CELEX: 
Language: de
Date: 2020-01-30 00:00:00
Title: DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Vorschriften für den Eingang von Sendungen von bestimmten Tieren, bestimmtem Zuchtmaterial und bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union und für deren anschließende Verbringung und Handhabung

EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                    Brüssel, den 30.1.2020
                                                    C(2020) 416 final
              DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                        vom 30.1.2020
    zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
   Rates hinsichtlich Vorschriften für den Eingang von Sendungen von bestimmten Tieren,
    bestimmtem Zuchtmaterial und bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die
             Union und für deren anschließende Verbringung und Handhabung
                              (Text von Bedeutung für den EWR)
DE                                                                                      DE
 ---pagebreak---                                      BEGRÜNDUNG
   1.  KONTEXT DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
       Mit der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
       9. März 2016 zu Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte
       im Bereich der Tiergesundheit („Tiergesundheitsrecht“)1 wurden Vorschriften zu
       Tierseuchen festgelegt. In Teil V Kapitel 1 sind insbesondere die
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Sendungen von Tieren,
       Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus Drittländern und
       Drittlandsgebieten in die Union und deren anschließende Verbringung und
       Handhabung festgelegt.
       Im Tiergesundheitsrecht wird der Kommission die Befugnis übertragen, delegierte
       Rechtsakte zur Ergänzung dieser Vorschriften zu erlassen.
       Im Interesse von Kohärenz und Transparenz und zur Vermeidung von
       Überschneidungen ist es daher wichtig, dass diese ergänzenden Vorschriften in
       demselben delegierten Rechtsakt zusammengefasst werden, da sie alle miteinander
       zusammenhängen und in Verbindung miteinander angewendet werden.
       Die in der vorliegenden Verordnung festgelegten Vorschriften entsprechen
       weitgehend bereits in bestehenden Rechtsakten der Union festgelegten Vorschriften,
       da sich diese zur Verhütung der Ausbreitung der gelisteten Seuchen in die und
       innerhalb der Union als wirksam erwiesen haben. Wie bereits erwähnt, liegt der
       Schwerpunkt          dieser    Vorschriften      auf     der     Festlegung     der
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Sendungen von Tieren,
       Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus Drittländern und
       Drittlandsgebieten in die Union und an deren anschließende Verbringung und
       Handhabung.
       Mit der vorliegenden Verordnung wird mit Blick auf die Festlegung der
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang solcher Sendungen in die Union
       jedoch ein allgemeiner und einzigartiger Ansatz verfolgt, da den neu verfügbaren
       wissenschaftlichen Erkenntnissen und den bei der Anwendung der bestehenden
       Unionsvorschriften in diesem Bereich gewonnenen Erfahrungen Rechnung getragen
       wird. Zudem werden die Tiergesundheitsvorschriften im Einklang mit dem neuen
       Rechtsrahmen der Union im Bereich Tiergesundheit und internationalen Standards
       aktualisiert. Dadurch bietet die Verordnung in Bezug auf die Anforderungen an den
       Eingang solcher Sendungen in die Union mehr Klarheit, Transparenz und Kohärenz.
       Insbesondere sind in der vorliegenden Verordnung die Vorschriften für den Eingang
       in die Union und die anschließende Verbringung und Handhabung von Sendungen
       folgender Art festgelegt:
       a)     gehaltene Huftiere, Geflügelarten, in Gefangenschaft gehaltene Vögel, Hunde,
              Katzen, Frettchen, Honigbienen und Hummeln;
       b)     Zuchtmaterial bestimmter Arten von Huftieren sowie Bruteier von Geflügel
              und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln;
       c)     frisches Fleisch von Huftieren, Geflügel und Federwild;
   1
      ABl. L 84 vom 31.3.2016, S. 1.
DE                                            1                                            DE
 ---pagebreak---       d)    Fleischerzeugnisse aus frischem Fleisch von Huftieren, Geflügel und
            Federwild;
      e)    Milch, Kolostrum, Milcherzeugnisse und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis von
            Huftieren;
      f)    Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die in zusammengesetzten Erzeugnissen
            enthalten sind;
      g)    Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die zum persönlichen Verbrauch bestimmt
            sind;
      h)    bestimmte Arten von Wassertieren in allen Entwicklungsstadien, einschließlich
            Eiern, Sperma und Gameten, sowie davon gewonnene Erzeugnisse tierischen
            Ursprungs.
      Zudem werden allgemeine Bestimmungen und Ausnahmen in Bezug auf die
      Durchfuhr durch und den erneuten Eingang in die Union von Sendungen von Tieren,
      Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs festgelegt.
   2. KONSULTATIONEN VOR ERLASS DES RECHTSAKTS
      Es fanden mehrere Sitzungen und Gespräche zwischen der Kommission und der
      Sachverständigengruppe für Tiergesundheit (E00930) statt. Der Entwurf der
      Delegierten Verordnung wurde außerdem dem Europäischen Parlament und dem Rat
      zugänglich gemacht. Es gingen keine Stellungnahmen ein. Auf Ebene des
      Beratenden Ausschusses für Tiergesundheit fanden mehrere Sitzungen mit einer
      Reihe von Interessenträgern statt, in denen die wichtigsten Elemente des
      Rechtsaktentwurfs dargestellt und erörtert wurden.
      Am 21. März 2019 wurden auf der Sitzung des Ausschusses für
      gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen (SPS-Ausschuss)
      der Welthandelsorganisation (WTO) die Hauptelemente des Entwurfs präsentiert,
      und im Juli 2019 wurde der Verordnungsentwurf dem SPS-Ausschuss zur
      Stellungnahme übermittelt. Die WTO-Mitgliedstaaten hatten für die Übermittlung
      ihrer Anmerkungen zwei Monate Zeit.
      Des Weiteren wurden Stellungnahmen von Interessenträgern zum Entwurf der
      delegierten Verordnung eingeholt; dies geschah im Zeitraum vom 17. Juni bis zum
      12. Juli 2019 im Kontext des Feedback-Mechanismus für eine bessere Rechtsetzung.
      Insgesamt gingen 27 Rückmeldungen ein, einschließlich der Stellungnahmen der
      nachstehenden Interessenträger: European Live Poultry and Hatching Egg
      Association (ELPHA), European Poultry Breeders Association (EPB) (BE), Comité
      Interprofessionnel des Produits de l'Aquaculture (FR), Fédération Française
      d'Equitation (FR), 4 Verbände, die die European Thoroughbred Racing & Breeding
      vertreten (EMSBLC) (IE) , Dibevo (NL), British Equestrian Federation (UK),
      European Federation for Animal Health and Sanitary Security (FESASS) (BE),
      UECBV (European Livestock and Meat Trades Union) (BE), GDS FRANCE (FR),
      International Pet & Animal Transportation Association (IPATA) (US), European
      Association of Zoos and Aquaria (EAZA) (NL), National Pig Association (UK),
      British Poultry Council (UK), National Farmers' Union (NFU) (UK), World Horse
      Welfare (UK), NFU Scotland (UK), Ulster Farmers' Union (UK), Dogs Trust (UK),
      Stallion AI Services/ Cryogenetics Ltd, Federation of Veterinarians of Europe (BE),
      1 von einer Hochschule/Forschungseinrichtung (US), 3 von Behörden (BE, AU und
      UK), 1 von einem Bürger/einer Bürgerin und 4 anonyme Stellungnahmen.
DE                                         2                                              DE
 ---pagebreak---       Es wurden folgende Hauptanträge eingereicht und folgende Argumentationen
      vorgebracht:
      –    Aufnahme bestimmter in der Verordnung (EU) 2016/429 und der Verordnung
           (EU) 2017/625 festgelegter Begriffsbestimmungen, damit ein einheitliches
           Verständnis in der gesamten Union und bei allen Handelspartnern
           sichergestellt werden kann. Die in den genannten Verordnungen festgelegten
           Begriffsbestimmungen gelten automatisch, da es sich hier um Basisrechtsakte
           handelt; in tertiären Rechtsvorschriften brauchen dann nur ergänzende
           Begriffsbestimmungen aufgenommen zu werden;
      –    Überdenken der Anforderungen in Bezug auf die Bekämpfung neu auftretender
           Seuchen in Drittländern;
      –    Vorschlag, zusätzliche Anforderungen in Bezug auf die Einhaltung anderer
           EU-Vorschriften (d. h. Vorschriften über die verantwortungsvolle Verwendung
           von Arzneimitteln und den Tierschutz) aufzunehmen. Diese Vorschriften
           gelten standardmäßig zusätzlich zum Tiergesundheitsrecht und den
           ergänzenden Rechtsvorschriften;
      –    Aufnahme eines elektronischen Kennzeichens             für   Huftiere, die   für
           geschlossene Betriebe bestimmt sind;
      –    Präzisierung der Häufigkeit der Tiergesundheitsbesuche im Herkunftsbetrieb
           der Tiere;
      –    Verlängerung des Zeitraums für die Durchführung der Untersuchung von
           Tieren vor ihrem Versand in die Union bei bestimmten Tierarten und
           Tierkategorien;
      –    Ausnahmeregelung in Bezug auf ein sichtbares, lesbares und unauslöschliches
           Identitätsabzeichen für Huftiere, die für geschlossene Betriebe bestimmt sind.
   3. RECHTLICHE ASPEKTE DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
      Diese delegierte Verordnung der Kommission ist gemäß der Verordnung
      (EU) 2016/429, insbesondere gemäß den Artikeln 234, 237 und 239, zu erlassen.
DE                                         3                                                DE
 ---pagebreak---                 DELEGIERTE VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
                                            vom 30.1.2020
     zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
   Rates hinsichtlich Vorschriften für den Eingang von Sendungen von bestimmten Tieren,
     bestimmtem Zuchtmaterial und bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die
               Union und für deren anschließende Verbringung und Handhabung
                                  (Text von Bedeutung für den EWR)
   DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
   gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
   gestützt auf die Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
   9. März 2016 zu Tierseuchen und zur Änderung und Aufhebung einiger Rechtsakte im
   Bereich der Tiergesundheit („Tiergesundheitsrecht“)2, insbesondere auf Artikel 234 Absatz 2,
   Artikel 237 Absatz 4 und Artikel 239 Absatz 2,
   in Erwägung nachstehender Gründe:
   (1)    Die Rechtsvorschriften der Union im Bereich Tiergesundheit wurden kürzlich durch
          die Annahme der „Tiergesundheitsrechts-Verordnung“ aktualisiert. Mit der genannten
          Verordnung, die am 20. April 2016 in Kraft getreten ist und ab dem 21. April 2021
          gilt, wurden etwa 40 Basisrechtsakte aufgehoben und ersetzt. Sie schreibt zudem die
          Annahme zahlreicher delegierter Verordnungen und Durchführungsverordnungen der
          Kommission zur Aufhebung und Ersetzung von etwa 400 Rechtsakten der
          Kommission vor, die vor dem mit der Tiergesundheits-Verordnung geschaffenen
          neuen Rechtsrahmen im Bereich Tiergesundheit existierten.
   (2)    Seit der Annahme der ersten Tiergesundheitsvorschriften auf Unionsebene haben sich
          die Handelsbedingungen weiterentwickelt, wobei das Volumen des Handels mit
          Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs sowohl innerhalb der
          Union als auch mit Drittländern erheblich zugenommen hat. Im selben Zeitraum
          konnten aufgrund der Tiergesundheitspolitik und der Tiergesundheitsvorschriften der
          Union bestimmte Seuchen in der Union getilgt und andere Seuchen in zahlreichen
          Mitgliedstaaten verhütet oder bekämpft werden. Allerdings haben neu auftretende
          Seuchen in den von diesen Seuchen betroffenen Gebieten mehrfach neue
          Herausforderungen für den Tiergesundheitsstatus der Union, den Handel und die
          lokale Wirtschaft mit sich gebracht.
   (3)    Die bereits in der Tiergesundheitsrechts-Verordnung festgelegten Vorschriften werden
          durch die Vorschriften der vorliegenden Verordnung ergänzt. Sie dürften die
          erforderlichen Garantien dafür bieten, dass in die Union verbrachte Sendungen von
          Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs für gehaltene und wild
          lebende Tiere kein Tiergesundheitsrisiko darstellen, das den Gesundheitsstatus der
          Union in Bezug auf Tierseuchen gefährden und sich nachteilig auf die betroffenen
          Sektoren auswirken könnte.
   2
           ABl. L 84 vom 31.3.2016, S. 1.
DE                                                4                                             DE
 ---pagebreak---    (4) Nach Artikel 234 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung können die Mitgliedstaaten
       bis zum Erlass delegierter Rechtsakte mit Tiergesundheitsanforderungen an bestimmte
       Arten und Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial oder Erzeugnissen tierischen
       Ursprungs im Anschluss an eine Risikobewertung nationale Bestimmungen anwenden,
       wenn diese gewissen in der genannten Verordnung festgelegten Anforderungen
       entsprechen. Daher kann der Eingang in die Union von Arten und Kategorien von
       Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die nicht unter diese
       Verordnung fallen, entsprechenden nationalen Vorschriften unterliegen, die von den
       Mitgliedstaaten angewandt werden.
   (5) Die bestehenden Tiergesundheitsvorschriften, die in früheren Rechtsakten der
       Kommission für den Eingang von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
       Ursprungs in die Union festgelegt wurden, haben sich als wirksam erwiesen, weshalb
       das Ziel und der Inhalt dieser bestehenden Vorschriften in der vorliegenden
       Verordnung beibehalten, aber aktualisiert werden sollten, um den Vorschriften für eine
       bessere Rechtsetzung, dem neuen, in der Tiergesundheitsrechts-Verordnung
       festgelegten Rahmen für die Tiergesundheit sowie den neu verfügbaren
       wissenschaftlichen Erkenntnissen, den internationalen Standards und den bei der
       Anwendung vorhergehender Rechtsakte der Union gewonnenen Erfahrungen
       Rechnung zu tragen.
   (6) Um      unnötige     Handelsstörungen      zu    vermeiden,      sollte   mit     den
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Sendungen in die Union, die in den
       Anwendungsbereich der vorliegenden Verordnung fallen, ein reibungsloser Übergang
       von den in bereits bestehenden Unionsrechtsakten festgelegten Anforderungen
       sichergestellt werden.
   (7) Mit der Tiergesundheitsrechts-Verordnung werden Vorschriften zur Prävention und
       Bekämpfung von Tierseuchen festgelegt, die auf Tiere oder Menschen übertragbar
       sind. Insbesondere ist in Teil V Kapitel 1 der genannten Verordnung, in dem die
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Sendungen von Tieren,
       Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union festgelegt sind,
       vorgesehen, dass die Kommission delegierte Rechtsakte zur Ergänzung der darin
       festgelegten Tiergesundheitsanforderungen erlässt.
   (8) In Artikel 229 Absatz 1 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung sind die
       Voraussetzungen festgelegt, unter denen die Mitgliedstaaten den Eingang von
       Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die
       Union gestatten dürfen. Die Anforderungen umfassen Bedingungen im Hinblick auf
       das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet, den Herkunftsbetrieb, die
       Tiergesundheitsanforderungen, denen diese Sendungen entsprechen müssen, sowie die
       Veterinärbescheinigung, Erklärungen oder andere Dokumente, die diese Sendungen
       begleiten sollten.
   (9) Zudem müssen gemäß Artikel 234 Absatz 1 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung die
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Sendungen von Arten und
       Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus
       Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen derselben in die Union mindestens
       genauso streng sein wie die in der genannten Verordnung festgelegten
       Tiergesundheitsanforderungen und die Bestimmungen von auf ihrer Grundlage
       erlassenen delegierten Rechtsakten für Verbringungen dieser Arten und
       Warenkategorien innerhalb der Union. Wenn die Anforderungen nicht genauso streng
       sind wie die in der Verordnung festgelegten Anforderungen, müssen sie Garantien
DE                                           5                                                DE
 ---pagebreak---         bieten, die den Tiergesundheitsanforderungen gemäß Teil IV der genannten
        Verordnung gleichwertig sind.
   (10) Nach Artikel 234 Absatz 2 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung sind zur Ergänzung
        der in der genannten Verordnung festgelegten Vorschriften delegierte Rechtsakte mit
        Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Arten und Kategorien von Tieren,
        Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus Drittländern oder
        Drittlandsgebieten in die Union und der Verbringung solcher Tiere, solchen
        Zuchtmaterials und solcher Erzeugnisse tierischen Ursprungs innerhalb der Union und
        die Handhabung dieser Waren nach ihrem Eingang in die Union zu erlassen, um
        mögliche damit verbundene Risiken zu mindern.
   (11) In Artikel 237 Absatz 1 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung ist festgelegt, dass die
        Mitgliedstaaten den Eingang von Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und
        Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union nur dann gestatten dürfen, wenn die
        Sendungen von einer Veterinärbescheinigung und Erklärungen oder sonstigen gemäß
        der genannten Verordnung vorgeschriebenen Dokumenten begleitet werden. Nach
        Artikel 237 Absatz 2 der genannten Verordnung muss die Veterinärbescheinigung von
        einem amtlichen Tierarzt im Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet geprüft und
        unterzeichnet worden sein. In diesem Zusammenhang ist in Artikel 237 Absatz 4 der
        Tiergesundheitsrechts-Verordnung festgelegt, dass die Kommission delegierte
        Rechtsakte in Bezug auf Ausnahmen von den Anforderungen im Hinblick auf die
        Veterinärbescheinigung gemäß Artikel 237 Absätze 1 und 2 der genannten
        Verordnung sowie Vorschriften erlässt, nach denen solche Sendungen von Tieren,
        Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs von Erklärungen oder sonstigen
        Dokumenten begleitet werden müssen.
   (12) Gemäß Artikel 239 Absatz 2 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung kann die
        Kommission in Bezug auf bestimmte besondere Arten des Eingangs von Tieren,
        Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union delegierte
        Rechtsakte mit besonderen Bestimmungen und zusätzlichen Anforderungen erlassen;
        zudem sind darin Ausnahmen von den allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen
        vorgesehen, die in Artikel 229 Absatz 1 und Artikel 237 Absatz 1 der genannten
        Verordnung festgelegt wurden, sowie von den zusätzlichen Vorschriften der
        delegierten Rechtsakte, die gemäß Artikel 234 Absatz 2 und Artikel 237 Absatz 4 der
        genannten Verordnung erlassen wurden.
   (13) Die in der vorliegenden Verordnung gemäß Artikel 234 Absatz 2 und Artikel 239
        Absatz 2 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung festzulegenden ergänzenden
        Vorschriften hängen miteinander zusammen. Gemäß Artikel 234 Absatz 2 erlässt die
        Kommission die allgemeinen Anforderungen an den Eingang von Sendungen von
        Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union, während in
        Artikel 239 Absatz 2 vorgesehen ist, dass die Kommission spezifische Vorschriften
        und zusätzliche Anforderungen hinsichtlich Ausnahmen von diesen allgemeinen
        Anforderungen festlegt.
   (14) Die Anforderungen an die Veterinärbescheinigung gemäß Artikel 237 der
        Tiergesundheitsrechts-Verordnung sind Teil des Rahmens von Vorschriften für den
        Eingang von Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs in die Union. Die der Kommission mit Artikel 237 Absatz 4 der genannten
        Verordnung übertragene Befugnis zur Gewährung von Ausnahmen von den
        Tiergesundheitsanforderungen ist Teil des allgemeinen Regelwerks.
DE                                            6                                               DE
 ---pagebreak---    (15) Die Tiergesundheitsrechts-Verordnung enthält bereits eine Reihe von
        Begriffsbestimmungen. Darüber hinaus sollte in der vorliegenden Verordnung auch
        den Begriffsbestimmungen Rechnung getragen werden, die in anderen
        Unionsrechtsakten in den verwandten Bereichen Lebensmittelhygiene und amtliche
        Kontrollen festgelegt sind, etwa den Begriffsbestimmungen der Verordnung (EG)
        Nr. 853/20043. Für die Festlegung der Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang
        von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union ist es
        jedoch angebracht, spezifische Begriffsbestimmungen aufzunehmen, einschließlich
        Begriffsbestimmungen für bestimmte Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial und
        Erzeugnissen tierischen Ursprungs. Diese Begriffsbestimmungen sind notwendig, um
        zu präzisieren, welche Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen
        tierischen Ursprungs ein Tiergesundheitsrisiko darstellen und somit den
        Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die Union unterliegen.
   (16) Im Interesse der Kohärenz der Rechtsvorschriften der Union und aufgrund des
        Tiergesundheitsrisikos, das diese Produkte darstellen, sollte die Bestimmung des
        Begriffs „frisches Fleisch“ für die Zwecke der vorliegenden Verordnung die
        Bestimmungen der Begriffe „frisches Fleisch“, „Hackfleisch/Faschiertes“ und
        „Fleischzubereitungen“ gemäß Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 853/2004
        umfassen.
   (17) Ferner sollte die Definition des Begriffs „Fleischerzeugnisse“ für die Zwecke der
        vorliegenden Verordnung die Definitionen der Begriffe „Fleischerzeugnisse“,
        „bearbeitete Mägen“, „Blasen“, „Därme“, „ausgelassene tierische Fette“ und
        „Fleischextrakte“ gemäß Verordnung (EG) Nr. 853/2004 einschließen. Grund dafür
        ist, dass all diese Waren aus tiergesundheitlicher Sicht dasselbe Tiergesundheitsrisiko
        darstellen und daher denselben risikomindernden Maßnahmen unterliegen sollten.
   (18) Der in der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 festgelegte Begriff „Schlachtkörper“ sollte
        in „Schlachtkörper eines Huftieres“ geändert werden, um ihn von dem Begriff
        „Nebenprodukte der Schlachtung“ zu unterscheiden. Grund dafür ist, dass diese beiden
        Waren unterschiedliche Tiergesundheitsrisiken darstellen, wobei Nebenprodukte der
        Schlachtung ein höheres Risiko bergen.
   (19) Die vorliegende Verordnung sollte eine Bestimmung des Begriffs „Tierdarmhüllen“
        enthalten, die der im Gesundheitskodex für Landtiere der Weltorganisation für
        Tiergesundheit (OIE) angegebenen Definition Rechnung tragen sollte. Dabei sollte
        klargestellt werden, welche Erzeugnisse tierischen Ursprungs unter den Begriff
        „Tierdarmhüllen“ fallen und somit den in der vorliegenden Verordnung
        vorgeschriebenen risikomindernden Behandlungen unterliegen.
   (20) In Artikel 229 Absatz 1 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung ist festgelegt, dass der
        Eingang von Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs in die Union nur dann gestattet werden darf, wenn sie aus Drittländern oder
        Drittlandsgebieten kommen, die gemäß den Kriterien in Artikel 230 Absatz 1 für den
        Eingang der betreffenden Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial oder
        Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union gelistet sind, und wenn die Sendungen
        die Tiergesundheitsanforderungen gemäß Artikel 234 und nachfolgender delegierter
        Rechtsakte erfüllen. Mit der vorliegenden Verordnung sollte den zuständigen
   3
        Verordnung (EG) Nr. 853/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 mit
        spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs (ABl. L 139 vom 30.4.2004,
        S. 55).
DE                                                  7                                                     DE
 ---pagebreak---         Behörden die Zuständigkeit dafür übertragen werden, zu prüfen, ob diese Sendungen,
        die in die Union verbracht werden, den genannten Anforderungen entsprechen.
   (21) In Artikel 237 Absatz 1 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung heißt es, dass der
        Eingang von Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs aus Drittländern oder Drittlandsgebieten in die Union nur dann gestattet
        werden darf, wenn diese Sendungen von einem der folgenden Dokumente oder allen
        begleitet werden: einer von der zuständigen Behörde des Drittlands oder
        Drittlandsgebiets ausgestellten Veterinärbescheinigung oder Erklärungen oder
        sonstigen Dokumenten. In der vorliegenden Verordnung sollte daher präzisiert
        werden, welche Dokumente in den einzelnen Fällen erforderlich sind, und der
        zuständigen Behörde sollte die Zuständigkeit dafür übertragen werden, zu prüfen, ob
        die genannten, in die Union verbrachten Sendungen dieser allgemeinen Anforderung
        genügen.
   (22) Die Angaben in der Veterinärbescheinigung bzw. den Erklärungen oder sonstigen
        Dokumenten, die Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs begleiten, müssen genau widerspiegeln, ob diese Sendungen den
        allgemeinen Anforderungen der Tiergesundheitsrechts-Verordnung und den
        einschlägigen Anforderungen der vorliegenden Verordnung entsprechen oder nicht. In
        der vorliegenden Verordnung sollten daher die Pflichten der für den Eingang solcher
        Sendungen in die Union zuständigen Unternehmer und der entsprechenden
        zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten in Bezug auf die Gültigkeit der die
        Sendungen begleitenden Dokumente sowie der Zulässigkeit dieser Sendungen zum
        Eingang in die Union festgelegt werden.
   (23) Unter Berücksichtigung von Tiergesundheitsrisiken, wie Inkubationszeiten bei
        Seuchen, und zur Vermeidung des Missbrauchs von Veterinärbescheinigungen ist es
        notwendig, die Gültigkeitsdauer dieser Bescheinigungen für Tiere und Bruteier
        zeitlich zu begrenzen. Grund dafür ist, dass diese ein höheres Tiergesundheitsrisiko
        darstellen als Erzeugnisse tierischen Ursprungs, bei denen möglicherweise
        Risikominderungsmaßnahmen ergriffen wurden, und als Zuchtmaterial, das in
        gefrorenem Zustand in geschlossenen und verplombten Transportbehältern/Containern
        transportiert wird. Da der Transport von lebenden Tieren und Bruteiern auf dem
        Seeweg jedoch lange dauern kann, sollte die Gültigkeitsdauer der Bescheinigung in
        diesem Fall verlängert werden, sofern bestimmte Maßnahmen zur Risikominderung
        getroffen wurden.
   (24) Die zu erfüllenden Tiergesundheitsanforderungen und die von Drittländern und
        Drittlandsgebieten gebotenen Garantien für den Eingang von Sendungen von Tieren,
        Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union richten sich nach
        den in Artikel 5 und Anhang II der Tiergesundheitsrechts-Verordnung aufgeführten
        Seuchen sowie deren Kategorisierung gemäß Artikel 9 Absatz 1 der genannten
        Verordnung und gemäß dem Anhang zur Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882
        der Kommission4. In der letztgenannten Verordnung sind Seuchen der Kategorien A,
        B, C, D und E definiert, und es ist festgelegt, dass die Seuchenpräventions- und -
        bekämpfungsmaßnahmen für die gelisteten Seuchen gemäß Artikel 9 Absatz 1 der
   4
        Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission vom 3. Dezember 2018 über die
        Anwendung bestimmter Bestimmungen zur Seuchenprävention und -bekämpfung auf Kategorien
        gelisteter Seuchen und zur Erstellung einer Liste von Arten und Artengruppen, die ein erhebliches
        Risiko für die Ausbreitung dieser gelisteten Seuchen darstellen.
DE                                                     8                                                  DE
 ---pagebreak---         Verordnung (EU) 2016/429 auf die in ihrem Anhang aufgeführten gelisteten Arten
        und Gruppen von gelisteten Arten anzuwenden sind.
   (25) In Teil II Kapitel 1 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung sind die Vorschriften für die
        Seuchenmeldung und -berichterstattung zur Sicherstellung der Früherkennung und
        wirksamen Seuchenbekämpfung in der Union festgelegt. In der vorliegenden
        Verordnung sollten die Einzelheiten zu den in den Drittländern oder
        Drittlandsgebieten einzurichtenden Meldungs- und Berichterstattungssystemen
        festgelegt werden, um die Gleichwertigkeit dieser Systeme mit den in der Union
        eingerichteten Systemen zu gewährleisten, einschließlich der Seuchen, die melde- und
        berichtspflichtig sein sollten. In diesem Sinne können lebende Tiere zwar die Seuchen
        übertragen, für die sie in der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der
        Kommission als gelistete Arten aufgeführt sind, aber nicht alle Erzeugnisse tierischen
        Ursprungs und nicht alles von diesen Tieren gewonnene Zuchtmaterial können bzw.
        kann alle diese Seuchen übertragen. In der vorliegenden Verordnung sollte präzisiert
        werden, welche Tierseuchen als relevant zu betrachten sind und daher für jede
        einzelne Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs, die bzw. das für den Eingang in die Union bestimmt sind bzw. ist, melde-
        und berichtspflichtig sind.
   (26) Die in der vorliegenden Verordnung festgelegten Tiergesundheitsanforderungen
        sollten hinsichtlich der Tiergesundheitsrisiken auf unterschiedlichen Schutzniveaus
        beruhen. Die Anforderungen variieren je nachdem, ob sie sich auf ein
        Herkunftsdrittland, ein Herkunftsgebiet, eine Zone innerhalb dieses Drittlands oder
        Drittlandsgebiets, ein Kompartiment innerhalb dieses Drittlands oder Drittlandsgebiets
        (bei Aquakulturtieren), den Herkunftsbetrieb der Tiere oder der Erzeugnisse tierischen
        Ursprungs oder den Betrieb oder das Entnahmezentrum für Zuchtmaterial beziehen.
   (27) Seuchenüberwachung und Rückverfolgbarkeit                in  den     Betrieben sind
        Schlüsselelemente der Seuchenbekämpfungspolitik in der Union. Diese Verordnung
        sollte bestimmte Grundanforderungen in Bezug auf die Rückverfolgbarkeit sowie die
        Tiergesundheitsbesuche in den Herkunftsbetrieben der Tiere, die für den Eingang in
        die Union bestimmt sind, und in den Herkunftsbetrieben der Tiere, von denen das für
        den Eingang in die Union bestimmte Zuchtmaterial und die für den Eingang in die
        Union bestimmten Erzeugnisse tierischen Ursprungs gewonnen wurden, enthalten.
        Diese Anforderungen sollten den Anforderungen gleichwertig sein, die in der
        Verordnung (EU) 2016/429 und den gemäß der genannten Verordnung erlassenen
        delegierten Rechtsakten und Durchführungsrechtsakten festgelegt sind.
   (28) Des Weiteren sollten bestimmte Arten von Betrieben in einem Drittland oder
        Drittlandsgebiet, in denen Tiere gehalten werden oder Zuchtmaterial gewonnen wird
        und die ein besonderes Tiergesundheitsrisiko darstellen, bei der zuständigen Behörde
        des entsprechenden Drittlands oder Drittlandsgebiets eine spezifische Genehmigung
        für die Ausfuhr in die Union einholen müssen, wobei Garantien geboten werden
        sollten, die den in den Artikeln 92 bis 100 der Verordnung (EU) 2016/429 für
        bestimmte Betriebe in der Union vorgesehenen Garantien gleichwertig sind.
   (29) Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die
        bzw. das für den Eingang in die Union bestimmt sind bzw. ist, sollten in ihrem
        Herkunftsland oder -gebiet nicht als Tiergesundheitsrisiko gelten und nicht nationalen
        Tilgungsprogrammen oder sonstigen nationalen Einschränkungen aufgrund
        tierseuchenrechtlicher Bedenken unterliegen.
DE                                               9                                              DE
 ---pagebreak---    (30) Die Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Sendungen von Tieren,
        Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union müssen einen
        wirksamen Schutz gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Tierseuchen in die
        Union bieten. Der Eingang solcher Sendungen aus Drittländern, Drittlandsgebieten
        oder Zonen bzw. – bei Aquakulturtieren – Kompartimenten derselben in die Union
        darf nicht gestattet werden, wenn die Tiere, das Zuchtmaterial oder die Erzeugnisse
        tierischen Ursprungs mit bestimmten gelisteten Seuchen, für die die Union über den
        Status „seuchenfrei“ verfügt, infiziert sind und somit ein schwerwiegendes Risiko für
        die Tiergesundheit in der Union darstellen.
   (31) Es ist Aufgabe der Union, zu prüfen, ob ein Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder
        eine Zone bzw. – bei Aquakulturtieren – ein Kompartiment derselben frei von einer
        bestimmten Seuche ist. Diese Prüfung durch die Union sollte auf Informationen aus
        der Seuchenüberwachung beruhen, die von der zuständigen Behörde des Drittlands
        oder Drittlandsgebiets zur Verfügung gestellt werden, und unter Berücksichtigung der
        Tiergesundheitsvorschriften der Union gemäß Teil II der Tiergesundheitsrechts-
        Verordnung und der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission
        hinsichtlich Vorschriften betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und den
        Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen
        [C(2019)4056]5 erfolgen. Als zusätzliche Risikominderungsmaßnahmen können
        spezifische Bedingungen für bestimmte Seuchen und Umstände erforderlich sein.
   (32) Die Freiheit eines Drittlands, Drittlandsgebiets oder einer Zone derselben von einer
        bestimmten Seuche muss auf international anerkannten Diagnosetests und -methoden
        beruhen, die nach denselben Standards und Verfahren wie in der Union durchgeführt
        werden.
   (33) Es muss sichergestellt werden, dass der Gesundheitsstatus von Tieren, Zuchtmaterial
        und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die bzw. das für den Eingang in die Union
        bestimmt sind bzw. ist, den Garantien des Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets oder
        der Zone derselben entspricht. In der vorliegenden Verordnung sollte daher ein
        Mindesthaltungszeitraum für Tiere in dem entsprechenden Herkunftsdrittland, -
        drittlandsgebiet oder in der entsprechenden Zone derselben oder im Herkunftsbetrieb
        sowie eine Mindestdauer, während derer die Tiere nicht in Berührung mit Waren mit
        niedrigerem Gesundheitsstatus kommen dürfen, festgelegt werden, der bzw. die vor
        dem Versand in die Union einzuhalten ist. Bei der Bestimmung des
        Mindesthaltungszeitraums sollte der Inkubationszeit der relevanten Seuchen sowie
        dem vorgesehenen Bestimmungsort und der vorgesehenen Nutzung der Tiere, des
        Zuchtmaterials und der Erzeugnisse tierischen Ursprungs Rechnung getragen werden.
   (34) Bei Hunden, Katzen und Frettchen ist kein Haltungszeitraum vorgeschrieben, da in
        allen Fällen eine Impfung gegen Tollwut – die für diese Arten gravierendste Seuche –
        erforderlich ist. Auch registrierte Renn-, Turnier- und für kulturelle
        Pferdesportveranstaltungen bestimmte Pferde sollten von bestimmten Anforderungen
        in Bezug auf den Haltungszeitraum ausgenommen werden, sofern sie zusätzlichen
        Garantien entsprechen. Diese Ausnahme beruht auf der Annahme, dass solche Pferde
        ein hohes Gesundheitsniveau aufweisen.
   (35) Der Gesundheitsstatus von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs, die bzw. das für den Eingang in die Union bestimmt sind bzw. ist, kann
   5
        Delegierte Verordnung (EU) 2019/… der Kommission hinsichtlich Vorschriften betreffend
        Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu
        auftretende Seuchen [C(2019) 4056].
DE                                              10                                                  DE
 ---pagebreak---         während des Transports vom Herkunftsort zum Ort des Eingangs in die Union bei
        Berührung mit Tieren oder Produkten, die nicht denselben Anforderungen genügen,
        oder bei der Durchfuhr durch Drittländer, Drittlandsgebiete oder Zonen mit
        niedrigerem Gesundheitsstatus als das Herkunftsland oder -gebiet oder eine Zone
        derselben gefährdet werden. Daher sollten bestimmte Präventivmaßnahmen ergriffen
        werden, um ihren Gesundheitsstatus zu erhalten.
   (36) Um sicherzustellen, dass nur gesunde Tiere in die Union versandt werden, sollten die
        Tiere der Sendungen vor ihrem Versand einer klinischen Untersuchung durch einen
        amtlichen Tierarzt unterzogen werden. Der Zeitrahmen für die Durchführung dieser
        Untersuchung sollte für bestimmte Arten und ihr inhärentes Risiko angepasst werden.
   (37) Landtiere, Bruteier und Wassertiere, die für den Eingang in die Union bestimmt sind,
        sollten nur durch Drittländer, Drittlandsgebiete oder Zonen befördert oder dort
        entladen werden, die auch für den Eingang derselben Arten und Kategorien von Tieren
        und Bruteiern in die Union gelistet sind. Die Aufnahme dieser Länder oder Gebiete in
        die Liste bedeutet, dass sie Tiergesundheitsgarantien bieten, die denen des
        Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets oder einer Zone derselben gleichwertig sind.
   (38) Beim Transport von Landtieren und Bruteiern auf dem Luft- oder Seeweg können
        unvorhergesehene Ereignisse eintreten, etwa technische Probleme, Streiks an Flug-
        und Seehäfen oder ungeplante Verzögerungen. Daher ist es angebracht,
        Ausnahmeregelungen für die Fälle vorzusehen, in denen Garantien gegeben werden
        können. Dies ermöglicht eine Fortsetzung des Transports der Landtiere und Bruteier in
        die Union bei gleichzeitiger Gewährleistung des Gesundheitsstatus dieser Waren und
        Verhütung zusätzlicher Tiergesundheitsrisiken.
   (39) Im Falle von Equiden sollten Umladungen und Zwischenhalte in nicht gelisteten
        Ländern im Rahmen bestimmter Präventivmaßnahmen erlaubt sein, da sie Teil des
        regulären Transportvorgangs sind.
   (40) Die Reinigung und Desinfektion von Transportmitteln ist zur Verhütung des Risikos
        hinsichtlich der Ausbreitung von Tierseuchen unerlässlich. Beim Transport von
        Sendungen lebender Tiere, die für die Union bestimmt sind, sollten die Reinigung und
        Desinfektion der Transportmittel unmittelbar vor dem Verladen der Tiere für ihren
        Versand in die Union erfolgen.
   (41) Auftriebe von Tieren in Herkunftsdrittländern oder -drittlandsgebieten können ein
        zusätzliches Risiko für den Gesundheitsstatus der für den Eingang in die Union
        bestimmten Tiere darstellen, da diese Tiere dabei mit Tieren verschiedenster Herkunft
        zusammengeführt werden und mit ihnen in Berührung kommen. Demnach sollten
        Anzahl und Dauer der Auftriebe bzw. die Arten, für die Auftriebe durchgeführt
        werden dürfen, auf ein Minimum bzw. auf Arten beschränkt werden, für die
        zuverlässige Rückverfolgbarkeitssysteme existieren.
   (42) Zusätzlich zu den allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen bedarf es besonderer
        Anforderungen, die den Tiergesundheitsrisiken verschiedener Arten und Kategorien
        von Landtieren, die in den Anwendungsbereich der vorliegenden Verordnung fallen,
        Rechnung tragen.
   (43) Verschiedene Arten von Huftieren im Sinne der Tiergesundheitsrechts-Verordnung
        sind in der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission als für
        verschiedene gelistete Seuchen empfänglich aufgeführt. In der genannten
        Durchführungsverordnung werden gelistete Seuchen zudem in verschiedene
        Kategorien für verschiedene Arten von Huftieren unterteilt. Daher sollten in der
DE                                              11                                            DE
 ---pagebreak---         vorliegenden Verordnung die besonderen Anforderungen und Garantien im
        Zusammenhang mit den gelisteten Seuchen für die verschiedenen Arten und
        Kategorien von Huftieren klar festgelegt werden.
   (44) Um das Auftreten von Seuchen der Kategorie A zu vermeiden, von denen die Union
        als frei gilt, sollte die allgemeine Anforderung an das Herkunftsdrittland oder -
        drittlandsgebiet von Huftieren oder eine Zone derselben eine gleichwertige
        Seuchenfreiheit für einen Zeitraum sein, der gewährleistet, dass der Eingang von
        Tieren aus dem betreffenden Drittland, Drittlandsgebiet oder der betreffenden Zone
        derselben nicht die Seuchenfreiheit der Union gefährdet. Für Seuchen der Kategorie B,
        für die die Union über obligatorische Tilgungsprogramme verfügt, sollte diese
        Verordnung in Fällen, in denen das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet nicht
        vollständig frei von solchen Seuchen ist, Risikominderungsmaßnahmen vorschreiben.
   (45) In Fällen, in denen Sendungen von Huftieren zum Eingang in Mitgliedstaaten
        bestimmt sind, die den amtlichen Seuchenfreiheitsstatus erlangt haben oder die über
        ein genehmigtes Tilgungsprogramm für infektiöse bovine Rhinotracheitis/infektiöse
        pustulöse Vulvovaginitis, Bovine Virus Diarrhoe oder die Infektion mit dem Virus der
        Aujeszkyschen Krankheit verfügen, sollten diese Sendungen zusätzlichen
        Anforderungen genügen, um sicherzustellen, dass die Tiere nicht den
        Gesundheitsstatus der betreffenden Mitgliedstaaten in Bezug auf die genannten
        Seuchen gefährden.
   (46) In Fällen, in denen die Huftiere aus einem geschlossenen Betrieb stammen und für die
        Einstallung in einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt sind, sollten
        besondere Vorschriften in Bezug auf das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet
        sowie zusätzliche Tiergesundheitsanforderungen gelten. Bei den besonderen
        Vorschriften sollten die Besonderheiten der geschlossenen Betriebe sowie die
        besonderen Bedingungen berücksichtigt werden, die sie erfüllen müssen, um von der
        zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets und von der
        zuständigen Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats zugelassen zu werden.
   (47) Der geschlossene Herkunftsbetrieb könnte sich in einem Drittland oder
        Drittlandsgebiet befinden, das nicht für den Eingang von bestimmten Arten von
        Huftieren in die Union gelistet ist. Die nationalen Rechtsvorschriften und die
        tierärztlichen Dienste des Drittlands oder Drittlandsgebiets müssen jedoch bewertet
        worden sein. Ferner muss der Herkunftsbetrieb zusätzlichen Anforderungen an die
        Seuchenüberwachung, die tierärztliche Überwachung, das Führen von
        Aufzeichnungen und an Vorgänge erfüllen. Um sicherzustellen, dass solche Garantien
        gegeben werden können, sollten mit der vorliegenden Verordnung spezifische
        Bedingungen für die Zulassung dieser geschlossenen Betriebe durch die zuständige
        Behörde des Drittlands oder -drittlandsgebiets festgelegt werden. Der
        Bestimmungsmitgliedstaat sollte im Anschluss an ein positives Ergebnis einer durch
        die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats durchgeführten
        Risikobewertung, in die alle relevanten Angaben des jeweiligen Betriebs hinsichtlich
        der betreffenden Tiergesundheitsrisiken einbezogen wurden, eine Liste solcher
        geschlossenen Betriebe aufstellen.
   (48) Für den Eingang von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln in die Union
        sollten spezifische Tiergesundheitsanforderungen gelten, um den besonderen Risiken
        Rechnung zu tragen, die von den für diese Tiere relevanten gelisteten Seuchen
        ausgehen. Diese Anforderungen sollten der Kategorie, der Art und der vorgesehenen
        Verwendung von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln Rechnung tragen
DE                                             12                                             DE
 ---pagebreak---         und einen wirksamen Schutz gegen die Einschleppung der relevanten Seuchen aus
        Drittländern oder Drittlandsgebieten in die Union bieten.
   (49) Um den Handel mit Sendungen von kleinen Mengen an Geflügel zu erleichtern,
        sollten für Sendungen von weniger als 20 Stück Geflügel, ausgenommen Laufvögel,
        spezifische Anforderungen und Ausnahmeregelungen festgelegt werden.
   (50) Unter Berücksichtigung der mit in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln verbundenen
        Tätigkeiten und Tiergesundheitsrisiken sollten Sendungen dieser Tiere nur dann zum
        Eingang in die Union zugelassen werden, wenn sie aus Betrieben kommen, die von
        den zuständigen Behörden des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets der in
        Gefangenschaft gehaltenen Vögel oder einer Zone derselben zugelassen sind. Die in
        Gefangenschaft gehaltenen Vögel sollten bei ihrem Eingang in die Union unter
        Quarantäne gestellt werden, um auszuschließen, dass die Tiere mit einer relevanten
        Seuche infiziert sind.
   (51) Überdies sollten Sendungen von Vögeln und Bruteiern, die für Mitgliedstaaten mit
        dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne
        Impfung“ bestimmt sind, zusätzlichen Anforderungen genügen, um sicherzustellen,
        dass diese Sendungen den Gesundheitsstatus der betreffenden Mitgliedstaaten in
        Bezug auf diese Seuche nicht gefährden.
   (52) Der Befall mit dem Kleinen Bienenbeutenkäfer (Aethina tumida) gehört zu den
        größten Bedrohungen für Bienen. Der Kleine Bienenbeutenkäfer ist ein in der Union
        weitgehend fremder Schädling, der sich in den vergangenen Jahrzehnten jedoch
        weltweit ausgebreitet hat und dadurch ernsthafte Probleme für den Bienenzuchtsektor
        und möglicherweise auch für Hummeln verursacht. Die Tropilaelapsmilbe
        (Tropilaelaps spp.) ist ein potenziell verheerender Krankheitserreger, der Honigbienen
        befällt. Auch hierbei handelt es sich um einen in der Union fremden Schädling. Eine
        wirksame und sichere Behandlung gegen diese Seuchen gibt es derzeit nicht. Würden
        diese Seuchen mit Sendungen in die Union eingeschleppt, so stellten sie ein Risiko für
        die Nachhaltigkeit des Bienenzuchtsektors dar und hätten potenzielle Auswirkungen
        auf die Landwirtschaft und die Umwelt, die von der Bestäubungsleistung gehaltener
        und wild lebender Bienen profitiert.
   (53) Die Amerikanische Faulbrut tritt gelegentlich in der Union auf, wird aber im Hinblick
        auf den Handel mit Honigbienen bekämpft, während bestimmte Gebiete in der Union
        als frei von Varroamilben anerkannt und durch zusätzliche Handelsgarantien geschützt
        sind, um die Sicherheit der Bestimmungsorte in der Union zu gewährleisten.
        Vorschriften auf Unionsebene waren und sind unerlässlich, um das Risiko zu mindern,
        dass die vorgenannten Krankheitserreger mit Sendungen von Honigbienen und
        Hummeln in die Union eingeschleppt werden. Daher sollten solche Vorschriften in der
        vorliegenden Verordnung festgelegt werden.
   (54) Die problemlose Prüfung auf Befall mit dem Kleinen Bienenbeutenkäfer oder mit
        Tropilaelapsmilben ist lediglich bei Sendungen einer kleinen Zahl von Pflegebienen
        pro Honigbienenkönigin in einem einzelnen Königinnenkäfig möglich, weswegen der
        Eingang von Honigbienen in die Union auf solche Sendungen beschränkt werden
        sollte.
   (55) Hummelvölker, die in von der Außenwelt abgeschirmten Betrieben gezüchtet und
        aufgezogen werden, werden oft für die Gartenbauindustrie gehandelt. Angesichts der
        üblichen Einrichtungen, Verfahren und geschlossenen Behälter für den Versand von
        Hummelvölkern sollte der Eingang von Hummeln (Bombus spp.) in die Union nur für
DE                                              13                                             DE
 ---pagebreak---         Völker gestattet werden, die in Betrieben unter kontrollierten Umweltbedingungen
        gezüchtet, aufgezogen und verpackt werden und die auf ihre Freiheit vom Kleinen
        Bienenbeutenkäfer hin überprüft werden können.
   (56) Aufgrund ihrer potenziellen Auswirkungen auf Mensch und Tier handelt es sich bei
        der Tollwut um die bedenklichste gelistete Seuche in der Union, die Hunde, Katzen
        und Frettchen betrifft. Die Mitgliedstaaten sind in Bezug auf die Infektion mit Tollwut
        daher zur Durchführung obligatorischer Tilgungsprogramme im Sinne der Delegierten
        Verordnung (EU) 2019/…der Kommission hinsichtlich Vorschriften betreffend
        Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ für bestimmte
        gelistete und neu auftretende Seuchen [Dokument C(2019)4056] verpflichtet. Um
        jegliche Möglichkeit der Einschleppung der Tollwut in die Union zu verhindern,
        sollten für alle eingehenden Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen Impfungen
        vorgeschrieben werden, wobei der Verfügbarkeit und der Wirksamkeit bestehender
        Impfstoffe gegen diese Seuche Rechnung zu tragen ist.
   (57) Sendungen von Hunden, die für den Eingang in Mitgliedstaaten mit dem Status
        „seuchenfrei“ oder einem genehmigten Tilgungsprogramm für Echinococcus
        multilocularis bestimmt sind, sollten zusätzlichen Anforderungen genügen, um den
        Schutz des Status des betreffenden Mitgliedstaats zu gewährleisten. In diesem
        Zusammenhang sollten die Hunde vor ihrem Eingang in die Union einer
        Präventivbehandlung unterzogen werden. Für Hunde, Katzen und Frettchen, die für
        einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt sind, sollten jedoch besondere
        Vorschriften im Hinblick auf Tollwut und den Befall mit Echinococcus multilocularis
        sowie zusätzliche Tiergesundheitsanforderungen gelten, wobei den Besonderheiten der
        Tätigkeiten des betreffenden Betriebs sowie den spezifischen Bedingungen, unter
        denen die Tiere in dem betreffenden Betrieb gehalten werden, Rechnung getragen
        wird.
   (58) Zuchtmaterial kann ein erhebliches Risiko der Ausbreitung von Tierseuchen bergen.
        Dies gilt insbesondere für Samen, in einem geringeren Ausmaß jedoch auch für
        Eizellen und Embryonen. Da Zuchtmaterial aus einer begrenzten Anzahl an
        Spendertieren gewonnen oder erzeugt wird, jedoch weitreichende Anwendung im
        allgemeinen Tierbestand findet, kann es daher bei unsachgemäßer Handhabung oder
        falscher Einstufung hinsichtlich des Gesundheitsstatus zur Infektion zahlreicher Tiere
        führen. Solche Fälle hat es in der Vergangenheit gegeben, wobei großer
        wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. Daher sind Tiergesundheitsanforderungen an
        den Eingang von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen Landtieren in die Union
        festzulegen.
   (59) Die Anforderungen an den Eingang von Zuchtmaterial von Huftieren in die Union
        sollten auf den Anforderungen an den Eingang von lebenden Tieren in die Union
        beruhen.
   (60) Die spezifischen Anforderungen an Zuchtmaterialbetriebe, in denen Zuchtmaterial von
        Huftieren, das zum Eingang in die Union zulässig ist, gewonnen, erzeugt, verarbeitet
        und gelagert wird, sollten die für die Verbringung innerhalb der Union festgelegten
        Anforderungen widerspiegeln. Gleiches gilt für die Anforderungen an die
        Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheitsanforderungen bei Zuchtmaterial.
   (61) Da Zuchtmaterial von geschlossenen Betrieben in Drittländern in geschlossene
        Betriebe in der Union verbracht werden muss, sollten in der vorliegenden Verordnung
        besondere Rückverfolgbarkeits- und Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang
        von solchem Zuchtmaterial in die Union festgelegt werden.
DE                                             14                                               DE
 ---pagebreak---    (62) Die Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Bruteiern in die Union sollten
        den Risiken hinsichtlich gelisteter Seuchen Rechnung tragen, die mit den
        verschiedenen Kategorien von Bruteiern in die Union eingeschleppt werden könnten.
        Daher sollten diese Anforderungen mit den Anforderungen an den Eingang der
        entsprechenden Arten oder Kategorien von Vögeln in die Union übereinstimmen.
   (63) Bruteier von Geflügel, die für den Eingang in Mitgliedstaaten mit dem Status „frei von
        einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“ bestimmt sind,
        sollten zusätzlichen Anforderungen genügen, um sicherzustellen, dass sie nicht den
        Status der betreffenden Mitgliedstaaten gefährden.
   (64) Erzeugnisse tierischen Ursprungs können Seuchenerreger auf Tiere und Erzeugnisse
        übertragen. Frische und rohe Erzeugnisse tierischen Ursprungs stellen offensichtlich
        ein höheres Tiergesundheitsrisiko dar als verarbeitete und behandelte Erzeugnisse
        tierischen Ursprungs. Demnach sollten die Tiergesundheitsanforderungen an das
        Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet von frischem Fleisch, Rohmilch, Kolostrum
        und        Erzeugnissen         auf     Kolostrumbasis     strenger         sein     als       die
        Tiergesundheitsanforderungen an Fleisch- und Milcherzeugnisse. Allerdings muss die
        Behandlung, denen behandelte Erzeugnisse tierischen Ursprungs unterzogen werden,
        wirksam sein, um das Risiko, das diese Erzeugnisse je nach Art, von der sie stammen,
        und ihrem Herkunftsland bzw. -gebiet bergen, zu mindern.
   (65) Die risikomindernden Behandlungen für Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die aus
        Sperrzonen stammen, die infolge der Bestätigung von Seuchen der Kategorie A in der
        Union eingerichtet wurden, sind in der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der
        Kommission [Dokument C(2019)4057]6 festgelegt und basieren auf den verfügbaren
        wissenschaftlichen Erkenntnissen und den bei der Anwendung vorhergehender
        Rechtsvorschriften gewonnenen Erfahrungen. Dieselben                          risikomindernden
        Behandlungen sollten demnach bei Erzeugnissen tierischen Ursprungs angewandt
        werden, die aus Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen derselben stammen und
        ein ähnliches Tiergesundheitsrisiko bergen.
   (66) Die Risiken im Zusammenhang mit in die Union verbrachtem frischem Fleisch sollten
        durch Seuchenfreiheitsanforderungen an das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet,
        durch tierseuchenbezogene Anforderungen an die lebenden Tiere, von denen das
        Fleisch gewonnen wird, sowie durch Anforderungen an den Versand der zur
        Schlachtung bestimmten gehaltenen Tiere, an die Schlachtung bzw. Tötung und an die
        Handhabung und Zubereitung gemindert werden.
   (67) Frisches Fleisch von Landtieren kann von gehaltenen Tieren, einschließlich Farmwild
        im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 853/2004, und von wild lebenden Tieren
        gewonnen werden. In der Union muss Fleisch von als Nutztiere gehaltenen Tieren,
        insbesondere Tieren der Arten Bos taurus, Capra hirchus, Ovis aries und Sus scrofa,
        jedoch in Schlachthöfen gewonnen werden. Um angemessene und gleichwertige
        Garantien zu geben, ist es somit angebracht, auszuschließen, dass diese Arten als
        Farmwild oder wild lebende Tiere eingestuft werden können, wenn von ihnen frisches
        Fleisch gewonnen wird, das für den Eingang in die Union bestimmt ist.
   (68) Bei einem Ausbruch einer relevanten Tierseuche in einem Drittland oder
        Drittlandsgebiet sind der Zeitpunkt und der Ort der Schlachtung (bei gehaltenen
   6
        Commission Delegated Regulation (EU) 2019/… as regards rules for the prevention and control of
        certain diseases (Delegierte Verordnung EU) 2019/… der Kommission hinsichtlich Vorschriften für die
        Prävention und Bekämpfung bestimmter Seuchen) [Dokument C(2019)4057].
DE                                                  15                                                      DE
 ---pagebreak---         Tieren) bzw. der Zeitpunkt der Tötung (bei wild lebenden Tieren oder Farmwild) von
        entscheidender Bedeutung für die Ermittlung der möglichen Tiergesundheitsrisiken,
        die mit diesen Tieren und den von ihnen gewonnenen Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs verbunden sind. Somit ist der Zeitpunkt der Schlachtung bzw. Tötung zu
        ermitteln, um zu verifizieren, dass die Schlachtung bzw. Tötung zu einer Zeit erfolgt
        ist, zu der keine Seuchenausbrüche aufgetreten sind und das betreffende Drittland oder
        Drittlandsgebiet für die genehmigte Verbringung von frischem Fleisch in die Union
        gelistet war.
   (69) Die auf Erzeugnisse tierischen Ursprungs anzuwendende Art der Behandlung sollte
        dem Risiko entsprechen, das von dem Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone
        derselben ausgeht, in dem bzw. in der das Erzeugnis hergestellt wird. Der Eingang
        verarbeiteter Erzeugnisse tierischen Ursprungs in die Union, die einer Behandlung
        unterzogen wurden, deren Wirksamkeit im Hinblick auf die Minderung der Risiken im
        Zusammenhang mit den gelisteten Seuchen, die für die jeweilige Kategorie von
        Erzeugnissen tierischen Ursprungs relevant sind, nicht nachgewiesen werden konnte,
        sollte nur aus Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen derselben gestattet werden,
        die sämtliche Garantien für die Freiheit von den betreffenden Seuchen bieten. Bei
        Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen derselben, die nicht sämtliche Garantien
        für die Freiheit von den betreffenden Seuchen geben können, sollte der Eingang von
        Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union nur dann gestattet werden, wenn die
        entsprechenden Erzeugnisse einer spezifischen Behandlung unterzogen wurden.
   (70) In einigen Fällen bezieht ein Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben zur
        Erzeugung von Fleischerzeugnissen frisches Fleisch aus einem Drittland oder
        Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die für den Eingang in die Union
        von Fleischerzeugnissen, die von einer spezifischen Behandlung unterliegenden Arten
        gewonnen wurden, gelistet ist. In diesen Fällen sollte das betreffende Fleischerzeugnis
        zur Minderung aller möglicher Tiergesundheitsrisiken der strengsten spezifischen
        Behandlung unterzogen werden.
   (71) Fleischerzeugnisse, die Geflügelfleisch aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder
        einer Zone derselben enthält, in dem bzw. der ein Ausbruch der hochpathogenen
        Aviären Influenza oder eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
        aufgetreten ist, sollte einer Behandlung unterzogen werden, die im Hinblick auf die
        Minderung des Risikos in dem für den Eingang in die Union gelisteten Drittland oder
        Drittlandsgebiet oder der Zone derselben wirksam ist. Auf diese Weise kann der
        Handel fortgesetzt werden, bevor Bekämpfungsmaßnahmen wie etwa eine
        Regionalisierung ergriffen werden. Die unmittelbare Anwendung einer
        risikomindernden       Behandlung      nach    einem     Ausbruch      verringert   die
        Tiergesundheitsrisiken und gleichzeitig die Beeinträchtigung des Handels.
   (72) Bei der Erzeugung von Fleischerzeugnissen aus frischem Fleisch unterschiedlicher
        Arten sollten durch die durchgeführte Behandlung alle möglichen
        Tiergesundheitsrisiken ausgeschlossen werden. Wird die Behandlung vor dem
        Mischen durchgeführt, so sollten die unterschiedlichen Arten von frischem Fleisch
        daher die jeweilige Behandlung erhalten, die für die Herkunftsart des frischen Fleischs
        festgelegt wurde. Erfolgt ie Behandlung jedoch nach dem Mischen, so sollte das
        Enderzeugnis die Behandlung erhalten, die für die Zutat des frischen Fleisches mit
        dem höchsten Tiergesundheitsrisiko festgelegt wurde.
   (73) Die Behandlungen zur Minderung spezifischer Tiergesundheitsrisiken im
        Zusammenhang mit dem Eingang von Tierdarmhüllen sollten unter Berücksichtigung
DE                                              16                                              DE
 ---pagebreak---         der vom Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz der Europäischen Behörde für
        Lebensmittelsicherheit (EFSA)7 bewerteten Schlussfolgerungen und Empfehlungen
        der jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse überprüft und aktualisiert werden.
   (74) Die Bedingungen für den Eingang von Rohmilch, Milcherzeugnissen, Kolostrum und
        Erzeugnissen auf Kolostrumbasis in die Union basieren auf den
        Tiergesundheitsrisiken, die diese Erzeugnisse bergen. Diese Risiken stehen im
        Zusammenhang mit dem Herkunftsland, Herkunftsgebiet oder der Zone derselben
        sowie der Tierart, von der sie gewonnen wurden. Die zwei bedenklichen Seuchen in
        Bezug auf Milch und Kolostrum sind die Maul- und Klauenseuche und die Infektion
        mit dem Rinderpest-Virus; daher sollten Rohmilch und Kolostrum nur aus
        Drittländern oder Drittlandsgebieten oder Zonen derselben verbracht werden, die frei
        von diesen Seuchen sind. Erzeugnisse auf Kolostrumbasis sollten ebenfalls nur aus
        solchen Drittändern, Drittlandsgebieten oder Zonen stammen, da es keine
        wissenschaftlich fundierten risikomindernden Behandlungen gibt, mit denen die
        Zerstörung des Seuchenerregers in dieser Erzeugniskategorie gewährleistet werden
        kann.
