CELEX: 62020CN0571
Language: de
Date: 2020-10-31 00:00:00
Title: Rechtssache C-571/20: Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale di Potenza (Italien), eingereicht am 31. Oktober 2020 — OM/Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca — MIUR u.a.

25.1.2021   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 28/25
            
         
      Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale di Potenza (Italien), eingereicht am 31. Oktober 2020 — OM/Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca — MIUR u.a.
      (Rechtssache C-571/20)
      (2021/C 28/40)
      Verfahrenssprache: Italienisch
      
         Vorlegendes Gericht
      
      Tribunale di Potenza
      
         Parteien des Ausgangsverfahrens
      
      
         Kläger: OM
      
         Beklagte: Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca — MIUR, Ministero dell’Economia e delle Finanze, Presidenza del Consiglio dei Ministri, Conservatorio di Musica „E.R. Duni“ di Matera
      
         Vorlagefragen
      
      
                  1.
               
               
                  Steht Art. 45 Abs. 4 AEUV in Einklang oder in deutlichem Widerspruch zu den Vorschriften und den Grundsätzen der Verträge der Europäischen Union (Art. 45 Abs. 1, 2 und 3 AEUV), die die Personenfreizügigkeit innerhalb der Mitgliedstaaten der Union regeln, und insbesondere zu der Richtlinie 2006/123/EG vom 12. Dezember 2006 (sog. Bolkestein-Richtlinie) (1), die in Italien mit dem Decreto Legislativo n. 59 del 26.03.2010 (Gesetzesvertretendes Dekret Nr. 59 vom 26. März 2010), veröffentlicht in der G.U. n. 94 del 23 aprile 2010 (Amtsblatt Nr. 94 vom 23. April 2010), umgesetzt wurde?
               
            
                  2.
               
               
                  Besteht ein weiterer Widerspruch zwischen Art. 45 Abs. 4 AEUV und den Bestimmungen des EU-Vertrags in Bezug auf die Unterscheidung zwischen dem Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung und einem Angestellten eines privaten Unternehmens hinsichtlich der Vorschriften, die zusätzlich zu den eingangs erwähnten Bestimmungen Diskriminierungen von Personen im EU-Vertrag verbieten (siehe hierzu die Entscheidung des EGMR vom 25. März 2014 Biasucci u. a./Italien)?
               
            
                  3.
               
               
                  Besteht auch ein weiterer Widerspruch des italienischen Gesetzes Nr. 508/99 zu den unionsrechtlichen Vorschriften, die gemäß Art. 28 und 29 des EG-Vertrags, die dann infolge der Reform durch den Vertrag von Lissabon in Art. 34 und 35 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union eingefügt wurden, Maßnahmen gleicher Wirkung verbieten — Regelungen, die der EU-Vertrag verbietet, weil sie dazu neigen, die Bürger einiger Mitgliedstaaten im Vergleich zu den Bürgern anderer Mitgliedstaaten bei der Personenfreizügigkeit, der Entlohnung, der Sozialversicherung sowie den Arbeitsbedingungen zu benachteiligen?
               
            
         (1)  Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. 2006, L 376, S. 36).