CELEX: 62006CJ0015
Language: de
Date: 2007-03-22
Title: Urteil des Gerichtshofes (Fünfte Kammer) vom 22. März 2007.#Regione Siciliana gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften.#Rechtsmittel - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) - Beendigung einer finanziellen Beteiligung - Nichtigkeitsklage - Zulässigkeit - Regionale oder lokale Einheit - Rechtsakte, die diese Einheit unmittelbar und individuell betreffen - Unmittelbare Betroffenheit.#Rechtssache C-15/06 P.

Rechtssache C-15/06 P
      Regione Siciliana
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      „Rechtsmittel – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) – Beendigung einer finanziellen Beteiligung – Nichtigkeitsklage – Zulässigkeit – Regionale oder lokale Einheit – Rechtsakte, die diese Einheit unmittelbar und individuell betreffen – Unmittelbares Betroffensein“
      Urteil des Gerichtshofs (Fünfte Kammer) vom 22. März 2007 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Nichtigkeitsklage – Natürliche oder juristische Personen – Handlungen, die sie unmittelbar und individuell betreffen
      (Art. 230 Abs. 4 EG)
      2.     Europäische Gemeinschaften – Gerichtliche Kontrolle der Rechtmäßigkeit von Handlungen der Organe – Erfordernis für natürliche
            oder juristische Personen, ein Vorabentscheidungsersuchen zur Prüfung der Gültigkeit zu veranlassen
      (Art. 10 EG, 230 Abs. 4 EG und 234 EG)
      1.     Aufgrund von Art. 230 Abs. 4 EG kann eine regionale oder lokale Einheit, soweit sie nach nationalem Recht Rechtspersönlichkeit
         hat, gegen die an sie ergangenen Entscheidungen und gegen diejenigen Entscheidungen Klage erheben, die, obwohl sie als Verordnung
         oder als eine an eine andere Person gerichtete Entscheidung ergangen sind, sie unmittelbar und individuell betreffen. Die
         Voraussetzung, dass eine natürliche oder juristische Person von der mit der Klage angefochtenen Entscheidung unmittelbar betroffen
         sein muss, ist nur dann erfüllt, wenn die beanstandete Maßnahme der Gemeinschaft sich auf die Rechtsstellung dieser Person
         unmittelbar auswirkt und ihren Adressaten, die mit ihrer Durchführung betraut sind, keinerlei Ermessensspielraum lässt, ihr
         Erlass vielmehr rein automatisch erfolgt und sich allein aus der Gemeinschaftsregelung ergibt, ohne dass weitere Durchführungsvorschriften
         angewandt werden.
      
      Allerdings bedeutet die Benennung einer regionalen oder lokalen Einheit als für die Durchführung eines Projekts des Europäischen
         Fonds für regionale Entwicklung verantwortliche Behörde nicht, dass diese Einheit selbst Inhaberin des Anspruchs auf den fraglichen
         Zuschuss ist. Ebenso unerheblich ist die Tatsache, dass die betreffende regionale Einheit im Anhang der Entscheidung über
         die Bewilligung dieses Zuschusses als für den Antrag auf finanzielle Beteiligung verantwortliche Behörde genannt wird. Denn
         die Stellung als „für den Antrag verantwortliche Behörde“, auf die der Anhang der Bewilligungsentscheidung Bezug nimmt, führt
         nicht zur Herstellung einer unmittelbaren Beziehung zwischen dieser Behörde und dem Gemeinschaftszuschuss, der im Übrigen
         laut der Bewilligungsentscheidung von der Regierung eines Mitgliedstaats beantragt und diesem Mitgliedstaat gewährt wurde.
      
      (vgl. Randnrn. 29, 31-32, 36)
      2.     Der Einzelne muss die Möglichkeit haben, einen effektiven gerichtlichen Schutz der Rechte in Anspruch zu nehmen, die er aus
         der Gemeinschaftsrechtsordnung herleitet. Der gerichtliche Schutz natürlicher oder juristischer Personen, die wegen der Zulässigkeitsvoraussetzungen
         des Art. 230 Abs. 4 EG Gemeinschaftshandlungen nicht unmittelbar anfechten können, muss über Rechtsbehelfe vor den nationalen
         Gerichten wirksam gewährleistet werden. Diese haben gemäß dem in Art. 10 EG aufgestellten Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit
         die nationalen Verfahrensvorschriften über die Einlegung von Rechtsbehelfen möglichst so auszulegen und anzuwenden, dass natürliche
         und juristische Personen die Rechtmäßigkeit jeder nationalen Entscheidung oder anderen Maßnahme, mit der eine Gemeinschaftshandlung
         auf sie angewandt wird, gerichtlich anfechten können, indem sie sich auf die Ungültigkeit dieser Handlung berufen und die
         nationalen Gerichte dadurch veranlassen, dem Gerichtshof insoweit Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen.
      
