung der Berufsbildungssysteme und den Inhalt der Berufsbildung
    bekräftigt und der Gemeinschaft die Verantwortung für die Durchführung
    einer Berufsbildungspolitik, die die Maßnahmen der Mitgliedstaaten
    unterstützt und ergänzt, übertragen. Die Anwendung dieser vertraglichen
    Bestimmungen soll zu einer besseren Verzahnung der innovatorischen, auf
    Katalysatorwirkung    ausgerichteten    Gemeinschaftsmaßnahmen   mit   den
    Entwicklungen der nationalen Systeme führen, insbesondere durch eine
    zunehmende Verschachtelung der Gemeinschaftsaktionen mit den fundamentalen
    Elementen und bestimmenden Faktoren für die weitere Entwicklung der
    Systeme in den Mitgliedstaaten.
28. Im Zuge des schrittweisen Zustandekommens eines offenen europäischen Raums
    für Berufsbildung und berufliche Qualifikationen, der seinerseits durch
    die Verwirklichung und das Funktionieren des Europäischen Binnenmarkts
    bedingt ist, gilt es, den durch die Gemeinschaftsaktion erzielten Mehrwert
    zu konsolidieren und zu verstärken. Die vorgeschlagenen Maßnahmen stellen
    eine Unterstützung und Ergänzung der von den und in den Mitgliedstaaten
    durchgeführten Maßnahmen dar und gestatten es diesen, den durch die
     transnational Maßnahmen erzielten Zugewinn und die entsprechenden
     Ergebnisse zur Verbesserung der Qualität und Effizienz ihrer Systeme und
    Regelungen zu verwerten.
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29. Künftige Aktionen müssen den deutlichen Beweis einer "positiven" Verzahnung der
     komplementären Aktionen der Gemeinschaft mit den nationalen Berufebildungspohtiken
     erbringen. Daneben ist für die Berufebildung sowie auf den jeweils angemessenen Ebenen
     der Interdependenz vonfoterventionsmechanismender öffentlichen Hand und dem von den
     Sozialpartnern geleisteten Beitrag Rechnung zu tragen.
30. Mit einer solchen Vorgehensweise läßt sich die Effizienz der Interventionen und
     durchgeführten Maßnahmen, auch auf Gemeinschaftsebene, maximieren. Die Debatte       9
                                                                                             im
     Zusammenhang mit der Empfehlung des Rates über den Zugang zur Weiterbildung hat
      gezeigt, daß die Berücksichtigung der Verantwortlichkeiten, die die Sozialpartner
     übernehmen können, wie auch allgemein die Berücksichtigung der Interventionen der
      Sozialakteure (Unternehmen, Bildungseinrichtungen) im Berufsbildungsbereich - und zwar
      sowohl auf gemeinschaftlicher als auch auf nationaler Ebene der Gemeinschaftsaktion eine
      breiter gefaßte, wirklichkeitsbezogenere und effizientere Tragweite verleihen können, und
      zwar durch Förderung des komplementären Charakters und der Synergie zwischen Aktionen
      der öffentlichen Hand und den zwischen den Sozialpartnern getroffenen Vereinbarungen.
Institutionelle Verfahren
31. Die Beschlußfassung über die anzuwendenden Rechtsinstrumente wird künftig nach
      Artikel 189c des Vertrags erfolgen. Dies kommt einer stärkeren Einbindung des
      Europäischen Parlaments in die Beschlußfassung über Rechtsakte gleich, wie sie im Ranmen
      des Éusammenarbeitsverfahrens zwischen Rat und Parlament bei Vorschlägen auf der
      Grundlage von Artikel 127 vorgesehen ist.
32. Bei Vorschlägen zur Berufsbildung ist der Wirtschafts- und Sozialausschuß zu konsultieren;
      darüber hinaus könnte es sich aufgrund der Zuständigkeiten der Gebietskörperschaften in
      Fragen der Berufsbildung in den meisten Fällen als sinnvoll erweisen, komplementär dazu
      die Stellungnahme des neuen Ausschusses der Regionen einzuholen.
      Empfehlung des Rates über den Zugang zur Weiterbildung, 93/404/CEE vom 30.06.1993.
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33. Der durch formellen Rechtsakt eingesetzte und drittelparitätisch
    zusammengesetzte Beratende Ausschuß für die Berufsbildung könnte die
    Funktion übernehmen,    die globale Politik der Gemeinschaft in Sachen
    Berufsbildung angesichts der Vielfalt der entsprechenden Interventionen
    zum einen auf ihre Kohärenz hin und zum anderen in Sachen Subsidiarität
    laufend bearbeiten, u. a. um somit die Verzahnung von Gemeinschaftspolitik
    und nationalen Aktionen zu verbessern. Im Hinblick auf dieses Ziel
    informiert die Kommission den Beratenden Ausschuß für Berufsbildung
    regelmäßig über die Entwicklung des Programmes, insbesondere über:
        a) die generelle Ausrichtung der Politik im Bereich Berufsbildung,
        b) die allgemeine Beobachtung der Anwendung des gemeinsamen Rahmens
           der Zielsetzungen,
        c) den Berufsbildungsbericht,
        d) die grundsätzliche Evaluierung des Programmes.
34. Mit der Einsetzung eines Ausschusses des sozialen Dialogs soll die bislang
    höchst erfolgreiche Arbeit der Sozialpartner innerhalb der seit 1989
    bestehenden Gruppe für allgemeine und berufliche Bildung fortgeführt und
    intensiviert sowie die Kohärenz der Gemeinschaftsaktionen mit dem Prozeß
    der auf europäischer Ebene zwischen den Sozialpartnern geschlossenen
    Vereinbarungen in der durch deren Vereinbarung vom 31.10.1991 eröffneten
    Perspektive merklich verbessert werden.
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III. Erläuterung des Vorschlags
35. Ausgehend von den mit der Durchführung der einzelnen gemeinschaftlichen
    Berufsbildungsprograrame (COMETT, PETRA, FORCE und EUROTECNET) und anderer
    Aktionen und Pilotvorhaben gewonnenen Erkenntnissen verfolgt das Programm
    als Hauptziel die Durchführung einer Berufsbildungspolitik, die die von
    den Mitgliedstaaten ergriffenen Maßnahmen unterstützt und diese ergänzt,
    und die Förderung der Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten zwecks
    schrittweiser Schaffung eines offenen Raums für Berufsbildung und
    berufliche Qualifikationen. Zur Verwirklichung dieser globalen Zielsetzung
    sind dem Programm folgende spezifischen Einzelziele zugeordnet worden:
        - Leistung eines Beitrags zur Steigerung der Effizienz und Qualität
           der Systeme;
        - Förderung der Qualität von Methoden und Inhalten;
        - Unterstützung von Innovationen auf dem Gebiet der Berufsbildung;
        - Förderung und Verbreitung technologischer Innovation mit Hilfe der
           Berufsbildung;
        - Ausbau der europäischen Dimension in der Berufsbildung auf
            sämtlichen Ebenen;
        - Förderung der Mobilität des Know-how-Potentials, insbesondere durch
           Fernunterricht.
36. Der Entwurf des Vorschlags für einen Beschluß des Rates, der dem
    Subsidiaritätsprinzip Rechnung trägt, umfaßt zwei einander ergänzende
    Teile:
        - Einen gemeinsamen Rahmen von Zielsetzungen, der als Referenzrahmen
        für die Politik der Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Förderung einer
        kohärenten Entwicklung der Berufsbildung in der Gemeinschaft dient;
        - ein Gesamtbündel gemeinschaftlicher Maßnahmen zur Unterstützung und
        Ergänzung der von bzw. in den Mitgliedstaaten in Gang gesetzten
        Aktivitäten.
37. Ziel dieses Rahmens von Zielsetzungen ist die Förderung einer verstärkten
    Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten zwecks Unterstützung der
    schrittweise zu verwirklichenden Berufsbildungspolitik der Gemeinschaft
    und Sicherstellung einer kohärenten Entwicklung der Berufsbildung in der
    Europäischen Gemeinschaft. Die Mitgliedstaaten sollen ihrerseits, auf
    eigene Initiative hin, ihre Berufsbildungspolitik an diesem Rahmen von
    Zielsetzungen ausrichten. Die Leitlinien aus den Aktionsprogrammen COMETT,
    PETRA, FORCE, und EUROTECNET werden in den Gesamtrahmen der Zielsetzungen,
    die mit dem Vorschlag festgelegt werden, integriert.
38. In bezug auf die Gemeinschaftsmaßnahmen stellt der von der Kommission
    vorgelegte Vorschlag auf eine nachhaltige Vereinfachung der Vielfalt
    unterschiedlicher, gegenwärtig durchgeführter Aktionen, auf größere
    Transparenz und genauere Zielgerichtetheit der Gemeinschaftsaktion wie
    auch auf Verbesserung ihrer Folgewirkungen ab.
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    Das Programm richtet sich an die Gesamtheit der Akteure der beruflichen
    Bildung, seien es die öffentlichen Instanzen, die privaten Bildungsträger,
    die Unternehmen oder die Sozialpartner. Sein Ziel ist es, diesen Akteuren
    Orientierungshilfen bei der Definition der Bedürfnisse und bei der
    Konzeption ihrer Aktionen sowie beim Verbessern ihrer Methoden und
    Praktiken mit Hilfe der Ergebnisse einer transnationalen Zusammenarbeit zu
    geben.
    Drei Teile mit spezifischen Zielsetzungen werden vorgesehen, um die
    allgemeinen Ziele des Programms umzusetzen und um schrittweise einen
    offenen Raum der Berufsbildung und der Qualifikationen in der Gemeinschaft
    zu schaffen.
    Teil I     Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Systeme, Instrumente
               und Politiken der Mitgliedstaaten;
    Teil II    Maßnahmen zur Unterstützung des Innovationspotentials        der
               Aktionen am Markt für Berufsbildung;
    Teil III Netzwerke und begleitende Maßnahmen - Förderung der europäischen
               Dimension in der beruflichen Bildung.
39. Der erste Teil läßt den Projekten, die direkte Auswirkungen auf die
    nationalen Instrumente und Systeme der beruflichen Bildung haben, eine
    Unterstützung der Gemeinschaft zukommen.        Eine bessere Qualität der
    Aktionen, die diese Systeme durchführen, erhöht die Effizienz der
     Investitionen und der öffentlichen Ausgaben. Die Erfahrung der bisherigen
    Programme und insbesondere die von PETRA für die Systeme der
    Erstausbildung, hat gezeigt, daß eine transnationale Zusammenarbeit es
    ermöglicht, daß die nationalen Maßnahmen effizienter werden. Vor dem
    Hintergrund der Beschränkungen der nationalen Haushalte können
    Größenvorteile und Innovationstransfers der Gemeinschaftschaftsaktion eine
     immer gößere Bedeutung verschaffen.
    Bei den Themen berufliche Qualifikationen und Berufsberatung, die als
    zentral für Teil I anzusehen sind, hat die durch das Programm entwickelte
    transnationale Zusammenarbeit es ermöglicht, eine wirkliche unverzichtbare
    Europäische Dimension bezüglich der Niederlassungsfreiheit sowie der
    Mobilität des Einzelnen zum Zwecke von Berufsbildung und Beschäftigung
    einzubringen.
40. Der zweite Teil richtet sich an die Träger und Akteure der beruflichen
    Bildung, die auf dem Markt Bildungsmaßnahmen und -produkte anbieten. Alle
    Arten von Trägern kommen in Frage: Bildungsträger, Unternehmen,
    Sozialpartner, Universitäten,
    Die Projekte sollen einerseits dazu beitragen, Innovationen in den
    Maßnahmen für die berufliche Bildung zu fördern und zu entwickeln, um so
    deren Effizienz zu erhöhen andererseits den Transfer technologischer
     Inovationen erleichtern und diesen anregen.
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41. Teil III fördert die Entwicklung der europäischen Dimension in der
    Berufsbildung mit der Hilfe einer Gemeinschaftsunterstützung für die
    Rationalisierung und Koordinierung nationaler Instanzen, die die Grundlage
    für die Entwicklung von transnationalen Pilotprojekten und für
    Austauschmaßnahmen mit einem anderen Mitgliedstaat darstellen; dies
    gestattet eine Verbesserung und Erweiterung des Europäischen Netzes zur
    Förderung der transnationalen Zusammenarbeit, sichert eine erhöhte
    Transparenz des Programms, erhöht die Wirkung des Programms durch eine
    verstärkte Verbreitung der Produkte und Ergebnisse der Pilotprojekte an
    die anderen Operateure,, und zwar vor allem durch die Aktivitäten des
    Europäischen Netzes.
    Dieser dritte Teil umfaßt ebenfalls die Bedarfsanalysen für Fremdsprachen
    und die transnationalen Sprachprojekte, die sich an Unternehmen und sozio-
    ökonomische Sektoren richten und der bisherigen Aktion III des Programms
    LINGUA entsprechen.
42. Besondere Aufmerksamkeit wird der Ausgewogenheit der Mittel und der
    Verbreitung der Ergebnisse zwischen den ersten beiden Programmteilen
    geschenkt werden. Eine völlig undurchlässige Abschottung von Teil I und
    Teil II oder ein ausgeprägtes Ungleichgewicht hinsichtlich der Anzahl der
    geförderten Projekte und damit hinsichtlich der Interessen der
    Projektträger wäre nämlich besonders kontraproduktiv. Ungeachtet der
    Organisation der Systeme auf nationaler Ebene kann davon ausgegangen
    werden, daß Dynamik und Innovation auf Komplementarität der beiden Säulen,
    wie sie die Strukturen der Öffentlichen Hand und der Markt darstellen,
    beruhen. Die Gemeinschaftsaktion muß folglich darauf abzielen, diese
    Gesamtdynamik zu fördern und die bestehenden Hürden, die die
    transnationale Kooperation in ihrer Tragweite eingrenzen, abzubauen.
43. Die im Rahmen des Beruf sbildungsprogrammes geförderten Maßnahmen beziehen
     sich im wesentlichen auf die Vorbereitung von Berufsbildungsmaßnahmen, die
    Entwicklung innovativer Produkte und Maßnahmen sowie die Verbreitung und
    Vervielfältigung        der     Resultate.     Die     Durchführung     von
    Berufsbildungsmaßnahmen wird nur am Rande gefördert. Daher sind die
    Kosten, zu denen ein Gemeinschaftszuschuß möglich ist, im wesentlichen
     solche, die für die Konzeption und Vorbereitung von Kursen anfallen, und
    nicht solche, die für eine Durchführung der Maßnahme erforderlich sind
     (d.h. Entgelte für Ausbilder und Kursteilnehmer, sonstige Kosten der
    Maßnahme). Mit diesem Grundsatz wird das Interesse an der Komplementarität
    zwischen dem Aktionsprogramm einerseits und den im Rahmen der
    Strukturfonds einschließlich der Gemeinschaftsprogramme und -initiativen
    andererseits geförderten Maßnahmen verstärkt, wobei letztere vor allem
    Zuschüsse     zu   den   Kosten    der   tatsächlichen   Durchführung   von
    Berufsbildungsmaßnahmen darstellen, also nach der Phase der Konzeption und
    Vorbereitung.
