CELEX: 51990PC0153
Language: de
Date: 1990-05-23
Title: VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER EIN SPEZIFISCHES PROGRAMM FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH DER INFORMATIONSTECHNOLOGIE ( 1990-1994 )

16. 7. 90                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 174/1
                                                               II
                                                  (Vorbereitende Rechtsakte)
                                                 KOMMISSION
              Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für Forschung
                  und technologische Entwicklung im Bereich der Informationstechnologie (1990-1994)
                                               KOM(90) 153 endg. — SYN 258
                                       (Von der Kommission vorgelegt am 3. Mai 1990)
                                                         (90/C 174/01)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                         Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/
                                                                  Euratom, EWG enthält der für das gesamte Rahmen-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                programm als notwendig erachtete Betrag eine Summe
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-             von 57 Millionen ECU für die zentralisierten Maßnah-
kel 130q Absatz 2,                                                men zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse,
                                                                  die proportional zu dem für jede Aktion vorgesehenen
auf Vorschlag der Kommission,                                     Betrag aufzuteilen ist. Der Umfang dieses spezifischen
                                                                  Programms innerhalb der Aktion „Informations- und
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,                 Kommunikationstechnologien" führt zu einer Verringe-
                                                                  rung der zur Durchführung dieses Programms erforder-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                lichen geschätzten Finanzmittel von 13,52 Millionen
schusses,                                                         ECU für die genannten zentralisierten Maßnahmen,
in Erwägung nachstehender Gründe:                                 um Artikel 130p Absatz 2 zweiter Satz des Vertrages
                                                                  einzuhalten.
Mit Beschluß 90/221/Euratom, EWG (*) hat der Rat ein
drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Be-                  Die Durchführung des vorliegenden Programms obliegt
reich der Forschung und technologischen Entwicklung               der Kommission. Um dieser die Erfüllung ihrer Aufgabe
(1990-1994) angenommen, in dem insbesondere die auf               zu erleichtern, sind die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5
dem Gebiet der Informationstechnologie durchzufüh-                des Vertrages gehalten, ihr dafür jede erforderliche Hil-
renden Aktionen umrissen sind. Die vorliegende Ent-               festellung zu gewähren, insbesondere im Rahmen eines
scheidung muß im Lichte der Begründung in der Präam-              Ausschusses.
bel zu dem genannten Beschluß ergehen.
Gemäß Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchfüh-            Das vorliegende Programm wird hauptsächlich durch
rung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Pro-                Auswahl von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
gramme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt               durchgeführt, damit diesen eine Beteiligung der Ge-
werden.                                                           meinschaft zugute kommt. Die Kommission hat dafür
                                                                  zu sorgen, daß solche Vorhaben auf dem üblichen Wege
Eine Vorausschätzung der zur Durchführung dieses spe-             — nämlich der im Amtsblatt der Europäischen Gemein-
zifischen Programms notwendigen finanziellen Mittel               schaften veröffentlichten Aufforderungen zur Einrei-
der Gemeinschaft ist erforderlich. Die endgültigen jähr-          chung von Vorschlägen — vorgelegt werden. Ferner ist
lichen Beträge werden von der Haushaltsbehörde unter              ein Sonderverfahren im Hinblick auf die Wahrung einer
Einhaltung der finanziellen Vorausschau für den Zeit-             gewissen Flexibilität vorzusehen, damit die Kommission
raum 1988-1992 im Anhang zur Interinstitutionellen                angesichts der ständigen Weiterentwicklung und des
Vereinbarung vom 29. Juni 1988 (2) und entsprechender             immer schnelleren wissenschaftlichen und technischen
noch zu verabschiedender finanzieller Vorausschauen               Fortschritts auch spontane Vorschläge berücksichtigen
für 1993 und 1994 festgelegt.                                     kann, die den Zielen des Programms entsprechen.
(') ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.                         Bei der Auswahl der im Rahmen des Programms durch-
(2) ABl. Nr. L 185 vom 15. 7. 1988, S. 33.                        zuführenden Vorhaben ist dem Grundsatz des wirt-
 ---pagebreak--- Nr. C 174/2                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              16. 7. 90
schaftlichen und sozialen Zusammenhalts, dem grenz-            stens 4 % belaufen dürfen. Eine vorläufige Aufschlüsse-
überschreitenden Charakter der Vorhaben sowie der              lung dieser Mittel ist in Anhang II gegeben.
Unterstützung für die kleinen und mittleren Unterneh-
men besondere Aufmerksamkeit zu widmen.                        (2) Wird ein Beschluß nach Artikel 1 Absatz 4 des
                                                               Beschlusses 90/221/Euriatom, EWG gefaßt, so wird die
Erst aufgrund der bei der Durchführung des laufenden           vorliegende Entscheidung angepaßt, um jenem Beschluß
Programms gewonnenen Erfahrungen kann die Kom-                 Rechnung zu tragen.
mission unter Inanspruchnahme der in den Artikeln
 1301,130m oder 130o des Vertrages vorgesehenen Mög-           (3) Die Haushaltsbehörde entscheidet über die für
lichkeiten ergänzende Programmteile vorschlagen, über          jedes Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden Mittel.
die der Rat beschließt, wenn sie zur Verwirklichung der
 Programmziele gemäß den Bedingungen in Artikel 2
 Absatz 2 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG bei-                                      Artikel 3
 tragen.
