CELEX: 51966PC0081
Language: de
Date: 1966-03-04
Title: HERSTELLUNG EINES GEMEINSAMEN PREISNIVEAUS FÜR MILCH, MILCHERZEUGNISSE, RINDFLEISCH, REIS, ZUCKER, ÖLSAATEN UND OLIVENÖL Begründung und Vorschläge der Kommission für Entschließungen des Rates

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (66) 81
Vol. 1966/0024
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
                 KOMMISSION
                                        KOM(66)81 endg.
                                        Brüssel , den 4 » März 1966
           HERSTELLUNG EINES GEMEINSAMEN
           PREISNIVEAUS FÜR MILCH , MILCH­
           ERZEUGNISSE , RINDFLEISCH , REIS ,
           ZUCKER., ÖLSAATEN UND OLIVENÖL
        Begründung und Vorschläge der Kommission für
                 Entschließungen des Rates
  \
 ---pagebreak--- A ALLGBMElïTBR TEIL ---pagebreak---                                           A
                                       - 1 -
1 . Die nachstehenden Vorschläge der Kommission zur Herstellung eines gemeinsamen
    Preisniveaus für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse enthalten zwei Grund­
    elemente :
    a) Erstmalig für daö nach, dem 1 . Juli 1967 "beginnende Wirtschaftsjahr für jgj(
        des Erzeugnis setzt der Hat auf Vorschlag der Kommission einen gemeinsamen
        preis für Milch und gemeinsame Schwellenpreise für Milcherzeugnisse , einen
        gemeinsamen Orientierungspreis für ausgewachsene Rinder und für Kälber ,
         einen gemeinsamen Grundrichtpreis für Reis , einen gemeinsamen Richtpreis
         für Zucker und einen Mindestpreis für Zuckerrüben , einen gemeinsamen
        Zielpreis für Ölsaaten und einen Zielpreis für Olivenöl fest .
    b ) Bei Zucker werden besondere Maßnahmen vorgesehen und bei Milcherzeugnissen
        diejenigen Mitgliedstaaten ermächtigt , vorübergehende Beihilfemaßnahmen
         für einige Erzeugnisse zu treffen , bei denen größere Preiserhöhungen be­
         fürchtet werden müssen .
2 . Gleichzeitig mit diesen Vorschlägen unterbreitet die Kommission dem Rat
    einen Bericht über "Die voraussichtliche Entwicklung der Erzeugung und
    der Absatzmöglichkeiten einiger wichtiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse",
    den der Rat erbeten hatte .    (Dok . KOM(66 ) 82 endg. )
    Dieser Bericht behandelt die Erzeugnisse , für die die Kommission Vorschläge
    zur Herstellung eines gemeinsamen Preisniveaus unterbreitet .
                                                                          • • •/ • m •
 ---pagebreak---                   BEGRÜNDUNG FÜR DAS NIVEAU DER
                  LANDWIRTSCHAFTLICHEN PREISE "
. Ein gemeinsamer Markt setzt- 'zwangsläufig voraus , daß
  für die verschiedenen Erzeugnisse ein gemeinsames Preisniveau
  herrscht . Entsprechend der jeweiligen Angebots–Nachfrage-Situation
  werden dabei die Preise in einzelnen Gebieten des Gemeinsamen
  Marktes sowie im Ablauf des Jahres verschieden hoch sein .
  Für gewerbliche Erzeugnisse wird sich dieses gemeinsame Preisni-
  veau in der EWG schrittweise in dem Maße herausbilden , in dem die
  Zölle und andere Eandelshemmnisse zwischen den Mitgliedstaaten
  verschwinden und der freie Warenverkehr hergestellt wird .
  Für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse liegen die
  Dinge anders . Hier bilden sich die Preise nicht nur nach den
  Marktgesetzen . Im Rahmen der nationalen Agrarpolitik wurden diese
  Preise von den Mitgliedstaaten festgesetzt und durch verschiedene
  handelspolitische und marktpolitische Instrumente im Markt stabi­
  lisiert bzw . garantiert . Die gemeinsamen Marktorganisationen
  sehen daher vor
     - die Anwendung eines gemeinsamen Instrumentariums ' für die Sta­
        bilisierung der wichtigsten landwirtschaftlichen preise ( vor
        allem Abschöpfungen und Interventionen ) 5
     - das Fortbestehen verschiedener Preisniveaus in den einzelnen
        Mitgliedstaaten während einer Übergangszeit und deren Aus­
        gleich im innergemeinschaftlichen Handelsverkehr durch ver­
        schiedene Mittel zu ermöglichen ," u.a . durch Abschöpfungen j
   ■ – die Festsetzung und Anwendung gemeinsamer Preise für die
      »
        wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch den Be-
        schluß dfes Ministerrats , auf Vorsohlag der Kommission .
 ---pagebreak---                                              i
                                           - 3 -
          Der gemeinsame Getreidepreis , Ausgangspunkt aller agrarpreis-
          politischen Erwägungen
     4 - Am 15 . Dezember 1964 hat der Ministerrat auf Vorschlag der Kom­
          mission einstimmig beschlossen , daß vom 1 . Juli 1967 an für die
          wichtigsten Getreidearten (l ) ein gemeinsamer Richtpreis ( 2 ) arv-
          gewandt wird ; er hat für das Wirtschaftsjahr 1967/68 den gemein­
          samen Grundrichtpreis für Weichweizen auf 425/t festgesetzt .
          Dieser Beschluß ist insbesondere aus folgenden Gründen von weit­
          reichender Bedeutung :
          ( l ) Da die Getreidepreise eine Schlüsselstellung im Gefüge der
                  landwirtschaftlichen Preise einnehmen , ist mit der Festsetzung
                  der Höhe der Getreidepreise eine Orientierung über das kün­
                 ftige Niveau dsr Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse
                 -in der EWG getroffen worden . Von der Höhe der Getreidepreise
                 ■worden nämlich die Kosten und damit weitgehend auch deren
                 Preisniveau für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse be­
                 stimmt . Darüber hinaus werden auch die um den Boden und die
               Arbeitskraft konkurrierend®«, anderen landwirtschaftlichen Pro-
                cLnfct© hinsiefetliefe-d.es Pfötafttionsumfangs «M 4er pyoduktions-
               •richtung durch ihr Verhältnis zum GetreidLepreis beeinflußt .
        ■ ( 2 ) Mit den agrarpolitischen Beschlüssen des Rats vom 15 . t)e-
                 zember 1964              Verwirklichung des gemeinsamen Agr&r-
                 marktes ab 1 . Juli 1967 nur für Getreide , Schweine , Eier ,
                 Geflügel und Erzeugnisse der Getreideverarbeitung gesichert .
                 Von diesem Datum an wird mit der Hersteilling eines gemeinr-
                 samen Preisniveaus und dem Verschwinden der Abschöpfungen im
                 Handelsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten der freie Waren­
                 verkehr für diese Erzeugnisse verwirklicht .
(2 )         In Verbindung mit einem Grundinterventionspreis und abgeleiteten
             Interventionepreisen für wichtige Marktplätze .
(l )         Feichweizen, Gerste , Mais , Roggen , Hartweizen
 ---pagebreak---        ( 3 ) Aus gewichtigen Gründen , die die innere Entwicklung der Ge­
             meinschaft , ihre Agrarpolitik und ihre Kandelspolitik – vor
             allem die GATT-Verhandlungen - "betreffen ( l ), erfolgt die
             Herstellung eines gemeinsamen Preisniveaus für Getreide und
             die davon abhängigen Veredlungsprodukte an einem festgelegte ]
             Stichtag ( l . Juli 1967 ); dies bedeutet eine Abweichung von
             dem Verfahren der schrittweisen Freisannäherung , das in den
             Verordnungen betreffend die Marktorganisation vorgesehen
             ist .
      Der Rat . hat am 15 . Dezember gleichfalls beschlossen , daß vom 1 .
      Juli 1967 an die erstattungsfähigen Ausgaben der Mitgliedstaaten
      für Marktinterventionen bei Getreide und Rückerstattungen bei de :
      Ausfuhr von Getreide , Schweinefleisch , Eiern , Geflügel usw . in
      dritte Länder vollständig von der Gemeinschaft übernommen werden ,
 5 . ¥enn d/ e Verwirklichung des gemeinsamen Agrarmarkts und der ge­
      meinsamen finanziellen Verantwortung jedoch auf Getreide , Schwei,
      nefleisch , Eier und Geflügel beschränkt bliebe , würden die Vors­
      telle der Entwicklung eines freien Warenverkehrs und der gemein­
      samen Finanzierung einigen Agrargebieten der Gemeinschaft bevor­
      zugt zugute kommen . Darüber hinaus würde sich die landwirtschaft­
      liche Erzeugung auf solche Produktionen ausrichten , für die die
      gemeinsame Agrarpolitik mit den gebotenen Sicherheiten für die
      Landwirte voll verwirklicht ist , "also vor allem auf Getreide , Sie
      Geflügel , Schweine .
      Au.ch die Möglichkeiten der Gemeinschaft , zu den Agrarverhandlun–
      gen im Rahmen der Kennedy-Ruhde einen konstruktiven Beitrag zu
      leisten , blieben im wesentlichen auf den Sektor Getreide und Ver-
      edlungsprodukte beschränkt .
( l ) Diese Gründe sind im einzelnen in der Begründung der Kommission
       zum Getreidepreisvorschlag vom 20.11.1963 dargelegt ( Dokument
       Vl/K0M(63)430 endg . , Begründung Ziffer 3 a-c )
 ---pagebreak--- Um einer solchen ungleichgewichtigen Entwicklung vorzubeugen ,
 müssen so bald, wie möglich analoge Beschlüsse getroffen werden ,
 die vom Wirtschaftsjahr 1967/68 an die Anwendung gemeinsamer
 Rieht–, Ziel- und Orientierungspreise , das Verschwinden der inner^o-
meinschaf tlichen Abschöpfungen und Zölle sowie die gemeinsame
Finanzierung für die anderen wichtigen Agrarerzeugnisse sicLo .--
 stellen .
In der Sitzung des Rates vom 28 . bis 30.6 . 1965 war der Gedanke
festgehalten worden , zum 1 . Juli 1967 den freien Warenverkehr so­
wohl für landwirtschaftliche als auch für gewerbliche Erzeugnisse
zu verwirklichen . Hierzu ist es in erster Linie notwendig ,
   – die gemeinsamen Marktorganisationen für Zucker und für Fette
      sowie zusätzliche Vorschriften für die Marktorganisation für
     Obst und Gemüse zu verabschieden ; hierzu liegen Vorschläge
     der Kommission dem Rat vor ;
   – gemeinsame Preise für Milch , Rindfleisch , Reis , Zucker , Öl-
     saaten und Olivenöl festzusetzen , die in dem nach, dem.: 1- Juli 1967
     ■beginnenden Wirtschaftsjahr für jo&os Erzeugnis in Kraft treten ,
     nit Ausnahme des gemeinsamen Preises für Olivenöl , der , den Be­
     schlüssen des Rats entsprechend , zu einem früheren Datum in Kraft
     treten muß .
Bestimmungsgründe für die gemeinsame Preispolitik
Drei wirtschaftspolitische Kräfte , nämlich
   – das Interesse der Agrarerzeuger an angemessenen Einkommen ,
   – das Interesse der Verbraucher an angemessenen Preisen ,
   – die Aufienhandelsinteressen ,
beeinflussen entscheidend die Höhe der Agrarpreise in allen Staaten
der Welt . Immer muß zwischen diesen drei widerstreitenden wirt­
schaftspolitischen Kräften eine Synthese hergestellt werden . Je
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                             - 6 -
nach der wirtschaftlichen Situation des einzelnen Staates
und der wirtschaftspolitischen Kraft der einzelnen genannten
Komponenten fällt das Ergebnis dieser Synthese unterschiedlich aus .
Dabei kann der Begriff " angemessen " ganz unterschiedlich verstan­
den werden . Staaten , die besonderes Gewicht darauf legen , indu­
 striell auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein , werden für die
Erzeuger niedrigere Preise für angemessen halten als zum Beispiel
 Staaten , die in erster Linie die Entwicklung ihrer Landwirtschaft
fordern wollen . Auf die Frage , welche Preise für die Verbraucher
 " angemessen " sind , können sich je nach der wirtschaftspolitischen
Lago eines Staates ebenfalls unterschiedliche Antworten ergeben .
Entscheidend ist jedoch die Feststellung , daß in der gesamten
bisherigen Entwicklung in allen Staaten der Welt die Festlegung
der Agrarpreise frei von jeglicher internationalen Verpflichtung
stattgefunden hat . Vielmehr waren diese Preisentscheidungen im
Gegensatz zu den Entscheidungen auf dem Gebiet der Handelspolitik
immer autonomer Natur .
Die vorstehenden Gedanken gelten uneingeschränkt auch für die Ent­
scheidungen der Gemeinschaft über die Agrarpreise . Für die Gemein­
schaft ergibt sich nur insofern eine Besonderheit , als die drei
vorgenannten wirtschaftspolitischen Kräfte im Vertrag ihren
juristischen Niederschlag gefunden haben .
nach dem Vertrag ist die Gemeinschaft gehalten , ihre Agrarpo­
litik so zu gestalten , daß insbesondere die folgenden drei Ziel­
setzungen erreicht werden :
a ) durch Erhöhung der Pro-Kopf-Einkommen den in der Landwirtschaft
     tätigen Menschen eine angemessene Lebenshaltung zu gewähren
     ( vgl . Artikel 39 des Vertrags );
b ) die Versorgung der Verbraucher zu angemessenen Preisen sicher­
     zustellen ( vgl . Artikel 39 des Vertrags );
o-) einen Beitrag zur harmonischen Entwicklung des Welthandels zu
     leisten ( vgl . Artikel 110 des Vertrags );
                                                                /
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                                  - 7 -
     Diese Grundsatze des Vertrages für die Agrarpolitik gelten
     auch unmittelbar für die Preispolitik , weil die Agrarpreise ein
     Grundelement der Gemeinsamen Marktordnungen darstellen .
     Die Kommission hat sich bei ihren Vorschlägen! betreffend die ge­
     meinsamen Preise von den vorstehenden Überlegungen leiten lassen .
     Sie ist davon ausgegangen , daß diese Überlegungen auch der bishe­
     rigen Agrarpreispolitik der Mitgliedstaaten zugrunde gelegen haben ,
     Sie hat weiter geglaubt , daß brüske Erschütterungen der bisher von
     den Mitgliedstaaten erzielten Synthesen zwisohen den Interessen
    der Erzeuger , den Interessen der Verbraucher und den Interessen
    des Außenhandels vermieden werden sollten ,
8 « Im Interesse angemessener Erlöse der Landwirts chaft sollten die
    Preise so hoch festgesetzt werden , wie dies unter Berücksichti­
    gung der anderen volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten möglich
    ist . Zur Einkommensbildung in der Landwirtschaft tragen die für
    die erzeugten Güter erzielten Erlöspreise entscheidend bei . Da
    sich die Landwirtschaft in einer wachsenden Volkswirtschaft , wie
    dies in besonderem Maße für die Gemeinschaft zutrifft , besonderen
    Anpassungsschwierigkeiten ausgesetzt sieht und überdies einer im
    Verhältnis zum Wachstum der Einkommen ntar geling zunehmen­
    den Nachfrage nach Nahrungsmitteln gegenübergestellt ist , kommt
    der Preispolitik für landwirtschaftliche Erzeugnisse ein wesent­
    licher einkommensbestimmender Faktor zu . Jedoch ist die Spanne ,
    innerhalb derer die genannten Preise vom Rat festgesetzt werden
    können , durch zwei Erwägungen allgemeiner Art , welche die land­
    wirtschaftlichen Preise in ihrer Gesamtheit betreffen , begrenzt .
                                                                  • • •/ • • •
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                               - 8 -
- Die agrarpolitische Konzeption , die in . der Gesamtheit der
   landwirtschaftlichen Preise in der Gemeinschaft ihren Aus­
   druck findet , muß mit den handelspolitischen Zielsetzungen
   der Gemeinschaft abgestimmt sein ( siehe Ziffer 10 );
- Die Preise der einzelnen Agrarerzeugnisse müssen untereinander
   in einem Verhältnis stehen , das der Preis -Kosten-Situation
    ( siehe Ziffer            ^ en verschiedenen Produktionszweigen
   als Bestimmungsfaktor für den Umfang und die Ausrichtung der
   landwirtschaftlichen Erzeugung sowie ihrer läitwicklung im
   volkswirtschaftlichen Wachstum Rechnung trägt und somit zur
   Rentabilität aller Produktionszweige der Landwirtschaft in der
   Gemeinschaft beiträgt . Das gilt insbesondere für das Verhält­
   nis der jetzt festzusetzenden Preise zu den gemeinsamen Preisen
   für Weizen , Gerste , Roggen und Mais .
   Die bereits beschlossenen gemeinsamen Getreidepreise stellen
   daher einen festen Ausgangspunkt für alle preispolitischen
   Erwägungen dar ,
9.1m übrigen wird die Herstellung des gemeinsamen Preisniveaus für
   die Verbraucher in einigen Ländern zu Preissenkungen , in anderen
   dagegen zu Anhebungen führen - eine Konsequenz , die sich auch be­
   reits bei dor JOntscheidung über die Herstellung eines gemeinsamen
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     Getreidepreisniveaus ergeben hat . Schließlich wirken zugunsten der Erhaltung
     eines stabilen Verbraucherpreisgefüges für Nahrungsmittel die Rücksichten , die
     die Gemeinschaft bei der Festlegung gemeinsamer Preise auf die Auswirkungen
     des Außenhandels beobachtet .
10 . Bei der Festlegung der Agrarpreise ist die Frage nach den Auswirkungen auf den
     Außenhandel unabweisbar . Die Agrarpreise beeinflussen ■unmittelbar das Volumen
     der Produktion und der Nachfrage . Da der Außenhandel der Gemeinschaft mit Agrar­
     erzeugnissen sich im wesentlichen aus Einfuhren , die die Differenz zwischen
     Produktion und Nachfrage decken , oder aus Ausfuhren , soweit die Produktion die
     innere Nachfrage übersteigt , zusammensetzt , entsteht mittelbar auch ein Ein­
     fluß auf den Außenhandel . Aus dieser Feststellung ergibt sich ein unbestreit­
     bares Interesse der Handelspolitik an den Agrarpreisen .
11 . Bezüglich der Außenhandelsaspekte ist jedoch noch ein besonderer Gesichtspunkt
     hervorzuheben . Gemäß ihrer Verpflichtungen nach Artikel 110 des Rom-Vertrags ,
     zur harmonischen Entwicklung des Welthandels beizutragen , hat sich die Gemein­
     schaft in der Kennedy-Runde bereiterklärt , ihr agrarisches Stützungsniveau
     unter der Bedingung der Gegenseitigkeit zu konsolidieren .
     Wie bereits ausgeführt , glaubt die Kommission , daß der Kompromiß zwischen den
     Interessen der Erzeuger , den Interessen der Verbraucher und den Außenhandels-
     interessen in der gemeinsamen Preispolitik in ähnlicher Weise gesucht werden
     muß , wie es bisher in den einzelnen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft , aber
     auch in allen anderen Staaten der Welt , geschehen ist . Der Vorschlag der Ge­
     meinschaft für die Kennedy-Runde , gegenseitig das Stützungsniveau , das auch
     das Preisniveau umfaßt , zu konsolidieren , führt damit zu einer völligen
     Äquivalenz der vorgesehenen gegenseitigen Verpflichtungen .
     Diese Konzeption ist ein neuer Weg zur Lösung der mit der Sanierung der inter­
     nationalen Agrarmärkte zusammenhängenden Probleme , eine Methode , die sich auf
     die Entwicklung des Welthandels günstig auswirkt . Für eine Gemeinschaft , die in
     den Rahmen internationaler Wirtschaftsbeziehungen eingegliedert ist , bringt
     eine solche Konzeption die Möglichkeit mit sich , die Stützbeträge , also vor
     allem die Agrarpreise , in die Aushandlung weltweiter Verpflichtungen einzube­
     ziehen .
                                                                            • • • /1 * >
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                                    - 10 -
      Diese allgemeine Konsolidierung der Stützungsbeträge wird für die
      wichtigsten agrarischen Grunde rzeugnisse durch den Vorschlag zum
       Abschluß weltweiter Arrangements ergänzt . Ziel dieses Systems ist
      es , durch angemessene Maßnahmen ein Gleichgewicht zwischen Angebot
      und Nachfrage auf dem Weltagrarmarkt herzustellen , um so den Welt–
      agrarhandel zu fördern und die Situation der daran beteiligten
       Staaten zu verbessern . Dabei versteht es sich von selbst , daß die
      Prinzipien der Reziprozität und der Äquivalenz uneingeschränkt
      nur für die entwickelten Staaten gelten , während der besonderen
      wirtschaftlichen Situation der Entwicklungsländer unter Berück­
      sichtigung der auf internationaler Ebene entwickelten Grundsätze
      Rechnung getragen wird .
      Die Ausrichtung der Erzeugung -'-
12 . Unter Berücksichtigung der gegebenen Versorgungslage der Gemein­
      schaft für die in Rede stehenden Erzeugnisse und den Produktions–
      umfang , den man dementsprechend der eigenen Erzeugung einräumen
      will , spielt das Verhältnis der Preise für landwirtschaftliche
      Erzeugnisse zueinander eine besondere Rolle .
      Die Versorgungslage der Gemeinschaft mit den Erzeugnissen , für
      die die Kommission hiermit Vorschläge zur Herstellung eines ge –
     rnw.ins.cimjn Preisniveaus vorle . ;t ,- .kann kurz wie • fcl • charakteri­
     siert werden ( ausführliche Darstellung vgl . Teil B und Dok . K01i(£o ) 82 ondg. :
     3c i Milch und ililcherzeu-^nissen - ist der .-Solbstvorscr,jjungs jrad dor
      Gemeinschaft erreicht bzw . leicht überschritten . Bei Rindfleisch
      besteht ein nicht unbeträchtlicher Einfuhrbedarf , da die eigene
      Erzeugung mit der Nachfrage nicht Schritt halten konnte . Bei
      Zucker tendiert die Erzeugung , den Bedarf zu erreichen oder leicht
      zu überschreiten , je nach Ausfall der Ernte . Bei Reis besteht ins­
      gesamt ein Einfuhrbedarf , insbesondere an langkörnigen Sorten .
                                                                           • • • Jm m •
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                                 - 11 -
       Die Einfuhrlücke ist besonders stark "bei pflanzlichen Ölen , das
        gilt sowohl für die öle , die aus den Ölpflanzen des Ackerlandes
       gewonnen werden ( Raps , Rübsen , Sonnenblumen ) als auch für Oliven­
        öl .
13 . Unter Berücksichtigung dieser Situation und der Höhe der C-itroide-
       preise scheint es , ganz allgemein gesagt , angezeigt , die Erzeugung
       von Rindfleisch zu stimulieren ( insbesondere im Verhältnis zu
       Milch ), während hingegen die Preispolitik für Milch selbst und
       Zucker mit einer gewissen Vorsicht geführt werden sollte . Dank dos großen
       Sinfuhrbedarfs und des schnell wachsenden Verbrauchs an pflanz­
       lichen Ölen könnte auch bei Ölsaaten eine relative Begünstigung
       der Preise hierfür vom Produktionsstandpunkt befürwortet werden .
       Hinsichtlich der Reiserzeugung ist die Aufrechterhaltung
       des erreichten Produktionsstandes angezeigt .
14 » ( l ) Was nun die Ausrichtung der Erzeugung auf die verschiedenen
       Betriebszweige selbst anbelangt , so richtet sich diese nach den
       Vergleich der Preis–Kosten-Relationen für die verschiedenen land­
       wirtschaftlichen Erzeugnisse . Innerhalb gewisser ( produktions tech­
       nischer) Grenzen haben die Landwirte die Möglichkeit , ihre Produk­
       tion auf die Erzeugnisse auszurichten , bei denen sie das höchste
       Einkommen erzielen . Je nach den allgemeinen ( produktionstechnisclien )
       Voraussetzungen für eine Umstellung der Erzeugung muß daher mit
       stärkeren Reaktionen der Erzeuger gerechnet werden , wenn sich die
       Preis-Kosten-Relationen für die einzelnen landwirtschaftlichen
       Produkte in unterschiedlichem Maße ändern .   Bei einer mittel - und
       langfristigen Beurteilung der Auswirkungen von Proisänderungen
       müssen dabei auch die Entwicklungstendenzen in den Produktions­
       kosten berücksichtigt werden .- Die beiden wichtigsten Bestimmung ;;–
       faktoren dafür sind der schnelle Anstieg der landwirtschaftlichen
       Löhne einerseits und die
 ( l ) Vgl . Anhang , Schaubilder 6 -  13 hinsichtlich der Entwicklung
       dieser Preis Verhältnisse .
 ---pagebreak---                                  A
                               - 12 -
     Rationalisierungsgewinne vor allem duroh Verbesserung der Pro–
     duktionsmethoden andererseits . Da die verschiedenen Betriebs­
     zweige je nach der Arbeitsintensität der betreffenden Produktion
     von den Lohnsteigerungen unterschiedlich betroffen werden und zu­
     gleich wesentliche Unterschiede hinsichtlich des technischen'
     Fortschritts bestehen , ergeben sich auf mittlerer und. langer
     Sicht auch zwangsläufig Verschiebungen in dem Verhältnis der Pro­
     duktionskosten für die verschiedenen Erzeugnisse zueinander .
15 . Demzufolge muß mit einer unterschiedlichen Entwicklung der Erzeu­
     gung gerechnet werden , wenn bestimmte Verhältnisse zwischen den
     Preisen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse über einen gewissen
     Zeitraum festgehalten werden , selbst ein Produktionsrückgang ist
     bei bestimmten Erzeugnissen möglich . Soll sich die Produktion da­
     gegen in den verschiedenen Bereichen annähernd gleichmäßig weiter­
     entwickeln , so müssen die Preisrelationen in Anlehnung an die
     Verschiebungen in den Produktionskosten im Zeitablauf korrigiert
     werden .
     Für die Preispolitik der Gemeinschaft bedeutet das , daß die Präge
     der Preisrelationen nicht statisch , sondern in der Entwicklung
     gesehen werden muß . Dabei sind sowohl die in der Vergangenheit
     festgestellten Auswirkungen von Änderungen der Preisrelationen auf
     die Angebots– und Fachfrage Situation als auch die Entwicklungs­
     tendenzen bei den Produktionskosten von Bedeutung .
16 . Innerhalb der Agrarpreise nehmen die Getreidepreise eine gewisse
     Schlüsselstellung ein . Mit dem Getreidepreis wird zugleich das
     gemeinsame Preisniveau für die vorwiegend aus Getreide hergestell­
     ten Veredelungserzeugnisse , Schweine , Geflügel und Eier bestimmt .
     Das Getreide und die genannten Vere de lungserZeugnisse sind an den
     Verkäuf seriösen der Landwirtschaft mit etwa 30 bis 40 v.H. beteiligt .
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                                - 13 -
      Der Anteil des Getreideanbaus am gesamten Ackerland macht in den
      meisten Gebieten der Gemeinschaft mehr als 50 v.H. aus . Im Hin­
      blick auf die Bedeutung der vergleichsweisen Preis-Kosten–Rela^-
      tionen für die Ausrichtung der landwirtschaftlichen Produktion
      muß daher bei der Festsetzung der Preise für die anderen wichti­
      gen Agrarerzeugnisse auch die Entscheidung über die Höhe der künf­
      tigen Getreidepreise berücksichtigt werden .
17 . Der Zusammenhang zwischen Getreide und anderen Erzeugnissen er­
      gibt sich aus der Austauschbarkeit in der Produktion . Ein solch,
      unmittelbarer Zusammenhang besteht zwischen Zuckerrüben und Raps
      einerseits und Getreide (vor allem Weizen ) andererseits , sowie
      zwischen Reis und Mais . Ein gewisser , aber bei weitem nicht so
      enger Zusammenhang besteht zwischen dem Grünland–Futterbausektor
      und dem Getreide (l ).
      Bei der Beurteilung der Preise für die Erzeugnisse der Rinder-
      haltung ist zu berücksichtigen , daß zahlreiche Erzeuger je nach
      der Preisgunst ihre Produktion auf Schlachtrinder oder auf Milch
      ausrichten können . Hinsichtlich der Preise für Olivenöl besteht
      keine Inte rde pendenz zu den Getreidepreisen. Sie werden daher in
      diesem Zusammenhang nicht erörtert .
      Aus den aufgezeigten Interdependenzen ergibt sich , daß bei der
      Festsetzung der gemeinsamen Preise für die genannten Erzeugnisse
      die Entwicklung der folgenden Preisrelationen in erster Linie zu
      berücksichtigen ist ?
               Zuckerruben          Weizen
               Reis                 Mais
               Raps                 Weizen
               Milch                Weizen und Futtergetreide (Gerste )
               Schlachtrinder       Milch
( l ) Hier ist die Austauschbarkeit oft aus produktionstechnischen
      Gründen stark eingeschränkt . Außerdem ist den Erzeugern der Über­
      blick erschwert , da sie den Wert des Rauh– und Saftfutters im
      allgemeinen nur mittelbar aus den Erlösen der RindViehhaltung
      errechnen können . Eine Ableitung der Preise über den Vergleichs–
      weisen Futterwert aus den Preisen anderer marktgängiger Konzen-
      tratfuttermittel hat nur einen begrenzten Aussagewert .
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                                   - 14 -
18 . Im ganzen kann unterstellt werden , daß die Relationen , die in den
      letzten Jahren in den einzelnen Mitgliedstaaten zwischen den Ezv-
      zeugerpreisen für die hier "betrachteten landwirtschaftlichen Pro­
      dukte (Milch , Rindfleisch , Reis , Zuckerrüben , Raps ) und den Ge­
      treidepreisen bestanden haben , einen angemessenen Kompromiß zwi­
      schen den Interessen der Erzeuger , der Verbraucher und des Außen-
        t
     handels darstellen . Unter Berücksichtigung dieser Preisverhält–
      nisse einerseits und der voraussehbaren Entwicklung der Kosten
     und Rationalisierungsmöglichkeiten in den einzelnen Produktions-
      zweigen andererseits , sollte daher – im Interesse einer ausgewo–
     genenen Entwicklung der Produktions struktur und des Marktgleich–
     gewichts – bei der Festsetzung der gemeinsamen Preise angestrebt ,
     werden , daß die Relationen zwischen den von den Erzeugern in den
     einzelnen Mitgliedstaaten erzielten Preisen sich innerhalb folgender
     Grenzen bewegen »
     :           ■                     A   ■ *                 .
                   Weizen     : Zuckerrüben          - 100 '  16 - 18
                   Mais , ( i ) Reis ( i )     ' '   - 1      1,56 - 1,60 •
                   Weizen ( j) Raps(i )              »I       l f 79 - 1,53
                   Weizen     t Milch                »1       0,98-1,05
                   Milch      i Rinder, 1 . Qualitãt a 1      7,3 (6,75 - 7,50)
       ( 1 ) Interventionspreis
   , Diese Grenzen gelten – bei gemeinsamen Grundrichtpreisen –
     für die Verhältnisse zwischen den durchschnittlichen Erzeuger­
     preisen , in den einzelnen Mitgliedstaaten . Da nämlich sowohl die
      Getreidepreise als auch die Milchpreise innerhalb der Gemein­
      schaft , auch nach Herstellung eines gemeinsamen Preisniveaus , re­
     gional verschieden hoch sein werden , stellen sich im Durchschnitt
      in den einzelnen Mitgliedstaaten verschiedene Preisrelationen ein .
     Das gleiche gilt für die wichtigsten Produktionsgebiete .
                                                                    • • • /• m •
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                                   - 15 -
     Hohe und Struktur des gemeinsamen Preisniveaus
19 « Auf Grund der dargelegten Erwägungen , nämlich
     - der durch die Getreidepreise vorbestimmten Orientierung
        über die Höhe des Agrarpreisniveaus
     - der Einkommonslage der Landwirtschaft , der Verbraucherpreise
        und der Erfordernisse der Teilnahme der Gemeinschaft am Welt­
        handel
     - der Vers orgungs läge der Gemeinschaft bei den in Rede stehen­
        den Erzeugnissen
     und der daraus herzuleitenden Ausrichtung der Erzeugung über das
     Verhältnis der Preise der Agrarprodukt e untereinander sowie
     schließlich unter Berücksichtigung der im nachfolgenden Teil B
     im einzelnen für die Erzeugnisse aufgeführten Marktlage , sind in
     der nachfolgenden Ubersicht 1 die Preise zusammengestellt , die für das
      Jawoiligö Wirtschaftsjahr bagiiint , das nach d^m lv- Juli 196.7 in der Ge­
       meinschaft gelten sollten .