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44. Die komplementäre, spezifische Aktion der Gemeinschaft im Bereich der
    Berufsbildung wird um so mehr an Effizienz gewinnen, je größer die
    Transparenz, je leichter der Zugang und je stärker verbreitet die
    Ergebnisse zwischen den einzelnen Systemen, Organisationen und Akteuren
    der Berufsbildung in den Mitgliedstaaten einerseits und den Interventionen
    der Gemeinschaft andererseits sind. Unter Berücksichtigung der nationalen
    Gepflogenheiten wird es Aufgabe der Mitgliedstaaten sein, diese Verzahnung
    untereinander    unter   Wahrung    ihrer   Zuständigkeiten   dadurch   zu
    gewährleisten, daß sie die angemessenen Maßnahmen zur Rationalisierung und
    Koordinierung im Lichte der von den nationalen Trägereinrichtungen und im
    Rahmen der gemeinschaftlichen Berufsbildungsprogramme bereits geschaffenen
    operativen Strukturen gewonnenen Erfahrungen ergreifen und die
    erforderlichen Modalitäten zu Koordinierung und Rationalisierung
    festlegen. In Bezug auf Maßnahmen, und mit den handelnden Partnern, wird
    es ebenfalls notwendig sein, eine aktive Komplementarität zwischen dem
    Netzwerk und den handelnden Akteuren des Programmes einerseits, und mit
    denjenigen verantwortlich für die Durchführung des Strukturfonds
    andererseits herzustellen.
45. Das europäische Netzwerk der Berufsbildung, gebildet aus den nationalen
    Instanzen, den Unterstützungsstrukturen für die Projekte sowie den
    Projektträgern selbst stellt einen der Vorzüge des durch das
    Gemeinschaftshandeln geschaffenen Mehrwertes dar. Indem über die Förderung
    einzelner innovativer Projekte in isolierter Weise hinausgegangen wird,
    soll die Dynamik der Vernetzung zwischen Projekten und Projektträgern ein
    bevorzugtes Kriterium für die gemeinschaftliche Förderung sein, wobei die
    Verantwortlichkeit der Mitgliedstaaten für die Organisation und die
    Koordination der operationellen Instanzen und Strukturen gewährleistet
    wird. Die Auswirkung der Transnationalität der Projekte und Aktionen wird
    durch die Tatsache verstärkt, daß die innovativen Projekte und
    Partnerschaften in ein europäisches Netzwerk eingebunden sind, das
    hervorragende    Möglichkeiten    für   einen   Multiplikatoreffekt,   die
    Sichtbarkeit und die Wirkung mit sich bringt.
46. Für die Durchführung des Programms wird der Kommission, entsprechend den
    Regeln der Komitologie, ein Programmausschuß zur Seite stehen, der sich
    aus zwei von jedem Mitgliedstaaten benannten Vertretern und je sechs
    Vertretern der beiden Sozialpartner als Beobachter zusammensetzt. Dieser
    Ausschuß mit beratender Funktion wird die Kommission in folgenden Fragen
    unterstützen:
        (i)   die Prioritäten der Gemeinschaftsmaßnahmen und das jährliche
        Arbeitsprogramm, das sich daraus ableitet;
        (ii) die von der Gemeinschaft für die einzelnen Maßnahmen zu
        gewährende finanzielle Unterstützung (Höhe der Beihilfe, Laufzeit und
        Empfänger);
        (iii) die Aufteilung zwischen den einzelnen Teilen;
        (iv) Auswahlmodalitäten, Evaluierungsmethoden, Modalitäten für die
        Verbreitung und den Transfer der Ergebnisse.
 ---pagebreak---                                       - 21 -
47. In Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten wird die Kommission die operative
     Komplementarität der Programmaktionen mit den Strukturfonds einschließlich
     der Gemeinschaftsprogramme und -initiativen auf Gebieten unterstützen wie
     Z.B. Verbreitung miteinander vergleichbarer, relevanter Informationen,
     Realisierung einer Multiplikatorwirkung im Bereich der Methoden,
     Hilfsmittel, Produkte und Erfahrungen, Durchführung transnationaler Aus-
     und Weiterbildungsmaßnahmen u.a.m. Ferner wird die Kommission die
     operative Synergie mit dem 4. Rahmenprogramm für F&E unterstützen, um den
     Transfer    technologischer    Innovationen    und   die Entwicklung    des
     Reaktionspotentials    der Berufsbildungs-       und Qualifikationssysteme
     gegenüber den entsprechenden F&E-Ergebnissen zu fördern, insbesondere im
     Hinblick auf:
      -  die Förderung von Vorhaben der vergleichenden Forschung über die
         Berufsbildungssysteme und -maßnahmen;
      -  die Unterstützung des Transfers technologischer Innovationen durch eine
         hochwertige berufliche Bildung;
      -   die Förderung der Möglichkeiten im Rahmen der Berufsbildungs- und
         Qualifikationssysteme, auf die Forschungsergebnisse zu reagieren;
      -   die Entwicklung   von   Innovationen   in   der  Methodik des  offenen
         Fernunterrichts.
 48. Zwecks Unterstützung der von den Sozialpartnern auf Gemeinschaftsebene im
      Rahmen des sozialen Dialogs durchgeführten Arbeiten stellt die Kommission
      in Partnerschaft mit den Sozialpartnern die geeigneten operativen
      Verbindungen zum Programm her, um so eine bessere Nutzung der Ergebnisse
      der einzelnen Maßnahmen im Rahmen des Dialogs zu ermöglichen.
 49. Zur Durchführung gelangen werden eine globale Aktion zur Information über
      die Aktionen und Programmergebnisse sowie, partnerschaftlich von der
      Kommission und den Mitgliedstaaten, eine kontinuierliche Evaluierung, um
      Transparenz und Effekt zu vergrößern. Mit dem gleichen Ziel legen die
      Mitgliedstaaten bei Erreichung der ersten Hälfte der Programmlaufzeit und
      bei Abschluß des Programms einen Bericht über die im Rahmen des Programms
      durchgeführten Tätigkeiten vor. Die Sozialpartner werden gemäß den
      nationalen Gepflogenheiten an der Begleitung, der Berichterstattung und
      der Evaluierung des Programmes beteiligt. Auf dieser Grundlage wird die
      Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und
      Sozialausschuß zum 31. Dezember 1997 einen Zwischenbericht und zum 30.
      Juni des Jahres 2000 einen Abschlußbericht vorlegen.
 50. Unter Anwendung des Vertrages über den Europäischen Wirtschaftsraum (und
      seines Zusatzprotokolles, speziell Protokoll 31), geschlossen zwischen den
      Europäischen Gemeinschaften und ihren Mitgliedstaaten und den EFTA-
      Ländern, sind die Initiativen, Aktivitäten sowie die Zusammenarbeit und
      die Gemeinschaftsprogramme im Bereich der beruflichen Bildung für die
      Beteiligung derjenigen EFTA-Mitgliedstaaten ab dem 1. Januar 1995 offen,
      die dem EWR beitreten.
 ---pagebreak---                                      - 22 -
51. Die Kommission verstärkt ihre Zusammenarbeit mit OECD, Europarat, ILO und
    UNESCO vor allem im Hinblick auf den Austausch auf Informationen und
    Erfahrungen in Bezug auf gemeinsame Fragestellungen hinsichtlich der
    Berufsbildungssysteme der Mitgliedstaaten.
52. Die Kommission vergewissert sich bei der Durchführung des Programmes der
    Unterstützung durch das Europäische Zentrum für die Förderung der
    Berufsbildung im Rahmen der entsprechenden Verordnung10, wie auch der
    Europäischen Stiftung für die Berufsbildung11, um schrittweise eine
    angemessene Kooperation mit den Staaten Mittel- und Osteuropas zu
    entwickeln.
Schlußfolgerung
53. Die bisherige Gemeinschaftsaktion im Bereich der Berufsbildung in Form der
    Ende 1994 auslaufenden        Aktionsprogramme   hat, gemessen    an den
    Partnerschaften, Pilotprojekten, Erfahrungsaustauschmaßnahmen     und der
    gegenseitigen Vernetzung, bereits konkrete Ergebnisse gezeitigt. Diese
    vielversprechenden Ergebnisse haben den Beweis für die Zweckmäßigkeit und
    den Zugewinn von auf breiterer Ebene angelegten, systematischeren
    Kooperationsmaßnahmen erbracht. Der von der Kommission in ihrem Entwurf
    vorgeschlagene Rationalisierungsansatz sowohl hinsichtlich der Ziele als
    auch der Maßnahmen dürfte dazu beitragen, die Folgewirkungen und die
    Transparenz der Gemeinschaftsaktion auf diesem Gebiet wie auch ihren
    komplementären Charakter gegenüber anderweitigen Gemeinschaftsmaßnahmen
     nachhaltig zu verbessern. Dieser Ausrichtung kommt umso größere Bedeutung
     zu, als die Rolle der Berufsbildung verstärkt werden muß, um der
     europäischen Wettbewerbsfähigkeit neue Impulse zu verleihen und die
     negative Entwicklung der Beschäftigungslage umzukehren. Die Unterstützung
    der Qualität der Systeme und des Innovationspotentials mit Hilfe der
     Gemeinschaftsaktion muß ein entscheidender Impulsgeber im allgemeinen
    Kontext starker Haushaltszwänge auf Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten
     sein.
     Verordnung 337/75/EWG des Rates vom 10. Februar 1975 über die Errichtung
     eines Europäischen Zentrums zur Förderung der Berufsbildung (ABl. Nr. L
     39 vom 13.2.1975, S. 1)
     Verordnung 1360/90/EWG des Rates vom 7.5.1990 über die Errichtung einer
     Europäischen Stiftung für die Berufsbildung (ABl. Nr. L 131 vom
     23.5.1990).
 ---pagebreak---                    ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DEN AKTUELLEN AKTIONEN VON PETRA, FORCE, IRIS EURTECNET
                     UND COMETT UND DEN DREI TEILEN DER NEUEN PROGRAMME ZUR BERUFLICHEN BILDUNG
                                         PETRA             FORCE           IRIS      EUROTECNET       COMETT
   TEIL I
* Entwicklungs projekte              Gemeinsame                         Projekte     Projekte
* Projekte mit Multiplikator-
   wirkung
* Vermittlung von Jugendlichen       Venait t lungs-
   in der Erstausbildung             programme
* Vermittlungsprogramme für          Vermittlungs-
   junge Arbeitnehmer                programme
* Austauschprogramme für             Studienbesuche    Studienbesuche Studienbesu. Studienbesuche
   Entscheidungsträger
* Erhebungen, Analysen und           Teile Studien     Stat. Erheb,
   Austausch von vergleichbaren      Forschung         zur Weiter-
   Daten                             Ausbildungs-      bildung
                                     berichte          Weiterbil-
                                                       dungsgerichte
  TEIL II
* Entwicklungsprojekte zur                             Pilotprojekte                              Pilotprojekte
    "Unterstützung der Innovation
    Berufsbildung"
* Entwicklungsprojekte "Transfer                                                                  Pilotprojekte
    technologischer Innovationen'
* Projekte mit Multiplikator-                          Pilotprojekte                              Weiterbildungs-
    wirkung                                                                                       kurse
* Vermittlung junger Menschen ln                                                                  Vermittlungs-
    der Hochschulausbildung in                                                                    programme
    Unternehmen
 * Vermittlung junger Hochschul-                                                                  Vermittlungs-
    absolventen in Unternehmen                                                                    programme
 * Austauschprogramme zwischen                         Austausch
    Unternehmen
 * Erhebungen, Analysen und                             Sekt. Erheb.   Studien      Angewandte
    Austausch vergleichbarer                            Analyse der                 Forschung
    Daten                                               Tarifpolitike
   TEIL III
 * Nationales Netzwerk                UNC               INC            NADU         NADU           Info. Center
 * Regionales oder sektorales                                                                      APHW regional
     Netzwerk                                                                                      oder sektoral
 ---pagebreak---                                                 ^-4-'
                                    Vorschlag für einen
                                    BESCHLUSS DES RATES
                                  über ein Aktionsprogramm
                          zur Durcfafuhnng einer Beiufcbüdungspoütik
                                 der Europäischen Gemeinschaft
                                  L E O N A R D O da Vinci
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag über die Europäische Gemeinschaften, insbesondere auf Artikel 127,
auf Vorschlag der Kommission1,
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament2,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses3,
in Erwägung nachstehender Gründe:
1.    Gemäß dem Vertrag obliegt es der Gemeinschaft, eine Politik der beruflichen Bildung
      durchzufuhren, welche die Maßnahmen der Mitgliedstaaten unterstützt und ergänzt.
2.   Bei der Durchführung dieser Politik ist die Tatsache, daß die Verantwortung fur den Inhalt und
     die Gestaltung der beruflichen Bildung bei den Mitgliedstaaten liegt, strikt zu beachten und
     jegliche Harmonisierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften ist ausgeschlossen.
3.    In seinemjieschluß 63/266/EWG hat der Rat allgemeine Grundsätze für die I>irchfuhrung einer
      gemeinsamen Politik der Berufsausbildung angenommen. Die Anwendung dieser allgemeinen
     Grundsätze obliegt den Mitgliedsstaaten und den zuständigen Gemeinschaftsinstitutionen4.
     ABl.
     ABl.
     ABl.
     ABl. Nr. 63 vom 20.4.1963, S. 1338/63
 ---pagebreak---                                               ïï'
4. Mit Beschluß 86/365/EWG5 und 89/27/EWG6 hat der Rat die Phasen I und H des Programms
   COMETT über Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft im Bereich der Aus- und
   Weiterbildung auf dem Gebiet der Technologie angenommen.
5. Mit Beschluß 89/657/EWG7 hat der Rat das Aktionsprogramm EUROTECNET zur Förderung
   von Innovationen der Berufsbildung in der Folge des technologischen Wandels in der
   Europäischen Gemeinschaft angenommen.
6. Mit Beschluß 90/267/EWG8 hat der Rat das Aktionsprogramm FORCE zur Förderung der
   beruflichen Weiterbildung in der Europäischen Gemeinschaft angenommen.
7. Mit Beschluß 87/569/EWG9 und dem geänderten Beschluß 91/387/EWG10 hat der Rat das
   Aktionsprogramm PETRA fur die Berufsbildung Jugendlicher und zur Vorbereitung der
   Jugendlichen auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben angenommen bzw. geändert.
8. Den in dem Bericht der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament und den
   Wirtschafts- und Sozialausschuß11 zusammengefaßten Bewertungen der gemeinschaftlichen
   Aktionsprogramme COMETT, EUROTECNET, FORCE und PETRA zufolge bedeutet die
   Ziisarnmenarbeit auf Gemeinschaftsebene im Bereich der Berufsbildung eine echte Wertsteigerung
   für die von den Mitgliedstaaten durchgeführten Aktionen.
9. Mit ihrer Empfehlung 87/567/EWG12 bezüglich der beruflichen Bildung von Frauen hat die
   Kommission die Mitgliedstaaten dazu ermutigt, die Maßnahmen zur Förderung der
   Chancengleichheit zu verstärken; mit ihrem dritten mittelfristigen Aktionsprogramm (1991 -
    1995) für die Chancengleichheit für Manner und Frauen13 hat sich die Kommission dazu
   verpflichtet, einen Austausch von Erfahrungen und Know-how mit Hilfe des Netzes IRIS zu
   ermöglichen sowie dieses Netz zu entwickeln, um die Aus- und Weiterbildungsbedurfnisse der
   Frauen besser ermitteln zu können und um innovative Aus- und Weiterbildungsformen zu fördern
   sowie eine europäische Methologie in diesem Bereich zu entwickeln.
