CELEX: 51993PC0217
Language: de
Date: 1993-05-26
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES über Mindestanforderungen für die Ausbildung in Berufen im Seeverkehr

KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                         K0M(93) 217  endg.
                                         Brüssel, den 26. Mai 1993
                        Vorschlag für eine
                       RICHTLINIE DES RATES
                     über Mindestanforderungen
           für die Ausbildung in Berufen im Seeverkehr
                 (von der Kommission vorgelegt)
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                                  BEGRÜNDUNG
I.  EINFÜHRUNG
1.   Im Rahmen ihrer Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebsbedingungen des
    Seeverkehrs der Gemeinschaft<1) hat die Kommission unterstrichen,
    welche Bedeutung sie der Ausbildung der Seeleute und der gegenseitigen
    Anerkennung von Diplomen, Zeugnissen und Befähigungsnachweisen
    beimißt.
    Der Rat hob in den Schlußfolgerungen seiner außerordentlichen Tagung
    "Umwelt/Verkehr" vom 25. Januar 1993<2) die Bedeutung des Menschen
    beim sicheren Betrieb von Schiffen hervor und erkannte an, daß
    unbedingt Mindestanforderungen für die Ausbildung der Besatzungen von
    Schiffen der Gemeinschaft festgelegt werden müssen.    Diese
    Überlegungen wurden ausddrücklich in die'Mitteilung "Eine gemeinsame
    Politik im Bereich der Sicherheit im Seeverkehr" aufgenommen, die die
    Kommission im Februar 1993<3) genehmigt hat.
2.   Im Dezember 1988 erließ der Rat eine Richtlinie über eine allgemeine
    Regelung zur Anerkennung der Hochschuldiplome, die eine mindestens
    dreijährige Berufsausbildung abschließen. Diese Richtlinie gilt für
    alle reglementierten Berufe, die eine mindestens dreijährige
    Hochschulausbildung voraussetzen und die nicht Gegenstand einer
    EinzelrichtIinie sind^ 4 ). Sie deckt hochqualifizierte Tätigkeiten an
    Bord eines Schiffes ab, wie z.B. die des Kapitäns oder der Offiziere.
(1) Eine Zukunft für das Seeverkehrsgewerbe der Gemeinschaft: Maßnahmen
    zur Verbesserung der Betriebsbedingungen des Seeverkehrs der
    Gemeinschaft K0M(89) 266 endg., Ziff. 91 bis 96, ABI. Nr. C 263 vom
    16. 10.1989.
(2) Außerordentliche Tagung des Rates Umwelt/Verkehr; Brüssel, 25. Januar
    1993, Dok. 4009/93 (Presse 8 ) .
(3) "Eine gemeinsame Politik im Bereich der Sicherheit im Seeverkehr",
    K0M(93) 66 endg. vom 24. 2.1993.
(4) Richtlinie 89/48/EWG vom 21.12.1988 (ABI. Nr. L 19 vom 24.1.1989).
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     Ergänzend hierzu erließ der Rat im Juni 1992 eine zweite Richtlinie
     über die Anerkennung von Diplomen und Befähigungszeugnissen für
     Ausbildungsgänge, die nicht in den Rahmen der Richtlinie des Rates vom
     21. Dezember 1988 fallen, sowie für Qual ifikationen, die nur auf einer
     Berufserfahrung beruhen. Diese Rieht Iinie findet Anwendung auf den
     SeeverkehrC), da sie für verschiedene Berufe gilt, die in der
     vorhergehenden Richtlinie nicht erfaßt waren.
     Allerdings kann durch eine gegenseitige Anerkennung der
     Befähigungsnachweise, wie sie in den aIIgemeinen Regelungen vorgesehen
      ist, noch  nicht sichergestellt werden, daß alle Seeleute, die auf
     einem Schiff unter der Flagge eines Mitgliedstaates Dienst tun, über
     eine angemessene Mindestausbi(düng verfügen. Dies ist jedoch unter dem
     Gesichtspunkt der Sicherheit, insbesondere für den Schutz des
     menschlichen Lebens und von Gütern auf See sowie für den Schutz der
     Meeresumwelt von wesentlicher Bedeutung.
I I.  DIE AUSBILDUNG DER SEELEUTE
3.   Aufgrund des vorwiegend internatiöftaien Charakters des Seeverkehrs
     werden Fragen der Sicherheit auf See oder der Arbeitsbedingungen und
     der Ausbildung der Seeleute hauptsächlich durch Bestimmungen geregelt,
     die von internationalen Organisâtionen wie der Internationalen
     Seeschiffahrtsorganisation (IMO) und der Internationalen
     Arbeitsorganisation (OIT) er lassen wurden. Es gibt eine ganze Sammlung
      internationaler Rechtstexte über die Ausbildung in den verschiedenen
     Berufen des   Seeverkehrs und die Erteilung entsprechender
     Befähigungszeugnisse und Befähigungsnachweise; die wichtigsten sind:
     * Das Internationale Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, die
        Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten
        - (STCW) IMO 1978;
     * das Übereinkommen Nr. 53 über die Befähigungsausweise der
        Schiffsoffiziere - IAO 1936;
(1)  Richtlinie 92/51/EWG des Rates vom 18.6.1992 über eine zweite
     allgemeine Regelung zur Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise
     in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABI. Nr. L 209 vom 24.7.1992).
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    * das Übereinkommen Nr. 74 über die Befähigungsausweise der
       Vollmatrosen - IAO 1946;
    * das Übereinkommen Nr. 69 über den Befähigungsausweis für
       Schiffsköche - IAO 1946;
    * die Empfehlung Nr. 137 betreffend die berufliche Ausbildung der
       Seeleute - IAO 1970;
    * das Übereinkommen Nr. 164 über den Gesundheitsschutz und die
       medizinische Betreuung der Seeleute - IAO 1987;
    * ein Dokument, das als Leitfaden dient: Ein internationaler Führer
       über die Ausbildung im Seeverkehr - IAO/IMO 1985.
    Betreffend das STCW - überein kommen, hatte der Rat im Dezember 1978
     (1)
         eine Entschliessung adoptiert und die Mitgliedstaaten  gefordert,
    sie zu rat if izieren.
    Selbst wenn jedoch diese Übereinkommen von den Mitgliedstaaten
    ratifiziert wurden, werden die Bestimmungen in der Praxis nicht immer
    einheitlich angewandt. Außerdem können sie einseitig gekündigt werden
4.  Der Rat unterstrich auf seiner außerordentlichen Tagung
    "Umwelt/Verkehr" vom 25. Januar 1993, der sich mit der Sicherheit im
    Seeverkehr und der Verhütung der Meeresverschmutzung befaßte, daß er
    der strikten Anwendung internationaler Sicherheitsvorschriften im
    Bereich des Seeverkehrs große Bedeutung beimißt. Damit auf
    Gemeinschaftsebene Mindestanforderungen für die Berufsausbildung
    vorgeschrieben werden können, forderte er die Kommission auf, unter
    anderem spezifische Programme zur Intensivierung der Berufsausbildung
    von Seeleuten vorzuschlagen, da die meisten Unfälle auf See nach wie
    vor auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Außerdem sollen
    nach dem Willen des Rates Seeleute auf Schiffen, die Passagiere oder
    gefährliche oder schädliche Güter befördern, über angemessene
    Sprachkenntnisse verfügen, um bei Unfällen wirkungsvoller eingreifen
    zu können.
(1) AB«. Nr. L 33 vom 8.2.1979
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   BEGRÜNDUNG FÜR EINE RICHTLINIE DES RATES
5. In ihrer Mitteilung "Eine gemeinsame Politik im Bereich der Sicherheit
    im Seeverkehr", die dem Rat, dem Parlament und dem Wirtschafts- und
   Sozialausschuß übermittelt wurde, hat die Kommission deutlich gemacht,
   daß etwa 60 % der Unfälle im Seeverkehr auf menschliches Versagen
   zurückzuführen sind; auch die oft auf Sprachprobleme zurückzuführenden
   Kommunikationsschwierigkeiten an Bord sind häufig Ursache von
   Unfällen.
6. Nach wie vor können diese Probleme weder von den internationalen
   Organisationen noch durch Maßnahmen auf einzelstaatlicher Ebene gelöst
   werden; dabei sind gerade angesichts der Vielfalt der Nationalitäten
   bei den Besatzungen der Schiffe in EG-Gewässern dringend Vorschriften
   in bezug auf berufliche Anforderungen und Fremdsprachenkenntnisse
   erforderI ich.
   Diese Vorschriften müssen für Seeleute aus der Gemeinschaft und
   Seeleute aus Drittländern gleichermaßen gelten. Wenn die Sicherheit im
   Seeverkehr verbessert werden soli, müssen alle Besatzungen, die auf
   Schiffen in den Gewässern der Gemeinschaft Dienst tun, über die durch
   internationales Recht und insbesondere durch das STCW-Ubereinkommen
   der IMO vorgeschriebenen Qualifikationen verfügen.
7. Die Kommission stellt fest, daß bei den Arbeiten innerhalb der IMO das
   Hauptproblem einer wirksamen Umsetzung der internationalen
   Vorschriften über die Ausbildung von Seeleuten nicht angegangen wird.
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     Das das bisher von 93 Staaten ratifizierte STCW-Übereinkommen von 1978
     sieht keinerlei Instrumente vor, um die Einhaltung der
     Mindestanforderungen für die Ausbildung der Seeleute durch die
     Vertragsparteien zu überwachen.
     In Anbetracht der Tragweite des Problems können diese Fragen nur durch
     ein Vorgehen auf Gemeinschaftsebene gelöst werden. Ein solches
     Vorgehen ist insofern gerechtfertigt, als es mit dem Instrument der
     gemeinschaftlichen Richtlinie möglich ist, die einheitliche Anwendung
     mit den Mitteln des Gemeinschaftsrechts wirksamer zu gewährleisten.
     Auf seiner außerordentlichen Tagung vom 25. Januar 1993 forderte der
     Rat die Kommission auf, ihm möglichst bald Vorschläge zur
     Berufsausbildung der Seeleute vorzulegen, die einen Beitrag zur
     Erhöhung der Sicherheit im Seeverkehr und zur Verhütung der
     Meeresverschmutzung in der Gemeinschaft leisten sollen.
DER VORSCHLAG IM EINZELNEN
8.   Die Kommission schlägt vor, gemeinschaftsweit
     Mindestausbildungsvorschriften einzuführen, die sich auf die
     internationalen Regelungen insbesondere des STCW-Ubereinkommens der
     IMO stützen und zusätzlich eine Fremdsprachenausbildung für Seeleute
     an Bord von Schiffen vorsehen, die Passagiere oder gefährliche oder
     schädliche Güter befördern. Der vorliegende Rieht I inienvorseh lag legt
     die Mindestanforderungen für die Ausbildung der Kapitäne, Offiziere,
     Schiffsleute und Rettungsbootleute fest.
     Ab 1995 sollen alle Mitgliedstaaten verpflichtet sein, den Seeleuten
     gemäß den Bestimmungen der Richtlinie, die die Vorschriften des STCW-
     Ubereinkommens der IMO übernimmt, ein Befähigungszeugnis aushändigen.
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9.    In Anbetracht des vorwiegend internationalen Charakters des
      Seeverkehrs muß die Richtlinie auf das Problem der unterschiedlichen
      Nationalitäten in den Schiffsbesatzungen eingehen.
      Nach Auffassung der Kommission müssen im Hinblick auf nicht aus der
      Gemeinschaft stammende Seeleute, die an Bord von Schiffen der
      Gemeinschaft arbeiten, geeignete Maßnahmen ergriffen werden, damit der
      AusbiIdungsstand solcher Besatzungen den international geltenden
      Anforderungen für    die Berufsausbildung entspricht. Darum müssen ihrer
      Ansicht nach zwischen der Gemeinschaft und den betroffenen
      Drittländern Vereinbarungen geschlossen werden, die eine angemessene
      Ausbildung der Seeleute aus diesen Ländern gewährleisten, damit für
      alle in der Gemeinschaft arbeitenden Besatzungen gleiche
      Voraussetzungen geI ten.
10.   Schiffe unter der Flagge eines Drittlandes mit Besatzungen aus
      Drittländern, die mit der Gemeinschaft keine solche Vereinbarung
      geschlossen haben, sollten nach dem Vorschlag der Kommission vorrangig
      in den Häfen der Gemeinschaft daraufhin überprüft werden, ob
      Ausbildung und Qualifikation ihrer Besatzungen den Normen der
       internat Jona I en Übereinkommen entsprechen. Die U\tglJedstaaten treffen
      geeignete Maßnahmen bis hin zum Festhalten eines Schiffs, wenn die
      Ausbildung der Besatzung nachweislich nicht den Normen entspricht.
M I . SCHLUSSFOLGERUNGEN
11.   Dieser Rieht Iinienvorschlag zielt darauf ab,
      - die Voraussetzungen für eine angemessene Qualifikation der Kapitäne,
         Offiziere, Schiffsleute und Rettungsbootleute auf Schiffen, die in
         der Gemeinschaft registriert sind, zu schaffen, und so durch eine
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  angemessene Ausbildung der Seeleute die Sicherheit im Seeverkehr und
  den Schutz der Umwelt zu verbessern;
- Fremdsprachenkenntnise der Besatzungen von Schiffen, die Passagiere
  oder gefährliche oder schädliche Güter befördern, zu fördern;
- KontrolImaßnahmen einzuführen, um zu gewährleisten, daß auch in der
  Gemeinschaft arbeitende Besatzungen aus Drittländern über eine den
   internationalen Vorschriften entsprechende angemessene
  Berufsausbildung verfügen.
Der Vorschlag umfaßt Mindestnormen für die Ausbildung in den
verschiedenen Berufen im Seeverkehr jeweils für die verschiedenen
Schiffsklassen auf der Grundlage des Internationalen Übereinkommens
über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von
Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten der IMO (STCW-
Übereinkommen) von 1978, das von allen Mitgliedstaaten mit einer
Handelsflotte angenommen und ratifiziert wurde.
Er schreibt also keine höheren Anforderungen für die Berufsausbildung
vor, als die bereits im Rahmen der IMO festgelegten, mit Ausnahme der
für Besatzungen von Schiffen, die Passagiere oder gefährliche oder
schädliche Güter transportieren, verlangten angemessenen
Fremdsprachenkenntnisse. Für diesen Punkt gibt es bisher noch keine
internationale Regelung.
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                      Vorschlag für eine Richtlinie des Rates
                              über M indestan f orderungen
                   für die Ausbildung in Berufen im Seeverkehr
DER RAT DIR EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 84 Absatz 2,
auf Vo r sdi I ag de r Komm I ss i on•(1 ),
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments^},.
nacfr Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses^3^,
 in Erwägung folgender Gründe:
 Irr den einzelnen Mitgliedstaaten sind die Anforderungen für Diplome,
Befähigungszeugnisse und beruf Iiche Befähigungsnachweise der Seeleute
unterschiedlich; diese voneinander abweichenden Ausbil dungsrege langen in
dem unter diese Rieht Iinie fall enden Bereich können nicht gewährleisten,
daß die Ausbildung den Erfordernissen der Sicherheit im Seeverkehr
angemessen ist.
Die Richtlinien 89/48/EWG'(4} und 92/51VEWG<5* des Rates über allgemeine
Regelungen zur Anerkennung der Diplome und Berufsausbildungsgänge finden
Anwendung auf Berufe im Seeverkehr, die unter diese Richtlinie fallen und
tragen dazu bei, die sich aus dem Vertrag ergebende VerpfIichtung zur
Beseitigung der Hindernisse für den freien Personen- und
Dienst leistungsverkehr zwischen den Mitgliedstaaten zu erfüllen.
Ctï
(2)
(3)
(4) ABI. Nr. L 19 vom 24.1.1989
(5) ABI. Nr. 209 vom 24.7.1992.
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Die in den beiden allgemeinen Regelungen vorgesehene gegenseitige
Anerkennung von Diplomen und Befähigungsnachweisen gewährleistet jedoch
nicht in allen Fällen eine einheitliche Ausbildung aller Seeleute, die auf
Schiffen unter der Flagge eines Mitgliedstaates und/oder in EUROS
eingetragenen Schiffen Dienst tun. Gerade dies ist aber für die Sicherheit
im Seeverkehr ein wesentlicher Gesichtspunkt.
Darum müssen Mindestanforderungen für die Ausbildung von Seeleuten in der
Gemeinschaft festgelegt werden.
Angesichts des besonderen Charakters der Beförderung von gefährlichen oder
schädlichen Gütern oder von Passagieren auf dem Seeweg und der damit
verbundenen Risiken müssen die Bedingungen für solche Beförderungen
verbessert werden, um menschliches Leben und die Meeresumwelt zu schützen.
Personen, die auf solchen Schiffen arbeiten, müssen aus diesem Grund über
ausreichende Fremdsprachenkenntnisse verfügen.
Dieses Ziel kann nur durch ein Vorgehen auf Gemeinschaftsebene durchgesetzt
werden, da Einzelmaßnahmen der Mitgliedstaaten nicht zu einer
zufriedenstellenden Lösung führen.
Den internationalen Vorschriften zur Regelung der Ausbildung und
Qualifikation für Berufe im Seeverkehr, insbesondere dem Internationalen
Übereinkommen von 1978 über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von
Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW-
überelnkommen)* 1 }, muß Rechnung getragen werden.
Es sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um zu gewährleisten, daß
Seeleute aus Drittländern den einschlägigen Bestimmungen der
internationalen Übereinkommen entsprechend ausreichend qualifiziert sind -
(1)  Internationale Konferenz 1978 über die Ausbildung von Seeleuten und
     die Erteilung von Befähigungszeugnissen, IMO, London 1978.
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HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN
                                      Artikel 1
 Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet:
a)     der Ausdruck "Kapitän" die Person, die die Führung eines Schiffes hat;
b)     der Ausdruck "Offizier" ein Mitglied der Besatzung mit Ausnahme des
      Kapitäns, das nach den innerstaatlichen Gesetzen oder sonstigen
      Vorschriften oder, bei deren Fehlen, nach Tarifverträgen oder Brauch
       zum Offizier ernannt ist;
c)    der Ausdruck "nautischer Offizier" einen fachkundigen Offizier im
      nautischen Schiffsdienst;
d)    der Ausdruck "Erster Offizier" den dem Kapitän im Rang nachfolgenden
      nautischen offizier, der bei Verhinderung des Kapitäns die Führung des
      Schiffes übernimmt;
e)    der Ausdruck "technischer Offizier" einen fachkundigen Offizier im
      masch i nentechn i sehen Seh i ffsdi enst;
f)    der Ausdruck "Leiter der Maschinenanlage" den ranghöchsten technischen
      Offizier, der für den maschIne11en Antrieb des Schiffes verantwortlich
       Ist;
g)    der Ausdruck "Zweiter technischer Offizier" den dem Leiter der
      Maschinenanlage im Rang nachfolgenden technischen Offizier, der bei
      Verhinderung des Leiters der Maschinenanlage für den maschinellen
      Antrieb des Schiffes verantwortlich ist;
h)    der Ausdruck "technischer Offiziersassistent" eine in der Ausbildung
      zum technischen Offizier befindliche Person, die nach den
      innerstaatlichen Gesetzen oder sonstigen Vorschriften zum technischen
      Offiziersassistenten ernannt ist;
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 i) der Ausdruck "Funkoffizier" eine Person, die ein der VolIzugsordnung
    für den Funkdienst entsprechendes Zeugnis erster oder zweiter Klasse
    für Telegrafiefunker oder ein Allgemeines Seefunkzeugnis für Funker
    des beweglichen Seefunkdienstes besitzt und in der
    Telegrafiefunkstelle eines Schiffes beschäftigt ist, das nach dem
     Internationalen Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf
    See über eine solche Funkstelle verfügen muß;
j)  der Ausdruck "Sprechfunker" eine Person, die ein der VolIzugsordnung
    für den Funkdienst entsprechendes Zeugnis für Sprechfunker besitzt;
k)  der Ausdruck "Schiffsmann/Schiffsleute" und
    "Rettungsbootmann/Rettungsbootleute" ein Mitglied der Schiffsbesatzung
    mit Ausnahme des Kapitäns und der Offiziere;
 I) der Ausdruck "Seeschiff" jedes Schiff, das nicht ausschließlich auf
    Binnengewässern oder in Gewässern nahe bei Gebieten verkehrt, die
    einer Hafenordnung unterliegen;
m)  der Ausdruck "gefährliche Güter" Güter, die im IMDG-Code, in Kapitel
    19 des IGS-Codes und in Kapitel 17 des IBC-Codes aufgeführt sind;
n)  der Ausdruck "schädliche Güter":
    - öl nach der Definition aus Anlage 1 des MARPOL-Übereinkommens,
    - schädliche flüssige Stoffe nach der Definition aus Anlage 2 des
       MARPOL-Übere i nkommens,
    - Schadstoffe nach der Definition aus Anlage 3 des MARPOL-
       Übereinkommens.
o)  der Ausdruck "Seemann/Seeleute" jede Person, die an Bord eines
    Seeschiffes eine Funktion ausübt.