   (75) Bei Milch, die von den Arten Bos taurus, Ovis aries, Capra hircus, Bubalus bubalis
        und Camelus dromedarius gewonnen wird, kann dem Risiko hinsichtlich der Maul-
        und Klauenseuche mit der Anwendung bekannter spezifischer risikomindernder
        Behandlungen entgegengewirkt werden. Da allerdings die Wirksamkeit einiger dieser
        Behandlungen für Milcherzeugnisse, die von anderen Tierarten als Bos taurus, Ovis
        aries, Capra hircus, Bubalus bubalis und Camelus dromedarius gewonnen wurden,
        nicht gewährleistet werden kann, sollten diese Erzeugnisse der strengsten
        risikomindernden Behandlung unterzogen werden.
   (76) Behandlungen für Erzeugnisse tierischen Ursprungs sollten stets in dem für den
        Eingang der entsprechenden Erzeugnisse in die Union gelisteten Herkunftsdrittland, -
        drittlandsgebiet oder der Zone derselben durchgeführt werden.
   (77) Der Transport von Wassertieren gelisteter Arten erfolgt bisweilen auf dem Seeweg in
        Schiffen, einschließlich Bünnschiffen, die möglicherweise unterwegs das Wasser
        austauschen. In solchen Fällen sollten neben einer Gesundheitsbescheinigung auch
        eine vom Kapitän des Schiffs unterzeichnete Erklärung die Tiersendung begleiten, die
        Angaben zum Herkunfts- und zum Zielhafen sowie zu allen anderen Häfen enthält, die
        während der Fahrt angelaufen werden. In dieser Erklärung sollte bestätigt werden, dass
        die an Bord befindlichen Tiere gelisteter Arten während der Beförderung zu ihrem
        endgültigen Bestimmungsort keinen Bedingungen ausgesetzt gewesen sind, die zu
        einer Änderung ihres Gesundheitsstatus hätten führen können.
   (78) Wassertiere können zu unterschiedlichen Zwecken in die Union verbracht werden.
        Angesichts des mit der Verbringung von lebenden Tieren verbundenen Seuchenrisikos
        sollten Wassertiere, die für den menschlichen Verzehr in die Union verbracht werden,
        genauso behandelt werden, als würden sie für andere Zwecke, zum Beispiel als
        Farmtiere oder zur Freisetzung in offenen Gewässern, in die Union verbracht.
        Erzeugnisse tierischen Ursprungs von Wassertieren außer lebenden Wassertieren
        stellen ein geringeres Risiko dar als Wassertiere; daher sind die zu ergreifenden
        Maßnahmen für Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die zur Weiterverarbeitung in die
        Union verbracht werden, weniger streng als die für lebende Tiere.
   7
        EFSA Panel on Animal Health and Welfare (AHAW): „Scientific Opinion on animal health risk
        mitigation treatments as regards imports of animal casings“. EFSA Journal 2012; 10(7):2820. [32pp.]
        doi:10.2903/j.efsa.2012.2820. Online abrufbar unter www.efsa.europa.eu/efsajournal.
DE                                                   17                                                     DE
 ---pagebreak---    (79) Die Freisetzung von Wassertieren in offenen Gewässern ist mit einem hohen Risiko
        verbunden, wenn die Tiere mit einer gelisteten Seuche infiziert sind. Das
        Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder die Zone bzw. das Kompartiment
        derselben sollte daher insbesondere frei von Seuchen der Kategorien A und B sein,
        wenn die Wassertiere für die Freisetzung in offenen Gewässern der Union bestimmt
        sind. Zudem sollten Wassertiere, die zur Freisetzung in offenen Gewässern in die
        Union verbracht werden, in allen Fällen aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder
        einer Zone bzw. einem Kompartiment derselben stammen, das bzw. die für von
        Seuchen der Kategorie C frei erklärt wurde, auch wenn der Bestimmungsmitgliedstaat
        oder die Zone bzw. das Kompartiment in Bezug auf die betreffende Seuche nicht über
        den Status „seuchenfrei“ verfügt.
   (80) Bei Wassertierseuchen können die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 226 der
        Tiergesundheitsrechts-Verordnung nationale Maßnahmen zur Begrenzung der
        Auswirkungen anderer als der gelisteten Seuchen innerhalb ihres eigenen
        Hoheitsgebiets ergreifen. In diesen Fällen müssen Sendungen von Arten, die für die
        Seuchen, auf die sich die nationalen Maßnahmen beziehen, empfänglich sind,
        ebenfalls aus Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen bzw. Kompartimenten
        derselben stammen, die frei von solchen Seuchen sind.
   (81) Artikel 226 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung verfolgt den gleichen Zweck wie
        Artikel 43 der Richtlinie 2006/88/EG, da den Mitgliedstaaten ermöglicht wird,
        nationale Maßnahmen gegen nicht gelistete Seuchen zu ergreifen. Es ist daher
        angebracht, die Liste der Seuchen und der betreffenden Arten, für die diese
        Maßnahmen ergriffen wurden, weiterhin anzuerkennen. Diese Einzelheiten sollten in
        dieser Verordnung festgelegt werden.
   (82) In der Union gelten bestimmte Vorschriften für die Registrierung und Zulassung von
        Aquakulturbetrieben. Die Unterscheidung, ob ein Betrieb registriert werden kann oder
        ob er zugelassen wird, hängt von dem von ihm ausgehenden Risiko der
        Seuchenübertragung oder -ausbreitung ab. Daher ist es wichtig, dass Aquakulturtiere,
        die aus Aquakulturbetrieben in einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone oder
        einem Kompartiment derselben in die Union verbracht werden, aus
        Aquakulturbetrieben stammen, die auf ähnliche Weise bewertet werden. In diesem
        Zusammenhang sollten solche Betriebe Registrierungs- und Zulassungsanforderungen
        erfüllen, die mindestens ebenso streng sind wie die für derartige in der Union
        befindlichen Betriebe.
   (83) Es ist nicht in allen Situationen zwingend erforderlich, die Anforderung anzuwenden,
        nach der Wassertiere gelisteter Arten und von diesen Tieren gewonnene Erzeugnisse
        tierischen Ursprungs aus einem seuchenfreien Drittland oder Drittlandsgebiet oder
        einer seuchenfreien Zone bzw. einem seuchenfreien Kompartiment derselben stammen
        müssen. Es können bestimmte Risikominderungsmaßnahmen ergriffen werden, um
        den Eingang in die Union von Wassertieren und bestimmten von Wassertieren
        stammenden Erzeugnissen tierischen Ursprungs mit anderer Herkunft zu ermöglichen.
        Für Wassertiere gelisteter Arten sind bestimmte Risikominderungsmaßnahmen
        akzeptabel und angesichts des geringeren Risikos, das mit solchen Verbringungen
        verbunden ist, sind für Erzeugnisse tierischen Ursprungs von Wassertieren außer
        lebende Wassertiere andere, weniger strenge Risikominderungsmaßnahmen
        akzeptabel.
   (84) Zu den Risikominderungsmaßnahmen für Wassertiere gehört nach ihrem Eingang in
        die Union der Versand in einen Betrieb, der Lebensmittel aus Wassertieren herstellt
DE                                             18                                              DE
 ---pagebreak---         und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, in einen geschlossenen Betrieb oder
        in einen zugelassenen Quarantänebetrieb. Für Weichtiere und Krebstiere gelisteter
        Arten, die lebend und in Übereinstimmung mit der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 in
        die Union verbracht werden, aber aufgrund ihrer Behandlung und Verpackung vor
        dem Versand oder aufgrund der Tatsache, dass sie nicht zur Lagerung vor der
        Verarbeitung bestimmt sind, ein annehmbares Risiko darstellen, gilt eine Reihe
        anderer risikomindernder Maßnahmen.
   (85) Es ist möglich, von der Anforderung abzusehen, dass bestimmte von Wassertieren
        gewonnene Erzeugnisse tierischen Ursprungs außer lebende Wassertiere aus einem
        Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone bzw. einem Kompartiment derselben
        stammen müssen, das bzw. die frei von den betreffenden gelisteten Seuchen ist. Zu
        den Risikominderungsmaßnahmen, die in diesem Zusammenhang den Handel
        ermöglichen, kann gehören, dass die Erzeugnisse tierischen Ursprungs zur
        Weiterverarbeitung in einen Betrieb in der Union, der Lebensmittel aus Wassertieren
        herstellt und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt, versandt werden oder dass
        sichergestellt ist, dass die Erzeugnisse tierischen Ursprungs aus Fischen bestehen, die
        vor dem Versand in die Union geschlachtet und ausgenommen wurden. In beiden
        Fällen wird das von den Erzeugnissen tierischen Ursprungs ausgehende Risiko als
        vernachlässigbar bewertet.
   (86) Die Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission enthält eine Liste
        von Wassertierarten und Artengruppen, von denen ein erhebliches Risiko hinsichtlich
        der Ausbreitung der in Artikel 5 und Anhang II der Tiergesundheitsrechts-Verordnung
        aufgeführten Seuchen ausgeht. In dieser Liste sind auch Vektorenarten aufgeführt, die
        in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der genannten Verordnung aufgeführt sind. Viele
        dieser Arten fungieren jedoch nicht unter allen Umständen als Vektoren. In Bezug auf
        Verbringungen sind die genauen Umstände, unter denen diese Arten als Vektoren für
        die gelisteten Seuchen gelten, in Anhang XXX der vorliegenden Verordnung
        aufgeführt. Sind solche Umstände gegeben, unter denen die Wassertiere gelisteter
        Arten nicht als Vektoren angesehen werden, fallen diese nicht unter die Vorschriften
        dieser Verordnung. Angesichts des geringeren Risikos, das von Erzeugnissen
        tierischen Ursprungs von Wassertieren außer lebenden Wassertieren ausgeht, gelten
        die in der vorliegenden Verordnung festgelegten Maßnahmen in Bezug auf diese
        Erzeugnisse zudem nicht für die in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der
        Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten Arten.
   (87) Alle in der vorliegenden Verordnung festgelegten Ausnahmen und
        Handhabungsanforderungen in Bezug auf Wassertiere gelisteter Arten und auf von
        Wassertieren gelisteter Arten gewonnene Erzeugnisse tierischen Ursprungs außer
        lebenden Wassertieren gelten auch für die in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der
        Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten Arten, für
        die die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 226 der Tiergesundheitsrechts-Verordnung
        nationale Maßnahmen getroffen haben. Ebenso sollten diese Ausnahmen und
        Handhabungsanforderungen auch für bestimmte empfängliche Arten gelten.
   (88) Es ist wichtig, dass Wassertiere gelisteter Arten sowie das Wasser, in dem sie
        transportiert werden, nach dem Eingang in die Union angemessen gehandhabt werden,
        um sicherzustellen, dass von ihnen kein Seuchenrisiko ausgeht. Zur angemessenen
        Handhabung gehört es, zu gewährleisten, dass die Tiere auf direktem Weg zum
        Bestimmungsort transportiert werden und nicht in natürlichen Gewässern der Union
        freigesetzt oder anderweitig eingesetzt werden, wo sie ein potenzielles Seuchenrisiko
        darstellen könnten.
DE                                              19                                              DE
 ---pagebreak---    (89) In bestimmten Fällen kann die zuständige Behörde am Bestimmungsort jedoch eine
        Genehmigung für die Freisetzung der Tiere in natürlichen Gewässern ausstellen. In all
        diesen Fällen sollte es der zuständigen Behörde obliegen, sicherzustellen, dass die
        Freisetzung oder die Einsetzung nicht den Gesundheitsstatus der am Ort der
        Freisetzung oder Einsetzung befindlichen Tiere gefährdet. Selbst wenn das Gewässer,
        in das die Tiere freigesetzt werden sollen, nicht frei von einer spezifischen Seuche der
        Kategorie C ist, sollten die freizusetzenden Tiere aber seuchenfrei sein, damit
        insgesamt ein optimaler Gesundheitsstatus für wild lebende Populationen in
        natürlichen Gewässern der Union gewährleistet ist.
   (90) In Bezug auf das damit verbundene Tiergesundheitsrisiko sollten sämtliche
        Verbringungen zur Durchfuhr durch die Union als Verbringungen zum Eingang in die
        Union angesehen werden, da mit ihnen ein Risiko gleicher Schwere verbunden ist.
        Durchfuhren sollten demnach allen einschlägigen Anforderungen an den Eingang in
        die Union genügen. Allerdings sollten unter spezifischen risikomindernden
        Bedingungen in Verbindung mit dem Herkunftsort Ausnahmen und besondere
        Vorschriften für die Durchfuhr festgelegt werden. Diese Ausnahmen und besonderen
        Vorschriften sollen Situationen abdecken, in denen die Union nicht endgültiger
        Bestimmungsort für die Tiere und die von ihnen gewonnenen Erzeugnisse ist, und
        geografischen Beschränkungen und geopolitischen Faktoren Rechnung tragen.
   (91) Ausnahmen und besondere Vorschriften sollten auch für die Durchfuhr von
        Sendungen von Tieren und von ihnen gewonnenen Erzeugnissen über ein zwischen
        Mitgliedstaaten gelegenes Drittland oder Drittlandsgebiet festgelegt werden. Dadurch
        sollen Situationen erfasst werden, in denen diese Art des Eingangs in die Union von
        einem Mitgliedstaat verlangt wird.
   (92) In einigen Fällen werden Waren mit Ursprung in der Union von den zuständigen
        Behörden eines Drittlandes oder Drittlandsgebiets nach Kontrollen an der Grenze
        abgewiesen. Es sollten besondere Vorschriften gemäß Artikel 239 der
        Tiergesundheitsrechts-Verordnung erlassen werden, die die Rückkehr dieser Waren
        ermöglichen, da sie nach den Tiergesundheitsvorschriften der Union erzeugt wurden.
   (93) Auch zur Rückkehr registrierter Pferde, die zwecks Teilnahme an Rennen, Turnieren
        und kulturellen Pferdesportveranstaltungen vorübergehend in Drittländer ausgeführt
        wurden, in die Union bedarf es besonderer Vorschriften.
   (94) Mit Blick auf die einheitliche Anwendung der Unionsvorschriften für den Eingang
        von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union und
        zur Gewährleistung der Klarheit und Transparenz der Rechtsvorschriften sollten mit
        dieser Verordnung die Verordnung (EU) Nr. 206/2010 der Kommission8, die
        Durchführungsverordnung (EU) Nr. 139/2013 der Kommission9, die Verordnung (EU)
        Nr. 605/2010 der Kommission10, die Verordnung (EG) Nr. 798/2008 der
   8
        Verordnung (EU) Nr. 206/2010 der Kommission vom 12. März 2010 zur Erstellung von Listen der
        Drittländer, Gebiete und Teile davon, aus denen das Verbringen bestimmter Tiere und bestimmten
        frischen Fleisches in die Europäische Union zulässig ist, und zur Festlegung der diesbezüglichen
        Veterinärbescheinigungen (ABl. L 73 vom 20.3.2010, S. 1).
   9
        Durchführungsverordnung (EU) Nr. 139/2013 der Kommission vom 7. Januar 2013 zur Festlegung der
        Veterinärbedingungen für die Einfuhr bestimmter Vogelarten in die Union sowie der dafür geltenden
        Quarantänebedingungen (ABl. L 47 vom 20.2.2013, S. 1).
   10
        Verordnung (EU) Nr. 605/2010 der Kommission vom 2. Juli 2010 zur Festlegung der
        Veterinärbedingungen und Veterinärbescheinigungen für das Verbringen von Milcherzeugnissen und
        Rohmilch zum menschlichen Verzehr in die Europäische Union (ABl. L 175 vom 10.7.2010, S. 1).
DE                                                 20                                                     DE
 ---pagebreak---         Kommission11, die Entscheidung 2007/777/EG der Kommission12, die Verordnung
        (EG) Nr. 119/2009 der Kommission13, die Verordnung (EU) Nr. 28/2012 der
        Kommission14 und die Durchführungsverordnung (EU) 2016/759 der Kommission15
        aufgehoben werden.
   (95) Die in der vorliegenden Verordnung enthaltenen Vorschriften stehen mit den
        Vorschriften der ab dem 21. April 2021 geltenden Tiergesundheitsrechts-Verordnung
        in Zusammenhang und ergänzen diese. Aus diesem Grund und zur Erleichterung der
        Anwendung des neuen Rechtsrahmens im Bereich Tiergesundheit sollte diese
        Verordnung ebenfalls ab dem 21. April 2021 gelten —
   HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                                TEIL I
                        ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
                                                TITEL 1
                    GEGENSTAND, ANWENDUNGSBEREICH UND
                                 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
                                                 Artikel 1
                                 Gegenstand und Anwendungsbereich
   (1)    In der vorliegenden Verordnung sind ergänzende Tiergesundheitsvorschriften für den
          Eingang von Sendungen von bestimmten Arten und Kategorien von Tieren,
          Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus Drittländern,
          Drittlandsgebieten oder Zonen bzw. – im Falle von Wassertieren – Kompartimenten
          derselben in die Union festgelegt. Zudem enthält diese Verordnung Vorschriften für
          die Verbringung und Handhabung solcher Sendungen nach ihrem Eingang in die
          Union.
   (2)    In Teil I ist Folgendes festgelegt:
   11
        Verordnung (EG) Nr. 798/2008 der Kommission vom 8. August 2008 zur Erstellung einer Liste von
        Drittländern, Gebieten, Zonen und Kompartimenten, aus denen die Einfuhr von Geflügel und
        Geflügelerzeugnissen in die Gemeinschaft und ihre Durchfuhr durch die Gemeinschaft zugelassen ist,
        und zur Festlegung der diesbezüglichen Veterinärbescheinigungen (ABl. L 100 vom 14.4.2011, S. 1).
   12
        Entscheidung 2007/777/EG der Kommission vom 29. November 2007 zur Festlegung der
        Tiergesundheits- und Hygienebedingungen und der Musterveterinärbescheinigungen für die Einfuhr
        bestimmter Fleischerzeugnisse und behandelter Mägen, Blasen und Därme für den menschlichen
        Verzehr aus Drittländern sowie zur Aufhebung der Entscheidung 2005/432/EG (ABl. L 312 vom
        30.11.2007, S. 49).
   13
        Verordnung (EG) Nr. 119/2009 der Kommission vom 9. Februar 2009 zur Erstellung einer Liste von
        Drittländern und Teilen von Drittländern für die Einfuhr von Fleisch von wildlebenden Hasenartigen,
        bestimmten wildlebenden Landsäugetieren und Nutzkaninchen in die Gemeinschaft und für die
        Durchfuhr derartigen Fleisches durch die Gemeinschaft sowie zur Festlegung der diesbezüglichen
        Veterinärbescheinigungen (ABl. L 39 vom 10.2.2009, S. 12).
   14
        Verordnung (EU) Nr. 28/2012 der Kommission vom 11. Januar 2012 mit Bescheinigungsanforderungen
        für die Einfuhr in und die Durchfuhr durch die Europäische Union bestimmter zusammengesetzter
        Erzeugnisse und zur Änderung der Entscheidung 2007/275/EG und der Verordnung (EG)
        Nr. 1162/2009 (ABl. L 12 vom 14.1.2012, S. 1).
   15
        Durchführungsverordnung (EU) 2016/759 der Kommission vom 28. April 2016 zur Erstellung der
        Listen der Drittländer, Teile von Drittländern und Gebiete, aus denen die Mitgliedstaaten die
        Verbringung bestimmter Erzeugnisse tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr in die Union
        zulassen, zur Festlegung der Bescheinigungsanforderungen, zur Änderung der Verordnung (EG)
        Nr. 2074/2005 und zur Aufhebung der Entscheidung 2003/812/EG (ABl. L 126 vom 14.5.2016, S. 13).
DE                                                   21                                                     DE
 ---pagebreak---        a)     die Pflichten der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten betreffend die
              Zulassung des Eingangs in die Union von Sendungen von Arten und
              Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs,
              die in den Teilen II bis VI dargelegt sind (Artikel 3 und 4);
       b)     die Pflichten der Unternehmer betreffend den Eingang von Sendungen von
              Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union und
              deren anschließende Verbringung und Handhabung, die in den Teilen II bis VI
              dargelegt sind (Artikel 5);
       c)     die allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang der in den
              Buchstaben a und b genannten Sendungen in die Union und deren
              anschließende Verbringung und Handhabung sowie die Ausnahmen von diesen
              allgemeinen Anforderungen, die für sämtliche Arten und Kategorien von
              Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnisse tierischen Ursprungs gelten und die in
              den Teilen II bis VI dargelegt sind (Artikel 6 bis 10).
   (3) Teil II enthält die allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die
       Union und die anschließende Verbringung und Handhabung sowie die Ausnahmen
       von diesen Anforderungen für bestimmte Landtiere (Titel 1).
       Zudem sind dort spezifische Tiergesundheitsanforderungen festgelegt, die auch für
       alle diese Arten und Kategorien von Landtieren gelten, insbesondere:
       a)     gehaltene Huftiere gelisteter Arten (Titel 2);
       b)     Geflügel und in Gefangenschaft gehaltene Vögel, außer in Gefangenschaft
              gehaltene Vögel, die im Rahmen von Artenschutzprogrammen eingeführt
              werden, die von der zuständigen Behörde im Bestimmungsmitgliedstaat
              genehmigt wurden (Titel 3);
       c)     Honigbienen (Apis mellifera) und Hummeln (Bombus spp.) (Titel 4);
       d)     Hunde, Katzen und Frettchen (Titel 5).
   (4) Teil III enthält die allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die
       Union und die anschließende Verbringung und Handhabung sowie die Ausnahmen
       von diesen Anforderungen für Zuchtmaterial der folgenden Arten und Kategorien
       von gehaltenen Landtieren:
       a)     Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Equiden (Titel 1);
       b)     Geflügel und in Gefangenschaft gehaltene Vögel (Titel 2);
       c)     alle anderen als die unter Buchstaben a und b genannten Tiere (Titel 3).
   (5) Teil IV enthält die allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die
       Union und die anschließende Verbringung und Handhabung sowie die Ausnahmen
       von diesen Anforderungen für Erzeugnisse tierischen Ursprungs der folgenden Arten
       und Kategorien von Landtieren:
       a)     gehaltene und wild lebende Huftiere gelisteter Arten;
       b)     Geflügel;
       c)     Federwild.
   (6) Teil V enthält die allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die
       Union und die anschließende Verbringung und Handhabung sowie die Ausnahmen
       von diesen Anforderungen für die folgenden Arten von Wassertieren in allen
DE                                            22                                           DE
 ---pagebreak---            Entwicklungsstadien sowie für daraus gewonnene Erzeugnisse tierischen Ursprungs,
           ausgenommen wild lebende Wassertiere, die zum unmittelbaren menschlichen
           Verzehr von Fischereifahrzeugen angelandet werden, und daraus gewonnene
           Erzeugnisse tierischen Ursprungs:
           a)     Fische gelisteter Arten der Überklasse Agnatha            und  der   Klassen
                  Chondrichthyes, Sarcopterygii und Actinopterygii;
           b)     wasserbewohnende Weichtiere gelisteter Arten des Stammes Mollusca;
           c)     wasserbewohnende Krebstiere gelisteter Arten des Unterstamms Crustacea;
           d)     Wassertiere der in Anhang XXIX aufgeführten Arten, die für
                  Wassertierseuchen empfänglich sind, für die bestimmte Mitgliedstaaten gemäß
                  Artikel 226 der Verordnung (EU) 2016/429 nationale Maßnahmen zur
                  Begrenzung der Auswirkungen anderer als der gelisteten Seuchen ergriffen
                  haben.
   (7)     Teil VI enthält die allgemeinen Vorschriften, bestimmte Ausnahmen und zusätzliche
           Anforderungen an die Durchfuhr durch und die Rückkehr in die Union bestimmter
           Arten und Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
           Ursprungs.
   (8)     In Teil VII sind die Schlussbestimmungen festgelegt.
                                              Artikel 2
                                       Begriffsbestimmungen
   Für die Zwecke der vorliegenden Verordnung gelten die Begriffsbestimmungen gemäß der
   Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission und gemäß Anhang I der
   Verordnung (EG) Nr. 853/2004, es sei denn, diese Begriffsbestimmungen beziehen sich auf
   Ausdrücke, die im zweiten Absatz des vorliegenden Artikels definiert sind.
   Darüber hinaus bezeichnet der Ausdruck
   1.      „gelistetes Drittland, Drittlandsgebiet oder Zone derselben“ ein Drittland,
           Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, das bzw. die in einer Liste von
           Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen bzw. – im Falle von Wassertieren –
           Kompartimenten derselben aufgeführt ist, aus denen gemäß den auf der Grundlage
           von Artikel 230 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/429 erlassenen
           Durchführungsrechtsakten der Eingang einer bestimmter Art und Kategorie von
           Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union zulässig
           ist;
   2.      „Liste“ die Liste von Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen bzw. — im Falle
           von Wassertieren — Kompartimenten derselben, aus denen gemäß den auf der
           Grundlage von Artikel 230 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2016/429 erlassenen
           Durchführungsrechtsakten der Eingang von Sendungen in die Union zulässig ist, die
           eine bestimmte Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen
           tierischen Ursprungs enthalten;
   3.      „Transportmittel“ Straßen- oder Schienenfahrzeug, Schiffe und Luftfahrzeuge;
   4.      „Transportbehälter/Container“ jeden Verschlag, jeden Kasten, jedes Behältnis oder
           jede andere feste Struktur, die zum Transport von Tieren, Zuchtmaterial oder
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs verwendet wird, jedoch kein Transportmittel ist;
DE                                               23                                            DE
 ---pagebreak---    5.  „Rind“ ein Huftier der Gattungen Bison‚ Bos (einschließlich der Untergattungen Bos‚
       Bibos‚ Novibos‚ Poephagus) und Bubalus (einschließlich der Untergattung Anoa)
       und seine Kreuzungen;
   6.  „Schaf“ ein Huftier der Gattung Ovis und seine Kreuzungen;
   7.  „Ziege“ ein Huftier der Gattung Capra und seine Kreuzungen;
   8.  „Schwein“ ein Huftier der in Anhang III der Verordnung (EU) 2016/429 gelisteten
       Familie der Suidae;
   9.  „Equiden“ Einhufer der Gattung Equus (einschließlich Pferden, Eseln und Zebras)
       und ihre Kreuzungen;
   10. „Camelidae“ Huftiere der in Anhang III der Verordnung (EU) 2016/429 gelisteten
       Familie der Camelidae;
   11. „Cervidae“ Huftiere der in Anhang III der Verordnung (EU) 2016/429 gelisteten
       Familie der Cervidae;
   12. „registrierte Equiden“:
       a)    reinrassige Zuchttiere der Art Equus caballus und Equus asinus‚ die in der
             Hauptabteilung eines von einem gemäß Artikel 4 oder 34 der Verordnung
             (EU) 2016/1012 anerkannten Zuchtverband oder einer Zuchtstelle angelegten
             Zuchtbuchs eingetragen sind oder aber für eine Eintragung dort infrage
             kommen;
       b)    gehaltene Tiere der Art Equus caballus, die bei einer internationalen
             Vereinigung oder Organisation, die Pferde im Hinblick auf Wettkämpfe und
             Rennen führt, entweder unmittelbar oder über den jeweiligen nationalen
             Verband oder nationale Vereine registriert sind („registriertes Pferd“);
   13. „zur Schlachtung bestimmte Tiere“ Landtiere, die entweder auf direktem Weg oder
       nach einem Auftrieb in einen Schlachthof transportiert werden sollen;
   14. „Seuche wurde nicht gemeldet“ eine Situation, in der kein Tier oder keine Gruppe
       von Tieren relevanter Arten, das/die in dem betreffenden Betrieb gehalten
       wird/werden, als bestätigter Fall dieser Seuche klassifiziert ist, und jeder Verdacht
       auf diese Seuche ausgeschlossen wurde;
   15. „Statusgruppe“ eine Gruppe gelisteter Drittländer, in denen allgemeine
       Tiergesundheitsrisiken hinsichtlich gelisteter Seuchen für Equiden bestehen, die
       spezifische Risikominderungsmaßnahmen und Gesundheitsgarantien beim Eingang
       von Equiden in die Union erfordern;
   16. „Bestand“ sämtliches Geflügel oder sämtliche in Gefangenschaft gehaltene Vögel
       mit ein und demselben Gesundheitsstatus, das bzw. die in ein und derselben Anlage
       oder in ein und demselben Gehege gehalten wird bzw. werden und eine einzige
       epidemiologische Einheit bildet bzw. bilden; bei in Ställen gehaltenem Geflügel
       schließt diese Definition auch alle Tiere ein, die denselben Luftraum teilen;
   17. „Zuchtgeflügel“ mindestens 72 Stunden altes Geflügel, das zur Erzeugung von
       Bruteiern bestimmt ist;
   18. „Nutzgeflügel“ mindestens 72 Stunden altes Geflügel, das zur Erzeugung von
       Fleisch, Konsumeiern oder anderen Erzeugnissen oder zur Wiederaufstockung von
       Federwildbeständen aufgezogen wird;
   19. „Eintagsküken“ Geflügel, das nicht älter als 72 Stunden ist;
DE                                           24                                              DE
 ---pagebreak---    20. „Honigbienen“ Tiere der Art Apis mellifera;
   21. „Hummeln“ Tiere der zur Gattung Bombus gehörenden Arten;
   22. „Hund“ ein gehaltenes Tier der Art Canis lupus;
   23. „Katze“ ein gehaltenes Tier der Art Felis silvestris;
   24. „Frettchen“ ein gehaltenes Tier der Art Mustela putorius furo;
   25. „individuelle Zulassungsnummer“ eine von der zuständigen Behörde zugewiesene
       Nummer;
   26. „spezifiziert pathogenfreie Eier“ Bruteier, die von „spezifiziert pathogenfreien
       Hühnerbeständen“ im Sinne des Europäischen Arzneibuchs stammen und
       ausschließlich für Diagnose- oder Forschungszwecke oder für die pharmazeutische
       Verwendung bestimmt sind;
   27. „Sendung von Samen, Eizellen oder Embryonen“ oder „Zuchtmaterialsendung“ eine
       Menge an Samen, Eizellen, in vivo gewonnenen Embryonen oder in vitro erzeugten
       Embryonen, die von einem einzelnen zugelassenen Zuchtmaterialbetrieb aus
       versandt werden und Gegenstand einer einzigen Veterinärbescheinigung sind;
   28. „Samen“ das Ejakulat eines Tieres oder von Tieren, entweder in unveränderter oder
       in bearbeiteter oder verdünnter Form;
   29. „Eizellen“ die haploiden Stadien der Oogenese mit Oozyten zweiter Ordnung und
       Eizellen;
   30. „Embryo“ das frühe Entwicklungsstadium eines Tieres, solange es auf ein
       Empfängertier übertragen werden kann;
   31. „zugelassener Zuchtmaterialbetrieb“ eine Besamungsstation,              eine Embryo-
       Entnahmeeinheit,       eine    Embryo-Erzeugungseinheit,       einen     Zuchtmaterial-
       Verarbeitungsbetrieb oder ein Zuchtmaterialdepot;
   32. „Stationstierarzt“ die Tierärztin bzw. den Tierarzt, die bzw. der für die Tätigkeiten in
       der Besamungsstation, im Zuchtmaterial-Verarbeitungsbetrieb oder im
       Zuchtmaterialdepot im Sinne der vorliegenden Verordnung zuständig ist;
   33. „verantwortlicher Tierarzt der Einheit“ die Tierärztin bzw. den Tierarzt, die bzw. der
       für die Tätigkeiten einer Embryo-Entnahmeeinheit oder einer Embryo-
       Erzeugungseinheit im Sinne der vorliegenden Verordnung zuständig ist;
   34. „Quarantäneeinrichtung“ eine Einrichtung, die von der zuständigen Behörde zu dem
       Zweck zugelassen wurde, Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen vor der Einstallung
       in eine Besamungsstation für einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen zu isolieren;
   35. „Besamungsstation“ einen Zuchtmaterialbetrieb, der von der zuständigen Behörde
       zugelassen wurde für die Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und den Transport
       von Samen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen oder Equiden, der für den
       Eingang in die Union bestimmt ist;
   36. „Embryo-Entnahmeeinheit“ einen Zuchtmaterialbetrieb, bestehend aus einer Gruppe
       von Fachleuten oder einer Struktur, der von der zuständigen Behörde zugelassen
       wurde für die Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und den Transport von in vivo
       gewonnenen Embryonen, die für den Eingang in die Union bestimmt sind;
   37. „Embryo-Erzeugungseinheit“ einen Zuchtmaterialbetrieb, bestehend aus einer
       Gruppe von Fachleuten oder einer Struktur, der von der zuständigen Behörde
DE                                           25                                                 DE
 ---pagebreak---        zugelassen wurde für die Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und den Transport
       von Eizellen sowie die In-vitro-Erzeugung, gegebenenfalls mithilfe gelagerter
       Samen, die Verarbeitung, die Lagerung und den Transport von Embryonen, die
       jeweils für den Eingang in die Union bestimmt sind;
   38. „Zuchtmaterial-Verarbeitungsbetrieb“ einen Zuchtmaterialbetrieb, der von der
       zuständigen Behörde zugelassen wurde für die Verarbeitung, gegebenenfalls
       einschließlich des geschlechtsspezifischen Sortierens von Spermien, sowie die
       Lagerung von Samen, Eizellen oder Embryonen einer oder mehrerer Tierarten oder
       von einer Kombination von Arten von Zuchtmaterial oder Tierarten, die für den
       Eingang in die Union bestimmt sind;
   39. „Zuchtmaterialdepot“ einen Zuchtmaterialbetrieb, der von der zuständigen Behörde
       zugelassen wurde für die Lagerung von Samen, Eizellen oder Embryonen einer oder
       mehrerer Tierarten oder von einer Kombination von Arten von Zuchtmaterial oder
       Tierarten, die für den Eingang in die Union bestimmt sind;
   40. „Fleisch“ alle für den menschlichen Verzehr geeigneten Teile von Huftieren,
       Geflügel und Federwild, einschließlich Blut;
   41. „frisches Fleisch“ Fleisch, Hackfleisch/Faschiertes und Fleischzubereitungen, auch
       vakuumverpackt oder in kontrollierter Atmosphäre umhüllt, das bzw. die zur
       Haltbarmachung ausschließlich gekühlt, gefroren oder schnellgefroren wurde bzw.
       wurden;
   42. „Schlachtkörper eines Huftieres“ den ganzen Körper eines geschlachteten oder
       getöteten Huftiers
       a)    nach der Entblutung im Falle geschlachteter Tiere;
       b)    nach der Ausweidung;
       c)    nach Abtrennung der Gliedmaßen am Karpal- bzw. Tarsalgelenk;
       d)    nach Abtrennung von Schwanz, Euter, Kopf und Haut, ausgenommen bei
             Schweinen;
   43. „Nebenprodukte der Schlachtung“ frisches Fleisch, soweit es nicht zum
       Schlachtkörper eines Huftieres gehört, auch wenn es noch auf natürliche Weise mit
       dem Schlachtkörper verbunden ist;
   44. „Fleischerzeugnisse“ Verarbeitungserzeugnisse, einschließlich bearbeiteter Mägen,
       Blasen und Därme, ausgelassener tierischer Fette und Fleischextrakte, die aus der
       Verarbeitung       von     Fleisch    oder    der     Weiterverarbeitung   solcher
       Verarbeitungserzeugnisse so gewonnen werden, dass bei einem Schnitt durch den
       Kern die Schnittfläche die Feststellung erlaubt, dass die Merkmale von frischem
       Fleisch nicht mehr vorhanden sind;
   45. „Tierdarmhüllen“ Blasen und Därme, die nach der Reinigung entfettet, entschleimt
       und gewässert und mit Salz behandelt oder getrocknet wurden;
   46. „Kolostrum“ das 3 bis 5 Tage nach einer Geburt aus den Milchdrüsen gehaltener
       Tiere abgesonderte Sekret, das reich an Antikörpern und Mineralstoffen ist und der
       Erzeugung von Rohmilch vorausgeht;
   47. „Erzeugnisse auf Kolostrumbasis“ Verarbeitungserzeugnisse, die aus der
       Verarbeitung von Kolostrum oder aus der Weiterverarbeitung solcher
       Verarbeitungserzeugnisse resultieren;
DE                                           26                                           DE
 ---pagebreak---    48.     „Bünnschiff“ ein im Aquakultursektor eingesetztes Schiff, das über einen Brunnen
           oder ein Wasserbecken für die Lagerung und den Transport von lebenden Fischen in
           Wasser verfügt;
   49.     „IMSOC“ das Informationsmanagementsystem für amtliche Kontrollen (Information
           Management System for Official Controls) gemäß Artikel 131 der Verordnung
           (EU) 2017/625.
                                            TITEL 2
    ALLGEMEINE TIERGESUNDSHEITSANFORDERUNGEN AN
             DEN EINGANG VON SENDUNGEN VON TIEREN,
        ZUCHTMATERIAL UND ERZEUGNISSEN TIERISCHEN
    URSPRUNGS IN DIE UNION UND DEREN ANSCHLIESSENDE
                      VERBRINGUNG UND HANDHABUNG
                                              Artikel 3
                      Pflichten der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten
   Die zuständige Behörde gestattet den Eingang von Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und
   Erzeugnissen tierischen Ursprungs der in den Teilen II bis VI genannten Arten und
   Kategorien, die zum Zwecke amtlicher Kontrollen gemäß Artikel 47 Absatz 1 der Verordnung
   (EU) 2017/625 vorgeführt werden, in die Union, sofern
   a)      die Sendungen
           i)    im Falle von Landtieren aus einem für die betreffende Art und Kategorie von
                 Tieren, Zuchtmaterial, und Erzeugnissen tierischen Ursprungs gelisteten
                 Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben kommen;
           ii)   im Falle von Wassertieren aus einem für die betreffende Art und Kategorie von
                 Tieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs gelisteten Drittland,
                 Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben bzw. im Falle von Aquakulturtieren
                 aus einem für diesen Zweck gelisteten Drittland, Drittlandsgebiet oder einer
                 Zone bzw. einem Kompartiment derselben kommen;
   b)      die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets bescheinigt
           hat, dass die Sendungen den folgenden Anforderungen genügen:
           i)    den im vorliegenden Artikel, in Artikel 4 sowie in den Artikeln 6 bis 10
                 festgelegten allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von
                 Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union;
           ii)   den für die betreffende Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und
                 Erzeugnissen tierischen Ursprungs und deren bzw. dessen vorgesehene
                 Verwendung geltenden Tiergesundheitsanforderungen gemäß den Teilen II bis
                 VI;
   c)      die Sendungen von den folgenden Dokumenten begleitet werden, wobei die
           zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets die erforderlichen
           Garantien im Hinblick auf die Einhaltung der unter Buchstabe b genannten
           Tiergesundheitsanforderungen gegeben hat:
           i)    eine von einem amtlichen Tierarzt des Herkunftsdrittlands oder -
                 drittlandsgebiets speziell für die betreffende Art und Kategorie von Tieren,
DE                                               27                                              DE
 ---pagebreak---               Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs und deren bzw. dessen
              vorgesehene Verwendung ausgestellte Veterinärbescheinigung;
       ii)    eine Erklärung und sonstige Dokumente, soweit gemäß der vorliegenden
              Verordnung erforderlich.
       Im Falle von Sendungen von Tieren und Bruteiern wurde die unter Ziffer i genannte
       Veterinärbescheinigung innerhalb von 10 Tagen vor dem Datum der Ankunft der
       Sendung an der Grenzkontrollstelle ausgestellt; bei der Beförderung per Schiff
       verlängert sich diese Frist von zehn Tagen jedoch um die Dauer der Beförderung auf
       dem Seeweg.
                                           Artikel 4
                          Datum der Bescheinigung von Sendungen
   (1) Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs von
       Arten und Kategorien, die in den Anwendungsbereich der vorliegenden Verordnung
       fallen, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn ihre Bescheinigung für
       den Versand nicht vor dem Datum ausgestellt wurde, an dem das Herkunftsdrittland,
       -drittlandsgebiet oder die Zone bzw. im Falle von Aquakulturtieren das
       Kompartiment derselben für den Eingang der betreffenden Art und Kategorie von
       Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union gelistet
       wurde.
   (2) Sendungen von Tieren, Bruteiern und Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus einem
       Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone bzw. im Falle von Aquakulturtieren
       einem Kompartiment derselben dürfen ab dem Zeitpunkt, an dem sie die
       Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang der betreffenden Art und Kategorie
       von Tieren, Bruteiern und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union nicht
       mehr erfüllen, nicht mehr in die Union verbracht werden, es sei denn, dass dem
       gelisteten Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone derselben sowie den betreffenden
       Arten und Kategorien von Tieren, Bruteiern und Erzeugnissen tierischen Ursprungs
       von der Union in der Liste spezifische Bedingungen zugewiesen wurden.
                                           Artikel 5
                                  Pflichten der Unternehmer
   (1) Die Unternehmer, die für den Eingang in die Union von Sendungen von Tieren,
       Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs der in den Anwendungsbereich
       der vorliegenden Verordnung fallenden Arten und Kategorien verantwortlich sind,
       führen die Sendungen der zuständigen Behörde in der Union zum Zwecke amtlicher
       Kontrollen gemäß Artikel 47 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2017/625 vor und
       stellen sicher, dass die Sendungen den folgenden Anforderungen genügen:
       a)     den in den Artikeln 3 und 4 sowie in den Artikeln 6 bis 10 festgelegten
              allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von Tieren,
              Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union;
       b)     den für die betreffende Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und
              Erzeugnissen tierischen Ursprungs und deren bzw. dessen vorgesehene
              Verwendung geltenden Tiergesundheitsanforderungen gemäß den Teilen II bis
              VI.
DE                                            28                                             DE
 ---pagebreak---    (2)     Unternehmer, die für die Verbringung von Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs der in den Anwendungsbereich der vorliegenden
           Verordnung fallenden Arten und Kategorien von ihrem Ort des Eingangs in der
           Union zu ihrem Bestimmungsort oder für die Handhabung dieser Sendungen nach
           ihrem Eingang in die Union verantwortlich sind, stellen sicher, dass die Sendungen
           a)    mit Zustimmung der zuständigen Behörde gemäß Artikel 3 in die Union
                 eingehen dürfen;
           b)    den für die betreffenden Arten und Kategorien von Tieren, Zuchtmaterial und
                 Erzeugnissen tierischen Ursprungs geltenden Tiergesundheitsanforderungen an
                 die Verbringung und Handhabung dieser Sendungen nach ihrem Eingang in die
                 Union gemäß den Teilen II bis VI entsprechen;
           c)    nicht für andere Zwecke verwendet werden, als jene, für die die zuständige
                 Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets die Bescheinigung für
                 den Eingang in die Union ausgestellt hat.
                                              Artikel 6
      Nationale Rechtsvorschriften und Tiergesundheitssysteme des Herkunftsdrittlands oder -
                                         drittlandsgebiets
   (1)     Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen
           nur dann in die Union verbracht werden, wenn sie aus einem Drittland oder
           Drittlandsgebiet stammen, in dem
           a)    gesetzlich vorgeschrieben ist, dass jeder Verdacht und jeder bestätigte Fall
                 einer gelisteten Seuche gemäß Anhang I, die relevant ist für die in der Sendung
                 enthaltenen gelisteten Tierarten bzw. für die gelisteten Herkunftstierarten des
                 Zuchtmaterials bzw. der Erzeugnisse tierischen Ursprungs der Sendung, deren
                 Eingang in die Union genehmigt worden ist, der zuständigen Behörde
                 angezeigt und gemeldet werden muss;
           b)    Systeme zur Feststellung neu auftretender Seuchen vorhanden sind;
           c)    Systeme vorhanden sind, mit denen sichergestellt wird, dass die Verfütterung
                 von Spültrank keine Quelle für die gelisteten Seuchen gemäß Anhang I bei
                 folgenden Tieren darstellt:
                 i)    für den Eingang in die Union bestimmten Tieren;
                 oder
                 ii)   den Tieren, von denen das für den Eingang in die Union bestimmte
                       Zuchtmaterial gewonnen wird;
                 oder
                 iii)  den Tieren, von denen die Erzeugnisse tierischen Ursprungs gewonnen
                       werden, die für den Eingang in die Union bestimmt sind.
   (2)     Für den Eingang in die Union bestimmte Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
           wenn sie aus einem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
           stammen, in dem bzw. in der diese Sendungen rechtmäßig in Verkehr gebracht und
           gehandelt werden dürfen.
DE                                               29                                              DE
 ---pagebreak---                                             Artikel 7
    Allgemeine Anforderungen an den Gesundheitsstatus der Tiere, des Zuchtmaterials und der
                                Erzeugnisse tierischen Ursprungs
   (1)    Sendungen von Tieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
          Tiere der Sendung:
          a)    im Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet nicht zur Tötung im Rahmen eines
                dort durchgeführten nationalen Programms zur Tilgung von Seuchen,
                einschließlich der relevanten gelisteten Seuchen gemäß Anhang I und neu
                auftretender Seuchen, bestimmt sind;
          b)    zum Zeitpunkt der Verladung zum Versand in die Union keine Symptome
                einer übertragbaren Seuche zeigten;
          c)    aus einem Betrieb stammen, der zum Zeitpunkt des Versands der Tiere von
                diesem Betrieb in die Union keinen nationalen Beschränkungsmaßnahmen aus
                folgenden Gründen unterlag:
                i)    aus tierseuchenrechtlichen Gründen;
                ii)   im Falle von Aquakulturtieren aus tiergesundheitlichen Gründen oder
                      aufgrund des Auftretens anormal hoher Sterblichkeitsraten bei
                      unbestimmter Ursache.
   (2)    Sendungen von Zuchtmaterial dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
          das Zuchtmaterial von Tieren gewonnen wurde, die zum Zeitpunkt der Entnahme
          a)    keine Symptome einer übertragbaren Seuche zeigten;
          b)    in    einem     Betrieb    gehalten    wurden,      der    keinen   nationalen
                Beschränkungsmaßnahmen aus tierseuchenrechtlichen Gründen unterlag,
                einschließlich Beschränkungen in Bezug auf die betreffenden gelisteten
                Seuchen gemäß Anhang I und neu auftretende Seuchen.
   (3)    Sendungen von Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen nur dann in die Union
          verbracht werden, wenn die Erzeugnisse von Tieren gewonnen wurden, die folgende
          Bedingungen erfüllen:
          a)    Landtiere zeigten zu folgenden Zeitpunkten keine Symptome einer
                übertragbaren Seuche:
                i)    Zeitpunkt der Tötung oder Schlachtung zur Erzeugung von frischem
                      Fleisch und Fleischerzeugnissen;
                oder
                ii)   Zeitpunkt des Sammelns von Milch oder Eiern.
          b)    Wassertiere zeigten zum Zeitpunkt der Schlachtung oder des Sammelns zur
                Erzeugung von Erzeugnissen tierischen Ursprungs keine Symptome einer
                übertragbaren Seuche;
          c)    die     Tiere     wurden      nicht    im      Rahmen       eines   nationalen
                Seuchentilgungsprogramms getötet, geschlachtet oder, im            Falle von
                Weichtieren und lebenden Krebstieren, aus dem Wasser entfernt;
          d)    die Tiere wurden in einem Betrieb gehalten, der zu folgenden Zeitpunkten
                keinen nationalen Beschränkungsmaßnahmen aus tierseuchenrechtlichen
DE                                              30                                             DE
 ---pagebreak---                    Gründen unterlag, einschließlich Beschränkungen in Bezug auf die gelisteten
                   Seuchen gemäß Anhang I und neu auftretende Seuchen:
                   i)     Zeitpunkt der Tötung oder Schlachtung der Tiere zur Erzeugung von
                          frischem Fleisch und Fleischerzeugnissen oder Erzeugnissen tierischen
                          Ursprungs von Wassertieren; oder
                   ii)    Zeitpunkt des Sammelns von Milch oder Eiern.
                                               Artikel 8
                      Allgemeine Anforderungen an den Herkunftsbetrieb der Tiere
   Zusätzlich zu den in den Teilen II bis V festgelegten spezifischen Anforderungen dürfen
   Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs nur dann in die
   Union verbracht werden, wenn der Herkunftsbetrieb der gehaltenen Tiere bzw. der
   Herkunftsbetrieb der gehaltenen Tiere, von denen das Zuchtmaterial oder die Erzeugnisse
   tierischen Ursprungs gewonnen wurden, den folgenden Anforderungen genügt:
   a)       Er ist bei der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
            registriert und ihm wurde eine individuelle Registrierungsnummer zugewiesen;
   b)       er wurde von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
            drittlandsgebiets zugelassen, wenn in der vorliegenden Verordnung vorgeschrieben
            und gemäß den darin festgelegten Bedingungen, und ihm wurde eine individuelle
            Zulassungsnummer zugewiesen;
   c)       er steht unter der Aufsicht der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder –
            drittlandsgebiets;
   d)       er verfügt über ein System, das es ermöglicht, über einen Zeitraum von mindestens
            3 Jahren aktuelle Aufzeichnungen mit Angaben wenigstens zu den folgenden
            Punkten zu erstellen und zu führen:
            i)     Arten, Kategorien, Anzahl und gegebenenfalls Identifikation der Tiere, die in
                   dem Betrieb gehalten werden;
            ii)    Verbringungen von Tieren in den und aus dem betreffenden Betrieb;
            iii)   Sterblichkeitsraten in dem Betrieb;
   e)       er wird regelmäßig von einem Tierarzt besucht, zwecks Feststellung von und
            Aufklärung über Anzeichen für das Auftreten von Seuchen, einschließlich der
            gelisteten Seuchen gemäß Anhang I, die für die betreffende Art und Kategorie von
            Tieren, Zuchtmaterial oder Erzeugnissen tierischen Ursprungs relevant sind, und neu
            auftretender Seuchen.
            Solche Tiergesundheitsbesuche finden mit einer Häufigkeit statt, die im Verhältnis
            zu den von dem betreffenden Betrieb ausgehenden Risiken steht.
                                               Artikel 9
                          Probenahme, Laboruntersuchungen und andere Tests
   Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen nur dann
   in die Union verbracht werden, wenn Probenahmen, Laboruntersuchungen und andere in der
   vorliegenden Verordnung vorgeschriebene Tests durchgeführt wurden, und zwar
   a)       anhand von Proben, die von oder unter Aufsicht der zuständigen Behörde
            entnommen wurden, und zwar derjenigen
DE                                                31                                             DE
 ---pagebreak---        i)    des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets, wenn Probenahmen und
             Untersuchungen vor Eingang in die Union vorgeschrieben sind;
       oder
       ii)   des Bestimmungsmitgliedstaats, wenn Probenahmen und Untersuchungen nach
             dem Eingang in die Union vorgeschrieben sind;
   b)  im Einklang mit:
       i)    den einschlägigen Verfahren und Methoden gemäß der Delegierten
             Verordnung (EU) 2019/… der Kommission hinsichtlich Vorschriften
             betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“
             für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen [Dokument C(2019) 4056]
             und der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission hinsichtlich
             Tiergesundheitsanforderungen an Verbringungen von Landtieren und
             Bruteiern innerhalb der Union [Dokument C(2019) 4058];
       oder
       ii)   für die Zwecke des Eingangs von Zuchtmaterial von Rindern, Schweinen,
             Schafen, Ziegen und Equiden in die Union den Verfahren und Methoden
             gemäß Anhang II der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission
             betreffend die Zulassung von Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen
             an die Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen
             innerhalb der Union von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen Landtieren
             [Dokument C(2019) 4055];
       oder
       iii)  den in der vorliegenden Verordnung dargelegten Verfahren, wenn ausdrücklich
             vorgeschrieben;
   c)  in einem amtlichen Laboratorium, das im Einklang mit Artikel 37 der Verordnung
       (EU) 2017/625 benannt wurde.
                                         Artikel 10
              Seuchenfreiheit des Herkunftsorts und spezifische Bedingungen
   (1) Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen
       nur dann in die Union verbracht werden, wenn die in der vorliegenden Verordnung
       vorgeschriebene Freiheit des betreffenden Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets
       oder der Zone derselben bzw. des Herkunftsbetriebs der Tiere, des Zuchtmaterials
       und der Erzeugnisse tierischen Ursprungs von bestimmten Seuchen von der
       zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets nachgewiesen
       wurde, und zwar
       a)    im Einklang mit der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission
             hinsichtlich Vorschriften betreffend Überwachung, Tilgungsprogramme und
             den Status „seuchenfrei“ für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen
             [Dokument C(2019) 4056];
       oder
       b)    für Seuchen, die nicht in den Anwendungsbereich der Delegierten Verordnung
             (EU) 2019/… der Kommission hinsichtlich Vorschriften betreffend
             Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“ für
             bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen“ [Dokument C(2019) 4056]
DE                                           32                                           DE
 ---pagebreak---               fallen, im Einklang mit spezifischen Vorschriften, sofern solche Vorschriften
              in     der    vorliegenden    Verordnung       festgelegt   sind,     und    dem
              Seuchenbekämpfungsprogramm            des      Herkunftsdrittlands      oder    -
              drittlandsgebiets, welches
              i)     der Kommission zur Bewertung übermittelt wurde und mindestens die in
                     Anhang II aufgeführten Angaben enthält;
              ii)    von der Kommission als die erforderlichen Garantien in Bezug auf die
                     Seuchenfreiheit bietend bewertet wurde, und zwar auf Grundlage:
                     –     der in Artikel 24 bis 27 der Verordnung (EU) 2016/429
                           festgelegten Vorschriften betreffend die Seuchenüberwachung;
                     –     der ergänzenden Vorschriften hinsichtlich der Gestaltung der
                           Überwachung       und     der     Vorschriften     betreffend    die
                           Seuchenbestätigung und die Falldefinition gemäß Teil II Kapitel 1
                           Artikel 10 sowie Abschnitte 1 und 2 der Delegierten Verordnung
                           (EU) 2019/… der Kommission hinsichtlich Vorschriften betreffend
                           Überwachung, Tilgungsprogramme und den Status „seuchenfrei“
                           für bestimmte gelistete und neu auftretende Seuchen“
                           [Dokument C(2019) 4056];
              iii)   für einen Zeitraum eingerichtet war, der ausreicht, um das Programm
                     vollständig umzusetzen und ordnungsgemäß zu überwachen.
   (2)  Im Falle von Aquakulturtieren und aus ihnen gewonnenen Erzeugnissen tierischen
        Ursprungs dürfen Sendungen dieser Waren, sofern die Freiheit von bestimmten
        Seuchen für das Herkunftskompartiment vorgeschrieben ist, nur dann in die Union
        verbracht werden, wenn die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands die
        Seuchenfreiheit gemäß Absatz 1 Buchstaben a und b nachgewiesen hat.
   (3)  Wenn in der vorliegenden Verordnung spezifische Bedingungen in Bezug auf die
        Freiheit des Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets oder der Zone derselben von
        bestimmten Seuchen festgelegt sind,
        a)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
              deren Einhaltung zuvor gewährleistet;
        b)    sind diese spezifischen Bedingungen dem gelisteten Drittland, Drittlandsgebiet
              oder der Zone bzw. dem Kompartiment derselben sowie der betreffenden Art
              und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen
              Ursprungs ausdrücklich von der Union in der Liste zugewiesen worden.
                                          TEIL II
    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
    VON GEHALTENEN LANDTIEREN IN DIE UNION GEMÄSS
                            DEN ARTIKELN 3 UND 5
DE                                            33                                                DE
 ---pagebreak---                                               TITEL 1
      ALLGEMEINE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
                                GEHALTENE LANDTIERE
                                               Artikel 11
                    Vorgeschriebener Haltungszeitraum für gehaltene Landtiere
   Sendungen von anderen gehaltenen Landtieren als Hunden, Katzen und Frettchen dürfen nur
   dann in die Union verbracht werden, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
   a)       Der in den folgenden Tabellen von Anhang III festgelegte Haltungszeitraum wurde
            unmittelbar vor dem Zeitpunkt des Versands in die Union durchgängig eingehalten:
            i)    Tabelle 1: Huftiere, Honigbienen und Hummeln;
            ii)   Tabelle 2: Geflügel und in Gefangenschaft gehaltene Vögel;
   b)       die Tiere
            i)    haben sich während des in Anhang III Tabelle 1 Spalte 2 und in Anhang III
                  Tabelle 2 Spalte 3 angegebenen Zeitraums durchgängig in dem
                  Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone derselben befunden;
            ii)   haben sich durchgängig im Herkunftsbetrieb befunden und während des in
                  Anhang III Tabelle 1 Spalte 3 und in Anhang III Tabelle 2 Spalte 4
                  angegebenen Zeitraums wurden keine Tiere in den Betrieb eingestallt;
            iii)  sind während des in Anhang III Tabelle 1 Spalte 4 und in Anhang III Tabelle 2
                  Spalte 5 angegebenen Zeitraums nicht in Berührung mit Tieren mit
                  niedrigerem Gesundheitsstatus gekommen.
                                               Artikel 12
      Ausnahmen hinsichtlich des Haltungszeitraums von registrierten Renn-, Turnier- und für
                            kulturelle Veranstaltungen bestimmten Pferden
   (1)      Abweichend von Artikel 11 Buchstabe b Ziffer i gilt für andere Equiden als zur
            Schlachtung bestimmte Equiden der in Anhang III Tabelle 1 vorgesehene
            Haltungszeitraum als eingehalten, wenn sie vor ihrem Versand in die Union während
            des in Anhang III Tabelle 1 Spalte 2 angegebenen Zeitraums neben dem
            Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben auch in folgenden
            Gebieten gehalten wurden:
            a)    einem Mitgliedstaat;
            oder
            b)    bei registrierten Pferden, in einem gelisteten Zwischenhaltungsdrittland, -
                  drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, aus dem bzw. der registrierte Pferde
                  für diesen Zweck in die Union verbracht werden dürfen, vorausgesetzt, der
                  Eingang der Pferde in das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder die Zone
                  derselben ist im Einklang mit Tiergesundheitsanforderungen erfolgt, mit denen
                  Tiergesundheitsgarantien geboten werden, die mindestens genauso streng sind
                  wie diejenigen, die für den direkten Eingang von registrierten Renn- und
                  Turnierpferden in die Union aus dem betreffenden Zwischenhaltungsdrittland,
                  -drittlandsgebiet oder der Zone derselben gelten.
DE                                                 34                                              DE
 ---pagebreak---    (2) Abweichend von Artikel 11 Buchstabe b Ziffer ii gelten für registrierte Renn-,
       Turnier- und für kulturelle Pferdesportveranstaltungen bestimmte Pferde die in
       Anhang III Tabelle 1 Spalte 3 vorgesehenen Haltungsanforderungen als eingehalten,
       wenn diese in dem Herkunftsdrittland oder Zwischenhaltungsdrittland in anderen
       Betrieben als dem Herkunftsbetrieb gehalten wurden, sofern die anderen Betriebe:
       a)    unter der Aufsicht eines amtlichen Tierarztes in einem Drittland oder
             Drittlandsgebiet standen;
       b)    keinen nationalen Beschränkungsmaßnahmen aus tierseuchenrechtlichen
             Gründen unterlagen, einschließlich Beschränkungen in Bezug auf die
             relevanten gelisteten Seuchen gemäß Anhang I und relevante neu auftretende
             Seuchen;
       c)    den Tiergesundheitsanforderungen gemäß Artikel 23 genügen.
