CELEX: 51991PC0137
Language: de
Date: 1991-04-26
Title: VORSCHLAG FUER EINE VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES UEBER GEMEINSCHAFTSMASSNAHMEN ZUR BEKAEMPFUNG DER NEWCASTLE-KRANKHEIT

Nr. C 146/12                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   5.6.91
                                                            II
                                                (Vorbereitende Rechtsakte)
                                               KOMMISSION
             Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates über Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämp-
                                              fung der Newcastle-Krankheit
                                                     (91/C 146/14)
                                                   KOM(91)    137 enäg.
                                    (Von der Kommission vorgelegt am 16. Mai 1991)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                       heitsgebiet oder in einem Teil des Hoheitsgebiets des be-
                                                                treffenden Landes prophylaktisch geimpft wird, entspre-
                                                                chend anzupassen.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel
                                                                Es ist erforderlich, eine Verschleppung der Seuche durch
                                                                strenge Kontrollen der Tierverbringungen und der Ver-
43,                                                             wendung von Erzeugnissen, die möglicherweise Träger
                                                                von Ansteckungsstoffen sind, sowie gegebenenfalls durch
                                                                Impfungen zu verhindern.
auf Vorschlag der Kommission,
                                                                Für die Krankheitsdiagnose sind die zuständigen Labora-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                 torien verantwortlich, deren Arbeit von einem gemein-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-              schaftlichen Referenzlaboratorium koordiniert wird.
schusses,
                                                                Es ist daher angezeigt, daß die Mitgliedstaaten, die Imp-
in Erwägung nachstehender Gründe:                               fungen vornehmen, Impfpläne ausarbeiten und die Kom-
                                                                mission sowie die anderen Mitgliedstaaten entsprechend
                                                                informieren.
Geflügel ist in der Liste in Anhang II des Vertrages auf-
geführt. Es stellt für die landwirtschaftliche Erwerbsbe-
völkerung eine wichtige Einkommensquelle dar.                   Die Kommission sollte mit der Erarbeitung der erforder-
                                                                lichen Durchführungsvorschriften betraut werden —
Um die Entwicklung des Geflügelsektors zu gewährlei-
sten und den Tiergesundheitsschutz in der Gemeinschaft          HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
zu fördern, müssen die Maßnahmen zur Bekämpfung
der Newcastle-Krankheit auf Gemeinschaftsebene festge-
legt werden.                                                                              Artikel 1
                                                                (1)     Diese Verordnung regelt die gemeinschaftlichen
Die Newcastle-Krankheit kann sehr schnell epizootische          Bekämpfungsmaßnahmen,           die bei Auftreten      der
Ausmaße mit entsprechend hoher Mortalität annehmen              Newcastle-Krankheit bei anderem Geflügel als Sporttau-
und die Rentabilität der Geflügelhaltung generell nach-         ben unbeschadet der Rechtsvorschriften für den innerge-
haltig beeinträchtigen.                                         meinschaftlichen Handel zu treffen sind.
Bei Seuchenverdacht sind alle Vorkehrungen zu treffen,          (2)    Diese Verordnung gilt nicht bei Auftreten der
um die Krankheit nach ihrer Bestätigung wirksam be-             Newcastle-Krankheit bei sonstigen Vögeln, doch teilt
kämpfen zu können. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind                der betreffende Mitgliedstaat der Kommission alle etwai-
von den zuständigen Behörden je nachdem, ob im H o -            gen Schutzmaßnahmen mit.
 ---pagebreak---  5.6.91                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 146/13
                            Artikel 2                              (2)     Unmittelbar nach Anzeige des Seuchenverdachts
                                                                   stellt die zuständige Behörde den Betrieb unter Beobach-
 (1)     Im Sinne dieser Verordnung gelten erforderlichen-        tung und veranlaßt insbesondere folgendes:
 falls die Begriffsbestimmungen gemäß Artikel 2 der
 Richtlinie 90/539/EWG des Rates (').
                                                                  a) Anlage eines Registers über sämtliche Geflügelkate-
                                                                       gorien im Betrieb mit Angabe der Zahl der verende-
 Darüber hinaus gelten folgende        Begriffsbestimmungen:           ten Tiere sowie die Zahl der Tiere mit und ohne
                                                                       Symptome in jeder Kategorie. Diese Angaben sind
                                                                       auf dem neuesten Stand zu halten und auf Verlangen
 a) seuchenkrankes Geflügel: Geflügel,                                 vorzulegen; sie können bei jedem Kontrollbesuch
                                                                       überprüft werden;
     — bei dem die Newcastle-Krankheit durch Untersu-
          chung in einem zugelassenen Labor offiziell bestä-
                                                                  b) Absonderung des gesamten Geflügelbestandes des Be-
          tigt wurde oder
                                                                       triebs entweder in den normalen Stallungen oder an
     — bei dem — im Falle von Zweit- oder Folgeinfek-                  einem Ort, der eine gesonderte Aufstauung ohne
          ten — klinische Symptome oder postmortale Lä-                Kontakt zu anderem Geflügel ermöglicht;
          sionen vorliegen, die auf Newcastle-Krankheit
          schließen lassen;                                       c) Verbot der Verbringung von Geflügel aus dem und
                                                                       zum verseuchten Betrieb;
b) seuchenverdächtiges Geflügel: Geflügel mit derartigen
     klinischen Symptomen oder postmortalen Läsionen,             d) Verbot des Verkehrs
     daß begründeter Verdacht auf Newcastle-Krankheit                  — von Personen und Fahrzeugen bzw. der Verbrin-
     besteht;                                                              gung anderer Tiere aus dem und zum verseuchten
                                                                           Betrieb sowie
c) ansteckungsverdächtiges Geflügel: Geflügel, das mög-                — des Transports von Fleisch und Tierkörpern, Fut-
     licherweise direkt oder indirekt mit dem Seuchenvirus                 termitteln, Gegenständen, Abfällen, Einstreu oder
     in Berührung gekommen ist;                                            sonstigen Materialien, die Träger von Anstek-
                                                                           kungsstoffen sein könnten, aus dem und zum ver-
                                                                           seuchten Betrieb, es sei denn, es liegt eine aus-
d) Spültrank: Abfälle aus Küchen und Restaurants bzw.                      drückliche Genehmigung der zuständigen Be-
     Abfälle der Fleischverarbeitungsindustrie;                            hörde vor;
e) zuständige Behörde: die von der Zentralverwaltung des          e) Verbot der Verbringung von Eiern aus dem verseuch-
     betreffenden Landes zu diesem Zweck bestimmte Ve-                 ten Betrieb, ausgenommen Konsumeier, die zur Zu-
     terinärbehörde, die der Zentralverwaltung direkt un-              friedenheit des amtlichen Tierarztes desinfiziert wur-
     terstellt und dieser verantwortlich ist;                          den;
                                                                  f) Verwendung geeigneter Desinfektionsmittel an den
f) amtlicher Tierarzt: von der zuständigen Behörde eines               Ein- und Ausgängen der Stallungen und Wirtschafts-
     Mitgliedstaates bezeichneter Tierarzt.                            gebäude;
                                                                  g) Durchführung einer epizootiologischen Untersuchung
                            Artikel 3                                  gemäß Artikel 7.
Die Newcastle-Krankheit ist anzeigepflichtig; bei Seu-
chenverdacht ist unverzüglich die zuständige Behörde zu           (3)      Bis die amtlichen Maßnahmen gemäß Absatz 2 ge-
benachrichtigen.                                                  troffen sind, trifft der Besitzer bzw. Halter von seuchen-
                                                                  verdächtigem Geflügel alle zumutbaren Vorkehrungen,
                                                                  um den Vorschriften von Absatz 2 und insbesondere der
                            Artikel 4                             Buchstaben b) bis e) zu genügen.