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                                 Artikel 2
Diese Richtlinie gilt für Seeleute auf Schiffen, die in einem Mitgliedstaat
der Gemeinschaft und/oder im Gemeinschaftsregister EUROS registriert sind,
mit Ausnahme von:
     Kriegsschiffen, Hilfskriegsschiffen oder anderen Schiffen, die lim
     Besitz eines Mitgliedstaates sind oder von ihm ausschließlich für
     offizielle und nichtkommerzielle Zwecke genutzt werden;
     Fischereifahrzeugen;
     Vergnügungsbooten, die keinerlei kommerziellen Zwecken dienen.
                                 Artikel 3
Die Mitgliedstaaten ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, Kapitäne,
Offiziere, Schiffsleute und Rettungsbootleute, die ihren Beruf an Bord
eines Schiffes ausüben wollen, das welches unter der Flagge eines
Mitgliedstaates und/oder unter der Flagge EUROS, Inhaber eines
Befähigungszeugnisses sein müssen, das von der hierfür von jedem
Mitgliedstaat benannten Behörde oder Stelle ausgestellt oder anerkannt
wurde und nachweist, daß sie mit Erfolg an einer dem Beruf, den sie an Bord
des Schiffes ausüben wollen, angemessenen Ausbildung teilgenommen haben.
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                                  Artikel 4
Ein Befähigungszeugnis ist jede Urkunde, unabhängig von ihrer Bezeichnung,
die von oder mit Genehmigung der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaates
ausgestellt oder von ihr anerkannt ist und deren Inhaber ermächtigt ist,
die darin genannten oder nach den nationalen Vorschriften zulässigen
Aufgaben wahrzunehmen; diese Urkunde bescheinigt für jeden Beruf ein
MindestausbiIdungsniveau gemäß den Bestimmungen dieser Richtlinie.
                                 Artikel 5
1.   Voraussetzung für das Befähigungszeugnis für Kapitäne, Offiziere,
     Schiffsleute und Rettungsbootleute                        ist die Teilnahme
     an einem ein- oder mehrteiligen theoretischen Lehrgang mit
     entsprechenden praktischen Übungen, der von der von jedem
     Mitgliedstaat benannten Behörde oder Stelle anerkannt wird.
     Diese Ausbildung muß folgende Mindestanforderungen umfassen, die in
     den Anhängen des Internationalen Übereinkommens von 1978 der IMO über
     Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und
     den Wachdienst von Seeleuten (STCW-Übereinkommen) festgelegt sind.
     Diese Mindestanforderungen sind in den Anlagen der vorliegenden
     Richtlinie wie folgt angegeben :
       für Kapitäne und Erste Offiziere auf Schiffen mit einem
       Bruttoraumgehalt von oder mehr 200 Registertonnen gelten die
       Bestimmungen aus Anlage I, Regel 11/1, M / 2 , M / 5 , M / 7 und I I/8 ;
       für nautische Wachoffiziere und Kapitäne auf Schiffen mit einem
       Bruttoraumgehalt von weniger als 200 Registertonnen gelten die
       Bestimmungen aus Anlage I, Regel M / 1 , M / 2 , M / 5 , I I/7 und M / 8 ;
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  für nautische Wachoffiziere auf Schiffen mit einem Bruttoraumgehalt
  von oder mehr 200 Registertonnen gelten die Bestimmungen aus Anlage
  I, Regel M / 1 , , II/4, M / 5 , II/7 und II/8 ;
  für Leiter von Maschinenanlagen und Zweite technische Offiziere auf
  Schiffen mit einer Maschinen le istung von 3 000 oder mehr Kilowatt
  gelten die Bestimmungen aus Anlage II, Regel M 1/1, M l / 2 , und
  III/5Î
  für Leiter von Maschinenanlagen und Zweite technische Offiziere auf
  Schiffen mit einer Maschinen le istung von 750 bis 3 000 Kilowatt
  gelten die Bestimmungen aus Anlage ll, Regel M 1/1, M l / 3 und Ml/5;
- für technische Wachoffiziere in einem herkömmlich besetzten
  Maschinenraum oder technische Offiziere im Bereitschaftsdienst in
  ei hem zeitweise unbesetzten Maschinenraum gelten die Bestimmungen
  aus Anlage II, Regel II1/1, Ml/4 und Ml/5;
- für Funkoffiziere gelten die Bestimmungen aus Anlage III, Regel
  IV/1, ttnd IV/2 ;
- für Sprechfunker gelten die Bestimmungen aus Anlage IV, Regel IV/3 ;
- für Kapitäne, Offiziere und Schiffsleute auf Flüssiggastankschiffen,
  Oltankschlffen oder Chemikalientankschiffen gelten die Bestimmungen
  aus Anlage V, Regel V/1, v/2, und V/3 ;
- für Schiffsleute, die Brückenwache gehen, gelten die Bestimmungen
  aus Anlage I, Regel M / 6 ;
 ---pagebreak---                                      16 -
    - für Schiffsleute, die Maschinenwache gehen, gelten die Bestimmungen
      aus Anlage II, Regel II I/6-,
    - für Rettungsbootleute gelten die Bestimmungen aus Anlage VI, Regel
      VI/1.
2.  Die Mitgliedstaaten gewährleisten, daß die Bestimmungen der Richtlinie
    des Rates 92/29/EWG^1^ über Mindestvorschriften für die Sicherheit
    und den Gesundheitsschutz zum Zweck einer besseren medizinischen
    Versorgung auf Schiffen, insbesondere deren Artikel 5, im Rahmen der
    Ausbildung gemäß Artikel 1 umgesetzt werden.
3.  Absatz 1 berührt nicht günstigere Gemeinschaftsvorschriften zur
    Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit, insbesondere die der Richtlinie des Rates 89/391/EWG (2 ) vom
    12. Juni 1989, und die entsprechenden Durchführungsvorschriften.
4.  Für dieses Zeugnis ist eine von der zuständigen Behörde, die für die
    Unabhängigkeit der Prüfer Sorge trägt, anerkannte Prüfung abzulegen.
                                  Artikel 6
1.  Die Mitgliedstaaten bezeichnen die Behörde oder Stelle, die die
    Ausbildung gemäss Artikel 5 erteilen    Mann.
2.  Die Mitgliedstaaten bezeichnen die Behörde oder Stelle, die die
    Ausbildung und die Durchführung der im Rahmen des Artikels 5
    geforderten Prüfung bestätgen.
(1) ABI. Nr. L 113 vom 30.4.1992.
(2) ABL. Nr. L 183 vom 29.6.1989
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                               Artikel 7
1. Die Mitgliedstaaten steilen sicher, daß an Bord von Passagierschiffen
   oder Schiffen, die regelmäßig Passagiere und Fahrzeuge von und/oder zu
   einem Hafen eines Mitgliedstaats befördern, Kapitän, Offiziere,
   Schiffsleute und Rettungsbootleute sich untereinander verständigen
   können. Die alle Besatzungsmitglieder, deren Aufgabe es ist, den
   Passagieren in kritischen Situationen zu helfen, müssen in der Lage
   sein, sich in der/den Sprache(n) zu verständigen, die auf einer
   bestimmten Route von den meisten an Bord befindlichen Passagieren
   gesprochen wird/werden.
3. Die Mitgliedstaaten stellen darüber hinaus sicher, daß Kapitän,
   Offiziere und Schiffsleute an Bord von öltankschiffen,
   Flüssiggastankschiffen oder Chemikalientankschiffen über eine
   ausreichende sprachliche Ausbildung verfügen, damit sich die Besatzung
   untereinander in einer gemeinsamen Sprache verständigen kann.
                               Artikel 8
   Die Mitgliedstaaten können Kapitänen, Offizieren, Schiffsleuten und
   Rettungsbootleuten, die dies innerhalb von sechs Monaten vor
   Inkrafttreten dieser Richtlinie erstmals beantragen, ohne an dem
   Lehrgang gemäß Artikel 5 teilgenommen und die entsprechende Prüfung
   abgelegt zu haben, ein berufliches Befähigungszeugnis erteilen, wenn
   diese nachweisen können, daß sie die entsprechende Tätigkeit im Lauf
   der letzten fünf Jahre vor Inkrafttreten der Richtlinie mindestens ein
   Jahr lang ausgeübt haben.
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                                Artikel 9
1. Nicht aus der Gemeinschaft stammende Seeleute, die nicht im Besitz
   eines Befähigungszeugnisses gemäß Artikel 3 sind, können an Bord von
   unter der Flagge eines Mitgliedstaates verkehrenden Schiffen
   zugelassen werden, wenn zwischen der Gemeinschaft und den
   Drittländern, aus denen die betroffenen Seeleute stammen, eine "für
   beide Seiten zufriedenstellende Vereinbarung" geschlossen wurde. Eine
   "für beide Seiten zufriedenstellende Vereinbarung" ist eine
   Vereinbarung, die den betroffenen Parteien gewährleistet, daß die in
   diese Richtlinie aufgenommenen Bestimmungen des STCW-Ubereinkommens
   der IMO eingehalten und auch vollständig und wirksam angewandt werden.
2. Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen, damit
   Schiffe unter der Flagge von Drittländern, deren Besatzungen aus
   Drittländern, die das überreinkommen ratifiziert haben,   stammen, die
   keine solche Vereinbarung mit der Gemeinschaft geschlossen haben,
   vorrangig von der zuständigen Behörde des Hafenstaates daraufhin
   überprüft werden, ob Ausbildung und Qualifikation ihrer Besatzungen
   den Normen des STCW-Ubereinkommens der IMO entsprechen.
3. Die Mitgliedstaaten treffen geeignete Maßnahmen bis hin zum Festhalten
   eines Schiffes, wenn die mit der Kontrolle beauftragten Hafenbehörden
   feststellen, daß die überprüften Besatzungen nicht in der Lage sind,
   das für die ihnen an Bord des Schiffes zugewiesene Funktion
   erforderliche berufliche Können nachzuweisen.
                               Artikel 10
1. Die Mitgliedstaaten erlassen spätestens zum ersten Januar 1995 die für
   die Anpassung an diese Richtlinie erforderlichen Rechts- und
   Verwaltungsvorschr if ten.
 ---pagebreak---                                     - 19 -
2.   Alle entsprechenden Vorsehr iften der Mitgliedstaaten enthalten einen
     Verweis auf diese Richtlinie oder werden bei ihrer Veröffentlichung
     mit einem solchen Verweis versehen. Über die Modalitäten dieses
     Verweises entscheiden die Mitgliedstaaten.
3.   Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission den Wortlaut der
     Vorschriften, die Sie in dem unter diese RiehtMnie fallenden Bereich
     er I assen.
                                  mm* l1
Diese Riehti inie ist an die Mitgi iedstaaten gerichtet.
Gesehehen zu Brüssel am                             Für den Rat
                                                    Der Präsident
 ---pagebreak---    - 20 -
A N L A G E N
 ---pagebreak---                                                    21
             A N L A G E                I
          Kapitän - Decksbereich
                     Regel H/1
Grundsätze für den Brückenwachdienst
           Mi t g l i e d s t a a t e n    „ _,
 1. Die •                           weisen Reeder
     und Inhaber von Schiffen, Kapitäne
     und Wachpersonal auf folgende
     Grundsätze hin, die zu beachten
  • sind, damit jederzeit eine sichere
     Brückenwache gewährleistet ist.
  2. Der Kapitän eines jeden Schiffes ist
     verpflichtet, ausreichende Vorkeh-
     rungen für den Wachdienst zu tref-
     fen, damit eine sichere Brückenwa-
     che gewährleistet ist. Unter seiner
     allgemeinen Verantwortung sind die
     Wachoffiziere während ihrer Wache
     für die sichere Führung des Schiffes
     verantwortlich; ihre Aufgabe ist es
     vor allem, einen Zusammenstoß oder
     eine Strandung zu vermeiden.
 3. Auf allen Schiffen sind insbesondere,
     aber nicht ausschließlich, folgende
    Grundsätze zu beachten.
 4. Vorkehrungen für den Wachdienst
     a) Die Zusammensetzung der Wa-
          che muß stets den jeweiligen Um-
          ständen und Bedingungen ent-
          sprechen; dabei ist die Notwen-
          digkeit zu berücksichtigen, einen
          gehörigen Ausguck zu halten.
     b) Bei der Entscheidung über die Zu-
          sammensetzung der Brückenwa-
          che, an der gegebenenfalls ge-
          eignete Schiffsleute des Deck-
          dienstes beteiligt werden können,
          sind unter anderem folgende Ge-
          sichtspunkte zu berücksichtigen:
        i)    Die Brücke darf niemals un-
              besetzt sein;
         ii)   Wetterbedingungen, Sicht-
               verhältnisse und ob Tages-
               licht        oder        Dunkelheit
               herrscht;
 ---pagebreak---           iii)  die Nähe von Gefahren für    22
                die Schiffahrt, die von dem
                Wachoffizier zusätzliche na-
               vigatorische Handlungen er-
               fordern können;
          iv) die      Betriebsbedingungen
                und der Gebrauch von Navi-
                gationshilfen wie Radar oder
               elektronische Geräte für die
               Ortsbestimmung und jede
               andere für die sichere Navi-
               gation des Schiffes zu ver-
               wendende Einrichtung;
        v)     Ausrüstung mit einer Selbst-
               steueranlage;
        vi) alle außergewöhnlichen An-
               forderungen an die Brücken-
               wache, die sich infolge be-
               sonderer betrieblicher Um-
               stände ergeben können.
 5. Diensttüchtigkeit
    Das Wachsystem muß derart sein,
    daß die Leistungsfähigkeit der wach-
    habenden Offiziere und Schiffsleute
    nicht durch Ermüdung beeinträchtigt
    wird. Die Wachen müssen so einge-
    teilt sein, daß die erste Wache bei
    Reiseantritt wie auch die darauffol-
    genden Wachen genügend ausge-
    ruht und auch sonst diensttüchtig
    sind.
 6. Schiffsführung
    a) Die beabsichtigte Reise muß
         rechtzeitig unter Berücksichti-
         gung aller einschlägigen Informa-
         tionen geplant und jeder festge-
         legte Kurs muß vor Reiseantritt
         überprüft werden.
    b) Während der Wache sind der ge-
        steuerte Kurs, die Position des
        Schiffes und die Geschwindigkeit
        regelmäßig zu überprüfen; dabei
        sind alle erforderlichen verfügba-
        ren Navigationshilfen zu verwen-
        den, um sicherzustellen, daß der
        vorgesehene Kurs eingehalten
        wird.
   c) Der Wachoffizier muß uneinge-
        schränkte Kenntnis vom Standort
        und von der Wirkungsweise aller
        an Bord des Schiffes befindlichen
        Sicherheits- und Navigationsaus-
       rüstungen haben; er muß die Lei-
       stungsgrenzen dieser Ausrüstun-
       gen kennen und berücksichtigen.
   d) Der Wachoffizier darf während
       der Brückenwache keine Tätig-
       keiten zugewiesen bekommen
       oder verrichten, die die sichere
       Führung des Schiffes beeinträch-
       tigen würden.
7. Navigationsausrüstung
   a) Der Wachoffizier hat die ihm zur
       Verfügung stehende Navigations-
 ---pagebreak---       ausrüstung so einzusetzen, daß       23
      er daraus den größtmöglichen
      Nutzen ziehen kann.
  b) Bei der Benutzung des Radarge-
      räts hat der Wachoffizier zu be-
      rücksichtigen, daß die in den je-
      weils gültigen Regeln zur Verhü-
      tung von Zusammenstößen auf
      See enthaltenen Bestimmungen
      über die Verwendung des Radar-
      geräts stets eingehalten werden
      müssen.
  c) Erforderlichenfalls darf der Wach-
       offizier nicht zögern, das Ruder,
       die Maschinen und die Schall-
       signalanlagen zu benutzen.
  Pflichten und Verantwortlichkeiten
  bei der Führung des Schiffes
  a) Der Wachoffizier
     i)     muß seine Wache auf der
            Brücke gehen, die er unter
            keinen Umständen verlassen
            darf, bis er ordnungsgemäß
            abgelöst ist;
       ii) ist trotz der Anwesenheit des
             Kapitäns auf der Brücke wei-
             terhin für die sichere Füh-
             rung des Schiffes verant-
             wortlich, bis der Kapitän ihn
             ausdrücklich davon in Kennt-
             nis setzt, daß er diese Ver-
             antwortung übernommen hat
             und dies gegenseitig so ver-
             standen wird;
      iii)   muß den Kapitän unterrich-
            ten, wenn er im Zweifel ist,
            welche Maßnahmen im Inter-
            esse der Sicherheit zu er-
            greifen sind;
     iv) darf die Wache nicht an den
            ablösenden Offizier überge-
            ben, wenn er Grund zu der
            Annahme hat, daß dieser of-
            fensichtlich nicht in der Lage
            ist, seine Aufgaben ord-
            nungsgemäß        wahrzuneh-
            men; in diesem Fall muß er
            den Kapitän entsprechend
            unterrichten.
 b) Bei der Übernahme der Wache
    durch den ablösenden Offizier hat
    sich dieser von der gekoppelten
    oder wahren Position des Schif-
    fes zu überzeugen, die vorge-
    sehene Route und Geschwindig-
    keit sowie den vorgesehenen
    Kurs zu beachten und etwaige
    Gefahren für die Schiffahrt zu be-
    achten, mit deren Auftreten wäh-
    rend seiner Wache zu rechnen ist.
c) Über die während der Wache
    durchgeführten Bewegungen des
    Schiffes sowie die seine Führung
    betreffenden Maßnahmen sind
    ordnungsgemäße Aufzeichnun-
    gen zu führen.
 ---pagebreak---  9. Ausguck                                     24
    Zum Zweck der vollen Erfassung der
    Lage und des Erkennens der mögli-
    chen Gefahr eines Zusammensto-
    ßes, einer Strandung oder sonstiger
    Gefahren für das Schiff ist ein gehö-
    riger Ausguck zu halten; zu den
    Pflichten des Ausgucks gehört auch
    die Ausschau nach in Seenot gerate-
    nen Schiffen oder Luftfahrzeugen,
    nach Schiffbrüchigen sowie nach
    Wracks und Wrackteilen. Beim Aus-
    guckhalten ist folgendes zu beach-
    ten:
    a) Der Ausguck muß in der Lage
         sein, sich ganz seiner Aufgabe zu
        widmen; er darf keine anderen
        Aufgaben zugewiesen bekom-
         men oder verrichten, deren Wahr-
         nehmung die Durchführung der
         obengenannten Aufgabe beein-
        trächtigen könnte.
    b) Die Aufgaben des Ausgucks und
         des Rudergängers sind getrennt
        wahrzunehmen; der Rudergänger
         darf nicht gleichzeitig als Aus-
         guck eingesetzt werden, während
         er steuert; dies gilt nicht für kleine
         Schiffe, wo vom Steuerstand aus
         eine ungehinderte Rundsicht ge-
         währleistet ist, wenn die Nacht-
         sichtigkeit des Ausgucks nicht
         beeinträchtigt oder das Halten ei-
         nes ordentlichen Ausgucks auch
         auf andere Weise nicht behindert
         ist. Der Wachoffizier kann bei Tag
         den Ausguck allein versehen, vor-
         ausgesetzt, daß dabei
         i)    jedesmal die Umstände
               sorgfältig eingeschätzt wur-
               den und ohne jeden Zweifel
               festgestellt wurde, daß es
               ungefährlich ist, dies zu tun;
         ii)   jedesmal alle einschlägigen
               Faktoren voll berücksichtigt
               wurden; dazu gehören insbe-
               sondere, aber nicht aus-
               schließlich,
               -  Wetterlage,
               -  Sichtverhältnisse,
               -  Verkehrsdichte,
               -  Nähe einer Gefahr für die
                  Schiffahrt,
               - die erforderliche Aufmerk-
                  samkeit in einem Verkehr-
                  trennungsgebiet oder in
                  dessen Nähe;
         iii) jederzeit sofort Verstärkung
               auf die Brücke geholt werden
               kann, wenn eine Änderung
               der Umstände dies erforder-
               lich macht.
