CELEX: 51979PC0092
Language: de
Date: 1979-03-12
Title: VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG (EWG) DES RATES über die Aufstellung eines "Zweiten gemeinsamen Programms zur Förderung des Austauschs junger Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft" (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (79) 92
Vol. 1979/0029
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
classifiés présents dans ce dossier ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit
règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak---   KOMMISSION DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                       KOM(79)92 endg.
                                                       Brüssel , den     12 März 1979 »
                  VORSCHLAG FÜR EIME ENTSCHEIDUNG (EWG) DES RATES
                 über die Aufstellung eines "Zweiten gemeinsamen
                   Programms zur Forderung des Austausehs junger
                     Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft "
                       (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
                                             /£νν-               ' ·
                                            ^             ^          -
                                                t     . '  -
                                                                     -*!
                                                             * •   /
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KOM(79 ) 92 endg.
 ---pagebreak---                               BEGRÜNDUNG
In Artikel 50 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemein­
schaft heißt es : "Die Mitgliedstaaten fördern den Austausch junger Arbeits­
kräfte im Rahmen eines gemeinsamen Programms". Am 8 . Mai 1964 haben die im
Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten nach Anhörung
der Kommission ein erstes Programm verabschiedet , an dem über 1.500 junge
Arbeitskräfte teilgenommen haben.
                                                                                      1
Nach Ansicht der Kommission ist der Ausbau dieses Austauschs unter den gegen­
wärtigen Umständen besonders erwünscht . Diesen Standpunkt teilt übrigens das
Europäische Parlament , das wiederholt zum Ausdruck gebracht hat , daß es an          1
diesen AuBtauschaufenthalten lebhaft interessiert ist .
Der Impuls , der in diesem Bereich zu erfolgen hat , erfordert jedoch eine
Reihe von Anpassungen, tun nicht nur den Erfahrungen mit dem ersten Programm
sondern auch den zusätzlichen Schwierigkeiten Rechnung zu tragen, die sich           !
aus der derzeitigen Beschäftigungslage für Jugendliche ergeben.                      j
                                                                                     i
I. IM RAHMEN DES AUSTAUSCHES JUNGER ARBEITSKRÄFTE ANZUSTREBENDE ZIELE    .
                                                                                     [
                                                                                     !
   Die Förderung des Austauschs junger Arbeitskräfte entspricht Erfordernissen,      ;
                                                                                     I
   die auf drei verschiedene , sich jedoch ergänzende Ziele zurückgeführt            |
   werden können .
   Das erste Ziel betrifft die berufliche Bildung der Jugendlichen. Austausch­     ?
   aufenthalte dieser Art können die Berufsausbildung der Jugendlichen ergänzen, :
   ihre Beschäftigungsmöglichkeiten verbessern und somit die Freizügigkeit der     ,
   Arbeitnehmer fördern.                                                           j
   Das zweite Ziel betrifft die Bildung im allgemeineren Sinne . Durch Austausch– j
   aufenthalte haben junge Arbeitskräfte Gelegenheit , die Lebens- und Arbeits­
   bedingungen in anderen Länder», besser kennenzulernen.                         !
                                                                           ./.    i
 ---pagebreak--- Dahinter steht letztlich auch ein spezifisch gemeinschaftlicher Zweck ,
denn beim derzeitigen Stand dsr Dinge in der Genseinschaft ist die Frei­
zügigkeit noch lange nicht so weit fortgeschr it ten wie die wirt sch af1 1 iche
Integration . Die menschliche Dimension der Gemeinschaft, und ihre konkrete
Grundlage werden so lange schwach, und zerbrechlich bleiben , wie die Ge­
meinschaft für die jüngeren Generationen eine ihren Interessen .fernliegende ,
schwer erfaßbare Sache ist,. Die Entwicklung von Kontakten und Austausch-
aufenthalten zwischen jungen Arbeitskräften kann entscheidend dazu beitragen,
Schranken zwischen den Menschen abzubauen «
BILANZ DER FJRC HO FÜHRTEN AUS TAU 5 C HAUTENT.IA LT E UKD ELEMENTS EIITER DIAG­
NOSTIK
l ) Ergebnisse des ersten Progragroj
    Die Maßnahmen im Rahden des ersten Programms erstreckten sich auf Aus-
    tauschaufenthalte von langer Dauer (3 his 6 Monate ) j sie waren insbesondere
    darauf abgestellt , bei einem Arbeitgeber Berufserfahrung zu sammeln .
    Der Beitrag der Kommission bestand einerseits in der Erstattung der
    Reisekosten der am Austausoh beteiligten Arbeitskräfte und andererseits
    in der Übernahme der Kosten für Informationst-age ( Information und Ver-
    trautmachen mit den europäischen Einrichtungen) zu Beginn des Austausche
    und für die Bewertung am Ende des Aufenthalts » Die Dienststellen der
    Kommission leisteten darüber hinaus den Veran.sta3.tern der Austauschaufent-
    halte beträchtliche technische Hilfe . Die Austauschaufenthalte wurden in
    der Praxis hauptsächlich auf individueller Basis organisiert ( im Bereich
    der Landwirtschaft und in geringerem Ausmaß im Bereich der Spar- und Kre-
    ditgenossenschaften) .
    Mit Rücksicht auf den beschränkten Einsatz von Mitteln und Personal könnet
    die Ergebnisse nach .Ansicht der Teilnehmer und der veranstaltenden Berufs­
    verbände als qualitativ ziemlich befriedigend angesehen werden ; gleich­
    wohl sind drei wichtige Bemerkungen vorzubringen ?
    - kleine Zahl von Teilnehmern und infolgedessen schwache Wirkung (auch
      geringe WerbeWirksamkeit ) der unternommenen Maßnahmen }
    - unzureichende Vorbereitung der Austauschteilnehmer , sowohl was ihre
      Sprachkenntnisee als auch ihre Information über daa Gastland anbe­
      trifft }
    - hoher EinBats , der von Trägern der Auetauschmaßnahmen gefordert wurde .
