CELEX: 51971PC0655
Language: de
Date: 1971-06-16
Title: VORSCHLAG EINER RICHTLINIE DES RATES ZUR ANGLEICHUNG DER RECHTSVORSCHRIFTEN DER MITGLIEDSTAATEN ÜBER DETERGENTIEN (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (71) 655
Vol. 1971/0102
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
européenne et de la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983,
p. 1), tel que modifié par le règlement (CE, Euratom) n° 1700/2003 du 22 septembre 2003
(JO L 243 du 27.9.2003, p. 1), ce dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents
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règlement.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983
concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
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amended by Regulation (EC, Euratom) No 1700/2003 of 22 September 2003 (OJ L 243,
27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983,
S. 1), geändert durch die Verordnung (EG, Euratom) Nr. 1700/2003 vom 22. September 2003
(ABI. L 243 vom 27.9.2003, S. 1), ist diese Datei der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit
erforderlich, wurden die Verschlusssachen in dieser Datei in Übereinstimmung mit Artikel 5
der genannten Verordnung freigegeben.
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                                             KOM(71)655 endg.
                                             Briïssel . den 16 . Juni 1971
                       VORSCHLAG EINER RICHTLINIE DES RATES
                   ZUR ANGLEICHUNG DER RECHTSVORSCHRIFTEN DER
                        MITGLIEDSTAATEN ÜBER DETERGENTIEN
                     ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
KOM(7l ) 655 endg.
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                                       BEGRÛNDUNG
I -, ALLGEîEINES
     1 . Die vergleichende Untersuchung der in den Mit Gliedstaaten geltenden Rechts­
         ■und Verwaltungsvorschriften über die "biologische Abbaubarkeit der Deter–
         gentien hat das Bestehen von Unterschieden sowohl bei den Überwachungs-
         modalitäten als auch bei den Methoden zur Messung der biologischen Abbau­
         barkeit und bei der Etikettierung aufgezeigt .
         Derartige Unterschiede verursachen Handelshemmnisse , welche die von der
         Kommission gemäß Artikel loo eingeleiteten Harmonisierungsarbeiten recht­
          fertigen .
         Der Sektor "Detergentien" erscheint im übrigen in der dritten Phase des vom
         Rat am 28 . Mai 19^9 gebilligten allgemeinen Programms zur Beseitigung der
         technischen Handelshemmnisse , die sich aus Unterschieden zwischen den
          einzelstaatlichen Rechtsvorschriften ergeben .
     2 . Als Detergent gilt jedes Erzeugnis , dessen praktische Zusammensetzung speziell
          auf das Zusammenwirken von Reinigungsvorg^ngen abgestellt ist und das außer
          den Hauptbestandteilen ( oberflächenaktive Substanzen ) im allgemeinen er­
          gänzende Bestandteile ( Zusatzstoffe , Stellmittel , Streckmittel und andere
         Nebenbestandteile ) enthält .
         Bei vielen Verwendungszwecken sind die Detergentien an die Stelle der
          seife getreten . Seife hat die unangenehme Eigenschaft , mit den Kalkionen
          des Wassers eine unlösbare und oft hinderliche Verbindung einzugehen . Die
         meisten synthetischen oberflächenaktiven Substanzen weisen diesen Nachteil
          nicht auf. Außerdem ist darauf hinzuweisen , daß zur Seifenherstellung
          Fettostoffe und alkalische Substanzen erforderlich sind , so daß die Ent­
          wicklung beider Seife zwangsläufig durch die Entwicklung bei diesen beiden
          Rohstoffen bedingt ist . Daher hat man Nebenprodukte anderer Industriezweige ,
          wie z.B. Nebenprodukte der Steinkohledestillation , der Erdöldestillation
          usw . , verwendet .
          Die oberflächenaktiven Substanzen werden im wesentlichen nach ihrer elektro­
          lytischen Trennung einget ilt . - So unterscheidet man nach der Art der hydro­
          philen Polargruppe anionaktive , kationaktive , nichtionisierende und
          ampholytische Detergentien .
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 II . URSPRUNG DER WASSERVERUNREINIGENDEN DETERGENTIEN
      Die oberflächenaktiven Substanzen und die mineralischen oder organischen
      Zusatzstoffe , aus denen die Detergentien bestehen und die sich in den Ab-
      wassern wiederfinden , können verschiedenen Ursprungs sein :
      - In der Industrie werden detergierende Zusammensetzungen für Textilien ,
        Leder , Farbstoffe und Appreturen , in Großwäschereien usw. sowie bei der
        Herstellung von oberflächenaktiven Substanzen und Haushaltsdetergentien
        verwendet .
      - In der Landwirtschaft werden die in Insektiziden und keimtötenden Mitteln
        enthaltenen Netzmittel vom Regenwasser fortgespült .
      - In den Siedlungsgebieten werden Detergentien ständig im Haushalt verwendet ,
        und für die Strassenreinigung werden dem Wasser spannungsaktive Stoffe
        ( o,2 pro mille ) beigefugt .
III . DIE WIRKUNGEN DER DETERGENTIEN
      Das Problem der biologischen Abbaubarkeit der Detergentien ist nur ein Teil
      des viel umfassenderen und sehr akuten Problems der Verunreinigung des natür­
      lichen Milieus im allgemeinen und der Wasserverschmutzung im besonderen .
      Die augenfälligsten Erscheinungen dieser Art der Verschmutzung sind folgende :
      - Die Schaumbildung ist eine der Haupteigenschaften der Detergentien . Der
        Schaum besteht aus Filmen , in denen die in den beiden Grenzschichten Luft-
        Wasser absorbierten oberflächenaktiven Substanzen eine doppelte Schicht
        bilden ( zwischen den zwei Schichten befindet sich eine Wasserschicht ).
        Diese Schaumschichten , die in manchen Fällen mehrere Meter hoch sein
        können und die zuweilen einen sich über mehrere hundert Meter erstreckenden
        Teppich bilden , behindern die Schiffahrt und indem sie den Kontakt ' zwischen
        Wasser und Luft beschränken , erschweren sie die Sauerstoffaufnahme , das
        heißt da die Chlorophyllwirkung durch die verringerte Durchsichtigkeit und
        Lichtdurchlassigkeit des Wassers beeintrieht igt wird , nimmt die Sauerstoff-
        produktion ab und hört schließ ich ganz auf .
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Ferner lösen sich bei Wind die Schaumflocken ab , . werden weit fortgetrieben ,
behindern oft den Strassenverkehr in der Umgebung (Ablagerung auf den Wind­
schutzscheiben der Kraftfahrzeuge , Strassengl.itte usw.) und beschädigen
Anbaupflanzen und natürliche Vegetation . Schließlich bieten die auf dem
Wasser treibenden Schaumpakete einen unästhetischen Anblick und sind dem
Fremdenverkehr abträglich .
Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung muß auch
die indirekte mikrobiologische Gefahr aus der möglichen Mitführung von
Bakterien und Viren im Schaum ins Auge gefaßt werden .
Die Mikroorganismen in bereits durch andere Verunreinigungen geschwächten
Flüssen können nur schwer oberflächenaktive Substanzen mit verzweigten
Ketten , . die sich schädigend auf die biologischen Vorgänge in Gewässern
auswirken , angreifen und zerstören .
In der Landwirtschaft können die nicht-abbaubaren oberflächenaktiven Sub­
stanzen in den Berieselungswässern einerseits die Wirkung der Insektizide
und Pestizide beeinträchtigen , indem sie sie auflösen und an Orte tragen ,
wo sie sich schädlich auswirken und andererseits die Mikrobenflora des
Bodens stören und das Wachstum der Kulturpflanzen beeinträchtigen.
Ferner können die nicht-abbaubaren oberflächenaktiven Substanzen das Vieh
schädigen , das die Detergentien mit dem Futter und dem Wasser aufnimmt .
Die mangelnde Zersetzung der Detergentienmoleküle führt zu einer grösseren
Durchlässigkeit der Flußbetten , wodurch Erosionserscheinungen begünstigt
werden .
Indem die Detergentien die Durchlässigkeit des Bodens verändern , können
sie auch das Eindringen anderer verunreinigender Substanzen begünstigen .
Auf jeden Fall ist durch das Vorhandensein von Detergentien in Wässern ,
die in den Boden einsickern , die Gefahr der Verunreinigung von Quellen und
Brunnen gegeben »                                                     .   .
Ferner ist zu bemerken , daß sich die synthetischen Detergentien nachteilig
auf die verschiedenen Phasen der Reinigungsprozesse bei Abwässern auswirken
und die Abwasserkläranlagen beschädigen .
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     Aus diesen Gründen hat die Industrie im Einvernehmen mit den Behörden in
     letzter Zeit ihr Augenmerk auf die Herstellung von Detergentien mit "biologisch
     abbaubaren oberfläshenaktiven Substanzen gerichtet , das heißt solchen , die bei
     der herkömmlichen biologischen Reinigung der Abwässer zum größten Teil be­
     seitigt werden .
     In zahlreichen Ländern haben die Behörden Maßnahmen ergriffen oder werden
     solche Maßnahmen ergreifen , um die Verwendung " harter" Detergentien einzuschrän­
     ken .
     Im allgemeinen bestanden diese Maßnahmen im Abschluß von Vereinbarungen zwischen
     de® Verwaltungsbehörden und den Detergentienherstellern . Einige Länder stre­
     ben jedoch regelrechte Verwaltungsvorschriften oder eine Gesetzgebung an , durch
     die die Herstellung , die Einfuhr und die Verwendung vsn Detergentien mit unzu­
     reichender biologischer Abbaubarkeit verboten werden .
IV . STAND DER G33ETZGEBU1TG
     In gesetzisreberischer Hinsicht ist die Bundesrepublik Deutschland der erste
     Mitgliedstaat der Gemeinschaft , der Recht svsrschriften auf dem Gebiet der
     biologischen Abbaubarkeit der Detergentien erlassen hat .
     In einem Gesetz vom 5 « September 1961 ist grundsätzlich festgelegt worden ,
     daß oberflächenaktive Substanzen ein Höchstmaß an biologischer Abbaubarkeit
     aufweisen müssen . Nach diesem Gesetz ist es Herstellern und Importeuren ver­
     boten , Erzeugnisse auf den Markt zu bringen , welche oberflächenaktive Substan­
     zen enthalten , deren biologische Abbaubarkeit nicht den Anforderungen einer
     Verordnung entspricht , die bis zum 3o . Juni 1$62 Vorschriften auf dem Gebiet
     der biologischen Abbaubarkeit sowie entsprechende Meßmethoden festsetzen sollte .
