CELEX: 51988PC0120(57)
Language: de
Date: 1988-04-05
Title: VORSCHLAG VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES ZUR AENDERUNG DER VERORDNUNG ( EWG ) NR. 822/87 UEBER DIE GEMEINSAME MARKTORGANISATION FUER WEIN

Nr. C 139/66                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                30. 5. 88
              Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 989/84
              zur Festsetzung von Garantieschwellen für bestimmte Verarbeitungserzeugnisse aus Obst und
                                                            Gemüse
                                                         (88/C 139/56)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                         HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen                                      Artikel 1
Wirtschaftsgemeinschaft,
                                                                  1. Artikel 1 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 989/84
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 426/86 des Rates
                                                                      erhält folgende Fassung:
vom 24. Februar 1986 über die gemeinsame Markt-
organisation für Verarbeitungserzeugnisse aus Obst und                „1. Für Verarbeitungserzeugnisse aus Tomaten wird
Gemüse (1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG)               für jedes Wirtschaftsjahr eine Garantieschwelle festge-
Nr. ..., insbesondere auf Artikel 2 Absatz 3,                         setzt, die einer Menge von 4 700 000 Tonnen frischen
                                                                      Tomaten entspricht.
auf Vorschlag der Kommission,
                                                                      Diese Menge wird folgendermaßen aufgeteilt:
in Erwägung nachstehender Gründe:
                                                                      — 2 884 615 Tonnen für die Herstellung von Tomaten-
Mit der Verordnung (EWG) Nr. 989/84 des Rates (2),                        konzentrat,
zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. ...,                  — 1 307 150 Tonnen für die Herstellung von ganzen
wurden für bestimmte Verarbeitungserzeugnisse aus Obst                    geschälten Tomaten,
und Gemüse, insbesondere für Tomatenverarbeitungser-
zeugnisse, Garantieschwellen festgesetzt.                             — 508 235 Tonnen für die Herstellung anderer Verar-
                                                                          beitungserzeugnisse aus Tomaten."
Es sollte der Entwicklung Rechnung getragen werden, die
der Markt für Tomatenverarbeitungserzeugnisse seit 1984                                     Artikel 2
genommen hat, und die Aufteilung der Gesamtmengen
nach dem jeweiligen Anteil der Enderzeugniskategorien             Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer
demgemäß angepaßt werden —                                        Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemein-
                                                                  schaften in Kraft.
(!) ABl. Nr. L 49 vom 27. 2. 1986, S. 1.                          Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und
(2) ABl. Nr. L 103 vom 16. 4. 1984, S. 19.                        gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
              Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 822/87
                                       über die gemeinsame Marktorganisation für Wein
                                                         (88/C 139/57)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                          Angesichts der durch starke Überschüsse gekennzeichneten
                                                                   Lage auf dem Weinmarkt ist jede Neuanpflanzung
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen             vorübergehend untersagt worden. Aus demselben Grund
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 43,              empfiehlt es sich, das bestehende Verbot, staatliche
                                                                   Beihilfen für Neuanpflanzungen oder Wiederbepflan-
auf Vorschlag der Kommission,                                      zungen von für die Tafelweinerzeugung bestimmten
                                                                   Flächen zu gewähren, unabhängig von der Qualität des
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                    erzeugten Weines oder der Einteilung der Fläche auf alle
                                                                   Anpflanzungen auszudehnen.
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus-
ses,                                                               Aufgrund des technischen Charakters der Zahlenhöchst-
                                                                   werte, die für bestimmte önologische Verfahren oder
in Erwägung nachstehender Gründe:                                  Behandlungen in Anhang VI der Verordnung (EWG)
 ---pagebreak---  30. 5. 88                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 139/67
 Nr. 822/87 des Rates (*), zuletzt geändert durch die             erlangten wirtschaftlichen Vorteil entsprechenden Weise
Verordnung (EWG) Nr. 3992/87 (2), festgesetzt worden              verringert. Es empfiehlt sich somit, die Verringerung des
 sind, ist vorzusehen, daß der Rat diese Höchstwerte mit          Ankaufspreises auf der Grundlage der in Artikel 45
qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag der Kommission              genannten Höhe der Beihilfe zu berechnen und diese
 sowie unter Berücksichtigung des wissenschaftlichen              Verringerung auf alle Destillationen anzuwenden.
