CELEX: C2003/158/04
Language: de
Date: 2003-07-05 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes vom 13. Mai 2003 in der Rechtssache C-463/00: Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Königreich Spanien (Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Artikel 43 EG und 56 EG — System behördlicher Genehmigungen in Bezug auf privatisierte Unternehmen)

5.7.2003                DE                            Amtsblatt der Europäischen Union                                               C 158/3
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                 3.    Es verstößt nicht gegen das Gemeinschaftsrecht, auf den Azoren
                                                                               aus dort geernteten Zuckerrüben gewonnenen Weißzucker, für
                          (Fünfte Kammer)                                      den Gemeinschaftsbeihilfen gemäß Artikel 25 der Verordnung
                                                                               Nr. 1600/92 einer Erzeugung von jährlich 10 000 Tonnen
                                                                               und Gemeinschaftsbeihilfen gewährt werden, auf das portugiesi-
                         vom 15. Mai 2003                                      sche Festland zu versenden.
in der Rechtssache C-282/00 (Vorabentscheidungsersu-                     4.    Es verstößt nicht gegen das Gemeinschaftsrecht, Weißzucker auf
chen des Tribunal Judicial da Comarca de Ponta Delgada):                       das portugiesische Festland zu versenden, der auf den Azoren
Refinarias de Açúcar Reunidas SA (RAR) gegen Sociedade                         aus aufgrund der durch Titel I der Verordnung Nr. 1600/
     de Indústrias Agricolas Açoreanas SA (Sinaga) (1)                         92 aufgestellten besonderen Versorgungsregelung eingeführtem
                                                                               Rohzucker aus Zuckerrüben hergestellt wird, sofern dieser
(Zucker — Beschluss 91/315 EWG — Poseima-Programm                              Versand den traditionellen Lieferungen im Sinne von Artikel 8
— Sondermaßnahmen zugunsten der Azoren und Madeiras                            Absatz 2 dieser Verordnung entspricht.
— Verordnung [EWG] Nr. 1600/92 — Versand von Weißzu-
cker, der auf den Azoren aus an Ort und Stelle geernteten
                                                                         (1 ) ABl. C 247 vom 26.8.2000.
Zuckerrüben oder aus unter Befreiung von Abschöpfungen
und/oder Zöllen eingeführtem Rohzucker aus Zuckerrüben
erzeugt worden ist, in die übrige Gemeinschaft — Begriff
der „Verarbeitung der Erzeugnisse“ — Begriff der „traditio-
        nellen Ausfuhren in die übrige Gemeinschaft“)
                           (2003/C 158/03)
                                                                                         URTEIL DES GERICHTSHOFES
                  (Verfahrenssprache: Portugiesisch)
                                                                                                  vom 13. Mai 2003
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)                in der Rechtssache C-463/00: Kommission der Euro-
                                                                            päischen Gemeinschaften gegen Königreich Spanien (1)
In der Rechtssache C-282/00 betreffend ein dem Gerichtshof               (Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Artikel 43 EG
nach Artikel 234 EG vom Tribunal Judicial da Comarca de                  und 56 EG — System behördlicher Genehmigungen in Bezug
Ponta Delgada (Portugal) in dem bei diesem anhängigen                                     auf privatisierte Unternehmen)
Rechtsstreit Refinarias de Açúcar Reunidas SA (RAR) gegen
Sociedade de Indústrias Agricolas Açoreanas SA (Sinaga),
                                                                                                   (2003/C 158/04)
vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Ausle-
gung der Verordnung (EWG) Nr. 1600/92 des Rates vom
15. Juni 1992 zum Erlass von Sondermaßnahmen für be-                                         (Verfahrenssprache: Spanisch)
stimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse zugunsten der Azoren
