CELEX: C2004/071/02
Language: de
Date: 2004-03-20 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Sechste Kammer) vom 22. Januar 2004 in der Rechtssache C-353/01 P: Olli Mattila (Rechtsmittel — Zugang zu Dokumenten — Beschlüsse 93/731/EG und 94/90/EGKS, EG, Euratom — Ausnahme zum Schutz des öffentlichen Interesses im Bereich der internationalen Beziehungen — Teilweiser Zugang)

C 71/2                  DE                           Amtsblatt der Europäischen Union                                             20.3.2004
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                               URTEIL DES GERICHTSHOFES
                        (Sechste Kammer)
                                                                                                 (Fünfte Kammer)
                       vom 22. Januar 2004
                                                                                              vom 15. Januar 2004
        in der Rechtssache C-353/01 P: Olli Mattila (1)
                                                                        in der Rechtssache C-433/01 (Vorabentscheidungsersu-
(Rechtsmittel — Zugang zu Dokumenten — Beschlüsse 93/                   chen des Bundesgerichtshofes): Freistaat Bayern gegen Jan
731/EG und 94/90/EGKS, EG, Euratom — Ausnahme                                                      Blijdenstein (1)
zum Schutz des öffentlichen Interesses im Bereich der
     internationalen Beziehungen — Teilweiser Zugang)
                                                                        (Brüsseler Übereinkommen — Besondere Zuständigkeiten
                          (2004/C 71/02)                                — Artikel 5 Nummer 2 — Unterhaltsverpflichtung —
                                                                        Regressklage einer öffentlichen Einrichtung aus übergegan-
                    (Verfahrenssprache: Englisch)                                   genem Recht des Unterhaltsberechtigten)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der                              (2004/C 71/03)
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
                                                                                            (Verfahrenssprache: Deutsch)
In der Rechtssache C-353/01 P, Olli Mattila (Prozessbe-
vollmächtigter: Z. Sundström, avocat), Zustellungsanschrift in
Luxemburg, betreffend ein Rechtsmittel gegen das Urteil des
Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften                 In der Rechtssache C-433/01 betreffend ein dem Gerichtshof
(Fünfte Kammer) vom 12. Juli 2001 in der Rechtssache T-204/             gemäß dem Protokoll vom 3. Juni 1971 betreffend die
99 (Mattila/Rat und Kommission, Slg. 2001, II-2265) wegen               Auslegung des Übereinkommens vom 27. September 1968
Aufhebung dieses Urteils, andere Verfahrensbeteiligte: Rat              über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung
der Europäischen Union (Bevollmächtigte: J. Aussant und                 gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
M Bauer), Zustellungsanschrift in Luxemburg, und Kommis-                durch den Gerichtshof vom Bundesgerichtshof (Deutschland)
sion der Europäischen Gemeinschaften (Bevollmächtigte:                  in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Freistaat Bayern
C. Docksey und U. Wölker), Zustellungsanschrift in Luxem-               gegen Jan Blijdenstein vorgelegtes Ersuchen um Vorabentschei-
burg, hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter Mitwirkung             dung über die Auslegung von Artikel 5 Nummer 2 des
des Richters C. Gulmann in Wahrnehmung der Aufgaben                     vorgenannten Übereinkommens vom 27. September 1968
des Kammerpräsidenten, der Richter J. N. Cunha Rodrigues                (ABl. 1972, L 299, S. 32) in der Fassung des Übereinkommens
(Berichterstatter), J.-P. Puissochet und R. Schintgen sowie der         vom 9. Oktober 1978 über den Beitritt des Königreichs
Richterin F Macken, — Generalanwalt: P. Léger; Kanzler:                 Dänemark, Irlands und des Vereinigten Königreichs Großbri-
H. von Holstein, Hilfskanzler, — am 22. Januar 2004 ein                 tannien und Nordirland (ABl. L 304, S. 1 und — geänderter
Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                                    Text — S. 77), des Übereinkommens vom 25. Oktober 1982
                                                                        über den Beitritt der Republik Griechenland (ABl. L 388, S. 1)
1.    Das Urteil des Gerichts erster Instanz der Europäischen           und des Übereinkommens vom 26. Mai 1989 über den Beitritt
      Gemeinschaften vom 12. Juli 2001 in der Rechtssache T-204/        des Königreichs Spanien und der Portugiesischen Republik
      99 (Mattila/Rat und Kommission) wird aufgehoben, soweit           (ABl. L 285, S. 1) hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer)
      darin der Antrag des Rechtsmittelführers auf Nichtigerklärung     unter Mitwirkung des Richters P. Jann (Berichterstatter) in
      der Entscheidungen der Kommission der Europäischen Gemein-        Wahrnehmung der Aufgaben des Präsidenten der Fünften
      schaften und des Rates der Europäischen Union vom 5. bzw.         Kammer sowie der Richter C. W. A. Timmermans und A. Rosas
      12. Juli 1999, mit denen dem Rechtsmittelführer der Zugang        — Generalanwalt: A. Tizzano; Kanzler: R. Grass — am
      zu bestimmten Dokumenten verwehrt wird, zurückgewiesen            15. Januar 2004 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
      wird.
2.    Diese Entscheidungen werden für nichtig erklärt.                  Artikel 5 Nummer 2 des Übereinkommens vom 27. September
                                                                        1968 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung
3.    Im Übrigen wird das Rechtsmittel zurückgewiesen.                  gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen in der
                                                                        Fassung des Übereinkommens vom 9. Oktober 1978 über den
4.    Der Rat und die Kommission tragen die Kosten des Verfahrens       Beitritt des Königreichs Dänemark, Irlands und des Vereinigten
      in beiden Rechtszügen.                                            Königreichs Großbritannien und Nordirland, des Übereinkommens
                                                                        vom 25. Oktober 1982 über den Beitritt der Republik Griechenland
                                                                        und des Übereinkommens vom 26. Mai 1989 über den Beitritt des
(1) ABl. C 317 vom 10.11.2001.                                          Königreichs Spanien und der Portugiesischen Republik ist dahin
                                                                        auszulegen, dass sich eine öffentliche Einrichtung, die im Wege einer
                                                                        Regressklage die Rückzahlung von Beträgen verlangt, die sie nach