CELEX: 51968PC0446
Language: de
Date: 1968-06-27
Title: VORSCHLAG EINER RICHTLINIE DES RATS zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Messung der Schüttdichte von Getreide (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (68) 446
Vol. 1968/0081
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                            KOM(68)446 endg.
                                            Brüssel , den 27 » Juni 1968
                                 VORSCHLAG EINER
                               RICHTLINIE DES RATS
           zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten
                 über die Messung der Schüttdichte von Getreide
                      (von der Kommission dem Rat vorgelegt )
    KOM(68 ) 446 endg .
 ---pagebreak---                                      B3G3UT0tJWG
 Bei diesem Richtlinienvors'chlag handelt es sich! nicht tun eine Eicht-
 linie *Ilessgeräte", mit der lediglich die Handelshindernisse beseitigt
 werden sollan, die sich dem freien Verkehr dieser Geräte innerhalb der
 Gemeinschaft entgegenstellen ." Diese Richtlinie verfolgt auch den
 Zweck , ein ITormslnaas festzulegen , mit dessen Hilfe identisch gleiche
 Messvorgänge spezieller Art durchgeführt werden können, nämlich die
 genaue Bestimmung der Masse einer in einem Gefäss mit bestimmtem Kaum-
 inhalt vorhandenen Getreidemenge .              ■-
 1 . Beziehung zwischen dem Handelswert einer Getreidesorta und ihrer
      Schüttdichte                                                       -
      Die tausendjährige Praxis des Getreidehandels hat gezeigt , dass
      eine Getreidesorte einen um so höhereren Mehlgehalt besitzt , je
      grösser ihr Gewicht für ein gegebenes Volumen ist . Dies ist der
      Grund , warum man die Schuttdichte einer beistimmten Ge–
      treidesorte systematisch zu ermitteln sucht . ": 33 ist jedoch nicht
      möglich , die Mehlausbaute zahlenmässig genau zu erfassen . Man i3t
      zu , dem Ergebnis .„gekommen , dass die Ausbeute einer Getreidesorte
     .offenbar eine-^annahernd lineare Punktion ihrer Schüttdichte ist .
     Allerdings lässt sich diese Punktion mathematisch nicht genau
     definiaran, dehn das Problem enthält vielfältige und schwer zu
      erfassende Paktoren , wie z.B. Form , Oberfläche , Konsistenz und
     hygroskopischer Zustand der Getreidekorner .
          Die Schüttdichte ist also - vergleichbar dem speziefischen
     Gewicht - eine Kenngrösse , von der man auf gewisse Qualitäts-
     eiganschaften des Getreides schliassen kann .
                           «*                              '
2 . Bedeutung des Problems
    Die Schüttdichte dos Getreides ist eine Kenngrosse , dio auf Grund
    der Eochtsvorschriftan in Deutschland und Prankreich sowie der
    Hechts- und Handelspraktiken in dan übrigen Mitgliedstaaten den
    Getroidapreis automatisch und mit gasotzlichar Wirkung boeinflusst .
    Seit kurzem gehört diese Kenngrösse zu den Kriterien, die in der
    gemeinsamen Markt Organisation für Getreide dem gemeinsamen Intcr-
    ventionsprais zugrunde liegen .
 ---pagebreak--- Dia Kaufverträge im Getreidehandel , die fast ausschliesslich nach
Gewicht abgeschlossen werden , sehen Änderungen des Preises je Ge-
wichtseinheit vor, je nachdem,' ob die Masse(beziehungsweise das
Gewicht ) je hl hoch oder niedrig ist , wobei Schwankungen zwischen
65 und 86 kg je hl möglich sind .   In den Verträgen kann ausserdem
festgelegt sein , dass bei Nichterroichen einer bestimmten Schütt-
dichto der Yertrag für nichtig erklärt wird . Das erhellt die Be­
deutung einer offiziellen Bestimmung der als Schüttdichte dos Ge­
treides bezeichneten Grosse für den Warenverkehr in der Gemeinschaft .