      (vgl. Randnr. 39)
URTEIL DES GERICHTSHOFS (Fünfte Kammer)
      22. März 2007(*)
      
      „Rechtsmittel – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) – Beendigung einer finanziellen Beteiligung – Nichtigkeitsklage – Zulässigkeit – Regionale oder lokale Einheit – Rechtsakte, die diese Einheit unmittelbar und individuell betreffen – Unmittelbare Betroffenheit“
      In der Rechtssache C‑15/06 P
      betreffend ein Rechtsmittel nach Art. 56 der Satzung des Gerichtshofs, eingelegt am 4. Januar 2006,
      Regione Siciliana, Prozessbevollmächtigter: G. Aiello, avvocato dello Stato, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
      Rechtsmittelführerin,
      andere Verfahrensbeteiligte:
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch E. de March und L. Flynn als Bevollmächtigte im Beistand von G. Faedo, avvocatessa, Zustellungsanschrift
         in Luxemburg,
      
      Beklagte im ersten Rechtszug,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Fünfte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten R. Schintgen sowie der Richter A. Borg Barthet und M. Ilešič (Berichterstatter),
      Generalanwalt: J. Mazák,
      Kanzler: L. Hewlett, Hauptverwaltungsrätin,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 17. Januar 2007,
      aufgrund des nach Anhörung des Generalanwalts ergangenen Beschlusses, ohne Schlussanträge über die Rechtssache zu entscheiden,
      folgendes
      Urteil
      1       Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die Regione Siciliana die Aufhebung des Urteils des Gerichts erster Instanz der Europäischen
         Gemeinschaften vom 18. Oktober 2005, Regione Siciliana/Kommission (T‑60/03, Slg. 2005, II‑4139, im Folgenden: angefochtenes
         Urteil), mit dem das Gericht ihre Klage auf Nichtigerklärung der Entscheidung C (2002) 4905 der Kommission vom 11. Dezember
         2002 (im Folgenden: streitige Entscheidung) als unbegründet abgewiesen hat; mit dieser Entscheidung war der Zuschuss, der
         der Italienischen Republik mit der Entscheidung C (87) 2090 026 der Kommission vom 17. Dezember 1987 über die Bewilligung
         eines Zuschusses des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von mindestens 15 Millionen [Euro] für eine
         Infrastrukturinvestition in Italien (Region: Sizilien) gewährt worden war, gestrichen und der von der Kommission bereits ausgezahlte
         Vorschuss zurückgefordert worden.
      
       Rechtlicher Rahmen
      2       Zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts im Sinne des Art. 158 EG wurden die Verordnung (EWG) Nr. 2052/88
         des Rates vom 24. Juni 1988 über Aufgaben und Effizienz der Strukturfonds und über die Koordinierung ihrer Interventionen
         untereinander sowie mit denen der Europäischen Entwicklungsbank und der anderen vorhandenen Finanzinstrumente (ABl. L 185,
         S. 9) in der Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 2081/93 des Rates vom 20. Juli 1993 (ABl. L 193, S. 5) (im Folgenden: Verordnung
         Nr. 2052/88) und die Verordnung (EWG) Nr. 4253/88 des Rates vom 19. Dezember 1988 zur Durchführung der Verordnung (EWG) Nr.
         2052/88 hinsichtlich der Koordinierung der Interventionen der verschiedenen Strukturfonds einerseits und zwischen diesen und
         den Interventionen der Europäischen Investitionsbank und der sonstigen vorhandenen Finanzinstrumente andererseits (ABl. L 374,
         S. 1) in der durch die Verordnung (EWG) Nr. 2082/93 des Rates vom 20. Juli 1993 (ABl. L 193, S. 20) geänderten Fassung (im
         Folgenden: Verordnung Nr. 4253/88) erlassen.
      
      3       Art. 4 Abs. 1 Unterabs. 1 der Verordnung Nr. 2052/88 lautet:
      „Die Gemeinschaftsaktion stellt eine Ergänzung oder einen Beitrag zu den entsprechenden nationalen Aktionen dar. Sie kommt
         zustande durch eine enge Konzertierung zwischen der Kommission, dem betreffenden Mitgliedstaat, den von ihm auf nationaler,
         regionaler, lokaler oder sonstiger Ebene benannten zuständigen Behörden und Einrichtungen …, wobei alle Parteien als Partner
         ein gemeinsames Ziel verfolgen. Diese Konzertierung wird nachstehend als Partnerschaft bezeichnet. Die Partnerschaft erstreckt
         sich auf die Vorbereitung, Finanzierung und Begleitung sowie auf die Vorausbeurteilung und die Ex-post-Bewertung der Aktionen.“
      
