CELEX: 31994D0924
Language: de
Date: 1994-11-14 00:00:00
Title: 94/924/EG: Entscheidung der Kommission vom 14. November 1994 zur Festlegung von Umweltkriterien für die Vergabe des EG-Umweltzeichens bei Toilettenpapier

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31994D0924

94/924/EG: Entscheidung der Kommission vom 14. November 1994 zur Festlegung von Umweltkriterien für die Vergabe des EG-Umweltzeichens bei Toilettenpapier  

Amtsblatt Nr. L 364 vom 31/12/1994 S. 0024 - 0031 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 15 Band 14 S. 0168  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 15 Band 14 S. 0168 

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 14. November 1994 zur Festlegung von Umweltkriterien für die Vergabe des EG-Umweltzeichens bei Toilettenpapier (94/924/EG)  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,  gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 880/92 des Rates vom 23. März 1992 betreffend ein gemeinschaftliches System zur Vergabe eines Umweltzeichens (1), insbesondere auf Artikel 5 Absatz 1 zweiter Unterabsatz,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Gemäß Artikel 5 Absatz 1 erster Unterabsatz der Verordnung (EWG) Nr. 880/92 werden die Bedingungen für die Vergabe des Umweltzeichens nach Produktgruppen bestimmt.  In Artikel 10 Absatz 2 derselben Verordnung ist festgelegt, daß die Umweltfreundlichkeit eines Erzeugnisses anhand der für die Produktgruppe geltenden spezifischen Umweltkriterien beurteilt wird.  Gemäß Artikel 6 der genannten Verordnung hat die Kommission die dort genannten wichtigsten Interessengruppen in einem Diskussionsforum angehört.  Die in dieser Entscheidung vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des gemäß Artikel 7 der Verordnung (EWG) Nr. 880/92 eingesetzten Ausschusses - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:   Artikel 1  Die Produktgruppe  "Toilettenpapier" wird wie folgt definiert:   "Papierrollen oder -blätter, die für die persönliche Hygiene in Toiletten bestimmt sind. Das Papier besteht in der Regel aus ein- oder mehrlagigem gekrepptem oder geprägtem Papier. Die Kriterien gelten nicht für Papier, das Naßreißfestigkeitsmittel  enthält. Ähnliche Produkte auf Weichpapierbasis, wie Servietten und Taschentücher, fallen nicht unter die Produktgruppe".   Artikel 2  Die Umweltfreundlichkeit der in Artikel 1 benannten Produktgruppe wird anhand der im Anhang festgelegten spezifischen Umweltkriterien beurteilt.   Artikel 3  Die Definition der Produktgruppe und deren spezifische Umweltkriterien gelten für einen Zeitraum von drei Jahren nach dem Tag des Wirksamwerdens dieser Entscheidung.   Artikel 4  Für Verwaltungszwecke wird dieser Produktgruppe die Codenummer  "004" zugeteilt.   Artikel 5  Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.  Brüssel, den 14. November 1994 Für die Kommission Yannis PALEOKRASSAS Mitglied der Kommission  (1) ABl. Nr. L 99 vom 11. 4. 1992, S. 1.   