CELEX: 51994PC0068(09)
Language: de
Date: 1994-03-30
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich Biomedizin und Gesundheitswesen (1994-1998)

Avis juridique important

|

51994PC0068(09)

Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich Biomedizin und Gesundheitswesen (1994-1998)  /* KOM/94/68ENDG - CNS 94/0087 */  

Amtsblatt Nr. C 228 vom 17/08/1994 S. 0119

Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich Biomedizin und Gesundheitswesen (1994-1998) (94/C 228/09) (Text von Bedeutung für den EWR) KOM(94) 68 endg. - 94/0087(CNS) (Von der Kommission vorgelegt am 30. März 1994)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, und insbesondere auf Artikel 130i Absatz 4,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,in Erwägung nachstehender Gründe:Mit dem Beschluß . . ./. . ./EG haben der Rat und das Europäische Parlament ein Viertes Rahmenprogramm für gemeinschaftliche Aktionen im Bereich der Forschung, der technologischen Entwicklung und von Demonstration (nachfolgend FTE) für den Zeitraum 1994-1998 festgelegt; insbesondere werden die auf dem Gebiet der Biomedizin und Gesundheit durchzuführenden Ativitäten definiert. Diese Entscheidung wird im Lichte der Gründe getroffen, die in der Präambel der genannten Entscheidung angeführt sind.Gemäß Artikel 130i Absatz 3 erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Programme, die innerhalb jedes der Aktionsbereiche aufgestellt werden. In jedem spezifischen Programm werden die Durchführungsbestimmungen und seine Dauer festgelegt und die notwendigen geschätzten Mittel vorgesehen.Dieses Programm wird mit Hilfe von Aktionen auf Kostenteilungsbasis, konzertierten Aktionen, spezifischen Maßnahmen sowie vorbereitenden, flankierenden und unterstützenden Maßnahmen durchgeführt.Gemäß Artikel 130i Absatz 3 sollte eine Schätzung der für die Verwirklichung dieses spezifischen Programms notwendigen finanziellen Mittel durchgeführt werden. Die endgültigen Beträge werden durch die Haushaltsbehörde gemäß der dem Gebiet eingeräumten relativen Priorität, das Gegenstand dieses Programms innerhalb der Aktivität I des vierten Rahmenprogramms ist, festgelegt.Die Entscheidung . . ./. . ./EG (viertes Rahmenprogramm) sieht vor, daß der globale Hoechstbetrag des vierten Rahmenprogramms spätestens am 30. Juni 1996 im Hinblick auf eine Erhöhung erneut überprüft werden wird. Aufgrund dieser erneuten Prüfung kann der für die Verwirklichung dieses Programms als notwendig geschätzte Betrag steigen.Die Aktivitäten in Forschung und technologischer Entwicklung in Biomedizin und Gesundheit sollen gefördert werden zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Gesundheitspolitik der Gemeinschaft.Der Inhalt des vierten Rahmenprogramms für gemeinschaftliche FTE-Aktivitäten ist gemäß dem Subsidiaritätsprinzip festgelegt worden; dieses spezifische Programm legt den Inhalt der gemäß diesem Grundsatz auf für das Gebiet der Biomedizin und Gesundheit vorzunehmenden Tätigkeiten fest.Die Entscheidung . . ./. . ./EG (viertes Rahmenprogramm), sieht unter anderem vor, daß eine Gemeinschaftsaktion gerechtfertigt ist, wenn sie unter anderem unter Beachtung des Strebens nach wissenschaftlicher und technischer Qualität zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur Förderung ihrer harmonischen Entwicklung in allen Bereichen beiträgt. Dieses Programm soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.Dieses Programm und seine Durchführung tragen zur Verstärkung der Synergien zwischen den FTE-Aktivitäten bei, die in Biomedizin und Gesundheitswesen von Forschungszentren, Universitäten und Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die in den Mitgliedstaaten angesiedelt sind, sowohl zwischen diesen als auch in entsprechenden gemeinschaftlichen FTE-Aktivitäten durchgeführt werden.Auf dieses spezifische Programm werden die Regeln der Teilnahme von Unternehmen, Forschungszentren (einschließlich der GFS) und Universitäten und die Regeln für die Verbreitung der Forschungsergebnisse gemäß Artikel 130j, angewendet werden.Bei der Durchführung dieses Programms können sich, abgesehen von der Assoziierung der unter das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) fallenden Länder, auch internationale Kooperation-Aktivitäten mit anderen Drittländern und internationalen Organisationen gemäß Artikel 130m als geeignet erweisen.Die Durchführung dieses Programms umfasst ebenfalls Aktivitäten zur Verbreitung und von Nutzung von FTE-Ergebnissen, insbesondere bei KMU sowie Aktivitäten zum Anreiz von Mobilität und Ausbildung von Forschern, die innerhalb dieses Programms und im Sinne seiner ordnungsgemässen Durchführung entwickelt wurden.Im Rahmen der Durchführung dieses Programms ist es notwendig, Maßnahmen vorzusehen, die darauf abzielen, die Teilnahme von KMU zu begünstigen, vor allem die Schaffung technologischer Anreize.Die Grundlagenforschung in der Biomedizin soll gefördert werden, um die wissenschaftliche und technologische Basis der europäischen Gesundheitsindustrie zu stärken.Im Rahmen dieses Programms sollte eine Bewertung der wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen sowie der möglichen technologischen Risiken vorgenommen werden.Es empfiehlt sich, einerseits fortlaufend und systematisch den Stand der Verwirklichung dieses Programms im Hinblick auf seine mögliche Anpassung an wissenschaftliche und technische Entwicklungen zu untersuchen. Andererseits empfiehlt es sich, zu gegebener Zeit eine unabhängige Bewertung des Standes der Umsetzung des Programms vorzunehmen, um alle notwendigen Beurteilungselemente für die Festlegung der Zielsetzungen des Fünften Rahmenprogramms für FTE zu liefern. Schließlich empfiehlt es sich, nach Ablauf dieses Programms die abschließende Bewertung der erzielten Ergebnisse im Hinblick auf die in dieser Entscheidung definierten Zielsetzungen vorzunehmen.Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) kann an den durch dieses Programm beschriebenen indirekten Aktionen teilnehmen.Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (AWTF) ist angehört worden -HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:Artikel 1Das in Anhang I festgelegte spezifische Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration in Biomedizin und Gesundheitswesen wird für den Zeitraum vom (Datum der Annahme des vorliegenden Programms) bis zum 31. Dezember 1998 beschlossen.Artikel 2(1) Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel betragen 336 Millionen ECU einschließlich 8,5 % für Personal- und Verwaltungsausgaben.(2) Eine vorläufige Aufschlüsselung dieser Mittel ist im Anhang II festgelegt.(3) Der für die Ausführung des Programms als notwendig erachtete, oben angegebene Betrag könnte in Folge und in Übereinstimmung mit der Entscheidung gemäß Artikel 1 Absatz 3 der Entscheidung . . ./. . ./EG (viertes Rahmenprogramm) steigen.(4) Die Haushaltsbehörde bestimmt die verfügbaren Mittel für jede Einzelmaßnahme unter Berücksichtigung der durch das vierte Rahmenprogramm festgelegten wissenschaftlichen und technologischen Prioritäten.Artikel 3Die von Artikel 5 abweichenden Durchführungsbestimmungen für dieses Programm werden im Anhang III festgelegt.Artikel 4(1) Mit Hilfe von unabhängigen externen Sachverständigen überprüft die Kommission ständig und systematisch den Stand dieses Programms anhand der Zielvorgaben in Anhang I. Sie achtet insbesondere darauf, ob die Zielsetzungen, die Prioritäten und die Finanzmittel jeweils an die Entwicklung der Lage angepasst sind. Sie legt gegebenenfalls Vorschläge vor, die darauf abzielen, dieses Programm gemäß den Ergebnissen dieser Prüfung anzupassen oder zu vervollständigen.(2) Um zur Gesamtbewertung der gemeinschaftlichen Aktivitäten beizutragen, die in Artikel 4 Absatz 2 der Entscheidung zum vierten Rahmenprogramm festgelegt sind, lässt die Kommission zu gegebener Zeit durch unabhängige Experten eine Bewertung der Aktivitäten, die in den von diesem Programm abgedeckten Bereichen durchgeführt werden sowie ihrer Verwaltung während der fünf der Bewertung vorausgehenden Jahre vornehmen.(3) Nach Abschluß dieses Programms lässt die Kommission die Ergebnisse durch unabhängige Sachverständige im Hinblick auf die Zielsetzungen und die erzielten Ergebnisse, die im Anhang III des vierten Rahmenprogramms und in Anhang I dieser Entscheidung definiert wurden, vornehmen. Der Abschlußbericht dieser Bewertung wird dem Rat, dem Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß übermittelt.Artikel 5(1) Ein Arbeitsprogramm wird von der Kommission gemäß den im Anhang I genannten Zielsetzungen erstellt und gegebenenfalls aktualisiert. Darin werden die genauen wissenschaftlichen und technologischen Ziele beschrieben und die Durchführungsschritte des Programms sowie die Finanzierung der jeweiligen Umsetzungsbestimmungen festgelegt.(2) Die Kommission wird aufgrund des Arbeitsprogramms zur Einreichung von Projekt-Vorschlägen auffordern.Artikel 6(1) Für die Durchführung des Programms ist die Kommission zuständig.(2) In den in Artikel 7 Absatz 1 vorgesehenen Fällen wird die Kommission durch einen beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage festsetzen kann, gegebenenfalls durch Abstimmung.Die Stellungnahme wird im Protokoll festgehalten; des weiteren hat jeder Mitgliedstaat das Recht auf Berücksichtigung seiner Stellungnahme im Protokoll.Die Kommission lässt der Stellungnahme des Ausschusses besondere Berücksichtigung zukommen. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, auf welche Weise der Stellungnahme Rechnung getragen wurde.Artikel 7(1) Das Verfahren des Artikels 6 Absatz 2 gilt für:- die Erstellung und die Aktualisierung des in Artikel 5 Absatz 1 genannten Arbeitsprogramms;- die Bewertung der in Anhang III vorgesehenen Vorhaben und konzertierten Aktionen in FTE sowie des veranschlagten Betrages für die Beteiligung der Gemeinschaft an ihnen, sofern dieser Betrag 0,1 Millionen ECU pro Jahr übersteigt;- die für die Bewertung des Programms zu treffenden Maßnahmen;- jede Anpassung der in Anhang II vorgesehenen vorläufigen Aufschlüsselung der Mittel, die nicht Gegenstand einer Haushaltsentscheidung waren.(2) Die Kommission informiert den Ausschuß auf jeder seiner Sitzungen über die Entwicklung der Durchführung des Programms in seiner Gesamtheit.Artikel 8Die Kommission wird gemäß Artikel 228 Absatz 1 ermächtigt, mit Europäischen Drittländern Verhandlungen über den Abschluß internationaler Abkommen aufzunehmen, um diese ganz oder teilweise am Programm zu beteiligen.Artikel 9Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.ANHANG I WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHER INHALT Dieses spezifische Programm gibt den im vierten Rahmenprogramm enthaltenen Ansatz vollständig wieder, wendet seine Auswahlkriterien an und führt die wissenschaftlichen und technologischen Ziele aus.Abschnitt 4B von Anhang III, erste Aktivität des o. a. Rahmenprogramms, ist integraler Teil dieses Programms.Dieses Programm wird in Zusammenarbeit mit anderen spezifischen Programmen im Bereich Biowissenschaften und Technologien als auch in Bereichen wie Telematik, Meß- und Prüfverfahren, Energie und Sozioökonomische Schwerpunktforschung durchgeführt.INHALT Gesundheit ist das höchste Gut für jeden europäischen Bürger. Mit einem Anteil von 7,25 % am Bruttoinlandsprodukt ist die Gesundheitsversorgung ein führender Wirtschaftsbereich, der Arbeit für mehr als sechs Millionen Beschäftigte oder 7 % der aktiven Bevölkerung schafft. Es gibt mehr als eine Million qualifizierte Krankenschwestern, 850 000 Ärzte, drei Millionen Krankenhausbetten, und 0,8 % der Bevölkerung belegt täglich ein Krankenhausbett.Forschung ist wesentlich für jede Strategie zur Verbesserung der Gesundheit der Bürger und der Wettbewerbsfähigkeit der Gesundheitsindustrie. Es ist wichtig, die Forschungsarbeiten auf Projekte auszurichten, die von Interesse für die Gemeinschaft und die Verbraucher sind, und den Übergang von der Forschung zur klinischen Praxis zu fördern.Die Gesundheitsforschung ist gefordert im Kampf gegen die weitverbreiteten Krankheiten wie Krebs, AIDS, Herz-Kreislauferkrankungen, Nerven- und Geisteskrankheiten sowie altersbedingten Erkrankungen und Behinderungen. Steigende Kosten der Gesundheitsversorgung geben in sämtlichen EG-Mitgliedstaaten Anlaß zur Besorgnis, wohingegen der europäische Bürger Gesundheitsversorgung in