CELEX: 51988PC0385
Language: de
Date: 1988-07-25
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES RATES zur Annahme eines spezifischen Programms Forschung und technologische Entwicklung in den Bereichen industrielle Fertigungstechnologien und Verwendung fortgeschrittener Werkstoffe (BRITE/EURAM) (1989-1992) (von der Kommission vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (88) 385
Vol. 1988/0140
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit règlement ou sont considérés déclassifiés
conformément aux articles 26(3) et 59(2) de la décision (UE, Euratom) 2015/444 de la
Commission du 13 mars 2015 concernant les règles de sécurité aux fins de la protection des
informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
public. Where necessary, classified documents in this file have been declassified in conformity
with Article 5 of the aforementioned regulation or are considered declassified in conformity with
Articles (26.3) and 59(2) of the Commission Decision (EU, Euratom) 2015/444 of 13 March 2015
on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak--- KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
CORRIGENDUM                                           KOM(88 ) 385 endg . - SYN 142 /2
CE DOCUMENT ANNULE ET REMPLACE                        Brüssel , den 23 August 1988
LE DOCUMENT C0MC88 ) 385 final - SYN 142
Ne concerne que Les versions-F , D et E
                                 Vorschlag für eine
                               ENTSCHEIDUNG DES RATES
      zur Annahme eines spezifischen Programms Forschung und technologische
         Entwicklung in den Bereichen industrielle Fertigungstechnologien
            und Verwendung fortgeschrittener Werkstoffe ( BRITE / EURAM )
                                     ( 1989-1992 )
                          ( von der Kommission vorgelegt )
 ---pagebreak---                                  V.    ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Programm BRITE / EURAM sind die in den Nummern 3.1 und 3.2 des
gemeinschaftlichen      Rahmenprogramms       im    Bereich    der     Forschung - und
technologischen Entwicklung ( 1987 - 1991 ) vorgesehenen Aktion zusammengefasst ,
die sich über Fertigungstechnologien und fortgeschrittene Werkstoffe
erstrecken und auf den Ergebnissen beruhen , die bereits aus den ersten
Programmen BRITE und EURAM hervorgegangen sind .
Hauptziel    dieses   Programms    ist    die   Stärkung   der   Wettbewerbslage   der
Werkstoff industrie   und   der   Fertigungsindustrie     der  Gemeinschaft    auf dem
Weltmarkt durch Unterstützung eines Forschungs- und Entwicklungsprogramms , mit
dem die erforderliche Industrie- und Werkstof ftechnologie für innovative
Erzeugnisse und Verfahrensentwicklung geschaffen werden soll .
Das Programm wird zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen ,           indem es
die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Industriezweigen sowie zwischen
der Industrie , den Forschungsinstituten und Hochschulen stimuliert und auch
dazu beiträgt , den Binnenmarkt 1992 zu verwirklichen .            Besondere Beachtung
wird den Vorhaben geschenkt , an denen KMU beteiligt sind , damit deren
angemessene Mitwirkung an dem Programm gewährleistet ist .
Das Programm erstreckt sich über folgende Gebiete :
- Technologien für fortgeschrittene Werkstoffe ,
- Entwurfsmethodologie und Sicherheit von Erzeugnissen und Verfahren ,
- Anwendung der Fertigungstechnologien ,
- Technologien für die Fertigungsverfahren .
Industriell angewandte Forschung : Das Programm soll in der Hauptsache im Wege
von Verträgen auf Kostenteilungsbasis durchgeführt werden .                        Der
Tätigkeitsumfang der Vorhaben muss mindestens 10 Mannjahre umfassen ,              die
Gesamtkosten sollen sich auf 1 bis 3 Mio ECU belaufen .           Die Beteiligung der
Gemeinschaft wird 50% der Gesamtkosten nicht übersteigen ,          der Rest wird von
der Industrie bestritten .
Bis zu 7% der Gesamtmittel für das Programm stehen der Grundlagenforschung in
Bereichen der Werkstoffentwicklung zur Verfügung .              Die Vorhaben sollten
mindestens 10 Mannjahre umfassen und jeweils 0,4 bis 1 Mio ECU kosten .
Die Kommission     will   auch  ein     Pilotprogramm   für   Durchführbarkeitspreise
einführen , wodurch die KMU bei der Feststellung der Machbarkeit einer Anlage,
eines Verfahrens oder eines Konzepts in der Weise unterstützt werden sollen ,
dass ihre Kapazität durch das Zusammengehen mit einem Partner vergrössert
wird . Die Kommission will für derartige Vorhaben bei einem Höchstbetrag von
25.000 ECU 6 Monate lang bis zu 75% der Kosten übernehmen .
Ein kleiner Teil der gesamten Mittel für das Programm soll für koordinierte
Tätigkeiten ausgegeben werden .
Ferner werden Demonstrationsvorhaben unterstützt .          Ihre Einzelheiten werden
festgelegt ,   wenn die Vorhaben im Rahmen der ersten Programme BRITE und EURAM
sich ihrem Abschluss nähern .
 ---pagebreak---                                     INHALT
                                                            Seite
ZUSAMMENFASSUNG                                                 1
EINLEITUNG                                                     3
ZIELE                                                          3
BEGRÜNDUNG DES PROGRAMMS                                       4
ERRUNGENSCHAFTEN DER ERSTEN PROGRAMME BRITE UND EURAM          8
TECHNISCHER INHALT DES PROGRAMMS                              12
DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS                                    13
AUSWAHL DER VORHABEN                                          16
VERWANDTE EUROPÄISCHE PROGRAMME                               17
BEWERTUNG DES PROGRAMMS                                       18
ANHANG A : TECHNISCHE BEREICHE FÜR DAS NEUE PROGRAMME         19
ANHANG B : STELLUNGNAHME DES BVKA INDUSTRIELLE TECHNOLOGIEN   34
ANHANG C : STELLUNGNAHME DES BVKA ROH - UND WERKSTOFFE .      35
VORSCHLAG FÜR EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES                     36
 ---pagebreak---                                       - 1 - V*r
ZUSAHMENFASSUNG
Die Fertigungsindustrie ist und bleibt mit 30% Anteil am BSP und rund 41
Millionen Beschäftigten ein wesentlicher Teil der Wirtschaft der Gemeinschaft .
Es gibt allerdings auch hier Anzeichen für strukturbedingte Schwachpunkte
hinsichtlich der Kapazitäten , um den wachsenden und immer wettbewerbs ¬
intensiveren Bedürfnissen der anspruchsvolleren Märkte zu entsprechen .
Dieses neue Programm beruht zunächst darauf ,               dass auf den weltweiten
Konkurrenzdruck am Markt für Fertigungserzeugnisse eine positive Reaktion
erforderlich ist und dass dieser eine technologische Entwicklung von
Erzeugnissen und Verfahren zugrundeliegen muss .           Zum anderen ist die grenz -
und fachübergreifende Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung ein
wirksames Mittel zur Nutzung der verfügbaren Ressourcen und ein Hauptweg in
Richtung auf die Verwirklichung des Binnenmarktes .
In dem neuen Programm BRITE / EURAM sind die in den Kapiteln 3.1 und 3.2 des
gemeinschaftlichen       Rahmenprogramms      im    Bereich     der    Forschung     und
technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) genannten Forschungsbereiche vereint .
Es reiht sich in die unter den Begriff Modernisierung der Industrie fallenden
Kapitel ein und erstreckt sich auf die Fertigungstechnologien und
fortgeschrittene Werkstoffe .         Das Programm baut auf den Erfahrungen und
Ergebnissen auf , die aus den Programmen BRITE und EURAM bereits hervorgegangen
sind .
Die von den jeweiligen Bewertüngsgremien bestätigten ermutigenden Zeichen aus
den ersten Programmen BRITE und EURAM lassen erkennen , dass diese Programme
einen bedeutenden Platz in der Wissenschaftsr und Technologiepolitik der
Gemeinschaft einnahmen .      Da waren nicht nur erfreuliche 80% von Vorhaben , bei
denen gute Fortschritte erzielt wurden , sondern da entwickelte sich auch durch
die Schaffung und Konsolidierung grenzübergreif enden Verbindungen zwischen
Industrie und Hochschulen eine neue und bedeutende Dimension .           Es wurde auch
erkannt , dass durch diese Programme den KMU geholfen wurde, mit grossen
Unternehmen und Hochschulen in Verbindung zu treten .und auf diese Weise aus
den sich daraus entwicklenden Tätigkeiten einen Nutzen zu zeihen .                 Auch
kleinere und weniger entwickelte Mitgliedstaaten wurden voll an den Arbeiten
beteiligt .
Hauptziel    dieses   Programms     ist   die   Stärkung    der   Wettbewerbslage   der
Fertigungsindustrie     und   der   Werkstof findustrie   der   Gemeinschaft  auf   den
Weltmärkten durch Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ,
die zu den erforderlichen Industrie- und Werkstof ftechnologien führen , damit
innovative Erzeugnisse und Verfahren entwickelt werden können .
Mit dem Programm soll durch Stimulierung der grenzüberschreitenden Zusammen¬
arbeit in industrieorientierter , der Wettbewerbsstufe vorgelagerter Forschung
zwischen einzelnen Industriebereichen,         Forschungsinstituten und Hochschulen
zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und zur Verwirklichung des
Binnenmarktes 1992 beigetragen werden .             Besonders berücksichtigt werden
Vorhaben , an denen KMU mitwirken , damit für diese eine angemessene Beteiligung
an dem Programm gewährleistet ist .
Mit dem neuen Programm soll der Zuständigkeit der Industrie für geeignete , auf
den    Bedarf    ausgerichtete     Forschungs-    und    Entwicklungsarbeiten     nicht
vorgegriffen werden ,       sondern - wie dies auch bei den vorangegangenen
Programmen der Fall war - als anreizgebender Katalysator im Hinblick auf eine
bestmögliche Nutzung der der Gemeinschaft zur Verfügung stehenden Ressourcen
gewirkt werden .
 ---pagebreak---                                        - 2 -
   Als Folgerung aus der aus der Industrie kommenden Ermunterung und der aus den
   früheren Programmen gezogenen Erfahrungen sollen Werkstof ftechnologie und
   Fertigungstechnologie nunmehr in ein einziges Programm eingebracht werden,
   dass sich über nachstehende Themen erstreckt :
   - Technologien für fortgeschrittene Werstoffe ,
   - Entwurfsmethodologie und Sicherheit von Erzeugnissen und Verfahren ,
   - Anwendung der Fertigungstechnologien ,
   - Technologien für die Fertigungsverfahren .
   Das Vier-Jahresprogramm soll zusammen mit den durch die Einbeziehung von
   EFTA-Ländern zu erwartenden Beiträgen Tätigkeiten im Viert von rund einer
   Milliarde    ECU beinhalten .     Hiervon   will die   Kommission 459,5   Mio ECU
   finanzieren .   Es soll vier verschiedene Unterstützungsformen geben .
   Industriell angewandte Forschung soll mit über 90% der vorgesehenen Mittel im
   Wege von Verträgen auf Kostenteilungsbasis durchgeführt werden , an denen
  mindestens zwei unabhängige Industrieunternehmen beteiligt sind . Die gesamten
   Projektkosten sollen zwischen 1 und 3 Mio ECU liegen und sich über mindestens
   zehn Mannjahre Tätigkeit erstrecken .      Der Beitrag der Gemeinschaft soll 50%
  der Gesamtkosten nicht übersteigen ,          der Rest wird von der Industrie
   finanziert .                                                        •
  Bis zu 7% der Mittel sollen für gezielte Grundlagenforschung in Bereichen der
  Materialentwicklung zur Verfügung stehen , wo der industrielle Fortschritt
  durch mangelndes Grundlagenwissen gehemmt wird .           Zur Sicherstellung der
, Industriebezogenhei t wird für Tätigkeiten dieser Art , an denen kein Partner
  aus der Industrie teilnehmen muss ,      eine Unterstützung seitens der Industrie
  durch bekannte- Persönlichkeiten aus der Industrie gefordert .         Die Projekte
  sollen eine Grössenordnung von 0,4 bis 1 Mio ECU haben und sich mindestens
  über zehn Mannjahre Tätigkeit erstrecken .
  Die Kommission führt auch ein Pilotprogramm von Durchführbarkeitspreisen ein,
  durch die den KMU geholfen werden soll , die Machbarkeit einer Anlage ,       eines
  Verfahrens oder Konzepts dadurch festzustellen ,           das der Umfang     ihres
  Unternehmens durch das Finden eines Partners bei einer späteren Aufforderung
  zur Einreichung von Vorschlägen für die indutriell angewandte Forschung
  vergrössert wird .     Mit diesen Preisen sollen die besonderen Schwierigkeiten ,
  denen sich die KMU gegenübergestellt sehen , beseitigt werden . Die Kommission
  wird für eine Dauer bis zu sechs Monaten bei einem Höchstbetrag von 25.000 ECU
  bis zu 75% der Forschungskosten übernehmen .       Diese Tätigkeit wird durch die
  Task Force KMU mitfinanziert .                   .
  Ein kleiner Teil der gesamten Mittel für dieses Programm soll für koordinierte
  Tätigkeiten verwendet werden .
  Innerhalb der industriell angewandten Forschung sollen ferner Demonstrations¬
  projekte unterstützt werden . Ihre Einzelheiten sollen festgelegt werden ,, wenn
  die Vorhaben im Rahmen der ersten Programme BRITE und EURAM sich ihrem
  Abschluss nähern .
  Ein Terminplan für die jährlich veröffentlichten Aufforderungen zur
  Einreichung von Vorschlägen soll mit dem ersten Informationspaket bekannt ¬
  gegeben werden . Die vorrangigen Themen werden jährlich revidiert , damit der
  sich ändernde Bedarf der Industrie berücksichtigt wird . Mit den regelmässigen
  Aufforderungen sollen die Probleme und die Unsicherheit potentieller
  Interessenten angegangen werden , auf die man. in den langen Wartezeiten in dem
  vorhergehenden Programm gestossen ist .
 ---pagebreak---                                         - 3 -
EINLEITUNG
                                                        1
In ihrer Mitteilung
ursprünglichen            vom 28zu. demSeptember
                  Anmerkungen             Programm 1987    stellte
                                                    vor, das        die Kommission
                                                              dem Programm            ihre
                                                                            BRITE41 folgen
soll .
In   das    neue   Programm     sind     die   in   den    Nummern   3.1   und   3.2   des
gemeinschaftlichen        Rahmenprogramms       im     Bereich . der      Forschung    und
technologischen Entwicklung ( 1987-1991 ) 3 vorgesehenen Kostenteilungsaktionen
integriert ,    die sich über Verarbeitungstechnologien und fortgeschrittene
Werkstoffe    erstrecken und somit auf^ den Ergebnissen aufbauen, die in den
ersten Programmen BRITE und EURAMH bereits erzielt worden sind .                       Die
Erfahrungen mit der gemeinsamen Verwaltung dieser beiden Programme und die
sich aus der Unterhaltung mit Industriellen und insbesondere mit dem
Beratenden Ausschuss für industrielle Forschung und Entwicklung ( IRDAC )
ergebende starke Ermutigung lässt die untrennbare Verknüpfung von
Werkstoffentwicklung ,       Produktentwicklung        und   Fertigungstechnologie     zum
Vorschein treten . Die FuE-Bedürfnisse der Industrie werden durch ein einziges
europäisches Programm am besten befriedigt .
Die nachstehend dargelegten Ziele stehen im Einklang mit dem Impuls , der durch
das Rahmenprogramm, insbesondere in den Titeln " Industrielle Modernisierung"
und " Auf dem Wege zu einem grossen Informations - und Kommunikationsmarkt und
einer informierten und kommunizierenden Gesellschaft " auf eine Verbesserung
der Leistungsfähigkeit der Industrie ausgeübt wird .           Die Weiterentwicklung der
Informationstechnologie ist zwar aus dem neuen Programm ausgenommen ,                  die
IT-Anwendungen    sollen selbstverständlich
Einheitlichen Europäischen      Akte3 zum Ausdruckjedoch gebrachten
                                                          gefördert werden.    Die in sich
                                                                     Ziele spiegeln    der
in dem Ausbau des wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der
europäischen Industrie und in der Ermutigung derselben wider , auf
internationaler Ebene wettbewerbsfähiger zu werden . . Mit dem Programm soll die
Industrie nicht davon entbunden werden , für ihren eigenen Bedarf eine
angemessene FuE durchzuführen , es soll vielmehr eine . Katalys?torrolle bei der
Schaffung eines Anreizes spielen ,           der darauf abzielt ,      dass von den der
Gemeinschaft zur Verfügung stehenden Ressourcen der bestmögliche Gebrauch
gemacht wird . Dies gilt insbesondere für die herkömmlichen Industriezweige ,
wo die FuE-Grundlage als Teil der Unternehmensstrategie grössere Bedeutung
erhalten muss .
ZIELE
Hauptziel des Programms ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der
Fertigungsindustrie der Gemeinschaft auf dem Weltmarkt durch Unterstützung
eines FuE-Programms , mit dem die industrielle und die werkstofftechnologische
Grundlage für eine strategische, innovative Produkt und Verfahrensentwicklung
geschaffen werden soll .
  K0M(87)307, endg. / 2 .
  ABl . Nr . L 83 vom 25.3.1985, S. 8 .
  ABl . Nr . L 302 vom 24.10.1987, S. 1 .
   ABl . Nr . L 159 vom 14.6.1986, S. 36
  ABl . Nr . L 169 vom 29.6.1987, S. 1 .
 ---pagebreak---                                         - 4 -
 Es gibt zwei untergeordnete Ziele .          Das eine ist die Ermunterung zur grenz -
 übergrei f enden Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft zwischen Industrie¬
 unternehmen und komplementären Institutionen aus Industrie , Forschung und dem
 Hochschulbereich bei der strategischen industriellen Forschung .              Das andere
 ist die Ermutigung zum Technologietransfer zwischen den einzelnen Bereichen ,
 insbesondere zu denen - wo häufig kleinere und mittlere Unternehmen
 vorherrschend sind -, die zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit nur zögernd
neue Technologien einsetzen .
 Strategische Ziele
Hauptinstrument     zur    Erreichung     der   Ziele   ist  die   kollaborative    grenz -
übergreifende FuE , durch die technologischen Werkzeuge für bessere Erzeugnisse
und Verfahren geschaffen werden soll .          Hierzu gehören die Entwicklung und die
Anwendung neuer Werkstoffe und Verfahrenstechniken sowie die Ermutigung zu
einer verstärkten Anwendung der andernorts entwickelten IT .                Die Werkzeuge
sind darauf gerichtet , die strategischen Ziele zur Verbesserung der Leistungs¬
fähigkeit     der   Fertigungsindustrie       auf   nachstehend    genannten    Wegen     zu
erreichen :
- Entwicklung fortgeschrittener Werkstoffe und ihrer Verarbeitung im Hinblick
   auf Anwendungen,       die Verbesserungen hinsichtlich ihres physikalischen
   Verhaltens , ihrer Umweltverträglichkeit , ihres Leistungsgrads ,                  ihrer
   Wiederholbarkeit , Zuverlässigkeit und Kostenwirksamkeit erfordern .
- Einbeziehung der besten Praxis in den Entwurf ( d.h .                Werkstoffwahl und
   Entwurfsregeln für die Herstellung , den Zusammenbau , die Zuverlässigkeit und
   die Wartung ).
- Verkürzung       der Produktentwicklungszeit einschliesslich Verkürzung der
   Fertigungsvorlauf zeiten .
- Geeignetere Wahl der Mittel für den Fertigungsbetrieb; einschliesslich
   Prozesskontrolle , Qualitätssicherung und Beschaffenheitsüberwachung .
- Verbesserte Kostenwirksamkeit bei der Fertigung .
BEGRÜNDUNG DES PROGRAMMS
Triftige Gründe für das Programm sind zunächst der Bedarf an einer positiven
Reaktion auf den weltweiten Konkurrenzdruck am Markt für Fertigerzeugnisse und
die Unterstützung der technologischen Entwicklung von Erzeugnissen und
Verfahren .     Alsdann ist die grenz - und fachübergreifende FuE-Zusammenarbeit
ein wirksamer Weg zur Nutzung der verfügbaren Ressourcen und zur
Verwirklichung des Binnenmarktes .
Die Herausforderung des Weltmarktes
Die Fertigungsindustrie ist und bleibt ein wesentlicher Teil der Wirtschaft
der Gemeinschaft .      Sie ist mit etwa 30% am BSP beteiligt und nimmt für sich
75% gewerblichen Arbeitskräfte und die Beschäftigung von 41 Millionen Menschen
in Anspruch .           Trotz einer eindeutig positiven Handelsbilanz bei
Fertigungserzeugnissen       1985   ( 130% )   stellten   sich   im   Laufe   der    Jahre
Strukturschwächen heraus ,        die insbesondere die Kapazität betreffen ,            die
vorhanden sein muss ,           damit auf die steigende             Nachfrage   aus     den
anspruchsvolleren Märkten reagiert werden kann .
