CELEX: 31969R0768
Language: de
Date: 1969-04-22 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 768/69 des Rates vom 22. April 1969 zur Festsetzung der Standardqualitäten für Weichweizen, Roggen, Gerste, Mais und Hartweizen

Nr . L 100 / 8                     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              28 . 4. 69
(2)     Der Mindestpreis für Zuckerrüben außerhalb            b) für Rohzucker auf 22,37 Rechnungseinheiten je
der Grundquote wird festgesetzt                                    100 Kilogramm,
a ) auf 10,00 Rechnungseinheiten je Tonne für das             c) für Melasse auf 3,20 Rechnungseinheiten je 100
    in Artikel 1 Absatz 2 der Verordnung (EWG)                     Kilogramm .
     Nr. 766/69 bestimmte Hauptüberschußgebiet
     der Gemeinschaft und für die in Artikel 2 Absatz 1                                 Artikel 5
     Buchstabe c) aufgeführten Gebiete,
                                                              Die Garantiemenge gemäß Artikel 26 Absatz 1 der
                                                              Verordnung Nr. 1009/67/EWG wird auf 6 352 500
b ) auf 11,46 Rechnungseinheiten je Tonne für die             Tonnen Weißzucker festgesetzt.
    in Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe a) aufgeführten
     Gebiete .                                                                          Artikel 6
                                                              (1)    Der Hundertsatz gemäß Artikel 27 Absatz 4
                         Artikel 4                            der Verordnung Nr. 1009/67/EWG wird auf 60
                                                              festgesetzt.
Der Schwellenpreis wird festgesetzt                           (2) Der Höchstbetrag der Produktionsabgabe ge­
                                                              mäß Artikel 28 der Verordnung Nr. 1009/67/EWG
a ) für Weißzucker auf 24,94 Rechnungseinheiten je            wird auf 8,97 Rechnungseinheiten je 100 Kilogramm
     100 Kilogramm,                                           Weißzucker festgesetzt.
               Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
               Mitgliedstaat.
               Geschehen zu Luxemburg am 22. April 1969 .
                                                                              Im Namen des Rates
                                                                                   Der Präsident
                                                                                  J. P. BUCHLER
                                  VERORDNUNG (EWG) Nr. 768/69 DES RATES
                                                  vom 22. April 1969
               zur Festsetzung der Standardqualitäten für Weichweizen, Roggen, Gerste, Mais
                                                   und Hartweizen
DER RAT DER EUROPAISCHEN                                      auf Vorschlag der Kommission,
GEMEINSCHAFTEN —
                                                              nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (3),
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro­               in Erwägung nachstehender Gründe :
päischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf
Artikel 43 ,                                                  Die gemeinsamen Preise für Weichweizen, Roggen,
                                                              Gerste, Mais und Hartweizen müssen für bestimmte
gestützt auf die Verordnung Nr. 120/67/EWG des                Standardqualitäten festgesetzt werden. Die Standard­
Rates vom 13 . Juni 1967 über die gemeinsame Markt­           qualitäten sollen so weit wie möglich den durch­
organisation für Getreide (*), zuletzt geändert mit           schnittlichen Qualitäten des in der Gemeinschaft ge­
Verordnung (EWG) Nr. 289/69 des Rates vom                     ernteten Getreides entsprechen .
17. Februar 1 969 (2), insbesondere auf Artikel 2 Ab­
satz 4,                                                       Die Standardqualitäten wurden durch die Verord­
                                                              nung Nr. 865/67/EWG des Rates vom 14. Novem
(!) ABl . Nr. 117 vom 19. 6. 1967, S. 2269/67.
H ABl . Nr. L 41 vom 18 . 2. 1969, S. 1 .                     (3) ABl . Nr. C 41 vom 1 . 4. 1969, S. 35 .
