CELEX: 21994A0505(01)
Language: de
Date: 1994-03-21 00:00:00
Title: Protokoll 2 zum Übereinkommen zwischen der Europäischen Atomgemeinschaft, der Regierung Japans, der Regierung der Russischen Föderation und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über die Zusammenarbeit bei der Erstellung eines detaillierten technischen Entwurfs für den Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER)

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21994A0505(01)

Protokoll 2 zum Übereinkommen zwischen der Europäischen Atomgemeinschaft, der Regierung Japans, der Regierung der Russischen Föderation und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über die Zusammenarbeit bei der Erstellung eines detaillierten technischen Entwurfs für den Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER)  

Amtsblatt Nr. L 114 vom 05/05/1994 S. 0026 - 0039 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 30 S. 0005  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 30 S. 0005 

PROTOKOLL 2 zum Übereinkommen zwischen der Europäischen Atomgemeinschaft, der Regierung Japans, der Regierung der Russischen Föderation und der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika über die Zusammenarbeit bei der Erstellung eines detaillierten technischen Entwurfs für den Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor DIE EUROPÄISCHE ATOMGEMEINSCHAFT (EURATOM) UND DIE REGIERUNGEN JAPANS, DER RUSSISCHEN FÖDERATION UND DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA, NACHSTEHEND "DIE PARTEIEN" GENANNT -IM HINBLICK AUF das zwischen den Parteien am 21. Juli 1992 geschlossene Übereinkommen über die Zusammenarbeit bei der Erstellung eines detaillierten technischen Entwurfs (EDA) für einen Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER), nachstehend "das Übereinkommen" genannt, insbesondere auf Artikel 3,ANGESICHTS des Beginns der Arbeiten an einem detaillierten technischen Entwurf (EDA) im Rahmen des Protokolls 1 zu dem Übereinkommen, das die Parteien am 21. Juli 1992 unterzeichnet haben, und angesichts der Absicht, den EDA im Rahmen des Protokolls 2 gemeinsam fertigzustellen -SIND WIE FOLGT ÜBEREINGEKOMMEN:Abschnitt 1Geltungsbereich Die Parteien führen gemeinsam und im Einklang mit den detaillierten technischen Zielen für den ITER, die aufgrund der Bestimmungen des Übereinkommens festgelegt wurden, die in Artikel 2 des Übereinkommens beschriebenen Tätigkeiten durch.Abschnitt 2Besondere Arbeitsgruppe Es wird eine besondere Arbeitsgruppe (SWG) eingerichtet. Diese wird, in Zusammenarbeit mit dem Direktor und gemäß Artikel 2 Buchstabe e) des Übereinkommens, dem Rat Konzeptvorschläge für die Beschlußfassung durch die Parteien über die eventuelle zukünftige gemeinsame Durchführung von Bau, Betrieb, Nutzung und Stillegung des ITER vorlegen.Abschnitt 3Durchführung des Arbeitsprogramms 1. Der Direktor sorgt mit Zustimmung des Rates und im Einklang mit den im Arbeitsprogramm für die einzelnen Arbeiten festgelegten Zeitplänen für die Durchführung des Arbeitsprogramms und dessen Aktualisierungen.2. Die technische Beschreibung einer Aufgabe, die Aufgabenzuweisung und die Ausführungsbedingungen werden im Einklang mit vom Rat erstellten Leitlinien für die Aufgabenzuweisung festgelegt und Gegenstand einer Arbeitsvereinbarung sein. Diese wird vom Direktor ausgearbeitet und von ihm sowie von dem Leiter des Heimat-Teams, dem die Aufgabe zugewiesen wurde, unterzeichnet. Arbeitsvereinbarungen werden im Einklang mit dem genehmigten Arbeitsprogramm und dessen Aktualisierungen getroffen.3. Der jeweilige Heimat-Team-Leiter stellt sicher, daß dem Direktor bzw. den vom Direktor ermächtigten Mitgliedern des gemeinsamen zentralen Teams der Zugang zu den Orten und Gebäuden, an denen eine einem Heimat-Team übertragene Arbeit durchgeführt wird, sowie zu dem damit beauftragten Personal und den einschlägigen Dokumenten nicht ungebührlich verweigert wird, wenn dieser dem Zweck der Zusammenarbeit, der Überwachung der laufenden Arbeiten und der Bewertung der Qualitätskontrolle dient. Der Leiter des Heimat-Teams ist rechtzeitig über derartige Zugangsabsichten zu informieren. Detaillierte Bestimmungen für diesen Zugang werden in der Arbeitsvereinbarung niedergelegt.Abschnitt 4Abstellungsvereinbarungen 1. Für diesen Abschnitt gelten folgende Definitionen:- "abstellende Partei" ist die Partei, die dem gemeinsamen zentralen Team nach Artikel 8 Absatz 2 des Übereinkommens eine Person zur Verfügung stellt, unabhängig davon, ob die Partei Arbeitgeber dieser Person ist.- Die "abgestellte Person" oder "abgestelltes Personal" ist die Person bzw. sind die Personen, die die abstellende Partei dem gemeinsamen zentralen Team zur Verfügung gestellt hat.2. Nach Auswahl einer Person nach Artikel 8 Absatz 2 des Übereinkommens stellt deren Arbeitgeber sie unter Vermeidung unangemessener Verzögerungen an das gemeinsame zentrale Team ab. Für jede abgestellte Person wird vom Direktor eine eigene Abstellungsvereinbarung abgefasst, die der Direktor, die abgestellte Person, deren Arbeitgeber und der Betreiber des gemeinsamen Standorts, an dem die abgestellte Person arbeiten wird, unterzeichnen. Sind Arbeitgeber und abstellende Partei nicht identisch, unterzeichnet auch die abstellende Partei die Abstellungsvereinbarung(en) zum Zeichen dafür, daß das abgestellte Personal dem gemeinsamen zentralen Team gemäß Artikel 8 Absatz 2 des Übereinkommens zur Verfügung gestellt wird. Die Abstellungsvereinbarung für den Direktor wird vom Vorsitzenden des Rates gegengezeichnet.In der Abstellungsvereinbarung wird