CELEX: 51964PC0178
Language: de
Date: 1964-06-09
Title: Zweiter Bericht der Kommission an den Rat über die Durchführung der Entscheidung vom 4. April 1962 zur Erhebung von Ausgleichsabgaben auf bestimmte, landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse#Als Anlagen: Vorschlag einer Verordnung des Rats zur Regelung des Handels mit bestimmten landwirtschaftlichen Verarbeitungserzeugnissen.#Vorschlag einer Verordnung des Rats mit der Warenliste zu der ersten Verordnung. (Von der Kommission an den Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (64) 178
Vol. 1964/0039
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
Community and the European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as
amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
 ---pagebreak--- EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
                           KOMMISSION
                                                         III/KOM(64)178 endg.
                                                         Brüssel , den 9 « Juni 1963
                                                         Orig . s F
             Zweiter Bericht der Kommission an den Rat über die
             Durchführung der Entscheidung vom 4 . April 1962 zur
             Erhebung von Ausgleichsabgaben auf "bestimmte, land­
                wirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse
             Als Anlagen :
             Vorschlag einer Verordnung des Rats zur Regelung
             des Handels mit "bestimmten landwirtschaftlichen
             Verarbeitungserzeugnissen .
             Vorschlag einer Verordnung des Rats mit der Waren­
             liste zu der ersten Verordnung »
            Von der Kommission an den Rat vorgelegt )
 III/K0M(64 ) 178 endg .
 ---pagebreak--- EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
              KOMMISSION
                               BERICHT
              der Kommission an den Rat über die Durchführung seines
     auf Artikel 235 des Vertrags aufbauenden Beschlusses vom 4 « April 1962
       Nach Artikel 4 des Beschlusses des Rats vom 4 » April 1962 über die Erhe­
bung einer Ausgleichsabgäbe auf bestimmte durch Verarbeitung landwirtschaft­
licher Erzeugnisse entstandene Waren unterbreitet die Kommission dem Rat hier­
mit seinen zweiten Jahresbericht über die Durchführung dieses Beschlusses .
       Während des Zeitraums vom 4 « April 1963 "bis 4 » April 1964 hat die Kom­
mission folgende Durchführungsbeschlüsse getroffen ?
1.     Entscheidung vom 10 . April 1963 zur Verlängerung und erneuten Änderung
der Entscheidung der Kommission vom 5 « Juli 1962 über die Erhebung einer Aus-
gleichsabgabe auf die Einfuhr von Keks und Waffeln ( Tarif-Nr . ex 19.08 des Ge­
meinsamen Zolltarifs ) aus dem Königreich der Niederlande in die Bundesrepublik
Deutschland .
2.     Entscheidung vom 11 , Juli 1963 über die Aufhebung der unter Punkt 1 ge­
nannten Entscheidungen vom 5 » Juli 1962 und 10 . April 1963 ^
3.     Entscheidung vom 26 . Juli I963 über erneute Erhebung einer Ausgleichsab-
gabe auf die Einfuhr von Keks und Waffeln aus dem Königreich der Niederlande
in die Bundesrepublik Deutschland .
1 . Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr . 68 vom 6 . Mai 1963
2.      "       "        "            "        Nr . 101 vom 4 » Juli 1963
3«      "       11       "            "        Nr .156 vom 29 » Oktober 1963
 ---pagebreak---                                  -    2
4.     - aufgehoben durch Entscheidung vom 2. April 1964
5.     Entscheidung der Kommission vom 10 , April 1963 zur Aufhebung der Ent­
scheidung vom 9 * Oktober 1962 über die Erhebung einer Ausgleichs abgäbe auf die
Einfuhr von Hartkaramellen und Dragees ( Tarif -Nr . ex 17.04 des Gemeinsamen
 Zolltarifs ) aus einigen Mitgliedstaaten in die Bundesrepublik Deutschland ,
6.     Entscheidung vom 10 . April 1963 zur Aufhebung der Entscheidung vom
9 . Oktober 1962 über die Erhebung von Ausgleichsabgaben auf die Einfuhr von
Zuckerwaren ohne Kakaogehalt , nicht alkoholhaltig ( Tarif-Nr » ex 17»04 des
Gemeinsamen Zolltarifs ) aus den anderen Mitgliedstaaten in die Französische
Republik .
7.     Entscheidung vom 10 . April 1963 zur erneuten Änderung der Entscheidung
vom 9 « Oktober 1962 über die Erhebung von Ausgleichsabgaben bei der Einfuhr
von Schokolade , Schokoladewaren , kakao - oder schokoladehaltigen Zubereitungen
nicht alkoholhaltig ( Tarif-Nr . ex 18.06 B des Gemeinsamen Zolltarifs ) aus
den anderen Mitgliedstaaten in die Französische Republik .
8.     Entscheidung vom 11 . Juni 1963 zur erneuten Änderung der unter Punkt 7
genannten Entscheidung vom 9 « Oktober 1962 .
9.     Entscheidung vom 4 . Juli 1963 zur Verlängerung und der unter Punkt 7
genannten Entscheidung vom 9 « Oktober 1962 .
4 « Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr . 66 vom 2k . April 1964
5.                11     n         ti   m       *Tr « 68 > vom 6 , Mai 1963
6O..    "
        !
                "
                1
                        "               "       Nr .  68   vom 6 . Mai 1963
 7.     "       "       "               "       Nr . 68 vom 6 . Mai 1963
 8.     "       "       "               "       Nr . 101 vom 4 » Juli 19'63
 9.     "       "       "               ,T      Ir , 115 vom 25 . Juli 1963
                                                                       4 « vJ o e ?
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10 .     Entscheidung vom 5 « November 1963 über die erneute Erhebung von          Aus­
gleichs abgaben bei der Einfuhr von Schokolade , Schokoladewaren und kakao–
oder schokoladehalt ige Zubereitungen 5 nicht alkoholhaltig ( Tarif-Nr . ex 18.06
B des Gemeinsamen Zolltarifs ) aus den anderen i.'itgliedstaaten in die Franzö­
sische Republik .
11 .   - geändert durch Entscheidung vom 2. April 1964
12 .     Entscheidung vom 5 « Dezember 1963 über die Ablehnung eines Antrags der
Französischen Republik auf die Erhebung einer Ausgleichsabgabe bei der Einfuhr
von fetthaltigen Zwiebäcken aus den anderen Mitgliedstaaten .
13 .     Entscheidung vom 28 . November 1963 über die Erhebung einer Ausgleichs-
abgabe auf die Einfuhr von Glukose ( Dextrose ) ( Tarif-Nr . ex 29 « 43 A des Ge­
meinsamen Zolltarifs ) aus einigen Mitgliedstaaten in die Franzöische Republik .
14 .   - geändert durch Entscheidung vom 2 . April 1964
15 .     Entscheidung vom 4 » Dezember 1963 über die Erhebung von Ausgleichsab-
gaben auf die Einfuhr von Dextrin , löslicher oder geröstieter Stärke ( Tarif-
Nr . 35.05 A des Gemeinsamen Zolltarifs ) sowie von auf der Grundlage von Stärke
( Tarif-Nr . ex 38.12 A I des Gemeinsamen Zolltarifs ) zubereiteten Zurichte-
mitteln -und zubereiteten Appreturen aus den verschiedenen Mitgliedstaaten in
die Französische Republik .
16 .   - geändert durch Entscheidung vom 2 , April 1964
10 . Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr . 171 vom 27 « November 1963
11 »      11     "      "        "      "        Nr . 66 vom 24 . April 19 4
12 . ( nicht veröffentlichte Entscheidimg )
13 » Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr . 183 voml3 . Dezember 1;9&3
          "      "       "       '»              Nr . 66 vom 24 . April 1964
15 .      "      11      "       "      "         F « . 185 vom 19 . Dezember 1963
16 .      "      »       »       »      "•       Nr . 66 vom 24 . April 1964
                                                                      e 9 •/ * • •
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17 .     Entscheidung vom 10 . April 1963 zur Verlängerung -und. erneuten Änderung
der Entscheidung vom 5 « Juli 1962 über die Erhebung einer Ausgleichsabgabe
auf die Einfuhr von Fondantmasse ( Tarif-Nr . ex 17 » 04 des Gemeinsamen Zoll­
tarifs ) aus den Niederlanden , dem Königreich Belgien und der Französischen
Republik in die Bundesre publik Deutschland .
18 .     Entscheidung vom 11 . Juli 1963 zur Aufhebung der unter 17 genannten
Entscheidungen vom 5 » Juli 1962 und 10 . April 1963 .
19 .   - Entscheidung vom 4 . Juli 19§3 zur erneuten Verlängerung und Änderung
der Entscheidung vom 10 . Oktober 1963 über die Erhebung einer Ausgleichs-
abgabe auf die Einfuhr von Brot ( Tarif-Nr . ex 19.07 des Gemeinsamen Zoll­
tarifs ) aus den Niederlanden in die Bundesrepublik Deutschland .
20 .     Entscheidung vom 5 « November 1963 über die erneute Erhebung einer
Ausgleichsabgabe auf die Einfuhr von Brot aus dem Königreich der Niederlande
in die Bundesrepublik Deutschland .
21 .  - geändert durch Entscheidung vom 2 . - April 1964
22 .     Entscheidung vom 29 . Juli 1963 über die Erhebung von Ausgleichsabga-
ben auf die Einfuhr von Dextrin und löslicher oder gerösteter Stärke ( Tarif-
Nr . 35.05 A des Gemeinsamen Zolltarifs ) aus dem Königreich der Niederlande ,
in die Bundesrepublik Deutschland .
17 . Amtsblatt der Europaischen Gemeinschaften Nr .     68  vom    6 . Mai 1963
18 .     M       H       Il              "        Nr . 101  vom    4 . Juli 1963
         n
19 .             t       iî              "        Nr . 129  vom  23 .
20 .     11      !       1
                                         "        Nr . 171  vom  27 . November 1963
21 .     n        If       (T
                                        "         Nr . 66  vom  2 L'rm À'^ril ISbH
22 .     M        H         î           »         Nr . 134  vom 4 . September 1963
                                                                            • • «j* « •
 ---pagebreak--- 23 »     Entscheidung vom 19 . Dezember 1963 zur Aufhebung der ( unter Punkt 21
genannten ) Entscheidung vom 29 » Juli 1963 über - erneut - die Erhebung von
Ausgleichs abgaben auf die Einfuhr von Dextrin und löslicher oder gerösteter
Stärke aus den anderen Mitgliedstaaten in die Bundesrepublik Deutschland .