                                                               Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sind
 Gemäß Artikel 130g des Vertrages gehört zu den M a ß -        in Anhang III festgelegt.
 nahmen der Gemeinschaft zur Verstärkung der wissen-
 schaftlichen und technischen Grundlagen der europäi-
 schen Industrie und zur Förderung der Entwicklung
                                                                                        Artikel 4
 ihrer Wettbewerbsfähigkeit die Förderung der Zusam-
 menarbeit auf dem Gebiet der FTE mit dritten Ländern
 und internationalen Organisationen; eine solche Zu-           Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft wird ge-
 sammenarbeit kann sich für die Entwicklung dieses             mäß Anhang IV des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG
 Programms als besonders fruchtbar erweisen.                   festgelegt.
 Die Informationstechnologie durchdringt immer stär-
 ker die gesamte Wirtschaft und die Gesellschaft; sie                                   Artikel 5
 leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung
 der Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Dienst-             (1) Im Jahre 1992 überprüft die Kommission das Pro-
 leistungsgewerbe. Sie verbessert darüber hinaus die Ar-       gramm und legt dem Rat und dem Europäischen Parla-
 beitsbedingungen und wirkt sich auf zahlreichen Gebie-        ment einen Bericht über die Ergebnisse dieser Prüfung
 ten des täglichen Lebens nutzbringend aus. Für die            vor, dem gegebenenfalls Änderungsvorschläge beigefügt
 Informationstechnologien sind beträchtliche FuE-Auf-           sind.
 wendungen notwendig, die eine grenzübergreifende Zu-
 sammenarbeit erforderlich machen. Die Bereiche Mi-             (2) Nach Abschluß des Programms bewertet die Kom-
 kroelektronik, Systeme der Informationsverarbeitung            mission die Ergebnisse. Sie übermittelt dem Rat und
 und Software, Systeme für den geschäftlichen und den           dem Europäischen Parlament einen entsprechenden Be-
 privaten Bereich, computerintegrierte Fertigung und            richt.
 einschlägige Grundlagenforschung wurden im obenge-
 nannten Beschluß 90/221/Euratom, EWG über das Rah-             (3) Die Berichte werden unter Berücksichtigung der
  menprogramm (1990-1994) als vorrangig eingestuft.             in Anhang I festgelegten Ziele und gemäß Artikel 2
                                                                Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG
  Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For-        erstellt.
  schung (CREST) ist gehört worden —
                                                                                         Artikel 6
  HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
                                                                 (1) Die Kommission sorgt für die Durchführung des
                                                                Programms. Sie wird dabei von einem Ausschuß —
                             Artikel 1                           nachstehend „Ausschuß" genannt — unterstützt, der
                                                                 sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt
  Ein spezifisches Programm der Europäischen Wirt-               und dessen Vorsitz der Vertreter der Kommission führt.
  schaftsgemeinschaft für Forschung und technologische
  Entwicklung im Bereich der Informationstechnologie             (2) Die von der Kommission geschlossenen Verträge
  gemäß Anhang I wird für einen am 1. Januar 1990               regeln die Rechte und Pflichten aller Parteien, ein-
  beginnenden Zeitraum von 5 Jahren beschlossen.                schließlich der Verbreitung, des Schutzes und der Ver-
                                                                wertung der Forschungsergebnisse gemäß den in An-
                                                                wendung von Artikel 130k Absatz 2 des Vertrages erlas-
                             Artikel 2                          senen Vorschriften.
  (1) Der Mittelbedarf der Gemeinschaft für die Durch-           (3) Es wird für jedes Jahr ein Arbeitsprogramm festge-
  führung der mit dieser Entscheidung eingeleiteten Maß-         legt und gegebenenfalls aktualisiert, in dem Ziele und
  nahmen wird auf 1 352 Millionen ECU veranschlagt,              Art der durchzuführenden Vorhaben sowie die entspre-
  abzüglich 13,52 Millionen ECU für die zentralisierten         chenden finanziellen Bestimmungen genau festgelegt
  M a ß n a h m e n zur Verbreitung und Verwertung der Er-      werden. Aufgrund der jährlichen Arbeitsprogramme
  gebnisse. Der auf 1 338,48 Millionen ECU reduzierte           erstellt die Kommission Aufforderungen zur Einrei-
  Betrag umfaßt die Personalausgaben, die sich auf höch-        chung von Vorschlägen.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 174/3
                         Artikel 7                           (2) Die Kommission kann den Ausschuß zu allen Fra-
                                                             gen im Zusammenhang mit dem Anwendungsbereich
(1) In den in Artikel 8 Absatz 1 genannten Fällen            des Programms hören.
unterbreitet der Vertreter der Kommission dem Aus-
schuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen.             (3)   Die Kommission unterrichtet den Ausschuß über:
Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Ent-          — den Fortgang des Programms,
wurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende ent-
sprechend der Dringlichkeit der betreffenden Frage fest-     — die Entwürfe für die in Artikel 6 Absatz 3 vorgesehe-
setzt. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgege-           nen Aufforderungen zur Einreichung von Vor-
ben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die           schlägen,
Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission
zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstim-      — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen, dem
mung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter                Normalverfahren unterworfenen Vorhaben, bei de-
der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel               nen die Beteiligung der Gemeinschaft unter 5 Millio-
gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung                 nen ECU liegt, sowie die Ergebnisse ihrer Bewer-
nicht teil.                                                      tung,
                                                             — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen flan-
(2) Die Kommission erläßt die beabsichtigten Maß-                kierenden Maßnahmen,
nahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschus-
ses übereinstimmen.                                         — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen kon-
                                                                 zertierten Aktionen.
(3) Stimmen die geplanten Maßnahmen mit der Stel-
lungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt
keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommis-                                 Artikel 9
sion dem Rat unverzüglich einen Vorschlag für die zu
treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit qualifi-
zierter Mehrheit.                                           Für die Durchführung des Programms können gegebe-
                                                             nenfalls auch Zusatzprogramme im Sinne von Arti-
(4) Hat der Rat nach Ablauf eines Monats nach dem           kel 1301, Beteiligungen im Sinne von Artikel 130m und
Zeitpunkt seiner Befassung keinen Beschluß gefaßt, so       gemeinsame Unternehmen oder andere Strukturen im
werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kom-            Sinne von Artikel 130o des Vertrages beschlossen
mission erlassen.                                           werden.