ANHANG   KRITERIEN FÜR DIE VERGABE DES UMWELTZEICHENS BEI TOILETTENPAPIER    Umweltbezogene Kriterien  i) Die Rohfasern für die Papierherstellung müssen reine Zellstoffe, aus Altpapier (1)() hergestellte Zellstoffe oder Mischungen aus beidem sein. Das Rohholz muß aus Regionen stammen, in denen Forstwirtschaft (2)() betrieben  wird.  ii)  Die Umweltverträglichkeit eines Produkts ist anhand folgender Parameter zu bewerten:  a) Verbrauch erneuerbarer Ressourcen (3)();  b) Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen (4)();  c) Emission von Kohlendioxid;  d) Emission von Schwefel/Schwefeldioxid;  e) Emission organischer Stoffe in Wasser (CSB);  f) Emission chlorierter organischer Stoffe (in Wasser) (AOX);  g) Abfallaufkommen (5)().  Die Leistung in bezug auf die einzelnen Parameter sollte mit Belastungspunkten gemäß dem in der Tabelle dieses Anhangs wiedergegebenen System ausgedrückt werden, bei dem einzelnen Werten bestimmte Belastungspunkte zugeordnet werden. Überschreitet der  Belastungspunkt für die Leistung in bezug auf die Parameter c), d), e), f) oder g) den in der Tabelle jeweils als  "Hürde" bezeichneten Wert, sind die Voraussetzungen für die Vergabe des Umweltzeichens nicht gegeben.    Tabelle Parameter, Werte und zugeordnete Belastungspunkte  "" ID="1">Erneuerbare Ressourcen (Tonne Holz/Tonne Gewebe)> ID="2">t Holz/t i 0,1 = 0 0,1 ) t Holz/t i 0,7 = 0,3 0,7 ) t Holz/t i 1,3 = 0,6 1,3 ) t Holz/t i 1,9 = 0,9 1,9 ) t Holz/t i 2,5 = 1,2 2,5 ) t Holz/t i 3,5 = 1,5 3,5 ) t Holz/t= 2> ID="3">Y1"> ID="1">Nicht erneuerbare Ressourcen (TORE/Tonne Gewebe)> ID="2">TORE/t i 0,1 = 0 0,1 ) TORE/t i 0,2 = 0,3 0,2 ) TORE/t i 0,3 = 0,6 0,3 ) TORE/t i 0,4 = 0,9 0,4 ) TORE/t i 0,5 = 1,2 0,5 ) TORE/t= 2,4> ID="3">Y2"> ID="1">Kohlendioxid, CO2 (t CO2/Tonne Gewebe)> ID="2">t CO2/t i 0,6 = 0 0,6 ) t CO2/t i 1,2 = 1 1,2 ) t CO2/t i 1,8 = 2 1,8 ) t CO2/t i 2,4 = 3 2,4 ) t CO2/t i 3,0 = 4 3,0 ) t CO2/t= Hürde> ID="3">Y3"> ID="1">Schwefeldioxid, SO2 (kg S/Tonne Gewebe)> ID="2">kg S/t i 0,5 = 0 0,5 ) kg S/t i 2,0 = 1 2,0 ) kg S/t i 4,0 = 2 4,0 ) kg S/t i 7,0 = 3 7,0 ) kg S/t i 10,0 = 4 10,0 ) kg S/t= Hürde> ID="3">Y4"> ID="1">Organische Stoffe in Wasser, CSB (kg CSB/Tonne Gewebe)> ID="2">kg CSB/t i 6 = 0 6 ) kg CSB/t i 15 = 1 15 ) kg CSB/t i 40 = 2 40 ) kg CSB/t i 60 = 3 60 ) kg CSB/t i 80 = 4 80 ) kg CSB/t= Hürde> ID="3">Y5"> ID="1">Chlor. org. Stoffe, AOX (kg AOX/Tonne Gewebe)> ID="2">kg AOX/t i 0,1 = 0 0,1 ) kg AOX/t i 0,3 = 0,6 0,3 ) kg AOX/t i 0,5 = 1,2 0,5 ) kg AOX/t= Hürde> ID="3">Y6"> ID="1">Abfall (Tonne Abf./Tonne Gewebe)> ID="2">t Abf./t i - 0,8 = 0 - 0,8 ) t Abf./t i - 0,3 = 1 - 0,3 ) t Abf./t i 0,02 = 2 0,02 ) t Abf./t i 0,2 = 3 0,2 ) t Abf./t i 0,4 = 4 0,4 ) t Abf./t= Hürde> ID="3">Y7"> ID="2">Belastungspunkte insgesamt  > ID="3">S Y ">Die Anlage zu diesem Anhang ist der Berechnung und Prüfung der Leistung eines Produkts in bezug auf diese Parameter zugrundezulegen.  iii) Um für die Vergabe des Umweltzeichens in Frage zu kommen, darf der Antragsteller die Summe von insgesamt 7,5 Belastungspunkten, berechnet nach der Tabelle, nicht überschreiten.  iv) Die als Hürden festgesetzten Werte dürfen vom Antragsteller nicht überschritten werden. Das gilt für die Parameter von CO2, SO2, CSB, AOX und Abfall.   Leistungskriterium  Das Produkt muß seinen Zweck erfuellen.   Anlage  BERECHNUNGS- UND PRÜFMETHODE FÜR DIE EINZELNEN PARAMETER INHALT 1. Definition, Berechnung und Prüfung der Parameter27 1.1. Erneuerbare Ressourcen27 1.2. Nicht erneuerbare Ressourcen28 1.3. Kohlendioxid, CO228 1.4. Schwefel, S, und Schwefeldioxid, SO229 1.5. Emission von organischen Stoffen in Wasser (CSB)29 1.6. Chlorierte organische Stoffe (AOX)30 1.7. Abfall30 2. Inspektionen und Berechnung31 2.1. Wahl des Analyselabors31 2.2. Berechnung der Emissionswerte31 2.3. Prüfungsfrequenz31 2.4. Forstwirtschaft31 1. Definition, Berechnung und Prüfung der Parameter In dieser Anlage wird jeder Parameter aus der Tabelle des Dokuments über die Kriterien definiert; ferner werden die zugehörigen Prüfmethoden genannt.  