   (3) Ebenfalls abweichend von Artikel 11 Buchstabe b Ziffer ii dürfen registrierte Renn-,
       Turnier- und für kulturelle Pferdesportveranstaltungen bestimmte Pferde, die in
       Berührung mit Equiden gekommen sind, die aus einem anderen Drittland,
       Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben oder aus einer anderen Zone des
       Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets in das betreffende Drittland,
       Drittlandsgebiet oder in die betreffende Zone derselben verbracht wurden, unter der
       Voraussetzung in die Union verbracht werden, dass
       a)    die Verbringung dieser Equiden in das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet
             oder eine Zone derselben im Einklang mit Tiergesundheitsanforderungen
             erfolgt ist, die mindestens genauso streng sind wie diejenigen, die für den
             direkten Eingang dieser Equiden in die Union gelten;
       b)    die Möglichkeit der unmittelbaren Berührung mit anderen Tieren auf die Dauer
             des Rennens, des Turniers oder der kulturellen Pferdesportveranstaltung und
             des damit verbundenen Trainings, Aufwärmens und der Präsentation vor dem
             Rennen beschränkt ist.
                                         Artikel 13
               Untersuchung von Landtieren vor ihrem Versand in die Union
   (1) Sendungen von Landtieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
       Tiere der Sendung einer klinischen Untersuchung unterzogen wurden, die von einem
       amtlichen Tierarzt in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone
       derselben innerhalb von 24 Stunden vor dem Zeitpunkt der Verladung für den
       Versand in die Union zur Feststellung von Anzeichen von Seuchen, einschließlich
       der relevanten gelisteten Seuchen gemäß Anhang I und neu auftretender Seuchen,
       durchgeführt wurde.
       Im Falle von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln sollte sich diese
       Untersuchung sowohl auf die zum Versand in die Union bestimmten Tiere als auch
       auf den Herkunftsbestand erstrecken.
   (2) Abweichend von Absatz 1 Unterabsatz 1 kann bei registrierten Equiden die dort
       genannte Untersuchung innerhalb von 48 Stunden vor dem Zeitpunkt der Verladung
       zum Versand in die Union oder am letzten Arbeitstag vor dem Versand in die Union
       durchgeführt werden.
DE                                           35                                             DE
 ---pagebreak---    (3)      Abweichend von Absatz 1 Unterabsatz 1 kann bei Hunden, Katzen und Frettchen die
            dort genannte Untersuchung innerhalb von 48 Stunden vor dem Zeitpunkt der
            Verladung zum Versand in die Union durchgeführt werden.
                                              Artikel 14
                Allgemeine Vorschriften für den Versand von Landtieren in die Union
   (1)      Sendungen von Landtieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            Landtiere vom Zeitpunkt der Verladung am Herkunftsbetrieb zum Versand in die
            Union bis zum Zeitpunkt ihrer Ankunft in der Union nicht in Berührung mit Tieren
            der Sendung gekommen sind, die
            a)    derselben Art angehören und nicht für den Eingang in die Union bestimmt
                  sind;
            b)    einer anderen, für dieselben Seuchen gelisteten Art angehören und nicht für
                  den Eingang in die Union bestimmt sind;
            c)    einen niedrigeren Gesundheitsstatus aufweisen.
   (2)      Die in Absatz 1 genannten Sendungen, die auf dem Luft-, See-, Schienen- oder
            Straßenweg oder zu Fuß befördert werden, dürfen nur dann in die Union verbracht
            werden, wenn sie nicht durch ein Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone
            derselben, das bzw. die nicht für den Eingang der jeweiligen Art und Kategorie von
            Tieren in die Union und ihre vorgesehene Verwendung in der Union gelistet ist,
            transportiert oder dort ab- oder umgeladen wurden.
   (3)      In Absatz 1 genannte Sendungen, die – wenn auch nur streckenweise – auf dem
            Seeweg befördert werden, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            Tiere bei Ankunft in der Union von einer der Veterinärbescheinigung beigefügten
            Erklärung begleitet sind, die vom Kapitän des Schiffs unterzeichnet wurde und
            folgende Angaben enthält:
            a)    Auslaufhafen in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone
                  derselben;
            b)    Ankunftshafen in der Union;
            c)    Anlaufhäfen außerhalb des Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets der Tiere
                  oder der Zone derselben;
            d)    Bestätigung der Einhaltung der folgenden Anforderungen während des
                  Transports in die Union:
                  i)    die Tiere haben sich ausschließlich an Bord aufgehalten;
                  ii)   die Tiere sind an Bord nicht in Berührung mit Tieren mit niedrigerem
                        Gesundheitsstatus gekommen.
                                              Artikel 15
       Ausnahmeregelung für die Umladung von Landtieren, außer Equiden, in nicht gelisteten
     Drittländern oder Drittlandsgebieten im Falle eines technischen Problems oder sonstiger
                                     unvorhergesehener Ereignisse
   (1)      Abweichend von Artikel 14 Absatz 2 gestattet die zuständige Behörde den Eingang
            in die Union von Sendungen von Landtieren, außer Equiden, die in einem Drittland,
            Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die nicht für den Eingang der
DE                                                36                                           DE
 ---pagebreak---             betreffenden Art und Kategorie von Tieren in die Union gelistet ist, von dem
            ursprünglichen Transportmittel des Versands zur weiteren Beförderung auf ein
            anderes Transportmittel umgeladen wurden, nur dann wenn die Umladung aufgrund
            eines technischen Problems oder eines sonstigen unvorhergesehenen Ereignisses, das
            zu logistischen Problemen während des Transports der Tiere in die Union auf dem
            See- oder Luftweg führte, erforderlich war, um die Beförderung zum Eingangsort in
            die Union zu gewährleisten, sofern
            a)    der Eingang der Sendung von Tieren in die Union von der zuständigen
                  Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats und gegebenenfalls aller
                  Durchfuhrmitgliedstaaten bis zu ihrer Ankunft an ihrem Bestimmungsort in der
                  Union genehmigt wurde;
            b)    die Umladung vollständig von einem amtlichen Tierarzt in dem Drittland oder
                  Drittlandsgebiet beaufsichtigt wurde, um Folgendes sicherzustellen:
                  i)    es wurden wirksame Maßnahmen zum Schutz gegen Vektoren der
                        betreffenden Tierseuchen eingeführt;
                  ii)   es wurden wirksame Maßnahmen getroffen, um direkten und indirekten
                        Kontakt zwischen den für den Eingang in die Union bestimmten Tieren
                        und anderen Tieren zu vermeiden;
                  iii)  es wurde weder Futter noch Wasser oder Einstreu aus einem Drittland,
                        Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die nicht für den
                        Eingang der betreffenden Art und Kategorie von Tieren in die Union
                        gelistet ist, in das zur weiteren Beförderung in die Union genutzte
                        Transportmittel eingebracht;
                  iv)   die Tiere der Sendung wurden auf direktem Weg und schnellstmöglich
                        auf das zur weiteren Beförderung in die Union bestimmte Schiff oder
                        Luftfahrzeug, das den in Artikel 17 festgelegten Anforderungen
                        entsprechen muss, umgeladen, ohne dabei den Bereich des Hafens bzw.
                        Flughafens zu verlassen;
            c)    die Tiersendungen sind von einer Erklärung der zuständigen Behörde
                  desjenigen Drittlands oder Drittlandsgebiets, in dem die Tiere umgeladen
                  wurden, begleitet, die Angaben zur Umladung enthält und in der bestätigt wird,
                  dass entsprechende Maßnahmen zur Einhaltung der unter Buchstabe b
                  festgelegten Anforderungen getroffen wurden.
   (2)      Die in Absatz 1 vorgesehene Ausnahmeregelung gilt nicht für Sendungen von
            Honigbienen und Hummeln.
                                              Artikel 16
       Ausnahmeregelung für die Umladung von Equiden in nicht gelisteten Drittländern oder
                                          Drittlandsgebieten
   Abweichend von Artikel 14 Absatz 2 dürfen Sendungen von Equiden, die während des
   Transports in die Union in einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das
   bzw. die nicht für den Eingang der jeweiligen Kategorie von Equiden gelistet ist, auf ein
   anderes Transportmittel umgeladen werden, nur dann in die Union verbracht werden, wenn
   die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
   a)       Der Transport der Tiere der Sendung in die Union erfolgte auf dem See- oder
            Luftweg;
DE                                                37                                             DE
 ---pagebreak---    b)       die Tiere der Sendung wurden zur weiteren Beförderung auf direktem Weg von dem
            ursprünglichen Transportmittel des Versands in ein anderes Transportmittel
            umgeladen;
   c)       während der Umladung
            i)    wurden wirksame Schutzmaßnahmen gegen Vektoren der betreffenden
                  Tierseuchen getroffen, und die Equiden sind nicht in Berührung mit Equiden
                  mit niedrigerem Gesundheitsstatus gekommen;
            ii)   die Tiere der Sendung wurden unter unmittelbarer Aufsicht eines amtlichen
                  Tierarztes auf direktem Weg und schnellstmöglich auf das zur weiteren
                  Beförderung bestimmte Schiff oder Luftfahrzeug, das den in Artikel 17
                  festgelegten Anforderungen entsprechen muss, umgeladen, ohne dabei den
                  Bereich des Hafens bzw. Flughafens zu verlassen;
   d)       ein amtlicher Tierarzt hat bescheinigt, dass die Sendung den Anforderungen gemäß
            den Buchstaben a, b und c genügt.
                                                Artikel 17
                      Allgemeine Anforderungen an Transportmittel für Landtiere
   (1)      Sendungen von gehaltenen Landtieren dürfen nur dann in die Union verbracht
            werden, wenn die für ihre Beförderung verwendeten Transportmittel:
            a)    so gebaut sind, dass
                  i)      die Tiere nicht entweichen oder herausfallen können;
                  ii)     visuelle Kontrollen des Haltungsbereichs der Tiere möglich sind;
                  iii)    das Austreten von Tierexkrementen, Einstreu oder Tierfutter vermieden
                          oder minimiert wird;
                  iv)     im Falle von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln das
                          Austreten von Federn vermieden oder minimiert wird;
            b)    unmittelbar vor jedem Verladen von Tieren, die für den Eingang in die Union
                  bestimmt sind, mit einem von der zuständigen Behörde des Versanddrittlands
                  oder -drittlandsgebiets zugelassenen Desinfektionsmittel gereinigt und
                  desinfiziert und sofort getrocknet oder trocknen gelassen wurden.
   (2)      Absatz 1 gilt nicht für den Transport von Sendungen von Honigbienen und
            Hummeln, die für den Eingang in die Union bestimmt sind.
                                                Artikel 18
         Anforderungen an Transportbehälter/Container, in denen Landtiere in die Union
                                           transportiert werden
   Sendungen von gehaltenen Landtieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
   die Transportbehälter/Container, in denen die Tiere im Transportmittel in die Union
   transportiert werden,
   a)       den Anforderungen gemäß Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe a entsprechen;
   b)       ausschließlich Tiere derselben Art und Kategorie enthalten, die aus demselben
            Betrieb kommen;
   c)       entweder
DE                                                  38                                          DE
 ---pagebreak---            i)    als unbenutzte und zweckmäßige Einwegbehälter nach der ersten Verwendung
                 vernichtet werden;
           oder
           ii)   vor dem Verladen von Tieren, die für den Eingang in die Union bestimmt sind,
                 gereinigt und desinfiziert und getrocknet bzw. trocknen gelassen werden.
                                               Artikel 19
             Verbringung und Handhabung von Landtieren nach Eingang in die Union
   (1)     Nach ihrem Eingang in die Union werden Sendungen von Landtieren auf direktem
           Weg und unverzüglich entweder:
           a)    in den Bestimmungsbetrieb in der Union transportiert, wo die Tiere zumindest
                 für den in den einschlägigen Artikeln in den Teilen II bis V festgelegten
                 Zeitraum verbleiben; oder
           b)    sofern sie zur Schlachtung bestimmt sind, zum Bestimmungsschlachthof in der
                 Union transportiert, wo sie innerhalb von 5 Tagen ab dem Datum ihrer Ankunft
                 in der Union geschlachtet werden müssen.
   (2)     Für Sendungen von Landtieren aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
           derselben, die für einen Schlachthof, einen zugelassenen Quarantänebetrieb oder
           einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt sind, wird der Transport zum und
           die Ankunft am Bestimmungsort gemäß den Artikeln 2 und 3 der Delegierten
           Verordnung (EU) 2019/1666 der Kommission16 überwacht.
   (3)     Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für den Eingang registrierter Equiden aus
           Drittländern in die Union und für den erneuten Eingang registrierter Pferde nach
           vorübergehender Ausfuhr.
                                              TITEL 2
       TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN HUFTIERE
                                             Kapitel 1
          Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Huftiere
                                               Artikel 20
                                  Versand von Huftieren in die Union
   (1)     Sendungen von Huftieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn ihr
           Versandt direkt vom Herkunftsbetrieb in die Union erfolgt ist, ohne dass sie durch
           andere Betriebe durchgeführt wurden.
   (2)     Abweichend von Absatz 1 dürfen Sendungen von Huftieren aus mehr als einem
           Herkunftsbetrieb in die Union verbracht werden, wenn für die Tiere der Sendung in
           dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone derselben unter Einhaltung
           der nachstehenden Voraussetzungen ein einziger Auftrieb durchgeführt wurde:
   16
         Delegierte Verordnung (EU) 2019/1666 der Kommission vom 24. Juni 2019 zur Ergänzung der
         Verordnung (EU) 2017/625 des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Bedingungen für
         die Überwachung des Transports und des Eintreffens von Sendungen mit bestimmten Waren von der
         Eingangsgrenzkontrollstelle bis zum Betrieb am Bestimmungsort in der Union (ABl. L 255 vom
         4.10.2019, S. 1).
DE                                                  39                                                     DE
 ---pagebreak---         a)     Die Huftiere gehören einer der folgenden Arten und Kategorien an:
               i)     Bos taurus, Ovis aries, Capra hircus oder Sus scrofa;
               oder
               ii)    zur Schlachtung bestimmte Equidae;
        b)     der Auftrieb wurde in einem Betrieb durchgeführt,
               i)     der im Einklang mit Anforderungen, die mindestens ebenso streng sind
                      wie die Anforderungen in Artikel 5 der Delegierten Verordnung
                      (EU) 2019/2035 der Kommission17, von der zuständigen Behörde des
                      Drittlands oder Drittlandsgebiets für die Durchführung von Auftrieben
                      von Huftieren zugelassen ist;
               ii)    der von der zuständigen Behörde des Versanddrittlands oder -
                      drittlandsgebiets für diesen Zweck gelistet ist, einschließlich der
                      Informationen gemäß Artikel 21 der Delegierten Verordnung
                      (EU) 2019/2035 der Kommission;
               iii)   in dem aktuelle Aufzeichnungen mit folgenden Angaben geführt und für
                      mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden:
                      –      Herkunft der Tiere;
                      –      Datum der Ankunft in der Sammelstelle und Datum des Versands
                             von der Sammelstelle;
                      –      Identifizierungscode der Tiere;
                      –      Registrierungsnummer des Herkunftsbetriebs der Tiere;
                      –      Registrierungsnummer der Transportunternehmer und der für die
                             Zustellung bzw. die Abholung von Sendungen von Huftieren zur
                             bzw. von der Sammelstelle verwendeten Transportmittel;
               iv)    der die Anforderungen gemäß Artikel 8 und Artikel 23 Absatz 1 erfüllt;
        c)     der Auftrieb an der Sammelstelle dauerte nicht länger als 6 Tage; dieser
               Zeitraum gilt als Teil des Zeitrahmens für die Probenahme zur Untersuchung
               vor dem Versand in die Union, wenn eine solche Probenahme gemäß der
               vorliegenden Verordnung vorgeschrieben ist;
        d)     die Huftiere sind innerhalb von zehn Tagen ab dem Zeitpunkt des Versands aus
               dem Herkunftsbetrieb in der Union angekommen.
                                               Artikel 21
                                    Identifizierung von Huftieren
   (1)  Sendungen von anderen Huftieren als Equiden dürfen nur dann in die Union
        verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung vor dem Versand aus dem
        Herkunftsbetrieb einzeln durch ein physisches Mittel zur Identifizierung
        gekennzeichnet wurden, das sichtbar, lesbar und unauslöschlich folgende Angaben
        enthält:
   17
       Delegierte Verordnung (EU) 2019/2035 der Kommission vom 28. Juni 2019 zur Ergänzung der
       Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Vorschriften für
       Betriebe, in denen Landtiere gehalten werden, und für Brütereien sowie zur Rückverfolgbarkeit von
       bestimmten gehaltenen Landtieren und von Bruteiern (ABl. L 314 vom 5.12.2019, S. 115).
DE                                                 40                                                    DE
 ---pagebreak---             a)    den Identifizierungscode des Tieres, mit dem das Tier eindeutig mit der
                  begleitenden Veterinärbescheinigung verknüpft wird;
            b)    den zweibuchstabigen Ländercode des Ausfuhrlandes gemäß der Norm
                  ISO 3166.
   (2)      Sendungen von Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            Tiere der Sendung vor dem Versand aus dem Herkunftsbetrieb einzeln durch
            mindestens eine der folgenden Methoden gekennzeichnet wurden:
            a)    einen injizierbaren Transponder oder eine Ohrmarke, der bzw. die sichtbar,
                  lesbar und unauslöschlich folgende Angaben enthält:
                  i)     den Identifizierungscode des Tieres, mit dem das Tier eindeutig mit der
                         begleitenden Veterinärbescheinigung verknüpft wird;
                  ii)    den zweibuchstabigen alphanumerischen oder den dreistelligen
                         numerischen Ländercode des Ausfuhrlandes gemäß ISO 3166;
            b)    bei anderen Equiden als zur Schlachtung bestimmten Equiden ein spätestens
                  zum Zeitpunkt der Bescheinigung für den Eingang in die Union ausgestelltes
                  Identifizierungsdokument, in dem
                  i)     die Tiere beschrieben und abgebildet sind, einschließlich der alternativen
                         Methoden zur Identifizierung, um eine eindeutige Verknüpfung zwischen
                         dem Tier und dem begleitenden Identifizierungsdokument herzustellen;
                  ii)    Informationen über den individuellen Code enthalten sind, die von einem
                         implantierten injizierbaren Transponder emittiert werden, wenn dieser
                         Code nicht den Spezifikationen gemäß Buchstabe a entspricht.
   (3)      Abweichend von Absatz 1 kann Sendungen mit Huftieren, die für geschlossene
            Betriebe bestimmt sind, der Eingang in die Union gestattet werden, wenn diese Tiere
            einzeln durch einen injizierbaren Transponder oder eine alternative Methode zur
            Identifizierung gekennzeichnet sind, durch die eine eindeutige Verknüpfung
            zwischen dem Tier und den sie bei der Einfuhr begleitenden Dokumenten
            sichergestellt wird.
   (4)      Bei Huftieren mit einem elektronischen Kennzeichen, das nicht den Normen
            ISO 11784 und ISO 11785 entspricht, stellt der für den Eingang der betreffenden
            Sendungen von Huftieren in die Union verantwortliche Unternehmer ein Lesegerät
            zur Verfügung, das zu jeder Zeit die Überprüfung der Identifizierung des Tieres
            ermöglicht.
                                               Artikel 22
       Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder Zone derselben, aus der die Huftiere stammen
   (1)      Sendungen von anderen Huftieren als Equiden dürfen nur dann in die Union
            verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet
            oder einer Zone derselben stammen, das bzw. die während des in der Tabelle in
            Anhang IV Teil A Nummer 1 angegebenen Zeitraums frei von den in dieser Tabelle
            aufgeführten Seuchen der Kategorie A ist.
   (2)      Sendungen von Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            Tiere der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
            stammen,
DE                                                 41                                               DE
 ---pagebreak---        a)    das bzw. die während des in der Tabelle in Anhang IV Teil A Nummer 2
             angegebenen Zeitraums frei von den in dieser Tabelle aufgeführten gelisteten
             Seuchen ist;
       b)    in dem bzw. der während des in der Tabelle in Anhang IV Teil A Nummer 3
             angegebenen Zeitraums keine gelisteten Seuchen gemäß dieser Tabelle
             gemeldet wurden.
   (3) Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Zeiträume können für die in Anhang IV
       Teil B aufgeführten Seuchen unter den dort genannten spezifischen Bedingungen
       verkürzt werden.
   (4) Sendungen von Huftieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
       Tiere der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
       stammen, in dem bzw. in der keine Impfungen gegen die in Anhang IV Teil C
       aufgeführten Seuchen der Kategorie A nach Maßgabe der Bedingungen durchgeführt
       wurden, die dargelegt sind in:
       a)    Anhang IV Nummer 1 (für andere Huftiere als Equiden);
       b)    Anhang IV Nummer 2 (für Equiden).
   (5) Was die Infektion mit Mycobacterium tuberculosis-Komplex (M. bovis, M. caprae,
       M. tuberculosis) betrifft, so dürfen Sendungen von Rindern nur dann in die Union
       verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung entweder
       a)    aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das
             bzw. die ohne Impfung frei von dieser Seuche ist;
       oder
       b)    die in Anhang V Nummer 1 dargelegten Anforderungen erfüllen.
   (6) Was die Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis betrifft, so dürfen
       Sendungen von Rindern, Schafen und Ziegen nur dann in die Union verbracht
       werden, wenn die Tiere der Sendung entweder
       a)    aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das
             bzw. die ohne Impfung frei von dieser Seuche ist;
       oder
       b)    die in Anhang V Nummer 2 dargelegten Anforderungen erfüllen.
   (7) Was die Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit betrifft (Serotypen 1-24),
       so dürfen Sendungen von Huftieren gelisteter Arten nur dann in die Union verbracht
       werden, wenn die Tiere der Sendung entweder
       a)    aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das
             bzw. die während eines Zeitraums von zwei Jahren vor dem Zeitpunkt des
             Versands in die Union frei von dieser Seuche war; oder
       b)    eine der spezifischen Bedingungen gemäß Anhang VI Teil A erfüllen.
   (8) In Bezug auf die Enzootische Leukose der Rinder dürfen Sendungen von Rindern
       nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere entweder
       a)    aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das
             bzw. die frei von dieser Seuche ist;
       oder
DE                                          42                                               DE
 ---pagebreak---        b)    die spezifischen Bedingungen gemäß Anhang VI Teil B erfüllen.
   (9) Sendungen von Huftieren, die für den Eingang in Mitgliedstaaten oder Zonen
       derselben mit dem Status „seuchenfrei“ oder mit einem zugelassenen
       Tilgungsprogramm für die in Anhang VII genannten Seuchen der Kategorie C, für
       welche die betreffenden Huftierarten gelistet sind, bestimmt sind, dürfen nur dann in
       die Union verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung
       a)    aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das
             bzw. die im Hinblick auf die betreffenden Arten frei von diesen Seuchen ist;
       oder
       b)    die jeweiligen zusätzlichen Anforderungen gemäß dem genannten Anhang
             erfüllen.
                                         Artikel 23
                               Herkunftsbetrieb der Huftiere
   (1) Sendungen von Huftieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
       Tiere der Sendung:
       a)    aus einem Betrieb stammen, in dem und in dessen Umkreis, einschließlich
             gegebenenfalls des Hoheitsgebiets eines benachbarten Landes, keine der in
             Anhang VIII aufgeführten gelisteten Seuchen, für welche die Arten der für den
             Eingang in die Union bestimmten Huftiere gelistet sind, in den Bereichen und
             Zeiträumen gemeldet wurden, die in den folgenden Tabellen aufgeführt sind:
             i)    Tabellen in Anhang VIII Nummern 1 und 2 (für andere Huftiere als
                   Equiden);
             oder
             ii)   Tabellen in Anhang VIII Nummern 3 und 4 (für Equiden);
       b)    während des unter Buchstabe a genannten Zeitraums nicht in Berührung mit
             Tieren mit niedrigerem Gesundheitsstatus gekommen sind.
   (2) Was die Infektion mit Mycobacterium tuberculosis-Komplex (M. bovis, M. caprae,
       M. tuberculosis) betrifft, so dürfen Sendungen von Rindern, Schafen, Ziegen,
       Camelidae und Cervidae nur dann in die Union verbracht werden, wenn der
       Herkunftsbetrieb der Tiere der Sendung den einschlägigen Anforderungen gemäß
       Anhang IX Nummer 1 entspricht.
   (3) Was die Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis betrifft, so dürfen
       Sendungen von Rindern, Ziegen, Schweinen, Camelidae und Cervidae nur dann in
       die Union verbracht werden, wenn der Herkunftsbetrieb der Tiere der Sendung den
       einschlägigen Anforderungen gemäß Anhang IX Nummer 2 entspricht.
                                         Artikel 24
                        Die Huftiere, aus denen die Sendung besteht
   (1) Sendungen von Huftieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
       Tiere der Sendung den folgenden Anforderungen genügen:
       a)    Sie wurden nicht gegen die in den folgenden Tabellen aufgeführten Seuchen
             der Kategorie A geimpft:
DE                                           43                                              DE
 ---pagebreak---                   i)    Tabelle in Anhang IV Teil C Nummer 1 (für andere Huftiere als
                        Equiden);
                  oder
                  ii)   Tabelle in Anhang IV Teil C Nummer 2 (für Equiden).
           b)     In der Zeitspanne zwischen ihrem Versand von ihrem Herkunftsbetrieb und
                  ihrer Ankunft in der Union dürfen sie nicht an einem Ort umgeladen worden
                  sein, der nicht den in den folgenden Tabellen angegebenen Anforderungen
                  entspricht:
                  i)    Tabelle in Anhang VIII Nummern 1 und 2 (für andere Huftiere als
                        Equiden);
                  oder
                  ii)   Tabelle in Anhang VIII Nummern 3 und 4 (für Equiden).
   (2)     Was die Infektion mit Mycobacterium tuberculosis-Komplex (M. bovis, M. caprae,
           M. tuberculosis) und die Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
           betrifft, so dürfen Sendungen von gelisteten Huftierarten nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung nicht gegen diese Seuchen geimpft
           wurden.
   (3)     Was die Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (Serotypen 1-24) betrifft,
           so dürfen Sendungen von gelisteten Arten von Huftieren nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung in den letzten 60 Tagen vor dem
           Datum der Verbringung nicht mit einem Lebendimpfstoff gegen diese Seuche
           geimpft wurden.
   (4)     Sendungen von Huftieren, die für den Eingang in Mitgliedstaaten oder Zonen davon
           mit dem Status „seuchenfrei“ oder mit einem zugelassenen Tilgungsprogramm für
           die in Anhang VII genannten Seuchen der Kategorie C, für welche die betreffenden
           Huftierarten gelistet sind, bestimmt sind, dürfen nur dann in die Union verbracht
           werden, wenn die Tiere der Sendung nicht gegen diese Seuchen geimpft wurden.
   (5)     Neben den in Absatz 1 festgelegten Anforderungen dürfen Sendungen von nicht
           kastrierten männlichen Rindern und Huftieren der Familie Tayassuidae nur dann in
           die Union verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung den jeweiligen in
           Anhang X festgelegten spezifischen Anforderungen in Bezug auf die Infektion mit
           Brucella genügen.
   (6)     Zusätzlich zu den in Absatz 1 festgelegten Anforderungen gilt, dass Sendungen von
           Equiden nur dann in die Union verbracht werden dürfen, wenn die Tiere der Sendung
           den jeweiligen in Anhang XI Nummer 2 festgelegten besonderen Anforderungen
           genügen, die sich nach der gemäß Anhang XI Nummer 1 bestimmten Statusgruppe
           richten, welcher das betreffende Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben
           in der Liste zugewiesen wurde.
                                             Artikel 25
    Ausnahmen und zusätzliche Anforderungen an den Eingang von zur Schlachtung bestimmten
                                       Huftieren in die Union
   Abweichend von den Anforderungen in Artikel 22 Absätze 5 und 6 dürfen Sendungen von
   Huftieren der in diesen Absätzen genannten Arten, die diese Anforderungen nicht erfüllen, in
DE                                               44                                             DE
 ---pagebreak---    die Union verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung lediglich zur Schlachtung bestimmt
   sind.
                                             Artikel 26
           Verbringung und Handhabung von Huftieren nach ihrem Eingang in die Union
   Nach ihrem Eingang in die Union verbleiben Huftiere, ausgenommen Renn-, Turnier- und für
   kulturelle Pferdesportveranstaltungen bestimmte Pferde, während eines Zeitraums von
   mindestens 30 Tagen nach ihrer Ankunft im Bestimmungsbetrieb.
                                            Kapitel 2
       Spezifische Vorschriften für den Eingang von für geschlossene
           Betriebe bestimmten gehaltenen Huftieren in die Union
                                             Artikel 27
     Tiergesundheitsanforderungen, die nicht für für geschlossene Betriebe bestimmte Huftiere
                                               gelten
   Die Artikel 11, 22, 23, 24 und 26 gelten nicht für Sendungen von Huftieren, außer Equiden,
   die unter den Bedingungen der Artikel 28 bis 34 in die Union eingehen.
                                             Artikel 28
   Spezifische Vorschriften für den Eingang von für geschlossene Betriebe bestimmten Huftieren
   (1)      Sendungen von für geschlossene Betriebe bestimmten Huftieren dürfen nur dann in
            die Union verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung den folgenden
            Anforderungen genügen:
            a)    Sie kommen aus einem geschlossenen Betrieb, der in einer gemäß Artikel 29
                  aufgestellten Liste geschlossener Betriebe aufgeführt ist, aus denen der
                  Eingang von Huftieren in die Union gestattet ist;
            b)    sie wurden auf direktem Weg von dem geschlossenen Herkunftsbetrieb zu
                  einem geschlossenen Betrieb in der Union versandt.
   (2)      Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats erteilt eine spezielle
            Genehmigung für den Eingang jeder der in Absatz 1 genannten Sendungen von
            Huftieren, die für geschlossene Betriebe bestimmt sind, wenn ein positives Ergebnis
            der Bewertung der potenziellen Risiken, die mit dem Eingang von solchen
            Sendungen für die Union verbunden sind, vorliegt.
   (3)      Der Eingang in die Union und die Verbringung jeder Sendung von Huftieren gemäß
            Absatz 1 durch andere Mitgliedstaaten als den Bestimmungsmitgliedstaat ist nur mit
            Genehmigung der zuständigen Behörden der betreffenden Durchfuhrmitgliedstaaten
            zulässig.
            Die Genehmigung wird nur auf der Grundlage eines positiven Ergebnisses der
            Risikobewertung      erteilt,  die    von     der     zuständigen   Behörde     des
            Durchfuhrmitgliedsstaats anhand der Angaben durchgeführt wird, die ihr vom
            Mitgliedstaat des Bestimmungsorts in der Union übermittelt wurden.
   (4)      Vor jeder etwaigen Verbringung durch andere Mitgliedstaaten und vor der Ankunft
            der Huftiere in deren Hoheitsgebiet unterrichtet der Mitgliedstaat des
            Bestimmungsorts der Sendungen nach Absatz 1 sowohl die Kommission und die
DE                                               45                                             DE
 ---pagebreak---             anderen Mitgliedstaaten im Rahmen des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere,
            Lebensmittel und Futtermittel als auch den Eingangsort der Tiere in der Union auf
            direktem Weg über die gemäß den Absätzen 1 und 2 erteilten Genehmigungen.
                                              Artikel 29
           Liste der geschlossenen Herkunftsbetriebe von Huftieren in Drittländern oder
                                          Drittlandsgebieten
   (1)      Die Mitgliedstaaten können eine Liste geschlossener Betriebe in Drittländern und
            Drittlandsgebieten aufstellen, aus denen Huftiere in ihr Hoheitsgebiet verbracht
            werden dürfen.
            In dieser Liste sind die Huftierarten angegeben, die von dem jeweiligen
            geschlossenen Betrieb in dem betreffenden Drittland oder Drittlandsgebiet in das
            Hoheitsgebiet des entsprechenden Mitgliedstaats verbracht werden dürfen.
   (2)      Die Mitgliedstaaten können geschlossene Betriebe, die bereits in den Listen
            geschlossener Betriebe anderer Mitgliedstaaten erfasst sind, in die in Absatz 1
            genannte Liste aufnehmen.
            Mit Ausnahme der Vorschrift nach Unterabsatz 1 dürfen die Mitgliedstaaten einen
            geschlossenen Betrieb in einem Drittland oder Drittlandsgebiet nur dann in die in
            Absatz 1 genannte Liste aufnehmen, nachdem eine vollständige Bewertung folgender
            Punkte ein positives Ergebnis erbracht hat:
            a)    Der betreffende Betrieb ist, wie in Artikel 30 vorgeschrieben, von der
                  zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  zugelassen;
            b)    die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets hat
                  hinreichende Informationen vorgelegt, nach denen garantiert ist, dass der
                  betreffende Betrieb die Anforderungen im Hinblick auf die Zulassung
                  geschlossener Betriebe gemäß Artikel 30 erfüllt.
   (3)      Die Mitgliedstaaten halten die in Absatz 1 genannten Listen geschlossener Betriebe
            auf dem aktuellen Stand und berücksichtigen dabei insbesondere etwaige
            Aussetzungen oder Aberkennungen der von der zuständigen Behörde des
            Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets gemäß Artikel 30 oder von der
            zuständigen Behörde eines anderen Mitgliedstaats erteilten Genehmigungen.
   (4)      Die Mitgliedstaaten machen die in Absatz 1 genannten Listen auf ihren Websites
            öffentlich zugänglich.
                                              Artikel 30
         Bedingungen für geschlossene Herkunftsbetriebe der Huftiere in Drittländern oder
                          Drittlandsgebieten für die Zwecke des Artikels 29
   Die Mitgliedstaaten nehmen einen geschlossenen Betrieb in einem Drittland oder
   Drittlandsgebiet nur dann in die Liste geschlossener Betriebe nach Artikel 29 auf, wenn dieser
   von der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets zugelassen ist und die
   folgenden Bedingungen erfüllt:
   a)       Der Betrieb ist klar abgegrenzt, und der Zugang von Tieren und Menschen zu den
            Anlagen für die Tierhaltung wird kontrolliert;
DE                                                46                                              DE
 ---pagebreak---    b) der Betrieb verfügt über geeignete Mittel zum Einfangen, Abtrennen und Isolieren
      von Tieren sowie über geeignete Quarantäneeinrichtungen und genehmigte
      Standardarbeitsverfahren für neu eintreffende Tiere;
   c) die Bereiche zur Unterbringung der Tiere sind zweckgerecht und so gebaut, dass
      i)    eine Berührung mit Tieren außerhalb des geschlossenen Betriebs verhindert
            wird und Inspektionen und gegebenenfalls erforderliche Behandlungen
            problemlos durchgeführt werden können;
      ii)   Böden, Wände und jegliches sonstiges Material oder jegliche sonstige
            Ausrüstung leicht gereinigt und desinfiziert werden können;
   d) in Bezug auf Seuchenüberwachung und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen:
      i)    der Betrieb verfügt über ein geeignetes Seuchenüberwachungsprogramm, das
            Maßnahmen zur Zoonosebekämpfung umfasst und je nach Anzahl und Arten
            der in dem geschlossenen Betrieb einstehenden Tiere und der
            epidemiologischen Situation im Betrieb und in der Umgebung des Betriebs in
            Bezug auf gelistete und neu auftretende Seuchen zu aktualisieren ist;
      ii)   in dem Betrieb einstehende Huftiere, bei denen ein Verdacht auf Infektion oder
            Kontamination mit Seuchenerregern gelisteter oder neu auftretender Seuchen
            besteht,     müssen       klinischen    Untersuchungen,      Labortests   oder
            Nekropsieuntersuchungen unterzogen werden;
      iii)  in dem Betrieb einstehende Huftiere, die für übertragbare Seuchen empfänglich
            sind, müssen gegebenenfalls geimpft und behandelt werden;
   e) über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren müssen aktuelle Aufzeichnungen mit
      folgenden Angaben geführt werden:
      i)    Zahl und Identität (d. h. geschätztes Alter, Geschlecht, Art und gegebenenfalls
            individuelle Kennnummer) der in dem geschlossenen Betrieb einstehenden
            Huftiere, aufgeschlüsselt nach Arten;
      ii)   Anzahl und Identität (d. h. geschätztes Alter, Geschlecht, Art und
            gegebenenfalls individuelle Kennnummer) der zu- oder abgehenden Huftiere,
            mit Angaben zum Herkunfts- oder zum Bestimmungsbetrieb der Tiere, zu den
            Transportmitteln und zum Gesundheitsstatus dieser Tiere;
      iii)  Einzelheiten zur Durchführung sowie die Ergebnisse des unter Buchstabe d
            Ziffer i          vorgesehenen             Seuchenüberwachungs-            und
            Seuchenbekämpfungsprogramms;
      iv)   die Ergebnisse der klinischen Untersuchungen und Labortests sowie der
            Nekropsieuntersuchungen nach Buchstabe d Ziffer ii;
      v)    Einzelheiten zur Impfung und Behandlung nach Buchstabe d Ziffer iii;
      vi)   gegebenenfalls Anweisungen der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands
            oder -drittlandsgebiets in Bezug auf Beobachtungen während der Isolierung
            oder Quarantäne;
   f) der Betrieb stellt die Beseitigung der Körper von Huftieren sicher, die
      krankheitsbedingt verendet sind oder getötet werden mussten;
   g) der Betrieb sichert sich per Vertrag oder in anderer rechtlicher Form die Dienste
      eines Betriebstierarztes, der für Folgendes zuständig ist:
DE                                           47                                             DE
 ---pagebreak---              i)    die Aufsicht über die Tätigkeiten des Betriebs und die Einhaltung der in dem
                   vorliegenden Artikel festgelegten Bedingungen für die Zulassung;
             ii)   die      mindestens       jährlich       stattfindende    Überprüfung      des
                   Seuchenüberwachungsprogramms nach Buchstabe d Ziffer i;
   h)        der Betrieb hat abweichend von Artikel 9 Buchstabe c entweder
             i)    eine vertragliche Regelung mit einem von der zuständigen Behörde des
                   Drittlands oder Drittlandsgebiets für Nekropsieuntersuchungen zugelassenen
                   Labor;
             oder
             ii)   eine oder mehrere geeignete Einrichtungen, in denen Nekropsieuntersuchungen
                   unter Verantwortung eines Betriebstierarztes vorgenommen werden können.
                                               Artikel 31
    Ausnahme von der Pflicht zur Listung des Drittlandes oder Drittlandsgebiets und der Listung
                           des geschlossenen Herkunftsbetriebs der Huftiere
   (1)       Abweichend von den Anforderungen in Artikel 3 Absatz 1 und Artikel 28 Absatz 1
             dürfen Sendungen von Huftieren aus Betrieben in Drittländern oder
             Drittlandsgebieten, die diese Anforderungen nicht erfüllen, in die Union verbracht
             werden, wenn sie für einen geschlossenen Betrieb bestimmt sind, und sofern:
             a)    außergewöhnliche und unvorhergesehene Umstände die Einhaltung dieser
                   Anforderungen unmöglich machen;
             b)    die Sendungen den Bedingungen nach Artikel 32 entsprechen.
   (2)       Vor jeder etwaigen Verbringung durch andere Mitgliedstaaten und vor der Ankunft
             der Huftiere in deren Hoheitsgebiet unterrichtet der Mitgliedstaat des
             Bestimmungsorts der Sendung nach Absatz 1 sowohl die Kommission und die
             Mitgliedstaaten im Rahmen des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere,
             Lebensmittel und Futtermittel als auch den Eingangsort der Tiere in der Union auf
             direktem Weg über die gemäß Absatz 1 erteilten Genehmigungen.
                                               Artikel 32
       Zusätzliche Anforderungen, die von den Herkunftsbetrieben von Huftieren, die für einen
       geschlossenen Betrieb bestimmt sind, gemäß der Ausnahmeregelung nach Artikel 31 zu
                                              erfüllen sind
   Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats genehmigt Ausnahmen gemäß
   Artikel 31 für Sendungen von Huftieren, die die folgenden zusätzlichen Bedingungen
   erfüllen:
   a)        Der Eigentümer oder eine natürliche Person, die den Eigentümer vertritt, hat bei der
             zuständigen Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats im Vorfeld einen Antrag auf
             eine spezifische Ausnahmeregelung im Sinne von Artikel 31 gestellt, und der
             Bestimmungsmitgliedstaat hat die Genehmigung im Anschluss an eine
             Risikobewertung erteilt, die ergeben hat, dass die Verbringung solcher Sendungen
             von Huftieren kein Tiergesundheitsrisiko für die Union darstellt;
   b)        die Huftiere wurden in dem Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet unter Aufsicht
             der zuständigen Behörde für den Zeitraum, der für die Einhaltung der spezifischen
DE                                                 48                                             DE
 ---pagebreak---             Tiergesundheitsanforderungen nach Artikel 33 und 34 erforderlich ist, unter
            Quarantäne gestellt, und zwar
            i)    in einer Einrichtung, die von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands
                  oder -drittlandsgebiets der Huftiere zugelassen ist;
            ii)   im Einklang mit den in der Genehmigung gemäß Buchstabe a festgelegten
                  Modalitäten, die zumindest dieselben Garantien bieten müssen wie die in
                  Artikel 28 Absätze 2 bis 4 und Artikel 33 und 34 vorgesehenen;
   c)       die Huftiere müssen in dem geschlossenen Bestimmungsbetrieb während eines
            Zeitraums von mindestens 6 Monaten ab dem Datum des Eingangs in die Union
            unter Quarantäne gestellt werden; während dieser Zeit kann die zuständige Behörde
            des Bestimmungsmitgliedstaats die Maßnahmen gemäß Artikel 138 Absatz 2 der
            Verordnung (EU) 2017/625 und insbesondere gemäß Absatz 2 Buchstaben a, d und k
            ergreifen.
                                              Artikel 33
     Tiergesundheitsanforderungen an geschlossene Herkunftsbetriebe der Huftiere hinsichtlich
                                          gelisteter Seuchen
   Sendungen von Huftieren, die für einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt sind,
   dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn der geschlossene Herkunftsbetrieb den
   folgenden Anforderungen hinsichtlich gelisteter Seuchen gerecht wird:
   a)       Für den geschlossenen Herkunftsbetrieb der Huftiere wurde keine der in der Tabelle
            in Anhang XII Teil A aufgeführten gelisteten Seuchen während der Zeiträume
            gemeldet, die in dieser Tabelle für jene gelisteten Seuchen angegeben sind;
   b)       für den Bereich in und um den geschlossenen Herkunftsbetrieb wurden keine der in
            der Tabelle in Anhang XII Teil B aufgeführten gelisteten Seuchen während der
            Zeiträume gemeldet, die in dieser Tabelle für jene gelisteten Seuchen angegeben
            sind.
                                              Artikel 34
    Tiergesundheitsanforderungen an in der Sendung enthaltene Huftiere hinsichtlich gelisteter
                                               Seuchen
   Sendungen von Huftieren, die für einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt sind,
   dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung die folgenden
   zusätzlichen Tiergesundheitsanforderungen erfüllen:
   a)       Ihr Haltungszeitraum im geschlossenen Herkunftsbetrieb beträgt sechs Monate ohne
            Unterbrechung oder entspricht, wenn sie weniger als sechs Monate alt sind, dem
            Zeitraum seit der Geburt;
   b)       sie dürfen nicht in Berührung mit Tieren mit einem niedrigeren Gesundheitsstatus
            gekommen sein, und zwar
            i)    während 30 Tagen vor dem Datum ihres Versands in die Union oder, wenn die
                  Tiere weniger als 30 Tage alt sind, seit ihrer Geburt;
            ii)   während ihres Transports von dem zugelassenen                    geschlossenen
                  Herkunftsbetrieb zum Ort des Versands in die Union;
   c)       in Bezug auf die in der Tabelle in Anhang XII Teil C aufgeführten Seuchen:
DE                                                 49                                            DE
 ---pagebreak---            i)     stammen die Tiere aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
                  derselben, das bzw. die während der in dieser Tabelle festgelegten Zeiträume
                  seuchenfrei waren;
           oder
           ii)    sie erfüllen die jeweiligen zusätzlichen Anforderungen gemäß Anhang XII
                  Teil D;
   d)      sie dürfen nicht geimpft worden sein, wie in der Tabelle in Anhang XII Teil E
           vorgesehen;
   e)      falls sie gegen Milzbrand und Tollwut geimpft wurden, hat die zuständige Behörde
           des Drittlands oder Drittlandsgebiets Angaben zum Datum der Impfung, zum
           verwendeten Impfstoff und zu möglichen Tests zum Nachweis einer schützenden
           Immunantwort gemacht;
   f)      sie wurden mindestens zweimal innerhalb von 40 Tagen vor dem Tag des Versands
           in die Union gegen innere und äußere Parasiten behandelt.
   Sofern die spezifischen Garantien nach Buchstabe c Ziffer ii eine Quarantänezeit in
   vektorgeschützten Räumlichkeiten in dem geschlossenen Betrieb vorsehen, haben diese
   Räumlichkeiten den Anforderungen von Anhang XII Teil F zu entsprechen.
                                             Artikel 35
      Verbringung und Handhabung von für geschlossene Betriebe bestimmten Huftieren nach
                                    ihrem Eingang in die Union
   Nach ihrem Eingang in die Union verbleiben die in Artikel 27 genannten Huftiere, die aus
   einem geschlossenen Betrieb in einem Drittland oder Drittlandsgebiet stammen, vor ihrer
   Verbringung in einen anderen geschlossenen Betrieb in der Union während eines Zeitraums
   von mindestens sechs Monaten in dem geschlossenen Bestimmungsbetrieb, es sei denn sie
   werden aus der Union ausgeführt oder zur Schlachtung verbracht.
DE                                               50                                            DE
 ---pagebreak---                                              TITEL 3
    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN GEFLÜGEL UND
                IN GEFANGENSCHAFT GEHALTENE VÖGEL
                                             Kapitel 1
           Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Geflügel
                                          ABSCHNITT 1
       TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN ALLE ARTEN UND
                             KATEGORIEN VON GEFLÜGEL
                                              Artikel 36
     Geflügel, das vor seinem Eingang in die Union in das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet
                           oder eine Zone derselben eingeführt worden war
   (1)      Die folgenden Sendungen dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets Garantien gemäß
            Absatz 2 gegeben hat:
            a)    Geflügel, das aus einem anderen Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
                  derselben in das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben
                  eingeführt wurde;
            b)    Eintagsküken von Elterntieren, die aus einem anderen Drittland,
                  Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in das Herkunftsdrittland, -
                  drittlandsgebiet oder eine Zone derselben eingeführt wurden.
   (2)      Die in Absatz 1 genannten Tiersendungen dürfen nur dann in die Union verbracht
            werden, wenn die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
            des Geflügels Garantien dafür gegeben hat, dass
            a)    das Geflügel bzw. die Elterntiere aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder
                  einer Zone derselben eingeführt wurde bzw. wurden, das bzw. die zum
                  Eingang solcher Sendungen in die Union gelistet ist;
            b)    die Einfuhr des in Geflügels und der Elterntiere nach Absatz 1 in das Drittland,
                  Drittlandsgebiet      oder      eine      Zone      derselben      entsprechend
                  Tiergesundheitsanforderungen erfolgt ist, die mindestens genauso streng sind
                  wie jene, die für Sendungen dieser Tiere gelten, die auf direktem Weg in die
                  Union verbracht werden.
                                              Artikel 37
   Anforderungen an das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder die Zone derselben, aus dem
                                    bzw. der das Geflügel stammt
   Sendungen von Geflügel dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn diese
   Sendungen aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das
   bzw. die den folgenden Anforderungen genügt:
   a)       Es bzw. sie verfügt über ein Seuchenüberwachungsprogramm für hochpathogene
            Aviäre Influenza, das mindestens 6 Monate vor dem Zeitpunkt des Versands der
            Sendung in die Union eingerichtet wurde und folgenden Anforderungen entspricht:
DE                                                51                                               DE
 ---pagebreak---       i)    Anhang II der vorliegenden Verordnung;
            oder
      ii)   den Anforderungen des entsprechenden Kapitels des Gesundheitskodex für
            Landtiere der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE);
   b) es bzw. sie gilt im Einklang mit Artikel 38 als frei von hochpathogener Aviärer
      Influenza;
   c) sofern in dem Drittland oder Drittlandsgebiet oder der Zone derselben Impfungen
      gegen hochpathogene Aviäre Influenza durchgeführt werden, hat die zuständige
      Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets Garantien dafür gegeben,
      dass
      i)    das Impfprogramm den Anforderungen in Anhang XIII entspricht;
      ii)   das      unter    Buchstabe a     des     vorliegenden    Artikels   genannte
            Überwachungsprogramm neben den Anforderungen gemäß Anhang II auch
            den Anforderungen gemäß Anhang XIII Nummer 2 entspricht;
      iii)  sie sich verpflichtet, die Kommission über jegliche Änderungen des
            Impfprogramms, das in dem Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone
            derselben durchgeführt wird, in Kenntnis zu setzen;
   d) das Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben
      i)    gilt in Bezug auf anderes Geflügel als Laufvögel gemäß Artikel 39 als frei von
            einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit;
      ii)   gilt in Bezug auf Laufvögel:
      –     gemäß Artikel 39 als frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
            Krankheit;
            oder
      –     zwar nicht als frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
            gemäß Artikel 39, aber die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
            drittlandsgebiets hat Garantien hinsichtlich der Einhaltung der Anforderungen
            gemäß Anhang XIV an die Isolierung, Überwachung und Untersuchung bei
            einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gegeben;
   e) sofern Impfungen gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
      durchgeführt werden, hat die zuständige Behörde des Drittlands oder
      Drittlandsgebiets Garantien dafür gegeben, dass
      i)    die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für
            Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
            gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
      oder
      ii)   die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen Kriterien für Impfstoffe gegen
            eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
            Nummer 1 entsprechen und das Geflügel den Tiergesundheitsanforderungen
            gemäß Anhang XV Nummer 2 an Geflügel und Bruteier genügt, das bzw. die
            aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt bzw.
            stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe gegen eine Infektion
DE                                          52                                             DE
 ---pagebreak---                mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den spezifischen Kriterien
               gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
   f)   es bzw. sie hat sich verpflichtet, der Kommission im Falle eines Ausbruchs der
        hochpathogenen Aviären Influenza oder der Newcastle-Krankheit die folgenden
        Informationen zu übermitteln:
        i)     Informationen zur Seuchenlage innerhalb von 24 Stunden nach der Bestätigung
               des ersten Ausbruchs der hochpathogenen Aviären Influenza bzw. der
               Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit;
        ii)    regelmäßige Sachstandsberichte zur Seuchenlage;
   g)   das Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben hat sich verpflichtet, dem
        Referenzlaboratorium der Europäischen Union für Aviäre Influenza und Newcastle-
        Krankheit Virusisolate von den ersten Ausbrüchen der hochpathogenen Aviären
        Influenza und der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit zu übermitteln.
                                            Artikel 38
       Freiheit des Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets oder der Zone derselben von
                              hochpathogener Aviärer Influenza
   (1)  Ein Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben gilt als frei von
        hochpathogener Aviärer Influenza, wenn der Kommission gegenüber die folgenden
        Garantien gegeben wurden:
        a)     Über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten vor dem Datum der
               Bescheinigung der Sendung für den Versand in die Union durch einen
               amtlichen Tierarzt wurde ein Überwachungsprogramm für hochpathogene
               Aviäre Influenza gemäß Artikel 37 Buchstabe a durchgeführt;
        b)     über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten vor dem Datum der
               Bescheinigung der Sendung für den Versand in die Union durch einen
               amtlichen Tierarzt ist es ist zu keinem Ausbruch der hochpathogenen Aviären
               Influenza bei Geflügel in dem Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone
               derselben gekommen.
   (2)  Tritt in einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die
        gemäß Absatz 1 zuvor als frei von dieser Seuche galt, die hochpathogene Aviäre
        Influenza auf, so wird dieses Drittland, Drittlandsgebiet oder diese Zone derselben
        wieder als frei von der hochpathogenen Aviären Influenza eingestuft, wenn die
        folgenden Bedingungen erfüllt sind:
        a)     Zur Bekämpfung der hochpathogenen Aviären Influenza wurde eine
               Bestandskeulung durchgeführt;
        b)     in allen zuvor infizierten Betrieben wurde eine angemessene Reinigung und
               Desinfektion durchgeführt;
        c)     während eines Zeitraums von mindestens 3 Monaten nach Abschluss der
               Bestandskeulung gemäß Buchstabe a und der Reinigung und Desinfektion
               gemäß Buchstabe b hat die zuständige Behörde des Drittlands oder
               Drittlandsgebiets ein Überwachungsprogramm durchgeführt, das zumindest
               das durch eine repräsentative Zufallsprobe der gefährdeten Populationen
               belegte Konfidenzniveau liefert, mit dem sich unter Berücksichtigung der
DE                                              53                                          DE
 ---pagebreak---                   besonderen epidemiologischen Merkmale des Auftretens nachweisen lässt,
                  dass keine Infektion vorliegt, und das einen negativen Befund ergeben hat.
                                              Artikel 39
       Freiheit des Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets oder der Zone derselben von einer
                          Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
   (1)     Ein Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben gilt als frei von einer
           Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit, wenn über einen Zeitraum von
           mindestens 12 Monaten vor dem Datum der Bescheinigung der Sendung für den
           Versand in die Union durch einen amtlichen Tierarzt kein Ausbruch einer Infektion
           mit dem Virus der Newcastle-Krankheit bei Geflügel in diesem Drittland,
           Drittlandsgebiet oder dieser Zone derselben aufgetreten ist.
   (2)     Bricht in einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die
           gemäß Absatz 1 zuvor frei von dieser Seuche war, eine Infektion mit dem Virus der
           Newcastle-Krankheit aus, so wird dieses Drittland, Drittlandsgebiet oder diese Zone
           derselben wieder als frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
           eingestuft, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
           a)     Zur Bekämpfung der Seuche wurde eine Bestandskeulung durchgeführt;
           b)     in allen zuvor infizierten Betrieben wurde eine angemessene Reinigung und
                  Desinfektion durchgeführt;
           c)     während eines Zeitraums von mindestens 3 Monaten nach Abschluss der
                  Bestandskeulung gemäß Buchstabe a und der Reinigung und Desinfektion
                  gemäß Buchstabe b hat die zuständige Behörde des Drittlands oder
                  Drittlandsgebiets     durch     intensive     Untersuchungen     einschließlich
                  Laboruntersuchungen im Zusammenhang mit dem Ausbruch nachgewiesen,
                  dass diese Seuche in dem Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone derselben
                  nicht mehr aufgetreten ist.
                                              Artikel 40
                                   Herkunftsbetrieb des Geflügels
   (1)     Sendungen von Zucht- und Nutzgeflügel dürfen nur dann in die Union verbracht
           werden, wenn die Tiere der Sendung aus Betrieben kommen, die von der zuständigen
           Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets gemäß Anforderungen
           zugelassen wurden, die mindestens genauso streng sind wie jene nach Artikel 8 der
           Delegierten Verordnung (EU) 2019/2035 der Kommission, und für die Folgendes
           gilt:
           a)     Ihre Zulassung wurde weder ausgesetzt noch entzogen;
           b)     im Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
                  Nachbarlandes einschließen kann, ist mindestens in den letzten 30 Tagen vor
                  dem Datum der Verladung zum Versand in die Union weder ein Ausbruch der
                  hochpathogenen Aviären Influenza noch eine Infektion mit dem Virus der
                  Newcastle-Krankheit aufgetreten;
           c)     in den Betrieben wurde mindestens in den letzten 21 Tagen vor dem Datum der
                  Verladung zum Versand in die Union keine Infektion mit niedrigpathogenen
                  Viren der Aviären Influenza bestätigt.
DE                                                54                                              DE
 ---pagebreak---    (2)     Sendungen von zur Schlachtung bestimmtem Geflügel dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung aus Betrieben kommen,
           a)    in deren Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
                 Nachbarlandes einschließen kann, mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem
                 Datum der Verladung zum Versand in die Union weder ein Ausbruch der
                 hochpathogenen Aviären Influenza noch eine Infektion mit dem Virus der
                 Newcastle-Krankheit aufgetreten ist;
           b)    in denen mindestens in den letzten 21 Tagen vor dem Datum der Verladung
                 zum Versand in die Union keine Infektion mit niedrigpathogenen Viren der
                 Aviären Influenza bestätigt wurde.
   (3)     Sendungen von Eintagsküken dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
           die Tiere der Sendung:
           a)    in Betrieben geschlüpft sind, die von der zuständigen Behörde des
                 Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets gemäß Anforderungen zugelassen
                 wurden, die mindestens genauso streng sind wie jene nach Artikel 7 der
                 Delegierten Verordnung (EU) 2019/2035 der Kommission, und für die
                 Folgendes gilt:
                 i)    ihre Zulassung wurde weder ausgesetzt noch entzogen;
                 ii)   im Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
                       Nachbarlandes einschließen kann, ist mindestens in den letzten 30 Tagen
                       vor dem Datum des Versands in die Union weder ein Ausbruch der
                       hochpathogenen Aviären Influenza noch eine Infektion mit dem Virus
                       der Newcastle-Krankheit aufgetreten;
           b)    von Beständen stammen, die in Betrieben gehalten wurden, die von der
                 zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets gemäß
                 Anforderungen zugelassen wurden, die mindestens genauso streng sind wie
                 jene nach Artikel 8 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2035 der
                 Kommission, und für die Folgendes gilt:
                 i)    ihre Zulassung war zum Zeitpunkt der Verbringung der Bruteier, aus
                       denen die Eintagsküken geschlüpft sind, in die Brüterei nicht ausgesetzt
                       oder aberkannt;
                 ii)   in dem Betrieb wurde mindestens in den letzten 21 Tagen vor dem
                       Datum der Sammlung der Bruteier, aus denen die Eintagsküken
                       geschlüpft sind, keine Infektion mit niedrigpathogenen Viren der Aviären
                       Influenza bestätigt.
                                             Artikel 41
        Spezifische Präventionsmaßnahmen für Transportbehälter/Container für Geflügel
   Sendungen von Geflügel dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn diese
   Sendungen in Transportbehältern/Containern transportiert wurden, die neben den
   Anforderungen gemäß Artikel 18 auch den folgenden Anforderungen entsprechen:
   a)      Sie sind nach den Anweisungen der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands
           oder -drittlandsgebiets so verschlossen, dass ein Austausch des Inhalts
           ausgeschlossen ist;
DE                                               55                                             DE
 ---pagebreak---    b)      sie sind mit den Angaben für die betreffende Art und Kategorie von Geflügel gemäß
           Anhang XVI versehen;
   c)      im Falle von Eintagsküken handelt es sich um zum ersten Mal verwendete, saubere
           Einwegbehälter.
                                              Artikel 42
      Eingang von Geflügel in Mitgliedstaaten mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem
                           Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“
   (1)     Sendungen von Zucht- und Nutzgeflügel, die für einen Mitgliedstaat mit dem Status
           „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“
           bestimmt sind, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere der
           Sendung folgenden Anforderungen genügen:
           a)     Sie wurden nicht gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                  geimpft;
           b)     sie wurden mindestens 14 Tage vor dem Datum der Verladung der Sendung
                  zum Versand in die Union in dem Herkunftsbetrieb oder einem
                  Quarantänebetrieb unter der Überwachung eines amtlichen Tierarztes isoliert
                  gehalten, wenn:
                  i)    keines der Tiere mindestens 21 Tage vor dem Datum der Verladung der
                        Sendung zum Versand in die Union gegen eine Infektion mit dem Virus
                        der Newcastle-Krankheit geimpft wurde;
                  ii)   kein Vogel außer den zu der Sendung gehörenden Tieren während des
                        unter Ziffer i genannten Zeitraums in den Betrieb gelangt ist;
                  iii)  keinerlei Impfung vorgenommen wurde;
           c)     sie wurden mindestens 14 Tage vor dem Datum der Verladung zum Versand in
                  die Union bei serologischen Tests an Blutproben zum Nachweis von
                  Antikörpern gegen das Virus der Newcastle-Krankheit negativ getestet, bei
                  denen eine Infektion mit einer Prävalenz von 5 % mit einem Konfidenzniveau
                  von 95 % festgestellt werden kann.
