CELEX: 62010CA0509
Language: de
Date: 2012-07-05 00:00:00
Title: Rechtssache C-509/10: Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 5. Juli 2012 (Vorabentscheidungsersuchen des Bundesgerichtshofs — Deutschland) — Josef Geistbeck und Thomas Geistbeck/Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (Geistiges und gewerbliches Eigentum — Gemeinschaftlicher Sortenschutz — Verordnung (EG) Nr. 2100/94 — Landwirteprivileg — Begriff, angemessene Vergütung‘ — Ersatz des erlittenen Schadens — Verletzung)

22.9.2012   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 287/3
            
         Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 5. Juli 2012 (Vorabentscheidungsersuchen des Bundesgerichtshofs — Deutschland) — Josef Geistbeck und Thomas Geistbeck/Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH
   (Rechtssache C-509/10) (1)
   
   (Geistiges und gewerbliches Eigentum - Gemeinschaftlicher Sortenschutz - Verordnung (EG) Nr. 2100/94 - Landwirteprivileg - Begriff, angemessene Vergütung‘ - Ersatz des erlittenen Schadens - Verletzung)
   2012/C 287/05
   Verfahrenssprache: Deutsch
   
      Vorlegendes Gericht
   
   Bundesgerichtshof
   
      Parteien des Ausgangsverfahrens
   
   
      Kläger: Josef Geistbeck und Thomas Geistbeck
   
      Beklagte: Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH
   
      Gegenstand
   
   Vorabentscheidungsersuchen — Bundesgerichtshof — Auslegung von Art. 14 Abs. 3 und Art. 94 Abs. 1 und 2 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. L 227, S. 1) sowie von Art. 5 und 8 der Verordnung (EG) Nr. 1768/95 der Kommission vom 24. Juli 1995 über die Ausnahmeregelung gemäß Art. 14 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz (ABl. L 173, S. 14) — Gemeinschaftlicher Sortenschutz — Rechtsverletzung — Verpflichtung, dem Inhaber eines gemeinschaftlichen Sortenschutzrechts eine angemessene Vergütung zu zahlen und den ihm entstandenen Schaden zu ersetzen — Kriterien für die Ermittlung der angemessenen Vergütung und des Schadens
   
      Tenor
   
   
               1.
            
            
               Zur Festsetzung der „angemessenen Vergütung“, die nach Art. 94 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 2100/94 des Rates vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz ein Landwirt schuldet, der durch Nachbau gewonnenes Vermehrungsgut einer geschützten Sorte genutzt hat, ohne die ihm nach Art. 14 Abs. 3 dieser Verordnung in Verbindung mit Art. 8 der Verordnung (EG) Nr. 1768/95 der Kommission vom 24. Juli 1995 über die Ausnahmeregelung gemäß Artikel 14 Absatz 3 der Verordnung Nr. 2100/94 in der durch die Verordnung (EG) Nr. 2605/98 der Kommission vom 3. Dezember 1998 geänderten Fassung obliegenden Verpflichtungen zu erfüllen, ist als Berechnungsgrundlage der Betrag der Gebühr heranzuziehen, die in demselben Gebiet für die Erzeugung von Vermehrungsmaterial der geschützten Sorten der betreffenden Pflanzenart in Lizenz geschuldet wird.
            
         
               2.
            
            
               Die Zahlung einer Entschädigung für die Kosten der Kontrolle der Einhaltung der Rechte des Inhabers eines Sortenschutzrechts kann nicht in die Berechnung der in Art. 94 Abs. 1 der Verordnung Nr. 2100/94 vorgesehenen „angemessenen Vergütung“ einbezogen werden.
            
         
      (1)  ABl. C 30 vom 29.1.2011.