 ---pagebreak--- 28 . 4 . 69                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              Nr. L 100/9
ber 1967 (*) festgesetzt. Die in dieser Verordnung                   einer dem Roggen eigenen Farbe, der der durch­
enthaltenen Definitionen der verschiedenen Bestand­                  schnittlichen Beschaffenheit des in der Gemein­
teile, die nicht einwandfreies Grundgetreide sind, ha­               schaft unter normalen Bedingungen geernteten
ben zu Anwendungsschwierigkeiten geführt. Es ist                     Roggens entspricht ;
daher angebracht, diese Definitionen zu präzisieren
und außerdem die Methoden zur Feststellung des                  b) Feuchtigkeitsgehalt : 16 v. H. ;
Feuchtigkeitsgehalts und der Besatzanteile zu vervoll­
ständigen und einheitlicher zu gestalten —
                                                                c) Anteil der Bestandteile, die nicht einwandfreies
                                                                     Grundgetreide sind : 5 v. H. , davon :
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :                                   — Anteil des Bruchkorns : 2 v. H. ,
                                                                     — Anteil des Kornbesatzes : 1,5 v. H. (als Korn­
                          Artikel 1                                      besatz gelten Schmachtkorn, Fremdgetreide
                                                                         und Schädlingsfraß),
Die für den Richtpreis und die Interventionspreise für               — Anteil des Auswuchses : 1 v. H.,
Weichweizen maßgebende Standardqualität wird wie
folgt bestimmt :                                                     — Anteil des Schwarzbesatzes : 0,5 v. H. ( als
                                                                         Schwarzbesatz gelten Unkrautsamen, verdor­
a) gesunder und handelsüblicher Weichweizen von                          bene Körner, Verunreinigungen, Spelzen, Mut­
     gesundem Geruch, frei von lebenden Schädlingen,                     terkorn, tote Insekten und Insektenfragmente);
     von einer dem Weichweizen eigenen Farbe, der
     der durchschnittlichen Beschaffenheit des in der
     Gemeinschaft unter normalen Bedingungen ge­                d) Eigengewicht : 71 Kilogramm je Hektoliter.
     ernteten Weichweizens entspricht ;
 b ) Feuchtigkeitsgehalt : 16 v. H. ;
                                                                                          Artikel 3
c) Anteil der Bestandteile, die nicht einwandfreies
     Grundgetreide sind : 5 v. H. , davon :                     Die für den Richtpreis und die Interventionspreise für
     — Anteil des Bruchkorns : 2 v. H. ,                        Gerste maßgebende Standardqualität wird wie folgt
                                                                bestimmt :
     — Anteil des Kornbesatzes : 1,5 v. H. ( als Korn­
           besatz gelten Schmachtkorn, Fremdgetreide,            a) gesunde und handelsübliche Gerste von gesundem
          Schädlingsfraß und Körner mit Keimverfär­                  Geruch , frei von lebenden Schädlingen, von einer
           bungen),                                                  der Gerste eigenen Farbe, die der durchschnitt­
     — Anteil des Auswuchses : 1 v. H.,                              lichen Beschaffenheit der in der Gemeinschaft un­
                                                                     ter normalen Bedingungen geernteten Gerste ent­
     — Anteil des Schwarzbesatzes : 0,5 v. H. ( als                  spricht;
          Schwarzbesatz gelten Unkrautsamen, verdor­
           bene Körner, Verunreinigungen, Spelzen , Mut­         b ) Feuchtigkeitsgehalt : 16 v. H. ;
           terkorn, Brandbutten, tote Insekten und In­
           sektenfragmente) ;
                                                                c) Anteil der Bestandteile, die nicht einwandfreies
                                                                      Grundgetreide sind : 4 v. H. , davon :
 d) Eigengewicht : 75 Kilogramm je Hektoliter.
                                                                     — Anteil des Kornbesatzes : 2 v. H. (als Korn­
                          Artikel 2                                      besatz gelten Schmachtkorn, Fremdgetreide
                                                                         und Schädlingsfraß),
 Die für den Richtpreis und die Interventionspreise für
                                                                     — Anteil des Auswuchses : 1 v. H.,
 Roggen maßgebende Standardqualität wird wie folgt
 bestimmt :
                                                                     — Anteil des       Schwarzbesatzes :    1  v. H.  ( als
                                                                         Schwarzbesatz gelten Unkrautsamen, verdor­
 a) gesunder und handelsüblicher Roggen von gesun­                       bene Körner, Verunreinigungen, Spelzen, tote
      dem Geruch, frei von lebenden Schädlingen, von                     Insekten und Insektenfragmente);
 (») ABl . Nr. 179 vom 18 . 11 . 1967, S. 2.                     d) Eigengewicht : 67 Kilogramm je Hektoliter.
