CELEX: 31992D0273
Language: de
Date: 1992-04-29 00:00:00
Title: ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 29. April 1992 über die von der Gemeinsamen Forschungsstelle für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft durchzuführenden spezifischen Forschungsprogramme (1992 bis 1994) (92/273/EWG) #

Avis juridique important

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31992D0273

ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 29. April 1992 über die von der Gemeinsamen Forschungsstelle für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft durchzuführenden spezifischen Forschungsprogramme (1992 bis 1994) (92/273/EWG)  -   

Amtsblatt Nr. L 141 vom 23/05/1992 S. 0011 - 0019

ENTSCHEIDUNG DES RATES vom 29. April 1992 über die von der Gemeinsamen Forschungsstelle für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft durchzuführenden spezifischen Forschungsprogramme (1992 bis 1994) (92/273/EWG)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130q Absatz 2,  auf Vorschlag der Kommission(1) ,  in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament(2) ,  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses(3) ,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Der Rat hat am 29. April 1992 eine Entschließung über die künftigen Tätigkeiten der Gemeinsamen Forschungsstelle(4)  angenommen.  Mit dem Beschluß 90/221/Euratom, EWG(5)  hat der Rat ein drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) verabschiedet; in diesem Programm sind vor allem die Aktionen festgelegt, die in  den Bereichen der grundlegenden Technologie, der Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Nutzung der geistigen Ressourcen durchzuführen sind. Die vorliegende Entscheidung ist im Lichte der in der Präambel zum genannten Beschluß aufgeführten  Begründung zu treffen.  Nach Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Programme, die innerhalb der einzelnen Aktionen festgelegt werden. Die spezifischen Gemeinschaftsprogramme der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) werden  parallel zu den entsprechenden Rahmenprogrammen durchgeführt.  Nach dem Beschluß 90/221/Euratom, EWG, der durch die Entschließung des Rates vom 29. April 1992 bestätigt wird, ist die GFS aufgerufen, zur Durchführung des Rahmenprogramms vor allem in den Bereichen beizutragen, in denen sie aufgrund ihrer  Sachkompetenz zum Nutzen der gesamten Gemeinschaftspolitik unparteiische und unabhängige Gutachten abgeben kann. Dies sollte Teil einer Langzeitstrategie sein, bei der die GFS eine bedeutende Rolle in der europäischen wissenschaftlichen Zusammenarbeit  spielt, damit der Herausforderung des internationalen Wettbewerbs standgehalten werden kann.  Die GFS kann zur Durchführung der genannten Aktionen vor allem in den Bereichen industrielle und Werkstofftechnologien, Meß- und Prüfwesen, Mensch und Mobilität sowie Umwelt beitragen.  Die GFS sollte einen Forschungsbeitrag zur Ermittlung von Möglichkeiten zur Eindämmung des Treibhauseffekts und der in der Gemeinschaft bestehenden industriellen Großrisiken leisten und sich an der internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen Energie  und Umwelt im Hinblick auf die weltweiten Klimaveränderungen beteiligen.  Die GFS sollte weiterhin an der Prüfung von Fragen mitwirken, die sich auf die erneuerbaren Energiequellen beziehen, im besonderen auf die Normenharmonisierung.  Die GFS kann mit ihren Laboratorien und Einrichtungen eine geeignete Anlaufstelle für die Ausbildung und Mobilität von Forschern, insbesondere Nachwuchsforschern, sein; zu diesem Zweck sollte die Zusammenarbeit mit staatlichen Laboratorien, mit  wissenschaftlichen Einrichtungen und mit der Industrie in sämtlichen Mitgliedstaaten gefördert werden.  