CELEX: 51987PC0091(01)
Language: de
Date: 1987-03-17
Title: VORSCHLAG FUER EINE VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES UEBER DIE HERSTELLUNG UND VERMARKTUNG VON IN DER GEMEINSCHAFT ERZEUGTEN LIKOERWEINEN

Nr. C 87/10                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  2.4.87
                                                            II
                                                (Vorbereitende Rechtsakte)
                                             KOMMISSION
             Vorschlag für eine Verordnung (EWG) des Rates über die Herstellung und Vermarktung von in
                                        der Gemeinschaft erzeugten Likörweinen
                                                   KOM(87) 91 endg.
                                (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 18. März 1987)
                                                      (87/C 87/11)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                      Um die Verwendung von Saccharose bei der Süßung von
                                                               Likörweinen zu vermeiden, empfiehlt es sich, zusätzlich
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-             zur Verwendung von konzentriertem Traubenmost die-
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-          jenige von rektifiziertem konzentriertem Traubenmost
kel 43,                                                        zu gestatten.
auf Vorschlag der Kommission,                                  Alle Likörweine sowie die zu ihrer Herstellung verwen-
                                                               deten Erzeugnisse müssen Mindestqualitätsanforderun-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                gen genügen. Es sind also die Mindestqualitätsmerkmale
                                                               vorzusehen.
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses,                                                      Die Herstellung bestimmter Qualitätslikörweine be-
                                                               stimmter Anbaugebiete (Qualitätslikörweine b. A.) er-
in Erwägung nachstehender Gründe:                              fordert ein besonderes Verfahren der Alterung unter
                                                               Oberflächeneinfluß der Hefen; das ist festzulegen.
Derzeit sind die Herstellung und die Vermarktung von
Likörweinen nicht durch Gemeinschaftsvorschriften ge-          Außerdem bedarf es ergänzender Vorschriften betreffend
regelt. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung dieser       die analytischen Merkmale der bei der Herstellung von
Erzeugnisse sind jedoch gemeinsame Bestimmungen für            Likörweinen verwendeten Erzeugnisse, insbesondere für
diesen Bereich erforderlich, um das Funktionieren des          den Fall, daß neutraler Weinalkohol oder Weindestillat
gesamten Weinmarktes zu gewährleisten.                         verwendet wird.
Mit der Verordnung (EWG) Nr. X/87 des Rates ist die
                                                               Als Folge des Verfahrens zur Herstellung von Likörwei-
gemeinsame Marktorganisation für Wein geschaffen,
                                                               nen besitzen die Beteiligten zahlreiche verschiedene
und mit der Verordnung (EWG) Nr. Y/87 des Rates
sind besondere Vorschriften für Qualitätsweine bestimm-        Grundstoffe und insbesondere Alkohol, der namentlich
ter Anbaugebiete erlassen worden. Diese Regelung ist           zur Herstellung von künstlichen Weinen dienen kann.
durch entsprechende Bestimmungen für alle in der Ge-           Um diese Tätigkeit besser zu kontrollieren und insbeson-
meinschaft hergestellten Likörweine zu ergänzen.               dere eine solche Herstellung auszuschließen, ist daher
                                                               eine vorherige Genehmigung vorzusehen.
Es empfiehlt sich, für diese Likörweine ein gemeinsames
Regelwerk für Erzeugung, Herstellung, Vermarktung              Um den typischen Herkunftscharakter eines jeden Likör-
und Kontrolle einzurichten, das es unter Beibehaltung          weins b. A. zu wahren und den Kontrollstellen ihre Auf-
der Qualitätsmerkmale ermöglicht, Wettbewerbsverzer-           gabe zu erleichtern, muß den Mitgliedstaaten im Rah-
rungen zu vermeiden, den freien Verkehr dieser Erzeug-         men der mit dieser Verordnung festgelegten Grenzen
nisse zu erleichtern und den Schutz des Verbrauchers zu        gestattet werden, die Erzeugung, die Herstellung und
gewährleisten.                                                 den Verkehr ergänzend zu den Gemeinschaftsvorschrif-
                                                               ten zu regeln.