5
   ABl. Nr. L 222 vom 8.8.1986, S. 17
   ABl. Nr. L 13 vom 17.1.1989, S.28
   ABl. Nr. L 393 vom 30.12.1989, S. 29
   Abi. Nr. L 156 vom 21.6.1990, S. 1
   Abi. Nr. L 346 vom 10.12.1987, S. 31
   Abi. Nr. L 214 vom 2.8.1991, S. 69
   KQM(93) 151 endg. vom 5.5.1993
   AH. Nr. L 342 vom 4.12.1987, S. 35
   KOM(90) 449 endg. vom 6.11.1990, bestätigt durch die Empfehlung des Rates vom 21.5.1991
   (91/C 142/01/Abl. Nr. C 142 vdm 31.5.1991, S. 1)
 ---pagebreak--- 10. Mit seiner Entschließung vom 11. Juni 199314 ist der Rat der Auffassung, daß die Qualität der
    beruflichen Bildung in den Mitgliedstaaten gestärkt werden muß, damit der einzelne die
    Möglichkeit erhält, seine Kenntnisse und Fähigkeiten ständig zu verbessern, und damit ein
    Beitrag zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts sowie der Steigerung der
    Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft geleistet wird. Der Rat betont, daß durch die
    Vollendung des Binnenmarktes am 1. Januar 1993 (Be Arbeitsmärkte in den kommenden Jahren
    einem ständigen Wandel unterworfen und enger miteinander verbunden sein werden; dadurch
    werden in verstärktem Maße Forderungen an die Politik im Bereich der allgemeinen und
    beruflichen Bildung gestellt werdea
11. Mt seiner Empfehlung vom 30. Juni 199315 bezüglich dem Zugang zur beruflichen
    Weiterbildung hat der Rat empfohlen, daß die Mitgliedstaaten ihre Politik darauf ausrichten, daß
    jeder Arbeitnehmer in der Gemeinschaft ohne Diskriminierung Zugang zur beruflichen
    Weiterbildung hat und während seines gesamten Erwerbslebens behalten muß.
12. Die Kommission hat in ihrer Arbeitsunterlage über die Leitlinien fur die Gemeinschaftsaktion im
    Bereich allgemeine und berufliche Bildung16 angekündigt, daß sie die Aktionsprogramme im
    Bereich der Berufsbildung rationalisieren, vereinfachen und zu einem einzigen Programm
    zusammenfassen will, indem sie die Aspekte verstärkt, die im Hinblick auf den Nutzen und den
    Anreiz, den sie Europa bieten können, am vielversprechendsten sind.
13. Der Mehrwert der Gemeinschaftsaktion ist im Rahmen der schrittweisen Schaffung eines offenen
    Raumes der Berufsbildung und -qualifikationen in Verbindung mit der Errichtung und dem
    Funktionieren des Binnenmarktes zu konsolidieren und zu verstärken.
14. Der zusarnmenfassende Bericht über die Beiträge der Mitgliedstaaten auf der Grundlage17 des
    Memorandums über die Berufsbildung in den neunziger Jahren zeigt die allgemeinen Tendenzen
    auf, mit denen alle Mitgliedstaaten in diesem offenen Raum der Berufsbildung und -
    qualifikationen gleichermaßen konfrontiert wurdea
15. Der Europäischen Rat hat am 10. und 11. Dezember 1993 beschlossen, daß angesichts der
    institutionellen, rechtlichen und vertraglichen Besonderheiten, wie sie jedem Mitgliedstaat eigen
    sind, die Gemeinschaftsaktion auf die Definition der Ziele zu beschränken ist und den
    Mitgliedstaaten die Wahl der ihrer Situation angepaßten Mittel zu überlassen ist, um innerhalb
    eines gemeinsam festgelegten Rahmens die Europäische Wirtschaft zu stärken; die
    Mitgliedstaaten sollten sich ferner von den Vorschlägen des Weißbuchs der Kommission über
    die mittelfristige Strategie zur Förderung des Wachstums, der Wettbewerbsfähigkeit und der
    Beschäftigung inspirieren lassen.
16. Um eine kohärente Entwicklung der Berufsbildung in der Gemeinschaft zu fördern, soll ein
    gemeinsamer Rahmen von Zielsetzungen aufgestellt werden, der als Referenz für die von den
    Mitgliedstaaten durchgeführte Politik dienen soll.
14
    Abi. Nr. C 186 vom 8.7.1993, S. 3
15
    Abi. Nr. L 181 vom 23.7.1993, S. 37
16
    KOM(93) 183 endg. vom 5.05.1993
17
    KOM(91) 397 endg. vom 12.12.1991
 ---pagebreak---                                                    - x\-
17. Um die Wirksamkeit der Gemeinschaftsaktion zu steigern und die Rationalisierung
    voranzubringen, sollten die verschiedenen Maßnahmen in drei großen Bereichen angesiedelt sein.
    Im ersten Bereich wird die Qualität der Berufsbildungssysteme, Maßnahmen und Politiken der
    Mitgliedstaaten gefördert, im zweiten Bereich das Innovationspotential der Aktionen auf dem
    Berufsbildungsmarkt mteretützt und im Dritten wird der schrittweise Aufbau eines
    unterstützenden Netzwerkes fur die Europäische Dimension in der Berufsbildung beabsichtigt.
18. Die drei im Rahmen des Programms entwickelten Arten von Maßnahmen (Modellvorhaben,
    Vermittlung, Erhebungen und Analysen) sind alle auf eine länderübergreifende Zusammenarbeit
    ausgerichtet, die, unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips, zu einer deutlichen Wertsteigerung
    der von den Mitgliedstaaten und den Akteuren des Berufsbildungsmarktes ergriffenen
    Maßnahmen fuhrt.
19. Es ist angezeigt, die operationeilen Synergien zwischen dem Aktionsprogramm im Bereich der
    Berufsbildung und den Interventionen der Strukturfonds, hier insbesondere der
    Gemeinschaftsinitiativen, zu ermutigen.
20. Femer ist es angezeigt, fur eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Kommission
    und den Mitgliedstaaten bei der permanenten Betreuung und der systematischen Evaluierung des
    Programmes und der Maßnahmen zu sorgea
BESCHLDESST:
 ---pagebreak---                                               -28-
                                            Aitikel 1
                                  (Festlegung des Programms)
1. Durch diesen Beschluß wird ein Aktionsprogramm zur Durchführung einer Berufbildungspolitik
   der Europäischen Gemeinschaft, in der Folge als "Programm LEONARDO da Vinci" bezeichnet,
   festgelegt. Dieses Programm tritt am 1. Januar 1995 in Kraft.
2. Dieses Programm schafft:
   a)    einen gemeinsamen Rahmen von Zielsetzungen, um eine kohärente Entwicklung der
         beruflichen Bildung zu fördern, wie in Anhang I näher beschriebea
   b)    verschiedene in Artikel 4 und Anhang II näher erläuterte Aktionen auf Gemeinschaftsebene
         zur Unterstützung und Ergänzung der von und in den Mitgliedstaaten ergriffenen
         Maßnahmen, die auf der Grundlage der im Anhang I beschriebenen Zielsetzungen
         umzusetzen sind.
 ---pagebreak---                                                        JV
                                              Artikel 2
                                           (Definitionen)
Für die Zwecke dieses Beschlusses:
a)   wird der Begriff "berufliche Erstausbildung" verwendet, um jede Form der beruflichen
     Erstausbildung unterhalb der Hochschulebene einschließlich der Ausbildung in technischen und
     beruflichen Schulen sowie Betrieben zu bezeichnen, die es den Jugendlichen ermöglicht, eine
     Berufsqualifikation zu erwerben, die von den zuständigen Behörden des Mtgliedstaats,in dem
     diese Berufsqualifikation erworben wird, anerkannt wird;
b)   wird der Begriff "berufliche Weiterbildung" für jede Maßnahme der beruflichen Bildung
     verwendet, an der ein Arbeitnehmer aus der Europäischen Gemeinschaft im Laufe seines
     Arbeitslebens teilrümmt;
c)   wird der Begriff "Unternehmen" für große sowie für kleine und mittlere Unternehmen,
     unabhängig von ihrer Rechtsform und dem Wirtschaftsbereich, in dem sie tätig sind, sowie für
     jede Art von Wirtschaftstätigkeit - einschließlich der Sozialwirtschaft - verwendet;
d)   wird der Begriff "Arbeitnehmer" für alle Erwerbspersonen, die Verbindung zum Arbeitsmarkt
     haben, einschließlich der Selbständigen, verwendet;
e)   wird der Begriff "Sozialpartner" für Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften verwendet, die in
     den Mitgliedstaaten im Rahmen der Tarifverhandlungen anerkannt werden, und/oder für ihre
     berufsübergreifenden Organisationen und/oder für die an konzertierten Aktionen beteiligten
     nationalen Organisationen;
f)   wird der Begriff "Berufsbildungseinrichtung" für alle staatlichen, halbstaatlichen oder privaten
     Einrichtungen verwendet, die unabhängig von ihrer jeweiligen Bezeichnung in den
     Mitgliedstaaten Maßnahmen der beruflichen Bildung, der Weiterbildung, der Nachschulung oder
     Umschulung durchführea Dieser Begriff umfaßt auch selbständige Wirtschaftsorganisationen,
     insbesondere Industrie- und Handelskammern und/oder ihnen gleichgestellte Einrichtungen und
     Berufsverbände;
g)   wird der Begriff "Hochschule" als Begriff für alle Arten der nach Abschluß der Sekundarstufe
     II weiterführenden Bildungseinrichtungen verwendet, an denen Qualifikationen oder
     Hochschulabschlüsse erlangt werden können, und zwar ungeachtet ihrer jeweiligen Bezeichnung.
h)   wird der Begriff "offener Fernunterricht" für alle Formen der nicht-traditionellen Berufsbildung
     unter Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien sowie hochentwickelter
     Informations- und Kommunikationsdienste und mit individueller Beratung und
     Berufsbildungsbegleitung verwendet.
 ---pagebreak---                                                  - >
                                               Artikel 3
                          (Auf nationaler Ebene durchzuführende Aktionen)
 Der gemeinsame Rahmen von Zielsetzungen, wie im Anhang I beschrieben, soll als Referenz dienen
 für die von den Mitgliedstaaten durchgeführte Politik, unter Berücksichtigung der innerstaatlichen
 rechtlichen Zuständigkeiten der Betroffenen und der entsprechenden Verantwortungsbereiche der
 zuständigen öffentlichen Stellen, der Unternehmen und der Sozialpartner.
                                             Artikel 4
                                 (Gemeinschaftliche Maßnahmen)
1.   Die Kommission führt in dem Zeitraum vom 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 1999, die in
     Anhang II genannten gemeinschaftlichen Maßnahmen durch.
2.   Gemäß dem in Artikel 5 beschriebenen Verfahren werden die folgenden Entscheidungen gefallt
     bezüglich:
     a)    der Prioritäten im Rahmen der gemeinschaftlichen Maßnahmen, wie in Anhang II
           beschrieben, und des Jahresarbeitsprogrammes, das sich davon ableitet;
     b)    der von der Gemeinschaft bereitgestellten finanziellen Unterstützung (Beträge, Dauer und
           Begünstigte);
     c)    der Aufschlüsselung zwischen den einzelnen Programmteilen;
     d)    der Auswahlmodalitäten, der Bewertungsverfahren, der Modalitäten für die Verbreitung und
           den Transfer der Ergebnisse.
 ---pagebreak---                                                     T4»-
                                              Artikel5
                                             (Ausschuß)
1. Bei der IXirchfuhrung des Programms wird die Kommission von einem beratenden Ausschuß
   unterstützt, der sich aus je zwei Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und dessen Vorsitz
   der Vertreter der Kommission übernimmt.
   Zwölf Vertreter der Sozialpartner, die von der Kommission auf der Grundlage von Vorschlägen
   der Organisationen,, die die Sozialpartner auf Gemeinschaftsebene vertreten, ernannt werden,
   nehmen an den Arbeiten des Ausschusses als Beobachter teil.
   Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu ergreifenden
   Maßnahmea Der Ausschuß gibt - gegebenenfalls durch Abstimmung - seine Stellungnahme zu
   diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende nach Maßgabe der Dringlichkeit der
   betreffenden Frage festsetzen kana
   Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen. Darüber hinaus hat jeder Mitgliedstaat
   das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird.
   Die Kommission berücksichtigt so weit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses. Sie
   unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt hat.
 ---pagebreak---                                             Artikel 6
                                (Kohärenz und Komplementarität)
 1. Die Kommission trägt Sorge für die Gesamtkohärenz zwischen dem Programm und dem
    Gemeinschaftsprogramm im Bereich der Bildung.
2.  Die Kommission fördert gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die Verwirklichung einer
    operationeilen Komplementarität zwischen dem Programm und den Interventionen der
    Stiiikturfonds, insbesondere den Gemeinschaftsinitiativen Sie sorgt insbesondere dafür, daß die
    Gemeinscliaftemaßnahmen im Rahmen dieses Programmes zur Verbesserung der strukturellen
    Interventionen im Bereich der beruflichen Bildung beitragen, im Hinblick auf:
    a)    die Verbreitung und Erweiterung sachdienlicher vergleichbarer Informationen über die
          Berufsbildungssysteme und -maßnahmen;
    b)    die Förderung der Durchführung transnationaler Berufsbildungsaktionen, ausgehend von den
          Ergebnissen der Pilotprojekte des Programms;
    c)    die Förderung einer möglichst großen Synergie mit der Beschäftigungspolitik und der
          Politik zur Förderung der Chancengleichheit beim Zugang zur Erstaus- und zur
          Weiterbildung für benachteiligte Gruppen.
3.  Die Kommissionfördert,gemeinsam mit den Mitgliedstaaten, eine Koordinieriing der Aktivitäten
    zwischen dem Programm und dem vierten Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung.
4.  Die Kommission knüpft die geeigneten Operationellen Verbindungen zwischen dem Programm
    und der Tätigkeit im Rahmen des sozialen Dialogs auf Gemeinschaft'sebene.
5.  Die Kommission versichert sich der Mitwirkung des Europäischen Zentrums für die Förderung
    der Berufsbildung (CEDEFOP) bei der f>irchführung des Programms2.
2   Verordnung (EWG) Nr. 337/75 des Rates vom 10. Februar 1975 über die Einrichtung eines
    Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (ABl. Nr. L 39 vom
    13.2.1975, S. 1)
 ---pagebreak---                                            Artikel7
                         (Begleitung, Bewertung und Berichteistattung)
   Das Programm ist Gegenstand einsr ständigen Begleitung, die von der Kommission und den
   Mitgliedstaaten partnerschaftlich durchgeführt wird. Sie wird durch von den Mitgliedstaaten
   ausgearbeitete Berichte sowie durch spezifische Tätigkeiten sichergestellt. Anhand dieser
   Begleitung ist es gegebenenfalls möglich, das Programm den im Verlauf der Durchführung
   deutlich werdenden Erfordernissen anzupassen.