Inhalt des Richtlinienvorschlags
Ganz allgemein ist die Schüttdichte einer Getreidesorte das Ver­
hältnis der in kg ausgedrückten Masse zu dem in hl ausgedrückten
Volumen , wobei Masse und Volumen aus der Wägung der Getreidemenge
bestimmt werden, die in einem Gefäss von bestimmter Form und bei-
stimmten Abmessungen enthalten ist .
In Anbetracht der besonderen Eigenart der Schüttdichte , die eine
Qualitätseigenschaft des Getreides bezeichnet , muss für eine präzise
Definition s ■                                               t
1 . durch die materielle Verwirklichung eines sogenannten ITormal-
    masses ein konventionelles Volumen festgelegt werden ? "
2 . das Verfahren für die Benutzung dieses ÜTormalmasses vorge­
    schrieben werden ;
3 . die Genauigkeit der Wägeeinrichtung festgesetzt werden, mit der
    die Ilasse des im Hohlmass des Messgerätes vorhandenen Getreides
    ermittelt wird .                      ,
Dj.e G^meinschaftsgrösse der Schüttdichte muss daher mit Hilfe eines
gemeinschaftlichen Bezugsmessgeräts oder Normalmasses sowie mit
Hilfe der einzelstaatlichen Bezugsmessgeräte oder Kormalmasse
bestimmt werden, deren Bauart , Benutzung und Sichung durch Gemein­
schaftsrecht festgelegt sind .
 ---pagebreak---                                     -3-
  Dia .-rmittlung der Schuttdichte von Getreide gibt im innerstaat­
  lichen Getreidehandal dar Mitgliedstaaten keinen Anlass zu                  ;*
                                             » is-rr ^ o ' 1-- " -
  warton Streitfällen , wohl aber bei HandTS3rs:a :fe;^h3.Ü39ön zw-ischsn dan
  Mitgliedstaatan , da die Rechtsvorschriften in Deutschland und
  Frankreich und dia Höchts- und Sandel spräktikan in allen Mitglied-
  staatan untarschiadlich sind . Dar Geltungsbereich des Richtlinien-
 vorschlags wurde daher auf die folgenden drei Ziele beschrankt :
 a ) dia Festlegung einer besonderen gemeinschaftlichen Hasseinheit ,
        dia als .WG-Schüttdichte bezeichnet wird , entsprechend den Vor­
        schriften des Richtlinienvorschlags über Messgeräte im allge­
       meinen für dan Fall , dass die Messung irgandainar Grosse eine
       liasseinhait erforderlich macht , die nicht von den Masseinheitan
       des internationalen Systems abgeleitet werden kannj
 b ) unter Bezugnahme auf den Richtlinienvorschlag über Messgaräte im
       allgemeinen , in dem die Bedingungen für die Bauartzulassung und
       die ;Orsteichung von Massgeräten der 3WG-Bauart festgelegt sind ,
       Definition von geeigneten Geräten für die Zwacke das Handels#
       Daraus folgt , daas alle Messgaräte , welche die in Artikel 5
       dieser Richtlinie fastgesetzte Geanuigkeitsanforderung von - . 5^o
       erfüllen, für die jüWG-Bauart Zulassung und die 3WG~Ersteichung,
       durch die ihnen die SWG-Bauart zuerkannt wird , in Frage kommen .
       Die mit Hilfa solcher Messgaräte vorgenommenen Messungen der
       Schüttdichte von Gatraida dürfen bei Handelsabschlüssen zwischen
      Ilitgliedstaaten nicht angefochten werden . Für Abschlüsse inner­
      halb der einzelnon Mitgliedstaaten werden die 3WG-Geräte in der
      gleichen Weise anerkannt wie die zur Zait benutzten Geräte .
   , : jS ist selbstverständlich , dass Messgaräte der SWG-Eauart inner­
     halb dor 3¥G frei vortrieben worden können ;
c ) die Vorschrift der ausschliesslichen Verwendung der !3WG-Schütt-
     dichte im Handel zwischen Mitgliedstaaten .