Eine solche Maßnahme würde dem Verbraucher bei sei-
ner Wahl helfen, indem ihm die Gewähr geboten wird,            Unter Berücksichtigung der herkömmlichen Verwendun-
daß das ihm angebotene Erzeugnis besonderen Quali-             gen, die zum guten Ruf des „Porto" genannten Quali-
tätsanforderungen entspricht. Sie würde zugleich die In-       tätslikörweins bestimmter Anbaugebiete beigetragen ha-
teressen des Erzeugers schützen, den innergemeinschaft-        ben, sollte als Ausnahme anerkannt werden, daß die be-
lichen Handel fördern, die Nachfrage steigern und damit        treffende geographische Bezeichnung für ein begrenztes
größere Absatzmöglichkeiten für Weinbauerzeugnisse             Gebiet gilt, das sich von dem unterscheidet, von dem die
schaffen helfen.                                               verwendeten Grundstoffe stammen —
 ---pagebreak--- 2.4.87                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 87/11
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:                              3. Alterung unter Oberflächeneinfluß der Hefen:
                          Artikel 1                               — der biologische Alterungsvorgang in Berührung
                                                                      mit der Luft durch Entwicklung einer typischen
Diese Verordnung regelt die Herstellung und die Ver-
                                                                      Hefeschicht auf der freien Oberfläche des Weins
marktung von Likörweinen im Sinne von Anhang I
                                                                      nach vollständiger alkoholischer Gärung des Trau-
Nummer 14 der Verordnung (EWG) Nr. X/87.                              benmostes.
                           TITEL I
                                                                                        Artikel 4
                  Allgemeine Vorschriften                      Ein Likörwein wird gewonnen
                          Artikel 2                            — durch Zusatz eines der Zusatzerzeugnisse, allein oder
Die Bezeichnungen „Likörwein", „Qualitätslikörwein                 als Mischung, zu einem der Grunderzeugnisse, gege-
bestimmter Anbaugebiete" und „Qualitätslikörwein                   benenfalls nach Alterung unter Oberflächeneinfluß
b. A." sind den in Artikel 1 genannten Erzeugnissen vor-           der Hefen;
behalten.
                                                               — durch das Gefrieren eines der Grunderzeugnisse.
                          Artikel 3
Für die Herstellung der in Artikel 1 genannten Erzeug-                                  Artikel 5
nisse sind:
                                                               Die zur Herstellung der Likörweine dienenden Grunder-
1. Grunderzeugnisse:                                           zeugnisse
   — Traubenmost,                                              — müssen den Definitionen in Anhang I der Verord-
   — teilweise gegorener Traubenmost und                           nung (EWG) Nr. X/87 entsprechen und von be-
                                                                   stimmten Rebsorten stammen, die unter den in Arti-
   — Wein.                                                         kel 69 der vorgenannten Verordnung genannten
                                                                   Rebsorten ausgewählt wurden;
2.  Zusatzerzeugnisse:
   a) bei Likörweinen:                                         — dürfen gegebenenfalls nur Gegenstand der önologi-
                                                                   schen Verfahren gemäß Titel II und Anhang VI der
      — der zugesetzte Alkohol, nämlich                           Verordnung (EWG) Nr. X/87 gewesen sein. Mit
          —- Alkohol, der aus neutralem Weinalkohol,              Ausnahme des Gefrierens und des Zusatzes der in
              einschließlich Alkohol aus der Destillation         Artikel 3 Absatz 2 genannten Erzeugnisse sind jedoch
              von getrockneten Weintrauben stammt, und             alle Anreicherungsverfahren, auch bei frischen Wein-
              dessen Alkoholgehalt mindestens 95 % vol            trauben, verboten.
              beträgt,
          — Weindestillat, dessen Alkoholgehalt minde-                                  Artikel 6
              stens 52 % vol und höchstens 80 °/o vol be-
              trägt;                                           Die zur Herstellung der Likörweine dienenden Zusatzer-
                                                               zeugnisse
      — konzentrierter Traubenmost und
       — die Mischung der in den beiden vorstehenden           — müssen den Definitionen in den Anhängen I und II
          Gedankenstrichen genannten Erzeugnisse;                  dieser Verordnung für neutralen Weinalkohol bzw.