24 .    - geändert mit Entscheidung vom 2«. April 1964
25 »     Entscheidung vom 18 . Dezember 1963 über die Ablehnung eines Antrags
der Bundesrepublik Deutschland auf Erhebung von Ausgleichsabgaben bei der
Einfuhr von Glukose ( Dextrose ) ( Tarif-Nr . ex 29.43 A des Gemeinsamen Zoll­
tarifs ) aus einigen Mitgliedstaaten .
26 ,     Entscheidung vom 18 . Dezember 1963 über die Ablehnung eines Antrags
der Bundesrepublik Deutschland auf Erhebung einer Ausgleichs abgäbe bei der
Einfuhr von Backhefe ( Tarif -Nr . ex 21.06 A des Gemeinsamen Zolltarifs ) aus
der Französischen Republik .
27-.     Entscheidung vom 29 . Juli 1963 über die Erhebung von Ausgleichsabga-
ben auf die Einfuhr von Dextrin , löslicher oder gerösteter         Stärke ( Tarif-
Nr . 35.05 A des Gemeinsamen Zolltarifs ) sowie von auf der Grundlage von
Stärke zubereiteten Zurichtemitteln und zubereiteten Appreturen ( Tarif-Nr .
ex 38.12 A - I des Gemeinsamen Zolltarifs ) aus verschiedenen Mitgliedstaaten
in die Italienische Republik .
28 .     Entscheidung vom 4 . Dezember 1963 zur Aufhebung der ( unter Punkt 27
genannten ) Entscheidung vom 29 . Juli 1963 und - erneuten - Erhebung von
Ausgleichs abgaben auf die Einfuhr von Dextrin , . löslicher oder gerösteter
23 . Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr „      2 vom 10 . Januar 19©4
24 «     »i       n       h          . 11              gg vom 2k , April
25 . ( nicht veröffentlichte Entscheidung )
26 . ( nicht veröffentlichte Entscheidung )
27 . Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr,. 134 vom 4 « September 1963
28 .     "        11     ti             11            ]_ øc vom -|a   Dezember 19o3
 ---pagebreak--- Stärke sowie von auf der Grundlage von Stärke zubereiteten Zurichtemitteln
und Appreturen aus einigen Mitgliedstaaten in die Italienische Republik .
29 .  - geändert durch Entscheidung vom 2 . Arril 1964
                                                                             /
        In dem Bericht vom 14 . Oktober 1963 ( Dok . IIl /s/ 02913 ), der dem Rat
von der Kommission zur Prüfung vorgelegt wurde , war dargelegt , welche Pro­
bleme der Handel mit nicht unter Anhang II des Vertrags fallenden land­
wirtschaftlichen Verarbeitungserzeugnissen aufwarf und welche Schwierig­
keiten bei der Durchführung des vorgenannten Beschlusses auftraten .
       Die in diesem Dokument beschriebene Sachlage hat sich im Verlauf des
Zeitraums vom 4 » April 1963 bis 4 . April 1964 nicht geändert und recht­
              \
fertigt nach Ansicht der Kommission eine Sonderregelung für landwirtschaft­
liche Verarbeitungserzeugnisse , bei der eben dieser Besonderheit Rechnung
getragen wird , die sie von den anderen von Anhang II des Vertrags ausge­
schlossenen Waren unterscheidet .
       Unter diesen Umständen glaubt die Kommission , die Gelegenheit der
Vorlage dieses Berichts ergreifen zu müssen , um dem Rat in Form von zwei
beigefügten Verordnungs entwürfen die Vorschläge zu unterbreiten , die sie
in ihrem vorgenannten Bericht vom 14 « Oktober 1963 ankündigte .
29 « Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr - 66 vom 2k . April l$6*f
 ---pagebreak---                               BEGRÜNDUNG
Allgemeine Bestimmungen
1,       Die beiden dem Rat zur Eilligung vorgelegten Verordnungs entwürfe be­
treffen s
a ) für bestimmte Waren die Einführung eines Hand eis sya o ems , das sich auf
      die Anwendung der Inlandspreise gegenüber den Erzeugnissen stützt , die
      zu anderen Waren verarbeitet werden ,
b ) Aufstellung der Liste der Waren , für die diese Regelung gilt
und bilden zugleich die folgenden konkreten Vorschlages
- Zum Abschluß ihres Berichts vom 14 . Oktober 1963 kündigte die Kommission
    dem Rat Vorschläge über die Durchführimg seines Beschlusses vom 4 . April
    1962 zur Erhebung einer Ausgleichsabgabe auf einige landwirtschaftliche
    Verarbeitungserzeugnisse an c
- Bei der Verabschiedung der Verordnung Nr » 115/63 vom 14 . Oktober 1963
    zur Änderung einiger Bestimmungen der Verordnung ?Tr . 55 des Rats ( l )
   verpflichtete sich die Kommission , dem Edt Vorschläge zur Lösung der Pro­
                           \   \
   bleme zu unterbreiten , die beim Handel mit Verarbeitungserzeugnissen
    auftreten , welche nicht in Anhang II des Vertrags aufgeführt und aus
    Erzeugnissen hergestellt werden , für die eine gemeinsame Markt Organisa­
    tion gilt ,
- Bei der Verabschiedlang der Verordnung TTr ,        ''^4 vcm "5 . Februar 1964 ( 2 )
    forderte der Rat, die Kommission auf , in Bahnen des Verfahrens von Artikel
    235 des Vertrags Vorschläge zur Vermeidung der Schwierigkeiten auf Grund
   bestehender oder neuer ilandelSütrcne zu unterbreiten , die bewirken ,
    daß diese Verordnung bei Waren , die in Anhang II des Vortrags nicht auf­
    geführt und aus in Artikel 1 Absatz 2 dieser Verordnung genannten Er­
    zeugnissen hergestellt sind , umgangen werden .
( 1 ) Verordnung über die Regelung für Weizenverarbeitungserzeugnisse
( 2 ) Verordnung über die schrittweise Einführung einer gemeinsamen Markt­
       organisation für Milch    und MilcberzcugnissOr -- Entschließung dos
       Rats vom 28 „ Januar 1964 ( Dok . R /91/64 ( AGRl ) 40 ) =
 ---pagebreak--- 2.     In ihrem Bericht vom 14 . Oktober 1963 legt die Kommission dem Rax
die Schwierigkeiten derjenigen Industriezweige dar » deren Waren zwar durch
die Verarbeitung von Agrar erz sugniss 2n entstehen , jedoch nicht unter An­
hang II des Vertrags fallen . Die Schwierigkeiten sind doppelten Ursprungs .
Im innergemeinschaftliohen Handel sind sie im wesentlichen auf die Unter­
schiede zwischen der Preisentwicklung auf den Binnenmärkten der Mitglied­
staaten für die    zur Verarbeitung bestimmten Agrarerzeugnisse und der
Preisentwicklung für die gleichen - eingeführten oder einheimischen -
Erzeugnisse nach ihrer Verarbeitung in den zur Ausfuhr nach den anderen
Mitgliedstaaten bestimmten Waren zurückzuführen . Ferner rühren sie daher ,
daß mit der Errichtung des Systems der Agrar&bschöpfungen bei der Einfuhr
von Grund er Zeugnissen aus Drittländern das Gleichgewicht gestört wurde ,
das zuvor zwischen den für diese Agrarerzeugnisse und diese Ware gelten­
den finanziellen Lasten bestand .
       So stellt sich das doppelte Problem der Angleichung der             Preise und
der Schutzmaßnahmen , das mit der Durchführung des Beschlusses vom 4 - April
1962 nur in unvollkommener und fr agr.ent arischer Weise behoben werden kann .
       Im innergemeinschafclichen Handelsverkehr hat die Kommission für den
Ver edelungsverkehr eine Regelung erlassen , mit der bezweckt wird , einen
Teil der Agrarabsehöpfungen , im Verhältnis zur Hohe der Zollsenkungen bei
Industrieerz eugniss an , auf die Agrar orzeugniase aus "Drittl ändern zu er­
heben , die in verarbeiteter Form als Vor odolunge erz eugnissc nach den ande­
ren Mitgliedstaaten vried-f-r ausgeführt 7/ er den . Diese Regelung betrifft auch
die zu demselben Zweck aus don anderen Mitglie&staaten eingeführten Agrar­
erzeugnisse , falls für die^e Erzeugnisse in den ausführenden Mitglied-
Staaten Erstattungen gezahlt wurden , die dazu führt en 5 daß der Preis unter
den niedrigsten in der Gemeinschaft geltenden Preis sinkt . Andererseits
ist die Kommission laut Vertrag gehalten , für die Abschaffung oder Ände­
rung derjenigen Beihilfen Sorge zu tragen , die ihrer Ansicht nach mit
dem Gemeinsamen Markt unvereinbar sind oder mit denen Mißbrauch getrieben
wird . Zu diesem Zweck verfügt sie über die in Artikel 93 vorgesehenen Be­
fugnisse . Jedoch muß sie die Auswirkung          dieser V er cd el un gs verk ehrs r e-
gelung auf die Wettoerrerbsbezi ohungen herücksichti gen .
 ---pagebreak---                            -bisher            ,
Somit hat die Kommission/ ihr Vorgehen auf die Erfordernisse beschränkt , die ?
sich aus der Angleichung der Lage der Veredolungsindustrie die einheimische
Agrarerzeugnisse vorarbeitet , und demjenigen , die eingeführte Agrarerzeug­
nisse verwendet , ergehen . Solange jedoch in ? er Gemeinschaft zum Teil er­
hebliche Spannen zwischen dem niedrigsten Binnenpreis und den übrigen für
die betreffenden Agrarerzeugnisse geltenden Binnenpreisen bestehen und so­
lange die vorerwähnte Frage der Harmonisierung der Schutzmaßnahmen nicht ge­
löst ist , können die bestehenden Schwierigkeiten mit den vorgenannten Rege­
lungen nur teilweise behoben werden .
       Die in ihrem Bericht vom 14 . Oktober 1963 angestellten Überlegungen
veranlaßt en die Kommission i dem Rat vorzuschlagen , für einige Waren das
gegenwärtige System durch die Har.delsregolung des ersten Verordnungsent-
wurfs zu ersetzen .