 ---pagebreak--- Nr. L 100/ 10                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               28 . 4. 69
                         Artikel 4                           b) Gesamtanteil der Bestandteile, die nicht einwand­
                                                                 freie Hartweizenkörner sind : 24,5 v. H. , davon :
Die für den Richtpreis und den Interventionspreis für
Mais maßgebende Standardqualität wird wie folgt                  — Anteil der Hartweizenkörner, die ihr glasiges
bestimmt :                                                           Aussehen, auch teilweise, verloren haben, und
                                                                     Weichweizenkörner : 20 v. H. , davon höchstens
a) gesunder und handelsüblicher Mais von gesundem                    4 v. H. Weichweizenkörner,
    Geruch und frei von lebenden Schädlingen ;
                                                                 — Anteil des Bruchkorns : 2 v. H. ,
b ) Feuchtigkeitsgehalt : 15 v. H. ;                             — Anteil des Kornbesatzes : 1,5 v. H. ( als Korn­
                                                                     besatz gelten Schmachtkorn, Körner anderer
c) Anteil der Bestandteile, die nicht einwandfreies                  Getreidearten als Hart- und Weichweizen ,
    Grundgetreide sind : 8 v. H., davon :                            Schädlingsfraß, Körner mit Keimverfärbungen
                                                                      und fleckige Körner),
    — Anteil des Bruchkorns : 2 v. H. ( als Bruchkorn
        von Mais gelten Teile von Maiskörnern oder               — Anteil des Auswuchses : 0,5 v . H. ,
        Maiskörner, die durch ein Rundlochsieb von               — Anteil des Schwarzbesatzes : 0,5 v. H. ( als
        4,5 mm fallen),                                              Schwarzbesatz gelten Unkrautsamen, verdor­
    — Anteil des Kornbesatzes : 4 v. H. (als Korn­                    bene Körner, Verunreinigungen, Spelzen, Mut­
        besatz gelten Fremdgetreide, Schädlingsfraß                   terkorn, Brandbutten, tote Insekten und In­
        und Körner mit anormaler Färbung : Körner                     sektenfragmente) ;
        mit anormaler Färbung sind Körner, die auf
        Grund von Hitzeeinwirkung auf einem mehr             c) Eigengewicht : 78 Kilogramm je Hektoliter.
        oder weniger großen Teil der Schale und des
                                                                                        Artikel 6
        Mehlkörpers eine bräunlich-schwarze Färbung
        aufweisen und nicht verdorbene Körner sind),
                                                             Zur Durchführung dieser Verordnung
    — Anteil des Auswuchses : 1 v. H. ,
                                                             a) sind die Bestandteile, die nicht einwandfreies
    — Anteil     des  Schwarzbesatzes :   1  v. H.  ( als        Grundgetreide darstellen, in Anhang I Abschnitt A
        Schwarzbesatz gelten Unkrautsamen, verdor­               definiert, es sei denn, daß diese Verordnung an­
        bene Körner, Verunreinigungen, Spelzen, tote             dere Definitionen enthält, und werden nach dem
        Insekten und Insektenfragmente).                         in Anhang I Abschnitt B vorgesehenen Bezugs­
                                                                 verfahren bestimmt ;
                         Artikel 5
                                                             b) erfolgt die Feststellung des Feuchtigkeitsgehalts
                                                                 unter Bezugnahme auf das im Anhang II ange­
Die für den Richtpreis, die Interventionspreise und              gebene Verfahren ;
den garantierten Mindestpreis maßgebende Standard­
qualität für Hartweizen wird wie folgt bestimmt :            c) wird die Methode zur Bestimmung der Hartwei­
                                                                 zenkörner, die ihr glasiges Aussehen verloren ha­
a) gesunder und handelsüblicher Hartweizen von ge­               ben, nach dem Verfahren des Artikels 26 der
    sundem Geruch, frei von lebenden Schädlingen,                 Verordnung Nr. 120/67/EWG festgelegt.
    trocken, von bernsteingelber bis brauner Farbe,
    an der Bruchstelle von glasigem, durchscheinen­                                     Artikel 7
    dem und hornartigem Aussehen, der der durch­
    schnittlichen Beschaffenheit des in der Gemein­          Die Verordnung Nr. 865/67/EWG wird aufgehoben.
    schaft unter normalen Bedingungen geernteten
     Hartweizens entspricht ;                                 Diese Verordnung tritt am 1 . August 1969 in Kraft.
               Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
              Mitgliedstaat.
               Geschehen zu Luxemburg am 22. April 1969 .
                                                                              Im Namen des Rates
                                                                                   Der Präsident
                                                                                  J. P. BUCHLER
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                                                        ANHANG 1
           A. BESTANDTEILE, DIE NICHT EINWANDFREIES GRUNDGETREIDE SIND
              1 . Bruchkorn :
                  Als Bruchkorn gelten alle Körner, bei denen Teile des Endosperms freiliegen . Hierunter
                  fallen auch angeschlagene Körner und Körner mit ausgeschlagenen Keimlingen.
                  Diese Definition gilt nicht für Mais.
              2. Kornbesatz:
                  a) Schmachtkorn:
                      Als 'Schmachtkorn gelten die Körner, die nach Entfernung sämtlicher anderen in
                      diesem Anhang genannten Bestandteile der Getreideprobe durch Schlitzsiebe mit
                      folgenden Schlitzbreiten fallen : Weichweizen 2 mm, Roggen 1,8 mm, Hartweizen
                      1,9 mm , Gerste 2,2 mm .
                      Hierunter fallen auch frostgeschädigte Körner und alle nicht ausgereiften Körner
                      (grüne Körner).
                  b) Fremdgetreide:
                      Als Fremdgetreide gelten alle nicht zum Grundgetreide gehörenden Getreidekörner
                      einer Getreideprobe. Handelt es sich um eine Hartweizenprobe, so zählen die 4 v. H.
                      übersteigenden Weichweizenkörner zum Fremdgetreide.
                  c) Schädlingsfraß:
                      Zum Schädlingsfraß zählen diejenigen Körner, die Fraßstellen aufweisen. Wanzen­
                      weizen gehört ebenfalls zur Untergruppe Schädlingsfraß.
                  d) Keimverfärbungen und fleckige Körner:
                      Körner mit Keimverfärbungen sind Körner mit braunen bis braunschwarzen Ver­
                       färbungen der Schale am unversehrten, nicht ausgewachsenen Keimling. Bei Weich­
                      weizen bleiben Körner mit Keimverfärbungen bis zu 8 v. H. unberücksichtigt.
                      Fleckige Körner bei Hartweizen sind Körner, die an anderen Stellen als am Keimling
                      braune bis braunschwarze Flecken aufweisen.
              3 . Auswuchs :
                  Auswuchs liegt vor, wenn Wurzel- oder Blattkeime mit bloßem Auge deutlich zu er­
                  kennen sind. Zur Beurteilung des Auswuchsgehalts darf jedoch der allgemeine Habitus
                  der Getreideprobe nicht außer acht gelassen werden. Bei manchen Getreidearten, zum
                  Beispiel bei Hartweizen, tritt — sortenmäßig bedingt — der Keimling stark hervor, so
                  daß bei der Bewegung des Getreides die den Keimling bedeckende Schale aufbricht und
                  Auswuchs vorgetäuscht wird. Ein solches Korn ist nicht als Auswuchs zu bezeichnen.
                  Auswuchs ist erst dann vorhanden, wenn am Keimling deutlich sichtbare, vom Normal­
                  zustand leicht zu unterscheidende Veränderungen eingetreten sind.
              4. Schwarzbesatz:
                  a) Unkrautsamen,
                  b) Verdorbene Körner:
                      Verdorbene Körner sind solche, die durch Fäulnis, Schimmel- oder Bakterienbefall
                      oder durch sonstige Einwirkungen für die menschliche Ernährung und bei Futter­
                      getreide für die Fütterung unbrauchbar geworden sind.
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                         Zu den verdorbenen Körnern gehören auch hitzegeschädigte Körner. Hitzegeschädigte
                         Körner sind solche vollausgebildeten Körner, deren Schale eine graubraune bis schwarze
                         und deren Mehlkörper beim Durchschneiden eine gelblich graue bis bräunlich
                         schwarze Färbung zeigt.