 ---pagebreak--- Es gibt in der Fertigungsindustrie Bereiche mit rasch wachsender Nachfrage
( z.B. die Apparateindustrie und die Chemikalienindustrie ) und Bereiche mit
stagnierender Nachfrage ( z.B. die Bekleidungsindustrie, die Textilindustrie,
die Kraftfahrzeugindustrie ).         Das gemeinsame Element ist , dass die Leistung
der europäischen Industrie und die der höchstentwickelten Industrieländer
weniger auf die Erhaltung oder Vergrösserung ihres jeweiligen Anteils am
Weltmarkt ausgerichtet ist .           Stattdessen versuchen sie , durch neue oder
verbesserte Produkte - oft mit einem hohen technologischen Mehrwert im Produkt
selbst oder in seinen Fertigungsstrassen - den anspruchsvolleren oberen
Bereich des Marktes zu erreichen . Dieser Trend macht die Technologie zu einem
ausschlaggebenden Faktor der Wettbewerbsfähigkeit der Fertigungsindustrie .
Ihre praktische Anwendung sowohl in den Produktionsmitteln als auch in den
neuen Produkten ist eine potentielle Quelle spektakulärer Verbesserungen der
Leistungsfähigkeit der Industrie .                Durch die Technologie können die
Verfügbarkeit von Ausrüstungen vergrössert , Flexibilität in den Produktions¬
prozess eingebracht und auf diese Weise die Anpassungsfähigkeit an den Markt
verbessert werden .        Sie ermöglicht auch die Auflage kleinerer Produktserien
und gestattet eine Verkürzung der Fertigungszeiten . Ausführlichere Beispiele,
die zeigen ,    wo die Technologie zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit genutzt
werden könnte ,       sind in den technischen Bereichen für das neue Programm in
Anhang A enthalten .
Immer   mehr    verschwindet     der   Unterschied     zwischen   avantgardistischen und
eingefahrenen Industriezweigen .             Das Potential zur Produktivitäts- und
Flexibilitätssteigerung ist bei den etablierten Industriezweigen grösser und
stellt den Anreiz für den Einsatz der neuen Technologien dar .                         Die
Trennungslinie wird in Zukunft zwischen denen liegen , die die zur Verfügung
stehenden Technologien voll nutzten, und denen, die dies nicht tun , und zwar
auch      innerhalb         ein      und        derselben       Branche .           Dieser
" Enttraditionalisierungsprozess"          wird       bereits      in     alteingesessenen
Industriezweigen wie der Kraftfahrzeugindustrie und der Bekleidungsindustrie
deutlich . ’ ' v - V    ■                   '• ..
Entwicklung und Übernahme neuer Technologien sind daher von ausschlaggebender
Wichtigkeit . Die Herausforderung der neuen Technologien geht jedoch weit über
die sektoralen Abgrenzungen hinaus ; sie betrifft die Wettbewerbsfähigkeit der
europäischen       Industrie    insgesamt     -   eben    ihre   Fähigkeit ,   die   neuen
Möglichkeiten zu nutzen .
Zur Zustandsbeurteilung der Industrie der Gemeinschaft und der Mittel zur
Anhebung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft lässt sich
der Innovationsprozess wie folgt aufgliedern :
- Schaffung neuer Technologien ,
- Anwendung derselben im Fertigungsprozess und
- ihr Eindringen in die Erzeugnisse .
Schaffung neuer Technologien
Die Trends bei der Finanzierung der Forschung geben Anlass zur Besorgnis , die
den Bedarf an mehr Niveau und Zusammenwirkung bei den Forschungs- und
Entwicklungstätigkeiten in Europa untermauert .                   1986 machten die für
FuE-Tätigkeiten in der EWG aufgebrachten Mittel < 70 Milliarden ECU) nur rund
60% der in den USA hierfür aufgewandten Mittel aus . Da der jährliche Zuwachs
in beiden Fällen rund 4% betrug, dürfte sich dieser Abstand in absehbarer Zeit
kaum ändern .       Im Gegensatz hierzu stehen die Japaner, deren FuE-Ausgaben zwar
 ---pagebreak---                                        - 6 -
 30% unter denen Europas liegen ,        deren Zuwachsrate mit 9% jedoch doppelt so
 hoch ist . Sieht man die Ausgaben für Forschung als prozentualen Anteil am BSP
 an , dann erreichte diese Rate in Japan und in den USA 1985 2,8% .               Dieses
 Niveau  wird    nur   von   der   Bundesrepublik  Deutschland  erreicht ,     die   mit
 Frankreich und dem Vereinigten Königreich zusammen mit 2,3% den Gemeinschafts¬
 durchschnitt von 2% übersteigt . Weiterhin wird der europäischen Industrie der
 Nutzen aus einem Transfer angewandter Forschung und Technologien dadurch
 erschwert , dass der industrielle Beitrag zu Forschung und Entwicklung im
 Vergleich zum öffentlichen Sektor in Europa geringer ist .
 Ein quantitativ Vergleich lässt in der gesamten Gemeinschaft durchgehend ein
schwaches FuE-Potential erkennen . Darin wird natürlich die Wirkung von zwölf
Komponenten ,    zwischen denen nur ein geringes Zusammenwirken besteht ,          nicht
berücksichtigt .        Europas Bemühungen tendieren dahin ,       dass die gesamte
 FuE-Palette , angefangen von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung
 industrieller Prototypen , zu umfassen .       Japan und die USA konzentrieren ihre
 FuE weitmehr auf die spätere industrielle Nutzanwendung .         Dieser Unterschied
 in den Stragien bedeutet , dass die Gemeinschaft in ausschlaggebenden Bereichen
wie dem der neuen Werkstoffe und dem der Produktionstechnologien neben den auf
der Mikroelektronik beruhenden Technologien hinterherhängt .
Technologie im Produktionsprozess                                        .
In ' der Produktionstechnologie       beginnt die   Gemeinschaft ,    im   Bereich des
Einsatzes fortgeschrittener rechnerunterstützter Techniken und Ausrüstungen
nach langsamen Anlaufen aufzuholen , und hier ist die im Programm ESPRIT
entwickelte fortgeschrittene IT von grosser Bedeutung .. Aber Verbesserungen,
die die Zuverlässigkeit und Voraussehbarkeit des " Maschinenverhaltens
betreffen, sind erforderlich , wenn die Unternehmen stärker von kostspieligen
Maschinen abhängig werden .       Erkennt man die besonderen Merkmale der Industrie
der Gemeinschaft , die aus wenigen grossen und vielen mittleren und kleineren
Unternehmen besteht ,       dann stellt man einen besonderen Bedarf an einer
Verringerung      der      Vielschichtigkeit . und      der . Koste/i      der     neuen
Produktionstechnologien und -Systeme fest .          Die ersten Programme BRITE und
EURAM haben jedoch den Beweis dafür geliefert , dass es in der Gemeinschafts¬
industrie ein grosser Vertrauen in ihre Fähigkeit gibt , eine realistische
Herausforderung an die Leistungsfähigkeit ihrer grossen Rivalen auf dem Markt
zu stellen .
Technologie in den Erzeugnissen
Der Einsatz neuer Technologien in den Erzeugnissen , entweder unmittelbar als
Verwendung neuer Werkstoffe oder mittelbar durch verbesserte Konzeption ,
Zuverlässigkeit ,     besseren Kundendienst oder besseres Marketing ist von
wesentlicher Bedeutung .       Hier war die Industrie der Gemeinschaft in der Regel
weniger erfolgreich als die Ihrer Konkurrenten , insbesondere aus dem Fernen
Osten .      Auf den sich rasch verändernden Märkten der fortgeschrittenen
Technologie hat sich die Industrie der Gemeinschaft oft auf die Herstellung
gängiger technischer Erzeugnisse wie Farbfernseher beschränkt , ohne sich um
eine gleichwertige FuE zu bemühen - was zu Verlusten von Arbeitsplätzen in der
Industrie führte . Wegen der staatlichen Unterstützung in den USA und in Japan
bleibt     die    Gemeinschaft       bei    den   fertigungs-techni sehen      Aspekten
Leistungsvermögen und Methoden der Bauteilefertigung aus neuen Werkstoffen
zurück .       Der Mangel an Nutzung neuer Werkstoffe, um die Eignung,
Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit der Produkte zu verbessern , bremst die
Fähigkeit der Gemeinschaft , es mit dem Wettbewerb auf den rasch sich
ausdehnenden und . auf den traditionellen Märkten aufzunehmen .
 ---pagebreak---                                     - 7 -
 Das neue Programm ist auf einen Abbau der Sachzwänge und Einengungen auf allen
 diesen Ebenen gerichtet und soll dazu beitragen , die europäische Industrie mit
den erforderlichen , Möglichkeiten schaffenden Technologien zu versorgen , die
 ein branchen- und fachübergreifendes Vorgehen verlangen .
 Grenz- und fachübergreifende Zusammenarbeit
 Die Bedeutung der Zusammenarbeit       lässt    sich auch an der Struktur der
 europäischen Industrie demonstrieren .       Die einzelnen Bereiche sind keine
 Inseln , sondern hängen voreinander ab .      So müssen beispielsweise etablierte
 Industriezweige in ihren Erzeugnissen,       Verfahren und Informationssystemen
High - Tech-Erzeugnisse einschliesslich solcher der Mikroelektronik und der
 Informationsverarbeitung aufnehmen und stellen somit für diese Branche einen
wichtigen Markt dar .        Eine ähnliche Abhängigkeit dehnt sich auf den
 Dienstleistungssektor aus , da ein erheblicher Teil seiner Aktivitäten mit dem
 Fertigungsbereich verbunden ist .
Leider ist die Beschaffungskette in Europa gegenüber der seiner wesentlichen
Konkurrenten häufig bruchstückhaft . Japan hat eine verhältnismässig geringe
Anzahl an riesigen Kapitalholdinggesellschaften , während den USA Kosten¬
einsparungen durch Massenproduktion zugutekommen .         In Europa wird ein sehr
variantenreicher Markt durch eine grosse Anzahl Lieferanten versorgt , die
wiederum Kunden einer ganzen Reihe von Zulieferern für Einzelteile , Verfahren
und Dienstleistungen sind .        Zu oft ist die Kommunikation zwischen den
einzelnen Funktionen - Entwurf , technische Ausführung, Fertigung, Beschaffung,
Marketing - unzureichend , und zwar sowohl innerhalb der Betriebe selbst als
auch zwischen      den Unternehmen .          Dieser     Umstand , verlangsamt das
Innovationstempo und die praktische Einführung von Innovationen .         Sowohl für
Kunden wie auch für Lieferanten ist es wünschenswert , dass sie mit dem Ziel
Zusammenarbeiten , die Gewähr zu schaffen , dass derFuE/ Ressources zufliessen,
die ein Höchstmass an Nutzen bringen .          , Fast immer gehören Firmen aller
Grössenordnungen zu den Beschaffungsketten ,        so dass darauf geachtet werden
muss , dass die Beteiligung der Technologie-orientierten KMU gewährleistet ist ,
wobei deren besonderen Probleme wie beispielsweise der Mangel an personellen
und finanziellen Mitteln zur Planung und Verwirklichung von Veränderungen
erkannt werden müssen .      Denn in nahezu allen Industriebereichen wird der
Erfolg weitgehend durch die Leistungsfähigkeit der KMU in ihrer Rolle als
Lieferanten von Werkstoffen , Einzelteilen und Dienstleistungen beeinflusst .
Die kommerzielle Entwicklung von Werkzeugen -. Erzeugnissen und Verfahren - ist
das vorrangige Anliegen der Firmen , die den kommerziellen Gewinn nutzen
können , den sie bringen .     Dieser Entwicklungsprozess dürfte um so eher von
Erfolg gekrönt sein , als die Firmen Zugang zu den vorbereitenden bzw . vor-
wettbewerblichen Forschungs - und Entwicklungstätigkeiten der Avantgarde haben .
Der Gemeinschaft stehen ganz erhebliche Mittel zur Verfügung, die bestmöglich
genutzt werden sollten .    Die Katalysatorrolle des Programms kann den Anreiz
für diese Zusammenarbeit schaffen .
Vorwettbewerbliche FuE - angewandte Forschung, die nicht unmittelbar zu
kommerziell verwertbaren Ergebnissen führt - ist ein' wesentliches Instrument
zur Schaffung von Wettbewerbsfähigkeit , könnte aber in der Anwendung zu
weitgehend, in der Dauer zu lang oder auch zu risikoreich sein, als dass
einzelne Firmen hierfür Mittel ausgeben möchten , was insbesondere für die KMU
gilt .   Und genau hier werden die bestehenden Ressources Europas nicht genug
ausgeschöpft .
 ---pagebreak---  Zusätzliche und externe Mittel sollen es möglich machen ,         die Verknüpfungen
 herzustellen ,   wonach die an Erfahrung reicheren Organisationen aus Industrie
 und Forschung auf europäische Ebene ergänzend Zusammenarbeiten können und auf
 diese Weise die erforderlichen Arbeiten spezifizieren , arrangieren und starten
 können . Durch die Unterstützung seitens der Kommission wird denjenigen , die
 einen lohnenden Beitrag zu der gestellten Aufgabe leisten können, die
 Mitwirkung möglich gemacht .
 Richtung Europäischer Binnenmarkt
 Die Herausforderungen des Programms fallen genau in den Themenbereich des
Rahmenprogramms .      Europa kann allein durch grenzübergreifende Zusammenarbeit
 in eine Zukunft blicken ,      wo die harte Herausforderung im Fertigungsbereich ,
die aus dem Fernen Osten und aus den USA kommt ,       auf breiter Front angenommen
werden kann .      Die Zusammenarbeit in FuE wird die Unternehmen dahin führen ,
dass sie in der Zukunft ihren gegenseitigen Vorteil in der ständigen
Zusammenarbeit in FuE und möglicherweise einer Ausdehnung derselben auf das
Marketing, die Verarbeitung und die Ausbildung sehen . Zusammenarbeit schafft
auch Möglichkeiten ,       um Anwendungsfachwissen durch Demonstrationen der
Technologie oder durch den Transfer persönlicher Erfahrungen in neue Bereiche
hineinzutragen .      Als unmittelbarere Reaktion auf die Herausforderung des
europäischen Binnenmarktes 1992 wird die Einbeziehung von Partnern aus
mehreren Ländern         ein     wertvoller    Schritt   zur    Harmonisierung der
Fertigungspraktiken . Diese Konvergenz der Praktiken wird den Bedarf an Normen .
wecken .      Eines der Ergebnisse von BRITE / EURAM wird hoffentlich eine
Bereicherung der Anzahl europäischer Normen sein, die unter der Federführung
den C EN und des CENELEC geschaffen werden . Die Normung auf europäischer Ebene
trägt einerseits zur Beseitigung der technischen Handelshemmnisse , in der .
Gemeinschaft und andererseits zu einer Stärkung der europäischen Industrie auf
dem Binnenmarkt bei .        Die Einbeziehung einer Unterstützung der normativen
Tätigkeiten sollte kein definitives Auswahlkriterium für das Programm.^sein . -
Es sollen aber Vorhaben gefördert werden , die auf die '.Ausschöpfung ; der
potentiellen Marktmöglichkeiten abzielen, die sich daraus ergeben, dass die
Entwicklung neuer Normen oder sonstiger Verfahrensvocschrifteri einschliesslich
solcher, die im Zusammenhang mit Umwelt oder Sicherheitsüberlegungen stehen,
vorangetrieben wird .         Die mit einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit
verwirklichte europäische Dimension gewährleistet die Ergänzung ; zu den
einzelstaatlich unterstützten Initiativen .
Eine geschlossene Gemeinschaft ist auch besser bedient ,        wenn ihr" Fachwissen ..
über die Staatsgrenzen hinaus verfügbar ist .               Eine Unterstützung der
Gemeinschaft kann sich wegen der lokalen Marktstruktur oder hoher FuE-Kosten
in Arbeiten , die von einem Unternehmen oder einem Land allein kaum finanziert
werden könnten , in einem effizienteren Einsatz der Ressourcen für die
Forschung, des Kapitals für Ausrüstungen oder in der kritischen Masse an
Erfahrung auswirken .
ERRUNGENSCHAFTEN DER ERSTEN PROGRAMME BRITE UND EURAN
Das Programm baut auf den ermutigenden Zeichen auf , die aus BRITE und EURAM
bereits hervorgegangen sind .       Wenn auch die ersten Forschungsarbeiten,, die im
Rahmen von BRITE finanziert wurden, nicht vor 1986 und die von EURAM nicht vor
1987 angelaufen sind , so wurden doch bereits ermutigende Fortschritte bei den
meisten der laufenden Vorhaben in Richtung der Erfüllung ihrer gestellten
Ziele erzielt .        Sachverständigengremium für BRITE stellt fest , dass
erfreuliche 80% der Vorhaben gute Fortschritte machen .             BRITE hat dazu
beigetragen , grenzübergreifende Indutriezusammenschlüsse zu festigen und neue
zu schaffen .    Das Gremium war der Ansicht , dass BRITE den KMU sowohl bei der
 ---pagebreak---                                     - 9 -
 Einbeziehung in die Forschung als auch wegen der sich daraus ergebenden
 kommerziellen Möglichkeiten von Nutzen gewesen ist . Die kleineren und weniger
 entwickelten Kitgliedstaaten waren voll an dem Programm beteiligt .       Es zeigen
 sich bedeutende Ergebnisse , die ohne das Instrument der grenzübergreif enden
 kollaborativen Forschung niemals möglich gewesen wären .         Beispiele hierfür
werden am Ende dieses Abschnittes aufgeführt .
 In den ersten Programmen BRITE und EURAM gingen über 1.200 Vorschläge ein, an
denen nahezu 5.000 einzelne Partner mitwirkten .           An der technischen und
wirtschaftlichen Bewertung und der Beurteilung der potentiellen Auswirkungen
der Vorschläge auf die Industrie waren 130 Sachverständige aus verschiedenen
 Industriezweigen ,    Hochschulen und Forschungsinstituten aus sämtlichen
Mitgliedstaaten beteiligt .       Diese Sachverständigen arbeiteten in Brüssel
gruppenweise unter dem Vorsitz von Beamten der Kommission zusammen ,      die nicht
zu dem Personal der Programme gehörten .
Gegenwärtig werden etwa 300 Vorhaben unterstützt .     Bei den im Rahmen von BRITE
unterstützen Vorhaben kommen 60% der Partner aus der Industrie , 21% aus
 Forschungsinstituten und 19% aus Hochschulen .    Die Beteiligung der KMU hieran
erreicht bis zu 35% und ist damit ganz erheblich .         Der Hauptunterschied bei
EURAM lag darin , dass eine etwas geringere Anzahl , nämlich 44% , der Partner
aus der Industrie und der grössere Teil aus den Hochschulen und Forschungs¬
 instituten kamen .  In beiden Fällen war das Niveau der Zusammenarbeit zwischen
Hochschulen und Industrie ermutigend .     Zu beiden Programmen gehörten Vorhaben
mit einem hohen werkstoffbezogenen Thementeil ,         zu dem auch Probleme des
Entwurfs und der Fertigung gehörten .    Erkennt man , dass in vielen Fällen keine
klare Unterscheidung getroffen werden kann zwischen einem Programm mit Zielen ,
die die Werkstof fanwendung betreffen , und einem solchen mit Zielen , . die die
Fertigungstechnologie betreffen , dann wird hieraus mit Nachdruck deutlich ,
dass den ersten Programmen BRITE und EURAM nunmehr ein einziges Programm
folgen muss .
Ein Merkmal der ersten Programme BRITE und EURAM war die Vielzahl sehr guter
Vorhaben , die wegen der begrenzten Mittel nicht unterstützt werden konnten .
Von vier guten Vorhaben wurde praktisch nur eines unterstützt . . : Die
Grössenordnung der verlorenen Chancen , die in den Vorschlägen steckten, die in
den ersten Programmen einen abschlägigen Bescheid erhielten , lässt eine
erhebliche Aufstockung der Mittet für das neue Programm zu einem sehr ernsten
Anliegen werden , das auch von dem BRITE-Sachverständigengremium mitgetragen
wird .
Die Programme haben dazu beigetragen , die Vorurteile gegen eine technische
Zusammenarbeit in Europa abzubauen und unterstützen somit die Verwirklichung
des Binnenmarktes .     Das Interesse wird steigen , und dies wird durch die
" Technologietage BRITE " unterstrichen , die im Dezember 1987 stattfanden und
eine Teilnehmerzahl von mehr als 1.000 Delegierten zu verzeichnen hatten .
Um einen besseren Ausgleich zwischen den verfügbaren Mitteln und der Anzahl
der eingereichten brauchbaren Vorschläge herbeizuführen, soll mit dem
Informationspaket der Versuch unternommen werden , die förderungswürdigen
Vorhaben präziser zu definieren . Dadurch wird ein stärkerer Nachdruck auf die
Bewertungskriterien gelegt und werden die vorrangigen Themen ausführlicher
bestimmt .     Die Einführung einer jährlichen Ausschreibung soll ebenfalls
hilfreich sein .    Die Auswahl der Vorhaben erfolgt , wie vorher auch schon ,
durch unabhängige Sachverständige , die mit den Bedürfnissen der Industrie
vertraut sind , aus der Industrie kommen , zu denen aber auch Sachverständige
aus Hochschulen und Forschungsinstituten gehören .      Die Fairness und Effizienz
 ---pagebreak---                                      - 10 -
dieses Vorgehens wurde als ein besonderes Merkmal dieses Programms angesehen .
Die von dem Sachverständigengremium BRITE empfohlenen Verbesserungen sollen
sorgfältig in Betracht gezogen werden .