      4       Unter der Überschrift „Zusätzlichkeit“ bestimmt Art. 9 Abs. 1 der Verordnung Nr. 4253/88: „Zur Gewährleistung einer tatsächlichen
         wirtschaftlichen Auswirkung dürfen die Mittel der Strukturfonds … nicht an die Stelle der öffentlichen Strukturausgaben oder
         Ausgaben gleicher Art des Mitgliedstaats in allen der im Rahmen eines Zieles förderungswürdigen Gebieten treten.“
      
      5       Art. 24 der Verordnung sieht vor:
      „(1) Wird eine Aktion oder eine Maßnahme so ausgeführt, dass die gewährte finanzielle Beteiligung weder teilweise noch insgesamt
         gerechtfertigt erscheint, so nimmt die Kommission eine entsprechende Prüfung des Falles im Rahmen der Partnerschaft vor und
         fordert insbesondere den Mitgliedstaat oder die von ihm für die Durchführung der Aktion benannten Behörden auf, sich innerhalb
         einer bestimmten Frist dazu zu äußern.
      
      (2) Nach dieser Prüfung kann die Kommission die finanzielle Beteiligung an der betreffenden Aktion oder Maßnahme kürzen oder
         aussetzen, wenn durch die Prüfung bestätigt wird, dass eine Unregelmäßigkeit oder eine erhebliche Veränderung der Art oder
         der Durchführungsbedingungen der Aktion oder Maßnahme vorliegt und diese Veränderung der Kommission nicht zur Zustimmung unterbreitet
         wurde.
      
      (3) Nicht rechtmäßig gezahlte Beträge sind an die Kommission zurückzuzahlen. …“
       Vorgeschichte des Rechtsstreits
      6       Mit einem Antrag, der am 23. September 1986 bei der Kommission einging, beantragte die Italienische Republik einen Zuschuss
         des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für eine Infrastrukturinvestition in Sizilien, nämlich für den dritten
         Bauabschnitt eines Staudamms am Gibbesi. Der Antrag betraf die Errichtung von Nebenanlagen zum Dammkörper und nahm auf den
         zweifachen Zweck des Dammes Bezug, der eine verlässliche Wasserversorgung des geplanten Industriegebiets von Licata und die
         Bewässerung von rund 1 000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen gewährleisten sollte.
      
      7       Mit der Entscheidung C (87) 2090 026 (im Folgenden: Bewilligungsentscheidung) gewährte die Kommission der Italienischen Republik
         einen Zuschuss des EFRE von höchstens 94 490 620 056 ITL (etwa 48,8 Millionen Euro). Hierauf wurde an die Italienische Republik
         ein Vorschuss in Höhe von insgesamt 75 592 496 044 ITL (etwa 39 Millionen Euro) ausgezahlt. 
      
      8       Mit Schreiben vom 23. Mai 2000 teilten die italienischen Behörden der Kommission mit, dass die Arbeiten am Dammkörper seit
         dem 11. November 1992 abgeschlossen seien, der Staudamm aber nicht betriebsbereit sei. Mit demselben Schreiben übermittelten
         die italienischen Behörden der Kommission außerdem eine Note der Regione Siciliana vom 17. Januar 2000, in der diese sich
         förmlich zur Durchführung der erforderlichen Arbeiten verpflichtete, um den Staudamm betriebsbereit und nutzbar zu machen.
      
      9       Mit Schreiben vom 29. März 2001 übersandten die italienischen Behörden der Kommission ihren Abschlusszahlungsantrag sowie
         eine Note der Regione Siciliana vom 5. März 2001. Aus dieser Note ging hervor, dass der Ente minerario siciliano (sizilianische
         Bergwerksbehörde), der Bauherr des Staudamms, aufgelöst worden war, dass das Industriegebiet von Licata nicht hatte geschaffen
         werden können und dass deshalb der ursprüngliche Bestimmungszweck des Stauwassers geändert werden musste. Um die in Betracht
         kommenden Nutzungszwecke des Stauwassers zu ermitteln, war ein Gutachten in Auftrag gegeben worden.
      
      10     Angesichts dieser Informationen beschloss die Kommission, das in Art. 24 der Verordnung Nr. 4253/88 und der Bewilligungsentscheidung
         vorgesehene Prüfverfahren einzuleiten. Mit Schreiben vom 26. September 2001 teilte sie der Italienischen Republik den Sachverhalt
         mit, den sie als eine Unregelmäßigkeit betrachtete und der möglicherweise eine Streichung des Zuschusses rechtfertige. Sie
         forderte die italienischen Behörden, die Regierung der Region Sizilien und den Endbegünstigten des Zuschusses zu einer Stellungnahme
         innerhalb von zwei Monaten auf.
      
      11     Mit Schreiben vom 29. November 2001 übermittelte die Italienische Republik der Kommission die Stellungnahme der Regione Siciliana.
         Aus dieser ging hervor, dass für die Inbetriebnahme des Bauwerks noch kein – auch nur vorläufiges – Datum festgelegt worden
         war.
      