                         Durch Weizengallmücken geschädigte Körner gelten nur dann als verdorbene Körner,
                         wenn durch den sekundär auftretenden Pilzbefall mehr als die Hälfte der Korn­
                         oberfläche grau bis schwarz verfärbt ist. Hat die Verfärbung weniger als die Hälfte
                         der Kornoberfläche erfaßt, so zählt das Korn zum Schädlingsfraß.
                     c) Verunreinigungen :
                         Zu den Verunreinigungen zählen sowohl die in einer Getreideprobe enthaltenen Be­
                         standteile, die beim Sieben mit einem 3,5-mm-Schlitzsieb zurückbleiben (ausgenom­
                         men Fremdgetreide und sehr dicke Körner des Grundgetreides) als auch die Bestand­
                         teile, die beim Sieben mit einem 1-mm-Schlitzsieb durchfallen.
                         Steine, Erdklumpen , Strohteile und andere Verunreinigungen, die sich in den Ge­
                         treideproben zwischen 1 mm und 3,5 mm befinden, zählen ebenfalls zu den Ver­
                         unreinigungen .
                         Diese Definition gilt nicht für Mais. Bei dieser Getreideart gelten als Verunreinigungen
                         sämtliche Bestandteile einer Maisprobe, die beim Sieben mit einem 1-mm-Schlitzsieb
                         durchfallen, sowie alle in Unterabsatz 2 genannten Verunreinigungen;
                     d) Spelzen (bei Mais Bruchstücke oder Spindeln),
                     e) Mutterkorn,
                      f) Brandbutten,
                     g) Tote Insekten und Insektenfragmente.
                 5. Lebende Schädlinge.
              B. BEZUGSMETHODE ZUR FESTSTELLUNG DER BESATZANTEILE, DIE KEIN EIN­
                 WANDFREIES GRUNDGETREIDE SIND
                 1 . Bei Weichweizen, Hartweizen, Roggen und Gerste wird ein Durchschnittsmuster von
                      250 g eine halbe Minute lang durch Schlitzsiebe von 3,5 und 1 mm Schlitzbreite gesiebt.
                     Für eine konstante Siebung wird eine Siebmaschine (z. B. ein Vibrationstisch mit auf­
                     montierten Sieben) empfohlen.
                     Der Rückhalt des 3,5-mm-Siebes und der Durchfall des 1-mm-Siebes sind zusammen
                      auszuwiegen und gelten als Verunreinigungen. Befinden sich im Rückhalt des 3,5-mm
                     Siebes Bestandteile der Fraktion Fremdgetreide oder sehr dicke Körner des Grund­
                     getreides, so sind sie dem gesiebten Muster wieder beizufügen. Beim Sieben durch das
                     1-mm-Sieb ist festzustellen, ob lebende Schädlinge vorhanden sind.
                      Aus dem gesiebten Muster wird mittels eines Probenteilers ein Muster zwischen 50 und
                     100 g entnommen. Dieses Teilmuster ist zu wiegen.
                     Anschließend wird dieses Teilmuster auf einer Tischplatte zu einer flachen Schicht aus­
                     gebreitet, und werden die Fraktionen Bruchkorn, Fremdgetreide, Auswuchs, Schädlings­
                     fraß, frostgeschädigte Körner, Körner mit Keimverfärbungen, fleckige Körner, Unkraut
                      samen, Mutterkorn, verdorbene Körner, Brandbutten, Spelzen, lebende Schädlinge und
                      tote Insekten mit Hilfe einer Pinzette oder eines Hornspatels ausgelesen.
                     Befinden sich im Teilmuster Körner, die noch in den Spelzen sitzen, so sind diese
                      Körner von Hand aus der Umhüllung herauszuholen ; diese Spelzen zählen zu der
                     Fraktion Spelzen. Steine, Sand und Strohteile werden zur Fraktion Verunreinigung
                     gerechnet.
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                  Das Teilmuster wird eine halbe Minute lang durch ein          Schlitzsieb mit einer Schlitz­
                  breite von 2 mm bei Weichweizen, 1,8 mm bei Roggen,           1,9 mm bei Hartweizen und
                  2,2 mm bei Gerste gesiebt. Der Durchfall dieser Siebung       zählt zur Fraktion Schmacht­
                  korn. Frostgeschädigte sowie nicht ganz gereifte grüne        Körner werden der Fraktion
                  Schmachtkorn zugerechnet.
