CELEX: 62007FJ0044
Language: de
Date: 2008-10-08 00:00:00
Title: Urteil des Gerichts für den öffentlichen Dienst (Dritte Kammer) vom 8. Oktober 2008. # Florence Barbin gegen Europäisches Parlament. # Öffentlicher Dienst - Beamte - Beförderung. # Rechtssache F-44/07.

URTEIL DES GERICHTS FÜR DEN ÖFFENTLICHEN DIENST (Dritte Kammer)
      
      8. Oktober 2008 
      Rechtssache F-44/07
      Florence Barbin
      gegen
      Europäisches Parlament
      „Öffentlicher Dienst – Beamte – Beförderung – Verfahren der Vergabe von Verdienstpunkten im Europäischen Parlament – Rechtswidrigkeit der Anweisungen für dieses Verfahren – Abwägung der Verdienste“
      Gegenstand: Klage gemäß den Art. 236 EG und 152 EA auf Aufhebung der Entscheidung des Europäischen Parlaments vom 16. Oktober 2006, an
         die Klägerin im Beförderungsverfahren 2005 einen einzigen Verdienstpunkt zu vergeben
      
      Entscheidung: Die Klage wird abgewiesen. Jede Partei trägt ihre eigenen Kosten.
      
      Leitsätze
      1.      Beamte – Beförderung – Abwägung der Verdienste
      (Beamtenstatut, Art. 43 und 45)
      2.      Einrede der Rechtswidrigkeit – Tragweite – Rechtsakte, deren Rechtswidrigkeit geltend gemacht werden kann
      (Art. 241 EG)
      1.      Die Abwägung der Verdienste im Hinblick auf die Vergabe von Verdienstpunkten an einen Beamten kann in Ansehung der begrenzten
         Zahl verfügbarer Verdienstpunkte je Generaldirektion und unter Berücksichtigung des Umstands, dass jeder Beamte einer Direktion
         oder Dienststelle, der für die Beförderung in Frage kommt, mit allen anderen Beamten seiner Direktion oder Dienststelle um
         eine begrenzte Zahl von Verdienstpunkten konkurriert, nur innerhalb der Generaldirektion, in der der Beamte beschäftigt ist,
         erfolgen. Die Verdienstpunkte hat diejenige Generaldirektion zu vergeben, bei der der Beamte im Bezugsjahr am längsten beschäftigt
         war.
      
      (vgl. Randnrn. 44 und 45)
      Verweisung auf:
      Gericht erster Instanz: 8. März 2006, Lantzoni/Gerichtshof, T‑289/04, Slg. ÖD 2006, I‑A‑2‑39 und II‑A‑2‑171, Randnrn. 68 et
         69; 27. September 2006, Lantzoni/Gerichtshof, T‑156/05, Slg. ÖD 2006, I‑A‑2‑189 und II‑A‑2‑969, Randnrn. 52 und 53
      
      2.      Die Tragweite einer Rechtswidrigkeitseinrede ist auf das zu beschränken, was für den Ausgang des Rechtsstreits unerlässlich
         ist. Der allgemeine Rechtsakt, dessen Rechtswidrigkeit geltend gemacht wird, muss unmittelbar oder mittelbar auf den streitgegenständlichen
         Fall anwendbar sein, und zwischen der angegriffenen Einzelfallentscheidung und dem betreffenden allgemeinen Rechtsakt muss
         ein unmittelbarer rechtlicher Zusammenhang bestehen.
      
      (vgl. Randnr. 61)
      Verweisung auf:
      Gerichtshof: 31. März 1965, Macchiorlati Dalmas/Hohe Behörde, 21/64, Slg. 1965, 242, 259; 13. Juli 1966, Italien/Rat und Kommission,
         32/65, Slg. 1966, 458, 487
      
      Gericht erster Instanz: 26. Oktober 1993, Reinarz/Kommission, T‑6/92 und T‑52/92, Slg. 1993, II‑1047, Randnr. 57; 3. Februar
         2000, Townsend/Kommission, T‑60/99, Slg. ÖD 2000, I‑A‑11 und II‑45, Randnr. 53
      
      Gericht für den öffentlichen Dienst: 28. Juni 2006, Sanchez Ferriz/Kommission, F‑19/05, Slg. ÖD 2006, I‑A‑1‑41 und II‑A‑1‑135,
         Randnr. 57