und Madeiras (ABl. L 173, S. 1) hat der Gerichtshof (Fünfte              (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten M. Wa-                               Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
thelet sowie der Richter C. W. A. Timmermans, D. A. O. dward,
P. Jann und S. von Bahr (Berichterstatter) — Generalanwalt:
J. Mischo; Kanzler: H. A. Rühl, Hauptverwaltungsrat — am
15. Mai 2003 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                    In der Rechtssache C-463/00, Kommission der Europäischen
                                                                         Gemeinschaften (Bevollmächtigte: M. Patakia und M. Desantes,
1.    Das Raffinieren von Rohzucker zu dem Zweck, Weißzucker zu          dann M. Patakia und G. Valero Jordana) gegen Königreich
      gewinnen, ist als Verarbeitung eines Erzeugnisses im Sinne von     Spanien (Bevollmächtigte: N. Díaz Abad), unterstützt durch
      Artikel 8 Absatz 2 der Verordnung Nr. 1600/92 (EWG) des            Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland (Be-
      Rates vom 15. Juni 1992 zum Erlass von Sondermaßnahmen             vollmächtigte: R. Magrill im Beistand von D. Wyatt, QC, und
      für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse zugunsten der        Barrister J. Crow), wegen Feststellung, dass die Artikel 2 und 3
      Azoren und Madeiras zu betrachten.                                 Absätze 1 und 2 in Verbindung mit Artikel 1 der Ley 5/1995
                                                                         de régimen jurídico de enajenación de participaciones públicas
2.    Versandvorgänge, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der          en determinadas empresas (Gesetz Nr. 5/1995 zur rechtlichen
      Verordnung Nr. 1600/92 am 1. Juli 1992 gegenwärtig,                Regelung der Veräußerung öffentlicher Beteiligungen an be-
      regelmäßig und erheblich waren, stellen traditionelle Ausfuhren    stimmten Unternehmen) vom 23. März 1995 (BOE Nr. 72
      in die übrige Gemeinschaft im Sinne von Artikel 8 Absatz 2         vom 25. März 1995, S. 9366) und die aufgrund von Artikel 4
      dieser Verordnung dar. Es ist Sache des vorlegenden Gerichts,      dieses Gesetzes erlassenen Königlichen Durchführungsdekrete
      zu beurteilen, ob dies bei den von 1907 bis 1992 vorgenomme-       (Königliches Dekret Nr. 3/1996 vom 15. Januar 1996 in Bezug
      nen und in der Tabelle im Vorlagebeschluss aufgeführten            auf die Repsol SA [BOE Nr. 14 vom 16. Januar 1996, S. 1133],
      Vorgängen des Versandes von Zucker auf das portugiesische          Königliches Dekret Nr. 8/1997 vom 10. Januar 1997 in Bezug
      Festland und nach Madeira der Fall ist.                            auf die Telefónica de España SA und die Telefónica Servicios
 ---pagebreak--- C 158/4                 DE                          Amtsblatt der Europäischen Union                                                5.7.2003
Móviles SA [BOE Nr. 10 vom 11. Januar 1997, S. 907],                                   URTEIL DES GERICHTSHOFES
Königliches Dekret Nr. 40/1998 vom 16. Januar 1998 in
Bezug auf die Corporación Bancaria de España SA [Argentaria]
[BOE Nr. 15 vom 17. Januar 1998, S. 1851], Königliches                                          vom 13. Mai 2003
Dekret Nr. 552/1998 vom 2. April 1998 in Bezug auf die
Tabacalera SA [BOE Nr. 80 vom 3. April 1998, S. 11370] und
Königliches Dekret Nr. 929/1998 vom 14. Mai 1998 in Bezug              in der Rechtssache C-98/01: Kommission der Euro-
auf die Endesa SA [BOE Nr. 129 vom 30. Mai 1998,                       päischen Gemeinschaften gegen Vereinigtes Königreich
S. 17939]), soweit sie die Anwendung eines Systems vorheriger                         Großbritannien und Nordirland ( 1)
behördlicher Genehmigungen vorsehen,
                                                                       (Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Artikel 43 EG
—     das nicht durch zwingende Gründe des Allgemeininteres-           und 56 EG — Rechte, die mit der vom Vereinigten Königreich
      ses gerechtfertigt ist,                                               gehaltenen Sonderaktie der BAA plc verbunden sind)
—     keine objektiven, dauerhaft gegebenen und veröffentlich-
      ten Kriterien enthält und                                                                  (2003/C 158/05)
—     nicht mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in                                    (Verfahrenssprache: Englisch)