                                                                         • •/ • • •
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                                              - 16 -
               Übersicht 1 : Die gemeinsamen Preise für Milch und Milcher­
                                 zeugnisse , Rinder und Kälber , Reis , Zucker­
                                 rüben , Ölsaaten und Olivenöl
           in RE und NW/100 kg
                                  RE        DM          Ffr        Fb/Plux       Lit      Fl
MILCH
Richtpreis
                                  9,5      38,00      46,90          475,00      5.937    34,39
BUTTER
Interventionspreis              176,25    705,00    870,16         8.812,50   LIO . I56  638,03
Schwellenpreis                  191,25    765,00.   944,21         9.562,50   II9.53I    692,33
AUSGEWACHS . RINDER ( 1 ebend )
Orientierungspreis ( 1 )         66,25    265,00     327,08        3.312,50    4I.4O6    239 ,
KÄLBER ( lebend )
Orientierungspreis ( l )         89,50    358,00    441,87         4.475,00     55.937   323,99
REIS
Grundrichtpreis                  18,12     72,48      89,46 r        906,00     11.325    65,59
Intervcntionspr . Italien        12,00     48,00      59,24      •   600,00      7.5OO    43,44
                  Prankr .       12,30     49,20      60,73          615,00      7.688    44,53
Schwellenpreis                   17,78     71,12      87,78          889,00     II . II3  64,36
ZUCKER
Gemeinsamer Richtpreis
  für Weißzucker                 21,94     87,76     108,38        1.097,00     I3.7I2    79,42
Interventionspreis
  für Weißzucker                 20,84     83,36     102,89        1.042,00     I3.O25    75,44
Mindestpreis für Zucker-
  rüben                          16,50     66,00      81,46          825,00     IO.312    59,73
ÖLSAATEN
Gemeinsamer Zielpreis            18,60     74,40      91,83          930,00     11.625    67,33
Interventi onsprei s             17,40     69,60      85,91          870,00     10.875    62,99
OLIVENÖL
Gemeinsamer Zielpreis           111,00   444,00     548,01         5.550,00    69,375    401,82
(l ) mittlere Qualität
 ---pagebreak---                                       A
                                    - 17 -
     Besondere Maßnahmen
20 . Auf Grund der Tatsache , daß die im gegenwärtigen Zeitpunkt anzutreffenden
     Preise in den Mitgliedstaaten insbesondere bei Milcherzeugnissen und
     Zuckerrüben außerordentlich unterschiedlich sind und unter Berück­
     sichtigung der Versorgungslage der Gemeinschaft mit Milch und Zucker ,
     ersoheint es angezeigt , daß idie Herstellung eines gemeinsamen Preis­
     niveaus von besonderen Maßnahmen begleitet wird . Diese sollen darauf
     abzielen , daß einige der Mitgliedstaaten autorisiert werden , Ver-
     braucherbeihilfen bei denjenigen Milcherzeugniesen ( Butter in den
     Niederlanden , Schnittkäse in Deutschland) , die besonders starken Preis-
     erhöhungen auf der Verbraucher stufe ausgesetzt sind , in vorübergehen­
     der Weise zu gewähren , um die Verbrauchsentwicklung bei diesen Nahrungs­
     mitteln in den betreffenden Ländern nicht zu gefährden , oder sie sollen
     eine mögliche Überschußerzeugung bei Zucker durch eine Begrenzung der
     Absatz– und Preisgarantie für die Erzeugung in der Gemeinschaft ver­
     hindern .
     Diese  Maßnahmen für den Zuckermarkt der Gemeinschaft werden nur unter
     bestimmten Voraussetzungen angewandt und müssen einem ausreichend lan­
     gen Anpassungszeitraum vorbehalten bleiben .
     Wirtschaftliche und finanzielle Rückwirkungen der gemeinsamen Preise
21 . Um abschätzen zu können , in welchem Maße die vorgeschlagenen Preise
     für Milch , Rinder und Kälber , Reis , Zucker , Ölsaaten und Olivenöl
     in Verbindung mit den besonderen Maßnahmen den eingangs dargelegten
     allgemeinen Bestimmungsgründen für die Preispolitik im konkreten
     Fall Rechnung tragen , werden nachfolgend die Rückwirkungen
        - auf die Erzeugung
        - auf den Außenhandel
      - - auf die Verbraucherpreise
     sowie auf die Finanzierung durch den gemeinsamen Ausrichtungs– und
     Garantiefonds für die Landwirtschaft ( EAGFL) dargestellt ( l ).
( l) Eine ausführlichere Darstellung findet sich in Dok. KOM(66) 82 onc^«
 ---pagebreak---                         - 18 -
Die Rückwirkungen auf die Erzeugung
Zufolge des technischen Fortschritts in der Landwirtschaft
wächst , wie die Erfahrung zeigt , auch bei unveränderten
( konstanten ) Preisen die Produktionsmenge ( höhere ha-Erträge ,
größere tierische Leistungen je Einheit ). Das schließt
natürlich nicht aus , daß der Produktionszuwachs in den
Gegenden oder Betriebstypen stärker sein wird , die für das
betreffende Erzeugnis über besonders günstige natürliche
oder wirtschaftliche Voraussetzungen verfügen . Hingegen sollte
der vorgesehene Orien^ierungspreis für Rindfleisch einen
Anreiz zur verstärkten Erzeugung von Fleisch - insbesondere
gegenüber der Milcherzeugung - bieten . , In vier der sechs
Mitgliedstaaten liegt der Milcherzeugerpreis bereits heute
auf oder über dem vorgeschlagenen Richtpreis , so daß nur
in zwei Ländern ( Frankreich , Niederlande ) Erzeugerpreiser-
höhungen erfolgen werden . Da bei der Milcherzeugung aber die
Kosten relativ kräftig steigen und in den beiden Ländern
auch die Rinderpreise angehoben werden , dürfte eine Aus­
weitung der Kuhbestände nicht erwartet werden . Ein gewisser
Anreiz für die Erzeugung von Ölsaaten in den Beneluxländern
stellt der Zielpreis für Ölsaaten dar ; jedoch stößt in
diesen Ländern die Erzeugung auf gewisse natürliche
Grenzen . Zun andoron dürft© dar in Frankroi oh zu erwar­
tende Rückgang der Produktion dieser Erzeugnisse wenigstens
ebenso groß sein , so daß unter Berücksichtigung einer
 ---pagebreak---                                     A
                                  - 19 -
geringfügige Ausdehnung in Deutschland die Produktion an pflanzlichen Ölen
in der Gemeinschaft nicht über den durch den technischen Portschritt herbeige­
führten Produktionszuwachs ausgedehnt werden dürfte .
Für Reis und Olivenöl dürften die vorgeschlagenen Preise keinesfalls einen
Produktionsanreiz darstellen . Bei Reis wird im wesentlichen nur das frühere
Verhältnis zum Maispreis wiederhergestellt (bei dem bereits ein Rückgang der
Erzeugung in Italien erfolgte ).
Zusammenfassend darf daher angenommen werden , daß die landwirtschaftliche Er­
zeugung durch das joxoila vorgeschlagene Eroisnivoau nicht übor ein Haß
hinauswächst, das clio zunehmendo Hachfra^o in der Gemeinschaft übersteigt .
Die gegenwärtig berechenbaren Rückwirkungen auf den Verbraucher
Die folgende Darstellung bezweckt , die gegenwärtig berechenbare Auswirkung der
landwirtschaftlichen Preispolitik auf die Indizes der Verbraucherpreise der ver­
schiedenen Länder aufzuzeigen . Bei den nachfolgenden Berechnungen wird ledig­
lich die Wirkung der geänderten Erzeugerpreise berücksichtigt , wobei alle
übrigen Paktoren unverändert bleiben . Es wurde davon ausgegangen , daß die
Erzeugerpreisänderungen voll - aber nicht stärker - auf die Verbraucherpreise
durchschlagen . Es ist nicht möglich , alle übrigen Preissteigerungsfaktoren
(Vermarktungs- und Verarbeitungsspannen , besondere Marktlage usw .) zu berück­
sichtigen .
Außer den Rückwirkungen der in diesem Dokument vorgeschlagenen Preise sind die
Auswirkungen der Angleichung der Getreidepreise berücksichtigt .
                                                                     f • • /• • •
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                                   - 20 -
23 « Bei der Abschätzung der Rückwirkungen der gemeinsamen Preispolitik
   , . auf den Lebenshaltungskostenindex wird wie folgt verfahren :
       Ausgehend von den 1965 festgestellten Preisen (des Großhandels
       oder des Einzelhandels ), werden die Preise , die 1967/68 angenommen
       werden können , indeziert und mit ihrem Gewicht am jeweiligen natio­
       nalen Lebenshaltungskostenindex gewogen .
       Danach ergibt sich als Folge der Herstellung gemeinsamer Preise für
       Milch , Rindfleisch , Reis , Zucker, Ölsaaten und Olivenöl nachstehen­
       de Änderung der Lebenshaltungskostenindizes (vgl . Tabellen A 1 –
 '     A 6 im Anhang):                             •
                            Belgien        + 0,30
                            Deutschland    + 0,14 ( l )
                            Prankreich     + 0,48
                            Italien        - 0,29
                            Niederlande    + 0,63 ( l )
       Aus der Herstellung gemeinsamer Getreidepreise und den damit zu­
       sammenhängenden Preisveräncfcungen der Veredelungserzeugnisso aus
       Getreide (Haferflocken , Teigwaren , Schweinefleisch , Eier und
       Geflügel usw .) ergeben sich nachstehende ^Änderungen der Lebenshal-
       tungskostenindizes ( 2 ):
               .•       ... Belgien        + 0,10
                            Deutschland ■  – 0,16
                            Frankreich     + 0,19
                          . Italien        - 0,11
                            Niederlande    + 0,36
(1 ) Falls keine besonderen Maßnahmen (vorübergehende VerbraucherSub­
       ventionen für Schnittkäse und Butter) getroffen werden
( 2 ) Vgl . hierzu Dok. Vl /s/0207/64 endg. vom 3.2.1964 : Memorandum der
       Kommission an den Rat über Preise und Freispolitik für landwirt­
       schaftliche Erzeugnisse in der EWG
 ---pagebreak---                                             A
                                          - 21 -
     Somit ergibt sich durch die Herstellung eines gemeinsamen Agrarpreisniveaus
     insgesamt eine Änderung der Lebenshaltungskostenindizes wie folgt :
                                  Belgien          + 0,40
                                  Deutschland      - 0.02 ( l )
                                  Frankreich       + 0.67
                                  Italian..        - 0,40
                                  Niederlande      + 1,00 ( l )
     Die Rückwi rkungen auf den Außenhandel
24 . Die Angleichung des Preisniveaus der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wird
     sich erst dann in vollem Umfang auf den Außenhandel auswirken , wenn sich
     Erzeugung und Verbrauch der so geschaffenen neuen Lage angepaßt haben werden .
     Dies wird etwa nach Ablauf von zwei oder drei Jahren nach der ersten prak­
     tischen Anwendung der gemeinsamen Preise , d.h . gegen 1970 , der Fall sein .
     Im Jahre 1970 dürfte für die einzelnen Erzeugnisse mit folgender Versorgungs­
     lage zu rechnen sein ( 2 ):
     Für eine bestimmte Zahl von Produkten ist ein wachsender Einfuhrbedarf zu
     erwarten . Hierzu gehören Rindfleisch , Reis , pflanzliche Öle), Bei
     Milch ist mit dem Entstehen von Überschüssen zu rechnen , denen durch spezifi­
     sche Maßnahmen begegnet werden könnte .
     ( 1 ) Falls keine besonderen Maßnahmen (vorübergehende Verbrauchersubventionen
           für Schnittkäse und Butter ) getroffen werden .
     ( 2 ) Vergleiche hierzu für die einzelnen Erzeugnisse den "Bericht über die
           voraussichtliche Entwicklung der Erzeugung und der Absatzmöglichkeiten
           einiger wichtiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse".
 ---pagebreak---                                      il
                                  - 22 -
( Verbraucherbeihilfen für Butter in den Niederlanden und für Schnittkäse
in Deutschland ). Bei Zucker ist eine Begrenzung der Absatz- und Preisgarantie
für Zuckerrüben vorzusehen , um eine übermäßige Produkt ions Steigerung zu vermeiden .
Die finanziellen Rückwirkungen
Bezüglich der finanziellen Auswirkungen der Herstellung eines gemeinsamen
Preisniveaus sind vor allem die Ausgaben zu untersuchen , die dem EAGFL
( Ausrichtungs- und Garantiefonds f.d . Landw . ) zufallen v/erden .
Bei der Abschätzung der Höhe dieser Mittel ist das Jahr , in dem die vollen
wirtschaftlichen Auswirkungen auf Erzeugung und Verbrauch erkennbar werden ,
in Betracht zu ziehen , d.h . das Jahr " 1970". Bei dieser Annahme sind die
Bruttoausfuhren und der pro Einheit erforderliche Rückerstattungsbetrag voll
( 100 fo ) zu berücksichtigen .
Die Wirkung und die Kosten besonderer Maßnahmen ( Verbrauchersubventionen ,
Maßnahmen , die auf eine Begrenzung der Preis- und Absatzgarantie zielen )
worden hier nicht berücksichtigt .
 ---pagebreak---                                      A
                                   - 23 -
26 . Aus der nachfolgenden Übersicht ergeben sich die Schätzungen für
     die Ausgaben des EAGFL "1970 " j
     Übersicht 2 t Schätzung der Ausgaben des EAGFL "1970 "
                      (Bruttoausfuhren , volle Erstattung (100 %))
                                                             in Mio R3
       Erzeugnisse und
       Ausgaben-Typen (l )
       Milcherzeugnisse a)    ( 2)                          150.00
                          t)                                  30.00
                          cl  (3)                           190.00
                          c2  (3)                             80.00
       Rindfleisch        a)                                   2.00
                          *)                               möglich
       Reis               a)                                  10.00
                          *)                               möglich
       Zucker             a)                                  45.00-
                          *)                                     -
       Ölsaaten           a)                                    mm
                          *)                              32.00
       Olivenöl           a)
                          *)                             140.00
                          Slimme :
                                                         679.00
     ( l ) a) Erstattungen bei der Ausfuhr nach dritten Ländern
           b ) Interventionen auf den Inlandsmärkten
           c ) Interventionen besonderer Art
     ( 2 ) a) vgl . Tabelle 15 , Sei te C I - 38 -
     ( 3 ) cl ) Beihilfe für Magermilch für Futterzwecke
           c2 ) Auswirkung der Konsolidierung von Emmentaler , Cheddar
                und Kasein .
      t)*ber die Berechnung für diö einzelnen Erzeugnisse und Erzeugnis-
      gruppen vergl . "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung der
      Erzeugung und der Absatzmöglichkeiten einiger wichtiger landwirt­
      schaftlicher Erzeugnisse'".
 ---pagebreak---   1
B   BESONDERER            TEIL
      BEGRÜNDUNG FÜR DIE HÖHE
     DER VORGESCHLAGENEN PREISE
 ---pagebreak--- Im nachfolgenden Teil der Dokumentation zur Herstellung eines
gemeinsamen Preisniveaus für einige wichtige landwirtschaftliche
Erzeugnisse werden die die einzelnen Produkte betreffenden spe­
ziellen Aspekte "behandelt , und zwar in folgender Reihenfolge der
Erzeugnisse »
       Milch und Milcherzeugnisse j   B    I
       Rindfleisch :                  B   II
       Reis :                         B III
       Zucker :                       B   IV
       Olsaaten :    -                B    V
       Olivenöl :                     B   VI
Diesem Teil folgt der Vorschlag der Kommission zu einer Ent­
schließung des Rats über die festzusetzenden Preise und die zu
treffenden "besonderen Maßnahmen .
Die einzelnen Kapitel je Produkt sind grundsätzlich in folgender
Weise gegliedert :
                  DIE     LAGE       AM      MARKT
                       Langfristige Entwicklung
                             Erzeugung
                             Verbrauch
                             Preise
                       Gegenwart ige Marktlage
                             Erzeugung
                             Verbrauch
                             Aufienhandel
                             Preise
                       Die Preisrelationen
 ---pagebreak--- DIE HÖHE DER GEMEINSAMES PREISE
    Höhe der gemeinsamen Preise und
    Erläuterung
    System zur Sicherung der gemein­
    samen Preise
    besondere Maßnahmen
ÄUßERUNGEN DER PREISE , DIE SICH AUS DEN
    GEMEINSAMEN PREISEN ERGEBEN   ■
          Erzeugerpreise
          Marktpreise
          Ve rbrauohe rpre i se
 ---pagebreak---                                    B I
                                  - 1 -
                               MILCH
    DIE LAGE AM KILCHM1RKT
     Langfristige Entwicklung
     Erzeugung und Anlieferung "bei Molkereien
1 . Kuhbestände , Milcherzeugung und Milchanlieferung "bei Molkereien
     sind in der Gemeinschaft seit 1950 zum Teil stark angestiegen ,
     (vgl . Anhang Bl/l ). Dabei hat die Milcherzeugung , vor allem
     aber die Milchanlieferung "bei Molkereien wesentlich stärker
     zugenommen als die Kuhbestände . Das ist auf eine höhere Milch­
     leistung je . Kuh bzw . auf, die Abnahme der Zahl der Selbstver­
     sorger und den Rückgang der Milchverwendung in den landwirt­
     schaftlichen Betrieben zurückzuführen . Dieser Rückgang der
     MilchVerwendung in den landwirt schaft liehen Betrieben dürfte
     sowohl die verfütterte wie die zu Milcherzeugnissen veraiv.
     beitete Vollmilch betreffen .                       • .
2 . Von 1962 bis 1964 hat sich die" Milcherzeugung in der.
    Gemeinschaft insgos&at nicht wesentlich geändert ; die Anlieferung an Mol­
 . koreieri ist jedoch auch in diesen Jahron weiter um jährlich 2 –-3 v.H.
    gestiegen.                                                  " ;
     Über die jüngste Entwicklung der Kuhbestände läßt sich im ein­
     zelnen folgendes feststellen t Der Milchkuhbestand in der
    Gemeinschaft hat sich in den Jahrön'1961 bis 1964 wie folgt ent- .
                         •                             •               »
    wickelt :
       ,                   ' 1961       22,0 Mi 11 .
                             1962       22,3 Mi 11 . .        . _ ... „ .
                             1963       21,9 Mi 11 .
                             1964       21,4 Mi 11 .
 ---pagebreak---                                   B I
                                 - 2 -
     Sie erreichten – nach, mehreren Jahren regelmäßiger Zunahme -
   . 1962 ihren höchsten Stand und nehmen seitdem ab . In den ein­
     zelnen Mitgliedstaaten ist eine ähnliche Entwicklung zu "beob­
     achten .
3 . Nach den neuesten Zählungen liegen die Bestände in Belgien ,
     den Niederlanden und Deutschland zusammen genommen im Mai/.
     Juni 1965 mit 8,6 Müll . wieder etwas über dem Stand von Mai/
     Juni 1964 ( 8,5 Mül} . Für Frankreich und Italien liegen keine
     neuen Angaben vor . Die weitere Entwicklung der Kühbe stände
     in der Gemeinschaft kann daher noch nicht abschließend beur­
     teilt werden .
4 « Der Umfang der Erzeugung für den Markt ist jedoch nicht nur
     von der Entwicklung der Kuhbestände und des Milchertrags je Kuh
     abhängig , sondern vor allem – nach Abzug des Verbrauchs zur
     Verfütterung und zum menschlichen Verzehr in der Landwirtschaft
     von deT an die Molkereien gelieferten Milchmenge . Diese hat
     sich in den letzten Jahren schneller entwickelt als die Erzeu-
     gungj d.h . der Anteil der auf dem Hof verbleibenden Milch ist
     zurückge gange n .
     Tabelle 1 s    Erzeugung und Ablieferung von Milch an die Mol­
                    kereien in der EWG
                    1961 - 1964
                           .
                                      .                .
                                                      m Mill . t
                                                                .
        EWG          Kuhmilcherzeugung        Anlieferung an Molkereien
      insges .                    Erhöhung    in Mill· t     Erhöhung
                  in Mill , t
                                  in v . H.                  in v . H.
       1961       64.7OI            98,5       42.668         96,7
       I962       65.662           100         44.112        100
       1963       65.804           100,2       44.885        101,8
       1964       65.777           100,2     ' 46.014        104,3
 ---pagebreak---                                  B I
                               - 3 -
5 « In diesem Zusammenhang ist die Verfütterung von Vollmilch in
    landwirtschaftlichen Betrieben besonders wichtig . In den letzten
    Jahren insbesondere sind die Erzeuger verstärkt dazu übergegan­
    gen , Trockenmagermilch , die zu Mischfuttermitteln verarbeitet
    wird , irnd die mit pflanzlichen oder billigen tierischen Fetten
    aufgefettet wird , zu verfüttern , dadurch wird die Milch-Fett-
    bilanz ( Butterfett ) zunehmend belastet , da der Fettanteil der
    entrahmten Milch , die zur Trocknung bestimmt ist , zu Butter
    verarbeitet wird , während die Mi Ich-Eiweiß bilanz davon nicht
    nachteilig berührt wird .
    Verbrauch
6 . Der Je–Kopf-Verbrauch der wichtigsten Milcherzeugnisse hat in
    der Gemeinschaft langfristig ebenfalls zugenommen ( vgl . Anhang
    Bl/2 ). Seit 1962 stagniert er jedoch in ähnlicher Weise wie
    die Milcherzeugung . Der Mehrverbrauch der nichtlandwirtschaft-
    lichen Bevölkerung wurde einerseits durch die höhere Milchan­
    lieferung bei den Molkereien , andererseits durch einen Rück­
    gang der Netb-Ausfuhr gedeckt .
    Demgegenüber hat sich der durchschnittliche Je–Kopf-Verbrauch
    an Trinkmilch und Sahne in der Gemeinschaft langfristig kaum
    geändert .
    Preise
7 . Auch die Erzeugerpreise für Milch sind in den Mitgliedstaaten
    langfristig erhöht worden . In   Deutsohland ,         Frankreich
    und den Niederlanden hat diese Erhöhung allmählich stattge­
    funden . Demgegenüber sind in Belgien , Italien und Luxemburg
    die Preise zwischen 1952 und 1962 weitgehend unverändert ge­
    blieben und erst von 1963 bis         angehoben worden . Dabei
    war die Steigerung in Belgien v.r. I Italien besonders kräftig
    ( vgl . Anhang Bl /3 ).
                                                       • • • i• • •
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                                 - 4 -
8 . In Frankreich und Italien sind die höheren Erzeugerpreise für
    Milch "bisher voll , in Belgien zum größten Teil auf die Maikt -
    pr'-Jor: der Mi Icher Zeugniss e übertragen worden « In Deutschland ,
    Lureiaburg und den Niederlanden war das nicht der Fall . Hier
    haben direkte Beihilfen einen Teil der Auswirkungen der höhe­
    ren 3r z su gerpreise auf die Karkt preise abgefangen » Auch hier
    hat Jedoch ein Teil der 'ürssiu^nif^ö (Trinkm.Ooh , Kondensmilch
    u.a .) wenigstens den Erzeugerpreis für Milch erbracht .
    Die Verbraucherpreise der wichtigsten Milcherzeugnisse sind
    wahrscheinlich relativ stärker gestiegen als ^ die Erzeuger­
    preise für Milch bzw . die Marktpreise der Milcherzeugnisse ,
    da die Herstellungs– und Verteilungskosten ebenfalls gestie­
    gen sind .
    Gegertvrirtige Lage                                              '
9 . Für das Milchwirtschaftsjahr 1965/ 1966 haben die Mitglied­
    staaten innerhalb der vom Rat beschlossenen Preisgabel die fol­
    genden Richtpreise für Milch sowie die folgenden Interventions–
    preise für Butter festgesetzt (vgl . Tabelle 2 ).
                                                           a • • /• • •
 ---pagebreak---                                       B I
                                    - 5 -
        Tabelle 2 j Richtpreise für Milch und Intervent ionspreise- für
                     Butter in der Gemeinschaft
                     (Milchwirtschaftsjahr 1965/1966 )
                                                              je 100 kg
                             Richtpreise für Milch       Interventionspreise für
                                                                  Butter
           < .
                             Lff        RE    1    DM       LW       RE      DM
        Obere Grenze                  IO3OO       41,20
       Untere Grenze         -         8250       33,00
        Belgien          492,70'       9854 ■   • 39,42  9750,00  195,00   780,00
        Deutschland       38,00        95OO       38,00   680,00  170,00   680,00
        Frankreich        42,00        8507       34,03   830,00  168,12   672,47
        Italien ,       6435     -■   1Q296       41,18 935OO ·   149,60   598,40
        Luxemburg .      495,00        9900       39,60 8546,00   170,92   683,68
       Niederlande        32,00     .. 884O       35,36   469,50  129,69   518,78
10 . Die Erzeugerpreise für Milch im Milchwirtschaftsjahr 1965/
        1966 dürften In'etwa den Richtpreisen entsprochen haben .
       Die Marktpreise der Milcherzeugnisse haben sich in Frankreich
        ebenso wie die Erzeugerpreise für Milch in den letzten drei
       Jahren kaum geändert (vgl . Anhang Bl/4 )« In Belgien und Ita­
        lien hat die besonders starke Steigerung der Erzeugerpreise
        für Milch voll auf die Marktpreise der Milcherzeugnisse durch­
        geschlagen . In Deutschland und Luxemburg wurden die höheren
       Erzeugerpreise demgegenüber nur zum Teil auf die Marktpreise
        übertragen » Zum Ausgleich dafür wurden in ' Deutschland
      - allerdings die Trinkmilchpreise überdurchschnittlich stark
    . erhöht . In den Niederlanden sind die Marktpreise der Milcher­
        zeugnisse in den letzten Jahren wesentlich stärker gestiegen
   •-. als . die Erzeugerpreise für Milch . Die direkten Beihilfen je
        Kilogramm Milch wurden dementsprechend gesenkt (vgl . Anhang
        BI/5 ).
 ---pagebreak---                                    B I
                                  - 6 -
11 . Mit Ausnahme von Italien wenden alle Mitgliedstaaten erheb­
      liche öffentliche Mittel auf , um den Erzeugern den Richtpreis
      für Milch zu sichern . Sie zahlen dabei direkte Beihilfen für
     Milch und Milcherzeugnisse , subventionieren die Ausfuhr , inter­
     venieren zum Saisonausgleich und setzen Überschüsse verbilligt
      am Binnenmarkt ab . So haben die Mitgliedstaaten im Jahre 1965
      insgesamt rd . 475 Mio .  RE an öffentlichen Mitteln für den
     Ifilcïncrkt vorgenehon (vgl . Anhang B 1/ 8 ) .
                            I
     Preisrelationen
12 . Die Preise für Milch haben sich im Vergleich zu den Getreide­
     preisen in den letzten 14 Jahren in allen Mitgliedstaaten
     günstig entwickelt . Das Verhältnis der Weizenpreise zu den
     Milchpreisen hat sich, daher in dieser Zeit wesentlich verengt .
     Im Anfang der 50iger Jahre belief sich der Milchpreis auf
     61 bis 89 v.H. des Weizenpreises , während er 1964/1965 87
     bis 100 v.H. des Weizenpreises erreichte .
     Trotz dieser günstigen Entwicklung der Milchpreise hat die
     Milchproduktion in der Gemeinschaft die Selbstversorgungsgrenze
     bisher nur unwesentlich überschritten ( vgl . Anhang Bl/6 ).
     Diese Tatsache dürfte          vorliegend dadurch erklären , daß
     die Produktionskosten fftr Milch , insbesondere wegen der Lohn–
     entwicklung , vergleichsweise stark gestiegen sind . Die Milch-
     produkt ion ist wegen ihrer hohen Arbeitsintensität von den
     starken Lohnsteigerungen besonders betroffen . Darüberhinaus
     ist der ökonomische Effekt der möglichen Rationalisierungs-
     maßnahmen bei der bisherigen Entwicklung des technischen Fort­
     schritts in den verschiedenen Betriebszweigen und wegen der
     vorwiegend bäuerliche^ Struktur der Kuhhaltung in der Milch­
     produktion schwächer als in anderen Bereichen .
                                                       • • • / • • •
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                                            -7 -
              Tabelle 3 » Preisverhältnis''"' Milch » Getreide
     ■  ■ - '
                                    : Β     Ί> ■     -   F ' .       ï            L         KL
                                         Milch ι  Weichweizen ( Weizen ■ l )
ι.       φ 1951/52 -
              1953/54             0,78     0,61     0,81         , 0,68          0,85     0,89
II . φ 1957/58 -
              1959/60             0,78     0,76     1,01            0,73         0,76     0,97
III . 1960/61                     0,78 "   0,75     0,96            0,69         0,81     0,88
         1961/62                  0,76     0,79     0 , 95          0,74         0,89     0,85
         1962/63                  0,81     0,82     0,99            0,75         0,85     0,91
         1963/64                  0,86     0,86 .   0,99 . -       -0,82         0,92     0,88
         1964/65                  0,96     0,87     1,07            0,94         0,92     0,88
         1965/66 2 ^              1,00     0,88     1,07       : o,?3      ... 0,92 .     0,91
IV . 1968/69                      0,98     0,99     1,00            1,05         1,01     0,99
                             *· *
                                         Milch t  Futtergerste ( Gerste «■ l )
                                                                                      ,
I.      0 1951/52 -
              1953/54             1 , 01 . 0,71     1,20            0,90 .                0,77
II . jZf 1957/56 -
              1959/60             1,06     0,89     1,21            1,03                  1,14
III . 1960/61                     1,07     0,88     1,14            0,96                  1,10
         1961/62                  0,87     0,92     1,19            1,05                ; 0,98
         1962/63                  0,96     0,90     1,18            1,02                  1 , 03
         1963/64                  1,07     0,99     1,30       .    1,17       ,
                                                                                          1,09
        1964/65                   1,15     0,97     1,35            1,28                  1,08
         1965/66 2 )              1,19     0,97     1,35            1,26                  1,03
IV . 1968/69          ■■■■ .      1·,13    1,11     1,18            1,17                . 1 , 14
 l ) Durchschnittliche Erzeugerpreise , für 1968/69 geschätzte Erzeuger-
       preise aufgrund der gemeinsamen' Richtpreise für Getreide und Milch
 2 ) Torschätzung
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                                - 8 -
13 . Berücksichtigt man die Entwicklung der Preisrelationen in den
     letzten 14 Jahren und die voraussehbare Entwicklung der je­
   - weiligen Kosten in der Milchproduktion und der Getreideerzeu-
     gung , so scheint es , daß ein Verhältnis zwischen dem Erzeuger­
     preis für Milch und dem Erzeugerpreis für Weizen von durch­
     schnittlich 1 t 1 für die nähere Zukunft als ausgewogen ange­
     sehen werden kann . In den einzelnen Regionen der Gemeinschaft
     wird diese Relation allerdings je nach den Erzeugungs- und
     Vermarktungsbedingungen von diesem Durchschnitt abweichen .
     DIE HÖHE DES GEMEINSAMEN PREISES '
     Der semeinsame Richtpreis
14 « Es wird vorgeschlagen , den gomeinsenen Richtpreis für Milch ab Hof
     mit 3|7    Fettgehalt auf 9 »5 RE/lOO kg festzusetzen.
     Ein gemeinsamer Richtpreis von 9>5 RE fügt die Milchpreise sinn­
     voll in den Rahmen der landwirtschaftlichen Preise insgesamt ein .
     Die Relation zu den Getreidepreisen wird allerdings nicht mehr
     wie in der Vergangenheit allgemein verbessert , sondern lediglich
     in Deutschland , Luxemburg und in den Niederlanden wird die
     Milch vergleichsweise besser gestellt als das Getreide . Die
     Relation zu den Rinderpreisen wird günstig für das Rindfleisch
     festgesetzt .
     Auch hinsichtlich der Preishöhe bedeutet ein Preis von 9>5 KS
     für 4 Mitgliedstaaten praktisch ein Stillhalten auf dem Preis-
     niveau der letzten Jahre . Das erscheint jedoch notwendig an­
     gesichts der Tatsache , daß die Erzeugerpreise für Milch in eini­
     gen Mitgliedstaaten in den letzten Jahren überdurchschnittlich
     stark angehoben worden sind .
                                                            .• • • /• • «
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                                 - 9 -
15 « Der semc-insana Preis von 9,5 RS bewirkt in eini.;on liitcliod-
      stasten ainen Eüok^aru dor SrKO-s^erpre ise für Kilcli . In Bel­
      gien "bleibt der Preis wesentlich hoher als er in den Jahren
      bis 1963/1964 festgesetzt war ( vgl . Anhang Bl/3 ). Ähnliches
      gilt , wenn auch in abgeschwächtem Maße , für Luxemburg .
       In beiden Ländern hat es in der Vergaxigenheit
      Preisrückgänge gegeben , die bedeutender waren . Außerdem kann
      man damit rechnen , daß die niedrigeren Einnahmen bei der
      Milch durch höhere Einnahmen bei Rindern und Kalbern ausge­
      glichen werden , so daß das Einkommen aus der Rindviehhaltung
      insgesamt in keinem Mitgliedstaat geschmälert werden dürfte .
16 . Wo die Milchpreise, angehoben werden müssen - in Frankreich
      und in den Niederlanden - ist die wahrscheinliche Preisstei­
      gerung nicht derart , daß davon ein solcher Anreiz auf die
      Erzeugung ausgelöst werden könnte , der das Gleichgewicht am
      Milchmarkt in der Gemeinschaft stört . Das gilt insbesondere
      für Frankreich , wo die Milchpreise im Vergleich zu den Getrei­
      depreisen zumindest nicht besser gestellt werden als bisher
      (vgl . Tabelle 3 ).