     Diese Vorschriften müssen dorn Stand der Wissenschaft und der Technik auf dem
     Gebiet der Detergentienherstellung und dem ¥irkungsgrad der Kläranlagen
     Rechnung tragen .
     Diese Maßnahmen gelten nicht für exportierte oder im Transitverkehr befind­
     liche Detergentien .
 ---pagebreak--- Dieses Gesetz sieht bei vorsätzlichen Verstössen gegen das Geschäftsge­
heimnis , bei ungerechtfertigter Bereicherung oder bei Aktionen , aus denen
einer dritten Person ein Nachteil erwächst , Geld- und Ordnungsstrafen oder
eine dieser beiden Strafen vor . Dagegen wird die Vermarktung von nicht den
Vorschriften entsprechenden Detergentien durch den Hersteller oder den
Importeur nur mit Ordnungsstrafen geahndet .
Am 1 , Dezember 1962 hat die Bundesrepublik eine Verordnung über die biologi­
sche Abbaubarkeit von Detergentien zu Artikel 2 Absatz 1 des Gesetzes vom 5 *
September 1961 erlassen .
Diese Verordnung legte zwar die tragbare biologische Abbaubarkeit , nämlich
80     fest , und bestimmte die entsprechenden Überwaohungs- Und Analysemethoden
betraf jedoch faktisch nur die anionaktiven Detergentien .
Überdies trat diese Verordnung erst am 1 . Oktober 1964 in Kraft , d.h. es war
eine Übergangs - oder Anpassungszeit von etwas über 2, Jahren vorgesehen , die es
sicherlich der Industrie ermöglichen sollte , die erforderlichen Umstellungen
vorzunehmen und die vorhandenen Lagerbestände abzubauen .
Frankreich ist ebenfalls auf diesem Sektor tätig geworden und hat am 25 . Septe
ber 197o ein Dekret erlassen , das die Ableitung bestimmter Erzeugnisse in Ober
flächengewässer , unterirdische Gewässer und in das Meer innerhalb der Landes­
grenzen verbietet und Bestimmungen über die Feilhaltung und den Vertrieb
dieser Detergentien in Wasch- und Reinigungsmitteln enthält . Danach sind
der Vertrieb und das Inverkehrbringen von vier Kategorien von Detergentien
( anionische , kationische , ampholytische und nichtionische ) verboten , wenn
ihre biologische Abbaubarkeit 80 $ nicht erreicht .
Allerdings sind in diesem Dekret keine Meßverfahren für die biologische
Abbaubarkeit aller dieser Detergentien vorgesehen , die jedoch später in Durch-
führungserlassen festgesetzt werden sollen . -       '
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Schließlich sind in Artikel 5 dieses Dekrets auch Verfahren zur Peststellung
von Verstößen vorgesehen , wobei auf das Gesetz vom 16 . Dezember 19^4 verwiesen
wird .
Ferner sind am 5 « Januar 1971 im Journal Officiel der Französischen Republik
zwei Erlasse zur Anwendung des Dekrets vom 25 « September 197o , das am
1 . Oktober 1971 in Kraft treten wird , veröffentlicht worden .
In diesen Erlassen sind die Modalitäten für die Messung der biologischen
Abbaubarkeit aionaktiver Detergentien und die Liste der zur Durchführung der
Messungen der biologischen Abbaubarkeit dieser Detergentien zugelassenen
Laboratorien enthalten .
In Italien ist das Gesetz über die biologische Abbaubarkeit synthetischer
Detergentien im Amtsblatt vom 3 - April 1971 veröffentlicht worden . Dieses
Gesetz tritt erst 6 Monate nach diesem Zeitpunkt in Kraft . Es wird eine
Frist von 6 Monaten , gerechnet von diesem Zeit^'-r.*   "'"ir den Absatz
synthetischer Detergentien gewährt , die den Anforderungen c.       3 Dekrets
nicht entsprechen .
Nach diesem Gesetz müssen synthetische Detergentien mindestens zu 8o $
abbaubar sein und dürfen weder für Menschen noch für Tiere schädlich sein .
Außerdem untersagt dieses Gesetz die Herstellung , den Besitz , den Verkauf ,
die Einfuhr und die Verwendung von Erzeugnissen , die nicht die vorgeschrie­
benen Merkmale aufweisen , und legt die bei Zuwiderhandlungen zu verhängenden
Strafen fest .
Hinsichtlich der Überwachung (Probenahme , Prüfung und Analyse der Proben ,
zugelassene Laboratorien ) und der mit der Durchführung dieser Überwachung
beauftragten Gesundheitsbehörden ( Genehmigung , Inspektionen , Probenahmen ,
Verfügungen zur zeitweiligen oder endgültigen Schliessung von Unternehmen
und Anstalten ) sowie hinsichtlich der bei Zuwiderhandlungen zu verhängenden
Strafen wird auf das Gesetz Kr . 283 vom 3o . April 1962 , das bereits in
Kraft ist , und auf die späteren Änderungen verwiesen .
Hinsichtlich der Etikettierung ist das italienische Gesetz genauer als
die anderen einschlägigen Vorschriften .
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Auf den Verpackungen der unter das Gesetz fallenden Erzeugnisse müssen
ausser allen zur Identifizierung der Herstellerfirma notwendigen Angaben
der Grad der "biologischen Abbaubarkeit , die Gebrauchsanweisung und die
Nettomenge des Erzeugnisses aufgeführt sein .
Erzeugnisse , die den Erfordernissen hinsichtlich der biologischen Ab­
baubarkeit nicht entsprechen oder die , obwohl sie diese Merkaale auf­
weisen , gesundheitsschädlich' sind , unterliegen der Beschlagnahme auf
Veranlassung des für die Provinz zuständigen Arztes , der auch mit vor­
heriger Genehmigung der Gerichtsbehörde die Vernichtung dieser Erzeugnisse
anordnet .                        ~              •.          '• ' _
                                                    ?
Artikel 6 sieht die Verkündung des Anwendungsdekrets innerhalb von 6
Monaten nach Veröffentlichung des Gesetzes im Amtsblatt vor und legt
die Strafen fest , die bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des
genannten Dekrets zu verhängen sind .
In dem Dekret sind die für die Herstellung synthetischer Detergentien
zugelassenen Kategorien und Artenvon oberflächenaktiven Substanzen vor­
zusehen , die nach dem derzeitigen Stand des Wissens hinsichtlich der
biologischen Abbaubarkeit und der Nicht toxi zität der De tergentien selbst
als optimal betrachtet werden .
Ferner soll die Verordnung eine Liste der zur Überwachung der biologischen
Abbaubarkeit befugten Laboratorien enthalten und die Messmethode festlegen .
Ausserdem ist darauf hinzuweisen , dass auf EWG-Ebene vereinbart worden
ist , in den für den Konsum im belgischen , im luxemburgischen und im
niederländischen Hoheitsbereich bestimmten Detergentien kein Tetrapropy-
lenbenzol-Sulfonat zu verwenden . Es handelt sich jedoch hierbei nur um
eine private Vereinbarung zwischen dnn Industrien der drei Mitgliedstaatenj
die , bisher noch in keinen Gesetzes.text übernommen worden ist .
Die Vereinbarung kann durch eine der Parteien unter den vier folgenden
Bedingungen gekündigt werden :
                                                                        /.
 ---pagebreak---  1 ) Für das Tetrapropylenbenzol-Sulfonat kann kein ständiger Ersatz
     beschafft werden ,
 2 ) Die Verkaufspreise müssen an die Gestehungskosten der erforderlichen
     industriellen Umstellung angepasst werden ,
 3 ) Die industrielle Umstellung kann im vorgeschriebenen Zeitraum , d.h .
     bis zum 1,7.1968 durchgeführt werden ,
 4 ) Es wird eine Kontrollmethode eingeführt .
 Auch auf internationaler Ebene ist das Problem keineswegs unbeachtet
 geblieben . Im Gegenteil , innerhalb verschiedener internationaler Organi­
 sationen (Wirtschaftskommission für Europa (Vereinte Nationen ), Europa­
 rat , GECD ) sind zahlreiche Arbeiten - meist in dem weiter gesteckten
 Rahmen der Bekämpfung der Wasserverschmutzung - in Angriff genommen worden .
 1 , So wurde auf Initiative von neun Ländern , nämlich : Belgien , Deutsch­
 land, - Dänemark , Prankreich , Italien , Luxemburg, Niederlande , Schweiz und
 Grossbritannien , am 1 6 , September 1968 im Europarat ein "Europäisches
 Abkommen zur Beschränkung der Verwendung bestimmter Detergentien in
 Wasch- und Reinigungsmitteln" abgeschlossen ,
 Zweck dieses Abkommens ist die Sicherstellung eines wirksamen Schutzes
 der Wasserversorgung der Bevölkerung, der Industrie , der Landwirtschaft
 und anderer Berufszweige sowie ein allgemeines Verwendungsverbot bestimm­
ter Detergentien sowohl in den Haushalten als auch in der Industrie ,
 Das Abkommen betrifft alle synthetischen Detergentien und stellt den
 Grundsatz einer biologischen Abbaubarkeit von mindestens 80 i° auf .
 Jedoch müssen die Regierungen der genannten Länder auf der Grundlage die­
 ses Abkommens , gegebenenfalls auch auf dem Rechtswege , die erforderliohen
 Massnahmen treffen , damit synthetische Detergentien, die nicht zu 80 $
 abbaubar sind , in ihrem Land nicht auf den Markt gebracht werden .
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Ferner haben sie die erforderlichen Mess- und Prüfverfahren einzuführen ,
jedoch ist darauf hinzuweisen , dass das Abkommen keinerlei Referenz-
jnethode empfiehlt «
Das Abkommen ist nach Unterzeichnung durch Belgien , Prankreich , Nieder­
lande , Deutschland und Grossbritannieri in Kraft getreten ; es steht je­
doch anderen Ländern zur Unterzeichnung offen .
Andererseits besteht die Möglichkeit , auf Antrag einer der Vertrags-
schliessenden Parteien mindestens alle fünf Jahrö eine Überarbeitung
des Abkommens vorzunehmen ,
2 , Ferner wurden - ebenfalls im Rahmen der OECD - umfangreiche Arbeiten
durch Einschaltung einer Forschungsgruppe für die Wasseraufbereitung
durchgeführt , wobei besonders die Probleme der Ermittlung des Grades
der biologischen Abbaubarkeit vcn Detergentien behandelt worden ist .
