CELEX: 51978PC0702
Language: de
Date: 1978-12-13
Title: VORSCHLAG FUER EINE RICHTLINIE DES RATES ZUR ANGLEICHUNG DER RECHTSVORSCHRIFTEN DER MITGLIEDSTAATEN UEBER GEWISSE ARTEN EINFACHER DRUCKBEHAELTER

Nr. C 37/2                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             10. 2. 79
                                                                II
                                                   (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                  KOMMISSION
               Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mit-
                                    gliedstaaten über gewisse Arten einfache Druckbehälter
                                (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 18. Dezember 1978)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                           sen, um nach Durchführung der Prüfverfahren und
GEMEINSCHAFTEN —                                                   Anbringung der Zeichen in den Verkehr gebracht
                                                                   und in Betrieb genommen werden zu können.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä-
                                                                   Um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tra-
ischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf
                                                                   gen, ist eine sofortige Anpassung der technischen
Artikel 100,
                                                                   Vorschriften für diese Behälter notwendig. Dabei ist
                                                                   das in Artikel 20 der vorgenannten Richtlinie vorge-
auf Vorschlag der Kommission,                                      sehene Verfahren anzuwenden.
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                    Konzeption und Fertigungsart der Behälter können
                                                                   von bestimmten Vorschriften abweichen, insbeson-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                 dere von denjenigen in 2.1 bis 2.4 des Anhangs,
schusses,                                                          wenn sie mindestens die gleiche Sicherheit bieten.
                                                                   Demnach ist das in Artikel 17 der genannten Richtli-
in Erwägung nachstehender Gründe:                                  nie vorgesehene Verfahren anzuwenden —
In den Mitgliedstaaten sind die Konstruktions- und
Prüfeigenschaften der einfachen geschweißten nicht-                HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
gefeuerten Druckbehälter durch zwingende Vor-
schriften geregelt. Diese Vorschriften sind von einem                                     Artikel 1
Mitgliedstaat zum anderen verschieden, was den
Handelsverkehr mit den betreffenden Erzeugnissen
                                                                   (1)    Diese Richtlinie betrifft einfache geschweißte
erschwert und somit das gute Funktionieren des Ge-
                                                                   nichtgefeuerte Druckbehälter aus Stahl gemäß Defini-
meinsamen Marktes beeinträchtigt.
                                                                   tion in Artikel 2 in ortsfester oder in beweglicher
                                                                   Ausführung, die zur Aufnahme von komprimierter
In der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des Rates (') sind ins-      Luft oder nichtkorrosiven und nichttoxischen kompri-
besondere die EWG-Bauartzulassungs- und E W G -                    mierten Gasen bestimmt sind.
Prüfverfahren für diese Behälter festgelegt.
                                                                   (2)    Die in Absatz 1 genannten Behälter werden im
Nach dieser Richtlinie sind die technischen Vorschrif-             folgenden „Behälter" genannt.
ten auszuarbeiten, denen diese Behälter genügen müs-
                                                                   (3)    Nicht unter diese Richtlinie fallen:
                                                                   — speziell für den Transport von Gasen ausgelegte
(') ABl. Nr. L 262 vom 27. 9. 1976, S. 153.                            Behälter,
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 37/3
— zur Ausrüstung der Bremskreise von Kraftfahr-              b) die EWG-Bauartzulassung, wenn das Produkt
     zeugen und Kraftfahrzeuganhängern bestimmte                  P x V 200 bar x Liter nicht übersteigt.
     Behälter,
— Behälter für Feuerlöscher.
                                                                                      Artikel 4
                         Artikel 2                           Die zur Anpassung des Anhangs und der Anlagen
                                                             an den technischen Fortschritt notwendigen Änderun-
Behälter im Sinne dieser Richtlinie ist jeder Behälter,      gen werden nach dem in Artikel 20 der Richtlinie
der                                                          6 7 / 7 6 7 / E W G des Rates vorgesehenen Verfahren
                                                             festgelegt.
 a) — aus einem zylindrischen Teil mit Kreisquer-
        schnitt besteht, der an beiden Enden durch ge-
        wölbte Böden, die in der Behälterachse liegen                                 Artikel 5
        und deren konkaver Teil nach dem Behälterin-
        neren gerichtet ist, oder durch ebene Böden          Gemäß Artikel 17 der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des '•••**•«*
        verschlossen ist;                                    Rates können Abweichungen von den Vorschriften
                                                             2.1 bis 2.4 des Anhangs zugelassen werden.
    — aus zwei gewölbten, auf der gleichen Achse
        liegenden Böden besteht;
b) nur Rohrstutzen und Durchlässe von kreisförmi-                                     Artikel 6
    gen oder eventuell elliptischem Querschnitt, insbe-
    sondere zur Reinigung und Besichtigung, besitzt,         Die Mitgliedstaaten können das Inverkehrbringen
    deren Achsen senkrecht zur Behälterwand stehen           und die Inbetriebnahme eines Druckbehälters, der
    und die genügend weit voneinander entfernt sind,         den Vorschriften der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G und
    so daß ihre Berechnung gesondert erfolgen kann.          dieser Richtlinie genügt, nicht aus Gründen seiner
                                                             Konstruktion und seiner Prüfung verweigern, verbie-
    Auf den gewölbten Böden können jedoch Rohr-              ten oder einschränken.
    stutzen vorhanden sein, insbesondere für die
    Entleerung, sofern ihr Durchmesser 15 mm nicht
    übersteigt. Diese Rohrstutzen können nicht senk-                                  Artikel 7
    recht zur Wandung der gewölbten Böden verlau-
    fen.                                                     (1)       Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen
                                                             Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft, um
 Die in diesem Artikel genannten Böden bestehen aus          dieser Richtlinie binnen 18 Monaten nach ihrer Be-
einem einzigen Werkstück.                                    kanntgabe nachzukommen, und setzen die Kommis-
                                                             sion unverzüglich hiervon in Kenntnis.
                          Artikel 3                           (2)      Nach Bekanntgabe dieser Richtlinie unterrich-
                                                             ten die Mitgliedstaaten die Kommission über alle Ent-
                                                             würfe von Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die
 Die in Artikel 1 genannten Behälter erfordern:              sie im Geltungsbereich dieser Richtlinie zu erlassen
 a) die EWG-Bauartzulassung und die EWG-Bauart-              gedenken, so rechtzeitig, daß diese dazu Stellung
                                                             nehmen kann.
    prüfung, wenn das Produkt P x V(') 200 bar x
    Liter übersteigt;
                                                                                      Artikel 8
(') P = Betriebsdruck,
    V = Fassungsraum.                                        Diese Richtlinie ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
 ---pagebreak--- Nr. C 37/4                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            10. 2. 79
                                              TECHNISCHER       ANHANG
                                                         KAPITEL I
                                     K O N Z E P T I O N DER DRUCKBEHÄLTER
           1.     Anwendungsgrenzen
                  Der technische Anhang der Richdinie gilt für die in Artikel 1 genannten Druckbehälter,
                  bei denen
                  — der Betriebsdruck 30 bar nicht übersteigt,
                  — der Fassungsraum 3 000 Liter nicht übersteigt,
                  — das Produkt P.V. nicht mehr als 10 000 bar/Liter beträgt,
                  — die ausgeführte Dicke der Behälter und gewölbten Böden 16 mm nicht übersteigt,
                  — die ausgeführte Dicke der Behälter und gewölbten Böden nicht weniger als 2 mm be-
                       trägt,
                  — die ausgeführte Dicke der ebenen Böden nicht mehr als 25 mm beträgt,
                  — die Länge des Behältermantels nicht das Zwölffache des mittleren Durchmessers des
                       Behältermantels übersteigt,
                  — der Durchmesser der Anschlüsse nicht mehr als 0,3 mal des mittleren Durchmessers
                       des Behältermantels beträgt,
                  — der Durchmesser der Flansche nicht mehr als 300 mm beträgt,
                  — die runden oder elliptischen Schauöffnungen in ihrer größten Abmessung 400 mm
                       nicht überschreiten,
                  — die minimale Betriebstemperatur nicht unter — 20 ° C oder — 10 ° C liegt,
                  — die maximale Betriebstemperatur nicht über + 300 °C liegt.
           2.     Werkstoffe
                  Gußstücke dürfen in keinem Fall für die Herstellung von drucktragenden Teilen verwen-
                  det werden.
           2.1.   Drucktragende Teile
                  Die für die drucktragenden Teile verwendeten Stähle müssen folgende Bedingungen erfül-
                  len.
           2.1.1. Behälter, für die eine Mindestbetriebstemperatur von — 20 °C erforderlich ist.
                  Die nachstehenden Stahlsorten und -güten sind zu verwenden:
                  a) Bleche
                      Euronorm 28-69:                         Fe 37-2 kW; Fe 37-2 kP; Fe 42-2 kW
                                                              Fe 42-2 kP; Fe 47-2 kW; Fe 47-2 kP
                  b) Nahtlose Rohre
                      Norm ISO/2604/11-1975:                  TS6; TS10; TS15
                  c) Geschweißte Rohre
                      Norm ISO/2604/111-1975:                 T W 6 ; TW10; TW15
                  d) Schmiedestücke
                       Norm ISO/2604/1-1975:                  F9
                  e) Nocken
                       Euronorm 25-72:                        Fe 360 D ; Fe 430 D
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                                   Nr. C 3 7 / 5
          2.1.2. Behälter, für die eine Mindestbetriebstemperatur von — 10 ° C erforderlich ist.
                 Die nachstehenden Stahlsorten und -güten sind zu verwenden:
                 a) Bleche
                     Euronorm 28-69:                                                Fe 37; Fe 42
                 b) Nahtlose Rohre
                     N o r m ISO/2604/11-1975:                                       TS4; TS6; TS9; TS10;
                                                                                     TS13; TS14; TS15
                 c) Geschweißte Rohre
                     N o r m ISO/2604/111-1975:                                      TW4;TW5;TW6;TW9;
                                                                                     TW10; TW13; TW14; TW15
                 d) Schmiedestücke
                     N o r m ISO/2604/1-1975:                                       F8; F9
                 e) Nocken
                     Euronorm 25-72:                                                Fe 310; Fe 360; Fe 430
          2.2.   Geschweißte Flansche: Sie sind aus einer unter Punkt 2.1 spezifizierten Stahlsorte oder
                 -güte oder aus Kohlenstoff- oder Kohlenstoff-Mangan-Stahl herzustellen; die chemische
                 Zusammensetzung des Gusses dieses Stahls und seine mechanischen Eigenschaften müssen
                 den in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Grenzwerten entsprechen.