   (2)     Sendungen von zur Schlachtung bestimmtem Geflügel, die für einen Mitgliedstaat
           mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
           ohne Impfung“ bestimmt sind, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
           die Tiere der Sendung von Beständen kommen, die
           a)     nicht gegen die Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft
                  wurden und mindestens 14 Tage vor dem Datum der Verladung der Sendung
                  zum Versand in die Union bei serologischen Tests an Blutproben zum
                  Nachweis von Antikörpern gegen das Virus der Newcastle-Krankheit negativ
                  getestet wurden, bei denen eine Infektion mit einer Prävalenz von 5 % mit
                  einem Konfidenzniveau von 95 % festgestellt werden kann;
           oder
           b)     mindestens 30 Tage vor dem Datum der Verladung der Sendung zum Versand
                  in die Union zwar gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                  Krankheit geimpft wurden, dabei jedoch kein Lebendimpfstoff verwendet
                  wurde, und während der 14 Tage vor diesem Datum beim Virusisolationstest
                  auf die Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit an einer
DE                                                56                                           DE
 ---pagebreak---                    Zufallsstichprobe von Kloakenabstrichen oder Kotproben von mindestens
                   60 Tieren negativ getestet wurden.
   (3)       Sendungen von Eintagsküken, die für einen Mitgliedstaat mit dem Status „frei von
             einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“ bestimmt
             sind, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung:
             a)    nicht gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft
                   wurden;
             b)    aus Bruteiern geschlüpft sind, die von Beständen stammen, die den folgenden
                   Anforderungen entsprechen:
                   i)    sie wurden nicht gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                         Krankheit geimpft;
                   oder
                   ii)   sie wurden zwar gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                         Krankheit geimpft, dabei wurde jedoch ein inaktivierter Impfstoff
                         verwendet;
                   oder
                   iii)  sie wurden mindestens 60 Tage vor dem Datum der Sammlung der Eier
                         mit einem Lebendimpfstoff gegen eine Infektion mit dem Virus der
                         Newcastle-Krankheit geimpft;
             c)    aus einer Brüterei stammen, durch deren Arbeitsmethoden sichergestellt ist,
                   dass die Eier von Eintagsküken, die für den Eingang in die Union bestimmt
                   sind, nach Ort und Zeit völlig getrennt von Eiern bebrütet werden, die nicht
                   den Anforderungen nach Buchstabe b entsprechen.
                                           ABSCHNITT 2
    SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN ZUCHT-
                                     UND NUTZGEFLÜGEL
                                                Artikel 43
                             Identifizierung von Zucht- und Nutzlaufvögeln
   Sendungen von Zucht- und Nutzlaufvögeln dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die Tiere der Sendung individuell durch Halsmarken oder einen injizierbaren
   Transponder gekennzeichnet sind, die bzw. der
   a)        den zweibuchstabigen Ländercode des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
             gemäß der Norm ISO 3166 enthalten bzw. enthält;
   b)        den Normen ISO 11784 und 11785 entsprechen bzw. entspricht.
                                                Artikel 44
       Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an den Herkunftsbestand von Sendungen von
                                         Zucht- und Nutzgeflügel
   Sendungen von Zucht- und Nutzgeflügel dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die Tiere der Sendung von Beständen stammen, die den folgenden Anforderungen
   genügen:
   a)        Die Bestände wurden nicht gegen die hochpathogene Aviäre Influenza geimpft;
DE                                                  57                                          DE
 ---pagebreak---    b) sofern die Bestände gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
      geimpft wurden,
      i)    haben die zuständigen Behörden des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
            Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten Impfstoffe entweder
            –      den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine
                   Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
                   Nummer 1 entsprechen;
                   oder
            –      den allgemeinen Kriterien für Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem
                   Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1
                   entsprechen und das Geflügel den Tiergesundheitsanforderungen gemäß
                   Anhang XV Nummer 2 an Geflügel und Bruteier genügt, das bzw. die
                   aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt
                   bzw. stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe gegen
                   eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den
                   spezifischen Kriterien gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
      ii)   müssen für die Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten
            Informationen übermittelt werden;
   c) die Bestände sind einem Seuchenüberwachungsprogramm unterzogen worden, das
      den Anforderungen nach Anhang II der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2035 der
      Kommission entspricht, und es wurde festgestellt, dass die Tiere nicht mit den
      folgenden Seuchenerregern infiziert sind und dass kein Anhaltspunkt für einen
      Verdacht auf eine Infektion mit den nachstehenden Erregern besteht:
      i)    Salmonella pullorum, Salmonella gallinarum und – im Falle der Art Gallus
            gallus – Mycoplasma gallisepticum;
      ii)   Salmonella arizonae (Serogruppe O:18(k)), Salmonella pullorum, Salmonella
            gallinarum, Mycoplasma meleagridis und – im Falle der Art Meleagris
            gallopavo – Mycoplasma gallisepticum;
      iii)  Salmonella pullorum und – im Falle der Arten Numida meleagris, Coturnix
            coturnix, Phasianus colchicus, Perdix perdix und Anas spp – Salmonella
            gallinarum;
   d) die Bestände werden in Betrieben gehalten, die im Falle einer Bestätigung einer
      Infektion mit Salmonella pullorum, S. gallinarum und S. arizonae in den letzten
      12 Monaten vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in die Union
      folgende Maßnahmen angewendet haben:
      i)    der infizierte Bestand wurde geschlachtet oder getötet und vernichtet;
      ii)   im Anschluss an die unter Ziffer i genannte Schlachtung bzw. Tötung des
            infizierten Bestands wurde der Betrieb gereinigt und desinfiziert;
      iii)  im Anschluss an die unter Ziffer ii genannte Reinigung und Desinfektion
            wurden alle Bestände im Betrieb zweimal einer Untersuchung auf eine
            Infektion mit Salmonella pullorum, S. gallinarum und S. arizonae unterzogen,
            die entsprechend dem Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im
            Abstand von mindestens 21 Tagen mit Negativbefund durchgeführt wurde;
DE                                          58                                              DE
 ---pagebreak---    e)       die Bestände werden in Betrieben gehalten, die im Falle einer Bestätigung von
            Mykoplasmose des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum und M. meleagridis) in
            den letzten 12 Monaten vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in
            die Union folgende Maßnahmen angewendet haben:
            entweder
            i)    wurde der infizierte Bestand zweimal einer Untersuchung auf Mykoplasmose
                  des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum und M. meleagridis) unterzogen, die
                  entsprechend dem Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im
                  Abstand von mindestens 60 Tagen am gesamten Bestand mit Negativbefund
                  durchgeführt wurde;
            oder
            ii)   der infizierte Bestand wurde geschlachtet oder getötet und vernichtet, der
                  Betrieb wurde gereinigt und desinfiziert und im Anschluss an die Reinigung
                  und Desinfektion wurden alle Bestände im Betrieb zweimal einer
                  Untersuchung auf Mykoplasmose des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum
                  und      M.     meleagridis)     unterzogen,   die    entsprechend     dem
                  Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im Abstand von
                  mindestens 21 Tagen mit Negativbefund durchgeführt wurde.
                                         ABSCHNITT 3
      SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN ZUR
                     SCHLACHTUNG BESTIMMTES GEFLÜGEL
                                             Artikel 45
    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an den Herkunftsbestand von Sendungen von zur
                                 Schlachtung bestimmtem Geflügel
   Sendungen von zur Schlachtung bestimmtem Geflügel dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn die Tiere der Sendung von Beständen stammen, die den folgenden
   Anforderungen genügen:
   a)       Sie wurden nicht gegen die hochpathogene Aviäre Influenza geimpft;
   b)       sofern sie gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft
            wurden,
            i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  Garantien dafür gegeben, dass
                  –     die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen und den spezifischen
                        Kriterien für Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der
                        Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
                        oder
                  –     die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen Kriterien für Impfstoffe
                        gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß
                        Anhang XV Nummer 1 entsprechen und das Geflügel den
                        Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang XV Nummer 2 an
                        Geflügel und Bruteier genügt, das bzw. die aus einem Drittland,
                        Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt bzw. stammen, in
DE                                               59                                           DE
 ---pagebreak---                         dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe gegen eine Infektion mit
                        dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den spezifischen Kriterien
                        gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
            ii)   müssen für jede Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten
                  Informationen übermittelt werden.
                                         ABSCHNITT 4
          SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
                                      EINTAGSKÜKEN
                                              Artikel 46
      Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an den Herkunftsbestand von Sendungen von
                                            Eintagsküken
   Sendungen von Eintagsküken dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere
   der Sendung von Beständen stammen, die den folgenden Anforderungen genügen:
   a)       Sofern die Bestände gegen die hochpathogene Aviäre Influenza geimpft wurden, hat
            das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet Garantien dafür gegeben, dass die in
            Anhang XIII festgelegten Mindestanforderungen an Impfprogramme und zusätzliche
            Überwachung eingehalten wurden;
   b)       sofern die Bestände gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
            geimpft wurden,
            i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten Impfstoffe entweder
                  –     den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine
                        Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
                        Nummer 1 entsprchen;
                        oder
                  –     den allgemeinen Kriterien für anerkannte Impfstoffe gegen eine Infektion
                        mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1
                        entsprechen und das Geflügel und die Bruteier, aus denen die
                        Eintagsküken geschlüpft sind, den in Anhang XV Teil 2 festgelegten
                        Tiergesundheitsanforderungen an Geflügel und Bruteier genügen, das
                        bzw. die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
                        stammt bzw. stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe
                        gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den
                        spezifischen Kriterien gemäß Anhang XV Teil 1 entsprechen;
            ii)   müssen für jede Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten
                  Informationen übermittelt werden;
   c)       die Bestände sind einem Seuchenüberwachungsprogramm unterzogen worden, das
            den Anforderungen nach Anhang II der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2035 der
            Kommission entspricht, und es wurde festgestellt, dass die Tiere nicht mit den
            folgenden Seuchenerregern infiziert sind und dass keine Anhaltspunkte für einen
            Verdacht auf eine Infektion mit den nachstehenden Erregern bestehen:
            i)    Salmonella pullorum, Salmonella gallinarum und – im Falle der Art Gallus
                  gallus – Mycoplasma gallisepticum;
DE                                                60                                             DE
 ---pagebreak---            ii)    Salmonella arizonae (Serogruppe O:18(k)), Salmonella pullorum, Salmonella
                  gallinarum, Mycoplasma meleagridis und – im Falle der Art Meleagris
                  gallopavo – Mycoplasma gallisepticum;
           iii)   Salmonella pullorum und – im Falle der Arten Numida meleagris, Coturnix
                  coturnix, Phasianus colchicus, Perdix perdix und Anas spp – Salmonella
                  gallinarum;
   d)      die Bestände werden in Betrieben gehalten, die im Falle einer Bestätigung einer
           Infektion mit Salmonella pullorum, S. gallinarum und S. arizonae in den letzten
           12 Monaten vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in die Union
           folgende Maßnahmen angewendet haben:
           i)     der infizierte Bestand wurde geschlachtet oder getötet und vernichtet;
           ii)    im Anschluss an die unter Ziffer i genannte Schlachtung bzw. Tötung des
                  infizierten Bestands wurde der Betrieb gereinigt und desinfiziert;
           iii)   im Anschluss an die unter Ziffer ii genannte Reinigung und Desinfektion
                  wurden alle Bestände im Betrieb zweimal einer Untersuchung auf eine
                  Infektion mit Salmonella pullorum, S. gallinarum und S. arizonae unterzogen,
                  die entsprechend dem Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im
                  Abstand von mindestens 21 Tagen mit Negativbefund durchgeführt wurde;
   e)      die Bestände werden in Betrieben gehalten, die im Falle einer Bestätigung von
           Mykoplasmose des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum und M. meleagridis) in
           den letzten 12 Monaten vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in
           die Union folgende Maßnahmen angewendet haben:
           entweder
           i)     wurde der infizierte Bestand zweimal einer Untersuchung auf Mykoplasmose
                  des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum und M. meleagridis) unterzogen, die
                  entsprechend dem Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im
                  Abstand von mindestens 60 Tagen am gesamten Bestand mit Negativbefund
                  durchgeführt wurde;
           oder
           ii)    der infizierte Bestand wurde geschlachtet oder getötet und vernichtet, der
                  Betrieb wurde gereinigt und desinfiziert und im Anschluss an die Reinigung
                  und Desinfektion wurden alle Bestände im Betrieb zweimal einer
                  Untersuchung auf Mykoplasmose des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum
                  und       M.     meleagridis)     unterzogen,     die    entsprechend   dem
                  Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im Abstand von
                  mindestens 21 Tagen mit Negativbefund durchgeführt wurde.
                                              Artikel 47
         Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Bruteier, aus denen Sendungen von
                                    Eintagsküken gebrütet werden
   Sendungen von Eintagsküken dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere
   der Sendung von Bruteiern stammen, die
   a)      den Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die Union gemäß Teil III
           Titel 2 entsprechen;
DE                                                61                                           DE
 ---pagebreak---    b)       vor ihrem Versand in die Brüterei gemäß den Anweisungen der zuständigen Behörde
            gekennzeichnet wurden;
   c)       gemäß den Anweisungen der zuständigen Behörde desinfiziert wurden;
   d)       weder während des Transports in die Brüterei noch in der Brüterei selbst mit
            Geflügel oder Bruteiern mit niedrigerem Gesundheitsstatus, in Gefangenschaft
            gehaltenen Vögeln oder Federwild in Berührung gekommen sind.
                                              Artikel 48
                     Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Eintagsküken
   Sendungen von Eintagsküken dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Tiere
   der Sendung nicht gegen Aviäre Influenza geimpft wurden.
                                          ABSCHNITT 5
          SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
            SENDUNGEN VON WENIGER ALS 20 STÜCK GEFLÜGEL
                                              Artikel 49
   Ausnahmen und spezifische Anforderungen an Sendungen von weniger als 20 Stück Geflügel,
                                       ausgenommen Laufvögel
   Abweichend von Artikel 14 Absatz 3, Artikel 17, Artikel 18, Artikel 40, Artikel 41 und
   Artikel 43 bis 48 dürfen Sendungen von weniger als 20 Stück Geflügel, ausgenommen
   Laufvögel, nur dann in die Union verbracht werden, wenn diese Sendungen den folgenden
   Anforderungen entsprechen:
   a)       Das Geflügel kommt aus Betrieben,
            i)    in denen mindestens in den letzten 21 Tagen vor dem Datum der Verladung der
                  Sendung zum Versand in die Union bzw. der Sammlung der Bruteier, aus
                  denen die Eintagsküken geschlüpft sind, keine Infektion mit niedrigpathogenen
                  Viren der Aviären Influenza bestätigt wurde;
            ii)   in deren Umkreis von zehn Kilometern, der gegebenenfalls auch das Gebiet
                  eines Nachbarlandes einschließen kann, mindestens in den letzten 30 Tagen
                  vor dem Datum der Verladung der Sendung zum Versand in die Union weder
                  ein Ausbruch von hochpathogener Aviärer Influenza noch eine Infektion mit
                  dem Virus der Newcastle-Krankheit aufgetreten ist;
   b)       das Geflügel oder, bei Eintagsküken, der Bestand, von dem die Eintagsküken
            stammen, sind im Herkunftsbetrieb mindestens 21 Tage vor dem Datum der
            Verladung der Sendung zum Versand in die Union isoliert gehalten worden;
   c)       in Bezug auf die Impfung gegen hochpathogene Aviäre Influenza gilt Folgendes:
            i)    das Geflügel wurde nicht gegen hochpathogene Aviäre Influenza geimpft;
            ii)   sofern die Elterntiere der Eintagsküken gegen hochpathogene Aviäre Influenza
                  geimpft wurden, hat das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet Garantien
                  dafür gegeben, dass die in Anhang XIII festgelegten Mindestanforderungen an
                  Impfprogramme und zusätzliche Überwachung eingehalten wurden;
   d)       sofern das Geflügel bzw. die Elterntiere der Eintagsküken gegen die Infektion mit
            dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft wurde(n),
DE                                                62                                            DE
 ---pagebreak---             i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten Impfstoffe:
                  –     den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine
                        Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
                        Nummer 1 entsprechen;
                        oder
                  –     den allgemeinen Kriterien für Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem
                        Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1
                        entsprechen und das Geflügel den Tiergesundheitsanforderungen gemäß
                        Anhang XV Nummer 2 an Geflügel und Bruteier genügt, das bzw. die
                        aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt
                        bzw. stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe gegen
                        eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den
                        spezifischen Kriterien gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
            ii)   müssen für jede Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten
                  Informationen übermittelt werden;
   e)       das Geflügel oder, bei Eintagsküken, der Bestand, von dem die Eintagsküken
            stammen, wurde Untersuchungen unterzogen, die gemäß den in Anhang XVII
            festgelegten Anforderungen an die Untersuchung von Sendungen von weniger als
            20 Stück Geflügel, ausgenommen Laufvögel, und weniger als 20 Geflügelbruteiern
            vor Eingang in die Union durchgeführt wurden und bei denen festgestellt wurde, dass
            die Tiere nicht mit den folgenden Seuchenerregern infiziert sind oder dass kein
            Anhaltspunkt für einen Verdacht auf eine Infektion mit den nachstehenden Erregern
            besteht:
            i)    Salmonella pullorum, Salmonella gallinarum und – im Falle der Art Gallus
                  gallus – Mycoplasma gallisepticum;
            ii)   Salmonella arizonae (Serogruppe O:18(k)), Salmonella pullorum, Salmonella
                  gallinarum, Mycoplasma meleagridis und – im Falle der Art Meleagris
                  gallopavo – Mycoplasma gallisepticum;
            iii)  Salmonella pullorum und – im Falle der Arten Numida meleagris, Coturnix
                  coturnix, Phasianus colchicus, Perdix perdix und Anas spp – Salmonella
                  gallinarum.
                                         ABSCHNITT 6
       SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DIE
        VERBRINGUNG UND HANDHABUNG VON GEFLÜGEL NACH
                            SEINEM EINGANG IN DIE UNION
                                              Artikel 50
   Pflichten der Unternehmer von Bestimmungsbetrieben nach dem Eingang von Sendungen von
                                       Geflügel in die Union
   (1)      Die Unternehmer von Bestimmungsbetrieben halten Zuchtgeflügel, Nutzgeflügel,
            ausgenommen Nutzgeflügel zur Wiederaufstockung von Federwildbeständen, und
            Eintagsküken, das bzw. die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
            derselben in die Union verbracht wurde(n), ab dem Tag des Eintreffens
            ununterbrochen:
DE                                                63                                             DE
 ---pagebreak---              a)    6 Wochen;
             oder
             b)    falls die Tiere innerhalb von sechs Wochen nach ihrer Ankunft geschlachtet
                   werden, bis zum Tag der Schlachtung im Bestimmungsbetrieb.
   (2)       Bei anderem Geflügel als Laufvögeln kann der in Absatz 1 Buchstabe a festgelegte
             Zeitraum von sechs Wochen auf drei Wochen verkürzt werden, sofern die auf Antrag
             des Unternehmers durchgeführte Probenahme und Untersuchung gemäß Artikel 51
             Buchstabe b ein zufriedenstellendes Ergebnis geliefert haben.
   (3)       Die Unternehmer von Bestimmungsbetrieben stellen sicher, dass das in Absatz 1
             genannte Geflügel spätestens bei Ablauf des jeweiligen in Absatz 1 festgelegten
             Zeitraums durch einen amtlichen Tierarzt einer klinischen Untersuchung im
             Bestimmungsbetrieb unterzogen wird.
   (4)       Während der in Absatz 1 festgelegten Zeiträume halten die Unternehmer Geflügel,
             das von einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union
             verbracht wurde, getrennt von anderen Geflügelbeständen.
   (5)       Wird in Absatz 1 genanntes Geflügel in demselben Bestand eingestallt wie anderes
             im Bestimmungsbetrieb befindliches Geflügel, beginnen die in Absatz 1
             Buchstaben a und b festgelegten Fristen am Tag der Einstallung des letzten Vogels in
             den Bestimmungsbetrieb, und kein bereits eingestalltes Geflügel darf den Bestand
             vor Ablauf dieser Fristen verlassen.
                                               Artikel 51
        Pflichten der zuständigen Behörden in Bezug auf Probenahme und Untersuchung der
                        Sendungen von Geflügel nach dem Eingang in die Union
   Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats stellt Folgendes sicher:
   a)        Während der in Artikel 50 Absatz 1 festgelegten Zeiträume werden Zuchtgeflügel,
             Nutzgeflügel, ausgenommen Nutzgeflügel zur Wiederaufstockung von
             Federwildbeständen, und Eintagsküken, das bzw. die aus einem Drittland,
             Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union verbracht wurde(n),
             spätestens am Tag des Ablaufs der in Artikel 50 festgelegten jeweiligen Frist durch
             einen amtlichen Tierarzt einer klinischen Untersuchung im Bestimmungsbetrieb
             unterzogen und zur Überwachung ihres Gesundheitsstatus gegebenenfalls beprobt;
   b)        bei anderem Geflügel als Laufvögeln wird auf Antrag des Unternehmers gemäß
             Artikel 50 Absatz 2 eine Probenahme und Untersuchung gemäß Anhang XVIII
             durchgeführt.
                                               Artikel 52
     Pflichten der zuständigen Behörden in Bezug auf Probenahmen und Untersuchungen nach
           dem Eingang in die Union von Sendungen von Laufvögeln aus einem Drittland,
      Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die nicht frei von einer Infektion mit
                                dem Virus der Newcastle-Krankheit ist
   Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats stellt bei Nutzlaufvögeln,
   Zuchtlaufvögeln und Eintagsküken von Laufvögeln, die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet
   oder einer Zone derselben, das bzw. die nicht frei von einer Infektion mit dem Virus der
   Newcastle-Krankheit ist, in die Union verbracht wurden, während der in Artikel 50 Absatz 1
   festgelegten Zeiträume Folgendes sicher:
DE                                                 64                                             DE
 ---pagebreak---    a) Die Tiere werden von der zuständigen Behörde mittels Kloakenabstrichen oder
      Kotproben jedes einzelnen Laufvogels einer Untersuchung auf Infektion mit dem
      Virus der Newcastle-Krankheit unterzogen;
   b) bei Laufvogelsendungen, die für einen Mitgliedstaat mit dem Status „frei von einer
      Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“ bestimmt sind und
      aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das bzw.
      die nicht frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ist, wird
      jeder Laufvogel zusätzlich zu den Anforderungen nach Buchstabe a einem
      serologischen Test auf die Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
      unterzogen;
   c) alle Laufvögel haben negativ auf die Tests nach den Buchstaben a und b reagiert,
      bevor sie aus der Isolation freigegeben werden.
DE                                          65                                           DE
 ---pagebreak---                                               Kapitel 2
    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an in Gefangenschaft
                                         gehaltene Vögel
                                          ABSCHNITT 1
    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN IN GEFANGENSCHAFT
                                     GEHALTENE VÖGEL
                                               Artikel 53
               Anforderungen an die Identifizierung in Gefangenschaft gehaltener Vögel
   Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn die Tiere der Sendung mit einer individuellen Identifizierungsnummer mittels
   eines verschlossenen Beinrings oder eines injizierbaren Transponders gekennzeichnet sind,
   der die folgenden Informationen enthält:
   a)        den zweibuchstabigen Ländercode des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
             gemäß der Norm ISO 3166;
   b)        eine einmalige Seriennummer.
                                               Artikel 54
       Spezifische Präventionsmaßnahmen für Transportbehälter/Container in Gefangenschaft
                                           gehaltener Vögel
   Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn diese Sendungen in Transportbehältern/Containern transportiert wurden, die
   neben den Anforderungen an Transportbehälter gemäß Artikel 18 auch den folgenden
   Anforderungen entsprechen:
   a)        Sie sind nach den Anweisungen der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands
             oder -drittlandsgebiets so verschlossen, dass ein Austausch des Inhalts
             ausgeschlossen ist;
   b)        sie sind mit den Angaben für die betreffende Art und Kategorie von Vögeln gemäß
             Anhang XVI versehen;
   c)        sie werden zum ersten Mal verwendet.
                                               Artikel 55
      Anforderungen an den Herkunftsbetrieb der Sendung in Gefangenschaft gehaltener Vögel
   Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn die Tiere der Sendung aus einem Betrieb kommen, der den folgenden
   Anforderungen genügt:
   a)        Der Betrieb wurde von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
             drittlandsgebiets als den spezifischen Tiergesundheitsanforderungen nach Artikel 56
             entsprechend zugelassen, und die Zulassung wurde nicht ausgesetzt oder aberkannt;
   b)        dem Betrieb wurde von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
             drittlandsgebiets eine individuelle Zulassungsnummer zugewiesen, die der
             Kommission mitgeteilt wurde;
DE                                                 66                                            DE
 ---pagebreak---    c)       Name und Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs sind in einer Liste der Betriebe
            aufgeführt, die von der Kommission erstellt und veröffentlicht wird;
   d)       in einem Umkreis von 10 km um den Betrieb, der gegebenenfalls auch das Gebiet
            eines Nachbarlandes einschließen kann, ist mindestens in den letzten 30 Tagen vor
            dem Datum der Verladung zum Versand in die Union weder ein Ausbruch der
            hochpathogenen Aviären Influenza noch eine Infektion mit dem Virus der
            Newcastle-Krankheit aufgetreten;
   e)       für Papageienvögel gilt Folgendes:
            i)     in dem Betrieb wurde in einem Zeitraum von mindestens 60 Tagen vor dem
                   Datum der Verladung zum Versand in die Union kein Fall von Chlamydiose
                   der Vögel bestätigt, und falls ein Auftreten der Chlamydiose der Vögel
                   während der letzten sechs Monate vor dem Datum der Verladung zum Versand
                   in die Union in dem Betrieb bestätigt wurde, wurden die folgenden
                   Maßnahmen ergriffen:
                   –    infizierte und wahrscheinlich infizierte Vögel haben eine Behandlung
                        erhalten;
                   –    nach Abschluss der Behandlung wurden die Vögel in
                        Laboruntersuchungen negativ auf die Chlamydiose der Vögel getestet;
                   –    nach Abschluss der Behandlung wurde der Betrieb gereinigt und
                        desinfiziert;
                   –    nach Abschluss der im dritten Gedankenstrich genannten Reinigung und
                        Desinfektion sind mindestens 60 Tage vergangen;
            oder
            ii)    die Tiere wurden während 45 Tagen vor dem Datum der Verladung zum
                   Versand in die Union unter tierärztlicher Aufsicht gehalten und gegen
                   Chlamydiose der Vögel behandelt.
                                             Artikel 56
       Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an die Zulassung, die Aufrechterhaltung der
        Zulassung und die Aussetzung, Aberkennung oder Wiedererteilung der Zulassung der
                 Herkunftsbetriebe der Sendung in Gefangenschaft gehaltener Vögel
   (1)      Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union
            verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung aus Betrieben kommen, die gemäß
            Artikel 55 von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
            drittlandsgebiet zugelassen sind und die den folgenden Anforderungen gemäß
            Anhang XIX entsprechen:
            a)     Nummer 1 in Bezug auf Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren;
            b)     Nummer 2 in Bezug auf Einrichtungen und Ausrüstung;
            c)     Nummer 3 in Bezug auf Aufzeichnungen;
            d)     Nummer 4 in Bezug auf das Personal;
            e)     Nummer 5 in Bezug auf den Gesundheitsstatus.
   (2)      Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union
            verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung aus Betrieben kommen, die der
DE                                               67                                           DE
 ---pagebreak---            Kontrolle eines amtlichen Tierarztes der zuständigen Behörde des Drittlands oder
           Drittlandsgebiets unterstehen, der
           a)    sicherstellt, dass die in dem vorliegenden Artikel festgelegten Bedingungen
                 erfüllt werden;
           b)    die Räumlichkeiten des Betriebs mindestens einmal jährlich besichtigt;
           c)    die Kontrolltätigkeit des Betriebstierarztes und die Durchführung des
                 jährlichen Seuchenüberwachungsprogramms überprüft;
           d)    nachprüft, ob die klinischen Untersuchungen, die Fleischuntersuchungen und
                 die Laboruntersuchungen der Tiere negative Befunde in Bezug auf die
                 hochpathogene Aviäre Influenza, die Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                 Krankheit und die Chlamydiose der Vögel ergeben haben.
   (3)     Die Zulassung eines Betriebs mit in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln wird
           ausgesetzt oder aberkannt, wenn der betreffende Betrieb die Anforderungen der
           Absätze 1 und 2 nicht mehr erfüllt oder wenn sich der Verwendungszweck geändert
           hat und der Betrieb nicht mehr ausschließlich für in Gefangenschaft gehaltene Vögel
           genutzt wird.
   (4)     Wird der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets ein Verdacht auf
           die hochpathogene Aviäre Influenza, eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
           Krankheit oder die Chlamydiose der Vögel gemeldet, wird die Zulassung des
           betreffenden Betriebs mit in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln ausgesetzt, bis der
           Verdacht amtlich entkräftet ist. Nach Meldung des Verdachts werden die
           erforderlichen Maßnahmen zur Bestätigung oder Entkräftung des Verdachts sowie
           zur Vermeidung jeglicher Ausbreitung der Seuche im Einklang mit den
           Anforderungen der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission zur
           Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
           Rates hinsichtlich Vorschriften für die Prävention und Bekämpfung bestimmter
           übertragbarer gelisteter Tierseuchen [Dokument C(2019) 4057] ergriffen.
   (5)     Wurde die Zulassung eines Betriebs ausgesetzt oder aberkannt, wird dem Betrieb die
           Zulassung dann wieder erteilt, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
           a)    die Seuche und der Infektionsherd wurden getilgt;
           b)    in zuvor infizierten Betrieben wurde eine angemessene Reinigung und
                 Desinfektion durchgeführt;
           c)    der Betrieb erfüllt die in Absatz 1 festgelegten Bedingungen.
   (6)     Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet sich
           verpflichtet hat, die Kommission über die Aussetzung, Aberkennung oder
           Wiedererteilung der Zulassung eines Betriebs in Kenntnis zu setzen.
                                              Artikel 57
        Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an in Gefangenschaft gehaltene Vögel
   Sendungen von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn die Tiere der Sendung:
   a)      nicht gegen die hochpathogene Aviäre Influenza geimpft wurden;
DE                                                68                                           DE
 ---pagebreak---    b)       gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft wurden und
            die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets Garantien
            dafür gegeben hat, dass die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen und den
            spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der
            Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
   c)       sieben bis vierzehn Tage vor dem Datum der Verladung zum Versand in die Union
            einem Viruserkennungstest auf die hochpathogene Aviäre Influenza und die
            Newcastle-Krankheit unterzogen und negativ getestet wurden.
                                              Artikel 58
       Anforderungen an den Eingang von Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel in
       Mitgliedstaaten mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                                       Krankheit ohne Impfung“
   Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel der Arten der Hühnervögel (Galliformes), die
   für einen Mitgliedstaat mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
   Krankheit ohne Impfung“ bestimmt sind, dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die in der Sendung enthaltenen Tiere:
   a)       nicht gegen das Virus der Newcastle-Krankheit geimpft wurden;
   b)       mindestens 14 Tage lang vor dem Datum der Verladung der Sendung zum Versand
            in die Union in dem Herkunftsbetrieb oder einem Quarantänebetrieb in dem
            Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet unter der Überwachung eines amtlichen
            Tierarztes isoliert gehalten wurden, falls
            i)    kein Vogel während der 21 Tage vor dem Datum des Versands der Sendung
                  gegen die Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft wurde;
            ii)   kein Vogel außer den zu der Sendung gehörenden Tieren während dieses
                  Zeitraums in den Betrieb verbracht wurde;
            iii)  keinerlei Impfung in dem Betrieb vorgenommen wurde;
   c)       während der 14 Tage vor dem Datum der Verladung zum Versand in die Union bei
            serologischen Tests an Blutproben zum Nachweis von Antikörpern gegen das Virus
            der Newcastle-Krankheit negativ getestet wurden, bei denen eine Infektion mit einer
            Prävalenz von 5 % mit einem Konfidenzniveau von 95 % festgestellt werden kann.
                                          ABSCHNITT 2
        SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DIE
         VERBRINGUNG UND HANDHABUNG IN GEFANGENSCHAFT
        GEHALTENER VÖGEL NACH IHREM EINGANG IN DIE UNION
                                              Artikel 59
    Anforderungen an die Verbringung in Gefangenschaft gehaltener Vögel nach ihrem Eingang
                                             in die Union
   Nach ihrem Eingang in die Union werden Sendungen in Gefangenschaft gehaltener Vögel
   unverzüglich und auf direktem Weg zu einem nach Artikel 14 der Delegierten Verordnung
   (EU) 2019/2035 der Kommission zugelassenen Quarantänebetrieb transportiert, wobei
   Folgendes gilt:
DE                                                69                                             DE
 ---pagebreak---    a)        Die Gesamtbeförderungsdauer vom Ort des Eingangs in die Union bis zum
             Quarantänebetrieb darf 9 Stunden nicht überschreiten;
   b)        die für den Transport der Sendung zum Quarantänebetrieb verwendeten Fahrzeuge
             werden von der zuständigen Behörde so verplombt, dass ein Austausch des Inhalts
             ausgeschlossen ist.
                                               Artikel 60
     Pflichten der Unternehmer von Quarantänebetrieben nach dem Eingang von Sendungen in
                            Gefangenschaft gehaltener Vögel in die Union
   Die Unternehmer der in Artikel 59 genannten Quarantänebetriebe für in Gefangenschaft
   gehaltene Vögel:
   a)        stellen in Gefangenschaft gehaltene Vögel mindestens 30 Tage lang unter
             Quarantäne;
   b)        stellen bei Verwendung von Sentinelvögeln für die Untersuchungs-, Probenahme-
             und Testverfahren sicher, dass
             i)    mindestens zehn Sentinelvögel in jeder Einheit des Quarantänebetriebs
                   verwendet werden;
             ii)   die Sentinelvögel mindestens 3 Wochen alt sind und nur einmal zu diesem
                   Zweck verwendet werden;
             iii)  die Sentinelvögel zu Identifikationszwecken entweder beringt oder anderweitig
                   dauerhaft gekennzeichnet sind;
             iv)   die Sentinelvögel ungeimpft sind und im Hinblick auf die hochpathogene
                   Aviäre Influenza und die Newcastle-Krankheit 14 Tage vor Beginn der
                   Quarantäne als seronegativ befunden wurden;
             v)    die Sentinelvögel innerhalb des zugelassenen Quarantänebetriebs vor Ankunft
                   der in Gefangenschaft gehaltenen Vögel im gemeinsamen Haltungsraum und
                   so nah wie möglich bei den in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln in einer
                   Weise untergebracht sind, dass ein enger Kontakt zwischen den Sentinelvögeln
                   und den Exkrementen der unter Quarantäne gestellten in Gefangenschaft
                   gehaltenen Vögel sichergestellt ist;
             vi)   die in Gefangenschaft gehaltenen Vögel nur mit schriftlicher Genehmigung
                   eines amtlichen Tierarztes aus der Quarantäne entlassen werden.
                                               Artikel 61
      Pflichten der zuständigen Behörden nach dem Eingang von Sendungen in Gefangenschaft
                                    gehaltener Vögel in die Union
   Nach der Ankunft der in Gefangenschaft gehaltenen Vögel in dem in Artikel 59 genannten
   Quarantänebetrieb sind von der zuständigen Behörde:
   a)        die Quarantänebedingungen mindestens zu Beginn und bei Beendigung der
             Quarantäne zu kontrollieren; dies umfasst eine Prüfung der Mortalitätsraten und eine
             klinische Untersuchung der in Gefangenschaft gehaltenen Vögel;
   b)        die in Gefangenschaft gehaltenen Vögel einer Untersuchung auf die hochpathogene
             Aviäre Influenza und die Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß
DE                                                 70                                             DE
 ---pagebreak---             den in Anhang XX aufgeführten Untersuchungs-, Probenahme- und Testverfahren zu
            unterziehen.
                                        ABSCHNITT 3
      AUSNAHMEN VON DEN TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN
       FÜR DEN EINGANG IN DIE UNION VON IN GEFANGENSCHAFT
       GEHALTENEN VÖGELN SOWIE FÜR DIE VERBRINGUNG UND
       HANDHABUNG DIESER VÖGEL NACH IHREM EINGANG IN DIE
                                             UNION
                                             Artikel 62
      Ausnahmen von Tiergesundheitsanforderungen an in Gefangenschaft gehaltene Vögel aus
                          bestimmten Drittländern und Drittlandsgebieten
   Abweichend von den Anforderungen gemäß Teil I Artikel 3 bis 10, ausgenommen Artikel 3
   Buchstabe a Ziffer i, und den Artikeln 11 bis 19 und den Artikeln 53 bis 61 dürfen Sendungen
   von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln, die nicht den genannten Anforderungen
   entsprechen, in die Union verbracht werden, wenn sie aus Drittländern oder
   Drittlandsgebieten stammen, die auf der Grundlage äquivalenter Garantien ausdrücklich für
   den Eingang von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln in die Union gelistet sind.
                                            TITEL 4
    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN HONIGBIENEN
                                      UND HUMMELN
                                            Kapitel 1
      Allgemeine Tiergesundheitsanforderungen an Honigbienen und
                                           Hummeln
                                             Artikel 63
                                Zugelassene Kategorien von Bienen
   Nur Sendungen der folgenden Kategorien von Bienen dürfen in die Union verbracht werden:
   a)       Honigbienenköniginnen;
   b)       Hummeln.
                                             Artikel 64
                        Versand von Honigbienen und Hummeln in die Union
   Sendungen von Honigbienenköniginnen und Hummeln dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn sie den folgenden Anforderungen genügen:
   a)       Das zum Versand der Honigbienen und Hummeln in die Union verwendete
            Verpackungsmaterial und die dazu verwendeten Königinnenkäfige:
            i)    sind neu;
            ii)   dürfen nicht mit Bienen und Brutwaben in Berührung gekommen sein;
DE                                               71                                             DE
 ---pagebreak---            iii)  wurden sämtlichen Vorsorgemaßnahmen unterzogen, um ihre Kontamination
                 mit Krankheitserregern zu verhindern, die Krankheiten bei Honigbienen und
                 Hummeln auslösen;
   b)      Futtermittel, die zusammen mit den Honigbienen und Hummeln transportiert werden,
           sind frei von Krankheitserregern, die Krankheiten bei ihnen auslösen;
   c)      das Verpackungsmaterial und die Begleitprodukte wurden vor dem Versand in die
           Union einer Sichtkontrolle unterzogen, um sicherzustellen, dass von ihnen kein
           Risiko für die Tiergesundheit ausgeht und sie frei sind von:
           i)    Aethina tumida (Kleiner Bienenbeutenkäfer) und Tropilaelapsmilben
                 (Tropilaelaps spp.) in allen ihren Entwicklungsstadien im Falle von
                 Honigbienen;
           ii)   Aethina      tumida    (Kleiner    Bienenbeutenkäfer)      in   allen ihren
                 Entwicklungsstadien im Falle von Hummeln.
                                           Kapitel 2
                 Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an
                                 Honigbienenköniginnen
                                            Artikel 65
                    Bienenstand, aus dem die Honigbienenköniginnen stammen
   Sendungen von Honigbienenköniginnen dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die Honigbienen der Sendung aus einem Bienenstand stammen, der sich in einem
   Gebiet befindet,
   a)      in dessen Umkreis von mindestens 100 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
           Nachbardrittlandes einschließen kann,
           i)    kein Befall mit Aethina tumida (Kleiner Bienenbeutenkäfer) oder mit
                 Tropilaelaps spp. gemeldet wurde;
           ii)   keine Beschränkungen aufgrund eines Verdachts, eines Auftretens oder eines
                 Ausbruchs der unter Ziffer i genannten Krankheiten bestehen;
   b)      in dessen Umkreis von mindestens 3 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
           Nachbardrittlandes einschließen kann,
           i)    während mindestens 30 Tagen vor dem Datum der Verladung zum Versand in
                 die Union kein Fall von Amerikanischer Faulbrut gemeldet wurde;
           ii)   während des unter Ziffer i genannten Zeitraums keine Beschränkungen
                 aufgrund eines Verdachts auf Amerikanische Faulbrut oder aufgrund eines
                 bestätigten Falls von Amerikanischer Faulbrut bestanden;
           iii)  vor dem unter Ziffer i genannten Zeitraum ein Fall von Amerikanischer
                 Faulbrut bestätigt worden war, alle Bienenstöcke daraufhin von der
                 zuständigen Behörde im Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet überprüft
                 sowie alle infizierten Bienenstöcke behandelt und danach mit Negativbefund
                 untersucht wurden, und zwar innerhalb von 30 Tagen nach Feststellung des
                 letzten Falls.
DE                                               72                                          DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 66
                     Bienenstock, aus dem die Honigbienenköniginnen stammen
   Sendungen von Honigbienenköniginnen dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die Honigbienen der Sendung aus Bienenstöcken stammen, von denen in den letzten
   30 Tagen vor dem Datum der Verladung zum Versand in die Union Wabenproben
   entnommen und mit Negativbefund auf Amerikanische Faulbrut untersucht wurden.
                                             Artikel 67
                               Sendungen von Honigbienenköniginnen
   Sendungen von Honigbienenköniginnen dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn sich diese Sendungen in geschlossenen Käfigen befinden, wobei jeder Käfig eine
   einzelne Honigbienenkönigin mit höchstens 20 Pflegebienen enthält.
                                             Artikel 68
     Zusätzliche Garantien für Honigbienenköniginnen, die für bestimmte Mitgliedstaaten oder
             Zonen bestimmt sind, in Bezug auf den Befall mit Varroa spp. (Varroatose)
   Sendungen von Honigbienenköniginnen, die für einen Mitgliedstaat oder eine Zone mit
   Seuchenfreiheitsstatus in Bezug auf den Befall mit Varroa spp. (Varroatose) bestimmt sind,
   dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn diese Sendungen den folgenden
   Anforderungen entsprechen:
   a)       Die Honigbienen der Sendung müssen aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder
            einer Zone derselben stammen, das bzw. die frei von einem Befall mit Varroa spp.
            (Varroatose) ist;
   b)       in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone derselben wurde in den
            letzten 30 Tagen vor dem Datum der Verladung zum Versand in die Union kein
            Befall mit Varroa spp. (Varroatose) gemeldet;
   c)       während der Verladung und des Versands in die Union wurden sämtliche
            Vorkehrungen gegen eine Kontamination der Sendung mit Varroa spp. getroffen.
                                           Kapitel 3
          Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Hummeln
                                             Artikel 69
                                   Herkunftsbetrieb der Hummeln
   Sendungen von Hummeln dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Hummeln der Sendung:
   a)       in einer von der Umwelt isolierten Hummel-Produktionseinrichtung gezüchtet und
            gehalten wurden, für die Folgendes gilt:
            i)    es sind Einrichtungen vorhanden, um sicherzustellen, dass die
                  Hummelproduktion in einem gegen Fluginsekten gesicherten Gebäude erfolgt;
            ii)   es sind Einrichtungen und Ausrüstung vorhanden, um sicherzustellen, dass die
                  Hummeln zudem in getrennten epidemiologischen Einheiten isoliert werden
                  und jedes Hummelvolk während der gesamten Hummelproduktion in
                  geschlossenen Behältern innerhalb des Gebäudes gehalten wird;
DE                                               73                                            DE
 ---pagebreak---             iii)  die Lagerung und Handhabung von Pollen in den Einrichtungen erfolgt
                  während der gesamten Hummelproduktion solange von den Hummeln isoliert,
                  bis sie an diese verfüttert werden;
            iv)   es sind Standardarbeitsverfahren vorhanden, um das Eindringen des Kleinen
                  Bienenbeutenkäfers in die Einrichtung zu verhindern und die Einrichtung
                  regelmäßig auf den Kleinen Bienenbeutenkäfer zu untersuchen;
   b)       aus einer epidemiologischen Einheit innerhalb der unter Buchstabe a genannten
            Einrichtung kommen, in der kein Befall mit Aethina tumida (Kleiner
            Bienenbeutenkäfer) festgestellt wurde.
                                               Artikel 70
                                       Sendungen von Hummeln
   Sendungen von Hummeln dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Sendungen in geschlossenen Transportbehältern/Containern transportiert werden, wobei jeder
   einzelne Transportbehälter/Container ein Volk von höchstens 200 erwachsenen Hummeln,
   mit oder ohne Königin, enthält.
                                              Kapitel 4
      Allgemeine Tiergesundheitsanforderungen an die Handhabung
     von Honigbienenköniginnen und Hummeln nach ihrem Eingang
                                           in die Union
                                               Artikel 71
     Handhabung von Honigbienenköniginnen und Hummeln nach ihrem Eingang in die Union
   (1)      Nach ihrem Eingang in die Union dürfen Honigbienenköniginnen nur dann in
            örtliche Völker eingesetzt werden, wenn sie mit Genehmigung und gegebenenfalls
            unter direkter Aufsicht der zuständigen Behörde gemäß Absatz 2 aus dem
            Transportkäfig in neue Käfige gesetzt wurden.
   (2)      Im Anschluss an die in Absatz 1 genannte Umsetzung in neue Käfige werden die
            Transportkäfige, Pflegebienen und alles Material, das die Honigbienenköniginnen
            aus dem Herkunftsdrittland begleitet hat, zur Untersuchung auf den Kleinen
            Bienenbeutenkäfer (Aethina Tumida), einschließlich seiner Eier und Larven, sowie
            auf Anzeichen der Tropilaelapsmilbe an ein amtliches Labor gesandt.
   (3)      Von den Unternehmern, die Empfänger der Hummeln sind, sind der
            Transportbehälter/Container und das Verpackungsmaterial, der bzw. das die
            Hummeln aus dem Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet begleitet hat, zu
            vernichten, sie dürfen die Hummeln jedoch bis zum Ende der Lebensdauer des
            Volkes in dem Transportbehälter/Container halten, in dem sie in der Union
            eingetroffen sind.
                                               Artikel 72
                 Spezifische Pflichten der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten
   Die zuständige Behörde des Mitgliedstaats des Bestimmungsorts der Sendungen von
   Honigbienen oder Hummeln:
DE                                                 74                                         DE
 ---pagebreak---    a)    überwacht die in Artikel 71 Absatz 1 genannte Umsetzung vom Transportkäfig in
         neue Käfige;
   b)    stellt sicher, dass alles Material gemäß Artikel 71 Absatz 2 von den Unternehmern an
         ein amtliches Labor gesandt wird;
   c)    stellt sicher, dass das amtliche Labor nach Artikel 71 Absatz 2 Vorkehrungen dafür
         getroffen hat, dass die Käfige, Pflegebienen und das Material nach Abschluss der im
         selben Artikel vorgesehenen Laboruntersuchung beseitigt werden.
                                             TITEL 5
     TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
       VON HUNDEN, KATZEN UND FRETTCHEN IN DIE UNION
                                              Artikel 73
                     Versand von Hunden, Katzen und Frettchen in die Union
   (1)   Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen dürfen nur dann in die Union
         verbracht werden, wenn der Versand dieser Sendungen direkt vom Herkunftsbetrieb
         in die Union erfolgt ist, ohne dass sie durch andere Betriebe durchgeführt wurden.
   (2)   Abweichend von Absatz 1 dürfen Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen aus
         mehr als einem Herkunftsbetrieb in die Union verbracht werden, wenn für die Tiere
         der Sendung in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone derselben
         unter Einhaltung der nachstehenden Voraussetzungen ein einziger Auftrieb
         durchgeführt wurde:
         a)     Der Auftrieb wurde in einem Betrieb durchgeführt,
                i)     der im Einklang mit Anforderungen, die mindestens ebenso streng sind
                       wie die Anforderungen in Artikel 10 der Delegierten Verordnung
                       (EU) 2019/2035 der Kommission, von der zuständigen Behörde des
                       Drittlands oder Drittlandsgebiets für die Durchführung von Auftrieben
                       von Hunden, Katzen und Frettchen zugelassen ist;
                ii)    der über eine individuelle Zulassungsnummer verfügt, die von der
                       zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets zugewiesen
                       wird;
                iii)   der von der zuständigen Behörde des Versanddrittlands oder -
                       drittlandsgebiets für diesen Zweck gelistet ist, einschließlich der
                       Informationen gemäß Artikel 21 der Delegierten Verordnung
                       (EU) 2019/2035 der Kommission;
                iv)    in dem für mindestens 3 Jahre aktuelle Aufzeichnungen mit folgenden
                       Angaben geführt werden:
                       –      Herkunft der Tiere;
                       –      Datum der Ankunft in der Sammelstelle und Datum des Versands
                              von der Sammelstelle;
                       –      Identifizierungscode der Tiere;
                       –      Registrierungsnummer des Herkunftsbetriebs der Tiere;
                       –      Registrierungsnummer der Transportunternehmer und der für die
                              Zustellung bzw. die Abholung von Sendungen von Hunden, Katzen
DE                                                75                                          DE
 ---pagebreak---                                und Frettchen zur bzw. von der Sammelstelle verwendeten
                               Transportmittel;
            b)    der Auftrieb an der Sammelstelle dauerte nicht länger als 6 Tage; dieser
                  Zeitraum gilt als Teil des Zeitrahmens für die Probenahme zur Untersuchung
                  vor dem Versand in die Union, sofern eine solche Probenahme gemäß der
                  vorliegenden Verordnung vorgeschrieben ist;
            c)    die Tiere sind innerhalb von zehn Tagen ab dem Zeitpunkt des Versands aus
                  dem Herkunftsbetrieb in der Union angekommen.
                                              Artikel 74
                         Identifizierung von Hunden, Katzen und Frettchen
   (1)      Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen dürfen nur dann in die Union
            verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung mittels eines injizierbaren
            Transponders, der von einem Tierarzt eingesetzt wird und den technischen
            Vorschriften für Mittel zur Identifizierung von Tieren gemäß den auf der Grundlage
            von Artikel 120 der Verordnung (EU) 2019/429 von der Kommission erlassenen
            Durchführungsrechtsakten entspricht, individuell gekennzeichnet wurden.
   (2)      Entspricht der in Absatz 1 genannte injizierbare Transponder nicht den im selben
            Absatz genannten technischen Spezifikationen, stellt der für den Eingang in die
            Union zuständige Unternehmer ein Lesegerät zur Verfügung, das zu jeder Zeit die
            Überprüfung der individuellen Identifizierung des Tieres ermöglicht.
                                              Artikel 75
       Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder Zone derselben, aus dem bzw. der die Hunde,
                                    Katzen und Frettchen stammen
   Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn die Tiere der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
   derselben stammen, in dem bzw. der Vorschriften über die Prävention und Bekämpfung von
   Infektionen mit dem Tollwut-Virus, einschließlich Vorschriften über die Einfuhr von Hunden,
   Katzen und Frettchen aus anderen Drittländern oder Drittlandsgebieten, gelten und wirksam
   umgesetzt werden, um das Infektionsrisiko für diese Tierarten zu minimieren.
                                              Artikel 76
                            Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen
   (1)      Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen dürfen nur dann in die Union
            verbracht werden, wenn die Tiere der Sendung den folgenden Anforderungen
            genügen:
            a)    Sie haben eine Impfung gegen eine Infektion mit dem Tollwut-Virus erhalten,
                  wobei folgende Bedingungen erfüllt sind:
                  i)    die Tiere sind zum Zeitpunkt der Impfung mindestens 12 Wochen alt;
DE                                                76                                           DE
 ---pagebreak---                    ii)    der Impfstoff entspricht den Anforderungen gemäß Anhang III der
                          Verordnung (EU) Nr. 576/201318 des Europäischen Parlaments und des
                          Rates;
                   iii)   am Tag des Versands in die Union sind seit Abschluss der Erstimpfungen
                          gegen eine Infektion mit dem Tollwut-Virus mindestens 21 Tage
                          vergangen;
                   iv)    der Veterinärbescheinigung nach Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c Ziffer i
                          ist eine beglaubigte Abschrift der Impfdaten beigefügt;
            b)     sie wurden einem gültigen Test zur Titrierung von Tollwutantikörpern gemäß
                   Anhang XXI Nummer 1 unterzogen.
   (2)      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b dürfen Hunde, Katzen und Frettchen, die aus
            Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen derselben stammen, welche in der Liste
            nach der Verordnung (EU) Nr. 577/201319 aufgeführt sind, ohne Test zur Titrierung
            von Tollwutantikörpern in die Union verbracht werden.
   (3)      Sendungen von Hunden dürfen in einen Mitgliedstaat verbracht werden, dem der
            Status „seuchenfrei“ für Echinococcus multilocularis zuerkannt wurde oder der über
            ein genehmigtes Tilgungsprogramm für diese Krankheit verfügt, wenn die Tiere der
            Sendung gemäß Anhang XXI Teil 2 gegen den Befall damit behandelt wurden.
                                                  Artikel 77
    Ausnahmen für Hunde, Katzen und Frettchen, die für einen geschlossenen Betrieb oder einen
                                     Quarantänebetrieb bestimmt sind
   Abweichend von Artikel 76 dürfen Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen, die nicht
   den Anforderungen in Bezug auf die Impfung gegen Tollwut und den Befall mit
   Echinococcus multilocularis entsprechen, in die Union verbracht werden, wenn diese
   Sendungen bestimmt sind für den direkten Eingang in:
   a)       einen geschlossenen Betrieb;
   oder
   b)       einen zugelassenen Quarantänebetrieb im Bestimmungsmitgliedstaat.
                                                  Artikel 78
           Verbringung und Handhabung von für einen geschlossenen Betrieb oder einen
      Quarantänebetrieb bestimmten Hunden, Katzen und Frettchen nach ihrem Eingang in die
                                                    Union
   (1)      Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen, die für einen geschlossenen Betrieb
            in der Union bestimmt sind, verbleiben mindestens 60 Tage nach dem Datum ihres
            Eingangs in die Union in dem geschlossenen Bestimmungsbetrieb.
   18
          Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juni 2013 über die
          Verbringung von Heimtieren zu anderen als Handelszwecken und zur Aufhebung der Verordnung (EG)
          Nr. 998/2003 (ABl. L 178 vom 28.6.2013, S.1).
   19
          Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 der Kommission vom 28. Juni 2013 zu den Muster-
          Identifizierungsdokumenten für die Verbringung von Hunden, Katzen und Frettchen zu anderen als
          Handelszwecken, zur Erstellung der Listen der Gebiete und Drittländer sowie zur Festlegung der
          Anforderungen an Format, Layout und Sprache der Erklärungen zur Bestätigung der Einhaltung
          bestimmter Bedingungen gemäß der Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und
          des Rates (ABl. L 178 vom 28.6.2013, S. 109).
DE                                                    77                                                    DE
 ---pagebreak---    (2) Sendungen von Hunden, Katzen und Frettchen, die gemäß Artikel 77 Buchstabe b
       für den direkten Eingang in einen zugelassenen Quarantänebetrieb bestimmt sind,
       verbleiben dort für die folgenden Zeiträume:
       a)    Bei Nichteinhaltung der Anforderungen in Bezug auf die Impfung gegen eine
             Infektion mit dem Tollwut-Virus gemäß Artikel 76 Absatz 1: nicht weniger als
             6 Monate ab dem Datum ihrer Ankunft;
       oder
       b)    bei Hunden, die nicht den Anforderungen in Bezug auf den Befall mit
             Echinococcus multilocularis gemäß Artikel 76 Absatz 3 entsprechen:
             24 Stunden nach der Behandlung gegen einen Befall mit Echinococcus
             multilocularis gemäß Anhang XXI Nummer 2.
DE                                          78                                            DE
 ---pagebreak---                                               Teil III
         Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von
      Zuchtmaterial in die Union gemäß den Artikeln 3 und 5
                                             TITEL 1
                 TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
                       ZUCHTMATERIAL VON HUFTIEREN
                                             Kapitel 1
    Allgemeine Tiergesundheitsanforderungen an Zuchtmaterial von
                                            Huftieren
                                              Artikel 79
                   Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen
   und Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von
   Tieren gewonnen wurde, die aus Drittländern oder Drittlandsgebieten kommen, die den in
   Artikel 22 festgelegten Tiergesundheitsanforderungen entsprechen.
                                              Artikel 80
                                 Haltungszeitraum für Spendertiere
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen
   und Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von
   Tieren gewonnen wurde, die
   a)       während eines Zeitraums von mindestens sechs Monaten vor dem Datum der
            Gewinnung in einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
            verblieben sind, das bzw. die in Bezug auf die betreffende Art und Kategorie von
            Zuchtmaterial für den Eingang in die Union gelistet ist;
   b)       während eines Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem Datum der ersten
            Gewinnung des Zuchtmaterials und während des Gewinnungszeitraums:
            i)    in Betrieben gehalten wurden, die sich nicht in einer Sperrzone befinden, die
                  aufgrund des Auftretens einer Seuche der Kategorie A bei Rindern, Schweinen,
                  Schafen, Ziegen oder Equiden oder einer für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen
                  oder Equiden relevanten neu auftretenden Seuche eingerichtet wurde;
            ii)   in einem einzigen Betrieb gehalten wurden, in dem keine für Rinder, Schweine,
                  Schafe, Ziegen oder Equiden relevante Seuchen der Kategorie D gemeldet
                  wurden;
            iii)  nicht in Berührung mit Tieren aus in einer Sperrzone befindlichen Betrieben
                  gemäß Ziffer i oder aus Betrieben gemäß Ziffer ii gekommen sind;
            iv)   nicht im Natursprung eingesetzt wurden.
DE                                                79                                            DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 81
                                 Identifizierung von Spendertieren
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen
   und Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von
   Tieren gewonnen wurde, die im Einklang mit Artikel 21 gekennzeichnet sind.
                                              Artikel 82
                                       Zuchtmaterialbetriebe
   (1)     Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen,
           Ziegen und Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn dieses
           Zuchtmaterial aus zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben stammt, die von den
           zuständigen Behörden gelisteter Drittländer, Drittlandsgebiete oder Zonen derselben
           gelistet sind.
   (2)     Sendungen von Zuchtmaterial dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
           sie aus zugelassenen Zuchtmaterialbetrieben gemäß Absatz 1 stammen, die den
           folgenden Anforderungen nach Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2019/…
           der Kommission betreffend die Zulassung von Zuchtmaterialbetrieben sowie die
           Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in Bezug auf
           Verbringungen innerhalb der Union von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen
           Landtieren [Dokument C(2019) 4055] entsprechen:
           a)    Teil 1 des genannten Anhangs in Bezug auf Besamungsstationen;
           b)    Teil 2 des genannten Anhangs in Bezug auf Embryo-Entnahmeeinheiten;
           c)    Teil 3 des genannten Anhangs in Bezug auf Embryo-Erzeugungseinheiten;
           d)    Teil 4 des genannten           Anhangs     in    Bezug    auf  Zuchtmaterial-
                 Verarbeitungsbetriebe;
           e)    Teil 5 des genannten Anhangs in Bezug auf Zuchtmaterialdepots.