(1)      Ist Geflügel seuchen- oder ansteckungsverdächtig,
so leitet der amtliche Tierarzt unverzüglich eine Unter-          (4)      Die zuständige Behörde kann die Maßnahmen ge-
suchung ein, um diesen Verdacht zu erhärten bzw. zu               mäß Absatz 2 auf andere Betriebe ausdehnen, wenn
entkräften; insbesondere entnimmt er bzw. veranlaßt er            Lage, betriebliche Anordnung oder Kontakte mit dem
die Entnahme von Proben für die erforderlichen Labor-             seuchenverdächtigen Betrieb eine Ansteckung befürchten
untersuchungen.                                                   lassen.
                                                                  (5)      Die Maßnahmen gemäß den Absätzen 2, 3 und 4
                                                                  werden erst aufgehoben, wenn der Seuchenverdacht vom
(') ABl. Nr. L 303 vom 31. 10. 1990, S. 6.                        amtlichen Tierarzt entkräftet wurde.
 ---pagebreak---  Nr. C 146/14                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      5.6.91
                          Artikel 5                             (2)        Die Kommission legt nach dem Verfahren des Ar-
                                                                tikels 24 die Kriterien für die Gewährung der Ausnah-
(1)     Wird das Auftreten der Newcastle-Krankheit in           men gemäß Absatz 1 fest.
einem Betrieb amtlicherseits festgestellt, so ordnet die
zuständige Behörde über die Maßnahmen gemäß Artikel
4 Absatz 2 hinaus folgende Maßnahmen an:
                                                                                            Artikel 7
a) unverzügliche Tötung des gesamten Geflügels im Be-           (1)        Die epizootiologische Untersuchung umfaßt:
    trieb und unschädliche Beseitigung der verendeten
    und getöteten Tiere sowie aller vorhandenen Eier un-
    ter weitestgehender Vermeidung einer Weiterverbrei-        — die Bestimmung der mutmaßlichen Zeitspanne seit
    tung des Seuchenvirus;                                            der Infektion des Betriebs;
b) nach Weisung des amtlichen Tierarztes unschädliche
    Beseitigung bzw. entsprechende Behandlung aller            — die Ermittlung der mutmaßlichen Ansteckungsquelle
    Stoffe und Abfälle wie Futtermittel, Einstreu und                 sowie die Ermittlung weiterer Betriebe, deren Tierbe-
    Mist, die Träger von Ansteckungsstoffen sein könn-                stände sich ebenfalls aus dieser Quelle infiziert oder
    ten, wobei die Behandlung die Gewähr für die Abtö-                angesteckt haben könnten;
    tung etwa vorhandener Krankheitserreger bieten
    muß;
                                                               — die Ermittlung von Personen und Fahrzeugen, Geflü-
                                                                      gel und sonstigen Tieren, Eiern, Fleisch und Tierkör-
c) soweit möglich Ermittlung und unschädliche Beseiti-                pern sowie Gegenständen und Materialien, durch die
    gung des gesamten, während der vermuteten Inkuba-                 das Seuchenvirus zu oder aus den fraglichen Betrie-
    tionszeit erschlachteten, aus dem verseuchten Betrieb             ben verschleppt worden sein könnte.
    stammenden Geflügelfleischs,
d) soweit möglich Ermittlung und unschädliche Beseiti-         (2)        Für die Durchführung der epizootiologischen Un-
    gung der in der vermuteten Inkubationszeit im ver-         tersuchung und die umfassende Koordinierung aller zur
    seuchten Betrieb erzeugten Bruteier bzw. behördliche       schnellstmöglichen Seuchentilgung erforderlichen Maß-
    Überwachung der bereits aus diesen Bruteiern ge-           nahmen wird ein Krisenzentrum errichtet.
    schlüpften Küken;
e) nach Ausführung der Maßnahmen gemäß Buchstabe               Die allgemeinen Vorschriften für die nationalen Krisen-
    a) Reinigung und Desinfektion der Stallungen und ih-       zentren und ein entsprechendes Krisenzentrum auf Ge-
    rer unmittelbaren Umgebung, der Transportmittel so-        meinschaftsebene gemäß der Verordnung (EWG) Nr.
    wie aller anderen Gegenstände und Materialien, die         . . . / . . des Rates finden Anwendung.
    Träger von Ansteckungsstoffen sein könnten, gemäß
    Artikel 11;
                                                                                            Artikel 8
f) nach Ausführung der Maßnahmen gemäß Buchstabe
    e) Einhaltung einer Wartefrist von mindestens 21 Ta-       (1)        Hat der amtliche Tierarzt den begründeten Ver-
    gen vor der Wiederaufstockung der Bestände;                dacht, daß sich der Geflügelbestand eines Betriebs durch
                                                               Personen, Tiere, Fahrzeuge oder aus anderen Quellen
g) Durchführung einer epizootiologischen Untersuchung          infiziert hat, so wird der Betrieb unter amtliche Überwa-
    gemäß Artikel 7.                                           chung gemäß Absatz 2 gestellt.
(2)     Die zuständige Behörde kann die Maßnahmen ge-          (2)        Die amtliche Überwachung dient der unverzügli-
mäß Absatz 1 auf andere Betriebe ausdehnen, wenn               chen Abklärung des Seuchenverdachts, der Ermittlung
Lage, betriebliche Anordnung oder Kontakte mit dem             und Kontrolle der Geflügelverbringung sowie gegebe-
verseuchten Betrieb eine Ansteckung befürchten lassen.         nenfalls der Einleitung der Maßnahmen gemäß Absatz 3.
                          Artikel 6
                                                               (3)        Steht ein Betrieb unter amtlicher Überwachung
(1)     Für verseuchte Betriebe, in denen zwei oder meh-       gemäß Absatz 2, so verbietet die zuständige Behörde alle
rere Herden getrennt gehalten werden, kann die zustän-         Verbringungen von Geflügel aus diesem Betrieb, es sei
dige Behörde in bezug auf die gesunden Herden Aus-             denn, die Tiere werden unter amtlicher Aufsicht zur so-
nahmen von den Anforderungen gemäß Artikel 5 Absatz            fortigen Schlachtung in einen Schlachthof befördert.
1 Buchstabe a) zulassen, sofern der amtliche Tierarzt —        Dieser Genehmigung muß eine klinische Untersuchung
auch unter Berücksichtigung etwaiger Impfungen — be-           des Geflügels durch den amtlichen Tierarzt vorausgehen,
stätigt, daß diese Herden aufgrund ihrer Struktur, Größe       durch die nachgewiesen wurde, daß der fragliche Betrieb
und Pflege vollkommen abgesondert untergebracht, ge-           frei von Newcastle-Krankheit ist. Die Verbringungs-
pflegt und gefüttert werden, so daß das Seuchenvirus           sperre gilt für 21 Tage ab dem letztmöglichen Tag der
nicht auf die anderen Herden übertragen werden kann.           Ansteckung, zumindest jedoch für sieben Tage.