      Maßnahmen zur Sicherung des gemeinsamen Richtpreises
17 « Für den gemeinsamen Richtpreis hat der Rat in Artikel 18
      Absatz ( l ) der Verordnung Nr , I3/64/EWG folgende Definition
      festgelegt :
      " Der gemeinsame Richtpreis ist der Milchpreis für die Erzeu­
        ger , den die Marktpolitik in der Endphase des gemeinsamen
        Marktes für die Gesamtheit der Erzeuger der Gemeinschaft
        für die im Milchwirt Schafts jähr insgesamt verkaufte Milch
        anstrebt . "
                                                             • • • I• • •
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                                  - 10 -
     Bei der Festlegung der Maßnahmen zur Sicherung des gemeinsamen
     Richtpreises muß von dieser Entscheidung des Rates ausgegangen           !
     und untersucht werden , in welcher Weise der gemeinsame Richt­
     preis mit Hilfe der Marktpolitik angestrebt werden kann .                '
18 . Bei zwei wesentlichen Milcherzeugnissen gibt es Grenzen für
     die Erlöse am Markt .
     Bei Butter wird es kaum möglich sein , steigende Mengen zu we­
     sentlich höheren Preisen abzusetzen , als sie gegenwärtig in
     Belgien-Luxemburg , Deutschland , Frankreich oder Italien gelten .
     Unter den derzeitigen Verhältnissen läßt sich demnach, der Großhandels
     preis für Butter in d<>r Gemeinschaft nicht Uber 175 • 1^5 RS/100 kg
     (700 t«* - 7**0#~ DK/100 kg) anheben«                                    !
                                                                               ι
     Beim Magerm i 1 chpulver , soweit es verfüttert wird , dürfte es
     ebenfalls kaum möglich sein , den Preis über den gegenwärtigen            1
     durchschnittlichen Erlös , d.h . rd . 35 RE/lOO kg ( 140 ,- DM/lOO kg ),
     hinaus zu erhöhen .
     Aus diesen Marktpreisen läßt sich jedoch nur ein Milchpreis
     von höchstens 8,25 RE ( 33,-^DM/IOO kg) erzielen. Ein solcher
     Preis läge zum Teil erheblich unter den gegenwärtig gelten­
     den einzelstaatlichen Richtpreisen .
19 . Die Gemeinschaft wird deshalb , ebenso wie bisher die Mitglied­
     staaten , gezwungen sein , am Milchmarkt zu intervenieren , um
     den Milcherzeugern ein angemessenes Einkommen zu sichern . Für
     das dazu notwendige System sind folgende Elemente vorgesehen :
                                                                                1
     - Festsetzung des WertVerhältnisses Milchfett : Magermilch
       auf 70 J 30 für Milch mit 3,7 $ Fettgehalt ;
     - Berechnung der Schwellenpreise aller Milcherzeugnisse auf
       der Grundlage des Richtpreises ;
     - Festsetzung des Interventionspreises für Butter 15 RE/lOO kg
       niedriger als der Schwellenpreis für Butter ;
                                                            • ••/• • •
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                                    - 11 -
     – Verbilligung der verfütterten Magermilch.;
     – Eventuell Maßnahmen zum Ausgleich des unzureichenden Außen–
        Schutzes "bei den Erzeugnissen , deren Außenzoll im GATT kon­
        solidiert ist .
     WertVerhältnis Milchfett : Magermilch
20 , Die Festlegung des Wertverhältnisses Milchfett t Magermilch
      auf 70 ' 30 "bedeutet für alle Mitgliedstaaten außer Italien
      eine bessere Verwertung des fettfreien Teiles der Milch . Die­
      se "bessere Verwertung insbesondere des Milcheiweißes entspricht
      der allgemeinen Entwicklung auf dem Milch- und Fettmarkt . So­
      lange es nicht möglich ist , den Fettwert der Milch anzuheben ,
     ist dies der einzige" Weg zu besseren Erlösen für die I-liIcherzeuger.
     Tabelle 4 ?      WertVerhältnis Milchfett : Magermilch in der. Ge­
                     meinschaft im Jahre 1968/1969 un<i i*1 &en Mitglied­
                      staaten im Milchwirtschaftsjahr 1965/1966 bei
                      Milch mit 3,7 $ Fett
              Gemeinschaft              70    30
              Belgien                   SO    "20
              Deutschland               84    16
              Frankreich                73    27
              Italien                   65   35
              Luxemburg                 76    24
              Niederlande               73    27
     Schwellenpreise der Milcherzeugniss e
21 . Um den Erzeugern von Milch Sicherheiten zu bieten und eine ange­
     messene Stützung der Märkte für Milcherzeugnisse zu ermöglichen,
     hat der Rat entsprechend der Verordnung Nr . 13/64/EWG für
      jeden Mitgliedstaat Schwellenpreise für Milcherzeugnisse fest­
     gelegt . Diese einzelstaatlichen
                                                                      • • • • •
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                        - 12 -
Schwellenpreise müssen entsprechend Artikel 20 dieser Verord­
nung vereinheitlicht werden . In Tabelle 5 werden die einzel­
staatlichen Schwellenpreise des Jahres 1965/l 966 gemeinsamen
Schwellenpreisen gegenübergestellt , wie sie in « vorläufiger
Form entsprechend Artikel 20 der Verordnung Nr . I3/64/EWG
für 2966/1969 berechnet wurden .
Die Berechnung erfolgte s
– auf der Grundlage des gemeinsamen Richtpreises ;
– mit einem Wertverhältnis zwischen Milchfett und Magermilch
  von 70 f 30 j
– mit vorläufigen einheitlichen Kosten und Ausbeutesätzen , so
  wie sie sich aus den bisherigen Untersuchungen ergeben , die
  von den Dienststellen der Kommission zusammen mit den Dele­
  gationen der Mitgliedstaaten durchgeführt worden sind ;
– ohne Differenzierung zwischen der Verwertung der Erzeugnis­
  se oder Erzeugnisgruppen ;
– unter Berücksichtigung eines Betrages zum Schutz der milch-
  verarbeitenden Industrie .
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 Tabelle 5 : Rechnerische Schwellenpreise bei einem Richtpreis von 9 >5 KE/lOO kg und
                Schweilenpreise ira Milchwirtschaftsjahr 1965/66 in den Mitgliedstaaten
                                                                                                      R2/100 ks
                                        Rechneri-
                                        scher                   Schwellenpre ise im Milchwirtschaf tsjahr I965/ 66
Gruppe             Erzeugnis
                                        Schwellen-
                                        preis bei ,   Belgien     Deutschi .    Frankr .    Italien     Luxembg .     Niederl .
                                        einem Richt-
                                        preis von
                                           9,5 EE
  1     Molkenpulver                       21,50 15     16,870     17,750        21,612      26,510      16,870        16,221
  2     Vollmilchpulver                  100 j 75       71,620     77,863        91,472      99,200      71,620        67,746
  5     Magermilchpulver                   51*?5        36,430     31,950        42,773      53,600      36,430        33,848
  4     Kondensmilch ungeüuekert           45,50        46,980     40,000        53,354      68,800      41,280        45,638
  5     Kondensmilch gezuckert             6lj00        79,000     78,548        69,651      88,000      79,000        54,566
  6     Edelpilzkäse                     131 i 00 0 ' 108,516     108,515       118,763     120,714     108,516       120,671
  7     Parmesan                         186,25       147,460     147,460       147,475     147,461     147,460       147,409
  8     Emmentaler                       146,00       110,000     110,000     • 110,000     110,000     110,000       110,000
  9     Schnittkäse (Gouda )             120,75         97,120     81,878       107,420     116,000      97,120        79,464
 10     Halbfester Schnittkäse           114,00       103,260      96,975       108,433     113,600     103,260        94,674
         (St . Paulin )
 11     Weichkäse ( Camembert )          118,00 - _ \
                                                      114,308     114,308       114,307     114,307     104,308     ' 114,307
 13      Laktose                           40*25 '      3^,350     36,500        44,798      50,210      34,350    ; 33,572
 14      Butter                          191 i 25      207,260    180,750       182,498     161,960     179,520       142,373
         Cheddar                         131,25         76,260     76,260        76,260      76,260      76,260        76,260
         Tils it er                       120,75        97,120     84,375       107,420     116,000      97,120        80,177
       berechnet au^ der Grundlafce eines Molkenwertes von 0,375 RE/100 kg frei Hersteller .
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                                - 14 -
      Interve ntions preis für But ter
22 * Die Höhe des gemeinsamen Interventionspreises für Butter muß
      so "bemessen sein , daß selbst in Jahren mit reichlicher Milch-
     und Buttererzeugung der Richtpreis für Milch erfolgreich ange­
      strebt werden kann (vgl . Artikel 21 Absatz ( 6 ) der Verordnving
     Nr . 13/64/EWG ).
     Es wird vorgeschlagen , den Unterschied zwischen Schwellenpreis
     und Interventionspreis für Butter auf 15 EE/lOO kg festzusetzen .
     Dieser Betrag entspricht der Regelung wie sie nach Artikel 4
     Absatz ( 3 ) der Verordnung Hr . 13/64 /EWG bereits für das Milch-
     wirt schaftsjahr 1966/1967 gilt . Damit würde der Intervent ions-
     preis für Butter 176,25 RE/lOO kg ( 705 ,– DM) betragen . Butter ,
     die von der Interventionsstelle gekauft wird , würde damit einen
     Auszahlungspreis erbringen , der ca . 0,3125 RE/lOO kg ( l,25 DM)
     niedriger liegt als der Richtpreis für Milch .
     Die Marktpreise für Butter könnten sich infolgedessen zwischen
     dem Interventionspreis von 176,25 RE ( 705 »- DM ) und dem Schwel–
      le^preis von 191,25 RE ( 765 J - DM ) bewegen . Solange Überschüsse
     bei Butter vorhanden sind , werden die Marktpreise in der ITähe
     des Interventionspreises liegen . Erst wenn keine Überschüsse
     bestehen, z.B. im 'Winterhalbjahr , können sie in Richtung auf
     den Schwellenpreis ansteigen .
23 . Selbst wenn die Marktpreise für Butter in der Uahe des Inter-
     ventionspreises liegen , besteht Aussicht , daß der jeweilige
     Richtpreis erfolgreich angestrebt werden kann , und zwar aus
     folgenden Gründen :
     In der Gemeinschaft , ebenso wie bisher in den Mitgliedstaaten ,
     wird die Verwertung der zu den verschiedenen Erzeugnissen ver­
     arbeiteten Milch unterschiedlich sein . Man kann unterstellen ,
     daß die übrigen Erzeugnisse einen Milchpreis erbringen , der
     um ca . 0,25 - 0,50 RE/lOO kg (1,0 - 2,0 DM/lOO kg) höher liegt
                                                          • • •/• • •
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                                - 15 -
     als der Preis der verbutterten Milch . Wägt man die Erlöse
     für die verschiedenen Erzeugnisse mit den jeweiligen Mengen ,
     so kommt man unter den in Anhang Bl/9 gemachten Annahmen zu
     einem durchschnittlichen Erzeugerpreis in der Gemeinschaft ,
     der seihst in den fceiten, in denen interveniert wird , nicht
     allzu weit vom Richtpreis entfernt liegt . Es ist anzunehmen,
     daß der Erzeugerpreis\ im Winterhalbjahr "bei oder leicht über
     dem Richtpreis liegen würde .
24 . Die einzel staatlichen Interventionspreise des Milchwirtschafts-
     jahres 1965/1966 müßten deshalb wie folgt geändert werden s
                Belgien            -  18,75 RE/100 kg  ( -  75,00 DM)
                Deutschland        +   6,25 RE/lOO kg (  +  25,00 DM )
                Frankreich         +   8,13 RE/lOO kg (  +  32,53 DM )
                Italien            +  26,65 BE/lOO kg  ( + 106,60 DM)
                Luxemburg          +   5,33 RE/lOO kg (  +  21,32 DM)
                Niederlande        +  46,56 RE/lOO kg (  + 186,22 DM).
25 . Ein Interventionspreis für Butter von 176,25. RE und entsprechende
     Marktpreise dürften voraussichtlich das Maximum, dessen sein ,
     was im Jahre 1^68/1969 am Buttermarkt der Gemeinschaft zu er­
     zielen ist . Andererseits ist es notwendig , dieses Maximum an­
     zustreben, da anderenfalls ein Milchpreis von 9,5 RE/lOO kg nur
     tinter Aufwendung größerer finanzieller Mittel oder mit Hilfe
     höherer Marktpreise der anderen Milcherzeugnisse zu erreichen
     wäre .
     Verbilligung der verfütterten Magermilch
26 . Einem Erzeugerpreis für Milch ab Hof von 9,5 RE/lOO kg und einem
     WertVerhältnis von Milchfett t Magermilch von ^0 1 30 entspricht
     ein Magermilchwert frei Molkerei von 3,015 RE/lOO kg ( 12,06 DM )
     bzw. ein Schwellenpreis für Magermilchpulver von 51,25 RE/lOO kg
     ( 205 ,– DM ). Zu einem solchen Preis können weder die Magermilch
 ---pagebreak---                                      E I
                                    - 16 -
       noch das Magermilchpulver mit den übrigen Eiweißfuttermitteln
       konkurrieren . Magermilch und Magermilchpulver müssen deshalb
       verbilligt werden , soweit sie verfüttert werden .
       Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann man mit einem Preis
       ab Molkerei der Magermilch für Futter zwecke von 1,75 RE/lOO kg
       ( 7 >- DM ) rechnen . Das entspricht einem Marktpreis für Mager­
       milchpulver von 35 RE/lOO kg ( 140 DM ). Der Unterschied zwischen
       1,75 RE und 3,015 RE muß durch Zahlungen für die in flüssiger
       oder in getrockneter Form verfütterte Magermilch ausgeglichen
       werden .
       Eventuelle Maßnahmen für im GATT konsolid ierte Erzeig '- sse
 27 . Unter den Bedingungen der Konsolidierung im GATT erbringt die
       zu Emmentaler bzw . Cheddar verarbeitete Milch einen Erlös von
       7 ,- bzw . 4,875 RE/lOO kg ( 28 ,- bzw . 19,50 DM ). Soll die Er­
       zeugung. der Gemeinschaft bei diesen Produkten aufrecht erhal­
      ten bleiben , so müßte der Fehlbetrag zum Richtpreis durch Bei­
      hilfen ausgeglichen werden .
      Das Gleiche gilt grundsätzlich für Kasein . Unter den gegen­
      wärtig gültigen Preisen wird die zu Kasein verarbeitete Ma­
      germilch mit rd . 1,75 RE/lOO kg ( 7 ,- DM ) verwertet . Die zu
      Kasein verarbeitete Milch erbringt damit den gleichen Erlös
      wie die verfütterte Magermilch . Sie müßte Infolgedessen den
      gleichen Betrag als Beihilfe . erhalten , um den die verfütter­
      te Magermilch verbilligt wird .
      Ko ste n d er Interventionen
28 . Für die Finanzierung der unter den Ziffern 22 bis 27 vorge­
      sehenen Maßnahmen sind jährlich pohät 7,imgsweise folgende       Be­
      träge erforderlich s
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                               - 17 -
                                                           Mi o . RE
   Verbilligung der verfutterten Mager­
   milch                                                     190
   Saisonausgleich bei Butter                                  30
   Auswirkungen der Konsolidierung bei
   Emmentaler                                                  50
   Auswirkungen der Konsolidierung lsei
   Cheddar                                                     15
   Auswirkungen der Konsolidierung bei
   Kasein                                                      15
                                     INSGESAMT               300
   Bei diesen Berechnungen wurde von den seit einiger Zeit gün­
   stigen Preisen für Milche ive iß ausgegangen . Sollten die Prei­
   se für Milcheiweiß sinken und sollten sich Überschüsse ein­
  stellen , so würden entspreche . i größere Mittel bereitgestellt
  werden müssen . Auch die Bet:- " - .?, die zura Ausgleich der Aus­
  wirkungen der Konsolidiert»?-* 1 "igeaetzt wurden , könnten ins­
  besondere dann größer werden           nn sich der Verbrauch von Cheddar
   wegen der sehr niedrigen Preise auch in der Geneinschaft ent­
   wickeln sollte .
  Außerdem sind Mittel für Erstattungen bei der Ausfuhr erforder­
   lich , die hier nicht berücksichtigt worden sind ( vgl . Teil A ,
  Übersicht 2 ).
  PREISÄNDERUNGEN AUFGRUND DES GEMEINSAMEN PREISES
  Änderunge n "bfirj den einzels taat licfrgn Erzeugerpreisen für Milch
. Zur Berechnung des voraussichtlichen Aus zahlungs preises für
  Milch in den einzelnen Mit         "i edstaaten kann man die gleiche
  Methode anwenden , wie sie in Anhang Bl /9 für den durchschnitt­
   lichen Aus zahlungspreis in ior Gemeinschaft benutzt wurde .
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                                         - 13 -
        Dabex kann man denjenigen unterschiedlichen Kostenelementen
       Rechnung tragen , die gegenwärtig mit ausreichender Sicher­
        heit bekannt sind , d.h . den Sammelkosten der Milch . Diese waren
       "bisher :
                   Belgien              40,0 HE/100 kg Milch
                   Deutschland          40,0 RE/ 100 kg Milch
                   Frankreich            77 » 75 RE/100 kg Milch
                   Italien               72,00 RE/ 100 kg Milch
                   Luxemburg            44*00 RE/lOO kg Milch
                   Niederlande          28,00 RE/100 kg Milch .
                        <p              55,00 RE/100 kg Milch
       Die rechnerischen Schwellenpreise in Tabelle 5 wurden mit ein­
       heitlichen Sammelkosten in Höhe von 0,55 RE/lOO kg Milch er­
       mittelt . Die voraussichtlichen einzelstaatlichen Erzeugermilch–
       preise wurden demgegenüber mit den einzelstaatlichen Sammel-
      kosten errechnet .
 30 . Danach lassen sich die durchschnittlichen Erzeugerpreise in
       den Mitgliedstaaten für das Jahr 1968/1969 wie folgt schätzen t
              Belgien              9,50    RE/100   kg ( 38,00 DM )
              Deutschland          9,50    RE/100   kg ( 38,00 DM)
             Frankreich            9 , 25  RE/lOO   kg ( 37,00 DM )
              Italien             10,25    RE/lOO   kg (41,00  DM)
             Luxemburg             9,50    RE/lOO   kg ( 38,00 DM)
             Niederlande          9,625    RE/lOO   kg ( 38,50 DM )
      Außer den unterschiedlichen Sammelkosten , die mit 28 RE/ 100 kg Mi "! rVh
      in den Niederlanden am niedrigsten und mit 77,75 RE/lOO kg MiXch
      in Frankreich am höchsten sind , wurde bei der obigen Rechnung auch
      die unterschiedliche Verwendung der Milch berücksichtigt . Daneben
      haben noch andere Faktoren , wie z.B. Herste llungs- und Ver-
      marktungskosten , Qualität der Erzeugnisse VBW . , Auswirkungen auf
      den Erzeugerpreis . Es ist gegenwärtig jedoch nicht möglich , die­
       se Auswirkungen in Zahlen zu fassen .
( 1 ) Solange die Kosten für das Sammeln der Milch in Frankreich höher
      sind als die durchschnittlichen Sammelkosten in der Gemeinschaft ,
      werden die Erlöse der französischen Milcherzeuger um einen ent­
      sprechenden Betrag niedriger sein           als die durchschnittlichen Er­
      löse in der Gemeinschaft .
                                                                           •••/ %»# ♦
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                               - 19 -
31 . Die tatsächlichen einzelstaatlichen Erzeugerpreise für Milch
      könnten sich deshalb gegenüber denen des Jahres 1965/1966 schätzungs­
      weise wie folgt ändern :
             Belgien            - 0,35 RE/100 kg ( - 1,4 DM )
             Deutschland        +  0    RE/100 kg ( + O    DM)
             Prankreich         +  0,75 RE/100 kg ( + 3,0 DM)
             Italien            +  0    RE/100 kg ( + 0    DM )
             Luxemburg          -  0,45 RE/100 kg ( - 1,8  DM)
             ïïiederlande       + 0,75 RE/100 kg ( + 3,0 DM ).
     Änderungen "bei den Marktpreisen der Milcherzeugnisse
32 . Für jede der 14 Gruppen , in di® die Milcherzeugnisse einge­
     teilt sind , ist ein Leiterzeugnis bestimmt wordein . Im all­
     gemeinen entsprechen die Marktpreise dieser Leiterzeugnisse
     den einzelstaatlichen Schwellenpreisen (vgl . Anhang Bl/ll ).
     Lediglich in Italien liegen die Marktpreise" wegen der Besonder­
     heit des italienischen Marktes häufig "bedeutend höher als die
     Schwellenpreise .                         ..
     Auch xn der Phase des gemeinsamen Marktes werden sich die Markt­
     preise der Leiterzeugnisse an den Schwellenpreisen orientieren .
     Es ist jedoch durchaus möglich , daß auf längere Sicht bei einer
     Reihe von Erzeugnissen die Marktpreise die in Tabelle 5 be­
     rechneten Schwellenpreise nicht erreichen . In der Phase des
     gemeinsamen Marktes wird sich nämlich die Produktion der ein­
     zelnen Milcherzeugnisse dorthin verlagern , wo - sie am besten
     und am billigsten hergestellt werden können . Das wird sich
     häufig in niedrigeren Kosten und Marktpreisen niederschlagen .
     Änderungen bei den Verbraucherpreisen von Milch und Milcher­
     zeugnissen
33 . Eine eigentliche Voraussicht auf die Entwicklung der Verbrau-
     cherpreise für Milcherzeugnisse .            ist nicht
     möglich . Dazu fehlen allein schon ausreichende Angaben über
                                                            ■ • f /• • •
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                              - 20 -
   solche Einzelhandelspreise . Dagegen dürfte es wohl möglich
   sein , die Auswirkungen der Änderungen der Marktpreise auf die
   Einzelhandelspreise abzuschätzen . Hierzu wird der Unterschied
   zwischen den gegenwärtigen Marktpreisen frei Großhandel der
   wichtigsten Milcherzeugnisse und den Schwellenpreisen abzüg­
   lich Pauschbetrag , wie sie nach dor in Artikel 20 der Verordnung
  Nr . 13/64/EWG festgelegtenTechnik vorläufig berechnet wurdon (vgl . Ta­
  belle 5 )» festgestellt . Die Differenz wird dann als Voohniidertsatz
  dor geschätzten Einzelhandelspreise ausgedrückt .
. In Belgien ist mit einer Senkung des Butterpreises um knapp
   10 V . H. zu rechnen . Voll- und Magermilchpulver werden nicht
  direkt an Verbraucher abgesetzt , sondern überwiegend zu Scho­
  kolade , zu einem kleineren Teil in der Nahrungsmittelindustrie
  verarbeitet . Der Anteil des Milchpulvers an den vorwendeten
  Rohstoffen dürfte nur in seltenen Fällen 15 v.H. überschrei­
  ten . Bei halbfestem Schnittkäse handelt es sich um verhält­
  nismäßig kleine Mengen von Spezialer Zeugnissen , deren Ver­
  brauch durch eine Preissteigerung um 8 v.H. in zwei Jahren
  kaum beeinflußt werden dürfte . Die Preiserhöhungen bei Fe ich–
  käse halten sich im Rahmen der allgemeinen Preissteigerung ,
  die für die Jahre I966/1967 , 1967/1968 und 1968/1969 zueazzneu
  Bit wenigstens 6 v.H. angenommen wird .
  Gewisse Schwierigkeiten könnten bei Schnittkäse auftreten , da
  die erforderliche Preissteigerung um 15 v.H. über den Satz
  von 4-5 v.H. hinausgeht . Ein eventueller Verbrauchsrückgang
 müßte jedoch durch die verbrauchsfördernde Wirkung der Senkung
  der Butterpreise mehr als ausgeglichen werden .
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                                 - 21 -
                                BELGIEN
                             Vo raus s i cht 1 i-
                                                  v.H. des Ver-
                             che Preisände-
                                                   brauchs an            v.H. des
                                     rung
                                                                         Ver-
           Erzeugnis                     v.H. des                        brauchs
                                         Einzel-           Milch-        an Käse
                             Bfrs/kg     handels-
                                                  Milch
                                                            fett
                                         preises
     Butter                  -   10    !   -    9             76
     Konsummilch                     -          -   23     ' 17
     Kondensmilch           Leichte      Senkung     2          2
                                    möglich
     Edelpilzkäse , Frisch-
     käse , eingef . ital.
     Käse                            -          -    -         -
     Magermilch vínd Ma-
     germilchpulver zur
     Fütterung                    ■  -          -   18         -
     Magermilchpulver
     für menschliche
     Ernährung              +    60        + 30      4         -
     Vo 1 Imi 1chpulver     +    90        + 30      5         3
     Weichkäse              +    40        +    5    -                     9
     halbfester Schnitt-
     käse                   +    60        +    8    -                     4
     Schnittkäse            + 120          + 15      -                    54
     Käse insgesamt         +    70             •   17       12          100
35 « In Deutschland sind "bei einem großen Teil von Milch und
     Milcherzeugnissen keine Preissteigerungen zu erwarten . Diese
     Tatsache müßte verbrauchsfördernd wirken . Bei Butter müßten
     die Einzelhandelspreise um 3 - 5 v.H. höher sein als gegen­
     wärtig . Diese Rate hält sich also im Rahmen der zu erwartenden
                                                             • • •/• » •
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                            - 22 -
 allgemeinen Preissteigerung . Voll- und Magermi Ichpulver
 werden nicht direkt an Verbraucher abgesetzt , sondern über­
 wiegend zu Schokolade , zu einem kleineren Teil in der Nahrungs­
mittelindustrie verarbeitet . Bei Edelpilzkäs e und halbfestem
 S chnittkäse handelt es sich um verhältnismäßig kleine Mengen
von Spezialerzeugnissen , deren Verbrauch durch eine Preis­
steigerung um 10 - 14 v.H. in drei Jahren kaum in Mitleiden-
schaft gezogen werden dürfte . Inwieweit bei ungezuckerter
Kondensmilch Preissteigerungen tatsächlich eintreten werden ,
läßt sich nicht übersehen , da es sich hier zum großen Teil
um Markenartikel handelt und da die Preispolitik der Her­
steller dieser Markenartikel unter den neuen Wettbewerbsver­
hältnissen des gemeinsamen Marktes gegenwärtig noch nicht be­
urteilt werden kann . Größere Schwierigkeiten bestehen ledig­
lich beim Schnittkäse . Hier werden besondere Maßnahmen not­
wendig sein        diesen Erzeugnissen handelt
es sich um knapp 10 v.H. der verbrauchten Milcherzeugnisse
bzw . um rd . 25 v.H. des bisher verbrauchten Käses .
 ---pagebreak---                                     B I
                                   - 23
                               DEUTSCHLAÎID
                                       L_
                              Voraussichtliche           v.H. des Ver­
                                                                                v.H. des
                              . Preisänderung             brauchs an
                                                                                    Ver­
               Erzeugnis                                                        brauchs
                                          ν . Ξ . ά. Θ 8
                                                                                 an Käse
                                          Εΐηζβΐ-                 Milch­
                               DM/kg      ϊι&ηάβΐβ-
                                                          Milch
                                                                   fett
                                          ρΓβΪ8β3
     Konsummilch                                           17        17
     Kondensmilch , gez .<                                  0         0
     Frischkäse , Weich–]
     käse                  J  Keine wesentli­
                              chen Änderungen
     eingef . ital . Kase >
     Magermilchpulver       )
     zur Fütterung         )
     Butter                   + 0,25-         3-5                    59
                                0,40
     Kondensmilch , unge ζ .  + 0,20          10            7         5
     Vo 1 lia i1 chpulve r    + 0,'JO         25            1         1
                                           ♦
     Mage rn i Ichpulver
     für menschl . Er-               Y
     nährung                  + 0,70          50
     Edelpj-lzkäse            + 0,70          10                                     0,5
     halbfester
     Schnittkäse              + ο,δο          15                                     1,0
     Bchnitt-käse             + 1,60          30                                    31,0
     Käse insgesamt           + 0,51                       26        17            100,0
£6 . In Frankreich dürfte es Preissteigerungen von mehr als 5 v.H. ledig,
     lieh "bei "den/ndustriell verarbeiteten Voll- und Magermi1chpulver
     für menschliohe Ernährung geben . Wie weit die notwendigen Preis­
     steigerungen bei Trinkmilch ' über 5 v.H. hinausgehen werden , läßt
     sich nicht mit ausreichender- Sicherheit feststellen .
                                                                      • • • /• • •
 ---pagebreak---                                B I
                                - 2.k -
                            FRMKREXCH
                              Voraussichtli-    i   v.H. des Ver­
                             che Preisänderung f      brauchs an
         Erzeugnis                    v.H. des
                                      Einzel–                  Milch­
                           FF /kg                 Milch
                                      handels–                  fett
                                      preises
   Kondensmilch.          leichte Senlcung
                              möglich
   Butter                 keine Änderungen                      58
                          oder leichte Preis­
   Käse , außer Emmen­                              40          27
   taler und Cheddar      steigerungen , die
                          2-5 v.H » nicht über­
                          steigen dürften
   Magermilch und Mar-
   germi Ichpulver
   zur Fütterung          + O t Ok~      5-7        11
                             0,05
   Konsummilch
                          + 0,02 -
                             0.0k        2-4         17         13
  Magerm i 1 chpulver
  für menschl . Er­
  nährung                +
                             0,50          2-5       1
  Vollmilchpulver        +   0.75          15        1
# 1*1 Italien ist in der En&phas^ des gemejrinainen Maxktes kurz-
  fristig mit einer Senkung der Preise für Kondensmilch und
  Milchpulver für menschliche Ernährung zu rechnen, die im
  Lande selbst kaum hergestellt werden . Demgegenüber würde cfer
  Preis . von Magermilchpulver für Futter zwecke ansteigen . Bei
  den übrigen Preisen sind - zum mindesten in den ersten Jahren -
  wesentliche Preis änderungen nicht zu erwarten .
  Bei Butter besteht in Italien eine besondere Lage . Während der
  Großhandelspreis mit ca. 9 . 50 ' Lit/kg ( ca.          DM) verhält­
 nismäßig niedrig? ist , ist der Einzelhandelspreis mit mehr als
 1.^+00 Lit/kg ( ca. 9 ,^ DM) der höchste in der Gemeinschaft ,
 Das ist durch die Struktur des italienischen Harktes bedingt .
 Butter wird in Italien fast ausschließlich
 ---pagebreak---                               B I
                             - 25 -
 als NebeApiPoduJct der Käseerzeugung hergestellt . Das Sammeln und
 Vermarkten dieser Butter geringer Qualität verursacht hohe
 Kosten . Sobald in der Phase des gemeinsamen Marktes alige-
packte Butter guter Qualität ohne Abschöpfungen nach Italien
 eingeführt werden kann , ist eine Senkung der gegenwärtigen
Einzelhandelspreise nicht ausgeschlossen . Es ist gleichfalls
nicht ausgeschlossen , daß die in Italien als Nebenerzeugnis
der Käseprodukt io» hergestellte Butter auch in Zukunft zu dem
"bisherigen Preis von 5 bis 6 DM verkauft werden kann .
                           ITALIEN
                       Voraussichtliche         v.H. des Ver-
                         Preis änderung   .      brauch  an
      ·,
         Erzeug-                   v.H. des
          nis                      Einzel-               Milch-
                      Lit/kg       handels-
                                             Milch
                                                          fett
                                   preises
                                              ^   '■i
Kondensmilch           - 155        - 20          1           0
Vollmilchpulver        -  30   ,    -  4          1           0
Mage rmi 1 chpulve r
für mensch }.. Er-
nährung '              -  50        - 12          4
Magerm i 1 chpulver
für Futter-
zwecke                              + 10          8
                       +  25
übrige Erzeug-
nisse                                            86        10 r
Luxemburg hat , mit Ausnahme von Butter und ungezuckerter
Kondensmilch , die gleichen Schwellenpreise wie Belgien und ,
infolgedessen ähnliche Marktpreise . Bezüglich der Preisände­
rungen gilt deshalb das für Belgien Gesagte . Lediglich bei
Butter und Kondensmilch wäre , abweichend von der Situation in
Belgien , eine Preissteigerung von 3 bzw . 10 v.H. zu erwarten .
 ---pagebreak---                                        B I
                                   - 26 ■
                                 UJXEMHIRG
                                Voraussichtliche              v.H."' des Ver-
                                  Preisänderung                brauchs án
            Erzeugnis                          v.H. des
                    .
                                               Einzel-                        Milch-
                              ifra/kg          handels-
                                                            M.ilch
                                                                               fett
                                               preises
      Konsunimilch                                              14              21
      Kondensmilch , un-
      ge zuokert                + 25                10           2               2
      Butter                    * 30                  3          -             '61
39 . In den Niederlanden könnten die Preise für Konsum– und Kondens­
      milch weitgehend unverändert "bleiben . Demgegenüber müßten die
      Preise für Butter , Käse und Milchpulver z.T. erheblich ange­
     hoben werden . Um einen Rückgang des Verbrauchs nach Möglich­
     keit zu verhindern , müßten deshalb ebenso wie f^r Deutschland
                  besondere Maßnahmen ausgelassen werden .