      12     Mit Schreiben vom 21. Februar 2002 machte die Regione Siciliana weitere Angaben zum Baustand des Vorhabens und legte einen
         Zeitplan vor, wonach die Arbeiten bis zum 2. Februar 2003 abgeschlossen werden sollten. 
      
      13     Nach Ansicht der Kommission bestätigten diese Angaben das Vorliegen verschiedener Unregelmäßigkeiten im Sinne von Art. 24
         der Verordnung Nr. 4253/88. Sie erließ daraufhin am 11. Dezember 2002 die streitige Entscheidung. Mit dieser Entscheidung
         strich die Kommission den Zuschuss, gab den für die Restzahlung bereitgestellten Betrag frei und forderte den gezahlten Vorschuss
         zurück.
      
       Verfahren vor dem Gericht und angefochtenes Urteil
      14     Am 20. Februar 2003 erhob die Regione Siciliana eine Nichtigkeitsklage gegen die streitige Entscheidung. Das Gericht wies
         diese Klage mit dem angefochtenen Urteil als unbegründet ab.
      
      15     Bevor das Gericht über die Begründetheit entschied, verwarf es die Einrede der Unzulässigkeit, die die Kommission mit der
         Begründung erhoben hatte, dass die Regione Siciliana nicht klagebefugt sei. Die Kommission bestritt zwar nicht, dass die Regione
         Siciliana im Sinne des Art. 230 Abs. 4 EG von der streitigen Entscheidung individuell betroffen ist; sie vertrat jedoch die
         Ansicht, dass die Regione Siciliana von dieser Entscheidung nicht unmittelbar betroffen sei.
      
      16     Zur Frage der Zulässigkeit der Klage enthält das Urteil im Wesentlichen folgende Begründung:
      „47      Mit der Streichung des gesamten Zuschusses wurde … mit der [streitigen] Entscheidung hauptsächlich die der Kommission obliegende
         Verpflichtung widerrufen, den restlichen Zuschuss (in Höhe von 9,8 Millionen Euro) auszuzahlen, und die Rückzahlung des Vorschusses
         (in Höhe von etwa 39 Millionen Euro) angeordnet, der an die Italienische Republik gezahlt und an die Klägerin weitergegeben
         worden war.
      
      48      Nach Auffassung des Gerichts musste sich eine derartige Entscheidung auf die Rechtsstellung der Klägerin in mehrfacher Hinsicht
         auswirken. Dabei beließ die [streitige] Entscheidung den italienischen Behörden auch keinen Ermessensspielraum, da ihre Durchführung
         rein automatisch erfolgte und sich allein aus der Gemeinschaftsregelung ergab, ohne dass weitere Durchführungsvorschriften
         angewandt wurden.
      
      …      
      53      Was zunächst die Änderung der Rechtsstellung der Klägerin anbelangt, so war es eine erste unmittelbare und sofortige Wirkung
         der [streitigen] Entscheidung, dass sich durch den Entzug des von der Kommission zu zahlenden restlichen Zuschussbetrags (in
         Höhe von etwa 9,8 Millionen Euro) die Vermögenslage der Klägerin veränderte. Der nicht ausgezahlte Restbetrag des Zuschusses
         wird von der Kommission nicht an die Italienische Republik ausgezahlt werden, weil der Zuschuss gestrichen wurde. Die italienischen
         Behörden werden daher nicht in der Lage sein, diesen Betrag an die Klägerin weiterzuleiten. …
      
      54      Die [streitige] Entscheidung ändert die Rechtsstellung der Klägerin auch infolge der Verpflichtung, die als Vorschuss gezahlten
         Beträge (in Höhe von etwa 39 Millionen Euro) zurückzuzahlen. Denn die [streitige] Entscheidung bewirkte unmittelbar eine Umwandlung
         der Rechtsstellung der Klägerin als unstreitig anerkannte Gläubigerin dieser Beträge zu der Stellung als zumindest potenzielle
         Schuldnerin der Beträge. …
      
      …
      56      Was weiterhin das Kriterium der automatischen Anwendbarkeit der [streitigen] Entscheidung angeht, ist darauf hinzuweisen,
         dass die Entscheidung in mechanischer Weise bereits als solche die oben in den Randnummern 53 und 54 beschriebene zweifache
         Auswirkung auf die Klägerin hatte.
      
      57      Diese zweifache Auswirkung der [streitigen] Entscheidung ergibt sich allein aus dem Gemeinschaftsrecht, nämlich aus Artikel
         211, dritter Gedankenstrich, EG in Verbindung mit Artikel 249 Absatz 4 EG. Die nationalen Behörden verfügen deshalb hinsichtlich
         ihrer Verpflichtung, die Entscheidung durchzuführen, über keinerlei Ermessensspielraum. 
      