 ---pagebreak---  5. 6. 91                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. C 146/15
 (4)     Hält die zuständige Behörde die entsprechenden                 ii) die Verbringung von Eintagsküken oder angehen-
Voraussetzungen für gegeben, so kann sie die Maßnah-                        dem Zuchtgeflügel in einen Betrieb im Sperrge-
men dieses Artikels auf einen Teil des Betriebs und das                     biet, in dem sich kein anderes Geflügel befindet.
darin enthaltene Geflügel beschränken, sofern die einzel-                   Dieser Betrieb ist unter amtliche Überwachung
nen Herden vollkommen abgesondert untergebracht und                         gemäß Artikel 8 Absatz 2 zu stellen;
von nur für sie zuständigem Personal betreut und gefüt-
                                                                       iii) den Transport von Bruteiern in eine Brüterei im
tert wurden.
                                                                            Sperrgebiet bzw. in eine von der zuständigen Be-
                                                                            hörde benannte Brüterei außerhalb dieses Gebiets.
                            Artikel 9                                       Vor dem Versand sind Eier und Verpackungen zu
                                                                            desinfizieren.
 (1)     Unmittelbar nach der amtlichen Bestätigung der
 Newcastle-Krankheit grenzt die zuständige Behörde ein                 Die Verbringungen gemäß den Ziffern i), ii) und iii)
Sperrgebiet um den verseuchten Betrieb ab, das aus einer               müssen auf direktem Weg unter amtlicher Überwa-
Schutzzone mit einem Mindestradius von 3 km und einer                  chung erfolgen. Sie dürfen erst nach einer veterinär-
Überwachungszone mit einem Mindestradius von 10 km                     hygienischen Kontrolle des Betriebs durch den amtli-
besteht. Bei der Abgrenzung dieser Zonen sind natürli-                 chen Tierarzt genehmigt werden. Die verwendeten
che Hindernisse und der Seuchenverlauf zu berücksichti-               Transportmittel sind vor und nach ihrer Verwendung
gen.                                                                  zu reinigen und zu desinfizieren;
                                                                  g) Verbot der unbefugten Beförderung und Ausbringung
(2)      In der Schutzzone werden folgende Maßnahmen
                                                                      von Stall- und Flüssigmist;
angewandt:
a) Ermittlung sämtlicher Geflügelhaltungsbetriebe inner-          h) Verbot des Betriebs von Ausstellungen, Märkten,
     halb der Zone;                                                   Tierschauen und sonstigen Sammelstellen für Geflü-
                                                                      gel und andere Vögel.
b) regelmäßige Kontrollbesuche sämtlicher Geflügelhal-
     tungsbetriebe, klinische Untersuchung des Geflügels          (3)      Die in der Schutzzone getroffenen Maßnahmen
     und ggf. Entnahme von Proben für Laboruntersu-               werden frühestens 21 Tage nach der ersten Reinigung
     chungen sowie Protokollierung der Kontrollbesuche            und Desinfektion des verseuchten Betriebs gemäß Artikel
     und -ergebnisse;                                             11 aufgehoben. Danach wird die Schutzzone in die
                                                                  Überwachungszone eingegliedert.
c) Einsperrung des Geflügels in den Stallungen oder an
     einem anderen Ort, der eine Absonderung der Tiere
                                                                  (4)      In der Überwachungszone werden folgende Maß-
     ermöglicht;
                                                                  nahmen angewandt:
d) Verwendung geeigneter Desinfektionsmittel an den
     Zufahrtswegen zu den Betrieben;                              a) Ermittlung sämtlicher Geflügelhaltungsbetriebe inner-
                                                                      halb der Zone;
e) Regelung des Verkehrs von Personen, die mit Geflü-
     gel, Geflügelschlachtkörpern und Eiern umgehen, so-          b) Kontrolle der Geflügel- und Bruteierverbringungen
     wie des Verkehrs von Fahrzeugen, die Geflügel, Ge-               innerhalb der Überwachungszone;
     flügelschlachtkörper und Eier von und zu den Betrie-
     ben befördern; generell ist der Geflügeltransport, aus-      c) innerhalb der ersten 15 Tage Verbot der Verbringung
     genommen die Durchfuhr über die großen Fernver-                  von Geflügel aus der Zone, es sei denn, das Geflügel
     kehrsstraßen und Eisenbahnstrecken, verboten;                    wird auf direktem Weg zu einem von der zuständigen
                                                                      Behörde benannten Schlachthof außerhalb des Sperr-
f) Verbot der Verbringung von Geflügel und Bruteiern                  gebiets befördert. Das so erschlachtete Fleisch ist mit
     aus dem Betrieb, es sei denn, die zuständige Behörde             dem besonderen Genußtauglichkeitskennzeichen ge-
     genehmigt                                                        mäß Artikel 6 der Verordnung (EWG) Nr. . . . / . .
                                                                      [über die Veterinärbedingungen für den innergemein-
      i) die Verbringung des Geflügels zur unverzüglichen             schaftlichen Handel mit frischem Fleisch von Geflügel
         Schlachtung in einen tierärztlich überwachten,               und Zuchtfederwild und für die Einfuhr dieses Flei-
         möglichst in dem Sperrgebiet gelegenen Schlacht-             sches aus Drittländern] zu versehen;
         hof bzw. in einen anderen von ihr benannten
         Schlachthof außerhalb des Sperrgebiets. Das so
         erschlachtete Fleisch ist mit dem besonderen Ge-         d) Verbot der Verbringung von Bruteiern aus dem
         nußtauglichkeitskennzeichen gemäß Artikel 6 Ab-              Sperrgebiet, es sei denn, sie werden an einen behörd-
         satz 1 der Verordnung (EWG) Nr. . . . / . . [über            lich benannten Ort gebracht; vor dem Versand sind
         die Veterinärbedingungen für den innergemein-                Eier und Verpackungen zu desinfizieren;
         schaftlichen Handel mit frischem Fleisch von Ge-
         flügel und Zuchtfederwild und für die Einfuhr            e) Verbot der Verbringung von Stall- und Flüssigmist
         dieses Fleisches aus Drittländern] zu versehen;              aus der Zone;
 ---pagebreak--- Nr. C 146/16                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   5.6.91
f) Verbot des Betriebs von Ausstellungen, Märkten,             c) ein oder mehrere Institute oder Laboratorien für die
    Tierschauen und sonstigen Sammelstellen für Geflü-             Kontrolle der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der
    gel und andere Vögel;                                          Vakzine, die in dem betreffenden Mitgliedstaat für
                                                                   die prophylaktische Impfung verwendet werden dür-
g) unbeschadet der Bestimmungen der Buchstaben b)                  fen bzw. im Hinblick auf Dringlichkeitsmaßnahmen
    und c) Verbot des Transports von Geflügel innerhalb            vorrätig gehalten werden.
    der Zone, außer zur Durchfuhr über große Fernver-
    kehrsstraßen und Eisenbahnstrecken.                        (2)     Die in Anhang II aufgeführten nationalen Labora-
                                                               torien sind für die Koordinierung der Standards und
                                                               Diagnosemethoden, der Verwendung von Reagenzien
(5)     Die in der Überwachungszone getroffenen Maß-
                                                               und der Vakzinprüfungen zuständig.
nahmen werden frühestens 30 Tage nach der ersten Rei-
nigung und Desinfektion des Betriebs gemäß Artikel 11
aufgehoben.                                                    (3)     Die nationalen Laboratorien gemäß Absatz 2 sind
                                                               zuständig für die Koordinierung der in den einzelnen
                                                               staatlichen Diagnoselaboratorien für Newcastle-Krank-
                         Artikel 10                            heit angewandten Standards und Diagnoseverfahren. Zu
                                                               diesem Zweck
(1)     Die zuständige Behörde regelt das Verfahren, mit
dessen Hilfe die Verbringungen von Geflügel und Eiern,         a) können sie Diagnosereagenzien an regionale Labora-
die ihren Herkunfsbetrieb verlassen, jederzeit feststellbar        torien abgeben;
sind.
