CELEX: 51985DC0350
Language: de
Date: 1985-06-25 00:00:00
Title: MEMORANDUM FUER EINE TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (85) 350
Vol. 1985/0141
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                        KOM(85) 350 endg.
                                        Brussel, den 25. Juni 1985
                        MEMORANDUM
             FOR EINE TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT
 ---pagebreak---  KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                             K0M(85) 350 endg.
                                             Brussel, den 25. Juni 1985
                             MEMORANDUM
                  FOR EINE TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT
K0M(85) 350 endg.
 ---pagebreak---                            ZUSAMMENFASSUNG
 I.   HERAUSFORDERUNG AN EUROPA
II.   DIE EUROPAISCHE TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT
      1. Rechtliche und politische Grundlagen
      2. Ziele
      3. Typen der Vorhaben und Programme fur die Technologische
         Forschung und Entwicklung (TFE)
      4. (Horizontale) begleitende Aufgaben
      5. Zusammenarbeitsmodalitaten und Finanzierungsverfahren
      6. Kriterien und Methoden zur Festlegung der Programme der
         vorrangigen TFE
                                  *
                         *                 *
 ANHANG - Mogliche mobilisierende Vorhaben
                                    •
 ---pagebreak---                           FUR EINE TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT
I. HERAUSFORDERUNG FOR EUROPA
    Dern technologischen Fortschritt kommt in unseren Gesellschaften wegen seiner
    Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeits-
   platzen, den gesellschaftlichen und kulturellen Fortschritt, die Umwelt
   und die Sicherheit eine ausschlaggebende Rolle zu. Er erweist sich mehr
    und mehr als ein strategischer Faktor, den die Gemeinschaft - wie die
    Kommission in ihrer Mitteilung an den Europaischen Rat von BrUssel im
   Marz 1985 ausfuhrte - beherrschen muA, um einmal ihre Wettbewerbsfahig-
    keit wiederherzustellen und ein starkeres und stabileres Wachstum zu
   erreichen und zum andern eine ausgepragtere Konvergenz ihrer Volkswirt-
   schaften durch Starkung der Innovationskapazitat aller Mitgliedstaaten zu
   gewahrleisten.
    Die Gemeinschaft verfUgt zwar Uber einen Binnenmarkt derselben GroAen-
   ordnung wie Japan und die Vereinigten Staaten, muA den Wettbewerb mit
   ihnen jedoch auf einem durch zahlreiche Schranken zersplitterten Markt
   und ohne gemeinsame Technologiestrategie autnehmen: Die FuE-Politik und
   ihr.e Mittel sind mit wenigen erfreulichen Ausnahmen zwischen den Mitglied-
   staaten stark verzettelt.
   Die Folgen dieses Sachverhalts treten nunmehr zutage. Seit 1972 Lag die
   (reale) jahrliche Zuwachstate der HochtechnologiegUterproduktion in Europa
   bei hochstens 5 %, wahrend sie in den Vereinigten Staaten 7,6 % und in
   Japan 14 % betru~ ,(1) ••
   Diese mittelmaAige industrielle Leistung Europas schlagt sich im Ruckgang
   des europaischen Handelsuberschusses bei Hochtechnologiegutern nieder.
   In 20 Jahren ist der Deckungsgrad der Hochtechnologieqlnf~hren der.~EWG Uon
   190 % auf 110 % (1983) gefallen.
   VerpaAt 8uropa, das Ausgangspunkt der beiden ersten industriellen Revo-
   Lutionen war, nun gerade di~ dritte? Darf es sich mit der beherrschenden
   Stellung, die es bei den Gutern der mittleren Technologie noch einnimmt,
   zu einem Zeitpunkt begnugen, da die in Industrialisierung begriffenen
   Lander Asiens und Lateinamerikas bereit sind, es in dieser Rolle abzu-
   Losen? MuA es resigniert zusehen, wie seine besten Krafte nach den Ver-
   einigten Staaten abwandern,und Japan seine Marktanteile erobert?
   Kann es sein Lebensniveau .aufrechterhalten, der Zunahme der Arbeits-
   Losigkeit Einhalt gebieten, seine Autonomie weiterhin sichern, ohne
   die technologischen Herausforderungen der AuAenwelt aufzunehmen?
   Europa verfugt fur diese Prufung Uber zumindest potentielle Krafte:
   1) Zwischen 1973 und 1983 fielder Spezialisierungsindex der EWG im Handel
       mit Hochtechnologiegutern van 1,01 COECD = 1) auf 0,82, wahrend sich
       derjenige der Ver~iriigten Staaten konstant auf 1,26 hielt und derjenige
        Japans von 0,72 auf 1,26 anstieg.
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- diejenige, die ihm ein von den Schranken - die es in kleinkarierte
  -Untereinheiten zersplittern - befreiter groAer Markt verleihen wurde,
- diejenige der FuE-Anstrengungen der Mitgliedstaaten, die die europaische
   Wissenschaft auf hohem Niveau halten, deren Zersplitterung die Gemein-
   schaft jedoch des Synergieeffekts und der Wirtschaftlichkeit einer groA-
   maAstablichen Durchfuhrung beraubt, die ein auf wenige, gemeinsam fest-
   gelegte strategische Prioritaten konzertierter gemeinsamer Plan ermog-
   lichen wurde;
   diejenige,der europaischen Unternehmen, die zu einer fruchtbaren Zusammen-
   arbeit imstande sind, wenn sie sich in einem anspornenden Rahmen abspielt
   wie in demjenigen der Forschungsprogramme vom Typ ESPRIT, industrieller
   Programme wie AIRBUS oder strategischer Programme wie dasjenige der
   Raumfahrtsagentur.
Die Gemeinschaft muA somit so schnell wie moglich MaAnahmen ergreifen, um
eine Entwicklung in den Griff zu bekommen, deren Folgen heute in Form des
Verlusts von Marktanteilen, der unzureichenden Schaffung von Arbeitsplatzen,
einer starkeren technologischen Abhangigkeit und der Abwanderung der
besten Forscher klar zutage treten.
Die Kommission ist der Ansicht, daA diese Anstrengungen zur gemeinsamen
Beherrschung der neuen Technologien in Europa heute die Errichtung einer
eigentlichen europaischen Technologiegemeinschaft erfordern, die folgendes
ermoglicht:
- moglichst vollstandige Nutzung der gemeinschaftlichen Dimension
- moglichst weitgehender Synergieeffekt zwischen den Tatigkeiten der Mit-
   gliedstaaten und der Gemeinschaft •
 • Nutzung der gemeinschaftlichen Dimension
 Die gemeinschaftliche Dimension hat folgende Vorteile:
- Sie garantiert, daA die Nachfrage nach Gutern und D~enstleistungen, die
   durch die europaischen Vorhaben gedeckt wird, sich dank der Offnung der
   offentlichen Markte sowie der Annahme internationaler Normen - die die
   Aufsplitterung der Markte und die Einschrankung des Wettbewerbs ver-
   huten - dynamisch~ausbreiten kann. Es besteht somit eine enge Beziehung
   zwischen den Vorschlagen der Kommission zur Verwirklichung eines groAen
   Mar.ktes und denjenigen betreffend eine europaische Technologiegemeinschaft.
- Die Gemeinschaft gewahrleistet die Obereinstimmung zwischen den techno-
   Logischen Anstrengungen und der gemeinsamen Politik, insbesondere mit
   der Handels- und Wettbewerbspolitik.
   Dank der Zusammenarbeit und dem Handel erhoht sie das Potential der
   strikte auf die Mi~gliedstaaten beschrankten Programme und ermoglicht
   eine Verminderung der Verschwendung durch unnutze Doppelarbeiten.
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 - Sie bietet den Hochschulen, einzelnen Forschern und spezialisierten
   Klein- und Mittelbetrieben bessere Aussichten als die Zusammenarbeit
   auf Zwischenregierungsebene; die Klein- und Mittelbetriebe nehmen zwar
   diese Angebote wegen der Komplexitat der industriellen Gruppierungen
   und institutionellen Strukturen oft nicht an.
- SchlieALich sind die FuE-Instrumente der Gemeinschaft sofort verfagbar
   und konnen angesichts der Dringlichkeit an die Gegebenheiten der ver-
   schiedenen Vorhaben angepaAt werden. Einige zur Zeit Laufende Pro-
   gramme (ESPRIT, BRITE und die Definitionsphase van RACE) konnen die
   erforderlichen Strukturen far die Inangriffnahme van Vorhaben Liefern,
   die, wie ~um Beispiel die Informationstechnologien, die Breitbandnetze
   und die neuen Werkstoffe eine natarliche Erweiterung dieser Vorhaben
   darstellen wurden •
 • Synergie zwischen der Gemeinschaft und den Mitgliedstaaten
Wichtig ist es, daA mit Hilfe klar festgel~gter Ziele folgendes aufeinander
abgestimmt wird:
- eigene Programme der Gemeinschaft
- rein einzelstaatliche Programme
   gemeinsame Durchfahrung einzelstaatlicher Aktionen durch e1n1ge Mitglied-
   staaten, einschlieALich Drittlander, gegebenenfalls mit Hilfe eines zu-
   satzlichen Beitrags der Gemeinschaft
- Synergie zwischen einzelstaatlichen und Gemeinschaftsprogrammen.
Es ware daher unzweckmaAig, die Anstrengungen der Gemeinschaft auf den
Teil der FuE-Anstrengungen zu beschranken, den sie mit ihren eigenen
Mitteln finanziert; dies gilt auch dann, wenn dieser Anteil signifikant
zunimmt. Zwisbhen den auf verschiedenen Ebenen angesiedelten Programmen
auf nationaler, zwischenstaatlicher und Gemeinschaftsebene, die einen
Beitrag zu gemeinsamen wissenschaftlichen und technologischen Zielen
Leisten, mussen Bracken geschlagen werden, um diese in eine wahrhaft
gemeinschaftliche Wissenschafts- und Technologiestrategie zu integrieren
                                   *
                           *               *
Gegenaber den Vorteilen einer gemeinschaftlichen Dimension wird sicher
auch der Einwand der Komplexitat und Schwerfalligkeit ihrer BeschluA-
fassungs- und Verwaltungsverfahren erhoben. Hier muA jedoch als Ziel
gesetzt werden, samtliche in den Vertragen niedergelegten Moglichkeiten
zu nutzen und gegebenenfalls die Bestimmungen anzupassen, damit die
Interessen aller berucksichtigt, Beschlusse rasch gefaAt, eine flexible
und dezentralisierte Verwaltung gewahrleistet und angemessene finan-
zielle Mittel bereitgestellt werden konnen.
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    Hierauf ist der Vorschlag der Kommission ausgerichtet, dem die Ober-
    zeugung zugrundeliegt, daA das institutionelle System der Gemeinschaft
    das wirksamer und demokratischer gestaltet werden muA - letztlich der
    einzige Garant einer europaischen Identitat ist und die Wahrung der
    gemeinsamen Interessen gegenuber einzelstaatlichen Souveranitaten, die
    begreiflicherweise den einzelstaatlichen Interessen den Vorrang geben
    mochten, gewahrleistet.
II. DIE EUROP~ISCHE TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT
    1. Juristische und politische Grundlagen
    Die Europaische Wirtschaftsgemeinschaft kann die Grundlage fur eine
    eigentliche europaische Technologiegemeinschaft darstellen, die den
    Mitgliedstaaten eine - eventuell beschrankte - Teilnahme an bestimmten
    Programmen ermoglicht.
    Unter diesen Voraussetzungen bieten sich zur Errichtung einer euro-
    paischen Technologiegemeinschaft verschiedene institutionelle Losungen
    an, die in einem getrennten Dokument dargelegt werden; allen Liegt auf
    elementarer Stufe eine politische Verpflichtung in Vertragsform zugrunde,
    die die Mitgliedstaaten eingehen, um ihrer Gemeinschaft die Befugnisse
    und Mittel zum Handeln auf dem einschlagigen Gebiet zu geben.
    2. Ziele
    Das grundlegende Ziel besteht in der Starkung der technologischen Grund-
    lagen der europaischen Industrie und der Verbesserung ihrer internatio-
    ~alen Wettbewerbsfahigkeit.
    Zur Verwirklichung dieses Zieles bedarf die Technologiegemeinschaft des
    Auftrags und der Mittel zur Durchfuhrung einer Anzahl MaAnahmen im In-
    teresse der Gemeinschaft: Abwicklung von technologischen Forschungs-
    und Entwicklungsprogrammen mit der - je nach Programm unterschiedlichen -
    Beteiligung der Mitgliedstaaten, der Unternehmen und Forschungsstellen
    und Durchfuhrung einer Anzahl horizontaler oder begleitender Aktionen
    im Rahmen der TFE-Programme.
    Ohne bereits einen endgultigen Plan vorschlagen zu wollen, konnen wir
    die Grundtypen der vorgeschlagenen MaAnahmen (unabhangig davon, ob sie
    auf Initiative der Gemeinschaft ergriffen werden oder nicht) wie folgt
    darstellen:
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3. Typen der Vorhaben und Programme fur technologische Forschung und
    Entwicklung CTFE)
3.1.   Forschungen auf dem Gebiet der gr4ndlegenden Technologien
       Das Hauptziel dieses Typs von Vorhaben besteht darin, die Verant-
wortlichen der Industrie zur Mitarbeit mit den Hochschul- und offent-
lichen Forschungsstellen zu bewegen, mit dem Ziel, die Technologien,
deren spezifische Anwendungen in der ganzen Industrie verbreitet werden
und die zu neuen Verfahren oder neuen Produkten fuhren sollten; bis zum
Entwicklungsstadium zu beherrschen. Dies gilt z.B. fur die Komposit-
werkstoff-Technologien, die Mikroelektronik und die Optronik wie auch
fur das ausgedehnte Gebiet der Biotechnologien (vgl. Anhang).
Wegen ihres Zieles beschranken sic~ diese Vorhaben im allgemeinen auf
das vorwettbewerbliche Stadium, doch mussen sie abgesehen von den von
der wissenschaftlichen und technischen Forschung erwarteten Ergebnissen
die fortschreitende Errichtung europaweiter Integrationsnetze zwischen
Unternehmen, Forschungsstellen und Behorden begunstigen, auf deren Grund-
Lage sich die eigentliche industrielle Zusammenarbeit auf dem Niveau der
Produktions- und Verkaufsstrukturen abwickeln kann.
3.2.   Entwicklung und Betrieb gemeinsamer Einrichtungen fur die Grundlagen-
       forschung
       Europa - Gemeinschafts- und Nichtgemeinschaftslander - hat diesen
Weg bereits eingeschlagen: der gemeinsame Betrieb groBer Maschinen und
spezialisierter Laboratorien, deren Vervielfachung im europaischen Raum
sinnlos ware. Diese Oberlegung fuhrte zur Errichtung des CERN in Genf
und des JET in Culham. Andere Vorhaben dieser Art sind geplant: Synchro-
tron, Ozeanographisches Zentrum usw. Das personelle und materielle Kapital,
das die Mitgliedstaaten in die gemeinsame Forschungsstelle (GFS) inve-
stiert haben, LaBt sich im Rahmen eines offentlichen Dienstauftrages
valorisieren, der zum Beispiel die Form eines auf die Sicherheit der
Umwelt im weitesten Sinne des Wortes und die Festlegung von Bezugsnormen
auf diesem Gebiet ausgerichteten Programms annehmen kann.
3.3    Strategische Programme
       Hier geht es um Programme oder mobilisierende GroBvorhaben von
hoher technologischer Intensitat, deren spezifische Ziele sowohl von
offentlichem Interesse (z.B. Erforschung des Weltraumes) oder aber
fortgeschrittene offentliche Dienstleistungen (Fernmeldewesen) sein
konnen. Bei diesem Programmtyp ist die FuE-Phase nur eine Vorbereitung
fur die offentliche Investitions- und Betriebsphase.
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Abgesehen von ihrer spezifischen Zielsetzung sollen diese strategischen
Programme die kritische Masse an offentlichen Auftragen in strategischen
Sektoren erschliel3en, um die "demand pull"-Wirkung mit dem durch die
Forschungsprogramme ausgelosten "technological push" zu verbinden.
Das Programm der Europaischen Raumfahrtsagentur bildet eindeutig ein
Modellbeispiel hierfur. Seine Erfolge haben in Europa das Vertrauen
in seine technologischen und industriellen Fahigkeiten gestarkt und
gezeigt, was moglich ist, wenn sich die europaischen Lander ein Ziel
stecken und den ~rol3ten Teil der hierfur vorgesehenen einzelstaatlichen
Ressourcen gemeinsam nutzen.
Ein weiteres Modell~dieser Art konnte das von der Kommission vorgeschla-
gene RACE-Programm auf dem Gebiet des Fernmeldewesens sein.
Das von der italienischen Prasidentschaft vorgeschlagene Programm fRIS,
das die Entwicklung des europaischen Markts fur "soziale Produkte" der
Datenverarbeitung zum Ziele hat, liel3e sich auch in diesen Rahmen ein-
gliedern.
4. (Horizontale) Begleitauftrage
4.1.   Internationale Zusammenarbeit
       Die Europaische Technologiegemeinschaft wird im Zusammenhang mit
folgenden Fragen Verhancllungen mit Drittlandern oder internationalen
Institutionen aufnehmen mussen:
- Modalitaten ihrer moglichen Teilnahme an ihren Forschungsprogrammen
   und ihre Assoziation mit ihren eigenen TFE-Programmen;
- internationale Normen im Bereich des Technologieaustauschs (geistiges
   Eigentum, Wettbewerbsregeln, Zugang zur Information, Einschrankungen
  des Technologietransfers usw.).
4.2    Koordinierung der einzelstaatlichen und der gemeinschaftlichen Politik
       auf dem Gebiet der technologischen Forschung und Entwicklung
       Abgesehen von den eigenen Programmen umfal3t diese Aufgabe auch die
Koordinierung der einzelstaatlichen und der gemeinschaftlichen Politik und
den Vorschlag der Mittel zur Verstarkung ihres erganzenden Charakters; zu
diesem Zweck wird sie konzertierte Aktionen auslosen,und unterstutzen,.
indem sie ihre Koordination und gegebenenfalls einen minoritaren Anteil
an ihren Kosten ubernimmt.
4.3.   Verbreitung der Kenntnisse und Valorisierung der Ergebnisse der
       gemeinschaftlichen Programme
       Die Aktion der Gemeinschaft mul3 sich nicht auf die Entwicklung der
Forschung beschranken; sie kann sich auch auf die Valorisierung der Ergeb-
nisse erstrecken, die auf kommerzielle Anwendungen einmunden konnten. In
bestimmten Fallen kann es sich als nutzlich erweisen, wenn die Gemeinschaft
- zumindest teilweise - bestimmte Kosten der Vorentwicklung ubernehmen
kann, insbesondere wenn diese auf die innovationsfreudigen Klein- und
Mittelbetriebe entfallen.
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   4.4    Stimulierung des wissenschaftlichen und technischen Potentials
          der Gemeinschaft
          Dieser Typ von horizontalen Auftragen muA sich in die standigen
   Aufgaben der Europaischen Technologiegemeinschaft eingliedern. Die Er-
   fahrungen mit dem im Rahmen des Vierjahres-Programmes laufenden experi-
   mentellen Programmes werden eine Prazisierung der Ziele und Methoden
  ermoglichen.
   In diesem Zusammenhang konnte den Anregungen des Wirtschafts- und
   Sozialausschusses (2) zur Errichtung eines Netzes von kommunitaren
   Spitzenzentren in der Gemeinschaft, die von dieser anerkannt und unter-
  stOtzt werden, Folge geleistet werden. Diese Zentren wOrden sich an
  den von der Gemeinschaft ausgearbeiteten Programmen fur den Informations-
  austausch und die Mobilitat der Forscher sowie an der Festlegung der
  Ausbildungspolitik beteiligen, mit der eventuelle LOcken im Bereich des
  speziafiisierten wissenschaftlichen Personals der Gemeinschaft geschlossen
  werden sollen.
  5. Zusammenarbeitsmodalitaten und Finanzierungsverfahren
  Das Ziel der nachstehenden Vorschlage besteht darin, eine einheitliche
  Anschauung und strategische Koharenz auf Gemeinschaftsniveau mit einer
  groAeren Flexibilitat hinsichtlich der Verwaltung und Finanzierung der
  Programme sowie des Grades der Beteiligung der Mitgliedstaaten und ihrer
  Staatsangehorigen an diesen Programmen vereinbar zu machen.
  5.1.   Koharenter Rahmen
          • Die Gemeinschaftsstrategie auf dem Gebiet der TFE ist heute in
  einem Mehrjahresrahmenprogramm festgelegt. Dieses kann einen koharenten
· Rahmen fOr die von den Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft einzuschla-
  gende Politik liefern, der dem auf einer Anzahl Gebiete festgestellten
  gemeinsamen Bedarf genOgen wurde. Die Annahme eines solchen Rahmenpro-
  grammes und seine periodische OberprOfung wOrden allen Mitgliedstaaten
  die Gelegenheit geben, -auf den einzelnen Gebieten zu prOfen, ob Europa
  Ober eine ausreichende wissenschaftliche und technologische Basis verfugt
  und ob die angewandten Mittel der Industrie ihr Bestehen im Wettbewerb
  mit der AuAenwelt ermoglichen.