                                  NIEDERLANDE
                                 Voraussichtliche        v.H. des Ver­
                                   P re i s and e rung     brauchs an              v.H. des
             Erzeugnis                          v.H. des
                                                                                  Verbrauchs
                                                                                   an Käse
                                               Einzel-   .... ,       Milch-
                                  Hfl/k"-                Milch          _ , ,
                                               handels-                 fett
                                               preises
     Konsunmilch                                           35            34
     Kondensmilci                                           7              7.
     i'r j sohkäne sowi e die
     meisten eingeführ­
     ten Käse                                               •              •
     Lagermilchpulver zur
     Fiïtterung                       -                   26
     Magermilchpulver zur
     menschl . Ernährung         + 0,60            45       2
     Vollmilchpulver             + 1,20            45       3             3
     halbfeste Schnittk .        + 0,90            20       •             9
     Schnitfica.se               + 1,50            35                                   91
     Eutter                      + 1,60            30                    49
     Käse insgesamt              + 1,50 ;                 21             19           100
                                                                                    » * • / • «
 ---pagebreak---                                 B I
                              - 27 -
kO . Eine besondere Situation besteht bei Emmentaler- und Cheddar-
     Käse , deren Außenzoll konsolidiert worden ist . Falls das Pro­
     blem dieser Konsolidierung auf eine für die Gemeinschaft be­
     friedigende Weise gelöst werden kann , würden die Preise bei­
     der Käsesorte in alU» Hitgliedsta- ten bis auf ein Eiveau ansteigen ,
     wie es den übrigen Käsesorten entspricht . Dabei würde sich
     die Veränderung der Cheddarpreise lediglich über die Preise
     für Schmelzkäse auswirken , da Cheddar in der Gemeinschaft nur
     in sehr geringem Umfang direkt verzehrt , sondern überwiegend
     zu Schmelzkäse verarbeitet wird .
            \
 ---pagebreak---                                    B II
                                 – 1
                             RINDFLEISCH
DIS LAGE AM RINDFLEISCHMAKKT     ,        ;
Langfristige Entwicklung
Erzeugung
Die Rinderbestände und die Rindfleischerzeugung in der Gemieinschaft
zeigen seit 1950 eine ständig steigende Tendenz , die aber 1962 eine
Veränderung erfuhr . Aus der Tabelle in Anhang B II/1 ist ersichtlich ,
daß die umfangreichen Schlachtungen von 1962 und 1963 aufgrund des
durch den trockenen Sommer von 1962 bedingten Futtermangels zu einer
derartigen Verringerung des Rinderbestandes geführt haben , daß die Er­
zeugung im Jahre 1964 um 7j4 v.H. . unter der Erzeugung von 1963 lag «
Dieser Rückgang der Erzeugung war erstmals seit 1950 ? als der Rinder-
bestand der Gemeinschaft den Vorkriegsstand wieder erreicht hatte ,
einer Abnahme des Ge samt be Standes zuzuschreiben .
Anhand der in den Mitgliedstaaten durchgeführten Zählungen und der
für das erste Halbjahr 1965 bekannten Angaben über die Schlachtun­
gen kann die Erzeugung im Jahre 1965 auf 3i52 Millionen t geschätzt
werden . Somit wird die Erzeugung von 1965 etwas unter der des Jahres
1961 liegen .                                  1
Verbrauch ä                         ■        %
Seit Kriegsende ist die Nachfrage nach Rindfleisch bis 1963 ständig
gestiegen . Dies ist nicht nur auf die de mo graphische Entwicklung son­
dern auch auf eine Zunahme des Pro-Kopf-Verbrauchs zurückzuführen , der
von 14,8 kg im Jahre 1955/56 bereits im Jahre 1963 auf 24,3 kg ange­
stiegen war und somit um 65 v.H. zugenommen hatte.'
Bei einer Prüfung der Angaben im Anhang B II/2 und BII/3 zeigt sich ,
daß nicht nur der Pro-Kopf-Verbrauch sondern der Gesamtverbrauch im
Jahre 1964 erstmals seit 20 Jahren zurückgegangen ist . 1964 verlagerte
 ---pagebreak---                                     B  II
                                    - 2 -
     sich der Verbrauch von Rindfleisch auf Schweine - und Geflügel­
     fleisch , dessen Preise für den Verbraucher , und insbesondere für
     diejenigen mit geringem Einkommen , besonders anziehend waren .
3 » Wahrscheinlich wird der Pro-Kopf-Verbrauch von Rindfleisch im Jahre
    1965 gegenüber 196A- geringfügig abnehmen , während im Jahre 1966 er­
    neut ein Verbrauchsanstieg eintreten dürfte , der auf ein größeres
    Angebot , steigende Schweinefleischpreise , die die V/ettbewerbss bel-
    lung von Schweinefleisch gegenüber dem Rindfleisch schwächen , und
    schließlich auf bessere Einkommensverhältnisse zurückzuführen sein
    wird .
c ) Preise
    Die Notierungen , die eine Berechnung des gewogenen Mittels der Groß­
    handelspreise nach den Vorschriften der Verordnung Nr . 1*f/6V'EWG er~
    möglichen , liegen für ausgewachsene Rinder erst ab Januar 1960 und
    für Kälber erst ab Juli 1960 vor . Aus diesem Grunde beginnen die
    Angaben über die Entwicklung der Großhandelspreise für ausgewachse­
    ne Rinder und für Kälber in der Gemeinschaft in Anhang B U/h erst
    mit den vorgenannten Terminen . Aus diesen Angaben ist ersichtlich ,
    daß die Rinder- und Kälberpreise insbesondere durch die umfangrei­
    chen Schlachtungen im zweiten Halbjahr 1962 und zu Beginn des Jah­
    res 1963 beeinflußt worden sind . So ist in Deutschland , Belgien ,
    Luxemburg und in den Niederlanden im Jahre 1962 gegenüber 1961 ein
    Preisrückgang festzustellen . In Deutschland lagen die Preise für
    ausgewachsene Rinder von April 1962 bis Mai 1963 und für Kälber
    vom Februar 1962 bis April 1963 unter den Notierungen der entspre­
    chenden Monate im Jahre 1961 . In Belgien dauerte der Preisrückgang
    gegenüber 1961 bei ausgewachsenen Rindern von April 1962 bis Juni
    1963 und bei Kälbern von Mai 1962 bis Juli 1963 an » In <3.en Nieder­
    landen hielt die im Vergleich zu 1961 rückläufige Preistendenz bei
    ausgewachsenen Rindern von April 1962 bis September 1963 und bei
    Kälbern von Januar 1962 bis Dezember 1962 an .
3 » In Frankreich und Italien lagen die Durchschnittswerte für die Jahre
    1962 imd 1963 über dem Jahresdurchschnitt von 1961 ; in Frankreich
    konnten die Preise für ausgewachsene Rinder auf Grund der Inter-
    ventionsregelung der S.I.B. E.V. auf einem höheren Stand als in den
                                                               « • •/ • • •
 ---pagebreak---                                 B   II
                                - 3 --
entsprechenden Monaten im Jahre 1961 gehalten werden ; bei Kälbern
war jedoch in den Monaten April/Mai und Oktober/November 1962 ein
Preisrückgang gegenüber 1961 festzustellen . Die gleiche Entwicklung
trifft für Italien zu , wo zwar keine Interventionsregelung angewandt
wurjie , die kräftige , zu einer Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs von
13,8 kg im Jahre 1961 auf 17,3 kg im Jahre 1963 führende Nachfrage
aber zur Folge hatte , daß kein Preiseinbruch eintrat «
Wie bereits oben für die "nördlichen " Mitgliedstaaten dargelegt , be­
ginnt der Preisanstieg allgemein im zweiten Halbjahr 1963 und setzt
sich in Frankreich und Italien anschließend fort .
1964 ist ein Jahr der Angebotsknappheit , das - wie die nachstehende
Tabelle verdeutlicht - durch einen kräftigen , allgemeinen Preisauf­
trieb gekennzeichnet ist .                                   .
Im Jahre 1965 ist als erste Folge des Wiederaufbaus des Rinderbestan-
des die rückläufige Preisentwicklung während des zweiten Halbjahres
zu nennen . Somit liegen wieder normale Verhältnisse vor , da dieser
Preisrückgang durch die bekannte jahreszeitlich unterschiedliche Er­
zeugung bedingt ist .
Tabelle 1 :
Änderung der gewogenen Durchschnittspreise für ausgewachsene Rinder
und für Kälber in der EWG ( in % und im Vergleich zum Vorjahr )
Ausgewachsene Rinder .                                                   1965
                    1961     1962       1963      1964    1965       im Vergi
                                                                      zu 1961
Deutschland          0     -
                              2,8     +   3,4   + 15,8  +  8          +  25,6
Belgien           + 1,6       2       +  10,6   + 23    +  1,6        +  35,4
Frankreich        + 1,1    +  7,8     +  16,7   + 14,9  +  4,2        +  37,6
Italien           - V7     + >.5   ' + 13,3     + 13,5  +  1,8 ·      +  36,8
Luxemburg            0        0,5     +   0,5   + 10,8  +  8         +   19,8 .
Niederlande       + 2,1       4,7     +   1 ,7  + 33       2,4       + 25,7
                                                                         1965
Kälber                                                               im Vergi
                                                                        zu 19ö2
Deutschland                   2,4     +   4,6   +  9,2  +  7,6        + 19,7
Belgien              -     -
                              6,4     +   9 ,'7 + 10,1     0         + 13
Frankreich           -     +  3,7   • +  i4,9   +  5,3  +  8,8     ' + 36,4
Italien              -     +  2,1     +   8,8   + 13,2  +' 2,9        + 29,3
Luxemburg            -     +  1,8     +   7,6   + 16 .. +  6,9        +. 35,9
Niederlande          -  .
                             10,5     +  26 ,3  + 12,4  +  3     '    + 30,9
 ---pagebreak---                                   B  II
                                  - 4 -
 Abgesehen von Luxemburg , wo ein System der Verbrauche rsubventionie-
 rung besteht , sind die Preise 1965 gegenüber 1961 je nach Mitglied-
 staat bei ausgewachsenen Rindern um 25,6 bis 37,6 v.H. und bei Käl­
 bern um 13 bis 36 , 4 v.H. gestiegen .
 Bei einer Gewichtung der Preise in Anhang B II/4 nach dem Rinder-
bestand der einzelnen Mitgliedstaaten erhält man bei ausgewachse­
nen Rindern für die EWG insgesamt folgende Durchschnittspreise :
                      1960    1961      1962  1963   1964     1963
                      196     195,4     200,3 214,2  249,4    2^9,6
Änderung im Ver-                                  *
gleich zum Vor-        - •   - 0,3% + 2,5% + 6,9% + 16,4% + 4 %
Jahr
Änderung im Ver­
gleich zu den                                                32,8%
Preisen von 1961
In allen Kitgliedstaaten zeigten die Preise der guten Qualitäten
eine ähnliche Entwicklung wie das gewogene Mittel der nach den in
der Verordnung Nr . 14/64/EWG berechneten Preise .
Derzeitige Marktlage
Erzeugung
Die FAO (World Meat Economy ) ist der Auffassung, daß die Rindfleisch-
ausfuhren Lateinamerikas und Ozeaniens bis 1970 nicht wesentlich zu­
nehmen können ; außerdem läßt sich für die Vergangenheit in der Gemein­
schaft eine gleiche Entwicklung der Rindfleischerzeugung wie in den
herkömmlichen Ausfuhrländern Europas feststellen . Wenn im Jahre 1965
bedeutende Rindfleischausfuhren Großbritanniens nach Deutschland , den
Niederlanden und Belgien zu verzeichnen sind , so erlaubt dies nicht
die Schlußfolgerung , daß diese Ausfuhren andauern . Denn die Erzeu-
gungskapazität der traditionell in die Gemeinschaft Rindfleisch lie­
fernden Länder hat ihre Grenzen .
Zusammenfassend ist festzuhalten , daß die Gemeinschaft sich in Zukunft
auf eine Steigerung ihrer eigenen Produktion einstellen muß , um ihren
zunehmenden Bedarf zu decken .
Die letzten vorliegenden Zählungen (Mai oder Juni 1965 ) sind ermutigend «
Eine Analyse nach Mitgliedstaaten ergibt folgendes Bild :
- Belgien : Der Gesamtviehbestand hat im Mai 1965 gegenüber 1964 um
 ---pagebreak---                                B  II
                               - 5 - '
2,6 v.K. zugenommen . Bei den Jungrindern unter einem Jahr läßt sich
gegenüber 1964 folgende Entwicklung feststellen : Zunahme um 1,8 v.H.
bei Rindern bis zu drei Monaten und um 8,7 v.H. bei Rindern von drei
Monaten bis zu einem Jahr ; auch bei Mastrindern ist einet steigende
Tendenz zu verzeichnen (+ 6,4 v.H. ), ebenso bei Milchkühen (+ 1,1 v.H. );
die Abnahme des Färse nbe Standes läßt hingegen darauf schließen , daß
die Zahl der Milchkühe im Jahre 1966 nicht wesentlich zunehmen wird .
In Deutschland hat der gesamte Viehbestand im Juni 1965 gegenüber
Juni 1964 um 2,3 v.H. zugenommen . Die Klassen "Jungrinder bis zu
drei Monaten " und "Stiere über einem Jahr" sowie "Sonstiges Mastvieh"
liegen zahlenmäßig wesentlich höher als im Juni 1962 , als der Gesamt­
bestand nur um 133*900 Stück Vieh über dem Gesamtbestand von Juni 1965 lag
Frankreich ; Der Oktoberz&hlung von 1965 zufolge ist gegenüber Okto­
ber 1964 eine 1,3 prozentige Erhöhung des Viehbestands , also um
272 . 000 Stück festzustellen . Der günstige Eindruck hinsichtlich der
Neubildung und Verjüngung des Viehbestands ,, den man aus der Zählung
1964 gewonnen hatte , hat sich somit bestätigt .
Niederlande ; Gegenüber Mai 1964 ist der gesamte Viehbestand im Mai
1965 «m 4,5 v.H. gestiegen . Die Zahl der Jungrinder unter einem Jahr
und der Färsen mit über einem Jahr ist eindeutig gestiegen (+ 4,3 v.H.
für Kälber unter einem Jahr und + 5 v.H. für Färsen über einem Jahr ).
Zwar hat die Zahl der Milchkühe im Vergleich zum Mai 1964 (+ 1,8 v.H. )
zugenommen , es wurde jedoch noch nicht die Zahl vorn Mai 1962 erreicht ;
gegenüber Mai 1964 ist bei den einzelnen Mastviehklassen eine ziemlich .
starke Zunahme festzustellen .
Luxemburg : Die Entwicklung in Luxemburg ist die gleiche wie die in
Belgien ; in Italien wurde seit 1961 keine Zählung durchgeführt .
Angesichts der Vergrößerung deB Viehbestands in der EWG ( 1,7 v.H. )
nach den Zählungen des Jahres 1965 dürften in den Jahren 1966 und
1967 nach Überwindimg der Krise des Jahres 1962/63 eine Normalisierung
der tage in bezug auf die Erzeugung und ein relatives Gleichgewicht !
zwischen Produktion und Verbrauch unter Berücksichtigung eines hohen
Einfuhrvolumens (l 5 v.H. des Verbrauchs ) eintreten .
 ---pagebreak---                                    B  II
                                   - 6 -
 Die Zusammensetzung des Viehbestands im Jahre 1965 ist gegenüber 1961
  durch einen Rückgang der Zahl der Kühe um A-,3 v.H. sowie eine Zunahme
 der Zahl der Rinder unter einem Jahr um 8,1 v.H. und der Tiere zwischen
 ein und zwei Jahren ( einschließlich Färsen ) um       v.H., gekennzeichnet .
 Die im Jahre 1965 festgestellte Zusammensetzung des Viehbestands muß
 beibehalten werden ; bei dieser Zusammensetzung könnte im Vergleich zur
 Lage der Gemeinschaft zwischen 1958 und 1961 eine gewisse Stabilisierung
 der Milcherzeugung und bei Mastvieh eine Erhöhung der Stückzahl in Erwä­
 gung gezogen werden .
Zur Festigung dieser Tendenz sind folgende Voraussetzungen erforderlich :
 ( 1 ) die Züchter müssen mindestens 1 Y2 Jahre im voraus den Orientierungs­
       preis kennen , von dem sie profitieren können ;
 ( 2 ) der Gesamtrinderbestand muß auf der Höhe gehalten werden , die zu Be­
       ginn des Jahres 1966 erreicht wurde ; um jedoch eine regelmäßige Er­
       neuerung des Mastviehbestandes zu gewährleisten , dürfte die Zahl der
       Milchkühe nicht verringert werden ;
 (3 ) es muß ein attraktiver Orientierungs preis festgelegt werden . Da es
       technisch schwierig ist , ein allgemeines , ständiges Prämien - oder
       Subventionssystem zur Förderung der Kälberaufzucht einzuführen ,
       muß die Steigerung der Erzeugung im wesentlichen durch die Preis-
       und Marktpolitik erreicht werden .
Im Jahre 1965 wa^en die Marktpreise in der Gemeinschaft zweifellos
attraktiv , wodurch nach der Krise des Jahres 1962 nicht hur eine gewisse
Vergrößerung des Viehbestands , sondern auch eine Verbesserung seiner Zu­
sammensetzung möglich war . Wie schon erwähnt , ergaben die letzten bekann­
ten      Zählungen , daß die Zahl der Kühe im Vergleich zu 1961 leicht zurück­
gegangen ist ; hingegen liegt die Zahl der Jungrinder einschließlich Mast-
rinder um 6,3 v.H. über der des Jahres 1961 .
Es ist also festzustellen , daß der Rinderbestand der Gemeinschaft im
Jahre 1965 durch eine gewisse Hinwendung zur Fleischproduktion gekenn­
zeichnet ist .
 ---pagebreak---                                        Β   II V
                                       - 7
      Es besteht jedoch ein negativer psychologischer Faktor : während seit
      IS63 ein allgemeiner Preisauftrieb festzustellen war , muß sich der
      Rindfleischerzeuger angesichts des im Juli 1965 begonnenen Preisrück­
      gangs , der Anzeichen für eine Normalisierung der Lage ist , um die künf­
      tige Entwicklung Sorgen machen . Dies ist ein weiterer Grund , weshalb
      der gemeinsame Orientierungspreis , a*Lf . diaon     Hoho festgesetzt werden
                                                               »    r        • ?
       muß . -die den Erzeuger nioht entmutigt»
                                                         i                        '
10 . Für 19cb kann mit einer Rindfleischproduktion zwischen 3»70 und 3»77
      Millionen t ( Gewichtsangaben in ganzen Tierkörpern mit Fett ) gerecht
      net werden , je nachdem , ob das Durchschnittsgewicht der geschlachteten
      Tiere dem des Jahres 1964 entspricht ( 267 kg für ausgewachsene Rinder ,
      71 - kg für Kälber ) oder ob dieses durchschnittliche Gewicht etwas da­
      rüber liegt ( 270 kg für ausgewachsene Rinder , 75 kg für Kälber ).
      Verbrauch
11 . Voraussichtlich wird der Verbrauch zwischen 4,29 Millionen t ( bei einer
      Zunahme des Pro -Kopf-Verbrauchs um 0,5 kg ) und 4,38 Millionen t (bei
      einer Zunahme des Pro-Kopf-Verbrauchs um 1 kg ) schwanken . Der Einfuhr­
      bedarf der Gemeinschaft wird daher für 1966 zwischen' 52Ö.ÖOO t und -
      680.000 t veranschlagt werden können .                               ■     • i
12 . Zusammenfassend dürfte das Jahr 1966 von der Produktion her gesehen
 .  . dem Jahr 1962 entsprechen ; dies gilt aber nicht für den Verbrauch ,
      der trotz einer Verminderung in den Jahren 1964 und 1965 im letzt­
      genannten Jahr den Stand des Jahres 1961 um etwas mehr als 10 v.H.
      übersteigen wird ; hieraus erklärt sich , daß der Selbstversorgungsanteil
      in der Gemeinschaft -von 97i3 v.H. im Jahre 1961 auf 84,8 v.H. im Jahre
      1965 gesunken ist ([vgl . Anhang B II/3 ).
      Entwicklung des Außenhandels
13 « Die EWG ist zusammen mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien
      einer der drei , großen Rindfleischimporteure . Die Nettoeinfuhren an
      Fleisch haben sich seit 1960' wie folgt entwickelt :
                      1960       317.000 t
                      1961       250.000 t
                      1962       297.000 t
                      1963       463.000 t
                      1964       587.000 t
                                                                      > •/ • • •
 ---pagebreak---                               B  II
                              - 8 -
Die Einfuhren an Gefrierfleisch , die in diesen Zahlen enthalten sind ,
konnten erst ab 1964 getrennt erfaßt werden , da sie früher unter der
gleichen Zollposition wie Fleisch , frisch und gekühlt , erfaßt wurden .
Im Jahre 1964 hat die Gemeinschaft 240.000 t gefrorenes Rindfleisch
mit Knochen eingeführt ; im Jahre 1965 betrugen die Einfuhren 207.000 t .
Wegen des ständigen Bedarfs der Verarbeitungsindustrie an magerem
Fleisch dürften die Einfuhren der Gemeinschaft an gefrorenem Rind­
fleisch in den nächsten Jahren mindestens 200.000 bis 220.000 t
jährlich erreichen .
Die Ausfuhren der Gemeinschaft an Fleisch jeder Art sind gering
( 20.000 bis 30.000 t jährlich ); sie nahmen nur in den Jahren 1962
und 1963 einen gewissen Umfang an , als einige Mitgliedstaaten , na­
mentlich Frankreich , aus Interventionen stammendes Gefrierfleisch
auf dem Weltmarkt absetzen mußten . ( Ausfuhren nach dritten Ländern im
Jahre 1962 : 108.000 t ; im Jahre 1963s 68.000 t .)
Preise
0rientierung6£reise
Der Rat hatte die oberen und unteren Grenzen der Orientierungspreise
für die Zeit vom 1 . November 1964 bis 31 « März 196$ wie folgt festge­
setzt :
Ausgewachsene Rinder untere Grenze 51 » 25 RE (205 DM) /100 kg Lebendgewicht
                        obere Grenze 58,75 RE ( 235 DM) /100 kg        11
Kälber                  untere Grenze 76,25 RE ( 305 DM) /100 kg       "
                        obéré Grenze 86,25 RE ( 345 DM) /100 kg        "
Der Rat setzte die unteren und oberen Grenzen der Grientierungspreise
für das Wirtschaftsjahr vom 1 . 'April 1965 bis 31 « März 1 966 in der
Verordnung Nr . 20/65/EWG wie folgt fest :
Ausgewachsene Rinder untere Grenze 57 > 50 ^E ( 230 DM) /100 kg Lebendgewicht
                        obéré Grenze 61,25 RE ( 245 DM) /100 kg        "
Kälber                  untere Grenze 78,00 RE ( 312 DM) /100 kg
                        obéré Grenze  35 « 00 RE ( 3^0 DM) / 100 kg
 ---pagebreak---                                          B  - II
                                         - 9 -
      Die Mi tgliedstaäten setzten ihre Orierttlefruhgöpreise für das letzte
      Wirtschaftsjahr innerhalb dieser Grenzen iixe folgt fest :
                                 Ausgewachsene . Rinder                 .. Kälber
                               RE/100 kg Lebendgewicht              RE/100 kg Lebendgewicht
      Frankreich                  58,13 RE ( 232,53 DM)              '"81.43 RE ( 325,70 DM)
      Nie derlande                58,70   RE   ( 234 , 81  DM )       78,43   EŒ ( 314,92   DM )
      Deutschland                 60,00   RE   ( 240,00    DM)         84,00  RE ( 336,00'  DM )
      Belgien                   ' 60,00   RE   ( 240,00    DM)        78,00   RE (312,00    DM )
      Italien                     60,00   RE   ( 240,00    DM )       82,50"  RE ( 330 , 00 DM)
      Luxemburg                   60.00   RE   ( 240,00    DM)        85,00   RE ( 340,00   DM)
      Diese Preise für ausgewachsene Rinder entsprechen einem gewogenen
      Durchschnittspreis von 59,15 RE ( 236,6 DM ), der im Vergleich zum gewogenen
     \brois des Wirtschafts jahres 1964-1965 um 6,32 v.H. höher liegt .
      Obwohl der Abstand zwischen der unteren und oberen Grenze der Orien­
      tierungspreise in der Verordnung Nr . 20/65/EvtfG für ausgewachsene Rin -                  ..
      der auf 3,75 RE ( 15 DM) -und für Kälber auf 7,0 RE ( 28 DM) festgesetzt
      worden war , verringerten die Mitgliedstaaten diesen Abstand bei ausge-
  ~ wachsenen Rindern von sich aus auf 1,87 RS ( 7,4-7 DM) und behielten ihn
      bei Kalbern in Höhe von 7,0 RE ( 25 DM ) bei .
      Marktpreise
15 - Auf den Referenzmärkten der Mitgliedstaaten wurden in der Zeit vom .                    .
      1 . Januar 1^)65 bis 31 « Dezember 1965 folgende durchschnittliche Markt­
      preise festgestellt ( in RE und DM je 100 kg Lebendgewicht ) : ... · .:
                                 Ausgewachsene Rin de r                      Kälber   ·.
                                   RE                   DM   .        RE             DM
            Vif.»
      Belgien                    65,00 .               260          84,25           337
      Deutschland'               67,5°                 270          98,75           395
      Frankreich                 62,25 .               249          92,75           371
      Italien                    68,75                 275     .   108,00 .         432
      Luxemburg : . <   . ·      63,50 .               254          96,50           386
      Niederlande· .             60,00             . 240         -  93,25           373
      Aus diesen Angaben ist ersichtlich , daß im Jahre 1965 der Abstand zwi­
      schen den höchsten "und' den- niedrigsten Marktpreisen innerhalb -der Ge­
      meinschaft bei ausgewachsenen . Rindern 8,75 RE ( 35 DM) und bei Kälbern
      23,75 RE ( 95 DM) betrug . Die entsprechenden Werte für 1:964 lagen bei
      9,00 RE *( 36 DM) und bei 20,75 RE ( 83 DM).
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                                      - 10 -
        In den letzten Monaten des Jahres 1965 kann jedoch eine Verringerung
        dieser Abstände festgestellt werden , die sich stabilisieren dürfte ,
        sobald wieder normale Produktionsbedingungen eintreten .
  16 . Während die Preiskurve für ausgewachsene Rinder auf Grund der jahres­
        zeitlich unterschiedlichen Erzeugung die Forin einer Sinuskurve mit ei­
        nem Scheitelpunkt in der kritischen Übergangszeit Mai/Juni und einem
      ■ Tiefpunkt zur Zeit des Weideabtriebs ( Oktober bis Dezember ) haben müßte ,
        wurde im Jahre 196 ^, einem Jahr der Knappheit , ein stetiger Preisauf­
        trieb festgestellt , so daß die in der Zeit des Weideabtriebs festge­
        stellten Preise in den meisten Mitgliedstaaten über den Preisen der
        kritischen Übergangszeit lagen . Im Jahre 1965 normalisierten sich die
        Produktionsverhältnisse wieder , wobei die Preise in der zweiten Jahres­
        hälfte unter denen des ersten Halbjahres lagen . Mit Ausnahme Luxem­
        burgs führte dieser Preisrückgang in allen Mitgliedstaaten der Gemein­
        schaft zeitweilig zur Erhebung einer halben oder vollen Abschöpfung .
  17 » Von April bis Ende Juni wurde ein allgemeiner Preisrückgang bei Kal ¬
        bern festgestellt , der mit Ausnahme Italiens in allen Ländern der
        Gemeinschaft während dieser Zeit die Erhebung einer halben oder vollen
        Abschöpfung erforderlich machte . Diese Preise ntwicklung ist ein Anzei­
        chen einer Normalisierung der Lage , da die meisten Kälber im Frühjahr
        geboren werden .
  18 . Bei einer Gewichtung der in den einzelnen Mitgliedstaaten festgestell­
        ten Pr&ise nach dem jeweiligen Gesamtrinderbestand der Länder ergibt
        sich in der Gemeinschaft bei ausgewachsenen Rindern für das Wirtschafts­
        jahr 1965-1966 ein Durchschnittspreis von etwa 6^,13 KS ( 256,50 DK )/
        100 kg Lebendgewicht .
        Die Entwicklung dieses gewogenen Durchschnittspreises wurde oben auf­
,       gezeigt : Im Jahre 196*f wurde mit + l6,*f v.H. gegenüber 1963 der größte
        Anstieg festgestellt ; 1965 liegt dieser Preis um b v.H. über dem des
        Jahres 196^-. Die Erzeugerpreise liegen um 8 bis 10 v.H. unter den fest­
        gestellten Großhandelspreisen , wobei dieser Unterschied die Transport-
        kosten bis zum Markt und die Spanne des Viehhändlers deckt *
        Ergänzend sei vermerkt , daß die Richtlinie zur Regelung gesundheitlicher
        Fragen im Handel zwischen den Mitgliedstaaten am 1 . Juli 1965 in Kraft
        getreten ist und zu einer Erleichterung des innergemeinschaftlichen
        Handels geführt hat .
                                                                      • • •/ • • •
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                                         - 11    -
     Interventionspreise
19 « Gemäß Artikel 10 der Verordnung Nr* lA-/6k EWG haben die Mitgliedstaa­
     ten die Möglichkeit , auf ihrem eigenen Markt für ausgewachsene Rinder
     Interventionsmaßnahmen zu ergreifen , wenn die auf ihren Referenzmärkten
     festgestellten Preise gleich hoch oder niedriger als ihr Interventions­
     preis sind , den sie selbst zwischen 93 und 96 v.H. des Orientierungs­
     preises festgesetzt haben .                 .         .
     Luxemburg und, Italien hatten mitgeteilt., daß sie im Wirtschaftsjahr
     196^f/65 nicht die Absicht hätten , Intervfentionsmaßnahmen zu treffen .
     Die übrigen Mitgliedstaaten hatten ihren Interventionspreis wie folgt
     festgesetzt :
                                    Interventionspreis
     Deutschland 53,76 RE(215,0Jf DM)/100                          d .h > 96 V .H .
     Belgien       53,20 RE ( 2*660 f.b.)/             "        , d.h . 95     "            "
     Frankreich    52 , 06 RE(257,0 F) /               "         , d.h . 9^    "            "
     Niederlande   51,11 RE(l85,0? HfL )/              "         , d.h . 93    11           "
     Folgende Länder erklärten , daß sie - im Wirtschaftsjahr 1965-1966 Inter­
     ventionsmaßnahmen ergreifen würden , wenn dies die Lage erforderte :
                                    Interventions-preis                               .   .
     Deutschland 57,50 RE(230,00 DM)/100                 Lebend-^         ^ 33 V .H '
     Belgien       57,00 RE(2.850 f.b.)/               "         , d.h . 95         "         "
     Frankreich    55,80 RE(275,50 F) /                "         , d.h . 96         "         "
     Niederlande   5^,60 RE(197,63 Hfl.)/              "         , d.h . 93         "         "
     Die Preisentwicklung in der Gemeinschaft erübrigte jedoch seit November
     196^ in allen Mitgliedstaaten - die Anwendung von Interventionsmaßnahmen ,
     da die Preise über dem Interventionspreis lagen .
     Preisverhältnis          , . .    .. -
20 . Um die Preise der Erzeugnisse der Rindviehhaltung beurteilen zu können ,
     ist zu bedenken , daß viele Erzeuger je nach der Preisentwicklung ihre                     <
     Erzeugung auf Schlachtrinder oder auf Erzeugnisse der Milchwirtschaft
     ausrichten können .             '       .     < •
     In der Tabelle Nr . 2 sind die von 1960/61 bis 1965 in den einzelnen
     Gemeinschaftsländern verzeichneten PreisVerhältnisse denen gegenüberge­
     stellt , die sich              nach Einführung der gemeinsamen Preise einstel­
     len werden . Man hat bei den Milcherzeugnissen die vom Erzeuger erlösten
                                                                                        /
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                                           12 -
Tabelle Nr . 2 : Verhältnis zwischen den durchschnittlichen Milch-             .
                    Erzeugerpreisen und den Einderpreisen
                    Ausgewachsene Rinder : Milch ( Milch = 1 )
                                 Belgien          Deutschland       Frankreich
                            Gute        Alle     Gute     Alle   Gute         Alle
                •
                          Qualität      Kate-   Qualität Kate-  Qualität      Kate-
                              (1 )     gorien     (1 )   gorien   (1 )       gorien
                        j
     I 0 1951 /52 -
          1953/54            6 , 68      -
                                                 7,08      -
                                                                 4,98    '       -
   II 0 1957/58 -
          1959/60            6 , 68      -
                                                 7,02      -
                                                                 6,34            -
  III     1960/61            7,05        6,61    7,41      6,65  6,10            6,03
          1961 /62           7,61        6,69    7,05      6,34  6,22            6,12
          1962/63            6,7V        6,18    6,52      5,86  6,10            6,05
          1963/64            7,56        7t 16   6,88      6,28  6,68            6,57
          196V65             7,18        6,94    7,71      7,01  7,30            7,26
   Iv     Ï968/69            7,27        6,97    7,27      6,97  7,50            7,20
                                 Italien          Luxemburg         Niederlande
           .  ·   .