                                              Artikel 83
                                            Zuchtmaterial
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen
   und Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das betreffende
   Zuchtmaterial den folgenden Anforderungen entspricht:
   a)      Die Sendungen werden so gekennzeichnet, dass folgende Informationen leicht
           festgestellt werden können:
           i)    Datum der Gewinnung oder Erzeugung des betreffenden Zuchtmaterials;
           ii)   Tierart und Identität des Spendertieres bzw. der Spendertiere;
           iii)  individuelle Zulassungsnummer, die den zweibuchstabigen ALPHA-2-
                 Ländercode des Landes, in dem die Zulassung gewährt wurde, entsprechend
                 der Norm ISO 3166-1 enthält;
           iv)   sonstige relevante Angaben;
   b)      sie entsprechen den Tiergesundheitsanforderungen an die Gewinnung, Erzeugung,
           Verarbeitung und Lagerung gemäß Anhang III der Delegierten Verordnung
           (EU) 2019/… der Kommission betreffend die Zulassung von Zuchtmaterialbetrieben
DE                                                80                                           DE
 ---pagebreak---             sowie die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in Bezug
            auf Verbringungen innerhalb der Union von Zuchtmaterial von bestimmten
            gehaltenen Landtieren [Dokument C(2019) 4055].
                                                 Artikel 84
                                      Transport von Zuchtmaterial
   (1)      Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen,
            Ziegen und Equiden dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
            a)    das Zuchtmaterial in einen Transportbehälter/Container gegeben wurde, der
                  den folgenden Anforderungen entspricht:
                  i)    er wurde vor seinem Versand aus dem zugelassenen Zuchtmaterialbetrieb
                        unter der Verantwortung eines Stationstierarztes bzw. eines
                        verantwortlichen Tierarztes der Einheit oder von einem amtlichen
                        Tierarzt verplombt und nummeriert;
                  ii)   er wurde vor Gebrauch gereinigt und entweder desinfiziert oder
                        sterilisiert oder ist ein Einwegbehälter;
                  iii)  er wurde mit einem kryogenen Stoff gefüllt, der nicht zuvor bei anderen
                        Erzeugnissen verwendet wurde;
            b)    in den unter Buchstabe a genannten Transportbehälter/Container nur eine Art
                  von Zuchtmaterial von einer einzigen Tierart gegeben wurde.
   (2)      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b dürfen Unternehmer Samen, Eizellen und
            Embryonen derselben Tierart in einen einzigen Transportbehälter/Container geben,
            sofern
            a)    die Pailletten oder anderen Verpackungen, in die das Zuchtmaterial gegeben
                  wird, sicher und hermetisch verplombt sind;
            b)    die verschiedenen Arten von Zuchtmaterial durch abgetrennte Räume
                  voneinander getrennt werden oder indem sie in sekundäre Schutzbeutel
                  gegeben werden.
   (3)      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe b dürfen Unternehmer Samen, Eizellen und
            Embryonen von Schafen und Ziegen in einen einzigen Transportbehälter/Container
            geben.
                                                 Artikel 85
                       Zusätzliche Anforderungen an den Transport von Samen
   Sendungen von Samen von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen, der von mehr als einem
   Spendertier gewonnen und für den Eingang in die Union in eine einzelne Paillette oder
   sonstige Verpackung gegeben wurde, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
   a)       dieser Samen in einer einzelnen Besamungsstation gewonnen und von dort aus
            versandt wurde;
   b)       Verfahren für die Verarbeitung dieses Samens bereitstanden, mit denen sich die
            Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften gemäß Artikel 83 Buchstabe a
            gewährleisten ließ.
DE                                                   81                                         DE
 ---pagebreak---                                              Kapitel 2
    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Zuchtmaterial von
                                             Rindern
                                              Artikel 86
                                 Herkunftsbetrieb der Spenderrinder
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Tieren gewonnen wurde, die aus Betrieben
   kommen, die den folgenden Anforderungen entsprechen, und diese Tiere davor zu keinem
   Zeitpunkt in einem Betrieb mit niedrigerem Gesundheitsstatus gehalten wurden:
   a)      Sie erfüllen die in Artikel 23 festgelegten Anforderungen;
   b)      im Fall von Spendertieren für Samen waren sie vor ihrer Einstallung in eine
           Quarantäneeinrichtung frei von den folgenden Seuchen:
           i)     Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex (M. bovis, M. caprae
                  und M. tuberculosis);
           ii)    Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis;
           iii)   Enzootische Leukose der Rinder;
           iv)    infektiöse Bovine Rhinotracheitis/infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis.
                                              Artikel 87
          Ausnahmen von den Anforderungen an den Herkunftsbetrieb der Spenderrinder
   (1)     Abweichend von Artikel 86 Buchstabe b Ziffer iii dürfen Sendungen von
           Rindersamen, bei denen das Spendertier aus einem Betrieb kommt, der nicht frei von
           der Enzootischen Leukose der Rinder ist, in die Union verbracht werden, wenn das
           Tier
           a)     jünger als zwei Jahre ist und von einem Muttertier erzeugt wurde, das nach der
                  Trennung des Tieres von dem Muttertier einem serologischen Test auf die
                  Enzootische Leukose der Rinder mit Negativbefund unterzogen wurde;
           oder
           b)     das Alter von zwei Jahren erreicht hat und einem serologischen Test auf die
                  Enzootische Leukose der Rinder mit Negativbefund unterzogen wurde.
   (2)     Abweichend von Artikel 86 Buchstabe b Ziffer iii dürfen Sendungen von Eizellen
           und Embryonen von Rindern, bei denen das Spendertier aus einem Betrieb kommt,
           der nicht frei von der Enzootischen Leukose der Rinder ist, und weniger als zwei
           Jahre alt ist, in die Union verbracht werden, wenn der für den Herkunftsbetrieb
           zuständige amtliche Tierarzt bescheinigt hat, dass mindestens während der
           vorangegangenen drei Jahre kein klinischer Fall der Enzootischen Leukose der
           Rinder aufgetreten ist.
   (3)     Abweichend von Artikel 86 Buchstabe b Ziffer iv dürfen Sendungen von Samen,
           Eizellen und Embryonen von Rindern, bei denen das Spendertier aus einem Betrieb
           kommt, der nicht frei von infektiöser Boviner Rhinotracheitis/infektiöser Pustulöser
           Vulvovaginitis der Rinder ist, in die Union verbracht werden, sofern
DE                                                82                                             DE
 ---pagebreak---             a)    im Fall von Samen, das Tier einer verpflichtenden Untersuchung gemäß
                  Anhang II Teil 1 Kapitel I Nummer 1 Buchstabe b Ziffer iv der Delegierten
                  Verordnung (EU) 2019/… der Kommission betreffend die Zulassung von
                  Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit
                  und die Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen innerhalb der Union von
                  Zuchtmaterial         von         bestimmten        gehaltenen       Landtieren
                  [Dokument C(2019) 4055] mit Negativbefund unterzogen wurde;
            b)    im Fall von Eizellen oder Embryonen der für den Herkunftsbetrieb zuständige
                  amtliche Tierarzt bescheinigt hat, dass mindestens während der
                  vorangegangenen 12 Monate kein klinischer Fall der infektiösen Bovinen
                  Rhinotracheitis/infektiösen Pustulösen Vulvovaginitis aufgetreten ist.
                                              Artikel 88
                    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Spenderrinder
   Sendungen von Samen, Eizellen oder Embryonen dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Spenderrindern gewonnen wurde, die den
   Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang II Teil 1 und Anhang II Teil 5 Kapitel I, II und
   III der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission betreffend die Zulassung von
   Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und die
   Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen innerhalb der Union von Zuchtmaterial von
   bestimmten gehaltenen Landtieren [Dokument C(2019) 4055] entsprechen.
                                             Kapitel 3
    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Zuchtmaterial von
                                            Schweinen
                                              Artikel 89
                                Herkunftsbetrieb der Spenderschweine
   (1)      Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Schweinen dürfen nur dann in
            die Union verbracht werden, wenn in Bezug auf den Betrieb, aus dem die
            Spendertiere stammen, die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
            a)    Der Betrieb erfüllt die in Artikel 23 festgelegten Anforderungen;
            b)    im Fall von Spendertieren für Samen kamen sie vor ihrer Einstallung in eine
                  Quarantäneeinrichtung aus einem Betrieb, in dem mindestens während der
                  vorangegangenen 12 Monate kein klinischer, serologischer, virologischer oder
                  pathologischer Nachweis einer Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen
                  Krankheit erbracht wurde.
   (2)      Sendungen von Samen von Schweinen dürfen nur dann in die Union verbracht
            werden, wenn der Samen von Tieren gewonnen wurde, die die folgenden
            Anforderungen erfüllen:
            a)    Vor ihrer Einstallung in eine Quarantäneeinrichtung kamen sie aus einem
                  Betrieb, der im Einklang mit den Anforderungen des Anhangs II Teil 5 Kapitel
                  IV der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… betreffend die Zulassung von
                  Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit
                  und die Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen innerhalb der Union von
DE                                                 83                                             DE
 ---pagebreak---                  Zuchtmaterial         von        bestimmten        gehaltenen         Landtieren
                 [Dokument C(2019) 4055] frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B.
                 melitensis und B. suis war;
           b)    sie wurden während eines Zeitraums von mindestens 3 Monaten vor diesem
                 Datum in einer Quarantäneeinrichtung gehalten, die am Tag der Einstallung
                 frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis war;
           c)    sie wurden in einer Besamungsstation gehalten, in der während eines
                 Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem Datum der Einstallung und von
                 mindestens 30 Tagen unmittelbar vor dem Datum der Gewinnung kein
                 klinischer, serologischer, virologischer oder pathologischer Nachweis einer
                 Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit erbracht wurde;
           d)    sie wurden seit ihrer Geburt oder während eines Zeitraums von mindestens
                 3 Monaten vor dem Datum ihrer Einstallung in die Quarantäneeinrichtung in
                 einem Betrieb gehalten, in dem in dem genannten Zeitraum keine Tiere gegen
                 eine Infektion mit dem Virus des seuchenhaften Spätaborts der Schweine
                 geimpft wurden und keine Infektion mit dem Virus des seuchenhaften
                 Spätaborts der Schweine nachgewiesen wurde.
                                             Artikel 90
                  Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Spenderschweine
   Sendungen von Samen, Eizellen oder Embryonen dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Spenderschweinen gewonnen wurde, die
   a)      den Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang II Teil 2 und Anhang II Teil 5
           Kapitel I, II III und IV der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission
           zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
           Rates betreffend die Zulassung von Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen
           an die Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen
           innerhalb der Union von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen Landtieren
           [Dokument C(2019) 4055] entsprechen;
   b)      nicht gegen eine Infektion mit dem Virus des seuchenhaften Spätaborts der Schweine
           geimpft wurden.
                                            Kapitel 4
    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Zuchtmaterial von
                                    Schafen und Ziegen
                                             Artikel 91
                           Herkunftsbetrieb der Spenderschafe und -ziegen
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Schafen und Ziegen dürfen nur dann in
   die Union verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Tieren gewonnen wurde, die die
   folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)      Im Fall von Spendertieren für Samen sind sie vor ihrer Einstallung in eine
           Quarantäneeinrichtung nicht aus einem Betrieb gekommen bzw. nicht in Berührung
           gekommen mit Tieren aus einem Betrieb, für den Verbringungsbeschränkungen in
           Bezug auf eine Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis galten. Die
           Verbringungsbeschränkungen für den Betrieb werden nach Ablauf eines Zeitraums
DE                                               84                                               DE
 ---pagebreak---             von mindestens 42 Tagen ab dem Datum der Schlachtung sowie der Beseitigung des
            letzten infizierten oder für die Seuche empfänglichen Tieres aufgehoben;
   b)       sie kommen aus einem Betrieb, der frei von einer Infektion mit Brucella abortus, B.
            melitensis und B. suis war, und sie wurden davor zu keinem Zeitpunkt in einem
            Betrieb mit niedrigerem Gesundheitsstatus gehalten.
                                               Artikel 92
              Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Spenderschafe und -ziegen
   Sendungen von Samen, Eizellen oder Embryonen von Schafen und Ziegen dürfen nur dann in
   die Union verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Spendertieren gewonnen wurde,
   die den spezifischen Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang II Teil 3 und Anhang II
   Teil 5 Kapitel I, II und III der Delegierten Verordnung (EU) 2019/… der Kommission
   betreffend die Zulassung von Zuchtmaterialbetrieben sowie die Anforderungen an die
   Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen innerhalb der Union
   von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen Landtieren [Dokument C(2019) 4055]
   entsprechen.
                                              Kapitel 5
    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Zuchtmaterial von
                                              Equiden
                                               Artikel 93
                                 Herkunftsbetrieb der Spenderequiden
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Equiden dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Spendertieren gewonnen wurde, die aus
   Betrieben kommen, die den in Artikel 23 festgelegten Anforderungen entsprechen.
                                               Artikel 94
                    Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Spenderequiden
   Sendungen von Samen, Eizellen oder Embryonen von Equiden dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Spendertieren gewonnen wurde, die den in
   Artikel 24 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer ii und Artikel 24 Absatz 1 Buchstabe b Ziffer ii sowie
   Artikel 24 Absatz 6 festgelegten Anforderungen und den zusätzlichen spezifischen
   Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang II Teil 4 der Delegierten Verordnung
   (EU) 2019/…der Kommission betreffend die Zulassung von Zuchtmaterialbetrieben sowie die
   Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und die Tiergesundheit in Bezug auf Verbringungen
   innerhalb der Union von Zuchtmaterial von bestimmten gehaltenen Landtieren
   [Dokument C(2019) 4055] entsprechen.
DE                                                 85                                            DE
 ---pagebreak---                                           Kapitel 6
    Besondere Vorschriften für für geschlossene Betriebe bestimmtes
                                       Zuchtmaterial
                                            Artikel 95
                 Für geschlossene Betriebe in der Union bestimmtes Zuchtmaterial
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen
   und Equiden, die von geschlossenen Betrieben in Drittländern oder Drittlandsgebieten, die
   gemäß Artikel 29 gelistet sind, versandt werden, dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn sie in einen geschlossenen Betrieb in der Union versandt werden und die
   folgenden Anforderungen erfüllt sind:
   a)      Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats hat eine Bewertung der
           Risiken im Zusammenhang mit dem Eingang dieses Zuchtmaterials in die Union
           vorgenommen;
   b)      die Spendertiere, von denen dieses Zuchtmaterial gewonnen wurde, stammen aus
           einem geschlossenen Betrieb in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer
           Zone derselben, der bzw. die in einer nach Artikel 29 erstellten Liste geschlossener
           Betriebe, aus denen der Eingang von Huftieren in die Union zugelassen werden
           kann, aufgeführt ist;
   c)      das Zuchtmaterial ist für einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt, der
           nach Artikel 95 der Verordnung (EU) 2016/429 zugelassen ist;
   d)      das Zuchtmaterial wird auf direktem Weg zu dem unter Buchstabe c genannten
           geschlossenen Betrieb transportiert.
                                            Artikel 96
        Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an in geschlossenen Betrieben gehaltene
                                           Spendertiere
   Die in Artikel 95 genannten Zuchtmaterialsendungen dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn das Zuchtmaterial von Spendertieren gewonnen wurde, die die folgenden
   Anforderungen erfüllen:
   a)      Die Spendertiere sind nicht aus einem Betrieb bzw. nicht mit Tieren aus einem
           Betrieb in Berührung gekommen, der sich in einer Sperrzone befindet, die aufgrund
           des Auftretens einer Seuche der Kategorie A oder einer für Rinder, Schweine,
           Schafe, Ziegen oder Equiden relevanten neu auftretenden Seuche eingerichtet wurde;
   b)      die Spendertiere kommen aus einem Betrieb, in dem während eines Zeitraums von
           mindestens 30 Tagen vor dem Datum der Gewinnung des Samens, der Eizellen oder
           der Embryonen keine der für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen oder Equiden
           relevanten Seuchen der Kategorie D gemeldet wurde;
   c)      die Spendertiere sind während eines Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem
           Datum der Gewinnung der für den Eingang in die Union bestimmten Samen,
           Eizellen oder Embryonen in einem einzigen geschlossenen Herkunftsbetrieb
           verblieben;
   d)      die Spendertiere wurden am Tag der Gewinnung des Samens, der Eizellen oder der
           Embryonen von dem Betriebstierarzt, der für die im geschlossenen Betrieb
DE                                              86                                              DE
 ---pagebreak---            durchgeführten Tätigkeiten zuständig ist, klinisch untersucht und zeigten keine
           Krankheitssymptome;
   e)      die Spendertiere wurden während eines Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem
           Datum der ersten Gewinnung und während des Zeitraums der Gewinnung des bzw.
           der für den Eingang in die Union bestimmten Samens, Eizellen oder Embryonen so
           wenig wie möglich im Natursprung eingesetzt;
   f)      die Spendertiere sind im Einklang mit Artikel 21 gekennzeichnet.
                                             Artikel 97
             Anforderungen an in geschlossenen Betrieben gewonnenes Zuchtmaterial
   Die in Artikel 95 genannten Zuchtmaterialsendungen dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn
   a)      sie gemäß den in Artikel 83 Buchstabe a festgelegten Informationsanforderungen
           gekennzeichnet sind;
   b)      sie gemäß den Artikeln 84 und 85 transportiert werden.
                                            TITEL 2
    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN BRUTEIER VON
       GEFLÜGEL UND IN GEFANGENSCHAFT GEHALTENEN
                                           VÖGELN
                                            Kapitel 1
                   Tiergesundheitsanforderungen an Bruteier
                                             Artikel 98
                                          Haltungszeitraum
   Sendungen von Bruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn der
   Herkunftsbestand der Bruteier unmittelbar vor dem Datum der Verladung der Bruteier zum
   Versand in die Union durchgängig den in Anhang XXII festgelegten Anforderungen in Bezug
   auf den Haltungszeitraum entsprochen hat und während dieser Zeit
   a)      im Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben verblieben ist;
   b)      im Herkunftsbetrieb verblieben ist, ohne dass Tiere während der Zeit vor der
           Verladung in den Betrieb eingestellt wurden;
   c)      nicht mit Geflügel oder Bruteiern mit niedrigerem Gesundheitsstatus oder mit in
           Gefangenschaft gehaltenen Vögeln oder Wildvögeln in Berührung gekommen ist.
                                             Artikel 99
                  Handhabung von Bruteiern während des Transports in die Union
   Sendungen von Bruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das
   Zuchtmaterial der Sendung den folgenden Anforderungen genügt:
   a)      Die für den Eingang in die Union bestimmten Bruteier dürfen in der Zeit von der
           Verladung am Herkunftsbetrieb zum Versand in die Union bis zur Ankunft in der
           Union nicht mit Geflügel, in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln oder Bruteiern in
DE                                               87                                           DE
 ---pagebreak---             Berührung gekommen sein, die nicht für den Eingang in die Union bestimmt sind
            oder über einen niedrigeren Gesundheitsstatus verfügen;
   b)       Bruteier, die auf dem Land-, See- oder Luftweg befördert werden, dürfen nicht durch
            ein Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, das bzw. die für die
            betreffende Art und Kategorie von Bruteiern nicht für den Eingang in die Union
            gelistet ist, transportiert oder dort entladen oder auf ein anderes Transportmittel
            umgeladen werden.
                                              Artikel 100
     Ausnahmeregelung und zusätzliche Anforderungen an die Umladung von auf dem Wasser-
      oder Luftweg transportierten Bruteiern im Falle eines Problems mit dem Transportmittel
   Abweichend von Artikel 99 Buchstabe b dürfen Sendungen von Bruteiern, die in einem
   Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die nicht für den Eingang von
   Bruteiern in die Union gelistet ist, von dem Versandtransportmittel zur Weiterbeförderung auf
   ein anderes Transportmittel umgeladen wurden, nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die Umladung aufgrund eines technischen Problems oder eines sonstigen
   unvorhergesehenen Ereignisses, das zu logistischen Problemen während des Transports der
   Bruteier in die Union auf dem See- oder Luftweg führte, erforderlich war, um den Transport
   zum Eingangsort in die Union zu gewährleisten, und sofern
   a)       der Eingang der Bruteier in die Union von der zuständigen Behörde des
            Bestimmungsmitgliedstaats und gegebenenfalls der Durchfuhrmitgliedstaaten bis zu
            ihrer Ankunft an ihrem Bestimmungsort in der Union genehmigt wurde;
   b)       die Umladung vollständig von einem amtlichen Tierarzt oder einem zuständigen
            Zollbeamten beaufsichtigt wurde, und während der gesamten Umladung
            i)     wirksame Maßnahmen getroffen wurden, um jeglichen direkten oder indirekten
                   Kontakt zwischen den für den Eingang in die Union bestimmten Bruteiern und
                   anderen Bruteiern oder Tieren zu vermeiden;
            ii)    die Bruteier auf direktem Weg und schnellstmöglich auf das zur
                   Weiterbeförderung in die Union bestimmte Schiff oder Luftfahrzeug, das den
                   in Artikel 17 festgelegten Anforderungen entspricht, umgeladen wurden, ohne
                   dabei den Bereich des Hafens bzw. Flughafens zu verlassen;
   c)       die Bruteier von einer Erklärung der zuständigen Behörde desjenigen Drittlands oder
            Drittlandsgebiets, in dem die Bruteier umgeladen wurden, begleitet werden, die die
            erforderlichen Angaben zur Umladung enthält und in der bestätigt wird, dass die
            entsprechenden Maßnahmen zur Einhaltung der unter Buchstabe b festgelegten
            Anforderungen getroffen wurden.
                                              Artikel 101
                                Transport von Bruteiern auf dem Seeweg
   (1)      Sendungen von Bruteiern, die – wenn auch nur streckenweise – per Schiff
            transportiert werden, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das
            Zuchtmaterial der Sendung den folgenden Anforderungen genügt:
            a)     die Bruteier
                   i)    haben sich während des kompletten Transports an Bord des Schiffes
                         befunden;
DE                                                88                                             DE
 ---pagebreak---                  ii)    sind an Bord nicht mit Vögeln oder Bruteiern mit niedrigerem
                        Gesundheitsstatus in Berührung gekommen;
           b)    Bruteier, die gemäß Buchstabe a transportiert werden, werden von einer
                 Erklärung begleitet, die folgende Angaben enthält:
                 i)     Auslaufhafen in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone
                        derselben;
                 ii)    Ankunftshafen in der Union;
                 iii)   gegebenenfalls Anlaufhäfen außerhalb des Herkunftsdrittlands,          -
                        drittlandsgebiets der Sendung oder der Zone derselben;
                 iv)    Bestätigung, dass die Bruteier während des Transports die
                        Anforderungen gemäß Buchstabe a und gemäß den Ziffern i, ii und iii
                        dieses Buchstabens erfüllt haben.
   (2)     Der für die Sendung von Bruteiern verantwortliche Unternehmer stellt sicher, dass
           die in Absatz 1 genannte Erklärung der Veterinärbescheinigung beigefügt ist und am
           Tag des Einlaufens des Schiffes im Ankunftshafen vom Schiffskapitän unterzeichnet
           wird.
                                              Artikel 102
     Präventionsmaßnahmen für Transportmittel und Transportbehälter/Container für Bruteier
   Sendungen von Bruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das
   Zuchtmaterial der Sendung den folgenden Anforderungen genügt:
   a)      Die Bruteier wurden in Fahrzeugen transportiert, die
           i)    so gebaut sind, dass die Bruteier nicht herausfallen können;
           ii)   so konzipiert sind, dass eine Reinigung und Desinfektion möglich ist;
           iii)  vor jedem Verladen von Bruteiern, die für den Eingang in die Union bestimmt
                 sind, mit einem von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
                 drittlandsgebiets zugelassenen Desinfektionsmittel gereinigt und desinfiziert
                 und sofort getrocknet oder trocknen gelassen wurden;
   b)      die Bruteier wurden in Transportbehältern/Containern transportiert, die die folgenden
           Anforderungen erfüllen:
           i)    sie entsprechen den Anforderungen von Buchstabe a;
           ii)   sie enthalten nur Bruteier, die nach Art, Kategorie und Typ identisch sind und
                 aus demselben Betrieb kommen;
           iii)  sie wurden nach den Anweisungen der zuständigen Behörde des
                 Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets so verschlossen, dass ein Austausch
                 des Inhalts ausgeschlossen ist;
           iv)   sie
                 –      wurden vor der Verladung gemäß den Anweisungen der zuständigen
                        Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets gereinigt und
                        desinfiziert;
                        oder
                 –      sind zum ersten Mal verwendete, saubere Einwegbehälter;
DE                                                89                                             DE
 ---pagebreak---             v)    sie sind mit den Angaben für die betreffende Art und Kategorie von Bruteiern
                  gemäß Anhang XVI versehen.
                                              Artikel 103
                  Verbringung und Handhabung von Bruteiern nach ihrem Eingang
   Nach ihrem Eingang in die Union stellen die                      Unternehmer,    einschließlich
   Transportunternehmer, sicher, dass Sendungen von Bruteiern
   a)       auf direktem Weg vom Eingangsort zu ihrem Bestimmungsort in der Union befördert
            werden;
   b)       den in den Kapiteln 5 und 7 dieses Titels für die betreffenden Arten und Kategorien
            von Bruteiern festgelegten Anforderungen an die Verbringung innerhalb der Union
            und die Handhabung nach ihrem Eingang in die Union entsprechen.
                                             Kapitel 2
         Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Bruteier von
                                              Geflügel
                                              Artikel 104
       Von in das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben eingeführtem
                                    Geflügel stammende Bruteier
   Sendungen von Geflügelbruteiern, die von Beständen stammen, die aus einem anderen
   Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in das Herkunftsdrittland, -
   drittlandsgebiet oder eine Zone derselben eingeführt wurden, dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
   drittlandsgebiets der Bruteier Garantien dafür gegeben hat, dass
   a)       die Bestände, von denen die Bruteier stammen, aus einem Drittland, Drittlandsgebiet
            oder einer Zone derselben eingeführt wurden, das bzw. die für den Eingang
            derartiger Bestände in die Union gelistet ist;
   b)       die Einfuhr der Bestände, von denen die Bruteier stammen, in dieses Drittland,
            Drittlandsgebiet      oder     eine      Zone     derselben     entsprechend      den
            Tiergesundheitsanforderungen erfolgt ist, die mindestens genauso streng sind wie
            diejenigen, die für die Verbringung solcher Sendungen in die Union auf direktem
            Weg gelten.
                                              Artikel 105
   Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der die Bruteier
                                               stammen
   Sendungen von Geflügelbruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn sie
   aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das bzw. die den
   folgenden Anforderungen genügt:
   a)       es bzw. sie verfügt über ein Seuchenüberwachungsprogramm für hochpathogene
            Aviäre Influenza, das mindestens 6 Monate vor dem Datum des Versands der
            Sendung in die Union eingerichtet wurde und den Anforderungen entspricht, die
            festgelegt sind in:
            i)    Anhang II der vorliegenden Verordnung;
DE                                                90                                               DE
 ---pagebreak---       oder
      ii)   dem entsprechenden Kapitel des Gesundheitskodex für Landtiere der
            Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE);
   b) es bzw. sie gilt im Einklang mit Artikel 38 als frei von hochpathogener Aviärer
      Influenza;
   c) sofern in dem Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone derselben Impfungen gegen
      hochpathogene Aviäre Influenza durchgeführt werden, hat die zuständige Behörde
      des Herkunftsdrittlands oder -gebiets Garantien dafür gegeben, dass
      i)    das Impfprogramm den Anforderungen in Anhang XIII entspricht;
      ii)   das      unter   Buchstabe a      des      vorliegenden     Artikels   genannte
            Überwachungsprogramm neben den Anforderungen gemäß Anhang II auch
            den Anforderungen gemäß Anhang XIII Nummer 2 entspricht;
      iii)  sie sich verpflichtet, die Kommission über jegliche Änderungen des
            Impfprogramms, das in dem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
            derselben durchgeführt wird, in Kenntnis zu setzen;
   d) es bzw. sie
      i)    gilt in Bezug auf Bruteier von anderem Geflügel als Laufvögeln im Einklang
            mit Artikel 39 als frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
            Krankheit;
      ii)   gilt in Bezug auf Bruteier von Laufvögeln:
            –      im Einklang mit Artikel 39 als frei von einer Infektion mit dem Virus der
                   Newcastle-Krankheit;
                   oder
            –      zwar nicht als frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                   Krankheit im Einklang mit Artikel 39, aber die zuständige Behörde des
                   Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiet hat Garantien für die
                   Einhaltung der Anforderungen hinsichtlich einer Infektion mit dem Virus
                   der Newcastle-Krankheit in Bezug auf Isolierung, Überwachung und
                   Untersuchung gemäß Anhang XIV gegeben;
   e) sofern Impfungen gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
      durchgeführt werden, hat die zuständige Behörde des Drittlands oder
      Drittlandsgebiets Garantien dafür gegeben, dass
      i)    die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für
            Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
            gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
            oder
      ii)   die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen Kriterien für Impfstoffe gegen
            eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
            Nummer 1 entsprechen und das Geflügel den Tiergesundheitsanforderungen
            gemäß Anhang XV Nummer 2 an Geflügel und Bruteier genügt, das bzw. die
            aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt oder
            stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe gegen eine Infektion
            mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den spezifischen Kriterien
            gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
DE                                          91                                               DE
 ---pagebreak---    f)     es bzw. sie hat sich verpflichtet, der Kommission im Falle eines Ausbruchs der
          hochpathogenen Aviären Influenza bzw. der Infektion mit dem Virus der Newcastle-
          Krankheit die folgenden Informationen zu übermitteln:
          i)    Informationen zur Seuchenlage innerhalb von 24 Stunden nach der Bestätigung
                des ersten Ausbruchs der hochpathogenen Aviären Influenza bzw. der
                Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit;
          ii)   regelmäßige Sachstandsberichte zur Seuchenlage;
   g)     es bzw. sie hat sich verpflichtet, dem Referenzlabor der Europäischen Union für die
          Aviäre Influenza und die Newcastle-Krankheit Virusisolate von den ersten
          Ausbrüchen der hochpathogenen Aviären Influenza bzw. der Infektion mit dem
          Virus der Newcastle-Krankheit zu übermitteln.
                                            Artikel 106
                                  Herkunftsbetrieb der Bruteier
   Sendungen von Geflügelbruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn sie
   a)     aus Brütereien stammen, die von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands
          oder -drittlandsgebiets gemäß Anforderungen zugelassen wurden, die mindestens
          genauso streng sind wie die Anforderungen des Artikels 7 der Delegierten
          Verordnung (EU) 2019/ 2035 der Kommission, und für die Folgendes gilt:
          i)    ihre Zulassung wurde weder ausgesetzt noch entzogen;
          ii)   in einem Umkreis von 10 km um diese Brütereien, der gegebenenfalls auch das
                Gebiet eines Nachbarlandes einschließen kann, ist mindestens in den letzten
                30 Tagen vor dem Datum der Verladung der Bruteier zum Versand in die
                Union weder ein Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza noch der
                Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit aufgetreten;
          iii)  dem Betrieb wurde von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
                drittlandsgebiets eine individuelle Zulassungsnummer zugewiesen;
   b)     von Beständen stammen, die in Betrieben gehalten wurden, die von der zuständigen
          Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets gemäß Anforderungen
          zugelassen wurden, die den Anforderungen des Artikels 8 der Delegierten
          Verordnung (EU) 2019/2035 der Kommission mindestens gleichwertig sind, und
          i)    ihre Zulassung wurde weder ausgesetzt noch entzogen;
          ii)   in einem Umkreis von 10 km um diese Betriebe, der gegebenenfalls auch das
                Gebiet eines Nachbarlandes einschließen kann, ist mindestens in den letzten
                30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Bruteier zum Versand in die
                Union weder ein Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza noch der
                Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit aufgetreten;
          iii)  in dem Betrieb wurde mindestens in den letzten 21 Tagen vor dem Datum der
                Sammlung der Eier zum Versand in die Union kein bestätigter Fall einer
                Infektion mit den niedrigpathogenen Viren der Aviären Influenza gemeldet.
DE                                              92                                            DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 107
                                    Herkunftsbestand der Bruteier
   Sendungen von Geflügelbruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Eier von Beständen stammen, die den folgenden Anforderungen genügen:
   a)       Wenn sie gegen hochpathogene Aviäre Influenza geimpft wurden, hat das
            Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet Garantien dafür gegeben, dass die in
            Anhang XIII festgelegten Mindestanforderungen an Impfprogramme und zusätzliche
            Überwachungsmaßnahmen eingehalten wurden;
   b)       wenn sie gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft
            wurden,
            i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten Impfstoffe
                  –     den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine
                        Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
                        Nummer 1 entsprechen; oder
                  –     den allgemeinen Kriterien für anerkannte Impfstoffe gegen eine Infektion
                        mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1
                        entsprachen und das Geflügel und die Bruteier, aus denen die
                        Eintagsküken geschlüpft sind, den in Anhang XV Nummer 2 festgelegten
                        Tiergesundheitsanforderungen an Geflügel und Bruteier genügen, das
                        bzw. die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
                        stammt bzw. stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe
                        gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den
                        spezifischen Kriterien gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
            ii)   sind für jede Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten Informationen
                  zu übermitteln;
   c)       sie wurden einem Seuchenüberwachungsprogramm unterzogen, das den
            Anforderungen nach Anhang II der Delegierten Verordnung (EU) 2019/ 2035 der
            Kommission entspricht, und es wurde festgestellt, dass sie nicht mit den folgenden
            Seuchenerregern infiziert sind und dass keine Anhaltspunkte für einen Verdacht auf
            eine Infektion mit den nachstehenden Erregern bestehen:
            i)    Salmonella pullorum, Salmonella gallinarum und – im Falle der Art Gallus
                  gallus – Mycoplasma gallisepticum;
            ii)   Salmonella arizonae (Serogruppe O:18(k)), Salmonella pullorum, Salmonella
                  gallinarum, Mycoplasma meleagridis und – im Falle der Art Meleagris
                  gallopavo – Mycoplasma gallisepticum;
            iii)  Salmonella pullorum und – im Falle der Arten Numida meleagris, Coturnix
                  coturnix, Phasianus colchicus, Perdix perdix und Anas spp – Salmonella
                  gallinarum;
   d)       sie wurden in Betrieben gehalten, die bei Bestätigung einer Infektion mit Salmonella
            pullorum, S. gallinarum und S. arizonae in den letzten 12 Monaten vor dem Datum
            der Sammlung der Eier zum Versand in die Union folgende Maßnahmen angewendet
            haben:
            i)    der infizierte Bestand wurde geschlachtet oder getötet und vernichtet;
DE                                               93                                              DE
 ---pagebreak---            ii)   im Anschluss an die unter Ziffer i genannte Schlachtung bzw. Tötung des
                 infizierten Bestands wurde der Betrieb gereinigt und desinfiziert;
           iii)  im Anschluss an die unter Ziffer ii genannte Reinigung und Desinfektion
                 wurden alle Bestände im Betrieb zweimal einer Untersuchung auf eine
                 Infektion mit Salmonella pullorum, S. gallinarum und S. arizonae unterzogen,
                 die entsprechend dem Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im
                 Abstand von mindestens 21 Tagen mit Negativbefund durchgeführt wurde;
   e)      sie wurden in Betrieben gehalten, die bei Bestätigung der Mykoplasmose des
           Geflügels (Mycoplasma gallisepticum und M. meleagridis) in den letzten
           12 Monaten vor dem Datum der Sammlung der Eier zum Versand in die Union
           folgende Maßnahmen angewendet haben:
           entweder
           i)    wurde der infizierte Bestand zweimal einer Untersuchung auf Mykoplasmose
                 des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum und M. meleagridis) mit
                 Negativbefund           unterzogen,       die         entsprechend      dem
                 Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im Abstand von
                 mindestens 60 Tagen am gesamten Bestand durchgeführt wurde;
           oder
           ii)   der infizierte Bestand wurde geschlachtet oder getötet und vernichtet, der
                 Betrieb wurde gereinigt und desinfiziert und im Anschluss an die Reinigung
                 und Desinfektion wurden alle Bestände im Betrieb zweimal einer
                 Untersuchung auf Mykoplasmose des Geflügels (Mycoplasma gallisepticum
                 und M. meleagridis) mit Negativbefund unterzogen, die entsprechend dem
                 Seuchenüberwachungsprogramm gemäß Buchstabe c im Abstand von
                 mindestens 21 Tagen durchgeführt wurde;
   f)      sie wurden einer klinischen Untersuchung unterzogen, die von einem amtlichen
           Tierarzt in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
           innerhalb von 24 Stunden vor dem Zeitpunkt der Verladung der Bruteiersendung für
           den Versand in die Union zur Feststellung von Anzeichen für das Auftreten von
           Seuchen, einschließlich der relevanten gelisteten Seuchen gemäß Anhang I und neu
           auftretender Seuchen, durchgeführt wurde, und es wurden keine
           Krankheitssymptome oder Anhaltspunkte für einen Verdacht auf das Auftreten einer
           dieser Seuchen festgestellt.
                                             Artikel 108
                              Die in der Sendung enthaltenen Bruteier
   Sendungen von Geflügelbruteiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   folgenden Anforderungen erfüllt sind:
   a)      Wenn die Bruteier gegen hochpathogene Aviäre Influenza geimpft wurden, hat das
           Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet Garantien dafür gegeben, dass die in
           Anhang XIII festgelegten Mindestanforderungen an Impfprogramme und zusätzliche
           Überwachungsmaßnahmen eingehalten wurden;
   b)      wenn die Bruteier gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
           geimpft wurden,
DE                                               94                                           DE
 ---pagebreak---            i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                 Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen
                 und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem
                 Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
            ii)  sind für die Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten Informationen
                 zu übermitteln;
   c)      die Bruteier sind wie folgt gekennzeichnet:
           i)    mit Farbtinte;
           ii)   im Falle von Bruteiern, die von anderem Geflügel als Laufvögeln stammen,
                 mit einem Stempel mit der individuellen Zulassungsnummer des in Artikel 106
                 genannten Herkunftsbetriebs;
           iii)  im Falle von Bruteiern von Laufvögeln mit einem Stempel mit dem ISO-
                 Ländercode des Herkunftsdrittlands- oder -drittlandsgebiets und der
                 individuellen     Zulassungsnummer       des     in   Artikel 106    genannten
                 Herkunftsbetriebs;
   d)      die Bruteier wurden gemäß den Anweisungen der zuständigen Behörde des
           Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets desinfiziert.
                                             Artikel 109
     Eingang von Bruteiern in Mitgliedstaaten mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem
                           Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“
   Sendungen von Bruteiern, die für einen Mitgliedstaat mit dem Status „frei von einer Infektion
   mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne Impfung“ bestimmt sind, dürfen nur dann in die
   Union verbracht werden, wenn sie:
   a)      nicht gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft wurden;
   b)      von Beständen stammen, die den Anforderungen gemäß einer der folgenden Ziffern
           entsprechen:
           i)    Sie wurden nicht gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                 geimpft;
           oder
           ii)   sie wurden zwar gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                 geimpft, dabei wurde jedoch ein inaktivierter Impfstoff verwendet;
           oder
           iii)  sie wurden mindestens 60 Tage vor dem Datum der Sammlung der Eier mit
                 einem Lebendimpfstoff gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                 Krankheit geimpft.
DE                                               95                                              DE
 ---pagebreak---                                             Kapitel 3
      Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Sendungen von
      weniger als 20 Bruteiern von anderem Geflügel als Laufvögeln
                                             Kapitel 110
        Ausnahmeregelungen und spezifische Anforderungen an Sendungen von weniger als
                          20 Bruteiern von anderem Geflügel als Laufvögeln
   Abweichend von den Artikeln 101, 102, 106, 107 und 108 dürfen Sendungen von weniger als
   20 Bruteiern von anderem Geflügel als Laufvögeln in die Union verbracht werden, wenn sie
   den folgenden Anforderungen entsprechen:
   a)       Sie kommen aus Betrieben,
            i)    die bei der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  registriert sind;
            ii)   in denen zumindest in den letzten 21 Tagen vor dem Datum der Sammlung der
                  Bruteier keine Infektion mit niedrigpathogenen Viren der Aviären Influenza
                  bestätigt wurde;
            iii)  in deren Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
                  Nachbarlandes einschließen kann, mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem
                  Datum der Sammlung der Bruteier weder ein Ausbruch der hochpathogenen
                  Aviären Influenza noch der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                  aufgetreten ist;
   b)       in Bezug auf die Impfung gegen hochpathogene Aviäre Influenza gilt Folgendes:
            i)    die Bruteier wurden nicht gegen hochpathogene Aviäre Influenza geimpft;
            ii)   wenn die Herkunftsbestände gegen hochpathogene Aviäre Influenza geimpft
                  wurden, hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
                  drittlandsgebiets Garantien dafür gegeben, dass die in Anhang XIII
                  festgelegten Mindestanforderungen an Impfprogramme und zusätzliche
                  Überwachungsmaßnahmen eingehalten wurden;
   c)       in Bezug auf die Impfung gegen das Virus der Newcastle-Krankheit gilt: die Bruteier
            wurden nicht gegen das Virus der Newcastle-Krankheit geimpft, und falls die
            Herkunftsbestände gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
            geimpft wurden,
            i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten Impfstoffe entweder
                  –      den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe gegen eine
                         Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
                         Nummer 1 entsprechen;
                         oder
                  –      den allgemeinen Kriterien für anerkannte Impfstoffe gegen eine Infektion
                         mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV Nummer 1
                         entsprechen und die Bruteier den Tiergesundheitsanforderungen gemäß
                         Anhang XV Nummer 2 an Geflügel und Bruteier genügen, das bzw. die
                         aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt
                         oder stammen, in dem bzw. in der die verwendeten Impfstoffe gegen eine
DE                                               96                                               DE
 ---pagebreak---                           Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit nicht den spezifischen
                          Kriterien gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
            ii)    sind für die Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten Informationen
                   zu übermitteln;
   d)       die Bruteier kommen von Beständen, die einer klinischen Untersuchung unterzogen
            wurden, die von einem amtlichen Tierarzt in dem Herkunftsdrittland, -
            drittlandsgebiet oder einer Zone derselben innerhalb von 24 Stunden vor dem
            Zeitpunkt der Verladung der Bruteiersendung für den Versand in die Union zur
            Feststellung von Anzeichen für das Auftreten von Seuchen, einschließlich der
            relevanten gelisteten Seuchen gemäß Anhang I und neu auftretender Seuchen,
            durchgeführt wurde, und die Bestände zeigten keine Krankheitssymptome bzw.
            ergaben keine Anhaltspunkte für einen Verdacht auf das Auftreten einer dieser
            Seuchen;
   e)       sie kommen aus Beständen, die:
            i)     während eines Zeitraums von mindestens 21 Tagen vor dem Datum der
                   Sammlung der Eier im Herkunftsbetrieb isoliert waren;
            ii)    die einer Untersuchung unterzogen wurden, die gemäß den in Anhang XVII
                   festgelegten Anforderungen an die Untersuchung von Sendungen von weniger
                   als 20 Stück Geflügel, ausgenommen Laufvögel, und weniger als
                   20 Geflügelbruteiern vor dem Eingang in die Union durchgeführt und bei der
                   festgestellt wurde, dass die Tiere nicht mit den folgenden Seuchenerregern
                   infiziert sind und es keine Anhaltspunkte für einen Verdacht auf eine Infektion
                   mit den nachstehenden Erregern gibt:
                   –      Salmonella pullorum, Salmonella gallinarum und – bei Gallus gallus –
                          Mycoplasma gallisepticum;
                   –      Salmonella arizonae (Serogruppe O:18(k)), Salmonella pullorum,
                          Salmonella gallinarum, Mycoplasma meleagridis und – im Falle der Art
                          Meleagris gallopavo – Mycoplasma gallisepticum;
                   –      Salmonella pullorum und – bei Numida meleagris, Coturnix coturnix,
                          Phasianus colchicus, Perdix perdix und Anas spp – Salmonella
                          gallinarum.
                                              Kapitel 4
          Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an spezifiziert
                                       pathogenfreie Eier
                                               Artikel 111
       Ausnahmeregelung für und spezifische Anforderungen an spezifiziert pathogenfreie Eier
   Abweichend von den in Artikel 98 festgelegten Anforderungen in Bezug auf den
   Haltungszeitraum und abweichend von den spezifischen Tiergesundheitsanforderungen
   gemäß den Artikeln 105 bis 110 und 112 bis 114 dürfen Sendungen von spezifiziert
   pathogenfreien Eiern, die den in den genannten Bestimmungen festgelegten
   Tiergesundheitsanforderungen nicht entsprechen, in die Union verbracht werden, wenn
   stattdessen die folgenden Tiergesundheitsanforderungen erfüllt sind:
   (a)      Die Eier stammen von Beständen, die
DE                                                 97                                              DE
 ---pagebreak---             i)     gemäß dem Europäischen Arzneibuch spezifiziert pathogenfrei sind und
                   30 Tage vor dem Datum der Sammlung der Eier zum Versand in die Union
                   sämtlichen für diesen spezifischen Status erforderlichen klinischen
                   Untersuchungen unterzogen wurden, deren Ergebnisse einen Negativbefund,
                   unter anderem im Hinblick auf hochpathogene Aviäre Influenza, eine Infektion
                   mit dem Virus der Newcastle-Krankheit und eine Infektion mit
                   niedrigpathogenen Viren der Aviären Influenza, ergaben;
            ii)    mindestens einmal wöchentlich gemäß dem Europäischen Arzneibuch klinisch
                   untersucht wurden und keine Krankheitssymptome oder Anhaltspunkte für
                   einen Verdacht auf das Auftreten einer Seuche festgestellt wurden;
            iii)   während eines Zeitraums von mindestens sechs Wochen vor dem Datum der
                   Sammlung der Eier zum Versand in die Union in Betrieben gehalten wurden,
                   die den Bedingungen gemäß dem Europäischen Arzneibuch entsprechen;
            iv)    während eines Zeitraums von mindestens sechs Wochen vor dem Datum der
                   Sammlung der Eier zum Versand in die Union nicht mit Geflügel, das die
                   Anforderungen des vorliegenden Artikels nicht erfüllt, oder Wildvögeln in
                   Berührung gekommen sind;
   (b)      sie wurden mit Farbtinte mit dem ISO-Ländercode des Herkunftsdrittlands- oder -
            drittlandsgebiets und der individuellen Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs
            gestempelt;
   (c)      die Eier wurden gemäß den Anweisungen der zuständigen Behörde des
            Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets desinfiziert.
                                             Kapitel 5
      Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an die Verbringung
    und Handhabung von Geflügelbruteiern nach dem Eingang in die
       Union sowie von Geflügel, das aus diesen Eiern geschlüpft ist
                                              Artikel 112
    Pflichten der Unternehmer in Bezug auf die Handhabung von Bruteiern nach ihrem Eingang
                  in die Union und von Geflügel, das aus diesen Eiern geschlüpft ist
   (1)      Die Unternehmer der Bestimmungsbetriebe legen Geflügelbruteier, die aus einem
            Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union verbracht wurden,
            ein in
            a)     gesonderte Brutapparate, einschließlich gesonderte Schlupfabteilungen, sodass
                   sie von anderen Bruteiern getrennt sind;
            oder
            b)     bereits mit anderen        Bruteiern   belegte     Brutapparate,  einschließlich
                   Schlupfabteilungen.
   (2)      Die in Absatz 1 genannten Unternehmer stellen sicher, dass aus in dem vorstehenden
            Absatz genannten Eiern geschlüpftes Zucht- und Nutzgeflügel durchgängig
            a)     ab dem Datum des Schlupfes mindestens drei Wochen lang in der Brüterei
                   gehalten wird;
            oder
DE                                                98                                                DE
 ---pagebreak---             b)    ab dem Datum des Schlupfes mindestens drei Wochen lang in den Betrieben
                  gehalten wird, zu denen es nach dem Schlupf entweder im selben Mitgliedstaat
                  oder in einem anderen Mitgliedstaat befördert wurde.
   (3)      Während der in Absatz 2 festgelegten Fristen halten die Unternehmer Geflügel, das
            aus in die Union verbrachten Bruteiern geschlüpft ist, getrennt von anderen
            Geflügelbeständen.
   (4)      Wenn Zucht- und Nutzgeflügel, das aus Bruteiern geschlüpft ist, die aus einem
            Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union verbracht wurden,
            in Räumlichkeiten oder Gehegen, in denen sich anderes Geflügel befindet, eingestallt
            wird, beginnen die in Absatz 2 festgelegten Fristen am Tag der Einstallung des
            letzten Vogels, und kein Geflügel darf die Räumlichkeiten oder Gehege vor Ablauf
            dieser Fristen verlassen.
   (5)      Wenn Geflügelbruteier, die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
            derselben in die Union verbracht wurden, in bereits mit anderen Bruteiern belegte
            Brutapparate, einschließlich Schlupfabteilungen, eingelegt wurden,
            a)    gelten die Absätze 2 bis 4 für sämtliches Geflügel, das aus Bruteiern geschlüpft
                  ist, die sich in demselben Brutapparat, einschließlich der Schlupfabteilung, wie
                  die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die
                  Union verbrachten Bruteier befanden;
            b)    beginnen die in Absatz 2 festgelegten Fristen am Datum des Schlupfes des
                  letzten aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die
                  Union verbrachten Bruteis.
                                              Artikel 113
                 Probenahmen und Untersuchungen nach dem Eingang in die Union
   Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats stellt sicher, dass Zucht- und
   Nutzgeflügel, das aus Bruteiern geschlüpft ist, die aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder
   einer Zone derselben in die Union verbracht wurden, einer klinischen Untersuchung
   unterzogen wird, die spätestens am Tag des Ablaufs der betreffenden Frist gemäß Artikel 112
   Absatz 2 von einem amtlichen Tierarzt des Bestimmungsbetriebs durchgeführt wird, und zur
   Überwachung seines Gesundheitsstatus erforderlichenfalls beprobt wird.
                                              Artikel 114
      Pflichten der zuständigen Behörden in Bezug auf Probenahmen und Untersuchungen bei
     Laufvögeln aus Bruteiern aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben,
        das bzw. die nicht frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ist
   Die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats stellt während der in Artikel 112
   Absatz 2 festgelegten Zeiträume sicher, dass Laufvögel, die aus Bruteiern geschlüpft sind,
   welche aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union
   verbracht wurden, das bzw. die nicht frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
   Krankheit ist,
   a)       im Viruserkennungstest, der von der zuständigen Behörde mittels Kloakenabstrichen
            oder Kotproben eines jeden Laufvogels durchgeführt wird, auf eine Infektion mit
            dem Virus der Newcastle-Krankheit untersucht werden;
   b)       für einen Mitgliedstaat mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der
            Newcastle-Krankheit ohne Impfung“ bestimmte Laufvögel zusätzlich zu den
DE                                                 99                                              DE
 ---pagebreak---             Anforderungen nach Buchstabe a jeweils auch einem serologischen Test auf die
            Newcastle-Krankheit durch die zuständige Behörde unterzogen werden;
   c)       alle in den Untersuchungen nach den Buchstaben a und b negativ getestet wurden,
            bevor sie aus der Isolation freigegeben werden.
                                             Kapitel 6
       Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Bruteier von in
                          Gefangenschaft gehaltenen Vögeln
                                              Artikel 115
                               Die in der Sendung enthaltenen Bruteier
   Sendungen von Bruteiern in Gefangenschaft gehaltener Vögel dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn die Eier von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln stammen, die den
   in den Artikeln 55 bis 58 festgelegten Anforderungen an den Eingang in die Union
   entsprechen.
                                             Kapitel 7
      Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an die Verbringung
       und Handhabung von Bruteiern in Gefangenschaft gehaltener
               Vögel nach dem Eingang in die Union sowie von in
           Gefangenschaft gehaltenen Vögeln, die aus diesen Eiern
                                         geschlüpft sind
                                              Artikel 116
     Handhabung von Bruteiern in Gefangenschaft gehaltener Vögel nach ihrem Eingang in die
      Union und von in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln, die aus diesen Eiern geschlüpft sind
   Die Unternehmer des Bestimmungsbetriebs
   a)       legen Bruteier in Gefangenschaft gehaltener Vögel, die aus einem Drittland,
            Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union verbracht wurden, in
            gesonderte Brutapparate, einschließlich Schlupfabteilungen, ein, sodass sie von
            anderen Bruteiern getrennt sind;
   b)       stellen sicher, dass die aus den in Artikel 115 genannten Bruteiern geschlüpften in
            Gefangenschaft gehaltenen Vögel gemäß den Anforderungen der Artikel 59 bis 61 in
            einem zugelassenen Quarantänebetrieb gehalten werden.
                                              TITEL 3
             TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN FÜR
                  GESCHLOSSENE BETRIEBE BESTIMMTES
           ZUCHTMATERIAL VON TIEREN, AUSGENOMMEN
          HUFTIERE UND BRUTEIER VON GEFLÜGEL UND IN
                GEFANGENSCHAFT GEHALTENEN VÖGELN
                                              Artikel 117
      Anforderungen an den Eingang in die Union von aus geschlossenen Betrieben versandten
DE                                                100                                           DE
 ---pagebreak---     Sendungen von Zuchtmaterial von anderen als den in Artikel 1 Absatz 4 Buchstaben a und b
                                          genannten Tieren
   Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen von anderen als den in Artikel 1 Absatz 4
   Buchstaben a und b genannten Tieren aus gemäß Artikel 29 gelisteten geschlossenen
   Betrieben dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn sie an einen geschlossenen
   Betrieb in der Union versandt werden und sofern
   a)       die zuständige Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats eine Bewertung der
            möglichen Risiken des Eingangs dieses Zuchtmaterials für die Union vorgenommen
            hat;
   b)       die Spendertiere, von denen dieses Zuchtmaterial gewonnen wurde, aus einem
            Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die für den Eingang
            der betreffenden Art und Kategorie von Tieren in die Union gelistet ist, stammen;
   c)       die Spendertiere, von denen dieses Zuchtmaterial gewonnen wurde, aus einem
            geschlossenen Betrieb in dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder der Zone
            derselben stammen, der in der nach Artikel 29 erstellten Liste geschlossener
            Betriebe, aus denen der Eingang von bestimmter Arten in die Union zugelassen
            werden kann, aufgeführt ist;
   d)       das Zuchtmaterial für einen geschlossenen Betrieb in der Union bestimmt ist, der
            nach Artikel 95 der Verordnung (EU) 2016/429 zugelassen ist;
   e)       das Zuchtmaterial auf direktem Weg zu dem unter Buchstabe d genannten
            geschlossenen Betrieb transportiert wird.
                                             Artikel 118
                     Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Spendertiere
   Die in Artikel 117 genannten Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen dürfen nur
   dann in die Union verbracht werden, wenn dieses Zuchtmaterial von Spendertieren gewonnen
   wurde, die die folgenden Anforderungen erfüllen:
   a)       Sie kommen nicht aus einem Betrieb und sind nicht mit Tieren aus einem Betrieb in
            Berührung gekommen, der sich in einer Sperrzone befindet, die aufgrund des
            Auftretens einer Seuche der Kategorie A oder einer für die Arten der betreffenden
            gehaltenen Landtiere relevanten neu auftretenden Seuche eingerichtet wurde;
   b)       sie kommen aus einem Betrieb, in dem mindestens während der vorangegangenen
            30 Tage keine für die genannten gehaltenen Landtiere relevante Seuche der
            Kategorie D gemeldet wurde;
   c)       sie sind während eines Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem Datum der
            Gewinnung des Samens, der Eizellen oder der Embryonen, der bzw. die für den
            Eingang in die Union bestimmt ist bzw. sind, in einem einzigen geschlossenen
            Herkunftsbetrieb verblieben;
   d)       sie wurden von dem Tierarzt des Betriebs, der für die im geschlossenen Betrieb
            durchgeführten Tätigkeiten zuständig ist, klinisch untersucht und zeigten am Tag der
            Gewinnung des Samens, der Eizellen oder der Embryonen keine
            Krankheitssymptome;
   e)       sie wurden während eines Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem Datum der
            ersten Gewinnung und während des Zeitraums der Gewinnung des bzw. der für den
DE                                               101                                             DE
 ---pagebreak---             Eingang in die Union bestimmten Samens, Eizellen oder Embryonen so wenig wie
            möglich im Natursprung eingesetzt;
   f)       sie wurden im Einklang mit den Vorschriften des genannten geschlossenen Betriebs
            gekennzeichnet und registriert.
                                             Artikel 119
                                   Anforderungen an Zuchtmaterial
   Die in Artikel 117 genannten Sendungen von Samen, Eizellen und Embryonen dürfen nur
   dann in die Union verbracht werden, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
   a)       Die Sendungen werden so gekennzeichnet, dass folgende Informationen leicht
            festgestellt werden können:
            i)    Datum der Gewinnung oder Erzeugung des betreffenden Zuchtmaterials;
            ii)   Tierart und erforderlichenfalls Unterart sowie Identität der Spendertiere;
            iii)  individuelle Zulassungsnummer des geschlossenen Betriebs, die den
                  zweibuchstabigen ALPHA-2-Ländercode des Landes, in dem die Zulassung
                  gewährt wurde, entsprechend der Norm ISO 3166-1 enthält;
            iv)   alle anderen relevanten Informationen;
   b)       der Transport erfolgt in einem Behälter, der
            i)    vor dem Versand aus dem geschlossenen Betrieb von dem Betriebstierarzt, der
                  für die im geschlossenen Betrieb durchgeführten Tätigkeiten zuständig ist,
                  verplombt und nummeriert wurde;
            ii)   vor Gebrauch gereinigt und entweder desinfiziert oder sterilisiert wurde oder
                  ein Einwegbehälter ist;
            iii)  mit einem kryogenen Stoff gefüllt wurde, der nicht zuvor bei anderen
                  Erzeugnissen verwendet wurde.
                                            TEIL IV
    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
      VON ERZEUGNISSEN TIERISCHEN URSPRUNGS IN DIE
                  UNION GEMÄSS DEN ARTIKELN 3 UND 5
DE                                                102                                           DE
 ---pagebreak---                                           TITEL 1
     ALLGEMEINE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
        DEN EINGANG VON ERZEUGNISSEN TIERISCHEN
                             URSPRUNGS IN DIE UNION
                                           Artikel 120
                Zeitliche Einschränkungen in Bezug auf das Herstellungsdatum
   (1)  Sendungen von Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen nur dann in die Union
        verbracht werden, wenn die Erzeugnisse der Sendung nicht zu einer Zeit gewonnen
        wurden, als
        a)     von der Union aus tierseuchenrechtlichen Gründen Beschränkungen des
               Eingangs solcher Erzeugnisse aus dem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet
               oder einer Zone derselben erlassen wurden;
        b)     die Genehmigung des Eingangs solcher Erzeugnisse aus dem
               Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union
               ausgesetzt war.
                                           Artikel 121
          Anforderungen an die Behandlung von Erzeugnissen tierischen Ursprungs
   (1)  Sendungen von Erzeugnissen tierischen Ursprungs, ausgenommen frische oder rohe
        Erzeugnisse, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Erzeugnisse
        der Sendung gemäß den Titeln 3 bis 6 behandelt wurden.
        Die im ersten Unterabsatz genannte Behandlung
        (a)    wurde für das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder die Zone derselben und
               für die Art, von der die Erzeugnisse tierischen Ursprungs gewonnen wurden,
               explizit von der Union in der Liste festgelegt;
        (b)    erfolgte in einem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone
               derselben, das bzw. die für den Eingang der betreffenden Art und Kategorie,
               von der die Erzeugnisse tierischen Ursprungs gewonnen wurden, in die Union
               gelistet ist;
        (c)    erfolgte im Einklang mit den folgenden Anforderungen:
               i)     den Anforderungen an risikomindernde                Behandlungen     von
                      Fleischerzeugnissen gemäß Anhang XXVI,
               ii)    den Anforderungen an risikomindernde                Behandlungen     von
                      Milcherzeugnissen gemäß Anhang XXVII,
               iii)   den Anforderungen an risikomindernde Behandlungen von Eiprodukten
                      gemäß Anhang XXVIII.
   (2)  Nach Abschluss der in Absatz 1 vorgesehenen Behandlung werden die Erzeugnisse
        tierischen Ursprungs bis zu ihrer Verpackung so gehandhabt, dass eine
        Kreuzkontamination          und        damit       möglicherweise       einhergehende
        Tiergesundheitsrisiken vermieden werden.