10. Fahren mit einem Lotsen an Bord
    Ungeachtet der Pflichten und Aufga-
    ben eines Lotsen befreit seine Anwe-
    senheit den Kapitän oder den Wach-
    offizier nicht von seinen Pflichten und
 ---pagebreak---    Aufgaben in bezug auf die Sicherheit
   des Schiffes. Der Kapitän und der                25
   Lotse unterrichten sich gegenseitig
   über die Manöver, die örtlichen Ver-
   hältnisse und die Eigenschaften des
   Schiffes. Der Kapitän und der Wach-
   offizier arbeiten eng mit dem Lotsen
   zusammen und behalten die Position
    und die Bewegungen des Schiffes
    genau unter Kontrolle.
11. Schutz der Meeresumwelt
     Der Kapitän und der Wachoffizier
     müssen sich der schwerwiegenden
     Auswirkungen einer betriebs- oder
     unfallbedingten Verschmutzung der
     Meeresumwelt bewußt sein; sie ha-
     ben alle möglichen Vorsichtsmaß-
     nahmen zu treffen, um eine solche
     Verschmutzung zu verhindern, ins-
     besondere im Rahmen der einschlä-
     gigen internationalen Vorschriften         i
     und der Hafenordnungen.
                  Regel U/2
   Verbindliche Mindestanforderungen
 für die Erteilung von Befähigungszeug-
 nissen an Kapitäne und Erste Offiziere
   auf Schiffen mit einem Bruttoraum-
         gehalt von 200 oder mehr
               Registertonnen
 Kapitän und Erster Offizier auf Schiffen
 mit einem Bruttoraumgehalt von 1 600
 oder mehr Registertonnen
 1. Jeder Kapitän und Erste Offizier auf ei-
     nem Seeschiff mit einem Bruttoraum-
     gehalt von 1 600 oder mehr Register-
     tonnen muß Inhaber eines entspre-
     chenden          Befähigungszeugnisses
     sein.
  2. Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
     zeugnis
      a) muß der Verwaltung seine See-
          diensttauglichkeit, insbesondere
          hinsichtlich seines Seh- und Hör-
          vermögens, nachweisen;
      b) muß die Anforderungen für die Er-
          teilung eines Befähigungszeugnis-
          ses als nautischer Wachoffizier auf     j
          Schiffen mit einem Bruttoraumge-
          halt von 200 oder mehr Register-
          tonnen erfüllen und in dieser Ei-
           genschaft bereits eine zugelasse-
           ne Seefahrtzeit abgeleistet haben,
           und zwar
           i) für die Erteilung eines Befähi-
                gungszeugnisses als Erster
                Offizier mindestens 18 Mona-
                te; diese Zeit kann jedoch bis
                auf 12 Monate verringert wer-
                den, wenn die Verwaltung
                eine andere Ausbildung vor-
                 schreibt, die ihrer Auffassung
                 nach     einem      mindestens
                 sechsmonatigen Dienst als
                 nautischer Wachoffizier ent-
                 spricht;
 ---pagebreak---        ii)   für die Erteilung eines Befähi-  26
             gungszeugnisses als Kapitän
             mindestens 36 Monate; diese
             Zeit kann jedoch bis auf 24
             Monate verringert werden,
             wenn mindestens 12 Monate
             einer solchen zugelassenen
             Seefahrtzeit als Erster Offizier
             abgeleistet wurden oder wenn
             die Verwaltung eine andere
             Ausbildung vorschreibt, die
             ihrer Auffassung nach einer
             solchen Seefahrtzeit ent-
             spricht;
   c) muß eine entsprechende Prüfung
       nach den Vorschriften der Verwal-
       tung erfolgreich abgelegt haben.
       Die Prüfung muß die im Anhang zu
       dieser Regel aufgeführten Inhalte
       umfassen, wobei jedoch die Ver-
       waltung die Prüfungsanforderun-
       gen für Kapitäne und Erste Offizie-
       re auf Schiffen begrenzter Größe,
       die in küstennahen Reisen einge-
       setzt sind, so ändern kann, wie sie
       es für erforderlich hält; dabei sind
       die Auswirkungen auf die Sicher-
       heit aller Schiffe zu berücksichti-
       gen, die in denselben Gewässern
       verkehren können.
Kapitän und Erster Offizier auf Schiffen
mit einem Bruttoraumgehalt von 200 bis
1 600 Registertonnen
3. Jeder Kapitän und Erste Offizier auf ei-
   nem Seeschiff mit einem Bruttoraum-
   gehalt von 200 bis 1 600 Registerton-
   nen muß Inhaber eines entsprechen-
   den Befähigungszeugnisses sein.
4. Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
   zeugnis
   a) muß der Verwaltung seine See-
        diensttauglichkeit, insbesondere
        hinsichtlich seines Seh- und Hör-
       vermögens, nachweisen;
   b) muß
         i)    für die Erteilung eines Be-
               fähigungszeugnisses als Er-
               ster Offizier die Anforderun-
               gen an einen nautischen
               Wachoffizier auf Schiffen mit
               einem Bruttoraumgehalt von
               200 oder mehr Registerton-
               nen erfüllen;
         ii)   für die Erteilung eines Befä-
               higungszeugnisses als Kapi-
               tän die Anforderungen an
               einen nautischen Wachoffi-
               zier auf Schiffen mit einem
               Bruttoraumgehalt von 200
              oder mehr Registertonnen
              erfüllen und in dieser Eigen-
              schaft eine zugelassene
              Seefahrtzeit von mindestens
              36 Monaten abgeleistet ha-
              ben; diese Zeit kann jedoch
              bis auf 24 Monate verringert
              werden, wenn mindestens
               12 Monate einer solchen zu-
 ---pagebreak---                Erster Offizier abgeleistet
               wurden oder wenn die Ver-     27
              waltung eine andere Ausbil-
              dung vorschreibt, die ihrer
              Auffassung nach einer sol-
              chen Seefahrtzeit entspricht;
    c) muß eine entsprechende Prüfung
         nach den Vorschriften der Verwal-
         tung erfolgreich abgelegt haben.
         Die Prüfung muß die im Anhang zu
         dieser Regel aufgeführten Inhalte
         umfassen, wobei jedoch die Ver-
         waltung diese Prüfungsanforde-
         rungen für Kapitäne und Erste Of-
        fiziere auf Schiffen, die in küsten-
         nahen Reisen eingesetzt sind,
        nach ihrem Ermessen dahinge-
        hend ändern kann, daß Teile des
        Lehrstoffs weggelassen werden,
        die für die in Betracht kommenden
        Gewässer oder Schiffe ohne Be-
        lang sind; dabei sind die Auswir-
        kungen auf die Sicherheit aller
        Schiffe zu berücksichtigen, die in
        denselben Gewässern verkehren
        können.
Allgemeines
5. Die nach den verschiedenen Ab-
   schnitten des Anhangs verlangten
   Kenntnisse können unterschiedlich
   sein, je nachdem, ob ein Befähigungs-
   zeugnis für einen Kapitän oder für
   einen Ersten Offfizier ausgestellt wird
   und ob das Zeugnis oder die Zeugnis-
   se für Schiffe mit einem Bruttoraumge-
   halt von 1 600 oder mehr oder 200 bis
   1 600 Registertonnen gelten.
           Anhang zu Regel 11/2
Mindestkenntnisse, die für die Erteilung
von Befähigungszeugnissen an Kapitäne
und Erste Offiziere auf Schiffen mit ei-
nem Bruttoraumgehalt von 200 oder
mehr Registertonnen gefordert werden
 1. Im folgenden wird zusammengefaßt
      auf welche Bereiche sich die Prüfung
     eines Bewerbers um das Befähi-
     gungszeugnis zum Kapitän oder Er-
     sten Offizier auf Schiffen mit einem
     Bruttoraumgehalt von 200 oder mehr
     Registertonnen zu erstrecken hat.
     Dies soll der Erweiterung und Vertie-
     fung der in Regel H/4 („Verbindliche
     Mindestanforderungen für die Ertei-
     lung von Befähigungszeugnissen an
     nautische Wachoffiziere auf Schiffen
    mit einem Bruttoraumgehalt von 200
    oder mehr Registertonnen") aufge-
    führten Bereiche dienen. Im Hinblick
    darauf, daß der Kapitän die letzte
    Verantwortung für die Sicherheit des
    Schiffes, der Fahrgäste, der Besat-
    zung und der Ladung trägt und daß
    der Erste Offizier in der Lage sein
    muß, diese Verantwortung jederzeit
    zu übernehmen, muß die Prüfung auf
    diesen Gebieten darauf ausgerichtet
    sein, ihre Fähigkeit zu prüfen, alle
    verfügbaren, die Sicherheit des
    Schiffes betreffenden Informationen
    ZU verwerten
 ---pagebreak---  2. Schiffsfûhning       und    Positionsbe-
    stimmung                                 28
    a) Reiseplanung und Navigation un-
         terallen Bedingungen
         i)    durch anerkannte Methoden
               zur Festlegung von Übersee-
                routen;
         ii)    innerhalb eingeschränkter
                Gewässer;
         iii) im Es;
         iv) bei verminderter Sicht;
         v)     in Verkehrstrennungsgebie-
                ten;
         vi) in Gebieten mit starken Ge-
               zeitenauswirkungen.
     b) Positionsbestimmung
         i)     durch astronomische Beob-
                achtungen unter Zuhilfenah-
                me der Sonne, der Sterne,
                des Mondes und der Plane-
                ten;
        ii)    durch terrestrische Beob-
               achtungen einschließlich der
               Fähigkeit, mit Hilfe von
               Peilungen von Landmarken
               und Navigationshilfen wie
               Leuchttürmen, Baken und
               Tonnen unter Verwendung
               entsprechender Seekarten,
              der Nachrichten für Seefah-
               rer und anderer Veröffentli-
              chungen, die Genauigkeit
              der bestimmten Position zu
              beurteilen;
        iii) durch Gebrauch aller moder-
              nen elektronischen Naviga-
              tionshilfen     entsprechend
              den Anforderungen der Ver-
              waltung, insbesondere auf-
              grund der Kenntnis der Ar-
              beitsweise solcher Geräte,
              ihrer Leistungsgrenzen, ihrer
              Fehlerquellen sowie des Er-
              kennens fehlerhafter Dar-
              stellungen von Informationen
              und der Methoden ihrer Kor-
              rektur, um eine genaue Posi-
              tion zu erhalten.
3. Wachdienst
   a) Nachweis der gründlichen Kennt-
       nis von Inhalt, Anwendung und
       Zweck der Internationalen Regeln
       zur Verhütung von Zusammen-
       stößen auf See, einschließlich der
       Anlagen, die die Sicherung der
       Seefahrt betreffen.
   b) Nachweis der Kenntnis der Regel
       11/1 („Grundsätze für den Brük-
       kenwachdienst").
4. Radaranlage
   Unter Verwendung eines Radarsimu-
   lators oder, falls nicht vorhanden,
   einer Radarspinne. Nachweis von
 ---pagebreak---   Kenntnissen der Grundbegriffe der          29
  Radartechnik und der Fähigkeit, ein
  Radargerät zu bedienen und zu be-
  nutzen sowie durch Radar erhaltene
  Informationen zu deuten und auszu-
  werten; dazu gehören Kenntnisse
  betreffend
  a) die Faktoren, die Leistung und
        Genauigkeit beeinflussen;
  b) das Einstellen und Nachregulie-
        ren des Radarbilds;
  c) das Erkennen von fehlerhaften
        Anzeigen, Geisterechos, See-
        gangsechos usw.;
  d) Abstand und Peilung;
   e) die Identifizierung        kritischer
        Echos;
   f) Kurs und Geschwindigkeit ande-
        rer Schiffe;
   g) Zeit und Entfernung des gering-
        sten Passierabstands zu einem
        kreuzenden, entgegenkommen-
        den oder überholenden Schiff;
   h) das Erkennen von Kurs- und Ge-
         schwindigkeitsänderungen ande-
         rer Schiffe;
    i) die Auswirkungen von Kurs-
         und/oder Geschwindigkeitsän-
         derungen des eigenen Schiffes;
   j) die Anwendung der Internationa-
         len Regeln zur Verhütung von Zu-
         sammenstößen auf See.
5. Magnet- und Kreiselkompasse
     Fähigkeit zur Bestimmung und zur
     Berichtigung der Fehler von Magnet-
     und Kreiselkompassen und Kenntnis
     der Mittel zur Beseitigung solcher
     Fehler.
6. Meteorologie und Ozeanographie
     a) Nachweis der Fähigkeit, eine
          synoptische Karte zu verstehen
          und zu deuten und unter Berück-
          sichtigung der örtlichen Wetter-
          verhältnisse eine Wettervorher-
          sage für das jeweilige Seegebiet
          zu machen.
     b) Kenntnis der Merkmale der ver-
          schiedenen Wettersysteme ein-
          schließlich tropischer Wirbelstür-
          me sowie der Vermeidung von
          Sturmzentren und gefährlichen
          Quadranten.
      c) Kenntnis der großen Meeresströ-
          mungen.
      d) Fähigkeit zur Benutzung aller ein-
          schlägigen nautischen Veröffent-
          lichungen über Gezeiten und
          Strömungen, auch derjenigen in
          englischer Sprache.
      e) Fähigkeit zur Berechnung der Ge-
          zeiten.
 ---pagebreak---     7. Manövrieren und Handhaben des
          Schiffes                                       30
          Manövrieren und Handhaben eines
          Schiffes unter allen Bedingungen;
          dazu gehört unter anderem folgen-
          des:
          a) Manöver bei der Annäherung an
              Lotsenfahrzeuge oder Lotsensta-
              tionen unter gebührender Be-
              rücksichtigung des Wetters, der
              Gezeiten, des Vorausbereichs
              und der Stoppstrecken;
         b) Handhaben eines Schiffes in
              Flüssen, Flußmündungen usw.
              unter Berücksichtigung der Wir-
              kung von Strömung, Wind und
              Ruderwirkung in begrenzten Ge-
              wässern;
         c) Manövrieren in flachen Gewäs-
              sern unter Berücksichtigung der
              Verringerung der Bodenfreiheit
              eines Schiffes durch Squat ').
              durch Rollen und Stampfen;
         d) Wechselwirkungen zwischen ein-
              ander begegnenden Schiffen und
              zwischen dem eigenen Schiff und
              nahegelegenen Ufern (Kanalwir-
              kung);
         e) Anlegen und Ablegen bei ver-
             schiedenen Wind- und Gezeiten-
             verhältnissen, mit und ohne
             Schlepper;
        f) Wahl des Ankerplatzes; Ankern
             unter Benutzung von einem oder
             zwei Ankern auf räumlich be-
             schränkten Ankerplätzen; Fakto-
             ren, die bei der Bestimmung der
             Länge der zu benutzenden Anker-
             kette zu berücksichtigen sind;
        g) Schleppen des Ankers; Klarieren
             unklarer Anker,
        h) Eindocken eines Schiffes in un-
             beschädigtem und in beschädig-
             tem Zustand;
        i) Führen und Handhaben von
             Schiffen in schwerem Wetter ein-
             schließlich Hilfeleistung für Schif-
            fe oder Luftfahrzeuge in Seenot,
             Schleppbetrieb, Möglichkeiten,
            ein manövrierunfähiges Schiff
            aus schwerer See herauszuhal-
            ten, Verhinderung des Abtreibens
            und Verwendung von Öl;
       j) Vorsichtsmaßnahmen bei Manö-
            vern für das Aussetzen von Ret-
            tungsbooten oder Rettungsflößen
            bei schlechtem Wetter;
      k) Verfahrensweise bei der Über-
            nahme von Schiffbrüchigen aus
            Rettungsbooten oder von Ret-
            tungsflößen;
M ..Squat" ist die Verringerung der Bodenfreiheit eines
  Schiffes, die eintritt, wenn sich das Schiff durch das
  Wasser bewegt; sie wird durch das Eintauchen des
  Schiffskörpers und eine Änderung der Trimmlage
  hervorgerufen. Die Wirkung des Sauat tritt in flachen
  Gewässern verstärkt ein. wahrend er sich bei einer
  Verringerung der Schiffsgeschwindigkeit            ac-
  scnwacht
 ---pagebreak---        I) Fähigkeit zur Beurteilung der Ma-
            növrier- und Maschineneigen-                31
            schaften          der         wichtigsten
             Schiffstypen unter besonderer
            Berücksichtigung der Stopp-
            strecken und Drehkreise bei ver-
            schiedenen Tiefgängen und Ge-
            schwindigkeiten;
       m) Bedeutung der Notwendigkeit
            des Fahrens mit verminderter Ge-
            schwindigkeit, um Schäden durch
            die Bug- oder Heckwelle des ei-
            genen Schiffes zu vermeiden;
       n) praktische Maßnahmen, die beim
            Fahren im Bs oder bei Vereisung
            des Schiffes zu treffen sind;
       o) Benutzung von Verkehrstren-
            nungsgebieten und Manövrieren
            in diesen.
       Stabilitäta) und Bauart von Schiffen
       sowie Schadenskontrolle
       a) Grundkenntnisse des Schiffbaus
            und der die Trimmlage und Stabi-
            lität berührenden Theorien und
            Faktoren zur Erhaltung eines si-
            cheren Trimms und einer siche-
            ren Stabilität und der dafür erfor-
            derlichen Maßnahmen;
       b) Kenntnis der Auswirkungen von
            Wassereinbruch in eine Abteilung
            auf die Trimmlage und die Stabili-
            tät eines Schiffes als Folge eines
            Schadens sowie der zu treffen-
            den Gegenmaßnahmen;
       c) Benutzung von                  Stabilitäts-,
            Trimm- und Streßtabellen, Dia-
            grammen und Geräten zur Festig-
            keitsberechnung; hierzu gehören
            auch Kenntnisse im Übernehmen
            von Ladungen und des Beballa-
            stens mit dem Ziel, die Belastung
            des Schiffskörpers in annehmba-
            ren Grenzen zu halten;
      d) allgemeine Kenntnis der haupt-
           sächlichen Bauteile eines Schif-
           fes und richtige Bezeichnung der
           verschiedenen Teile;
      e) Kenntnis der IM O-Empfehlun-
           gen über die Stabilität von Schif-
          fen.
  9. Schiffsmaschinenanlagen
      a) Arbeitsweise von Schiffsmaschi-
           nenanlagen;
      b) Hilfsmaschinen;
      c) allgemeine Kenntnis schiffstech-
           nischer Fachausdrücke.
') Kapitäne und Erste Offiziere auf kleinen Schiffen
   sollen mit den grundlegenden Stabilititsvorschriften
   dieser Schiffe vollständig vertraut sein.
 ---pagebreak---  10. Ladungsumschlag und -Stauung
                                               32
       a) Stauung und Sicherung der La-
            dung an Bord, einschließlich La-
           degeschirr;
       b) Lade- und Löschbetrieb, unter
            besonderer Beachtung des La-
           dens und Löschens von Schwer-
           gütern;
       c) internationale       Bestimmungen
           und Empfehlungen über die Be-
           förderung von Gütern, insbeson-
           dere des Internationalen Codes
           für die Beförderung gefährlicher
           Güter mit Seeschiffen (IMDG-
           Code);
       d) Beförderung gefährlicher Güten
           Vorsichtsmaßnahmen während
           des Ladens und Löschens sowie
           Behandlung gefährlicher Güter
           während der Reise;
       e) praxisorientierte Kenntnis des In-
           halts und der Anwendung der ein-
           schlägigen Sicherheitsrichtlinien
           für Tankschiffe in der jeweils gel-
           tenden Fassung;
       f) praxisorientierte Kenntnis der
           Anordnung üblicher Ladungs-
           rohrleitungen und Ladungspum-
           pen;
     g) Fachausdrücke und Begriffsbe-
          stimmungen für die Beschreibung
          der Eigenschaften von häufig zu
          befördernden Ölladungen wie
          Rohöl. Mitteldestillate, Naphta;
      h) Vorschriften betreffend die Ver-
          schmutzung; Beballasten sowie
          Reinigen und Entgasen von
          Tanks;
      i) „Load-on-top"-Verfahren.
11. Brandverhütung und Feuerlöschein-
     richtungen
     a) Planung und Durchführung von
          Feuerlöschübungen;
     b) Brandklassen und chemische
          Vorgänge bei Bränden;
    c) Feuerlöschsysteme;
    d) Teilnahme an einem anerkannten
          Brandbekämpfungskurs;
    e) Kenntnis der Vorschriften über
         Feuerlöscheinrichtungen.