      Einklang steht,
                                                                       (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
mit den Artikeln 43 EG und 56 EG unvereinbar sind, hat der                        Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
Gerichtshof unter Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodríguez
Iglesias, der Kammerpräsidenten J.-P. Puissochet, M. Wathelet
und R. Schintgen, der Richter C. Gulmann, D. A. O. Edward,
A. La Pergola, P. Jann (Berichterstatter) und V. Skouris, der
Richterinnen F. Macken und N. Colneric sowie der Richter               In der Rechtssache C-98/01, Kommission der Europäischen
S. von Bahr und A. Rosas — Generalanwalt: D. Ruiz-Jarabo               Gemeinschaften (Bevollmächtigte: F. Benyon und M. Patakia)
Colomer; Kanzler: L. Hewlett, Hauptverwaltungsrätin — am               gegen Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
13. Mai 2003 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                  (Bevollmächtigte: R. Magrill im Beistand von D. Wyatt, QC,
                                                                       und J. Crow, Barrister) wegen Feststellung, dass die den
                                                                       Erwerb von Stimmrechtsaktien der BAA plc beschränkenden
1.    Das Königreich Spanien hat dadurch gegen seine Verpflichtun-     Vorschriften und das Genehmigungsverfahren hinsichtlich der
      gen aus Artikel 56 EG verstoßen, dass es die Artikel 2 und 3     Veräußerung des Vermögens dieser Gesellschaft, der Kontrolle
      Absätze 1 und 2 der Ley 5/1995 de régimen jurídico               ihrer Tochtergesellschaften und ihrer Abwicklung mit den
      de enajenación de participaciones públicas en determinadas       Artikeln 43 EG und 56 EG unvereinbar sind, hat der Gerichts-
      empresas (Gesetz Nr. 5/1995 zur rechtlichen Regelung der         hof unter Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodríguez Iglesias,
      Veräußerung öffentlicher Beteiligungen an bestimmten Unter-      der Kammerpräsidenten J.-P. Puissochet, M. Wathelet und
      nehmen) vom 23. März 1995 sowie das Königliche Dekret            R. Schintgen, der Richter C. Gulmann, D. A. O. Edward,
      Nr. 3/1996 vom 15. Januar 1996 in Bezug auf die Repsol           A. La Pergola, P. Jann (Berichterstatter) und V. Skouris, der
      SA, das Königliche Dekret Nr. 8/1997 vom 10. Januar 1997         Richterinnen F. Macken und N. Colneric sowie der Richter
      in Bezug auf die Telefónica de España SA und die Telefónica      S. von Bahr und A. Rosas — Generalanwalt: D. Ruiz-Jarabo
      Servicios Móviles SA, das Königliche Dekret Nr. 40/1998          Colomer; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler — am 13. Mai
      vom 16. Januar 1998 in Bezug auf die Corporación Bancaria        2003 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
      de España SA (Argentaria), das Königliche Dekret Nr. 552/
      1998 vom 2. April 1998 in Bezug auf die Tabacalera SA und
      das Königliche Dekret Nr. 929/1998 vom 14. Mai 1998 in           1.    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat
      Bezug auf die Endesa SA beibehalten hat, soweit sie die                dadurch gegen seine Verpflichtungen aus Artikel 56 EG
      Anwendung eines Systems vorheriger behördlicher Genehmi-               verstoßen, dass es die den Erwerb von Stimmrechtsaktien der
      gungen vorsehen.                                                       BAA plc beschränkenden Vorschriften und das Genehmigungs-
                                                                             verfahren hinsichtlich der Veräußerung des Vermögens dieser
2.    Das Königreich Spanien trägt die Kosten des Verfahrens.                Gesellschaft, der Kontrolle ihrer Tochtergesellschaften und ihrer
                                                                             Abwicklung beibehalten hat.
3.    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland          2.    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland
      trägt seine eigenen Kosten.                                            trägt die Kosten des Verfahrens.
( 1) ABl. C 61 vom 24.2.2001.                                          (1 ) ABl. C 134 vom 5.5.2001.