                         Artikel 8
                                                                                    Artikel 10
(1)   Das in Artikel 7 festgelegte Verfahren gilt für:
                                                            Sofern die Zusammenarbeit mit den Drittländern und
— die Erstellung und Aktualisierung der in Artikel 6        mit internationalen Organisationen zur Erreichung der
     Absatz 3 genannten Arbeitsprogramme,                   Ziele des Programms die Eingehung rechtlicher Ver-
                                                            pflichtungen zwischen der Gemeinschaft und den betei-
— die Bewertung der unter Nr. 2 von Anhang III vorge-
                                                            ligten dritten Parteien erfordert, ist die Kommission
    sehenen Vorhaben sowie des veranschlagten Betrags
                                                            ermächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrages interna-
    des finanziellen Beitrags der Gemeinschaft, soweit
                                                            tionale Abkommen auszuhandeln, in denen die Modali-
    diese Vorhaben dem Normalverfahren, das unter
                                                            täten dieser Zusammenarbeit festgelegt werden.
    Nr. 4 des Anhangs III vorgesehen ist, unterworfen
    werden und sofern dieser Betrag 5 Millionen ECU         Die Entscheidung über den Abschluß dieser Abkommen
    überschreitet,                                          wird nach dem in Artikel 130q Absatz 2 des Vertrages
— die Bewertung aller Vorhaben, die dem unter Nr. 4         vorgesehenen Verfahren getroffen.
    des Anhangs III vorgesehenen Sonderverfahren un-
    terworfen werden, sowie des veranschlagten Betra-
    ges des finanziellen Beitrages der Gemeinschaft,
                                                                                    Artikeln
— die für die Bewertung des Programms zu treffenden
    Maßnahmen.                                              Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
 ---pagebreak--- Nr. C 174/4                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     16. 7. 90
                                                             ANHANG I
                                       Wissenschaftliche und technische Ziele — Inhalt
            Die Richtlinien des dritten Rahmenprogramms, seine wissenschaftlich-technische Zielsetzung und Begründung
            sind integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.
            Paragraph I.l.A von Anhang II des Rahmenprogramms ist integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen
            Programms.
            Auf der Grundlage und im Lichte der vorgenannten Elemente wird im folgenden der Inhalt des spezifischen
            Programms analytisch beschrieben.
           Das Programm stellt eine neue Phase des Europäischen Strategischen Forschungs- und Entwicklungspro-
           gramms auf dem Gebiet der Informationstechnologie (ESPRIT) dar, die auf die neue Generation der
           Technologien ausgerichtet ist. Das Programm wird in fünf Bereichen abgewickelt:
            Bereich 1: Mikroelektronik,
            Bereich 2: Systeme der Informationsverarbeitung und Software,
            Bereich 3: Fortgeschrittene Systeme für den geschäftlichen Bereich und den privaten Gebrauch; Peripherie-
                        geräte,
           Bereich 4: Computerintegrierte Fertigung und Ingenieurwesen,
            Bereich 5: Grundlagenforschung.
            Flankierende Maßnahmen umfassen Tätigkeiten des Technologietransfers und der Ausbildung, die in jedem
           der Bereiche durchgeführt werden. Darunter fallen auch Sonderaktionen zur Stärkung des Potentials von
            Organisationen in Randgebieten zur Beteiligung an der gemeinschaftlichen FuE im Bereich der Informations-
           technologie sowie ihrer Fähigkeit zur Auswertung der Ergebnisse. Die Tätigkeiten umfassen ferner die
            Einholung von Informationen sowohl im Rahmen des Programms als auch von der IT-Gemeinschaft insgesamt
            sowie Maßnahmen zur besseren Wahrnehmung von günstigen Geschäftsmöglichkeiten und von verfügbaren
            Ergebnissen sowie zur Entwicklung von Synergien sowie zur Erstellung von Synergien zwischen den Teilneh-
            mern und innerhalb der IT-Gemeinschaft. Erfaßt werden auch Systeme des Informationsaustauschs für die
            Teilnehmer des Programms (IES) sowie im Rahmen von EUREKA Beteiligung an dem Projekt COSINE
            (Cooperation for OSI Networking in Europe). Spezifische Informationen über die Projekte werden in enger
            Zusammenarbeit mit dem Informationsdienst der Gemeinschaft für FuE (CORDIS) geliefert.
           Bereich 1: Mikroelektronik
           Der Schwerpunkt liegt auf den anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen (ASICs), insbesondere
           einschließlich der mehrfunktionalen und der Hochgeschwindigkeitsschaltkreise, optoelektronischen
           Schaltkreisen, modernsten Leistungsschaltkreisen („smart power"), neuen Ausrüstungen, Fertigungstechnolo-
           gie und Werkstoffen für integrierte Schaltkreise sowie — in Verbindung mit anderen Gemeinschaftsinitiativen
           wie dem Projekt Joint European Submicron Silicon (JESSI) — den fortgeschrittenen Silizium-Technologien
           im Submikrometerbereich.