1.1. Erneuerbare Ressourcen Definition von  "Forstwirtschaft" Im Rahmen dieser Entscheidung wird  "Forstwirtschaft" entsprechend der Entschließung H1 - Allgemeine Leitlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in Europa, die auf der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa im Juni 1993 in  Helsinki angenommen wurde - definiert:    "Die Betreuung von Waldflächen und ihre Nutzung in einer Art und Weise, die die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit, die Vitalität und die Fähigkeit, gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und  soziale Funktionen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfuellen, erhält und anderen Ökosystemen keinen Schaden zufügt." Bei Staaten, die die Entschließung von Helsinki nicht angenommen haben, wird Forstwirtschaft gemäß der  "nicht rechtsverbindlichen, maßgeblichen Darlegung von Grundsätzen eines weltweiten Konsenses über Bewirtschaftung, Erhaltung und nachhaltige  Entwicklung aller Waldarten" definiert, die von der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet wurde.  Nach Ablauf von drei Jahren wird diese Entscheidung unter Berücksichtigung der von internationalen Gremien ausgearbeiteten forstwirtschaftlichen Leitlinien und Maßnahmen überarbeitet.  Definition von  "Verbrauch erneuerbarer Ressourcen" Rohstoffe sind die Fasern pflanzlicher Herkunft, die bei der Herstellung von Gewebe/Papier verwendet werden, d. h. vor allem Holz, aber auch Ressourcen wie Bambus, Elefantengras und andere Teile von einjährigen Pflanzen, die zur Gewinnung von Rohstoffen  für die Gewebe-/Papierherstellung angebaut werden.  Die Menge an Fasern pflanzlichen Ursprungs, die zur Energieerzeugung in der Mühle verwendet werden, ist ebenfalls zu berücksichtigen.  Aus der Berechnung auszunehmen sind Stoffe wie - Altpapier (gemäß Abschnitt 1.7);  - Durchforstungsholz, das anfällt, wenn für benachbarte Bäume Platz geschaffen wird oder kranke oder beschädigte Bäume entfernt werden;  - Holz, das von Windwürfen, -brüchen sowie von Schneebrüchen stammt;  - Abfallholz, Sägemehl und Putzabfälle aus Sägewerken sowie Rinde;  - landwirtschaftliche Abfälle (Bagasse, Stroh usw.). Stroh ist kein landwirtschaftlicher Abfall, wenn der Anbau zur Gewinnung von Rohstoffen für die Papierherstellung erfolgt.  Berechnung des Parameters  "erneuerbare Ressourcen" Der Parameter ist als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen. Es wird gemessen, wieviel Holz oder andere Rohstoffe pro Tonne des Produkts Gewebe/Papier verwendet  werden. Führt die Papiermühle Zellstoff für die Gewebe-/Papierherstellung ein, muß der Lieferant der Papiermühle die erforderlichen Unterlagen vorlegen.  1.2. Nicht erneuerbare Ressourcen Definition von  "Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen" Hier werden nur die bei der Herstellung verbrauchten fossilen Brennstoffe berechnet. Dazu zählt auch der Verbrauch fossiler Brennstoffe bei der Elektrizitätserzeugung innerhalb des öffentlichen Versorgungsnetzes. Berücksichtigt werden drei  Energiequellen: Kohle, Öl und Gas.  