Eine wichtige Besonderheit des ersten Programms BRITE war das von der
Kommission eingerichtete System der " Interessenbekundung", das es denjenigen ,
die an einer Partnerschaft interessiert waren ,               gestattete ,     Kontakte
untereinander aufzunehmen .       Auch wenn dies nicht     immer zu einem Vorhaben
führte , ergaben sich hieraus oft produktive Ansätze .          Das Verfahren stützt
sich auf die Kontaktstellen in den Mitgliedstaaten , die für die Interessierten
eine nahegelegene Informationsquelle waren .              Mit dem EURAM-Netz für
fortgeschrittene Werkstoffe , das von der Europäischen Materialforschungs¬
gesellschaft ( EMRS ) in Zusammenarbeit mit der Industrie und Hochschulen
eingerichtet worden ist , wurde eine wertvolle Koordination der Arbeiten auf
elf verschiedenen Spezialgebieten der Materialforschung geschaffen .           Das neue
integrierte Programme soll unter Berücksichtigung der Anmerkungen seitens der
Programmbewertungsgremien auf den erforderlichen Errungenschaften der ersten
Programme BRITE und EURAM aufbauen .
Ergebnisse aus den ersten Programmen BRITE und EURAN
Die   nachstehend    genannten    Beispiele    illustrieren     frühzeitig     erzielte
Ergebnisse aus den vorangegangenen Programmen .
Europäische Formenhersteller gehören oft zu der Kategorie KMU und sehen sich
nicht nur seitens ihrer grösseren Kunden wie die Kraftfahrzeugindustrie , die
fordert , dass ihre Lieferanten mit CADCAM ausgerüstet sind, sondern auch
seitens der harten Konkurrenz von ausserhalb der Gemeinschaft herausgefordert .
Ziel ist die Abkürzung des gesamten Verfahrens für Entwurf und Fertigung der
Formen , das heutzutage in der Regel 6 Monate dauert . Hier würde ein Erfolg
die Wettbewerbsstärke der Formenhersteller durch Verkürzung der Lieferzeiten
sowie durch die Möglichkeit , geringere Stückzahlen oder kompliziertere Teile
herzustellen,   steigern    Ziel ist die Herstellung von Formen,         die nur noch
geringfügig oder gar nicht nachbearbeitet werden müssen , während die derzeit
hergestellten Formen fünf- bis zehnmalige Änderungen erfahren .                 An dem
Konsortium sind sieben Unternehmen, angefangen von ganz kleinen bis ganz
grossen Firmen, sowie zwei Forschungsorganisationen beteiligt . Der erste Teil
des Vorhabens , wo die Schwachpunkte der derzeitigen Verfahren untersucht
werden sollen,   hat bereits zu nützlichen Entwicklungen im Entwurf der Formen
geführt .
Die Kunstfaserindustrie hat eine noch vehementere Konkurrenz von ausserhalb
Europas zu erwarten , wo Entwicklungen im Hochgeschwindigkeitsschmelzspinnen zu
verzeichnen sind .    Aus diesem Grunde trafen sich grosse Kunstfaserhersteller
aus drei   Gemeinschaftsländern ,      ein  Industrieanlagenspezialist       und   zwei
Forschungsinstitute,     um die Technologie      des  Schmelzspinnens     von Endlos¬
kunstfaserspinnfäden zu verbessern .          Zweck dieses Vorhabens ist eine
Steigerung der Produktivität         und eine Senkung der Fertigungskosten des
Schmelzspinnens     von     Nylon     und    Polyester      durch     Erhöhung      der
Sammelgeschwindigkeit von gewöhnlich 6 km in der Minute auf 10 km in der
Minute . Die Schlüsselanforderungen sind die Gewährleistung eines fehlerfreien
Betriebs und die Lieferung von Garn in der gewünschten Qualität .                Dieses
Vorhaben könnte zu einer Kostensenkung bis zu 10% des Endprodukts führen .
Vorläufige Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass dieses Ziel erreichbar ist .
Der aufwendigste Teil in der Fertigung von Konfektionskleidung ist das
Zusammensetzen der geschnittenen Teile .        Der Produktionskostenanteil dieses
Arbeitsgangs beträgt rund 50%,      wovon wiederum 80% auf die Bewegung der Teile
 ---pagebreak---                                      - 11
und     nur   20%   auf    den    eigentlichen     Nähvorgang    entfallen .          Ein
Bekleidungsfabrikant ,       ein     Maschinenhersteller     und     Hersteller       von
 Fertigungsautomaten aus zwei Gemeinschaftsländern haben sich zusammengetan, um
ein flexibles Fertigungssystem zu entwickeln , das in der Lage ist , Stapel , die
in der Regel aus 50 bis 200 geschnittenen Teilen bestehen , aufzunehmen, ein
einziges Teil daraus zu entnehmen und dann mehrere logisch fortlaufende Stufen
des automatischen Zusamrnensetzens auszuführen .       Mit diesem System lassen sich
 lediglich Arbeitsgänge ausführen ,      die flach beginnen und flach enden .         Das
abschliessende Zusammensetzen wird auch weiterhin von Hand geschehen .            Da die
Materialbewegung zum grössten Teil zweidimensional erfolgt ,          lassen sich bei
unveränderter und sogar verbesserter Flexibilität und Qualität im Fertigungs¬
prozess Kostensenkungen bis zu 25% erwarten .             In der Entwicklung eines
vollmasstäblichen Prototyps für dieses System wurden bereits erhebliche
Fortschritte erzielt .       Dieser Prototyp könnte der Grundstein der ersten
vollautomatischen Zelle für die Zusammensetzung von Bekleidungseinzelteilen in
Europa sein .
Das Färben der         Stoffe ist eine der wichtigsten Stufen in der
Textilherstellung .      Rund 80% der Stoffe werden in einem fortlaufenden
Arbeitsgang gefärbt .      In der Regel sind 5% des Einsatzmaterials wegen der
Schwankung in Farbtönung und Farbnuancen Ausschuss .          Zur Zeit arbeiten zwei
Textilhersteller , eine Firma für Anlagenbau und ein Forschungslaboratorium aus
drei Mitgliedsländern an einem Vorhaben , um die Parameter des kontinuierlichen
Färbens zu untersuchen und Sensoren und Echtzeitüberwachungsmechanismen zu
entwickeln , die eine Farbübereinstimmung und Wiederholbarkeit gewährleisten
sollen . Eine Durchführbarkeitsstudie hat gezeigt , dass es möglich ist , die
Schlüsselparameter des Vorgangs zu steuern , so dass eine Übereinstimmung der
Farbnuancen über die ganze Stoffbreite und Stoff länge gewährleistet ist . Ein
Erfolg dieser Arbeiten könnte zu Preissenkungen bis zu 20% führen , wodurch die
europäische Textilindustrie eine gefestigte Position in einem ständig
konkurrenzintensiveren Weltmarkt erhielte .
20 bis 30% der Fertigungszeiten entfallen im europäischen Schiffbau auf das
Schweissen .    Während in Japan rund 80% der Schweissarbeiten von automatischen
oder halbautomatischen Einrichtungen verrichtet werden , erfolgen in Europa 80%
der Schweissarbeiten noch von Hand .          Zur Verbesserung der technologischen
Fähigkeit im europäischen Schiffbau haben sich ein Schweissanlagenhersteller,
ein Farbenhersteller ,     zwei   Schwei ssforschungsinsti tute und ein Schiffbau¬
forschungsinstitut mit Förderung durch die Werften zusammengefunden ,              um in
diesem Industriezweig in grossem Massstabe einen Übergang auf das automatische
Schweissen zu bewirken . Ziel ist eine einfache Automation des Schweissens von
Unterteilen und der Einsatz von Schweissrobotern im Schiffbau .           Die durch den
Grundieranstrich des Stahts verursachten Schwei ssprobleme werden ebenfalls
untersucht mit dem Ziel , die Wirkungen der vorgefertigten Grundierungen             auf
das mechanisierte , automatisierte und Roboterschwei ssen zu verringern .            Die
ersten Ergebnisse haben zur Entwicklung von Daten geführt ,                    die   zur
Beschreibung genormter Dunstkabinen führen könnten .            In Richtung auf      das
automatische Schweissen wurden bereits beachtliche Fortschritte erzielt . .
Zum Schneiden und      zur   Fehlererkennung     in natürlichen    Stoffen    soll die
Lasertechnologie     eingesetzt      werden .        Dieses    Vorhaben ,      an    dem
Industrieunternehmen         und        Forschungsorganisationen         aus        zwei
Gemeinschaftsländern teilnehmen , verfolgt den Zweck , die Materialvergeudung zu
verringern und die Produktivität der Industriezweige zu steigern , die auf dem
Verbrauch und der Verarbeitung einheimischer Materialien , wie Kork , Leder ,
Holz und Marmor beruhen .      Mit diesen Forschungen sollen vor allen der Laser¬
schneidvorgang definiert und für jedes Material , insbesondere für Kork und
Marmor , wo das Laserschneiden eine vielversprechende Technik zu sein scheint ,
 ---pagebreak---                                       - 12 -
 Parameter bestimmt und Verfahren für die Fehlererken'nung in Grösse , Form und
 rarbe entwickelt werden .     Verglichen mit dem Schneiden von Har.d sollen durch
 den Einsatz von Laserschneidgeräten Steigerungen der Schneidgeschwindigkeiten
 bis zu 35% bei Leder und bis zu 50% bei          Kork erreicht werden .    Es wird
 geschätzt , dass der Materialabfall durch derartige Entwicklungen um 40%
 verringert werden kann .     Diese erheblichen wirtschaftlichen Vorteile liefern
 die Erklärung für das hohe Interesse der Industrie an diesen Entwicklungen ,
 die in der Regel aus KMU besteht .
 Auf dem Gebiet der Materialforschung wird in einer Vielzahl von Vorhaben der
 Ersatz     strategischer     Rohstoffe      durch    leichter    verfügbare    und
 anpassungsfähigere Stoffe angestrebt , was zur Entwicklung von Erzeugnissen mit
besseren physikalischen und mechanischen Eigenschaften führt .         Der Grad der
 Abhängigkeit grosser europäischer Industriezweige von Metallen wie Chrom,
 Kobalt , Wolfram sowie von einigen seltenen Erden , die hauptsächlich von
 ausserhalb der Gemeinschaft bezogen werden , kann durch solche Ersatzstoffe
verringert werden .       So wurde durch die Zusammenarbeit von Partnern mit
 Erfahrung in Metallurgie , Verfahrenstechnik , Entwurfs - und der Magnettheorie
eine neues und leistungsstarkes Fertigungsverfahren für die Herstellung von
Magnetpulver und neuen Eisen-, Neodyn- und Borlegierungen für die Herstellung
von hochleistungsdauermagneten möglich gemacht .         In einem anderen Beispiel
konnte     durch   den    Eintrag     von   Hartteilchen   und   Keramikfasern    in
Weisseisenpulver ein neues Hartmetallpulver erzeugt werden , das teurere und
 Legierte Stähle ersetzen      kann .      In ähnlicher Weise , konnte eine neue
Si Iberlegierung mit erheblich weniger Silbergehalt für elektrische Schaltungen
gefunden werden , die nunmehr patentiert ist und kommerziell hergestellt wird .
Die Stimulierung der Zusammenarbeit in der europäischen Fertigungsindustrie
steht in vielen Bereichen bereits vor der Erschliessung von Neuland und der
Schaffung gegenseitiger Unterstützung,         die letztlich zu einer gefestigten
Marktposition führen muss .
TECHNISCHER INHALT DES PROGRAMMS
Mit begrenzten Mitteln - weniger als 4% der Mittel , die von den Regierungen
der Mitgliedstaaten für industrielle FuE aufgewendet werden - muss sich das
Programm auf die FuE konzentrieren , von der am ehesten angenommen werden kann ,
dass sie bei der Erreichung der Ziele , die zur Gewährleistung der Wettbewerbs¬
fähigkeit der Fertigungsindustrie der Gemeinschaft am ausschlaggebensten sind,
mittelfristig , d.h . nach fünf bis zehn Jahren , Wirkung zeigt . Die technischen
Bereiche für das Programm wurden nach ausgedehnten Beratungen ausgewählt .
Neben einer postalischen Umfrage bei          rund tausend Firmen in der ganzen
Gemeinschaft gehörten hierzu Angaben von einer erheblichen Anzahl von
Privatpersonen , Gewerbeverbänden und Handelsvereinigungen aus einer breiten
Palette von Fertigungsbereichen sowie die Arbeitsgruppen auf dem Gebiet der
industriellen Technologien und der fortgeschrittenen Werkstoffe des Beratenden
Ausschusses für industrielle Forschung und Entwicklung ( IRDAC ).               Die
Mitgliedstaaten wurden über die zuständigen Beratenden Verwaltungs - und
Koordinierungsausschüsse ( BVKA's ) konsultiert .
Die in Anhang A ausführlicher dargestellten technischen Bereiche erstrecken
sich über :
    Technologien fortgeschri ttener Werkstoffe - Entwicklung fortgeschrittener
   Werkstoffe und ihrer Verarbeitung zu industriellen Zwecken ;
 ---pagebreak---                                     - 13 -
- Entwurfsmethodologie        und Sicherheit von Erzeugnissen und Verfahren -
  Verfahrenstechnologien      für   den    Produktentwurf ,    Produktionsmittel    und
  Sicherheit zusammen mit Auslegung und Sicherheit der Fertigungsverfahren ;
- Anwendung der Fertigungstechnologien - Erkennung und Inangriffnahme der
  Bedürfnisse der Fertigungsindustrie , insbesondere der weniger begünstigten
  Branchen , von denen die meisten zur Gruppe der KMU gehören ;
- Technologien für Fertigungsverfahren - neue und verbesserte Fertigungs¬
  techniken für leistungsstarkere Produktion .
In diesen Bereichen gibt es einen dringenden Bedarf an kollaborativer
Forschung , bei der sich Partner auf der Lieferantenseite ( Werkstoffe und
Einzelteile ),      Verbraucher       ( gegebenf alls    unter     Einbeziehung     der
Endverbraucher ), Lieferanten von Fachwissen und Ausrüstung zur Verwendung bei
Entwurf , Überwachung , Erprobung und Systemintegration zusammen mit Forschungs¬
organisationen und Hochschulen zusammenfinden .              Hier gibt es günstige
Gelegenheiten für Firmen aller Grössenordnungen .
BRITE / EURAM vor einem umfassenden industriellen FuE-Hintergrund
Beratungen mit der Industrie bestätigten , dass eine aufkeimende technologische
Entwicklung als wichtiges Element der Technologiestrategie sowohl grosser als
auch kleiner industrieller Unternehmen erkannt werden muss and dass gleich ¬
zeitig der Nachfragesog aus dem Markt für das Programm BRITE / EURAM
entsprechend den Empfehlungen des BRITE-Sachverständigengremiums verstärkt
werden muss .     Oie Kommission wird in Absprache mit dem IROAC und dem BVKA
weitere Initiativen wie beispielsweise die Veranstaltung von Workshops
ergreifen .    Damit sollen die gesamten wissenschaftlichen und technologischen
Trends mit den Planungsbedürfnissen einzelner Unternehmen zusammengebracht
werden , wobei erkannt wird , dass die nicht auf einen einzigen Industriebereich
beschränkt bleiben darf , sondern auch verwandte Bereiche , die grössere Kunden
sind , und echte oder potentielle Lieferanten von Werkstof fen ,. Ausrüstungen und
Erfahrung umfassen müssen .
DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS
In Übereinstimmung mit seinen allgemeinen Zielen soll das Programm allen
Industrieunternehmen      und     Forschungsorganisationen      einschliesslich     der
Hochschulen in den Ländern der Gemeinschaft und der EFTA offenstehen .            Dort ,
wo die Partner aus den EFTA-Ländern einen Beitrag zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit der Fertigungsindustrie insgesamt leisten können , sind
Vorhaben willkommen ,   an denen solche Partner beteiligt sind .          Die Vorhaben
müssen die normalen Kriterien der Förderungswürdigkeit erfüllen ,            wobei der
eventuelle Partner    aus   einem   EFTA-Land der     erforderlichen Anzahl    und dem
erforderlichen Typ der Partner aus der Gemeinschaft hinzugerechnet wird .           Die
Gemeinschaft wird keinen Finanzbeitrag zu den Beteiligungskosten von Partnern
aus EFTA-Ländern übernehmen ,       während diese sich an den Gemeinkosten des
Programms beteiligen müssen .
Im Rahmen dieses Programms gibt es vier getrennte Formen der Unterstützung .
Die angewandte industrielle Forschung wird mit mehr als 90% der Mittel den
Hauptteil ausmachen .      Daneben steht die Grundlagenforschung mit bis zu 7%,
d.h .     einem Fünftel der Mittel für die Werkstofforschung ,                      den
Durchführbarkeitsstudien für die KMU und der Unterstützung für                      die
koordinierten Tätigkeiten mit rund 0,5% bzw . 1,5% der Mittel .
 ---pagebreak---                                        - 14 -
   Damit  die   Objektivität   des    Auswahlverfahrens   und      der   Auswahlkriterien
   gewährleistet ist ,   sollen die Einzelheiten nach Konsultation des BVKA im
  voraus festgelegt werden .
   Finanzielle und personelle Mittel
   In der nachstehenden Aufteilung der Mittelzuweisungen auf die verschiedenen
  technischen Themenbereiche spiegelt sich die mit den ersten Programmen BRITE
  und EURAM gesammelte Erfahrung wider und sind die Unterthemen in einer Weise
  gruppiert , dass die Hauptthemen der fertigungsbezogenen Teilbereiche des
  Programms ausgewogen sind .      Die Grössenordnung der Mittelzuweisungen zu dem
  Arbeitsthema Werkstofforschung spiegelt auch die Ausgewogenheit der Mittel
  wider , die in dem Rahmenprogramm für diesen Gegenstand vorgesehen sind . Die
  effektive Unterstützung soll unter Berücksichtigung des Widerhalls , den die
  Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen findet , in Verbindung mit dem
  BVKA festgelegt werden .
                                                                 %
  Anwendungen fortgeschrittener Werkstoffe                   31)
  Produktentwurf                                             21
  Fertigungssysteme                                          21
  Technologien für Fertigungsverfahren                       21
  Verwaltung                                                  2,5
. Personal                                                    4,5
                                                            1UU,0
  Die gesamten für die Durchführung des Programms zur Verfügung stehenden Mittel
  belaufen sich auf 439,5 Mio ECU einschliesslich Ausgaben für Personal , wofür
  die Kosten 4,5% des Beitrags der Gemeinschaft nicht übersteigen sollen .
  Zur Verwaltung des Programms wird sich die Kommission in steigendem Masse die
  Unterstützung externer Sachverständiger bei der technischen Überwachung der
  Vorhaben    sichern ,    damit    die    erforderliche    technische        Sachkenntnis
  gewährleistet ist .    Das BRITE-Bewertungsgremium hat eine ähnliche Empfehlung
  ausgesprochen .
  Angewandte industrielle Forschung
  Die Hauptform der Unterstützung für die angewandte industrielle Forschung mit
  Vorwettbewerbscharakter ist die Aktion auf Kostenteilungsbasis .                     Die
  Teilnahmebedingungen sind derart , dass bei jedem Vorhaben 50% der Finanzierung
  durch Partner aus der Industrie erfolgt , von denen zumindest zwei aus
  voneinander     unabhängigen       Industrienunternehmen         aus      verschiedenen
  Mitgliedstaaten stammen müssen .         Damit sie als unabhängiges Unternehmen
  eingestuft werden , müssen die Forschungsorganisationen in der Regel die von
  der Industrie kommenden 50% als direkte Zahlungen von namentlich genannten
  Firmen erhalten , die an der Leitung des Vorhabens beteiligt sind . Angesichts
  der wichtigen Rolle der KMU bei der Entwicklung der fertigungstechnischen
  Grundstruktur der Gemeinschaft und ihrer Verdienste bei der Mitarbeit an dem
  Programm überlegt die Kommission in Verbindung mit dem IRDAC , auf welche Weise
  die Forschungsorganisationen im Rahmen des Programms am besten als Brennpunkt
  für die Deckung des Bedarfs der KMU an FuE dienen können .                 Die Vorhaben
  sollten sich eine Tätigkeit von mindestens zehn Mannjahren erstrecken , was für
  ein wirksames       gemeinsam durchgeführtes        Vorhaben       eine realistische
  Grössenordnung ist ; die Gesamtkosten des Vorhabens sollten in Grössenordnung
 ---pagebreak---                                        - 15 -
 von 1 bis 3 Mio ECU liegen . Tochtergesellschaften von multinationalen Firmen ,
die ausserhalb der Gemeinschaft ansässig sind , können sich beteiligen , wenn
 FuE und Nutzung innerhalb der Gemeinschaft erfolgen .
 Zielorientierte Grundlagenforschung
 In   einigen   Bereichen     der    Werkstof fentwi ck lung    wird    der  industrielle
 Fortschritt durch Schwachstellen in der Grundlagenwissenschaft gehemmt .            Diese
Bereiche werden in dem für jede Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen
bestimmten     Informationpaket        beschrieben .           Eine    grenzübergrei fende
 Zusammenarbeit wird zwar verlangt ,      es wird aber nicht gefordert ,      dass zu den
Partnern ein unabhängiges Industrieunternehmen gehört .                        Damit die
 Industriebezogenheit gewährleistet ist ,            wird jedoch eine industrielle
Unterstützung durch Einzelpersonen verlangt ,                die von mindestens zwei
unabhängigen     Industr i eunternhemen benannt werden .              Von jede dieser
Einzelpersonen soll mindestens zwei Tage pro Jahr für die Leitung des
Vorhabens aufbringen . Die Vorhaben müssen eine Tätigkeit von mindestens zehn
Mannjahren umfassen und in der Grössenordung zwischen 0,4 und 1 Mio ECU
Gesamtkosten liegen .
