CELEX: C1999/333/05
Language: de
Date: 1999-11-20 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Sechste Kammer) vom 8. Juli 1999 in der Rechtssache C-49/92 P: Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Anic Partecipazioni SpA (Rechtsmittel - Geschäftsordnung der Kommission - Verfahren für den Erlaß einer Entscheidung des Komissionskollegiums - Für Unternehmen geltende Wettbewerbsregeln - Begriffe der Vereinbarung und der abgestimmten Verhaltensweise - Verantwortlichkeit eines Unternehmens für die ganze Zuwiderhandlung - Zurechenbarkeit der Zuwiderhandlung - Geldbuße)

20.11.1999             DE                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           C 333/3
                URTEIL DES GERICHTSHOFES                                                 URTEIL DES GERICHTSHOFES
                        (Zweite Kammer)                                                          (Sechste Kammer)
                         vom 1. Juli 1999
                                                                                                  vom 8. Juli 1999
in der Rechtssache C-14/98 (Ersuchen um Vorabentschei-
dung der Pretura circondariale Turin): Battital Srl gegen                in der Rechtssache C-49/92 P: Kommission der Europäi-
                      Regione Piemonte (1)                                schen Gemeinschaften gegen Anic Partecipazioni SpA (1)
(Pflanzenschuts — Richtlinie            77/93/EWG — Richtlinie
92/76/3WG — Verbot des Verbringens vor Zitrusfrüchten                    (Rechtsmittel — Geschäftsordnung der Kommission —
    aus Drittländern nach Italien — Zeitliche Begrenzung)                Verfahren für den Erlaß einer Entscheidung des Komis-
                                                                         sionskollegiums — Für Unternehmen geltende Wettbewerbs-
                         (1999/C 333/04)                                 regeln — Begriffe der Vereinbarung und der abgestimmten
                                                                         Verhaltensweise — Verantwortlichkeit eines Unternehmens
                                                                         für die ganze Zuwiderhandlung — Zurechenbarkeit der
                   (Verfahrenssprache: Italienisch)                                      Zuwiderhandlung — Geldbuße)
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der                            (1999/C 333/05)
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
In der Rechtssache C-14/98, betreffend ein dem Gerichtshof                                  (Verfahrenssprache: Italienisch)
nach Artikel 177 EG-Vertrag (jetzt Artikel 234 EG) vom Pretore
von Turin (Italien) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit
Battital Srl gegen Regione Piemonte vorgelegtes Ersuchen um
Vorabentscheidung über die Auslegung der Richtlinie                      (Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der
77/93/EWG des Rates vom 21. Dezember 1976 über Maßnah-                             Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)
men zum Schutz gegen das Verbringen von Schadorganismen
der Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse in die Mitgliedstaaten             In der Rechtssache C-49/92 P, Kommission der Europäischen
(ABl. 1977, L 26, S. 20) in der u. a. durch die Richtlinien              Gemeinschaften (Bevollmächtigter: G. Marenco) betreffend ein
91/683/EWG des Rates vom 19. Dezember 1991 (ABl. L 376,                  Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts erster Instanz der
S. 29) und 96/14/EG der Kommission vom 12. März 1996 (ABl.               Europäischen Gemeinschaften (Erste Kammer) vom 17. De-
L 68, S. 24) geänderten Fassung sowie der Richtlinie                     zember 1991 in der Rechtssache T-6/89 (Enichem Anic/Kom-
92/76/EWG der Kommission vom 6. Oktober 1992 zur Aner-                   mission, Slg. 1991, II-1623) wegen Aufhebung dieses Urteils,
kennung von Gemeinschaftlichen Schutzgebieten mit besonde-               anderer Verfahrensbeteiligter: Anic Partecipazioni SpA, früher
