CELEX: C1999/333/27
Language: de
Date: 1999-11-20 00:00:00
Title: Rechtssachen C-303/99 und C-304/99: Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch Beschluß des Tribunale Brescia - Dritte Zivilkammer - vom 30. Juli 1999 in den Rechtsstreitigkeiten 1. Markfactor SpA, 2. F. Apollonio & C. SpA gegen Ministero delle Finanze

20.11.1999             DE                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     C 333/13
— Verletzung des Gemeinschaftsrechts, indem den Rechtsmit-           1. Steht Artikel 11 Absatz 1 des italienischen Gesetzes
     telführern unter Verstoß gegen Artikel 6 der Europäischen            Nr. 448 vom 23. Dezember 1998 (GURI Nr. 302 vom
     Konvention zum Schutz der Menschenrechte in Verbin-                  29.12.1998, Supplemento ordinario), wonach für jedes
     dung mit Artikel 6 Absatz 2 des Vertrages über die Euro-             der Jahre von 1985 bis 1992 eine Abgabe für staatliche
     päische Union wirksamer Rechtsschutz versagt worden                  Konzessionen als jährliche Pauschalabgabe für die Eintra-
     sei, da fälschlicherweise ein Vorabentscheidungsersuchen             gung „anderer die Gesellschaft betreffender Vorgänge“
     zwingend als Mittel für den rechtlichen Schutz der Belange           geschuldet wird, die bei Aktiengesellschaften und Kom-
     einzelner angesehen worden sei.                                      manditgesellschaften auf Aktien 750 000 LIT und bei
                                                                          Gesellschaften mit beschränkter Haftung 400 000 LIT
                                                                          beträgt, im Einklang mit dem Gemeinschaftsrecht, insbe-
                                                                          sondere den Artikeln 10 und 12 der Richtlinie
                                                                          69/3335/EWG (1) des Rates vom 17. Juli 1969?
                                                                     2. Steht Artikel 11 Absatz 3 des Gesetzes Nr. 448/98, wo-
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch                            nach Zinsen auf die Beträge, die zu erstatten sind, weil sie
Beschluß des Tribunale Brescia — Dritte Zivilkammer —                     über die in Absatz 1 vorgesehenen Beträge hinaus entrich-
vom 30. Juli 1999 in den Rechtsstreitigkeiten 1. Mark-                    tet wurden, nach dem gesetzlichen Satz zu berechnen sind,
factor SpA, 2. F. Apollonio & C. SpA gegen Ministero                      der im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes galt
                           delle Finanze                                  (2,5 % pro Jahr), anstatt nach dem Satz, der in Artikel 5
                                                                          in Verbindung mit Artikel 1 des Gesetzes Nr. 29 vom
            (Rechtssachen C-303/99 und C-304/99)                          26. Januar 1961 in der geänderten Fassung vorgesehen ist,
                                                                          im Einklang mit dem Gemeinschaftsrecht?
                         (1999/C 333/27)
                                                                     (1) ABl. L 249 vom 3.10.1969, S. 25.
Das Tribunale Brescia — Dritte Zivilkammer — ersucht den
Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften durch Beschluß
vom 30. Juli 1999, eingegangen bei der Kanzlei des Gerichts-
hofes am 12. August 1999 in den Rechtsstreitigkeiten 1. Mark-
factor SpA, 2. F. Apollonio & C. SpA gegen Ministero delle
Finanze um Vorabentscheidung über folgende Fragen:
Steht Artikel 11 Absatz 1 des italienischen Gesetzes Nr. 448
                                                                     Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des
vom 23. Dezember 1998 (GURI Nr. 302 vom 29.12.1998,
                                                                     Beschlusses des Finanzgerichts Hamburg vom 29. April
Supplemento ordinario), wonach für jedes der Jahre von 1985
                                                                     1999 in dem Rechtsstreit Banque Internationale pour
bis 1992 eine Abgabe für staatliche Konzessionen als jährliche
                                                                     l’Afrique Occidentale S.A. (BIAO) in Liquidation gegen
Pauschalabgabe für die Eintragung „anderer die Gesellschaft
                                                                             Finanzamt für Großunternehmen in Hamburg
betreffender Vorgänge“ geschuldet wird, die bei Aktienge-
sellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien
750 000 LIT und bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung                             (Rechtssache C-306/99)
400 000 LIT beträgt, im Einklang mit dem Gemeinschafts-
recht, insbesondere den Artikeln 10 und 12 der Richtlinie
                                                                                             (1999/C 333/29)
69/335/EWG (1) des Rates vom 17. Juli 1969?
                                                                     Das Finanzgericht Hamburg ersucht den Gerichtshof der
(1) ABl. L 249 vom 3.10.1969, S. 25.                                 Europäischen Gemeinschaften durch Beschluß vom 29. April
                                                                     1999, in der Kanzlei eingegangen am 13. August 1999,
                                                                     in dem Rechtsstreit Banque Internationale pour l’Afrique
                                                                     Occidentale S.A. (BIAO) in Liquidation gegen Finanzamt für
                                                                     Großunternehmen in Hamburg, um Vorabentscheidung über
                                                                     folgende Fragen:
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch
Beschluß des Tribunale Brescia — Dritte Zivilkammer —
vom 30. Juli 1999 in dem Rechtsstreit Leglerdata SpA                 I. Vorabentscheidungsverfahren des Gerichtshofes
                 gegen Ministero delle Finanze
                                                                     Ist der EuGH im Vorabentscheidungsverfahren nach Art. 177
                     (Rechtssache C-305/99)                          EG-Vertrag (EGV) a.F. [Art. 234 EGV in der ab 1. Mai 1999
                                                                     geltenden Fassung des Amsterdamer Vertrags vom 2. Oktober
                         (1999/C 333/28)                             1997 --n.F.--] zur Auslegung der Vierten Richtlinie des Rates
                                                                     über den Jahresabschluß von Gesellschaften in bestimmter
Das Tribunale Brescia — Dritte Zivilkammer — ersucht den             Rechtsform vom 25. Juli 1978 (Bilanzrichtlinie --BiRiLi--,
Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften durch Beschluß           78/660/EWG, ABl. 1978 L 222) nicht nur zuständig bei
vom 30. Juli 1999, eingegangen bei der Kanzlei des Gerichts-         Zweifeln über die richtlinienkonforme Anwendung des natio-
hofes am 12. August 1999 in dem Rechtsstreit Leglerdata SpA          nalen Handelsbilanzrechts für Kapitalgesellschaften (hier
gegen Ministero delle Finanze um Vorabentscheidung über              §§ 264 ff des deutschen Handelsgesetzbuchs --HGB--), sondern
folgende Fragen:                                                     auch zuständig;