grösserem Umfang und von höherer Qualität fordert. Neue Gesundheitstechnologien und Gesundheitsversorgungssysteme sind zur Lösung dieser gemeinsamen Aufgabenstellungen gefordert. Vor allem infolge zunehmend komplexerer Zulassungsbestimmungen, die im internationalen Rahmen harmonisiert werden müssen, ist die Entwicklung von neuen Arzneimitteln sowohl zeitlich als auch kostenweise immer teurer geworden.Einige grundsätzliche Probleme im Bereich Gesundheit sind nur mit Hilfe der Industrie zu lösen, deren Wettbewerbsfähigkeit es zu schützen und zu verbessern gilt. Anstatt noch zu den beträchtlichen Investitionen der Mitgliedstaaten und der europäischen Industrie beizutragen, wird die Gemeinschaftsforschung vielmehr durch integrierende Maßnahmen, die Koordinierung nationaler Anstrengungen und Zusammenwirken aller Fachgebiete von der Grundlagen- bis hin zur klinischen Forschung und zu problemlösenden Tätigkeiten einen Mehrwert einbringen.Maßnahmen werden ergriffen mit dem Ziel, die Teilnahme von KMU zu fördern, insbesondere Maßnahmen zur Schaffung technologischer Anreize und wechselseitiger Beziehungen zwischen Wissenschaftsparks und KMU der Gesundheitsindustrie, wie im Weißbuch über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung empfohlen.Nach Anlaufen des Forschungsprogramms Biomedizinische und Gesundheitsforschung Biomed 1 im dritten Rahmenprogramm arbeiten jetzt mehr als 6 000 Forschungsteams in 400 Netzen zusammen, mit denen die Zusammenarbeit von Teams aus allen EG- und EWR-Ländern sowie aus komplementären Disziplinen gefördert werden soll, um nicht in einem engeren Rahmen ohne weiteres zu lösende Gesundheitsprobleme anzugehen.Im vierten Rahmenprogramm ist geplant, über die reine Konzertierung hinauszugehen und sich an Forschungsarbeiten auf Kostenteilungsbasis zu beteiligen, wenn dies für spezielle aufgabenorientierte Forschungsarbeiten angebracht ist. Zahlreiche Prioritäten müssen unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen nationalen Gesundheitssysteme, Forschungsstrukturen, Gesundheitsindustrien, klinischen Praktiken und therapeutischen Verfahren festgelegt werden. Ausgewählt werden nur die Vorschläge mit einem fundierten wissenschaftlichen Konzept, grosser Wahrscheinlichkeit auf Erfolg, eindeutigem Mehrwert für die Gemeinschaft, die zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der europäischen Bürger beitragen.VORGESCHLAGENE FTE-TÄTIGKEITEN Die Ziele AIDS, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten; Krebs; Pharmazeutische Forschung; Hirnforschung und Forschung über das menschliche Genom werden durch Konzentrierung von Mitteln durchgeführt, wohingegen die anderen Ziele vorwiegend durch Konzertierung umgesetzt werden.Forschung über AIDS, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten Bedeutende Fortschritte bei der Bekämpfung von AIDS wurden durch die Konzertierung der AIDS-Forschung auf EG-Ebene erzielt. Dennoch nimmt die Zahl seropositiver Personen weiterhin zu. Die durch HIV verursachte Immunsuppression bei infizierten Menschen kann Anlaß zum Wiederauftreten früherer Krankheiten sein, die in einigen Bereichen bereits medikamentenresistent sind, sowie von opportunistischen Krebserkrankungen.In einer ständig sich verändernden Industriegesellschaft, die durch eine neue Durchlässigkeit der Grenzen, die Mobilität von Menschen, Immigration und ein verändertes soziales Verhalten gekennzeichnet ist, werden AIDS, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten sich auf die Gesundheitsvorsorgung und die Lebensqualität in der Europäischen Union auswirken.Nachdruck wird auf die Einbeziehung von Grundlagen- und klinischer Forschung gelegt. Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Viro-immunologische Forschung, Genetik, molekulare und Strukturbiologie von HIV und deren Variabilität;- Beitrag zur Entwicklung eines sicheren und wirksamen Impfstoffs gegen AIDS und die Festlegung von Markern zur Bewertung der Impfstoffwirksamkeit und Weiterverfolgung der Entwicklung der Krankheit;- Identifizierung, Synthese und Bewertung antiviral wirksamer Verbindungen und Arzneimittel gegen AIDS;- klinische Forschung, hauptsächlich auf klinische Prüfungen ausgerichtet, Behandlung von AIDS und opportunistischen Erkrankungen, Prognose und Fortschreiten dieser Erkrankungen und die Auswirkung therapeutischer Verfahren;- Untersuchung der Wirtsantwort, der Pathogenese, experimenteller Modelle und neuer Patholigien wie Prionen und Resistenzmechanismen gegen konventionelle Therapie, einschließlich dem Problem des Hospitalismus;- Krankheitsvorbeugung, einschließlich Entwicklung neuer spezieller Überwachungssysteme zur Ermittlung der Verteilungsmuster alter und neuer Infektionskrankheiten, Analyse von Risikofaktoren für die Entstehung von AIDS, opportunistische Erkrankungen und neuartige infektiöse Substanzen;- sozioökonomische und Gesundheitsdienstforschung: Anforderungen an Pflege und Vorbeugung, Analyse sozioökonomischer Folgen und Vorhersagen in Zusammenarbeit mit Public Health-Forschung.Krebsforschung Verbesserungen der Krebsdiagnose, -therapie und -vorbeugung erfordern integrierte Grundlagen- und klinische Konzepte in der Forschung. Es ist besonders wichtig, neue Fortschritte in der Zell-, Molekular- und Entwicklungsgenetik mit Onkologie und Epidemiologie in Verbindung zu bringen, damit neue biologische Einsichten in die zugrundeliegenden Ursachen von Krebs die Entwicklung neuer Konzepte zulassen. Die Untersuchung der Wechselwirkung Wirt-Tumor im Zusammenhang mit der Immunantwort und der somatischen Gentherapie, die auf Krebszellen ausgerichtet ist, sind grundlegend zusammen mit epidemiologischen Untersuchungen zur Erforschung möglicher Ursachen in der Karzinogenese.