   Die Kommission fuhrt die ständige Begleitung, die finanzielle Betreuung und die Kontrolle der
   Gemeimchaftsmaßnahmen durch.
2. Das Programm ist Gegenstand einerregelmäßigenBewertung, die von der Kommission und den
   Mitgliedstaaten partnerschaftlich durchgeführt wird.
   Die Ergebnisse der transnationalen Maßnahmen sind Gegenstand regelmäßig durchgeführter
   externer Bewertungen.
3. Zum 31. Dezember 1995, und weiterhin alle zwei Jahre, übennitteln die Mitgliedstaaten der
   Kommission einen Bericht über die Berufsbildung.
   Der Bericht umfaßt:
         sachdienliche Informationen über die in den Mitgliedstaaten vorhandenen Systeme und
         Maßnahmen zur Förderung und Finanzierung der beruflichen Bildung;
        eine Beschreibung der ergriffenen Maßnahmen zur Durchführung des in Anhang I
        beschriebenen Rahmens von Zielsetzungen;
        eine Beschreibung der auf nationaler Ebene vorgenommenen operationeilen
        Komplementarität zwischen den Aktivitäten des Programms und den Interventionen der
         Strukturfonds, insbesondere der Gemeinschaftsinitiativea
4. Die Kommission legt dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und
   Sozialausschuß bis zum 30. Juni 1998 einen Zwischenbericht über die Anlaufphase und bis zum
   30. Juni 2000 einen Bericht über die Djrchführung des Programms vor.
                              Geschehen zu           am ...
                                      Im Namen des Rates
                                       Der Präsident
 ---pagebreak---     aktiviteter, hvor formâlet er at udarbejde kurser og materialer til brug ved âben
    undervisning og fjernundervisning samt sproglig og kulturel tilpasning af kurser af hoj
    kvalitet for at muliggore anvendelse af disse i andre medlemsstater end den medlemsstat,
    hvori de er udarbejdet.
IL2 Program for tvaonationale uddannelsesophold og udvekslinger
a)  Program for tvaetnationale uddannelsesophold i viiksomheder for unge under
    umveisiteteuddannelse
    St0tte til programmer for virksomhedsuddannelsesophold for unge under
    universitetsuddannelse i en virksomhed i en anden medlemsstat, som indgâr i et
    tvaernationalt uddannelsesprojekt, der understottes gennem et samarbejde inden for nye
    teknologier mellem virksomheder og universiteter i flere medlemsstater. Uddannelses-
    opholdene vil som hovedregel vasre af en varighed pâ 6 mâneder og kan hojst vasre af en
    varighed pâ 12 mâneder.
b)  Program for tvaemationale uddannelsesophold i virksomheder for unge, derhar afsluttet en
    umveisitetsuddannelse
    St0tte til programmer for virksomhedsuddannelsesophold for unge, der har afsluttet en
    universitetsuddannelse, og for unge universitetsfolk, der lige er begyndt at arbejde, i en
    virksomhed i en anden medlemsstat, som indgâr i et innovationsprojekt for smâ og
    mellemstore virksomheder, der er omfattet af virksomhedens udviklingsplan eller
    udviklingsplaneme for sammenslutninger af virksomheder eller ressourcecentre for de smâ
    og mellemstore virksomheder. Disse uddannelsesophold vil som hovedregel vasre af en
    varighed pâ 6 mâneder og kan toajst vasre af en varighed pâ 12 mâneder.
c)  Program for tvaemationale udvekslinger mellem virksomheder
    St0tte til de programmer for udvekslinger mellem virksomheder, navnlig af ansvarlige for
    uddannelse eller menneskelige ressourcer (pâ deltid eller fuld tid) og af vejledere i
    virksomheden, som er knyttet til smâ og mellemstore virksomheders udviklingsplaner eller
    udviklingsplaneme for sammenslutninger af smâ og mellemstore virksomheder, der
    indebasrer anvendelse af nye teknologier eller nye produktionsprocesser. Disse udvekslinger
    vil som hovedregel vasre af en varighed pâ 2 uger og kan hojst vasre af en varighed pâ 8
    uger.
                                              2*+
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       b)    den Ausbau der Berufsberatung zu ermöglichen und das Berufsbildungsangebot zu
             erweitern;
       c)    die Entwicklung einer hochwertigen Aus- und Weiterbildung der Planer und
             Entscheidungsträger in der beruflichen Bildung zu ermöglichen;
       d)    den freien Dienstleistungsverkehr für die Berufsbildungseinrichtungen der
             Gemeinschaft zu gewährleisten und den Informations- und Erfahrungsaustausch über
             die Hemmnisse bei der Verwirklichung eines offenen europäischen
             Berufsbildungsraumes zu verstärken.
  3.   Die Aufnahme einer beruflichen Bildung zu erleichtem sowie die Mobilität der Ausbilder
       und der in der beruflichen Bildung befindlichen Personen, insbesondere der Jugendlichen,
       zu fördern
       und insbesondere:
       a)    das Ziel des Zugangs aller Jugendlichen der Gemeinschaft, die dies wünschen, zu
             einer ein- bzw., sofern das möglich ist, zwei- oder mehrjährigen beruflichen
             Erstausbildung, die sich an den vollzeitlichen Pflichtschulbesuch anschließt und mit
             einer von den zuständigen Behörden des jeweiligen Mitgliedstaats anerkannten
             beruflichen Qualifikation abschließt4, zu unterstützen;
       b)    die gemeinsamen Leitlinien über den Zugang zur beruflichen Weiterbildung im
             Hinblick darauf, daß für jeden Arbeimehmer der Gemeinschaft der Zugang zur
             Weiterbildung ohne jegliche Diskriminierung und während seines gesamten
             Erwerbslebens offen sein muß5, umzusetzen;
       c)    die tatsächliche Umsetzung des gleichen Zugangs zur beruflichen Weiterbildung für
             Frauen zufördern,insbesondere um dazu beizutragen, ihnen neue Tätigkeitsfelder zu
             eröffnen und die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit nach einer Unterbrechung zu
             erleichtem;
       d)   die europäische Dimension der beruflichen Bildung durch die Vermittlung von
            transnationalen Berufsbildungsplätzen zu verbessern und die gegenseitige Anerkennung
             und/oder Validierung der beruflichen frfahrung zu ermöglichen;
       e)   den offenen Femunterricht zu fördern, um den Zugang zur beruflichen Bildung zu
            erleichtem.
  4.   Die Zusammenarbeit in Fragen der beruflichen                         Bildung    zwischen
       Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen zu fördern
       und insbesondere:
       a)   die Europäische Dimension in der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und
            Unternehmen für die Berufsbildung im Bereich der Technologie6, ihrer Anwendung
            und ihres Transfers zu fördern;
4
  Artikel 1 der Entscheidung 91/387/EWG des Rates - PETRA
5
  Empfehlung 93/404/EWG des Rates
6
  Artikel 3 der Entscheidung 89/27/EWG des Rates - COMETT n
 ---pagebreak---                                             3>to-
   b)    das Zusammenwirken zwischen beruflicher Erstausbildung und Weiterbildung zu
         verbessern, um einen Ansatz im Sinne des lebenslangen Lernens zu entwickeln.
5. Den Informations- und Erfahrungsaustausch über gemeinsame Probleme im Rahmen der
   Berufsbildungssysteme der Mitgliedstaaten auszubauen
   und insbesondere:
   die angewandte Forschung auf dem Gebiet der beruflichen Bildung zu unterstützen, ebenso
   den Informations- und Erfahrungsaustausch über die Bildungssysteme und -maßnahmen
   sowie über die Qualifikations- und Bescheinigungssysteme auszubauen.
 ---pagebreak---                                                       -3V
                                           ANHANG H
                             MASSNAHMEN DER GEMEINSCHAFT
ABSCHNITT A: MASSNAHMEN
Die Maßnahmen stützen sich auf die bei der Umsetzung der Gemeinschaftsprogramme COMETT,
EUROTECNET, FORCE, PETRA und IRIS gemachten Erfahrungen.
Sie betreffen die Systeme, Politiken sowie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, wie diese von den
Mitgliedstaaten definiert sind, und sie stutzen sich auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den
verschiedenen Akteuren der beruflichen Bildung und zwar vor allem zwischen Unternehmen und
Universitäten oder Trägem beruflicher Bildung.
Diese Maßnahmen verteilen sich auf drei große Bereiche:
TEIL I       MASSNAHMEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DER QUALITÄT DER SYSTEME, DER
             MASSNAHMEN UND DER POLITIKEN DER MITGLIEDSTAATEN
TEIL H       MASSNAHMEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DES INNOVATIONSPOTENTIALS DER
             AKTIONEN AUF DEM BERUFSBEDUNGSMARKT
TEIL KI      NETZWERK, FREMDSPRACHKENNTNISSE, FLANKIERENDE MASSNAHMEN
 ---pagebreak---                                                      3S-
TEILI       MASSNAHMEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DER QUALITÄT DER SYSTEME, DER
            MASSNAHMEN UND DER POUTTKEN DER MTKÄIEDSTAATEN
    Dieser erste Teil ist dazu bestimmt, jenen Projekten, die eine direkte Auswirkung auf die
    nationalen Benifsbildungssysteme und -maßnahmen haben, eine Gemeinschaftsunterstützung zu
    gewähren. Dieser Teil soll dazu beitragen, die Effizienz der Berufsbildungssysteme und -
    maßnahmen zu verstärken, ihre Reaktionsfähigkeit auf den Berufsbildungsbedarf von Individuen
    und Unternehmen, insbesondere KMU, zu verbessern und die Qualität der Methoden, Prozesse
    und Mittel der Berufsbildung zu fördern.
    Auf Vorschlag der Mitgliedstaaten werden der Kommission Projekte zur Unterstützung der
    Qualität der Systeme vorgelegt.
    Sie werden von einem öffentlichen Träger, von einem Zusammenschluß öffentlicher und privater
    Träger oder Sozialpartner, oder aber von einem nichtöffentlichen Träger koordiniert, der jedoch
    für die Strukturierung und die Entwicklung des Systems, der Instrumente oder der Politik des
    Mitgliedstaats direkt verantwortlich ist.
LI Transnationale Pilotprojekte
    a)     Entwicklungsprojekte
           Unterstützung der Planung, Fertigstellung und Erprobung transnationaler Pilotprojekte für
           die berufliche Bildung.
           Die gemeinschaftliche Unterstützung gilt insbesondere:
               der Veibesserung der beruflichen Erstausbildung durch die TXirchführung von
               Programmen und Modulen der beruflichen Bildung sowie der Anerkennung der
               gewonnenen beruflichen Erfahrung im Rahmen der nationalen Berufsbildungssysteme;
               der beruflichen Bildung von Ausbildern und Betreuem; der beruflichen Bildung von
               Spezialisten und Analytikern für berufliche Qualifikationen; der IXirchführung von
               Projekten im Bereich der Berufsberatung einschließlich der Vernetzung von
               Berufsberatungszentren; der beruflichen Bildung von Beratern und
               Berufsberatungsspezialisten;
               der Chancengleichheit zwischen Männern und Fnwien im Bereich der beruflichen
               Bildung;
               der beruflichen Bildung von Planungsverantwortlichen und Entscneidungsträgem für
               Maßnahmen im Bereich der beruflichen Bildung;
               der beruflichen Bildung von sozio-ökonomischen Akteuren im Bereich der Tarifpolitik
               auf dem Gebiet der beruflichen Bildung.
   b)     Projekte mit Multiplikatorvvirkung
          Unterstützung der Verbreitung und des Transfers der Lehrmethoden, -mittel, -ergebnisse
          und -instrumente, in die Berufsbildungssysteme und -maßnahmen, einschließlich der
          Einrichtung von Systemen im Bereich des offenen Femunterrichtes, unterstützt von neuen
          Informations- und Kommunikationstechnologien, mit dem Ziel, übertragbare
          Berufsbildungsprodukte zu schaffen, wie sie im Rahmen des Programmes "Systeme der
          Telematik von allgemeinem Interesse - flexibler Femunterricht" gemäß dem dritten
          Rarirnenprogramm für Forschung und Technologische Entwicklung entwickelt wurdea
 ---pagebreak---                                                  -31-
L2 Transnationale Vermittiungs- und Austauschprogramme
   a)    Vermittiungsprogramme für Jugendliche in der Eistausbildung
         Unterstützung der transnationalen Vermittlung von Jugendlichen in der beruflichen
        Erstausbildung, vorwiegend in sich stark weiterentwickelnden Berufsbereichen und
         insbesondere im Zusammenhang mit der Vollendung des Binnenmarktes. Die Jugendlichen
        werden im allgemeinen entweder für einen kurzen Zeitraum von drei bis zwölf Wochen
        vermittelt oder für einen Zeitraum von 3 bis 12 Monaten, wenn es sich dabei um einen
         integralen Teil einer Ausbildung handelt und dies in transnationalen Abkommen über die
        Anerkennung der gewonnenen beruflichen Erfahrung vorgesehen ist.
   b)   Transnationale Vermittiungsprogramme für junge Arbeitnehmer
        Unterstützung der transnationalen Vermittiungsprogramme für junge Arbeitnehmer oder
        junge Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt, die auf den Erwerb einer anerkannten
        beruflichen Erfahrung oder einer zusätzlichen Qualifikation abzielen. Die jungen
        Arbeitnehmer werden in der Regel für drei, höchstens jedoch für zwölf Monate vermittelt.
   c)   Transnationale Austauschprogramme für Entscheidlingsträger
        Unterstützung der Austauschprogramme für nationale oder regionale öffentliche
        Entscheidungsträger und Organisationen der Sozialpartner zur Förderung des gegenseitigen
        Verständnisses der Funktionsweise der Berufsbildungssysteme und -maßnahmen und des
        Erfahrungsaustauschs.
        Diese Maßnahme wird im Rahmen des im Auftrag der Kornmission von CEDEFOP
        durchgeführten Programms der Studienaufenthalte eingeleitet.
L3 Eihebungen, Analysen und Austausch von veigleichbaren Daten
   a)   Erhebungen und Analysen über die Qualität der Maßnahmen und Systeme beruflicher
        Bildung
        Unterstützung der Gemeinschaft zur Durchführung von Arbeiten auf transnationaler Ebene
        im Zusammenhang mit Fragen, die den Mitgliedstaaten gemeinsam sind in Verbindung mit
        der Durchrührung des in Anhang I festgelegten Rahmens von Zielsetzungen.
        Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Behörden durch Bezugnahme auf die
        Gemeinschaftsebene bei der Verbesserung der Qualität und der Wirksamkeit ihrer
        Maßnahmen im Bereich der Berufsbildung zu helfea
 ---pagebreak---                                            -i*o-
   Es handelt sich um:
       die Einrichtung von allgemeinen Systemen zur Prognose des Aus- und Weiterbildungs-
        sowie Qualifikationsbedarfs;
       die neuen Weiterbildungsmethoden für KMU;
       die neuen Formen von alternierender Aus- und Weiterbildung sowie die
       Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Berufsbildungseinrichtungen oder
       Hochschulen;
       die neuen Verfahren und Instrumenten für die Bewertung der Qualität des
       Berufsbildungsangebots;
       die neuen Ausbildungsgängen für die Planer der beruflichen Bildung;
       die Transparenz, Anerkennung und Validierung der beruflichen Qualifikationen;
       die Förderung des Rechts auf Berufsbildung ("Ausbildungsschecks" für Jugendliche
       usw.);
       die Buchung der Ausgaben für Berufsbildung in den Staatshaushalten und die
       Buchhaltung der Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf Investitionen in die
       Berufsbildung.
b) Austausch vergleichbarer Daten
   Die Kommission sammelt in enger Zusammenarbeit mit der EUROSTAT-Arbeitsgruppe
   "Statistiken der allgemeinen und beruflichen Bildung" systematisch Daten aus den
   Mitgliedstaaten, entwickelt ausgehend von den Arbeiten auf nationaler Ebene vergleichbare
   Konzepte, konsolidiert die laufenden gemeinschaftlichen                     Erhebungen
   (Arbeitskräfteerhebung, Erhebung über die berufliche Weiterbildung usw.) und legt einen
   gemeinsamen und umfassenden methodischen Rahmen fest, der in allen Mitgliedstaaten
   eingesetzt werden kana
 ---pagebreak---                                                       m
TEIL H       MASSNAHMEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DES INNOVATIONSPOTESTTALS DER
            AKTIONEN AUF DEM BERUESBDLDUNGSMARKT
     Dieser zweite Teil richtet sich an die Träger und Akteure der beruflichen Bildung, die auf dem
     Markt Berufsbildungsmaßnahmen und -produkte anbieten. Er hat zum Ziel, Innovationen bei der
     I>ffchführung, der Methodologie und den Mitteln im Bereich der Berufsbildung zu unterstützen,
     technologische Innovationen durch berufliche Bildung zufördernund zu verbreiten, die Kapazität
     der Berufsbildungssysteme und der beruflichen Qualifizierungssysteme zu verbessern, damit diese
     besser den Veränderungen gerecht werden und die Entwicklung von offenen Femlemsystemen
     stimuliert wird.
     Projekte zur Unterstützung des Innovationspotentials werden der Kommission auf Vorschlag der
     verschiedenen Akteure im Bereich der beruflichen Bildung Unternehmen, Sozialpartnern,
     Universitäten und Berufsbildungseinrichtungen vorgelegt.
 ELI Transnationale Pilotprojekte
     a)     Entwicklungsprojekte zur "Unterstützung der Innovation in der Beiufsbildung"
            Unterstützung der Planung, Fertigstellung und Erprobung von transnationalen
            Pilotprojekten, die auf die Innovation im Bereich der Pädagogik, der Lehrinhalte, der
            Studienbegleitung, der Methoden, der Lehrmittel, der Ausrüstung sowie der Verfahren zur
            Bedarfsprognose und zur Bewertung der Berufsbildung abzielen.
           Gemeinschaftliche Unterstützung wird gewährt für:
                 die Djrchführung von Projekten im Zusammenhang mit der Anpassung an den
                 industriellen Wandlungsprozeß und die Weiterentwicklung der Produktionssysteme;
                die Djrchführung von Projekten auf dem Gebiet der Tarifpolitik im Bereich der
                 beruflichen Weiterbildung;
                die Durchfuhrung von Projekten im Bereich der Beschreibung individueller beruflicher
                Projekte, Bewertung der Qualifikationen und Analyse der berufsbezogenen Laufbahn;
                die I>ffchfuhrung von Projekten im Zusammenhang mit der Prognose des Bedarfs an
                Qualifikationen, Kompetenzen und Berufsbildung in Benrfszweigen oder in
                technologischen Bereichen;
                die Entwicklung im Rahmen der Partnerschaften und transnationalen Netze von
                übertragbaren Methoden, Inhalten und Produkten der beruflichen Weiterbildung der
                Arbeitnehmer,
                die Durchführung von Berufsbildungsprojekte für Leiter von KMU.
 ---pagebreak---                                                42
    b)    EntwicklungspiDJekte ! Berufsbildung für den TransfertechnologischerInnovationen' '
          Besonderer Nachdruck wird gelegt auf:
          -    die Bitwicklung von hoch qualifizierten Humanressourcen durch qualitativ
              hochwertige Berufsbildung, die sich auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen
               Unternehmen und Hochschulen stützt;
               die Qualität und Leistungsfähigkeit der Dienste zur Unterstützung der Innovation und
               des Technologietransfers;
               die Verbesserung der Fähigkeit seitens der Industrie und vor allem der KMU und der
               traditionellen Industriezweige, die neuen Technologien anzunehmea
          Gemeinschaftlich unterstützt werden die Planung, Fertigstellung und Erprobung von
          transnationalen Pilotprojekten, die auf Innovationen im Bereich der Pädagogik, der
          Lehrinhalte, der Betreuung, der Methoden, der Mittel und der Ausrüstung.
          Gefördert werden:
               gemeinsam von verschiedenen Unternehmen aus mindestens drei Mitgliedstaaten in
               Zusammenarbeit mit Hochschulen aurchgeführte Berufsbildungsprojekte im Bereich
               der neuen Technologien und ihrer Anwendung;
               gemeinsame Projekte zur Berufsbildung des Managements im Transfer technologischer
               Innovationen;
              die Errichtung von Systemen des offenen Femunterrichts unter Einsatz der neuen
              Berufsbildungstechnologien abzielen und übertragbare Lehrmittel zeitigen;
              einschließlich der Förderung der Aktivitäten von auf Gemeinschaftsebene vernetzten
              europäischen Zentren für Selbststudium und Femunterricht;
    c)    Projekte mit IVMtiplikatorwiriamg
          Gemeinschaftlich unterstützt werden:
              die Verbreitung und der Transfer von Lehrmethoden, -mittein, -ergebnissen und -
              instrumenten im Rahmen transnationaler Partnerschaften;
              A
              Intensivkurse von kurzer Dauer zur Berufsbildung in den neuen Technologien auf
              europäischer Ebene durch eine Partnerschaft Unternehmen-Hochschulen, zur raschen
              Anwendung der neuen Technologien;
              Maßnahmen, die auf die Ausarbeitung von Kursen und Lehrmitteln für den offenen
              Femunterricht sowie auf die sprachliche und kulturelle Überarbeitung der qualitativ
              hochwertigen Kurse abzielen, damit diese in anderen Mitgliedstaaten eingesetzt werden
              könnea
BL2 Transnationale Vermittiungs- und Austauschprogramme
    a)    Programme zur transnationalen Vermitthing junger Menschen in der Hochschulausbildung
          in Unternehmen
 ---pagebreak---                                                       i*S-
            Unterstützung der Programme zur Vermittlung junger Menschen in der
            Hochschulausbildung in ein Unternehmen in einem anderen Mtgliedstaat in Verbindung
            mit einem transnationalen Projekt für berufliche Qualifikation, unterstützt durch die
            Ziisammenarbeit zwischen den Unternehmen und Hochschulen mehrerer Mitgliedstaaten.
            Die Teilnehmer werden in der Regel für sechs Monate, höchstens jedoch für ein Jahr
            vermittelt.
     b)     Prograimie zur minsrationalenV^
            Unterstützung der Programme zur Vermittlung junger Menschen, die ihre
            Hochschulausbildung abgeschlossen haben, sowie junger Akademiker auf ihrem ersten
            Arbeitsplatz in Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats in Verbindung mit einem
            Innovationsprojekt im Rahmen des Entwicklungsplans des Unternehmens, von
            Zusammenschlüssen von Unternehmen oder von Ressourcenzentren für die KMU. Die
            Aufenthaltsdauer beträgt in der Regel sechs Monate, höchstens jedoch ein Jahr.
     c)     Transnationale Austauschprogramme zwischen Unternehmen
            Unterstützung der Austauschprogramme zwischen Unternehmen, insbesondere des
            Austausches von Verantwortlichen für Berufsbildung oder Humanressourcen (auf Vollzeit-
            oder Teilzeitbasis) und Berufsbildern im Unternehmen in Verbindung mit den
            Entwicklungsplänen von KMU oder Zusammenschlüssen von KMU über die Anwendung
            neuer Technologien oder neuer Produktionsprozesse. Die Dauer dieser Austauschvorhaben
            beträgt in der Regel zwei, höchstens aber acht Wochen.
ÏÏ.3 Eihebungen, Analysen und Austausch veigleichbarer Daten
     Erhebungen und Analysen über die Innovationsfähigkeit der Akteure auf dem Markt der
     beruflichen Bildung.
     Untei^tützung bei der Durchführung vergleichender Arbeiten im Zusammenhang mit Fragen von
     gemeinsamem Interesse für die Mitgliedstaaten in bezug auf die Schaffung eines offenen Raumes
     der Berufsbildung und beruflichen Qualifikationen, deren Schwerpunkt auf der Förderung der
     Innovation in der beruflichen Bildung sowie der beruflichen Bildung als Mittel zur Erleichterung
     des Transfers von Innovationen an alle Akteure auf dem Markt der beruflichen Bildung liegt.
     Gemeinschaftlich unterstützt werden Arbeiten in transnationaler Zusammenarbeit auf folgenden
     Gebieten:
 ---pagebreak---                                              WH
neue Verfahren und Mittel des Humanressourcenauditing für die KMU und IXirchführung
von Berufsbildungsmaßnahmen für die KMU;
neue Formen der Arbeitsorganisation, die die Förderung von Qualifikationen ermöglichen;
sektoriale Erhebungen über die Weiterbildungspläne der Unternehmen und neue Methoden
der Kompetenzbewertung am Arbeitsplatz;
Analyse der Tarifpolitik und der Rolle der Sozialpartner im Bereich der beruflichen
Bildung;
die Förderung besserer Kenntnisse über die Entwicklung der Berufe und der
Qualifikationen, sowie eine bessere Verbreitung der Information, in Zusammenarbeit mit
CEDEFOP;
Definition von Kriterien und Qualitätsmaßstäben, Kosten/Nutzenanalysen und Analyse der
Rentabilität von Berufsbildung.
 ---pagebreak---                                                      - Hb -
TEIL ffl NEIZWERK, FlŒMDSrUVŒKENNTMSSE, FLANKIERENDE MASSNAHMEN
      Teil m betrifft alle Maßnahmen der Teile I und II und zielt auf die Förderung der Europäischen
      Dimension in der beruflichen Bildung: Unterstützung des Europäischen Netzes der nationalen
      Instanzen und operationeilen Strukturen, damit diese besser dazu in der Lage sind,
      Hilfestellungen zu gewähren, Förderung der Fremdsprachenkenntnisse, der
      Informationsmaßnahmen sowie der Betreuung und Evaluierung des Programmes, um so dessen
      Sichtbarkeit und Wirkung zu verstärken. Auf operationellem Niveau und vor Ort ist es
      notwendig, für eine intensive Komplementarität zwischen den Strukturen des Netzes und den
      Projektträgern des Programmes sowie den Verantwortlichen für die Umsetzung der Süiikturfonds
      zu sorgea
ULI Europäisches Netzwerk
      a)    Unterstützung der Initiativen der Mitgliedstaaten, um für eine deutliche Transparenz des
            Programms zu sorgen, den Zugang zu erleichtern, die Verbreitung der Ergebnisse zu
            fördern und um die nationalen Instanzen und operationeilen Strukturen, die im Rahmen
            der Programme COMETT, EUROTECNET, FORCE, PETRA und IRIS geschaffen
            wurden, zu koordinieren.
      b)    Zugang zu Telematikdiensten und Einrichtung einer Datenbank über die Projekte,
            Erhebungen und Analysen, Ergebnisse und Lehrmittel sowie eines elektronischen
            Mitteilungsdienstes. Fortschreitender Ausbau des europäischen Netzes sowohl auf
            sektorieller als auch auf regionaler Ebene zur verstärkten Förderung der transnationalen
            Zusammenarbeit, Gewährleistung einer guten Transparenz des Programms und verstärkte
            Verbreitung seiner Ergebnisse.
      c)    Djrchführung von Arrimationsrnaßnahmen auf europäischer Ebene.
IIL2 Aktion zur ForcVerung der Frcmdsprachenkenntnisse
      Hilfe für die Entwicklung und Verbreitung von transnationalen Projekten, deren Ziel die
      Durchführung von sprachlichen "Audits" für Unternehmen und sozio-ökonomische Gruppen ist,
      von gemeinsamen Lehrplänen, von innovativen didaktischen Methoden und/oder von Methoden,
      die darauf abzielen, die durch die Umsetzung der Lehrpläne erworbenen
      Fremdsprachenkenntnisse anzuerkennen.
III.3 Flankierende Maßnahmen: Information, Begleitung und Bewertung
      a)    Einleitung einer umfassenden Informationsaktion im Rahmen einer Partnerschaft zwischen
            der Kommission, den Mitgliedstaaten und den operationeilen. Strukturen des Programms.
      b)    Fortlaufende Begleitung und Bewertung der Maßnahmen der Gemeinschaft.
      c)    Technische Unterstützung für den reibungslosen Ablauf des Programms, in erster Linie
            flankierende Maßnahmen, Begleitung und fortlaufende Etewertung des Programms;
            Entwicklung transnationaler Fachkenntnisse; Verbreitung und Übermittlung der erarbeiteten
            Methoden, Lehrmittel und Instrumente sowie der Ergebnisse.
 ---pagebreak---                                                  4fe-
ABSCHNTIT B: FINANZIELLER BEITRAG DER GEMEINSCHAFT
   Die Kornmission trägt zur Finanzierung der Kosten für die in den Teilen I, II und DI
   vorgesehenen Maßnahmen bei.
   A)    Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft für die transnationalen Projekte kann bis zu 75%
         der anfallenden Kosten betragen, mit einem Höchstbetrag von 100 000 ECU pro Jahr und
         Projekt, für:
              die Entwicklungsprojekte "Unterstützung der Qualität der Systeme" (Aktion 1.1 .a), mit
              einer Höchstdauer von drei Jahren;
              die Bitwicklungsprojekte "Unterstützung der Innovation in der Berufsbildung" (Aktion
              IT. 1 .a), und die Entwicklungsprojekte "Berufsbildung für den Transfer technologischer
              Innovationen" (Aktion n.l.b), mit einer Höchstdauer von zwei Jahren;
             die Projekte mit Multiplikatorwirkung (Aktion 1.1 .b und TT. 1 .c), mit einer Höchstdauer
             von einem Jahr,
   B)    Der maximale finanzielle Beitrag der Gemeiaschaft für die Vermittlungs- und
         Austauschprogramme beträgt:
              5 000 ECU pro Beihilfeempfänger für die Vermittlung von Jugendlichen in der
             Erstausbildung (Aktion I.2.a), von jungen Arbeitnehmern (Aktion I.2.b) und von
             jungen Menschen in der Hochschulausbildung (Aktion II.2.a);
              10 000 ECU pro Beihilfeempfänger für die Vermittlung von jungen
             Hochschulabsolventen und jungen Akademikern auf dem ersten Arbeitsplatz (Aktion
             n.2.b);
             5 000 ECU pro Beihilfeempfänger für einen Austausch zwischen Unternehmen
             (Aktion n.2.c).
   C)    Die Gemeinschaft übernimmt 50% bis 100% der Kosten für das Netzwerk (Aktion TU. 1)
         und bis zu 100% der Kosten für die Erhebungen und Analysen (Aktionen 1.3 und II.3),
         sowie fur die Aktion bezüglich der Sprachen (Aktion ftl.2) und die flankierenden
         Maßnahmen (Aktion HI.3).