                       %c                % Mn                   %Si                 °/o S od.       R g max.               R r max. Dehnung
                                                                                   °/o P max.
                       max.               max.                  max.                  max.           N/mm2                 N/mm2    min. ( % )
                        0,2               1,6                   0,4                   0,05            265                    440      22
          2.3.   Befestigungselemente
                 Bolzen, Schrauben, Stifte und Schraubenmuttern entsprechen den Spezifikationen der
                 N o r m e n I S O / R 8 9 8 / I - 1 9 6 8 ; I S O / R 8 9 8 / I I - 1 9 6 9 und I S O / 8 9 8 / I V - 1 9 7 2 .
                 Alle durch diese Normen spezifizierten Klassen können unter der Bedingung verwendet
                 werden, daß die Mindestdehnung nach Werkstoffbruch 16 % beträgt oder mehr.
          2.4.   Zusatzstücke
                 Alle mit dem Behältermantel verschweißten nicht drucktragenden Teile müssen aus einem
                 Werkstoff hergestellt werden, der mit dem Werkstoff des Behälters, mit dem sie ver-
                 schweißt werden, verträglich ist.
          2.5.   Bestellung
          2.5.1. Bei der Bestellung der Grundwerkstoffe spezifiziert der Hersteller der Behälter den Er-
                 zeugnistyp mit Abmessungen, Merkmalen und der verwendeten Stahlsorte oder -güte.
          2.5.2. Er gibt ebenfalls die Art der Dokumente an, die der Lieferung als Begleitpapiere entspre-
                 chend Absatz 2.6 dieser Richtlinie beigegeben werden müssen.
          2.6.   Art der Dokumente
          2.6.1. „Werkprüfbescheinigung"
                 Gemäß den Bestimmungen von Euronorm 21-76 ist die Werkprüfbescheinigung bei den
                 unter 2.1 genannten Stählen erforderlich.
          2.6.2. „Bescheinigung über die Übereinstimmung mit der Bestellung"
                 Gemäß den Bestimmungen von Euronorm 21-76 ist diese Bescheinigung bei den unter 2.2
                 genannten Stählen und bei den unter 2.4 dieser Richtlinie genannten Erzeugnissen erfor-
                 derlich.
 ---pagebreak--- Nr. C 37/6                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                10. 2. 79
           2.6.3. Die in den Absätzen 2.6.1 und 2.6.2 dieser Richtlinie genannten Bescheinigungen sollen
                  die auf den Erzeugnissen angebrachten Kennzeichen aufführen, damit ein Vergleich zwi-
                  schen den Dokumenten und den Erzeugnissen möglich ist, ohne daß die Gefahr besteht,
                  daß Irrtümer unterlaufen.
           2.7.   Kennzeichnung
                  Alle bei der Herstellung von Druckbehältern verwendeten Werkstoffe müssen identifiziert
                  werden können.
           3.     Berechnung der druck tragenden Teile
           3.1.   Begriffsbestimmungen
           3.1.1. Berechnungsdruck
                  Der Berechnungsdruck ist der beim Betrieb erreichte maximale Druck. Dieser Druck ist in
                  die Berechnungsformeln zur Bestimmung der Berechnungsdichten einzusetzen.
           3.1.2. Berechnungstemperatur
                  Hierbei handelt es sich um einen vom Hersteller in eigener Verantwortung ausgewählten
                  Temperaturwert. Mit dieser Temperatur kann der W e r t der Beanspruchung bei der jeweili-
                  gen Temperatur bestimmt werden.
           3.2.   Dichten der drucktragenden Teile des Behälters
                  Die Dichten der drucktragenden Teile dürfen nicht niedriger sein als die mit den Formeln
                  des Anhangs I berechneten.
                  In diesen Formeln ist der Korrosionszuschlag nicht berücksichtigt. Wird jedoch eine Uber-
                  dicke angenommen, muß der Wert dieser Überdicke auf dem Kennzeichnungsschild auf
                  dem Behälter angegeben sein.
           3.2.1. Zulässige Spannung
                  Die zulässige Spannung f, die in die Formeln für die Berechnung der drucktragenden
                  Teile einzusetzen ist, ist der kleinere der beiden folgenden Werte:
                  Die Streckgrenze Rp/]-, die zur Berechnung der zulässigen Beanspruchung der drucktragen-
                  den Teile verwendet wird, ist einer der folgenden Werte:
                  — weist ein Stahl keine obere oder untere Fließgrenze auf, ist die herkömmliche Streck-
                      grenze zu nehmen:
                      ^0,2'
                  — weist ein Stahl eine obere und untere Fließgrenze auf, kann folgender W e r t genom-
                      men werden:
                      ReL
                      oder
                      R C H x 0,92, sofern der Wert R r H auf der Grundlage eines Belastungs-Dehnungsdia-
                      gramms bestimmt worden ist,
                      oder
                      R
                    •   c ,2i
                  — bei einer Berechnungstemperatur von mehr als 50 ° C ist die Streckgrenze gleich der
                      herkömmlichen Streckgrenze bei 0,2 % der jeweiligen Temperatur.
           3.2.2. Bei Stumpfnähten ist der Koeffizient z für die Berechnung der drucktragenden Teile fol-
                  gender:
                  z = l ; z = 0,85; oder z = 0,7.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. C 37/7
                                                    K A P I T E L II
                                       HERSTELLUNG VON BEHÄLTERN
          4.   Allgemeines
          4.1. Grundwerkstoffe, Auftragsmetalle, Schweiß- und Herstellungsverfahren sowie Prüfverfah-
               ren müssen geeignet sein, die Herstellung der Behälter nach den Vorschriften dieser Richt-
                linie sicherzustellen.
          4.2.  Die angewandten Schweißverfahren müssen zuvor Gegenstand einer Eignungsprüfung ge-
                mäß den Bestimmungen von Anhang III gewesen sein.
          4.3.  Die Schweißungen müssen von Schweißern vorgenommen werden, deren Qualifikation im
                Hinblick auf die Durchführung der Schweißung gemäß den Bestimmungen von Anhang V
                festzustellen ist.
          4.4. Jedes Schweißverfahren, mit dem ein vollständiges Durchschweißen erreicht werden kann,
                ist zulässig.
          4.5. Schauöffnungen und Flansche
               Sind Schauöffnungen oder Flansche vorgesehen, müssen sie gemäß den Spezifikationen
               von Anhang I, Punkt 5 und 6 hergestellt sein.
          5.   Vorbereitung und Schweißen der drucktragenden Verbindungen
          5.1.  Formgebung der Bleche
                Bei der Formgebung dürfen keinerlei Fehler auftreten, die die Sicherheit beeinträchtigen
                können.
                Eine Formgebung, bei der die Metalltemperatur während des Prozesses unter dem U m -
               wandlungspunkt A C j liegt, wird als Kaltformung bezeichnet.
                Ist bei der Kaltformung der Wert
                                                          x 100 < 3,
                                                    2R,
               ist eine entsprechende Wärmebehandlung zur Standardisierung erforderlich.
               e r : ausgeführte Dicke des Bleches
               R;: kleinster Krümmungsradius.
          5.2. Abkanten der Bleche
               W e r d e n Bleche unterschiedlicher Dicken durch Stumpfnähte zusammengeschweißt, wird
               das dickste Blech flachwinklig auf einer Länge abgekantet, die mindestens dem vierfachen
               Niveauunterschied entspricht.
          5.3. Für Rund- und Längsnähte sind nur Stumpfnähte mit vollständiger DurchscTiweißung zu-
               lässig.
               Gejoggelte Rundnähte können jedoch zulässig sein, wenn die Dicke der Bleche 8 mm
               oder weniger beträgt.
               Werden bei Längsnähten Stützeisen verwendet, sind sie nach dem Schweißen und vor
               einer zerstörungsfreien Prüfung zu entfernen.
               Werden bei Rundnähten Stützeisen verwendet, die nicht entfernt werden können, so ist
               d a f ü r zu sorgen, daß beim Stützeisen eine zufriedenstellende Durchschweißung erreicht
               wird.
                Das Entfernen der Stützeisen darf nicht übermäßig starke Verformungen nach sich zie-
                hen.
                Der Werkstoff, aus dem das Stützelement besteht, muß so beschaffen sein, daß er sich in
                keinerlei Weise negativ auf die Schweißnaht auswirkt.
               Die Konzeption der Verbindungen zwischen Rohransätzen und Stutzen und dem Behälter-
               mantel sowie zwischen dem Behältermantel u n d / o d e r den ebenen Böden bei Kehlnähten
               muß so beschaffen sein, daß das vollständige Aufschmelzen der Wurzel möglich ist.
 ---pagebreak--- Nr. C 37/8                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                         10. 2. 79
            5.4.    Ausrichten der Bleche
            5.4.1.  Bei Längsverbindungen sowie bei einseitig geschweißten Rundverbindungen müssen die
                    Mittelachsen der Bleche mit einer Toleranz von ± 10 % der Dicke des dicksten Blechs
                    ausgerichtet werden.
                    Bei zweiseitig geschweißten Rundverbindungen ist eine größere Toleranz zulässig, sofern
                    auf der anderen Seite ein Sicherheitsband erreicht wird.
            5.4.2.  Ausrichten von Flächen unterschiedlicher Dicke
                    Der maximale Ausrichtungsfehler muß geringer sein als ein Viertel der stärksten Blech-
                    dicke.
                    Liegt der Ausrichtungsfehler höher, ist die Fläche gemäß den Vorschriften von Punkt 5.2
                    abzukanten.