           Die Arbeiten befassen sich mit den wichtigsten Bauteilen der Kette Konstruktion, Herstellung, Erprobung
           und Anwendung fortgeschrittener Produkte der Halbleitertechnik. Diese Tätigkeiten werden, unter Einbezie-
           hung einer breiten Palette von Aktionen, so organisiert, daß Benutzer und Hersteller, zum Nutzen aller,
           zusammenarbeiten. Die Arbeiten auf der Grundlage der im Rahmen von ESPRIT durchgeführten Aktionen
           im Bereich der Prozeßtechnologien umfassen die gesamte Bandbreite der zur Erzeugung neuer Generationen
           von ICs erforderlichen Technologien, computergestützten Entwurf (CAD) und computergestützte Prüfung;
           neue Themen, die sich dabei ergeben, sollen ebenfalls behandelt werden.
           Ein im wesentlichen neues Thema sind Wissenschaft und Technologie der Fertigung. Die diesbezüglichen
           Arbeiten umfassen alle Aspekte, die zur Entwicklung von ICs mit höherer Leistung und niedrigeren Kosten
           notwendig sind, und zielen auf ein verbessertes Fertigungspotential der europäischen IC-Industrie ab. Dies
           schließt auch FuE bei der technischen Erstellung von Ausrüstungen, Automation, Reinraumtechnologie und
           Qualitätsprüfung ein.
           Die nachstehenden Themen werden als vorrangig betrachtet: Ausrüstungen für Halbleiterbearbeitung ein-
           schließlich der anspruchsvollsten technologischen Phasen (insbesondere Lithographie, Schichtbearbeitung
           und Metrologie); Packaging-Technologie und Anschlußfähigkeit (einschließlich elektrischer und opti-
           scher Lösungen); fortgeschrittene Werkstoffe unter Einbeziehung von Silizium-basierten Schichten und
           III-V-Werkstoffen, wobei die letzteren für die Fortentwicklung der Optoelektronik und der integrierten
           Hochgeschwindigkeitsschaltkreise von ausschlaggebender Bedeutung sind.
           Im Bereich der IC-Technologie werden nicht nur Schaltkreise höherer Dichte und größerer Geschwindigkeit,
           sondern auch kleinere, billigere integrierte Systeme verbesserter Leistung fortentwickelt, was dann letzten
           Endes zum „System on a chip" führen soll.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr. C 174/5
           Schwerpunkt der Arbeiten über ICs hoher Dichte wird die 0,5-0,3 Mikron SiCMOS-Technologie sein. Neben
           den eigentlichen Technologien der Halbleiterbearbeitung und -Werkstoffe sollen auch CAD-Werkzeuge und
           Systeme entwickelt werden, bei denen Konstruktion und Erprobung bei höheren Kompliziertheitsgraden
            (zwischen 4 und 8 Millionen gemischte Speicher/Logik-Transistoren) möglich sind. Arbeiten über ICs hoher
           Dichte werden in Verbindung mit JESSI durchgeführt.
            Unter die Arbeiten über Hochgeschwindigkeits-ICs fallen Silizium-Bipolar- als auch IH-V-Technologien für
            Digital- und Analogschaltkreise. Die Arbeiten umfassen Halbleitertechnologie und -Werkstoffe sowie spezi-
            fische Aspekte des Entwurfs und der Erprobung von Hochgeschwindigkeits-ICs (z.B. für digitale Hochfre-
           quenz-ICs).
           Die Arbeiten sollen durch Entwicklung flexibler Prozesse, die eine Kombination verschiedener Merkmale —
           z.B. digitale und analoge Funktionen, nicht-flüchtige Speicher, Niederspannung, Leistungsschaltung und
           Sensoren auf einem einzigen Chip — ermöglichen, zu einem „System on a chip" führen. Die höhere
           Prozeßkomplexität erfordert besondere Maßnahmen, damit ein ausreichend hoher Leistungsgrad erreicht
           wird. Ferner sind besondere CAD-Werkzeuge notwendig, mit denen zum Beispiel verschiedene Funktionen
           auf den Chips simuliert werden können.
           Technologietransfer, Ausbildung und weitere flankierende Maßnahmen werden immer dann erfolgen, wenn
           ein besonderer Handlungsbedarf besteht. Besondere Beachtung findet dabei die pränormative Arbeit über
           einen CAD-Standardrahmen mit Schnittstellen, die eine effiziente Integration von CAD-Systemen ermöglichen.
           Maßnahmen zur Überwindung mangelnder fachlicher Fertigkeiten, die nur in Zusammenarbeit mit der
           Industrie möglich sind (zum Beispiel Maßnahmen, die einen Zugang zu Industrieanlagen erfordern), sind
          ebenfalls vorgesehen. Ferner sollen Maßnahmen zur schnelleren Übernahme der ASIC-Technologie bei
           innovativen Produkten, insbesondere von den KMU, ergriffen werden.
           Bereich 2: Systeme der Informationsverarbeitung und Software
           Parallelverarbeitende Architekturen gelten als der Schlüssel zu einem künftigen Durchbruch im Kosten/
           Leistungsverhältnis der Computer. Die diesbezüglichen Arbeiten werden zur Erstellung eines Mindestsatzes
           von Maschinenarchitekturen führen, die notwendig sind, um ausgewählten Zielanwendungen mit etwa
           105 Rechenelementen zu genügen. Durch parallele Systeme werden die Zuverlässigkeit der Systeme und
          die Sicherheit erhöht. Die Arbeiten umfassen fortgeschrittene Experimente zur Validierung ausgewählter
          Parallelarchitekturen. Den Erfordernissen des verteilten Rechnens und der Echtzeitanwendungen werden
          dabei Rechnung getragen. Einer der Schwerpunkte sollen insbesonders die enggekoppelten, homogenen
          Systeme sein. Betriebssysteme, die eine gemeinsame Informationsnutzung durch bestehende und sich neu
          ergebende parallel arbeitende Systeme ermöglichen, werden ebenfalls behandelt. Hochleistungsfähige techni-
          sche und wissenschaftliche Arbeitsstationen stützen sich auf Parallelarchitekturen.
