CELEX: 62003TJ0211
Language: de
Date: 2005-04-20
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Zweite Kammer) vom 20. April 2005. # Faber Chimica Srl gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Gemeinschaftsmarke - Anmeldung der Bildmarke Faber - Widerspruch des Inhabers der nationalen Wort- und Bildmarken NABER - Ablehnung der Eintragung. # Rechtssache T-211/03.

Rechtssache T‑211/03
      Faber Chimica Srl
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
      „Gemeinschaftsmarke – Anmeldung der Bildmarke Faber – Widerspruch des Inhabers der nationalen Wort- und Bildmarken NABER – Ablehnung der Eintragung“
      Urteil des Gerichts (Zweite Kammer) vom 20. April 2005 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Relative Eintragungshindernisse – Widerspruch des Inhabers
            einer für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen eingetragenen identischen oder ähnlichen älteren Marke – Optische
            Ähnlichkeit zwischen einer komplexen Bildmarke und einer Wortmarke – Beurteilungskriterien 
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b)
      2.     Gemeinschaftsmarke – Definition und Erwerb der Gemeinschaftsmarke – Relative Eintragungshindernisse – Widerspruch des Inhabers
            einer für identische oder ähnliche Waren oder Dienstleistungen eingetragenen identischen oder ähnlichen älteren Marke – Gefahr
            der Verwechslung mit der älteren Marke – Komplexe Bildmarke Faber und Wortmarke NABER
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b)
      1.     Bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zwischen einer komplexen Bildmarke und einer älteren Wortmarke im Rahmen der Prüfung eines
         auf Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 gestützten Widerspruchs des Inhabers der älteren Marke sind die
         besonderen grafischen oder gestalterischen Aspekte, die die Letztgenannte möglicherweise annehmen kann, nicht maßgebend. Auf
         jeden Fall ist es nicht statthaft, die Beurteilung der Ähnlichkeit mit der älteren Wortmarke durch eine Beurteilung der Ähnlichkeit
         mit einem Bildelement zu ersetzen, das nicht unter den durch die ältere Eintragung verliehenen Schutz fällt. 
      
      Tatsächlich ist eine angemeldete komplexe Marke nicht deshalb bei der Eintragung zurückzuweisen, weil eine ältere Wortmarke
         in Zukunft in einer Weise schriftlich dargestellt werden kann, die sie mit dieser angemeldeten Marke identisch oder ihr ähnlich
         werden lässt, sondern deshalb, weil diese komplexe Marke derzeit außer ihrem besonderen bildhaften Aspekt einen Wortbestandteil
         enthält, der mit dem, der die ältere Marke bildet, identisch oder ihm ähnlich ist, und weil im Rahmen der umfassenden Beurteilung
         der Verwechslungsgefahr dieser Wortbestandteil nicht als gegenüber dem anderen Bestandteil des Zeichens zweitrangig betrachtet
         werden kann.
      
      (vgl. Randnrn. 37-38)
      2.     Für die gewerblichen Abnehmer in Spanien besteht keine Gefahr der Verwechslung des als Gemeinschaftsmarke für „chemische Erzeugnisse
         für gewerbliche und wissenschaftliche Zwecke; Kunstharze im Rohzustand; Gerbmittel; Klebstoffe für gewerbliche Zwecke“ der
         Klasse 1 des Abkommens von Nizza angemeldeten Bildzeichens Faber mit der zuvor in Spanien für „chemische Erzeugnisse und Klebstoffe
         für Gewerbetreibende, Entfärbungsmittel; Kunstharze und synthetische Harze“ derselben Klasse des Abkommens eingetragenen Wortmarke
         NABER, weil zum einen der zusätzliche Schrift- oder Bildbestandteil der angemeldeten Marke ein Unterscheidungselement darstellen
         kann, das ausreicht, um eine optische Ähnlichkeit der kollidierenden Zeichen aus der Sicht der angesprochenen Verkehrskreise
         auszuschließen, und zum anderen eine gewisse phonetische Ähnlichkeit der kollidierenden Zeichen nicht genügt, um die durch
         den Anfangsbuchstaben herbeigeführte phonetische Unterschiedlichkeit zu neutralisieren, weil sich die durch die Konsonanten
         „F“ und „N“ erzeugten Laute deutlich voneinander unterscheiden, so dass, da es sich bei den maßgeblichen Verkehrskreisen um
         ein Fachpublikum mit im Vergleich zum Durchschnittsverbraucher erhöhter Aufmerksamkeit handelt, dieser phonetische Unterschied
         der beiden Zeichen und vor allem der deutliche optische Unterschied, der sich aus dem bedeutenden bildhaften Aspekt eines
         von ihnen ergibt, genügen, um nach einer umfassenden Beurteilung zu dem Schluss zu gelangen, dass die Zeichen, die die fraglichen
         Marken bilden, jeweils als Gesamtheit insbesondere unter Berücksichtigung ihrer unterscheidenden und dominierenden Elemente
         betrachtet, einander nicht ähnlich sind und folglich eine der für die Anwendung von Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung
         Nr. 40/94 unerlässlichen Voraussetzungen nicht gegeben ist.
      