                            Gute      ί Alle     Gute     Alle   Gute         Alle
                          Qualität j Kate-      Qualität  Kate- Qualität      Kate-
                             (1 )     £orien      (1 )   gorien   (1 )       gorien
     ï ø 1951 /52 -
          1953/64            5,76        -
                                                 5,76            7,70            -
    II 0 1957/58 -                                               6,67
          1959/60            6,21        -
                                                 6,42      mm                    -
  III     1960/61            6,98        6,74    6,38      6,15  6,93            6,45
          1961 /62           6,37        6,57    6,15      5,93  7,12            6,70
          1962/63            6,49        6,58    5,99      5,73  6,08            5,63
          1963/64          - 6,86        6,77    5,83      5,63  7,47            6,91
          1964/65            6,98        6,79    6,47      6,15  7,66            7,15
    IV       1968/69         6,75        6,48    7,31      7,01  7,14      \     6,85
  ( 1 ) Deutschland : Bullen A und Färsen A
        Belgien :       Boeufs et genisses 55 %
        Frankreich :    Boeufs 1ère et vaches 1ère qualité
        Italien :       Buoi I quai , et vacche I quai .
        Niederlande : Slachtrun deren 1ste kwaliteit
        Luxemburg :     Taureaux etc . AA
 ---pagebreak---                               B II
                             - 13 -
Preise angegeben , beim Rindfleisch jedoch erstens die Großhandels­
preise für ausgewachsene Rinder guter Qualität und zweitens die
Durchschnittspreise für alle Kategorien , wie sie sich bei Anwendung
der Gewichtungskoeffizienten laut Anhang III der Verordnung Nr .
l^/öA/ElvG ergeben .    .      ..
Die Entscheidung über die Höhe des gemeinsamen Orientierungspreises
für Schla cht rin der wird durch den Beschluß über die gemeinsamen Ge­
treidepreise nur mittelbar beeinflußt , nämlich insofern , als die
Rinderpreise in einem bestimmten Verhältnis zu den Milchpreisen
festgesetzt werden müssen .
Die Preise für Schlachtrinder haben sich in den meisten Ländern
noch günstiger entwickelt als die Milchpreise . Dies gilt ganz be­
sonders für Frankreich . Im Anfang der 50iger Jahre war dort das
Preisverhältnis von Milch zu Schlachtrindern guter Qualität mit
1 : 5 am engsten , in den Niederlanden mit 1 : 7»7 am weitesten .
Im Durchschnitt der Jahre 1960/61 bis 196^/65 erweiterten sich
die Preisrelationen in Frankreich auf 1 : 6,6 , während sie sich
in den Niederlanden verengten .
                                 r
Diese Entwicklung wurde getragen von dem außerordentlich starken
Anstieg der Nachfrage nach Rindfleisch . Die Produktion konnte der
Nachfrage nur bedingt , d.h . bei steigenden Rinderpreisen und einem
für die Rinde rproduktion günstigen Preisverhältnis zur Milch folgen
Wenn auch in Zukunft die Schlachtrinderproduktion gegenüber der
Milch attraktiv bleiben soll , so muß
- entweder für die Rinder guter Qualität ein Marktpreis angestrebt
  werden , der in den wichtigsten Produktionsgebieten etwa dem 7,3-
  fachen des Erzeugerpreises für Milch entspricht ;
- oder muß für ausgewachsene Rinder aller Kategorien ein Markt-
  preis festgesetzt werden , der zu denselben Bedingungen dem
  Siebenfachen des Erzeugerpreises für Milch entspricht .
 ---pagebreak---                                     B II
                                   ~ ik -
     HOHE DER GEMEINSAMEN PREI5S
     Vorschlag
22 . Alle Untersuchungen über die vorhersehbare Entwicklung des Angebots und
     der Nachfrage berechtigen die Gemeinschaft , eine auf die Förderung der
     Erzeugung von Rindfleisch abgestimmte Politik zu führen , für die die
     Höhe des Orientierungspreises der entscheidende Faktor sein wird . Eine
     Aufwertung der Rindfleischproduktion erscheint aber ebenso im Rahmen
     der allgemeinen Ausrichtung der landwirtschaftlichen Preispolitik auf
     Gemeinschaftsebene erforderlich .
     Zum einen könnte die Gefahr des     Entstehens  von Überschüssen bei Milch
     und Milcherzeugnissen zumindest teilweise gemildert werden , wenn im Rah­
     men der Rindviehhaltung die Preispolitik stärker die Fleischproduktion
     als die Milchproduktion begünstigen würde .
     Zum anderen würden die Schwierigkeiten mancher Verkaufs fähiger Kulturen ,
     namentlich der Getreidekulturen , verringert , wenn die erzeugten Futter­
     mittel besser in Form von tierischen Erzeugnissen , insbesondere von
     Rindfleisch , veredelt werden könnten und die Entwicklung dieses Produk-
     tionszweiges größere Mengen an Futtergetreide absorbieren würde .
23 « Aus diesen Gründen muß die im Jahre 1965 festgestellte Tendenz zur
     Rindfleischerzeugung beibehalten werden ; dies wird jedoch nur der Fall
     sein , wenn
     - der von dem Erzeuger erlöste Preis die jetzige Höhe der Kaufkraft
        des Erzeugers sichert ;
     - die Möglichkeiten der Veredelung der auf dem Betrieb erzeugten oder
        in Form von Mischfuttern und Futterkonzentraten zugekauften Futter-
        mitteleinheiten auf einem ausreichenden Niveau gehalten werden ;
     - die Rentabilität der Rinderzucht es den Aufzüchtern , seien es Züch­
        ter oder Mäster , gestatten würde , die für die Aufzucht der bisher
        innerhalb von 3 Monaten nach ihrer Geburt geschlachteten Tiere not­
        wendigen Aufwendungen für zusätzliche bauliche Anlagen zu amortisieren ,
        wenn diese Tiere bis zum Alter von 12 - 16 Monaten für baby-beef-
        Erzeugung oder bis zum Alter von 18 – 2b Monaten als Schlachtochsen ,
        - stiere oder - färsen aufgezogen werden f
                                                                    • • •/ • • •
 ---pagebreak---                                                    B II
                                                  - 15 - *
                                                            • *•
        - wenn das im Jahre 1965 zwischen dem Milchpreis und dem Rindfleisch-
            preis bestehende Verhältnis , das die 'Rindfleischerzeugung begünstigte ,
            iii den komaenden Jahren in- der gleichen* 'Größenordnung beibehalten
         . wird .                    ' ■! ,            ■ ' r ■■■        ■
        Unter Berücksichtigung dieser Elemente stellt eine 5%ige Erhöhung des
      . Durchschnitts der- derzeitigen Gemeinsphaftspre'ise ; ein Mindestmaß dar .
2b ,    Der gewbgehe Milchrich tpreis "betrüg" für das Wirtschaftsjahr 1965/66
        in der Gemeinschaft 36 , 71 ~Pf ^e "kg Milch mit einem Fettgehalt von
        3 »? V . H ^. Der , für 1967 geltende gemeinsame; Richtpreis, vqn            Pf . , liogt um 3,51 %
       höher . Wendet man diesen Steigerungssatz auf den gewogenen mittleren
        Gemeinschaftspreis für Rindfleisch während des Wirtschafts jahres
       '1965/66 "in Höhe vön 256,501 DM an , .. so. ergibt sich ein Orientierungspreis
        für Rinder ( ausgewachsene Rinder ) in , Höhe von 26^ i5 i _aufgerunde t_auf
        i65_5M_.oder_66j_25jBE_pro_100_kg_Lebendgewi.cht .
       Danach ergibt sich das Verhältnis :                                                      .. ; '
                             Γ
       Preis für ausgewachsene Rinder aller Klassen je kg Lebendgewicht auf .
             '                              der Großhandelsstufe
           : r *'            Kilopreis der Milch auf der Erzeugerstufe
        für die - gesamte EY/G auf 7 »
 25 . Bei Kalbern bewegte sich das Verhältnis von
                  . v - gewogenem durchschnittlichem Preis für Kälber -.                                      \
              gewogenem durchschnittlichem Preis für ausgewachsene Rinder
        seit 1961 zwischen 1,59 und 1,^2 . In der' Zeit der umfangreichen Schlach­
        tungen Ende 1962 und 1963 hatte es den höchsten Stand .                    . ; ■. '< . .                        .
        Damit 'möglichst. Tißl Rindfleisch erzeugt wird, dürfen Schlachtungen von
       Käibern nicht gefördert werden ; daher wird vorgeschlagen , die Relation
     v ereis        für Kälber –j "1,35
        Preis für Rinder                    '
                                                festzusetzen■ : für Kälber" ergibt
                                                                             .
                                                                                      sic'H damit
        ein Orientierungspreis von 35§_DM , oder'^^ljO^E/l 00_kg_^bendge wicht .
                                                                                            . 1-1 . . .î ' , I ^ '.'5
                               *» •'
                     3            V
                                                                                      '             » '.            j',
                                                                                              • • •/ • • •
                                                                          \                             v           •
 ---pagebreak---                                  B II
                               - 16 -
Gegenüber den von den Mitgliedstaaten für 1965-66 festgesetzten Orien-
tierungspreisen stellen die vorgeschlagenen Preise von 66,25 RE/100 kg
 (265 DM) für ausgewachsene Rinder und 89,50 RE/100 kg (358 DM) für Käl­
ber folgende prozentuale Erhöhungen dar :
Tabelle 3 » Änderung der Orientierungspreise für Kälber und ausgewach­
                     sene Rinder in den EWG–Ländern gegenüber den Preisen
                                       von 19$5/£6
                                          Veränderungen in v.H.
                                  Ausgewachsene                         Kälber
                                         Rinder
                           R•E•                    ^           i\ • £ •            0?
                                                                                   70
  Belgien                  +    6,25             10,4        +    11,50         +   14,7
  Deutschland                  6,25
                           +                   + 10,4        +      5,50     , ♦      6,5
  Frankreich                   8,12
                           +                 . + 14,0      • +      6,07        +     9,9
  I taliën                     6,25
                           +                   + 10,4        +      7,00      - +     δ,5
  Luxemburg                +   6,25            + 10,4        +      ^, 50       +     5,3
  Niederlande                  7,55
                           +                   + 12,9        +    10 , 77       +  13,7
Diese Preiserhöhungen sind beachtlich , im Vergleich zu den Marktprei­
sen im Jahre 1965 wären sie aber - wie aus folgender Tabelle ersicht­
lich ist - sehr viel geringer . Bei ausgewachsenen Rindern würden sich
für Deutschland und Italien sogar Preissenkungen ergeben .
Tabelle 4 : Zu erwartende Änderungen der Marktpreise für ausgewachsene
           Rinder und Kälber in den EWG-Ländern ^Q.o-'anüber .den'.- Preisen .ycn, .
                                           ■                    4       •
                                              Veränderungen in v.H                       ;
                            Ausgewachsene
                             .     Rinder                              Kalber
                               R«E «             %             H•E•                    %
  Belgien                          1,25        +  2          + 5,25              +     6
  Deut6chland                      1,25        -  2          - 9,25              -     9
  Frankreich                       Mo          +  6          - 3,25              -     4
  Italien                          2,50        -  4          - 18,50             - 17
  Luxemburg                    +   2 , 75     +   4          - 7,00              -     7
  Niederlande                  +   6,25       + 10           - 3,75              -     4
 ---pagebreak---                                           B II
                                         - 17
 lri . I^.°n.ih-8n , um die Marktpreise auf dem Niveau der Orientierungspreise zu
       halten
       Die Verordnung Nr . 1*f/6VEWG sieht zweierlei Maßnahmen vor :
       a ) Anwendung einer halben Abschöpfung auf Einfuhren aus dritten Ländern ,
           sooft der auf den repräsentativen Märkten der Mitgliedstaaten festge­
           stellte Preis um höchstens 5 v.H. über dem Orientierungspreis liegt ;
           Anwendung der ganzen Abschöpfung , sooft der festgestellte Preis unter
           dem Orientierungspreis liegt .
       b ) Bei ausgewachsenen Rindern können die Mitgliedstaaten eingreifen ,
           wenn die festgesetzten Preise unter dem Interventionspreis liegen ;
           dieser wird in einer Höhe festgesetzt , die zwischen 93 und 96 v.H.
           des Orientierungspreises liegt .
       Wenn der Gemeinsame Markt verwirklicht ist , müssen die genannten Bestim­
       mungen der Verordnung Nr . 1V6VEWG angeglichen werden , um namentlich die
       Festsetzung eines gemeinsamen Orientierungspreises und den dann erfor­
       derlichen gemeinschaftlichen Charakter der Intervention zu berücksich­
       tigen .
       ÄNDERUNGEN DER VERSCHIEDENEN 'PREISE INFOLGE DER' FESTSETZUNG EINES '
       GEMEINSCHAFTLICHEN 0RIENTIERUNG3 PREISES
       GroBhandelspreise
28 . Man darf einnehmen , daß 1966 und 1967 - wenn in der Gemeinschaft der star­
       ke Rindfleischmangel behoben ist , den 6ie bis 196 ^ gekannt hat - der in
       den letzten beiden Wirtschaftsjahren festgestellte Preisauftrieb bei
       Rindfleisch nicht mehr mit der gleichen Intensität erfolgen wird . In­
       folge des zusätzlichen Schutzes , für den die volle Abschöpfung oder die
       halbe Abschöpfung bei einem Preisrückgang sorgt , dürften sich die Markt­
       preise ia der Nähe des ^rientierungspreises bewegen . Innerhalb des ein­
       heitlichen Gemeinschaftsmarktes werden aber die Preise nicht gleich sein ,
       sondern in den Mitgliedstaaten mit einem Zuschußbedarf höher leigen , als
       in den Mitgliedstaaten mit Überschüssen . Als Beispiel kann man anführen ,
       daß allein die Berücksichtigung der Transportkosten als Faktor für die
       Preisunterschiede einen Abstand von 2,50 RE/100 kg zwischen französi­
       schen und deutschen Durchschnittspreisen rechtfertigt . Andererseits
       wird die Preisentwicklung für die verschiedenen Qualitäten , wie oben
       dargestellt , nicht denjenigen für das gewogene Mittel entsprechen , da
       der Fahlbedarf der Gemeinschaft hauptsächlich das Verarbeitungsfleisch
       betrifft , während die Versorgungslage bei Rindern guter Qualität weniger
       kritisch ist . Außerdem ist darauf hinzuweisen , daß die Marktpreise für
       die gesamte EWG nicht unter den Interventionspreis fallen worden , der so
       gesehen einen Garantiepreis darstellt .
 ---pagebreak---                                                    B II
                                                 - 18 -
     Verbraucherpreise
29 • Im allgemeinen folgen die Einzelhandelspreise sehr dicht der Entwicklung
     der Großhandelspreise , wenn letztere steigen ; sinken dagegen die Großhan­
     delspreise , so besteht häufig eine erhebliche zeitliche Verzögerung der
     Anpassung der Einzelhandelspreise an die Großhandelspreise . Es ist jedoch
     zu erwarten , daß die Handelsspannen in einer Zeit des Ausgleichs zwischen
     Erzeugung und Verbrauch dahin tendieren werden , sich zu stabilisieren . Da
     der Preis für ausgewachsene Rinder in Höhe von 66,25 RE ( 265 DM ) während
     des Jahres 1965 in Deutschland , in Belgien und in Italien erreichte und
     sogar überschritt , dürften sich in diesen drei Mitgliedstaaten die Ein-
     zelhandelspreise wenig ändern .
30 . Bei Kälbern wurde der Preis von 89,50 RE ( 358 DM ) im Jahre 1965 in allen
     Mitgliedstaaten erreicht und sogar überschritten . Wenn die Marktpreise in
     der Nähe des Orientierungspreises liegen , kann man daher annehmen , daß die
     Einzelhandelspreise für Kalbfleisch etwa dia gleiche Höhe haben wer­
     den , die in den Mitgliedstaaten während einiger Perioden im Wirtschafts­
     jahr 1965/66 festgestellt wurde .
31 . Die Nachfrage nach Rindfleisch wird nicht nur durch die Höhe seines eige­
     nen Preises beeinflußt , sondern auch durch die Preise der mit ihm im
     Wettbewerb stehenden anderen Fleischarten ( besonders Schweinefleisch und
     Geflügelfleisch ). In Deutschland wird jedoch die Schaffung eines gemein­
     schaftlichen Preises für Futtergetreide ein Absinken der Schweine - und
     Geflügelpreise zur Folge haben . In Italien wird der Futtergetreidepreis
     steigen ; diese Steigerung wird jedoch geringe Bedeutung für den Verbrauch
     von Schweinefleisch haben , der in diesem Mitgliedstaat ziemlich niedrig
     ist . Wenn die Marktpreise in diesen beiden Mitgliedstaaten in der Nähe
     des Orientierungspreises liegen , kann der Anstieg der Marktpreise praktisch
     außer acht gelssen werden . Folglich wird die Schaffung eines gemeinschaft­
     lichen 0rientierung6preises den Rindfleischverbrauch in diesen beiden Län­
     dern nicht ungüsntig beeinflussen .
      .• Unter j>3rücksich1;i;£un2 dar alLjemiinen- nach obon ß'erichtef jn' Tendenz 'tLir
         Praise in dar . Volkswirtschaft sinrl in den anderen' KitGliedstaaten die
      - vorauss i cht 1 i chpn rocJen.. Preisstoi jorunjon . fuiv ILind- und Kalbfleisch als - ' •' *
         sehr - js3rin.0* anzunehmen .              •
 ---pagebreak---                                        B III ,
                                       REIS
ILiPJvTLAG2 BEI REIS
    Langfristige Entwicklung
       «rzougung
 1«            Gegenuber einer Welterzeugung von rund 150 Millionen. JL _ge~
        Schaltern Reis erzeugt die Gemeinschaft gegenwärtig etwa 600.000 t .
        In diese Produktion teilen sich nur zwei Mitgliedstaaten :
        Frankreich mit 100.000 t und
        Italien mit        500.000 t ( vgl . - Anlagen III/1 und III/2 ).
        In den letzten 15 Jahren hat sich die Reiserzeugung in diesen bei­
        den Staaten verschieden entwickelt :
        - Da in Frankreich der Reisanbau erst seit 19^5 in größerem Maßstabe
           betrieben wird , lassen die Anbaumengen in den letzten Jahren eine
           Zunahme um 150 bis 180 v.H. gegenüber 1950 und um 50 bis 70 v.H ,
           gegenüber 1955 erkennen ; diese Zunahme erklärt sich aus der Er­
           weiterung der Anbaufläche ,, die sich seit 1958 jedoch bei etwa
         , 30.000 ha stabilisiert hat . Die Hektarerträge liegen bei etwa
           kO dz . Rohreis .
                                                           »         •  t
        - In Italien ist in den letzten Jahren ein Rückgang der Reispro-
           duktion um. 10 bis 20 v.H. gegenüber 1950 und um 25 bis 35 v.H.
           gegenüber . 1955. zu .beobachten gewesen , was sich aus der Verringe­
           rung der Anbaufläche , erklärt , die in den Jahren 1952 bis 1955
           mit 180.000 ha einen Höchststand erreicht hatte und in den fol­
           genden Jahren um rund 50.000 ha zurückging , bis sie sich ab
           1958 bei 120.000 bis 130.000 ha stabilisierte . Diese Verringe­
           rung der Anbaufläche setzte ein , als die seit 1955 rückläufigen
           Weltmarktpreise den italienischen Reisabsatz im Ausland zu er­
           schweren begannen und die italienische Regierung veranläßten ,
           auf eine Produktionseinschränkung , vor allem durch • Beibehaltung
           eines während mehrerer aufeinanderfolgender Jahre gleich hohen
           Stützungspreises , hinzuwirken . Die Hektarerträge erreichen mit
           53 dz Paddy-Reis nach wie vor einen hohen Stand . '
 ---pagebreak---                              B III
                            - 2 -
 Die französischen und italienischen Hektarerträge (40 bzw. 53 dz )
 gehören zusammen mit denjenigen Australiens ( 63 dz ), Spaniens
 ( 62 dz ) und Portugals (47 dz) zu den guten Rohreiserträgen in
 der Welt , wenn man sie mit den durchschnittlichen Hektarerträgen
 der verschiedenen Reiserzeugergebiete der Welt in den letzten
 drei Jahren vergleicht :
                       Europa           ^7 dz/ha
                       Ozeanien         k? dz/ha
                       Nordamerika "   UO dz/ha
                       Naher Osten     28 dz/ha
                       Lateinamerika   18 dz/ha
                       Ferner Osten    17 dz/ha
                       Afrika          12 dz/ha .
Verbrauch
        Die Reiserzeugung der EWG vermag den Bedarf der Gemeinschaft
nicht zu decken . Der Gesamtverbrauch der Gemeinschaft liegt bei
720.000 bis 750,000 Jahrestonnen geschältem Reis (vgl , Anlage
III/3 ) .
Der Selbstversorgungsgrad der Gemeinschaft beträgt damit 82 v.H »,
doch ist hier zu beachten , daß der Einfuhrbedarf die langkörnigen
Qualitäten betrifft , die in den Nichterzeuger-Mitgliedstaaten
vom Verbraucher bevorzugt werden , und daß bei den . in der EvVG
vorwiegend angebauten rundkörnigen Qualitäten sogar ein gering­
fügiger Überschuß besteht .
Der jährliche Reisverbrauch pro Kopf der Bevölkerung ist im EWG-
Durchschnitt mit 3 kg konsumfertigem Reis niedrig . Dieses Ver-
brauchsniveau ist seit 10 Jahren nahezu unverändert geblieben und
läßt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaa­
ten erkennen ( vgl . Anlage 111/k ) . Italien ist mit einem Pro-Kopf-
Verbrauch von 5 »^ kg der einzige Mitgliedstaat , dessen Reisver-
brauch über dem Durchschnitt liegt ; die übrigen Mitgliedstaaten
nehmen folgende Reihenfolge ein : Niederlande : 2,4 kg ; Deutsch­
land und Frankreich : 1,7 kg ; BLWU : 1,6 kg .
 ---pagebreak---                               B XII
                              -3 -
   Durchschnittliche Erzeugerpreise/"
          In den letzten 15 Jahren haben sich, die Erlösprei&e der
    französischen und italienischen Erzeuger für 100 kg Rohreis mit
   einem Abstand von etwa 2 RE/100 kg nahezu parallel entwickelt :
   Die französischen Preise sind von 11,50 auf 13 RE angestiegen ,
   die italienischen Preise von 9 auf 11,50 RE ( vgl . Anlage III/5 ).
   Die Mittelwerte für die Jahre 1950 bis 1962 liegen genau über
   bzw . unter dem Erzeuger-Erlöspreis in den Vereinigten Staaten ;
   während der französische Erzeuger in dieser Zeit für 100 kg
   Rohreis 12,2 RE und der italienische Erzeuger 9|7 RE erhielt ,
   lag der Erzeuger-Erlöspreis in den Vereinigten Staaten bei
   10,9 RE .
          Die Entwicklung dieser Preise in der EWG läßt sich in
   groben Zügen durch einen Preisrückgang zwischen 1950 und 1956
   und einen sehr langsamen Preisanstieg seit 1956 chrakterisieren.
   Die Erzeugerpreise im Wirtschaftsjahr 196V65 betragen in Frank­
   reich 12,88 und in Italien 10,68 RE . ' ■/
   Diese Preise liegen nur geringfügig über den Int erventions prei­
   sen , die diese beiden Mitgliedstaaten für das genannte Wirtschafts­
   jahr in dem die gemeinsame Reismarktorganisation erstmals zur
   Anwendung gelangt , festgesetzt hatten .
Gegenwärtige Marktlage
   Aspekte der gemeinsamen Marktorganisation
          Die gemeinsame Marktorganisation für Reis , die seit 1 . Sep­
   tember 196^ in Anwendung ist , stützt sich auf die gleichen Grund­
   sätze , auf denen die Getreidemarktorganisation aufbaut , und um­
'  faßt folglich Richtpreise , Interventionspreise . und Schwellenprei-
   se . Dieses Preissystem ist jedoch nur für die zwei Erzeuger-Mit-
   gliedstaaten vorgesehen , während die Übrigen vier Mitgliedstaa­
   ten bereits jetzt untereinander • einen gemeinsamen Markt mit
   einem gemeinsamen Schwellenpreis bilden .
 ---pagebreak---                                      B III
                                     - 4 -
         Im Hinblick auf die Errichtung des Gemeinsamen Marktes sind nach
         Artikel 22 Absatz 2 der Verordnung Nr . l6/6*f/EWG folgende Preise
         festzusetzen :
         - ein einheitlicher Grundrichtpreis ;
         - ein einheitlicher Schwellenpreis ;
         - Interventionspreise unter Zugrundelegung der in Rohreis umge­
           rechneten und um k v.H. verringerten abgeleiteten Richtpreise ;
           diese Differenz beträgt gegenwärtig in Frankreich 5 v.H. und
           in Italien 7 v.H.
        Der Rat hat nicht bestimmt , welcher Ort als Zone mit dem größten
        Zuschußbedarf , für die der Grundrichtpreis gelten würde , zu be­
        trachten ist ; der Raum Duisburg , der in diesem Zusammenhang für
        Getreide gewählt wurde , könnte jedoch der Zone mit dem größten
        Reiszuschußbedarf entsprechen ; der Schwellenpreis könnte in die­
        sem Fall für Rotterdam berechnet werden .
        Festgesetzte Preise
7.             Die für das erste 'Wirtschaftsjahr der Anwendung der gemein­
        samen Marktorganisation festgesetzten Preise enthalten sowohl in
        Frankreich als auch in Italien noch verschiedene Abgaben , während
        die gemeinsamen Preise , wie dies bei Getreide der Fall war , als
        Preise ohne . Abgaben festgesetzt werden müssen , Bei einem gerech­
        ten Vergleich zwischen der Gegenwart und der Endphase müssen
        deshalb die derzeitigen Preise unter Ausklammerung der Abgaben ,
        nicht aber die festgesetzten Preise berücksichtigt werden ( l );
        damit ergeben sich für den Beginn des Vfirtschafts jahres 196^/65
        folgende Preise ohne Abgaben :
_________           '                                                  # ••/•••
( 1 ) Die Preise sind wie folgt festgesetzt worden ( vgl . Anlage III/ 6 )
                               Frankreich                    Italien
bcnwellenpreis              19,64 ( einschl . Sack-      17j73 ( eins chl . Sack-
                                  kosten u . Abgaben )         kosten u. Abgaben )
Grundrichtpreis             19,21 ( einschl . Abgaben ) 17i77 ( einschl . Sack­
                                                             • kosten u . Abgaben )
Abgeleiteter Richtpreis 18,20 ( einschl . Abgaben ) 16,69 ( eins chl . Sack-
                                                               kosten u . Abgaben )
Intervontionspreis          12,85 ( einsc'hl . Abgaben ) 10,50
                                                         10,50 ( einschl . Sackkosten)
Von einer Erhöhung des italienischen Interventionspreises ( 11,23 ) und
einer Verringerung des französischen Schwellenpreises ( 19,13 ) abgesehen ,
gelten diese Preise für das ganze Wirtschaftsjahr 1965/66 , das jedoch
erst am 1.9.1965 begonnen hat .
 ---pagebreak---                                        B III
                                       - 5 -
                                                                - in RE/100 kg -
                                                  Frank­
                                                             Italien
                                                                     Nichterzou-j
                                                  reich              ger-Mitglied-
                                                                     staaten     I
 Schwellenpreis ( geschälter Reis )               18,92       16,33      14,20
 Grundrichtpreis ( geschälter Reis )              18,49       16,37
 Abgeleiteter Richtpreis Anbauzone
 ( geschälter Reis )                              17,38       15,29
 Interventionspreis Anbauzone
 ( Paddy-Reis )                    •,             12,30       10,50
        •-irzQ'ugerareise - <
8.               Gegenüber den festgesetzten Preisen (vgl . oben ) haben die
                                                         1 '           '
     • Erlöspreise der Rohreiserzeuger in den beiden Erzeuger-Mitglied-
         staaten im Wirtschaftsjahr 1964/65 den Interventionspreis gering­
         fügig überschritten ( vgl . Anlage III/5 ). Diese durchschnittlichen
         Erzeugerpreise - 12 , 88 RE in Frankreich und 10 , 68 RE in Italien -
         lassen eine leichte Zunahme (0,30 RE/100 kg ) gegenüber dem Vor­
         jahr erkennen und setzen die seit 1956 zu beobachtende Tendenz .
         eines geringfügigen jährlichen Anstiegs dieser Preise in morntalein
         Umfange fort . •               •
                                          ,                               i.
         Versorgungslage •       .
9. 1             Der Selbstversorgungsgrad der EWG lag in den letzten Wirt­
         schaftsjahren zwischen 75 und 85 v.H. Der Bedarf der Gemeinschaft
   * wurde ," soweit er nicht durch die französische und italienische
      • Produktion gedeckt worden war , durch eine Nettoeinfuhr in Höhe
       ' von 100 bis 150.000 t ergänzt .
         Von den 150 Millionen Tonnen der Welternte werden lediglich 6
         Millionen Tonnen (4 v.H. ) auf dem Weltmarkt umgesetzt . Von diesen
         6 Millionen Tonnen werden 3 Millionen von den asiatischen Ländern
          ( Burma , Thailand , Festland-China , Kambodscha und Vietnam) und
         750.000 t von den Vereinigten Staaten ausgeführt .
 ---pagebreak---                                       B III
                                      - 6 -
 10 .      Die Gesamteinfuhren der EWG ( bruito 300 bis *K)0.000 t bei einer
           Nettoeinfuhr von 100 bis 150.000 t ) stammen , in der Reihenfolge
           des prozentualen Anteils , vor etilem aus den Vereinigten Staaten ,
           Thailand und der Vereinigten Arabischen Republik .
           Diese Zahlen enthalten knapp 30.000 t Reis , die aus den assoziier­
           ten afrikanischen Staaten und Madagaskar und aus den überseeischen
           Ländern und Gebieten , und zwar speziell aus Madagaskar und Surinam ,
           in die EWG eingeführt werden , davon l'f.OOO t madagassischer Reis
           nach Frankreich und 12.000 t Surinam-Reis nach Deutschland .
         , Die Einfuhren der EWG machen zwar nur 5 v.H. des Welthandels aus ;
           da es sich hierbei jedoch um Qualitäten handelt ( harter und lang­
        ■ körniger Reis ), die von der Gemeinschaftserzeugung nicht geliefert
           werden können , ist dem Handel mit den Drittländern eine gewisse
       i Kontinuität gesichert .
Preissrolationen zwischen Reis und_anderen^rzeugnissen
 11 .         Bei der Aufstellung eines Vorschlags für den ge­
      meinsamen Reispreis - ist zu berücksichtigen , daß der Reiserzeuger
      sich vor die Alternative gestallt sieht , den Reisanbau fortzusetzen
      oder sich anderen Kulturen zuzuwenden . Grundlage solcher Preishypo-
      thesen ist folglich die Beibehaltung eines preislichen Gleichge­
      wichts zwischen den verschiedenen substituierbaren Erzeugnissen .
      Unter gewissen regionalen Vorbehalten dürfte es technisch möglich
      sein , den Reisanbau durch den Anbau von Getreide , Zuckerrüben , Obst
      und Gemüse zu ersetzen , sofern verschiedene Bodenverbesserungen vor­
      genommen werden und für bestimmte Kulturen eine künstliche Bewässerung
      oder Beregnung möglich ist . In bestimmten Fällen , vor allem bei salz­
      haltigen Böden , sind die genannten Maßnahmen möglichere.-; ee zuzu-
      reichend . Solche Anbauumsteliungen würden natürlich entspre ermüde
      Investitionen für die verschiedenen in Betracht gezogenen AuXtur-
      arten erfordern (Maschinen und Geräte , Saatgut , Düngemittel, vsw «),
      sofern diese Kulturen örtlich nicht bereits neben dem Seisaiibau an­
      zutreffen sind .
 ---pagebreak---                                                B III
                                               - 7 -
        Die verschiedenen Aspekte des Marktes dieser Erzeugnisse ( insbeson­
dere ihr Absatz ) sowie für die französischen Reisanbaugebiete die Nachteile
der salzhaltigen Böden geben zu der Vermutung Anlaß , daß der Mais in der .
Praxis die einzige Spekulation darstellt , die den verschiedenen Voraus­
setzungen für einen Ersatz entspricht , umsomehr , als der zukünftige Preis
dieses Erzeugnisses bereits vom Eat festgelegt worden ist , was eine
bessere Vergleichsbasis für die Landwirte darstellt .