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    Auf der Suche nach Lösungen für diese "beiden letztgenannten Probleme
    hat die Kommission seit 1976 einige Modellversuche in Angriff genommen,
    mit denen in erster Linie Ansätze für die sprachliche Vorbereitung und
    die Aufklärung der Teilnehmer gewonnen werden sollen.
2 ) Das erste Programm in seinem allgemeinen Rahmen
    Nebem dem Austauschprogramm der Kommission gibt es noch verschiedene
    andere Austauschsysteme , teils im Rahmen öffentlicher Institutionen
    (Deutsch-Französisches Jugendwerk), teils im Rahmen rein privater Ini­
    tiativen .
    Da nur wenige Daten vorliegen, läßt sich über den Austausch zwischen den
    Mitgliedstaaten insgesamt kein genaues Bild vermitteln. Im Rahmen der
    verschiedenen Austauschmaünahmen dürften schätzungsweise rund 25.000
    Jugendliche an solchen Aktionen beteiligt gewesen sein. Der Hauptteil
    entfällt auf Studenten mit relativ kurzer Aufenthaltsdauer , nämlich
    1 bis 2 Monate . Anhand der zusammengetragenen Informationen können jedoch
    folgende Angaben gemacht werden »
    a) Die berufsbildenden Langzeit aufenthalte sind selten. Abgesehen von
        den von der Kommission vermittelten Aufenthalten, betreffen, sie häufig
        Industrieunternehmen oder Kreditinstitute mit Niederlassungen in
        mehreren Mitgliedstaaten, die auf diesem Wege für die berufliche
        Portbildung einiger ihrer Führungskräfte sorgen. Mehrere Unternehmen
        haben außerdem versucht , den Austausch junger Arbeiter oder Angestell­
        ter zwischen den in mehreren Ländern bestehenden Betrieben zu fördern.
    b ) In diesem Zusammenhang entsprach der Austausch im Rahmen des ersten
        Programms einem spezifischen Bedarf, der ausging von
        – Sektoren mit geringer wirtschaftlicher Konzentration, in denen
          Familien- oder Kleinbetriebe vorherrschten. Dies gilt vor allem
          für -die Landwirtschaft und die Fisoherei ;
        - oder von Sektoren mit starker Konzentration, und dort von Unter­
          nehmen, deren Tätigkeit institutionell auf das eigene Land beschränkt
          ist . Dies gilt für die Spar- und Kreditgenossenschaften, für die
          der Austausch junger Arbeitskräfte eine gute Gelegenheit war, durch
          den ihre Führungskräfte ia die Arbeitsweise ihrer Schwesterunter-
          nehmen in den anderen EWG–Ländern eingeführt werden konnten»
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       c j Für Au                   .? . '• 2r."- ■ ".? •' /' _ y " £, gibt es viele und breitge-
           st reute Initiativen . Sie reichen vsm Tourist enauf enthalt über Aufent­
           halte zur Teilnahme an Sprachkursen bis hin zum Aufenthalt aus kul­
           turellen Zwecken bei Betreuung® Organisationen die Hauptnutznießer
           dieser Aufenthalte sind die Studenten «
       Hindernisse für den Ausbau. des_ Austausches
       Sie sind zweierlei Art . Die einen hängen mit den derzeitigen wirtschaft­
       lichen Verhältnissen zusammen . Besorgt um ihre Situation , sind die
       Jugendlichen kaum bereit , das Risiko eines Bildungsaufenthalt s auf sich
       zu nehmen, dessen Auswirkungen auf ihre berufliche Zukunft ungewiß er­
       scheinen . Die Arbeitgeber sind ihrerseits häufig wenig geneigt , Prakti­
       kanten in einer Zeit aufzunehmen , in der Einstellungen ausgesetzt sind
       und die Arbeitslosigkeit unter den einheimischen Jugendlichen hoch ist .
       Die Organisationen, die den Austausch fördern^ stoßen ihrerseits auf
       Finanzierungsschwierigkeiten und erhalten nicht immer die gewünschte
       Hilfe .
       Die anderen Schwierigkeiten hängen mit den Bedingungen der praktischen
       Organisation der Aufenthalte oder Praktika zusammen . Fragen wie Ent­
       lohnung , soziale Sicherung und Versicherungsschutz sind nicht zuletzt
       wegen der unterschiedlichen nationalen Systeme Btändige Hindernisse . Die
       befragten Organisationen haben darauf hingewiesen , wie wichtig es ist ,
       Maßnahmen zur Beseitigung dieser Hindernisse zu ergreifen und den Aus­
       tausch junger Arbeitskräfte zu fördern.
m . AUSRICHTUNGEN FÜR DAS ZWEITE AUSTAUSCHPROGRAMM
    Das erste Programm konzentrierte sich auf Austauschaufenthalte von längerer
    Dauer mit dem Hauptziel der beruflichen Ausbildung bei einem Arbeitgeber ,
    Um die großen , im vorstehenden Abschnitt erwähnten Schwierigkeiten zu über­
    winden und auf diese Waise eine effektive Entfaltung des Austauschs junger
    Arbeitskräfte herbeizuführen, sollten nach Ansicht der Kommission Änderungen
    in folgenden Punkten vorgenommen werden ?
    - Verbesserung der Bedingursgen , unter denen Austauschaufenthalte von
      längerer Dauer bei Arbeitgebern durchgeführt werden ( Dauer mindestens
      4 Monate , um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben , sich mit dem Leben
      ia Unternehmen vertraut zu ra&ohen und Grundlagen der Ssrufsawsbildung zu
      erwerben bzw . ergänzend® Aspekte derselben kexmenzaleraerO ,
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     - Verbreiterung dss Angebots an Praktilcumsmögllehkeitea duroh Förderung
        bestimmter Formen von Kurzaufenthalten (grundsätzlich von dreiwöchiger
        bis dreimonatiger Hauer, während der die Jugendlichen einen nachhaltigen,
        stimulierenden und bildenden Kontakt mit der Arbeitswelt und der Lebens­
        weise des Gastlandes erleben können),
   „ - Entwicklung von Anreizmaßnahmen auf breiterer Basis bei den austausch-
        fördernden Organisationen.
