CELEX: 51995PC0714
Language: de
Date: 1995-12-15
Title: Vorschlag für eine VERORDNUNG (EG) DES RATES zur Aufteilung der Fangquoten der Gemeinschaft in den grönländischen Gewässern (1996)

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                Brüssel, den 15.12.1995
                                                KOM(95) 714 endg.
                               Vorschlag für eine
                      VERORDNUNG (EG) DES RATES
zur Aufteilung der Fangquoten der Gemeinschaft in den grönländischen Gewässern (1996)
                        (von der Kommission vorgelegt)
 ---pagebreak---  ---pagebreak---                                    BEGRÜNDUNG
Die Europäische Gemeinschaft einerseits und die Regierung Dänemarks und die örtliche
Regierung Grönlands andererseits kamen überein, ihr Fischereiabkommen für weitere
sechs Jahre bis zum 31. Dezember 2000 zu verlängern. Anschließend legten die beiden
Vertragspartner das dritte Protokoll über die Fischereibedingungen für
Gemeinschaftsfahrzeuge in grönländischen Gewässern fest. Außerdem beschlossen die
beiden Vertragsparteien, das Fischereiabkommen zu ändern und die Möglichkeit der
Gründung von joint ventures und zeitlich begrenzten Unternehmensvereinigungeh zu
schaffen.
Das Abkommen sieht vor, daß diese Mengen auch von Fischereifahrzeugen eingebracht
werden dürfen, die nicht die Flagge eines Mitgliedstaats der Gemeinshaft fuhren, sofern
dies für die ordnungsgemäße Anwendung der Fischereiabkommen erforderlich ist, die
die Gemeinschaft mit Drittländern geschlossen hat.
Nach den Bestimmungen des Fischereiprotokolls sind die für Grönland zuständigen
Stellen verpflichtet, der Gemeinschaft jedes Jahr bis zum 15. November die zusätzlichen
Fangmöglichkeiten gemäß Artikel 8 des Abkommens anzubieten, die zu diesem Zeitpunkt
erwartungsgemäß im folgenden Jahr zur Verfügung stehen. Am 15. November 1995 hat
die örtliche Regierung Grönlands folgende zusätzliche Mengen für 1996 angeboten:
Kabeljau                                     NAFO 0,1 ; ICES V, XIV               2.0001
Rotbarsch (pelagisches Schleppnetz)          ICES V, XIV                        15.0001
Schwarzer Heilbutt                           NAFO 0,1                             1.7501
Schwarzer Heilbutt                           ICES V, XIV                          1.800 t
Heübutt                                      NAFO 0,1                               200 t
Heilbutt                                     ICES V, XIV                           200 t
Katfisch                                     NAFO 0,1                             1.800 t
Blauer Wittling                              ICES V, XIV                        10.000 t
Grenadierfisch                               NAFO 0,1                             1.750 t
Grenadierfisch                               ICES V, XIV                          1.8001
Abhängig vom Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Gemeinschaft und Norwegen und
unter Berücksichtigung der im Protokoll für Gemeinschaftsschiffe bereits vorgesehenen
Fangmöglichkeiten für 1996 kann es als im Interesse der Gemeinschaft erachtet werden,
eine oder mehrere der von der örtlichen Regierung Grönlands angebotenen zusätzlichen
Mengen anzunehmen. Zu diesem Zweck, wird die Kommission ihren Vorschlag so bald
als möglich vervollständigen.
Daher schlägt die Kommission dem Rat vor, auf das Angebot der zusätzlichen
Fangmöglichkeiten ensprechend zu reagieren und die jährlichen Fangquoten in
grönländischen Gewässern mit der beiliegenden Verordnung auf die Mitgliedstaaten
aufzuteilen.
