CELEX: 51975PC0394
Language: de
Date: 1975-07-22
Title: VORSCHLÄGE FÜR EINE RICHTLINIE DES RATES über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (75) 394
Vol. 1975/0154
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
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(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
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27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
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der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak---  SSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT
                                                   KOM(75)394 endg.
                                                   Brüssel , den 22 . Juli 1975
                           VORSCHLÄGE FUR EINE
                           RICHTLINIE DES RATES
           über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch
                     (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
KOM(75 ) 394 endg.
 ---pagebreak---                                                            Dok. Hr . 3861 /2/74 d
T     B3GRUENDUNG
            Die Festlegung von formen für die Qualität von Wasser für den
menschlichen Gebrauch ist ein wesentlicher Bestandteil der Ziele , Grund­
sätze und Massnahmen des Aktionsprogramms für den Umweltschutz , das vom
Ministerrat am 22. November 1973 angenommen wurde . *)
            Die Festlegung von Normen für Wasser für den menschlichen
Gebrauch fällt zwar in der! Rahmen der Massnahmen zur Verminderung der
Verunreinigungen und Schadstoffe , doch muss dabei auch der objektiven
Bewertung der Risiken Rechnung getragen werden , welche die Umweltkonta-
mination für die Gesundheit des Menschen mit sich bringt . **)
            Dabei handelt es sich jedoch um ein schwieriges Problem , bei
dem viele Paktoren unbekannt sind . Infolgedessen heisst es in dem
A^rtionsprograinm für den Umweltschutz  das die Ungewissheiten berück-
sichtig , die hinsichtlich der Beziehungen von Ursache und Wirkung bei
einigen Parametern bestehen , dass die Normen für die Verunreinigungen ,
über die ausreichende Angaben auf internationaler Ebene vorliegen , bis
zum 31 , Dezember 1974 festgelegt werden müssen ( siehe Aktionsprogramm ,-
2 . Teil , Titel I , Kapitel 2B ).
*)    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften , Nr , C 112 voiji 20.12.1973
**) In diesem Zusammenhan? bedeutet Gesundheit im Sinne der Definition
      der Weltgesundheitsorganisation : "Gesundheit ist nicht nur das
      Pehlen von Krankheit oder Gebrechlichkeit , \sondern auch der Zustand
      vollkommenen physischen , geistigen und sozialen Wohlbefindens ".
 ---pagebreak---                                      - 2 -                Dok . Nr .. 336 1 / 2/ 74 d
            In der vorliegenden Sichtlinie weisen die Aufstellung solcher
Normen , d.h ., die Auswahl einer Reihe von Parametern mit den Zugehörigen
numerischen Werten , sowie Massnahmen zur Kontrolle und Uebcrwachung von
Wasr;er für den menschlichen Gebrauch "behandelt »
            Die je Einwohner und Tag verbrauchte mittlere Wassermenge ist
in der Gemeinschaft von Land zu Land verschieden ^ sie ändert sich nach
Bevölkerungsgruppen und liegt zwischen weniger als 150 1 und Wer 5^0 1 ,
Allein die Industrien verbrauchen + "Irlich enorme Mengen , Bei einem Anstei­
gen des Wasserbedarfs nrass auf alle potentiellen I'asserquellen zurück­
gegriffen worden , die zur Gewinnving von Wr ssor für den menschlichen
Gebrauch dienen können ; insbesondere wird dabei immer mehr Oberflächen-
wasser verwandt . Dieses Oberflächenwasser , in das sehr oft nicht ab^au-
fähige Verunreinigimgen eingeleitet werden , muss jedoch immer kompli­
zierteren Reinigungsverfahren unterzogen werden. Aus diesem Grunde muss
die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch uberwacht werden ,
d.h ., es müssen Toxizitäts- und Schädlichkeit sgrenzen festgelegt werden ,
die den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf diesem Gebiet
Rechnung tragen. Ein Vorschlag ei/jer Richtlinie *) betreffend Quali+äts-
anforderungen an Oberflächenwasser für die Trinkwassergewinnung wurde
von der Kommission dem Rat vorgelegt und von diesem auf seiner Sitzung
vom 7® November 1 9:4 angenommen.
            Die Prüfung der derzeit gültigen einzclstaat liehen Rechtsvor-
schriften in den Kitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften zeigt ,
dass eine gewisse.:Anzahl von Trinkwasserbestinaungen vorliegt , die
- obwohl gleichaa-tig - weder vollständig sind noch den gleichen Ent­
wicklungsstand ur.i die gleiche Konzeption haben. Die nachstehenden
Bezugsdokumente geben einen Uberblick über die Lage in den einzelnen
Mitgliedstaat en,
*) Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften vom 19 « April 1974 »
     Nr . C 44 1974
 ---pagebreak---                                      -■ 3 -                 Dok. K?. T8S1 /2/74 d
Belgien :
           24 » April 19o5 - Königliche Verordnung "betreffend Wasser für
           Nahrungs zwecke «
           21 « Mai 1973 - Entwurf einer Entscheidung des Ministerausschusses
der Benelux-Wirt Schaft sunion betreffend die Harmonis i erung der gesetzlichen
Bestimmungen tToer die Wasserversorgung der Industrie- und Handwerksbe­
triebe , in denen Lebensmittel oder für die Ernährung bestimmte Stoffe
hergestellt , bearbeitet , verpackt oder aufbereitet werden.
Dänemark :
           Oktober 1973 – Dänische Trinkwassemormen - Verordnungsent­
wurf für die Untersuchung von Wasser . Vereinfachte bakteriologische
Untersuchung.
Frankreich ;
           Mai 1973 - Definition der Qualität des an die Bevölkerung gelie­
ferten Wassers für Nahrungszwecke . Vorläufiger Entwurf bis zur Verab­
schiedung der gemeinschaftlichen Entscheidung. Überarbeitung der Durch-
führungsbestimmungen der Erlasse , Verordnungen und Rundschreiben aus den
Jahren 1961 und 1962 (Ministerium für Gesundheit -und Bevölkerung).
Irland :
           Für Trinkwasser gibt es keine bindenden Normen. Die europäischen
Trinkwassemormen der Weltgesundheitsorganisation werden als Richtnormen
verwandt « Jede Gesundheitebehörde ist , hinsiohtlich der Normen für Was­
ser , für die ihr unterstehenden Versorgungsanlagen verantwortlich. Die
gesetzlichen Vorschriften über den Flüorgehalt im Wasser (Health Fluori-
dation of water supply act 1960 ) gelten für die Wasserversorgung.
Italien :
           Qualitätsnormen für Trinkwasser wurden von der Obersten Gesund-
heitsbehörde am 13 . Dezember 1972 gebilligt . Diese Normen gelten in
Erwartung europäischer Normen als vorläufige nationale Regelung.
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  Lur.emburg :
               13 » November 1970 - Grossherzoglicher: Beschluss betreffend das
  umittelbar oder mittelbar für den menschlichen Gebrauch bestimmte Wasser «
  Niederlande :                                                        ' ;
               1960 - Waterl iidingsbesluit
               1974 - Der " Gefcondheidsraad " legt die Qualitktsanforderungeii
  fest , die an Oberfläch enrasser 7.VT Gewinnung von Trinkwasser gestellt
  werden ,
  Bunde srepubl ik _l eut schl and :
               1961 : Geaeta zur Verhütung und Bekämpfung ubertragbarer Krank­
  heiten beim Menschen (Bundes-S euchengesetz ) vom 18 . Juli 1961
  ( B031 I , Nr. ? 3 , Seite 1Glà ).
               1 975 : Verordnung über Trinkwasser und über Brauchwasser für
  Lebensmittelbetriebe ( Trinkwasser-Verordnung) vom 31 » Januar 1975
  (EGB1 I , Nr. 16 , Seite 453 ).
               1974 : Gesetz zur Neuordnving und Bereinigung des Rechts im
  Verkehr mit Lebensmitteln , Tabakerzeugnissen , kosmetischen Mitteln und
  sonstigen Bedarfsgegenständen ( Gesetz zur Gesamtreform des Lebensmittel-
  rechts ) (vom 15 . August 1974 ) (BG31 I , Nr. 95 » Seite 1945 )*
               1959s Verordnung ifber den Zusatz fremder Stoffe bei der AvJT- ;
  bereitung von Trinkwasser ( Triiikwassor-Aufbereitungs-Verordnung) vom
  19 * Dezember 1959
  ( Verordnung zur Aenderung der Trinlcwas s er-Aufbereitungs-Verordnung vom
  27 . Juni 1960 ( BG1 I , Nr. 33 , Seite 479 ). •                  .