Bs hat sich nämlich gezeigt , dass die Ergebnisse der genannten Methoden ,
die auf biologischen Prozessen beruhen , je nach den Versuohsbedingungen
                                                 >
und den Umwelteinflüssen stark voneinander abweichen können . Dies ist
einer der Gründe , weshalb die GECD bestrebt war , nach einer gemeinsamen
Analysenmethode zu suchen , die von allen Mitgliedstaaten zur Bestimmung
der biologischen Abbaubarkeit von anionaktiven Detergentien akzeptiert
werden kann . Ihre Arbeiten haben zur Entwicklung einer Methode geführt ,
die 2 Tests umfasst , welche sowohl im Prinzip als auch hinsichtlich der ;
Ergebnisse ziemlich stark voneinander abweichen . Der erste Test , der
verhältnismässig einfach und an vielen Produkten schnell durchführbar
ist , führt die Bezeichnung " Sortiertest " ( test de triage ). Die mit diesem
Test erhaltenen Ergebnisse bezüglich des Mindestgrades an biologischer
Abbaubarkeit können auch durch einen zweiten Test gewonnen werden , der
die Bezeichnung "Bestätigungstest ( test de confirmation " führt .
Allerdings ist der Sortiertest- nicht für alle Produkte brauchbar , be­
sonders nicht für solche , bei^denen ein mehr oder weniger langer be­
sonderer Abbauprozess erforderlich ist , Jedcch gestatten es die mit dem
Test gewonnenen Ergebnisse nicht , ein Produkt ohne weiteres • zu verwerfen ,
Bevor eine solche Entscheidung getroffen wird , muss noch der zweite Test
durchgeführt werden , der langwieriger .und'-komplizierter. ist.. und als
Referenztest angesehen werden muss , welcher allein die Feststellung zu­
lässt , ob ein Produkt den Mi'ndestgrad an biologischer Abbaubarkeit von
BCffo nicht erreicht und deshalb verworfen werden muss .
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BESTIMMOTG DSR BIOLOGI SCHEN ABBAUBARKSI T DER DETERGENTIEIT
1 . Allgemeine ÏÏberlesungen
    Unter biologischer Abbaubarkeit versteht man die Zersetzung einer
    organischen Verbindung, insbesondere eines synthetischen anionak­
    tiven Tensids , durch Mikroorganismen .
    Biologisch nicht abbaubare Detergentien sind Alkylbenzolsulfonate ,
    deren Moleküle verzweigte Ketten bilden , in denen die Wasserstoff-
    atome nicht gleichmässig verteilt sind , Wegen dieser besonderen
    Struktur können die im Wasser und im Boden vorhandenen Mikroor­
    ganismen die Moleküle nicht angreifen und auf dem Wege über einen
    besonderen biologischen Vorgang umsetzen und zerstören .
    Die biologisch atibaubaren Detergentien sind anderer Art ; die am
    weitesten verbreiteten - die Alkylbenzolsulfonate mit geraden
    Ketten - unterscheiden sich von den vorgenannten lediglich durch
    ihren chemischen Aufbau ; die Atome sind gleichmässig verteilt , und
    die Mikroorganismen können das Molekül angreifen und es schliess­
    lich in seine Hauptbestandteile zersetzen .
2 , Methoden zur Messung der b io logischen Abbaubarkeit synthetischer
    anionaktiver Detergentien
    Auf Gemeinschaftsebene sind drei Methoden zur Messung der biolo­
    gischen Abbaubarkeit in Gesetzesvorschriften übernommen worden ,
    nämlich :
    - die in Frankreich geltende Methode ;
    - die in Deutschland geltende Methode ;
    - die OECDE-Methode .
    Alle diese Methoden sind entwickelt worden , um reine anionaktive
    Tenside oder Handelsprodukte , die solche oberflächenaktive Stoffe
    enthalten , zu analysieren . Im letzteren Falle ist eine vorherige
    Extraktion des Wirkstoffes vorgesehen .
    Die französiche Methode ist eine biologische Methode , die in zwei
    Abschnitten durchgeführt wird ; der erste Abschnitt umfasist 7 Tage ,
    in denen sich die Mikroorganismen an die Detergentien gewöhnen .
 ---pagebreak--- Dieser Abschnitt ist in etwa der Selbstreinigung der Flüsse vergleichbar .
Der zweite Abschnitt beträgt 3 Tagef in dieser Zeit fügt man das Deter–
gent bei , das nun die Vorgänge in einer Belebtschlammanlage zu simulieren
versucht .
Die Methode sieht Gültigkeitslq?iterieri vor , die eine Ausschaltung abx^ei-
chender Ergebnisse ermöglichen , denn den Chemikern könnten bei der Be­
stimmung . oder beim Anlegen der Bakterienkultur Fehler unterlaufen .
Bei der deutschen' Methode handelt es sich um ein an Belebtshhlämmen
durchgeführtes dynamisches Verfahren , das auf der Simulation der in bio­
logischen Kläranlagen herrshhenden Bedingungen basiert .
Die Laboratoriumseinheit wird laufend mit synthetischem Abwasser gespeist
dem 20 $o Aktivstoff des zu messenden Detergents beigefügt werden , ,
Zu Beginn des Tests wird keine Mikroorganismenkultur beigefügt .    Diese
Mikroorganismen werden mit der während der Arbeiten zugeleiteten Luft
hinzugefügt .                                    -
Der Prozentsatz des Detergents wird täglich gemessen . Zu Beginn ist die
Entwicklung von Mikroorganismen zu verfolgen .
Der Abbau ( in f°) des Detergents wird täglich auf der Grundlage des ASS
Gehalts - ausgedrückt in mg/l - des synthetischen Abwassers und des im
Sammelgefäss angesammelten Wassers berechnet . Diese Abbaubarkeit ist das
arithmetische Mittel der während der 21 , Tage nach der Anlaufperiode er­
zielten Werte , Die A IU3S -Mengen werden nach der Methylenblau-Methode'
bestimmt . Der im Belebtschlamm des Belüftungsgefässes enthaltene organi­
sche Anteil wird jede Woche- bestimmt 5 liegt er über 3 g/l , so wird der
entsprechende überschlüssige • Belebtschlamm entfernt ,"
Husmann hat in einer sehr gründlichen Untersuchung nachgewiesen , dass die
nach diesem Verfahren erzielten Ergebnisse gut mit den Ergebnisse der
Kläranlagen übereinstimmen .
Die OECD-Methode besteht aus zwei Tests «
- einem Sortiertest , d,h , einem statischen Test mit " offener Flasche " und
- einem Bestä&igungstest , der auf der Simulierung der -in biologischen Ab-
   wässeranlagen herrschenden Bedingungen basiert.'
 ---pagebreak---                                     - 12 -
Die beiden Tests werden . auf die anionaktiven Tenside als solche oder auf
die in den gebrauchsfertigen Detergentien enthaltenen angewandt ! im letz­
teren Fall müssen die Aktivstoffe vor der Durchführung des Tests extrahiert
werden .
Vorteile und Nachtolle der verschiedenen Analysenm4 thoden
- Die französische Methode weist den Vorteil auf , dass nur eine einfache
  Ausrüstung erforderlich ist (Flaschen von 20 l ), so dass eine grosse
  Anzahl von Tests gleichzeitig durchgeführt werden kann ,
Sie erfordert nur 10 Tage und ist somit die zeitsperendste aller unter­
suchten Methoden . Auch die Anzahl der analytischen Kontrollen ist auf ein
Mindestmass reduziert ; es sind nur zwei Stichproben am 7 » und am 10 . Tag
nach <fer Bebrütung durchzuführen .
Gegenüber dem " Sortiertest " hat dieser Test den Vorteil , dass während der
gesamten Zeit der Bebrütung eine ständige Belüftung erfolgt und dass eine
bestimmte Bakterienpopula.tion des Inokulums ( 10 6 - .-7
                                                      10 Mikrogramm/mm ^ )
definiert wird , wenn auch immer ein Zweifel hinsichtlich der Natur der
Mikroorganismen bestehen bleibt .
Sin Nachteil könnte darin bestehen , dass es sich wie beim Sortiertest
nicht um eine Absolutmethode handelt und infolgedessen eine Beferenzlösung
hergestellt werden muss , um die Zuverlässigkeit der Ergebnisse beurteilen
zu können .
Da die französische Methode verhältnismässig neu ist und eine neuere und
vollständige Dokumentation nicht vorhanden ist - über die Laboratoriums-
versuche wurde bisher noch kein Gesamtbericht veröffentlicht -, ist es
schwierig, ein Urteil über den Vergleich mit dem " Simulierungstest " abzu­
geben .
- Der deutsche Simulierungstest erfordert eine sehr komplexe Anlage und
  eine genaue Voreinstellung.
Die deutsche Methode erfordert mindestens 21 Tage , und es kann je Anlage
nur eine Bestimmung durchgeführt werden .
Die Anzahl . der analytischen Kontrollen beim Betrieb der Anlage und bei der
täglichen Überprüfung der Proben ist ziemlich hoch .
 ---pagebreak---                                    - 13 -
Die Verwendung von Trinkwasser für die Herstellung synthetischer Abwässer
kennte , je nach der Art des zur Verfugung stehenden Trinkwassers , wenn
die Zusammensetzung dieses Wassers nicht spezifiert wird , zu unterschied­
lichen Versuchsbedingungen "bei den verschiedenen Laboratorien führen ,
die diesen Test anwenden .
Ferner ist auf das Fehlen einer thermostatischen Regelung der Gesamt-
apparatur hinzuweisen, "bei der eine Mindesttemperatur von 18° und eine
Höchsttemperatur von 30° C zugelassen wird .
Der Hauptvorteil dieser Methode liegt , wie "bereits gesagt , darin , dass
sie wegen ihrer direkten Wechselbeziehung mit der praktischen Aufbereitung
von Gebrauchtwasser als Referenzmethode angesehen werden kann .
Dagegen bietet der Sortiertest (OECD ) den Vorteil einer einfacheren Appa­
ratur ( 2-Liter-Erlenmeyer mit Temperaturregelung ), so dass man eine grosse-
re Anzahl Tests gleichzeitig durchführen kann . Das Verfahren benötigt , je
nach Art der verwendeten Proben , mindestens 12 und höchstens 19 Tage .
Die Zahl der durchzuführenden Kontrollanalysen ist geringer als bei der
deutschen Methode ; es sind maximal 7 ^is 8 Stichproben erforderlich .
Der Kachteil der Methode liegt in der-Bbtwendi^eit- einer anfänglichen
Kontrolle der Wirksamkeit des Inokalums , in der Notwendigkeit einer stän­
digen Kontrolle der Vargleichslösung, von der das Ergebnis der unbekann­
ten Probe abhängt , sowie in der Unsicherheit besonders derjenigen Resultate ,
die bei schlecht abbaubaren anionaktiven Tensiden erzielt werden .