  Im institutionellen System der Gemeinschaften (3) obliegt der Kommission
  die Antriebsrolle, indem sie die Initiative fOr Vorschlage ergreift, die
  zur Annahme oder Oberarbeitung des Rahmenprogrammes fOhren, und fur ihre
  DurchfOhrung sorgt.
  (2) CES, Normann-Bericht, Informationsbericht Ober EWG-Forschungsprogramme
       auf Kostenteilubgsbasis, BrOssel, 1985
  (3) Dies ware auch das System der Technologiegemeinschaft gemaA der Aus-
       gangshypothese.
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         • Dern Rat obliegt es, aufgrund der Vorschlage der Kommission und nach
   Stellungnahme des Parlaments das Rahmenprogramm zu verabschieden und gemeinsam
   mit dem Parlament den Mehrjahres-Finanzrahmen fur die Beteiligung der Kommission
   an der Finanzierung der TFE-Programme (4) festzulegen.
   Eine einstimmige BeschluBfassung zur Annahme der groBen spezifischen Programme
   durch den Rat ware denkbar, doch muBten die Durchfuhrungsmodalitaten anschlieBend
   mit qualifizierter Mehrheit beschlossen und.der Kommission weitgehende Ausfuhrungs·
   befugnisse ubertragen werden.
   5.2. Flexible Modalitaten der Zusammenarbeit
         Um die hochgesteckten Programmziele zu erreichen, mussen Formen der Zusammen-
   arbeit gefunden werden, die folgendes ermoglichen:
   - Beteiligung der Partner an den einzelnen Vorhaben - Staaten, Unternehmen und
      Forschungsstellen - auf der Grundlage einer klaren Kenntnis der Kosten und
      Nutzen ihrer Beteiligung;
   - Bildung von Industriekonsortien und Zusammenarbeit auf Zwischenregierungsebene,
      um die besten verfugbaren Fachkenntnisse zu nutzen;
   - Errichtung eines europaischen Netzes von Forschungsstellen und Hochschulen, die
      zueinander regelmaBige Beziehungen unterhalten und Pole zur Durchfuhrung und
      Verbreitung von Forschung und Technologie bilden konnen;
   - Beteiligung von Partnern aus Drittladdern.
   Uor der detaillierten Behandlung der Verwaltungsmodalitaten und Finanzierungsver-
.· fahren ist auf die sehr verschiedenartigen Losungen hinzuweisen, die im Rahmen
   der Forschungstatigkeiten der Gemeinschaft.bereits ausgearbeitet worden sind.
   Auf dem Gebiet der vorwettbewerblichen Forschung ist die zur Zeit am haufigsten
   angewandte und befriedigendste Verwaltungsmodalitat (5) die Aktion auf Kosten-
   teilungsbasis, die der Gemeinscha~t den AbschluB von Forschungsvertragen (die
   bis zu 50 %aus Gemeinschaftsmitteln finanziert werden) mit Gruppen ermoglicht,
   die Hochschulforschungsstellen, offentliche Laboratorien und Privatunternehmen
   mehnerer Lander umfassen.
    (4) Die gemeinschaftliche Finanzi~nung wirkt als Katalysator der Beitrage
        der einzelnen Staaten und der Unternehmen. Die beiden letztgenannten
        Finanzierungsquellen sind von den Haushaltsverfahren der Gemeinschaft un-
        abhangig.
    (5) Nach der Erhebung von CES bei den Vertragspartnern (vgl. CES, Normann-
        Bericht, op.cit.).
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 Im Rahmen des ESPRIT-Programmes, das vor allem zur Forderung der gesamteuro-
 paischen Zusammenarbeit dient, hat sich diese Verwaltungsmodalitat bereits
 bewahrt.
 Eine weitere Losung ist die konzertierte Aktion zwischen verschiedenen Tragern
 von Vorhaben, die die Finanzierung ubernehmen; die Gemeinschaft ubernimmt in
diesem Falle nur die Verwaltungskosten fur die Konzertierung von Obereinkommen,
an denen sich die beteiligten Mitgliedslander und -staaten betedligen.
Schlie8lich sind die "erganzenden Programme" zu erwahnen, die ausschlie8lich von
den beteiligten Mitgliedstaaten finanziert werden und die sich nicht mehr auf
den Kernbereich beschranken, sobald die neue Entscheidung uber die Eigenmittel
in Kraft getreten ist.
Diese verschiedenen Verwaltungsmodalitaten Lassen sich weiter anpassen, um be-
sonderen Erfordernissen besser Rechnung zu tragen und die Beteiligung der Mitglied-
staaten und ihrer Staatsangehorigen an den verschiedenen Teilprogrammen der
Forschungsprogramme flexibler zu gestalten.
So konnten die konzertierten Aktionen verstarkt werden, um ihren sektoralen
Deckungsbereich zu erweitern und ihre Koordinierungswirkung.durch eine bescheidene
finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft zu verstarken.
Ferner ware eine minoritare Beteiligung der Gemeinschaft an Aktionen einzelner
oder mehrerer Lander von gemeinschaftlichem Interesse im offeritlichen oder
privaten Sektor denkbar; dies ware eine erweiterte Anwendung eines im Rahmen
der Programme zur Forderung des wissenschaftlichen und technischen Potentials
der Gemeinschaft bereits erprobten Aktionsmodus.
Was die Valorisierungshilfe zur Verlangerung der Unterstutzung fur die vorwett-
bewerbliche Forschung (Vorentwicklung, Prototyp) sowie zur Erleichterung der An-
wendung der Ergebnisse, insbesondere durch die innovationsfreudigen Klein- und
Mittelbetriebe, anbelangt, so sollte die Kommission mit anderen Mitteln als
Haushaltsmitteln eingreifen konnen (Innovationsdarlehen, Beteiligung am Risiko-
kapital).
Das im Rahmen des JET-Programmes angewandte Verwaltungsinstrument - das gemein-
same Unternehmen nach dem Euratom-Vertrag - kann als Modell fur andere Vorhaben
fur gemeinsame Entwicklung und Betrieb von Gro8anlagen zu wissenschaftlichen
Zwecken dienen. Es weist verschiedene Vorzuge auf:
•  veranderliche Geometrie der einzelstaatlichen Beteiligung
•  Offnung gegenuber Drittlandern
•  rechtliche und finanzielle Autonomie
•  veranderliche Hohe der Beteiligung mit Haushaltsmitteln der Gemeinschaft
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zur Durchfuhrung groAer strategischer Programme fur die technologische Ent-
wicklung schlieAlich ware je nach Fall die Schaffung von rechtlich und finanziell
autonomen europaischen Agenturen vor~asehen. Dieser Weg ist von der europaischen
Raumfahrtagentur mit Erfolg eingeschlagen warden, um die Ressourcen der an einem
Programm von gemeinsamem Interesse beteiligten Staaten zusammenzulegen.
      Der gemeinschaftliche Charakter der Agenturen wurde durch die Verbindung
mit dem Rahmenprogramm und die mogliche minoritare Beteiligung der Gemeinschaft
in Form eines Zuschusses (aus eigenen Mitteln) an den Haushalt der Agentur
hervorgehoben, wobei folgendes vorausgesetzt wurde:
- Die Agenturen wurden vor allem durch Beitrage der beteiligten Mitgliedstaaten
   finanziert; diese wurden nicht in den Haushalt der Gemeinschaft einbezogen.
- Die minoritare Beteiligung mit Haushaltsmitteln der Gemeinschaft am Verwaltungs-
   haushalt der Agenturen und die Verwendung von Haushaltsmitteln der EWG als
   Garantie von Darlehen an die Agenturen muAten moglich sein und je nach Fall
   vom Rat mit qualifizierter Mehrheit beschlossen werden konnen.
5.3. Bereitstellung der finanziellen Mittel
      Das AusmaA des Finanzbedarfs zur Forderung des technologischen Fortschritts
und zur Unterstutzung der Wettbewerbsfahigkeit gegenuber anderen groAen Landern
erfordert, wie es vom Europaischen Rat auf seinen regelmaAigen Tagungen seit
Juni 1983 anerkannt warden ist, eine betrachtliche Zunahme der FuE-Mittel der
Gemeinschaft.
Doch selbst nach Sicherstellung dieser Erhohung und unter Berucksichtigung
anderer Finanzierungsinstrumente der Gemeinschaft (Darlehen; ~~ganzende Prd-
gramme (6) usw.) bildet der Anteil der FuE-Ressourcen der Gemeinschaft nur
einen beschrankten Bruchteil des Gesamtbetrags der entsprechenden Ausgaben
der Mitgliedslander.
Aus diesen Grunden mussen die Anstrengungen der einzelnen Lander, auf die der
groAte Teil der fur die technologische Forschung und Entwicklung verfugbaren
Mittel entfallen, unbedingt im Rahmen gemeinsamer Ziele und einer klaren Fest-
Legung    der von den einzelnen Partnern gewahlten Prioritaten eingesetzt werden.
Da es sich um eigentlich kommunitare Aktionen handelt, eroffnen die Verwaltungs-
und Finanzierungsverfahren (die weiter unten zusammenfassend beschrieben werden)
ferner ausgedehnte Moglichkeiten zur Anpassung an spezifische Situationen, zur
variablen Beteiligung der Mitgliedstaaten und ihrer Staatsangehorigen, zur
Assoziation von Drittlandern oder internationalen Institutionen.
(6) Diese sind in der neuen Entscheidung uber die eigenen Mittel vorgesehen.
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Das vorgeschlagene Schema setzt somit folgendes voraus:
- Wille der Mitgliedstaaten, die strategischen Leitlinien fur die auf
  nationaler wie auch gemeinschaftlicher Ebene durchzufuhrenden MaAnahmen
  in einem gemeinschaftlichen Rahmen festzulegen;
- Bestatigung des vom Europaischen Rat geauAerten Willens zur Erh5hung des
  Anteils an gemeinschaftlichen Mitteln fur die Finanzierung der FuE-
  Programme.
 ---pagebreak---            VERWALTUNGSMODI UND FINANZIERUNGSVERFAHREN
Rahmenprogramm der Gemeinschaft
° Mehrjahres-Finanzrahmen för alle im Rahmenprogramm vorgesehenen
   Beiträge aus Mitteln der Gemeinschaft
1. Forschungsprogramme
   ° Aktionen auf Kostenteilungsbasis (z.B. 50 %aus EWG-Mitteln,
      50 %auf Kosten der öffentlichen und privaten Vertragsnehmer)
   ° Konzertierte Aktionen (zur Koordinierung der in den Mitglied­
      staaten laufenden Forschungstätigkeiten). Der Beitrag aus
      Mitteln der Gemeinschaft beschränkt sich auf die allgemei­
      nen Konzertierungskosten (+ 2 %der Gesamtkosten); in bestimm­
      ten Fällen kann er zu folgenden Zwecken erhöht werden:
      - verstärkter Ansporn zur Zusammenarbeit, insbesondere bei
        stark verzettelten Forschungstätigkeiten (z.B. medizinische
         Forschung)
      - Erreichung eines höheren Niveaus als die bloße Konzertie­
        rung zwischen bereits existierenden Programmen und Ansporn
        zur Aufnahme neuer Forschungen.
2. Entwicklung und Betrieb gemeinsamer Einrichtungen
   ° gemeinsame Unternehmen mit oder ohne Beteiligung der Gemein­
      schaft , aller Mitgliedsländer, von Drittländern
   * direkte Aktion der GFS aus Mitteln der Gemeinschaft, eventuell
      verstärkt durch
      ergänzende Programme aus einzelstaatlichen Mitteln.
3. Strategische Programme
   entweder    ° spezialisierte Agenturen der Gemeinschaft
   oder        # zwei-, drei- oder mehrseitige Assoziationen öffent­
                  licher oder privater europäischer Unternehmen (Typ
                  Airbus).
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   Finanzierungsquellen:
   •  minorit§re Beteiligung an den Verwaltungsausgaben der Agen-
      turen aus Mitteln der Gemeinschaft
   •  Beteiligung der Mitgliedstaaten (Ad-hoc-Verteilung) Coder
      ihrer Unternehmen)
   •  kommerzielle Einnahmen de~ Agenturen und lnrechnungstel-
      lung der Dienstleistungen fOr die Mitgliedstaaten
   •  Garantie fOr von den Agenturen aufgenommene Darlehen durch
      Mittel der Gemeinschaft.
4. Aktionen zum Ansporn des wissenschaftlich•technischen Potentials
   der Gemeinschaft.
   •  Beitrag auf Forschungsmitteln der Gemeinschaft und eventuell
      solchen der Strukturellen Fonds
s. Valorisierungsbeihilfen CObernahme der Kosten der Vorentwicklung)
   •  Darlehen an die Klein- und Mittelbetriebe (Anwendung der
      neuen Technologien und der Innovation) (NIC IV)
   •  Beteiligung ~m Risikokapital (laufender Pilotversuch)
   ~  EWG-Haushalt Kapitel 75
   •  lnrechnungstellung geleisteter Dienste.
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      6. Kriterien und Methoden zur Wahl der Programme fOr vorrangige TTE
      Wegen der knappen finanziellen und vor allem personellen Mittel sowie an-
      gesichts des Beispiels Japans scheint es ratsam, nur eine kleine Zahl gut
      ausgew§hlter Programme gleichzeitig ablaufen zu Lassen. Bei der Wahl der
      Programme muA die Ansicht der Beteiligten, die ihre Mittel in diese Pro-
      gramme investieren und von deren Unternehmergeist letztlich der Erfolg der
      Aktion abh§ngt, den Ausschlag geben. Das Ziel besteht nicht in der wis-
      enschaftlichen Erkundung des gesamten Maglichkeitsbereichs, sondern in der
      Verst§rkung der technologischen Grundlagen der europ§ischen Industrie.
      Eine erste Liste mobilisierender Programme, die genauen Zielen entsprechen,
      kannte nach den nachstehenden allgemeinen Kriterien festgelegt werden:
      •    betr§chtlicher Beitrag zur St§rkung des wissenschaftlichen und tech-
           nologischen Potentials Europas, insbesondere auf den Gebieten, auf denen
           die internationale Wettbewerbsf§higkeit seiner Industrie bedroht ist;
      •    graAeres wirtschaftliches und soziales Interesse, das den Anliegen
           und Eigenschaften unserer Gesellschaft entspricht;
      •    Aktion, fOr die die europ§ische Dimension einen wesentlichen Vorzug oder
           sogar eine Notwendigkeit bedeutet;
      •    ausreichende Attraktivit§t der Zielsetzung und des Inhalts, um die besten
           Kr§fte anzuziehen;
      •    ausreichendes Interesse fOr die affentliche Meinung •
      Bei der genauen Auswahl und Definition der vorrangigen Programme und Vor•
      haben und anschlieAend bei der Festlegung der ModaliUten der Beteiligung,
      Finanzierung und Verwaltung kannte wie folgt vorgegangen werden:
      0    Eine Gruppe von sehr hohem Niveau, die der Zust§ndigkeit der Kommission
           unterst§nde und Vertreter der Regierungen umfaAte, wOrde mit der Ausar-
           beitung der strategischen Optionen, vorrangigen Themen und Vorhaben,
           der Festlegung der Mandate zur detaillierten Definition der einzelnen
           Programme und ihrer Beurteilung beauftragt. Dieser ausfOhrenden~Gruppe
           kannten hohe Persanlichkeiten aus der Forschung Cinsbesondere Mitglie-
           der des CODEST) und der Industrie zur Seite stehen.
      •    FOr jedes Thema mOAten Sachverst§ndigengruppen der Industrie und For-
           schuhg, die von der Kommission bestimmt wOrden, pr§zise Programme,
           ihre Ziele, Kosten, Einzelheiten betreffend die DurchfOhrung und die
           Beteiligungsbedingungen festlegen. Der Vorsitz der einzelnen Gruppen
           wOrde von einem ihrer Mitglieder gefOhrt.
    \
(2)
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  • Auf der Grundlage dieser Arbeiten wurde die.Kommission Vorschlage ausarbeiten,
    die sich entweder auf Vorhaben beziehen, die aufgrund von Initiativen der Gemein-
    schaft durchgefQhrt werden, oder auf Modalitaten fQr die Beteiligung der Gemein-
    schaft an Initiativen erstrecken, cfie von einigen Mitgliedstaaten im Hinblick
    auf die Realisierung von Vorhaben ergriffen werden konnten, die einen Beitrag zur
    Verwirklichung der gemeinsamen Zielsetzungen Leisten konnen •
  • Diese Vorschlagewerden nach Anhorugg der Gruppe auf Hoher Ebene an den Rat Qber-
    mittelt, der die rechtlichen und finanziellen Modalitaten aller beschl6ssenen Pro-
    gramme festlegen wird.
 Die Kommission hat schon jetzt eine erste PrQfung der in Erage kommenden Themen
 durchgefQhrt. Die nachstehenden Themen, fue die die Kommission die beigefQgten
 detaillierten Obersichten erstellt hat,die mehr als Beisoiele denn als_ Vorschihe
 zu bet ra eh ten.
 1. Informationstechnologien und groAe Anwend~ngssektor~n wie rechnerunterstOtzte
      Fertigung, kQnstliche Intelligenz und Superrechner
 2. Biotechnologien, vor allem Gen- und molekularbiologische Technologie sow,e ihre
      Anwendungen im Gesundheitswesen und in der Nahrungs- und GenuAmittelindustrie
 3~ Neue Werkstoffe wie Supraleiter und Keramik
 4. Laser und Optik
 S. GroAe wissenschaftliche Instrumente wie Teilchen- und Strahlungsquellen und
      fortgeschrittene Windkanale
 6. Breitband-Telekommunikation
 7. Neue Generation von Verkehrsmitteln
 8. Weltraumnutzung
 9. Erobe rung de r Mee re
10. Technologie der Aus- und Fortbildung.
 Als erster Schritt sollte die Kommission beauftragt werden, das Verfahren zur
 Festlegung dieser vorrangigen Vorhaben im Hinblick auf die Billigung einiger
 Vorhaben vor Jahresende unverzQglich in die Wege zu leiten.
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SYNERGIE UND POTENZIERENDE WIRKUNGEN
Die nachstehend aufgefOhrten Aktionen beinhalten zahlreiche Querverbindungen und
verstarken sich gegenseitig. Tabelle 1 gibt einen Oberblick Ober die Wechsel-
beziehungen zwischen den einzelnen Vorhaben.
Um die Beschreibung zu vervollstandigen und einen Oberblick Ober den Gesamtkomplex
zu liefern, sind fur die vorgeschlagenen Aktionen in Taeelle 2 das Anwendungs-
potential , die Auswirkuggen auf die Wettbewerbsfahigkeit und die Beschaftigung
sowie die relative Stellung Europas auf jedem Gebiet angegeben.
                                            TABELLE 1
GEGENSEITIGE_ABHANGIGKEIT_ZWISCHEN_VORBABEN
xxx   sehr stark
 XX   stark
 X    schwach
      sehr schwach
 *
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                                                                                                                                               /
                                                                                                                                                                 ..
                                                                                                      WIRKUNG                                    POSITION             MULTIPLE       EG-AKTIONEN
                                              ZlEL                                                                                                 EUROPA$            1/IRKUNG      LAUFEND OOER IN
                                                                                                  IIETHlEWEHBS-                                                                      VORBERE IT UNG
                                                                            TErnN. FORTSCHRITT
                                                                                                  f!.IUGKE IT
                                                                                                                           DE;CHAFTIGUNG
Nachrir.hc~nt•chnik                  Ankurbelung d~r                        hoch/                                          hcch/                     gut                sehr orou    RACE, TBB,
                                                                                                        hoch                      posit,v                                            Videokonferenzen
                                     Wirtschaft                                   viel fiil tig
                                     Hochleistungs-                         hoch/                 hoch in eir,igen           keine                schwach               sehr gross      ESPRIT
Gr.,ssr•chner                        rc-chn~r                                     vielfaltig      Bereichen
                                                                          I
                                                                          I
                                    Verkehrssicher-.                                                                     hoch/                                          beschrlnkt
Neue Generation Verkehrsmittel                                                beachtllch                hoch                     positiv             gi.:t
                                     heit und -konfort
                                    Verbesserung von                                              bct~~chtlich fur       buchtlich/
Gesundheitstechnologien             Gesundheit und
                                       -hP-!'le-~.,.,, ....... , .......
                                                                              hoch/
                                                                                      vielUltig   pharmaz. Ind.
                                                                                                    _,,         .....