  Vereinigtes Königreich :
               Water Act 1973 , Kapitel 37
               1969 , 4 . Ausgabe , Die bakteriologische Untersuchung der Wasser–
  versorgong (Department of Health and Social Security Welsh Office , Minis­
- try of Housing and Loual Government )„ ■ ■
               Die Prüfung der vollständigen vorgenannten Texte zeigt , dass
  die für Trinkwasser geltenden Normen zwar gleicher Art sind , hinsichtlich
  Genauigkeit und Ausarbeitimg in den Kitgliedstaaten der Europäischen
  Gemeinschaft jedoch nicht den gleichen Stand aufweisen . Ausserdem ver­
   weisen einige Texte global auf die europäischen Normen der Weltgesund-
 ---pagebreak---                                                           /
                                        - 5 -               Dok. Nr . 3851 /2/74 d
 heit sorganisa-ü ion , wahrend andere Texte auf eigenen nationalen , mehr
 oder weniger vollständigen Rechtsvorschriften beruhen«
             Ordnet man die gewählten Parameter in 6 Klassen ein , die den
 organoleptischen , den physikalischen und chemischen , den "biologischen,
 den unerwünschten oder toxischen , den "bakteriologischen und virologischen
 sowie den radiologischen Paktoren entsprechen, so ist festzustellen, dass
 die organoleptischen Faktoren nur selten "berücksichtigt werden und dass ,
 wenn man die eigentliche.! Struktur des Wassers , d.h. seine physikalischen
 und chemischen Merkmale , "betrachtet , von einem Land zum anderen beträcht- 1
 liehe Unterschiede "bestehen.
            Es "besteht indessen nahezu Übereinstimmung hinsichtlich der
 toxischen Substanzen ; aber die Vorschriften gehen insgesamt nicht so weit , .
 die Ergebnisse der letzten Untersuchungen über die langfristigen Risiken
 für die Gesundheit zu "berücksichtigen , die sich aus dem ständigen Vorhanden­
 sein gewisser Stoffe im Wasser ergeben.
            Dagegen zeigt sich in allen Mitgliedstaaten ein gemeinsames
 Bestreben : den Verbraucher um jeden Preis vor der Kontamination durch
 Mikroben zu schützen. In sämtlichen Dokumenten wird nämlich mit beson­
 derem Nachdruck auf die bakteriologischen Aspekte hingewiesen ; die virolo-
 gischen Aspekte , die in den Normen der Weltgesundheitsorganisation von
 1971 berücksichtigt sind , werden nicht systematisch erfasst .
            Soweit es sich um die Radioaktivität handelt , beziehen die Mit­
 gliedstaaten sich im allgemeinen auf die Bestimmungen die von den auf
 diesem Gebiet spezialisierten Stellen vorgeschlagen werden , und insbeson­
 dere auf die im Rahmen des Euratom-Vertrages aufgestellten Grundnormen,
            Es ist festzuhalten , dass mehrere Staaten sich mit der Begren­
zung der Rest Zusatzstoffe befassen, die auoh durch die Aufbereitimg des
 Wassers nicht eliminiert werden.
            Die Unterschiede zwischen den Vorschriften der MitgliedStaaten
 für die Qualität des für den menschlichen Gebrauch bestimmten Wassers
 behindern den Handelsverkehr innerhalb der Gemeinschaft und wirken sich
 daher unmittelbar auf das Funktionieren des Gemeinsamen Marktes aus .
 ---pagebreak---                                       - 6 -                Dok. Nr . 3S6i /r /74 d
 Daher ist eine Normung im Rahmen der Vertrage über die . Europäischen Gemein­
 schaften erforderlich. Mit Hilfe dieser Normung wird es auch möglich sein ,
 die im Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften-0 für den :UurcreIt schütz
 hinsichtlich doa. v/cseera : fiir -den' menachl-ichea Oecysuch vorgesehenen
 Maßnahmen durchzuführen .
            Wenn es auch ausser Zweifel steht , dass die Normen der Weltge­
 sundheitsorganisation eine wesentliche Grundlage für internationale Rege -
lungen darstellen können , so muss doch festgestellt werden , dass diese
 Bestimmungen nicht mehr sämtlichen gegenwärtigen Problemen gerächt werden ,
 die sich vor allem aus der Tatsache ergehen , dass für die Konzeption der
 Normen eine neue Aera angehrochen ist .
            Seit, dem Zeitpunkt der Aufstellung der Normen durch die Weltge­
 sundheitsorganisation und trotz einer kürzlich erfolgten Überarbeitung
 misst man heute zu Recht dem Vorhandensein von Metallionen im Wasser für
 Nahrungs awecke eine wesentlich grössere Bedeutung cu als zur Zeit der
 Abfassung dieser Normen,
            Die gleiche Überlegung gilt für andere Gruppen von Substanzen ,
 vor. allem die organischen oder metallorganischen MakroVerunreinigungen.
            Ausserdem ist ein weiterer , sehr wichtiger Punkt die Tatsache ,
 dass das zur Verfügung stehende Wasser von' dem Verbraucher sehr oft ver­
 ändert wird , um sein internes Verteilersystem au schützen.
            Dieses von der Weltgesundheitsorganisation nicht in Erwägung
 gezogene Problem war Gegenstand einer eingehenden Untersuchung durch die
 zusländigen Stellen der Kommisrion.
            Abgesehen von dem allgemeinen Rückgriff auf die bakteriologischen
Normen , die gegenwärtig die besten Garantien für den Verbraucherschutz
bieten , hat jöder Mitgliedstaat die Parameter ausgewählt , die seines Er­
 achtens am besten den lokalen Bedingungen entsprachen. Solange die
 Länder hinsichtlich der Wasserversorgung autonom blieben , da ihre eigenen
Versorgungsquellen ausreichten , lief eine Normung häufig nur darauf
hinaus , eine Losung für ein internes Problem zu suchen. Dies hat sich
 allerdings in der Zwischenzeit geändert . Die steigende Nachfrage als
Folge sowohl einer Bevölkerungszunahme als auch neuer Gewohnheiten und
Bedürfnisse hat dazu geführt , dassi-die bisherigen Versorgungsquellen
 ---pagebreak---                                       - 7 -                 Dok. Fr * 3861 /2/74 d
nicht mehr ausreichen ; infolgedessen muss auf Oberflächenwasser zurückge­
griffen werden. Dieses wird jedoch für viele Zwecke verwandt , und die
Flüsse und Bäche müssen künftig gleichzeitig sehr unterschiedlichen An­
forderungen genügen , darunter denen der Schiffahrt , der Ableitvjig kommu­
naler und industrieller Abwasser sowie denen der Wasserversorgung.
           Handelt es sich um grenzüberschreitende Flüsse , so wird offen­
sichtlich , dass eine Verpflichtung besteht , die durchzuführenden Mass-
nahmen abzustimmen und die Mittel zur Beurteilung der Verhältnisse zu
koordinieren. Hieraus erklären sich auch die anhaltenden Bestrebungen
der letzten 20 Jahre , eine Rohwas s erqualit'ät aufrecht zuerhalten oder
wiederzuerlangen, die die Gewinnung von Wasser für Fahrungs zwecke anlasst .
Eine Normung der Überwachung von diesen Gesichtspunkt au3 ist daher für
die einzelnen Stromgebiete eingeführt : worden , und eine Rückkehr zu rt??n
früheren Verhältnissen ist kaum vorstellbar «
           Gegenwärtig werden ausserdem bedeutende Reserven an unterir- 7
dischen Wasser nutzbar gemacht , vermarktet und in Länder der Europäischen
Gemeinschaften und sogar in Drittländer ausgeführt » Dies gilt insbeson­
dere für Tafelwasser , Im Laufe der letzten Jahre haben sich bei diesem
Handelsverkehr auoh Fragen technischer , juristischer und gesundheitlicher
Art ergeben,
           Ein^n weiteren , sehr aktuellen und nicht unwichtigen Aspekt
bilden die Veränderungen , die durch die Enthärtungssysteme an der
Zusammensetzung des an den Verbraucher gelieferten Wassers bewirkt wer­
den, Die ausserordentliche Ausweitung dieser Systeme unter dem Druck der
in den Umwandlungen , die an den Mitteln zur Deckung des normalen Ver-
braucherbedarfs vorgenommen tmi-den 'Vollzieht; slVh angesichtalde'S Mangels an
einschlägigen Rechtsvorschriften zum Teil in einem juristischen Vakuum,
Dieser Punkt findet angesichts der eingesetzten Materialien und Erzeug1-
nisse gegenwärtig eine ebenso starke internationale Resonanz wie das
Problem der Lagerung von Grundwasser in Behältern aus mehr oder weniger
stabilem Material ,
 ---pagebreak---                                        - 8 -                 Dok. Ur . 3861 / 2/74 cl
             ÄS geht also nicht mehr ausschliesslich um die Qualität des
Ausgangs Produkts , sondern auch UIA die des Endprodukts , von dein der Ver­
braucher unmittelbar abhängig ist . Auf dieser Stufe müssen die gesetz­
 lichen Regelungen harmonisiert und eventuell durch eine im Rahmen der
Europäischen Gemeinschaft en erlassene Richtlinie ergänzt werden , wobei
nicht übersehen werden darf , dass die Normen der Weltgesundheitsorgani­
 sation , auf die sie oft Bezug nehmen , mar den Charakter von Empfehlungen
haben»
             Die Weltgesundheitsorganisation und die Kommission der Euro­
päischen Gemeinschaften können Normen für die Qualität des Wassers auf
i::t ex national er Ebene aufstellen , die WHO nur in Form von unverbindlichen
Empfehlungen , die Kommission auch in Form von verbindlichen Rechtsakten .