festgelegt, welche Arbeiten die abgestellte Person auszuführen hat, welchem gemeinsamen Standort sie zugewiesen wird, wem sie Bericht erstatten muß, daß die abgestellte Person und ihr Arbeitgeber den Bestimmungen der Artikel 8 Absatz 2 und 15 des Übereinkommens und dieses Absatzes insoweit nachkommen müssen, als sie die Abstellung betreffen und daß die abgestellte Person die internen Sicherheits- und Schutzvorschriften, die am gemeinsamen Standort zu beachten sind, zu befolgen hat. Die Geltungsdauer einer Abstellungsvereinbarung darf über die dieses Protokolls nicht hinausgehen.Abschnitt 5Abschluß der Arbeiten und Schlußbericht Anläßlich der Genehmigung des Arbeitsprogramms und dessen jährlicher aktualisierter Fassungen trägt der Rat, in Zusammenarbeit mit dem Direktor, dafür Sorge, daß die im Rahmen des Übereinkommens durchgeführten Arbeiten, einschließlich des Schlußberichts, koordiniert und rechtzeitig abgeschlossen werden. Sollten weitere Maßnahmen, auch von seiten der Parteien, erforderlich bzw. angemessen sein, legt der Rat, in Zusammenarbeit mit dem Direktor, geeignete Vorschläge vor.Abschnitt 6Finanzmittel Die für die Umsetzungen dieses Protokolls erforderlichen Finanzmittel werden von den Parteien im Einklang mit den Bestimmungen des Übereinkommens bereitgestellt.Abschnitt 7Geltungsdauer Das Protokoll tritt nach Unterzeichnung durch die Parteien in Kraft und läuft gleichzeitig mit dem Übereinkommen aus.Geschehen zu Wien am 21. März 1994, in vierfacher Ausfertigung.Für die Europäische AtomgemeinschaftCorrado PIRZIO BIROLIFür die Regierung JapansKunisada KUMEFür die Regierung der Russischen FöderationNikolai S. CHEVEREVFür die Regierung der Vereinigten Staaten von AmerikaJohn B. RITCH IIIGemeinsamer Standpunkt der Unterhändler Anläßlich des Abschlusses der Arbeiten an der Endfassung des Entwurfes des Protokolls 2 einigten sich die Verhandlungspartner zum obengenannten Datum auf folgende Punkte:1. Detaillierte technische ZieleDie in Abschnitt 1 des Protokolls 2 genannten detaillierten technischen Ziele für den ITER wurden von den Parteien im Rat am 15./16. Dezember 1992 angenommen (Anlage 1).2. Leitlinien für die Durchführung von AufgabenzuweisungenDie in Abschnitt 3 des Protokolls 2 angesprochenen Leitlinien für die Durchführung von Aufgabenzuweisungen wurden vom Rat am 22. April 1993 angenommen (Anlage 2).3. AbstellungsvereinbarungenDie in Abschnitt 4 des Protokolls 2 genannten Abstellungsvereinbarungen sollten so einheitlich wie möglich sein und den Leitlinien für Abstellungsvereinbarungen (Anlage 3) entsprechen.Ist die abstellende Partei nicht der Arbeitgeber der abgestellten Person, wird sie sich soweit wie möglich darum bemühen, sicherzustellen, daß der Arbeitgeber der abgestellten Person die Bestimmungen des Abschnitts 4 des Protokolls 2 und die Leitlinien beachtet.4. FinanzmittelGemäß Abschnitt 6 des Protokolls 2 gelten folgende Bestimmungen:1. Jede Partei trägt die Kostena) der Beteiligung ihrer Mitglieder und Sachverständigen an der Arbeit und den Sitzungen des Rates, des TAC, des MAC und der SWGs, einschließlich der Reise- und Aufenthaltskosten;b) der Abstellung ihres Personals zu den gemeinsamen Standorten;c) der Erfuellung der dem Heimat-Team zugewiesenen Aufgaben gemäß Abschnitt 3 des Protokolls 2;d) der Durchführung von Workshops auf ihrem Hoheitsgebiet sowie der Teilnahme von Mitgliedern des Heimat-Teams an Workshops, einschließlich Reise- und Aufenthaltskosten.2. Bei der Anwendung von Artikel 14 des Übereinkommens wird der Rat die Höhe der von den einzelnen Gastgeberparteien für ihren gemeinsamen Standort insgesamt bereitgestellten Mittel berücksichtigen.3. Weitere Ausgaben, die der Rat für die zufriedenstellende Durchführung des Protokolls 2 für erforderlich hält, werden über einen gemeinsamen Fonds (Joint Fund) finanziert.5. Überwachung der Arbeit am detaillierten technischen Entwurf (EDA) für den ITERJährlich soll geprüft werden, ob die in Abschnitt 1 der Anlage 1 genannten allgemeinen Rahmenbedingungen und der Fortgang der Arbeiten gemäß Artikel 16 des Übereinkommens übereinstimmen. Entsprechend Punkt 1 f) der Anlage A des Übereinkommens soll insbesondere der jeweilige Stand der Technik festgestellt und überprüft werden, ob die veranschlagten Kosten für den Bau des ITER eingehalten werden; dies soll auch auf der Grundlage heimischer Daten geschehen, insofern wesentliche Komponenten der Einrichtung betroffen sind. Gegebenenfalls können diese Berechnungen den ITER-Rat zu einer Änderung der Rahmenbedingungen oder technischer Lösungen veranlassen.6. GrobentwurfDer Rat hat der TAC-4-Antwort zugestimmt, in der es heisst: "der Grobentwurf [Anlage 4] wird eine sichere Grundlage bilden, auf der die ingenieurmässigen Entwurfsarbeiten fortgesetzt werden können; - nach 1. einer maßvollen, weiteren Optimierung der wichtigsten Parameter der Anlage, um eine Reserve gegen Kostensteigerungen zu bilden, 2. einer Änderung der technischen Ansätze in gewissen Punkten und 3. einer Auffächerung der technischen Möglichkeiten, um auf diese Weise eine grössere Flexibilität im Betrieb zu erreichen."ANLAGE 1 DETAILLIERTE TECHNISCHE ZIELE FÜR DEN ITER 1. Allgemeine AuflagenDie detaillierten technischen Ziele und technischen Konzepte für den ITER, einschließlich eines angemessenen Spielraums, sollen mit den Kosten der Anlage innerhalb des im Schlußbericht über die Erstellung des ITER-Vorentwurfs genannten Hoechstbeträge verträglich sein und dem Projekt seine Rolle in der langfristigen Fusionsforschung und Entwicklung bewahren.Der ITER soll im Hinblick auf einen