       Für die in Betracht kommenden Waren muß - vor allem auf der Verar-
beitungsstufe - ein gesunder und normaler Wettbewerb der Herst cllungsin-
dustrien stattfinden können . Daher sieht die vorgeschlagene Regelung eine
Unterteilung des herkömmlichen Zollschutzes vor , um zu ermöglichen , zu­
gunsten eines gemäßigten Schutzes der Verarbeitung die Versorgungskosten
für Grund erzeugnisse durch ein Abschöpfungs - und Srstattungssystem zu ver­
einheitlichen . Bei diesen letzteren dürfte die Festsetzung der genauen und
bekannten Beträge in vieler Hinsicht dem Erlaß von Bestimmungen vorzuziehen
sein , die unvermeidlich von den Mitgliedstaaoen nicht in streng einheit­
licher Form ausgelegt und angewandt worden können .
       Der erste vorerwähnte Entwurf einer Verordnung stellt eine Grund-
verordnung dar . Sie wird durch vornehmlich technische Durchführungsver-
ordnungen ergänzt werden .
 ---pagebreak---                                     - 4 -
II . Dur chfuhrungs o es t immungcn
     3 . Anwendungsbereich
         a ) Die für die Durchführung dos geplanten Systems in Betracht ge­
             zogenen Grunderzeugnisse sind bis auf Zichorienwurzeln , bei denen
             keine Schwierigkeit auftreten dürfte , die gleichen wie die in
             Artikel 1 des Beschlusses des Rats vom 4 . April 1^62 genannten .
             Mit Artikel 2 Absatz 3 des Entwurfs wird eine Gleichstellung
             zwischen den in Artikel 2 Absatz 2 aufgezählten " Grunderzeugnissen "
             im eigentlichen Sinne und den anderen Erzeugnissen herbeigeführt
             ebenfalls für die Herstellung der von dem Entwurf betroffenen Wa­
             ren verwandt werden , obwohl sie nicht in dieser Liste enthalten
             sind . Dies gilt für Kartoffelstärke und für frische , weder einge-
             dickte   noch gezuckerte Milcherzeugnisse , die in dem Beschluß
             vom 4 . April 1962 aufgeführt werden .
         b ) Die Liste der Waren , für die das vorgeschlagene System gelten soll ,
             ist Gegenstand des zweiten vorgenannten Verordnungsentwurfs .
             Nach Ansicht der Kommission soll dieses System einen Ausnahme-
             charakter besitzen undnur für die Waren gelten , bei denen der
             Kostenanteil der . landwirtschaftlichen Grund erzeugnisse am Ge­
             samtpreis relativ hoch ist . Abgesehen von einigen Änderungen ,
             mit denen bestimmte Waren gestrichen und andere hinzugefügt wur­
             den , entspricht diese Liste inhaltsmäßig daher merklich der ,
             die mit dem Beschluß vom 4 » April 1962 festgelegt wurde . Nach­
             stehend werden die Waren genannt , dio auf Vorschlag der Kommis­
             sion zu streichen sinds
             1.  ex 21.01 A und 21.01 Bs
                Geröstete Zichorienwurzeln und Auszüge aus gerösteten Zicho-
                rienwurzeln und andere Kaffeemittel .
                Der Handel mit diesen Waren dürfte keine ernstlichen Probleme
                aufwerfen , so daß die Anwendung des geplanten Systems in die­
                sem Sonderfall nicht gerechtf ertigt zu sein scheint .
                                                                         • »/ • • •
 ---pagebreak---                        - 5 -
2 . 21 . 06 -A-I
    Ausgewählte Mutterhefen ( Hefekulturen ).
    Der Anteil der Verarbeitungskosten an dem relativ hohen Preis
    dieser Waren ist weit höher als die Kosten des verarbeiteten
    Agrargrunderzeugnisses . Somit scheint der gegenwärtige Zoll-
    schutz nicht verändert werden zu müssen .
3 . 22 . 03 » Bier
    Angesichts des niedrigen Kostenanteils des landwirtschaftlichen
    Grund erzeugniss es in der Preisgestaltung dieser Waren , für die
    überdies ein außergewöhnlich hoher Schutz gilt ( konsolidierter
    Zollsatz von 30 . v.H. ) dürfte die Anwendung des geplanten
    Systems in diesem Fall nicht erforderlich sein .
4 . 35.01-A und Cs
    Kasein , Kaseinate und andere Kaseinderivate .
    Die Kommission prüft gegenwärtig die durch den Handel mit
    diesen Erzeugnissen aufgeworfenen Probleme , um zu einer
    Lösung der auf diesem Sektor aufgetretenen Schwierigkeiten zu
    gelangen . Daher scheint es verfrüht , schon jetzt die betreffen­
    den Waren in die Liste aufzunehmen , überdies ist zu bemerken ,
    daß der Beschluß des Rates vom 4 . April 1962 für diese Er­
    zeugnisse " de jure " gültig bleibt , bis eine Lösung gefunden
    worden ist .
Hingegen schlägt die Kommission vor , folgende Waren in die ge­
plante Regelung einzübeziehens
                                                        • • •I o • •
 ---pagebreak---                         - 6 -
1 . ex 21.07s
    Anderweitig weder genannte noch inbegriffene Lebensmittelzu­
    bereitungen ,, die Getreide , Zucker , Milch oder Milcherzeug­
    nisse enthalt en , außer Eis und üispulver .
    Die betreffenden Waren sind sehr unterschiedlich ! in vielen
    Fällen handelt es sich um ziemlich einfache Zubereitungen ,
    bei denen das landwirtschaftliche      Grunderzeugnis einen be­
    deutenden Kostenfaktor bildet . Der einschlägige Vorschlag
    einer Durchführungsverordnung sieht vor , sie gemäß dem in
    ihnen enthaltenen Anteil an Grund er Zeugnissen in eine be­
    grenzte Anzahl von Sparten zu unterteilen , die es ermöglichen ,
    die Angleichung der Preise dieser Grund erzeugnisse in be­
    friedigender Weise zu geT-rährleisten .
    Eis und Eispulver sind in der Warenliste zu dem Beschluß
    vom 4 . April 1962 bereits aufgeführt .
2 . 29 .04-C -H s Mannit und Sorbit
    Der Rat forderte die Kommission auf , Vorschläge zur Aufnahme
    von Sorbit in die vorgenannte Liste zu unterbreiten . Hingegen
    ist die Kommission der Auffassung , daß es kaum möglich ist ,
    für Mannit - einem Sorbit sehr ähnlichen Erzeugnis - eine
    andere Regelung anzuwenden ; als sie für dieses letztere Er­
    zeugnis gilt .
3 . 35 . Q5~B ä Klebstoffe aus Stärke
    Die in Betracht gezogenen Waren sind in jeder Hinsicht mit
    Dextrin und löslicher oder gerösteter Stärke der Tarifnummer
    35 « 05 A und den auf der Grundlage von Stärke zubereiteten Zu-
    richtemitteln und zubereiteten Appreturen der Tarifnummer
    38.12 -A-I - Waren aus der durch den Beschluß vom 4 » April 1962
    festgelegten Liste - vergleichbar . Vom wirtschaftlichen Stand­
    punkt aus dürfte es daher erforderlich sein , daß dieso Rege­
    lung auch für die unter diesen drei Zollnummern genannten
    Waren gilt . Dank dieser Maßnahme wäre es andererseits möglich ,
    die Umschreibung von Waren von einer Zollnummer unter eine
    andere zu vermeiden ,
                                                              0 ••/«•©
 ---pagebreak---                              - 7 -
           Mit der Anwendung des geplanten Systems auf die Waren , die in
      der so geänderten Liste aufgeführt werden , könnten dio verschie­
      denen Probleme gelöst werden , wolcme sich für einige Gemisohe
      aus Grunderzeugnissen wie z.B. für gezuckerte Butter und gezucker­
      tes Mehl ergehen haben , soweit diese nicht in eine Rubrik einzu­
      teilen sind , die unter Anhang II des Vertrags fällt .
4 . Umrechnungsfaktor und Stufen der Zusammensetzung
      Bei den meisten im zweiten Entwurf der vorgenannten Verordnung
aufgeführten Tarifpositionen können die Preise der zu Veredelungs-
erzeugnissen verarbeiteten landwirtschaftlichen Erzeugnisse nach dem
Umrechnungsfaktor angeglichen werden . Dieser Paktor , der in den Durch-
führungsverordnungen behandelt wird , welche die Kommission dem Rat
unterbreitet , wird pauschal unter Berücksichtigung des Herstellungs­
verfahrens und der Marktbedingungen der betreffenden Waren sowie unter
Berücksichtigung des Umrechnungsfaktors ermittelt , den der Rat in
seinen /igrarverordnungen für die im Anhang II des Vertrages aufge­
führten Erzeugnisse der ersten Verarbeitungsstufe festgesetzt hat .
      ¥enn der Umrechnungsfaktor nicht auf Grund der Verschiedenheit
der Waren selbst bestimmt werden kann , die in ein und derselben
Tarifposition enthalten sind , so werden diese nach einem herkömmlichen
zolltechnischen Verfahren in Stufen der Zusammensetzung eingeteilt , die
nach Art und Menge der in ihnen enthaltenen landwirtschaftlichen Grund­
erzeugnisse festgelegt werden . Die im Handel häufigsten Sorten werden
so nach ihrer Beschaffenheit , Art oder Ähnlichkeit zusammengefaßt . Bei
all diesen Stufen werden die Preise der zu Veredelungserzeugnissen
verarbeiteten Grunderzeugnisse jeweils nach den durchschnittlich .
geläufigsten Zusammensetzungen angeglichen . Dieses Verfahren wird
jedoch nur für fünf oder sechs Tarifpositionen angewandt .
      Artikel 2 Absatz    der vorgeschlagenen Verordnung bestimmt , daß
die in geringfügigen Mengen in den betreffenden Waren enthaltenen
Grunderzeugnisse außer acht gelassen werden können .