                                                                                                          ......-     ~
                                                                                                                                     positiv  ausreichend           sehr beschrlnkt
Schu.l- und Berufsbi ldung          Qualifikation
                                                                             ·hoch/                     wichtig          hoc h / dfrekt und          gut                 gross
                                                                                                                                                                                      Initiative
                                                                                      vielf3ltig                         indirekt posi.tiv                                          Techn i sche 8 ildung
                                                                                                                                                              ·•
                                    Hoher !'lchr1Jen.                         hoch/               in einigen             schwa eh/                                  potent fell      CRR, GD XII,
Raumfahrt                                                                            vielfaltig                                                      gut
                                   ~lobale Ressuurcen                                             Bereichen                         posit iv                             erheblich   GD VITI
                                   Nuczung der Bio-                           Hoch/                                                                  gut                 keine       Bfotechnologie
Agro-industrielles Projekt         sphAre fur wieder-                                vfel-fHtig         hoch             hoc h / Positiv
                                   ••'a.,.''   '..JL~_..,,,, ~.•,~,.. ...
Erschliessung de·r Meere            Rohstoffe und                            aittel/              in traditionellen schwach/
                                    Aquakultur                                  spezialisiert         Industrlen                    positiv          gut                 wenig
                                                                                                                                                           ..
                Mikro- und          Verbes~erun9 ex.                          hoch/                                     mittel/
Infor•ations                        Funkt. Entw. neuer allgem.verwendbar                             sehr hoch                     posit iv       schwach            vollstlndig      ESPRIT
               Optoelektronik       Funktionen
cechnoLogien
               KI und forcgeschr. Entwicklung von
                                                                                                     hoch/                      schwach           mittel             vol l stllndig   ESPRIT
               Info.-Verarbeitung Expertensystemen                              sehr hoch            sehr vielfHtig
                                    Industr;elle                             hoch/
Rechnerintegrierte Fertigun_g                                                        vieLUltig       sehr hoch                  schwach          • ittel                   gross      ESPRIT
                                    Automation
               Fortgeschrittene     wiss.techn.                              hoch auf Lange          hoch auf Lange       schwach auf Lange  befriedigend              sehr gross
                 l'lacerialien        fol'tschri tt                                  Sicht               Sicht                  Sicht                                                  BRITE
  Neue
 M•urial fen   Supr•leitftihigkeit                                           hoch auf Lange          hoch auf Lange       schwach auf kur:e
                                             "                                                           Sicht                  Sicht        befriedigend              wicht\g         BRITE
                                                                                 C.,..,_"'
               Antrieb fur Luft-                                                                     hoch
               und Raumf•hrt          Hyperschall-An-                        hoch in beschr.                                    sch1Jach            gut                   gross
                                                     trial-,                     SPktnc
                                      wissenschaftlich- buchtLich/                                     indirekt              -· schwach      befriedigend
  Laser und Opt ik                    techn. Fort schr it t                      vielfaltig                                                                               gross
              IHache~ergiephysik     Elementarteilchen                       hoch in beschr.
                                        forschung                                Sektor                sehr indirekt            schwach      hervorragend·              schwach
  Grossbe.,.
  schleuniger Synchrotron            Wechselwirkung                          hoch/
                                     Fhotoro-Macerie                                viel fat t ig        indi rek t             schwach               gut               schwach
  llindkanile                         Entwicklung Luft- hoch/                                          essent iel l             SCh1Jach.             gut             Hhr gross
                                      fahrt u. Transoort                            viel faltio
 ---pagebreak---                                       ANHANG
MOGLICHE MOBILISIERUNGSVORHABEN
Die nachstehend vorgestellten Vorhaben wurden aufgrund ihrer industriellen und
soziookonomischen Wirkungen ausgewahlt. In dieser Phase der Uberlegungen sind
sie mehr als Beispiele denn als ausgereifte Vorschlage zu betrachten, die einer
sehr viel ausfuhrlicheren Prufung sowie grundlicher Uberlegungen und einer
eingehenden Konzertierung unter Hinzuziehung der verschiedenen politischen,
wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Akteure der Mitgliedstaaten der EWG
bedurfen.
1.   Informationstechnologien und groBe Anwendungssektoren wie
     rechnerunterstutzte Fertigung, kunstliche Intelligenz und Superrechner.
2.   Biotechnologien, vor allem Gen- und molekularbiologische Technologie sowie
     ihre Anwendungen im Gesundheitswesen und in der Nahrungs- und
     Genu~mittelindustrie.
3.   Neue Werkstoffe wie Supraleiter und Keramik.
4.   -Optik und Lase~
5.   GroBe wissenschaftliche Instrumente wie Teilchen- und Strahlungsquellen und
     fortgeschrittene Windkanale.
6.   Breitband-Telekommunikation.
7.   Neue Generation von Verkehrsmitteln.
8.   Weltraumnutzung.
9.   Eroberung der Meere und Exploration der Erdkruste.
10. Technologie der Aus- und Fortbildung.
 ---pagebreak---                                  1-1
1. INFORMATIONSTECHNOLOGIEN UND GROSSE ANWENDUNGSSEKTOREN
Zu den Informationstechnologien gehoren die Mikroelektronik und
Optoe lektronik, die Softwareindustrie sowie al le anderen Bereiche,
die mit der Informationsverarbeitung verbunden sind wie die
kunstliche Intelligenz usw., mit anderen Worten jede Art von Technik,
die bei der Beschaffung, der Verarbeitung, der Weitergabe und
Speicherung von Informationen eine wichtige Rolle spielt.
Sowohl auf gemeinschaftlicher als auch auf nationaler Ebene werden
auf diesem Gebiete grosse FuE-Anst rengungen im vorwettbewerbl i chen
Stadium unternommen. Auf Gemeinschaftsebene werden durch das ESPRIT-
Prog ramm (European Strategic Programme for Research and Development
in Information Technologies) offentliche wie private Investitionen in
Hohe von insgesamt 1,5 Milliarden ECU im Zeitraum 1984-1988
mobil isi ert.
Unter den wichtigsten Einsatzgebieten der Informationstechnologien -
und folgl ich eng mit ihrem Fortschritt und ihrer Weiterentwicklung
verbunden      sind die Telekommunikation (fur die dem Rat ein
besonderes Gemeinschaftsprogramm vorgelegt wird), die Verteidigung,
die rechnergestutzte Fertigung und die Buroautomatisierung zu nennen
(zwei Sektoren, die ebenfalls in den Bereich von ESPRIT fallen und
fur die Lieferung von Produkten und Diensten von grosser
st rategischer    Bedeutung   sind),    ni cht   zu   vergessen   die
Unterhaltungselektronik, die sehr stark zunimmt.
Innerhalb dieses Gesamtbereichs sollten die Anstrengungen, die auf
verschiedenen Ebenen in der Gemeinschaft unternommen werden, auf dem
Gebiet der Mikroelektronik und der Optoelektronik verstarkt werden.
 ---pagebreak---                                     1-2
MIKROELEKTRONIK UND OPTOELEKTRONIK
Mi k roe lektroni k steckt in tausenden von Produkten, angef angen bei
hochkomplizierten Systemen wie Fernmelde- oder Beobachtungssatelliten
oder (Professionel- oder Personal-)Computern bis zu Uhren und
Spi elzeug. Der Umsatz dieses Industriezweiges belauft sich heute
weltweit auf 30 Milliarden US-Dollar, ist aber Grundlage fur eine
Produktion in Hohe von mehr als 660 Milliarden USD.
In der Optoelektronik wird der sichtbare Teil des elektromagnetischen
Spektrums fur die gleichen Funktionen wie in der herkommlichen
Elektronik benutzt CObertragung, Datenverarbeitung und -speicherung)
mit dem Vortei l, dass die Obertragungskapazitat mehrere tausendmal
grosser und auch die Geschwindigkeit theoretisch tausendmal grosser
i st.
Am Weltmarkt ist die europaische Industrie in diesem in voller
Expansion beg ri ffenen st rategi schen Sek tor sehr schwa eh vert re ten,
ihr Anteil betragt rund 5 % bei den fortgeschrittensten Erzeugnissen
und 10 % bei allen Erzeugnissen zusammengenommen.
Da       das     Produktionsvolumen              und    ausserdem      die
mikroe lektroni schen Erzeugnisse (vor al Lem integrierte Schal tungen)
sehr spat auf den Markt gelangt sind, fehlt es der europaischen
Industrie an einer mit der ihrer Hauptkonkurrenten vergleichbaren
Einnahmequelle zur Finanzierung der notwendigen Investitionen, um im
Rennen zu bleiben, bzw. glaubwurdig ins Rennen einzusteigen.
Wahrend der letzten zwei Jahre lagen die europaischen Investitionen
zwischen 300 und 400 Millionen US-Dollar, wahrend die amerikanischen
und japanischen Fi~men im gleichen Zeitraum vier- bis funfmal soviel
investierten.
 ---pagebreak---                                    1-3
Ebenso wie si eh heute in den USA und in Japan zeigt, ist die
Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung auch in Europa eine
unumgangliche Notwendigkeit. Mit ESPRIT wurde der Weg fur eine
koordinierte Forschung in der Gemeinschaft aufgezeigt. Allerdings
ware eine entsprechende Verstarkung der finanziellen Mittel zusammen
mit einigen Grossprojekten im Anlagenbau und auf dem Werkstoffsektor,
die eine Mobilisierung und einen Zusammenschluss bewirken konnten,
wunschenswert. Die europaische Produktion hangt meistenteils, was die
Grundstoff e wie auch die wi chti gsten Ausrustungen bet rifft, von
Einfuhren aus den USA und in jungster Zeit auch aus Japan ab. Diese
Abhangigkeit bewirkt,       von einigen Ausnahmen abgesehen,      eine
Verzogerung von mindestens einem Jahr in der europaischen
Technologie. Dennoch ist es moglich, wie Japan in jungster Zeit
gezeigt hat, sich auf einem sorgfaltig ausgewahlten Marktsektor eine
si chere Cund sogar wie im Fal le Japans aggressive) Position
aufzubauen bzw. wiederaufzubauen. Auf diese Weise Lassen sich neue
Fortschritte und ein Wachstum dieses Sektors erzielen.
Die zu.nehmende Integration, die im Hinbl i ck auf bessere Lei stungen
und geringere Produktionskosten vorangetrieben wird, fuhrt dazu, dass
immer mehr des Know-hows der Systemhersteller uber Siliziumchips
eingeschlossen wird und die integrierten Schaltungen auf diese Weise
zu Tei lsystemen mit hoherer Wertschopfung als "einfache" Bautei le
we rden.    Die Lief erung oder Li zenzherste l lung durfte sowoh l
wirtschaftlich als auch ohne groBes Risiko sein.
Zwei Beispiele konnen diese Ausfuhrungen verdeutlichen:
- Halbleiterspeicher
- Mikroprozessoren. ·
Diese beiden Bereiche konnten ohne weiteres Gegenstand eines
europaischen Programms sein, da sie die Motoren fur die Entwicklung
der      Industrie    der     integrierten    Schaltungen     und  der
Informationsverarbeitung sind, bei denen Europa zur Zeit von den
Vereinigten Staaten oder von Japan abhangt. Die Kontrolle uber diese
Teilbereiche       zu   verlieren,      wurde   einer     Lahmung  der
 ---pagebreak---                                   1-4
Innovationskapazitaten fur komplexere Systeme gleichkommen, in denen
Europa traditionell stark ist und in der Folge zu einer Abwanderung
von Forschern und zu einem Verlust von Arbeitsplatzen fuhren.
  Schreib-Lese-Speicher (RAM). Als Ziel kame die Realisierung eines
  64-Megabit-Speichers im Jahre 1995 in Frage, das heiBt eines Chips
  mit einer Kapazitat, die hundertmal groBer ist als die der
  derzeitigen fortgeschrittenen Schaltungen. Dies ist nur durch eine
  Verkleinerung der seitlichen Abmessungen der Strukturen (unter 0,5
  um), die mit den heutigen Geraten nicht erreicht werden kann, und
  ein neues,     vermut l ich dreidimensionales des Speicherkonzept
  denkbar. Hierfur waren etwa 2000 Mannjahre zu veranschlagen.
  Fortgeschrittener Mikroprozessor. Ziel ware in diesem Fall der
  Entwurf und die Realisierung einer Mikroprozessorschaltung
  europaischer Konzeption, die die neuesten Ergebnisse auf den
  Gebieten Fehlertoleranz, Architektur und Adressierung verwertet,
  innerhalb von 5 Jahren. Eine gemeinsame Entwicklung, die sich
  beispielsweise     auf     bestimmte    Fertigungstechnologien    im
  Mikrometerbereich und auf Entwurfssysteme stutzt, die zur Zeit im
  Rahmen des Programms ESPRIT entwi cklet werden, konnten mit Hi l fe
  einer geeigneten Strategie dazu fuhren, daB dieser Mikroprozessor
  zu einem Standard wird.        Hierfur werden etwa 1000 Mannjahre
  veranschlagt.
Neben diesen integrierten Schaltungen mit groBer Verbreitung mochten
die Hersteller von Systemen auch die Entwicklungszeit fur
elektronische Systeme verkurzen, um die Wettbewerbsfahigkeit zu
verbessern. Prototyp-Werkstatten fur die Real isierung integrierter
Schal tungen (Foundries) scheinen hierfur eine geeignete Losung
darzustellen.    Angesichts der derzeitigen Enge      des europaischen
Marktes kamen hierfur zwei Ansatze in Frage:
- Siliziumschaltungen fur die Signalverarbeitung
- GaAs-Hochgeschwindigkeitsschaltungen.
- Das fur das Projekt "Sil icon Foundry" zu verfolgende Verfahren
   bestunde in der schnell"en Errichtung (in etwa 2 Jahren) einer
  gemei nsamen europai schen Werkstatte, die zunachst ei ne erprobte
 ---pagebreak---                                    1-5
   CM0S-Technologie und dann ein gemischtes CM0S-Bipolarverfahren
  einsetzen wurde,      das ebenso wie die im Rahmen von ESPRIT
  entwickelten Anwendungsarten fur diese Art von Anwendungen gut
  geeignet ware. Der wichtigste Punkt bleibt indessen die Entwicklung
   von CAD-Werkzeugen      und der      Aufbau einer Bibliothek von
  Standardzellen im Hinblick auf einen raschen und optimalen Entwurf
  der integrierten Schaltung. Fur_notwendig erachtet werden etwa 1000
  Mannjahre sowie Investitionen fur eine angepaBte Fertigungslinie in
  Hohe von 150 Millionen ECU.
- Fur die Produkte der "GaAs-Foundry" ist der Markt zur Zeit noch
  sehr begrenzt, doch scheinen sehr viele Anwendungen in Frage zu
  kommen:
     • Pufferspeicher und ultraschnelle Rechenwerke fur Supercomputer;
     • Verarbeitung schneller Signale und aleatorische Logik fur u.a.
       die Breitband-Telekommunikation oder das zellulare Funktelefon.
  Die erforderlichen Investitionen fur die Forschung sowie die
  Entwicklung von Fertigungstechnologien und den Entwurf von
  Hochgeschwindigkeitsschaltungen        erreichen      eine      derartige
  Grossenordnung,     daB die Idee eines europaischen Industrie-
  konsortiums fur die Entwicklung der Technologie und die Errichtung
  eines Pilotwerks verlockend erscheint. In einer ersten Annaherung
  werden 1000 Mannjahre fur die Dauer von 5 Jahren veranschlagt.
Die 4 vorstehenden Vorhaben verfolgen das Ziel, die Position Europas
auf dem Gebi et der profess i one ll en Elekt roni k zu behaupt en oder zu
verbessern. Um den AnschluB auf den kunftigen Markten fur das
Fernsehen mit hohem Auflosungsvermogen und damit einen bedeutenden
Teil des fur die breite 0ffentlichkeit bestimmten Marktes nicht zu
verlieren, muA die europaische Industrie so schnell wie moglich nach
der Festlegung von Normen die Entwicklung einer Serie von
spezifischen integrierten Schaltungen fur die numerische Codierung
und Decodierung von Signalen gemaB Codeschemas vorsehen, wie sie zur
Zeit fur das Satellitenfernsehen (D2-MAC-Paquet) empfohlen werden.
Mit der Entwicklung der Hardware fur die Erstellung und Aufzeichnung
von Programmen durfte s ich der Aufwand auf etwa 1500 Mannj ahre fur
die Dauer von 7 Jahren belaufen.
 ---pagebreak---                                      1-6
K0NSTLICHE INTELLIGENZ UND FORTGESCHRITTENE
INFORMATIONSVERARBEITUNG
Die ki.instliche Intelligenz ist ein relativ neuer Bereich, der sich
sehr schnell entwickelt. Jeden Tag kommen neue, fortschrittlichere
und leistungsfahigere Expertensysteme auf den Markt.
Diese Systeme Leisten in zahlreichen Anwendungsbereichen wie Medizin,
Biologie, Chemie, Geologie, Entwurfsuntersti.itzung, Fehlerdiagnose in
der Industrie und noch auf vielen anderen Gebieten erheblich
verbesserte      Dienste.      Ihre     Auswirkungen    sind    in      allen
Wirt schaf tszweigen zu spi.iren und beeinflussen unmi ttelbar die
industrielle Wettbewerbsfahigkeit.
Wah rend si eh die europaische Technologie (zum Tei l dank ESPRIT und
einigen nationalen Projekten) hier in einer guten Position befindet,
haben die Japaner in der Vergangenheit bewiesen, dass bei einer
Kombination von Grundlagentechnologie und sorgfaltiger Auswahl der
Markte eine starke Prasenz in den neuen hochtechnologischen Sektoren
 (z .B. Speicher) mog l ich i st. Die derzeit in Japan und in den USA
 laufenden staatlichen Programme sowie die konzertierten FuE-
Tatigkeiten amerikanischer Gesellschaften konzentrieren sich auf die
 ki.instliche Intelligenz und die Software-Technologie. Dies geni.igt,
damit Europa eine Verstakrung seiner Bemi.ihungen in Betracht zieht, um
 eine Cspatere) Verschlechterung der Wettbewerbsfahigkeit seiner
 Industrie in diesen Bereichen,     die von grundlegender Bedeutung sind,
 zu vermeiden.
 Das     gesamte   Gebiet   der     ki.instlichen  Intelligenz     und    der
 fortgeschrittenen Informationsverarbeitung       wird zur    Zeit in      dem
 Gemeinschaftsprogramm ESPRIT behandelt.            Dennoch   mi.issten    die
 Anstrengungen verstarkt werden mit dem Ziel,
 ---pagebreak---                                    1-7
      die Integration der einfachen Systeme kunstlicher Intelligenz in
      komlexe Systeme, die den menschlichen Gedankengangen naher
      kommen und den moglichen Bedurfnissen der Benutzer besser
      entsprechen, zu verstarken,
     die Bedingungen fur eine wirtschaftliche Produktion im Hinblick
     auf eine Senkung der Endkosten dieser Systeme zu verbessern.
Die Verschiedenartigkeit der Anwendungsgebiete,             die geringe
industriel le Erfahrung mit der Benutzung solcher Systeme und die
relative "Einfachheit" jedes der heutigen Systeme fur sich genommen,
zeigen, dass noch sehr viel investiert werden muss, um die kunstliche
Intelligenz     in    Systeme   zu      integrieren,    die    sich   von
Nichtinformatikern professionell benutzen Lassen.
Die Investitionen sollten folgende Ziele verfolgen:
1.   Industrialisierung der ersten heute vorliegenden Ergebnisse mit
     den Schwergewicht auf
        der Softwaretechnologie, da die Expertensysteme, wie jede
        Software, den industriellen Produktionskriterien standhalten
        musse;
         der Architektur komplexer Systeme, um eine Zusammenarbeit
        zwischen den Expertensystemen zu ermoglichen und ihnen Zugang
                                      -
        zu grossen Datenmengen zu verschaffen. Diese Architekturen
        mussen     im   ubrigen     externen     Auflagen    hinsichtlich
        Vertraulichkeit, Reaktionszeit, Mensch-Maschine-Schnittstelle
        usw. entsprechen,
     - der Integration dieser Bauteile in spezialisierte Systeme mit
        Hilfe von Konstruktionshilfswerkzeugen.
 ---pagebreak---                                        1-8
     2.   Intensivierung der Untersuchungen uber grundlegende Techniken,
          i nsbesonde re     durch    Verstarkung    des    Aspektes     der
          Modellerstellung: Wissensmodelle, Ubungsmodelle, Dialogmodelle,
          Argumentationsmodelle. Diese Entwicklungen tragen vor allem zum
          Fortschritt der Erziehungstechnologien bei.
     3.   Sensibilisierung der Industrie fur die Nutzung dieser neuen
          Techniken.     Dies kann vor allem durch die Einrichtung von
          Fachzentren erleichtert werden Cs. Abschnitt uber Grossrechner).
zwei Beispiele von Vorhaben konnen dazu dienen,     die gewunschten Aktionen
zu verdeutlichen:
    - Expertensystem fur die Wettervorhersage und die Umwelt
    - Wissensverarbeitendes Multisensorsystem.
Jedes dieser Vorhaben erlautert einen der beiden vorstehenden Punkte.