      (vgl. Randnrn. 43, 48, 50-51)
URTEIL DES GERICHTS (Zweite Kammer)
      20. April 2005(*)
      
      „Gemeinschaftsmarke – Anmeldung der Bildmarke Faber – Widerspruch des Inhabers der nationalen Wort- und Bildmarken NABER – Ablehnung der Eintragung“
      In der Rechtssache T‑211/03
      Faber Chimica Srl mit Sitz in Fabriano (Italien), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte P. Tartuferi und M. Andreano, 
      
      Klägerin,
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch M. Capostagno und O. Montalto als Bevollmächtigte,
      
      Beklagter,
      anderer Verfahrensbeteiligter vor der Beschwerdekammer des HABM:
      Industrias Químicas Naber, SA Nabersa, mit Sitz in Valencia (Spanien),
      
      betreffend eine Klage gegen die Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des HABM vom 19. März 2003 (Sache R 620/2001‑4)
         in Bezug auf ein Widerspruchsverfahren zwischen Faber Chimica Srl und Industrias Químicas Naber, SA Nabersa,
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZ DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Zweite Kammer)
      
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten J. Pirrung sowie der Richter N. J. Forwood und S. Papasavvas,
      Kanzler: J. Palacio González, Hauptverwaltungsrat,
      aufgrund der am 13. Juni 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klageschrift,
      aufgrund der am 23. September 2003 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung,
      auf die mündliche Verhandlung vom 11. Januar 2005
      folgendes
      Urteil
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1       Am 14. November 1997 meldete die Klägerin beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
         gemäß der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1) in
         der geänderten Fassung eine Gemeinschaftsmarke an. 
      
      2       Die Marke, deren Eintragung beantragt wurde, ist das nachfolgend wiedergegebene Bildzeichen Faber: 
      
         
      3       Die Waren, für die die Eintragung beantragt wurde, gehören zu den Klassen 1, 2 und 3 im Sinne des Abkommens von Nizza vom
         15. Juni 1957 über die internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken in seiner
         revidierten und geänderten Fassung und entsprechen für diese Klassen jeweils folgender Beschreibung: 
      
      –       Klasse 1: „Chemische Erzeugnisse für gewerbliche und wissenschaftliche Zwecke; Kunstharze im Rohzustand; Gerbmittel; Klebstoffe
         für gewerbliche Zwecke“; 
      
      –       Klasse 2: „Farben, Firnisse, Lacke; Rostschutzmittel, Holzkonservierungsmittel; Färbemittel; Beizen; Naturharze im Rohzustand;
         Blattmetalle und Metalle in Pulverform für Maler, Dekorateure, Drucker und Künstler“; 
      
      –       Klasse 3: „Wasch- und Bleichmittel; Putz-, Polier-, Fettentfernungs- und Schleifmittel; Seifen; Parfümeriewaren, ätherische
         Öle, Mittel zur Körper- und Schönheitspflege; Haarwässer; Zahnputzmittel“. 
      
      4       Am 11. Januar 1999 wurde diese Anmeldung im Blatt für Gemeinschaftsmarken Nr. 2/99 veröffentlicht. 
      
      5       Am 12. April 1999 erhob Industrias Químicas Naber, SA Nabersa (im Folgenden: Widerspruchsführerin), nach Artikel 42 der Verordnung
         Nr. 40/94 Widerspruch gegen die Eintragung der angemeldeten Marken für alle in der Markenanmeldung genannten Waren. Zur Begründung
         des Widerspruchs wurde die Verwechslungsgefahr nach Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 angeführt. Der
         Widerspruch beruhte auf der Existenz der folgenden älteren nationalen Marken, deren Inhaber die Widerspruchsführerin ist:
         
      
      –       die Wortmarke NABER, die in Spanien unter der Nummer 801 202 für Waren der Klasse 1 eingetragen ist („chemische Erzeugnisse
         und Klebstoffe für Gewerbetreibende, Entfärbungsmittel; Kunstharze und synthetische Harze“); 
      
      –       die drei Bildmarken Naber, die im Folgenden grafisch dargestellt werden und die in Spanien unter den Nummern 2 072 120, 2 072 121
         und 2 072 122 für Waren der Klasse 1 („chemische Erzeugnisse für gewerbliche, wissenschaftliche [mit Ausnahme der medizinischen
         Wissenschaften], fotografische und land-, garten- und forstwirtschaftliche Zwecke; Kunstharze im Rohzustand, Kunststoffe im
         Rohzustand; Düngemittel [natürliche und künstliche]; Feuerlöschmittel; Mittel zum Härten und Löten von Metallen; chemische
         Erzeugnisse zum Frischhalten und Haltbarmachen von Lebensmitteln; Gerbmittel; Klebstoffe für gewerbliche Zwecke“), der Klasse
         2 („Farben, Firnisse, Lacke; Rostschutz- und Holzkonservierungsanstriche; Färbemittel; Beizen; Naturharze im Rohzustand; Blattmetalle
         und Metalle in Pulverform für Maler, Dekorateure, Drucker und Künstler“) und der Klasse 3 („Wasch- und Bleichmittel; Putz-,
         Polier-, Fettentfernungs- und Schleifmittel; Seifen; Parfümeriewaren, ätherische Öle, Mittel zur Körper- und Schönheitspflege;
         Haarwässer; Zahnputzmittel; Deodorants für den persönlichen Gebrauch“) eingetragen sind. 
      