Der OECD-Bestätigungstest ist nach Ansicht der Sachverständigengruppe der
OECD in seinen grossen Zügen weitgehend mit der deutschen Methode ver­
gleichbar .
Innerhalb der OECD hat die Forschungsgruppe für Wasseraufbereitung eine
erste Gegenüberstellung der nach den einzelnen Analysemethoden an sechs
Proben – darunter zwei .A 3£E3–Proben – erzielten Ergebnisse vorgenommen .
Die Ergebnisse dieser Versuche sind in Tabelle I aufgeführt .
                                                                      ./
 ---pagebreak---                                           - 14 -
   - Hinsichtlich Dobana 055 hat die französische Delegation bei der Ad-
     hoc-Gruppe " Biologisohe Abbaubarl© it der Detergentien"erklärt , dass
     die nach der französischen Methode erzielten Ergebnisse nahezu die
     gleichen seien wie bei der deutschen Methode .
   - Bei Marlon A hat man alle Ergebnisse unberücksichtigt gelassen , die
     nicht innerhalb von 14 Tagen zur Erzielung eines stationären Zustandes
     geführt haben oder bei denen das THS3 einen biologischen Abbaugrad
     über 35 $ aufwies .
   Bei den übrigen Erzeugnissen hat man alle Ergebnisse ausgesondert ,
   die nicht einem biologischen Abbaugrad für Marlon A zwischen 9 ^ und
   95 i° entsprechen oder bei denen das TflSo einen biologischen Abbaugrad
  über 35 io aufweist .
                                          TABELLE I
                                       ABBAUGRAD IN 1°
                   ;       Sortiertest            Bestâtigungstest          franz . I
   Reinigungs­                                                          . Mo+Vinflo I
     mittel          Mittel­        Höchst­      Mittel-       Höchst­    ( Mittel­
                     werte            werte       werte         werte       werte )
                                        _    . J    _      I
Marlon A
                     92,4      ,   87 - 98          91,4       63 - 99        93
T 3SS;               23,9           0 - ,81        40,9        14 - 89        26    I
                                                                                    i
Dobane 055            64,9          2-96           92          80 - 98
Dobane JFÎÏ          93,5          90 - 99         92      |   78 - 98        94
                                 I
Al® 3 Hr . 2 ,       91            84 - 99         92,1        85 - 98
seifenfrei
AIS S Nr.3 , I       90,4          78 - 96         91          84 - 98
seifenfrei       j
                 i
         Quelle ;      - Technischer Bericht über die Erprobung der von der OECD
                         vorgeschlagenen Methode , 29 . Januar 1971
                       - La Rivista Italiana delle sostanze grasse , Band XLVII ,
                         Februar 1970
 ---pagebreak--- Wie aus der Tabelle I -hervorgeht , ist der Vergleich der Analyseergeb­
nisse für Abbaugrade über 80       dem in der Richtlinie festgelegten
Wert , zufriedenstellend .            -                          '     ,
Die grösseren Unterschiede , die man . bei den sogenannten "harten " Ten­
 siden ( TBS' ) feststellt , haben für die Richtlinie keine Bedeutung,
In Anbetracht der bereits dargelegten Lage auf dem Gebiete der Gesetzes-
gebung und aufgrund der Überlegungen zu den verschiedenen Analysemethoden
ist für die Harmonisierung die sogenannte Lösung der freien Wahl ange­
nommen worden .
Diese Lösung der freien Wahl hat zur Folge , dass diö Mitgliedstaaten
ihre eigene Gesetzgebung neben den von der Gemeinschaft angeregten
Bestimmungen beibehalten können .
Diese Lösung konnte auf dem betreffenden Sektor deshalb gewählt werden ,
weil die mit den verschiedenen Analyse techniken erzielten Ergebnisse
- mit Ausnahme der TBS-Proben - unter Berücksichtigung der Komplexität
der Bestimmung hinreichend übereinstimmen , so dass in dem Richtlinien-
vorschlag für die erste Analyse die gegenwärtig in den Mitgliedstaaten
angewandten Verfahren beibehalten werden können .
Hinsichtlich der Referenzmethode für die anionaktiven Tenside ist man
übereingekommen , dass der OECD-Bestätigungstest auf Gemeinschaftsebene
im Rahmen dos im Artikel 3 vorgesehenen Verfahrens zugelassen worden
kann » Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist dieser Test der
genaueste ; er ergibt die beste Übereinstimmung mit den praktischen
Ergebnissen , die in einer Kläranlage erzielt werden »
 ---pagebreak---              VI . BEMERKOTGEN ZUM RICHTLIîTIMVORSCHLAG
Anwendungsbereich der Richtlinie
In Artikel 1 werden die Detergentien als Eandelsprodukte definiert ,
um jegliche Verwechslung mit den Bezeichnungen " spannungsaktiv" und
" oberflächenaktiv", die zuweilen im gleichen Sinne verwendet werden ,
zu vermeiden .
Die Richtlinie betrifft die vier ICate^grien von Detergentien ( anion­
aktive , kationaktive , ampholy tische und nichtionisierende ); sie gilt
insbesondere für die anionaktiven Detergentien , weil man bis heute nur
für anmonaktive Tenside über Methoden zur Bestimmung der biologischen
Abbaubarkeit verfügt .
Wenn man im übrigen die Aufteilung des Verbrauchs bei diesen vier Ka­
tegorien von Detergentien untersucht , stellt man fest , dass die anion­
aktiven Tenside den höchsten Prozentsatz ausmachen . Im Durchschnitt
liegt dieser in den Gemeinsohaftsländern bei etwa 85 i° •
Weitere Bicbtliaian können folgen , sobald für die übrigen Kategorien
von Detergentien Methoden zur Bestimmung der biologischen Abbaubarkeit
entwickelt sind ,
Prinzip des freien Verkehrs
Artikel 2 legt den Grundsatz eines Minde stabbaugrades von 80      für
anionaktive , kationaktive , ampholytische und nichtionisierende Deter­
gentien fest , Dieser Grundsatz ist vom Europarat im "Europäischen Ab­
kommen zur Beschränkung der Verwendung bestimmter Detergentien in
Wasch- und Reinigungsmitteln " vom 16 . September 1968 bestätigt und von
einigen Mitgliedstaaten angenommen worden , während andere das Verfahren
zu seiner Annahme eingeleitet haben .
Die Mitgliedstaaten dürfen die Vermarktung und die Verwendung von Deter­
gentien , die dieser Vorschrift entsprechen , weder untersagen noch behindern
Bedingungen für die Überprüfung und die Messung der biologischen Abbaubarke
Artikel 3 sieht das Verbot der Vermarktung und der Vorvendung von Itetergentien w
bei denen der Abbaugrad der oberflächenaktiven Substanzen von 80 i° nicht
erreicht wird .
 ---pagebreak--- Erlässt ein Mitgliedstaat ein Handelsverbot , so muss er den Mitgliedstaat ,
 aus dem das Erzeugnis stammt , und die Kommission hiervon unterrichten .
Es ist ein Verfahren vorgesehen , wonach die Kommission den Streit gütlich
"beizulegen sucht und gegebenenfalls das Gutachten eines der Laboratorien
einholt , die zur Durchführung der Kontrolle nach der Eeferenzmethode be­
fugt sind .
 Schliesslich sieht Absatz 3 ein flexibleres Verfahren für Erzeugnisse vor,
bei denen die biologische Abbaubarkeit zwischen 75 und 80 "fo liegt *
Dieses Verfahren ist wegen der biologischen Hatur der Methoden zur Bestim­
mung des Abbaugrades , bei denen zahlreiche besondere Faktoren mitspielen ,
gewählt worden .
Die erzielten Ergebnisse weichen zwangsläufig bei den einzelnen Methoden
um 3 bis 4 i° voneinander ab ,
Methoden zur Messung der biologischen Abbaubarkeit
Artikel 4 legt fest , dass zur Messung der biologischen Abbaubarkeit anion-
aktivar Tenside die in Deutschland , in Prankreich und bei der OECD geltenden
Methoden angewandt werden , wobei die letztere zwei Versuche umfassts den
Sortiertest und den Bestätigungstestj die anderen Mitgliedstaaten haben k
keine eigenen Methoden .
iLtilcettierung
Artikel 5 schreibt vor , dass die Verpackungen der Detergentien folgende
Angaben enthalten müs seil s Benennung des Erzeugnisses , Name bzw . Firmen­
bezeichnung oder Schutzmarke dessen , der für die Vermarktung verantwortlich
ist , sowie die Angabe , dass das Detergent den Bestimmungen der Richtlinie
entspricht . Um die Etikettierungsarbeit zu erleichtern , kann diese Angabe
mittels " eines Symbols erfolgen .        ' -        : -*  '
Bestimmungen über die Bekanntgabe der befugten Laboratorien in den Mitglied­
staaten
Artikel 6 sieht die Bekanntgabe der Laboratorien vor , die zur Durchführung
der Kontrolle der biologischen Abbaubarkeit Bach der in Anlage I aufgeführ­
ten Eeferenzmethode befugt sind .
Es steht den Mitgliedstaaten frei , irgendein beliebiges Laboratorium zu be­
nennen . Jedaoh haben einige Delegationen im Rahmen der Ad-hoc-Gruppe
 ---pagebreak---                                       - 16 -
   "Biologische Abbaubarkeit " den Wunsch geäussert , dass zu diesen Labora­
   torien auch das Laboratorium dar GPS in Ispra gehörs» möge ,
   Verfahren zur Anpassung an den technischen Fortschritt
   Artikel 7 und 8 sehen die Einsetzung und die Tätigkeit eines Ausschusses
   vor , der dem technischen Fortschritt Rechnung trägt ; dies bedingt die
   rasohe Festlegung der Methoden zur Messung der biologiechen Ab-      •-
  baubarkeit sowie dor im Anhang I vorgesehenen Referenzmoihode .
   Inkraftsetzung und Frist für die Anwendung
   Artikel 9 sieht eine Frist von sechs Monaten für die Inkraftsetzung der
   Richtlinie , gerechnet vom Zeitpunkt ihrer Bekanntgabe , vor , um den Mit­
   gliedstaaten und den Beteiligten die entsprechenden Anpassungen zu ermög­
   lichen .