          Für künftige Generationen von Rechnern ist nicht nur eine verbesserte Leistung und mehr Zuverlässigkeit
          erforderlich, sondern es sind auch bessere Schnittstellen notwendig, insbesondere zwischen Mensch und
          Maschine. Es müssen Anstrengungen unternommen werden, damit in einer verteilten Betriebsumgebung
          Managementwerkzeuge für die Benutzerschnittstellen sowie mehrsprachige intelligente Objekte zur Verfügung
          stehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Systemen zur Wahrnehmung und Synthese von Informationen
          aus hochkomplexen Signalen. Diese betreffen insbesondere Spracherkennung und Bildverständnis.
          Bei den meisten IT-Systemen wird die Softwarekomponente heutzutage als das beherrschende Kostenelement
          angesehen. Beschränkungen in der Software-Herstellungskapazität gelten als das kritischste Problem der IT-
          Industrie. Werkzeuge und Methoden zur Unterstützung der Systemintegration und zur Erhöhung der Software-
          Produktivität werden je nach den erzielten Fortschritten verbessert. Die Arbeiten stützen sich auf bestehende
          oder sich ergebende Standards. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Ubertragbarkeit der Software, der
          Wiederverwendbarkeit und der Auslegung genormter Module. Der Verbesserung von Produktivität, Qualität
          und Sicherheit wird große Aufmerksamkeit gewidmet mit besonderer Betonung der Umsetzung der modernen
          Konstruktionsmethoden in die allgemeine Praxis. Die Industrialisierung der technischen Softwarewerkzeuge
          und -Umgebungen wird durch die Demonstration der Anwendung gefördert. Diese Arbeit umfaßt die
          Industrialisierung der Wissenstechnik, insbesondere als Ergänzung zu bestehenden herkömmlichen technischen
          Systemen.
          Es werden Maßnahmen ergriffen, um die Aufnahme der neuen Techniken der Softwareerzeugung zu fördern,
          und das Fachwissen auf breiter Ebene zu vertiefen. Dazu gehört eine Ausbildung, die auf die Bedürfnisse der
          Industrie zugeschnitten ist. Diese Maßnahmen stützen sich auf die Ergebnisse der Vorhaben im Rahmen von
          ESPRIT, EUREKA sowie der Programme der Mitgliedstaaten, die sich mit der Erarbeitung industrieller
          Methoden und Werkzeuge befassen.
          Bereich 3: Fortgeschrittene Systeme für den geschäftlichen Bereich und den privaten Gebrauch;
                      Peripheriegeräte
          Die fortgeschrittenen Systeme für den geschäftlichen Bereich und den privaten Gebrauch zielen auf eine
          Funktionsintegration im Geschäftsbereich und in der häuslichen Umgebung ab. Ferner sollen sie zur leichteren
          Nutzung der Systeme beitragen. Besonders hohe Priorität kommt dabei den pränormativen Arbeiten zu.
 ---pagebreak--- Nr. C 174/6                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        16. 7. 90
           Verteiltes Rechnen einschließlich des Datenbasismanagements, der entsprechenden Arbeitsstationen und
           Mikroprozessorsysteme werden besondere Anliegen dieser Tätigkeiten sein. Schwerpunkte der Arbeiten über
           verteiltes Rechnen sollen die lose gekoppelten und heterogenen Systeme sein. Je nach Bedarf werden
           Experimente zur Systemsicherung durchgeführt. In diesem Zusammenhang sollen auch die Integration von
           Werkzeugen und Anlagen in spezifische Anwendungen, die für den Benutzer von großem Interesse sind, sowie
           die Integration verschiedener Tätigkeitsströme demonstriert werden, die zu einem effizienteren zwischen-
            betrieblichen Datenfluß führt.
            Es werden zwei sich ergänzende, in einer Wechselbeziehung stehende Bereiche behandelt.
            Die FuE-Arbeiten über integrierte Geschäftssysteme behandeln den Informationsfluß zwischen Abteilungen
            und Standorten innerhalb eines Unternehmens; sie ermöglichen eine enge Integration verschiedener Tätigkeiten
            zwischen funktionalen Einheiten. Darunter fällt auch die Integration mobiler Endgeräte in Geschäftsinforma-
            tionssysteme. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang Systeme für in Zusammenarbeit durchge-
            führte Arbeiten. Sie ermöglichen eine Kooperation zum Beispiel durch Bereitstellung der nachstehenden
            Einrichtungen: gemeinsames Schrifttum, Ablagenbearbeitung, Projektmanagement, Beschlußfassungsverfah-
            ren, informelle Wechselwirkungen, Problemdefinition und Konferenzen. Die Verbesserung der Arbeitsbedin-
           gungen und eine dem Aufgabenbereich entsprechende Qualifikation sind wichtige Anliegen.
            Bei den FuE-Tätigkeiten betreffend intelligente Gebäude und intelligente häusliche Umgebungen handelt es
            sich zum Teil um die gleichen Tätigkeiten wie bei den integrierten Geschäftssystemen, für sie gelten jedoch
            andere Grenzbedingungen hinsichtlich der Funktionalität und der Kosten. Ziel ist die Einbeziehung der IT in
            andere Gebäudefunktionen wie Sicherheit, Intimsphäre, Sprach- und Dokumentenübertragung, Heizung,
            Licht und Energiefluß. Die Analyse der Erfordernisse, Funktionsspezifikationen und pränormativen Arbeiten
            umfaßt verschiedene Aspekte der Lebensqualität, zum Beispiel Ergonomie und Verbesserung der Arbeitsbedin-
            gungen.