Das erste Vorhaben zielt darauf, die·vorhandenen Grundlagenkenntnisse zu
nutzen und auf einen konkreten, hinreichend komplizierten Fall anzuwenden,
um die industrielle Qualifikation auf dem Gebiet der Integration und der
Architektur komplexer Systeme zu verbessern. Fur diese Realisierung sind
die Ergebnisse laufender Untersuchungen auf dem Gebiet der Akquisition,
Reprasentation und Handhabung von Wissen sowie Netze fur die Verknupfung
von Systemen erforderlich.         Die Entwicklungen werden sich mit der
Programmierung eines komplexen Systems, der Konstruktion von Wissensbasen
sowie dem Entwurf und der Realisierung von Architekturen befassen, die an
die Zusammenarbeit von Expertensystemen angepaAt sind. Veranschlagt werden
1000 Mannjahre uber eine Dauer von 5-6 Jahren.
Das zweite Vorhaben soll die Untersuchungen uber die Grundlagentechniken
verstarken; dank ei nem Bruckensch lag zwi schen di esen beiden. Themen -
Sensoren und Wissen - wurde diese Arbeit die Verpflichtung beinhalten, die
Aktivitaten zur Modellierung des Wissens zu verstarken, um sie uber eine
 ---pagebreak---                                       1-9
Maschine-Maschine      oder       eine       Mensch-Maschine-Schnittstelle
Erfassungssystemen zuganglich zu machen.     Fur diese Aktion wiren 250
Mannjahre uber eine Dauer von mindestens 3 Jahren erforderlich.
 ---pagebreak---                                             1-10
COMPUTERINTEGRIERTE FERTIGUNG CCIM)
Die computerintegrierte Fertigung umfaAt Technologien,                   welche die
Fertigungsautomatisierung         in      den      allgemeineren       Rahmen   der
Unternehmensfuhrung integriert., Sie ist Ausgangspunkt eines immer grosser
werdenden Marktes,         der kunftig auch bisher davon noch unberuhrte
In dust riezwei ge     erf asst    (z .B.       die     Bek lei dungs-     und  die
Nahrungsmittel industrie). Fur 1982 zeigen die Zahlen, die sich auf den
Bereich des Entwurfs sowie der rechnergestutzten Fertigung (CAD/CAM)
beschranken, einen europaischen Markt in Hohe von 320 Mio USD, wahrend fur
1985 ein Volumen von 1,05 Mrd. USO und fur 1986 eine Wachstumsrate von
annahernd 50 ¾ (1,55 Mrd. USD) erwartet werden.
Zur Zeit ist es schwierig, die computerintegrierte Fertigung in ihrer
Gesamtheit prazise zu quantifizieren, weil sie mehrere bereits vorher
existierende Gebiete umfasst.
Der Reichtum Europas, der fruher auf seiner Fahigkeit beruhte, Guter mit
hoher Wertschopfung zu konkurrenzfahigen Preisen herzustellen, ist heute
durch die Konkurrenz der Drittlander auf diesem Gebiet bedroht, und zwar
aufgrund
             niedrigerer Arbeitskosten (Asien oder Sudamerika)
             einer intensiveren Qualitatskontrolle (Japan)
             der selir grol3en Binnenmarkte (USA)
             und der direkten staatlichen Finanzierung (USA und Japan).
Die Fortschritte in den Fertigungstechnologien, die durch den Einsatz der
Informationstechnologie CIT) moglich wurden, · werden sich bald in starkem
Masse auf Faktoren auswirken, welche die Produktion beeinflussen (direkte
Wirkung der Arbeitskosten auf die gesamten Produktionskosten oder die
Bedeutung der GroAserienfertigung fur die Wirtschaftlichkeit der
Produktion, die teilweise durch flexible Fertigungssysteme (FFS) in Frage
gestellt wird).
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Die allgemeinen VerQesserungen in der Wirksamkeit, der Zuverlassigkeit und
der Moglichkeit der Anpassung von Fertigungssystemen, welche die IT
bieten,     stellen eine einzigartige Chance fur Europa dar,          seine
Vorrangstellung in der verarbeitenden Industrie wiederzuerlangen, sofern
es die notwendigen Anstrengungen unternimmt.
In Japan und in den USA wurden in den letzten Jahren umfangreiche FuE-
Akti onen mit recht bemerkenswerten Ergebni ssen vom Staat f inanziert. So
wurden in Japan zwischen 1972 und 1982 444 Mio UDS an offentlichen Mitteln
fur die Forderung der Werkzeugmaschinenindustrie aufgewendet. Im gleichen
Zeitraum stiegen die Ausfuhren in diesem Bereich, die bis dahin bei rund
50 ¾ der US-Ausfuhren lagen, bis zum dreifachen der US-Exporte.
Die Japaner sorgen in besonders effizienter Weise dafur, dass die Ideen
und Energien zusammenfliessen, eine gegenseitige Befruchtung zwischen den
verschiedenen Gebieten stattfindet und die Kontinuitat der Projekte
sichergestellt ist.
      In den Vereinigten Staaten wirken sich neben den zivilen
      Finanzierungen in erheblichem Umfang auch die Ausgaben des
      Verteidigungsministeriums (DOD) auf die CIM aus: Schon seit langem
      unterstutzt die US- Air Force aktive die Entwicklungen in der CIM,
      wodurch eine groAe Zahl von Projekten auf diesem Gebiet eine
      entscheidende finanziel le Unterstutzung erhalten konnte. Seit den
      siebziger Jahren ist das Interesse in den Vereinigten Staaten an den
      fortgeschrittenen Produktionstechnologien erheblich gestiegen.     Im
      allgemeinen gab es von Seiten des DOD eine Koordinierung im Rahmen
      des MANTECH-Programms.    Das ICAM-Programm uber computergestutzte
      integrierte Fertigung, das 1977-78 von der US-Air Force begonnen
      wurde, wurde mit schnell wachsenden Betragen finanziert.
      Die Produktionstechnologien befinden sich in einem Ubergangsstadium.
      Europa kann sich die Gelegenheit, die bestehenden FuE-Investitionen
      zu Kapital zu machen ni cht entgehen Lassen. Europa muA die in der
      Gemeinschaft existierenden Krafte und Mittel optimiere.,.         Der
      Weltmarkt fur Industrieautomatisierung durfte 1989 ein Volumen von 65
      bis 70 Mio USD aufweisen, wahrend er sich 1983 nur auf 15 Mio USD
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    belief. Um ein solches Wachstum durchzuhalten (der Europaische CIM-
    Markt durfte sich in einem Zeitraum von 4 Jahren verdoppeln), mussen
    groAe wi rtscha_ft l i che Anstrengungen unternommen werden.
    Ohne eine energische Normungs- und Koordinierungsaktion konnen die in
    den verschiedenen Landern erzielten Ergebnisse jedoch nicht
     integriert werden, und die Gefahr von Doppelarbeit in der Forschung
     ist sehr groA.
     Die CIM ist von entscheidender wi rtschaftl i cher und sozia ler
    Bedeutung wie das Beispiel FIAT zeigt. Ein Automobilwerk von der
    GroAe FIATs verdankt die Tatsache, daA es die Krise uberwunden hat
      (die in den siebziger Jahren zum Zusammenbruch des Unternehmens zu
     fuhren drohte), zum groBen Teil der massiven Einfuhrung von CIM in
     seine Produktionsprozesse.        Dies hat naturlich erhebliche soziale
     Erschutterungen nach sich gezogen, da fur die Einfuhrung des CIM-
     Systems eine Ubergangsphase erforderlich ist, wahrend derer die
     verbesserte Wettbewerbsfahigkeit der groBen Unternehmen, die dadurch
     mogl ich wi rd, noch nicht durch die Schaffung neuer Arbeitsplatze
     direkt ausgeglichen wird.
      Dies ist ein sehr heikler Punkt, der bei der Prufung der europaischen
      Interventionsplane fur den Bereich der CIM berucksichtigt werden muB.
      Zudem wurde eine technologische Abhangigkeit von den USA und Japan
      Europa daran hindern, einen positiven ReaktionsprozeA einzuleiten,
      der es ihm gestattete,            aus seinen eigenen technologischen
      Fortschritten den groBten Nutzen zu ziehen. Es Lassen sich bereits
      heute Produktionssysteme vorstellen,          die zum groAten Teit auf
      europaischen Technologien basieren und bei denen die direkten
      Arbeitskosten weniger als 10 % der Gesamtkosten des Produktes
      ausmachen.
      Aus di esen Uber legungen laAt si eh ableiten,          daB europaische
      Anstrengungen "auf diesem Gebiet nicht nur wunschenswert, sondern
      unerlaAlich sind,       un.d um so mehr,      als es Beispiele fur die
      Richtigkeit dieses Konzepts gibt. Eines der evidentesten ist das
      ESPRIT-Programm, bei dem die Gmeinschaft gezeigt hat, da8 si~ in der
      Lage ist, eine wichtige Katalysatorrolle in der Forderung der
    \
(3)
 ---pagebreak---                                  1-13
Erforschung und Entwicklung der Technologien spielt, die fur die
Starkung von CIM notwendig sind. Diese Technologien konnen jedoch von
sich aus keine Reichtumer schaffen, solange sie nicht in effizienter
Weise eingesetzt werden.
Aus diesem Grund werden im Rahmen der auf dem Gebiet der CIM
geplanten Aktionen zwei Vorhaben vorgeschlagen, die nachstehend
beschri eben werden. Eines davon si eht den Ausbau der Zentren zur
Integration von Subsystemen der computerintegri erten Fertigung vor,
die bei Forschungsarbeiten .• anfallen, welche von den europaischen
Herstellern durchgefuhrt werden. Diese Aktion durfte dazu beitragen,
die Stellung auf den europaischen und auAereuropaischen Markten zu
festigen.    Das andere Vorhaben ist eine starker zielorientierte
Realisierung,    das heiAt die Entwicklung eines quasiautonomen
Roboters, der sich in einer feindlichen Umgebung bewegen kann. Das
zweite Vorhaben ist ein konkretes Beispiel fur die Moglichkeit der
neuen Technologien.
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GROSSRECHNER
Die neuen Rechnerarchitekturen streben entweder eine
Steigerung der Rechenleistung bei der Verarbeitung
numerischer Oaten (Supercomputer) oder die Verarbeitung
symbolischer (nichtnumerischer) Oaten, beispielsweise bei
Anwendungen der kunstlichen Intelligenz an.
Der Markt fur Supercomputer belief sich 1984 auf 15
Milliarden Dollar und durfte auch weiterhin mit einer
jahrlichen Rate von 20% wachsen. Dieser Markt ist ein
Monopol der Vereinigten Staaten (IBM und drei wei tere
Unternehmen); einige japanische Unternehmen bemuhen sich
seit Ende 1983 darum, gewisse Marktnischen zu besetzen. Die
europaische Industrie ist auf diesem Markt nicht vertreten
und konzentriert ihre Bemuhungen auf Rechner mittlerer und
kleiner Leistung. Die europaischen Benutzer sind vollstandig
von den Vereinigten Staaten und vielleicht bald von Japan
abhangig. Diese Benutzer kommen aus verschiedenen
Industriezweigen: Erdolprospektion, chemische Industrie,
Raumfahrtindustrie (vor allem bei Anwendungen von
Windkanalen; siehe Projekt fortgeschri ttene Windkanale),
Meteorologie usw., um nur einige Beispiele zu nennen.
Infolge der Grosse der erforderlichen Investi tionen ist
selbst die Anzahl der Supercomputer begrenzt. Demit ist das
gesamte Geflecht von industriellen Herstellern, Benutzern
und Universitaten (Ausbildung, Forschung) betroffen.
Im Hinblick auf die Verarbeitung symbolischer Oaten befindet
sich der Markt im Anfangsstadium seiner Entwicklung; mit dem
Auftauchen der Anwendungen der kunstlichen Intelligenz wird
er jedoch einen betrachtlichen Aufschwung erleben.
Marktstudien zeigen, dass dieser Markt mindstens ebenso
rasch wie der der Supercomputer wachsen durfte. Die Japaner
waren die ersten, die mit dem Programm der funften
Generation ihre Absichten im Hinblick auf diese Maschinen
bekanntgaben, rasch gefolgt von den Vereinigten Staaten, wo
zahlreiche Unternehmen der Mikroelektronik und der
Informationsverarbeitung gemeinsame Anstrengungen
unternehmen.
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   ESPRIT fordert Entwurf und Entwicklung derartiger Maachinen
    in Europa; es sieht keine Bereitstellung derartiger
   Maschinen fUr Benutzer im industriellen oder
   Hochschulbereich vor. Diese Versuche unter industriellen
   Rahmenbedingungen sind notwendig, um einen Beitrag zur
   Verbesserung der Auslegung zu leisten.
   Ein Mobilisierungsvorhaben fur neue Rechnerarchitekturen
   konnte wie folgt konzipiert sein;
   1. Entwurf und Entwicklung neuer Architekturen
   finanzielle und personelle Mittel aowie das erforderliehe
   Know-how fur die Entwicklung eines Supercomputers sprechen
   fur eine Neugruppierung und Zusammenarbeit auf europaischer
   Ebene.
  Die Architekturen fur die Symbolverarbeitung warden bei
  ESPRIT gefordert; einige dieser Aktionen aind bereits im
  Gang. Die parallele Untersuchung der Integration dieser
  beiden Architekturarten zur Unterstutzung van
  wissensverarbeitenden Systemen (KBS) konnte sich auf die
  Archi tekturen van Expertensystemen stUtzen und dazu einen
  Beitrag leisten.
  2. Aufbau von Dienstleistungszentren
  Im Hinblick auf die Beschleunigung bestimmter Untersuchungen
  und die Nutzung der aus ESPRIT und dem voratehend genannten
. Vorhaben resul tierenden Ergebnisse konnen Dienstleistungs-
  f achzentren geschaffen werden.
  Diese Zentren soll ten mi teinander verknupf t warden, um die
  sich gegenseitig erganzenden Dienste zu nutzen, den
  Austausch von Informationen zu beschleunigen und die Nutzung
  neuer fortgeschrittener Rechenwerkzeuge zu fordern.
  Sie boten:
        den fur den Entwurf neuer Archi tekturen zustiindigen
        Projektingenieuren Grundlagen fur die Bewertung ihrer
        laufenden Arbeiten;
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       den Akademikern f orschungsmittel sowie einen Bereich
       fur Versuche Gber die Aus- und fortbildung;
       der Software-Industrie die erforderlichen grundlegenden
       Werkzeuge zur Verbesserung ihrer Position auf dem
       Gebiet der Software-Technologie;
       den Benutzern die Dienste, derer sie bedurfen.
  D~rnrtigc Zentren kBnnten uber ganz Europa verteilt werden
  und yeyebenenfalls folgende Spezialisierungen umfassen:
       Supercomputerdienst              in    Form      eines
       Service-Rechenzentrumsl
       Zentrum zur UnterstUtzung von Anwendungen zwecks
       Vorbereitung und Auabildung potentieller Benutzer beim
       Einsatz dieser neuen Rechenwerkzeuge, durch die diesen
       die Moglichkei t geboten werden soll, die Auswirkungen
       auf die derzeitigen Arbeitsmethoden zu ermessen,
       Zentren zur UnterstDtzung von Projekten unter
       M!twirkung der lndustrie und der Kommission zwecks
       forderung der Verbreitung europaischer Produkte und
       konvergierender lnteressen der Teilnehmer (Festlegung
       von Normen usw.).
  Die Bedeutung der Anfangsinvestitionen, die fGr ein
  derartiges Vorhaben erforderlich sind, erschwert eine rein
  industrielle Initiative, w,enn sie sie nicht gar unmoglich
  macht. Der Aufbau einer europaischen Zusammenarbeit uber
  dieses Thema bate die Moglichkeit, diese Schwierigkeiten zu
  meistern.
1 Service-Rechenzentrum: Bereitstellung eines an ein Netz
  angeschlossenen Fachdienstes, den sich eine grosse Anzahl
  von Benutzern teilen.
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In di esem Zusammenhang konnen zwei Vorhaben zur Verdeut l i chung der
Aktionen auf dem Gebiet der Supercomputer dienen:
    - Supercomputer fur die numerische Verarbeitung;
    - Hochleistungsrechner,      einschlieAlich    symbolischer    und
       numerischer Verarbeitung.
Das erste Vorhaben strebt den Obergang auf einen hoheren
Leistungsbereich fur die numerische Verarbeitung an (100 GFLOPS).
Dies kann nur dann erreicht werden, wenn man sich auf einen Komplex
von komplementaren Bereichen stutzt: Mikroelektronik (schnelle GaAs-
Bauelemente, siehe 1-4), Software-Technologie (Programmierwerkzeuge),
CAD-Werkzeuge sowie zahlreiche Anwendungssektoren (Erdolforschung,
chemische Industrie, Luftfahrtindustrie, Meteorologie usw.). Fur ein
derartiges Vorhaben ist angesichts der Multidisziplinaritat der Teams
eine enge Koordinierung erforderlich;       veranschlagt werden 2500
Mannjahre uber eine Dauer von 5 bis 6 Jahren.
Das zweite Vorhaben,   das die symbolische und numerische Verarbeitung
vereint, ist eine Untersuchung der Architektur bzw. einer Familie von
Architekturen,     deren    Komponenten   vorhandene    Rechner   sind
(Supercomputer,     nicht-von-Neumann-Maschinen);     sie    kann   an
Anwendungsberei che angepaAt werden. Di eses Proj ekt wird si eh die
Untersuchungen uber die Architektur von Multiexpertensystemen zunutze
machen und Anwendungen unterstutzen,      die entweder aufgrund des
Volumens der Daten oder aufgrund der erforderl ichen Antwortzeiten
hohe Leistungen erfordern. Veranschlagt sind 2000 Mannjahre uber eine
Dauer von 6 Jahren.
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                                2 - BIOTECHNOLOGIEN
Zurn ersten Male ergriff die Gemeinschaft MaAnahmen, um die modernen
Biotechnologien in den Griff zu bekommen und zu nutzen, als sie das Forschungs-
und Ausbildungsprogramm auf dem Gebiet der molekularbiologischen Technik (1982)
startete, dem 1985 die Genehmigung eines umfangreicheren Biotechnologieprogramms
folgte. Kennzeichnend fur diese MaAnahmen ist die Auswahl von Themen und
Modalitaten zu ihrer Durchfuhrung, mit denen sich eine Reihe von Hindernissen
beseitigen Lassen soll, die die Chancen, in Europa die jungsten Erkenntnisse der
Molekularbiologie zur Entfaltung zu bringen, erheblich einschranken, etwa die
unzureichenden Infrastrukturen fur die Unterstutzung der Forschung, der
Ruckstand in den grundlegenden Kenntnissen uber die neuen Forschungsmittel, die
unzureichende Ausstattung mit qualifiziertem Personal, die bruchstuckhaften
Coder sogar auseinanderstrebenden) Bemuhungen von einem Land zum anderen und
zwischen der offentlichen Forschung und der Industrie, schlieALich die
Schwierigkeiten, endlich eine tatsachlich kritische Masse zu erreichen. Diese
ersten GemeinschaftsmaAnahmen stellen ein Kapital von Bemuhungen dar, die zur
vollwertigen Nutzung grosse, mitreissende Vorhaben hervorbringen muAten, die
allseits anerkannte Ziele haben und deren Auswirkungen uberall spurbar sind. Die
Kommission ist heute in der Lage, solche Vorhaben durchzufuhren, die sich auf
die im Laufe der Programme gesammelten technologischen Kenntnisse stutzen und
einen mitreiAenden Sog bewirken konnen, der ohne fachliche Unterscheidung die
zahlreichen wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften unserer Zeit
erfaAt, d.h. Vorhaben, die die vorhandenen Mittel zum AbschluA einer der Sache
nach vorwettbewerblichen Aufgabe von gemeinschaftsweiter Bedeutung integrieren.
Die Vorhaben Lassen sich in drei Hauptsparten einteilen, mit denen sich die
Eigenschaften des Biotischen und dessen Beziehungen zur Umwelt beschreiben
 Lassen :
1. Gen- und molekularbiologische Technologien im Dienste der Erforschung der
     Eigenschaften des Lebens.
 2. Technologien fur die Nahrungs- und GenuBmittelindustrie im Dienste einer
     besseren Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Industrie.
 3. Technologien fur die Gesundheit im Dienste der Entwicklung urdder
     Praventivmedizin.
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1. MOLEKULARBIOLOGISCHE UND GENTECHNOLOGIEN
    Einleitung
Grundlage fur die Differenzierung der die Erde bevolkernden Arten und ihrer
konkurrierenden Eigenschaften sind die Genome. Die Genome zeichnen sich durch
ihre Fahigkeit der Replikation aus. Ihre Fortpflanzung uber die Generationen und
die Kontinuitat c!er p;iylogenetischen Reihen unterliegt jedoch
Infinitesimalschwankungen, die sich in der Zeit standig akkumulieren und zu der
bekannten Erscheinung von Evolution und Auswahl fuhren. Die Entwicklung ist in
den Genomen eingetragen, sie wohnt dem lebenden Organismus inne. Die Auswahl
erfolgt demgegenuber durch einen Artefakt, sie ist das Ergebnis des "Dialogs"
der Gene mit einer labilen, veranderlichen Umgebung. Der Evolutions- und
AuswahlprozeB fuhrt ebenso zu einer Anreicherung der Biosphare durch
Diversifizierung der Leistungsqualitaten der Lebewesen, wie er auch gelegentlich
zu zufalligen Fehlern fuhrt (Sackgassen der Evolution im MaBstab geologischer
Zeiten, im MaBstab der Menschengenerationen genetische Defekte sowie verkummerte
Individuen). Merkmal der menschlichen Tatigkeit war immer ein bedeutender
EinfluB auf den Selektiv~ol des Binoms Evolution-Auswahl, etwa durch Auswahl der
Tier- Llnd Pflanzenarten fur seine Landwirtschaft, oder indem er die
Mikrobenstamme fur die Lebensmittelfermentation sammelte.