                                                               b) kontrollieren sie die Qualität aller in dem betreffen-
(2)     Der Besitzer bzw. der Halter erteilt der zuständi-         den Mitgliedstaat verwendeten Diagnosereagenzien;
gen Behörde auf Verlangen Auskunft über die Zu- und
Abgänge von Geflügel und Eiern in seinem Betrieb.              c) veranlassen sie die regelmäßige Durchführung von
                                                                   Vergleichstests;
(3)     Personen, die Geflügel- und Eiertransport oder         d) halten sie NDV-Isolate aus bestätigten Seuchenfällen
-handel betreiben, müssen der zuständigen Behörde Aus-             des betreffenden Mitgliedstaats vorrätig;
kunft über die Verbringung des beförderten bzw. gehan-
delten Geflügels erteilen sowie entsprechende Belege bei-      e) bestätigen sie positive Ergebnisse der regionalen Dia-
bringen können.                                                    gnoselaboratorien.
                                                               (4)     Die nationalen Laboratorien gemäß Anhang II ste-
                         Artikel 11
                                                               hen in Verbindung zum gemeinschaftlichen Referenzla-
(1)     Die zu verwendenden Desinfektionsmittel und            boratorium gemäß Artikel 14.
ihre Konzentrationen müssen von der zuständigen Be-
hörde festgelegt werden.                                                                Artikel 14
                                                               Das gemeinschaftliche Referenzlaboratorium für die
(2)     Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten finden un-
                                                               Newcastle-Krankheit ist in Anhang III aufgeführt. Die
ter behördlicher Aufsicht und nach amtstierärztlicher
                                                               Aufgaben und Befugnisse dieses Laboratoriums werden
Weisung statt.
                                                               nach dem Verfahren des Artikels 24 erlassen, sofern sie
                                                               nicht bereits in Artikel 28 der               Entscheidung
                         Artikel 12                            90/424/EWG des Rates (') geregelt sind.
Für die Probenahmen und Laboruntersuchungen zur Er-
mittlung des Virus der Newcastle-Krankheit gelten die                                   Artikel 15
Bestimmungen des Anhangs I.                                    (1)     Impfungen gegen die Newcastle-Krankheit mit
                                                               amtlich zugelassenen Vakzinen können entweder pro-
                                                               phylaktisch oder ergänzend zu den bei Ausbruch der
                         Artikel 13
                                                               Krankheit getroffenen Bekämpfungsmaßnahmen durch-
(1)     Jeder Mitgliedstaat benennt                            geführt werden.
a) ein oder mehrere Laboratorien, die technisch        und     (2)     Es werden nur Vakzine zugelassen, die folgenden
    personell so ausgestattet sind, daß jederzeit eine um-     Anforderungen genügen:
    fassende Typendifferenzierung des Seuchenvirus     und
    die Bestätigung der Ergebnisse der regionalen      Dia-    a) die Vakzine müssen den Bestimmungen der Europäi-
    gnoselaboratorien möglich ist;                                 schen Pharmakopoe entsprechen und unter amtlicher
                                                                   Aufsicht gewonnen und abgegeben worden sein;
b) ein oder mehrere Laboratorien, in denen Reagenzien
    zur Verwendung in regionalen Laboratorien getestet
    werden;                                                    (') ABl. Nr. L 224 vom 18. 8. 1990, S. 19.
 ---pagebreak---  5.6.91                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 146/17
b) aus Drittländern eingeführte Vakzine müssen eben-              c) während der Impfkampagne gemäß Absatz 1 darf
     falls die Bedingungen gemäß Buchstabe a) erfüllen.              kein Geflügel dieser Arten Betriebe in der Impfzone
                                                                     verlassen, es sei denn,
 (3)     Nach dem Verfahren des Artikels 24 können wei-
tere Vorschriften für den Einsatz von Vakzinen zur Be-               — Eintagsküken werden zu einem anderen Betrieb
kämpfung der Newcastle-Krankheit erlassen werden.                        innerhalb der Impfzone verbracht, in dem sie als-
                                                                         dann geimpft werden müssen,
                          Artikel 16
                                                                     — Geflügel wird zur unmittelbaren Schlachtung in
(1)      Die Mitgliedstaaten, die freiwillige oder obligato-             einen Schlachthof innerhalb der Impfzone ver-
rische prophylaktische Impfungen gegen die Newcastle-                    bracht. Liegt der Schlachthof außerhalb der Impf-
Krankheit durchführen, teilen dies der Kommission und                    zone, so darf das Geflügel nur nach veterinärhy-
den anderen Mitgliedstaaten mit.                                         gienischer Kontrolle des Betriebs aus diesem ver-
                                                                         bracht werden;
(2)      Die Mitteilung gemäß Absatz 1 betrifft insbeson-
dere:                                                            d) nach abgeschlossener Impfkampagne gemäß Buch-
                                                                     stabe a) kann die Verbringung aus der Impfzone ge-
— die Merkmale und die Zusammensetzung der ver-                      nehmigt werden für
      wendeten Vakzine,
                                                                     — Eintagsküken, die zur Fleischerzeugung in einem
— die Vorschriften für die Überwachung der Abgabe,                       Mastbetrieb bestimmt sind, sofern sie dort geimpft
      Lagerung und Verwendung der Vakzine,                               werden; der Mastbetrieb ist bis zur Schlachtung
                                                                         des eingestellten Geflügels unter Beobachtung zu
— die Geflügelarten und -kategorien, die geimpft wer-                    stellen,
      den können bzw. müssen,
                                                                     — Geflügel, das vor mindestens 21 Tagen geimpft
— die Gebiete, in denen geimpft werden kann bzw.                         wurde und zur unmittelbaren Schlachtung be-
      muß.                                                               stimmt ist,
                          Artikel 17                                 — Bruteier, sofern seit der Impfung des Zuchtbestan-
                                                                         des mindestens drei Wochen (21 Tage) vergangen
(1)      Nach Bestätigung der Newcastle-Krankheit kann                   sind und Eier sowie Verpackungen vor dem Ver-
die zuständige Behörde ergänzend zu den sonstigen Be-                    sand desinfiziert wurden.
kämpfungsmaßnahmen gemäß dieser Verordnung eine
geographische und zeitliche Abgrenzung vornehmen, in-
nerhalb deren bestimmte Geflügelarten unter amtlicher            (4)    Die Maßnahmen gemäß Absatz 3 Buchstaben b)
Überwachung unverzüglich systematisch (not-)geimpft              und d) bleiben nach Abschluß der Impfkampagne gemäß
werden. Mitgliedstaaten, die Notimpfungen durchfüh-              Absatz 1 für einen Zeitraum von drei Monaten in Kraft;
ren, unterrichten die Kommission und die anderen Mit-            sie können jeweils um weitere drei Monate verlängert
gliedstaaten in dem mit Beschluß 68/361/EWG des Ra-              werden.
tes O eingesetzten Ständigen Veterinärausschuß über die
Seuchenentwicklung und das Notimpfprogramm.                      (5)    Abweichend von Absatz 3 Buchstaben a) und b)
                                                                 kann die zuständige Behörde bestimmte Geflügelherden
(2)      In dem in Absatz 1 genannten Fall ist die Impfung       von besonderem wissenschaftlichem Wert von der syste-
bzw. Neuimpfung des Geflügels in Betrieben, die den              matischen Impfung ausnehmen, sofern die zuständige
Beschränkungen gemäß Artikel 4 unterliegen, verboten.            Behörde die erforderlichen Gesundheitsschutzmaßnah-
                                                                 men erläßt und diese Herden unter regelmäßige serolo-
                                                                 gische Überwachung stellt.