Fortschritts und der gemachten Erfahrungen ändern kann.
                                                                  In Anbetracht der Entwicklung des Weinhandels mit
Aufgrund der gemachten Erfahrung empfiehlt es sich, die           bestimmten Drittländern sollten Regeln festgelegt werden,
Verwendung von Kupfersulfat nicht mehr, wie in Arti-              damit in begrenzten Mengen verfügbare Weine, die unter
kel 17 Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87                   anderen besonderen Qualitätsmerkmalen durch einen
vorgesehen, nur auf die Anbaugebiete zu beschränken, in           geringen Gesamtsäuregehalt gekennzeichnet sind, in die
denen Kupfersulfat nicht zur Behandlung der Reben                 Gemeinschaft eingeführt werden können.
verwandt worden ist. Dagegen muß die Höchstdosis, die
 beim Wein verwendet werden darf, begrenzt werden.
                                                                  Die Verwendung von rektifiziertem Traubenmostkonzen-
                                                                  trat hat bei der Weinbereitung große Bedeutung erlangt. Es
In Artikel 17 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87
                                                                  ist eine wirksame Überwachung dieser Verwendung von
sind die Bedingungen für die Verwendung von Weinsäure             Seiten der zuständigen Behörden vorzusehen, was analyti-
und Kalziumtartrat für die Entsäuerung aufgeführt. Es             sche Prüfungen des rektifizierten Traubenmostkonzentrats
empfiehlt sich, die Verwendung einer fein gemahlenen              voraussetzt, um seine Echtheit zu überprüfen. Um diese
homogenen Zubereitung aus gleichen Teilen Weinsäure               Prüfungen häufig genug und rationell durchführen zu
und Kalziumkarbonat unter denselben Bedingungen wie               können, sind in der Definition von rektifiziertem Trauben-
für Kalziumtartrat zuzulassen.                                    konzentrat die Merkmale hervorzuheben, die für seine
                                                                  Echtheit bestimmend sind und die sicher und rasch
Die Erzeuger sind verpflichtet, alle bei der Weinbereitung        überprüft werden können.
anfallenden Nebenerzeugnisse zur Destillation zu liefern.
Um das vollständige Auspressen der Nebenerzeugnisse zu
vermeiden, muß der Erzeuger eine bestimmte in Alkoholvo-          Derzeit sieht die Verordnung (EWG) Nr. 822/87 keine
lumen ausgedrückte Menge liefern. Wird diese Menge                Definition für ein „Wein aus Vollreifen Trauben" genanntes
durch das in den Nebenerzeugnissen enthaltene Alkoholvo-          Erzeugnis vor, dessen natürlicher Alkoholgehalt 15 % vol
lumen nicht erreicht, so ist der Erzeuger verpflichtet, seine     übersteigt und das, gegebenenfalls nach Eintrocknung der
Lieferung durch Wein zu ergänzen. In Anbetracht der               Trauben, aus Trauben bestimmter Rebsorten gewonnen
derzeitigen Lage und des Vorhandenseins eines nicht               wird. Im Hinblick auf den freien Verkehr dieses Erzeug-
vermarkteten Weinüberschußes liegt es im Interesse der            nisses ist es in Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 822/87
Gemeinschaft, die Erzeugung von minderwertigem Wein so            zu definieren und ist in Artikel 69 Absatz 1 derselben
weit wie möglich zu vermeiden. Daher sind die im Rahmen           Verordnung klarzustellen, daß dieses Erzeugnis nur aus
der Destillation der Nebenerzeugnisse der Weinbereitung           Weintrauben gewonnen werden darf, die zu den Sorten
zu liefernden Erzeugnismengen nach Maßgabe der Markt-             gehören, die in der Klassifizierung gemäß Artikel 13
lage zu erhöhen.                                                  derselben Verordnung aufgeführt sind.