 ---pagebreak---                                     -4-
 4 . Harm on i s i e rungs 1 o sung
Dia Losung einer sogenannten vollständigen Angleichung wurde nicht
 in Betracht gezogen , da in den Mitgliedstaaten sehr viele Messgeräte
zur Bestimmung der Schüttdichte von Getreide in Gebrauch sind, die
zwar die vorgeschriebene Maximaltoleranz von i 5 $o unter Um­
ständen nicht einhalten, jedoch auf oinzelstaatlicher "'Tbeno zuge­
lassen sind , namentlich bei Handel sabschlüssen kleineren Umfangs .
Dagegen handelt es sich bei der Messung der Schüttdichte von Ge­
treide im Handel zwischen den Mitgliedstaaten um eine vollständige
Harmonisierung, da ausschliesslich die SWG-Schüttdichte bei diesen
Abschlüssen gesetzlich ist .
5 « Anhörung des Parlaments und des Tfirtschafts- und Sozialausschusses
Die Stellungnahme dieser beiden Instanzen dürfte gemäss Artikel 100
Absatz 2 notwendig sein . Die Anwendung der in der Richtlinie vorge*~7
s ehonen Bestimmungen macht nämlich für einige Mitgliedstaaten eine
Änderung ihrer Rechtsvorschriften erforderlich .
 ---pagebreak--- ATTING ZUR B3GRUUDUHG D3S RICHTLINIMVORSCHLAGS "JESSSIETG im SGEUTT-
                           DICHT3 VON GUTR^rD""
In don Mitgliodstaaton geltanda Rochtsvorschriften betr . dia Massung
                      der Schùttdichto von Getreida
1 . Dautschland
    a ) Ilass- und Gawichtsgesetz vom 13.3.1935 (§ 9 )
    t>) ^ichordnung (§§ 731-740 )
2 . Frankroich
    Ministerialarlass vom 16 .April 1955 und Anhang ubar die Varwondung
    dar Tremie conique (kagelformigor Trichter ) zur Bestimmung der
    Schüttdichte von Gatreida .
 ---pagebreak---                                DUS HATUS '
 VORSCHLAG FT® EIH3 RICHTLINIE' SUR ANGL1ICHUNG D3R RECHT3V02-
 SCHHIFT:^ DI® MIGLEDDSTAATM ÜB1R DI? MESSUNG DUR SCHÜTTDICHTE
                            vou G3TR:JIDE
 DIR SAT DSR EUROPÄISCHEN GUMSINSCHAFTHIÜI,
 gestützt auf den Vertrag zur Gründling dar 3uropäischan Wirt­
 schaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel 100,
 auf Vorschlag der Kommission,
 nach Stollungnahm3 das Suropäisohen Parlaments ,
nach Stollungnahma das Wirtschafts- und Soziaiausschusses ,
gestutzt auf die Richtlinie des Rates vom .....        zur Angleichung
der Rochtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Messgeräte , und
 in ! 3rwagung nachstehendor Griinda î
Die Kessgoräte und Massvarfahren , die in den Mitgliadstaaten boi
der Bestimmung der Schüttdichte von Getreido verwendet werden,
sind sahr unterschiedlich und wirken sich dirakt auf das
Funktionieren dos Gameinsamen Biarktes aus .   Eine Anglaichung dar
Rochtsvorschriften in diesem Beroich soll nicht nur den Handel
mit Grfcroide , sondern auch den Handel mit Messgerätan erleichtern .
Zu diesem Zweck empfiehlt es sich , oine besondere Masseinheit zu
definieren , die als "33WG-Schüttdichte " bezeichnet wird , und die
technischen Vorschriften fastzulegen , denen dia NormalmessgerSte
entsprochen müssen , mit deren Hilfo dieser Wert bestimmt wird .
 ---pagebreak---                                - 7 -
1 Messgeräte , deren Messgenauigkeit im Verhältnis zu derjenigen der
  Normalgeräte definiert ist , und die den in der Richtlinie des
  Rates vom .......... zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
  Mitgliodstaaten über Messgeräte vorgeschriebenen Kontrollen unter­
  zogen worden sind , bieten eine ausreichende Garantie , so dass sie
  in allen Mitgliedstaaten gesetzlich vorwendet werden können .
  Demnach wird ihr Vertrieb in der gesamten Gemeinschaft ermöglicht .