      
         
      6       Mit Entscheidung vom 23. April 2001 wies die Widerspruchsabteilung den Widerspruch mit der Begründung zurück, dass es keine
         Ähnlichkeit in Bild, Klang oder Inhalt zwischen den fraglichen Marken und folglich auch keine Verwechslungsgefahr zwischen
         ihnen gebe. 
      
      7       Am 25. Juni 2001 legte die Widerspruchsführerin nach den Artikeln 57 bis 62 der Verordnung Nr. 40/94 beim HABM Beschwerde
         gegen die Entscheidung der Widerspruchsabteilung ein. 
      
      8       Mit Entscheidung vom 19. März 2003 (im Folgenden: angefochtene Entscheidung), die der Klägerin mit Schreiben vom 3. April
         2003 zugestellt wurde, bestätigte die Vierte Beschwerdekammer des HABM zum einen die Beurteilung der Widerspruchsabteilung,
         wonach es keine Ähnlichkeit zwischen der angemeldeten Marke und den älteren Bildmarken der Widerspruchsführerin gebe. Zum
         anderen bejahte sie, nachdem sie das inhaltliche Vergleichselement als im vorliegenden Fall nicht ins Gewicht fallend ausgeschieden
         hatte, eine Ähnlichkeit in Bild und Klang zwischen der angemeldeten Marke und der älteren Wortmarke der Widerspruchsführerin
         und eine Ähnlichkeit zwischen den durch diese beiden Marken erfassten Waren. Folglich gab die Beschwerdekammer der Beschwerde
         statt und hob die Entscheidung der Widerspruchsabteilung teilweise auf. 
      
       Anträge der Beteiligten 
      9       Die Klägerin beantragt, 
      –       die angefochtene Entscheidung insoweit aufzuheben oder abzuändern, als sie eine Ähnlichkeit und somit eine Verwechslungsgefahr
         zwischen der angemeldeten Marke und der älteren Wortmarke der Widerspruchsführerin bejaht; 
      
      –       dem HABM die Kosten des Verfahrens einschließlich der im Lauf des Verwaltungsverfahrens vor dem HABM angefallenen Kosten aufzuerlegen;
         
      
      –       durch ein Sachverständigengutachten darüber Beweis zu erheben, dass in der spanischen Sprache jede phonetische Ähnlichkeit
         zwischen den Wörtern „naber“ und „faber“ ausgeschlossen ist. 
      
      10     Das HABM beantragt, 
      –       die Klage abzuweisen; 
      –       der Klägerin die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. 
       Rechtliche Würdigung 
       Vorbringen der Parteien 
      11     Die Klägerin macht im Wesentlichen als einzigen Klagegrund einen Verstoß gegen Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung
         Nr. 40/94 geltend. 
      
      12     Insoweit wirft die Klägerin der Beschwerdekammer vor, widersprüchlich argumentiert zu haben, indem sie in der angefochtenen
         Entscheidung die Ähnlichkeit zwischen der angemeldeten Marke und den älteren Marken der Widerspruchsführerin je nachdem unterschiedlich
         beurteilt habe, ob diese Bild- oder Wortmarken seien. So habe die Beschwerdekammer, nachdem sie zutreffend, indem sie entscheidend
         auf das optische Element der fraglichen Zeichen abgestellt habe (Randnrn. 14 bis 25 der angefochtenen Entscheidung), zu dem
         Ergebnis gelangt sei, dass zwischen der angemeldeten Marke und den älteren Bildmarken keinerlei Verwechslungsgefahr bestehe,
         rechtsirrig das Vorliegen einer solchen Gefahr für die genannte Marke und die ältere Wortmarke der Widerspruchsführerin u. a.
         mit der Begründung festgestellt, dass die Letztgenannte „jeder Art schriftlicher Darstellung zugänglich ist“ (Randnr. 26 der
         angefochtenen Entscheidung). Mit dieser Argumentation habe sich die Beschwerdekammer zu Unrecht auf eine „potenzielle, hypothetische
         und zukünftige Veränderung“ der in Rede stehenden Marke gestützt. 
      
      13     Zum Vergleich der kollidierenden Zeichen in ihrer derzeitigen Form macht die Klägerin geltend, dass zwischen ihnen keine optische,
         klangliche oder inhaltliche Ähnlichkeit bestehe, weil für diesen Vergleich der optische Aspekt als ausschlaggebend anzusehen
         sei, so dass bei fehlender optischer Ähnlichkeit jede Verwechslungsgefahr auszuschließen sei. 
      
      14     Die Klägerin stellt auch den Vergleich zwischen den Waren, die durch die kollidierenden Marken erfasst werden, und die umfassende
         Beurteilung der Verwechslungsgefahr in Frage, die sich in der angefochtenen Entscheidung finden. Die Klägerin führt darüber
         hinaus einige Argumente dafür an, dass es keinen wirklichen Wettbewerb zwischen den betreffenden Unternehmen auf dem Markt
         gebe und dass kein Nachweis für die Bekanntheit der älteren Marken der Widerspruchsführerin in Spanien vorliege. 
      
