CELEX: 31983D0519
Language: de
Date: 1983-10-17 00:00:00
Title: 83/519/EWG: Beschluß des Rates vom 17. Oktober 1983 zur Verabschiedung eines Forschungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Vorausschau und Bewertung auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie (FAST) 1983-1987

Avis juridique important

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31983D0519

83/519/EWG: Beschluß des Rates vom 17. Oktober 1983 zur Verabschiedung eines Forschungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Vorausschau und Bewertung auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie (FAST) 1983-1987  

Amtsblatt Nr. L 293 vom 25/10/1983 S. 0020 - 0022 Spanische Sonderausgabe: Kapitel 16 Band 1 S. 0164  Portugiesische Sonderausgabe: Kapitel 16 Band 1 S. 0164 

*****  BESCHLUSS  DES RATES  vom 17. Oktober 1983  zur Verabschiedung eines Forschungsprogramms der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Vorausschau und Bewertung auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technologie (FAST) 1983-1987  (83/519/EWG)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 235,  auf Vorschlag der Kommission (1),  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Nach Artikel 2 des Vertrages ist es unter anderem Aufgabe der Gemeinschaft, eine harmonische Entwicklung des Wirtschaftslebens innerhalb der Gemeinschaft, eine beständige und ausgewogene Wirtschaftsausweitung und eine beschleunigte Hebung der Lebenshaltung zu fördern.  Die Mobilisierung von Wissenschaft und Technologie stellt einen der Hebel dar, mit deren Hilfe das Wachstum der Mitgliedstaaten wieder angekurbelt werden kann.  In seiner Entschließung vom 14. Januar 1974 über die Koordinierung der einzelstaatlichen Politik und die Definition der Aktionen von gemeinschaftlichem Interesse im Bereich der Wissenschaft und Technologie (4) übertrug der Rat der Kommission die Aufgabe, Aktionen von gemeinschaftlichem Interesse zu definieren und die für die Durchführung dieser Aktionen geeigneten Mittel und Wege auszuwählen.  Die in ein globales Konzept der wirtschaftlichen und sozialen Politik eingefügten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten (F & E) sind zu einem der wesentlichen strategischen Hilfsmittel für die Verwirklichung der langfristigen Ziele der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft geworden.  Eines der Instrumente zur regelmässigen Revision des Rahmenprogramms der gemeinschaftlichen F & E und zur Anpassung der Programmprioritäten an die laufenden und absehbaren Entwicklungen stellt die Analyse der langfristig möglichen wissenschaftlichen, technologischen und sozio-ökonomischen Veränderungen dar.  Der Rat hat mit seinem Beschluß 78/668/EWG (5) ein Forschungsprogramm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Vorausschau und Bewertung in Wissenschaft und Technologie verabschiedet, das die Aufgabe hat, für einen Zeitraum von vier Jahren den Nutzen einer Vorausschau und Bewertung für die Auswahl der grossen langfristigen Leitlinien der gemeinschaftlichen F & E zu erkunden. Dieses Programm läuft am 16. August 1983 aus.  Die Ergebnisse des genannten Programms, nachstehend als »FAST" bezeichnet, haben gezeigt, daß eine Tätigkeit der prospektiven Reflexion über die wissenschaftliche, technologische und sozio-ökonomische Evolution in den Mitgliedstaaten im Dienste der Definition der Ziele und Prioritäten der langfristigen Aktion der Europäischen Gemeinschaften, insbesondere im Bereich der Wissenschaft und Technologie, an sich zweckmässig und in diesen schwierigen Zeiten notwendiger ist denn je.  Die europäische Kooperationsnetze müssen verstärkt und dichter geknüpft werden, um die Ergebnisse der in den Mitgliedstaaten, unter anderem seitens zahlreicher neuer staatlicher und privater Forschungseinrichtungen, geleisteten umfangreichen Vorausschau- und Bewertungsarbeiten im Bereich der Wissenschaft und Technologie in wirksamer Weise auf Gemeinschaftsebene zu nutzen.  Im Vertrag sind besondere Befugnisse für die Annahme dieses Beschlusses nicht vorgesehen.  Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (AWTF) hat seine Stellungnahme zum Kommissionsvorschlag abgegeben -  BESCHLIESST:  Artikel 1  Das zweite Forschungsprogramm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zur Vorausschau und Bewertung in Wissenschaft und Technologie (FAST), das im Anhang festgelegt ist, wird angenommen. Die Laufzeit des Programms erstreckt sich vom 17. August 1983 bis zum 31. Dezember 1987.  Artikel 2  Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel belaufen sich einschließlich der Ausgaben für einen Personalbestand von 12 Bediensteten auf 8,5 Millionen ECU. Zusätzlich werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, unter den im Anhang festgelegten Bedingungen bis zu 20 Personen/Jahr für die gesamte Laufzeit des Programms als »Visiting fellows" zu der FAST-Gruppe abzustellen.  