  Im Handel zwischen den Mitgliedstaaten muss die Messung der Schütt­
  dichte von Getreide nach den unterschiedlichen Vorschriften und
  Gebräuchen, die zur Zeit in der Gemeinschaft gelten , verboten
  werden . Die ausschliessliche und obligatorische Verwendung der
  lüffG-Schüttdichte als gemeinsame Masseinheit für alle Mitglied-
  Staaten wird nämlich jede Anfechtung des Messverfahrens im inner­
  gemeinschaftlichen Handel verhindern ,
  HAT FOLGENDE RICHTLHTI3 ERLASSEN :
 ---pagebreak---                              KAPITEL I - EESEICHUffGEIT
                                            • 7            * β. ;·. « · '·
   Artikel 1                                  -• .»•••/                        .
                                               • 'i   -' v     i"
            Für die Anwendung der folgenden Richtlinie gelten die Be­
   zeichnungen masse ä, l'hectolitre CSE, poids naturel CSE , EEG natuurge-
   wicht , EWG-Schüttdichte , peso ettolitrico GEE--und poids ä l'hectolitre
   CEE als gleichwertig.
                 KAPITEL II - EWG-SCHtTTTDICHTE UUD N0RMALGER1TE
  .Artikel 2
            Die EWG-Schüttdichte ist eine Spezialmasseinheit im Sinne
 von Artikel 1 der Eichtlinie des Rats vom                                 betreffend die
 Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Messgeräte ,
 Sie ist das Verhältnis der in Kilogramm ausgedrückten Masse zu dem
 in Hektoliter ausgedrückten Volumen , das für eine beliebige Getreide-
  sorte durch Messung mit einem Normalgerät ermittelt wird , das nach
 den Vorschriften der Kapitel I und II des Anhangs zu dieser Richtlinie
 gebaut ist und verwendet wird .
           Die EWG-Schüttdichte wird in Kilogramm je Hektoliter mit
 zwei Dezimalstellen angegeben .
 Artikel 3
           Das 3WG-Normalgerät wird beim metrologischen Dienst der
'Bundesrepublik Deutschland aufbewahrt .      Mindestens alle zehn Jahre
 werden die nationalen Hormalgeräte durch Vergleich mit dem EWG-Eor-
malgerät unter Zuhilfenahme eines tragbaren üTormalgerates der
 gleichen Bauart gemäss Vorschrift des Anhangs zu dieser Richtlinie
überprüft und justiert .
 ---pagebreak---                                     - 9 -
         Tragbare ITormalgerate sind Messgeräte ohne Wägeeinrichtung,
deren Abmessungen und sonstige technische Merkmale mit denen des /3WG-
Hormalgoräts       ' und der nationalen Normalgorate übereinstimmen .
                     .TCAPIT3L III - M3SSG3MTB DUR ?3WG- BAUART
Artikel 4
                                                                t'
        Als 3WG-Messgeräte für die Bestimmung der «WG-Schüttdichte von
Getreide gelten Messgeräte , die die Vorschriften von Artikel 5 ab­
füllen . Sie unterliegen der EWG-Bauart Zulassung und der 3WG-3rsteichung .
Sie werden nach den im Zulassungsbescheid festgelegten Bestimmungen
gebaut und verwendet .
Artikel 5
        Messgeräte der EWG-Bauart besitzen folgende Merkmale s
a ) Sie sind so konstruiert und hergestellt , dass sie einen genügend
     engen Vorgleichsstreubereich und Wiedarholstreubereich aufweisen .
b ) Dio Fehlergrenze bei der Bestimmung der Schüttdichte beträgt plus
   1 odor minus fünf Tausendstel des vom Normalgerät gelieferten Mess-
     ergebnisses .
c ) Dio Fehlorgrenze für den Haumgehalt des zur Messung verwendeten
     Hohlmassos beträgt plus oder minus zwei Tausendstel .
d ) Dio Fehlergrenze bei der Wägung mit Hilfe der verwendeten Wäge­
   . einrichtung beträgt plus oder minus ein Tausendstel der abge­
     wogenen Menge .             .
e ) Jeder Sinzelwert der mit einer bestimmten Getreidesorte ausge­
     führten Messungen darf um nicht mehr als plus odor minus drei
     Tausendstel vom Mittelwert der aus sechs aufeinanderfolgenden
     Messungen bestimmten Schüttdichte abweichen .