                        VII . ANHÖRUNG DER BETEILIGTEN FACHKREISE
   Bei der Ausarbeitung dieser Richtlinie hat die Kommission
   von den Bermerkungen der Vertreter der Studiengruppe " Gemein­
   samer Markt1' der Internationalen Vereinigung der Wartungamittel-
   herBteller-Verb^ndo-j^tlOs^ Ständigen EWG–Ausschusses der Seifen­
- -und Waschmittelindustrie und des Internationalen Sekretariats der Verbände
   der chemischen Industrien der Länder der Europäischen Wirtschaftsgemein­
   schaft Kenntnis genommen .
         VIII . ANHÖRUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES WIRTSCHAFTS-
                                 UND SOZIALAUSSCHUSSES
   Die Stellungnahme dieser beiden Gremien erscheint gemäss Artikel 100
   Absatz 2 erforderlich .
   Die Anwendung der in der Richtlinie enthaltenen Bestimmungen erfordert
   nämlich in einigen Mitgliedstaaten eine Änderung der Rechtsvorschriften .
 ---pagebreak---                              VORSCHLAG EINER RICHTLINIE
                       ZUR ANGLEICHUNG DER RECHTSVORSCHRIFTEN
                       DER KITGLIEDSTAATEN ÜBER DETERGENTIEN
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN ,
gestützt auf die Bestimmungen des Vertrags zur Gründung der Europäischen Wirt­
schaftsgemeinschaft , insbesondere auf Artikel loo ,
gestützt auf den Vorschlag der Kömmission ,
gestützt auf die Stellungnahme des Europäischen Parlaments ,
gestützt auf die Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses ,
in der Erwägung, daß die Rechtsvorschriften zur Gewährleistung der biologischen
Abbaubarkeit synthetischer anionaktiver Detergentien in den einzelnen Mitglied­
staaten verschieden sind , was eine Behinderung des Warenverkehrs zur Folge hat ,
in der Erwägung , daß in dem am 16 . Februar 1971 in Kraft getretenen "Europaischen
Abkommen zur Beschr nkung der Verwendung bestimmter Detergentien in Wasch- und
Reinigungsmitteln" die Unterzeichnerstaaten sich verpflichtet haben , die nach
dem Stand der Technik wirksamsten Massnahmen - gegebenenfalls auf dem Rechts-
wege - zu ergreifen , zum zu gewährleisten , daß Wasch- und Reinigungsmittel , die
ein oder mehrere synthetische Detergentien enthalten , nur unter der Voraus­
setzung auf den Markt gebracht werden , daß die in dem betreffenden Erzeugnis
enthaltenen Detergentien insgesamt zu mindestens 80 $£ biologisch abbaubar sind ,
in Anbetracht des steigenden Verbrauchs an Detergentien und ihres Einflusses
auf die Verunreinigung der natürlichen Umgebung im allgemeinen und auf die Ver­
unreinigung der Gewisser im besonderen ,
 ---pagebreak--- in der Erwägung, daß die Detergentien zur Verunreinigung der Gew. sser beitragen ,
da sie grosse Schauramengen bilden , die den Kontakt zwischen Wasser und Luft ver­
ringern , die Säuerst offaufnahme des Wassers erschweren und die Schiffahrt be­
hindern , die ferner die für das Leben der Wasserflora erforderliche Photosynthese \
beeintr cht igen , einen ungünstigen Einfluß auf die verschiedenen Phasen der
Abwässerreinigungsprozesse haben , die Abwasserkl. ranlagen besch digen und
wegen einer möglichen Übertragung von Bakterien und Viren eine indirekte mikro­
biologische Gefahr darstellen ,                                                      j
in der Erwägung , daß beim derzeitigen Stand des Wissens nur Methoden zur Bestim­
mung der biologischen Abbaubarkeit anionaktivsr Tenside verfügbar sind , und daß
daher die Bestimmungen der Richtlinie zwar auf die vier Kategorien von Deter­
gentien - anionaktive , kationaktive , ampholytische und nicht ionisierende De­
tergentien - abzielen , aber namentlich für anionaktive Detergentien gelten         :
 sowie dass weitere Richtlinien folgen können , sobald Methoden für die
übrigen Kategorien cntTriokolt sind ,                                                ,
in der Erwägung, daß die Hitgliedstaaten in der Lage sein müssen , die Überein-     i
                                                   anionaktiven
Stimmung der auf den Markt gebrachten oder verwendeten/Detergentien mit den
Vorschriften der Richtlinie zu überprüfen und daß es daher zweckdienlich ist ,
auf die bereits in einigen Mitgliedstaaten angewandten Methoden zur Messung der
biologischen Abbaubarkeit anionaktiver Tenside Bezug zu nehmen , daß aber im
Streitfalle die Überprüfung der biologischen Abbaubarkeit nach einer gemeinsamen
Referenzmethode durchgeführt werden muß , die in Anlage I der Richtlinie aufge­
führt ist ,
in der Erwägung , dass der technisch® Portschritt eine rasche
Anpassung der in der Richtlinie genannten nationalen Methoden
sowie der in der Anlage I aufgeführten Referenzmethode er­
forderlich macht und daß zur leichteren Anwendung der hierfür erforderlichen
Maßnahmen ein Verfahren für eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten
und der Kommission im Rahmen des "Ausschusses für die Anpassung der Richtlinien übi
die Beseitigung der technischen Handelshemmnisse bei Detergentien an den techni­
schen Fortschritt " vorzusehen ist
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN :
 ---pagebreak---                                        m ? *
                                       Artikel 1
Als Detergent im Sinne dieser Richtlinie gilt jedes Erzeugnis , dessen praktische
Zusammensetzung speziell auf das Zusammenwirken von Reinigungsvorgängen abgestellt
ist und das außer den Hauptbestandteilen ( oberflackenaktive Substanzen ) im '
allgemeinen ergänzende Bestandteile , Zusatzstoffe , Stellmittel , Streckmittel ,
Beimengungen -und andere Nebenbestandteile enth lt .
                                       Artikel 2
Die Hitgliedstaaten dürfen aus Gründen , die die biologische Abbaubarkeit ober-
flächenaktiver Reinigungsmittel betreffen , die Vermarktung und die Verwendung
von Detergentien nicht untersagen oder behindern , wenn die biologische Abbau­
barkeit der darin enthaltenen oberflächenaktiven Substanzen     für jede der fol­
genden Kategorien mindestens 80 f. betr gt : anionaktive , kationaktive , ampholytische
und nicht ionisierende Substanzen .
                                       Artikel 3
1 . Stellt ein Mitgliedstaat fest , daß ein Betergent die im Artikel 2 vorgesehene
biologische Abbaubarkeit der oberflächenaktiven Substanzen von 80 $ nicht
erreicht , so kann er dessen Vermarktung und Verwendung auf seinem Hoheitsge­
biet untersagen .
2 . Erl ißt er ein Handelsverbot , so unterrichtet er hiervon den Mitgliedstaat ,
aus dem das Erzeugnis stammt , ; und die Kommission unverzüglich unter Angabe der
Entscheidungsgründe und der Einzelheiten der in Anwendung des vorhergehenden
Absatzes durchgeführten Kontrollen .
Wenn dieser Mitgliedstaat die Entscheidung aiificht , führt die Kommission un­
verzüglich eine Konsultation der beiden beteiligten Mitgliedstaaten sowie ge­
gebenenfalls der anderen Mitgliedstaaten durch .                     '            ~
Ist innerhalb von zwei Monaten nach Unterrichtung gern ß Absatz 2 f Satz 1 , kein
Einvernehmen erzielt worden , so hdt die Kommission das Qitaohten eines der in
Artikel 6 erw hnten Laboratorien ein , wobei jedoch die Laboratorien , die im
Sinne des genannten Artikels von den beiden beteiligten Mitgliedstaaten mit -,
geteilt worden sind , . ausgeschlossen bleiben .
 ---pagebreak--- Eies Gutachten wird bei den anionaktiven Tensiden nach der Referenzmethode durchge­
 führt , d.h . nach dem "Bestätigungstest " der OECD , der in Anlage I dieser Rieht- 1
 linie übernommen ist .
                              i
                                      . des Laboratoriums
Die Kommission teilt das Gut achten' den beteiligten Mitgliedstaaten mit , die der
Kommission binnen einem Monat ihre Bemerkungen hierzu übermitteln können . Zu
 gleicher Zeit kann die Kommission die etwaigen Bemerkungen der beteiligten                 '
Parteien zu dem eingeholten Gutachten anhören .
Nach Anhörung dieser Bemerkungen erstellt die Kommission gegebenenfalls geeignet!
Empfehlungen .                                                                             1
                                                                                           l
 3 . Wenn die gern ß Absatz 1 durchgeführte Analyse     eine biologische Abbaubarkeit
 zwischen 75 und 8o % ergibt , kann das Handelsverbot erst 6 Monate aaoh der in
Absatz 2 vorgesehenen Unterrichtung in Kraft treten.                                     j
                                 Artikel 4
Bei den anionaktiven Detergentien muß die biologische Abbaubarkeit im Sinne von
Artikel 3 Absatz 1 nach einer der folgenden Methoden festgestellt werden ?             j
 - in Prankreich geltende Methode , gebilligt durch Erlass vom 11 . Dezember 197° ,
 der im Journal Officiel de la France Nr . 3 vom 5 * Januar 1971 veröffentlicht
 worden ist und Experimentalnorm T 73 - 26o , Februar 71 » herausgegeben von AFNORj
- in Deutschland geltende Methode , gebilligt durch Verordnimg über die Abbau­
barkeit von Detergentien in Wasch- und Reinigungsmitteln vom 1 . Dezember 1962 ,
 die im Bundesgesetzblatt Nr . 49 vom 12 . Dezember 1962 veröffentlicht worden ist ;
                                                                                     I
 - OECD-Methode , veröffentlicht im technischen Bericht vom 29 . Dezember 197o
über die Bestimmung der biologischen Abbaubarkeit synthetischer anionaktiver De­
 tergentien .
                                 Artikel 5
 1 . Auf den Packungen , in denen die Detergentien dem Verbraucher angeboten werdei
     müssen leserlich , deutlich und unverwischbar folgende Angaben angebracht seir
     a) Benennving des Erzeugnisses
     b) Name bzw. Firmenbezeichnung oder Schutzmarke dessen , der für die Vermarkti
        verantwortlich ist
 ---pagebreak---      c ) Angabe , daß das Detergent den Bestimmungen dieser Richtlinie ent­
         spricht . Diese Angabe kann mittels eines Symbols gemüß Anlage II
         dieser Richtlinie erfolgen .
    Die gleichen Angaben müssen in den Begleitpapieren von lose beförderten
    Detergentien enthalten sein .
2 . Die Hitgliedstaaten können die Vermarktung von Detergentien auf ihrem
    Hoheitsgebiet davon abhängig machen , daß die Etikettierung in ihren
     Landessprachen abgefaßt ist .