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Molekulare Mechanismen der Tumorgenese und Metastase, einschließlich Beschreibung der verantwortlichen Gene und Proteine. Zusammen mit der Forschung über das menschliche Genom genetische Faktoren der Krebsprädisposition;- Kontrolle des normalen Zellwachstums, Differenzierung und Tod und Abnormitäten, die diese beeinflussen können und somit eine Krebsprädisposition verursachen, einschließlich der Entwicklung zellulärer und transgener Modelle, die für die Krebsforschung geeignet sind;- spezifische Immunreaktionen und Möglichkeiten der Früherkennung und der kurativen Behandlung;- Forschung zur Unterstützung der Wirksamkeit systemischer Behandlungsarten, einschließlich zytotoxischer Substanzen sowie biologischer Reaktionsmodifikatoren;- Forschung für ein besseres therapeutisches Ansprechen auf Strahlentherapie sowie im Bereich der ballistischen Selektivität, wie bei der Manipulierung der Strahlenreaktion in Tumoren und normalem Gewebe;- Lebensqualität als Parameter für die Bewertung der Behandlung, einschließlich Rehabilitation und Pflege im Terminalstadium.Pharmazeutische Forschung Allgemeines Ziel ist die Entwicklung der wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für die Bewertung neuer Arzneimittel zur Behandlung von neurologischen, Geistes-, immunologischen und Viruserkrankungen.Diese Maßnahmen sollten auch die Tätigkeiten der europäischen Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln untermauern und ihr auf internationaler Ebene den forschungsgestützten Hintergrund liefern, um eine Harmonisierung der technischen Anforderungen für die Arzneimittelentwicklung zu erreichen. Die Forschungsarbeiten werden zusammen mit der Industrie, Forschungszentren, Krankenhäusern, Hochschulen und den zur Prüfung der Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität neuer Arzneimittel verantwortlichen Behörden durchgeführt.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Pharmakotoxikologie: Prävalidierung alternativer In-vitro-Methoden, möglicherweise unter Verwendung menschlicher Zellen und Gewebe und, sofern unvermeidlich, von Tiermodellen, mit der allgemeinen Zielrichtung einer Reduzierung, Verbesserung und des Ersatzes von Tierversuchen. Bevorzugt werden die Prüfungen, die das fortgeschrittenste Validierungsstadium erreicht haben, wie im Rahmen des Biotechnologie-Programms entwickelt. Prävalidierungsforschung über diese Prüfungen sollte dem europäischen Zentrum zur Validierung alternativer Prüfverfahren die besten Kandidaten für geeignete Validierungsstudien liefern. Der Beitrag der Funktionsbildgebung zur neuropharmakologischen Forschung wird ebenfalls erforscht.- Überwachung der Arzneimittelsicherheit: Entwicklung von Systemen hochleistungsfähiger Überwachungsnetze zur Früherfassung möglicher unerwünschter Wirkungen neuer Arzneimittel entsprechend dem bestehenden ordnungspolitischen Rahmen und unter besonderer Berücksichtigung der internationalen Harmonisierungsbemühungen. Dazu gehören Forschungsarbeiten über die Belastung von Patienten mit Arzneimitteln, die Harmonisierung diagnostischer Begriffe und Kriterien, Konzepte zur Bewertung von Hinweisen auf unerwüschte Arzneimittelwirkungen, Analyse von Lebensstatistiken, transnationale Fallkontrollstudien, transnationale Register- und Kohortenstudien.- Klinische Prüfungen: Unterstützung der intereuropäischen Zusammenarbeit in grossen randomisierten klinischen Prüfungen von hoher wissenschaftlicher Qualität zur Förderung der Ausarbeitung besserer diagnostischer und therapeutischer Verfahren sowie für ihre pharmakoökonomischen Aspekte. Die Entwicklung europäischer Netze von hohem wissenschaftlichen Niveau für klinische Prüfungen würde zu einer objektiven Bewertung neuer Diagnose- oder Therapieverfahren in kürzerer Zeit beitragen und gleichzeitig ihren wissenschaftlichen Wert erhalten.Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet werden hauptsächlich auf die Schaffung von Registern für klinische Prüfungen, Forschungsarbeiten über Meta-Analyse-Methoden und randomisierte klinische Prüfungen für seltene Krankheiten ausgerichtet, einschließlich eines Lagers für selten zur Anwendung kommende Arzneimittel (orphan drugs) für klinische Forschungen auf europäischer Ebene.Hirnforschung Das häufige Vorkommen von Geisteskrankheiten und das verstärkte Auftreten neurodegenerativer Erkrankungen stellen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft eine bedeutende wirtschaftliche und soziale Belastung dar, die mehr als 20 % aller Gesundheitsversorgungskosten ausmacht.Die neuen Möglichkeiten durch die Molekularbiologie und Genetik, neue Geräte und Informationstechnologien werden zu bedeutenden Fortschritten in den Neurowissenschaften und einer verbesserten Vorbeugung und Behandlung beitragen. Es sollen Forschungsarbeiten gefördert werden, bei denen grundlegende Aspekte mit klinischen Anwendungen und industrieller Entwicklung verknüpft werden.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Forschung über Physiopathologie und grundlegende Mechanismen, die zu Erkrankungen des Nervensystems führen, zu denen molekulare, zelluläre und klinische Konzepte gehören sollten;- Forschungsarbeiten über Schäden des zentralen Nervensystems, Regeneration und Plastizität, Entwicklung therapeutischer Strategien zur Schadensbegrenzung, Förderung des Wiederwachstums und Wiederherstellung;- fachbereichsübergreifende Forschungen über das Verständnis der genetischen und immunologischen Grundlage von Erkrankungen des Nervensystems in enger Zusammenarbeit mit Tätigkeiten im Rahmen der Programme Analyse des menschlichen Genoms und Biotechnologie. Schaffung von Zellkulturen und gegebenenfalls Tiermodellen der menschlichen Krankheiten des Gehirns für die Pathogenese und Entwicklung therapeutischer Verfahren;- Beitrag zur Entwicklung besserer bildgebender Verfahren am Gehirn, die zusammen mit der Computerwissenschaft ein besseres Verständnis von Gehirnstrukturen, -fuktionen und -stoffwechsel ermöglichen, um die Verteilung von Proteinen und anderen Strukturen des Gehirns wie auch die anatomischen Strukturen und psychologischen Mechanismen zu kartieren, die in Wechselwirkung zur kognitiven Funktion und Dysfunktion stehen;- dieses Konzept umfasst den Beitrag verschiedener Fachgebiete zusammen mit biomedizinischer Technik und bringt die fortgeschrittensten Technologien und Infrastrukturen von ganz Europa zusammen;- Forschungsarbeiten über die Schmerzmechanismen, einschließlich der Entwicklung neuer Therapien und die Durchführung von klinischen Prüfungen zur Bewertung der Wirksamkeit der derzeit verfügbaren Therapien;- Forschung über