                                                           • ù v I« • •
 ---pagebreak---                              - 8 -
5 . verfahren des geplanten Schutze s
      Der Grundsatz des geplanten Handelssystems "beruht auf einer Teilung
des herkömmlichen Zollschutzes in einen festen Teilbetrag , der die Ver-
arbeitungsindustrie schützen soll , und einen beweglichen Teilbetrag ,
der nach Maßgabe der Verordnung (Artikel 2 , Absatz 2 und 3 ) die Be-
schaffungskosten für die betreffenden Grunder^cugnisse angleichen soll ,.
      Dieses Verfahren hat sich bewährt » Viele Länder wenden bei der
Einfuhr von einigen Waren auf das in ihnen enthaltene Grunderzeugnis
zusätzliche spezifische Zölle an . Andererseits ist darauf hinzuweisen ,
daß sich die Delegation der Gemeinschaft in Voraussicht der Schwierig­
keiten auf diesem Gebiet und der Notwendigkeit , sie durch die Einführung
eines solchen Schutzverfahrens aus dem Wege zu räumen , das Pascht
vorbehielt - indem sie den GATT-Partnern einige Konzessionen machte
( Genf 1960/l96l ) -, neben dem konsolidierten Zoll einen zusätzlichen
Zoll auf Zucker und Mehl zu erheben , die in den Waren enthalten sind .
Dieses Schutzverfahren liegt ebenfalls der Entscheidung des Rates zum
4 . April 1962 zugrunde , nach der die Waren , für welche die Verordnung
gilt , voll und ganz durch einen Betrag geschützt werden , welcher der
Auswirkung des Unterschieds zwischen den tatsächlichen Kosten der in
diesen Waren verarbeiteten landwirtschaftlichen Erzeugnisse zuzüglich
eines degressiven zum Schutz der jeweiligen Erzeugerindustrie bestimm­
ten Betrags entspricht , und der sugonblioklich bei der Einfuhr in den
antragstellenden Staat nicht 3 v.H , des Frei -Grenze -Preises dieser
Waren überschreiten darf .
      Diese beiden Teilbeträge des geplanten Schutzes treten an die
Stelle der derzeitig von den Mitgliedstaaten angewandten Zölle .
6.    Schutz der Verarbeitung;
      Dieser Schutz wird duroL        feston Teilbetrag gewährleistet ,
der durch einen in allen Mitgliedstaaten einheitlichen Wertzoll
gebildet wird .
                                                             • • • f9 à *
 ---pagebreak--- a ) Fester Teilbetrag , der gegenüber dritten Ländern zu erheben ist
    Handelt es sich um einen gemeinsamen Zoll , so wird er in Anwendung
    der diesbezüglichen Vertragsbestimmungen , insbesondere von Arti­
    kel 28 , festgesetzt , geändert oder ausgesetzt .
    Der feste Teilbetrag kann mit den Drittländern ausgehandelt werden .
    Er wird unter Berücksichtigung der Zollsätze des Gemeinsamen Zoll­
    tarifs berechnet , wie er sich aus den GATT-Verhandlungen ergeben
    hat , und gegebenenfalls unter Berücksichtigung des Schutzes , der
    für die Herstellung der Erzeugnisse , die durch eine Verarbeitung
    der Grunderzeugnisse entstanden sind , und für andere als diese
    Grunderzeugnisse vorgesehen ist , für welche die Verordnung keinen
    Kostenausgleich vorsieht .
    Der feste Teilbetrag wird auf rechnerische Weise objektiv ermitteltf
    es ist nicht sein Ziel , den Schutz der Verarbeitung zu erhöhen - So
    wird er auch in den meisten Fällen erheblich unter dem derzeitig
    im Gemeinsamen Zolltarif vorgesehenen Zollsatz liegen .
b ) Fester Teilbetrag , der im innergemeinschaf tlichen Handel zu erheben is t
    Dieser feste Teilbetrag , der ebenfalls in allen Mitgliedstaa.ten ange­
    wandt wird , soll in der Ubergangszeit beseitigt werden » Er entspricht
    dem Teilbetrag , der gegenüber dritten Ländern zu erheben ist ; er ist
    um den Gesamthundertsatz der Senkungen der Zölle niedriger , welche
    auf die anderen nicht im Anhang II des Vertrages aufgeführten Waren
    erhoben wurden «
    Der innergemeinschaf tliche teste Teilbetrag bleibt jedoch von etwaigen
    Erhöhungen des gegenüber Drittländern geltenden Teilbetrags unberührt .
    Liegen in einem oder in mehreren Mitgliedstaaten die Zölle' für eine
    bestimmte Ware auf Grund der im Vertrag vorgesehenen Zollsenkungen
    oder der Entscheidungen vom 12 . Mai I96O und vom 15 » Mai I962 zur
    Beschleunigung dieser Senkungen unter dem oben festgelegten Zoll ,
    so entspricht der innergemeinschaftliche feste Teilbetrag dem
    niedrigsten in der Gemeinschaft angewandten Zoll .
 ---pagebreak---                                - 10 -
    In diesem Fall werden Zollscnkungen nach Inkrafttreten des geplanten
    Systems unter Berücksichtigung der bereits für gewerbliche Erzeug­
    nisse erfolgten Zollsenkungen an einem gemeinsamen Ausgangszollsatz ,
    der IOO/4O dieses niedrigsten Zolls entspricht , d.h . an einem
    Zollsatz vorgenommen , wie er am 1 . Januar 1957 vom betreffenden
    Mitgliedstaat "bzw . von den betreffenden Mitgliedstaaten angewandt
    wurde .
    Die Kommission ist der Ansicht , daß die Mitgliedstaaten im Rahmen
    der schrittweisen Beseitigung des innergemeinschaf tlichon festen
    Teilbetrags hiermit nicht überfordert sind . Genehmigt nämlich die
    Kommission die Erhebung einer Ausgleichsabgabc , so führt die Anwen­
    dung der Patsentscheidung vom 4 . April 1962 zur Einführung eines
    innergemeinschaftlichen Handelssystems , das dem augenblicklich
    vorgeschlagenen System in allen Punkten ähnlich ist . Selbstverständ­
    lich wird für das in der eingeführten Ware enthaltene Grunderzeugnis
    durch die Ausgleichsabgabe der Preis festgesetzt , den dieses Grund-
    erzeugnis auf dem Binnenmarkt des einführenden Mitgliedstaates hat .
    Es ist jedoch darauf hinzuweisen , daß die Ratsentscheidung unter
    diesen Umständen den höchst zulässigen Schutz der Verarbeitungs-
    industrie mit Wirkung vom 4 « April 1964 auf 3 v.H. des Einfuhrpreises
    der betreffenden Ware festgesetzt hat .
7 . Ausgleich der Preise der zu Veredelungserzeugnissen verarbeitenden
    landwirt schaf tli chen Grunder zeugni s se
      Dieser Ausgleich wird durch einen beweglichen Teilbetrag gewähr­
leistet , der bei der Einfuhr durch eine Abschöpfung und bei der Ausfuhr
durch eine Erstattung gebildet wird . Er entspricht in beiden Fällens
- im innergemeinschaftlichen Bändel dem Unterschied zwischen den Preisen ,
   die das zum betreffenden Veredelungserzeugnis verarbeitete landwirt­
   schaftliche Grunderzeugnis jeweils auf dem Binnenmarkt des diese
   Waren einführenden und ausführenden Mitgliedstaates hat §
- gegenüber dritten Ländern dem Unterschied zwischen dem Preis dos
   landwirtschaftlichen Erzeugnisses auf dem Binnenmarkt des die betref­
   fende Ware einführenden Mitgliedstaates und dem cif-Preis dieses
   landwirtschaftlichen Erzeugnisses bei seiner Einfuhr aus diesen
   Ländern .
 ---pagebreak---        Mit der Angleichung der Preise der landwirtschaftlichen Erzeug­
nisse soll der bewegliche Teilbetrag beseitigt werden .
       Die Kommission setzt die Abschöpfungs - und Erstattungsbeträge
fest und veröffentlicht bio . Die letzteren stellen Höchstbeträge dar .
       Auf Grund der Erfahrung , die man mit den im Anhang II des Ver­
trags erwähnten Erzeugnissen der ersten Verarbeitungsstuf e gemacht
hat , werden die Abschöpfungs - und Erstattungsbeträge im innergemein­
schaftlichen Handel anhand der Schwellenpreise ermittelt . Bei Fehlen
                                                       V
dieser Schwellenpreise sind es jedoch die Preise ohne Abgaben ab Fa­
brik , die vorläufig bei der Berechnung dieser Beträge zugrundegelegt
werden .
       Die Abschöpfungs - oder Erstattungsbeträge    bei der Einfuhr aus
dritten Ländern oder bei der Ausfuhr nach diesen Ländern werden nach
den ob engenannt en Preisen und den cif-Preisen berechnet . Die Kommission
ermittelt die Preise der Zucker oder Melasse enthaltenden Waren nach
den vom Rat festgesetzten Kriterien .
       Die geplante Verordnung stellt den Grundsatz des Gleichgewichts
zwischen den Abs chöpfungsb et ragen und den Erstattungsbeträgen auf .
Angesichts der in den Mitgliedstaaten unterschiedlichen tatsächlichen
Veredelungssätze könnten jedoch bei einer starren Anwendung dieses
Grundsatzes bei einigen der betreffenden Erzeugnisse Preisverz errungen
sowohl im innergemeinschaftlichen Handel als auch auf dem Markt des
einführenden Mitgliedstaates entstehen . Es schien daher zweckmäßig ,
ähnlich wie bei der Verordnung Nr . 55 des Rats über Getreide erZeug­
nisse die bei der Ausfuhr der genannten Erzeugnisse zu gewährenden Er­
stattungen erforderlichenfalls zu begrenzen . Es erschien ferner wün­
schenswert vorzusehen , daß der Rat auf Grund der Marktb edingungen bei
diesen gleichen Erzeugnissen den Höchstsatz der Erstattung , der bei der
Ausfuhr nach dritten Ländern gewährt werden kann , herabsetzen kann .