1 ) Verbesserung der Bedingungen für den Langzert-Austauschaufenthalt
     Die Beteiligung der Gemeinschaft beschränkte sioh bislang auf die Erstat­
     tung der Fahrkosten und der Kosten für eine Einführung in die Arbeitsweise
     der Gemeinschaften. Sie umfaßte nur einen beschränkten Teil der bei jedem
     Austausch entstehenden Gesamtkosten .      ,,
     Die anzustrebenden Änderungen in diesem Bereich lassen sich wie folgt zu­
     sammenfassen. Es ist notwendig ,
     a) die Vermittlung einer sprachlichen Ausbildung zu fördern, die es dem
         Jugendlichen ermöglicht , aus seinem Praktikum und seinem Aufenthalt in
         einer neuen Umgebung größtmöglichen Nutzen zu ziehen }
     b ) dem jugendlichen Praktikanten einen ausreichenden sozialen Schutz zu
         sichern .
2 ) Vielseitigeres Angebot an Praktikumsmöglichkeiten
                                                   :
     Die Möglichkeiten zum Ausbau der Langzeit aufenthalte , die im wesentlichen
     auf eine berufliche Ausbildung der Teilnehmer abzielen, sind sicherlich vor­
     handen, aber gleichwohl beschränkt , sowohl wegen der allgemeinen Beschäfti–
     gungslage als auch wegen vieler sonstiger Schwierigkeiten, denen die jungen
     Arbeitnehmer bei einem Austausch innerhalb der Gemeinschaft begegnen (andere
     Sprachen, unterschiedliche Ausbildungssysteme usw .).
     Die Bedeutung, die den nicht streng beruflich gebundenen Aspekten dieser
     Aufenthalte beizumessen ist (Allgemeinbildung der Jugendlichen, Förderung
     der Kontakte und Gewinnung einer Vorstellung vom Wesen der Gemeinschaft ),
     läßt es gerechtfertigt erscheinen, nach zusätzlichen Mitteln und Wegen zu
     suchen.
     Dieses Ziel könnte insbesondere durch kürzere Aufenthalte erreicht werden,
     die nicht unbedingt auf eine berufsspezifische Ausbildung der Jugendlichen
     abgestellt sind, sondern auf die Herstellung eines engen Kontakts mit der
     Arbeitswelt und dem Leben in einem anderen Land . Solohe Aufenthalte können
     kulturell gesehen einen beträchtlichen praktischen Wert habenx Indem die
                                                                               •Λ
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         Jugendlichen aus ihrem "begrenzten Lebenskreis heraustreten und Kameraden
         anderer Länder begegnen » können sie sich ihrer Persönlichkeit und dessen»
         was Europa bedeutet , bewußt werden . Deshalb müßten die Anstrengungen zur
         Durchführung von Aufenthalten von kürzerer Dauer gefördert werden» wobei
         jedoch darüber zu wachen wäre » daß der qualitative Inhalt dieser Aufent­
         halte gewahrt bleibt .
     3 ) Stimulierung den Austausches durch andere als finanzielle Maßnahmen
         Erste Kontakt aufnahmen der Kommission haben ergeben » daß ihre Aktion wirk­
         samer wäre » wenn sie ihre finanzielle Unterstützung des Austauschs durch
         eine "Anerkennungsakt ion" ergänzen könnte » d.h . wenn sie den Organisationen,
         die den Austausch fördern und tragen» moralischen und politischen Rückhalt
         geben könnte . Einige Sachverständige neigen sogar zu der Ansicht , daß diese
         Rückenstärkung eine größere Wirkung haben könnte als die finanzielle Hilfe .
     4) Annbau eines .Metzes aktiver Förderor^anisationen auf europäischer Ebene
         Die auf dem Gebiet des Austauschs junger Arbeitskräfte vorgeschlagene JUcfc ion
         würde nach Ansicht der Kommission im wesentlichen von europäischen Organi­
         sationen vorgenommen, die Träger dieses Austauschs sind und von der Kom­
         mission anerkannt werden . Zu diesem Zweck schlägt die Kommission die
         Ausarbeitung eines Systems von Übereinkommen vor, die mit bestimmten Orga­
         nisationen abzuschließen sind. Letztere würden als Gegenleistung für be­
         stimmte Garantien , die sie hinsichtlich der Art , der Qualität der Tätigkeit
         und der Überwachung der eingeleiteten Aktionen bieten, von der Kommission
         anerkannt . Diese Übereinkommen könnten die Gewährung von Vergünstigungen
         auf dem Gebiet des sozialen Schutzes und des Bildungsurlaubs erleichtern .
         Sie wären notwendig , um in den Genuß einer Finanzierung durch die Gemeinschaf
         zu gelangen, könnten jedoch auch unterzeichnet werden,, ohne daß eine solche
         Finanzierung gewährt wird .
IV . EINZELHEITEN ÜBER DIE HJRCHfflHRUM? DES ZWEITEN AUSTAUSCHPROGRAMKS
     Der nachstehend dargelegte Vorschlag stützt sich auf folgendes ?
     - Definition der jungen Arbeitskräfte , die am Austausch teilnehmen können »
     - Auswahl von Verbänden oder Institutionen, die die Verantwortung der Durch­
        führung des Austausches übernehmen»
     - übereinkommen zur Festlegung der Rechte und Pflichten dieser Verbände oder
        Institutionen,
     - Verpflichtungen , die aus der Entscheidung für die Kommission erwachsen,
     - Verpflichtungen, die aus der Entscheidung für die Mitgliedstaaten erwachsen ,
     - Einsetzung eines Beratenden Aueschusses für den AuB-feauaoh junger Arbeits­
        kräfte , der der Kommission zur Seite steht .