sicheren Betrieb ausgelegt werden und die Sicherheit und Umweltfreundlichkeit der Fusionsenergie nachweisen.2. Leistungsfähigkeit und VersuchsprogrammPlasmaphysikalische ZieleDas Einschlußvermögen des ITER soll eine kontrollierte Zuendung ermöglichen. Die Abschätzung des Einschlußvermögens von ITER soll, wie in der CDA-Phase, auf erreichten und ermutigenden Plasmabetriebsbedingungen beruhen.In ITER ist anzustreben- die Demonstration der kontrollierten Zuendung und von ausgedehnten Brenndauern mit Pulszeiten, die zur Erreichung stationärer Bedingungen für alle Zeitskalen bei Plasmavorgängen und Plasma-Wand-Wechselwirkungen sowie für die Prüfung der Brutmantelkomponenten unter nuklearen Test-Bedingungen erforderlich sind. Dies kann durch Pulse mit einer "Flat-Top"-Zeit von etwa 1 000 s erreicht werden. Für die Prüfung spezieller Brutmantelauslegungen wären Pulse von etwa 2 000 s wünschenswert;- die Demonstration des stationären Betriebs mit nichtinduktiver Stromerzeugung in reaktorrelevanten Plasmen.Ingenieurtechnische Ziele und VersuchsprogrammIn ITER ist anzustreben- der Nachweis, daß die für einen Fusionsreaktor wesentlichen Technologien verfügbar sind (z. B. supraleitende Magnete, fernbediente Wartung);- die Prüfung von Reaktorkomponenten (z. B. Systeme für die Abfuhr von Energie und Teilchen aus dem Plasma);- die Prüfung von Auslegungskonzepten für reaktorrelevante Tritium-Brutmäntel. Die für Brutmantelkomponenten vorgesehenen Versuchsprogramme betreffen u. a. den Nachweis eines Brutvermögens, das die Tritium-Selbstversorgung eines Reaktors sicherstellen würde, die Abfuhr von Hochtemperaturwärme und die Stromerzeugung.3. AuslegungDie Parameter für die Basisanlage sollten mit einem Spielraum gewählt werden, der das Erreichen der erforderlichen technischen und plasmaphysikalischen Leistungsfähigkeit erwarten lässt. Der Entwurf soll hinreichend flexibel sein, um die Einbeziehung fortschrittlicher Merkmale und neuer Fähigkeiten sowie eine Optimierung des Plasmaverhaltens während des Betriebs zu ermöglichen. Die Auslegung soll mit Hilfe der wissenschaftlichen und technologischen Datenbasis, die bei Abschluß der EDA-Phase verfügbar sein wird, bestätigt werden.Die "Flat-Top"-Zeitdauer des induktiven Pulses soll etwa 1 000 s betragen (unter Zuendungsbedingungen). Angesichts des Endziels eines stationären Betriebs soll der ITER-Entwurf mit nichtinduktiver Stromerzeugung verträglich sein; das für die Zuendung in der ersten Betriebsphase erforderliche Heizsystem soll auch die Möglichkeit des Strombetriebs bieten.Im Hinblick auf die Prüfung der einer sehr hohen Wärmebelastung ausgesetzten Komponenten und der Nuklearkomponenten unter fusionsreaktorrelevanten Bedingungen soll:- die durchschnittliche Neutronen-Wandbelastung etwa 1 MW/m2 betragen;- die Anlage für eine Leistung von mindestens 1 MWa/m2 ausgelegt sein, um langfristige Gesamt- und Materialtests zu ermöglichen.Ein höheres Fluß- und Flünzniveau beim Betrieb der Anlage ist erstrebenswert. Innerhalb des technologischen Spielraums sollen bei der Auslegung des ITER die Folgen und Möglichkeiten der Nutzung weiterer Betriebsbereiche geprüft werden. Die Auslegung der permanenten Bauteile der Anlage soll eine Flünz von bis zu 3 MWa/m2 zulassen. Für die zweite Betriebsphase soll bei der Auslegung die Möglichkeit vorgesehen werden, das Schutzschild durch einen Brutmantel zu ersetzen.4. BetriebsanforderungenDer Betrieb des ITER wird zwei Phasen umfassen:- Die erste Phase, die Grundphase, wird voraussichtlich 10 Jahre dauern und einige Tausend Stunden vollen DT-Betrieb umfassen. In dieser Phase sollten folgende Bereiche bearbeitet werden: kontrollierte Zuendung, lange Brennzeiten, stationärer Betrieb, Prüfung von Brutmantelmodulen. Für diese Phase wird eine angemessene externe Tritiumversorgung vorausgesetzt.- Bei den Versuchen zur kontrollierten Zuendung in ITER werden Fragen des Einschlusses, der Stabilität sowie der Kontrolle von Verunreinigungen in durch Alphateilchen aufgeheizten Plasmen behandelt. Versuchsprogramme mit ausgedehnten Brennzeiten werden ferner die Kontrolle der Fusionsenergieerzeugung, der Plasmaprofile und die Abfuhr der Heliumasche behandeln.- Ziel der Stromtriebexperimente in dieser Phase soll die Demonstration des stationären Betriebs bei Plasmen sein, deren Alphateilchen-Heizleistung der von aussen zugeführten Leistung mindestens entspricht. Die Anwendung der Heizsysteme in ihrem Stromtrieb-Modus soll genutzt werden, um nichtinduktiven Stromtrieb zur Profil- und Brennkontrolle, zur Entwicklung von Modi verbesserten Einschlusses und zur Ermittlung der Bedingungen und des Leistungsbedarfs des obengenannten stationären Betriebs einzusetzen. Abhängig vom Ergebnis dieser Versuche werden eventuell zusätzliche Stromtriebkapazitäten installiert werden müssen.- In dieser Phase sollten Funktionstests bei Brutmantelmodulen mit einigen Tausend Stunden integraler Brenndauer durchgeführt werden, die parallel zu dem physikalischen Programm laufen (einschließlich Dauertestperioden von 3-6 Tagen bei einer Neutronen-Wandbelastung von etwa 1 MW/m2).