                                                                                                    -Oj
                                                                               -O
                         e>e
                        _OI
                                  Längsverbindungen                          Rundverbindungen
                         b
                           l < e'/10                                einseitig geschweißt: b j < e'/10
                                                                    zweiseitig geschweißt: keine Grenze
                         b 2 < e ' / 4 f ü r e ' < 16 mm            b 2 < e'/4 wenn e' < 16 mm
                         hi < 3 mm f ü r e' < 16 mm
           5.5.    Aspekt der Schweißraupen
                   Alle Schweißnähte müssen eine regelmäßige Oberfläche aufweisen und dürfen nicht unter-
                   schiedlich dick sein, sie müsen sich in den Flächen der Bleche ohne unakzeptable Krater
                   und Kerben anpassen.
                   Die H ö h e der Überhöhung einer Schweißwulst darf den größeren der beiden folgenden
                   Werte — ein Zehntel der Breite der Schweißnaht oder 1 mm — nicht überschreiten.
                   Eine doppelte Überhöhung ist bei der Überlappung am Ende der Schweißraupe zulässig.
                   Die maximale H ö h e der Schweißwulst bei einem eventuellen rückseitigen Schweißen ist
                   der größere der beiden folgenden Werte: ein Zehntel der Dicke des Bleches oder 1 mm.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                              Nr. C 37/9
          5.6.   Reparaturen von Schweißnähten bei der Herstellung
                 Schweißnähte dürfen nur durch völliges Neuschweißen im defekten Teil und nicht durch
                 Auftragsschweißung repariert werden.
                 Abgesehen von lokalen Nacharbeiten durch Handschweißen müssen alle Reparaturen
                 nach dem gleichen Verfahren wie bei der Anfangsschweißung durchgeführt werden.
                 Ein anderes Verfahren darf nur dann verwendet werden, wenn die Prüfbehörden davon in
                 Kenntnis gesetzt worden sind, diese ihre Zustimmung gegeben und das Verfahren als ge-
                 eignet bezeichnet haben.
          5.7.   Formtoleranzen
          5.7.1. Unrundwerden
                 Ein Unrundwerden ist definiert durch die Differenz zwischen größtem und kleinstem
                 Durchmesser, dividiert durch die Hälfte ihrer Summe.
                 Dieses Verhältnis darf 1 % jedes Querschnitts des Behälters nicht überschreiten. An den
                 Stellen der Rohrstutzen ist jedoch ein Unrundwerden bis zu 2 % zulässig.
          5.7.2. Geradheit
                 Die maximale Durchbiegung einer beliebigen Mantellinie des zylindrischen Teils des Be-
                 hälters — leer und nicht drucktragend — darf 0,3 % nicht überschreiten.
          5.7.3. Unregelmäßigkeiten im Profil
                 Unregelmäßigkeiten im Profil (nachgeprüft mit Hilfe einer Schablone mit einem Ö f f n u n g s -
                 winkel von 20°) dürfen 5 % der Mindestwanddicke des Bleches plus 3 mm nicht über-
                 schreiten. Dieser Maximalwert wird um 25 °/o erhöht, wenn die Länge des Bereichs der
                 Unregelmäßigkeit nicht mehr beträgt als V4 der Länge eines zylindrischen Mantelelements
                 zwischen zwei Rundnähten, höchstens jedoch 1 m beträgt.
          6.     Schweißen von nicht drucktragenden Zubehörteilen
                 Die Konzeption der Zubehörteile, wie Stützen, Griffe, Heberinge, Verstärkungen u. a.
                 muß ein Aufschweißen dieser Teile auf die drucktragenden Teile ermöglichen. Das
                 Schweißen muß gemäß den Vorschriften von Punkt 5.5 ausgeführt werden.
                                                    K A P I T E L III
                                           EWG-MODELLZULASSUNG
          7.     Antrag auf EWG-Zulassung
                 Der Antrag und der in diesem Zusammenhang geführte Schriftverkehr müssen den V o r -
                 schriften von Anhang I Absatz 1 der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des Rates vom 27. Juli 1976
                 entsprechen.
          8.     Prüfung für die EWG-Zulassung
          8.1.   Die Prüfung für die EWG-Zulassung erfolgt auf der Grundlage der technischen Unterla-
                 gen an Probegeräten.
          8.2.   — Der Antragsteller legt 10 für die geplante Produktion repräsentative Druckbehälter
                     vor. Die Prüfinstanz entnimmt drei Behälter, an denen die Prüfungen und Versuche
                     vorgenommen werden.
                     Bei Behältern, die in kleinen Mengen produziert werden, legt der Antragsteller die
                     Zahl an Behältern vor, die für die D u r c h f ü h r u n g der in der Richtlinie vorgesehenen
                     Prüfungen und Versuche erforderlich sind.
                 — Bei Behältern, bei denen eine Produktion in kleinen Mengen vorgesehen ist, legt der
                     Antragsteller die Zahl an Behältern vor, die die Prüfinstanz für die D u r c h f ü h r u n g der
                     in der Richtlinie genannten Prüfungen und Versuche für erforderlich hält.
 ---pagebreak--- Nr. C 3 7 / 1 0                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                10. 2. 79
                8.3.      Prüfung der technischen Unterlagen.
                          Dazu gehört insbesondere:
                          a) Feststellung, ob die Stähle gemäß den Vorschriften in Punkt 2.1, 2.2, 2.3 und 2.4 ausge-
                             wählt worden sind;
                          b) Prüfung der Konformitätsdokumente gemäß Punkt 2.6 ;
                          c) Prüfung der Behälterkonzeption gemäß den Vorschriften von Anhang I Punkt 5 und
                             6;
                          d) die Überprüfung der Anbringungsstelle für die EWG-Aufschriften und Zeichen gemäß
                             Kapitel V;
                          e) die Prüfung der Zertifikate für das Schweißverfahren und die Qualifikation der Schwei-
                             ßer, die für die Schweißmethoden der geplanten Produktion erforderlich sind;
                          f) die Feststellung, daß die Berechnungen gemäß den Vorschriften in Punkt 3 und in An-
                             hang I, Punkt 1 bis 4 durchgeführt worden sind.
                8.4.      Prüfungen und Versuche an fertigen Behältern
                8.4.1.    Versuche an fertigen Behältern
                          a) Röntgenuntersuchungen an 100 % der Stumpfnähte an den der Prüfinstanz vorgestell-
                             ten Behältern;
                          b) eine Wasserdruckprobe an jedem von der Prüfinstanz entnommenen Behälter;
                          c) eine Schwingungsprobe an einem Behälter, wenn die Behälter der geplanten Produk-
                             tion Flachböden haben und winkelgeschweißt sind.
                8.4.2.    Uberprüfung der einwandfreien Ausführung
                          Die Uberprüfungen der einwandfreien Ausführung betreffen insbesondere:
                         — die Prüfung der Konzeption der geschweißten Verbindungen gemäß den Vorschriften
                              von Punkt 4, 5 und 6;
                         — die Prüfung der Dicke der drucktragenden Teile gemäß den Bestimmungen in Punkt 3
                              sowie von Anhang I, Punkt 1 bis 4.
                8.5.     Prüfungen und Versuche an Proben, die fertigen Behältern entnommen werden.
                         Die Proben werden im Werk vom Hersteller im Beisein der Prüfinstanz entnommen.
                8.5.1.   Versuche an Behältermänteln
                         Die nachgenannten Versuche werden dann durchgeführt, wenn die Behältermäntel einer
                         Wärmebehandlung unterzogen worden sind;
                         a) 1 Zugversuch,
                         b) 3 Kerbschlagbiegeversuche.
                8.5.2.   Versuche an Behälterböden
                         Die nachgenannten Versuche werden an den Behälterböden in allen Fällen durchgeführt;
                         a) 1 Zugversuch,
                         b) 3 Kerbschlagbiegeversuche.
                8.5.3.   Versuche an Schweißnähten
                8.5.3.1. Längs- und Rundnähte
                         Die nachgenannten Versuche werden je nach Entscheidung der Prüfinstanz entweder an
                         Längs- oder an Rundnähten durchgeführt, wenn das Schweißverfahren in beiden Fällen
                         das gleiche ist.
                         Ist dies nicht der Fall, werden die Versuche an Längs- und an Rundnähten durchgeführt.
                         a) Zugversuch (senkrecht zur Schweißnaht)
                         b) Faltversuch: untere Seite der Schweißnaht
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr. C 37/11
                   c) Faltversuch: obere Seite der Schweißnaht
                   d) Kerbschlagbiegeversuch in der Schweißnaht
                   e) Kerbschlagbiegeversuch in der Wärmezone, die je nach Durchmesser und Dicke des
                       Behältermantels begrenzt ist
                   f) Härtetest
                   g) Makrographische Prüfung
          8.5.3.2. Schweißnähte der Rohrstücke, Stutzen, Behältermantel mit ebenem Boden
                   Ein Ultraschallversuch dieser Nähte wird an jedem Behälter durchgeführt, der der Prüf-
                   instanz vorgestellt wird.
                   Eine makrographische Prüfung wird an den Nähten der Rohrstücke und Stutzen durchge-
                   führt.
                   Diese Prüfung wird auch an den Nähten von Behältermantel mit ebenem Boden durchge-
                   führt, wenn Kehlnähte vorliegen.
          8.5.4.   Die bei der EWG-Modellzulassung vorgesehenen Kerbschlagbiegeversuche werden bei
                   — 20 ° C durchgeführt, wenn die Mindestbetriebstemperatur bei — 2 0 ° C liegt, und bei
                   0 ° C , wenn die Mindestbetriebstemperatur bei — 10 ° C liegt.
                   Diese Versuche werden durchgeführt, wenn die Blechdicke über 5 mm liegt.
          9.       EWG-Zulassungszertifikat und -marke
                   In dem EWG-Zulassungszertifikat und in den beigefügten technischen Unterlagen müssen
                   die Vorschriften von Anhang I Punkt 3 der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des Rates vom 27.
                   Juli 1976 aufgeführt sein.
                   Das Zertifikat muß dem in Anhang VI dieser Richtlinie aufgeführten Muster entsprechen.