ren pflanzengesundheitlichen Risiken (ABl. L 305, S. 12) in der          Anic SpA, dann Enichem Anic SpA, Palermo (Italien), Prozeß-
durch die Richtlinien 95/40/EG der Kommission vom 19. Juli               bevollmächtigte: Rechtsanwälte M. Siragusa und G. Guarino,
1995 (ABl. L 182, S. 14) und 96/15/EG der Kommission vom                 Rom, sowie G. Scassellati Sforzolini und F. M. Moretti,
14. März 1996 (ABl. L 70, S. 35) geänderten Fassung, hat der             Bologna, Zustellungsanschrift: Kanzlei der Rechtsanwälte
Gerichtshof (Zweite Kammer) unter Mitwirkung des Kam-                    Arendt und Medernach, 8-10, rue Mathias Hardt, Luxemburg,
merpräsidenten G. Hirsch sowie der Richter G. F. Mancini und             hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter Mitwirkung
R. Schintgen (Berichterstatter) — Generalanwalt: F. G. Jacobs;           des Kammerpräsidenten P. J. G. Kapteyn sowie der Richter
Kanzler: H. A. Rühl, Hauptverwaltungsrat, — am 1. Juli 1999              G. Hirsch, G. F. Mancini (Berichterstatter), J. L. Murray und
ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:                                 H. Ragnemalm — Generalanwalt: G. Cosmas; Kanzler: H. von
                                                                         Holstein, Hilfskanzler, und D. Louterman-Hubeau, Hauptver-
Das in Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe a der Richtlinie 77/93/EWG           waltungsrätin — am 8. Juli 1999 ein Urteil mit folgendem
des Rates vom 21. Dezember 1976 über Maßnahmen zum Schutz                Tenor erlassen:
gegen das Verbringen von Schadorganismen der Pflanzen oder Pflan-
zenerzeugnisse in die Mitgliedstaaten aufgestellte Verbot der Einfuhr
von Zitrusfrüchten in das Schutzgebiet Italien ist in diesem Mitglied-   1. Nummer 1 zweiter und dritter Gedankenstrich des Tenors des
staat mit Wirkung vom 1. April 1996, dem Zeitpunkt, zu dem                   Urteils des Gerichts erster Instanz vom 17. Dezember 1991 in
die Anerkennung Italiens als Schutzgebiet im Sinne der Richtlinie            der Rechtssache T-6/89 (Enichem Anic/Kommission) wird
92/76/EWG der Kommission vom 6. Oktober 1992 zur Anerken-                    aufgehoben.
nung von gemeinschaftlichen Schutzgebieten aufgrund der Richtlinien
95/40/EG der Kommission vom 19. Juli 1995 und 96/15/EWG der
Kommission vom 14. März 1996 entfallen ist, außer Kraft getreten.        2. Die Klage von Anic gegen die Entscheidung 86/398/EWG der
                                                                             Kommission von 23. April 1986 betreffend ein verfahren nach
Diese Richtlinien stehen der Anwendung einer nationale Regelung              Artikel 85 des EWG-Vertrags (IV/31.149 — Polypropylen)
entgegen, die ein solches Verbot über diesen Zeitpunkt hinaus                wird außer insoweit, als sich aus Nummer 1 erster Gedanken-
aufrechterhält.                                                              strich des Tenors des genannten Urteils ergibt, abgewiesen.
(1) ABl. C 72 vom 7.3.1998.                                              3. Die in Artikel 3 der Entscheidung 86/398/EWG gegen Anic
                                                                             Partecipazioni SpA, früher Anic SpA, dann Enichem Anic SpA,
                                                                             verhängte Geldbuße wird auf 662 215 500 LIT festgesetzt.
 ---pagebreak--- C 333/4                 DE                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  20.11.1999
4. Das Anschlußrechtsmittel der Anic Partecipazioni SpA, früher         2. Die Rechtsmittelführerin trägt die Kosten.
    Anic SpA, dann Enichem Anic SpA, wird zurückgewiesen.
                                                                        (1) ABl. C 77 vom 28.3.1992.
5. Jede Verfahrensbeteiligte trägt ihre eigenen Kosten im Verfahren
    vor dem Gericht.
6. Anic Partecipazioni SpA, früher Anic SpA, dann Enichem Anic
    SpA, trägt die Kosten in dieser Instanz.
                                                                                       URTEIL DES GERICHTSHOFES
(1) ABl. C 77 vom 28.3.1992.
