CELEX: 
Language: de
Date: 2019-12-17 00:00:00
Title: DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Vorschriften betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen

EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                   Brüssel, den 17.12.2019
                                                   C(2019) 4056 final
              DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                       vom 17.12.2019
    zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
   Rates hinsichtlich Vorschriften betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und den
         Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen
                             (Text von Bedeutung für den EWR)
DE                                                                                   DE
 ---pagebreak---                                           BEGRÜNDUNG
   1.       KONTEXT DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
   In der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März
   2016 zu Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im Bereich der
   Tiergesundheit („Tiergesundheitsrecht“) sind Vorschriften über Tierseuchen festgelegt,
   insbesondere i) zur Überwachung gelisteter Seuchen und neu auftretender Seuchen, ii) zu
   Tilgungsprogrammen und iii) zum Status „seuchenfrei“ für bestimmte Seuchen bei Land- und
   Wassertieren. Mit dem Tiergesundheitsrecht, insbesondere Teil II Kapitel 2 bis 4, wird der
   Kommission die Befugnis übertragen, delegierte Rechtsakte zur Ergänzung der genannten
   Vorschriften zu erlassen.
   Da alle diese Vorschriften zusammenhängen, ist es im Interesse von Kohärenz und
   Transparenz und zur Vermeidung von Überschneidungen angebracht, sie in einem einzigen
   delegierten Rechtsakt zusammenzufassen.
   Die in dieser Delegierten Verordnung enthaltenen Vorschriften basieren weitgehend auf
   Vorschriften aus bestehenden Rechtsakten der Union zu den Anforderungen an die
   Überwachung bestimmter Seuchen, an Tilgungsprogramme und an die Gewährung des Status
   „seuchenfrei“ auf Betriebs-, Kompartiment-, Zonen- oder Mitgliedstaatenebene. Da sich die
   Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft waren, als
   wirksam erwiesen haben, bilden sie eine solide Grundlage für die in diesem Rechtsakt
   festgelegten Vorschriften. Diese Vorschriften wurden auch an den neuen Rechtsrahmen
   angepasst, unter Berücksichtigung der in der Vergangenheit gewonnenen Erkenntnisse, der
   Aktualisierung internationaler Standards, des wissenschaftlichen Fortschritts und aktueller
   Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
   Dementsprechend wird in dieser Delegierten Verordnung Folgendes festgelegt:
   a)       die Vorschriften und Bedingungen für die von der zuständigen Behörde
            durchgeführte Überwachung, um die Erkennung gelisteter Seuchen und
            gegebenenfalls neu auftretender Seuchen sicherzustellen;
   b)       die Kriterien, nach denen ermittelt wird, für welche Seuche ein
            Überwachungsprogramm in der Union erforderlich ist, und Vorschriften für die
            Anforderungen an diese Überwachungsprogramme in der Union, die von den
            zuständigen Behörden umgesetzt werden müssen;
   c)       die Vorschriften, nach denen die zuständigen Behörden obligatorische und optionale
            Tilgungsprogramme für bestimmte gelistete Seuchen durchführen müssen, nämlich
            in Bezug auf ihre Seuchenbekämpfungsstrategien, ihre Zwischenziele und
            endgültigen Ziele und ihre Laufzeit;
   d)       die Maßnahmen, die von der zuständigen Behörde und den Unternehmern im
            Rahmen der obligatorischen und optionalen Tilgungsprogramme durchzuführen sind;
   e)       die genauen Kriterien, nach denen Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimenten der
            Status „seuchenfrei“ erteilt wird;
   f)       detaillierte Vorschriften zu Maßnahmen der Überwachung und des Schutzes vor
            biologischen Gefahren, die von den zuständigen Behörden und Unternehmern zur
            Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ von Mitgliedstaaten, Zonen und
            Kompartimenten durchzuführen sind;
DE                                               1                                             DE
 ---pagebreak---    g)       ergänzende Vorschriften für die Aussetzung, Aberkennung und Wiederzuerkennung
            des Status „seuchenfrei“;
   h)       Bestimmungen für einen reibungslosen Übergang von den Regelungen, die vor dem
            Erlass des Tiergesundheitsrechts in Kraft waren.
   2.       KONSULTATIONEN VOR ERLASS DES RECHTSAKTS
   Es fanden mehrere Sitzungen und Gespräche zwischen der Kommission und der
   Sachverständigengruppe für Tiergesundheit (E00930) statt. Der Entwurf der delegierten
   Verordnung wurde außerdem dem Europäischen Parlament und dem Rat zugänglich gemacht.
   Weder vom Europäischen Parlament noch vom Rat sind Bemerkungen eingegangen. Im
   Rahmen des Beratenden Ausschusses für Tiergesundheit fanden mehrere Sitzungen mit einer
   Reihe von Interessenträgern statt, in denen die wichtigsten Elemente des Rechtsaktentwurfs
   dargestellt und erörtert wurden.
   Des Weiteren wurden Stellungnahmen von Interessenträgern zum Entwurf der delegierten
   Verordnung eingeholt; dies geschah im Zeitraum vom 5. Juni bis 3. Juli 2019 im Kontext des
   Feedback-Mechanismus für eine bessere Rechtsetzung. Insgesamt gingen 75 Rückmeldungen
   ein, darunter Stellungnahmen folgender Interessenträger: Animal Health Ireland, Anses (FR),
   APCA (FR), Associazione Piscicoltori Italiani, Boehringer Ingelheim (DE), British Cattle
   Veterinary Association, British Veterinary Association, CIPA (FR), Copa-Cogeca, Danish
   Agriculture and Food Council, Department of Environment, Food and Rural Affairs (UK),
   Dibevo (NL), Dogs Trust (UK), European Association of Zoos And Aquaria, Federation of
   Veterinarians of Europe, Fédération Européenne pour la Santé Animale et la Sécurité
   Sanitaire, 25 Groupements de Defense Sanitaires (GDS) aus französischen Departements und
   Regionen, GDS FRANCE, Groupement de defense aquacole d'Aquitaine (FR), Institute of
   Northern Ireland Beekeepers (UK), Irish Co-operative Organisation Society, Irish Farmer’s
   Association, LTO Dutch Organisation for Agriculture and Horticulture, MdEP Matt Carthy,
   Sinn Féin (IE), National Farmers' Union (UK), National Farmers Union Scotland (UK), NFU
   Cymru (UK), Ornamental Fish International (NL), RACES DE FRANCE (FR), Scottish
   Association of Meat Wholesalers (UK), Scottish Dairy Cattle Association (UK), Syndicat de
   la Vitellerie Française (FR), TED 16 (FR), Federation of Swedish Farmers, UECBV, Ulster
   Farmers' Union (UK), Vee & Logistiek Nederland, drei von Behörden (IE, AT und NO) und
   sechs anonyme (FR und UK).
   Im Wesentlichen wurden folgende Forderungen und Argumente vorgebracht:
   a)       Es wurde gefordert, bei Tilgungsprogrammen für die Infektion mit dem
            Mycobacterium tuberculosis-Komplex zusätzliche Ausnahmeregelungen vorzusehen,
            insbesondere mehr Möglichkeiten für Ausnahmen von den systematischen Tests vor
            der Verbringung, und nach einem Ausbruch den Status „seuchenfrei“ schneller
            wiederzuzuerkennen. Die Vorschriften in der Delegierten Verordnung sind an den
            Standards des Gesundheitskodex für Landtiere der Weltorganisation für
            Tiergesundheit (OIE) („Gesundheitskodex für Landtiere“) ausgerichtet, und die
            bereits vorhandenen Ausnahmeregelungen basieren auf Erfahrungen, die mit der
            mehr oder weniger erfolgreichen Tilgung dieser Seuche in der Union gemacht
            wurden.
   b)       Es wurde gefordert, für optionale Tilgungsprogramme für Seuchen der Kategorie C
            bei Landtieren einen weniger präskriptiven Ansatz vorzusehen, gleichzeitig aber
            auch die in vielen Bestimmungen ermöglichte Flexibilität begrüßt. Die zuständige
            Behörde kann, bevor sie die Genehmigung des Tilgungsprogramms durch die
            Kommission beantragt, eine eigene Strategie zur Tilgung dieser Seuchen
DE                                               2                                             DE
 ---pagebreak---       durchführen. Da die Genehmigung des Tilgungsprogramms jedoch Änderungen der
      Anforderungen an Verbringungen von Tieren zwischen den Mitgliedstaaten
      voraussetzt, sollten für die Genehmigung und die Bestimmungen des Programms
      harmonisierte Vorschriften gelten.
   c) Es wurde gefordert, die Anforderungen an Diagnosemethoden, Falldefinitionen und
      Probenahmemuster für bestimmte Seuchen zu ändern und so für mehr Klarheit zu
      sorgen bzw. die Einschränkungen zu reduzieren. Die delegierte Verordnung wurde
      geändert, um Forderungen Rechnung zu tragen, die die Genauigkeit der
      Überwachung nicht begrenzen.
   d) Es wurde gefordert, die Anforderungen für die Gewährung und Aufrechterhaltung
      des Status „seuchenfrei“ für die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis/Infektiöse
      Pustulöse Vulvovaginitis und für die Bovine Virus Diarrhoe zu verringern. Die
      Bestimmungen dieser delegierten Verordnung zielen darauf ab, den Status
      „seuchenfrei“ auf der Grundlage der OIE-Standards, insbesondere in Bezug auf
      IBR/IPV, zuerkannt zu bekommen, und berücksichtigen die von den Mitgliedstaaten
      benannten bewährten Verfahren und Schwierigkeiten.
   e) Es wurde betont, dass beim Entladen von Tieren unter bestimmten Bedingungen bis
      zu einem Tag lang das Risiko einer Infektion mit dem Virus der
      Blauzungenkrankheit (Serotypen 1–24) besteht. Die betreffende Bestimmung ist
      jedoch Teil der Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser Delegierten
      Verordnung in Kraft waren, und es gibt keinen Nachweis dafür, dass sie zur
      Ausbreitung der Seuche geführt hat.
   f) Es wurde gefordert, die Bedingungen für den Erhalt des Status „seuchenfrei“ in
      Bezug auf die Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (Serotypen 1–24)
      weniger streng zu gestalten und insbesondere die einzelnen Serotypen unabhängig
      voneinander zu behandeln. Die in dieser Delegierten Verordnung festgelegten
      Bedingungen basieren auf dem Gesundheitskodex für Landtiere, und bei der
      Festlegung bestimmter Anforderungen wird auf Erfahrungen zurückgegriffen, die
      mit der mehr oder weniger erfolgreichen Tilgung dieser Seuche in der Union
      gemacht wurden.
   g) Die in dieser Delegierten Verordnung vorgesehene Ausnahmeregelung hinsichtlich
      der Möglichkeit für die zuständige Behörde, einen risikobasierten Ansatz zu wählen,
      um bestimmte Verbringungen von Tieren zu gestatten, wurde anerkannt, gleichwohl
      wurde mehr Flexibilität in Bezug auf die Situation des Herkunftsmitgliedstaats
      gefordert.
   h) Es wurde gefordert, die Bestimmungen für die Anerkennung abhängiger
      Kompartimente im Hinblick auf Wassertierseuchen auf dem gleichen Niveau
      beizubehalten wie in den Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser
      Delegierten Verordnung in Kraft waren. In der vorliegenden Delegierten Verordnung
      werden die gleichen Ansätze verwendet und die Bestimmungen präzisiert.
   i) Es wurde gefordert, keine Unterbrechung der gezielten Überwachung zur
      Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ bei Wassertierseuchen zuzulassen. Die
      vorliegende Delegierte Verordnung ermöglicht dies nur in bestimmten Situationen.
   j) Es wurde gefordert, die Möglichkeit der Gewährung des Status „seuchenfrei“ für die
      Infektion mit Bonamia exitosia auf der Grundlage von historischen Daten und
      Überwachungsdaten zu untersagen, da die Symptome der Seuche nicht offensichtlich
      sind. Der Ansatz dieser Delegierten Verordnung bezüglich der Gewährung des Status
DE                                         3                                              DE
 ---pagebreak---             „seuchenfrei“ auf der Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten für
            Wassertierseuchen besteht darin, diese Möglichkeit bei Seuchen einzuräumen, die
            gemäß den Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser Delegierten
            Verordnung in Kraft waren, nicht für Tilgungsprogramme in Frage kommen.
            Tilgungsprogramme für die Infektion mit Bonamia exitosia sind derzeit nicht
            möglich, weshalb die Gewährung des Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage von
            historischen Daten und Überwachungsdaten nach dieser Delegierten Verordnung
            zulässig ist.
   k)       Es wurde gefordert, klarzustellen, dass die Möglichkeit, den Status „seuchenfrei“ auf
            der Grundlage des Nichtvorhandenseins gelisteter Arten zu gewähren, nicht
            eingeschränkt wird, wenn Vektorarten für Wassertierseuchen vorhanden, andere
            gelistete Arten aber nicht vorhanden sind.
   l)       Es wurde gefordert, den Status aufrechtzuerhalten, der nach den Unionsvorschriften
            gewährt wurde, die vor dem Geltungsbeginn dieser Delegierten Verordnung in Kraft
            waren, solange diese Vorschriften erfüllt sind. Ziel der Übergangsvorschriften des
            Tiergesundheitsrechts ist es, die Anerkennung der Status zu erleichtern, die nach den
            Unionsvorschriften gewährt wurden, die vor dem Geltungsbeginn dieser Delegierten
            Verordnung in Kraft waren, und nicht, diese Vorschriften nach ihrer Aufhebung
            fortbestehen zu lassen.
   3.       RECHTLICHE ASPEKTE DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
   Diese Delegierte Verordnung ist gemäß der Verordnung (EU) 2016/429, insbesondere gemäß
   Artikel 29, Artikel 31 Absatz 5, Artikel 32 Absatz 2, Artikel 37 Absatz 5, Artikel 39,
   Artikel 41 Absatz 3, Artikel 42 Absatz 6 und Artikel 280 Absatz 4, zu erlassen.
DE                                                4                                               DE
 ---pagebreak---                 DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                           vom 17.12.2019
      zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
     Rates hinsichtlich Vorschriften betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und den
            Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen
                                  (Text von Bedeutung für den EWR)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
   9. März 2016 zu Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im
   Bereich der Tiergesundheit („Tiergesundheitsrecht“)1, insbesondere auf die Artikel 29,
   Artikel 31 Absatz 5, Artikel 32 Absatz 2, Artikel 37 Absatz 5, Artikel 39, Artikel 41 Absatz 3,
   Artikel 42 Absatz 6 und Artikel 280 Absatz 4,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)     Im Tiergesundheitsrecht sind Vorschriften zur Prävention und Bekämpfung von
           Tierseuchen festgelegt, die auf Tiere oder Menschen übertragbar sind. Die in der
           vorliegenden Verordnung festgelegten Vorschriften sind als Ergänzung der in Teil II
           Kapitel 2, 3 und 4 des Tiergesundheitsrechts betreffend Überwachung,
           Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ sowie der in Teil IX zu
           Übergangsbestimmungen          bezüglich     bestehender     Überwachungs-        oder
           Tilgungsprogramme und des bestehenden Status „seuchenfrei“ erforderlich.
   (2)     Diese Vorschriften stehen in engem inhaltlichem Zusammenhang mit vielen anderen
           Bestimmungen, die gemeinsam anzuwenden sind. Um eine Vereinfachung und mehr
           Transparenz zu erreichen, die Anwendung zu erleichtern und Mehrfachregelungen zu
           vermeiden, sollten sie daher statt in mehreren Einzelrechtsakten mit zahlreichen
           Querverweisen und der Gefahr von Überschneidungen in einem einzigen Rechtsakt
           festgelegt werden.
   (3)     Überwachung ist ein Kernbestandteil jedes Tilgungsprogramms, und der Status
           „seuchenfrei“ ist in der Regel das Ergebnis eines erfolgreichen Überwachungs- und
           Tilgungsprozesses. Darüber hinaus ist die Überwachung – neben anderen Maßnahmen
           – als Schlüsselinstrument erforderlich, um den einmal erlangten Status „seuchenfrei“
           aufrechtzuerhalten. Die Vorschriften betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme
           und den Status „seuchenfrei“, einschließlich Übergangsvorschriften, dienen oft
           gemeinsamen Zwecken und beziehen sich auf ergänzende Tätigkeiten von
           Unternehmern, Tierärzten und zuständigen Behörden. Daher ist es angemessen, diese
           Vorschriften in einer einzigen delegierten Verordnung zusammenzufassen.
   (4)     Ein Überwachungssystem ist ein Schlüsselelement für eine effiziente und wirksame
           Seuchenpräventions- und -bekämpfungspolitik. Es sollte von Unternehmern und von
   1
           ABl. L 84 vom 31.3.2016, S. 1.
DE                                                 5                                               DE
 ---pagebreak---         der zuständigen Behörde gemeinsam umgesetzt werden. Darüber hinaus sollte es so
        konzipiert sein, dass das Ziel der Früherkennung von Ausbrüchen aller gelisteten und
        neu auftretenden Seuchen erreicht und die Einhaltung der Kriterien für die
        Zuerkennung, Aufrechterhaltung, Aussetzung oder Aberkennung des Status
        „seuchenfrei“ nachgewiesen wird.
   (5)  Die zuständige Behörde sollte ein grundlegendes allgemeines Überwachungssystem
        für gelistete und neu auftretende Seuchen von Landtieren einrichten, das auf der
        Meldung und Untersuchung von Seuchenereignissen in einer Zieltierpopulation
        basiert.
   (6)  Diese allgemeinen Überwachungsanforderungen für Landtiere sollten – je nach dem
        erwarteten Ergebnis der Überwachung – durch spezifischere Anforderungen ergänzt
        werden. Sie sollten so konzipiert sein, dass sie verschiedenen spezifischen Zwecken
        im Zusammenhang mit der Zulassung bestimmter Betriebe und der Verbringung von
        Tieren und tierischen Erzeugnissen dienen, zum Beispiel Überwachungsprogrammen
        in der Union, obligatorischen und optionalen Tilgungsprogrammen, dem Nachweis
        des Status „seuchenfrei“ sowie Seuchenbekämpfungsmaßnahmen.
   (7)  Bei der Festlegung allgemeiner Überwachungsanforderungen für Wassertiere ist der
        Ansatz ähnlich wie bei Landtieren, jedoch nicht mit diesem identisch. Alle
        Aquakulturbetriebe müssen ein grundlegendes Überwachungssystem einführen, das
        auf der Meldung und Untersuchung von Seuchenereignissen in einer
        Zieltierpopulation basiert. Darüber hinaus muss die Überwachung im Hinblick auf
        gelistete und neu auftretende Seuchen bei Wassertieren bestimmte
        Seuchenbekämpfungsmaßnahmen umfassen, wenn solche Maßnahmen in
        Aquakulturbetrieben erforderlich sind.
   (8)  Zusätzlich zu den allgemeinen Überwachungsanforderungen, die für alle
        Aquakulturbetriebe vorgeschrieben sind, gelten für bestimmte zugelassene
        Aquakulturbetriebe spezifische Überwachungsanforderungen. Zu diesen spezifischen
        Maßnahmen gehört die Durchführung eines risikobasierten Überwachungsprogramms
        ausgehend von der Einschätzung des Ansteckungs- und Ausbreitungsrisikos, das in
        einem Betrieb hinsichtlich einer Wassertierseuche besteht, unabhängig davon, ob diese
        gelistet ist oder nicht.
   (9)  Die spezifischen Überwachungsanforderungen beziehen sich auch auf die
        Durchführung von Tilgungsprogrammen für bestimmte gelistete Seuchen, um in
        Bezug auf die betreffende Seuche den Status „seuchenfrei“ zu erhalten und nach der
        Zuerkennung aufrechtzuerhalten.
   (10) Darüber hinaus sollte den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eingeräumt werden, die
        Überwachung in Form von Überwachungsprogrammen für Wassertierseuchen der
        Kategorie C auf Betriebsebene durchzuführen, ohne auf ein Seuchentilgungsprogramm
        zurückzugreifen.         Überwachungsprogramme        unterscheiden     sich     von
        Tilgungsprogrammen dadurch, dass sie auf einem System der gezielten Überwachung
        beruhen, das zwar umfassend ist, aber nicht alle Elemente eines Tilgungsprogramms
        enthält. Im Gegensatz zu Tilgungsprogrammen bieten Überwachungsprogramme nicht
        die Möglichkeit der Zuerkennung des amtlichen Status „seuchenfrei“.
   (11) Die in dieser Verordnung festgelegten spezifischen Tilgungs- und
        Überwachungsprogramme dienen dazu, die Gesundheitsanforderungen an bestimmte
        Verbringungen von Tieren und tierischen Erzeugnissen innerhalb der Union und in
DE                                             6                                              DE
 ---pagebreak---         bestimmten Fällen an Tiere und tierische Erzeugnisse, die in die Union verbracht
        werden, umzusetzen.
   (12) Das Tiergesundheitsrecht schreibt vor, dass die Vorschriften für gelistete Seuchen bei
        gelisteten Arten anzuwenden sind. Eine Überwachung ist möglicherweise nicht für alle
        Kategorien von Tieren gelisteter Arten relevant, insbesondere nicht für wildlebende
        Tiere oder bestimmte Kategorien von gehaltenen Tieren. Daher sollte diese
        Verordnung Bestimmungen enthalten, in denen die überwachungsrelevante
        Zieltierpopulation festgelegt wird. Darüber hinaus sollte die Zieltierpopulation auf
        nicht gelistete gehaltene Arten ausgedehnt werden können, um eine Früherkennung
        neu auftretender Seuchen sicherzustellen.
   (13) Ausnahmen sollten es auch ermöglichen, die Zielpopulationen von Landtieren noch
        stärker einzugrenzen, wenn es um spezifische Überwachungsziele geht, nämlich
        i) Überwachungsprogramme in der Union, ii) obligatorische oder optionale
        Tilgungsprogramme und iii) überwachungsbasierte Tiergesundheitsanforderungen bei
        Verbringungen innerhalb der Union oder beim Eingang in die Union.
   (14) Sowohl die Diagnosemethoden und die dazu erforderlichen Probenahmen als auch die
        Verfahren, die Validierung und die Interpretation sind technisch äußerst anspruchsvoll
        und unterliegen aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts häufigen Änderungen.
        Um sicherzustellen, dass sie auf dem neuesten Stand sind, sollten die entsprechenden
        Vorschriften die Wahl und die Anwendungsweise der Diagnosemethoden flexibel
        regeln. Im Bereich Tierseuchen gibt es bezüglich wissenschaftlicher Standards für
        Diagnosemethoden unterschiedliche potenzielle Quellen. Daher muss unter
        Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze für Probenahmen, Analysen, Tests und
        Diagnosen gemäß Verordnung (EU) 2017/6252 angegeben werden, in welcher
        hierarchischen Reihenfolge diese Methoden zur Anwendung kommen sollen.
   (15) Um eine optimale Nutzung aller Ressourcen sicherzustellen und unnötige
        Verwaltungslast und Kosten aufseiten der Unternehmer und der zuständigen Behörden
        zu vermeiden, sollte beim Nachweis gelisteter und neu auftretender Seuchen auf
        Informationen zurückgegriffen werden, die bei amtlichen Kontrollen und anderen
        amtlichen Tätigkeiten erhoben wurden, die nicht vorrangig zur Überwachung dieser
        Seuchen durchgeführt wurden.
   (16) Die Bestätigung einer Seuche gemäß ihrer Falldefinition liegt in der Verantwortung
        der zuständigen Behörde; sie sollte durch geeignete Untersuchungen gestützt werden,
        den Verdacht auf eine Seuche bestätigen oder ausschließen zu können. Solche
        Untersuchungen         sind     relevant,      wenn      die    Bestätigung       der     Seuche
        Seuchenbekämpfungsmaßnahmen auslösen würde, sowie unter bestimmten anderen
   2
        Verordnung (EU) 2017/625 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2017 über
        amtliche Kontrollen und andere amtliche Tätigkeiten zur Gewährleistung der Anwendung des Lebens-
        und Futtermittelrechts und der Vorschriften über Tiergesundheit und Tierschutz, Pflanzengesundheit
        und Pflanzenschutzmittel, zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 999/2001, (EG) Nr. 396/2005,
        (EG) Nr. 1069/2009, (EG) Nr. 1107/2009, (EU) Nr. 1151/2012, (EU) Nr. 652/2014, (EU) 2016/429 und
        (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 1/2005 und
        (EG) Nr. 1099/2009 des Rates sowie der Richtlinien 98/58/EG, 1999/74/EG, 2007/43/EG, 2008/119/EG
        und 2008/120/EG des Rates und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 854/2004 und (EG)
        Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 89/608/EWG, 89/662/EWG,
        90/425/EWG, 91/496/EWG, 96/23/EG, 96/93/EG und 97/78/EG des Rates und des
        Beschlusses 92/438/EWG des Rates (Verordnung über amtliche Kontrollen) (ABl. L 95 vom 7.4.2017,
        S. 1).
DE                                                   7                                                     DE
 ---pagebreak---         Umständen, je nachdem, welche Folgen eine Bestätigung der Seuche hätte. Diese
        zusätzlichen Umstände, unter denen eine Bestätigung der Seuche erforderlich ist,
        müssen in dieser Verordnung daher festgelegt werden.
   (17) Es ist von zentraler Bedeutung, genau zu definieren, wann ein Verdachtsfall und wann
        ein bestätigter Fall einer gelisteten Seuche und gegebenenfalls einer neu auftretenden
        Seuche vorliegt. Damit wird klargestellt, wann Unternehmer, Tierärzte und andere an
        der Überwachung beteiligte Interessenträger die zuständige Behörde einschalten
        müssen und wann die zuständige Behörde                    Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
        anwenden muss. Daher sind allgemeine Kriterien zur Definition von Verdachtsfällen
        und bestätigten Fällen festzulegen und gegebenenfalls – je nach den spezifischen
        Merkmalen bestimmter Seuchen – seuchenspezifische Definitionen vorzusehen.
   (18) Ein Überwachungsprogramm in der Union ist ein Überwachungsprogramm, das für
        die gesamte Union relevant ist. Es ist erforderlich, um bei der Überwachung einer
        bestimmten Seuche eine bessere unionsweite Harmonisierung aufgrund ihrer
        besonderen Relevanz für die öffentliche Gesundheit und die Tiergesundheit zu
        erreichen. Daher müssen die Kriterien für Seuchen festgelegt werden, die für
        Überwachungsprogramme in der Union in Frage kommen.
   (19) Der Beschluss der Kommission 2010/367/EU3 enthält Mindestanforderungen für
        Programme zur Überwachung von Geflügel und Wildvögeln auf aviäre Influenza und
        in ihren Anhängen entsprechende technische Leitlinien. Die vorliegende Verordnung
        sollte einen Anhang mit ähnlichen technischen Leitlinien umfassen. Allerdings ist die
        vorliegende Verordnung weniger detailliert gehalten, damit leichter auf
        Veränderungen im Zusammenhang mit der Überwachung der aviären Influenza
        reagiert werden kann. Somit beziehen sich die technischen Anforderungen des
        Überwachungsprogramms in der Union für aviäre Influenza ausschließlich auf die
        Ziele, den Umfang und die vorgeschriebenen methodischen Prinzipien.
   (20) Im Tiergesundheitsrecht werden die Bestimmungen für die Anwendung
        obligatorischer und optionaler Tilgungsprogramme für Seuchen der Kategorien B und
        C in den Mitgliedstaaten festgelegt. Diese Seuchen oder Seuchengruppen haben
        bestimmte Merkmale. Ihre Tilgung sollte nach einer auf die betreffende Seuche
        abgestimmten Seuchenbekämpfungsstrategie erfolgen. Sie sollte zumindest Folgendes
        umfassen: i) die zur Erreichung des Status „seuchenfrei“ als endgültiges Ziel
        durchzuführende Überwachung; ii) den Zeitraum; iii) eine Definition der
        Tierpopulation, die dem Tilgungsprogramm unterliegt; iv) das Gebiet, in dem das
        Tilgungsprogramm durchgeführt wird und v) spezifische Seuchenpräventions- und -
        bekämpfungsmaßnahmen, die in der Tilgungsphase gegen die Seuche ergriffen
        werden.
   (21) Wenn das Gebiet, in dem ein Tilgungsprogramm durchgeführt werden soll, die
        Außengrenze des Mitgliedstaats umfasst, sollte die zuständige Behörde sich bemühen,
        das Risiko einer Einschleppung der Seuche über diese Grenze einzudämmen.
   (22) Mit einem Tilgungsprogramm soll in dem betreffenden Gebiet der Status
        „seuchenfrei“ erreicht werden. Wenn es um Landtiere geht, sollte das Programm daher
        idealerweise das gesamte Gebiet des Mitgliedstaats erfassen, in dem die Seuche
   3
        Beschluss der Kommission 2010/367/EU vom 25. Juni 2010 über die Durchführung der Programme zur
        Überwachung von Geflügel und Wildvögeln auf aviäre Influenza durch die Mitgliedstaaten (ABl. L 166
        vom 1.7.2010, S. 22).
DE                                               8                                                         DE
 ---pagebreak---         auftritt. Ist dies nicht möglich, sollte das Mindestgebiet festgelegt werden, das noch
        akzeptabel ist. Bei der Festlegung der Mindestfläche sollten Erfahrungen aus früheren
        Tilgungsprogrammen berücksichtigt und eine gewisse Flexibilität im Hinblick auf die
        spezifischen Merkmale der Seuche ermöglicht werden.
   (23) Die qualitativen oder quantitativen Ziele des Programms sollten von der zuständigen
        Behörde festgelegt werden. Die Grundlage für die endgültigen Ziele sollten die
        Kriterien für die Zuerkennung des Status „seuchenfrei“ bilden, während die
        Zwischenziele auch andere Tätigkeiten oder Schritte umfassen können, die für die
        Erlangung des Status „seuchenfrei“ wichtig sind und der Entwicklung des Programms
        entsprechen.
   (24) Die zuständige Behörde sollte die Laufzeit der Tilgungsprogramme festlegen. Im Falle
        optionaler Tilgungsprogramme für Seuchen der Kategorie C wird eine maximale
        Laufzeit für das Programm festgelegt, um eine unverhältnismäßige und langfristige
        Unterbrechung von Verbringungen innerhalb der Union zu vermeiden. Die zuständige
        Behörde kann das Tilgungsprogramm vor dessen Genehmigung durch die
        Kommission einleiten, sollte aber in diesem Stadium noch keine
        Verbringungsbeschränkungen innerhalb der Union in Kraft setzen. Den
        Mitgliedstaaten sollte außerdem die Möglichkeit eingeräumt werden, von der
        Kommission eine Verlängerung der Laufzeit zu verlangen, wenn begründete
        Umstände vorliegen.
   (25) Bei bestimmten Seuchen könnte die Tilgungsstrategie auf der Zuerkennung des Status
        „seuchenfrei“ auf Betriebsebene beruhen. Die seuchenspezifischen Maßnahmen gegen
        diese Seuchen sollten zu Gruppen zusammengefasst werden und genau festgelegte
        Verpflichtungen für die Unternehmer und die zuständigen Behörden enthalten.
   (26) Die Zieltierpopulation des Seuchentilgungsprogramms sollte je nach Seuche festgelegt
        werden. Auch die Möglichkeit der zuständigen Behörde, bestimmte Tierpopulationen
        zusätzlich in das Programm aufzunehmen, sollte sich nach der jeweiligen Seuche
        richten.
   (27) Die Hauptverantwortung für den Erhalt und die Aufrechterhaltung des Status
        „seuchenfrei“ eines Betriebs liegt beim Unternehmer, da er der primäre Nutznießer der
        mit diesem Status verbundenen Vorteile ist. Daher muss der Unternehmer für die
        Gewährung und Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ bestimmte
        Verpflichtungen erfüllen.
   (28) Sobald der Unternehmer die allgemeinen und seuchenspezifischen Kriterien für die
        Zuerkennung des Status „seuchenfrei“ erfüllt hat, obliegt es der zuständigen Behörde,
        diesen Status zu gewähren. Sind die spezifischen Kriterien nicht mehr erfüllt, muss die
        zuständige Behörde den Status entweder aussetzen oder aberkennen.
   (29) Darüber hinaus sollten die Verpflichtungen der Unternehmer und zuständigen
        Behörden im Zusammenhang mit Tilgungsprogrammen gegebenenfalls unter
        Berücksichtigung des spezifischen Seuchenprofils genau festgelegt werden. Die
        seuchenspezifischen Anforderungen sind technischer Natur und sind in den Anhängen
        dieser Verordnung für die einzelnen Seuchen erläutert.
DE                                               9                                              DE
 ---pagebreak---    (30) In der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission4 werden die
        Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis und die Infektion mit dem
        Mycobacterium-tuberculosis-Komplex für obligatorische Tilgungsprogramme gelistet,
        Enzootische Leukose der Rinder, die Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen
        Krankheit, die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis/Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis
        und die Bovine Virus Diarrhoe für optionale Tilgungsprogramme.
        Tilgungsprogramme bezüglich dieser Seuchen sollten darauf basieren, dass einem
        Betrieb der Status „seuchenfrei“ gewährt wird.
   (31) Tilgungsprogramme, die auf der Gewährung des Status „seuchenfrei“ auf
        Betriebsebene basieren, sollten alle Betriebe erfassen, in denen Tiere der
        Zieltierpopulation gehalten werden. Die zuständige Behörde sollte jedoch bestimmte
        Arten von Betrieben und Schlachthöfe von dem Tilgungsprogramm ausnehmen
        können, wenn dort geeignete Risikominderungsmaßnahmen getroffen werden.
   (32) Bei Tilgungsprogrammen, die auf der Gewährung des Status „seuchenfrei“ auf
        Betriebsebene basieren, sollte die zuständige Behörde die Möglichkeit haben,
        verschiedenen epidemiologischen Einheiten unterschiedliche Gesundheitsstatus
        zuzuweisen.
   (33) Bei Landtieren beziehen sich die Anforderungen an den Nachweis des Status
        „seuchenfrei“ auf Betriebsebene auf das Nichtauftreten einer Infektion, gestützt durch
        das Test- und Überwachungssystem, die Bedingungen für die Überführung von Tieren
        und Zuchtmaterial in die Betriebe und gegebenenfalls durch Impfbeschränkungen.
        Sind die Bedingungen für die Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ nicht mehr
        erfüllt, gelten für die Aussetzung, Aberkennung und Wiederzuerkennung dieses Status
        spezifische Anforderungen. Wegen ihres technischen Charakters sind die genauen
        seuchenspezifischen Anforderungen und die Liste der Diagnosemethoden, die für die
        Erlangung und Aufrechterhaltung des Status anzuwenden sind, in Anhängen erläutert.
   (34) Die Bedingungen für die Zuerkennung, Aufrechterhaltung, Aussetzung und
        Aberkennung des Status „seuchenfrei“ auf Betriebsebene waren in folgenden
        Unionsvorschriften festgelegt, die vor dem Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft
        waren: Richtlinie 64/432/EWG des Rates5 bezüglich Rinderbrucellose und
        Rindertuberkulose und Richtlinie 91/68/EWG des Rates6 bezüglich Schaf- und
        Ziegenbrucellose. Diese Bestimmungen sind im Tiergesundheitsrecht aufgehoben
        worden. Mit der Delegierten Verordnung (EU) 2018/1629 der Kommission7 wurde
        außerdem die Bandbreite der Erreger für Brucellose und Rindertuberkulose an den
        Gesundheitskodex für Landtiere der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE)8
   4
        Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission vom 3. Dezember 2018 über die
        Anwendung bestimmter Bestimmungen zur Seuchenprävention und -bekämpfung auf Kategorien
        gelisteter Seuchen und zur Erstellung einer Liste von Arten und Artengruppen, die ein erhebliches
        Risiko für die Ausbreitung dieser gelisteten Seuchen darstellen (ABl. L 308 vom 4.12.2018, S. 21).
   5
        Richtlinie 64/432/EWG des Rates vom 26. Juni 1964 zur Regelung viehseuchenrechtlicher Fragen beim
        innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit Rindern und Schweinen (ABl. P 121 vom 29.7.1964,
        S. 1977).
   6
        Richtlinie 91/68/EWG des Rates vom 28. Januar 1991 zur Regelung tierseuchenrechtlicher Fragen beim
        innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit Schafen und Ziegen (ABl. L 46 vom 19.2.1991, S. 19).
   7
        Delegierte Verordnung (EU) 2018/1629 der Kommission vom 25. Juli 2018 zur Änderung der Liste der
        Seuchen in Anhang II der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates zu
        Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im Bereich der Tiergesundheit
        („Tiergesundheitsrecht“) (ABl. L 272 vom 31.10.2018, S. 11).
   8
        Gesundheitskodex für Landtiere, Weltorganisation für Tiergesundheit, 2018.
DE                                                     10                                                  DE
 ---pagebreak---         („Gesundheitskodex für Landtiere“) angepasst. Nunmehr ist von der Infektion mit
        Brucella abortus, Brucella melitensis und Brucella suis und von der Infektion mit dem
        Mycobacterium-tuberculosis-Komplex die Rede. Daher wird empfohlen, die
        technischen Anforderungen in Bezug auf den Status dieser Seuchen zu überprüfen, um
        unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus früheren Tilgungsprogrammen für diese
        Seuchen eine Angleichung an den Gesundheitskodex für Landtiere zu erreichen.
   (35) Bei Seuchentilgungsprogrammen für Landtiere, die auf der Gewährung des Status
        „seuchenfrei“ auf Betriebsebene beruhen, sollte die zuständige Behörde bei Verdacht
        oder Bestätigung einer Seuche Maßnahmen zur Verhinderung ihrer Ausbreitung
        ergreifen. Diese Maßnahmen sind primär in dem Betrieb durchzuführen, in dem der
        Verdachtsfall aufgetreten ist, doch die zuständige Behörde sollte die Maßnahmen auch
        auf sonstige Tiere oder Betriebe ausdehnen können, wenn das Risiko einer
        Ausbreitung der Seuche besteht.
   (36) Werden die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen als Reaktion auf einen vermuteten oder
        bestätigten Fall ergriffen, sollte die zuständige Behörde bestimmte Verbringungen von
        Tieren verbieten. Die zuständige Behörde sollte jedoch auch die Möglichkeit haben,
        die Verbringung bestimmter Tiere aus dem Betrieb, in dem ein vermuteter oder
        bestätigter Fall aufgetreten ist, zu genehmigen, um den Erfordernissen des
        Tierschutzes Rechnung zu tragen und nachhaltigere Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
        zu ermöglichen.
   (37) Nach der Bestätigung eines Falles sollten zumindest alle Tiere, bei denen die Seuche
        bestätigt wurde, entfernt werden. Die zuständige Behörde sollte entscheiden können,
        ob diese Tiere geschlachtet werden, was bedeutet, dass ihr Fleisch in die
        Nahrungskette gelangt, oder ob sie getötet werden, ihr Fleisch also nicht zum Verzehr
        bestimmt sein soll.
   (38) Für bestimmte Seuchen, die durch infizierte Erzeugnisse tierischen Ursprungs oder
        Infektionsträger übertragbar sind oder potenzielle Auswirkungen auf die öffentliche
        Gesundheit haben können, sollte die zuständige Behörde in infizierten Betrieben
        Maßnahmen verhängen, um die Ausbreitung der Seuchen durch diese Erzeugnisse
        oder Infektionsträger zu verhindern. Entsprechende Risikominderungsmaßnahmen
        sollten daher in dieser Verordnung festgelegt werden.
   (39) Bei Landtieren sollte es, wenn der Status „seuchenfrei“ auf Betriebsebene zuerkannt
        wurde, nach einer gewissen Zeit des durchgehenden Status „seuchenfrei“ in einem
        Betrieb möglich sein, den Umfang der Überwachungstätigkeiten schrittweise zu
        verringern.
   (40) Für die Enzootische Leukose der Rinder (im Folgenden „EBL“) war nach den
        Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft waren,
        eine obligatorische Tilgung vorgeschrieben. Für diese Seuche ist nun gemäß der
        Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 eine optionale Tilgung vorgesehen.
   (41) Die Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft
        waren, enthielten bewährte und wirksame Grundsätze und Kriterien für die
        Anerkennung, Aufrechterhaltung, Aussetzung und Wiederzuerkennung des amtlichen
        Status „EBL-frei“. Viele Mitgliedstaaten haben diese Vorschriften bei der Umsetzung
        früherer EBL-Tilgungsprogramme mit Erfolg angewandt. Sie wurden vor dem
        Hintergrund des Gesundheitskodex für Landtiere überprüft und in diese Verordnung
        aufgenommen.
DE                                               11                                           DE
 ---pagebreak---    (42) Mitgliedstaaten oder Zonen, die seit mehreren Jahren EBL-frei sind und deren
        Tiergesundheitssituation daher eine stabile EBL-Freiheit erreicht hat, sollten das
        Nichtauftreten der Infektion weiterhin nachweisen. Die risikobasierte Überwachung ist
        ein geeignetes Mittel, um EBL-Freiheit zu belegen und um bei einer
        Wiedereinschleppung der Seuche eine Früherkennung zu gewährleisten. Daher sollten
        die Mitgliedstaaten mit dem Geltungsbeginn dieser Verordnung ein geeignetes
        Überwachungssystem einführen.
   (43) In Bezug auf die Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit (im Folgenden
        „ADV“) waren in den Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser
        Verordnung in Kraft waren, ergänzende Garantien für den innergemeinschaftlichen
        Handel mit Schweinen vorgesehen. Mehrere Mitgliedstaaten haben diese Vorschriften
        mit Erfolg angewandt und in der in ihrem Hoheitsgebiet gehaltenen
        Schweinepopulation die Infektion mit ADV getilgt. Die in dieser Verordnung
        vorgesehene Strategie zur Tilgung der ADV-Infektion trägt dem Gesundheitskodex für
        Landtiere Rechnung, ebenso bestimmten Kriterien, die sich bei der Tilgung der
        Infektion mit ADV bewährt haben.
   (44) Die Bestimmungen dieser Verordnung über die Infektiöse Bovine
        Rhinotracheitis/Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis (im Folgenden „IBR/IPV“)
        basieren auf der Entscheidung 2004/558/EG der Kommission9 mit Bestimmungen
        über ergänzende Garantien im innergemeinschaftlichen Handel mit Rindern. Diese
        umfassen Voraussetzungen für die Erlangung, Aufrechterhaltung und
        Wiederzuerkennung des Status „seuchenfrei“ in Bezug auf das bovine Herpesvirus
        Typ 1 (BoHV-1) auf Betriebsebene. Die Bestimmungen wurden unter
        Berücksichtigung der Normen des Gesundheitskodex für Landtiere und des
        wissenschaftlichen Gutachtens der EFSA10 festgelegt.
   (45) Die Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft
        waren, enthalten keine Bestimmungen bezüglich der Bovinen Virus Diarrhoe (im
        Folgenden „BVD“) außer in Bezug auf den Handel mit Zuchtmaterial. In der
        Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 ist BVD zurzeit als Seuche der
        Kategorie C für die optionale Tilgung gelistet. Daher umfasst diese Verordnung
        Bestimmungen über Tilgungsprogramme und die Gewährung und Aufrechterhaltung
        des Status „seuchenfrei“ in Bezug auf BVD.
   (46) Im Gesundheitskodex für Landtiere gibt es kein Kapitel zu BVD und keine Kriterien
        für BVD-Freiheit und entsprechende Verbringungen von Tieren. Allerdings ist im
        Handbuch mit Normenempfehlungen zu Diagnosemethoden und Vakzinen für
        Landtiere der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) ein Kapitel zu BVD
        enthalten. Diese Diagnosestandards wurden bei den Bestimmungen zu BVD in der
        vorliegenden Verordnung berücksichtigt.
   (47) In der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 ist die Infektion mit dem Tollwut-
        Virus als Seuche der Kategorie B gelistet. Daher enthält die vorliegende Verordnung
        Bestimmungen zu obligatorischen Tilgungsprogrammen und zur Gewährung und
   9
        Entscheidung 2004/558/EG der Kommission vom 15. Juli 2004 zur Umsetzung der
        Richtlinie 64/432/EWG des Rates hinsichtlich ergänzender Garantien im innergemeinschaftlichen
        Handel mit Rindern in Bezug auf die infektiöse bovine Rhinotracheitis und der Genehmigung der von
        einigen Mitgliedstaaten vorgelegten Tilgungsprogramme (ABl. L 249 vom 23.7.2004, S. 20).
   10
        The EFSA Journal (2006) 311, Opinion on the “Definition of a BoHV-1-free animal and a BoHV-1-free
        holding, and the procedures to verify and maintain this status”.
DE                                                    12                                                  DE
 ---pagebreak---         Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ im Hinblick auf die Infektion mit dem
        Tollwut-Virus.
   (48) Wilde Füchse stellen in der EU das Hauptreservoir für das Tollwut-Virus dar. Daher
        ist es angebracht, bei den Maßnahmen der Tilgungsprogramme primär die
        Wildfuchspopulation in den Blick zu nehmen. Doch auch alle anderen Säugetierarten
        sind empfänglich für diese Seuche, und in der Verordnung (EU) 2018/1882 sind viele
        weitere Tierarten für diese Seuche gelistet. Die zuständigen Behörden sollten weitere
        Tierpopulationen in ihren Tilgungsprogrammen berücksichtigen, wenn ein Risiko für
        die Gesundheit von Mensch oder Tier besteht.
   (49) Für Tilgungsprogramme gegen die Infektion mit Tollwut basiert die
        Seuchenbekämpfungsstrategie in erster Linie auf der Impfung der relevanten
        Zieltierpopulation, unterstützt durch weitere wichtige Tätigkeiten wie Überwachung,
        Durchführung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen, Kontrolle von Verbringungen
        von Heimtieren und Überwachung der Impfwirksamkeit. Da die Impfvorschriften sehr
        technischer Natur sind, sind sie in einem Anhang erläutert.
   (50) In der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 wird die Infektion mit dem Virus
        der Blauzungenkrankheit (Serotypen 1–24) (Infektion mit BTV) als Seuche der
        Kategorie C gelistet, für die ein optionales Tilgungsprogramm vorgesehen ist.
        Dementsprechend muss die Strategie zur Bekämpfung dieser Seuche geändert werden,
        da in der Richtlinie 2000/75/EG des Rates11, die vor dieser Verordnung galt, eine
        unmittelbare Tilgung vorgeschrieben war. In der vorliegenden Verordnung werden
        neue Bestimmungen festgelegt, um dem neuen Status der Seuche Rechnung zu tragen.
   (51) Für Tilgungsprogramme gegen die Infektion mit BTV basiert die
        Seuchenbekämpfungsstrategie in erster Linie auf der Impfung der relevanten
        Zieltierpopulation, unterstützt durch weitere Tätigkeiten wie Überwachung,
        Durchführung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen, Kontrolle von Verbringungen
        von Tieren und Zuchtmaterial sowie Minimierung der Gefährdung durch Vektoren.
   (52) In ihrer Stellungnahme12 zur Kontrolle, Überwachung und Verbringung von Tieren im
        Falle einer Infektion mit BTV weist die EFSA darauf hin, dass für eine erfolgreiche
        Tilgung mindestens 95 % der empfänglichen Rinder und Schafe für einen
        Mindestzeitraum von fünf Jahren geimpft werden sollten. Daher sollten die
        Tilgungsprogramme für die Infektion mit BTV eine Impfkampagne umfassen, in der
        vorliegenden Verordnung sollte jedoch auch eine gewisse Flexibilität vorgesehen
        werden, um den spezifischen Umständen des jeweiligen Einzelfalles Rechnung zu
        tragen.
   (53) Mitgliedstaaten oder Zonen derselben, die frei von der Infektion mit BTV sind oder in
        denen ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV durchgeführt wird, sollten vor
        der Einschleppung jeglicher BTV-Serotypen aufgrund der Verbringung von
        gehaltenen Tieren oder Zuchtmaterial geschützt werden. Daher sollten in den
        Bestimmungen über Tilgungsprogramme Vorschriften enthalten sein, die die
   11
        Richtlinie 2000/75/EG des Rates vom 20. November 2000 mit besonderen Bestimmungen für
        Maßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit (ABl. L 327 vom 22.12.2000,
        S. 74).
   12
        AHAW-Gremium der EFSA (EFSA Panel on Animal Health and Welfare, Wissenschaftliches
        Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz der EFSA), 2017. Wissenschaftliches Gutachten
        „Bluetongue: control, surveillance and safe movement of animals“. EFSA Journal 2017; 15(3):4698,
        S. 126.
DE                                                  13                                                   DE
 ---pagebreak---         Überführung von gehaltenen Tieren oder Zuchtmaterial in Mitgliedstaaten oder Zonen
        von Mitgliedstaaten regeln, die frei von der Infektion mit BTV sind oder in denen ein
        Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV durchgeführt wird. Dies sollte auch in
        den Kriterien für die Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ berücksichtigt
        werden. Die gleichen Grundsätze sollten für Verbringungen von Tieren durch
        Mitgliedstaaten oder Zonen hindurch gelten, die frei von der Infektion mit BTV sind
        oder in denen ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV durchgeführt wird.
   (54) Darüber hinaus sollte die zuständige Behörde angesichts der eventuell
        unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten die Möglichkeit haben, die Überführung von
        Tieren oder Zuchtmaterial auf der Basis von Ad-hoc-Bestimmungen zuzulassen,
        sofern diese Überführung den Gesundheitsstatus am Bestimmungsort nicht gefährdet.
        Es ist daher angebracht, in dieser Verordnung die Anforderungen und
        Voraussetzungen      festzulegen,     unter   denen     eine   solche    Überführung
        genehmigungsfähig ist. Diese Anforderungen sollten sich – unabhängig vom
        Herkunftsmitgliedstaat oder der Herkunftszone – nach dem Status der Tiere oder des
        Zuchtmaterials richten.
   (55) In einem Tilgungsprogramm für eine Wassertierseuche der Kategorie B oder C sollten
        die Art der Überwachungsanforderungen für die Erlangung und Aufrechterhaltung des
        Status „seuchenfrei“ sowie die spezifischen Gegebenheiten des Gebiets und der
        Tierpopulation, die unter das Programm fallen sollen, ebenso berücksichtigt werden
        wie die Zwischenziele und endgültigen Ziele des Programms. Das Tilgungsprogramm
        sollte auch die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen umfassen, die in infizierten
        Betrieben mit Wassertieren durchzuführen sind.
   (56) In einem Tilgungsprogramm für Wassertierseuchen sollten auch die Zwischenziele
        und endgültigen Ziele festgelegt, anhand derer die Fortschritte bei der Erlangung des
        Status „seuchenfrei“ bewertet werden können. Gegebenenfalls sollten diese Ziele dem
        Risiko Rechnung tragen, das wild lebende Tiere für den Erfolg des
        Tilgungsprogramms darstellen. Insbesondere sollten bei der Festlegung der
        Zwischenziele und endgültigen Ziele des Programms sämtliche Möglichkeiten einer
        Abweichung von der geplanten sechsjährigen Laufzeit berücksichtigt werden.
   (57) Wenn es um Wassertierseuchen geht, umfasst die Population, auf die sich das
        Tilgungsprogramm erstrecken soll, alle in der Durchführungsverordnung (EU)
        2018/1882 gelisteten Arten. Die zuständige Behörde sollte jedoch die Möglichkeit
        haben, Arten, die in der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 als Vektor gelistet
        sind, von dem Programm auszunehmen, wenn sie eine Risikobewertung durchgeführt
        hat, in deren Ergebnis das von diesen Tieren ausgehende Risiko als vernachlässigbar
        eingestuft wurde.
   (58) Die zuständige Behörde sollte zusätzliche Wasserpopulationen in das
        Tilgungsprogramm aufnehmen können, wenn diese Tiere ein erhebliches Risiko für
        den Gesundheitsstatus darstellen. Sie sollte auch die Möglichkeit haben, bestimmte
        Betriebe mit geringem Risiko von dem Tilgungsprogramm auszunehmen, wenn dies
        den erfolgreichen Abschluss des Programms nicht gefährdet.
   (59) Hat ein Mitgliedstaat beschlossen, sich an einem Tilgungsprogramm bezüglich einer
        Seuche der Kategorie C zu beteiligen, so sind die betreffenden Unternehmer
        verpflichtet, die Bedingungen für Einstallungen von Tieren gelisteter Arten zu
        erfüllen, Verdachtsfälle gelisteter Seuchen zu melden, bei Verdacht auf eine Seuche
        oder deren Bestätigung entsprechende Seuchenbekämpfungsmaßnahmen einzuhalten
DE                                             14                                             DE
 ---pagebreak---         und alle sonstigen vorgeschriebenen Maßnahmen der zuständigen Behörde,
        einschließlich Impfungen, zu ergreifen.
   (60) Wird in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment, die als seuchenfrei
        gelten oder einem Tilgungsprogramm unterliegen, das Auftreten einer gelisteten
        Wassertierseuche vermutet oder bestätigt, sollte die zuständige Behörde geeignete
        Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche ergreifen. Die entsprechenden
        Bestimmungen sollten daher in dieser Verordnung verankert werden. Dazu gehört die
        Einrichtung einer Sperrzone, wenn sich das Auftreten einer gelisteten Seuche in einem
        an dem Tilgungsprogramm teilnehmenden Betrieb oder in einem als seuchenfrei
        erklärten Betrieb bestätigt hat. Dies umfasst auch die Mindestanforderungen an die
        geografische Abgrenzung einer Sperrzone und die Faktoren, die diese beeinflussen.
   (61) Nach der Bestätigung einer gelisteten Wassertierseuche in einem Mitgliedstaat, einer
        Zone oder einem Kompartiment, die als seuchenfrei gelten oder einem
        Tilgungsprogramm unterliegen, führt die zuständige Behörde strenge Kontrollen in
        infizierten Betrieben und in anderen in der Sperrzone befindlichen Betrieben durch.
        Die Art der Kontrollen und die Flexibilität der zuständigen Behörde bei
        Verbringungen sind in dieser Verordnung festgelegt. Flexibilität darf nur dann
        möglich sein, wenn der Gesundheitsstatus von Wassertieren im Bestimmungsbetrieb
        oder auf dem Weg dorthin nicht gefährdet ist.
   (62) Sobald in einem Betrieb eine Wassertierseuche aufgetreten ist und dieser Betrieb ein
        Tilgungsprogramm weiterführt oder aufnimmt, müssen tote und sterbende Wassertiere
        sowie Wassertiere, die klinische Anzeichen zeigen, innerhalb einer von der
        zuständigen Behörde festgelegten und der Verordnung (EG) 1069/2009 des
        Europäischen Parlaments und des Rates13 entsprechenden Frist entfernt werden. Auf
        diese Weise kann die Seuche unter Kontrolle gebracht werden.
   (63) Nach dem Tiergesundheitsrecht muss die Kommission detaillierte Vorschriften dafür
        ausarbeiten, wann Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimenten der Status
        „seuchenfrei“ gewährt wird. Diese Vorschriften sollten seuchenspezifische Kriterien
        für den Nachweis des Nichtauftretens der Seuche in der Zieltierpopulation und
        allgemeine Kriterien zur Unterstützung einer wirksamen Kontrolle des
        Gesundheitsstatus dieser Zieltierpopulation enthalten.
   (64) Die allgemeinen Kriterien umfassen den räumlichen Anwendungsbereich, die
        Überwachung,            den          Schutz         vor        biologischen          Gefahren,
        Seuchenbekämpfungsmaßnahmen und eine konsequente Umsetzung weiterer im
        Tiergesundheitsrecht festgelegter operativer Regelungen in Bezug auf die
        Registrierung und Zulassung von Betrieben, die Rückverfolgbarkeit von Tieren und
        auf Verbringungsanforderungen.
   (65) In dieser Verordnung werden seuchenspezifische Kriterien festgelegt, die darauf
        basieren, dass gelistete Arten nicht vorkommen oder dass der Seuchenerreger oder
        Vektor nicht überleben kann. Diese Kriterien sollten flexibel gehalten sein, damit die
        zuständige Behörde die Zuerkennung des Status „seuchenfrei“ aufgrund einer
        bestimmten Einzelfallsituation begründen kann. Daher wird durch diese Verordnung
        anhand allgemeiner Anforderungen geregelt, auf welcher Grundlage ein Mitgliedstaat
   13
        Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009
        mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte
        und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 (Verordnung über tierische Nebenprodukte)
        (ABl. L 300 vom 14.11.2009, S. 1).
DE                                                 15                                                    DE
 ---pagebreak---         die Gewährung des Status „seuchenfrei“ für sein gesamtes Hoheitsgebiet oder eine
        Zone desselben oder, in Bezug auf Wassertiere, für Kompartimente beantragen kann.
   (66) In dieser Verordnung werden seuchenspezifische Kriterien festgelegt, die sich auf die
        Ergebnisse des Tilgungsprogramms sowie auf historische Daten und
        Überwachungsdaten stützen. Diese Kriterien basieren auf Überwachungsergebnissen,
        Ergebnissen durchgeführter Maßnahmen gegen die Einschleppung der Seuche und
        Bedingungen für die Verwendung von Impfstoffen.
   (67) Wegen ihres technischen Charakters sind diese Kriterien in Anhängen erläutert und
        gemeinsam mit den Kriterien zur Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ nach
        Seuchen zusammengefasst.
   (68) Es ist angebracht, dass mit dieser Verordnung zeitgemäße Anforderungen an die
        Gewährung und Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ festgelegt werden, und
        zwar unter Berücksichtigung der Unionsvorschriften, die vor dem Geltungsbeginn
        dieser Verordnung in Kraft waren, des Gesundheitskodex für Landtiere und des
        Gesundheitskodex für Wassertiere der OIE und, sofern keine entsprechenden
        Bestimmungen vorhanden sind, der besten verfügbaren wissenschaftlichen
        Erkenntnisse.
   (69) In der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 wird Befall mit Varroa spp.
        (Varroose) als Seuche der Kategorie C gelistet, für die eine optionale Tilgung
        vorgesehen ist. Die vorliegende Verordnung enthält Bestimmungen zur Erlangung und
        Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ in Bezug auf Befall mit Varroa spp.
        (Varroose).
   (70) In der Verordnung (EU) 2018/1882 ist die Infektion mit dem Virus der Newcastle-
        Krankheit als Seuche der Kategorie A gelistet, für die unmittelbare
        Tilgungsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Daher enthält die vorliegende
        Verordnung keine Bestimmungen für ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit dem
        Virus der Newcastle-Krankheit. Für die zuständige Behörde sollte es jedoch möglich
        sein, den Status „seuchenfrei“ in Bezug auf die Infektion mit dem Virus der
        Newcastle-Krankheit ohne Impfung auf der Grundlage historischer Daten und
        Überwachungsdaten zuzuerkennen.
   (71) Bei Wassertieren sind zwei Arten von Kompartimenten möglich. Unabhängige
        Kompartimente werden unter genau definierten Bedingungen betrieben, um die
        Unabhängigkeit vom Gesundheitsstatus der benachbarten Gewässer sicherzustellen.
        Abhängige Kompartimente dagegen werden vom Gesundheitsstatus der benachbarten
        Gewässer beeinflusst und daher unter flexibleren Bedingungen betrieben. Abhängige
        Kompartimente werden jedoch erst dann festgelegt, wenn die zuständige Behörde eine
        Reihe epidemiologischer Faktoren bewertet und die jeweils erforderlichen
        Risikominderungsmaßnahmen ergriffen hat, um die Einschleppung von Seuchen in
        das Kompartiment zu verhindern.
   (72) Bei Wassertieren und angesichts des geringeren Risikos von Einzelbetrieben, die von
        den benachbarten Gewässern unabhängig sind, enthält diese Verordnung besondere
        Bestimmungen für unabhängige Kompartimente, wenn solche Betriebe
        Aquakulturtätigkeiten erstmals oder nach einer Produktionsunterbrechung erneut
        aufnehmen. In solchen Fällen sollte der Status „seuchenfrei“ sofort erklärt werden,
        sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Es werden auch Bestimmungen für
        unabhängige Kompartimente festgelegt, in denen eine Seuche ausgebrochen ist. Um
        sicherzustellen, dass solche Ausbrüche durch die im Anschluss an die
DE                                           16                                               DE
 ---pagebreak---         Bestandsräumung durchgeführte Reinigung, Desinfektion und Stilllegung erfolgreich
        bekämpft worden sind, sollte eine Stichprobe der Tiere, die für die Wiederbelegung
        des Kompartiments bestimmt sind, getestet werden, bevor der Status „seuchenfrei“
        erklärt werden kann.
   (73) Sind die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ aufgrund
        des Verdachts oder der Bestätigung der Seuche nicht mehr erfüllt, sollte die zuständige
        Behörde Seuchenbekämpfungsmaßnahmen ergreifen. Diese Maßnahmen sollten in den
        verschiedenen Phasen der Seuchenbekämpfung angewendet werden, vom Zeitpunkt
        des Verdachts eines Seuchenausbruchs bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Ereignis
        beendet ist und der Status „seuchenfrei“ wiederzuerkannt wird.
   (74) Stellt die zuständige Behörde in dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment
        einen Verstoß gegen die erforderlichen Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung des
        Status „seuchenfrei“ fest, sollten Abhilfemaßnahmen durchgeführt werden. Die
        zuständige Behörde sollte die Möglichkeit haben, den Status „seuchenfrei“
        auszusetzen, wenn dies noch möglich ist, um den Verstoß in zufriedenstellender Weise
        zu beheben, sodass der Status „seuchenfrei“ nicht von der Kommission entzogen wird.
   (75) Wenn ein Mitgliedstaat in Bezug auf eine gelistete Wassertierseuche für sein gesamtes
        Hoheitsgebiet oder für eine Zone desselben, die mehr als 75 % seines Hoheitsgebiets
        ausmacht oder die er mit einem anderen Mitgliedstaat oder einem Drittland teilt, den
        Status „seuchenfrei“ erhalten will, beantragt er bei der Kommission die Genehmigung.
        In allen anderen Fällen kommt ein Eigenerklärungssystem zur Anwendung.
   (76) Die Eigenerklärung der Freiheit von Wassertierseuchen für Zonen und
        Kompartimente, für die nicht die Kommission den Status „seuchenfrei“ genehmigt hat,
        erfolgt im Rahmen eines Systems, das die Transparenz des Verfahrens sicherstellen
        soll und die Erklärung des Status „seuchenfrei“ für die Mitgliedstaaten vereinfacht und
        beschleunigt. Das gesamte Verfahren wird elektronisch abgewickelt, es sei denn, ein
        anderer Mitgliedstaat oder die Kommission äußern Bedenken, die nicht in
        zufriedenstellender Weise ausgeräumt werden können. Bestehen Bedenken, die sich
        nicht in zufriedenstellender Weise ausräumen lassen, wird die Erklärung dem
        Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel vorgelegt.
   (77) Diese Verordnung enthält Bestimmungen zur Genehmigung des Status „seuchenfrei“
        in Bezug auf die Mitgliedstaaten oder deren Zonen. Diese können von den
        Vorschriften abweichen, die vor dem Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft
        waren. Um einen reibungslosen Übergang von der bestehenden Regelung für die
        Genehmigung des Status „seuchenfrei“ zu den neuen Anforderungen zu gewährleisten,
        sind geeignete Übergangsvorschriften erforderlich.
   (78) Mit Blick auf die einheitliche Anwendung der Rechtsvorschriften der Union
        betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ und um
        sicherzustellen, dass diese klar und transparent sind, sollten die
        Entscheidung 2000/428/EG der Kommission14, die Entscheidung 2002/106/EG der
        Kommission15,        die      Entscheidung 2003/422/EG          der     Kommission16,        die
   14
        Entscheidung 2000/428/EG der Kommission vom 4. Juli 2000 zur Festlegung von Diagnosemethoden,
        Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen zur
        Bestätigung und Differentialdiagnose der vesikulären Schweinekrankheit (ABl. L 167 vom 7.7.2000,
        S. 22).
   15
        Entscheidung 2002/106/EG der Kommission vom 1. Februar 2002 zur Genehmigung eines
        Diagnosehandbuchs mit Diagnosemethoden, Probenahmeverfahren und Kriterien für die Auswertung
DE                                                 17                                                    DE
 ---pagebreak---         Entscheidung 2006/437/EG der Kommission17, die Verordnung (EG) Nr. 1266/2007
        der Kommission18, die Entscheidung 2008/896/EG der Kommission19 und der
        Durchführungsbeschluss der Kommission (EU) 2015/155420 durch die vorliegende
        Verordnung aufgehoben werden.
   (79) Das Tiergesundheitsrecht gilt ab dem 21. April 2021. Daher sollten auch die in dieser
        Verordnung festgelegten Vorschriften ab diesem Datum gelten —
   HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
        von Laboruntersuchungen zur Bestätigung der Klassischen Schweinepest (ABl. L 39 vom 9.2.2002,
        S. 71).
   16
        Entscheidung 2003/422/EG der Kommission vom 26. Mai 2003 zur Genehmigung eines
        Diagnosehandbuchs für die Afrikanische Schweinepest (ABl. L 143 vom 11.6.2003, S. 35).
   17
        Entscheidung 2006/437/EG der Kommission vom 4. August 2006 über die Genehmigung eines
        Handbuchs zur Diagnose der Aviären Influenza gemäß der Richtlinie 2005/94/EG des Rates
        (ABl. L 237 vom 31.8.2006, S. 1).
   18
        Verordnung (EG)      Nr. 1266/2007     der   Kommission      vom     26. Oktober      2007 mit
        Durchführungsvorschriften zur Richtlinie 2000/75/EG des Rates hinsichtlich der Bekämpfung,
        Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit sowie der Beschränkungen, die für
        Verbringungen bestimmter Tiere von für die Blauzungenkrankheit empfänglichen Arten gelten
        (ABl. L 238 vom 27.10.2007, S. 37).
   19
        Entscheidung 2008/896/EG der Kommission vom 20. November 2008 über Leitlinien zur
        risikoorientierten Tiergesundheitsüberwachung gemäß der Richtlinie 2006/88/EG des Rates
        (ABl. L 322 vom 2.12.2008, S. 30).
   20
        Durchführungsbeschluss (EU) 2015/1554 der Kommission vom 11. September 2015 mit
        Durchführungsbestimmungen zur Richtlinie 2006/88/EG hinsichtlich der Anforderungen an die
        Überwachung und der Diagnosemethoden (ABl. L 247 vom 23.9.2015, S. 1).
DE                                                 18                                                  DE
 ---pagebreak---                                        TEIL I
                ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                         Artikel 1
                            Gegenstand und Geltungsbereich
   1. Die vorliegende Verordnung ergänzt die Vorschriften betreffend Überwachung,
      Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu
      auftretende Seuchen von Land-, Wasser- und sonstigen Tieren gemäß der
      Verordnung (EU) 2016/429.
   2. In Teil II Kapitel 1 der vorliegenden Verordnung werden die Vorschriften für die
      Überwachung der in Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/429 genannten
      Seuchen und der in Artikel 6 Absatz 2 der genannten Verordnung definierten neu
      auftretenden Seuchen festgelegt, und zwar in Bezug auf
      a)    die Gestaltung der Überwachung, einschließlich der Zieltierpopulation und der
            Diagnosemethoden;
      b)    die Bestätigung einer Seuche und die Falldefinition;
      c)    Überwachungsprogramme in der Union.
   3. In Teil II Kapitel 2 dieser Verordnung werden die Vorschriften für
      Tilgungsprogramme für Landtierseuchen gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstaben b
      und c der Verordnung (EU) 2016/429 festgelegt, und zwar in Bezug auf
      a)    die Strategie, das Gebiet, die Tierpopulationen, die Ziele und die Laufzeit der
            Seuchenbekämpfung;
      b)    die Verpflichtungen von Unternehmern und zuständigen Behörden;
      c)    die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf eine Seuche und bei
            Bestätigung einer Seuche.
   4. In Teil II Kapitel 3 dieser Verordnung werden die Vorschriften für
      Tilgungsprogramme für Seuchen von Wassertieren gemäß Artikel 9 Absatz 1
      Buchstaben b und c der Verordnung (EU) 2016/429 festgelegt, und zwar in Bezug
      auf
      a)    die Strategie, das Gebiet, die Tierpopulationen, die Ziele und die Laufzeit der
            Seuchenbekämpfung;
      b)    die Verpflichtungen von Unternehmern und zuständigen Behörden;
      c)    die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf eine Seuche und bei
            Bestätigung einer Seuche.
   5. In Teil II Kapitel 4 dieser Verordnung werden die Vorschriften für den Status
      „seuchenfrei“ im Hinblick auf bestimmte Landtier- und Wassertierseuchen gemäß
      Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/429 festgelegt, und zwar in Bezug auf
      a)    die Kriterien für die Genehmigung des Status „seuchenfrei“ für Mitgliedstaaten
            und Zonen;
      b)    die Kriterien für die Genehmigung des Status „seuchenfrei“                  für
            Kompartimente, in denen Tiere aus Aquakultur gehalten werden;
DE                                          19                                              DE
 ---pagebreak---             c)    die Kriterien für die Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“;
            d)    die Aussetzung,       Aberkennung      und   Wiederzuerkennung     des    Status
                  „seuchenfrei“.