Die obligatorische Destillation von Wein aus Trauben von          In Anwendung von Artikel 26 der Verordnung (EWG)
Rebsorten, die nicht als Keltertraubensorten in der               Nr. 822/87 sind bestimmte önologische Verfahren, die
Klassifizierung aufgeführt sind, sowie von Wein aus               gemäß der vorgenannten Verordnung noch nicht zugelas-
Trauben von Sorten, die in der Klassifizierung gemäß              sen sind, von den Mitgliedstaaten zu Versuchszwecken
Artikel 36 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 doppelt oder           zugelassen worden. Die erzielten Ergebnisse führen zu der
dreifach aufgeführt sind, ist auf das Ende des Wirtschafts-       Feststellung, daß diese Verfahren eine bessere Beherr-
jahres begrenzt, in dem der Wein hergestellt wurde. Um            schung der Weinbereitung gewährleisten können und keine
Regeln betreffend die Proportionalität der Strafmaßnah-           Gefahr für die Verbrauchergesundheit darstellen. Sie sind
men bei Überschreitung der Frist erlassen zu können, sowie        daher auf Gemeinschaftsebene zuzulassen und Anhang VI
in dem Bemühen um Angleichung an die anderen                      der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 ist entsprechend zu
Destillationsmaßnahmen muß es der Kommission über-                ändern —
lassen werden, eine Frist festzusetzen.
Gemäß Artikel 44 der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 wird             HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN
bei bestimmten Destillationen der Ankaufspreis für die
Weine von Erzeugern, die die Erhöhung des Alkoholgehalts
durch Trockenzuckerung oder Hinzufügung von Most
vorgenommen haben, für den die Beihilfe nach Artikel 45
derselben Verordnung gewährt wurde, in einer dem                                             Artikel 1
(!) ABl. Nr. L 84 vom 27. 3. 1987, S. 1.                          Die Verordnung (EWG) Nr. 822/87 wird wie folgt
(2) ABl. Nr. L 377 vom 31. 12. 1987, S. 20.                       geändert:
 ---pagebreak--- Nr. C 139/68                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 30. 5. 88
1. Artikel 14 erhält folgende Fassung:                            die Verwaltungseinheit aufgeführt sind, in der diese
                                                                  Trauben geerntet werden, und der nicht im betreffenden
   „Artikel 14                                                    Wirtschaftsjahr zur Ausfuhr kommt, wird vor einem
                                                                  noch festzusetzenden Zeitpunkt destilliert. Von Aus-
   Alle einzelstaatlichen Beihilfen für den Weinbau sind          nahmen abgesehen, darf er nur in eine Brennerei
   untersagt, mit Ausnahme derjenigen für den Versuchs-           verbracht werden.
   weinbau."
                                                                  2. Wein aus Trauben von Sorten, die in der Klassifizie-
                                                                  rug sowohl als Keltertrauben als auch als Sorten für eine
2. Artikel 15 Absatz 5 erhält folgende Fassung:
                                                                  Verwendung aufgeführt sind, wird, soweit die normalen
                                                                  Weinbereitungsmengen überschritten werden und
   „5. Der Rat kann mit qualifizierter Mehrheit auf
                                                                  sofern er nicht im betreffenden Wirtschaftsjahr zur
   Vorschlag der Kommission
                                                                  Ausfuhr kommt, vor einem noch festzusetzenden
                                                                  Zeitpunkt destilliert. Von Ausnahmen abgesehen, darf
   a) bei den in Absatz 1 genannten Erzeugnissen die              er nur in eine Brennerei verbracht werden.
      Anwendung der in Anhang VI aufgeführten önologi-
      schen Verfahren oder Behandlungen einschränken
                                                                  Zur Bestimmung der normalen Weinbereitungsmenge
      oder untersagen,
                                                                  wird insbesondere
   b) in Anbetracht des wissenschaftlichen Fortschritts
      und der gemachten Erfahrungen die Zahlenhöchst-             — der während eines noch festzulegenden Bezugszeit-
      werte für bestimmte in Anhang VI aufgeführte                     raums vor dem Wein Wirtschaftsjahr 1980/1981 bzw.