                                                                                                (Sechste Kammer)
                                                                                                 vom 8. Juli 1999
                                                                        in der Rechtssache C-199/92 P: Hüls AG gegen Kommis-
                                                                                  sion der Europäischen Gemeinschaften (1)
               URTEIL DES GERICHTSHOFES
                                                                        (Rechtsmittel — Verfahrensordnung des Gerichts — Wie-
                         (Sechste Kammer)                               deröffnung der mündlichen Verhandlung — Geschäftsord-
                                                                        nung der Kommission — Verfahren für den Erlaß einer
                                                                        Entscheidung des Komissionskollegiums — Begriffe der
                          vom 8. Juli 1999                              Vereinbarung und der abgestimmten Verhaltensweise —
                                                                              Beweisrecht — Unschuldsvermutung — Geldbuße)
in der Rechtssache C-51/92 P: Hercules Chemicals NV
 gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften (1)                                            (1999/C 333/07)
(Rechtsmittel —Verfahrensordnung des Gerichts — Ver-
pflichtung zum gleichzeitigen Erlaß der Urteile in dieselbe                                 (Verfahrenssprache: Deutsch)
Entscheidung betreffenden Rechtssachen — Geschäftsord-
nung der Kommission — Verfahren für den Erlaß einer                     In der Rechtssache C-199/92 P, Hüls AG, Marl (Bundesrepublik
Entscheidung des Kommissionskollegiums — Für die Unter-                 Deutschland), Prozeßbevollmächtigter: zunächst Rechtsanwalt
nehmen geltende Wettbewerbsregeln — Verteidigungsrechte                 H.-J. Herrmann, Köln, dann Rechtsanwalt F. Montag, Köln,
                 — Akteneinsicht — Geldbuße)                            Zustellungsanschrift: Kanzlei der Rechtsanwälte Loesch &
                                                                        Wolter, 8, rue Zithe, Luxemburg, unterstützt durch DSM NV,
                          (1999/C 333/06)                               Heerlen (Niederlande), Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt
                                                                        I. G. F. Cath, Den Haag, Zustellungsanschrift: Kanzlei des
                                                                        Rechtsanwalts L. Dupong, 14 A, rue des Bains, Luxemburg,
                                                                        betreffend ein Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts erster
                    (Verfahrenssprache: Englisch)                       Instanz der Europäischen Gemeinschaften (Erste Kammer)
                                                                        vom 10. März 1992 in der Rechtssache T-9/89 (Hüls/Commis-
                                                                        sion, Slg. 1992, II-499) wegen Aufhebung dieses Urteils,
(Vorläufige Übersetzung; die endgültige Übersetzung erscheint in der  anderer Verfahrensbeteiligter: Kommission der Europäischen
          Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofes.)               Gemeinschaften (Bevollmächtigte: G. zur Hausen und B. Jan-
                                                                        sen), hat der Gerichtshof (Sechste Kammer) unter Mitwirkung
In der Rechtssache C-51/92 P, Hercules Chemicals NV, Berin-             des Kammerpräsidenten P. J. G. Kapteyn sowie der Richter
gen (Belgien), Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt M. Sira-            G. Hirsch, G. F. Mancini (Berichterstatter), J. L. Murray und
gusa, Rom, Zustellungsanschrift: Kanzlei der Rechtsanwälte              H. Ragnemalm — Generalanwalt: G. Cosmas; Kanzler: H. von
Elvinger und Hoss, 15, Côte d’Eich, Luxemburg, betreffend ein           Holstein, Hilfskanzler, und D. Louterman-Hubeau, Hauptver-
Rechtsmittel gegen das Urteil des Gerichts erster Instanz der           waltungsrätin — am 8. Juli 1999 ein Urteil mit folgendem
Europäischen Gemeinschaften (Erste Kammer) vom 17. De-                  Tenor erlassen:
zember 1991 in der Rechtssache T-7/89 (Hercules/Kommis-
sion, Slg. 1991, II-1711) wegen Aufhebung dieses Urteils,               1. Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.
anderer Verfahrensbeteiligter: Kommission der Europäischen
Gemeinschaften (Bevollmächtigte: K. Banks), hat der Gerichts-           2. Die Rechtsmittelführerin trägt die Kosten.
hof (Sechste Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsiden-
ten P. J. G. Kapteyn sowie der Richter G. Hirsch, G. F. Mancini
(Berichterstatter), J. L. Murray und H. Ragnemalm — General-            3. Die Streithelferin trägt ihre eigenen Kosten.
anwalt: G. Cosmas; Kanzler: H. von Holstein, Hilfskanzler, und
D. Louterman-Hubeau, Hauptverwaltungsrätin — am 8. Juli                 (1) ABl. C 167 vom 4.7.1992.
1999 ein Urteil mit folgendem Tenor erlassen:
1. Das Rechtsmittel wird zurückgewiesen.