Alljährlich setzt die Kommission für jeden Mitgliedstaat gegenüber den
anderen Mitgliedstaaten sowie gegenüber den dritten Ländern die Abschöp-
fungs - und Erstattungsbeträge fest , um dem Handel eine gewisse Beständig­
keit der Erhebungen zu gewährleisten . Die Festsetzung dieser Beträge er­
folgt jährlich , da die Schwellenpreise für die einzelnen Grunderzeug–
nisse jedes Jahr festgesetzt t-rerden . Bei der Berechnung der Abschöpfungs –
 ---pagebreak--- und Erstattungsbeträge gegenüber dritten Ländern werden ferner die
durchschnittlichen cif-Preise eines Jahres berücksichtigt »
      I3s stellte sich jedoch angesichts der Preisunterschiede , welche
beim Übergang zu einem neuen Wirtschaftsjahr in der Gemeinschaft auf­
treten können ,, und angesichts der Schwankungen der Weltmarktpreise als
unerläßlich heraus , eine Revisionsklausel vorzusehen . Die Kommission
gleicht auf Grund dieser Klausel diese Beträge an , wenn sich für
die cif-Preise bei der Hinfuhr aus dritten Ländern eine wesentliche
 ---pagebreak---                              - 12 -
Linderung bemerkbar macht , die nachweislich eine bestimmte Zeit
andauert (mindestens 30 aufeinanderfolgende Tage )-
       Zur Vereinfachung sieht der Vero'rclnungsentwurf vor , daß auf
100 kg der betreffenden Waren keine Ausgleichsabgabe unter 0,25 RE
erhoben werden darf . Diese Maßnahme wird gegenwärtig bei der Durch­
führung der Ratsentscheidung vom 4 » April 1962 angewandt .
8 . ¥eitere Änderungen an den gegenwärtig angewandten Schutzmaßnahmen
    a ) Mengenmäßige Beschränkungen bei der Einfuhr und Maßnahmen
        gleiche r Wirkung
              Mit der Angleichung der Beschaffungskosten für landwirt­
        schaftliche Grunderzeugnisse ist es möglich , den Wettbewerb der
        die betreffenden Waren herstellenden Industrien durch das
        geplante System ausschließlich auf den Bereich der Verarbeitung
        zu verlagern . An den Außengronzen der Gemeinschaft dürfen
        jedoch lediglich die oben erwähnten Schutzmaßnahmen zum Schutz
        dieser Industrien angewandt worden , wenn sie an die Stelle aller
        anderen Schutzmaßnahmen - und hierbei insbesondere an die
        Stelle der mengenmäßigen Beschränkungen bei der Einfuhr und
        der Maßnahmen gleicher Wirkung - treten , von denen die Mitglied­
        staaten augenblicklich Gebrauch machen können . Dies gilt eben­
        falls für den innergemoinschaf tlichen Handel .
    b ) Ausgl ei chsabgaben , die in Anwendung der Ratsent scheidung vom
        47 April 19 ^2 erhoben werden
              Eine solche Angleichung der Kosten der Grunderzeugnisse
        schließt ebenfalls eine etwaige Gefährdung der betreffenden
        Industrien aus | diese Bedingung hatte der Rat für die Genehmigung
        einer Ausgleichsabgabe gemäß der vorgenannten Entscheidung
        gestellt . Aus diesem Grund können diese Entscheidung und die
        vorgeschlagene Verordnung nicht gleichzeitig angewandt werden .
9 « Stellung der Zollregelung des Veredelungsve rkehrs im geplanten
    Hande lssystem
       Im vorgeschlagenen Handelssystem müssen die in den Waren enthal­
tenen landwirtschaftlichen Grunderzeugnisse , welche von einem Mitglied-
staat nach einem anderen ausgeführt werden , auf dem Inlandsmarkt des
ausführenden Mitgliedstaates in den Verkehr gebracht worden sein .
                                                             « 9 9 i » • #
 ---pagebreak--- Dies "bedeutet notwendigerweise , daß die betreffenden landwirtschaft­
lichen Erzeugnisse - wenn sie nicht aus dem ausführenden Mitglied-
staat stammen - hier durch Zahlung der gesamten "bei ihrer Einfuhr
anwendbaren landwirtschaftlichen Abschöpfungen oder bei Pehlen der­
artiger Abschöpfungen durch Zahlung der gesamten Zölle nationalisiert
werden sind . - Auf Grund dieses Handelssystems ist es folglich ausge­
schlossen , daß der Exporteur die abschöpfungs- oder zollfrei einge­
führten landwirtschaftlichen Erzeugnisse im System des Veredelungs-
verkehrs verarbeiten kann , nach dem bei der Ausfuhr der betreffenden
Waren nach einem anderen Hitgliedstaat nur ein Teil dieser Abschöpfun­
gen oder Zölle erhoben wird *
      Dagegen schließt das geplante Handelssystem vorbehaltlich der
Anwendung der vom Rat festgesetzten Veredelungskoeffizienten und
der Beachtung der von der Kommission festzusetzenden gemeinsamen
Vorschriften nicht die Anwendung des Systems des Veredelungsverkehrs
aus , soweit die abschöpfungs- oder zollfrei eingeführten landwirt­
schaftlichen Erzeugnisse nach Vorarbeitung wieder nach dritten Ländern
ausgeführt werden .
10 . Durchführung des vorgeschlagenen Systems
      Hierzu muß der Hat zunächst in einer Durchführungsverordnung
für eine bestimmte Waren
- den Umrechnungsfaktor für das Grunderzeugnis oder seine verschie­
   denen Stufen der Zusammensetzung
- und den festen Teilbetrag festsetzen , der gegenüber dritten
   Ländern anzuwenden ist.
      Bei letzterem Teilbetrag sind diei Fälle zu unterscheiden !
der Zoll des gemeinsamen Zolltarifs , den dieser feste Teilbetrag
teilweise ersetzen soll , ists
- vorbehaltlos gegenüber dritten Ländern im Gahmen des GATT konso­
   lidiert worden ( Tarifpositionen 35.O5-B und 38.12-A-l ) ,
- vorbehaltlich der Erhebung eines zusätzlichen Zolles auf das zu
   einem Veredelungserzeugnis verarbeiteten Grunderzeugnis konsoli­
   diert worden ( TarifPositionen 17.04-C , 18,06-B , ex 19 « 07 und
   ex 19.. 08 )                                                .     ,
– nicht konsolidiert worden .
 ---pagebreak---                              - 14 -
        Aus dieser Unterscheidung geht hervor , daß das geplante System
  in den beiden letzten Fällen kurzfristig au|" die "Waren angewandt
  werden könnte 5 im ersten Fall könnte dies jedoch erst nach einer
  Verhandlung mit den dritten Ländern geschehen . Dieser Lage kann ins­
  besondere auf Grund des Artikels 17 deo Verordnungsentwurf s Rechnung
  getragen - werden , in dem es heißt , daß der Gesamtbetrag der Erhebung
  gegenüber dritten Ländern nicht die Auswirkung des gegebenenfalls
  konsolidierten Zolles überschreiten darf .
        Dies wirkt sich jedoch auf die Höhe des unter den Mitgliedstaaten
  anwendbaren Schutzes aus , da die letzteren gegenüber dritten Ländern
  über eine Präferenz verfügen müssen . In dieser Hinsicht stellte die
 Kommission bei der Anwendung der Ratsentscheidung vom 4 . April 1962
  fest , daß der Industrie des an,tragstellednen Mitgliedstaates auf
  Grund eines besonders niedrigen im GATT konsolidierten Zollsatzes
  nicht , wie es in Artikel 2 Absätze 1 und 2 vorgesehen ist , der
  volle Schutz gewährleistet werden könnte . Die besonders großen
  Schwierigkeiten , vor die sich diese Industrie auf Grund der sehr
  niedrigen Einfuhrpreise für Waren aus anderen Mitgliedstaaten gestellt
  sah , und die Notwendigkeit , ihr einen - wenn auch schwachen - Schutz
  zu gewährleisten , bewogen die Kommission , in einigen Fällen auf einen
  wesentlichen Teil der Gemeinschaftspräferenz zu verzichten .
        Auf Grund der in diesem Bereich gemachten Erfahrungen könnte
  nach Ansicht der Kommission dieser augenblicklich außergewöhnlichen
  Lage innerhalb des geplanten Systems durch eine Beschränkung dieser
• Gemeinschaftspräferenz auf 10 v«H. des konsolidierten Zollsatzes
  Abhilfe geschaffen werden , wobei zu bemerken ist , daß der Unterschied
  zwischen den Ausgleichsabgaben , die gegenüber dritten Ländern und
  unter den Mitgliedstaaten zu erheben sind , in den meisten Fällen den
  letzteren die Präforenz gibt , auf die sie Anspruch haben .
  11 . Bes timmungon , die bis zur Anwendung des vorgeschlagenen Systems
       in Eraft ble ib en
        Soweit die Waren , für welche das geplante System gölten soll ,
  noch nicht in einer Durchführungsverordnung zur Festsetzung dej1
  beiden im letzten Punkt erwähnten Teilbeträge behandelt worden sind ,
  haben weiterhin Gültigkeit ?
 ---pagebreak---                           - 15 -
– die gegebenenfalls von der Kommission gemäß clor Ratsentscheidung
   vom 4 - April 1962 über die betreffenden Waren und zur Genehmigung
   von Ausgleichsabgabcn getroffenen Entscheidungen ,
- die von der Kommission im Bereich des Veredelungsverkehrs auf
   der Grundlage von Artikel 10 Absatz 2 Unterabsatz 2 des Vertrags
   getroffenen Entscheidungen .
12 . Bestimmungen , die im Handelsverkehr mit Griechenland angewandt
     werden können
      Für Griechenland stellt sich ein besonderes Problem . Der
Assoziierungsrat wurde bereits auf seiner ersten Tagung mit der
Ausdehnung der Ratsentscheidung vom 4 » April 1962 auf Griechenland
befaßt ; hierfür ist eine auf Artikel 70 begründete Entscheidung dos
Abkommens erforderlich ; die griechische Delegation hat sich mit der
Prüfung des Entwurfs einer Entscheidung einverstanden erklärt , die
bis zur Fertigstellung dos neuen Handelssystems in der Gemeinschaft
anzuwenden wäre . Der Vorschlag an den Rat über den Entwurf der
betreffenden Entscheidung wurde auf Grund des Standes der diesbezüg­
lichen Arbeiten aufgeschoben .