      önologische Verfahren oder Behandlungen ändern."                 für Spanien vor dem Wein Wirtschaftsjahr 1984/1985
                                                                       zur Weinbereitung verwendeten Menge,
3. In Artikel 17                                                  — der Weinmenge, die den herkömmlichen Bestim-
                                                                       mungen vorbehalten ist, Rechnung getragen."
   a) wird Absatz 1 gestrichen,
   b) erhält Absatz 3 erster Unterabsatz folgende Fassung:     6. Artikel 44 erhält folgende Fassung:
   „Die Verwendung von Kalziumtartrat oder Weinsäure              „Artikel 44
   oder einer homogenen Zubereitung von Weinsäure und
   Kalziumkarbonat gemäß Anhang VI Nummer 1 Buch-                 Für die Weine von Erzeugern, die die Erhöhung des
   stabe m) und Nummer 3 Buchstabe 1) für die Entsäue-            Alkoholgehalts durch Trockenzuckerung oder Hinzu-
   rung ist bis zum 31. August gestattet. Die Verwendung          fügung von Most vorgenommen haben, für den die
   von Weinsäure in einer anderen Form als der vorge-             Beihilfe nach Artikel 45 gewährt wurde, wird der für
   nannten Zubereitung ist nur bei Erzeugnissen gestattet,        jede Destillation festgesetzte Ankaufspreis um einen
                                                                  Pauschalbetrag verringert, der auf der Grundlage der
   — die von Rebsorten stammen, welche verhältnismäßig            Höhe der Beihilfe gemäß Artikel 45 berechnet wird. Die
      saure Trauben liefern, und                                  Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel wer-
                                                                  den nach dem Verfahren des Artikels 83 festgelegt."
   — die von Trauben stammen, welche in bestimmten
      noch festzulegenden Gebieten im nördlichen Teil der      7. In Artikel 69 Absatz 1 wird folgender Gedankenstrich
      Weinbauzone A geerntet werden."                             hinzugefügt:
4. Artikel 35 Absatz 2 dritter Unterabsatz erhält folgende        „— Wein aus Vollreifen Trauben."
   Fassung:
                                                               8. Artikel 70 Absatz 2 zweiter Unterabsatz Buchstabe a)
   „Der im zweiten Unterabsatz vorgesehene Prozentsatz            erhält folgende Fassung:
   beträgt mindestens
                                                                  ,,a) bestimmte Weine mit Ursprung in Drittländern im
   — 8 %, wenn der Wein durch direkte Weinbereitung                    Sinne von Absatz 1 Buchstabe b), die besondere
      aus frischen Trauben gewonnen wurde,                             Qualitätsmerkmale besitzen und mit einer geogra-
                                                                       phischen Angabe bezeichnet sind, dürfen zum
   — 3 %, wenn der Wein durch Weinbereitung aus                        unmittelbaren menschlichen Verbrauch abgegeben
      Traubenmost, teilweise gegorenem Traubenmost                     werden,
      oder noch im Gären befindlichen neuem Wein
      gewonnen wurde."
                                                                       — wenn ihr vorhandener Alkoholgehalt mindestens
                                                                           8,5 % vol erreicht oder ihr gesamter Alkoholge-
5. In Artikel 36 erhalten die Absätze 1 und 2 folgende                     halt ohne jede Anreicherung 15 % vol über-
   Fassung:                                                                schreitet, oder
   „1. Wein aus Trauben von Sorten, die nicht als                          wenn ihr Gesamtsäuregehalt, ausgedrückt in
   Keltertrauben in der Klassifizierung der Rebsorten für                  Weinsäure, weniger als 4,5 jedoch mehr als
 ---pagebreak--- 30. 5. 88                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 139/69
          3 Gramm pro Liter, d.h. 60 bzw. 45 Milliäquiva-           b) wird folgende Nummer 14a eingefügt:
          lent pro Liter, beträgt."