Im Rahmen all dieser Programme sollte eine Bewertung der wirtschaftlichen, der sozialen und gegebenenfalls der ethischen Auswirkungen sowie der etwaigen technologischen Risiken erfolgen.  Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG umfasst der für das genannte Rahmenprogramm für erforderlich erachtete Betrag eine Summe von 57 Millionen ECU für die zentralisierten Maßnahmen der Verbreitung und Verwertung der  Kenntnisse, die proportional nach dem Mittelansatz für jedes spezifische Programm aufzuteilen ist.  Der Beschluß 90/221/Euratom, EWG sieht vor, daß die gemeinschaftlichen Forschungsaktionen insbesondere zur Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlage der europäischen Industrie beitragen und für sie ein Anreiz sein sollen, ihre  Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene zu verbessern. Nach dem Beschluß ist eine gemeinschaftliche Aktion gerechtfertigt, wenn die Forschungsarbeiten unter anderem zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft  beitragen und ihre harmonische Gesamtentwicklung unter Wahrung des angestrebten Ziels der wissenschaftlichen und technischen Qualität fördern. Die Programme der Gemeinsamen Forschungsstelle sollen zur Erreichung dieser Ziele beitragen.  Die neuen Perspektiven für eine wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit mit einigen Drittländern können von der GFS ausgelotet und gegebenenfalls genutzt werden.  Dem Aufsichtsrat der GFS kommt sowohl bei der administrativen Abwicklung der Tätigkeiten der Forschungsstelle als auch bei der Durchführung ihrer Forschungsprogramme eine wichtige Rolle zu.  Der Ausschuß für Wissenschaftliche und Technische Forschung (AWTF) ist angehört worden - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:  Artikel 1  (1)  Für den Zeitraum vom 1. Januar 1992 bis 31. Dezember 1994 werden entsprechend Anhang I die von der GFS für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft auf den Gebieten industrielle und Werkstofftechnologien, Meß- und Prüfwesen, Umwelt sowie  im Bereich Mensch und Mobilität durchzuführenden spezifischen Programme der Forschung und technologischen Entwicklung einschließlich der orientierenden Forschung festgelegt. Sie werden parallel zu den entsprechenden spezifischen Programmen des dritten  Rahmenprogramms durchgeführt.  (2)  Gegebenenfalls kann die GFS in enger Abstimmung mit dem hierfür eingesetzten Ausschuß bei den im Rahmenprogramm vorgesehenen zentralisierten Maßnahmen der Verbreitung und Verwertung des aus der Gemeinschaftsforschung gewonnenen Wissens mitwirken.  Artikel 2  (1)  Der für die Durchführung der Programme für erforderlich erachtete Betrag beläuft sich auf 341,55 Millionen ECU.  (2)  Eine vorläufige Aufschlüsselung der Mittel ist in Anhang II gegeben.  (3)  Trifft der Rat eine Entscheidung gemäß Artikel 1 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG, wird die vorliegende Entscheidung entsprechend abgeändert.  Artikel 3  Die Durchführungsmodalitäten der Programme sind in Anhang III festgelegt.  Artikel 4  (1)  Die Kommission legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß jährlich vor dem 31. März einen Bericht über die Durchführung der vorliegenden Entscheidung vor.  (2)  Dem in Absatz 1 genannten Bericht liegen die Bemerkungen des Aufsichtsrats der GFS bei. Dieser kann dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß ausserdem auf dem Wege über die Kommission einen gesonderten Bericht über  alle Aspekte der Durchführung der vorliegenden Entscheidung unterbreiten.  Artikel 5  (1)  Die von der GFS durchgeführten Forschungsarbeiten werden von einer Gruppe externer unabhängiger Sachverständiger bewertet, die von der Kommission nach Anhörung des Aufsichtsrats eingesetzt wird. Nach Ablauf der Programme wird ein  Bewertungsbericht erstellt.  (2)  Der Bewertungsbericht nach Absatz 1 wird dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß von der Kommission zusammen mit der Stellungnahme des Aufsichtsrats der GFS übermittelt.  Artikel 6  Die in Artikel 4 und 5 genannten Berichte werden nach Maßgabe der in Anhang I der vorliegenden Entscheidung aufgeführten Ziele und gemäß Artikel 2 Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG erstellt.  Artikel 7  (1)  Die Kommission ist verantwortlich für die Durchführung dieser Entscheidung; der Aufsichtsrat der GFS unterstützt sie bei dieser Aufgabe. Die Kommission nimmt dabei die Dienste der Gemeinsamen Forschungsstelle in Anspruch.  (2)  Die Kommission trägt dafür Sorge, daß in Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat der GFS regelmässig Konsultationen mit den zuständigen Ausschüssen stattfinden, damit eine enge Koordinierung zwischen den im Kostenteilungswege durchgeführten  Gemeinschaftsvorhaben, den einschlägigen einzelstaatlichen Tätigkeiten und den einschlägigen Tätigkeiten der GFS sowie ein kohärentes Vorgehen gewährleistet sind.  Artikel 8  Die Kommission beschließt das Mandat des Aufsichtsrats.  Artikel 9  (1)  Die Kommission ist ermächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrages internationale Abkommen mit Drittländern, die Mitglieder von COST sind, auszuhandeln, insbesondere mit den Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den mittel-  und osteuropäischen Ländern, mit dem Ziel, diese Länder an den Tätigkeiten der GFS zu beteiligen.  (2)  Die Kommission, die vom Aufsichtsrat der GFS unterstützt wird, kann, soweit dies von beiderseitigem Nutzen ist, die GFS ersuchen, im Rahmen der von der GFS durchgeführten spezifischen Programme Vorhaben gemeinsam mit Einrichtungen und Unternehmen  aus europäischen Drittländern durchzuführen.  Vertragspartner, die an einer Maßnahme im Rahmen eines Programms teilnehmen, aber ihren Sitz ausserhalb der Gemeinschaft haben, dürfen die Gemeinschaftsfinanzierung für das Programm nicht in Anspruch nehmen. Solche Vertragspartner haben einen Beitrag zu  den allgemeinen Verwaltungskosten zu leisten.  Artikel 10  Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.  Geschehen zu Luxemburg am 29. April 1992.  Im Namen des Rates Der Präsident Luis VALENTE DE OLIVEIRA    (1) ABl. Nr. C 234 vom 7. 9. 1991, S. 9.  (2) ABl. Nr. C 13 vom 20. 1. 1992, S. 510, und Beschluß vom 8. April 1992 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).  (3) ABl. Nr. C 49 vom 24. 2. 1992, S. 16.  (4) ABl. Nr. C 118 vom 9. 5. 1992, S. 8.  (5) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.    ANHANG I   WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHE ZIELE  Aufgabe der GFS wird es sein, Grundlagen-/strategische und angewandte/zielorientierte Forschungsarbeiten durchzuführen. Diese Aufgabe ist als Bestandteil der europäischen Wissenschafts- und Technologiepolitik zu sehen,  und bei ihrer Durchführung werden die Grundsätze  "Auftraggeber/Auftragnehmer" und  "Subsidiarität" sowie die nachstehenden Merkmale berücksichtigt:  - herausragende wissenschaftlich/technische Leistung;  - Neutralität und Unabhängigkeit;  - einzigartige Forschungseinrichtungen;  - Öffnung für alle Mitgliedstaaten.  Die in der GFS durchgeführten Arbeiten der angewandten und der Grundlagenforschung im wissenschaftlich-technologischen Bereich sollten den Bedürfnissen der Gemeinschaft insgesamt, ihrer Institutionen und ihrer Mitgliedstaaten entsprechen und die  nachstehenden Ziele verfolgen:  - Stärkung der wissenschaftlich/technologischen Grundlage der europäischen Industrie und Förderung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit;  - Beitrag zur Schonung der Natur und zur Verbesserung der Lebensqualität des Menschen;  - Verbesserung der öffentlichen Sicherheit neuer Technologien;  - Abbau der wissenschaftlichen und technologischen Diskrepanzen zwischen den Mitgliedstaaten;  - den Gemeinschaftsinstitutionen sollen wissenschaftliche und technische Dienste erbracht werden, und das Fachwissen und die wissenschaftlich-technischen Einrichtungen der GFS sollen öffentlichen und privaten Stellen zugänglich gemacht werden.  