Die übrigen internationalen Organe befassen sich mit Nebenproblemen ,
wie z.B. der Qualität des Rohwassers , das für die Herstellung von Trink­
wasser bestimmt ist , sowie mit den Verboten und Grenzttferten , die beim
Ableiten verschiedener Substanzen       zu beachten sind , die in der Indus­
trie oder bei der Stadtentwäoserung anfallen.
             Die Ausarbeitung dieser Richtlinie fällt somit in den Rahmen
einer allgemeinen Neufassung der Begriffe , die im Zusammenhing mit der
Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch benutzt werden . Diese
Neufassung soll dazu verhelfen , widersprüchliche Erfordernisse miteinan­
der in Einklang zu bringen , die sich daraus ergeben , dass einerseits
die Produktion aufrechterhalten , anderseits die Gesundheit der Bevöl­
kerung gewährleistet werden muss . Die Probleme ergeben sich daraus ,
dass auf Oberflächewasser zurückgegriffen werden muss , das de facto
gleichzeitig mehreren Zwecken dienen soll ( insbesondere der Schiffahrt
und Abwasserbeseitigung ).
 ---pagebreak---                                     - 9 -                Dok. Nr . 3861 /2/74 d
                                     <
II    ERMEUTERUNGEN ZU DM TECHNISCHEN" ASPEKTEN       ,    ■
           Der dem Rat übermittelte Rieht linienvorschlag betrifft Normen
für die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch ,    Er gilt
sowohl für Trinkwasser im eigentlichen Sinne als auch für Wasser , das für
die Nahrungsnittelzubereitung und von der Nahrungsmittelindustrie ver­
wendet wird , mit Ausnahme von natürlichen Mineralwässern und anerkannten
medizinischen Wässern sowie von Wasser , das mit Kohlensäure versetzt
worden ist »
         . Wasser für den menschlichen Gebrauch muss bestimmte Eigenschaf­
ten aufweisen , die in den beiliegenden Tabellen aufgeführt sind#
                               1 1
           Die gewählten Parameter bilden ein zusammenhangendes Ganzes ,
das in logischer Weise die Charkaterisierung von Wasser für den men­
schlichen Gebrauch ermöglicht « Toxische Substanzen und schädliche Keime ,
sind zwar vorrangig zu behandeln , wie aus dem Aktionsprogramm der Euro­
päischen Gemeinschaften für den Umweltschutz hervorgeht , jedoch ist es
zweckmässig , sie in einer Gruppe anderer Parameter mit zu erfassen, die
- obwohl ihnen nicht die gleiche Priorität zukommt - sehr oft die Wir­
kungen der toxischen Substanzen und schädlichen Keime bedingen. Daher
müssen sie für eine objektive Beurteilung des Problems unbedingt berück­
sichtigt werden. Aus diesem Grund wurden die Parameter in den Tabellen
im Anhang zu dem Rieht linienvorschlag in fünf Klassen eingeteilt .
           Für diese Parameter wurden Vierte verschiedener. Art gewählt ,
Sie entsprechen :                                            ,
 ---pagebreak---                                           - 10 -               Dek. ITr . 3851 / 2/74 d
- den gesundheitlichen Forderungen : zu diesem Zweck wurden zulässige
   Höchstkonzentrat ionen ( ZHK)* für sämtliche Schadstoffe sowie erforder­
   liche Mir&ostkon zentrat ionen ( EMI')** für Kalzium , Magnesien , Bikarbo-
   nate , Chloride und Sulfate festgelegt *
- der Notwendigkeit , den besonderen lokalen Bedingungen Rechnung zu tra^-
   gen ( Klimatologie - Hydrogeologie) und auch dem Bestreben der verant­
   wortlichen Behörden , in Ausnahmesituatioren (Naturkatastrophen , Über­
   schwemmungen) über geeignete Aktions-V -glichkeiten zu verfugen. Daher
   kann auf ausnahmsweise zulassige Höchstkonzentrat ionen ( AZK)*** zurück­
   gegriffen werden ;
- dem Wunsch nach einer Verbesserung der Qual it St von Wasser flir den
   menschlichen Gebrauch, Die gewählten Rieht zahlen ( RZ)*"*** stellen ein
   *j :. i erreichendes Qualitätsziel dar .
                 Die Definition und Verwendung einer gemeinschaftlichen Termi­
nologie sind erforderlich , da die jetzigen auf nationaler und interna­
tionaler Ebene benutzten Terminologien nicht eindeutig sind .
*)           ( ZHK; Die Konzentration , unterhalb der im Wasser enthaltene Substan­
             zen bei einer statistisch repräsentativen Stichprobe der betroffer­
            nen Bevölkerung bei wiederholter Aufnahme von Wasser , weder direkt
             noch indirekt , eine feststellbare , unannehmbare Wirkung auf die
             Gesundheit verursachen oder zur Folge haben können ,
**)          ( EMK) Die Mindestkonzentration einer Substanz , die im Wasser unbe­
             dingt enthalten sein rnuss , daait innerhalb einer statistisch re­
             präsentativen Stichprobe der betroffenen Bevölkerung bei wieder­
             holter Aufnahme von Wasser , weder direkt noch indirekt , eine nach­
             weisbare schädigende Wirkung eintritt .
***)         (AZTl) Die zulässige Höchstkonzentration , die seitens der zustär.-' ■
            cügen Behörden auf lokaler Ebene genehmigt werden kann , und zwar
             entweder vorübergehend wegen besonderer Witterungsverhältnisse
             oder ständig wegen bestimmter geographischer oder geologischer
             Bedingungen»
****■) (RZ ) Der Konzentrat ionswert einer bestimmten Substanz im Wasser ,
             der möglichst nicht überschritten werden sollte.
 ---pagebreak---                                    - 11 -                 Do!:. Ei „ 3861 /2/74 d
            Die Begründungen für die Wahl der Parameter und ihrer verschie­
 denen Werte beruhen auf den augenblicklichen wissenschaftlichen Kenntnissen
 über die Wirkungen der Wasserverunreinigungen oder der im Wasser enthal­
tenen Substanzen auf die Bevölkerung im allgemeinen oder auf besondere
 BevSlkerungsgruppen (Kinder , Sitere Menschen, Kranke...).
            Diese wissenschaftlichen Kenntnisse betreffen sowohl die unmit­
 telbaren Auswirkungen als auch die langfristigen Polgen. Die Kenntnisse
 auf diesem Gebiet sind noch sehr lückenhaft ; daher war man bei der Wahl
 der Hühe der Werte sehr vorsichtig.
            Die Entwicklung der technischen und wissenschaftlichen Kennt­
 nisse bedingt eine periodische Überprüfung dieser Formen in Absxänden .
 von 5 Jahren, übrigens kann ein Antrag auf teilweise Überprüfung entweder
 von einem Mitgliedstaat oder auf Vorschlag der Kommission gestellt wer­
 den , insbesondere bezüglich der Ausnahmsweisen Zulassigen HcJchstlconzen-
 trationen , die im wesentlichen zeitlich begrenzt sein müssen.
                                                                    «4
            Was die Überprüfung dieser Normen anbelangt , so muss durch
 repräsentative Stichproben und ein anerkanntes Analysenverfahren die
 Gewähr gegeben sein , dass signifikante , miteinander vergleichbare Ergeb­
 nisse erzielt werden.
            Die in den meisten Fällen einmalige Probenahme an Ort und
 Stelle , mit der mehrere Versuche dvjrchgeführt werden , muss durch eine
 mehrfache Probenahme ersetzt werden , wobei an den Proben nur einige , und
 nicht alle Versuche , durchgeführt werden.
            Es ist ausserdem zweckmässig , die betreffende Bevölkerung und
 die Kapazität der Verteilerstelle zu berücksichtigen.
            übrigens modifiziert der Verbraucher zuweilen im Interesse
 seiner Lebensqualität und zum Schutz seines internen Verteilungssystems
 das ihm zur Verfügung stehende Wasser. In Anbetracht der Auswirkung
 dieser Modifizierung auf die Gesundheit , aber auch auf die Sicherheit
 der Anlagen , muss zuerst eine Probe des Wassers entnommen werden , das
 in den Leitungen stand , bevor die eigentliche Probenahme nach normaler­
 weise durchgeführt er Spülung erfolgt .
 ---pagebreak---                                        - 12 -               Dole. ÎTr . 3861 /2/74 d
             Es kann folglich eine Rangordnung der Parameter aufgestellt
 werden , die für die Periodizität der Probenahnen und Analysen entsohei---
derd sind . Diese Rangordnung findet "bei dem System der bereits in einigen
 GemeinBchaftsländern angewandten 3 t andardana] ysen Anwendung. Drei Arten
 vc n zunehmind komplizierteren Analysen , nämlich die Analysen A , B und C
 werden angewandt ( siehe Anlage Ii ):
 - Analyse A     für die laufende Kontrolle der Verteilernetze , die
    aus unterirdischen , ruhigen Wasser mit normalen Schutzbereichen
    (Analyse A1 ) oder
    aus Oberflächen- oder Miscnwasser (Analyse A2 ), mit Unterteilungen je
    n-.ch Versorgungsleistung , gespeist werden.