                                                                                          I
 ---pagebreak---                      VERORDNUNG (EG) Nr.              /95 DES RATES
                                    vom      Dezember 1995
zur Aufteilung der Fangquoten der Gemeinschaft in den grönländischen Gewässern (1996)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 des Rates vom 20. Dezember 1992 zur
Einführung einer gemeinschaftlichen Regelung für die Fischerei und die Aquakultur (1),
insbesondere auf Artikel 8 Absatz 4,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Das Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft einerseits und der
Regierung Dänemarks und der örtlichen Regierung Grönlands andererseits (2) wurde um
weitere sechs Jahre bis zum 31. Dezember 2000 verlängert.
Anschließend nahmen die Europäische Gemeinschaft einerseits und die Regierung
Dänemarks und die örtliche Regierung Grönlands andererseits das dritte Protokoll an, in
dem die Bedingungen für die Fischerei und insbesondere die Fangquoten für
Gemeinschaftsfahrzeuge in den grönländischen Gewässern fur den Zeitraum vom 1. Januar
 1995 bis zum 31. Dezemer 2000 festgelegt sind.
Diese Fangquoten können von Schiffen gefischt werden, die nicht die Flagge eines
Mitgliedstaats der Gemeinschaft führen, soweit dies für die ordnungsgemäße Anwendung
der Fischereiabkommen notwendig ist, die die Gemeinschaft mit Drittländern abgeschlossen
hat.
Er ist angebracht, auf das von den für Grönland zuständigen Behörden am 15. November
 1995 nach Artikel 8 des Fischereiabkommens gemachte Angebot zusätzlicher
Fangmöglichkeiten in [positiver] [teilweise positiver] [negativer] Weise zu reagieren.
Zur effizienten Bewirtschaftung dieser Fangmöglichkeiten empfiehlt es sich, diese gemäß
Artikel 8 der Verordnung (EWG) Nr. 3760/92 in Form von Quoten auf die Mitgliedstaaten
aufzuteilen.
Für die Fangtätigkeiten nach dieser Verordnung gelten die Kontrollmaßnahmen der
Verordnung (EWG) Nr. 2847/93 des Rates vom 12. Oktober 1993 zur Einführung einer
Kontrollregelung für die Gemeinsame Fischereipolitik (3) -
(i)     ABL Nr. L 389 vom 31.12.1992, S. 1.
(2)
        ABl. Nr. L 29 vom 1.2.1985, S. 9.
(3)     ABl. Nr. L 252 vom 15.09.1993, S. 2.
                                                                                         l
 ---pagebreak--- HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                          Artikel 1
Die Fangquoten der Gemeinschaft in den grönländischen Gewässern für das Jahr 1996
werden gemäß dem Anhang aufgeteilt.
                                          Artikel 2
Falls die für Grönland zuständigen Behörden zusätzliche Fangmöglichkeiten nach Artikel 8
des Fischereiabkommens anbieten, so beschließt der Rat darüber mit qualifizierter Mehrheit
auf Vorschlag der Kommission binnen sechs Wochen nach Eingang dieses Angebots.
                                          Artikel 3
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1996 in Kraft.
        Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
        Mitgliedstaat.
        Geschehen zu Brüssel am       Dezember 1995.