Eine der wesentlichen Stärken der GFS muß die europäische Dimension ihrer Arbeit bleiben. Ausgehend von dem weitgespannten Feld ihrer Sachkenntnisse hat sich ihre Tätigkeit durch einen fächerübergreifenden Ansatz auszuzeichnen. Dieser multidisziplinäre  Charakter muß in der Wahl der Tätigkeitsbereiche ihrer Institute zum Ausdruck gelangen; dadurch wird die Gewähr geboten, daß sich die GFS im Bedarfsfall neuen Herausforderungen stellen kann.  Diese weitgespannten Anforderungen dürfen jedoch nicht zu einer übermässigen Streuung der unternommenen Tätigkeiten führen. Ohne sich über die Erwartungen ihrer Kunden hinwegzusetzen, sollte die Geschäftsleitung der Anstalt doch klare Vorstellungen von  den eigentlichen wissenschaftlich-technischen Ausrichtungen der GFS haben und ein Gleichgewicht dahingehend herstellen, daß die Tätigkeiten und die angenommenen Verträge jederzeit mit dem - qualitativ wie quantitativ - erforderlichen Grad an  Sachkenntnis ausgeführt werden können.  Abschnitt I Nummer 2 Buchstaben A und C, Abschnitt II Nummer 3 Buchstaben A und B und Abschnitt III Nummer 6 von Anhang II des Rahmenprogramms sind Bestandteil der laufenden Mehrjahresprogramme der GFS.  Nachstehend sind die Programmziele unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren zusammengefasst.  I. GRUNDLEGENDE TECHNOLOGIEN  Linie 2: Industrielle und Werkstofftechnologien Es soll ein Beitrag zur Stärkung der europäischen Industrie und ihres Arbeitsumfeldes durch Erweiterung ihrer wissenschaftlichen Basis im Wege entsprechender Forschungs- und Entwicklungsarbeiten geleistet werden. Der Schwerpunkt wird auf der Erlangung  der wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse liegen, die für die Erstellung von Normen und Verhaltenskodizes notwendig sind und die dem Technologietransfer und der Harmonisierung von Meß- und Prüfverfahren dienen.  Arbeitsumfeld:  Es muß nicht nur der üblichen Anwendung des Subsidiaritätsprinzips Rechnung getragen werden, sondern ein weiteres wichtiges Kriterium für die Projektauswahl wird die Ausrichtung auf die pränormative Forschung sein. Es wird der Gemeinschaft obliegen,  weitere Rechtsetzungsmaßnahmen in Bereichen wie Gesundheitsvorsorge und Risikoüberwachung zu ergreifen, Hoechst- und Mindestwerte (z.B. Toxikologie) festzulegen sowie Standard-Bewertungsverfahren und Analyseverfahren, Risikoabschätzung für Arbeiter und  Bewertung des Arbeitsumfelds im Zusammenhang mit der Einführung neuer Technologien vorzunehmen. Die Forschungsarbeiten sollen in enger Zusammenarbeit mit den einschlägigen nationalen Gremien der Mitgliedstaaten und mit der vorgeschlagenen Europäischen  Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz abgewickelt werden.  Unterstützend zu diesen Arbeiten hat die GFS die ihrem Fachwissen entsprechenden nachstehenden Forschungsthemen in dem Bestreben ausgewählt, einen aktiven Beitrag zu leisten:  - Toxikologie und Arbeitshygiene;  - Forschungen über Arbeitsunfälle und - Risikoverhütung.  