CELEX: C2000/316/19
Language: de
Date: 2000-11-04 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes vom 12. September 2000 in der Rechtsssache C-260/98: Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Griechische Republik (Vertragsverletzung — Artikel 4 Absatz 5 der Sechsten Richtlinie über die Mehrwertsteuer — Gestattung der Straßenbenutzung gegen eine Maut — Kein Mehrwertsteuer-Tatbestand — Verordnungen (EWG, Euratom) Nrn. 1552/89 und 1553/89 — Mehrwertsteuereigenmittel)

4.11.2000              DE                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                          C 316/11
               URTEIL DES GERICHTSHOFES                                                 URTEIL DES GERICHTSHOFES
                    vom 12. September 2000
                                                                                            vom 12. September 2000
in der Rechtsssache C-260/98: Kommission der Euro-
 päischen Gemeinschaften gegen Griechische Republik (1)
                                                                        in der Rechtssache C-366/98 (Vorabentscheidungsersu-
                                                                        chen der Cour d’appel Lyon): Strafverfahren gegen Yan-
(Vertragsverletzung — Artikel 4 Absatz 5 der Sechsten                               nick Geffroy und Casino France SNC (1)
Richtlinie über die Mehrwertsteuer — Gestattung der Stra-
ßenbenutzung gegen eine Maut — Kein Mehrwertsteuer-
Tatbestand       —       Verordnungen         (EWG,        Euratom)
                                                                        (Freier Warenverkehr — Nationale Regelung für die Ver-
 Nrn. 1552/89 und 1553/89 — Mehrwertsteuereigenmittel)
                                                                        marktung eines Erzeugnisses — Bezeichnung und Etikettie-
                                                                        rung — Nationale Regelung, die die Verwendung der
                         (2000/C 316/19)                                Amtssprache des betreffenden Mitgliedstaats vorschreibt —
                                                                                             Richtlinie 79/112/EWG)
                   (Verfahrenssprache: Griechisch)
                                                                                                  (2000/C 316/20)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
                                                                                           (Verfahrenssprache: Französisch)
In der Rechtssache C-260/98, Kommission der Europäischen
Gemeinschaften (Bevollmächtigte: D. Gouloussis und H. Mi-
chard) gegen Griechische Republik (Bevollmächtigte: P. Mylo-
nopoulos und A. Rokofyllou), wegen Feststellung, dass die               (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
Griechische Republik dadurch gegen ihre Verpflichtungen aus                       Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
dem EG-Vertrag verstoßen hat, dass sie entgegen den Arti-
keln 2 und 4 der Sechsten Richtlinie (77/388/EWG) des Rates
vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften
                                                                        In der Rechtssache C-366/98 betreffend ein dem Gerichtshof
der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern — Gemeinsames
                                                                        nach Artikel 177 EG-Vertrag (jetzt Artikel 234 EG) von der
Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemes-
                                                                        Cour d’appel Lyon (Frankreich) in dem bei dieser anhängigen
sungsgrundlage (ABl. L 145, S. 1) die Maut, die die Benutzer
                                                                        Strafverfahren gegen Yannick Geffroy und Casino France SNC,
für die ihnen erbrachte Leistung der Gestattung der Benutzung
                                                                        zivilrechtlich haftbar, vorgelegtes Ersuchen um Vorabentschei-
von Autobahnen oder anderer Straßen entrichten, nicht der
                                                                        dung über die Auslegung von Artikel 30 EG-Vertrag (nach
Mehrwertsteuer unterworfen und infolgedessen nicht die ge-
                                                                        Änderung jetzt Artikel 28 EG) und Artikel 14 der Richtlinie
mäß den Verordnungen (EWG, Euratom) des Rates vom
                                                                        79/112/EWG des Rates vom 18. Dezember 1978 zur Anglei-
29. Mai 1989 Nrn. 1552/89 zur Durchführung des Beschlus-
                                                                        chung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die
ses 88/376/EWG, Euratom über das System der Eigenmittel
                                                                        Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die
der Gemeinschaften (ABl. L 155, S. 1) und 1553/89 über
                                                                        Werbung hierfür (ABl. 1979, L 33, S. 1) in der Fassung der
die endgültige einheitliche Regelung für die Erhebung der
                                                                        Richtlinie 93/102/EG der Kommission vom 16. November
Mehrwertsteuereigenmittel (ABl. L 155, S. 9) geschuldeten
                                                                        1993 (ABl. L 291, S. 14) hat der Gerichtshof unter Mitwirkung
Eigenmittel und Zinsen gezahlt hat, hat der Gerichtshof unter
                                                                        des Präsidenten G. C. Rodrı́guez Iglesias, der Kammerpräsiden-
Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodrı́guez Iglesias, der
                                                                        ten J. C. Moitinho de Almeida, D. A. O. Edward (Berichterstat-
Kammerpräsidenten J. C. Moitinho de Almeida (Berichter-
                                                                        ter) und L. Sevón sowie der Richter C. Gulmann, J.-P.
statter), L. Sevón und R. Schintgen sowie der Richter
                                                                        Puissochet, P. Jann, H. Ragnemalm und M. Wathelet —
P. J. G. Kapteyn, C. Gulmann, J.-P. Puissochet, P. Jann,
                                                                        Generalanwalt: D. Ruı́z-Jarabo Colomer; Kanzler: L. Hewlett,
H. Ragnemalm und V. Skouris und der Richterin F. Macken
                                                                        Verwaltungsrätin — am 12. September 2000 ein Urteil mit
— Generalanwalt: S. Alber: Kanzler: D. Louterman-Hubeau,
                                                                        folgendem Tenor erlassen:
Hauptverwaltungsrätin, und H. A. Rühl, Hauptverwaltungsrat
— am 12. September 2000 ein Urteil mit folgendem Tenor
erlassen:
                                                                        1.    Artikel 30 EG-Vertrag (nach Änderung jetzt Artikel 28 EG)
1.    Die Klage wird abgewiesen.                                              und Artikel 14 der Richtlinie 79/112/EWG des Rates vom
                                                                              18. Dezember 1978 zur Angleichung der Rechtsvorschriften
2.    Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften trägt die                der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung
      Kosten.                                                                 von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür in der Fassung der
                                                                              Richtlinie 93/102/EWG der Kommission vom 16. November
                                                                              1993 stehen einer nationalen Regelung nicht entgegen, die
(1) ABl. C 299 vom 26.9.1998.                                                 vorsieht, dass die Etikettierung von Lebensmitteln und die Art
                                                                              und Weise, in der sie erfolgt, den Käufer oder den Verbraucher
                                                                              nicht irreführen dürfen, und zwar insbesondere nicht über die
                                                                              Eigenschaften der Lebensmittel.