   6.       In Teil III der vorliegenden Verordnung werden                     Übergangs-     und
            Schlussbestimmungen festgelegt, und zwar in Bezug auf
            a)    die Genehmigung des Status „seuchenfrei“ für Mitgliedstaaten, Zonen und
                  Kompartimente, die gemäß den Rechtsvorschriften, die vor dem
                  Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft waren, als seuchenfrei anerkannt
                  sind;
            b)    die Genehmigung von Tilgungsprogrammen von Mitgliedstaaten, Zonen und
                  Kompartimenten,        die    über     ein   genehmigtes      Tilgungs-    oder
                  Überwachungsprogramm gemäß den Rechtsvorschriften verfügen, die vor dem
                  Geltungsbeginn dieser Verordnung in Kraft waren.
                                               Artikel 2
                                        Begriffsbestimmungen
   Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Begriff
   1.       „Seuche der Kategorie E“ eine gelistete Seuche, die innerhalb der Union überwacht
            werden muss, gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe e der Verordnung (EU)
            2016/429;
   2.       „Zieltierpopulation“ die Population von Tieren gelisteter Arten, definiert nach Arten
            und gegebenenfalls nach Kategorien, die für die Überwachungstätigkeiten, die
            Tilgungsprogramme oder den Status „seuchenfrei“ einer bestimmten Seuche relevant
            ist;
   3.       „zusätzliche Tierpopulation“ eine Population von gehaltenen oder wildlebenden
            Tieren gelisteter Arten, die optionalen Präventions-, Überwachungs- und
            Seuchenbekämpfungsmaßnahmen unterzogen werden, die erforderlich sind, um den
            Status „seuchenfrei“ einer Zieltierpopulation zu erlangen oder aufrechtzuerhalten;
   4.       „Seuche der Kategorie A“ eine gelistete Seuche, die normalerweise nicht in der
            Union auftritt und für die unmittelbare Tilgungsmaßnahmen ergriffen werden
            müssen, sobald sie nachgewiesen wird, gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe a der
            Verordnung (EU) 2016/429;
   5.       „Seuche der Kategorie B“ eine gelistete Seuche, die in allen Mitgliedstaaten
            bekämpft werden muss mit dem Ziel, sie in der gesamten Union zu tilgen, gemäß
            Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung (EU) 2016/429;
   6.       „Seuche der Kategorie C“ eine gelistete Seuche, die für einige Mitgliedstaaten
            relevant ist und für die Maßnahmen getroffen werden müssen, damit sie sich nicht in
            anderen Teilen der Union ausbreitet, die amtlich seuchenfrei sind oder in denen es
            Tilgungsprogramme für die betroffene gelistete Seuche gibt, gemäß Artikel 9
            Absatz 1 Buchstabe c der Verordnung (EU) 2016/429;
   7.       „Rind“ ein Huftier der Gattungen Bison‚ Bos (einschließlich der Untergattungen Bos‚
            Bibos‚ Novibos‚ Poephagus) und Bubalus (einschließlich der Untergattung Anoa)
            und seine Kreuzungen;
   8.       „Schaf“ ein Huftier der Gattung Ovis und seine Kreuzungen;
DE                                                20                                               DE
 ---pagebreak---    9.  „Ziege“ ein Huftier der Gattung Capra und seine Kreuzungen;
   10. „Wanderzirkus“ einen Tierschau- oder Jahrmarktbetrieb mit Tieren oder
       Dressurnummern, der darauf ausgelegt ist, zwischen Mitgliedstaaten hin- und
       herzuziehen;
   11. „Dressurnummer“ eine Nummer mit Tieren, die zum Zwecke einer Tierschau oder
       eines Jahrmarkts gehalten werden, und die Teil eines Zirkus sein kann;
   12. „Schwein“ ein Huftier der in Anhang III der Verordnung (EU) 2016/429 gelisteten
       Familie der Suidae;
   13. „Transportmittel“ Straßen- oder Schienenfahrzeuge, Schiffe und Luftfahrzeuge;
   14. „Hund“ ein gehaltenes Tier der Art Canis lupus;
   15. „Katze“ ein gehaltenes Tier der Art Felis silvestris;
   16. „Frettchen“ ein gehaltenes Tier der Art Mustela putorius furo;
   17. „saisonal von der Blauzungenkrankheit freies Gebiet“ das gesamte Territorium eines
       Mitgliedstaats oder eine Zone desselben, für das die zuständige Behörde gemäß
       Artikel 40 Absatz 3 auf der Grundlage eines vektorfreien Zeitraums und des
       Nachweises, dass die Seuche bei gelisteten Tierarten nicht aufgetreten ist, einen
       befristeten Status der Freiheit von der Infektion mit dem Virus der
       Blauzungenkrankheit (Serotypen 1–24) („Infektion mit BTV“) gewährt hat;
   18. „vektorgeschützter Betrieb“ einen Teil eines Betriebs oder alle Einrichtungen eines
       Betriebs, der bzw. die mittels geeigneter physischer und betriebstechnischer
       Maßnahmen gegen Angriffe durch den Vektor Culicoides geschützt ist bzw. sind,
       wobei der Status eines vektorgeschützten Betriebs im Einklang mit Artikel 44 von
       der zuständigen Behörde gewährt wird;
   19. „Bünnschiff“ ein im Aquakultursektor eingesetztes Schiff, das über einen Brunnen
       oder ein Wasserbecken für die Lagerung und den Transport lebender Fische in
       Wasser verfügt;
   20. „Stilllegung“ einen Vorgang im Rahmen der Seuchenbekämpfung, bei dem alle Tiere
       aus Aquakultur, die gelisteten Arten angehören, und nach Möglichkeit auch das
       Wasser aus einem Betrieb entfernt werden;
   21. „Qualifikationszeitraum“ den Zeitraum, der vor der Beantragung des Status
       „seuchenfrei“ durch die zuständige Behörde oder gegebenenfalls vor der
       elektronischen Veröffentlichung der in Artikel 83 Absatz 1 Buchstabe a genannten
       vorläufigen Erklärung verstreichen muss;
   22. „nicht gelistete Art“ eine Tierart oder eine Gruppe von Tierarten, die in Bezug auf
       eine bestimmte Seuche nicht im Anhang der Durchführungsverordnung (EU)
       2018/1882 der Kommission gelistet sind;
   23. „Bestand“ sämtliches Geflügel oder sämtliche in Gefangenschaft gehaltenen Vögel
       mit ein und demselben Gesundheitsstatus, das bzw. die in ein und derselben Anlage
       oder in ein und demselben Gehege gehalten wird bzw. werden und eine einzige
       epidemiologische Einheit bildet bzw. bilden; bei in Ställen gehaltenem Geflügel
       schließt diese Definition auch alle Tiere ein, die denselben Luftraum teilen;
   24. „,DIVA‘-Impfung“ (DIVA – Differentiating Infected from Vaccinated Animals,
       Differenzierung zwischen infizierten und geimpften Tieren) eine Impfung mit
DE                                           21                                            DE
 ---pagebreak---        Impfstoffen, die in Verbindung mit geeigneten serologischen Diagnosemethoden die
       Erkennung infizierter Tiere in einer geimpften Population ermöglicht;
   25. „,DIVA‘-geimpfte Tiere“ Tiere, die im Rahmen einer DIVA-Impfung geimpft
       wurden;
   26. „zugelassener Zuchtmaterialbetrieb“ eine Besamungsstation, eine Embryo-
       Entnahmeeinheit,      eine    Embryo-Erzeugungseinheit,      einen    Zuchtmaterial-
       Verarbeitungsbetrieb oder ein Zuchtmaterialdepot, die/der/das gemäß Artikel 97
       Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/429 zugelassen wurde;
   27. „Samen“ das Ejakulat eines Tieres oder von Tieren, entweder in unveränderter oder
       in bearbeiteter oder verdünnter Form;
   28. „Eizellen“ die haploiden Stadien der Oogenese mit Oozyten zweiter Ordnung und
       Eizellen;
   29. „Embryo“ das frühe Entwicklungsstadium eines Tieres, solange es auf ein
       Empfängertier übertragen werden kann;
   30. „vektorfreier Zeitraum“ in einem definierten Gebiet den Zeitraum der Inaktivität des
       Vektors Culicoides, der gemäß Anhang V Teil II Kapitel 1 Abschnitt 5 festgelegt
       wird;
   31. „Honigbienen“ Tiere der Art Apis mellifera;
   32. „Zuchtgeflügel“ mindestens 72 Stunden altes Geflügel, das zur Erzeugung von
       Bruteiern bestimmt ist;
   33. „stichprobenartige     jährliche    Überwachung“       die    Überwachung      einer
       Zieltierpopulation anhand mindestens einer Erhebung, die im Lauf des Jahres
       durchgeführt wird und bei der die zu untersuchenden Einheiten mittels
       wahrscheinlichkeitsbasierter Probenahmeverfahren ausgewählt werden.
DE                                           22                                             DE
 ---pagebreak---                                        TEIL II
      ÜBERWACHUNG, TILGUNGSPROGRAMME,
                     STATUS „SEUCHENFREI“
                                       Kapitel 1
                                   Überwachung
                                     ABSCHNITT 1
       GESTALTUNG DER ÜBERWACHUNG, ZIELTIERPOPULATION UND
                                DIAGNOSEMETHODEN
                                         Artikel 3
                              Gestaltung der Überwachung
   1. Die zuständige Behörde gestaltet die Überwachung von gelisteten und neu
      auftretenden Seuchen bei Landtieren und sonstigen Tieren unter Berücksichtigung
      a)    der allgemeinen Überwachungsanforderungen auf der Grundlage
            i)    einer Meldung gemäß Artikel 18 Absatz 1 der Verordnung (EU)
                  2016/429;
            ii)   geeigneter tierärztlicher Untersuchungen bei erhöhten Mortalitäten und
                  anderen Anzeichen für schwere Krankheiten oder bei erheblich
                  verminderten Produktionsraten, für die kein Grund erkennbar ist;
            iii)  einer Untersuchung durch die zuständige Behörde bei Verdacht auf eine
                  Seuche der Kategorie E oder gegebenenfalls eine neu auftretende Seuche;
            iv)   der für die Überwachung relevanten Zieltierpopulation gemäß Artikel 4;
            v)    der Ergebnisse amtlicher Kontrollen und anderer amtlicher Tätigkeiten
                  gemäß Artikel 7;
      b)    spezifischer Überwachungsanforderungen
            i)    in Überwachungsprogrammen in der Union;
            ii)   im Rahmen obligatorischer oder optionaler Tilgungsprogramme;
            iii)  in Bezug auf den Nachweis und die Aufrechterhaltung des Status
                  „seuchenfrei“;
            iv)   im Rahmen von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen;
            v)    im Zusammenhang mit der Zulassung bestimmter Betriebe;
            vi)   bei Verbringungen von Landtieren innerhalb der Union oder bei deren
                  Eingang in die Union.
   2. Die zuständige Behörde gestaltet die Überwachung von gelisteten und neu
      auftretenden Seuchen bei Wassertieren unter Berücksichtigung
      a)    der allgemeinen Überwachungsanforderungen auf der Grundlage
            i)    einer Meldung gemäß Artikel 18 Absatz 1 der Verordnung (EU)
                  2016/429;
DE                                          23                                            DE
 ---pagebreak---             ii)   geeigneter tierärztlicher Untersuchungen bei erhöhten Mortalitäten und
                  anderen Anzeichen für schwere Krankheiten oder bei erheblich
                  verminderten Produktionsraten, für die kein Grund erkennbar ist;
            iii)  einer Untersuchung durch die zuständige Behörde bei Verdacht auf eine
                  Seuche der Kategorie E oder gegebenenfalls eine neu auftretende Seuche;
            iv)   der für die Überwachung relevanten Zieltierpopulation gemäß Artikel 4;
            v)    der Ergebnisse amtlicher Kontrollen und anderer amtlicher Tätigkeiten
                  gemäß Artikel 7;
            vi)   von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen;
      b)    spezifischer Überwachungsanforderungen
            i)    im Rahmen des in Anhang VI Teil I Kapitel 1 erläuterten risikobasierten
                  Überwachungsprogramms, bei dem eine Risikoeinstufung und
                  regelmäßige Tiergesundheitsbesuche gemäß Anhang VI Teil I Kapitel 2
                  und 3 vorgesehen sind;
            ii)   im Rahmen der Tilgungsprogramme gemäß Anhang VI Teil II Kapitel 1
                  bis 6;
            iii)  in Bezug auf den Nachweis und die Aufrechterhaltung des Status
                  „seuchenfrei“;
            iv)   zum Nachweis entsprechend den in Anhang VI Teil III Kapitel 1 bis 6
                  erläuterten Überwachungsprogrammen, dass Betriebe, die nicht an dem
                  in Ziffer ii genannten Tilgungsprogramm teilnehmen bzw. die den in
                  Ziffer iii genannten Status „seuchenfrei“ nicht erhalten haben, nicht
                  infiziert sind;
            v)    bei Verbringungen von Wassertieren innerhalb der Union oder bei deren
                  Eingang in die Union.
                                         Artikel 4
                                    Zieltierpopulation
   1. Die zuständige Behörde gibt für jede gelistete Seuche und gegebenenfalls für jede
      neu auftretende Seuche die für die Überwachung gemäß Artikel 3 relevante
      Zieltierpopulation an, einschließlich
      a)    gehaltener Tiere gelisteter Arten;
      b)    wildlebender Tiere gelisteter Arten, sofern
            i)    diese einem Überwachungsprogramm der Union, einem obligatorischen
                  oder optionalen Tilgungsprogramm oder der für die Gewährung oder
                  Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ erforderlichen Überwachung
                  unterliegen,
            ii)   die zuständige Behörde der Auffassung ist, dass sie ein Risiko darstellen,
                  das den Gesundheitsstatus anderer Arten in einem Mitgliedstaat, einer
                  Zone oder einem Kompartiment beeinträchtigen könnte, oder
            iii)  die Überwachung erforderlich ist, um Tiergesundheitsanforderungen für
                  den Eingang in die Union oder Verbringungen innerhalb der Union zu
                  beurteilen.
DE                                          24                                               DE
 ---pagebreak---    2.   Um die Früherkennung einer neu auftretenden Seuche bei anderen als den in
        Absatz 1 Buchstabe a genannten Arten sicherzustellen, nimmt die zuständige
        Behörde in die Zieltierpopulation auch gehaltene Tiere von Arten auf, die für die
        betreffende gelistete Seuche nicht gelistet sind, wenn folgende Kriterien zutreffen:
        a)     Sie werden in Betriebe in einem anderen Mitgliedstaat, einer anderen Zone
               oder einem anderen Kompartiment verbracht, und
        b)     die zuständige Behörde ist aufgrund der Anzahl der Tiere oder der Häufigkeit
               der Verbringungen der Auffassung, dass diese Tiere ein Risiko darstellen, das
               den Gesundheitsstatus anderer gehaltener Tiere in einem anderen Mitgliedstaat,
               einer anderen Zone oder einem anderen Kompartiment beeinträchtigen könnte,
               wenn eine Seuche bei dieser Art auftreten sollte.
                                                 Artikel 5
            Ausschluss bestimmter gehaltener Landtiere aus der Zieltierpopulation
   1.   Abweichend von Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe a kann die zuständige Behörde die
        Zieltierpopulation für die Überwachung einer anderen Seuche als einer Seuche der
        Kategorie A auf die Kategorien von gehaltenen Tieren gelisteter Arten beschränken,
        die in Bezug auf die betreffende Seuche Folgendem unterliegen:
        a)     Überwachungsprogrammen der Union,
        b)     obligatorischen oder optionalen Tilgungsprogrammen oder der für die
               Gewährung oder Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ erforderlichen
               Überwachung oder
        c)     überwachungsbasierten Tiergesundheitsanforderungen              bei Verbringungen
               innerhalb der Union oder beim Eingang in die Union.
   2.   Die in Absatz 1 genannten Kategorien von gehaltenen Tieren können auf dem Alter
        der Tiere, ihrem Geschlecht, dem Standort und der Erzeugungsart basieren.
                                                 Artikel 6
                                          Diagnosemethoden
   1.   Die zuständige Behörde stellt sicher, dass die Probenahmen, die Verfahren, die
        Validierung und die Interpretation der Diagnosemethoden zu Überwachungszwecken
        mit Folgendem im Einklang stehen:
        a)     mit den spezifischen Rechtsvorschriften, die entsprechend der
               Verordnung (EU) 2016/429 erlassen wurden, sowie den einschlägigen
               Merkmalen und Leitlinien, die auf den Websites der EU-Referenzlabors und
               der Kommission zugänglich gemacht wurden;
        b)     wenn sie nicht durch die unter Buchstabe a genannten Rechtsvorschriften,
               Merkmale und Leitlinien abgedeckt sind: mit den Probenahmen, den
               Verfahren, der Validierung und der Interpretation der Diagnosemethoden, die
               im Handbuch mit Normenempfehlungen zu Diagnosemethoden und Vakzinen
               für Landtiere der Weltorganisation für Tiergesundheit („Terrestrial Manual“)21
   21
      http://www.oie.int/en/standard-setting/terrestrial-manual/access-online/
DE                                                    25                                         DE
 ---pagebreak---                in der geänderten Fassung bzw. im Diagnosehandbuch für Krankheiten von
               Wassertieren („Aquatic Manual“)22 in der geänderten Fassung festgelegt sind;
        c)     wenn sie nicht durch die Buchstaben a und b abgedeckt sind: mit den in
               Artikel 34 Absatz 2 Buchstabe b und in Artikel 34 Absatz 3 der
               Verordnung (EU) 2017/625 festgelegten Methoden.
   2.   Die Diagnosemethoden für die Gewährung und Aufrechterhaltung des Status
        „seuchenfrei“ sind festgelegt in:
        a)     Anhang III Abschnitt 1 für die Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis
               und B. suis;
        b)     Anhang III Abschnitt 2 für die Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-
               Komplex (Myobacterium bovis, M. caprae und M. tuberculosis) (im Folgenden
               „MTBC“);
        c)     Anhang III Abschnitt 3 für die Enzootische Leukose der Rinder (im Folgenden
               „EBL“);
        d)     Anhang III Abschnitt 4 für die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis/Infektiöse
               Pustulöse Vulvovaginitis (im Folgenden „IBR/IPV“);
        e)     Anhang III Abschnitt 5 für die Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen
               Krankheit (im Folgenden „ADV“);
        f)     Anhang III Abschnitt 6 für die Bovine Virus Diarrhoe (im Folgenden „BVD“);
        g)     Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 5 Nummer 2             für  die  Virale
               Hämorrhagische Septikämie (im Folgenden „VHS“);
        h)     Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 5 Nummer 2 für die Infektiöse
               Hämatopoetische Nekrose (im Folgenden „IHN“);
        i)     Anhang VI Teil II Kapitel 2 Abschnitt 5 Nummer 2 für die Infektion mit dem
               HPR-deletierten Virus der Ansteckenden Blutarmut der Lachse (im Folgenden
               „HPR-deletiertes ISAV“);
        j)     Anhang VI Teil II Kapitel 3 Abschnitt 5 Nummer 2 für die Infektion mit
               Marteilia refringens;
        k)     Anhang VI Teil II Kapitel 4 Abschnitt 5 Nummer 2 für die Infektion mit
               Bonamia exitiosa;
        l)     Anhang VI Teil II Kapitel 5 Abschnitt 5 Nummer 2 für die Infektion mit
               Bonamia ostreae;
        m)     Anhang VI Teil II Kapitel 6 Abschnitt 5 Nummer 2 für die Infektion mit dem
               Virus der Weißpünktchenkrankheit (im Folgenden „WSSV“).
                                                Artikel 7
              Beitrag amtlicher Kontrollen und anderer amtlicher Tätigkeiten zur
                                    Tiergesundheitsüberwachung
   1.   Die zuständige Behörde bezieht gegebenenfalls die Ergebnisse der amtlichen
        Kontrollen und anderer amtlicher Tätigkeiten gemäß Artikel 2 der Verordnung (EU)
   22
      http://www.oie.int/en/standard-setting/aquatic-manual/access-online/
DE                                                  26                                       DE
 ---pagebreak---             2017/625 in die Gestaltung der Überwachung nach Artikel 3 der vorliegenden
            Verordnung mit ein. Diese amtlichen Kontrollen und anderen amtlichen Tätigkeiten
            umfassen
            a)     Schlachttieruntersuchungen und Fleischuntersuchungen;
            b)     Inspektionen an Grenzkontrollstellen;
            c)     amtliche Kontrollen und andere amtliche Tätigkeiten auf Märkten und bei
                   Auftrieben;
            d)     amtliche Kontrollen und andere amtliche Tätigkeiten bei der Beförderung
                   lebender Tiere;
            e)     Inspektionen im Zusammenhang mit der öffentlichen Gesundheit und
                   Probenahmen in Betrieben;
            f)     alle sonstigen amtlichen Kontrollen, bei denen Betriebe, Tiere oder Proben
                   kontrolliert oder untersucht werden.
   2.       Ergibt sich im Zusammenhang mit amtlichen Kontrollen oder anderen amtlichen
            Tätigkeiten gemäß Absatz 1 ein Verdacht auf eine gelistete Seuche oder eine neu
            auftretende Seuche, stellt die zuständige Behörde sicher, dass alle einschlägigen
            Behörden informiert werden. Dies erfolgt
            a)     bei einer Seuche der Kategorie A oder einer neu auftretenden Seuche sofort;
            b)     bei sonstigen Seuchen unverzüglich.
                                            ABSCHNITT 2
                   BESTÄTIGUNG EINER SEUCHE UND FALLDEFINITIONEN
                                                Artikel 8
      Kriterien für die amtliche Bestätigung gelisteter Seuchen, mit Ausnahme von Seuchen der
     Kategorie A, und bestimmter neu auftretender Seuchen und anschließende Bestätigung des
                                               Ausbruchs
   1.       Die zuständige Behörde führt bei Verdacht auf gelistete Seuchen, die nicht zur
            Kategorie A gehören, oder auf eine neu auftretende Seuche eine Untersuchung durch,
            um das Auftreten dieser Seuche bestätigen oder ausschließen zu können, wenn
            a)     der Gesundheitsstatus des Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments
                   ermittelt werden muss oder
            b)     die notwendigen Informationen über das Auftreten der Seuche für einen der
                   folgenden Zwecke erfasst werden müssen:
                   i)    das Ergreifen von Maßnahmen zum Schutz der Tiergesundheit oder der
                         menschlichen Gesundheit,
                   ii)   die Umsetzung von Tiergesundheitsanforderungen bei Verbringungen
                         von Tieren oder Erzeugnissen oder
                   iii)  die Erfüllung der Anforderungen eines Überwachungsprogramms der
                         Union.
   2.       Die zuständige Behörde bestätigt den Ausbruch einer der in Absatz 1 genannten
            Seuchen, wenn sie ein Tier oder eine Gruppe von Tieren gemäß Artikel 9 Absatz 2
            als bestätigten Fall dieser Seuchen eingestuft hat.
DE                                                 27                                          DE
 ---pagebreak---                                          Artikel 9
                                     Falldefinitionen
   1. Die zuständige Behörde stuft ein Tier oder eine Gruppe von Tieren als Verdachtsfall
      einer gelisteten Seuche oder einer neu auftretenden Seuche ein, wenn
      a)    klinische         Untersuchungen,         Nekropsieuntersuchungen        oder
            Laboruntersuchungen ergeben haben, dass klinische Anzeichen, Post-mortem-
            Läsionen oder histologische Befunde für diese Seuche sprechen,
      b)    die Ergebnisse einer Diagnosemethode an einer Probe von einem Tier oder
            einer Gruppe von Tieren auf die wahrscheinliche Präsenz der Seuche hindeuten
            oder
      c)    ein epidemiologischer Zusammenhang mit einem bestätigten Fall festgestellt
            wurde.
   2. Die zuständige Behörde stuft ein Tier oder eine Gruppe von Tieren als bestätigten
      Fall einer gelisteten Seuche oder einer neu auftretenden Seuche ein, wenn
      a)    der Seuchenerreger, mit Ausnahme von Impfstämmen, bei einer Probe von
            einem Tier oder einer Gruppe von Tieren isoliert wurde,
      b)    spezifische Antigene oder Nukleinsäuren des Seuchenerregers, die nicht
            infolge einer Impfung aufgetreten sind, in einer Probe von einem Tier oder
            einer Gruppe von Tieren nachgewiesen wurden, die klinische Anzeichen für
            die Seuche oder einen epidemiologischen Zusammenhang mit einem
            Verdachtsfall oder bestätigten Fall aufweisen, oder
      c)    eine indirekte Diagnosemethode an einer Probe von einem Tier oder einer
            Gruppe von Tieren, die klinische Anzeichen für die Seuche oder einen
            epidemiologischen Zusammenhang mit einem Verdachtsfall oder bestätigten
            Fall aufweisen, zu einem positiven Ergebnis geführt hat, das nicht die Folge
            einer Impfung ist.
   3. Die seuchenspezifischen Definitionen für einen Verdachtsfall und einen bestätigten
      Fall gelisteter Seuchen sind für Landtiere in Anhang I und für Wassertiere in
      Anhang VI Teil II Kapitel 1 bis 6 Abschnitt 5 Nummer 3 festgelegt.
   4. Liegen keine seuchenspezifischen Definitionen gemäß Absatz 3 vor, gelten zur
      Definition eines Verdachtsfalls und eines bestätigten Falls einer gelisteten Seuche
      und gegebenenfalls einer neu auftretenden Seuche die Kriterien der Absätze 1 und 2.
                                     ABSCHNITT 3
                   ÜBERWACHUNGSPROGRAMM IN DER UNION
                                        Artikel 10
           Kriterien und Inhalte von Überwachungsprogrammen in der Union
   1. Eine Seuche der Kategorie E unterliegt gemäß Artikel 28 der Verordnung (EU)
      2016/429 einem Überwachungsprogramm in der Union, wenn sie alle folgenden
      Kriterien erfüllt:
      a)    Sie stellt eine besondere Bedrohung für die Tiergesundheit und möglicherweise
            die menschliche Gesundheit im gesamten Gebiet der Union dar, mit möglichen
DE                                          28                                            DE
 ---pagebreak---                   schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für die Landwirtschaft und die
                  Gesamtwirtschaft;
           b)     es besteht die Gefahr, dass sich das Seuchenprofil weiterentwickelt,
                  insbesondere im Hinblick auf das Risiko für die Gesundheit von Mensch und
                  Tier;
           c)     infizierte wildlebende Tiere stellen eine besondere Bedrohung für die
                  Einschleppung der Seuche in einen Teil oder in das gesamte Gebiet der Union
                  dar;
           d)     es ist unerlässlich, durch Überwachungsmaßnahmen regelmäßig aktualisierte
                  Informationen zur Entwicklung der Zirkulation und zu den spezifischen
                  Merkmalen des Seuchenerregers zu erhalten, die Risiken zu bewerten und die
                  Risikominderungsmaßnahmen entsprechend anzupassen.
   2.      Die zuständige Behörde führt im Hinblick auf die betreffende Seuche
           Überwachungsprogramme in der Union mit den in Anhang II festgelegten Inhalten
           durch.
                                             Artikel 11
     Erforderliche Informationen bei der Vorlage von Überwachungsprogrammen in der Union
                              und der entsprechenden Berichterstattung
   1.      Bei der Vorlage eines Überwachungsprogramms in der Union stellt die zuständige
           Behörde mindestens folgende Informationen bereit:
           a)     eine Beschreibung der epidemiologischen Situation der Seuche vor Beginn der
                  Durchführung des Programms und Angaben zur epidemiologischen
                  Entwicklung der Seuche;
           b)     die Zieltierpopulationen, epidemiologischen Einheiten und Zonen des
                  Programms;
           c)     die Organisation der zuständigen Behörde, die Überwachung der
                  Programmdurchführung, die amtlichen Kontrollen im Rahmen der
                  Durchführung des Programms und die Rolle aller maßgeblichen Unternehmer,
                  Angehörigen der mit der Tiergesundheit befassten Berufe, Tierärzte,
                  tiergesundheitlichen Laboratorien und sonstigen betroffenen natürlichen oder
                  juristischen Personen;
           d)     eine Beschreibung und Abgrenzung der geografischen und administrativen
                  Gebiete, in denen das Programm durchgeführt wird;
           e)     Indikatoren zur Messung des Programmfortschrittes;
           f)     die eingesetzten Diagnosemethoden, die Anzahl der untersuchten Proben, die
                  Häufigkeit der Probenahmen und die Probenahmemuster;
           g)     die Risikofaktoren, die bei der Gestaltung einer risikobasierten gezielten
                  Überwachung zu berücksichtigen sind.
   2.      Bei der Berichterstattung zu einem Überwachungsprogramm in der Union nimmt die
           zuständige Behörde mindestens folgende Informationen in ihren Bericht auf:
           a)     eine Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen und der erzielten
                  Ergebnisse auf der Grundlage der gemäß Absatz 1 Buchstaben b sowie d bis f
                  übermittelten Informationen, sowie
DE                                               29                                            DE
 ---pagebreak---           b)    die Ergebnisse der Verlaufskontrolle der epidemiologischen Entwicklung der
                Seuche bei Vorliegen eines Verdachtsfalls oder eines bestätigten Falls.
                                           Kapitel 2
      Tilgungsprogramme für Seuchen der Kategorien B und C bei
                                          Landtieren
                                          ABSCHNITT 1
                               ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                             Artikel 12
       Seuchenbekämpfungsstrategie zur Tilgung von Seuchen der Kategorien B und C bei
                                            Landtieren
   1.     Die zuständige Behörde legt bei der Aufstellung eines obligatorischen
          Tilgungsprogramms für eine Seuche der Kategorie B oder eines optionalen
          Tilgungsprogramms für eine Seuche der Kategorie C bei Landtieren eine
          Seuchenbekämpfungsstrategie zugrunde, die für jede Seuche Folgendes ausweist:
          a)    das Gebiet und die Tierpopulation, auf die sich das Tilgungsprogramm gemäß
                Artikel 13 Absatz 1 erstreckt,
          b)    die Laufzeit des Tilgungsprogramms gemäß Artikel 15, einschließlich dessen
                endgültiger Ziele und Zwischenziele gemäß Artikel 14, und
          c)    die seuchenspezifischen Anforderungen nach
                i)    den Artikeln 16 bis 31 bezüglich der Infektion mit Brucella abortus,
                      B. melitensis und B. suis, der Infektion mit MTBC, EBL, IBR/IPV, der
                      Infektion mit ADV und BVD;
                ii)   den Artikeln 32 bis 36 bezüglich der Infektion mit dem Tollwut-Virus
                      (im Folgenden „RABV“);
                iii)  den Artikeln 37 bis 45 bezüglich der Infektion mit BTV.
   2.     Die zuständige Behörde kann in das Tilgungsprogramm koordinierte Maßnahmen an
          ihrer gemeinsamen Land- oder Seegrenze mit anderen Mitgliedstaaten oder
          Drittländern aufnehmen, um zu gewährleisten, dass die Programmziele verwirklicht
          werden und die Ergebnisse von Dauer sind.
          Wurden keine koordinierten Maßnahmen ergriffen, sieht die zuständige Behörde in
          dem Tilgungsprogramm nach Möglichkeit wirksame Risikominderungsmaßnahmen
          vor, einschließlich einer verstärkten Überwachung.
                                             Artikel 13
                     Räumlicher Anwendungsbereich und Tierpopulationen
   1.     Die zuständige Behörde legt den Umfang des Tilgungsprogramms fest,
          einschließlich
          a)    des erfassten Gebiets und
          b)    der Zieltierpopulation sowie gegebenenfalls zusätzlicher Zieltierpopulationen.
DE                                               30                                            DE
 ---pagebreak---    2. Das Gebiet nach Absatz 1 Buchstabe a, das vom Tilgungsprogramm erfasst wird,
      umfasst
      a)     das gesamte Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats oder
      b)     eine oder mehrere Zonen, vorausgesetzt, dass jede der Zonen einer oder
             mehreren Verwaltungseinheiten von mindestens 2 000 km² entspricht und
             mindestens eine der Regionen gemäß der Festlegung in Artikel 21 der
             Verordnung (EU) 2016/429 einschließt.
   3. Abweichend von Absatz 2 kann die zuständige Behörde Zonen von weniger als
      2 000 km² festlegen, vorausgesetzt, dass
      a)     die Mindestfläche von 2 000 km² nicht wesentlich unterschritten wird oder
      b)     natürliche Hindernisse bestehen, die in Bezug auf das Seuchenprofil relevant
             sind.
                                        Artikel 14
                           Endgültige Ziele und Zwischenziele
   1. Die zuständige Behörde nimmt in das Tilgungsprogramm endgültige qualitative und
      quantitative Ziele auf, die sämtliche seuchenspezifischen Anforderungen nach
      Artikel 72 für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ erfüllen.
   2. Die zuständige Behörde nimmt in das Tilgungsprogramm qualitative und quantitative
      jährliche oder mehrjährige Zwischenziele auf, die dem Fortschritt bei der Erreichung
      der endgültigen Ziele entsprechen. Diese Zwischenziele umfassen
      a)     sämtliche seuchenspezifischen Anforderungen gemäß Absatz 1 und
      b)     gegebenenfalls zusätzliche Anforderungen, die nicht in den Kriterien für die
             Gewährung des Status „seuchenfrei“ enthalten sind, um den Tilgungsfortschritt
             zu bewerten.
                                        Artikel 15
                                         Laufzeit
   1. Die zuständige Behörde legt die Laufzeit des Tilgungsprogramms unter
      Berücksichtigung der Ausgangssituation und der Zwischenziele nach Artikel 14
      Absatz 2 fest.
   2. Bei Seuchen der Kategorie C darf die Laufzeit des Tilgungsprogramms sechs Jahre
      ab dem Zeitpunkt seiner ersten Genehmigung durch die Kommission gemäß
      Artikel 31 Absatz 3 der Verordnung (EU) 2016/429 nicht überschreiten. In
      hinreichend begründeten Fällen kann die Kommission auf Antrag der Mitgliedstaaten
      die Laufzeit des Tilgungsprogramms um weitere sechs Jahre verlängern.
DE                                          31                                             DE
 ---pagebreak---                                           ABSCHNITT 2
    TILGUNGSPROGRAMME AUF DER GRUNDLAGE DER GEWÄHRUNG DES STATUS
                            „SEUCHENFREI“ AUF BETRIEBSEBENE
                                              Artikel 16
   Seuchenbekämpfungsstrategie auf der Grundlage des Status „seuchenfrei“ auf Betriebsebene
   1.      Die zuständige Behörde legt die Seuchenbekämpfungsstrategie eines
           Tilgungsprogramms im Hinblick auf die in Betrieben gehaltene Zieltierpopulation
           für folgende Seuchen von Landtieren fest:
           a)    Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis;
           b)    Infektion mit MTBC;
           c)    EBL;
           d)    IBR/IPV;
           e)    Infektion mit ADV;
           f)    BVD.
   2.      Die in Absatz 1 genannten Seuchenbekämpfungsstrategien der Tilgungsprogramme
           basieren auf
           a)    der Durchführung seuchenspezifischer Maßnahmen gemäß den Artikeln 18 bis
                 31, bis alle relevanten Betriebe den Status „seuchenfrei“ erreicht haben;
           b)    der Gewährung, Aussetzung oder Aberkennung des Status „seuchenfrei“ in
                 Bezug auf alle relevanten Betriebe durch die zuständige Behörde;
           c)    der Durchführung von Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und
                 sonstigen Risikominderungsmaßnahmen;
           d)    der optionalen Durchführung von Impfprogrammen.
                                              Artikel 17
       Zieltierpopulationen und zusätzliche Tierpopulationen bei Tilgungsprogrammen für
                                         bestimmte Seuchen
   1.      Die zuständige Behörde wendet ein obligatorisches Tilgungsprogramm auf folgende
           Zieltierpopulationen an:
           a)    bei der Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis auf gehaltene
                 Rinder, gehaltene Schafe und gehaltene Ziegen;
           b)    bei der Infektion mit MTBC auf gehaltene Rinder.
   2.      Die zuständige Behörde wendet das optionale Tilgungsprogramm auf folgende
           Zieltierpopulationen an:
           a)    bei EBL auf gehaltene Rinder;
           b)    bei IBR/IPV auf gehaltene Rinder;
           c)    bei der Infektion mit ADV auf gehaltene Schweine;
           d)    bei BVD auf gehaltene Rinder.
DE                                                32                                             DE
 ---pagebreak---    3.       Die zuständige Behörde schließt zusätzliche Tierpopulationen in das
            Tilgungsprogramm ein, wenn sie der Auffassung ist, dass die betreffenden Tiere ein
            erhebliches Risiko für den Gesundheitsstatus der in Absatz 1 oder 2 genannten Tiere
            darstellen.
                                              Artikel 18
    Verpflichtungen von Unternehmern in Bezug auf Tilgungsprogramme für bestimmte Seuchen
   1.       Unternehmer, in deren Betrieben – mit Ausnahme von Schlachthöfen – Tiere der in
            Artikel 17 genannten Zieltierpopulationen gehalten werden, müssen die folgenden
            allgemeinen und seuchenspezifischen Anforderungen erfüllen, um den Status
            „seuchenfrei“ für ihre Betriebe zu erhalten und aufrechterhalten zu können:
            a)    Allgemeine Anforderungen:
                  i)    Überwachung der Zieltierpopulationen und zusätzlicher Tierpopulationen
                        im Hinblick auf die betreffende Seuche entsprechend den Anordnungen
                        der zuständigen Behörde gemäß Artikel 3 Absatz 1;
                  ii)   bei Verbringungen von Tieren der Zieltierpopulationen: Sicherstellung,
                        dass der Gesundheitsstatus der Betriebe nicht gefährdet wird, wenn Tiere
                        der Zieltierpopulationen oder zusätzlicher Tierpopulationen oder deren
                        Erzeugnisse in die Betriebe transportiert oder dort eingestallt werden;
                  iii)  Impfung von gehaltenen Tieren der Zieltierpopulationen gegen die
                        betreffende Seuche;
                  iv)   Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf die Seuche oder
                        Bestätigung der Seuche;
                  v)    sämtliche von der zuständigen Behörde als notwendig erachteten
                        zusätzlichen Maßnahmen, gegebenenfalls auch die Absonderung der
                        Tiere je nach ihrem Gesundheitsstatus durch Maßnahmen zum
                        physischen Schutz und betriebstechnische Maßnahmen;
            b)    seuchenspezifische Anforderungen gemäß
                  i)    Anhang IV Teil I Kapitel 1 und 2 bezüglich der Infektion mit Brucella
                        abortus, B. melitensis und B. suis;
                  ii)   Anhang IV Teil II Kapitel 1 bezüglich der Infektion mit MTBC;
                  iii)  Anhang IV Teil III Kapitel 1 bezüglich EBL;
                  iv)   Anhang IV Teil IV Kapitel 1 bezüglich IBR/IPV;
                  v)    Anhang IV Teil V Kapitel 1 bezüglich der Infektion mit ADV;
                  vi)   Anhang IV Teil VI Kapitel 1 bezüglich BVD.
   2.       Die Unternehmer von Schlachthöfen, in denen Tiere der in Artikel 17 genannten
            Zieltierpopulationen gehalten und geschlachtet werden, müssen die allgemeinen
            Anforderungen gemäß Absatz 1 Buchstabe a Ziffern i, iv und v erfüllen.
DE                                                33                                             DE
 ---pagebreak---                                                Artikel 19
           Ausnahmen in Bezug auf die Gewährung des Status „seuchenfrei“ für Betriebe
   Abweichend von Artikel 18 und unter der Voraussetzung, dass die betreffenden
   Zieltierpopulationen den allgemeinen Anforderungen nach Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe a
   entsprechen, kann die zuständige Behörde beschließen, dass die für den Erhalt und die
   Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ gemäß Artikel 18 Absatz 1 festgelegten
   Verpflichtungen nicht für Unternehmer gelten, die folgende Arten von Betrieben führen:
   a)        geschlossene Betriebe;
   b)        Betriebe, in denen Tiere nur für Auftriebe gehalten werden;
   c)        Betriebe, in denen Tiere nur für Dressurnummern gehalten werden;
   d)        Wanderzirkusse.
                                               Artikel 20
      Verpflichtung der zuständigen Behörde zur Gewährung, Aussetzung und Aberkennung des
                                         Status „seuchenfrei“
   1.        Von der zuständigen Behörde wird der Status „seuchenfrei“ auf Betriebsebene
             gewährt, wenn die Unternehmer der Betriebe die Anforderungen in Artikel 18
             erfüllen.
   2.        Von der zuständigen Behörde wird der Status „seuchenfrei“ auf Betriebsebene
             ausgesetzt oder aberkannt, wenn die Bedingungen für eine Aussetzung oder
             Aberkennung erfüllt wurden. Diese Bedingungen sind festgelegt in
             a)    Anhang IV Teil I Kapitel 1 und 2 Abschnitte 3 und 4 bezüglich der Infektion
                   mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis;
             b)    Anhang IV Teil II Kapitel 1 Abschnitte 3 und 4 bezüglich der Infektion mit
                   MTBC;
             c)    Anhang IV Teil III Kapitel 1 Abschnitte 3 und 4 bezüglich EBL;
             d)    Anhang IV Teil IV Kapitel 1 Abschnitte 3 und 4 bezüglich IPR/IPV;
             e)    Anhang IV Teil V Kapitel 1 Abschnitte 3 und 4 bezüglich der Infektion mit
                   ADV;
             f)    Anhang IV Teil VI Kapitel 1 Abschnitte 3 und 4 bezüglich BVD.
   3.        Die zuständige Behörde legt Folgendes fest:
             a)    die Einzelheiten des Testverfahrens, gegebenenfalls einschließlich der
                   seuchenspezifischen Anforderungen gemäß Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe b,
                   wenn der Status „seuchenfrei“ ausgesetzt oder aberkannt wird, und
             b)    den maximalen Zeitraum, für den der Status „seuchenfrei“ ausgesetzt werden
                   kann, wenn gegen die in Absatz 2 genannten Bedingungen verstoßen wird.
   4.        Die zuständige Behörde kann verschiedenen epidemiologischen Einheiten ein und
             desselben Betriebs einen jeweils unterschiedlichen Gesundheitsstatus zuweisen,
             sofern der Unternehmer
             a)    der zuständigen Behörde die Informationen über die verschiedenen
                   epidemiologischen Einheiten innerhalb des Betriebs zwecks Gewährung eines
                   unterschiedlichen Gesundheitsstatus vor einem Verdacht auf die Seuche oder
DE                                                 34                                          DE
 ---pagebreak---                  einer Bestätigung der Seuche gemäß den Artikeln 21 und 24 zur Prüfung
                 vorgelegt hat,
           b)    ein System eingerichtet hat, zu dem die zuständige Behörde auf Antrag Zugang
                 hat, um die Verbringung von Tieren und Zuchtmaterial zu, aus und zwischen
                 den epidemiologischen Einheiten zu verfolgen, und
           c)    die epidemiologischen Einheiten durch physische und betriebstechnische
                 Maßnahmen voneinander getrennt und alle von der zuständigen Behörde zu
                 diesem Zweck geforderten Risikominderungsmaßnahmen getroffen hat.
                                             Artikel 21
              Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf bestimmte Seuchen
   1.      Die zuständige Behörde führt bei Verdacht auf einen Fall der betreffenden Seuche
           Untersuchungen durch, leitet eine epidemiologische Untersuchung ein und setzt den
           Status „seuchenfrei“ des Betriebs, in dem der Verdachtsfall aufgetreten ist, so lange
           aus, bis die Untersuchungen und die epidemiologische Untersuchung abgeschlossen
           sind.
   2.      Solange die Ergebnisse der Untersuchungen und der epidemiologischen
           Untersuchung gemäß Absatz 1 ausstehen, muss die zuständige Behörde
           a)    die Verbringung von Tieren der betreffenden Zieltierpopulation aus dem
                 Betrieb untersagen, es sei denn, sie hat deren sofortige Schlachtung in einem
                 benannten Schlachthof genehmigt;
           b)    wenn sie dies zur Eindämmung des Risikos einer Ausbreitung der Seuche für
                 erforderlich hält,
                 i)    soweit technisch möglich, die Isolierung der Verdachtsfälle in dem
                       Betrieb anordnen;
                 ii)   die Einstallung von Tieren der betreffenden Zieltierpopulation in dem
                       Betrieb einschränken;
                 iii)  die Verbringung von Erzeugnissen der betreffenden Zieltierpopulation
                       aus dem Betrieb oder in den Betrieb einschränken.
   3.      Die zuständige Behörde erhält die in den Absätzen 1 und 2 vorgesehenen
           Maßnahmen aufrecht, bis das Auftreten der Seuche ausgeschlossen oder bestätigt
           wurde.
                                             Artikel 22
      Ausdehnung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf bestimmte Seuchen
   1.      Die zuständige Behörde dehnt, wenn sie es für erforderlich hält, die gemäß
           Artikel 21 vorgesehenen Maßnahmen aus:
           a)    auf relevante zusätzliche Tierpopulationen, die in dem Betrieb gehalten
                 werden;
           b)    auf alle Betriebe, die einen epidemiologischen Zusammenhang mit dem
                 Betrieb aufweisen, in dem der Verdachtsfall aufgetreten ist.
DE                                               35                                              DE
 ---pagebreak---    2.     Besteht der Verdacht auf die Seuche bei wildlebenden Tieren, so dehnt die
          zuständige Behörde, wenn sie es für erforderlich hält, die in Artikel 21 vorgesehenen
          Maßnahmen auf die Betriebe aus, für die ein Infektionsrisiko besteht.
                                            Artikel 23
      Ausnahmen von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf bestimmte Seuchen
   1.     Abweichend von Artikel 21 Absatz 1 kann die zuständige Behörde in hinreichend
          begründeten Fällen entscheiden, den Status „seuchenfrei“ nicht für den gesamten
          Betrieb auszusetzen, wenn verschiedene epidemiologische Einheiten gemäß
          Artikel 20 Absatz 4 vorhanden sind.
   2.     Abweichend von Artikel 21 Absatz 2 Buchstabe a kann die zuständige Behörde die
          Verbringung von Tieren aus der betreffenden Zieltierpopulation in einen Betrieb
          unter ihrer amtlichen Aufsicht genehmigen, sofern die folgenden Anforderungen
          erfüllt sind:
          a)     Die Tiere werden ausschließlich auf direktem Wege transportiert;
          b)     im Bestimmungsbetrieb werden die Tiere in geschlossenen Systemen gehalten,
                 ohne Kontakt zu gehaltenen Tieren mit höherem Gesundheitsstatus oder mit
                 wildlebenden Tieren der für die betreffende Seuche gelisteten Arten.
   3.     Abweichend von Artikel 21 Absatz 2 Buchstabe a kann die zuständige Behörde im
          Falle einer Seuche der Kategorie C die Verbringung von Tieren aus der betreffenden
          Zieltierpopulation genehmigen, sofern die Tiere, erforderlichenfalls per
          Direkttransport, in einen Betrieb in einem Gebiet verbracht werden, das weder
          seuchenfrei ist noch unter ein optionales Tilgungsprogramm fällt.
   4.     Macht die zuständige Behörde von der Ausnahmeregelung nach Absatz 2 Gebrauch,
          so muss sie
          a)     den Status „seuchenfrei“ des Bestimmungsbetriebs der Tiere, für die die
                 Ausnahmeregelung gilt, bis zum Ende der gemäß Artikel 21 Absatz 1
                 vorgesehenen Untersuchungen aussetzen;
          b)     bis zur Beendigung der gemäß Artikel 21 Absatz 1 vorgesehenen
                 Untersuchungen die Verbringung von Tieren aus dem betreffenden Betrieb
                 untersagen, es sei denn, sie hat deren Direkttransport zu einem benannten
                 Schlachthof zwecks sofortiger Schlachtung genehmigt;
          c)     bei Verdacht auf eine Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                 oder mit MTBC das Verbot gemäß Buchstabe b auch nach Beendigung der
                 Untersuchung aufrechterhalten, bis alle Tiere, die nach der Ausnahmeregelung
                 gemäß Absatz 2 in den Betrieb verbracht wurden, geschlachtet worden sind.
   5.     Die zuständige Behörde kann von den in den Absätzen 1 bis 3 vorgesehenen
          Ausnahmeregelungen nur dann Gebrauch machen, wenn die Unternehmer der
          Herkunfts- und Bestimmungsbetriebe sowie die Transportunternehmer in Bezug auf
          die Tiere, für die die Ausnahmeregelungen gelten,
          a)     geeignete Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und sonstige
                 Risikominderungsmaßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um die
                 Ausbreitung der Seuche zu verhindern, und
DE                                              36                                               DE
 ---pagebreak---            b)    der zuständigen Behörde Garantien dafür vorlegen, dass alle erforderlichen
                 Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und alle sonstigen
                 Risikominderungsmaßnahmen getroffen worden sind.
                                               Artikel 24
         Amtliche Bestätigung bestimmter Seuchen und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
   1.      Wird ein Fall bestätigt, ist die zuständige Behörde verpflichtet,
           a)    dem infizierten Betrieb bzw. den infizierten Betrieben den Status „seuchenfrei“
                 abzuerkennen;
           b)    in dem infizierten Betrieb bzw. den infizierten Betrieben die in den Artikeln 25
                 bis 31 festgelegten Maßnahmen zu ergreifen.
   2.      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a kann die zuständige Behörde die
           Aberkennung des Status „seuchenfrei“ auf diejenigen epidemiologischen Einheiten
           beschränken, in denen ein Fall bestätigt wurde.
   3.      Wird die Seuche bei wildlebenden Tieren bestätigt, führt die zuständige Behörde
           gegebenenfalls eine epidemiologische Untersuchung und Untersuchungen gemäß
           Artikel 25 durch. Wenn die zuständige Behörde dies für erforderlich hält, um die
           Ausbreitung der Seuche zu verhindern,
           a)    ordnet sie gemäß den Artikeln 21 bis 25 und Artikel 30 einschlägige
                 Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in Betrieben an, in denen die
                 Zieltierpopulation und zusätzliche Tierpopulationen gehalten werden;
           b)    führt sie sonstige proportionale und erforderliche Präventions-, Überwachungs-
                 und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in Bezug auf die betreffende Population
                 wildlebender Tiere oder in deren Habitat durch bzw. ordnet diese an.
                                               Artikel 25
     Epidemiologische Untersuchung und Untersuchungen bei Bestätigung bestimmter Seuchen
   1.      Wird eine Seuche bestätigt, so ist die zuständige Behörde verpflichtet,
           a)    eine epidemiologische Untersuchung durchzuführen;
           b)    Untersuchungen durchzuführen und die in Artikel 21 festgelegten Maßnahmen
                 in allen epidemiologisch zusammenhängenden Betrieben anzuwenden sowie
           c)    die Überwachung unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der
                 epidemiologischen Untersuchung an die ermittelten Risikofaktoren
                 anzupassen.
   2.      Wenn die epidemiologische Untersuchung auf epidemiologische Zusammenhänge
           zwischen gehaltenen und wildlebenden Tieren schließen lässt, muss die zuständige
           Behörde eine Untersuchung wildlebender Tiere zusätzlicher Tierpopulationen in
           Erwägung ziehen.
   3.      Über diese Umstände informiert die zuständige Behörde schnellstmöglich
           a)    die Unternehmer und die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten, die von
                 den epidemiologischen Zusammenhängen mit dem bestätigten Fall betroffen
                 sind, und
DE                                                 37                                             DE
 ---pagebreak---       b)     die zuständigen Behörden in anderen Mitgliedstaaten oder Drittländern, die
             von den epidemiologischen Zusammenhängen mit dem infizierten Betrieb bzw.
             den infizierten Betrieben betroffen sein könnten.
                                         Artikel 26
       Verbringung von Tieren in infizierte Betriebe oder aus infizierten Betrieben
   1. Die zuständige Behörde untersagt Verbringungen von Tieren der Zieltierpopulation
      aus dem infizierten Betrieb, es sei denn, sie hat deren sofortige Schlachtung in einem
      benannten Schlachthof genehmigt.
   2. Wenn die zuständige Behörde dies für erforderlich hält, um die Ausbreitung der
      Seuche zu verhindern,
      a)     ordnet sie die Isolierung der Verdachtsfälle und bestätigten Fälle in dem
             Betrieb an, soweit dies technisch möglich ist;
      b)     schränkt sie die Verbringung von Tieren der Zieltierpopulation innerhalb des
             Betriebs ein;
      c)     schränkt sie die Einstallung von Tieren der Zieltierpopulation in dem Betrieb
             ein;
      d)     schränkt sie die Verbringung der Erzeugnisse von Tieren der Zieltierpopulation
             aus dem infizierten Betrieb und in den infizierten Betrieb ein.
   3. Die zuständige Behörde dehnt, wenn sie dies für erforderlich hält, die Maßnahmen
      gemäß den Absätzen 1 und 2 auf Tiere und Erzeugnisse aus zusätzlichen
      Tierpopulationen aus, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern.
                                         Artikel 27
                  Testen und Entfernen von Tieren aus infizierten Betrieben
   1. Nach der Bestätigung einer Seuche ordnet die zuständige Behörde an, dass in
      infizierten Betrieben innerhalb eines von ihr festzulegenden maximalen Zeitraums
      folgende Tests durchgeführt werden:
      a)     Tests an jenen Tieren, bei denen Tests für notwendig erachtet werden, um die
             epidemiologische Untersuchung abzuschließen,
      b)     Tests zur Wiederzuerkennung des Status „seuchenfrei“ gemäß
             i)     Anhang IV Teil I Kapitel 1 und 2 Abschnitt 4 bezüglich der Infektion mit
                    Brucella abortus, B. melitensis und B. suis;
             ii)    Anhang IV Teil II Kapitel 1 Abschnitt 4 bezüglich der Infektion mit
                    MTBC;
             iii)   Anhang IV Teil III Kapitel 1 Abschnitt 4 bezüglich EBL;
             iv)    Anhang IV Teil IV Kapitel 1 Abschnitt 4 bezüglich IPR/IPV;
             v)     Anhang IV Teil V Kapitel 1 Abschnitt 4 bezüglich der Infektion mit
                    ADV;
             vi)    Anhang IV Teil VI Kapitel 1 Abschnitt 4 bezüglich BVD sowie
DE                                           38                                              DE
 ---pagebreak---       c)     sämtliche weiteren Tests, die sie für notwendig erachtet, um die rasche
             Erkennung infizierter Tiere sicherzustellen, die zu einer Ausbreitung der
             Seuche beitragen könnten.
   2. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b werden keine Tests angeordnet, wenn der
      Status „seuchenfrei“ gemäß folgenden Bestimmungen wiederzuerkannt wird:
      i)     Anhang IV Teil I Kapitel 1 und 2 Abschnitt 1 Nummer 2 bezüglich der
             Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis;
      ii)    Anhang IV Teil II Kapitel 1 Abschnitt 1 Nummer 2 bezüglich der Infektion mit
             MTBC;
      iii)   Anhang IV Teil III Kapitel 1 Abschnitt 1 Nummer 2 bezüglich EBL;
      iv)    Anhang IV Teil IV Kapitel 1 Abschnitt 1 Nummer 2 bezüglich der Infektion
             mit IBR/IPV;
      v)     Anhang IV Teil V Kapitel 1 Abschnitt 1 Nummer 2 bezüglich der Infektion mit
             ADV;
      vi)    Anhang IV Teil VI Kapitel 1 Abschnitt 1 Nummer 2 bezüglich BVD.
   3. Die zuständige Behörde ordnet an, dass in infizierten Betrieben alle Tiere, bei denen
      die Seuche bestätigt wurde, und gegebenenfalls alle Tiere, die als Verdachtsfälle
      anerkannt wurden, innerhalb eines von ihr festzulegenden maximalen Zeitraums
      geschlachtet werden.
   4. Die Schlachtung der in Absatz 3 genannten Tiere erfolgt unter amtlicher Aufsicht in
      einem benannten Schlachthof.
   5. Die zuständige Behörde kann anordnen, dass einige oder alle der in Absatz 3
      genannten Tiere nicht geschlachtet, sondern getötet und vernichtet werden.
   6. Die zuständige Behörde dehnt die in diesem Artikel vorgesehenen Maßnahmen auf
      Tiere zusätzlicher Tierpopulationen aus, wenn dies zur Tilgung der Seuche in den
      infizierten Betrieben erforderlich ist.
                                         Artikel 28
                    Umgang mit Erzeugnissen aus infizierten Betrieben
   1. Die zuständige Behörde ordnet in allen Betrieben, die mit Brucella abortus,
      B. melitensis und B. suis oder mit MTBC infiziert sind, Folgendes an:
      a)     Milch von bestätigten Fällen darf entweder nur an Tiere im gleichen Betrieb
             verfüttert werden, nachdem sie verarbeitet wurde, um die Inaktivierung des
             Seuchenerregers sicherzustellen, oder sie muss beseitigt werden;
      b)     Dung, Stroh, Futtermittel oder sonstiges Material und sonstige Stoffe, die mit
             einem bestätigten Fall oder mit kontaminiertem Material in Berührung
             gekommen sind, sind entweder so schnell wie möglich zu sammeln und zu
             beseitigen oder nach einer geeigneten Risikobewertung zu lagern und zu
             verarbeiten, um das Risiko einer Ausbreitung der Seuche auf ein annehmbares
             Niveau zu senken.
   2. Bei einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis ordnet die
      zuständige Behörde an, dass in allen infizierten Betrieben Föten, totgeborene Tiere,
DE                                            39                                            DE
 ---pagebreak---            nach der Geburt an der Seuche verstorbene Tiere und Plazenten gesammelt und
           beseitigt werden müssen.
   3.      Bei einer Infektion mit einer Seuche der Kategorie C ordnet die zuständige Behörde
           geeignete Maßnahmen gemäß den Absätzen 1 und 2 an, wenn sie dies für
           erforderlich hält.
   4.      Wenn sie es für erforderlich hält, ordnet die zuständige Behörde die Rückverfolgung,
           die Verarbeitung oder die Beseitigung aller Erzeugnisse aus infizierten Betrieben an,
           die das Risiko einer Ausbreitung der Seuche bergen oder die menschliche
           Gesundheit beeinträchtigen könnten.
                                             Artikel 29
      Ausnahmen von der Einschränkung der Verbringung von Tieren aus infizierten Betrieben
   1.      Abweichend von Artikel 26 Absatz 1 kann die zuständige Behörde die Verbringung
           von klinisch gesunden Tieren – mit Ausnahme bestätigter Fälle – in einen unter ihrer
           amtlichen Aufsicht stehenden Betrieb genehmigen, wenn folgende Bedingungen
           erfüllt sind:
           a)     Die Verbringung gefährdet nicht den Gesundheitsstatus der Tiere im
                  Bestimmungsbetrieb oder auf dem Weg dorthin,
           b)     die Tiere werden ausschließlich auf direktem Wege transportiert, und
           c)     im Bestimmungsbetrieb werden die Tiere in geschlossenen Systemen gehalten,
                  ohne Kontakt zu gehaltenen Tieren mit höherem Gesundheitsstatus oder mit
                  wildlebenden Tieren der für die betreffende Seuche gelisteten Arten.
   2.      Abweichend von Artikel 26 Absatz 1 kann die zuständige Behörde im Falle einer
           Seuche der Kategorie C die Verbringung von klinisch gesunden Tieren – mit
           Ausnahme bestätigter Fälle – aus der betreffenden Zieltierpopulation genehmigen,
           vorausgesetzt
           a)     die Tiere werden, erforderlichenfalls per Direkttransport, in einen Betrieb in
                  einem Gebiet verbracht, das weder seuchenfrei ist noch unter ein optionales
                  Tilgungsprogramm fällt, und
           b)     die     Verbringung     gefährdet     nicht   den      Gesundheitsstatus    der
                  Zieltierpopulationen      oder      zusätzlicher       Tierpopulationen     im
                  Bestimmungsbetrieb oder auf dem Weg dorthin.
   3.      Macht die zuständige Behörde von der Ausnahmeregelung nach Absatz 1 Gebrauch,
           erkennt sie dem Bestimmungsbetrieb der Tiere, für die die Ausnahmeregelung gilt,
           den Status „seuchenfrei“ ab und
           a)     ordnet die Verbringung der Tiere innerhalb eines von ihr festgelegten
                  maximalen Zeitraums per Direkttransport vom Bestimmungsbetrieb zu einem
                  benannten Schlachthof zwecks sofortiger Schlachtung an oder
           b)     ordnet – im Falle einer Seuche der Kategorie C – an, die in den Artikeln 26 bis
                  30 vorgesehenen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchzuführen, bis der
                  Status „seuchenfrei“ des Betriebs wiederhergestellt ist.
   4.      Die zuständige Behörde kann von den in den Absätzen 1 und 2 vorgesehenen
           Ausnahmeregelungen nur dann Gebrauch machen, wenn die Unternehmer der
DE                                               40                                               DE
 ---pagebreak---             Herkunfts- und Bestimmungsbetriebe sowie die Transportunternehmer in Bezug auf
            die Tiere, für die die Ausnahmeregelungen gelten,
            a)     geeignete Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und sonstige
                   Risikominderungsmaßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um die
                   Ausbreitung der Seuche zu verhindern, und
            b)     der zuständigen Behörde Garantien dafür vorlegen, dass alle erforderlichen
                   Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und alle sonstigen
                   Risikominderungsmaßnahmen getroffen worden sind.
                                               Artikel 30
    Reinigung und Desinfektion und sonstige Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von
                                              Infektionen
   1.       Die zuständige Behörde verpflichtet alle Unternehmer infizierter Betriebe und alle
            Unternehmer, die Tiere aus infizierten Betrieben aufnehmen, zur Reinigung und
            Desinfektion oder gegebenenfalls zur sicheren Beseitigung von
            a)     allen Teilen der Betriebe, die nach der Entfernung der bestätigten Fälle und
                   Verdachtsfälle und vor der Wiederbelegung kontaminiert worden sein könnten;
            b)     allen Futtermitteln, Materialien, Stoffen, tierhaltungsbezogenen, medizinischen
                   und produktionsbezogenen Ausrüstungsgegenständen, die möglicherweise
                   kontaminiert worden sind;
            c)     sämtlicher Schutzkleidung oder Sicherheitsvorrichtungen,             die    von
                   Unternehmern und Besuchern verwendet wurden;
            d)     sämtlichen Transportmitteln, Behältern und Ausrüstungen nach dem Transport
                   von Tieren oder Erzeugnissen aus infizierten Betrieben;
            e)     Ladeflächen für Tiere nach jedem Gebrauch.
   2.       Die zuständige Behörde genehmigt das Protokoll der Reinigung und Desinfektion.
   3.       Von der zuständigen Behörde wird die Reinigung und Desinfektion oder
            gegebenenfalls die sichere Beseitigung überwacht und dem Betrieb der Status
            „seuchenfrei“ erst wieder zuerkannt bzw. erneut gewährt, wenn sie der Auffassung
            ist, dass die Reinigung und Desinfektion oder gegebenenfalls die sichere Beseitigung
            abgeschlossen sind.
   4.       Die zuständige Behörde kann auf der Basis einer Risikobewertung eine Weide als
            kontaminiert einstufen und ihre Nutzung für gehaltene Tiere mit einem höheren
            Gesundheitsstatus als dem der Zieltierpopulation oder, falls epidemiologisch
            relevant, für weitere Tierpopulationen so lange untersagen, bis das Risiko der
            Persistenz des Seuchenerregers als vernachlässigbar betrachtet werden kann.
                                               Artikel 31
                  Risikominderungsmaßnahmen zur Verhinderung einer Reinfektion
   Vor oder nach der Einstellung der Seuchenbekämpfungsmaßnahmen ordnet die zuständige
   Behörde proportionale Risikominderungsmaßnahmen an, um angesichts der einschlägigen
   Risikofaktoren, die in den Ergebnissen der epidemiologischen Untersuchung aufgezeigt sind,
   eine Reinfektion des Betriebs zu verhindern. Bei diesen Maßnahmen sind mindestens
   folgende Aspekte zu beachten:
DE                                                 41                                              DE
 ---pagebreak---    a)    Persistenz des Seuchenerregers in der Umwelt oder in wildlebenden Tieren sowie
   b)    Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren, die an die jeweiligen
         Gegebenheiten des Betriebs angepasst sind.
                                        ABSCHNITT 3
    BESTIMMUNGEN FÜR TILGUNGSPROGRAMME FÜR DIE INFEKTION MIT RABV
                                           Artikel 32
      Seuchenbekämpfungsstrategie von Tilgungsprogrammen für die Infektion mit RABV
   1.    Bei der Aufstellung eines Tilgungsprogramms für die Infektion mit RABV legt die
         zuständige Behörde eine Seuchenbekämpfungsstrategie zugrunde, die Folgendes
         umfasst:
         a)    Impfung der Tiere der von ihr als relevant erachteten Zieltierpopulation;
         b)    Maßnahmen zur Minderung des Kontaktrisikos mit infizierten Tieren;
         c)    Risikokontrolle bezüglich einer Ausbreitung und Einschleppung der Seuche in
               das Hoheitsgebiet ihres Mitgliedstaats.
   2.    Bei der Umsetzung des Tilgungsprogramms berücksichtigt die zuständige Behörde,
         dass das Programm
         a)    auf einer Risikobewertung zu basieren hat und gegebenenfalls je nach
               Entwicklung der epidemiologischen Lage immer wieder aktualisiert werden
               muss;
         b)    von öffentlichen Informationskampagnen gestützt sein muss, in die alle
               einschlägigen Interessenträger einbezogen werden;
         c)    gegebenenfalls mit einschlägigen Behörden abgestimmt werden muss, die für
               die öffentliche Gesundheit, für Populationen wildlebender Tiere oder für die
               Jagd zuständig sind;
         d)    nach einem gebietsbezogenen risikobasierten Ansatz dimensioniert werden
               muss.
   3.    Die zuständige Behörde kann an der Durchführung von Tilgungsprogrammen für die
         Infektion mit RABV in einem Drittland oder einem Gebiet eines Drittlandes beteiligt
         werden, um das Risiko einer Ausbreitung und Einschleppung von RABV in das
         Hoheitsgebiet ihres Mitgliedstaats zu verhindern.
                                           Artikel 33
            Zieltierpopulation für Tilgungsprogramme für die Infektion mit RABV
   1.    Die zuständige Behörde wendet das Tilgungsprogramm für die Infektion mit RABV
         auf folgende Zieltierpopulation an: gehaltene und wildlebende Tiere von Arten der
         Familien Carnivora, Bovidae, Suidae, Equidae, Cervidae und Camelidae.
   2.    Die zuständige Behörde richtet die Maßnahmen des Tilgungsprogramms in erster
         Linie auf wildlebende Füchse aus, die das Hauptreservoir von RABV darstellen.
   3.    Die zuständige Behörde wendet die Maßnahmen des Tilgungsprogramms auch auf
         andere Zieltierpopulationen außer wildlebenden Füchsen an, wenn sie der
         Auffassung ist, dass die entsprechenden Tiere ein erhebliches Risiko darstellen.
DE                                             42                                            DE
 ---pagebreak---    4.      Die zuständige Behörde kann wildlebende Tiere von Arten der Ordnung Chiroptera
           in die gemäß Artikel 4 für die Überwachung relevante Zieltierpopulation aufnehmen.
                                              Artikel 34
      Verpflichtungen der zuständigen Behörde im Rahmen von Tilgungsprogrammen für die
                                        Infektion mit RABV
   1.      Die zuständige Behörde ist verpflichtet,
           a)    führt Überwachungsmaßnahmen bezüglich der Infektion mit RABV durch mit
                 dem Ziel
                 i)    einer Früherkennung der Infektion und
                 ii)   einer Nachverfolgung der Entwicklung der Fallzahlen infizierter Tiere,
                       zu der entsprechend dem risikobasierten Ansatz auch das Sammeln und
                       Testen tot aufgefundener wildlebender Füchse und anderer wildlebender
                       Fleischfresser gehört;
           b)    führt bei Verdacht auf eine Infektion mit RABV oder deren Bestätigung
                 Seuchenbekämpfungsmaßnahmen gemäß den Artikeln 35 und 36 durch;
           c)    ergreift gegebenenfalls Risikominderungsmaßnahmen, um die Ausbreitung von
                 RABV durch die Verbringung von Hunden, Katzen und Frettchen zu
                 verhindern.
   2.      Die zuständige Behörde ordnet, wenn sie es für erforderlich hält, Folgendes an:
           a)    die Impfung und die Überwachung der Wirksamkeit der Impfung gemäß
                 Anhang V Teil I Kapitel 1 Abschnitt 2 bei wildlebenden Füchsen und
                 gegebenenfalls sonstigen in Artikel 33 Absatz 3 genannten Tieren;
           b)    die Identifizierung und Registrierung von Hunden, Katzen und Frettchen;
           c)    Verbringungsbeschränkungen für gehaltene Tiere relevanter Arten
                 entsprechend Artikel 33 Absatz 3, die nicht wie in Anhang V Teil I Kapitel 1
                 Abschnitt 1 vorgesehen gegen die Infektion mit RABV geimpft sind;
           d)    die in Artikel 35 festgelegten Maßnahmen, wenn ein Tier einer gelisteten Art
                 einen Menschen oder ein anderes Tier ohne nachvollziehbaren Grund und
                 entgegen seinem üblichen Verhalten verletzt hat oder wenn es eine
                 unerklärliche Verhaltensänderung gezeigt hat und anschließend innerhalb von
                 zehn Tagen gestorben ist.