                   In dem Zertifikat müssen insbesondere aufgeführt sein:
                   — die Ergebnisse der Modellprüfung;
                   — die zeitliche Begrenzung für die EWG-Zulassung gemäß Punkt 10.3;
                   — die Bedingungen, die die Varianten eines Behälters erfüllen müssen, wenn sie für die
                        gleiche EWG-Zulassung gemäß Punkt 10.2 gelten sollen;
                   — die Marken für die EWG-Zulassung gemäß Anhang I Punkt 5 der Richtlinie
                        7 6 / 7 6 7 / E W G des Rates vom 27. Juli 1976 und Punkt 14.1 der Richtlinie.
          10.      Merkmale der Behälter, für die die gleiche EWG-Modellzulassung gilt
          10.1.    Die EWG-Modellzulassung kann für Behälter gewährt werden, die bestehen aus
                   a) zwei Böden und einem oder mehreren Behältermänteln
                       oder
                   b) zwei gewölbten Böden, für die eine zylindrische Kante gemäß den Vorschriften in An-
                       hang I Punkt 2 vorgesehen ist.
          10.2.    Die für ein Behältermodell gewährte EWG-Zulassung kann auch für die Modellvarianten
                   gelten.
                   Eine Behälterfamilie besteht aus einer oder mehreren Varianten.
                   Zu einer Familie gehören Behälter, die vom Modell nur bei ihrem Durchmesser u n d / o d e r
                   durch die Länge ihres zylindrischen Teils innerhalb nachstehender Grenzen abweichen:
                   a) Abweichungen des Durchmessers
                       — Durchmesserabweichungen sind zulässig, die ausgeführten Dicken der W ä n d e der
                             Behälter einer Familie müssen jedoch mit den Dicken der Modellwände identisch
                              sein;
 ---pagebreak--- Nr. C 37/12                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                10. 2. 79
                      — die Abweichungen müssen den Vorschriften in Punkt 3.2 entsprechen;
                      — die Bedingungen für die Wärmebehandlung laut Punkt 5.1 müssen erfüllt sein.
                  b) Abweichungen der Länge des zylindrischen Teils
                      — Besteht das Modell — außer den Böden — aus einem oder mehreren Behältermän-
                           teln, müssen die Behälter einer Familie obligatorisch einen oder mehrere Behälter-
                           mäntel aufweisen;
                      — besteht das Modell aus zwei gewölbten Böden gemäß Punkt 10.1 b), dürfen die
                           Behälter der gleichen Familie in keinem Fall aus einem oder mehreren Behältermän-
                         . teln bestehen;
                      — führen die Abweichungen bei der Behälterlänge zur Veränderung bei Ö f f n u n g e n
                           und Stutzen (Zahl, Abmessung, Zwischenraum), müssen diese Änderungen im Ent-
                           wurf jeder Variante aufgeführt sein, der beim Antrag auf EWG-Zulassung vorge-
                           legt wird, und müssen die von der Richtlinie festgelegten Bedingungen erfüllen.
            10.3. Die Laufzeit einer EWG-Modellzulassung für diese Behälter beträgt:
                  a) zulassungspflichtige Behälter
                      — die Laufzeit beträgt 5 Jahre und kann von dem Mitgliedstaat, der die Zulassung
                           erteilt hat, um weitere Zeiträume von maximal fünf Jahren verlängert werden;
                  b) zulassungs- und prüfungspflichtige Behälter
                      — die Laufzeit beträgt 10 Jahre und kann von dem Mitgliedstaat, der die Zulassung
                           erteilt hat, um weitere Zeiträume von maximal zehn Jahren verlängert werden.
                                                           K A P I T E L IV
                                                   EWG-MODELLPRÜFUNG
            11.   Prüfung der Ubereinstimmung mit dem zugelassenen Modell
                  Bei der E W G - P r ü f u n g prüft die Prüfinstanz bei jedem Behälter die Übereinstimmung mit
                  dem zugelassenen Modell, und insbesondere:
                  — die Hauptabmessungen, die vorgesehenen Inschriften, die Zulassungsmarke sowie den
                      Ort, an dem die E W G - P r ü f m a r k e n gemäß Punkt 14 angebracht werden sollen;
                  — die Gültigkeit der erhaltenen Zertifikate über die Qualifikation des oder der Schweiß-
                      verfahren sowie die Qualifikation der Schweißer;
                  — die Vorschriften in Punkt 5.4 bis 5.7;
                  — die Prüfinstanz prüft, ob die verwendeten Werkstoffe, die in den technischen Unterla-
                      gen genannt sind, dem Zulassungszertifikat gemäß den Bestimmungen von Punkt 2.7
                      beigefügt sind.
            12.   Versuche an Probeabschnitten
                  Die Entnahme eines Probeabschnitts erfolgt im Beisein der Prüfinstanz.
                  Für jeden Posten oder Postenteil von 25 gebauten Behältern wird ein repräsentativer Pro-
                  beabschnitt des Postens oder des Postenteils erstellt.
                   Bei Großserienproduktion wird die Behälterzahl pro Posten von der Prüfinstanz festge-
                   legt.
                   Die Abmessungen des Probeabschnitts sind so beschaffen, daß eine hinreichende Zahl von
                   Proben entnommen werden kann, an denen die geplanten Versuche durchgeführt werden.
 ---pagebreak--- 10.2.79                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         Nr. C 37/13
         12.1.  Versuche an den Schweißnähten
                Folgende Versuche werden durchgeführt:
                a) Zugversuch (senkrecht zur Schweißnaht)
                b) Faltversuch: untere Seite der Schweißnaht
                c) Faltversuch: obere Seite der Schweißnaht
                d) Kerbschlagbiegeversuch in der Schweißnaht
                      — Wird für Längs- und Rundnähte jeweils ein anderes Schweißverfahren angewandt,
                           werden diese Versuche an beiden Schweißnahtarten durchgeführt;
                      — bei gleichem Schweißverfahren für Längs- und Rundnähte werden diese Versuche
                            an den Längsnähten für jeden Posten und an den Rundnähten bei jedem 2. Posten
                            durchgeführt;
                      — die in der E W G - M o d e l l p r ü f u n g vorgesehenen Kerbschlagbiegeversuche werden bei
                           — 20 ° C durchgeführt, wenn die Mindestbetriebstemperatur — 2 0 ° C beträgt, und
                            bei 0 ° C , wenn die Mindestbetriebstemperatur — 10 ° C beträgt.
                      Diese Versuche werden durchgeführt, wenn die Blechdicke mehr als 5 mm beträgt.
         13.    Zerstörungsfreie Prüfung an Behältern
         13.1.  Röntgenuntersuchungen
                Die Röntgenuntersuchung der Stumpfnähte wird gemäß den Vorschriften in Anhang II
                unter folgenden Bedingungen durchgeführt:
                bei Z = 1                   die Schweißnähte sind Gegenstand einer Röntgenuntersuchung zu
                                            100 % bei allen Behältern des Postens;
                bei Z = 0,85                die Schweißnähte, die mit ein und demselben Schweißverfahren aus-
                                            geführt sind, sind Gegenstand einer Ultraschall-Röntgenuntersu-
                                            chung auf 5 % der Länge.
                                            Diese Prüfung kann an einem oder mehreren Behältern durchge-
                                            führt werden, wobei jedesmal die Schnittpunkte der Hauptnähte mit-
                                            inbegriffen sind. Der Anteil kann jedoch auf 2 % reduziert werden,
                                            wenn mindestens ein Behälter täglich Gegenstand einer 100%igen
                                            Prüfung ist.
                bei Z = 0,7                 Röntgenuntersuchung nicht erforderlich.
        13.2.  Wasserdruckversuch
                Dieser Versuch wird gemäß den Bestimmungen von Anhang II Punkt C.2 an jedem Behäl-
               ter des Postens durchgeführt.
        13.3.  Seigerversuch
               Dieser Versuch wird gemäß den Vorschriften von Anhang II Punkt B.4 an den Nähten
               der Rohransätze, Stutzen und Behältermäntel mit ebenen Böden mit Kehlschweißung an
               einem Behälter jedes Postens durchgeführt.
        13.4.  EWG-Prüfzertifikat u n d - m a r k e
               Sind die Prüfergebnisse zufriedenstellend, stellt die Prüfinstanz das EWG-Prüfzertifikat
               aus.
               In dem EWG-Prüfzertifikat müssen die Vorschriften aus Anhang II Punkt 3 der Richtlinie
               7 6 / 7 6 7 / E W G des Rates vom 27. Juli 1976 aufgeführt sein.
 ---pagebreak--- Nr. C 37/14                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                10. 2. 79
                                                           KAPITEL V
                                          KENNZEICHNUNGSSCHILDER
            14.   Marken, EWG-Zeichen und Aufschriften
                  Auf den Wänden der drucktragenden Teile dürfen keinerlei Stanzungen vorgenommen
                  werden. Die nachgenannten Marken und Aufschriften werden auf einem Kennzeichnungs-
                  schild angebracht.
                  Das Kennzeichnungsschild muß unlösbar auf jedem Behälter so angebracht sein, daß es
                  nach Installierung des Behälters sichtbar ist.
            14.1. EWG-Zulassungsmarken
                  Abweichend von den Vorschriften von Anhang I Punkt 3 der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des
                  Rates bringt der Hersteller die EWG-Modellzulassungsmarke irl folgender Reihenfolge
                  an:
                  a) bei den in Artikel 3 a) der Richtlinie genannten Behältern:
                      — den stilisierten Buchstaben
                      — die Kennziffer . . . für diese Richtlinie;
                      — den oder die Großbuchstaben für den Staat, der die EWG-Zulassung erteilt hat,
                         und die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl des Zulassungsjahres;
                      — die Kennummer der EWG-Zulassung;
                      — Beispiel: ^ 4F8453;
                  b) bei den in Artikel 3 b) der Richtlinie genannten Behältern:
                      — den stilisierten Buchstaben £~, mit einem Sechseck umgeben;
                      — die Kennziffer . . . für diese Richtlinie;
                      — den oder die Großbuchstaben für den Staat, der die EWG-Zulassung erteilt hat,
                         und die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl des Zulassungsjahres;
                      — die Kennummer der EWG-Zulassung;
                      — Beispiel:       4F8453.