 ---pagebreak---                                       ttf
                          F I N A N Z B O G E N
1   Bezeichnung der Maßnahme
    Berufsbildung
2   Haushaltslinie
    B - 102 - Maßnahmen auf dem Gebiet der beruflichen Bildung
    Frohere Linien B3-1020 / B3-1021 /B3-1022 / B3-1023 / B3-1024
3   Rechtsgrundlage
    Beschluß des Rates /        /E G vom    (Abi. Nr. L . . . )
4   Beschreibung der Maßnahme
4.1 Allgemeines Ziel der Maßnahme
    Grundlage dieses Programms bilden die bei der Durchführung der
    Gemeinschaftsprogramme COMETT, EUROTECNET, FORCE und PETRA sowie
    weiterer Aktionen und Pilotprojekte im Bereich der Berufsbildung
    gesammelten Erfahrungen; seine Hauptziel Setzung besteht darin, die
    Durchführung einer Berufsbildungspolitik sicherzustellen, die die
    Maßnahmen der Mitgliedstaaten unterstützt und ergänzt. Genauer gesagt
    soll das Programm die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten
    fördern, damit nach und nach ein offener europäischer Raum für
    berufliche Bildung und Qualifikationen entstehen kann.
    Mit ihrem Vorschlag für ein Aktionsprogramm entspricht die Kommission
    dem Ziel der Rationalisierung und Koordinierung der Maßnahmen im
    Bereich der beruflichen Bildung, das sie sich in ihrer
    Arbeitsunterlage "Leitlinien für die Gemeinschaftsaktion im Bereich
    der allgemeinen und beruflichen Bildung" gesetzt hat.
     In diecem Zusammenhang stellen sich die Hauptziele des Programms wie
     folgt dar:
     a) Es soll zu einer Förderung und Stärkung von Effizienz und Qualität
        der Systeme, Maßnahmen und Einrichtungen der beruflichen Bildung
         sowie deren Vermögen, auf die Berufsbildungsbedürfnisse des
         Einzelnen und der Unternehmen einzugehen, beitragen, vor allem was
        KMU und die Förderung der Qualität der Methoden, Verfahren und
         Mittel für die berufliche Bildung anbelangt.
 ---pagebreak---                                    4a -
    b) Es hat zum Ziel, Innovationen bei der Durchführung, der
        Methodologie und den Mitteln für die Berufsbildung zu unterstützen,
        technologische Innovationen zu fördern und zu verbreiten, die
        Kapazität     der    Bildungssysteme     und     der     beruflichen
        Qualifizierungssysteme zu verbessern, damit diese besser den
        Veränderungen gerecht werden und eine Entwicklung von offenen
        Fernlernsystemen stimulieren.
    c) Die europaische Dimension soll auf sämtlichen Ebenen der
        beruflichen Bildung weiterentwickelt werden, und zwar insbesondere
        durch das Erlernen und die Verbreitung der Gemeinschaftssprachen,
        sowie durch die Schaffung eines Europäischen Netzes für die
        Berufsbildung.
    Zur Verwirklichung dieser allgemeinen Ziele sieht das Programm eine
    Gemeinschaftsunterstützung für drei Arten der länderübergreifenden
    Zusammenarbeit vor: Pilotprojekte zum Austausch und Zusammenführen von
    Know-how und Erfahrungen, Vermittlung von Praktika in Unternehmen oder
    Bildungseinrichtungen     eines anderen      Gemeinschafts landes zur
    Unterstützung des Erfahrungstransfers durch physische Mobilität, sowie
    Studien und Analysen auf Gemeinschaftsebene zur Entwicklung
    gemeinsamer Konzepte und Bezugspunkte.
4.2 Dauer der Maßnahme und gegebenenfalls          Bestimmungen   über  ihre
    Erneuerung oder Verlängerung
    Fünfjähriges Aktionsprogramm (1995-1999)
    Erneuerung entsprechend den       aus   der  Bewertung   des   Programms
    hervorgegangenen Ergebnissen
5   Einstufung der Ausgaben/Einnahmen
5.1 N 0 A
5.2 G M
5.3 Betroffene Einnahmen: entfällt
6    Art der Ausgaben/Einnahmen
     -   100% Zuschuß: Ja, im Falle von Studien und Erhebungen.
     -   Zuschuß zwecks Kofinanzierung mit anderen öffentlichen
         und/oder privaten Geldgebern: Ja, im Normalfall werden Maßnahmen
         zu höchstens 75% kofinanziert.
7    Finanzielle Auswirkungen.
7.1 Berechnungsweise für die Gesamtkosten der Maßnahme (Angabe der Kosten)
     Aufschlüsselung gemäß Anhang zum Vorschlag für einen Beschluß des
     Rates.
 ---pagebreak---                                              -1+9
7.2 Aufschlüsselung nach Kostenelementen
            Aufschlüsselung         Haushalts-     1996  1997   1998  1999  Insgesamt
                                     jahr 95
 Teill
 Maßnahmen zur Unterstützung
 der Qualität der Systeme,
 Maßnahmen und Politiken der
 Mitgliedstaaten
 - Pilotprojekte                        12,2        13,3   14,4 16,5   18,8     75,2
 - Austauschmaßnahmen                  24,2         25,4   26,6 27,8   29,0    133,0
 - Erhebungen, Analysen und              5,7         5,9    6,1  6,3    6,5     30,5
    Austausch vergleichbarer Daten
                    Zwischensumme       42,1        44,6   47,1  50,6  54,3   238,7
  Teil II
  Maßnahmen zur Unterstützung
  des Innovationspotentials der
  Aktionen auf dem Bildungsmarkt
  - Pilotprojekte                       42,0        44,6   47,0  50.6  54,4    238,6
  - Austauschmaßnahmen                  21,8        23,0   24,2  25,8  27,5    122,3
  - Erhebungen, thematische              4,8         5,1    5.4   5,8   6,2     27,3
    Analysen
                    Zwischensumme       68,6        72,7   76.6  82,2  88,1    388,2
  Teil III
  Netzwerk und flankierende
  Maßnahmen
  -  Netzwerke                          13,0        13,7   14.5  15,7  16,7     73,6
  -  Fremdsprachenkenntnisse             8,7         9,2    9,6  10,4  11,1     49,0
  -  Flankierende Maßnahmen              5,8         6,2    6,5   7,0   7,5     33,0
  -  Begleitung                          3;4         3,6    3,8   4,1   4,4     19,3
                    Zwischensumme       30,9        32,7   34,4  37,2  38,7    174,9
                          Insgesamt    141,6       150,0  158,1 170,0 182,1    801,8
       Die Aufteilung der geforderten Haushaltsmittel auf die drei
        Programmteile        sowie   der Kredite         für die unterschiedlichen
        Haushaltslinien wird          gemäß       dem Gesamtumfang    der von den
        Haushaltsinstanzen gewährten Mittel vorgenommen werden.
 ---pagebreak---                                          -so-
    Anmerkungen:
     Der Haushalt 1995 kann durch den des Jahres 1994 (letztes Jahr der
     Laufzeit der Programme PETRA, FORCE, EUROTECNET und COMETT, zu deren
     Konsolidierung das Aktionsprogramm dient) auf der Grundlage der
     Angaben des HVE 1994 auf folgende Weise ausgeglichen werden:
     -   HVE 1994 (Linien B3-1020 bis B3-1024)                          107,5
     -   Abzug nicht in das Berufsbildungsprogramm integrierter
         Bestandteile, die in die Programme Allgemeine Bildung
         oder Jugend für Europa III aufgenommen werden                  - 1,5
     -   Einbeziehung der ehemaligen Aktionslinie III des
         LINGUA Programmes                                             + 8,1
                                                Insgesamt               114,1
   Die Differenz zwischen dem Betrag von 114,1 Millionen ECU und dem
   Haushalt für das Jahr 1995 (141,6 Millionen ECU) entspricht den
   quantitativen und qualitativen Fortschritten, die von dem neuen
   Aktionsprogramm im Vergleich zu den Programmen, an deren Stelle es
   tritt, zu erwarten sind, nämllich:
    -   14 Millionen ECU zusätzlich für Pilotprojekte zur Unterstützung der
        Innovationsfähigkeit bei bildungsmarktbezogenen Maßnahmen, damit die
       Ausweitung der Projekte auf neue, im Programm vorgesehene Bereiche
       finanziert werden kann (Zugang zur Weiterbildung, Anpassung an den
        industriellen Wandel);
    - 6 Millionen ECU zusätzlich für den Teil C "Netzwerke" zwecks Ausbau
       dieser Tätigkeiten in den Bereichen berufliche' Erstausbildung und
       Weiterbildung;
    - tendenzielle Erhöhung für jedes der drei Teile des Programms;
    -   interne Anpassung innerhalb von Teil I zwecks Differenzierung der
        Zuwachsraten nach Maßnahmen.
7.3     Indikativer Fälligkeitsplan    für  Verpflichtungs-   und  Zahlungs-
        ermachtigungen
 ---pagebreak---                                           - 51
7.3.1 Fälligkeitsplan bei neuen Maßnahmen
                                                                   1999
                                    1995     1996  1997   1998    und ff. Insgesamt
  Verplichtungsermächtigungen       141,6    150,0 158,1  170,0   182,1      801,8
  Zahlungsermächtigungen
  1995                              113,3                                    113,3
  1996                               28,3    120,0                           148,3
  1997                                        30,0 126,5                     156,5
  1998                                              31,6  136,0              167,1
   1999 und folgende Haushaltsjahre
                                                           34,0    182,1     216,1
  Insgesamt                         141,6    150,0 158,1  170,0    182,1     801,8
8    Vorgesehene Betrugsbekämpfungsmaßnahroen {und gegebenenfalls Ergebnisse)
     Alle Verträge, Vereinbarungen und rechtlichen Verpflichtungen der
     Kommission sehen die Möglichkeit einer Kontrolle vor Ort durch die
     Kommission oder den Rechnungshof vor. Unter anderem sind die
     Begünstigten verpflichtet, Berichte und Abrechnungen für die Maßnahmen
     zu erstellen, die gemäß dem Ziel der Gemeinschaftsfinanzierung
     hinsichtlich des Inhalts und der Zuschußfähigkeit der Ausgaben
     analysiert werden.
 9       Angaben zur Kosten-Wirksamkeits-Analyse
9.1      Quantifizierbare Einzelziele, Zielgruppe
     Der Vorschlag für ein Aktionsprogramm zur Durchführung einer
     Berufsbildungspolitik der Europäischen Gemeinschaft zielt auf eine
     verbesserte        Effizienz     und     eine  stärkere    Transparenz der
     Gemeinschaftsaktion in diesem Bereich ab. Der vorgeschlagene Ansatz
     beschränkt sich nicht auf ein reines Zusammenfügen der Maßnahmen, die
     bisher im Rahmen von vier Aktionsprogrammen erfolgten, sondern bewirkt
     eine echte Rationalisierung.
      In einer Zeit, in der der Ausbau der beruflichen Bildung eine
     strategische Rolle bei der Bewältigung der sich^ in der Gemeinschaft
     vollziehenden industriellen und sozio-ökonomiscHen Wandlungsprozesse
      spielt, will die Kommission sicherstellen, daß die von ihr geförderten
     Maßnahmen zur Unterstützung und Ergänzung der Politiken und Systeme der
     Mitgliedstaaten größtmögliche Multiplikatorwirkung zeigen.
      Es sind drei Teile mit jeweils spezifischen Zielen vorgesehen, die die
      allgemeinen Zielsetzungen des Programms umsetzen und zur schrittweisen
      Verwirklichung eines offenen Beruf sbildungs- und Qualifikationsraums in
     der Gemeinschaft beitragen sollen.
 ---pagebreak---                                         -bi-
Teil I:    Maßnahmen zur Unterstützung der Qualität der Systeme, Maßnahmen
           und Politiken der Mitgliedstaaten;
Teil II:   Maßnahmen zur Unterstützung des Innovationspotentials         der
            Aktionen auf dem Bildungsmarkt;
Teil III: Netzwerke und flankierende         Maßnahmen   -   Förderung   der
            europäischen Dimension.
Das Programm betrifft sämtliche Berufsbildungsakteure, also sowohl Behörden
und    private Ausbildungseinrichtungen      als auch      Unternehmen und
Sozialpartner. Sein Ziel ist es, diesen Akteuren der Orientierung dienende
Hinweise zu geben, damit sie auf Ebene der Bedarfsermittlung und der
Maßnahmenkonzeption ihre Methoden und Praktiken auf der Grundlage der
Ergebnisse länderübergreifender Zusammenarbeit verbessern können.
Teil I    Maßnahmen zur Unterstützung der Qualität der Systene, Maßnahmen
          und Politiken der Mitgliedstaaten
Mit dem ersten Teil will die Gemeinschaft die Projekte unterstützen, die
direkten Einfluß auf die nationalen Berufsbildungssysteme und -
einrichtungen ausüben. Eine Qualitätsverbesserung der Maßnahmen im Rahmen
dieser Systeme läßt eine Effektivitätssteigerung in puncto Investitionen
und Höhe der bereitgestellten öffentlichen Mittel erwarten. Die im Rahmen
früherer Programme, insbesondere PETRA, gewonnenen Erkenntnisse über die
 Systeme der Erstausbildung       zeigen, daß die        länderübergreifende
Zusammenarbeit eine erhöhte Effizienz der nationalen Einrichtungen und
Maßnahmen erbracht hat. Angesichts der sehr gespannten Haushaltslage in den
Mitgliedstaaten spielen größenbedingte Kosteneinsparungen sowie der
 Innovationstransfer eine immer wichtigere Rolle.
 Bei Themen wie Qualifikationen oder Berufsberatung, die als zentrales
 Element dieses ersten Teils zu betrachten wären, ermöglicht die durch das
 Programm zustande gekommene länderübergreifende Zusammenarbeit die
 Einführung einer echten europäischen Dimension, die aus dem Blickwinkel der
 Freizügigkeit und der Mobilität für Ausbildung und Beschäftigung
 unerläßlich sind.