                                                   • i /t •
 ---pagebreak---                                   - 10 -
    Artikel 6
            Auf jedem EWG-Messgarät ist ein Eichschild angebracht , das
    deutlich sichtbar und in gut erkannbaren und unauslöschlichen Buch­
     staben ausser den bei allen 3WG-Massgeräten üblichen Aufschriften
i   entweder eine Benutzungsanweisung oder einen Vermerk trägt , der auf
    eine Bedienungsvorschrift verweist .
   Artikol 7
                               »
    1 • Die Bezeichnung 5WGf-Schüttdichte darf im Handel nur verwendet wer­
        den, um Getreidesörten zu bezeichnen , die mit jSWG-Messgeräten
        bestimmt worden sind .
   2 . Dia mit Hilfo von SWG-Messgei'äten ermittelte 3WG-Schüttdichte gilt
        im Getreidehandel zwischen Mitglied staat an als einzige gesetz­
        liche Grosse .
                         KAPIT3L 17 - S0HLUSSBJ3STIMÎUÎTGHH
   Artikel 8
           Durch diese Richtlinie wird die Anwendung von Artikel 31 und
   32 des Vertrages über Erzeugnisse , die die in der Anlage zu dieser
  Richtlinie festgesetzten Vorschriften nicht erfüllen , nicht berührt .
  Artikel 9
            Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Höchts- und
  Varwaltungsvorschriften in Kraft , um sich den Vorschriften dieser
  Richtlinie innerhalb von achtzehn Monaten nach ihrer Zustellung an­
  zupassen und setzen hiervon die Kommission unverzüglich in Kenntnis .
  Artikel 10
          Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
 ---pagebreak---  ANHANG ZUll RI CHTLINT3NVORSCHLAG FÜR DIU AUGL^ICHUNG DIR P^CHTSVOR-
 SCHRIFOT DUR MITGLUID 3TAAT3N ÜBER DE3       JOS3UFG . D75H SCHÜTTDICHTE VON
                                 - ' G3TR1ID3
 Normalnessgoräte zur Kcssart? dor ETIG- Schüt tdl cb te von Gotroi'Ve .
 I. MUVOESCHP.I^Iî
 1 . Die Normalgerate jb^atßihon.-3us Hohlmass,' Killeinr-ixiirirurig, Abstreich-
      oinrichtung, Wägeoinrichtung und Füllmass .
     Dio Geräte . sind -dn laHert ihren Teilen f&st und sorgfältig hargas-tej.lt .
     Alle mit dem Getreide in Berührung kommenden Flächen sind glatt und
     bestehen aus praktisch unveränderlichem Metall ( z.B. Messing, rost­
     freier Stahl ), das eine ausreichende Dicke besitzt , damit bei nor­
     maler Verwendung keine Verformungen auftreten .
2 . Hohlmass
     2.1 . Das Hohlmass hat dio Form eines geraden Kreiszylinders j sein
            oberer Rand ist oben abgeFchliffon .
     2.2 . Das Hohlmass befindet sich beim Fullen stets in dor gleichen
            Stellung unter der Fülleinrichtung .
            •• .
     2.j . über dorn in Füllstollung befindlichen Hohlmass ist ein Full-
           ring angebracht , der den gleichen Innendurchmesser wie das
           Hohlmass hat .    Das Abstreichmesser muss zwischen beiden Teilen
           in geringem Abstand von diesen hindurchgehen , ohne sie zu be­
           rühren .
3 . Fulleinrichtung
     3.1 . Die Fülieinrichtung besteht aus Fülltrichter mit Verschluss-
           klappe und Zerstreuor . •
     3.2 . Der Fülltrichter hat die Form eines Kogel stumpfes , an den
           sich oben ein zylindrischer - Rand und unten ein Auslaufstutzon
           anschliessen .