Durchführbarkeitsstudien fur die KflU
Die Kommission will ein Pilotsystem für Durchführbarkeitsstudien einführen , um
die KMU bei der Feststellung der Durchführbarkeit einer Einrichtung , eines
Verfahrens oder eines Konzeptes zu unterstützen , um leichter einen Partner für
eine spätere Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der Aktion
auf Kostenteilungsbasis zu finden . Die Kommission wird bis zu 75% ( höchstens
25.000 ECU) der Kosten für Forschungsarbeiten übernehmen, die bis zu sechs
Monaten dauern dürfen .      Hochgesteckte Bewertungsnormen sollen sicherstellen ,
dass   die Studien   in hohem     Masse wettbewerbsorientiert       sind und   sich einer
ausgezeichneten Wertschätzung erfreuen .        Dieses System wird von der Task Force
KMU mitfinanziert .
Koordinierte Tätigkeiten
In Fällen ,      in denen die einzelstaatliche Beihilfen erhalten oder
auschliesslich von privater Hand finanziert werden , bereits angelaufen sind ,
kann sich die Rolle der Kommission auf die Koordinierung der Arbeit
beschränken und der Finanzbeitrag der Gemeinschaft lediglich die Kosten für
eine solche Koordinierung decken .            In einigen Fällen jedoch , in denen
strategisch wichtige Arbeiten eindeutig mehr als eine einfache Koordinierung
erfordern ,   kann die Kommission nach Konsultation des BVKA einen höheren
finanziellen Beitrag der Gemeinschaft in Erwägung ziehen .
Demonstrationsvorhaben
Es ist zu erwarten , dass Demonstrationen von Projektergebnissen verlangt
werden , da eine erhebliche Anzahl von Vorhaben , die im Rahmen der ersten
Programme BRITE und EURAM unterstützt worden sind , sich dem Abschluss nähern .
Der Typ der erforderlichen Unterstützung soll in die angewandte industrielle
Forschung einbezogen ,    mit Empfehlung des BVKA festgelegt und Gegenstand eines
Berichtes werden ,     der anlässlich der Halbzeitrevision des Programms zu
erstatten wäre .
 ---pagebreak---                                        - 16 -
 Aufforderungen zu Einreichung von Vorschlägen
 Der Einsendeschlusstermin aus der ersten der jährlich ergehenden
 Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen soll ira März 1989 liegen . Dies
 hängt davon ab, ob der Rat vor Ende 1988 einen gemeinsamen Standpunkt
 festlegt . Im Frühherbst 1988 soll vorab eine Aufforderung zur Einreichung von
 Vorschlägen im Amtsblatt der Gemeinschaften erscheinen , damit denjenigen , die
 eine Teilnahme beabsichtigen , ein Hinweis gegeben wird .
 Für die Durchführbarkeitsstudien sollen eine gesonderte Aufforderung zur
 Einreichung von Vorschlägen erfolgen .        Dies soll ungefähr zu derselben Zeit
stattfinden , damit die förderungswürdigen Teilnehmen ermittelt werden können
und   sie  ihre Arbeiten     vor der zweiten      Aufforderung zur Einreichung von
Vorschlägen für die angewandte industrielle Forschung fertiggestellt haben .
Als Grundlage für die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen wird die
Kommission in Absprache mit dem BVKA Informationspakete zusammenstellen und
jährlich aktualisieren , in denen die einzelnen Themen und vorrangigen Bereiche
des in dem technischen Anhang des Ratsbeschlusses dargelegten Forschungsfeldes
genau beschrieben     sind .      Zu diesem    Zweck  will , die   Kommission zwischen
verwandten Bereichen einen Meinungsaustausch über ihren technologischen
Zukunftsbedarf fördern .       Ein ähnliches aber vereinfachtes Informationspaket
soll im Zusammenhang mit den Durchführbarkeitsstudien für die KMU eingeführt
werden .
Um bei der Partnersuche behilflich zu sein , sollen potentielle Teilnehmer
aufgefordert werden , eine " Interessenbekundung" anzumelden , so dass sie mit
denen , die das gleiche Interesse zeigen , bekanntgemacht werden können .            Das
Metz   der  " einzelstaatlichen     Kontaktstellen "  in   den   Mitgliedstaaten   soll
weiterhin ermuntert werden , ein Formblatt zur Einführung in das Programm zur
Verfügung zu stellen . Die für die Interessenbekundung getroffenen Regelungen
und die einzelstaatlichen Kontaktstellen sind für die KMU von ganz besonderem
Nutzen und sollen in Absprache mit dem BVKA weiter ausgebaut werden .
AUSWAHL DER VORHABEN
Die Kommission wird bei der Auswahl der förderungswürdigen Vorhaben von
Sachverständigen aus Industrie , Forschung und Hochschulen unterstützt , die mit
dem Forschungsbedarf der Industrie vertraut sind .               Vorschläge , die den
Förderungskriterien hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit den technischen
Themen , der Partnerschaftszusammenstellung und des Grössenumfangs entsprechen ,
werden auf der Grundlage ihrer > Bedeutung für die fortschreitende
Leistungsstärke der Industrie ,             der technischen Qualität und des
Innovationsgrades beurteilt .        Zu den Projektpartnern sollten solche gehören ,
die in der Lage sind ,       mit ihren Ergebnissen in das Stadium industrielle
Nutzung einzutreten .
Besonders berücksichtigt werden Vorhaben ,
- durch die eine breiter angelegte Nutzung weiter fortgeschrittener Techniken ,
   Verfahren und Werkstoffe in Verbindung mit CADCAM,                     Modellierung ,
   Expertensystem usw . gefördert wird, einschliesslich solcher , die in anderen
   von der Gemeinschaft unterstützten Programmen wie beispielsweise ESPRIT
   entwickelt worden sind ;
- durch die Firmen aus verschiedenen horizontalen oder vertikalen Bereichen ,
   die vor allem die 3rücke über die Schnittstelle zwischen Lieferanten und
   Kunden bilden , zusammengeführt werden ;
 ---pagebreak---                                     - 17 -
- durch die die Kapazität der KHU genutzt ,         innovative Lösungen technischer
  Probleme gefunden und auch einer effektiveren Nutzung fortgeschrittener
   Technologien in den KMU der Weg geöffnet werden ;
- die auf die Nutzung einer potentiellen Marktchance gerichtet sind , die sich
  aus     einer    beschleunigten    Entwicklung    neuer    Normen    oder   anderer
  Verhaltenskodizes , einschliesslich solcher ergibt , die mit Umwelt - oder
   Sicherheitsüberlegungen verbunden sind ;
- die auf die Entwicklung eines Grades an menschlicher Wechselwirkung mit dem
   Fertigungssystem oder -verfahren gerichtet sind , der die schöpferischen und
   intellektuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen optimal
  ausschöpft und erweitert und zugleich die Eintönigkeit und Plackerei
   repetitiver oder unliebsamer Aufgaben beseitigt .
VERWANDTE EUROPÄISCHE PROGRAMME
Verbindungen zu ergänzenden EG-Programmen sind auf die Beseitigung von Lücken
und die Vermeidung unnötiger Überschneidungen gerichtet .                So ergänzen
beispielsweise einige der technischen Bereiche Teile des Arbeitsprogramms für
den zweiten Abschnitt des Programms ESPRIT .       Hauptziele und Themenbereich der
Programme sind jedoch verschieden . Verbindungen zwischen den Programmmanagern
sollten dazu ermuntern , von geeigneten Ergebnissen aus ESPRIT wie den Ansätzen
zu fortgeschrittenen Fertigungssystemen bei den Vorhaben stärker Gebrauch zu
machen .     Vorschläge , die eindeutig in das Programm ESPRIT fallen , werden
selbstverständlich nicht für das neue Programme in Betracht gezogen .
Umgekehrt wird davon ausgegangen ,      dass die breite Bereichspalette des neuen
Programms wertvolle Beiträge zu der in regelmässigen Abständen vorgenommenen
Neufassung des ESPRIT-Arbeitsprogramins leisten kann ;
Einen    ähnlichen   Informationsaustausch   wird   es  mit   dem   Referenzbüro  der
Gemeinschaften ,    der EGKS-Stahlforschung und dem Programm SPRINT sowie mit den
einschlägigen COST-Aktionen geben .            Auch wird , es Verknüpfungen mit
einschlägigen Tätigkeiten der GFS geben . Weiterhin wird dafür gesorgt , dass
bei den geplanten Luftfahrt -,            Energie- und TELEMAN-Programtoen der
Themenbereich von BRITE / EURAM in Betracht gezogen wird .
Auf dem wichtigen Gebiet der Hochtemperatur-Supraleitfähigkei t wird das
Programm zusammen mit anderen Gemeinschaftsprogrammen einschliesslich ESPRIT
und  gCIENCE Teil der Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der Supraleitfähigkeit
sein 0 .
In dem Bewusstsein , dass erfolgreiche Innovation und ihre Einführung von
geeignet ausgebildetem und erfahrenem Personal abhängt , sollen Verbindungen
mit dem Plan SCIENCE und dem Programm COMETT und verwandten Aktionen auf die
Ausdehnung des Geltungsbereichs gerichtet sein ,            damit der menschliche
Technologietransfer im Rahmen des neuen Programms ausgebaut wird , wozu dann
auch Stipendien für Studierende gehören , die sich mit Themen aus dem Programm
befassen .
Neben einem Austausch von Informationen im Stadium der Programmdefinition und
der Festlegung vorrangiger Themen sollen durch die Heranziehung von Teams aus
anderen Programmen schon im Stadium der Auswahl unnötige Überschneidungen
zwischen den Programmen vermieden werden .
6
  ABI . Nr . C 124 vom 11.4.1988 , S. 6 .
 ---pagebreak---                                   - 18 -
Auch soll es einen ständigen Austausch mit dem EUREKA-Programm geben ,     wozu
Initiativen wie gemeinsame Workshops gehören .  Dies ist auf ein beschleunigtes
Eindringen der innovativen FuE in den örtlichen Markt gerichtet .   Vorhaben im
Rahmen des neuen Programms könnten so angesehen werden ,              dass sie
vorwettbewerbliche Ergebnisse liefern , die im Rahmen von EUREKA in den Markt
gebracht werden könnten .    Die Kontakte zwischen Teilnehmern an Arbeiten in
ähnlichen technischen Bereichen würden weiterhin gefördert .
BEWERTUNG DES PROGRAMMS
Das Programm wird im dritten Jahr seiner Laufzeit durch eine unabhängige
Sachverständigengruppe bewertet .   Die Kosten dieser Bewertung werden sich auf
etwa 400.000 ECU belaufen .
 ---pagebreak---                                                 i
                                      - 19 -
                                                                               ANHANG A
                       TECHNISCHE BEREICHE OES NEUEN PROGRAMMS
                     1.   FORTGESCHRITTENE WERKSTOFFTECHNOLOGIEN
Oie    Arbeiten  in diesem     Bereich   konzentrieren   sich   auf  die   Entwicklung ,
Verarbeitung und Anwendung verbesserter oder neuer Werkstoffe sowie die
Materialverarbeitung . Neben Werkstoffen und Verbundwerkstoffen auf der Basis
von Metallen , Polymeren und nichtmetallischen Werkstoffen decken die Arbeiten
Materialien für ein breites Spektrum fachspezifischer Anwendungen ab .           Einige
dieser neuen Werkstoffe stehen angesichts der breiten Palette möglicher
Anwendungen in unmittelbarem Zusammenhang mit der IT und werden daher aus
diesem Programm ausgeklammert .        Entwicklungen von Werkstoffen , die bereits
durch ESPRIT abgedeckt werden , betreffen beispielsweise magnetische , magneto¬
optische und optische Dünnfilme für Sensoren , Aufzeichnungsmedien und -köpfe ,
optische Schichten und spezifische Materialien für Opto-Elektronik , Keramiken
und Polymere die Verkapselung von integrierten Schaltkreisen und spezifischen
Substraten sowie supraleitende oünnfilme für Schwachstromanwendungen und
Bauelemente .
1.1 METALLISCHE WERKSTOFFE UNO METALLMATRIX-VERBUNDWERKSTOFFE
Für     metallische     Werkstoffe ,     einschliesslich     Verbundwerkstof fen   . auf
metallischer Grundlage ,         haben sich durch die Fortschritte' in der
Verarbeitungs- und         Legierungstechnologie erhebliche         Ausweitungen , der
konstruktiven Möglichkeiten ergeben .         So können z.B. Gussstücke mit hoher
Genauigkeit hergestellt und in einer Art und Weise für Anwendungen mit
Dauerschwingbeanspruchung eingesetzt werden ,        die noch vor zehn Jahren für
undenkbar gehalten wurde .        Metallmatrix-Verbundwerkstoffe befinden sich im
Anfangsstadium der Realisierung ,             werden aber bereits jetzt für
keramikverstärkte Leichtmetallkolben probeweise eingesetzt .             Eine wichtige
Herausforderung ist das Herstellen von Vertrauen in die neuen Werkstoffe und
die Verbesserung der Verarbeitungstechniken für diese und schon länger
eingeführte Materialien , um die Produktionskosten auf ein wettbewerbsfähiges
Niveau zu bringen .
Ein besonderer Ansatzpunkt für diese Art von Werkstoffen sind Industriezweige,
in denen verbesserte Werkstoffe von den Konstrukteuren dazu benutzt werden
können , eine Verringerung der Betriebs- und Wartungskosten, einschliesslich
der Energieeinsparungen zu gewährleisten ,        die für den Markterfolg notwendig
sind .
Bisher bestanden die meisten Strukturwerkstoffe aus homogenen Metallen und
Legierungen .      Immer mehr werden anisotrope Werkstoffe , die verschiedene
Verfestigungstechniken , wie Partikel oder Faserverstärkung , nutzen , erforder¬
lich sein , um den strengen Anforderungen der Konstrukteure gerecht zu werden .
Das optimierte Konzept erfordert , dass der Werkstoff zusammen mit der spezi ¬
fischen Komponente entwickelt und auf das entsprechende Fertigungsverfahren
abgestimmt wird .
Ziele
- Verlängerung der Lebensdauer von Komponenten
- höhere Betriebstemperaturen im Hinblick auf einen besseren thermischen
  Wirkungsgrad
- bessere und wirksamere Verarbeitungsverfahren für Werkstoffe
 ---pagebreak---                                       - 20 -
 1.2     WERKSTOFFE     FÜR      MAGNETISCHE,      OPTISCHE,        ELEKTRISCHE     UND
         SUPRALEI TERANUENDUNGEN
Diese Materialien sind für ein breites Spektrum von Industrieunternehmen von
entscheidener Bedeutung .         So spielen z.B.       magnetische Werkstoffe eine
unverzichtbare Rolle in der Elektro- und Computerindustrie .            Der Wert ihrer
weltweiten Produktion beläuft sich auf etwa 5 Milliarden ECU / Jahr .        Es besteht
ein    beträchtlicher    Bedarf    an   Entwicklungen ,     die   eine   wirksame   und
wirtschaftliche     Nutzung ,   beispielsweise    als   polymergebandete     anisotrope
Dauermagneten oder massive Segmente von metallischen Gläsern für Anwendungen
wie Elektromotoren , Sicherheitssysteme , Erzaufbereitung , medizinische Geräte
und Magnetschwebetechnik für den Verkehr ermöglichen .
Optische Werkstoffe sind vor allem für die optische Kommunikation bei einem
breiten Spektrum von Anwendungen wie den Laserstrahl-Systemen von grosser
Bedeutung .    Neue Werkstoffe , die Aussichten auf eine Verringerung der Signal ¬
abschwächung bieten , setzen sich durch .
Zu den Werkstoffen für elektrische Anwendungen gehören auch die für elektro¬
chemische Elemente .       Verbesserte Werkstoffe , die auf der Festkörperionik
basieren , sind als Grundlage für eine neue Generation von Batterien und Brenn¬
stoffzellen erforderlich .
Die Entdeckung von Hochtemperatur-Supraleiterwerkstoffen erweckte! weltweites
Interesse und dürfte mittel - und langfristig grosse Auswirkungen auf die
meisten Sektoren der Hochtechnologie , vor allem im Hinblick auf die Auslegung
von Bauelementen zur Senkung des Energieverbrauchs haben .           Dennoch sind noch
viele grundlegende Probleme zu lösen .       Ein industrieller Durchbruch ist nicht
ohne eine systematische Untersuchung des Betriebsmechanismus und der
ingenieurtechnischen Probleme zu erreichen .
Ziel
- Verbesserte Werkstoffe und Werkstoffverarbeitung für optische , magnetische,
   elektrische und Supraleiteranwendungen
1.3 NICHTMETALLISCHE HOCHTEMPERATURWERKSTOFFE
Einigen Schätzungen zufolge wird sich der Weltmarkt für technische Keramiken -
einschliesslich Spezialgläsern und amorphen Materialien - in einigen Jahren
auf etaw 12 Mrd . ECU belaufen .        Es wird erwartet , dass sich die Nachfrage
gleichmässig auf die Elektrokeramik und die Strukturkeramik verteilen wird .
Die Nachfrage nach Hochtemperaturwerkstoffen ,             die auch Strukturlasten
aufnehmen können , die den zur Zeit in der Werkstof findustrie und in der
Verfahrenstechnik verwendeten Prozessen gewachsen sind , nimmt zu . Sie werden
auch für die Energieerzeugung , die Energieumwandlung und die Antriebstechnik
anstelle von Metallen eingesetzt werden können, damit die auf die Kühlung
zurückzuführenden Energieverluste minimiert werden ,                 eine wirksamere
Hochtemperaturverbrennung genutzt werden kann und die Verbrennungsprodukte
eine möglichst geringe Umweltbelastung erzeugen .               Im Gegensatz zu den
Vereinigten Staaten und Japan ist der europäische Anteil an den derzeitigen
Aktivitäten sehr gering .      Das grosse Potential dieser Klasse von Werkstoffen
hängt davon ab, dass einige schwierige Probleme gelöst werden .                     Bei
Spezialpulvern wie Whiskern gibt es in Europa Versorgungsschwierigkeiten .
Wenn diese Technologie den Erfordernissen der Benutzer entsprechen soll ,
müssen engere Beziehungen mit den Pulvererzeugern hergestellt werden .
 ---pagebreak---                                        - 21
 Noch gibt es viele grundlegende Probleme .           Man weiss bisher nur sehr wenig
 über das geeignete Gefüge , wie das optimale Spektrum der Korngrösse für eine
 bestimmte Anwendung .      Eine grosstechnische Fertigung moderner Keramiken kann
 zu Umweltproblemen führen , da bei einigen Verarbeitungsschritten etwa 40% der
 organischen Beimengung abgebrannt werden können . Es ist nicht nur schwierig,
den Prozess zu steuern , um den erwünschten Porositätspegel , vor allem in
 Erzeugnissen zu erreichen , die mit einer variablen Porosität ausgelegt sind .
 Daneben gibt es auch noch Probleme bei der Qualitätssicherung , um
 sicherzustellen , dass das gewünschte Gefüge erreicht wird und fehlerfrei ist .
 Die potentielle Anwendung spielt bei der Auslegung einer Keramik eine grosse
 Rolle , so dass die Benutzer immer eng beteiligt werden müssen .          Ferner ist es
notwendig , dass auch der Fertigungsprozess die Merkmale der Keramik richtig
widerspiegelt .       Nur zu oft werden Anlagen eingesetzt , die nur eine
modifizierte Form der Einrichtungen sind , die für . andere Anwendungen , wie die
 traditionelle Keramik ( Schlickergiessen ) oder gar das Spritzgiessen von
 Kunststoffen verwendet werden .      Erforderlich sind neue Anlagen , die speziell
 für die Verarbeitung moderner Keramiken ausgelegt sind .
 Eine Nachbearbeitung von Keramiken ist nicht einfach , aber selbst bei einer
nahezu sauberen Formgebung oft notwendig .         Obwohl es sich um einen wichtigen
Aspekt der Keramiktechnologie handelt , liegt Europa zur Zeit gegenüber seinen
wichtigsten Mitbewerbern im Rückstand .
Ziele
- Auslegungsmethodologien für Erzeugnisse auf der Grundlage von Keramiken,
   Gläsern und amorphen Materialien
- verbesserte monolithische und keramische Verbundwerkstoffe sowie Metall -/
   Keramik-Schnittstellen für industrielle Anwendungen            ;
- bessere Verarbeitungstechniken und Qualitätskontrollstrategien
1.4   POLYMERE UND ORGANISCHE MATRIX-VERBUNDWERKSTOFFE                   .
Der Weltmarkt für Polymere liegt in der Grössenordnung von. 120 Mrd . ECU, wobei
5 Mrd . ECU auf technische Polymere , einschliesslich Polymermatrix-Verbundwerk ¬
stoffen , entfalten . Europa ist Nettoimporteur von technischen Polymeren . Die
USA mit 70% der Weltproduktion und Japan mit 10% erhöhen ihren Marktanteil zu
Lasten von Europa mit zur Zeit 10 bis 15% .           Europa hat erst verhältnismässig
spät auf die Substitution von Allzweckwerkstoffen durch Funktionswerkstoffe
reagiert .      Es gibt grosse Möglichkeiten für Europa ,             bei spezifischen
Anwendungen zu reagieren .