                                                                   Weindestillat entsprechen;
   b) bei Qualitätslikörweinen b.A.:
       — teilweise gegorener Traubenmost aus einge-            — dürfen gegebenenfalls nur Gegenstand der önologi-
          trockneten Weintrauben;                                  schen Verfahren gemäß Anhang VI der Verordnung
                                                                   (EWG) Nr. X / 8 7 betreffend konzentrierten Trau-
       — durch die unmittelbare Einwirkung von durch               benmost und teilweise gegorenen Traubenmost aus
          Feuerwärme gewonnener Traubenmost, der ab-               eingetrockneten Weintrauben gewesen sein.
          gesehen von diesem Vorgang der Definition
          von konzentriertem Traubenmost entspricht,
          und                                                                           Artikel 7
      — die unter Buchstabe a) genannten Erzeugnisse,          Unbeschadet der strengeren Vorschriften, welche die
          jedoch bei bestimmten noch festzulegenden ro-        Mitgliedstaaten für die in ihrem Hoheitsgebiet hergestell-
          ten Qualitätslikörweinen b. A. mit Ausnahme          ten Likörweine erlassen dürfen, werden bei diesen Er-
          des Weindestillats, dessen Alkoholgehalt min-        zeugnissen die önologischen Verfahren gemäß Anhang
          destens 70 % vol betragen muß.                       VI der Verordnung (EWG) Nr. X/87 zugelassen.
 ---pagebreak---  Nr. C 87/12                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                2.4.87
 Ferner ist die Süßung anhand von konzentriertem Trau-                                     TITEL III
 benmost oder rektifiziertem konzentriertem Trauben-
 most zugelassen, sofern die Erhöhung des gesamten Al-            Vorschriften für Qualitätslikörweine besonderer Anbau-
 koholgehalts des betreffenden Likörweins nicht mehr als                                    gebiete
 2 % vol beträgt und diese Maßnahme Gegenstand einer
 Meldung gemäß Artikel 2 der Verordnung (EWG)                                             Artikel 13
 Nr. 1618/70 der Kommission (') ist.
                                                                  Die in Artikel 4 genannten Arbeitsvorgänge zur Herstel-
                                                                  lung der Qualitätslikörweine b. A. dürfen nur innerhalb
                                                                  des bestimmten Anbaugebiets durchgeführt werden, aus
                           Artikel 8                              dem die Grunderzeugnisse und gegebenenfalls der kon-
Jeder Hersteller von Likörweinen muß vor Aufnahme sei-            zentrierte Traubenmost oder der teilweise gegorene
 ner Tätigkeit eine diesbezügliche Genehmigung besitzen.          Traubenmost aus eingetrockneten Weintrauben von
                                                                  Rebsorten stammen, die zur Herstellung von Qualitäts-
                                                                  likören b. A. in dem bestimmten Anbaugebiet, dessen
Unbeschadet von Artikel 71 der Verordnung (EWG)                   Namen sie tragen, als geeignet anerkannt worden sind.
 Nr. X/87 muß jeder Likörweinhersteller über den Ein-
gang und die Verwendung der in Artikel 3 genannten                Der „Porto" genannte Qualitätswein besonderer Anbau-
Grund- und Zusatzerzeugnisse Buch führen.                         gebiete darf jedoch in einem abgegrenzten Gebiet er-
                                                                  zeugt werden, das sich von dem unterscheidet, von dem
                                                                  die Grunderzeugnisse erhalten werden.
                          Artikel 9
Unbeschadet der Bestimmungen, die gemäß Artikel 72
                                                                                          Artikel 14
Absatz 1 der Verordnung (EWG) Nr. X/87 erlassen
werden, darf ein Likörwein mit dem Etikett versehen               Unbeschadet der strengeren Vorschriften, welche die
werden, das die Bezeichnung des Erzeugnisses trägt, ge-           Mitgliedstaaten
gebenenfalls ergänzt durch den Namen des bestimmten
Anbaugebiets, und wenn diesen Erzeugnissen Geschäfts-             a) bei den Grunderzeugnissen anwenden können, die in
unterlagen oder amtliche Unterlagen beigefügt sind,                  ihrem Hoheitsgebiet zur Herstellung von Qualitäts-
welche dieselben Angaben tragen.                                     likörwein b. A., mit Ausnahme der Qualitätslikör-
                                                                     weine b. A. des Verzeichnisses gemäß Anhang I
                                                                     Nummer 14 Absatz 3 der Verordnung (EWG) Nr.