(3)      In dem in Absatz 1 genannten Fall gilt folgendes:
                                                                 (6)    Die Kommission verfolgt die Seuchenentwicklung
a) Die zur Impfung vorgesehenen Geflügelarten sind so
                                                                 und kann erforderlichenfalls nach dem Verfahren des
     schnell wie möglich zu impfen;
                                                                 Artikels 24 Verbringungssperren und Impfmaßnahmen
                                                                 beschließen.
b) alle in den Betrieben der Impfzone geschlüpften Kü-
     ken bzw. alle in diese Betriebe eingestellten Tiere die-
     ser Arten müssen geimpft werden bzw. geimpft wor-                                     Artikel 18
     den sein;
                                                                 (1)    Erweist sich die Newcastle-Krankheit in einer be-
                                                                 stimmten Region als außergewöhnlich virulent und be-
                                                                 steht die Gefahr einer Verschleppung, so trifft der be-
(') ABl. Nr. L 255 vom 18. 10. 1968, S. 23.                      troffene Mitgliedstaat folgende Maßnahmen:
 ---pagebreak---   Nr. C 146/18                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   5. 6. 91
 — er erklärt ein räumlich abgegrenztes Gebiet, das zu-          Impfstoffmengen, die der betreffende Mitgliedstaat für
     mindest alle darin gelegenen Schutz- und Überwa-            eine etwaige Notimpfung für notwendig erachtet.
     chungszonen umfaßt, zur „Gefahrenzone",
                                                                 (2)    Für die Aufstellung des Krisenplans gelten die Kri-
 — er ordnet in der „Gefahrenzone" die Maßnahmen                 terien der Entscheidung 91/42/EWG der Kommission (')
     gemäß Artikel 9 Absatz 3 an,                                sinngemäß.
 — er verbietet die Verbringung von Lebendgeflügel und           Die Kommission kann diese Kriterien unter Berücksichti-
     Bruteiern aus der „Gefahrenzone",                           gung der Besonderheiten der Newcastle-Krankheit nach
                                                                 dem Verfahren des Artikels 24 ändern oder ergänzen.
 — er unterrichtet die Kommission und die anderen Mit-
     gliedstaaten im Ständigen Veterinärausschuß über die        (3)    Die nach den Kriterien gemäß Absatz 2 aufgestell-
     Seuchenlage und die getroffenen Bekämpfungsmaß-             ten Pläne sind der Kommission binnen zwölf Monaten
     nahmen.                                                     nach Inkrafttreten dieser Verordnung vorzulegen.
                                                                 (4)    Die Kommission prüft, ob die Pläne die Verwirkli-
 (2)     Die Abgrenzung der „Gefahrenzone" kann im               chung des gesteckten Ziels ermöglichen, und schlägt ggf.
 Zuge der schrittweisen Aufhebung der Schutzzonen               Abänderungen vor, um die einzelnen Pläne mit denen
 überprüft werden. Mit Aufhebung der letzten Überwa-            der anderen Mitgliedstaaten in Einklang zu bringen.
 chungszone werden die Vorschriften gemäß Absatz 1
 aufgehoben.
                                                                Die Kommission genehmigt die Pläne, gegebenenfalls
                                                                nach Abänderung, nach dem Verfahren des Artikels 24.
 (3)     Bei Gefahr im Verzuge müssen die von dem Mit-
 gliedstaat durchzuführenden Bekämpfungsmaßnahmen,              Nach dem gleichen Verfahren können die Pläne zu ei-
 insbesondere die Ausweisung der „Gefahrenzone" und             nem späteren Zeitpunkt geändert oder ergänzt werden,
 die Anwendung der Vorschriften des Artikels 17, im             um der Seuchenentwicklung Rechnung zu tragen.
 Rahmen einer Entscheidung nach dem Verfahren des
 Artikels 24 beschlossen werden.
                                                                                         Artikel 21
                                                                Veterinärsachverständige der Kommission können in Zu-
                         Artikel 19                             sammenarbeit mit den Behörden des betreffenden Mit-
                                                                gliedstaats Kontrollen vor Ort durchführen, insoweit dies
 (1)    Spültrank aus im grenzüberschreitenden Verkehr
                                                                für die einheitliche Anwendung dieser Verordnung er-
 eingesetzten Transportmitteln wie Schiffen, Überland-
                                                                forderlich ist. Die Kommission unterrichtet die Mitglied-
 und Luftfahrzeugen darf nicht an Geflügel verfüttert
                                                                staaten über die Ergebnisse dieser Kontrollen.
werden; er ist unter amtlicher Überwachung zu sammeln
und zu vernichten.
                                                                Ein Mitgliedstaat, auf dessen Gebiet eine Kontrolle
                                                                durchgeführt wird, gewährt den Sachverständigen jede
 (2)    Die Verfütterung von anderem Spültrank als dem          zur Erfüllung ihrer Aufgabe erforderliche Unterstützung.
in Absatz 1 genannten oder von Geflügelabfällen an Ge-
flügel darf nur genehmigt werden, wenn die Abtötung             Die allgemeinen Durchführungsvorschriften zu diesem
des Seuchenvirus durch eine Hitzebehandlung gewährlei-         Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 24 er-
stet ist.                                                       lassen.
(3)     Die Kommission erläßt die Durchführungsvor-                                      Artikel 22
schriften zu Absatz 2 erforderlichenfalls nach dem Ver-
fahren des Artikels 24.                                         Die Einzelheiten der finanziellen Beteiligung der Ge-
                                                                meinschaft an den sich aus dieser Verordnung ergeben-
                                                               den Maßnahmen sind in der Entscheidung 90/424/EWG
                                                               geregelt.
                         Artikel 20
(1)     Jeder Mitgliedstaat erstellt einen Krisenplan mit
Maßnahmen, die bei Ausbruch der Newcastle-Krankheit                                      Artikel 23
auf einzelstaatlicher Ebene zu treffen sind.                   Die Kommission kann die Anhänge dieser Verordnung
                                                               nach dem Verfahren des Artikels 24 ändern, um neuen
                                                               Diagnoseverfahren Rechnung zu tragen.
Der Krisenplan ermöglicht den Zugang zu Anlagen,
Ausrüstungen, Personal und allen sonstigen Materialien,
die für eine zügige und nachhaltige Seuchentilgung er-
forderlich sind. Er enthält genaue Angaben über die            0) ABl. Nr. L 33 vom 29. 1. 1991, S. 29.
 ---pagebreak--- 5.6.91                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr. C 146/19
                          Artikel 24                                   Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen;
                                                                       darüber hinaus hat jeder Mitgliedstaat das Recht zu ver-
(1)     Die Kommission wird von dem Ständigen Veteri-                  langen, daß seine Stellungnahme im Protokoll festgehal-
närausschuß, im folgenden „Ausschuß" genannt, unter-                   ten wird.
stützt.
                                                                       Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die
(2)     Wird auf das Verfahren dieses Artikels Bezug ge-               Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrichtet den
nommen, so gelten folgende Bestimmungen:                               Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme be-
                                                                       rücksichtigt hat.
Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Aus-
schuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der                                           Artikel 25
Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf
innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Be-                Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1991 in Kraft.
rücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage
— erforderlichenfalls durch eine Abstimmung — festset-                 Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich
zen kann.                                                              und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
                                                            ANHANG I
             VERFAHREN          FÜR   DIE    BESTÄTIGUNG UND DIE DIFFERENTIALDIAGNOSE                           DER
                                               NEWCASTLE-KRANKHEIT (ND)
             Die nachstehenden Verfahren zur Isolierung und Charakterisierung von ND-Viren sind Mindestrichtlinien
             für die Seuchendiagnose.