Das eigentliche Ereignis, dem sich die technologische Gesellschaft am Ende
unseres XX. Jahrhunderts gegenubersieht, liegt ursachlich in der auBerordentlich
gesteigerten Fahigkeit, die bisher verborgenden Mechanismen der Entwicklung der
Biomolekule und der Arten zu verstehen und schlieBlich zu beherrschen. Es beruht
auf der fur den Menschen neuen Moglichkeit, gleichzeitig die beiden Pole des
Binoms Evolution-Auswahl zu beherrschen. Der technologische Sprung nach vorn,
der fur diese bisher nie dagewesene Lage verantwortlich ist, ist durch die
Entwicklung zahlreicher uberaus leistungsfahiger Molekularwerkzeuge im Laufe
eines einzigen Jahrzehnts zu erklaren, um die Mechanismen zu erforschen, die den
Eigenschaften des Lebens zugrunde liegen. Gleichzeitig wurden ·ir111ner
leistungsfahigere Hilfsinstrumente fur die Erfassung und Verarbeitung der
biologischen Oaten entwickelt. Nach dem heutigen Stand der technologischen
Grundlagenkenntnisse durften vor allem zwei groBe Vorhaben in der Lage sein,
die am hochsten entwickelten Gentechnologien unmittelbar in den Dienst der
Wissenschafts- und Industriegemeinschaft zu stellen :
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  die Beschreibung der Genome einiger hoherer Organismen und die genetische und
  molekulare Erforschung einiger ihrer funktionalen Eigenschaften, die fur die
  Medizin oder die Agro-Industrie von Bedeutung sind;
- die gelenkte Evolution, um die Planung der Entwicklung bei Molekulen und
  Organismen sicherzustellen.
A. Beschreibung der Genomstruktur bei einigen hoheren Organismen und der
   Mechanismen, die wesentliche funktionale Eigenschaften bestimmen.
   Diese Aufgabe wird wegen der Bedeutung der Herausforderung und der
   gegenwartigen Synergie zwischen den fruher isolierten Fachrichtungen wie der
   formalen Genetik, der Zellbiologie und der Molekularbiologie sehr aktuell.
   Vor allem die Molekularbiologie steht heute an erster Stelle der
   gegenseitigen Bereicherung der Fachrichtungen, weil sie unglaubliche
   Untersuchungswerkzeuge bereitstellt wie die Restriktionsenzyme fur das
   Schneiden und das Pfropfen (die sogenann~e "Splissung'') der Gene, die
   molekularen Hybridtechniken zur Identifizierung der Gene mit DNS-Sonden, die
   zwei- oder dreidimensionalen Elektrophoresetechniken zur Beschreibung des
   Polymorphismus der DNS, RNS oder Proteinarten sowie ihre Erscheinungskinetik,
   die spezifische Markierung durch monoklonale Antikorper und naturlich die
   jeden Tag zunehmende Zahl der molekularen Klonvektoren, rnit denen sich die
   In-vitro-Reinigung durchfuhren laBt, die Verstarkung und Mobilitat zwischen
   den verschiedenen Wirten einer theoretisch unbegrenzten Zahl genetischer
   Eigenschaften.
   Aus folgenden Grunden steht die Untersuchung der Genome jetzt im Mittelpunkt
   der Gentechnologie :
   - Die unmittelbarste Auswertung der genannten Molekularwerkzeuge besteht in
     ihrer Nutzung bei der Erforschung des Genoms und seiner Wirkungsweise;
   - ihre spatere Auswertung wird ~ich nur auf Anwendungsm~glichkeiten in
     Medizin, Industrie und Landwirtschaft auswirken, sofern die Strukturen und
     die Regelmechanisrnen der Genome nutzlicher Organismen bekann_t sind, die die
     einzigen Quellen neuer genetischer Eigenschaften sind.
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 Das Genom enthalt samtliche genetischen Informationen in stiller oder
 ausdrucklicher Form, die jeder Organismus an den "Genpool" der folgenden
 Generationen weitergibt.
 Dieses Vorhaben sollte von zwei Seiten in Angriff genommen werden    vom
gesamten Genom aus und von der wichtigen Eigenschaft her.
- Ausgehend vom gesamten Genom ist die Aufgabe derart komplex und
   umfangreich, daB man eine vernunftige Auswahl treffen muB. Auszuwahlen
   waren eine oder zwei Tier- und Pflanzenarten, der Aufbau einer
   vollstandigen Bank ihres Genoms musste verwirklicht werden und
   anschliessend mussen schrittweise die physischen Karten aufgezeichnet
   werden. Da die Struktur der Genome nicht fix ist, muB man anschlieBend ihre
   Stabilitat und ihre Neuordnungsmoglichkeiten besser verstehen. Auf dieser
   Ebene kommt dem stillen Teil des Genoms eine besondere Bedeutung zu,
   weshalb in dem Vorhaben auch die Untersuchung der Sequenzen genetischer
   Informationen vorgenommen werden muB, die unterschiedlichen Genomen
   gemeinsam sind; dazu kommen die Untersuchung der wiederholten DNS-
   Sequenzen, von denen man nicht weiB, warum sie bei den Tieren in der
   Minderzahl und bei Pflanzen in der Mehrzahl sind, sowie die Untersuchung
   der Kinetik der ubertragbaren Elemente. Langfristig ist sowohl fur die
   Obertragung der Gene zwischen den dem Menschen nutzlichen Arten als auch
   fur die Korrektur bestimmter genetischer Fehler, die den Gesundheitszustand
   der Bevolkerung beeinflussen, keine Methodik denkbar, wenn man dabei nicht
   die innere Organisation des Erbguts berucksichtigt.
- Ausgehend von der wichtigen Eigenschaft liegt das Wesentliche darin, die
   Stoffwechsel-Zwischenprodukte erkennen zu konnen, die beim Ausdruck eines
   nutzlichen Merkmals mitarbeiten, und die Molekularstufe hinaufzusteigen,
  die die Funktion der Kontrolle einer bestimmten Genzahl unterwerfen. Hier
  wird der ausgedruckte Teil des Genoms genutzt, und diese, die vorhergehende
  Aufgabe erganzende Tatigkeit kann nur zu Ende gefuhrt werden, wenn sie
  einwandfrei auf eine begrenzte Anzahl "nutzlicher" Caus der Sicht der
  Nutzung durch den Menschen) oder auf jeden Fall "wichtiger" Eigenschaften
   Caus der Sicht des Gesundheitsschutzes und der Widerstandsfahigkeit gegen
  Krankheiten) gerichtet ist. Dieses Vorhaben konnte somit eine Grundlage von
  Kenntnissen und eine technologische Plattform bieten, mit der sich die
  Vorsorgemedizin oder die Verbesserung der Tier- und Pflanzenarten weiter
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     vorantreiben Lassen. Dies gilt insbesondere fur die Anwendungen der
     Gentechnik in der Landwirtschaft, wo noch Schwierigkeiten aufgrund
     unzureichender Grundlagenkenntnisse uber die Biochemie, die Physiologie und
     die Genetik der Merkmale auftreten, die die wirtschaftliche Bedeutung der
     hoheren Pflanzen bestimmen oder beeinflussen: Das Altern, die
     Reproduktion, die Hybridkraft, die Symbiosen, die Speicherung van
     Proteinen, Kohlehydraten und Olen usw. Diese Merkmale mussen nach den
     wesentlichen Funktionen und unterschwelligen Mechanismen genau definiert
     werden, wenn man die Leistungsfahigkeit der Gentechnik steigern und ihr
     Anwendungsgebiet vergroBern will.
     Die Zahl dieser wesentlichen Funktionen und die entsprechenden Lucken in
     unseren Kenntnissen sind bis heute so groB, dat1 vernunftiger und sinnvoller
     Leistungseinsatz nur durch groBmaBstablichen gemeinsamen Zusammenschluss
     der Kompetenzen und Fahigkeiten in verschiedenen europaischen Labors
     moglich sind. Die Zusammenbringung aller dieser Kompetenzen ist nicht nur
     zum Erreichen einer kritischen Masse hinsichtlich der wissenschaftlichen
     Investitionen und der optimalen Verteilung der Forschungsaktivitaten
     erforderlich; dies ist auch unabdingbare Voraussetzung fur die
     Parallelentwicklung fortgeschrittener Forschungsarbeiten an bestimmten
     Nutzpflanzen, die auch eine Herausforderung in der gemeinsamen Agrarpolitik
     darstellen; dazu gehoren die Gerste, aus der Sicht ihrer Fahigkeit, ein
     kalorienreiches Tierfutter zu bilden, dessen Nahrwert jedoch
     verbesserungsfahig ist (Aminosauren), die Puffbohne als Proteinlieferant,
     die Olsaaten und auch zahlreiche andere Arten, die Naturfasern liefern,
     oder die Sekundarmetaboliten, wenn sie nicht einfach Genquellen fur
     Ubertragungsmethoden durch die naturlichen Reproduktionshindernisse sind
     (Widerstandsgene usw.).
B. Methoden der gelenkten Molekulevolution
   Eine planmaBige Evolution der Molekule zu ermoglichen ist ein Vorhaben, daB
   sich, wie schon das vorige, entweder durch ein Vorgehen bei der Funktion
   (Peptidstoff oder Enzymfunktton) oder durch ein Vorgehen bei dem kodierenden
   Molekul (das in diesem MaBstab kein Genom ist, sondern eine vereinfachte
   Molekulmatrize, eine RNS) durchfuhren laBt.
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Das Vorgehen bei der Funktion erfolgt im Rahmen der Proteintechnik, welche
von der Kommission in ihrem Laufenden Biotechnologieprogramm bereits
aufgenommen wurde. Obwohl diese Aktion, die angesichts der Anzahl der aktiven
Molekule, deren Struktur- und Funktionsanalyse wunschenswert ware, noch
unzureichend ist, eine weitaus groBere Entfaltung als im heutigen Programm
vorgesehen erfahren sollte, wird sie in dieser Unterlage nicht unter den
neuen Vorhaben erscheinen, welche die in der Gemeinschaft bereits bestehende
technologische Grundlage verstarken sollen.
An das Kodemolekul kommt man durch Entwicklung einer auBerst futuristisch
anmutenden Technologie heran, mit der die Beschleunigung der Molekulevolution
hervorgerufen werden soll, um damit grundsatzlich im auAerst gedrangten
zeitlichen MaBstab bestimmte Evolutionsvorgange zu reproduzieren, die fur das
Leben auf der Erde verantwortlich sein konnten. Dies beruht auf einer Theorie
<"the hypercycle") uber die naturliche Selbstorganisation der Molekule unter·
den Bedingungen der darwinistischen Selektion.
Einige der diese Theorie begrundenden Prinzipien LieBen sich im Versuch
einwandrei in den Replikationseigenschaften einer Molekulmatrize (RNS) in
vitro darstellen. Mit diesem System LiBt sich die Art der Ereigriisse
wiederholen, die vermutlich ruit dem Ursprung des Lebens zusammenhingen, wobei
zufallsmaBig Sequenzen genetischer Information durch die Reproduktion der RNS
entstehen. Da diese Reproduktion einen begrenzten Grad der Ungenauigkeit
zulaBt, ist dieser Replikationsvorgang die Quelle fur phanotypische
Veranderungen. Mit dieser Methode soll festgestellt werden, welche Arten von
Sequenzen bei jedem Replikationszyklus auftreten konnen, und die Moglichkeit
ist zu untersuchen, ein ausreichend dichtes Spektrum samtlicher moglicher
Arten von Sequenzen aufzubauen, um diejenigen auszuwahlen, die phanotypische
Vorteile bieten, um die Strukturen zu.identifizieren, die fur den Erwerb
einer gewunschten Eigenschaft verantwortlich sind.
Die fur den Aufbau dieser "Maschine zur Beschleunigung der Molekulevolution"
entwickelte Technologie muss auch zum Aussieben der auBerst zahlreichen
Sequenzen genetischer Informationen verwendet werden konnen, die denen fur
die Kodierung der bekannten Proteine entsprechen, um eine Optimierung der
biotechnologischen Eigenschaften auswahlen zu konnen. Dies ermoglicht die
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   beschleunigte Erzeugung von Makromolekulen mit unbekannten genetischen
   Informationen, deren Zusammenfinden also in der Natur normalerweise kaum
   stattgefunden hatte.
   Die biotechnologischen Anwendungen hangen noch von der Fahigkeit ab,
   geeignete technologische Verfahren fur die serienmaBige automatische
   Verdunnung, die Synchronisierung der Inkubation von Molekulpopulationen, fur
   die Wachstumsmessungen zu entwickeln, Techniken, die eine ausgesprochen
   hochentwickelte Instrumentation mit Laser und Datenverarbeitung brauchen.
   Aber sie mussen nicht mehr von irgendwelchen hypothetischen Fortschritten der
   Wissenschaft abhangen, weil bereits nachgewiesen ist, daB sie lediglich auf
   der Logik der biologischen Evolution undder Auswahl beruhen.
2. AGRO-INDUSTRIELLE TECHNOLOGIEN
Der rasche Fortschritt bei Kenntnissen und Techniken, vor allem in der
Biotechnologie und der Automatisierung, verandert ungeheuer schnell die
soziologische und wirtschaftliche Landschaft, in der die Landwirtschaft als
Erzeuger zahlreicher erneuerbarer Rohstoffe tatig ist, von denen einige in zu
grossen Mengen erzeugt werden, wahrend andere unseren Bedarf nicht decken
konnen.
Oberdies werfen Art, Umfang und Kommerzialisierung dieser Erzeugnisse Probleme
auf, zu deren Losung die Forschung beitragen soll, indem sie vor allem
Moglichkeiten fur eine groBere Vielfalt sowie eine qualitative Verbesserung der
erzeugten Rohstoffe sowie ihre Nutzung durch den Verbraucher und die
Industriekreislaufe anbietet. Diese Entwicklung kann sich eigentlich nur gunstig
auf die Kosten der gemeinsamen Agrarpolitik auswirken, die derzeit den GroBteil
des EG-Haushalts verschlingt. Diese Politik konnte sich dadurch gunstig in
 Richtung. auf neue Moglichkeiten entwickeln, da die Tatigkeiten in
Landwirtschaft und Industrie besser integriert werden, was vor allem durch die
Entwicklung der neuen Biotechnologien wunschenswert und moglich wird. Dadurch
wird unter anderem die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte zu chemischen
Produkten denkbar, womit eine neue Flexibilitat in der Nutzung unserer
Ressourcen eingefuhrt wird.
 ---pagebreak---                                  2-8
Eine bessere Anpassung der Agrarproduktion an den Bedarf von Verbrauchern und
Industrie erfordert Vorhaben, die sowohl auf die Bewirtschaftung der Agrarboden
als auch der Nutzung der Agrarerzeugnisse ausgerichtet sind.
A. Vorhaben zu einer Bodennutzung, die besser dem Marktbedarf entspricht
   - Entwicklung Von Techniken zur Fernerkundung und EDV-unterstutzten
     Bewirtschaftung der Boden im Sinne eines optimalen Gleichgewichts in den
     Regionen, zwischen den verschiedenen Pflanzungstypen, den Weidegebieten,
     Waldern und Erholungsgebieten.
   ~ Verbesserung der agronomischen Pflanzeneigenschaften, um weniger
     Dungemittel (Fixierung des Luftstickstoffs) und Pestizide einbringen zu
     mussen und so die Kosten und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu
     senken; Einfuhrung von Anpassungsfahigkeiten an schwierige oko-klimatische
     Bedingungen.
   - Entwicklung von Pflanzen, die dem Bedarf der Verbraucher (etwa Verbesserung
     der Nahrungs- und organoleptischen Qualitaten) und der Industrie (etwa
     Polysaccharide, Ole und Fette mit besonderen Merkmalen, Molekule mit hohem
     Nahrwert, Fasern) entsprechen.
B. Vorhaben zur besser~n Nutzung der Erzeugnisse
   - Nutzung von Starke und Zucker als Rohstoffe, die unter bestimmten
     Marktvoraussetzungen als Grundlage fur eine Reihe von Industrieerzeugnissen
     dienen konnen (etwa organische Sauren und Antibiotika).
   - Trennung, Verarbeitung und neue Verwendung von Milcherzeugnissen.
   - Entwicklung von Biosensoren zur Prufung der Qualitat von Lebensmitteln uber
     die gesamte Erzeugungskette in Landwirtschaft und Industrie, um besser den
     Qualitatsanforderungen an Lebensmittel durch die Verbraucher entsprechen zu
     konnen.
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   - Ingenieurtechnik in Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, um Gerate,
     vor allem zur Analyse und Kontrolle zu perfektionieren und so die
     Folgetechniken der Erzeugung und die Kontrolle der Qualitat
     weiterzuentwickeln.
c. Demonstrationsvorhaben
   - Anbau und Verwertung auf dem Bauernhof industriemaAiger Erzeugungen mit
     Hilfe verbesserter oder vollstandig neuer Arten, um Teehnik und
     Wirtschaftlichkeit bewerten zu konnen.
     Neue Methoden der Ernte und der Verarbeitung im landwirtschaftlichen
     Betrieb im Sinne der von Rexen und Munck (1) beschriebenen
      landwirtschaftlichen Raffinerien.
   (1) "Cereal crops for industrial use in Europe", von F. Rexen
        und L. Munck, Bericht fur die KEG, EUR 9617, 1984
 ---pagebreak---                                 2-10
 3. TECHNOLOGIEN FUR DAS GESUNDHEITSWESEN
 Durch die sehr spektakularen Fortschritte, die zur Zeit auf den Gebieten der
 Gentechnik, der Zellpathologie und der wissenschaftlichen MeBgerate zu
verzeichnen sind, durfte es moglich sein, die Diagnosemethoden (insbesondere die
 Fruhdiagnose) und damit die rasche Behandlung sich entwickelnder Krankheiten
oder den Schutz einzelner Personen, die besonders empfindlich gegen bestimmte
 Einwirkungen der Umwelt sind, erheblich zu verbessern.
Die Beitrage, welche die neuen Technologien fur die Praventivmedizin Leisten
konnen, sind zahlreich und vielfaltig. Sie umfassen die wesentlichen
Anwendungsmoglichkeiten der Gentechnik und neuer Entwicklungen in der
wissenschaftlichen Instrumenten- und medizinischen Geratetechnik.
A. Anwendungsmoglichkeiten der Gentechnik
Die Herstellung wirksamer und vollkommen virulenzfreier Impfstoffe
Es ist jetzt moglich, durch Klonierung in Bakterien oder durch vollstandige
Synthese von Polypeptiden Antigene (vor allem Virusantigene) zu erzeugen, die,
obwohl sie wirksame Impfeigenschaften aufweisen, keine kostspieligen
Zellkulturen erfordern und nicht die Gefahr mit sich bringen, daB sich ein
lebender Mikroorganismus ausbreitet. Die Maul- und Klauenseuche, die Tollwut und
die intestinalen Coronaviren sind einige von vielen Beispielen fur schwere und
sehr ansteckende Krankheiten, bei denen diese Art der Herstellung sehr schnell
in der Gemeinschaft eingefuhrt werden konnte.
Erzeugung monoklonaler Antikorper
Die monoklonalen Antikorper haben die Eigenschaft, die chemischen Stoffe, die
ihre Synthese angeregt haben, eliminieren zu konnen. Sie bestehen aus
Hybridomen, d.h. aus im Labor erzeugten hybriden Zellen, die die Fahigkeit eines
Tumors, sich unbegrenzt auszubreiten, die die Fahigkeit eines normalen Gewebes,
einen bestimmten Antikorper zu synthetisieren, in sich vereinigen. Die
monoklonalen Antikorper werden schon jetzt in der normalen Serologie zur
Reinigung von Makromolekulen, zur Zell- und Bluttypenbestimmung sowie zur
 ---pagebreak---                                           2-11
    Diagnose von Infektionskrankheiten eingesetzt. Mit Hilfe gemeinschaftlicher FuE
    konnten sie in naher Zukunft zur In1111unisierung ge~c:1 V·irus- oder
    Bakterienkran·kheiten, zur ManipulatiQn der Immunreaktionen, zur Lokalisierung
    und Identifizierung von Tumorzellen und zur Therapie von Autoimmun- und
    Krebskrankheiten genutit wetden.