DE                                             103                                             DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 122
        Anforderungen hinsichtlich der Transportmittel für Erzeugnisse tierischen Ursprungs
   Sendungen von Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn diese Sendungen in einem Transportmittel befördert wurden, das so konzipiert
   und konstruiert ist und so gewartet wird, dass der Gesundheitsstatus der Erzeugnisse
   tierischen Ursprungs während des Transports von ihrem Herkunftsort in die Union nicht
   gefährdet wurde.
                                             Artikel 123
                    Versand von Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union
   Sendungen von Erzeugnissen tierischen Ursprungs dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn der Versand dieser Sendungen zu ihrem Bestimmungsort getrennt von Tieren
   und Erzeugnissen tierischen Ursprungs erfolgte, die nicht den einschlägigen
   Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang in die Union gemäß der vorliegenden
   Verordnung erfüllen.
                                            TITEL 2
     TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
                   VON FRISCHEM FLEISCH IN DIE UNION
                                            Kapitel 1
       Allgemeine Tiergesundheitsanforderungen an frisches Fleisch
                                             Artikel 124
     Versand der gehaltenen Tiere, von denen das frische Fleisch stammt, zu einem Schlachthof
   Sendungen von frischem Fleisch gehaltener Tiere, ausgenommen Farmwild, die an Ort und
   Stelle getötet wurden, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das frische
   Fleisch der Sendung von gehaltenen Tieren gewonnen wurde, die die folgenden
   Anforderungen erfüllen:
   a)       der Herkunftsbetrieb der Tiere befindet sich entweder
            i)    in demselben Drittland, Drittlandsgebiet oder derselben Zone derselben wie der
                  Schlachthof, in dem das frische Fleisch gewonnen wurde;
                  oder
            ii)   in einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das oder die
                  zum Zeitpunkt des Versands der Tiere zum Schlachthof für die Einfuhr von
                  frischem Fleisch der betreffenden Arten in die Union zugelassen war;
   b)       die gehaltenen Tiere wurden von ihrem Herkunftsbetrieb auf direktem Weg in den
            Schlachthof versandt;
   c)       während des Transports zu dem unter Buchstabe a genannten Schlachthof
            i)    wurden die gehaltenen Tiere nicht durch ein Drittland, Drittlandsgebiet oder
                  eine Zone derselben hindurch befördert, das bzw. die nicht für den Eingang der
                  betreffenden Art und Kategorie von frischem Fleisch in die Union gelistet ist;
            ii)   sind die gehaltenen Tiere nicht mit Tieren mit niedrigerem Gesundheitsstatus
                  in Berührung gekommen;
DE                                               104                                             DE
 ---pagebreak---    d)       die für den Transport der gehaltenen Tiere zu dem unter Buchstabe a genannten
            Schlachthof verwendeten Transportmittel und Transportbehälter/Container
            entsprechen den Anforderungen der Artikel 17 und 18.
                                              Artikel 125
     Versand der Tierkörper wild lebender Tiere oder als Farmwild gehaltener Tiere, die an Ort
                                       und Stelle getötet wurden
   Sendungen von frischem Fleisch wild lebender Tiere oder als Farmwild gehaltener Tiere, die
   an Ort und Stelle getötet wurden, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das
   frische Fleisch der Sendung von Tierkörpern gewonnen wurde, die die folgenden
   Anforderungen erfüllen:
   a)       die Tierkörper wurden vom Ort der Tötung auf direktem Weg zu einem
            Wildverarbeitungsbetrieb versandt, der sich in demselben gelisteten Drittland,
            Drittlandsgebiet oder derselben Zone derselben befindet;
   b)       während       des    Transports     zu     dem     unter   Buchstabe a     genannten
            Wildverarbeitungsbetrieb
            i)    wurden die gehaltenen Tiere nicht durch ein Drittland, Drittlandsgebiet oder
                  eine Zone derselben hindurch befördert, das bzw. die nicht für den Eingang der
                  betreffenden Art und Kategorie von frischem Fleisch in die Union gelistet ist;
            ii)   sind die Tierkörper nicht mit Tieren oder Tierkörpern mit einem niedrigeren
                  Gesundheitsstatus in Berührung gekommen;
   c)       für den Transport der Tierkörper zu dem unter Buchstabe a genannten
            Wildverarbeitungsbetrieb wurden Transportmittel und Transportbehälter/Container
            verwendet, die die folgenden Anforderungen erfüllen:
            i)    sie wurden vor dem Verladen der Tierkörper zum Versand in die Union mit
                  einem von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
                  drittlandsgebiets zugelassenen Desinfektionsmittel gereinigt und desinfiziert;
            ii)   sie waren so konstruiert, dass der Gesundheitsstatus der Tierkörper während
                  des Transports nicht gefährdet wurde.
                                              Artikel 126
                              Schlachttier- und Nekropsieuntersuchungen
   Sendungen von frischem Fleisch gehaltener und wild lebender Tiere dürfen nur dann in die
   Union verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von Tieren gewonnen wurde,
   die den folgenden Untersuchungen unterzogen wurden:
   a)       bei gehaltenen Tieren:
            i)    einer Schlachttieruntersuchung innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden vor
                  der Schlachtung;
            ii)   einer Nekropsieuntersuchung unmittelbar nach der Tötung bzw. Schlachtung;
   b)       im Falle von wild lebenden Tieren: einer Nekropsieuntersuchung unmittelbar nach
            der Tötung.
   Die in Absatz 1 genannten Untersuchungen werden von einem amtlichen Tierarzt im
   Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder in der Zone derselben durchgeführt, um die
   relevanten Seuchen gemäß Anhang I sowie neu auftretende Seuchen auszuschließen.
DE                                                105                                            DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 127
       Handhabung der Tiere, von denen das frische Fleisch stammt, während der Tötung oder
                                             Schlachtung
   Sendungen von frischem Fleisch dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das
   frische Fleisch der Sendung von Tieren stammt, die während der Tötung bzw. Schlachtung
   nicht mit Tieren mit niedrigerem Gesundheitsstatus in Berührung gekommen sind.
                                             Artikel 128
              Handhabung und Vorbereitung von frischem Fleisch im Herkunftsbetrieb
   Sendungen von frischem Fleisch werden strikt von frischem Fleisch getrennt, das nicht die
   einschlägigen Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang von frischem Fleisch in die
   Union gemäß den Artikeln 124 bis 146 erfüllt; dies gilt während der Schlachtung, der
   Zerlegung und
   a)       bis zur Verpackung des Fleisches zur weiteren Lagerung oder zum Versand in die
            Union;
            oder
   b)       bis zur Ankunft des Fleisches in der Union, wenn es sich um unverpacktes frisches
            Fleisch handelt.
                                            Kapitel 2
     Tiergesundheitsanforderungen an frisches Fleisch von Huftieren
                                         ABSCHNITT 1
          ALLGEMEINE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
          FRISCHES FLEISCH GEHALTENER UND WILD LEBENDER
                                           HUFTIERE
                                             Artikel 129
                        Herkunftstierart des frischen Fleisches von Huftieren
   Sendungen von frischem Fleisch von Huftieren dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von den folgenden Arten stammt:
   a)       im Falle von gehaltenen Huftieren: von sämtlichen Arten von Huftieren;
   b)       im Falle von wild lebenden Huftieren und als Farmwild gehaltenen Huftieren: von
            allen Huftierarten außer von Rindern, Schafen, Ziegen und Hausschweinerassen.
                                             Artikel 130
                                  Eingangsverbot für frisches Blut
   Sendungen von frischem Blut von Huftieren für den menschlichen Verzehr dürfen nicht in die
   Union verbracht werden.
DE                                                106                                         DE
 ---pagebreak---                                          ABSCHNITT 2
          SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
                  FRISCHES FLEISCH GEHALTENER HUFTIERE
                                             Artikel 131
    Haltungszeitraum vor der Schlachtung oder Tötung der gehaltenen Huftiere, von denen das
                                       frische Fleisch stammt
   (1)      Für die gehaltenen Huftiere, von denen das für den Eingang in die Union bestimmte
            frische Fleisch stammt, ist es nicht erforderlich, vor dem Datum der Schlachtung
            bzw. Tötung einen Haltungszeitraum einzuhalten, sofern die Tiere in das Drittland,
            Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben verbracht wurden:
            a)    aus einem anderen Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das
                  bzw. die für den Eingang von frischem Fleisch derselben Art von Huftieren in
                  die Union gelistet ist, und die gehaltenen Huftiere dort mindestens 3 Monate
                  vor der Schlachtung verblieben sind;
                  oder
            b)    aus einem Mitgliedstaat.
   (2)      Für andere als die unter Absatz 1 genannten gehaltenen Huftiere, von denen das für
            den Eingang in die Union bestimmte frische Fleisch stammt, ist es erforderlich,
            unmittelbar vor dem Datum der Schlachtung bzw. Tötung durchgängig den in
            Anhang XXIII festgelegten Haltungszeitraum einzuhalten, wobei die Tiere
            a)    im Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben verblieben
                  sind;
            b)    im Herkunftsbetrieb verblieben sind;
            c)    nicht mit Huftieren mit niedrigerem Gesundheitsstatus in Berührung
                  gekommen sind.
                                             Artikel 132
      Ausnahmeregelung in Bezug auf den Versand der gehaltenen Tiere, von denen das frische
                       Fleisch stammt, zu einem Schlachthof auf direktem Weg
   Abweichend von Artikel 124 Buchstabe b dürfen Sendungen von frischem Fleisch gehaltener
   Huftiere, die den darin genannten Anforderungen nicht entsprechen, in die Union verbracht
   werden, sofern das frische Fleisch der Sendung von Rindern, Schafen oder Ziegen gewonnen
   wurde und
   a)       die Huftiere nach dem Verlassen des Herkunftsbetriebs und vor ihrer Ankunft im
            Schlachthof einen einzigen Betrieb durchlaufen haben, der Auftriebe durchführt und
            den Anforderungen gemäß Artikel 20 Buchstabe b genügt;
   b)       die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets zusätzliche
            Garantien dafür gegeben hat, dass der Gesundheitsstatus der Huftiere während ihrer
            Verbringung vom Herkunftsbetrieb zum Schlachthof nicht gefährdet wurde;
   c)       das Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben, das bzw. die unter
            Buchstabe b genannt ist, gemäß der Liste befugt ist, diese Ausnahmeregelung in
            Anspruch zu nehmen.
DE                                               107                                            DE
 ---pagebreak---                                              Artikel 133
    Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der das frische
                                 Fleisch gehaltener Huftiere stammt
   (1)     Sendungen von frischem Fleisch gehaltener Huftiere dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung aus einem Drittland,
           Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt, das bzw. die den in
           Anhang XXIV Teil A festgelegten Mindestzeiträumen der Seuchenfreiheit im
           Hinblick auf die aufgeführten gelisteten Seuchen entspricht, für die die Arten von
           Huftieren, von denen das frische Fleisch gewonnen wurde, gelistet sind.
           Die in Unterabsatz 1 genannten Mindestzeiträume der Seuchenfreiheit können für die
           in Anhang XXIV Teil B aufgeführten Seuchen verringert werden, sofern die dort
           festgelegten spezifischen Bedingungen erfüllt sind; diese spezifischen Bedingungen
           sind von der Union für das betreffende Drittland, Drittlandsgebiet oder die
           betreffende Zone derselben und die jeweiligen Arten, von denen das frische Fleisch
           stammt, explizit in der Liste festzulegen.
   (2)     Sendungen von frischem Fleisch von Huftieren dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung aus einem Drittland,
           Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt, in dem bzw. in der keine
           Impfungen im Einklang mit der Tabelle in Anhang XXV Teil A gegen die in
           Absatz 1 genannten gelisteten Seuchen durchgeführt wurden.
   (3)     Abweichend von Absatz 2 können Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche
           durchgeführt worden sein, sofern die von der zuständigen Behörde auferlegten
           spezifischen Bedingungen gemäß Anhang XXV Teil B Nummer 1 Buchstabe b bzw.
           Nummer 3.1 Buchstabe a erfüllt sind, die für das betreffende Drittland,
           Drittlandsgebiet oder die betreffende Zone derselben und die jeweiligen Arten, von
           denen das frische Fleisch stammt, explizit von der Union in der Liste festzulegen
           sind.
                                             Artikel 134
     Herkunftsbetrieb der gehaltenen Huftiere, von denen das frische Fleisch gewonnen wurde
   (1)     Sendungen von frischem Fleisch gehaltener Huftiere dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von Huftieren gewonnen
           wurde, die aus einem Betrieb kommen,
           a)     in dem und in dessen Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet
                  eines Nachbarlandes einschließen kann, in den letzten 30 Tagen vor dem
                  Datum der Schlachtung keine der in Anhang XXIV Teil A aufgeführten
                  gelisteten Seuchen gemeldet wurden, für die die Huftierarten, von denen das
                  für den Eingang in die Union bestimmte Fleisch stammt, gelistet sind; oder
           b)     der den spezifischen Bedingungen gemäß Anhang XXV Teil B Nummer 1
                  Buchstabe b bzw. Nummer 3.1 Buchstabe a entspricht, die von den zuständigen
                  Behörden des Drittlands, Drittlandsgebiets oder einer Zone derselben dann
                  auferlegt werden, wenn weniger als 12 Monate vor dem Datum der
                  Schlachtung Impfungen gegen die Maul- und Klauenseuche durchgeführt
                  wurden, und die für das betreffende Drittland, Drittlandsgebiet oder die
                  betreffende Zone derselben und die jeweiligen Arten, von denen das frische
                  Fleisch stammt, hinsichtlich des Eingangs in die Union explizit von der
                  Kommission in der Liste festzulegen sind.
DE                                               108                                             DE
 ---pagebreak---    (2)      Sendungen von frischem Fleisch gehaltener Huftiere dürfen nur dann in die Union
            verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von Huftieren gewonnen
            wurde, die aus einem Betrieb kommen,
            a)    in dem keinerlei Impfungen im Sinne des Anhangs XXV Teil A durchgeführt
                  wurden; oder
            b)    der sich in einem Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder einer Zone
                  derselben befindet, das bzw. die den spezifischen Bedingungen gemäß
                  Anhang XXIV Teil B Nummer 1 entspricht; diese Bedingungen sind für das
                  Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben, das bzw. die für den
                  Eingang von frischem Fleisch von Huftieren in die Union gelistet ist, und die
                  jeweiligen Arten, von denen das frische Fleisch stammt, explizit von der
                  Kommission in der Liste festzulegen.
                                              Artikel 135
        Spezifische Anforderungen an frisches Fleisch gehaltener Huftiere der Art Sus scrofa
   Sendungen von frischem Fleisch gehaltener Huftiere der Art Sus scrofa dürfen nur dann in die
   Union verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von Tieren stammt, die von
   Geburt an getrennt von wild lebenden Huftieren gehalten wurden.
                                              Artikel 136
                     Herkunftsbetrieb des frischen Fleisches gehaltener Huftiere
   Sendungen von frischem Fleisch gehaltener Huftiere dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn das frische Fleisch der Sendung in einem Schlachthof oder in einem
   Wildverarbeitungsbetrieb gewonnen wurde, in dem und um den in einem Umkreis von 10 km,
   der gegebenenfalls auch das Gebiet eines Nachbarlandes einschließen kann, in den letzten
   30 Tagen vor dem Datum der Schlachtung bzw. Tötung keine der in Anhang XXIV Teil A
   aufgeführten gelisteten Seuchen gemeldet wurden.
                                           ABSCHNITT 3
   SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN FRISCHES FLEISCH WILD
                                      LEBENDER HUFTIERE
                                              Artikel 137
    Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der das frische
                                Fleisch wild lebender Huftiere stammt
   Sendungen von frischem Fleisch wild lebender Huftiere dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet
   oder einer Zone derselben stammt, das bzw. die den Tiergesundheitsanforderungen des
   Artikels 133 genügt.
                                              Artikel 138
                    Wild lebende Huftiere, von denen das frische Fleisch stammt
   Sendungen von frischem Fleisch wild lebender Huftiere dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von Tieren gewonnen wurde, die den
   folgenden Anforderungen genügen:
DE                                                109                                            DE
 ---pagebreak---    a)      Sie wurden in mehr als 20 km Entfernung von der Grenze eines Drittlands,
           Drittlandsgebiets oder einer Zone derselben getötet, das bzw. die zu dieser Zeit nicht
           für den Eingang von frischem Fleisch der betreffenden Arten von wild lebenden
           Huftieren in die Union gelistet war;
   b)      sie wurden in einem Gebiet getötet, in dem im Umkreis von 20 km in den
           vorangegangenen 60 Tagen keine der in Anhang XXIV Teil A genannten Seuchen
           gemeldet wurden.
                                            Artikel 139
       Wildverarbeitungsbetrieb, aus dem das frische Fleisch wild lebender Huftiere stammt
   Sendungen von frischem Fleisch wild lebender Huftiere dürfen nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn das frische Fleisch der Sendung in einem Wildverarbeitungsbetrieb
   gewonnen wurde, in dem und um den in einem Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch
   das Gebiet eines Nachbarlandes einschließen kann, in den letzten 30 Tagen vor dem Datum
   der Tötung keine der in Anhang XXIV Teil A aufgeführten gelisteten Seuchen gemeldet
   wurden.
                                           Kapitel 3
      Tiergesundheitsanforderungen an frisches Fleisch von Geflügel
                                       und Federwild
                                          ABSCHNITT 1
    SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN FRISCHES FLEISCH VON
                                           GEFLÜGEL
                                            Artikel 140
                                  Haltungszeitraum für Geflügel
   Sendungen von frischem Geflügelfleisch dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn das frische Fleisch der Sendung von Geflügel gewonnen wurde, das
   a)      vom Schlupf bis zum Datum der Schlachtung im Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet
           oder in der Zone derselben, aus dem bzw. der das frische Fleisch stammt, verblieben
           ist;
           oder
   b)      als Eintagsküken, Zuchtgeflügel, Nutzgeflügel oder zur Schlachtung bestimmtes
           Geflügel aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw.
           die für den Eingang dieser Waren in die Union gelistet ist, oder aus einem
           Mitgliedstaat eingeführt worden ist, wobei die Einfuhr unter Einhaltung von
           Tiergesundheitsanforderungen erfolgt ist, die mindestens genauso streng sind wie die
           einschlägigen Anforderungen dieser Verordnung.
DE                                              110                                               DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 141
    Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der das frische
                                         Geflügelfleisch stammt
   Sendungen von frischem Geflügelfleisch dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn das frische Fleisch der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
   derselben stammt, das bzw. die den folgenden Anforderungen genügt:
   a)      es bzw. sie verfügt über ein Seuchenüberwachungsprogramm für hochpathogene
           Aviäre Influenza, das mindestens 6 Monate vor dem Datum des Versands der
           Sendung in die Union eingerichtet wurde und den Anforderungen entspricht, die
           festgelegt sind in:
           i)     Anhang II der vorliegenden Verordnung;
                  oder
           ii)    dem entsprechenden Kapitel des Gesundheitskodex für Landtiere der
                  Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE);
   b)      es bzw. sie gilt im Einklang mit Artikel 38 als frei von hochpathogener Aviärer
           Influenza;
   c)      sofern in dem Drittland oder Drittlandsgebiet oder der Zone derselben Impfungen
           gegen hochpathogene Aviäre Influenza durchgeführt wurden, hat die zuständige
           Behörde des Herkunftsdrittlands oder -gebiets Garantien dafür gegeben, dass
           i)     das Impfprogramm den Anforderungen in Anhang XIII entspricht;
           ii)    das unter Buchstabe a des vorliegenden Artikels genannte
                  Überwachungsprogramm neben den Anforderungen gemäß Anhang II auch
                  den Anforderungen gemäß Anhang XIII Nummer 2 entspricht;
           iii)   sie sich verpflichtet, die Kommission über jegliche Änderungen des
                  Impfprogramms, das in dem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
                  derselben durchgeführt wird, in Kenntnis zu setzen;
   d)      das Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben
           i)     gilt in Bezug auf frisches Fleisch von anderem Geflügel als Laufvögeln im
                  Einklang mit Artikel 39 als frei von einer Infektion mit dem Virus der
                  Newcastle-Krankheit;
           ii)    gilt in Bezug auf frisches Fleisch von Laufvögeln entweder
                  –      im Einklang mit Artikel 39 als frei von einer Infektion mit dem Virus der
                         Newcastle-Krankheit;
                         oder
                  –      zwar nicht als frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                         Krankheit im Einklang mit Artikel 39, aber die zuständige Behörde des
                         Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets hat Garantien hinsichtlich der
                         Einhaltung der Anforderungen in Bezug auf eine Infektion mit dem Virus
                         der Newcastle-Krankheit in Bezug auf Isolierung, Überwachung und
                         Untersuchung gemäß Anhang XIV gegeben;
   e)      wenn Impfungen gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
           durchgeführt werden, hat die zuständige Behörde des Drittlands oder
           Drittlandsgebiets Garantien dafür gegeben, dass
DE                                                111                                               DE
 ---pagebreak---           i)     die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für
                 Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                 gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen; oder
           ii)   die verwendeten Impfstoffe den allgemeinen Kriterien für Impfstoffe gegen
                 eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß Anhang XV
                 Nummer 1 entsprechen und das Geflügel, von dem das frische Fleisch
                 gewonnen wurde, den Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang XV
                 Nummer 3 an frisches Geflügelfleisch genügt, das aus einem Drittland,
                 Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt, in dem bzw. in der die
                 verwendeten Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
                 Krankheit nicht den spezifischen Kriterien gemäß Anhang XV Nummer 1
                 entsprechen;
   f)     es bzw. sie hat sich verpflichtet, der Kommission im Falle eines Ausbruchs der
          hochpathogenen Aviären Influenza oder der Newcastle-Krankheit die folgenden
          Informationen zu übermitteln:
          i)     Informationen zur Seuchenlage innerhalb von 24 Stunden nach der Bestätigung
                 des ersten Ausbruchs der hochpathogenen Aviären Influenza bzw. der
                 Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit;
          ii)    regelmäßige Sachstandsberichte zur Seuchenlage;
   g)     Das Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben hat sich verpflichtet, dem
          Referenzlabor der Europäischen Union für die Aviäre Influenza und die Newcastle-
          Krankheit Virusisolate von den ersten Ausbrüchen der hochpathogenen Aviären
          Influenza bzw. der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit zu übermitteln.
                                            Artikel 142
                                  Herkunftsbetrieb des Geflügels
   Sendungen von frischem Geflügelfleisch dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn das frische Fleisch der Sendung von Geflügel stammt, das aus einem Betrieb kommt,
   a)     in dem und in dessen Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
          Nachbarlandes einschließen kann, mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem
          Datum der Schlachtung weder ein Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza
          noch einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit aufgetreten ist;
   b)     der – im Falle von frischem Fleisch von Laufvögeln, die aus einem Drittland,
          Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das bzw. die nicht frei von
          einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ist,– die in Anhang XIV
          Nummer 3 Buchstaben b und c festgelegten Tiergesundheitsanforderungen an
          Laufvögel, Bruteier und frisches Fleisch von Laufvögeln aus einem Drittland oder
          Drittlandsgebiet, das bzw. die nicht frei von einer Infektion mit dem Virus der
          Newcastle-Krankheit ist, erfüllt.
                                            Artikel 143
                          Geflügel, von denen das frische Fleisch stammt
   (1)    Sendungen von frischem Geflügelfleisch dürfen nur dann in die Union verbracht
          werden, wenn das frische Fleisch der Sendung von Tieren gewonnen wurde, die
          nicht gegen die hochpathogene Aviäre Influenza oder eine Infektion mit dem Virus
DE                                              112                                            DE
 ---pagebreak---           der Newcastle-Krankheit geimpft wurden oder die den folgenden Anforderungen
          entsprechen:
          a)     Wenn sie gegen hochpathogene Aviäre Influenza geimpft wurden, hat das
                 Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet Garantien dafür gegeben, dass die in
                 Anhang XIII festgelegten Mindestanforderungen an Impfprogramme und
                 zusätzliche Überwachungsmaßnahmen eingehalten wurden;
          b)     wenn sie gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft
                 wurden,
                 i)    hat die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
                       drittlandsgebiets Garantien dafür gegeben, dass die verwendeten
                       Impfstoffe
                       –      den allgemeinen und den spezifischen Kriterien für Impfstoffe
                              gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                              gemäß Anhang XV Nummer 1 entsprechen; oder
                       –      den allgemeinen Kriterien für anerkannte Impfstoffe gegen eine
                              Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gemäß
                              Anhang XV Nummer 1 entsprechen und das Geflügel, von dem das
                              frische        Fleisch        gewonnen         wurde,        den
                              Tiergesundheitsanforderungen gemäß Anhang XV Nummer 3 an
                              frisches Geflügelfleisch genügt, das aus einem Drittland,
                              Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt, in dem bzw. in
                              der die verwendeten Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus
                              der Newcastle-Krankheit nicht den spezifischen Kriterien gemäß
                              Anhang XV Nummer 1 entsprechen;
                 ii)   sind für die Sendung die in Anhang XV Nummer 4 genannten
                       Informationen zu übermitteln.
   (2)    Sendungen von frischem Geflügelfleisch, das für einen Mitgliedstaat oder ein Gebiet
          mit Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ohne
          Impfung“ bestimmt ist, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn das
          frische Fleisch der Sendung von Geflügel stammt, das in den letzten 30 Tagen vor
          dem Datum der Schlachtung keine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit unter
          Verwendung eines Lebendimpfstoffs erhalten hat.
                                             Artikel 144
                          Herkunftsbetrieb des frischen Geflügelfleisches
   Sendungen von frischem Geflügelfleisch dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn das frische Fleisch der Sendung in einem Schlachthof gewonnen wurde, der
   a)     zum Zeitpunkt der Schlachtung weder Beschränkungen wegen eines Ausbruchs der
          hochpathogenen Aviären Influenza oder der Infektion mit dem Virus der Newcastle-
          Krankheit noch amtlichen Beschränkungen aus tierseuchenrechtlichen Gründen nach
          nationalem Recht unterlag;
   b)     um den in einem Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
          Nachbarlandes einschließen kann, mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem
          Datum der Schlachtung weder ein Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza
          noch der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit aufgetreten ist.
DE                                               113                                            DE
 ---pagebreak---                                            ABSCHNITT 2
    SPEZIFISCHE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN FRISCHES FLEISCH VON
                                            FEDERWILD
                                             Artikel 145
    Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der das frische
                                    Fleisch von Federwild stammt
   Sendungen von frischem Fleisch von Federwild dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn das frische Fleisch der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder
   einer Zone derselben stammt, das bzw. die den folgenden Anforderungen genügt:
   a)      Es bzw. sie verfügt über ein Seuchenüberwachungsprogramm für hochpathogene
           Aviäre Influenza, das mindestens 6 Monate vor dem Datum des Versands der
           Sendung in die Union eingerichtet wurde und folgenden Anforderungen entspricht:
           i)     Anhang II der vorliegenden Verordnung;
                  oder
           ii)    dem entsprechenden Kapitel des Gesundheitskodex für Landtiere der
                  Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE);
   b)      es bzw. sie unterlag mindestens 30 Tage vor dem Zeitpunkt der Tötung keinen
           tierseuchenrechtlichen Beschränkungen wegen eines Ausbruchs der hochpathogenen
           Aviären Influenza oder der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit.
                                             Artikel 146
                       Herkunftsbetrieb des frischen Fleisches von Federwild
   Sendungen von frischem Fleisch von Federwild dürfen nur dann in die Union verbracht
   werden, wenn das frische Fleisch der Sendung in einem Wildverarbeitungsbetrieb gewonnen
   wurde,
   a)      der zum Zeitpunkt der Verarbeitung weder Beschränkungen wegen eines Ausbruchs
           der hochpathogenen Aviären Influenza oder der Infektion mit dem Virus der
           Newcastle-Krankheit noch amtlichen Beschränkungen aus tierseuchenrechtlichen
           Gründen unterlag;
   b)      in dessen Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
           Nachbarlandes einschließen kann, mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem
           Datum des Eingangs der Tierkörper weder ein Ausbruch der hochpathogenen
           Aviären Influenza oder der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
           aufgetreten ist.
                                             TITEL 3
   TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
      VON FLEISCHERZEUGNISSEN UND TIERDARMHÜLLEN
                                        IN DIE UNION
DE                                               114                                             DE
 ---pagebreak---                                                Artikel 147
                                 Behandlung von Fleischerzeugnissen
   Sendungen von Fleischerzeugnissen dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Fleischerzeugnisse der Sendung im Einklang mit Artikel 121 und wie in Artikel 148 bzw. 149
   vorgeschrieben behandelt wurden.
                                               Artikel 148
               Fleischerzeugnisse, die keiner risikomindernden Behandlung unterliegen
   Sendungen von Fleischerzeugnissen dürfen, falls die Fleischerzeugnisse der Sendung keiner
   risikomindernden Behandlung gemäß Anhang XXVI unterzogen wurden, nur dann in die
   Union verbracht werden, wenn
   a)       das Drittland, Drittlandsgebiet oder die Zone derselben für den Eingang von frischem
            Fleisch der betreffenden Arten in die Union gelistet ist und der Eingang von diesem
            frischen Fleisch in die Union nicht den in Teil IV Titel 1 Kapitel 1 und 2 festgelegten
            spezifischen Bedingungen unterliegt;
   b)       das zur Verarbeitung zu Fleischerzeugnissen verwendete frische Fleisch sämtlichen
            Anforderungen an den Eingang von frischem Fleisch in die Union entsprach und
            daher zum Eingang in die Union zulässig war und stammte aus
            i)     dem Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone derselben, in dem bzw. in der
                   das Fleischerzeugnis verarbeitet wurde,
            ii)    einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die für
                   den Eingang von frischem Fleisch der betreffenden Arten in die Union gelistet
                   ist,
            iii)   einem Mitgliedstaat.
                                               Artikel 149
                Fleischerzeugnisse, die einer risikomindernden Behandlung unterliegen
   (1)      Sendungen von Fleischerzeugnissen, die nicht die Anforderungen von Artikel 148
            erfüllen, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Erzeugnisse
            mindestens der risikomindernden Behandlung gemäß Anhang XXVI unterzogen
            wurden, die von der Union für das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine
            Zone derselben, aus dem bzw. der das Fleischerzeugnis stammt, gemäß Artikel 121
            in der Liste festgelegt wurde, wenn das zur Verarbeitung zu Fleischerzeugnissen
            verwendete frische Fleisch stammt aus:
            a)     dem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, in dem bzw. in der
                   das Fleischerzeugnis verarbeitet wurde, oder
            b)     einem gelisteten Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das
                   bzw. die für den Eingang von frischem Fleisch der betreffenden Arten in die
                   Union zugelassen ist, oder
            c)     einem Mitgliedstaat.
   (2)      Sendungen von Fleischerzeugnissen dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
            wenn die Erzeugnisse mindestens der risikomindernden Behandlung „B“ gemäß
            Anhang XXVI unterzogen wurden, wenn das zur Verarbeitung zu
            Fleischerzeugnissen verwendete frische Fleisch aus einem Drittland, Drittlandsgebiet
            oder einer Zone derselben stammt, das bzw. die
DE                                                 115                                              DE
 ---pagebreak---             (d)   nicht dem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben entspricht, in
                  dem bzw. in der das Fleischerzeugnis gewonnen wurde;
            (e)   auch für den Eingang von Fleischerzeugnissen der betreffenden Arten in die
                  Union gelistet ist, die einer risikomindernden Behandlung unterliegen, die für
                  das betreffende Drittland, Drittlandsgebiet oder die betreffende Zone derselben
                  und die jeweilige Art gemäß Artikel 121 explizit von der Union in der Liste
                  festgelegt worden ist.
   (3)      Sendungen von Fleischerzeugnissen, für deren Verarbeitung frisches Geflügelfleisch
            verwendet wurde, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            Erzeugnisse mindestens der risikomindernden Behandlung „D“ gemäß
            Anhang XXVI unterzogen wurden, wenn das zur Verarbeitung zu
            Fleischerzeugnissen verwendete frische Fleisch aus einem Drittland, Drittlandsgebiet
            oder einer Zone derselben stammt,
            a)    das bzw. die für den Eingang von frischem Geflügelfleisch in die Union
                  gelistet ist;
            b)    in dem bzw. in der ein Fall oder Ausbruch der hochpathogenen Aviären
                  Influenza oder der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                  aufgetreten ist.
   (4)      Sendungen von Fleischerzeugnissen aus frischem Fleisch von mehr als einer Tierart
            aus dem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, in dem bzw. in der
            das Fleischerzeugnis verarbeitet wurde, dürfen nur dann in die Union verbracht
            werden, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
            a)    die Fleischerzeugnisse wurden der strengsten der gemäß Artikel 121 für das
                  Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben und die betreffende
                  Herkunftstierart in der Liste festgelegten risikomindernden Behandlungen
                  unterzogen, wenn das frische Fleisch vor der endgültigen Verarbeitung zu
                  Fleischerzeugnissen vermischt wird; oder
            b)    die Fleischerzeugnisse wurden der risikomindernden Behandlung unterzogen,
                  die gemäß Artikel 121 für das Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
                  derselben und die betreffende Herkunftstierart in der Liste festgelegt wurde,
                  wenn das Vermischen der Fleischerzeugnisse nach der Verarbeitung der
                  einzelnen Zutaten des Fleischerzeugnisses erfolgt ist.
   (5)      Sendungen von Fleischerzeugnissen aus frischem Fleisch von mehr als einer Tierart
            aus einem anderem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben als dem
            Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone derselben, in dem bzw. in der das
            Fleischerzeugnis verarbeitet wurde, dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
            wenn sie einer risikomindernden Behandlung gemäß Absatz 1 bzw. 2 unterzogen
            wurden.
                                              Artikel 150
             Herkunftsbetrieb der Tiere, von denen das frische Fleisch gewonnen wurde
   Sendungen von Fleischerzeugnissen dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn für
   die Verarbeitung der Erzeugnisse frisches Fleisch verwendet wurde, das von Tieren stammt,
   die aus einem Betrieb bzw., im Falle von wild lebenden Tieren, von einem Ort stammen, in
   bzw. an dem und in dessen Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
   Nachbarlandes einschließen kann, in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Verladung der
DE                                                116                                             DE
 ---pagebreak---    Sendung zum Versand in die Union keine der in Anhang I aufgeführten gelisteten Seuchen,
   die für die Herkunftsarten der Fleischerzeugnisse relevant sind, aufgetreten ist.
                                             Artikel 151
        Eingang in Mitgliedstaaten mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der
                                Newcastle-Krankheit ohne Impfung“
   Sendungen von Fleischerzeugnissen aus Geflügelfleisch, die für einen Mitgliedstaat oder ein
   Gebiet desselben mit dem Status „frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-
   Krankheit ohne Impfung“ bestimmt sind, dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
   wenn die Erzeugnisse von Geflügel stammen, das in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der
   Schlachtung keine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit unter Verwendung eines
   Lebendimpfstoffs erhalten hat.
                                             Artikel 152
            Spezifische Anforderungen an den Eingang von Tierdarmhüllen in die Union
   Sendungen von Tierdarmhüllen, die die Anforderungen gemäß Artikel 148 nicht erfüllen,
   dürfen nur dann in die Union eingeführt werden, wenn sie den folgenden risikomindernden
   Behandlungen gemäß Anhang XXVI Teil 2 unterzogen wurden:
   a)        den Behandlungen „Tierdarmhülle 1“ oder „Tierdarmhülle 2“, wenn die für die
             Verarbeitung zu Tierdarmhüllen verwendeten Blasen und Därme von Rindern,
             Schafen, Ziegen oder gehaltenen Schweinen stammen;
   b)        den Behandlungen „Tierdarmhülle 3“, „Tierdarmhülle 4“ oder „Tierdarmhülle 5“,
             wenn die für die Verarbeitung zu Tierdarmhüllen verwendeten Blasen und Därme
             von anderen als den unter Buchstabe a genannten Tierarten stammen.
                                             TITEL 4
     TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
       VON MILCH, MILCHERZEUGNISSEN, KOLOSTRUM UND
       ERZEUGNISSEN AUF KOLOSTRUMBASIS IN DIE UNION
                                            Kapitel 1
           Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Rohmilch,
                 Kolostrum und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis
                                             Artikel 153
       Herkunftsland der Rohmilch, des Kolostrums und der Erzeugnisse auf Kolostrumbasis
   Sendungen von Rohmilch, Kolostrum oder Erzeugnissen auf Kolostrumbasis dürfen nur dann
   in die Union verbracht werden, wenn die Rohmilch, das Kolostrum und die Erzeugnisse auf
   Kolostrumbasis der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
   stammen, das bzw. die für einen Zeitraum von mindestens 12 Monate vor dem Datum des
   Melkens frei von Maul- und Klauenseuche und Infektionen mit dem Rinderpest-Virus war
   und in dem bzw. in der in diesem Zeitraum nicht gegen diese Seuchen geimpft wurde.
DE                                               117                                           DE
 ---pagebreak---                                                 Artikel 154
       Tiere, von denen Rohmilch, Kolostrum und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis gewonnen
                                                 werden
   (1)      Sendungen von Rohmilch, Kolostrum oder Erzeugnissen auf Kolostrumbasis dürfen
            nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Rohmilch, das Kolostrum oder die
            Erzeugnisse auf Kolostrumbasis der Sendung von Tieren der Arten Bos taurus, Ovis
            aries, Capra hircus, Bubalus bubalis oder Camelus dromedarius gewonnen
            wurde(n).
   (2)      Sendungen von Rohmilch, Kolostrum oder Erzeugnissen auf Kolostrumbasis dürfen
            nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Rohmilch, das Kolostrum oder die
            Erzeugnisse auf Kolostrumbasis der Sendung von Tieren gewonnen wurde(n), für die
            vor dem Datum des Melkens in dem Drittland oder Drittlandsgebiet des Melkens
            oder der Zone derselben ein durchgängiger Haltungszeitraum von mindestens
            3 Monaten eingehalten wurde.
                                               Kapitel 2
      Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Milcherzeugnisse
                                                Artikel 155
                                   Behandlung von Milcherzeugnissen
   Sendungen von Milcherzeugnissen dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Milcherzeugnisse der Sendung im Einklang mit den Artikel 156 oder 157 behandelt wurden.
                                                Artikel 156
                Milcherzeugnisse, die keiner risikomindernden Behandlung unterliegen
   Sendungen von Milcherzeugnissen, die aus einem Drittland, einem Drittlandsgebiet oder einer
   Zone derselben stammen, das bzw. für den Eingang von Rohmilch in die Union gelistet ist,
   dürfen in die Union eingeführt werden, ohne einer spezifischen risikomindernden Behandlung
   unterzogen worden zu sein, wenn die Milcherzeugnisse der Sendung folgenden
   Anforderungen genügen:
   a)       Die Rohmilch, aus der sie erzeugt wurden, wurde von Tieren der Arten Bos taurus,
            Ovis aries, Capra hircus, Bubalus bubalis und Camelus dromedarius gewonnen;
   b)       die für die Verarbeitung zu Milcherzeugnissen verwendete Rohmilch entsprach den
            einschlägigen allgemeinen Anforderungen an den Eingang in die Union gemäß den
            Artikeln 3 bis 10 sowie den spezifischen Anforderungen an den Eingang von
            Rohmilch in die Union gemäß den Artikeln 153 und 154 und war daher für den
            Eingang in die Union zulässig und stammt aus
            i)     dem gelisteten Drittland, Drittlandsgebiet oder der Zone derselben, in dem
                   bzw. in der die Milcherzeugnisse verarbeitet wurden;
            ii)    einem anderen Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben als dem
                   gelisteten Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, in dem bzw. in
                   der die Milcherzeugnisse verarbeitet wurden und das bzw. die für den Eingang
                   von Rohmilch in die Union zugelassen ist; oder
            iii)   einem Mitgliedstaat.
DE                                                  118                                             DE
 ---pagebreak---                                               Artikel 157
               Milcherzeugnisse, die einer risikomindernden Behandlung unterliegen
   (1)      Sendungen von Milcherzeugnissen, die den Anforderungen gemäß Artikel 156 nicht
            entsprechen, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
            Milcherzeugnisse der Sendung mindestens einer der in Anhang XXVII Spalte A
            aufgeführten risikomindernden Behandlungen unterzogen wurden, sofern
            a)    die für die Verarbeitung zu Milcherzeugnissen verwendete Milch von Tieren
                  der Arten Bos taurus, Ovis aries, Capra hircus, Bubalus bubalis oder Camelus
                  dromedarius gewonnen wurde;
            b)    das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder die Zone derselben für einen
                  Zeitraum von mindestens 12 Monaten vor dem Datum des Melkens nicht frei
                  von Maul- und Klauenseuche und Infektionen mit dem Rinderpest-Virus war
                  oder in diesem Zeitraum gegen diese Seuchen geimpft wurde.
   (2)      Sendungen von Milcherzeugnissen dürfen nur dann in die Union verbracht werden,
            wenn die Milcherzeugnisse der Sendung mindestens einer der in Anhang XXVII
            Spalte B aufgeführten risikomindernden Behandlungen unterzogen wurden, wenn die
            für die Verarbeitung zu Milcherzeugnissen verwendete Milch von anderen als den in
            Absatz 1 Buchstabe a aufgeführten Tierarten stammt.
   (3)      Sendungen von Milcherzeugnissen, für deren Verarbeitung Rohmilch oder
            Milcherzeugnisse von mehr als einer Tierart verwendet wurde(n), dürfen nur dann in
            die Union verbracht werden, wenn diese Milcherzeugnisse entweder:
            a)    mindestens der strengsten der für jede Herkunftstierart festgelegten
                  risikomindernden Behandlungen unterzogen wurden, wenn das Vermischen der
                  Rohmilch bzw. der Milcherzeugnisse vor der endgültigen Verarbeitung zu dem
                  jeweiligen Erzeugnis erfolgt; oder
            b)    der risikomindernden Behandlung unterzogen wurden, die für jede
                  Herkunftstierart festgelegt wurde, wenn das Vermischen der Erzeugnisse nach
                  der Verarbeitung der einzelnen Zutaten des Milcherzeugnisses erfolgt.
                                             TITEL 5
     TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
              VON EIERN UND EIPRODUKTEN IN DIE UNION
                                             Kapitel 1
               Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Eier
                                              Artikel 158
      Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der die Eier
                                               stammen
   Sendungen von Eiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Eier der
   Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das bzw.
   die ein Seuchenüberwachungsprogramm für hochpathogene Aviäre Influenza anwendet, das
   den folgenden Anforderungen entspricht:
   a)       Anhang II der vorliegenden Verordnung;
            oder
DE                                                119                                           DE
 ---pagebreak---    b)      dem entsprechenden Kapitel des Gesundheitskodex                  für  Landtiere   der
           Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).
                                             Artikel 159
                                      Herkunftsbetrieb der Eier
   Sendungen von Eiern dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die Eier der
   Sendung aus einem Betrieb stammen, der den folgenden Anforderungen genügt:
   a)      In den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Eier und bis zum Datum
           der Ausstellung der Bescheinigung für den Eingang in die Union gab es weder einen
           Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza noch der Infektion mit dem Virus
           der Newcastle-Krankheit; und
   b)      im Umkreis von 10 km um den Betrieb, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
           Nachbarlandes einschließen kann, gab es mindestens in den letzten 30 Tagen vor
           dem Datum der Sammlung der Eier und bis zum Datum der Ausstellung der
           Bescheinigung für den Eingang in die Union weder einen Ausbruch der
           hochpathogenen Aviären Influenza noch der Infektion mit dem Virus der Newcastle-
           Krankheit.
                                            Kapitel 2
         Spezifische Tiergesundheitsanforderungen an Eiprodukte
                                             Artikel 160
        Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, aus dem bzw. der die
                                        Eiprodukte stammen
   Sendungen von Eiprodukten dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Eiprodukte der Sendung aus einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
   stammen, das bzw. die ein Seuchenüberwachungsprogramm für hochpathogene Aviäre
   Influenza anwendet, das den folgenden Anforderungen entspricht:
   a)      Anhang II der vorliegenden Verordnung;
           oder
   b)      dem entsprechenden Kapitel des Gesundheitskodex                  für  Landtiere   der
           Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).
                                             Artikel 161
                                      Herkunftsbetrieb der Eier
   Sendungen von Eiprodukten dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn für die
   Verarbeitung der Eiprodukte der Sendung Eier verwendet wurden, die aus einem Betrieb
   stammen,
   a)      in dem es in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Eier weder
           einen Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza noch der Infektion mit dem
           Virus der Newcastle-Krankheit gab;
   b)      in dessen Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
           Nachbarlandes einschließen kann,
           i)    es mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Eier
                 keinen Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza gab; oder
DE                                               120                                             DE
 ---pagebreak---            ii)   es in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Eier einen
                 Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza gab und die Eiprodukte einer
                 der risikomindernden Behandlungen für Eiprodukte gemäß Anhang XXVIII
                 Nummer 1 unterzogen wurden;
   c)      in dessen Umkreis von 10 km, der gegebenenfalls auch das Gebiet eines
           Nachbarlandes einschließen kann,
           i)    es mindestens in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Eier
                 keinen Ausbruch der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gab;
                 oder
           ii)   es in den letzten 30 Tagen vor dem Datum der Sammlung der Eier einen
                 Ausbruch der Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit gab und die
                 Eiprodukte einer der risikomindernden Behandlungen für Eiprodukte gemäß
                 Anhang XXVIII Nummer 2 unterzogen wurden.
                                             TITEL 6
     TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG
        VON VERARBEITETEN ERZEUGNISSEN TIERISCHEN
               URSPRUNGS, DIE IN ZUSAMMENGESETZEN
          ERZEUGNISSEN ENTHALTEN SIND, IN DIE UNION
                                             Artikel 162
       Zusammengesetzte Erzeugnisse, die Fleischerzeugnisse enthalten, und nicht haltbare
       zusammengesetzte Erzeugnisse, die Milcherzeugnisse und/oder Eiprodukte enthalten
   (1)     Sendungen der folgenden zusammengesetzten Erzeugnisse dürfen nur dann in die
           Union verbracht werden, wenn die zusammengesetzten Erzeugnisse der Sendung aus
           einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben kommen, das bzw. die
           für den Eingang der betreffenden Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die in diesen
           zusammengesetzten Erzeugnissen enthalten sind, gelistet ist:
           a)    zusammengesetzte Erzeugnisse, die Fleischerzeugnisse enthalten;
           b)    zusammengesetzte Erzeugnisse, die Milcherzeugnisse oder Eiprodukte
                 enthalten, die nicht haltbar gemacht wurden.
   (2)     Sendungen von zusammengesetzten Erzeugnissen dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn die verarbeiteten Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die in
           den in Absatz 1 genannten zusammengesetzten Erzeugnissen enthalten sind,
           a)    folgenden Anforderungen entsprechen:
                 i)    den einschlägigen allgemeinen Tiergesundheitsanforderungen an den
                       Eingang von Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die Union gemäß
                       Teil 1 dieser Verordnung;
                 ii)   den Tiergesundheitsanforderungen an den Eingang der betreffenden
                       Erzeugnisse tierischen Ursprungs in die Union gemäß den Titeln 3 bis 5
                       dieses Teils;
           b)    gewonnen wurden in
DE                                               121                                          DE
 ---pagebreak---                    i)    demselben gelisteten Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder derselben
                         Zone derselben, aus dem bzw. der die zusammengesetzten Erzeugnisse
                         stammen;
                   ii)   in der Union; oder
                   iii)  einem Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, das bzw. die
                         für den Eingang dieser Erzeugnisse in die Union gelistet ist, ohne dass
                         dafür eine spezifische risikomindernde Behandlung gemäß den
                         Artikeln 148 und 156 erforderlich ist, wenn das Drittland,
                         Drittlandsgebiet oder die Zone derselben, in dem bzw. in der die
                         zusammengesetzten Erzeugnisse hergestellt wurden, ebenfalls für den
                         Eingang dieser Erzeugnisse in die Union ohne spezifische
                         risikomindernde Behandlung gelistet ist.
                                              Artikel 163
   Haltbare zusammengesetzte Erzeugnisse, die Milcherzeugnisse und/oder Eiprodukte enthalten
   Sendungen von zusammengesetzten Erzeugnissen, in denen nur Milcherzeugnisse oder
   Eiprodukte enthalten sind, dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die in den
   zusammengesetzten Erzeugnissen enthaltenen Milcherzeugnisse und Eiprodukte haltbar bei
   Raumtemperatur gemacht wurden und wenn
   a)       sie einer Behandlung unterzogen wurden, die den folgenden Behandlungen
            mindestens gleichwertig ist:
            i)     den risikomindernden Behandlungen           von     Milcherzeugnissen     gemäß
                   Anhang XXVII Spalte B;
            ii)    den risikomindernden Behandlungen von Eiprodukten gemäß Anhang XXVIII;
   b)       sie, abweichend von Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c Ziffer i, von einer Erklärung des
            Unternehmers aus dem Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet der
            zusammengesetzten Erzeugnisse begleitet sind, in der bestätigt wird, dass die in den
            zusammengesetzten Erzeugnissen enthaltenen Milcherzeugnisse und Eiprodukte
            mindestens der in Buchstabe a genannten risikomindernden Behandlung unterzogen
            wurden.
                                             TITEL 7
       SPEZIFISCHE VORSCHRIFTEN FÜR DEN EINGANG VON
      ERZEUGNISSEN TIERISCHEN URSPRUNGS, DIE FÜR DEN
       PERSÖNLICHEN VERBRAUCH BESTIMMT SIND, IN DIE
                                              UNION
                                              Artikel 164
                Ausnahme von den Tiergesundheitsanforderungen und den zusätzlichen
    Eingangsanforderungen an Säuglingsmilch, Säuglingsnahrung und Spezialnahrung für den
                                       persönlichen Verbrauch
   Abweichend von den Anforderungen von Teil I Artikel 3 bis 10 und der Artikel 120 bis 163
   dürfen Sendungen von Säuglingsmilchpulver, Säuglingsnahrung und aus medizinischen
   Gründen benötigter Spezialnahrung, das bzw. die Erzeugnisse tierischen Ursprungs enthält,
   die nicht den genannten Anforderungen entsprechen, in die Union verbracht werden, wenn
DE                                                122                                              DE
 ---pagebreak---    a)      diese Erzeugnisse zum persönlichen Verbrauch bestimmt sind;
   b)      ihr Gesamtgewicht 2 kg pro Person nicht übersteigt;
   c)      diese Erzeugnisse vor dem Öffnen nicht gekühlt werden müssen;
   d)      es sich bei den Erzeugnissen um verpackte Markenprodukte zum direkten Verkauf an
           den Endverbraucher handelt;
   e)      die Packung nicht geöffnet ist, es sei denn, sie ist gegenwärtig in Gebrauch.
                                             Artikel 165
      Ausnahme von Tiergesundheitsanforderungen an zum persönlichen Verbrauch bestimmte
    Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die aus bestimmten Drittländern, Drittlandsgebieten oder
                                    Zonen derselben stammen
   (1)     Abweichend von den Anforderungen gemäß Teil I Artikel 3 bis 10, ausgenommen
           Artikel 3 Buchstabe a Ziffer i, und den Artikeln 120 bis 163 dürfen Sendungen von
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die nicht den genannten Anforderungen
           entsprechen, in die Union verbracht werden, wenn diese Erzeugnisse für den
           persönlichen Verbrauch bestimmt sind und aus Drittländern, Drittlandsgebieten oder
           Zonen derselben stammen, die auf der Grundlage besonderer Vereinbarungen mit der
           Union über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen für den Eingang
           bestimmter Mengen von für den persönlichen Verbrauch bestimmten Erzeugnissen
           tierischen Ursprungs gelistet sind.
   (2)     Das Gesamtgewicht, das pro Person in die Union verbracht werden kann, darf das für
           das betreffende Drittland oder Drittlandsgebiet in der Liste festgelegte
           Höchstgewicht nicht überschreiten.
                                             TEIL V
       TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN GEMÄSS DEN
                ARTIKELN 3 UND 5 AN DEN EINGANG VON
        WASSERTIEREN GELISTETER ARTEN UND DARAUS
             GEWONNENEN ERZEUGNISSEN TIERISCHEN
    URSPRUNGS IN DIE UNION UND IHRE ANSCHLIESSENDE
                     VERBRINGUNG UND HANDHABUNG
                                            TITEL 1
      ALLGEMEINE TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN
      DEN EINGANG VON WASSERTIEREN GEMÄSS ARTIKEL 1
    ABSATZ 6 UND DARAUS GEWONNENEN ERZEUGNISSEN IN
                                         DIE UNION
                                             Artikel 166
                         Untersuchung von Wassertieren vor dem Versand
   Sendungen von anderen Wassertieren als den in Artikel 172 Buchstaben d, e und f genannten
   dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn diese Wassertiere einer klinischen
   Untersuchung unterzogen wurden, die von einem amtlichen Tierarzt in dem Ausfuhrdrittland,
   Ausfuhrdrittlandsgebiet, einer Zone oder eines Kompartiments derselben innerhalb von
DE                                               123                                           DE
 ---pagebreak---    72 Stunden vor dem Zeitpunkt der Verladung der Sendung für den Versand in die Union zur
   Feststellung von Anzeichen von Seuchen und anormal hohen Sterblichkeitsraten durchgeführt
   wurde.
                                             Artikel 167
                               Versand von Wassertieren in die Union
   Sendungen von Wassertieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn die
   Wassertiere der Sendung den folgenden Anforderungen genügen:
   a)       Die Tiere wurden von ihrem Herkunftsbetrieb auf direktem Weg in die Union
            versandt;
   b)       bei der Beförderung in der Luft, zu Wasser, auf der Schiene oder auf der Straße
            wurden die Tiere nicht in einem Drittland oder Drittlandsgebiet bzw. einer Zone oder
            einem Kompartiment derselben, das bzw. die nicht für den Eingang in die Union der
            betreffenden Art und Kategorie von Wassertieren gelistet ist, entladen, umgeladen
            oder aus ihrem Transportbehälter/Container entnommen, und das Wasser, in dem sie
            befördert wurden, wurde nicht in einem Drittland oder Drittlandsgebiet bzw. einer
            Zone oder einem Kompartiment derselben ausgetauscht, das bzw. die nicht für den
            Eingang der betreffenden Art und Kategorie von Wassertieren gelistet ist;
   c)       die Tiere wurden nicht unter Bedingungen befördert, die ihren Gesundheitszustand
            gefährden, insbesondere:
            i)    wurden die Tiere gegebenenfalls in Wasser gegeben und befördert, durch das
                  ihr Gesundheitsstatus nicht beeinträchtigt wurde;
            ii)   waren die Transportmittel und die Transportbehälter/Container so konstruiert,
                  dass der Gesundheitsstatus der Wassertiere während des Transports nicht
                  gefährdet war;
            iii)  wurde der Transportbehälter/Container bzw. das Bünnschiff vor der Verladung
                  zum Versand in die Union entsprechend einem Protokoll und mit von der
                  zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets
                  zugelassenen Produkten gereinigt und desinfiziert, um sicherzustellen, dass der
                  Gesundheitsstatus der Wassertiere während des Transports nicht gefährdet
                  wird;
   d)       von der Verladung am Herkunftsbetrieb bis zur Ankunft in der Union wurden die
            Tiere nicht in demselben Wasser oder Transportbehälter/Container bzw. mit
            demselben Bünnschiff wie Wassertiere mit einem niedrigeren Gesundheitsstatus oder
            nicht für den Eingang in die Union bestimmte Wassertiere befördert;
   e)       sofern ein Wasseraustausch in einem Drittland oder Drittlandsgebiet bzw. einer Zone
            oder einem Kompartiment derselben, das bzw. die für den Eingang in die Union der
            betreffenden Art und Kategorie von Wassertieren gelistet ist, erforderlich war, hat
            dieser Austausch den Gesundheitsstatus der beförderten Tiere nicht gefährdet und
            wurde entsprechenden den folgenden Vorschriften durchgeführt:
            i)    im Falle der Beförderung zu Land erfolgt der Austausch an
                  Wasseraustauschstellen, die von der zuständigen Behörde des Drittlands oder
                  Drittlandsgebiet, in dem der Wasseraustauch stattfindet, zugelassen sind;
DE                                               124                                              DE
 ---pagebreak---             ii)   im Falle der Beförderung mit einem Bünnschiff erfolgte der Austausch in einer
                  Entfernung von mindestens 10 km zu Aquakulturbetrieben, die sich auf der
                  Strecke vom Herkunftsort zum Bestimmungsort in der Union befinden.
                                             Artikel 168
                              Transport von Wassertieren auf dem Seeweg
   Wenn der Versand von Sendungen von Wassertieren in die Union – wenn auch nur
   streckenweise – die Beförderung mit einem Schiff bzw. Bünnschiff umfasst, dürfen diese im
   Einklang mit Artikel 167 beförderten Sendungen von Wassertieren nur dann in die Union
   verbracht werden, wenn die Wassertiere der Sendung neben der Veterinärbescheinigung auch
   von einer am Tag des Einlaufens des Schiffes im Ankunftshafen vom Kapitän des Schiffs
   unterzeichneten Erklärung begleitet sind, die folgende Angaben enthält:
   a)       Ausgangshafen in dem Drittland oder Drittlandsgebiet;
   b)       Ankunftshafen in der Union;
   c)       gegebenenfalls Anlaufhäfen außerhalb des Herkunftsdrittlands, -drittlandsgebiets
            oder der Zone derselben;
   d)       Bestätigung, dass während des gesamten Transports der Wassertiersendung vom
            Ausgangshafen im Drittland oder Drittlandsgebiet zum Ankunftshafen in der Union
            die einschlägigen Anforderungen gemäß Artikel 167 erfüllt waren.
                                             Artikel 169
                      Spezifische Beförderungs- und Kennzeichnungsvorschriften
   (1)      Sendungen von Wassertieren dürfen nur dann in die Union verbracht werden, wenn
            die Wassertiere der Sendung mit einem lesbaren Etikett an der Außenseite des
            Transportbehälters/Containers gekennzeichnet oder, bei Transport mit einem
            Bünnschiff, im Schiffsmanifest verzeichnet sind, wobei auf die für die betreffende
            Sendung ausgestellte Veterinärbescheinigung verwiesen wird.
   (2)      Das in Absatz 1 genannte lesbare Etikett enthält ferner folgende Angaben:
            a)    Anzahl der in der Sendung enthaltenen Transportbehälter/Container;
            b)    Bezeichnung der in jedem Transportbehälter/Container vorhandenen Art;
            c)    für     jede     vorhandene     Art    Anzahl      der    Tiere   in   jedem
                  Transportbehälter/Container;
            d)    Zweck, für den die Tiere bestimmt sind.
   (3)      Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die von anderen als lebenden Wassertieren
            stammen und für den Eingang in die Union bestimmt sind, genügen den folgenden
            Anforderungen:
            a)    Sie sind mit einem lesbaren Etikett an der Außenseite des
                  Transportbehälters/Containers gekennzeichnet, wobei auf die für die
                  betreffende Sendung ausgestellte Veterinärbescheinigung verwiesen wird;
            b)    auf dem unter Buchstabe a genannten lesbaren Etikett sind ferner die
                  entsprechenden folgenden Vermerke angegeben:
                  i)     „Fisch für den menschlichen Verzehr in der Europäischen Union“;
                  ii)    „Weichtiere für den menschlichen Verzehr in der Europäischen Union“;
DE                                               125                                            DE
 ---pagebreak---                  iii)   „Krebstiere für den menschlichen Verzehr in der Europäischen Union“.