Im Zusammenhang mit den 815.000 Tonnen f aserverstärkter warmausgehärteter
Kunststoffe ,   die 1986 auf dem US-Markt verkauft wurden ,       wird erwartet ,   dass
der US-Markt für Hochleistungsverbundwerkstoffe binnen fünf Jahren bei 10.000
Tonnen liegen wird .       Der Markt für diese modernen Werkstoffe ist zur Zeit
begrenzt und beschränkt sich infolge der Abhängigkeit von der Luftr und
Raumfahrt    im   wesentlichen     auf    die   USA .        Ein  Wachstum    ist   dank
kostengünstigerer Anwendungen , beispielsweise in der Automobi Lindustrie , zu
erwarten , bei der Werkstoffe in der Regel um eine Grössenordnung pro Kilogramm
billiger als in der Luft - und Raumfahrt sein müssen .
Die Polymerindustrie ist geprägt durch grosse Lieferanten von Rohstoffen ,
Anlagenbauer ( bei denen es sich in der Regel um mittelgrosse Werke grösserer
Gruppen handelt ,        die Spritzgiessmaschinen oder Extruder                liefern ),
spezialisierte     KNU,      die   Formen     oder     Handhabungseinrichtungen bzw .
Polymerveredelungserzeugnisse herstellen , und KMU, die Komponenten liefern .
 ---pagebreak---                                    - 22 -
 Oie Tendenz geht jedoch im allgemeinen dahin ,    dass sich die Maschinenbauer zu
grösseren Gruppen Zusammenschlüssen und die Hauptbenutzer einen grösseren
 Teil der Polymere selbst verarbeiten .
Oie Verfügbarkeit von neuen Polymerkomponenten mit spezifischen Eigenschaften
ist von grosser Bedeutung für die Vortaufzeit neuer Produkte .        Hier soll die
Modellierung helfen .     Sie wird bereits jetzt bei der Auslegung von Formen und
Extrusionswerkzeugen für einfachere Teile genutzt , ist jedoch noch nicht in
der Lage , den Formgebungsprozess für komplexe Teile und das anisotope
Schrumpfen beim Spritzgiessen ohne zu hohe Rechenkosten           in den Griff zu
bekommen .
Zu den wichtigsten Problemen , die die Anwendung von Polymer-Verbundwerkstoffen
bei Kraftfahrzeugen - für Federn , Aufhängung , Antriebswellen - begrenzen,
gehören wirtschaftlichere Verarbeitungstechniken für Verbundwerkstoffe aus
Langfaser-Kunststoffen und / oder thermoplastische Kunststoffen          sowie   die
Verbindung von Verbundwerkstoffen mit anderen Komponenten .
Durch den verstärkten Einsatz von Polymeren in Konsumgütern ergibt sich eine
deutlicher ausgeprägte Berücksichtigung der Umwelt , vor allem, wenn man weiss ,
dass etwa 7.000 Arten von Polymeren im Umlauf sind .        Das Ziel des Recycling
sollte bei der Spezifikation neuer Polymere berücksichtigt werden :
Ziele
- Entwicklung von Polymeren für spezifische Anwendungen
- kostenwirksamere Verfahrenstechniken für das Herstellen von Teilen aus
   Polymeren und Polymermatrix-Verbundwerkstoffen
- Auslegungsregeln für die Spezifikation und Herstellung technischer Polymere
   und Verbundwerkstoffe
- neue Polymere mit verbesserten Recycling-Eigenschaften
- verbesserte Techniken für die Produktsicherung
1.5 UERSKTOFFE FUR SONDERANUENDUNGEN
Es gibt Kategorien von Werkstoffen ,      deren Entwicklung durch einen einzigen
Anwendungsbereich beherrscht wird .      Sie beziehen sich entweder auf vorhanden
oder neue Möglichkeiten .
Neue     und     verbesserte     Werkstoffe     sind    entscheidend     für    die
Verpackungsindustrie ,     die von grosser wirtschaftlicher und technischer
Bedeutung ist und in der die Gemeinschaft 1984 einen Jahresumsatz von etwa 30
Mrd .  ECU erzielte und eine Million Menschen beschäftigte .    Verpackungssysteme
sind entscheidende Elemente von Konservierungs- und Produktsicherungssystemen
in einer Reihe von Marktsektoren wie der Lebensmittel -, Arzneimittel - und
Farbenindustrie .    Eine Innovation ist in dieser zersplitterten Industrie von
entscheidender Bedeutung , um sich auf rasch verändernde Marktbedingungen
einstellen zu können , die sich auf den Wettbewerbsvorsprung der Erzeugnisse
eines Kunden konzentrieren . Das Material und sein Verarbeitungsverfahren muss
einer     neuartigen     Kombination     von     Eigenschaften     -    Festigkeit ,
Wärmebeständigkiet ,      Sperrschichten     gegen   Gase ,    Flüssigkeiten    und
Mikroorganismen - für das Erzeugnis und kurzen Vorlaufzeiten für das Verfahren
gerecht werden .
Zur Zeit zeigt sich , dass Biowerkstoffe , für die ein wachsender Weltmarkt im
Entstehen ist , von besonderem Interesse für die Gemeinschaft sind . ' So lag
beispielsweise der Weltmarkt für Gelenkprothesen im Jahr 1985 um 700 Mio ECU
und wird bis 1989 vermutlich um mehr als das Doppelte auf 1.500 Mio ECU
 ---pagebreak---                                   - 23 -
anwachsen .    Im Gegensatz zu den USA und Japan stammen    : ammen Produkte ,  die
Biowerkstoffe enthalten , in Europa von einer grossen Zahl von kleineren
Unternehmen . Sie können es sich nicht leisten , die erforderlichen Forschungs ¬
investitionen zur Sicherstellung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit auf
diesem Gebiet zu tätigen . Dennoch ist der europäische Markt gross genug , um
eine gute Nachfrage zu gewährleisten . Seine Erschliessung macht eine wirksame
Zusammenarbeit  zwischen   Industrie ,   Kliniken    und   Forschungskompetenz in
Hochschulen und Forschungsorganisationen erforderlich .         Zu den potentiellen
Anwendungsbereichen gehören    die Substitution     von    Knochen   und  Gelenken ,
Osteosynthese-Werkstoffe ,   Zahnimplantate ,    Arzneimittelabgabesysteme sowie
Katheter und Werkstoffe in direktem Kontakt zum Blut , nichtthrombogene
Werkstoffe und Werkstoffe für den Organersatz .
Zu den anderen Werkstoffen , die in Betracht gezogen werden ,               gehören
fortschrittlichere Baustoffe für Hoch - und Ingenieurbauten .
Ziel                                           .         r
- verbesserte Werkstoffe und deren Verarbeitung für Sonderanwendungen .
 ---pagebreak---                                        - 24 -
       2.  AUSLEGUNGSMETHODOLOGIE UND SICHERUNG VON ERZEUGNISSEN UND VERFAHREN
   Entwicklung von Techniken zur Verbesserung der Produktqualität ,                 der
   Zuverlässigkeit und der Wartbarkeit von Konstruktionen und Fertigungssystemen
  durch Klarstellung der Auslegungsziele für Erzeugnisse und Verfahren sowie
  Verfeinerung der Kriterien ,     an denen die Eigenschaften gemessen werden .     Die
  Benutzung von Werkstoffen für Sensoren und die Verringerung der Kosten von
  Sensoren für die Gesamt Lebensdauer sind ebenfalls in diesem Abschnitt
  enthalten .     Damit werden Arbeiten in den IT-Programmen der Gemeinschaft
  ergänzt , in denen die On- line-Steuerung, einschliesslich Überwachung und
  Diagnose , vorbeugender Wartung und Qualitätssicherung behandelt werden .
  2.1 QUALITÄT, ZUVERLÄSSIGKEIT UND UARTBARKEIT IN DER INDUSTRIE
  Die Kosten im Zusammenhang mit der globalen Qualität wurden in einem Mitglied¬
  staat auf etwa 10% des BSP veranschlagt und belaufen sich in der Regel auf 5
  bis 25% des Umsatzes eines Unternehmens .          Diese Kosten werden häufig nicht
  gemessen und somit auch nicht kontrolliert . Es wird jedoch geschätzt , dass es
  nicht schwierig wäre , duch ein besseres Management und eine bessere Kontrolle
  eine Verringerung um 70% im Vergleich zum derzeitigen Stand zu erreichen .
  Die Kosten der Qualität hängen mit den Unvollkommenheiten sowie den Kosten für
  die Prozess- und Produktsicherung zusammen .          Eine wichtige Aufgabe ist die
  Verringerung der Fehlerquote bei gleichzeitiger Senkung der Kosten für die
  Qualitätssicherung .      BRITE / EURAM werden Verbesserungen in bezug auf die
  Produktqualität      sowie    die      Zuverlässigkeit - und      Wartbarkeit     von
  Fertigungssystemen durch Klarstellung der Entwicklungsziele für beide und
  Verfeinerung der Kriterien , an denen diese Eigenschaften gemessen werden ,
  beisteuern .     Das Programm wird damit die Arbeiten im Rahmen von ESPRIT
  ergänzen , in denen die On- line-Steuerung, einschliesslich Überwachung und
  Diagnose , vorbeugender Wartung und Qualitätssicherung , behandelt werden . -
  In einer Welt , die zu niedrigen Lagerbeständen und zur bedarfsorientierten
  Fertigung ( JIT) übergeht , sind die Anforderungen an.die Zuverlässigkeit und
  Wartbarkeit jedoch immer rigoroser .        Es sind Arbeiten notwendig ,  um sichei–
  zustellen , dass sich alle Elemente des Verfahrens zuverlässig verhalten, da
  ihre Verfügbarkeit infolge der mit einem höheren Kapitalaufwand verbundenen
“ integrierten Fertigungssysteme kritischer geworden ist .        Infolge der Unregel ¬
  mässigkeit oder des kurzen Zyklus der Betriebsbedingungen in diesen Sektoren
  gibt es jedoch Probleme bei der Festlegung der physikalischen Eigenschaften
 des Verfahrens , die die Grundlage von Zustandsüberwachungssystemen sein
  können , wie sie im Rahmen von ESPRIT entwickelt werden .
  Ziele
 - verbesserte Messung der Leistungskennwerte für Fertigungsabläufe in einem
    breiten Spektrum von Industriezweigen
 - verbessertes und besser vorhersehbares physikalisches und umwelt ¬
    verträgliches Verhalten der Erzeugnisse
 - verbesserte Strategien für die Qualitätskontrolle
 - Entwurfsregeln in bezug auf Zuverlässigkeit und Wartbarkeit von Komponenten ,
    Konstruktionen und Systemen , einschliesslich Maschinen , die unter
    wechselnden Betriebsbedingungen arbeiten .
 ---pagebreak---                                      - 25 -
2.2    PROZESS UNO PRODUKTSICHERUNG
In    vielen   Bereichen  wurden     Besorgnisse   hinsichtlich   Begrenzungen    der
verfügbaren Prozesssteuerung sowie der Mittel und Wege geäussert ,         durch die
das ausgelegte Erzeugnis gesichert wird .         Die Steuerung von Prozessen kann
durch das Verständnis des Prozesses selbst wie bei der Pulverzerstäubung oder
durch die Verfügbarkeit von Sensoren zur Messung und Durchführung von
Echtzeitkorrekturen wie bei der spanenden Bearbeitung von Metallen oder der
Fleischverarbeitung begrenzt werden . .         Bei der Produktsicherung ,       d.h .
zerstörungsfreien    Prüfung ,    gibt es    eine Reihe    von Problemen    bei der
Feststellung signifikanter Fehler , die beispielsweise den sicheren Einsatz von
Keramiken für Teile von Flugzeugmotoren oder die Zufriedenheit von Kunden bei
Textilien beeinträchtigen könnten .
Sensoren sind Schlüsselelemente für die Überwachung jedes Verfahrens .           Ihre
Bedeutung nimmt mit der Grösse und der Flexibilität der Systeme weiter zu .
Die Nutzung von Werkstoffen für die Anwendung in Sensoren und die Senkung der
gesamten Lebensdauerkosten von Sensoren sind entscheidende Ziele auf dem Weg
zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit . Die Entwicklung von Sensoren für
kleinere oder grössere Bereiche - mit eingebauter oder Chip-Signalverarbeitung
- auf der Basis mikroelektronischer Technologien wird jedoch durch ESPRIT
abgedeckt .                                                            •
Lichtwellensensoren scheinen ein vielversprechender Bereich zu sein .       Sie sind
potentiell kostengünstig , vielversprechend und in der Lage , viele Variablen in
gefährlichen Umgebungen ,      einschliesslich elektromagnetischen Feldern zu
erfassen .    Dabei kann es vor allem dann zu Problemen kommen ,     wenn sich mehr
als eine Variable ändert .     Es handelt sich um eine neue Technologie, die sich
besonders gut für die Messung von Entfernungen und Flüssigkeitspegeln sowie
die Entdeckung von Bränden eignen dürfte .
Die Bereiche Prüfung , Nachweis und Inspektion werden durch die neue
Technologie der Optotechnik geprägt , die eine Reihe vielversprechender und
industriell signifikanter Anwendungen hat . In nahezu allen Fällen sind jedoch
angewandte FuE und weitere grundlegende Arbeiten erforderlich ,           bevor ein
umfassender , kostenwirksamer Betrieb erreicht wird .
Als Technologie ist die Holographie in der Lage ,        den Bedarf der Automobil ¬
industrie bei der Prüfung von Reifen zu decken , wo sich die derzeitigen
Prüfungen als unzureichend erwiesen haben . Das Verfahren ist jedoch zur Zeit
noch zu langsam und zu kostspielig . Es würden sich sehr viele Anwendungen im
Bereich der Struktur- und Schwingungsprüfung ergeben , wenn es dank eines
Durchbruchs möglich wäre , das Verfahren von einem Techniker problemlos
bedienen zu lassen .
Ein ungelöstes Problem für die Fertigungsindustrie besteht darin, dass viele
Präzisiönswerkzeugmaschinen mit grösserer Genauigkeit und Geschwindigkeit als
die in der Regel manuellen Messkapazitäten arbeiten können .         Kontaktlo.se 3D
Mess - und Visionssysteme vor Ort , die im Rahmen anderer Gemeinschafts -
Programme entwickelt werden ,         sind vielversprechende Werkzeuge bei der
Bewältigung der Probleme zur Lösung der meisten Schwachstellen in der
Bahnverfolgungstechnologie .        Der Einsatz dieser innovationsorientierten
Systeme für das Testen und Überwachen von Erzeugnissen und Verfahren ,            die
beispielsweise auf Ultraschall-Messtechniken basieren ,         muss daher zu den
Zielen des Programms gehören .
 ---pagebreak---                                  - 26 -
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Steuertechnologie betrifft die Leistungs¬
regelungstechnik ,  d.h .  die Fähigkeit ,   den Energiefluss in industriellen
Verfahren und Maschinen in bezug auf Geschwindigkeit und Positionierung wie
bei Elektromotoren zu kontrollieren ,      die in Metallbearbeitungsmaschinen
eingesetzt werden .   Sie ist die Grundlage von Fortschritten im Bereich der
Automation in allen Industriezweigen .      Obwohl hier in der Vergangenheit
Stärken bestanden ,  verlieren die europäischen und amerikanischen Hersteller
nunmehr Marktanteile an Japan .  Es ist von entscheidender Bedeutung , dass die
europäischen Hersteller von verfahrenstechnischen und Fertigungsmaschinen
Zugang zu der am besten geeigneten Technologie haben .     Die Förderung dieser
Technologie in Europa wird von einer engen Zusammenarbeit zwischen Herstellern
und Benutzern bei der Verwendung moderner Werkstoffe und IT-Techniken
abhängen .
Ziele
- Verringerung der gesamten Lebensdauerkosten von Sensorsystemen für die
  Prozesssteuerung
- Nutzung von Materialeigenschaften für Anwendungen in Sensoren
- Einsatz fortschrittlicher Messtechniken im Hinblick auf eine kostenwirk¬
  samere Prüfung der Topologie
- Verbesserte energetische Regelung industrieller Anwendungen
- Verbesserte zerstörungsfreie Prüfverfahren für die Produktsicherung
 ---pagebreak---                                       - 27 -
                        3.  EINSATZ VON FERTIGUNGSTECHMOLOGIEN
Aufgabe dieses Bereichs ist die Feststellung und Behandlung der Erforder ¬
nisse der Fertigungsindustrie ,          vor allem der weniger fortgeschrittenen
Sektoren , die vielfach zum grossen Teil aus KNU bestehen . Es ist anzunehmen ,
dass das Modellieren physikalischer Eigenschaften ein wertvolles Instrument
des Fortschritts sein wird . Eingegangen wird auch auf die Herausforderung für
die Industriezweige , die auf dem Einsatz flexibler Materialien basieren .
Insgesamt gesehen werden sich die Arbeiten im wesentlichen auf die Entwicklung
von Erzeugnissen und Verfahren konzentrieren , durch die in anderen Sektoren
bereits eingesetzten Technologien übertragen und angepasst werden .              Damit
sollen die Arbeiten im Rahmen von ESPRIT ergänzt werden , wo IT-Systeme für die
fortschrittliche      Fertigung   und    die   rechnerintegrierte    Fertigung    ( CIM)
entwickelt werden .
3.1 FORTSCHRITTLICHE FERTIGUNGSPRAKTIKEN
Es ist notwendig , die in den führenden Industriezweigen bereits realisierten
Grundsätze    der    optimalen    Fertigungspraktiken    auf    andere   Branchen     zu
übertragen , die die Vorteile der Wettbewerbsfähigkeit erst verhältnismässig
spät genutzt haben .       Zu den Sektoren , die den grössten Nutzen davon haben
dürften , gehören zahlreiche KMU , die nur eine begrenzte eigenständige
Forschungs- und Entwicklungskapazität haben und damit vom Sachverstand und von
den Erfahrungen anderer Industriezweige abhängen .
Die Modellierung ist für eingeführte Industrieunternehmen in vielen Bereichen
- Befüllen komplexer Spritzgiesswerkzeuge , Partikelbildung in Zerstäubern ,
Positionierung von Sensoren in Zustandsüberwachungssystemen , Geräuscherzeugung
in   Maschinen   oder    Entwurf   von   Verbundwerkstoffen   -   von   entscheidender
Bedeutung .    Modellierungsvorhaben können in der angewandten FuE jedoch nur
dann gerechtfertigt werden ,           wenn   ihre  Anwendung . als    ein   wirksames
industrielles Werkzeug genutzt wird .
Ziele
- Identifizierung von Mitteln zur Verbesserung der Fertigungspraktiken in
   spezifischen Sektoren
- Transfer und Anpassung von Technologien , die bereits in anderen Sektoren
   genutzt werden .
3.2 FERTIGUNGSVERFAHREN FÜR FLEXIBLE MATERIALIEN
Diese Tätigkeit befasst sich mit der Herausforderung für Industrieunter¬
nehmen , die flexible Materialien ,          wie Textilien ,    Leder , Vliesstoffe ,
Verbundwerkstoffe und Verpackungsmaterialien verwenden .          Ihre Bedeutung wird
durch die Textil - und Lederindustrie der Gemeinschaft herausgestellt , in der
etwa 3,5 Millionen Menschen arbeiten .
Die Bekleidungsindustrie verdeutlicht die Probleme dieser Industriezweige .
Bei ihren Fertigungsverfahren werden grosse Serien ähnlicher Erzeugnisse
ausgeliefert , doch geschieht dies häufig zu einem Preis , der mit dem von
Drittländern nicht konkurrieren kann .        Die langen Serien , grossen Lager und
langen Vor lauf zei ten sind auf den heutigen Märkten mit ihrem weltweiten
Wettbewerb nicht mehr haltbar . Grosshändler für Kleidungsstücke müssen in der
Lage sein , die richtige Menge im neuesten Stil zu führen . Es ist nicht länger
möglich ,   die für viele Unternehmen der Bekleidungsindustrie typischen
Vorlauf Zeiten von 6 Monaten und mehr - vom Entwurf über die Auswahl des
Stoffes , das Zuschneiden und das Zusamrnennähen bis zur Vorbereitung der Serie
 ---pagebreak---                                    - 28 -
- auf rechtzuerhalten .      Die Unsicherheiten ,  die mit Langen Vor Lauf zei ten
verbunden sind ,   führen zu einer erhebLichen Vergeudung in aLLen Stadien des
Verfahrens , von der BesteLLung zu vieler Rohstoffe über zu viele Laufende
Arbeiten bis zu unverkauften Beständen von Fertigerzeugnissen . Die Hersteller
von Textilien müssen sich der Herausforderung stellen , kurzfristig kleine
Serien mit   reproduzierbaren Farbstoffen ,    Appreturen und  Eigenschaften zu
liefern .
In der Bekleidungsindustrie stammen etwa 80% der Produktion aus KMU , von denen
viele nur über begrenzte technische Möglichkeiten verfügen .    Der Transfer und
die Weiterentwicklung der bereits          in anderen Sektoren eingesetzten
Technologie , wird als ein wesentliches Mittel zur Deckung ihres Bedarfs
angesehen .   Gegebenfalls können potentiellen Benutzern Prototypentwicklungen
vorgeführt werden , um sie über die neuen Technologien auf dem laufenden zu
halten .
Obgleich die Bekleidungsindustrie dazu benutzt wurde ,    die FuE-MÖglichkeiten
aufzuzeigen , hat sie vieles gemeinsam mit anderen , ziemlich unterschiedlichen
Anwendungen bei physikalischen Prozessen , die mit flexiblen Materialien zu tun
haben und in der Verpackungsindustire , der Fleischverarbeitungsindustrie oder
bei der Herstellung von Verbundwerkstoffen eingesetzt werden .