             Der Viruserreger der Newcastle-Krankheit ist der Prototyp der Paramyxoviridae. Zur Zeit existieren neun
             serologisch nachweisbare Gruppen geflügelspezifischer Paramyxoviren, bezeichnet PMV-1 bis PMV-9.
             Alle ND-Viren liegen in der Gruppe PMV-1. Für die Verfahren zur Bestätigung und Differentialdiagnose
             der Newcastle-Krankheit gilt folgende Definition:
             Die Newcastle-Krankheit ist eine Geflügelinfektionskrankheit, bedingt durch den Paramyxovirusstamm 1
             mit einem intrazerebralen Pathogenitätsindex (ICPI) bei Eintagsküken von über 0,7.
                                                            KAPITEL 1
                                          Entnahme und Behandlung von Probenmaterial
             1. Probenmaterial
                Kloakenabstriche (oder Fäzes) sowie Luftröhrenabstriche von erkrankten Vögeln; Fäzes oder Darmin-
                halt, Hirngewebe, Luftröhre, Lungen, Leber, Milz sowie andere eindeutig infizierte Organe kürzlich
                verendeter Vögel.
             2. Behandlung des Probenmaterials
                Die vorgenannten Organe und Gewebe können gepoolt werden; nur Fäkalmaterial ist unbedingt geson-
                dert zu behandeln. Abstriche sollten ganz in ein antibiotisches Medium getaucht, Fäkalproben und Or-
                gane in antibiotischem Medium (im geschlossenen Blender oder unter Verwendung von Stößel und
                Mörser und sterilem Sand) homogenisiert und zu 10 bis 20 % w/v suspendiert werden. Die Suspensio-
                nen sind für rund zwei Stunden bei Umgebungstemperatur (bei 4 °C entsprechend länger) stehen zu
                lassen und danach durch Zentrifugieren zu klären (z. B. 800—1 000 g für 10 Minuten).
 ---pagebreak--- Nr. C 146/20                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     5.6.91
           3. Antibiotisches Medium
               Verschiedene Laboratorien haben antibiotische Medien in unterschiedlicher Zusammensetzung erfolg-
               reich angewandt; für ein bestimmtes Land können die Laboratorien gemäß Anhang II zu Rate gezogen
               werden. Für Fäkalproben sind Antibiotika in hoher Konzentration erforderlich; als typische Mischung
               gilt: 10 000 Einheiten/ml Penicillin, 10 mg/ml Streptomycin, 0,25 mg/ml Gentamycin und 5 000 Ein-
               heiten/ml Mycostatin in phosphatgepufferter Kochsalzlösung. Für Gewebe und Luftröhrenabstriche
               können diese Mengen bis auf ein Fünftel verringert werden. Gegen Chlamydienorganismen können
               50 mg/ml Oxytetracyclin zugegeben werden. Bei der Herstellung des Mediums ist unbedingt der pH-
               Wert nach Zugabe der Antibiotika zu überprüfen und auf 7,0—7,4 zu korrigieren.
                                                             KAPITEL 2
                                                           Virusisolierung
            Virusisolierung in embryonierten Hühnereiern
           Die Allantoishöhlen von mindestens vier embryonierten Eiern, die 8—10 Tage vorbebrütet wurden, werden
           mit 0,1—0,2 ml des geklärten flüssigen Übersunds beimpft. Im Idealfall sollten diese Eier aus einer spezifi-
           ziert pathogenfreien Herde stammen; ansonsten können auch Eier aus einer Herde verwendet werden, die
           nachweislich frei von NDV-Antikörpern ist. Die beimpften Eier werden bei 37 °C aufbewahrt und täglich
           durchleuchtet. Eier mit toten bzw. absterbenden Embryonen sowie alle anderen Eier sind sechs Tage nach
           der Beimpfung auf 4 °C abzukühlen, und die Allantois-/Amnionflüssigkeiten auf Hämagglutination zu
           untersuchen. Läßt sich keine Hämagglutination feststellen, so wird das vorgenannte Verfahren mit unver-
           dünnter Allantois-/Amnionflüssigkeit als Inokulum wiederholt.
           Wird Hämagglutination festgestellt, so ist eine eventuelle Bakterienkontamination im Kulturverfahren aus-
           zuschließen. Sind Bakterien vorhanden, so können die Flüssigkeiten durch einen 450nm-Membranfilter
           passiert und nach Zugabe weiterer Antibiotika in embryonierte Eier inokuliert werden.
                                                             KAPITEL 3
                                                         Differentialdiagnose
            1. Vorläufige Differenzierung
               Alle hämagglutinierenden Viren müssen im nationalen Laboratorium vollständig identifiziert, charakteri-
               siert und auf Pathogenität getestet werden. Es ist jedoch wichtig, daß zur Eindämmung der Virusver-
               breitung zwischenzeitlich und so bald wie möglich Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Newcastle-
               Krankheit durchgeführt werden und daß auch die regionalen Laboratorien das ND-Virus identifizieren
               können. Die hämagglutinierenden Flüssigkeiten sollten deshalb einem Hämagglutinations-Hemmungs-
               test nach den Kapiteln 5 und 6 unterzogen werden. Eine positive Hemmung, d. h. 1* oder mehr, mit
               dem spezifischen polyklonalen NCD-Virus-Antiserum, dessen Titerwert bekanntermaßen mindestens 2'
               beträgt, würde als vorläufiger Nachweis ausreichen und die Anordnung zwischenzeitlicher Bekämp-
               fungsmaßnahmen rechtfertigen.
           2. Bestätigungsnachweis
               Jeder hämagglutinierende Erreger sollte vom nationalen Laboratorium einer vollständigen Differential-
               diagnose unterzogen werden. Dabei würde das Vorliegen des ND-Virus erneut mit Hilfe eines Hämag-
               glutinations-Hemmungstests mit monospezifischen Hühner-Antiseren bestätigt. Bei allen positiven Isola-
               ten sollten intrazerebrale Pathogenitätsindex-Tests nach Kapitel 7 durchgeführt werden. Ein Pathogeni-
               tätsindex von über 0,7 läßt auf Vorliegen des Seuchenvirus schließen und rechtfertigt die Anordnung
               umfassender Bekämpfungsmaßnahmen.
               Infolge der jüngsten Entwicklungen bei der Typendifferenzierung von ND-Viren, insbesondere der mo-
               noklonalen Antikörper-Techniken, ist nunmehr eine Klassifizierung der Stämme und Isolate möglich. So
               sind insbesondere einige monoklonale Antikörper zugänglich, die für die in der Europäischen Gemein-
               schaft verwendeten Impfstämme typisch sind und für einfache Hämagglutinations-Hemmungstests her-
               angezogen werden können. Da Lebendimpfstämme oft aus Tiermaterial (Geflügel) isoliert werden kön-
               nen, liegt ihr Vorteil für die nationalen Laboratorien (Schnellnachweis) auf der Hand. Derartige mono-
               klonale Antikörper sollten vom gemeinschaftlichen Referenzlaboratorium gewonnen und zur Bestäti-
               gung der Virusvakzin-Isolierung an die nationalen Laboratorien abgegeben werden.
 ---pagebreak--- 5. 6. 91                                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 146/21
            Die nationalen Laboratorien sollten ihrerseits dem EG-Verbindungs-/Referenzlaboratorium alle hämag-
            glutinierenden Erreger zuleiten.