                                              Artikel 170
   Anforderungen in Bezug auf das Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder eine Zone bzw. ein
                  Kompartiment derselben und in Bezug auf den Herkunftsbetrieb
   (1)     Sendungen von Wassertieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die von
           anderen als lebenden Wassertieren stammen, dürfen nur dann in die Union verbracht
           werden, wenn die Wassertiere und Erzeugnisse tierischen Ursprungs der Sendung
           aus einem Drittland, Drittlandsgebiet, einer Zone oder einem Kompartiment
           derselben kommen, das bzw. die die folgenden Anforderungen erfüllt:
           a)    Es/sie ist frei von den folgenden gelisteten Seuchen:
                 i)     bei Wassertieren auftretende Seuchen der Kategorien A und B;
                 ii)    relevante Seuchen der Kategorie C, wenn die Wassertiere oder die
                        Erzeugnisse tierischen Ursprungs für Mitgliedstaaten, Zonen oder
                        Kompartimente bestimmt sind, die in Bezug auf die betreffenden
                        Seuchen über den Seuchenfreiheitsstatus oder ein zugelassenes
                        Tilgungsprogramm verfügen;
                 iii)   Seuchen der Kategorie C in allen Fällen, in denen Wassertiere zur
                        Freisetzung in offenen Gewässern bestimmt sind;
                 iv)    falls die Bestimmungsmitgliedstaaten im Einklang mit Artikel 176 der
                        vorliegenden Verordnung nationale Maßnahmen ergriffen haben,
                        stammen die Wassertiere der in Anhang XXIX aufgeführten Arten
                        zudem aus Drittländern, Drittlandsgebieten, Zonen oder Kompartimenten
                        derselben, die frei von den im genannten Anhang aufgeführten Seuchen
                        sind;
           b)    alle Eingänge von Wassertieren gelisteter Arten in das Drittland,
                 Drittlandsgebiet, eine Zone oder ein Kompartiment derselben, das bzw. die in
                 die Union ausführt, stammen aus einem anderen Drittland, Drittlandsgebiet,
                 einer Zone oder einem Kompartiment derselben, das bzw. die frei von den
                 unter Buchstabe a genannten Seuchen ist;
           c)    Wassertiere gelisteter Arten wurden im Herkunftsdrittland oder -
                 drittlandsgebiet nicht gegen Seuchen der Kategorie A, der Kategorie B und,
                 falls relevant, der Kategorie C geimpft.
   (2)     Sendungen von Aquakulturtieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die von
           anderen als lebenden Aquakulturtieren stammen, dürfen nur dann in die Union
           verbracht werden, wenn die Aquakulturtiere und Erzeugnisse tierischen Ursprungs
           der Sendung aus einem Betrieb kommen, der
           a)    gemäß Anforderungen registriert wurde, die mindestens genauso streng sind
                 wie die in Teil IV Titel II Kapitel 1 Abschnitt 1 der Verordnung (EU) 2016/429
                 festgelegten;
           oder
           b)    gemäß Anforderungen zugelassen wurde, die mindestens genauso streng sind
                 wie die in Teil IV Titel II Kapitel 1 Abschnitt 2 der Verordnung (EU) 2016/429
                 und in Teil II Titel I der Delegierten Verordnung (EU) 2019/xxx der
                 Kommission hinsichtlich Vorschriften für Aquakulturbetriebe und
DE                                                126                                           DE
 ---pagebreak---                     Transportunternehmer,    die   Wassertiere  befördern   [SANTE/7208/2019]
                    festgelegten.
                                              Artikel 171
                                             Vektorenarten
   (1)       Wassertiere der in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der Durchführungsverordnung
             (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten Arten gelten nur unter den in
             Anhang XXX dargelegten Bedingungen als Vektoren für diese Seuchen.
   (2)       Erzeugnisse tierischen Ursprungs von anderen Wassertieren als lebenden
             Wassertieren der in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der Durchführungsverordnung
             (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten Arten gelten nicht als Vektoren für
             die in dem genannten Anhang aufgeführten Seuchen, wenn sie in die Union
             verbracht werden.
                                              Artikel 172
                 Ausnahmen für bestimmte Kategorien von Wassertieren gelisteter Arten
   Abweichend von Artikel 170 gelten die in dem genannten Artikel festgelegten Anforderungen
   nicht für die folgenden Kategorien von Wassertieren:
   a)        Wassertiere, die zur Verarbeitung zum menschlichen Verzehr in einem Betrieb
             bestimmt       sind,  der     Lebensmittel    aus   Wassertieren    herstellt  und
             Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt;
   b)        Wassertiere, die für Forschungszwecke verwendet werden sollen und für
             geschlossene Betriebe bestimmt sind, die für diesen Zweck von der zuständigen
             Behörde des Bestimmungsmitgliedstaats zugelassen sind;
   c)        andere als unter Buchstabe b dieses Artikels genannte wild lebende Wassertiere,
             vorausgesetzt, sie wurden in einem Quarantänebetrieb unter Quarantäne gestellt, der
             für diesen Zweck zugelassen ist von der zuständigen Behörde
             i)     im Herkunftsdrittland; oder
             ii)    in der Union;
   d)        Weichtiere oder Krebstiere, die im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 853/2004
             zum menschlichen Verzehr verpackt und etikettiert wurden und nicht mehr als
             lebende Tiere überleben können, wenn sie ins Wasser zurückgebracht werden;
   e)        Weichtiere oder Krebstiere, die im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 853/2004
             zum menschlichen Verzehr verpackt und etikettiert wurden und zur
             Weiterverarbeitung ohne Zwischenlagerung am Ort der Verarbeitung bestimmt sind;
   f)        lebende Muscheln oder Krebstiere, die ohne weitere Verarbeitung für den
             menschlichen Verzehr bestimmt sind, sofern sie gemäß den Bestimmungen der
             Verordnung (EG) Nr. 853/2004 für den Einzelhandel abgepackt sind.
DE                                                127                                            DE
 ---pagebreak---                                             Artikel 173
     Ausnahmen für bestimmte Erzeugnisse tierischen Ursprungs aus anderen Wassertieren als
                                       lebenden Wassertieren
   Abweichend von Artikel 170 Absatz 1 gelten die in diesem Artikel festgelegten
   Anforderungen nicht für die folgenden von anderen als lebenden Wassertieren stammenden
   Erzeugnisse tierischen Ursprungs:
   a)      von anderen als lebenden Wassertieren stammende Erzeugnisse tierischen
           Ursprungs, die zur Verarbeitung zum menschlichen Verzehr in einem Betrieb
           bestimmt       sind,   der    Lebensmittel   aus     Wassertieren     herstellt  und
           Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchführt;
   b)      für den menschlichen Verzehr bestimmter Fisch, der vor dem Versand in die Union
           geschlachtet und ausgenommen wurde.
                                            Artikel 174
    Handhabung von Wassertieren und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die von anderen als
                 lebenden Wassertieren stammen, nach ihrem Eingang in die Union
   (1)     Nach ihrem Eingang in die Union werden Sendungen von Wassertieren und
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die von anderen als lebenden Wassertieren
           stammen:
           a)     auf direktem Weg zu ihrem Bestimmungsort in der Union befördert;
           b)     angemessen gehandhabt, um sicherzustellen, dass natürliche Gewässer nicht
                  kontaminiert werden.
   (2)     Wassertiere und von anderen als lebenden Wassertieren stammende Erzeugnisse
           tierischen Ursprungs, die in die Union verbracht wurden, dürfen von dem
           Unternehmer in der Union nicht in natürlichen Gewässern freigesetzt oder
           anderweitig eingesetzt werden, es sei denn, dies wurde von der zuständigen Behörde
           des Mitgliedstaats, in dem die Freisetzung oder Einsetzung erfolgt, genehmigt.
   (3)     Die zuständige Behörde des Mitgliedstaats darf die in Absatz 2 dieses Artikels
           genannte Genehmigung nur dann erteilen, wenn die Freisetzung oder Einsetzung in
           natürlichen Gewässern den Gesundheitsstatus der dortigen Wassertiere nicht
           gefährdet, und die Freisetzung in offenen Gewässern muss in allen Fällen Artikel 170
           Buchstabe a Ziffer iii entsprechen.
   (4)     Das Wasser, in dem die Sendungen von Wassertieren transportiert werden, wird von
           dem Unternehmer angemessen gehandhabt, um eine Kontamination der natürlichen
           Gewässer in der Union zu vermeiden.
DE                                              128                                             DE
 ---pagebreak---                                                TITEL 2
          TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN ZUR BEGRENZUNG DER
       AUSWIRKUNGEN VON BESTIMMTEN NICHT GELISTETEN SEUCHEN
                                               Artikel 175
       Zusätzliche Tiergesundheitsanforderungen zur Begrenzung der Auswirkungen von nicht
       gelisteten Seuchen, bezüglich derer die Mitgliedstaaten nationale Maßnahmen ergriffen
                                                 haben
   (1)       Die zuständige Behörde der Mitgliedstaaten, die nationale Maßnahmen gegen andere
             als die gelisteten Seuchen gemäß Artikel 226 der Verordnung (EU) 2016/429
             ergriffen haben, trifft Maßnahmen, um die Einschleppung dieser nicht gelisteten
             Seuchen durch die Anwendung zusätzlicher Tiergesundheitsanforderungen an den
             Eingang von Wassertieren und von aus anderen als lebenden Wassertieren
             gewonnenen Erzeugnissen tierischen Ursprungs in diese Mitgliedstaaten, Zonen oder
             Kompartimente der Union zu verhindern.
   (2)       Die in Absatz 1 genannte zuständige Behörde gestattet den Eingang von Sendungen
             von Wassertierarten, die empfänglich für die in Absatz 1 genannten Seuchen sind,
             nur dann, wenn im Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet keine Impfungen gegen
             diese Seuchen durchgeführt wurden.
   (3)       Die in Absatz 1 genannte zuständige Behörde stellt sicher, dass Wassertiere der in
             Absatz 2 genannten Arten, die in ein Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet, eine Zone
             oder ein Kompartiment derselben verbracht werden, aus einem anderen Drittland,
             einer anderen Zone oder einem anderen Kompartiment stammen, das bzw. die
             ebenfalls frei von der relevanten Seuche ist.
   (4)       Die in den Artikeln 172 und 173 vorgesehenen Ausnahmen gelten für die in Absatz 2
             genannten Wassertiere und aus Wassertieren gewonnenen Erzeugnisse tierischen
             Ursprungs, die für Mitgliedstaaten bestimmt sind, die nationale Maßnahmen gegen
             die in Absatz 1 dieses Artikels genannten Seuchen ergriffen haben.
   (5)       Die Handhabung der in Absatz 2 dieses Artikels genannten Wassertiere und der
             daraus gewonnenen Erzeugnisse nach dem Eingang in die Union entspricht den in
             Artikel 174 festgelegten Bedingungen.
                                               Teil VI
          SPEZIFISCHE VORSCHRIFTEN FÜR DEN EINGANG
    BESTIMMTER WAREN GEMÄSS DEN ARTIKELN 3 UND 5,
    DEREN ENDGÜLTIGER BESTIMMUNGSORT AUẞERHALB
                DER UNION LIEGT, UND FÜR DEN EINGANG
     BESTIMMTER WAREN, DIE AUS DER UNION STAMMEN
                         UND DORTHIN ZURÜCKKEHREN
                                               Artikel 176
                           Anforderungen an die Durchfuhr durch die Union
   (1)       Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die in
             den Anwendungsbereich dieser Verordnung fallen und nicht aus der Union stammen,
DE                                                 129                                             DE
 ---pagebreak---            aber durch die Union durchgeführt werden und für einen Ort außerhalb der Union
           bestimmt sind, dürfen nur dann durch die Union hindurchgeführt werden,
           a)     wenn sie alle einschlägigen Anforderungen an den Eingang der betreffenden
                  Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial oder Erzeugnissen tierischen
                  Ursprungs in die Union gemäß den Teilen I bis V erfüllen; oder
           b)     wenn sie spezifischen Bedingungen unterliegen, die für das gelistete
                  Herkunftsdrittland, -drittlandsgebiet oder die Zone derselben sowie die
                  betreffende Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen
                  tierischen Ursprungs explizit von der Union in der Liste festgelegt wurden, um
                  etwaige Tiergesundheitsrisiken zu mindern, die von solchen Verbringungen
                  ausgehen.
   (2)     Sendungen von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die in
           den Anwendungsbereich dieser Verordnung fallen und nach der Durchfuhr durch ein
           Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben in die Union zurückkehren,
           dürfen nur dann erneut in die Union verbracht werden, wenn sie allen einschlägigen
           Anforderungen an die betreffende Kategorie und Art von Tieren, Zuchtmaterial und
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs gemäß den Teilen I bis V entsprechen, es sei denn
           sie unterliegen
           a)     den in den Artikeln 177 bis 182 festgelegten zusätzlichen Anforderungen;
                  oder
           b)     den spezifischen Bedingungen, die für das gelistete Durchfuhrdrittland, -
                  drittlandsgebiet oder die Zone derselben sowie die betreffende Art und
                  Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und Erzeugnissen tierischen Ursprungs
                  explizit von der Union in der Liste festgelegt wurden, um etwaige
                  Tiergesundheitsrisiken zu mindern, die von solchen Verbringungen ausgehen.
   (3)     Die in Absatz 1 Buchstabe b und Absatz 2 Buchstabe b genannten spezifischen
           Bedingungen werden auf der Grundlage einer Risikobewertung festgelegt und dem
           Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben zugewiesen, wobei Folgendem
           Rechnung getragen wird:
           a)     den Kriterien gemäß Artikel 230 der Verordnung (EU) 2016/429;
           b)     der betreffenden Art und Kategorie von Tieren, Zuchtmaterial und
                  Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die bzw. das zur Durchfuhr bestimmt ist,
                  und der entsprechenden Tiergesundheitsrisiken;
           c)     geografischen Beschränkungen;
           d)     festgelegten Handelswegen;
           e)     sonstigen maßgeblichen Faktoren.
                                             Artikel 177
      Zusätzliche Anforderungen an den Eingang von registrierten Pferden, die aus der Union
      stammen und nach einer zeitweiligen Ausfuhr in ein Drittland, Drittlandsgebiet oder eine
               Zone derselben zur Teilnahme an Turnieren, Rennen oder kulturellen
                        Pferdesportveranstaltungen in die Union zurückkehren
   (1)     Sendungen von registrierten Pferden, die zeitweilig aus einem Mitgliedstaat in für
           den Eingang von Equiden in die Union gelistete Drittländer, Drittlandsgebiete oder
DE                                               130                                             DE
 ---pagebreak---             Zonen derselben ausgeführt wurden, dürfen wieder in die Union verbracht werden,
            wenn die folgenden zusätzlichen Anforderungen erfüllt sind:
            a)    Die Tiere haben sich über einen Zeitraum außerhalb der Union aufgehalten, der
                  von der Kommission für die jeweiligen Zwecke festgelegt wird und 90 Tage
                  nicht überschreitet;
            b)    außer für die Dauer der Rennen, Turniere oder kulturellen Veranstaltungen und
                  der damit verbundenen Tätigkeiten (einschließlich Training, Aufwärmen und
                  Präsentation) wurden die Tiere im Drittland, Drittlandsgebiet oder einer Zone
                  derselben isoliert gehalten;
            c)    die Tiere haben sich gemäß den spezifischen Anforderungen von Anhang XI
                  Teil B nur in Drittländern, Drittlandsgebieten oder Zonen derselben
                  aufgehalten, die derselben Statusgruppe wie das Versanddrittland oder -
                  drittlandsgebiet angehören, und ihre Verbringung in das Drittland oder
                  Drittlandsgebiet oder ihr Transport in die Versandzone auf direktem Weg ist
                  unter Bedingungen erfolgt, die mindestens genauso streng sind wie die
                  Bedingungen, die für den direkten Versand in die Union gelten.
   (2)      Abweichend von Absatz 1 Buchstabe c dürfen registrierte Pferde, die zeitweilig in
            Drittländer, Drittlandsgebiete oder Zonen derselben ausgeführt wurden, die mehr als
            einer Statusgruppe angehören, wieder in die Union verbracht werden, wenn die Tiere
            ausschließlich an bestimmten hochklassigen Turnieren oder Rennen teilgenommen
            haben.
                                              Artikel 178
     Spezifische Anforderungen an den Eingang von Huftieren, Geflügel und Wassertieren, die
    bzw. das aus der Union stammen bzw. stammt und infolge der Verweigerung des Eingangs in
                      ein Drittland in die Union zurückkehren bzw. zurückkehrt
   (1)      Sendungen von Huftieren, Geflügel und Wassertieren, die aus der Union stammen
            und infolge der Verweigerung des Eingangs vonseiten der zuständigen Behörde eines
            Drittlands oder Drittlandsgebiets in die Union zurückkehren, dürfen nur dann wieder
            in die Union verbracht werden, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
            a)    Bei dem verweigernden Drittland oder Drittlandsgebiet handelt es sich um ein
                  Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben, das bzw. die für den
                  Eingang in die Union der Art und Kategorie der Tiere, die zurückkehren,
                  gelistet ist;
            b)    die unter Buchstabe a genannten Tiere wurden nicht durch ein anderes als das
                  unter Buchstabe a genannte Drittland, Drittlandsgebiet oder eine Zone
                  derselben durchgeführt;
            c)    die Tiere werden von den folgenden Dokumenten begleitet:
                  i)     dem Original der von der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats
                         ausgestellten Veterinärbescheinigung bzw. einer gleichwertigen
                         elektronischen Bescheinigung, die über das IMSOC übermittelt wurde,
                         oder einer beglaubigten Kopie der von der zuständigen Behörde des
                         Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten amtlichen Veterinärbescheinigung;
                  ii)    einem der folgenden Dokumente:
DE                                                131                                            DE
 ---pagebreak---                           –      einer amtlichen Erklärung der zuständigen oder einer anderen
                                 Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets, in dem
                                 gegebenenfalls der Grund für die Verweigerung aufgeführt ist und
                                 in der bestätigt wird, dass die Anforderungen von Buchstabe d
                                 erfüllt sind;
                                 oder
                          –      im Falle von verplombten Sendungen mit intakter Original-Plombe,
                                 einer Erklärung des für die Sendung verantwortlichen
                                 Unternehmers, in der bestätigt wird, dass der Transport gemäß
                                 Buchstabe d Ziffer ii und erforderlichenfalls Buchstabe d Ziffer iii
                                 erfolgt ist;
                   iii)   einer Erklärung der zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats, in
                          der sie einwilligt, die Sendung anzunehmen, und in der der
                          Bestimmungsort, zu dem die Sendung zurückkehren soll, angegeben ist;
             d)    im Falle einer Entladung der Sendung im Drittland, Drittlandsgebiet oder einer
                   Zone derselben hat die zuständige Behörde des Drittlands oder
                   Drittlandsgebiets bescheinigt, dass
                   i)     sie die Entladung der Tiere direkt in für deren Isolierung und
                          vorübergehende Handhabung geeigneten Einrichtungen in den
                          Räumlichkeiten der Grenzkontrollstelle des Drittlands oder
                          Drittlandsgebiets genehmigt und beaufsichtigt hat;
                   ii)    wirksame Maßnahmen getroffen wurden, um eine direkte und indirekte
                          Berührung zwischen den in der Sendung enthaltenen Tieren und anderen
                          Tieren zu vermeiden;
                   iii)   erforderlichenfalls ein wirksamer Schutz gegen Vektoren relevanter
                          Tierseuchen gewährleistet wurde.
   (2)       Der Transport der Sendung zum und ihre Ankunft am Bestimmungsort wird nach
             Maßgabe der Artikel 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/1666 der
             Kommission überwacht.
                                                Artikel 179
     Spezifische Anforderungen an den Eingang von anderen Tieren als Huftieren, Geflügel und
    Wassertieren, die aus der Union stammen und infolge der Verweigerung des Eingangs in ein
                        Drittland oder Drittlandsgebiet in die Union zurückkehren
   (1)       Sendungen von anderen Tieren als Huftieren, Geflügel und Wassertieren, die aus der
             Union stammen und infolge der Verweigerung des Eingangs vonseiten der
             zuständigen Behörde eines Drittlands oder Drittlandsgebiets in die Union
             zurückkehren, dürfen nur dann wieder in die Union verbracht werden, wenn die
             Tiere der Sendung von den folgenden Dokumenten begleitet werden:
             a)    dem Original der von der zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats
                   ausgestellten Veterinärbescheinigung bzw. einer gleichwertigen elektronischen
                   Bescheinigung, die über das IMSOC übermittelt wurde, oder einer
                   beglaubigten       Kopie    der     von     der   zuständigen    Behörde     des
                   Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten amtlichen Veterinärbescheinigung;
             b)    einem der folgenden Dokumente:
DE                                                  132                                               DE
 ---pagebreak---                    i)    einer amtlichen Erklärung der zuständigen Behörde oder einer anderen
                         Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets, in dem der Grund für die
                         Verweigerung aufgeführt ist;
                         oder
                   ii)   im Falle von verplombten Sendungen oder ungeöffneten
                         Transportbehältern/Containern, einer Erklärung des für die Sendung
                         verantwortlichen Unternehmers, in der der Grund für die Verweigerung
                         angegeben ist;
             c)    einer Erklärung der zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats, in der
                   sie einwilligt, die Sendung anzunehmen, und in der der Bestimmungsort, zu
                   dem die Sendung zurückkehren soll, angegeben ist.
   (2)       Der Transport der Sendung zum und ihre Ankunft am Bestimmungsort wird nach
             Maßgabe der Artikel 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/1666 der
             Kommission überwacht.
                                               Artikel 180
   Spezifische Anforderungen an den Eingang von Zuchtmaterial und abgepackten Erzeugnissen
       tierischen Ursprungs, das bzw. die aus der Union stammt bzw. stammen und infolge der
    Verweigerung des Eingangs in ein Drittland oder Drittlandsgebiet in die Union zurückkehrt
                                          bzw. zurückkehren
   (1)       Sendungen von Zuchtmaterial und abgepackten Erzeugnissen tierischen Ursprungs,
             die aus der Union stammen und infolge der Verweigerung des Eingangs vonseiten
             der zuständigen Behörde eines Drittlands oder Drittlandsgebiets in die Union
             zurückkehren, dürfen nur dann wieder in die Union verbracht werden, wenn die
             folgenden Anforderungen erfüllt sind:
             a)    Das Zuchtmaterial ist im ursprünglichen Behälter verblieben und die
                   Verpackung der Erzeugnisse tierischen Ursprungs ist intakt;
             b)    das Zuchtmaterial und die Erzeugnisse tierischen Ursprungs wird bzw. werden
                   begleitet von:
                   i)    dem Original der von der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats des
                         Herkunftsorts ausgestellten Veterinärbescheinigung bzw. einer
                         gleichwertigen elektronischen Bescheinigung, die über das IMSOC
                         übermittelt wurde, oder einer beglaubigten Kopie der von der
                         zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten amtlichen
                         Veterinärbescheinigung;
                   ii)   einem der folgenden Dokumente, in denen der Grund für die
                         Verweigerung und gegebenenfalls Ort und Datum der Entladung,
                         Lagerung und Neuverladung im Drittland oder Drittlandsgebiet
                         angegeben ist und in denen bestätigt wird, dass die Anforderungen von
                         Buchstabe c erfüllt sind:
                         –     einer Erklärung der zuständigen Behörde oder einer anderen
                               Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets; oder
                         –     im Falle von Transportbehältern/Containern mit intakter Original-
                               Plombe, einer Erklärung des für die Sendung verantwortlichen
                               Unternehmers;
DE                                                 133                                           DE
 ---pagebreak---                    iii)  einer Erklärung der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaats, in der sie
                         einwilligt, die Sendung anzunehmen, und in der der Bestimmungsort, zu
                         dem die Sendung zurückkehren soll, angegeben ist;
            c)     wenn das Zuchtmaterial bzw. die Erzeugnisse tierischen Ursprungs gemäß
                   Buchstabe a und b im Drittland oder Drittlandsgebiet entladen wurde, hat die
                   zuständige Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets bescheinigt, dass
                   i)    das Zuchtmaterial bzw. die Erzeugnisse tierischen Ursprungs keiner
                         anderen Handhabung außer Entladung, Lagerung und Neuverladung
                         unterzogen wurde(n);
                   ii)   wirksame Maßnahmen getroffen wurden, um eine Kontamination des
                         Transportbehälters/Containers des Zuchtmaterials oder der Verpackung
                         der Erzeugnisse tierischen Ursprungs mit Krankheitserregern der
                         gelisteten Seuchen während der Entladung, Lagerung und Neuverladung
                         zu vermeiden.
   (2)      Der Transport der Sendung zum und ihre Ankunft am Bestimmungsort wird nach
            Maßgabe der Artikel 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/1666 der
            Kommission überwacht.
                                              Artikel 181
   Spezifische Anforderungen an den Eingang von unverpackten oder als Massengut beförderten
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die aus der Union stammen und infolge der
     Verweigerung des Eingangs in ein gelistetes Drittland oder Drittlandsgebiet in die Union
                                             zurückkehren
   (1)      Sendungen von unverpackten oder als Massengut beförderten Erzeugnissen
            tierischen Ursprungs, die aus der Union stammen und infolge der Verweigerung des
            Eingangs vonseiten der zuständigen Behörde eines gelisteten Drittlands oder
            Drittlandsgebiets in die Union zurückkehren, dürfen nur dann wieder in die Union
            verbracht werden, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
            a)     Das verweigernde Drittland oder Drittlandsgebiet ist für den Eingang in die
                   Union der betreffenden Art und Kategorie von Erzeugnissen tierischen
                   Ursprungs, die in die Union zurückkehren sollen, gelistet;
            b)     die Erzeugnisse tierischen Ursprungs werden begleitet von:
                   i)    dem      Original    der    von    der   zuständigen     Behörde      des
                         Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten Veterinärbescheinigung bzw. einer
                         gleichwertigen elektronischen Bescheinigung, die über das IMSOC
                         übermittelt wurde, oder einer beglaubigten Abschrift der von der
                         zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten amtlichen
                         Veterinärbescheinigung;
                   ii)   einem der folgenden Dokumente:
                         –     einer amtlichen Erklärung der zuständigen oder einer anderen
                               Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets, in dem der Grund
                               für die Verweigerung aufgeführt ist und in der bestätigt wird, dass
                               die      Plombe      an      dem      Fahrzeug      bzw.       dem
                               Transportbehälter/Container nur zu amtlichen Zwecken geöffnet
                               wurde und die Erzeugnisse so wenig wie möglich und nur soweit
                               für diese Zwecke erforderlich gehandhabt und insbesondere nicht
DE                                                134                                              DE
 ---pagebreak---                                entladen wurden und dass das Fahrzeug bzw. der
                               Transportbehälter/Container im Anschluss unverzüglich neu
                               verplombt wurde; oder
                         –     im Falle von verplombten Sendungen, einer Erklärung des für die
                               Sendung verantwortlichen Unternehmers, in der der Grund für die
                               Verweigerung angegeben ist;
                   iii)  einer Erklärung der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaats, in der sie
                         einwilligt, die Sendung anzunehmen, und in der der Bestimmungsort, zu
                         dem die Sendung zurückkehren soll, angegeben ist.
   (2)      Der Transport der Sendung zum und ihre Ankunft am Bestimmungsort wird nach
            Maßgabe der Artikel 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/1666 der
            Kommission überwacht.
                                              Artikel 182
   Spezifische Anforderungen an den Eingang von unverpackten oder als Massengut beförderten
           Erzeugnissen tierischen Ursprungs, die aus der Union stammen und infolge der
       Verweigerung des Eingangs in ein nicht gelistetes Drittland in die Union zurückkehren
   (1)      Sendungen von unverpackten oder als Massengut beförderten Erzeugnissen
            tierischen Ursprungs, die aus der Union stammen und infolge der Verweigerung des
            Eingangs vonseiten der zuständigen Behörde eines Drittlands oder Drittlandsgebiets,
            das für den Eingang in die Union der zurückkehrenden betreffenden Art und
            Kategorie von Erzeugnissen tierischen Ursprungs nicht gelistet ist, dürfen nur dann
            wieder in die Union verbracht werden, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt
            sind:
            a)     Die Sendung ist mit intakter Original-Plombe verplombt;
            b)     die Erzeugnisse tierischen Ursprungs werden begleitet von:
                   i)    dem      Original    der    von    der   zuständigen     Behörde    des
                         Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten Veterinärbescheinigung bzw. einer
                         gleichwertigen elektronischen Bescheinigung, die über das IMSOC
                         übermittelt wurde, oder einer beglaubigten Kopie der von der
                         zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats ausgestellten amtlichen
                         Veterinärbescheinigung;
                   ii)   einem der folgenden Dokumente:
                         –     einer amtlichen Erklärung der zuständigen Behörde oder einer
                               anderen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets, in dem der
                               Grund für die Verweigerung aufgeführt ist;
                         –     einer Erklärung des für die Sendung verantwortlichen
                               Unternehmers, in der der Grund für die Verweigerung angegeben
                               ist;
                   iii)  einer Erklärung der zuständigen Behörde eines Mitgliedstaats, in der sie
                         einwilligt, die Sendung anzunehmen, und worin der Bestimmungsort, zu
                         dem die Sendung zurückkehren soll, angegeben ist.
   (2)      Der Transport der Sendung zum und ihre Ankunft am Bestimmungsort wird nach
            Maßgabe der Artikel 2 und 3 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/1666 der
            Kommission überwacht.
DE                                                135                                             DE
 ---pagebreak---                                            Teil VII
                                   Schlussbestimmungen
                                           Artikel 183
                                          Aufhebungen
   Folgende Rechtsakte werden mit Wirkung vom 21. April 2021 aufgehoben:
   –         Verordnung (EU) Nr. 206/2010 der Kommission;
   –         Durchführungsverordnung (EU) Nr. 139/2013 der Kommission;
   –         Verordnung (EU) Nr. 605/2010 der Kommission;
   –         Verordnung (EG) Nr. 798/2008 der Kommission;
   –         Entscheidung 2007/777/EG der Kommission;
   –         Verordnung (EG) Nr. 119/2009 der Kommission;
   –         Verordnung (EU) Nr. 28/2012 der Kommission;
   –         Durchführungsverordnung (EU) 2016/759 der Kommission.
                                           Artikel 184
   Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
   Union in Kraft.
   Sie gilt ab dem 21. April 2021.
   Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
   Mitgliedstaat.
   Brüssel, den 30.1.2020
                                             Für die Kommission
                                             Die Präsidentin
                                             Ursula von der LEYEN
DE                                             136                                         DE
 ---documentbreak---                             EUROPÄISCHE
                            KOMMISSION
                                                    Brüssel, den 30.1.2020
                                                    C(2020) 416 final
                                                    ANNEXES 1 to 30
                                         ANHÄNGE
                                             der
             DELEGIERTEN VERORDNUNG (EU) .../... DER KOMMISSION
    zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des
   Rates hinsichtlich Vorschriften für den Eingang von Sendungen von bestimmten Tieren,
    bestimmtem Zuchtmaterial und bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs in die
             Union und für deren anschließende Verbringung und Handhabung
DE                                                                                      DE
 ---pagebreak---                                           ANHANG I
             LISTE DER SEUCHEN, DIE IM AUSFUHRDRITTLAND ODER -
        DRITTLANDSGEBIET ANGEZEIGT UND GEMELDET WERDEN MÜSSEN
   1.      LANDTIERE
           Alle gelisteten Seuchen gemäß Artikel 5 der Verordnung (EU) 2016/429, die in
           Anhang II der       genannten     Verordnung      für    die   im   Anhang der
           Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten gelisteten
           Arten von Landtieren aufgeführt sind.
   2.      ZUCHTMATERIAL
   2.1.    Von Huftieren
           –    Maul- und Klauenseuche
           –    Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis
           –    Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex (M. bovis, M. caprae
                und M. tuberculosis)
           –    Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (Serotypen 1-24)
           –    Infektion mit dem Virus der Epizootischen Hämorrhagie
           –    Infektiöse Bovine Rhinotracheitis/Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis
           –    Bovine Virus Diarrhoe
           –    Bovine Genitale Campylobakteriose
           –    Trichomonadose
           –    Enzootische Leukose der Rinder
           –    Infektiöse Epididymitis (Brucella ovis)
           –    Infektion mit dem Virus der Equinen Viralen Arteritis
           –    Ansteckende Blutarmut der Einhufer
           –    Ansteckende Pferdemetritis
           –    Klassische Schweinepest
           –    Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit
           –    Infektion mit dem Virus des Seuchenhaften Spätaborts der Schweine
   2.2.    Von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln
           Alle gelisteten Seuchen gemäß Artikel 5 der Verordnung (EU) 2016/429, die in
           Anhang II der genannten Verordnung aufgeführt und für die im Anhang der
           Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten gelisteten
           Arten von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln von Belang sind, von
           denen Zuchtmaterial gewonnen wird, das in die Union eingeführt werden darf.
DE                                              1                                          DE
 ---pagebreak---    3.   ERZEUGNISSE      TIERISCHEN    URSPRUNGS     VON HUFTIEREN, GEFLÜGEL     UND
        FEDERWILD
   3.1. Frisches Fleisch von Huftieren
        –     Maul- und Klauenseuche
        –     Infektion mit dem Rinderpest-Virus
        –     Infektion mit dem Rifttal-Fieber-Virus
        –     Pockenseuche der Schafe und Ziegen
        –     Pest der kleinen Wiederkäuer
        –     Klassische Schweinepest
        –     Afrikanische Schweinepest
   3.2. Frisches Fleisch von Geflügel und Federwild
        –     Hochpathogene Aviäre Influenza
        –     Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
   3.3. Fleischerzeugnisse von Huftieren
        –     Maul- und Klauenseuche
        –     Infektion mit dem Rinderpest-Virus
        –     Klassische Schweinepest
        –     Afrikanische Schweinepest
   3.4. Fleischerzeugnisse von Geflügel und Federwild
        –     Hochpathogene Aviäre Influenza
        –     Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
   3.5. Milch, Kolostrum, Milcherzeugnisse und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis
        –     Maul- und Klauenseuche
        –     Infektion mit dem Rinderpest-Virus
   4.   WASSERTIERE     UND VON   WASSERTIEREN     STAMMENDE  ERZEUGNISSE TIERISCHEN
        URSPRUNGS
        –     Epizootische Hämatopoetische Nekrose
        –     Virale Hämorrhagische Septikämie
        –     Infektiöse Hämatopoetische Nekrose
        –     Infektion mit dem HPR-deletierten Virus der Ansteckenden Blutarmut der
              Lachse
        –     Koi-Herpesvirus-Infektion
        –     Infektion mit Microcytos mackini
        –     Infektion mit Perkinsus marinus
        –     Infektion mit Bonamia ostreae
        –     Infektion mit Bonamia exitiosa
DE                                            2                                      DE
 ---pagebreak---    – Infektion mit Marteilia refringens
   – Infektion mit dem Taura-Syndrom-Virus
   – Infektion mit dem Virus der Gelbkopf-Krankheit
   – Infektion mit dem Virus der Weißpünktchenkrankheit
DE                                   3                  DE
 ---pagebreak---                                            ANHANG II
        MINDESTANGABEN ZU SEUCHENÜBERWACHUNGSPROGRAMMEN
                                        (gemäß Artikel 10)
   Bei der Übermittlung eines Seuchenüberwachungsprogramms müssen mindestens folgende
   Angaben gemacht werden:
   a)      eine Beschreibung der epidemiologischen Lage bezüglich der Seuche vor Beginn der
           Umsetzung des Überwachungsprogramms sowie Daten über die epidemiologische
           Entwicklung der Seuche;
   b)      die    Zieltierpopulation,    epidemiologische    Einheiten    und   Zonen      des
           Überwachungsprogramms;
   c)      eine Beschreibung
           i)    der Organisation der zuständigen Behörde;
           ii)   der Überwachung der Durchführung des Überwachungsprogramms;
           iii)  der amtlichen Kontrollen, die während der Durchführung des Programms
                 anzuwenden sind;
           iv)   der Aufgaben aller involvierten Unternehmer, Tiergesundheitsexperten,
                 Tierärzte, Labors für Tiergesundheit und anderer betroffener natürlicher oder
                 juristischer Personen;
   d)      Beschreibung und Abgrenzung der geografischen und administrativen Gebiete, in
           denen das Überwachungsprogramm durchzuführen ist;
   e)      die zur Bewertung der Programmfortschritte herangezogenen Indikatoren;
   f)      die Diagnosemethoden, die Anzahl der zu untersuchenden Proben und die Häufigkeit
           der Probenahme und Tests;
   g)      die bei der Ausarbeitung der             risikobasierten  gezielten  Überwachung
           einzubeziehenden Risikofaktoren.
DE                                              4                                              DE
 ---pagebreak---                                                                 ANHANG III
  Tabelle 1 Anforderungen hinsichtlich der Haltungszeiträume bei Huftieren, Honigbienen und Hummeln vor ihrem Eingang in die Union
                                                                                                             Mindestzeitraum, in dem die
                                  Mindesthaltungszeitraum in dem
                                                                                                              Tiere nicht mit Tieren mit
                                      Herkunftsdrittland oder -       Mindesthaltungszeitraum in dem
                                                                                                          niedrigerem Gesundheitsstatus in
     Tierart und Tierkategorie     drittlandsgebiet oder der Zone    Herkunftsbetrieb gemäß Artikel 11
                                                                                                             Berührung gekommen sind,
                                     derselben gemäß Artikel 11             Buchstabe b Ziffer ii
                                                                                                            gemäß Artikel 11 Buchstabe b
                                         Buchstabe b Ziffer i
                                                                                                                       Ziffer iii
                                   6 Monate oder seit der Geburt,    40 Tage oder seit der Geburt, wenn     30 Tage oder seit der Geburt,
    Rinder, Schafe, Ziegen und
                                     wenn die Tiere weniger als       die Tiere weniger als 40 Tage alt      wenn die Tiere weniger als
             Schweine
                                          6 Monate alt sind                         sind                           30 Tage alt sind
    Zur Schlachtung bestimmte      3 Monate oder seit der Geburt,    40 Tage oder seit der Geburt, wenn     30 Tage oder seit der Geburt,
    Rinder, Schafe, Ziegen und       wenn die Tiere weniger als       die Tiere weniger als 40 Tage alt      wenn die Tiere weniger als
             Schweine                     3 Monate alt sind                         sind                           30 Tage alt sind
                                                                     30 Tage oder seit der Geburt, wenn
                                                                      die Tiere weniger als 30 Tage alt
                                   3 Monate oder seit der Geburt,
     Equiden außer registrierte                                     sind, außer in Gebieten, in denen ein
                                     wenn die Tiere weniger als                                                        15 Tage
              Equiden                                                     Risiko des Ausbruchs der
                                          3 Monate alt sind
                                                                    Afrikanischen Pferdepest besteht, wo
                                                                      dieser Zeitraum 40 Tage beträgt
                                                                     30 Tage oder seit der Geburt, wenn
                                                                      die Tiere weniger als 30 Tage alt
                                    40 Tage oder seit der Geburt,                   sind,
       Registrierte Equiden          wenn die Tiere weniger als        außer in Gebieten, in denen ein                 15 Tage
                                           40 Tage alt sind               Risiko des Ausbruchs der
                                                                    Afrikanischen Pferdepest besteht, wo
                                                                      dieser Zeitraum 40 Tage beträgt
DE                                                                     5                                                                   DE
 ---pagebreak---                                           bis zu 30 Tage
    Registrierte Pferde, die nach
                                                oder
   vorübergehender Ausfuhr für
                                  bis zu 90 Tage bei besonderen                                     während der gesamten Dauer der
  Turniere, Rennen und kulturelle                                          Nicht festgelegt
                                      Turnieren, Rennen oder                                           vorübergehenden Ausfuhr
    Pferdesportveranstaltungen
     wieder eingeführt werden               kulturellen
                                    Pferdesportveranstaltungen
                                  6 Monate oder seit der Geburt, 40 Tage oder seit der Geburt, wenn  6 Monate oder seit der Geburt,
   Huftiere außer Rinder, Schafe,
                                    wenn die Tiere weniger als    die Tiere weniger als 40 Tage alt    wenn die Tiere weniger als
  Ziegen, Schweine und Equiden
                                         6 Monate alt sind                       sind                      6 Monate alt sind
    Honigbienen und Hummeln              Seit dem Schlupf                 Seit dem Schlupf                 Seit dem Schlupf
DE                                                                 6                                                                DE
 ---pagebreak---   Tabelle 2 Anforderungen hinsichtlich der Haltungszeiträume von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln vor ihrem Eingang in die
                                                                      Union
                                                Mindesthaltungszeitraum in dem   Mindesthaltungszeitraum in   Mindestzeitraum, in dem die
                                                    Herkunftsdrittland oder -   dem Herkunftsbetrieb gemäß      Tiere nicht mit Tieren mit
                                    Der
                                                 drittlandsgebiet oder der Zone    Artikel 11 Buchstabe b    niedrigerem Gesundheitsstatus
    Kategorie von Vögeln    Haltungszeitraum
                                                  derselben gemäß Artikel 11               Ziffer ii         in Berührung gekommen sind,
                                  gilt für
                                                       Buchstabe b Ziffer i                                  gemäß Artikel 11 Buchstabe b
                                                                                                                         Ziffer iii
                                                                                  6 Wochen oder seit dem
                                                3 Monate oder seit dem Schlupf,                                  6 Wochen oder seit dem
                                                                                  Schlupf, wenn die Tiere
        Zuchtgeflügel               TS             wenn die Tiere weniger als                               Schlupf, wenn die Tiere weniger
                                                                                  weniger als 6 Wochen alt
                                                        3 Monate alt sind                                         als 6 Wochen alt sind
                                                                                             sind
                                                                                  6 Wochen oder seit dem
     Nutzgeflügel für die                       3 Monate oder seit dem Schlupf,                                  6 Wochen oder seit dem
                                                                                  Schlupf, wenn die Tiere
  Erzeugung von Fleisch und         TS             wenn die Tiere weniger als                               Schlupf, wenn die Tiere weniger
                                                                                  weniger als 6 Wochen alt
        Konsumeiern                                     3 Monate alt sind                                         als 6 Wochen alt sind
                                                                                             sind
                                                6 Wochen oder seit dem Schlupf,
       Nutzgeflügel zur                            wenn die Tiere weniger als                                30 Tage oder seit dem Schlupf
                                                                                   30 Tage oder seit dem
    Wiederaufstockung des           TS                  6 Wochen alt sind                  Schlupf
      Federwildbestands
                                                6 Wochen oder seit dem Schlupf,                              30 Tage oder seit dem Schlupf
       Zur Schlachtung                             wenn die Tiere weniger als      30 Tage oder seit dem
                                    TS                  6 Wochen alt sind
     bestimmtes Geflügel                                                                   Schlupf
                                    TS                  Seit dem Schlupf             Seit dem Schlupf               Seit dem Schlupf
        Eintagsküken
                                    HB                      3 Monate                     6 Wochen                            –
DE                                                                      7                                                                  DE
 ---pagebreak---      Weniger als 20 Stück
        Zuchtgeflügel,                                         3 Wochen oder seit dem
                               3 Monate oder seit dem Schlupf,                              3 Wochen oder seit dem
     Nutzgeflügel und zur                                      Schlupf, wenn die Tiere
                            TS   wenn die Tiere weniger als                             Schlupf, wenn die Tiere weniger
   Schlachtung bestimmtes                                      weniger als 3 Wochen alt
                                     3 Monate alt sind                                        als 3 Wochen alt sind
   Geflügel, ausgenommen                                                 sind
           Laufvögel
                            TS       Seit dem Schlupf             Seit dem Schlupf              Seit dem Schlupf
          Weniger als
       20 Eintagsküken,                                                                  3 Wochen vor der Sammlung
   ausgenommen Laufvögel    HB           3 Monate                    3 Wochen                der Eier, aus denen die
                                                                                         Eintagsküken geschlüpft sind
                                                                                            3 Wochen oder seit dem
      In Gefangenschaft                                        3 Wochen oder seit dem
                            TS              NA                                          Schlupf, wenn die Tiere weniger
       gehaltene Vögel                                                 Schlupf
                                                                                              als 3 Wochen alt sind
  TS = Tiere in der Sendung
  HB = Herkunftsbestand
  NA = nicht anwendbar
DE                                                    8                                                               DE
 ---pagebreak---                                                                                ANHANG IV
  TEIL A
  1.     Mindestzeiträume der Seuchenfreiheit des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets oder der Zone derselben gemäß Artikel 22
         Absatz 1 für andere Huftiere als Equiden:
                                                                                                                                                          7. Huftiere außer die in
                                                   1. Rinder        2. Schafe        3. Ziegen         4. Schweine     5. Camelidae         6. Cervidae   den Spalten 1, 2, 3, 4, 5
                                                                                                                                                             und 6 genannten*
               Maul- und Klauenseuche            24 Monate**      24 Monate**      24 Monate**        24 Monate**      24 Monate**         24 Monate**         24 Monate**
           Infektion mit dem Rinderpest-
                                                  12 Monate        12 Monate        12 Monate          12 Monate        12 Monate           12 Monate           12 Monate
                         Virus
              Infektion mit dem Rifttal-
                                                  12 Monate        12 Monate        12 Monate              NA           12 Monate           12 Monate           12 Monate
                     Fieber-Virus
              Infektion mit Mycoplasma
           mycoides subsp. mycoides SC            12 Monate            NA               NA                 NA               NA                  NA              12 Monate
             (Lungenseuche der Rinder)
         Infektion mit dem Virus der Pest
                                                      NA           12 Monate        12 Monate              NA           12 Monate           12 Monate               NA
               der kleinen Wiederkäuer
           Pockenseuche der Schafe und
                                                      NA           12 Monate        12 Monate              NA               NA                  NA                  NA
                        Ziegen
              Lungenseuche der Ziegen                 NA           12 Monate        12 Monate              NA               NA                  NA              12 Monate
             Afrikanische Schweinepest                NA               NA               NA             12 Monate            NA                  NA                  NA
               Klassische Schweinepest                NA               NA               NA            12 Monate**           NA                  NA              12 Monate
            Infektion mit dem Virus der
                                                  12 Monate            NA               NA                 NA               NA                  NA                  NA
                Lumpy-skin-Krankheit
         *        Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
         **       Es sei denn, die zuständige Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets erfüllt gemäß Artikel 22 Absatz 3 die spezifischen Bedingungen in Teil B.
         NA = nicht anwendbar
DE                                                                                        9                                                                                         DE
 ---pagebreak---   2. Mindestzeiträume der Seuchenfreiheit des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets oder der Zone derselben gemäß Artikel 22
     Absatz 2 Buchstabe a für Equiden:
      Afrikanische Pferdepest                     24 Monate
  3. Mindestzeiträume, in denen die Seuche in dem Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder der Zone derselben gemäß Artikel 22
     Absatz 2 Buchstabe b bei Equiden nicht gemeldet wurde:
      Venezolanische
                                                 24 Monate
      Pferdeenzephalomyelitis
      Infektion mit Burkholderia mallei
                                                 36 Monate**
      (Rotz)
      Beschälseuche                              24 Monate**
      Surra (Trypanosoma evansi)                 24 Monate**
     ** Es sei denn, die zuständige Behörde des Drittlandes oder Drittlandsgebiets erfüllt gemäß Artikel 22 Absatz 3 die spezifischen Bedingungen in
           Teil B.
DE                                                                        10                                                                         DE
 ---pagebreak---   TEIL B
  Spezifische Bedingungen, die gemäß Artikel 22 Absatz 3 von der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets erfüllt werden
  müssen, wenn das Drittland oder Drittlandsgebiet oder eine Zone derselben für einen kürzeren als den in der Tabelle in Teil A dieses Anhangs
  festgelegten Zeitraum frei von bestimmten Seuchen ist:
                              Zusätzliche Informationen zur Bestimmung des Zeitpunkts, ab dem das Drittland oder Drittlandsgebiet oder die Zone
  Maul- und Klauenseuche
                              derselben als frei von der Maul- und Klauenseuche gilt.
                              a) Zusätzliche Informationen zur Bestimmung des Zeitpunkts, ab dem das Drittland oder Drittlandsgebiet oder die
                              Zone derselben als frei von der klassischen Schweinepest gilt;
  Klassische Schweinepest     b) die für den Eingang in die Union bestimmten Tiere wurden innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen vor dem
                              Datum des Versands in die Union mit Negativbefund einem Test zum Nachweis der klassischen Schweinepest
                              unterzogen.
                              a) Die Seuche wurde während eines Zeitraums von mindestens 6 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union
        Infektion mit         nicht in dem Herkunftsbetrieb gemeldet;
     Burkholderia mallei
            (Rotz)             b) die Kommission hat das bei Zuchtequiden im Herkunftsbetrieb angewandte Überwachungsprogramm anerkannt,
                              mit dem nachgewiesen wurde, dass in diesem 6-monatigen Zeitraum keine Infektion vorlag.
                              a) Die Seuche wurde während eines Zeitraums von mindestens 6 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union
                              nicht in dem Herkunftsbetrieb gemeldet;
       Beschälseuche
                               b) die Kommission hat das Überwachungsprogramm anerkannt, mit dem nachgewiesen wurde, dass in diesem 6-
                              monatigen Zeitraum im Herkunftsbetrieb keine Infektion vorlag.
                              a) Die Seuche wurde während eines Zeitraums von mindestens 6 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union
     Surra (Trypanosoma       nicht in dem Herkunftsbetrieb gemeldet;
            evansi)            b) die Kommission hat das Überwachungsprogramm anerkannt, mit dem nachgewiesen wurde, dass in diesem 6-
                              monatigen Zeitraum im Herkunftsbetrieb keine Infektion vorlag.
DE                                                                           11                                                                 DE
 ---pagebreak---   TEIL C
  1.     Anforderungen hinsichtlich der Nichtimpfung an das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben und an andere
         Huftiere als Equiden gemäß Artikel 22 Absatz 4 Buchstabe a:
                                                                                                                                      7. Huftiere außer die
                                              1. Rinder     2. Schafe      3. Ziegen    4. Schweine   5. Camelidae     6. Cervidae   in den Spalten 1, 2, 3,
                                                                                                                                     4, 5 und 6 genannten*
                Maul- und Klauenseuche        NG/NGT        NG/NGT         NG/NGT        NG/NGT         NG/NGT          NG/NGT              NG/NGT
            Infektion mit dem Rinderpest-
                                              NG/NGT        NG/NGT         NG/NGT        NG/NGT         NG/NGT          NG/NGT              NG/NGT
                          Virus
                  Rifttal-Fieber-Virus        NG/NGT        NG/NGT         NG/NGT           NA          NG/NGT          NG/NGT              NG/NGT
               Infektion mit Mycoplasma
            mycoides subsp. mycoides SC       NG/NGT           NA             NA            NA             NA              NA               NG/NGT
              (Lungenseuche der Rinder)
          Infektion mit dem Virus der Pest
                                                 NA         NG/NGT         NG/NGT           NA          NG/NGT          NG/NGT                 NA
                der kleinen Wiederkäuer
            Pockenseuche der Schafe und
                                                 NA         NG/NGT         NG/NGT           NA             NA              NA                  NA
                         Ziegen
               Lungenseuche der Ziegen           NA         NG/NGT         NG/NGT           NA             NA              NA               NG/NGT
                Klassische Schweinepest          NA            NA             NA         NG/NGT            NA              NA                  NA
             Infektion mit dem Virus der
                                                NGT            NA             NA            NA             NA              NA                  NA
                 Lumpy-skin-Krankheit
         NG = während eines Zeitraums von mindestens 12 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union wurden in dem Drittland oder Drittlandsgebiet oder
         der Zone derselben keine Impfungen durchgeführt, und in das Drittland oder Drittlandsgebiet oder in die Zone derselben sind keine geimpften Tiere
         eingegangen
         NGT = die für den Eingang in die Union bestimmten Tiere wurden nicht geimpft
         NA = nicht anwendbar
         * Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
DE                                                                            12                                                                             DE
 ---pagebreak---   2. Anforderungen hinsichtlich der Nichtimpfung an das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder eine Zone derselben und an Equiden
     gemäß Artikel 22 Absatz 4 Buchstabe b:
                                                              – In dem Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder der Zone
                                                                 derselben wurde während eines Zeitraums von mindestens 12 Monaten
                      Afrikanische Pferdepest                    vor dem Datum des Versands in die Union keine systematische
                                                                 Impfung durchgeführt und die Equiden wurden zumindest in den
                                                                 letzten 40 Tagen vor dem Versand in die Union nicht geimpft.
                                                              – Die Equiden wurden zumindest in den letzten 60 Tagen vor dem
              Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis
                                                                 Versand in die Union nicht geimpft.
DE                                                               13                                                                     DE
 ---pagebreak---                                            ANHANG V
         ANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG IN DIE UNION HINSICHTLICH DER
    SEUCHENFREIHEIT DES HERKUNFTSDRITTLANDES ODER -DRITTLANDSGEBIETS
         ODER DER ZONE DERSELBEN IN BEZUG AUF EINE INFEKTION MIT DEM
         MYCOBACTERIUM-TUBERCULOSIS-KOMPLEX (M. BOVIS, M. CAPRAE UND
    M. TUBERCULOSIS) UND EINE INFEKTION MIT BRUCELLA ABORTUS, B. MELITENSIS
                                           UND B. SUIS
   1.     INFEKTION MIT DEM MYCOBACTERIUM-TUBERCULOSIS-KOMPLEX (M. BOVIS,
          M. CAPRAE UND M. TUBERCULOSIS) (GEMÄß ARTIKEL 22 ABSATZ 5)
   1.1.   Rinder
          Stammen Rinder nicht aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone
          derselben, das bzw. die in Bezug auf Rinder frei von dem Mycobacterium-
          tuberculosis-Komplex (M. bovis, M. caprae, M. tuberculosis) ist, müssen sie eine der
          folgenden Anforderungen erfüllen:
          a)    sie wurden in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die
                Union mittels einer der Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 2 der
                Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal
                health requirements for movements within the Union of terrestrial animals and
                hatching eggs [Dokument C(2019)4058] mit Negativbefund auf eine Infektion
                mit dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex (M. bovis‚ M. caprae und
                M. tuberculosis) getestet; oder
          b)    sie sind weniger als 6 Wochen alt.
   2.     INFEKTION MIT BRUCELLA            ABORTUS,    B. MELITENSIS     UND  B. SUIS (GEMÄß
          ARTIKEL 22 ABSATZ 6)
   2.1.   Rinder
          Stammen Rinder nicht aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone
          derselben, das bzw. die ohne Impfung in Bezug auf Rinder frei von Brucella abortus,
          B. melitensis und B. suis ist, müssen sie eine der folgenden Anforderungen erfüllen:
          a)    sie wurden anhand einer in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum des
                Versands in die Union entnommenen Probe und im Fall von Muttertieren
                anhand einer mindestens 30 Tage nach der Geburt entnommenen Probe mittels
                einer der Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 1 der Delegierten
                Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal health
                requirements for movements within the Union of terrestrial animals and
                hatching eggs [Dokument C(2019)4058] mit Negativbefund auf eine Infektion
                mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis getestet; oder
          b)    sie sind weniger als 12 Monate alt; oder
          c)    sie sind kastriert.
   2.2.   Schafe und Ziegen
          Stammen Schafe und Ziegen nicht aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder
          einer Zone derselben, das bzw. die ohne Impfung in Bezug auf Schafe und Ziegen
DE                                              14                                             DE
 ---pagebreak---    frei von Brucella abortus, B. melitensis und B. suis ist, müssen sie eine der folgenden
   Anforderungen erfüllen:
   a)    sie wurden anhand einer in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum des
         Versands in die Union entnommenen Probe und im Fall von Muttertieren
         anhand einer mindestens 30 Tage nach der Geburt entnommenen Probe mittels
         einer der Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 1 der Delegierten
         Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal health
         requirements for movements within the Union of terrestrial animals and
         hatching eggs [Dokument C(2019)4058] mit Negativbefund auf eine Infektion
         mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis getestet; oder
   b)    sie sind weniger als 6 Monate alt; oder
   c)    sie sind kastriert.
DE                                      15                                                 DE
 ---pagebreak---                                             ANHANG VI
                                                TEIL A
                BESONDERE BEDINGUNGEN FÜR DEN EINGANG IN DIE UNION VON HUFTIEREN
                 HINSICHTLICH DER SEUCHENFREIHEIT DES HERKUNFTSDRITTLANDS ODER -
            DRITTLANDSGEBIETS ODER DER ZONE DERSELBEN IN BEZUG AUF EINE INFEKTION
                MIT DEM VIRUS DER BLAUZUNGENKRANKHEIT (SEROTYPEN 1-24) FÜR EINEN
                                           ZEITRAUM VON 2 JAHREN
                                        (GEMÄß ARTIKEL 22 ABSATZ 7)
   Stammen Huftiere gelisteter Arten nicht aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer
   Zone derselben, das bzw. die frei von einer Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit
   (Serotypen 1-24) ist, müssen sie aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone
   derselben stammen, das bzw. die mindestens eine der folgenden Anforderungen erfüllt:
   a)      die Tiere wurden in einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben
           gehalten, das bzw. die saisonal frei von einer Infektion mit dem Virus der
           Blauzungenkrankheit (Serotypen 1-24) im Sinne der Delegierten Verordnung (EU)
           2019/... der Kommission as regards rules for surveillance, eradication programmes,
           and disease-free status for certain listed and emerging diseases [Dokument
           C(2019)4056] ist:
           i)      über einen Zeitraum von mindestens 60 Tagen vor dem Datum des Versands in
                   die Union; oder
           ii)     über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen vor dem Datum des Versands in
                   die Union, und sie wurden mit Negativbefund einem serologischen Test
                   unterzogen, der anhand von Proben durchgeführt wurde, die mindestens
                   28 Tage nach dem Datum des Eingangs des Tieres in das Drittland oder
                   Drittlandsgebiet oder die Zone derselben, das bzw. die saisonal frei von einer
                   Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (Serotypen 1-24) ist,
                   entnommen wurden; oder
           iii)    über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen vor dem Datum des Versands in
                   die     Union,     und     sie    wurden      mit     Negativbefund     einem
                   Polymerasekettenreaktionatest (PCR-Test) unterzogen, der anhand von Proben
                   durchgeführt wurde, die mindestens 14 Tage nach dem Datum des Eingangs
                   des Tieres in das Drittland oder Drittlandsgebiet oder die Zone derselben, das
                   bzw. die saisonal frei von Viren der Blauzungenkrankheit ist, gewonnen
                   wurden;
   b)      die Tiere stammen aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone
           derselben, in dem bzw. der ein gemäß Teil II Kapitel 1 Abschnitte 1 und 2 des
           Anhangs der Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards rules
           for surveillance, eradication programmes, and disease-free status for certain listed
           and emerging diseases [Dokument C(2019)4056] ausgearbeitetes und umgesetztes
           Überwachungssystem in Kraft ist, und sie wurden gegen alle in den
           vorangegangenen 2 Jahren in diesem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone
           derselben gemeldeten Serotypen (1 bis 24) des Virus der Blauzungenkrankheit
           geimpft, und die Tiere befinden sich immer noch in dem in den Spezifikationen des
           Impfstoffs garantierten Immunitätszeitraum, und die Tiere erfüllen mindestens eine
           der folgenden Anforderungen:
DE                                                16                                              DE
 ---pagebreak---            i)     sie wurden mehr als 60 Tage vor dem Datum des Versands in die Union
                  geimpft; oder
           ii)    sie wurden mit einem inaktivierten Impfstoff geimpft und anhand von Proben,
                  die mindestens 14 Tage nach Einsetzen des Immunitätsschutzes gemäß den
                  Spezifikationen des Impfstoffs entnommen wurden, mit Negativbefund einem
                  PCR-Test unterzogen;
   c)      die Tiere stammen aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone
           derselben, in dem bzw. der ein gemäß Teil II Kapitel 1 Abschnitte 1 und 2 des
           Anhangs der Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards rules
           for surveillance, eradication programmes, and disease-free status for certain listed
           and emerging diseases [Dokument C(2019)4056] ausgearbeitetes und umgesetztes
           Überwachungssystem in Kraft ist, und die Tiere wurden mit Positivbefund einem
           serologischen Test unterzogen, mit dem spezifische Antikörper gegen alle in den
           vorangegangenen 2 Jahren in dem betreffenden Drittland oder Drittlandsgebiet oder
           einer Zone derselben gemeldeten Serotypen (1-24) des Virus der
           Blauzungenkrankheit nachgewiesen werden können, und
           i)     der serologische Test muss an mindestens 60 Tage vor dem Datum der
                  Verbringung entnommenen Proben durchgeführt worden sein;
                  oder
           ii)    der serologische Test muss an mindestens 30 Tage vor dem Datum der
                  Verbringung entnommenen Proben durchgeführt worden sein, und die Tiere
                  wurden anhand von frühestens 14 Tage vor dem Datum des Versands in die
                  Union entnommenen Proben mit Negativbefund einem PCR-Test unterzogen.