                          TITEL II                                   X/87 und der Qualitätslikörweine b. A. gemäß Num-
                                                                     mer 14 Buchstaben a) und c) des genannten Anhangs
                Vorschriften für Likörweine                          verwendet werden, darf der natürliche Alkoholgehalt
                                                                     des Traubenmostes, des teilweise gegorenen Trauben-
                          Artikel 10                                 mostes und des Weins nicht weniger als 12 % vol be-
                                                                     tragen;
Das Verzeichnis der Rebsorten, die unter den in Artikel
69 der Verordnung (EWG) Nr. X / 8 7 genannten Rebsor-             b) bei Qualitätslikörwein b. A. anwenden können,
ten ausgewählt wurden und aus denen die Grunderzeug-
nisse gewonnen wurden, wird nach dem Verfahren des                   — darf der vorhandene Alkoholgehalt nicht weniger
Artikels 83 derselben Verordnung festgelegt.                             als 15 % vol und nicht mehr als 22 % vol betra-
                                                                         gen,
                                                                     — darf der Gesamtalkoholgehalt nicht weniger als
                          Artikel 11
                                                                         17,5 % vol betragen.
Der natürliche Alkoholgehalt der zur Herstellung der
 Likörweine verwendeten Grunderzeugnisse darf nicht               Der Mindestgesamtalkoholgehalt darf jedoch bei be-
weniger als 12 % vol betragen.                                    stimmten Qualitätslikörweinen b. A., die in einem Ver-
                                                                  zeichnis stehen, das nach dem Verfahren des Artikels 83
                                                                  der Verordnung (EWG) Nr. X/87 festgelegt wurde,
                          Artikel 12                              15 % vol betragen, wenn die vor dem 1. Januar 1985 da-
                                                                  für geltenden einzelstaatlichen Rechtsvorschriften dies
Unbeschadet der strengeren Vorschriften, welche die               ausdrücklich vorsehen.
Mitgliedstaaten für auf ihrem Hoheitsgebiet erzeugte
Likörweine erlassen können, darf der Gesamtschwefel-
dioxidgehalt der Likörweine zum Zeitpunkt des In-                                         Artikel 15
verkehrbringens      zum      unmittelbaren   menschlichen
Verbrauch 200 mg/1 nicht überschreiten.                           Unbeschadet der strengeren Vorschriften, welche die
                                                                  Mitgliedstaaten bei auf ihrem Hoheitsgebiet erzeugten
                                                                  Qualitätslikörweinen b. A. anwenden können, darf der
                                                                  Gesamtschwefeldioxidgehalt dieser Erzeugnisse zum
                                                                  Zeitpunkt des Inverkehrbringens zum unmittelbaren
(») ABl. Nr. L 175 vom 8. 8. 1970, S. 17.                         menschlichen Verbrauch 175 mg/1 nicht überschreiten.
 ---pagebreak--- 2. 4. 87                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 87/13
                        Artikel 16                                                      TITEL IV
Die „natürliche Süßweine" genannten Qualitätslikör-                                Schlußbestimmungen
weine b. A. dürfen nur aus Grundstoffen gewonnen wer-
den, die zu 90 v. H. aus Rebsorten stammen, die in dem                                  Artikel 20
Verzeichnis in Anhang III aufgeführt sind und deren na-
türlicher Alkoholgehalt 14 % vol oder mehr beträgt.           (1)     Für die Anwendung dieser Verordnung gelten die
                                                              aufgrund der Verordnung (EWG) Nr. X / 8 7 festgelegten
                                                              Analysemethoden.
                        Artikel 17                             (2)    Sind gemeinschaftliche Analysemethoden nicht
                                                              vorgesehen, so sind die folgenden Methoden anzuwen-
Die „vino generoso" genannten Qualitätslikörweine             den:
b. A. dürfen nur aus weißen, unter Oberflächeneinfluß         a) die in Anhang A der Internationalen Konvention zur
der Hefen gealterten Weintrauben gewonnen werden,                  Vereinheitlichung der Analyse- und Bewertungsme-
die zu Rebsorten gehören, die in dem Verzeichnis in An-            thoden für Weine vom 13. Oktober 1954 festgelegten
hang III aufgeführt sind, und die nach einer Lagerung              Analysemethoden oder,
von mindestens zwei Jahren in Eichenfässern zum Ver-          b) sofern der genannte Anhang keine Methode vorsieht,
brauch in den Verkehr gebracht werden.                             wissenschaftlich anerkannte Methoden.