      15     Das HABM trägt vor, dass die angefochtene Entscheidung keine Widersprüchlichkeit und auch keinen Beurteilungsfehler aufweise.
         Genauer gesagt habe die Beschwerdekammer die angemeldete Marke und die älteren Marken zutreffend verglichen, indem sie die
         Letztgenannten ihrer Art nach unterschieden habe, da diese einen bedeutsamen Einfluss auf den von den Marken ausgehenden Gesamteindruck
         haben könne. Es sei nämlich unwiderlegbar, dass die älteren Marken unterschiedliche Merkmale im Erscheinungsbild aufwiesen,
         die eine unterschiedliche Beurteilung rechtfertigten und sogar erforderlich machten und zu unterschiedlichen Ergebnissen führten.
      
      16     Außerdem habe die Beschwerdekammer zu Recht die Auffassung vertreten, dass die ältere Wortmarke, die unabhängig von jedem
         besonderen grafischen Merkmal eingetragen worden sei, in unterschiedlichen Formen der äußeren Gestaltung verwendet werden
         könne, so dass man die Möglichkeit einer Gestaltung nicht ausschließen könne, die sie in ihrer konkreten Verwendung der angemeldeten
         Marke ähnlich werden lasse. 
      
      17     Hinsichtlich des Vergleichs zwischen den im vorliegenden Fall insbesondere bezüglich des optischen Aspekts kollidierenden
         Zeichen vertritt das HABM die Ansicht, dass die Beschwerdekammer zutreffend darauf abgestellt habe, dass vier von fünf Buchstaben,
         die den Wortteil „aber“ bildeten, identisch seien und dass der Anfangsbuchstabe „F“ der angemeldeten Marke, dessen besondere
         Gestaltung die sofortige Erkennbarkeit abschwäche, einen geringen Einfluss ausübe. 
      
      18     Was sodann den klanglichen Aspekt betrifft, schließt sich das HABM der Beurteilung der Beschwerdekammer an, die, obwohl sie
         den Unterschied zwischen den Anfangsbuchstaben „F“ und „N“ anerkenne, den die Widerspruchsabteilung zu Unrecht für entscheidend
         gehalten habe, der Übereinstimmung des gemeinsamen Wortteils „aber“ eine größere Bedeutung beigemessen habe. Diese Beurteilung
         beruhe auf der Wirkung der Selbstlaute, die phonetisch im Allgemeinen und insbesondere in romanischen Sprachen wie dem Spanischen
         bedeutender sei als die der Mitlaute. Bei beiden Marken führten der Buchstabe „A“ und die Silbe „ber“ zu einem den Hörer ganz
         in Beschlag nehmenden und gegenüber den Anfangsbuchstaben „F“ oder „N“ überwiegenden Klang. 
      
      19     Das HABM wendet sich außerdem gegen die Argumente, mit denen die Klägerin den Vergleich zwischen den durch die kollidierenden
         Marken erfassten Waren in Frage stellt, und gegen die umfassende Beurteilung der Verwechslungsgefahr, die sich in der angefochtenen
         Entscheidung finden. Das HABM wendet sich auch gegen die Argumente der Klägerin, die sich auf das angebliche Fehlen eines
         wirklichen Wettbewerbs zwischen den betreffenden Unternehmen auf dem Markt und den fehlenden Nachweis der Bekanntheit der
         älteren Marken der Widerspruchsführerin in Spanien beziehen. 
      
       Würdigung durch das Gericht 
      20     Nach Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 ist die angemeldete Marke auf Widerspruch des Inhabers einer
         älteren Marke von der Eintragung ausgeschlossen, wenn wegen ihrer Identität oder Ähnlichkeit mit der älteren Marke und der
         Identität oder Ähnlichkeit der durch die beiden Marken erfassten Waren oder Dienstleistungen für das Publikum die Gefahr von
         Verwechslungen in dem Gebiet besteht, in dem die ältere Marke Schutz genießt. 
      
      21     Nach ständiger Rechtsprechung ist das Vorliegen einer Gefahr der Verwechslung hinsichtlich der betrieblichen Herkunft der
         Waren oder Dienstleistungen umfassend nach der Wahrnehmung der fraglichen Zeichen und Waren oder Dienstleistungen durch die
         maßgeblichen Verkehrskreise und unter Berücksichtigung aller den Einzelfall charakterisierenden Faktoren zu beurteilen, insbesondere
         der Wechselbeziehung zwischen der Ähnlichkeit der Zeichen und der Ähnlichkeit der damit gekennzeichneten Waren oder Dienstleistungen
         (vgl. Urteil des Gerichts vom 9. Juli 2003 in der Rechtssache T‑162/01, Laboratorios RTB/HABM – Giorgio Beverly Hills [GIORGIO
         BEVERLY HILLS], Slg. 2003, II‑2821, Randnrn. 29 bis 33, und die dort zitierte Rechtsprechung). 
      
      22     Im vorliegenden Fall ist die ältere Wortmarke der Widerspruchsführerin, die allein im Rahmen des vorliegenden Rechtsstreits
         in Rede steht, in Spanien eingetragen, das somit das für die Anwendung von Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr.
         40/94 maßgebliche Gebiet darstellt. 
      