                                                            Im Namen des Rates
                                                            Der Präsident
                                                                                             <i
 ---pagebreak---                                                                ANHANG
             Aufteilung der Fangquoten der Gemeinschaft in den grönländischen Gewässern (1996)
                                                                                 ,,f,  , „
           Act           Geographi-      Fangquoten    Den Mitgliedsstaaten zugeteilte     Norwegen    Island       Färoer-Quoten
                        sches Gebiet         4er                   Quoten                  zugeteilte zugeteilte   im Rahmen des
                                           Gemein-                (Tonnen)                 Mengen ^    Mensen        Fischereipro-
                                            schaft                                                                      tokoUs
                                          (Tonnen)                                                                   zwischen der
                                                                                                                        EG und
                                                                                                                     Grönland <*>
     Kabeljau          alle Zonen             31000    Deutschland             25 360
                                                       Ver. Königreich          5 640
    Rotbarsch (1)      NAFO 0/1                5 500   Deutschland              5 395                                           500
                       ICESXTV/V              46 820   Ver. Königreich              105
                                                       Deutschland            46 270
                                                       Frankreich                   330
                                                       Ver. Königreich              220
    Schwarzer          NAFO 0/1                 1350   Deutschland                  550     pm™                                 150
    Heilbutt           ICES XIV/V              4 650   Deutschland              4 040                                           150
                                                       Ver. Königreich              210
    Garnelen           ICESXIV/V               4 525   Frankreich               1 012        pm                               1 150
                       (4)
                                                       Dänemark                 1 012
    Atlantischer       NAFO 0/1                  200                                        pm™
    Heübutt m          ICES XIV/V                200                                        pm™
    Katfisch           NAFO 0/1                1 000   Deutschland              1 000
                       ICESXTV/V               1 000   Deutschland              1 000
    Blauer Wittling    ICESXTV/V              30 000   Dänemark                 3 000
                                                       Frankreich               3 000
                                                       Deutschland            24 000
    Lodde                                   63 150 (6)                                       pm         30 000              10 000
    Grenadierfisch     NAFO 0/1                1 350   Deutschland                 550       pm
                       ICES XIV/V              4 650   Deutschland              4 400
                                                       Ver. Königreich             250
    Grenadierfisch     alle Zonen              2000    Gemeinschaft             2 000
    (3)
    Polardorsch(4)     alle Zonen              2000    Gemeinschaft             2 000
(1)        Höchstens 20 000 Tonnen dürfen mit pelagischen Schleppnetzen gefangen werden. Mit Grundschleppnetzen und mit pelagischen
           Schleppnetzen gefangene Fische sind getrennt zu erfassen.
(2)        Wird aufgrund der Beifänge von Atlantischem Heilbutt bei der Kabeljau- und Rotbarsch-Schleppnetzfischerei die Quote
           überschritten, so bieten die grönländischen Behörden Lösungen an, die es der Gemeinschaft gestatten, die Kabeljau- bzw.
           Rotbarschfischerei bis zur völligen Ausschöpfung der jeweiligen Quote weiter zu betreiben.
(3)        Versuchsfischerei in Tiefen über 1 500 m. Die Beifange von Schwarzem Heilbutt dürfen 40 % nicht übersteigen und werden auf
           die Quote angerechnet.
(4)        Darf nur mit pelagischen Schleppnetzen oder Langleinen gefischt werden. Beifange bis zu 10 % sind zulässig, ausgenommen
           Garnelen und Schwarzer Heilbutt. Die Beifänge werden auf die entsprechende Quote angerechnet.
           Bis zu 1 000 Tonnen können mit Zustimmung der grönländischen Lizenzinhaber in den NAFO-Gebieten O/l gefangen werden.
           70 % des grönländischen Anteils an der TAC für Lodde abzüglich 10 000 Tonnen für die Färöer. Berechnungsgrundlage ist eine
           vorläufige TAÇ von 950 000 Tonnen. Bei der Überprüfung dieser TAC im Laufe des Jahres 1996 wird die Gemeinschaftsquote
           entsprechend neu festgesetzt.
           Nur mit Langleinen zu befischen.
           Nur zur Information.
                                                                                                                                 5
 ---pagebreak---                                FINANZBOGEN
1.  TITEL
    Vorschlag für eine Verordnung des Rates zur Aufteilung der Fangquoten der
    Gemeinschaft in den grönländischen Gewässern (1996).
2.  BETROFFENE HAUSHALTSLINIE
    Linie B7-800
3.  RECHTSGRUNDLAGE
    Artikel 8 (4) der Verordnung des Rates (EEG) Nr. 3760/92
4.  ALLGEMEINES ZIEL
4.1 Zielsetzung
    Festsetzung endgültiger Fangquoten für Norwegen in grönländischen Gewässern
    nach dem Abschluß des bilateralen Fischereiabkommens zwischen der
    Gemeinschaft und Norwegen für 1996.
4.2 Zeitraum
    Bis 31. Dezember 1996
5.  EINSTUFUNG DER AUSGABE
    C D . Obligatorische Ausgabe.