 ---pagebreak--- 1 ) Die .jungen Arbeitskräfte
    An dem Austausch teilnehmen können junge Arbeitskräfte im Alter zwischen
    16 und 28 Jahren, die ihre Ausbildung in ihrem 20 . Lebensjahr abgeschlossen
    hatten. Kiese Einschränkung entspricht dem Anliegen, hauptsächlich die­
    jenigen Gruppen von Jugendlichen zu fördern, die keinen Zugang zum Hoch­
    schulstudium haben. Ausnahmen hiervon könnten nach Stellungnahme des Bera­
    tenden Ausschusses im Rahmen von besonders förderungswürdigen Programmen
    gemacht werden.
2 ) Die Träger des Austauschs
    Um eine Vergeudung von Arbeitskraft zu vermeiden und die Verwaltung zu
    vereinfachen, wird sich die Kommission bei der Durchführung dieses Pro­
    gramms auf Verbände und Institutionen stützen, die auf europäischer Ebene
    tätig sind. Gemeint sind bereits von der Konanission anerkannte Organisationen
    (wie die Vereinigungen oder Zusammenschlüsse , in denen schon jetzt die Ar-
    beitgeber-Organisationen, die Handwerkskammern und die Gewerkschaften zu-
    sammengefaßt sind) und solche , die dem europäi sehen Jugendforum angeschlos­
    sen sind. Später könnten noch weitere Zweokverbände , die die Ziele des
    Programms mittragen, hinzugezogen werden.
    Die Kommission wird den Schwerpunkt bei der Wahl ihrer Gesprächspartner
    auf zwei wichtige Kriterien legen«
    - die Verbände oder Institutionen müssen tatsächlich auf europäischer Ebene
      tätig sein (was nioht heißt , daß sie ausnahmelos in allen Mitgliedsländern
      vertreten sein müssen) ;
    - sie müssen Erfahrung und Kompetenz im Bereich des Austauschs junger Ar­
      beitskräfte nachweisen .
    Diese aus praktischen Gründen erforderliche Schwerpunktvert eilung bedeutet
    jedoch nicht , daß rein einzelstaatliche Initiativen ausgeschlossen werden
    müssen« Sie impliziert indessen, daß derartige Initiativen über einen auf ,
    europäischer Ebene organisierten Verband durchgeführt werden müssen.
 ---pagebreak---                               - 3 -
3 ) Pic tTboroinkorCTcn
    Sie bilden den Ausgangspunkt der Beziehungen zwischen der Kommission u.nd den
    Verbänden und Institutionen «
    Es ist Sache der anerkannten Verbände oder Institutionen ^ die Kontakte her­
    zustellen , – zum einen mit den Jugendlichen , die für einen derartigen Aus­
    tausch in Prags kommen , und zum anderen mit den potentiellen Arbeitgebern
    und den für die Aufnahme zuständigen Stellen im Gastland ? sie arbeiten
    ihre Austauschvorhaben auf der Grundlage dieser Kontakte aus ,
    In den von ihnen unterzeichneten Übereinkommen werden die Verpflichtungen
    dieser Organisationen hinsichtlich des Statuts , der Entlohnung , des sozialer.
    Schutzes , der Versicherung und gegebenenfalls der sprachlichen Vorbereitung
    der jugendlichen Arbeitskräfte festgelegt «,
    Außerdem wird in den Übereinkommen festgelegt , daß sich die Kommission ver­
    pflichtet , den Trägerorganisationen zu helfen , die bestehenden Möglichkeiter.
    zu nutzen , insbesondere was die Freizügigkeit der Arbeitnehmer , die Mög­
    lichkeiten des Bildungsurlaubs in den Herkunftsländern der Jugendlichen und
    andere eventuell von den Mitgliedstaaten gewährten Erleichterungen angeht »
    In einem dem Basisübereinkommen als Anhang beigefügten Programm wird die
    Art des durchzuführenden Austausches festgelegt sowie die Zahl der Jugend­
    lichen , die daran teilnehmen wollen , die Herkunfts– und Gastländer , die
    Bauer der Aufenthalte , die beabsichtigten Tätigkeiten und gegebenenfalls
    die Modalitäten für die Entlohnung der jugendlichen Arbeitskräfte durch die
    Unternehmer .
    Bei Austauschaufenthalten von längerer Bauer müssen die Verbände und Insti­
    tutionen in ihren Programmen angeben , welche Maßnahmen sie zu ergreifen
    gedenkan , um den jugendlichen Arbeitskräften bei der Teilnahme am gesell­
    schaftlichen und kulturellen Leben der C-aetregion behilflich zu sein, wie
    sie ihnen angemessene Informationen über das Gastland und die Gemeinschaft
    vermitteln und wie sie die gegebenenfalls erforderliche sprachliche Vorbe­
    reitung der Jugendlichen und ihre 33 s rufsbe ra-vung or^anisisretx wollen »
 ---pagebreak---    Bei Kurz aufenthalt en müssen die V'eroände und Institutionen in ihren Pro­
   grammen Angaben machen über die Art der 'beabsichtigten Tätigkeiten, über
   die Aufteilung zwischen Tätigkeit , Kontajct und Ausbildungslehrgängen, über
   angestrebte Ziele sowie über die wichtigsten örtlichen Organisationen und
   Verbände , mit deren Mitarbeit gerechnet wird. Der Wortlaut der Überein­
   kommen wird den zuständigen Lande sverwaltimgen zur Information vorgelegt .