      58      Den in den vorstehenden Randnummern 56 und 57 getroffenen Feststellungen steht nicht das Argument der Kommission entgegen,
         dass die nationalen Behörden theoretisch beschließen könnten, durch eine staatliche Finanzierung des Restbetrags des gestrichenen
         Zuschusses und der Rückzahlung der der Klägerin bereits zugewandten Gemeinschaftsvorschüsse oder eines dieser beiden Teilbeträge
         die Klägerin von den finanziellen Konsequenzen freizustellen, mit denen die [streitige] Entscheidung die Klägerin unmittelbar
         belastet.
      
      59      Eine etwaige innerstaatliche Finanzierungsentscheidung dieser Art änderte nämlich nichts an der automatischen Anwendbarkeit
         der Entscheidung der Kommission. Durch eine solche Finanzierungsentscheidung würde die gemeinschaftsrechtliche Durchführung
         der [streitigen] Entscheidung rechtlich nicht berührt. Eine solche nationale Entscheidung würde die Lage, in der sich die
         Klägerin vor dem Erlass der [streitigen] Entscheidung befand, dadurch wiederherstellen, dass sie ihrerseits ein zweites Mal
         die Rechtsstellung der Klägerin änderte, die zuerst, und zwar in automatischer Weise, durch die [streitige] Entscheidung geändert
         worden war. Diese zweite Änderung der Rechtsstellung der Klägerin ergäbe sich allein aus der innerstaatlichen Entscheidung
         und nicht aus der Durchführung der [streitigen] Entscheidung.“
      
       Haupt- und  Anschlussrechtsmittel
      17     Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die Rechtsmittelführerin die Aufhebung des angefochtenen Urteils und die Nichtigerklärung
         der streitigen Entscheidung. Sie stützt sich dabei auf mehrere Rechtsmittelgründe, mit denen sie Rechtsfehler sowie Widersprüche
         in der Begründung des angefochtenen Urteils in Bezug auf die vom Gericht vorgenommene Würdigung der Begründetheit rügt.
      
      18     Die Kommission beantragt die Zurückweisung des Rechtsmittels und zusätzlich die Aufhebung des angefochtenen Urteils. Insoweit
         hat sie ein Anschlussrechtsmittel eingelegt, mit dem sie rügt, dass das Gericht gegen Art. 230 Abs. 4 EG verstoßen und Begründungsfehler
         begangen habe, als es die von ihr erhobene Unzulässigkeitseinrede verworfen habe.
      
      19     Da das Anschlussrechtsmittel, das sich auf die Zulässigkeit der von der Regione Siciliana beim Gericht erhobenen Klage bezieht,
         ein den Fragen, die das Hauptrechtsmittel hinsichtlich der Begründetheit aufwirft, vorgelagertes Problem betrifft, ist es
         zuerst zu prüfen.
      
       Zum Anschlussrechtsmittel
       Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
      20     Mit ihrem Anschlussrechtsmittel macht die Kommission geltend, dass die Erwägungen des Gerichts zur Zulässigkeit der Klage
         auf der unzutreffenden Prämisse beruhten, dass die Regione Siciliana durch die Bewilligungsentscheidung unmittelbar in die
         Lage einer Gläubigerin hinsichtlich des gewährten Zuschusses versetzt worden sei. Nach Ansicht der Kommission beruhte die
         Möglichkeit für die Regione Siciliana, einen Zuschuss des EFRE für den Staudamm am Gibbesi zu erhalten, auf freien Entscheidungen
         der Italienischen Republik.
      
      21     Selbst wenn man im Übrigen annähme, dass die Regione Siciliana tatsächlich Gläubigerin des Gemeinschaftszuschusses gewesen
         sei, wäre dies eine Folge von Bestimmungen oder Entscheidungen des nationalen Rechts.
      
      22     Würde der Gerichtshof die Auslegung, die das Gericht im angefochtenen Urteil vorgenommen habe, bestätigen, hätte dies nach
         Ansicht der Kommission im Hinblick auf den Rechtsschutz der Empfänger von Strukturfondsmitteln nicht hinnehmbare Auswirkungen.
         Denn jedes Rechtssubjekt, das Endbegünstigter von Strukturfondsmitteln sei, wäre von den Entscheidungen der Kommission über
         die gewährten Mittel unmittelbar betroffen. 
      
      23     Das angefochtene Urteil sei außerdem widersprüchlich. So habe das Gericht angenommen, dass sich die Änderung der Rechtsstellung
         der Rechtsmittelführerin unmittelbar und automatisch aus der streitigen Entscheidung ergebe, und zugleich anerkannt, dass
         die von den italienischen Behörden wahrgenommene Funktion unerlässlich sei. Mit der Verwendung des Begriffs „zumindest potenzielle
         Schuldnerin“ in Randnr. 54 des angefochtenen Urteils habe das Gericht ferner eingeräumt, dass die Italienische Republik über
         ein Ermessen verfüge, wenn es darum gehe, die Folgen der streitigen Entscheidung auf die Rechtsmittelführerin abzuwälzen.
      