                                                                     „14a. Wein aus vollen Trauben:
9. In Anhang I
                                                                    — das Erzeugnis, das ohne Anreicherung in der
   a) erhält Nummer 7 folgende Fassung:                                 Gemeinschaft aus in der Gemeinschaft geernteten
                                                                        eingetrockneten Trauben hergestellt wird, die von
   „7. Rektifiziertes Traubenmostkonzentrat: das flüßi-                 Rebsorten im Sinne des Artikels 69 stammen, die auf
   ge, nicht karamelisierte Erzeugnis, das                              einem noch zu erstellenden Verzeichnis aufgeführt
                                                                        sind,
   — durch teilweisen Wasserentzug aus Traubenmost
       unter Anwendung beliebiger zugelassener Methoden             — mit einem natürlichen Alkoholgehalt von mehr als
       außer der unmittelbaren Einwirkung von Feuerwär-                 15 % vol,
       me so hergestellt wird, daß bei einer Temperatur von
       20°C der Zahlenwert des Refraktometers nicht unter           — mit einem gesamten Alkoholgehalt von mindestens
       72,8 % liegt,                                                    17 % vol und einem vorhandenen Alkoholgehalt
                                                                        von mindestens 12 % vol,
   — zugelassenen Behandlungen zur Entsäuerung und
       Entfernung anderer Bestandteile als Zucker unter-            — das einer mindestens zweijährigen Reifung unter-
       zogen worden ist,                                                zogen wurde, gerechnet ab dem 1. Januar nach der
                                                                        Traubenlese."
   — folgende Merkmale aufweist:
                                                                 10. Anhang VI Nummer 1 wird wie folgt geändert:
      — einen pH-Wert von höchstens 5 bei 25° Brix,
      — eine optische Dichte von höchstens 0,100 bei                 a) unter Buchstabe j) wird folgender Gedankenstrich
          425 nm und 1 cm Dicke bei auf 25° Brix konzen-                hinzugefügt:
          trierten Traubenmost,
                                                                        „— enzymatische Zubereitung von Betaglucanase
      — ein Saccharosegehalt, der so niedrig ist, daß er                bis zum Grenzwert von 5g/hl",
          mit einer noch festzulegenden Analysemethode
          nicht nachgewiesen werden kann,                           b) unter Buchstabe m) werden folgende Gedankenstri-
                                                                        che hinzugefügt:
      — ein Indiz von Folin-Ciocalteau von höchstens
          4,00 bei 25° Brix,                                            „— homogene Zubereitung von Weinsäure und
                                                                        Kalziumkarbonat zu gleichen Teilen, fein gemahlen,
      — titrierbare Säure von höchstens 15 Milliäquiva-                 unter den Bedingungen von Artikel 17 Absatz 3
           lent/kg Gesamtzucker,                                        Unterabsatz 1,
      — einen Schwefeldioxidgehalt von höchstens 25mg/                  — Weinsuspension von Milchbakterien",
          kg Gesamtzucker,
                                                                    c) nach Buchstabe n) werden folgende Buchstaben
      — einen Gesamtkationengehalt von            höchstens             hinzugefügt :
           8 Milliäquivalent/kg Gesamtzucker,
                                                                        „o)Verwendung von Heferindenzubereitungen bis
      — eine Leitfähigkeit von höchstens 120 mikro                          zum Grenzwert von 40g/hl;
          Siemens/cm bei 25° Brix und 20°C,
                                                                        „p) Verwendung von Polyvinylpolypyrrolidon bis
      — einen Gehalt an Hydroxmethylfurfural            von                 zum Grenzwert von 80g/hl".
          höchstens 25 mg/kg Gesamtzucker,
      — Spuren von Mesoinositol,                                 11. Anhang VI Nummer 3 wird wie folgt geändert:
   — ausschließlich von Rebsorten im Sinne des Arti-                 a) Unter Buchstabe 1) werden nach dem letztzen
       kels 69 stammt,                                                  Gedankenstrich folgende Gedankenstriche hinzuge-
                                                                        fügt:
   — in der Gemeinschaft hergestellt ist,
                                                                        „— homogene Zubereitung von Weinsäure und
   — aus Traubenmost hervorgegangen ist, der minde-                     Kalziumkarbonat zu gleichen Teilen, fein gemahlen,
       stens den natürlichen Mindestalkoholgehalt auf-                  unter den Bedingungen von Artikel 17 Absatz 3
       weist, der für die Weinbauzone gilt, in der die                  erster Unterabsatz,
       Trauben geerntet wurden.