 - Analyse B     für die regelmässige , systematische Kontrolle als Ergänzung
    zur Kontrolle der Analysen A1 undA2 , unabhängig von den Ursprung des
   Wassers .
 - Analyse C     für die gelegentliche Kontrolle , unter besonderen Umstän­
    den oder in Zufallssitua-'jionen ; sie erfolgt ergänzend zu den Analysen
   A und B.
             Die Periodizität dieser Standard-Analysen ist schematisch von
 zwei Voraussetzungen abhängig :
 - die Analysen A und B von der Leistung der Anlagen und von der ver­
    sorgten Bevölkerung ,
 - Analyse G , unabhängig von der belieferten Bevölkerung und der Leistung
   der Anlagen , von der Anfälligkeit der Versorgungsquelle , einschliess-
    lich der ihr drohenden Gefahren .
             ]?ür die eigentlichen Analyseverfahren wurde eine ganze Reihe
 von Bestimmungsr.ethoden vorgeschlagen , die sovrohl dem neuesten Stand der
 Technik als auch der noch unzureichenden Ausrüstung einiger Laboratorien
 Rechnung tragen.
 ---pagebreak---                                       - 13 -                Eok. Br. 3C61 /2/T4 d
                         RICHTLmEHVORSCHIAG DES RATES
                         UEBSR DIE QU.ILIT.IET 7QIT W/ 5SER
                         FUER DM ITUTj3 CHLI CHBrT GEBRAUCH
DER RA.T DER EUROPAEISCHM GEMEIlECEAFTEtT -
gestützt auf den Vertrag zrur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemein­
           schaft , insbesondere auf Artikel 100 ,
           auf Vorschlag der Kommission ,
           nach Stellungnahrae des Europäischen Parlaments ,
           nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses ,
in Erwäjung nachstehender Gründe :        '                                   .
           Die zunehmende Verwendung von Wasser für den menschlichen Gebrauch
           macht die Festlegung von Qualitätsnormen erforderlich , denen
           das Wasser entsprechen muss .
           Die gestzlichen Vorschriften über die Qualität des Wassers für
           den menschlichen Gebrauch sind von einem Mitgliedstaat zum an­
           deren unterschiedlich. Diese Unterschiede behindern den Handel
           innerhalb der Gemeinschaft und wirken sich daher unmittelbar
           auf das Funktionieren des Gemeinsamen Marktes au.3 »
           Das Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft en für den
           Umweltschutz ( 1 ) sieht die Festlegung von Normen vor , die für
           giftige chemische Substanzen und gesundheitsschädliche Keime
           im Wasser für den menschlichen Gebrauoh gelten, sollen, sowie
           die Definition physikalischer , chemischer und biologischer
           Parameter entsprechend den verschiedenen Verwendmgszwecken
           des Wassers , insbesondere des Wassers für den menschlichen
           Gebrauch ,
( 1 ) A31 . Dp . C 112 vtn 20.12.1973.
 ---pagebreak---                                                    Dok . Nr . 3861 / 2/74 d
 Die Richtlinie des Rates Nr .            vom            zur Anglei-
 churg der RechtevorSchriften der Mitgliedstaaten Eber die Abfül­
 lung und den Handel mit natürlichen Mineralwässern sieht besondere
 Vorschriften für diese Wässer vor « Ausserdem sind medizinische
 Wässer und mit Kohlensäure versetztes Wasser vom Anwendungsbereich
 dieser Richtlinie auszunehmen .
 Die für einige Parameter festgelegten Vierte müssen niedriger
-»ein als die der Konzentration , unterhalb der im Wasser enthaltenen
 Substanzen "bei einer statistisch repräsentativen Stichprobe der
 betroffenen Bevölkerung "bei wiederholter Aufnahme , weder direkt
 noch indirekt , eine feststellbare , unannehmbare Wirkung auf die
 Gesundheit verursachen oder zur Folge haben können ( zulässige Höchst
 Iconzcntrcvtion) .
 Die für gewisse andere Parameter festgelegten Vierte müssen der
 Mindestkonzentration einer Substanz , die im Wasser unbedingt
 enthalten sein muss , damit innerhalb einer statistisch repräsen­
 tativen Stichprobe der betroffenen Bevölkerung bei wiederholter
 Aufnahme von Wasser , weder direkt noch indirekt , eine nachweisbare
 schädigende Wirkung eintritt ( erforderliche Mindestkonzentration),
 entsprechen oder darüber liegen,
 Werte , die unterhalb der Rieht zahl liegen (unterhalb des Konzen-
 trationswerts einer bestimmten Substanz im Wasser , der möglichst .
 nicht überschritten werden sollte ), müssen als in jeder Hinsicht
 zufriedenstellend angesehen werden«
 Um eine gewisse Geschmeidigkeit in der Anwendung dieser Richt­
 linie zu erreichen , soll den Mitgliedstaaten die Möglichkeit
 gelassen werden , Abweichungen isu dieser Richtlinie vorzusehen ,
 um besonderen spezifischen Gegebenheiten Rechnung zu tragen.
 ---pagebreak---                           - 15 -                Dok. Fr. 3861 /2/74 d
Um die für die Qualität gesetzten Ziele vollständig erreichen
und insbesondere die tatsächlichen Konzentrationswerte der ver­
schiedenen Parameter überprüfen zu können, ist dafür zu sorgen ,
dass die Mitgliedstaaten 'alle erforderlichen Massnahmen für
eine systematische Überwachung der Qualität des Wassers für
den menschlichen Gebrauch ergreifen.
Die in den Anlagen zu dieser Richtlinie festgelegten technischen
Vorschriften müssen unverzüglich an den technischen Portschritt
anjepasst werden können. Um die dafür erforderlichen Massnahmen
leichter durchführen zu. können , ist ein Verfahren zur engen
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission
innerhalb eines  Ausschusses zur Anpassung der Richtlinie an den
technischen Fortschritt vorzusehen -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
 ---pagebreak---                                        - 16 -                Dok. Nr . 3861 /2/74 d
ARTIKEL 1
             Liese Richtlinie betrifft - die Anforderungen T denen die
Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch entsprechen muß ,
ARTIKEL 2
             Im Sinne dieser Richtlinie ist unter Wasser für den menschlichen
Gebrauch Wasser zu verstehen , das ungeachtet seiner Herkunft , sei es aus
Privatbrunnen oder -bohrungen , im Rohzustand oder nach einer seine physi­
kalisch–cheinische-Struktur verändernden Aufbereitung für Nahrungs zwecke
verwandt wird , einschliesslich von :
             - Wasser , das der Verbraucher aus einem öffentlichen Wasser-
leitungsnetz erhält ;
          - Weisser , das gelagert oder in Flaochsn abgefüllt oder in
anderen Behältern geliefert wird ;
             - Wasser , das zvim Spülen von Behältern , zur Zubereitung oder
Konservierung von Nahrungsmitteln , einschliesslich Speiseeis , sowie zur
Herstellung von kohlensäurehaltigen oder nicht kohlensäurehaltigen Ge­
tränken verwandt wird .
ARTIKEL 3
             Vom Anwendungsbereich dieser Richtlinie sind ausgenommen :
a ) Mineralwässer , die von den Gesundheit sbehorden gemäss den Bestimmungen
    der Richtlinie des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
    Mitglied Staaten über die Abfüllving und den Handel mit natürlichen
    Mineralwässern als solche anerkannt wurden ( Richtlinie vom
b ) die von der zuständigen nationalen Behörden anerkannten medizinischen
    Wässer , die für therapeutische     Zwecke geliefert und verwendet
    werden ;
*) Amtsblatt
 ---pagebreak---                                        - 17 -                Dok. Nr „ 3861 /2/74 d
c ) mit Kohlensäure versetztes Wasser.
ARTIKEL 4
1 ) Die Mitgliedstaaten legen die für Wasser für den menschlichen Gebrauch
     geltenden Werte für alle Parameter fest , die in Anlage I aufgeführt
   " sind .