6.  ART DER AUSGABE
    Es handelt sich um die Zahlung für zusätzliche Fangmöglichkeiten in
    grönländischen Gewässern im Rahmen und nach den Bedingungen des Artikels 8
    desbilateralenFischereiabkommens EU-Grönland. Zusätzliche Fangmöglichkeiten
    werden höchstens 1 200 Tonnen Schwarzer Heilbutt und 1 300 Tonnen
    Grenadierfisch umfassen.
7.  HÖHE DER AUSGABE
    Der für 1 200 Tonnen Schwarzer Heilbutt und 1 300 Tonnen Grenadierfisch im
    Jahr 1996 zu bewilligende und zu zahlende Betrag berechnet sich auf der
    Grundlage eines Betrags von 319,58 ECÜ je Tonne Kabeljau-Äquivalent, wobei
    für Schwarzen Heilbutt ein Kabeljau-Äquivalent von 0,8 und für Grenadierfisch
    von 0,6 zugrunde gelegt wird:
    1 200 Tonnen Schwarzer Heilbutt x 0,8 x 319,58 =               306 796 ECU
    1 300 Tonnen Grenadierfisch x 0,6 x 319,58 =                   249 272 ECU
    Insgesamt =                                                    556 068 ECU
                                                                                  L
 ---pagebreak--- 8.   BETRUGSBEKAMPFUNGSBESTIMMUNGEN
    Im Rahmen des Fischereiabkommens zwischen der Gemeinschaft und Grönland
    ist der finanzielle Beitrag der Kommission an keine spezifische Bestimmung
    hinsichtlich der Endverwendung der Mittel gebunden.
9.  KOSTEN/NUTZEN-ANALYSE
    Das bilaterale Abkommen über den gegenseitigen Zugang zu den Gewässern
    zwischen der Gemeinschaft und Norwegen wird auf jährlicher Basis verwaltet,
    indem die Differenz zwischen den Fangmöglichkeiten der Gemeinschaft in
    norwegischen Gewässern und den norwegischen Fangmöglichkeiten in
    Gemeinschaftsgewässern für die verschiedenen Arten errechnet wird. Diese
    Vereinbarungen fallen von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus je nach dem Zustand
    der betroffenen Fischbestände. Für 1996 ist die Vereinbarung mit Norwegen
    besonders schwierig wegen des schlechten Zustands einiger der Fischbestände in
    den Gemeinschaftsgewässern. Auf diese Weise ist es kaum möglich, als
    Ausgleich für den Zugang der Gemeinschaftsschiffe zu den norwegischen
    Ressourcen einen Zugang für die Norweger zu den spärlichen
    Gemeinschaftsressourcen zu gewähren. Daher wird es notwendig, Norwegen als
    Ausgleich einen Teil der gemeinschaftlichen Fangmöglichkeiten in grönländischen
    Gewässern im Rahmen des bilateralen Abkommens zwischen der Gemeinschaft
    und Grönland anzubieten.
    Trotz der Verbesserung der Fangmöglichkeiten im Rahmen des dritten Protokolls
    zum Abkommen mit Grönland machen einige der Konzessionen an Norwegen den
    Kauf zusätzlicher Fangmöglichkeiten von Grönland erforderlich.
    Grönland diese zusätzlichen Fangmöglichkeiten abzukaufen, war somit die einzige
    Möglichkeit, eine zufriedenstellende Lösung für die Vereinbarung über den
    gegenseitigen Zugang mit Norwegen zu finden, ohne die Erhaltung einiger
    Fischbestände in den Gemeinschaftsgewässern zu gefährden.
10. VERWALTUNGSAUSGABEN
    Keine.
                                                                                    %
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                                                          KOM(95) 714 ëndg.
                                            DOKUMENTE
DE                                                                          03 11
                                       Katalognuinmer ; CB-CO-95-743-DE-C
                                                               ISBN 92-77-98334-5
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L-2985 Luxemburg