      23     Bei der Bestimmung der im vorliegenden Fall maßgeblichen Verkehrskreise ist mit der Beschwerdekammer (Randnr. 31 der angefochtenen
         Entscheidung) festzustellen, dass die durch die ältere Wortmarke der Widerspruchsführerin erfassten Waren zur Klasse 1 gehören
         und im Wesentlichen für eine gewerbliche Kundschaft bestimmt sind („chemische Erzeugnisse und Klebstoffe für Gewerbetreibende,
         Entfärbungsmittel; Kunstharze und synthetische Harze“). 
      
      24     Folglich ist zum Zweck der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr der Blickwinkel der maßgeblichen Verkehrskreise
         zu beachten, die sich im Wesentlichen aus den gewerblichen Abnehmern in Spanien zusammensetzen. Als Leute vom Fach können
         diese bei der Auswahl der fraglichen Waren eine erhöhte Aufmerksamkeit aufbringen (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichts
         vom 9. April 2003 in der Rechtssache T‑224/01, Durferrit/HABM – Kolene [NU‑TRIDE], Slg. 2003, II‑1589, Randnr. 52, und vom
         30. Juni 2004 in der Rechtssache T‑317/01, M+M/HABM – Mediametrie [M+M EUROdATA], noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht,
         Randnr. 52). 
      
      25     Im Licht dieser Erwägungen ist der von der Beschwerdekammer vorgenommene Vergleich zwischen den kollidierenden Zeichen und
         den betreffenden Waren zu prüfen. 
      
      26     Was erstens den Vergleich der fraglichen Zeichen anbelangt, so ist allgemein festzustellen, dass zwei Marken ähnlich sind,
         wenn sie aus der Sicht der maßgeblichen Verkehrskreise hinsichtlich eines oder mehrerer relevanter Aspekte mindestens teilweise
         übereinstimmen. Relevante Aspekte sind nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes optische, klangliche und begriffliche Aspekte
         (vgl. in diesem Sinne Urteile des Gerichtshofes vom 11. November 1997 in der Rechtssache C‑251/95, SABEL, Slg. 1997, I‑6191,
         Randnr. 23, und vom 22. Juni 1999 in der Rechtssache C‑342/97, Lloyd Schuhfabrik Meyer, Slg. 1999, I‑3819, Randnr. 25). Aus
         dieser Rechtsprechung ergibt sich außerdem, dass bei der umfassenden Beurteilung der Verwechslungsgefahr hinsichtlich der
         Ähnlichkeit der betreffenden Marken in Bild, Klang oder Bedeutung auf den Gesamteindruck abzustellen ist, den die Marken hervorrufen,
         wobei insbesondere die sie unterscheidenden und dominierenden Elemente zu berücksichtigen sind. 
      
      27     Außerdem hat der Gerichtshof entgegen der Ansicht der Klägerin, dass der optische Aspekt als ausschlaggebend angesehen werden
         müsse, die Auffassung vertreten, es lasse sich nicht ausschließen, dass allein die klangliche Ähnlichkeit zweier Marken eine
         Verwechslungsgefahr hervorrufen könne (vgl. in diesem Sinne das in Randnr. 26 bereits zitierte Urteil Lloyd Schuhfabrik Meyer,
         Randnr. 28, und Urteil des Gerichts vom 15. Januar 2003 in der Rechtssache T‑99/01, Mystery Drinks/HABM – Karlsberg Brauerei
         [MYSTERY], Slg. 2003, II‑43, Randnr. 42).
      
      28     Im vorliegenden Fall ergibt sich aus der angefochtenen Entscheidung, dass die kollidierenden Zeichen von der Beschwerdekammer
         nach einer optischen und klanglichen Analyse als ähnlich angesehen wurden. Außerdem steht fest (vgl. Randnr. 16 der angefochtenen
         Entscheidung, die die Klägerin im Rahmen der vorliegenden Klage nicht in Frage stellt), dass die beiden fraglichen Zeichen
         auf begrifflicher Ebene nicht vergleichbar sind, da sie in der spanischen Sprache keine Bedeutung haben. 
      
      29     Was zunächst den optischen Vergleich anbelangt, so ist die Beschwerdekammer von dem Grundsatz ausgegangen, dass eine Wortmarke
         „jeder Art schriftlicher Darstellung zugänglich ist“ (Randnr. 26 der angefochtenen Entscheidung). Nach den Schriftsätzen des
         HABM zog sie damit die Möglichkeit einer künftigen Benutzung der Wortmarke der Widerspruchsführerin in einer Gestaltung in
         Betracht, die sie grafisch der angemeldeten Marke ähnlich werden lässt. 
      
      30     Die Klägerin trägt vor, dass sich die Beschwerdekammer, indem sie auf diese Weise argumentiert habe, zu Unrecht auf eine „potenzielle,
         hypothetische und zukünftige Veränderung“ der fraglichen Marke gestützt habe. Stattdessen sei der Vergleich in Bezug auf das
         Zeichen in seiner derzeitigen Form und nicht unter Anstellung von Mutmaßungen über künftige Änderungen durchzuführen, die
         keinen Bezug zu der aktuellen umfassenden Beurteilung hätten. Die Klägerin fügt hinzu, wenn die Widerspruchsführerin in Zukunft
         die schriftliche Darstellung ihrer Marke ändern sollte, so resultiere daraus ein anderes, nicht geschütztes unterscheidungskräftiges
         Zeichen, das ihre Kunden nicht mehr erkennen würden und das somit nicht mehr die betriebliche Herkunft ihrer Waren anzeigen
         könne. 
      
