CELEX: C2000/211/05
Language: de
Date: 2000-07-22 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Fünfte Kammer) vom 11. Mai 2000 in der Rechtssache C-296/98: Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Französische Republik ("Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Richtlinien 92/49/EWG und 92/96/EWG Mitgliedstaatliche Regelung, wonach bei dem ersten Vertrieb eines Musterversicherungsvertrags die Vertragsbedingungen dem zuständigen Minister mitzuteilen sind")

22.7.2000              DE                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           C 211/3
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                                URTEIL DES GERICHTSHOFES
                         (Fünfte Kammer)
                                                                                                 (Fünfte Kammer)
                        vom 11. Mai 2000
in der Rechtssache C-38/98 (Vorabentscheidungsersuchen                                          vom 11. Mai 2000
der Corte d’appello Turin): Régie nationale des usines
 Renault SA gegen Maxicar SpA und Orazio Formento (1)
                                                                         in der Rechtssache C-296/98: Kommission der Euro-
(„Brüsseler Übereinkommen — Vollstreckung von Entschei-                 päischen Gemeinschaften gegen Französische Republik (1)
dungen — Rechte des geistigen Eigentums an Karosserietei-
      len für Kraftfahrzeuge — Öffentliche Ordnung“)
                                                                         („Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats — Richtlinien
                          (2000/C 211/04)                                92/49/EWG und 92/96/EWG Mitgliedstaatliche Regelung,
                                                                         wonach bei dem ersten Vertrieb eines Musterversicherungs-
                   (Verfahrenssprache: Italienisch)                      vertrags die Vertragsbedingungen dem zuständigen Minister
                                                                                                 mitzuteilen sind“)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)                                         (2000/C 211/05)
In der Rechtssache C-38/98 wegen eines dem Gerichtshof
gemäß dem Protokoll vom 3. Juni 1971 betreffend die Ausle-
gung des Übereinkommens vom 27. September 1968 über die                                   (Verfahrenssprache: Französisch)
gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher
Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen von der Corte
d’appello Turin (Italien) in dem bei dieser anhängigen Rechts-
streit Régie nationale des usines Renault SA gegen Maxicar               (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
SpA und Orazio Formento vorgelegten Ersuchens um Vorab-                           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
entscheidung über die Auslegung von Artikel 27 Nummer 1
des Übereinkommens vom 27. September 1968 (ABl. 1972,
L 299, S. 32) in der Fassung der Übereinkommen vom 9. Okto-             In der Rechtssache C-296/98, Kommission der Europäischen
ber 1978 über den Beitritt des Königreichs Dänemark, Irlands             Gemeinschaften (Bevollmächtigte: C. Tufvesson und B. Mon-
und des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nord-                 gin) gegen Französische Republik (Bevollmächtigte: K. Rispal-
irland (ABl. L 304, S. 1 und — geänderter Text — S. 77)                  Bellanger und S. Seam) wegen Feststellung, daß die Französi-
und vom 25. Oktober 1982 über den Beitritt der Republik                  sche Republik dadurch gegen ihre Verpflichtungen aus dem
Griechenland (ABl. L 388, S. 1) sowie der Artikel 30 und 36              EG-Vertrag, aus den Artikeln 6, 29 und 39 der Richtlinie
EG-Vertrag (nach Änderung jetzt Artikel 28 EG und 30 EG)                92/49/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 zur Koordinierung
und 86 EG-Vertrag (jetzt Artikel 82 EG) hat der Gerichtshof              der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Direktversi-