                                              Artikel 35
            Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf die Infektion mit RABV
   Bei einem Verdacht auf die Infektion mit RABV muss die zuständige Behörde
   a)      weitere Untersuchungen durchführen, um den Verdacht auf die Seuche bestätigen
           oder ausschließen zu können;
   b)      einschlägige Verbringungsbeschränkungen oder das Töten von Verdachtsfällen
           anordnen, um Menschen und Tiere vor dem Risiko einer Infektion zu schützen, bis
           die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen;
   c)      sämtliche vertretbaren Risikominderungsmaßnahmen anordnen, um das Risiko einer
           Übertragung von RABV auf Menschen oder Tiere einzudämmen.
DE                                                43                                          DE
 ---pagebreak---                                                Artikel 36
              Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Bestätigung der Infektion mit RABV
   Bestätigt sich die Infektion mit RABV, ergreift die zuständige Behörde Maßnahmen zur
   Verhinderung einer weiteren Übertragung der Seuche auf Tiere und Menschen; dazu
   a)       führt sie eine epidemiologische Untersuchung durch, bei der u. a. der beteiligte
            RABV-Stamm identifiziert wird, um die wahrscheinliche Infektionsquelle und
            etwaige epidemiologische Zusammenhänge ermitteln zu können;
   b)       schließt sie, sofern sie nicht weitere Untersuchungen für erforderlich hält, eine
            Infektion mit RABV bei Tieren mit einem epidemiologischen Zusammenhang aus,
            wenn
                   i)     ein Mindestzeitraum von drei Monaten seit Auftreten des
                          epidemiologischen Zusammenhangs mit dem bestätigten Fall verstrichen
                          ist, und
                   ii)    keine klinischen Anzeichen an diesen Tieren festgestellt worden sind;
   c)       ergreift sie, wenn sie es für erforderlich hält, eine oder mehrere der in den
            Artikeln 34 und 35 festgelegten Maßnahmen;
   d)       stellt sie sicher, dass die Tierkörper von bestätigten Fällen infizierter wildlebender
            Tiere im Einklang mit den Vorschriften in Artikel 12 der Verordnung (EG)
            Nr. 1069/2009 beseitigt oder verarbeitet werden.
                                            ABSCHNITT 4
      BESTIMMUNGEN FÜR TILGUNGSPROGRAMME FÜR DIE INFEKTION MIT BTV
                                               Artikel 37
         Seuchenbekämpfungsstrategie von Tilgungsprogrammen für die Infektion mit BTV
   1.       Bei der Aufstellung eines optionalen Tilgungsprogramms für die Infektion mit BTV
            legt die zuständige Behörde eine Seuchenbekämpfungsstrategie zugrunde, die
            Folgendes umfasst:
            a)     Überwachung der Infektion mit BTV gemäß den Anforderungen in Anhang V
                   Teil II Kapitel 1;
            b)     Impfung der relevanten Zieltierpopulation zur Tilgung der Seuche mittels
                   regelmäßiger Impfkampagnen, die gegebenenfalls im Rahmen einer
                   langfristigen Strategie durchgeführt werden;
            c)     Verbringungsbeschränkungen für die           Zieltierpopulation    gemäß     den
                   Anforderungen der Artikel 43 und 45;
            d)     Risikominderungsmaßnahmen zur Minimierung der Übertragung einer
                   Infektion mit BTV durch Vektoren.
   2.       Bei der Durchführung des Tilgungsprogramms trägt die zuständige Behörde dafür
            Sorge, dass
            a)     sie alle Serotypen 1–24, die in dem unter das Tilgungsprogramm fallenden
                   Gebiet auftreten, erkennt und vernichtet;
            b)     das unter das Tilgungsprogramm fallende Gebiet
                   i)     das gesamte Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats ist oder
DE                                                 44                                               DE
 ---pagebreak---                   ii)    eine oder mehrere Zonen sind, die ein Gebiet innerhalb eines
                         Mindestradius von 150 km um jeden infizierten Betrieb einschließen.
   3.       Abweichend von Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii kann die zuständige Behörde die
            unter das Tilgungsprogramm fallende(n) Zone(n) anpassen an
            a)    die geografische Lage des infizierten Betriebs bzw. der infizierten Betriebe und
                  die Grenzen der entsprechenden Verwaltungseinheiten;
            b)    die ökologischen und meteorologischen Bedingungen;
            c)    die Anzahl, Aktivität und Verteilung der in der/den Zone(n) befindlichen
                  Vektoren;
            d)    den beteiligten BTV-Serotyp;
            e)    die Ergebnisse der epidemiologischen Untersuchung gemäß Artikel 42;
            f)    die Ergebnisse der Überwachungsaktivitäten.
                                             Artikel 38
      Zieltierpopulationen und zusätzliche Tierpopulationen bei Tilgungsprogrammen für die
                                         Infektion mit BTV
   1.       Die zuständige Behörde wendet das Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV
            auf folgende Zieltierpopulation an: gehaltene Tiere von Arten der Familien
            Antilocapridae, Bovidae, Camelidae, Cervidae, Giraffidae, Moschidae und
            Traguilidae.
   2.       Wenn sie es für erforderlich hält, wendet die zuständige Behörde das
            Tilgungsprogramm auf die folgenden zusätzlichen Tierpopulationen an: wildlebende
            Tiere von Arten der Familien Antilocapridae, Bovidae, Camelidae, Cervidae,
            Giraffidae, Moschidae und Traguilidae.
                                             Artikel 39
      Verpflichtungen der Unternehmer im Zusammenhang mit Tilgungsprogrammen für die
                                         Infektion mit BTV
   1.       Die Unternehmer von Betrieben, mit Ausnahme von Schlachthöfen, in denen Tiere
            der Zieltierpopulation gemäß Artikel 38 Absatz 1 gehalten werden, sind verpflichtet,
            a)    die von der zuständigen Behörde verhängten Auflagen bezüglich der
                  Überwachung von Tieren der Zieltierpopulation zu erfüllen;
            b)    die von der zuständigen Behörde verhängten Auflagen bezüglich der
                  entomologischen Überwachung zu erfüllen;
            c)    Tiere der Zieltierpopulation auf Weisung der zuständigen Behörde impfen zu
                  lassen;
            d)    auf Weisung der zuständigen Behörde Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
                  durchzuführen, wenn ein Verdacht auf die Seuche besteht oder bestätigt wird;
            e)    die Anforderungen an die Verbringung gemäß den Anweisungen der
                  zuständigen Behörde zu erfüllen;
            f)    sämtliche von der zuständigen Behörde als notwendig erachteten zusätzlichen
                  Maßnahmen durchzuführen, was gegebenenfalls auch den Schutz gehaltener
DE                                               45                                                DE
 ---pagebreak---                  Tiere vor Angriffen durch Vektoren je nach dem Gesundheitsstatus der Tiere
                 einschließt.
   2.      Die Unternehmer von Schlachthöfen, in denen Tiere der Zieltierpopulation gemäß
           Artikel 38 Absatz 1 gehalten und geschlachtet werden, sind verpflichtet,
           a)    die von der zuständigen Behörde verhängten Auflagen bezüglich der
                 Überwachung von Tieren der Zieltierpopulation zu erfüllen;
           b)    auf Weisung der zuständigen Behörde Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
                 durchzuführen, wenn ein Verdacht auf die Seuche besteht oder bestätigt wird;
           c)    sämtliche von der zuständigen Behörde als notwendig erachteten zusätzlichen
                 Maßnahmen durchzuführen, was gegebenenfalls auch den Schutz gehaltener
                 Tiere vor Angriffen durch Vektoren je nach dem Gesundheitsstatus der Tiere
                 einschließt.
                                             Artikel 40
      Verpflichtungen der zuständigen Behörde im Rahmen von Tilgungsprogrammen für die
                                         Infektion mit BTV
   1.      Die zuständige Behörde ist verpflichtet, in dem Gebiet gemäß Artikel 37 Absatz 2
           Buchstabe b, das unter ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV fällt,
           a)    das erfasste Gebiet entsprechend Anhang V Teil II Kapitel 1 Abschnitt 4
                 Nummer 1 in geografische Einheiten einzuteilen,
           b)    in den einzelnen geografischen Einheiten, soweit dies für die epidemiologische
                 Situation relevant ist, die Überwachung der Infektion mit BTV gemäß den
                 Anforderungen in Anhang V Teil II Kapitel 1 durchzuführen,
           c)    bei Verdacht auf die Seuche oder deren Bestätigung die in den Artikeln 41 und
                 42 vorgesehenen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen anzuwenden,
           d)    die Unternehmer von Betrieben, in denen Rinder, Schafe, Ziegen und
                 gegebenenfalls weitere Zieltierpopulationen gehalten werden, anzuweisen, ihre
                 Tiere impfen zu lassen, und
           e)    die Anforderungen gemäß den Artikeln 43 und 45 auf die Verbringung von
                 Tieren aus der Zieltierpopulation anzuwenden.
   2.      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe d kann die zuständige Behörde beschließen,
           Unternehmer nicht anzuweisen, ihre Tiere impfen zu lassen, wenn sie im Anschluss
           an eine Risikobewertung hinreichend begründen kann, dass die Durchführung
           anderer Maßnahmen zur Tilgung der Seuche ausreicht.
   3.      Die zuständige Behörde weist, wenn sie dies für notwendig hält und wenn es
           möglich ist, ein saisonal von der Blauzungenkrankheit freies Gebiet gemäß
           Anhang V Teil II Kapitel 5 aus. In diesem Fall übermittelt die zuständige Behörde
           der Kommission und den übrigen Mitgliedstaaten
           a)    Nachweise darüber, dass die spezifischen Kriterien für die Festlegung des
                 saisonal von der Blauzungenkrankheit freien Zeitraums erfüllt sind;
           b)    das Anfangs- und das Enddatum des Zeitraums;
           c)    Nachweise darüber, dass die Übertragung von BTV in dem Gebiet zum
                 Stillstand gekommen ist, sowie
DE                                               46                                             DE
 ---pagebreak---       d)    die Abgrenzung des Gebiets, das den Mindestanforderungen gemäß Artikel 13
            entspricht.
                                        Artikel 41
         Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf die Infektion mit BTV
   1. Bei Verdacht auf die Infektion mit BTV führt die zuständige Behörde eine
      Untersuchung durch, um die Seuche bestätigen oder ausschließen zu können.
   2. So lange die Ergebnisse der Untersuchung gemäß Absatz 1 ausstehen, ist die
      zuständige Behörde verpflichtet,
      a)    die Verbringung von Tieren und Zuchtmaterial der Zieltierpopulation aus dem
            Betrieb, in dem sie gehalten werden, einzuschränken, es sei denn, die
            Verbringung ist zum Zweck der sofortigen Schlachtung genehmigt;
      b)    einschlägige Risikominderungsmaßnahmen anzuordnen, wenn dies erforderlich
            und technisch durchführbar ist, um die Exposition von Tieren der
            Zieltierpopulation gegenüber Angriffen von Vektoren zu vermeiden oder zu
            verringern.
   3. Wenn sie dies für erforderlich hält, dehnt die zuständige Behörde die in den
      Absätzen 1 und 2 festgelegten Maßnahmen auf Betriebe aus, in denen Tiere der
      Zieltierpopulation in vergleichbarem Maße Infektionsvektoren ausgesetzt waren wie
      die Verdachtsfälle.
   4. Die in diesem Artikel vorgesehenen Maßnahmen können aufgehoben werden, wenn
      die zuständige Behörde der Ansicht ist, dass sie nicht mehr erforderlich sind, um das
      Risiko einer Ausbreitung der Seuche zu begrenzen.
                                        Artikel 42
         Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Bestätigung der Infektion mit BTV
   1. Wird die Infektion mit BTV bestätigt, ist die zuständige Behörde verpflichtet,
      a)    den Ausbruch zu bestätigen und gegebenenfalls die Zone, in der das
            Tilgungsprogramm durchgeführt werden soll, festzulegen oder zu erweitern;
      b)    gegebenenfalls eine epidemiologische Untersuchung durchzuführen;
      c)    die Verbringung von Tieren der Zieltierpopulation aus dem Betrieb, in dem sie
            gehalten werden, einzuschränken, es sei denn, die Verbringung ist zum Zweck
            der sofortigen Schlachtung genehmigt;
      d)    die Verbringung von Zuchtmaterial von Tieren der Zieltierpopulation aus dem
            Betrieb, in dem diese Tiere gehalten werden, einzuschränken;
      e)    einschlägige Risikominderungsmaßnahmen anzuordnen, wenn diese nach ihrer
            Auffassung erforderlich und technisch durchführbar sind, um die Exposition
            von Tieren der Zieltierpopulation gegenüber Angriffen von Vektoren zu
            vermeiden oder zu verringern;
      f)    die in Artikel 41 vorgesehenen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen auf alle
            Betriebe anzuwenden, die einen epidemiologischen Zusammenhang mit dem
            bestätigten Fall aufweisen, einschließlich derjenigen, in denen Tiere der
DE                                          47                                              DE
 ---pagebreak---                   Zieltierpopulation gehalten werden, die in vergleichbarem                 Maße
                  Infektionsvektoren ausgesetzt sind wie der bestätigte Fall.
   2.       Über die in Absatz 1 genannten Maßnahmen hinaus und zur Verhinderung einer
            Ausbreitung der Seuche kann die zuständige Behörde, wenn sie es für erforderlich
            hält,
            a)    die Unternehmer von Betrieben, in denen Rinder, Schafe, Ziegen und
                  gegebenenfalls weitere Zieltierpopulationen gehalten werden, anweisen, ihre
                  Tiere gemäß Artikel 40 Absatz 1 Buchstabe d gegen die Infektion mit dem
                  betreffenden BTV-Serotyp bzw. den betreffenden BTV-Serotypen impfen zu
                  lassen;
            b)    den Gesundheitsstatus der Zieltierpopulation in der Nähe des Betriebs, in dem
                  der bestätigte Fall gehalten wird, untersuchen und überwachen.
   3.       Die in diesem Artikel vorgesehenen Maßnahmen können aufgehoben werden, wenn
            die zuständige Behörde der Ansicht ist, dass sie nicht mehr erforderlich sind, um das
            Risiko einer Ausbreitung der Seuche zu begrenzen.
                                               Artikel 43
          Verbringung von gehaltenen Tieren und Zuchtmaterial der Zieltierpopulation in
     Mitgliedstaaten oder Zonen, die unter Tilgungsprogramme für die Infektion mit BTV fallen
   1.       Die zuständige Behörde genehmigt die Überführung von Tieren der
            Zieltierpopulation in ein Gebiet gemäß Artikel 37 Absatz 2 Buchstabe b, das unter
            ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV fällt, nur dann, wenn sie
            mindestens eine der Anforderungen in Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1
            Nummern 1 bis 4 erfüllen.
   2.       Abweichend von Absatz 1 kann die zuständige Behörde die Überführung von Tieren
            der Zieltierpopulation in das unter das Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV
            fallende Gebiet genehmigen, wenn
            a)    sie das Risiko, das die Überführung für den Gesundheitsstatus des
                  Bestimmungsortes im Hinblick auf die Infektion mit BTV darstellt, unter
                  Berücksichtigung möglicher Risikominderungsmaßnahmen, die sie am
                  Bestimmungsort festlegen kann, bewertet hat,
            b)    sie die Verbringung dieser Tiere in einen anderen Mitgliedstaat untersagt, und
                  zwar
                  i)    für einen Zeitraum von 60 Tagen nach der Überführung oder
                  ii)   so lange, bis ein negativer Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR-Test)
                        auf BTV-Serotypen 1–24 an Proben durchgeführt wurde, die
                        frühestens 14 Tage nach der Überführung entnommen wurden,
            c)    die Überwachung gegebenenfalls entsprechend Anhang V Teil II Kapitel 1
                  Abschnitt 4 Nummer 6 anpasst und
            d)    die Tiere jede der Anforderungen erfüllen, die in Anhang V Teil II Kapitel 2
                  Abschnitt 1 Nummern 5 bis 8 vorgesehen sind.
   3.       Die zuständige Behörde genehmigt die Überführung von Zuchtmaterial der
            Zieltierpopulation in das Gebiet gemäß Artikel 37 Absatz 2 Buchstabe b, das unter
            ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV fällt, nur dann, wenn es mindestens
DE                                                 48                                             DE
 ---pagebreak---            eine der Anforderungen in Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 2 Nummern 1 bis 3
           erfüllt.
   4.      Abweichend von Absatz 3 kann die zuständige Behörde die Überführung von
           Zuchtmaterial der Zieltierpopulation in das unter ein Tilgungsprogramm für die
           Infektion mit BTV fallende Gebiet genehmigen, wenn
           a)     sie das Risiko, das die Überführung für den Gesundheitsstatus des
                  Bestimmungsortes im Hinblick auf die Infektion mit BTV darstellt, unter
                  Berücksichtigung möglicher Risikominderungsmaßnahmen, die sie am
                  Bestimmungsort festlegen kann, bewertet hat,
           b)     sie die Verbringung dieses Zuchtmaterials in einen anderen Mitgliedstaat
                  untersagt und
           c)     das Zuchtmaterial die Anforderungen gemäß Anhang V Teil II Kapitel 2
                  Abschnitt 2 Nummer 4 erfüllt.
   5.      Wenn die zuständige Behörde, die die Tiere oder das Zuchtmaterial in Empfang
           nimmt, die Ausnahmeregelungen gemäß Absatz 2 oder 4 anwendet, ist sie
           verpflichtet,
           a)     die Kommission darüber schnellstmöglich in Kenntnis zu setzen;
           b)     Tiere oder Zuchtmaterial der Zieltierpopulation zu akzeptieren, die die
                  Anforderungen der entsprechenden Ausnahmeregelung erfüllen, und zwar
                  unabhängig vom Herkunftsmitgliedstaat oder der Herkunftszone des Tieres
                  oder des Zuchtmaterials.
   6.      Wenn die zuständige Behörde, die die Tiere oder das Zuchtmaterial in Empfang
           nimmt, die Ausnahmeregelungen gemäß Absatz 2 oder 4 nicht mehr anwendet, setzt
           sie die Kommission darüber schnellstmöglich in Kenntnis.
                                            Artikel 44
                                    Vektorgeschützter Betrieb
   1.      Die zuständige Behörde kann Betrieben oder Einrichtungen, die die in Anhang V
           Teil II Kapitel 3 festgelegten Kriterien erfüllen, auf Antrag des betreffenden
           Unternehmers den Status „vektorgeschützter Betrieb“ zuerkennen.
   2.      Die zuständige Behörde überprüft in angemessenen zeitlichen Abständen,
           mindestens aber zu Beginn, während und am Ende des vorgeschriebenen
           Schutzzeitraums, die Wirksamkeit der Maßnahmen, die mit Hilfe einer Vektorfalle in
           dem Betrieb durchgeführt wurden.
   3.      Sind die in Absatz 1 genannten Bedingungen nicht mehr erfüllt, wird der Status
           „vektorgeschützter Betrieb“ durch die zuständige Behörde sofort aberkannt.
                                            Artikel 45
   Verbringung von Tieren durch Mitgliedstaaten oder Zonen, die unter Tilgungsprogramme für
                                   die Infektion mit BTV fallen
   1.      Die zuständige Behörde genehmigt die Verbringung von Tieren der
           Zieltierpopulation durch ein Gebiet gemäß Artikel 37 Absatz 2 Buchstabe b, das
           unter ein Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV fällt, nur dann,
DE                                              49                                            DE
 ---pagebreak---           a)    wenn die Tiere der Zieltierpopulation mindestens eine der Anforderungen in
                Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 Nummern 1 bis 3 erfüllen oder
          b)    wenn die Transportmittel, auf die die Tiere verladen werden, gegen Angriffe
                von Vektoren geschützt wurden und wenn die Tiere während des Transports
                nicht länger als 1 Tag abgeladen werden oder die Tiere nur in einem
                vektorgeschützten Betrieb länger als 1 Tag oder nur während des vektorfreien
                Zeitraums abgeladen werden.
   2.     Abweichend von Absatz 1 kann die zuständige Behörde auch die Verbringung von
          Tieren einer Zieltierpopulation durch ein Gebiet genehmigen, das unter ein
          Tilgungsprogramm für die Infektion mit BTV fällt, wenn die Anforderungen in
          Artikel 43 Absatz 2 Buchstaben a, c und d erfüllt sind.
                                           Kapitel 3
      Tilgungsprogramme für Seuchen der Kategorien B und C bei
                                        Wassertieren
                                          ABSCHNITT 1
                                ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                             Artikel 46
       Seuchenbekämpfungsstrategie zur Tilgung von Seuchen der Kategorien B und C bei
                                           Wassertieren
   1.     Die zuständige Behörde legt bei der Aufstellung eines obligatorischen
          Tilgungsprogramms für eine Seuche der Kategorie B oder eines optionalen
          Tilgungsprogramms für eine Seuche der Kategorie C bei Wassertieren eine
          Seuchenbekämpfungsstrategie zugrunde, die für jede Seuche Folgendes ausweist:
          a)    die Art der Überwachungsanforderungen, die erforderlich sind, um die
                Bedingungen für die Gewährung und Aufrechterhaltung des Status
                „seuchenfrei“ unter Berücksichtigung von Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b
                Ziffer ii zu erfüllen;
          b)    das Gebiet und die Tierpopulation, die unter das Tilgungsprogramm gemäß den
                Artikeln 47 und 51 fallen;
          c)    die Laufzeit des Tilgungsprogramms gemäß Artikel 49, einschließlich dessen
                endgültiger Ziele und Zwischenziele gemäß Artikel 48;
          d)    die seuchenspezifischen Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen gemäß
                den Artikeln 55 bis 65.
   2.     Die zuständige Behörde kann in das Tilgungsprogramm koordinierte Maßnahmen an
          ihrer gemeinsamen Land- oder Seegrenze mit anderen Mitgliedstaaten oder
          Drittländern aufnehmen, um zu gewährleisten, dass das Ziel der Programme
          verwirklicht wird und die Ergebnisse von Dauer sind.
          Wurden keine koordinierten Maßnahmen ergriffen, sieht die zuständige Behörde in
          dem Tilgungsprogramm nach Möglichkeit wirksame Risikominderungsmaßnahmen
          vor, einschließlich einer verstärkten Überwachung.
DE                                               50                                          DE
 ---pagebreak---                                         Artikel 47
                   Räumlicher Anwendungsbereich und Tierpopulation
   1. Die zuständige Behörde legt den Umfang des Tilgungsprogramms fest,
      einschließlich
      a)     des erfassten Gebiets und
      b)     der Zieltierpopulation sowie gegebenenfalls zusätzlicher Tierpopulationen.
   2. Das Gebiet, das unter das in Absatz 1 Buchstabe a genannte Tilgungsprogramm fällt,
      kann sich erstrecken auf
      a)     das gesamte Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats oder
      b)     eine oder mehrere Zonen oder
      c)     den geografischen Standort der Betriebe, aus denen das Kompartiment oder die
             Kompartimente bestehen.
   3. Alle Betriebe innerhalb des Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments,
      der/die/das unter das Tilgungsprogramm fällt, werden in das Tilgungsprogramm
      einbezogen.
   4. Abweichend von Absatz 3 kann die zuständige Behörde Aquakulturbetriebe, die kein
      erhebliches Risiko für den Erfolg des Programms darstellen und die von der
      Verpflichtung zur Beantragung einer Genehmigung ausgenommen sind, von dem
      Tilgungsprogramm ausnehmen.
                                        Artikel 48
                            Endgültige Ziele und Zwischenziele
   1. Die zuständige Behörde nimmt in das Tilgungsprogramm qualitative und quantitative
      endgültige Ziele auf, die sämtliche seuchenspezifischen Anforderungen gemäß
      Artikel 72 für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ erfüllen.
   2. Soweit dies technisch möglich ist, nimmt die zuständige Behörde, die ein
      Tilgungsprogramm durchführt, in dieses Programm auch qualitative und quantitative
      endgültige Ziele im Hinblick auf den Gesundheitsstatus von Populationen
      wildlebender Tiere auf, die eine Bedrohung für die Erreichung des Status
      „seuchenfrei“ darstellen.
   3. Die zuständige Behörde nimmt in das Tilgungsprogramm qualitative und quantitative
      jährliche oder mehrjährige Zwischenziele auf, die dem Fortschritt bei der Erreichung
      der endgültigen Ziele entsprechen. Diese Zwischenziele umfassen
      a)     alle in Absatz 1 genannten seuchenspezifischen Anforderungen und die in
             Absatz 2 genannten Ziele sowie
      b)     gegebenenfalls zusätzliche Anforderungen, die nicht in die Anforderungen für
             die Erteilung des Status „seuchenfrei“ eingeschlossen sind, um den
             Tilgungsfortschritt zu bewerten.
DE                                          51                                             DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 49
                                               Laufzeit
   1.      Die Laufzeiten von Tilgungsprogrammen für gelistete Wassertierseuchen sind in
           Anhang VI Teil II festgelegt, insbesondere in den Abschnitten 2 und 3 von
           a)     Kapitel 1 bezüglich VHS und IHN;
           b)     Kapitel 2 bezüglich der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV;
           c)     Kapitel 3 bezüglich der Infektion mit Marteilia refringens;
           d)     Kapitel 4 bezüglich der Infektion mit Bonamia exitiosa;
           e)     Kapitel 5 bezüglich der Infektion mit Bonamia ostreae;
           f)     Kapitel 6 bezüglich der Infektion mit WSSV.
   2.      Bei Seuchen der Kategorie C darf die Laufzeit des Tilgungsprogramms sechs Jahre
           ab dem Zeitpunkt der ersten Genehmigung durch die Kommission gemäß Artikel 31
           Absatz 3 der Verordnung (EU) 2016/429 nicht überschreiten. In hinreichend
           begründeten Fällen kann die Kommission auf Antrag der Mitgliedstaaten die
           Laufzeit des Tilgungsprogramms um weitere sechs Jahre verlängern.
                                           ABSCHNITT 2
                       ANFORDERUNGEN AN TILGUNGSPROGRAMME
                                              Artikel 50
                         Mindestanforderungen an ein Tilgungsprogramm
   Die zuständige Behörde legt bei einem Tilgungsprogramm für eine bestimmte Seuche der
   Kategorie B oder C in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment folgende
   Maßnahmen zugrunde:
   a)      die Bestimmung des Gesundheitsstatus des Mitgliedstaats, der Zone oder des
           Kompartiments durch Ermittlung der Gesundheitsstatus aller Betriebe, in denen
           Tiere der gelisteten Arten gehalten werden;
   b)      die Durchführung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in allen Betrieben, in denen
           Verdachtsfälle und bestätigte Fälle aufgetreten sind;
   c)      die Durchführung von Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und
           sonstigen Risikominderungsmaßnahmen, um das Infektionsrisiko der gelisteten
           Arten in einem Betrieb zu verringern;
   d)      in bestimmten Fällen Impfungen im Rahmen des Tilgungsprogramms.
                                              Artikel 51
           In Tilgungsprogramme für Seuchen der Kategorien B und C einzubeziehende
                                          Tierpopulationen
   1.      Die zuständige Behörde wendet das Tilgungsprogramm auf gelistete Arten an, die in
           Betrieben im Gebiet des Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments gehalten
           werden.
   2.      Abweichend von Absatz 1 kann die zuständige Behörde beschließen, auf der
           Grundlage einer Risikobewertung Betriebe von dem Tilgungsprogramm
DE                                                52                                         DE
 ---pagebreak---            auszunehmen, die nur Vektorarten gemäß der Tabelle im Anhang der
           Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 halten.
   3.      Falls dies technisch durchführbar ist, nimmt die zuständige Behörde zusätzliche
           Tierpopulationen in das Tilgungsprogramm auf, wenn die betreffenden Tiere
           a)    ein erhebliches Risiko für den Gesundheitsstatus der in Absatz 1 genannten
                 Tiere darstellen;
           b)    aufgrund der geringen Anzahl von Aquakulturbetrieben in das
                 Tilgungsprogramm aufgenommen werden und ihre Einbeziehung erforderlich
                 ist, um eine zufriedenstellende epidemiologische Abdeckung des
                 Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments zu erreichen.
                                             Artikel 52
      Zu ergreifende Maßnahmen in Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten, die unter
                                     Tilgungsprogramme fallen
   1.      Um den Fortschritt von Tilgungsprogrammen zu überwachen, nimmt die zuständige
           Behörde eine Einstufung des Gesundheitsstatus aller Betriebe vor, in denen Tiere der
           gelisteten Arten gehalten werden; dabei legt sie Folgendes zugrunde:
           a)    den bei Beginn des Tilgungsprogramms bekannten Gesundheitsstatus der
                 einzelnen Betriebe;
           b)    die Einhaltung der Bedingungen für die Verbringung von Tieren gelisteter
                 Arten in den Betrieb;
           c)    die Einhaltung der Verpflichtung durch den Unternehmer, die zuständige
                 Behörde über jeden Verdacht auf die Seuche oder Nachweis der Seuche in
                 Kenntnis zu setzen;
           d)    die Durchführung der bei Verdacht auf die Seuche oder Bestätigung der
                 Seuche vorgeschriebenen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen;
           e)    die möglicherweise für Tiere gelisteter Arten, die in dem Betrieb gehalten
                 werden, vorgesehenen Impfungen;
           f)    alle zusätzlichen Maßnahmen, die von der zuständigen Behörde für
                 erforderlich erachtet werden.
   2.      Die zuständige Behörde ist verpflichtet,
           a)    das Tilgungsprogramm in Abhängigkeit davon, ob die Anforderungen gemäß
                 Absatz 1 durch die Betriebe erfüllt sind oder nicht, einzuleiten,
                 aufrechtzuerhalten oder zurückzuziehen;
           b)    die Unternehmer der betreffenden Betriebe über die Entwicklung des
                 Gesundheitsstatus und über die zur Gewährung des Status „seuchenfrei“
                 erforderlichen Maßnahmen zu informieren.
   3.      Die Unternehmer erfüllen die in Absatz 1 Buchstaben b bis f genannten
           Anforderungen, damit das Tilgungsprogramm so lange durchgeführt werden kann,
           bis es erfolgreich abgeschlossen ist oder eingestellt wird.
DE                                               53                                             DE
 ---pagebreak---                                             Artikel 53
         Ausnahme von geschlossenen Betrieben von der Einstufung des Gesundheitsstatus
   Abweichend von Artikel 52 Absatz 1 kann die zuständige Behörde beschließen, den
   Gesundheitsstatus geschlossener Betriebe nicht einzustufen, wenn die in diesen geschlossenen
   Betrieben     gehaltene      Tierpopulation      geeigneten     Risikominderungs-        und
   Seuchenbekämpfungsmaßnahmen unterzogen wird, um sicherzustellen, dass sie kein
   Seuchenausbreitungsrisiko darstellt.
                                            Artikel 54
                                             Impfung
   Die zuständige Behörde kann unter ihrer amtlichen Aufsicht folgende Maßnahmen in die
   Tilgungsprogramme aufnehmen:
   a)      Impfung gelisteter Arten;
   b)      Impfung einer zusätzlichen Population gehaltener Tiere;
   c)      Impfung einer zusätzlichen Population wildlebender Tiere.
                                            Artikel 55
              Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf bestimmte Seuchen
   1.      Die zuständige Behörde führt bei einem Verdacht auf eine bestimmte Seuche in
           einem Betrieb die erforderlichen Untersuchungen durch.
   2.      So lange die Ergebnisse der Untersuchung gemäß Absatz 1 ausstehen, ist die
           zuständige Behörde verpflichtet,
           a)    die Verbringung von Tieren oder Erzeugnissen tierischen Ursprungs in den
                 Betrieb zu untersagen;
           b)    in dem Betrieb, in dem Verdachtsfälle gehalten werden, die Isolierung von
                 Einheiten anzuordnen, soweit dies technisch möglich ist;
           c)    die Verbringung von Tieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus dem
                 Betrieb zu untersagen, es sei denn, die Verbringung ist durch die zuständige
                 Behörde genehmigt zum Zweck der sofortigen Schlachtung oder Verarbeitung
                 in einem Betrieb, der Lebensmittel aus Wassertieren herstellt und
                 Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, oder zum unmittelbaren
                 menschlichen Verzehr im Falle von Weichtieren oder Krebstieren, die zu
                 diesem Zweck lebend verkauft werden;
           d)    die Verbringung von Ausrüstungsgegenständen, Futtermitteln und tierischen
                 Nebenprodukten aus dem Betrieb zu untersagen, es sei denn, die zuständige
                 Behörde hat dies genehmigt.
   3.      Die zuständige Behörde erhält die in den Absätzen 1 und 2 vorgesehenen
           Maßnahmen aufrecht, bis das Auftreten der Seuche ausgeschlossen oder bestätigt
           wurde.
DE                                              54                                              DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 56
      Ausdehnung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Verdacht auf bestimmte Seuchen
   1.      Die zuständige Behörde dehnt, wenn sie es für erforderlich hält, die gemäß
           Artikel 55 vorgesehenen Maßnahmen aus auf
           a)     alle Betriebe, für die aufgrund hydrodynamischer Gegebenheiten ein erhöhtes
                  Risiko besteht, dass sie sich die Seuche aus dem unter Seuchenverdacht
                  stehenden Betrieb zuziehen;
           b)     alle Betriebe, die einen unmittelbaren epidemiologischen Zusammenhang mit
                  dem unter Seuchenverdacht stehenden Betrieb aufweisen.
   2.      Besteht ein Seuchenverdacht bei wildlebenden Wassertieren, so dehnt die zuständige
           Behörde, wenn sie es für erforderlich hält, die in Artikel 55 vorgesehenen
           Maßnahmen auf die betroffenen Betriebe aus.
                                              Artikel 57
            Ausnahme von den Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei Seuchenverdacht
   1.      Abweichend von Artikel 55 Absatz 2 Buchstabe c kann die zuständige Behörde die
           Verbringung von Tieren aus Aquakultur in einen Betrieb unter ihrer amtlichen
           Aufsicht genehmigen, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:
           a)     es werden nur Tiere verbracht, die keine Krankheitssymptome zeigen,
           b)     der Gesundheitsstatus der Tiere aus Aquakultur im Bestimmungsbetrieb oder
                  der Wassertiere, die zu diesem Betrieb unterwegs sind, wird durch die
                  Verbringung nicht gefährdet,
           c)     im Bestimmungsbetrieb haben die Tiere keinen Kontakt zu Tieren aus
                  Aquakultur mit höherem Gesundheitsstatus bezogen auf die betreffende
                  Seuche, und
           d)     die Tiere werden für einen von der zuständigen Behörde festzulegenden
                  maximalen Zeitraum im Bestimmungsbetrieb gehalten.
   2.      Macht die zuständige Behörde von der Ausnahmeregelung nach Absatz 1 Gebrauch,
           ist sie verpflichtet,
           a)     bis zum Ende der in Artikel 55 Absatz 1 genannten Untersuchung den
                  Gesundheitsstatus des Bestimmungsbetriebs gegebenenfalls im Einklang mit
                  den Kriterien in Artikel 52 Absatz 1 neu einzustufen;
           b)     bis zum Ende der Untersuchung die Verbringung von Tieren aus dem
                  Bestimmungsbetrieb zu untersagen, es sei denn, sie hat deren Transport zu
                  einem Betrieb genehmigt, der Lebensmittel aus Wassertieren herstellt und
                  Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, zwecks sofortiger Schlachtung
                  oder Verarbeitung, oder zum unmittelbaren menschlichen Verzehr im Falle von
                  Weichtieren oder Krebstieren, die zu diesem Zweck lebend verkauft werden.
   3.      Die zuständige Behörde kann von der in Absatz 1 vorgesehenen Ausnahmeregelung
           nur dann Gebrauch machen, wenn die Unternehmer der Herkunfts- und
           Bestimmungsbetriebe sowie die Transportunternehmer in Bezug auf die Tiere, für
           die die Ausnahmeregelung gilt,
DE                                                55                                          DE
 ---pagebreak---        a)    geeignete Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und sonstige
             Risikominderungsmaßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um die
             Ausbreitung der Seuche zu verhindern,
       b)    der zuständigen Behörde Garantien dafür vorlegen, dass alle erforderlichen
             Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren und alle sonstigen
             Risikominderungsmaßnahmen getroffen worden sind, und
       c)    der zuständigen Behörde Garantien dafür vorlegen, dass aus den in Absatz 1
             Buchstabe c genannten Wassertieren gewonnene tierische Nebenprodukte im
             Sinne des Artikels 3 Nummer 1 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 gemäß
             den Artikeln 12 oder 13 der genannten Verordnung als Material der
             Kategorie 1 oder 2 verarbeitet oder beseitigt werden.
                                           Artikel 58
      Amtliche Bestätigung bestimmter Seuchen und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
   1.  Wird ein Fall bestätigt, ist die zuständige Behörde verpflichtet,
       a)    den Betrieb bzw. die Betriebe für infiziert zu erklären;
       b)    den Gesundheitsstatus des infizierten Betriebs bzw. der infizierten Betriebe neu
             einzustufen;
       c)    eine Sperrzone von angemessener Größe einzurichten;
       d)    in dem infizierten Betrieb bzw. den infizierten Betrieben die in den Artikeln 59
             bis 65 festgelegten Maßnahmen zu ergreifen.
   2.  Die Mindestanforderungen, die für die Festlegung der Sperrzone gelten, sind in
       Anhang VI Teil II dargelegt, insbesondere in
       a)    Kapitel 1 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe a bezüglich VHS und IHN;
       b)    Kapitel 2 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe a bezüglich der Infektion mit dem
             HPR-deletierten ISAV;
       c)    Kapitel 3 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe a bezüglich der Infektion mit
             Marteilia refringens;
       d)    Kapitel 4 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe a bezüglich der Infektion mit
             Bonamia exitiosa;
       e)    Kapitel 5 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe a bezüglich der Infektion mit
             Bonamia ostreae;
       f)    Kapitel 6 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe a bezüglich der Infektion mit
             WSSV.
   3.  Abweichend von Absatz 1 Buchstabe c kann die zuständige Behörde beschließen,
       keine Sperrzone einzurichten, wenn
       a)    ein infizierter Betrieb keine unbehandelten Abwässer in benachbarte Gewässer
             ableitet und
       b)    die in dem Betrieb bestehenden Maßnahmen zum Schutz vor biologischen
             Gefahren einem Standard entsprechen, bei dem sichergestellt ist, dass die
             Infektion vollständig darin eingeschlossen wird.
DE                                             56                                             DE
 ---pagebreak---    4.      Die zuständige Behörde kann in Bezug auf folgende Aktivitäten in der Sperrzone
           Risikominderungsmaßnahmen ergreifen:
           a)   Verbringungen auf Bünnschiffen durch die Sperrzone;
           b)   Fischereitätigkeiten;
           c)   sonstige Tätigkeiten, die das Risiko einer Seuchenausbreitung bergen.
   5.      Wenn die Seuche bei wildlebenden Wassertieren bestätigt wird, kann die zuständige
           Behörde
           a)   Präventions-,     Überwachungs-         und    Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
                ausarbeiten und durchführen, die erforderlich sind, um die Übertragung der
                Seuche auf gehaltene Tiere gelisteter Arten oder auf zusätzliche
                Tierpopulationen zu verhindern;
           b)   bei wildlebenden Wassertierpopulationen und in Betrieben, die einen
                unmittelbaren epidemiologischen Zusammenhang mit dem bestätigten Fall
                aufweisen, verstärkte Überwachungsmaßnahmen durchführen;
           c)   Maßnahmen zur Tilgung der Seuche aus der betreffenden wildlebenden
                Wassertierpopulation ergreifen, soweit dies möglich ist.
                                             Artikel 59
     Epidemiologische Untersuchung und Untersuchungen bei Bestätigung bestimmter Seuchen
   1.      Wird eine Seuche bestätigt, so ist die zuständige Behörde verpflichtet,
           a)   eine epidemiologische Untersuchung durchzuführen;
           b)   Untersuchungen durchzuführen und die in Artikel 55 Absatz 2 festgelegten
                Maßnahmen in allen epidemiologisch zusammenhängenden Betrieben zu
                ergreifen;
           c)   die Überwachung unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der
                epidemiologischen Untersuchung an die ermittelten Risikofaktoren
                anzupassen.
   2.      Wenn die epidemiologische Untersuchung auf epidemiologische Zusammenhänge
           zwischen gehaltenen und wildlebenden Tieren schließen lässt, zieht die zuständige
           Behörde eine Untersuchung wildlebender Tiere in Erwägung.
   3.      Die zuständige Behörde informiert schnellstmöglich
           a)   die Unternehmer und die zuständigen Behörden des Mitgliedstaats, der von den
                epidemiologischen Zusammenhängen mit dem bestätigten Fall betroffen ist,
                und
           b)   die zuständigen Behörden in anderen Mitgliedstaaten oder Drittländern, die
                von den epidemiologischen Zusammenhängen mit dem infizierten Betrieb bzw.
                den infizierten Betrieben betroffen sein könnten.
DE                                               57                                          DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 60
        Verbringungen in einen oder aus einem infizierten Betrieb und alle/n anderen in der
                                  Sperrzone befindliche/n Betriebe/n
   1.      In allen infizierten Betrieben und allen anderen in der Sperrzone befindlichen
           Betrieben ist die zuständige Behörde verpflichtet,
           a)     die Isolierung der Verdachtsfälle und bestätigten Fälle anzuordnen, soweit dies
                  technisch möglich ist;
           b)     die Verbringung von Tieren oder Erzeugnissen tierischen Ursprungs der für die
                  betreffende Seuche gelisteten Arten aus dem Betrieb bzw. den Betrieben zu
                  untersagen, es sei denn, die Verbringung ist durch die zuständige Behörde
                  genehmigt zum Zweck der sofortigen Schlachtung oder Verarbeitung in einem
                  Betrieb,      der    Lebensmittel      aus     Wassertieren    herstellt   und
                  Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, oder zum unmittelbaren
                  menschlichen Verzehr im Falle von Weichtieren oder Krebstieren, die zu
                  diesem Zweck lebend verkauft werden;
           c)     die Verbringung von Tieren der für die betreffende Seuche gelisteten Arten in
                  den Betrieb bzw. die Betriebe zu untersagen, es sei denn, die zuständige
                  Behörde hat dies in hinreichend begründeten Fällen genehmigt;
           d)     die Verbringung von Ausrüstungsgegenständen, Futtermitteln und tierischen
                  Nebenprodukten aus dem Betrieb bzw. den Betrieben zu untersagen, es sei
                  denn, die zuständige Behörde hat dies genehmigt.
   2.      Die zuständige Behörde dehnt die Maßnahmen nach Absatz 1 Buchstaben a bis c auf
           gehaltene Tiere zusätzlicher Tierpopulationen aus, wenn von ihnen das Risiko einer
           Ausbreitung der Seuche ausgeht.
                                             Artikel 61
    Ausnahmen von der Einschränkung der Verbringung von Tieren und Erzeugnissen tierischen
                                  Ursprungs aus infizierten Betrieben
   1.      Abweichend von Artikel 60 Absatz 1 Buchstabe b kann die zuständige Behörde die
           Verbringung von Tieren aus Aquakultur in einen Betrieb, der sich innerhalb
           derselben Sperrzone befindet, unter ihrer amtlichen Aufsicht genehmigen, sofern
           folgende Anforderungen erfüllt sind:
           a)     es werden nur Tiere verbracht, die keine Krankheitssymptome zeigen,
           b)     der Gesundheitsstatus der Tiere aus Aquakultur im Bestimmungsbetrieb oder
                  der Wassertiere, die zu diesem Betrieb unterwegs sind, wird durch die
                  Verbringung nicht gefährdet,
           c)     im Bestimmungsbetrieb haben die Tiere keinen Kontakt zu Tieren aus
                  Aquakultur mit höherem Gesundheitsstatus bezogen auf die betreffende
                  Seuche;
           d)     die Tiere werden für einen von der zuständigen Behörde festzulegenden
                  maximalen Zeitraum im Bestimmungsbetrieb gehalten.
   2.      Macht die zuständige Behörde von der Ausnahmeregelung nach Absatz 1 Gebrauch,
           ist sie verpflichtet,
DE                                               58                                               DE
 ---pagebreak---       a)    den Gesundheitsstatus des Bestimmungsbetriebs gegebenenfalls im Einklang
            mit den Kriterien in Artikel 52 Absatz 1 neu einzustufen;
      b)    die Verbringung von Tieren aus dem Bestimmungsbetrieb zu untersagen, es sei
            denn, sie hat deren Transport genehmigt zum Zweck der sofortigen
            Schlachtung oder Verarbeitung in einem Betrieb, der Lebensmittel aus
            Wassertieren herstellt und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, oder
            zum unmittelbaren menschlichen Verzehr im Falle von Weichtieren oder
            Krebstieren, die zu diesem Zweck lebend verkauft werden. In allen Fällen
            werden tierische Nebenprodukte im Sinne von Artikel 3 Nummer 1 der
            Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 gemäß den Artikeln 12 oder 13 der genannten
            Verordnung als Material der Kategorie 1 oder 2 verarbeitet oder beseitigt;
      c)    den Bestimmungsbetrieb so lange ihrer amtlichen Aufsicht zu unterstellen, bis
            die Reinigung, die Desinfektion und die gebotene Stilllegung des Betriebs
            abgeschlossen sind.
   3. Abweichend von Artikel 60 Absatz 1 Buchstabe b kann die zuständige Behörde die
      Verbringung von Tieren aus Aquakultur in andere infizierte Betriebe, die kein
      Tilgungsprogramm für die betreffende Seuche durchführen, genehmigen, sofern
      folgende Anforderungen erfüllt sind:
      a)    es werden nur Tiere verbracht, die keine Krankheitssymptome zeigen;
      b)    der Gesundheitsstatus der Tiere aus Aquakultur im Bestimmungsbetrieb oder
            der Wassertiere, die zu diesem Betrieb unterwegs sind, wird durch die
            Verbringung nicht gefährdet, und
      c)    die Verbringung entspricht den Anforderungen für die Ausstellung einer
            Bescheinigung gemäß Artikel 208 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2016/429.
   4. Abweichend von Artikel 60 Absatz 1 Buchstabe b kann die zuständige Behörde die
      Verbringung von Tieren aus Aquakultur und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in
      Schlacht- und Verarbeitungseinrichtungen genehmigen, die keine Betriebe sind, die
      Lebensmittel aus Wassertieren herstellen und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
      durchführen, sofern folgende Anforderungen erfüllt sind:
      a)    es werden nur Tiere verbracht, die keine Krankheitssymptome zeigen,
      b)    die Schlacht- und Verarbeitungseinrichtung befindet sich nicht in einem
            Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment, der/die/das ein
            Tilgungsprogramm für diese spezifische Seuche durchführt oder für
            seuchenfrei erklärt wurde;
      c)    der Gesundheitsstatus von Wassertieren, die zu der Schlacht- und
            Verarbeitungseinrichtung unterwegs sind oder sich in deren Nähe befinden,
            wird durch die Verbringung nicht gefährdet;
      d)    die Verbringung entspricht den Anforderungen für die Ausstellung einer
            Bescheinigung gemäß Artikel 208 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2016/429.
   5. Abweichend von Artikel 60 Absatz 1 Buchstabe b kann die zuständige Behörde die
      Verbringung von Tieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs zusätzlicher
      Tierpopulationen aus dem infizierten Betrieb bzw. den infizierten Betrieben in
      andere Betriebe uneingeschränkt genehmigen, sofern folgende Anforderungen erfüllt
      sind:
      a)    es wurde eine abschließende Risikobewertung durchgeführt,
DE                                          59                                            DE
 ---pagebreak---       b)     es werden gegebenenfalls Risikominderungsmaßnahmen durchgeführt, um
             sicherzustellen, dass der Gesundheitsstatus der Wassertiere im
             Bestimmungsbetrieb oder auf dem Weg dorthin nicht gefährdet ist, und
      c)     die Verbringung entspricht den Anforderungen für die Ausstellung einer
             Bescheinigung gemäß Artikel 208 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2016/429.
                                         Artikel 62
                                Entfernung infizierter Tiere
   1. Wenn die Seuche bestätigt wurde, ordnet die zuständige Behörde in Bezug auf
      Wassertiere der für die betreffende Seuche gelisteten Arten in allen infizierten
      Betrieben für einen von der zuständigen Behörde festzulegenden maximalen
      Zeitraum folgende Maßnahmen an:
      a)     Entfernung aller toten Tiere;
      b)     Entfernung und Tötung aller sterbenden Tiere;
      c)     Entfernung und Tötung aller Tiere, die Krankheitssymptome zeigen;
      d)     Schlachtung für den menschlichen Verzehr oder – im Falle von Weichtieren
             oder Krebstieren, die lebend verkauft werden – Entnahme der nach Abschluss
             der Maßnahmen gemäß den Buchstaben a bis c in dem Betrieb bzw. den
             Betrieben verbleibenden Tiere aus dem Wasser.
   2. Die zuständige Behörde kann in hinreichend begründeten Fällen die Schlachtung für
      den menschlichen Verzehr oder, im Falle von Weichtieren oder Krebstieren, die
      lebend verkauft werden, die Entfernung aus dem Wasser anordnen, und zwar für
      a)     alle Tiere der für die betreffende Seuche gelisteten Arten in dem infizierten
             Betrieb bzw. den infizierten Betrieben, ohne diese Tiere zu testen;
      b)     Verdachtsfälle, die einen epidemiologischen Zusammenhang mit einem
             bestätigten Fall aufweisen.
   3. Die Schlachtung für den menschlichen Verzehr oder die Entfernung der in Absatz 1
      genannten Tiere aus dem Wasser erfolgt unter amtlicher Aufsicht, und zwar
      entweder in dem infizierten Betrieb bzw. den infizierten Betrieben mit
      anschließender Verarbeitung in einem Betrieb, der Lebensmittel aus Wassertieren
      herstellt und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, oder in einem Betrieb,
      der Lebensmittel aus Wassertieren herstellt und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
      durchführt.
   4. Die zuständige Behörde dehnt die in diesem Artikel vorgesehenen Maßnahmen auf
      Tiere aus Aquakultur zusätzlicher Tierpopulationen aus, wenn dies zur Bekämpfung
      der Seuche erforderlich ist.
   5. Die zuständige Behörde kann anordnen, dass einige oder alle der in Absatz 1
      genannten Tiere und Tiere nicht gelisteter Arten in dem infizierten Betrieb bzw. den
      infizierten Betrieben nicht für den menschlichen Verzehr geschlachtet, sondern
      getötet und vernichtet werden.
   6. Alle tierischen Nebenprodukte von Tieren, die gemäß diesem Artikel geschlachtet
      oder getötet werden, werden gemäß den Artikeln 12 oder 13 der Verordnung (EG)
      Nr. 1069/2009 als Material der Kategorie 1 oder 2 verarbeitet oder beseitigt.
DE                                           60                                            DE
 ---pagebreak---                                          Artikel 63
                                Reinigung und Desinfektion
   1. Die zuständige Behörde ordnet für alle infizierten Betriebe an, dass vor der
      Wiederbelegung folgende Strukturen und Gegenstände gereinigt und desinfiziert
      werden müssen:
      a)     die Betriebe, soweit dies technisch möglich ist, nach der Entfernung der in
             Artikel 62 Absatz 1 genannten Tiere und aller möglicherweise kontaminierten
             Futtermittel;
      b)     alle mit der Tierhaltung in Zusammenhang stehenden Ausrüstungsgegenstände,
             einschließlich, aber nicht beschränkt auf Ausrüstung für die Fütterung,
             Größensortierung, Behandlung und Impfung sowie Arbeitsboote;
      c)     alle produktionsbezogenen Ausrüstungsgegenstände, einschließlich, aber nicht
             beschränkt auf Käfige, Netze, Gestelle, Taschen und Langleinen;
      d)     sämtliche Schutzkleidung oder Sicherheitsvorrichtungen,           die    von
             Unternehmern und Besuchern verwendet werden;
      e)     alle      Transportmittel,      einschließlich   Becken      und      anderer
             Ausrüstungsgegenstände, die für den Transport infizierter Tiere oder von
             Personen, die mit infizierten Tieren in Berührung gekommen sind, verwendet
             werden.
   2. Die zuständige Behörde genehmigt das Protokoll der Reinigung und Desinfektion.
   3. Die zuständige Behörde überwacht die Reinigung und Desinfektion und erkennt den
      Betrieben den Status „seuchenfrei“ erst wieder zu bzw. gewährt ihn erneut, wenn sie
      der Auffassung ist, dass die Reinigung und die Desinfektion abgeschlossen sind.
                                         Artikel 64
                                         Stilllegung
   1. Die zuständige Behörde ordnet die Stilllegung aller infizierten Betriebe an. Die
      Stilllegung erfolgt nach Abschluss des Reinigungs- und Desinfektionsprozesses
      gemäß Artikel 63.
   2. Die Dauer der Stilllegung muss auf den jeweiligen Erreger und die Art des
      Produktionssystems, das in den infizierten Betrieben verwendet wird, abgestimmt
      sein. In Anhang VI Teil II sind bestimmte Stilllegungszeiträume festgelegt,
      insbesondere in
      a)     Kapitel 1 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe c bezüglich VHS und IHN;
      b)     Kapitel 2 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe c bezüglich der Infektion mit dem
             HPR-deletierten ISAV;
      c)     Kapitel 3 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe c bezüglich der Infektion mit
             Marteilia refringens;
      d)     Kapitel 4 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe c bezüglich der Infektion mit
             Bonamia exitiosa;
      e)     Kapitel 5 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe c bezüglich der Infektion mit
             Bonamia ostreae;
DE                                            61                                           DE
 ---pagebreak---            f)     Kapitel 6 Abschnitt 3 Nummer 1 Buchstabe c bezüglich der Infektion mit
                  WSSV.
   3.      Die zuständige Behörde ordnet die gleichzeitige Stilllegung der infizierten Betriebe
           innerhalb der Schutzzone oder, wenn keine Schutzzone eingerichtet wurde, innerhalb
           der Sperrzone an. Die gleichzeitige Stilllegung kann auf der Grundlage einer
           Risikobewertung auch auf andere Betriebe ausgedehnt werden. Die Dauer der
           gleichzeitigen Stilllegung und die Größe der Fläche, in der diese Stilllegung erfolgen
           soll, sind in Anhang VI Teil II festgelegt, insbesondere in
           a)     Kapitel 1 Abschnitt 3 Nummer 1 bezüglich VHS und IHN;
           b)     Kapitel 2 Abschnitt 3 Nummer 1 bezüglich der Infektion mit dem HPR-
                  deletierten ISAV;
           c)     Kapitel 3 Abschnitt 3 Nummer 1 bezüglich der Infektion mit Marteilia
                  refringens;
           d)     Kapitel 4 Abschnitt 3 Nummer 1 bezüglich der Infektion mit Bonamia exitiosa;
           e)     Kapitel 5 Abschnitt 3 Nummer 1 bezüglich der Infektion mit Bonamia ostreae;
           f)     Kapitel 6 Abschnitt 3 Nummer 1 bezüglich der Infektion mit WSSV.
                                              Artikel 65
                 Risikominderungsmaßnahmen zur Verhinderung einer Reinfektion
   Vor oder nach der Aufhebung der Seuchenbekämpfungsmaßnahmen ordnet die zuständige
   Behörde proportionale Risikominderungsmaßnahmen an, um angesichts der relevanten
   Risikofaktoren, die in den Ergebnissen der epidemiologischen Untersuchung aufgezeigt
   werden, eine Reinfektion des Betriebs zu verhindern. Bei diesen Maßnahmen ist zumindest
   Folgendes zu berücksichtigen:
   a)      Persistenz des Seuchenerregers in der Umwelt oder in wildlebenden Tieren;
   b)      Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren, die an die jeweiligen
           Gegebenheiten des Betriebs angepasst sind.
                                            Kapitel 4
                                 Der Status „seuchenfrei“
                                           ABSCHNITT 1
      GENEHMIGUNG DES STATUS „SEUCHENFREI“ VON MITGLIEDSTAATEN UND
                                              ZONEN
                                              Artikel 66
                        Kriterien für die Gewährung des Status „seuchenfrei“
   Mitgliedstaaten und deren Zonen darf der Status „seuchenfrei“ nur dann zuerkannt werden,
   wenn folgende allgemeinen und spezifischen Kriterien erfüllt sind:
   a)      Allgemeine Kriterien:
           i)     der räumliche Anwendungsbereich entspricht den Anforderungen gemäß
                  Artikel 13 bzw. 47;
DE                                                62                                              DE
 ---pagebreak---          ii)   die Überwachung in Bezug auf die Seuche entspricht den Anforderungen
               gemäß Artikel 3 Absatz 1 oder 2;
         iii)  die Unternehmer erfüllen die Verpflichtungen hinsichtlich Maßnahmen zum
               Schutz vor biologischen Gefahren gemäß Artikel 10 der Verordnung (EU)
               2016/429;
         iv)   die einschlägigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei einem Verdacht auf
               die Seuche bzw. bei einer Bestätigung der Seuche erfüllen folgende
               Anforderungen:
               –     bezüglich der Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis,
                     der Infektion mit MTBC, EBL, IBR/IPV, der Infektion mit ADV und
                     BVD die Anforderungen der Artikel 21 bis 31;
               –     bezüglich der Infektion mit RABV die Anforderungen der Artikel 35 und
                     36;
               –     bezüglich der Infektion mit BTV die Anforderungen der Artikel 41 und
                     42;
               –     bezüglich VHS, IHN, der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV, der
                     Infektion mit Marteilia refringens, der Infektion mit Bonamia exitiosa,
                     der Infektion mit Bonamia ostreae und der Infektion mit WSSV den
                     Anforderungen in den Artikeln 55 bis 65;
         v)    die Betriebe wurden – je nach Art des Betriebs – registriert oder zugelassen;
         vi)   die Identifizierung von Tieren der Zieltierpopulation                bzw.     die
               Rückverfolgbarkeit von Zuchtmaterial wurden sichergestellt;
         vii) bei der Verbringung erfüllten die Tiere der Zieltierpopulation bzw. deren
               Erzeugnisse die Tiergesundheitsanforderungen für die Verbringung solcher
               Tiere und Erzeugnisse innerhalb der Union und ihren Eingang in die Union;
   b)    spezifische Kriterien für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage
         der Artikel 67 bis 71.
                                           Artikel 67
      Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage des Nichtvorhandenseins gelisteter Arten
   1.    Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone
         auf der Grundlage des Nichtvorhandenseins der für die betreffende Seuche gelisteten
         Arten gelten folgende Kriterien:
         a)    die allgemeinen Kriterien gemäß Artikel 66 Buchstabe a Ziffern i und ii sind
               für einen Qualifikationszeitraum von mindestens fünf Jahren erfüllt, und die
               Seuche wurde nicht nachgewiesen, und
         b)    die für die betreffende Seuche relevanten gelisteten Arten kommen in
               Populationen gehaltener Tiere und wildlebender Tiere nicht vor.
   2.    Der Mitgliedstaat muss einen schriftlichen Nachweis darüber vorlegen, dass die in
         Absatz 1 genannten Kriterien erfüllt sind. Dieser Nachweis muss die Dauerhaftigkeit
         des Status „seuchenfrei“ unter Berücksichtigung folgender Aspekte belegen:
DE                                             63                                                DE
 ---pagebreak---             a)    die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins von Tieren gelisteter Arten im
                  Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats oder in einer Zone desselben wurde bewertet
                  und als vernachlässigbar eingestuft, und
            b)    die Wahrscheinlichkeit der Überführung von Tieren gelisteter Arten in das
                  Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats oder in eine Zone desselben wurde als
                  vernachlässigbar eingestuft.
                                              Artikel 68
    Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage der Unfähigkeit des Seuchenerregers, zu überleben
   1.       Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone
            auf der Grundlage der Unfähigkeit des Seuchenerregers, zu überleben, gelten
            folgende Kriterien:
            a)    die allgemeinen Kriterien gemäß Artikel 66 Buchstabe a Ziffern i und ii sind
                  für einen Qualifikationszeitraum von mindestens fünf Jahren erfüllt, und die
                  Seuche wurde nicht nachgewiesen;
            b)    die Seuche ist entweder noch nie gemeldet worden oder sie ist zwar gemeldet
                  worden, aber der Seuchenerreger hat nachweislich nicht überlebt;
            c)    der Wert mindestens eines kritischen Umgebungsparameters, der mit dem
                  Überleben des Seuchenerregers nicht vereinbar ist, ist erreicht;
            d)    der Seuchenerreger wird diesem kritischen Umgebungsparameter über einen
                  Zeitraum hinweg ausgesetzt, der ausreicht, um ihn zu vernichten.
   2.       Der Mitgliedstaat muss folgende Nachweise darüber vorlegen, dass die in Absatz 1
            genannten Kriterien erfüllt sind:
            a)    in Bezug auf die Erfüllung der in Absatz 1 Buchstaben a und b genannten
                  Kriterien: schriftliche Nachweise;
            b)    in Bezug auf die Erfüllung der in Absatz 1 Buchstaben c und d genannten
                  Kriterien: wissenschaftliche Erkenntnisse.
                                              Artikel 69
    Status „seuchenfrei“ für Landtiere auf der Grundlage der Überlebensunfähigkeit gelisteter
                            Vektoren für gelistete Seuchen von Landtieren
   1.       Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone
            auf der Grundlage der Überlebensunfähigkeit gelisteter Vektoren für die betreffende
            gelistete Seuche gelten folgende Kriterien:
            a)    die allgemeinen Kriterien gemäß Artikel 66 Buchstabe a Ziffern i und ii sind
                  für einen Qualifikationszeitraum von mindestens fünf Jahren erfüllt, und die
                  Seuche wurde nicht nachgewiesen;
            b)    die Seuche ist entweder noch nie gemeldet worden oder sie ist zwar gemeldet
                  worden, aber der Seuchenerreger wurde nachweislich nicht übertragen;
            c)    die Übertragung des Seuchenerregers hängt vollkommen vom Vorhandensein
                  gelisteter Vektoren ab, und es ist kein anderer natürlicher Übertragungsweg
                  bekannt;
DE                                                 64                                           DE
 ---pagebreak---              d)    die gelisteten Vektoren sind in dem Mitgliedstaat oder dessen Zonen nicht in
                   der Natur vorhanden;
             e)    die zufällige oder absichtliche Überführung gelisteter Vektoren in der
                   Vergangenheit oder in Zukunft ist unwahrscheinlich;
             f)    der Wert mindestens eines kritischen Umgebungsparameters, der mit dem
                   Überleben der gelisteten Vektoren nicht vereinbar ist, ist erreicht;
             g)    die gelisteten Vektoren werden diesem kritischen Umgebungsparameter über
                   einen Zeitraum hinweg ausgesetzt, der ausreicht, um sie zu vernichten.
   2.        Der Mitgliedstaat muss folgende Nachweise darüber vorlegen, dass die in Absatz 1
             genannten Kriterien erfüllt sind:
             a)    in Bezug auf die Erfüllung der in Absatz 1 Buchstaben a und b genannten
                   Kriterien: schriftliche Nachweise;
             b)    in Bezug auf die Erfüllung der in Absatz 1 Buchstaben c bis g genannten
                   Kriterien: wissenschaftliche Erkenntnisse.
             Ist die Seuche aufgetreten, erbringt der Mitgliedstaat schriftliche Nachweise dafür,
             dass mit einem Konfidenzniveau von 95 % durch Überwachung nachgewiesen
             werden konnte, dass die Prävalenzrate der Seuche unter 1 % betrug.
                                               Artikel 70
      Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten
   1.        Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone
             desselben auf der Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten gelten
             folgende Kriterien:
             a)    die Seuche ist entweder in dem Mitgliedstaat oder der Zone desselben nie
                   gemeldet worden oder sie ist in dem Mitgliedstaat oder der Zone desselben
                   getilgt und seit mindestens 25 Jahren nicht mehr gemeldet worden;
             b)    die Seuche wurde in den letzten 25 Jahren gemeldet, sie wurde in dem
                   Mitgliedstaat oder der Zone desselben getilgt, und die in Artikel 72 genannten
                   seuchenspezifischen Anforderungen sind erfüllt.
   2.        Ein Mitgliedstaat, der auf der Grundlage der Bestimmungen in Absatz 1 Buchstabe a
             die Genehmigung des Status „seuchenfrei“ für sein gesamtes Hoheitsgebiet oder für
             eine Zone desselben erhalten möchte, muss für einen Qualifikationszeitraum von
             mindestens zehn Jahren folgende Maßnahmen durchgeführt haben:
             a)    Seuchenüberwachung bei gehaltenen Tieren gelisteter Arten;
             b)    Prävention, um die Einschleppung des Seuchenerregers zu bekämpfen;
             c)    Verbot einer Impfung gegen die Seuche, es sei denn, dies steht im Einklang mit
                   den seuchenspezifischen Anforderungen gemäß Artikel 72;
             d)    Seuchenüberwachung, die bekräftigt, dass ein Auftreten der Seuche bei
                   wildlebenden Tieren gelisteter Arten innerhalb des Mitgliedstaats oder der
                   Zone nicht bekannt ist.
   3.        Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b kann die Kommission Mitgliedstaaten oder
             Zonen für einen Zeitraum von zwei Jahren ab Geltungsbeginn der vorliegenden
             Verordnung den Status „seuchenfrei“ gewähren bezüglich
DE                                                 65                                             DE
 ---pagebreak---        a)      der Infektion mit RABV, wenn diese gemäß Artikel 8 der
               Richtlinie 64/432/EWG anzeigepflichtig war und gegebenenfalls eine
               Überwachung gemäß Artikel 4 der Richtlinie 2003/99/EG des Europäischen
               Parlaments und des Rates23 erfolgt ist und in den letzten zwei Jahren kein Fall
               bei gelisteten Tierarten gemeldet wurde;
       b)      der Infektion mit BTV, wenn alle Sperrzonen gemäß Artikel 6 der
               Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 vor dem Geltungsbeginn der vorliegenden
               Verordnung aufgehoben wurden.
   4.  Die in Absatz 1 genannten Kriterien für den Erhalt des Status „seuchenfrei“ gelten
       ausschließlich
       a)      in einem neuen Mitgliedstaat und während eines Zeitraums von maximal zwei
               Jahren nach dessen Beitritt zur Union oder
       b)      für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren ab Geltungsbeginn der gemäß
               Artikel 9     Absatz 2     der      Verordnung (EU)       2016/429      erlassenen
               Durchführungsrechtsakte, in denen die betreffende Seuche erstmals als Seuche
               der Kategorie B oder C eingestuft wird.
   5.  Abweichend von Absatz 4 gilt für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ auf der
       Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten der Höchstzeitraum von
       zwei Jahren nicht in Bezug auf:
       a)      den Status „seuchenfrei“ bezüglich des Befalls mit Varroa spp. (Varroose);
       b)      den Status „seuchenfrei“ bezüglich der Infektion mit dem Virus der Newcastle-
               Krankheit ohne Impfung.
   6.  Abweichend von Absatz 4 Buchstabe b gilt die Gewährung des Status „seuchenfrei“
       auf der Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten nicht in Bezug
       auf folgende Seuchen:
       a)      Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis;
       b)      Infektion mit MTBC;
       c)      EBL;
       d)      IBR/IPV;
       e)      Infektion mit ADV;
       f)      VHS;
       g)      IHN;
       h)      Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV;
       i)      Infektion mit Bonamia ostreae;
       j)      Infektion mit Marteilia refringens.
   23
      Richtlinie 2003/99/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. November 2003 zur
      Überwachung von Zoonosen und Zoonoseerregern und zur Änderung der Entscheidung 90/424/EWG
      des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 92/117/EWG des Rates (ABl. L 325 vom 12.12.2003,
      S. 31).
DE                                              66                                                  DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 71
                 Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage von Tilgungsprogrammen
   1.      Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone
           auf der Grundlage von Tilgungsprogrammen gelten folgende Kriterien:
           a)     die zuständige Behörde hat ein genehmigtes Tilgungsprogramm gemäß
                  Artikel 12 oder 46 durchgeführt, und
           b)     die zuständige Behörde hat das Tilgungsprogramm abgeschlossen und der
                  Kommission einen Antrag auf Anerkennung des Status „seuchenfrei“
                  vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass die seuchenspezifischen Anforderungen
                  gemäß Artikel 72 erfüllt sind.
   2.      Abweichend von Absatz 1 kann in Bezug auf Wassertiere der Status „seuchenfrei“
           gemäß Artikel 83 erlangt werden, wenn eine Zone weniger als 75 % des
           Hoheitsgebiets eines Mitgliedstaats ausmacht und nicht in einen anderen
           Mitgliedstaat oder ein anderes Drittland reicht.