     3.3 . Der Fülltrichter ist so angebracht , dass seine Achse mit dor
           Achse des Hohlmasses in Füllstellung zusammenfällt .
     3.4 . Der Zerstreuor hat. eine , bestimmte vorgeschriebene Form ,     ür
           ragt in den Auslaufstutsen hinein und ist verstellbar .        Seine
           Achse fällt mit der Achse dos Fülltrichters zusammen .
 ---pagebreak---                                - 12 -
Abstreichoinrichtung
 4.1 . Dio Abstraicheinrichtung besteht aus Abstreichmassor, Führungs
       oinrichtung und Zugeinrichtung .
4.2 . Das Abstroichmesser ist obon, waagerecht galagort und biagt
       sich baim Grabrauch nicht durch .
4.3 . Dio Führungseinrichtung sorgt für die Bawagung das Abstreich-
       mossars zwischen der Untarkanta das Füllringes und dar Ober­
       kante das Hohlraassos .
4.4 . Die Zugoinrichtung zieht das Abstraichmessar in kontinuier­
       licher Bewegung durch das Gotreido .
4»5 * Hach Füllung und Wägung des Hohlmassos wird das auf dam
    ■ Abstreichmosser liegende überschüssige Getreide von einam
       Sammelkastan aufgefangen . "        ' r
Wageeinri nhtunfir
5.1 . Das mit Getreide gefüllte Hohlmass wird auf einer gleich-
       armigen Balkenwaage von 50kg Höchstlast , von dnr ?5WG-Bauärt ,
       fills dieso sohon besteht , ■ gewogen .
5.2 . Die Gowichtschale der Waage muss dam leeren Hohlmass das
       Gleichgewicht halten .
Gosamteinrichtung
6.1 . Die ZDinzaltaila dos Garätes , aussar Hohlmass und Waage , sind
       an einam Gerüst befestigt , mit dessen Hilfe die horizontale
       Lage des oberen Randes dos Hohlmassas in Füll Stellung fest­
       gelegt werden kann .
6.2 . Das Gerüst das Messgerätos ist mit einem Lot von mindestens
       500 mm Länga oder einar Libelle gloichar Empfindlichkoit ver­
       sehen . Diese Einrichtungen müssen einspialen , wenn der Rand
       dos Hohlmasses in Füllstellung horizontal liegt .
Abimssungen der Einzelteile
Hohlmass
Innondurchmossar                                295 nun - 1 mm
Volumon                                         20 1     - 0,01 1
Abstand der Innenseite des Bodens dos
Hohlmassos von der ^nterkante dos ko­
nischen Auslaufstutzens des Hohlmasses                  +
der Fülleinrichtung                             500 mm     2 mm
Abstand dos Abstreichmessers vom Rand
dos Hohlmasses                                  0, 5 mm - 0, 2 mm
 ---pagebreak---                                  - 13 -
Fullring
Innondurchmosser                                          295 mm - 1 mm
Fûlltrichtor                          •'
Lan^o dar Achsa dos obaran zylindrisdheri Tails           120 mm -' 2 mm
Länge dar Achse das konischan Toils     '       ... 240 mm - 1 mm .
Länga dar Achse das unteren konischen Auslauf-
stutzans                      '•                    .      ö0 mm - 0,5 mm
                                                                  +
Gesamtlänge dar Achse das Fülltrichters                   440 mm - 3 mm
Innondurchmasser des oberen zylindrischan Tails           390 mm - 1 mm
Innendurchmesser das unteren konischan Auslauf-
stutzons    oban ( g' )                                   84,5mm - 0,5 mm
           unten ( g")                                    86,5mm - 0,5 mm
Difforanz g" - g'            - °                           2 mm - 0,5 m
Zarstrauar
Durchmossor das Schaftas                                   11 mm - 0,2 mi
Haltmassar dar Hohlkehle                                   1 6 mm - 0,5 mm
Hoha dos zylindrischen Toils                                 5 mm - 0,3 nun
                                                                  +
Durchmesser das zylindrischon Tails                     - 33 mm - C ,^ mm
Abstraichoinrichtung
Belastungsgowicht der Zugeinrichtung                         5 kg - 0, 1 kg
Fullmass
Raumgohalt bis zum Rand .,                           -• . 24 1    – 0, 1..1
Abbildung                  -
Das Normalgerat ist -auf dßri-Eeichmmg' iaL, .Anhang abgebildet .