- Die zweite - erweiterte - Phase wird vermutlich ebenfalls 10 Jahre dauern, wobei der Schwerpunkt auf der Verbesserung des Gesamtleistungsvermögens und der Durchführung eines Versuchsprogramms für Komponenten und Materialien bei höherer Flünz liegen wird. In dieser Phase sollen eine hohe Betriebs-Verfügbarkeit und fortgeschrittene Verfahren des Plasmabetriebs untersucht sowie die Demonstration reaktorrelevanter Brutmantelsegmente behandelt werden. Der Betrieb in dieser Phase soll Dauertests von 1-2 Wochen beinhalten und eine Flünz von mindestens 1 MWa/m2 erreichen.Die Entscheidung darüber, ob das Brutvermögen Gegenstand dieser Phase sein soll, ist unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Tritium aus externen Quellen, der Ergebnisse der Brutmanteltests und der Erfahrungen bezueglich des Plasmabetriebs und der Leistungsfähigkeit der Anlage zu treffen.Diese zweite, erweiterte Phase ist im Anschluß an die Bewertung der Ergebnisse der ersten Phase und einer relativierenden Bewertung der vorgeschlagenen Programmpunkte durchzuführen.ANLAGE 2 LEITLINIEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON AUFGABENZUWEISUNGEN A. Genehmigung und Änderung von Arbeitsvereinbarungen1. Arbeitsvereinbarungen, deren Umfang 300 IUA übersteigen, können erst nach der Genehmigung der Aufgabe, ihrer technischen Beschreibung und ihrer Zuweisung an eine Partei durch den ITER-Rat getroffen werden.2. Arbeitsvereinbarungen bis zu einem Umfang von 300 IUA können direkt zwischen dem Direktor und dem jeweiligen Heimat-Team-Leiter getroffen werden. Der Direktor unterrichtet unverzueglich die anderen drei Heimat-Team-Leiter über solche Vereinbarungen.3. Der Gesamtbetrag der zwischen zwei Sitzungen des MAC gemäß Absatz 2 getroffenen Arbeitsvereinbarungen (jeweils bis zu 300 IUA) soll 3 000 IUA nicht übersteigen.4. Kleine technische Änderungen im Rahmen des vom Rat bereits genehmigten Arbeitsgebietes können mit Zustimmung des Direktors und des jeweiligen Heimat-Team-Leiters an den Arbeitsvereinbarungen vorgenommen werden. Das gleiche gilt für Änderungen des Arbeitsumfangs bis zu ± 300 IUA oder 20 % (es gilt der niedrigere Betrag) je Aufgabe. Arbeiten, deren Ergebnisse nicht mehr erforderlich sind, können vom Direktor und dem jeweiligen Heimat-Team-Leiter im gegenseitigen Einvernehmen als abgeschlossen erklärt werden. Die im Rahmen von ITER dafür bereitgestellten Beträge müssen entsprechend angepasst werden. Änderungen, die nicht unter 1. kleine technische Änderungen, 2. Änderungen des Arbeitsumfangs bis zu 300 IUA und 3. Abschluß der Arbeiten (s.o.) fallen, müssen vom Rat gemäß den in der Vereinbarung über neue Aufgabenzuweisungen festgelegten Verfahren genehmigt werden. In solchen Fällen wird der von ITER bereitgestellte Betrag vom Direktor entsprechend angepasst.5. Sämtliche Änderungen bzw. Arbeitsvereinbarungen, die nicht der Genehmigung des Rates bedürfen, müssen diesem mitgeteilt werden.B. Ermittlung, Festlegung und Wertfestsetzung der AufgabenBei der Ermittlung und Festlegung der Aufgaben sind folgende Leitlinien anzuwenden:1. Der Direktor arbeitet bei der Ermittlung der Aufgaben eng mit den Heimat-Team-Leitern zusammen und legt die von ITER bereitgestellten Mittel fest, die die Parteien für die jeweiligen Arbeiten von ITER erhalten. Diese Zusammenarbeit soll, soweit möglich, zu einer Einigung über eine durchführbare und effiziente Ermittlung, Festlegung und Wertfestsetzung der Aufgaben führen.2. Vor der Übermittlung der Aufgabenliste an die Heimat-Team-Leiter im Hinblick auf eine förmliche Antwort unterrichtet der Direktor die Heimat-Team-Leiter über die Aufgabenliste sowie über die Finanzmittel, die der Partei, die eine Aufgabe übernimmt, dafür zur Verfügung gestellt werden. Die Parteien, die an der Durchführung einer Aufgabe interessiert sind, sollen dies dem Direktor rasch mitteilen, so daß der Direktor bei Interesse von seiten mehrerer Parteien in enger Zusammenarbeit mit den Heimat-Team-Leitern ermitteln kann, wie diesem Interesse am besten gerecht zu werden ist (entweder Aufteilung in kleinere Aufgaben, parallele oder gemeinsame Arbeiten).3. Innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Aufgabenliste und der technischen Beschreibung der Aufgaben vom Direktor übermitteln die Parteien eine förmliche Antwort betreffend die sie interessierenden Aufgaben, die folgende Informationen enthält:a) Nachweis ihrer Fähigkeit, die Spezifikationen und Zeitpläne zu erfuellen, sowie der Verfügbarkeit der erforderlichen Mittel, der Anlagen und des Know-hows.b) Angabe des Ortes der Durchführung der Arbeiten; ist diese Angabe aufgrund der stufenweisen Vertragsvergabeverfahren der betroffenen Partei nicht möglich, ist dem Direktor die Art der in Frage kommenden Einrichtungen anzugeben. Unmittelbar nach der Auswahl der Einrichtung, die die Arbeiten durchführt, ist der Direktor davon zu unterrichten.c) Bewertung des technischen Risikos. Ist dieses sehr hoch, sind Vorschläge für parallele Arbeiten vorzulegen.4. Auf der Grundlage der obengenannten Informationen, der in Anhang B Punkt 1C zu dem Übereinkommen niedergelegten Leitlinien und dieser Leitlinien schlägt der Direktor im Rahmen des Arbeitsprogramms, das er dem Rat gemäß Artikel 11 des Übereinkommens regelmässig vorlegt, die Zuweisung von Aufgaben an die Heimat-Teams vor.5. Beim Abschluß einzelner Arbeitsvereinbarungen berücksichtigt der Direktor bei der Vergabe der ITER-Finanzmittel Arbeiten, die die jeweilige Partei nach Unterzeichnung des ITER/EDA-Übereinkommens und des Protokolls 1 begonnen hat und die im Zusammenhang mit den Arbeiten stehen, die Gegenstand der Arbeitsvereinbarung sind.6. Die Aufgaben eines Bereiches (task system area) werden auf die Heimat-Teams annähernd gleichmässig verteilt, wobei die qualitativen Merkmale der zu übertragenden Aufgaben (z. B. Art der Test-Anlagen, technologisches Niveau) zu berücksichtigen sind.7. Zeigt keine der Parteien Interesse an einer bestimmten Aufgabe, bemüht sich der Direktor in enger Zusammenarbeit mit den Heimat-Team-Leitern darum, zumindest eine