      Das geplante Handelssystem könnte wie folgt auf Griechenland
ausgedehnt werdens
a ) innerhalb der Assoziierung wäre für den Warenverkehr der inner-
    gemeinschaftliche feste Teilbetrag anzuwenden . Bis der Assoziierungs-
    rat im Rahmen von Artikel 35 ^Qs Abkommens eine Entscheidung
    zur Angleichung der Agrarpolitik trifft , ist jedoch der bewegliche
    Teilbetrag anzuwenden , der gegenüber dritten Ländern zu erhoben
    ist ;
b ) hinsichtlich des Systems , das gegenüber dritten Ländern anzu­
    wenden ist , wird der Assoziiorungsrat die Einzelheiten prüfen ,
    von denen Griechenland bei der Angleichung seines Tarifs an den
    gemeinsamen Zolltarif für die betreffenden Waren ausgehen wird .
          Die Einführung dieses Systems ist in einer Entscheidung dos
    Assoziierungsrats zu behandeln .
 ---pagebreak---                               - 16 -
                    VORSCHLAG EINER
            Verordnung des Rats zur Regelung
            des Handels uit einzelnen landwirt­
            schaftlichen Verarbeitungser Zeugnissen
          ( Von der Komirtission an den Rat vorgalegt )
DER RAT DER EUROPAISCHEN WIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFT
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen VVirtschaf tsge-
meinschaft , insbesondere auf Artikel 235 ?
auf Vorschlag der Kommission ,
nach Erhörung des Europäischen Parlaments ,
in hrwagung folgender Grande :
Die im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik getroffenen Maßnahmen richten
sich nur auf solche Erzeugnisse der Landwirtschaft , die in Anhang II zum
Vertrag aufgeführt sind , berühren jedoch nicht den mitgliedstaatlichen
Handel mit Verarbeitungserzeugnissen , die nicht unter die agrarpolitischen
Bestimmungen des Vertrags faHLen * Die Folge ist , daß es hier im Handel
erhebliche Preisunterschiede zwischen dem Rohprodukt und dem verarbei­
teten Produkt gibt .
Bei einigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen , die noch nicht in eine ge­
meinsame Marktorganisation einbezogen sind , gibt es zum Teil erhebliche
Unterschiede zwischen den Inlandspreisen der Mitgliedstaaten . Meistens
liegen .die Inlandspreise wesentlich über den Preisen , die bei der Aus­
fuhr der Verarbeitungserzeugnisse in andere Mitgliedstaaten üblich sind .
Die Folge ist , daß die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse , die
weiterverarbeitet in andere Mitgliedstaaten aufgeführt werden , vielfach
wesentlich unter den Inlandspreisen liegen .
Diese Disparitäten sind bisher nicht im gleichen Maße ausgeschaltet worden
wie die Beschränkungen des freien Warenverkehrs innerhalb der Gemein­
schaft . Die verarbeitende Industrie des Einfuhrlandes arbeitet also , was
den Zugang zu den landwirtschaftlichen Rohstoffen anbelangt , nicht unter
den gleichen vi/ett.bewerb3bedj_ngungen wie die verarbeitende Industrie des
                                                                    p Q 0/ * C 7
 ---pagebreak--- Ausfuhrlandes ;, weil die Rohstoffkosten nicht gleich sind , die in ver­
schiedenen Fällen einen erheblichen Teil der Produktionskosten der Ver­
arbeitungserzeugnisse ausmachen . Mit fortschreitender Verwirklichung
des freien Warenverkehrs mögen diese Schwierigkeiten noch zunehmen .
Danach würde in den Einfuhrländern der Absatz landwirtschaftlicher Er­
zeugnisse an die weiterverarbeitende Industrie zurückgehen .
Die am 4 . April 1 96 ? vom Ministerrat für verschiedene landwirtschaftliche
Verarbeitungserzeugnisse beschlossene Ausgleichsabgabe hat nur zum Teil
gewirkt und an den Ursachen nichts geändert «
Die Einführung des Abschöpfungssystems bedeutete in diesen Fällen , daß
die landwirtschaftliche Erzeugung gegenüber Drittländern nicht mehr in
der gleichen Weise geschützt war wie die Verarbeitungserzeugnisse , In
einzelnen Fällen ergab sich hieraus für die verarbeitende Industrie der
Mitgliedstaaten eine drastische Reduzierung der Vorteile , die sie bisher
in der Gemeinschaft genossen hatten .
Einen Ausweg aus diesen Schwierigkeiten bietet eine gemeinschaftliche
Regelung des Handels , die einmal die Einfuhrpreise der in den Verarbei-
tungserzeugnis SQQ enthaltenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf das
Niveau der Inlandspreise anhebt und zum anderen die verarbeitende In­
dustrie schützt »
Ein Ausgleich der Preise läßt sich erreichen durch Abschöpfungen und Er­
stattungen , die mit fortschreitender Anglei chung der Agrarpreise inner­
halb der Wirtschaftsgemeinschaft abgebaut und gegenüber dritten Länder
vereinheitlicht worden «
 ---pagebreak---                                - 18 -
Der Schutz der verarbeitenden Industrie läßt sich durch einen für alle
Mitgliedstaaten gleichen Soll erreichen * Die Höhe des Zolls und sein .
schrittweider Abbau richten sich nach den Zollsenkungen       ni°ht in
Anhang II zum Vertrag aufgeführte Haren ,
Die Handelsregelung schließt jede staatliche Intervention bei der . Aus­
fuhr von Verarbeitungserzeugnissen nach Mitgliedstaat on     insbesondere in
Form von Beihilfen zur Vsrbilligung der in ihnen enthaltenen landwirtschaft­
lichen Erzeugnisse - aus .
Die Gewährung von Beihilfen und Erstattungen bei der Ausfuhr der Verar­
beitungserzeugnisse nach dritten Länder ist geeignet , den Wettbewerb
zwischen den verarbeitenden Industrien der Mitgliedstaaten zu verfälschen ,
und zwar sowohl auf dritten Märkton wie auf dem gemeinsamen Markte Es
muß hier also auch im Export nach dritten Ländern gleiche Wettbewerbsbe-
dingungen für die Industrie    geben „
Die Handelsregelung soll den Schutz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse
wie der Verarbeitungs er Zeugnisse innerhalb der Mitgliedstaaten und gegen­
über dritten Ländern harmonisieren und an die Stelle der gegenwärtigen
mitgliedstaatlichen Schutzmaßnahmen gegenüber anderen Mitgliedstaaten
und dritten Ländern treten *
Hierzu ist es erforderlich , daß der Verodolungsverkehr für die Ausfuhr
von landwirtschaftlichen Verarbeitungserzeugnissen nach Mitgliedstaaten .
aufgehoben und für die Ausfuhr nach dritten Ländern gemeinsamen Regeln
unterworfen wird ,
Sollte bei den landwirtschaftlichen Ausgangsprodukten eine Änderung ein­
treten , d.h , sollten die Weltmarktpreise soweit anziehen , daß sie über
den Preisen in der Gemeinschaft liegen , muß die Handelsregelung den
veränderten Verhältnisse angepaßt werden können ,,
                                                                   0 0 / 060
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Die Zollbelastung der Einfuhr aus dritten Ländern darf im Einzelfall
nicht höher sein als der gegebenenfalls vertraglich vereinbarte Zoll .
Die prozentuale Belastung der Einfuhr aus Mitgliedstaaten muß niedriger
sein als der Zoll und nötigenfalls gesenkt werden . Um die Nachteile , die
sich bei einer Zollsenkung für die Handelsregelung ergeben können , mög­
lichst auszuschalten , darf die Einfuhr aus EWG-Ländern nur mit höchstens
9/l0 des dritten Ländern gegenüber konsolidierten gemeinsamen Außenzolls
belastet werden *                                                     '
Für diese Maßnahmen , die zusammen die gemeinschaftliche Handelsregelung
bilden , hat der Vertrag keine Vollmachten vorgesehen ,
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN s
                            Teil 1
                      Allgemeine Bestimmungen
                           Artikel 1
Für einzelne Waren , die nicht unter die agrarpoli tischen Bestimmungen des
Vertrags fallen , aber das Ergebnis der Verarbeitung landwirtschaftlicher
Erzeugnisse sindy wird für den Handel unter den Mitgliedstaaten und mit
dritten Ländern eine Einfuhr    und Aucfuhrrsgelung getroffen , deren Ziel
es ist , die Kosten für die Beschaffung der in den Verarbeitungsorzeug-
nissen enthaltenen Rohstoffe zu vereinheitlichen und den Schutz von Roh­
stoffen und Verarbeitungserzeugnissen zu harmonisieren } Bedingungen und
Einschränkungen werden im folgenden geregelt «
                           Artikel 2
1 . Der Rat bestimmt auf Vorschlag der Kommission während der    zweiten
    Stufe einstimmig , später mit qualifizierter Mehrheit ; die Warenliste ,
    die den Geltungsbereich der Verordnung abgrenzte
 ---pagebreak---                                - 20 -
2.       Als Grunderzeugnisse im Sinne dieser Verordnung gelten ^
Klass e            Tarifnummer          War enb ez eichnung
   A               Kapitel 10           Getreide
   B                 04.02              Milch und Rahm , haltbar gemacht ,
                                        eingedickt oder eingezuckert
                     04.03              Butter
   C                 17.01              Rüben - und Rohrzucker , fest
                     17.03              Melassen , auch entfärbt
3.       Für Waren im Sinne von Absatz 1 , die aus anderen landwirtschaft­
     lichen Erzeugnissen als Grunderzeugnisse hergestellt werden , beschließt
     der Rat auf Vorschlag der Kommission und mit qualifizierter Mehrheit
     erforderlichenfalls die Angleichung dieser landwirtschaftlichen Er­
     zeugnisse an diese Grunderzeugnisse und bestimmt hierfür den Umrech­
    nungsfaktor .
4.      Der Rat bestimmt auf Vorschlag der Kommission und mit qualifizierter
    Mehrheit für jede der in dieser Verordnung erfaßten Waren pauschal ,
     in welcher Menge Grunderzeugnisse im Sinne von Absatz 2 in ihnen anzu­
    nehmen sind ,, und namentlich die Mengen , die wegen ihrer Geringfügig­
    keit nicht berücksichtigt worden . Der Rat bestimmt die Mengen unter
    Berücksichtigung der von ihm f est gelegten Zollspezifikationen .