 A. Einzelziele
     - länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Planung, Fertigstellung
       und     Erprobung      transnationaler        Pilotprojekte       für
       Erstausbildungsprogramme und -module, für die Ausbildung von
       Ausbildern und Lehrkräften, für Spezialisten in den Bereichen
       berufliche Qualifikationen, Berufsberatung, Chancengleichheit und
       Vertragspolitik, für allgemeine Maßnahmen der Bedarfsvorausschätzung,
       für die Einrichtung von Systemen des offenen Fernunterrichts, für die
       Erstellung von Qualitätskriterien und -maßstäben sowie gemeinsame
       Anerkennungs- und Validierungsverfahren;
     - länderübergreifende Zusammenarbeit in Form von Pilotprojekten zur
       Verbreitung und zum Transfer der Methoden, der Produkte, der
       Ergebnisse und der Mittel, die innerhalb der Ausbildungsmaßnahmen
       und Systeme eingesetzt werden;
 ---pagebreak---    - länderübergreifende Zusammenarbeit zur Praktikavermittlung         für
     Jugendliche in der beruflichen Erstausbildung;
   - länderübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen von Austauschmaßnahmen
     für junge Arbeitnehmer, die auf den Erwerb                 anerkannter
     Berufserfahrungen oder einer Zusatzqualifikation abzielen;
   - länderübergreifende Zusammenarbeit bei Austauschprogrammen         für
     nationale oder regionale Entscheidungsträger und Vertreter der
     Sozialpartner;
   - länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Ausbildung für die
     Umsetzung von Gemeinschaftsaktionen Zuständigen, und die für
     Strukturfonds Interventionen verantwortlichen Personen;
   - länderübergreifende Zusammenarbeit zur Durchführung von Erhebungen
     und vergleichenden Analysen über die Maßnahmen und Systeme und ihre
     Entwicklung;
B. Zielgruppe
   Teil I richtet sich an sämtliche Akteure, die in die einzelstaatlichen
   Maßnahmen und Systeme der beruflichen Bildung, und zwar sowohl in die
   berufliche Erstausbildung als auch in die Weiterbildung, einbezogen
   sind. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die staatlichen
   Systeme der einzelnen Mitgliedstaaten vorrangig die berufliche
   Erstausbildung junger Menschen betreffen, wodurch diese eine
   privilegierte Stellung innerhalb der Zielgruppe einnehmen, und zwar
   insbesondere bei den Stellenvermittlungen.
C. Haushaltsmittel für Teil I
   - 30 % der Gesamtmittel (29.6 %) werden für die Laufzeit des Programms
      für Teil I bereitgestellt, der die Qualität der Systeme und Maßnahmen
      betrifft.
   - Bei der Bewertung der für Teil I bereitgestellten Mittel sind
      folgende Aspekte zu berücksichtigen:
      a) Die Förderung und Steigerung der Qualität der Maßnahmen und
          Systeme insbesondere der Erstausbildung ist ein Muß, da es
          unerläßlich ist, jedem jungen Menschen eine Grundausbildung zu
          vermitteln und das Risiko der Jugendarbeitslosigkeit zu
          verringern, die eng mit einem Qualifikationsmangel oder nicht
          angepaßten Qualifikationen zusammenhängt.
      b) Die ersten Phasen des Programms PETRA haben den Einfluß der
          länderübergreifenden Zusammenarbeit auf die Qualität der
          beruflichen Erstausbildung Jugendlicher gezeigt. Im Rahmen von
          PETRA waren seit 1988 mehr als 700 Projekte, 14 000 Lehrer oder
          Ausbilder und 85 000 junge Menschen      an den Aktivitäten des
          Netzes beteiligt. Diese Zusammenarbeit und die Verbreitung der
          Ergebnisse der länderübergreifenden Maßnahmen (gemeinsame
          Ausbildungsmodule    oder    -programme)    haben    verschiedene
          Mitgliedstaaten dazu veranlaßt, ihre Erstausbildung entsprechend
          weiterzuentwickeln.
 ---pagebreak---                                          -sv
      c) Die ersten Maßnahmen der länderübergreifenden Zusammenarbeit im
          Bereich der Weiterbildung im Rahmen von FORCE haben ebenfalls die
          Auswirkungen    auf    die    qualitätsspezifischen      staatlichen
          Interventionsmöglichkeiten gezeigt, insbesondere auf Ebene des
          Synergiestrebens zwischen öffentlicher und privater Finanzierung.
      d) Es wurden erste synoptische Tabellen über die Systeme der
          beruflichen Weiterbildung erstellt; sie müssen noch ergänzt und
          verfeinert werden, damit die Angaben vergleichbar sind. Eine in
          Zusammenarbeit mit Eurostat in Angriff genommene statistische
          Erhebung tritt nun in die Durchführungsphase ein. Ausgehend von
          einer systematischen Sammlung der bestehenden Daten wird die
          Konsolidierung der Gemeinschaftserhebungen erfolgen, sowie auch
          die Festlegung eines gemeinsamen, globalen methodischen Rahmens,
          der sich zur Verwendung in allen Mitgliedstaaten eignet. Es
          bleibt auf der Grundlage der geleisteten Arbeit noch einiges zu
          tun, um die verschiedenen Quellen in Zusammenhang zueinander
          bringen, sämtliche Bereiche der beruflichen Bildung abzudecken
          und den Entscheidungsträgern zuverlässige und vergleichbare
          Bezugspunkte geben zu können, damit sie die Kosten-Nutzen-Bilanz
          der verschiedenen einzelstaatlichen Maßnahmen und Systeme
          beeinflussen können.
   Die     Konsolidierung    dieser    verschiedenen     Aktionen   und   ihre
   Systematisierung      erfordern    die     Bereitstellung    beträchtlicher
   finanzieller Mittel zur optimalen Nutzung des Zugewinns, den die
    länderübergreifende Zusammenarbeit zur qualitativen Verbesserung der
   Systeme, Maßnahmen und Einrichtungen der beruflichen Bildung bringt.
   Hier ist die Fortführung der Gemeinschaftsaktion in puncto Zugewinn
   umso wichtiger, als für den Zeitraum 1995-1999 eine noch angespanntere
   Haushaltslage in den Mitgliedstaaten zu erwarten ist, und dies zu einem
   Zeitpunkt, wo dem Ausbildungsbedarf insbesondere der Jugendlichen
   oberste Priorität zuerkannt wird.
Teil II Maßnahmen zur Unterstützung des Innovationspotentials              der
          Aktionen auf den Berufsbildungsmarkt
   Der zweite Teil richtet sich an Bildungsanbieter, die auf dem Markt
   Ausbildungsmaßnahmen oder Lehrmittel anbieten. Sämtliche Arten von
   Akteuren sind betroffen, also Ausbildungseinrichtungen, Unternehmen,
    Sozialpartner und Hochschulen.
    Zum einen zielen die Projekte darauf ab, die Innovation im Bereich der
    Berufsbildungsmaßnahmen zwecks Effizienzsteigerung zu unterstützen und
    auszubauen, zum anderen sollen Ausbildungsmaßnahmen zur Förderung und
    Erleichterung des Transfers technologischer Innovationen entwickelt
    werden.
A. Einzelziele
    - Entwicklung einer länderübergreifenden Zusammenarbeit zur Planung,
       Fertigstellung und Erprobung von Pilotprojekten, die abzielen auf die
       Innovation     in     den    Bereichen       Pädagogik,    Lehrinhalte,
       Studienbegleitung, Methoden, Lehrmittel und Ausrüstung zur
       Entwicklung übertragbarer Produkte, zur Bedarfsvorhersage, zur
       Berufsberatung    Erwachsener,     zur    Anpassung   an   industrielle
       Wandlungsprozesse, zur Vertragspolitik im Bereich Berufsbildung und
       zur Festlegung von Qualitätskriterien und -mäßstäben;
 ---pagebreak---   -    Entwicklung     einer    länderübergreifenden   Zusammenarbeit    bei
       Ausbildungsprojekten zu Technologietransfer und Transfermanagement,
       zur    Verbreitung    von   Forschungsergebnissen,   Ausbildung    in
       spezifischen Technologiefeldern und zur Entwicklung multilateraler
       Organisationsformen;
   -   länderübergreifende Zusammenarbeit zur transnationalen Vermittlung
       junger Menschen in Praktika in der oder nach Abschluß der
       Hochschulausbildung in Unternehmen;
       länderübergreifende Zusammenarbeit zum Austausch von für Ausbildung
       und Humanressourcen verantwortlichen Personen zwischen Unternehmen;
   -    länderübergreifende Zusammenarbeit bei Erhebungen und Analysen über
       gemeinsame Fragen im Zusammenhang mit der Schaffung eines offenen
       Raums für berufliche Bildung und Qualifikationen.
   Die länderübergreifende Zusammenarbeit muß die Planung innovativer
   Projekte ermöglichen, jedoch auch einen vermehrten Transfer und eine
   stärkere Multiplikation auf Ebene der Gemeinschaft erbringen. Da es sich
   um den Transfer technologischer Innovationen handelt, sind die
   Ausbildungsmaßnahmen an die Gemeinschaftsaktionen im Bereich Forschung
   und Entwicklung anzubinden.
B. Zielgruppen
    Der zweite Teil richtet sich vorrangig an die Akteure, die auf dem
    Bildungsmarkt tätig sind. Zu ihnen gehören private oder öffentliche
    Ausbildungseinrichtungen,             Unternehmen,       Hochschulen,
    Beratungseinrichtungen und Sozialpartner. Die von ihnen angebotenen
    Ausbildungsmaßnahmen sind für Personen bestimmt, die im Berufsleben
    stehen und in den Arbeitsmarkt eingegliedert sind.
C. Haushaltsmittel für Teil II
    - Etwa 50 % des Gesamthaushalts dieses Programms (48,4 %) sind für Teil
       II bestimmt.
    - Hier ist zu berücksichtigen, daß mehrere Tausend Anbieter, Tausende
       von Produkten und Hunderttausende von Begünstigten betroffen sind und
       die bereitgestellten Mittel sich an dem Ziel ausrichten, einen
       ausreichenden Anreiz zur Überwindung der Hemmschwelle zu schaffen.
       Die Bildungsbudgets der Unternehmen selbst befinden sich in einer
       stark angespannten Lage, und das Tempo, in dem sich der Bedarf im
       Zusammenhang mit der Weiterqualifizierung der Beschäftigten, der
       Umstellung und der Entwicklung der Kenntnisse und Fertigkeiten sowie
       der Einführung neuer Technologien und Produktionsmethoden in die
       Arbeitsorganisation ändert.
     - Die Aktionsprogramme - insbesondere FORCE für die Weiterbildung und
       COMETT für die Ausbildung zum Technologietransfer - haben gezeigt,
       daß die Anbieter auf diesem Gebiet extrem aktiv sind und daß die Zahl
       der qualitativ hochstehenden Projekte, für die eine Förderung
       beantragt wurde, die tatsächlichen Finanzierungsmöglichkeiten bei
       weitem übertraf.
     - Die Beihilfen werden gewährt nach Begutachtung der Projekte durch die
       Gemeinschaft sowie unter Berücksichtigung der auf Gemeinschaftsebene
       erstellten Kriterien4, insbesondere im Hinblick auf die Rangstufe der
       Innovation und die Multiplikation der Produkte oder Maßnahmen.
 ---pagebreak---     - Die externe Bewertung der Programme FORCE und COMETT haben ebenfalls
       ergeben, daß zum einen diese Projekte zur Zusammenarbeit nicht ohne
       die Beihilfe und die Unterstützung der Gemeinschaft durchgeführt
       worden wären, und daß sich zum anderen die Zusammenarbeit zwischen
       im Rahmen eines Pilotprojekts assoziierten Anbietern auch auf andere
       Gebiete ausweitet, insbesondere im technologischen Bereich und auf
       Wirtschafts- und Handelsbeziehungen.
Teil III    Netzwerke und flankierende Maßnahmen - Europäische Dimension
A. Einzelziele
    - Hilfestellung der Gemeinschaft zur Rationalisierung und Koordinierung
       der nationalen Instanzen und operationeilen Strukturen, die die
       Grundlage für den Aufbau transnationaler Pilotprojekte und die
       Vermittlung von Praktika in einem anderen Mitgliedstaat darstellen;
    - Verbesserung und Ausweitung des europäischen Netzes zur Förderung der
       länderübergreifenden Zusammenarbeit sowie zur Sicherstellung einer
       ausreichenden Programmtransparenz ;
    - Steigerung der Auswirkungen des Programms durch eine verstärkte
       Verbreitung der Produkte und Ergebnisse von Pilotprojekten bei
       anderen Anbietern, insbesondere über die Aktivitäten des europäischen
       Netzes:
    - Entwicklung einer globalen Maßnahme zur Information über das Programm
       sowie zur Betreuung und Bewertung der Aktionen.
B. Zielgruppen
    Operationelle Strukturen zur Unterstützung der Projektträger auf
    regionaler oder sektorieller Ebene und in den Mitgliedstaaten
    geschaffene nationale Betreuungsinstanzen
    Besonders wichtig      ist die     Ausweitung    der Kompetenzen     und
    Unterstützungsmöglichkeiten der Operationellen Strukturen, damit diese
    zur Verwirklichung des Ziels der Rationalisierung und Koordinierung
    voll beitragen und in sämtlichen Programmbereichen ohne die Schaffung
    neuer Strukturen tätig werden können.
    Das zum Aufbau transnationaler Projekte erstellte Gutachten stellt eine
    wertvolle Hilfe zur Entwicklung und zum Transfer von Qualität und
     Innovation dar, wie in den Teilen I und II vorgesehen, und muß zu
    diesem Zweck eingesetzt werden.
    Die Qualität der Aktivitäten des Netzes operationeller Strukturen
     stellt eine direkte Garantie dar für die Qualität der zustande
     gekommenen Partnerschaften, für ihre Ausdehnung auf weitere Länder und
    für     das    allgemeine    Interesse    der    Projekte,     für   die
    Gemeinschaftsbeihilfe beantragt wird.
 C. Haushaltsmittel
     - Teil III, für den etwa 22 % der Gesamtmittel (21,7 %) bereitgestellt
        werden, erhält den beträchtlichen Betrag von 6 Millionen ECU zur
        Konsolidierung und Strukturierung des europäischen Netzes.
 ---pagebreak---                                         -S}-
      In der Regel übersteigt der von. den Mitgliedstaaten auf nationaler
      oder regionaler Ebene zum Betrieb der Strukturen geleistete
      finanzielle Beitrag die von der Gemeinschaft beigesteuerten Mittel,
      so daß in den meisten Fällen ein Multiplikatoreffekt erzielt wird,
      der ein Drei- oder Vierfaches der Gemeinschaftsbeihilfe ausmacht.
      Die Evaluierungsberichte, insbesondere über COMETT, haben gezeigt,
      daß der Beitrag der Gemeinschaft eine Voraussetzung für das
      finanzielle Zusammengehen der öffentlichen und privaten Akteure, dies
      insbesondere auf regionaler Ebene, darstellt.
      Die Entwicklung einer Informations- und Betreuungspolitik erfolgt im
      Rahmen der Partnerschaft zwischen der Kommission und den
      Mitgliedstaaten.
      Die Begleitung und Bewertung der Maßnahmen und der Auswirkungen àes
      Programms erfolgt ebenfalls im Rahmen einer Partnerschaft zwischen
      der Kommission und den Mitgliedstaaten und stellt ein wesentliches
      Element der Außenwirkung der Gemeinschaftsaktion dar.
9.2    Begründung der Maßnahme
9.2.1    Für die Europäische Gemeinschaft ist die Entwicklung der
         Berufsbildung eine anerkannte Notwendigkeit, sowohl hinsichtlich
         der angestrebten Wettbewerbsfähigkeit auf einem Weltmarkt mit
         immer härterem Konkurrenzgebaren als auch hinsichtlich ihres
         sozialen Zusammenhalts und der Minderung des Risikos der
         Arbeitslosigkeit und der Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt.
9.2.2    Dieser Entwicklung wollte die Gemeinschaft einen neuen Impuls
         geben, indem sie einen spezifischen Artikel zur Durchführung einer
         gemeinschaftlichen Berufsbildungspolitik in den Vertrag über die
         Europäische Union aufgenommen und präzise Ziele festgelegt hat.