         3. Weitere Typendifferenzierung und Charakterisierung von Isolaten
            Alle von den nationalen Laboratorien erhaltenen hämagglutinierenden Viren werden im EG-Verbin-
            dungs-/Referenzlaboratorium weiteren Antigen- und Gentests unterzogen, um den Aufgaben und
            Pflichten des Referenzlabors entsprechend weitere Erkenntnisse über den Seuchenverlauf in der Euro-
            päischen Gemeinschaft zu gewinnen.
                                                                 KAPITEL 4
                                        Schnelltests zur Ermittlung von ND-Viren und -Antikörpern
         Schnelltests zur Ermittlung des ND-Virus in geimpften Vögeln und zur Ermittlung von Antikörpern in nicht
                                                              geimpften Vögeln
         1. Ermittlung von ND- Viren
            Zur Diagnose von Infektionskrankheiten in geimpften Vögeln werden mehrere Schnelltests herangezo-
            gen, mit denen ND-Antigene direkt ermittelt werden können. Am gängigsten sind Fluoreszenzantikör-
            pertests an Luftröhren-Längsschnitten und Peroxidaseantikörpertests am Hirn. Zweifelsohne können im
            Fall des ND-Virus auch andere Tests zur direkten Antigenermitdung eingesetzt werden. Ein Nachteil
            solcher Tests ist jedoch, daß es unmöglich ist, alle potentiellen Replikationsstellen des ND-Virus in
            geimpften Vögeln zu prüfen, so daß beispielsweise bei Nichtnachweisbarkeit von Virusmaterial in der
            Luftröhre eine Virusreplikation in den Eingeweiden nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann.
            Zur routinemäßigen Diagnose der Newcastle-Krankheit werden Direktermittlungsmethoden nicht emp-
            fohlen, doch können solche Tests in Sonderfällen durchaus nützlich sein.
         2. Ermittlung von Antikörpern in nichtgeimpften          Vögeln
            Die meisten der mit der ND-Diagnose befaßten Laboratorien sind mit dem Hämagglutinations-Hem-
            mungstest vertraut. Die nachstehenden Empfehlungen beziehen sich auf dieses Verfahren zur Messung
            der Virus-Antikörper, obwohl diese auch im Rahmen von Enzym-Immuntests (ELISA) erfolgreich er-
            mittelt werden können. Für den Fall, daß ein Regionallabor das ELISA-Testverfahren anzuwenden
            wünscht, wird empfohlen, daß der Test von dem nationalen Laboratorium gemäß Anhang II überprüft
            wird.
            a) P r o b e n m a t e r i a l
                Bei Beständen von weniger als 20 Vögeln sollten Blutproben von allen Tieren, bei größeren Bestän-
                den von 20 Tieren entnommen werden (sind mindestens 25 % des Bestands positiv, so wird auf diese
               Weise, ungeachtet der Bestandsgröße, mit über 99%iger Wahrscheinlichkeit mindestens ein Positiv-
                serum ermittelt). Nach Gerinnung des Blutes wird das Serum zur Untersuchung entfernt.
            b)   Antikörperprüfung
                Die einzelnen Serumproben werden im Rahmen der Standard-Hämagglutinations-Hemmungstests
                nach Kapitel 6 auf ihre Fähigkeit geprüft, die Hämagglutination durch ND-Virusantigen zu
                hemmen.
               Es ist umstritten, ob 4 oder 8 Hämagglutinin-Einheiten (FIAU) für den Hämagglutinations-Hem-
               mungstest (HI-Test) verwendet werden sollen. Beides dürfte vertretbar sein, so daß die Entscheidung
               den nationalen Laboratorien überlassen werden sollte. Von dem verwendeten Antigen hängt jedoch
               ab, ab wann ein bestimmtes Serum als positiv gilt: Bei 4 HAU gilt jedes Serum mit einem Titer von
               2* oder mehr, bei 8 HAU jedes Serum mit einem Titer von 25 oder mehr als positiv.
 ---pagebreak--- Nr. C 146/22                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    5.6.91
                                                            KAPITEL 5
                                                 Hämagglutinationstest (HA-Test)
           1. Reagenzien
               a) Isotonische Salzlösung, phosphatgepuffert (0.05M) auf einen pH-Wert von 7,0—7,4.
              b) Rote Blutkörperchen, von mindestens drei spezifiziert pathogenfreien Hühnern entnommen (ist      dies
                  nicht möglich, kann Blut von Vögeln entnommen werden, die regelmäßig überwacht wurden           und
                  nachweislich frei von NDV-Antikörpern sind) und in gleicher Menge Alsever-Lösung gepoolt.       Die
                  Blutkörperchen sind vor ihrer Verwendung dreimal in gepufferter Salzlösung zu reinigen. Für     den
                  Test wird eine 1 %-Suspension (Hämatokritwert v/v) in gepufferter Kochsalzlösung empfohlen.
              c) Als Standardantigen wird der ND-Virusstamm Ulster 2C empfohlen.
           2. Verfahren
               a) 0,025 ml gepufferte Salzlösung in alle (V-förmigen) Mulden eines Kunststoff-Mikrotitrators träufeln.
              b) 0,025 ml Virsussuspension (d. h. Allantois-Flüssigkeit) in die erste Mulde geben.
              c) Mit einem Mikrotitrationsverdünner über das Testtablett verteilt zweifache Virusverdünnungen ( 1 : 2
                  bis 1 : 4096) herstellen.
              d) Weitere 0,025 ml gepufferte Kochsalzlösung in jede Mulde einträufeln.
              e) 0,025 ml l%ig suspendierte rote Blutkörperchen in alle Mulden geben.
              f) Durch Antippen mischen und bei 4 °C aufbewahren.
              g) Tablett nach 30—40 Minuten, wenn sich die Kontrollen gesetzt haben, ablesen. Dazu Tablett leicht
                  anheben und auf Vorliegen bzw. Fehlen einer tropfenförmigen Strömung der roten Blutkörperchen
                  prüfen. Mulden ohne Hämagglutination sollten die gleiche Strömungsrate aufweisen wie die virus-
                  freien Kontrollzellen.
              h) Als Hämagglutinationstiter gilt die höchste Verdünnung, bei der die roten Blutkörperchen aggluti-
                  nieren, wobei davon ausgegangen werden kann, daß diese Verdünnung 1 hämagglutinierende Ein-
                  heit (HAU) enthält. Für eine genauere Bestimmung des Hämagglutinationstiters müssen Hämaggluti-
                  nationstests mit Virusmaterial aus eng aufeinander folgenden Anfangsverdünnungsstufen (d. h. 1 : 3,
                  1:4, 1 : 5 , 1:6 usw.) durchgeführt werden. Dieses Verfahren empfiehlt sich zur akkuraten Berei-
                  tung von Antigenmaterial für Hämagglutinations-Hemmungstests (Kapitel 6).
                                                           KAPITEL 6
                                            Hämagglutinations-Hemmungstest (HI-Test)
           1. Reagenzien (siehe Kapitel 5)
              a) Phosphatgepufferte Salzlösung.
              b) Virushaltige Allantois-Flüssigkeit, mit gepufferter Salzlösung auf 4 bzw. 8 hämagglutinierende Ein-
                  heiten (HAU) je 0,025 ml verdünnt.
              c) 1 °/oig suspendierte rote Blutkörperchen (Hühner).
              d) Negatives Hühner-Kontrollserum.
              e) Positives Kontrollserum.