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  il . B: "rDr"$ru]!TGSAîT>r3iguîT G
  Das zu untersuchende Getreide soll frei von Basatz sein und etwa dia
  Temperatur des Maasraums haben . 3s soll lufttrocken sein, d.h . sich
  in hygroskopischem Gleichgewicht mit der Luft des Massraums befinden .
  Zu diesem Zwack lässt man es vor der Schüttung atwa 10 Stunden in
  dünnor Schicht ausgebreitet liegen . Dia relative Luftfeuchte des
  Messraums soll 6ofo nicht überschreiten .
  Die Schüttdichte der Füllung ist von der verwendeten Menge und der Art
  des 7;inschüttens das Getreides in den Fülltrichter abhängig, daher muss
  in folgender Weise verfahren werdon :
  Das Hohlmass 1 ( siehe Zeichnung im Anhang) wird in seine Füllstollung
  koaxial zum Füllring 2 und Fülltrichter 3 gebracht und unter Betätigung
  des Handgriffes 15 durch dan Bolzen 16 fastgelegt . Dann wird das
  Abstreichmessor 9 in seine Ausgangslago gebracht und mit dem Griff 12
  verriegelt .
  Nun werdon etwa 24 Liter Getreide im ( nicht dargestellten ) Schüttge-
  fäss abgemossan und in den Fülltrichter 3 gegossen, dassen Verschluss-
  klappo 4 dabei dan Auslaufstutzen 8 sperrt . Der Riegel 5 der Vor-
  schlussklappe wird gezogen , dia Klappe 4 öffnet sich , wird von der
  Sperre 6 gefangen und das Getreide fliesst aus dem Trichter 3 , durch
  dan Kragen 2 a gegen Störungen geschützt , in das auf dorn Untersatz 14
  stehende Hohlmass 1 .           Sine Durchbiegung dar Schienen , auf denen dia
- Rollen des Untersatzes laufan, wird von der Stütze 14a verhindert .
  Um eine stets gleichmässige Füllung des Hohlmasses zu gewährleisten,
  hat der Trichter 3 aina Überfüllung mit otwa 4 Liter Getreide erhalten,
  dia bei vollständig gefülltem Hohlmass im Füllring 2 verbliöben ist
  und durch Ziehen des an dar Traverse 11 gelenkig angebrachten Riagols
  12 des Abstreichmessers von der Füllung dos Hohlmasses getrennt
' ("abgestrichen") wird . Das Abstroichmosser wird von dem Zuggewicht 13
  angetrieben und hat vorn eino Schneide , womit die am Rande des Hohl-
  masses liegenden Körner , die ein gloichmässiges Abstreichen hindern
  konnton, durchgeschnitten werden . Hat das Abstreichmessor 9 soino
  Endlage erroicht , wird das auf dem Untersatz 14 stehende Hohlmass 1
  mit dem Handgriff 15 herausgezogen , vom Untersatz abgehoben, auf die
  Waage gesatzt und die Masse seiner Füllung auf - 5g bestimmt .
                                                                           • 4/ • •
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       Durch Zurückziehen dos Abstreic'hmassörs 9 in soina Ausgangslaga fallt
                                     ; • . jîwv a€-dr.Â,r . -
       daa auf ihm befindliche überschüssige "Götraido in dan Sammelkas+an 17 ,
      wobei abspringenda Gatreidekorrier vöri dem Mantel' 1ö in dan Sammel-
       kaston goloitat werdan . . Danach wird nach Losen dar Sparra 6 durch
      Drehen dos Handradas 4a die Klappe 4 wieder in - Verschiß t-olilung ge­
       bracht .   Mit dan Fusschrauben 19 wird das Gerüst 20 stets so aus-
       garichtot , dass dia Oberkante des Hohlmasses bei Fullen in oinar
      waagerechten Ebene liegt .