               2. Bei Mais wird ein Durchschnittsmuster von 500 g eine halbe Minute lang durch ein
                  Schlitzsieb von 1 mm gesiebt. Es ist festzustellen, ob lebende Schädlinge und tote In­
                  sekten vorhanden sind.
                  Aus dem Rückhalt des 1-mm-Siebes werden Steine, Sand, Strohteile und andere Ver­
                  unreinigungen mit Hilfe einer Pinzette oder eines Hornspatels ausgelesen.
                  Die ausgelesenen Verunreinigungen werden dem Durchfall dieses 1-mm-Siebes zugefügt
                  und mit diesem zusammen gewogen.
                   Aus dem gesiebten Muster wird mittels eines Probenteilers ein Muster zwischen 100 und
                  200 g hergestellt. Dieses Teilmuster ist zu wiegen. Anschließend wird dieses Teilmuster
                  auf einer Tischplatte zu einer flachen Schicht ausgebreitet, und die Fraktionen Fremd­
                  getreide, Schädlingsfraß, frostgeschädigte Körner, Auswuchs, Unkrautsamen, verdorbene
                  Körner, Spelzen, lebende Schädlinge und tote Insekten werden mit Hilfe einer Pinzette
                  oder eines Hornspatels ausgelesen .
                  Danach wird dieses Teilmuster durch ein 4,5-mm-Rundlochsieb gesiebt. Der Durchfall
                  dieser Siebung zählt zur Fraktion Bruchkorn.
               3. Die nach den in den Nummern 1 und 2 genannten Methoden ermittelten Fraktionen,
                  die kein einwandfreies Grundgetreide sind und deren Anteile in den Artikeln 1 bis 5
                   angegeben sind, sind auf 0,01 g genau auszuwiegen und prozentual auf das Durch­
                   schnittsmuster zu berechnen. Die Angaben im Untersuchungsbericht erfolgen mit einer
                   Genauigkeit von 0,1 v. H. Es ist festzustellen, ob lebende Schädlinge vorhanden sind.
                   Grundsätzlich sind je Muster zwei Untersuchungen durchzuführen. Dabei darf sich
                  höchstens eine Abweichung von 10 v. H. des obengenannten Gesamtbesatzes ergeben .
               4. Bei den unter den Nummern 1 bis 3 genannten Maßnahmen sind folgende Geräte
                  zu verwenden :
                   a) Probenteiler, z. B. konischer oder Riffelprobenteiler ;
                  b) Präzisions- und Feinwaage ;
                    c) Schlitzsiebe mit einer Schlitzbreite von 1 mm, 1,8 mm, 1,9 mm , 2 mm, 2,2 mm und
                       3,5 mm und Rundlochsieb von 4,5 mm Lochdurchmesser.
                       Die Siebe sind gegebenenfalls auf einen Vibrationstisch montiert.
                                                        ANHANG II
           PRAKTISCHE BEZUGSMETHODE ZUR BESTIMMUNG DES FEUCHTIGKEITSGEHALTS
           1 . Prinzip:
               Das Erzeugnis wird bei 130—133 ° C und normalem Luftdruck getrocknet, und zwar wäh­
               rend einer gemäß der Größe der Partikel empirisch festgelegten Zeit.
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                2. Anwendungsgebiet:
                       Diese Trocknungsmethode gilt für geschrotetes Getreide, dessen Teilchengröße bei Sieben
                       mit Maschen von 0,5 mm eine Durchlässigkeit von zumindest 50 v. H. gestattet und das bei
                       Sieben mit Rundmaschen von 1 mm höchstens 10 v. H. Rückstand zurückläßt; das Ver­
                       fahren gilt auch für Mehle.
               3.      Geräte :
                       Präzisionswaage.
                       Zerkleinerungsgerät aus einem Material, das keine Feuchtigkeit absorbiert, leicht zu reinigen
                       ist, eine schnelle und gleichmäßige Zerkleinerung ermöglicht, ohne merkbare Erwärmung
                       hervorzurufen, so weit wie möglich den Kontakt mit der Außenluft verhindert und den
                       unter Nr. 2 gestellten Forderungen entspricht (z. B. zerlegbare Kegelmühle).