        In den beiden Reis erzeugenden Mitgliedstaaten betrug d iß Relation
    zwischen den Durchschnittspreisen bei der Erzeugung von Mais und Hois
seit 1960/61 ; 1 zu ungefähr 1,5 « Seit 1951 bestehen folgende Preisrelationen
                Getreide-
                                       Frankreich                  Italien
              wirt s c ha f t s .i ahr
                  1951/52                      2,05                  1,16
                  1952/53                      1,59                  1,15
                  1953/54                      1,60 ,                1,39
                  1954/55                      1,65                  1,37
                  1955/56                    - 1,60' ν               1,20
                  1956/57                      1,57                  1,25
                  1957/58                      1,51              .   1,50
                  1958/59 .                 ; 1,37 :                 1,49
                  1959/60                      i,4i                  1,39
                  1960/61                      1,75 :                1,61
                  1961 /62               '     1,58                  1,59
                  1962/63 '                    1,51                  1,53
                  1963/64              '       1,55 ■                1.48
                 .1964/65                      1,^8 ;                1.49
        Falls man den gemeinsamen Maispreis im Jahre 1967/68 anwenden würde ,
ohne den Reißpreis zu ändern , würde sich diese Relation in Frankreich
nur geringfügig ändern , währ.end in Italien , wo die Maispreise stark er­
höht sind , d ie bestehende Relation                sich zum Nachteil von Reis ändern
würde .                   r            ' -'       •
        Berücksichtigt man , daß Reis in Frankreich erst seit verhältnis­
mäßig kurzer Zeit angebaut wird , was also noch einige Abschreibungen
seitens der Erzeuger voraussetzt , und daß andererseits der Reisanbau in
Italien bereits um mehr als ein Viertel zurückgegangen ist , da für diese
Kulturen zahlreiche Arbeitskräfte und hohe Löhne erforderlich sind , so
könnte sich eine verstärkte Verminderung der Anbauflächen ergeben , falls
sioh d ie Proisrelatiori                   durch die Verminderung der Spannen zwisohen
diesen beiden Erzeugnissen wesentlich verschlechtern sollte .
 ---pagebreak---                                          B III
                                         - 8 -
               Daher sollte die Preisrelation nicht unter 1 zu 1,5 liegen.
, IVJEAÜ DiJS GEMEINSAMEN PREISES FÜR 1967/68
13 »           Aufgrund des vom Reiserzeuger zu Beginn des Getreidewirtschafts-
        jahres 196V65 in Italien , dem wichtigsten Erzeuger-Mitgliedstaat , er­
        hobenen Preises kann aufgrund der Änderung der Maispreise der vom Reis-
        erzeuger im Jahre 1967/68 zu erhebende Preis wie folgt festgelegt
        werden :
                                                        - RE/ 100 kg Paddy ( Rohreis ) -
        Vom Erzeuger im Jahre 1964/65 erhobener Preis                 10,68
        Auswirkung der Änderung des Maispreises auf die
        Reispreise ( 1 )                                            +   1 , 30
        vom Erzeuger im Jahre 1967/68 zu erhebender Preis :           12 . –
      " ~ In Italien würde der abgeleitete Interventionspreis für das wichtigste
          Erz eugungs gebiet auf 12,00 RE/100 kg Rohreis ( Paddy-Reis ) , Standard-
          qualität festgelegt .
          Aufgrund dieses Preises , der um 1,50 RE höher ist als der für 1964/65
          festgelegte Interventionspreis könnte im Jahre 1967/68 eine Relation..
          von 1 zu 1,56 zwischen dem Interventionspreis für Mais ( 7»70 RE ) und
          dem Interventionspreis für Reis erzielt werden . -
          Es ist darauf hinzuweisen , daß diese Relatiön       derjenigen entspricht ,
          die zwischen den durchschnittlichen Erzeugerpreisen für Mais und für
          Reis in Italien für den Durchschnitt der Getreidewirtschaftsjahre 1960/61
          bis 1964/65 bestanden hat , d.h . 1 zu 1.54 •
                                 I
        " I n Frankreich würde der abgeleitete Intei*ventionspreis für das wichtig­
          ste Erzeugungsgebiet , unter Berücksichtigung der Regionalisierung der
          Preise auf 12,30 RE/100 kg Rohreis ( Paddy-Reis ) , Standard-Qualität fest­
          gelegt .
          Aufgrund dieses Preises , der dem Interventionspreis für 1964/65 ohne Ab­
          gaben entspricht , würde es möglich sein , im Jahre 1967/68 eine Relation
          Ton 1 zu 1,60 zwischen dem Interventionspreis für Mais (7 > 70 RE ) und
          dem Interventionspreis für Reis zu erzielen .
          Es ist darauf hinzuweisen , daß diese Relation derjenigen entspricht , die
          zwischen den durchschnittlichen Erzeugerpreisen für Mais und für Reis in
          Frankreich für den Durchschnitt der Getreidewirtschaftsjahre 1960/61 bis
          1964/65 bestanden hat , d.h. 1 zu 1,57 »                               •••/»••
( l ) Änd!erung des Erzeugerpreises für Mais 1967/68 im Verhältnis zu den derzei­
        tigen Preisen , multipliziert mit dem Maisertrag in den Reisanbaugebieton ,
        und geteilt durch den Reisertrag.
 ---pagebreak---                                    B III
                                   - 9 -
PREI SANDEHUNGEN AUFGRUND DES - GEMEINSAMEN PREISNIVEAUS
       Auf der Grundlage des Erlöspreisgleichgewichts zwischen Mais
und Rohreis in den Wirtschaftsjahren 196^/65 bis 1967/68 waren zwei
Reiserzeuger-Erlöspreise errechnet worden , die für die Festsetzung
der verschiedenen in der gemeinsamen Markt Organisation vorgesehenen
Preise maßgebend sind .
       Unter Berücksichtigung des, normalen Preisgefälles zwischen
Rohreis und geschältem Reis , des vorgesehenen Unterschiedes zwischen
dem Interventionspfreis und dem Richtpreis , der Beseitigung des Pauscb
betrages und der regionalen Preisstaffelung entsprechend der natür­
lichen Preisbildung würde man bei einem Erzeuger-Erlöspreis in Höhe
von 12 RE/100 kg in der italienischen Anbauzone folgende Inter-
ventions-, Rieht - und Schwellenpreise ( verglichen mit den für das
Y/irtschaftsjahr 196^/65 geltenden Preisen ohne Abgaben) erhalten :
 ---pagebreak---                                       B III
                                      - 10 -
                                                               - KE/ 100 kg -
                           Frankreich      I      Italien         Κ Nichterzeuger-
                                                                  p      Staaten
                ––
                        1964/65 11967/68   ! 1964/65 1967/68      11964/65 I 1967/68
                                                                ,
Intcrvcntionspreis
Anbau zone (Rohreis        12,30    12,30       10,50     12,00
Anderung gegenüber
I96V65                               0%                 + 14,3%
Abgeleiteter Rieht
preis Anbauzone
( geschälter Reis )        17,38    17,20       15,29     16,81
Anderung gegenüber
1964/65                             -1,03b               + 9,9%
Grundrichtpreis
rgeschälter Reis )         18,49                16,37                           18,12
S c hr; e 11 enpr e i s
( geschälter Reis )        18,92    17,78       16,33     17,78       14,2(     17,78
Anderung gegenüber
1964/65
                           _
                                    -6,0%]               +8 , 9%               +25,2%
- In Italien führt die in Anlehnung an die Erhöhung des Maiaorzouger~Er-
    lospreises festgelegte Erhöhung des Reiserzeuger-Erlöspreises zu
    einer Erhöhung des Interventions - und des Schwellenpreises gegen­
    über den gegenwärtigen Preisen ohne Abgaben .
- In Frankreich ergibt sich bei der Beibehaltung des gegenwärtigen
    Interventionspreises ohne Abgaben eine Verringerung des Schwellen-
    Preises .
- In den Nichterzeuger-Mitgliedstaaten erhöht sich der Schwellenpreis
    tun 25 v.H.
 ---pagebreak---                                           Br 17
                                         -1-
                                       ZCTCEER
DIB LAOS AM OTCEBHIÎAHEP
–   ––––––aryvmii,* "JWV
      Langfristige Bntwloklugig
   . EjrggUjg^mg
      1« Die Zuckererzeugung der Gemeinschaft ( einschließlich. DOM) erreichte
            im Surchsohnitt der letztea fünf Jahre 5j7 Mill,T.(vgl»Anhang IV/2)«
       '    Seit der ersten Hälfte der fünfziger Jahre hat sie tun      Mill»T»
            zugenommen ^ d»h» um durchschnittIi oh 3>2 v«H»p«a» An dieser Zunahme
            waren alle Mitgliedstaat eB "beteiligt . Die höohste Zuwachsrate ergibt
            sich für die Produktion i» der Bundesrepublik«                       1 '
        . »                                     • t      '
            Die Zunahme der Zuck ererzeugung wurde in erster Linie durch eine
            Steigerung der Hektarerträge erreioht « Daneben worden aber auch,
            vor allem in den fünfziger Jahron, die Sickerrübenanbauflachen in
            3.on Importländer Deutschland^ Italien und den Niederlanden erheb –
            lieh ausgeweitet ( Vgl• Anhang IV/l ) •
            Von Jahr zu Jahr wölst' die Zückererzeugung 'bedeutende, v«r allen
            witterungsbedingte Schwankungen auf , die in einigen Jahren mehr ,
            als 2» v.H«, ausmachten« ■
      Verbrauch
      2 » Der Zuokerverbrauch der Gemeinschaft erreichte im Durchschnitt der
            letzten fünf Jahre 5>4 M111,T,> gegenüber 3»8 Mill»T. 195©/54* Er ist
            damit in der großen Linie fast ebenso stark gestiegen wie die Er –
    .        zeugung» Pro Kopf der Bevölkerung erhöhte sich der Verbrauoh in dieser
             Zeit von 23*2 kg auf 3®>o kg. Die stärkste Verbrauchs zunahms hat
            Italien zu verzeichnen ( vgl.Anhang Iv/2 )•
            Der Selbstversorgungsgrad der Gemeinschaft ( einschließlich DOM)
            hat sich in dem genannten Zeitraum nicht verändert $ er betrug in
            beiden Zeitabschnitten durchschnittlich leö v»H«
 ---pagebreak---                                   B IV
                                  -2-
Preise
3 . In den letzten fünfzehn Jahren sind, die ab-Fabrik-Preise für
    Zucker ( ohne Steuern ) und die Zuckerrübenpreise in allen Mit -
    gliedstaaten um etwa 2o bis 4» v.H. angehoben worden ( vgl»Anhang IV/4 ).
4 » Damit haben sich die Rübenpreise für die Erzeuger günstiger entwickelt
    als die Getreidepreise « Insoweit die Anhebung der Rübenpreise der tat­
    sächlichen Entwicklung der Produktionskosten » die in erheblichem Umfang
    durch die allgemeine Preis–und Lohnentwicklung bestimmt wird , entsprach ,
    ergab sich ihre Begründung aus den allgemeinen Zielen der Agrarpolitik .
    In der Praxis zeigte sich jedoch , dass bei den von den Mitgliedstaaten
    festgesetzten Preisen der Rübenanbau für die Erzeuger so vorteilhaft war
    dass vor allem seit dem Ende der fünfziger Jahre die Tendenz bestand ,
    den Anbau stärker auszuweiten , als es mit den Absatzmöglichkeiten für
    Zucker zu vereinbaren war » Dazu dürfte sehr wesentlich beigetragen haben
    dass in den letzten sechs bis acht Jahren die Produktionsmethoden be –
    deutend verbessert und die Produktionskosten dadurch günstig beeinflußt
    wurden – Verwendung einkeimigen Saatgutes , Entwicklung wirksamerer
    chemischer Unkraut–und Schädlingsbekämpfungsmittel , Vollmechanisierung
    dar Ernte .
5 « Zur Erhaltung des Gleichgewichtes zwisohen Erzeugung und Absatz –
    nöglichkeiten wurde es in allen Mitgliedstaaten zumindest zeitweilig
    notwendig , Maßnahmen zu ergreifen , die direkt oder indirekt der
    Tendenz zur Ausweitung der Erzeugung entgegen wirkten .
    Die oben aufgezeigte Parallelität der Entwicklung von Erzeugung und
    Verbrauch ist damit das Ergebnis einer die Produktion fördernden
    Preispolitik einerseits und der die Produktions ent Wicklung be –
    grenzenden Maßnahmen andererseits .
 ---pagebreak---                                                    b rv
                                                     -3-
           Di e gegenwärtige Lage
                      und Vérbrauch
           6« Zur Darstellung der gegenwärtigen Versorgungslage in den Mitglied –
              Staaten ist es wegen der starken Schwankungen der Erzeugung angebracht ,
              sich auf die Durchschnittsergebnisse der letzten fünf Kampagnen zu
              beziehen«
              Tabelle 1 * Erzeugung und Verbrauch von Zucker in der MG
                         ( Durchschnitt der Jahre 1961/62 bis 1965/66^"' ) . looo T
assBsesasseaasssBSSsasssesBs :   SSSSBBSSB : : saassasaaa S88SS88SS : s asasses assas as s asas a sasssasx
                                                 Frank-2 ^                                                  2"
                                   Deutsch­                        Italien    Nieder-     ELWU         ETO
                 φ
                                    land          reich                       lande
                                 aassaaesa : sssssassasae aaasaaaaa 3 asa s ssasas s as aa sa s aaasaaas
Erzeugung                           I6I0            2306              925      491          385         57I7
Terbrauch                           l8o3            1513             I225      536          313 V       5395
       SSflBSSaSaSSaaS8SSa8BS8S3 aasaaaasa : : s ss ssa asses ss saaaaaaas 988B8BS88BS               8SS8SSSÍ
iïôbe>-bzw. Zuschuss             -   198       +      7?3          –  3oo     - 45        + 72        +  322
¿slbstversorgungsgrad ν . H »         39              I52              7*        92         123          le 6
Ι Θ–K»pf–'Verbrauch kg               31 , ·     .     3o ,8           24,2     44,4         32,4         3», 6
BBBaaaaeBBSaacEsscaassaaaaneaaa eaasasass :                      'asaaassss ssssassaass asasaasa SSB8S88S
 l) 1965/ 66 vorläufig bzw. gesohätzt
 2 ) einschliefilich DOM                                                    .  -
              Die Tabelle zeigt , dass in Frankreich und Belgien die Erzeugung den
            v Verbrauch erheblioh übersteigt , wobei in Frankreich die Ueberschüsse
              der überseeischen Departements mit mehr als 4©o«ooo Tonnen eine be –
              deutende Rolle spielen« In Deutschland und den Niederlanden schwankt
              die Erzeugung um die Selbstversorgungsgrenze» Nur in Italien ist die
              Produktion in den- letzten Jahren hinter dem stark angestiegenen Ver­
              brauch zurückgeblieben« Als Folge der kräftigen Preiserhöhungen seit
              1963/64 ist jedoch auch dort im letzten Jahr der Rübeaanbau bedeutend
              ausgeweitet worden «
                                                                                        • • • /• • •
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                                               -4-
          Aus s enhan_del_
          7« Der Aussenhandel der Gemeinschaft mit dritten Ländern weist im Durch –
              schnitt der letzten zehn Jahre eine Ausfuhr von 0,7 Mill . Tonnen vnd eine
              Hinfuhr von o,6 Mill . Tonnen auf . Während die Gemeinschaft in der zweiten
              Hälfte der fünfziger Jahre noch einen kleinen Einfuhrüberschuss zu ver -
              zeichnen hatte , führten in den sechziger Jahren die Zunahme der Aus –
              fuhren und ein Rückgang der Einfuhren zu einem Ausfuhrüberschuss von
              durchschnittlich ©,2 bis o,3 Mill . Tonnen . .
          8 . Die Lage am Welt zuckermarkt wird seit Anfang 1965 d-urch einen starken
              Angebotsdruck und extrem niedrige Preise gekennzeichnet . Im September
              1965 fielen die Preise auf 3,53 ES de loo kg Rohzucker und auf 5 > 47
              je loo kg Weisszucker ( durchschnittlicher ab–Fabrik-Preis in der EWG
              1964/65 21,25 ^ loo kg). Diese Situation resultiert daraus , daß
              die Weltzuckererzeugung 1964/65 und 1965/66 mit etwa 55 ^is 57 Mill.T.
              Weiss zuckerwert den Verbrauch übertroffen hat , die Nachfrag-e in den
              meisten Ländern wegen der Marktregulierungen unelastisch reagiert und
              sich das Ueberangebst bei dem gespaltenen Weltmarkt weitgehend auf den
              engen Sektor des freien Weltmarktes konzentriert « Von dem gesamten
              Einfuhrbedarf von ca « 14 Millionen Tonnen Weiss zuck erwert werden rund
              zwei Drittel im Rahmen von Präferenzabkommen aus bestimmten Liefer –
              ländern und nur ein Drittel am freien Weltmarkt gedeckt «
          Preis_e_
          ® , Im Zuckerwirtschafts jähr 1^64/65 galten in den Mitgliedstaaten folgende
              Zuoker–und Zuckerrübenpreise »
              Tabelle 2s
                        ssasssssass :: ssasesas ; ÎBssssasss :             saassaaa : _ = Ä_3-33 _.-
                                       Belgien      Deutsch­     Frank-     Italien    Nieder-       Ar ,
                                                    land         reich                  lande        Mittel
                        assessssssas « aaaaaaaai iassassssa » ss3ss=aai               3333^33333
'3uckerï^'
     Verbraucherpreis                    27,61       29,75       23,5o      34 , 4e     31,58
     ab–Fabrik– Preis
                        2)                                       18,76
     ohne Steuern
Zuckerrüben^
                                         2a,46       22,17                  24,35       2o,52
                                                                                        16, 264^
                                                                                                     21,25 1
                                                                                                     16,681
                                         16,56       18,13       13 , 09    19,o5
               issasss  SSS3SSS3338S : sssassss : ; 3sss3s«esas asssasrr : 333=33 === = 3Β3333=3 =
l ) RB je loo kg Weisszucker
l)jedooh einschließlich der Rübensteuer in Belgien , Frankreich und Italien
~ ) Srundpreis in RE je Tonne Rüben bei 16 v.H. Zuckergehalt
 ■ ) errechneter Preis mit Anspruch der Erzeuger auf Rücklieferung der Schnitzel }
     der «hne diesen Anspruch geltende Preis betrug 17?$6 RE/t
                                                                                          •• •/• • •
 ---pagebreak---                                   B IV
                                  -5-
loa Die höchsten Zuckerrübenpreise in der Gemeinschaft haben Italien und
     Deutschland zu verzeichnen , die niedrigsten Frankreich , das über das
     grösste Produktionspotential verfügt . Die Preise in den Niederlanden
     und Belgien liegen auf einem mittleren Niveau « Die gleiche Differenzierung
     ergibt sich in den ab-Fabrik–Preisen für Zucker « Bei den Verbraucher –
     preisen liegen Italien und die Niederlande an der Spitze ; in beiden
     Ländern ist die steuerliche Belastung des Zuokers überdurchschnittlich
     ho che
     1964/65 waren die Preise in alles Ländern , mit Ausnahme in Frankreich,
     angeh«ben worden « Besonders stark - war die Anhebung in Italien und in den
     Niederlanden ( vgl .Anhang IV/4 ). Italien und die Niederlande kaben darüber-
     hinaus die Preise für das Wirtschaftsjahr 1965/66 noch einmal , jedoch
     um einen geringeren Betrag , heraufgesetzt «. Die von den Erzeugern in Frank­
     reich und Belgien erzielter Durchschnittspreise lagen 1964/65 um 13,4 bzw,
     16,5 Voll, unter den oben angegebenen Grundpreisen , da die Exportüber­
     schüsse dieoes Ja.hres aussergewohnlich hoch , die Weltmarktpreise für
     Zucker extrem niedrig waren und die Erzeuger damit besonders hohe
     Exportverluste hinnehmen mussten »
Preisr dation en
11 « Die ZiTckcTrub erpreise haben sich - wie bereits ausgeführt - in den
     letztem fünfzehn Jahren günstiger entwickelt als die Preise für Getreide#
     Während sie im Anfang der fünfziger Jahre nur 12 bio 15 v.H , des Weizen–
     Preises betrugen, entsprachen sie 1964/65 etwa 15 bis 18 v.H. des Weizen–
     preises . Schließt man bei Frankreich und Belgien 1964/65 die Minderung
     der durchschnittlichen Erlöspreise durch die in diesem Jahr extrem
     hohen Verluste der Rübenerzeuger beim äickerexport aus , so bleibt noch
     ein maximaler Unterschied in dem Anteil der Eübenpreise am Weizenpreis
     von 16,4 v.H » in Frankreich und 17 » 2 v.H. in Italien «
                                                                    « • •/• •
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                                                       -6-
              Tabelle 3 * Verhältnis zwischen den durchschnittlichen Erzeugerpreisen
                          für Zuckerrüben und Weizen in den Mitsiiedstaaten
                                                                                         Weizen « loo
r.ssBsscsse99ssssasss3as3a8tassas    scac s asa ς5 SS S SS SS SS =========    ? sssss=as ============
                                   1
                                     Belgien       ïeutsch-       Frank-        Italien   Nieder-
                                                   land           reich                   lage j
                                     sasasssss : s sa s ssa ss s 3SS3SS333 ssscsaass s=sci..JU3aasr
  1.0 1951/52-1953/54                 13,3          14,4          12,3           12,2     14,5
ΙΙ.0 1957/58-1959/6®                  14,2          16 ,0         Ιέ,ο           13,6     16,3
:i . 1969/61                          13,2          16,1          13.7           13,2     13,6
      1961/62                         12 ,5         16 ,9         14,2           13,9     14,9
      1962/63                         15 ,5         16,·          13.8           13,7     14,9
      1963/64                         !14,4
                                        6,5 3)      15,9          14,7  ,)       14,9     15,4
      1964/65                                       17,1          14,2 '         17,2     16,8
:v. 1967/6I 1 )                        14,53)       19,3          12,3^          19 ,*    16,7
                  2)                   17 ,«        17,2          17 ,?          17 , β   16,9
sats=:sss = 2asacssass==£ssBis
   1,' Durchschnittliche Erzeugerpreise für Zuckerrüben 1964/65 bezogen au^" die
       verges chät zten Erzeugerpreise für Weichweizen 1967/68
   2 } Vorgeschlagener Zuckerrübenmindestpreis ( 16,5                      Ö e Tonne ) bezogen auf
       die vorgeschützten Erzeugerpreise für Weichweizen 1967/68
   3 ) We^» aso. jedoch vom Zuckerrübengrundpreis 1964/65 ausgeht und die in diesem
       Janr ungewöhnlich hohen Verluste beim Zuckerexport nioht berücksichtigt ,
       ergeben sich, folgende Relational »
                 Frankreich    1964/65              16.4
                               1967/ 68             14,2
                  Belglen      1964/65               17 » 2
                               1967/6C               17,3
              Bezieht man die Zuckerrübenpreise 1964/65                      &i0 vom        festgesetzte»
              Weizenpreise 1967/68 , so ergibt sich für Deutschland und Italien - aufgrund
              der Senkung der Weizenpreise – eine erhebliche Besserstelllang der Zucker –
              rüben gegenüber dem Weizen } die Rübenpreise würden dann 19,3 bzw.19,6 v.H.
              des Weizenpreiees entsprechen . In Frankreich würde sich dagegen die Preis -
              Stellung der Zuckerrüben wesentlich verschlechtern « Ihr Preis würde nur ncch
              14,2 v.H» des Weizenpreiaes entsprechen statt 16,4 v.H. 1964/65 « Derartig
              extreme Preisrelationen würden jedsch mit Sicherheit zu einer ungleichge -
              wichtigen Entwicklung der Erzeugung führen .
              Sin ausgewogenes Preisverhältnis dürfte in den Mitgliedstaaten der Gemeinschal
              dann gegeben sein , wenn der Zuckerrübenpreis ungefähr 16 v.H. bis 18 v.H » des
              Weizenpreises ausmacht .
 ---pagebreak---                                      B IV
                                      -7-
   Markterganisation
   12 * In allen Mitgliedstaaten besteht eine nationale Marktorganisatisn
        für   Zacker . Mit Geltung für den Binnenmarkt werden jährlich die
        Markt-uxd Verbraucherpreise für Zucker und in den meisten Ländern
        auch die Grundpreise für Zuckerrüben festgesetzt » Die Absatznöglioh –
        keiten der Fabriken auf dem Inlandmarkt werden gegenwärtig in Deutsch­
        land und Frankreich von vornherein begrenzt » Die Einfuhrmöglichkeiten
         sind mengenmäßig beschränkt , die Einfuhrpreise werden auf das in –
        ländische Preisniveau heraufgeschleust « In den beiden Exportländern
        Frankreich und Belgien werden die Verluste beim Export ganz oder
        teilweise auf die Erzeuger umgelegt «
   13 « Die von der Kommission 1964 dem Rat vorgeschlagene gemeinsame Markt -
        Organisation für Sieker sieht – ähnlioh wie für Getreide - die Fest –
        Setzung von Eicht– , Interventions–und Schwellenpreisen für Zucker sowie
         eines vom Interventionspreis abgeleiteten Mindestpreises für Zucker –
        rüben vor. Der Interventionspreis für Zucker soll durch eine unbe –
        grenzte Verpflichtimg zur Uebernahme für allen Zucker , der dea Inter-
        ventionsstellen angeboten wird , gesichert werden « Die Bin–und Ausfuhr
        s«ll durch ein Absohöpfungs–und Erstattungssystem geregelt werden »
DIE HOEHE DER GEMEINSAMEN PREISE FUER 19
   14 « Die Versorgung der Gemeinschaft war bisher im Durchschnitt mehrerer
        Jahre asnähernd ausgeglichen « In mehreren Ländern sind jedoch Produktion
        "beschränkende Maßnahme» in Kraft «
        Im Vergleich zu Frankreich sind die Preise in allen anderen Mitglied –
         Staaten verhältnismäßig hoch» "^ seweit diese Preise notwendig sind ,
        tum den in der Landwirtschaft tätigen Personen eine angemessene Lebens –
        haltung zu gewährleisten , müssen sie auch bei der Festsetzung des
        gemeinsamen Preisniveaus berücksichtigt werden«
 ---pagebreak---                                  B IV
                                  -8-
15 » Wie in Ziffer 11 dargelegt , sollte der gemeinsame Zuckerrübenpreis
     im Interesse eines ausgewogenen Preisverhältnisses etwa 16 v.H » "bis
     18 v.H. des Weiz^npreises auemachen .
     Berücksichtigt man , dass
     – die Produktionskosten nach der Ausschöpfung der in den
       letzten lo Jahren entwickelten Rationalisierungsmöglichkeiten
       wahrscheinlich wieder steigen werden und
     – die Festsetzung eines zu niedrigen Preises wegen der hohen
       Investitionen sow®hl in der Rüben "bauenden Landwirtschaft als
       auch in der Zuck erindus tri e außerordentlich schwerwiegende und
       kaum wieder rückgängig zu machende Folgen haben würde ,
     so empfiehlt es sich , den gemeinsamen Rübenpreis auf 17 v.H. bis
     18 v.H. des Weizenpreises festzusetzen ! das bedeutet ein Preis
     von 16 «5 RE .je Tonne Zuckerrüben bei 16 v. H « Zuckergehalt .
16 , Da jedoch die technischen Möglichkeiten zur Ausweitung der Produktion
     noch verhältnismäßig groß sind , ist nicht auszuschließen , dass die
     Erzeugung eventuell erheblich über die Absatzmöglichkeiten in der
     Gemeinschaft hinaus steigt « Der Export großer Ueberschüsse würde
     aber bedeutende Schwierigkeiten bereiten» Er stünde dem gemeinsamen
     Interesse zur harmonischen Entwicklung des Welthandels entgegen und
     würde den EAGFL sehr stark belasten «
     Der Weltmarkt für Zucker wird schon jetzt durch ein grosses Uelser –
     angebet bestimmt * Die extrem niedrigen Preise auf dem freien Welt –
     Karkt decken kaum mehr als die Verarbeitungskosten für die Zucker –
     rüben und die Vermarktungskasten» Eine Aenderung dieser Situation
     ist nicht abzusehen» Eine Zuckerproduktion für den Export ist unter
     diesen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll .
     Es ist daher angebracht , für den Fall , daß die Erzeugung den Verbrauch
     wesentlich übersteigen sollte , besondere Bestimmungen zur Ausrichtung
     der Produktion auf die Absatzmöglichkeiten vorzusehen ( über die im
     einzelnen vorgesehenen Maßnahmen und ihre Begründung vgl . ZIff ar 21 bis 2f
     und Text der Resolution ).
                                                                     O 9 • 1• • •
 ---pagebreak---                                   B IV
Nach, dea Kommissionsvorschlag und dem Uebereinkommen des Rates soll
 die Marktorganisation im Bereich der Zuckarwirtschaf t auf einem
 einheitlichen Rieht–und Interventionspreissystem für Weisszucker
"basieren » Die darüber hinaus vorgesehene Festsetzung eines Mindest –
preises für Zackerrüben erfordert zugleich indirekt die Festleg^mg
 einer einheitlichen Verarbeitungsspanne für die Zuckerindustrie.
Diese Spanne einschließlich der von den Fabriken durchschnittlich
gezahlten Transportkosten für Hüben lag 1964/65 in den Mitglied –
 Staaten zwischen 8,15        j 0 loo kg Weisszucker ( Belgien ) und
lo,l6 RS ( Italien ).
Die in der genannten Spanne enthaltenen Rübentransportk®sten lagen
 zwischen 1,16 RE je loo kg Weisszucker in Belgien und 1,9& ^
Deutschland ,
Goht man von einer durchschnittlichen Transportentf eraung in der
 Gaceinschaf t von etwa 2o bis 25 km und dem französischen Eisenbaln -
transporttarif aus , so erscheint es notwendig, die Rübent ransport -
kesten mit einem Betrag v«n 1,6 » RE bezogen auf loo kg Weisszucker
 zu berücksichtigen.
Die ohne die Transporckasten ermittelte Fabrikspanne belief sioh.
1964/65 in Belgien und Frankreich auf rund 7           Ö e loo kg Zucker,
in den Niederlanden auf 7>55 RB > in Deutschland auf 8 , «4 RE und in
Italien auf 3,32 RE.
Im Hinblick darauf , dass die derzeitig vorhandenen Verarbeitungs –
kapazitäten über den Bedarf hinausgehen und ein Anreiz zur Kapazitäts–
ausweitung uteer eine verhältnismäßig hoch festgelegte Spanne vermieden
werden sollte , empfiehlt es sich , die Verarbeitungs spanne mit einem
Betrag von 7>5 *      «j e 1®° kg Weisszucker bei der Festlegung des ge –
meinsamen Interventianspreises in Rechnung zu stellen ( vgl . An –
läge IV/6 und 7 )•
 ---pagebreak---                                      B IV
                                     - lo -
19 « Berücksichtigt man den wert der Zuckerrüben je loo kg Zucker bei dem
     vorgeschlagenen Rübenmindestpreis von 16,5 R-3 je Tonne , die oben ge –
     nannten durchschnittlichen Transportkosten sowie die genannte Ver –
     arbeitungs spanne und stellt man den Wert der Melasse mit einem Betrag
     von », 95 RE j® 1°° kg Zucker in Rechnung , so ergibt sich ein Zucker –
     preis für die Gemeinschaft von 2o,84 RS je loo kg « der als Interventions–
     preis anzusehen ist .
2o » Da die Vermarktung von Zucker nur mit verhältnismäßig kleinen Risiken
     verbunden ist , kann eine Spanne von 5 v.H« zwischen Richt-und Inter –
     ventionspreis als ausreichend angesehen werden » Auf dieser Grundlage
     errechnet sich der gemeinsame Richtpreis für Weisszucker auf 21,94 RE
     je leo kg»
 ---pagebreak---                                        B IT
                                       - 11 -
  Besondere Maßnahmen "bei der Anwendung der ssnoinsamen Prwise
21#     Für Zucker "besteht noch keine gemeinsame Marktorganisation wie für aie
        meisten anderen Agrarerzeugnisse . In mehreren Mitgliedstaaten gelten
        preduktionsbeschränkende Beatimmungen » Es ist unter diesen Voraua –
        Setzungen besonders schwierig , die Auswirkungen der mit der An –
        wendung der gemeinsamen Preise verbundenen Aenderungen der Zucker-
        und Zuckerrübenpreise auf die Produktion abzuschätzen»
        Die Zuckererzeugung der Gemeinschaft hat in den letzten Jahren den
        Verbrauch bereits mehrfach übertroffen# Da die technischen Möglich –
        keiten zur Ausweitung der Produktion noch verhältnismäßig groß sindj
        ist nicht aus zuschließen , dass die Erzeugung eventuell stärker als
        bisher über die Absatzmöglichkeiten in der Gemeinschaft hinaus steigt»
        Da der Export großer Uebersohüsse jedoch dem gemeinsamen Interesse
        zur harmonischen Entwicklung des Welthandels entgegenstünde und den
        EAGFL sehr stark belasten würde ? ist es angebracht , für den Fall dass
        es sich als notwendig erweist , die Produktion durch besondere Maß –
        nahmen auf die Absatzmöglichkeiten auszurichten»
        Im Einblick auf die allgemeinen Grundsätze , nach denen die gemeinsame
        Marktpolitik im gesamten Agrarfeereioh entwickelt worden ist und die
        nicht nur für die Agrarpolitik der Gemeinschaft sondern auch für ihre
        Auasenbeziehungen von wesentlicher Bedeutung sind , sollten die er –
        ganzenden Bestimmungen für Zucker erst dann angewandt werden , wenn
        sich tatsächlich ein Ungleichgewicht in der Produktions-und
        Verb rauchsentwicklung zeigt ,
22»     In Anbetracht der zu erwartenden Anpassungsvorgänge kann die Anwendung
        der jetzt vorzusehenden Maßnahmen auf einen überschaubaren Zeitraum
        begrenzt werden» Als zweckmässigste Maßnahme empfiehlt eich eine
        eventuelle Einschränkung der Preis-und Absatzgarantie .