Ziele
- Grössere Flexibilität des Verfahrens
- Verringerung des Ausschusses
- Verbesserung der Verfahrens- und Erzeugnisqualität
 ---pagebreak---                                      - 29 -
                     4.    TECHNOLOGIEN FÜR FERTIGUNGSVERFAHREN
Verbesserte Techniken für Formgebung , Verbinden und Zusammenfügen , Ober ¬
flächenbehandlung , chemische Verfahrenstechnik und Partikeltechnologie sind
grundlegende Erfordernisse der Industrie . Die Förderung dieser Verfahren ist
von     entscheidender      Bedeutung ,      um    die     Wettbewerbsfähigkeit     der
 Fertigungsindustrie zu gewährleisten .
4.1 08ERFLACHENTECHNIKEN
Oberf lächentechni ken sind ihrer Art nach sehr unterschiedlich .           Sie werden
überall in der Industrie für ein breites Spektrum von Materialien aus einer
Vielzahl von Gründen , einschliesslich der Verbesserung der Verschleiss -
festigkeit , der Korrosions - und Hochtemperaturbeständigkeit eingesetzt . Für
die Korrosion wurde geschätzt , dass sich die Kosten für ihre Vermeidung und
die Begrenzung ihrer Auswirkung auf etwa 4% des Bruttosozialproduktes in den
Industrieländern belaufen .      Ähnliche Zahlen können auch für den Verschleiss
vorgelegt   werden .      Diese Art   von Angaben verdeutlichen das Ausmass des
Problems , auch wenn die Möglichkeiten für eine kostenwirksame Verbesserung
sehr viel geringer sein dürften .                               . .
In nahezu allen Systeme für die Oberflächenbehandlung sind Qualitätssicherung
und Zustandsüberwachung iin Betrieb sowie die Steuerung des Verarbeitungs¬
prozesses Bereiche ,     die sehr grosse Schwachstellen aufweisen .         So gibt es
beispielsweise keine zufriedenstellenden Versuche über die Haftung von
Beschichtungen oder die Beschichtungsqualität im allgemeinen . Angesichts der
Vielzahl von Anwendungen ,     Materialien und Umgebungen ,     ist es notwendig , dass
sich die Forschungsarbeiten über ein Oberflächensystem an den Anwendungen
ausrichten und erkennen ,      dass sich bei der massstabsgetreuen Umsetzung von
Labortechniken grössere Probleme ergeben können .
Die Auswahl des besten Systems sollte durch ein besseres Verständnis des
Verschleisses    von    Materialien     unterstützt    werden .      Hierzu   ist   die
synergetische Einschätzung von Fragen des Umweltschutzes ,           der Beanspruchung
und der Alterung erforderlich .         Mit einigen Ausnahmen , wie in Teilen der
verfahrenstechnischen Industrie ,      ist es unwahrscheinlich , dass der derzeitige
Kenntnisstand ausreicht ,     um Expertensysteme aufzubauen , die einen Nutzen für
andere bieten würden , der ihre Entwicklungskosten rechtfertigt .                   Die
Entwicklung eines solchen Wissens , nicht aber das reine Sammeln von Daten
sollte ein weiteres Entwicklungsthema sein .
Insgesamt   handelt es     sich um einen Bereich ,       in dem eine Zusammenarbeit
erforderlich ist , um Sachkenntnisse zusammenzuführen und sicherzustellen , dass
Lieferanten und Benutzer von Anlagen , von denen viele zu den KMU gehören , in
der Lage sind , die verschiedenen Technologien in kostenwirksame Anwendungen
einzubeziehen , die gegebenenfalls anderweitig entwickelte fortgeschrittene
Technologien der Informationshandhabung nutzen .
Ziele
- Kostenwirksame Oberflächenbehandlungen für industrielle Anwendungen
- Techniken für die Qualitätssicherung und Steuerung des Behandlungsverfahrens
4.2 FORMGEBUNG, ZUSAMMENFÜGEN .UND VERBINDEN
Technologien für     Formgebung ,    Zusammenfügen und Verbinden sind für die
Fertigungsindustrie von grundlegender Bedeutung .                 Sei vielen , dieser
Technologien geht man davon aus , dass sie ausgereift sind und dass sich ihre
 ---pagebreak---                                         - 30 -
 Entwicklungs.iiögUchkeiten     auf      Änderungen    beschränken ,         die für   ihre
 Einbeziehung in rechnerintegrierte Fertigungssysteme erforderlich sind .                Die
herkömmliche Praxis wird jedoch durch die ständig steigende Nachfrage nach
verbesserten Leistungskennwerten ,           einschliesslich äusserst präzisen und
schnelleren Prozessschritten und die Verfügbarkeit von moderneren Materialien ,
die zu behandeln sind und beim Behandlungsverfahren eingesetzt werden sollen ,
herausgefordert .
In   dem   Masse ,    wie  das   Programm      Fortschritte   macht ,      nimmt  auch  die
Notwendigkeit zu ,     Methodologien für Formgebungsprozesse und das Zusammenfügen
zu verbessern und zu entwickeln .             In diesem Sinne sind unter Formgebung
Techniken für die Verarbeitung von Teilen , einschliesslich Schmieden , Formen
und Schneiden , vor allem aber Techniken zur Annährung an die nahezu saubere
Formgebung zu verstehen .
Im ßereich der Verbindungstechniken müssen neben der Erfüllung rigoroserer
technischer Anforderungen vor allem die Fertigungskosten in allen grösseren
industriellen Bereichen , wie Energieerzeugung, verfahrenstechnische Anlagen ,
petrochemische Anlagen ,         Of f shore-Förderanlagen für Kohlenwasserstoffe ,
Verkehr ,   Ingenieurbauten , Automobilindustrie , Fertigteilbau usw ., gesenkt
werden .    So bietet beispielsweise das manuelle Lichtbogenschweissen zwar eine
erhebliche Flexibilität und Gebrauchstoleranz ,                hat aber eine geringe
Produktivität und wird nach und nach in vielen Anwendungen durch alternative
und vor allem höher automatisierte Verfahren abgelöst , wie sie im Rahmen von
ESPRIT entwickelt werden .        Hierzu gehört die Nahtnachführung , die adaptive
Steuerung und das Fühlen , wann geometrische Änderungen in der Verbindung
erfolgen .   Diese Technologien sind auch bei Klebeverbindungen anwendbar .
Klebeverbindungen      haben   neben      einer   Alternative     zum     Schweissen   neue
Möglichkeiten in bezug auf Verbindungen eröffnet , die sich besonders für das
Zusammenfügen und Verbinden ungleicher Materialien eignen . Verbesserungen in
der Geschwindigkeit und Steuerung der Trocknung und ein breiteres Spektrum von
Temperaturbereichen wären wünschenswert .                               -i ■
Ein Problem ,       das mit Verbindungen zusammenhängt ,              ist die begrenzte
Zuverlässigkeit der zerstörungsfreien Prüfverfahren , die dazu benutzt werden ,
die Qualität der Schweissnaht und ihr Betriebsverhalten zu bewerten .                     In
diesem Bereich machen die physikalischen Grundsätze eine Entwicklung im
Hinblick auf eine bessere Zuverlässigkeit der Ergebnisse und der Vorhersage
des Betriebsverhaltens erforderlich .
In einigen Fertigungsindustrien mit zahlreichen wiederkehrenden Fertigungs-
schritten kann sich der Einsatz des Reibungsschweissens oder der
Leistungsstrahlverfahrens , wie des’ Elektronenstrahl - und des Laserschweissens
als zweckmässig und wirtschaftlich erweisen .             Ihre mangelnde Flexibilität ,
ihre hohen Kapitalkosten und ihre oft schlechte Stabilität und Zuverlässigkeit
wiegen jedoch schwerer als ihr allgemeiner Nutzen .
Bei Lasersystemen für die Materialverarbeitung ist die Leistungsfähigkeit des
Lasers selbst gering , und es kommt häufig zu einem schlechten Wirkungsgrad der
Umwandlung am Werkstück selbst , wobei die Interaktion des Strahls mit dem
Gegenstand nur begrenzt verstanden wird .
Laser eignen sich für ein begrenztes Spektrum von Anwendungsbereichen , und es
ist wichtig ,      dass die   Forschung ihren Erfordernissen entspricht .               Die
eventuellen    Benutzer   werden dadurch mit        potentiellen Herstellern und dem
Fundus von Sachkompetenz in Forschungsorganisationen zusammengeführt ,                   um
sicherzustellen , dass eine kostenwirksame Lösung gefunden werden kann .
                                                                                             «
 ---pagebreak---                                       - 31
 Ziele
- Verbesserte Methodologien für Formgebungsverf ahren und Zusammenfügen
- Verbesserte Verbindungstechniken zur Erhöhung der Zuverlässigkeit und zur
   Verringerung der Fehlerebenen
- Verfahren zum Testen geschweisster und geklebter Verbindungen , um die
   Zuverlässigkeit der Erzeugnisse und die Vorhersehbarkeit des Betriebs¬
   verhaltens zu verbessern
- Entwurfsmethodologien für Verbindungen
- Besseres Verständnis der Wechselbeziehungen Strahl / Uerkstück für
   Verfahren mit industriellen Leistungsstrahlverfahren
4.3 CHEMISCHE VERFAHREN
Zahlreiche Aspekte , die die Wirksamkeit und den Nutzen der Verfahrenstechnik
erhöhen , ergeben sich nur dann , wenn es zu einer Zusammenarbeit zwischen
Herstellern von Chemieanlagen ,            Benutzern    und   Lieferanten       von   neuen
Technologien oder neuer Sachkompetenzen kommt .
Eine   bessere   Vorhersehbarkeit    chemischer     Reaktionen  wird dazu        beitragen ,
Spezifität , Sicherheit und Energieeinsparung zu optimieren .              Es handelt sich
um einen entscheidenden Bereich , in dem Werkzeuge einen breiten Einsatzbereich
haben können .     Wie im Falle der chemischen und elektrochemischen Sensoren ist
die europäische Industrie jedoch einem erheblichen Druck von seiten Japans und
der USA ausgesetzt .                                               . - ' '
Die Wirksamkeit vieler chemischer Reaktionen hängt von der Verwendung von
Katalysatoren ab . Die Versorgung erfolgt in der Regel auf lokaler Ebene . Die
Stellung Europas ist in der Regel stark , muss aber gehalten und verbessert
werden .     Die meisten Katalysatoren sind für spezifische Einsatzbereiche
bestimmt ,    so dass sich ihre Entwicklung im 'allgemeinen nicht für die
Gemeinschaftsforschung eignet .     Dennoch gibt es grundlegende Probleme , die mit
der Leistung von Katalysatoren Zusammenhängen , wie die Vergiftung , die - wenn
sie gelöst werden könnten - den Wettbewerbsvorsprung der europäischen
Hersteller und Benutzer untermauern würden . :                                      \
Trennungstechnologien      sind wesentliche         Elemente vieler industrieller
Verfahren .     Neben den Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des betrieblichen
Wirkungsgrades kann der Anreiz für eine neue Technologie in diesem Bereich von
einer kostenwirksamen     Reaktion auf die Anforderungen des Umweltschutzes -
beispielsweise im Zusammenhang mit der Abwasserüberwachung - kommen .                Obwohl
viele Trennverfahren von Bedeutung sind , wird zur Zeit die Auffassung
vertreten , dass die Membrantechnologie ein besonderes Entwicklungspotential
besitzt .
Angesichts des . starken Wettbewerbs ,     ist Europa bei der Innovation im Bereich
der Membranen zurückgefallen .        Der bei weitem wichtigste Einsatzbereich in
bezug auf die installierte Kapazität ist die Entsalzung .                  Die Grösse des
Weltmarktes für Membranen wird auf 400 Mio ECU/ Jahr veranschlagt .               Er dürfte
in Zukunft in dem Masse signifikant ausgeweitet werden ,                     in dem neue
Anwendungsbereiche für Membranen , wie die Gasfiltrierung , ausgemacht werden .
Die Entwicklung neuer Membranen ist sehr kostspielig und kann für einige Typen
bis zu 10 Jahre erfordern .       Nur wenige Benutzer sind willens ,           eine solche
Investition zu tätigen , so dass die Entwicklung den Herstellern von Membranen
überlassen wird . Viele von diesen sind nicht bereit , derart langfristige und
risikoreiche Investitionen zu tätigen .          Die Entwicklung hängt in der Regel
 ---pagebreak---                                       - 32 -
 weitgehend von Versuchen       ab und     entspricht   damit   den nur unzureichend
 klassifizierten Medien , die verarbeitet werden müssen und dem sehr begrenzten
 Verständnis der Membrantrennverfahren .
 Bei   Membranverfahren   muss   oft   der   Wirkungsgrad   der   Trennung  gegen die
 Flussrate abgewogen werden .       Eine Membran verhält sich nur selten in der
 erwarteten Art und Weise und Verschmutzungsprobleme können die Lebensdauer
 stark begrenzen .     Es gibt beträchtliche Möglichkeiten zur Optimierung des
 Entwurfs von Membransystemen , beispielsweise zur Erhöhung der Turbulenz auf
der Oberfläche der Membran ,          sowie an Techniken zur Verhinderung der
 Verschmutzung .
 Ziele
- Verbesserte Vorhersehbarkeit und verbesserter Ertrag bei chemischen
   Verfahren
- Membranwerkstof fe mit verbesserten Merkmalen
- Verbesserte Leistungskennwerte von Membranprozessen
- Neue Trennsysteme für gefährliche Umgebungen
4.4 . PARTIKEL- UND PULVERVERFAHREN
Partikel - in Form von Pulvern , Stäuben , Gasen oder Suspensionen bzw . porösen
Medien - sind in nahezu jedem ßereich der Fertigungsindustrie anzutreffen .
Probleme bei ihrer Herstellung ,        Trennung ,   Stabilität und Klassifizierung,
begrenzen ihren Einsatz sowohl qualitativ als auch quantitativ,                so dass
andere , sehr viel kostspieligere Lösungen gefunden werden müssen . .
In der Regel stehen die Japaner ,         was die neuen Ansätze hinsichtlich der
Erzeugung und des Einsatzes von Partikeln angeht , an der Spitze , Europa hat
wie die USA seine Stärken , war. aber nicht so erfolgreich . bei der . Zusammen¬
führung von Sachkompetenzen zur Lösung gemeinsamer Probleme . Es ist notwendig ,
das Know-how verschiedener Interessengruppen - Materiallieferanten , Benutzer,
Apparatebauer ( bei denen es sich oft um kleinere Unternehmen handelt ),
Hersteller von verfahrenstechnischen Anlagen und Innovatoren von Hochschulen
und Forschungsorganisationen - zusammenzuführen .
Eine    Reihe   gemeinsamer    Probleme     ist   in   vielen,    sehr   verschiedenen
Partikelsystemen anzutreffen . Hierzu gehört auch die Unfähigkeit , Partikel -
nicht nur im Verfahren selbst , sondern auch für die Probenahme in Losen -
vollständig zu klassifizieren . Auch in vielen herkömmlichen Verfahren , wie
Mahlen und Klassifizieren ,    ist ein schlechter Wirkungsgrad und eine schlechte
Grössenkontrolle zu verzeichnen .               Bei der . Aufrechterhaltung eines
gleichmässigen Flusses und der Verteilung von Pulvern und Suspensionen im
Fluss gibt es zahlreiche Probleme .         Ernsthafte Schwierigkeiten ergeben sich
auch beim Trennen von Suspensionen , vor allem bei hohen Temperaturen oder wenn
das Medium eine hohe Viskosität aufweist .               Dagegen wäre eine bessere
Stabilität von Kolloiden , einschliesslich Mikroemulsionen, in vielen Sektoren
von Vorteil .
Die Bedeutung der pulvertechnologischen Industrie wird durch den Stand der
Produktion in den USA verdeutlicht .             Er liegt bei etwa 270.000 Tonnen
(darunter 200.000 Tonnen Rostfreistahl ) pro Jahr , die - in Teilen und
Erzeugnissen - auf etwa 2 Mrd . ECU veranschlagt werden .          Der Wert von halb¬
fertigem Stahlpulver und metallurgischen Teilen liegt zwischen 20-50 EUC / kg ,
während Teile aus Keramikpulver 2000 ECU/ kg kosten können .
 ---pagebreak---                                     - 33 -
 Insgesamt gesehen ist es ein Bereich mit starkem internationalem Wettbewerb,
 der zum Teil durch die Anforderungen und Nebenprodukte ( Spin-offs ) der
 Raumfahrtechnologie - z.B. die Vakuumtechnologie - vorangetrieben wird .
 Obwohl Europa nicht überall an der Spitze steht ,      verfügt es über Stärken in
 einigen Prozessbereichen .
 In einer Reihe von Bereichen , wie Flugzeug- und Automotoren, Magnete ,
 Werkzeugstähle und elektronische Werkstoffe ,           könnten moderne Pulver-
 materialien die industriellen Anforderungen erfüllen , obwohl die Technologie
das Erreichen potentieller Vorteile in jedem von ihnen begrenzt .
 Durch Verbesserungen der Pulver und deren Verarbeitung werden bessere
 Erzeugnisse entstehen .      Obwohl die Klassifizierung der Pulver und der
 physikalischen und chemischen Aspekte der betreffenden Verfahren ausreichend
verstanden wird , wurden bisher nur in sehr begrenztem Masse Modelliertechniken
 für die Behandlung der Probleme eingesetzt .           Es ist anzunehmen ,   dass
 Modelliertechniken einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der
Pulvererzeugung ( die Ausbeute von Zerstäubungsanlagen liegt beispielsweise in
der Regel bei etwa 60% ), der Druckübertragung bei der Verdichtung und der
 Sinterung leisten könnten .      Die hohen Kapitalkosten von Anlagen für die
Pulvererzeugung und Verarbeitungsanlagen, verdeutlichen die Notwendigkeit eines
besseren Verständnisses der Verfahren .                              /
 In Zukunft wird der Wettbewerbsvorteil auf Fortschritte der Fertigungsver¬
fahren zurückzuführen sein , die es ermöglichen , kleinere Mengen qualitativ
hochwertiger Pulver zu liefern und zu verdichten . Ein entsprechendes Vorgehen
würde es       kleineren Unternehmen       ermöglichen ,     das   Potential der
Pulvertechnologie zu nutzen .
Ziele          • •
- Verbesserte Techniken für die Partikelerzeugung zur Optimierung von Form,
   Struktur und Stabilität
- Kostenwirksame Techniken in bezug auf die Klassifizierung von Partikeln
   und die Leistungskennwerte von Verfahren
- Bessere Konzepte für Handhabung und Trennung
- Kostenwirksame Verfahren für kleine Lose qualitativ hochwertiger Pulver
У
 ---pagebreak---                                        - 34 -
                                                                         ANHANG B
                  STELLUNGNAHME OES BVKA INDUSTRIELLE TECHNOLOGIEN
 Nach eingehender Prüfung und Erörterung des Entwurfs einer Mitteilung der
 Kommission an den Rat und an das Europäische Parlament über ein EWG Programm
 für Forschung und technologische Entwicklung in den Bereichen industrielle
 Fertigungstechnologien und Verwendung fortgeschrittener Werkstoffe ( BRITE /
 EURAM ) ( 1989-1992 ) vom 3 . Mai 1988 ( BVKA-IT / 88 / 20 ) und
nach Unterrichtung über die ersten Ergebnisse und Empfehlungen , die von dem
für die Bewertung des laufenden Programms .BRITE ( 1985-1988 ) zuständigen
Gremium externer Sachverständiger vorgelegt wurden
 legte der Beratende Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss Industrielle
Technologien auf seiner Sitzung vom 30 . Mai 1988 folgende Stellungnahmen und
Empfehlungen vor :
Nach einer gemeinsamen Sitzung mit dem BVKA Roh- und Werkstoffe :
- billigt der Ausschuss das für das neue Programm vorgeschlagene allgemeine
   Konzept und erkennt die Bedeutung der dort festgelegten Ziele an ; er billigt
   vor allem die Bedeutung der Möglichkeit einer Einbeziehung der ziel ¬
   orientierten Grundlagenforschung in alle Bereiche des Programms ;
- billigt der Ausschuss den wissenschaftlichen und technischen Inhalt des
   neuen Programms , das aus vier technischen Bereichen besteht : fort ¬
   geschrittene Werkstof ftechnologien , Auslegung und Sicherung von
   Erzeugnissen und Verfahren , Fertigungssysteme und Technologien für
   Fertigungs verfahren;
- empfiehlt der Ausschuss , dass der Programmentwurf gebilligt und von der
   Kommission so rechtzeitig angenommen wird , dass die Entscheidung des Rates
   innerhalb der für ihre Durchführung mit Wirkung vom.,1 . Januar 1989
   notwendigen Frist gefasst werden kann ;
- empfiehlt der Ausschuss , dass für die Durchführung des Programms 500 Mio ECU
   bereitgestellt werden .