                        ..V         Artikel 6
Jeder Mitgliedstaat teilt den anderen Mitgliedstaaten und der Kommission
spätestens drei Monate nach Bekanntmachung dieser Richtlinie mit , welches
Laboratorium bzw . welche Laboratorien befugt sind , ''die Kontrollen nach der
Referenzmethode gemäß Artikel 3 Absatz 2 durchzuführen.
                                    Artikel 7
1 . Es wird ein Ausschuss für die Anpassung der. Richtlinien über die Be­
     seitigung der . technischen Handelshemmnisse bei Detergentien an den •.
    technischen Port schritt - im folgenden ''Ausschuss " genannt - eingesetzt ,
     der aus Vertretern der Mitgliedstaaten besteht und in dem ein Vertreter
     der Kommission den Vorsitz führt .
2 . Der Ausschuss gibt sich eine Geschäftsordnung .
3 . Die Kommission führt nach dem in Artikel 8 vorgesehenen Verfahren die
     Anpassung an den technischen Fortschritt der in Artikel 4 aufgeführ­
    ten Mes3methodon in Vorbi.ndung mit der Anlag© I dieeer Richtlinie
    durch •
                                    Artikel 8
     Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Vorfahren Bezug genommen,
     so befasst der Vorsitzende den Ausschuss von sich aus oder auf An­
     trag des Vertreters eines Mitgliedstaates .
 ---pagebreak---                                   - 6 -
2 . Der Vertreter der Kommission legt dem Ausschuss einen Entwurf der zu
    treffenden Maßnahmen vor . Der Auschuss nimmt zu diesem Entwurf innerhalb
    einer Frist Stellung , die der Vorsitzende nach der Dringlichkeit der be­
    treffenden Frage bestimmen kann . Die Stellungnahme kommt mit einer Mehr­
  • heit von 12 Stimmen zustande , wobei die Stimmen der Mitgliedstaaten nach
    Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages gewogen werden .
    Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil .
3 . a) Die Kommission trifft die in Aussicht genommenen Maßnahmen , wenn sie
        der Stellungnahme des Ausschusses entsprechen .
    b ) Entsprechen die in Aussicht genommenen Maßnahmen nicht der Stellung­
        nahme des Ausschusses oder ist keine Stellungnahme ergangen , so schlägt
        die Kommission dem Rat unverzüglich die zu treffenden Maßnahmen vor .
    c ) Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten , nachdem ihm der
        Vorschlag übermittelt worden ist , keinen Beschluß gefaßt , so werden
        die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommission erlassen .
                                  Artikel 9
1 . Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Rechts– und Verwaltungs-
    vorschriften in Kraft , um dieser Richtlinie binnen sechs Monaten nach
    ihrer Bekanntgabe nachzukommen , und setzen die Kommission hiervon unverzüg
    in Kenntnis .
2 . Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge , daß der Kommission die innerstaat­
    lichen Rechtsvorschriften , die sie auf dem unter diese Richtlinie fallende:
    Gebiet erlassen , mitgeteilt werden .
                                 Artikel lo
    Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
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                                                                 JUTLAGE I
                               ESFSRSFTZMETHODï'S'        . _ .. .        •
                                    Kapitel I                  v
1.1 . Erforderliche Ausrüstung
Das Messverfahren stützt sich auf die Verwendung einer Belebt schlamm-
anlage nach dem Schema der Abbildung 1 mit ausführlicher Beschreibung
nach Abbildung 2 .
Die Ausrüstung besteht aus einem Vorratsgefass A für die synthetischen
Abwässer , einer Zumesspumpe B , einem Belüf tungsgefass C , einem Absetz-
gefäss D , einer Druckluftpumpe E für die Belebtschlammumwälzung und einem
Sammelgefäss P für das ablaufende behandelte Abwasser ,.
Die Gefässe A und ? müssen aus Glas oder durchsichtigem , . geeignetem Kunst­
stoff bestehen und mindestens 24 Liter fassen . Die Pumpe E muss einen -
gleichmässigen Zufluss des synthetischen Abwassers zum Jtelüftungsgefass
gewährleisten . Im normalen Betrieb muss dieses Gefäss 3 Liter Gemisch
fassen können . Ein Glasinterfilter tJ zur Belüftung ist im Gefäss C in der
Spitze des konisch geformten Gefässbodens aufgehängt . Die durch das Sin-
terfilter eingeblasene Luftsenge muss mit einem Mengenmessgerät. gemessen
werden .;.
1.2 , Synthetisches Abwasser
Zur Durchführung - des Tests ist ein synthetisches Abwasser zu verwenden ,
das durch Herstellung von 24 Litern ( Tagesmenge ) einer Lösung gewonnen
wird , die je Liter Trinkwasser folgende Bestandteile enthält :
         160 mg Pepton
         110 mg PleisGhaxtrakt - ,      n• .
           30 mg Farbstoff                                 ,   -    .
            7 mg Kochsalz
            4 mg Kalziumchlorid , 2 H„0 .
            2 mg Magne siumsulfat , 7 E^O
           20 + 2 mg MBAS
Man extrahiert das MBAS aus dem zu prüfenden Produkt mit Hilfe der in
Kapitel 2 ( 2.1.2 .) angegebenen Methode , Das synthetische Abwasser wird
täglich hergestellt .
                                                                          ./
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1.3 . Herstellung der Analysenproben                          –:–     1
      1.3.1 . Die Ausgangsstoffe enthalten nur solche MBAS , die unverändert
              getestet werden können . Der Gehalt an MBAS muss zur Herstel­
              lung der Versuchslösung ( M ) bestimmt werden .
      1.3.2 . Bei zusammengesetzten Reinigungsmitteln wird der Gehaltan
              MBAS und an Seife ermittelt . Es wird eine alkoholische Ex­
              traktion unter folgenden Bedingungen vorgenommen ?
      1.3.2.1 . Extraktion mit Isorpropanol , wenn der Gehalt an Seife nie­
                driger ist . der Gehalt an MBAS ( siehe Kapitel 2 ).
      1.3.2.2 . Extraktion mit Isopropanol und Beseitigung der Seife , wenn
                die Probe mehr Seife als MBAS enthält ( siehe Kapitel 2 ).
      Die Extrakte werden getrocknet und ihr Gehalt an MBAS zur Herstellung
      der Lösungen ( M ) ermittelt «
1.4 . Betrieb der Messanordnung
      Vor Beginn der Prüfung sind das Belüf tungsgefäss C und das Absetz-
      gefäss D mit synthetischem Abwasser zu füllen . Das Absetzg^fMss D
      ist so hoch zu befestigen , dass das Belüftungsgefäss C drei Liter
      aufnimmt . Dann sind die Luftzufuhr , die Druckluftpumpe E und die
      Dosiereinrichtung B einzuschalten . Der Zulauf des synthetischen Ab­
      wassers in das Belüftungsgefäss C muss 1 Liter je Stunde betragen ,
      was einer Retentionszeit von etwa 3 Stunden entspricht .
      Die Luftzufuhr ist so einzustellen , dass der Inhalt des' Belüftungs–-
      gefässes C ständig in Suspension verbleibt und ein Mindestgehalt an
      gelöstem Sauerstoff von 2 mg je Liter aufrechterhalten wird . Schaum-
      bildung ist durch geeignete Mittel zu verhindern ; jedoch dürfen keine
      Entschäumer verwendet werden , die eine hemmende Wirkung auf den Be-
      lebtschlamm ausüben oder MBAS enthalten . Die Pumpe E muss so einge­
      stellt sein , dass stets ein gleichmassiger Rücklauf von Belebtschlamm
      aus dem Absetzgefäss D zum Be . üftungsgefäss C erfolgt ; . der im oberen
      Teil des Belüf tungsge fasse s C , im Grunde des Absetzgefässes D oder
      in der Umwälzleitung sich ansammelnde Schlamm muss mindestens einmal
      täglich durch Bürsten oder durch andere geeignete Mittel , in Umlauf
      gesetzt werden . Setzt sich kein Schlamm ab , so kann die Dichte durch
      erforderlichenfalls wiederholte Zugö-be einer 5/^ige11 Eisenchlorid-
      lösung in Portionen von 2 ml erhöhrir*' irerden .       – –
      Das aus dem Absatzgefäss D abfliessende Wasser ist in dem Sammel-
      gefäss F während 24 Stunden aufzufangen ; nach Ablauf dieser Zeit ist
      nach gründlichem Durohmischen eine Probe zu entnehmen . •
      Das Sammelgefäss P ist gründlich zu reinigen .
1.5 . Ûberwachung der Messanordnung
      Der Gehalt des synthetischen Abwassers an MBAS in mg/ Liter wird un­
      mittelbar vor dem Gebrauch titriert .
      Der Gehalt des in Sammelgefäss P während 24 Stunden aufgefangenen
      Wassers an MBAS in mg/Liter ist analytisch nach der gleiclm Methode
      möglichst unmittelbar nach der Entnahme zu bestimmen . Die Konzentration
      ist auf 0,1 mg MBAS/Liter genau zu bestimmen .
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                                       - 3 -
        Zur Überwachung des einwandfreien Betriebs d$r Messanordnung igt
        zweimal wöchentlich die' COD des synthetischen Abwassers im Voüt-i
        ratgefäss A und des im -Sammelgefäss P aufgefangenen Wassers au
        bestimmen , und zwar nach erfolgter Filtration , Die Verringerung
        der COD wird in $ ausgedrückt .
        Fach Erreichen eines etwa gleichbleibenden Abbaus' der MBAS je Tag,
      ' d,h , nach Ende der Einarbeitungszeit gemäss Abbildung 4 » muss die
        Verringerung des COD Stetigkeit aufweisen .
        Der Anteil an Belebtschlammtrockensubstanz in g/Liter im Belüftungs-
        gefäss C ist zweimal wöchentlich zu ermitteln . Ist" er grösser als
        2,5 g/Liter , so ist der Übers.chuss an Belebtschlamm zu entfernen .
        Der Test wird bei Raumtemperatur durchgeführt ;- die Temperatur muss
        gleichmässig sein und darf weder unter 18° C fallen noch 30° C
        übersteigen .
1.6 ,   Berechnung der Abbaubarkeit
        Der Abbau der MBAS in $ ist täglich aus dem Gehalt an MBAS in mg/
        Liter des synthetischen Abwassers und des im Sammelgefäss P aufge­
        ladenen Wassers zu errechnen ,
        Di-3 errechneten Abbauwerte sind "entsprechend Abbilung 3 (An® . 1.7,2 . )
        gräj;h 1.53 ch darzustellen .