            14.2. EWG-Prüfmarken
                  Abweichend von den Vorschriften in Anhang II Punkt 3 der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des
                  Rates bringt die Prüfinstanz die EWG-Prüfmarke in folgender Reihenfolge an:
                  — den kleinen Buchstaben „e";'
                  — den oder die Großbuchstaben des Staates, in dem die Prüfung stattgefunden hat, ggf.
                      zusätzlich eine oder zwei Ziffern für eine territoriale Unterteilung;
                  — die Marke der Prüfinstanz, die vom Prüfbeamten angebracht wird, ggf. ergänzt durch
                      die des Prüfbeamten;
                  — einen sechseckigen Rahmen;
                  — das Prüfdatum: Jahr, Monat, Tag;
                  — Beispiel: e F 12 4 8 ( ^ 8 4 / 1 2 / 1 1 .
            14.3. Aufschriften
                  — Wert des Prüfdrucks in der Form: P^ = . . . bar
                  — Wert des Berechnungsdrucks in der Form: P = . . . bar
 ---pagebreak--- 10. 2. 7 9                         Amtsblatt der E u r o p ä i s c h e n G e m e i n s c h a f t e n                    Nr. C 3 7 / 1 5
                      — Berechnungstemperatur in der Form: T = . . . ° C
                      — Mindestbetriebstemperatur in der Form: T m j n = . . . ° C
                      — Korrosionsüberdichte in der Form: S = . . . mm
                      — Fassungsvermögen des Behälters in der Form: V = . . . 1
                      — N a m e oder Zeichen des Herstellers oder des für die Markteinführung Verantwortli-
                        chen;
                      — Herstellungsnummer.
             14.4.     Musterschema für Marken und Aufschriften:
                                    £ 4 F 84 53                                          e F 12 48           84/12/11
                                      Pj, =    15 bar                                      P      =        10 bar
                                      T    = 200 °C                                        Tmjn =      1      y
                                      S    =   1 mm                                        V      =        2 000    1
                                      Name/Marke:
                                      N ° : SC 7592 B
                                                              ANHANG         I
                     B E R E C H N U N G DER D R U C K T R A G E N D E N TEILE U N D A B M E S S U N G DER
                                                        ÖFFNUNGEN
             1.1.     Berechnung der zylindrischen Behältermäntel
                      Die Mindestdicke für den Druckwiderstand wird mit folgender Formel berechnet:
                                                                       PD;
                                                              C
                                                                  ~~ 20 f Z - P
                          Berechnung der gewölbten Böden
                      Abbildung 1-1
                      Halbkugelförmige Böden
                      Abbildung 1-2
                      Elliptische Böden
                      Gleichzeitige Beschränkungen
                      0,003 D 0 e 0,08 D„
                      H 3: 0,18 D 0
 ---pagebreak--- Nr. C 37/16                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              10. 2. 79
              Abbildung 1-3
              Torisphärische Böden
             Gleichzeitige Beschränkungen:
             0,003 D u « e 0,08 D„
                    r 2b0,1D o
                    R, « D 0
                    H 2=0,18D o
                    r =s 2 e
             Die Mindestdicke dieser gewölbten Böden wird mit folgender Formel berechnet:
                                                   P D0 „
                                             e   =
                                                    w c
            Außerdem darf bei torisphärischen Böden die Dicke nicht weniger betragen als:
                                          e=    ' PR
                                              20 f— 0,5 P
            Ein Formbeiwert C für ebene Böden ist in Tabelle 1.1 aufgeführt. Abbildung 1.4 ist
            eine graphische Darstellung der Werte C in Funktion zu H / D für verschiedene Werte
            P/10 f.
            Abgesehen von den halbkugelförmigen Böden müssen die Böden, deren Dicke gerin-
            ger ist als die des Behältermantels, mit einer zylindrischen Kante versehen werden, de-
            ren Länge das Dreifache der Dicke oder 50 mm nicht überschreiten darf.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79     Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften           Nr. C 37/17
                       Formbeiwerte C für gewölbte Böden
          0,2              0 / 3                      0 , 4 0 , 5
                                 Abbildung 1-4
 ---pagebreak--- Nr. C 3 7 / 1 8                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                    10. 2. 79
                                              TABELLE 1-1
                      P/10f = 0,001      P/10f - 0,0012   P/10f = 0,0015   P/10f = 0,002
                      e
                H/D0   /D0           c   e/D0          c  e/D0           C e/D0           C
                0,180                                     0,00211     2,81 0,00255     2,55
                0,200                                                      0,00218     2,18
                      P/10f = 0,003      P/10f = 0,004    P/10f = 0,005    P/10f = 0,01
                H/D0  e/D0           c   e/D0          c  e/D0           c e/D0           c
                0,180 0,00340     2,27   0,00423    2,12  0,00500     2,00 0,0088      1,76
                0,190 0,00316     2,11   0,00395    1,98
                0,200 0,00290     1,93   0,00364    1,82  0,00433     1,73 0,0077      1,54
                0,210 0,00273     1,82   0,00342    1,71
                0,220 0,00256     1,71   0,00320    1,60  0,00382     1,53 0,0068      1,38
                0,230 0,00236     1,57   0,00295    1,48
                0,240 0,00220     1,47   0,00276    1,38
                0,250                                     0,00307     1,23 0,0055      1,10
                0,300                                     0,00220     0,88 0,00395     0,79
                0,350                                                      0,00325     0,65
                0,400                                                      0,0030      0,60
                0,450                                                      0,0028      0,56
                0,500                                                      0,0027      0,54
                      P/10f = 0,02       P/10f = 0,05     P/10f = 0,1      P/10f = 0,2
                H/D0  e/D0           C   e/D0          C  e/D0           C e/D0           C
                0,180 0,0160      1,60   0,0366     1,46  0,0730      1,46 0,147       1,47
                0,200 0,0141      1,41   0,0330     1,32  0,0650      1,30 0,130       1,30
                0,220 0,0125      1,25   0,0292     1,17  0,0585      1,17 0,118       1,18
                0,250 0,0102      1,02   0,0250     1,00  0,0500      1,00 0,101       1,01
                0,300 0,0077      0,77   0,0193     0,77  0,0385      0,77 0,077       0,77
                0,350 0,0065      0,65   0,0162     0,65  0,0325      0,65 0,065       0,65
                0,400 0,0059      0,59   0,0149     0,60  0,0295      0,59 0,059       0,59
                0,450 0,0056      0,56   0,0140     0,56  0,0280      0,56 0,056       0,56
                0,500 0,0054      0,54   0,0136     0,54  0,0270      0,54 0,054       0,54
                      P/10f = 0,5
                H/D0  e/D0           C
                0,350 0,163       0,65
                0,400 0,150       0,60
                0,450 0,140       0,56
                0,500 0,136       0,54
 ---pagebreak--- 10. 2. 79               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 37/19
          1.3. Berechnung der ebenen Böden
               Die Mindestdicke eines nichtverstärkten ebenen Bodens ohne Öffnung wird nach fol-
               gender Formel berechnet:
                                                         P
                                           ef=C,D,\A
                                                        10 f
               wobei C j ein Formbeiwert ist, der folgende Werte haben muß:
               — C j = 0,45 für die in den Abbildungen 1.5, 1.6 und 1.7 abgebildeten Böden;
               — C j = 0,5 für die in Abbildung 1.8 abgebildeten Böden
                    Abbildung 1-5                                                 Abbildung 1-6
               Zugeschmiedete Körper                                          Geschmiedete Böden
                        r > 0,25 ef
                                    %                                               r =5 1,5 ef
                        r 3= 5 mm
                                             Abbildung 1-7
                                    Tiefgezogener, ebener Boden
                                                         0,25 ef ^ r ^ 2 ef
 ---pagebreak--- Nr. C 37/20          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften            10. 2. 79
                              Ebene nichtausgestrebte Böden
                                                               7 7 r
                                                                     ^ "
                                  Q
              h __         klassische Stumpfnaht
                                        r * 0,2   ä 0.5 e
                                        />» U P O , / 2 f
            ^  /   /  /  /  /   /  /  /   /  /  /  /  / /  / / /  7  7  1
                                     Abbildung 1-8
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         Nr. C 37/21
          1.4.  Abmessung der Ö f f n u n g in einem zylindrischen und kugelförmigen Teil
                Der Durchmesser der O f f n u n g e n ist mindestens gleich 0,3 mal dem durchschnittli-
                chen Durchmesser des zylindrischen Teils.
                Die Dicke eQ der W a n d in der N ä h e einer Ö f f n u n g darf nicht weniger betragen als
                                                         PD;
                                                e
                                                  ° ~ 20 fZ„ — P
                 Die verschiedenen verwendbaren Verstärkungsarten sind in den Abbildungen 1.9 bis
                 1.13 abgebildet.