Werkstoffe:  Im Bereich der Werkstoffe werden die Forschungsarbeiten insbesondere auf die nachstehenden Bereiche ausgerichtet sein, die deutlich pränormative Aspekte aufweisen und wichtige Technologien darstellen, die eine breite Skala fortgeschrittener  industrieller Anwendungen möglich machen:  - Legierungen und intermetallische Verbindungen;  - keramische Werkstoffe und Verbundwerkstoffe;  - Überzuege und Verfahrenstechnik;  - Technologie der Oberflächenbehandlung;  - neue funktionelle Werkstoffe;  - zerstörungsfreie und Bewertungstechniken für fortgeschrittene Werkstoffe und Komponenten;  - Information und Datenverwaltung.  Mit diesem Vorhaben soll gewährleistet werden, daß die Fertigungsindustrie der Gemeinschaft leichteren Zugang zu einer Reihe kostenwirksamer, gut charakterisierter fortgeschrittener Werkstoffe hat und daß diese Werkstoffe in Hochleistungsbauteile  integriert werden. Auf diese Weise wird auch eine Sammelstelle für den Austausch von Informationen über pränormative Forschung über fortgeschrittene Werkstoffe geschaffen. Die Forschungsarbeiten an einigen der einzigartigen Anlagen der GFS erfolgen in  engem Kontakt mit der Fertigungs- und der Benutzerindustrie; sie zielen auf verstärkte europäische und internationale Normungsbemühungen im weitgefassten Bereich der neuen Werkstoffe ab.  Meß- und Prüfwesen:  Das Zentralbüro für Kernmessungen wird seine Tätigkeiten über Referenzmaterialien und Messungen sowohl im nuklearen als auch im nichtnuklearen Bereich fortführen, und zwar insbesondere auf folgenden Gebieten:  - Darstellung, Charakterisierung und Zertifizierung von Proben;  - Massenspektrometrie langlebiger oder stabiler Isotope;  - Messung und Auswertung kerntechnischer Daten;  - Metrologie von Radionukliden;  - angewandte Strahlentechniken.  Die vorhandenen Versuchseinrichtungen einschließlich der Teilchenbeschleuniger werden auch bei den Forschungsarbeiten über die zunehmende Anwendung dieser spezialisierten Techniken in nichtnuklearen Bereichen eingesetzt werden. Die Arbeit zur  Unterstützung der Verbraucherschutzpolitik wird fortgeführt. Ferner werden auf dem Gebiet der Zuverlässigkeit von Strukturen und - in geringem Masse - auf dem Gebiet der erneuerbaren Energiequellen (photovoltaische Energie) die spezifischen pränormativen  Forschungsarbeiten fortgeführt; bei der letztgenannten Tätigkeit wird vor allem die bestehende Europäische Solartestanlage (ESTI) eingesetzt. Schwerpunkt der Forschungsarbeiten über die Zuverlässigkeit von Strukturen ist wiederum der Einsatz der neuen  Reaktionswand. Im Rahmen eines multinationalen Programms werden weitere signifikante Tätigkeiten mit nationaler Beteiligung in den Bereichen der Vorhersage der Lebensdauer von Strukturen und der Abschätzung ihrer betrieblichen Lebensdauer durchgeführt.   II. BEWIRTSCHAFTUNG NATÜRLICHER RESSOURCEN  Linie 3: Umwelt In diesem Rahmen soll ein Beitrag zu den in der Gemeinschaft benötigten wissenschaftlichen Kenntnissen, dem technischen Know-how und den Daten erbracht werden, die insbesondere erforderlich sind, damit die Gemeinschaft ihre Rolle auf dem Gebiet der  Umwelt gemäß Titel VII EWG-Vertrag und unter besonderer Beachtung der pränormativen Arbeiten wahrnehmen kann.  Neben der Evaluierung der Umweltbelastung durch die Industrie und andere Verursacher wird besonderes Gewicht auf die Beurteilung der Umweltschäden aufgrund des Energieeinsatzes in Haushalt, Verkehr und Industrie gelegt.  Die GFS wird zur Durchführung der gemeinschaftlichen Umweltpolitik auf den drei nachstehenden Gebieten beitragen:  - Beteiligung an den Global Change-Programmen;  - Umwelttechnologien und - industrielle Gefahren.  Schwerpunkt des Bereichs Global Change wird eine engere Zusammenarbeit mit den Laboratorien und Instituten in den Mitgliedstaaten und auf internationaler Ebene sein. Der Beitrag der GFS wird sich in erster Linie erstrecken auf:  - Modellierung und Transport von Schadstoffen in der Luft;  - Chemie der Atmosphäre, vor allem in Verbindung mit dem Verbleib biogener und anthropogener Emissionen;  - Wechselwirkung Biosphäre-Atmosphäre;  - einschlägige Anwendungen der Fernerkundung mit Schwerpunkt auf Wechselwirkungen zwischen Oberflächenparametern über Land/Meer und Klima. Weitere Ziele sind die Entwicklung von Verfahren der Fernerkundung, die auf kritische Komponenten im Zusammenhang  mit den globalen Veränderungen angewandt werden können.  