      Dia Angaban dos Garätas können durch Höherstollen daa Zorstrauorar               7
      verkleinert , durch Tiafarstellan vergrössert wardon .
      Soll oina weitere Messung mit darsalban Probe vorgenommen Verden , so
      ist das Getreide aus dam Hohlmass mit dam Getreide aus dam Sammel-
      kastan zu mischen .
      Dar mit 5 multipliziarta , von der T-Jageeinrichtung angegebene Wert
      gibt dia Schüttdichte in kg/kl an .
                                    >
III . PnïïFUÏÏG UÎID JUSTI3RUÏTG
       1 . Abmessungen und Raumgehalt
      Dia in Kapital I § 7 genannton Abmessungen und der Raumgahalt sind
      mit geeigneten Messgeräten zu prüion .
      2 . Funktionsprüfung mit Getreida
      Dia nationalen Hormalgaräte müssen durch Vergleich mit dam 3WG-
      Eormalgerät mi"t Hilfe einas transportablen ITormalgerätos geprüft und
      justiart wardan .
      2.1 . Für dia Prüfung wird Manitoba-tfeizen vorwendet , da diaser an-
             näharnd kugalförmiga Körner aufweist . Seine Schüttdichte ist
             nicht niedriger als 80 lug/hl .         3r befindet sich in hygrosko­
             pischem Gleichgewicht mit der umgabenden Luft ,        lüs wardan sechs N
             Messungen nach der Sichant/eisung in Kapitel II dieses Anhangs
             ausgeführt . Wird dabei das zu prüfende Hormalgerät mit P und das
             ''HfG-Uormalgarät mit N bazaichnet , so führt man dia Messungen
             nach folgendam Schema aus :
                 vorgleich Nr .                1       2      3  4    5     6
                Eaihonfolga der Gerate        IC     PN     ïï? PI  M?    PIT
                                                                              • • /• •
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2.1.1 . Al .s Fehler das Garaths- gilt die Diffaranz dos Mittelwertes
          aus den sachs Angaben von P und des Mittalwartas aus den
          sachs Angaben von N. „Per .Fahler ist nicht grösser als - 10g .
2.1.2 . Die Abweichungen der 3inzolwerte vom Mittalwert sind nicht
          höher als - 10 g .
2.1.3 . Wird dia zulässige Fahlorgranze nach 2.1.1 . übarschritten ,
     '    so wird dar Zarstreuer verstellt und die Prüfung wiederholt .
2.2 . Wird dia zulässige Fehlergrenze nach 2.1.2 . überschritten , so
        ist das Getreide noch zu inhomogan und muss nochmals für etwa
        10 Stundan im Messraum ausgebreitet werden .
3 . T'Jagooinrichtung
   I
3.1 . Die Fehler der ¥aage im Bereich von Lasten von 10 bis 20 kg
        sind nicht grösser als i , 0, 01$ der Belastung .
3.2 . Die Summe der Fahler der verwendeten Gewichtstücke ist nicht
        grösser als i 0,02$ ihrer Ilasse .
            t
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         Lagando zur beigefügten Abbildung
   1 . Hohlmass
   2 . Füllring mit Kragon 2 a
   3 * Fülltrichter
  4 » Vorschlussklappo mit Handrad 4 a
  5 . Riagal dar Varschlussklappa
  6 . Sparra dar Vorschlussklappa
  7 . Zorstrauor
  3 . Auslaufstutzan
  9 . Abstraichmassar
10 . Führungsainrichtung dos Abstraichmassars
11 . Travarsa mit Stützen 11 a
12 . Riagal das Abstraichmassars
13 . Zuggawicht
14 « Untersatz mit Schiananstutza 14a
15 * Handgriff das Untersatzes
16 . Bolzari
1 7 • Sammalkastan
18 . Mantal
19 * Fusschraubon
20 . Garust
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                                                                  (-        390* 1-–|
                                                       ■■.      ' –~T                 1
                                                                        m   (f\     M bkzzzzka
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                                                              X–g ks^f W-4                       /
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                                                           lr^-4-OlC?fb"
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                                                                                               ri ? •
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                                                                                                    •
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