 ---pagebreak---                                     B IV
                                   -12 -
Falls sich eine Einschränkung der Preis–-und Absatzgarantie als notwendig
erweist , empfiehlt es « ich, während des genannten . AnpassurigHzei -t.i'-o.uT'n.ae
Umfang und Entwicklung d«r Produktion im Einzelfall zu "berücksichtigen .
Da der Zuckerrübenanbau in den gegenwärtigen Produktionsgebieten eine
sehr grosse betriebswirtschaftliche und agrarstrukturelle Bedeutung hat
und mit erheblichen Investitionen sowohl in der Landwirtschaft als auch
in der Zuckerindustrie verbunden ist , erscheint es gerechtfertigt , für
jeden Hersteller eine Grundquote entsprechend seiner bisherigen Erzeugung
festzusetzen , für die die Preisgarantie zunächst nicht eingeschränkt wird
Um einer Ueberproduktion entgegenzuwirken , sollte die Preis–und Absatz –
garantie durch eine Höchstgrenze für alle Hersteller eingeschränkt werden
Die von der Grundquote aus zu bestimmende Höchstgrenze sollte so bemessen
werden , dass die Produktion in den für den Zuckerrübenanbau günstigsten
Gebieten der Gemeinschaf-t noch beträchtlich ausgeweitet worden kann.
Unter diesen Voraussetzungen kann eine regionale Spezialisierung der
Erzeugung bei Vermeidung grösserer Ueberschüsse sichergestellt werden ,
wenn für die Erzeugung innerhalb der Grenzen , die von der Grundquote und
der Höchstgrenze gebildet werden , eine Produktions abgäbe vorgesehen wird.
Die Abgabe erhält ihre die Produktion ausrichtende Punktion , wenn sich
ihre Höhe nach dem jeweiligen Zuckerüberschuss der Gemeinschaft riohtet .
Die auf diesem Wege durchgeführte Einschränkung der Preisgarantie sollte
jedoch nach unten durch einen Höchstbetrag für die Abgabe begrenzt werden
Zur Vermeidung bedeutender Ueberschüsse ist es in Ergänzung zu den vor –
genannten Bestimmungen notwendig, die eventuell vom einzelnen Hersteller
über die Höchstgrenze hinaus erzeugten Mengen sowohl vom Absatz auf dem
Binnenmarkt als auch von der Gewährung von Exporterstattungen auszu –
schliessen .
 ---pagebreak---                                        B IV
                                      - 13 -
 2 |;.      ist damit zu rechnen , dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen ,
        denen die Zuckerrüben- und Zuckerproduktion unterliegen , innerhalb eines
        Zeitraumes von einigen Jahren in der Gemeinschaft weitgehend angleichen .
       Dies rechtfertigt es , die vorgesehene Produktions abgäbe nach 1973/7^
        zunehmendem Maßo auf die Gesamtproduktion zu beziehnn . Dadurch wird auch
       im Fall der Anwendung der besonderen Maßnahmen eine schrittweise
       Harmonisierung der Erzeugerpreise für die Jirzougung innerhalb und
       außerhalb der Grundquote erreicht ,
26 ,   Um die Wirksamkeit der vorgenannten Maßnahmen zu gewährleisten , ist es
       notwendig , Bestimmungen vorzusehen , nach denen sie sich auch für die
       Zuckerrübenorz euger auswirken .
27 ,   In Italien bestehen für die Rüben- und Zuckerproduktion bosondore natür­
       liche und strukturelle Schwierigkeiten . Die durch das mediterrano Klima
       und einen Rühles t and in der Anwendung moderner Produktionsmethoden be­
       dingte Situation rechtfertigt die Gewährung von Beihilfen für die Zucker­
       rüben er zeugung . Da ausserdem die Zuckerrübonverarbeitung insbesondere
       durch die vom Klima abhängige kurze Kampagnedauer verteuert wird , er­
       scheint es angebracht , eine Beihilferegelung im Hinblick auf die An­
        passung der Zuckerfabriken zu ermöglichen ,
28 ,   Der Vertrag sieht die Einbeziehung der französischen Überseedepartements
       in die gemeinsamen Marktordnungen vor , behält sich aber die Möglichkeit
       der Anwendung des EAGFL für diese Gebiete vor . In Anbetracht dessen ,
       daß der EAGFL eine wesentliche Bedingung der für die , Erzeuger im Rahmen
       der geraeinsamen Marktordnungen gegebenen Preisgarantie darstellt ,
       müßte seine Anwendung im . Hinblick auf die besondere Bedeutung der
       Zuckerproduktion in den französischen überseeischen Departements auch
       auf diese Gebiete ausgedehnt werden .
 ---pagebreak---                                        B IV
                                       - 14 -
PREISAENDERUNG^ DIJ SICH BEI ANWENDUNG D3R GEMEINSAMEN PREISE ERGjJB/JJ
  . . Bei dem gemeinsamen Rübenpreis für 1967/68 von 16,5 BE/t ergibt
      sich gegenüber 1964/65 für Prankreich ein erheblicher Preisanstieg,
      für Belgien und die Niederlande eine nur geringe Aenderung , während
      die Rübenpreise in Deutschland und Italiea um J bzw. 13 v.H. sinken.
      Bei einem Vergleich der ab–Fabrik–Preise 19^4/65 mit dem gemeinsamen
      Interventionspreis für 1967/68 sind die Aenderungen in allen Mitglied -
      Staaten , ausser in Italien , erheblich geringer als die Aenderungen der
      Rübenpreise . Bies ist unter anderem auf den Fortfall der zur Zeit in
      Frankreich , Belgien und Italien geltenden Rübensteuer und auf die
      relativ geringen Aenderungen der Fabrikspanne zurückzuführen »
      So erklärt es sich, dass beispielsweise in Frankreich der Rübenpreis
      um 26,1 v. He , der ab-Fabrik-Preis jedoch nur um 11,1 v.H. steigt .
      Bei gleichbleibenden Handels–und Transportbedingungen und absolut
      gleicher steuerlicher Belastung des Zuckers bleibt für Frankreick als
      dem einzigsten Land mit einer relativ starken Anhebung des Preis –
      niveaus noch eine Erhöhung des Verbraucherpreises von 8,9 v.H. während
      er in Italien um lo.2 v.H. sinkt .
                           '                                       !
 ---pagebreak---                                           Β IV
                                       , - 15 -
          Tabelle 4 1 Die Prejsänderungen « die sich "bei den für 1967/68 vorge­
                      schlagenen Preisen gegenüber 1964/65 ergeben sowie das Preis–
                      Verhältnis sn Tfeizen ( vgl. auch Anhang Schaubilder 11 und 12).
                                               sssasaaaa ascssasaa saaaaaaa saaaaaasta
                                                 Belgien Deutsch­ Frank-                    Italien
                                                            land                 reich                            laude
                                                 assaaaac ssBsssaas ssasssse a as ac m sa sa et SÌ a
0 Znckerrübengrundpreis 1964/65 RE/t               16,86       18,13              13 , ·9     19 , ®5               16, 26
  ^okerrübengrundpreis 1967/63 H                   16,5®       16,5®              1δ,5·        16,5ο                16,5®
                                               m saaaesss                       sassassa s asesases ssa:
        Diff erenz                 »
                                                  - e,36 - 1,63                  + 3,41 - 2,55                    + β , 24
        Differenz                 v.H»            - 2,1     -
                                                                                 +26,1 -13,4                      + 1,3
                                               dassaaeas   aasBsasaa Bs-ssaass zaaaasaaa SflBSSBï
  3ackerpreia ab Fabrik 1564/65 E3/dz              2e,46       22,17              18,76        24,35                2® , 53
  Tnterventienspreis 1967/68       n               2«?, ®4     2o,34              2ö,®4        2o,§4                20,84
                                               a'saaaaaas sssassass eaasaaaa              a s ca as s as ss sas'SsSBsasaessaai tr
                                   η
        Differenz                                 + 0 , 38 - 1,33                + 2 , «8 - 3,51 + ©,31
        Differenz                 v.H.            + 1,9 - 6,®                    +11,1 -14,4 + 1,5
                                                                                          a sa asse ts as ss issa  isassas
^Verbraucherpreis 1964/65 RE/dz                    27, *1      29,75              23,5·        34,4*                31,58
 Verbraucherpreis 1967/68 n                        27,99       28,42              25,58        3o,89                31,89
  aBaenBesBsaasaa                                           9Λ SB
                                                            SB MMM        mm 5B
                                                                     M ^M MA
                                                                  V0 IB                   β ss as is   s» as sa s asasnaas
        Differenz             M
                                                  + ·,3δ - 1,33                  + 2 , ©8 -3,51 + ®,31
        Differenz            v.H.                 + 1,4     - 4,5                + 8,9 -le , 2 + 1· φ
  Verhältnis der Zackerrübengrundpreiee zum Erzeugerpreis für Weizen (Weizen - l»o )
  Preisverhältnis 1964/65                          17,2        16,7               16,4
                                                                                  16.4        17,1
                                                                                              17,1                 1$,
                                                                                                                   15,7
 Preisverhältnis 1967/68                           17,0        lfs 2
                                                               17,2               17,5
                                                                                  17.5        17»»
                                                                                              17 ,*                 16,,?
                                                                                                                    16
 ---pagebreak---                              B V
                         ÔLSAAIEÎT
T TTTERSUCHUTC DER MARKTLAGE
Die 'Erzeugung
        In der Gemeinschaft "beschränkt sich die ölsaatenerzeugung
 in erster Linie auf Raps , Rübsen und Sonnenblumen . Raps und Rübsen
 finden sich vor allem in den nördlichen Gegenden , während der Son-
nenbluraenanbau ein wärmeres Klima voraussetzt . Gegenwärtig werden
den Erzeugern von Raps und Rübsen lediglich in der Bundesrepublik
Deutschland und in Frankreich und den Erzeugern von Sonnenblumen
nur in Frankreich ' Preisgarantien gewährt . Aus diesem Grunde be­
steht eigentlich nur in diesen beiden Ländern eine nennenswerte
Raps- 'und Rübsenerzeugung ; Sonnenblumen werden nur in Mittel– und
Südfrankreich angebaut . ( vgl . Anhang V,l ).
Der Rapsanbau , der noch zu Beginn des Jahrhunderts eine wichtige
Rolle in der Landwirtschaft einiger Mitgliedstaaten der Gor-ioin-
schaft spielte , hatte erst während und nach dem zweiten Weltkrieg
wieder einen Aufschwung zu verzeichnen , vor allem während der
Koreakrise ( 1950 - 1953 ) und auch noch während der letzten Jahre .
Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen , daß Raps und Rübsen
in der Fruchtfolge und der Nutzung bestimmter Böden eine wichtige
und oftmals unerläßliche Rolle gespielt haben ; außerdem ist es
bei diesem Anbau . möglich., die maschinelle Ausrüstung der landwirt-
scnaftlichen Betriebe .besser zu nutzen .
 ---pagebreak---                                              B V
                                            - 2 -
                 Überdies konnten in den letzten Jahren die Erträge je Einheit
                durch Verbesserung der Anbau- und Erntemethoden erheblich gestei­
                gert werden .; sie dürften gegenwärtig zwischen 19 und 22 dz/ha
                Das seit I96I in Frankreich festgelegte Verhältnis zwischen den
                Preisen für diese Ölsaaten und den Preisen für die Kulturen , die
                in der Fruchtfolge an ihre Stelle treten können , dürfte schließ­
                lich die Ausweitung des Olsaatenanbaus gefördert haben , wie aus
                den Angaben in der Anlage ersichtlich ist ( vgl . Anhang V , 1 and 2 ).
               Tabelle 1 : Ausweitung der Anbauflächen und der Erzeugung bei
                              Raps und Rübsen in der BR Deutschland und in Frankreich
                                              von 1951 - 19d5
                                                                  m 1.000 ha u .    1.000  iz
                    Bundesrepublik Deutschland                      Frankreich
 I
 • Zeitraum      Anbau-     Index    Erzeu-    Index    Anbau-    Index   Erzeu-     Index
                 fläche              gung               fläche            gung
: 1951/53           34       100       580      100      113       100     161C       100
I 1954/56           13        38       250       43        65       58      920        57
   1957 / 59        30        88       610      105      115       102     1630       101
   1560/ 62         39       115       860      148        72       64     II70        73
   1963/65          49       144      I040      179      124       110     2390       148
              UM-
          3 . Dor Sonnenblumenanbau hat sich in Frankreich erst in den leisten
              Jahren infolge der Anhebung des Erzeugerpreises günstig entwickelt
               ( vgl . Anhang V,l ).
              Tabelle 2 : Ausweitung der Anbauflächen und der Erzeugung bei
                             Sonnenblumen in Frankreich von 1951 - 1965
                                                                in 1.000 ha u .  1.000 o„d
   Zeitraum       Anbaufläche              Index          Erzeugung             Index
   I951/53                5                100                  7                100
   1954/56                5                100                  5                 71
   1957/59                3                 60                  4                 57
   1960/02                9                180                15                 214
   j -                   21                420                 30                428
 ---pagebreak---                                 B V
                               - 3 -
            Die Preise                                      '     ;
4.         Die Erzeugerpreise für Raps und. Rübsen haben sich in den bei­
    den - hauptsächlich Ölsaaten erzeugenden - Mitgliedstaaten unter-,
    schiedlich entwickelt (vgl . Anhang V, 3 ).
   In Frankreich , wo die Marktordnung erst zum Zeitpunkt der Ernte
   von 1955 errichtet wurde , ist ein allmählicher Anstieg dieser Prei­
   se festzustellen, die in den le.tzte.n Jahren bei 79»ö ffrs/ds , d.h.
    16,16 R"$/dz zum Stillstand gekommen sind.
           1 •
   In der BR Deutschland dagegen sind die erstmalig im Jahre 1954 auf
    75 DM/dz festgesetzten' Preise im Jahre 1958 auf 66 DM - was bei
   dem gegenwärtigen Umrechnungssatz 36,5 HS/lz entspricht - gesenkt wor­
   den . Diese Senkung des Erzeugerpreises in der BR Deutschland ist
   vor allem durch die Ertragssteigerung möglich geworden , die von
   16,7 dz je ha in den Jahren 1951 - 1953 auf 20,9 äz je ba bei den
   letzten drei Ernten gestiegen sind .
   Die Erzeugerpreise für Sonnenblumen haben sich in Frankreich bis
   i960 bei rund 45 ffrs/dz gehalten, sind dann aber rasch auf üa3
   derzeitige Preisniveau für Raps angestiegen ( 79,8 ffrs/d.u ) (vgl .
   Anhang V, 4) .             - .
          Der Verbrauch
          Die Ölsaaten werden in Form von öl verbraucht , uiid' dio Sub-
   stitu.tionstähigkeit der öle und Pflanzenfette untereinander ist
   ausgesprochen groß . Daher ist auch der Ölverbrauch der Gemein­
   schaft im allgemeinen Rahmen des Pflanzenfettverbrauchs zu unter­
   suchen . Legt man die außergewöhnlich guten Erträge der letzten
   Ernte ( 1965 ) in Höhe von 2.000.000 dz zugrunde , so - beträft die Ge-
   meinschaftserzeugung an Raps-, Rüb- und Sonnenblumenöl weniger
   als 9 $ des durchschnittlichen Verbrauchs der nicht zum Olivenöl
 ---pagebreak---                                Β ν
                              - 4 -
   gehörenden öle und Fettstoffe . Der Olivenölverbrauch , der ständig
   zunimmt , "betrug in den letzten Jahren schätzungsweise rund
   23.OCO.OOC dz .
. Die von der Gemeinschaft für die Wirtschaftsjahre 1955/56 bis
   1962/63 aufgestellten Bilanzen für öle und Fette zeigen , du3 lor
   Verbrauch an pflanzlichen Ölen und Fetten außer Olivenöl innerhalb d
   Gemeinschaft von 18 . 670.000 dz auf 21 . 780 . 000 dz gestiegen ist , d.h .
   die Zunahme betrug rund 3.000.000 dz ( Statistisches Amt der              ii-
   schen Gemeinschaften - Agrarstatistik - 1965 - ^r » 2 )
  Bei dieser Verbrauchszunahme entfallen rund 300.000 dz auf             das
  aus den in der EWG angebauten Raps–, Riib- und Sonnenblumensaaten
  gewonnen wurde .
  Die Verbrauchsausweitung ist somit hauptsächlich den Exporteuren
  der Drittländer zugute gekommen .
         Handelsverkehr
         Wie beim Verbrauch muß auch der Handelsverkehr mit Raps , Rüb-
 und Sonnenblumensaaten und –ölen im allgemeinen Rahmen der nicht
  zum Olivenöl gehörenden pflanzlichen Fettstoffe untersucht werden .
  Die Gesarotnettoeinfuhren der Mitgliedstaaten an diesen Fettstoffen
  sowohl in Form von ölen als auch von ölhaltigen Saaten und Früchten
  stiegen in der Zeit von 1955/56 bis 1962/63 von 16.730.000 da
  19.230.000 dz ( umgerechnet in Ölmengen) , d.h . um 2 . 500.000 dz .
 ---pagebreak---                             B 7
                          - 5 -
 Die ITettoeinfuhren dor Mitgliedstaaten an Raps-, Rüb- und Sonnen-
 blumensaaten und - ölen stiegen im gleichen Zeitraum trotz der Tro-
 duktionszunahme dieser Ölsaaten in Frankreich und in der Bundes­
 republik Deutschland von 250.000 dz in Jahre 1955/56 auf 1.13;.CC0
 im Jahre 1962/63 (umgerechnet in ölmengen ), d.h . um 900.0TC uü . In
den letzten drei Wirtschaftsjahren führte die Produktionssteigerung
innerhalb der EWG , vor allem der Produktionsanstieg bei Raps , zu
einem Einfuhrrückgang der Rapssaaten aus dritten Ländern , und im
Jahre 1964 waren die Raps- und Rüb-Saateneinfuhren zum ersten Male
niedriger als die Ausfuhren ( vgl . Anhang V,5 ). Die Ausfuhren sind
vor allem von Frankreich durchgeführt worden , das sich einmal wegen
seiner außergewöhnlich guten Rapsernte und zum anderen auf Grund
seiner gegenüber bestimmten Ländern der Frankenzone eingegangenen
Verpflichtungen zur Abnahme von Erdnüssen gezwungen sah , einen be­
trächtlichen Teil seiner Rapsernte auszuführen .
Sonnenblumenkerne und Sonnenblumenöl führt die Gemeinschaft nach
wie vor in Höhe von nahezu 90 v.H. ihres Bedarfs ein
       MarktorganisationsmaBnahmen
       Da der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
die gemeinsame Agrarpolitik noch nicht auf den Sektor der pflanz­
lichen Fettstoffe ausgedehnt hat , gelten nach wie vor die Bestim­
mungen der nationalen Marktordnungen .
Die Bundesrepublik Deutschland setzt für Raps und Rübsen einen
von den Käufern zu zahlenden Erzeugerpreis fest und gewährleistet
den Absatz der inländischen Produktion dadurch , daß sie bei dor
Herstellung von Margarine , zubereiteten Fetten und Speiseöl die
Verarbeitung des aus diesen Saaten gewonnenen Öls zur Auflage macht .
 ---pagebreak---                                  E V
                                - 6 -
      In Frankreich ist für eine bestimmte Monge von Raps und Rübsen
      ebenfalls ein Erzeugerpreis festgesetzt 5 die Höchstgrenze wurde
      jedoch nur 1964 erreicht . Dieser Preis wird den Erzeugern durch
      die Kontrolle der Ein- und Ausfuhren von Speiseöl gesichert , dio
      von einer mit dieser Aufgabe betrauten Societe interprofescionnolle
      durchgeführt -wird .
      Für die Erzeuger von Sonnenblumenkernen sind in Frankreich die
      gleichen Maßnahmen wie für den Raps- und Rübsenanbau getroffen
      worden .
      HÖH"] DTgR 05reiINSA?-EN PREISE ^ÜR 1967 /6$.
     Von der Kommission vorgeschlagene Marktorganisation
10 .         Der Kommissionsvorschlag an den Rat sieht die Festsetzung
     eines Zielpreises und eines Interventionspreises für die inner­
     halb der Gemeinschaft erzeugten Raps-, Rüb- und Sonnenblumensaa–
     ten vor , und da sämtliche Saaten und öle zum Weltmarktpreis ein­
     geführt werden können und für Ölsaaten sogar Zollfreiheit besteht ,
     sollen die in der Gemeinschaft erzeugten Ölsaaten ebenfalls zum
     Weltmarktpreis abgesetzt werden , wobei den Käufern eine Beihilfe
     in Höhe des Unterschieds zwischen dem Zielpreis und dem Weltmarkt-
     preis gewährt wird .
     Der Vorschlag für einen gemeinsamen Freis ist unter Zugrundele-
     gung der von der Kommission vorgeschlagenen Regelung ausgearbei­
     tet worden | im vorliegenden Vorschlag wurde der Differenzbetrag
     zwischen dem Erzeugerpreis und dem Zielpreis auf 1,6 HE/dz 12 er­
     setzt . Da zur Festsegung der Zielpreise noch keine Kriterien voiw
     liegen , wurde dieser Preis auf Grund einer Schätzung ermittelt
     ( vgl . Tabelle Seite 8 ).
                                                                •••/•••
 ---pagebreak---                                     TV
                                 - 7 -   '
      Preisrelatiori .     '
11 . Die deutschen und französischen Rapspreise unterscheiden sich ge­
      genwärtig nur unwesentlich voneinander , da der französische Preis
      nur zu 3 v.H. unter dem deutschen Preis liegt ; daraus ergibt sich
      ein ungleiches Verhältnis von Rapspreis zu Getreide- und Zucke rrü-
      benpreis in "beiden Mitgliedstaaten , das in Frankreich für den
      Raps günstiger als in Deutschland ausfällt (vgl . Anhang V , 2 und 3 ).
      So hat sich insbesondere das Verhältnis Rapspreis zu Weizenpreis
      in den beiden Ländern wie folgt entwickelt »
                               .v                  '   (Weizen « l )
                                                        111 '
                                           Deutschland      I Frankreich
                                                            τ
             1951/52 - 1953/54                  1,70      ,            –  '
             1957/58 - 1959/60                 '1,68                  1,81
             1960/61                            1,54                  1,99
             1961/62                            1,53 :         \· : · 2,00
             1962/63 ..                         1 » 53                !, 94 ,
             1963/64    . , .   ; ,   '         1,52 .                1,89
             1964/65                            1,52               . 2,02
     Die Festsetzung gemeiiisamer Preise wird zwangsläufig zu einer Än­
     derung. dieser Preisrelationen führen , und zwar in Frankreich auf
  / Kosten und -in Deutschland zugunsten des Rapspreises .
      In Frankreich , das zur Zeit übrigens wichtigster Raps- und einzi-
  , ger Sonnenblumenerzeuger ist , werden sich voraussichtlich sowohl
      der Weizen- als auch der Zucke rrübenpreis erhöhen , während in
     Deutschland eine Verringerung .dieser beiden Preise eintreten wird .
  . Außerdem ist darauf hinzuweisen , daß die in Frankreich seit 1961
     und in Deutschland seit 1959 bestehenden Relationen zwischen dem
     « ♦  * ».
                                                                * • •/ • • •
 ---pagebreak---                                 3 V
                                - 8 -
 Rapspreis und dem Preis der beiden anderen vorgenannten Kulturen
  ( VJeizen und Zuckerrüben ) zur Folge hatten , daß der Rapsanbau in
 Frankreich verhältnismäßig stark und in Deutschland trotz allem
 bis zu einem gewissen Grad zugenommen hat .
 Das Verhalten der französischen und deutschen Erzeuger ist zweifel­
 los auch von preisfremden Faktoren - wie z.B. Steigerung des Hektar­
 ertrages im Rapsanbau in beiden Staaten und gewisse Beschränkung der
 bei den Hauptkulturen gewährten Preisgarantien - beeinflußt wordon ,
 doch werden diese Faktoren im Jahre 1967/68 nicht mehr dieselbe
Bedeutung haben . Deshalb ist damit zu rechnen , daß die Landwirte
nach Einführung gemeinsamer Preise dazu neigen werden , solche Pro-
duktionsrichtungen einzuschlagen , bei denen sich je Hektar Anbau*
fläche die höchste Einkommenasteigerung bzw . die kleinste Einkorn–
mensminderung gegenüber dem voraufgegangenen Zeitraum ergibt , so­
weit dies aus agrartechnischen Gründen möglich ist .
Höhe des gemeinsamen Zielpreises für Raps– und Rübsaaten
Würde also für 1967/68 der Rapspreis so festgesetzt , daß den Erzeu­
gern im wesentlichen das gleiche Einkommen gesichert würde , wie sie
jetzt erzielen können - dies entspräche einem Durchschnittsverhält-
nis Raps/Weizen von ungefähr 1,75 : 1         so hätte dies einen fühl­
baren Rückgang der Rapserzeugung in Frankreich zur Folge , der durch
die Produktionssteigerung in Deutschland und eine gewisse Ausbrei­
tung des Rapsanbaus in den Beneluxl ändern nur teilweise aufgewogen
würde . VRirde andererseits auf Grund der finanziellen Belastungen
für den Absatz von Produktionsüberschüssen solcher Erzeugnisse
( insbesondere Weizen ), an deren Stelle Raps angebaut werden kann
(vgl . Anhang V, 7 )> und mit Rücksicht auf im Vergleich zu dem wach­
senden Verbrauch sehr geringen Umfang der Produktion von Ölsaaten
in der Gemeinschaft der Rapspreis auf eine Höhe festgesetzt , daß die
 ---pagebreak---  franzöaisohen Erzeug3i* e4rio-Ei akoAunenss tejgerung, .j£-„ . injndo s tens in
 der gleichen Größenordnung wie beim französischen Weizenanbau au er­
 warten hätten – dies entspräche einer Durchschnittsrelation Raps–
 preis/weizenpreis von rund 1,90 : 1 -, so würde dies eine Pro­
 duktionssteigerung in Deutschland und in den Beneluxl ändern aus­
 lösen , die die Ziele der Ratsentschließung vom 23 » Dezember 1963
 beeinträchtigen könnte und innerhalb der Gemeinschaft Absatzpro–
 bleme aufwerfen würde , da die Absatzmöglichkeiten für Rapsölkuchon
 beschränkt sind .
 Zusammenfassend ist festzustellen , daß die verschiedenen Kulturen ,
 die hinsichtlich der Produktion miteinander kunkurrieren , insgesamt
 ihren jeweiligen Produktionsanteil nur dann halten können , wenn der
.Rapspreis auf einem Niveau festgesetzt wird , das zwischen den beiden
 vorgenannten Extremen liegt . Der Vorschlag der Kommission trägt
 dieser Notwendigkeit Rechnung . Mit ihm wird ein mittleres Proisver-
 hältnis Raps/Weizen von rund 1,8*1 j 1 eingeführt . Dies Entspricht
 bei Raps einem Erzeugerpreis von 17 RE/dz , woraus sich , wie nach-
       k
 stehende Übersicht zeigt , ein Zielpreis von 18,6 RE ergibtt
                                  ( Rechiïùngseiûheiten je dz )
 1 . Erzeugerpreis 1967/68                                      17 ,0
 2 . Spanne für die Umrechnung in Groß­
     handelspreise                                               0,4
 3 . Interventionspreis                               T. . . '"17 , 4
 4 « Spanne zwischen Zielpreis und
     Interventionspreis                                          1,2
 5 . Zielpreis                                                  18,6
 ---pagebreak---                                    E V
                                 - 10 -
        Hohe des gemeinsamen Zielpreises für So nnenblumenkerne
 13 . Bezüglich der Sonnenblumenkerne wird vorgeschlagen , den gleichen
        Zielpreis und den gleichen Interventionspreis wie für Raps und
       Rübsen anzunehmen .
       PREIS7lTOERTOJGSU AUF GRUHD DES VORSCHLAGS FÜR DEN OEMSINSMEK'
       PREIS
       Erzeugerpreis
14« Vergleicht man die derzeitigen Erzeugerpreise in Frankreich uni
       in Deutschland mit den Preisen , die für das Wirtschaftsjahr
       I967/68 garantiert werden , eo ergeben sich folgende Erhöhungen :
     1
     1                         Gegenwärtige r Vorschlag der  Steigerung
     ι
                               Erzeugerpreis Kommission          l Q b7
                                              für 1967 /68  RE / dz v.H.
     iDeutscnland                  16,68         17,0       0,32        1,9
     Frankreich                    16,16         17,0       0,84        5,1
     Ve rbrauche rpre 1 se
15 . Auf Grund der vom Rat beschlossenen Regelung direkter Produktions-
     beihilfen hat die Höhe der gemeinsamen Preise keinen Einfluß auf
     die Verbraucherpreise , die sich nach den Weltmarktpreisen richten .
 ---pagebreak---                                 B VI,.
                                    A. .
                           ; OLIVENÖL !
MALYSS, DIJR JvuiRKTLi'vG^i-         .   -
Erzeugung
       Die Qlivenölerzeugüng der Gemeinschaft konzentriert sich auf
Italien , vor allem auf den südlichen Teil des Landes , und auf Frank­
reich , wo jedoch die Ol i venöle rzeugurig im Durchschnitt nur noch
12.00C dz/jahr beträgt .
Die besonderen -Merkmale des Ölbaums , der erst nach mehreren Jahren
die erste Ernte abgibt , jedoch mitunter über ein Jahrhundert lang
Frucht trägt , lassen keinen raschen Wechsel des Baumbestandes zu .
Die Entwicklung der Olivenölerzeugung hängt kurzfristig nur wenig ,
mittelfristig jedoch stärker von der Verbesserung der Anbaumethoden
und von der Regeneration des Baumbestandes ab .
Kurzfristig spielt der klimatische Faktor eine entscheidende Rolle
bei den Schwankungen der italienischen Ernten , deren Ausmaß und
Unregelmäßigkeit nicht durch Veränderungen der Anbaumethoden , Prei­
se oder Anbauflächen erklärt werden können . Die Produktionssteige­
rung', die 'sich offenbar aus der nachstehenden Übersicht ablesen
läßt , ist auf die drei seit I96I verzeichneten außergewöhnlich gu­
ten Ernten zurückzuführen , namentlich auf die Ernte des Jahres 1964 »
der allerdings 1965 eine nur mittelmäßige Ernte folgte ."
Da diese Schwankungen keine langfristigere Tendenz erkennen lassen ,
wurden für den betreffenden Zeitraum keine Produktionsindizes er­
rechnet .
 ---pagebreak---                              B VI
                            - 2 -
Tabelle lj     Olivenölerzeugung in Italien 1959 - 196 ?
                                                     in 1.000   dz
    Jahr       Erzeugung      Jahr    Erzeugung    Jahr     Erzeugung
    1951          2020        1956       2030      I96I          425O
    1952          3980        1957       I94O      I962          4380
    1953          2240        I958       3940      1963          3400
    1954          3920        1959       2920      1964          5850
    1955          3190        I960       318O      1965 ■        3200
Durchschnittliche Erzeugung der betreffenden 15 Jahre = 3360
Tabelle 2 :   Ölbaum-Anbauflächen in Italien 1948 - 1963
                                                         m 1.000 na
                              I948      I95I       1957        1963
 Sonde rkultur                854        861        893          899
 Mischkultur               1.436       1.449      1.340       I.39I
         insgesamt         2.290       2.310      2.233       2.290
Preise
       In Italien werden die Erzeugerpreise nicht von der Regierung-
festgesetzt , sondern bilden sich frei , wenn auch unter starkem
Schutz . Sie weisen eine steigende Tendenz auf , wie aus der nachste­
henden Übersicht hervorgeht , der die Preise auf dem wichtigsten
Markt in Apulien zugrunde liegen ; diese Region stellt 27 v . H. der
italienischen Erzeugung .
 ---pagebreak---                                   B VI
                                     ϊ ^ '   .