     Die festzulegenden Werte dürfen die in des Spalte " Zulässige Höchst-
     konzentrat ion" aufgeführten Werte nicht überschrei ben, Sie müssen den
     in der Spalte "Erforderliche Mindestkonzentration" aufgeführten Wer­
     ten entsprechen oder darüber liegen»
2 ) In der Spalte "Rieht zahlen" können die Mitgliedstaaten Werte fest­
     setzen , die sich nach den in dieser Spalte ausgegebenen Werten richten »
     Alle Werte , die unter den in der Spalte "Rieht zahlen" vorgesehenen
     Werten liegen , sind als in jeder Hinsicht zufriedenstellend anzusehen,
3 ) Bei der Interpretation der Werte in den Spalten "Richtzahl", Zuläs­
     sige Höchstkonzentration11 , und "Erforderliche Mindestkonzentrat ion"
     der Tabellen in Anhang I sind die Anweisungen in Spalt© "Boiaerkungen"--
     zu beachten ,
4 ) Die MitGliedstaaten ergreifen alle erforderlichen Massnahmen, um sicher­
     zustellen , dass das für den menschlichen Gebrauch bestimmte Wasser
     den oben angegebenen Werten entspricht ,
ARTIKEL 5
1 ) Die Mitgliedstaaten können Abweichungen von den Bestimmungen dieser
     Richtlinie vorsehen , um folgenden Umständen Rechnung zu tragen :
     a) besondere Beschaffenheit und Struktur des Geländes des geogra­
         phischen Bereichs , von dem die betreffende Versorgungsquelle
         abhängt ;
     b ) aus sergewöhnliche klimatische Bedingungen,
             Slchrfe ein Mitgliedstaat eine Abweichung gemäss 1a) vor, so
hat     er der Kommission innerhalb von zwai Monaten unter Angabe der Gründe
davon Mitteilung machen.
 ---pagebreak---                                       - 18 -                Dok. Nr . 3861 /2/74 d
              Sieht ein Mitgliedstaat eine Abweichung gemäss 1"b ) vor , so hat
er der Kommission innerhalb von 8 Tagen nach dem Eintreten dieser Bedin­
gungen unter Angabe der Gründe und der Dauer davon Mitteilung machen .
2 ) Die Mitgliedstaaten können Werte der "Ausnahmsweise Zulässigen Hochs-: ;
    konzentration" für die Parameter vorsehen , wenn eine solche Möglich­
    keit ' in   der Spalte "Bemerkungen" in Anlage I erwähnt ist »
    Unter "AZU" ist die"Zulässige Höchstkonzentration "zu verstehen , die
    seitens der zuständigen Behörden auf lokaler Ebene genehmigt werden
    kann , und zwar entweder vorübergehend wegen besonderer Witterungs-
    hältnisse oder standig wegen bestimmter geographischer oder geolo­
    gischer Bedingungen,
3 ) Die gemäss diesem Artikel zugelassenen Abweichungen dürfen unter
    keinen Umstanden dazu führen , dass die für den öffentlichen Gesundheits-
    schutz notwendigen Vorschriften nicht beachtet werden,
ARTIKEL 6
             Die Mitglied Staaten sind verpflichtet , alle erforderlichen
Massnahmen für eine systematische Überwachung der Qualität des Wassers
für den menschlichen Gebrauch zu ergreifen , insbesondere , um die tat­
sächlichen Konzentrat ionswerte der verschiedenen gemessenen Parameter zu
überprüfen .
             Die Häufigkeit der Probenahme und der Analysen für Uberwachungs­
zwecke ist von den zuständigen nationalen Behörden feetzulogon ,
Sie richtet sich nach der Leistung der VJasßerversorgungs?nlagen , der zu
versorgenden Bevölkerung sowie nach den besonderen Umständen , wie ins­
besondere Trockenperioden oder 'Überschwemmungen sowie Seuchengefahr ,
             Bei der Überwachung wonden die Mitgliedstaaten soweit wie
möglich die Muster der Standardanalysen in Anlage II und die in Anlage III
angegebenen Analyseverfahren an .
 ---pagebreak---                                       - 19 -               Dok. Ur . 3861 /2/74 d
ARTIKEL 7
            Die Änderungen , die erforderlich ßind , um die Anlagen dieser
Richtlinie an den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt anzu­
passen , werden gemäss dem in Artikel 9 festgelegten Verfahren vorge­
nommen«
ARTIKEL 8
a) Es wird ein Ausschuss zur Anpassung dar Richtlinien für die Qualität
    des Wassers für den menschlichen Gebrauch an den wissenschaftlichen
    und technischen Fortschritt , im folgenden "Ausschuss " genannt , eingesetzt , der
    aus Vertretern der I/iitgliedstaaten besteht urd in dem ein Vertreter der
    Kommission den Vorsitz führt .
b ) Der Ausschuss gibt sich eine Geschäftsordnung,
ARTIKEL 9
1 ) Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Verfahren Bezug genommen ,
    so befasst der Vorsitzende den Ausschuss von sich aus oder auf Antrag
    des Vertreters eines Mitgliedstaats .
2 ) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuss einen Entwurf
    der zu ergreifenden Massnahmen. Der Ausschuss nimmt zu diesem Entwurf
    innerhalb einer Frist Stellung , die der Vorsitzende nach der Dringlich­
    keit der betreffenden Frage bestimmen kann. Die Stellungnahme kommt
    mit einer Mehrheit von 41 Stimmen zustande , wobei die Stimmen der
    Mitgliedstaaten nach Artikel 148 , Absatz 2 .des Vertrages zur Gründung
    der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gewogen werden. Der Vor­
    sitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil .
3 ) a) Die Kommission trifft die in Aussicht genommenen Massnahmen , wenn
        sie der Stellungnahme des Ausschusses entsprechen.
    b) Entsprechen die in Aussicht genommenen Massnahmen nicht der Stel­
        lungnahme des Ausschusses oder ist keine Stellungnahme ergangen ,
        so schlägt die Kommission dem Rat unverzüglich die zu treffenden
        Massnahmen vor . Der Hat beschliesst mit qualifizierter Mehrheit .
 ---pagebreak---                                       - 20 -                 Dok, ïïr . 3861 /2/74 d
c ) Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten nach Übermittlung
    des Vorschlags nicht entschieden , so werden die vorgeschlagenen Mass-
    nahmen von der Kommission getroffen.
ARTIKEL 10
            Die Mitgliedstaaten ergraifen alle erforderlichen Massnahmen,
um zu verhindern , dass sich durch die Anwendung von Vorschriften , die in
Übereinstimmung mit dieser Richtlinie erlassen werden , die derzeitige
Qualität des in dieser Richtlinie erfassten Wassers in irgendeiner Weise
direkt oder indirekt verschlechtert .
ARTIKEL 11
            Anlage I , II und III sind Bestandteil dieser Richtlinie .
ARTIKEL 12    '
a) Die Mitgliedstaaten erlassen innerhalb von zwei Jahren nach der
    Bekanntgabe dieser Richtlinie die Rechts- und Verwaltunge-          ■ ■
    Vorschriften , die erforderlich sind , um dieser Richtlinie nachzu­
    kommen , und setzen die Kommission' hiervon unverzüglich in Kenntnis .
b ) Die Mitglied Staaten übermitteln der Konmission den Inhalt der wich­
    tigsten innerst ac.t 1 iohen Vorschriften , die sie auf dem unter üiöse
    Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.
ARTIKEL 13
            Diese Richtlinie ist an alle Kit gl iedstasten geriohtet .
 ---pagebreak---            - 21 -               Dok. Nr. 3861 /2/74 d
           AMAGEÎJ
AMAGE  I       Tabellen A bis E
ANLAGE II      Standardanalysen
ABLAGE III     Analytische Bezugsverfahren
 ---pagebreak---                  - 22 -              Dok. Fr . 3861 /2/74 d
          TRIMI'JASS ERÏÏORMEN-
                AULâGE I
Tabello A        Organoleptisch© Paktoren
Tabelle B        Physikalisch-chemische Faktoren
Tabellø C        Biologische Paktoren
Tabelle D        Unerwünschte oder toxische Paktoren
Tabelle E        Mikrobiologische Paktoren
 ---pagebreak---                 A)  Organoleptische Faktoren
                                                                                                        ...
                                                  Geme ir.s chaft swert e
                   Darstel lungs-                      Zulassige        ¡ Erforderliche
      Parameter      weise der        Richt zaiil     Hochstkon-          Mindestkon-                Bemerkungen
                    Ergebnisse                         zentration         zentration
                                       (R7.)           ( ZHK)             (EMK)
          φ                (3s              ß>                %                 @                       ê
 Farbo             Pt-Einheiten                                                           evtl . auf AZHK zurückgreifen
                                             5                50
                         mg/l
  Trübung ...      Kieselsäurege–     . .    5                10 .                        entweder in Jackson-Einheiten
                   halt     mg/l                                                          RZ 0,1
                                                                                          ZHK 0,3
                                                               b                          oder statt dessen unter bestini»
                                                                                          ten Vorausset zungen durch    ~
                                                                                          Sichttiefenmese-ung in Meter
                                                                                          mit der Secchi'-schen Sicht-"
                                                                                          scheibs
                                                                                          Richtwerte
                                                                                          RZ  6
                                                                                          ZHK 2
  Geruch            Verdünnungs-                       2 bei 12°C                         Mit den Geschmacksbestimnungon
                                       .     0
                    verhSltnis                         3 bei 25°C                         vergleichen
   Geschmack        Verdürmtmgs-                       2 bei 12°G                         Mit den olfaktorischen Bestim-
                                             0
                    verhältnis                         3 bei 25°C                         mungen vergleichen
   Tfcniperatur                                                            ...     .· . .