                                TUTL II
                      Handel zwischen Kitgliedstaat cn
                              Artikel 3
        Waren im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 , zu oder bei deren Her-
steilling Grund erzeugnisse oder ähnliche Erzeugnisse aus dritten Ländern
oder anderen Mitgliedstaaten verwendet wurden , und die der ausführende
Mitgliedstaat nicht mit den üblichen Zöllen oder Abgaben gleicher Wir-
       belogt
kung/hat oder bei denen vorbehaltlich Artikel 8 Zölle und Abgaben gleicher
Wirkung ganz oder teilweise erstattet worden sind , dürfen von Mitglied­
staaten nicht nach anderen Mitgliedstaat cn ausgeführt werden .
 ---pagebreak---                               - 21 -
                            Artikel 4
1.     Bei der Einfuhr aus Mitgliedstaaten wird anstelle des "bisher üb­
   lichen   Zolls auf Waren dieser Verordnung eine Abgabe erhoben , die
   sich zusammensetzt aus :
   a) einem festen Bestandteil in Form eines für alle Mitgliedstaaten
       gleichen Wertzolls zum Schutz der verarbeitenden Industrie ;
   b ) einer Ausgleichsabschöpfung , deren Höhe sich in jedem Mitglied-
       staat nach Artikel 6 bestimmt 5 sie soll für den Anteil der Grunder­
       zeugnisse , der nach Artikel 2 Absatz 4 festgelegt wird 5 den Preis-
       unterschied zwischen dem einführenden und ausführenden Mitglied-
       staat ausgleichen , wenn die Grunderzeugnisse im Ausfuhrland billiger
       sind als im Einfuhrland ,
2.     Der einführende Mitgliedstaat kann die Erhebung dos festen Abgaben-
   bestandteils im Sinne von Absatz 1 a) ganz oder teilweise aussetzen .
   Er unterrichtet die übrigen Mitgliedstaaten und die Kommission .
                            Artikel 5
1.     Die Einfuhrabgabe des Artikels 4 ? Absatz 1 a) entspricht für die
   Waren dieser Verordnung dem festen Abgabenbestandteil des Artikels 10
   Absatz a) , der bei der Einfuhr aus d.ritten Ländern erhoben wird , und
   ist gemäß Artikel 14 des Vertrags und den Beschleunigungsbeschlüssen
   linear abzubauen , Erhöhungen des festen Abgabenbestandteils werden bei
   der Festsetzung der Einfuhrabgabe nicht berücksichtigt .
2.     Ist der feste   Abgabenbestandteil des Artikels 10 Absatz a) höher als
   der niedrigste Zoll eines Mitgliedstaats am 1 . Januar 1957 ? dann ent­
   spricht die Abgabe des Artikels 4 Absatz 1 a) dem gemäß Absatz 1 ge­
   senkten Zoll .
                                                                   • • • /% c 0
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                             Artikel 6
  1.     Die Höhe der Ausgleichsabschöpfung des Artikels 4 Absatz 1 ( b )
  bestimmt die Kommission . Die Abschöpfung wird jährlich für jeden Mit-
  gliedstaat gegenüber den anderen Mitgliedstaaten vorbehaltlich Absatz 4 un(!
  der Einführungsmaßnahmen der Kommission festgesetzt und tritt jeweils
  am 1 . Oktober in Kraft .
  2.     Für Waren , die aus der Verarbeitung von Grund er Zeugnissen der Klas­
  se A lind B des Artikels 2 Absatz 2 oder von ähnlichen Erzeugnissen ent­
  stehen , errechnet sich die Ausgleichsabschöpfung aus der Differenz der für
  das Grund er zeugnis geltenden Schwellenpreise dos Ginführenden und des
  ausführenden Mitgliedstaates . Berechnungsgrundlage ist der Durchschnitt
  der Schwellenpreise des laufenden Wirtschaftsjahres oder , soweit schon
  festgelegt , des nächsten Wirtschaftsjahres .
  3.     Für Waren , die aus der Verarbeitung von Grund orzeugnisson der
  Klasse C des Artikels 2 Absatz 2 oder ähnlichen Erzeugnissen entstehen ,
  errechnet sich die Ausgloichsabschöpfung aus der Differenz der für das
  Grund erzeugnis geltenden Inlandpreiso ab Werk ohne Steuer des einführen­
  den und des ausführenden Mitgliedstaat es ,
  4.     Stellt die Kommission fest , daß die Differenz der Inlandpreiso
  des einführenden und dos ausführenden Mitgliedstaats - berechnet für
  die nach Artikel 2 Absatz 4 festgelegte ?,T enge an Grunderzeugnissen und
  unter Zugrundelegung der Preise des laufenden Wirtschaftsjahres - im
  Durchschnitt um mehr als 15 fo von der nach Artikel 6 berechneten Aus-
  gleichsabschöpfung abweicht , nimmt sie eine entsprechende Korrektur vor .
  5.     Die Ausgleichsabschöpfung bei Veredelungserzeugnissen aus mehreren
  Grunderzeugnissen oder ähnlichen Erzeugnissen entspricht der Summe der
  Ausgleichsabschöpfungen , die bei jeder einzelnen der verarbeiteten Er­
  zeugnisse erhoben werden .
  6.     Soweit erforderlich , erläßt die Kommission nach Anhörung der Mit­
  gliedstaaten Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel .
                             Art ^ kel 7
         Die Erhebung von Abgaben zollgleicher Wirkung bei der Einfuhr aus
  Mitgliedstaaten und mengenmäßige Beschränkung der Einfuhr aus Mitglied­
  staaten oder Maßnahmen gleicher Wirkung sind bei Waren dieser Verord-
- nung verboten .
                                                                    •• 0 / 009
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                             Artikel 8
 1.   Die Mitgliedstaaten können für Waren dieser     Verordnung bei der Ausfuhr
 nach anderen Mitgliedstaaten zum Ausgleich einer "bei Grunderzeugnissen oder
 ähnlichen Erzeugnissen gegenbenen Differenz zwischen den eigenen und den In­
 landspreisen des  einführenden Mitgliedstaates eine Erstattung vornehmen .
 2.   Die Erstattung darf nicht höher sein als die nach Artikel 6 ermittelte
 Ausgleichsabschöpfung für die gleiche Ware , wenn sie auch in umgekehrter
 Richtung gehandelt wird .
      Der Rat kann jedoch auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter
Mehrheit bestimmen , daß nur weniger erstattet werden darf , als im vorstehen­
den Absatz    vorgesehen , soweit    .es erfoderlich ist , um damit Preisver-
 zerrungen im Handel   1er Mitgliedstaaten und auf dem Markt des einführenden
Mitgliedstaates zu verhindern .
 3.   Die Gewährung von Beihilfen durch einen Mitgliodstaat zur Vorbilligung
der Grundstoffe oder ähnliche!- Erzeugnisse , die in den unter diese Verordnung
fallenden Erzeugnissen enthalten sind , ist mit dem gemeinsamen Markt unver­
einbar und unzulässig .
4.     Soweit erforderlich , erläßt die Kommission - nach Anhörung der Mitglied­
staaten Durchführungsbestimmungen zu Absatz 1 und 2 dieses Artikels .
                             Artikel 9
      Im Handel mit Waren dieser Verordnung , die mehrere Grunderzeugnisse oder
ähnliche Erzeugnisse enthalten , darf nicht zugleich eine Erstattung gezahlt
und eine   Ausgleichsabschöpfung erhoben werden . Die Kommission bestimmt ,
soweit erfoderlich , die Höhe der Erstattung und der Ausgleichsabschöpfung
und berücksichtigt dabei , inwieweit sich beide gegenseitig aufheben .
 ---pagebreak---                                   - 24 -
                                 TEIL III
                   Einfuhr aus dritten Ländern
                                 Artikel 1 0
        Bei der Einfuhr aus dritten ^ Ländern wini an Stelle des bisher üblichen
Zolls auf Waren dieser Verordnung eine Abgabe erhoben , die sich zusammensetzt
aus
 ( a ) einem festen Bestandteil in Form eines für alle Mitglieistaaten gleichen
       Wertzolls zum Schutz der verarbeitenden Industrie
 (b ) einer Ausgleichsabschöpfung deren Höhe sich in jedem Mitgliedstaat nach
       Artikel 12 , bestimmt $ sie soll für den nach Artikel 2 Absatz 41 ermit­
telten Anteil des Grunderzeugnisses den Unterschied zwischen dem Preis
im einführenden Mitgliedstaat und       beim Bezug aus dritten Ländern aus­
gleichen soll , wenn die Grunderzeugnisse aus dritten Ländern billiger sind .
                                Artikel 11
        Der Zoll des Artikels 10 Absatz (a ) wird vom Rat nach den Regeln
des Vertrags festgesetzt , abgeändert und ausgesetzt .
                                Artikel 12
1.      Die Höhe der Ausgleichsabschöpfung des Artikels 10 Absatz (b ) bestimmt
die Kommission . Die Abschöpfung wird jährlich für jeden Mitgliedstaat gegen­
über den anderen Mitgliedstaaten vorbehaltlich Absatz 4 und der Einführungs-
maßnahmen     der Kommission festgesetzt und tritt jeweils am 1 . Oktober in
Kraft .
2.      Für Waren , die aus der Verarbeitung von Grunderzeugnissen der Klasse A
und B des Artikels 2 Absatz 2 oder von ähnlichen Erzeugnissen entstehen , er­
rechnet sich die Ausgleichsabschöpfung aus der Differenz zwischen dem für die
                                                                     4 o « Iù • •
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 Grunderzeugnisse., geltenden Schwellenpreise des einführenden Mitgliedstaates
 und dem Durchschnitt der cif-Preise der letzten 12 Monate vor Erhebung der
 Abschöpfung bei Bezug der Grunderzeugnisse aus dritten Ländern . Berechnungs­
 grundlage ist der Durchschnitt der Schwellenpreise des laufenden Wirtschafts­
 jahres oder soweit festgelegt , des nächsten Wirtschaftsjahres .
 3.   Für Waren , die aus der Verarbeitungen Grunderzeugnissen der Klasse C
des Artikels 2 Absatz 2 oder von ähnlichen Erzeugnissen entstehen , errechnet
sich die Ausgleichsabschöpfung aus der 'Differenz der für das Grunderzeugnis
geltenden Inlandspreise ab Werk ohne Steuern im einführenden Mitgliedstaat
und dem Durchschnitt der cif-Preise der letzten 12 Monate vor Erhebung der
Abschöpfung beim Bezug der Grunderzeugnisse aus dritten Ländern .