                                 - 3 -
    Tabelle 3 :   Mittelwerte und Indizes für Zeiträume von jeweils
                 drei Jahren in der Hauptproduktionszone in Apulien
        ., , ^                     ■: 1959 - 1965
                                            •; .          ,        in EE/dz
                     EXTRA-VERG IKE          SEMIFIUO VERGINE ?          LAMPANTE
                   Mittel-                      Mittel-            Mittel-
                               Index                        Index               Index
                   wert                        wert                wert
     1959 - 1961     87,6       100       '        81,9      "Ì00   1 71,5      100
     1960 - 1962     88,6       101                82,9       101      74,0     103
     1961 - 1963     95,9 '     109                89,5       109      82,0     115
     1962 - 1964    105,2       120              . 92,6 .     113    . 84,2     118
     1963 - 1965    116,4   '
                              . 133                96,7       118 . 85,3        119
   In den übrigen Mitgliedstaaten bilden sich die Preise frei auf der
   Grundlage der Weltmarktpreise , die in den letzten jähren um mehr
   als ein Drittel unter den italienischen Preisen lagen . Die Verbrau-
   cherpreise sind dort jedoch sehr hoch , da auf den einzelnen Ver-
   marktungsstufen - offenbar wegen der geringen Umsätze - große Han-
   delsspannen erhoben werden ( vgl . Anhang VI , l ).
   Verbrauch
          Italien ist auch der wichtigste Verbraucher von Olivenöl in­
   nerhalb der Gemeinschaft } auf . alle änderen Mitgliedstaaten entfal­
   len nur etwa 5 v.H. des GesamtVerbrauchs (vgl . Anhang VI , 2 ).
• Naph der von der Gemeinschaft aufgestellten öl- und Fettbilanz
 . stieg.der VQrbrauch von ,2.790.000 dz im Jahre 1955/56 um über
   2.0Q0.000 dz auf 5*020.000 dz im-Jahte 1962/63 ( SAEG, Agrarstatistik,
   1965 , Nr. 2 ).
 ---pagebreak---                            B VI
                           - 4 -
Dieser Anstieg ist auf die Zunahme der Bevölkerung und des pro-
Kopf-Verbrauchs zurückzuführen . Die gleiohe Tendenz ist "bei
übrigen pflanzlichen oder tierischen Fetten zu beobachten , bei
denen der Verbrauch prozentual sogar noch stärker zunahm als bei
Olivenöl .
Das Olivenöl konnte jedoch nur deshalb von der allgemeinen Ver­
brauchte rhöhung profitieren , weil die italienische Regierung Maß­
nahmen zur Organisation des Marktes getroffen hat .
In den übrigen Mitgliedstaaten ist der Olivenölverbrauch sehr ge­
ring , außer in Frankreich , wo er auch weiterhin eine gewisse Be­
deutung hat , ohne daß jedoch ein© merklich steigende oder sinkende
Tendenz zu erkennen wäre .
Außenhandel
       Auch im Außenhandel ist Italiens Anteil sowohl bei der Ein­
fuhr als auch bei der Ausfuhr überwiegend .
Die je nach dem Umfang der einheimischen Erzeugung schwankenden
Einfuhren sind seit 1959 stark gestiegen und haben sich von 570.000 d
 auf 1.280.000 dz im Jahre 1963 erhöht . 1964 sanken die Ein­
fuhren vorübergehend wegen der außergewöhnlich guten Ernte dieses
Jahres auf den Stand von 1959       Die Ausfuhren schwankten wenig
und hielten sich zwischen 80.000 und 140.000 dz .
Be i allen anderen Mitgliedstaaten bewegten sich die Einfuhren von
1956 bis 1964 zwischen insgesamt 220.000 und 280.000 dz ; 1963 war
wegen des geringen Angebots auf dem Weltmarkt und der daraus fol­
genden Preissteigerung ein merklicher Rückgang zu verzeichnen .
 ---pagebreak---                                B VI
                             - 5 -
  Maßnahmen zur Organisation das Marktes
          Da der Rat die gemeinsame Agrarpolitik noch nioht auf pflanz­
  liche Fette ausgedehnt hat , gelten in Italien , dem einzigen Land mit
  einer Marktorganisation für Olivenöl , auch weiterhin die nationalen
  Marktordnungsmaßnahmen .
  Das Einkommen der italienischen Olivenölerzeuger ist zur Zeit nicht
  durch ein System von garantierten Preisen gesichert , sondern durch
  eine Reihe von Maßnahmen an der Grenze und auf dem Inlandsmarkt .
  Diese * Maßnahmen bestehen in der Erhebung eines festen Herstellungs–
  öteuerbetrages auf sämtliche Saatöle sowie einer sogenannten Koppe-
  lungsahgabe auf die Einfuhren von Olivenöl , Saatölen und Ölsaaten .
  Diese Abgabe , deren Höhe sich nach den einzelnen Erzeugnissen rich­
  tet , kann je nach Bedarf geändert werden und hat zur Folge , daß der
  Preis für eingeführtes Olivenöl dem für das einheimische Olivenöl
  angestrebten Preis angeglichen wird , und daß ferner der Saatölpreis
  auch weiterhin in einem bestimmten Verhältnis zum Preis für Oliven­
  öl bleibt , damit letzteres abgesetzt werden kann .
  HÖHE DES G3MEINSAMEÜT PREISES FÜR I967 / 68
                                    •       •
  Von der Kommission vorgeschlagene Marktorganisation
          Der Vorschlag der Kommission , der zur Zeit dem Rat vorliegt ,
  sieht die Festsetzung eines Zielpreises , der dem Erzeuger ein an–
. gemessenes Einkommen sichern soll , sowie eines Richtpreises vor , der
 ---pagebreak---                                B VI
                              - 6 -
    den Absatz dieses Erzeugnisses unter Berücksichtigung- der Preise
    der Konkurrenzerzeugnisse ( Saatöle ) ermöglichen soll .
    Liegt der Richtpreis unter dem Zielpreis , so wird den Erzeugern
    eine Beihilfe in Höhe des Preisunterschiedes gewährt .
    Aus dem Richtpreis ergibt sich ein Interventionspreis , der den Er­
    zeugern die Möglichkeit geben soll , ihre Produktion zu einem mög­
    lichst nahe am Richtpreis liegenden Preis abzusetzen .
8 . Dar im vorliegenden Dokument enthaltene Vorschlag für
    einen einheitlichen Preis    für Olivenöl betrifft lediglich den
    Zielpreis , an dem die Erzeuger allein interessiert sind . Die Fest­
    setzung des Richtpreises hängt zudem von den Preisen der Konkurrenz-
    erzeugnisse ab , deren Höhe im Jahre 1967 zur Zeit zahlenmäßig nicht
    erfaßt werden kann .
    Die nachstehende Hypothese für einen gemeinsamen Preis wurde auf
    der Grundlage des von der Kommission vorgeschlagenen Systems ent­
    wickelt . Dar 3otrag , um welchen der Erzeugerpreis zu er­
    höhen ist , damit man den Zielpreis erhält , wurde auf 8,5 Rü/dz xast-
    gesetzt . Da der Rat noch nicht bestimmt hat , von welchen Berech­
    nungsgrundlagen bei der Festsetzung des Zielpreises auszugehen ist ,
    handelt es sich dabei um einen geschätzten Betrag .
    Niveau des gemeinsaaen Zielpreises für Olivenöl
9«        Anders als bei Erzeugnissen , die jedes Jahr neu angebaut
    werden , würde der Zielpreis nur dann eine kurz- und mittelfristige
    Änderung der Erzeugungshöhe bewirken , wenn er zu niedrig wäre ,
    denn in diesem Falle würde er die Erzeuger veranlassen , in einigen
                                                                •••/•••
 ---pagebreak---                            B VI
                          - 7 -
Olbaumhainen die Ernte nicht einzuholen . Der Zielpreis hat auch
 keinen Einfluß auf den Verbrauch , für den vielmehr der Richtpreis
maßgeblich ist , der infolgedessen auch den Umfang des Olivenöl-
austausches mit dritten Ländern bestimmt .
Um die Bedeutung des Olivenöls für das landwirtschaftliche Ein­
kommen bestimmter Regionen Italiens , in denen es über 20 v.H. des
Gesamtwertes der landwirtschaftlichen Erzeugung' darstellt , und um
die gegenwärtige Kaufkraft seines Preises zu erhalten , und in An­
betracht der steigenden Tendenz , welche die Entwicklung der Oliven–
ölpreise in Italien erkennen läßt ( diese Tendenz ist auch in Spa­
nien , dem wichtigsten Olivenölerzeuger der Welt , zu beobachten -
vgl . Änhang VI , 3 ), sowie der Lohnentwicklung in der Landwirt­
schaft Süditaliens ( die Lohnkosten machen über 50 v.H. des Geste-
hungspreises für Olivenöl aus - vgl . Anhang VI , 4 )» dürfte der
Zielpreis für die Qualität .Semifino Vergrne' 3° 'nicht weniger als
111 Rj/dz be tragen . Dieser Betrag ergibt sich aus der Frojektion
der gegenwärtigen Preistendenz dieser Qualität bis 1967 * Diese
Preistendenz ist zwar weniger ausgeprägt als bei den anderen Qua­
litäten , wurde jedoch deshalb gewählt , weil Semifino Vergine 3°
den größten Teil des unmittelbar für den Verzehr bestimmten Oliven-
öls ausmacht .
 ---pagebreak---                                 B VI
                                - 8 -
11 . Während, der letzten sechs Wirtschaftsjahre kann die Auftriebs ton–
     denz des Preises für Olivenöl Semifino Vergine 3° Säuregehalt
     auf 3 v.H. jährlich "beziffert werden (vgl . Tabelle 3 ). Wird diese
     Wachstumsrate "beibehalten , so ergäbe dies für 1967/68 einen Preis
     von 102,5 RE/dz (entspricht 1,06 x dem Preis von 96,7 RE , der wäh­
     rend des Zeitraums von 1963/65 festgestellt wurde ).
         Grundlagen für die Festsetzung des Zielpreises für Olivenö l
                 ( Qualität Semifino Vergine 3° Säuregehalt )
                                                                 RE/ dz
     Erzeugerpreis gemäß Preistendenz                            102,5
     Umrechnungsspanne Erzeuger­
     preis/Großhandelspreis                          1,5 )
     Sonstige in dem Verordnungsvor-                       )       g _
     schlag ( Artikel 5 ) vorgesehene                      )         '
     Spannen                                         7>0 )
                                         Zielpreis :             111
     ÄNDERUNGEN DER PREISE , DIE SICH AUS DER GEMEINSAMEN PHSISHTPOTISSB
     ERGEBEN
     Erzeugerpreis
12 . Der Vergleich zwischen dem von dem Olivenölerzeuger während des
     Zeitraums 1963 - 19 <*5 erzielten Preis ( 96,7 RE/dz ) und dem Preis ,
     der ihm für 1967/68 ( 102,5 RE ) gesichert wird, entspricht einer Er­
     höhung von 5,8 RE/dz ; das sind 6 v.H. Es ist jedoch festzustellen ,
     daß während der ersten 11 Monate des Jahres 1965 der mittlere Er­
     zeugerpreis in Bari 102,7 RE/dz für Olivenöl Semifino Vergine 3°
     betragen hat .
     Verbraucherpreis
13 . Die Höhe des gemeinsamen Zielpreises wirkt sich nicht auf die Ver-
     braucherpreise aus , die sich vielmehr auf der Grundlage des Richt­
     preises bilden , der wiederum vom Rat entsprechend den preisen für
     die mit Olivenöl konkurrierenden öle festgesetzt wird .
 ---pagebreak---      VORSCHLAG DER KOMMISSION FÜR EINE ENTSCHLIESSUNG DES RATES
     über die gemeinsamen Preise für Milch und Milcherzeugnisse ,
     Rindfleisch . 3eis , .Zucker , Fette und Olivenöl
DER RAT DER EUROPAISCHEN WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT ,
gestützt auf den Vorschlag der Kommission ,
in Erwägung nachstehender Gründe ;
Der Rat hat durch seinen Beschluß vom 15 « Dezember 1964 das gemeinsame
Niveau der Getreidepreise für das am 1 « Juli 19&7 beginnende Getreide-
wirtschaftsjahr festgesetzt .
Es erscheint notwendig , für die anderen landwirtschaftlichen Haupterzeug-
nisse die Anwendung einer gemeinsamen Preisregelung für jedes einzelne
Erzeugnis für das nach dem 1 . Juli 196?. beginnende Wirtschaftsjahr vor­
zusehen .
Die gemeinsame Landwirtschaftspolitik hat insbesondere zum Ziel , einer­
seits der landwirtschaftlichen Bevölkerung eine angemessene Lebenshaltung
zu gewährleisten , die Versorgung sicherzustellen und andererseits für
die Belieferung der Verbraucher zu angemessenen Preisen Sorge zu tragen «
Es ist angebracht , im Zuge der Handelspolitik der Gemeinschaft eine
Preispolitik zu vermeiden , die die harmonische Entwicklung des Welthandels
in Frage stellen könnte . Daraus folgt , daß die für die Gemeinschaft
gültigen Preise dieser Erzeugnisse in dem Wirtschaftsjahr , das nach dem '
1 . Juli 1967 beginnt , unter Berücksichtigung der Bedeutung eines jeden
der vorstehend aufgeführten Ziele und unter Berücksichtigung der Not­
wendigkeit , eine ausgeglichene Beziehung zwischen den Preisen dieser
Erzeugnisse aufrecht zu erhalten , festgesetzt werden müssen .
kommt über folgende Grundsätze überein :
 ---pagebreak---                               - 2 -
 I«       Ein System geraeinsamer Preise wird für Milch , Milcherzeugnisse ,
•Rindfleisch , Reis , Zucker und Ölfrüchte nach dem 1 . Juli 1967 mit dem
Beginn des für das jeweilige Erzeugnis maßgeblichen Wirtschaftsjahres
angewendet .
 II »     Die Preise der genannten Erzeugnisse werden für dieses
 Wirtschaftsjahr wie folgt festgesetzt :
Milch und Milcherzeugnisse
Der für die Gemeinschaft gültige Richtpreis für Milch wird fest­
 gesetzt auf 9,5 Rechnungseinheiten je 100 kg für Milch mit
 3,7 % Fettgehalt ab Hof .
Die Schwellenpreise für die verschiedenen Milcherzeugnisse werden
 wie folgt festgesetzt :
          Erzeugnis                      RE/100 kg
          Gruppe Nr .   1                  21,50
          Gruppe Nr .   2                 100,75
          Gruppe Nr .   3                  51,25
          Gruppe Nr .   if                 ^5,50
          Gruppe  Nr . 5                   61,00
          Gruppe  Nr . 6                  131,00
          Gruppe  Nr . 7                  186,25
          Gruppe  Nr . 8                  146,00
          Gruppe  Nr . 9                  120,75
          Gruppe  Nr . 10                 114,00
          Gruppe  Nr . 11                 118,00
          Gruppe  Nr . 13                  40,25
          Gruppe  Nr . 14                 191,25
          Cheddar                         131,25
          Tilsiter                        120,75
                                                                 • • •/ • • *
 ---pagebreak--- Der für die Gemeinschaft gültige Interventionspreis für frische Butter
erster Qualität wird festgesetzt auf 176,25 Rechnungseinheiten je 100 kg .
Rindfleisch
Der für die Gemeinschaft gültige Orientierungspreis für Rinder wird
festgesetzt auf 66,25 Rechnungseinheiten je 100 kg Lebendgewicht .
Der für die Gemeinschaft gültige Orientierungspreis für Kälter wird
festgesetzt auf 89,50 Rechnungseinheiten je 100 kg Lebendgewicht .
Diese Preise entsprechen den Preisen der mittleren Qualität , die sich
ergehen , indem die Preise der verschiedenen Qualitäten von in der Ge­
meinschaft erzeugten Rindern und Kälbern einerseits mit den im Anhang
III der Verordnung Nr . I4/64/EWG aufgeführten Koeffizienten und anderer­
seits mit den Koeffizienten multipliziert werden , die die Bedeutung des
Rinderbestandes jedes Mitgliedstaates zum Ausdruck bringen.
Hinsichtlich der Rinder ist der obengenannte Orientierungspreis gleich
einem Preis von 69 Rechnungseinheiten je 100 kg Lebendgewicht ; er ent­
spricht dem Preis der ersten Qualität , der sich ergibt , indem die Preise
der nachstehend aufgeführten Qualitäten mit Koeffizienten multipliziert
werden , die die Bedeutung des Rinderbestandes jedes Mitgliedstaates zum
Ausdruck bringen .
Die zu diesem Zweck herangezogenen Qualitäten sind folgende :
            Belgien           boeufs und génisse 55 7>f
            Deutschland       Bullen und Färsen As
            Frankreich        boeufs und vaches erster Qualitâts
            Italien           buoi und vacche erster Qualitats
            Luxemburg         taureaux , boeufs , vaches und génisses AA
            Niederlande       slachtrunderen lste kwaliteit .
Reis
- Der -für die Gemeinschaft gültige Grundrichtpreis für geschälten Röxe
wird festgesetzt auf 18,12 Rechnungseinheiten je 100 kg.
 ---pagebreak---                                    - 4 -
Dieser Preis wird in der Einkaufsphase des Großhandels für in das Lager­
haus Duisburg , den Handelsplatz der Zone mit dem größten Zuschußbedarf
der Gemeinschaft , verbrachte nicht entladene Ware festgesetzt .
Der für die Gemeinschaft geltende Schwellenpreis für geschälten Reis
wird auf 17,78 Rechnungseinheiten je 100 kg festgesetzt .
Dieser Preis gilt für die Standardqualität von geschältem Reis , wie sie
sich aus der Anwendung des Artikels 17 der Verordnung Nr . I6/64/EWG er­
gibt .
- Die Interventionspreiso für Rohreis ( Paddy-Reis ) werden festgesetzt
auf 12,30 Rechnungseinheiten je 100 kg für Arles und auf 12,00 Rechnungs-
einheiten je 100 kg für Vercelli .
Diese Intervent ionspreise gelten in der Einkaufsphase des Großhandels
für in das Lagerhaus verbrachte nicht entladene Ware .
Diese Preise gelten für die Standardqualität Rohreis ( Paddy-Reis ) , wie
sie sich aus der Anwendung des: Artikels 18 der Verordnung Nr . I6/64/EWG
ergibt .
Die Intervent ionspreise für die anderen wichtigen Handelsplätze der Pro­
duktionsgebiete werden später festgesetzt .
Zucker
Der für die Gemeinschaft gültige Richtpreis für Weißzucker wird fest­
gesetzt auf 21,94 Rechnungseinheiten je 100 kg.
Der für die Gemeinschaft gültige Intervent ionspreis für Weißzucker wird
festgesetzt auf 20,84 Rechnungseinheiten je 100 kg.
Diese Zuckerpreise gelten für Standardqualität , Handelsstufe ab Fabrik ,
unverpackt , verladen nach Wahl des Käufers .
Der für die Gemeinschaft gültige Mindestpreis für Zuckerrüben wird fest­
gesetzt auf 16,50 Rechnungseinheiten je Tonne .
 ---pagebreak---                                     - 5 -
Jter Zuckorrübenpreie gilt für einen Zuckergehalt von 16 > auf der Stufe
der Anlieferung in der Sammelstelle ,
Olivenöl und andere Ölfrüchte
- Der für die Gemeinschaft gültige Zielpreis für Olivenöl wird festgesetzt
auf 111,00 Rechnungseinheiten je 100 kg.
Dieser Preis gilt für mittelfeines Jungferncl mit 3° Säuregehalt .
- Die für die Gemeinschaft gültigen Zielpreise für Raps , Rübsen und Sonnen-
blumenkerne werden festgesetzt auf 18,60 Rechnungseinheiten je 100 kg .
Die für die Gemeinschaft gültigen Intwrventionspreise für Raps , Rübsen und
Sonnenblumenkerne werden festgesetzt auf 17 » 40 Rechnungseinheiten je 100 kg .
Diese Preise gelten für Saat , unverpackt , von gesunder und handelsüblicher
   : chaffenheit
       - mit 2 $ Unreinigkeit und in dieser unveränderten Saat 43 % Öl und
         9 i° Feuchtigkeit "bei Raps und Rübsenj               ;
       - mit 2 % Unreinigkeit und in dieser unveränderten Saat 41 % Öl und
         9    Feuchtigkeit bei Sonnenblumenkernen .
III .    Die unter Punkt II genannten Preise gelten ausschließlich Steuern ;
und fordert die Kommission auf , ihm rechtzeitig Vorschläge zu unterbreiten ,
um diese Grundsätze zu verwirklichen .
 ---pagebreak---                 VORSCHLAG DER KOMMISSION' FÜR
                            eine
                    ENTSCHLIESSUNG DES RATS
           über gewisse besondere Maßnahmen für Zucker
DER RAT DER EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT ,
auf Vorschlag der Kommission ,
in Erwägung nachstehender Gründe *
Die Zuckererzeugung der Gemeinschaft hat in den letzten Jahren den Zucker-
verbrauch mehrfach übertroffen . Es ist nicht auszuschließen , daß die Er­
zeugung künftig stärker als bisher die Absatzmöglichkeiten in der Gemein­
schaft übersteigen wird .
Angesichts der Uberschüsse auf dem Weltmarkt stünde der Export großer Über­
schüsse aus der Gemeinschaft dem gemeinsamen Interesse zur harmonischen Ent­
wicklung des Welthandels entgegen . Außerdem würde der EAGFL sehr stark be­
lastet « Um die Erzeugung auf die Absatzmöglichkeiten auszurichten , ist es
geboten , besondere Maßnahmen einzuführen , die aber erst dann angewandt wer­
den , wenn sich ein mangelndes Gleichgewicht in der Entwicklung von Erzeugung
und Verbrauch zeigt .
Zu diesem Zweck empfiehlt es sich , eine Grundquote der Erzeugung vorzusehen ,
die etwa der gegenwärtigen Zuckererzeugung entspricht und für die zunächst
eine vollständige Preis- und Absatzgarantie gewährt wird . Um einer Über­
produktion entgegenzuwirken , ist es angebracht , zugleich die Preis- und Ab-
satzgarantie für diejenigen Mengen auszuschließen , die eine Höchstgrenze über­
schreiten . Bei diesen Voraussetztingen kann eine regionale Spezialisierung
der Erzeugung sichergestellt werden , wenn eine Produktionsabgabe vorgesehen
wird , die zunächst nur von den Erzeugern der Menge , die über die Grundquote
innerhalb der Höchstgrenze hinausgeht , später teilweise von allen Erzeugern
der Gemeinschaft erhoben wird .
 ---pagebreak---                                      - 2 -
 Die Zuckerrübenerzeugung und. die Zuckererzeugung in Italien befinden sich
durch das med iterrane Klima und - was die Zuckerrübenerzeugung anbetrifft
durch einen Rückstand in der Anwendung rationeller Produktionsmethoden in
einer nachteiligen Situation . Es erscheint daher angebracht , eine Beihilfe
möglichkeit vorzusehen .                  '
Die Bestimmungen über den EAGFL , dessen Einschaltung für die Preisgarantie
unerläßlich ist , sind für die französischen überseeischen Departements
noch nicht anwendbar . Da die Zuckererzeugung dieser Gebiete für die Wirt­
schaft. besonders bedeutsam ist , ist es geboten , die Anwendbarkeit der Be­
stimmungen über die Abteilung Garantie des EAGFL auf die genannten De­
partements auszudehnen -
kommt über folgende Grundsätze überein t
 ---pagebreak---  1 . Die Voraussetzung für die Arrwennun^_-djer_Bestiirainiiigeii>_Jwa3jclie--d±e Prais»-
     uncL Absatzgarantie einschränken , istl
     - vom Zuckerwirtschaftsjahr 1968/69 an , daß die Erzeugung 1967/68 115 v .H.
        des Verbrauchs überschreitet ,
     - vom Zuckerwirtschaftsjahr 1969/70 an, daß die Produktion im Durchschnitt
        der Jahre 1967/68 und 1968/69 110 v.H. des Verbrauchs überschreitet ,
     - von einem der folgenden Zuokerwirt schafts jähre an wird bis zum Zucker-
       wirtschaftsjahr 1977/78 , daß die Produktion im Durchschnitt der jeweils
        letzten drei Zuckerwirtschaftsjahre 110 v.H. des Verbrauchs überschreitet »
2 . Für jeden Zuckerhersteller in der Gemeinschaft (einschließl . DOM) wird eine
     Grundquote festgelegt . Sie entspricht seiner durchschnittlichen Zuckerpro-
     duktion in den Zuckerwirtschaftsjahren 1961/62 bis 1965/66 . Für diese
     Grundquote gilt die gemeinsame Preis- und Absatzgarantie ohne Einschränkung
     bis einschließlich 1972/73 und mit der in Ziffer 5 gemachten Einschränkung
     bis 1977/78 .
3 . Ausgehend von der Grundquote wird eine Höchstgrenze bestimmt , bis zu wel­
     cher der Absatz frei ist und die Interventionspflicht gilt . Diese Höchst­
     grenze beträgt bis 1970/71 für jeden Hersteller 135 v.H. seiner Grund-
     quote . Sie kann jährlich der tatsächlichen Erzeugungs- und Verbrauchsent-
     wicklung angepaßt werden . Für die folgenden Zuckerwirtschaftsjahre bis
     1977/78 wird sie jährlich so festgesetzt , daß ein möglichst großer Teil
     der Gesamterzeugung erfaßt wird .
     Über die Höchsgrenze hinaus erzeugter Zucker darf nicht auf dem Inlandsmarkt
     abgesetzt werden ) die Hersteller tragen die finanzielle Verantwortung da­
     für allein .
4 . Für die Gemeinschaft wird jährlich festgestellt , ob und um welche Mengen
     die gesamte Zuckererzeugung innerhalb der Höchstgrenze 105 v.H. des Ver­
     brauchs überschreitet . Im Falle einer Überschreitung werden die Verluste
     beim Export dieser Mengen ermittelt . Der ermittelte Gesamtverlust wird
 ---pagebreak---                                    - 4 -
    auf die die Grundquote überschreitende Produktion aller Hersteller um– -
    gelegt , wobei die über die Höchstgrenze hinaus erzeugten Mengen außer
    Betracht bleiben .
    Der Verlustbetrag je 100 kg Zucker ist von jedem Hersteller für seine
    die Grundquote innerhalb der Höchstgrenze überschreitende Erzeugung zu
    zahlen . Dieser Betrag darf jedooh einen jährlich festzusetzenden Höchst–
    betrag nicht überschreiten .
5 . 1973 /74 wird von den in Ziffer 4 Abs . 1 genannten GesamtVerlusten ein
    Fünftel auf die Gesamterzeugung in der Gemeinschaft umgelegt , wobei die
    in Ziffer 3 Absatz 2 gekannten Mengen unberücksichtigt bleiben . Dieser
    Betrag ist von den Herstellern zu zahlen . Für die übrigen Verluste gilt
    die in Ziffer 4 genannte Regelung . In den folgenden Jahren erhöht sich
    der auf die Gesamterzeugung umgelegte Anteil der Verluste jährlich um
    ein weiteres Fünftel des Gesamtverlustes .
6 . Vor dem 1 . Oktober 1977 beschließt der Rat auf Vorschlag der Kommission
    über die Maßnahmen , die ab 1978/1979 angewandt werden sollen /
 ---pagebreak---                                          - 5 -
   II. Bezüglich Italiens ist es gerechtfertigt , die Gewährung
        - einer Anpassungsbeihilfe für die ZuckerrtLbenerzeuger in durch das
          mediterrane Klima und einen Rückstand in dex- Anw/mdim#
          Produtkionsmethoden "benachteiligten Gebieten $
        - einer Anpassungsbeihilfe für die Zuckerhersteller im Hinblick auf die
          durch das Klima bedingte kurze Kampagne dauer
, III . Artikel 40 Absatz 4 des Vertrages sowie die zu seiner IXirchführung er­
        lassenen Bestimmungen werden für Zucker auf die französischen über­
        seeischen Departements angewandt , soweit es sich um die Abteilung Ga­
        rantie des EAGFL handelt -
        und fordert die Kommission auf , ihm rechtzeitig Vorschläge zur Ver­
        wirklichung dieser Grundsätze zu unterbreiten .
 ---pagebreak---                        VORSCHLAG DER KOMMISSION FÜR
                      EIIj'E ERSCHLIESSUNG DES RATES
        über gewisse besondere Maßnahmen für Milch und. . Milohex'iwjugniBfie
DER RAT DER EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT ,
gestützt auf den Vorschlag der Kommission ,
in Erwägung nachstohondor Gründe i
Für Milch und Milchorzeugnisso gelten gemeinsame Preise für das nach dem
1 . Juli 1967 beginnende Mi Ichwirt schafts jähr .
Diese gemeinsamen Proiso machen die Vereinheitlichung der Stützungsmaßnahmen
für Milch und Milchorzeugnisso notwendig, einerseits durch Beseitigung der
Beihilfen , die an bestimmte Milchorzeugnisse gebunden sind , und der Beihilfen
die für die von den Erzougern verkaufte Milch gezahlt werden , und andererseits
durch Schaffung einos Interventionssystems auf Gemeinschaftsebene für Mager­
milch für Futterzwecko im Hinblick auf die Konkurronz dor anderen für die Vieh–
fütterung verwendeten Erzeugnisse und für Milch zur Hersteilling von Milch-
er zeugnis sen , deren Zollsatz im GATT konsolidiert worden ist .
Die Beseitigung der bestehenden Beihilfen bringt eine spürbare Preissteigerung
für bestimmte Käse in Deutschland und für Butter in den Niederlanden mit sich .
Diese Preissteigerung droht , einen beträchtlichen Verbrauchsrückgang nach sich
zu ziehen . Daraus folgt die Notwendigkeit , diesen Staaten die Möglichkeit zu
geben , degressive nationale Beihilfen zu gewähren , die die zeitweilige Ein­
führung eines Systems von Ausgleichsbeträgen bei der. Ausfuhr und von Beihilfen
bei der Einfuhr der betreffenden Erzeugnisse in diesen Staaten mit sich bringen .
Kommt über folgende Grundsätze überein :                                        1
 ---pagebreak---                                       - 2 -
  I « Die Gewährung staatlicher Beihilfen , die an "bestimmte Mi 1 eher Zeugnisse
      gebunden sind , und der Beihilfen , die für die von den Erzeugern verkaufte
      Milch gezahlt worden , ist unvereinbar mit der Anwendung dos gemeinsamen
      Preises .
 II . Das Interventionssystom umfaßt außer der Intervention für frische Butter
      erster Qualität insbesondere folgende Maßnahmen t
      - Intervention zugunston von Magermilch und Magermilchpulver , die zur Vieh-
         fütterung bestimmt sindj diese Intervention gleicht den Unterschied
         aus zwischen dorn Botrag, der dem Vert der Magermilch beigemessen worden
         muß , um unter Berücksichtigung des Butterpreises den gemeinsamen Richt­
         preis zu erreichen ,  und äs© Betrag,   der der Ne ttoverwertung der für
         die Viehfütterung bestimmten Magermilch entspricht .
      - Intervention zugunsten von Emmentaler und Cheddarkäse , die den Unter­
         schied ausgleicht zwischen dem Schwellenpreis , der sich aus der Anwen­
         dung einheitlicher Kosten- und Ausboutos&tzo auf den gemeinsamen
        Richtpreis ergibt , und dem unter Berücksichtigung der Konsolidierung
         dieser Erzeugnisse im Rahmen des GATT festgesetzten Sohwellenpreis .
      - Intervention zugunsten der zu Kasein verarbeiteten Magermilch , die den
        Unterschied ausgleicht zwischen dem Betrag des Wertes der Magermilch ,
         der sich aufgrund des gemeinsamen Richtpreises ergibt , und dem Betrag ,
         der der Nettovorwortung der zu Kasein verarbeiteten Magermilch entspricht ,
III . Deutschland und die Niederlande - ersteres für die Erzeugnisse der Gruppe
      Kr . 9 und für Tilsiter und letztere für Butter – werden ermächtigt , zu den
      nachfolgend aufgeführten Bedingungen Verbrauchssubventionen für die in dem
      betreffenden Hoheitsgebiet abgesetzten Mengen zu gewähren .
                                                                         • •/• • «
 ---pagebreak---                                  - 3 -
 Die Auswirkung . der Beihilfen auf den Preis der Erzeugnisse darf den Unter-
 oohied ninht überschreiten, der für das "betroffene Erzeugnis zwischen dem
 gemeinsamen Schwellenpreis und dem "bis zum 31 » März 1968 gültigen Schwell ar.»
preis besteht . Die Beihilfen ßind degressiv _und ..werden am 1 . Januar 1970
"beseitigt .
       Der Mitgliedstaat , der von der Ermächtigung Gebrauch macht ,
- erhebt     einen Ausgloiohsbetrag bei der Ausfuhr nach einem anderen Mit–
   gliedstaat oder vermindert um diesen Betrag die bei der Ausfuhr der in
   Hede stehenden Mil eher Zeugnisse nach dritten Ländern gewährte Erstattung ?
- gewährt bei der Einfuhr dieser Erzeugnisse eine Beihilfe , die dem Aus­
   gleichsbetrag gleich ist .
Der Ausgleichsbetrag ist gleich der Auswirkung der nationalen Beihilfen
auf den Preis des ürzGugnisses ;                                         /
und fordert die Kommission auf , ihm rechtzeitig Vorschläge zu unterbreiten ,
um diese Grundsätzo zu verwirklichen .