      24     Die Rechtsmittelführerin trägt vor, die streitige Entscheidung habe sich unmittelbar auf ihre Rechtsstellung ausgewirkt, da
         sich ihre Stellung von der eines Zuschussempfängers in die eines Rückzahlers der erhaltenen Vorschüsse verwandelt habe.
      
      25     Die italienischen Behörden hätten nämlich hinsichtlich der Durchführung der streitigen Entscheidung über keinerlei Ermessensspielraum
         verfügt. Insoweit habe das Gericht zutreffend festgestellt, dass eine mögliche finanzielle Umgestaltung auf Veranlassung der
         Italienischen Regierung die Folge einer nationalen Entscheidung sei, die nichts mit der Verpflichtung zur Durchführung der
         streitigen Entscheidung zu tun habe.
      
      26     Die Rechtsmittelführerin weist ferner darauf hin, dass das Staudammprojekt am Gibbesi in ihre Zuständigkeit falle und sie
         im Anhang der streitigen Entscheidung als für den Antrag auf finanzielle Beteiligung verantwortliche Behörde genannt sei.
      
      27     Die streitige Entscheidung habe sie daran gehindert, ihre Befugnisse so, wie sie es beabsichtige, auszuüben. Diese Entscheidung
         habe sie u. a. gezwungen, die Anwendung der Rechtsvorschriften über das Vorhaben einzustellen und das Verfahren zur Rückforderung
         der Beihilfen von den Begünstigten einzuleiten.
      
      28     In der mündlichen Verhandlung hat die Rechtsmittelführerin außerdem darauf hingewiesen, dass es eine Rechtsverweigerung darstellen
         würde, ihre Klage für unzulässig zu erklären, weil sie als Körperschaft unterhalb der staatlichen Ebene die Italienische Republik
         nicht vor den nationalen Gerichten verklagen könne.
      
       Würdigung durch den Gerichtshof
      29     Aufgrund von Art. 230 Abs. 4 EG kann eine regionale oder lokale Einheit, soweit sie − wie die Regione Siciliana − nach nationalem
         Recht Rechtspersönlichkeit hat, gegen die an sie ergangenen Entscheidungen und gegen diejenigen Entscheidungen Klage erheben,
         die, obwohl sie als Verordnung oder als eine an eine andere Person gerichtete Entscheidung ergangen sind, sie unmittelbar
         und individuell betreffen (Urteile vom 22. November 2001, Nederlandse Antillen/Rat, C‑452/98, Slg. 2001, I‑8973, Randnr. 51,
         vom 10. April 2003, Kommission/Nederlandse Antillen, C‑142/00 P, Slg. 2003, I‑3483, Randnr. 59, und vom 2. Mai 2006, Regione
         Siciliana/Kommission, C‑417/04 P, Slg. 2006, I‑3881, Randnr. 24).
      
      30     Im vorliegenden Fall hat das Gericht seine Prüfung auf die Frage beschränkt, ob die Rechtsmittelführerin von der streitigen
         Entscheidung unmittelbar betroffen war, da die Kommission nicht bestritten hatte, dass diese Entscheidung die Rechtsmittelführerin
         individuell betraf. 
      
      31     Nach ständiger Rechtsprechung ist die in Art. 230 Abs. 4 EG genannte Voraussetzung, dass eine natürliche oder juristische
         Person von der mit der Klage angefochtenen Entscheidung unmittelbar betroffen sein muss, nur dann erfüllt, wenn die beanstandete
         Maßnahme der Gemeinschaft sich auf die Rechtsstellung dieser Person unmittelbar auswirkt und ihren Adressaten, die mit ihrer
         Durchführung betraut sind, keinerlei Ermessensspielraum lässt, ihr Erlass vielmehr rein automatisch erfolgt und sich allein
         aus der Gemeinschaftsregelung ergibt, ohne dass weitere Durchführungsvorschriften angewandt werden (vgl. Urteile vom 5. Mai
         1998, Glencore Grain/Kommission, C‑404/96 P, Slg. 1998, I‑2435, Randnr. 41, vom 29. Juni 2004, Front national/Parlament, C‑486/01 P,
         Slg. 2004, I‑6289, Randnr. 34, und Regione Siciliana/Kommission, Randnr. 28). 
      
      32     Wie der Gerichtshof in den Randnrn. 29 und 30 des vorerwähnten Urteils Regione Siciliana/Kommission bereits entschieden hat,
         bedeutet die Benennung einer regionalen oder lokalen Einheit wie der Regione Siciliana als für die Durchführung eines EFRE-Projekts
         verantwortliche Behörde nicht, dass diese Einheit selbst Inhaberin des Anspruchs auf den Zuschuss ist. Nach Auffassung des
         Gerichtshofs ließ keine Angabe in den Unterlagen zu dieser Rechtssache den Schluss zu, dass die betreffende Einheit in dieser
         Eigenschaft als für die Durchführung des Projekts verantwortliche Behörde im Sinne von Artikel 230 Absatz 4 EG unmittelbar
         betroffen gewesen wäre.
      