12. Maßnahmen in Notfällen
    a) Vorsichtsmaßnahmen beim Auf-
         grundsetzen eines Schiffes;
    b) Maßnahmen vor und nach einer
         Strandung;
 ---pagebreak---             c) Abbringen eines auf Grund gelau-
                fenen Schiffes, mit und ohne Un- - 33
                terstützung;
            d) Maßnahmen nach einem Zusam-
                menstoß;
           è) behelfsmäßige Abdichtung von
                Lecks;
           f) Maßnahmen zum Schutz und zur
               Sicherheit von Fahrgästen und
               Besatzung in Notfällen;
          g) Schadensminderung und Rettung
               des Schiffes nach einem Brand
               oder einer Explosion;
         h) Aufgabe des Schiffes;
         i) Notsteuerung, Einrichten und Be-
              nutzen eines Notruders sowie
              Mittel zum Anbringen eines Not-
              ruders, soweit dies möglich ist;
       j) Rettung von Personen von einem
              Schiff in Seenot oder von einem
              Wrack;
       k) Mann-über-Bord-Manöver.
 13. Medizinische Fürsorge
      Gründliche Kenntnis der Anwendung
      folgender Veröffentlichungen:
     a) internationale            medizinische
             Richtlinien für Schiffe oder ent-
             sprechende nationale Veröffentli-
            chungen;
     b) medizinischer Abschnitt des In-
            ternationalen Signalbuchs;
    c) Richtlinien für medizinische Erste
           Hilfe bei Unfällen durch gefährli-
           che Güter.
14. Seerecht
    a) Kenntnis der in internationalen
          Übereinkünften und sonstigen
          Vereinbarungen enthaltenen Re-
          geln des internationalen See-
          rechts, soweit sie die besonderen
         Verpflichtungen und Verantwort-
         lichkeiten des Kapitäns, insbe-
        sondere hinsichtlich der Sicher-
        heit und des Schutzes der Mee-
        resumwelt betreffen. Dabei ist
        folgendes besonders zu berück-
       sichtigen:
       i)      die Zeugnisse und sonstigen
               Urkunden, die aufgrund in-
               ternationaler Übereinkünfte
               an Bord mitzuführen sind, die
               Voraussetzungen für ihren
               Erwerb und ihre Geltungs-
               dauer;
     ii)      die      Verantwortlichkeiten
              nach den einschlägigen Be-
              stimmungen des Internatio-
              nalen Freibord-Übereinkom-
              mens;
 ---pagebreak---           iii) die      Verantwortlichkeiten
                nach den einschlägigen Be-
                stimmungen des Internatio-       34
                nalen Übereinkommens zum
                Schutz des menschlichen
                Lebens auf See;
           iv) die      Verantwortlichkeiten
                nach den internationalen
                Übereinkommen zur Verhü-
                tung der Meeresverschmut-
                zung durch Schiffe;
                                               i
          v)    die Seegesundheitserklä-      |
                rungen und die Internationa-   j
                len Gesundheitsvorschriften;  !
          vi) die       Verantwortlichkeiten
                nach dem Übereinkommen
                über Internationale Regeln
                zur Verhütung von Zusam-
                menstößen auf See;
           vii) die     Verantwortlichkeiten
                nach sonstigen internationa-
                len Übereinkünften über die
                Sicherheit des Schiffes, der
                Fahrgäste, der Besatzung
                und der Ladung.
     b) Der Umfang der Kenntnisse der
           nationalen      Seeschiffahrtsvor-
           schriften ist dem Ermessen der
          Verwaltung überlassen; sie müs-
           sen jedoch die nationalen Vor-
           schriften zur Durchführung inter-  !
           nationaler Übereinkünfte umfas-
           sen.
15. Verantwortlichkeiten der Personal-
     führung und Ausbildung
     Kenntnisse der Führung, Organisa-
     tion und Ausbildung des Personals
     an Bord von Schiffen.
16. Nachrichtenübermittlung
    a) Die Fähigkeit, Meldungen mit der
          Morselampe zu übermitteln und
          zu empfangen und das Internatio-
          nale Signalbuch zu verwenden;
          hat die Verwaltung Bewerber auf
          niedrigerer     Befähigungsebene
          auf diesen Gebieten geprüft, so
          kann sie in dieser Hinsicht bei Be-
         werbern um das Befähigungs-
         zeugnis eines Kapitäns auf eine
         nochmalige Prüfung verzichten.
    b) Kenntnis der im Sprechfunkver-
         kehr angewandten Verfahren und
         die Fähigkeit der Verwendung
        von Sprechfunkgeräten, vor allem
         im Hinblick auf Seenot-, Dring-
        lichkeits-, Sicherheits- und nauti-
        sche Meldungen.
   c) Kenntnis der Verfahren für drin-
        gende Notsignale durch Funkte-
        legrafie, wie in der Vollzugsord-
        nung für den Funkdienst vorge-
        schrieben.
 ---pagebreak---  17. Lebensrettung
       Gründliche Kenntnis der Vorschrif-     35
      ten über Rettungsmittel (internatio-
      nales Übereinkommen zum Schutz
      des menschlichen Lebens auf See),
      der Durchführung von Übungen zum
      Verlassen des Schiffes, die Ret-
      tungsboote, Rettungsflöße und son-
      stigen Rettungsgeräte.
 18. Suche und Rettung
      Gründliche Kenntnis des IM O-
      Handbuchs „Suche und Rettung" für
      Handelsschiffe (MERSAR).
 19. Praktischer Nachweis der Eignung
       a) Navigation
            Vorführung des Gebrauchs von
            Sextant, Peildiopter und Azimut-
            spiegel sowie Fähigkeit, Standort
            und Kurs zu bestimmen und Pei-
            lungen zu nehmen.
       b) Internationale Regeln zur Verhü-
            tung von Zusammenstößen auf
            See
            i)  Benutzung kleiner Modelle,
                die die üblichen Signale oder
                Lichter zeigen, oder eines
                Lichtersimulators;
           ii)  Radarspinne oder Radarsi-
                mulator.
      c) Radar
           i) Radarsimulator oder
           ii)  Radarspinnen.
      d) Brandbekämpfung
           Teilnahme an einem zugelasse-
           nen Brandbekämpfungskurs.
     e) Nachrichtenübermittlung
          Prüfung der visuellen und sprach-
          lichen Nachrichtenübermittlung.
     f) Lebensrettung
         Zuwasserlassen und Handha-
         bung von Rettungsbooten und
         sonstigem Rettungsgerät ein-
         schließlich des Anlegens von Ret-
         tungswesten.
                  Regel H/3
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Erteilung von Befähigungszeug-
   nissen an nautische Wachoffiziere
        und Kapitäne auf Schiffen
       mit einem Bruttoraumgehalt
 von weniger als 200 Registertonnen
   Nicht in küstennahen Reisen einge-
   setzte Schiffe
   a) Jeder Kapitän auf einem Seeschiff
        mit einem Bruttoraumgehalt von
 ---pagebreak---        weniger als 200 Registertonnen, _
       das nicht in küstennahen Reisen          36,
       eingesetzt ist, muß Inhaber eines
       von der Verwaltung für den Dienst
       als Kapitän auf Schiffen mit einem
       Bruttoraumgehalt von 200 bis
       1 600 Registertonnen anerkann-
      ten Befähigungszeugnisses sein.
   b) Jeder nautische Wachoffizier auf
      einem Seeschiff mit einem Brutto-
      raumgehalt von weniger als 200
      Registertonnen, das nicht in kü-
      stennahen Reisen eingesetzt ist,
       muß Inhaber eines entsprechen-
       den Befähigungszeugnisses für
       Schiffe mit einem Bruttoraumge-
       halt von 200 oder mehr Register-
       tonnen sein.
2. In küstennahen Reisen eingesetzte
   Schiffe
   a) Kapitän
       i)    Jeder Kapitän auf einem See-
             schiff mit einem Bruttoraum-
             gehalt von weniger als 200
             Registertonnen, das in kü-
             stennahen Reisen eingesetzt
             ist, muß Inhaber eines ent-
            sprechenden Befähigungs-
            zeugnisses sein.
       ii)  Jeder Bewerber um ein Befä-
            higungszeugnis
            1. muß das 20. Lebensjahr
                 vollendet haben;
            2. muß als nautischer Wach-
                 offizier eine zugelassene
                  Seefahrtzeit von minde-
                 stens 12 Monaten abge-
                 leistet haben;
            3. muß der Verwaltung nach-
                  weisen, daß er die seinen
                  Aufgaben auf den betref-
                  fenden Schiffen entspre-
                  chenden Kenntnisse be-
                  sitzt, insbesondere auf
                  den im Anhang zu dieser
                  Regel angegebenen Ge-
                  bieten.
   b) Nautischer Wachoffizier
                                              i
      i)    Jeder nautische Wachoffizier
            auf einem Seeschiff mit einem
            Bruttoraumgehalt von weni-
            ger als 200 Registertonnen,
            das in küstennahen Reisen
            eingesetzt ist, muß Inhaber ei-
            nes entsprechenden Befähi-      •
            gungszeugnisses sein.           I
      ii)   Jeder Bewerber um ein Befä-     !
            higungszeugnis
            1. muß das 18. Lebensjahr
                 vollendet haben;
            2. muß der Verwaltung seine
                 Seediensttauglichkeit,
                 insbesondere hinsichtlich
                 seines Seh- und Hörver-
                 mögens, nachweisen:
 ---pagebreak---                  muß der Verwaltung nach-
                 weisen, daß er              37
                 - eine bestimmte Ausbil-
                    dung einschließlich der
                    von der Verwaltung vor-
                    geschriebenen ange-
                    messenen Seefahrtzeit
                    erfolgreich abgeschlos-
                    sen hat oder
                 - eine zugelassene See-
                    fahrtzeit von minde-
                    stens drei Jahren im
                    Decksbereich abgelei-
                    stet hat;
              4. muß der Verwaltung nach-
                 weisen, daß er die seinen
                 Aufgaben auf den betref-
                 fenden Schiffen entspre-
                 chenden Kenntnisse be-
                 sitzt, insbesondere auf
                 den im Anhang angegebe-
                 nen Gebieten.
3. Ausbitdung
   Die Ausbildung zur Erlangung der er-
   forderlichen Kenntnisse und Fertig-
   keiten erfolgt auf der Grundlage der
   Regel 11/1 („Grundsätze für den Brük-
    kenwachdienst") und der einschlägi-
   gen internationalen Vorschriften und
   Empfehlungen.
4. Ausnahmen
   Erachtet die Verwaltung in Anbetracht
   der Größe eines Schiffes und seiner
   Reisebedingungen die Anwendung al-
   ler Vorschriften dieser Regel und ihres
   Anhangs für unzweckmäßig oder nicht
   durchführbar, so kann sie insoweit den
   Kapitän und den nautischen Wachoffi-
   zier eines solchen Schiffes oder sol-
   cher Schiffsarten von den Anforderun-
   gen einiger dieser Vorschriften befrei-
   en; dabei ist die Sicherheit aller Schif-
   fe zu berücksichtigen, die in densel-
   ben Gewässern verkehren können.
           Anhang zu Regel H/3
            Mindestkenntnisse,
           die für die Erteilung
    von Befähigungszeugnissen an
nautlache Wachoffiziere und Kapitäne
  auf Schiffen mit einem Bruttoraum-
 gehalt von weniger als 200 Register-
        tonnen gefordert werden
1. a) Kenntnis folgender Gebiete:
             Küstennavigation und im er-
             forderlichen Umfang astrono-
             mische Navigation;
       ii)   Internationale Regeln zur Ver-
             hütung von Zusammenstößen
             auf See:
 ---pagebreak---        iii) Internationaler Code für die
             Beförderung gefährlicher Gü-
                                            38
             ter mit Seeschiffen (IMDG-
             Code);
        iv) Magnetkompaß;
       v)    Sprechfunk und       optisches
             Signalisieren;
       vi) Brandverhütung und Feuer-
             löscheinrichtungen;
       vii) Lebensrettung;
       viii) Maßnahmen in Notfällen;
        ix) Manövrieren des Schiffes;
        x)   Stabilität des Schiffes;
        xi) Meteorologie;
        xii) kleine Schiffsmaschinenanla-
             gen;
       xiii) Erste Hilfe;
       xiv) Suche und Rettung;
       xv) Verhütung der Verschmut-
             zung der Meeresumwelt.
    b) Zusätzlich zu den Anforderungen
       des Buchstabens a ausreichende
       Kenntnisse hinsichtlich der siche-
       ren Bedienung aller auf den jewei-
       ligen Schiffen befindlichen Naviga-
       tionshilfen und Geräte.
   c) Zur sicheren Durchführung seiner
       Aufgaben muß der Wachoffizier
       ausreichende Kenntnisse auf den
       unter den Buchstaben a und b ge-
       nannten Gebieten haben.
   Jeder Kapitän auf einem Seeschiff mit
   einem Bruttoraumgehalt von weniger
   als 200 Registertonnen muß zusätz-
   lich zu den in Absatz 1 geforderten
   Kenntnissen der Verwaltung nachwei-
   sen, daß er die Kenntnisse besitzt, die
   zur sicheren Wahrnehmung aller
   einem solchen Kapitän obliegenden
   Aufgaben erforderlich sind.
                 Regel H/4
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Erteilung von Befähigungszeug-
   nissen an nautische Wachoffiziere
  auf Schiffen mit einem Bruttoraum-
       gehalt von 200 oder mehr
              Registertonnen
1. Jeder nautische Wachoffizier auf ei-
   nem Seeschiff mit einem Bruttoraum-
   gehalt von 200 oder mehr Registerton-
   nen muß Inhaber eines entsprechen-
 . den Befähigungszeugnisses sein.
2. Jeder Bewerber, um ein Befähigungs-
   zeugnis
   a) muß das 18. Lebensjahr vollendet
       haben;
 ---pagebreak---    b) muß der Verwaltung seine See-
       diensttauglichkeit, insbesondere
       hinsichtlich seines Seh- und Hör-    2ç
       Vermögens, nachweisen;
   c) muß eine zugelassene Seefahrt-
       zeit von mindestens drei Jahren im
       Decksbereich abgeleistet haben,
       davon mindestens sechs Monate
       Brückenwachdienst unter der Auf-
       sicht eines befähigten Offiziers;
       die Verwaltung kann jedoch an-
       stelle dieser Seefahrtzeit eine be-
       stimmte Ausbildung bis zu zwei
       Jahren gestatten, sofern nach ih-
       rer Auffassung eine solche Ausbil-
       dung der dadurch ersetzten See-
       fahrtzeit mindestens gleichwertig
       ist;
   d) muß der Verwaltung durch eine
       entsprechende Prüfung nachwei-
        sen, daß er ausreichende, seinen
       Aufgaben entsprechende Kennt-
        nisse und Fertigkeiten besitzt.
   Befähigungszeugnisse für den pienst
   ohne Einschränkungen
   Bei Befähigungszeugnissen für den
   Dienst ohne Einschränkungen hin-
   sichtlich des Fahrtbereichs muß der
   Bewerber in der Prüfung ausreichende
   theoretische und praktische Kennt-
   nisse der im Anhang zu dieser Regel
   enthaltenen Gebiete nachweisen.
4. Befähigungszeugnisse mit Einschrän-
    kungen
    Bei Befähigungszeugnissen mit Ein-
    schränkungen für den Dienst in kü-
    stennahen Reisen kann die Verwal-
    tung auf die folgenden der im Anhang
    aufgeführten Gebiete verzichten, wo-
    bei die Auswirkungen auf die Sicher-
    heit aller Schiffe zu berücksichtigen
    sind, die in denselben Gewässern ver-
    kehren können:
     a) astronomische Navigation;
     b) elektronische      Positionsbestim-
         mungs- und Navigationssysteme
         für Gewässer, die von solchen
         Systemen nicht erfaßt sind.
5. Umfang der Kenntnisse
     a) Zur sicheren Wahrnehmung seiner
         Wachdienstaufgabe       muß der
         Wachoffizier ausreichende Kennt-
         nisse auf den im Anhang aufge-
         führten Gebieten besitzen. Bei der
         Festsetzung der erforderlichen
         Kenntnisse berücksichtigt die Ver-
         waltung die Bemerkungen zu je-
         dem Gebiet des Anhangs.
     b) Grundlage für die Ausbildung zur
         Erlangung     der   erforderlichen
 ---pagebreak---         Kenntnisse und Fertigkeiten sind
        Regel H/1 („Grundsätze für den
                                              40,
        Brückenwachdienst") und die ein-
        schlägigen internationalen Vor-
        schriften und Empfehlungen.
             Anhang zu Regel H/4
              Mindestkenntnisse,
die für die Erteilung von Befähigungs-
zeugnissen an nautische Wachoffiziere
      auf Schiffen mit einem Brutto-
     raumgehalt von 200 oder mehr
   Registertonnen gefordert werden
 1. Astronomische Navigation
     Fähigkeit, mit Hilfe von Gestirnen die
     Position des Schiffes und Kompaß-
     fehler zu bestimmen.
 2. Terrestrische und Küstennavigation
     a) Fähigkeit, die Position des Schif-
         fes zu bestimmen mit Hilfe von
         i)    Landmarken,
         ii)   Navigationshilfen          wie
               Leuchttürmen, Baken und
               Tonnen,
         iii) Besteckrechnung,         wobei
               Wind, Gezeiten, Strömungen
               und Geschwindigkeit nach
               Schraubenumdrehungen pro
               Minute und nach Logge zu
               berücksichtigen sind.
     b) Gründliche Kenntnisse im Ge-
         brauch von Seekarten und ande-
         ren Veröffentlichungen wie See-
         handbücher und Gezeitentafeln
         sowie in der Auswertung von
         Nachrichten für Seefahrer, See-
         warnnachrichten und der Routen-
         beratung für Schiffe.
 3. Radarnavigation
     Kenntnis der Grundbegriffe der Ra-
     dartechnik und die Fähigkeit, ein Ra-
     dargerät zu bedienen und zu benut-
    zen, sowie durch Radar erhaltene In-
    formationen zu deuten und auszu-
    werten; dazu gehören Kenntnisse
    betreffend
    a) die Faktoren, die Leistung und
        Genauigkeit beeinflussen;
    b) das Einstellen und Nachregulie-
        ren des Radarbilds;
    c) das Erkennen von fehlerhaften
        Anzeigen, Geisterechos, See-
        gangsechos usw.;
    d) Abstand und Peilung;
    e) die Identifizierung        kritischer
        Echos;
    f) Kurs und Geschwindigkeit ande-
        rer Schiffe;
 ---pagebreak---      g) Zeit und Entfernung des gering-
         sten Passierabstands zu einem        41
         kreuzenden, entgegenkommen-
         den oder überholenden Schiff;
     h) das Erkennen von Kurs- und Ge-
         schwindigkeitsänderungen ande-
         rer Schiffe;
     i) die Auswirkungen von Kurs-
         und/oder Geschwindigkeitsän-       ,
         derungen des eigenen Schiffes;     ;
     j)  die Anwendung der Internationa-    |
         len Regeln zur Verhütung von Zu-
         sammenstößen auf See.
4. Wachdienst
     a) Nachweis der gründlichen Kennt-
         nis von Inhalt, Anwendung und      j
         Zweck der internationalen Regeln
         zur Verhütung von Zusammen-
         stößen auf See, einschließlich de- :
         ren Anlagen, die die Sicherung
         der Seefahrt betreffen.
     b) Nachweis der Kenntnis der Regel
         11/1 („Grundsätze für den Brük-
         kenwachdienst").
 5. Elektronische         Positionsbestim-
      mungs- und Navigationssysteme
      Die Fähigkeit zur Bestimmung der
     Position des Schiffes unter Verwen-
     dung elektronischer Navigationshil-
     fen entsprechend den Anforderun-
     gen der Verwaltung.
 6. Peilfunkgeräte und Echolot
     Fähigkeit zur Bedienung der Geräte
     und zur einwandfreien Auswertung
     der Informationen.
7. Meteorologie
     Kenntnis der an Bord befindlichen
     meteorologischen Instrumente und
     ihrer Anwendung. Kenntnis der
     Merkmale der verschiedenen Wet-
     tersysteme, Übermittlungs- und Auf-
     nahmeverfahren sowie Fähigkeit, die
     zur Verfügung stehenden meteorolo-
     gischen Informationen auszuwerten.
8. Magnet- und Kreiselkompasse
    Kenntnis der Wirkungsweise von
    Magnet- und Kreiselkompassen ein-
    schließlich der Fehlerquellen sowie
    deren Berichtigungen. In bezug auf
    Kreiselkompasse Verständnis des
    vom Mutterkompaß          gesteuerten
    Systems und Kenntnis des Betriebs
    und der Wartung der hauptsäch-
    lichen Kreiselkompaßtypen.
9. Selbststeueranlage
    Kenntnis der Arten von Selbst-
    steueranlagen und deren Arbeits-
   weise
 ---pagebreak--- 10. Sprechfunkverkehr und optisches
     Signalisieren                          42
      a) Fähigkeit, Meldungen durch
           Morsetichtzeichen zu übermitteln
           und zu empfangen.
      b) Fähigkeit zur Anwendung des In-
           ternationalen Signalbuchs.
     c) Kenntnis der im Sprechfunkver-
           kehr angewandten Verfahren und
           Fähigkeit der Bedienung von
           Sprechfunkgeräten, vor allem im
           Hinblick auf Seenot-, Dringlich-
           keits-, Sicherheits- und Naviga-
           tionsmeldungen.