    ~yntl-i0~e von r~uk tcdnsa1.1resonden
    Die DNS- Coder IHJS-) Sonden, die eine best iu1111te Fo lgE:- gen et h,cl,er Infor-iuc;;t ioner,
    reproduzieren, welche die gleicl1en Informat-ionen erkennen um: s·icli 11rit C.:iesen
    verbinden konnen, bieten denim Gesundheitswesen tatigen Industriezweigen einen
    sehr breiten Anwendungsbereich. Dank eines Enzyms, der Revertase, mit dem sich
    eine genetische Information aus ihrem Produkt wieder aufbauen Li8t, wares
    moglich, diese genetische Information zu isolieren, zu klonen un~ Polyµeµtide
    (Insulin, L-Jachstumshor1i1one usw.) produzieren ,u lasstm, ciie fur die
    pharmazeut ische Industrie von ~norii,e,11 Ir,teresse s'ind.
    In der Priventivmedizin Lassen sich mit Hilfe des Sonderverfahrens besse~ als
    mit Antigen-Varianzen bestimmte (virale oder bakterielle) Einwirkungen auf den
    Organismus feststellen und so die Virulanz der Stamme und ihre besondere
    Affinitat fur diese oder jene Tierart oder Gruppe von Menschen beurteilen. Bei
    gemeinschaftlichen Forschungsarbeiten ware es moglich, das Sondenverfahren
    besser zu nutzen und insbesondere zur Typologie der zahlreichen Viren oder
    Bakterien anzuwenden, bei denen die Epidemiologen ihre Diagnose bestatigen
    mochten.
    B. Wissenschaftliche Instrumente und medizinische Gerate
    Einen wichtigen Beitrag zur Praventivmedizin kann auch die in den Vereinigten
    Staaten bereits weit fortgeschrittene Entwicklung wissenschaftlicher Instrumente
    (insbesondere medizinisch-elektronischer Gerate) und medizinischer Anlagen
    Leisten. Voraussetzung dafur ist eine umfangreiche EDV-Infrastruktur, die es in
    Europa noch nicht gibt. Die NMR-Analyse (ein Verfahren zur selektiven
    Sichtbarmachung von Organen oder zur externen Messung ihres Stoffwechsels, das
    auf ihren chemischen Eigenschaften statt auf ihrer Rontgendichte basiert) ist
    ein gutes Beispiel fur ein Diagnosemittel mit revolutionarer Leistung, das im
    wesentlichen in Europa (GroAbritannien) entwickelt wurde und in den USA und in
(4)
 ---pagebreak---                                           ,2-12
Japan in groAem MaAstab eingesetzt wird. In diesem wie auch in zahlreichen
anderen Bereichen CHilfe fur halbseitig Gelahmte, Behandlung von Schwerhorigkeit
und Sehstorungen, Patientenuberwachung, Rontgenabtastung usw.) ist es wichtig,
daA sich die Fortschritte in der Biotechnologie mit den Errungenschaften der
Elektronik und der Datenverarbeitung verbinden. Auch in diesem Bereich konnen
die so wichtigen Anstrengungen, die unternommen werden mussen, wirklich nur auf
Gemeinschaftsebene geplant werden.
Sowohl was die Anwendung der Gentechnik als auch was den Einsatz medizinischer
Instrumente betrifft, scheinen die Grunde fur den Ruckstand Europas nicht auf
mangelnde Erfindungsgabe der europiischen Forscher zuruckzufuhren zu sein. Sie
l ie~en vielrue-hr- -in erster L iniEi in der Zerspl ittening und Isol ienmg ihrer
Anstrengunge:1 und i11 der f1bkc;pselu11!J, ~,elche c!iE· Hoclischul forschung nur zu oft
vc,n der indl!!..;'lt·iellen Am-ienc\;r;s 1rennt. Die fur einen Durchbruch der
Praventivn,ediz"ir1 notwendigen entscheidenden Dir11ensionet1 konneri nur er teicht
wer·den, wenn filc.1n berc·it ·is1, c.Jip l<orilpetenzen unci die Infrastr·uktur c!er
r.itgliedstatten 2usar11ruen2ulegen und sich ger11einsani uri: ihre systerr,,itische tmd
rationelle Nutzung zu bemuhen.
 ---pagebreak---                                          3-1
3. NEUE WERKSTOFFE
Die Werkstoffe nehmen einen vorrangigen Platz bei allen Ausfuhrungen
ein,     da    sie    im    allgemeinen    einen    Blockierungspunkt     fur    den
technologischen          Fortschritt     darstellen.        Jede     Nation    oder
Nationengruppe,        we lche die Kontrol le uber die Werkstoffe verlore,
wurde vom Ausland abhangig,            nicht nur was die Versorgung mit den
Werkstoffen selbst,           sondern auch was die mit        diesen Werkstoffen
moglichen technologischen Ausfuhrungen betrifft.
Die    Zukunft     von    Industriezweigen      wie  der   Automobil-    oder    der
Luftfahrtindustrie,            der   Erfolg     der   Raumfahrtprogramme,        die
Verwirklichung       von    Robotern   mit   hochentwickelter     Kinematik,     die
Biotechno logien (z .B.         in der Membrantechnologi e),       die Entwi ck lung
biokompatibler Prothesen,          sie alle hangen von Fortschritten bei den
Werkstoffen ab.
Ermudungsbruche und Korrosionsschaden bei Werkstoffen kosten Europa
jedes Jahr mehr als 200 Milliarden ECU.              Durch die Entwicklung neuer
Art en     von      z.B.       Polymeren     und    automatischer       GroBserien-
fertigungsverfahren konnten diese wirtschaftlichen Verluste erheblich
 reduziert werden.
Die Herstellung tortleschrittener oder neuer Werkstoffe stellt fur
sich      allein      eine      wichtige     Wirtschaftstatigkeit       dar.     Der
Weltkeramikmarkt,         der zur Zeit uber 4 Milliarden Dollar umfaBt (wozu
Japan mit 60 ¾ beitragt) durfte               in 10 Jahren auf       20 Milliarden
 angestiegen sein.         AuBerdem schatzt man,      daB um das Jahr 2000 der
Markt    fur Verbundwerkstoffe mehrere zig-Mil l iarden Dollar und fur
 technische Polymere 10-20 Milliarden Dollar umfassen wird.
 Die Werkstoffentwick lung bl ickt in Europa auf eine Lange. Tradition
 zuruck.     Es hat immer ausgezei chnete Werkstofflaboratori en gegeben.
 Und ,was die Fahigkeit der Forscher betrifft,            so braucht Europa seine
 uberseeischen      Konkurrenten     nicht   zu   beneiden.     Die   Jahresbudgets
 samtlicher     Mitgliedstaaten      fur   Werkstofforschung     und   -entwicklung
 sind ebenso groB wie die der Vereinigten Staaten                 (Bundesbudget: 1
 ---pagebreak---                                  3-2
Milliarde Dollar) oder Japans (Programm "Neue Werkstoffe des MIT!:
5,4 Milliarden Dollar in 10 Jahren>.           Trotzdem verliert die
europaische Werkstofforschung standig an Boden.
  Bei den neuen Werkstoffen, einer seit zwanzig Jahren offenen Lucke,
  haben die europaischen Laboratorien ganz klar den AnschluA
  verloren;
- die     groAen    avantgardistischen      Erfindungen      bei     den
  Spitzenwerkstoffen wie amorphe Metalle,            Memory-Legierungen,
  stromleitende Polymere,     Kohlenstoffasern usw.     wurden in den
  vereinigten Staaten und in Japan gemacht.
Zwar veroffentlichen die europaischen Forscher sehr        viel,    doch
interessiert sie der Technologietransfer nur wenig:
- von vier Patenten uber neue Werkstoffe werden               drei   von
  amerikanischen oder japanischen Forschern angemeldet;
- j edes Jahr werden hunderte Mill ionen Dollar ausgegeben, um neue
  Werkstoffe oder Halbfertigerzeugnisse unmittelbar in die EG zu
  importieren oder Herstellungslizenzen in den USA oder in Japan zu
  kaufen;
  gleichzeitig gehen jedes Jahr tausende von Arbeitsplatzen in der
  europaischen Wirtschaft verloren.
Diese riesige "technologische Lucke" bei den Werkstoffen laAt sich
nur durch die Strukturschwache der europai schen Forschung erk laren
Cmangelnde Koordinierung, verschwendete Bemuhungen, Doppelarbeit,
enge    Abschottung  zwischen   Verwaltungen     und   Industrien    der
Mitgliedstaaten).
 ---pagebreak---                                               3-3
Dieses europiische Handikap Leider Innovatior1 in fortgeschrittenen Werkstoffen
geht auch noch eirilit-r rr1-it fehlent!en Jr1(lustrieinvestitio11en in einem ntit gewissen
Risih,ri befwfteten Bereich.
Um hier Abhilfe zu schaffen und g~oAe Innovationen oder die Produktion neuer
Werkstoffe zu erzielen, sir1d gleichzeitig die Fot·schungen zur stindigen
Perfektionierung vorhandener oder "fortgeschrittener" Werkstoffe sowie
systematische, nach allen Seiten gerichtete Grundlagenforschung fortzusetzen.
Die Mittel fur die Untersuchung der Werkstoffe hatten in den vergangenen Jahren
mit der Realisierung oder Planung groAer wissenschaftlicher und technischer
Instrumente (siehe Abschnitt 5 "Grosse wissenschaftliche Instrumente")
betrichtliche Fortschritte zu verzeichnen. Ein breiter Einsatz dieser neuen
Mittel auf europaischer Ebene durfte es ermoglichen, groAe Fortschritte auf dem
Gebiet der Werkstoffe zu machen. Die Forschungsarbeiten mussen nicht nur die
Verbesserung der Wirkstoffeigenschaften, sondern auch der Produktionsverfahren,
d~r Durchfuhrungstechniken (Klebtechnik, Aufbereitung usw.) sowie die
Pruftechniken betreffen. Hier geht es um Werkstoffamilien wie Keramik mit
hochfesten Eigenschaften, fortgeschrittene Verbundwerkstoffe (Metall, Fasern
usw.), Polymere (beispielsweise Leiter) und neue Legierungen, sowie organische
Molekule oder Proteine fur neue "Biochips".
In diesem Zusammenhang konnte eine ganz besondere Anwendung bei chemischen und
biochemischen Sensoren in Betracht gezogen werden, die nach dem Modell
menschlicher Organe arbeiten. Mogliche Anwendungen bestehen in der Medizin (z.B.
bei Diabetes) wie auch bei der Regelung industrieller Prozesse (siehe Abschnitt
2 "Biotechnologien").
Im Zusammenhang mit dem Bereich der Werkstoffe LieAe sich eine Sonderaktion uber
die Supraleitfahigkeit starten. Diese Technologie hangt mit zahlreichen
Anwendungen zusammen; neben Forschungsgebieten wie Hochenergiephysik oder Fusion
 ---pagebreak---                                          3-4
sind mehr industrieorientierte Anwendungen denkbar,           vor allem im
Transportwesen CMagnetschwebebahn) sowie in der Erzeugung und dem
Transport von Strom (Generatoren,         Kabel).  Insbesondere konnte die
Entwicklung von Tiefsttemperatursystemen zu wettbewerbsfahigen Kosten
sowie einer europaischen Technologie und Kapazitat zur Erzeugung
supraleitender Magnete auf Bestellung interessante Absatzmoglichkeiten fur
die europai sche In dust ri e schaffen,      die ei ne durchaus anerkannte
Leistungsfahigkeit auf den Gebieten Metallurgie, Metallherstellung und
Niedertemperaturanwendungen      besitzt.     Ein   koordiniertes    Programm
schlieAlich, vor allem zur Entwicklung neuer, supraleitender Werkstoffe
CLegierungen "A15", Niob-Zinn) eines Kryogensystems (Helium II) sowie von
Techniken zum Bau der supraleitenden Magnete konnte in diesem Bereich
erhebliche Fortsc~ritte bringen.
Eine weitere Sonderaktion im Zu~ammenhang mit Werkstoffen konnte die
Untersuchung eines fortgeschrittenen Systems fur den Raumantrieb sein,
etwa ei n Tri ebwerk fur Hyperschal Lgeschwindigkei ten. Der Aufbau eines
solchen Systems, bei dem woh l Wasserstoff a ls Trei bstoff dienen durfte,
ware    eine    klar   umrissene    wissenschaftliche    und   technologische
Herausforderung       fur     die     europaische      Wissenschafts-      und
Indust riegemei nschaft. Die Koppelung der Arbei ten uber Werkstoffe, die
Verbrennungsphanomene, die Strukturen und die Aerodynamik konnte Europa
eine unabhangige Technologiegrundlage verschaffen, die vor allem fur
kommerzielle Fluge mit Hochstgeschwindigkeiten nutzbar ware.            Dieser
Bereich konnte wieder an Interesse gewinnen, wenn den Marktproblemen und
den Auflagen zum Schutz der Umwelt genugend Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Selbstverstandlich kann die europaische Raumfahrtindustrie ein solches
risikoreiches     und   langfristig   angelegtes    Vorhaben   nicht    selbst
finanzieren.
 ---pagebreak---                                       4-1
4. OPTIK UNO LASER
Jahrhundertelang besaB Europa sowohl in der Theorie als auch bei
Instrumenten und Bauteilen das Monopol fur Entwicklungen in der Optik. In
den vergangenen Jahrzehnten hat Europa dieses Monopol jedoch verloren;
zahlreiche wichtige Entwicklungen und neue Anwendungen erfolgten
hauptsachlich in den .USA und in gewissem MaBe auch in Japan.          Die
europaische Industrie exportiert weiterhin auf bestimmten Sektoren. Diese
In dust ri ezwei ge ergeben zusammen mit der im Entstehen begriff enen
Laserindustrie, dem durchaus hohen Niveau der Ausbildung in der Optik und
den damit zusammenhangenden Bereichen und den zahlreichen moglichen
Anwendungen in diesem Sektor ein fruchtbares Gelande fur eine umfassende
Gemeinschaftsaktion,       mit  der  ein Teil     des   verlorenen Bodens
wiedergutgemacht und die Herausforderung durch den auBereuropaischen
Wettbewerb angenommen werden soll.
FuE-Aktivitaten im Sinne der Entwicklung der Optik und vor allem der Laser
konnte die Wettbewerbsfahigkeit zahlreicher Wirtschaftstatigkeiten   durch
Perfekti oni erung der herkomml i chen Techni ken und Einfuhrung     neuer
Techniken verbessern. Nachstehend werden einige dieser Moglichkeiten sowie
entsprechende Themen fur FuE beschrieben.
Indust rie laser Cinsbesondere C02 und Nd. YAG) fur die Metal lbearbeitung
 (Bohren, Schneiden, SchweiBen, Loten, Entgraten, Oberflachenbehandlung)
kosten heute zwischen 50 und 200 USO/Watt. Die vollstandigen Systeme
erfordern Investitionen zwischen 100.000 und 1.000.000 USO. Zwar steigt
die Zahl der Industrielaser an,        vor allem,     weil die Arbeit mit
Laserstrahlen eine Prazision und Flexibilitat ermoglicht, die herkommliche
Systeme zumindest bei nichtmetallischen Werkstoffen ni.e erreichen, doch · ·
mussen die Kosten noch verringert sowie der Wirkungsgrad gesteigert, die
Zuverlassigkeit verbessert und genauere Richtsysteme eingefuhrt werden.
Einzellosungen sind fur die nicht genugend absorbierenden Metalle wie
Gold, Silber, Kupfer, Messing sowie Aluminium zu finden.
 In der Chemie konnte die Entwicklung der selektiven Photochemie mit Hilfe
von Lasern die Wettbewerbsfahigkeit der Kleinserienfertigung verbessern.
Die Isotopentrennung, die Behandlung radioaktiven und chemischer Abfalle,
 ---pagebreak---                                        4-2
die Synthese hochwertiger chemischer Erzeugnisse und hochstreiner
Arzneispezialitaten sind mogliche Anwendungen,          die haufig von der
Entwicklung von Ultraviolettlasern abhangen.
In der Medizin, wo die Laseranwendung geradezu exponentiell zunimmt und in
einigen bestimmten Fallen die Lasertherapie sich bereits ~en herkommlichen
Techniken als uberlegen erwiesen hat,           konnte die Entwicklung zu
Glasfasersystemen fur die Beleuchtung, Bi ldwiedergabe und Chirurgie in
schwer    zuganglichen    Bereichen   des  menschlichen     Korpers   fuhren.
Insbesondere scheint die Entwicklung des Elektronenstrahllasers besonders
fur    medizinische     Anwendungen   geeignet,     wei l   er   eine    hohe
Frequenzwahlmoglichkeit bietet, hohe Leistungsdichte aufweist und sich der
Strahl und die Impulslange in ihren AusmaAen gut kontrollieren Lassen.
Neue Entwicklungen von Lasern konnen ihre Rolle in Bereichen, in denen sie
schon stark eingesetzt werden, noch erheblich ausweiten; dazu gehoren die
Telekommunikation, die Prazisions- und Fernmessung von Geometrien, Formen,
Geschwindigkeit und Beschleunigung sowie die zerstorungsfreie Prufung.
Abgesehen von der Nutzung der berei ts laufenden Erforschung der
thermonuklearen Fusion durch PartikeleinschluA, konnte schlieAlich die
Entwicklung    von     Hochleistungslasern   in    Zusammenhang     mit   der
Parallelentwicklung extrem groAer Spiegel studiert werden,           um eine
kabellose Ubertragung von Energie uber groAe Entfernungen zu ermoglichen -
Systeme, die Entwicklungslandern (z.B.      in Afrika und Sudamerika) von
Nutzen sein konnten.
Viele dieser Anwendungen hangen von der Entwicklung von Werkstoffen,
Bauteilen und      Techniken ab,       wie etwa     Werkstoffen mit     einem
Brechungsindexgradienten, qualitativ hochwertigen optischen Werkstoffen im
Infrarotbereich Cmit den Wellenlangen des Co2-Lasers), Techniken des
Sputtering zur besseren Haftung der Oberflachenbeschichtungen, optischen
Fertigungsverfahren von Halbleiterwerkstoffen, holographischen Bauteilen
mit Sonderfunktionen einschlieAlich der rechnerunterstutzten Erzeugung von
Hologrammen;
 ---pagebreak---                                       4-3
 dazu gehoren auch Werkstoffe mit nichtlinearen optischen Eigenschaften
zur Realisierung optischer Prozessoren, Kunststoffe optischer Qualitat und
Techniken zur Fertigung aspharischer Bauteile usw.
Die Wirtschaft durfte erhebl ich profitieren. Die Wertschopfung in der
Optoelektroni k (vor al Lem bei Lasern und opti schen Inst rumenten) bet rug
1981 in den USA rund 2,7 Mrd. Dollar. Samtliche Marktkenndaten weisen ein
erhebl i ches Wachstum aus; in den USA rechnet man mit einem Anstieg des
Marktes fur Laser im Zivilbereich von 210 Mio. Dollar 1982 auf 1,6 Mrd.
Dollar 1995. In Japan durfte der Markt fur Laser, optische Fasern,
Detektoren und vollstandige Ausrustungen von 460 Mio. Dollar im Jahre 1980
auf 65 Mrd. Dollar im Jahre 2000 steigen.
Ein solches Wachstum wird sich naturlich auf die Beschaftigungslage
auswirken; in den USA stieg die Zahl der Arbeitsplatze in der opto-
elektronischen Industrie im Zeitraum 1978 - 1982 um rund 20 %.
Die genannten Beispiele sind zwar nicht ganz aktuell und betreffen nur die
Lage in den USA, doch ist die Optoelektronik offensichtlich ein Bereich
mit starkem Technologiewachstum, der zur Verbesserung der Lebensqualitat
und der industriellen Wettbewerbsfahigkeit      sowie   zur  Schaffung   von
Arbeitsplatzen beitragen kann.
Zwei wichtige Vorhaben kamen in Frage:
  Die Entwicklung eines kontinuierlichen co 2-Lasers mit einer Leistung von
  etwa 50 kW konnte auf europaischer Ebene innerhalb von funf Jahren
  durchgefuhrt werden, wobei der Schwerpunkt auf den mit der industriellen
  Nutzung dieses Werkzeugs verbundenen Problemen l iegen wurde (Kosten,
  Zuverlassigkeit, System fur die Ubertragung des Bundels, energetischer
  Wirkungsgrad und Leistungssteuerung,      Losungen fur die maschinelle
  Bearbeitung reflektierender Metalle, wie Aluminium, Gold, Kupfer usw.)
  fur     die  maschinelle Bearbeitung und Oberflachenbehandlung von
  metallischen oder nichtmetallischen Werkstoffen. In Zukunft konnte ein
  derartiges Werkzeug auc·h fur andere Zwecke, wie den Energietransport
  zwischen der Erde und den Satelliten oder auch die Weltraumverteidigung
  eingesetzt werden.
 ---pagebreak---                                       4-4
- Ein zweiter Schwerpunkt ist die Entwicklung-von Lasern, die bei kurzen
  Wellenlangen (ferner UV- oder gar Rontgenbereich) emittieren. Die
  vielversprechendste Losung ist der Excimer-Laser, der aufgrund der
  Verschiedenartigkeit des Lasermediums die Erzeugung eines breiten
  Spektrums von Wellenlangen ermoglicht, die an die selektive Photochemie
  angepaBt sind: Isotopentrennung, Synthese von Produkten sehr groBer
  Reinheit,   wie zum Beispiel Arzneimittel oder chemische Produkte,
  Fertigungsverfahren    fur   integrierte    Schaltungen   (Lithographie,
  Abscheidung von Sperrschichten). Eines der Ziele konnte die Realisierung
  eines bei 1 kW emittierenden Lasers bei einer Wellenlange unter 200 nm
  innerhalb von funf Jahren sein.