Berechnung des Parameters  "nicht erneuerbare Ressourcen" Die nicht erneuerbaren Ressourcen sind eine Kombination aus relativen zugänglichen Mengen und aus verschiedenen Emissionen einzelner Quellen. Der Parameter wird deshalb in TORE - tonne of oil resource equivalent (Tonnen Ölressourceeinheiten) -  berechnet.  Der Parameter ist als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen.  NRR (TORE/Tonne Papier) (6) =   x Tonnen Öl/Tonne Papier + 0,11 y (Tonnen Kohle/Tonne Papier) + 7,3 × 10-4 z (m3 Gas/Tonnen Papier) + 5,0 × 10-5 v (kWh/Tonne Papier),  wobei x = Ölverbrauch in Tonnen,  y = Kohleverbrauch in Tonnen,  z = Gasverbrauch unter normalen Druck- und Temperaturbedingungen in m3,  v = benötigte kWh.  1.3. Kohlendioxid, CO2 Definition von  "Kohlendioxidemission (CO2)" Zu berücksichtigen sind die Emissionen von CO2 von fossilen Brennstoffen und aus der Elektrizitätserzeugung bei der Zellstoff- und Gewebe-/Papierherstellung, nicht aber die CO2-Emissionen aus der Verwendung erneuerbarer Ressourcen. Die CO2-Emissionen  bei der Zellstoffherstellung sowie bei der Gewebe-/Papierherstellung selbst sind mitzurechnen.  Berechnung des Parameters  "Kohlendioxidemission, CO2" CO2-Emissionen entstehen beim Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen und bei der Elektrizitätserzeugung ausserhalb des Werks.  Der Parameter ist als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen.  CO2 (Tonnen/Tonne Papier) =   3,00 x (Tonnen Öl/Tonne Papier) + 2,50 y (Tonnen Kohle/Tonne Papier) + 2,22 × 10-3 z (m3 Gas/Tonne Papier) + 4,4 × 10-4 v (kWh/Tonne Papier) wobei x = Ölverbrauch in Tonnen y = Kohleverbrauch in Tonnen z = Gasverbrauch unter normalen Druck- und Temperaturbedingungen in m3 und v = benötigte kWh Nachweis von Kohlendioxid, CO2 CO2 wird anhand der Mengenbilanz der eingesetzten Energiequellen berechnet.  1.4. Schwefel, S, Schwefeldioxid, SO2 Definition von  "Schwefel(S)-, Schwefeldioxid(SO2)-Emission" Zu berücksichtigen sind die Emissionen von Schwefel bei der Zellstoff- und bei der Gewebe-/Papierherstellung. Die Messungen hierfür sind im Werk durchzuführen. Zur Berechnung des Anteils der ausserhalb des Werks erzeugten Elektrizität an diesen  Emissionen wird die durchschnittliche SO2-Emission bei der Erzeugung der benötigten Energie zugrunde gelegt. Bei Anwendung eines Reinigungsverfahrens ist die Berechnung anhand der Emissionen nach der Reinigung durchzuführen.  Berechnung des Parameters  "Schwefel(S)-, Schwefeldioxid(SO2)-Emission" Zu berücksichtigen sind die SO2-Emissionen, die von nicht erneuerbaren Ressourcen und von Chemikalien stammen. Ein Teil der nicht erneuerbaren Energie ist Elektrizität. Wenn Elektrizität verbraucht wird, sind die SO2-Emissionen aus der  Elektrizitätserzeugung ausserhalb des Werks zu berücksichtigen. In der nachstehenden Formel für die SO2-Emission wird nur das energiebezogene SO2 berücksichtigt.  Der Parameter ist als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen.  SO2 (kg S/Tonne Papier) =   kg S/Tonne Papier (gemessen) + 1,25 × 10-3 v (kWh/Tonne Papier) wobei v = benötigte kWh Nachweis von Schwefel (S), Schwefeldioxid (SO2) SO2 wird entweder anhand einer Mengenbilanz berechnet oder am Schornstein gemäß VDI 2462 gemessen.  