 11. Brandverhütung und Feuerlöschein-
       richtungen
       a) Fähigkeit zur Planung und Durch-
            führung von Feuerlöschübungen.
      b) Kenntnis der Brandklassen und
            der chemischen Vorgänge bei
            Bränden.
      c) Kenntnis der Feuerlöschsysteme.
      d) Teilnahme an einem zugelasse-
            nen Brandbekämpfungskurs.
 12. Lebensrettung
      Fähigkeit zur Durchführung von
      Übungen zum Verlassen des Schif-
      fes und Kenntnis der Handhabung
      von Rettungsbooten, Rettungsflö-
      ßen, Rettungsgeräten und ähnlichen
      Rettungsmitteln einschließlich der
      Ausrüstung wie tragbare Funkgeräte
      und Funkbojen zur Kennzeichnung
      der Seenotposition (EPIRB). Kennt-
      nis der Methoden zum Überleben auf
      See.
13. Maßnahmen in Notfällen
     Kenntnis der im entsprechenden An-
     hang der jeweils geltenden Fassung
     des IAO/IMCO-Leitfadens aufge-
     führten Punkte.
14. Manövrieren und Handhaben des
     Schiffes
     Kenntnis
     a) der Auswirkungen verschiedener
          Beladungszustände, Tiefgänge,
          Trimmzustände, Geschwindigkei-
          ten und Bodenfreiheit auf Dreh-
          kreise und Stoppstrecken;
    b) der Wirkung von Wind und Strö-
          mung auf das Fahrverhalten des
    - Schiffes;
    c) der.Mann-über-Bord-Manöver;
   d) der Wirkung des Squat, von fla-
         chem Wasser und ähnlichen Fak-
 ---pagebreak---        e) des ordnungsgemäßen Ankerns         43.
          und Festmachens.
  15. Stabilität des Schiffes
      a) Fertigkeit der Anwendung von
          Stabilitäts-, Trimm- und Streß-
          tabellen, der Diagramme und der
          Hilfsmittel zur Belastungsberech-
          nung.
       b) Kenntnis der grundlegenden
          Maßnahmen, die im Fall eines
          teilweisen       Veriusts .    der
          Schwimmfähigkeit zu treffen sind.
 16. Englische Sprache
      Angemessene Kenntnisse der engli-
       schen Sprache, die den Offizier in die
      Lage versetzen, Seekarten und son-
      stige nautische Veröffentlichungen
      zu benutzen, Wettermeldungen und
      Melangen betreffend die Sicherheit
      und den Einsatz des Schiffes zu ver-
      stehen und sich in seinen Mitteilun-
      gen an andere Schiffe oder Küsten-
      funkstellen deutlich auszudrücken.
      Fähigkeit, das Seefahrtstandardvo-
      kabular der IM 0 zu verstehen und
      anzuwenden.
 17. Schiffbau
      Allgemeine Kenntnis der hauptsäch-
      lichen Bauteile eines Schiffes und
      der richtigen Bezeichnung der ver-
      schiedenen Teile.
 18. Ladungsumschlag und Stauung
      Kenntnis der sicheren Behandlung
      und Stauung der Ladung und ihres
      Einflusses auf die Sicherheit des
      Schiffes.
 19. Medizinische Fürsorge
      Praktische Anwendung der medizini-
      schen Richtlinien und durch Funk er-
     teilten Ratschläge einschließlich öw
     Fähigkeit, auf der Grundlage solcher
     Kenntnisse bei Unfällen oder Krank-
     heiten, die auf einem Schiff vorkom-
     men können, wirksame Maßnahmen
     zu treffen.
20. Suche und Rettung
     Kenntnis des IM O-Handbuchs „Su-
     che und Rettung' für Handelsschiffe
     (MERSAR).
21. Verhütung der Verschmutzung der
     Meeresumwelt
     Kenntnisse der zu treffenden Vor-
   — Sichtsmaßnahmen, um eine Ver-
     «srhmutzuno der Meeresumwelt zu
 ---pagebreak---                        Regel H/5
                                                  44
     Verbindliche Mindestanforderungen
             für die Aufrechterhaltung
              der beruflichen Eignung
            und für die Aktualisierung
        der Kenntnisse von Kapitänen
            und nautischen Offizieren
  1. Jeder Kapitän und jeder nautische Of-
      fizier, der Inhaber eines Befähigungs-
      zeugnisses ist und auf See Dienst tut
      oder beabsichtigt, nach einem Land-
      aufenthalt den Dienst auf See wieder-
      aufzunehmen, muß, um dafür weiter-
      hin geeignet zu sein, der Verwaltung in
      regelmäßigen Abständen von höch-
      stens fünf Jahren folgendes nachwei-
      sen:
      a) seine Seediensttauglichkeit, ins-
          besondere hinsichtlich seines
          Seh- und Hörvermögens, und
      b) seine fachliche Befähigung
             i)    durch eine       zugelassene
                   Seefahrtzeit als Kapitän oder
                   nautischer Offizier von min-
                   destens einem Jahr während
                   der letzten fünf Jahre oder
            ii)   aufgrund der Wahrnehmung
                  von Aufgaben, die den in sei-
                  nem       Befähigungszeugnis
                  vorgesehenen entsprechen
                  und der unter Ziffer i genann-
                  ten Seefahrtzeit mindestens
                  gleichwertig sind, oder
           iii) durch
                 - Ablegen einer zugelasse-
                     nen Prüfung oder
                 - erfolgreiche Teilnahme an
                     einem oder mehreren zu-
                     gelassenen Kursen oder
                 - Ableistung einer zugelas-
                     senen Seefahrtzeit als
                     nautischer Offizier wäh-
                     rend mindestens drei Mo-
                     naten als zusätzlicher Offi-
                    zier unmittelbar vor der
                    Aufnahme des Dienstes in
                    der Funktion, zu der er auf-
                    grund     seines     Befähi-
                    gungszeugnisses befugt
                    ist.
2. Die Verwaltung gewährleistet oder
    fördert in Beratung mit den Beteiligten
    die Einrichtung von freiwilligen bezie-
    hungsweise vorgeschriebenen Auffri-
    schungs- und Aktualisierungslehr-
   gängen für Kapitäne und nautische
   Offiziere, die auf See Dienst tun, vor
   allem für solche, die den Dienst auf
   See wiederaufnehmen. Sie sorgt da-
   für, daß alle betroffenen Personen ent-
   sprechend ihren Erfahrungen und Auf-
   gaben an -solchen Lehrgängen teil-
   nehmen können. Die Lehrgänge müs-
   sen von der Verwaltung zugelassen
   sein und insbesondere die Änderun-
   gen der Technologie in der Schiffahrt
 ---pagebreak---         sowie der einschlägigen internationa-
       len Vorschriften und Empfehlungen             ^
       betreffend den Schutz des menschli-
       chen Lebens auf See und den Schutz
       der Meeresumwelt behandeln.
  3. Jeder Kapitän und nautische Offizier
        muß zur Fortsetzung seines Dienstes
        auf See an Bord von Schiffen, für die
        auf internationaler Ebene besondere
       Ausbildungsanforderungen vereinbart
       worden sind, die entsprechende zuge-
        lassene Ausbildung erfolgreich ab-
        schließen.
  4. Die Verwaltung gewährleistet, daß der
       Wortlaut der letzten Änderungen in-
       ternationaler Vorschriften betreffend
       den Schutz des menschlichen Lebens
       auf See und den Schutz der Meeres-
       umwelt den ihrer Hoheitsgewalt unter-
       stehenden Schiffen zur Verfügung ge-
       stellt werden.
                         Regel H/6
   Verbindliche Mindestanforderungen an
   Schiffsleute, die Brückenwache gehen
  1. Die Mindestanforderungen an Schiffs-
       leute, die auf einem Seeschiff mit
       einem Bruttoraumgehalt von 200 oder
      mehr Registertonnen Brückenwache
      gehen, sind in Absatz 2 angegeben.
      Diese Anforderungen entsprechen
      nicht denjenigen für die Erteilung von
      Befähigungszeugnissen an Matro-
      sen *) noch, mit Ausnahme von Schif-
      fen beschränkter Größe, den Mindest-
      anforderungen an einen Schiffsmann,
      der als einziger Schiffsmann Brücken-
      wache geht. Die Verwaltung kann für
      einen Schiffsmann, der als einziger
      Schiffsmann Brückenwache geht, eine
     zusätzliche Ausbildung und Befähi-
     gung vorschreiben.
     Jeder Schiffsmann, der auf einem
     Seeschiff mit einem Bruttoraumgehalt
     von 200 oder mehr Registertonnen
     Brückenwache geht
     a) muß das 16. Lebensjahr vollendet
           haben;
     b) muß der Verwaltung seine See-
          diensttauglichkeit, insbesondere
          hinsichtlich seines Seh- und Hör-
          vermögens, nachweisen;
*) Es wird auf das IAO-Übereinkommen von 1946 über
   die Befähigungsausweise der Vollmatrosen oder et-
   waino rp.i'oi« I i*-»»r««inkiinftA vorwies»«
 ---pagebreak---  c) muß der Verwaltung nachweisen,
                                           46,
      i)    daß er eine zugelassene See-
            fahrtzeit abgeleistet hat und
            davon mindestens sechs Mo-
            nate vor allem Aufgaben im
            Brückenwachdienst wahrge-
            nommen hat oder
      ii)   daß er mit Erfolg eine beson-
            dere Ausbildung abgeschlos-
            sen hat, und zwar entweder
            an Land oder an Bord von
            Schiffen, einschließlich einer
           von der Verwaltung vorge-
            schriebenen angemessenen
            Seefahrtzeit von mindestens
           zwei Monaten;
 d) muß auf folgenden Gebieten Erfah-
     rung besitzen oder ausgebildet
     sein:
     i)    Grundkenntnisse       in    der
           Brandbekämpfung, der Ersten
           Hilfe, dem Überleben auf See,
           den       Gesundheitsgefahren
           und der persönlichen Sicher-
           heit;
     ii)   Fähigkeit, Kommandos zu
           verstehen und sich gegen-
           über dem Wachoffizier in sei-
           nem Aufgabenbereich ver-
           ständlich zu machen;
    iii) Fähigkeit, zu steuern und Ru-
           derkommandos auszuführen,
           mit ausreichender Kenntnis
           von Magnet- und Kreiselkom-
           passen, die ihn zur Wahrneh-
           mung dieser Aufgaben befähi-
           gen;
    iv) Fähigkeit, nach Sicht und Ge-
           hör ordnungsgemäß Ausguck
           zu halten und die ungefähre
           Peilung eines Schallsignals,
          eines Feuers oder anderer
          Gegenstände nach Graden
          oder Strichen zu melden;
    v)    Vertrautheit mit der Umstel-
          lung von Selbststeuerung auf
          Handsteuerung und umge-
          kehrt;
    vi) Kenntnis der Benutzung der
          einschlägigen innerbetrieb-
          lichen Sprech- und Alarman-
          lagen;
    vii) Kenntnis der pyrotechnischen
          Notsignale;
   viii) Kenntnis seiner Aufgaben im
          Notfall;
   ix) Kenntnis der in seinen Aufga-
          benbereich fallenden see-
          männischen Ausdrücke und
          Definitionen.
Die Erfahrung, der Dienst oder die
Ausbildung nach Absatz 2 Buchsta-
^ n c und d kann durch die Wahrneh-
 ---pagebreak---       mung von Aufgaben im Brückenwach-
      dienst erlangt beziehungsweise abge-   , j
      leistet werden, jedoch nur, wenn diese
      Aufgaben unter der unmittelbaren Auf-
      sicht des Kapitäns, des nautischen
     Wachoffiziers oder eines befähigten
      Schiffsmanns wahrgenommen wer-
     den.
     Die Verwaltung stellt sicher, daß je-
     dem Seemann, der aufgrund seiner
     Erfahrung oder Ausbildung nach die-
     ser Regel befähigt ist, als Schiffsmann
     Brückenwache zu gehen, eine amtli-
     che Urkunde erteilt wird oder daß die
     in seinem Besitz befindliche Urkunde
     einen entsprechenden Vermerk erhält.
                    Regel H/7
                Grundprinzipien
            für die Wache im Hafen
1. Auf jedem Schiff, das unter normalen
     Umständen im Hafen sicher festge-
     macht hat oder vor Anker liegt, setzt
     der Kapitän zur Gewährleistung der
     Schiffssicherheit eine geeignete und
     wirksame Wache ein.
2. Bei der Aufstellung der Wache sind die
     „Empfehlung über Grundsätze und Tä-
     tigkeitsrichtlinien für nautische Wach-
     offiziere im Hafen" und die „Empfeh-
     lung über Grundsätze und Tätigkeits-
     richtlinien für technische Wachoffi-
     ziere im Hafen" zu berücksichtigen,
     die von der Internationalen Konferenz
     von 1978 über die Ausbildung und die
     Erteilung von Befähigungszeugnissen
     von Seeleuten angenommen wurden.
                   Regel H/8
   Verbindliche Mindestanforderungen
  für die Wache im Hafen auf Schiffen,
       die gefährliche Güter befördern
1. Der Kapitän eines Schiffes, das ge-
    fährliche Güter als Massengut beför-
    dert, gleichviel ob sie expjosiv, ent-
    zündlich, giftig, gesundheitsschädlich
    oder umweltverschmutzend sind oder
    nicht, muß sicherstellen, daß durch die
    sofortige Verfügbarkeit an Bord eines
    oder mehrerer entsprechend befähig-
    ter Offiziere und gegebenenfalls
    Schiffsleute eine sichere Deckswache
 ---pagebreak---                                            4g,
     und eine sichere Maschinenwache
     gegangen wird, auch wenn das Schiff
     sicher im Hafen festgemacht hat oder
     vor Anker liegt.
2. Der Kapitän eines Schiffes, das ge-
    fährliche Güter nicht als Massengut
    befördert, gleichviel ob sie explosiv,
    entzündlich, giftig, gesundheitsschäd-
    lich oder umweltverschmutzend sind
    oder nicht, muß, wenn er Vorkehrun-
    gen für eine sichere Wache trifft, der
    Art. der Menge, der Verpackung und
    der Stauung der gefährlichen Güter
    und allen besonderen Umständen an
    Bord, auf der umliegenden Wasserflä-
   che und an Land voll und ganz Rech-
    nung tragen.
3. Bei der Aufstellung der Wache sind die
   ..Empfehlung über Grundsätze undTä-
   tiçkeitsrichtlinien für nautische Wach-
   offiziere im Hafen" und die „Empfeh-
   lung über Grundsätze und Tätigkeits-
   richtlinien für technische Wachoffizie-
   re im Hafen", die von der Internationa-
   len Konferenz von 1978 über die Aus-
   bildung und die Erteilung von Befähi-
   çungszeugnissen von Seeleuten an-
   genommen wurden, voll und ganz zu
   berücksichtigen.
 ---pagebreak---                                                               49
            ANLAGE                             II
           Technischer Bereich
                        Regel Hl/1
   Grundsätze für die Maschinenwache
 1. D i e M i t g l i e d s t a a f c e ï s e n d i e R e e -
    der, Inhaber von Schiffen, Kapitäne,
    Leiter von Maschinenanlagen und das
    Wachpersonal auf folgende Grund-
    sätze hin, die zu beachten sind, damit
    jederzeit eine sichere Maschinenwa-
    che gewährleistet ist.
 2. Der Ausdruck „Wache" im Sinne die-
    ser Regel bedeutet sowohl die zum
    Wachdienst eingeteilten Besatzungs-
    mitglieder als auch die Zeit, in der ein
    technischer Offizier selbständig Wa-
    che geht, gleichviel ob seine Anwe-
    senheit im Maschinenraum erforder-
    lich ist oder nicht.
 3. Auf alten Schiffen sind insbesondere,
    aber nicht ausschließlich, folgende
    Grundsätze zu beachten.
4. Allgemeines
   ai Der Leiter der Maschinenanlage
       jedes Schiffes ist verpflichtet, nach
       Absprache mit dem Kapitän für
       einen sicheren Wachdienst zu sor-
       oen. Bei der Entscheidung über die
 ---pagebreak---       Zusammensetzung der Wache, die
      auch geeignete Schiffsleute um-
      fassen kann, sind insbesondere
                                             50,
      folgende Kriterien zu berücksichti-
      gen:
      i)    Schiffstyp;
      ii)   Art und Zustand der Maschi-
            nenanlage;
      iii) besondere Betriebssituatio-
            nen, die unter anderem durch
            Wetter, Eis, verseuchtes oder
            flaches Wasser, Notfälle,
            Schadensbekämpfung oder
            Bekämpfung von Verschmut-
            zung bestimmt sind;
      iv) Befähigung und Erfahrung des
            Wachpersonals;
      v)    Sicherheit von Menschen,
            Schiff, Ladung und Hafen so-
            wie der Umwelt;
       vi) Beachtung        internationaler,
             nationaler und regionaler Vor-
             schriften;
       vii) Aufrechterhaltung des unge-
             störten Schiffsbetriebs.
   b) Unter der Aufsicht des Leiters der
       Maschinenanlage ist der techni-
       sche Wachoffizier verantwortlich
       für die Überwachung, den Betrieb
       und gegebenenfalls die Prüfung al-
       ler Maschinen und Geräte, für die
       er zuständig ist. Der technische
       Wachoffizier ist während der Wa-
       che Vertreter des Leiters der Ma-
       schinenanlage; er ist während die-
       ser Zeit insbesondere für einen si-
       cheren und reibungslosen Maschi-
       nenbetrieb verantwortlich.
   c) Der Leiter der Maschinenanlage
       hat nach Absprache mit dem Kapi-
       tän rechtzeitig die für eine Reise
       benötigten Vorräte zu bestimmen;
       hierzu gehören insbesondere
       Brennstoffe. Wasser, Schmierstof-
      fe, Chemikalien, Arbeitsmaterial,
       andere Ersatzteile, Werkzeuge
       und andere Bedarfsgüter.
5. Betrieb
   a) Der technische Wachoffizier muß
      dafür sorgen, daß die Anordnun-
      gen für den Wachdienst beachtet
      werden. Unter seiner allgemeinen
      Verantwortung müssen Schiffsleu-
      te, die zur Wache gehören, ihn
      beim sicheren und reibungslosen
      Maschinenbetrieb unterstützen..
 ---pagebreak--- b) Mit Beginn der Maschinenwache
     sind die Betriebswerte und der Ma-  51
     schinenzustand zu kontrollieren.
     Störungen oder Betriebswertab-
     weichungen sowie durchgeführte
     Instandhaltungsmaßnahmen sind
     in das Maschinentagebuch einzu-
     tragen. Soweit erforderlich sind
     weitere Maßnahmen anzuordnen.
c) Der technische Wachoffizier muß
     dafür sorgen, daß Haupt- und Hilfs-
     maschinen ständig überwacht
     werden, daß in angemessenen
     Zeitabständen die Maschinenräu-
     me begangen und die Ruderma-
     schine kontrolliert werden und daß
     geeignete Maßnahmen zur Besei-
     tigung von Störungen durchgeführt
     werden.
d) Sind die Maschinenräume besetzt,
    so muß der technische Wachoffi-
    zier jederzeit sofort in der Lage
    sein, Maschinenmanöver auszu-
    führen. Bei zeitweise unbesetzten
    Maschinenräumen muß der zur
    Rufbereitschaft eingeteilte techni-
    sche Offizier jederzeit zur Verfü-
    gung stehen und sich im Alarmfall
    in die Maschinenräume begeben.
e) Alle Brückenkommandos sind so-
    fort auszuführen. Änderungen in
    der Drehrichtung und der Drehzahl
    der Hauptmaschine sind aufzu-
    schreiben, sofern nicht eine Ver-
    waltung entscheidet, daß dies we-
    gen der Größe oder der Merkmale
    eines bestimmten Schiffes un-
    durchführbar ist. Der technische
    Wachoffizier muß sicherstellen,
    daß die Bedienungseinrichtungen
    der     Hauptantriebsanlage     bei
    Handbetrieb, bei Betriebsbereit-
    schaft oder unter Manövrierbedin-
    gungen ständig besetzt sind.
  Der technische Wachoffizier darf
  während der Maschinenwache
  keine Tätigkeiten zugewiesen be-
  kommen oder verrichten, die seine
  Aufsichtspflicht in bezug auf die
  Maschinenaniage des Schiffes
  und seine Hilfsmaschinen beein-
  trächtigen könnten; er muß sicher-
  stellen, daß die Maschinenanlage
  und die Hilfsmaschinen ständig
  unter Aufsicht stehen, bis er ord-
  nungsgemäß abgelöst wird.