                                              Artikel 72
                  Seuchenspezifische Anforderungen an den Status „seuchenfrei“
   Die seuchenspezifischen Anforderungen an die Gewährung des Status „seuchenfrei“ für einen
   Mitgliedstaat oder eine Zone sind festgelegt in
   a)      Anhang IV Teil I Kapitel 3 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen Rindern und
           in Anhang IV Teil I Kapitel 4 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen Schafen und
           Ziegen;
   b)      Anhang IV Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit MTBC;
   c)      Anhang IV Teil III Kapitel 2 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit EBL;
   d)      Anhang IV Teil IV Kapitel 2 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit IBR/IPV;
   e)      Anhang IV Teil V Kapitel 2 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit ADV;
   f)      Anhang IV Teil VI Kapitel 2 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit BVD;
   g)      Anhang V Teil I Kapitel 2 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit RABV;
   h)      Anhang V Teil II Kapitel 4 Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
           Infektion mit BTV;
   i)      Anhang V Teil III Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich des Befalls mit
           Varroa spp. (Varroose);
   j)      Anhang V Teil IV Abschnitt 1 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der Infektion
           mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung;
DE                                                67                                            DE
 ---pagebreak---    k)       Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit VHS;
   l)       Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit IHN;
   m)       Anhang VI Teil II Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV;
   n)       Anhang VI Teil II Kapitel 3 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit Marteilia refringens;
   o)       Anhang VI Teil II Kapitel 4 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit Bonamia exitiosa;
   p)       Anhang VI Teil II Kapitel 5 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit Bonamia ostreae;
   q)       Anhang VI Teil II Kapitel 6 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit WSSV.
                                            ABSCHNITT 2
    GENEHMIGUNG DES STATUS „SEUCHENFREI“ FÜR KOMPARTIMENTE, IN DENEN
                       TIERE AUS AQUAKULTUR GEHALTEN WERDEN
                                               Artikel 73
   Kriterien für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ für Kompartimente, in denen Tiere aus
                                     Aquakultur gehalten werden
   1.       Der Status „seuchenfrei“ darf einem Kompartiment, in dem Tiere aus Aquakultur
            gehalten werden, nur dann zuerkannt werden, wenn folgende allgemeinen und
            spezifischen Kriterien erfüllt sind:
            a)    Allgemeine Kriterien:
                  i)    der räumliche Anwendungsbereich erfüllt die Anforderungen gemäß
                        Artikel 47 Absatz 2 Buchstabe c;
                  ii)   die Überwachung in Bezug auf die Seuche erfüllt die Anforderungen in
                        Artikel 3 Absatz 2, in Artikel 4 und in den Artikeln 6 bis 9;
                  iii)  die Unternehmer erfüllen die Verpflichtungen hinsichtlich Maßnahmen
                        zum Schutz vor biologischen Gefahren gemäß Artikel 10 der
                        Verordnung (EU) 2016/429;
                  iv)   die einschlägigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei einem Verdacht
                        auf eine Seuche oder der Bestätigung einer Seuche werden eingehalten.;
                  v)    die Betriebe, aus denen das Kompartiment besteht, sind zugelassen;
                  vi)   die Rückverfolgbarkeit der Tiere der Zieltierpopulation ist sichergestellt
                        worden;
                  vii) bei der Verbringung erfüllten die Tiere der Zieltierpopulation bzw. deren
                        Erzeugnisse die Tiergesundheitsanforderungen für die Verbringung
                        solcher Tiere und Erzeugnisse innerhalb der Union oder ihren Eingang in
                        die Union;
DE                                                 68                                              DE
 ---pagebreak---       b)    spezifische Kriterien für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ auf der
            Grundlage der Bestimmungen der Artikel 74 bis 77.
   2. Der Status „seuchenfrei“ gemäß Absatz 1 kann gewährt werden für
      a)    Kompartimente, die vom Gesundheitsstatus der benachbarten natürlichen
            Gewässer unabhängig sind, und
      b)    Kompartimente, die vom Gesundheitsstatus der benachbarten natürlichen
            Gewässer zwar abhängig sind, in denen aber Bedingungen herrschen, die
            zwischen dem Kompartiment und anderen möglicherweise infizierten
            Wassertierpopulationen eine wirksame seuchenspezifische Trennung bewirken.
   3. Im Falle abhängiger Kompartimente gemäß Absatz 2 Buchstabe b ist die zuständige
      Behörde verpflichtet,
      a)    mindestens folgende epidemiologischen Faktoren zu bewerten:
            i)    den geografischen Standort der einzelnen Betriebe in dem Kompartiment
                  und die Art der Wasserversorgung;
            ii)   den Gesundheitsstatus anderer Aquakulturbetriebe in dem Wassersystem;
            iii)  den Standort der in Ziffer ii genannten Betriebe und ihre Entfernung von
                  dem abhängigen Kompartiment;
            iv)   den Produktionsumfang der in Ziffer ii genannten Betriebe sowie deren
                  Produktionsmethoden und die Herkunft ihrer Tiere;
            v)    das Vorhandensein und die Anzahl wildlebender Wassertiere der
                  betreffenden gelisteten Arten in dem Wassersystem sowie deren
                  Gesundheitsstatus;
            vi)   Informationen darüber, ob es sich bei den in Ziffer v genannten Arten um
                  ortsgebundene oder wandernde Arten handelt;
            vii) die Möglichkeit, dass die in Ziffer v genannten wildlebenden Wassertiere
                  in das Kompartiment gelangen;
            viii) die allgemeinen Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren in
                  dem Kompartiment;
            ix)   die allgemeinen hydrologischen Gegebenheiten in dem Wassersystem;
      b)    alle Betriebe in dem Kompartiment als Hochrisikobetriebe entsprechend
            Anhang VI Teil I Kapitel 1 einzustufen;
      c)    sämtliche Maßnahmen anzuordnen, die als erforderlich erachtet werden, um
            die Einschleppung der Seuche zu verhindern.
   4. Erhält die Kommission gemäß Artikel 83 eine Erklärung über den Status
      „seuchenfrei“ für ein abhängiges Kompartiment, übermittelt die zuständige Behörde
      eine Bewertung entsprechend Absatz 3 Buchstabe a sowie Einzelheiten zu allen
      Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Einschleppung der Seuche in das
      Kompartiment zu verhindern.
      Die zuständige Behörde teilt der Kommission alle nachträglichen Änderungen der in
      Absatz 3 Buchstabe a genannten epidemiologischen Faktoren und die Maßnahmen
      zur Minderung ihrer Auswirkungen unverzüglich mit.
DE                                         69                                              DE
 ---pagebreak---                                                Artikel 74
         Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage des Nichtvorhandenseins gelisteter Arten
   1.       Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Kompartiments, in dem Tiere
            aus Aquakultur gehalten werden, auf der Grundlage des Nichtvorhandenseins der für
            die betreffende Seuche gelisteten Arten gelten folgende Kriterien:
            a)    die allgemeinen Kriterien gemäß Artikel 73 Absatz 1 Buchstabe a Ziffern i und
                  ii sind für einen Qualifikationszeitraum von mindestens fünf Jahren erfüllt, und
                  die Seuche wurde nicht nachgewiesen, und
            b)    die für die betreffende Seuche relevanten gelisteten Arten kommen in
                  Populationen gehaltener Tiere und wildlebender Tiere nicht vor.
   2.       Der Mitgliedstaat legt einen schriftlichen Nachweis darüber vor, dass die in Absatz 1
            genannten Kriterien erfüllt sind. Dieser Nachweis belegt die Dauerhaftigkeit des
            Status „seuchenfrei“ unter Berücksichtigung folgender Aspekte:
            a)    die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins von Tieren gelisteter Arten in dem
                  Kompartiment wurde bewertet und als vernachlässigbar eingestuft, und
            b)    die Wahrscheinlichkeit der Überführung von Tieren gelisteter Arten in das
                  Kompartiment wurde als vernachlässigbar eingestuft.
                                               Artikel 75
    Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage der Unfähigkeit des Seuchenerregers, zu überleben
   1.       Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Kompartiments, in dem Tiere
            aus Aquakultur gehalten werden, auf der Grundlage der Überlebensunfähigkeit des
            Seuchenerregers gelten folgende Kriterien:
            a)    die allgemeinen Kriterien gemäß Artikel 73 Absatz 1 Buchstabe a Ziffern i und
                  ii sind für einen Qualifikationszeitraum von mindestens fünf Jahren erfüllt, und
                  die Seuche wurde nicht nachgewiesen;
            b)    die Seuche ist entweder noch nie gemeldet worden oder sie ist zwar gemeldet
                  worden, aber der Seuchenerreger hat nachweislich nicht überlebt;
            c)    der Wert mindestens eines kritischen Umgebungsparameters, der mit dem
                  Überleben des Seuchenerregers nicht vereinbar ist, ist erreicht;
            d)    der Seuchenerreger wird diesem kritischen Parameter über einen für seine
                  Vernichtung ausreichenden Zeitraum ausgesetzt.
   2.       Der Mitgliedstaat muss folgende Nachweise darüber vorlegen, dass die in Absatz 1
            genannten Kriterien erfüllt sind:
            a)    in Bezug auf die Erfüllung der in Absatz 1 Buchstaben a und b genannten
                  Kriterien: schriftliche Nachweise;
            b)    in Bezug auf die Erfüllung der in Absatz 1 Buchstaben c und d genannten
                  Kriterien: wissenschaftliche Erkenntnisse.
DE                                                 70                                              DE
 ---pagebreak---                                                Artikel 76
      Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten
   1.        Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Kompartiments, in dem Tiere
             aus Aquakultur gehalten werden, auf der Grundlage von historischen Daten und
             Überwachungsdaten gelten folgende Kriterien:
             a)    die Seuche ist entweder in dem Kompartiment nie gemeldet worden oder sie ist
                   in dem Kompartiment getilgt und seit mindestens 25 Jahren nicht gemeldet
                   worden;
             b)    die Seuche wurde in den letzten 25 Jahren gemeldet, sie wurde in dem
                   Kompartiment getilgt, und die in Artikel 78 genannten seuchenspezifischen
                   Anforderungen sind erfüllt.
   2.        Ein Mitgliedstaat, der auf der Grundlage der Bestimmungen in Absatz 1 Buchstabe a
             die Genehmigung des Status „seuchenfrei“ für das Kompartiment erhalten möchte,
             muss für einen Qualifikationszeitraum von mindestens zehn Jahren folgende
             Maßnahmen durchgeführt haben:
             a)    Seuchenüberwachung bei gehaltenen Tieren gelisteter Arten;
             b)    Prävention, um die Einschleppung des Seuchenerregers zu bekämpfen;
             c)    Verbot einer Impfung gegen die Seuche, es sei denn, dies steht im Einklang mit
                   den seuchenspezifischen Anforderungen gemäß Artikel 78;
             d)    Seuchenüberwachung, die bekräftigt, dass ein Auftreten der Seuche bei
                   wildlebenden Tieren gelisteter Arten innerhalb des Kompartiments nicht
                   bekannt ist.
   3.        Die in Absatz 1 genannten Kriterien gelten ausschließlich
             a)    in einem neuen Mitgliedstaat und während eines Zeitraums von maximal zwei
                   Jahren nach dessen Beitritt zur Union oder
             b)    für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren ab Geltungsbeginn der gemäß
                   Artikel 9    Absatz 2      der    Verordnung (EU)     2016/429      erlassenen
                   Durchführungsrechtsakte, in denen die betreffende Seuche erstmals als Seuche
                   der Kategorie B oder C eingestuft wird.
   4.        Abweichend von Absatz 3 Buchstabe b gilt die Gewährung des Status „seuchenfrei“
             auf der Grundlage von historischen Daten und Überwachungsdaten nicht in Bezug
             auf folgende Seuchen:
             a)    VHS;
             b)    IHN;
             c)    Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV;
             d)    Infektion mit Bonamia ostreae;
             e)    Infektion mit Marteilia refringens.
DE                                                 71                                             DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 77
                 Status „seuchenfrei“ auf der Grundlage von Tilgungsprogrammen
   1.       Für die Anerkennung des Status „seuchenfrei“ eines Kompartiments, in dem Tiere
            aus Aquakultur gehalten werden, auf der Grundlage von Tilgungsprogrammen gelten
            folgende Kriterien:
            a)    die zuständige Behörde hat ein genehmigtes Tilgungsprogramm gemäß
                  Artikel 46 durchgeführt, und
            b)    die zuständige Behörde hat das Tilgungsprogramm abgeschlossen und der
                  Kommission den Abschlussbericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass die
                  seuchenspezifischen Anforderungen gemäß Artikel 78 erfüllt sind.
   2.       Abweichend von Absatz 1 kann der Status „seuchenfrei“ gemäß Artikel 83 erlangt
            werden, wenn ein Kompartiment weniger als 75 % des Hoheitsgebiets eines
            Mitgliedstaats ausmacht und das Wassereinzugsgebiet für die Versorgung des
            Kompartiments nicht in einen anderen Mitgliedstaat oder ein Drittland reicht.
                                             Artikel 78
                   Seuchenspezifische Anforderungen an den Status „seuchenfrei“
   Die seuchenspezifischen Anforderungen für die Gewährung des Status „seuchenfrei“ für ein
   Kompartiment, in dem Tiere aus Aquakultur gehalten werden, sind festgelegt in
   a)       Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit VHS;
   b)       Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit IHN;
   c)       Anhang VI Teil II Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV;
   d)       Anhang VI Teil II Kapitel 3 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit Marteilia refringens;
   e)       Anhang VI Teil II Kapitel 4 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit Bonamia exitiosa;
   f)       Anhang VI Teil II Kapitel 5 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit Bonamia ostreae;
   g)       Anhang VI Teil II Kapitel 6 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit WSSV.
                                             Artikel 79
    Spezifische Anforderungen an Kompartimente, die vom Gesundheitsstatus der benachbarten
                               natürlichen Gewässer unabhängig sind
   1.       Zusätzlich zu den allgemeinen Kriterien gemäß Artikel 73 Absatz 1 für die
            Gewährung des Status „seuchenfrei“ für Kompartimente, in denen Tiere aus
            Aquakultur gehalten werden, kann ein Kompartiment, das einen oder mehrere
            Einzelbetriebe umfasst, in dem bzw. in denen der Gesundheitsstatus in Bezug auf
            eine bestimmte Seuche vom Gesundheitsstatus der benachbarten natürlichen
DE                                               72                                            DE
 ---pagebreak---             Gewässer unabhängig ist, den Status „seuchenfrei“ erhalten, wenn es die in den
            Absätzen 2 bis 6 festgelegten Voraussetzungen erfüllt.
   2.       Ein unabhängiges Kompartiment kann bestehen aus
            a)    einem Einzelbetrieb, der als eine einzige epidemiologische Einheit angesehen
                  wird, da er nicht durch den Gesundheitsstatus der Tiere in den benachbarten
                  natürlichen Gewässern beeinflusst wird, oder
            b)    mehreren Betrieben, wobei jeder einzelne Betrieb in dem Kompartiment die
                  Kriterien gemäß Buchstabe a und gemäß den Absätzen 3 bis 6 erfüllt, diese
                  Betriebe jedoch aufgrund umfangreicher Verbringungen von Tieren zwischen
                  ihnen als eine einzige epidemiologische Einheit angesehen werden,
                  vorausgesetzt, dass alle Betriebe ein gemeinsames System zum Schutz vor
                  biologischen Gefahren anwenden.
   3.       Die Wasserversorgung eines unabhängigen Kompartiments hat auf folgende Weise
            zu erfolgen:
            a)    über eine Wasseraufbereitungsanlage, die den betreffenden Seuchenerreger
                  inaktiviert, oder
            b)    direkt aus einem Brunnen, einem Bohrloch oder einer Quelle.
          Stammt das Wasser für die Wasserversorgung aus einer Quelle außerhalb des
            Betriebs, ist es auf direktem Weg und über Einrichtungen, die einen angemessenen
            Infektionsschutz bieten, in den Betrieb zu leiten.
   4.       Durch natürliche oder künstliche Hindernisse ist zu verhindern, dass Wassertiere aus
            den benachbarten natürlichen Gewässern in die einzelnen Betriebe des
            Kompartiments gelangen.
   5.       Das Kompartiment ist gegebenenfalls gegen Überschwemmungen und Eindringen
            von Wasser aus den benachbarten natürlichen Gewässern zu schützen.
   6.       Das Kompartiment erfüllt die in Artikel 78 genannten seuchenspezifischen
            Anforderungen.
                                             Artikel 80
    Besondere Bestimmungen für Kompartimente aus Einzelbetrieben, die Aquakulturtätigkeiten
    erstmals aufnehmen oder erneut aufnehmen und in denen der Gesundheitsstatus bezogen auf
    eine bestimmte Seuche unabhängig ist vom Gesundheitsstatus der benachbarten natürlichen
                                             Gewässer
   1.       Ein neuer Betrieb, der seine Aquakulturtätigkeit aufnimmt, wird als seuchenfrei
            betrachtet, wenn er
            a)    den Anforderungen von Absatz 2 Buchstabe a und Artikel 79 Absätze 3 bis 5
                  entspricht, und
            b)    die Aquakulturtätigkeit mit Tieren aus Aquakultur aufnimmt, die aus einem
                  seuchenfreien Mitgliedstaat, einer seuchenfreien Zone oder einem
                  seuchenfreien Kompartiment stammen.
   2.       Ein Betrieb, der seine Aquakulturtätigkeit nach einer Unterbrechung erneut
            aufnimmt und die Anforderungen aus Absatz 1 erfüllt, gilt ohne die in Artikel 73
            Absatz 1 Buchstabe a Ziffer ii vorgesehene Überwachung als seuchenfrei, wenn
DE                                                73                                             DE
 ---pagebreak---           a)     der zuständigen Behörde die Gesundheitsgeschichte des Betriebs bekannt ist
                 und in dem Betrieb keine Seuche der Kategorie B oder der Kategorie C
                 bestätigt wurde;
          b)     der Betrieb gegebenenfalls vor der Wiederbelegung gereinigt, desinfiziert und
                 stillgelegt wird.
   3.     Ein Betrieb, der nach der Bestätigung einer Seuche der Kategorie B oder der
          Kategorie C seine Tätigkeit erneut aufnimmt, gilt als frei von der bestätigten Seuche,
          wenn
          a)     eine repräsentative Stichprobe der Tiere, mit denen der Betrieb nach seiner
                 Reinigung, Desinfektion und Stilllegung wiederbelegt wurde und die aus einem
                 seuchenfreien Mitgliedstaat, einer seuchenfreien Zone oder einem
                 seuchenfreien Kompartiment kommen, auf die betreffende Seuche getestet
                 wird, und zwar frühestens drei Monate und spätestens zwölf Monate, nachdem
                 die Tiere Bedingungen – einschließlich der Wassertemperatur – ausgesetzt
                 wurden, die den klinischen Verlauf der Seuche begünstigen;
          b)     die in dem entsprechenden Kapitel in Anhang VI Teil II vorgesehenen
                 Probenahme- und Diagnosetests durchgeführt werden und bei so vielen Tieren
                 Proben entnommen werden, dass sichergestellt ist, dass die betreffende Seuche
                 mit einem Konfidenzniveau von 95 % nachgewiesen werden kann, wenn die
                 Zielprävalenz 2 % beträgt;
          c)     die Ergebnisse der unter Buchstabe b beschriebenen Tests negativ sind.
                                         ABSCHNITT 3
      AUFRECHTERHALTUNG, AUSSETZUNG UND ABERKENNUNG DES STATUS
                                        „SEUCHENFREI“
                                             Artikel 81
      Spezifische Kriterien für Überwachungsmaßnahmen und Maßnahmen zum Schutz vor
              biologischen Gefahren zur Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“
   1.     Die Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente dürfen den Status „seuchenfrei“ nur
          aufrechterhalten, wenn sie über die in Artikel 41 Absatz 1 Buchstaben a und c der
          Verordnung (EU) 2016/429 festgelegten Kriterien hinaus folgende Anforderungen
          erfüllen:
          a)     Durchführung hinreichender Überwachungstätigkeiten, um die Früherkennung
                 der Seuche und den Nachweis des Status „seuchenfrei“ zu ermöglichen;
          b)     Durchführung der Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren, die von
                 der zuständigen Behörde angesichts der festgestellten Risiken angeordnet
                 wurden, um eine Einschleppung der Seuche zu verhindern;
          c)     die in Artikel 66 Buchstabe a Ziffern v, vi und vii bzw. in Artikel 73 Absatz 1
                 Buchstabe a Ziffern v, vi und vii enthaltenen operativen Regelungen.
   2.     In Bezug auf Wassertiere kann ein Mitgliedstaat, der hinsichtlich einer oder mehrerer
          der gelisteten Seuchen für seuchenfrei erklärt wurde, die gezielte Überwachung
          gemäß Absatz 3 Buchstaben k bis q einstellen und seinen Status „seuchenfrei“
          aufrechterhalten, wenn das Risiko einer Einschleppung der betreffenden Seuche
          bewertet wurde und Bedingungen herrschen, die den klinischen Verlauf der
          betreffenden Seuche begünstigen.
DE                                               74                                              DE
 ---pagebreak---       In seuchenfreien Zonen oder Kompartimenten in Mitgliedstaaten, die nicht für
      seuchenfrei erklärt wurden, sowie in allen Fällen, in denen keine günstigen
      Bedingungen für den klinischen Verlauf der betreffenden Seuche herrschen, wird die
      gezielte Überwachung gemäß Absatz 3 Buchstaben k bis q fortgesetzt.
   3. Die seuchenspezifischen Anforderungen an Überwachungsmaßnahmen                  und
      Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren sind festgelegt in
      a)    Anhang IV Teil I Kapitel 3 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen
            Rindern bzw. in Anhang IV Teil I Kapitel 4 Abschnitt 2 für den Status
            „seuchenfrei“ bezüglich der Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und
            B. suis bei gehaltenen Schafen und Ziegen;
      b)    Anhang IV Teil II Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit MTBC;
      c)    Anhang IV Teil III Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“
            bezüglich der Infektion mit EBL;
      d)    Anhang IV Teil IV Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“
            bezüglich der Infektion mit IBR/IPV;
      e)    Anhang IV Teil V Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit ADV;
      f)    Anhang IV Teil VI Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“
            bezüglich der Infektion mit BVD;
      g)    Anhang V Teil I Kapitel 2 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit RABV;
      h)    Anhang V Teil II Kapitel 4 Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit BTV;
      i)    Anhang V Teil III Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich des
            Befalls mit Varroa spp. (Varroose);
      j)    Anhang V Teil IV Abschnitt 2 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich der
            Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung;
      k)    Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit VHS;
      l)    Anhang VI Teil II Kapitel 1 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit IHN;
      m)    Anhang VI Teil II Kapitel 2 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV;
      n)    Anhang VI Teil II Kapitel 3 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit Marteilia refringens;
      o)    Anhang VI Teil II Kapitel 4 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit Bonamia exitiosa;
      p)    Anhang VI Teil II Kapitel 5 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit Bonamia ostreae;
      q)    Anhang VI Teil II Kapitel 6 Abschnitt 4 für den Status „seuchenfrei“ bezüglich
            der Infektion mit WSSV.
DE                                          75                                             DE
 ---pagebreak---                                             Artikel 82
          Aussetzung, Aberkennung und Wiederzuerkennung des Status „seuchenfrei“
   1.     Wenn die Seuche bestätigt wurde und somit die Bedingungen für die
          Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats, einer Zone oder
          eines Kompartiments nicht erfüllt sind, hat die zuständige Behörde
          a)    unverzüglich die einschlägigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen zu ergreifen;
          b)    spezifische Überwachungsmaßnahmen durchzuführen, um das Ausmaß des
                Ausbruchs zu bewerten;
          c)    sämtliche erforderlichen Risikominderungsmaßnahmen anzuordnen.
   2.     Wenn die Seuche zwar nicht bestätigt wurde, aber gegen eine der Bedingungen für
          die Aufrechterhaltung des Status „seuchenfrei“ eines Mitgliedstaats, einer Zone oder
          eines Kompartiments verstoßen wurde, ergreift die zuständige Behörde geeignete
          Abhilfemaßnahmen und bewertet das Risiko der geänderten Gesundheitssituation.
   3.     Anstelle der Aberkennung des Status „seuchenfrei“ durch die Kommission kann die
          zuständige Behörde gegebenenfalls als Übergangsmaßnahme den Status
          „seuchenfrei“ des Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments aussetzen.
          Während dieser Aussetzung hat die zuständige Behörde
          a)    alle erforderlichen Präventions-, Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen zu
                ergreifen, um die Situation zu bewältigen,
          b)    die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten unverzüglich über die
                getroffenen Maßnahmen zu unterrichten sowie
          c)    die Kommission und die anderen Mitgliedstaaten regelmäßig über die
                Entwicklung der Situation und über ihren Standpunkt hinsichtlich der
                Wiederzuerkennung des Status „seuchenfrei“ bzw. der Verlängerung seiner
                Aussetzung oder seiner Aberkennung durch die Kommission zu unterrichten.
   4.     Vorbehaltlich der Erfüllung der Bestimmungen des Absatzes 3 kann die zuständige
          Behörde dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment den Status
          „seuchenfrei“ wiederzuerkennen, indem sie die Aussetzung aufhebt.
                                          ABSCHNITT 4
          AUSNAHMEN VON DER GENEHMIGUNG DURCH DIE KOMMISSION
                                            Artikel 83
      Ausnahmen von der Genehmigung des Status „seuchenfrei“ durch die Kommission bei
                                  bestimmten Wassertierseuchen
   1.     Abweichend von den in Artikel 36 Absatz 4 und Artikel 37 Absatz 4 der
          Verordnung (EU) 2016/429 festgelegten Anforderungen, die erfüllt sein müssen, um
          von der Kommission die Genehmigung des Status „seuchenfrei“ zu erhalten, wird
          diese Genehmigung in Bezug auf Wassertierseuchen in Zonen oder Kompartimenten,
          die weniger als 75 % des Hoheitsgebiets eines Mitgliedstaats ausmachen und für
          deren Versorgung das Wassereinzugsgebiet nicht in einen anderen Mitgliedstaat oder
          ein Drittland reicht, nach folgendem Verfahren zuerkannt:
          a)    ein Mitgliedstaat gibt eine vorläufige Erklärung über die Seuchenfreiheit der
                Zone oder des Kompartiments ab, die bzw. das die in dieser Verordnung
DE                                              76                                             DE
 ---pagebreak---             festgelegten Anforderungen für die Zuerkennung des Status „seuchenfrei“
            erfüllt;
      b)    der Mitgliedstaat veröffentlicht die vorläufige Erklärung elektronisch, und die
            Kommission und die anderen Mitgliedstaaten werden auf diese
            Veröffentlichung aufmerksam gemacht;
      c)    60 Tage nach der Veröffentlichung wird die vorläufige Erklärung wirksam,
            und die in diesem Absatz genannte Zone bzw. das in diesem Absatz genannte
            Kompartiment erhält den Status „seuchenfrei“.
   2. Innerhalb der in Absatz 1 Buchstabe c genannten Frist von 60 Tagen können die
      Kommission oder die Mitgliedstaaten in Bezug auf die vorgelegten Nachweise des
      Mitgliedstaats, der die vorläufige Erklärung abgegeben hat, Erläuterungen oder
      zusätzliche Informationen verlangen.
   3. Gehen innerhalb des in Absatz 1 Buchstabe c genannten Zeitraums schriftliche
      Stellungnahmen von mindestens einem Mitgliedstaat oder der Kommission ein, in
      denen Bedenken hinsichtlich der Nachweise zur Stützung der Erklärung geäußert
      werden, prüft die Kommission die vorgelegten Nachweise gemeinsam mit dem
      Mitgliedstaat, der die Erklärung abgegeben hat, und gegebenenfalls mit dem
      Mitgliedstaat, der Erläuterungen oder zusätzliche Informationen verlangt hat, um
      diese Bedenken auszuräumen.
      In einem solchen Fall verlängert sich der in Absatz 1 Buchstabe c genannte Zeitraum
      automatisch um 60 Tage ab dem Datum, an dem erstmals Bedenken vorgebracht
      wurden. Eine weitere Verlängerung ist nicht möglich.
   4. Führt das Verfahren nach Absatz 3 zu keinem Ergebnis, gelten Artikel 36 Absatz 4
      und Artikel 37 Absatz 4 der Verordnung (EU) 2016/429.
DE                                         77                                               DE
 ---pagebreak---                                              TEIL III
      ÜBERGANGS- UND SCHLUSSBESTIMMUNGEN
                                               Artikel 84
         Übergangsbestimmungen bezüglich eines bestehenden Status „seuchenfrei“
   1.    In Bezug auf Mitgliedstaaten und Zonen derselben, für die vor Geltungsbeginn dieser
         Verordnung der Status „seuchenfrei“ genehmigt wurde, gilt auch gemäß dieser
         Verordnung der Status „seuchenfrei“ wie folgt als genehmigt:
         a)     frei von der Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                i)     bei Rinderpopulationen, wenn der Status „brucellosefrei“ gemäß der
                       Richtlinie 64/432/EWG gewährt wurde;
                ii)    bei Schaf- und Ziegenpopulationen, wenn der Status „brucellosefrei“
                       („frei von B. melitensis“) gemäß der Richtlinie 91/68/EWG gewährt
                       wurde;
         b)     frei von der Infektion mit MTBC, wenn der Status „tuberkulosefrei“ gemäß der
                Richtlinie 64/432/EWG gewährt wurde;
         c)     frei von EBL, wenn der Status „EBL-frei“ gemäß der Richtlinie 64/432/EWG
                gewährt wurde;
         d)     frei von der Infektion mit IBR/IPV, wenn der Status „IBR-frei“ gemäß der
                Richtlinie 64/432/EWG gewährt wurde;
         e)     frei von der Infektion mit ADV, wenn der Status „frei von der Aujeszkyschen
                Krankheit“ gemäß der Richtlinie 64/432/EWG gewährt wurde;
         f)     frei vom Befall mit Varroa spp. (Varroose), wenn der Status „varroatosefrei“
                gemäß der Richtlinie 92/65/EWG24 des Rates gewährt wurde;
         g)     frei von der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung,
                wenn der Status „nicht gegen die Newcastle-Krankheit impfend“ gemäß der
                Richtlinie 2009/158/EG gewährt wurde;
         h)     frei von VHS, wenn der Status „VHS-frei“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG
                des Rates25 gewährt wurde;
         i)     frei von IHN, wenn der Status „IHN-frei“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG
                gewährt wurde;
         j)     frei von der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV, wenn der Status „frei
                von der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ gemäß der
                Richtlinie 2006/88/EG gewährt wurde;
   24
       Richtlinie 92/65/EWG des Rates vom 13. Juli 1992 über die tierseuchenrechtlichen Bedingungen für
       den Handel mit Tieren, Samen, Eizellen und Embryonen in der Gemeinschaft sowie für ihre Einfuhr in
       die Gemeinschaft, soweit sie diesbezüglich nicht den spezifischen Gemeinschaftsregelungen nach
       Anhang A Abschnitt I der Richtlinie 90/425/EWG unterliegen (ABl. L 268 vom 14.9.1992, S. 54).
   25
       Richtlinie 2006/88/EG des Rates vom 24. Oktober 2006 mit Gesundheits- und Hygienevorschriften für
       Tiere in Aquakultur und Aquakulturerzeugnisse und zur Verhütung und Bekämpfung bestimmter
       Wassertierkrankheiten (ABl. L 328 vom 24.11.2006, S. 14).
DE                                                 78                                                     DE
 ---pagebreak---          k)     frei von der Infektion mit Bonamia ostreae, wenn der Status „frei von der
                Infektion mit Bonamia ostreae“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG gewährt
                wurde;
         l)     frei von der Infektion mit Marteilia refringens, wenn der Status „frei von der
                Infektion mit Marteilia refringens“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG gewährt
                wurde;
         m)     frei von der Infektion mit WSSV, wenn der Status „frei von der
                Weißpünktchenkrankheit“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG gewährt wurde.
   2.    In Bezug auf Kompartimente in Mitgliedstaaten, für die vor Geltungsbeginn dieser
         Verordnung der Status „seuchenfrei“ genehmigt wurde, gilt auch gemäß dieser
         Verordnung der Status „seuchenfrei“ wie folgt als genehmigt:
         a)     frei von hochpathogener aviärer Influenza, wenn das Kompartiment in Bezug
                auf aviäre Influenza gemäß der Verordnung (EG) Nr. 616/2009 der
                Kommission26 zugelassen wurde;
         b)     frei von VHS, wenn der Status „VHS-frei“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG
                gewährt wurde;
         c)     frei von IHN, wenn der Status „IHN-frei“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG
                gewährt wurde;
         d)     frei von der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV, wenn der Status „frei
                von der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ gemäß der
                Richtlinie 2006/88/EG gewährt wurde;
         e)     frei von der Infektion mit Bonamia ostreae, wenn der Status „frei von der
                Infektion mit Bonamia ostreae“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG gewährt
                wurde;
         f)     frei von der Infektion mit Marteilia refringens, wenn der Status „frei von der
                Infektion mit Marteilia refringens“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG gewährt
                wurde;
         g)     frei von der Infektion mit WSSV, wenn der Status „frei von der
                Weißpünktchenkrankheit“ gemäß der Richtlinie 2006/88/EG gewährt wurde.
   3.    Die Mitgliedstaaten, für die gemäß Absatz 1 oder 2 gilt, dass sie über einen
         genehmigten Status „seuchenfrei“ verfügen, stellen sicher, dass die Bedingungen für
         die Aufrechterhaltung des Status mit den in dieser Verordnung festgelegten
         Bedingungen übereinstimmen.
                                            Artikel 85
      Übergangsbestimmungen für bestehende Tilgungs- oder Überwachungsprogramme
   1.    In Bezug auf Mitgliedstaaten und Zonen, für die vor dem Geltungsbeginn dieser
         Verordnung ein Tilgungsprogramm oder ein Überwachungsprogramm genehmigt
   26
       Verordnung (EG) Nr. 616/2009 der Kommission vom 13. Juli 2009 zur Durchführung der
       Richtlinie 2005/94/EG des Rates hinsichtlich der Zulassung von Geflügelkompartimenten und
       Kompartimenten für in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Spezies in Bezug auf die Aviäre
       Influenza sowie hinsichtlich zusätzlicher vorbeugender Biosicherheitsmaßnahmen in solchen
       Kompartimenten (ABl. L 181 vom 14.7.2009, S. 16).
DE                                               79                                                 DE
 ---pagebreak---       wurde, gilt, dass sie für einen Zeitraum von sechs Jahren ab dem Geltungsbeginn
      dieser Verordnung über ein gemäß dieser Verordnung genehmigtes
      Tilgungsprogramm für folgende Seuchen verfügen:
      a)    IBR/IPV, wenn das Tilgungsprogramm             für  IBR/IPV    gemäß    der
            Richtlinie 64/432/EWG genehmigt wurde;
      b)    die Infektion mit ADV, wenn das Tilgungsprogramm für die Aujeszkysche
            Krankheit gemäß der Richtlinie 64/432/EWG genehmigt wurde;
      c)    VHS, wenn das Überwachungs- oder Tilgungsprogramm in Bezug auf VHS
            gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      d)    IHN, wenn das Überwachungs- oder Tilgungsprogramm in Bezug auf IHN
            gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      e)    die Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV, wenn das Überwachungs- oder
            Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV
            gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      f)    die Infektion mit Bonamia ostreae, wenn das Überwachungs- oder
            Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektion mit Bonamia ostreae gemäß der
            Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      g)    die Infektion mit Marteilia refringens, wenn das Überwachungs- oder
            Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektion mit Marteilia refringens gemäß
            der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      h)    die Infektion mit WSSV, wenn das Tilgungsprogramm für die
            Weißpünktchenkrankheit gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde.
   2. In Bezug auf Kompartimente in Mitgliedstaaten, für die vor dem Geltungsbeginn
      dieser Verordnung ein Tilgungsprogramm oder ein Überwachungsprogramm
      genehmigt wurde, gilt, dass sie für einen Zeitraum von sechs Jahren ab dem
      Geltungsbeginn dieser Verordnung über ein gemäß dieser Verordnung genehmigtes
      Tilgungsprogramm für folgende Seuchen verfügen:
      a)    VHS, wenn das Überwachungs- oder Tilgungsprogramm in Bezug auf VHS
            gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      b)    IHN, wenn das Überwachungs- oder Tilgungsprogramm in Bezug auf IHN
            gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      c)    die Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV, wenn das Überwachungs- oder
            Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV
            gemäß der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      d)    die Infektion mit Bonamia ostreae, wenn das Überwachungs- oder
            Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektion mit Bonamia ostreae gemäß der
            Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      e)    die Infektion mit Marteilia refringens, wenn das Überwachungs- oder
            Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektion mit Marteilia refringens gemäß
            der Richtlinie 2006/88/EG genehmigt wurde;
      f)    die Infektion mit WSSV, wenn das Überwachungs- oder Tilgungsprogramm in
            Bezug auf die Weißpünktchenkrankheit gemäß der Richtlinie 2006/88/EG
            genehmigt wurde.
DE                                         80                                           DE
 ---pagebreak---    3.        Die Mitgliedstaaten, für die gemäß Absatz 1 oder 2 gilt, dass sie über ein
             genehmigtes Tilgungsprogramm verfügen, stellen sicher, dass die Maßnahmen dieses
             Programms mit den in dieser Verordnung für Tilgungsprogramme festgelegten
             Maßnahmen übereinstimmen.
                                             Artikel 86
                                             Aufhebung
   Folgende Rechtsakte werden mit Wirkung ab dem 21. April 2021 aufgehoben:
   –         Entscheidung 2000/428/EG;
   –         Entscheidung 2002/106/EG;
   –         Entscheidung 2003/422/EG;
   –         Entscheidung 2006/437/EG;
   –         Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 der Kommission;
   –         Entscheidung 2008/896/EG;
   –         Durchführungsbeschluss (EU) 2015/1554.
   Verweise auf diese aufgehobenen Rechtsakte gelten als Verweise auf die vorliegende
   Verordnung.
                                             Artikel 87
                                 Inkrafttreten und Geltungsbeginn
   Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der
   Europäischen Union in Kraft.
   Sie gilt ab dem 21. April 2021.
   Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
   Mitgliedstaat.
   Brüssel, den 17.12.2019
                                               Für die Kommission
                                               Die Präsidentin
                                               Ursula von der LEYEN
DE                                               81                                           DE
 ---documentbreak---                            EUROPÄISCHE
                           KOMMISSION
                                                   Brüssel, den 17.12.2019
                                                   C(2019) 4056 final
                                                   ANNEXES 1 to 6
                                        ANHÄNGE
                                           der
            DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) …/… DER KOMMISSION
   zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
   Rates zur Festlegung von Vorschriften für die Überwachung, Tilgungsprogramme und
       den Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen
DE                                                                                  DE
 ---pagebreak---                                           ANHANG I
        BESONDERE FALLDEFINITION FÜR SEUCHEN VON LANDTIEREN
                                         ABSCHNITT 1
                    HOCHPATHOGENE AVIÄRE INFLUENZA (HPAI)
   1.    Ein Tier oder eine Gruppe von Tieren ist von der zuständigen Behörde als
         Verdachtsfall von HPAI anzusehen, wenn es bzw. sie die in Artikel 9 Absatz 1
         festgelegten Kriterien erfüllt.
   2.    Ein Tier oder eine Gruppe von Tieren ist von der zuständigen Behörde als bestätigter
         Fall von HPAI anzusehen, wenn
         a)    in einer Probe von einem Tier oder einer Gruppe von Tieren der für HPAI
               verantwortliche Seuchenerreger, ausgenommen Impfstämme, isoliert wurde;
         b)    in einer Probe von einem Tier oder einer Gruppe von Tieren eine für den
               HPAI-Erreger spezifische Nukleinsäure identifiziert wurde, die nicht die Folge
               einer Impfung darstellt, oder
         c)    bei einer Probe von einem gehaltenen Tier oder einer Gruppe gehaltener Tiere,
               das bzw. die für die Seuche charakteristische klinische Anzeichen oder einen
               epidemiologischen Zusammenhang mit einem Verdachtsfall oder bestätigten
               Fall aufweist, ein positives Ergebnis bei einer indirekten Diagnosemethode
               erhalten wurde, das nicht die Folge einer Impfung ist.
   3.    Für die Zwecke dieser Falldefinition muss der für HPAI verantwortliche
         Seuchenerreger entweder
         a)    ein Influenza-A-Virus des Subtyps H5 oder H7 oder ein Influenza-A-Virus mit
               einem intravenösen Pathogenitätsindex (IVPI) von über 1,2 oder
         b)    ein Influenza-A-Virus des Subtyps H5 oder H7 sein, das an der Spaltstelle des
               Hämagglutininmoleküls (HA0) eine Sequenz von multiplen basischen
               Aminosäuren aufweist, die der bei anderen HPAI-Isolaten festgestellten
               Sequenz ähnelt.
                                         ABSCHNITT 2
      INFEKTION MIT NIEDRIGPATHOGENEN VIREN DER AVIÄREN INFLUENZA
                                          (LPAIV)
   1.    Ein Tier oder eine Gruppe von Tieren ist von der zuständigen Behörde als
         Verdachtsfall einer Infektion mit LPAIV anzusehen, wenn es bzw. sie die in
         Artikel 9 Absatz 1 festgelegten Kriterien erfüllt.
   2.    Ein Tier oder eine Gruppe von Tieren ist von der zuständigen Behörde als bestätigter
         Fall einer Infektion mit LPAIV anzusehen, wenn
         a)    in einer Probe von einem Tier oder einer Gruppe von Tieren der für die
               Infektion mit LPAIV verantwortliche Seuchenerreger, ausgenommen
               Impfstämme, isoliert wurde;
         b)    in einer Probe von einem Tier oder einer Gruppe von Tieren eine für den
               Seuchenerreger der Infektion mit LPAIV spezifische Nukleinsäure identifiziert
               wurde, die nicht die Folge einer Impfung darstellt, oder
DE                                             1                                              DE
 ---pagebreak---        c)    bei einer Probe von einem gehaltenen Tier oder einer Gruppe gehaltener Tiere,
             das bzw. die für die Seuche charakteristische klinische Anzeichen oder einen
             epidemiologischen Zusammenhang mit einem Verdachtsfall oder bestätigten
             Fall aufweist, ein positives Ergebnis bei einer indirekten Diagnosemethode
             erhalten wurde, das nicht die Folge einer Impfung ist.
   3.  Für die Zwecke dieser Falldefinition muss der Seuchenerreger der Infektion mit
       LPAIV ein beliebiges Influenza-A-Virus der Subtypen H5 oder H7 sein, das kein
       HPAI-Virus ist.
                                      ABSCHNITT 3
      INFEKTION MIT DEM VIRUS DER NEWCASTLE-KRANKHEIT (NDV)
   1.  Ein Tier oder eine Gruppe von Tieren ist von der zuständigen Behörde als
       Verdachtsfall einer Infektion mit NDV anzusehen, wenn es bzw. sie die in Artikel 9
       Absatz 1 festgelegten Kriterien erfüllt.
   2.  Ein Tier oder eine Gruppe von Tieren ist von der zuständigen Behörde als bestätigter
       Fall einer Infektion mit NDV anzusehen, wenn
       a)    in einer Probe von einem Tier oder einer Gruppe von Tieren der für die
             Infektion mit NDV verantwortliche Seuchenerreger, ausgenommen
             Impfstämme, isoliert wurde;
       b)    in einer Probe von einem Tier oder einer Gruppe von Tieren eine für den
             Seuchenerreger der Infektion mit NDV spezifische Nukleinsäure identifiziert
             wurde, die nicht die Folge einer Impfung darstellt, oder
       c)    bei einer Probe von einem gehaltenen Tier oder einer Gruppe gehaltener Tiere,
             das bzw. die für die Seuche charakteristische klinische Anzeichen oder einen
             epidemiologischen Zusammenhang mit einem Verdachtsfall oder bestätigten
             Fall aufweist, ein positives Ergebnis bei einer indirekten Diagnosemethode
             erhalten wurde, das nicht die Folge einer Impfung ist.
   3.  Für die Zwecke dieser Falldefinition muss der für die Infektion mit NDV
       verantwortliche Seuchenerreger ein beliebiger aviärer Paramyxovirus des Typs 1
       (APMV-1) (aviärer Avulavirus des Typs 1) sein, der entweder
       a)    einen intrazerebralen Pathogenitätsindex (ICPI) von 0,7 oder höher aufweist,
             oder
       b)    multiple basische Aminosäuren am C-Terminus des F2-Proteins und
             Phenylalanin am Rest 117, dem N-Terminus des F1-Proteins, aufweist. Der
             Begriff „multiple basische Aminosäuren“ bezeichnet mindestens drei Arginin-
             oder Lysin-Reste zwischen Rest 113 und Rest 116. Lässt sich das vorstehend
             beschriebene charakteristische Muster der Aminosäurereste nicht nachweisen,
             ist eine Charakterisierung des isolierten Virus durch einen ICPI-Test
             erforderlich. Bei dieser Definition werden die Aminosäurereste beginnend bei
             dem N-Terminus der Aminosäuresequenz nummeriert, die aus der
             Nukleotidsequenz des F0-Gens abgeleitet wird (die Reste 113 bis 116
             entsprechen – von der Spaltstelle aus gesehen – den Resten -4 bis -1).
DE                                            2                                             DE
 ---pagebreak---                                        ANHANG II
                  ÜBERWACHUNGSPROGRAMME IN DER UNION
                                         Teil I
      Überwachung auf Aviäre Influenza bei Geflügel und
                                     Wildvögeln
                                      ABSCHNITT 1
            ALLGEMEINE VORGEHENSWEISE UND ANFORDERUNGEN
   1.  RÄUMLICHER ANWENDUNGSBEREICH
       Die Überwachung von Geflügel und Wildvögeln muss in allen Mitgliedstaaten
       umgesetzt werden.
   2.  ANWENDUNGSZEITRAUM
       Bis auf Widerruf.
   3.  ALLGEMEINE VORGEHENSWEISE
       Das Überwachungssystem muss die in Abschnitt 2 festgelegten Ziele verfolgen und
       auf einem umfassenden Ansatz aufgebaut sein, der verschiedene, einander
       ergänzende Bestandteile der Überwachungstätigkeiten bei Geflügel- und
       Wildvögelpopulationen umfasst:
             Früherkennungssysteme wie in den Abschnitten 3 und 4 vorgeschrieben;
             risikobasierte Überwachung wie in den Abschnitten 5 und 6 vorgeschrieben.
                                      ABSCHNITT 2
         ZIELE DER ÜBERWACHUNG BEI GEFLÜGEL UND WILDVÖGELN
   1.  Früherkennung der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) bei Geflügel.
   2.  Früherkennung der HPAI bei Wildvögeln mit folgenden Zielen:
       a)     Frühwarnung vor möglicher Einschleppung von HPAI in Geflügelbestände,
              insbesondere wenn Viren durch Wanderungsbewegungen von Wildvögeln in
              die Union gelangen;
       b)     Informationen für die Bewertung der Risiken einer Virusausbreitung nach
              bestätigten Fällen von HPAI bei Wildvögeln.
   3.  Erkennung von HPAI bei Geflügelarten, die im Allgemeinen keine signifikanten
       klinischen Anzeichen aufweisen.
   4.  Erkennung zirkulierender niedrigpathogener Viren der Aviären Influenza (LPAIV),
       die sich insbesondere in Gebieten mit einer hohen Dichte von Geflügelbetrieben
       leicht zwischen Geflügelbeständen ausbreiten können, angesichts ihres Potenzials, zu
       HPAI zu mutieren, um
       a)     Cluster von LPAIV-Infektionen zu identifizieren und
DE                                           3                                              DE
 ---pagebreak---       b)    das Risiko der Ausbreitung von LPAIV durch Verbringung von Geflügel und
            durch Infektionsträger in bestimmten gefährdeten Produktionssystemen zu
            überwachen.
   5. Beitrag zum Wissensaufbau über HPAI und LPAIV, die ein potenzielles
      Zoonoserisiko darstellen.
                                     ABSCHNITT 3
                   FRÜHERKENNUNG VON HPAI BEI GEFLÜGEL
   1. Die Früherkennungssysteme für HPAI bei Geflügel müssen Teil der in Artikel 3
      Absatz 1 Buchstabe a vorgesehenen allgemeinen Überwachungsanforderungen sein
      und im gesamten Geflügelsektor durchgängig umgesetzt werden.
   2. Die in Absatz 1 erwähnte Überwachung muss in Betrieben, die in einem Gebiet
      liegen, für das ein erhöhtes Risiko für die Einschleppung und Ausbreitung von HPAI
      festgestellt wurde, mindestens die Früherkennung und Frühuntersuchung umfassen
      von
      a)    jeder Veränderung der normalen Produktions- und Gesundheitsparameter wie
            Sterblichkeit, Nahrungs- und Wasseraufnahme und Eierproduktion sowie
      b)    allen klinischen Anzeichen oder postmortalen Läsionen, die auf HPAI
            schließen lassen.
   3. Die regelmäßige Prüfung von Proben, die von totem und krankem Geflügel in
      Betrieben in einem Gebiet entnommen wurden, für das ein erhöhtes Risiko für die
      Einschleppung und Ausbreitung von HPAI festgestellt wurde, kann ebenfalls
      relevant sein, wenn aufgrund von HPAI-Ausbrüchen bei Geflügel und/oder
      Wildvögeln ein erhöhtes Risiko auf nationaler, EU- oder regionaler Ebene
      festgestellt wurde.
                                     ABSCHNITT 4
                FRÜHERKENNUNG VON HPAI BEI WILDVÖGELN
   1. Die Früherkennung von HPAI bei Wildvögeln muss auf der Probenahme bei und
      Untersuchung von Vögeln basieren, die
      a)    tot aufgefunden wurden;
      b)    verletzt oder krank aufgefunden wurden;
      c)    mit klinischen Anzeichen erlegt wurden.
      Diese Überwachung muss eventuell um Kontrollsysteme mit organisierten
      Patrouillen zur Erkennung und Sammlung toter und kranker Vögel erweitert werden,
      wenn HPAI bei Wildvögeln festgestellt wurde.
   2. Die Planung dieser Überwachung muss risikobasiert erfolgen und mindestens
      relevante Informationen über Ornithologie, Virologie, Epidemiologie und
      Umweltfragen einbeziehen.
   3. Die Überwachung muss sich, wie in Abschnitt 8 festgelegt, auf Vögel der
      Zielwildvogelarten beziehen. Jedoch müssen alle Verdachtsfälle auf Sterblichkeit bei
      Wildvögeln untersucht werden, um HPAI auszuschließen.
DE                                           4                                             DE
 ---pagebreak---          Neben den Zielwildvogelarten können auch andere Wildvogelarten einbezogen
         werden, wenn ihre spezifische epidemiologische Relevanz auf dem Hoheitsgebiet
         des Mitgliedstaates bewertet wurde.
   4.    An als vorrangig eingestuften Orten und Orten von zentraler Bedeutung,
         insbesondere solchen, wo Vögel der Zielwildvogelarten bei ihren
         Wanderungsbewegungen in die Union gelangen, zumindest aus den nordöstlichen
         und östlichen Zugrouten, kann die Überwachung zusätzlich die Probenahme bei
         folgenden Vögeln und ihre Überprüfung umfassen:
         a)    in Fallen gefangene Vögel;
         b)    gejagte gesunde Vögel;
         c)    Sentinelvögel.
   5.    Zusätzliche Informationsquellen aus der Untersuchung von Wildvögeln im
         Zusammenhang mit einem HPAI-Ausbruch bei gehaltenen Vögeln müssen in die
         Ergebnisse der Überwachung auf HPAI bei Wildvögeln einbezogen werden.
                                       ABSCHNITT 5
          RISIKOBASIERTE ERGÄNZENDE ÜBERWACHUNG AUF HPAI BEI
     GEFLÜGELARTEN, DIE IM ALLGEMEINEN KEINE SIGNIFIKANTEN KLINISCHEN
                                 ANZEICHEN AUFWEISEN
   1.    Bei der risikobasierten Überwachung auf Infektionen mit HPAI in Geflügelbetrieben,
         in denen Enten, Gänse, zu den Anseriformes gehörende Geflügelarten für die
         Aufstockung von Wildbeständen oder Wachteln zur Auswilderung gehalten werden,
         müssen mindestens die folgenden Risikofaktoren berücksichtigt werden:
         a)    die bisherige und die aktuelle epidemiologische Situation der Seuche und ihre
               Entwicklung bei Geflügel und Wildvögeln im Zeitverlauf;
         b)    die Nähe der Betriebe zu Gewässern und anderen Orten, an denen sich
               Zugvögel, insbesondere Wasservögel, während ihrer Wanderungen in und
               durch die Union in größerer Zahl versammeln oder rasten;
         c)    Zeiträume vermehrter Wanderung wilder Zugvögel der Zielarten in und durch
               die Union;
         d)    die Struktur der Geflügelhaltung einschließlich des in die verschiedenen
               Produktionssysteme involvierten übergreifenden Sektors;
         e)    die geografische Lage der Betriebe in einem Gebiet mit hoher Geflügeldichte;
         f)    die Vorkehrungen der Betriebe zum Schutz vor biologischen Gefahren;
         g)    Art und Häufigkeit der Verbringung von Geflügel, Erzeugnissen und Geflügel
               transportierenden Fahrzeugen sowie Handelsströme und
         h)    Risikobewertungen und wissenschaftliche Empfehlungen bezüglich der
               Relevanz der Ausbreitung von HPAI durch Wildvögel.
   2.    Wenn es wissenschaftlich begründbar ist, können zusätzliche Risikofaktoren, die
         nicht in Absatz 1 Buchstaben a bis h aufgeführt sind, einbezogen und Risikofaktoren,
         die für die besondere Situation des Mitgliedstaats nicht relevant sind, weggelassen
         werden.
DE                                             5                                              DE
 ---pagebreak---                                          ABSCHNITT 6
      RISIKOBASIERTE ÜBERWACHUNG ZUR IDENTIFIKATION VON CLUSTERN AUS
    BETRIEBEN MIT LPAIV-INFEKTION UND BETRIEBEN MIT KONTINUIERLICHER
                                 AUSBREITUNG VON LPAIV
   1.      Die risikobasierte Überwachung zum Nachweis zirkulierender niedrigpathogener
           Viren der Aviären Influenza (LPAIV), die sich insbesondere in Gebieten mit einer
           hohen Dichte an Geflügelbetrieben, wie in Abschnitt 2 Absatz 4 angegeben, leicht
           zwischen Geflügelbeständen ausbreiten können, muss auf Geflügelbetriebe
           angewandt werden, bei denen die zuständige Behörde festgestellt hat, dass Cluster
           von LPAIV-Infektionen in der Vergangenheit wiederholt aufgetreten sind oder mit
           höherer Wahrscheinlichkeit auftreten können.
   2.      Solche Cluster sind durch LPAIV-Infektionen bei Gruppen zeitlich oder durch
           geografische Nähe verbundener Betriebe gekennzeichnet.
   3.      Die Bewertung von Betrieben zur Auswahl für die gezielte Überwachung muss das
           Risiko der lateralen Übertragung des Virus aufgrund der Struktur und Komplexität
           des Produktionssystems und der funktionellen Verbindungen zwischen Betrieben,
           insbesondere in Gebieten mit einer hohen Dichte an Betrieben, berücksichtigen.
   4.      Zusätzlich zu den in Absatz 3 genannten Kriterien für die gezielte Überwachung von
           Betrieben müssen auf Betriebsebene folgende Risikofaktoren berücksichtigt werden:
           a)    die gehaltenen Arten;
           b)    Produktionszyklus und -dauer;
           c)    die Anwesenheit mehrerer Geflügelarten;
           d)    die Anwesenheit von Geflügelbeständen mit verschiedenen Altersstufen;
           e)    die Anwesenheit von Geflügel mit hohem Lebensalter;
           f)    die Anwendung des Grundsatzes der Bestandserneuerung;
           g)    die Wartezeit zwischen Besätzen, und
           h)    Vorkehrungen      zum     Schutz     vor    biologischen      Gefahren   und
                 Haltungsbedingungen.
                                         ABSCHNITT 7
                               ZIELGEFLÜGELPOPULATIONEN
   1.      Die in Abschnitt 3 genannten Früherkennungssysteme für die Infektion mit HPAI
           müssen für alle Geflügelpopulationen gelten.
   2.      Die in Abschnitt 5 genannte ergänzende Überwachung auf eine HPAI-Infektion bei
           Geflügelarten, die im Allgemeinen bei einer HPAI-Infektion keine signifikanten
           klinischen Anzeichen aufweisen, muss auf folgende Kategorien angewandt werden:
           a)    Zuchtenten;
           b)    Zuchtgänse;
           c)    Mastenten;
           d)    Mastgänse;
DE                                              6                                             DE
 ---pagebreak---            e)     Wachteln;
           f)     zu den Anseriformes gehörende Geflügelarten, die zur Aufstockung von
                  Wildbeständen ausgewildert werden sollen.
   3.      Zusätzlich zu den unter Absatz 2 aufgezählten Arten und Kategorien kann die in
           Abschnitt 6 genannte Auswahl für die Probenahme und Untersuchung auf eine
           Infektion mit LPAIV auf die folgenden Geflügelarten und Produktionskategorien
           angewandt werden:
           a)     Legehennen, einschließlich aus Freilandhaltung;
           b)     Zuchttruthühner;
           c)     Masttruthühner;
           d)     zu den Galliformes gehörende Geflügelarten, die zur Aufstockung von
                  Wildbeständen ausgewildert werden sollen.
                                            ABSCHNITT 8
                                ZIELWILDVOGELPOPULATIONEN
   Die Zielwildvogelarten, insbesondere Wasserzugvögel, sind nachweislich einem erhöhten
   Risiko der Infektion mit oder Übertragung von HPAI ausgesetzt.
   Die auf Grundlage der neuesten Erkenntnisse zusammengestellte und aktualisierte Liste der
   Zielwildvogelarten ist auf der Webseite der EURL verfügbar.
                                            ABSCHNITT 9
                      METHODEN FÜR PROBENAHME UND LABORTESTS
   1.      Die Anzahl von Geflügelbetrieben, von denen Proben zu entnehmen sind, und die
           Anzahl der zu untersuchenden Tiere pro Betrieb sowie gegebenenfalls pro
           epidemiologischer Einheit (z. B. Geflügelbestand, Stall) im betreffenden Betrieb
           müssen anhand einer statistisch validen Methode zur Probenahme bestimmt werden.
           Dabei kann es sich um die Methode handeln, die für repräsentative Probenahmen
           verwendet wird, d. h. eine geschätzte Prävalenz, die mit einem von der zuständigen
           Behörde im Voraus festgelegten Konfidenzniveau ermittelt wird.
   2.      Untersuchungshäufigkeit und -zeitraum:
           a)     die Häufigkeit der Probenahme und Untersuchung der Geflügelbetriebe muss
                  anhand des Ergebnisses einer Risikobewertung durch die zuständige Behörde
                  festgelegt werden;
           b)     der Zeitraum der Probenahme muss für jede Produktionskategorie mit der
                  jahreszeitlichen Produktion übereinstimmen, jedoch darf hierdurch der Ansatz
                  der risikobasierten Überwachung nicht beeinträchtigt werden;
           c)     falls relevant, muss der Zeitraum der Probenahme den in Abschnitt 3 Absatz 3
                  erwähnten Zeitabschnitt eines erhöhten Risikos berücksichtigen. Die Proben
                  müssen einer Laboruntersuchung mit virologischen Methoden unterzogen
                  werden, wenn sie für folgende Zwecke entnommen wurden:
                  i)     die in Abschnitt 3 erwähnte Früherkennung von HPAI bei Geflügel;
                  ii)    die in Abschnitt 4 erwähnte Früherkennung von HPAI bei Wildvögeln;
DE                                                7                                            DE
 ---pagebreak---             iii)  die in Abschnitt 5 erwähnte ergänzende Überwachung auf HPAI bei
                  Geflügelarten, die im Allgemeinen keine signifikanten klinischen
                  Anzeichen von HPAI aufweisen;
            iv)   die in Absatz 4 Buchstabe b           genannten    Nachuntersuchungen
                  seropositiver Befunde.
      Für die virologische Untersuchung müssen die Prävalenz und das Zeitfenster für die
      Erkennung einer aktiven Infektion berücksichtigt werden.
   4. Die Proben müssen einer Laboruntersuchung mit serologischen Methoden
      unterzogen werden, wenn sie für folgende Zwecke entnommen wurden:
      a)    die in Abschnitt 5 erwähnte ergänzende Überwachung auf HPAI bei
            Geflügelarten, die im Allgemeinen keine signifikanten klinischen Anzeichen
            von HPAI aufweisen, zur Ergänzung der virologischen Untersuchung nach
            Bedarf;
      b)    die in Abschnitt 6 genannte Erkennung von Clustern aus mit LPAIV infizierten
            Betriebe. Falls aus technischen Gründen oder aus anderen hinreichend
            gerechtfertigten Gründen eine Probenahme für die Serologie nicht angebracht
            ist, muss eine virologische Untersuchung durchgeführt werden.
DE                                          8                                            DE
 ---pagebreak---                                          ANHANG III
   DIAGNOSEMETHODEN FÜR DIE GEWÄHRUNG UND AUFRECHTERHALTUNG
    DES STATUS „SEUCHENFREI“ FÜR BESTIMMTE SEUCHEN BEI LANDTIEREN
                                        ABSCHNITT 1
    INFEKTION MIT BRUCELLA ABORTUS, B. MELITENSIS UND B. SUIS
   1.     Serologische Tests
          a)    Für Blutproben zur Verfügung stehende Untersuchungen
                i)    gepufferter Brucella-Antigen-Test
                ii)   Komplementbindungstest (CFT)
                iii)  indirekter Enzymimmunoassay (I-ELISA)
                iv)   Fluoreszenz-Polarisations-Assay (FPA)
                v)    kompetitiver Enzymimmunoassay (C-ELISA)
          b)    Für Milchproben zur Verfügung stehende Untersuchungen
                i)    Milch-Ring-Test (MRT)
                ii)   I-ELISA
   2.     Brucellin-Hauttest (BST)
          Für die in Anhang IV Teil I Kapitel 1 Abschnitte 1 und 2 genannte Untersuchung
          wird der Brucellin-Hauttest (BST) nur für Schafe und Ziegen verwendet.
                                        ABSCHNITT 2
      INFEKTIONEN MIT DEM MYOBACTERIUM-TUBERCULOSIS-
                                         KOMPLEX
   1.     Tuberkulin-Hauttests
          a)    intrakutane Tuberkulinprobe mittels Mono-Test (SITT)
          b)    simultane intrakutane Tuberkulinprobe (CITT)
   2.     Gamma-Interferon-Test
                                        ABSCHNITT 3
                     ENZOOTISCHE LEUKOSE DER RINDER
   1.     Serologische Tests
          a)    für Blutproben zur Verfügung stehende Untersuchungen
                i)    Agargel-Immundiffusionstest (AGID)
                ii)   blockierender ELISA (B-ELISA)
                iii)  I-ELISA
          b)    für Milchproben zur Verfügung stehende Untersuchungen
                i)    I-ELISA
DE                                             9                                         DE
 ---pagebreak---                                                     ABSCHNITT 4
            INFEKTIÖSE BOVINE RHINOTRACHEITIS/INFEKTIÖSE
                          PUSTULÖSE VULVOVAGINITIS (IBR/IPV)
                               Methoden:                         Matrix:
                                                                 individuelle Serumprobend
                               BoHV-1 I-ELISAa
     ungeimpfte                                                  Milchproben
     Rinder                                    b                 individuelle Serumprobend
                               gB B-ELISA
                                                                 individuelle Fleischsaftproben
     mit einem                                                   individuelle Serumproben
     Impfstoff mit
     negativem gE-                                               individuelle Fleischsaftproben
                               gE B-ELISAc
     Marker nach dem
     DIVA-Prinzip
     geimpfte Rinder
   a
             I-ELISA zum Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-Vollvirus. In Tests für die Gewährung des Status
             „frei von IBR/IPV“ dürfen Pools von bis zu 50 Milchproben (individuelle Proben oder Sammelproben)
             verwendet werden, und in Tests für die Aufrechterhaltung des Status dürfen Pools von bis zu 100 Milchproben
             (individuelle Proben oder Sammelproben) verwendet werden.
   b
             B-ELISA zum Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-gB-Protein. Wenn in Anhang IV Teil IV auf
             Untersuchungen für den Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-Vollvirus verwiesen wird, darf auch
             diese Methode verwendet werden.
   c
             B-ELISA zum Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-gE-Protein. Für die Untersuchung zum Nachweis
             der Aufrechterhaltung des Status „frei von IBR/IPV“ dürfen individuelle Milchproben verwendet werden. Die
             Proben dürfen gepoolt werden, wobei die Zahl der Proben pro Pool auf der Grundlage dokumentierter Nachweise
             gewählt werden kann, dass der Test unter allen Gegebenheiten der Laborroutine empfindlich genug ist, um eine
             einzige positive Probe im Pool nachzuweisen.
   d
             Wenn der Test durchgeführt wird, um die Aufrechterhaltung des Status „frei von IBR/IPV“ nachzuweisen,
             können individuell entnommene Proben gepoolt werden. Der Zahl der Proben pro Pool kann auf der Grundlage
             dokumentierter Nachweise verändert werden, die belegen, dass das Test system unter allen Gegebenheiten der
             Laborroutine aussagekräftig genug ist, um innerhalb des veränderten Probenumfangs eine einzelne schwach
             positive Probe nachzuweisen.
                                                    ABSCHNITT 5
      INFEKTION MIT DEM VIRUS DER AUJESZKYSCHEN KRANKHEIT
                                                         (ADV)
                               Methoden:                  Matrix:
                                                          individuelle oder bis zu 5 gepoolte Serum- (oder
                                                          Plasma-)proben
     ungeimpfte
                               ADV-ELISAa                 individuelle        oder       bis      zu       5 gepoolte
     Schweine
                                                          Filterpapierproben
                                                          individuelle Fleischsaftproben
     mit einem
     Impfstoff mit
     negativem gE-             gE-ELISAb                  individuelle Serumproben
     Marker nach dem
     DIVA-Prinzip
DE                                                          10                                                            DE
 ---pagebreak---      geimpfte
     Schweine
   a
            ELISA zum Nachweis von Antikörpern gegen das Vollvirus der Aujeszkyschen Krankheit, das ADV-gB-Protein
            oder das ADV-gD-Protein. Bei einer Chargenkontrolle von Testsets auf ADV-gB und ADV-gD oder bei Testsets
            auf das Vollvirus der Aujeszkyschen Krankheit müssen das Gemeinschaftsreferenzserum ADV 1 oder
            Substandards bei einer Verdünnung von 1:2 positiv reagieren. Wenn in Anhang IV Teil V auf Tests zum
            Nachweis des Vollvirus der Aujeszkyschen Krankheit verwiesen wird, kann jeder dieser Tests verwendet werden.
   b
            ELISA zum Nachweis von Antikörpern gegen das ADV-gE-Protein. Bei einer Chargenkontrolle müssen das
            Gemeinschaftsreferenzserum ADV 1 oder Substandards bei einer Verdünnung von 1:8 positiv reagieren.
                                                 ABSCHNITT 6
                               BOVINE VIRUS DIARRHOE (BVD)
   1.       Direkte Methoden:
            a)     Echtzeit-Reverse-Transkriptase-PCR
            b)     ELISA zum Nachweis des BVDV-Antigens
   2.       Serologische Tests:
            a)     I-ELISA
            b)     B-ELISA
DE                                                       11                                                              DE
 ---pagebreak---                                           ANHANG IV
          SEUCHENSPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN AN DIE GEWÄHRUNG,
      AUFRECHTERHALTUNG, AUSSETZUNG UND ABERKENNUNG DES STATUS
         „SEUCHENFREI“ AUF BETRIEBSEBENE UND SEUCHENSPEZIFISCHE
    ANFORDERUNGEN AN DIE GEWÄHRUNG UND AUFRECHTERHALTUNG DES
     STATUS „SEUCHENFREI“ AUF DER EBENE VON MITGLIEDSTAATEN ODER
                                             ZONEN
                                             Teil I
       Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                                          Kapitel 1
        Betrieb, der frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B.
                     melitensis und B. suis ist, ohne Impfung
                                         ABSCHNITT 1
                                  GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.      Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
           ohne Impfung“, kann Betrieben, in denen Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten
           werden, nur gewährt werden, wenn
           a)   während der letzten zwölf Monate kein bestätigter Fall einer Infektion mit
                Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei den im Betrieb gehaltenen
                Rindern, Schafen und Ziegen aufgetreten ist;
           b)   während der letzten drei Jahre keines der Rinder, Schafe und Ziegen im Betrieb
                gegen Infektionen mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis geimpft
                wurde;
           c)   sämtliche unkastrierten Rinder über zwölf Monate sowie sämtliche
                unkastrierten Schafe oder Ziegen über sechs Monate, die zum Zeitpunkt der
                Probenahme im Betrieb anwesend waren, zweimal bei einem serologischen
                Test wie folgt negativ getestet wurden:
                i)     der erste Test muss an Proben durchgeführt werden, die frühestens drei
                       Monate nach der Entfernung des letzten bestätigten Falles und des letzten
                       in einem immunologischen Test positiv getesteten Tieres entnommen
                       wurden;
                ii)    der zweite Test muss an Proben durchgeführt werden, die frühestens
                       sechs Monate und höchstens zwölf Monate nach dem in Ziffer i
                       genannten Probenahmezeitpunkt entnommen wurden;
           d)   Tiere mit klinischen Anzeichen für eine Infektion mit Brucella abortus,
                Brucella melitensis und Brucella suis, z. B. Aborte, mit Negativbefund den
                notwendigen Untersuchungen unterzogen wurden;
           e)   seit dem Beginn der in Buchstabe c Ziffer i genannten Probenahme alle Rinder,
                Schafe und Ziegen, die in den Betrieb verbracht wurden, aus Betrieben
                stammen, die ohne Impfung frei von Infektionen mit Brucella abortus, B.