      31     Das HABM erwidert, dass das Beurteilungskriterium, das die Beschwerdekammer zugrunde gelegt habe, bekannt sei und geläufig
         angewandt werde, weil die Eintragung einer reinen Wortmarke ihrem Inhaber ein ausschließliches Recht zuweise, das nicht auf
         eine vordefinierte Gestaltung des Zeichens beschränkt sei. Dieses Kriterium verletze keineswegs den Gegenwartsbezug der Feststellung
         einer Verwechslungsgefahr, die die Beschwerdekammer im vorliegenden Fall getroffen habe. Demgegenüber seien Bildmarken naturgemäß
         ausschließlich in dem Erscheinungsbild geschützt, das Gegenstand ihrer Eintragung gewesen sei. Im vorliegenden Fall habe gerade
         die „Starrheit“ ihrer Gestalt es ermöglicht, die älteren Bildmarken der Widerspruchsführerin so zu unterscheiden, dass jede
         Verwechslungsgefahr mit der angemeldeten Marke auszuschließen sei. 
      
      32     Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Fall der optische Vergleich zwischen einer Wortmarke, die aus dem Wort
         „naber“ besteht, und einer komplexen Bildmarke anzustellen ist, die sowohl einen Wortbestandteil, nämlich das Wort „faber“,
         als auch einen grafischen Bestandteil enthält. Diese komplexe Bildmarke wird in der Markenanmeldung wie folgt beschrieben:
         
      
      „Name ‚faber‘ in Kleinbuchstaben, wobei der obere waagrechte Strich des ,f‘ über das ganze Wort reicht und dann, über dem
         senkrechten Strich des ‚r‘ (jedoch ohne diesen zu berühren), in einem Bogen nach unten gezogen ist, während der untere waagrechte
         Strich des ,f‘, der den senkrechten Strich dieses Buchstabens schneidet, zunächst in einem Bogen nach unten verläuft, dann
         das ganze Wort unterstreicht und schließlich wieder aufsteigt, um vor dem waagrechten Strich des ‚r‘ zu enden (ohne diesen
         zu berühren); Name und Buchstabenverlängerungen sind in eine Ellipse eingeschlossen.“ 
      
      33     Wie das HABM zu Recht auf seiner Internetsite ausführt, besteht eine Wortmarke ausschließlich aus Buchstaben, Wörtern oder
         Wortkombinationen in normaler Schriftart ohne spezifische grafische Elemente. Eine Bildmarke ist dagegen eine besondere Darstellung
         sprachlicher oder grafischer Merkmale oder eine farbige oder nicht farbige Kombination von Wortbestandteilen und grafischen
         Elementen. Eine komplexe Bildmarke besteht aus zwei oder mehr Zeichenkategorien, die z. B., wie im vorliegenden Fall die angemeldete
         Marke, Buchstaben und eine grafische Darstellung kombinieren. 
      
      34     In Anbetracht dieser Voraberwägungen kann weder der Argumentation der Klägerin noch der des HABM gefolgt werden. 
      35     Zum einen verkennt die Klägerin die Merkmale der älteren Wortmarke, indem sie in ihr nur einen besonderen, in einer gegebenen
         Gestalt erstarrten Typus Bildmarke sehen will. Darüber hinaus unterläuft der Klägerin ein zweiter Irrtum, indem sie nicht
         den Wortbestandteil der angemeldeten komplexen Marke berücksichtigt. 
      
      36     Zum anderen scheint das HABM der Wortmarke ein grafisches Element zuzuschreiben, das dieser schon begrifflich abgeht. Darüber
         hinaus stützt sich das HABM auf eine verengte Sichtweise, indem es den der älteren Wortmarke verliehenen Schutz mit deren
         Eignung rechtfertigt, in Zukunft die besondere Form der angemeldeten komplexen Marke nachzuahmen. 
      
      37     Bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zwischen einer komplexen Bildmarke und einer älteren Wortmarke sind die besonderen grafischen
         oder gestalterischen Aspekte, die die Letztgenannte möglicherweise annehmen kann, nicht maßgebend. Auf jeden Fall ist es nicht
         statthaft, die hier allein maßgebende Beurteilung der Ähnlichkeit mit der älteren Wortmarke durch eine Beurteilung der Ähnlichkeit
         mit einem Bildelement zu ersetzen, das nicht unter den durch die ältere Eintragung verliehenen Schutz fällt. 
      