der Parteien dafür zu interessieren. Ist er damit nicht erfolgreich, befasst er gemäß Artikel 21 Absatz 1 den Rat mit dieser Frage.8. Bei einigen einzelnen Aufgaben können aufgrund eines hohen technischen Risikos bzw. Unsicherheitsfaktors parallele Arbeiten mehrerer Parteien angebracht sein (eine Staffelung der Arbeitszuweisungen ist möglich).9. Der ITER-Direktor stellt in enger Zusammenarbeit mit den Heimat-Team-Leitern sicher, daß die Aufteilung der Arbeit in Aufgaben, über die Arbeitsvereinbarungen abgeschlossen werden, nur so weit geht, als es die effiziente Durchführung der Arbeiten erfordert, wobei eine annähernd gleichmässige Verteilung der Arbeit auf die Parteien anzustreben ist. Jede Arbeitsvereinbarung soll einen sinnvollen, zusammenhängenden und abgeschlossenen Arbeitsbereich mit genau definierten Schnittstellen umfassen.10. Bei der Aufteilung der Auslegungsarbeiten zwischen dem gemeinsamen zentralen Team und den Heimat-Teams soll grundsätzlich angestrebt werden, daß dem gemeinsamen zentralen Team nur die Aufgaben zufallen, die von einem zentralen Team besser gelöst werden können. Insgesamt stehen für die ITER-Auslegungsarbeiten Mittel für etwa 500 Fach-Mann-Jahre für die Heimat-Teams zur Verfügung.C. Auswahlkriterien1. Interessensbekundungen betreffend die Durchführung von Arbeiten können bei der Auswahl nur dann berücksichtigt werden, wenn nachgewiesen wird, daß die Fähigkeit, die Spezifikationen zu erfuellen und die Zeitpläne einzuhalten, sowie die erforderlichen Anlagen und das entsprechende Know-how vorhanden sind.Bevor er eine Interessensbekundung wegen Nichterfuellung der technischen Voraussetzungen zurückweist, unterrichtet der ITER-Direktor den zuständigen Heimat-Team-Leiter, der den entsprechenden Vorschlag innerhalb einer kurzen Frist überarbeiten kann.2. Die Auswahl unter den Interessensbekundungen, die die technischen Voraussetzungen erfuellen, findet anhand folgender Kriterien statt:a) technische Erfahrung und Kompetenz der für die Durchführung vorgeschlagenen Einrichtungen,b) technisches Risiko der vorgeschlagenen Vorgehensweise,c) nachgewiesene Erfuellung der technischen und verwaltungstechnischen Voraussetzungen.Weitere Faktoren, wie z. B. gleichmässige Aufgabenverteilung innerhalb eines Aufgabenbereiches, Stellenwert der Arbeiten für die Parteien, Eigenschaft der vorgeschlagenen Vorgehensweise, sind angemessen zu berücksichtigen.D. Rolle des Beratenden Managementausschusses (MAC)Der MAC tritt so oft zusammen, wie es erforderlich ist, um sicherzustellen, daß zwischen den Ratssitzungen die Vorschläge des Direktors rasch weiterbehandelt werden. Elektronische und andere Kommunikationsmittel sollen eingesetzt werden, um eine rasche Genehmigung der einstimmigen Empfehlungen des MAC durch den Rat zu gewährleisten. In anderen Fällen ist die Genehmigung des Rates gemäß den normalen Verfahrensregeln erforderlich.E. Unzureichende Leistungen einer Partei bei Auslegungs-, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten1. Unter unzureichenden Leistungen einer Partei bei der Durchführung einer ihr übertragenen Aufgabe ist zu verstehen, daß das jeweilige Heimat-Team nicht in der Lage ist, angemessene Fortschritte im Hinblick auf die Erfuellung der Aufgabe (wie sie in der Arbeitsvereinbarung festgelegt ist) bzw. ein angemessenes Niveau bei der Auslegung oder Ausführung zu erreichen.In jeder Arbeitsvereinbarung soll ein Standardartikel über die allgemeinen Grundsätze im Zusammenhang mit unzureichenden Leistungen enthalten sein.2. Stellt ein Heimat-Team-Leiter fest, daß bei einer seiner Partei übertragenen Aufgabe die Möglichkeit besteht, daß die Leistungen nicht ausreichen, setzt er den Direktor unverzueglich davon in Kenntnis.3. Hält der Direktor im Zusammenhang mit einer Arbeit unzureichende Leistungen für wahrscheinlich, übermittelt er dem Leiter des Heimat-Teams eine förmliche Mitteilung (notice of inadequate performance) mit folgenden Angaben:- Gründe des Direktors für die Vermutung unzureichender Leistungen;- Festlegung eines sinnvollen Zeitraums, innerhalb dessen das betroffene Heimat-Team dem Direktor überzeugend nachzuweisen hat, daß angemessene Leistungen erreicht werden können.Bei den Parteien zugewiesenen Aufgaben, deren Mittelausstattung bis zu 300 IUA beträgt, kann der Direktor im Anschluß an diesen Zeitraum die Aufgabe einer anderen Partei zuweisen.4. Bei Aufgaben, deren Mittelausstattung 300 IUA übersteigt, ist dem Rat eine Kopie der förmlichen Mitteilung zur Information zu übermitteln.Können nach Ablauf des obengenannten Zeitraums angemessene Leistungen nicht nachgewiesen werden, legt der Direktor dem Rat einen Vorschlag über die weitere Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Aufgabe vor.5. Schlägt der Direktor im Anschluß an das unter Punkt 4 genannte Verfahren die Neuzuweisung der Aufgabe oder eines Teils derselben an eine andere Partei vor, muß sein Vorschlag folgende Angaben enthalten:- Nennung der neu zuzuweisenden Arbeiten und deren Rolle im Rahmen der ursprünglichen Aufgabe;- die Partei, an die Arbeiten zugewiesen werden;- die Höhe der neu zuzuweisenden ITER-Finanzmittel;- die von der Partei, deren Leistungen unzureichend sind, zu liefernden Informationen, Hardware und Ausrüstungen im Zusammenhang mit den durchgeführten Arbeiten; vertrauliche Geschäftsinformationen, die bereits dem gemeinsamen zentralen Team übermittelt wurden, werden der mit der Durchführung der Arbeiten betrauten Partei mit einer Verpflichtung zur Vertraulichkeit weitergegeben (dies gilt nicht für vertrauliche Geschäftsinformationen, die