 ---pagebreak---                                      - 35 -
                                                                                 ANHANG C
                     STELLUNGNAHME DES BVKA ROH - UND WERKSTOFFE
Nach eingehender Prüfung und Erörterung des Entwurfs einer Mitteilung der
Kommission an den Rat und das Europäische Parlament über ein EWG-Programm für
Forschung und technologische Entwicklung in den Bereichen industrielle
Fertigungstechnologien und Verwendung fortgeschrittener Werkstoffe ( BRITE /
EURAM ) ( 1989-1992 ) vom 3 . Mai 1988 ( BVKA / IT / 88 / 20 ) und
nach Unterrichtung über die ersten Ergebnisse und Empfehlungen ,             die von dem
für die Bewertung der laufenden Programme BRITE ( 1985-1988 ) und EURAM ( 1986-
1989 ) zuständigen Gremium externer Sachverständiger vorgelegt wurden
legte der Beratende Verwaltungs- und               Koordinierungsausschuss Roh - und
Werkstoffe auf seiner Sitzung vom 30 .               Mai folgende Stellungnahmen und
Empfehlungen vor :
Nach einer gemeinsamen Sitzung mit dem BVKA Industrielle Technologien
- billigt der Ausschuss das für das neue Programm vorgeschlagene allgemeine
   Konzept und . erkennt die Bedeutung der dort festgelegten Ziele an ;
- billigt der Ausschuss im grossen und ganzen den wissenschaftlichen und
   technischen' Inhalt des neuen Programms , das aus vier technischen Bereichen
   besteht : fortgeschrittene Werkstoffe , Auslegung und Sicherung von
 ^ Erzeugnissen und Verfahren , Fertigungssysteme und Technologien für
   Fertigungsverfahren ;                                           '
- empfiehlt der Ausschuss , dass die Kommission nach Konsultation des BVKA die
   Ergebnisse der vorstehend erwähnten Bewertungen bei der Durchführung des
   Programms berücksichtigt ;
- empfiehlt der Ausschuss , dass der für die zielorientierte Grund¬
   lagenforschung bereitgestellte Betrag in jedem Forschungsbereich um bis
   zu 20% des Gesamthaushalts aufgestockt werden könnte , wenn sich dies als
   notwendig erweisen sollte , um Fortschritte zu erzielen ;
- empfiehlt der Ausschuss , dass die Kommission in bezug auf die Modalitäten
   flexibel vorgeht , damit das Programm dynamisch gestaltet und in der Lage
   ist , den wechselnden Erfordernissen der Gemeinschaft gerecht zu werden .
   Er empfiehlt ferner , dass der BVKA Roh- und Werkstoffe in regelmässigen
   Abständen hierzu konsultiert wird ;
- empfiehlt der Ausschuss , dass sich das Programm BRITE / EURAM nicht mit
   anderen Programmen der Gemeinschaft , vor allem mit ESPRIT und SCIENCE auf
   dem Gebiet der Supraleiter überschneidet ;
- empfiehlt der Ausschuss , dass für die Durchführung des Programms mindestens
   500 Mio ECU bereitgestellt werden ;
- empfiehlt der Ausschuss , dass der Programmentwurf gebilligt und von der
   Kommission so rechtzeitig angenommen wird , dass die Entscheidung des Rates
   innerhalb der für ihre Durchführung mit Wirkung vom 1 . Januar 1989
   notwendigen Frist gefasst werden kann .                                         -
Die meisten Delegationen des BVKA empfehlen ,            dass die Beteiligung von Hoch ¬
schulen und ähnlichen Organisationen an einem Vorhaben des Programms BRITE /
EURAM mit bis zu 100% ihrer Grenzkosten finanziert werden sollte .
Der BVKA begrüsst die technische Ausgewogenheit des Programms .                Er stellt
fest ,   dass die Kommission beabsichtigt ,      den Vorschlag durch Verweis auf die
technischen Stellungnahme des BVKA zu stärken .
 ---pagebreak---                                               - 36 -
                                       Vorschlag für eine
                                   ENTSCHEIDUNG bES RATES
     ZUR ANNAHNE EINES SPEZIFISCHEN PROGRAMMS FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE
         ENTWICKLUNG IN DEN GEREICHEN INDUSTRIELLE FERTIGUNGSTECHNOLOGIEN
             UND VERWENDUNG FORTGESCHRITTENER WERKSTOFFE ( BRITE/ EURAM)
                                             ( 1989-1992 )
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf       den    Vertrag       zur     Gründung    der    Europäischen    Wirtschafts¬
gemeinschaf t , insbesondere auf Artikel 130 q Absatz 2,
auf Vorschlag der Kommission^
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament ^,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses3
in Erwägung nachstehender. Gründe :
Artikel 130 k des Vertrags legt fest , dass die Durchführung des Rahmenprogramms im
Wege spezifischer Programme erfolgt , die innerhalb einer jeden Aktion
entwickelt werden . ......
Mit    seinem     Beschluss       87 / 516 / EURATOM / EWG ( 4 )          hat   der    Rat   ein
gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich der Forschung und technologischen
Entwicklung ( 1987-1991 ) angenommen , das Tätigkeiten auf dem Gebiet der
Wissenschaft und Technologie in den Bereichen Fertigungsindustrie und fort¬
geschrittene Werkstoffe vorsieht .
Dieser Beschluss sieht vor, dass mit den Fbrschngstätigeeiten der Gemeinschaft im besonderen .
bezweckt wird ,      die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der
europäischen Industrie zu stärken und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit
zu fördern ; nach dem genannten Beschluss lassen sich Gemeinschaftsaktionen
dann    rechtfertigen ,         wenn      sie    unter     anderem    dazu    beitragen ,   den
wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stärken , ihre
harmonische Entwicklung in allen Bereichen zu fördern und zugleich um
wissenschaftliche und technische Qualität bemüht sind .                    Das Programm BRITE /
EURAM soll zur Verwirklichung dieser Ziele beitragen .
Mit   dem    Beschluss     85 / 196 / EWG   des    Rates     wurde   ein   erstes   Mehrjahres-
Forschungs - und Entwicklungsprogramm der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
auf dem Gebiet der technologischen Grundlagenforschung und der Anwendung neuer
Technologien ( BRITE ) ( 1985-1988 ) beschlossen .
  ABI . Nr .
2
  ABI . Nr .              , ABI . Nr .
3 ABI . Nr .
4 ABI . Nr . L 302 vom 24.10.1987, S. 1 .
5 ABI . Nr . L 83 vom 25.3.1985, S. 8
 ---pagebreak---                                    - 37 -
Mit dem Beschluss 36/ 235/ EWG des Rates^ wurde ein Forschungsprogramm über
Materialien ( Rohstoffe und moderne Werkstoffe ) ( 1986-1989) beschlossen .
Es sollte in angemessener Weise auf das Interesse reagiert werden ,         das die
Industrie an der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit zeigt .
Es ist notwendig ,    soweit wie möglich kleine und mittlere Unternehmen an der
Entwicklung der industriellen Technologien zu beteiligen ,             wobei ihre
spezifischen Erfordernisse unter Wahrung der angestrebten wissenschaftlichen
und technischen Qualität des Programms zu berücksichtigen sind .
Es ist notwendig ,    den industriellen und grenzüberschreitenden Charakter des
Programms zu betonen und Vorhaben der angewandten Forschung mit mindestens
zwei     industriellen    Partnern   aus    zwei    verschiedenen  Mitgliedstaaten
durchzuführen .
Es ist notwendig , den industriellen Charakter des Programms zu gewährleisten ,
indem Vorhaben der zielorientierten Grundlagenforschung mit industrieller
Unterstützung von mindestens zwei unabhängigen _ Unternehmen durchgeführt
werden .
Die Teilnahme von Organisationen aus EFTA-Ländern an industriell 'orientierten
FuE-Vorhaben unter angemessenen Bedingungen kann zur Wettbewerbsfähigkeit der
Fertigungsindustrie insgesamt beitragen .
Es liegt im Interesse der Gemeinschaft ,      die wissenschaftliche und technische
Basis der europäischen Forschung durch eine grössere Beteiligung der EFTA-
Länder an bestimmten Gemeinschaftsprogrammen zu erweitern , insbesondere an
Programmen , welche die Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung über
grundlegende industrielle Technologien ,         einschliesslich fortgeschrittener
Werkstoffe betreffen .
Die Durchführung konzertierter Aktionen iin Rahmen der' COST ist                ein
wesentlicher Faktor bei der Ergänzung industrieorientierter FuE-Vorhaben .
Der Ausschuss für wissenschaftliche und technische Forschung ( CREST) ist zu
den nachstehenden Massnahmen angehört worden -
BESCHLIESST :
                                      Artikel 1
Mit Wirkung vom 1 . Januar 1989 wird für einen Zeitraum von vier Jahren ein
spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung in den
Bereichen industrielle Fertigungstechnologien und Verwendung fortgeschrittener
Werkstoffe gemäss Anhang I verabschiedet .
                                     Artikel 2
Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel
belaufen sich , einschliesslich der Ausgaben für einen Personalbestand , dessen
Kosten 4,5% des Beitrags der Gemeinschaft nicht übersteigen dürfen , auf 439,5
mio ECU .
6
  ABI . Nr . L 159, vom 14.6.1986, S. 36
 ---pagebreak---                                         - 38 -
                                       Artikel 3
  Ausführliche Regeln für die Durchführung des Programms und der Betei ligungs
  satz sind in Anhang II festgelegt .
                                       Artikel 4
 1.    Im       dritten Jahr der Durchführung wird das Programm von der Kommission
      überprüft .       Das Ergebnis dieser Überprüfung wird dem Rat und dem
       Europäischen Parlament , gegebenenfalls zusammen mit etwaigen Vorschlägen
       für eine Änderung oder Verlängerung mitgeteilt .
2.     Die           Kommission wird vor dem Ende des Programms eine Bewertung der
       Ergebnisse vornehmen und dem Rat und dem Europäischen Parlament darüber
      Bericht erstatten .
3.     Die vorstehend genannten Berichte werden unter Berücksichtigung der Ziel¬
      setzungen gemäss Anhang III dieser Entscheidung und in Übereinstimmung
      mit Artikel 2 Absatz 2 des Rahmenprogramms festgelegt .
                                      Artikel 5
1 . Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich und
    wird von dem durch den Beschluss 84/ 338/ EURATOM/ EGKS / EWG ( 7) eingesetzten
    Beratenden Verwaltungs- und Koordinierungsausschuss ( BVKA) Industrielle
    Technologien unterstützt .                                 '
2 . Die von der Kommission abgeschlossenen Verträge legen die Rechte und
    Pflichten der Parteien fest sowie die Methoden der Verbreitung, des
    Schutzes und der Auswertung der Forschungsergebnisse .
( 7) ABI . Nr . L 177 vom 4.7.1984, S. 25
 ---pagebreak---                                      - 39 -
                                     Artikel 6
1.  Sind zwischen nicht der Gemeinschaft angehörenden europäischen Ländern und
     der Europäischen Gemeinschaft Rahmenabkommen über die wissenschaftliche
     und    technische   Zusammenarbeit     geschlossen     worden ,    so    können
     Organisationen und Unternehmen aus diesen Ländern unter von der
     Kommission festzu legenden   angemessenen Bedingung     sich als    Partner  an
     einem Vorhabens beteiligen , das im Rahmen des Programms durchgeführt
     wird . Der in Artikel 5 genannte Ausschuss unterstützt die Kommission bei
     der Festlegung dieser Bedingungen für jedes dieser Vorhaben .
2.   Ausserhalb    der Gemeinschaft ansässige Vertragnehmer , die als Partner an
     Programmvorhaben teilnehmen , haben keinen Anspruch auf eine im Rahmen des
     Programms   vorgesehene   Finanzierung durch     die    Gemeinschaft .      Der ,
     Vertragnehmer     leistet     einen     Beitrag     zu     den     allgemeinen
     Verwaltungsausgaben .
                                     Artikel 7
Die Kommission sorgt durch Gewährleistung eines regelmässigen Informations ¬
austauschs zwischen dem in Artikel 5 genannten Ausschuss und den betreffenden
COST-Verwaltungsausschüssen dafür , dass Verfahren geschaffen werden , die eine
geeignete   Zusammenarbeit   mit   COST-Aktionen   in   den   durch   das   Programm
abgedeckten Forschungsbereichen ermöglichen .
                                     Artikel 8
Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
Geschehen zu
                                                          Im Namen des Rates
                                                          Der Präsident .
 ---pagebreak---                                        - 40 -
                                                                              ANHANG  I
                                  TECHNISCHER ANHANG
1 . FORTGESCHRITTENE WERKSTOFF TECHNOLOGIEN
     Oie Arbeiten in diesem Bereich konzentrieren         sich auf die Entwicklung
    verbesserter oder neuer Werkstoffe sowie die Haterialverarbeitung für ein
    breites Spektrum möglicher Anwendungen,abgedeckten
    direkter Beziehung zu den von ESPRIT
                                                  mit Ausnahme    derjenigen, die in
                                                           IT- Anwendungen stehen .
    Hierzu gehören insbesondere :
    1.1   Metallische Werkstoffe und Fletallmatrix-Verbundwerkstoffe
          Ziele
          - Verlängerung der Lebensdauer von Komponenten
          - höhere Betriebstemperaturen im Hinblick             auf   einen   besseren
            thermischen Wirkungsgrad
          - bessere und wirksamere Verarbeitungsverfahren für Werkstoffe
    1.2 . Werkstoffe für magnetische ,     optische ,  elektrische und Supraleiter-
          Anwendungen
          Ziel
          - Verbesserte    Werkstoffe  und   Werkstof fverarbeitung     für  optische ,
            magnetische , elektrische und Supraleiter-Anwendungen .
    1.3 . Nichtmetallische Hochtemperaturwerkstoffe
          Ziele
          - Auslegungsmethodologien für Erzeugnisse auf           der   Grundlage von
            Keramiken , Gläsern und amorphen Materialen
          - Verbesserte   monolithische  und   keramische   Verbundwerkstoffe    sowie
            Ketall-/Keramik-Schnittstellen für industrielle Anwendungen
          - bessere Verarbeitungstechniken und Qualitätskontrollstrategien
    1.4 . Polymere und organische Matrix-Verbundwerkstoffe
          Ziele
          - Entwicklung von Polymeren für spezifische Anwendungen
          - kostenwirksamere Verfahrenstechniken für das Herstellen von Teilen
            aus Polymeren und Polymermatrix-Verbundwerkstoffen
          - Auslegungsregeln für die Spezifikation und Herstellung technischer
            Polymere und Verbundwerkstoffe
          - neue Polymere mit verbesserten Recycling-Eigenschaften
   Entwicklungen von Werkstoffen , die bereits durch ESPRIT abgedeckt werden ,
   betreffen beispielsweise magnetische ,         mageneto-optische und optische
   Dünnfilme für Sensoren , Aufzeichnungsmedien und - köpfe , optische Schichten
   und spezifische Materialien für Opto-Elektroni k , Keramiken und Polymere für
   die Verkapselung von integrierten Schaltkreisen und spezifischen Substraten
   sowie supraleitende Dünnfilme für Schwachstromanwendungen und Bauelemente .
 ---pagebreak---                                          - 41
             - verbesserte Techniken für die Produktsicherung
      1.5 . Werkstoffe für Sonderanwendungen
             Ziel
             - verbesserte Werkstoffe und deren Verarbeitung für Sonderanwendungen
 2 . AUSLEGUNGSMETHODOLOGIE UND SICHERUNG VON ERZEUGNISSEN UND VERFAHREN
      Entwicklung von      Techniken   zur Verbesserung der Produktqualität ,      der
      Zuverlässigkeit und der Wartbarkeit von Konstruktionen und Fertigungs ¬
      systemen durch Klarstellung der Auslegungsziele für Erzeugnisse und
     Verfahren sowie Verfeinerung der Kriterien , an denen die Eigenschaften
     gemessen werden .     Die Benutzung von Werkstoffen für Anwendungen in Sensoren
     und die Verringerung der Kosten von Sensoren für die Lebensdauer sind
     ebenfalls in diesem Abschnitt enthalten .          Damit werden Arbeiten in den
      I T-Programmen der Gemeinschaft ergänzt , in denen die On- line-Steuerung,
     einschliesslich Überwachung und Diagnose , vorbeugender Wartung und
     Qualitätsicherung behandelt werden .
     Hierzu gehören insbesondere :                            • '         •
     2.1 . Qualität , Zuverlässigkeit und Wartbarkeit in der Industrie
            Ziele
            - verbesserte Messung der Leistungskennwerte für Fertigungsabläufe in
               einem breiten Spektrum von Industriezweigen .
            - verbessertes     und    besser   vorhersehbares     physikalisches   und
               umweltverträgliches Verhalten der Erzeugnisse
            - verbesserte Strategien für die Qualitätskontrolle
            - Entwurfsregeln in bezug auf Zuverlässigkeit und ' Wartbarkeit von
               Komponenten , Konstruktionen und Systemen , einschliesslich Maschinen ,
               die unter wechselnden Betriebsbedingungen arbeiten
     2.2 . Prozess - und Produktsi cherung
            Ziele
            - Verringerung der gesamten Lebensdauerkosten von Sensorsystemen für
               die Prozesssteuerung
            - Nutzung von Materialeigenschaften für Anwendungen in Sensoren
            - Einsatz fortschrittlicher Messtechniken im Hinblick auf eine kosten ¬
               wirksamere Prüfung der Topologie
            - verbesserte energetische Regelung industrieller Anwendungen
            - verbesserte zerstörungsfreie Prüfverfahren für die Produktsicherung
3 . EINSATZ VON FERTIGUNGSTECHNOLOGIEN
     Aufgabe dieses Bereichs ist die Feststellung und Behandlung der Erforder ¬
     nisse der Fertigungsindustrie , vor allem der weniger fortgeschrittenen
     Sektoren , die vielfach zum grossen Teil aus KMU bestehen .               Es ist
     anzunehmen ,      dass das Modellieren physikalischer Eigenschaften ein
     wertvolles Instrument des Fortschritts sein wird .         Eingegangen wird auch
     auf die Herausforderung für die jenigen Industriezweige , die auf dem
     Einsatz flexibler Materialen basieren .       Insgesamt gesehen werden sich die
     Arbeiten im wesentlichen auf die Entwicklung von Erzeugnissen und Verfahren
 ---pagebreak---                                         - 42 -
     konzentrieren ,      durch die in anderen Sektoren bereits eingesetzte
     Technologien übertragen und angepasst werden . Damit sollen die Arbeiten im
     Kähmen von ESPRIT ergänzt werden ,      wo IT-Systeme für die fortschrittliche
     Fertigung und die rechnerintegrierte Fertigung ( CIM) entwickelt werden .
     Hierzu gehören insbesondere :
     3.1 . Fortschrittliche Fertigungspraktiken
            Ziele
            - Identifizierung von Mitteln zur Verbesserung der Fertigungspraktiken
               in spezifischen Sektoren
           - Transfer und Anpassung von Technologien ,       die bereits in anderen
              Sektoren genutzt werden
    3.2 . Fertigungsverfahren für flexible Materialien
           Ziele
           - grössere Flexibilität des Verfahrens
           - Verringerung des Ausschusses
           - Verbesserung der Verfahrens- und Erzeugnisqualität
4 . TECHNOLOGIEN FÜR FERTIGUNGSVERFAHREN
    Verbesserte Techniken für Formgebung ,           Verbinden und Zusammenfügen ,
    Oberflächenbehandlung , chemische Verfahrenstechnik und Partikeltechnologie
    sind grundlegende Erfordernisse der Industrie .            Oie Förderung dieser
    Verfahren ist von entscheidender Bedeutung , um die Wettbewerbesfähigkeit
    der Fertigungsindustrie zu gewährleisten .
    Hierzu gehören insbesondere :
    4.1 . Oberf lachentechniken
           Ziele
           - kostenwirksame Oberflächenbehandlungen für industrielle Anwendungen
           - Techniken für die Qualitätssicherung und Steuerung des Behandlungs¬
              verfahrens
    4.2 . Formgebung, Zusammenfügen und Verbinden
           Ziele
           - verbesserte Methodologien für Formgebungsverfahren und Zusammenfügen
           - verbesserte Verbindungstechniken zur Erhöhung der Zuverlässigkeit
              und zur Verringerung der Fehlerebene
           - Verfahren zum Testen geschweisster und geklebter Verbindungen ,     um
             die Zuverlässigkeit der Erzeugnisse und die Vorhersehbarkeit des
              Betriebsverhaltens zu verbessern
           - Entwurfsmethodologie für Verbindungen
           - besseres Verständnis der Wechselbeziehungen Strahl / Werkstück für
             Verfahren mit industriellen Leistungsstrahlverfahren
 ---pagebreak---                                 - 43 -
4.3 . Çhemische Verfahren
      Ziele
      - verbesserte Vorhersehbarkeit und verbesserter Ertrag bei chemischen
        Verfahren
      - f'embranwerkstof f e mit verbesserten Merkmalen
      - verbesserte Leistungskennwerte von Membranprozessen
      - neue Trennsysteme für gefährliche Umgebungen
4.4 . Partikel - und Pulververfahren
      Ziele
      - verbesserte Techniken für die Partikelerzeugung zur Optimierung von
        Form, Struktur und Stabilität
      - kostenwirksame Techniken in bezug auf die Klassifizierung von
        Partikeln und die Leistungskennwerte von Verfahren
      - bessere Konzepte für Handhabung und Trennung
      - kostenwirksame Verfahren für kleine Lose qualitativ hochwertiger
        Pulver
 ---pagebreak---                                    - 44 -
                                                                               ANHANG II
                              DURCHFOHRUNGSMODALITXTEN
Teilnehmer können in der Gemeinschaft ansässige Industrieverbände , Forschungs¬
institute und Hochschulen sein .         Der Beitrag der Gemeinschaft wird in der
Regel 50% der Gesamtausgaben nicht überschreiten; der Rest ist im Prinzip von
den Teilnehmern aus der Industrie aufzubringen .              Zu den Teilnehmern der
Industrie gehören Forschungsinstitute,          die vollständig oder hauptsächlich
durch Industrieverbände finanziert werden .