Artikel 3  Die Kommission sorgt für die Durchführung des Programms. Sie wird dabei von einem Beratenden Programmausschuß unterstützt, der von der Kommission einzusetzen ist.  Artikel 4  Die Kommission unterrichtet den Rat und das Europäische Parlament durch zwei Zwischenberichte (Mitte 1985 und Ende 1986) über den Fortgang der Forschungsarbeiten.  Die Kommission lässt die Ergebnisse des Programms von einer unabhängigen Gruppe bewerten und erstattet dem Rat und dem Europäischen Parlament am Ende des Programms Bericht.  Artikel 5  Die Verbreitung der sich aus der Durchführung des Programms ergebenden Kenntnisse erfolgt gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 2380/74 (1).  Geschehen zu Luxemburg am 17. Oktober 1983.  Im Namen des Rates  Der Präsident  G. VARFIS  (1) ABl. Nr. C 89 vom 31. 3. 1983, S. 9.  (2) ABl. Nr. C 184 vom 11. 7. 1983, S. 147.  (3) ABl. Nr. C 211 vom 8. 8. 1983, S. 9.  (4) ABl. Nr. C 7 vom 29. 1. 1974, S. 2.  (5) ABl. Nr. L 225 vom 16. 8. 1978, S. 38.  (1) ABl. Nr. L 255 vom 20. 9. 1974, S. 1.  ANHANG  1. Hauptzweck des Forschungsprogramms FAST ist die Analyse des Wandels in Wissenschaft und Technologie, um ihre langfristigen Folgen für die F&E-Politik und die anderen Politiken der Gemeinschaft für die nächsten fünf, sieben und/oder zehn Jahre auszuleuchten und rechtzeitig politische Optionen vorzuschlagen.  2. Die Tätigkeit erstreckt sich auf drei Hauptgebiete:  1. Europa und das neue »Wachstum"  1.1. Technologie - Beschäftigung - Arbeit,  1.2. Integrale Entwicklung der erneuerbaren natürlichen Ressourcen.  2. Neue strategische industrielle Systeme  2.1. Fernmeldewesen,  2.2. Ernährung.  3. Veränderung der Dienstleistungen und technologischer Wandel  3. Damit die unter Nummer 1 genannte Aufgabe erfuellt werden kann, enthält das Programm zwei Hauptaufgaben innerhalb der unter Nummer 2 genannten drei Bereiche:  a) Ermittlung der Aussichten, Probleme und mögliche Konflikte, die auf lange Sicht die Entwicklung der Gemeinschaft beeinträchtigen können, und auf dieser Basis Vorschlag neuer langfristiger Orientierungen für die Aktion der Gemeinschaft, speziell im Bereich der Wissenschaft und Technologie.  b) Valorisierung der in den Mitgliedstaaten durchgeführten Forschungsarbeiten auf lange Sicht.  4. Die Erfuellung dieser Aufgaben erfolgt hautpsächlich in Abhängigkeit von folgenden Aktionsmodalitäten:  - Entwicklung der Programmtätigkeit auf der Grundlage eines Netzes von etwa zehn nationalen Forschungseinheiten, die in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten identifiziert werden. Die Form und das Funktionieren dieses Netzes werden zusammen mit diesen Einheiten definiert;  - Beteiligung der Forschungszentren oder Forschungsteams der Gemeinschaft, die in der Analyse des technologischen Wandels spezialisiert sind, an den wissenschaftlichen Arbeiten des Programms;  - Förderung von Ad-hoc-Informations- und Kooperationsnetzen auf Gemeinschaftsebene. Diese Netze sind so flexibel und formlos wie möglich. Die Mitarbeit der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter sowie der Verbände ist erwünscht;  - Abstellung von »Visiting fellows" seitens der Gemeinschaftsinstitutionen und einzelstaatlichen Einrichtungen (staatliche, Hochschul-, berufsständische Einrichtungen) für das Programm.  Unter »Visiting fellows" ist eine Person zu verstehen, die zu der Kommission der Europäischen Gemeinschaften abgestellt wird, um dort für begrenzte Zeit als Mitglied der FAST-Einheit zu arbeiten. Ein »Visiting fellows" kann aus den folgenden Personenkreisen kommen:  i) Angehörige des öffentlichen Dienstes, die beruflich mit der Analyse langfristiger Probleme und Aussichten, insbesondere im Bereich von Wissenschaft und Technologie zu tun haben;  ii) Hochschulforscher oder -professoren mit hervorragenden Qualifikationen in einem Fachbereich von Wissenschaft und Technologie;  iii) Nachwuchsforscher am Beginn ihrer Laufbahn oder in Vorbereitung auf ihre Promotion oder bei der Spezialisierung nach der Promotion.  In den Fällen der Ziffern i) und ii) werden die von der Kommission am 19. Januar und 23. Dezember 1976 beschlossenen Gemeinschaftsvorschriften für die Deckung der Kosten im Zusammenhang mit der Abstellung nationaler Sachverständiger zu den Dienststellen der Kommission (Gruppe XI, Posten I, Rubrik 11.73 des Forschungsprogrammhaushalts) angewandt.  In dem Fall der Ziffer iii) werden die Sonderbedingungen für Zuschüsse gewährt, die die Kommission zur Verfügung stellt, um Wissenschaftlern und Ingenieuren auf verschiedenen Ausbildungsstufen die Möglichkeit zu geben, an der Durchführung der verschiedenen Forschungsprogramme der Gemeinschaft mitzuwirken und in den Bereichen, die von diesen Programmen abgedeckt werden, Fachkenntnisse zu erwerben.