dem JCT nicht zur Verfügung gestellt wurden).6. Wurde eine Aufgabe aufgrund unzureichender Leistungen vollständig oder in Teilen neu zugewiesen bzw. annulliert, bemüht sich der Direktor bei der Zuweisung weiterer ITER-Aufgaben darum, die in Anhang B genannte annähernd gleichmässige Verteilung der Aufgaben wiederherzustellen, ohne einer Partei, die eine Arbeit auf zufriedenstellende Weise durchführt, diese zu entziehen.F. Weiterverwendung von Anlagen oder sonstigen Aktiva, die bei der Durchführung einer Aufgabe im Rahmen einer Arbeitsvereinbarung geschaffen wurdenDer Direktor nimmt gegebenenfalls in die Aufforderungen an die Parteien zur Interessensbekundung einen Punkt betreffend die mögliche Weiterverwendung - innerhalb des für die EDA-Phase vorgesehenen Zeitraums - von Anlagen und anderen Aktiva auf, die bei der Durchführung einer Aufgabe geschaffen wurden. Diesbezuegliche Artikel der Arbeitsvereinbarung werden von dem Direktor und dem/den betroffenen Heimat-Team-Leiter/n ausgehandelt.DefinitionenDen Leitlinien für die Durchführung von Aufgabenzuweisungen liegen folgende Definitionen zugrunde:Aufgabe: von dem gemeinsamen zentralen Team (JCT) oder einem Heimat-Team durchgeführte Arbeiten. Eine einem Heimat-Team zugewiesene Aufgabe ist Gegenstand einer Arbeitsvereinbarung. (Davon sind Hunderte möglich.) An einer einem Heimat-Team zugewiesenen Aufgabe können andere Heimat-Teams beteiligt sein.Aufgabenbereich (Task system area): eine Gruppe von mehreren Aufgaben, die eine funktionelle Einheit des ITER betreffen (davon können Dutzende existieren).Aufgabenzuweisung: Verfahren der Zuweisung von Aufgaben an die Heimat-Teams und das JCT.Arbeitsvereinbarung: schriftliche Vereinbarung, die die technische Beschreibung der Aufgabe, die Ergebnisse des Zuweisungsverfahrens sowie die Durchführungsbedingungen enthält.Gestaffelte Aufgabenzuweisung: stufenweise Zuweisung der Arbeiten bei Aufgaben, deren technische Komplexität bzw. Risiken eine solche erfordern. Konzipierung, Auslegung, Entwicklung und Prüfung (oder andere Phasen) werden schrittweise derselben Partei oder mehreren Parteien zugewiesen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß im Verlauf der Arbeiten die Beteiligung einer immer geringeren Anzahl von Parteien erforderlich ist.Auslegungsarbeiten: Arbeiten zur technischen und physikalischen Auslegung (JCT und Heimat-Teams). Die dafür geschätzten Ausgaben sind in den im Schlußbericht über die Erstellung des ITER-Vorentwurfs für die Auslegung veranschlagten 250 Millionen US-Dollar (Preise Januar 1989) enthalten.Technologische FuE-Arbeiten: unterstützen die Auslegungsarbeiten (technologische Grundlagen FuE, spezifische ingenieurtechnische FuE, s. obengenannter Schlußbericht). In dem Schlußbericht wurden die Gesamtkosten auf etwa 750 Millionen US-Dollar (Preise Januar 1989) veranschlagt (400 bzw. 350 Millionen).Arbeitsprogramm: s. Artikel 11. Das Arbeitsprogramm wird in der EDA-Phase regelmässig überarbeitet.ITER-Finanzmittel (ITER credit): die in ITER-Verrechnungseinheiten (IUA-ITER Units of Account, eine IUA entspricht 1 000 US-Dollar, Preise Januar 1989) angegebenen Finanzmittel, die der ITER-Direktor anläßlich der Aufforderung zur Interessensbekundung an die Heimat-Team-Leiter für eine bestimmte Aufgabe (Auslegung, technologische FuE) bereitstellt. Änderungen dieses Betrages sind nur im Zusammenhang mit Änderungen des Umfangs der Arbeiten möglich. Alle ITER-Finanzmittel zusammengenommen sollen ungefähr mit der Schätzung im Schlußbericht über die Erstellung des Vorentwurfs übereinstimmen.ANLAGE 3 LEITLINIEN FÜR ABSTELLUNGSVEREINBARUNGEN a) Das abgestellte Personal bleibt weiterhin beim bisherigen Arbeitgeber angestellt; der Anstellungsvertrag zwischen dem abgestellten Personal und seinem Arbeitgeber gilt für den Zeitraum der Abstellung fort. Der Arbeitgeber bezahlt weiterhin die Gehälter und andere Aufwendungen wie Sozialabgaben, Zulagen, Vergütungen und Rückerstattung von Auslagen gemäß den für ihn geltenden Gesetzen, Verordnungen und sonstigen Vorschriften.b) Der Arbeitgeber stellt sicher, daß Unfall- und andere Versicherungen zugunsten der abgestellten Person, die aufgrund der Beschäftigungsbedingungen bestehen, für den Zeitraum der Abstellung an das gemeinsame zentrale Team weiterlaufen. Der Arbeitgeber informiert seine zuständigen Abteilungen und Versicherer umgehend über die Abstellung. Fällt der bestehende Versicherungsschutz der abgestellten Person fort, ist der Arbeitgeber für die Sicherstellung eines gleichwertigen Versicherungsschutzes verantwortlich.c) Während der Abstellung gelten die Urlaubsregelungen des Arbeitgebers, von denen der Direktor in Kenntnis gesetzt wird. Der Zeitpunkt und die Dauer des Urlaubs während der Abstellung wird mit dem Direktor abgesprochen, der den Arbeitgeber hiervon in Kenntnis setzt. Nach Buchstabe b) bestehen die Regelungen des bisherigen Arbeitgebers für die Abwesenheit wegen Erkrankung für den Zeitraum der Abstellung fort.d) Der Arbeitgeber des abgestellten Personals berücksichtigt im Hinblick auf dessen Beförderung die Leistung dieser Person während ihrer Abstellung an das gemeinsame zentrale Team in angemessener Weise.ANLAGE 4 GROBENTWURF Der Rat hat den TAC-Bericht über den Grobentwurf zur Kenntnis genommen und, einer Empfehlung des TAC folgend, befunden, daß der Bericht über den Grobentwurf eine annehmbare Grundlage bildet, auf der die Parteien Protokoll 2 abschließen können, obwohl anerkannt wird, daß der detaillierte, technische Entwurf weiterentwickelt werden muß, um auf die Bedenken einzugehen, die vom