Abhängigkeitsverhalten, einschließlich grundlegender und klinischer Konzepte, mit dem allgemeinen Ziel der Reduzierung des Arzneimittelbedarfs;- Entwicklung kombinierter epidemiologischer und langfristiger Vorsorgeprogramme zur Bewertung der Auswirkung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen und der Vorteile ihrer Behandlung auch bei Minderheiten und Hochrisikogruppen;- Forschung über kognitive Wissenschaften, einschließlich Entwicklung von Modellen neuronalen Verhaltens, Lernen, Gedächtnis und Psycholinguistik.Forschung über das menschliche Genom Die in früheren Programmen erzielten Ergebnisse, durchgeführten Tätigkeiten und entwickelte Infrastruktur müssen im Hinblick auf den künftigen Bedarf konsolidiert und gegebenenfalls geändert werden. Unterstützt wird die Grundlagenforschung mit Nachdruck auf Funktionalstudien, um sicherzustellen, daß die Fortschritte in der Genetik zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit genutzt werden. Darüber hinaus wird die Entwicklung geeigneter Technologien und Anwendungen, die zum Wohlbefinden der Patienten beitragen, gefördert. Vor allem soll versucht werden, die somatische Gentherapie zu entwickeln, wenn die Bedingungen/Akzeptanz in Europa zielgerichtete Anstrengungen rechtfertigen, z. B. Mukoviszidose.Die gemeinsame Nutzung und Harmonisierung von Gendatenbanken, einschließlich der Beteiligung der Europäischen Gemeinschaft am Management der internationalen Datenbank für das menschliche Genom (GDB), werden unterstützt. Gleichzeitig werden Verbindungen zu einschlägigen internationalen Organisationen oder Foren aufrechterhalten (z. B. HUGO, die Organisation für das menschliche Genom).Die Vertraulichkeit aller persönlichen Informationen, die im Laufe der Forschungsarbeit gesammelt werden, müssen der besten Datenschutzpraxis entsprechen. Im Rahmen dieses Programms werden keine Forschungsarbeiten zur Modifikation oder mit dem Ziel der Modifikation des menschlichen genetischen Materials durch Änderung von Keimzellen oder in irgendeinem embryonalen Entwicklungsstadium durchgeführt, die eine Vererbbarkeit dieser Veränderungen möglich machen.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Genkartierung und Genomanalyse, einschließlich Aufbau integrierter Transkriptionskarten, Sequenzierung spezifischer Chromosomenregionen, Nutzung vergleichender Konzepte;- Analyse der Genfunktion, einschließlich Verbesserung der Techniken zum Gen-Targeting und Entwicklung von Tiermodellen, z. B. bei der Maus;- Analyse der Genregulierung, einschließlich Identifizierung von Steuerungssequenzen, Analyse der Steuerungsmechanismen zur Expression spezifischer Gene, insbesondere solche, die in Verbindung mit einer Krankheit stehen;- Diagnose genetischer Erkrankungen, einschließlich nicht genetischer Faktoren und Entwicklung von Protokollen zur Risikoabschätzung und genetischen Beratung mit Nachdruck auf mögliche Vorbeugung;- somatische Gentherapie, einschließlich Entwicklung von Vektoren zur In-vitro-Übertragung genetischen Materials in Zellen, Entwicklung von Methoden zur wirksamen und sicheren In-vivo-Einbringung korrigierter Gene, Koordinierung klinischer Prüfungen zur somatischen Gentherapie;- Datenbanken, einschließlich experimenteller Datensammlung, -speicherung, -analyse und Entwicklung einer integrierten Genomdatenbank;- Technologieentwicklung, einschließlich Förderung von Forschungsarbeiten zur Entwicklung von Methoden, die zur Erreichung der oben genannten Ziele geeignet sind.Forschung über berufliche und Umweltgesundheit Das Ziel sind bessere wissenschaftliche Kenntnisse im Hinblick auf eine höhere Sicherheit und einen besseren Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer, um Unfälle am Arbeitsplatz und berufsbedingte Erkrankungen zu vermeiden und die Umweltgefahren für die Bevölkerung zu reduzieren.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Identifizierung und Beherrschung von Risikofaktoren am Arbeitsplatz sowie Quantifizierung der Belastung, mit Nachdruck auf biologischen und chemischen Risiken bei kurz- und langfristigen Auswirkungen;- Entwicklung von Techniken des Sicherheitsmanagements, einschließlich der Definition einer guten Sicherheitspraxis und Bewertung ihrer Wirksamkeit zur Reduzierung der Morbidität;- Gesundheitserziehung und vorbeugende Maßnahmen zur Reduzierung von Unfällen am Arbeitsplatz und der Belastung durch Risikofaktoren;- Wechselwirkung zwischen Risikofaktoren am Arbeitsplatz und in der Umwelt und Ätiologie von berufs- und umweltbedingten Erkrankungen.Forschung über andere Krankheiten von weitreichender sozioökonomischer Bedeutung Alle horizontalen Tätigkeiten wie Molekularbiologie, Physiologie, Genetik, Statistik, Epidemiologie und generische Technologien werden schließlich vom europäischen Bürger nach dem Nutzen für ihn als Einzelperson gemessen. Zwei Drittel der Bevölkerung stirbt an Herzversagen und Krebs, während ansteckende Krankheiten wie AIDS sowie durch die Umstände am Arbeitsplatz verursachte Krankheiten, die sogenannten Berufskrankheiten, zunehmend Besorgnis erregen. Die Bevölkerung erwartet grundlegende Antworten durch Einbeziehung von Grundlagen- und klinischer Forschung im Hinblick auf eine bessere Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung dieser Krankheiten mit grösseren sozioökonomischen Auswirkungen und die etwa 5 000 seltenen Krankheiten, die optimal auf internationaler Ebene in Angriff genommen werden können.Herz-Kreislauf-Forschung Zur beschleunigten Aufdeckung physiopathologischer Mechanismen, die zur Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, und zur Übertragung dieser Ergebnisse auf Vorbeugung und Behandlung sind fachübergreifende Forschungen durch die Verknüpfung der Fachkenntnis von Ärzten und Wissenschaftlern mit verschiedenem Hintergrund in Grundlagen- und klinischer Herz-Kreislauf-Forschung und Molekulargenetik zu fördern.