                                                                        — Weinsuspension von Milchbakterien",
   Ein vorhandener Alkoholgehalt des rektifizierten
   Traubenmostkonzentrats von bis zu 1 % vol wird                    b) unter Buchstabe m) wird folgender Gedankenstrich
   geduldet."                                                           hinzugefügt:
 ---pagebreak--- Nr. C 139/70                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  30. 5. 88
    „— enzymatische Zubereitung von Betaglucanase bis                      y) Verwendung von Polyvinylpolypyrrolidon bis
    zum Grenzwert von 5 g/hl",                                                 zum Grenzwert von 80 g/hl,
    c) Buchstabe s) erhält folgende Fassung:
                                                                           z)  Verwendung von Parrafinöl, um Wein in
        ,,s) Verwendung, unter den zu bestimmenden Bedin-                      Behältnissen mit einem Inhalt mit nicht mehr als
             gungen, von DL-Weinsäure, auch Traubensäure                       60 1 und nicht weniger als 5 1 vor Sauerstoff zu
             genannt, oder ihrem neutralen Kaliumsalz, um                      schützen."
             das überschüßige Kalzium niederzuschlagen",
    d) Buchstabe w) erhält folgende Fassung:                                                 Artikel 2
        „w) Verwendung von Kupfersulfat zur Beseitigung
              eines geschmacklichen oder geruchlichen Man-          Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer
              gels des Weines bis zum Grenzwert von 1 g/hl          Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemein-
              und sofern der Kupfergehalt des so behandelten        schaften in Kraft.
              Erzeugnisses 0,5 mg/1 nicht übersteigt",
                                                                    Sie gilt ab 1. September 1988.
     e) folgende Buchstaben werden hinzugeführt:
        „x) Verwendung von Heferindenzubereitungen bis              Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und
              zum Grenzwert von 40 g/hl,                            gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
                 Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates zur Festsetzung der Orientierungspreise für Wein
                                               für das Wirtschaftsjahr 1988/1989
                                                         (88/C 139/58)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                           Versorgung zu sichern und die Belieferung der Verbraucher
                                                                    zu angemessenen Preisen zu gewährleisten.
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 43,
                                                                    Zur Erreichung dieser Ziele darf vor allem die bestehende
                                                                    Kluft zwischen Erzeugung und Nachfrage nicht vergrößert
gestützt auf die Akte über den Beitritt Spaniens und
                                                                    werden. Zu diesem Zweck sind die Orientierungspreise für
Portugals, insbesondere auf Artikel 89 Absatz 1,
                                                                    das Wirtschaftsjahr 1988/1989 aufrechtzuerhalten.
gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 822/87 des Rates
vom 16. März 1987 über die gemeinsame Marktorganisa-                Die Preise in Spanien weichen von den gemeinsamen
tion für Wein (*), zuletzt geändert durch die Verordnung            Preisen ab. In Anwendung von Artikel 70 der Beitrittsakte
(EWG) Nr. ..., insbesondere auf Artikel 27,                         sind die spanischen Preise den gemeinsamen Preisen
                                                                    jährlich zu Beginn des Wirtschaftsjahres anzunähern. Die
auf Vorschlag der Kommission,                                        Kriterien für diese Annäherung führen zu der Festsetzung
                                                                    der spanischen Preise in nachstehender Höhe.
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
                                                                     Die Orientierungspreise müssen für jede für die Gemein-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus-              schaftserzeugung repräsentative Tafelweinart im Sinne des
ses,                                                                 Anhangs III der Verordnung (EWG) Nr. 822/87 festgesetzt
                                                                     werden —
in Erwägung nachstehender Gründe:
Bei der Festsetzung der Orientierungspreise für die                  HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
einzelnen Tafelweinarten ist sowohl den Zielen der
gemeinsamen Agrarpolitik als auch dem Beitrag Rechnung
zu tragen, den die Gemeinschaft zur harmonischen
Entwicklung des Welthandels leisten will. Die gemeinsame
Agrarpolitik bezweckt insbesondere, der Landbevölkerung                                      Artikel 1
eine angemessene Lebenshaltung zu garantieren, die
                                                                     Für das Wirtschaftsjahr 1988/1989 werden die Orientie-
 (!) ABl. Nr. L 84 vom 27. 3. 1987, S. 1.                            rungspreise für Tafelwein wie folgt festgesetzt: