CELEX: 62005TJ0405
Language: de
Date: 2008-10-15
Title: Urteil des Gerichts erster Instanz (Fünfte Kammer) vom 15. Oktober 2008. # Powerserv Personalservice GmbH gegen Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM). # Gemeinschaftsmarke - Nichtigkeitsverfahren - Gemeinschaftswortmarke MANPOWER - Absolute Eintragungshindernisse - Beschreibender Charakter - Teilweise Abänderung - Durch Benutzung erworbene Unterscheidungskraft - Art. 7 Abs. 1 Buchst. c, Art. 51 Abs. 1 und 2 und Art. 63 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 40/94. # Rechtssache T-405/05.

Rechtssache T‑405/05
      Powerserv Personalservice GmbH
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM)
      „Gemeinschaftsmarke – Nichtigkeitsverfahren – Gemeinschaftswortmarke MANPOWER – Absolute Eintragungshindernisse – Beschreibender Charakter – Teilweise Abänderung – Durch Benutzung erworbene Unterscheidungskraft – Art. 7 Abs. 1 Buchst. c, Art. 51 Abs. 1 und 2 und Art. 63 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 40/94“
      Leitsätze des Urteils
      1.      Gemeinschaftsmarke – Verzicht, Verfall und Nichtigkeit – Absolute Nichtigkeitsgründe
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Art. 7 Abs. 1 Buchst. c und 3, 51 Abs. 1 Buchst. a und 2)
      2.      Gemeinschaftsmarke – Verzicht, Verfall und Nichtigkeit – Absolute Nichtigkeitsgründe
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d, 51 Abs. 1 Buchst. a und 2)
      3.      Gemeinschaftsmarke – Verzicht, Verfall und Nichtigkeit – Absolute Nichtigkeitsgründe
      (Verordnung Nr. 40/94 des Rates, Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d, 51 Abs. 1 Buchst. a und 2)
      1.      Die eingetragene Gemeinschaftswortmarke MANPOWER für Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 35, 41 und 42 des Abkommens
         von Nizza kann nicht wegen Bestehens des absoluten Schutzhindernisses gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94
         über die Gemeinschaftsmarke für nichtig erklärt werden.
      
      Das Zeichen ist aus der Sicht der gesamten Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter im Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland
         und in Österreich im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 beschreibend für die Dienstleistungen „Personalvermittlung;
         Zeitarbeitsvermittlung“ in Klasse 35 des Abkommens von Nizza, für die es eingetragen ist. Im Fall des Vereinigten Königreichs
         und Irlands weist das englische Wort „manpower“ nämlich einen hinreichend direkten und konkreten Zusammenhang mit diesen Dienstleistungen
         auf, der es den betroffenen Verkehrskreisen ermöglicht, sofort und ohne weiteres Nachdenken eine Beschreibung dieser Dienstleistungen
         wahrzunehmen. In Deutschland und Österreich ist das Wort „Manpower“ laut dem Wörterbuch „Duden“ gleichbedeutend mit „Arbeitskraft“.
         Die maßgeblichen deutschsprachigen Verbraucher werden daher sofort und ohne weiteres Nachdenken einen konkreten und direkten
         Zusammenhang zwischen dem Ausdruck und den Dienstleistungen der Personal- und Zeitarbeitsvermittlung herstellen. Das gilt
         umso mehr, als das Wort „Manpower“ ein Modewort im deutschen Wortschatz ist. 
      
      Das Zeichen ist im Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland und in Österreich aus der Sicht der gesamten Bevölkerung
         im arbeitsfähigen Alter ebenfalls beschreibend für die meisten Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 des
         Abkommens von Nizza, für die es eingetragen ist. Erstens kann das Wort als Hinweis auf den Inhalt dieser Waren und Dienstleistungen
         verstanden werden, wenn sie im Rahmen von Dienstleistungen einer Personalvermittlung genutzt werden. In diesem Rahmen wird
         das maßgebliche Publikum, das im Übrigen hinsichtlich dieser Waren und Dienstleistungen das gleiche ist wie das im Hinblick
         auf die Dienstleistungen der Personal- und Zeitarbeitsvermittlung, in dieser Marke eine direkte und konkrete Bezugnahme auf
         diese Waren und Dienstleistungen erblicken. Soweit zweitens diese Waren und Dienstleistungen solche Waren oder Dienstleistungen
         einschließen, die keinen Zusammenhang mit Dienstleistungen der Personal- und Zeitarbeitsvermittlung aufweisen, ist darauf
         hinzuweisen, dass das Wort „Manpower“ für jede dieser Waren und Dienstleistungen in ihrer Gesamtheit eintragen worden ist.
      
      Hingegen ist das Zeichen in den Niederlanden, in Schweden, in Dänemark, in Finnland und in den übrigen nicht englischsprachigen
         Mitgliedstaaten der Gemeinschaft für die Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 35, 41 und 42 des Abkommens von Nizza,
         für die es eingetragen ist, aus der Sicht der gesamten Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter nicht beschreibend. Es ist nämlich
         nicht dargetan worden, dass das Englische – und sei es auch nur alternativ zur Landessprache – im Zusammenhang mit den von
         der Marke geschützten Waren oder Dienstleistungen verwendet würde, um sich an Angehörige des maßgeblichen Publikums zu wenden.
      
      Gleichwohl hat die Marke im Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland und in Österreich für die Dienstleistungen der
         Personal- und Zeitarbeitsvermittlung in Klasse 35 Unterscheidungskraft durch Benutzung erworben. Diese Unterscheidungskraft
         erstreckt sich auf die von der Marke geschützten Waren und Dienstleistungen anderer Klassen. Die Marke ist nämlich nur für
         bestimmte der Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 beschreibend. Das Wort „Manpower“ kann als Angabe über
         den Inhalt nur derjenigen dieser Waren und Dienstleistungen verstanden werden, die im Rahmen der Dienstleistungen einer Personalvermittlung
         genutzt werden, und der Verbraucher, der den Zusammenhang zwischen diesen Waren und den Dienstleistungen der Klassen 9, 16,
         41 und 42 und Dienstleistungen einer Personal- und Zeitarbeitsvermittlung herstellt, könnte die Marke als einen Hinweis auf
         die Herkunft dieser Waren und Dienstleistungen auffassen, der sich auf den Markeninhaber bezieht.
      
      (vgl. Randnrn. 57-59, 66-68, 79-80, 85, 89-92, 135-141, 144-145)
      2.      Gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke kann eine unter Verstoß gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. b,
         c oder d der Verordnung eingetragene Marke jedoch nicht für nichtig erklärt werden, wenn sie durch Benutzung im Verkehr nach
         der Eintragung für die Waren und Dienstleistungen, für die sie eingetragen ist, Unterscheidungskraft erlangt hat.
      
      Müsste Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 dahin verstanden werden, dass er nicht die Benutzung der Marke, deren Nichtigerklärung
         beantragt wurde, nach deren Eintragung beträfe, wäre er überflüssig und ohne Sinn. Denn ein beschreibendes Zeichen, das wegen
         seiner Benutzung vor seiner Anmeldung als Gemeinschaftsmarke Unterscheidungskraft für die in der Anmeldung bezeichneten Waren
         oder Dienstleistungen erlangt hat, wird nach Art. 7 Abs. 3 der Verordnung Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke zur Eintragung
         zugelassen. Eine auf diese Weise eingetragene Marke kann nicht nach Art. 51 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung Nr. 40/94 für
         nichtig erklärt werden, denn sie ist nicht „entgegen den Vorschriften des Art. 7 eingetragen worden“. Art. 51 Abs. 2 der Verordnung
         Nr. 40/94 ist also in einem solchen Fall überhaupt nicht einschlägig. Folglich bezieht sich diese Bestimmung nur auf Marken,
         deren Eintragung den absoluten Eintragungshindernissen gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d der Verordnung Nr. 40/94 zuwiderlief
         und die ohne eine solche Bestimmung nach Art. 51 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 für nichtig zu erklären gewesen wären. Art. 51
         Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 hat gerade den Zweck, die Eintragung derjenigen solcher Marken, die zwischenzeitlich, d. h.
         nach ihrer Eintragung, durch ihre Benutzung für die Waren oder Dienstleistungen, für die sie eingetragen wurden, Unterscheidungskraft
         erlangt haben, trotz des Umstands aufrechtzuerhalten, dass diese Eintragung zu dem Zeitpunkt, zu dem sie erfolgte, Art. 7
         der Verordnung Nr. 40/94 zuwiderlief.
      
      (vgl. Randnr. 127)
      3.      Nach Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 über die Gemeinschaftsmarke kann eine Gemeinschaftsmarke, wenn sie entgegen Art. 7
         Abs. 1 Buchst. b, c oder d der Verordnung eingetragen worden ist, jedoch nicht für nichtig erklärt werden, wenn sie durch
         Benutzung im Verkehr nach der Eintragung Unterscheidungskraft für die Waren oder Dienstleistungen, für die sie eingetragen
         ist, erlangt hat. Der konkrete Zeitpunkt, auf den für die Beurteilung der durch Benutzung nach der Eintragung erworbenen Unterscheidungskraft
         abzustellen ist, ist derjenige Zeitpunkt, zu dem der Antrag auf Nichtigerklärung eingereicht wurde. Im Übrigen kann das Harmonisierungsamt
         für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) ohne widersprüchliche Begründung oder Rechtsfehler Umstände berücksichtigen,
         die zwar nach dem Zeitpunkt des Antrags auf Nichtigerklärung lagen, aber Rückschlüsse auf die Situation zu diesem Zeitpunkt
         zuließen.
      
      (vgl. Randnr. 146)
URTEIL DES GERICHTS (Fünfte Kammer)
      15. Oktober 2008(*)
      
      „Gemeinschaftsmarke – Nichtigkeitsverfahren – Gemeinschaftswortmarke MANPOWER – Absolute Eintragungshindernisse – Beschreibender Charakter – Teilweise Abänderung – Durch Benutzung erworbene Unterscheidungskraft – Art. 7 Abs. 1 Buchst. c, Art. 51 Abs. 1 und 2 und Art. 63 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 40/94“
      In der Rechtssache T‑405/05
      Powerserv Personalservice GmbH, ehemals Manpower Personalservice GmbH, mit Sitz in Sankt Pölten (Österreich), Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwältin B. Kuchar,
      
      Klägerin,
      gegen
      Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle) (HABM), vertreten durch G. Schneider als Bevollmächtigten,
      
      Beklagter,
      andere Beteiligte im Verfahren vor der Beschwerdekammer des HABM und Streithelferin vor dem Gericht:
      Manpower Inc. mit Sitz in Milwaukee, Wisconsin (USA), Prozessbevollmächtigte: zunächst R. Moscona, Solicitor, dann R. Moscona und A. Bryson,
         Barrister, und danach A. Bryson und V. Marsland, Solicitor,
      
      betreffend eine Klage auf Aufhebung der Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des HABM vom 22. Juli 2005 (Sache R 499/2004‑4)
         zu einem Antrag auf Nichtigerklärung der Gemeinschaftsmarke MANPOWER (Nr. 76059)
      
      erlässt
      DAS GERICHT ERSTER INSTANZDER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN (Fünfte Kammer)
      
      unter Mitwirkung des Präsidenten M. Vilaras sowie der Richter F. Dehousse und D. Šváby (Berichterstatter),
      Kanzler: K. Andová, Verwaltungsrätin,
      aufgrund der am 14. November 2005 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klageschrift,
      aufgrund der am 3. März 2006 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung des HABM,
      aufgrund der am 23. Februar 2006 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangenen Klagebeantwortung der Streithelferin,
      auf die mündliche Verhandlung vom 11. Dezember 2007
      folgendes
      Urteil
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      1        Am 26. März 1996 meldete die Streithelferin, die Manpower Inc., gemäß der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember
         1993 über die Gemeinschaftsmarke (ABl. 1994, L 11, S. 1) in geänderter Fassung beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt
         (Marken, Muster und Modelle) (HABM) eine Gemeinschaftsmarke an.
      
      2        Bei der angemeldeten Marke handelt es sich um das Wortzeichen MANPOWER.
      
      3        Die Marke wurde für folgende Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 35, 41 und 42 des Abkommens von Nizza über die
         internationale Klassifikation von Waren und Dienstleistungen für die Eintragung von Marken vom 15. Juni 1957 in revidierter
         und geänderter Fassung angemeldet:
      
      –        „Tonkassetten; audiovisuelle Unterrichtsgeräte; Ton-CDs; Video-CDs; Computersoftware; Computerprogramme; Tonbandgeräte; Videobänder;
         Videorecorder; Teile und Bestandteile für alle vorstehend genannten Waren“ (Klasse 9);
      
      –        „Bücher; Druckereierzeugnisse; Handbücher; Manuale; Zeitschriften; gedruckte Publikationen; Schreibfolien; Lehrmittel; Unterrichtsmittel;
         Teile und Bestandteile für alle vorstehend genannten Waren“ (Klasse 16);
      
      –        „Personalvermittlung; Zeitarbeitsvermittlung“ (Klasse 35);
      –        „Vorbereitung und Durchführung von Konferenzen und Seminaren; Vermietung von Filmvorführgeräten und Zubehör; Verleih von Videos,
         Tonaufzeichnungen und Kinofilmen; Organisation von Ausstellungen; Herstellung von Video- und Tonbändern; Erziehung, Unterweisung
         und Ausbildung, alles in Bezug auf die Unterrichtserteilung an und Beurteilung von Büro-, gewerblichem, Fahr- und technischem
         Personal; Information und Beratung, alles in Bezug auf das vorstehend Genannte“ (Klasse 41);
      
      –        „Professionelle Beratung und Expertendienstleistungen, alles in Bezug auf berufsbezogene Tests und Anleitung von Personal,
         Persönlichkeitstests, psychologische Prüfung und Berufsberatung; Persönlichkeits- und psychologische Tests; Laufbahn- und
         Berufsberatung; Testen von Personen zur Ermittlung der Befähigung für einen Arbeitsplatz; Arbeitspsychologie; Design und Entwicklung
         von Computersoftware; Beratung in Bezug auf die Bewertung, die Entwicklung und den Einsatz von Humanressourcen; Bereitstellung
         von zeitweiligen Unterkünften; Information und Beratung sowie Ausarbeitung von Berichten, alles in Bezug auf das vorstehend
         Genannte; Catering“ (Klasse 42).
      
      4        Der Prüfer beanstandete die angemeldete Marke als beschreibend im Sinne des Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung (EG) Nr.
         40/94 über die Gemeinschaftsmarke. Die Streithelferin legte daher Nachweise dafür vor, dass die Marke im Vereinigten Königreich
         und in Deutschland Unterscheidungskraft erlangt habe. Daraufhin wurde die Marke am 13. Januar 2000 zur Eintragung angenommen
         und am 28. Februar 2000 unter der Nr. 76059 im Gemeinschaftsmarkenblatt veröffentlicht.
      
      5        Am 27. Oktober 2000 stellte die Klägerin, die Powerserv Personalservice GmbH, ehemals Manpower Personalservice GmbH, die damals
         noch den Namen PDV Beteiligungs GmbH führte, einen Antrag auf Nichtigerklärung gemäß Art. 51 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94,
         den sie damit begründete, dass die Marke entgegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. c und Abs. 3 der Verordnung eingetragen worden sei
         und dass die zum Nachweis der durch Benutzung erlangten Unterscheidungskraft eingereichten Unterlagen eine solche nicht in
         allen wesentlichen Teilen der Europäischen Gemeinschaft belegten. Die Streithelferin reichte mit ihrer Antwort weitere Nachweise
         für die durch Benutzung erlangte Unterscheidungskraft dieser Marke ein. Mit Entscheidung vom 29. April 2004 (im Folgenden:
         Entscheidung der Nichtigkeitsabteilung) wies die Nichtigkeitsabteilung des HABM den Antrag auf Löschung zurück. Diese Entscheidung
         wurde damit begründet, dass der Begriff „Manpower“, da er nur im Englischen beschreibend sei, von Verbrauchern außerhalb des
         Vereinigten Königreichs und Irlands nicht als beschreibend aufgefasst werde. Für diese beiden Länder habe die Markeninhaberin
         die durch Benutzung erlangte Unterscheidungskraft der Marke nachgewiesen. Dabei berücksichtigte die Nichtigkeitsabteilung
         auch die vorgelegten Nachweise aus der Zeit nach der Eintragung der Marke.
      
      6        Die von der Klägerin gegen diese Entscheidung eingelegte Beschwerde wurde von der Vierten Beschwerdekammer des HABM mit Entscheidung
         vom 22. Juli 2005 (im Folgenden: angefochtene Entscheidung) zurückgewiesen. Darin führte die Beschwerdekammer erstens zum
         beschreibenden Charakter der Marke der Streithelferin aus, dass das Wort „Manpower“ im Englischen beschreibend für die Dienstleistungen
         eines Personalvermittlungsbüros oder einer Zeitarbeitsfirma sei, da es sich um einen gängigen Begriff des Personalwesens handele.
         Das Wort sei auch beschreibend für die meisten Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 des Abkommens von Nizza,
         da es als Angabe über den Inhalt dieser Waren und Dienstleistungen verstanden werden könne, wenn sie im Rahmen der Dienstleistungen
         einer Personalvermittlung genutzt würden. Das Wort sei auch im Deutschen in die Geschäftssprache übernommen worden.
      
      7        Zweitens stellte die Beschwerdekammer in Bezug auf die fraglichen Verbraucher und das fragliche Gebiet fest, dass der beschreibende
         Aussagegehalt des Wortes „Manpower“ einem erheblichen Teil der fraglichen Verbraucher, nämlich den potenziellen Arbeitgebern
         von Zeitarbeitskräften und den sich mit Zeitarbeitsstellen befassenden Personen im Vereinigten Königreich sowie in Irland,
         Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Finnland bekannt sei. Die Dienstleistungen von Zeitarbeitsfirmen
         richteten sich nicht nur an Arbeitssuchende, sondern auch an Arbeitgeber, die auf der Suche nach Mitarbeitern seien. Diese
         seien sogar die wichtigsten Kunden für die Erbringer solcher Dienstleistungen, da ihr Umsatz auf den Einnahmen beruhe, die
         dank der Überlassung von Arbeitskräften erzielt würden. Das fragliche Wort sei nicht nur beschreibend für diese Verbraucher
         im Vereinigten Königreich und in Irland, wo Englisch Muttersprache sei, und in den deutschsprachigen Ländern, in denen dieses
         Wort in die Wörterbücher aufgenommen worden sei, sondern auch in den Mitgliedstaaten, in denen ein erheblicher Teil der Kunden
         über eine ausreichende Kenntnis und Praxis in Wirtschaftsenglisch verfüge. Die Erfahrung der Beschwerdekammer habe gezeigt,
         dass Wirtschaftsenglisch besonders in Schweden, Dänemark und Finnland sowie in den Niederlanden in diesem Maße bekannt sei
         und gebraucht werde. Die Beschwerdekammer wies darauf hin, dass Englisch auf der ganzen Welt als gemeinsame Geschäftssprache
         verwendet werde und auch vielen internationalen Gesellschaften als offizielle Arbeitssprache diene. In kleineren Staaten müssten
         sich Studenten der Wirtschaftswissenschaften häufig während ihres ganzen Studiums mit englischsprachigen Texten befassen.
         Nach Abschluss ihres Studiums arbeiteten solche Studenten in Zeitarbeitsfirmen in der Personalabteilung oder auf anderen Posten.
         Die Beschwerdekammer führte aus, dafür habe sie zahlreiche Beweise gefunden, und zählte diese auf. Zu den anderen alten Mitgliedstaaten
         der Europäischen Union bemerkte sie, dass diese beim Gebrauch der englischen Sprache erfahrungsgemäß eher zurückhaltend seien.
         Daher seien die Personen in diesen anderen Mitgliedstaaten, für die das Wort „Manpower“ beschreibend sei, nicht als erheblicher
         Teil der fraglichen Verkehrskreise anzusehen. Zu Art. 159a Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 stellte die Beschwerdekammer fest,
         dass die darin aufgezählten neuen Mitgliedstaaten nach Abs. 2 der Bestimmung nicht zu berücksichtigen gewesen seien.
      
      8        Drittens führt die Beschwerdekammer in Bezug auf die Unterscheidungskraft der Marke der Streithelferin an ihrem Anmeldetag
         aus, dass die Streithelferin aufgrund des beschreibenden Charakters der Marke in den oben genannten Mitgliedstaaten die infolge
         Benutzung erlangte Unterscheidungskraft ihrer Marke in diesem Teil der Gemeinschaft gemäß Art. 7 Abs. 3 der Verordnung Nr.
         40/94 hätte dartun müssen. Aus dem Urteil des Gerichts vom 9. Oktober 2002, KWS Saat/HABM (Orangeton) (T‑173/00, Slg. 2002,
         II‑3843, Randnrn. 24 bis 27), gehe hervor, dass für die Eintragung einer Marke, die gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d der
         Verordnung Nr. 40/94 nicht eintragungsfähig sei, nachgewiesen werden müsse, dass sie durch Benutzung Unterscheidungskraft
         in demjenigen erheblichen Teil der Gemeinschaft erworben habe, in dem sie gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d der Verordnung
         Nr. 40/94 keine Unterscheidungskraft gehabt habe. Folglich müsse die erworbene Unterscheidungskraft für den Teil der Gemeinschaft
         nachgewiesen werden, in dem ein absolutes Eintragungshindernis bestehe, so dass der verbleibende Teil nicht mehr als „erheblich“
         angesehen werden könne. Die Streithelferin hatte nach Ansicht der Beschwerdekammer nicht bewiesen, dass die Marke zum Zeitpunkt
         ihrer Anmeldung Unterscheidungskraft erlangt hatte, da sie nur Beweise für das Vereinigte Königreich und für Deutschland vorgelegt
         habe. Diese Beweise seien nicht ausreichend, da die Marke auch in Österreich, den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Finnland
         als beschreibender Ausdruck verwendet werden könne.
      
      9        Viertens stellte die Beschwerdekammer in Bezug auf die nach der Eintragung durch Benutzung erworbene Unterscheidungskraft
         der Marke der Streithelferin fest, dass aufgrund der von der Streithelferin vorgelegten Beweise davon auszugehen sei, dass
         die Marke in den acht Mitgliedstaaten, in denen sie als beschreibend anzusehen sei, zu dem Zeitpunkt, zu dem der Antrag auf
         Nichtigerklärung gestellt worden sei, gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 Unterscheidungskraft erlangt habe. Alle
         von der Streithelferin vorgelegten Beweise seien zulässig, soweit sie einen Rückschluss auf die Unterscheidungskraft des Zeichens
         zu dem Zeitpunkt zuließen, zu dem der Antrag auf Nichtigerklärung gestellt worden sei. Die Beschwerdekammer war der Auffassung,
         dass sie nicht verpflichtet sei, nur die während des Eintragungsverfahrens vorgelegten Beweise zu berücksichtigen. Sie wies
         darauf hin, dass es gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 darauf ankomme, ob die Marke zu irgendeinem Zeitpunkt nach
         ihrer Eintragung infolge Benutzung Unterscheidungskraft erlangt habe. Die Anwendung dieser Bestimmung sei außerdem nicht dadurch
         ausgeschlossen, dass darin Art. 7 Abs. 3 der Verordnung Nr. 40/94, der im vorliegenden Fall im Eintragungsverfahren unzutreffend
         ausgelegt worden sei, nicht ausdrücklich erwähnt werde. Der Umstand, dass der Inhaber gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung
         Nr. 40/94 einen älteren Zeitrang erwerben könne, als dies der Fall wäre, wenn er den Antrag gestellt hätte, als die Marke
         tatsächlich einen zweiten Bedeutungsgehalt erlangt habe, sei für die Auslegung von Art. 51 Abs. 2 der Verordnung nicht entscheidend.
         Diese Bestimmung, die ausdrücklich die Nichtigerklärung einer Marke verbiete, wenn diese nach ihrer Eintragung Unterscheidungskraft
         erlangt habe, erkenne zwangsläufig an, dass eine Marke einen Zeitrang haben könne, den sie nicht gehabt hätte, wenn das Eintragungsverfahren
         ordnungsgemäß abgelaufen wäre. 
      
      10      Fünftens stellte die Beschwerdekammer in Bezug auf die Würdigung des Beweismaterials fest, dass die Streithelferin zahlreiche
         Nachweise für die Benutzung der Marke in den meisten Ländern der Europäischen Union vorgelegt habe. Die Beschwerdekammer sei
         sich bewusst, dass einige der Beweise aus der Zeit nach Stellung des Antrags auf Nichtigerklärung stammten. Da die Beweise
         jedoch ausreichten, um die durch Benutzung erlangte Unterscheidungskraft im fraglichen Gebiet zu der Zeit, zu der der Antrag
         auf Nichtigerklärung gestellt worden sei, darzutun, müsse sie nicht darüber entscheiden, ob es für die Beurteilung der durch
         Benutzung erlangten Unterscheidungskraft gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 auf den Tag des Antrags auf Nichtigerklärung
         oder auf den Tag der endgültigen Entscheidung über den Antrag auf Nichtigerklärung ankomme. Außerdem bezögen sich einige der
         Beweise, die aus der Zeit nach Stellung des Antrags auf Nichtigerklärung stammten, in Wirklichkeit auf die Zeit vor der Antragstellung.
         Umgekehrt ließen die späteren Beweise manchmal Rückschlüsse auf die Unterscheidungskraft während des untersuchten Zeitraums
         zu. Ihr sei durchaus bewusst, dass diese Beweise sorgfältig zu würdigen seien. Sie habe auch die Tatsache berücksichtigt,
         dass es sich bei der Streithelferin um ein weltweit agierendes Unternehmen handele, so dass davon ausgegangen werden könne,
         dass die Streithelferin teilweise auch in Ländern bekannt sei, in denen sie nur wenige oder keine Büros unterhalte. Diese
         Schlussfolgerung werde durch eine der Verbraucherumfragen aus Österreich gestützt, die zeige, dass viele Verbraucher wüssten,
         dass es sich bei dem Wort „Manpower“ um eine Marke handele, die von einem nicht österreichischen Unternehmen verwendet werde.
         Sodann wies die Beschwerdekammer darauf hin, dass Englisch in keinem Land mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und Irlands
         Muttersprache sei und Ausdrücke aus einer anderen Sprache, auch wenn sie den meisten maßgeblichen Verbrauchern ein Begriff
         seien, nicht zwangsläufig allen bekannt seien. Diese Personen hielten das Wort „Manpower“ mutmaßlich für eine Marke. Diese
         Schlussfolgerung werde durch Umfragen gestützt, die unter den Verbrauchern in Deutschland und in Österreich durchgeführt worden
         seien. Diese Überlegungen seien insbesondere für Länder zu berücksichtigen, in denen die Beweislage unsicherer als in anderen
         Ländern sei. Weiter wies die Beschwerdekammer darauf hin, dass sie weder durch Eintragungen nationaler Marken noch durch Entscheidungen
         nationaler Gerichte gebunden sei.
      
      11      Schließlich kam die Beschwerdekammer nach der Würdigung der Beweise dafür, dass die Marke durch Benutzung Unterscheidungskraft
         im Vereinigten Königreich sowie in Irland, Deutschland, Österreich, Schweden, den Niederlanden, Finnland und Dänemark erlangt
         habe, zu dem Ergebnis, dass die Streithelferin in der Tat bewiesen habe, dass ihre Marke einen zweiten Bedeutungsgehalt als
         Bezeichnung für Zeitarbeitsvermittlung in den Teilen der Gemeinschaft besitze, in denen die Marke noch keine Unterscheidungskraft
         besessen habe. Die Marke der Streithelferin könne daher nicht nach Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 für nichtig erklärt
         werden. Die erworbene Unterscheidungskraft betreffe alle von der Eintragung erfassten Waren und Dienstleistungen, für die
         die Marke nur als Hinweis auf deren Inhalt beschreibend sei. Die Streithelferin habe nachgewiesen, dass sie eine Vielzahl
         dieser Waren und Dienstleistungen im Rahmen der Überlassung von Zeitpersonal verwende. Da außerdem das Wort „Manpower“ einen
         zweiten Bedeutungsgehalt als Bezeichnung für Zeitarbeitsvermittlung besitze, gingen die betroffenen Verbraucher davon aus,
         dass sich z. B. ein Buch oder ein Vortrag unter dieser Bezeichnung auf die Streithelferin und ihre Dienstleistungen beziehe.
      
       Anträge der Parteien
      12      Die Klägerin beantragt,
      
      –        die angefochtene Entscheidung aufzuheben;
      –        die Marke der Streithelferin für alle von ihr geschützten Waren und Dienstleistungen für nichtig zu erklären;
      –        hilfsweise, die angefochtene Entscheidung aufzuheben, soweit der Nachweis für durch Benutzung erworbene Unterscheidungskraft
         der Marke der Streithelferin nicht erbracht worden sei, und die Sache an die Beschwerdekammer zurückzuverweisen;
      
      –        dem HABM und der Streithelferin ihre eigenen Kosten und den Ersatz der Kosten der Klägerin im vorliegenden Verfahren aufzuerlegen;
      –        dem HABM und der Streithelferin den Ersatz der Kosten der Klägerin im Verfahren vor dem HABM aufzuerlegen.
      13      Das HABM beantragt,
      
      –        die Klage abzuweisen;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen.
      14      Die Streithelferin beantragt,
      
      –        die Klage abzuweisen;
      –        die angefochtene Entscheidung so abzuändern, wie in ihrer Erwiderung dargelegt;
      –        der Klägerin die Kosten aufzuerlegen.
       Zur Zulässigkeit des fünften Antrags der Klägerin
      15      Mit ihrem fünften Antrag beantragt die Klägerin, das HABM und die Streithelferin zum Ersatz ihrer Kosten im Verfahren vor
         dem HABM zu verurteilen, ohne klarzustellen, ob sie nur die Kosten im Beschwerdeverfahren vor der Beschwerdekammer oder auch
         die Kosten im Nichtigkeitsverfahren vor der Nichtigkeitsabteilung meint.
      
      16      Hierzu ist festzustellen, dass nach Art. 136 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichts die „Aufwendungen der Parteien, die für
         das Verfahren vor der Beschwerdekammer notwendig waren, sowie die Kosten, die durch die Einreichung der in Artikel 131 § 4
         Absatz 2 vorgesehenen Übersetzungen der Schriftsätze oder Schreiben in die Verfahrenssprache entstehen, … als erstattungsfähige
         Kosten“ gelten. Folglich können die Kosten des Nichtigkeitsverfahrens nicht als erstattungsfähige Kosten angesehen werden
         (vgl. Urteil des Gerichts vom 11. Mai 2005, Naipes Heraclio Fournier/HABM – France Cartes [Schwert eines Kartenspiels, Stab-Reiter
         und Schwert-König], T‑160/02 bis T‑162/02, Slg. 2005, II‑1643, Randnrn. 22 und 24 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      17      Der fünfte Antrag der Klägerin ist daher als unzulässig zurückzuweisen, soweit er die Kosten des Nichtigkeitsverfahrens vor
         der Nichtigkeitsabteilung betrifft.
      
       Zur Begründetheit
      18      In ihrer Klageschrift hat die Klägerin ihr Vorbringen auf drei Klagegründe gestützt. In der mündlichen Verhandlung hat sie
         indessen erklärt, dass sie auf den zweiten Teil ihres zweiten Klagegrundes – Verstoß gegen Art. 74 Abs. 2 der Verordnung Nr.
         40/94 – und auf ihren dritten Klagegrund – Verstoß gegen Art. 159a der Verordnung Nr. 40/94 – verzichte. Diese Erklärung der
         Klägerin ist in das Sitzungsprotokoll aufgenommen worden.
      
      19      Die Klägerin macht somit nunmehr nur noch zwei Klagegründe geltend. Der erste Klagegrund zielt auf eine Aufhebung der angefochtenen
         Entscheidung wegen Verstoßes gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. b und c der Verordnung Nr. 40/94, da die Marke der Streithelferin
         in der gesamten Gemeinschaft, d. h. einschließlich der Länder, hinsichtlich deren die Beschwerdekammer in der angefochtenen
         Entscheidung einen beschreibenden Charakter der Marke verneint habe, ohne Unterscheidungskraft und für die von ihr erfassten
         Waren und Dienstleistungen beschreibend sei. 
      
      20      Mit dem zweiten Klagegrund rügt die Klägerin einen Verstoß gegen Art. 51 Abs. 2 und Art. 74 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94.
      
      21      Im Übrigen beantragt die Streithelferin, die angefochtene Entscheidung so abzuändern, wie sie es in ihrer Erwiderung dargelegt
         habe. Im fraglichen Teil ihrer Erwiderung macht die Streithelferin im Wesentlichen geltend, die Beschwerdekammer habe zu Unrecht
         angenommen, dass der Ausdruck „Manpower“ im Vereinigten Königreich, in Irland, in den Niederlanden, in Deutschland, in Österreich,
         in Schweden, in Dänemark und in Finnland für die mit ihrer Marke gekennzeichneten Waren und Dienstleistungen beschreibend
         sei.
      
      22      Nach Auffassung des Gerichts ist dieser Antrag der Streithelferin in einen eigenständigen Antrag auf Abänderung der angefochtenen
         Entscheidung umzudeuten.
      
      23      Die Beschwerdekammer erließ nämlich in Form eines einzigen Rechtsakts, der angefochtenen Entscheidung, zwei Maßnahmen. Mit
         der einen stellte sie fest, dass das absolute Eintragungshindernis gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94
         der Eintragung der Marke der Streithelferin entgegenstehe, da diese in den acht genannten Ländern beschreibend sei. Mit der
         anderen Maßnahme wies sie den Antrag auf Nichtigerklärung dieser Marke mit der Begründung zurück, dass die Marke nach ihrer
         Eintragung in diesen acht Ländern im Sinne von Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 durch ihre Benutzung Unterscheidungskraft
         erworben habe (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichtshofs vom 20. September 2001, Procter & Gamble/HABM, C‑383/99 P, Slg.
         2001, I‑6251, Randnr. 23).
      
      24      Da der – mit der vorliegenden Klage angegriffene – zweite Teil der angefochtenen Entscheidung zugunsten der Streithelferin
         ausgefallen ist, hat diese ein Interesse daran, nach Art. 134 § 2 Abs. 2 der Verfahrensordnung einen Antrag zu stellen und
         ein Angriffsmittel vorzubringen, die eigenständig sind und darauf abzielen, den ersten Teil der angefochtenen Entscheidung
         dahin abzuändern, dass Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 der Eintragung ihrer Marke Manpower nicht entgegenstand,
         da sie in keinem der acht genannten Länder beschreibend ist (vgl. in diesem Sinne Urteil Procter & Gamble/HABM, oben in Randnr.
         23 angeführt, Randnr. 26). Wenn dieser eigenständige Antrag der Streithelferin und das ihm zugrunde liegende Angriffsmittel
         durchgreifen, ist die Klage der Klägerin abzuweisen, ohne dass deren zweiter Klagegrund, der in diesem Fall ins Leere ginge,
         zu prüfen wäre.
      
      25      Unter diesen Umständen sind nach Auffassung des Gerichts zunächst und zusammen der erste Klagegrund der Klägerin und das Vorbringen
         der Streithelferin zur Stützung ihres Antrags auf Abänderung der angefochtenen Entscheidung zu prüfen.
      
       Zum ersten Klagegrund und zum Abänderungsantrag der Streithelferin
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      26      Die Klägerin macht erstens geltend, dass das HABM nicht berücksichtigt habe, dass es ein konkretes, aktuelles und ernsthaftes
         Bedürfnis dafür gebe, dass das Wort „Manpower“ im Wirtschaftsleben „von jedermann und auch von Wettbewerbern“ für Personalvermittlung,
         Zeitarbeit und alle anderen registrierten Waren und Dienstleistungen benutzt werden könne. Daher bestehe ein Freihaltebedürfnis
         für das Wort „Manpower“.
      
      27      Das öffentliche Interesse beruhe darauf, dass das Wort „Manpower“ nicht nur im Englischen und im Deutschen, sondern auch in
         den meisten anderen Gemeinschaftssprachen rein beschreibend im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94
         sei und als ein Begriff der Alltagssprache und insbesondere der Fachsprache im Bereich Personalwesen freigehalten werden müsse.
         Das Wort „Manpower“ werde im Internet als international sprachübergreifende Bezeichnung für „Arbeitskraft“ verstanden.
      
      28      Selbst wenn nur Deutsch und Englisch zu berücksichtigen wären, sei das Wort „Manpower“ für die gesamte Gemeinschaft beschreibend.
         Gemäß einer Statistik der Europäischen Kommission über die Fremdsprachenkenntnisse in der Gemeinschaft sprächen 32 % der in
         Frage stehenden Personen Deutsch und 47 % Englisch.
      
      29      Zweitens ergäben sich das öffentliche Interesse und das Freihaltebedürfnis daraus, dass das Wort „Manpower“ keine Unterscheidungskraft
         im Sinne von Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94 habe, weil es nicht dazu dienen könne, Dienstleistungen der
         Personal- und der Zeitarbeitsvermittlung eines bestimmten Unternehmens zu kennzeichnen. Das Wort werde auf dem Arbeitsmarkt
         als Bezeichnung für „Arbeitskraft“ verwendet.
      
      30      Eine rechtsbeständige Marke müsse in der gesamten Gemeinschaft Unterscheidungskraft haben. In der angefochtenen Entscheidung
         sei aber die Unterscheidungskraft nicht für die gesamte Gemeinschaft beurteilt worden. Es sei unzulässig, einen Großteil der
         alten Mitgliedstaaten wie Frankreich, Italien, Spanien, Luxemburg, Belgien und Griechenland als Staaten anzusehen, in denen
         ein wesentlicher Teil der Verkehrskreise weder Englisch noch Deutsch spreche. Das Gericht habe bereits festgestellt, dass
         in Spanien viele deutschsprachige Personen vorübergehend oder ständig ansässig seien.
      
      31      Das HABM führt zu dem gerügten Verstoß gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 aus, die Beschwerdekammer habe
         festgestellt, dass die Marke der Streithelferin nur in bestimmten Teilen der Gemeinschaft als beschreibend wahrgenommen werde.
      
      32      So sei die Beschwerdekammer erstens davon ausgegangen, dass in den englischsprachigen Gebieten der Gemeinschaft das Wort jedenfalls
         im Bereich des Personalmanagements von jedermann verstanden werde und dass es von einem Fachpersonal in Personalabteilungen
         auch in denjenigen Ländern verstanden werde, in denen Geschäftsenglisch regelmäßig verwendet werde.
      
      33      Zweitens habe die Beschwerdekammer dadurch, dass sie als solche Länder „Deutschland, Österreich, die Niederlande, Schweden,
         Dänemark und Finnland“ berücksichtigt habe, die geografische Ausdehnung der Verkehrskreise, die das Wort „Manpower“ als beschreibend
         auffassen könnten, weiter gezogen als die Nichtigkeitsabteilung, die nur von den Ländern des englischen Sprachraums ausgegangen
         sei. Ob diese Ausdehnung der Anwendbarkeit von Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 gerechtfertigt sei, könne
         angezweifelt werden.
      
      34      Drittens sei das Vorbringen der Klägerin, wonach in den meisten Mitgliedstaaten ein wesentlicher Teil des relevanten Publikums
         fließend Englisch spreche, sachlich unzutreffend. Aus sachlicher Sicht sei diese Behauptung von der Klägerin nicht belegt
         worden.
      
      35      Die Streithelferin macht erstens geltend, dass sich die Frage des Nichteingreifens von Art. 7 Abs. 1 Buchst. b und c der Verordnung
         Nr. 40/94 nur hinsichtlich der Dienstleistungen der Klasse 35 des Nizzaer Abkommens (Personalvermittlung, Zeitarbeitsvermittlung)
         stelle. In der englischen Sprache sei eine Bezeichnung der betroffenen Dienstleistungen mit dem Wort „Manpower“ weder üblich
         noch natürlich. Der Versuch der Klägerin, sich die Marke MANPOWER insbesondere in Österreich anzueignen, sei der beste Beweis
         für deren Wert und Unterscheidungskraft.
      
      36      Die Nichtigkeitsabteilung habe zu Recht bemerkt, dass das Wort „Manpower“ im Englischen kein üblicher Ausdruck für Personalvermittlungsdienste
         sei (Randnr. 10 der Entscheidung der Nichtigkeitsabteilung). Diese Dienstleistungen würden mit Worten wie „employment“, „recruitment“
         oder „placement“ beschrieben („employment services“, „employment agency services“, „recruitment agency services“, „staffing
         services“ oder „placement services“). Das Wort „Manpower“ sei keine übliche Art und Weise, Personalvermittlungsdienste zu
         bezeichnen, und beschreibe diese Dienste nicht so, dass es die Funktion, das sie vermarktende Unternehmen zu identifizieren,
         nicht erfüllen könne. Als Beleg für dieses Vorbringen bezieht sich die Streithelferin auf verschiedene Veröffentlichungen
         des Personalvermittlungswesens.
      
      37      Es sei sehr unwahrscheinlich, dass Dritte, insbesondere ihre Wettbewerber, im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit und ohne unzulässige
         Motive die Marke MANPOWER oder eine ähnliche Marke zur Kennzeichnung ihrer eigenen Dienstleistungen verwendeten.
      
      38      Die Beschwerdekammer habe zu Unrecht angenommen, dass das Wort „Manpower“ auch für die von der fraglichen Marke erfassten
         Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 des Abkommens von Nizza beschreibend sei.
      
      39      Zweitens hätten der Beschwerdekammer keine Beweise vorgelegen, die geeignet gewesen wären, ihre Feststellung zu stützen, dass
         das Wort „Manpower“ für Verbraucher in sechs nicht englischsprachigen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Personalvermittlungsdienste
         beschreibend sei. Es lägen keine Beweise dafür vor, dass dieses Wort für Verbraucher aus nicht englischsprachigen Ländern
         keine Unterscheidungskraft habe. Die Nichtigkeitsabteilung habe zutreffend festgestellt, dass das Wort „Manpower“ außerhalb
         des Vereinigten Königreichs und Irlands als phantasievoller und suggestiv wirkender Ausdruck angesehen werde, der als Hinweis
         auf die Herkunft der jeweiligen Waren und Dienstleistungen dienen könne (Randnr. 10 der Entscheidung der Nichtigkeitsabteilung).
      
      40      In Bezug auf Deutschland und Österreich macht die Streithelferin geltend, dass allein die Tatsache, dass das Wort „Manpower“
         in einem deutschen Wörterbuch aufgeführt sei, nicht bedeute, dass es von den deutschsprachigen Verkehrskreisen allgemein verwendet
         und verstanden werde oder einem erheblichen Teil dieser Verkehrskreise bekannt sei. Für einen durchschnittlichen deutschsprachigen
         Verbraucher bedürfe es komplexer Gedankengänge, um die Bedeutung dieses Wortes zu verstehen. Selbst wenn man davon ausgehe,
         dass das Wort „Manpower“ Eingang in die deutsche Geschäftssprache gefunden habe – wofür keine Beweise vorlägen –, bedeute
         dies nicht, dass es, wenn es im Zusammenhang mit Personalvermittlungsdiensten verwendet werde, von den relevanten deutschsprachigen
         Verbrauchern als rein beschreibend für diese Dienstleistungen aufgefasst werde. Das Wort „Arbeitskraft“ sei nicht gleichbedeutend
         mit dem Wort „Personalvermittlungsdienst“.
      
      41      Es liege kein Beweis für eine Benutzung des Wortes „Manpower“ im Internet in einer anderen Sprache als Englisch vor, bei der
         es sich nicht um einen Verweis auf die Streithelferin und ihr Geschäft handele. Selbst auf den englischsprachigen Internetseiten
         werde das Wort in mindestens neun von zehn Fällen für einen solchen Verweis verwendet. Die von ihr vorgelegten Suchergebnisse
         stützten nur ihren Vortrag zu ihrer internationalen Bekanntheit.
      
       Würdigung durch das Gericht
      42      Hinsichtlich des geltend gemachten Verstoßes gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung Nr. 40/94, der Marken ohne Unterscheidungskraft
         betrifft, verweist das HABM darauf, dass die Klägerin in ihrer Beschwerde einen Verstoß gegen diese Bestimmung nicht gerügt
         habe. Dieser Teil des ersten Klagegrundes sei deshalb als unzulässig zurückzuweisen.
      
      43      Dazu ist festzustellen, dass die Klägerin, wie die Prüfung der Akten des HABM in der vorliegenden Sache und der angefochtenen
         Entscheidung ergibt, in ihrer Beschwerde die Rüge eines Verstoßes gegen die genannte Bestimmung durch die Nichtigkeitsabteilung
         nicht erhoben hat. Die Beschwerdekammer hat die Anwendbarkeit dieser Bestimmung nicht geprüft. Gemäß Art. 135 § 4 der Verfahrensordnung
         können die Parteien des Verfahrens vor dem Gericht den vor der Beschwerdekammer verhandelten Streitgegenstand nicht ändern.
         Folglich ist der Teil des ersten Klagegrundes der Klägerin, mit dem ein Verstoß gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung
         Nr. 40/94 gerügt wird, als unzulässig zurückzuweisen.
      
      44      Was die Rüge eines Verstoßes gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 anbelangt, so sind nach dieser Bestimmung
         Marken „[v]on der Eintragung ausgeschlossen …, die ausschließlich aus Zeichen oder Angaben bestehen, welche im Verkehr zur
         Bezeichnung der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, der geografischen Herkunft oder der Zeit der
         Herstellung der Ware oder der Erbringung der Dienstleistung oder zur Bezeichnung sonstiger Merkmale der Ware oder Dienstleistung
         dienen können“.
      
      45      Nach ständiger Rechtsprechung verfolgt Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 das im Allgemeininteresse liegende
         Ziel, dass Zeichen oder Angaben, die Merkmale der Waren oder Dienstleistungen beschreiben, für die die Eintragung beantragt
         wird, von jedermann frei verwendet werden können (vgl. Urteil des Gerichts vom 14. Juni 2007, Europig/HABM [EUROPIG], T‑207/06,
         Slg. 2007, II‑1961, Randnr. 24 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      46      Die in Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 genannten Zeichen werden außerdem als ungeeignet angesehen, die wesentliche
         Funktion der Marke zu erfüllen, die darin besteht, die betriebliche Herkunft der Ware oder Dienstleistung zu identifizieren,
         um es dem Verbraucher, der die mit der Marke gekennzeichnete Ware oder Dienstleistung erwirbt, so zu ermöglichen, bei einem
         weiteren Erwerb seine Entscheidung davon abhängig zu machen, ob er gute oder schlechte Erfahrungen gemacht hat (vgl. Urteil
         EUROPIG, oben in Randnr. 45 angeführt, Randnr. 25 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      47      Unter Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 fallen nämlich solche Zeichen und Angaben, die im gewöhnlichen Sprachgebrauch
         nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise dazu dienen können, die Waren oder Dienstleistungen, für die die Eintragung
         beantragt wird, entweder unmittelbar oder durch Hinweis auf eines ihrer wesentlichen Merkmale zu bezeichnen (vgl. Urteil EUROPIG,
         oben in Randnr. 45 angeführt, Randnr. 26 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      48      Demnach fällt ein Zeichen nur dann unter das in dieser Vorschrift vorgesehene Verbot, wenn es einen hinreichend direkten und
         konkreten Zusammenhang mit den in Frage stehenden Waren oder Dienstleistungen aufweist, der es den betroffenen Verkehrskreisen
         ermöglicht, sofort und ohne weiteres Nachdenken eine Beschreibung der fraglichen Waren oder Dienstleistungen oder eines ihrer
         Merkmale wahrzunehmen (vgl. Urteil EUROPIG, oben in Randnr. 45 angeführt, Randnr. 27 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      49      Es ist zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdekammer zu Recht festgestellt hat, dass die Marke der Streithelferin in dem Teil
         der Gemeinschaft, in dem die mehrheitliche Sprache des relevanten Publikums Englisch ist, d. h. im Vereinigten Königreich
         und in Irland, beschreibend ist, was die Streithelferin bestreitet.
      
      50      Die von der Marke erfassten Waren und Dienstleistungen sind angesichts ihres heterogenen Charakters in zwei Schritten zu untersuchen,
         nämlich erstens die Dienstleistungen der „Personalvermittlung“ und „Zeitarbeitsvermittlung“ in Klasse 35 und zweitens die
         übrigen von der Marke erfassten Waren und Dienstleistungen (der Klassen 9, 16, 41 und 42).
      
      51      Die Beschwerdekammer selbst hat diese Prüfung in zwei Schritten vorgenommen, indem sie in Randnr. 12 der angefochtenen Entscheidung
         zum einen ausführte, dass „das Wort ‚Manpower‘ im Englischen für die Dienstleistungen eines Personalvermittlungsbüros oder
         einer Zeitarbeitsfirma beschreibend“ sei, „da es sich um einen gängigen Begriff des Personalwesens“ handele, und zum anderen
         feststellte, dass das Wort „Manpower“ „auch beschreibend für die meisten [von der Marke der Streithelferin erfassten] Waren
         und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 des Abkommens von Nizza“ sei, „da es als Angabe über den Inhalt dieser Waren
         und Dienstleistungen verstanden werden kann, wenn sie im Rahmen der Dienstleistungen einer Personalvermittlung genutzt“ würden.
      
      52      Die Beschwerdekammer hat dargelegt, dass das Wort „Manpower“ ein englisches Wort sei, das laut dem New Shorter English Oxford Dictionary (Thumb Index Edition, 1993) bedeute: „Kraft oder Leistung eines arbeitenden Menschen, eine quantitative Einheit der Arbeitsleistung,
         eine für Militärdienst, Arbeit oder andere Zwecke verfügbare oder benötigte Personengruppe, als quantifizierbare Ressource
         betrachtete Arbeiter, Arbeitskraft“. Es handelt sich nach den Ausführungen der Beschwerdekammer um einen im Geschäftsenglisch
         gängigen Ausdruck, der im Bereich des Personalwesens weithin gebraucht werde und bekannt sei.
      
      53      Insoweit hat sich die Beschwerdekammer auf das Wideman Comparative Glossary of Project Management Terms bezogen, wonach der Ausdruck „Manpower“ die für eine bestimmte Art von Arbeit geeignete Gesamtzahl von Personen bezeichne.
         Die Personalplanung („manpower planning“) sei der Prozess, in dem der von einer Organisation sowohl nach der Zahl als auch
         nach der Qualifikation benötigte Bedarf an Arbeitskräften über einen bestimmten Zeitraum geplant und das zur Deckung dieses
         Bedarfs erforderliche Personal beschafft werde.
      
      54      Angesichts dieser Definitionen erschien es der Beschwerdekammer nicht zweifelhaft, dass die von der Marke der Streithelferin
         erfassten Dienstleistungen der Zeitarbeitsvermittlung als „Bereitstellung von Arbeitskraft“ („providing manpower“) angesehen
         werden könnten. In Randnr. 14 der angefochtenen Entscheidung hat die Beschwerdekammer bemerkt, dass es für die beschreibende
         Verwendung des Wortes umfangreiches Beweismaterial gebe.
      
      55      Das Gericht stellt fest, dass sich die Nichtigkeitsabteilung hinsichtlich des Vereinigten Königreichs und Irlands auf einen
         Eintrag im englischen Wörterbuch Collins (Ausgabe 1996) gestützt hat, wonach das Wort „Manpower“ im Englischen bedeute: „menschliche Arbeitskraft, Einheit für Kraft
         auf der Grundlage eines einem Menschen möglichen Arbeitsrhythmus, etwa 75 Watt, für eine Arbeit erforderliche oder verfügbare
         Personenzahl“ („power supplied by man; a unit of power based on a rate at which a man can work; roughly 75 watts; the number
         of people needed or available for a job“). Sie hat daraus den Schluss gezogen, dass das Wort im Englischen im Zusammenhang
         mit Arbeitskraft verwendet werde, wobei sie differenzierend hervorgehoben hat, dass das Wort „Manpower“ im Englischen nicht
         das gebräuchlichste Wort für die Bezeichnung der in Frage stehenden Dienstleistungen sei.
      
      56      Dazu ist erstens zu bemerken, dass nach der oben in Randnr. 47 angeführten Rechtsprechung für die Beurteilung des vermeintlichen
         beschreibenden Charakters der Marke der Streithelferin die Frage zu beantworten ist, ob das Wort „Manpower“ im normalen Sprachgebrauch
         nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise dazu dienen kann, die von der Marke der Streithelferin erfassten Waren
         oder Dienstleistungen entweder unmittelbar oder durch Hinweis auf eines ihrer wesentlichen Merkmale zu bezeichnen.
      
      57      Zweitens ist hinsichtlich der angesprochenen Verkehrskreise davon auszugehen, dass sie im vorliegenden Fall angesichts der
         verhältnismäßig weiten Umschreibung der fraglichen Dienstleistungen aus der Gesamtheit der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter
         bestehen. Denn die von der Marke der Streithelferin geschützten Dienstleistungen im Bereich der Zeitarbeitsvermittlung können
         sowohl von Arbeitgebern als auch von Arbeitnehmern und sowohl von im Bereich der Zeitarbeit tatsächlich aktiven Personen als
         auch von anderen Personen im arbeitsfähigen Alter in Anspruch genommen werden.
      
      58      Unter Berücksichtigung aller vorgenannten Gesichtspunkte und insbesondere der Definitionen der Bedeutung des Wortes „Manpower“
         im Englischen, auf die sich die Beschwerdekammer und die Nichtigkeitsabteilung gestützt haben, ist das Gericht der Auffassung,
         dass die Beschwerdekammer zu Recht zu dem Ergebnis gelangt ist, dass das Wort im Vereinigten Königreich und in Irland für
         Dienstleistungen einer Personalvermittlung oder Zeitarbeitsfirma beschreibend ist.
      
      59      Es ist nämlich festzustellen, dass das englische Wort „Manpower“ tatsächlich einen hinreichend direkten und konkreten Zusammenhang
         mit den in Frage stehenden Dienstleistungen aufweist, der es den betroffenen Verkehrskreisen im Vereinigten Königreich und
         in Irland ermöglicht, sofort und ohne weiteres Nachdenken eine Beschreibung dieser Dienstleistungen im Sinne der oben in Randnr. 48
         angeführten Rechtsprechung wahrzunehmen.
      
      60      Keines der von der Streithelferin vorgebrachten Argumente ist geeignet, diese Erwägungen in Frage zu stellen.
      
      61      Was zunächst das Vorbringen anbelangt, dass die fraglichen Dienstleistungen im Englischen als „employment“, „recruitment“,
         „placement“ oder „staffing“ bezeichnet würden, so kann es den direkten und konkreten Zusammenhang zwischen dem Wort „Manpower“
         und diesen Dienstleistungen nicht in Frage stellen, da es im Englischen üblicherweise verschiedene Synonyme für die Bezeichnung
         ein und desselben Aussagegehalts gibt.
      
      62      Die Streithelferin macht weiter geltend, dass in der englischen Sprache eine Bezeichnung der fraglichen Dienstleistungen mit
         dem Wort „Manpower“ weder üblich noch natürlich sei und dass im Übrigen keine der in der angefochtenen Entscheidung erwähnten
         Definitionen das Wort „Manpower“ mit Dienstleistungen der Personalvermittlung gleichsetze. Dazu ist festzustellen, dass das
         „Arbeitskraft“ bedeutende Wort „Manpower“, selbst wenn man davon ausginge, dass es im Englischen nicht das gebräuchlichste
         Wort zur Bezeichnung von Dienstleistungen der Personal- und Zeitarbeitsvermittlung ist, angesichts seiner direkten Beziehung
         zu diesen Dienstleistungen gleichwohl als für sie beschreibend angesehen werden kann.
      
      63      Insoweit erlauben die in der angefochtenen Entscheidung angeführten Definitionen die Feststellung, dass das Wort einen Bedeutungsgehalt
         hat, der den fraglichen Dienstleistungen hinreichend nahesteht, so dass die maßgeblichen Verkehrskreise im Vereinigten Königreich
         und in Irland sofort und ohne weiteres Nachdenken einen konkreten und direkten Zusammenhang zwischen dem Wort und den fraglichen
         Dienstleistungen herstellen werden. Folglich kann das Wort im gewöhnlichen Sprachgebrauch nach dem Verständnis der angesprochenen
         Verkehrskreise zur Bezeichnung dieser Dienstleistungen dienen. Im Übrigen hat die Beschwerdekammer in Randnr. 14 der angefochtenen
         Entscheidung konkrete Anhaltspunkte für eine beschreibende Verwendung des Wortes „Manpower“ im Geschäftsenglisch angeführt.
         Jedenfalls kommt es auf die Frage, ob das Wort „Manpower“ tatsächlich für solche beschreibenden Zwecke verwendet wird, nicht
         an, da es ausreicht, dass es für diese Zwecke verwendet werden kann (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 12. Januar
         2005, Wieland-Werke/HABM [SnTEM, SnPUR, SnMIX], T‑367/02 bis T‑369/02, Slg. 2005, II‑47, Randnr. 40 und die dort angeführte
         Rechtsprechung).
      
      64      Die von der Streithelferin angeführten Beweise für ihr Vorbringen, dass das Wort „Manpower“ im Englischen nicht das üblicherweise
         für die Bezeichnung der fraglichen Dienstleistungen verwendete Wort sei, lassen allenfalls die Feststellung zu, dass auch
         andere Wörter als „Manpower“ für die Bezeichnung dieser Dienstleistungen gebraucht werden. Für die Anwendung des absoluten
         Eintragungshindernisses nach Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 auf die Marke der Streithelferin ist es jedoch
         unerheblich, ob es Synonyme gibt, mit denen die fraglichen Waren oder Dienstleistungen ebenfalls bezeichnet werden können
         (vgl. entsprechend Urteil SnTEM, SnPUR, SnMIX, oben in Randnr. 63 angeführt, Randnr. 41).
      
      65      Soweit die Streithelferin schließlich dahin argumentiert, dass eine Verwendung der Marke MANPOWER durch Dritte im Rahmen ihrer
         Geschäftstätigkeit unwahrscheinlich sei (vgl. oben, Randnr. 37), ist ihr Vorbringen für die Prüfung der Frage, ob das Wort
         „Manpower“ beschreibend ist oder nicht, irrelevant und deshalb ebenfalls zurückzuweisen.
      
      66      Hinsichtlich der übrigen von der Marke der Streithelferin erfassten Waren und Dienstleistungen ist die Beschwerdekammer nach
         Auffassung des Gerichts in Bezug auf das Vereinigte Königreich und Irland zu Recht zu dem Schluss gelangt, dass das Wort „Manpower“
         auch im Zusammenhang mit den meisten Waren und Dienstleistungen der Marke der Streithelferin in den Klassen 9, 16, 41 und
         42 einen beschreibenden Charakter hat.
      
      67      Insoweit ist zunächst in Übereinstimmung mit der Beschwerdekammer hervorzuheben, dass das Wort als Hinweis auf den Inhalt
         dieser Waren und Dienstleistungen verstanden werden kann, wenn sie im Rahmen von Dienstleistungen einer Personalvermittlung
         genutzt werden. In diesem Rahmen wird das maßgebliche Publikum, das im Übrigen hinsichtlich dieser Waren und Dienstleistungen
         das gleiche wie das oben in Randnr. 57 definierte ist, in der Marke der Streithelferin eine direkte und konkrete Bezugnahme
         auf diese Waren und Dienstleistungen erblicken.
      
      68      Soweit diese Waren und Dienstleistungen zweitens solche Waren oder Dienstleistungen einschließen, die keinen Zusammenhang
         mit Dienstleistungen der Personal- und Zeitarbeitsvermittlung aufweisen, ist darauf hinzuweisen, dass die Streithelferin das
         Wort „Manpower“ für jede dieser Waren und Dienstleistungen in ihrer Gesamtheit eintragen ließ. Folglich hat die Beschwerdekammer
         fehlerfrei angenommen, dass die Marke der Streithelferin im Vereinigten Königreich und in Irland für sämtliche von ihr geschützten
         Waren und Dienstleistungen beschreibend ist (vgl. in diesem Sinne Urteil des Gerichts vom 3. Dezember 2003, Audi/HABM [TDI],
         T‑16/02, Slg. 2003, II‑5167, Randnr. 35 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      69      Es ist sodann zu prüfen, ob die Marke auch in einem oder mehreren der übrigen Mitgliedstaaten der Union beschreibend ist.
      
      70      Diese Frage haben die Nichtigkeitsabteilung und die Beschwerdekammer unterschiedlich beurteilt. Nach Ansicht der Nichtigkeitsabteilung
         ist das Wort „Manpower“ nur im Vereinigten Königreich und in Irland, nicht aber in den übrigen Ländern der Union beschreibend
         (Randnrn. 9 und 10 der Entscheidung der Nichtigkeitsabteilung). Die Nichtigkeitsabteilung hat dazu ausgeführt, dass das Wort
         als ein nur im Englischen existierender Ausdruck außerhalb dieser beiden englischsprachigen Länder nicht als ein beschreibendes
         Wort angesehen werde, da die relevanten Verbraucher in den nicht englischsprachigen Ländern zur Bezeichnung der Begriffe der
         Arbeitskraft oder der Arbeit Wörter ihrer eigenen Sprache verwendeten. Zudem sei das Wort „Manpower“ im Englischen nicht das
         gebräuchlichste Wort zur Bezeichnung von Dienstleistungen einer Personalvermittlung oder einer Zeitarbeitsfirma. Die maßgeblichen
         Verbraucher der nicht englischsprachigen Länder sähen das Wort deshalb als einen phantasievollen oder suggestiv wirkenden
         Ausdruck an, der als Hinweis auf die Herkunft der von der Marke der Streithelferin geschützten Waren und Dienstleistungen
         dienen könne.
      
      71      Die Beschwerdekammer hat hingegen angenommen, dass die Marke der Streithelferin nicht nur im Vereinigten Königreich und in
         Irland, sondern auch in den deutschsprachigen Ländern beschreibend sei, d. h. in Deutschland und Österreich, wo das Wort „Manpower“
         in die Geschäftssprache Eingang gefunden habe (Randnrn. 15 und 16 der angefochtenen Entscheidung), sowie in den Ländern der
         Union mit weiter Verbreitung des Englischen, d. h. in den Niederlanden, in Schweden, in Dänemark und in Finnland (Randnr.
         16 der angefochtenen Entscheidung).
      
      72      Vor dem Gericht ist zwischen den Beteiligten des vorliegenden Verfahrens streitig, in welchem geografischen Umfang das maßgebliche
         Publikum das Wort „Manpower“ als beschreibend ansehen wird.
      
      73      Nach der oben in Randnr. 47 angeführten Rechtsprechung ist für die Prüfung der Frage, ob die Marke der Streithelferin für
         die fraglichen Waren und Dienstleistungen in den nicht englischsprachigen Mitgliedstaaten beschreibend ist, zu beurteilen,
         ob sie in diesen Staaten im gewöhnlichen Sprachgebrauch nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise dazu dienen
         kann, die von der Marke der Streithelferin erfassten Waren oder Dienstleistungen entweder unmittelbar oder durch Hinweis auf
         eines ihrer wesentlichen Merkmale zu bezeichnen.
      
      74      Diese Frage kann in zwei Fallgestaltungen bejaht werden.
      
      75      Dabei handelt es sich erstens um den Fall, in dem das englische Wort „Manpower“ in die Sprache des fraglichen Landes Eingang
         gefunden hat und, jedenfalls soweit es das maßgebliche Publikum betrifft, anstelle des in dieser Sprache bestehenden Ausdrucks
         für „Arbeitskraft“ oder „Arbeit“ benutzt werden kann. Denn in diesem Fall wird ein Angehöriger dieses Publikums, der in seinem
         nationalen sprachlichen Kontext dem Wort „Manpower“ begegnet, es sofort als eine Bezugnahme auf „Arbeitskraft“ oder „Arbeit“
         auffassen.
      
      76      Die zweite Fallgestaltung betrifft den Fall, dass in dem Kontext, zu dem die von der Marke der Streithelferin geschützten
         Waren und Dienstleistungen gehören, das Englische – und sei es nur alternativ zur Landessprache – gebraucht wird, um die Angehörigen
         des maßgeblichen Publikums anzusprechen. In diesem Fall wird das Wort „Manpower“, das ein englisches Wort ist, offenkundig
         als für diese Waren und Dienstleistungen beschreibend angesehen. Jedoch genügt allein eine verbreitete Kenntnis des Englischen
         beim maßgeblichen Publikum oder bei einem erheblichen Teil dieses Publikums noch nicht, wenn die englische Sprache in diesem
         Zusammenhang nicht tatsächlich verwendet wird, um dieses Publikum anzusprechen.
      
      77      Zu der Frage, ob die Lage in einem oder mehreren der nicht englischsprachigen Mitgliedstaaten der Union einer dieser beiden
         vorstehend in den Randnrn. 75 und 76 genannten Fallgestaltungen entspricht, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdekammer
         in Randnr. 15 der angefochtenen Entscheidung ausgeführt hat, dass das Wort „Manpower“ als ein gängiges Wort des Geschäftsenglisch
         auch in die deutsche Geschäftssprache Eingang gefunden habe.
      
      78      Nach Auffassung der Streithelferin bedeutet allein die Tatsache, dass das Wort „Manpower“ in einem deutschen Wörterbuch aufgeführt
         sei, noch nicht, dass es vom deutschsprachigen Publikum allgemein verwendet und verstanden werde oder einem erheblichen Teil
         dieses Publikums bekannt sei. Insoweit ist festzustellen, dass die Beschwerdekammer ihre vorstehend wiedergegebene Beurteilung
         nicht allein darauf gestützt hat, dass das Wort „Manpower“ im „weit verbreiteten deutschen Wörterbuch ‚Duden‘“ enthalten sei,
         sondern ebenfalls auf den Umstand, dass das Wort in einer Liste deutscher „Unwörter“ aufgeführt sei und von der studentischen
         Fachschaft im Bereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bamberg (Deutschland) sowie in einem Forschungsprojekt
         an der Technischen Universität Wien (Österreich) verwendet werde (Randnr. 15 der angefochtenen Entscheidung).
      
      79      Diese Gesichtspunkte gestatten in ihrer Gesamtheit die Feststellung, dass die Beschwerdekammer zu Recht angenommen hat, dass
         das Wort „Manpower“ auch im Deutschen und damit in Deutschland und Österreich beschreibend sei. Wie in der angefochtenen Entscheidung
         ausgeführt wird, ist das Wort laut dem Wörterbuch „Duden“ gleichbedeutend mit „Arbeitskraft“. Die maßgeblichen deutschsprachigen
         Verbraucher werden daher sofort und ohne weiteres Nachdenken einen konkreten und direkten Zusammenhang zwischen dem Ausdruck
         und den Dienstleistungen der Personal- und Zeitarbeitsvermittlung herstellen. Das gilt umso mehr, als das Wort „Manpower“,
         wie der Einleitung zu der genannten Liste von „Unwörtern“ der deutschen Sprache zu entnehmen ist, ein Modewort im deutschen
         Wortschatz ist.
      
      80      Für die von der Marke der Streithelferin geschützten Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 gelten nach Auffassung
         des Gerichts für Deutschland und Österreich die gleichen Überlegungen wie die oben in den Randnrn. 66 bis 68 angestellten.
      
      81      Es ist sodann zu prüfen, ob die Marke der Streithelferin in einem oder mehreren der übrigen nicht englischsprachigen Mitgliedstaaten
         der Gemeinschaft als beschreibend angesehen werden kann.
      
      82      Insoweit hat die Beschwerdekammer in Randnr. 16 der angefochtenen Entscheidung ausgeführt, dass die Marke der Streithelferin
         auch in den Mitgliedstaaten beschreibend sei, in denen „ein erheblicher Teil der Kunden über eine ausreichende Kenntnis und
         Praxis in Wirtschaftsenglisch“ verfüge, d. h. laut der Beschwerdekammer in den Niederlanden, in Schweden, in Dänemark und
         in Finnland.
      
      83      Die Beschwerdekammer hat sich für diese Beurteilung erstens auf ihre „Erfahrung“ gestützt, nach der diese Kenntnis und Verwendung
         des Englischen in den vorgenannten Ländern besonders ausgeprägt seien. Sie hat zweitens hervorgehoben, dass Englisch auf der
         ganzen Welt als gemeinsame Geschäftssprache verwendet werde und auch vielen internationalen Gesellschaften als offizielle
         Arbeitssprache diene. Drittens hat sie darauf verwiesen, dass sich Studenten der Wirtschaftswissenschaften in kleineren Staaten
         häufig während ihres ganzen Studiums mit englischsprachigen Texten befassen müssten und nach Abschluss ihres Studiums in Zeitarbeitsfirmen
         in der Personalabteilung oder auf anderen Posten tätig seien. Schließlich hat die Beschwerdekammer „zahlreiche Beweise“ erwähnt,
         die ihre Entscheidung in diesem Punkt stützten (Randnrn. 16 und 17 der angefochtenen Entscheidung).
      
      84      Das Gericht erachtet diese von der Beschwerdekammer vorgenommene Beurteilung für fehlerhaft.
      
      85      Insoweit ist erstens daran zu erinnern, dass das maßgebliche Publikum aus der gesamten oben in Randnr. 57 umschriebenen Bevölkerung
         und nicht nur oder „hauptsächlich“ aus Mitarbeiter suchenden Arbeitgebern (insbesondere ihren Personalabteilungen) besteht,
         auf die die Beschwerdekammer im Rahmen ihrer Beurteilung in Randnr. 16 der angefochtenen Entscheidung abgestellt hat.
      
      86      Hinsichtlich der Frage, ob die Marke im gewöhnlichen Sprachgebrauch nach dem Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise
         dazu dienen kann, die fraglichen Waren oder Dienstleistungen zu bezeichnen, ist darauf hinzuweisen, dass dieser „gewöhnliche
         Sprachgebrauch“ offenkundig danach differieren kann, ob es sich zum einen um den Sprachgebrauch unter Fachleuten des Personalwesens
         handelt oder zum anderen um den Alltagsgebrauch derselben Sprache durch Arbeitssuchende, insbesondere Zeitarbeitssuchende
         sowie andere Personen im arbeitsfähigen Alter ohne Spezialisierung auf Personalwesen.
      
      87      Zweitens ist zu bemerken, dass die Beschwerdekammer für Schweden, Dänemark, Finnland und die Niederlande nicht festgestellt
         hat, dass das Wort „Manpower“ dort im Sinne der oben in Randnr. 75 genannten Kriterien Eingang in die Landessprache gefunden
         hätte.
      
      88      Es ist daher nur zu beurteilen, ob die Lage in diesen Ländern der oben in Randnr. 76 beschriebenen gleichgestellt werden kann.
      
      89      Nach Auffassung des Gerichts ist dies nicht der Fall. Abgesehen davon, dass die Beschwerdekammer, wie erwähnt, nicht das gesamte
         maßgebliche Publikum berücksichtigt hat, hat sie auch nicht aufgezeigt, dass das Englische – und sei es auch nur alternativ
         zur Landessprache – im Zusammenhang mit den von der Marke der Streithelferin geschützten Waren oder Dienstleistungen verwendet
         würde, um sich an Angehörige des von ihr berücksichtigten Publikums zu wenden.
      
      90      Folglich ist festzustellen, dass der Beschwerdekammer mit ihrem Befund, dass die Marke der Streithelferin in den Niederlanden,
         in Schweden, in Dänemark und in Finnland für die fraglichen Dienstleistungen und Waren beschreibend sei, ein Beurteilungsfehler
         unterlaufen ist.
      
      91      Hinsichtlich der übrigen nicht englischsprachigen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft ist die Beschwerdekammer hingegen zu Recht
         zu dem Ergebnis gelangt, dass die Marke der Streithelferin dort nicht beschreibend sei.
      
      92      Keines der von der Klägerin vorgebrachten Argumente vermag diese Feststellung zu entkräften. Zum einen nämlich kann die Statistik
         über den Anteil der Englisch oder Deutsch sprechenden Bewohner der Gemeinschaft offenkundig nicht belegen, dass das Englische
         – und sei es auch nur alternativ zur Landessprache – verwendet würde, um in diesen Ländern im Kontext der von der Marke der
         Streithelferin geschützten Waren und Dienstleistungen Angehörige des maßgeblichen Publikums anzusprechen.
      
      93      Soweit die Klägerin zum anderen geltend macht, dass zahlreiche aus den englisch- und den deutschsprachigen Mitgliedstaaten
         in ihre Heimatländer zurückkehrende Arbeitnehmer ihren erworbenen Wortschatz mitbrächten und dass der Fremdenverkehr von Engländern
         und Deutschen zu einem Sprachaustausch führe, ist ihr Vorbringen offenkundig zu vage, um zu belegen, dass das Wort „Manpower“
         in die Sprache eines der europäischen Länder Eingang gefunden hat, die die Beschwerdekammer im Rahmen ihrer Beurteilung nicht
         berücksichtigt hat.
      
      94      Folglich ist die angefochtene Entscheidung gemäß Art. 63 Abs. 3 der Verordnung Nr. 40/94 dahin abzuändern, dass die Marke
         der Streithelferin für die Waren und Dienstleistungen, für die sie eingetragen wurde, in den Niederlanden, in Schweden, in
         Dänemark und in Finnland nicht beschreibend ist. In diesem Umfang ist daher dem eigenständigen Antrag der Streithelferin teilweise
         stattzugeben.
      
      95      Im Übrigen ist der eigenständige Antrag der Streithelferin nicht begründet.
      
      96      Nach alledem ist des Weiteren der von der Klägerin vorgebrachte erste Klagegrund als unbegründet zurückzuweisen, soweit er
         einen Verstoß gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 betrifft.
      
       Zum zweiten Klagegrund: Verstoß gegen Art. 51 Abs. 2 und Art. 74 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 im Hinblick auf die Benutzung
            der Marke der Streithelferin im Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland und in Österreich
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      97      Was erstens den Verstoß gegen Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 angeht, macht die Klägerin geltend, dass dieser Artikel
         auf Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d der Verordnung verweise und nicht auf ursprüngliche Mängel im Zusammenhang mit der Beurteilung
         nach deren Art. 7 Abs. 3 anwendbar sei. Schon deshalb habe keine Heilung des ursprünglichen Eintragungsmangels eintreten können.
         Selbst wenn Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 anwendbar wäre, sei die angefochtene Entscheidung falsch. Die Beschwerdekammer
         sei unter Heranziehung unrichtiger, da zu eng gezogener beteiligter Verkehrskreise zu der Entscheidung gekommen, dass die
         ursprünglich entgegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung eingetragene Marke MANPOWER nachträglich Unterscheidungskraft
         erlangt habe. Aus diesem Grund habe die Beschwerdekammer in weiterer Folge die gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94
         für die Unterscheidungskraft erforderliche Verkehrsgeltung unrichtig beurteilt.
      
      98      Da Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 nicht auf Fälle des Art. 7 Abs. 3 der Verordnung anwendbar sei, sei der relevante
         Zeitpunkt für die Beurteilung der Unterscheidungskraft der Anmeldetag der Marke der Streithelferin. Zu diesem Zeitpunkt habe
         das Zeichen MANPOWER keine Verkehrsgeltung gehabt. Selbst wenn Art. 51 Abs. 2 der Verordnung anwendbar wäre, habe das HABM
         zu Unrecht angenommen, dass der relevante Zeitpunkt für die Erlangung der Unterscheidungskraft „jeder Moment nach der Registrierung
         der Marke“ sei. Der richtige Zeitpunkt sei das Datum der Entscheidung über den Antrag auf Nichtigerklärung.
      
      99      Selbst wenn man eine Verkehrsgeltung der Marke der Streithelferin annehmen wollte, hätte deren Priorität auf das Datum der
         Beurteilung der infolge Benutzung erlangten Unterscheidungskraft „berichtigt“ werden müssen. Die Auswirkungen der nachträglich
         erlangten Unterscheidungskraft und deren Auswirkungen auf die Priorität seien bisher noch nicht Gegenstand einer gemeinschaftsgerichtlichen
         Entscheidung gewesen. Insoweit sei auf die Lösung dieser Rechtsfrage in Deutschland zu verweisen, wonach die nachträglich
         erlangte Unterscheidungskraft nicht auf das Anmeldedatum der betroffenen Marke zurückwirke und daher der Bestand von jüngeren
         Marken gesichert werde, die nach dem Anmeldedatum der älteren Marke, aber vor deren Verkehrsgeltung entstanden seien.
      
      100    Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 verweise stillschweigend auf deren Art. 7 Abs. 2, so dass die Rechtsbeständigkeit
         ausgeschlossen sei, wenn die Eintragungshindernisse nur in einem Teil der Gemeinschaft vorlägen. Schon ein Mitgliedstaat sei
         ein solcher Teil der Gemeinschaft.
      
      101    Die Klägerin macht zweitens geltend, dass die Unterscheidungskraft und damit die Verkehrsgeltung sowohl nach Art. 7 Abs. 3
         der Verordnung Nr. 40/94 als auch nach deren Art. 51 Abs. 2 in der gesamten Gemeinschaft bestehen müssten.
      
      102    Die Beschwerdekammer habe unberücksichtigt gelassen, dass für die Erlangung der Eintragungsfähigkeit infolge der Benutzung
         der Marke der Streithelferin zumindest ein wesentlicher Teil der Verkehrskreise das Wort „Manpower“ als Hinweis auf die Streithelferin
         und deren Waren und Dienstleistungen hätte auffassen müssen und dass es nicht ausreiche, wenn die Verbraucher nur keine Assoziation
         mit dem Wort „Manpower“ hätten. Es müssten nämlich alle wesentlichen Teile der betroffenen Verkehrskreise des relevanten Gebiets
         die fraglichen Waren und Dienstleistungen als von der Streithelferin herrührend identifizieren. Dies sei nicht nachgewiesen
         worden.
      
      103    Daher habe die Beschwerdekammer nicht die erforderlichen Vorgaben für die Erlangung von Unterscheidungskraft infolge Benutzung
         im Sinne von Art. 7 Abs. 3 und Art. 51 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 Buchst. c der Verordnung Nr. 40/94 beachtet,
         die enger seien als die des Art. 7 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung.
      
      104    Die Klägerin trägt drittens vor, dass die maßgeblichen Verkehrskreise entsprechend der Natur der Waren und Dienstleistungen
         zu beurteilen seien. Personalvermittlung und Zeitarbeit seien Alltagsdienstleistungen, und der fragliche Durchschnittsverbraucher
         widme Zeichen und Marken in diesem Zusammenhang keine besondere Aufmerksamkeit. Daher bedürfe es einer sehr hohen Marktdurchdringung,
         damit Verbraucher das Wort „Manpower“ als Marke verstünden. Dieses Wort scheitere an der Eintragungshürde des Art. 7 Abs. 1
         Buchst. b und c der Verordnung Nr. 40/94.
      
      105    Viertens gebe es kein „Überschwappen“ der Verkehrsgeltung bestimmter Waren und Dienstleistungen auf andere Waren und Dienstleistungen
         (Randnr. 34 der angefochtenen Entscheidung). Gemäß Art. 51 Abs. 3 der Verordnung Nr. 40/94 müsse die Nichtigkeit einer nicht
         unterscheidungskräftigen oder beschreibenden Marke zumindest für diejenigen Waren und Dienstleistungen ausgesprochen werden,
         für die keine Verkehrsgeltung habe nachgewiesen werden können.
      
      106    Da die Streithelferin lediglich versucht habe, die Unterscheidungskraft ihrer Marke durch Verkehrsgeltung für Zeitarbeit zu
         beweisen, und selbst wenn das Gericht der Meinung sein sollte, dass die fragliche Marke Unterscheidungskraft für diese Dienstleistungen
         erlangt habe, müsse dem Antrag auf Nichtigerklärung für die anderen durch die Marke bezeichneten Waren und Dienstleistungen
         stattgegeben werden, für deren Verwendung die Streithelferin keine Beweise vorgelegt habe.
      
      107    Die Klägerin macht fünftens geltend, das HABM habe entgegen Art. 74 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 von der Streithelferin
         nicht genügend Beweise für die Verkehrsgeltung ihrer Marke in der gesamten Gemeinschaft gefordert und aufgrund der nicht ausreichenden
         Unterlagen unrichtig entschieden.
      
      108    Die Beschwerdekammer sei nicht den Vorgaben für die Erlangung der Unterscheidungskraft gefolgt, die der Gerichtshof in seinem
         Urteil vom 4. Mai 1999, Windsurfing Chiemsee (C‑108/97 und C‑109/97, Slg. 1999, I‑2779), entwickelt habe, als sie in Randnr.
         27 der angefochtenen Entscheidung ausschließlich auf die Umsätze sowie auf die Werbung in Zeitschriften und in Telefonbüchern
         abgestellt habe (Urteil des Gerichts vom 10. November 2004, Storck/HABM [Wicklerform], T‑402/02, Slg. 2004, II‑3849, Randnrn.
         82 ff.).
      
      109    Die Beschwerdekammer habe es ohne jeden Beweis und ohne jede nähere Beurteilung als sehr wahrscheinlich angesehen, dass die
         – im Übrigen zweifelhafte – Position der Inhaberin der Gemeinschaftsmarke im Vereinigten Königreich in der Zukunft nach Irland
         „überschwappen“ werde. Die Argumente, dass die Verkehrsgeltung von einem Staat in einen anderen „überschwappen“ könnte und
         dass „eine hohe Reputation in einem größeren Nachbarland“ ausreichend sei, um Unterscheidungskraft in anderen Staaten zu bewirken
         (wie sich aus den Randnrn. 32 und 33 der angefochtenen Entscheidung ergebe), führten die Frage der Verkehrsgeltung in einem
         wesentlichen Teil der Gemeinschaft ad absurdum. In einem solchen Fall könnte, wenn die Beweise für die Verkehrsgeltung in nur einem Mitgliedstaat vorlägen, angenommen werden,
         dass diese auch in den Nachbarstaaten gegeben sei. Dies hätte überdies Auswirkungen auf Art. 8 Abs. 5 der Verordnung Nr. 40/94.
         Die Annahme eines „Überschwappens“ der Verkehrsgeltung sei daher unzulässig. Das Gleiche gelte für die Annahme, dass aus einer
         nationalen Markenanmeldung ohne Verkehrsgeltungsnachweis eine Verkehrsgeltung abgeleitet werden könnte (Randnr. 33 der angefochtenen
         Entscheidung).
      
      110    Es stelle auch einen Verstoß gegen den genannten Grundsatz dar, wenn die Beschwerdekammer nur auf die Werbung in einem Land
         abstelle, dann aber feststelle, dass es für die Anerkennung von Verkehrsgeltung ausreichend sei, wenn die Marke der Streithelferin
         international genutzt werde, und dass immer auf die Muttersprache abzustellen sei (so Randnr. 32 der angefochtenen Entscheidung).
         Das Hervorheben der internationalen Verwendung einer Gemeinschaftsmarke in Verbindung mit der Verkehrsgeltung innerhalb der
         Gemeinschaft sei eine unzulässige Zirkelargumentation. Das „Muttersprachenargument“ widerspreche jedenfalls für Finnland Randnr.
         16 der angefochtenen Entscheidung. In dieser Randnummer werde nämlich festgestellt, dass das Wort „Manpower“ in Schweden,
         Dänemark und Finnland rein beschreibend sei und keine Unterscheidungskraft habe.
      
      111    Für das Vereinigte Königreich habe die Beschwerdekammer nicht berücksichtigt, welcher Prozentsatz der angesprochenen Verkehrskreise
         die Marke der Streithelferin als für deren Waren und Dienstleistungen kennzeichnend betrachte. Das HABM hätte vielmehr objektive
         Stellungnahmen der Wirtschaftskammern, der Industrie oder anderer Handelsvereinigungen einzuholen und sich auf Verbraucherumfragen
         stützen müssen.
      
      112    Für Deutschland verweise die Beschwerdekammer auf eine Verbraucherumfrage, die zeige, dass 54 % der im Personalwesen Tätigen
         die Marke MANPOWER bekannt sei. Die Beschwerdekammer halte diese Umfrage für repräsentativ in Bezug auf die maßgeblichen Verkehrskreise.
         Dem widerspreche Randnr. 16 der angefochtenen Entscheidung. Dort gehe es um „die maßgeblichen Verbraucher, nämlich die Arbeitgeber
         von Zeitarbeitskräften und die mit Zeitarbeitsverträgen befassten Personen“, was wesentlich breiter sei als „die im Personalwesen
         Tätigen“ (Randnr. 28 der angefochtenen Entscheidung). Die Beschwerdekammer lasse unberücksichtigt, dass die maßgeblichen Verkehrskreise
         jedenfalls auch die Zeitarbeitskräfte, ja sogar sämtliche Arbeitnehmer, Arbeitgeber und in Ausbildung befindlichen Personen
         als potenziell Arbeitssuchende umfassten. Zusätzlich setze die Beschwerdekammer unzulässigerweise die Statistiken, wonach
         54 % der Befragten die „Marke“ bekannt sei, in Verbindung zu 70 %, denen das beschreibende Wort „Manpower“ bekannt sei (Randnr.
         28 der angefochtenen Entscheidung). Diese Prozentsätze und die Befragten seien nicht kongruent und könnten daher nicht verglichen
         werden.
      
      113    Das HABM macht erstens geltend, dass gemäß Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94, der im vorliegenden Fall anzuwenden gewesen
         sei, eine unter Verstoß gegen Art. 7 Abs. 1 Buchst. b, c oder d der Verordnung eingetragene Marke nicht für nichtig erklärt
         werden könne, wenn sie durch Benutzung im Verkehr Unterscheidungskraft erlangt habe. Alle Sprachfassungen außer der deutschen
         brächten zum Ausdruck, dass diese Verkehrsdurchsetzung auch nach der Eintragung stattgefunden haben könne.
      
      114    Zweitens stehe hinsichtlich des maßgeblichen Gebiets fest, dass die Marke Unterscheidungskraft infolge Benutzung nur dort
         erlangt haben müsse, wo das Eintragungshindernis bestanden habe. Nach derselben Logik sei auch die infolge Benutzung erlangte
         Unterscheidungskraft nur hinsichtlich der Waren und Dienstleistungen nachzuweisen, für die das entsprechende absolute Eintragungshindernis
         eingreife. Die Beschwerdekammer habe umfangreiche Nachweise für die Benutzung der Marke der Streithelferin gewürdigt und sei
         zu dem zutreffenden Ergebnis gekommen, dass die Marke in den fraglichen Ländern durch Benutzung Unterscheidungskraft erworben
         habe. 
      
      115    Das HABM trägt drittens vor, dass die Beschwerdekammer sich bei der Bewertung der Verkehrsdurchsetzung der Marke der Streithelferin
         auf eine gründliche Prüfung der Beweise gestützt habe. Eine Neubewertung dieser Nachweise sei nicht erforderlich, da die Beschwerdekammer
         in der angefochtenen Entscheidung darauf vielfach Bezug genommen habe.
      
      116    Für das Vereinigte Königreich könne es angesichts der Umsatzzahlen der Streithelferin, der Zahl ihrer Zweigstellen (292 Büros
         im Jahr 2000) und der unzähligen Presseberichte keine Zweifel an der Verkehrsdurchsetzung der Marke der Streithelferin geben.
         In Anbetracht dieser Materialien habe es keiner weiteren Dokumente oder unabhängiger Stellungnahmen von Wirtschaftskammern
         bedurft.
      
      117    Die Situation in Deutschland sei im Hinblick auf die Zahl der Zweigstellen der Streithelferin (126 im Jahr 1999), ihren Jahresumsatz
         und die vorgelegten Zeitungsartikel ebenso deutlich. Das HABM weist auf die Verbraucherumfragen hin, aus denen sich ein Markenbewusstsein
         von 54 % der relevanten Verbraucher ergebe. Das HABM bestreitet die Behauptung der Klägerin, dass diese Zahlen zu niedrig
         seien. Die Beschwerdekammer habe zu Recht eine differenzierte Beurteilung der Nachweise vorgenommen und dabei die Natur der
         Waren und Dienstleistungen und des spezifischen Marktes berücksichtigt, als sie die genannten Zahlen in Beziehung zu der Zahl
         der Verbraucher gesetzt habe, die überhaupt das englische Wort „Manpower“ als beschreibend wahrnehmen könnten. Das für Österreich
         vorgelegte Material zeige die Verkehrsdurchsetzung der Marke der Streithelferin auch in diesem Staat.
      
      118    Die Streithelferin macht im Wesentlichen erstens hinsichtlich des maßgeblichen Zeitpunkts für die Beurteilung der Erlangung
         von Unterscheidungskraft durch Benutzung geltend, dass die Beschwerdekammer zu Recht den Wortlaut von Art. 51 Abs. 2 der Verordnung
         Nr. 40/94 zugrunde gelegt habe und dass die durch Benutzung erworbene Unterscheidungskraft auf den Tag der Anmeldung der Gemeinschaftsmarke
         (Prioritätstag) und nicht auf den Tag zurückwirke, an dem sie die Unterscheidungskraft erlangt habe („berichtigter“ Prioritätstag).
         Der Grundsatz eines „berichtigten“ Prioritätstags sei nicht mit dem Wortlaut der Verordnung Nr. 40/94 vereinbar, die keine
         dafür sprechenden Anhaltspunkte enthalte.
      
      119    Die Streithelferin verweist zweitens darauf, dass sie dem HABM eine beträchtliche Menge an Beweismitteln vorgelegt habe, die
         die lang andauernde und intensive Benutzung der fraglichen Marke in der Gemeinschaft und ihre Stellung als globale Marktführerin
         auf dem Gebiet der Zeitarbeitsdienste veranschaulichten. Diese Beweismittel böten einen klaren Überblick über die herausragende
         Stellung und den Ruf der Marke MANPOWER auf den Gebieten der Zeitarbeit und der Personalvermittlung in der Gemeinschaft.
      
      120    Drittens erstreckten sich die von der Streithelferin gelieferten Beweise auf alle relevanten Länder und böten – wo dies erforderlich
         sei – eine Grundlage für die Annahme einer erlangten Unterscheidungskraft in Bezug auf die Verbraucher im Vereinigten Königreich
         sowie in Irland, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Dänemark,
         Schweden, Finnland und Griechenland.
      
      121    Zu den vielen Beweismitteln, die sie vorgelegt habe, gehörten auch Muster von in verschiedenen Medien zur Vermarktung ihrer
         Gemeinschaftsmarke in der Gemeinschaft benutztem Material, so etwa Broschüren, Flugblätter, Marketing- und Werbematerialien
         sowie an Kunden verteilte Werbegeschenke und Schreibmaterialien mit dem Briefkopf des Unternehmens. Diese Beweismittel seien
         nach Ländern geordnet vorgelegt worden und enthielten repräsentatives Zahlenmaterial zum Vertrieb, zur Werbung und zu den
         entsprechenden Ausgaben.
      
      122    Die Streithelferin macht viertens geltend, sie sei während der Prüfungsphase vom Prüfer nur aufgefordert worden, Beweise für
         die Erlangung von Unterscheidungskraft im Vereinigten Königreich und in Irland vorzulegen. Sie habe von sich aus auch Beweise
         für Deutschland angeboten. Die Beweise für die anderen Länder der Gemeinschaft seien erst im Nichtigkeitsverfahren vorgelegt
         worden. Daher könne, weil in der Prüfungsphase nur Beweismittel für bestimmte Länder vorgelegt worden seien, nicht behauptet
         werden, dass die Gemeinschaftsmarke in anderen Ländern noch keine Unterscheidungskraft infolge Benutzung erlangt habe. Des
         Weiteren sei es wegen der Beschaffenheit der Beweismittel bei dieser Art von Verfahren immer schwierig, nachzuweisen, welche
         Marktstellung eine Marke mehrere Jahre zuvor eingenommen habe.
      
       Würdigung durch das Gericht
      123    Es ist erstens festzustellen, dass der zweite Klagegrund nach der Abänderung der angefochtenen Entscheidung ins Leere geht,
         soweit er die Benutzung der Marke der Streithelferin in den Niederlanden, in Schweden, in Dänemark und in Finnland betrifft.
         Dieser Klagegrund ist daher nur hinsichtlich der Benutzung der Marke im Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland
         und in Österreich zu prüfen.
      
      124    Zweitens ist auch die von der Klägerin erhobene Rüge eines Verstoßes gegen Art. 74 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 zurückzuweisen.
         Die Klägerin macht nämlich im Wesentlichen zum einen geltend, dass die Beschwerdekammer auf der Grundlage der von der Streithelferin
         beigebrachten Nachweise nicht auf die Benutzung der Marke der Streithelferin im Sinne von Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr.
         40/94 in den acht Ländern hätte schließen dürfen, in denen die Marke nach Auffassung der Beschwerdekammer beschreibend sei,
         und zum anderen, dass die Beschwerdekammer, da die beigebrachten Nachweise unzureichend gewesen seien, von der Streithelferin
         gemäß Art. 74 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 ergänzende Nachweise für die Benutzung ihrer Marke hätte anfordern müssen. Es
         ist festzustellen, dass die erste Rüge – Verstoß gegen Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 –, wenn sie begründet ist,
         genügt, um die Aufhebung der angefochtenen Entscheidung nach sich zu ziehen. Sollte im Übrigen das HABM versäumt haben, die
         Streithelferin gemäß Art. 74 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 zur Beibringung ergänzender Nachweise aufzufordern, so wäre die
         Klägerin durch ein solches Versäumnis nicht beschwert und besitzt daher kein Interesse an der Erhebung dieser Rüge.
      
      125    Drittens ist das Vorbringen zu prüfen, mit dem die Klägerin im Wesentlichen geltend macht, dass es Art. 51 Abs. 2 der Verordnung
         Nr. 40/94 nicht erlaube, für die Zurückweisung des Antrags, eine Marke für nichtig zu erklären, eine etwaige Unterscheidungskraft
         dieser Marke zu berücksichtigen, die durch deren Benutzung nach ihrer Eintragung erworben wurde.
      
      126    Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Zum einen kann sich die Klägerin für ihr Vorbringen nicht erfolgreich allein
         auf die deutsche Fassung des Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 berufen. Nach ständiger Rechtsprechung schließt nämlich
         die Notwendigkeit, das Gemeinschaftsrecht einheitlich auszulegen, bei Zweifeln eine isolierte Betrachtung des Wortlauts einer
         Vorschrift aus, sondern gebietet es vielmehr, die Vorschrift im Licht der Fassungen in den anderen Amtssprachen auszulegen
         und anzuwenden (Urteil des Gerichts vom 16. Dezember 2004, Pappas/Kommission, T‑11/02, Slg. ÖD 2004, I‑A‑381 und II‑1773,
         Randnr. 34 und die dort angeführte Rechtsprechung; Beschluss des Gerichts vom 11. Dezember 2006, MMT/Kommission, T‑392/05,
         nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 30). Es ist festzustellen, dass sich die meisten anderen Sprachfassungen
         des Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 als die deutsche ausdrücklich auf die Benutzung der Marke, deren Nichtigerklärung
         beantragt wurde, „nach der Eintragung“ beziehen.
      
      127    Zum anderen ist darauf hinzuweisen, dass diese Vorschrift, müsste sie dahin verstanden werden, dass sie nicht die Benutzung
         der Marke, deren Nichtigerklärung beantragt wurde, nach deren Eintragung beträfe, überflüssig und ohne Sinn wäre. Denn ein
         beschreibendes Zeichen, das wegen seiner Benutzung vor seiner Anmeldung als Gemeinschaftsmarke Unterscheidungskraft für die
         in der Anmeldung bezeichneten Waren oder Dienstleistungen erlangt hat, wird nach Art. 7 Abs. 3 der Verordnung Nr. 40/94 zur
         Eintragung zugelassen. Eine auf diese Weise eingetragene Marke kann nicht nach Art. 51 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung Nr.
         40/94 für nichtig erklärt werden, denn sie ist nicht „entgegen den Vorschriften des Art. 7 eingetragen worden“. Art. 51 Abs. 2
         der Verordnung Nr. 40/94 ist also in einem solchen Fall überhaupt nicht einschlägig. Folglich bezieht sich diese Bestimmung
         nur auf Marken, deren Eintragung den absoluten Eintragungshindernissen gemäß Art. 7 Abs. 1 Buchst. b bis d der Verordnung
         Nr. 40/94 zuwiderlief und die ohne eine solche Bestimmung nach Art. 51 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94 für nichtig zu erklären
         gewesen wären. Art. 51 Abs. 2 der Verordnung Nr. 40/94 hat gerade den Zweck, die Eintragung derjenigen solcher Marken, die
         zwischenzeitlich, d. h. nach ihrer Eintragung, durch ihre Benutzung für die Waren oder Dienstleistungen, für die sie eingetragen
         wurden, Unterscheidungskraft erlangt haben, trotz des Umstands aufrechtzuerhalten, dass diese Eintragung zu dem Zeitpunkt,
         zu dem sie erfolgte, Art. 7 der Verordnung Nr. 40/94 zuwiderlief.
      
      128    Hinsichtlich des Vorbringens der Klägerin zum Zeitrang der Marke der Streithelferin ist festzustellen, dass für diesen Zeitrang
         in der angefochtenen Entscheidung kein Datum festgelegt wird. Im Rahmen der Prüfung eines Antrags, eine Marke wegen eines
         absoluten Eintragungshindernisses für nichtig zu erklären, ist die Frage des Zeitrangs dieser Marke nicht relevant. Selbst
         wenn man annähme, dass der Zeitrang der eingetragenen Marke nur bis zu einem Zeitpunkt zurückreichen könnte, der nach ihrem
         Anmeldetag liegt, genügte dieser Umstand allein nicht, um zur Nichtigerklärung der Marke zu führen. Die Frage des Zeitrangs,
         der der Marke der Streithelferin zuzuerkennen ist, wird nämlich erst relevant, wenn diese Marke zur Stützung eines Widerspruchs
         gegen eine andere Marke geltend gemacht wird (vgl. Art. 8 Abs. 2 Buchst. a und b der Verordnung Nr. 40/94). Im vorliegenden
         Fall handelt es sich aber nicht um ein solches Verfahren.
      
      129    Soweit die Klägerin schließlich dahin argumentiert, dass die Benutzung der Marke der Streithelferin nach ihrer Eintragung
         für das Vereinigte Königreich, Deutschland und Österreich nicht nachgewiesen sei, ist erstens an die zu Art. 7 Abs. 3 der
         Verordnung Nr. 40/94 ergangene, auch auf durch Benutzung erlangte Unterscheidungskraft nach Art. 51 Abs. 2 übertragbare Rechtsprechung
         zu erinnern, der zufolge es der Erwerb von Unterscheidungskraft durch die Benutzung der Marke erfordert, dass zumindest ein
         erheblicher Teil der maßgeblichen Verkehrskreise die betreffenden Waren oder Dienstleistungen aufgrund der Marke als von einem
         bestimmten Unternehmen stammend erkennt (vgl. Urteil des Gerichts vom 6. März 2007, Golf USA/HABM [GOLF USA], T‑230/05, nicht
         in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 79 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      130    Für die Feststellung, ob eine Marke infolge ihrer Benutzung Unterscheidungskraft erlangt hat, hat die zuständige Behörde sämtliche
         Gesichtspunkte zu prüfen, die zeigen können, dass die Marke die Eignung erlangt hat, die betreffenden Waren oder Dienstleistungen
         als von einem bestimmten Unternehmen stammend zu kennzeichnen und damit diese Waren und Dienstleistungen von denjenigen anderer
         Unternehmen zu unterscheiden. Insoweit sind u. a. der von der Marke gehaltene Marktanteil, die Intensität, die geografische
         Verbreitung und die Dauer der Benutzung der Marke, der Werbeaufwand des Unternehmens für die Marke und der Anteil der beteiligten
         Kreise, die die Ware aufgrund der Marke als von einem bestimmten Unternehmen stammend erkennen, Erklärungen von Industrie-
         und Handelskammern oder von anderen Berufsverbänden sowie Meinungsumfragen zu berücksichtigen (vgl. Urteil GOLF USA, oben
         in Randnr. 129 angeführt, Randnr. 79 und die dort angeführte Rechtsprechung). 
      
      131    Die Umstände, unter denen die Voraussetzung des Erwerbs von Unterscheidungskraft durch Benutzung als erfüllt anzusehen ist,
         können somit nicht nur anhand von generellen und abstrakten Angaben, wie z. B. bestimmten Prozentsätzen, festgestellt werden
         (vgl. Urteil des Gerichts vom 12. September 2007, Glaverbel/HABM [Maserung einer Glasoberfläche], T‑141/06, nicht in der amtlichen
         Sammlung veröffentlicht, Randnr. 32 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      132    Im Übrigen ist die Unterscheidungskraft einer Marke einschließlich der durch ihre Benutzung erworbenen Unterscheidungskraft
         ebenfalls in Bezug auf die Waren oder Dienstleistungen, für die die Marke angemeldet worden ist, sowie im Hinblick darauf
         zu beurteilen, wie ein normal informierter und angemessen aufmerksamer und verständiger Durchschnittsverbraucher die in Rede
         stehende Kategorie von Waren oder Dienstleistungen vermutlich wahrnimmt (vgl. Urteil des Gerichts vom 5. März 2003, Alcon/HABM
         – Dr. Robert Winzer Pharma [BSS], T‑237/01, Slg. 2003, II‑411, Randnr. 51 und die dort angeführte Rechtsprechung).
      
      133    Es ist zweitens daran zu erinnern, dass die Beschwerdekammer im vorliegenden Fall u. a. festgestellt hat, dass die Streithelferin
         zahlreiche Nachweise für die Benutzung ihrer Marke in den meisten Ländern der Union beigebracht habe. Nach Auffassung der
         Beschwerdekammer genügten diese Nachweise, um zu zeigen, dass die Marke zu dem Zeitpunkt, zu dem der Antrag auf Nichtigerklärung
         gestellt wurde, in dem in Frage stehenden Gebiet Unterscheidungskraft erlangt hatte. Außerdem ließen nach Ansicht der Beschwerdekammer
         bestimmte Nachweise, die aus der Zeit nach Einreichung des Antrags auf Nichtigerklärung stammten und die Zeit vor der Antragstellung
         betrafen, Rückschlüsse auf die Unterscheidungskraft im untersuchten Zeitraum zu. Im Übrigen hat die Beschwerdekammer den Umstand
         berücksichtigt, dass die Streithelferin ein weltweit tätiges Unternehmen ist.
      
      134    Speziell zum Vereinigten Königreich hat die Beschwerdekammer in Randnr. 26 der angefochtenen Entscheidung ausgeführt, dass
         die Streithelferin Beweise für erhebliche und stetig steigende Umsatzzahlen zwischen 1990 und 1999, eine von 162 im Jahr 1991
         auf 292 im Jahr 2000 gestiegene Zahl von Zweigniederlassungen, die Höhe der Werbeausgaben und einen Marktanteil von 9 % im
         Jahr 2000 sowie Unterlagen über Sponsorschaften zu Werbezwecken und zahlreiche Presseveröffentlichungen eingereicht habe,
         die großteils etwa aus der Zeit der Einreichung des Antrags auf Nichtigerklärung der Marke der Streithelferin stammten. Nach
         Auffassung der Beschwerdekammer waren diese Nachweise mehr als ausreichend, um zu dem Schluss zu gelangen, dass die Marke
         im Vereinigten Königreich nicht nur als beschreibender Ausdruck, sondern auch als eine Marke für Zeitarbeitsvermittlung bekannt
         sei.
      
      135    Das Gericht befindet in Anbetracht der Gesamtheit dieser Nachweise und auf der Grundlage der Akten, dass die Beschwerdekammer
         zu Recht zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die durch Benutzung erlangte Unterscheidungskraft der Marke der Streithelferin
         im Vereinigten Königreich nachgewiesen wurde.
      
      136    Insoweit ist insbesondere die hohe Zahl von Zweigniederlassungen der Streithelferin zu beachten. Dieses Element in Verbindung
         mit der Art der Dienstleistungen und Waren, die die Streithelferin anbietet, lässt den Schluss zu, dass ihr Unternehmen auf
         dem fraglichen Markt deutlich wahrnehmbar war. Hinzu kommen die Umsatzzahlen, der hohe Marktanteil, die zahlreichen Presseveröffentlichungen
         sowie die weiteren von der Beschwerdekammer angeführten Elemente, die hinreichend die starke Marktposition der Streithelferin
         im Vereinigten Königreich belegen.
      
      137    Diese Gesichtspunkte sind – ohne dass, wie von der Klägerin geltend gemacht, Stellungnahmen von Industrie- und Handelskammern
         oder anderen Berufsvereinigungen einzuholen oder Meinungsumfragen heranzuziehen wären – insgesamt ausreichend, um zu zeigen,
         dass ein erheblicher Teil des relevanten Publikums im Vereinigten Königreich die betreffenden Waren und Dienstleistungen dank
         der Marke der Streithelferin als aus ihrem Unternehmen stammend erkennen wird. Sie belegen die Intensität, die Dauer und den
         großen geografischen Umfang der Benutzung der Marke der Streithelferin im Vereinigten Königreich.
      
      138    Zu Irland hat die Beschwerdekammer in Randnr. 27 der angefochtenen Entscheidung festgestellt, dass die Marke der Streithelferin
         in diesem Land als Marke auf dem Gebiet der Personalbeschaffung seit mehr als 25 Jahren benutzt werde und dass im Jahr 1993
         das Unternehmen der Streithelferin bereits einen beträchtlichen Umsatz von mehr als 897 000 Pfund Sterling (GBP) erzielt habe,
         der 1995 die Schwelle von einer Million GBP überschritten habe. Ferner hat die Beschwerdekammer festgestellt, dass die Marke
         der Streithelferin in der Presse und in Telefonbüchern beworben worden sei. Nach Auffassung der Beschwerdekammer konnte nicht
         unberücksichtigt bleiben, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass die Bekanntheit der Marke der Streithelferin im Vereinigten
         Königreich teilweise auch auf Irland übertragen worden sei.
      
      139    Das Gericht befindet in Anbetracht der Akten, dass die lange Dauer der Benutzung der Marke in Irland und die Umsatzhöhe sowie
         die Belege aus der Werbung in Zeitungen und Telefonbüchern tatsächlich den Schluss erlauben, dass der Beschwerdekammer mit
         ihrer Feststellung, wonach die Marke der Streithelferin in Irland Unterscheidungskraft durch Benutzung erworben habe, kein
         Beurteilungsfehler unterlaufen ist. Es ist hinzuzufügen, dass es unter den Umständen des vorliegenden Falles der Beschwerdekammer
         nicht zum Vorwurf gemacht werden kann, dass sie nicht alle im Urteil Windsurfing Chiemsee (oben in Randnr. 108 angeführt,
         Randnr. 51) genannten Gesichtspunkte berücksichtigte.
      
      140    In Bezug auf Deutschland und Österreich befindet das Gericht, dass die Beschwerdekammer zu Recht zu dem Ergebnis gelangt ist,
         dass die Marke der Streithelferin in diesen beiden Ländern Unterscheidungskraft durch Benutzung erworben hatte. Die Beschwerdekammer
         hat nämlich zutreffend angenommen, dass die hohe Zahl von Büros der Streithelferin in Deutschland, die Höhe ihres Umsatzes
         in diesem Land, die Zahl der zu ihren Kunden gehörenden Unternehmen, darunter auch multinationale Unternehmen, das häufige
         Erscheinen der Marke der Streithelferin in verschiedenen – auch landesweit verbreiteten – Zeitungen, die verschiedenen vorgelegten
         Werbeanzeigen sowie die Höhe der Ausgaben für Marketing und die geografische Verbreitung der Benutzung ihrer Marke den Schluss
         zuließen, dass diese in Deutschland durch Benutzung Unterscheidungskraft erworben hat.
      
      141    Auch für Österreich sind die Elemente, auf die sich die Beschwerdekammer gestützt hat, in ihrer Gesamtheit geeignet, u. a.
         die Intensität der Benutzung der Marke der Streithelferin, die Dauer und den geografisch vielfältigen Charakter dieser Benutzung
         sowie die Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Erscheinens in der Werbung zu belegen und folglich den Schluss zu rechtfertigen,
         dass die Marke der Streithelferin in Österreich, falls sie auch in diesem Land als beschreibend anzusehen wäre, Unterscheidungskraft
         erworben hat.
      
      142    Die vorstehend getroffenen Feststellungen, nach denen die Marke der Streithelferin in den vier vorgenannten Ländern Unterscheidungskraft
         durch Benutzung erworben hat, können nicht durch das Vorbringen der Klägerin entkräftet werden, wonach die durch Benutzung
         erworbene Unterscheidungskraft nicht für die von der Marke der Streithelferin geschützten Waren und Dienstleistungen der Klassen
         9, 16, 41 und 42 nachgewiesen worden sei.
      
      143    Zu der durch Benutzung erworbenen Unterscheidungskraft der Marke der Streithelferin für die betreffenden anderen Waren und
         Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 hat die Beschwerdekammer nämlich in Randnr. 34 der angefochtenen Entscheidung
         u. a. ausgeführt, dass die Streithelferin eine Vielzahl dieser Waren und Dienstleistungen im Rahmen der Überlassung von Zeitpersonal
         benutze und dass, da das Wort „Manpower“ einen zweiten Bedeutungsgehalt als Bezeichnung für Zeitarbeitsvermittlung besitze,
         die betroffenen Verbraucher davon ausgingen, dass sich z. B. ein Buch oder ein Vortrag unter dieser Bezeichnung auf die Streithelferin
         und ihre Dienstleistungen beziehe.
      
      144    Nach Auffassung des Gerichts hat die Beschwerdekammer zu Recht festgestellt, dass sich die Unterscheidungskraft, die die Marke
         der Streithelferin für die Dienstleistungen der Klasse 35 erworben hat, auf die von der Marke geschützten Waren und Dienstleistungen
         der anderen Klassen erstreckt.
      
      145    Wie nämlich aus Randnr. 12 der angefochtenen Entscheidung hervorgeht, ist die Marke der Streithelferin nur für bestimmte der
         Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 16, 41 und 42 beschreibend. Das Wort „Manpower“ kann als Angabe über den Inhalt
         nur derjenigen dieser Waren und Dienstleistungen verstanden werden, die im Rahmen der Dienstleistungen einer Personalvermittlung
         genutzt werden, und der Verbraucher, der den Zusammenhang zwischen diesen Waren und den Dienstleistungen der Klassen 9, 16,
         41 und 42 und Dienstleistungen einer Personal- und Zeitarbeitsvermittlung herstellt, könnte die Marke der Streithelferin als
         einen Hinweis auf die Herkunft dieser Waren und Dienstleistungen auffassen, der sich auf die Streithelferin bezieht.
      
      146    Was den Vorwurf anbelangt, die Beschwerdekammer habe als Stichtag für die Beurteilung des Erwerbs von Unterscheidungskraft
         durch Benutzung auf ein falsches Datum abgestellt, so ist entgegen dem Vorbringen der Klägerin festzustellen, dass die Beschwerdekammer
         als maßgeblichen Zeitpunkt für die Beurteilung der durch Benutzung erworbenen Unterscheidungskraft durchaus den Tag angesehen
         hat, an dem der Antrag auf Nichtigerklärung der Marke eingereicht wurde (Randnrn. 22 und 25 der angefochtenen Entscheidung).
         Die Beschwerdekammer hat somit im Einklang mit der Rechtsprechung entschieden, nach der der konkrete Zeitpunkt, auf den für
         die Beurteilung der durch Benutzung erworbenen Unterscheidungskraft abzustellen ist, derjenige Zeitpunkt ist, zu dem der Antrag
         auf Nichtigerklärung eingereicht wurde (vgl. in diesem Sinne Urteil BSS, oben in Randnr. 132 angeführt, Randnr. 53). Im Übrigen
         konnte die Beschwerdekammer ohne widersprüchliche Begründung oder Rechtsfehler Umstände berücksichtigen, die zwar nach dem
         Zeitpunkt des Antrags auf Nichtigerklärung lagen, aber Rückschlüsse auf die Situation zu diesem Zeitpunkt zuließen (vgl. entsprechend
         Beschluss des Gerichtshofs vom 5. Oktober 2004, Alcon/HABM, C‑192/03 P, Slg. 2004, I‑8993, Randnr. 41).
      
      147    Nach alledem ist die Beschwerdekammer ohne Beurteilungsfehler zu dem Ergebnis gelangt, dass die Marke der Streithelferin im
         Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland und in Österreich durch Benutzung Unterscheidungskraft erworben hat. Der
         zweite Klagegrund der Klägerin ist daher insgesamt für unbegründet zu erklären.
      
      148    Aus der Gesamtheit der vorstehenden Gründe (siehe oben, Randnrn. 94 bis 96 und 147) ist die Klage abzuweisen.
      
       Kosten
      149    Nach Art. 87 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da die
         Klägerin unterlegen ist, sind ihr gemäß den Anträgen des HABM und der Streithelferin die Kosten aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat
      DAS GERICHT (Fünfte Kammer)
      für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Die Entscheidung der Vierten Beschwerdekammer des HABM vom 22. Juli 2005 (Sache R 499/2004‑4) zu einem Antrag auf Nichtigerklärung
            der Gemeinschaftsmarke MANPOWER (Nr. 76059) wird dahin abgeändert, dass die Marke für die Waren und Dienstleistungen, für
            die sie eingetragen wurde, in den Niederlanden, in Schweden, in Finnland und in Dänemark nicht beschreibend ist. Der Tenor
            dieser Entscheidung bleibt aufrechterhalten.
      2.      Im Übrigen wird der Antrag der Manpower Inc., die Entscheidung der Beschwerdekammer abzuändern, zurückgewiesen.
      3.      Die Klage wird abgewiesen.
      4.      Die Powerserv Personalservice GmbH trägt die Kosten.
      
      
      
               Vilaras 
            
            
                Dehousse 
            
            
                Šváby
            
         Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 15. Oktober 2008.
      
               Der Kanzler 
            
             
            
                     Der Präsident
            
         
               E. Coulon 
            
             
            
                     M. Vilaras
            
         * Verfahrenssprache: Deutsch.