9.2.3    Die Mitgliedstaaten und der Rat haben ihr Interesse und ihre
         Unterstützung für die Entwicklung der Gemeinschaftsaktion in
         diesem Bereich vor wenigen Jahren mit der Verabschiedung der
         derzeit laufenden Aktionsprogramme zum Ausdruck gebracht und sich
         aktiv an der Durchführung und der Betreuung der Maßnahmen sowie
         an der Verwertung ihrer Ergebnisse beteiligt.
9.2.4    Das Europäische Parlament hat die Entwicklung dieser Tätigkeiten
         kontinuierlich unterstützt und sich bereit erklärt, der Kommission
         bei ihrem Vorhaben zur Rationalisierung und Koordinierung der
         Aktionsprogramme beizustehen.
9.2.5    Es ist darauf hinzuweisen, daß die verschiedenen Maßnahmen, die
         das Programm vorsieht, alle auf ein Ziel ausgerichtet sind,
         nämlich die länderübergreifende Zusammenarbeit, die einen
         eindeutigen Zugewinn für die von den Mitgliedstaaten oder den
         Anbietern auf dem Berufsbildungsmarkt durchgeführten Aktionen
         darstellt.
9.2.6    Dieser von der Gemeinschaft geleistete zusätzliche Beitrag     muß
         konsolidiert   und verstärkt werden einhergehend mit           der
         schrittweisen Schaffung eines offenen europäischen Raums       für
         berufliche Bildung und Qualifikationen, die mit der Vollendung des
         Binnenmarktes in Zusammenhang steht.
 ---pagebreak---                                       - ss~
9.2.7  Der von der Kommission vorgeschlagene Ansatz fügt sich ein in die
       in ihrer Arbeitsunterlage mit Leitlinien für die allgemeine und
       berufliche Bildung dargelegte Absicht, die Berufsbildungsprogramme
       zu einem einzigen Programm zusammenzuziehen, das auf Artikel 127
       des Vertrags über die Europäische Union basiert.
9.2.8  Im Zuge der Rationalisierung bietet sich auf der Grundlage der
       Erfahrungen aus den derzeit laufenden Programmen die Einteilung
       in zwei große Aktionszweige an, nämlich zum einen die Verbesserung
       der Qualität der Systeme, womit auf die Wünsche der öffentlichen
       Bildungsträger oder systemstrukturspezifischer Einrichtungen
       eingegangen wird, und zum anderen die Unterstützung des
       Innovationspotentials auf dem Markt, was vorrangig die privaten
       Anbieter und die Unternehmen betrifft.
9.2.9  Die vorgeschlagenen Maßnahmen unterstützen und ergänzen die
       Aktionen der Mitgliedstaaten und ermöglichen ihnen, den Beitrag
       und die Ergebnisse der länderübergreifenden Aktivitäten zur
       Verbesserung von Qualität und Effizienz ihrer Systeme und
       Organisationsformen zu nutzen.
9.2.10 Über die Ende 1994 auslaufenden Aktionsprogramme hat die
       Gemeinschaftsaktion bereits wertvolle konkrete Ergebnisse in
       puncto Partnerschaft, Pilotprojekte, Erfahrungsaustausch und
       Vernetzung erbracht. Diese vielversprechenden Resultate sind
       Beweis für die Bedeutung und den Beitrag weiter entwickelter und
       allgemeinerer Maßnahmen der Zusammenarbeit. In Anbetracht der
       Diversität ihrer Organisationsformen und Maßnahmen können die
       einzelstaatlichen Systeme ausgehend von der transnationalen
       Zusammenarbeit eine echte Entwicklungsdynamik entfalten.
9.2.11 Die von der Kommission vorgeschlagene Rationalisierung umfaßt
       einen wichtigen Aspekt, nämlich die Multiplikation der Maßnahmen
       und Ergebnisse. Dies ermöglicht ein umfassenderes Einwirken auf
       die Praktiken der Berufsbildungsakteure und auf die verwendeten
       Mittel und Verfahren.
9.2.12 Die von der Gemeinschaft für die Berufsbildung bereitgestellten
       Gelder sind bescheiden im Vergleich zu den von den Mitgliedstaaten
       oder den Unternehmen eingesetzten Budgets. Hier ist zu
       berücksichtigen, daß die Mittel auf Ebene der Mitgliedstaaten
       weitestgehend für Verwaltungsausgaben der Maßnahmen oder zur
       Ejitgeltfortzahlung für die Praktikanten während ihrer Ausbildung
       eingesetzt werden. Innovatorische Maßnahmen oder Aktionen zur
       Erprobung neuer Methoden oder Produkte nehmen nur einen
       beschränkten Raum ein, was sich durch die angespannte öffentliche
       Haushaltslage noch weiter verstärkt. Der zwar vergleichsweise
       geringe Beitrag der Gemeinschaft ist von entscheidener Bedeutung
       für die Modernisierung und die Entwicklung der Systeme, denn er
       konzentriert sich auf die Faktoren Dynamisierung und Fortschritt.
9.2.13 Eine Anmerkung gleicher Art ist zur Synergie zwischen den
       Maßnahmen des Programms und den Aktionen im Rahmen der
       Strukturpolitik, insbesondere des Europäischen Sozialfonds, zu
       machen. Die Multiplikation der aus den Pilotprojekten und den
       Programmpartnerschaften     hervorgegangenen    Innovationen   und
        innovatorisehen Praktiken in den weitreichenderen Interventionen
       der Strukturpolitiken stellt einen machtvollen Ansatzpunkt zur
        Entwicklung der Systeme und Praktiken in den Mitgliedstaaten dar.
 ---pagebreak---                                        -sv
9.2.14 Die im Rahmen des Beruf sbildungsprogrammes unterstützten Maßnahmen
       haben hauptsächlich die Vorbereitung von Bildungsmaßnahmen, den
       Entwurf von Produkten und innovativen Methoden sowie die
       Verbreitung und Multiplikation der Ergebnisse zum Ziel. Das
       Programm unterstützt Bildungsmaßnahmen als solche nur indirekt.
       Daher kann eine Subvention seitens der Gemeinschaft in der
       Hauptsache nur für solche Ausgaben beantragt werden, die mit dem
       Entwurf und der Vorbereitung von Maßnahmen und nicht mit deren
       Durchführungskosten    in Verbindung      stehen    (Bezahlung der
       Aus/Weiterbilder, Kosten der Maßnahme). Dieser Faktor verstärkt
       das   Interesse    für eine      Komplementarität     zwischen dem
       Aktionsprogramm und den im Rahmen des Sozialfonds gewährten
       Finanzierungen, die sich im Wesentlichen auf die mit der
       Durchführung der Bildungsmaßnahmen verbunden Kosten erstrecken
       unter Ausschluß der Kosten für Vorbereitung und Entwurf.
9.2.15 Der größte Teil der Programmmittel müßte der Planung und der
       Durchführung transnationaler Pilotprojekte der beruflichen Bildung
       gewidmet sein. So wird bei der länderübergreifenden Zusammenarbeit
       ein konkreter Gegenstand behandelt, tind es werden gemeinsame
       Berufsbildungsmaßnahmen durchgeführt.
9.2.16 Was nun die transnationale Vermittlung von Arbeitsplätzen
       betrifft, so hat die Bewertung der derzeitigen Programme,
       insbesondere von COMETT, gezeigt, daß sie eine besonders geeignete
       Art des Erfahrungs- und Know-how-Transfers darstellen, und zwar
       nicht nur für den direkt Betroffenen, sondern auch für den
       Entsender    und    den     Empfänger.    Die     Integration   der
       Arbeitsplatzvermittlung in ein Unternehmensentwicklungsprojekt muß
       diesen Aspekt auf neue Weise beleben.
9.2.17 Die Entscheidungsträger in der Berufsbildung - Vertreter der
       Behörden auf nationaler oder regionaler Ebene - suchen
       gemeinschaftliche Bezugspunkte zur Verbesserung ihrer Praktiken.
       Die Arbeitsplatzvermittlung ermöglicht eine direkte Konfrontation
       und konkrete Erfahrungen mit den Praktiken eines anderes
       Mitgliedstaats    und erlaubt      einen    Transfer    ohne   hohen
       Kostenaufwand. Die Multiplikation in der empfangenden und der
       entsendenden Einrichtung ist in diesem Fall ebenfalls ein
       wichtiger Aspekt.
9.2.18 Die Wahrnehmung       der    und    das Verständnis        für die
       Gemeinschaftsaktion entwickelte sich zunächst in Hochschulund
       Wissenschaftskreisen. Auf dem Wege der Zusammenarbeit wurden dort
       wichtige Ergebnisse erzielt. Erst in jüngerer Zeit haben sich
       Arbeitsmarkt und Unternehmen in die berufsbildungsspezifische
       Zusammenarbeit auf Gemeinschaftsebene eingeschaltet. Durch die
       Wirtschaftslage kommt in Zukunft der Berufsbildungspolitik eine
       entscheidende Rolle bei der Wiederherstellung              günstiger
       Bedingungen für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die
       Beschäftigungssituation zu. Die Berufsbildungsakteure und in
       erster Linie die Unternehmen rufen laut nach einer verstärkten
       Zusammenarbeit, damit ihre Ausbildungsinvestitionen größere
       Erträge bringen, die besten Praktiken und Erfahrungen verbreitet
       werden und das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer Ausgaben günstiger
       ausfällt.
9.2.19 Hervorzuheben     ist    außerdem    die     Bedeutung    der auf
       Gemeinschaftsebene durchgeführten Erhebungen und Analysen. Die
       Mitgliedstaaten entwickeln   Systeme und Organisât ions formen, die
 ---pagebreak---                                          - (cO -
         in puncto Konzepte und Methoden sehr verschiedenartig sind. Die
         Durchführung von Studien und Erhebungen auf Ebene der Gemeinschaft
         erbringt    zuverlässiges    und    homogenes     Wissen    über   die
         Ausgabenrealität    oder die Berufsbildungsmaßnahmen           in der
         Gemeinschaft. So wird auf EG-Ebene ein gemeinsamer Bezugsrahmen
         erstellt.
9.2.20   Die Systeme der beruflichen Erstausbildung entwickeln sich in
         starkem Maße weiter, da der Übergang in die Berufstätigkeit für
         Jugendliche mit Schwierigkeiten verbunden ist. Zudem will man eine
         wirtschaftliche Ausgrenzung infolge von Schulversagen nicht
         einreißen    lassen,    insbesondere      was    die   am    stärksten
         benachteiligten Jugendlichen betrifft. Die Qualitätssteigerung der
         Systeme, Gegenstand von Teil I, leistet einen wesentlichen Beitrag
         zur Behandlung dieses Problems. Die Förderung von qualitativ
         hochstehenden Ausbildungsmaßnahmen für diejenigen Jugendlichen mit
         den größten Schwierigkeiten erhöht ihre Chance auf den Eintritt
         und den Übergang ins Berufsleben erheblich.
9.2.21   Die Multiplikation der Produkte und Ergebnisse der transnationalen
         Partnerschaften ist eine Voraussetzung für effiziente Arbeit und
         größenbedingte Kosteneinsparungen. Dies kommt außerdem zum Tragen,
         wenn es um den gleichberechtigten Zugang der Zielgruppen geht,
         deren Bedarf durch die traditionellen Maßnahmen kaum oder
         unzureichend abgedeckt wird.
         Aus diesem Blickwinkel ist noch zu unterstreichen, daß das
         Programm der Entwicklung von berufsbildenden Maßnahmen für und in
         KMU Priorität einräumt, die häufig nur in unzureichendem Maße über
         die Qualifikationen verfügen, die zur Bewältigung der aktuellen
          sozio-ökonomischen Wandlungsprozesse erforderlich sind.
9.2.22    Im Bereich der Weiterbildung erfordern die verschiedenen
         Programmaßnahmen insbesondere auf Ebene der Pilotprojekte und der
         Erhebungen    die    Einbeziehung     und    aktive   Teilnahme    der
          Sozialpartner. Für die Mitgliedstaaten, in denen dies bereits
          Tradition ist, bedeutet es eine Hilfestellung, für die anderen
         Länder, wo dies kaum praktiziert wird, eine Neuerung. In
         Anbetracht der strukturspezifischen Rolle, die die Sozialpartner
         bei der Gewährleistung einer effizienten Berufsbildung spielen
          sollen, bildet dies eine beträchtliche zusätzliche Leistung der
          Gemeinschaftsaktion.
9.2.23    Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs und des Einflusses der
          derzeitigen Programme liegt in der Existenz und der Vernetzung der
          operationellen Strukturen auf europäischer Ebene. Sie spielen eine
          zentrale Rolle bei der Bildung von Partnerschaften, der
          Beteiligung am Aufbau von Projekten und der Verbreitung und
          Multiplikation der Ergebnisse. Die verbesserte Funktionsweise des
          europäischen Netzes und das Zusammentragen der in diesen
          Strukturen      vorhandenen        Sachkenntnis         müssen     im
          Rationalisierungsprozeß als Trumpf eingesetzt werden.
9.3       Follow-up und Bewertung der Maßnahme
9.3.1       Ausgewählte Erfolgsindikatoren
    Quantitative Indikatoren:
    - Zahl der Pilotprojekte;
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   - durchschnittliche Partneranzahl je Pilotprojekt;
   - Gesamtzahl der an Arbeitsvermittlungsmaßnahmen beteiligten Personen;
   - Gesamtzahl der Beteiligten je Maßnahme oder Lehrmittel; .
   - Zahl der direkt an Pilotprojekten teilnehmenden KMU;
   - Zahl der aus Pilotprojekten hervorgegangenen übertragbaren Produkte.
   Qualitative Indikatoren:
   - Die Bewertung sollte über die folgenden Indikatoren eine bessere
      Einschätzung des Einflusses der Gemeinschaftsaktion auf die Systeme
      oder Praktiken der Akteure ermöglichen:
         * Anwendung von Qualitätskriterien und -maßstäben auf die
            Berufsbildungssysteme und -maßnahmen;
         * Verwendung gemeinschaftlicher Bezugspunkte auf Ebene der
            Praktiken;
         * Entwicklung     von   aus    Pilotprojekten    hervorgegangenen
            Ausbildungsmodulen in den nationalen Systemen;
         * Festlegung eines länderübergreifenden Qualifikationsprofils,
            insbesondere auf sektorieller Ebene.
      Die Gesamtheit dieser Indikatoren dient als Grundlage für die
      fortlaufende Bewertung, die im Rahmen einer Partnerschaft zwischen
      der Kommission und den einzelnen Mitgliedstaaten durchgeführt wird.
9.3.2    Gemäß Artikel 7 des Vorschlags für einen Beschluß:
      - wird die Kommission        vor dem 31. Dezember 1997 einen
         Zwischenbericht mit einer Bewertung der Anlaufphase des Programms
         sowie
       - vor dem 30. Juni 2000 einen Abschlußbericht vorlegen. Auf der
         Grundlage dieses Berichts kann die Kommission dann dem Rat und dem
         Europäischen Parlament Vorschläge zur Neuorientierung und
         Weiterentwicklung unterbreiten.
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                                                                    ISSN 0254-1467
                                                          KOM(93) 686 endg.
                                                     DOKUMENTE
DE                                                                             04
                                 Katalognummer : CB-CO-93-742-DE-C
                                                           ISBN 92-77-63074-4
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
L-2985 Luxemburg