            Im Zusammenhang mit den Systemen für den Geschäfts- und Hausbereich werden die Peripheriegeräte an
            Bedeutung gewinnen. Ziel der diesbezüglichen FuE-Arbeiten ist die Stärkung der wissenschaftlichen und
            technologischen Grundlagen für neue Generationen von Peripheriegeräten, die zuverlässig und billig sind und
            in großer Anzahl hergestellt werden können. Es muß eine Synergie zwischen den Erzeuger- und den
            Benutzerindustrien hergestellt und eine kritische Masse erreicht werden, um durch FuE zur Erneuerung der
            europäischen Industrie für Komponenten und Bauteile für Peripheriegeräte beizutragen.
            Die Tätigkeiten umfassen FuE-Aspekte spezifischer Peripherietechnologien für Drucker, Sichtgeräte, Eingabe-
            und Speichervorrichtungen. Besonderer Nachdruck liegt dabei auf der Technologie der flachen Bildschirme,
            magneto-optischen Speichersystemen, nichtmechanischen Druck- und Abtasttechniken.
            Spezifische Maßnahmen des Technologietransfers und der Ausbildung im Bereich der integrierten Geschäfts-
            systeme umfassen die Demonstration von fortgeschrittenen IT-Lösungen, die insbesondere für kleine Unter-
            nehmen geeignet sind.
            Bereich 4: Computerintegrierte Fertigung und Ingenieurwesen
            Diese Tätigkeiten zielen darauf ab, die Technologie für offene Systeme, herstellerneutrale Systeme und
            verteilte Abläufe in ingenieurtechnischen und Fertigungsumgebungen zu erarbeiten und zu einer besseren
            Integration fortgeschrittener IT-Systembauteile in den technischen Industriezweigen beizutragen. Schwerpunkt
            der Arbeiten sind neue Generationen von CIM-Basistechnologien und der Nachweis ihrer Anwendbarkeit
            auf ausgewählte Bereiche der Fertigung und andere technische Bereiche. Die Synergie mit dem spezifischen
            Programm für industrielle und Materialtechnologien gemäß Beschluß 90/.../EWG, Euratom ist gewährleistet.
            Die FuE-Arbeiten werden technologische Infrastruktur und Anwendungsexperimente beinhalten. Die Arbeiten
            im Zusammenhang mit der technologischen Infrastruktur umfassen die Entwicklung der Techniken, Methoden
            und Werkzeuge, mit denen in den verschiedenen Bereichen, in denen IT von besonderer strategischer
            Bedeutung ist, die Fertigung und die technischen Anwendungen erleichtert werden können. Dieser Ansatz
            zielt ab auf einen verbesserten Wirkungsgrad Kosten/Nutzen, auf Flexibilität und hohe Qualität und stützt
            sich auf Konzepte der offenen Systeme sowie auf die entsprechenden pränormativen Arbeiten; den mehrfachen
            Standorten und vielfältigen Lieferanten der meisten technischen Unternehmen wird dabei Rechnung getragen.
            Die Themen umfassen Logistik und Vertrieb, Kommunikationen und Architekturen für technische Anwendun-
            gen, Management der industriellen Prozesse, technische Auslegung, Robotertechnik und Ausrüstungstechnolo-
            gien (Kontrolle und Instrumentierung), Mechatronik und Mikrosysteme. Es werden Technologien zur On-line-
            Qualitätssicherung entwickelt, um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb von Erzeugnissen und Prozessen
            während ihres gesamten Lebenszyklus sicherzustellen.
            Aufbauend auf den bereits im Rahmen von ESPRIT erzielten Ergebnissen werden neue technische Prüfstände
            behandelt. Die betreffenden Vertriebsindustrien umfassen Systemintegration und Softwarefirmen, Hersteller
            von Rechnern und Kommunikationsgerät, Werkzeugmaschinen, Robotern, autonome Fahrzeuge, Kräne,
            Elektronik, Kontrolle und Instrumentierung, Sensoren und Stellglieder. Die Arbeiten werden so ausgerichtet,
            daß die kleinen und mittleren Benutzer, die die Mehrheit aller technischen Unternehmen darstellen, sowie
            die großen Benutzer, die bei den Anwendungen der Spitzentechnologie das Feld anführen, den größten Nutzen
            davon haben. Eine Zusammenarbeit zwischen Benutzern und Verkäufern wird weiterhin stark gefördert.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       Nr. C 174/7
          Anwendungsexperimente zur Validierung fortgeschrittener IT-Lösungen werden bei der Fertigung einzelner
          Bauelemente, bei Anwendungen in der Verarbeitungsindustrie, bei der Massenfertigung und bei anderen
          technischen Anwendungen durchgeführt.
          Das in diesem Bereich vorhandene Profil personeller Ressourcen entspricht nicht dem Bedarf der modernen
          Fertigungs- und technischen Industrien; dies wird sich auf den Fortschritt hemmend auswirken, wenn hier
          nicht geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Die Tätigkeiten des Technologietransfers und der Ausbildung
          werden dann am effizientesten sein, wenn nach einem fachübergreifenden Konzept vorgegangen wird, wenn
          der Benutzer in starkem Maße mit einbezogen wird und wenn diese Tätigkeiten eng an die FuE-Tätigkeiten
          gebunden werden — teilweise als Bestandteil größerer Vorhaben. Maßgeschneiderte Ausbildungs- und
          Schulungsaktionen sollen so konzipiert sein, daß junge Diplomanden an Demonstrationsprojekten beteiligt
          werden können.