                    Grad Celsius          • 12               25                           evtl . auf AZHK zurückgreifen
   (Kühle)
1               –
 ---pagebreak---                  B)   HIYSIKILISCH-CHEKISCHE FAKTOREN
                                                    Gemeinschaft swert e
                    Darstellungs-                      Zulässige         Erforderliche
    Parameter       weise    der        Richt zahl     Höchstkon-        Minde stkon-              Bemerkungen
                      Ergebnisse                       zentration        zentration
                                           (RZ)      . ( ZHK)            ( MÜC)
                                         . Gì   ...          Φ                  Θ                       ÍS)
pH                  pH-Einheiten        6,5 - 8,5           9,5              6 , CO    pH^^ a 0 (Sättingungsindex)
Leitfähigkeit        yuS/cn                 400          1250                          evtl . auf AZHK zurückgreifen
                                                                                       Entsprechende Werte des spezi-
                                                                                       fischen Leitungswiderstands
                                                                                       in Ohm/cm : . 2ry00- 00
Gesamtminorali-   Trockenrückst and
                                                         1500                          evtl . auf AZHK zurückgreifen
sierung                mg/l
Gesamthärte       hydrometr . Titer          35                             10
                  frz . Härtegrad
Kalzium               Ca: mg/l              100                             10
Magnesium            !Ig : mg/l              30            50                5
llatriua       '     Ha: mg/l              C20            100                          evtl . auf AZHK zurückgreifen
Kalium               Κ Ï mg/l               <10                                        evtl . auf AZHK zurückgreifen
Aluminium            AI ; mg/ l                             0;05                       evtl . auf AZHK zurückgreifen
AlxOilinitKt
                  CO^H" mg/l                 30
Sulfate
                  S04 "" mg/l                 5           250                          evtl . auf AZHK zurückgreifen
 ---pagebreak---                      B> HH5IK1LISCH-CHEMISCHE FAKTOREN (Port setzung)
                                                                             Gemeinschaft swert e
                            Darstellungs-                                         Zulässige                  Erforderliche
   Parameter                   weise dier         Richt zahl                      Höchstkon-                 Mindestkon–                     Bemerlcungen
                               Ergebnisse                                         zentration                   zentration
                                                      ( RZ )                      ( ZHK)                       (EMK)
^-· •-(ίί                           ® *       -           ft                                          ■    ·       (5).                        ■ ©
Chlui>ide .                  Cl""     mg/1                5                                    200                           evtl , , auf AZHK zurückgreifen
Nitrate                     NO^""     mg/l .                                                    50                           {15 mg/l für in Flaschen oder
                                                                                                                           -
                                                                                                                             nicht darin abgefülltes Wasser
                                                                                                                             zur Zubereitung von Säuglings-
                                                                                                                             Trinkfläschchen
                                                                                                                             evtl . auf ΔΖΗΚ zurückgreifen
Nitrite     _             . N02~      mg/l              '                       '
                                                                                    ..            o»l .                       ■·■■■ -        ■  -     - – . . - .
Ammoniak
                            m4+       mg/1                 0,05                                   0,5
Kjoldahl-*              •      N+     mg/l -
Stielest off  .            ( ausgenommen
                          Ν aus NO      und
                                                  «■                          -
                                                                                             -- r            •       · ,-■
Kieselsäure                 SiOa      mg/l           - ■ ■-· ..■ ■· · :'Γ.: ■
                                                                                                                             5 mg/l über dem natürlichen
                                                                                                                             Schalt
Kit Chloroform                   Trocken-
extrahierbare . ....           xückstand .... .            o,i J:                      -.· .            ,·
Substanzen                         mg/l                                                                                        '        ·,· - -             -     - .
                      -                   ...   –
 ---pagebreak---                     c ) BIOLOGISCHE FAKTORELT
                                                         Geneinschaft swort e
                        Darstellungs-                        Zulässige        Erforderliche
   Parameter               woise elei*         Richtzahl     Höchst kon-      Mindestkon-               Benerlcungen
                           Ergebnisse                        z ent rat i on   2 ent rat i on
                                                 (RZ )       ( '¿HK)          ( ΞΜΚ)
 .   ...
                                !'$S              (5)         - ■ m       ■          β)                      ©
Gelöster Sauerstoff      02          mg/l          5
Oxidi erbarke it         o           mg/i          1                 5                       evtl . auf AZHIC zurückgreifen
                            (Π1η04)                                                          Messung in hoissem Zustand
                                                                                             und saurem Medium
Biochenischer                               50^ des anfäng
Sauerstoffbedarf         02          mz/l   lichen Gehalts
(BSB)5                                      cm gelöstem 0^
GtGoatgehr.lt an                                                                             Alle möglichen Ursachen für
organischem Kehlen-      C           Elg/ 1
                                                                                             eine Erhöhung dor normalen
etoff ( TOC )                                                                                Konzentration aussen unter-
                                                                                             sucht werden.
 ---pagebreak---                  D ) UMM'tftlSCHTE ODER TOXISCHE FAKTOREN
                                                     Gemeinschaf't swert e
                     D arst e 1 lungs- -                Zulässige          Erforderliche
     Parameter          weise der         Eicht zahl    Höchstkon-.        Mindestkon-                    Bemerkungen
                      Ergebnisse                        zentration         zentration
                                            (HZ )       ( ZHK)             ( ΞΜΚ)
         φ                                   (3)                 Φ'             fS)                         ' tö
Eilber    -  -             • Äff /VLZ/I -                    •  10
Arsen                        As yug/l                           50
Barium                  'Ba yu^/l                              100                             evtl « auf AZHK zurückgreifen
Kadmium                        Cd yug/l                          5
ZyanVerbindungen               OT~yug/l                         50
Gesamterem
                               Cr yug/l                         50
Kupfor                         Cu yug/l                         50
                                                              1500
                                                                                               evtl . auf AZHK zurückgreifen
                                                                                               I5OO yug/l: nach 16-stündigeia
                                                                                    - ■
                                                                                               Kontakt am Hahn des Verbrau·* ■
                                                                                               chers
Fluor
                              Ρ yug/l                   700 - 1500                             je nach Durchschnitt st eriperar-
                                                                                               tur des erfassten geographi-
                                                                                               schen Bereichs veränderliche
                                                                                               ZI-K
Eisen
                             Fe yug/l      100              , 300                       ....
                                                                                               evtl. auf AZHK zurückgreifen
Quecksilber                  5 ? yus/l                  ...      1  .                   -  "-·
                                                                                                 ■  -                 –      , .
Mangan
                 L_   _  _ .
                             Mn /U{*/l
                             .    1  .
                                            20                  50                             evtl» auf AZHK zurückgreifen
 ---pagebreak---                        D ) UMERWÜNSCHTE ODER TOXISCHE FAKTOTUM ( 1 . Fortsetzung)
   ■           ' '   '  I
                                                          Gene inschaft swert e
                                                               Zulässige        Erforderliche
       Parameter
                            Darst ellungs-                    Hõchstkon-
                               weise åer
                                               Richt zahl                       Mindestkon-             Bemerkungen
                                                               zentration       zentration
                             Ergebnisse
                                                 (RZ )         ( ZHK)           ( EMK)
             Θ     ■                (2)           (Si                  Æ)             (?)                       (61
  ITickel
                                Ni /ug/l      "5                      50
  Phosphor                      Ρ     /ug/l     300            2000 nach
                                                              Maskierung
                                                                                                   '
  Blei                          Pb                                    50
  Schwofelwesserst off,
                                S"~ /ug/l                         keine                                       •
  Antimon                       Sb     /ug/l                          10
  Selon                         Se     /ug/l                          10
  Zink
                                Zn yug/l                       •
                                                                    100
                                                                   2000
                                                                                              2000 nach 1 β-stündigem Kon­
                                                                                              takt am Kahn des Verbrauchers
  Mineralöle
                           Rilclcßtand yug/l                          10
  Somatische poly-
  zyklische Kohlen-
  wasserstoffe
                           Rückstand yug/l                             0,2
j Piiûnolindex              C6H5OH yug/l
                                                                                                                           ■
                                                                       0,5
 ---pagebreak---                       D ) UITSFÜTÜITSCHTB ODER TOXISCHE FAKTOREN ( 2. Portsetz-! mg)
                                                            Geme insohaft swert e
                          Darst ellungs- '                       Zulassige        : Erforderliche
       Parameter           weise dei·            Richt zahl     Köchstkon-          Mindestkon-·           Bemerkungen
                           Ergehnisse                            zentration         zentration
                                                   ( EZ )        ( ZHK)             ( EIE)
            (ï)                  &                  a                   fà    .           Θ.                     <g>
Anionische
D et ergenti en          Laurylsulfatyug/l                            100
Pestizide und                                                                                     Unter Pestiziden und ähnliche
ähnliche í rodukt e :
                              j^d1                                                                Produlcten sind zu verstehen :
                                                                                                  - Insektizide :
- IÏÏSŒSMT
- JE SUBS1ANZ
                                                                                                    - beständige organische .