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Analyse der Zell- und Molekularmechanismen, die zu Erkrankungen des Herzens und der Blutgefässe führen, einschließlich Forschungen über kardiales und vaskuläres Zellwachstum, Verletzung und Wiederherstellung; Entzuendung bei kardiovaskulären Prozessen;- Entwicklung klinisch geeigneter Mittel zur Verhütung von Verletzungen oder übermässigem Wachstum, Schadensbegrenzung und Wiederherstellung;- Forschungsarbeiten über das Verständnis der genetischen Grundlage kardiovaskulärer Erkrankungen, einschließlich Identifizierung und Dekodierung von Genen, Forschung über Expressionsmuster, Genfunktion und -veränderung; sofern nicht zu vermeiden, Entwicklung von Tiermodellen und therapeutischen Strategien;- klinische Forschung einschließlich Bewertung, Überprüfung und Definition des Beitrags der derzeitigen Grundkenntnisse, um das Entstehen und die Entwicklung klinischer Pathologien zu verstehen; Validierung präklinischer Reihenuntersuchungsprogramme sowie klinische Multicenterstudien zur Erprobung von Geräten und therapeutischen Verfahren;- Forschung über bildgebende und nichteingreifende Verfahren, mit denen Studien der Struktur, des Stoffwechsels und der Funktion des Herzens und der Blutgefässe möglich sind;- Forschungen über kombinierte epidemiologische und langfristige Vorsorgeprogramme, einschließlich Bewertung möglicher Unterschiede bei den Risikofaktoren, Auswirkung psychosozialer Faktoren auf Inzidenz und Prävalenz von kardiovaskulären Erkrankungen und die Vorteile ihrer Behandlung in Hochrisikogruppen.Forschung über chronische Erkrankungen und altersbedingte Beschwerden In Anbetracht der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung der Beherrschung chronischer Erkrankungen werden spezielle Forschungen auf Autoimmunerkrankungen und Immungenetik, T-Zellstörungen ausgerichtet und vorrangig fachbereichsübergreifende integrierende Forschung in den Bereichen chronische Arthritis, Diabetes mellitus, Asthma und andere Atemwegserkrankungen durchgeführt.Forschung über seltene Erkrankungen Hierbei handelt es sich um seltene Erkrankungen (etwa 5 000), bei denen das Subsidiaritätsprinzip offensichtlich ist. Kein Land allein kann es sich leisten, die erforderlichen Mittel auszugeben und Fallbeschreibungen vorzunehmen, um Grundlagen- und klinische Forschung für die kleine Zahl von Fällen durchzuführen, die auf einzelstaatlicher Ebene auftreten. Auf EG-Ebene und auf allgemein wissenschaftlicher Ebene erscheinen diese "aussergewöhnlichen" Fälle jedoch als ziemlich ähnlich und bieten naturgemäß aussergewöhnliche Experimente, um eingehende Forschungsarbeiten über die grundlegenden Mechanismen der Erkrankungen und Behinderungen durchzuführen, und sie bieten Gelegenheit, die genetische Forschung mit der biochemischen und physikalischen Manifestation der Erkrankung zu verknüpfen. Beispiele sind Thalassämie, angeborene Stoffwechselerkrankungen durch fehlerhafte Peroxisome usw. Zu den Maßnahmen gehört eine Bestandsaufnahme seltener Störungen und zusammen mit dem Abschnitt über pharmazeutische Forschung eine Registrierung für selten zur Anwendung kommende Arzneimittel (orphan drugs) für die klinische Forschung.Public Health-Forschung, einschließlich Forschung über Gesundheitsdienste Mehr als 110 000 Todesfälle im Alter von unter 65 Jahren aufgrund 21 üblicher Erkrankungen könnten pro Jahr vermieden werden, wenn die europäischen Regionen die optimalen Sterberaten erreichen könnten, die national für jede dieser Krankheiten angegeben werden.Die Traditionen, Praktiken und die Rechts- und Verwaltungsorganisation der öffentlichen Gesundheitsdienste und -systeme sind in den Mitgliedstaaten so unterschiedlich, daß jede Harmonisierung der Dienste in diesem Bereich unpraktikabel ist. Die Ziele der Forschungsarbeiten sollten jedoch darin bestehen, die Mitgliedstaaten bei einer verstärkten Abdeckung von Fragen der öffentlichen Gesundheit, bei der Formulierung und Umsetzung der Ziele, Politiken und Strategien zu unterstützen, die zur Kontinuität der Gewährleistung von Gesundheitsschutz in der Europäischen Gemeinschaft beitragen.Wichtigste Forschungsbereiche sind- Forschungsarbeiten über Gesundheitserziehung und -vorbeugung, Erstversorgung, Bewertung der Gesundheitsbedürfnisse, einschließlich der Bedürfnisse der in Abhängigkeit geratenen Gruppen, Leistungsmessung bei gesundheitspolitischen Initiativen und Bewertung der Gesundheitstechnologien;- Koordinierung und Vergleich europäischer Gesundheitsdaten;- Auswirkung des Binnenmarktes auf die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung über interne Grenzen hinaus, Regulierung und Deregulierung sowie Gleichgewicht zwischen Gesundheitssystemen, die von privaten und öffentlichen Sektoren finanziert werden;- Gesundheitsökonomie und organisatorische Aspekte von Gesundheitssystemen;- Definition eines europäischen Konzepts zur Einführung neuer Technologien in den Gesundheitssystemen.Forschung über biomedizinische Technologie Die Bewertung der Gesundheitstechnologie und pränormative Forschung werden in einem europaweiten Markt mit den Richtlinien über medizinische Geräte und damit verbundene Standardisierung immer wichtiger. Für die Industrie sowie die Entscheidungsträger auf allen Ebenen ist es neben den Sicherheitserwägungen wichtig, rechtzeitig Zugang zu objektiven Informationen über die Wirksamkeit medizinischer Geräte zu erhalten, bevor sie auf dem Gesundheitsmarkt in Verkehr gebracht werden.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Minimal-Interventionstechniken und Robotik: Robotik, dreidimensionale Bildgebung, Mikrostruktur-Technologie und "Nano-Technologie" zur Unterstützung der chirurgischen Therapie und Ausweitung der klinischen Indikationen für medizinische Minimal-Eingriffe; neue ergonomische Konzepte des Operationssaals für minimal eingreifende Chirurgie;- Bildgebungstechniken: Magnetresonanz, Ultraschall, Biomagnetismus, Positronen-Emissionstomographie usw. sowie Mikrowellenbildgebung und Nah-Infrarotspektroskopie und Bildgebung; vergleichende und integrierte Bewertung der verschiedenen biomedizinischen Bildgebungstechniken;- Forschungsarbeiten über Biosensoren, insbesondere mit Bezug auf ihren klinischen Wert, wie unter anderem im Fall von Glukoseueberwachung bei Diabetikern, Sauerstoffüberwachung und Ionensensorik in der Intensivtherapie;- um den Bedürfnissen der zunehmenden Bevölkerung von älteren Menschen und Behinderten gerecht zu werden, sind mehr Forschungsarbeiten über