DE                                              12                                               DE
 ---pagebreak---             melitensis und B. suis sind, oder die aus Betrieben stammen, die mit Impfung
            frei von Infektionen sind, und in den letzten drei Jahren nicht gegen Brucella
            abortus, B. melitensis und B. suis geimpft wurden, und
            i)    aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone stammen, der bzw. die für die
                  relevante Tierpopulation frei von Infektionen mit Brucella abortus, B.
                  melitensis und B. suis ist;
            ii)   unkastrierte Rinder über zwölf Monate oder unkastrierte Schafe oder
                  Ziegen über sechs Monate sind und bei einem an einer im folgenden
                  Zeitraum entnommenen Probe durchgeführten serologischen Test negativ
                  getestet wurden
                  –     während der 30 Tage vor ihrer Verbringung in den Betrieb, oder
                  –     während der 30 Tage nach ihrer Verbringung in den Betrieb, sofern
                        sie während dieser Zeit isoliert gehalten wurden, oder
            iii)  weibliche Tiere nach der Geburt sind, die seit ihrer Verbringung in den
                  Betrieb solange isoliert gehalten wurden, bis sie bei einem serologischen
                  Test an einer frühestens 30 Tage nach der Geburt entnommenen Probe
                  negativ getestet wurden, und
      f)    seit dem Beginn der in Buchstabe c Ziffer i genannten Probenahme das
            gesamte in den Betrieb verbrachte oder dort verwendete Zuchtmaterial von
            Rindern, Schafen oder Ziegen aus folgenden Quellen stammt:
            i)    Betrieben ohne Impfung, die frei von Infektionen mit Brucella abortus,
                  B. melitensis und B. suis sind, oder
            ii)   zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
   2. Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von einer Infektion mit Brucella
      abortus, B. melitensis und B. suis ohne Impfung“ einem Betrieb gewährt werden,
      wenn alle Rinder, Schafe und Ziegen aus Betrieben stammen, die ohne Impfung frei
      von Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis sind, oder mit Impfung
      frei von Infektionen sind und in den letzten drei Jahren nicht geimpft wurden, und:
      a)    aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone stammen, der bzw. die für die
            relevante Tierpopulation frei von Infektionen mit Brucella abortus, B.
            melitensis und B. suis ist;
      b)    unkastrierte Rinder über zwölf Monate oder unkastrierte Schafe oder Ziegen
            über sechs Monate sind und bei einem an einer im folgenden Zeitraum
            entnommenen Probe durchgeführten serologischen Test negativ getestet
            wurden:
            –     während der 30 Tage vor ihrer Verbringung in den Betrieb oder
            –     während der 30 Tage nach ihrer Verbringung in den Betrieb, sofern sie
                  während dieser Zeit isoliert gehalten wurden, oder
      c)    weibliche Tiere nach der Geburt sind, die seit ihrer Verbringung in den Betrieb
            solange isoliert gehalten wurden, bis sie bei einem serologischen Test an einer
            frühestens 30 Tage nach der Geburt entnommenen Probe negativ getestet
            wurden.
   3. Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von einer Infektion mit Brucella
      abortus, B. melitensis und B. suis ohne Impfung“ einem Betrieb mit dem Status „frei
DE                                           13                                             DE
 ---pagebreak---             von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis mit Impfung“
            gewährt werden, wenn
            a)    die in Absatz 1 Buchstaben a, b, d, e und f festgelegten Anforderungen erfüllt
                  sind; und
            b)    die in Abschnitt 2 Buchstabe b Ziffer i festgelegte Anforderung erfüllt ist.
                                           ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis ohne
   Impfung“ eines Betriebs, in dem Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten werden, kann nur
   aufrechterhalten werden, wenn
   a)       die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, b, d, e und f festgelegten Anforderungen
            weiterhin erfüllt sind, und
   b)       serologische Tests mit Negativbefund an von folgenden Tieren entnommenen Proben
            durchgeführt werden:
            i)    allen unkastrierten Rindern über zwölf Monate und allen unkastrierten Schafen
                  oder Ziegen über sechs Monate in von der zuständigen Behörde festgelegten
                  Abständen von nicht mehr als zwölf Monaten, bei deren Bestimmung die
                  Erzeugungsart, die Seuchenlage und die festgestellten Risikofaktoren
                  berücksichtigt wurden, oder
            ii)   unkastrierten Rindern über zwölf Monate und unkastrierten Schafen und
                  Ziegen über sechs Monate, die in einem Mitgliedstaat oder einer Zone gehalten
                  werden, der bzw. die frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B.
                  melitensis und B. suis ist, entsprechend einem von der zuständigen Behörde
                  unter Berücksichtigung der Erzeugungsart und der festgestellten
                  Risikofaktoren festgelegten Testregime.
                                           ABSCHNITT 3
                  AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1.       Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            ohne Impfung“ eines Betriebs, in dem Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten werden,
            muss ausgesetzt werden, wenn
            a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht erfüllt
                  sind oder
            b)    ein Verdachtsfall einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                  bei den im Betrieb gehaltenen Rindern, Schafen und Ziegen aufgetreten ist.
   2.       Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            ohne Impfung“ darf erst wieder zuerkannt werden, wenn
            a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben b, d, e und f sowie in Abschnitt 2
                  Buchstabe b festgelegten Anforderungen erfüllt sind;
            b)    die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit von Infektionen mit
                  Brucella abortus, B. melitensis und B. suis belegen und der Status aller
                  Verdachtsfälle bestimmt wurde.
DE                                                14                                                DE
 ---pagebreak---                                       ABSCHNITT 4
               ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1.   Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
        ohne Impfung“ eines Betriebs, in dem Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten werden,
        muss aberkannt werden, wenn
        a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
              der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
              der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind;
        b)    eine Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis nicht
              entsprechend Abschnitt 3 Absatz 2 Buchstabe b ausgeschlossen werden kann;
        c)    ein Fall einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei
              einem im Betrieb gehaltenen Rind, Schaf oder einer Ziege bestätigt wurde,
              oder
        (d)   dies durch andere Notwendigkeiten zur Bekämpfung von Infektionen mit
              Brucella abortus, B. melitensis und B. suis gerechtfertigt ist.
   2.   Wenn der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B.
        suis ohne Impfung“ nach Absatz 1 Buchstabe a aberkannt wurde, kann er nur
        wiedererlangt werden, wenn die in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen erfüllt
        sind.
   3.   Wenn der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B.
        suis ohne Impfung“ nach Absatz 1 Buchstaben b, c oder d aberkannt wurde, kann er
        nur wiedererlangt werden, wenn alle bestätigten Fälle und alle nicht negativ
        getesteten Tiere entfernt wurden und die verbleibenden Rinder, Schafe und Ziegen
        die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe c festgelegten Anforderungen erfüllen.
   4.   Wenn die Infektion mit B. suis biovar 2 bei einem einzigen im Betrieb gehaltenen
        Rind, Schaf oder einer einzigen Ziege bestätigt wurde, kann der Status abweichend
        von Absatz 3 wiedererlangt werden, wenn an entsprechend den in Abschnitt 1
        Absatz 1 Buchstabe c Ziffer i festgelegten Anforderungen entnommenen Proben
        Negativbefunde erzielt wurden.
                                        Kapitel 2
      Betrieb, der frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B.
                    melitensis und B. suis ist, mit Impfung
                                      ABSCHNITT 1
                               GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.   Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
        mit Impfung“, kann Betrieben, in denen Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten
        werden, nur gewährt werden, wenn
        a)    die in Kapitel 1 Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, c und d festgelegten
              Anforderungen erfüllt sind;
        b)    seit dem Beginn der in Kapitel 1 Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe c Ziffer i
              genannten Probenahme alle Rinder, Schafe und Ziegen, die in den Betrieb
DE                                            15                                             DE
 ---pagebreak---             verbracht wurden, aus Betrieben stammen, die ohne Impfung frei von einer
            Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis sind, oder aus
            Betrieben, die mit Impfung frei von Infektion mit Brucella abortus, B.
            melitensis und B. suis sind, und
            i)    aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone stammen, der bzw. die für die
                  relevante Tierpopulation frei von Infektionen mit Brucella abortus, B.
                  melitensis und B. suis ist;
            ii)   unkastrierte Rinder über zwölf Monate oder unkastrierte Schafe oder
                  Ziegen über sechs Monate sind und bei einem an einer im folgenden
                  Zeitraum entnommenen Probe durchgeführten serologischen Test negativ
                  getestet wurden
                  –     während der 30 Tage vor ihrer Verbringung in den Betrieb, oder
                  –     während der 30 Tage nach ihrer Verbringung in den Betrieb, sofern
                        sie während dieser Zeit isoliert gehalten wurden, oder
            iii)  weibliche Tiere nach der Geburt sind, die seit ihrer Verbringung in den
                  Betrieb solange isoliert gehalten wurden, bis sie bei einem serologischen
                  Test an einer frühestens 30 Tage nach der Geburt entnommenen Probe
                  negativ getestet wurden, und
      c)    seit dem Beginn der in Kapitel 1 Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe c Ziffer i das
            gesamte in den Betrieb verbrachte oder darin verwendete Zuchtmaterial von
            Rindern, Schafen oder Ziegen aus folgenden Quellen stammt:
            i)    Betrieben, die frei von Infektionen mit Brucella abortus, B. melitensis
                  und B. suis ohne Impfung sind, oder Betrieben, die frei von Infektionen
                  mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis mit Impfung sind, oder
            ii)   zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
   2. Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von einer Infektion mit Brucella
      abortus, B. melitensis und B. suis mit Impfung“ einem Betrieb gewährt werden,
      wenn alle Rinder, Schafe und Ziegen aus Betrieben stammen, die ohne Impfung frei
      von Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis sind, oder mit Impfung
      frei von Infektionen sind, und
      a)    aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone stammen, der bzw. die für die
            relevante Tierpopulation frei von Infektionen mit Brucella abortus, B.
            melitensis und B. suis ist;
      b)    unkastrierte Rinder über zwölf Monate oder unkastrierte Schafe oder Ziegen
            über sechs Monate sind und bei einem an einer im folgenden Zeitraum
            entnommenen Probe durchgeführten serologischen Test negativ getestet
            wurden:
            i)    während der 30 Tage vor ihrer Verbringung in den Betrieb, oder
            ii)   während der 30 Tage nach ihrer Verbringung in den Betrieb, sofern sie
                  während dieser Zeit isoliert gehalten wurden, oder
      c)    weibliche Tiere nach der Geburt sind, die seit ihrer Verbringung in den Betrieb
            solange isoliert gehalten wurden, bis sie bei einem serologischen Test an einer
            frühestens 30 Tage nach der Geburt entnommenen Probe negativ getestet
            wurden.
DE                                           16                                             DE
 ---pagebreak---                                             ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis mit
   Impfung“ eines Betriebs, in dem Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten werden, kann nur
   aufrechterhalten werden, wenn
   a)       die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben b und c dieses Kapitels sowie in Kapitel 1
            Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a und d festgelegten Anforderungen weiterhin
            erfüllt sind und
   b)       serologische Untersuchungen mit Negativbefund an Proben durchgeführt werden, die
            von allen unkastrierten Rindern über zwölf Monate und allen unkastrierten Schafen
            oder Ziegen über sechs Monate in von der zuständigen Behörde unter
            Berücksichtigung der Erzeugungsart, der Seuchenlage und der festgestellten
            Risikofaktoren festgelegten Abständen von nicht mehr als zwölf Monaten
            entnommen wurden.
                                            ABSCHNITT 3
                   AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1.       Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            mit Impfung“ eines Betriebs, in dem Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten werden,
            muss ausgesetzt werden, wenn
            a)     eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht erfüllt
                   sind, oder
            b)     ein Verdachtsfall einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                   bei den im Betrieb gehaltenen Rindern, Schafen und Ziegen aufgetreten ist.
   2.       Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            mit Impfung“ darf erst wieder zuerkannt werden, wenn
            a)     die in Kapitel 1 Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe d, in Abschnitt 1 Absatz 1
                   Buchstaben b und c sowie in Abschnitt 2 Buchstabe b festgelegten
                   Anforderungen erfüllt sind;
            b)     die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit von Infektionen mit
                   Brucella abortus, B. melitensis und B. suis belegen und der Status aller
                   Verdachtsfälle bestimmt wurde.
                                            ABSCHNITT 4
                   ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1.       Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            mit Impfung“ eines Betriebs, in dem Rinder, Schafe oder Ziegen gehalten werden,
            muss zurückgezogen werden, wenn
            a)     eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
                   der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
                   der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind;
            b)     eine Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis nicht
                   entsprechend Abschnitt 3 Absatz 2 Buchstabe b ausgeschlossen werden kann;
DE                                                 17                                                DE
 ---pagebreak---             c)    ein Fall einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis oder B. suis bei
                  einem im Betrieb gehaltenen Rind, Schaf oder einer Ziege bestätigt wurde,
                  oder
            d)    dies durch andere Notwendigkeiten der Bekämpfung von Infektionen mit
                  Brucella abortus, B. melitensis, B. suis gerechtfertigt ist.
   2.       Wenn der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B.
            suis mit Impfung“ nach Absatz 1 Buchstabe a aberkannt wurde, kann er nur
            wiedererlangt werden, wenn die in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen erfüllt
            sind.
   3.       Wenn der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B.
            suis mit Impfung“ nach Absatz 1 Buchstaben b, c oder d aberkannt wurde, kann er
            nur wiedererlangt werden, wenn alle bestätigten Fälle und alle nicht negativ
            getesteten Tiere entfernt wurden und die verbleibenden Rinder, Schafe und Ziegen
            die in Kapitel 1 Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe c festgelegten Anforderungen
            erfüllen.
   4.       Wenn die Infektion mit Brucella suis biovar 2 bei einem einzigen im Betrieb
            gehaltenen Rind, Schaf oder einer einzigen Ziege bestätigt wurde, kann der Status
            abweichend von Absatz 3 wiedererlangt werden, wenn an entsprechend den in
            Kapitel 1 Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe c Ziffer i festgelegten Anforderungen
            entnommenen Proben Negativbefunde erzielt wurden.
                                            Kapitel 3
    Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von einer Infektion mit
    Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in Bezug auf gehaltene
                                            Rinder ist
                                          ABSCHNITT 1
                             GEWÄHRUNG DES STATUS IN BEZUG
                                   AUF GEHALTENE RINDER
   Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in Bezug
   auf gehaltene Rinder“ darf einem Mitgliedstaat oder einer Zone nur gewährt werden, wenn
   a)       mindestens während der letzten drei Jahre kein bestätigter Fall einer Infektion mit
            Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen Rindern aufgetreten ist;
   b)       während der letzten drei Jahre die allgemeinen Überwachungsanforderungen gemäß
            Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a zur Früherkennung von Infektionen mit Brucella
            abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen Rindern angewandt wurden, die
            mindestens Folgendes umfassten:
            i)    die regelmäßige Einreichung           von     Proben      von Abortfällen     zur
                  Laboruntersuchung;
            ii)   die zeitnahe Untersuchung von Abortfällen, die durch eine Infektion mit
                  Brucella abortus, B. melitensis und B. suis verursacht sein könnten;
   c)       während der letzten drei Jahre mindestens 99,8 % aller Betriebe, in denen Rinder
            gehalten werden, die mindestens 99,9 % der Rinderpopulation repräsentieren, ihren
DE                                                18                                                DE
 ---pagebreak---       Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis ohne
      Impfung“ aufrechterhalten haben;
   d) eine Impfung von Rindern gegen Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
      mindestens während der letzten drei Jahre nicht stattgefunden hat und kein in den
      Mitgliedstaat oder die Zone verbrachtes Rind während der letzten drei Jahre vor
      seiner Verbringung geimpft wurde.
                                      ABSCHNITT 2
                 AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS IN BEZUG
                               AUF GEHALTENE RINDER
   1. Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in
      Bezug auf gehaltene Rinder“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone kann nur
      aufrechterhalten werden, wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Buchstaben a, b und d festgelegten Anforderungen weiterhin
            erfüllt sind und
      b)    während der ersten zwei aufeinander folgenden Jahre nach Gewährung des
            Status eine auf eine repräsentative Stichprobe aller Betriebe, in denen Rinder
            gehalten werden, gestützte jährliche Überwachung durchgeführt wurde, die
            mindestens den Nachweis einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis
            und B. suis bei einer Zielprävalenz von 0,2 % der Betriebe, in denen Rinder
            gehalten werden, oder einer Zielprävalenz von 0,1 % der Rinderpopulation mit
            einem Konfidenzniveau von 95 % ermöglichen muss;
      c)    wenn während zweier aufeinander folgender Jahre nach der Gewährung des
            Status kein Fall einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            bei gehaltenen Rindern bestätigt wurde, muss die Überwachung auf Folgendes
            gestützt werden:
            i)     eine zufallsgestützte jährliche Überwachung, die mindestens den
                   Nachweis einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                   bei einer Zielprävalenz von 0,2 % der Betriebe, in denen Rinder gehalten
                   werden, oder einer Zielprävalenz von 0,1 % der Rinderpopulation mit
                   einem Konfidenzniveau von 95 % ermöglichen muss, oder
            ii)    eine risikobasierte jährliche Überwachung zum Nachweis von
                   Infektionen mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis unter
                   Berücksichtigung der Produktionssysteme und der festgestellten
                   Risikofaktoren, einschließlich der Ausbreitung der Infektion von anderen
                   Tieren als gehaltenen Rindern.
   2. Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in
      Bezug auf gehaltene Rinder“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone wird durch die
      Bestätigung einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei einer
      anderen Tierpopulation als gehaltenen Rindern nicht berührt, vorausgesetzt, dass
      effektive Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung der Infektion mit Brucella
      abortus, B. melitensis und B. suis auf gehaltene Rinder umgesetzt sind und
      regelmäßig bewertet werden.
   3. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a darf der Status „frei von einer Infektion mit
      Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in Bezug auf gehaltene Rinder“ eines
DE                                          19                                                DE
 ---pagebreak---    Mitgliedstaats oder einer Zone im Fall der Bestätigung einer Infektion mit Brucella
   abortus, B. melitensis und B. suis aufrechterhalten werden, wenn
   a)    der Betrieb, in dem die Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B.
         suis bei gehaltenen Rindern nachgewiesen wurde, unverzüglich den
         einschlägigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen gemäß Artikel 24 unterzogen
         wurde;
   b)    die zuständige Behörde innerhalb von 60 Tagen nach der ersten Bestätigung
         der Infektion eine epidemiologische Untersuchung und Untersuchungen gemäß
         Artikel 25 durchgeführt hat, um die wahrscheinliche Quelle der Infektion und
         ihre Ausbreitung zu identifizieren, und Schlussfolgerungen über die
         wahrscheinliche Infektionsquelle gezogen hat, und zudem nur eine begrenzte
         Zahl von Betrieben infiziert waren und diese Betriebe epidemiologisch mit
         dem ersten nachgewiesenen Ausbruch zusammenhängen;
   c)    nach Umsetzung der in Buchstabe b vorgesehenen Maßnahmen die in
         Artikel 21          oder          24          festgelegten      einschlägigen
         Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in jedem Betrieb, in dem Verdachtsfälle
         oder bestätigte Fälle ermittelt wurden, unverzüglich umgesetzt wurden, bis ihr
         Status „seuchenfrei“ wieder zuerkannt oder wiedererlangt wurde;
   d)    die in Absatz 1 genannte Überwachung angepasst wurde und den Nachweis
         erbracht hat, dass das Vorkommnis geklärt wurde.
DE                                       20                                             DE
 ---pagebreak---                                             Kapitel 4
    Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von einer Infektion mit
    Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in Bezug auf gehaltene
                                   Schafe und Ziegen ist
                                          ABSCHNITT 1
                              GEWÄHRUNG DES STATUS IN BEZUG
                             AUF GEHALTENE SCHAFE UND ZIEGEN
   Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in Bezug
   auf gehaltene Schafe und Ziegen“ darf einem Mitgliedstaat oder einer Zone nur gewährt
   werden, wenn
   a)      mindestens während der letzten drei Jahre kein bestätigter Fall einer Infektion mit
           Brucella abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen Schafen und Ziegen
           aufgetreten ist;
   b)      während der letzten drei Jahre die allgemeinen Überwachungsanforderungen gemäß
           Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a zur Früherkennung von Infektionen mit Brucella
           abortus, B. melitensis und B. suis bei gehaltenen Schafen und Ziegen angewandt
           wurden, die mindestens Folgendes umfassten:
           i)     die regelmäßige Einreichung          von     Proben     von   Abortfällen   zur
                  Laboruntersuchung;
           ii)    die zeitnahe Untersuchung von Abortfällen, die durch eine Infektion mit
                  Brucella abortus, B. melitensis und B. suis verursacht sein könnten;
   c)      während der letzten drei Jahre eine Überwachung der Schaf- und Ziegenpopulation
           durchgeführt wurde und mindestens 99,8 % aller Betriebe, in denen Schafe oder
           Ziegen gehalten werden, die mindestens 99,9 % der Schaf- und Ziegenpopulation
           repräsentieren, ihren Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B.
           melitensis und B. suis ohne Impfung“ aufrechterhalten konnten; und
   d)      eine Impfung von Schafen und Ziegen gegen Brucella abortus, B. melitensis und B.
           suis mindestens während der letzten drei Jahre nicht stattgefunden hat und kein in
           den Mitgliedstaat oder die Zone verbrachtes Schafe oder keine dorthin verbrachte
           Ziegen während der letzten drei Jahre vor der Einführung geimpft wurde.
                                          ABSCHNITT 2
                       AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS IN BEZUG
                             AUF GEHALTENE SCHAFE UND ZIEGEN
   1.      Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in
           Bezug auf gehaltene Schafe und Ziegen“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone kann
           nur aufrechterhalten werden, wenn
           a)     die in Abschnitt 1 Buchstaben a, b und d festgelegten Anforderungen weiterhin
                  erfüllt sind und
DE                                                21                                               DE
 ---pagebreak---       b)    während der ersten zwei aufeinander folgenden Jahre nach Gewährung des
            Status eine auf eine repräsentative Stichprobe aller Betriebe, in denen Schafe
            oder Ziegen gehalten werden, gestützte jährliche Überwachung durchgeführt
            wurde, die mindestens den Nachweis einer Infektion mit Brucella abortus, B.
            melitensis und B. suis bei einer Zielprävalenz von 0,2 % der Betriebe, in denen
            Schafe oder Ziegen gehalten werden, oder einer Zielprävalenz von 0,1 % der
            Schaf- und Ziegenpopulation, mit einem Konfidenzniveau von 95 %
            ermöglichen muss;
      c)    wenn während zwei aufeinander folgender Jahre nach der Gewährung des
            Status kein Fall einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
            bei gehaltenen Schafen und Ziegen bestätigt wurde, muss die Überwachung auf
            Folgendes gestützt werden:
            i)    eine zufallsgestützte jährliche Überwachung, die mindestens den
                  Nachweis einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
                  bei einer Zielprävalenz von 0,2 % der Betriebe, in denen Schafe oder
                  Ziegen gehalten werden, oder einer Zielprävalenz von 0,1 % der Schaf-
                  und Ziegenpopulation, mit einem Konfidenzniveau von 95 %
                  ermöglichen muss, oder
            ii)   eine risikobasierte jährliche Überwachung zum Nachweis von
                  Infektionen mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis unter
                  Berücksichtigung der Produktionssysteme und der festgestellten
                  Risikofaktoren, einschließlich der Ausbreitung der Infektion von anderen
                  Tieren als gehaltenen Schafen und Ziegen.
   2. Der Status „frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in
      Bezug auf gehaltene Schafe und Ziegen“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone wird
      durch die Bestätigung einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
      bei einer anderen Tierpopulation als gehaltenen Schafen und Ziegen nicht berührt,
      vorausgesetzt, dass effektive Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung der
      Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis auf gehaltene Schafe und
      Ziegen umgesetzt sind und regelmäßig bewertet werden.
   3. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a darf der Status „frei von einer Infektion mit
      Brucella abortus, B. melitensis und B. suis in Bezug auf gehaltene Schafe und
      Ziegen“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone im Fall der Bestätigung einer Infektion
      mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis aufrechterhalten werden, wenn
      a)    der Betrieb, in dem die Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B.
            suis bei gehaltenen Schafen und Ziegen nachgewiesen wurde, unverzüglich den
            einschlägigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen gemäß Artikel 24 unterzogen
            wurde;
      b)    die zuständige Behörde innerhalb von 60 Tagen nach der ersten Bestätigung
            der Infektion eine epidemiologische Untersuchung und Untersuchungen gemäß
            Artikel 25 durchgeführt hat, um die wahrscheinliche Quelle der Infektion und
            ihre Ausbreitung zu identifizieren, und Schlussfolgerungen über die
            wahrscheinliche Infektionsquelle gezogen hat, und zudem nur eine begrenzte
            Zahl von Betrieben infiziert waren und diese Betriebe epidemiologisch mit
            dem ersten nachgewiesenen Ausbruch zusammenhängen;
      c)    nach Umsetzung der in Buchstabe b vorgesehenen Maßnahmen die in
            Artikel 21          oder          24         festgelegten          einschlägigen
DE                                          22                                                DE
 ---pagebreak---       Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in jedem Betrieb, in dem Verdachtsfälle
      oder bestätigte Fälle ermittelt wurden, unverzüglich umgesetzt wurden, bis ihr
      Status „seuchenfrei“ wieder zuerkannt oder wiedererlangt wurde, und
   d) die in Absatz 1 genannte Überwachung angepasst wurde und den Nachweis
      erbracht hat, dass das Vorkommnis geklärt wurde.
DE                                    23                                             DE
 ---pagebreak---                                             Teil II
      Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex
                                           Kapitel 1
         Betrieb, der von einer Infektion mit dem Mycobacterium-
                             tuberculosis-Komplex frei ist
                                          ABSCHNITT 1
                                 GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.     Der Status „frei von einer Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex
          (Mycobacterium bovis, Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium caprae)
          (MTBC)“ kann einem Betrieb, in dem Rinder gehalten werden, nur gewährt werden,
          wenn
          a)   während der letzten zwölf Monate kein bestätigter Fall einer Infektion mit
               MTBC bei den im Betrieb gehaltenen Rindern aufgetreten ist;
          b)   die im Betrieb zum Zeitpunkt der Probenahme oder Untersuchung
               vorhandenen Rinder über sechs Monaten bei immunologischen Tests zweimal
               wie folgt negativ getestet wurden:
               i)     der erste Test muss an Rindern oder an von Rindern entnommenen
                      Proben frühestens sechs Monate nach der Entfernung des letzten
                      bestätigten Falles und des letzten in einem immunologischen Test positiv
                      getesteten Tieres durchgeführt werden;
               ii)    der zweite Test muss an Rindern oder an von Rindern entnommenen
                      Proben durchgeführt werden, die frühestens sechs Monate und spätestens
                      zwölf Monate nach dem Zeitpunkt der Untersuchung der Rinder oder der
                      Entnahme der Proben nach Ziffer i gezogen wurden;
          c)   seit dem Beginn der in Buchstabe b Ziffer i genannten Untersuchung oder
               Probenahme alle in den Betrieb eingebrachten Rinder aus Betrieben stammen,
               die frei von einer Infektion mit MTBC sind, und
               i)     aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone stammen, der bzw. die frei von
                      einer Infektion mit MTBC ist;
               ii)    Rinder über sechs Wochen sind und in einem immunologischen Test
                      negativ getestet wurden:
                      –     während der 30 Tage vor ihrer Verbringung in den Betrieb, oder
                      –     während der 30 Tage nach ihrer Verbringung in den Betrieb, sofern
                            sie während dieser Zeit isoliert gehalten wurden, und
          d)   seit dem Beginn der in Buchstabe b Ziffer i genannten Untersuchung oder
               Probenahme das gesamte in den Betrieb verbrachte oder dort verwendete von
               Rindern stammende Zuchtmaterial aus folgenden Quellen stammt:
               i)     Betrieben, die frei von einer Infektion mit MTBC sind, oder
               ii)    zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
DE                                              24                                             DE
 ---pagebreak---    2. Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“
      einem Betrieb gewährt werden, wenn alle Rinder aus Betrieben stammen, die frei
      von Infektion mit MTBC sind, und
      a)    aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone stammen, der bzw. die frei von einer
            Infektion mit MTBC ist;
      b)    Rinder über sechs Wochen sind und in einem immunologischen Test negativ
            getestet wurden:
            i)    während der 30 Tage vor ihrer Verbringung in den Betrieb, oder
            ii)   während der 30 Tage nach ihrer Verbringung, sofern sie während dieser
                  Zeit isoliert gehalten wurden.
   3. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe c und Absatz 2 Buchstabe b muss die
      zuständige Behörde den Test nicht verlangen, wenn
      a)    die in den Betrieb eingebrachten Rinder
            i)    in einem während der letzten sechs Monate                durchgeführten
                  immunologischen Test negativ getestet wurden, und
            ii)   aus Betrieben stammen, in denen die Rinder während der letzten sechs
                  Monate unter einem Testregime nach Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstabe c
                  oder Absatz 2 negativ getestet wurden, oder
      b)    die in den Betrieb eingebrachten Rinder
            i)    in einem während der letzten zwölf Monate                durchgeführten
                  immunologischen Test negativ getestet wurden, und
            ii)   aus Betrieben stammen, in denen die Rinder während der letzten zwölf
                  Monate unter einem Testregime nach Abschnitt 2 Absatz 2 Buchstabe b
                  oder Absatz 2 Buchstabe c negativ getestet wurden.
                                      ABSCHNITT 2
                        AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ eines Betriebs, in dem Rinder
      gehalten werden, kann nur aufrechterhalten werden, wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, c und d festgelegten Anforderungen
            weiterhin erfüllt sind;
      b)    jeder Verdachtsfall einer Infektion mit MTBC eines in dem Betrieb gehaltenen
            oder von dort in einen Schlachthof verbrachten Rindes der zuständigen
            Behörde gemeldet und untersucht wird, und
      c)    in Intervallen von höchstens zwölf Monaten an allen über sechs Wochen alten
            Rindern ein immunologischer Test mit Negativbefund durchgeführt wurde.
   2. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe c darf die zuständige Behörde das Testregime
      wie folgt verändern:
      a)    in einem Mitgliedstaat oder einer Zone, in dem bzw. der der jährliche
            Prozentsatz der mit MTBC infizierten Betriebe, berechnet am 31. Dezember
            jedes Jahres, während der letzten 24 Monate nicht höher als 1 % war, kann das
            Intervall zwischen Tests auf 24 Monate ausgedehnt werden;
DE                                          25                                            DE
 ---pagebreak---       b)    in einem Mitgliedstaat oder einer Zone, in dem bzw. der der jährliche
            Prozentsatz der mit MTBC infizierten Betriebe, berechnet am 31. Dezember
            jedes Jahres, während der letzten 48 Monate nicht höher als 0,2 % war, kann
            das Intervall zwischen Tests auf 36 Monate ausgedehnt werden;
      c)    in einem Mitgliedstaat oder einer Zone, in dem bzw. der der jährliche
            Prozentsatz der mit MTBC infizierten Betriebe, berechnet am 31. Dezember
            jedes Jahres, während der letzten 72 Monate nicht höher als 0,1 % war, kann
            das Intervall zwischen Tests auf 48 Monate ausgedehnt werden;
      d)    sofern das Risiko der Übertragung von MTBC von wild lebenden Tieren auf
            Rinder durch geeignete Überwachung bewertet wurde, kann in einem von einer
            Infektion mit MTBC freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone das Intervall
            zwischen Tests auf die Erzeugungsart und die festgestellten Risikofaktoren
            gestützt werden, wobei mindestens die folgenden Risiken zu berücksichtigen
            sind:
            i)    ein Standort im Zusammenhang mit Verdachtsfällen oder bestätigten
                  Infektionen mit MTBC bei wild lebenden Tieren;
            ii)   bekannte Infektionen mit MTBC innerhalb der letzten fünf Jahre;
            iii)  ein epidemiologischer Zusammenhang mit Betrieben gemäß Ziffer i oder
                  ii.
                                      ABSCHNITT 3
            AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ eines Betriebes, in dem Rinder
      gehalten werden, muss ausgesetzt werden, wenn
      a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht erfüllt
            sind, oder
      b)    ein Verdachtsfall einer Infektion mit MTBC bei einem in dem Betrieb
            gehaltenen Rind auftritt.
   2. Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ darf erst wieder zuerkannt werden,
      wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben c und d, Abschnitt 2 Absatz 1
            Buchstabe b und, soweit relevant, Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstabe c oder
            Absatz 2 festgelegten Anforderungen erfüllt sind;
      b)    die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit von Infektionen mit
            MTBC belegen und der Status aller Verdachtsfälle bestimmt wurde. Falls in
            diesem Zusammenhang Rinder, bei denen ein Verdacht besteht, geschlachtet
            werden, müssen die Untersuchungen eine Prüfung von Proben mit direkten
            Diagnosemethoden einschließen.
                                      ABSCHNITT 4
            ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ eines Betriebes, in dem Rinder
      gehalten werden, muss aberkannt werden, wenn
DE                                         26                                             DE
 ---pagebreak---       a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
            der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
            der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind;
      b)    eine Infektion mit MTBC nicht entsprechend Abschnitt 3 Absatz 2 Buchstabe b
            ausgeschlossen werden kann;
      c)    ein Fall einer Infektion mit MTBC bei einem in dem Betrieb gehaltenen Rind
            bestätigt wurde, oder
      d)    dies durch andere Notwendigkeiten der Bekämpfung von Infektionen mit
            MTBC gerechtfertigt ist.
   2. Wenn der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ nach Absatz 1 Buchstabe a
      aberkannt wurde, kann er nur wiedererlangt werden, wenn die in Abschnitt 2
      festgelegten Anforderungen erfüllt sind.
   3. Wenn der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ nach Absatz 1 Buchstaben b, c
      oder d aberkannt wurde, kann er nur wiedererlangt werden, wenn
      a)    alle bestätigten Fälle und alle Tiere, die in einem immunologischen Test nicht
            negativ getestet wurden, entfernt wurden, und
      b)    die verbleibenden Rinder die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe b festgelegten
            Anforderungen erfüllen.
   4. Abweichend von Absatz 3 Buchstabe b kann der Status auch wiedererlangt werden,
      wenn
      a)    alle im Betrieb zum Zeitpunkt der Untersuchung vorhandenen Rinder über
            sechs Monaten bei zwei immunologischen Tests wie folgt negativ getestet
            wurden:
            i)    der erste Test muss an Rindern oder an von Rindern entnommenen
                  Proben frühestens zwei Monate nach der Entfernung des letzten
                  bestätigten Falles und des letzten in einem immunologischen Test positiv
                  getesteten Tieres durchgeführt werden;
            ii)   der zweite Test muss an Rindern oder an von Rindern entnommenen
                  Proben frühestens zwei Monate und spätestens zwölf Monate nach dem
                  Zeitpunkt der Untersuchung der Rinder oder der Entnahme der Proben
                  gemäß Absatz i durchgeführt werden, und
      b)    mindestens eine der folgenden Bedingungen gegeben ist:
            i)    die Schlussfolgerung der epidemiologischen Untersuchung weist darauf
                  hin, dass die Infektion durch die Verbringung eines oder mehrerer
                  infizierter Tiere in den Betrieb während der letzten zwölf Monate vor
                  dem Nachweis der Infektion mit MTBC verursacht wurde, oder
            ii)   seit dem Nachweis der Infektion mit MTBC wurde nur ein einziger Fall
                  bestätigt oder nur ein einziges Rind in einem immunologischen Test
                  positiv auf MTBC getestet, und der Status des Betriebs wurde innerhalb
                  der letzten drei Jahre nicht aberkannt, oder
            iii)  Rinder im Betrieb wurden in einem immunologischen Test, der weniger
                  als zwölf Monate vor dem Nachweis der Infektion mit MTBC gemäß
                  Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstabe c oder Absatz 2 durchgeführt wurde,
                  negativ getestet.
DE                                           27                                            DE
 ---pagebreak---                                             Kapitel 2
    Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von einer Infektion mit
                                            MTBC ist
                                           ABSCHNITT 1
                              GEWÄHRUNG DES STATUS IN BEZUG
                                    AUF GEHALTENE RINDER
   Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC in Bezug auf gehaltene Rinder“ kann einem
   Mitgliedstaat oder einer Zone nur gewährt werden, wenn
   a)      während der letzten drei Jahre mindestens 99,8 % aller Betriebe, in denen Rinder
           gehalten werden, die mindestens 99,9 % der Rinderpopulation repräsentieren, den
           Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ aufrechterhalten konnten und die
           Inzidenzrate von als infiziert bestätigten Betrieben während des Jahres 0,1 % nicht
           überschritt, und
   b)      während der letzten drei Jahre die allgemeinen Überwachungsanforderungen gemäß
           Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a zum Nachweis von Infektionen mit MTBC bei
           gehaltenen Rindern angewandt wurden, die mindestens Folgendes umfassten:
           i)     die systematische Untersuchung auf Läsionen durch Infektion mit MTBC bei
                  allen geschlachteten Rindern durch ante- und post-mortem-Überwachung;
           ii)    die Untersuchung von Läsionen, die durch eine Infektion mit MTBC
                  verursacht sein könnten.
                                           ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1.      Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC in Bezug auf gehaltene Rinder“ eines
           Mitgliedstaats oder einer Zone kann nur aufrechterhalten werden, wenn
           a)     die in Abschnitt 1 Buchstabe b festgelegten Anforderungen weiterhin erfüllt
                  sind, und
           b)     während der ersten zwei aufeinander folgenden Jahre nach Anerkennung des
                  Status eine zufallsbasierte jährliche Überwachung gestützt auf eine
                  repräsentative Entnahme von Proben aus allen Betrieben, in denen Rinder
                  gehalten werden, durchgeführt werden muss, die mit einem Konfidenzniveau
                  von 95 % zeigt, dass
                  i)    mindestens 99,8 % der Betriebe, die mindestens 99,9 % der
                        Rinderpopulation repräsentieren, von einer Infektion mit MTBC frei
                        sind;
                  ii)   die Inzidenzrate von als infiziert bestätigten Betrieben während des
                        Jahres 0,1 % nicht übersteigt;
           c)     wenn die Bedingungen unter Buchstabe b während zweier aufeinander
                  folgender Jahre erfüllt waren, wird die Überwachung gestützt auf
DE                                                28                                           DE
 ---pagebreak---             i)    eine zufallsbasierte jährliche Überwachung, die mindestens mit einem
                  Konfidenzniveau von 95 % zeigt, dass die Inzidenzrate von als infiziert
                  bestätigten Betrieben während des Jahres 0,1 % nicht übersteigt; oder
            ii)   eine risikobasierte jährliche Überwachung zur Erkennung von
                  Infektionen mit MTBC, die die Produktionssysteme, die festgestellten
                  Risikofaktoren, einschließlich der Ausbreitung der Infektion von anderen
                  Tieren als gehaltenen Rindern, und eine verstärkte Überwachung in
                  Betrieben, die mit mindestens einem der in Kapitel 1 Abschnitt 2
                  Absatz 2 Buchstabe d genannten spezifischen Risiken in Zusammenhang
                  stehen, berücksichtigt.
   2. Der Status „frei von einer Infektion mit MTBC“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone
      wird durch die Bestätigung einer Infektion mit MTBC bei einer anderen
      Tierpopulation als gehaltenen Rindern nicht berührt, vorausgesetzt, dass effektive
      Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung der Infektion mit MTBC auf
      gehaltene Rinder umgesetzt sind und regelmäßig bewertet werden.
DE                                          29                                             DE
 ---pagebreak---                                         Teil III
                    Enzootische Leukose der Rinder
                                       Kapitel 1
      Betrieb, der frei von enzootischer Leukose der Rinder ist
                                      ABSCHNITT 1
                               GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.  Der Status „frei von enzootischer Leukose der Rinder (EBL)“ kann einem Betrieb, in
       dem Rinder gehalten werden, nur gewährt werden, wenn
       a)   während der letzten 24 Monate kein bestätigter Fall von EBL bei den im
            Betrieb gehaltenen Rindern aufgetreten ist;
       b)   während der letzten zwölf Monate Rinder über 24 Monate, die im Betrieb
            gehalten werden, mindestens zweimal mit einem zeitlichen Abstand von
            mindestens vier Monaten bei einem serologischen Test negativ getestet
            wurden;
       c)   seit dem Beginn der Probenahme nach Buchstabe b alle in den Betrieb
            verbrachten Rinder
            i)     aus Betrieben stammen, die von EBL frei sind, oder
            ii)    aus Betrieben stammen, in denen in den 24 Monaten vor ihrer
                   Versendung weder klinische, postmortale oder als Ergebnis eines
                   diagnostischen Tests auf EBL erhaltene Nachweise von EBL aufgetreten
                   sind, und
                   –     wenn sie älter als 24 Monate sind,
                         zweimal mit einem zeitlichen Abstand von mindestens vier
                         Monaten, während sie von den anderen Rindern des Betriebs
                         isoliert gehalten wurden, serologischen Tests mit negativem
                         Ergebnis unterzogen wurden, oder
                         sofern alle Rinder in Übereinstimmung mit Buchstabe b getestet
                         wurden, innerhalb von 30 Tagen vor ihrer Einbringung in den
                         Betrieb einem serologischen Test mit Negativbefund unterzogen
                         wurden;
                   –     wenn sie weniger als 24 Monate alt sind,
                         von Muttertieren geboren wurden, die einem serologischen Test auf
                         EBL mit Negativbefund unterzogen wurden, der an während der
                         letzten zwölf Monate zweimal mit einem zeitlichen Abstand von
                         mindestens vier Monaten entnommenen Proben durchgeführt
                         wurde, und
       d)   seit dem Beginn der Probenahme nach Buchstabe b das gesamte in den Betrieb
            verbrachte Zuchtmaterial von Rindern aus folgenden Quellen stammt:
DE                                           30                                            DE
 ---pagebreak---                         i)     aus von EBL freien Betrieben, oder
                        ii)    zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
   2.       Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von EBL“ einem Betrieb gewährt
            werden, wenn alle Rinder aus von EBL freien Betrieben stammen, die entweder in
            einem von EBL freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone oder in einem
            Mitgliedstaat oder einer Zone liegen, der bzw. die unter ein genehmigtes
            Tilgungsprogramm fällt.
                                           ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von EBL“ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten werden, kann nur
   aufrechterhalten werden, wenn
   a)       die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, c und d festgelegten Anforderungen
            weiterhin erfüllt sind und
   b)       serologische Tests auf EBL mit Negativbefund durchgeführt werden an Proben, die
            i)    in Abständen von höchstens 36 Monaten von allen Rindern über 24 Monaten
                  entnommen werden; oder
            ii)   gemäß Kapitel 2 Abschnitt 2 Buchstaben b bzw. c entnommen werden, je nach
                  Relevanz, wenn der Betrieb in einem Mitgliedstaat oder einer Zone liegt, der
                  oder die frei von EBL ist.
                                           ABSCHNITT 3
                  AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1.       Der Status „frei von Infektion mit EBL“ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten
            werden, muss ausgesetzt werden, wenn
            a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht erfüllt
                  sind;
            b)    bei einem im Betrieb gehaltenen Rind ein Verdachtsfall von EBL auftritt.
   2.       Der Status „frei von EBL“ darf erst wieder zuerkannt werden, wenn
            a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben c und d sowie in Abschnitt 2
                  Buchstabe b festgelegten Anforderungen erfüllt sind;
            b)    die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit von EBL belegen
                  und der Status aller Verdachtsfälle bestimmt wurde.
                                           ABSCHNITT 4
                  ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1.       Der Status „frei von EBL“ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten werden, muss
            aberkannt werden, wenn
            a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
                  der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
                  der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind oder
            b)    ein Fall von EBL bei einem in dem Betrieb gehaltenen Rind bestätigt wurde.
DE                                               31                                             DE
 ---pagebreak---    2.      Wenn der Status „frei von EBL“ nach Absatz 1 Buchstabe a aberkannt wurde, kann
           er erst wiedererlangt werden, wenn die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben c und d
           sowie Abschnitt 2 Buchstabe b festgelegten Anforderungen erfüllt sind.
   3.      Wenn der Status „frei von EBL“ nach Absatz 1 Buchstabe b aberkannt wurde, kann
           er erst wiedererlangt werden, wenn
           a)     alle Rinder, die ein positives Testergebnis für EBL aufweisen, und alle ihre
                  Abkömmlinge unter 24 Monaten entfernt wurden;
           b)     alle Rinder über zwölf Monaten in einem serologischen Test zweimal mit
                  einem zeitlichen Abstand von mindestens vier Monaten negativ getestet
                  wurden, wobei der erste Test an Proben durchgeführt werden muss, die
                  frühestens vier Monate nach der Entfernung des letzten bestätigten Falles
                  entnommen wurden.
   4.      Abweichend von Absatz 3 Buchstabe a dürfen Abkömmlinge von Muttertieren, die
           bei einem serologischen Test positiv auf EBL getestet wurden oder Läsionen von
           EBL aufwiesen, im Betrieb belassen werden, wenn
           a)     sie unmittelbar nach der Kalbung vom Muttertier getrennt wurden und zweimal
                  in einem PCR-Test negativ getestet wurden, wobei die erste Probe innerhalb
                  des Zeitraums von drei bis fünf Wochen nach der Geburt und die zweite im
                  Zeitraum zwischen acht und zehn Wochen post partum entnommen wurden,
                  und
           b)     wenn sie im Betrieb verbleiben, bis sie 24 Monate alt sind, und in einem
                  serologischen Test negativ getestet werden, oder vor diesem Test in
                  Übereinstimmung mit den in Artikel 27 Absatz 4 festgelegten Anforderungen
                  direkt zum Schlachthof verbracht werden.
                                            Kapitel 2
           Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von EBL ist
                                          ABSCHNITT 1
                                   GEWÄHRUNG DES STATUS
   Der Status „frei von EBL in Bezug auf gehaltene Rinder“ kann einem Mitgliedstaat oder einer
   Zone nur gewährt werden, wenn
   a)      mindestens 99,8 % der Betriebe, in denen Rinder gehalten werden, frei von EBL
           sind, und
   b)      alle Rinder über 24 Monaten, die in diesem Mitgliedstaat oder dieser Zone
           geschlachtet werden, einer amtlichen Nekropsieuntersuchung unterzogen werden,
           wobei Proben aller Tiere mit Tumoren, die durch EBL verursacht sein könnten, einer
           Laboruntersuchung unterzogen werden, um das Vorhandensein von EBL zu
           bestätigen oder auszuschließen.
                                          ABSCHNITT 2
                             AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von EBL in Bezug auf gehaltene Rinder“ eines Mitgliedstaats oder einer
   Zone kann nur aufrechterhalten werden, wenn
DE                                               32                                            DE
 ---pagebreak---    a) die in Abschnitt 1 festgelegten Anforderungen weiterhin erfüllt sind, und
   b) während der ersten fünf Jahre nach Gewährung des Status „frei von EBL“ eine
      Überwachung durchgeführt wird, die auf Folgendes gestützt ist:
      i)    eine jährliche zufallsgestützte Probenahme zur Erkennung mit EBL infizierter
            Betriebe mindestens mit einem Konfidenzniveau von 95 % bei einer
            Zielprävalenz von 0,2 %, oder
      ii)   mindestens einmal durchgeführte serologische Untersuchung aller Rinder über
            24 Monaten;
   c) nach den ersten fünf Jahren nach Anerkennung des Status „frei von EBL“ eine
      Überwachung zum Nachweis der Infektionsfreiheit durchgeführt wird, die die
      Produktionssysteme und die festgestellten Infektionsrisiken berücksichtigt.
DE                                          33                                           DE
 ---pagebreak---                                           Teil IV
      Infektiöse bovine Rhinotracheitis/infektiöse Pustulöse
                                     Vulvovaginitis
                                         Kapitel 1
                   Betrieb, der frei von infektiöser boviner
        Rhinotracheitis/infektiöser Pustulöser Vulvovaginitis ist
                                        ABSCHNITT 1
                                GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.    Der Status „frei von infektiöser boviner Rhinotracheitis/infektiöser Pustulöser
         Vulvovaginitis (IBR/IPV)“ kann einem Betrieb, in dem Rinder gehalten werden, nur
         gewährt werden, wenn
         a)   während der letzten 12 Monate kein bestätigter Fall von IBR/IVL bei den im
              Betrieb gehaltenen Rindern aufgetreten ist;
         b)   während der letzten zwei Jahre keines der im Betrieb gehaltenen Rinder gegen
              IBR/IVL geimpft wurde;
         c)   die im Betrieb gehaltenen Rinder, unter Berücksichtigung früherer DIVA-
              Impfungen, mindestens einem der folgenden Testregimes unterzogen wurden,
              wobei serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-
              Vollvirus oder, falls notwendig, Antikörpern gegen BoHV-1-gE durchgeführt
              wurden an
              i)    einer Blut-, Milch- oder Fleischsaftprobe, die während eines Zeitraums
                    von höchstens zwölf Monaten jedem Rind entnommen wurden, oder
              ii)   Blut-, Milch- oder Fleischsaftproben, die mindestens zweimal mit einem
                    zeitlichen Abstand von mindestens zwei Monaten und höchstens zwölf
                    Monaten entnommen wurden, von
                    –      allen mehr als zwölf Monate alten weiblichen Rindern, und
                    –      allen zur Zucht verwendeten oder für die Zucht vorgesehenen mehr
                           als zwölf Monate alten männlichen Rindern, und
                    –      einer zufälligen Auswahl nicht zur Zucht vorgesehener, mehr als
                           zwölf Monate alter männlicher Rinder. Die Zahl der getesteten
                           Tiere muss mindestens den Nachweis seropositiver Tiere mit einem
                           Konfidenzniveau von 95 % bei einer Zielprävalenz von 10 %
                           ermöglichen, oder
              iii)  im Fall eines Betriebs, in dem mindestens 30 % der Rinder laktieren,
                    –      Milchsammelproben, die mindestens dreimal in Abständen von
                           mindestens drei Monaten von laktierenden weiblichen Rindern
                           entnommen werden, die alle epidemiologischen Einheiten des
                           Betriebs repräsentieren, und
DE                                             34                                           DE
 ---pagebreak---                         –     Blutproben, die von allen mehr als 12 Monate alten, nicht
                              laktierenden weiblichen Rindern sowie von allen mehr als
                              12 Monate alten, zur Zucht verwendeten oder für die Zucht
                              vorgesehenen männlichen Rindern entnommen wurden, und
                        –     einer zufällig von mehr als 12 Monate alten, nicht für die Zucht
                              vorgesehenen männlichen Rindern entnommenen Blut- oder
                              Fleischsaftprobe. Die Zahl der getesteten Tiere muss mindestens
                              den Nachweis seropositiver Tiere mit einem Konfidenzniveau von
                              95 % bei einer Zielprävalenz von 10 % ermöglichen, oder
                  iv)   bei einem Betrieb, in dem weniger als 5 % der gehaltenen Rinder
                        männlich sind und mindestens 95 % der weiblichen Tiere über
                        24 Monate für die Milchproduktion genutzt oder vorgesehen sind,
                        Milchsammelproben, die mindestens sechsmal in Abständen von
                        mindestens zwei Monaten von laktierenden weiblichen Tieren
                        entnommen werden, die alle epidemiologischen Einheiten des Betriebs
                        repräsentieren;
            d)    seit dem Beginn der Probenahme nach Buchstabe c alle in den Betrieb
                  verbrachten Rinder:
                  i)    aus von IBR/IPV freien Betrieben stammen, und wenn die
                        Herkunftsbetriebe in einem Mitgliedstaat oder einer Zone liegen, der
                        bzw. die weder frei von IBR/IPV ist noch unter ein genehmigtes
                        Tilgungsprogramm fällt, in einem serologischen Test zum Nachweis von
                        Antikörpern gegen das BoHV-1-Vollvirus oder, falls erforderlich, von
                        Antikörpern gegen BoHV-1-gE an einer nach ihrer Einstellung und vor
                        der Anerkennung des Status als frei von IBR/IPV entnommenen Probe
                        negativ getestet wurden; oder
                  ii)   vor ihrer Einstellung der Quarantäne unterworfen wurden und in einem
                        an einer frühestens 21 Tage nach Beginn der Quarantäne entnommenen
                        Probe durchgeführten serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern
                        gegen das BoHV-1-Vollvirus negativ getestet wurden; und
            e)    seit dem Beginn der Probenahme nach Buchstabe c das gesamte in den Betrieb
                  verbrachte Zuchtmaterial von Rindern aus folgenden Quellen stammt:
                  i)    aus IBR/IPV-freien Betrieben; oder
                  ii)   aus zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
   2.       Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von IBR/IPV“ einem Betrieb gewährt
            werden, wenn alle Rinder aus IBR/IPV-freien Betrieben stammen, die entweder in
            einem IBR/IPV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone oder in einem
            Mitgliedstaat oder einer Zone liegen, der bzw. die unter ein genehmigtes
            Tilgungsprogramm fällt, sofern die Rinder die in Abschnitt 2 Buchstaben c und d
            festgelegten Anforderungen, soweit relevant, erfüllen.
                                           ABSCHNITT 2
                             AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von IBR/IPV“ eines Betriebs, in dem Rinder gehalten werden, kann nur
   aufrechterhalten werden, wenn
DE                                               35                                            DE
 ---pagebreak---    a) die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, b und e festgelegten Anforderungen
      weiterhin erfüllt sind;
   b) serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-Vollvirus
      oder, falls notwendig, von Antikörpern gegen BoHV-1-gE unter Berücksichtigung
      früherer Impfungen mit einem DIVA-Impfstoff mit Negativbefund durchgeführt
      werden
      i)     an Blut-, Milch- oder Fleischsaftproben, die jährlich von allen über 24 Monate
             alten Rindern entnommen werden, oder
      ii)    im Fall eines Betriebs, in dem mindestens 30 % der Rinder laktieren,
             mindestens jährlich an
             –     Milchsammelproben, die mindestens dreimal in Abständen von
                   mindestens drei Monaten von laktierenden weiblichen Tieren entnommen
                   werden, die alle epidemiologischen Einheiten des Betriebs
                   repräsentieren, und
             –     von allen mehr als 24 Monate            alten   männlichen    Zuchttieren
                   entnommenen Blutproben, oder
      iii)   bei einem Betrieb, in dem weniger als 5 % der gehaltenen Rinder männlich
             sind und mindestens 95 % der weiblichen Tiere über 24 Monate für die
             Milchproduktion genutzt oder vorgesehen sind, mindestens jährlich an
             Milchsammelproben, die mindestens sechsmal in Abständen von mindestens
             zwei Monaten von laktierenden weiblichen Rindern entnommen werden, die
             alle epidemiologischen Einheiten des Betriebs repräsentieren, oder
      iv)    sofern der Status „frei von IBR/IPV“ während der letzten aufeinander
             folgenden drei Jahre aufrechterhalten wurde, jährlich an Blut- oder
             Milchproben, die von einer Anzahl Rinder entnommen werden, die den
             Nachweis seropositiver Tiere mindestens mit einem Konfidenzniveau von
             95 % bei einer Zielprävalenz von 10 % ermöglicht, oder
      v)     wenn der Betrieb in einem IBR/IPV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen
             Zone liegt, an in Übereinstimmung mit Kapitel 2 Abschnitt 2 Absatz 1
             Buchstabe b oder, falls relevant, Kapitel 2 Abschnitt 2 Absatz 3 entnommenen
             Proben.
   c) in den Betrieb nur Rinder eingestellt werden, die nicht gegen eine Infektion mit
      IBR/IPV geimpft wurden, wenn der Betrieb in einem Mitgliedstaat oder einer Zone
      liegt,
      i)     der bzw. die von IBR/IPV frei ist, oder
      ii)    im dem bzw. der ein Impfverbot als Teil der Tilgungsstrategie eines
             genehmigten Tilgungsprogramms in Kraft ist;
   d) alle eingestellten Rinder die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe d Ziffer ii
      festgelegten Anforderungen erfüllen oder aus IBR/IPV-freien Betrieben stammen
      und in einem serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern gegen das BoHV-1-
      Vollvirus oder, falls notwendig, Antikörpern gegen BoHV-1-gE, der an einer
      innerhalb von 15 Tagen vor ihrer Versendung im Herkunftsbetrieb entnommenen
      Probe durchgeführt wurde, negativ getestet wurden, sofern
DE                                          36                                               DE
 ---pagebreak---       i)    der Betrieb in einem IBR/IPV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone
            liegt und die Herkunftsbetriebe nicht in einem IBR/IPV-freien Mitgliedstaat
            oder einer solchen Zone liegen; oder
      ii)   der Betrieb in einem Mitgliedstaat oder einer Zone liegt, der bzw. die unter ein
            genehmigtes Tilgungsprogramm fällt und die Herkunftsbetriebe in einem
            Mitgliedstaat oder einer Zone liegen, der bzw. die weder IBR/IPV-frei ist noch
            unter ein genehmigtes Tilgungsprogramm fällt.
                                      ABSCHNITT 3
            AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von Infektion mit IBR/IPV “ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten
      werden, muss ausgesetzt werden, wenn
      a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht erfüllt
            sind;
      b)    ein Verdachtsfall von IBR/IPV bei einem in dem Betrieb gehaltenen Rind
            auftritt.
   2. Der Status „frei von IBR/IPV“ darf erst wieder zuerkannt werden, wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben b und e sowie in Abschnitt 2
            Buchstaben b, c und d festgelegten Anforderungen erfüllt sind;
      b)    die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit von IBR/IPV
            belegen und der Status aller Verdachtsfälle bestimmt wurde.
                                      ABSCHNITT 4
            ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von IBR/IPV“ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten werden, muss
      aberkannt werden, wenn
      a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
            der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
            der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind;
      b)    ein Fall von IBR/IPV bei einem in dem Betrieb gehaltenen Rind bestätigt
            wurde.
   2. Wenn der Status „frei von IBR/IPV“ nach Absatz 1 Buchstabe a aberkannt wurde,
      kann er erst wiedererlangt werden, wenn die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben b
      und e sowie Abschnitt 2 Buchstabe b, c und d festgelegten Anforderungen erfüllt
      sind.
   3. Wenn der Status „frei von IBR/IPV“ nach Absatz 1 Buchstabe b aberkannt wurde,
      kann er erst wiedererlangt werden, wenn
      a)    alle bestätigten Fälle entfernt wurden;
      b)    mindestens eines der in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe c festgelegten
            Testregimes mit Negativbefund an nicht früher als 30 Tage nach der
            Entfernung des letzten bestätigten Falles entnommenen Proben durchgeführt
            wurde.
DE                                           37                                              DE
 ---pagebreak---                                              Kapitel 2
        Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von IBR/IPV sind
                                           ABSCHNITT 1
                                   GEWÄHRUNG DES STATUS
   Der Status „frei von IBR/IPV in Bezug auf gehaltene Rinder“ kann einem Mitgliedstaat oder
   einer Zone nur gewährt werden, wenn
   a)      die Impfung gegen IBR/IPV für gehaltene Rinder verboten ist, und
   b)      mindestens 99,8 % der Betriebe, die mindestens 99,9 % der entsprechenden
           Rinderpopulation repräsentieren, frei von IBR/IPV sind.
                                           ABSCHNITT 2
                             AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1.      Der Status „frei von IBR/IPV in Bezug auf gehaltene Rinder“ eines Mitgliedstaats
           oder einer Zone kann nur aufrechterhalten werden, wenn
           a)     die in Abschnitt 1 festgelegten Anforderungen weiterhin erfüllt sind, und
           b)     eine auf eine Zufallsstichprobe gestützte jährliche Überwachung durchgeführt
                  wird, die mindestens den Nachweis der Infektion von Betrieben mit BoHV-1
                  mit einer Zielprävalenz von 0,2 % der Betriebe oder mit BoHV-1 infizierter
                  Rinder bei einer Zielprävalenz von 0,1 % der Rinderpopulation mit einem
                  Konfidenzniveau von 95 % ermöglichen muss.
   2.      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a kann im Fall eines Ausbruchs die
           Anwendung der DIVA-Impfung durch die zuständige Behörde gestattet werden,
           wenn
           a)     das Ergebnis der epidemiologischen Untersuchung und der Untersuchungen
                  gemäß Artikel 25 gezeigt haben, dass von dem Ausbruch nur eine begrenzte
                  Zahl von Betrieben betroffen war;
           b)     ihre Anwendung auf die Bekämpfung dieses Ausbruchs, soweit die zuständige
                  Behörde es für notwendig hält, beschränkt ist;
           c)     die Rinder unter Aufsicht der zuständigen Behörde mit DIVA-Impfstoffen
                  geimpft werden und die Verwendung von DIVA-Impfstoffen für jedes Tier
                  dokumentiert wird;
           d)     die nach dem DIVA-Prinzip geimpften Rinder nur entweder unmittelbar zu
                  einem Schlachthof oder in einen Betrieb in einem anderen Mitgliedstaat oder
                  einer Zone verbracht werden, wo kein Impfverbot in Kraft ist.
   3.      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b kann eine Überwachung durchgeführt
           werden, um jährlich unter Berücksichtigung der Produktionssysteme und der
           festgestellten Risikofaktoren die Abwesenheit von Infektionen mit BoHV-1
           nachzuweisen, sofern in fünf aufeinander folgenden Jahren nach der Gewährung des
           Status „frei von IBR/IPV“ in dem Mitgliedstaat oder der Zone keine Ausbrüche
           festgestellt wurden.
DE                                                38                                           DE
 ---pagebreak---                                           Teil V
      Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit
                                        Kapitel 1
         Betrieb, der frei von einer Infektion mit dem Virus der
                           Aujeszkyschen Krankheit ist
                                      ABSCHNITT 1
                               GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.    Der Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit
         (ADV)“ kann einem Betrieb, der Schweine hält, nur gewährt werden, wenn
         a)   während der letzten zwölf Monate kein bestätigter Fall einer Infektion mit
              ADV bei den im Betrieb gehaltenen Schweinen aufgetreten ist;
         b)   während der letzten zwölf Monate keines der im Betrieb gehaltenen Schweine
              gegen die Aujeszkysche Krankheit geimpft wurde;
         c)   während der letzten zwölf Monate die im Betrieb gehaltenen Schweine unter
              Berücksichtigung früherer DIVA-Impfungen einem der folgenden Testregimes
              unterzogen wurden, wobei serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern
              gegen ADV oder, falls notwendig, Antikörpern gegen ADV-gE mit
              Negativbefund durchgeführt wurden an:
              i)    einer von jedem Schwein entnommenen Blut- oder Fleischsaftprobe;
                    oder
              ii)   Blut- oder Fleischsaftproben, die zweimal mit einem Zeitabstand von
                    zwei bis drei Monaten von einer Zahl an Tieren entnommen wurden, die
                    mindestens den Nachweis seropositiver Tiere bei einer Zielprävalenz von
                    10 % mit einem Konfidenzniveau von 95 % ermöglicht.
         d)   seit dem Beginn der Probenahme nach Buchstabe c alle in den Betrieb
              eingestellten Schweine
              i)    aus Betrieben stammen, die frei von einer Infektion mit ADV sind, und
                    wenn die Herkunftsbetriebe in einem Mitgliedstaat oder einer Zone
                    liegen, die weder frei von einer Infektion mit ADV ist noch unter ein
                    genehmigtes Tilgungsprogramm fällt, in einem serologischen Test zum
                    Nachweis von Antikörpern gegen das Vollvirus der Aujeszkyschen
                    Krankheit oder, falls erforderlich, von Antikörpern gegen ADV-gE nach
                    ihrer Einstellung und vor der Gewährung des Status „frei von einer
                    Infektion mit ADV“ negativ getestet wurden; oder
              ii)   für mindestens 30 Tage vor ihrer Einstellung einer Quarantäne
                    unterzogen wurden und bei einem serologischen Test zum Nachweis von
                    Antikörpern gegen das Vollvirus der Aujeszkyschen Krankheit zweimal
                    mit einem Zeitabstand von nicht weniger als 30 Tagen zwischen der
                    Entnahme der jeweiligen Proben negativ getestet wurden. Die Probe für
DE                                            39                                            DE
 ---pagebreak---                         den letzten Test muss innerhalb von 15 Tagen vor der Versendung
                        entnommen werden.
           e)     seit dem Beginn der in Buchstabe c genannten Probenahme das gesamte in den
                  Betrieb verbrachte Zuchtmaterial von Schweinen aus folgenden Quellen
                  stammt:
                  i)    von einer Infektion mit ADV freien Betrieben oder
                  ii)   zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
   2.      Abweichend von Absatz 1 kann der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ einem
           Betrieb gewährt werden, wenn alle Schweine aus von Infektionen mit ADV freien
           Betrieben stammen, die entweder in einem von Infektionen mit ADV freien
           Mitgliedstaat oder einer solchen Zone oder in einem Mitgliedstaat oder einer Zone
           liegen, der bzw. die unter ein genehmigtes Tilgungsprogramm fällt, vorausgesetzt,
           dass sie die in Abschnitt 2 Buchstabe d festgelegten Anforderungen erfüllen.
                                           ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ eines Betriebes, in dem Schweine gehalten
   werden, kann nur aufrechterhalten werden, wenn
   a)      die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, b und e festgelegten Anforderungen
           weiterhin erfüllt sind;
   b)      eine serologische Untersuchung zur Überprüfung der Abwesenheit einer Infektion
           mit ADV an einer repräsentativen Zahl von an den Schweinen im Betrieb
           entnommenen Blut- oder Fleischsaftproben, die auf einem Testregime basiert, das
           den Produktionszyklus und das Risiko der Einschleppung von ADV berücksichtigt,
           mit Negativbefund wie folgt durchgeführt wird:
           i)     mindestens einmal jährlich, falls alle gehaltenen Schweine nicht gegen die
                  Aujeszkysche Krankheit geimpft sind, mit Tests zum Nachweis von
                  Antikörpern gegen das Vollvirus der Aujeszkyschen Krankheit, oder
           ii)    mindestens zweimal jährlich mit Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen
                  das Vollvirus der Aujeszkyschen Krankheit sowie, falls notwendig, von
                  Antikörpern gegen ADV-gE;
   c)      sofern der Betrieb in einem von Infektionen mit ADV freien Mitgliedstaat oder einer
           solchen Zone liegt, die in Buchstabe b genannte serologische Untersuchung wie
           gefordert in Übereinstimmung mit der in Kapitel 2 Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstabe b
           oder, falls relevant, mit Kapitel 2 Abschnitt 2 Absatz 4 durchgeführt wird;
   d)      alle eingestellten Schweine:
           i)     die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstabe d Ziffer ii festgelegten Anforderungen
                  erfüllen; oder
           ii)    aus von einer Infektion mit ADV freien Betrieben stammen und einem
                  serologischen Test auf Antikörper gegen das Vollvirus der Aujeszkyschen
                  Krankheit an einer in den Herkunftsbetrieben innerhalb von 15 Tagen vor der
                  Versendung entnommenen Probe mit Negativbefund getestet wurden, sofern
                  –     der Betrieb in einem von Infektionen mit ADV freien Mitgliedstaat oder
                        einer solchen Zone liegt und die Herkunftsbetriebe nicht in einem von
DE                                               40                                            DE
 ---pagebreak---                    Infektionen mit ADV freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone
                   liegen; oder
            –      der Betrieb in einem Mitgliedstaat oder einer Zone liegt, der bzw. die
                   unter ein genehmigtes Tilgungsprogramm fällt und die Herkunftsbetriebe
                   in einem Mitgliedstaat oder einer Zone liegen, der bzw. die weder frei
                   von Infektionen mit ADV ist noch unter ein genehmigtes
                   Tilgungsprogramm fällt.
            Die Zahl der getesteten Schweine muss mindestens den Nachweis seropositiver
            Tiere mit einem Konfidenzniveau von 95 % bei einer Zielprävalenz von 10 %
            ermöglichen.
            Abweichend vom ersten Unterabsatz kann für weniger als vier Monate alte
            Schweine, die von nach dem DIVA-Prinzip geimpften Muttertieren stammen,
            der serologische Test zum Nachweis von Antikörpern gegen ADV-gE
            verwendet werden.
                                     ABSCHNITT 3
            AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ eines Betriebes, in dem Schweine
      gehalten werden, muss ausgesetzt werden, wenn
      a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht mehr
            erfüllt sind;
      b)    ein Verdachtsfall einer Infektion mit ADV bei einem in dem Betrieb
            gehaltenen Schwein auftritt.
   2. Der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ darf erst wieder zuerkannt werden,
      wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben b und e sowie in Abschnitt 2
            Buchstaben b und c, sowie falls relevant, d festgelegten Anforderungen erfüllt
            sind;
      b)    die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit einer Infektion mit
            ADV belegen und der Status aller Verdachtsfälle bestimmt wurde.
                                     ABSCHNITT 4
            ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ eines Betriebes, in dem Schweine
      gehalten werden, muss aberkannt werden, wenn
      a)    eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
            der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
            der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind;
      b)    ein Fall einer Infektion mit ADV bei einem in dem Betrieb gehaltenen Schwein
            bestätigt wurde.