TAC genannt wurden.Aus diesem Grunde bittet der Rat den Direktor, auf jede den Grobentwurf im TAC-Bericht betreffende Empfehlung einzugehen.Einer Empfehlung des TAC folgend bittet der Rat den Direktor und das JCT insbesondere um eine Empfindlichkeitsanalyse, um den optimalen Weg zur Kostensenkung bei geringster Einschränkung der Leistungsfähigkeit herauszuarbeiten.Grobentwurf für den ITER I. EinleitungDieser Bericht beschreibt den Grobentwurf für den ITER, der in den ersten achtzehn Monaten der Arbeit an einem detaillierten technischen Entwurf (EDA) entwickelt wurde. Es wurde ein zusammenhängender Entwurf erstellt, der den erforderlichen Sicherheitsansprüchen und den erklärten programmatischen und technischen Zielen des ITER gerecht wird. Nach Einschätzung belaufen sich die Kosten für den Bau des ITER für die Grundphase auf einen Betrag, der ungefähr in den Grenzen derjenigen Kosten liegt, die im Abschlußbericht für den ITER-CDA angegeben wurden.Jetzt bildet der Grobentwurf eine Grundlage für die weitere technische Entwicklungsarbeit, für die Konzentration auf die ITER-Forschung und -Entwicklung und für andere verwandte Tätigkeiten innerhalb der Zielsetzungen des ITER-EDA-Übereinkommens.II. Programmatische und technische ZieleNach Definition in dem ITER-EDA-Übereinkommen ist das programmatische Gesamtziel des ITER der Nachweis der wissenschaftlichen und technologischen Realisierbarkeit der Fusionsenergie zu friedlichen Zwecken. ITER würde dieses Ziel erreichen durch Demonstration der kontrollierten Zuendung und ausgedehnter Brenndauer von Deuterium-Tritium-Plasmen, mit stationärem Betrieb als Endziel, durch Demonstration von Technologien, die für einen Reaktor in einem integrierten System von wesentlicher Bedeutung sind, und durch Durchführung von integralen Tests der einer sehr hohen Wärmebelastung ausgesetzten Komponenten und der Nuklearkomponenten, die zur praktischen Nutzung der Fusionsenergie erforderlich sind.Im Zusammenhang mit den technischen Lösungsansätzen zur Ermittlung des besten praktischen Weges zur Erreichung der ITER-Ziele hat der ITER-Rat im Protokoll 1 des ITER-EDA-Abkommens detaillierte technische Zielsetzungen gebilligt.Aus den vereinbarten programmatischen und detaillierten technischen Zielsetzungen ergeben sich die wesentlichen Charakteristika und Parameter des Grobentwurfs für den ITER. Im Text über die detaillierten technischen Zielsetzungen wird die Notwendigkeit zweier Betriebsphasen zur Erreichung der programmatischen Ziele festgestellt: die Grundphase und eine Phase erweiterter Leistungsfähigkeit, die erweiterte Phase. Der Grobentwurf bildet den Entwurf zur Grundphase, und er gestattet die zukünftige Einbindung von Elementen, die zur Erreichung der Ziele der erweiterten Phase benötigt werden könnten.Die Grösse, die Konfiguration und die Leistung des Plasmas wurden im Grobentwurf so festgelegt, daß das Ziel der Demonstration der kontrollierten Zuendung durch induktive Pulse mit einer "Flat-Top"-Zeit bei Zuendung von etwa 1 000 s erreicht werden kann. Aus dieser Zielsetzung und dem Ziel des Entwurfs, Nukleartests und Tests von Hochwärmefluß-Komponenten unter Bedingungen wie in einem Fusionsreaktor durchzuführen, ergeben sich die Charakteristika der Komponenten innerhalb der Vakuumkammer und die Grössenordnung des Tokamaks überhaupt.Entsprechend der grossen Bedeutung dieses Schrittes in der Fusionsentwicklung beinhaltet der Grobentwurf Sicherheitsspielräume sowie technische Spielräume.III. Hauptelemente des GrobentwurfsIII.1. Wesentliche ParameterDie wesentlichen Parameter des Grobentwurfs für den ITER sind in Tabelle 1 aufgeführt:Tabelle 1>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die wesentlichen Zuege des Grobentwurfs sind in der Querschnittszeichnung und im dreidimensionalen Aufbau in den Abbildungen 1 und 2 gezeigt.III.2. Physikalische GrundlagenPhysikalische Studien des Plasmazentrums, die auf der Grundlage statistischer Analysen und der Extrapolation experimenteller Ergebnisse führender Fusionsanlagen durchgeführt wurden, weisen darauf hin, daß der Grobentwurf gute Aussichten für anhaltende und kontrollierte Zuendung unter einer Reihe von Bedingungen und Szenarien bietet. Der Zuendbereich kann je nach physikalischen Unsicherheiten in Schlüsselbereichen - sie betreffen den Einschluß des Plasmas, den Grad der Verunreinigung des Plasmas und die Abfuhr thermischen Heliums - unterschiedlich ausfallen. Die Abmessungen der Anlage wurden insgesamt so klein wie möglich gewählt, um angemessene Sicherheitsspielräume zu gewährleisten und das Risiko zu vermeiden, das von Instabilitäten oder Plasmaabbrüchen ("disruptions") herrührt.III.3. Supraleitende Spulen und mechanische StützstrukturDie Zielsetzungen des ITER schreiben den Einsatz der Technologie supraleitender Magnete im ITER vor. Um die Belastung der mechanischen Stützstruktur im Einsatz unter den geplanten Bedingungen zu minimieren, wurde bei der Entwicklung das gesamte System der Magnete in die mechanische Stützstruktur integriert. Das System enthält 24 Spulen für das Toroidalfeld, eine Solenoidspule im Zentrum und sechs externe Spulen für das Poloidalfeld. Die Toroidalfeldspulen sind an den Zentralsolenoid angehängt, um ein Maximum an Voltsekunden und ausgeglichene elektromagnetische Kräfte zu gewährleisten. Die Spulen für das Toroidalfeld sind in Schichten gewickelt, so daß durch Stahlplatten zwischen den Schichten der Leiter die Steifigkeit der Anordnung erhöht wird. Der Zentralsolenoid ist auch in Schichten gewickelt und mit einem dickwandigen Leiter, der die notwendige