Rehabilitationstechnologie in Koordinierung mit den entsprechenden Bereichen des Telematik-Programms erforderlich. Die starke Tendenz zum Ersatz in der Medizin verlangt mehr Forschung über Biomaterialien, insbesondere im Hinblick auf bessere mechanische Eigenschaften und Biokompatibilität von Polymeren sowie über künstliche Organe, wie künstliches Herz und künstlicher Pankreas. Darüber hinaus bedarf es auch Forschungsarbeiten über die Modellierung menschlicher Funktionen sowie in der Biomechanik, Hämodynamik und Biorheologie;- Zelltechnik: Synergistische Vorteile würden sich durch die Kombination der Zell- und Molekularbiologie mit chemischer, mechanischer und Elektrotechnik ergeben und neue Möglichkeiten für klinische Anwendungen eröffnen.Forschung über biomedizinische Ethik Mit der horizontalen Forschung über biomedizinische Ethik sollen allgemeine Normen für die Achtung der Menschenwürde und den Schutz des Einzelnen im Zusammenhang mit der biomedizinischen Forschung und ihren klinischen Anwendungen angesprochen werden. Es geht dabei um die sozialen Auswirkungen und das öffentliche Bewusstsein der mit biomedizinischem Fortschritt verbundenen Probleme.Wichtigste Forschungsbereiche sind:- Medizinisch unterstützte Zeugung, einschließlich Geschlechtsselektion, Präimplantations- und Pränataldiagnostik, Forschungen am Embryo, Verwendung von fötalem Eierstockgewebe, Schwangerschaft nach der Menopause, Samen- und Eispende;- Analyse des menschlichen Genoms und ihre klinischen Anwendungen, einschließlich Prüfung, Reihenuntersuchung und Somatotherapie;- Lebensende, einschließlich Palliativbehandlung, Euthanasie, künstliche Verlängerung des Lebens durch fortgeschrittene medizinische Techniken, Wiederbelebung;- Mittelzuweisung: ethische und soziale Dimension der Wahlmöglichkeiten im Gesundheitshaushalt und bei der Mittelzuweisung;- Organ- und Gewebetransplantation, einschließlich der Verwendung menschlicher Organe und Gewebe, sowie die Funktionsweise von Gewebe- und Organbanken;- Patienteneinwilligung: Einwilligung des Patienten in Kenntnis der Sachlage zur Diagnose, Therapie, Vorsorge oder Forschung, einschließlich der Einwilligung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen wie Häftlinge und vermindert zurechnungsfähige Patienten;- Vertraulichkeit und Schutz genetischer und nicht-genetischer medizinischer Daten mit Nachdruck auf den besonderen Problemen der modernen Informationssysteme wie Speicherung im Computer mit automatischem Datentransfer.Ziele, die durch horizontale Tätigkeiten behandelt werden Forschungsarbeiten über biomedizinische Ethik, die innerhalb des Biomedizinischen und Gesundheitsforschungs-Programms durchgeführt werden, und die Tätigkeiten, die von der horizontalen Dienststelle "Rechtliche und ethische Aspekte" durchgeführt werden, werden gemeinsam in Angriff genommen, um Vorteil aus den fachübergreifenden Kompetenzen zu ziehen.Zwecks besseren Dialogs und gegenseitigen Verständnisses zwischen den wichtigsten nationalen, sozialpolitischen und biöthischen Standpunkten werden unter Anerkennung der kulturellen Unterschiede in den Mitgliedstaaten Arbeitsgruppen eingesetzt, die Berichte und relevante Untersuchungen auch für das Europäische Parlament und den Rat ausarbeiten. Es werden zielgerichtete Workshops zur Abgrenzung und Erörterung von Bereichen mit nationalen und internationalen Unterschieden durchgeführt und gegebenenfalls Forschungsarbeiten mit fachübergreifenden Konzepten für solche Themen. Darüber hinaus sollen auch Tätigkeiten zur Aufklärung der Öffentlichkeit über neue biomedizinische Technologien unterstützt werden. In dieser horizontalen Tätigkeit werden die europäische Bioethik-Konvention und ihre Protokollentwürfe berücksichtigt.Wo immer möglich, sollten Tierversuche durch In-vitro- oder andere Methoden ersetzt werden. Die Veränderung oder der Versuch der Veränderung von Keimzellen oder irgendeines Stadiums der menschlichen Embryonalentwicklung mit dem Ziel, menschliche Gencharakteristika auf vererbbare Weise zu verändern, wie auch Forschung mit dem Ziel, einen embryonalen Zellkern durch einen Zellkern einer anderen Person, eines anderen Embryos zu ersetzen oder eine nachfolgende Bildung eines Embryos, als Klonierung bekannt, ist von sämtlichen drei spezifischen Programmen ausgeschlossen.Demonstrationstätigkeiten in biomedizinischer und Gesundheitsforschung sollen vergleichbare europäische Multicenterstudien mit neuen Arzneimitteln, neuen therapeutischen Konzepten und Prüfprototypen neuer medizinischer Geräte erleichtern. Besondere Aufmerksamkeit wird der Demonstration der neuesten Technologien in der klinischen Diagnostik und den bildgebenden Technologien, implantierbaren Sensoren zur Überwachung oder Rehabilitation von Krankheitszuständen, künstlicher Organe, biokompatibler Materialien, neuer Krebstherapien und Bestrahlungstechnologien beigemessen. Es wird ein "Bottom-up"-Konzept in Zusammenarbeit mit anderen Lebenswissenschaftsprogrammen angewendet, um die besten Möglichkeiten der vorwettbewerblichen Demonstration festzustellen und die technische Durchführbarkeit dieser neuen Technologien gegebenenfalls zusammen mit ihren wirtschaftlichen Vorteilen auf vorwettbewerblicher Ebene nachzuweisen. Die frühzeitige Beteiligung von Krankenhäusern und Kliniken an diesen Demonstrationen dürfte eine wirksame Verbreitung der Kenntnisse und eine rasche Umsetzung der Vorteile aus der Übernahme solcher innovativen Konzepte, Arzneimittel und Geräte in die Praxis ermöglichen. Indem sie in erster Linie den Patienten zugute kommen sollen, berücksichtigen diese Demonstrationen die spezifischen Bedürfnisse der biomedizinischen Technik und der pharmazeutischen Industrie sowie der Organisationen für Gesundheitsversorgung, und sie werden durch Partnerschaften mit diesen Fertigungsindustrien, den Gesundheitsberufen, der Gesundheitsversorgung und den Gesundheitsbehörden durchgeführt.ANHANG II >PLATZ FÜR EINE TABELLE>ANHANG III BESTIMMUNGEN ÜBER DIE DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS 1. Die Verfahren für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang IV des Beschlusses über das vierte Rahmenprogramm festgelegt. Die Verfahren