                                                Abbildung 1-9
                              Typ I: Verstärkung der gesamten Wanddicke
                                                  Abbildung 1-10
                                  Typ II: Durch eine Verstärkungsscheibe
                                                  Abbildung 1-11
                               Typ III: Durch geschweißte Rohrabzweigungen
                                          Alle drei Fälle sind möglich
                                                                 öd,                                  0d.
               aufgesetzt                             eingesetzt                         durchgesteckt
 ---pagebreak--- Nr. C 37/22                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              10. 2. 7 9
                                          Abbildung 1-12
                           Typ IV: Durch einen ausgehalsten Rohransatz
                                                        0d,
                                            Abbildung 1-13
             Typ V: Durch einen geschweißten Rohransatz und eine Verstärkungsscheibe
                                                         0dt
                   FT
                 o
                aufgesetzt                   eingesetzt                    durchgesteckt
            Der Verschwächungskoeffizient Z u ist in Abb. 1-14 für die zylindrischen Behältermän-
            tel und in Abb. 1-15 für die kugelförmigen Behältermäntel in Funktion zu der Bezie-
            hung
                                                    und —
                                                          e
                                   V (D, + eQ) e0           °
            unter Berücksichtigung folgender Beschränkungen gegeben:
            — für Typ I: es gelten die niedrigsten Kurven
 ---pagebreak--- 10. 2. 79 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften            Nr. C 37/23
             Koeffizient ZQ für zylindrische Behältermäntel
                                                V (Di + eD) e,
                             Abbildung 1-14
 ---pagebreak--- Nr. C 37/24 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften              10. 2. 79
              Koeffizient Z„ für kugelförmige Teile
                                                    V (D, + en) e(
                           Abbildung 1-15
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 37/25
                            — für Typ II:
                                   es gelten die niedrigsten Kurven
                                   / — = (A und : 3e0 =£ b = V (D; + eQ) eQ
                                   VC
                                        °    '           ep ^ e
                                  Die Breite b kann auf bj gesenkt werden, sofern die Dicke der Verstärkerscheibe
                                  e p auf e p l wie folgt erhöht wird:
                                  bi epi 3= b ep mit bi 3* 3e0 und ep] =£ e
                            — für Typ III:
                                  — ^ 2 und ln = V              • e„
                                   e„
                                  Die Höhe l n kann auf l n ) gesenkt werden, sofern die Dicke e n des Stutzens auf
                                  e n | wie folgt erhöht wird:
                                  lni • en| > ln • en mit — < 2
                                                          e<i
                                 Für den durchgesteckten Stutzen kann die Stutzendicke e n um 20 % gesenkt wer-
                                 den, sofern der Rohrüberstand m nicht niedriger als e n ist.
                           — für Typ IV:
                                 die Länge l n = V d 0 • en
                           — für Typ V:
                                 es gelten die für Typ II und III genannten Anforderungen.
          1.5              Befahrungs- und Besichtigungsöffnungen
          1.5.1            Alle Druckbehälter sind mit Mannlöchern und/oder Kontrollöffnungen zu versehen,
                           die so angeordnet sein müssen, daß sie eine optische Untersuchung des Behälters zulas-
                           sen.
                           Die Mindestzahl und die Art der Offnungen des zylindrischen Teils eines Behälters
                           sind in Tabelle 1.2 aufgeführt.
                                                                     TABELLE 1.2
                                                              Zahl und Art der Öffnungen
                                                     Zylindrische                              Mindestzahl
                Innend u rch m es s er
                       (Di)                               (L)              kleines   großes
                                                                                                Handloch    Kopfloch Mannloch
                                                                         Schauloch Schauloch
             0 < Dj <          300                                            2        0            0          0        0
                                                                          Anm.
                                                                         1 und 2
          300 <D[<             450                                            0        2            0          0        0
                                                                                     Anm.
                                                                                    1 und 2
          450 < Di <           800                    0 L < 1 500             0           2 oc er 1            0        0
                                                                                   Anm. 2       Anm. 3
                                                 1 500 L < 2 000              0         0             2 oder 1          0
                                                                                                Anm. 3 | Anm. 3
                                                       L > 2 000              0         0             Anm. 4            0
                                                     0 L < 2 000              0         0                      1        0
                                                                                                Anm. 3     Anm. 3
          800 < Dj < 1 500
                                                        L > 2 000             0         0             Anm. 4            0
                   Dj > 1 500                                                 0         0           0          0        1
 ---pagebreak--- Nr. C 37/26                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   10. 2. 79
            Anmerkung 1: Bei einer Länge von mehr als 1 500 mm müssen zusätzliche Sichtöffnungen vorgese-
                         hen werden.
            Anmerkung 2: Sichtöffnungen sollen in der N ä h e der Böden angeordnet sein (mit Sicht auf die
                         Längsnaht) oder aber in der Mitte der Böden.
            Anmerkung 3: Ein einfaches Kopf- oder Handloch, das im mittleren Drittel der Länge des Behäl-
                         ters anzuordnen ist.
            Anmerkung 4: Die Anzahl von Besichtigungsöffnungen ist entsprechend zu vergrößern. Für eine
                         Länge von weniger als 3 000 mm genügt es jedoch, ein Kopfloch in der Mitte des
                         zylindrischen Teils anzuordnen. Die größte Entfernung, gemessen an dem Zylinder
                         zwischen Kopflöchern, darf 3 000 und die Entfernung zwischen Handlöchern darf
                         2 000 mm nicht überschreiten. Die letzteren sollten alle in der N ä h e der Böden oder
                         in den Böden selbst angebracht werden.
            1.5.2.    Abmessungen der Ö f f n u n g e n
            1.5.2.1.  Schaulöcher sind Ö f f n u n g e n , deren lichter Durchmesser mindestens 30 mm (kleine
                      Schaulöcher) oder 50 mm (große Schaulöcher) beträgt. Die Stutzenhöhe darf nicht
                      den Durchmesser der Ö f f n u n g überschreiten.
            1.5.2.2.  Handlöcher sind Ö f f n u n g e n , in die eine H a n d mit einer Lampe eingeführt werden
                      kann. Ein Handloch muß eine elliptische Ö f f n u n g von mindestens 80 mm x 100 mm
                      oder einen inneren Durchmesser von 100 mm haben.
                      Die Stutzen- oder Ringhöhe darf 65 mm und im Falle einer kegeligen Form 100 mm
                      nicht überschreiten. W e n n nur ein Handloch vorgesehen ist, dürfen die Abmessungen
                      nicht weniger als 100 X 120 mm oder 120 mm lichter Durchmesser betragen.
            1.5.2.3.  Kopflöcher sind Ö f f n u n g e n , in die der Kopf, der Arm und eine Lampe gleichzeitig
                      eingeführt werden können. Ihre Abmessungen müssen wenigstens 220 mm X 320 mm
                      bzw. der innere Durchmesser wenigstens 320 mm betragen. Die Stutzen- oder Ring-
                      höhe darf 100 mm nicht überschreiten.
            1.5.2.4.  Mannlöcher sind Ö f f n u n g e n , die den Einstieg und Ausstieg einer Person, die keine
                      Hilfsausrüstung mit sich trägt, zuläßt. Ihre Abmessungen sollen wenigstens 300 mm x
                      400 mm bzw. ihr innerer Durchmesser wenigstens 400 mm betragen. Die Stutzen-
                      oder Ringhöhe soll 150 mm nicht überschreiten bzw. im Falle einer kegeligen Form
                       170 mm nicht überschreiten.
            1.5.3.    Anmerkung:
            1.5.3.1.  W e n n aus Konstruktionsgründen die oben angeführte maximale H ö h e des Stutzens
                      oder Ringes überschritten werden muß, müssen die Ö f f n u n g e n entsprechend -erweitert
                      werden, so daß dieselben Möglichkeiten für eine innere Besichtigung der Behälter ge-
                      geben sind.
            1.5.3.2.  Die in der Tabelle genannten Bedingungen sind vorbehaltlich der Bestimmungen von
                      Artikel 1 zu erfüllen.
            1.6.      Flansche
                      Flansche müssen einer N o r m entsprechen und dürfen nur für den in dieser N o r m vor-
                      gesehenen Druck verwendet werden.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        Nr. C 37/27
                                                           ANHANG       II
                                           BESCHREIBUNG DER VERSUCHE
          II.l.       Mechanische Versuche
          II. 1.1.    Die nachgenannten Versuche werden gemäß Euronorm Nr. ausgeführt:
                      — Zugversuch
                          Euronorm Nr.        2 — 57 für t> 3 mm,
                                             11 — 55 für e < 3 mm.
                      — Faltversuch
                          Euronorm Nr.        6 — 55 für e > 3 mm,
                                             12 — 55 für e < 3 mm.
                      — Kerbschlagbiegeversuch
                          Euronorm Nr. 45 — 63.
                      — Härtetest
                          Euronorm Nr. 3 —55.
          II. 1.2.    Annahmekriterium:
          II.1.2.1.   Zugversuch an Schweißnähten und Grundwerkstoffen
                      Die erzielte Bruchbeanspruchung muß mindestens der für das Blech spezifizierten
                      Bruchbeanspruchung entsprechen.
          II. 1.2.2.  Faltversuche an Schweißnähten
                      Jedes Prüfstück wird so auf Stützrollen gelegt, daß sich die Achse des Bolzens in der
                      Mitte der Schweißnaht befindet; das Prüfstück muß durch die Walze zwischen die
                      Stützrollen geschoben werden. Der Durchmesser des Bolzens und der Zwischenraum
                      zwischen den Stützrollen müssen wie folgt entsprechend der Dicke des Prüfstücks „e"
                      festgelegt werden:
                                                            Tabelle für Faltversuche
                                                                                     Zwischenraum zwischen den
                               Für das Blech spezifizierte         Durchmesser
                                                                                      Stützrollen nach Abschluß
                              Mindestbruchbeanspruchung              des Bolzens
                                                                                            des Versuchs
                      weniger als 440 N/mm 2                             2e                     4,2 e
                       zwischen 440 und 50Ö N/mm 2                       3e                      5,2 e
                       Nach dem Versuch darf die Außenfläche des Prüfstücks keinerlei Spalten oder Fehler
                       aufweisen, die — quer zum Prüfstück gemessen — länger als 1,5 mm oder — in Rich-
                       tung der Prüfstücklänge gemessen — länger als 3 mm sind. Ein vorzeitiger Bruch an
                       den Ecken des Prüfstücks wird nicht als Grund für ein Aussortieren angesehen.
           II. 1.2.3.  Kerbschlagbiegeversuch an Schweißnähten
                       Drei Prüfstücke sind erforderlich. Die vorgesehenen Kerbschlagbiegeversuche werden
                       unter den in der technischen Anlage, Punkt 12.1, dritter Spiegelstrich festgelegten Be-
                       dingungen durchgeführt.
                       Die Ergebnisse sind akzeptabel, wenn der Mittelwert 35 J/cm 2 oder mehr beträgt und
                       gleichzeitig ein einziges Prüfstück einen Wert von mindestens 25 J/cm 2 aufweist.
 ---pagebreak--- Nr. C 37/28                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                        10. 2. 79
            II. 1.2.4. Härtetest an Schweißnähten
                       Die maximale Vickershärte des aufgetragenen Metalls und die der Übergangszone dür-
                       fen jeweils die Härte des Grundmetalls nicht um mehr als 80 bzw. 100 Einheiten über-
                       schreiten.
