CELEX: 31982D0710
Language: de
Date: 1982-10-18 00:00:00
Title: 82/710/EWG: Beschluß der Kommission vom 18. Oktober 1982 über die Annahme einer Verpflichtung im Rahmen des Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhr von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika und über die Einstellung des Verfahrens

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31982D0710

82/710/EWG: Beschluß der Kommission vom 18. Oktober 1982 über die Annahme einer Verpflichtung im Rahmen des Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhr von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika und über die Einstellung des Verfahrens  

Amtsblatt Nr. L 295 vom 21/10/1982 S. 0035 - 0036

*****  BESCHLUSS  DER KOMMISSION  vom 18. Oktober 1982  über die Annahme einer Verpflichtung im Rahmen des Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhr von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika und über die Einstellung des Verfahrens  (82/710/EWG)  DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN  GEMEINSCHAFTEN -  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft,  gestützt auf die Verordnung (EWG) Nr. 3017/79 des Rates vom 20. Dezember 1979 über den Schutz gegen gedumpte oder subventionierte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschft gehörenden Ländern (1), geändert durch die Verordnung (EWG) Nr. 1580/82 (2), insbesondere auf Artikel 10,  nach Konsultationen in dem gemäß Artikel 6 dieser Verordnung eingesetzten Beratenden Ausschuß,  in Erwägung nachstehender Gründe:  Die Kommission erhielt einen Antrag auf Verfahrenseinleitung, der vom Europäischen Ausschuß der Verbände der chemischen Industrie (CEFIC) im Namen aller Gemeinschaftshersteller von Thiophen gestellt wurde. Da dieser Antrag genügend Beweismittel über das Vorliegen von Dumpingpraktiken bei einer gleichartigen Ware mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie einer dadurch verursachten bedeutenden Schädigung enthielt, gab die Kommission durch Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften (3) die Einleitung eines Verfahrens betreffend Einfuhren von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika bekannt und leitete die Untersuchung auf Gemeinschaftsebene ein.  Die Kommission setzte die bekanntermassen betroffenen Firmen und die Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika davon offiziell in Kenntnis.  Die Kommission gab den unmittelbar betroffenen Parteien Gelegenheit, ihren Standpunkt schriftlich darzulegen und mündlich angehört zu werden. Die betreffenden Parteien haben von dieser Gelegenheit Gebrauch gemacht.  Um die Dumpingspanne und die Schädigung zu ermitteln, erfasste und überprüfte die Kommission alle von ihr als erforderlich angesehenen Angaben und nahm Untersuchungen an Ort und Stelle bei dem einzigen amerikanischen Hersteller und Ausführer, Pennwalt Corporation, Philadelphia, Pennsylvania, vor. Die Kommission führte ebenfalls eine Untersuchung bei dem betroffenen Gemeinschaftshersteller, Croda Synthetic Chemicals Ltd, Oldbury, Warley, Vereinigtes Königreich, durch.  Als Untersuchungszeitraum wählte die Kommission die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1981.  Bei der Ermittlung der Dumpingspanne legte die Kommission für die vorläufige Berechnung des Normalwerts die von dem einzigen amerikanischen Hersteller auf dem Inlandsmarkt im Untersuchungszeitraum geforderten Preise ab Werk zugrunde.  Da zwischen dem Ausführer und dem Einführer eine geschäftliche Verbindung bestand, wurde der Ausfuhrpreis auf der Grundlage des Preises errechnet, zu dem die eingeführte Ware im Untersuchungszeitraum erstmals an einen unabhängigen Käufer in der Gemeinschaft weiterverkauft wurde.  Bei der Errechnung des Ausfuhrpreises wurden für alle zwischen der Einfuhr und dem Wiederverkauf entstandenen Kosten einschließlich der Zölle und Steuern sowie für einen angemessenen Gewinn Berichtigungen vorgenommen. Dabei wurden gegebenenfalls die Vergleichbarkeit der Preise beeinflussende Unterschiede bei Transportkosten und Zahlungsbedingungen berücksichtigt.  Ein Vergleich zwischen dem Normalwert und dem errechneten Ausfuhrwert zeigte, daß die Dumpingspanne erheblich schwankte, wobei die gewichtete Durchschnittsspanne 1981 83 % betrug.  Hinsichtlich der einem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft entstandenen Schädigung hat die Kommission vertrauliche Angaben von den beiden einzigen Lieferanten auf dem Gemeinschaftsmarkt erhalten, deren Veröffentlichung, auch in zusammengefasster Form, sich für diese Firmen sehr nachteilig auswirken könnte.  Bei der Prüfung dieser Angaben durch die Kommission zeigte sich, daß das aus den Vereinigten Staaten von Amerika eingeführte Thiophen hauptsächlich auf dem französischen Markt verkauft wurde, wo der amerikanische Hersteller eine führende Marktstellung hat.  Aufgrund der schwankenden Nachfrage nach dieser Ware unterlagen auch die Einfuhren von Thiophen von Jahr zu Jahr starken Schwankungen.  Der Marktanteil des aus den USA eingeführten Thiophen nahm zwischen 1978 und 1980 erheblich zu. Der Gemeinschaftshersteller konnte 1981 Marktanteile zurückgewinnen, nachdem er seine Preise an die Preise der gedumpten Einfuhren angepasst hatte.  Die Preise, zu denen die gedumpten Einfuhren von 1979 bis 1981 verkauft und zum Verkauf angeboten wurden, drückten die Preise des Gemeinschaftsherstellers nach unten und wirkten sich sehr nachteilig auf seine Rentabilität aus.  Die Kommission ging auch der Frage nach, ob die Schädigung auf andere Faktoren, wie Nachfrageschwankungen oder Überkapazitäten in dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, zurückzuführen ist.  Obgleich diese Faktoren einen Einfluß auf den Gemeinschaftshersteller gehabt haben, verschlechterte sich seine Lage vor allem durch den Druck der Einfuhren aus den Vereinigten Staaten von Amerika und die niedrigen Preise, zu denen diese in der Gemeinschaft zum Verkauf angeboten wurden.  Die Kommission kam deshalb zu dem Schluß, daß die gedumpten Einfuhren von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika für sich genommen dem betreffenden Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine bedeutende Schädigung zugefügt haben.  Der amerikanische Ausführer hat vor Beginn der Untersuchung seine Preise überprüft und angeglichen, um Schwankungen zwischen dem US-Dollar und den Währungen der Gemeinschaft schneller zu berücksichtigen, und hat, nachdem er über die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung unterrichtet woden war, eine Verpflichtung angeboten. Angesichts der Tatsache, daß im Jahr 1982 bisher keine Einfuhren dieser Ware erfolgt sind, ist die Kommission der Auffassung, daß die Verplichtung eine erneute Schädigung verhindern würde und daher annehmbar ist.  In dem gemäß Artikel 6 der Verordnung (EWG) Nr. 3017/79 eingesetzten beratenden Ausschuß sind gegen diese Auffassung keinerlei Einwendungen erhoben worden -  BESCHLIESST:  Artikel 1  Die Kommission nimmt die von Pennwalt Corporation im Zusammenhang mit dem Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika angebotene Verpflichtung an.  Artikel 2  Das Antidumpingverfahren betreffend die Einfuhren von Thiophen mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika wird eingestellt.  Brüssel, den 18. Oktober 1982  Für die Kommission  Wilhelm HAFERKAMP  Vizepräsident  (1) ABl. Nr. L 339 vom 31. 12. 1979, S. 1.  (2) ABl. Nr. L 178 vom 22. 6. 1982, S. 9.  (3) ABl. Nr. C 122 vom 13. 5. 1982, S. 5.