(Fünfte Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten                   cherung (mit Ausnahme der Lebensversicherung) sowie zur
D. A. O. Edward sowie der Richter L. Sevón, J.-P. Puissochet,           Änderung der Richtlinien 73/239/EWG und 88/357/EWG
P. Jann (Berichterstatter) und M. Wathelet — Generalanwalt:              (Dritte Richtlinie Schadenversicherung) (ABl. L 228, S. 1) und
S. Alber; Kanzler: L. Hewlett, Verwaltungsrätin — am 11. Mai             aus den Artikeln 5, 29 und 39 der Richtlinie 92/96/EWG des
2000 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                            Rates vom 10. November 1992 zur Koordinierung der Rechts-
                                                                         und Verwaltungsvorschriften für die Direktversicherung (Le-
Die Entscheidung eines Gerichts eines Vertragsstaats, die ein Recht      bensversicherung) sowie zur Änderung der Richtlinien
des geistigen Eigentums an Karosserieteilen für Kraftfahrzeuge           79/267/EWG und 90/619/EWG (Dritte Richtlinie Lebensversi-
anerkennt und dem Inhaber dieses Rechts einen Schutz verleiht, der       cherung) (ABI. L 360, S. 1) verstoßen hat, daß sie Arti-
es diesem erlaubt, Dritten, nämlich in einem anderen Vertragsstaat       kel L 310-8 des Code des assurances (Versicherungsgesetz-
niedergelassenen Marktteilnehmern, zu untersagen, in diesem Ver-         buch), wonach Versicherungs- oder Kapitalisierungsunterneh-
tragsstaat die Karosserieteile herzustellen und zu vertreiben, sie       men beim erstmaligen Vertrieb eines Musterversicherungs-
durch diesen Staat durchzuführen, dort einzuführen oder aus ihm          vertrags in Frankreich hierüber den Minister für Wirtschaft
auszuführen, verstößt nicht gegen die öffentliche Ordnung im Sinne       und Finanzen nach Maßgabe einer von diesem erlassenen
des Artikels 27 Nummer 1 des Übereinkommens vom 27. September           Verordnung unterrichten, und Artikel L 310-8 des Code des
1968 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung           assurances, wonach die Unterrichtung gemäß Artikel L 310-8
gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen in der          Absatz 1 auf einem Formblatt in französischer Sprache und
Fassung der Übereinkommen vom 9. Oktober 1978 über den Beitritt         mit den im Anhang dieses Artikels genannten Angaben erfolgt,
des Königreichs Dänemark, Irlands und des Vereinigten Königreichs        beibehalten hat, hat der Gerichtshof (Fünfte Kammer) unter
Großbritannien und Nordirland und vom 25. Oktober 1982 über              Mitwirkung des Präsidenten der Sechsten Kammer J. C. Moitin-
den Beitritt der Republik Griechenland.                                  ho de Almeida (Berichterstatter) in Wahrnehmung der Aufga-
                                                                         ben des Präsidenten der Fünften Kammer sowie der Richter
(1) ABl. C 113 vom 11.4.1998.                                            L. Sevón, C. Gulmann, J.-P. Puissochet und M. Wathelet —
                                                                         Generalanwalt: S. Alber; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler
                                                                         — am 11. Mai 2000 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
 ---pagebreak--- C 211/4                DE                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                         22.7.2000
1. Die Französische Republik hat dadurch gegen ihre Verpflichtun-       und Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Be-
     gen aus den Artikeln 6, 29 und 39 der Richtlinie 92/49/EWG         vollmächtigte: J. L. Iglesias Buhigues und H. van Lier) wegen
     des Rates vom 18. Juni 1992 zur Koordinierung der Rechts-          Feststellung, daß das Königreich Spanien dadurch gegen seine
     und Verwaltungsvorschriften für die Direktversicherung (mit        Verpflichtungen aus Artikel 34 EG-Vertrag (nach Änderung
     Ausnahme der Lebensversicherung) sowie zur Änderung der           jetzt Artikel 29 EG), wie ihn der Gerichtshof in seinem Urteil
     Richtlinien 73/239/EWG und 88/357/EWG (Dritte Richtlinie           vom 9. Juni 1992 in der Rechtssache C-47/90 (Delhaize, Slg.