            II.2.      Zerstörungsfreie Prüfung
            II.2.1.    Röntgenuntersuchung
            II.2.1.1.  Vorbereitung
                       Die Riefen und Unregelmäßigkeiten, die auf den beiden Seiten der Fläche der Schwei-
                       ßung auftreten, müssen nötigenfalls durch ein geeignetes mechanisches Verfahren so-
                       weit entfernt oder bearbeitet werden, daß das Röntgenbild, das sich aus solchen Unre-
                       gelmäßigkeiten ergibt, nicht das Bild wirklicher Fehler überdeckt oder mit diesem Bild
                       verwechselt werden kann. Sofern vorgeschrieben, ist die Überdicke jeder Wulst auf 2
                       mm zu reduzieren.
            II.2.1.2.  Praktisches Vorgehen
                       Von den Schweißnähten müssen Röntgenbilder entsprechend den Vorschriften von
                       ISO R 1166 oder 1167 unter Verwendung der Klassen B und C sowie der Verfahren
                       von ISO 2405 angefertigt werden.
            II.2.1.3.  Kennzeichnung der Röntgenbilder
                       Entlang der Schweißnähte müssen Markierungen angebracht werden, so daß jedes
                       Röntgenbild anhand seiner Position identifiziert werden kann.
                       Kennzeichen aus Blei müssen entlang der Schweißnaht angebracht werden, um fol-
                       gende Anlagen auf den einzelnen Röntgenbildern anzubringen:
                        1. den Bereich der Schweißnaht, der auf dem Röntgenbild dargestellt ist;
                       2. die Lage der Schweißnaht, wozu geeignete Kennzeichen für die verschiedenen
                            Nähte zu verwenden sind, und zwar zusammen mit einer N u m m e r , die angibt, ob
                            es sich um die 1., 2. oder 3. usw. N a h t handelt;
                        3. den einzelnen Behälter, zu dem die Röntgenbilder gehören, durch Serien- oder
                            Rangfolgenummer;
                       4. die Angabe der Reparaturschweißungen auf der Länge der Schweißnähte, die auf
                            dem Röntgenbild dargestellt sind.
             II.2.1.4. Bildgütemerkmal (IQI)
                       Die Merkmale für die Bildgüte müssen mit der Empfehlung ISO R 1027 — „ M e r k -
                       male für die Bildgüte von Röntgenaufnahmen — Grundsätze und Kennzeichnung" —
                       übereinstimmen. Bei Verwendung eines Merkmals vom Typ Eichdraht darf der klein-
                       ste Durchmesser des sichtbaren Drahtes die nachgenannten Werte nicht überschreiten.
                        Bei Verwendung eines Merkmals vom Typ Abstufungen und Lunker darf der Durch-
                        messer des kleinsten sichtbaren Loches die nachgenannten Werte nicht überschreiten.
                                      B l e c h d i c k e in m m         Eichdraht     Abstufungen und Lunker
                                                     e < 6                0,10                  0,25
                                         6 < e < 8                        0,125                 0,32
                                         8 < e < 10                       0,16                  0,40
                                       10 < e < 16                        0,20                  0,50
             II.2.1.5. P r ü f u n g der Röntgenbilder
                       Die P r ü f u n g der Röntgenbilder der Schweißnähte erfolgt anhand der Originalfilme
                       entsprechend dem in der N o r m ISO 2504 empfohlenen Verfahren.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                       Amtsblatt der Europäischen G e m e i n s c h a f t e n                     Nr. C 3 7 / 2 9
          II.2.1.6. Interpretation der Ergebnisse
                    Nichtakzeptabel sind folgende Fehler:
                    — Risse oder Zonen, wo das Aufschweißen an der Nahtwurzel Mängel aufweist;
                    — jeder längliche Einschluß, dessen Länge größer ist als die Dicke des Bleches und
                        dessen Breite dem kleineren der beiden folgenden Werte: 2 mm oder die Hälfte
                        der Dicke e — entspricht oder darüber liegt, wobei e die Dicke der Werkstoffe
                        neben der Schweißnaht ist. Weist die Naht zwei verschiedene Dicken auf, so ist die
                        größere zu nehmen;
                    — alle Lunker, die größer sind als die in den Diagrammen der Abbildungen II. 1, II.2
                        und II.3 aufgeführten.
                                                Karte der Lunker für Dicken unter 6 mm
                        gemischt
                        grob
                        EI
                        mittel
                        fein
                                                             Abbildung II-l
                                           Karte der Lunker für Dicken zwischen 6 und 1J mm
                        gemischt
                         •               •
                              •
                                                   '    •                           #
                                                                                                   •
                                                                       1
                                            •        •
                        grob
                            •                   •         •                 •                 •
                                       •
                                                                    •                   * •            •
                        mittel
                                 •                      •
                                      .               ,             '            ,
                        fein
                          •   •     .
                                                             Abbildung II-2
 ---pagebreak--- Nr. C 37/30                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               10. 2. 79
                                           Karte der Lunker für Dicken über 13 mm
                       gemischt
                       grob
                       mittel
                       fein
                                                        Abbildung II-3
            II.2.3.   Makrographische Untersuchung
                      Die makrographische Untersuchung eines vollständigen Querschnittes einer Schweiß-
                      naht muß eine gute Durchschweißung und darf keine Aufschmelzfehler, bedeutsame
                      Einschlüsse und sonstige Fehler aufweisen.
                      Im Zweifelsfall muß eine mikrographische Untersuchung der Problemzone durchge-
                      führt werden.
            11.2.4.   Seigerprüfung
                      Die Prüfung wird gemäß den Spezifikationen im Dokument I S O / D I S 2694, Anhang J
                      durchgeführt.
            11.2.5.   Ultraschalluntersuchungen
            11.2.5.1. Verfahren
                      Die Untersuchung wird gemäß den Spezifikationen im Dokument I S O / D I S 2694
                      durchgeführt.
            11.2.5.2. Nichtakzeptable Schweißfehler
                      Die Grenzen für die in den beiden ersten Absätzen von Punkt II.2.1.6 spezifizierten
                      linearen Fehler können für die Magnetisierungs- und Seigerversuche als gültig angese-
                      hen werden. Ergibt die Interpretation der Fehler Risse, mangelnde Aufschmelzung und
                      unvollständiges Durchschweißen, werden diese Fehler als nichtakzeptabel angesehen,
                      unabhängig von ihrer Länge.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 37/31
          II.3.     Globale Versuche
          II.3.1.   Schwingungsprobe
                    Für die Durchführung dieses Versuchs wird im Rahmen eines Wasserdruckversuchs
                    der Anfangs- oder Restdruck solange aufgebaut, bis der sogenannte Versuchsdruck er-
                    reicht ist.
                    Die Versuchsparameter müssen eine der beiden nachgenannten Bedingungen erfüllen,
                    wobei die Auswahl dem Mitgliedstaat überlassen bleibt:
                    1. Gesamtzahl der Zyklen:     80 000
                                                 2
                        Versuchsdruck:             /3 Ph + Restdruck
                        Häufigkeit:               15 Zyklen/Minute
                    2. Gesamtzahl der Zyklen:     15 000
                        Versuchsdruck:            Ph 4- Restdruck
                        Häufigkeit:               5 Zyklen/Minute
                    Der Restdruck (Druck am Ende der Druckverminderungsphase im Behälter) darf 5 %
                    des Versuchsdrucks nicht überschreiten.
                    Die an der Außenwand des Behälters gemessene Temperatur darf während des Ver-
                    suchs nicht über 50 °C liegen.
                    Der Versuch wird als zufriedenstellend angesehen, wenn der Behälter die erforderliche
                    Zyklenzahl ohne Leckagen erreicht.
          II.3.2.   Wasserdruckprobe
                    Jeder Behälter muß einer Wasserdruckprobe bei einem Druck Ph unterzogen werden,
                    der nicht unter dem durch die nachstehende Gleichung ausgedrückten Wert liegen
                    darf:
                                                    Ph=l,4P —
                                                             RET
                    Re    = bei der Versuchstemperatur garantierte Mindeststreckgrenze
                    R E T — Streckgrenze bei Betriebstemperatur
                    P     = Betriebsdruck.
                    Der Druck Ph muß jedoch so groß sein, daß im Behälter keine allgemeine Membran-
                    beanspruchung erzeugt wird, die größer ist als 90 % des Mindestwertes von Rß.
                    Der Prüfdruck muß auf dem erforderlichen Wert solange gehalten werden, daß die
                    visuelle Prüfung aller Oberflächen und aller Punkte vorgenommen werden kann. Der
                    Behälter darf keinerlei Zeichen für globales plastisches Fließen noch für Leckagen auf-
                    weisen.
                    Jeder geprüfte Behälter, der der Wasserdruckprobe nicht standhält, muß zurückgewie-
                    sen werden.
          II.4.     Zerstörende Prüfungen
          II.4.1.   Zerreißversuch unter Wasserdruck
          II.4.1.1. Durchführung des Versuchs
                    Der Zerreißversuch unter Wasserdruck muß in zwei aufeinanderfolgenden Phasen mit
                    Hilfe einer Anlage durchgeführt werden, mit der der Druck regelmäßig bis zum Ber-
                    sten der Flansche gesteigert und die Druckveränderungskurve im Verlauf der Zeit auf-
                    gezeichnet werden kann.
                    In der ersten Phase muß die Geschwindigkeit der Druckerhöhung bis zum Wert des
                    entsprechenden Druckes zu Beginn der plastischen Verformung etwa 5 bar/Sekunde
                    betragen.
 ---pagebreak--- Nr. C 37/32                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 10. 2. 79
                            Der Zerreißversuch unter Wasserdruck muß folgende Bestimmungen ermöglichen:
                             a) Druck, bei dem die plastische Verformung beginnt;
                            b) Reißdruck;
                             c) die örtliche und globale Verformung des Behälters.
            II.4.1.2.        Kriterien für die Annahme des Versuchs
                             Der gemessene Reißdruck (P r ) muß höher sein als der berechnete theoretische Min-
                             destreißdruck (P r t ).