                                                                                /
                                                                                                      Chlorverbindungen
                                                                                                    - organische Phosphor-
                                                                                                      verbindungen
                                                                                                    - Carbaminate
                                                                                                  - Herbizide
 1 · i             «
                                                                                                  - Fungizide ,
Andere organische
                                                                         1 ,0
Chlorverbindungen
 ---pagebreak---                       E) MH&0BI0L0GI3CH3 FAKTOREN"
                                                               Gemeinschaft swert e
                                 Ergeb-       Leitungsi■?asser   (1 )
    Parameter                    nisse                                Oberflächen- ¡aufbereitet es          Bemerkungen
                                              nicht                   wasser       Wasser
                                 Probe-
                                              desinfi- desinfi-       desinfi-      nicht desin-
                                 liienge in   ziert      ziert        ziert         fiziert -
                                   ml            ZHK         ZHK       ζκκ              ZHK    '·
Gesamt coliforme        +             loo :   5 (3)          0               0        0 (1)
                                                                                                   ( 1 ) An der Abgäbestel1^
                                                                                                         den Verbraucher
Fakalcolif orme         +             100     0              0               0        0 (1)
Fäkalstropt okokken     +             100     0            :0                0        0 (1)        ( 2) Bei der Gewinnung
                  37°   + '           •  1   10            ■ _               -
                                                                                     10 ( 2 )      ( 3) Vorausgesetzt , da3s
                                                                                                         eine ausreichende An-
           tei   -22°   +                1   100                                     100 ( 2 )           zahl von Proben geprüft
eShluiig lcl 3?0            +            1                   0               0
                                                                                                         wird ( 95/® Überein-
                                                                                                         stimmende Ergebnisse )
                  22°       +            1 ;  «            20               20        -
                                                                                                   (4) Je Βakt eriophajcn-Typ
fulf it abbauendes
Clostridium
                            +           20    2              2               2        0(1 )        (5 ) Qualitative Unter-"
                                                                                                         suchung .
Salmonellen                          5000     0              0               0        0 (1)
Pathogène
St anhylokokken             .+        100     0              0               0        0 (1)
 ---pagebreak---                   E ) MmOBIOLOGISCHE FAKTOREN
                                                           G eme ins oliait s wert e
                                  Ergeb-     LeitungSvfasser   (1        .
                                  nisse                            Oberflächen- aufberàteteE
      Parameter         0)                 nicht,                  wasser            Wasser                  Bemerkungen
                                  Profae-
                     ■Ρ     Ν
                           +5  Φ
                           ϊ(3 Λ
                                           desinfi-     desin-     desinfi-          nicht desin-
                     S ?c   ra o  menge in ziert        fiziert    ziert             fiziert
                     ÍH «D  2 ·Η
    1 « I
                     O rH  Ν ι–I    ml        ZHK       ZHK            ZHK               ZHK
Fäkalbakterio-
phajjen
                             +       100      o (4 )       0                0          0(1 )      ( ï ) Δη der Abgabestelle
                                                                                                         η den Verbraucher
Enteropatfc ogene
Viren                        +   10.000       0            0                0          o (1)      ( 4 ) Je ' Eakfceriophagen-Typ
Protozoen                    +        -     keine       keine          keine          keine ( ï ) (5 ) Qualitative Unter-
                                            . ( 5.)                                                     suchung
Animalcule                   +              keine
                                              (¿L_
 ---pagebreak---                         - 32              Lok . Fr . 3£5' / 2 74 cl
                    TRimMSSERITORI.ÎEîT
                  -  ' MuAGE   II
               St andardanalys enmcd elle
1 - Zu "berlicks icht igende Parameter
2 - Häufigkeit der S t andardcmalysen
3 - Probenahme
4 - Bemerkungen über die Korservierung der Proben
 ---pagebreak---                                                 S TA5EDARDATTA LYSFIMI 'ODELLE
                                        1 – Zu "berücksichtigende Parameter
                t
                                           À                                               Β                              C
                        Laufende Kontrolle der Verteilernetze
                                                                              regelmässige systema-          Gelegentliche Kontrol-
                               die versorgt werden von :                       tische Kontrolle , zu-
                                                          A2
                                                                                                             le aufgrund einer be-
                             Δ1
                                                                               sätzlich zu A1 und A2         sonder en-od er Zufall-
                        Grundwasser            Oberflächen- oder ·
                                                                                                             situation zusätzlich
                                               Mischwasser·
                                                                                                                  zu A und Β
ORGANOLEPTISCHE  : Trübung                  : Trübung                        Farbe                        : Farbe
FAElUIECT          Temperatur                 Geruch                         Tr'foung                       Trübung
                                              Geschmack                      Geruch                         Geruch
                                              Temperatur                     Geschmack                      Geschmack
                                                                             Temperatur                     Temperatur
PHYSIKALISCH-      pH                         pH                             pH                             pH
CHEMISCHE          Leitfähigkeit              Leitfähigkeit                  LeitfShigkeit                  Leitfähigkeit
FAKTOREN           Gesamthärte                Gesamthärte                    Ges amtmineral i s i erung     Ge s amt mineral i si erung
                   Alkalinität                Alkalinität                    Gesamthärte                    Gesamthärte
                   Sulfate                    Sulfate                        Kalzium                        Kalzium
                   Chloride                   Chloride                       Magnesium                      Magnesium
                   Hitrate                    Nitrate                        Natrium                        Natrium
                   Ammoniak                   Ammoniak                       Kalium                         Kalium
                                                                             Aluminium · ■  .               Aluminium
                                                                             Alkalinität                    Alkalinit Et
                                                                             Sulfate                        Sulfate
                                                                             Chloride                       Chloride
                                                                             Nitrate         Ammoniak       Nitrate       Ammoniak
                                                                             Nitrite    -     Kieselsäure   Nitrite       Kieselsäure
                                                                             Gesamt Stickstoff              Gesamt stickst off
 ---pagebreak---                                            1 - Zu berücksichtigende Parameter ( Fortsetzung)
                                                                                        Β
                          Laufende Kontrolle der Verteilernetze                                    Gel egentliche Kontrol-
                                                                         R ogel'iassige systema¬
                                die versorgt werden von :                                          le aufgrund einer be­
                               Λ1                         A2             tische Kontrolle , zu­    sonderen- oder Zufall-
                                                                         sätzlich zu A1 und A2
                          Grundwasser           Oberflachen- oder                                  situation zusätzlich
                                               Kischwasser                                                zu A urd B
BTCLOGISGEE       Oxidierbarkeit             Oxidierbarkeit            Gelöster Sauerstoff       Gelöster Sauerstoff
FAKTORETT                                                              Oxidierbarkeit            Oxidierbarkeit
                                                                                                 Chen « Sauerrt offbedarf
                                                                                                 ( CSB )
                                                                                                 Biochenu Sauerstoff-
                                                                                                 bedarf ( B3 B5 )
                                                                                                 Ges-untgehalt an orga-     . |
                                                                                                 nischora Kohlenstoff ( TOC )
                                                                                                 Kit Chloroform extra-        ;
                                                                    -4--–
                                                                                                 hierbare Substanzen          I
UITERlviriISCirTE El s en                    Ei s on                   Fluor                     Sämtliche uncrwunsch-
ODFR TOXIECH33    Mangan                     Mangan                    Phosphor                  ten oder toxischen
FAKTOKniT                                                              Phénol index              Fairtoren ( nach Ver­
                                                                       Anionische Detergentien   mutung )
                                                                       ( n". ch Vcruntun^)
MIER03I0LCGISCHE  Gesamtcoliforme            Gesamtooliforv.o          Gosa^tcoliformo           Gc^aiatcoliforne
FALIEviiM         FSkalc o liforme           Fakalcoliforme            Fakal c o 1 i f orme      F'tkal o o 1 i f c r.ae
                  Fakalstreptokoldcen        FSkalstreptokokken        Fakal s t r e pt okokkon  Fakalstreptokoldcen
                  Gesant zahluri.v           Ges amt zuh lung          Ges arat z åh lun;j       Gos.Ti.Ti' z'^hlung
                                                                       Sulfit abbauend e s       S ul f i t abb auend e s
                                                                       Clostridium               Clostridiun
                                                                                                 Salmonellen
                                                                                                 Pathogene Staphylokokk
                                                                                                 Fakal-Bakt er i oph age
                                                                                                 Viren          - Prctozoen
                                                                                                 Aninalcula
 ---pagebreak---                                                  2 -  Haufigkeit der St and. arc1. analyb en
-1                                                 i
                                                                                                           Häufigkeit
vol                                     St andardanalys Θ
co
 ^1                                                                                            empfohlen          vorgeschrieben
 M   ål
     Laufende Kontrolle der mit Grundwasser gespeisten Verteilernetze                        Alle 3 Monate        Alle 6 Monate
 gl
     êà
     Laufende Kontrolle der mit Oberflächen- oder Mischwasser gespeisten
     Verteilernetze
     - sehr schwache oder einmalige Versorgung
        ( i ) mit Schutzgebiet *)                                                            Alle 3 Monate        Alle 6 Monate
        ( ii ) ohre Schutzgebiet *)                                                          Monatlich            Alle 3 Monate
     - starke Versorgung                                                                     Täglich              Wöchentlich
 uN  Β
     Regelmässige systematische Kontrolle zusätzlich zu A1 une!. Λ2                          Alle 6 Monate        Jahr lieh
     Ç                                                                                                           je nach Erfordernis
     Gelegentliche Kontrolle aufgrund einer besonderen- oder Zufallsituation :                                   durch die zuständi-
     zusätzlich zu A1 , A2 und Β
                                                                                                                 gen Gesundheitsbe-
                                                                                                                 hörden festzulegen
    *) i)as nach Vorlage eines geologischen Berichtes festgelegte Schut z;;e"bi et ist eine um eine !Ias3ercntnahnc3tclle
        ( Quellwr.sser , Grundwasser , Oberflachenwasser) , festgelegte Zone in einem zu diesem Zweck angelegten Reservat .