  Angemessene Sorgfalt ist der In-
  standhaltung und Betriebssicher-
  heit aller Maschinen einschließlich
  der mechanischen, elektrischen,
 ---pagebreak---       hydraulischen und pneumatischen
      Hilfssysteme, der Regelungsein-         52
      richtungen, der Sicherheitseinrich-
      tungen, der Versorgungsanlagen
      für die Unterkünfte sowie der Ver-
      waltung von Vorräten und Ersatz-
      teilen zu widmen.
   h) Der Leiter der Maschinenanlage
      muß sicherstellen, daß der techni-
      sche Wachoffizier über alle vor-
      beugenen Instandhaltungsarbei-
      ten und alle Schadensbekämp-
      fungs- oder Reparaturmaßnahmen
       unterrichtet wird, die während der
      Wache durchgeführt werden sol-
       len. Der technische Wachoffizier
       ist dafür verantwortlich, daß die
       seiner Aufsicht unterstehenden
       Maschinen bei Instandhaltungsar-
       beiten stillgesetzt, unfallsicher ab-
       gesperrt und eingestellt werden; er
       muß alle durchgeführten Arbeiten
       in das Maschinentagebuch eintra-
       gen.
   i) Vor seiner Ablösung muß der tech-
        nische Wachoffizier sicherstellen,
        daß alle Vorkommnisse, die den
        Haupt- und Hilfsmaschinenbetrieb
        betreffen, ordnungsgemäß in das
        Maschinentagebuch eingetragen
        werden.
   j) Um Gefahren für die Sicherheit des
        Schiffes und seiner Besatzung zu
        vermeiden, muß der technische
        Wachoffizier im Fall eines Feuers,
        bevorstehender Maßnahmen in
        den Maschinenräumen, wenn da-
        mit eine Verringerung der Schiffs-
        geschwindigkeit verbunden ist,
        drohender Störungen an der Ru-
        deranlage, eines Notstopps der
        Hauptmaschine, von Störungen in
        der Stromerzeugung oder von an-
        deren die Schiffssicherheit bedro-
        henden Störungen sofort die Brük-
        ke benachrichtigen. Diese Be-
        nachrichtigung muß nach Möglich-
        keit so rechtzeitig erfolgen, daß die
        Brücken wache so viel Zeit wie
        möglich hat, um alle durchführba-
        ren Maßnahmen zur Verhinderung
        eines etwaigen Schiffsunfalls zu
        treffen.
    k) Befindet sich der Maschinenraum
        im Zustand der Bereitschaft, so
        muß der technische Wachoffizier
        sicherstellen, daß alle Maschinen
        und Vorrichtungen, die während
        des Manövrierens benutzt werden
         können, sofort einsatzbereit sind,
         und daß eine ausreichende Kraft-
         reserve für die Ruderanlage und
         andere Bedürfnisse vorhanden ist.
6. Anforderungen an die Wache
   a) Jedes Mitglied der Wache muß mit
        seinen Pflichten während der Wa-
 ---pagebreak---     che vertraut sein. Außerdem muß
                                           55
    jeder Wachgänger auf dem Schiff
    i)    die Benutzung der Ruf- und
          Meldeanlagen kennen;
   ii)    die Notausgänge aus den Ma-
          schinenräumen kennen;
    iii) die Alarmanlagen der Maschi-
           nenräume kennen und zwi-
           schen den verschiedenen
          Alarmsignalen, insbesondere
          bei GQ2-AJarm, unterscheiden
           können;
    iv) die Handhabung der Feuer-
           löscheinrichtungen und ihre
           Standorte in den Maschinen-
           räumen kennen.
b) Eine Seewache muß den obwal-
     tenden Umständen und Verhält-
     nissen entsprechend so besetzt
     sein, daß jederzeit ein sicherer Ma-
     schinenbetrieb entweder automa-
     tisch oder von Hand gewährleistet
     ist. Zu diesem Zweck ist insbeson-
     dere folgendes zu berücksichti-
     gen:
      i)     eine jederzeit ausreichende
             Überwachung der Maschinen,
            die dem .sicheren Betrieb des
            Schiffes dienen;
      ii)   der Betriebszustand und die
            Funktionsfähigkeit aller fern-
            gesteuerten Antriebs- und
            Ruderanlagen und ihrer Über-
            wachungseinrichtungen, de-
            ren Standort sowie alle Maß-
            nahmen für die Umstellung auf
            Handbetrieb in Not-oder Stör-
            fällen;
    iii)  Standort und Betrieb fester
          Feueranzeige- und Feuer-
          löschanlagen sowie Vorrich-
          tungen zur Brandbekämpfung;
     iv) Gebrauch und Betriebszu-
            stand von Hilfs-, Bereit-
            schafts- oder Notanlagen, die
           für das sichere Fahren, das
           Festmachen und Eindocken
           des Schiffes erforderlich sind;
     v)    die erforderlichen Maßnah-
           men und Verfahren, um die
           Maschinenanlagen in einem
          Zustand zu erhalten, der Ihr
          einwandfreies Arbeiten wäh-
          rend aller Betriebsweisen des
          Schiffes gewährleistet;
    vi) alle sonstigen Anforderungen
          an die Wache, die infolge be-
          sonderer Betriebsumstände
          entstehen können.
 ---pagebreak---    c) Liegt ein Scnitt an einem unge-
         schützten Ankerplatz, so muß der   54
        Leiter der Maschinenanlage mit
         dem Kapitän darüber beraten, ob
         weiter Seewache gegangen wer-
         den soll.
7. Diensttüchtigkeit
   Das Wachsystem muß derart sein, daß
   die Leistungsfähigkeit der Wache
   nicht durch Ermüdung beeinträchtigt
   wird. Der Leiter der Maschinenanlage
   muß die Wachen so einteilen, daß die
   erste. Wache bei Reiseantritt wie auch
   die darauffolgenden Wachen genü-
   gend ausgeruht und auch sonst
   diensttüchtig sind.
8. Schutz der Meeresumwelt
   Alle technischen Offiziere und Schiffs-
   leute des Maschinendienstes müssen
   sich der schwerwiegenden Auswir-
   kungen einer betriebs- oder unfallbe-
   dingten Verschmutzung der Meeres-
   umwelt bewußt sein; sie haben alle
   möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu
   treffen, um eine solche Verschmut-
   zung zu verhindern, insbesondere im
   Rahmen der einschlägigen internatio-
   nalen Vorschriften und Hafenordnun-
   gen.
                   Regel Hl/2
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Erteilung von Befähigungszeug-
nissen an Leiter von Maschinenanlagen
  und Zweite technische Offiziere auf
 Schiffen mit einer Maschinenleistung
     von 3 000 oder mehr Kilowatt
1. Jeder Leiter der Maschinenanlage und
   jeder Zweite technische Offizier auf
   Seeschiffen mit einer Maschinenlei-
   stung von 3 000 oder mehr Kilowatt
   muß Inhaber eines entsprechenden
   Befähigungszeugnisses sein.
2. Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
   zeugnis
   a) muß der Verwaltung seine See-
        diensttauglichkeit, einschließlich
        seines Seh- und Hörvermögens,
        nachweisen;
   b) muß die Anforderungen für die Er-
        teilung des Befähigungszeugnis-
        ses eines technischen Wachoffi-
        ziers erfüllen und
        i)   für die Erteilung des Befähi-
             gungszeugnisses eines Zwei-
             ten technischen Offiziers eine
             zugelassene Seefahrtzeit von
             mindestens 12 Monaten als
             technischer Offiziersassistent
             oder technischer Offizier ab-
             geleistet haben;
       ii)   für die Erteilung des Befähi-
             gungszeugnisses eines Lei-
             ters der Maschinenanlage
             eine zugelassene Seefahrt-
             zeit von mindestens 36 Mona-
 ---pagebreak---         "••        ten abgeleistet haben; von
                                                   55
                   dieser Seefahrtzeit sind min-
                   destens 12 Monate als tech-
                   nischer Offizier in verantwort-
                   licher Stellung mit dem Befä-
                   higungszeugnis eines Zwei-
                   ten technischen Offiziers ab-
                  zuleisten;
         c) muß an einem zugelassenen prak-
             tischen Brandbekämpfungskurs
             teilgenommen haben;
        d) muß eine entsprechende Prüfung
             nach den Vorschriften der Verwal-
            tung erfolgreich abgelegt haben.
            Die Prüfung muß die im Anhang zu
            dieser Regel aufgeführten Inhalte
            umfassen, wobei jedoch die Ver-
            waltung die Prüfungsanforderun-
            gen für Offiziere auf Schiffen mit
            geringerer Maschinenleistung, die
            in küstennahen Reisen eingesetzt
            sind, so ändern kann, wie sie es für
            erforderlich hält; dabei sind die
            Auswirkungen auf die Sicherheit
            aller Schiffe zu berücksichtigen,
            die in denselben Gewässern ver-
            kehren können.
  3. Die Ausbildung zur Erlangung der er-
       forderlichen Kenntnisse und Fertig-
       keiten muß die einschlägigen interna-
       tionalen Vorschriften und Empfehlun-
      gen berücksichtigen.
 4. Die nach den einzelnen Absätzen des
      Anhangs geforderten Kenntnisse kön-
      nen unterschiedlich sein, je nachdem
      ob ein Befähigungszeugnis an einen
      Leiter der Maschinenanlage oder an
      einen Zweiten technischen Offizier er-
      teilt wird.
               Anhang zur Regel Hl/2
         Mindestkenntnisse, die für die
   Erteilung von Befähigungszeugnissen
       an Leiter von Maschinenanlagen
              und Zweite technische
               Offiziere auf Schiffen
  mit einer Maschinenleistung von 3 000
  oder mehr Kilowatt gefordert werden
 1. Im folgenden wird zusammengefaßt,
     auf welche Bereiche sich die Prüfung
     eines Bewerbers um das Befähi-
     gungszeugnis eines Leiters der Ma-
     schinenanlage oder eines Zweiten •
     technischen Offiziers auf Schiffen mit
    einer Maschinenleistung von 3 000
    oder mehr Kilowatt zu erstrecken hat.
    Im Hinblick auf die Tatsache, daß der
    Zweite technische Offizier in der Lage
    sein muß, die Aufgaben des Leiters
    der Maschinenanlage jederzeit zu
    übernehmen, muß die Prüfung auf die-
    sen Gebieten darauf ausgerichtet
    sein, die Fähigkeit des Bewerbers zu
    prüfen, alle verfügbaren die Sicherheit
   der Schiffsmaschinen betreffenden In-
   formationen zu verwerten.
>. Im Hinblick auf Absatz 4 Buchstabe a
   kann die Verwaltung auf den Nach-
   weis entsprechender Kenntnisse ver-
 ---pagebreak---   ziehten, wenn das Befähigungszeug-
  nis nur Befugnisse für bestimmte Ma-
  schinenanlagen umfaßt. Ein so einge-     ->6.
  schränktes Befähigungszeugnis gilt
  erst dann für Maschinenanlagen jeder
  Art, wenn der technische Offizier der
  Verwaltung die erforderliche Fachkun-
  de nachweist. Jede derartige Ein-
  schränkung ist auf dem Befähigungs-
  zeugnis zu vermerken.
  Jeder Bewerber muß Kenntnisse auf
  folgenden Gebieten haben:
  a) Thermodynamik und Wärmeüber-
       tragung;
  b) Statik, Dynamik und Hydromecha-
       nik;
  c) Wirkungsweise von Kraftmaschi-
       nen (Dieselmotoren, Dampfma-
       schinen und Gasturbinen) und
       Kühlmaschinen;
  d) physikalische und chemische
       Eigenschaften von Brennstoffen
       und Schmiermitteln;
 e) Werkstofftechnik;
 f) chemische und physikalische
       Eigenschaften von Feuer und
       Löschmitteln;
 g) Schiffselektrotechnik, Elektronik
       und elektrische Anlagen;
 h) Grundlagen der Schiffsautomati-
       sierung, der Betriebsüberwa-
      chungs-, Regelungs- und Steue-
       rungsanlagen;
 i) Konstruktion und Bau von Schiffen
      einschließlich Schadenskontrolle.
 Jeder Bewerber muß ausreichende
 Fertigkeiten auf mindestens folgen-
 den Gebieten haben:
 a) Betrieb und Instandhaltung von
      i)    Schiffsdieselmotoren;
      ii)   Schiffsdampfturbinen;
      iii)  Schiffsgasturbinen;
b) Betrieb und Instandhaltung von
     Hilfsmaschinen,        einschließlich
     Pumpen- und Rohrieitungssyste-
     men, Hilfskesselanlagen und Ru-
     deranlagen;
c) Betrieb, Kontrolle und Instandhal-
     tung von elektrischen und Über-
     wachungsanlagen;
d) Betrieb und Instandhaltung von
     Lade- und Löscheinrichtungen und
     von Decksmaschinen;
e) Erkennen von Betriebsstörungen.
     Auffinden von Fehlern und Maß-
     nahmen zur Schadensverhütung;
 ---pagebreak---       f) Methoden der sicheren Wartung
          und Instandsetzung;
                                              57
      g) Methoden und Mittel zur Brandver-
          hütung, Feueranzeige und Feuer-
          löschung;
      h) Methoden und Mittel zur Verhü-
          tung der Umweltverschmutzung
          durch Schiffe;
      i) Vorschriften, die zu beachten sind,
          um die Verschmutzung der Mee-
          resumwelt zu verhindern;
      j) Auswirkungen der Meeresver-
          schmutzung auf die Umwelt;
      k) Erste Hilfe bei Verletzungen, die in
          Maschinenräumen        vorkommen
          können, sowie Gebrauch der
          Erste-Hilfe-Ausrüstung;
      I) Wirkungsweise und Einsatz der
          Rettungsmittel;
      m) Schadenskontrolle;
      n) Sicherheit bei der Arbeit.
     Jeder Bewerber muß Kenntnisse der
     in internationalen Übereinkünften ent-
     haltenen Regeln des internationalen
     Seerechts besitzen, soweit sie die be-
     sonderen Verpflichtungen und Verant-
     wortlichkeiten des technischen Be-
     reichs berühren, insbesondere dieje-
     nigen, die die Sicherheit und den
     Schutz der Meeresumwelt betreffen.
     Der Umfang der Kenntnisse der natio-
     nalen Seeschiffahrtsvorschriften ist
     dem Ermessen der Verwaltung über-
     lassen; sie müssen sich jedoch auf die
     nationalen Vorschriften zur Durchfüh-
     rung internationaler Übereinkünfte er-
     strecken.
 6. Jeder Bewerber muß Kenntnisse der
     Führung, der Organisation und der
     Ausbildung des Personals an Bord von
     Schiffen besitzen.
                  Regel Hl/3
   Verbindliche Mindestanforderungen
 für die Erteilung von Befähigungszeug-
 nissen an Leiter von Maschinenanlagen
   und Zweite technische Offiziere auf
  Schiffen mit einer Maschinenleistung
        von 750 bis 3 000 Kilowatt
1. Jeder Leiter der Maschinenanlage und
    jeder Zweite technische Offizier auf
    Seeschiffen mit einer Maschinenlei-
    stung von 750 bis 3 000 Kilowatt muß
    Inhaber eines entsprechenden Befähi-
    gungszeugnisses sein.
2. Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
    zeugnis
    a) muß der Verwaltung seine See-
        diensttauglichkeit, einschließlich
        seines Seh- und Hörvermögens,
        nachweisen;
 ---pagebreak---     b) muß die Anforderungen für die Er-
         teilung des Befähigungszeugnis-     58,
         ses eines technischen Wachoffi-
         ziers erfüllen und
         i) für die Erteilung des Befähi-
              gungszeugnisses eines Zwei-
              ten technischen Offiziers eine
              zugelassene Seefahrtzeit von
              mindestens 12 Monaten als
              technischer Offiziersassistent
              oder technischer Offizier ab-
              geleistet haben;
        ii) für die Erteilung des Befähi-
              gungszeugnisses eines Lei-
              ters der Maschinenanlage
              eine zugelassene Seefahrt-
              zeit von mindestens 24 Mona-
              ten abgeleistet haben; von
              dieser Seefahrtzeit sind min-
              destens 12 Monate mit dem
              Befähigungszeugnis      eines
              Zweiten technischen Offiziers
              abzuleisten;
    c) muß an einem zugelassenen prak-
         tischen Brandbekämpfungskurs
         teilgenommen haben;
    d) muß eine entsprechende Prüfung
         nach den Vorschriften der Verwal-
         tung erfolgreich abgelegt haben.
         Die Prüfung muß die im Anhang zu
         dieser Regel aufgeführten Inhalte
         umfassen, wobei jedoch die Ver-
         waltung die Anforderungen der
         Prüfung und der Seefahrtzeit für
         Offiziere auf Schiffen, die in kü-
         stennahen Reisen eingesetzt sind,
         ändern kann; dabei sind die ver-
         schiedenartigen selbsttätigen und
         ferngesteuerten Überwachungs-
         anlagen, mit denen solche Schiffe
         ausgestattet sind, und die Auswir-
         kungen auf die Sicherheit alier
         Schiffe zu berücksichtigen, die in
         denselben Gewässern verkehren
         können.
3. Die Ausbildung zur Erlangung der er-
    forderlichen Kenntnisse und Fertig-
    keiten muß die einschlägigen interna-
    tionalen Vorschriften und Empfehlun-
    gen berücksichtigen.
4. Die nach den einzelnen Absätzen des
    Anhangs geforderten Kenntnisse kön-
    nen unterschiedlich sein, je nachdem
    ob ein Befähigungszeugnis an einen
    Leiter der Maschinenanlage oder an
    einen Zweiten technischen Offizier er-
    teilt wird.
5. Jeder technische Offizier, der zum
    Dienst als Zweiter technischer Offizier
    auf Schiffen mit einer Maschinenlei-
    stung von 3 000 oder mehr Kilowatt
    befähigt ist, kann als Leiter der Ma-
    schinenanlage auf Schiffen mit einer
   Maschinenleistung von weniger als
   3 000 Kilowatt Dienst tun, sofern er
   eine zugelassene Seefahrtzeit von
   mindestens 12 Monaten als techni-
   scher Offizier in verantwortlicher Stel-
   lung abgeleistet hat.
 ---pagebreak---               Anhang zu Regel Hl/3
                                             59
       Mindestkenntnisse, die für die
 Erteilung von Befähigungszeugnissen
  an Leiter von Maschinenanlagen und
Zweite technische Offiziere auf Schiffen
  mit einer Maschinenleistung von 750
  bis 3 000 Kilowatt gefordert werden
1. Im folgenden wird zusammengefaßt,
     auf welche Bereiche sich die Prüfung
     eines Bewerbers um das Befähi-
     gungszeugnis eines Leiters der Ma-
     schinenanlage oder eines Zweiten
     technischen Offiziers auf Schiffen mit
     einer Maschinenleistung von 750 bis
     3 000 Kilowatt zu erstrecken hat. Im
     Hinblick auf die Tatsache, daß der
     Zweite technische Offizier in der Lage
     sein muß, die Aufgaben des Leiters
     der Maschinenanlage jederzeit zu
     übernehmen, muß die Prüfung auf die-
     sen Gebieten darauf ausgerichtet
     sein, die Fähigkeit des Bewerbers zu
     prüfen, alle verfügbaren die Sicherheit
     der Schiffsmaschinen betreffenden In-
     formationen zu verwerten.
2 Im Hinblick auf Absatz 3 Buchstabe d
     und Absatz 4 Buchstabe a kann die
     Verwaltung auf den Nachweis ent-
     sprechender Kenntnisse verzichten,
     wenn das Befähigungszeugnis nur
     Befugnisse für bestimmte Maschinen-
    anlagen umfaßt. En so eingeschränk-
    tes Befähigungszeugnis gilt erst dann
    für Maschinenanlagen jeder Art, wenn
    der technische Offizier der Verwaltung
    die erforderliche Fachkunde nach-
    weist. Jede derartige Einschränkung
    ist auf dem Befähigungszeugnis zu
    vermerken.