        Die Abbaubarkeit ist zu errechnen als das arithmetische Mitte Laus"-"
        den Abbauwerten , die sich nach dem, Ende der Einarbeitungszert an
        21 aufeinanderfolgenden Tagen mit etwa gleichbleibenden Abbauwerten
        und störungsfreiem Betrieb der Messanordnung ergeben . In keinem Fall
        darf die Einarbeitungszeit 6 Wochen, überschreiten .
1.7 .   Anmerkungen
        1.7.1 , In manchen Rechtsvorschriften wird der Seifengehalt in die
                   Berechnung der biologischen Abbaubarkeit : einbezogen .
        1.7.2 , In gewissen Fällen kann die Häufigkeit der Entnahmen auf eine
                   Analysenprobe alle 2 oder . 3 Tage verringert werden . Zur Be­
                   rechnung des Mittelwertes werden jedoch die Ergebnisse von
                   mindestens 14 täglichen Entnahmen zugrundegelegt , die über
                   den in Absatz 1;6 ; erwähntön Zeitraum von 21 Tagen verteilt
                    werden .
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                                                                     ANLAGE  T
                                      KAPITEL 2
                          VORBiSHMDLUMG DES ANALYSSFMATERIAIS
2.1 . ALKOHOLISOHS EXTRAKTIOF
      Zweck der Extraktion ist die Entfernung unlöslicher und anorganischer
      Bestandteile der Proben , die den biologischen Test gegebenenfalls
      stören können .
      Es ist weder eine rückstandlose Beseitigung dieser Bestandteile not­
      wendig, noch eine rückstandlose Übertragung der zu extrahierenden
      Wirkstoffe . Es ist jedoch darauf zu achten , dass im Extrakt wenig­
      stens 90 der im Waschmittel enthaltenen Substanzen vorfcaaden sind,
      die mit Methylenblau reagieron .
      Für die Extraktion können zwei Methoden verwendet werden , nämlich mit
      Äthanol oder mit Isopropanol . Die Isopropanol-Methode eignet sich be­
      sonders für die Extraktion bedeutender Mengen , wie sie für den Be­
      stätigungstest benötigt werden ,
      2.1.1 ,      Extrakt i on mit Äthanol
      2 , 1.1.1 . Vorbereitung der Probe
             ( i ) Pulverförmige Waschmittel
                   Es wird eine repräsentative Probe von etwa 250 g vorbereitet ,
                   und zwar entweder durch Aufkegeln und Vierteln oder nach der
                   Methode der ISO-Empfehlung Fr , 607 ,
                   Die Probe wird in eine Messermühle nach Art der Haushalt-
                   geräte gegeben und so zerkleinert , dass die Korngrösse des
                   erhaltenen Pulvers nicht grösser ist als 200 Micron , .
                   Das Pulver wird gründlich gemischt und aufbewahrt ,
           ( ii ) Flüssige Waschmittel
                   Man wägt 40 g des zuvor homogenisierten Mittels auf 0,1 g
                   genau und gibt sie in den unter 2.1.1.2 . ( iii ) erwähnten
                   Kolben ,
                   50 ml Äthanol zugeben ( 2.1,1.2 , )( ii ) und im Wasserbad bis
                   zur Trockne eindampfen , wobei die Dämpfe mit schwachem Unt$y-
                   druck abgesaugt werden , bis die Ergebnisse zweier aufeinander
                   folgender Wägungen um nicht mehr als 0,1 g abweichen . Diq
                   Einwaagen können mit jeder geeigneten Präzisionswaage , - deren
                   Genauigkeit 0,01 g . beträgt , vorgenommen werden .
 ---pagebreak---                                        - 5 -                           -r ••
                                                          -     . .. . • •ANLAQE I
2.1.1.2 , Herstellung der Athanol-Stammlösüng                             "  '■ " '
       ( i ) Prinzips
             Äthanolextrakt einer ausreichenden Menge Waschmittel zur Be­
             stimmung der Seife und anderer anionaktiver Substanzen , sowie
             für die biologischen Versuche .
    ( ii ) Reagenz :
             Äthanol 95 - 96 "1°
    ( iii )Apparaturs                          ' •*
             Normales Laborgerät , insbesondere !
             Eundkolben 1 Liter mit Schliffansatz 29 - 32 ,
             gerader Rückkühler 400 mm mit Schliffansatz 29 - 32
             Glassinterfilter , Porosität 10 - 20 Micron (Nr . 4 )
             Masskolben 1 Liter
2.1,1.3 . Analysengang
     '       Man gibt 40+ 1 g Waschmittel ( £.1.1.1 . ( i ) in den 1-Liter-Kolben
             oder man nimmt den Kolben mit dem hergestellten Trockenextrakt
             nach 2,1,1,1 , ( ii ). Dabei ist E das Gewicht der Probe in Gramm ,
             500 ml Äthanol ( 5.1.1.2 . ( ii ) zugeben , . Kühler ansohliessen , dann
             15 Minuten mit Rückflusskühlung kochen , die abgesetzte Schicht
             über Glassinterfilter mit schwachem Unterdrück und in der Wärme
             filtrieren . Wiederholung der Operation zweimal mit dem Rückstand
             des Kolbens , wobei jedesmal 200 ml Äthanol zugegeben werden ,
             Die Extrakte und die Waschlösung werden quantitativ im Masskolben
             vereinigt . Mit Äthanol auf 1 Liter auffüllen und homogenisieren .
             ixtraktion mit Iso-oropanol            r.
             Die erforderliche Menge wird aus dem Gehalt des Waschmittels an
             MBAS so berechnet , dass man einen Extrakt von 50 S erhält , der
             für zwei Bestätigungstests ausreicht .
2.1,2,1 , Apparatur
             Je nach dem Umfang der hergestellten Lösung werden benötigt :
             Gefässe von 3 bis 25 . Liter Fassungsraum , beispielsweise Weit-
             halskolben oder emaillierte ; Gefässe ,
             Flugelradmiihlen oder Kugelnriihlen ,
             Büchner-Filtertrichter bis zu einem Durchmesser von 30 cm ,
             Vakuumflaschen bis 20 1 Fassungsraum ,
             Absetzgafässe bis 20 1 Fassungsraum ,
           ' Destillierkolben bis . 10 1 Fassungsraum ,
             Sammelgefässe bis 10 1 Fassungsraum ,
             Porzellankapseln von etwa 20 cm Durchmesser ,
             Destillierkolonne , Kühler , Wasserbad .
 ---pagebreak---                                       - 6 -
                                                                ΑΜΙΙΑΟΒ Τ
1,2.2 . Reagenzien
           Destilliertes Wasser oder Wasser von gleicher Reinheit ,
            Isopropanol , rein ,
           Kaliumkarbonat ( K,C0 , ), chemisch rein ,
           Kal iumhydroxyd ( KO H ), 10 fo±ga L o sung ,
           Natriumsulfit (Na^SO, ), rein, wasserfrei .
1,2.3 . Analysengang
   ( i ) Vorbehandlung
          Feste Waschmittels in destilliertem Wasser auflösen ( 2.1.2,4 . ( i )
          und aar Zerstörung der Kornstruktur anteigen ( 10 Minuten schütteln ).
          Für 100 g Wasser verwendet man 60 g Kaliumkarbonat und schüttelt
          bis zur völligen Auflösung ( 10 Minuten ).
          Flüssige oder pastenförmige Waschmittel ! Grundsätzlich gleiche
          Vorbehandlung wie bei festen Waschmitteln . Der im Wasserbad
          destillierbare flüssige Teil , der im Vorversuch mit 10 g Wasch­
          mittel bestimmt wird , ist als Wassergehalt anzusehen , auch wenn
          er noch flüchtige organische Lösungsmittel enthält . Die Probe ist
          im Verhältnis des gefundenen Wassergehalts mit Kaliumkarbonat zu
          versetzen .
          Saure Waschmittels Die Suspensionen bzw. wässrigen Lösungen werden
          durch eine 10 folge Kaliumhydroxydlösung vor Zugabe des Kaliumkar-
          bonats neutralisiert .
          Waschmittel , die aktives Chlor enthalten : Das Chlor wird durch
          Zugabe von Natriumsulfit zur . Suspension oder zur Lösung vor Neu­
          tralisierung zerstört , üin etwaiger Überschuss ist bedeutungslos .
 ( ii ) iSxtraktion
          Danach wird das Isopropanol zugegeben und das Ganze 30 Minuten
          lang geschüttelt . Anschliessend wird die Mischung unter Vakuum
          filtriert , der Rückstand mehrmals über Büchner-Trichter mit kleinen
          Mengen Isopropanol ausgewaschen . Das Filtrat , das sich auf jeden
          Fall in der Vakuumflasche in zwei Schichten trennen muss,wird in
          ein Dekantierglas gegeben . Mit Isopropanol nachspülen . Die untere ,
          wässrige Schicht abziehen und verwerfen . Die obere alkoholische
          Schicht über Faltenfilter filtrieren und in einen Destillierkolben
          geben . Das Isopropanol ( 2.1,2.4 . ( iii ) im Wasserbad so vollständig
          wie möglich destillieren . Den Destillationsrückstand quantitativ
          in eine Porzellanschale geben und mit Isopropanol nachspülen . Den
          Inhalt der Kapsel im Wasserbad unter häufigem Schütteln einengen ,
        ■ Die Einengung ist beendet , wenn zwei mit einstündigem Zwischenraum
          durchgeführte. Wägungen um weniger als 10 g voneinander abweichen .
          Der Extrakt wird in warmem Wasser aufgelöst . Der Gehalt an MBAS
          dieser Lösung wird bestimmt .
 ---pagebreak---                                         - 7 -                              -/v . -
           Zur Anwendung kommt foldende Forcel :              ..             AlTLAGj! J *
           g MBAS in der
         -Ä–              – Extraktlcsung
                              –                 –.       _ -,100
                                                         x     rtn _= ^ irDA „
                                                                        MBAS-Gehalt. _ . der
                                                                                           .
           g MBAS in dem "betreffenden Waschmittel'                            Extraktion
2,1,2.4 . Anraerkungen                                                       - '
           Bei der Durchführung der iSxtraktion sind folgende Angaben zu "be­
           rücksichtigen : *                                .                    .