                                                                                        Artikel 21
                        Artikel 18                             Die Mitgliedstaaten und die Kommission teilen sich die
                                                               zur Anwendung dieser Verordnung erforderlichen Anga-
Die „vino generoso de licor" genannten Qualitätslikör-         ben mit.
weine b. A. dürfen nur aus „vino generoso" gewonnen
werden, dem entweder teilweise gegorener Traubenmost                                    Artikel 22
aus eingetrockneten Weintrauben oder konzentrierter            Likörweine, bei denen die Herstellungsbedingungen oder
Traubenmost zugesetzt worden ist und der nach einer            bestimmte analytische Merkmale nicht dieser Verord-
Lagerung von mindestens zwei Jahren in Eichenfässern           nung, jedoch den früheren einzelstaatlichen Rechtsvor-
zum Verbrauch in den Verkehr gebracht wird.                    schriften entsprechen, dürfen bis zur Erschöpfung der
                                                               Bestände feilgehalten, in den Verkehr gebracht und aus-
                                                               geführt werden.
                        Artikel 19
                                                                                        Artikel 23
Abgesehen von den in dieser Verordnung vorgesehenen
                                                               Die Durchführungsbestimmungen zu dieser Verordnung,
Bestimmungen können die erzeugenden Mitgliedstaaten
                                                               insbesondere zu den Artikeln 8, 10 und 14, werden nach
für Likörweine, die gemäß diesem Titel in bestimmten
                                                               dem Verfahren des Artikels 83 der Verordnung (EWG)
Gebieten innerhalb ihres Hoheitsgebiets erzeugt werden,
                                                               Nr. X/87 erlassen.
unter Berücksichtigung der ständigen und der Verkehrs-
sitte entsprechenden Gepflogenheiten zusätzliche oder                                   Artikel 24
strengere Merkmale und Bedingungen für die Erzeugung
und das Inverkehrbringen festlegen oder die hierfür            Diese Verordnung tritt am 1. September 1987 in Kraft.
bestehenden Merkmale und Bedingungen strenger ge-              Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich
stalten.                                                       und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
 ---pagebreak--- Nr. C 87/14                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  2.4.87
                                                           ANHANG      I
                                   Merkmale des in Artikel 6 genannten neutralen Weinalkohols
            1. Organoleptische Merkmale                                          kein schlechter Geschmack
            2. Gesamtalkoholgehalt                                               96 % vol
            3. Höchstwerte der Begleitelemente
               — Gesamtsäure
                  ausgedrückt in Essigsäure g/hl Alkohol zu 100 % vol            1,5
               — Ester
                  ausgedrückt in Äthylazetat g/1 Alkohol zu 100 % vol            1,3
               — Aldehyde
                  ausgedrückt in Azetaldehyd g/1 Alkohol zu 100 % vol            0,5
               — Höhere Alkohole
                  ausgedrückt in Methyl-2 propanol-1 g/hl Alkohol zu
                  100 % vol                                                      0,5
               — Methanol g/hl Alkohol zu 100 % vol                              50
               — Trockensubstanz g/hl Alkohol zu 100 % vol                       1,5
               — Flüchtige Stickstoffbasen
                  ausgedrückt in Stickstoff g/hl Alkohol zu 100 % vol            0,1
               — Furfural                                                        nicht feststellbar
                                                          ANHANG      II
                                        Merkmale des in Artikel 6 genannten Weindestillats
            1. Organoleptisches Merkmal                                          kein schlechter Geschmack
            2. Mindestalkoholgehalt                                              52 % vol
               Höchstalkoholgehalt                                               80 % vol
            3. Gesamtgehalt an anderen flüchtigen Stoffen als Äthylalkohol
               und Methylalkohol                                                 mehr als 200 g/hl     Alkohol   zu
                                                                                 100 % vol
            4. Höchstgrenze des Gehalts an Methylalkohol                         1 000 g/hl Alkohol zu 100 % vol
                                                          ANHANG     III
                            VERZEICHNIS DER IN ARTIKEL 16 G E N A N N T E N REBSORTEN
            Muscat — Grenache — Maccabeo — Malvoisie.
                            VERZEICHNIS DER IN ARTIKEL 17 G E N A N N T E N REBSORTEN
            Palomino de Jerez — Palomino fino — Pedro Ximenes — Moscatel — Malvoisie.