      Die cif-Preise der Grunderzeugnisse aus dritten Ländern werden von der
Kommission festgestellt . Die Beurteilungsmaßstäbe beschließt der Rat auf
Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit ,
4.    Stellt .die Kommission fest , daß die Differenz zwischen dem Einfuhrpreis
und dem Inlandspreis im einführenden Mitgliedstaat für die nach , Artikel 2
Absatz 4 festgelegte Menge an Grundstoff en : an mehr als 30 aufeinanderfolgen­
den Tagen im Durchschnitt mehr als 15 $ von der nach Artikel 12 ermittelten
Ausgleichsabschöpfung abweicht , nimmt sie eine Korrektur an Hand der für
diesen Zeitraum berechneten durchschnittlichen Differenz vor .
5.     Die Ausgleichsabschöpfung bei Veredclungserzeugnissen aus mehreren
Grunderzeugnissen oder ähnlichen Erzeugnissen entspricht der Summe der Aus-
gleichsabschöpfungen , die bei jeder einzelnen der verarbeiteten Erzeugnisse
erhoben werden .
6.     Soweit erforderlich erläßt die Kommission nach Anhörung der Mitglied­
staaten Durchführungsbestimmungen zu diesem Artikel .
 ---pagebreak---                                  -   26  -
                                 Artikel 13
1.     Die Erhebung von Abgaben zollgleicher Wirkung bei der Einfuhr aus dritten
Ländern und eine mengenmäßige Beschränkung der Einfuhr aus dritten Ländern
oder Maßnahmen gleicher Wirkung sind bei Waren dieser Verordnung verboten .
2.     Das Verbot mengenmäßiger Einfuhrbeschränkungen und Maßnahmen gleicher
Wirkimg in Absatz 1 gilt nicht für Waren aus Staatshandelsländern .
                                 Artikel 14                       ;
1.     Die Vergütungen für Zölle und Abgaben gleicher Wirkung , die bei der
Einfuhr von Grunderzeugnissen oder ähnlichen Erzeugnissen erhoben werden ,
dürfen insgesamt nicht höher sein als die nach Artikel 12 errechnete Aus-
gleichsabschöpfung bei der Einfuhr der gleichen Ware aus dritten Ländern in
einen Mitgliedstaat «
2.     Wenn ein Mitgliedstaat Grunderzeugnisse oder ähnliche Erzeugnisse ein­
führt , ohne daß ein Zoll oder eine zollgleichö Abgabe erhoben wird , um sie
spater als Ware im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 nach dritten Ländern auszuführen ,
gelten die vom Rat nach Artikel 2 Absatz 3 und 4 festgesetzten Vcrodelungssätze ,
       Die Verwaltungsrichtlinien für die zoll - und abgabenfreie Einfuhr werden
von der Kommission nach Anhörung der Mitgliedst'.aten erlassen .
3.     Die Beihilfen , die ein Mitgliedstaat bei der Ausfuhr der Waren nach
Drittländern zur Verbilligung der Grund arzeugnis so oder ähnlicher Erzeugnisse
gewährt > dürfen nicht höher sein als die   nach Artikel 12 - errechnete Aus gleichsah-
Schöpfung bei der Einfuhr dieser Waren aus dritten Ländern , gegebenenfalls ver­
mindert um   die Erstattungen oder Nullzöllo > die dieser Mitgliedstaat im Rahmen
von Absatz 1 und 2 gewährt hat .
 ---pagebreak---                              - 27 -
                                                     -λ
        Diese Verordnung beeinträchtigt nicht die AnwendDarkeix der
Vertragsartikel 5 vor allen des Artikels 111 > auf eine eventuelle
Änderung der Bestimmungen von Artikel 13 und 14 «
                                Γ· –ΤΤ. Τγ
                            i ■ ç ç T* a 'Zz ~~–* »*»»»»■* -y
                            -CL–   - –       –     –
        Fs wird keine Ausg-Leichsabschöpfung unter 0.25 Rechnungsem
heiten je 100 kg einer Ware dieser Verordnung festgesetzt .
                                                    » 7
                             f\ –   - ––  -- –     – i
        Ist der Zoll einer ¥are dieser Verordnung in GA-l'T gebunden ^
dann darf die Abgabe des Artikel 13 5 ausgedrückt in Frozent des Ein-
fuhrpreises der T#Tare$ solange die Bindung Gesteht , nicht höner sein
als der Drittländer–gebundene Zollsatz des Gemeinsamen Aussentariis .
        Die Abgabe des Artikels 4 auf Einfuhren aus der Gemeinschaft ,
 ausgedrückt in Prozent des Einfuhrpreises der TATare , beträgt höchstens
neu^ Zehntel des gemeinsamen Aussenzolls .
                              Artikel 13
         Der Hat kann für die Waren des Artikels 2 Absatz 1 auf Vor­
 schlag der Kommission während der zweiten Stufe einstimmig , später mit
 qualifizierter Mehrheit die Bestimmungen der Verordnung an etwaige
 Änderungen der für die C-runderzeugnisse geltenden Regelung anpassen .
                                                              • s • j* • •
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                              Artikel 19
      Die Einfuhr- und Ausfuhrregelung dieser Verordnung tritt für die
Waren des Artikels 2 Absatz 1 in Kraft , zu dem vom Rat auf Vorschlag der
Kommission "beschlossenen Zeitpunkt , Der Rat trifft vorher für die Waren
die Maßnahmen des Artikels 2 Absatz 4. und des Artikels 11 .
      Außer Kraft tritt zum gleichen Zeitpunkt die Ratsentscheidung vom
4 . April 1962 , mit asr für verschiedene landwirtschaftliche Verarbeitungs­
erzeugnisse eine Ausgleichabgabe eingeführt worden war , sowie die darauf­
hin ergangenen Kommissionsentscheidungen , soweit sie noch in Kraft sind .
      Außer F.iaf+ treten auch für die in ihnen enthaltenen Grunderzeugnissen
und ähnliche Erzeugnisse die Kommissionsentscheidungen zu Artikel 10 Ab­
satz 2 Unterabsatz 2 des Vertrags .
                             Artikel 20
      Diese Verordnung tritt in Kraft am Tage nach ihrer Verkündung im Amts­
blatt der europäischen Gemeinschaften . Sie gilt bis zum Ende der Ubergangs­
zeit . Diese Verordnung ist in allen Teilen verbindlich und gilt unmittel­
bar in jedem Mitgliedstaat .
                                  Brüssel , den
                                  Im Namen des Präsidenten
                                  Der Präsident
 ---pagebreak---                              Vors cnlag einer
         Verordnung des Rats mit der Warenliste zor Verordnung
         ,.../c4 des Rates zur Regelung des Handels mit einzelnen
         landwirtschaf'tl ichen Verarbeitungserzeugnissen
                       ( Von der Kommission        dem Hat vorgelebt )
        DER HAT DER ECE0PAI3CEZIJ" WIRTS CEA ETSC-EMEI IIS CHAFT ,
        gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschafts­
        gemeinschaft
        gestützt auf die Verordnung . , . . /'o4 des Rats zur Regelung des Eandels
        mit einzelnen landwirtschaftlichen Verarbeitungserzeugnissen , ins­
        besondere Artikel 2 Absatz 1
        Auf Vorschlag der Kommission
        In Erwägung nachstehender Gründe :
        Die Kosten der landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Artikels 2
        der Ratsverordnung * , » / 64/E^G , die "bei der Herstellung der in der
        folgenden Liste aufgeführten warenVerwendung finden , wirken sich
        direkt in erheblichem Umfang auch auf die Produktionskosten dieser
        Waren aus .
        Die Verordnung muß daher auch für diese Waren gelten -,
        HAT FOLGENDE VEROSDMJSG ERLASSE!!:
                                    Artikel 1
               Die in Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung . a ./64/EWG genannte
        Liste enthält folgende Waren :
Tarifnunmer                          '.«areribezdchnung
I7.O4-C           Zuckerwaren , ohne Kakaogehalt 5 andere
18,06            Schokolade und andere kakaohaltige Lebens mittelzubereitungen
19.01            Malzextrakt
19.02            Zubereitungen zur Ernährung von Kindern oder zum Diät- ''der
                 Küchengobrauch auf der Grundlage von Kehl , Stärke oder I-Üalz-
                 Extiakt , auch mit einem Gehalt von Kakao von weniger als
                 50 Gewichtshundertteilen ,
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   19.03             Teigwaren
   19*04             Sago einschlieBlich Kartcffelsago
   19«05             Lebensmittel , durch Aufblähen oder Rösten von
                     Getreide hergestellt (Puffreis , Corn Flakes und dergleichen )
   19.06             Hostien , Oblatenkapseln für Arzneiwaren , Siegeloblaten und
                     dergleichen
   19.07             Brot , Schiffszwieback und andere gewöhnliche Backwaren , ohne
                     Zusatz von Zucker , Honig , Eiern , Fett , Käse oder Früchten
   19.08             Feine Backwaren , auch mit beliebigem Gehalt an Kakao
ex 21.01-A           Geröstete Kaffeemittel auf der Grundlage von Getreide
ex 21.06             Hefen , lebend oder nicht lebend
                     A. Hefen , lebends andere (Bierhefen , Destilleriehefen ,
                                                  Presshefen )
                     B. Hefen , nicht lebend
   21.07             Lebensmittelzubereitungen , anderweit weder genannt nach
                     inbegriffen , die Zucker , Milcherzeugnisse , Getreide oder
                     Erzeugnisse Getreideverarbeitungserzeugnisse enthalten
ex 22.02             Milchgetrânke
   29.O4- O-II       Mannit , Sorbit
   29.43 A           Glukose (Dextrose )
   35«05             Dextrine , lösliche oder geröstete Stärke , Klebstoffe aus Stärke
                     A. Dextrine ; lösliche oder geröstete Stärke
                     B. Klebstoffe aus Stärke
   38,12-A-I         Zubereitete Zurichtemittel , zubereitete Appreturen , auf
                     der Grundlage von Stärke
                                    Artikel 2
               Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung im Amtsblatt
        der Europäischen Gemeinschaften in Kraft .
               Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt
       unmittelbar in jedem Mitgliedstaat .
                                                          Brüssel , den
                                                          Im Mamen des Rats
                                                          Der Präsident