mechanische Festigkeit gewährleistet, versehen. Das System der Poloidalspulen ist hinreichend flexibel, um eine Vielzahl von Plasmakonfigurationen zuzulassen, die in der erweiterten Phase interessant sein könnten.III.4. VakuumkammerDie Vakuumkammer besteht aus einer Anordnung von 24 doppelwandigen Segmenten, die toroidal nicht durchbrochen sind; sie sind zwischen den Zugängen ("ports") geschweisst und mit Metallkugeln und Kühlmittel gefuellt. Die Vakuumkammer dient auch als Schutzschild und Einschlußbehältnis. In drei Ebenen werden Zugänge gewährt, oben (für die Installation und den Austausch des Schutz-/Brutmantels), in der Mittelebene (für die Heizung und den Stromtrieb, den Test von Schutz-/Brutmantelmodulen, für fernbediente Handhabung und die Diagnostikgeräte) und unten (für Maßnahmen am Divertor und an den Pumpen).III.5. Erste Wand und Schutz-/BrutmantelDie Erste Wand ist Bestandteil eines auf niedriger Temperatur gehaltenen ( 200 °C), wassergekühlten Schutz-/Brutmantels, der vornehmlich aus Edelstahl besteht. Das Material der mit hohem Wärmefluß belasteten Oberflächen ist Kupfer, um gute Sicherheitsspielräume in der Grundphase für die Referenz-Belastung der Wand zu gewährleisten. Der Schutz-/Brutmantel ist in voneinander separierten innen- und aussenseitige Komponenten geteilt, die ihrerseits toroidal unterteilt sind, um Installation und Austausch durch den oberen Zugang zu ermöglichen. Die Erste Wand ist mit einem Material niedriger Kernladungszahl beschichtet.Die zu testenden Mantel-Module werden durch den äusseren Zugang eingebracht. Ihre Handhabung erfolgt unabhängig vom Schutz-/Brutmantel; sie können unabhängig voneinander ausgebaut werden.Der Grobentwurf erlaubt den späteren Einbau eines Brutmantels, der benötigt werden könnte, um den Zielen der erweiterten Phase gerecht zu werden. Das Schutzschild und der Mantel sind jeweils selbsttragende, voneinander unabhängige Komponenten.Abbildung 1>VERWEIS AUF EINEN FILM>METER 1. Zentrale Solenoidspule2. Spule zur Erzeugung des Poloidalfeldes, PF23. Spule zur Erzeugung des Toroidalfeldes4. Abschluß des oberen Ausgangs5. Spule zur Erzeugung des Poloidalfeldes, PF36. Abschirmung7. Mechanische Stützstruktur8. Abschirmung, herausnehmbar, für den Zugang zur fernbedienten Handhabung9. Herausnehmbares Abschirmungsmodul10. Vakuumkammer11. Spule zur Erzeugung des Poloidalfeldes, PF412. Divertor13. Spule zur Erzeugung des Poloidalfeldes, PF514. Spule zur Erzeugung des Poloidalfeldes, PF615. Stützstruktur der Maschine16. Spule zur Erzeugung des Poloidalfeldes, PF717. Zylinder zum Einhängen der ToroidalfeldspulenAbbildung 2>VERWEIS AUF EINEN FILM>III.6. DivertorDer Grobentwurf beinhaltet ein fortgeschrittenes Divertorkonzept, in dem Leistung vom Rand des Plasmas zunächst zu den Wänden der Divertorkammer geleitet wird, bevor sie die Divertorplatten selbst erreicht. Der Divertor ist modular aufgebaut; jedes Modul besteht aus einer Anordnung gekühlter Ablenkplatten, die den Leistungsstrom unterbrechen. Das Kühlmittel entspricht jedem des Schutz-/Brutmantels.III.7. Heizung und StromtriebDer Grobentwurf sieht eine zusätzliche Heizleistung von 50 MW vor. Der Entwurf geht vom Einsatz von Wellen im Bereich der Ionen-Zyklotron-Radiofrequenz (ICRF) aus, lässt aber den Einsatz anderer Mittel zur Heizung und zum Stromtrieb zu, wie etwa den Einsatz von Wellen im Bereich der Elektronen-Zyklotronfrequenz und die Injektion von Neutralteilchen. Die Antennen im ICRF-Entwurf sind in der Lage, die Wellen ("Fast Waves") so zu emittieren, um einen Stromtrieb zu ermöglichen. Die Gesamtleistung könnte auf bis zu 100 MW oder mehr erhöht werden, ohne einen Wechsel der Antenne zu erfordern.III.8. KryostatDer Kryostat ist eine gefuellte Doppelwand aus Stahl, die zugleich auch die Rolle einer Komponente zur Abschirmung und die Aufgabe eines Containments übernimmt.III.9. Sicherheit und UmweltDie Anlage für das ITER-Experiment wird die erste Anlage zur Fusion sein, die wesentliche Elemente eines thermonuklearen Reaktors in sich vereinigt. Der ITER ist für einen sicheren Betrieb ausgelegt und so geplant, daß die Sicherheit der Fusionsenergie und ihr Potential für die Umwelt demonstriert werden. Diesbezueglich sieht der Grobentwurf insbesondere vor:- die schnelle Wiederaufbereitung des Brennstoffes, um das Tritium-Inventar zu minimieren;- mehrere Barrieren zum Einschluß radioaktiven Materials, inklusive des Schutz-/Brutmantels, der Vakuumkammer und des Kryostaten;- die Berücksichtigung technischer und physikalischer Spielräume.Bisherige Analysen zeigen, daß der Grobentwurf mit den zu erwartenden Grenzwerten für die regelmässige bzw. durch Unfälle bedingte Freisetzung vereinbar ist.IV. Veranschlagung der BaukostenAuf der Grundlage der bisher geleisteten Arbeiten werden die Kosten für den Bau des ITER im Grobentwurf auf 5,6 Milliarden US-Dollar geschätzt (Daten vom Januar 1989). Eine vorläufige Aufschlüsselung der Kosten in den wesentlichen Teilbereichen ist in Tabelle 2 aufgeführt:Tabelle 2>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Die Veranschlagung der Kosten basiert auf den spezifischen Anforderungen des Entwurfs, die den technischen Zielen der Grundphase Rechnung tragen; sie beinhaltet nicht die Kosten für die ITER-Arbeitsgruppe. Die Schätzungen sind in dieser frühen Phase des Projektes nur vorläufig und werden mit dem Fortschreiten der Arbeiten der EDA aktualisiert werden. Eine sichere Bestimmung der Kosten, einschließlich der Kostenvoranschläge für Aufträge an die Industrie, kann erst nach Abschluß eines detaillierten Entwurfs erfolgen.