      33     Wie der Gerichtshof weiter ausgeführt hat, wird diese Analyse durch Art. 4 Abs. 1 Unterabs. 1 der Verordnung Nr. 2052/88 und
         Art. 9 Abs. 1 der Verordnung Nr. 4253/88 nicht entkräftet. Diese Artikel, die den Grundsatz der Komplementarität der finanziellen
         Beteiligungen der Gemeinschaft im Verhältnis zu nationalen Finanzierungen aufstellen, sind nämlich für den Fall, dass die
         Kommission eine Gemeinschaftsbeteiligung beendet hat, nicht maßgeblich (Urteil Regione Siciliana/Kommission, Randnr. 31).
      
      34     Diese Erwägungen gelten auch im vorliegenden Fall.
      35     Sie werden nicht durch das Vorbringen der Regione Siciliana in Frage gestellt, wonach diese nach italienischem Recht in den
         Bereichen, zu denen das Staudammprojekt am Gibbesi gehört, über weiter reichende Befugnisse verfüge als auf dem Gebiet der
         Autobahnnetze, zu denen das Vorhaben gehörte, das von dem vorerwähnten Urteil Regione Siciliana/Kommission betroffen war.
         Denn dieser sich aus dem innerstaatlichen Recht ergebende Unterschied kann keine Auswirkungen auf die Voraussetzung der unmittelbaren
         Betroffenheit der Rechtsmittelführerin haben.
      
      36     Ebenso unerheblich ist die Tatsache, dass die Regione Siciliana im Anhang der Bewilligungsentscheidung als für den Antrag
         auf finanzielle Beteiligung verantwortliche Behörde genannt wird, während sie in dem Fall, der durch das Urteil Regione Siciliana/Kommission
         entschieden wurde, als für die Durchführung des Projekts verantwortliche Behörde genannt war. Denn die Stellung als „für den
         Antrag verantwortliche Behörde“, auf die der Anhang der Bewilligungsentscheidung Bezug nimmt, hat nicht zur Herstellung einer
         unmittelbaren Beziehung zwischen der Rechtsmittelführerin und dem Gemeinschaftszuschuss geführt, der im Übrigen laut der streitigen
         Entscheidung von der italienischen Regierung beantragt und der Italienischen Republik gewährt wurde.
      
      37     Da jeglicher andere Anhaltspunkt fehlt, der geeignet wäre, die vorliegende Rechtssache hinsichtlich der Voraussetzung der
         unmittelbaren Betroffenheit deutlich von derjenigen zu unterscheiden, die in dem vorerwähnten Urteil Regione Siciliana/Kommission
         geprüft wurde, ist im Ergebnis festzustellen, dass die vom Gerichtshof in diesem Urteil insoweit vorgenommene Würdigung vollständig
         auf den vorliegenden Fall übertragen werden kann.
      
      38     Das Gericht hat daher einen Rechtsfehler begangen, als es annahm, dass die Regione Siciliana von der streitigen Entscheidung
         unmittelbar betroffen sei. Das angefochtene Urteil ist somit aufzuheben.
      
      39     Entgegen dem Vorbringen der Rechtsmittelführerin kommt dieses Ergebnis nicht einer Rechtsverweigerung gleich. In diesem Zusammenhang
         genügt der Hinweis, dass der Einzelne die Möglichkeit haben muss, einen effektiven gerichtlichen Schutz der Rechte in Anspruch
         zu nehmen, die er aus der Gemeinschaftsrechtsordnung herleitet (Urteil vom 1. April 2004, Kommission/Jégo-Quéré, C‑263/02 P,
         Slg. 2004, I‑3425, Randnr. 29 und die dort zitierte Rechtsprechung). Der gerichtliche Schutz natürlicher oder juristischer
         Personen, die wegen der Zulässigkeitsvoraussetzungen des Art. 230 Abs. 4 EG Gemeinschaftshandlungen von der Art der streitigen
         Entscheidung nicht unmittelbar anfechten können, muss über Rechtsbehelfe vor den nationalen Gerichten wirksam gewährleistet
         werden. Diese haben gemäß dem in Art. 10 EG aufgestellten Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit die nationalen Verfahrensvorschriften
         über die Einlegung von Rechtsbehelfen möglichst so auszulegen und anzuwenden, dass natürliche und juristische Personen die
         Rechtmäßigkeit jeder nationalen Entscheidung oder anderen Maßnahme, mit der eine Gemeinschaftshandlung wie die hier streitige
         auf sie angewandt wird, gerichtlich anfechten können, indem sie sich auf die Ungültigkeit dieser Handlung berufen und die
         nationalen Gerichte dadurch veranlassen, dem Gerichtshof insoweit Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen (Urteil Kommission/Jégo-Quéré,
         Randnrn. 30 bis 32 und die dort zitierte Rechtsprechung).
      