4) Verpflichtungen der Kommission
   Die Kommission "beabsichtigt zu gewähren *
   1 . zu den Kosten der Hin- und Rückfahrt aller Teilnehmer zwischen dem Wohn­
       ort und dem Ort des Austauschaufenthalt es einen Zuschuß bis zu 75 $ der
       tatsächlich entstandenen Kosten .
   2 . bei Austauschaufenthalten von längerer Dauer »
       a) einen monatlichen Pauschalzuschuß je Teilnehmer, der für das erste
           Jahr der Durchführung der Entscheidung auf 150 ERE festgesetzt ist .
           Dieser Betrag entspricht etwa 20 % der veranschlagten Gesamtkosten
           der Austauschmaßnahme | die Veranschlagung dieser Kosten erfolgte auf­
           grund von Erfahrungen, die bei der Durchführung von Modellversuchen
           gewonnen wurden }
       b ) gegebenenfalls eine zusätzliche Beihilfe für die Lehrgänge zur sprach­
           lichen Vorbereitung der Teilnehmer, die für das erste Jahr der Durch­
           führung der Entscheidung auf wöchentlich 125 ERE je Teilnehmer fest­
           gesetzt ist (Unterricht , Unterkunft , Verpflegung und Taschengeld ein–
           geschlsosen).
   3 . für Praktika von kurzer Dauer :
       einen wöchentlichen Pauschalzuschuß je Teilnehmer (pädagogische Beratung
       eingeschlossen), der für das erste Jahr der Durchführung der Entschei­
       dung auf 85 ERE festgesetzt ist . Gemäß den bei der Durchführung von
       Modellversuchen gesammelten Erfahrungen entspricht dieser Betrag etwa
       40 % der Gesamtkosten der Austauschmaßnahine .
   4 . Daneben erscheint es möglioh, in einigen Jollen den Europäischen Sozial-
       fonds zur Finanzierung der Ausbildungsmaßnahmen oder der beschäftigungs-
       fördernden Maßnahmen, die mit einigen Austauschformen verbunden sind,
       einzuschalten .
   5 . Außerdem gewährt die Kommission den Trägerorganisationen eine allgemeine
       Hilfestellung, indem sie ihre Kontaktaufnähme mit den Mitgliedstaaten, vor
       allem mit den einzelstaatlichen Behörden, fördert , und ihrerseits die
       Entwicklung einzelstaatlicher 8,ustauschfördemder Maßnahmen begünstigt
       ( insbesondere im Bereich der soziales Sicherheit und des Bildongsurlaubs ),
       und indem sie dia Information, über die Programme erleichtert .         /
 ---pagebreak---                               - io -
5 / Verpflichtungen der Mitgliedstanten
    a ) Die Regierungen der Mitgliedstaaten wachen darüber» daß den jugendlichen
        Praktikanten mindestens ebenso günstige Regelungen zrigute k.ocraien f wie sie
        in der geänderten Verordnung Hr . 1612/68 des Rates niedergelegt sind«,
    b ) Ferner ist es Sache der Regierungen, die einzelstaatliche (n) Dienst-
        stelle(n) zu "benennen, die in der Lage ist(sind), das Interesse der
        Wirtschaft , der Sozialpartner und der Jugendorganisationen zu wecken und
        sie zur aktiven Mitarbeit zu mobilisieren und die Veranstaltung von
        Praktika fördern und die Durchführung der programmierten Aktionen gewähr­
        leisten können .
    c ) Gegebenenfalls rufen sie einen Koordinierungsdienst ins Leben, der auf
        einzelstaatlicher Ebene beauftragt wird , Initiativen der Verbände und
        Organisationen zu fördern und die Ausarbeitung der Austauschprogramme
        und Maßnahmen zu harmonisieren .
6 ) Ausschuß für den Austausch .iun,Ter Arbeitskräfte
    Zur Auswertung , Entwicklung und Ausrichtung des Programms empfiehlt es
    sich, einen Beratenden Ausschuß zu bilden, der sich zusammensetzt aus Ver­
    tretern der Mitgliedsländer , der auf europäischer Ebene bestehenden Arbeit­
    geber– und Arbeitnehmerorganisationen und der den Austausch fördernden und
    mittragenden Organisationen. Der Ausschuß sollte nicht mehr als 24 Mitglie­
    der zählen .
    Der Ausschuß , dessen Vorsitz und Sekretariat von der Kommission wahrgenommei
    werden, tritt mindestens zweimal jährlich auf Initiative des Vorsitzenden
    oder auf Wunsch mindestens eines Drittels seiner Mitglieder zusammen.
    Der Ausschuß wird zu folgenden Prägen gehört ?
    - Leitlinien , die bei der Ausarbeitung und Durchführung der jährlichen
       Austauschprogramme einzuhalten sind }
    - Aufteilung der Gemeinschaftsmittel zwischen Langzeit– und Kurzzeit-Aus-
       tauschaufenthalten ;
    - Maßnahmen, die zur Beseitigung der dem Austausch im Wege stehenden Hin­
       dernisse zu ergreifen sind ;
    - eventuelle Ausnahmen zu den Bestimmungen von Artikel 1 der Entscheidung ;
    - Bewertung der Austauschaufenthalte }
    - alle neuen Maßnahmen , die zu einer größeren Effizienz der Austauschpro­
       gramme beitragen können.
    Der Ausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung ^ die nach Zust izamirg der
    Kommission in Kraft tritt .
 ---pagebreak---                                    Vorschlag
           für eine Entscheidung         (EWG )        des Rates
über die Aufstellung eines "Zweiten gemeinsamen Programms zur Förderung des
Austauschs junger Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft"
Der Hat der Europäischen Gemeinschaft –
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ,
           insbesondere auf Artikel 50 »
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (l ),
nach Stellungnahme des Wirtschafte- und Sozialausschusses (2),
in Erwägung nachstehender Gründe :
Die Aktion der Gemeinschaft zugunsten der Jugend ist durch konkrete Maßnahmen
zu fördern .