       Man Vinter scheidet :
       - eigent liches Schut z^e"bi et ; eingezäunt , Zutritt verboten ;
       - erweitertes Schutzgebiet ; Zutritt verboten oder reglementiert .
       Bei direkter Entnahme aus Flüssen wird der Schutz innerhalb eines Nafabere i chs gewährleistet , in welchen da3
       Einleiten von Abwässern vermieden werden muss oder zumindest erst dann erfolgen darf , wenn neben der normalen
       Reinigung eine zusatzliche Reinigung durchgeführt worden ist .
 ---pagebreak---                                    3 - Probenahno
         Zur Durchfifirung der Star.dardanalysen müssen mit eir.era geeigneter
Ger&t ausreichende Wasseraengeu entnommen werden.
a) 3?Jcteriolofrisoho Untersuchung
    Die Wasserentnahme nruss mit sterilen Flaschen erfolgen :
    - für die Untersuchung auf Keine, die als Nachweis für F&kr.lkontnmina-
      tion gelten: 500 cm^ Wasser ,
    - zur Untersuchung auf Salmonellen : 1.000 cn^ Wasser ,
    - zur Untersuchung auf Viren : 10.000 cra^ Wasser.
b ) Chemische Untersuchung
    - Analyse A : Entnahme von 1.000 cm^ Wasser mit sauberen Glas- oder
                  Kunststoff-Flaschen ;
    - Analyse B : Entnahme von 2.000 ern"^ Wasser ;
    - Analyse C : Entnahme von 2.00C cm    Wasser in Ffyrex-Flaschen nit
                  geschliffenem atopfen , die wie folgt aufgeteilt werden :
      - 1.000 cm^ zur Untersuchung toxischer oder unerwünschter Subs­
        tanzen ( Schwer notalle )
      - 2,000 cm"^ zur Untersuchung organoleptischer , physikalisch-
        chemischer und biologischer Faktoren .
 ---pagebreak---                                      - 37                 Dok. Er . 3861 /2/74 d
            " 4 -  Bemerkmtgen uber clie Konservierun~ der Proben
a ) Im allgemeinen sollten die Proben durch Tieflcöhlung konserviert
    werden.
b ) Bei toxischen oder unerwünscht en Substanzen ist es zuweilen erfor­
    derlich , je nach der gesuchten Substanz Konservierungsmittel zu
    verwenden , die der Pro"be entweder bei der Probenahme oder im Labo­
    ratorium zugegeben werden,
c ) Für die Probenahmen von Wasser zur mikrobiologischen Untersuchung
    sind sterile Flaschen zu verwenden , die während des Transports zum
    Laboratorium bei C°C aufbewahrt werden müssen. Die Analyse soll
    möglichst unmittelbar nach Eingang der Probe im Laboratorium , -
    spätestens jedoch 48 h nach der Probenahme erfolgen.
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                              TRIMI' ■ A3 S ERTIORKEN"
                                 Anlage II I
                        Analytische     BezuTsverfahren
                     A - 1 ) Organoleptische Faktoren
                     A - 2)  Physikalisch-chemische Palctoren
                     A - 3 ) Biologische Faktoren
                     A - 4 ) Unerwünschte oder toxische Paktoren
                     B)      Hikrobiolori sehe Paktoren
Pur die durch Asterisk "bezeichneten Parameter - gemeinsame Parameter
für das für den menschlichen Gebrauch "bestimmte Wasser sowie für
das zur Trinkwassergewinnun;* "bestimmte OberflSchenwasser - sind augen­
blicklich analytische Referenzmethoden im Studium im Rahmen der Vor­
bereitung einer Richtlinie "betr , Analysemethoden Uber die QualitEts-
anforderungen an Oberflächenwasser für die Trinkwas s ergcwinnuiig in den
Mit gl iedst aat en.
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             Analytische     BezrursverfrJlren
           A - 1 ) Organoleptische    Faktoren
Parbe
                   Kies elsaure-Verfaliren
Trtîbung          Secchi-Verfahren
Geruch
Gesohmack
                  Durch schrittweise Verdünnung
                  Messungen bei 12°C oder 25°C
Temperatur        *
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                A - 2) Physikalisch-chemische Palctoren
                *
PH
Leitfähigkeit   *
Gesaatmine-
                Trocknung "bei 180°C
ralisierung
GesamthHrte     EDTA-Komplexometrie                1
Kalzium         *
Magnesium       At omabsorpt i on
Natrium         At omabs orpt i on
                Flammenemiesion
Kalium          Atomabsorption
                Flammenemi ss ion
Aluminium       Atomabsorption nach Konzentration
                Absorptions-Spektrophotometrie nit spezifischem
                Reagens .                                *
AlkalinitSt     Acidimétrie mit Methylorange
Sulfate
Chloride
Nitrate
Nitrite         Absorptions-Spektrophotometrie mit spezifischem
                Reagens
Ammoniak
Stickstoff nach *
Kjeldahl
Kieselsäure     Absorptions-Spektrophotometrie mit Kieselmolybdän-
                sSure mit oder ohne Reduktion
Mit Chloroform
Extrahierbare
Substanzen
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                       Α - 3) Biologische Faktoren
Gelöster Sauerstoff           *
Oxidierbarkeit                Siedendes KMhO . wShrend 10 ci in
                                            4
                              saurem Medium
Biochemischer Sauerstoff-     *
bedarf ( bsb5)
Gesamt gehalt an orga­        *
nischem Kohlenstoff ( TOC )
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                A - 4 ) Unerwtinschte oder toxische Paktoren
Silber               At omabs orpt i on
Arsen                *
Barium               *
ICadmium             *
ZyanvGrbindungen     *
Gesamtchrom          *
Kupfer               *
Fluor                *
Eisen                *
Queclcsilber         *
                     *
Mangan
Nickel               *
Ehosphor             Ahsorptions-Spektrophotometrie mit reduzierter
                     MolybdSncLiphosphorsSure
Blei
Schwefelwasserstoff Absorptions-Spektrophotometrie : Bildung von
                     Methyleriblau
                                        5+
Antimon              Oxidati on zu SV
                    'Ahsorptions-Spektrophotometrie mit Rhodamm B
Selen                *
Zinlc                *
Mineralole und
polyzyklische aro­
matisches Kohlen­
wasserstoffe
Phénol index
Anionische Deter­
gentien
Pestizide und
verwandte Produk­
te
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                         B – Mikrobiologische Faktoren
Gesamtcoliforme
Fakalcoliforme
FSkalst rept okokken
Gesamt aus Zahlung
Sulfit abbauendes      Nach Erhitzen der Probe auf 80°C Auszählen der
Clostridium            Sporen durchs
                       - Einsäen in Medium mit Glukose , Sulfit und Eisen ;
                          Anszählen der Kolonien mit schwarzem Lichthof ;
                       *> Membranfilterung , Pilterrßckstand auf mit Agar-
                          Agar abgedecktes Medium mit Glukose , Sulfit und .
                          Eisen absetzen ; Anszählen der schwarzen Kolonien ;
                       - Verteilen in RcJhrchen mit "D.R.C.M."-Medium
                          (Differential reinforced clostridial medium),
                          schwarze R'ohrchen in Medium mit Lackciusmiloh um­
                          setzen ; Anszählen nach Maxinum-Läkelihood-Prinzip,
Salmonellen
Pathogène Staphy-      Membranfilterung und Kultur in spezifischem Medium
lokokken               ( z.B. ttbersalzenes Chapman-Medium) . Sichtbarmachung
                       der Pathogenität s-Merkmale»
Fakalbakt eriophage    Guelin-Verfahren
Ent erophathogene      Konzentration durch Filtern, Ausflockung oder Zen­
Viren                  trifugieren ; Identifizierung,
Protozoen              Konzentration durch Membranfilterung, mikroskopische
                       Prüfung, Pathogenität s-Test ,
Animalcula
(Würmer, Larven)
Bemerkungen? Die Inkubationszeit beträgt im allgemeinen 24 oder 48 Stun­
                den; eine Ausnahme machen die Gesamt Zählungen , bei denen
                sie 48 oder 72 Stunden beträgt .