      38     Tatsächlich ist eine angemeldete komplexe Marke nicht deshalb bei der Eintragung zurückzuweisen, weil eine ältere Wortmarke
         in Zukunft in einer Weise schriftlich dargestellt werden kann, die sie mit dieser angemeldeten Marke identisch oder ihr ähnlich
         werden lässt, sondern deshalb, weil diese komplexe Marke derzeit außer ihrem besonderen bildhaften Aspekt einen Wortbestandteil
         enthält, der mit dem, der die ältere Marke bildet, identisch oder ihm ähnlich ist, und weil im Rahmen der umfassenden Beurteilung
         der Verwechslungsgefahr dieser Wortbestandteil nicht als gegenüber dem anderen Bestandteil des Zeichens zweitrangig betrachtet
         werden kann (vgl. e contrario die Argumentation des Gerichts in den Randnrn. 50 ff. des Urteils vom 12. Dezember 2002 in der
         Rechtssache T‑110/01, Vedial/HABM – France Distribution (HUBERT), Slg. 2002, II‑5275). 
      
      39     So ist im vorliegenden Fall zunächst die optische Ähnlichkeit zwischen den Wortbestandteilen „naber“ und „faber“ zu analysieren
         und dann, falls eine solche Ähnlichkeit festgestellt werden sollte, zu prüfen, ob der zusätzliche Schrift- oder Bildbestandteil
         der angemeldeten Marke ein hinreichendes Unterscheidungselement darstellen kann, um das Vorliegen einer optischen Ähnlichkeit
         der kollidierenden Zeichen aus der Sicht der angesprochenen Verkehrskreise auszuräumen (vgl. in diesem Sinne das oben zitierte
         Urteil HUBERT, Randnr. 38). 
      
      40     Was zunächst den optischen Vergleich der reinen Wortbestandteile „faber“ und „naber“ betrifft, so haben diese beiden Wörter
         zwar die vier Buchstaben „aber“ gemeinsam. Jedoch ist, wie die Beschwerdekammer in Randnummer 18 der angefochtenen Entscheidung
         ausführt, ein Bestandteil noch nicht deshalb zwangsläufig in beiden Marken jeweils der auffälligste, weil er ein gemeinsamer
         Bestandteil der beiden verglichenen Marken ist. Die Beurteilung von deren Ähnlichkeit hängt somit im Wesentlichen davon ab,
         ob dem Anfangsbuchstaben, der sie voneinander unterscheidet, größere oder geringere Bedeutung als den letzten vier Buchstaben
         beizumessen ist, die sie nicht nur miteinander gemeinsam haben, sondern die sie nach den von der Klägerin im Verwaltungsverfahren
         gemachten Angaben (vgl. Teil II der Entscheidung der Widerspruchsabteilung und Randnr. 4 der angefochtenen Entscheidung) auch
         mit einer Vielzahl anderer auf dem spanischen Markt vorkommender Marken teilen. Unter Berücksichtigung dieses letztgenannten
         Umstands neigt sich die Waage nicht eindeutig zugunsten einer der beiden Seiten. Somit ist festzustellen, dass zwischen den
         beiden Zeichen eine gewisse optische Ähnlichkeit besteht, ohne dass diese besonders ausschlaggebend erscheint. 
      
      41     Was sodann die Berücksichtigung des zusätzlichen Bildbestandteils der angemeldeten Marke betrifft, so schließt sich das Gericht
         der Beurteilung der Widerspruchsabteilung an, der zufolge dieser Bestandteil nicht zweitrangig ist, weil er „in einer fantasievollen
         Komposition besteht, die eine geistige Gestaltungsanstrengung erfordert“. Die Widerspruchsabteilung hat insbesondere darauf
         hingewiesen, dass „[d]er Anfangsbuchstabe ‚F‘ stark gestaltet ist, weil er zum einen mit seinem oberen Teil über das gesamte
         Wortelement reicht und zum anderen der Querstrich des ‚F‘ das Wortelement unterstreicht, indem er es von unten umkreist und
         schließlich mit dem waagerechten Strich des letzten Buchstaben ‚r‘ zusammentrifft“. Im Übrigen betont die Ellipse, in die
         diese Komposition eingefügt ist, stark deren besonderen bildhaften Aspekt.
      
      42     Die Beschwerdekammer hat in Randnummer 27 der angefochtenen Entscheidung ebenfalls den „bedeutenden bildhaften Aspekt“ der
         angemeldeten Marke anerkannt. 
      
      43     Die Zusammenschau dieser beiden Beurteilungen im Rahmen der umfassenden Beurteilung der optischen Ähnlichkeit veranlasst das
         Gericht zu der Annahme, dass der zusätzliche Schrift- oder Bildbestandteil der angemeldeten Marke ein Unterscheidungselement
         darstellen kann, das ausreicht, um eine optische Ähnlichkeit der kollidierenden Zeichen aus der Sicht der angesprochenen Verkehrskreise
         auszuschließen, die sich aus Leuten vom Fach zusammensetzen. 
      
      44     Somit ist die Beschwerdekammer in Randnummer 27 der angefochtenen Entscheidung zu Unrecht mit der Begründung, der Wortteil
         „aber“ sei in den kollidierenden Zeichen „klar zu erkennen“, zu dem Ergebnis gelangt, diese seien einander trotz des „bedeutenden
         bildhaften Aspekts“ optisch ähnlich. 
      
      45     Außerdem ist die auch von der Klägerin angeführte Widersprüchlichkeit zwischen dieser letztgenannten Beurteilung und derjenigen
         in Randnummer 21 der angefochtenen Entscheidung hervorzuheben, wonach der Wortteil „aber“ in der fraglichen Marke „nicht besonders
         auffällt“. 
      