   2. Wenn der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ in Übereinstimmung mit
      Absatz 1 Buchstabe a aberkannt wurde, kann er erst wiedererlangt werden, wenn die
      in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben b und e sowie Abschnitt 2 Buchstaben b und c
      sowie, falls relevant, Buchstabe d festgelegten Anforderungen erfüllt sind.
DE                                          41                                             DE
 ---pagebreak---    3.      Wenn der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ in Übereinstimmung mit
           Absatz 1 Buchstabe b aberkannt wurde, kann er erst wiedererlangt werden, wenn alle
           Schweine aus dem Betrieb entfernt wurden.
                                            Kapitel 2
    Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von einer Infektion mit
                                             ADV ist
                                          ABSCHNITT 1
                                   GEWÄHRUNG DES STATUS
   Der Status „frei von einer Infektion mit ADV in Bezug auf gehaltene Schweine “ kann einem
   Mitgliedstaat oder einer Zone nur gewährt werden, wenn
   a)      die Impfung gegen die Aujeszkysche Krankheit für gehaltene Schweine während der
           letzten zwölf Monate verboten war;
   b)      eine Überwachung durchgeführt wurde, um nachzuweisen, dass mindestens während
           der letzten 24 Monate kein Betrieb im betreffenden Mitgliedstaat oder der
           betreffenden Zone klinische, virologische oder serologische Anzeichen einer
           Infektion mit ADV aufwies, und
   c)      falls bekannt ist, dass die Infektion mit ADV bei Wildschweinen verbreitet ist,
           Maßnahmen zur Verhinderung jeglicher Übertragung von ADV von Wildschweinen
           auf gehaltene Schweine umgesetzt wurden.
                                          ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1.      Der Status „frei von einer Infektion mit ADV in Bezug auf gehaltene Schweine“
           eines Mitgliedstaats oder einer Zone kann nur aufrechterhalten werden, wenn
           a)     die in Abschnitt 1 Buchstaben a und c festgelegten Anforderungen weiterhin
                  erfüllt sind und
           b)     eine jährliche Überwachung an zufallsgestützt entnommenen Proben
                  durchgeführt wurde, die mindestens den Nachweis mit ADV infizierter
                  Betriebe bei einer Zielprävalenz von 0,2 % mit einem Konfidenzniveau von
                  95 % ermöglicht. Die Anzahl der von den in einem Betrieb gehaltenen
                  Schweinen entnommenen Blut- oder Fleischsaftproben muss mindestens den
                  Nachweis seropositiver Tiere bei einer Zielprävalenz von 20 % mit einem
                  Konfidenzniveau von 95 % ermöglichen.
   2.      Abweichend von Absatz 1 darf der Status „frei von einer Infektion mit ADV“ in der
           Schweinepopulation eines Mitgliedstaats oder einer Zone im Fall eines Ausbruchs
           aufrechterhalten werden, wenn
           a)     alle Schweine in den betroffenen Betrieben entfernt wurden;
           b)     von der zuständigen Behörde eine epidemiologische Untersuchung und
                  Untersuchungen, die eine klinische Untersuchung und virologische oder
                  serologische Tests einschlossen, durchgeführt wurden:
DE                                               42                                           DE
 ---pagebreak---             i)     in allen Betrieben, in denen Schweine gehalten werden, die direkt oder
                   indirekt in Kontakt mit dem betroffenen Betrieb waren, um eine Infektion
                   auszuschließen; und
            ii)    in allen Betrieben, in denen Schweine gehalten werden, und die innerhalb
                   eines Radius von mindestens zwei Kilometern um einen betroffenen
                   Betrieb liegen, um nachzuweisen, dass diese Betriebe nicht infiziert sind.
                   Die Anzahl der von den in diesen Betrieben gehaltenen Schweinen
                   entnommenen Blut- oder Fleischsaftproben muss mindestens den
                   Nachweis seropositiver Tiere bei einer Zielprävalenz von 10 % mit
                   einem Konfidenzniveau von 95 % ermöglichen, oder
            iii)   falls eine DIVA-Impfung verwendet wurde, wurde eine serologische
                   Untersuchung auf Antikörper gegen ADV-gE zweimal in einem Abstand
                   von zwei Monaten in Betrieben durchgeführt, in denen Schweine
                   gehalten werden und sich innerhalb des Impfradius von dem infizierten
                   Betrieb befinden, um die Abwesenheit von Infektionen nachzuweisen;
      c)    das Ergebnis der Untersuchungen nach Buchstabe b gezeigt hat, dass von dem
            Ausbruch nur eine begrenzte Zahl von Betrieben betroffen war;
      d)    die relevanten Bekämpfungsmaßnahmen, wie in Artikel 24 angegeben, in
            jedem mit ADV infizierten Betrieb sofort umgesetzt wurden, einschließlich der
            Impfung mit DIVA-Impfstoffen, wo notwendig.
   3. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a kann die Anwendung der DIVA-Impfung im
      Fall eines in Absatz 2 genannten Ausbruchs von der zuständigen Behörde genehmigt
      werden, wenn
      a)    ihre Anwendung auf die Bekämpfung dieses Ausbruchs, soweit es die
            zuständige Behörde für notwendig hält, beschränkt bleibt;
      b)    die Schweine unter Aufsicht der zuständigen Behörde mit DIVA-Impfstoffen
            geimpft werden und die Verwendung von DIVA-Impfstoffen für jedes Tier
            dokumentiert wird;
      c)    die nach dem DIVA-Prinzip geimpften Schweine nur entweder unmittelbar zu
            einem Schlachthof oder in einen Betrieb in einem anderen Mitgliedstaat oder
            eine Zone verbracht werden, wo kein Impfverbot in Kraft ist.
   4. Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b kann eine Überwachung durchgeführt
      werden, um jährlich unter Berücksichtigung der Produktionssysteme und der
      festgestellten Risikofaktoren die Abwesenheit von Infektionen mit ADV
      nachzuweisen, vorausgesetzt, dass in zwei aufeinander folgenden Jahren nach der
      Gewährung des Status „frei von einer Infektion mit ADV“ in diesem Mitgliedstaat
      oder dieser Zone keine Ausbrüche festgestellt wurden.
DE                                           43                                               DE
 ---pagebreak---                                       Teil VI
                          Bovine Virus Diarrhoe
                                     Kapitel 1
          Betrieb, der frei von Boviner Virus Diarrhoe ist
                                    ABSCHNITT 1
                            GEWÄHRUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von Boviner Virus Diarrhoe (BVD)“ kann einem Betrieb, in dem
      Rinder gehalten werden, nur gewährt werden, wenn
      a)   während der letzten 18 Monate kein bestätigter Fall von BVD bei einem im
           Betrieb gehaltenen Rind aufgetreten ist;
      b)   die im Betrieb gehaltenen Rinder unter Berücksichtigung möglicher früherer
           Impfungen mindestens einem der folgenden Testregimes unterzogen wurden:
           i)    Tests zum Nachweis des Antigens des BVD-Virus (BVDV) oder -
                 Genoms mit Negativbefund wurden an Proben aller Rinder durchgeführt.
                 Zumindest bei allen in den letzten zwölf Monaten geborenen Kälbern
                 müssen die Proben nach oder gleichzeitig mit der amtlichen
                 Kennzeichnung entnommen werden, jedoch nicht später als 20 Tage post
                 partum. Die Muttertiere der Kälber mit negativem Ergebnis brauchen
                 nicht getestet zu werden;
           ii)   serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen BVDV wurden
                 mit Negativbefund an Proben durchgeführt, die während eines Zeitraums
                 von mindestens zwölf Monaten mindestens dreimal in Zeitabständen von
                 mindestens vier Monaten von Rindern entnommen wurden, die vor der
                 Untersuchung mindestens drei Monate im Betrieb gehalten wurden.
                 Die Anzahl der getesteten Tiere muss mindestens den Nachweis
                 seropositiver Tiere mit einem Konfidenzniveau von 95 % bei einer
                 Zielprävalenz von 50 % ermöglichen, und sie muss mindestens fünf Tiere
                 betragen oder, wenn weniger als fünf Tiere gehalten werden, alle Tiere
                 umfassen.
                 Sofern die Rinder des Betriebs in getrennten Gruppen ohne unmittelbaren
                 Kontakt zueinander gehalten werden, muss eine entsprechende Anzahl
                 von Tieren aus jeder Gruppe getestet werden;
           iii)  während eines Zeitraums von mindestens zwölf Monaten wurde eine
                 Kombination der in Ziffern i und ii festgelegten Testregimes
                 durchgeführt.
                 Die Fähigkeit des kombinierten Testregimes zur Erkennung der Seuche
                 muss derjenigen der in Ziffern i und ii genannten Testregimes
                 gleichwertig sein;
DE                                         44                                            DE
 ---pagebreak---       c)    seit dem Beginn der in Absatz 1 Buchstabe b genannten Untersuchung alle in
            den Betrieb verbrachten Rinder:
            i)     aus von BVD freien Betrieben stammen, die in einem von BVD freien
                   Mitgliedstaaten oder einer solchen Zone liegen, oder
            ii)    aus von BVD freien Betrieben stammen, wo
                   –     die in Kapitel 1 Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstabe c Ziffer ii oder iii
                         genannten serologischen Tests innerhalb der letzten vier Monate
                         mit Negativbefund durchgeführt wurden, oder
                   –     sie vor ihrer Versendung unter Berücksichtigung der bisherigen
                         Tests und, sofern relevant, des Stadiums der Trächtigkeit des
                         Tieres, individuell getestet wurden, um die Übertragung von
                         BVDV in den Zielbetrieb auszuschließen, oder
            iii)   in einem Test auf BVDV-Antigen oder -Genom negativ getestet wurden
                   und
                   –     während eines Zeitraums von mindestens 21 Tagen vor ihrer
                         Versendung einer Quarantäne unterlagen und im Fall trächtiger
                         Muttertiere negativ auf Antikörper gegen BVDV an nach
                         mindestens 21 Tagen Quarantäne entnommenen Proben getestet
                         wurden, oder
                   –     entweder vor ihrer Versendung oder im Fall trächtiger Muttertiere
                         vor der Besamung, die der gegenwärtigen Trächtigkeit vorherging,
                         positiv auf Antikörper gegen BVDV getestet wurden;
      d)    seit dem Beginn der Probenahme nach Buchstabe b das gesamte in den Betrieb
            verbrachte Zuchtmaterial von Rindern aus folgenden Quellen stammt:
            i)     aus von BVD freien Betrieben; oder
            ii)    aus zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben.
   2. Abweichend von Absatz 1 kann der Status „frei von BVD“ einem Betrieb gewährt
      werden, wenn
      a)    alle Rinder aus BVD-freien Betrieben stammen, die in einem BVD-freien
            Mitgliedstaat oder einer solchen Zone oder aus einem Mitgliedstaat oder einer
            Zone, der bzw. die unter ein genehmigtes Tilgungsprogramm fällt, liegen und,
            falls relevant, die in Absatz 1 Buchstabe c festgelegten Anforderungen erfüllen,
            oder
      b)    alle Rinder aus BVD-freien Betrieben stammen, nicht für die Zucht vorgesehen
            sind und der Status des Betriebs als frei von BVD in Übereinstimmung mit
            Abschnitt 2 Absatz 2 aufrechterhalten wird.
                                      ABSCHNITT 2
                        AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von BVD“ eines Betriebs, in dem Rinder gehalten werden, kann nur
      aufrechterhalten werden, wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben a, c und d festgelegten Anforderungen
            weiterhin erfüllt sind;
DE                                           45                                               DE
 ---pagebreak---       b)    seit der Gewährung des Status „frei von BVD“ in dem Betrieb kein Rind gegen
            BVD geimpft wurde;
      c)    mindestens eines der folgenden Testregimes mit Negativbefund durchgeführt
            wird:
            i)     jedes neugeborene Kalb wird an einer nach oder gleichzeitig mit der
                   amtlichen Kennzeichnung, aber nicht später als 20 Tage post partum
                   entnommenen Probe negativ auf BVDV-Antigen oder -Genom getestet;
            ii)    serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen BVDV werden
                   mindestens jährlich an Proben durchgeführt, die von Rindern entnommen
                   werden, vor der Testung mindestens drei Monate im Betrieb gehalten
                   wurden.
                   Die Anzahl der getesteten Tiere muss mindestens den Nachweis
                   seropositiver Tiere mit einem Konfidenzniveau von 95 % bei einer
                   Zielprävalenz von 50 % ermöglichen und sie muss mindestens fünf Tiere
                   betragen, oder wenn weniger als fünf Tiere gehalten werden, alle Tiere
                   umfassen;
                   Sofern die Rinder des Betriebs in getrennten Gruppen ohne unmittelbaren
                   Kontakt zueinander gehalten werden, muss eine entsprechende Anzahl
                   von Tieren aus jeder Gruppe getestet werden;
            iii)   eine Kombination der in Ziffern i und ii festgelegten Testregimes
                   durchgeführt wurde.
                   Die Fähigkeit des kombinierten Testregimes zur Erkennung der Seuche
                   muss derjenigen der in Ziffern i und ii genannten Testregimes
                   gleichwertig sein;
            iv)    wenn der Betrieb in einem BVD-freien Mitgliedstaat oder einer solchen
                   Zone liegt, werden die Tests an in Übereinstimmung mit Kapitel 2
                   Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstabe b oder, falls relevant, Kapitel 2
                   Abschnitt 2 Absatz 3 entnommenen Proben durchgeführt;
      d)    in den Betrieb nur Rinder eingestellt werden, die nicht gegen BVD geimpft
            wurden, wenn der Betrieb in einem BVD-freien Mitgliedstaat oder einer
            solchen Zone liegt.
   2. Abweichend von Absatz 1 kann der in Abschnitt 1 Absatz 2 Buchstabe b genannte
      Status „frei von BVD“ eines Betriebs, in dem Rinder gehalten werden, ohne eine
      Untersuchung der Rinder entsprechend Absatz 1 Buchstabe c aufrechterhalten
      werden, wenn
      a)    die in Abschnitt 1 Absatz 2 Buchstabe b festgelegten Anforderungen weiterhin
            erfüllt sind;
      b)    sie nicht zur Zucht verwendet werden;
      c)    sie keinen Kontakt mit zur Zucht verwendeten oder für die Zucht vorgesehenen
            Tieren haben und von diesem Betrieb in einen Schlachthof verbracht werden,
            i)     entweder direkt oder
            ii)    durch einen Auftrieb, der in demselben Mitgliedstaat oder derselben
                   Zone stattfindet und bei dem nur Tiere, die die in Buchstaben b und c
DE                                          46                                             DE
 ---pagebreak---                    festgelegten Anforderungen erfüllen und aus Betrieben stammen, die die
                   in Buchstabe a festgelegten Anforderungen erfüllen, versammelt werden.
                                       ABSCHNITT 3
            AUSSETZUNG UND WIEDERZUERKENNUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von BVD“ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten werden, muss
      ausgesetzt werden, wenn
      a)     eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nicht erfüllt
             sind;
      b)     ein Verdachtsfall von BVD bei einem in dem Betrieb gehaltenen Rind auftritt.
   2. Der Status „frei von BVD“ darf nur wieder zuerkannt werden, wenn
      a)     die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben c und e sowie in Abschnitt 2 Absatz 1
             Buchstaben b, c und d, sowie Absatz 2, falls relevant, festgelegten
             Anforderungen erfüllt sind.
      b)     die Ergebnisse weiterer Untersuchungen die Abwesenheit von BVD belegen
             und der Status aller Verdachtsfälle bestimmt wurde.
                                       ABSCHNITT 4
             ABERKENNUNG UND WIEDERERLANGUNG DES STATUS
   1. Der Status „frei von BVD“ eines Betriebes, in dem Rinder gehalten werden, muss
      aberkannt werden, wenn
      a)     eine oder mehrere der in Abschnitt 2 festgelegten Anforderungen nach Ablauf
             der in Artikel 20 Absatz 3 Buchstabe b genannten maximalen Zeitspanne ab
             der Aussetzung des Status nicht erfüllt sind;
      b)     ein Fall von BVD bei einem in dem Betrieb gehaltenen Rind bestätigt wurde.
   2. Wenn der Status „frei von BVD“ nach Absatz 1 Buchstabe a aberkannt wurde, kann
      er erst wiedererlangt werden, wenn die in Abschnitt 1 Absatz 1 Buchstaben c und e
      sowie in Abschnitt 2 Absatz 1 Buchstaben b, c und d, sowie Absatz 2, falls relevant,
      festgelegten Anforderungen erfüllt sind.
   3. Wenn der Status „frei von BVD“ nach Absatz 1 Buchstabe b aberkannt wurde, kann
      er erst wiedererlangt werden, wenn
      a)     alle positiv auf BVDV getesteten Tiere entfernt wurden;
      b)     der Status jedes im Betrieb gehaltenen Rindes im Hinblick auf eine Infektion
             mit BVDV bestimmt wurde;
      c)     alle Kälber, die in utero mit BVDV hätten infiziert werden können, in Isolation
             geboren und gehalten wurden, bis sie negativ auf BVDV-Antigen oder -Genom
             getestet wurden.
DE                                           47                                              DE
 ---pagebreak---                                           Kapitel 2
       Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von Boviner Virus
                                        Diarrhoe ist
                                         ABSCHNITT 1
                                   GEWÄHRUNG DES STATUS
   Der Status „frei von BVD in Bezug auf gehaltene Rinder“ kann einem Mitgliedstaat oder
   einer Zone nur gewährt werden, wenn
   a)      die Impfung gegen BVD für gehaltene Rinder verboten ist;
   b)      mindestens während der vorhergehenden 18 Monate kein Fall von BVD bei einem
           gehaltenen Rind bestätigt wurde, und
   c)      mindestens 99,8 % der Betriebe, die mindestens 99,9 % der Rinderpopulation
           repräsentieren, frei von BVD sind.
                                         ABSCHNITT 2
                             AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1.      Der Status „frei von BVD in Bezug auf gehaltene Rinder“ eines Mitgliedstaats oder
           einer Zone kann nur aufrechterhalten werden, wenn
           a)    die in Abschnitt 1 Buchstaben a und c festgelegten Anforderungen weiterhin
                 erfüllt sind und
           b)    eine jährliche Überwachung durchgeführt wird, die mindestens den Nachweis
                 der Infektion von Betrieben mit BVDV bei einer Zielprävalenz von 0,2 % der
                 Betriebe oder mit BVDV infizierter Rinder bei einer Zielprävalenz von 0,1 %
                 der Rinderpopulation mit einem Konfidenzniveau von 95 % ermöglichen muss.
   2.      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a kann im Fall eines Ausbruchs die Impfung
           durch die zuständige Behörde gestattet werden, wenn
           a)    die Ergebnisse der epidemiologischen Untersuchung und der Untersuchungen
                 gemäß Artikel 25 gezeigt haben, dass von dem Ausbruch nur eine begrenzte
                 Zahl von Betrieben betroffen war;
           b)    nur eine begrenzte Zahl von Rindern, die von der zuständigen Behörde zur
                 Bekämpfung des Ausbruchs für erforderlich gehalten wird, unter Aufsicht der
                 zuständigen Behörde geimpft wird und die Impfung für jedes Tier
                 dokumentiert wird.
   3.      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b kann eine Überwachung durchgeführt
           werden, um jährlich unter Berücksichtigung der Produktionssysteme und der
           festgestellten Risikofaktoren die Abwesenheit von BVD nachzuweisen,
           vorausgesetzt, dass in fünf aufeinander folgenden Jahren nach der Gewährung des
           Status „frei von BVD“ in diesem Mitgliedstaat oder dieser Zone keine Ausbrüche
           festgestellt wurden.
DE                                             48                                            DE
 ---pagebreak---                                             ANHANG V
      SEUCHENSPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN AN DIE GEWÄHRUNG UND
   AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „SEUCHENFREI“ AUF DER EBENE VON
                             MITGLIEDSTAATEN ODER ZONEN
                                               Teil I
                       Infektion mit dem Tollwut-Virus
                                            Kapitel 1
            Technische Anforderungen an die Tollwutimpfung
                                           ABSCHNITT 1
                                IMPFUNG GEHALTENER TIERE
   1.    Für die Zwecke der Tilgungsprogramme für Infektionen mit dem Tollwut-Virus
         (RABV) darf die Tollwutimpfung nur an Haustieren vorgenommen werden, die
         gekennzeichnet sind und die Anforderungen des Anhangs III zur Verordnung (EU)
         Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates1 erfüllen müssen.
   2.    Für die Zwecke der Tilgungsprogramme für Infektionen mit RABV muss die
         Tollwutimpfung anderer gehaltener Tiere als der in Absatz 1 genannten risikobasiert
         sein und mit dem Ziel vorgenommen werden, Menschen vor der Exposition
         gegenüber dem Tollwut-Virus zu schützen, wobei Impfstoffe zu verwenden sind, die
         die in Absatz 1 Buchstaben a und b des Anhangs III der Verordnung (EU)
         Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates festgelegten
         Anforderungen erfüllen.
                                           ABSCHNITT 2
                              IMPFUNG WILD LEBENDER TIERE
   1.    Für die Zwecke der Tilgungsprogramme für Infektionen mit RABV muss die orale
         Impfung wild lebender Tiere gegen eine Infektion mit RABV
         a)     als reguläre Kampagne oder Notfallkampagne organisiert und umgesetzt
                werden, wobei die in Artikel 32 Absatz 2 Buchstabe a vorgesehene
                Risikobewertung zu berücksichtigen ist;
         b)     einer der Zeitplanung und Abdeckung des Impfgebietes angemessenen
                Verteilung des Impfstoffs unterliegen, wobei die biologischen Merkmale der
                Zieltierpopulation, die epidemiologische Situation und die Topografie des
                Gebietes zu berücksichtigen sind;
         c)     mit Unterstützung durch Geoinformationssysteme einer Bewertung der
                korrekten geografischen Verteilung der Impfköder mit einer Häufigkeit
   1
        Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juni 2013 über die
        Verbringung von Heimtieren zu anderen als Handelszwecken und zur Aufhebung der Verordnung (EG)
        Nr. 998/2003 (ABl. L 178 vom 28.6.2013, S. 1).
DE                                                 49                                                     DE
 ---pagebreak---                   unterliegen,     die,     sofern      notwendig,    die    Annahme       von
                  Berichtigungsmaßnahmen ermöglicht; und
            d)    einer Überwachung der Wirksamkeit der Impfung unterliegen, die den
                  Nachweis von Biomarkern und die serologische Untersuchung toter Tiere der
                  Zieltierpopulation auf die Impfung einschließen kann.
   2.       Für die Zwecke der Tilgungsprogramme für Infektionen mit RABV muss die
            Impfung von Populationen streunender Hunde gegen eine Infektion mit RABV
            a)    falls notwendig als Teil von Kontroll- und Managementmaßnahmen für
                  Populationen streunender Hunde organisiert und umgesetzt werden, wobei die
                  in Artikel 32 Absatz 2 Buchstabe a vorgesehene Risikobewertung zu
                  berücksichtigen ist;
            b)    den Anforderungen des Abschnitts 1 genügen.
                                             Kapitel 2
    Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von einer Infektion mit
                                   dem Tollwut-Virus ist
                                           ABSCHNITT 1
                                   GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.       Der Status „frei von einer Infektion mit RABV“ kann einem Mitgliedstaat oder einer
            Zone nur gewährt werden, wenn
            a)    eine Überwachung in Übereinstimmung mit den in Artikel 3 Absatz 1
                  festgelegten Anforderungen mindestens während der letzten 24 Monate
                  umgesetzt wurde, und
            b)    während der letzten 24 Monate in der Zieltierpopulation kein Fall einer
                  Infektion mit RABV bestätigt wurde.
   2.       Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b kann der Status nach Bestätigung einer
            Infektion mit RABV gewährt werden, wenn die Infektion in dem Fall nicht in dem
            Mitgliedstaat oder der Zone erfolgt ist, und
            a)    der Fall amtlich bestätigt wurde und kein epidemiologischer Zusammenhang
                  auftreten und zu einem weiteren Fall führen konnte, was die Feststellung des
                  Falles an einer Grenzkontrollstelle, einem Quarantänebetrieb oder den
                  Quarantäneanlagen eines geschlossenen Betriebs einschließt; oder
            b)    ein epidemiologischer Zusammenhang auftreten konnte und kein weiterer Fall
                  im Rahmen verstärkter Überwachung, epidemiologischer Untersuchung und
                  von Untersuchungen in den sechs Monaten nach dem Tod des Falles gefunden
                  wurde.
                                           ABSCHNITT 2
                             AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   Der Status „frei von einer Infektion mit RABV“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone kann
   nur aufrechterhalten werden, wenn
DE                                                50                                           DE
 ---pagebreak---    a) eine Überwachung in Übereinstimmung mit den in Artikel 3 Absatz 1 festgelegten
      Anforderungen mit dem Ziel einer Früherkennung der Seuche umgesetzt wird; und
   b) in der Zieltierpopulation kein Fall einer Infektion mit RABV bestätigt wurde oder ein
      Fall einer Infektion bestätigt wurde und die in Abschnitt 1 Absatz 2 festgelegten
      Bedingungen erfüllt wurden.
DE                                           51                                             DE
 ---pagebreak---                                          Teil II
      Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit
                                  (Serotypen 1-24)
                                        Kapitel 1
              Mindestanforderungen an die Überwachung
                                       ABSCHNITT 1
       ÜBERWACHUNG ZUM NACHWEIS VON SEROTYPEN DES VIRUS DER
      BLAUZUNGENKRANKHEIT, DIE IN DEN LETZTEN ZWEI JAHREN NICHT
                                   GEMELDET WURDEN
   1.  Die Überwachung auf eine Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit
       (Serotypen 1-24) (Infektion mit BTV) zur Sicherstellung der Früherkennung der
       Einschleppung oder dem erneuten Auftreten einer Infektion mit einem der
       Serotypen 1-24 von BTV, der in den letzten zwei Jahren nicht gemeldet wurde, muss
       Folgendes umfassen:
       a)    allgemeine Überwachungsanforderungen            gemäß    Artikel 3   Absatz 1
             Buchstabe a;
       b)    eine aktive Überwachung wie in Abschnitt 4 vorgeschrieben.
   2.  Bei der Planung der Überwachung nach Absatz 1 ist Folgendes zu berücksichtigen:
       a)    das Risiko der Infektion mit begrenzten klinischen Erscheinungsbildern;
       b)    das Risiko der Einschleppung von BTV-Serotypen, die mit der Zirkulation
             eines der Serotypen 1-24 von BTV in benachbarten Gebieten zusammenhängen
             und
       c)    alle anderen festgestellten Risikofaktoren für die Einschleppung eines der
             Serotypen 1-24 von BTV, der in den letzten zwei Jahren nicht gemeldet wurde.
   3.  Die Überwachung in einem an einen infizierten Mitgliedstaat, eine infizierte Zone
       oder ein infiziertes Drittland angrenzenden Gebiet muss in einem Gebiet von bis zu
       150 km Entfernung von der Grenze zu dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem
       Drittland verstärkt werden. Die Abgrenzung des Gebiets mit verstärkter
       Überwachung kann an relevante ökologische oder geografische Merkmale angepasst
       werden, die die Übertragung von BTV erleichtern oder unterbrechen können, oder
       nach Umsetzung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen, die einen größeren oder
       einen kleineren Abstand erforderlich machen, angepasst werden.
   4.  Anhand der Überwachung nach Absatz 1 Buchstabe b und Absatz 3 muss die
       Infektion in der Zieltierpopulation mindestens mit einem Konfidenzniveau von 95 %
       bei einer Zielprävalenz von 5 % festgestellt werden können, soweit in Kapitel 4
       Abschnitt 2 nicht anders angegeben.
DE                                           52                                            DE
 ---pagebreak---                                         ABSCHNITT 2
      ÜBERWACHUNG ZUR BESTIMMUNG DES AUSMAßES DER BTV-INFEKTION
   1.    Die Überwachung der BTV-Infektion zur Sicherstellung einer zeitnahen Abgrenzung
         der Ausbreitung der Infektion bei Vorhandensein eines oder mehrerer BTV-
         Serotypen und, falls notwendig, zur Überwachung der Prävalenzrate muss Folgendes
         umfassen:
         a)    allgemeine Überwachungsanforderungen            wie    in    Artikel 3 Absatz 1
               Buchstabe a vorgeschrieben, und
         b)    eine aktive Überwachung wie in Abschnitt 4 vorgeschrieben.
   2.    Bei der Planung der Überwachung nach Absatz 1 sind alle verfügbaren
         Informationen über die Epidemiologie der Seuche und die biologischen Merkmale
         des im Hoheitsgebiet vorwiegend auftretenden Vektors zu berücksichtigen.
   3.    Die Zielprävalenz der Überwachung nach Absatz 1 muss an die epidemiologische
         Situation angepasst werden, wobei die Hauptrisikofaktoren wie die
         Zieltierpopulation und die Population des Vektors zu berücksichtigen sind.
                                        ABSCHNITT 3
     ÜBERWACHUNG ZUM NACHWEIS DER ABWESENHEIT EINER BTV-INFEKTION
   1.    Die Überwachung auf eine BTV-Infektion zum Nachweis der Abwesenheit einer
         Infektion mit allen der bereits im Hoheitsgebiet nachgewiesenen Serotypen 1-24
         muss Folgendes umfassen:
         a)    allgemeine Überwachungsanforderungen            wie    in    Artikel 3 Absatz 1
               Buchstabe a vorgeschrieben und
         b)    eine aktive Überwachung wie in Abschnitt 4 vorgeschrieben.
   2.    Bei der Planung der Überwachung nach Absatz 1 ist Folgendes zu berücksichtigen:
         a)    das Risiko der Infektion mit begrenzten klinischen Erscheinungsbildern;
         b)    alle verfügbaren Informationen über die Epidemiologie der Krankheit und die
               biologischen Merkmale des im Hoheitsgebiet vorwiegend auftretenden
               Vektors, und
         c)    alle spezifischen Risiken der Persistenz der festgestellten Infektion.
   3.    Anhand der Überwachung nach Absatz 1 Buchstabe b muss die Infektion in der
         Zieltierpopulation mindestens mit einem Konfidenzniveau von 95 % bei einer
         Zielprävalenz von 1 % festgestellt werden können.
                                        ABSCHNITT 4
      ANFORDERUNGEN AN DIE AKTIVE ÜBERWACHUNG DER BTV-INFEKTION
   1.    Die in Artikel 40 Absatz 1 Buchstabe a genannten geografischen Einheiten müssen
         auf einem Netz von 45 km mal 45 km basieren, und können entsprechend angepasst
         werden an
         a)    die epidemiologische Situation, wie schnell die Infektion sich ausbreitet und
               die Form und Größe der im Fall einer Bestätigung der Infektion vom
               Tilgungsprogramm abgedeckten Zonen und
DE                                             53                                              DE
 ---pagebreak---       b)    die Zonen nach Artikel 13 Absatz 2 Buchstabe b.
   2. Die aktive Überwachung muss auf einer oder mehreren der folgenden Aktivitäten
      basieren:
      a)    Überwachung von Sentineltieren mittels serologischer oder virologischer Tests,
            und
      b)    strukturierte Prävalenzuntersuchungen, die auf einer zufälligen oder
            risikobasierten Probenahmestrategie mit serologischen oder virologischen
            Tests basieren.
   3. Die Probenahme muss
      a)    mindestens einmal jährlich erfolgen, in der Zeit im Jahr, in der die Infektion
            oder Serokonversion am wahrscheinlichsten erkannt wird, und
      b)    während des Aktivitätszeitraums des Vektors monatlich erfolgen, wenn
            aufgrund des Risikos der Ausbreitung der Infektion regelmäßige Informationen
            benötigt werden.
   4. Die beprobten Tiere müssen
      a)    nicht gegen den/die Serotyp(en) von BTV, auf den die Überwachung gerichtet
            ist, geimpft sein;
      b)    falls ihre Mutter geimpft oder infiziert war, nicht mehr durch die mütterliche
            Immunität geschützt sein;
      c)    während eines ausreichenden Zeitraums in der relevanten geografischen
            Einheit gelebt haben und nicht vor der Exposition gegenüber dem Vektor
            geschützt gewesen sein;
      d)    für die geografische Verteilung der Zieltierpopulation in der relevanten
            geografischen Einheit repräsentativ sein; und
      e)    zu Beginn seronegativ sein, sofern die Überwachung auf der serologischen
            Untersuchung von Sentineltieren beruht.
   5. Die Probengröße in jeder geografischen Einheit muss in Übereinstimmung mit der
      auf den in den Abschnitten 1 bis 3 zugewiesenen Zielen basierten Zielprävalenz
      berechnet werden.
   6. Wenn die Überwachung nach Artikel 43 Absatz 2 Buchstabe c angepasst werden
      muss, muss sie mindestens eine Untersuchung über Folgendes umfassen:
      a)    die eingebrachten Tiere, die
            i)     auf der Probenahme und Untersuchung der eingestellten Tiere basieren
                   muss;
            ii)    so bald wie möglich nach der Einstellung stattfinden muss, oder
      b)    die Zieltierpopulation, die aufgrund der möglichen Zirkulation des Virus dem
            größten Risiko ausgesetzt ist, wobei die Untersuchung
            i)     mindestens die Fähigkeit haben muss, die Infektion mit BTV bei einer
                   Zielprävalenz von 5 % mit einem Konfidenzniveau von 95 % zu
                   erkennen;
            ii)    und entweder
DE                                          54                                             DE
 ---pagebreak---                   –     nicht vor Ablauf von 21 Tagen nach Einstellung der Tiere
                        stattfinden darf, wenn es sich um eine einmalige Untersuchung
                        handelt, oder
                  –     mit einer Häufigkeit durchgeführt werden muss, die der Häufigkeit
                        der Verbringungen der Tiere, die den Gesundheitsstatus gefährden
                        könnten, angepasst ist.
      Diese Untersuchung ist nicht erforderlich, wenn die Probenahme mit der Häufigkeit
      nach Absatz 3 Buchstabe b durchgeführt wird.
                                     ABSCHNITT 5
                        ENTOMOLOGISCHE ÜBERWACHUNG
   1. Die entomologische Überwachung umfasst mindestens ein aktives jährliches
      Programm zum Vektoreneinfang durch ständig aufgestellte Fallen, mit deren Hilfe
      die Populationsdynamik des Vektors sowie, falls relevant, der vektorenfreie Zeitraum
      bestimmt werden kann.
   2. Es sind Ansaugfallen mit Ultraviolettlicht gemäß festgelegten Protokollen zu
      verwenden, die die ganze Nacht über aufgestellt bleiben müssen, und zwar
      mindestens
      (a)   eine Nacht pro Woche im Monat vor dem erwarteten Beginn und im Monat vor
            dem erwarteten Ende des vektorfreien Zeitraums, und
      (b)   eine Nacht pro Monat im vektorfreien Zeitraum.
      Auf der Grundlage der in den ersten drei Jahren des Betriebs der Ansaugfallen
      gewonnenen Erkenntnisse kann die Häufigkeit ihrer Aufstellung angepasst werden.
   3. In jeder der in Artikel 40 Absatz 1 Buchstabe a genannten geografischen Einheiten
      muss während des saisonal BTV-freien Zeitraums mindestens eine Ansaugfalle
      platziert werden. Ein Teil der in den Ansaugfallen gesammelten Kleinmücken ist an
      ein spezialisiertes Labor zu senden, das in der Lage ist, die Vektorarten oder -
      komplexe, auf die Verdacht besteht, zu zählen und zu identifizieren.
   4. Sofern diese entomologische Überwachung im Rahmen der Bestimmung eines
      vektorfreien Zeitraums organisiert wird, muss ein maximaler Schwellenwert von
      Culicoides-Arten für die Interpretation der Ergebnisse definiert werden. Fehlen
      fundierte Erkenntnisse zur Unterstützung der Bestimmung des maximalen
      Schwellenwertes, so ist dafür das völlige Fehlen von Culicoides-imicola-Exemplaren
      und weniger als fünf parer Culicoides je Falle heranzuziehen.
                                      Kapitel 2
              Verbringung von Tieren und Zuchtmaterial
                                     ABSCHNITT 1
                             VERBRINGUNG VON TIEREN
   1. Die Tiere stammen aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone, der bzw. die frei von
      einer Infektion mit BTV ist, und wurden während der letzten 60 Tage vor dem
      Datum der Verbringung nicht mit einem Lebendimpfstoff gegen eine Infektion mit
      BTV geimpft.
DE                                         55                                              DE
 ---pagebreak---    2. Die Tiere stammen aus einem von einem Tilgungsprogramm abgedeckten
      Mitgliedstaat oder einer solchen Zone, und mindestens eine der folgenden
      Anforderungen muss erfüllt sein:
      a)    die Tiere wurden in einem in Übereinstimmung mit Artikel 40 Absatz 3
            bestimmten saisonal BTV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone
            gehalten:
            i)    mindestens 60 Tage vor der Verbringung;
            ii)   mindestens 28 Tage vor der Verbringung, und sie wurden mit
                  Negativbefund einem serologischen Test unterzogen, der an mindestens
                  28 Tage nach Eingang des Tieres in den Mitgliedstaat oder die Zone, der
                  bzw. die saisonal frei von BTV ist, entnommenen Proben durchgeführt
                  wurde; oder
            iii)  mindestens 14 Tage vor der Verbringung, und sie wurden mit
                  Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an mindestens 14 Tage
                  nach Eingang des Tieres in den Mitgliedstaat oder die Zone, der bzw. die
                  saisonal frei von BTV ist, entnommenen Proben durchgeführt wurde;
      b)    die Tiere wurden während der Verbringung an den Bestimmungort gegen
            Angriffe der Vektoren geschützt und in einem vektorengeschützten Betrieb vor
            Vektorenangriffen geschützt gehalten:
            i)    mindestens 60 Tage vor der Verbringung; oder
            ii)   mindestens 28 Tage vor der Verbringung, und sie wurden mit
                  Negativbefund einem serologischen Test unterzogen, der an mindestens
                  28 Tage nach Beginn des Zeitraums des Schutzes gegen
                  Vektorenangriffe entnommenen Proben durchgeführt wurde; oder
            iii)  mindestens 14 Tage vor der Verbringung, und sie wurden mit
                  Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an mindestens 14 Tage
                  nach Beginn des Zeitraums des Schutzes gegen Vektorenangriffe
                  entnommenen Proben durchgeführt wurde;
      c)    die Tiere wurden gegen alle Serotypen 1-24 von BTV, die in dem Mitgliedstaat
            oder der Zone während der letzten zwei Jahre gemeldet wurden, geimpft; die
            Tiere befinden sich innerhalb des durch die Spezifikationen des Impfstoffs
            garantierten Immunitätszeitraums und erfüllen mindestens eine der folgenden
            Anforderungen:
            i)    sie wurden mindestens 60 Tage vor der Verbringung geimpft; oder
            ii)   sie wurden mit einem inaktivierten Impfstoff geimpft und mit
                  Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an mindestens 14 Tage
                  nach Einsetzen der Immunität, wie in den Spezifikationen des Impfstoffs
                  angegeben, entnommenen Proben durchgeführt wurde;
      d)    die Tiere wurden mit Positivbefund einem serologischen Test unterzogen, mit
            dem spezifische Antikörper gegen alle in dem Mitgliedstaat oder der Zone
            während der letzten zwei Jahre gemeldeten BTV-Serotypen 1-24 nachgewiesen
            werden können, und
            i)    der serologische Test wurde an mindestens 60 Tage vor der Verbringung
                  entnommenen Proben durchgeführt; oder
DE                                         56                                              DE
 ---pagebreak---             ii)   der serologische Test wurde an mindestens 30 Tage vor der Verbringung
                  entnommenen Proben durchgeführt, und die Tiere wurden mit
                  Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an frühestens 14 Tage
                  vor der Verbringung entnommenen Proben durchgeführt wurde.
   3. Die Tiere stammen aus einem weder BTV-freien noch von einem Tilgungsprogramm
      für BTV-Infektionen abgedeckten Mitgliedstaat oder einer solchen Zone und
      a)    entsprechen den Anforderungen in Absatz 2 Buchstabe b; oder
      b)    die Tiere wurden mindestens die letzten 60 Tage vor der Verbringung entweder
            in einem Gebiet von mindestens 150 km Radius um den Betrieb, wo sie
            gehalten werden, oder in einem Mitgliedstaat, in dem mindestens während der
            letzten 60 Tage vor der Verbringung eine Überwachung in Übereinstimmung
            mit den in Kapitel 1 Abschnitte 1 und 2 festgelegten Anforderungen
            durchgeführt wurde, gehalten und
            i)    sie wurden entweder in Übereinstimmung mit Absatz 2 Buchstabe c
                  gegen alle während der letzten zwei Jahre in einem Gebiet mit einem
                  Radius von mindestens 150 km um den Ort, an dem die Tiere gehalten
                  wurden, gemeldeten BTV-Serotypen 1-24 geimpft; oder
            ii)   sie wurden in Übereinstimmung mit Absatz 2 Buchstabe d gegen alle
                  während der letzten zwei Jahre in einem Gebiet mit einem Radius von
                  mindestens 150 km um den Ort, an dem die Tiere gehalten wurden,
                  gemeldeten BTV-Serotypen 1-24 immunisiert.
   4. Die Tiere stammen aus einem nicht BTV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen
      Zone, sind zur sofortigen Schlachtung bestimmt, und die folgenden Anforderungen
      gelten:
      a)    im Ursprungsbetrieb wurde während der letzten 30 Tage vor der Verbringung
            kein Fall einer BTV-Infektion gemeldet;
      b)    die Tiere werden direkt von dem Herkunftsmitgliedstaat oder der
            Herkunftszone zum Bestimmungsschlachthof transportiert und dort innerhalb
            von 24 Stunden nach ihrer Ankunft geschlachtet;
      c)    der    Betreiber    des    Herkunftsbetriebs    hat   den    Betreiber   des
            Bestimmungsschlachthofs mindestens 48 Stunden vor der Verladung der Tiere
            über die Verbringung informiert.
   5. Die Tiere stammen aus einem weder BTV-freien noch von einem Tilgungsprogramm
      für BTV-Infektionen abgedeckten Mitgliedstaat oder einer solchen Zone und erfüllen
      die in Absatz 2 Buchstabe a festgelegten Anforderungen.
   6. Die Tiere stammen aus einem nicht BTV-freien Mitgliedstaat oder einer solchen
      Zone und
      a)    wurden mindestens 14 Tage vor der Verbringung durch Insektizide oder
            Repellents vor Vektorangriffen geschützt; und
      b)    wurden während dieses Zeitraums mit Negativbefund einem PCR-Test
            unterzogen, der an mindestens 14 Tage nach dem Schutz vor Vektorangriffen
            entnommenen Proben durchgeführt wurde.
DE                                         57                                            DE
 ---pagebreak---    7. Die Tiere erfüllen spezifische Tiergesundheitsanforderungen, die von der
      zuständigen Behörde festgelegt wurden, um sicherzustellen, dass sie vor der
      Versendung über ausreichenden Immunschutz verfügen.
   8. Die Tiere erfüllen die in den Absätzen 2, 3, 5, 6 oder 7 festgelegten Anforderungen
      nur für die in den letzten zwei Jahren im Herkunftsmitgliedstaat oder der
      Herkunftszone gemeldeten Serotypen von BTV, nicht für die während desselben
      Zeitraums im Bestimmungsmitgliedstaat oder der Bestimmungszone gemeldeten
      Serotypen.
                                    ABSCHNITT 2
                      VERBRINGUNG VON ZUCHTMATERIAL
   1. Die Spendertiere wurden mindestens während eines Zeitraums von 60 Tagen vor
      sowie während der Gewinnung von Zuchtmaterial in einem von einer Infektion mit
      BTV freien Mitgliedstaat oder einer solchen Zone gehalten.
   2. Das Zuchtmaterial stammt aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone, der bzw. die
      unter das Tilgungsprogramm für Infektionen mit BTV fällt, und mindestens eine der
      für Sperma in Buchstabe a, für in vivo gewonnene Rinder-Embryonen in
      Buchstabe b und für andere Embryonen als in vivo gewonnene Rinder-Embryonen
      und Eizellen in Buchstabe c festgelegten Anforderungen wird erfüllt:
      a)    Sperma wurde von Spendertieren gewonnen, die mindestens eine der folgenden
            Anforderungen erfüllen:
            i)    sie wurden mindestens 60 Tage vor Beginn und während der
                  Spermagewinnung in einem vektorgeschützten Betrieb vor
                  Vektorangriffen geschützt;
            ii)   sie wurden mindestens 60 Tage vor Beginn und während der
                  Spermagewinnung in einem saisonal BTV-freien Mitgliedstaat oder einer
                  solchen Zone gehalten;
            iii)  sie wurden mit Negativbefund einem serologischen Test an im Zeitraum
                  zwischen 28 und 60 Tagen ab dem Datum jeder einzelnen
                  Spermagewinnung entnommenen Proben unterzogen;
            iv)   sie wurden mit Negativbefund einer direkten Diagnosemethode
                  unterzogen, die an Proben durchgeführt wurde,
                  –     die zu Beginn und bei der letzten Gewinnung des zu verbringenden
                        Spermas; und
                  –     während des Zeitraums der Spermagewinnung: mindestens alle
                        sieben Tage im Fall eines Virusisolationstests oder mindestens alle
                        28 Tage im Fall eines PCR-Tests entnommen wurden;
      b)    in vivo gewonnene Rinder-Embryonen wurden von Spendertieren gewonnen,
            die am Tag der Gewinnung keine klinischen Anzeichen einer Infektion mit
            BTV zeigen und ihre Gewinnung, Verarbeitung und Aufbewahrung muss in
DE                                         58                                               DE
 ---pagebreak---                   Übereinstimmung mit Anhang III Teil 2 der Delegierten Verordnung der
                  Kommission (EU) 20XX/ … [SANTE/7073/2018, C(2019)4055]2 erfolgen;
            c)    andere Embryonen als in vivo gewonnene Rinder-Embryonen und Eizellen
                  wurden von Spendertieren gewonnen, die mindestens eine der folgenden
                  Anforderungen erfüllen:
                  i)     sie wurden mindestens 60 Tage vor Beginn und während der Gewinnung
                         der Embryonen/Eizellen in einem vektorgeschützten Betrieb vor
                         Vektorangriffen geschützt;
                  ii)    sie wurden mit Negativbefund einem serologischen Test an im Zeitraum
                         zwischen 28 und 60 Tagen ab dem Datum jeder einzelnen Gewinnung
                         von Embryonen/Eizellen entnommenen Proben unterzogen;
                  iii)   sie wurden mit Negativbefund einem PCR-Test an am Tag der
                         Gewinnung von Embryonen/Eizellen entnommenen Proben unterzogen;
                  iv)    sie wurden mindestens 60 Tage vor der Gewinnung von
                         Embryonen/Eizellen in einem saisonal BTV-freien Mitgliedstaat oder
                         einer solchen Zone gehalten.
   3.       Das Zuchtmaterial stammt aus einem weder BTV-freien noch von einem
            Tilgungsprogramm für BTV-Infektionen abgedeckten Mitgliedstaat oder einer
            solchen Zone und erfüllt die in Absatz 2 Buchstabe a Ziffern i, iii, iv, Buchstabe b,
            Buchstabe c Ziffern i, ii oder iii festgelegten Anforderungen.
   4.       Das Zuchtmaterial stammt aus einem weder BTV-freien noch von einem
            Tilgungsprogramm für BTV-Infektionen abgedeckten Mitgliedstaat oder einer
            solchen Zone und erfüllt die in Absatz 2 Buchstabe a Ziffer ii oder Absatz 2
            Buchstabe c Ziffer iv festgelegten Anforderungen.
                                               Kapitel 3
                                  Vektorgeschützter Betrieb
   Der Status „vektorgeschützter Betrieb“ kann einem Betrieb nur gewährt werden, wenn
   a)       er an den Ein- und Ausgängen mit geeigneten physischen Barrieren ausgestattet ist;
   b)       die Öffnungen mit Gittern mit geeigneter Maschenweite gegen Vektoren abgeschirmt
            sind, die regelmäßig mit einem zugelassenen Insektizid entsprechend den
            Anweisungen des Herstellers zu imprägnieren sind;
   c)       im vektorgeschützten Betrieb und in seiner Umgebung eine Vektorenüberwachung
            und -bekämpfung stattfindet;
   d)       Maßnahmen getroffen werden, um Brutstätten für Vektoren in der Nachbarschaft des
            vektorgeschützten Betriebs zu begrenzen oder zu beseitigen, und
   2
          Delegierte Verordnung (EU) 20XX/ … der Kommission vom … zur Ergänzung der Verordnung
          (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Zulassung von
          Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in
          Bezug auf Verbringungen innerhalb der Union von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen
          Landtieren [SANTE/7073/2018, C(2019)4055].
DE                                                   59                                                      DE
 ---pagebreak---    e)    Standardverfahren einschließlich der Beschreibung von Notfall- und Alarmsystemen
         für die Abläufe im vektorgeschützten Betrieb und für den Transport der Tiere zum
         Verladeort vorhanden sind.
                                         Kapitel 4
    Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die frei von einer Infektion mit
                                          BTV ist
                                        ABSCHNITT 1
                                 GEWÄHRUNG DES STATUS
   1.    Der Status „frei von einer Infektion mit BTV“ kann einem Mitgliedstaat oder einer
         Zone, in dem bzw. der BTV nie gemeldet wurde, nur gewährt werden, wenn
         a)    mindestens während der letzten 24 Monate eine Überwachung                   in
               Übereinstimmung mit Kapitel 1 Abschnitt 1 durchgeführt wurde, und
         b)    während der letzten 24 Monate in der Zieltierpopulation kein Fall einer
               Infektion mit BTV bestätigt wurde.
   2.    Der Status „frei von einer Infektion mit BTV“ kann einem Mitgliedstaat oder einer
         Zone, in dem bzw. der BTV bereits gemeldet wurde, nur gewährt werden, wenn
         a)    mindestens während der letzten 24 Monate eine Überwachung                   in
               Übereinstimmung mit Kapitel 1 Abschnitt 3 durchgeführt wurde, und
         b)    während der letzten 24 Monate in der Zieltierpopulation kein Fall einer
               Infektion mit BTV bestätigt wurde.
                                        ABSCHNITT 2
                           AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1.    Der Status „frei von einer Infektion mit BTV“ kann nur aufrechterhalten werden,
         wenn
         a)    die in Abschnitt 1 Absatz 1 festgelegten Anforderungen erfüllt sind, und
         b)    Tiere und Zuchtmaterialien aus der Zieltierpopulation nur in den Mitgliedstaat
               oder die Zone verbracht oder durch sie hindurch verbracht werden, wenn die in
               Artikel 43 und 45 festgelegten Anforderungen erfüllt sind.
   2.    Die Intensität und Häufigkeit der in Abschnitt 1 Absatz 1 genannten Überwachung
         muss angemessen angepasst werden an:
         a)    den Gesundheitsstatus der angrenzenden Mitgliedstaaten, Zonen oder
               Drittstaaten entsprechend Kapitel 1 Abschnitt 4 Absatz 3;
         b)    die Einbringung von Tieren aus der Zieltierpopulation, die den
               Gesundheitsstatus des Mitgliedstaats oder der Zone gefährdet haben könnte,
               entsprechend Kapitel 1 Abschnitt 4 Absatz 6.
   3.    Wenn während zweier aufeinander folgender Jahre nach der Anerkennung des Status
         „frei von einer Infektion mit BTV“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone keine
         Zirkulation der Infektion entdeckt wurde, muss die Überwachung basieren auf
DE                                             60                                             DE
 ---pagebreak---           a)    einer zufallsbasierten jährlichen Überwachung zur Erkennung einer Infektion
                mit BTV bei einer Zielprävalenz von 20 % mit einem Konfidenzniveau von
                95 %, oder
          b)    einer risikobasierten jährlichen Überwachung zur Erkennung einer Infektion
                mit BTV unter Berücksichtigung der Produktionssysteme und der festgestellten
                Risikofaktoren.
                                          Kapitel 5
      Mitgliedstaat oder Zone, der bzw. die saisonal frei von BTV ist
   1.     Der Status „saisonal frei von BTV“ kann einem Mitgliedstaat oder einer Zone nur
          gewährt werden, wenn
          a)    der Beginn und das Ende des vektorfreien Zeitraums und somit des saisonal
                BTV-freien Zeitraums gestützt auf entomologische Überwachung in
                Übereinstimmung mit Kapitel 1 Abschnitt 5 nachgewiesen wurden, und
          b)    das Ende der Übertragung von BTV durch Folgendes nachgewiesen wurde:
                i)    die Umsetzung einer Überwachung in Übereinstimmung mit Kapitel 1
                      Abschnitt 2 mindestens während der letzten zwölf Monate, einschließlich
                      einer vollständigen Vektorsaison, und
                ii)   das Fehlen neuer Infektionsfälle mit einem der BTV-Serotypen 1-24 seit
                      dem Ende der Vektorsaison.
   2.     Abweichend von Absatz 1 Buchstabe a kann die entomologische Überwachung auf
          der Grundlage wissenschaftlich fundierter Nachweis durch weitere Kriterien wie der
          Temperatur ersetzt werden, um den Beginn und das Ende des saisonalen BTV-freien
          Zeitraums zu untermauern, wenn der saisonale BTV-freie Zeitraum während eines
          Zeitraums von drei aufeinander folgenden Jahren erfolgreich nachgewiesen wurde.
   3.     Der Status „saisonal frei von BTV“ eines Mitgliedstaats oder einer Zone muss
          unverzüglich beendet werden, wenn das Ende des vektorfreien Zeitraums oder die
          Zirkulation des Virus nachgewiesen werden.
DE                                              61                                            DE
 ---pagebreak---                                             Teil III
                                 Befall mit Varroa spp.
                                          ABSCHNITT 1
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON BEFALL MIT VARROA SPP.“ AN EINEN
                              MITGLIEDSTAAT ODER EINE ZONE
   Der Status „frei von Befall mit Varroa spp.“ kann der relevanten Honigbienenpopulation
   eines Mitgliedstaats oder einer Zone nur gewährt werden, wenn
   a)      eine Risikobewertung durchgeführt wurde, in der alle potenziellen Faktoren für das
           Auftreten von Varroa spp. und ihr mögliches Vorhandensein in der Vergangenheit
           identifiziert wurden;
   b)      seit mindestens einem Jahr ein Sensibilisierungsprogramm durchgeführt wird, um
           zur Meldung aller Fälle zu ermuntern, die Hinweise auf Varroa spp. sein können;
   c)      kein bestätigter Fall eines Befalls mit Varroa spp. in gehaltenen oder wild lebenden
           Honigbienenbeständen aufgetreten ist;
   d)      seit mindestens einem Jahr eine jährliche Überwachung die Abwesenheit eines
           Befalls mit Varroa spp. an einer repräsentativen Probe gehaltener Honigbienen des
           Mitgliedstaats oder einer Zone desselben nachgewiesen hat, die mindestens die
           Erkennung des Befalls mit Varroa spp. bei mit einer Zielprävalenz von 1 % der
           Bienenhäuser und innerhalb der Bienenhäuser mit einer Zielprävalenz von 5 % der
           Bienenstöcke mit einem Konfidenzniveau von 95 % ermöglicht;
   e)      bei Vorkommen einer wild lebenden, selbsterhaltenden Population von Arten der
           Gattung Apis seit mindestens einem Jahr ein Überwachungsprogramm bei der
           Wildpopulation in Kraft ist, das keine Belege eines Befalls mit Varroa spp.
           hervorgebracht hat; und
   f)      die zuständige Behörde während der gesamten Laufzeit der in Buchstabe d
           genannten Überwachung geeignete Vorkehrungen für die Untersuchung von und den
           weiteren Umgang mit Honigbienen in allen Stadien ihres Lebenszyklus
           einschließlich Bienenbrut, die in den Mitgliedstaat oder die Zone verbracht werden,
           trifft, um den Befall seiner Population durch eingebrachte Honigbienen mit
           niedrigerem Gesundheitsstatus zu verhüten.
                                          ABSCHNITT 2
      AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON BEFALL MIT VARROA SPP.“
                         EINES MITGLIEDSTAATS ODER EINER ZONE
   Der Status „frei von Befall mit Varroa spp.“, der für die relevante Honigbienenpopulation
   eines Mitgliedstaats oder einer Zone gewährt wurde, kann nur aufrechterhalten werden, wenn
   a)      die zuständige Behörde eine Überwachung aufrechterhält, die
           i)     jährlich an einer repräsentativen Probe gehaltener Honigbienen des freien
                  Gebietes das Fehlen von Befall mit Varroa spp. nachweist;
DE                                               62                                             DE
 ---pagebreak---       ii)   die Früherkennung eines Befalls mit Varroa spp. in Bienenhäusern und
            Bienenstöcken ermöglicht;
      iii)  gestützt auf eine Risikobewertung Zielgebiete mit einer höheren
            Wahrscheinlichkeit der Einschleppung von oder des Befalls mit Varroa spp.
            besonders berücksichtigt;
   b) alle Verdachtsfälle untersucht wurden und kein Fall des Befalls mit Varroa spp. bei
      gehaltenen oder wild lebenden Honigbienenvölkern bestätigt wurde;
   c) entweder keine wild lebende, selbsterhaltende Population von Arten der Gattung
      Apis vorhanden ist oder ein laufendes Überwachungsprogramm bei der
      Wildpopulation in Kraft ist, das keine Belege des Befalls mit Varroa spp. nachweist;
      und
   d) Honigbienen in jedem Stadium ihres Lebenszyklus einschließlich Bienenbrut nur in
      das freie Gebiet verbracht werden, wenn
      i)    sie aus einem Mitgliedstaat oder einer Zone desselben oder aus einem
            Drittstaat oder Hoheitsgebiet mit seuchenfreiem Status bezüglich des Befalls
            mit Varroa spp. stammen; und
      ii)   sie während des Transports gegen Befall mit Varroa spp. geschützt werden.
DE                                         63                                              DE
 ---pagebreak---                                              Teil IV
          Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der
                     Newcastle-Krankheit ohne Impfung“
                                           ABSCHNITT 1
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT DEM VIRUS DER
                         NEWCASTLE-KRANKHEIT OHNE IMPFUNG“
   Der Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit (NDV) ohne
   Impfung“ in der Population des Geflügels und in Gefangenschaft gehaltener Vögel von
   Galliformes-Arten kann einem Mitgliedstaat oder einer Zone nur gewährt werden, wenn
   wenigstens in den letzten zwölf Monaten
   a)      die Impfung gegen die Infektion mit NDV für Geflügel und in Gefangenschaft
           gehaltene Vögel von Galliformes-Arten verboten war;
   b)      kein Geflügel und keine in Gefangenschaft gehaltenen Vögel von Galliformes-Arten,
           die gegen NDV geimpft waren, in Betrieben gehalten wurden, in denen Geflügel
           oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel von Galliformes-Arten gehalten werden;
   c)      die allgemeinen Überwachungsanforderungen in Übereinstimmung mit Artikel 3
           Absatz 1 Buchstabe a zur Früherkennung von Infektionen mit NDV angewandt
           wurden;
   d)      eines der folgenden Testregimes angewandt wurde:
           i)     alle Betriebe, in denen Zuchtgeflügel gehalten wird, wurden mit Negativbefund
                  an Blutproben von mindestens 60 aus jedem Betrieb zufällig ausgewählten
                  Vögeln, die mit dem Hämagglutinationshemmtest (HI) serologisch getestet
                  wurden, auf Antikörper gegen eine Infektion mit NDV getestet; oder
           ii)    es wurde eine Untersuchung an einer repräsentativen Stichprobe von Betrieben
                  durchgeführt, die mindestens in der Lage ist, bei einer Zielprävalenz von 1 %
                  der Geflügelbetriebe und einer Zielprävalenz innerhalb der Betriebe von 10 %
                  seropositiver Vögel die Infektion mit einem Konfidenzniveau von 95 %
                  nachzuweisen; und
   e)      kein Fall einer Infektion mit NDV bei Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen
           Vögeln von Galliformes-Arten bestätigt wurde.
                                           ABSCHNITT 2
                              AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS
   1.      Der Status „frei von einer Infektion mit NDV ohne Impfung“, der einem
           Mitgliedstaat oder einer Zone gewährt wurde, kann nur aufrechterhalten werden,
           wenn die in Abschnitt 1 Buchstaben a bis e festgelegten Anforderungen weiterhin
           erfüllt sind.
   2.      Abweichend von Absatz 1 kann der Status „frei von einer Infektion mit NDV ohne
           Impfung“, der einem Mitgliedstaat oder einer Zone gewährt wurde, im Fall der
           Bestätigung eines Falls einer Infektion mit NDV aufrechterhalten werden, wenn
DE                                               64                                             DE
 ---pagebreak---       a)    die einschlägigen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen bei jedem Betrieb mit
            Verdachtsfällen oder bestätigten Fällen unverzüglich umgesetzt wurden, bis
            der Vorfall geklärt wurde;
      b)    die zuständige Behörde zu dem Schluss gekommen ist, dass nur eine begrenzte
            Zahl von Betrieben, die mit dem ersten nachgewiesenen Ausbruch
            epidemiologisch zusammenhängen, infiziert wurden, und
      c)    während eines Zeitraums von zwölf Monaten die in Buchstabe a genannten
            Seuchenbekämpfungsmaßnahmen nicht länger als drei Monate angewandt
            wurden.
   3. Der Status „frei von einer Infektion mit NDV ohne Impfung“, der einem
      Mitgliedstaat oder einer Zone gewährt wurde, wird durch die Bestätigung einer
      Infektion in einer anderen Vogelpopulation nicht berührt, sofern die zuständige
      Behörde unter Berücksichtigung der Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen zur
      Verhinderung der Übertragung der Infektion mit NDV auf Geflügel und in
      Gefangenschaft gehaltene Vögel von Galliformes-Arten zu der Bewertung
      gekommen ist, dass der Status nicht gefährdet wurde.
DE                                         65                                           DE
 ---pagebreak---                                          ANHANG VI
         BESONDERE ANFORDERUNGEN IN BEZUG AUF SEUCHEN VON
                                      WASSERTIEREN
                                           TEIL I
                           RISIKOBASIERTE ÜBERWACHUNG
                                         Kapitel 1
      Mindestanforderungen an die risikobasierte Überwachung in
              bestimmten zugelassenen Aquakulturbetrieben
   1.    Allgemeine Vorgehensweise
         1.1. Eine risikobasierte Gesundheitsüberwachung, die Gesundheitsbesuche und
               möglicherweise Probenahme einschließt, wird in bestimmten zugelassenen
               Aquakulturbetriebe und in bestimmten zugelassenen Gruppen von
               Aquakulturbetrieben in einer Weise angewandt, die der Erzeugungsart
               angemessen ist und das Ziel hat, Folgendes zu erkennen:
               a)    erhöhte Sterblichkeit;
               b)    gelistete Seuchen;
               c)    neu auftretende Seuchen.
         1.2. Die Häufigkeit solcher Besuche hängt von dem Risiko ab, das der zugelassene
               Aquakulturbetrieb oder die zugelassene Gruppe von Aquakulturbetrieben in
               Bezug auf die Einschleppung und die Übertragung von Seuchen darstellt.
               Dieses Risiko bezieht sich auf gelistete Seuchen und mögliche neu auftretende
               Seuchen und schließt daher Aquakulturbetriebe und Gruppen von
               Aquakulturbetrieben ein, in denen gelistete Arten gehalten werden, sowie in
               manchen Fällen Aquakulturbetriebe und Gruppen von Aquakulturbetrieben, in
               denen nicht gelistete Arten gehalten werden. Die zuständige Behörde muss das
               Risiko bestimmen, das von jedem zugelassenen Aquakulturbetrieb oder jeder
               zugelassenen Gruppe von Aquakulturbetrieben ausgeht, und sie muss sie als
               Betriebe mit hohem, mittlerem oder geringem Risiko einstufen.
               Kapitel 2 enthält Einzelheiten über die bei der Risikoeinstufung zu
               berücksichtigenden Faktoren. Diese Risikoeinstufung wird wiederholt und
               aktualisiert, wenn einer der in Buchstaben a bis l genannten Risikofaktoren
               anzeigt, dass sich das von dem Betrieb ausgehende Risiko geändert hat.
         1.3. In Kapitel 3 wird die Mindesthäufigkeit von vorzunehmenden
               Gesundheitsbesuchen festgelegt, und zwar gestützt darauf, ob die zuständige
               Behörde einen Betrieb als Betrieb mit hohem, mittlerem oder geringem Risiko
               eingestuft hat.
         1.4. Die risikobasierte Tiergesundheitsüberwachung in Aquakulturbetrieben und
               Gruppen von Aquakulturbetrieben kann mit Gesundheitsbesuchen und
               Probenahmen verbunden werden, die wie folgt durchgeführt werden:
               a)    als Teil eines obligatorischen oder optionalen Tilgungsprogramms für
                     eine oder mehrere gelistete Seuchen, oder
DE                                            66                                             DE
 ---pagebreak---                   b)    um den Status „seuchenfrei“ für eine oder mehrere gelistete Seuchen
                        nachzuweisen und aufrechtzuerhalten, oder
                  c)    als Teil eines Überwachungsprogramms für eine oder mehrere Seuchen
                        der Kategorie C.
                                           Kapitel 2
        Für bestimmte zugelassene Aquakulturbetriebe anzuwendende Risikoeinstufung
   Die in Kapitel 1 Absatz 1.2 genannte Risikoeinstufung muss mindestens die in den
   Buchstaben a und b genannten Risikofaktoren berücksichtigen. Soweit relevant, werden auch
   die Buchstaben c bis l berücksichtigt:
   a)       Möglichkeit der direkten Ausbreitung von Pathogenen durch das Wasser;
   b)       Verbringung von Aquakulturtieren;
   c)       Art der Erzeugung;
   d)       die Arten der gehaltenen Aquakulturtiere;
   e)       System zum Schutz vor biologischen Gefahren einschließlich der Fachkenntnisse des
            Personals und der Schulung;
   f)       Dichte der Aquakulturbetriebe und Verarbeitungsbetriebe im Gebiet um den
            betroffenen Betrieb;
   g)       Nähe von Betrieben mit niedrigerem Gesundheitsstatus als der betroffene Betrieb;
   h)       Krankheitsgeschichte des betroffenen Betriebs und anderer lokaler Betriebe;
   i)       Vorhandensein infizierter wild lebender Wassertiere im Gebiet um den betroffenen
            Betrieb;
   j)       das von menschlichen Aktivitäten in der Nähe des betroffenen Betriebs wie Angeln,
            Vorhandensein von Transportrouten, Häfen, in denen Ballastwasser ausgetauscht
            wird, ausgehende Risiko;
   k)       Zugang von Beutegreifern, die die Ausbreitung der Seuche verursachen können, zum
            betroffenen Betrieb;
   l)       die Bilanz des Betriebes in Bezug auf die Befolgung der Anforderungen der
            zuständigen Behörde.
                                           Kapitel 3
                       Häufigkeit risikobasierter Tiergesundheitsbesuche
   Die Häufigkeit der risikobasierten Gesundheitsbesuche, die in bestimmten zugelassenen
   Betrieben und zugelassenen Gruppen von Betrieben durchgeführt werden müssen, hängt von
   der in Kapitel 2 genannten Risikoeinstufung ab, und ist wie folgt anzusetzen:
   a)       in Betrieben mit hohem Risiko mindestens einmal jährlich;
   b)       in Betrieben mit mittlerem Risiko mindestens einmal alle zwei Jahre;
   c)       in Betrieben mit geringem Risiko mindestens einmal alle drei Jahre.