                             Dieser theoretische Druck wird anhand der Mindestdicke berechnet, die durch Anwen-
                             dung der Formeln von Anhang I erreicht wird, sowie anhand des garantierten minima-
                             len Berechnungswiderstandes des Behälters gemäß der Formel:
                                                              P   20 e ' Rr
                                                                "  D - e
                                                             ANHANG III
                                                           PROBEABSCHNITT
             Die Ü b e r p r ü f u n g der Gütebeständigkeit wird an einem oder zwei Produktionsprobeabschnitten
             durchgeführt.
             Zur Darstellung der Längsnaht wird er in die Verlängerung der jeweiligen N a h t gelegt und gleich-
             zeitig geschweißt. Darüber hinaus sind Grundstoff und Dicke des Abschnittes mit denen des Be-
             hältermantels identisch.
             Probeabschnitte für Rundnähte brauchen nicht vorgesehen zu werden, wenn Schweißverfahren und
             Schweißtechnik für beide Arten von Nähten die gleichen sind.
             Liegen nur Rundnähte vor oder unterscheidet sich die Schweißmethode der Rundnähte von der der
             Längsnähte, muß ein gesonderter Probeabschnitt entsprechend dem gewählten Schweißverfahren
             für die Rundnähte des Behälters ausgeführt werden. Dieser Probeabschnitt besteht aus zwei Rohr-
             stücken gleichen Werkstoffes, gleicher Dicke und gleichen Durchmessers wie beim Behälter, die
             durch R u n d n a h t miteinander verschweißt werden.
             Der Probeabschnitt hat solche Abmessungen, daß Prüfstücke in ausreichender Zahl entnommen
             werden können, um die in Punkt 12 vorgesehenen Versuche durchführen zu können.
                                                             ANHANG IV
                                             E I G N U N G DES SCHWEISSVERFAHRENS
             IV. 1.          Allgemeines
                              Der Hersteller muß durch die Eignungsprüfung des Schweißverfahrens beweisen, daß
                             er in der Lage ist, die Werkstoffe zu schweißen, die für die Erstellung der drucktragen-
                             den Behälter der geplanten Produktion verwendet werden.
                             D a z u führt er Versuchsschweißungen gemäß den nachgenannten            Spezifikationen
                             durch.
                             Die Versuchsschweißungen bestehen aus der Ausführung von Stumpf- und Kehlschwei-
                             ßungen. Diese Schweißungen müssen für die Schweißungen der Herstellung aller
                             drucktragenden Teile der Behälter repräsentativ sein.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr. C 37/33
          IV.2.      Ausführung der Schweißungen
          IV.2.1.    Grundmetall
                     Die für die Eignungsprüfungen der praktischen Schweißverfahren verwendeten Bleche
                     und Rohre sind von ein und derselben Stahlsorte und entsprechend den gleichen Spezi-
                     fikationen wie bei den Blechen und Rohren, die bei der Herstellung verwendet wur-
                     den. Jedoch ist die Eignung einer Stahlsorte auch bei den Stahlsorten gegeben, die
                     eine geringere Kerbschlagzähigkeit und eine ungünstigere chemische Analyse aufwei-
                     sen.
          IV.2.2.    Auftragsstoffe
                     Die Auftragsstoffe der Schweißung, d. h. die Elektroden sowie die Draht-, Pulver-
                     und Schutzgaskombinationen müssen für die Eignungsprüfung des Schweißverfahrens
                     und für die Herstellung die gleichen sein.
          IV.2.3.    Art der Vorbereitung der Schweißnaht              /
                     Bei manuellem Schweißen kann die Art der Vorbereitung (einfaches oder doppeltes V,
                     einfaches oder doppeltes U und gerade Kante) während der Produktion verändert wer-
                     den, ohne daß eine neue Eignungsprüfung erforderlich ist.
                     Bei halbautomatischem oder automatischem Schweißen ist bei jeder Art der Schweiß-
                     nahtvorbereitung eine neue Eignungsprüfung erforderlich.
          IV.2.4.    Schweißtechnik
                     Die Schweißtechnik und — bei halbautomatischem oder automatischem Schweißen —
                     die Art des Schweißgeräts müssen für die Eignungsprüfung die gleichen sein wie die
                     bei der Herstellung verwendeten.
          IV.2.5.    Gültigkeit des Schweißverfahrens
          IV.2.5.1.  Eine neue Eignungsprüfung ist erforderlich,
                     a) wenn beim Bogenschweißen die Skala des Stroms und die Schweißgeschwindigkeit
                         und bei Bogenschweißen unter elektrisch leitendem Fluß die Skala der verwendeten
                         Spannungen beträchtlich verändert wird;
                     b) wenn beim Bogenschweißen von einseitig geschweißten Stumpfnähten ein auf der
                         Rückseite angebrachtes Stützelement hinzugefügt oder weggenommen wird;
                     c) wenn beim Schweißen einer einseitig geschweißten Stumpfnaht mit Autogenschwei-
                         ßer ein rückseitig angebrachtes Stützelement entfernt wird;
                     d) wenn bei maschinellem Schweißen das mehrlagige Schweißen auf jeder Seite durch
                         ein einlagiges Schweißen auf jeder Seite ersetzt wird;
                     e) wenn man ein Schutzgas ändert oder wegläßt.
           IV.2.5.2. Längs- und Rundnähte
                     Wird ein Versuchsblech zur Darstellung von Längsnähten geschweißt, brauchen keine
                     Versuche für die Rundnähte vorgesehen zu werden, sofern Schweißmethode, -verfah-
                     ren und -technik für beide Nahtarten die gleichen sind.
                     Weicht die Schweißmethode für Rundnähte von der der Längsnähte ab, muß ein Prüf-
                      stück aus zwei durch Rundnaht verbundenen Rohrstücken nach dem Schweißverfah-
                      ren durchgeführt werden, das auch für die Rundnähte des Behälters angewandt wird.
          IV.2.6.    Abmessungen der Versuchsanordnung
                     Die Abmessungen der Versuchsanordnung müssen die Möglichkeit geben, Prüfstücke
                     in ausreichender Zahl zu entnehmen, um die in Punkt 2.7 von Anhang IV genannten
                     Versuche durchzuführen.
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            IV.2.7.       Versuche und Prüfungen
            IV.2.7.1.     Stumpfnähte
                          Die Zug-, Falt-, Kerbschlagbiege- und Härteversuche werden gemäß den Spezifikatio-
                          nen in Punkt II. 1.1 von Anhang II durchgeführt.
                          Folgende Prüfungen und Versuche sind durchzuführen:
                          a) eine Röntgenuntersuchung
                             die Röntgenuntersuchung muß auf der gafizen Länge der Schweißnaht der Anord-
                             nung und vor Entnahme der Prüfstücke durchgeführt werden;
                          b) Zugversuch
                             das Prüfstück für den Zugversuch wird quer zur Schweißnaht zerschnitten;
                          c) drei Kerbschlagbiegeversuche in der Schweißnaht
                          d) ein Faltversuch: untere Seite der Schweißnaht;
                          e) ein Faltversuch: obere Seite der Schweißnaht;
                          f) eine makrographische Untersuchung;
                          g) ein Härtetest.
             IV.2.7.2.    Kehlnähte
                          Folgende Prüfungen sind durchzuführen:
                          a) eine visuelle Prüfung
                          b) eine makrographische Untersuchung.
             IV.2.8.      Kriterien für die Annahme
             IV.2.8.1.    Die Kriterien für die Annahme der Zug-, Falt-, Kerbschlagbiege- und Härteversuche
                          sind in Punkt II. 1.2 in Anhang II spezifiziert.
             IV.2.8.1.1.  Die Röntgenuntersuchung muß gemäß Punkt II.2.1 von Anhang II durchgeführt wer-
                          den.
             IV.2.8.1.2.  Die makrographische Untersuchung muß gemäß Punkt II.2.3 von Anhang II durchge-
                          führt werden.
                                                         ANHANG V
                   FESTSTELLUNG DER EIGNUNG V O N SCHWEISSERN ODER BEDIENUNGS-
                                                         PERSONAL
            Die Eignungsprüfungen werden in genau der gleichen Weise und unter den gleichen Bedingungen
            durchgeführt wie beim Schweißverfahren.
            Die Anforderungen für die Eignungsprüfungen sind die gleichen wie bei den Eignungsprüfungen
            für das Schweißverfahren.
            Eine erneute Eignungsprüfung ist erforderlich, wenn aufgrund einer Änderung einer der Bedingun-
            gen in Punkt 2.5 von Anhang IV eine erneute Eignungsprüfung des Schweißverfahrens vorgenom-
            men werden muß.
            Schweißer und Bedienungspersonal müssen sich einer erneuten Eignungsprüfung unterziehen,
            wenn sie nicht während eines Zeitraums von mindestens 6 Monaten mit ein und derselben Bauar-
            beit eines drucktragenden Behälters beschäftigt waren.
 ---pagebreak--- 10. 2. 79                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  Nr. C 37/35
                                                      ANHANG        VI
                                     EWG-MODELLZULASSUNGSZERTIFIKAT
                                   Nr                       vom
                  ausgestellt in Anwendung der Richtlinie 7 6 / 7 6 7 / E W G des Rates vom 27. Juli 1976
                                                 Drucktragende Geräte
          Zulassung Nr.:                     Datum:
          Art des Behälters:                 „Bezeichung des Behälters oder der Behältervariante, die Ge-
                                             genstand der Zulassung ist"
                                             Fassungsvermögen:               L:       ep:
                                             Max. Druck:                     D:
          Hersteller oder Beauftragter:      „ N a m e und Anschrift des Herstellers oder des Beauftragten"
          EWG-Modellzulassungsmarke:         „Art. 3a)    £   4 F 8453"
                                             „Art. 3b)        4 F 8453"
          Gültigkeit der Zulassung:          „5 Jahre / 10 Jahre"
          Auskünfte sind erhältlich bei:     „Name und Anschrift der Prüfinstanz"
          Geschehen zu                              ,    den
                                                                                       Unterschrift