Eine der wichtigsten Aufgaben auf diesem Gebiet besteht darin, jungen Arbeits­
kräften durch Aufenthalte in einem anderen Mitgliedstaat als ihrem Heimatland
größere Chancen zu bieten, ihren beruflichen und kulturellen Horizont zu erwei­
tern .
Diese Aktion muß gleichlaufend mit den Maßnahmen geführt werden , die zur För­
derung der Beschäftigung Jugendlicher eingeleitet werden } sie muß jedoch auf­
grund ihrer Zielsetzungen und der Art der Maßnahmen ihren Eigencharakter be­
wahren .
Die im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten der Euro­
päischen Wirtschaftsgemeinschaft haben am 8 . Mai 1964 das erste Programm zur
Förderung des Austauschs junger Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft be­
schlossen (3 )»
Die bisherige Erfahrung hat gezeigt , daß die Aktionsmodalitäten des ersten gemein­
samen Programms verbessert und sein Anwendungsbereich erweitert werden müssen.
Eine derartige Erweiterung erfordert verstärkte Anstrengungen seitens der Mit­
gliedstaaten .
(l ) ABl . Nr.     vom        , S.                                      ./.
(2 ) AB1 . Nr.     vom        , S.
(3 ) AB1 . Nr. 78 vom 22.5.I964, S. 1226
 ---pagebreak---                                          c. –
    Die Gemeinschaft hat zu den gemeinsamen Anst r^congen durch unmittelbare Aktionen
    und Beteiligungen einen wesentlichen Beitrag zu leisten .
    Es empfiehlt sich , die Mitwirkung von Verbänden oder Institutionen zu sichern ,
    die auf europäischer Ebene tätig sind und die nach ihrer Struktur , , der Art ihrer
    Tätigkeiten und ihrer praktischen Leistungsfähigkeit in. der Lage sind , sich
    maßgeblich an der Verwirklichung des Auetauschprograrama zu beteiligen .
    Deshalb ist es angezeigt , ein zweites gerne inssiaes Programm zur Förderung des
    Austauscha junger Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft aufzustellen -
    HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN?
                                         Artikel 1
1 . Als Austausch junger Arbeitskräfte im Sinne dieser Entscheidung gelten Maßnahmen
    zur Durchführung von Praktika oder Aufenthalten für Jugendliche zwischen 16 und
    28 Jahren                          in einem anderen Land der Gemeinschaft als in
    ihrem Heimatland mit folgendem Ziels
    – Weiterentwicklung ihrer beruflichen Befähigung und Bereicherung ihrer prak­
      tischen Erfahrung ,
    – Vermittlung von Kontalcten mit den Berufskreisen des Gastlandes ,
    – Verbesserung ihrer Kenntnisse der Lebensbedingungen und sozialen Verhältnisse
       im Gastland ,
    – Förderung eines europäischen Bewußtseins .
2 . Die Aus t aus chaufenthalte sind jungen Arbeitskräften vorbehalten , die vor dem
    20 . Lebensjahr in das Erwerbsleben eingetreten sind . Jedoch kann die Kommission
    nach Stellungnahme des Beratenden Ausschusses für den Austausch junger Arbeits­
    kräfte bestimmte Austauschmaßnahmen für Jugendliche mit einem höheren Ausbildungs-
    niveau fördern .
                                       Artikel 2
1 . Mit der praktischen Abwicklung des Austauschs junger Arbeitskräfte werden auf
    europäischer Eoone tätige Verbände oder Institutionen betraut , die aufgrund
    ihrer Fähigkeit zur reibungslosen Durchführung der ihnen übertragenen Aufgaben
    von der Kommission anerkannt werden .
2 . Die Beziehungen zwischen diesen Verbänden oder Institutionen und der Kommission
    werden durch Obereinkommen geregelt .
3 . Der Austausch im Sinne dieser Entscheidung kann in Aufenthalten von längerer oder
    kürzerer Dauer bestehen .
 ---pagebreak---                                       - 3 -
                                    Artikel 3
    Als Austauschaufenthalte von längerer Dauer gelten überwiegend, auf den Beruf
    ausgerichtete Praktika von mindestens viermonatiger Dauer bei einem Arbeitgeber
    in einem anderen Mitgliedstaat . Diese Praktika sollen es den jungen Arbeitskräften
    ermöglichen, sich mit dem Leben im Unternehmen vertraut zu machen, wobei ihnen
    gewisse Grundlagen oder eine zusätzliche berufliche Ausbildung vermittelt werden.
                                    Artikel 4
1 . Den jungen Arbeitskräften, die sich an Langzeitaufenthalten beteiligen, kommt
    eine ebenso günstige Regelung zugute , wie sie in Anwendung des Vertrags zur Ver*-
    wirklichung der Freizügigkeit für Arbeitnehmer, die Angehörige der Mitgliedstaaten
    sind, eingeführt wurde .
2 . Sie werden nach den gleichen Bedingungen entlohnt wie die jungen Arbeitskräfte
    des Gastlandes , die eine vergleichbare Stellung innehaben und vergleichbare
    Leistungen erbringen.
                                    Artikel 5
    Als Austauschaufenthalte von kürzerer Dauer gelten Studien– bzw . Ausbildungs-
    aufenthalte , die den jungen Arbeitskräften einen tieferen Einblick in die Arbeits­
    welt und Lebensverhältnisse im Gastland ermöglichen sollen. Diese Austauschaufent-
    halte erstrecken sich grundsätzlich über einen Zeitraum von drei Wochen bis zu
    drei Monaten.
                                    Artikel 6
1 . Die Mitgliedstaaten ergreifen alle Maßnahmen, die erforderlich sind, tun die Durch­
    führung der Austauschaufenthalte zu erleichtern, insbesondere auf dem Gebiet des
    sozialen Schutzes und des Zugangs zum Bildungsurlaub und den verschiedenen Formen
    der Hilfe .