Die Tätigkeiten im Bereich Umwelttechnologien erstrecken sich vor allem auf:  - Umweltchemikalien (Wanderung/Umwandlung im Boden und ihre Auswirkung auf das Grundwasser, Harmonisierung der Verfahren der Wasseranalyse, Entwicklung eines fahrbaren Labors für Feldmessungen/-analysen von Schadstoffen im Boden und im Wasser,  Charakterisierung von Algenblühen, biologische Überwachung von Umweltchemikalien, Spurenmetalle und Krankheiten des Menschen, Risikobewertung von Umweltchemikalien); diese Tätigkeiten werden vor allem auf die Probleme der chemischen Abfälle  ausgerichtet;  - Weiterentwicklung von Techniken und Systemen zum Schutz der Umwelt, insbesondere zur Verhütung oder Abschwächung von Defekten oder Ausfall bei der Fertigung oder in den Anlagen der chemischen und der Verarbeitungsindustrie;  - Überwachung der Umwelt vor allem durch Einsatz fortgeschrittener Techniken der Fernerkundung: Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Techniken zur Anwendung der Daten aus Erdbeobachtungssatelliten Forschungsarbeiten über die Kartierung und  Überwachung der Erde, besonders der weniger begünstigten Gebiete der Gemeinschaft. Anwendung ähnlicher Techniken als Beitrag zum Programm über globale Veränderungen mit Schwerpunkt auf der Überwachung der Meeresumwelt und auf Prozessen im Zusammenhang  mit weiträumigen Veränderungen in terrestrischen Ökosystemen. Entwicklung einer Reihe fortgeschrittener Techniken, ihrer Technologie und praktischen Anwendung zum Einsatz für den Betrieb neuer Erdbeobachtungssysteme, einschließlich  Mikrowellen-Fernerkundung, Bilderzeugungsspektroskopie und Datenverarbeitung.  Die Forschungsarbeiten über Umwelttechniken tragen mit der Entwicklung neuer Instrumente und Versuchstechniken zur Unterstützung der Europäischen Umweltagentur und zur Harmonisierung von Verfahren zur Messung und Ringeichung bei.  Die Forschungsarbeiten und die Anwendung von Fernerkundungstechniken erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten und den europäischen Benutzern.  Die Forschungen über die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte werden sich im wesentlichen mit Fragen des Risikomanagements und der Sicherheit der herkömmlichen Industriezweige befassen, z.B. Hilfssysteme für die Entscheidungsfindung bei der  Anlagensicherheit, Betriebsnotstandspläne und Management des Territorialrisikos.  Die bereits laufenden Arbeiten über Zuverlässigkeit, Risikobewertung und Unfallmanagement werden verstärkt.  Angesichts der fächerübergreifenden Natur der sicherheitsrelevanten Probleme und der zu ihrer Lösung erforderlichen Forschungsarbeiten sollten die oben genannten Arbeiten zusammen mit anderen einschlägigen Forschungen zu folgenden Ergebnissen führen:  - Entwicklung und Verifizierung von Bezugsrechenwerkzeugen in denjenigen Bereichen, in denen die Komplexität und die Art der zu analysierenden Vorfälle ein einheitliches Vorgehen in den Mitgliedstaaten erforderlich machen;  - Bemühung um Unfallverhütung in den folgenden Bereichen: Validierung und weitere Verbesserung von Baunormen und -standards, Strukturdiagnose, Zuverlässigkeit, Validierung und Harmonisierung von Inspektionsverfahren;  - Lieferung schnell verfügbarer Informationen und Forschungsergebnisse an die Interventions-/Rettungsstellen im Notfall; unter die Aufgaben würden ferner die Datenerfassung und -verwaltung zur leichteren Analyse nach dem Unfall und zur Minderung seiner  Folgen fallen. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Frage der Beförderung gefährlicher Stoffe und Güter gewidmet werden.  Neben F &  E- und Unterstützungsarbeiten würde das Büro Aufgaben der Ausbildung und Fortbildung in den obengenannten Bereichen wahrnehmen, Datensammlungen anlegen und bei Bedarf Dienste der Dateninterpretation und Verbreitung anbieten.  Diese Tätigkeiten könnten zu einer Kontaktstelle und gemeinsamen Schnittstelle für einzelstaatliche Organisationen - insbesondere Behörden und Industriebetriebe - führen, die andere Dienststellen der Kommission, einschließlich der GD V und der GD XI,  unterstützen würde.  Linie 6: Mensch und Mobilität Es soll ein besonderer Beitrag geleistet werden, um die personellen Ressourcen, die die Mitgliedstaaten im nächsten Jahrzehnt für Forschung und technologische Entwicklung benötigen werden, zu erhöhen. Besondere Beachtung finden dabei die Wechselwirkung  und die Zusammenarbeit zwischen einzelstaatlichen Teams und Laboratorien in den Mitgliedstaaten und der GFS; hierzu ist es erforderlich, - insbesondere jungen - Wissenschaftlern Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten, eine Vernetzung mit der GFS  herzustellen und die Benutzung von Versuchseinrichtungen der GFS durch einzelstaatliche Teams zu fördern.  Die Bereitstellung von Ausbildungsmöglichkeiten für Wissenschaftler, die eine Laufbahn in der Forschung und technologischen Entwicklung anstreben, findet ihre Fortsetzung darin, daß solche Wissenschaftler für bestimmte Zeit an die entsprechenden  GFS-Einrichtungen abgestellt und in Forschungsteams integriert werden, die im Verbund mit einzelstaatlichen Laboratorien arbeiten. Spezifische gemeinsame Vorhaben könnten entweder theoretisch ausgerichtet sein oder auf die Nutzung wissenschaftlicher  Versuchseinrichtungen der GFS abzielen.  Innerhalb der Netze sollte auf die Förderung des Austauschs von Wissenschaftlern - und zwar sowohl von Nachwuchskräften als auch von erfahreneren Wissenschaftlern - zwischen einzelstaatlichen Laboratorien und der GFS besonderer Nachdruck gelegt werden;  dabei sollte sowohl den Mitarbeitern aus den einzelnen Staaten eine zeitweilige Mitarbeit bei der GFS (bis zu drei Jahren) als auch den GFS-Mitarbeitern auf die gleiche Art und Weise eine Mitarbeit in einzelstaatlichen Laboratorien und Teams ermöglicht  werden.  Ziel dieser auf eine Vernetzung abzielenden Maßnahmen ist der Ausbau bestehender Vereinbarungen zwischen einzelstaatlichen Laboratorien und der GFS sowie die Förderung des Abschlusses neuer derartiger Vereinbarungen mit einzelstaatlichen Laboratorien;  diese könnten spezifische Themen betreffen, bei denen durch die Vernetzung von Laboratorien unter Einbeziehung der entsprechenden wissenschaftlichen GFS-Einrichtungen eine gemeinsame Arbeit an bestimmten gemeinsamen Vorhaben geboten erscheint.  Gemeinsame Vorhaben, die innerhalb der Netze durchgeführt werden sollen, müssten in Abstimmung mit allen an dem betreffenden Netz beteiligten Partnern festgelegt werden. Die Auswahl der Forscher, denen die Mobilitäts- und Ausbildungsmöglichkeiten zugute  kommen sollen, sollte ebenfalls im Benehmen mit den Partnern erfolgen; dabei sind die in Anhang III des Programms  "Mensch und Mobilität" festgelegten Auswahlkriterien zu berücksichtigen.  Neben den betreffenden Vernetzungsvereinbarungen sollte der Zugang interessierter einzelstaatlicher Teams zu den Versuchseinrichtungen der GFS gefördert werden, und zwar durch einen entsprechenden Personalaustausch bei Versuchen, die sowohl für die GFS  als auch für die einzelstaatlichen Teams von Interesse sind.  