DE                                              67                                            DE
 ---pagebreak---                                             Teil II
   SEUCHENSPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN AN DEN
       STATUS „SEUCHENFREI“ VON WASSERTIEREN
   Teil II enthält die seuchenspezifischen Anforderungen an den Status „seuchenfrei“ in Bezug
   auf die folgenden gelisteten Seuchen:
   Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)                                        Kapitel 1
   Infektiöse Hämatopoetische Nekrose (IHN)                                      Kapitel 1
   Infektion mit dem HPR-deletierten Virus der Ansteckenden Blutarmut der Kapitel 2
   Lachse
   Infektion mit Marteilia refringens                                            Kapitel 3
   Infektion mit Bonamia exitiosa                                                Kapitel 4
   Infektion mit Bonamia ostreae                                                 Kapitel 5
   Infektion mit dem Virus der Weißpünktchenkrankheit (WSSV)                     Kapitel 6
                                           Kapitel 1
       Tilgung, Status „seuchenfrei“ und Diagnosemethoden für die
       Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) und die Infektiöse
                            Hämatopoetische Nekrose (IHN)
                                          ABSCHNITT 1
   ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND PROBENAHME
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii genannten Gesundheitsbesuche und
   Probennahme für die Überwachung müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)       Die Gesundheitsbesuche und soweit zutreffend die Probenahmen müssen während
            der Zeit im Jahr erfolgen, zu der die Wassertemperatur unter 14 °C liegt oder die
            Proben müssen bei den niedrigsten Temperaturen im Jahr entnommen werden, wenn
            Temperaturen unter 14 °C nicht erreicht werden;
   b)       wenn wegen der geringen Anzahl der Aquakulturbetriebe in einem
            Tilgungsprogramm eine gezielte Überwachung der Wildpopulationen erforderlich
            ist, sind Anzahl und geografische Verteilung der Probenahmestellen so zu
            bestimmen, dass eine angemessene Abdeckung des Mitgliedstaats, der Zone oder des
            Kompartiments gegeben ist. Die Probenahmestellen müssen repräsentativ für die
            verschiedenen Ökosysteme sein, in denen Wildpopulationen empfänglicher Arten
            leben;
   c)       wenn Betriebe oder Wildpopulationen gemäß den Abschnitten 2 bis 4 häufiger als
            einmal pro Jahr einem Gesundheitsbesuch oder einer Probenahme unterzogen
            werden müssen, müssen die Intervalle zwischen den Untersuchungen bzw. den
DE                                              68                                            DE
 ---pagebreak---            Probenahmen mindestens vier Monate betragen bzw. so lang wie möglich sein,
           wobei die Temperaturanforderungen gemäß Buchstabe a zu berücksichtigen sind;
   d)      alle Produktionsanlagen wie Teiche, Tanks und Netzkäfige müssen auf verendete,
           geschwächte oder verhaltensgestörte Fische kontrolliert werden. Besondere
           Beachtung ist dem Wasserabflussbereich zu widmen, in dem sich geschwächte
           Fische strömungsbedingt besonders häufig aufhalten;
   e)      für die Probenahme bestimmte Fische der gelisteten Arten werden wie folgt
           ausgewählt:
           i)    sind Regenbogenforellen vorhanden, so sind nur Fische dieser Art für die
                 Beprobung zu wählen, es sei denn, es sind andere empfängliche Arten
                 vorhanden, die typische Anzeichen von VHS oder IHN aufweisen; sind keine
                 Regenbogenforellen vorhanden, so muss die Probe repräsentativ für alle
                 anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
           ii)   sind geschwächte, verhaltensgestörte oder soeben verendete Fische (jedoch
                 ohne Anzeichen der Zersetzung) vorhanden, so sind solche Fische
                 auszuwählen; wird für die Fischproduktion mehr als eine Wasserquelle
                 verwendet, so müssen die Fische für die Probenahme so ausgewählt werden,
                 dass alle Wasserquellen berücksichtigt werden;
           iii)  die Fische sind so auszuwählen, dass sich die Probe proportional aus Fischen
                 aller Produktionseinheiten (Netzkäfige, Tanks und Teiche) des Betriebs sowie
                 aller Jahresklassen zusammensetzt.
                                         ABSCHNITT 2
       GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON VHS“ ODER „FREI VON IHN“ FÜR
       MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT UNBEKANNTEM
                                     GESUNDHEITSSTATUS
   Der Status „frei von VHS“ oder „frei von IHN“ kann einem Mitgliedstaat, einer Zone oder
   einem Kompartiment mit unbekanntem Gesundheitsstatus in Bezug auf VHS oder IHN nur
   gewährt werden, wenn
   a)      alle Betriebe und, sofern erforderlich, in Übereinstimmung mit Abschnitt 1
           Buchstabe b ausgewählte Probenahmestellen in Wildpopulationen einem der
           folgenden Prüfschemata unterzogen wurden:
           i)    Muster A — 2-Jahresschema
                 Die Betriebe oder Probenahmestellen müssen über einen Zeitraum von
                 mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren Gesundheitsbesuchen und
                 Probenahmen gemäß Tabelle 1.A unterzogen worden sein.
                 Während dieses Zweijahreszeitraums müssen die Untersuchungen aller Proben
                 mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden
                 Negativbefunde für VHS oder IHN ergeben haben, und jeglicher Verdacht auf
                 Vorliegen von VHS oder IHN muss gemäß den in Nummer Abschnitt 5
                 Absatz 3 festgelegten Probenahme- und Diagnosemethoden ausgeschlossen
                 worden sein;
           ii)   Muster B — 4-Jahresschema mit verringertem Stichprobenumfang
DE                                             69                                             DE
 ---pagebreak---                     Die Betriebe oder Probenahmestellen müssen über einen Zeitraum von
                    mindestens vier aufeinander folgenden Jahren Gesundheitsbesuchen und
                    Probenahmen gemäß Tabelle 1.B unterzogen worden sein. Während dieses
                    Vierjahreszeitraums müssen die Untersuchungen aller Proben mittels der in
                    Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden Negativbefunde für VHS
                    oder IHN ergeben haben, und jeglicher Verdacht auf Vorliegen von VHS oder
                    IHN muss gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten Probenahme- und
                    Diagnosemethoden ausgeschlossen worden sein;
   b)       wenn VHS oder IHN während der in Buchstabe a genannten Überwachung erkannt
            wurden, müssen relevante Betriebe im Mitgliedstaat, der Zone oder dem
            Kompartiment vor dem Beginn eines neuen Zwei- oder Vierjahresschemas:
            i)      den in den Artikeln 58 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
                    Seuchenbekämpfung unterworfen werden;
            ii)     mit Fischen aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem
                    Kompartiment mit dem Status „frei von VHS“ oder „frei von IHN“ oder aus
                    einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment,
                    der, die oder das unter ein Tilgungsprogramm für VHS oder IHN fällt,
                    wiederbelegt werden.
                                                             Tabelle 1.A
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimente während des in Buchstabe a
   Ziffer i genannten zweijährigen Kontrollzeitraums vor der Erlangung des Status „frei
   von VHS“ und des Status „frei von IHN“
                                 Zahl der                   Zahl der                Zahl der Fische in der
       Art des           Gesundheitsbesuche             Probenahmen                         Probe(1)
       Betriebs            pro Jahr in jedem              pro Jahr in            Zahl der            Zahl der
                                  Betrieb               jedem Betrieb           Jungfische        Laichfische(2)
    a) Betriebe mit                    2                          2             50 (erster        30 (erster oder
       Laichfischen                                                             Besuch)           zweiter Besuch)
                                                                                75 (zweiter
                                                                                Besuch)
    b) Betriebe nur                    2                          1                      0        75 (erster oder
       mit                                                                                        zweiter Besuch)
       Laichfischen
    c) Betriebe                        2                          2             75 (erster                 0
       ohne                                                                     UND zweiter
       Laichfische                                                              Besuch)
   Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 10
   (1)      Im Fall von Küstenzonen oder -kompartimenten sind die Proben frühestens drei Wochen nach der Umsetzung der
            Fische von Süß- in Salzwasser zu entnehmen.
   (2)      Ovarien- und Samenflüssigkeit von Laichfischen wird zum Zeitpunkt der Reife in Verbindung mit dem
            „Abstreifen“ entnommen.
DE                                                        70                                                           DE
 ---pagebreak---                                                       Tabelle 1.B
         Programm für Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimente, die während des in
    Buchstabe a Ziffer ii genannten vierjährigen Kontrollzeitraums vor der Erlangung des
            Status „frei von VHS“ und des Status „frei von IHN“ einen verringerten
                                            Stichprobenumfang nutzen
                                                              Zahl der               Zahl der Fische in der
                                     Zahl der                                                Probe(1)
                                                           Probenahme
          Art des             Gesundheitsbesuch
                                                          n pro Jahr in            Zahl der           Zahl der
          Betriebs           e pro Jahr in jedem
                                                                jedem             Jungfisch        Laichfische(2
                                     Betrieb
                                                               Betrieb                  e                  )
      Erste 2 Jahre
       a) Betriebe mit                     2                         1            30 (zweiter               0
          Laichfischen                                                            Besuch)
       b) Betriebe nur                     2                         1                    0        30 (erster oder
          mit                                                                                      zweiter Besuch)
          Laichfischen
       c) Betriebe ohne                    2                         1            30 (erster                0
          Laichfische                                                             oder zweiter
                                                                                  Besuch)
      Letzte 2 Jahre
       a) Betriebe mit                     2                         2            30 (erster       30 (zweiter
          Laichfischen                                                            Besuch)          Besuch)
       b) Betriebe nur                     2                         2                             30 (erster UND
          mit                                                                                      zweiter Besuch)
          Laichfischen
       c) Betriebe ohne                    2                         2            30 (erster
          Laichfische                                                             UND
                                                                                  zweiter
                                                                                  Besuch)
      Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 10
   (1)       Im Fall von Küstenzonen oder -kompartimenten sind die Proben frühestens drei Wochen nach der Umsetzung der
             Fische von Süß- in Salzwasser zu entnehmen.
   (2)       Ovarien- und Samenflüssigkeit von Laichfischen wird zum Zeitpunkt der Reife in Verbindung mit dem
             „Abstreifen“ entnommen.
DE                                                        71                                                            DE
 ---pagebreak---                                      ABSCHNITT 3
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON VHS“ ODER „FREI VON IHN“ IN
      MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTEN MIT BEKANNTER
                           INFEKTION MIT VHS ODER IHN
   1.   Der Status „frei von VHS“ oder „frei von IHN“ kann einem Mitgliedstaat, einer
        Zone oder einem Kompartiment mit bekannter Infektion mit VHS oder IHN nur
        gewährt werden, wenn alle Betriebe in diesem Mitgliedstaat, der Zone oder dem
        Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden, einem Tilgungsprogramm
        unterworfen waren, das folgende Anforderungen erfüllt:
        a)   die in den Artikeln 55 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
             Seuchenbekämpfung müssen wirksam angewandt worden sein und in der Nähe
             des als mit VHS oder IHN infiziert erklärten Betriebes bzw. der Betriebe muss
             unter Berücksichtigung der in Absatz 2 festgelegten Anforderungen eine
             Sperrzone von angemessener Größe, wie in Artikel 58 Absatz 1 Buchstabe c
             vorgesehen, eingerichtet worden sein, die, wenn angemessen, in eine Schutz-
             und eine Überwachungszone geteilt wird;
        b)   alle nicht mit VHS oder IHN infizierten Betriebe innerhalb der Schutzzone,
             oder wenn keine Schutzzone eingerichtet wurde, innerhalb der Sperrzone, in
             denen gelistete Arten gehalten werden, müssen einer Untersuchung unterzogen
             werden, die mindestens die folgenden Elemente umfasst:
             i)    die Entnahme von Proben für die Untersuchung von zehn Fischen, wenn
                   klinische Anzeichen für eine Infektion mit VHS oder IHN oder
                   entsprechende postmortale Läsionen beobachtet werden, oder von
                   mindestens 30 Fischen, wenn keinerlei klinische Anzeichen oder
                   postmortale Läsionen beobachtet werden;
             ii)   in den Betrieben, in denen die Untersuchungen gemäß Ziffer i
                   Negativbefunde ergeben haben, müssen bis zur Aufhebung der
                   Schutzzone gemäß Buchstabe c während des Zeitraums, in dem die
                   Wassertemperatur unter 14 °C liegt, weiterhin einmal pro Monat
                   Gesundheitsbesuche durchgeführt werden, außer wenn die Fischteiche,
                   Becken, Fließkanäle oder Netzkäfige von Eis bedeckt sind;
        c)   relevante Betriebe müssen entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend
             Artikel 63 gereinigt und desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt
             werden.
             Die Dauer der in Artikel 64 Absatz 2 Buchstabe a genannten Stilllegung muss
             mindestens sechs Wochen betragen. Wenn alle infizierten Betriebe innerhalb
             derselben Schutzzone oder, wo keine Schutzzone eingerichtet wurde, der
             Sperrzone geleert sind, muss eine gleichzeitige Stilllegung von mindestens drei
             Wochen stattfinden.
             Während der Stilllegung der infizierten Betriebe muss die Sperrzone oder, falls
             eine solche eingerichtet wurde, die Schutzzone bis zum Abschluss des in
             Abschnitt 2 festgelegten Programms in eine Überwachungszone umgewandelt
             werden;
        d)   die Wiederaufstockung darf erst dann erfolgen, wenn alle infizierten Betriebe
             gemäß Buchstabe c geleert, gereinigt, desinfiziert und stillgelegt worden sind;
DE                                          72                                               DE
 ---pagebreak---       e)   mit Ausnahme der in Buchstabe f genannten Betriebe müssen alle Betriebe in
           dem/der von dem Tilgungsprogramm erfassten Mitgliedstaat, Zone oder
           Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden, und, sofern eine
           Überwachung der Wildpopulationen durchzuführen ist, alle gemäß Abschnitt 1
           Buchstabe b ausgewählten Probenahmestellen in der Folge dem in Abschnitt 2
           festgelegten Überwachungssystem unterworfen werden;
      f)   ein Einzelbetrieb, in dem gelistete Arten gehalten werden und der einen
           Gesundheitsstatus aufweist, der von dem Gesundheitsstatus der umliegenden
           Gewässer unabhängig ist, muss nach einem Seuchenausbruch das in
           Abschnitt 2 festgelegte Überwachungsprogramm nicht befolgen, sofern der
           Betrieb die in Artikel 80 Absatz 3 festgelegten Anforderungen einhält und mit
           Fischen aus Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten mit dem Status „frei
           von VHS“ oder „frei von IHN“ wiederbelegt wird.
   2. Die Sperrzone muss auf einzelfallbezogener Grundlage bestimmt werden und
      a)   sie muss Faktoren berücksichtigen, die das Risiko der Ausbreitung von VHS
           oder IHN auf gehaltene und wild lebende Fische beeinflussen, wie
           i)    Anzahl, Prozentsatz und Verteilung der Fischsterblichkeit in dem mit
                 VHS oder IHN infizierten Betrieb oder in anderen Aquakulturbetrieben;
           ii)   Abstand zu und Dichte von benachbarten Betrieben;
           iii)  Nähe zu Schlachthöfen;
           iv)   Kontaktbetriebe;
           v)    die in den Betrieben vorhandenen Arten;
           vi)   die in den infizierten Betrieben und benachbarten Betrieben angewandten
                 Haltungsmethoden;
           vii) die hydrodynamischen Bedingungen; und
           viii) andere epidemiologisch bedeutsame Faktoren;
      b)   die geografische Abgrenzung            in   Küstengebieten    muss    folgende
           Minimalanforderungen erfüllen:
           i)    die Schutzzone muss aus einem Gebiet im Umkreis von mindestens einer
                 Gezeitenzone oder von mindestens 5 km um den mit VHS oder IHN
                 infizierten Betrieb (je nachdem, welches dieser Gebiete das größere ist),
                 oder einem gleichwertigen Gebiet, das unter Berücksichtigung geeigneter
                 hydrodynamischer oder epidemiologischer Daten bestimmt wird,
                 bestehen; und
           ii)   die Überwachungszone muss aus einem Gebiet sich überschneidender
                 Gezeitenzonen um die Schutzzone herum, oder aus einem Gebiet um die
                 Schutzzone herum bestehen, das einen Umkreis mit einem Radius von
                 10 km um den Mittelpunkt der Schutzzone erfasst oder aus einem
                 gleichwertigen Gebiet, das unter Berücksichtigung der geeigneten
                 hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten bestimmt wird;
           oder
           iii)  wo keine getrennten Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet
                 werden, muss die Sperrzone aus einem Gebiet bestehen, das sowohl die
                 Schutz- als auch die Überwachungszone umfasst;
DE                                         73                                              DE
 ---pagebreak---            c)      die geografische Abgrenzung in Landgebieten muss das gesamte
                   Wassereinzugsgebiet, in dem der mit VHS oder IHN infizierte Betrieb liegt,
                   umfassen. Die zuständige Behörde kann die Ausdehnung der Sperrzone unter
                   der Voraussetzung, dass die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen gegen VHS
                   oder IHN dadurch nicht beeinträchtigt werden, auf Teile des
                   Wassereinzugsgebiets beschränken.
                                                  ABSCHNITT 4
      AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON VHS“ UND „FREI VON IHN“
   1.      Wenn gemäß Artikel 81 eine gezielte Überwachung zur Aufrechterhaltung des Status
           „frei von VHS“ oder „frei von IHN“ eines Mitgliedstaates, einer Zone oder eines
           Kompartiments erforderlich ist, werden alle Betriebe in dem Mitgliedstaat, der Zone
           oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden,
           Gesundheitsbesuchen unterzogen und die Fische müssen in Übereinstimmung mit
           Tabelle 1.C unter Berücksichtigung des Risikoniveaus des Betriebs in Bezug auf die
           Übertragung von VHS oder IHN beprobt werden.
   2.      Bei der Bestimmung der Häufigkeit der zur Aufrechterhaltung des Status „frei von
           VHS“ oder „frei von IHN“ erforderlichen Gesundheitsbesuche ist das Risiko der
           Übertragung von VHS oder IHN als hoch anzusehen, wenn der Gesundheitsstatus in
           Bezug auf VHS oder IHN vom Gesundheitsstatus der Wassertierpopulationen in den
           umgebenden natürlichen Gewässern abhängt.
   3.      Der Status „seuchenfrei“ darf nur solange aufrechterhalten werden, wie die
           Untersuchungen aller Proben mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten
           Diagnosemethoden Negativbefunde für VHS oder IHN ergeben und jeglicher
           Verdacht auf VHS oder IHN gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten
           Diagnosemethoden ausgeschlossen wurde.
                                                    Tabelle 1.C
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente für die Aufrechterhaltung
   des Status „frei von VHS“ oder „frei von IHN“
   Risikoniveau(1)        Zahl der Gesundheitsbesuche pro Jahr in                       Zahl der Fische in der
                                            jedem Betrieb                                       Probe(2,3)
   Hoch                                      einmal jährlich                                         30
   Mittel                               einmal alle zwei Jahre                                       30
   Gering                                einmal alle drei Jahre                                      30
   Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 10
   (1)     Risikoniveau, das dem Betrieb von der zuständigen Behörde wie in Teil I Kapitel 2 angegeben, zugewiesen wird,
           außer im Fall abhängiger Kompartimente, wo alle Betriebe als Betriebe mit hohem Risiko angesehen werden.
   (2)     Bei jedem Gesundheitsbesuch ist eine Probe zu nehmen.
   (3)     Im Fall von Küstenzonen oder -kompartimenten sind die Proben frühestens drei Wochen nach der Umsetzung der
           Fische von Süß- in Salzwasser zu entnehmen.
DE                                                        74                                                             DE
 ---pagebreak---                                      ABSCHNITT 5
                    DIAGNOSE- UND PROBENAHMEMETHODEN
   1. Die Organe und Gewebematerialien, die als Proben zu nehmen und zu untersuchen
      sind, müssen die Milz, die Vorderniere und entweder das Herz oder das Gehirn sein.
      Bei der Beprobung von Laichfischen können auch Ovarien- oder Samenflüssigkeit
      untersucht werden.
      Im Fall von Fischbrut können auch ganze Fische als Proben entnommen werden.
      Proben von höchstens zehn Fischen können gepoolt werden.
   2. Die Diagnosemethode zur Erlangung oder Aufrechterhaltung des Status „frei von
      VHS“ oder „frei von IHN“ entsprechend den Abschnitten 2 bis 4 muss folgende sein:
      a)    Virusisolation in Zellkulturen gefolgt von Identifizierung des Virus durch
            ELISA,      einen     indirekten    Immunfluoreszenztest    (IFAT),    einen
            Virusneutralisationstest oder die Erkennung des Virusgenoms, oder
      b)    Erkennung durch Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-
      qPCR).
      Die detaillierten Verfahren zur Durchführung diese Diagnosemethoden müssen die
      von der EURL für Fischseuchen genehmigten Verfahren sein.
   3. Muss gemäß Artikel 55 ein Verdacht auf VHS oder IHN bestätigt oder
      ausgeschlossen werden, müssen der folgende Gesundheitsbesuch, die Probenahme
      und die Untersuchung die folgenden Anforderungen erfüllen:
      a)    a)      in dem verdächtigen Betrieb wird mindestens ein Gesundheitsbesuch
            und eine Beprobung von zehn Fischen vorgenommen, wenn klinische
            Anzeichen für eine Infektion mit VHS oder IHN oder entsprechende
            postmortale Läsionen beobachtet werden, oder von mindestens 30 Fischen,
            wenn keinerlei klinische Anzeichen oder postmortale Läsionen beobachtet
            werden. Die Proben sind mit einer oder mehreren der in Absatz 2 Buchstaben a
            und b genannten Diagnosemethoden in Übereinstimmung mit den von der
            EURL für Fischseuchen genehmigten detaillierten Diagnosemethoden und -
            verfahren zu testen;
      b)    das Auftreten von VHS muss als bestätigt angesehen werden, wenn eine oder
            mehrere dieser Diagnosemethoden positive Befunde für VHSV ergeben. Das
            Auftreten von IHN muss als bestätigt angesehen werden, wenn eine oder
            mehrere dieser Diagnosemethoden Positivbefunde für IHNV ergeben. Die
            Bestätigung des ersten Falles von VHS oder IHN in zuvor nicht infizierten
            Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten muss auf einer herkömmlichen
            Virusisolierung in Zellkultur mit anschließendem immunochemischem oder
            molekularem Virusnachweis oder mit Genomidentifikation einschließlich der
            Bestätigung durch Sequenzierung des Amplifikationsprodukts (RT-PCR)
            basieren;
      c)    ein Verdacht auf VHS oder IHN gilt als ausgeschlossen, wenn Zellkultivierung
            oder RT-qPCR keine weiteren Nachweise für das Vorhandensein von VHSV
            oder IHNV ergeben.
DE                                          75                                           DE
 ---pagebreak---                                            Kapitel 2
      Tilgung, Status „seuchenfrei“ und Diagnosemethoden für die
       Infektion mit dem HPR-deletierten Virus der Ansteckenden
                Blutarmut der Lachse (HPR-deletierter ISAV)
                                        ABSCHNITT 1
   ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND PROBENAHME
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii genannten Gesundheitsbesuche und
   Probennahme für die Überwachung müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)     wenn Gesundheitsbesuche und Probenahme in Betrieben in Übereinstimmung mit
          Abschnitt 2 bis 4 mehrmals im Jahr durchzuführen sind, müssen die Intervalle
          zwischen den Gesundheitsbesuchen oder Probenahmen so lang wie möglich sein;
   b)     wenn wegen der geringen Zahl der Aquakulturbetriebe im Tilgungsprogramm eine
          gezielte Überwachung der Wildpopulationen erforderlich ist, muss die Anzahl und
          geografische Verteilung der Probenahmestellen so festgelegt werden, dass eine
          angemessene Abdeckung des Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments
          erreicht wird;
   c)     die Probenahmestellen müssen repräsentativ für die verschiedenen Ökosysteme sein,
          in denen die Wildpopulationen empfänglicher Arten leben;
   d)     alle Produktionsanlagen wie Teiche, Tanks und Netzkäfige müssen auf verendete,
          geschwächte oder verhaltensgestörte Fische kontrolliert werden. Besondere
          Beachtung ist, soweit relevant, den Rändern der Käfige oder dem
          Wasserabflussbereich zu widmen, in denen sich geschwächte Fische
          strömungsbedingt besonders häufig aufhalten;
   e)     für die Probenahme bestimmte Fische der gelisteten Arten werden wie folgt
          ausgewählt:
          i)    wenn Atlantische Lachse vorhanden sind, sind nur Fische dieser Art für die
                Probenahme auszuwählen, außer wenn andere Arten vorhanden sind, die
                typische Anzeichen der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV aufweisen.
                Wenn im Betrieb keine Atlantischen Lachse vorhanden sind, muss die
                Probenauswahl für die anderen empfänglichen Arten im Betrieb repräsentativ
                sein;
          ii)   sind moribunde oder soeben verendete Fische (jedoch ohne Anzeichen der
                Zersetzung) vorhanden, so sind solche Fische auszuwählen, insbesondere
                Fische, die Anämie, Blutungen oder andere klinische Anzeichen aufweisen, die
                auf Störungen der Blutzirkulation hindeuten; wird für die Fischproduktion
                mehr als eine Wasserquelle verwendet, so müssen die Fische für die
                Probenahme so ausgewählt werden, dass alle Wasserquellen berücksichtigt
                werden;
          iii)  die Fische sind so auszuwählen, dass sich die Probe proportional aus Fischen
                aller Produktionseinheiten wie Netzkäfige, Tanks und Teiche des Betriebs
                sowie aller Jahresklassen zusammensetzt.
DE                                             76                                            DE
 ---pagebreak---                                                    ABSCHNITT 2
        GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT DEM HPR-
    DELETIERTEN ISAV“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE
                            MIT UNBEKANNTEM GESUNDHEITSSTATUS
   Der Status „frei von einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ kann einem
   Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit unbekanntem Gesundheitsstatus in
   Bezug auf eine Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV nur gewährt werden, wenn alle
   Betriebe und, falls erforderlich, alle ausgewählten Probenahmestellen in entsprechend
   Abschnitt 1       Buchstabe b            ausgewählten           Wildpopulationen  dem   folgenden
   Überwachungsprogramm unterzogen wurden:
   a)       die Betriebe oder Probenahmestellen müssen mindestens über einen Zeitraum von
            zwei aufeinander folgenden Jahren Gesundheitsbesuchen und Probenahmen gemäß
            Tabelle 2.A unterzogen worden sein;
   b)       während dieses Zweijahreszeitraums müssen die Untersuchungen aller Proben
            mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden Negativbefunde
            für HPR-deletierten ISAV ergeben haben, und jeglicher Verdacht auf Vorliegen der
            Infektion muss gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten Diagnosemethoden
            ausgeschlossen worden sein;
   c)       wenn eine Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV während der in Buchstabe a
            genannten Überwachung erkannt wurde, müssen vor der Wiederaufnahme des
            Programms die relevanten Betriebe in dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem
            Kompartiment:
            i)     den in den Artikeln 58 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
                   Seuchenbekämpfung unterworfen werden;
            ii)    mit Fischen aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem
                   Kompartiment mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem HPR-
                   deletierten ISAV“ oder aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone
                   oder einem Kompartiment, der, die oder das unter ein Tilgungsprogramm für
                   diese Seuche fällt, wiederbelegt werden.
                                                     Tabelle 2.A
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimente während des zweijährigen
   Kontrollzeitraums vor der Erlangung des Status „frei von einer Infektion mit dem HPR-
   deletierten ISAV“
       Jahr der                      Zahl der                             Zahl der        Zahl der
    Überwachung            Gesundheitsbesuche pro                  Laboruntersuchungen   Fische in
                            Jahr in jedem Betrieb                        pro Jahr(1)     der Probe
   1. Jahr                                  6                                    2            75
   2. Jahr                                  6                                    2            75
   (1)      Proben müssen in jedem Jahr im Frühjahr und Herbst entnommen werden.
   (2)      Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 5.
DE                                                        77                                         DE
 ---pagebreak---                                          ABSCHNITT 3
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT DEM HPR-
    DELETIERTEN ISAV“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE
         MIT BEKANNTER INFEKTION MIT DEM HPR-DELETIERTEN ISAV
   1.    Der Status „frei von einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ kann einem
         Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit bekannter Infektion mit dem
         HPR-deletierten ISAV nur gewährt werden, wenn alle Betriebe in diesem
         Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten
         werden, einem Tilgungsprogramm unterworfen waren, das folgende Anforderungen
         erfüllt:
         a)     die in den Artikeln 55 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
                Seuchenbekämpfung müssen angewandt worden sein und in der Nähe des mit
                dem HPR-deletierten ISAV infizierten Betriebs bzw. der Betriebe muss unter
                Berücksichtigung der in Absatz 2 festgelegten Anforderungen eine Sperrzone
                von angemessener Größe, wie in Artikel 58 Absatz 1 Buchstabe c vorgesehen,
                eingerichtet worden sein, die, wenn angemessen, in eine Schutz- und eine
                Überwachungszone geteilt wird;
         b)     alle nicht mit dem HPR-deletierten ISAV infizierten Betriebe innerhalb der
                Schutzzone oder, wenn keine Schutzzone eingerichtet wurde, innerhalb der
                Sperrzone, in denen gelistete Arten gehalten werden, müssen einer
                Untersuchung unterzogen werden, die mindestens die folgenden Elemente
                umfasst:
                i)    die Entnahme von Proben für die Untersuchung von mindestens zehn
                      moribunden Fischen, wenn klinische Anzeichen für eine Infektion mit
                      dem HPR-deletierten ISAV oder entsprechende postmortale Läsionen
                      beobachtet werden, oder von mindestens 30 Fischen, wenn keinerlei
                      klinische Anzeichen oder postmortale Läsionen beobachtet werden;
                ii)   in den Betrieben, in denen die Tests gemäß Ziffer i Negativbefunde
                      ergeben haben, werden weiterhin einmal pro Monat Gesundheitsbesuche
                      durchgeführt, bis die Schutzzone gemäß Buchstabe c aufgehoben wird;
         c)     relevante Betriebe müssen entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend
                Artikel 63 gereinigt und desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt
                werden.
                Die Dauer der in Artikel 64 Absatz 2 Buchstabe b genannten Stilllegung muss
                mindestens drei Monate betragen. Wenn alle infizierten Betriebe innerhalb
                derselben Schutzzone oder, wo keine Schutzzone eingerichtet wurde, der
                Sperrzone geleert sind, muss eine gleichzeitige Stilllegung von mindestens
                sechs Wochen stattfinden.
                Während der Stilllegung der infizierten Betriebe muss die Sperrzone oder, falls
                eine solche eingerichtet wurde, die Schutzzone bis zum Abschluss des in
                Abschnitt 2 festgelegten Programms in eine Überwachungszone umgewandelt
                werden;
         d)     die Wiederaufstockung darf erst dann erfolgen, wenn alle infizierten Betriebe
                gemäß Buchstabe c geleert, gereinigt, desinfiziert und stillgelegt worden sind;
DE                                             78                                               DE
 ---pagebreak---       e)   mit Ausnahme der in Buchstabe f genannten Betriebe müssen alle Betriebe in
           dem/der von dem Tilgungsprogramm erfassten Mitgliedstaat, Zone oder
           Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden, und, sofern eine
           Überwachung der Wildpopulationen durchzuführen ist, alle gemäß Abschnitt 1
           Buchstabe b ausgewählten Probenahmestellen in der Folge dem
           Überwachungssystem gemäß Abschnitt 2 unterworfen werden;
      f)   ein Einzelbetrieb, in dem gelistete Arten gehalten werden und der einen
           Gesundheitsstatus aufweist, der von dem Gesundheitsstatus der umliegenden
           Gewässer unabhängig ist, muss nach einem Seuchenausbruch das in
           Abschnitt 2 festgelegte Überwachungsprogramm nicht befolgen, sofern der
           Betrieb die in Artikel 80 Absatz 3 festgelegten Anforderungen einhält und mit
           Fischen aus Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten mit dem Status „frei
           von einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ wiederbelegt wird.
   2. Die Sperrzone muss auf einzelfallbezogener Grundlage bestimmt werden und
      a)   sie muss Faktoren berücksichtigen, die das Risiko der Ausbreitung der
           Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV auf gehaltene und wild lebende
           Fische beeinflussen, wie
           i)    Anzahl, Prozentsatz und Verteilung der Mortalität in dem mit dem HPR-
                 deletierten    ISAV      infizierten    Betrieb   oder    in     anderen
                 Aquakulturbetrieben;
           ii)   Abstand zu und Dichte von benachbarten Betrieben;
           iii)  Nähe zu Schlachthöfen;
           iv)   Kontaktbetriebe;
           v)    die in den Betrieben vorhandenen Arten;
           vi)   die in den infizierten Betrieben und in den dem infizierten Betrieb
                 benachbarten Betrieben angewandten Haltungsmethoden;
           vii) die hydrodynamischen Bedingungen; und
           viii) andere epidemiologisch bedeutsame Faktoren;
      b)   die geografische Abgrenzung            in   Küstengebieten   muss     folgende
           Minimalanforderungen erfüllen:
           i)    die Schutzzone muss aus einem Gebiet im Umkreis von mindestens einer
                 Gezeitenzone oder von mindestens 5 km um den mit dem HPR-
                 deletierten ISAV infizierten Betrieb (je nachdem, welches dieser Gebiete
                 das größere ist), oder einem gleichwertigen Gebiet, das unter
                 Berücksichtigung geeigneter hydrodynamischer oder epidemiologischer
                 Daten bestimmt wird, bestehen; und
           ii)   die Überwachungszone muss aus einem Gebiet sich überschneidender
                 Gezeitenzonen um die Schutzzone herum, oder aus einem Gebiet um die
                 Schutzzone herum bestehen, das einen Umkreis mit einem Radius von
                 10 km um den Mittelpunkt der Schutzzone erfasst oder aus einem
                 gleichwertigen Gebiet, das unter Berücksichtigung der geeigneten
                 hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten bestimmt wird;
           oder
DE                                         79                                             DE
 ---pagebreak---                    iii)    wo keine getrennten Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet
                           werden, muss die Sperrzone aus einem Gebiet bestehen, das sowohl die
                           Schutz- als auch die Überwachungszone umfasst;
           c)      die geografische Abgrenzung in Landgebieten muss das gesamte
                   Wassereinzugsgebiet, in dem der mit dem HPR-deletierten ISAV infizierte
                   Betrieb liegt, umfassen. Die zuständige Behörde kann die Ausdehnung der
                   Sperrzone unter der Voraussetzung, dass die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen
                   gegen die Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV dadurch nicht
                   beeinträchtigt werden, auf Teile des Wassereinzugsgebiets beschränken.
                                                  ABSCHNITT 4
       AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT DEM
                                        HPR-DELETIERTEN ISAV“
   1.      Wenn gemäß Artikel 81 eine gezielte Überwachung zur Aufrechterhaltung des Status
           „frei von einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ eines Mitgliedstaats, einer
           Zone oder eines Kompartiments erforderlich ist, werden alle Betriebe in dem
           Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten
           werden, Gesundheitsbesuchen unterzogen, und die Fische müssen in
           Übereinstimmung mit Tabelle 2.B unter Berücksichtigung des Risikoniveaus des
           Betriebs in Bezug auf die Übertragung der Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV
           beprobt werden.
   2.      Bei der Bestimmung der Häufigkeit der zur Aufrechterhaltung des Status „frei von
           einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ eines Kompartiments erforderlichen
           Gesundheitsbesuche ist das Risiko der Übertragung der Infektion mit dem HPR-
           deletierten ISAV als hoch anzusehen, wenn der Gesundheitsstatus vom
           Gesundheitsstatus der Wassertierpopulationen in den umgebenden natürlichen
           Gewässern abhängt.
   3.      Der Status „seuchenfrei“ kann nur solange aufrechterhalten werden, wie die
           Untersuchungen aller Proben mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten
           Diagnosemethoden Negativbefunde für den HPR-deletierten ISAV ergeben und
           jeglicher Verdacht auf Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV gemäß den in
           Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen wurde.
                                                      Tabelle 2.B
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente zur Aufrechterhaltung des
   Status „frei von einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“(1)
   Risikoniveau(2)       Zahl                         der     Zahl                          der      Zahl der
                         Gesundheitsbesuche                   Laboruntersuchungen pro                Fische in
                         pro Jahr                             Jahr(3,4)                              der Probe
   Hoch                                   2                                     2                          30
   Mittel                                 1                                     1                          30
   Gering                   einmal alle zwei Jahre                 einmal alle zwei Jahre                  30
   (1)     Gilt nicht für Betriebe, in denen ausschließlich Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) und/oder Forellen
           (Salmo trutta) aufgezogen werden und deren Wasserversorgung ausschließlich aus Süßwasserquellen stammt, in
           denen kein Atlantischer Lachs (Salmo salar) lebt.
DE                                                          80                                                         DE
 ---pagebreak---    (2) Risikoniveau, das dem Betrieb von der zuständigen Behörde wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1 angegeben,
       zugewiesen wird, außer im Fall abhängiger Kompartimente, wo alle Betriebe als Betriebe mit hohem Risiko
       angesehen werden.
   (3) Proben müssen im Frühjahr und Herbst entnommen werden, wenn zwei Proben jährlich erforderlich sind.
   (4) Proben müssen im Frühjahr oder Herbst entnommen werden, wenn eine Probe jährlich erforderlich ist.
   (5) Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 5.
                                              ABSCHNITT 5
                       DIAGNOSE- UND PROBENAHMEMETHODEN
   1.  Folgende Organe und Gewebematerialien sind als Proben zu nehmen und zu
       untersuchen:
       a)     Histologie: Kopfniere, Leber, Herz, Pankreas, Darm, Milz und Kieme;
       b)     Immunohistochemie: Rumpfniere, Herz einschließlich Herzklappen und
              Bulbus arteriosus;
       c)     RT-qPCR-Analyse: Rumpfniere und Herz;
       d)     Viruskultur: Rumpfniere, Herz, Leber und Milz.
       Organteile von höchstens fünf Fischen können gepoolt werden.
   2.  Die Diagnosemethode zur Anerkennung oder Aufrechterhaltung des Status „frei von
       einer Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV“ entsprechend den Abschnitten 2 bis
       4 muss RT-qPCR mit nachfolgender konventioneller RT-PCR und Sequenzierung
       des HE-Gens aus positiven Proben in Übereinstimmung mit den detaillierten
       Diagnosemethoden und -verfahren, die von der EURL für Fischseuchen genehmigt
       sein müssen.
       Ergibt die RT-qPCR einen Positivbefund, so sind weitere Proben zu untersuchen,
       bevor erste Bekämpfungsmaßnahmen gemäß den Artikeln 55 bis 65 durchgeführt
       werden.
       Diese Proben sind im Einklang mit den von der EURL für Fischseuchen
       genehmigten detaillierten Methoden und Verfahren wie folgt zu untersuchen:
       a)     Screening der Proben mittels RT-qPCR mit nachfolgender konventioneller RT-
              PCR und Sequenzierung des HE-Gens zum Nachweis der HPR-Deletierung,
              und
       b)     Nachweis des ISAV-Antigens in Gewebepräparaten durch spezifische
              Antikörper gegen ISAV, oder
       c)     Isolierung in Zellkultur mit anschließendem Nachweis des HPR-deletierten
              ISAV.
   3.  Muss gemäß Artikel 55 ein Verdacht auf Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV
       bestätigt oder ausgeschlossen werden, müssen der folgende Gesundheitsbesuch, die
       Probenahme und die Untersuchung die folgenden Anforderungen erfüllen:
       a)     in dem verdächtigen Betrieb wird mindestens ein Gesundheitsbesuch und eine
              Beprobung von zehn moribunden Fischen vorgenommen, wenn klinische
              Anzeichen für eine Infektion mit dem HPR-deletierten ISAV oder
              entsprechende postmortale Läsionen beobachtet werden, oder von mindestens
              30 Fischen, wenn keinerlei klinische oder postmortale Anzeichen beobachtet
              werden. Die Proben sind mit einer oder mehreren der in Absatz 2 genannten
DE                                                  81                                                         DE
 ---pagebreak---                 Diagnosemethoden in Übereinstimmung mit den von der EURL für
                Fischseuchen genehmigten detaillierten Diagnosemethoden und -verfahren zu
                testen;
          b)    ergibt die RT-qPCR einen Positivbefund für den HPR-deletierten ISAV, so
                sind weitere Proben zu untersuchen, bevor erste Bekämpfungsmaßnahmen
                gemäß Artikel 58 durchgeführt werden. Ein Verdacht auf Infektion mit dem
                HPR-deletierten ISAV wird unter Verwendung der von der EURL für
                Fischseuchen genehmigten detaillierten Methoden und Verfahren nach
                folgenden Kriterien bestätigt:
                i)    Nachweis des ISAV mittels RT-qPCR mit nachfolgender Sequenzierung
                      des HE-Gens zum Nachweis der HPR-Deletierung und Nachweis des
                      ISAV in Gewebepräparaten mittels spezifischer Antikörper gegen ISAV;
                ii)   Nachweis des ISAV mittels RT-qPCR, einschließlich Sequenzierung des
                      HE-Gens zum Nachweis der HPR-Deletierung, und Isolation und
                      Identifizierung des ISAV in Zellkultur von mindestens einer Probe eines
                      Fisches aus dem Betrieb;
          c)    werden klinische, makroskopisch-pathologische histopathologische Ergebnisse
                beobachtet, die auf eine Infektion hindeuten, so muss diese Feststellung gemäß
                den von der EURL für Fischseuchen genehmigten Verfahren durch einen
                Nachweis des Virus mittels zwei Diagnosemethoden mit unterschiedlichen
                Nachweisgrundsätzen, wie beispielsweise RT-qPCR und IHC, erhärtet werden.
                Der Verdacht auf HPR-deletierten ISAV kann ausgeschlossen werden, wenn
                Tests und Gesundheitsbesuche über einen Zeitraum von zwölf Monaten ab dem
                Zeitpunkt der Verdachtsmeldung keine weiteren Hinweise auf den Virus
                ergeben.
                                           Kapitel 3
      Tilgung, Status „seuchenfrei“ und Diagnosemethoden für die
                         Infektion mit Marteilia refringens
                                         ABSCHNITT 1
   ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND PROBENAHME
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii genannten Gesundheitsbesuche und
   Probennahme für die Überwachung müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)     Gesundheitsbesuche und gegebenenfalls Probenahmen werden in der Jahreszeit
          durchgeführt, in der die Prävalenz des Parasiten in dem Mitgliedstaat, der Zone oder
          dem Kompartiment bekanntermaßen auf ihrem Höhepunkt ist. Liegen keine Daten
          dazu vor, so wird die Probenahme unmittelbar nach dem Zeitpunkt durchgeführt, zu
          dem die Wassertemperatur 17 °C überschritten hat;
   b)     sind gemäß den Anforderungen der Abschnitte 2 bis 4 Weichtiere zu beproben,
          gelten folgende Auswahlkriterien:
          i)    sind Ostrea spp. vorhanden, so dürfen nur Austern dieser Art für die
                Beprobung gewählt werden. Sind keine Ostrea spp. vorhanden, so muss die
                Probe repräsentativ für alle anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
DE                                              82                                             DE
 ---pagebreak---           ii)   sind geschwächte, moribunde oder soeben verendete Weichtiere (jedoch ohne
                Anzeichen der Zersetzung) in den Produktionseinheiten vorhanden, so sind in
                erster Linie solche Weichtiere auszuwählen. Sind keine solche Weichtiere
                vorhanden, so müssen zu den ausgewählten Weichtieren die ältesten gesunden
                Weichtiere gehören;
          iii)  bei Probenahmen in Weichtierbetrieben, in denen mehr als eine Wasserquelle
                zur Weichtierproduktion verwendet wird, müssen Proben von Weichtieren aus
                allen Wasserquellen entnommen werden, sodass alle Teile des Betriebs in der
                Probe anteilig vertreten sind;
          iv)   bei Probenahmen in Weichtierbetrieben oder Gruppen von Weichtierbetrieben
                müssen Weichtiere von einer ausreichenden Anzahl von Probenahmestellen so
                ausgewählt werden, dass alle Teile des Weichtierbetriebs oder der Gruppe von
                Weichtierbetrieben in der Probe anteilig vertreten sind. Die wichtigsten
                Faktoren bei der Auswahl dieser Probenahmestellen sind Probenahmestellen,
                an denen in der Vergangenheit Marteilia refringens festgestellt wurde,
                Bestandsdichte, Wasserströmung, Anwesenheit empfänglicher Arten,
                Vorhandensein von Überträgerarten, Bathymetrie und Bewirtschaftungspraxis.
                Auch natürliche Bänke innerhalb oder in der Nachbarschaft des Betriebs oder
                der Gruppe von Betrieben sind in die Beprobung einzubeziehen.
                                         ABSCHNITT 2
       GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT MARTEILIA
      REFRINGENS“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT
                          UNBEKANNTEM GESUNDHEITSSTATUS
   1.     Der Status „frei von einer Infektion mit Marteilia refringens“ kann einem
          Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit unbekanntem
          Gesundheitsstatus in Bezug auf eine Infektion mit Marteilia refringens nur gewährt
          werden, wenn alle Betriebe oder Gruppen von Betrieben in dem Mitgliedstaat, der
          Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden, sowie, falls
          erforderlich,    Probenahmestellen     in   Wildpopulationen     dem     folgenden
          Dreijahresprogramm unterzogen wurden:
          a)    die Betriebe oder Gruppen von Betrieben, die gelistete Arten halten, sind
                während eines Zeitraums von mindestens drei aufeinander folgenden Jahren,
                wie in Tabelle 3.A, festgelegt Gesundheitsbesuchen unterzogen und beprobt
                worden;
          b)    während dieses Dreijahreszeitraums haben die Untersuchungen aller Proben
                mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden
                Negativbefunde für Marteilia refringens ergeben, und jeglicher Verdacht auf
                Vorliegen von Marteilia refringens wurde gemäß den Abschnitt 5 Absatz 3
                festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen;
          c)    sollen bei der Probenahme Ostrea edulis einbezogen werden, die aus einem
                Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit dem Status
                „seuchenfrei“ stammen, so müssen diese spätestens im dem Zeitraum, in dem
                das Programm durchgeführt wird, vorangehenden Frühling in den Betrieb oder
                die Gruppe von Betrieben eingeführt worden sein.
   2.     Wenn Marteilia refringens während des in Absatz 1 festgelegten
          Dreijahresprogramms nachgewiesen wird, müssen die einschlägigen Betriebe in dem
DE                                             83                                            DE
 ---pagebreak---             Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment vor dem Beginn eines neuen
            Dreijahresprogramms:
            a)    den in den Artikeln 58 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
                  Seuchenbekämpfung unterworfen werden;
            b)    mit Weichtieren aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder
                  einem Kompartiment mit dem Status „frei von einer Infektion mit Marteilia
                  refringens“ oder aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder
                  einem Kompartiment, der, die oder das unter ein Tilgungsprogramm für diese
                  Seuche fällt, wiederbelegt werden.
                                             Tabelle 3.A
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimente während des dreijährigen
   Kontrollzeitraums vor der Erlangung des Status „frei von einer Infektion mit Marteilia
   refringens“
                               Zahl der
                      Gesundheitsbesuche pro                Zahl der              Zahl der
       Jahr der
                            Jahr in jedem             Laboruntersuchungen        Weichtiere
    Überwachung
                      Betrieb/jeder Gruppe von             pro Jahr             in der Probe
                              Betrieben
       1. Jahr                     1                             1                    150
       2. Jahr                     1                             1                    150
       3. Jahr                     1                             1                    150
                                          ABSCHNITT 3
        GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT MARTEILIA
      REFRINGENS“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT
                    BEKANNTER INFEKTION MIT MARTEILIA REFRINGENS
   1.       Der Status „frei von einer Infektion mit Marteilia refringens“ kann einem
            Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit bekannter Infektion mit
            Marteilia refringens nur gewährt werden, sofern die zuständige Behörde eine
            Tilgung dieser Seuche für möglich hält, wenn alle Betriebe oder Gruppen von
            Betrieben in diesem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen
            gelistete Arten gehalten werden, einem Tilgungsprogramm unterworfen waren, das
            folgende Anforderungen erfüllt:
            a)    die in den Artikeln 55 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
                  Seuchenbekämpfung müssen wirksam angewandt worden sein und in der Nähe
                  des mit Marteilia refringens infizierten Betriebs bzw. der Betriebe oder der
                  Gruppe von Betrieben muss unter Berücksichtigung der in Absatz 2
                  festgelegten Anforderungen eine Sperrzone von angemessener Größe, wie in
                  Artikel 58 Absatz 1 Buchstabe c vorgesehen, eingerichtet worden sein, die,
                  wenn angemessen, in eine Schutz- und eine Überwachungszone geteilt wird;
            b)    alle Betriebe oder Gruppen von Betrieben in der Schutzzone, in denen gelistete
                  Arten gehalten werden, oder wenn keine Schutzzone eingerichtet wurde, in der
DE                                               84                                              DE
 ---pagebreak---       Sperrzone, die nicht mit Marteilia refringens infiziert sind, werden einer
      Untersuchung unterzogen, die mindestens eine Probenahme von
      150 Weichtieren        zu     Untersuchungszwecken      nach       Beginn    des
      Übertragungszeitraums für Marteilia refringens umfasst. Ist der
      Übertragungszeitraum nicht bekannt, so muss die Probenahme ab dem
      Zeitpunkt beginnen, zu dem die Wassertemperatur 17 °C übersteigt;
   c) relevante Betriebe und Gruppen von Betrieben müssen entsprechend Artikel 62
      geleert und soweit möglich entsprechend Artikel 63 gereinigt und desinfiziert
      werden.
      Eine Stilllegung muss entsprechend Artikel 64 erfolgen und die Dauer der
      Stilllegung muss mindestens wie folgt sein:
      i)     zwei Monate im Fall von Betrieben und Gruppen von Betrieben, die
             vollständig entwässert, gründlich gesäubert und desinfiziert werden
             können, wie Brutanlagen und Aufzuchtanlagen;
      ii)    zwei Monate bei Betrieben und Gruppen von Betrieben, die nicht
             entwässert, gründlich gesäubert und desinfiziert werden können, sofern
             die infizierten Weichtiere gelisteter Arten und die Weichtiere gelisteter
             Arten mit epidemiologischen Zusammenhängen mit dem infizierten
             Betrieb oder der Gruppe von Betrieben vor der Jahreszeit, in der die
             Prävalenz von Marteilia refringens bekanntermaßen ihren Höhepunkt
             erreicht, oder, wenn dieser Zeitraum nicht bekannt ist, vor dem Zeitraum,
             in dem die Wassertemperatur 17 °C übersteigt, geerntet oder entfernt
             worden sind;
      iii)   14 Monate bei Betrieben und Gruppen von Betrieben, die nicht
             entwässert, gründlich gesäubert und desinfiziert werden können, sofern
             die infizierten Weichtiere gelisteter Arten und die Weichtiere gelisteter
             Arten mit epidemiologischen Zusammenhängen mit dem infizierten
             Betrieb oder der Gruppe von Weichtierbetrieben vor der Jahreszeit, in der
             die Prävalenz von Marteilia refringens bekanntermaßen ihren Höhepunkt
             erreicht, nicht geerntet oder entfernt worden sind oder, wenn dieser
             Zeitraum nicht bekannt ist, sofern Weichtiere der empfänglichen Arten
             vor dem Zeitraum, in dem die Wassertemperatur 17 °C übersteigt, nicht
             geerntet oder entfernt worden sind.
      Wenn alle infizierten Betriebe und infizierten Gruppen von Betrieben geleert
      worden sind, muss eine mindestens vierwöchige gleichzeitige Stilllegung
      erfolgen;
   d) die Wiederaufstockung darf erst dann erfolgen, wenn alle infizierten Betriebe
      oder infizierte Gruppen von Betrieben gemäß Buchstabe c geleert, gereinigt,
      desinfiziert und stillgelegt worden sind;
   e) mit Ausnahme der in Buchstabe f genannten Betriebe müssen alle Betriebe und
      Gruppen von Betrieben in dem von dem Tilgungsprogramm erfassten
      Mitgliedstaat, einer solchen Zone oder einem solchen Kompartiment, in denen
      gelistete Arten gehalten werden, in der Folge dem in Abschnitt 2 festgelegten
      Programm unterworfen werden;
   f) ein Einzelbetrieb, in dem gelistete Arten gehalten werden und der einen
      Gesundheitsstatus aufweist, der von dem Gesundheitsstatus der umliegenden
      Gewässer unabhängig ist, muss nach einem Seuchenausbruch das in
DE                                     85                                              DE
 ---pagebreak---            Abschnitt 2 festgelegte Überwachungsprogramm nicht befolgen, sofern der
           Betrieb die in Artikel 80 Absatz 3 festgelegten Anforderungen einhält und mit
           Weichtieren aus Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten mit dem Status
           „frei von einer Infektion mit Marteilia refringens“ wiederbestockt wird.
   2. Die Sperrzone muss auf einzelfallbezogener Grundlage bestimmt werden und
      a)   sie muss Faktoren, die das Risiko der Ausbreitung der Infektion mit Marteilia
           refringens beeinflussen, einschließlich andere Betriebe und wild lebende
           Weichtiere, wie die folgenden berücksichtigen:
           i)     die Anzahl, das Alter, den Prozentsatz und die Verteilung der Mortalität
                  bei den Weichtieren in dem mit Marteilia refringens infizierten Betrieb
                  oder einer solchen Gruppe von Betrieben;
           ii)    Abstand zu und Dichte von benachbarten Betrieben oder Gruppen von
                  Betrieben sowie wild lebenden Weichtieren;
           iii)   die Nähe zu Verarbeitungsbetrieben, Kontaktbetrieben oder Gruppen von
                  Betrieben;
           iv)    die Arten, insbesondere empfängliche Arten und Überträgerarten, die in
                  den Betrieben oder Gruppen von Betrieben vorhanden sind;
           v)     die in den infizierten Betrieben und benachbarten Betrieben und Gruppen
                  von Betrieben angewandten Haltungsmethoden;
           vi)    die hydrodynamischen Bedingungen; und
           vii) andere epidemiologisch bedeutsame Faktoren;
      b)   die geografische Abgrenzung muss folgende Minimalanforderungen erfüllen:
           i)     die Schutzzone muss aus einem Gebiet im Umkreis von mindestens einer
                  Gezeitenzone oder von mindestens 5 km um den mit Marteilia refringens
                  infizierten Betrieb (je nachdem, welches dieser Gebiete das größere ist)
                  oder einem entsprechenden Gebiet bestehen, das unter Berücksichtigung
                  der betreffenden hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten
                  bestimmt wird; und
           ii)    die Überwachungszone muss aus einem Gebiet sich überschneidender
                  Gezeitenzonen um die Schutzzone herum, oder aus einem Gebiet um die
                  Schutzzone herum bestehen, das einen Umkreis mit einem Radius von
                  10 km um den Mittelpunkt der Schutzzone erfasst oder aus einem
                  gleichwertigen Gebiet, das unter Berücksichtigung der geeigneten
                  hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten bestimmt wird;
           oder
           iii)   wo keine getrennten Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet
                  werden, muss die Sperrzone aus einem Gebiet bestehen, das sowohl die
                  Schutz- als auch die Überwachungszone umfasst.
DE                                          86                                             DE
 ---pagebreak---                                                 ABSCHNITT 4
         AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT
                                        MARTEILIA REFRINGENS“
   1.       Wenn gemäß Artikel 81 eine gezielte Überwachung zur Aufrechterhaltung des Status
            „frei von einer Infektion mit Marteilia refringens“ eines Mitgliedstaats, einer Zone
            oder eines Kompartiments erforderlich ist, werden alle Betriebe in dem
            Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten
            werden, Gesundheitsbesuchen unterzogen und die Weichtiere müssen in
            Übereinstimmung mit Tabelle 3.B unter Berücksichtigung des Risikoniveaus des
            Betriebs in Bezug auf die Übertragung der Infektion mit Marteilia refringens beprobt
            werden.
   2.       Bei der Bestimmung der Häufigkeit der zur Aufrechterhaltung des Status „frei von
            einer Infektion mit Marteilia refringens“ erforderlichen Gesundheitsbesuche in
            Kompartimenten ist das Risiko der Übertragung der Infektion mit Marteilia
            refringens als hoch anzusehen, wenn der Gesundheitsstatus in Bezug auf diese
            Seuche vom Gesundheitsstatus der Wassertierpopulationen in den umgebenden
            natürlichen Gewässern abhängt.
   3.       Der Status „frei von einer Infektion mit Marteilia refringens“ darf nur solange
            aufrechterhalten werden, wie die Untersuchungen aller Proben mittels der in
            Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden Negativbefunde für Marteilia
            refringens ergeben und jeglicher Verdacht auf Infektion mit Marteilia refringens
            gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen
            wurde.
                                                   Tabelle 3.B
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente zur Erhaltung des Status
   „frei von einer Infektion mit Marteilia refringens“
   Risikoniveau(1)                   Zahl der                           Zahl der                    Zahl der
                            Gesundheitsbesuche in              Laboruntersuchungen                 Weichtiere
                              jedem Betrieb/jeder                                                     in der
                            Gruppe von Betrieben                                                      Probe
          Hoch                     einmal jährlich               einmal alle zwei Jahre                  150
         Mittel                einmal alle zwei Jahre            einmal alle zwei Jahre                  150
         Gering                einmal alle drei Jahre             einmal alle drei Jahre                 150
   (1)      Risikoniveau, das dem Betrieb von der zuständigen Behörde wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1 angegeben,
            zugewiesen wird, außer im Fall abhängiger Kompartimente, wo alle Betriebe als Betriebe mit hohem Risiko
            angesehen werden.
                                                ABSCHNITT 5
                            DIAGNOSE- UND PROBENAHMEMETHODEN
   1.       Zur Durchführung der in den Absätzen 2 und 3 vorgesehenen Diagnosetests wird
            dem Labor das ganze Tier vorgelegt.
DE                                                      87                                                          DE
 ---pagebreak---    2.     Die zur Anerkennung oder Aufrechterhaltung des Status „frei von einer Infektion mit
          Marteilia refringens“ entsprechend den Abschnitten 2 bis 4 angewandten
          Diagnosemethoden müssen die von der EURL für Weichtierseuchen genehmigten
          detaillierten Diagnosemethoden und -verfahren befolgen und die Methoden müssen
          Histopathologie, Gewebeabdrücke oder PCR sein.
   3.     Muss ein Verdacht auf eine Marteilia-refringens-Infektion gemäß Artikel 55
          bestätigt bzw. ausgeschlossen werden, müssen der folgende Gesundheitsbesuch, die
          Probenahme und die Untersuchung folgendem Verfahren entsprechen:
          a)     die Untersuchung umfasst mindestens eine Beprobung von 30 Weichtieren
                 empfänglicher Arten, sofern der Verdacht auf einem Mortalitätsbericht beruht,
                 oder andernfalls von 150 Weichtieren empfänglicher Arten nach Beginn des
                 Übertragungszeitraums von Marteilia refringens. Ist der Übertragungszeitraum
                 nicht bekannt, so muss die Probenahme ab dem Zeitpunkt beginnen, zu dem
                 die Wassertemperatur 17 °C übersteigt;
          b)     die Proben müssen anhand der unter Ziffer i genannten Diagnosemethoden
                 gemäß den von der EURL für Weichtierseuchen genehmigten detaillierten
                 Diagnosemethoden und -verfahren untersucht werden:
                 i)    das Auftreten von Marteilia refringens gilt als bestätigt, wenn ein
                       positiver Befund aus Histopathologie, Gewebeabdrücken oder In-situ-
                       Hybridisierung zusammen mit einem durch Sequenzierung
                       vervollständigten positiven PCR-Ergebnis vorliegt. Wenn kein
                       biologisches Material für Histopathologie, Gewebeabdrücke oder In-situ-
                       Hybridisierung verfügbar ist, muss das Auftreten von Marteilia
                       refringens als bestätigt angesehen werden, wenn unter Anwendung
                       zweier PCR-Assays, die auf unterschiedliche Fragmente des
                       Parasitengenoms zielen und durch Sequenzierung vervollständigt
                       werden, ein Positivbefund erhalten wird;
                 ii)   ein    Verdacht    auf    eine    Marteilia-refringens-Infektion   kann
                       ausgeschlossen werden, wenn die Tests gemäß Ziffer i keinen weiteren
                       Nachweis für das Vorhandensein von Marteilia refringens ergeben.
                                           Kapitel 4
      Tilgung, Status „seuchenfrei“ und Diagnosemethoden für die
                            Infektion mit Bonamia exitiosa
                                         ABSCHNITT 1
   ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND PROBENAHME
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii genannten Gesundheitsbesuche und
   Probennahme für die Überwachung müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)     Gesundheitsbesuche und gegebenenfalls Probenahmen werden in der Jahreszeit
          durchgeführt, in der die Prävalenz des Parasiten in dem Mitgliedstaat, der Zone oder
          dem Kompartiment bekanntermaßen auf ihrem Höhepunkt ist. Liegen keine Daten
          dazu vor, so findet die Probenahme zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst,
          statt;
DE                                              88                                             DE
 ---pagebreak---    b)    sind Weichtiere gemäß den in den Abschnitten 2 bis 4 festgelegten Anforderungen
         zu beproben, gelten folgende Kriterien:
         i)    sind Ostrea spp. vorhanden, so dürfen nur Austern dieser Art für die
               Beprobung gewählt werden. Sind keine Ostrea spp. vorhanden, so muss die
               Probe repräsentativ für alle anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
         ii)   sind geschwächte, moribunde oder soeben verendete Weichtiere (jedoch ohne
               Anzeichen der Zersetzung) vorhanden, so sind in erster Linie solche
               Weichtiere auszuwählen. Sind keine solche Weichtiere vorhanden, so müssen
               zu den ausgewählten Weichtieren die ältesten gesunden Weichtiere gehören;
         iii)  bei Probenahmen in Betrieben oder Gruppen von Betrieben, in denen mehr als
               eine Wasserquelle zur Weichtierproduktion verwendet wird, müssen Proben
               von Weichtieren aus allen Wasserquellen entnommen werden, sodass alle Teile
               des Betriebs in der Probe anteilig vertreten sind;
         iv)   bei Probenahmen in Weichtierbetrieben oder Gruppen von Weichtierbetrieben
               müssen Weichtiere von einer ausreichenden Anzahl von Probenahmestellen so
               ausgewählt werden, dass alle Teile des Weichtierbetriebs oder der Gruppe von
               Weichtierbetrieben in der Probe anteilig vertreten sind. Die wichtigsten
               Faktoren bei der Auswahl dieser Probenahmestellen sind Stellen, an denen in
               der Vergangenheit Bonamia exitiosa festgestellt wurde, Bestandsdichte,
               Wasserströmung, Anwesenheit empfänglicher Arten, Vorhandensein von
               Überträgerarten      (z. B.    Crassostrea       gigas),  Bathymetrie     und
               Bewirtschaftungspraxis. Auch natürliche Bänke innerhalb oder in der
               Nachbarschaft des Betriebs oder der Gruppe von Betrieben sind in die
               Beprobung einzubeziehen.
                                        ABSCHNITT 2
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT BONAMIA
      EXITIOSA“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT
                         UNBEKANNTEM GESUNDHEITSSTATUS
   1.    Der Status „frei von einer Infektion mit Bonamia exitiosa“ kann einem Mitgliedstaat,
         einer Zone oder ein Kompartiment mit unbekanntem Gesundheitsstatus in Bezug auf
         eine Infektion mit Bonamia exitiosa nur gewährt werden, wenn alle Betriebe oder
         Gruppen von Betrieben in dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in
         denen gelistete Arten gehalten werden, sowie, falls erforderlich, Probenahmestellen
         in Wildpopulationen dem folgenden Dreijahresprogramm unterzogen wurden:
         a)    die Betriebe und Gruppen von Betrieben, in denen gelistete Arten gehalten
               werden, sind während eines Zeitraums von mindestens drei aufeinander
               folgenden Jahren, wie in Tabelle 4.A festgelegt, Gesundheitsbesuchen
               unterzogen und beprobt worden;
         b)    während dieses Dreijahreszeitraums haben die Untersuchungen aller Proben
               mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden
               Negativbefunde für Bonamia exitiosa ergeben, und jeglicher Verdacht auf
               Vorliegen von Bonamia exitiosa wurde gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3
               festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen;
         c)    sollen bei der Probenahme Ostrea edulis einbezogen werden, die aus einem
               Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit dem Status
DE                                             89                                             DE
 ---pagebreak---                    „seuchenfrei“ stammen, so müssen diese spätestens ein Jahr vor der
                   Durchführung des Programms in den Betrieb oder die Gruppe von Betrieben
                   eingeführt worden sein.
   2.       Wenn die Infektion mit Bonamia exitiosa während des in Absatz 1 festgelegten
            Dreijahresprogramms nachgewiesen wird, müssen die einschlägigen Betriebe in dem
            Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment vor dem Beginn eines neuen
            Dreijahresprogramms:
            a)     den in Artikel 58 bis 65 festgelegten               Mindestmaßnahmen        zur
                   Seuchenbekämpfung unterworfen werden;
            b)     mit Weichtieren aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder
                   einem Kompartiment mit dem Status „frei von einer Infektion mit Bonamia
                   exitiosa“ oder aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem
                   Kompartiment, der, die oder das unter ein Tilgungsprogramm für diese Seuche
                   fällt, wiederbelegt werden.
                                              Tabelle 4.A
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente während des dreijährigen
   Kontrollzeitraums vor der Erlangung des Status „frei von einer Infektion mit Bonamia
   exitiosa“
                                       Zahl der
                                 Gesundheitsbesuche
                                                              Zahl der                Zahl der
                                  pro Jahr in jedem
     Jahr der Überwachung                               Laboruntersuchungen        Weichtiere in
                                  Betrieb oder jeder
                                                              pro Jahr               der Probe
                                      Gruppe von
                                       Betrieben
              1. Jahr                      2                       2                    150
              2. Jahr                      2                       2                    150
              3. Jahr                      2                       2                    150
                                            ABSCHNITT 3
         GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT BONAMIA
         EXITIOSA“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT
                        BEKANNTER INFEKTION MIT BONAMIA EXITIOSA
   1.       Der Status „frei von einer Infektion mit Bonamia exitiosa“ kann einem Mitgliedstaat,
            einer Zone oder einem Kompartiment mit bekannter Infektion mit Bonamia exitiosa
            nur gewährt werden, sofern die zuständige Behörde eine Tilgung dieser Seuche für
            möglich hält, wenn alle Betriebe oder Gruppen von Betrieben in diesem
            Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten
            werden, einem Tilgungsprogramm unterworfen waren, das folgende Anforderungen
            erfüllt:
            a)     die in den Artikeln 55 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
                   Seuchenbekämpfung müssen wirksam angewandt worden sein und in der Nähe
                   des mit Bonamia exitiosa infizierten Betriebs bzw. der Gruppe von Betrieben
                   muss unter Berücksichtigung der in Absatz 2 festgelegten Anforderungen eine
                   Sperrzone von angemessener Größe, wie in Artikel 58 Absatz 1 Buchstabe c
DE                                                90                                               DE
 ---pagebreak---            vorgesehen, eingerichtet worden sein, die, wenn angemessen, in eine Schutz-
           und eine Überwachungszone geteilt wird;
      b)   alle Betriebe oder Gruppen von Betrieben in der Schutzzone, in denen gelistete
           Arten gehalten werden, oder wenn keine Schutzzone eingerichtet wurde, in der
           Sperrzone, die nicht mit Bonamia exitiosa infiziert sind, werden einer
           Untersuchung unterzogen, die mindestens eine Probenahme von
           150 Weichtieren empfänglicher Arten zu Untersuchungszwecken nach Beginn
           des Übertragungszeitraums für Bonamia exitiosa umfasst. Wenn der
           Übertragungszeitraum nicht bekannt ist, muss die Beprobung an Austern
           vorgenommen werden, die mindestens ein Jahr in der Schutzzone verbracht
           haben;
      c)   relevante Betriebe und Gruppen von Betrieben müssen entsprechend Artikel 62
           geleert und soweit möglich entsprechend Artikel 63 gereinigt und desinfiziert
           werden.
           Eine Stilllegung muss entsprechend Artikel 64 erfolgen und die Dauer der
           Stilllegung muss mindestens sechs Monate betragen.
           Wenn alle infizierten Betriebe oder Gruppen von Betrieben geleert worden
           sind, muss eine mindestens vierwöchige gleichzeitige Stilllegung erfolgen;
      d)   die Wiederaufstockung darf erst dann erfolgen, wenn alle infizierten Betriebe
           oder infizierte Gruppen von Betrieben gemäß Buchstabe c geleert, gereinigt,
           desinfiziert und stillgelegt worden sind;
      e)   mit Ausnahme der in Buchstabe f genannten Betriebe müssen alle Betriebe und
           Gruppen von Betrieben in dem von dem Tilgungsprogramm erfassten
           Mitgliedstaat, einer solchen Zone oder einem solchen Kompartiment, in denen
           gelistete Arten gehalten werden, in der Folge dem in Abschnitt 2 festgelegten
           Programm unterworfen werden;
      f)   ein Einzelbetrieb, der gelistete Arten hält und einen Gesundheitsstatus
           aufweist, der von dem Gesundheitsstatus der umliegenden Gewässer
           unabhängig ist, muss nach einem Seuchenausbruch das in Abschnitt 2
           festgelegte Überwachungsprogramm nicht befolgen, sofern der Betrieb die in
           Artikel 80 Absatz 3 festgelegten Anforderungen einhält und mit Weichtieren
           aus Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten mit dem Status „frei von
           einer Infektion mit Bonamia exitiosa“ wiederbestockt wird.