3 Jeder Bewerber muß ausreichende
     Grundkenntnisse besitzen, um die
     grundlegenden Prinzipien folgender
    Gebiete zu verstehen:
     a) Verbrennungsvorgänge;
    b) Wärmeübertragung;
    c) Statik, Dynamik und Hydromecha-
         nik;
    d) i) Schiffsdieselmotoren;
         ü)    Schiffsdampfturbinen;
         iii)  Schiffsgasturbinen;
    e) Ruderanlagen;
    f) Eigenschaften von Brennstoffen
        und Schmiermitteln;
   g) Eigenschaften von Werkstoffen;
   h) Feuerlöschmittel;
   i) elektrische Anlagen des Schiffes;
   j) Schiffsa.utomatisierung, Betriebs-
        überwachungs-, Regelungs- und
        Steueruhgsanlagen;
  k) Schiffbau einschließlich Scha-
        denskontrolle;
 ---pagebreak--- 4. Jeder Bewerber muli ausreicnenoe
   Fertigkeiten auf mindestens folgen-           - 6fj
   den Gebieten haben:
   a) Betrieb und Instandhaltung von
         i)    Schiffsdieselmotoren;
         ii)   Schiffsdampfturbinen;
         iii)  Schiffsgasturbinen;
    b) Betrieb und Instandhaltung von
          Hilfsmaschinenanlagen,       ein-
          schließlich Ruderanlagen;
    c) Betrieb, Kontrolle und Instandhal-
         tung von elektrischen und Überwa-
         chungsanlagen;
    d) Betrieb und Instandhaltung von
         Lade- und Löscheinrichtungen und
         von Decksmaschinen;
    e) Erkennen von Betriebsstörungen,
          Auffinden von Fehlern und Maß-
          nahmen zur Schadensverhütung;
    f) Methoden der sicheren Wartung
          und Instandsetzung;
    g) Methoden und Mittel zur Brandver-
          hütung, Feueranzeige und Feuer-
          löschung;
    h) Vorschriften, die bezüglich der
          Verschmutzung der Meeresum-
          welt zu beachten sind, sowie Me-
          thoden und Mittel zur Verhinde-
          rung solcher Verschmutzung;
    i) Erste Hilfe bei Verletzungen, die in    !
          Maschinenräumen        vorkommen     j
          können, sowie Gebrauch der
          Erste-Hilfe-Ausrüstung;
    j) Wirkungsweise und Einsatz der
          Rettungsmittel;
     k) Schadenskontrolle, insbesondere
           Maßnahmen bei Wassereinbruch
           im Maschinenraum;
     I) Sicherheit bei der Arbeit.
 5. Jeder Bewerber muß Kenntnisse der
     in internationalen Übereinkünften ent-
      haltenen Regeln des internationalen
     Seerechts besitzen, soweit sie die be-
      sonderen Verpflichtungen und Verant-
      wortlichkeiten des Maschinenbe-
      reichs berühren, insbesondere dieje-
      nigen, die die Sicherheit und den
      Schutz der Meeresumwelt betreffen.     j
      Der Umfang der Kenntnisse der natio-
      nalen Seeschiffahrtsvorschriften ist
     dem Ermessen der Verwaltung über-
      lassen; sie müssen sich jedoch auf die
      nationalen Vorschriften zur Durchfüh-
      rung internationaler Übereinkünfte er-
      strecken.
 6. Jeder Bewerber muß Kenntnisse der
     Führung, der Organisation und der
     Ausbildung des Personals an Bord von
     Schiffen besitzen.
 ---pagebreak---                     Regel Hl/4
    Verbindliche Mindestanforderungen         ° '
 für die Erteilung von Befähigungszeug-
     nissen an technische Wachoffiziere
       in einem herkömmlich besetzten
 Maschinenraum oder an technische Offi-
   ziere im Bereitschaftsdienst in einem
  zeitweise unbesetzten Maschinenraum
 1. Jeder technische Wachoffizier in ei-
      nem herkömmlich besetzten Maschi-
      nenraum und jeder technische Offizier
      im Bereitschaftsdienst in einem zeit-
      weise unbesetzten Maschinenraum
      auf Seeschiffen mit einer Maschinen-
      leistung von 750 oder mehr Kilowatt
      muß Inhaber eines entsprechenden
     Befähigungszeugnisses sein.
 2 Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
      zeugnis
      a) muß das 18. Lebensjahr vollendet
           haben;
     b) muß der Verwaltung seine See-
           diensttauglichkeit, einschließlich
           seines Seh- und Hörvermögens,
           nachweisen;
     c) muß an einer mindestens dreijähri-
           gen zugelassenen, auf den ma-
           schinentechnischen Beruf bezo-
           genen Ausbildung oder Schulung
          teilgenommen haben;
     d) muß eine angemessene Seefahrt-
          zeit abgeleistet haben, die auf die
          unter Buchstabe c genannte Drei-
          jahresfrist angerechnet werden
          kann;
     e) muß der Verwaltung nachweisen,
          daß er die den Aufgaben eines
          technischen Offiziers entspre-
         chenden Kenntnisse und Fertig-
         keiten betreffend Betrieb und In-
         standhaltung von Schiffsmaschi-
         nen besitzt;
    f)   muß an einem zugelassenen prak-
         tischen     Brandbekämpfuhgskurs
         teilgenommen haben;
    g) muß Kenntnisse über die Arbeits-
         sicherheit besitzen.
    Die Verwaltung kann die Anforderun-
    gen der Buchstaben c und d für tech-
    nische Offiziere auf Schiffen mit einer
    Maschinenleistung von weniger als
   3 000 Kilowatt, die in küstennahen
   Reisen eingesetzt sind, ändern: dabei
   sind die Auswirkungen auf die Sicher-
   heit aller Schiffe zu berücksichtigen,
   die in denselben Gewässern verkeh-
   ren können.
> Jeder Bewerber muß Betrieb und In-
   standhaltung von Haupt- und Hilfsma-
   schinen kennen; dazu gehört die
   Kenntnis der einschlägigen Vorschrif-
   ten sowie mindestens folgender Ge-
   biete:                                  -
 ---pagebreak--- a) Wachdienst
                                                  62
    i)       mit der Übernahme der Wache
             zusammenhängende Aufga-
             ben;
    ii) übliche Aufgaben während
             der Wache;
    iii) Führen des Maschinentage-
             buchs und Bedeutung der
             darin enthaltenen Eintragun-
             gen;
     iv) mit der Ablösung der Wache
             zusammenhängende Aufga-
             ben.
 b) Haupt- und Hilfsmaschinen
      i)      Mitarbeit beim Klarmachen
              und Inbetriebnehmen der
              Haupt- und Hilfsmaschinen;
      ii)     Betrieb der Dampferzeuger
              einschließlich der Feuerungs-
              anlage
      iii)    Methoden zum Prüfen des
              Wasserstands in den Dampf-
              erzeugern und Maßnahmen
              bei abweichendem Wasser-
              stand;
       iv) Erkennen von Häufigkeitsstö-
              rungen an den Einrichtungen
              der Maschinen-und Kessel-
                                                !
              räume sowie Maßnahmen zur
              Schadensverhütung.                J
  c) Pumpensysteme
        i) normaler Pumpbetrieb;
        ii)    Betrieb von Bilge-, Ballast-
               und Ladungspumpen.
   d) Elektrische Maschinen
         Inbetriebnehmen und Zuschalten
         von Wechsel Stromerzeugern und
         Generatoren.
  e) Slcherheits-            und   Notmaß-
         nahmen
         i)    Kontrollieren der Sicherheits-
               einrichtung während der Wa-
               che und Sofortmaßnahmen im
               Fall von Feuer oder Unfall, Ins-
               besondere in bezug auf Öl-
               systeme;
         ii)   Außerbetriebnehmen und Ab-
               sichern von elektrischen An-
               lagen und anderen Anlagetei-
               len, bevor an ihnen gearbeitet
               werden darf.
 ---pagebreak---           Maßnahmen          gegen     Ver-
          schmutzung
         Vorsichtsmaßnahmen zur Verhü-       63
         tung der Verschmutzung der Um-
         welt durch Öl, Ladungsrückstände,
         Abwasser, Abgase oder sonstige
         Schmutzstofle. Benutzung von
         Einrichtungen zur Verhütung der
         Verschmutzung einschließlich Öl-
         Wasser-Separatöranlagen,
         Schlammtanks und Abwasserbe-
         seitigungsanlagen.
     g) Erste Hilfe
         Grundkenntnisse der Ersten Hilfe
         bei Verletzungen, die in Maschi-
         nenräumen vorkommen können.
    Gehören keine Dampferzeuger zur
    Maschinenanlage des Schiffes, so
    kann die Verwaltung auf die in Absatz
    3 Buchstabe b Ziffern ii und iii gefor-
    derten Kenntnisse verzichten. Ein so
    erteiltes Befähigungszeugnis gilt nicht
    für den Dienst auf Schiffen, zu deren
    Maschinenanlage Dampferzeuger ge-
    hören, bis der technische Offizier der
    Verwaltung die dafür erforderliche
    Fachkenntnis nachweist. Jede derarti-
    ge Einschränkung ist auf dem Bèfàhi-
    gungszeugnis zu vermerken.
5. Die Ausbildung zum Erwerb der not-
   wendigen Kenntnisse und Fertigkei-
   ten muß die einschlägigen internatio-
   nalen Vorschriften und Empfehlungen
   berücksichtigen.
                  Regel Hl/5
Verbindliche Mindestanforderungen für
die Aufrechterhaltung der beruflichen
Eignung und für die Aktualisierung der
 Kenntnisse von technischen Offizieren
1. Jeder technische Offizier, der Inhaber
    eines Befähigungszeugnisses ist und
    auf See Dienst tut oder beabsichtigt,
    nach einem Landaufenthalt den Dienst
   auf See wiederaufzunehmen, muß, um
   dafür weiterhin in der seinem Zeugnis
   entsprechenden Funktion geeignet zu
   sein, der Verwaltung in regelmäßigen
   Abständen von höchstens fünf Jahren
   folgendes nachweisen:
   a) seine Seediensttauglichkeit, ins-
       besondere hinsichtlich seines
       Seh- und Hörvermögens, und
   b) seine fachliche Befähigung
       i)    durch eine zugelassene See-
             fahrtzeit als technischer Offi-
             zier von mindestens einem
            Jahr während der letzten fünf
            Jahre oder         '".
    ••- ii)   aufgrund der Wahrnehmung
            von Aufgaben, die den in sei-
            nem Befähigungszeugnis vor-
            gesehenen Aufgaben ent-
 ---pagebreak---                   sprechen und der unter Ziffer i        Ç^\
                  genannten Seefahrtzeit min-
                  destens gleichwertig sind,
                  oder
            iii)  durch
                 - Ablegen einer zugelasse-
                     nen Prüfung oder
                 - die erfolgreiche Teilnahme
                     an einem oder mehreren
                     zugelassenen Kursen oder
                 - Ableistung einer zugelas-
                     senen       Seefahrtzeit        als
                    technischer Offizier wäh-
                     rend mindestens drei Mo-
                     naten als zusätzlicher Offi-
                    zier oder in einer niedrige-
                    ren als in seinem Befähi-
                    gungszeugnis angegebe-
                    nen Funktion, und zwar un-
                    mittelbar vor Aufnahme des
                    Dienstes in der Funktion, zu
                    der er aufgrund seines Be-
                    fähigungszeugnisses             be-
                    fugt ist.
   2. Die in Absatz 1 Buchstabe b Ziffer iii
       genannten Kurse müssen insbeson-
       dere die Änderungen der einschlägi-
       gen internationalen Vorschriften und
       Empfehlungen betreffend den Schutz
       des menschlichen Lebens auf See und
       den Schutz der Meeresumwelt behan-
       deln.
  3. Die Verwaltung gewährleistet, daß der
       Wortlaut der letzten Änderungen in-
       ternationaler Vorschriften betreffend
       den Schutz des menschlichen Lebens
       auf See und den Schutz der Meeres-
       umwelt den ihrer Hoheitsgewalt unter-
       stehenden Schiffen zur Verfügung ge-
       stellt wird.
                      Regel Hl/6
     Verbindliche Mindestanforderungen
                  für Schiffsleute,
          die Maschinenwache gehen
  1. Die Mindestanforderungen für Schiffs-
      leute, die Maschinenwache gehen,
      sind in Absatz 2 angegeben. Diese
      Anforderungen gelten nicht für
      a) Schiffsleute, die zum Assistenten
          des technischen Wachoffiziers er-
          nannt werden; •)
     b) Schiffsleute, die sich in der Ausbil-
          dung befinden;
     c) Schiffsleute, die während der Wa-
          che die Aufgaben von Hilfskräften
          wahrnehmen.
*) Es wird auf die von der Internationalen Konferenz
   von 1978 über die Ausbildung und die Erteilung von
   Befähigungszeugnissen von Seeleuten angenom-
   mene Entschließung 9 - ..Emofehlung über Minde-
   stanforderungen an Schiff sieute. dt« zum Assisten-
   ten des technischen Wachoffiziers ernannt werden"
   - vorwiesen'
 ---pagebreak--- . 2. Jeder Schiffsmann, der Maschinenwa-
     che geht, •                                  65
     a) "muß das 16. Lebensjahr vollendet
           haben;
     b) muß der Verwaltung seine See-
          diensttauglichkeit, insbesondere
           hinsichtlich seines Seh- und Hör-
          vermögens, nachweisen;
     c) muß der Verwaltung nachweisen,
          i)     daß er Erfahrung besitzt oder
                 ausgebildet ist in Brandbe-
                 kämpfung, Grundkenntnissen
                 der Ersten Hilfe, Überleben
                 auf See, Gesundheitsgefah-
                 ren und persönlicher Sicher-
                 heit und
         ii)    daß er fähig ist, Kommandos
                zu verstehen und sich in sei-
                nem Aufgabenbereich ver-
                ständlich zu machen;
    d) muß der Verwaltung nachweisen.
        i)      daß er an Land Erfahrungen
                gewonnen hat, die für seine
                Aufgaben auf See von Bedeu-
             . tung sind, und die von der Ver-
               waltung geforderte Seefahrt-
               zeit abgeleistet hat oder
        ii)    daß er vor seinem Bordeinsatz
               oder an Bord eine besondere
               Ausbildung erfahren und die     \
               von der Verwaltung geforder-    ,;
               te Seefahrtzeit abgeleistet hat
               oder
       iii) daß er mindestens sechs Mo-
               nate eine zugelassene See-
               fahrtzeit abgeleistet hat.
3. Jeder Wache gehende Schiffsmann
    muß folgende Kenntnisse besitzen:
    a) Kenntnis des bei der Maschinen-
        raumwache zu beachtenden Ver-
       fahrens und die Fähigkeit, eine sei-
       nen Aufgaben entsprechende Wa-
       che zu gehen;
    b) Kenntnis der Arbeitssicherheit im
       Zusammenhang mit Arbeitsvor-
       gängen im Maschinenraum;
   c) Kenntnis der im Maschinendienst
       verwendeten Ausdrücke sowie der
       Bezeichnungen von Maschinen
       und sonstigen Einrichtungen, so-
       weit sie sich auf seine Aufgaben
       beziehen;
   d) Grundkenntnisse des            Umwelt-
       schutzes. •           =.              '
4 Jeder mit einer Kesselwache beauf-
    tragte Schiffsmann muß Kenntnisse
    über den sicheren Kesselbetrieb ha-
 ---pagebreak--- ben und befähigt sein,-den              richtigen 66
Wasserstand und Dampfdruck auf-
rechtzuerhalten.
Jeder " Maschinenwache gehende
Schiffsmann muß mit den Aufgaben
seiner Wache in den Maschinenräu-
men des Schiffes, auf dem er Dienst
tun soll, vertraut sein. Insbesondere
muß er in bezug auf dieses Schiff
a) Kenntnis von der Benutzung der
    jeweiligen .innerbetrieblichen Ruf-
    und Sprechanlage haben;
b) Kenntnis von den Notausgängen
    der Maschinenräume haben;
c) die Alarmanlagen der Maschinen-
   räume kennen und zwischen den
   verschiedenen Alarmsignalen, ins-
   besondere bei C02-Alarm, unter-
   scheiden können;
d) Kenntnis der Standorte und der
   Benutzung von Feuerlöscheinrich-
   tungen in den Maschinenräumen
   haben.
 ---pagebreak---                                              67
            ANLAGE               m
                 Reget IV/1
   Verbindliche Mindestanforderungen
für die Erteilung von Befähigungszeug-
           nissen an Funkoffiziere
 1. Jeder Funkoffizier, der auf einem
    Schiff für den Funkdienst vecantwort-
    l'tch ist oder solchen ausfuhrt, muß In-
 ---pagebreak---            haber eines von oer Verwaltung nach
           der Vollzugsordnung für den Funk-      68.
           dienst ausgestellten oder anerkann-
           ten      Befähigungszeugnisses    oder
           mehrerer solcher Zeugnisse sein und
           eine angemessene Dienstzeit abge-
           leistet haben.
   2. Ein Funkoffizier muß ferner
          a) das 18. Lebensjahr vollendet ha-
               ben;
          b) der Verwaltung seine Seedienst-
               tauglichkeit nachweisen, insbe-
               sondere hinsichtlich seines Seh-,
               Hör- und Sprechvermögens;
          c) die im Anhang zu dieser Regel auf-
               geführten Anforderungen erfüllen.
   3. Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
         zeugnis muß entsprechend den Anfor-
         derungen der betreffenden Verwal-
         tung eine oder mehrere Prüfungen ab-
         legen.
  4. Der für die Erteilung des Befähigungs-
        zeugnisses geforderte Kenntnisstand
         muß zur sicheren und wirksamen Er-
        füllung der Aufgaben eines Funkoffi-
        ziers ausreichen. Bei der Festlegung
        des angemessenen Kenntnisstands
        und der erforderlichen Ausbildung zur
        Erlangung der Kenntnisse und Fertig-
        keiten berücksichtigt die Verwaltung
        die Vorschriften der Vollzugsordnung
        für den Funkdienst und des Anhangs
       zu dieser Regel. Die Verwaltungen be-
       rücksichtigen femer die von der Inter-
       nationalen Konferenz von 1978 über
       die Ausbildung und die Erteilung von
       Befähigungszeugnissen von Seeleu-
       ten angenommenen einschlägigen
      Entschließungen sowie die einschlä-
      gigen IM O-Empfehlungen.
                Anhang zu Regel IV/1
          Zusätzliche Mindestkenntnisse
          und Ausbildungsanforderungen
                    für Funkoffiziere
    Zusätzlich zu den Anforderungen für
 die Erteilung eines Befähigungszeugnis-
 ses nach der Vollzugsordnung für den
 Funkdienst müssen Funkoffiziere folgen-
 de Anforderungen in bezug auf Kenntnis-
 se und Ausbildung, einschließlich einer
 praktischen Ausbildung, erfüllen:
 a) Wahrnehmung des Funkdienstes in
     Notfällen, einschließlich
     i)       der Aufgabe des Schiffes;
     ii)      der Fälle von Feuer an Bord;
     iii)     des teilweisen oder völligen Aus-
              falls der Funkstelle;
b) Handhabung von Rettungsbooten
    Rettungsflößen. Rettungsgeräten und
    ihrer Ausrüstung, insbesondere der
 ---pagebreak---      tragbaren und fest eingebauten Funk-
     geräte für Rettungsboote und der      69.
     Funkbojen zur Kennzeichnung der
     Seenotposition;
 c) Überleben auf See;
 d) Erste Hilfe;
 e) Brandverhütung und -bekämpfung,
     insbesondere in bezug auf die Funk-
     anlage;
 f) Vorbeugungsmaßnahmen für die Si-
     cherheit von Schiff und Personen ge-
     gen Gefahren im Zusammenhang mit
     der Funkausrüstung, einschließlich
     elektrischer, Strahlungs-, chemischer
     und mechanischer Risiken;
g) Anwendung des IM O-Handbuchs
     „Suche und Rettung" für Handels-
     schiffe (MERSAR), insbesondere in
     bezug auf den Funkverkehr;
h) Standortmeldesysteme und -verfah-
    ren der Schiffahrt;
i) Anwendung des Internationalen Si-
     gnalbuchs und des Seefahrtstandard-
    vokabulars der IM O;
j) Systeme und Verfahren für funkärzt-
    liche Beratung.
                   Regel IV/2
   Verbindliche Mindestanforderungen
   für die Aufrechterhaltung der beruf-
lichen Eignung und für die Aktualisierung
    der Kenntnisse von Funkoffizieren
1. Jeder Funkoffizier, der Inhaber eines
    oder mehrerer von der Verwaltung er-
    teilter oder anerkannter Befähigungs-
    zeugnisse ist, muß, um seine Befähi-
    gung für den Dienst auf See zu erhal-
    ten, der Verwaltung folgendes nach-
    weisen:
    a) seine Seediensttauglichkeit, ins-
          besondere hinsichtlich seines
          Seh-, Hör- und Sprechvermögens,
         in regelmäßigen Abständen von
         höchstens fünf Jahren und
    b) seine fachliche Befähigung:
         i)   durch einen zugelassenen
              Funkdienst als Funkoffizier
              mit keiner Unterbrechung von
              mehr als fünf Jahren;
        ii)   im Fall einer solchen Unter-
             brechung durch Ablegen einer
             Prüfung oder erfolgreichen
             Abschluß eines oder mehrerer
             zugelassener Ausbildungs-
             lehrgänge auf See oder an
             Land, die Gebiete umfassen,
             die von unmittelbarer Bedeu-
             tung für den Schutz des
             menschlichen Lebens auf See
 ---pagebreak---                                                    70.
               und das moderne Funkgerät
               sind und sich auch aut Funk-
               navigationsgeräte erstrecken
               können.