1.5. Emission organischer Stoffe in Wasser, CSB Definition von  "Emission organischer Stoffe in Wasser, CSB" Mit dem Parameter CSB wird der Verschmutzungsgrad von Wasser mit organischen Stoffen angegeben.  Berechnung des Parameters  "Emission organischer Stoffe in Wasser, CSB" CSB wird in ungefilterten Proben bestimmt. Das bedeutet, daß der organische Teil der Schwebestoffe einbezogen wird. Der anorganische Teil wird normalerweise als ungefährlich angesehen; er hat nur lokale Auswirkungen, die von der Art des Filters und dem  Rezipienten abhängen. Der Parameter  "Schwebestoffe insgesamt" wird daher nicht einbezogen. Bei Anwendung eines Reinigungsverfahrens ist die Berechnung anhand der Emissionen nach der Reinigung durchzuführen.  Bei Nutzung einer Kläranlage des öffentlichen Netzes müssen sowohl der Energieverbrauch als auch die Emissionen aus der Energieerzeugung in die Berechnungen der Mengenbilanz einbezogen werden. Es ist der Prozentsatz des relativen Anteils zu berechnen.  Der Parameter ist - wie bereits erwähnt - als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen.  Nachweis der Emission organischer Stoffe in Wasser, CSB CSB wird in ungefilterten Proben gemäß ISO 6060 bestimmt.  1.6. Chlorierte organische Stoffe, AOX Definition von  "Emission chlorierter organischer Stoffe, AOX" Der AOX-Parameter stellt die Menge der adsorbierbaren organischen Halogenverbindungen dar, die von der Anlage abgeleitet werden. Er gibt die Gesamtsumme der an organischen Stoffen (Aktivkohle) adsorbierbaren Verbindungen an, in Abwasser z. B. chlorierte  Stoffe, die bei den Klärvorgängen gewöhnlich im Schlamm adsorbiert werden. Chlorierte organische Stoffe werden in kg AOX/Tonne Gewebe/Papier angegeben.  Berechnung des Parameters  "Emission chlorierter organischer Stoffe" Bei Anwendung eines Reinigungsverfahrens ist die Berechnung anhand der Emissionen nach der Reinigung durchzuführen. Wird das verschmutzte Wasser in eine öffentliche Reinigungsanlage geleitet, ist in der Berechnung der tatsächliche Prozentsatz der  Reinigung in dieser Anlage zugrunde zu legen.  Der Parameter ist als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen.  Nachweis chlorierter organischer Stoffe, AOX AOX wird gemäß ISO 9562 gemessen.  1.7. Abfall Definition von Abfall (positiv und negativ) Abfall umfasst alle festen Abfälle, die beseitigt werden müssen. Daher sind auch Schlamm aus der Abwasseraufbereitung und Asche aus der Verbrennung zu berücksichtigen. Wird das Abwasser in einer öffentlichen Anlage behandelt, sind den Berechnungen die  Emissionen der öffentlichen Anlage zugrunde zu legen.  Berechnung des Parameters  "Abfall" Es ist der relative Anteil aus der Gewebe-/Papierherstellung zu berechnen; anhand dessen ist das Abfallaufkommen zu berechnen.  Ist die öffentliche Anlage eine Verbrennungsanlage, sind deren Abgase ebenfalls zu berücksichtigen. Das relative Abfallaufkommen aus der Verbrennungsanlage, z. B. Asche, ist mitzurechnen.  Die Verwendung von Recycling-Fasern ist als  "Abfallentsorgung" anzusehen. Deshalb muß die Menge der für die Herstellung von 1 Tonne Gewebe/Papier benötigten Recycling-Fasern von dem bei der Herstellung anfallenden Abfallaufkommen abgezogen werden.  Der Parameter ist als Teil der Mengenbilanz für die Gewebe-/Papierherstellung zu sehen. Der Mengenbilanz ist der Zeitraum eines Jahres zugrunde zu legen.  