   2. Die Sperrzone muss auf einzelfallbezogener Grundlage bestimmt werden und
      a)   sie muss Faktoren, die das Risiko der Ausbreitung der Infektion mit Bonamia
           exitiosa beeinflussen, einschließlich auf andere Betriebe und wild lebende
           Weichtiere, wie die folgenden berücksichtigen:
           i)     die Anzahl, das Alter, den Prozentsatz und die Verteilung der Mortalität
                  bei den Weichtieren in dem mit Bonamia exitiosa infizierten Betrieb oder
                  einer solchen Gruppe von Betrieben;
           ii)    Abstand zu und Dichte von benachbarten Betrieben oder Gruppen von
                  Betrieben sowie wild lebenden Weichtieren;
           iii)   die Nähe zu Verarbeitungsbetrieben, Kontaktbetrieben oder Gruppen von
                  Betrieben;
DE                                          91                                             DE
 ---pagebreak---                iv)   die Arten, insbesondere empfängliche Arten und Überträgerarten, die in
                     den Betrieben oder Gruppen von Betrieben vorhanden sind;
               v)    die in den infizierten Betrieben und benachbarten Betrieben und Gruppen
                     von Betrieben angewandten Haltungsmethoden;
               vi)   die hydrodynamischen Bedingungen; und
               vii) andere epidemiologisch bedeutsame Faktoren;
        b)     die geografische Abgrenzung muss folgende Minimalanforderungen erfüllen:
               i)    die Schutzzone muss aus einem Gebiet im Umkreis von mindestens einer
                     Gezeitenzone oder von mindestens 5 km um den mit Bonamia exitiosa
                     infizierten Betrieb (je nachdem, welches dieser Gebiete das größere ist)
                     oder einem entsprechenden Gebiet bestehen, das unter Berücksichtigung
                     der betreffenden hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten
                     bestimmt wird; und
               ii)   die Überwachungszone muss aus einem Gebiet sich überschneidender
                     Gezeitenzonen um die Schutzzone herum, oder aus einem Gebiet um die
                     Schutzzone herum bestehen, das einen Umkreis mit einem Radius von
                     10 km um den Mittelpunkt der Schutzzone erfasst oder aus einem
                     gleichwertigen Gebiet, das unter Berücksichtigung der geeigneten
                     hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten bestimmt wird;
               oder
               iii)  wo keine getrennten Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet
                     werden, muss die Sperrzone aus einem Gebiet bestehen, das sowohl die
                     Schutz- als auch die Überwachungszone umfasst.
                                         ABSCHNITT 4
      AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT
                                    BONAMIA EXITIOSA“
   1.   Wenn gemäß Artikel 81 eine gezielte Überwachung zur Aufrechterhaltung des Status
        „frei von einer Infektion mit Bonamia exitiosa“ eines Mitgliedstaats, einer Zone oder
        eines Kompartiments erforderlich ist, werden alle Betriebe in dem Mitgliedstaat, der
        Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden,
        Gesundheitsbesuchen unterzogen und die Weichtiere müssen in Übereinstimmung
        mit Tabelle 4.B unter Berücksichtigung des Risikoniveaus des Betriebs in Bezug auf
        die Übertragung der Infektion mit Bonamia exitiosa beprobt werden.
   2.   Bei der Bestimmung der Häufigkeit der zur Aufrechterhaltung des Status „frei von
        einer Infektion mit Bonamia exitiosa“ erforderlichen Gesundheitsbesuche in
        Kompartimenten ist das Risiko der Übertragung der Infektion mit Bonamia exitiosa
        als hoch anzusehen, wenn der Gesundheitsstatus in Bezug auf diese Seuche vom
        Gesundheitsstatus der Wassertierpopulationen in den umgebenden natürlichen
        Gewässern abhängt.
   3.   Der Status „frei von einer Infektion mit Bonamia exitiosa“ darf nur solange
        aufrechterhalten werden, wie die Untersuchungen aller Proben mittels der in
        Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden Negativbefunde für Bonamia
        exitiosa ergeben und jeglicher Verdacht auf Infektion mit Bonamia exitiosa gemäß
        den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen wurde.
DE                                             92                                             DE
 ---pagebreak---                                                   Tabelle 4.B
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente zur Aufrechterhaltung des
   Status „frei von einer Infektion mit Bonamia exitiosa“
   Risikoniveau(1) Zahl der Gesundheitsbesuche in                      Zahl der                    Zahl der
                    jedem Betrieb/jeder Gruppe von Laboruntersuchungen                          Weichtiere in
                                   Betrieben                                                      der Probe
        Hoch                   einmal jährlich                 einmal alle zwei Jahre                  150
        Mittel              einmal alle zwei Jahre             einmal alle zwei Jahre                  150
       Gering               einmal alle drei Jahre              einmal alle drei Jahre                 150
   (1)     Risikoniveau, das dem Betrieb von der zuständigen Behörde wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1 angegeben,
           zugewiesen wird, außer im Fall abhängiger Kompartimente, wo alle Betriebe als Betriebe mit hohem Risiko
           angesehen werden.
                                               ABSCHNITT 5
                           DIAGNOSE- UND PROBENAHMEMETHODEN
   1.      Zur Durchführung der in den Absätzen 2 und 3 vorgesehenen Diagnosetests wird
           dem Labor das ganze Tier vorgelegt.
   2.      Die zur Anerkennung oder Aufrechterhaltung des Status „frei von einer Infektion mit
           Bonamia exitiosa“ entsprechend den Abschnitten 2 bis 4 angewandten
           Diagnosemethoden müssen die von der EURL für Weichtierseuchen genehmigten
           detaillierten Diagnosemethoden und -verfahren befolgen und die Methoden müssen
           Histopathologie, Gewebeabdrücke oder PCR sein.
   3.      Muss ein Verdacht auf Bonamia exitiosa-Infektion gemäß Artikel 58 bestätigt bzw.
           ausgeschlossen werden, so müssen der folgende Gesundheitsbesuch, die Probenahme
           und die Untersuchung folgendem Verfahren entsprechen:
           a)     die Untersuchung umfasst mindestens eine Beprobung von 30 Weichtieren
                  empfänglicher Arten, sofern der Verdacht auf einem Mortalitätsbericht beruht,
                  oder andernfalls von 150 Weichtieren empfänglicher Arten nach Beginn des
                  Übertragungszeitraums von Bonamia exitiosa. Ist der Übertragungszeitraum
                  nicht bekannt, so findet die Probenahme zweimal im Jahr, im Frühjahr und im
                  Herbst, statt;
           b)     die Proben müssen anhand der unter Ziffer i genannten Diagnosemethoden
                  gemäß den von der EURL für Weichtierseuchen genehmigten detaillierten
                  Diagnosemethoden und -verfahren untersucht werden:
                  i)     das Auftreten von Bonamia exitiosa gilt als bestätigt, wenn ein positiver
                         Befund aus Histopathologie, Gewebeabdrücken oder In-situ-
                         Hybridisierung in Kombination mit einem durch Sequenzierung
                         vervollständigten positiven PCR-Ergebnis vorliegt. Wenn kein
                         biologisches Material für Histopathologie, Gewebeabdrücke oder In-situ-
                         Hybridisierung verfügbar ist, muss das Auftreten von Bonamia exitiosa
                         als bestätigt angesehen werden, wenn unter Anwendung zweier PCR-
                         Assays, die auf unterschiedliche Fragmente des Parasitengenoms zielen
                         und durch Sequenzierung vervollständigt werden, ein Positivbefund
                         erhalten wird;
DE                                                     93                                                          DE
 ---pagebreak---                ii)    ein Verdacht auf Bonamia-exitiosa-Infektion muss ausgeschlossen
                      werden, wenn diese Tests keinen weiteren Nachweis für das
                      Vorhandensein von Bonamia exitiosa ergeben.
                                          Kapitel 5
      Tilgung, Status „seuchenfrei“ und Diagnosemethoden für die
                           Infektion mit Bonamia ostreae
                                        ABSCHNITT 1
   ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND PROBENAHME
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii genannten Gesundheitsbesuche und
   Probennahme für die Überwachung müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)     Gesundheitsbesuche und gegebenenfalls Probenahmen werden in der Jahreszeit
          durchgeführt, in der die Prävalenz des Parasiten in dem Mitgliedstaat, der Zone oder
          dem Kompartiment bekanntermaßen auf ihrem Höhepunkt ist. Liegen keine Daten
          dazu vor, so findet die Probenahme im Winter oder zu Beginn des Frühjahrs statt;
   b)     sind Weichtiere gemäß den in den Abschnitten 2 bis 4 festgelegten Anforderungen
          zu beproben, gelten folgende Kriterien:
          i)   sind Ostrea edulis vorhanden, so dürfen nur Austern dieser Art für die
               Beprobung gewählt werden. Sind keine Ostrea edulis vorhanden, so muss die
               Probe repräsentativ für alle anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
          ii)  sind geschwächte, moribunde oder soeben verendete Weichtiere (jedoch ohne
               Anzeichen der Zersetzung) vorhanden, so sind in erster Linie solche
               Weichtiere auszuwählen. Sind keine solche Weichtiere vorhanden, so müssen
               zu den ausgewählten Weichtieren die ältesten gesunden Weichtiere gehören;
          iii) bei Probenahmen in Betrieben oder Gruppen von Betrieben, in denen mehr als
               eine Wasserquelle zur Weichtierproduktion verwendet wird, müssen Proben
               von Weichtieren aus allen Wasserquellen entnommen werden, sodass alle Teile
               des Betriebs in der Probe anteilig vertreten sind;
          iv)  bei Probenahmen in Weichtierbetrieben oder Gruppen von Weichtierbetrieben
               müssen Weichtiere von einer ausreichenden Anzahl von Probenahmestellen so
               ausgewählt werden, dass alle Teile des Weichtierbetriebs oder der Gruppe von
               Weichtierbetrieben in der Probe anteilig vertreten sind. Die wichtigsten
               Faktoren bei der Auswahl dieser Probenahmestellen sind Stellen, an denen in
               der Vergangenheit Bonamia ostreae festgestellt wurde, Bestandsdichte,
               Wasserströmung, Anwesenheit empfänglicher Arten, Vorhandensein von
               Überträgerarten, Bathymetrie und Bewirtschaftungspraxis. Auch natürliche
               Bänke innerhalb oder in der Nachbarschaft des Betriebs oder der Gruppe von
               Betrieben sind in die Beprobung einzubeziehen.
DE                                             94                                              DE
 ---pagebreak---                                        ABSCHNITT 2
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT BONAMIA
      OSTREAE“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT
                         UNBEKANNTEM GESUNDHEITSSTATUS
   1.   Der Status „frei von einer Infektion mit Bonamia ostreae“ kann einem Mitgliedstaat,
        einer Zone oder ein Kompartiment mit unbekanntem Gesundheitsstatus in Bezug auf
        eine Infektion mit Bonamia ostreae nur gewährt werden, wenn alle Betriebe oder
        Gruppen von Betrieben in dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in
        denen gelistete Arten gehalten werden, sowie, falls erforderlich, Probenahmestellen
        in Wildpopulationen dem folgenden Dreijahresprogramm unterzogen wurden:
        a)    die Betriebe und Gruppen von Betrieben, die gelistete Arten halten, sind
              während eines Zeitraums von mindestens drei aufeinander folgenden Jahren,
              wie in Tabelle 5.A festgelegt, Gesundheitsbesuchen unterzogen und beprobt
              worden;
        b)    während dieses Dreijahreszeitraums haben die Untersuchungen aller Proben
              mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden
              Negativbefunde für Bonamia ostreae ergeben, und jeglicher Verdacht auf
              Vorliegen von Bonamia ostreae wurde gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3
              festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen;
        c)    sollen bei der Probenahme Ostrea edulis einbezogen werden, die aus einem
              Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment mit dem Status
              „seuchenfrei“ stammen, so müssen diese spätestens ein Jahr vor der
              Durchführung des Programms in den Betrieb oder die Gruppe von Betrieben
              eingeführt worden sein.
   2.   Wenn die Infektion mit Bonamia ostreae während des in Absatz 1 festgelegten
        Dreijahresprogramms nachgewiesen wird, müssen die einschlägigen Betriebe in dem
        Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment vor dem Beginn eines neuen
        Dreijahresprogramms
        a)    den in den Artikeln 58 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
              Seuchenbekämpfung unterworfen werden;
        b)    mit Weichtieren aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder
              einem Kompartiment mit dem Status „frei von einer Infektion mit Bonamia
              ostreae“ oder aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem
              Kompartiment, der, die oder das unter ein Tilgungsprogramm für diese Seuche
              fällt, wiederbelegt werden.
                                       ABSCHNITT 3
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT BONAMIA
      OSTREAE“ FÜR MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT
                   BEKANNTER INFEKTION MIT BONAMIA OSTREAE
   1.   Der Status „frei von einer Infektion mit Bonamia ostreae“ kann einem Mitgliedstaat,
        einer Zone oder einem Kompartiment mit bekannter Infektion mit Bonamia ostreae
        nur gewährt werden, sofern die zuständige Behörde eine Tilgung dieser Seuche für
        möglich hält, wenn alle Betriebe oder Gruppen von Betrieben in diesem
        Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten
DE                                           95                                             DE
 ---pagebreak---       werden, einem Tilgungsprogramm unterworfen waren, das folgende Anforderungen
      erfüllt:
      a)     die in den Artikeln 55 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
             Seuchenbekämpfung müssen wirksam angewandt worden sein und in der Nähe
             des mit Bonamia ostreae infizierten Betriebs bzw. der Gruppe von Betrieben
             muss unter Berücksichtigung der in Absatz 2 festgelegten Anforderungen eine
             Sperrzone von angemessener Größe, wie in Artikel 58 Absatz 1 Buchstabe c
             vorgesehen, eingerichtet worden sein, die, wenn angemessen, in eine Schutz-
             und eine Überwachungszone geteilt wird;
      b)     alle Betriebe oder Gruppen von Betrieben in der Schutzzone, in denen gelistete
             Arten gehalten werden, oder wenn keine Schutzzone eingerichtet wurde, in der
             Sperrzone, die nicht mit Bonamia ostreae infiziert sind, werden einer
             Untersuchung unterzogen, die mindestens eine Probenahme von
             150 Weichtieren empfänglicher Arten zu Untersuchungszwecken nach Beginn
             des Übertragungszeitraums für Bonamia ostreae umfasst. Ist der
             Übertragungszeitraum nicht bekannt, so beginnt die Probenahme im Winter
             oder zu Beginn des Frühjahrs;
      c)     relevante Betriebe und Gruppen von Betrieben müssen entsprechend Artikel 62
             geleert und soweit möglich entsprechend Artikel 63 gereinigt und desinfiziert
             werden.
             Eine Stilllegung muss entsprechend Artikel 64 erfolgen und die Dauer der
             Stilllegung muss mindestens sechs Monate betragen.
             Wenn alle infizierten Betriebe oder Gruppen von Betrieben geleert worden
             sind, muss eine mindestens vierwöchige gleichzeitige Stilllegung erfolgen;
      d)     die Wiederaufstockung darf erst dann erfolgen, wenn alle infizierten Betriebe
             oder infizierte Gruppen von Betrieben gemäß Buchstabe c geleert, gereinigt,
             desinfiziert und stillgelegt worden sind;
      e)     mit Ausnahme der in Buchstabe f genannten Betriebe müssen alle Betriebe und
             Gruppen von Betrieben in dem von dem Tilgungsprogramm erfassten
             Mitgliedstaat, einer solchen Zone oder einem solchen Kompartiment, in denen
             gelistete Arten gehalten werden, in der Folge dem in Abschnitt 2 festgelegten
             Programm unterworfen werden;
      f)     ein Einzelbetrieb, in dem gelistete Arten gehalten werden und der einen
             Gesundheitsstatus aufweist, der von dem Gesundheitsstatus der umliegenden
             Gewässer unabhängig ist, muss nach einem Seuchenausbruch das in
             Abschnitt 2 festgelegte Überwachungsprogramm nicht befolgen, sofern der
             Betrieb die in Artikel 80 Absatz 3 festgelegten Anforderungen einhält und mit
             Weichtieren aus Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten mit dem Status
             „frei von einer Infektion mit Bonamia ostreae“ wiederbestockt wird.
   2. Die Sperrzone muss auf einzelfallbezogener Grundlage bestimmt werden und
      a)     sie muss Faktoren, die das Risiko der Ausbreitung der Infektion mit Bonamia
             ostreae beeinflussen, einschließlich auf andere Betriebe und wild lebende
             Weichtiere, wie die folgenden berücksichtigen:
             i)     die Anzahl, das Alter, den Prozentsatz und die Verteilung der Mortalität
                    bei den Weichtieren in dem mit Bonamia ostreae infizierten Betrieb oder
                    einer solchen Gruppe von Betrieben;
DE                                            96                                             DE
 ---pagebreak---                  ii)    Abstand zu und Dichte von benachbarten Betrieben oder Gruppen von
                        Betrieben sowie wild lebenden Weichtieren;
                 iii)   die Nähe zu Verarbeitungsbetrieben, Kontaktbetrieben oder Gruppen von
                        Betrieben;
                 iv)    die Arten, insbesondere empfängliche Arten und Überträgerarten, die in
                        den Betrieben oder Gruppen von Betrieben vorhanden sind;
                 v)     die in den infizierten Betrieben und benachbarten Betrieben und Gruppen
                        von Betrieben angewandten Haltungsmethoden;
                 vi)    die hydrodynamischen Bedingungen; und
                 vii) andere epidemiologisch bedeutsame Faktoren;
            b)   die geografische Abgrenzung muss folgende Minimalanforderungen erfüllen:
                 i)     die Schutzzone muss aus einem Gebiet im Umkreis von mindestens einer
                        Gezeitenzone oder von mindestens 5 km um den mit Bonamia ostreae
                        infizierten Betrieb (je nachdem, welches dieser Gebiete das größere ist)
                        oder einem entsprechenden Gebiet bestehen, das unter Berücksichtigung
                        der betreffenden hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten
                        bestimmt wird; und
                 ii)    die Überwachungszone muss aus einem Gebiet sich überschneidender
                        Gezeitenzonen um die Schutzzone herum, oder aus einem Gebiet um die
                        Schutzzone herum bestehen, das einen Umkreis mit einem Radius von
                        10 km um den Mittelpunkt der Schutzzone erfasst oder aus einem
                        gleichwertigen Gebiet, das unter Berücksichtigung der geeigneten
                        hydrodynamischen oder epidemiologischen Daten bestimmt wird;
                 oder
                 iii)   wo keine getrennten Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet
                        werden, muss die Sperrzone aus einem Gebiet bestehen, das sowohl die
                        Schutz- als auch die Überwachungszone umfasst.
                                              Tabelle 5.A
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente während des dreijährigen
   Kontrollzeitraums vor der Erlangung des Status „frei von einer Infektion mit Bonamia
   ostreae“
                               Zahl der
                      Gesundheitsbesuche pro                  Zahl der             Zahl der
      Jahr der
                     Jahr in jedem Betrieb oder        Laboruntersuchungen        Weichtiere
   Überwachung
                          jeder Gruppe von                    pro Jahr           in der Probe
                              Betrieben
       1. Jahr                      1                              1                   150
       2. Jahr                      1                              1                   150
       3. Jahr                      1                              1                   150
DE                                                97                                             DE
 ---pagebreak---                                                ABSCHNITT 4
        AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT
                                           BONAMIA OSTREAE“
   1.      Wenn gemäß Artikel 81 eine gezielte Überwachung zur Aufrechterhaltung des Status
           „frei von einer Infektion mit Bonamia ostreae“ eines Mitgliedstaats, einer Zone oder
           eines Kompartiments erforderlich ist, werden alle Betriebe in dem Mitgliedstaat, der
           Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden,
           Gesundheitsbesuchen unterzogen und die Weichtiere müssen in Übereinstimmung
           mit Tabelle 5.B unter Berücksichtigung des Risikoniveaus des Betriebs in Bezug auf
           die Übertragung der Infektion mit Bonamia ostreae beprobt werden.
   2.      Bei der Bestimmung der Häufigkeit der zur Aufrechterhaltung des Status „frei von
           einer Infektion mit Bonamia ostreae“ erforderlichen Gesundheitsbesuche in
           Kompartimenten ist das Risiko der Übertragung der Infektion mit Bonamia ostreae
           als hoch anzusehen, wenn der Gesundheitsstatus in Bezug auf diese Seuche vom
           Gesundheitsstatus der Wassertierpopulationen in den umgebenden natürlichen
           Gewässern abhängt.
   3.      Der Status „frei von einer Infektion mit Bonamia ostreae“ darf nur solange
           aufrechterhalten werden, wie die Untersuchungen aller Proben mittels der in
           Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden Negativbefunde für Bonamia
           ostreae ergeben und jeglicher Verdacht auf Infektion mit Bonamia ostreae gemäß
           den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten Diagnosemethoden ausgeschlossen wurde.
                                                  Tabelle 5.B
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente zur Aufrechterhaltung des
   Status „frei von einer Infektion mit Bonamia ostreae“
                                   Zahl der
                                                                                                  Zahl der
                          Gesundheitsbesuche in                      Zahl der
   Risikoniveau(1)                                                                               Weichtiere
                            jedem Betrieb/jeder              Laboruntersuchungen
                                                                                                in der Probe
                          Gruppe von Betrieben
         Hoch                   einmal jährlich               einmal alle zwei Jahre                   150
        Mittel               einmal alle zwei Jahre           einmal alle zwei Jahre                   150
        Gering               einmal alle drei Jahre            einmal alle drei Jahre                  150
   (1)     Risikoniveau, das dem Betrieb von der zuständigen Behörde wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1 angegeben,
           zugewiesen wird, außer im Fall abhängiger Kompartimente, wo alle Betriebe als Betriebe mit hohem Risiko
           angesehen werden.
                                               ABSCHNITT 5
                           DIAGNOSE- UND PROBENAHMEMETHODEN
   1.      Zur Durchführung der in den Absätzen 2 und 3 vorgesehenen Diagnosetests wird
           dem Labor das ganze Tier vorgelegt.
   2.      Die zur Anerkennung oder Aufrechterhaltung des Status „frei von einer Infektion mit
           Bonamia ostreae“ entsprechend den Abschnitten 2 bis 4 angewandten
           Diagnosemethoden müssen die von der EURL für Weichtierseuchen genehmigten
DE                                                     98                                                          DE
 ---pagebreak---            detaillierten Diagnosemethoden und -verfahren befolgen und die Methoden müssen
           Histopathologie, Gewebeabdrücke oder PCR sein.
   3.      Muss ein Verdacht auf Bonamia-ostreae-Infektion gemäß Artikel 58 bestätigt bzw.
           ausgeschlossen werden, so müssen der folgende Gesundheitsbesuch, die Probenahme
           und die Untersuchung folgendem Verfahren entsprechen:
           a)     die Untersuchung umfasst mindestens eine Beprobung von 30 Weichtieren
                  empfänglicher Arten, sofern der Verdacht auf einem Mortalitätsbericht beruht,
                  oder andernfalls von 150 Weichtieren empfänglicher Arten nach Beginn des
                  Übertragungszeitraums von Bonamia ostreae. Ist der Übertragungszeitraum
                  nicht bekannt, so beginnt die Probenahme im Winter oder zu Beginn des
                  Frühjahrs;
           b)     die Proben müssen anhand der unter Ziffer i genannten Diagnosemethoden
                  gemäß den von der EURL für Weichtierseuchen genehmigten detaillierten
                  Diagnosemethoden und -verfahren untersucht werden:
                  i)    das Auftreten von Bonamia ostreae gilt als bestätigt, wenn ein
                        Positivbefund aus Histopathologie, Gewebeabdrücken oder In-situ-
                        Hybridisierung in Kombination mit einem durch Sequenzierung
                        vervollständigten positiven PCR-Ergebnis vorliegt. Wenn kein
                        biologisches Material für Histopathologie, Gewebeabdrücke oder In-situ-
                        Hybridisierung verfügbar ist, muss das Auftreten von Bonamia ostreae
                        als bestätigt angesehen werden, wenn unter Anwendung zweier PCR-
                        Assays, die auf unterschiedliche Fragmente des Parasitengenoms zielen
                        und durch Sequenzierung vervollständigt werden, ein Positivbefund
                        erhalten wird;
                  ii)   ein Verdacht auf Bonamia ostreae-Infektion muss ausgeschlossen
                        werden, wenn diese Tests keinen weiteren Nachweis für das
                        Vorhandensein von Bonamia ostreae ergeben.
                                            Kapitel 6
       Tilgung, Status „seuchenfrei“ und Diagnosemethoden für die
      Infektion mit dem Virus der Weißpünktchenkrankheit (WSSV)
                                          ABSCHNITT 1
   ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND PROBENAHME
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer ii genannten Gesundheitsbesuche und
   Probennahme für die Überwachung müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)      die Beprobung von Krebstieren für Laboruntersuchungen ist dann vorzunehmen,
           wenn die Wassertemperatur ihren wahrscheinlichen Jahreshöchststand erreicht.
           Diese Anforderung in Bezug auf die Wassertemperatur gilt auch für
           Gesundheitsbesuche, sofern diese machbar sind;
   b)      sind gemäß den Anforderungen nach den Abschnitten 2 bis 4 Zuchtkrebstiere zu
           beproben, so gelten folgende Kriterien:
           i)     sind geschwächte oder moribunde Krebstiere in den Produktionseinheiten
                  vorhanden, so sind in erster Linie solche Krebstiere auszuwählen. Sind solche
                  Krebstiere nicht vorhanden, so müssen die unterschiedlichen Größenkohorten
DE                                               99                                             DE
 ---pagebreak---               der ausgewählten empfänglichen Arten, d. h. Jungtiere und ausgewachsene
              Tiere, anteilig in der Probe vertreten sein;
        ii)   wird für die Krebsproduktion mehr als eine Wasserquelle verwendet, so
              müssen bei der Probenahme empfänglicher Krebstiere aller Wasserquellen
              berücksichtigt werden;
   b)   wenn wegen der geringen Anzahl der Betriebe in einem Tilgungsprogramm eine
        gezielte Überwachung der Wildpopulationen erforderlich ist, sind Anzahl und
        geografische Verteilung der Probenahmestellen so zu bestimmen, dass eine
        angemessene Abdeckung des Mitgliedstaats, der Zone oder des Kompartiments
        gegeben ist. Die Probenahmestellen müssen auch für die verschiedenen Ökosysteme
        repräsentativ sein, in denen die empfänglichen Wildpopulationen leben, d. h.
        Meeressysteme, Mündungssysteme, Flusssysteme und Seen. In diesen Fällen müssen
        die zu beprobenden Krebstiere wie folgt ausgewählt werden:
        i)    in Meeres- und Mündungsgebieten sind eine oder mehrere der folgenden Arten
              auszuwählen: Carcinus maenas, Cancer pagurus, Eriocheir sinensis,
              Liocarcinus depurator, Liocarcinus puber, Crangon, Homarus gammarus,
              Palaemon adspersus oder Geißelgarnelenarten, d. h. Penaeus japonicus,
              Penaeus kerathurus, Penaeus semisulcatus. Sind diese Arten nicht vorhanden,
              so muss die Probe repräsentativ für die anderen vorhandenen empfänglichen
              Dekapoden-Arten sein;
        ii)   in Fluss- und Seesystemen sind eine oder mehrere der folgenden Arten
              auszuwählen:        Pacifastacus      leniusculus, Astacus     leptodactylus,
              Austropotamobius pallipes oder Orconectes limosus. Sind diese Arten nicht
              vorhanden, so muss die Probe repräsentativ für die anderen vorhandenen
              empfänglichen Dekapoden-Arten sein;
        iii)  sind geschwächte oder moribunde Krebstiere vorhanden, so sind in erster Linie
              solche Krebstiere auszuwählen. Sind solche Krebstiere nicht vorhanden, so
              müssen die unterschiedlichen Größenkohorten der ausgewählten
              empfänglichen Arten, d. h. Jungtiere und ausgewachsene Tiere, anteilig in der
              Probe vertreten sein.
                                        ABSCHNITT 2
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT WSSV“ FÜR
      MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT UNBEKANNTEM
                                   GESUNDHEITSSTATUS
   1.   Der Status „frei von einer Infektion mit WSSV“ kann einem Mitgliedstaat, einer Zone
        oder einem Kompartiment mit unbekanntem Gesundheitsstatus in Bezug auf die
        Infektion mit WSSV nur gewährt werden, wenn alle Betriebe oder Gruppen von
        Betrieben in dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment, in denen gelistete
        Arten gehalten werden, sowie, falls erforderlich, Probenahmestellen in
        Wildpopulationen dem folgenden Zweijahresprogramm unterzogen wurden:
        a)    die Betriebe oder Gruppen von Betrieben wurden über einen Zeitraum von
              mindestens zwei aufeinander folgenden Jahren Gesundheitsbesuchen und
              Probenahmen gemäß Tabelle 6.A unterzogen;
        b)    während dieses Zweijahreszeitraums haben die Untersuchungen aller Proben
              mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten Diagnosemethoden
DE                                            100                                           DE
 ---pagebreak---               Negativbefunde für Infektion mit WSSV ergeben, und jeglicher Verdacht auf
              Infektion mit WSSV wurde gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten
              Diagnosemethoden ausgeschlossen.
   2.    Wenn die Infektion mit WSSV während des in Absatz 1 festgelegten
         Zweijahresprogramms nachgewiesen wird, müssen die einschlägigen Betriebe in
         dem Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment vor dem Beginn eines neuen
         Zweijahresprogramms
         a)   den in den Artikeln 58 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
              Seuchenbekämpfung unterworfen werden;
         b)   mit Krebstieren aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder
              einem Kompartiment mit dem Status „frei von einer Infektion mit WSSV“ oder
              aus einem Betrieb in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem
              Kompartiment, der, die oder das unter ein Tilgungsprogramm für diese Seuche
              fällt, wiederbestockt werden.
                                        ABSCHNITT 3
      GEWÄHRUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT WSSV“ FÜR
       MITGLIEDSTAATEN, ZONEN UND KOMPARTIMENTE MIT BEKANNTER
                                  INFEKTION MIT WSSV
   1.    Der Status „frei von einer Infektion mit WSSV“ kann einem Mitgliedstaat, einer
         Zone oder einem Kompartiment mit bekannter Infektion mit WSSV nur gewährt
         werden, wenn alle Betriebe in diesem Mitgliedstaat, der Zone oder dem
         Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden, einem Tilgungsprogramm
         unterworfen waren, das folgende Anforderungen erfüllt:
         a)   die in den Artikel 55 bis 65 festgelegten Mindestmaßnahmen zur
              Seuchenbekämpfung müssen wirksam angewandt worden sein und in der Nähe
              des als mit WSSV infiziert erklärten Betriebes bzw. der Betriebe muss unter
              Berücksichtigung der in Absatz 2 festgelegten Anforderungen eine Sperrzone
              von angemessener Größe, wie in Artikel 58 Absatz 1 Buchstabe c vorgesehen,
              eingerichtet worden sein, die, wenn angemessen, in eine Schutz- und eine
              Überwachungszone geteilt wird;
         b)   alle nicht mit WSSV infizierten Betriebe innerhalb der Schutzzone, oder wenn
              keine Schutzzone eingerichtet wurde, innerhalb der Sperrzone, in denen
              gelistete Arten gehalten werden, müssen einer Untersuchung unterzogen
              werden, die mindestens die Folgendes umfasst:
              i)     die Entnahme von Proben für die Untersuchung von zehn Krebstieren,
                     wenn klinische Anzeichen für eine Infektion mit WSSV oder
                     entsprechende postmortale Läsionen beobachtet werden, oder von
                     150 Krebstieren, wenn keinerlei klinische Anzeichen oder postmortale
                     Läsionen beobachtet werden; und
              ii)    Gesundheitsbesuche: In den Betrieben, in denen die Untersuchungen
                     gemäß Ziffer i Negativbefunde ergeben haben, müssen bis zur
                     Aufhebung der Schutzzone gemäß Buchstabe c während des Zeitraums,
                     in dem die Wassertemperatur wahrscheinlich ihre Jahreshöchstwerte
                     erreicht, weiterhin einmal pro Monat Gesundheitsbesuche durchgeführt
                     werden;
DE                                           101                                           DE
 ---pagebreak---       c)    relevante Betriebe müssen entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend
            Artikel 63 gereinigt und desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt
            werden. Die Dauer der Stilllegung beträgt mindestens sechs Wochen. Wenn
            alle infizierten Betriebe geleert worden sind, muss eine mindestens
            dreiwöchige gleichzeitige Stilllegung erfolgen.
            Während der Stilllegung der offiziell für infiziert erklärten Betriebe werden die
            Schutzzonen in Überwachungszonen umgewandelt;
      d)    die Wiederaufstockung darf erst dann erfolgen, wenn alle infizierten Betriebe
            gemäß Buchstabe c geleert, gereinigt, desinfiziert und stillgelegt worden sind;
      e)    mit Ausnahme der in Buchstabe f genannten Betriebe müssen alle Betriebe in
            dem von dem Tilgungsprogramm erfassten Mitgliedstaat, der Zone oder dem
            Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden, und, sofern eine
            Überwachung der Wildpopulationen durchzuführen ist, alle zur
            größtmöglichen Abdeckung des von dem Tilgungsprogramm abgedeckten
            geografischen Gebiets ausgewählten Probenahmestellen in der Folge
            mindestens dem in Abschnitt 2 festgelegten Programm unterworfen werden;
      f)    ein Einzelbetrieb, in dem gelistete Arten gehalten werden und der einen
            Gesundheitsstatus aufweist, der von dem Gesundheitsstatus der umliegenden
            Gewässer unabhängig ist, muss nach einem Seuchenausbruch das in
            Abschnitt 2 festgelegte Überwachungsprogramm nicht befolgen, sofern der
            Betrieb die in Artikel 80 Absatz 3 festgelegten Anforderungen einhält und mit
            Krebstieren aus Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten mit dem Status
            „frei von einer Infektion mit WSSV“ wiederbestockt wird.
   2. Die Sperrzone muss auf einzelfallbezogener Grundlage bestimmt worden sein, wobei
      Faktoren zu berücksichtigen sind, die das Risiko der Ausbreitung von WSSV auf
      gehaltene und wild lebende Krebstiere beeinflussen, wie beispielsweise
      i)    die Anzahl, das Alter, den Prozentsatz und die Verteilung der Mortalität bei
            den Krebstieren in dem mit WSSV infizierten Betrieb oder der Gruppe von
            Betrieben, einschließlich anderer Betriebe und wild lebender Krebstiere;
      ii)   Abstand zu und Dichte von benachbarten Betrieben oder Gruppen von
            Betrieben sowie wild lebenden Krebstieren;
      iii)  die Nähe zu Verarbeitungsbetrieben, Kontaktbetrieben oder Gruppen von
            Betrieben;
      iv)   die Arten, insbesondere empfängliche Arten und Überträgerarten, die in den
            Betrieben oder Gruppen von Betrieben vorhanden sind;
      v)    die in den infizierten Betrieben und benachbarten Betrieben und Gruppen von
            Betrieben angewandten Haltungsmethoden;
      vi)   die hydrodynamischen Bedingungen; und
      vii) andere epidemiologisch bedeutsame Faktoren.
DE                                         102                                                DE
 ---pagebreak---                                            Tabelle 6.A
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen und Kompartimente während des zweijährigen
   Kontrollzeitraums vor der Erlangung des Status „frei von einer Infektion mit WSSV“
                              Zahl der
                     Gesundheitsbesuche pro                Zahl der              Zahl der
      Jahr der
                    Jahr in jedem Betrieb oder      Laboruntersuchungen         Krebstiere
   Überwachung
                         jeder Gruppe von                  pro Jahr            in der Probe
                             Betrieben
      1. Jahr                     1                             1                    150
      2. Jahr                     1                             1                    150
                                         ABSCHNITT 4
    AUFRECHTERHALTUNG DES STATUS „FREI VON EINER INFEKTION MIT WSSV“
   1.      Wenn gemäß Artikel 81 eine gezielte Überwachung zur Aufrechterhaltung des Status
           „frei von einer Infektion mit WSSV“ eines Mitgliedstaats, einer Zone oder eines
           Kompartiments erforderlich ist, werden alle Betriebe in dem Mitgliedstaat, der Zone
           oder dem Kompartiment, in denen gelistete Arten gehalten werden,
           Gesundheitsbesuchen unterzogen und die Krebstiere müssen in Übereinstimmung
           mit der Tabelle 6.B unter Berücksichtigung des Risikoniveaus des Betriebs in Bezug
           auf die Übertragung der Infektion mit WSSV beprobt werden.
   2.      In Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimenten, in denen die Zahl der Betriebe
           begrenzt ist und in denen die gezielte Überwachung dieser Betriebe nicht genügend
           epidemiologische Daten ergibt, umfasst die Überwachung für die Erhaltung des
           Status „seuchenfrei“ Probenahmestellen, die gemäß den Anforderungen in
           Abschnitt 1 Buchstabe b ausgewählt wurden.
   3.      Bei der Bestimmung der Häufigkeit der zur Aufrechterhaltung des Status „frei von
           einer Infektion mit WSSV“ erforderlichen Gesundheitsbesuche in Kompartimenten
           ist das Risiko der Übertragung der Infektion mit WSSV als hoch anzusehen, wenn
           der Gesundheitsstatus in Bezug auf diese Seuche vom Gesundheitsstatus der
           Wassertierpopulationen in den umgebenden natürlichen Gewässern abhängt.
   4.      Der Status „frei von einer Infektion mit WSSV“ darf nur solange aufrechterhalten
           werden, wie die Untersuchungen aller Proben mittels der in Abschnitt 5 Absatz 2
           festgelegten Diagnosemethoden Negativbefunde für WSSV ergeben und jeglicher
           Verdacht auf Infektion mit WSSV gemäß den in Abschnitt 5 Absatz 3 festgelegten
           Diagnosemethoden ausgeschlossen wurde.
DE                                             103                                             DE
 ---pagebreak---                                                   Tabelle 6.B
   Programm für Mitgliedstaaten, Zonen oder Kompartimente zur Aufrechterhaltung des
   Status „frei von einer Infektion mit WSSV“
   Risikoniveau(1)                 Zahl der                          Zahl der                     Zahl der
                          Gesundheitsbesuche in              Laboruntersuchungen                 Krebstiere
                            jedem Betrieb/jeder                                                 in der Probe
                          Gruppe von Betrieben
         Hoch                   einmal jährlich                einmal alle zwei Jahre                  150
        Mittel               einmal alle zwei Jahre            einmal alle zwei Jahre                  150
        Gering               einmal alle zwei Jahre            einmal alle vier Jahre                  150
   (1)     Risikoniveau, das dem Betrieb von der zuständigen Behörde wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1 angegeben,
           zugewiesen wird, außer im Fall abhängiger Kompartimente, wo alle Betriebe als Betriebe mit hohem Risiko
           angesehen werden.
                                               ABSCHNITT 5
                           DIAGNOSE- UND PROBENAHMEMETHODEN
   1.      Proben von integumentaler Epidermis, seziert oder in Laufbeinen, Schwimmbeinen,
           Mundwerkzeugen oder Kiemen des zu untersuchenden Tieres enthalten, sind vor der
           Vorbereitung von Proben für die PCR in 95 %igem Ethanol zu fixieren.
           Zur Untermauerung der bei der PCR gewonnenen diagnostischen Daten können auch
           andere Proben, die für Histologie und Transmissionselektronenmikroskopie fixiert
           wurden, herangezogen werden.
   2.      Die Diagnosemethoden und -verfahren zur Anerkennung oder Aufrechterhaltung des
           Status „frei von einer Infektion mit WSSV“ müssen PCR mit nachfolgender
           Sequenzierung sein. Bei der Anwendung dieser Diagnosemethoden müssen die
           entsprechenden von der EURL für Seuchen von Krebstieren genehmigten
           detaillierten Methoden und Verfahren befolgt werden.
           Bei einem Positivbefund des PCR-Tests muss auf das Ergebnis eine Sequenzierung
           des Fragments folgen, bevor die in Artikel 63 der Verordnung (EU) 2016/429
           vorgesehen ersten Bekämpfungsmaßnahmen umgesetzt werden.
   3.      Muss ein Verdacht auf WSSV-Infektion gemäß Artikel 58 bestätigt bzw.
           ausgeschlossen werden, so müssen der folgende Gesundheitsbesuch, die Probenahme
           und die Untersuchung folgendem Verfahren entsprechen:
           a)     die Untersuchung umfasst mindestens einen Gesundheitsbesuch und eine
                  Beprobung von zehn Krebstieren, wenn klinische Anzeichen für eine WSSV-
                  Infektion oder entsprechende postmortale Läsionen beobachtet werden, oder
                  von 150 Krebstieren, wenn keinerlei klinische Anzeichen oder postmortale
                  Läsionen beobachtet werden. Die Proben werden gemäß der unter Absatz 2
                  aufgeführten Diagnosemethode untersucht;
           b)     das Auftreten von WSSV muss als bestätigt angesehen werden, wenn eine in
                  Übereinstimmung mit den von der EURL für Seuchen von Krebstieren
DE                                                    104                                                          DE
 ---pagebreak---    genehmigten detaillierten Methoden und Verfahren durchgeführte PCR mit
   nachfolgender Sequenzierung einen Positivbefund für WSSV ergibt.
   Ein Verdacht auf Infektion mit WSSV kann ausgeschlossen werden, wenn
   diese Tests keine weiteren Nachweise für das Vorhandensein von WSSV
   ergeben.
DE                             105                                        DE
 ---pagebreak---                                           TEIL III
             ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER
                                  UMSETZUNG VON
      ÜBERWACHUNGSPROGRAMMEN FÜR SEUCHEN
                    DER KATEGORIE C UND FÜR DIE
     WIEDERAUFNAHME DIESER PROGRAMME NACH
                        EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Teil III enthält die Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
   Überwachungsprogramms für eine bestimmte Seuche sowie zur Wiederaufnahme des
   Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch.
    Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS)                                      Kapitel 1
    Infektiöse Hämatopoetische Nekrose (IHN)                                    Kapitel 1
    Infektion mit dem HPR-deletierten Virus der Ansteckenden Blutarmut          Kapitel 2
    der Lachse
    Infektion mit Marteilia refringens                                          Kapitel 3
    Infektion mit Bonamia exitiosa                                              Kapitel 4
    Infektion mit Bonamia ostreae                                               Kapitel 5
    Infektion mit dem Virus der Weißpünktchenkrankheit (WSSV)                   Kapitel 6
                                          Kapitel 1
     Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
               Überwachungsprogramms für VHS oder IHN und
                 Anforderungen an die Wiederaufnahme dieses
          Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch
                                         ABSCHNITT 1
            ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND
                     PROBENAHMEN IM HINBLICK AUF VHS UND IHN
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer iv genannten Gesundheitsbesuche und
   Probenahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)       die Gesundheitsbesuche und Probenahmen müssen während der Zeit im Jahr
            erfolgen, zu der die Wassertemperatur unter 14 °C liegt oder die Proben müssen bei
            den niedrigsten Temperaturen im Jahr entnommen werden, wenn Temperaturen unter
            14 °C nicht erreicht werden;
   b)       alle Produktionsanlagen wie Teiche, Tanks und Netzkäfige müssen auf verendete,
            geschwächte oder verhaltensgestörte Fische kontrolliert werden. Besondere
DE                                             106                                             DE
 ---pagebreak---            Beachtung ist dem Wasserabflussbereich zu widmen, in dem sich geschwächte
           Fische strömungsbedingt besonders häufig aufhalten;
   c)      für die Probenahme bestimmte Fische der gelisteten Arten werden wie folgt
           ausgewählt:
           i)    sind Regenbogenforellen vorhanden, so sind nur Fische dieser Art für die
                 Beprobung zu wählen, es sei denn, es sind andere empfängliche Arten
                 vorhanden, die typische Anzeichen von VHS oder IHN aufweisen; sind keine
                 Regenbogenforellen vorhanden, so muss die Probe repräsentativ für alle
                 anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
           ii)   sind geschwächte, verhaltensgestörte oder soeben verendete Fische (jedoch
                 ohne Anzeichen der Zersetzung) vorhanden, so sind solche Fische
                 auszuwählen; wird für die Fischproduktion mehr als eine Wasserquelle
                 verwendet, so müssen die Fische für die Probenahme so ausgewählt werden,
                 dass alle Wasserquellen berücksichtigt werden;
           iii)  die Fische sind so auszuwählen, dass sich die Probe proportional aus Fischen
                 aller Produktionseinheiten des Betriebs sowie aller Jahresklassen
                 zusammensetzt.
                                         ABSCHNITT 2
       BESONDERE ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER UMSETZUNG EINES
                                ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS
   1.      Gesundheitsbesuche und Probenahmen an Fischen müssen in Übereinstimmung mit
           Abschnitt 1 und Tabelle 1 durchgeführt werden.
   2.      Die gemäß Abschnitt 1 und Tabelle 1 entnommenen Proben müssen unter
           Anwendung der in Teil II Kapitel 1 Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten
           Diagnosemethoden getestet werden und für VHS oder IHN Negativbefunde ergeben.
                                         ABSCHNITT 3
                   ANFORDERUNGEN AN DIE WIEDERAUFNAHME EINES
           ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS NACH EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Ein mit VHS oder IHN infizierter Betrieb kann ein Überwachungsprogramm für diese
   Seuchen unter der Voraussetzung wiederaufnehmen, dass
   a)      der Betrieb entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend Artikel 63 gereinigt und
           desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt wurde; und
   b)      die Wiederaufstockung mit Fischen erfolgt, die aus Betrieben stammen, welche
           i)    in einem von VHS oder IHN freien Mitgliedstaat, einer solchen Zone oder
                 einem solchen Kompartiment liegen;
           ii)   in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment liegen, der, die
                 oder das unter ein Tilgungsprogramm für VHS oder IHN fällt; oder
           iii)  ein Überwachungsprogramm für VHS oder IHN umsetzen.
DE                                             107                                            DE
 ---pagebreak---                                                    Tabelle 1
                                Überwachungsprogramm für VHS/IHN
                       Zahl der Gesundheitsbesuche pro Jahr in             Zahl der Fische in der
   Risikoniveau(1)
                                        jedem Betrieb                               Probe(2)
   Hoch                                 einmal jährlich                                 30
   Mittel                          einmal alle zwei Jahre                               30
   Gering                           einmal alle drei Jahre                              30
   (1)     Im Fall von Küstenzonen oder -kompartimenten sind die Proben frühestens drei Wochen nach der
           Umsetzung der Fische von Süß- in Salzwasser zu entnehmen.
   (2)     Das dem Betrieb von der zuständigen Behörde zugewiesene Risikoniveau, wie in Teil I Kapitel 2
           Absatz 1 festgelegt. Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 10.
                                                 Kapitel 2
     Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
         Überwachungsprogramms für HPR-deletierten ISAV und
                 Anforderungen an die Wiederaufnahme dieses
          Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch
                                               ABSCHNITT 1
           ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND
    PROBENAHMEN IM HINBLICK AUF INFEKTIONEN MIT DEM HPR-DELETIERTEN
                                                    ISAV
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer iv genannten Gesundheitsbesuche und
   Probenahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)      Die Gesundheitsbesuche und die Probenahme müssen alle Produktionseinheiten wie
           Teiche, Tanks und Netzkäfige berücksichtigen, um festzustellen, ob verendete,
           geschwächte oder verhaltensgestörte Fische vorhanden sind. Besondere Beachtung
           ist, soweit relevant, den Rändern der Käfige oder dem Wasserabflussbereich zu
           widmen, in denen sich geschwächte Fische strömungsbedingt besonders häufig
           aufhalten;
   (b)     Fische für die Probenahme sind wie folgt auszuwählen:
           (i)    Es sind nur moribunde oder soeben verendete Fische (jedoch ohne Anzeichen
                  der Zersetzung) auszuwählen; insbesondere sind Fische, die Anämie,
                  Blutungen oder andere klinischen Krankheitsanzeichen aufweisen, die auf
                  Durchblutungsstörungen hindeuten, vorrangig zur Probenahme auszuwählen;
           (ii)   Wenn Atlantische Lachse vorhanden sind, sind nur Fische dieser Art für die
                  Probenahme auszuwählen, außer wenn andere Arten vorhanden sind, die
                  typische Anzeichen der ISA aufweisen. Wenn im Betrieb keine Atlantischen
                  Lachse vorhanden sind, müssen andere gelistete Arten als Proben entnommen
                  werden;
DE                                                    108                                                DE
 ---pagebreak---            (iii) Wird für die Fischproduktion mehr als eine Wasserquelle verwendet, so
                    müssen die Fische für die Probenahme so ausgewählt werden, dass alle
                    Wasserquellen berücksichtigt werden;
           (iv) Die Fische sind so auszuwählen, dass sich die Probe proportional aus Fischen
                    aller Produktionseinheiten wie Netzkäfige, Tanks und Teiche des Betriebs
                    sowie aller Jahresklassen zusammensetzt.
                                                     ABSCHNITT 2
        BESONDERE ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER UMSETZUNG EINES
                                       ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS
   1.      Gesundheitsbesuche und Probenahmen von                              Fischen       müssen    entsprechend
           Abschnitt 1 und Tabelle 2 durchgeführt werden.
   2.      Die gemäß Abschnitt 1 und Tabelle 2 entnommenen Proben müssen unter
           Anwendung der in Teil II Kapitel 2 Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten
           Diagnosemethoden getestet werden und für HPR-deletierten ISAV Negativbefunde
           ergeben.
                                                        Tabelle 2
                          Überwachungsprogramm für HPR-deletierten ISAV
   Risikoniveau(1)        Zahl                            der      Zahl                          der    Zahl der
                          Gesundheitsbesuche pro                   Laboruntersuchungen                  Fische in
                          Jahr in jedem Betrieb                    pro Jahr                             der Probe
   Hoch                                      2                                      2(2)                       30
   Mittel                                    1                                      1(3)                       30
   Gering                      einmal alle zwei Jahre                  einmal alle zwei Jahre                  30
   Höchstzahl Fische pro gepoolte Probe: 5
   (1)     Das dem Betrieb von der zuständigen Behörde zugewiesene Risikoniveau, wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1
           festgelegt.
   (2)     Proben müssen im Frühjahr und Herbst entnommen werden, wenn zwei Proben jährlich erforderlich sind.
   (3)     Ist nur eine Probe im Jahr erforderlich, müssen Proben im Frühjahr oder im Herbst entnommen werden.
                                                     ABSCHNITT 3
                      ANFORDERUNGEN AN DIE WIEDERAUFNAHME EINES
            ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS NACH EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Ein mit dem HPR-deletierten ISAV infizierter Betrieb kann ein Überwachungsprogramm für
   diese Seuche unter der Voraussetzung wiederaufnehmen, dass
   a)      der Betrieb entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend Artikel 63 gereinigt und
           desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt wurde; und
   b)      die Wiederaufstockung mit Fischen erfolgt, die aus Betrieben stammen, welche
           i)       in einem von Infektionen mit dem HPR-deletierten ISAV freien Mitgliedstaat,
                    einer solchen Zone oder einem solchen Kompartiment liegen;
DE                                                          109                                                     DE
 ---pagebreak---            ii)   in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment liegen, die von
                 einem Tilgungsprogramm für den HPR-deletierten ISAV abgedeckt sind; oder
           iii)  ein Überwachungsprogramm für Infektionen mit dem HPR-deletierten ISAV
                 umsetzen.
                                            Kapitel 3
     Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
         Überwachungsprogramms für Infektionen mit Marteilia
      refringens und Anforderungen an die Wiederaufnahme dieses
         Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch
                                          ABSCHNITT 1
           ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND
    PROBENAHMEN IM HINBLICK AUF INFEKTIONEN MIT MARTEILIA REFRINGENS
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer iv genannten Gesundheitsbesuche und
   Probenahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)      Gesundheitsbesuche und Probenahmen für Laboruntersuchungen werden in der
           Jahreszeit durchgeführt, in der die Prävalenz des Parasiten in dem Mitgliedstaat, der
           Zone oder dem Kompartiment bekanntermaßen auf ihrem Höhepunkt ist. Liegen
           keine Daten dazu vor, so wird die Probenahme unmittelbar nach dem Zeitpunkt
           durchgeführt, zu dem die Wassertemperatur 17 °C überschritten hat;
   b)      sind gemäß den Anforderungen in Tabelle 3 Weichtiere zu beproben, gelten folgende
           Kriterien:
           i)    Ostrea spp. sind zu beproben. Sind keine Ostrea spp. vorhanden, so muss die
                 Probe repräsentativ für alle anderen vorhandenen gelisteten Arten sein;
           ii)   sind geschwächte, moribunde oder soeben verendete Weichtiere (jedoch ohne
                 Anzeichen der Zersetzung) in den Produktionseinheiten vorhanden, so sind in
                 erster Linie solche Weichtiere auszuwählen. Sind keine solche Weichtiere
                 vorhanden, so müssen zu den ausgewählten Weichtieren die ältesten gesunden
                 Weichtiere gehören;
           iii)  bei Probenahmen in Weichtierbetrieben, in denen mehr als eine Wasserquelle
                 zur Weichtierproduktion verwendet wird, müssen Proben von Weichtieren aus
                 allen Wasserquellen entnommen werden, sodass alle Teile des Betriebs in der
                 Probe anteilig vertreten sind;
           iv)   bei Probenahmen in Weichtierbetrieben oder Gruppen von Weichtierbetrieben
                 müssen Weichtiere von einer ausreichenden Anzahl von Probenahmestellen so
                 ausgewählt werden, dass alle Teile des Weichtierbetriebs oder der Gruppe von
                 Weichtierbetrieben in der Probe anteilig vertreten sind. Die wichtigsten
                 Faktoren bei der Auswahl dieser Probenahmestellen sind Bestandsdichte,
                 Wasserströmung, Anwesenheit empfänglicher Arten, Vorhandensein von
                 Überträgerarten, Bathymetrie und Bewirtschaftungspraxis. Auch natürliche
                 Bänke innerhalb oder in der Nachbarschaft des Betriebs oder der Gruppe von
                 Betrieben sind in die Beprobung einzubeziehen.
DE                                              110                                              DE
 ---pagebreak---                                               ABSCHNITT 2
       BESONDERE ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER UMSETZUNG EINES
                                  ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS
   1.      Gesundheitsbesuche und Probenahmen von Weichtieren müssen entsprechend
           Abschnitt 1 und Tabelle 3 durchgeführt werden.
   2.      Die gemäß Abschnitt 1 und Tabelle 3 entnommenen Proben müssen unter
           Anwendung der in Teil II Kapitel 3 Abschnitt 5 Absatz 2 festgelegten
           Diagnosemethoden getestet werden und für Marteilia refringens Negativbefunde
           ergeben.
                                                 Tabelle 3
                         Überwachungsprogramm für Marteilia refringens
                                 Zahl der
                                                                                                Zahl der
                         Gesundheitsbesuche in                     Zahl der
   Risikoniveau(1)                                                                             Weichtiere
                           jedem Betrieb/jeder             Laboruntersuchungen
                                                                                             in der Probe
                          Gruppe von Betrieben
         Hoch                  einmal jährlich               einmal alle zwei Jahre                 150
        Mittel              einmal alle zwei Jahre           einmal alle zwei Jahre                 150
        Gering              einmal alle zwei Jahre           einmal alle vier Jahre                 150
   (1)     Das dem Betrieb von der zuständigen Behörde zugewiesene Risikoniveau, wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1
           festgelegt.
                                              ABSCHNITT 3
                     ANFORDERUNGEN AN DIE WIEDERAUFNAHME EINES
           ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS NACH EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Ein mit Marteilia refringens infizierter Betrieb kann ein Überwachungsprogramm für diese
   Seuche unter der Voraussetzung wieder aufnehmen, dass
   a)      der Betrieb entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend Artikel 63 gereinigt und
           desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt wurde; und
   b)      die Wiederaufstockung mit Fischen erfolgt, die aus Betrieben stammen, welche
           i)      in einem von Infektionen mit Marteilia refringens freien Mitgliedstaat, einer
                   solchen Zone oder einem solchen Kompartiment liegen;
           ii)     in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment liegen, der, die
                   oder das unter ein Tilgungsprogramm gegen Infektionen mit Marteilia
                   refringens fällt; oder
           iii)    ein Überwachungsprogramm für Infektionen mit Marteilia refringens
                   umsetzen.
                                                Kapitel 4
     Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
     Überwachungsprogramms für Infektionen mit Bonamia exitiosa
DE                                                   111                                                          DE
 ---pagebreak---               und Anforderungen an die Wiederaufnahme dieses
         Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch
                                           ABSCHNITT 1
           ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND
       PROBENAHMEN IM HINBLICK AUF INFEKTIONEN MIT BONAMIA EXITIOSA
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer iv genannten Gesundheitsbesuche und
   Probenahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)      Gesundheitsbesuche und Probenahmen aus den Produktionseinheiten werden in der
           Jahreszeit durchgeführt, in der die Prävalenz von Bonamia exitiosa in dem
           Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment bekanntermaßen auf ihrem
           Höhepunkt ist. Liegen keine Daten dazu vor, so findet die Probenahme zweimal im
           Jahr, im Frühjahr und im Herbst, statt;
   b)      werden gemäß den Anforderungen von Tabelle 4 Weichtiere beprobt, gelten
           folgende Kriterien:
           i)     sind Ostrea spp. vorhanden, so dürfen nur Austern dieser Art für die
                  Beprobung gewählt werden. Sind keine Ostrea spp. vorhanden, so muss die
                  Probe repräsentativ für alle anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
           ii)    sind geschwächte, moribunde oder soeben verendete Weichtiere (jedoch ohne
                  Anzeichen der Zersetzung) vorhanden, so sind in erster Linie solche
                  Weichtiere auszuwählen. Sind keine solche Weichtiere vorhanden, so müssen
                  zu den ausgewählten Weichtieren die ältesten gesunden Weichtiere gehören;
           iii)   bei Probenahmen in Betrieben, in denen mehr als eine Wasserquelle zur
                  Weichtierproduktion verwendet wird, müssen Proben von Weichtieren aus
                  allen Wasserquellen entnommen werden, sodass alle Teile des Betriebs in der
                  Probe anteilig vertreten sind;
           iv)    bei Probenahmen in Betrieben oder Gruppen von Betrieben müssen Weichtiere
                  von einer ausreichenden Anzahl von Probenahmestellen so ausgewählt werden,
                  dass alle Teile des Weichtierbetriebs oder der Gruppe von Weichtierbetrieben
                  in der Probe anteilig vertreten sind. Die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl
                  dieser Probenahmestellen sind Bestandsdichte, Wasserströmung, Anwesenheit
                  empfänglicher Arten, Vorhandensein von Überträgerarten (z. B. Crassostrea
                  gigas), Bathymetrie und Bewirtschaftungspraxis. Auch natürliche Bänke
                  innerhalb oder in der Nachbarschaft des Betriebs oder der Gruppe von
                  Betrieben sind in die Beprobung einzubeziehen.
                                           ABSCHNITT 2
       BESONDERE ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER UMSETZUNG EINES
                                 ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS
   1.      Gesundheitsbesuche und Probenahmen von Weichtieren müssen entsprechend
           Abschnitt 1 und Tabelle 4 durchgeführt werden.
   2.      Die gemäß Abschnitt 1 und Tabelle 4 entnommenen Proben müssen unter
           Anwendung der in Teil II Kapitel 4 Abschnitt 5 Absatz 2 genannten
DE                                               112                                             DE
 ---pagebreak---            Diagnosemethoden getestet werden und für Bonamia exitiosa Negativbefunde
           ergeben.
                                                 Tabelle 4
                  Überwachungsprogramm für Infektionen mit Bonamia exitiosa
                      Zahl der Gesundheitsbesuche in                                            Zahl der
                                                                     Zahl der
   Risikoniveau(1) jedem Betrieb/jeder Gruppe                                                 Weichtiere in
                                                            Laboruntersuchungen
                               von Betrieben                                                   der Probe
        Hoch                   einmal jährlich                einmal alle zwei Jahre                150
        Mittel              einmal alle zwei Jahre            einmal alle zwei Jahre                150
       Gering               einmal alle zwei Jahre            einmal alle vier Jahre                150
   (1)     Das dem Betrieb von der zuständigen Behörde zugewiesene Risikoniveau, wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1
           festgelegt.
                                              ABSCHNITT 3
                     ANFORDERUNGEN AN DIE WIEDERAUFNAHME EINES
           ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS NACH EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Ein mit Bonamia exitiosa infizierter Betrieb kann ein Überwachungsprogramm unter der
   Voraussetzung wieder aufnehmen, dass
   a)      der Betrieb entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend Artikel 63 gereinigt und
           desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt wurde; und
   b)      die Wiederaufstockung mit Fischen erfolgt, die aus Betrieben stammen, welche
           i)      in einem von Infektionen mit Bonamia exitiosa freien Mitgliedstaat, einer
                   solchen Zone oder einem solchen Kompartiment liegen;
           ii)     in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment liegen, der, die
                   oder das unter ein Tilgungsprogramm gegen Infektion mit Bonamia exitiosa
                   fällt; oder
           iii)    ein Überwachungsprogramm für Infektionen mit Bonamia exitiosa umsetzen.
                                                Kapitel 5
     Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
      Überwachungsprogramms für Infektionen mit Bonamia ostreae
              und Anforderungen an die Wiederaufnahme dieses
         Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch
                                              ABSCHNITT 1
            ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND
       PROBENAHMEN IM HINBLICK AUF INFEKTIONEN MIT BONAMIA OSTREAE
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer iv genannten Gesundheitsbesuche und
   Probenahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)      Gesundheitsbesuche und Probenahmen aus den Produktionseinheiten werden in der
           Jahreszeit durchgeführt, in der die Prävalenz von Bonamia ostreae in dem
DE                                                   113                                                          DE
 ---pagebreak---          Mitgliedstaat, der Zone oder dem Kompartiment bekanntermaßen auf ihrem
         Höhepunkt ist. Liegen keine Daten dazu vor, so findet die Probenahme im Winter
         oder zu Beginn des Frühjahrs statt;
   b)    sind gemäß den Anforderungen von Tabelle 5 Weichtiere zu beproben, gelten
         folgende Kriterien:
         i)    sind Ostrea edulis vorhanden, so dürfen nur Austern dieser Art für die
               Beprobung gewählt werden. Sind keine Ostrea edulis vorhanden, so muss die
               Probe repräsentativ für alle anderen vorhandenen empfänglichen Arten sein;
         ii)   sind geschwächte, moribunde oder soeben verendete Weichtiere (jedoch ohne
               Anzeichen der Zersetzung) vorhanden, so sind in erster Linie solche
               Weichtiere auszuwählen. Sind keine solche Weichtiere vorhanden, so müssen
               zu den ausgewählten Weichtieren die ältesten gesunden Weichtiere gehören;
         iii)  bei Probenahmen in Betrieben, in denen mehr als eine Wasserquelle zur
               Weichtierproduktion verwendet wird, müssen Proben von Weichtieren aus
               allen Wasserquellen entnommen werden, sodass alle Teile des Betriebs in der
               Probe anteilig vertreten sind;
         iv)   bei Probenahmen in Weichtierbetrieben oder Gruppen von Betrieben müssen
               Weichtiere von einer ausreichenden Zahl von Probenahmestellen in die Probe
               aufgenommen werden. Die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl dieser
               Probenahmestellen sind Bestandsdichte, Wasserströmung, Anwesenheit
               empfänglicher Arten, Vorhandensein von Überträgerarten, Bathymetrie und
               Bewirtschaftungspraxis. Auch natürliche Bänke innerhalb oder in der
               Nachbarschaft des Betriebs oder der Gruppe von Betrieben sind in die
               Beprobung einzubeziehen.
                                        ABSCHNITT 2
      BESONDERE ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER UMSETZUNG EINES
                              ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS
   1.    Gesundheitsbesuche und Probenahmen von Weichtieren müssen entsprechend
         Abschnitt 1 und Tabelle 5 durchgeführt werden.
   2.    Die gemäß Abschnitt 1 und Tabelle 5 entnommenen Proben müssen unter
         Anwendung der in Teil II Kapitel 5 Abschnitt 5 Absatz 2 genannten
         Diagnosemethoden getestet werden und für Bonamia ostreae Negativbefunde
         ergeben.
DE                                            114                                          DE
 ---pagebreak---                                                  Tabelle 5
                  Überwachungsprogramm für Infektionen mit Bonamia ostreae
   Risikoniveau(1)                Zahl der                         Zahl der                     Zahl der
                           Gesundheitsbesuche in           Laboruntersuchungen                 Weichtiere
                            jedem Betrieb/jeder                                              in der Probe
                           Gruppe von Betrieben
         Hoch                   einmal jährlich              einmal alle zwei Jahre                 150
        Mittel               einmal alle zwei Jahre          einmal alle zwei Jahre                 150
        Gering               einmal alle zwei Jahre          einmal alle vier Jahre                 150
   (1)     Das dem Betrieb von der zuständigen Behörde zugewiesene Risikoniveau, wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1
           festgelegt.
                                              ABSCHNITT 3
                     ANFORDERUNGEN AN DIE WIEDERAUFNAHME EINES
           ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS NACH EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Ein mit Bonamia ostreae infizierter Betrieb kann ein Überwachungsprogramm für diese
   Seuche unter der Voraussetzung wieder aufnehmen, dass
   a)      der Betrieb entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend Artikel 63 gereinigt und
           desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt wurde; und
   b)      die Wiederaufstockung mit Fischen erfolgt, die aus Betrieben stammen, welche
           i)      in einem von Infektionen mit Bonamia ostreae freien Mitgliedstaat, einer
                   solchen Zone oder einem solchen Kompartiment liegen;
           ii)     in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment liegen, der, die
                   oder das unter ein Tilgungsprogramm für Infektionen mit Bonamia ostreae
                   fällt; oder
           iii)    ein Überwachungsprogramm für Infektionen mit Bonamia ostreae umsetzen.
                                                Kapitel 6
     Anforderungen an Betriebe zum Nachweis der Umsetzung eines
        Überwachungsprogramms für Infektionen mit WSSV und
                  Anforderungen an die Wiederaufnahme dieses
         Überwachungsprogramms nach einem Seuchenausbruch
                                              ABSCHNITT 1
           ALLGEMEINE ANFORDERUNGEN AN GESUNDHEITSBESUCHE UND
             PROBENAHMEN IM HINBLICK AUF EINE INFEKTION MIT WSSV
   Die in Artikel 3 Absatz 2 Buchstabe b Ziffer iv genannten Gesundheitsbesuche und
   Probenahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:
DE                                                   115                                                          DE
 ---pagebreak---    a)      die Beprobung von Krebstieren für Laboruntersuchungen ist dann vorzunehmen,
           wenn die Wassertemperatur ihren wahrscheinlichen Jahreshöchststand erreicht.
           Diese Anforderung in Bezug auf die Wassertemperatur gilt auch für
           Gesundheitsbesuche, sofern diese machbar und angezeigt sind;
   b)      sind gemäß den Anforderungen der Tabelle 6 Zuchtkrebstiere zu beproben, so gelten
           folgende Kriterien:
           i)      sind geschwächte oder moribunde Krebstiere in den Produktionseinheiten
                   vorhanden, so sind in erster Linie solche Krebstiere auszuwählen. Sind solche
                   Krebstiere nicht vorhanden, so müssen die unterschiedlichen Größenkohorten
                   der ausgewählten empfänglichen Arten, d. h. Jungtiere und ausgewachsene
                   Tiere, anteilig in der Probe vertreten sein;
           ii)     wird für die Krebsproduktion mehr als eine Wasserquelle verwendet, so
                   müssen bei der Probenahme alle Wasserquellen berücksichtigt werden.
                                              ABSCHNITT 2
       BESONDERE ANFORDERUNGEN ZUM NACHWEIS DER UMSETZUNG EINES
                                   ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS
   1.      Gesundheitsbesuche und Probenahmen von Krebstieren müssen entsprechend
           Abschnitt 1 und Tabelle 6 durchgeführt werden.
   2.      Die gemäß Abschnitt 1 und Tabelle 6 entnommenen Proben müssen unter
           Anwendung der in Teil II Kapitel 6 Abschnitt 5 Absatz 2 genannten
           Diagnosemethoden getestet werden und für eine Infektion mit WSSV
           Negativbefunde ergeben.
                                                 Tabelle 6
                       Überwachungsprogramm für Infektionen mit WSSV
   Risikoniveau(1)                Zahl der                         Zahl der                     Zahl der
                          Gesundheitsbesuche in            Laboruntersuchungen                 Krebstiere
                           jedem Betrieb/jeder                                                in der Probe
                          Gruppe von Betrieben
         Hoch                   einmal jährlich              einmal alle zwei Jahre                  150
        Mittel              einmal alle zwei Jahre           einmal alle zwei Jahre                  150
        Gering              einmal alle zwei Jahre            einmal alle vier Jahre                 150
   (1)     Das dem Betrieb von der zuständigen Behörde zugewiesene Risikoniveau, wie in Teil I Kapitel 2 Absatz 1
           festgelegt.
                                              ABSCHNITT 3
                     ANFORDERUNGEN AN DIE WIEDERAUFNAHME EINES
           ÜBERWACHUNGSPROGRAMMS NACH EINEM SEUCHENAUSBRUCH
   Ein mit WSSV infizierter Betrieb kann ein Überwachungsprogramm für diese Seuche unter
   der Voraussetzung wieder aufnehmen, dass
DE                                                   116                                                          DE
 ---pagebreak---    a) der Betrieb entsprechend Artikel 62 geleert, entsprechend Artikel 63 gereinigt und
      desinfiziert sowie entsprechend Artikel 64 stillgelegt wurde; und
   b) die Wiederaufstockung mit Fischen erfolgt, die aus Betrieben stammen, welche
      i)    in einem von Infektionen mit WSSV freien Mitgliedstaat, einer solchen Zone
            oder einem solchen Kompartiment liegen;
      ii)   in einem Mitgliedstaat, einer Zone oder einem Kompartiment liegen, die von
            einem Tilgungsprogramm für Infektionen mit WSSV abgedeckt sind; oder
      iii)  ein Überwachungsprogramm für Infektionen mit WSSV umsetzen.
DE                                        117                                            DE