       Zur Zulässigkeit der Klage der Regione Siciliana
      40     Gemäß Art. 61 Abs. 1 der Satzung des Gerichtshofs kann dieser, wenn er die Entscheidung des Gerichts aufhebt, entweder den
         Rechtsstreit selbst endgültig entscheiden, wenn dieser zur Entscheidung reif ist, oder die Sache zur Entscheidung an das Gericht
         zurückverweisen.
      
      41     Im vorliegenden Fall verfügt der Gerichtshof über alle erforderlichen Angaben, um selbst über die Zulässigkeit der von der
         Regione Siciliana beim Gericht erhobenen Klage entscheiden zu können. Die von dieser insoweit vorgebrachten Argumente entsprechen
         nämlich denjenigen, die sie im Rahmen ihrer Erklärungen zum Anschlussrechtsmittel der Kommission geltend gemacht hat, und
         stützen sich im Wesentlichen auf die bereits angesprochene These, dass die Rechtsmittelführerin von der streitigen Entscheidung
         deshalb unmittelbar betroffen sei, weil diese ihre Stellung von der eines Zuschussempfängers in die eines Rückzahlers der
         erhaltenen Vorschüsse verwandelt habe.
      
      42     Aus den in den Randnrn. 31 bis 38 des vorliegenden Urteils dargestellten Gründen kann die Regione Siciliana nicht als von
         der streitigen Entscheidung unmittelbar betroffen angesehen werden.
      
      43     Die von der Regione Siciliana beim Gericht erhobene Klage ist daher als unzulässig abzuweisen.
       Zum Hauptrechtsmittel
      44     Da die von der Regione Siciliana beim Gericht erhobene Klage unzulässig ist, erweist sich ihr Rechtsmittel gegen die in dem
         angefochtenen Urteil getroffene Entscheidung über die Begründetheit dieser Klage als gegenstandslos und ist daher nicht zu
         prüfen.
      
       Kosten
      45     Nach Artikel 69 § 2 der Verfahrensordnung des Gerichtshofs, der nach ihrem Artikel 118 auf das Rechtsmittelverfahren entsprechende
         Anwendung findet, ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Nach Artikel 69 § 6 der Verfahrensordnung,
         der nach Artikel 118 ebenfalls auf das Rechtsmittelverfahren anwendbar ist, entscheidet der Gerichtshof nach freiem Ermessen
         über die Kosten, wenn er die Hauptsache für erledigt erklärt.
      
      46     Da die Kommission die Verurteilung der Regione Siciliana zur Tragung der Kosten beantragt hat und diese im Rahmen des Anschlussrechtsmittels
         unterlegen ist, sind dieser die Kosten des Anschlussrechtsmittels aufzuerlegen. 
      
      47     Das Hauptrechtsmittel ist infolge der Begründetheit des Anschlussrechtsmittels der Kommission gegenstandslos geworden; daher
         sind der Regione Siciliana auch die Kosten des Hauptrechtsmittels aufzuerlegen.
      
      48     Da die Kommission außerdem die Verurteilung der Regione Siciliana zur Tragung der Kosten des Verfahrens im ersten Rechtszug
         beantragt hat und die beim Gericht erhobene Klage als unzulässig abgewiesen worden ist, sind der Regione Siciliana die Kosten
         des Verfahrens im ersten Rechtszug aufzuerlegen.
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Urteil des Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften vom 18. Oktober 2005, Regione Siciliana/Kommission
            (T‑60/03), wird aufgehoben.
      2.      Die Klage der Regione Siciliana auf Nichtigerklärung der Entscheidung C (2002) 4905 der Kommission vom 11. Dezember 2002,
            mit der der Zuschuss, der der Italienischen Republik mit der Entscheidung C (87) 2090 026 der Kommission vom 17. Dezember
            1987 über die Bewilligung eines Zuschusses des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Höhe von mindestens 15 Millionen
            Euro für eine Infrastrukturinvestition in Italien (Region: Sizilien) gewährt worden war, gestrichen und der von der Kommission
            bereits ausgezahlte Vorschuss zurückgefordert wurde, wird als unzulässig abgewiesen.
      3.      Das von der Regione Siciliana gegen das in der Nr. 1 dieses Tenors genannte Urteil eingelegte Rechtsmittel hat sich erledigt.
      4.      Die Regione Siciliana trägt die Kosten des vorliegenden Rechtszugs sowie die Kosten des Verfahrens im ersten Rechtszug.
      Unterschriften
      * Verfahrenssprache: Italienisch.