Altpapier Unter Altpapier ist Papier zu verstehen, das in einem früheren Produktionsprozeß erzeugt und entsprechend seiner Zweckbestimmung verwendet wurde oder bei dem davon ausgegangen wird, daß es in dieser Weise verwendet wurde.  Wird dieses Papier ungetrennt gesammelt und zur weiteren Verwendung als Zellstoff sortiert, kann es als  "Recycling-Faser" bezeichnet werden. Ist es jedoch zur Energieerzeugung oder Beseitigung bestimmt, muß es als  "Altpapier" bezeichnet werden.  2. Inspektionen und Berechnung 2.1. Wahl eines analytischen Labors Die Analysen von Chemikalien und Emissionen sind von Laboratorien durchzuführen, die von einer zuständigen Stelle benannt wurden oder gemäß der Norm EN 45001 bzw. ihrer Entsprechung akkreditiert sind.  Statt dessen können Einrichtungen, die gemäß ISO 9001 oder 9002 gemeldet sind, genutzt werden.  2.2. Berechnung der Emissionswerte Der Belastungspunkt ist für jeden Parameter gemäß den entsprechenden Abschnitten dieser Anlage und dem jeweiligen Dokument über die Kriterien zu berechnen.  Führt die Papiermühle den Zellstoff für die Herstellung von Gewebe/Papier ein, muß der Lieferant des Zellstoffs dem Gewebe-/Papierhersteller die entsprechenden Unterlagen vorlegen, aus denen die einschlägigen Daten zu den Emissionen und dem  Ressourcenverbrauch bei der Zellstoffherstellung hervorgehen. Auch ausserhalb der EG niedergelassene Zellstofflieferanten müssen Inspektionen durch Dritte zulassen. Das Gesamtergebnis beruht auf den berechneten Parametern für die Papiermühle sowie  gegebenenfalls für die Zellstoffherstellung. Das Gesamtergebnis stellt die - anhand der Tabelle des Anhangs über die Kriterien errechnete - Summe der Belastungspunkte dar.  Falls ein Importeur die Vergabe eines Umweltzeichens beantragt, müssen sowohl der Hersteller als auch der Lieferant dem Importeur die entsprechenden Unterlagen vorlegen, aus denen die einschlägigen Daten zu den Emissionen und dem Ressourcenverbrauch bei  der Zellstoffherstellung hervorgehen. Die Ergebnisse sind mit der Tabelle des Anhangs über die Kriterien zu vergleichen und daraus die Belastungspunkte zu berechnen.  Stellt die Papiermühle verschiedene Produkte her, sind die gesamten Emissionen der Mühle für jeden Parameter anhand des Umfangs der jeweiligen Produktion in dem Zeitraum, der bei der Berechnung der Mengenbilanz für die einzelnen Parameter aufgeführt  ist, zu berechnen.  Führt die Herstellung bzw. Herstellung von Halbprodukten zu Emissionen oder Abfall und zur Verwendung von Ressourcen, die an öffentliche Anlagen weitergegeben werden bzw. von solchen stammen, sind die Emissionen dieser Anlagen in die Berechnung  einzubeziehen.  2.3. Prüfungsfrequenz Die Frequenz von Probenahmen und Messungen muß so hoch sein, daß davon ausgegangen werden kann, daß das Produkt den einschlägigen Kriterien entspricht.  2.4. Forstwirtschaft Bei Einreichung eines Antrags muß der Antragsteller für ein Produkt, das reinen Zellstoff enthält, eine Erklärung vorlegen, in der versichert wird, daß dieser Zellstoff aus Wäldern stammt, in denen Forstwirtschaft gemäß der Definition in dieser Anlage  betrieben wird.   (1)() Die Anlage zu diesem Anhang enthält Definitionen der mit einem Sternchen versehenen Begriffe.(2) In den Formeln steht  "Papier" für Gewebe/Papier.