2 . Sie benennen die zuständige (n) Behörde (n) sowie gegebenenfalls den Koordinie-
    rungsdienst , mit dem sich die Verbände oder Institutionen in Verbindung setzen
    können , um die Organisation und Durchführung der Praktika zu erleichtern.
3 . Sie teilen der Kommission mit , welche Vorschriften Bie in Anwendung der Absätze 1
    und 2 dieses Artikels erlassen haben .
                                    Artikel ^
    Um den Ausbau des Austauschs zu erleichtern, kann die Kommission Zuschüsse gewäh­
    ren, die folgendes umfassen*
    - einen Fahrkost enzuschuö für die Reise zwischen dem Wohnort und dexa Ort des
      Praktikums ,
    - einen Pauschal Zuschuß je Teilnehmer und Woche »
 ---pagebreak---                                      _ 4 „
    Außerdem kann "bei Langzeit aufenthalten eine zusätzliche Beihilfe je Praktikant und
    V.'oche während des Besuches eines Sprachkurses gewährt werdsn«
                                     Artikel 8
1 . Es wird ein Beratender Ausschuß für den Austausch junger Arbeitskräfte einge­
    setzt , der den Auftrag hat , die Kommission bei der Durchführung ihrer Aufgaben,
    dio ihr durch diese Entscheidung übertragen werden, zu unterstützen .
2 . Dieser Ausschuß besteht aus :
    – neun von den Regierungen entsandten Mitgliedern, die die für die Durchführung
       des Austauschs junger Arbeitskräfte verantwortlichen Dienststellen vertreten ;
    – drei Kitgliedern als Vertreter der europäischen    Arbeitgeberorganisationen j
    – drei Mitgliedern als Vertreter der europäischen    Arbeitnehmerorganisationen j
    – neun Mitgliedern als Vertreter der europäischen    Organisationen ,, die auf dem
       Gebiet des Austauschs junger Arbeitskräfte eine   besondere Zuständigkeit und
       direkte Erfahrung haben .
3 . Den Vorsitz im Ausschuß führt ein Vertreter der Kommission .
4 . Das Ausschußsekretariat wird von den Kommissionsdienststellen wahrgenommen.
                                     Artikel 9
    Die Kommission trifft alle Maßnahmen, die zur Durchführung dieser Entscheidung
    erforderlich sind .
                                     Artikel 10
    Diese Entscheidung tritt am 1 . Juli 1979 in Kraft .
                                     Artikel 11
    Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
    Geschehen zu Brüssel am
                                                           Im Namen des Rates
                                                              Der Präsident
 ---pagebreak---                              FINANZBOGEN
ENIWURF EINES ZWEITEN GEMEINSAMEN PROGRAMMS ZUR FORDERUNG DES
AUSTAUSCHS JUNGER ARBEITSKRÄFTE INNERHALB DER GEMEINSCHAFT
1 . Haushaltslime
    - Artikel 251 - Ausschusse
    - Artikel 302 - Dan Organ obliegende Aufgaben zur Förderung des
                     Austauschs junger Arbeitskräfte .
2 . Rechtsqrundlage
    Art . 50 des EWG-Vertrags :
    "Die Mitgliedstaaten fördern den Austausch junger Arbeitskräfte im
     Rahmen eines gemeinsamen Programms . "
3 . Beschreibung der Aktion ;
    Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über die Aufstellung eines
    zweiten gemeinsamen Programms zur Förderung des Austauschs junger
    Arbeitskräfte innerhalb der Gemeinschaft .
    3.1.1 . Allgemeiner Zweck
            Jungen Arbeitskräften soll dabei geholfen werden , im Beruf
            voranzukommen und ein stärkeres europäisches Bewusstsein zu
            entwickeln .
    3.1.2 . Besonderer Zweck
            Finanzieller Beitrag zur Durchführung von Austauschaufent­
            halten junger Arbeitskräfte in anderen Ländern der Ganein-
            schaft als ihrem Heimatland .
    3.1.3 . Betroffener Personenkreis
            Junge Arbeitskräfte im Alter von 16 bis 28 Jahren ( 1979 : 460 ;
            1930 : 1.150 ; 1981 , 1982 und 1983 : 1.600 Personen pro Jahr ).
4 . Begründung der Aktion
    Diese Art von Aktion ist in Art . 50 des EWG-Vertrags ausdrücklich
    vorgesehen ( siehe vorstehend Punkt 2 }.
 ---pagebreak---                                           - 2 -
             5 . Finanzielle Auswirkungen der Aktion auf die Interventionsnüttel
                  ( zu konstanten Preisen )
1 . Artikel 251 : Ausschüsse
                                      1979      1980      1981       1982       1983
 a ) Anzahl der Sitzungen              2          3         3         2           2
b ) Kosten je Sitzung : in ERE +      7200       7200      7200       7200       7200
c ) Jährliche Gesamtkosten
     (c = a x b ) +                  14400      21600     21600      14400      14400
2 . .Artikel 302 : Der Institution zur Forderung des Austauschs junger Arbeitskräfte
                     übertragene Aufgaben
A. Austauschaufenthalte von längerer Dauer ( von 4 bis 8 Monaten )
                                      1979      1980      1981       1982       1983
a ) Zahl der Teilnehmer                200       400       500        500        500
b ) Gemeinschaftsbeteiligung
     je Teilnehmer : in ERE +         2200      2200      2200       2200       2200
c ) Gesamtkosten ( c=axb):in ERE 440000       880000  1.100000   1,100000   1.100000
B. Aus tauschaufenthalte von kürzerer Dauer ( von 3 Wochen bis 3 Monaten )
                                      1979      1980      1981       1982       1983
a ) Zahl der Teilnehmer                260       765      1100       1100       1100
b ) Gemeinschaftsbeteiligung
     je Teilnehmer in ERE +            810       810       810        810        810
c ) Gesamtkosten ( c=axb ) in ERE 210.000     620.000   900.000    900.000    900.000
C. Gesamtbetrag der jährlichen Haushaltsmittel (C = A + B ) in ERE
                                    650.000 1.500.000  2.000,000  2.000.000  2.000.000
Die jährlichen Schwankungen sind auf die schrittweise Ausdehnung des gemeinsamen
Programms auf andere Wirtschaftsbereiche sowie auf die generelle Zunahme der Zahl
der Teilnehmer an den Aus tauschaufenthalten zurückzuführen .