Angewandte industrielle Forschung
Die Hauptform der Unterstützung für die angewandte industrielle Forschung mit
Vorwettbewerbscharakter ist die Aktion auf Kostenteilungsbasis .                       Die
Teilnahmebedingungen sind derart , dass bei jedem Vorhaben 50% der Finanzierung
durch Partner aus der Industrie erfolgt , von denen zumindest zwei aus
voneinander unabhängigen Industrienunternehmen aus verschiedenen Mitglied-
Damit sie als unabhängiges Unternehmen eingestuft werden , müssen die
Forschungsorganisationen in der Regel die von der Industrie kommenden 50% als
direkte Zahlungen von namentlich genannten Firmen erhalten .
Angesichts der wichtigen Rolle der KMU bei der Entwicklung der fertigungs ¬
technischen    Grundstruktur   der   Gemeinschaft    und   ihrer   Verdienste    bei   der
Mitarbeit an dem Programm überlegt die Kommission in Verbindung mit dem IRDAC ,
auf welche Weise die       Forschungsorganisationen im Rahmen des Programms am
besten als Brennpunkt für die Deckung des Bedarfs der KMU an FuE dienen
können .    Die Vorhaben sollten sich über eine Tätigkeit von mindestens zehn
Mannjahre erstrecken , was für ein wirksames gemeinsam durchgeführtes Vorhaben
eine realistische Mindestzeit ist ;       die Gesamtkosten des Vorhabens sollten in
einer Grössenordnung von 1 bis 3 Mio ECU liegen .            Tochtergesellschaften von
multinationalen Firmen , die ausserhalb der Gemeinschaft ansässige sind , können
sich beteiligen , wenn FuE und Nutzung innerhalb der Gemeinschaft erfolgen .
Zi eiorientierte Grundlagenforschung
An Vorhaben der zielorientierten Grundlagenforschung müssen mindestens zwei
Partner teilnehmen , die in verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sind . Wenn
es sich bei den Partnern um Hochschulen oder             Forschungsinstitute handelt ,
sollte     das    Vorhaben    von     mindestens     zwei     rechtlich     unabhängigen
Industrieunternehmen     unterstützt werden .          In diesem Fall könnte           die
Gemeinschaft bis zu      100% der Grenzkosten      solcher Partner übernehmen .        Die
Vorhaben müssen eine Tätigkeit von mindestens zehn Mannjahre umfassen und in
der Grossenordung zwischen 0,4 und 1 Mio ECU Gesamtkosten liegen .
Durchführbarkeitsprimie für die KHU
Die Kommission will ein Pilotsystem für Durchführbarkeitsprämien einführen , um
die KMU bei der Feststellung der Realisierbarkeit einer Einrichtung ,                eines
Verfahrens oder eines Konzeptes zu unterstützen , um leichter einen Partner für
eine spätere Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der Aktion
auf Kostenteilungsbasis zu finden .        Die Kommission wird bis zu 75% ( höchstens
25.000 ECU ) der Kosten für Forschungsarbeiten übernehmen , die bis zu sechs
Monaten dauern dürfen .      Hochgesteckte Bewertungsnormen sollen sicherstellen ,
dass   die  Preise   in hohem   Masse  wettbewerbsorientiert      sind  und   sich   einer
ausgezeichneten Wertschätzung erfreuen .       Dieses System wird von der Task Force
KMU mitfinanziert .
 ---pagebreak---                                - 45
Koordînierte Tatigkeiten
In Fällen /  in denen Arbeiten die einzelstaatliche Beihilfen erhalten oder
ausschliesslich von privater Hand finanziert werden / bereits angelaufen sind ,
kann sich die Rolle der Kommission auf die Koordinierung der Arbeit
beschränken und der Finanzbeitrag der Gemeinschaft lediglich die Kosten für
eine solche Koordinierung decken .      In einigen Fällen jedoch / in denen
strategisch wichtige Arbeiten eindeutig mehr als eine einfache Koordinierung
erfordern / kann die Kommission nach Konsultation des BVKA einen höheren
finanziellen Beitrag der Gemeinschaft in Erwägung ziehen .
 ---pagebreak---                                         - 46 -
                                                                           ANHANG III
                       KRITERIEN FÜR DIE BEWERTUNG DES PROGRAMMES
 Die Ergebnisse,      an denen das Program genessen werden sollte ,      müssen seine
 Ziele und die weitergesteckten Ziele des Rahmenprogramms widerspiegeln .
 1 . Da das Hauptziel darin besteht , die Wettbewerbsposition der Fertigungs¬
      industrie zu verbessern , sollte bei der Bewertung folgendes festgestellt
     werden :
     - inwieweit Vorhaben in bezug auf glaubwürdige und messbare industrielle
        Kriterien ausgewählt wurden ;
     - inwieweit    signifikante    Produkt -   oder  Prozessentwicklungen   aus  den
        geförderten Arbeiten hervorgegangen sind .
2 . Ein     weiteres     Ziel   ist   die     Förderung   der   grenzüberschreitenden
     Zusammenarbeit im Bereich der strategischen industriellen Forschung .        Die
     Bewertung sollte feststellen :
     - inwieweit vor oder nach dem Abschluss des Vorhabens weiterhin Beziehungen
        zwischen den Partnern in bezug auf Forschung , Entwicklung , Fertigung ,
        Marketing oder Ausbildung des Personals bestanden .
3 . Ein weiteres Programmziel ist die Förderung des Technologietransfers über
     die Grenzen der Gemeinschaft hinweg und zwischen Sektoren , vor allem
     solchen mit einem hohen Anteil an KMU . Die Bewertung sollte feststellen :
     - inwieweit KMU Technologien und Werkstoffe genutzt haben ,             die aus
        erfolgreich abgeschlossenen Vorhaben hervorgehen ;
     - inwieweit Ergebnisse durch Patente geschützt oder verbreitet werden , um
        das Bewusstein für die Europäische Forschungs- und Technologie¬
        gemeinschaft zu schärfen .
4 . Im umfassenderen Zusammenhang des Rahmenprogramms sollte die Bewertung
     feststellen :
     - inwieweit die Vorhaben zur Harmonisierung der Gemeinschaft durch Abbau
       der technischen Handelshemmnisse beigetragen haben .
Die Bewertung wird durch unabhängige Gutachter durchgeführt .
 ---pagebreak---                                     III . FINANZBERICHT
EWG-Programm für Forschung und technologische Entwicklung auf dem Gebiet der
industriellen Fertigungstechnologien und der Verwendung fortgeschrittener
Werkstoffe ( BRITE / EURAM ) .
  1.  In Frage kommende Haushaltslinie
      Kapitel 73 - Posten 7332 - BRITE - EURAM
  2.  Rechtsgrundlini e
      Artikel 130 Q Absatz 2 EWGV
  3.  Beschreibung und Begründung des Programms
      Dieses integrierte Programm ist Bestandteil des gemeinschaftlichen
      Rahmenprogramms im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
      ( 1987-1991 ) und entfällt hier auf die Kapitel :
      - Wissenschaft und Technologien für die Verarbeitungsindustrie ( 3.2 )
         ( 300 Mio ECU );
      - Wissenschaften und Technologien für die fortgeschrittenen Werkstoffe
         ( 3.2 ) ( 139,5 Mio ECU ).
      Das Programm wendet sich an Organisationen der Industrie , an Forschungs¬
      institute und Hochschulen ; besondere Beachtung finden Projekte , an denen
      KMU beteiligt sind , damit auch diesen Wirtschaftsteilnehmern eine
      angemessene Mitwirkung an dem Programm zukommt .
      Man ist sich weitgehend darin einig ,         dass die Forschung im Bereich der
      Fertigungstechnologien ein wesentliches Element für die Wettbewerbs¬
      fähigkeit der Fertigungsindustrie der Gemeinschaft ist .                     Die
      Gemeinschaft kann dadurch zu einer Stärkung dieser Wettbewerbsfähigkeit
      beitragen, da sie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen
      verschiedenen Industriezweigen sowie zwischen der Industrie ,                den
      Forschungsinstituten und Hochschulen auf dem Gebiet der industrie- .
      orientierten Forschung im vorwettbewerblichen Stadium stimuliert .
      Das Programm trägt        auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der
      bestehenden und der neuen Industriezweige bei , indem die Entwicklung
      fortgeschrittener qualitativ hochwertiger Werkstoffe und verbesserter
      Verfahrenstechniken zur Verarbeitung dieser Werkstoffe zu seinem Inhalt
      gehören .
      Ein weiterer Zweck des Programms besteht in der Anhebung des Niveaus der
      Zusammenarbeit        zwischen      Laboratorien     aus    den    verschiedenen
      Mitgliedstaaten und insbesondere in der Eröffnung der Gelegenheit , den
      Laboratorien      aller   Mitgliedstaaten    die   aktive  Teilnahme   an  einem
      breitangelegten          Programm       für      Materialwissenschaften      und
      Materialtechnologie zu gestatten .
 ---pagebreak---                                   - 4 <?-
    Das Programm erstreckt sich über folgende Gebiete :
    - Technologien für fortgeschrittener Werkstoffe ,
    - Entwurf smethodologie und Sicherheit von Erzeugnissen und Verfahren ,
    - Anwendung der Fertigungstechnologien ,
    - Technologien für die Fertigungsverfahren .
4.  Art der Ausgaben
    a . Der grösste Teil der Ausgaben entfällt auf Kostentei lungsverträge .
   b . In     einigen Bereichen der Werkstof fentwicklung wird der industrielle
        Fortschritt durch mangelndes Grundlagenwissen behindert .             Daher
        sollen etwa 20% der Mittel für die Werkstofforschung der
        einschlägigen Grundlagenforschung zur Verfügung gestellt werden . Die
        grenzüberschrei tende Zusammenarbeit wird vorausgesetzt , aber zu den
        Partnern muss nicht unbedingt eine unabhängige Firma gehören . Um die
        Industriebezogenheit sicherzustellen , sollte aber eine Unterstützung
        durch die Industrie über aus mindestens zwei unabhängigen Unternehmen
        ernannte Persönlichkeiten erfolgen .         Von diesen Persönlichkeiten
        würde verlangt , dass sie wenigstens zwei Tage im Jahr mit der Leitung
        des Vorhabens    verbringen .      Die Vorhaben   sollten zumindest    zehn
        Mannjahre Tätigkeit umfassen und in die Grössenordnung von 0,4-1 Mio
        ECU Gesamtkosten falten .
   c . Die        Kommission wird auch ein Pilotsystem von " Durchführbarkeits-
        preisen" einführen , womit den KMU durch die Vermittlung eines
        Partners und damit verbundene Vergrösserung ihrer Kapazitäten
        geholfen werden soll ,         die Durchführbarkeit eines Vorhabens ,
        Verfahrens oder Konzepts besser zu beurteilen .        Die Kommission wird
        für eine Dauer bis zu sechs Monaten bei einem Höchstbetrag von 25.000
        ECU bis zu 75% der Forschungskosten übernehmen . Die Task Force KMU
        wird    ebsenso   die   erste     Aufforderung   dieses    Pilotprogrammes
        Durchführbarkeitspreisen unterstützen .        Der für 1989 vorgesehene
        finanzielle Beitrag der Task Force KMU beläuft sich auf 500.000 ECU .
   d . Ein Teil der Gesamtkosten entfällt auf koordinierte Aktionen .
   e . Ferner    werden Demonstrations vor haben unterstützt .   Ihre Einzelheiten
        sollen als Vorhaben Tin Rahmen der ersten Programme BRITE und EURAM
        festgelegt werden , die kurz vor ihrem Abschluss stehen .
 ---pagebreak--- Finanzielle Auswirkungen
                     Verpf lichtungsermachtigungen ( Mio ECU )
                  I          I          I          1           I         II
                  I  1989    I 1990     I  1991    I  1992     I  1993* Μ     TOTAL
                  I          I          I          I           I         II
                  I          I          I          I           I         II
  Personal        I    4,0   I     4,9 !     5,1 I      5,4 I                 19,4
  Verwaltung      I    1,3   I     2,9 I     3,4 I      3,5 I            1 1  11,1
  Verträge        I  69,9    I ioo,i I     113,9 I    12 5,1 I               409,0
                  I          1          1          I           I         1 1
                    **
                                                                           I          I
  INSEGESAMT
                     75,2       107,9      122,4      134,0                I 439,5    I
                                                                           I_!
                         Zah lungsermacht i gungen ( Mio ECU )
               !
                                      I                      I          II
                    1989       1990   I   1991   I   1992    I   1993* 1 1   TOTAL
                                      I                      I          II
                1                     I                      I          II
   Personal     |     4,0         4,9 I     5,1 I     5,4                     19,4
   Verwaltung |       1,3         2,9 I     3,4 I     3,5 I       - ' 11      11,1
   Verträge     1   18,8        45,5 I     75,1 I 100,7 I 168,5 II           40 9,0
                1                     I                      I          II
               Ί                      I                      I         II
   INSGESAMT    |   24,1         53,3 I    84,0 I 109,6      I 168,5    II   439,5
                1                     I                      I          II
*   =    1993 und folgende Jahre
** =    Zur Deckung der Personal - und Verwaltungsausgaben wurden 2,8 Mio
         ECU in den " alten Haushaltsplan für BRITE" eingebracht ,               jedoch
         mit der Auflage , diesen Betrag im Haushaltsplan für BRITE-EURAM"
         zu erfassen , sobald dieser gebilligt worden ist .
 ---pagebreak---                                       - 50-
       IV .  WETTBEWERBSFÄHIGKEIT UND FESTSTELLUNG DER AUSWIRKUNGEN AUF DIE KMU
 1 . Hauptgrund für die Massnahme
      Mit dem Programm wird der Zweck verfolgt , die kollaborative technologische
      Forschung zu fördern ,       damit die vorwettbewerbliche Stellung der
      Fertigungsindustrie der Gemeinschaft , insbesondere die der KMU, gestärkt
      wird . Ein wichtiger Zweck diese EG-Programms ist es , die sich ergänzenden
      Forschungstätigkeiten von Industrieunternehmen ,        Forschungsinstituten ,
      Hochschulen und anderen Organisationen aus verschiedenen Ländern der
      Gemeinschaft durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit zusammenzubringen .
2 . Merkmale der gestellten Aufgabe
      Das Programm ist auf die europäische Fertigungsindustrie gerichtet , wo eine
     verbesserte Technologie gebraucht wird ,          wenn die wettbewerbliche
     Leistungsfähigkeit gesteigert werden soll .
      Diesem Programm gingen das erste BRITE-Programm mit zwei Aufforderungen zur
      Einreichung von Vorschlägen 1985 und 1987 sowie das EURAM-Programm mit
     einer Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 1987 voraus :
     Im Rahmen des Programms BRITE hat die Kommission insgesamt 939 Vorschläge
     mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit erhalten,           an denen 3.969
     Beteiligte mitwirkten .     Nunmehr werden 205 Vorhaben unterstützt : 60% der
     Mitwirkenden kommen aus der Industrie , 21% aus Forschungsinstituten und 19%
     aus Hochschulen .
     Die Mitwirkung von KMU aus der Industrie am BRITE stieg von 30% in der
     ersten Runde    auf 42% in der zweiten Runde .     Demnach umfassten 50% der
     Vorhaben mindestens ein     KMU in der ersten   Runde und 65 in der zweiten
     Runde .
     Für EURAM erging 1986 nur eine Aufforderung zur Einreichung von
     Vorschlägen .      Die Kommission erhielt insgesamt 298 Vorschläge mit
     grenzüberschreitender Zusammenarbeit zwischen 904 Einzelpartnern . Nach der
     Auswahl wurden 84 Vorhaben mit 302 Partnern bei      einem durchschnittlichen
     Partnerschaftsverhältnis von drei in die engere Wahl gezogen .
     Die Beteiligung der Industrie an EURAM war bei einer grossen Anzahl von
     Vorhaben offensichtlich ; 44% aller Partner kamen aus die Industrie,
     darunter ein erheblicher Anteil an KMU .
3 . Unmittelbar mit den Tätigkeiten verbundene Verpflichtungen
     Die Programme BRITE und EURAM haben die Zusammenarbeit bei der Fertigungs¬
     industrie und den Hochschulen auf europäischer Ebene angeregt , was zur
     Vollendung eines Gemeinsamen Marktes , zur Einigung des europäischen
     Wissenschafts- und Technologiebereichs beitragen wird ,          in dem die
     traditonellen streng inlandsbezogenen Geschäftsbeziehungen innerhalb der
    Mitgliedstaaten abgebaut werden und somit eine rationellere Nutzung der
     Forschungsressourcen ermöglicht wird .
     Die mit der Beteiligung am Vorhaben verknüpften Verpflichtungen soll die
     Industriebezogenheit des BRITE / EURAM-Programms gewährleisten und ausbauen :
 ---pagebreak---                                           -
    a.    Industriell angewandte Forschung ( d.h . grenzüberschreitende Zusammen¬
          arbeit , 50% Finanzierung aus der Industrie , je Vorhaben mindestens zwei
          unabhängige     Partner     aus    der   Industrie     aus     verschiedenen
          Mitgliedstaaten );
    b . Gezielte Grundlagenforschung ( grenzüberschreitende Zusammenarbeit , zwei
          Partner aus Hochschulen oder Forschungsinstituten , Stützung durch die
          Industrie aus mindestens zwei unabhängigen Unternehmen ).
4.     Welche    indirekt    verpflichtenden Massnahmen    werden    von   nationalen ,
    regionalen oder lokalen Behörden erwartet ?
    Mit der Durchführung dieses Ratsbeschlusses wird von den nationalen
    Regierungen oder den lokalen Behördern kein Tätigwerden verlangt .
5 . Gibt es irgendwelche Sonderbestimmungen hinsichtlich der KMU ?
    Durchfuhrbarkei tsprei se fur KMU
    Die Kommission will ein Pilotprogramm von Durchführbarkeitspreisen
    einführen , mit dem die KMU bei der Feststellung der Machbarkeit einer
    Anlage , eines Verfahrens oder eines Konzepts unterstützt werden sollen,
    indem ihre Kapazität bei einem späteren Aufruf zur Einreichung von
    Vorschlägen im Rahmen einer Kostenteilungsaktion durch Verbindung mit einem
    Parnter vergrössert wird .       Hochgesteckte Bewertungsinassstäbe sollen dafür
    sorgen , dass die Preise in hohem Masse auslesend wirken und hoch geschätzt
    werden .
6 . Welche Auswirkungen sind zu erwarten auf :
    a . die Wettbewerbsfähigkeit der Branche ?
        Da das Programm auf die vorwettbewerbliche Forschung . zielt und nicht
        unmittelbar und sofort zu neuen vermarktbaren Erzeugnissen oder
        Verfahren führt ,        wirkt es sich nicht unmittelbar auf die
        Wettbewerbsfähigkeit der Branche aus .
        Längerfristig ist das Programm auf die Erweiterung des technologischen
        Fachwissens der europäischen Industrie im allgemeinen und der kleineren
        und mittleren Unternehmen im besonderen gerichtet .       Hervorzuheben ist ,
        dass eine Reihe von Vorhaben dieses Programms technische Probleme zum
        Inhalt haben ,    die für die KMU spezifisch sind .        Die Mehrheit der
        Teilnehmer an diesem Vorhaben sind KMU .        Auf lange Sicht werden die
        Ergebnisse dieser Vorhaben im Erfolgsfalle für die KMU von echtem Nutzen
        sein .
        Muss zwischen Vorhaben gewählt werden , die einen ähnlichen technischen
        Vorteil erwarten lassen , so wird denjenigen der Vorzug gegeben , an denen
        KMU beteiligt sind .
        Durch die Teilnahme an dem Programm geniessen die KMU den Vorteil der
        gleichen Behandlung wie alle anderen Vertragspartner, so dass sie auch
        bei einem verhältnismässig geringen Beitrag zu den Arbeiten des
        Programms uneingeschränkten Zugang zu den Vordergrundinformationen
        haben .
        Mit dem Fortschreiten der technischen Arbeiten soll die Verbreitung der
        Informationen über die Forschungsergebnisse anlaufen .
 ---pagebreak---                                     - * -
    b . auf die Beschäftigungslage
        Soweit sich dies überhaupt messen lässt , wird sich das Programm auf die
        Beschäftigungslage zunächst in indirekter und positiver Weise auswirken .
        Die ersten Programme BRITE und EURAM haben bereits 250 KMU dazu
        ermutigt , an Forschungs - und Entwicklungsvorhaben mitzuwirken , wodurch
        sie ihre technologische Kapazität und ihre internationalen Marktchancen
        erweitern konnten .  Ohne BRITE und EURAM hätten solche Firmen die Mittel
        für Forschungstätigkeiten nicht in dem Ausmasse , wie es jetzt möglich
        ist ;  auch würden sie keinen Nutzen aus einer internationalen
        Zusammenarbeit ziehen können .
7 . Wurden die einschlägigen repräsentativen Organisationen konsultiert ?
    Bei der Ausarbeitung des neuen Programms wurden der Beratende Ausschuss für
    industrielle Forschung und Entwicklung ( IRDAC ), in dem der Europäische
    Gewerkschaftsbund ( EGB ), das European Centre for Public Enterprises ( ECPE ),
    die Union der Industrien der Europäischen Gemeinschaften ( UNICE ) und der
    Verband Europäischer Organisationen für kooperative Industrieforschung
    ( FEICRO ) vertreten sind , über die technischen Themen des Programms
    konsultiert .