Parallel zu diesen spezifischen Bemuhungen sollten die Forschungsarbeiten
uber Werkstoffe beispielsweise fur optische Bauelemente,       Fenster und
Beschichtungen, die an die Wellenlangen der Laser angepaBt sind auf
Produktionstechniken, beispielsweise der Beschichtungen oder aspharischen
Elemente, sowie die Entwicklung von Bauteilen aktiv fortgesetzt werden.
Selbstverstandlich werden die vorgeschlagenen Arbeiten sowohl in der 0ptik
als auch in bestimmten Fallen bei den Lasern Auswirkungen auf das Gebiet
der Erdbeobachtungssysteme gemaB Punkt 2.6 haben.
 ---pagebreak---                                         5-1
5. GROSSE WISSENSCHAFTLICHE INSTRUMENTE
                         TEILCHEN-/STRAHLUNGSQUELLEN
In den vergangenen 30 Jahren haben unsere Kenntnisse uber die letzten
Bestandteile der Materie und der sie zusammenhaltenden Krafte erhebUche
Fortschritte gemacht.     Moglich war dies durch den Bau vo,n ir,,11er
leistungsfahigeren Beschleunigern und Kollisionsringen. Allerdings k~nnen
die Ergebnisse der theoretischen Forschung an einem Einheitsmodell, das so
einfach wie moglich ist und auf einer begrenzten Anzahl von Teilchen und
Kraften beruht,     nur durch Versuche in riesigen Ringen mit mehreren
Kilometern Durchmesser bestatigt werden, wozu nur im europaischen MaBstab
mogliche Mittel und Techniken benotigt werden,          die in samtlichen
technologischen    Spitzenbereichen     entwickelt  und    angereg,t   wurden
(Werkstoffe, supraleitende Magnete, Vakuumtechnik usw.).
Zur selben Ausrustungsgruppe gehoren die GroB-Synchrotrone zur Erzeugung
intensiver Lichtbundel, die durch Teilchenbeschleunigung (Etektronen)
unter Einwi rkung auBerer Magnetfe lder entstehen. Das so erzeugte l icht
ei gnet si eh fur ei ne Rei he von Anwendungen sowoh l auf dem Gebiet der
Forschung    als   auch   im    Industriebereich   (Oberflachenuntersuchung,
Spektrometrie, Katalyse, Brechung, Rontgenlithographie usw.>.
Ebenso wie alle anderen GroBforschungsanlagen in der Hand mehrerer
Mitgliedstaaten tragen auch die GroBbeschleuniger             erheblich zu•
Zusammenhalt der Wissenschaftsgemeinschaft aller teilnehmenden Lander bei ..
AuBerdem bitden der Umfang dieser Vorhaben sowie die Bedeutung und die
Neuigkeit der damit gemachten Entdeckungen neues Vertrauen in das
europaische Schicksal und in seine Fahigkeit, sich weltweit zu behaupten,
indem Menschen und Material immer enger zusammenkommen.
Noch unmittetbarer und konkreter wird der Bau und die Inbetriebnahme eines
groBen Lichtsynchrotongenerators sozio-okonomische Aus.wirlwngen - groBten
AusmaBes auf die Indust rieanwendungen in seinem Umfetd und auf die
fachubergreifenden Merkmale dieser Anwendungen haben, wodurch diese Anlage
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zu einem Ort wird,         an dem praktisch samtliche Bereiche der
Industrieforschung zusammenlaufen und sich gegenseitig befruchten, sei es
in    der    Chemie    (Reaktionskinetik,    fotochemische    Anwendungen,
Produktanalyse), auf dem Gebiet der Werkstoffe (Untersuchung und Kontrolle
ihrer Struktur,     der verschiedenen Aufbereitungsphasen oder ihrer
Oberflacheneigenschaften) oder auf dem Gebiet der Biotechnologie (Struktur
komplexer Molekule, Biochemie, Kontrolle und Analyse von Erzeugnissen).
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WINDKANALE
Die Entwi ck lung im Luftverkehr erfordert den Einsatz fortgeschrittener
Windkana le zur Simul i erung der Flugbedingungen im Unter-, Trans- und
Hyperscha llbere ich.   Diese An lag en sind fur die Entwick lung neuer
Flugzeuge, sowohl zum Bauder Zelle als auch der Motoren, unerlaAlich.
Somit ist der Bau einer fortgeschrittenen aerodynamischen Windkanalanlage
in Europa eine notwendige Bedingung fur die Sicherung der europaischen
Wettbewerbsposi ti on in der Luftfah rt. Parallel dazu si nd Untersuchungen
uber "numerische Windkanale" voranzutreiben, bei denen es sich um nichts
anderes a ls drei di mensi ona le Simulatoren handelt,      die allerdings
Rechenkapazitaten erfordern, die erst Anfang 1990 zur Verfugung stehen
werden. Mit diesen numerischen Windkanalen Lassen sich die aerodynamischen
Stromungen um komplexe geometrische Hindernisse modellieren;
dies ist wesentlich fur die Entwicklung kunftiger hochintegrierter
Konfigurationen von Antriebseinheiten und Strukturen. Diese Simulationen
ermoglichen somit eine erhebliche Senkung der zunehmend im Windkanal
verbrachten Stundenzahl, die ansonsten rasch unerschwinglich wurde.
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6.   BREITBAND-TELEK0MMUNIKATI0N
   1 Das Zusammenwachsen von Nachrichtentechnik,                Informationstechnik und
     Audiovision wi rd die Qual itat der Telekommunikation verandern,                   die
     Nutzung der Datenverarbeitungsanlagen (Informationstechnik) aufwerten
     und das Dienstleistungsangebot sowohl bei Unternehmen als auch fur den
     Privatbereich erheblich erweitern.
     Die Investitionen der Telekommunikation in der Gemeinschaft werden fur
     die  kommenden 15 Jahre auf 500 bis 1000 Mill iarden ECU geschatzt.
     Diese   Investitionen     sollen      in    erster    Linie     den   Austausch    der
     Vermittlungseinrichtungen und Leitungen              durch neue     Erzeugnisse mit
     verbesserten technischen und wirtschaftlichen Merkmalen ermoglichen.
     Diese Investitionen und die damit verbundenen Dienstleistungen werden
     sich     unmittelbar      auf       die      Beschaftigung        auswirken.       Mit
     "Datenautobahnen" werden die Moglichkeiten neu entwickelter Endgerate
     und neuer Dienst lei stung en vo ll ausgeschopft und zur Forde rung der
     Beschaftigung in der Elektronikindustrie und durch die Schaffung neuer
     Di enstlei stung en  beit rag en.       Ent sch lossene     Schritte    in   Ri chtung
     "Kostengunstigkeit     und     Leistungsfahigkeit"          der    fortgeschrittenen
     Telekommunikationsdienste werden der Gemeinschaft wesentliche Trumpfe
     bei der Schaffung neuer wirtschaftl icher Aktivitaten oder bei deren
     Modernisierung in die Hand geben.
     Der Schwerpunkt mull somit auf der Verbesserung des Preis-Leistungs-
     Verhaltnisses der Telekommunikationsausrustungen und -dienstleistungen
     sowie auf de r Bereitste l lung fortgeschri ttner Di enste zu annehmbaren
     Kosten fur den Benutzer        l iegen.      Dies durfte sich .gunstig auf die
     Verkehrsentwi ck lung auswi rken,        womit    gute Voraussetzungen       fur die
     Amortisation der Investitionen der Netzbetreiber geschaffen werden.
     Die Wei terentwick lung di eser Sektoren hangt             vom Fortschritt     in der
     Mikroelektronik,    der 0ptoelektronik und der Kommunikations-Software
     ab.   Es si nd noch erhebl i che Anst rengungen ni cht nur zum Aufbau der
     fortgeschrittenen     Infrastrukturen,            die    die     Ubermittlung      der
     Information    ermoglichen,        sondern     auch    fur   die    Entwicklung    der
     Endgeratausrustungen,       der     Dienste      und   ihrer     neuen    Anwendungen
     erforderlich.
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.2 Aus technologischer Sicht werden die Entwicklungstendenzen bei
   Telekommunikationssystemen zum einem von der allgemeinen Verwendung
   digitaler Signale als Ersatz fur Analog-Signale, zum anderen durch den
   Einsatz optischer Mittel als Ersatz fur rein elektronische Systeme fur
   die Ubermittlung und die Steuerung dieser Signale bestimmt.
   Der 0bergang von der Elektronik auf die 0ptik bietet wesentliche
   Vorteile fur die einzelnen Schlusselfunktionen der Telekommunikation,
   wie Ubermittlung, Schaltung, Verarbeitung und Speicherung der Signale.
   Die Technologie der optischen Signalubermittlung ist bereits
   verhaltnismaBig weit fortgeschritten (zumindest auf dem Gebiet der
   Glasfasertechnologie),     wahrend andere Funktionen noch in den
   Kinderschuhen ihrer Laborentwicklung stehen.
   Theoretisch muBten optische Schaltungen,         Signalverarbeitung und
   Speicherung weitaus hohere Leistungen als ihre elektronischen
   Vorlaufer zeigen. Dies beruht auf dem erheblichen Vorteil, den das
   Licht durch seine hohe Geschwindigkeit, Mobil itat und Wel Len Lange
   gegenuber den Elektronen bietet. Ein optisches Vermittlungssystem von
   1 cm2 kann die Verarbeitung von 10 Millionen unabh~ngigen Lichtbundeln
   wahrnehmen und untereinander in weniger als 30 Picosekunden schalten.
   Ein opti scher Prozessor derselben GroBe konnte im Prinzip 300.000
   Gigabit je Sekunde verarbeiten, was dem Verkehrsaufkommen entspricht,
   das entstunde, wenn sich die Halfte der Menschheit uber Videotelefon
   mit der anderen Halfte unterhielte.
   Die optische Technologie bietet mittel- bzw. langfristig Aussichten
   auf    ein    Kosten-Leistungs-Verhaltnis,   das     die    Bereitstellung
   fortgeschri ttener (Breitband)-Te lekommuni kat ionsdi enste zu Tari fen
   erwarten laBt, die denen des heutigen Telefons entsprechen und somit
   den meisten Menschen zuganglich ware.
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3 Folgende Entwicklungsvorhaben konnten vorgesehen werden
  a. Optischer Prozessor fur die Telekommunikation
     Dieser Prozessor ist das Herzstuck, um das sich das gesamte System
     fur die optische Kommunikation aufbauen wird. Er hat vor allem
     folgende Funktionen:
     - Eingang/Ausgang (Multiplex, Erkennen und Umwandeln von Signalen,
       Senden und Empfang von Signalen usw.)
     - Vermittlung
     - Steuerung (Signalverarbeitung, Verkehrssteuerung, Wartung und
       Uberwachung der Systeme).
     - Dialog mit Betreibern und Umgebung.
     Diese Funktionen werden von Hochleistungs-Software ausgefi.ihrt bzw.
     gesteuert,     die   von weitgehend     dezentralen  Systemen mit
     ausbaufahiger Architektur unterstutzt wird.
     Veranschlagter Personalbedarf: 1500 Mann/Jahr in 10 Jahren.
  b. Mobilfunk
     Mobilitat und Zugriffsfahigkeit sind Schlusselelemente fur die
     Entwicklung der Kommunikation.     Die ultraleichten personlichen
     Endgerate sind ebenso wichtige Elemente dieser Entwicklung im
     Rahmen des offentlichen Zellularfunkverkehrs. Dafur sind erhebliche
     Anstrengungen auf folgenden Gebieten notig:
       Miniaturfunksender und -empfanger mit geringem Verbrauch
     - Zellularfunksysteme mit hoher Dichte
     - flexible Nutzung der Frequenzen und Verkehrssteuerung.
     Veranschlagter Personalbedarf: 400 Mann/Jahr in funf Jahren.
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    4 Technologische Entwicklungsvorhaben zur Einfuhrung integrierter
      Breitbandkommunikation entsprechen samtlichen Kriterien eines groAen
      europaischen Vorhabens von weitreichender wirtschaftlicher und
      sozialer Bedeutung.     Er wird den technologischen Fortschritt in
      verschiedenen Schlusselbereichen Cvor allem der Mikroelektronik und
      der Optoelektronik) fordern.      Mehrere Einsatzmogl ichkeiten sind
      abzusehen; dabei kann man sich auf wesentliche Industriekrafte stutzen
      und sich an bestehende Programme anschlieAen (etwa ESPRIT,
      einzelstaatliche Programme wie ALVEY, das Programm der elektronischen
      Baureihe in Frankreich sowie das Programm Mikroelektronik und
      Informations- und Kommunikationstechnik in der Bundesrepublik
      Deutschland usw.).
      SchlieAlich wird dadurch ein Beitrag zu den Gemeinschaftszielen der
      regionalen Entwicklung sowie zur Schaffung von Arbeitsplatzen und
      Ausfuhrmoglichkeiten geleistet.
                                                                        •"-
(5)
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7. TRANSPORTMITTEL DER NEUEN GENERATION
Die Hauptforderungen an die Verkehrsmittel der Zukunft sind Sicherheit,
Umweltschutz und Energieeinsparung.
Die neuen lnformationstechnologien und die rechnergestutzte Fertigung
muAten durch Entwicklung neuer Werkstoffe und grundlegender Technologien
dazu beitragen konnen, diese Haupterfordernisse zu erfullen.
Die Schnelligkeit (in Verbindung mit der Sicherheit und dem Umweltschutz)
musste in erster Linie den Uberschal l-Luftverkehr (siehe Abschnitt 3.11
neue Werkstoffe) und den Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverkehr betreffen.
Die Aspekte Sicherheit, Umweltschutz und Energieeinsparung durften sich in
erster Linie auf den Strassenverkehr erstrecken, um die Anzahl der
Kollisionen,      die Luftverschmutzung und den Energieverbrauch in den
nachsten 10 Jahren drastisch zu senken.             Auf der Grundlage neuer
Techno logien konnten beachtl i che Fortschri tte ebenso auf dem Gebiet des
OPNV erzielt werden.
So muAte beispielsweise auf dem Gebiet der Sicherheit und des Komforts im
StraAenverkehrs      ein     Mobilisierungsvorhaben    der    Entwicklung    von
satellitengestutzten Zielfuhrungseinrichtungen gewidmet sein, das vom
industr iepol iti schen Ges ichtspunkt aus den Vortei l hatte, ein komplexes
System zu sein. Dieser Systemaspekt hatte eine mitreiAende Wirkung auf
eine groAe Anzahl vorgelagerter Sektoren, da er die Entwicklung von
digitalisierten StraAenkarten (Sichtgerate mit hohem Auflosungsvermogen
und   von     kleinen    Abmessungen),     die   Einrichtung    digitalisierter
Funkverbindungen mit stationaren Empfangern sowie eine Verbesserung der
Signalgenauigkeit      bedeutet     (die   gegenwartig    verfugbaren    zivilen
Verkehrshilfssysteme haben eine Abstimmscharfe von 100 m,               was den
Kraftfahrzeugfahrern auch auf groAen FernverkehrsstraAen nicht genugt).
Ein solches Vorhaben hatte ferner vielfache Auswirkungen auf andere
Anwendungsbere iche (Verwa l tung einer Fahrzeugflotte, Verwendung in der
Landwirtschaft bei der Automatisierung der Landwirtschaftlichen Maschinen
usw.). Die Durchfuhrung ines solchen Vorhabens wurde 12 Monate fur die
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 Festlegung    der     Spezifikationen,     zwei   Jahre   fur   Durchfuhr-
 barkeitsuntersuchungen mit zwei bis drei nebeneinander laufenden Optionen
 und drei bis vi er Jahre vorindustriel ler Entwi ck lung der ausgewahl ten
 Option am Ende der zweiten Phase erfordern. Bei der Definitionspase wurden
 30 Mannjahre gebraucht. In den folgenden Phasen hangt des Arbeitsvolumen
 vo den in der Phase 1 erarbeiteten Spezifikationen ab.
 Ein zweites mobilisierendes Vorhaben auf dem Gebiet des StraAen-
 verkehrssicherheit     konnte    die    Durchfuhrbakeit  eines   verkehrs-
 automatisierten Autobahnsystems betreffen.         Vom Gesichtspunkt der
erforderlichen Mittelbindungen und der moglichen Auswirkungen ware es
 breiter angelegt als das vorgenannte und hatte die Schaffung eines
 Prototyps fur eine automatisierte Autobahn im MaAstab 1:1 zum Ziel. Die
 hierzu zu losenden Aufgaben waren also:
   - die Konzeption des Systems,
   - die Entwicklung von Werkzeugen zur umfassenden Oberwachung des
    Verkehrsflusses automatisierter Fahrzeuge,
   - die Entwicklung von Zufahrtsystemen und Regulierungsverfahren (bei
     Unfallen oder Storfallen),
   - die Entwicklung von fahrzeuginternen Kontrolleinheiten,.
   - die Losung der Probleme einer Anpassung herkommlicher Fahrzeuge an das
      automatisierte Fahren.
 Selbstverstandl i eh ist ein solches Vorhaben ehrgei zig und kostspiel ig,
 doch muA man berucksichtigen, daA es auAer der gebotenen Moglichkeit, aus
 den Forschungen und Realisationen auf dem Gebiet der Automatisierung des
 Schienenverkehrs und des innerstadti schen Verkehrs (wo Europa erhebl iche
 Fortschritte zu verzeichnen hat) Nutzen zu ziehen, eine betrachtliche
 Auswirkung auf die Verbesserung der Sicherheit und der allgemeinen
 Effizienz des StraAenverkehrs hat.
 Dieses zweite Vorhaben muAte eine langere Laufzeit von etwa 8-10 Jahren
 haben. Dazu gehorten:
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       - eine Oefinitionsphase von 18 Monaten,
       - eine Phase der ourchfuhrbarkeitsuntersuchungen von drei Jahren, wo
         Gruppen aus Unternehmen sowie offentlichen und privaten Instituten
         CVerkehrsforschungsinstitute, Organisationen fur StraAenverkehrs-
         sicherheit,    Kraftfahrzeughersteller,   Kraftfahrzeugausstatter)
         miteinander in Wettbewerb treten,
       - ein vier bis funf Jahre dauernder Vor-Ort-Versuch CEntwicklung und
         Aufstellung     der   Gerate,     Versuche,     Erprobungen    und
         SchluAfolgerungen).
Fur die Definitionsphase wurde ein Arbeitsvolumen von etwa 200 Mannjahren
benotigt.
In diesem Sektor durchgefuhrte Vorhaben hatten eine erhebliche soziale und
politische Bedeutung und wurden die technologische Entwicklung fordern. Es
hatte daher positive Auswirkungen auf die einzelnen Sektoren der
Automobilindustrie     und   wurde   einen   Beitrag   zur   Starkung der
Elektronikindustrie Leisten, die sich an diesen Entwicklungen beteiligen
soll.
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8. WELTRAUMNUTZUNG
Die     auf    die    amerikanischen     Militarprogramme     zuruckzufuhrende
Beschleunigung der Entwicklung neuer Ortungssysteme Cim IR-, sichtbaren
und Mikrowellenbereich) in Verbindung mit Bordsystemen,             sowie der
Echtzeitverarbeitung und -analyse der empfangenen Signale ist mit weiteren
Einschrankungen des Technologietransfers auf diesem sehr sensiblen Gebiet
verbunden.
Wenn sich daher Europa nicht von sich aus entschlieAt, die Entwicklung der
bordgestutzten Sensoren und Kollektoren sowie der Verarbeitungs- und
Ana lysesysteme zu beschleunigen,        wi rd es bei der Fernbeobachtung
schrittweise mehr und mehr zuruckfallen.
Die Erdbeobachtungstechniken l iefern ausserst wichtige Informationen fur
zahlreiche    Sektoren:     Umweltschutz,       Klimatologie,    Meteorologie,
Ozeanographie,      Hydrologie,      Landwirtschaft     <Erntevorhersage    und
Bodennutzung), Rohstoffe (anhand der Geologie), Verkehr, Fischfang und
Entwicklungshilfe.
Diese Informationen werden zum einen die Moglichkeit bieten, die Politik
der Gemeinschaft in den vorstehend aufgefuhrten Sektoren wirksamer
durchzufuhren. Zum anderen kann es sich Europa in sensiblen Bereichen, wie
zum Beispiel in der Landwirtschaft, nicht erlauben, diese Informationen,
uber die seine Konkurrenten verfugen, ausser acht zu lassen.
Der Weltraum bleibt ein bevorzugtes Gebiet fur eine grenzuberschreitende
Forschung, deren Auswirkungen auf den Gebieten von gemeinsamem Interesse
(gemeinsame Politi k) ei ne offent l iche Finanzi erung rechtfertigen, einen
mobilisierenden Charakter haben und Kooperationsmoglichkeiten mit
Drittstaaten bieten.