für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen sowie für die Verbreitung der Ergebnisse sind in den Bestimmungen, die der Artikel 130j des Vertrags vorsieht.Im Hinblick auf die Durchführung des Programms ist jedoch wie folgt zu präzisieren:- Eine von der Gemeinschaft unterstützte Teilnahme am Programm ist möglicha) für alle Körperschaften, die normalerweise FuE-Aktivitäten durchführen und- ihren Sitz in der Gemeinschaft haben;- ihren Sitz in einem Land haben, das infolge eines zwischen der Gemeinschaft und diesem Drittland abgeschlossenen Abkommen ganz oder teilweise mit dem betreffenden Programm assoziiert ist;b) für die Gemeinsame Forschungsstelle.1.1. Eine von der Gemeinschaft nicht finanzierte Teilnahme am Programm ist, unter der Bedingung, daß ihre Teilnahme für die Gemeinschaft von Interesse ist, möglich:a) für rechtliche Körperschaften, die in einem Land ihren Sitz haben, das mit der Gemeinschaft ein Abkommen über Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie abgeschlossen hat, welches die von diesem Programm abgedeckten Bereiche betrifft, und zwar unter der Bedingung, daß diese Teilnahme dem o. g. Abkommen nicht zuwider läuft;b) für rechtliche Körperschaften mit Sitz in europäischen Ländern;c) für internationale Forschungseinrichtungen.1.2. Für alle rechtlichen Körperschaften ist eine von der Gemeinschaft nicht finanziell unterstützte Teilnahme in dem Bereich "Analyse des menschlichen Genomes" möglich, unter der Bedingung, daß diese Teilnahme im Interesse der Gemeinschaftspolitik liegt.1.3. In bestimmten Fällen kann die Teilnahme internationaler Organisationen mit Sitz in Europa auf die gleiche Art und Weise finanziert werden, wie die Teilnahme von Institutionen, die ihren Sitz in der Gemeinschaft haben.2. Dieses Programm wird mittels indirekter Maßnahmen durchgeführt, d. h. durch gemeinschaftliche Förderung von FTE-Maßnahmen, die von Dritten oder von GFS-Instituten in Verbindung mit Dritten ausgeführt werden.2.1. Tätigkeiten auf Kostenteilungsbasis schließen die folgenden Maßnahmen ein:- FTE-Projekte, die von Unternehmen, Forschungszentren und Universitäten, einschließlich an einem gemeinsamen Thema arbeitender Konsortien für integrierte Aktionen, durchgeführt werden;- Vorhaben der Grundlagenforschung innerhalb von thematischen Netzwerken, die für grundlegende Technologien von strategischer Bedeutung zu bilden sind, unter Einbeziehung von Industrieunternehmen, Forschungszentren und Universitäten;- Technologieförderung zur Unterstützung und Vereinfachung der Beteiligung von KMU durch die Vergabe von Prämien für die vorbereitende Phase einer FTE-Maßnahme (einschließlich der Suche von Partnern) sowie durch kooperative Forschungsvorhaben. Diese Prämien werden vergeben nach der Auswahl von Projektvorschlägen, die jederzeit eingereicht werden können;- Unterstützung der Finanzierung von für die Verwirklichung einer Koordinierungsaktion unentbehrlichen Infrastrukturen oder Einrichtungen (verstärkte Koordinierungsaktivität);- Demonstrationsaktionen gemäß Anhang III des Rahmenprogramms, die darauf abzielen, unter anderem mit Hilfe von Durchführbarkeitsprämien und direkten Subventionen für Fachleute, die spezifischen Hindernisse zu überwinden, die die Nutzung der neuen Technologien behindern sowie Verbindungen zwischen Technologie-Entwicklern und -Anwendern herzustellen.2.2. Konzertierte Aktionen, die darin bestehen, insbesondere mit Hilfe von Konzertierungsnetzwerken FTE-Projekte zu koordinieren, die bereits durch öffentliche oder private Einrichtungen finanziert werden. Eine konzertierte Aktion kann ebenfalls der zum Funktionieren von thematischen Netzwerken erforderlichen Koordination dienen, die durch FTE-Projekte auf Kostenteilungsbasis (vgl. 2.1, erster Absatz) Hersteller, Anwender, Universitäten und Forschungszentren im Rahmen eines gemeinsamen technologischen oder industriellen Zieles zusammenbringen.2.3. Spezifische Maßnahmen, wie Maßnahmen zur Standardisierung und Maßnahmen zur Einführung von Werkzeugen zur allgemeinen Nutzung im Dienste von Forschungszentren, Universitäten und Unternehmen. Die Beteiligung der Gemeinschaft beträgt bis zu 100 % der Kosten der Maßnahmen.2.4. Vorbereitende, begleitende und unterstützende Maßnahmen, einschließlich der folgenden Beispiele:- Studien zur Unterstützung dieses Programms und der Vorbereitung möglicher zukünftiger Aktionen;- Konferenzen, Seminare, Workshops oder andere wissenschaftliche oder technische Veranstaltungen; einschließlich intersektorieller oder multidisziplinärer Konferenzen;- Nutzung externen Fachwissens einschließlich des Zugangs zu wissenschaftlichen Datenbanken;- wissenschaftliche Veröffentlichungen, einschließlich der Verbreitung, der Förderung und der Nutzung der Ergebnisse (in Abstimmung mit dem Dritten Aktionsbereich);- Studien zur Bewertung von sozioökonomischen Folgen sowie der möglichen technologischen Risiken, die mit irgendeinem Vorhaben dieses Programms in Zusammenhang stehen (koordiniert mit dem Programm Sozioökonomische Schwerpunktforschung);- Weiterbildung, die mit den im Rahmen des Programms durchgeführten Forschungstätigkeiten in Zusammenhang stehen;- Unabhängige Bewertung (einschließlich Studien) von Verwaltung und Ergebnissen der Programmaktivitäten;- Maßnahmen zur Unterstützung des Betriebs von Netzwerken, zur verstärkten Wahrnehmung und zur dezentralisierten Hilfe zum Nutzen von KMU in Zusammenarbeit mit der Aktion "Euromanagement Audits of RTD".Die im Zusammenhang mit Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse erfolgenden Maßnahmen des Programms werden ergänzend und in enger Koordinierung zu denjenigen im Rahmen des Dritten Aktionsbereichs durchgeführt werden. Die Partner der FTE-Projekte stellen bevorzugte Netzwerke für die Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse dar. Sie werden im Wege von Veröffentlichungen, Konferenzen, Förderung von Ergebnissen, Studien über das wirtschaftlich-technologische Potential usw. gestärkt werden. Um einen optimalen Nutzen zu gewährleisten, müssen Faktoren, die geeignet sind, eine spätere Verwertung der Ergebnisse zu begünstigen, von Anfang an und während der gesamten Dauer der FTE-Projekte berücksichtigt werden.