           ( i ) Wegen der Vielfalt der Wasch- und Reinigungsmittel ist es un­
                 möglich , ein bestimmtes Verhältnis für die Mengen von Wasser
                 zu Isopropanol fütveinen Versuch zahlenmässig festzulegen ,
                 ürfahrungsgemäss ist bekannt , dass die erforderlichen Mengen
                 in folgenden Proportionen schwanken :
           Wasch- und Reinigungsmittels             Wassers               Isopropanol s ,
                   ( Gewichtsmenge )               (Volumen )              (Volumen )
                           1                  s     0,5 - 2                  1 - 2,5
           Grundsatzlich bestehen jedoch keine oberen Grenzen für die Wasser–
          und die Isopropanolmenge ,
           Je mehr sich die Masse in der Suspension zusammenballt , um so
          'grösser ist der Wasserbedarf , Es muss so viel Wasser zugegeben
          Verden , bis jeder Bodensatz beim Schütteln verschwindet .
          Die zweckmässige Isopropanolmenge sollte nicht niedriger sein
           als folgender Proportion entspricht :
          Wasch- und Reinigungsmittel/lsopropanol = l/l                                  .
           Grössere Mengen Isopropanol sind erforderlich , wenn der Gehalt an
          MBAS. der Handelsware 10 ^ .weit überschreitet oder wenn man beim
           Schütteln eine schnelle Trennung der beiden Phasen feststellt ,
           ( ii ) Das Wasser muss mit Kaliumkarbonat gesättigt sein . Sin gering­
           fügiger Überechuss dieses- letzteren ist ohne Bedeutung, Ist die
          Konzentration an Kaliumkarbonat zu gering, so tritt entweder keine
           Trennung der Schichten ein oder aber die Isopropanolphase enthält
           zuviel Wasser , wodurch das Jäztraktionsvermögen herabgesetzt wird ,
           ( iii ) ' Destilliertes Isopropanol enthält Wasser und kann mit Kalium-
           karbonat gesättigt Bein , Die sich trennende untere Schicht kann dann
           abgezogen werden . Das übrige Isopropanol kann für eine neue Extrak­
           tion wie derverwendet werden , Destillationsprodukte , die sich aus der
          Verarbeitung flüssiger Waschmittel ergeben und. ändere Lösungsmittel
           enthalten können* sind zu "verwarfen 0         :
                                                                                     d
 ---pagebreak---                                     -8 -
2.2 .   ABTRfîNflTJITG DER SEIFE AU3 D.i'M ISOPROPAÏÏOL–3XTRAKT    PLAGB 1
        Die Prüfung der biologischen Abbaubarkeit eines Wasch- und
        Reinigungsmittels kann selbst bei Verwendung von Isopropanol-
        Extrakten gefälscht werden . Die Kurven der biologischen Abbau­
        barkeit eines leicht 'abbaubaren Detergenz können zuweilen eine
        Ähnlichkeit mit denen eines schwer abbaubaren Waschmittels ( TBS )
        aufweisen . In diesen Fällen ist es vor der Kontrolle der bio­
        logischen Abbaubarkeit der MBAS erforderlich , aus dem Isopropa-
        nol-Extrakt einen grossen Teil der störenden Seife zu erftfernen .
        Die folgende Vorschrift wurde vorgesehen , um aus dem Isopropanol-
        Extrakt grosse Mengen von Seife durch eine Laboratoriumsmethode
        zu entfernen . Der so erhaltene Extrakt ist ausschliesslich für
        die Prüfung der biologischen Abbaubarkeit der MBAS zu verwenden ,
        nicht jedoch für andere analytische Trennungen und Bestimmungen .
2.2.1 . Prinzip
        Auflösung einer ausreichenden Menge Isopropanol-Extrakt im Metha­
        nol in der Weise , dass mindestens 25 g MBAS zur Verfügung stehen .
        Ansäuern der Lösung mit Salzsäure zwecks Freisetzung der Fett­
        säuren der Seife . Zugabe von Wasser , bis man ein Verhältnis
        Methanol zu Wasser von 80 zu 20 erhält . Anschliessend Extraktion
        der Fettsäuren mit Hexan . Das so erhaltene Extrakt wird verworfen .
        Erneute Alkalisierung der Methanol-Wasserphase , anschliessend
        völliges Eindampfen bis zur Trockne .
        Verwendung des trocknen Rückstandes ohne weitere Behandlung für
        die Prüfung der biologischen Abbaubarkeit nach erfolgter Bestimmung
        des Gehaltes an MBAS ,
2,2.2 , Analysengang
        In einem 2 -Liter-Erlenmeyer löst man etwa 100 ml Methanol und eine
        Menge Isopropanol-Extrakt , die 30 g MBAS enthält , unter leichter
        Erwärmung . Nach Hinzufügung von insgesamt 800 ml Methanol werden
        5 bis 10 Tropfen einer Lösung von Bromphenolblau ( zu 0,04 i° ) zu­
        gegeben und der pH-Wert auf 3 gebracht ( Gelbfärbung ) durch Zugabe
        von Salzsäure 2 N (Bromphenolblau-Lösungs Auflösen von 0,4 g Brom­
        phenolblau in 200 ml Äthanol zu 96           Zugabe von destilliertem
        Wasser zwecks Auffüllen des Volumens auf 1.000 ml ). Mit destillier­
        tem Wasser bis zu einer Gesamtmenge von 1.000 ml auffüllen , unter
        Berücksichtigung der bereits zugegebenen Salzsäuremenge .
        Zur Extraktion der Fettsäuren wird diese Lösung in ein Dekantier-
        gefäss geeigneter Abmessungen gegeben und einmal mit 300 ml , zwei
        weitere Male mit 200 ml n-Hexan geschüttelt . Die Extraktion kann
        auch in mehreren kleinen Dekantiergefässen erfolgen . Bilden sih
        trübe Zwischenschichten , so werden diese zur unteren Phase der
        beiden ersten Extraktionen sowie zur oberen Phase der letzten
        Extraktion zugegeben . Bei sehr starkem Seifengehalt werden , wenn
        das . Volumen des Lösungsmittels nicht zur Sicherstellung der Auf­
        lösung und der Extraktion ausreicht , grössere Mengen verwendet .
 ---pagebreak---                            - 9 -                              '
                                                        /    Ajm LA GJ3 I
Die N-Hexan-Frabtionen werden aufgesammelt und mit 200 ml einer
Mischung von Methanol und Wasser gewaschen ( im Verhältnis 80 zu
20 ). Die trüben Zwischenschichten werden in der N-Hexan-Phase
belassen und verworfen .
Die Fraktionen Methanol-Wasser werden vereinigt und der pH-Wert
durch Hinzufügen einer Sodalauge 1 N auf 9 gebracht , wobei mit
Phenolph talein kontrollier urird , Die Lösung wird im vJa:rmwasser-
bad bis zur Verdampfung des Methanols eingeengt . Der Extrakt wird
im Warmwasserbad erneut aufgelöst . Die Bestimmung der MBAS dieser
Lösung erfolgt mit der früher beschriebenen Methode ,
 ---pagebreak---     - 10 -                                                        ÏÏX/61.2/T1
        ""V                                                          ATTLAOË
ABBILDTJNO 1
                                             Air
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                                                       0 ® oqfy
               =                                    vifoir
               g »                       .           v°r^y
              i                    - y
       A. Ton-atsgefftss
       B. Zumasspumpe
       c- BelUftungsgafftss (inhalt 3 Lit«r )
       D. Absetzgef&ss                     ~~7
       E. Druokluftpumpe
       F. Sammelgef&ss
       GB«lûftungsventil
       H- Luftman/rannassar
 ---pagebreak---                                                                 ABBILBUHG 2
                                                                                             6
                                                                                        r -|-l                 Hart-PVC
             IWô,
                   !–* '-V
                                   20,'.               90
                                                     r - t-v
                                                                                     I1^l. JU'U
                                                                                           I i '. r       ., -
                                                                                             r'h-?.
         r~~~\ is itiT                               h                                              .jL -'- rr
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                                                                                           i;■ -      --=*■.■■■■-*-
                                                                                                              180
                                                                                                                    o i v. ■
                                                                                                                             i –
                                                                                               !' 20° 3 .
                                                                                           !
          –        –
                                                                                             I·:-   χ
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                                          L                                                           Werkstoff «
    s                   ^itt   «"       40 r
                                                                             s                         Glas oder durchsiohtiger
                                                                                                      wasserbeständiger Kunst­
                           ]| R VvsJ ^                                                                 stoff
      K ^Tm ^                        N$f ,                                  ■ >                        PVC hart
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                SI25''4 '' ' '' >&v
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                                                               /
                                                               U
                                                                             §
                                                                             o
                                                           L               L_Zi_
                                                           T
                                                          206
 ---pagebreak---                                                 ABBILDUNG 3
                                       Berechnung der biologischen
ba barkeit                                      Abbaubarkeit
  %
                                             - Bestätigungstest -
100
                                                                     Leicht abbaubares Detergenz (Marlon A )
 90
 80
     Einarbeitungszeit /j      Bewertungszeit (21 Tage )
                                                 ––               ►
 70
 60
 50
 40
30
20
        r \
           \/\           I      r~\           /
                                                 A              À   i\ / \
                                                                               À                Schwer abbau­
                                                                                                bares Detergens
                                                                                                ( TBS )
 10 - /              \\ tA\  y
                              J          '>\/
                                             l                   .i i V* .          ••/./
  0   ι ». ιι I ι ι ι » ^ ι V. I I I I 1 ι Υ » ι   ι–ι–I–I–I–I–1–I–I–I–I–I–I–·–'–'–1–I    _l L.
 ---pagebreak---                                ANHANG II
           KENNZEICHEN FÜB DIE BIOLOOISCHE ABBAUBARKEIT
       Eigenschaften und graphisohe Ausführung des Kennzeichens
Bas nachstehend abgebildete Erkennungszeichen besteht aus einem Kreis ,
der vier Linien umsohliesst , die jeweils aus drei bogenfSrmigen Ab­
schnitten zusammengesetzt sind und paarweise zusammengefasste parallele
Wellen darstellen , wobei die Entfernung zwisohen den beiden Vellen-
gruppen dreimal so gross ist wie der Abstand der Vellenlinien selbst *
Dieses Kennzeiohen darf weder mit dem Hinweis "biologisch abbaubar w
nooh mit dessen Übersetzung in andere Spraohen "versehen werden »
Das Kennzeiohen , das nur einmal auf jeder Paokung angebracht sein darf ,
süss mindestens einen halben Zentimeter und höohstens einen Zentimeter
Durohmesser aufweisen *
Die Anordnung des Kannza lohen s sowie seine Farbe sind duroh keine
Sondervorschrift geregelt *
                                             i
         Die Zeiohnung ist zur        j
         Verdeutlichung der           j
         Einzelheiten der             j
         graphisohen Ausführung      j
         TergrSssert wiedergegeben *!