Die im Januar im Rahmen der Europaischen Wet traumorganisation gefassten
Beschlusse zielen darauf ab, die Autonomie -Europas bei der Nutzung des
Weltraums      (Erdbeobachtung,      Telekommunikation,       Mikrogravitation,
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Wel traumwissenschaft    und    -technologie)     zu    verstarken    und  die
Unabhangigkeit auf dem Gebiet der Tragersysteme (Programm Ariane) zu
wahren.
Im Hinblick auf die Weiterentwicklung dieser Techniken auf europaischer
Ebene konnte man an ein integriertes System von Beobachtungs- und
Telekommunikationssatelliten denken,         bei    dem bereits entwickelte
Generationen von Satelliten wie SPOT (Frankreich) oder ERS-1 CESA) mit
neuen Entwicklungen          vor    allem einer       polaren Plattform zur
Erdbeobachtung, die in regelmassigen Abstanden von Astronauten besucht
wird ("man tendet") - einhergehen.
Diese Plattform steht zur Zeit im Rahmen der europaischen Beteiligung am
amerikanischen Programm einer Weltraumstation zur Debatte.
Daruber hinaus werden die Telekommunikationssatelliten - neben der
Schlusselrolle,    die ihnen beim Ausbau eines innergemeinschaftlichen
Breitbandkommunikationsnetzes zukommt, von entscheidender Bedeutung sein,
um die von Erdbeobachtungssatelliten stammenden Informationen an die
Analysezentren weiterzuleiten.
Die Inferferometrie-Radioastronomie auf weitraumiger Basis hat auf der
Erde ein~n grossen Aufschwung erlebt (z.B. Nan~y, Cambridge, Very Large
Array in den USA) und die Moglichkeit geboten, die Erforschung unseres
Universums weiter voranzutreiben.        Die Realisierung eines derartigen
Interferometers in einer Erdumlaufbahn wurde es ermoglichen, sich von
bestimmten Sachzwangen, wie der physikal i schen Begrenzung der Basis zu
befreien.     Dazu    sind   technologische      Anstosse    im    Bereich der
Millimeterwellen erforderlich,        deren Realisierung sich auf sehr
fortgeschrittene Techniken zur Montage von Konstruktionen im Weltraum und
zur ext rem prazi sen Ausr ichtung von Antennen zu der Umlaufbahn stutzen
musste.    Analog dazu konnte man sich den Bau eines optischen
Interferometers im Orbit vorstellen, was die Entwicklung neuer Techniken
in der Optik erfordert (Spiegel und Detektoren - siehe § 3.12 Laser und
Optik). Technische Apparate fur die Interferometrie erfordern ohne Zweifel
internationale Zusammenarbeit im Sinne einer Verfolgung der Aktivitaten
insbesondere in den USA und der UdssR.
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Bevor es an der Entwicklung einer Raumstation mitwirken kann, die 1992 auf
Umlaufbahn gebracht werden sol l, war Europa dank Spacelab bereits der
Zugang zu Erfahrungen in der Herstellung von Werkstoffen im Weltraum
mogl ich. Von 1988 ab wi rd es mit dem "European Retrievable Carrier" an
langfristigen Csechs Monate dauernden) Missionen im Weltraum tei lnehmen
konnen.     Es wird eine Aktion vorgeschlagen,             um die an einer
Welt raumprodukti on potentie ll interessi erten Indust ri en Cpharmazeuti sche
Erzeugnisse, Herstellung von Kristallen, biologische Verfahren usw.) bei
der Koordination zu unterstutzten,         wodurch ihre Kenntnisse von den
verfugbaren Moglichkeiten erweitert werden konnten.
So finden sich auch die Ziele eines europaischen technologischen Programms
im europaischen Raumfahrtprogramm wieder. Die Entwicklung des bewohnten
Raumfahrzeugs     "Hermes"    mit   ihren     verschiedenen    technologischen
Herausforderungen sowie das wichtige politische Ziel, Europa eine vollige
Unabhangigkeit bei der bewohnten Nutzung des Weltraums zu verschaffen,
muBten somit energisch gefordert werden.
Die Aktion im Bereich der Weltraumproduktion mi.iBte folgende Hauptziele
haben:
- Vermehrung der Kenntnisse der Industrie im Einsatz von Techniken zur
   Herstellung und Verbesserung von Erzeugnissen unter Mikrogravitations-
   und absoluten Vakuumbedingungen.
   Forderung eines fri.ihzeitigen Einsatzes der Produktionstatigkeiten im
   Welt raum durch Pi lotversuche, die einer GroBseri enfertigung den Weg
   bereiten.
Man geht davon aus, daB dies durch folgende Umstande erreicht werden kann:
-  Koordinierung einer potentiellen Verwendergemeinschaft;
-  Identifizierung der in Frage kommenden Industrien, die bislang nicht an
   dem europaischen Raumfahrtprogramm beteiligt waren, die aber von den
   neuen, moglich werdenden Tatigkeiten betroffen sein konnten;
-  Einstufung der typischen Pilotversuche und zusammen mit den zustandigen
   europaischen Raumfahrtbehorden Entwicklung und Planung derselben.
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Eine erste Aktion ware:
   Einberufung einer Sitzung von Vertretern der potentiell interessierten
   Anwenderindustri en zusammen mit der ESA und der Raumfahrtindustrie,
   gefolgt von der Festlegung eines potentiellen Arbeitsprogramms, das den
   genannten Industrien die Moglichkeiten von Raumfahrtversuchen eroffnen
   soll te.
Dies konnte erganzt werden durch:
-  Bekanntgabe    an   die     an  den Versuchsmoglichkeiten   tatsachlich
   interessierten    Indust ri en;   Auswah l ein~-~           Li ste  von
   Pilotversuchen, die volt finanziert ~ konnten; Identifizierung
   einer zweiten Liste, die Gegenstand einer Teilfinanzierung sein konnte.
Es laAt sich ein Paket von zwischen vergleichsweise geringfugigen Preisen
schwankenden Kosten feststellen, die an die Identifizierung und die
Koordinierung der potentiell interessierten Industriezweige und der
Sondermittel fur die Standardversuche geknupft sind. Im letztgenannten
Fall kann man mit Kosten von etwa 50 Mio ECU rechnen. Das Programm wurde
jedenfalls in Phasen gegliedert sein und eine einleitende Phase der
Kontaktaufnahme mit der Industrie haben, auf die die Festlegung der
Abwicklung der Pilotversuche und schlieAlich die Durchfuhrung der Versuche
in der Umlaufbahn folgen wurden.
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9. EROBERUNG DER MEERE UND EXPLORATION DER ERDKRUSTE
                      MEERE
Europa kann mit seinen rund zehntausend Kilometer Langen Kusten und seiner
fast 2 Millionen Quadratkilometer grossen Kontinentalflache eine
massgebliche Rolle in der Eroberung der Meeresumwelt und in der
rationellen Nutzung ihrer Ressourcen spielen, unter der Voraussetzung,
dass es auf globaler Ebene tatig wird und fur sich einen Plan entwickelt,
mit dem sich Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen mobilisieren
Lassen.
Fur die Durchfuhrung eines solchen Plans sind betrachtliche technische
Schwierigkeiten zu uberwinden. Konnen diese Schwierigkeiten gemeistert
werden, so darf man davon Auswirkungen auf die Technologie erwarten. Die
Eroberung des Meeres stel Lt nicht nur in jenen Sektoren eine
Herausforderung dar, die sich bereits in rapider Expansion befinden
(Elektronik, Telekommunikation, Robotertechnik usw.), sondern auch - und
zweifellos noch mehr - auf den klassischeren Gebieten wie Chemie, Biologie
und Werkstoffkunde, ganz abgesehen von der Hochdrucktechnik und der
Metal lurgie.
Hier bietet sich nicht nur die Gelegenheit,          unsere grundlegenden
Kenntnisse zu vertiefen und in grossem Umfang neue Horizonte zu eroffnen,
sondern auch ei ne Mogl i chkei t, neue Technologien in grosser Zahl zu
entwicke ln, die fur Europa auf Sicht die starksten Trumpfe darstellen
konnen.
Im Unterschied zu der Lage in den meisten Bereichen der fortgeschrittenen
Technologie,   in denen der Kampf durch den Vorsprung,         den unsere
Konkurrenten bereits gewonnen haben, ungleich geworden ist, lasst sich die
Stellung der meereskundlichen Wissenschaft und technik in Europa durchaus
mit der der ubrigen Machte vergleichen. Falls Europa die Eroberung der
Meeresumwelt als
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ein den Zusammenschluss forderndes Thema seiner technologischen Ambitionen
wahlt, so kann es in wenigen Jahren auf diesem vielversprechenden Gebiet
an der Weltspitze stehen, die dafur
erforderlichen Technologien betrachtlich weiterentwickeln und die daraus
entstehenden    industriellen    Fruchte   ernten,    ohne    jedoch    andere
Anwendungsmoglichkeiten strategischer Art auszuschliessen.
Das Hauptziel ist eine Verstarkung der menschlichen physischen Prasenz in
der Meeresumwelt und auf dem Meeresboden.
Einer der wichtigsten Faktoren des Unternehmens ist die Planung und
Verwirklichung     von    Ausgangsbasen    mit    Eigenantrieb     nach    dem
Baukastensystem, in denen gewohnt, die Tiefsee erforscht, Arbeiten an Ort
und Stelle durchgefuhrt und deren Beherbergungskapazitaten und Tauchtiefen
dann stufenweise vergrossert werden.
Die Tiefbohrungen fur die geologische Erforschung und die Ausbeutung der
Erdgas- und Erdolvorkommen sowie die Entwicklung ferngesteuerter Maschinen
fur ve rschiedene Arbei ten (Erforschung und Abbau der Vorkommen auf oder
gerade unter dem Meeresboden oder auch Prufung und Instandhaltung der
Bohranlagen, Leitungen usw.) sind zwei Anwendungsbereiche, aus denen die
europaische Industrie grossen Nutzen ziehen konnte.
Bei diesem Stand der Analyse sollte man sich auf jene Technologien
beschranken,    die die breitesten Einsatzmogl ichkeiten und grossten
Wachstumschancen bieten und am ehesten geeignet sind, vorhandene Kenntnise
zu vertiefen oder Lucken zu fullen, und die, auch wenn sie selbst einen
grossen Umsatz mit sich bringen, zu noch viel grosseren Umsatzzahlen in
den nachgeschalteten Bereichen fuhren und daher einen besonderen
strategischen Charakter haben.
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EXPLORATION DER KONTINENTALEN ERDKRUSTE
Seit einigen Jahren stehen die Sachverstandigen auf dem Gebiet der
Geowissenschaften vor einem Paradox: Wahrend die Kenntnisse der ozeanischen
Kruste dank des "Deep Sea Drilling Project" seit 1968 unermeBliche Fortschritte
gemacht hat, ist die kontinentale Kruste auch weiterhin relativ wenig erforscht.
Was konnen wir von einem Programm zur Untersuchung der Kontinentalkruste
erwarten? Im wesentlichen eine bessere Kenntnis der Strukturen, der Materialien
und der Fluide sowie eine Reihe praktischer Auswirkungen auf mehr oder weniger
Lange Sicht.
1) Zurn wissenschaftlichen Beitrag sind zu nennen
   - Struktur und Zusammensetzung der alten Sockel, der tiefen
      Sedimentationsbecken und der Faltengebirge;
   - Natur und Geometrie der groBen Unstet~gkeiten CgroBe Uberschiebungen)
      innerhalb der Krusten;
   - Natur und Tiefe der Mohorovicic-Diskontinuitat zwischen Kruste und Mantel
      in der Lithosphare;
   - Physikalische Eigenschaften der Gesteine; Verteilung und Auswirkungen der
      Tiefenspannungen;
      Untersuchung der Flussigphasen, ihres Ursprungs und ihrer Zirkulation sowie
      ihrer Rolle im petrogenetischen und dynamischen ProzeB.
2) Unter den praktischen Auswirkungen sind zu nennen
   - Metallagerstattenkunde und Erzlagerstatten: Entwicklung der magmatischen
      Systeme (Granitkuppeln), hydrothermale Erscheinungen in der Tiefe,
      strukturelle Kontrol[en der Mineralkonzentrationen;
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   - geothermische Energie, Suche nach Kohlenwasserstoffen (tiefe Becken) usw.;
   - Mechanismus und Verhutung von Erdbeben;
   - Lagerung radioaktiver Abfalle;
   - Entwurf und Realisierung von Bohrwerkzeugen, die fur die Arbeit unter den
     erschwerten Bedingungen der Tiefe geeignet sind.
Bestehende Programme
1) GroAe einzelstaatliche Programme uber die Seismik-Reflexion: DEKORP in der
   Bundesrepublik Deutschland, ECORS in Frankreich, BIRPS im Vereinigten
   Konigreich, COCORP in den USA usw. Diese Programme zielen darauf ab,
   Strukturen bis zu Tiefen von etwa 50 km aufzuzeigen. Bilaterale
   Kooperationsvereinbarungen existieren.
   Das unter der Schirmherrschaft der Europaischen Wissenschaftsstiftung in die
   Wege geleitete internationale Programrn Europaische Geotraverse hat ahnliche
   Zielsetzungen.
2) Programmbohrungen in groAen Tiefen
   - sogenannte "besonders tiefe" Bohrungen (10 - 15 km): Kola in der UdSSR,
     Bohrungsprojet in den Appalachen (Vereinigte Staaten), Projekt KTB in der
     Bundesrepublik Deutschland;
   - Bohrungen mittlerer Tiefe (1 - 5 km): Programm Tiefengeologie von
     Frankreich, das im Winter 1984 anlief und Bohrungen ahnlicher Zielsetzung
     im Westen der Vereinigten Staaten.
   Diese Bohrungen konnen zur Entnahme von Proben fur direkte Untersuchungen und
   zu einer ganzen Reihe von geologischen und geochemischen Messungen an den
   Bohrlochern vor Ort fuhren. Sie erweisen sich als unerlaAlich, um die
   Indikationen zu uberprufen und zu prasisieren, auf die die groBen seismischen
   Profile hindeuten Cz.B. die Bohrung auf Kola, wo die ursprunglichen Prognosen
   widerlegt wurden).
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Zielsetzungen und Perspektiven einer internationalen Zusammenarbeit
Obwohl zwischen den Initiatoren der vorstehend aufgefuhrten Programme bereits
entsprechende Kontakte bestehen, muA eine echte internationale Zusammenarbeit
erst organisiert werden. Sie wird von den meisten Fachleuten gefordert.
Als Themen fur eine derarti9e Zus~mmenarbeit kamen unter anderem infrage
- Untersuchung der zwei oder mehreren Landern gemeinsamen Tiefenstrukturen;
- Entwicklung von Methoden und Instrumenten fur geophysikalische, geochemische
  und hydrologische Messungen sowie die Realisierung der Bohrungen;
- Oberlassung von in der Tiefe entnommenen Proben an europaische Laboratorien;
- Grundung regelrechter permanenter Laboratorien fur die Untersuchung von
  Krusten ("Crust Labs" analog zu den "Space Labs").
Die durch die Zusammenarbeit uber diese Themen eroffneten Perspektiven sollten
nicht unterschatzt werden. Zu den erhofften wissenschaftlichen, technischen und
wirtschaftliche:, Auswirkungen tritt die Perspektive eines eingehenden Dialogs
zwischen Fachleuten (Geologen und Geophysiker), denen es bisher an
entsprechenden Gelegenheiten fehlte.
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10. TECHN0L0GIE DER AUS-UND F0RTBILDUNG
Die Gemei nschaft muB ihre Bemuhungen auf dem Gebiet der Aus-und
Fortbildung neu formulieren und intensivieren, wenn sie die Kontrolle uber
ihre wirtschaftliche und politische Zukunft behaupten will. Europa kann
sich zur Kompensation seines Mangels an naturlichen Ressourcen (Energie,
Minera le) und des si eh daraus ergebenden Nachteils nur auf die Nutzung
seiner menschlichen Ressourcen und die Entwicklung von Technologien
abstutzten. Auf die Aus- und Fortbi ldung in ihren verschiedenen Formen
entfallen zur Zeit nahezu 7¾ des Bruttosozialprodukts der Mitgliedstaaten.
Dennoch nimmt die Nachfrage nach Aus- und FortbildungsmaBnahmen weiter zu
und wi rd zur Ze it nur tei lwei se gedeckt. Nicht nur das Spektrum der
Kenntnisse und der Fachleute nimmt standig zu; auch bei der Nachfrage nach
Fachleuten ist in zahlreichen Sektoren eine konstante Aufwartsentwicklung
zu verzei chnen.
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 Hieraus ergibt sich eine starkere Nachfrage nach
       einer grosseren Vielfalt der angebotenen Aus- und Fort-
       bildungs typen, um den Erfordernissen der
       Spezialisierung und der Interdisziplinaritat Rechnung
       zu tragen;
       einem besseren Zugang zur Aus- und Fortbildung,
       beispielsweise indem diese dann ermoglicht wird, wenn
       sie notwendig ist und nicht nur in bestimmten Lebensab-
       schnitten sowie an spezifischen und vorab festgelegten
       Orten;
       einer besseren Anpassung an den spezifischen Bedarf der
       Schuler.
 Diese Erfordernisse sind wichtig, wenn sie die Leistungen im
 Bereich der Aus- und Fortbildung - wie sie traditionell
 verstanden werden - verbessern konnen; sie sind aber auch
 von entscheidender Bedeutung, um der wachsenden Nachfrage
 der Erwerbsbevolkerung: nach standiger Fort- und
 Weiterbildung gerecht zu werden. Die mangelnde Anpassung
 zwischen den Erfordernissen und den verfugbaren Kapazitaten
 ist eine der Ursachen der strukturellen Arbei tslosigkei t,
 die in dieser Phase der technologischen Entwicklung
 anzutreffen ist.
 Die tradi tionellen Ansatze auf dem Gebiet der Aus- und
 Fortbildung haben die Moglichkeit zur Oberwindung dieser
 mangelnden Anpassung zu wirtschaftlich vertretbaren
 Bedingungen begrenzt. Die Fortschritt;e auf dem Gebiet der
 Informations- und Telekommunikationstechnologien bieten die
 Hoglichkeit eines neuen Ansatzes, dessen Merkmal eine grosse
 Flexibilitat und eine bessere Zuganglichkeit zu besseren
 wirtschaftlichen Bedingungen ware.
 Hierbei handel t es sich um des, was in der Regel als
 Ausbildungstechnologie bezeichnet wird. Um sie zu
 realisieren, wird es jedoch nicht genugen, die Informations-
 verarbeitung, des Fernmeldewesen und das Fernsehen zu
 kombinieren, um die Programme beispielsweise im Rahmen der
 Off enen Uni versit at zu ubermi t teln. Die Weiterentwicklung
 der Ausbildung, die es ermoglichen wird, das durch die -neuen
Technologien gebotene Potential voll auszuschopfen, wird uber
einen Langen Zeitraum hinweg betrachtliche Anstrengungen erfor-
dern.
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       Dieser Typ van Ausbildung erleichtert die Anwendung in Unter-
       nehmen und Verwaltungen auf allen Ebenen und wird integraler
       Bestandteil des Berufsleberis.   ·
        Es ist anzumerken, dass die wichtigsten technologischen
        Bemuhungen zur Entwicklung der erforderlichen
        Ausbildungsinstrumente und -einrichtungen kulturell neutral
        sind und weitgehend unabhangig von den Sprachen und
        fachdisziplinen sein konnten.
       Spezifische Vorhaben auf dem Gebiet der Ausbildung wurden
       einem bedeutenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
       Bedarf entsprechend die technologische forschung und
       Entwicklung in grossen Sektoren stimulieren und auch einen
       Beitrag zur Verbesserung der Bereitstellung qualifizierter
       Arbeitskrafte leisten. Die sich daraus ergebenden Produkte
       und Dienstleistungen wurden
             Mogl ichkei ten zur Ausfuhr von Hard- und Software
             bieten,
             die Schaffung von Arbeitsplatzen im Industrie- und
             Dienstleistungsbereich fordern,
             neue Gelegenheiten fur den Ausbildungsbedarf der
             Entwicklungslander bieten.
Auf diesem Gebiet muRte ein Mobilisierungsvorhaben der Entwicklung der
europaischen Lernkapazitaten mit Hilfe fortgeschrittener Technologien
gewidmet sein. Dieses muRte insbesondere betreffen:
- die     Entwicklung     von   Sprachen     und    ausbildungsspezifischen
Computersprachen;
- die Entwicklung von Mikrokenntnis-Modellen;
- die Entwicklung    von Techniken   der kunstlichen  Intelligenz fur die
Ausbildung;
- die Entwicklung von subfunktionellen integrierten Schaltkreisen.
Die Durchfuhrung eines solchen Vorhabens wurde funf bis sieben Jahre und
eine Investition in Forschung und Entwicklung erfordern, die wahrend der
gesamten Laufzeit des Vorhabens 500 Mannjahren entspricht.