     Werden auf Schiffen ihrer Flagge neue
     Betriebsverfahren, Ausrüstungen oder
     Praktiken eingeführt, so kann die Ver-
     waltung verlangen, daß der Funkoffi-
     zier eine zugelassene Prüfung ablegt
     oder einen oder mehrere entspre-
     chende Ausbildungslehrgänge auf
     See oder an Land, insbesondere hin-
     sichtlich der Sicherheitsaufgaben, er-
     folgreich abschließt.
     Jeder Funkoffizier muß, um weiterhin
     für den Dienst auf See an Bord beson-
    derer Schiffstypen befähigt zu sein, für
    die auf internationaler Ebene beson-
    dere Ausbildungsvorschriften verein-
    bart worden sind, mit Erfolg an den zu-
    gelassenen, die einschlägigen inter-
    nationalen Vorschriften und Empfeh-
    lungen berücksichtigenden Ausbil-
    dungslehrgängen oder Prüfungen teil-
   genommen haben.
    Die Verwaltung gewährleistet, daß der
    Wortlaut der letzten Änderungen der
    internationalen Vorschriften über den
    Funkverkehr und den Schutz des
    menschlichen Lebens auf See den
   ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden
    Schiffen zur Verfügung gestellt wird.
   Den Verwaltungen wird nahegelegt, in
   Beratung mit den Beteiligten die Ein-
   richtung von freiwilligen beziehungs-
   weise        vorgeschriebenen         Auffri-
   schungs- und Aktualisierungslehr-
   gängen auf See oder an Land für
   Funkoffiziere zu erarbeiten oder erar-
   beiten zu lassen, die auf See Dienst
   tun, insbesondere für solche, die den
   Dienst auf See wiederaufnehmen. Der
   Lehrgang oder die Lehrgänge müssen
   Gebiete, die von unmittelbarer Bedeu-
  tung für die Aufgaben eines Funkoffi-
  ziers sind, sowie Änderungen der
  Technologie des Seefunks und der
  einschlägigen internationalen Vor-
  schriften und Empfehlungen *) betref-
  fend den Schutz des menschlichen
  Lebens auf See behandein.
') Einschließlich aller IMCO-Empfehlungen zur Ver-
    besserung des Seenotfunksystems.
 ---pagebreak---                                            71
          A N L A G E        IV
                Regel IV/3
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Erteilung von Befähigungszeug-
          nissen an Sprechfunker
1. Jeder Sprechfunker, der auf einem
   Schiff für den Funkdienst verantwort-
   lich ist oder solchen ausführt, muß In-
   haber eines von der Verwaltung nach
   der Vollzugsordnung für den Funk-
 ---pagebreak---        dienst erteilten oder anerkannten Be-
       fähigungszeugnisses oder mehrerer      '^
       solcher Zeugnisse sein.
   . Außerdem muß ein solcher Sprechfun-
       ker auf einem Schiff, das nach dem In-
       ternationalen Übereinkommen zum
       Schutz des menschlichen Lebens auf
       See mit einer Sprechfunkstelle ausge-
       rüstet sein muß,
       a) das 18. Lebensjahr vollendet ha-
           ben;
       b) der Verwaltung seine Seedienst-
           tauglichkeit, insbesondere hin-
           sichtlich seines Seh-, Hör- und
           Sprechvermögens, nachweisen;
       c) die im Anhang zu dieser Regel auf-
           geführten Anforderungen erfüllen.
      Jeder Bewerber um ein Befähigungs-
      zeugnis muß entsprechend den Anfor-
      derungen der betreffenden Verwal-
      tung eine oder mehrere Prüfungen ab-
      legen.
      Der für die Erteilung des Befähigungs-
     zeugnisses geforderte Kenntnisstand
     muß zur sicheren und wirksamen Er-
     füllung der Aufgaben eines Sprech-
     funkers ausreichen. Bei der Festle-
     gung des angemessenen Kenntnis-
     stands und der erforderlichen Ausbil-
     dung zur Erlangung der Kenntnisse
     und Fertigkeiten berücksichtigt die
     Verwaltung die Vorschriften der Voll-
     zugsordnung für den Funkdienst und
     des Anhangs zu dieser Regel. Die Ver-
    waltungen berücksichtigen femer die
    von der Internationalen Konferenz von
     1978 über die Ausbildung und die Er-
    teilung von Befähigungszeugnissen
    von Seeleuten angenommenen ein-
    schlägigen Entschließungen sowie die
    einschlägigen IM O-Empfehlungen.
             Anhang zu Regel IV/3
        Zusätzliche Mindestkenntnisse
        und Ausbildungsanforderungen
                für Sprechfunker
  Zusätzlich zu den Anforderungen für
die Erteilung eines Befähigungszeugnis-
ses nach der Vollzugsordnung für den
Funkdienst müssen Sprechfunkerfolgen-
de Anforderungen in bezug auf Kenntnis-
se und Ausbildung, einschließlich einer
praktischen Ausbildung, erfüllen:
a) Wahrnehmung des Funkdienstes in
     Notfällen, einschließlich
     i)    der Aufgabe des Schiffes;
    ii)    der Fälle von Feuer an Bord;
    iii) des teilweisen oder völligen Aus-
           falls der Funkstelle;
b) Handhabung von Rettungsbooten,
    Rettungsflößen, Rettungsgeräten und
    ihrer Ausrüstung, insbesondere der
 ---pagebreak---                                              73,
       tragbaren und fest eingebauten Funk-
       geräte für Rettungsboote und der
       Funkbojen zur Kennzeichnung der
       Seenotposition;
  c) Überleben auf See;
  d) Erste Hilfe;
  e) Brandverhütung und -bekämpfung,
       insbesondere in bezug auf die Funk-
       anlage;
  f) Vorbeugungsmaßnahmen für die Si-
       cherheit von Schiff und Personen ge-
       gen Gefahren im Zusammenhang mit
       der Funkausrüstung, einschließlich
       elektrischer, Strahlungs-, chemischer
       und mechanischer Risiken;
  g) Anwendung des IM O-Handbuchs
      „Suche und Rettung" für Handels-
      schiffe (MERSAR). insbesondere in
      bezug auf den Funkverkehr;
  h) Standortmeldesysteme und -verfah-
      ren der Schiffahrt;
 i) Anwendung des Internationalen Si-
     gnalbuchs und des Seefahrtstandard-
     vokabulars der IM' O;
j) Systeme und Verfahren für funkärzt-
     liche Beratung.
 ---pagebreak---                                           74
           ANLAGE
     Besondere Anforderungen
            an Tankschiffe
                 Regel V/1
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Ausbildung und Befähigung von
Kapitänen, Offizieren und Schiffsleuten
             auf Tankschiffen
1. Offiziere und Schiffsleute, die beson-
   dere Aufgaben und damit zusammen-
   hängende Verantwortlichkeiten hin-
   sichtlich der Ladung und der Ladungs-
   einrichtungen auf Öltankschiffen
   übernehmen sollen und die nicht als
   Mitglieder der Besatzung auf einem
   Öltankschiff Dienst getan haben, müs-
   sen, bevor sie diese Aufgaben über-
   nehmen, an einem entsprechenden
   Brandbekämpfungskurs an Land teil-
   genommen haben und
   a) während einer bestimmten Zeit un-
      ter Aufsicht Dienst an Bord gelei-
      stet haben, um ausreichende
      Kenntnisse sicherer Arbeitsme-
      thoden zu erwerben, oder
   b) an einem zugelassenen Einfüh-
      rungskurs für den Dienst auf Öl-
      tankschiffen teilgenommen haben,
      der sich insbesondere auf grundle-
      gende Vorkehrungen und Verfah-
      ren betreffend die Sicherheit und
      die Verhütung von Verschmut-
 ---pagebreak---          zung, auf die Konstruktion ver-
         schiedener Typen von Öltankschif-
         fen, Ladungsarten, ihre Gefahren   75
         und ihre Umschlagseinrichtungen,
         den allgemeinen Arbeitsablauf und
         die Öltankschiff-Fachsprache er-
         streckt.
    Kapitäne, Leiter von Maschinenanla-
    gen, Erste Offiziere, Zweite technische
    Offiziere und außer diesen jede Per-
    son mit unmittelbarer Verantwortung
    für das Laden, das Löschen und die
    Sorgfalt bei der Beförderung und dem
    Umschlag der Ladung müssen zusätz-
    lich zu den Bestimmungen des Absat-
    zes 1
    a) die ihren Aufgaben auf Öltank-
         schiffen entsprechende einschlä-
         gige Erfahrung besitzen und
    b) ein besonderes, ihren Aufgaben
         entsprechendes       Ausbildungs-
         programm abgeschlossen haben,
         das sich vor allem auf die Sicher-
         heit von Öltankschiffen, Maßnah-
         men und Systeme des Brand-
         schutzes, Verhütung und Kontrolle
         von Verschmutzung, Arbeitsme-
         thoden und Verpflichtungen nach
         den einschlägigen Gesetzen und
         sonstigen Vorschriften erstreckt.
                  Regel V/2
   Verbindliche Mindestanforderungen
für die Ausbildung und Befähigung von
Kapitänen, Offizieren und Schiffsleuten
        auf Chemikalientankschiffen
1. Offiziere und Schiffsleute, die beson-
   dere Aufgaben und damit zusammen-
   hängende Verantwortlichkeiten hin-
   sichtlich der Ladung und der Ladungs-
   einrichtungen auf Chemikalientank-
   schiffen übernehmen sollen und die
   nicht als Mitglieder der Besatzung auf
   einem Chemikalientankschiff Dienst
   getan haben, müssen, bevor sie diese
   Aufgaben übernehmen, an einem ent-
   sprechenden Brandbekämpfungskurs
   an Land teilgenommen haben und
   a) während einer bestimmten Zeit un-
        ter Aufsicht Dienst an Bord gelei-
        stet haben, um ausreichende
        Kenntnisse sicherer Arbeitsme-
        thoden zu erwerben, oder
   b) an einem zugelassenen Einfüh-
        rungskurs für den Dienst auf Che-
 ---pagebreak---        mikalientankschiffen teilgenom-
       men haben, der sich insbesondere      ?.
       auf grundlegende Vorkehrungen
       und Verfahren betreffend die Si-
       cherheit und die Verhütung von
       Verschmutzung, auf die Konstruk-
       tion verschiedener Typen von Che-
       mikalientankschiffen, Ladungsar-
       ten, ihre Gefahren und ihre Um-
       schlagseinrichtungen, den allge-
       meinen Arbeitsablauf und die Che-
       mikalientankschiff-Fachsprache
       erstreckt.
   Kapitäne, Leiter von Maschinenanla-
   gen, Erste Offiziere, Zweite technische
   Offiziere und außer diesen jede Per-
   son mit unmittelbarer Verantwortung
   für das Laden, das Löschen und die
   Sorgfalt bei der Beförderung und dem
   Umschlag der Ladung müssen zusätz-
   lich zu den Bestimmungen des Absat-
   zes 1
   a) die ihren Aufgaben auf Chemika-
        lientankschiffen   entsprechende
        einschlägige Erfahrung besitzen
        und
   b) ein besonderes, ihren Aufgaben
        entsprechendes       Ausbildungs-
        programm abgeschlossen haben,
        das sich vor allem auf die Sicher-
        heit von Chemikalienschiffen,
        Maßnahmen und Systeme des
        Brandschutzes, Verhütung und       |
        Kontrolle von Verschmutzung, Ar-   j
        beitsmethoden und Verpflichtun-
        gen nach den einschlägigen Ge-
        setzen und sonstigen Vorschriften
        erstreckt.
                 Regel V/3
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Ausbildung und Befähigung von
Kapitänen, Offizieren und Schiffsleuten
         auf Flüssiggastankschiffen
1. Offiziere und Schiffsleute, die beson-
   dere Aufgaben und damit zusammen-
   hängende Verantwortlichkeiten hin-
   sichtlich der Ladung und der Ladungs-
   einrichtungen auf Flüssiggastank-
   schiffen übernehmen sollen und die
   nicht als Mitglieder der Besatzung auf
   einem Flüssiggastankschiff Dienst ge-
   tan haben, müssen, bevor sie diese
   Aufgaben übernehmen, an einem ent-
   sprechenden Brandbekämpfungskurs
   an Land teilgenommen haben und
 ---pagebreak---                                         77
a) während einer bestimmten Zeit un-
    ter Aufsicht Dienst an Bord gelei-
    stet haben, um ausreichende
     Kenntnisse sicherer- Arbeitsme-
    thoden zu erwerben, oder
 b) an einem zugelassenen Einfüh-
     rungskurs für den Dienst auf Flüs-
    siggastankschiffen teilgenommen
     haben, der sich insbesondere auf
    grundlegende Vorkehrungen und
    Verfahren betreffend die Sicher-
    heit und die Verhütung von Ver-
    schmutzung, auf die Konstruktion
    verschiedener Typen von Flüssig-
    gastankschiffen, Ladungsarten, ih-
    re Gefahren und ihre Umschlags-
    einrichtungen, den allgemeinen
    Arbeitsablauf und die Flüssiggas-
    tankschiff-Fachsprache erstreckt.
Kapitäne, Leiter von Maschinenanla-
gen, Erste Offiziere, Zweite technische
Offiziere und außer diesen jede Per-
son mit unmittelbarer Verantwortung
für das Laden, das Löschen und die
Sorgfalt bei der Beförderung und dem
Umschlag der Ladung müssen zusätz-
lich zu den Bestimmungen des Absat-
zes 1
a) die ihren Aufgaben auf Flüssiggas-
    tankschiffen entsprechende ein-
    schlägige Erfahrung besitzen und
b) ein besonderes, ihren Aufgaben
    entsprechendes       Ausbildungs-
    programm abgeschlossen haben,
    das sich vor altem auf die Sicher-
    heit von Fiüssiggastankschiffen,
    Maßnahmen und Systeme des
    Brandschutzes, Verhütung und
    Kontrolle von Verschmutzung, Ar-
    beitsmethoden und Verpflichtun-
    gen nach den einschlägigen Ge-
    setzen und sonstigen Vorschriften
    erstreckt.
 ---pagebreak---             -ANLAGE              VI
  Eignung zum Rettungsbootmann                  78
                   Regel VI/1
  Verbindliche Mindestanforderungen
für die Erteilung von Befähigungszeug-
         nissen an Rettungsbootleute
  Jeder Seemann, für den ein Befähi-
gungszeugnis als Rettungsbootmann er-
teilt werden soll,
a) muß mindestens 17V2 Jahre alt sein;
b) muß der Verwaltung seine Seedienst-
     tauglichkeit nachweisen;
c) muß eine zugelassene Seefahrtzeit
     von mindestens 12 Monaten abgelei-
     stet haben oder an einem zugelasse-
     nen Ausbildungslehrgang teilgenom-
     men und eine zugelassene Seefahrt-
     zeit von mindestens neun Monaten
      abgeleistet haben;
 d) muß der Verwaltung durch eine Prü-
      fung oder durch ständige Kontrolle
      während eines zugelassenen Ausbil-
      dungslehrgangs nachweisen, daß er
      die im Anhang zu dieser Regel ge-
      nannten Kenntnisse besitzt;
 e) muß der Verwaltung durch eine Prü-
      fung oder durch ständige Kontrolle
      während eines zugelassenen Ausbil-
      dungslehrgangs nachweisen, daß er
      die Fähigkeit besitzt,
      i)    eine Rettungsweste richtig anzu-
            legen, aus einer bestimmten Hö-
            he sicher ins Wasser zu springen,
            mit angelegter Rettungsweste
            aus dem Wasser in ein Rettungs-
            boot oder -floß zu steigen;
       ii)   mit angelegter Rettungsweste ein
             kieloben treibendes Rettungsfloß
             aufzurichten;
       iii) die Markierungen an den Ret-
             tungsbooten und -flößen über die
             zulässige Anzahl der zu beför-
             dernden Personen zu deuten;
       iv) die richtigen Kommandos zu ge-
             ben, um die Rettungsboote und
             -flöße zu Wasser zu lassen, sie zu
             besteigen, sie vom Schiff frei zu
             bekommen, sie zu manövrieren
             und zu verlassen;
       v)   die Rettungsboote und -flöße klar
            zu machen und sicher zu Wasser
            zu lassen und schnell vom Schiff
            frei zu kommen;
       vi) Verletzte während und nach der
            Aufgabe des Schiffes zu versor-
            gen;
 ---pagebreak---    vii) zu rudern und zu steuern, einen
         Mast aufzurichten, die Segel zu   79."
         setzen, ein Boot unter Segel zu
         manövrieren und nach Kompaß
         zu steuern;
   viii) mit den Signalgeräten einschließ-
         lich der pyrotechnischen Gegen-
         stände umzugehen;
   ix) mit den tragbaren Funkgeräten in
         den Rettungsbooten und -flößen
         zu arbeiten.
            Anhang zu Regel VI/1
  Vorgeschriebene Mindestkenntnisse
für die Erteilung von Befähigungszeug-
       nissen an Rettungsbootleute
 1. Arten möglicher Notfälle wie Zusam-
      menstöße, Feuer, Sinken.
 2. Die Grundsätze für das Überleben,
     einschließlich
     a) der Bedeutung der Ausbildung
         und der Übungen;
     b) der Notwendigkeit, auf jeden Not-
         fall vorbereitet zu sein;
     c) der beim Signal zum Sammeln am
         Einbootungsplatz zu treffenden
         Maßnahmen;
     d) der beim Verlassen des Schiffes
         zu treffenden Maßnahmen;
     e) der im Wasser zu treffenden Maß-
         nahmen;
     f) der in einem Rettungsboot oder
         -floß zu treffenden Maßnahmen;
     g) der hauptsächlichen Gefahren für
         Überlebende.
 3. Die in der Sicherheitsrolle jedem Be-
     satzungsmitglied zugeteilten beson-
     deren Aufgaben einschließlich der
     Unterschiede zwischen den Signa-
     len, die alle Besatzungsmitglieder zu
     den Einbootungsplätzen und denen,
     die zu den Feuerlöschstationen ru-
     fen.
 4. Die üblicherweise an Bord von Schif-
     fen mitgeführten Rettungsmittel.
     Bau und Ausstattung von Rettungs-
     booten und -flößen sowie Teile ihrer
     Ausrüstung.
    Besondere Eigenschaften der Ret-
    tungsboote und -flöße und ihrer Ein-
    richtungen.
    Verschiedene Typen von Vorrichtun-
    gen für das Aussetzen von Rettungs-
    booten und -flößen.
    Methoden des Aussetzens von Ret-
    tungsbooten und -flößen bei grober
 ---pagebreak---  g. Nach dem Verlassen des Schiffes zu
    treffende Maßnahmen.                 80,
10. Manövrieren von Rettungsbooten
     und -flößen bei schwerem Wetter.
11. Benutzung der Fangleinen, der
    Treibanker und der sonstigen Ausrü-
     stung.
12. Zuteilung von Lebensmitteln und
    Wasser in Rettungsbooten und -flö-
     ßen.
13. Rettungsmethoden       durch    Hub-
     schrauber.
14. Benutzung der Erste-Hilfe-Ausrü-
    stung und Wiederbelebungstechni-
    ken.
15. Funkgeräte in Rettungsbooten und
    -flößen einschließlich der Funkbojen
    zur Kennzeichnung der Seenotposi-
    tion.
16. Auswirkungen der Unterkühlung und
    Möglichkeiten zu ihrer Verhütung;
    Verwendung von Schutzdecken und
    Schutzkleidung.
17. Methoden zum Anlassen und Betrei-
    ben des Motors eines Rettungsboots
    oder -floßes und ihres Zubehörs so-
    wie Handhabung eines Feuer-
    löschers.
18. Einsatz von Bereitschaftsbooten und
    Motorrettungsbooten zum Sammeln
    von Rettungsflößen und zur Rettung
    Überlebender und im Wasser
    Schwimmender.
19. Art und Weise, ein Rettungsboot
    oder -floß auf Strand zu setzen.
 ---pagebreak---                                                                                 s»
                                                                    ISSN 0254-1467
                                                           KOM{93) 217 endg.
DE                                                                        07 04
                                 Katalognummer : CB-CO-93-244-DE-C
                                                           ISBN 92-77-55843-1
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
1^-2985 Luxemburg