Schließlich sollten die Ausbildungsmöglichkeiten für Nachwuchswissenschaftler dadurch ausgebaut werden, daß für sie die Teilnahme an GFS-Eurokonferenzen und vergleichbaren Tätigkeiten in GFS-Einrichtungen oder in Zusammenarbeit mit einzelstaatlichen  Forschungslaboratorien an anderer Stelle in der Gemeinschaft vorgesehen und gefördert wird.     ANHANG II   MITTELBEDARF FÜR DIE SPEZIFISCHEN PROGRAMME MIT VORLÄUFIGER AUFSCHLÜSSELUNG DER AUSGABEN FÜR DEN ZEITRAUM 1992 BIS 1994   in Millionen ECU   I. GRUNDLEGENDE TECHNOLOGIEN Linie 2: Industrielle und Werkstofftechnologien - Industrielle- und Werkstofftechnologien 77,22 (1) - Meß- und Prüfwesen 91,08 (1)  II. NUTZUNG DER NATÜRLICHEN RESSOURCEN Linie 3: Umwelt - Umwelt148,50 (1) III. NUTZUNG DER GEISTIGEN RESSOURCEN Linie 6: Mensch und Mobilität - Mensch und Mobilität 24,75 (1) Insgesamt 341,55 (2)    (1) Diese einzelnen Summen schließen einen Betrag in Höhe von 6 % dieser Beträge ein, der für die orientierende Forschung verwendet werden kann.  (2) Ein Betrag von 3,45 Millionen ECU, der in den 341,55 Millionen ECU nicht enthalten ist, wird als Beitrag der spezifischen Programme der vorliegenden Entschließung für die zentralisierte Maßnahme zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse  zurückgestellt.    ANHANG III   DURCHFÜHRUNGSMODALITÄTEN FÜR DIE PROGRAMME UND TÄTIGKEITEN ZUR VERBREITUNG UND VERWERTUNG DER ERGEBNISSE  1. Die Kommission führt die Programme mit Unterstützung des Aufsichtsrats der GFS auf der Grundlage der in Anhang I aufgeführten  wissenschaftlich-technischen Ziele und des darin beschriebenen Inhalts durch.  2. Die in Artikel 3 genannten Durchführungsmodalitäten erstrecken sich auf Programme der Forschung und technologischen Entwicklung und auf flankierende Maßnahmen.  Die Arbeiten der Forschung und technologischen Entwicklung betreffend die einzelnen Vorhaben werden in den zuständigen Instituten der GFS durchgeführt.  3. Die Institute der GFS sind bemüht, die Vorhaben nach Möglichkeit in angemessener Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit nationalen Forschungsstellen der Mitgliedstaaten durchzuführen, wobei soweit wie möglich den Aspekten der regionalen Entwicklung  der Tätigkeiten in Forschung und Technologie sowie deren möglichen sozioökonomischen Auswirkungen Rechnung getragen wird. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den in Assoziierung mit der Industrie, vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen,  abgewickelten Gemeinschaftsvorhaben gewidmet. In Drittländern ansässige Forschungsstellen können sich nach Artikel 9 gleichermassen an den Vorhaben beteiligen.  Die gemäß Nummer 3 Unterabsatz 1 für eine internationale Zusammenarbeit in Frage kommenden Forschungsvorhaben umfassen Maßnahmen der Zusammenarbeit mit internationalen Forschungslaboratorien und sehen den Austausch von Forschern vor. Zusätzliche  Maßnahmen sollten eine Zusammenarbeit mit Forschungslaboratorien und -einrichtungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern ermöglichen.  4. Die flankierenden Maßnahmen umfassen:  - Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;  - interne Koordinierungstätigkeiten, einschließlich der Einrichtung besonderer interner Zentren, die ein einheitliches Konzept und eine einzige gemeinsame Schnittstelle für die Benutzer und Partner der Vorhaben gewährleisten;  - Fachausbildung, besonders fächerübergreifende Ausbildung;  - ein System des Informationsaustauschs;  - Unterstützung bei der Verwertung der Forschungsergebnisse;  - unabhängige wissenschaftliche und strategische Bewertung der Leistung der Vorhaben und Programme.  5. Die Verbreitung der bei der Durchführung der Vorhaben gewonnenen Kenntnisse erfolgt im Rahmen der Programme selber sowie durch die in Artikel 4 Absatz 3 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG beschriebene zentralisierte Maßnahme.