          Bereich 5: Grundlagenforschung
          Die Aktionen der Grundlagenforschung tragen zur Erhaltung und Vertiefung des Wissens und der Fachkennt-
          nisse bei, die die wissenschaftliche Basis der europäischen Informationstechnologie konsolidieren. Bereiche,
          die durch diese Aktionen unterstützt werden, werden nach folgenden Kriterien ausgewählt:
          — ihr Potential, einen weiteren Durchbruch oder größere Fortschritte zu erzielen, selbst wenn keine unmittel-
              bar sichtbare Anwendungsmöglichkeit gegeben ist,
          — sie können einen Nutzen aus dem Mehrwert ziehen, den die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene
              erbringt,
          — sie sind den vorwettbewerblichen FuE-Anstrengungen eindeutig vorgeschaltet und tragen zur gesamten
              Zielsetzung des Programms bei,
          — Verstärkung fachübergreifender Verbindungen.
          Geplant sind Forschungsarbeiten zur Erstellung rauscharmer Elemente mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit:
          dabei sollen niedrige Temperaturen eingesetzt und neue Werkstoffe für Hochtemperatursupraleiter einbezogen
          werden. Der Bedarf an Bauteilen ultrahoher Komplexität — die die Hardware-Grundlage für künftige massiv
          parallele Systeme bilden werden — wird zu Forschungsarbeiten über die Nanometer-Skalierung elektronischer
          Schaltkreise führen. Dies beinhaltet Untersuchungen der physikalischen Eigenschaften organischer und op-
          tischer Werkstoffe mit einem hohen Anwendungspotential für IT-Geräte und -Systeme. Die Synergie mit den
          Tätigkeiten im Bereich der im Rahmen des spezifischen Programms für industrielle und Materialtechnologien
          gemäß Beschluß 90/.../EWG, Euratom durchgeführten Werkstofforschung wird hergestellt. Die Erforschung
          künftiger Möglichkeiten der Hardware wird durch Tätigkeiten über die neue Generation von Methoden zur
          Hardware-Auslegung ergänzt.
          Masse der Rechensysteme im allgemeinen — notwendige Durchbrüche werden von der Solidität der formalen
          Systembeschreibungen abhängen. Daher werden auch die logischen und algebraischen Grundlagen der
          Computerwissenschaft behandelt, die den notwendigen Rahmen für die Entwicklung von Parallelsystemen,
          Spezifikations- und Verifikationstechniken sowie die nächste Generation von Programmiersprachen und
          Algorithmen bilden. Angesichts der Zielsetzung — Erstellung zuverlässiger Systeme — wird die Grundlagen-
          forschung über verläßliche verteilte Systeme und integrierte Datenbasen gefördert.
          Noch immer vorhandene Beschränkungen in den Grundlagen der künstlichen Intelligenz behindern die
          erforderlichen Verbesserungen in zahlreichen Anwendungsbereichen, in denen ein Wechsel von der derzeit
          verfügbaren Datenverarbeitung und Vernetzung in Richtung auf intelligentere Systeme und Verfahren notwen-
          dig ist. Zur Überwindung dieses Hemmnisses wird sich die Grundlagenforschung mit massivem Parallelismus,
          Neurocomputertechnik und anderen kritischen Themen in diesem Bereich — die auch die Behandlung der
          Ungewißheit und der Wissensdarstellung, Theorien der automatisierten Fertigung und Wechselwirkung
          Mensch/Rechner beinhalten — befassen.
          Die Maßnahmen auf dem Gebiet des Technologietransfers und der Ausbildung zielen darauf ab, enge
          Verbindungen mit den Tätigkeiten mit industrieller Ausrichtung innerhalb des Programms herzustellen und
          aufrechtzuerhalten.
          Im Zusammenhang mit der Grundlagenforschung werden sich die Hochschulen und Forschungszentren mit
          dem wachsenden Problem des Mangels an fachkundigem Personal befassen. Sowohl der Technologietransfer
          als auch der Ausbildungsbedarf machen in verschiedenen IT-Bereichen die Einrichtung von europäischen
          Zentren mit Modellcharakter erforderlich. Die Grundlagenforschung ist in einmaliger Weise dazu berufen,
          bei der Erfüllung dieser Erfordernisse eine tragende Rolle zu spielen, indem sie als Katalysator für das
          Entstehen solcher modellhaften Zentren fungiert.
 ---pagebreak--- Nr. C 174/8                                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                   16. 7. 90
                                                                      ANHANG 11
                             Judikative Aufschlüsselung der Ausgaben für den Zeitraum 1990-1994
                                                                                                                                   (in %)
             1. Mikroelektronik                                                                                                     27-31
            2. Informationsverarbeitungssysteme und Software                                                                        23-27
            3. Systeme für den geschäftlichen Bereich und den privaten Gebrauch; Peripheriegeräte                                   15-19
            4. Computerintegrierte Fertigung und Ingenieurwesen                                                                     17-21
            5. Grundlagenforschung                                                                                                    9_U
            Die Aufteilung in getrennte Linien schließt nicht aus, daß ein Projekt mehreren Linien zugerechnet werden
            kann.
                                                                   ANHANG 111
                                           Modalitäten der Durchfuhrung des Programms
                              und Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse
          1. Die Kommission führt das Programm nach Maßgabe des in Anhang I festgelegten wissenschaftlichen und
                technischen Inhalts durch.
          2. Die Modalitäten der Durchführung des Programms gemäß Artikel 3 umfassen Vorhaben der Forschung
                und technologischen Entwicklung, flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen.
                Die Vorhaben sind Gegenstand von Verträgen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
                auf Kostenteilungsbasis.
                Mit den flankierenden Maßnahmen sollen die Mittel eingesetzt werden, die eine gute technische Durchfüh-
                rung, Verwaltung und Bewertung des Programms sowie eine entsprechende Verbreitung und Zugänglich-
                keit der Ergebnisse, die Koordinierung, Ausbildung und Unterrichtung der Teilnehmer am Programm
                ermöglichen.
                Die konzertierten Aktionen sind die in der Haushaltsordnung festgelegten.
          3. Die Teilnehmer an den Vorhaben müssen natürliche oder juristische Personen mit Sitz in der Gemein-
                schaft (') sein, wie Hochschulen, Forschungsorganisationen und Industrieunternehmen, einschließlich
                kleiner und mittlerer Unternehmen oder ihrer Verbände, insbesondere Europäische Wirtschaftliche Interes-
                senvereinigungen (EWIV).
                Natürliche oder juristische Personen in Ländern, die mit der Gemeinschaft Abkommen geschlossen haben,
                in denen eine Zusammenarbeit im wissenschaftlichen und technischen Bereich vorgesehen ist, können an
                den im Rahmen dieses Programms durchgeführten Vorhaben auf der Grundlage des wechselseitigen
                Vorteils teilnehmen. Die ausgewählten Auftragnehmer werden nicht der finanziellen Beteiligung der
                Gemeinschaft teilhaftig. Sie leisten einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten.
          4. Die Auswahl der Vorhaben erfolgt nach folgenden Prioritäten, wobei das erste Verfahren die Regel und
                das zweite die Ausnahme darstellt:
                Die Teilnehmer an den Vorhaben werden aufgrund des normalen Verfahrens der Aufforderung zur
                Einreichung von Vorschlägen (Artikel 6 Absatz 3) ausgewählt und im Amtsblatt der Europäischen
                Gemeinschaften bekanntgegeben.
          (') Zum Zwecke des vorliegenden Programms kann sich die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) mit Sitz in Genf,
               deren Einrichtungen sich größtenteils auf dem Hoheitsgebiet der Gemeinschaft befinden, an den Verträgen beteiligen.
 ---pagebreak---  16. 7. 90                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 174/9
                  Die Kommission kann auch nach einem Sonderverfahren und unter den nachfolgend genannten Bedingun-
                  gen Vorschläge annehmen, wenn sie besonders vielversprechende und wichtige Beiträge aufgrund der
                  Originalität des vorgeschlagenen Themas, der Neuartigkeit des wissenschaftlichen und technischen Kon-
                  zepts und der Durchführungsmethodologie sind, wobei der individuelle Charakter des Antragstellers
                  berücksichtigt wird.
                  Eine befürwortende technische Bewertung derartiger Vorschläge allein ist für die Annahme eines Vorha-
                  bens nicht ausreichend; das Sonderverfahren kommt nämlich nur zur Anwendung, wenn der Charakter
                  des jeweiligen Vorhabens entsprechend der obigen Definition das Vorgehen nach dem normalen Verfahren
                  (Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen) nachweislich nicht rechtfertigt.
                  Das Sonderverfahren muß vor dem normalen Verfahren durchgeführt werden, und zwar dergestalt, daß
                  der für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den im Normalverfahren ausgewählten Vorhaben
                  verfügbare Betrag genau festgelegt werden kann. Die Frist für das Sonderverfahren wird jedes Jahr im
                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
                  Die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an allen im Sonderverfahren ausgewählten
                  Vorhaben wird jedes Jahr festgelegt, und zwar in Abhängigkeit von den nach besonders strengen
                  technischen Maßstäben ausgewählten Vorhaben. Auf keinen Fall darf dieser Betrag 15 % überschreiten;
                  er kann jedes Jahr aufgrund der Erfahrungen überprüft werden.
                  Die Kommission erstellt einen Leitfaden mit allen Vorschriften für das Sonderverfahren, um vollständige
                  Transparenz zu gewährleisten.
              5. Die Vorhaben müssen die Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz
                  in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen.
              6. Die Kommission kann die Teilnehmer dazu ermutigen, beispielsweise für besonders große Vorhaben eine
                  EWIV zu bilden oder sonstige Vereinbarungen zu treffen, die eine dezentralisierte, den Besonderheiten
                  des Vorhabens angepaßte Verwaltung ermöglichen.
              7. Die Verbreitung der bei der Abwicklung der Vorhaben erworbenen Kenntnisse erfolgt einerseits innerhalb
                  des spezifischen Programms und andererseits in Übereinstimmung mit dem Beschluß gemäß Artikel 4
                  dritter Absatz des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG.
              Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für Forschung
               und technologische Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnologien (1990-1994)
                                                   KOM(90) 154 endg. — SYN 259
                                         (Von der Kommission vorgelegt am 3. Mai 1990)
                                                             (90/C 174/02)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                reich der Forschung und technologischen Entwicklung
                                                                         (1990-1994) angenommen, in dem insbesondere die auf
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                      dem Gebiet der Kommunikationstechnologien durchzu-
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-                    führenden Aktionen umrissen sind. Die vorliegende Ent-
kel 130q Absatz 2,                                                      scheidung muß im Lichte der Begründung in der Präam-
                                                                        bel zu dem genannten Beschluß ergehen.
auf Vorschlag der Kommission,
                                                                        Gemäß Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchfüh-
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,                       rung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Pro-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                      gramme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt
schusses,                                                               werden.
in Erwägung nachstehender Gründe:                                       Eine Vorausschätzung der zur Durchführung dieses spe-
                                                                        zifischen Programms notwendigen finanziellen Mittel
Mit Beschluß 90/221/Euratom, EWG (J) hat der Rat ein                    der Gemeinschaft ist erforderlich. Die endgültigen jähr-
drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Be-                        lichen Beträge werden von der Haushaltsbehörde unter
                                                                        Einhaltung der finanziellen Vorausschau für den Zeit-
(*) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.                               raum 1988-1992 im Anhang zur Interinstitutionellen