                       Gefäß aus korrosionsbeständigem Metall oder aus Glas mit Schliffdeckel ; die Nutzfläche
                       muß eine solche Verteilung der Probe ermöglichen, daß 0,3 g auf 1 cm2 kommen.
                       Elektrisch beheizter, temperaturgeregelter Trockenschrank, der auf eine Temperatur zwi­
                      schen 130 und 133 ° C H eingestellt ist und eine ausreichende Lüftung besitzt (2).
                       Exsikkator mit dicker, perforierter Platte aus Metall, die ersatzweise aus Porzellan sein
                       kann. Der Exsikkator enthält mit Kobaltchlorid getränktes Silicagel oder jedes andere
                      wirksame Trocknungsmittel.
               4. Arbeitsverfahren :
                      a) Trocknung:
                            Mindestens 5 g der gemahlenen Substanz in das zuvor austarierte Gefäß einwiegen.
                            Das Gefäß in einen auf 130° C erhitzten Trockenschrank stellen . Damit die Temperatur
                            des Trockenschranks nicht zu stark abfällt, ist das Gefäß möglichst rasch hineinzustellen.
                            Nachdem der Trockenschrank erneut die Temperatur von 130° C erreicht hat, 2 Stun­
                            den lang trocknen lassen. Das Gefäß aus dem Trockenschrank herausnehmen, den
                            Deckel rasch wieder auflegen , 30 bis 45 Minuten lang in einem Exsikkator abkühlen
                            lassen und wiegen (das Wiegen soll mit einer Genauigkeit von 1 mg erfolgen).
                      b ) Vortrocknung:
                            Körner, deren Feuchtigkeitsgehalt höher als 17 v. H. ist, müssen wie folgt vorgetrocknet
                           werden :
                           50 g der ungemahlenen Körner werden in einen geeigneten Behälter (z. B. eine Alu­
                           miniumplatte 20X12 cm mit einem Rand von 0,5 cm) eingewogen, in einem Trocken­
                           schrank 7 bis 10 Minuten lang bei einer Temperatur von 130 ° C getrocknet und aus
                            dem Trockenschrank herausgenommen. Man läßt die Körner im Labor 2 Stunden lang
                            offen abkühlen und wiegt sie dann (das Wiegen soll mit einer Genauigkeit von 10 mg
                           erfolgen). Die teilgetrockneten Körner werden geschrotet, und der verbleibende Feuch­
                           tigkeitsgehalt wird wie unter Buchstabe a) beschrieben festgestellt.
               ( i ) Lufttemperatur im Innern des Trockenschranks .
               (*) Der Trockenschrank soll eine solche Wärmekapazität haben , daß er, wenn er auf eine Temperatur von 131 • C
                     eingestellt worden ist, diese Temperatur in weniger als 45 Minuten wieder erreichen kann , nachdem die
                     Höchstzahl gleichzeitig zu trocknender Proben hineingestellt wurde .
                     Die Ventilation soll so beschaffen sein , daß, wenn alle Weichweizenproben , die der Schrank enthalten kann ,
                     zwei Stunden lang gleichzeitig getrocknet werden , die Ergebnisse mit Bezug auf die nach 4stündiger Trocknung
                     erzielten Ergebnisse eine unter 0,15 v . H. liegende Differenz aufweisen .
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           5. Berechnungsmethode und Formeln :
               E = Anfangsmasse der Probe in Gramm,
              M = Masse der Probe in Gramm nach der Konditionierung,
              M' = Masse der Probe in Gramm nach dem Schroten ,
              m = Masse der trockenen Probe in Gramm .
              Der Feuchtigkeitsgehalt des Produkts, in Hundertsätzen ausgedrückt, beträgt
                                                           100
              — ohne Vorkonditionierung      (E — m) X —--
                                                            b
              — mit Vorkonditionierung
                 Lr  ( M* — m) M
                          M'           + E - M H1 X             100
                                                                 j;      .'»■     0/ - ME M.)
                                                                                          m \
              Es muß mindestens eine Doppelbestimmung erfolgen .
           6. Genauigkeit der Bestimmung:
              Der Unterschied zwischen zwei Feuchtigkeitsgehaltsbestimmungen bei ein und derselben
              Probe soll + 0,1 v. H. nicht überschreiten .