             6 . Finanzielle Auswirkungen auf die Personal - und Verwaltungsmittel
             1 . Erforderliches zusätzliches Personal
                 1 A-Beamter
                 2 B-Beamte
                 1 C-Be amter
+ Berechnungsweise : siehe Anlage
 ---pagebreak---                                   - 3 -
      Die Durchführung des neuen Beschlusses , die betrachtliche Zunahme der
      Zahl der Teilnehmer und die Ausdehnung der Austauschaufenthalte auf
      andere Wirtschaftsbereiche haben eine entsprechende Erweiterung der
      Aufgaben der betreffenden Abteilung zur Folge , und zwar :
      1 ) Ausarbeitung der in Artikel 9 der Entscheidung vorgesehenen Durch-
           führungsmassnahmen
      2 ) Organisation der Arbeiten mit den Verantwortlichen der aia Austausch
           interessierten Verbände und Institutionen
      3 ) Erstellung der Modalitäten für die Verwendung der Gemeinschaftsbeiträge
           durch die anerkannten Verbände und Institutionen
      4 ) Verhandlungen mit den den Austausch fördernden Verbänden und Organisationen
           zur Erstellung der Übereinkorranen und Ausarbeitung der dazugehörigen Texte
      5 ) Ausführung von Aufgaben im Bereich der Finanz Verwaltung und der Über­
           wachung der Abwicklung der Aufenthalte
      6 ) Beurteilung der Ergebnisse der Austauschaufenthalte im Hinblick
           auf eine Verbesserung der IXirchführung des Programms
       7 ) Organisation und Sekretariat der Arbeiten des Beratenden Ausschusses
      8 ) Erweiterung der allgemeinen Verwal tungs aufgaben .
6.2 . Für dieses Personal erforderliche Mittel im Jahr 1980 :     41.600 ERE +
6.3 . Erforderliche Verwaltungsmittel : in die globalen Mittelanforderungen
      der Kommission für das Haushaltsjahr 1980 einzubeziehen
7 . Finanzierung der Interventionsausgaben
    1979
    Artikel 251
    Bei diesem Artikel verbuchte Mittelansätze im Haushaltsplan
    Artikel 302 .
    Übertragung der für diese Aktion in Kapitel 100 des Haushaltsplans
    vorgesehenen Mittel auf Artikel 302 ( 650.000 ERE )
    1980 und darauffolgende Haushaltsjahre
    In die folgenden Haushaltspläne einzusetzende Mittel .
8 . Etwaige Auswirkungen auf die Einnahmen : keine
9 . Vorgesehenes Kontrollsystem
    - Durch die zuständigen Dienststellen der Körrmission
    - durch den Europäischen Rechnungshof .
+ Dieser Betrag wurde unter Zugrundelegung der Gehälter in den Eingangs-
   besoldungsstufen berechnet .
 ---pagebreak---                                                              Alliage
                                                    zum Flnanebogan
Ber ce hnunqs we 1 s e
1 . Art . 251 ( Beratender Ausschuss )
    Durchschnittliche Kosten je Person
    A - Fahrkosten                          +    7.500    bfrs
       - Dienstreisevergiitung              +    1.400    bfrs
       - Tagegeld
         (2 Sitzungstage )                  +    3.120 bfrs
         Gesamtkosten je Person             +   12.000    bfrs    =  300 ERE
    B - Gesamtzahl der Mitglieder des Beratenden Ausschusses :         24 Personen
    C - Gesaratkosten je Sitzung
         (C = A X B )                               / 7.200 ERE /
2 . Art . 302 ( Austausch junger Arbeitskräfte ;
                Beteiligung der Gemeinschaft je Teilnehmer )
    A - Austauschaufenthalte von längerer Dauer
         Höhe des Gemeinschaftsbeitrags je Teilnehmer :
         - Kosten für die Hin- und Rückreise zwischen dem
           Heimatland und den Ort des Austauschaufenthalts
           einschliesslich der Kosten für die Reise nach
           dem Ort , an den die Sprachkurse stattfinden                   300 ERE
         - vorbereitender Sprachkursus ( Kosten für den
           Sprachunterricht , Unterkunft , Verpflegung ,
           Taschengeld und Freizeitgestaltung , Ver-
           waltungs- und sonstige Kosten )
           8 Woe hen zu 125 ERE                                         1.000 ERE
         - durchschnittlicher Pauschal zuschuss je Teil­
           nehmer ( Versicherung , Unterkunft , Verpflegung ,
           erforderlichenfalls Verdienstzuschlag , Frei­
           zeitgestaltung , Verwaltungs- und sonstige Kosten )
           ( durchschnittlich sechs Monate x 150 ERE )                    900 ERE
         Gesamtbetrag je Teilnehmer                                   / 2.200 ERE/
    B - Austauschaufenthalte von kürzerer Dauer
                                                     *0!rE :
         - Kosten für die Hin- und Rückreise zwischen dem
           Heimatland und dem Ort des Austauschaufenthaltes               300 ERE
         - Pauschal zuschuss j - Teilnehmer ( pädagogische
           Beratung , Unterkunft , Verpflegung , Taschengeld ,
           Besichtigungen , Versicherung , Freizeitgestaltung ,
           Verwaltungs- und sonstige Kosten )
           ( durchschnittlich 6 Wochen x 85 ERE )                         510 ERE
         Gesamtbetrag je Teilnehmer                                     / 810 ERE/