 ---pagebreak--- 5. 6. 91                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 146/23
         2. Verfahren
            a) 0,025 ml gepufferte Salzlösung in alle (V-förmige) Mulden eines Kunststoff-Mikrotitrators träufeln.
            b) 0,025 ml Serum in die erste Mulde geben.
            c) Mit einem Mikrotitrationsverdünner über das Testtablett verteilt zweifache Serumverdünnungen
                herstellen.
            d) 0,025 ml verdünnte Aüantois-Flüssigkeit mit 4 bzw. 8 HAU zugeben.
            e) Durch Antippen mischen und Tablett für mindestens 60 Minuten bei 4 °C bzw. für mindestens 30
                Minuten bei Raumtemperatur aufbewahren.
            f) 0,025 ml 1 °/oig suspendierte rote Blutkörperchen in alle Mulden geben.
            g) Durch Antippen mischen und bei 4 °C aufbewahren.
            h) Testtabletts nach 30—40 Minuten, wenn sich die Kontrollzellen gesetzt haben, ablesen. Dazu Tablett
                leicht anheben und auf Vorliegen bzw. Fehlen einer tropfenförmigen Strömung achten. Die Strö-
                mungsrate sollte der in den Kontrollmulden entsprechen, die lediglich rote Blutkörperchen (0,025
                ml) und gepufferte Kochsalzlösung (0,05 ml) enthalten.
            i) Als Hemmtiter gilt die höchste Antiserumverdünnung, die 4 bzw. 8 Viruseinheiten vollständig hemmt
                (jeder Test sollte zur Bestätigung der erforderlichen HAU eine Hämagglutinationstitrierung beinhal-
                ten).
            j) Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse hängt ab von einem Titerergebnis von weniger als 25 bei 4 HAU
                bzw. 22 bei 8 HAU bei negativem Kontrollserum und von einem Titerergebnis, das innerhalb einer
                Verdünnung des bekannten Titerwertes des positiven Kontrollserums liegt.
                                                           KAPITEL 7
                                             Intrazerebraler Pathogenitätsindex-Test
         1. Infizierte frisch gewonnene Allantois-Flüssigkeit (mit einem Hämagglutinationstiter von über 2*) im
            Verhältnis 1:10 in steriler isotonischer Kochsalzlösung verdünnen (es dürfen keine Antibiotika zugesetzt
            werden).
         2. Zehn Eintagsküken (d. h. > 24 Stunden < 40 Stunden nach dem Schlupf) intrazerebral mit 0,05 ml
            Virusverdünnung beimpfen. Die Küken sollten von Eiern aus einer spezifiziert pathogenfreien Herde
            stammen.
         3. Die Tiere über einen Zeitraum von acht Tagen in 24-Stunden-Abständen untersuchen.
         4. Dabei jeweils wie folgt bewerten: 0 = gesund; 1 = erkrankt; 2 = tot.
         5. Die Indexberechnung wird an folgendem Beispiel verdeutlicht:
                                                                    Tag nach der Beimpfung
                 Klinische Symptome
                                                                        (Anzahl Tiere)
                                          1    2     3    4     5    6    7     8      Insgesamt      Bewertung
            Gesund                       10    4     0    0     0    0    0     0       14 @ 0          -    0
            Erkrankt                      0    6    10    4     0    0    0     0       20 @ 1          -   20
            Tot                           0    0     0    6   10    10   10    10       46 @ 2          -   92
                                                                                    INSGESAMT           = 112
            Demnach ist der Index der Durchschnittswert je Vogel und Prüfung in diesem Fall = 112/80 = 1,4.
 ---pagebreak--- Nr. C 146/24                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         5.6.91
                                                            KAPITEL 8
                                      Beurteilung der Plaquebildungsfähigkeit (Plaque-Test)
           1. Um eine optimale Plaquezahl auf dem Testtablett zu gewährleisten, empfiehlt es sich, eine Virusverdün-
              nungsreihe zu verwenden. Zehnfache Verdünnungen bis 10"7 in gepufferter Salzlösung dürften ausrei-
              chen.
           2. In Petrischalen von 5 cm Durchmesser konfluierende Zellrasen (Kükenembryozellen) bzw. eine ange-
              messene Zellinie (zum Beispiel Madin-Darby Rinderniere) bereiten.
           3. In jeweils zwei Petrischalen 0,2 ml einer jeden Virusverdünnung zugeben und das Virus 30 Minuten
              absorbieren lassen.
           4. Nach dreimaliger Reinigung mit gepufferter Salzlösung die infizierten Zellen mit dem entsprechenden
              Medium überschichten, das 1 % w/v Agar und entweder 0,01 mg/ml Trypsin oder kein Trypsin enthält.
              Es ist darauf zu achten, daß dem Kulturmedium kein Serum zugegeben wird.
           5. Nach 72stündiger Inkubation bei 37 °C dürften die Plaques groß genug sein. Sie werden am besten
              erkennbar durch Entfernen des überschichteten Agar und durch kristallviolette Anfärbung (0,5 % w/v)
              des Zellrasens in 25 % v/v Äthanol.
           6. Bei Inkubation mit Trypsin im Kulturmedium sollten sämtliche Viren deutlich sichtbare Plaques bilden.
              Enthält die Überschichtung kein Trypsin, bilden nur hühnerinfizierende Viren Plaques.
                                                           ANHANG II
                   VERZEICHNIS NATIONALER LABORATORIEN FÜR NEWCASTLE-KRANKHEIT
           BELGIEN                                    Institut national de recherches vetdrinaires, Groeselenberg 99,
                                                      B-1180 Bruxelles
           DÄNEMARK                                   National Veterinary Laboratory, Poultry Disease Division,
                                                      Hangavej 2, DK-8 200 Ärhus N
           DEUTSCHLAND                                Institut für Kleintierzucht der Bundesforschungsanstalt für
                                                      Landwirtschaft, Braunschweig-Völkenrode, Postfach 2 80,
                                                      D-W-3100 Celle
           FRANKREICH                                 Centre national d'etudes veterinaires et alimentation — Labora-
                                                      toire central de recherches agricoles et porcine, boite postale 53,
                                                      F-22440 Ploufragan
           GRIECHENLAND                               Institut de maladies infectieuses et parasitaires d'Athenes, 25 rue
                                                      Napoleos, 153 10, Agia Paraskevi, Attiki
           IRLAND                                     Veterinary Research Laboratory, Abbotstown, Castleknock,
                                                      IRL-Dublin 15
           ITALIEN                                    Istituto zooprofilattico sperimentale di Padova, via G. Orus
                                                      n. 2, 1-35100 Padova
           LUXEMBURG                                  Institut national de recherches veterinaires, Groeselenberg 99,
                                                      B-1180 Bruxelles
           NIEDERLANDE                                Centraal Diergeneeskundig Instituut, Vestiging Virologie, Hou-
                                                      tribweg 39, NL-8221 RA Lelystad
 ---pagebreak--- 5. 6. 91                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 146/25
         PORTUGAL                      Laboratörio Nacional de Investigacäo Veterinäria (LNIV),
                                       Estrada de Benfica, 701, P-1500 Lisboa
         SPANIEN                       Laboratörio de Sanidad y Producciön Animal, Zona Franca,
                                       Circcunvalaciön — Tramo 6, Esquina Calle 3, E-08004 Barce-
                                       lona
         VEREINIGTES KÖNIGREICH        Central Veterinary Laboratory, New Haw, "Weybridge, UK-
                                       Surrey KT15 3NB
                                           ANHANG III
           GEMEINSCHAFTLICHES REFERENZLABORATORIUM FÜR NEWCASTLE-KRANKHEIT
                                  Central Veterinary Laboratory
                                  New Haw
                                  Weybridge
                                  UK-Surrey KT15 3NB