      46     Hinsichtlich des klanglichen Vergleichs hatte die Widerspruchsabteilung zum einen darauf hingewiesen, dass der Anfangsbuchstabe
         dem Publikum wegen seiner Stellung am Anfang des Wortes mehr auffalle und dass sich zum anderen der Laut „F“ vom Laut „N“
         deutlich unterscheide. Ihrer Auffassung nach genügte allein dieser Unterschied, um jede phonetische Ähnlichkeit zwischen den
         kollidierenden Marken auszuschließen. 
      
      47     In Randnummer 22 der angefochtenen Entscheidung vertrat die Beschwerdekammer hingegen die Auffassung, dieser Unterschied sei
         nicht entscheidend. Sie wies darauf hin, dass sich die Wörter phonetisch gesehen in Silben untergliederten und dass innerhalb
         einer Silbe insbesondere in der spanischen Sprache die Stimme nach dem Phänomen der Akzentuierung bei Selbstlauten intensiver
         werde. Im vorliegenden Fall sei daher in der Anfangssilbe der Wörter „naber“ und „faber“ der Buchstabe „A“ klangvoller als
         der Anfangskonsonant. Da die zweite Silbe „ber“ im Übrigen in den beiden Wörtern identisch sei, folgerte die Beschwerdekammer
         daraus, dass zwischen den kollidierenden Zeichen eine gewisse phonetische Ähnlichkeit bestehe. 
      
      48     Ohne auf das von der Klägerin zur Widerlegung dieser Ansicht beantragte Sachverständigengutachten zurückgreifen zu müssen,
         ist das Gericht der Auffassung, dass unbestreitbar zwischen den kollidierenden Zeichen eine gewisse phonetische Ähnlichkeit
         besteht. Jedoch genügt diese Ähnlichkeit, selbst wenn man das vom HABM geltend gemachte Phänomen der Akzentuierung berücksichtigt,
         nicht, um die durch den Anfangsbuchstaben herbeigeführte phonetische Unterschiedlichkeit zu neutralisieren, weil sich, worauf
         die Widerspruchsabteilung hingewiesen hat, die durch die Konsonanten „F“ und „N“ erzeugten Laute deutlich voneinander unterscheiden.
         
      
      49     Denn zum einen ist der Mitlaut „F“ stimmlos, d. h., die Stimmbänder schwingen nicht bei der Lautbildung, während der Mitlaut
         „N“ stimmhaft ist. Zum anderen ist der Mitlaut „F“ ein Reibelaut, d. h., bei seiner Aussprache entsteht ein Eindruck eines
         Reibens, während der Mitlaut „N“ nasal ist, seine Aussprache mit anderen Worten einen Eindruck von Resonanz hervorruft. 
      
      50     Da es sich bei den maßgeblichen Verkehrskreisen um ein Fachpublikum mit im Vergleich zum Durchschnittsverbraucher erhöhter
         Aufmerksamkeit handelt, genügen dieser phonetische Unterschied der beiden kollidierenden Zeichen und vor allem der deutliche
         optische Unterschied, der sich aus dem bedeutenden bildhaften Aspekt eines von ihnen ergibt, um nach einer umfassenden Beurteilung
         zu dem Schluss zu gelangen, dass die Zeichen, die die fraglichen Marken bilden, jeweils als Gesamtheit insbesondere unter
         Berücksichtigung ihrer unterscheidenden und dominierenden Elemente betrachtet, einander nicht ähnlich sind. 
      
      51     Aus alledem folgt, dass eine der für die Anwendung von Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 unerlässlichen
         Voraussetzungen nicht gegeben ist. 
      
      52     Folglich ist der aus dem Verstoß gegen Artikel 8 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung Nr. 40/94 hergeleitete Klagegrund zu
         bejahen und den Anträgen der Klägerin stattzugeben, ohne dass es erforderlich wäre, die fraglichen Waren miteinander zu vergleichen
         oder die übrigen Argumente der Klägerin zu prüfen. 
      
       Kosten
      53     Nach Artikel 87 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen.
         
      
      54     Nach Artikel 136 § 2 der Verfahrensordnung gelten die Aufwendungen der Parteien, die für das Verfahren vor der Beschwerdekammer
         notwendig waren, als erstattungsfähige Kosten. 
      
      55     Da das HABM unterlegen ist, sind ihm gemäß dem Antrag der Klägerin die Kosten einschließlich der der Klägerin entstandenen
         Aufwendungen aufzuerlegen, die für das Verfahren vor der Beschwerdekammer notwendig waren. 
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Zweite Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) vom
            19. März 2003 (Sache R 620/2001‑4) wird insoweit aufgehoben, als sie dem Widerspruch des Inhabers der spanischen Wortmarke
            NABER stattgibt.
      2.      Der Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens.
      
               Pirrung 
            
            
                Forwood 
            
            
                Papasavvas 
            
         Verkündet in Luxemburg am 20. April 2005.
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                      Der Präsident
            
         
               H. Jung 
            
             
            
                      J. Pirrung
            
         * Verfahrenssprache: Italienisch.