     Schadenversicherung) und aus den Artikeln 5, 29 und 39 der         1992, 1-3669) ausgelegt hat, und aus Artikel 5 EG-Vertrag
     Richtlinie 92/96/EWG des Rates vom 10. November 1992 zur           (jetzt Artikel 10 EG) verstoßen hat, daß es das Real Decreto
     Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die      157/1988, por el que se establece la normativa a que deben
     Direktversicherung (Lebensversicherung) sowie zur Änderung der    ajustarse las denominaciones de origen y las denominaciones
     Richtlinien 79/267/EWG und 90/619/EWG (Dritte Richtlinie           de origen calificadas de vinos y sus respectivos Reglamentos
     Lebensversicherung) verstoßen, daß sie Artikel L 310-8 in Ver-     (Königliches Dekret Nr. 157/88 über die Regelung, an die die
     bindung mit Artikel A 310-1 de Code des assurances beibehalten     Ursprungsbezeichnungen und die dazu ergangenen Verord-
     hat, wonach Versicherungs- oder Kapitalisierungsunternehmen,       nungen anzugleichen sind) (BOE Nr. 47 vom 24. Februar
     die erstmals einen Musterversicherungsvertrag in Frankreich        1988, S. 5864), insbesondere dessen Artikel 19 Absatz 1
     vertreiben, dem Minister für Wirtschaft und Finanzen systema-      Buchstabe b, aufrechterhalten hat, hat der Gerichtshof unter
     tisch einen Auskunftsbogen mit Angaben über die allgemeinen        Mitwirkung des Präsidenten G. C. Rodrı́guez Iglesias, der Kam-
     Versicherungsbedingungen zu übermitteln haben.                     merpräsidenten J. C. Moitinho de Almeida, D. A. O. Edward,
                                                                        L. Sevón und R. Schintgen sowie der Richter C. Gulmann
2. Die Französische Republik trägt die Kosten.                          (Berichterstatter), J.-P. Puissochet, G. Hirsch, P. Jann, H. Ragne-
                                                                        malm und M. Wathelet — Generalanwalt: A. Saggio; Kanzler:
                                                                        D. Louterman-Hubeau, Hauptverwaltungsrätin am 16. Mai
(1) ABl. C 299 vom 26.9.1998.
                                                                        2000 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
                                                                        1. Die Klage wird abgewiesen.
                                                                        2. Das Königreich Belgien und das Königreich Spanien tragen ihre
                                                                             eigenen Kosten.
                URTEIL DES GERICHTSHOFES
                                                                        3. Das Königreich Dänemark, die Italienische Republik, das König-
                       vom 16. Mai 2000                                      reich der Niederlande, die Portugiesische Republik, die Republik
                                                                             Finnland, das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nord-
in der Rechtssache C-388/95: Königreich Belgien gegen                        irland sowie die Kommission der Europäischen Gemeinschaften
                            Spanien (1)                                      tragen ihre eigenen Kosten.
[Artikel 34 EG-Vertrag (nach Änderung jetzt Artikel 29
EG) — Verordnung (EWG) Nr. 823/87 — Qualitätsweine                      (1) ABl. C 46 vom 14.2.1996.
bestimmter Anbaugebiete — Ursprungsbezeichnungen —
Verpflichtung zur Abfüllung im Erzeugungsgebiet — Recht-
fertigung — Auswirkungen einer früheren Vorabentschei-
     dung — Artikel 5 EG-Vertrag (jetzt Artikel 10 EG)]
                         (2000/C 211/06)
                    (Verfahrenssprache: Spanisch)                       Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
                                                                        gegen die Italienische Republik, eingereicht am 21. Febru-
                                                                                                       ar 2000
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
           Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
                                                                                              (Rechtssache C-54/00)
In der Rechtssache C-388/95, Königreich Belgien (Bevollmäch-
tigter: J. Devadder), unterstützt durch Königreich Dänemark                                       (2000/C 211/07)
(Bevollmächtigter: P. Biering), Königreich der Niederlande (Be-
vollmächtigte: M. Fierstra und J. van den Oosterkamp), Repu-
blik Finnland (Bevollmächtigte: H. Rotkirch, T. Pynnä und               Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat am
K. Castrén) und Vereinigtes Königreich Großbritannien und               21. Februar 2000 eine Klage gegen die Italienische Republik
Nordirland (Bevollmächtigte S. Ridley im Beistand von                   beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften einge-
E. Sharpston) gegen Königreich Spanien (Bevollmächtigte:                reicht. Bevollmächtigte der Klägerin sind Richard Wainwright,
R. Silva de Lapuerta) unterstützt durch Italienische Republik           Juristischer Dienst, und Giacinto Bisogni, dem Juristischen
(Bevollmächtigte: Professor U. Leanza im Beistand von                   Dienst zur Verfügung gestellter Berufungsrichter; Zustellungs-
I. M. Braguglia), Portugiesische Republik (Bevollmächtigte:             bevollmächtigter ist Carlos Gómez de la Cruz, Centre Wagner,
L. Fernandes, Â. Cortesão Seiça Neves, und L. Bigotte Chorão)        Luxemburg-Kirchberg.