                                              TEIL B
           BESONDERE BEDINGUNGEN FÜR DEN EINGANG IN DIE UNION VON SENDUNGEN VON
               RINDERN HINSICHTLICH DER SEUCHENFREIHEIT DES HERKUNFTSDRITTLANDS
                ODER -DRITTLANDSGEBIETS ODER DER ZONE DERSELBEN IN BEZUG AUF DIE
                                   ENZOOTISCHE LEUKOSE DER RINDER
                                       (GEMÄß ARTIKEL 22 ABSATZ 8)
   Stammen Rinder nicht aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben,
   das bzw. die frei von der Enzootischen Leukose der Rinder ist, müssen sie aus einem Betrieb
   stammen, in dem oder der diese Seuche in dem Zeitraum von 24 Monaten vor dem Datum des
   Versands in die Union nicht gemeldet wurde, und:
   a)      wenn die Tiere älter als 24 Monate sind, wurden sie mittels einer der
           Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 4 der Delegierten Verordnung (EU)
           2019/... der Kommission as regards animal health requirements for movements
           within the Union of terrestrial animals and hatching eggs [Dokument C(2019)4058]
           mit Negativbefund einer Laboruntersuchung auf die Enzootische Leukose der Rinder
           unterzogen, durchgeführt entweder:
           a)     anhand von zwei Proben, die im Abstand von mindestens 4 Monaten
                  entnommen wurden, während die Tiere isoliert von den anderen Rindern
                  desselben Betriebs gehalten wurden; oder
           b)     anhand einer Probe, die in den letzten 30 Tagen vor ihrem Versand in die
                  Union entnommen wurde, und alle in diesem Betrieb gehaltenen Rinder über
                  24 Monate wurden mittels einer der in Anhang I Teil 4 der Delegierten
DE                                              17                                              DE
 ---pagebreak---             Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal health
            requirements for movements within the Union of terrestrial animals and
            hatching eggs [Dokument C(2019)4058] vorgesehenen Diagnosemethoden
            einer Laboruntersuchung auf die Enzootische Leukose der Rinder unterzogen,
            die anhand zweier Proben, die im Abstand von frühestens 4 Monaten in den
            letzten 12 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union entnommen
            wurden, mit Negativbefund durchgeführt wurde;
   b) wenn die Tiere jünger als 24 Monate sind, stammen sie von Muttertieren, die mittels
      einer der in Anhang I Teil 4 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der
      Kommission as regards animal health requirements for movements within the Union
      of terrestrial animals and hatching eggs [Dokument C(2019)4058] vorgesehenen
      Diagnosemethoden einer Laboruntersuchung auf die Enzootische Leukose der
      Rinder unterzogen wurden, die anhand zweier Proben, die im Abstand von frühestens
      4 Monaten in dem Zeitraum von 12 Monaten vor dem Datum des Versands in die
      Union entnommen wurden, mit Negativbefund durchgeführt wurde.
DE                                       18                                               DE
 ---pagebreak---                                          ANHANG VII
      ZUSÄTZLICHE ANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG IN DIE UNION VON HUFTIEREN IN
                         BEZUG AUF BESTIMMTE SEUCHEN DER KATEGORIE C
                                     (GEMÄSS ARTIKEL 22 ABSATZ 9)
   1.     INFEKTIÖSE BOVINE RHINOTRACHEITIS/INFEKTIÖSE PUSTULÖSE VULVOVAGINITIS
   1.1.   Rinder
          Die Tiere sind nicht geimpft und müssen für einen Zeitraum von mindestens
          30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union in Quarantäne gehalten worden
          sein und einem serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern gegen das
          Vollvirus von BoHV-1 unterzogen worden sein. Es muss eine der Diagnosemethoden
          gemäß Anhang I Teil 5 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission
          as regards animal health requirements for movements within the Union of terrestrial
          animals and hatching eggs [Dokument C(2019)4058] angewandt und ein
          Negativbefund erzielt worden sein. Zudem muss der Test anhand einer Probe
          durchgeführt worden sein, die in dem Herkunftsbetrieb innerhalb eines Zeitraums
          von 15 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union entnommen wurde.
   1.2.   Camelidae und Cervidae
          Camelidae und Cervidae, die für den Eingang in einen Mitgliedstaat oder eine Zone
          derselben mit dem Status „seuchenfrei“ oder mit einem genehmigten
          Tilgungsprogramm in Bezug auf die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis/Infektiöse
          Pustulöse Vulvovaginitis bei Rindern bestimmt sind, müssen aus einem Betrieb
          stammen, in dem in den letzten 30 Tagen vor dem Versand in die Union bei Tieren
          der gleichen Art wie der in der Sendung keine Fälle der Infektiösen Bovinen
          Rhinotracheitis/Infektiösen Pustulösen Vulvovaginitis gemeldet wurden.
   2.     BOVINE VIRUS DIARRHOE
          Die Tiere sind nicht gegen Bovine Virus Diarrhoe geimpft und müssen mittels einer
          der Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 6 der Delegierten Verordnung (EU)
          2019/... der Kommission as regards animal health requirements for movements
          within the Union of terrestrial animals and hatching eggs [Dokument C(2019)4058]
          mit Negativbefund auf Antigene oder Genome gegen das Virus der Bovinen Virus
          Diarrhoe getestet worden sein, und wurden entweder
          a)    für einen Zeitraum von mindestens 21 Tagen vor ihrem Abgang in einem
                zugelassenen Quarantänebetrieb gehalten und im Fall von trächtigen
                Muttertieren mittels einer der Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 6 der
                Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal
                health requirements for movements within the Union of terrestrial animals and
                hatching eggs [Dokument C(2019)4058] anhand von frühestens 21 Tage nach
                Beginn der Quarantäne entnommenen Proben mit Negativbefund einem
                serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern gegen das Virus der
                Bovinen Virus Diarrhoe unterzogen; oder
          b)    mittels einer der in Anhang I Teil 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/...
                der Kommission as regards animal health requirements for movements within
                the Union of terrestrial animals and hatching eggs [Dokument C(2019)4058]
                vorgesehenen Diagnosemethoden einem serologischen Test zum Nachweis von
DE                                             19                                             DE
 ---pagebreak---            Antikörpern gegen die Bovine Virus Diarrhoe unterzogen, der anhand von
           Proben, die entweder vor dem Abgang oder im Falle von trächtigen
           Muttertieren vor der der aktuellen Trächtigkeit vorausgehenden Besamung
           entnommen wurden, mit Positivbefund durchgeführt wurde.
   3. INFEKTION MIT DEM VIRUS DER AUJESZKYSCHEN KRANKHEIT
      Die Tiere wurden nicht gegen eine Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen
      Krankheit geimpft und wurden
      a)   über einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen in einem zugelassenen
           Quarantänebetrieb gehalten; und
      b)   mittels einer der Diagnosemethoden gemäß Anhang I Teil 7 der Delegierten
           Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal health
           requirements for movements within the Union of terrestrial animals and
           hatching eggs [Dokument C(2019)4058] mit Negativbefund einem
           serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern gegen das Vollvirus der
           Aujeszkyschen Krankheit unterzogen, durchgeführt anhand von zwei Proben,
           die im Abstand von mindestens 30 Tagen entnommen wurden, wobei die letzte
           Probe innerhalb des Zeitraums vom 15 Tagen vor dem Datum des Versand in
           die Union entnommen wurde.
DE                                       20                                          DE
 ---pagebreak---                                                                                        ANHANG VIII
                    TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN IN BEZUG AUF DEN HERKUNFTSBETRIEB VON HUFTIEREN
  1.           Mindestflächen (Radius) und -zeiträume (vor dem Versand in die Union), auf bzw. in denen in dem Herkunftsbetrieb anderer Huftiere als Equiden
               und in dessen Umkreis gemäß Artikel 23 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer i kein Seuchenfall gemeldet wurde:
                                                                                                                                                              7. Huftiere außer die in
                                                  1. Rinder           2. Schafe           3. Ziegen             4. Schweine    5. Camelidae     6. Cervidae   den Spalten 1, 2, 3, 4, 5
                                                                                                                                                                 und 6 genannten*
          Maul- und Klauenseuche              10 km / 30 Tage     10 km / 30 Tage      10 km / 30 Tage        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage     10 km / 30 Tage
   Infektion mit dem Rinderpest-Virus          10 km / 30 Tage    10 km / 30 Tage      10 km / 30 Tage        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage     10 km / 30 Tage
     Infektion mit dem Rifttal-Fieber-
                                               10 km / 30 Tage    10 km / 30 Tage      10 km / 30 Tage              NA        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage     10 km / 30 Tage
                    Virus
   Infektion mit Mycoplasma mycoides
   subsp. mycoides SC (Lungenseuche            10 km / 30 Tage           NA                   NA                    NA              NA              NA            10 km / 30 Tage
                 der Rinder)
  Infektion mit dem Virus der Pest der
                                                     NA           10 km / 30 Tage      10 km / 30 Tage              NA        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage           NA
            kleinen Wiederkäuer
  Pockenseuche der Schafe und Ziegen                 NA           10 km / 30 Tage      10 km / 30 Tage              NA              NA              NA                  NA
         Lungenseuche der Ziegen                     NA           10 km / 30 Tage      10 km / 30 Tage              NA              NA              NA            10 km / 30 Tage
        Afrikanische Schweinepest                    NA                  NA                   NA              10 km / 30 Tage       NA              NA                  NA
          Klassische Schweinepest                    NA                  NA                   NA              10 km / 30 Tage       NA              NA                  NA
  Infektion mit dem Virus der Lumpy-
                                               10 km / 30 Tage           NA                   NA                    NA              NA              NA                  NA
               skin-Krankheit
        Infektion mit dem Virus der                                   150 km /            150 km /                                150 km /       150 km /             150 km /
                                              150 km / 2 Jahre**                                                    NA
        Epizootischen Hämorrhagie                                    2 Jahre**            2 Jahre**                              2 Jahre**       2 Jahre**           2 Jahre**
  *            Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **           Nicht anwendbar, wenn die Tiere aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das bzw. die gemäß dem einschlägigen Kapitel des
               Gesundheitskodex für Landtiere der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) saisonal frei von der Seuche ist.
DE                                                                                                 21                                                                                   DE
 ---pagebreak---   NA = nicht anwendbar
  2.         Mindestzeiträume, in denen in dem Herkunftsbetrieb anderer Huftiere als Equiden gemäß Artikel 23 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer i kein
             Seuchenfall gemeldet wurde:
                                                                                                                                        7. Huftiere außer
                                                                                                                                            die in den
                                       1. Rinder        2. Schafe        3. Ziegen     4. Schweine      5. Camelidae    6. Cervidae     Spalten 1, 2, 3, 4,
                                                                                                                                             5 und 6
                                                                                                                                           genannten*
                                                                                                        siehe Equiden
    Burkholderia mallei (Rotz)                    NA                     6 Monate          NA                                         NA
                                                                                                         (Nummer 4)
              Tollwut                                                                        30 Tage
  Surra (Trypanosoma evansi)          30 Tage**        30 Tage**        30 Tage**          NA             30 Tage**     30 Tage**          30 Tage**
             Milzbrand                                                                       15 Tage
   Infektion mit dem Virus der
                                                            NA                           30 Tage                           NA
    Aujeszkyschen Krankheit
  *          Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **         Wenn die Seuche in einem Zeitraum von 2 Jahren vor dem Datum des Versands in die Union in dem Herkunftsbetrieb gemeldet wurde, muss der
             betroffene Betrieb nach dem letzten Ausbruch Beschränkungen unterlegen haben bis
             a)     die infizierten Tiere aus dem Betrieb ausgestallt wurden;
             b)     die in dem Betrieb verbleibenden Tiere mit Negativbefund einem Test auf Surra (Trypanosoma evansi) gemäß Anhang I Teil 3 der
                    Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission as regards animal health requirements for movements within the Union of terrestrial
                    animals and hatching eggs [Dokument C(2019)4058] unterzogen wurden, durchgeführt anhand von Proben, die mindestens 6 Monate,
                    nachdem die infizierten Tiere aus dem Betrieb ausgestallt wurden, entnommen wurden.
  NA = nicht anwendbar
DE                                                                                  22                                                                      DE
 ---pagebreak---    3.        Mindestflächen (Radius) und -zeiträume, auf bzw. in denen im Herkunftsbetrieb der
             Equiden und in dessen Umkreis gemäß Artikel 23 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer ii
             kein Fall oder Ausbruch der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer gemeldet wurde:
                    Gebiet   Zeitraum        Anforderungen im Falle eines Ausbruchs in dem Betrieb
                                          Alle Equiden wurden isoliert, bis sie anhand von zwei nach der
   Ansteckende                            Schlachtung des infizierten Tieres im Abstand von 3 Monaten
   Blutarmut der    200 m    3 Monate1    entnommenen Proben mit Negativbefund einem serologischen
      Einhufer                             Test auf die Ansteckende Blutarmut der Einhufer unterzogen
                                                                       wurden.
   4.        Mindestzeiträume, in denen im Herkunftsbetrieb der Equiden gemäß Artikel 23
             Absatz 1 Buchstabe a Ziffer ii kein Fall oder Ausbruch bestimmter Seuchen
             gemeldet wurde:
                            Zeitraum    Anforderungen im Falle eines früheren Ausbruchs in dem Betrieb
                                        Wurde in dem Betrieb in einem Zeitraum von 3 Jahren vor dem
                                        Datum des Versands in die Union eine Infektion gemeldet, so
                                        galten für den Betrieb nach dem letzten Ausbruch so lange von
                                        der zuständigen Behörde verhängte Verbringungsbeschränkungen
                                        bis
      Infektion mit                     –         die infizierten Tiere getötet und beseitigt wurden; und
      Burkholderia         6 Monate     –         die verbleibenden Tiere mit Negativbefund einer
      mallei (Rotz)                               Untersuchung gemäß Kapitel 2.5.11 Absatz 3.1 des OIE-
                                                  Handbuchs für Landtiere (Fassung von 2015)
                                                  unterzogen wurden, durchgeführt anhand von Proben,
                                                  die mindestens 6 Monate nach dem Zeitpunkt der
                                                  Tötung und Beseitigung der infizierten Tiere und der
                                                  Reinigung und Desinfizierung des Betriebs entnommen
                                                  wurden.
                                        Stammen die Tiere aus einem Betrieb in einem Drittland oder
                                        Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, in dem bzw. der in
                                        den letzten 2 Jahren vor dem Datum des Versands in die Union
                                        die Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis gemeldet wurde, so
                                        müssen sie den Anforderungen gemäß Ziffer i sowie den
                                        Anforderungen gemäß Ziffer ii oder iii genügen:
                                                  i)     über einen Zeitraum von mindestens 21 Tagen
                                                  vor dem Abgang sind sie klinisch gesund geblieben, und
     Venezolanische                               die unter Ziffer ii oder Ziffer iii genannten Tiere, bei
   Pferdeenzephalom        6 Monate               denen ein Anstieg der täglich gemessenen
          yelitis                                 Körpertemperatur ermittelt wurde, wurden mittels der in
                                                  Anhang I Teil 10 Nummer 1 Buchstabe a der [Dokument
                                                  C(2019)4058] vorgesehenen Diagnosemethode mit
                                                  Negativbefund einem Diagnosetest zum Nachweis der
                                                  Venezolanischen Pferdeenzephalomyelitis unterzogen;
                                                  und
                                                  ii)    die Tiere wurden über einen Zeitraum von
                                                  mindestens 21 Tagen in Quarantäne gehalten, bei der sie
                                                  vor Angriffen durch Vektorinsekten geschützt waren,
DE                                                 23                                                     DE
 ---pagebreak---                                     und sie wurden entweder
                                          –      frühestens     60 Tage     und     höchstens
                                                 12 Monate vor dem Versanddatum mit
                                                 einer vollständigen Erstimpfung und einer
                                                 Auffrischungsimpfung         gemäß       den
                                                 Herstellerangaben          gegen         die
                                                 Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis
                                                 geimpft; oder
                                          –      mittels der in Anhang I Teil 10 Nummer 1
                                                 Buchstabe b der [Dokument C(2019)4058]
                                                 vorgesehenen       Diagnosemethode       mit
                                                 Negativbefund einem Test auf die
                                                 Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis
                                                 unterzogen, durchgeführt anhand einer
                                                 Probe, die frühestens 14 Tage nach der
                                                 Einstallung in Quarantäne entnommen
                                                 wurde;
                                    iii)   die Tiere wurden
                                          –      mittels der in Anhang I Teil 10 Nummer 1
                                                 Buchstabe b der [Dokument C(2019)4058]
                                                 vorgesehenen Diagnosemethode einem Test
                                                 auf           die            Venezolanische
                                                 Pferdeenzephalomyelitis unterzogen, der
                                                 keinen      Antikörpertiteranstieg    ergab,
                                                 durchgeführt anhand von zwei gepaarten
                                                 Proben, die im Abstand von 21 Tagen
                                                 entnommen wurden, wobei die zweite
                                                 Probenahme in den letzten 10 Tagen vor
                                                 dem Abgangsdatum erfolgte; und
                                          –      mittels der in Anhang I Teil 10 Nummer 2
                                                 der        [Dokument           C(2019)4058]
                                                 vorgesehenen       Diagnosemethode       mit
                                                 Negativbefund einem Test zum Nachweis
                                                 des Virus-Genoms der Venezolanischen
                                                 Pferdeenzephalomyelitis          unterzogen,
                                                 durchgeführt anhand einer Probe, die
                                                 innerhalb von 48 Stunden vor dem Abgang
                                                 entnommen wurde, wobei die Tiere im
                                                 Zeitraum von der Probenahme bis zum
                                                 Abgang        vor      Angriffen       durch
                                                 Vektorinsekten geschützt waren.
                          Wurde in dem Betrieb in einem Zeitraum von 2 Jahren vor dem
                          Datum des Versands in die Union eine Infektion gemeldet, so
                          galten für den Betrieb nach dem letzten Ausbruch so lange von
                          der zuständigen Behörde verhängte Verbringungsbeschränkungen
   Beschälseuche 6 Monate bis
                          –         die infizierten Tiere getötet und beseitigt oder
                                    geschlachtet wurden oder alle infizierten männlichen
                                    Equiden kastriert wurden; und
                          –         die verbleibenden Equiden in dem Betrieb, mit
DE                                   24                                                     DE
 ---pagebreak---                                     Ausnahme der kastrierten männlichen Equiden gemäß
                                    dem ersten Spiegelstrich, die getrennt von den
                                    weiblichen Equiden gehalten werden, mittels der
                                    Diagnosemethode gemäß Anhang I Teil 8 der
                                    [Dokument C(2019)4058] anhand von Proben, die
                                    mindestens 6 Monate nach Abschluss der Maßnahmen
                                    gemäß dem ersten Spiegelstrich entnommen wurden, mit
                                    Negativbefund einem Test auf die Beschälseuche
                                    unterzogen wurden.
                          Wurde in dem Betrieb in einem Zeitraum von 2 Jahren vor dem
                          Datum des Versands in die Union eine Infektion gemeldet, so
                          galten für den Betrieb so lange von der zuständigen Behörde
                          verhängte Verbringungsbeschränkungen bis
                          –         die infizierten Tiere aus dem Betrieb ausgestallt wurden;
       Surra                        und
   (Trypanosoma  6 Monate –         die verbleibenden Tiere mittels einer der in [Anhang I
      evansi)                       Teil 3 des Dokuments C(2019)4058] vorgesehenen
                                    Diagnosemethoden mit Negativbefund einem Test auf
                                    Surra (Trypanosoma evansi) unterzogen wurden,
                                    durchgeführt anhand von Proben, die mindestens
                                    6 Monate, nachdem das letzte infizierte Tier aus dem
                                    Betrieb ausgestallt wurde, entnommen wurden.
                          Wurde in dem Betrieb in einem Zeitraum von 12 Monaten vor
                          dem Datum des Versands in die Union eine Infektion gemeldet, so
                          galten für den Betrieb nach dem letzten Ausbruch so lange von
                          der zuständigen Behörde verhängte Verbringungsbeschränkungen
                          bis
                          –         die infizierten Tiere getötet       und beseitigt    oder
    Ansteckende                     geschlachtet wurden; und
   Blutarmut der  90 Tage –         die verbleibenden Tiere in dem Betrieb mittels der
      Einhufer                      Diagnosemethode gemäß Anhang I Teil 9 der
                                    [Dokument C(2019)4058] anhand von Proben, die zwei
                                    Mal im Abstand von mindestens 3 Monaten nach
                                    Abschluss der Maßnahmen gemäß dem ersten
                                    Spiegelstrich und der Reinigung und Desinfizierung des
                                    Betriebs entnommen wurden, mit Negativbefund einem
                                    Test auf die Ansteckende Blutarmut der Einhufer
                                    unterzogen wurden.
      Tollwut     30 Tage                                   –
     Milzbrand    15 Tage                                   –
DE                                   25                                                    DE
 ---pagebreak---                                           ANHANG IX
   1.      INFEKTION MIT DEM MYCOBACTERIUM-TUBERCULOSIS-KOMPLEX (M. BOVIS,
           M. CAPRAE UND M. TUBERCULOSIS) (GEMÄß ARTIKEL 23 ABSATZ 2)
          Art                          Anforderungen an den Herkunftsbetrieb
        Rinder                              seuchenfrei in Bezug auf Rinder
                    In dem Betrieb, wurde in den letzten 42 Tagen vor dem Versand in die Union
        Schafe      keine Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex (M. bovis,
                    M. caprae und M. tuberculosis) gemeldet.
                    In dem Betrieb wurde die Überwachung auf Infektionen mit dem
        Ziegen      Mycobacterium-tuberculosis-Komplex          (M. bovis,      M. caprae        und
                    M. tuberculosis) anhand der Verfahren gemäß Anhang II Teil 1 Nummern 1 und
                    2 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission [Dokument
       Camelidae    C(2019)4058] mindestens in den letzten 12 Monaten vor dem Versand in die
                    Union an Tieren derselben Art wie die Tiere in der Sendung, die in den Betrieben
                    gehalten werden, durchgeführt, und in diesem Zeitraum:
                    a)       wurden nur Tiere derselben Art wie die Tiere in der Sendung aus
                             Betrieben, die die Maßnahmen dieses Absatzes anwenden, in den
                             Betrieb eingestallt;
                    b)       wenn ein Fall einer Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-
       Cervidae
                             Komplex (M. bovis, M. caprae und M. tuberculosis) bei in dem Betrieb
                             gehaltenen Tieren derselben Art wie die Tiere in der Sendung gemeldet
                             wurde, wurden Maßnahmen gemäß Anhang II Teil 1 Nummer 3 der
                             Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission [Dokument
                             C(2019)4058] ergriffen.
   2.      INFEKTION MIT BRUCELLA           ABORTUS,    B. MELITENSIS      UND   B. SUIS (GEMÄß
           ARTIKEL 23 ABSATZ 3)
          Art                          Anforderungen an den Herkunftsbetrieb
        Rinder     Der Betrieb ist seuchenfrei ohne Impfung in Bezug auf Rinder.
        Schafe     Der Betrieb ist seuchenfrei ohne Impfung in Bezug auf Schafe und Ziegen.
   Ziegen          Der Betrieb ist seuchenfrei ohne Impfung in Bezug auf Schafe und Ziegen.
                   In dem Betrieb wurde in den letzten 42 Tagen vor dem Versand in die Union
                   keine Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis gemeldet und
                   während der letzten 12 Monate vor dem Versand in die Union
                   a)        wurden in dem Betrieb Maßnahmen zum Schutz vor biologischen
       Schweine              Gefahren und zur Risikominderung, einschließlich hinsichtlich
                             Haltungsbedingungen und Fütterungssystemen, durchgeführt, um
                             erforderlichenfalls die Übertragung einer Infektion mit Brucella
                             abortus, B melitensis und B. suis von wild lebenden Tieren gelisteter
                             Arten auf die in dem Betrieb gehaltenen Schweine zu verhindern, und
                             nur Schweine aus Betrieben mit gleichwertigen Maßnahmen zum
DE                                                26                                                 DE
 ---pagebreak---                       Schutz vor biologischen Gefahren wurden eingestallt; oder
            b)        wurden      bei    den      im     Betrieb     gehaltenen   Schweinen
                      Überwachungsmaßnahmen auf Infektionen mit Brucella abortus,
                      B. melitensis und B. suis gemäß Anhang III der Delegierten Verordnung
                      (EU) 2019/... der Kommission [Dokument C(2019)4058] durchgeführt
                      und während dieses Zeitraums
                      –     wurden nur Schweine aus Betrieben, die die unter den
                            Buchstaben a oder b vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz vor
                            biologischen      Gefahren     oder     Überwachungsmaßnahmen
                            durchführen, in den Betrieb eingestallt; und
                      –     wurden im Falle einer Infektion mit Brucella abortus,
                            B. melitensis und B. suis bei den im Betrieb gehaltenen
                            Schweinen Maßnahmen gemäß [Anhang II Teil 1 Nummer 3 der
                            Delegierten Verordnung (EU) 2019/... der Kommission
                            (Dokument C(2019)4058)] ergriffen.
            In den letzten 42 Tagen vor dem Versand in die Union wurde bei Camelidae
            keine Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis gemeldet, und sie
            wurden mittels einer der in Anhang I Teil 1 der Delegierten Verordnung (EU)
            2019/...    der    Kommission       [Dokument      C(2019)4058]     vorgesehenen
            Diagnosemethoden mit Negativbefund einem Test zum Nachweis auf eine
            Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis unterzogen, der anhand
            einer in den letzten 30 Tagen vor dem Versand in die Union bzw. im Falle von
            Muttertieren nach einer Geburt mindestens 30 Tage post partum entnommenen
            Probe durchgeführt wurde.
            In den letzten 42 Tagen vor dem Versand in die Union wurde bei Cervidae keine
   Cervidae
            Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und B. suis gemeldet.
DE                                       27                                                   DE
 ---pagebreak---                                            ANHANG X
         SPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN AN DEN EINGANG IN DIE UNION
      BESTIMMTER ARTEN UND KATEGORIEN VON HUFTIEREN IN BEZUG AUF
          EINE INFEKTION MIT BRUCELLA GEMÄSS ARTIKEL 24 ABSATZ 5
   1.      SCHAFE:
           Unkastrierte Schafböcke, außer jene, die zur Schlachtung in der Union bestimmt
           sind, müssen folgende Anforderungen erfüllen:
           a)    sie wurden mindestens 60 Tage ununterbrochen in einem Betrieb gehalten, in
                 dem in einem Zeitraum von 12 Monaten vor dem Datum des Versands in die
                 Union keine Infektion mit Brucella ovis (infektiöse Epididymitis) gemeldet
                 wurden;
           b)    sie wurden in den 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union mit
                 Negativbefund einem serologischen Test zum Nachweis von Brucella ovis
                 (infektiöse Epididymitis) unterzogen.
   2.      HUFTIERE DER FAMILIE TAYASSUIDAE
           Huftiere der Familie Tayassuidae müssen in einem Zeitraum von 30 Tagen vor dem
           Datum des Versands in die Union mittels einer der Diagnosemethoden gemäß
           Anhang I Teil 1 Nummer 2 des Dokuments C(2019)4058 mit Negativbefund einem
           Test zum Nachweis von Brucella suis unterzogen worden sein.
DE                                              28                                          DE
 ---pagebreak---                                             ANHANG XI
        SPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN AN EQUIDEN GEMÄSS ARTIKEL 24
                                             ABSATZ 6
   1.      STATUSGRUPPEN,     DENEN DRITTLÄNDER ODER          DRITTLANDSGEBIETE       ODER   ZONEN
           DERSELBEN ZUGEORDNET SIND
   Statusgruppe          Seuchen, in Bezug auf die spezifische Anforderungen gelten müssen
         A        Ansteckende Blutarmut der Einhufer
         B        Ansteckende Blutarmut der Einhufer, Rotz, Beschälseuche
         C        Ansteckende Blutarmut der Einhufer, Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis
                  Ansteckende Blutarmut der Einhufer, Rotz, Beschälseuche, Venezolanische
         D
                  Pferdeenzephalomyelitis, Surra
                  Ansteckende Blutarmut der Einhufer, Rotz, Beschälseuche, Afrikanische Pferdepest,
         E
                  Surra
         F        Ansteckende Blutarmut der Einhufer, Beschälseuche, Afrikanische Pferdepest
        G         Ansteckende Blutarmut der Einhufer, Rotz, Beschälseuche, Surra
   2.      SPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN
   2.1.    Spezifische Anforderungen in Bezug auf die Afrikanische Pferdepest:
           Equiden müssen die Anforderungen gemäß einem der nachstehenden Buchstaben
           erfüllen.
           a)    Die Tiere wurden für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen vor dem
                 Versand in die Union isoliert in vektorgeschützten Räumlichkeiten gehalten
                 und wurden jeweils mit Negativbefund einem serologischen und einem
                 Erreger-Identifizierungstest auf die Afrikanische Pferdepest unterzogen,
                 durchgeführt anhand einer frühestens 28 Tage nach dem Datum der Einstallung
                 in die vektorgeschützten Räumlichkeiten und innerhalb eines Zeitraums von
                 10 Tagen vor dem Datum des Versands entnommenen Blutprobe;
           b)    die Tiere wurden für einen Zeitraum von mindestens 40 Tagen vor dem Datum
                 des Versands in die Union isoliert in vektorgeschützten Räumlichkeiten
                 gehalten und wurden ohne signifikanten Anstieg des Antikörpertiters zweimal
                 im Abstand von mindestens 21 Tagen serologischen Tests zum Nachweis von
                 Antikörpern gegen das Virus der Afrikanischen Pferdepest unterzogen,
                 durchgeführt anhand von Blutproben, von denen die erste Probe mindestens
                 7 Tage nach der Einstallung in die vektorgeschützten Räumlichkeiten
                 entnommen wurde;
           c)    die Tiere wurden für einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen vor dem
                 Versand isoliert in vektorgeschützten Räumlichkeiten gehalten und wurden mit
                 Negativbefund einem Erreger-Identifizierungstest auf das Virus der
                 Afrikanischen Pferdepest unterzogen, durchgeführt anhand einer frühestens
                 14 Tage nach dem Datum der Einstallung in die vektorgeschützten
                 Räumlichkeiten und spätestens 72 Stunden vor dem Zeitpunkt des Versands
                 entnommenen Blutprobe;
DE                                               29                                                 DE
 ---pagebreak---         d)   es liegen schriftliche Nachweise dafür vor, dass die Tiere mit einem
             zugelassenen Impfstoff gegen alle Serotypen des Virus der Afrikanischen
             Pferdepest, die in der Quellpopulation auftreten, mit einer vollständigen
             Erstimpfung und einer Auffrischungsimpfung gemäß den Herstellerangaben
             mindestens 40 Tage vor der Einstallung in die vektorgeschützten
             Räumlichkeiten gegen die Afrikanische Pferdepest geimpft wurden, und die
             Tiere wurden für einen Zeitraum von mindestens 40 Tagen isoliert in
             vektorgeschützten Räumlichkeiten gehalten;
        e)   die Tiere wurden während eines Zeitraums von mindestens 30 Tagen vor dem
             Datum des Versands in die Union isoliert in vektorgeschützten Räumlichkeiten
             gehalten und wurden einem serologischen Test zum Nachweis von Antikörpern
             gegen das Virus der Afrikanischen Pferdepest unterzogen, durchgeführt am
             selben Tag und von demselben Labor anhand von Blutproben, die während der
             Isolationszeit in vektorgeschützten Räumlichkeiten zweimal im Abstand von
             21 bis 30 Tagen entnommen wurden. Der zweite dieser Tests muss innerhalb
             eines Zeitraums von 10 Tagen vor dem Versanddatum jeweils mit
             Negativbefund oder mit Negativbefund bei einem Erreger-Identifizierungstest
             auf das Virus der Afrikanischen Pferdepest anhand der zweiten Probe
             durchgeführt worden sein.
   2.2. Spezifische    Anforderungen       in     Bezug     auf    die    Venezolanische
        Pferdeenzephalomyelitis
        Equiden müssen mindestens eine der folgenden Anforderungen erfüllen:
        a)   Die Tiere wurden während eines Zeitraums von mindestens 60 Tagen und
             höchstens 12 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union mit einer
             vollständigen Erstimpfung und einer Auffrischungsimpfung gemäß den
             Herstellerangaben gegen die Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis geimpft
             und wurden für einen Zeitraum von mindestens 21 Tagen vor dem Datum des
             Versands in die Union in vektorgeschützter Quarantäne gehalten und waren in
             diesem Zeitraum klinisch gesund, wobei ihre täglich gemessene
             Körpertemperatur stets innerhalb des normalen physiologischen Bereichs lag.
             Alle anderen Equiden in demselben Betrieb, die einen Anstieg der täglich
             gemessenen Körpertemperatur aufwiesen, wurden mit Negativbefund einem
             Bluttest zur Virusisolierung zum Nachweis der Venezolanischen
             Pferdeenzephalomyelitis unterzogen.
         b)  die Tiere wurden nicht gegen die Venezolanische Pferdeenzephalomyelitis
             geimpft und wurden für einen Zeitraum von mindestens 21 Tagen in
             vektorgeschützter Quarantäne gehalten und waren in diesem Zeitraum klinisch
             gesund, wobei ihre täglich gemessene Körpertemperatur stets innerhalb des
             normalen physiologischen Bereichs lag. Während der Quarantäne wurden die
             Tiere mit Negativbefund einem Diagnosetest auf die Venezolanische
             Pferdeenzephalomyelitis unterzogen, der auf einer Probe beruhte, die
             frühestens 14 Tage nach der Einstallung der Tiere in die vektorgeschützte
             Quarantäne entnommen wurde; die Tiere blieben bis zum Versand vor
             Vektorinsekten geschützt.
             Alle anderen Equiden in demselben Betrieb, die einen Anstieg der täglich
             gemessenen Körpertemperatur aufwiesen, wurden mit Negativbefund einem
DE                                          30                                            DE
 ---pagebreak---               Bluttest zur Virusisolierung zum          Nachweis     der  Venezolanischen
              Pferdeenzephalomyelitis unterzogen.
         c)   die Tiere wurden einem Hämagglutinationshemmtest auf die Venezolanische
              Pferdeenzephalomyelitis unterzogen, der in demselben Labor und am selben
              Tag durchgeführt wurde anhand von zwei im Abstand von 21 Tagen
              entnommenen Proben, von denen die zweite während eines Zeitraums von
              10 Tagen vor dem Versanddatum entnommen wurde, und bei dem der
              Antikörpertiter nicht anstieg; zudem wurde das Tier mit Negativbefund einem
              RT-PCR-Test (Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) zum
              Nachweis des Virus-Genoms der Venezolanischen Pferdeenzephalomyelitis
              anhand einer Probe unterzogen, die innerhalb der 48 Stunden vor dem Versand
              entnommen wurde, und wurde vom Zeitpunkt der Probenahme für den RT-
              PCR-Test bis zum Verladen zum Versand durch eine Kombination aus der
              Anwendung zugelassener Insektenabwehrmittel und Insektizide auf den Tieren
              und Desinsektion der Stallung und der Transportmittel vor Vektorangriffen
              geschützt.
   2.3. Spezifische Anforderungen in Bezug auf eine Infektion mit Burkholderia mallei
        (Rotz)
        Equiden müssen einem Komplementbindungstest auf Rotz gemäß Kapitel 2.5.11
        Absatz 3.1 des OIE-Handbuchs für Landtiere (Fassung von 2015) unterzogen worden
        sein. Der Test muss mit Negativbefund bei einer Serumverdünnung von 1:5 anhand
        einer innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die
        Union entnommenen Blutprobe durchgeführt worden sein.
   2.4. Spezifische Anforderungen in Bezug auf die Beschälseuche
        Equiden müssen einem Komplementbindungstest auf die Beschälseuche gemäß
        Kapitel 2.5.3 Absatz 3.1 des OIE-Handbuchs für Landtiere (Fassung von 2013)
        unterzogen worden sein. Der Test muss mit Negativbefund bei einer
        Serumverdünnung von 1:5 anhand einer innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen vor
        dem Datum des Versands in die Union entnommenen Blutprobe durchgeführt
        worden sein. Zudem dürfen die getesteten Tiere während des Zeitraums von
        mindestens 30 Tagen vor und nach dem Datum der Probenahme nicht zur Zucht
        eingesetzt worden sein.
   2.5. Spezifische Anforderungen in Bezug auf Surra (Trypanosoma evansi)
        Equiden müssen einem Card-Agglutinationstest auf Trypanosomiasis (CATT) gemäß
        Kapitel 2.1.21 Absatz 2.3 des OIE-Handbuchs für Landtiere (Fassung von 2012)
        unterzogen worden sein. Der Test muss mit Negativbefund bei einer
        Serumverdünnung von 1:4 anhand einer innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen vor
        dem Datum des Versands in die Union entnommenen Blutprobe durchgeführt
        worden sein.
   2.6. Besondere Anforderungen in Bezug auf die Ansteckende Blutarmut der
        Einhufer
        Equiden müssen einem Agargel-Immundiffusionstest (AGID-Test) oder einem
        ELISA auf die Ansteckende Blutarmut der Einhufer gemäß Kapitel 2.5.6 Absätze 2.1
        und 2.2 des OIE-Handbuchs für Landtiere (Fassung von 2013) unterzogen worden
        sein. Der Test muss mit Negativbefund anhand einer innerhalb eines Zeitraums von
        höchstens 90 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union entnommenen
        Blutprobe durchgeführt worden sein.
DE                                            31                                          DE
 ---pagebreak---                                                                           ANHANG XII
                                                    FÜR GESCHLOSSENE BETRIEBE BESTIMMTE HUFTIERE
  TEIL A: Mindestzeiträume, in denen in dem geschlossenen Herkunftsbetrieb der für geschlossene Betriebe in der Union bestimmten Huftiere keine
  Seuchenfälle gemeldet wurden:
                                                                                                                             7. Huftiere außer die
                                                                                                                              in den Spalten 1, 2,
                                                      1. Rinder 2. Schafe    3. Ziegen 4. Schweine 5. Camelidae  6. Cervidae
                                                                                                                                  3, 4, 5 und 6
                                                                                                                                  genannten*
  Maul- und Klauenseuche                              6 Monate  6 Monate     6 Monate   6 Monate     6 Monate     6 Monate         6 Monate
  Infektion mit dem Rifttal-Fieber-Virus              6 Monate  6 Monate     6 Monate      NA        6 Monate     6 Monate         6 Monate
  Infektion mit Mycoplasma mycoides subsp.
  mycoides SC (Lungenseuche der Rinder)
                                                      6 Monate     NA           NA         NA           NA           NA            6 Monate
  Infektion mit dem Virus der Pest der kleinen
  Wiederkäuer
                                                         NA     6 Monate     6 Monate      NA        6 Monate     6 Monate             NA
  Pockenseuche der Schafe und Ziegen                     NA     6 Monate     6 Monate      NA           NA           NA                NA
  Lungenseuche der Ziegen                                NA     6 Monate     6 Monate      NA           NA           NA            6 Monate
  Afrikanische Schweinepest                              NA        NA           NA      6 Monate        NA           NA                NA
  Klassische Schweinepest                                NA        NA           NA      6 Monate        NA           NA                NA
  Infektion mit dem Virus der Lumpy-skin-
  Krankheit
                                                      6 Monate     NA           NA         NA           NA           NA                NA
  Infektion mit Burkholderia mallei (Rotz)               NA        NA        6 Monate      NA        6 Monate        NA                NA
  Infektion mit Brucella abortus, B. melitensis und
  B. suis
                                                      6 Monate  6 Monate     6 Monate   6 Monate     6 Monate     6 Monate         6 Monate
  Infektion mit dem Mycobacterium-tuberculosis-
  Komplex (M. bovis, M. caprae, M. tuberculosis)
                                                      6 Monate  6 Monate     6 Monate   6 Monate     6 Monate     6 Monate         6 Monate
  Tollwut                                             6 Monate  6 Monate     6 Monate   6 Monate     6 Monate     6 Monate         6 Monate
  Surra (Trypanosoma evansi)                           30 Tage   30 Tage      30 Tage      NA        180 Tage      30 Tage          30 Tage
  Milzbrand                                            30 Tage   30 Tage      30 Tage    30 Tage      30 Tage      30 Tage          30 Tage
DE                                                                               32                                                                DE
 ---pagebreak---   Infektion mit dem Virus der                    6 Monate      6 Monate      6 Monate        NA           6 Monate    6 Monate 6 Monate
  Blauzungenkrankheit (Serotypen 1-24)
  Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen
  Krankheit
                                                   NA            NA            NA         12 Monate         NA          NA       NA
  *          Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  NA = nicht anwendbar
DE                                                                              33                                                      DE
 ---pagebreak---   TEIL B: Mindestflächen (Radius) und -zeiträume, auf bzw. in denen im Umkreis um den geschlossenen Herkunftsbetrieb der für geschlossene
  Betriebe in der Union bestimmten Huftiere keine Seuchenfälle gemeldet wurden:
                                                                                                                                                 7. Huftiere außer die
                                          1. Rinder       2. Schafe        3. Ziegen           4. Schweine      5. Camelidae      6. Cervidae   in den Spalten 1, 2, 3,
                                                                                                                                                4, 5 und 6 genannten*
  Maul- und Klauenseuche             10 km / 30 Tage   10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage       10 km / 30 Tage  10 km / 30 Tage   10 km / 30 Tage     10 km / 30 Tage
  Infektion mit dem Rifttal-Fieber-                       150 km /
                                      150 km / 30 Tage                 150 km / 30 Tage            NA         150 km / 30 Tage 150 km / 30 Tage    150 km / 30 Tage
  Virus                                                    30 Tage
  Infektion mit Mycoplasma
  mycoides subsp. mycoides SC         10 km / 30 Tage        NA               NA                   NA                NA               NA            10 km / 30 Tage
  (Lungenseuche der Rinder)
  Infektion mit dem Virus der Pest
                                             NA        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage             NA         10 km / 30 Tage   10 km / 30 Tage           NA
  der kleinen Wiederkäuer
  Pockenseuche der Schafe und
                                             NA        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage             NA                NA               NA                  NA
  Ziegen
  Lungenseuche der Ziegen                    NA        10 km / 30 Tage 10 km / 30 Tage             NA                NA               NA            10 km / 30 Tage
  Afrikanische Schweinepest                  NA              NA               NA             10 km / 12 Tage         NA               NA                  NA
  Klassische Schweinepest                    NA              NA               NA             10 km / 12 Tage         NA               NA                  NA
  Infektion mit dem Virus der
                                      150 km / 30 Tage       NA               NA                   NA                NA               NA                  NA
  Lumpy-skin-Krankheit
  Infektion mit dem Virus der         150 km / 30 Tage    150 km /     150 km / 30 Tage            NA         150 km / 30 Tage 150 km / 30 Tage    150 km / 30 Tage
  Blauzungenkrankheit (Serotypen                           30 Tage
  1-24)
  Infektion mit dem Virus der                             150 km /
                                      150 km / 30 Tage                 150 km / 30 Tage            NA         150 km / 30 Tage 150 km / 30 Tage    150 km / 30 Tage
  Epizootischen Hämorrhagie                                30 Tage
  Infektion mit dem Virus der
                                             NA              NA               NA           5 km / 12 Monate**        NA               NA                  NA
  Aujeszkyschen Krankheit
  *           Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **          Zusätzlich müssen ein virologischer und ein serologischer Test durchgeführt werden, um das Auftreten der Seuche 30 Tage vor dem Versand in die
              Union ausschließen zu können.
DE                                                                                      34                                                                              DE
 ---pagebreak---   NA = nicht anwendbar
DE                     35 DE
 ---pagebreak---   TEIL C:
  Mindestzeiträume der Seuchenfreiheit des Drittlands oder Drittlandsgebiets oder der Zone derselben, in dem bzw. der sich der geschlossene
  Herkunftsbetrieb der für geschlossene Betriebe in der Union bestimmten Huftiere befindet:
                                                                                                                                     7. Huftiere außer die in den
                                      1. Rinder      2. Schafe      3. Ziegen      4. Schweine     5. Camelidae       6. Cervidae      Spalte 1, 2, 3, 4, 5 und 6
                                                                                                                                             genannten*
  Maul- und Klauenseuche            12 Monate**    12 Monate**   12 Monate**      12 Monate**      12 Monate**       12 Monate**            12 Monate**
  Infektion mit dem Rinderpest-
                                     12 Monate      12 Monate      12 Monate       12 Monate        12 Monate         12 Monate               12 Monate
  Virus
  Infektion mit dem Rifttal-
                                    48 Monate**    48 Monate**   48 Monate**           NA          48 Monate**       48 Monate**            48 Monate**
  Fieber-Virus
  Afrikanische Schweinepest              NA             NA             NA         12 Monate**           NA                NA                      NA
  Klassische Schweinepest                NA             NA             NA         12 Monate**           NA                NA                      NA
  Infektion mit Brucella abortus,
                                    12 Monate**    12 Monate**   12 Monate**      12 Monate**      12 Monate**       12 Monate**            12 Monate**
  B. melitensis und B. suis
  Infektion mit dem Virus der
  Blauzungenkrankheit               24 Monate**    24 Monate**   24 Monate**           NA          24 Monate**       24 Monate**            24 Monate**
  (Serotypen 1-24)
  Infektion mit dem Virus der
  Epizootischen Hämorrhagie         24 Monate**    24 Monate**   24 Monate**           NA          24 Monate**       24 Monate**            24 Monate**
  *          Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **       Es sei denn, es werden von der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets alternative Garantien gemäß Teil D erbracht. NA = nicht
  zutreffend
DE                                                                                36                                                                              DE
 ---pagebreak---   TEIL D:
  Alternative Garantien, die von der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets hinsichtlich bestimmter gelisteter Seuchen zu
  erbringen sind
  Maul- und              a) die Tiere müssen mit Negativbefund einem serologischen Test zum Nachweis einer Infektion mit dem Maul- und Klauenseuchevirus
  Klauenseuche               entsprechend einem der für den internationalen Handel vorgeschriebenen Tests, wie im OIE-Handbuch mit Normenempfehlungen zu
                             Diagnosemethoden und Vakzinen für Landtiere (im Folgenden „OIE-Handbuch für Landtiere“) festgelegt, unterzogen worden sein, durchgeführt
                             anhand von innerhalb eines Zeitraums von 10 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union entnommenen Proben; und
                         b) für Bovidae, Cervidae und Elephas spp.: einem Probang-Test zum Nachweis einer Infektion mit dem Maul- und Klauenseuchevirus nach den im
                             OIE-Handbuch für Landtiere beschriebenen Verfahren, dessen Befund negativ war. Der Test wurde durchgeführt
                                   i)    10 Tage vor dem Datum des Versands in die Union im Falle anderer Arten als dem Afrikanischen Büffel (Syncerus caffer);
                                   ii) zweifach im Abstand von mindestens 15 Tagen, wobei der zweite Test im Zeitraum von 10 Tagen vor dem Datum des Versands in
                                         die Union erfolgt sein muss, im Falle des Afrikanischen Büffels (Syncerus caffer).
  Infektion mit dem      a) Die Tiere müssen
  Rifttal-Fieber-Virus             i)    für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union in vektorgeschützten Räumlichkeiten in
                                         dem zugelassenen geschlossenen Betrieb in Quarantäne gehalten worden sein;
                                   ii) für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union keine Krankheitssymptome für eine
                                         Infektion mit dem Rifttal-Fieber-Virus gezeigt haben;
                                   iii) beim Transport zwischen den unter Ziffer i genannten vektorgeschützten Räumlichkeiten und dem Verladen zum Versand in die
                                         Union vor Vektoren geschützt worden sein; und
                         b) Die Tiere wurden mit Negativbefund einem Virusneutralisationstest zum Nachweis einer Infektion mit dem Rifttal-Fieber-Virus gemäß dem
                             OIE-Handbuch für Landtiere unterzogen, der zum ersten Mal an zum Zeitpunkt des Beginns des Quarantänezeitraums entnommenen und zum
                             zweiten Mal an mindestens 42 Tage nach diesem Zeitpunkt und während eines Zeitraums von 10 Tagen vor dem Versand in die Union
                             entnommenen Proben durchgeführt wurde.
  Afrikanische
  Schweinepest           Die Tiere wurden einem virologischen und einem serologischen Test zum Nachweis der Afrikanischen Schweinepest und der Klassischen
                         Schweinepest gemäß dem im OIE-Handbuch für Landtiere für den internationalen Handel vorgeschriebenen Test unterzogen, durchgeführt anhand
  Klassische             von in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union entnommenen Proben.
  Schweinepest
  Infektion mit Brucella Die Tiere
  abortus, B. melitensis a) wurden einem im OIE-Handbuch für Landtiere festgelegten und für den internationalen Handel vorgeschriebenen Test unterzogen, durchgeführt
                             anhand von in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union entnommenen Proben; oder
  und B. suis
                         b) sind kastrierte männliche Tiere jeden Alters.
  Infektion mit dem      Die     Tiere      müssen      die     unter     einem       der     nachstehenden      Buchstaben  genannten      Anforderungen       erfüllen:
  Virus der              a)        sie wurden für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union in dem geschlossenen Betrieb in
  Blauzungenkrankheit    vektorgeschützten Räumlichkeiten in Quarantäne gehalten und wurden mit Negativbefund einem serologischen Test auf eine Infektion mit dem
  (Serotypen 1-24)       Virus der Blauzungenkrankheit (1-24) und auf eine Infektion mit dem Virus der Epizootischen Hämorrhagie gemäß dem OIE-Handbuch für
DE                                                                                             37                                                                         DE
 ---pagebreak---   Infektion mit dem Landtiere unterzogen, durchgeführt mindestens 28 Tage nach der Einstallung der Tiere in den geschlossenen Betrieb;
  Virus der         b)        sie wurden für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen vor dem Datum des Versands in die Union in dem zugelassenen geschlossenen
                    Betrieb in vektorgeschützten Räumlichkeiten in Quarantäne gehalten und wurden mit Negativbefund einem PCR-Test auf Infektion mit dem Virus
  Epizootischen
                    der Blauzungenkrankheit (1-24) und auf eine Infektion mit dem Virus der Epizootischen Hämorrhagie gemäß dem OIE-Handbuch für Landtiere
  Hämorrhagie       unterzogen, durchgeführt mindestens 14 Tage nach der Einstallung der Tiere in den geschlossenen Betrieb;
                    c)        sie stammen aus einem saisonal seuchenfreien Gebiet und wurden während dieses seuchenfreien Zeitraums mit Negativbefund einem
                    serologischen Test auf eine Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (1-24) und auf eine Infektion mit dem Virus der Epizootischen
                    Hämorrhagie gemäß dem OIE-Handbuch für Landtiere unterzogen, durchgeführt an mindestens 28 Tage nach der Einstallung der Tiere in den
                    geschlossenen Betrieb entnommenen Proben;
                    d)        sie stammen aus einem saisonal seuchenfreien Gebiet und wurden während dieses Zeitraums mit Negativbefund einem PCR-Test auf eine
                    Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (1-24) und auf eine Infektion mit dem Virus der Epizootischen Hämorrhagie gemäß dem OIE-
                    Handbuch für Landtiere unterzogen, durchgeführt an mindestens 14 Tage nach der Einstallung der Tiere in den zugelassenen geschlossenen Betrieb
                    entnommenen Proben.
DE                                                                                     38                                                                          DE
 ---pagebreak---   TEIL E:
  Anforderungen hinsichtlich der Nichtimpfung gegen bestimmte Seuchen an das Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder eine Zone
  derselben und an die für geschlossene Betriebe bestimmten Huftiere:
                                                                                                                             7. Huftiere
                                                                                                                          außer die in den
                                     1. Rinder      2. Schafe     3. Ziegen   4. Schweine   5. Camelidae   6. Cervidae     Spalten 1, 2, 3,
                                                                                                                             4, 5 und 6
                                                                                                                            genannten*
  Maul- und Klauenseuche                NGT            NGT           NGT          NGT           NGT            NGT              NGT
  Infektion mit dem Rifttal-
  Fieber-Virus
                                      NGT**          NGT**         NGT**          NA           NGT**         NGT**            NGT**
  Klassische Schweinepest               NA             NA            NA           NGT            NA            NA                NA
  Infektion mit Brucella abortus,
  B. melitensis und B. suis
                                      NGT**          NGT**         NGT**        NGT**          NGT**         NGT**            NGT**
  Infektion mit dem Virus der
  Aujeszkyschen Krankheit
                                        NA             NA            NA           NGT            NA            NA                NA
  NGT = die für die Union bestimmten Huftiere wurden nicht geimpft
  NA = nicht anwendbar
  *          Gilt nur für gelistete Arten gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **         Es sei denn, es werden von der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets alternative Garantien gemäß Teil D dieses Anhangs
             erbracht.
DE                                                                                39                                                                    DE
 ---pagebreak---    TEIL F:
   Anforderungen an die vektorgeschützten Räumlichkeiten in geschlossenen Betrieben in
   Drittländern
   Wenn gemäß Teil D dieses Anhangs vektorgeschützte Räumlichkeiten in den geschlossenen
   Betrieben in Drittländern oder Drittlandsgebieten vorgeschrieben sind, müssen diese folgende
   Anforderungen erfüllen:
   a)      sie sind an den Ein- und Ausgängen mit geeigneten physischen Barrieren
           ausgestattet;
   b)      ihre Öffnungen müssen vor Vektoren durch Maschendraht mit einer geeigneten
           Maschengröße abgeschirmt sein, der in regelmäßigen Abständen mit einem
           zugelassenen Insektizid entsprechend den Anweisungen des Herstellers imprägniert
           wird;
   c)      in den vektorgeschützten Räumlichkeiten und in ihrer Umgebung findet eine
           Vektorenüberwachung und -bekämpfung statt;
   d)      es werden Maßnahmen getroffen, um Brutstätten für Vektoren in der Nachbarschaft
           der vektorgeschützten Räumlichkeiten zu begrenzen oder zu beseitigen;
   e)      es müssen Standardverfahren, einschließlich Beschreibungen der Notfall- und
           Alarmsysteme, für den Betrieb der vektorgeschützten Räumlichkeiten und den
           Abtransport der Tiere aus diesen Räumlichkeiten zum Verladeort für den Versand in
           die Union eingerichtet werden.
DE                                               40                                             DE
 ---pagebreak---                                          ANHANG XIII
      MINDESTANFORDERUNGEN AN IMPFPROGRAMME UND ZUSÄTZLICHE
          ÜBERWACHUNGSMASSNAHMEN IN EINEM DRITTLAND ODER
      DRITTLANDSGEBIET ODER EINER ZONE DERSELBEN, IN DEM BZW. DER
       GEGEN DIE HOCHPATHOGENE AVIÄRE INFLUENZA GEIMPFT WIRD
   1.     Mindestanforderungen an Impfprogramme, die in einem Drittland oder einem
          Drittlandsgebiet bzw. einer Zone derselben durchgeführt werden
          Impfprogramme gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza, die von einem Drittland
          oder Drittlandsgebiet vorgelegt werden, müssen mindestens folgende Angaben
          enthalten:
          1)    Ziele der Impfstrategie, ausgewählte Vogelpopulation(en) und Gebiete;
          2)    Daten über die epidemiologische Entwicklung der Seuche, einschließlich
                früherer Ausbrüche bei Geflügel oder Wildvögeln;
          3)    Begründung für die Einführung der Impfung;
          4)    Risikobewertung auf der Grundlage
                –     von Ausbrüchen der Hochpathogenen Aviären Influenza in dem
                      betreffenden Drittland oder Drittlandsgebiet bzw. einer Zone derselben;
                –     von Ausbrüchen der Hochpathogenen Aviären Influenza in einem
                      Nachbarland;
                –     anderer Risikofaktoren wie bestimmte Gebiete, Arten der
                      Geflügelhaltung oder Kategorien von Geflügel oder in Gefangenschaft
                      gehaltenen Vögeln;
          5)    geografisches Gebiet, in dem geimpft wird;
          6)    Zahl der Betriebe in dem Gebiet, in dem geimpft wird;
          7)    Zahl der Betriebe, in denen geimpft wird, sofern diese von der Zahl unter
                Nummer 6 abweicht;
          8)    Arten und Kategorien von Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln
                in dem geografischen Gebiet, in dem geimpft wird;
          9)    ungefähre Zahl des Geflügels oder der in Gefangenschaft gehaltenen Vögel in
                den unter Nummer 7 genannten Betrieben;
          10)   Zusammenfassung       der   Impfstoffmerkmale,     der   Zulassung   und    der
                Qualitätskontrolle;
          11)   Handhabung, Lagerung, Bereitstellung, Vertrieb und Verkauf von Impfstoffen
                gegen die Aviäre Influenza im nationalen Hoheitsgebiet;
          12)   Umsetzung einer DIVA-Strategie zur Differenzierung zwischen infizierten und
                geimpften Tieren;
          13)   vorgesehene Dauer der Impfkampagne;
          14)   Bestimmungen und Beschränkungen für die Verbringung von geimpftem
                Geflügel und Erzeugnissen, die von geimpftem Geflügel oder geimpften in
                Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gewonnen werden;
DE                                             41                                               DE
 ---pagebreak---       15)   klinische Prüfungen und Labortests (wie etwa Wirksamkeitsprüfung und
            Untersuchung vor der Verbringung) in den Betrieben, in denen geimpft wurde
            und/oder die in dem Gebiet liegen, in dem geimpft wird;
      16)   Mittel zur Aufzeichnung.
   2. Zusätzliche Überwachungsmaßnahmen in Drittländern oder Drittlandsgebieten
      oder Zonen derselben, in denen gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza
      geimpft wird
      Wenn in einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben geimpft
      wird, müssen alle Betriebe, in denen gegen die Hochpathogene Aviäre Influenza
      geimpft wird, Laboruntersuchungen unterzogen werden, und der Kommission sind
      zusätzlich zu den Angaben gemäß Anhang II folgende Angaben zu übermitteln:
      1)    Zahl der Betriebe in dem Gebiet, in denen geimpft wird, pro Kategorie;
      2)    Zahl der Betriebe pro Geflügelkategorie, in denen geimpft wird und Proben zu
            entnehmen sind;
      3)    Einsatz von Sentinelvögeln (insbesondere die Arten und Anzahl der
            Sentinelvögel je epidemiologischer Einheit);
      4)    Anzahl der je Einrichtung und/oder epidemiologischer Einheit entnommenen
            Proben;
      5)    Daten über die Wirksamkeit des Impfstoffs.
DE                                         42                                            DE
 ---pagebreak---                                          ANHANG XIV
     TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN LAUFVÖGEL SOWIE BRUTEIER
      UND FRISCHES FLEISCH VON LAUFVÖGELN, DIE AUS EINEM DRITTLAND
   ODER DRITTLANDSGEBIET ODER EINER ZONE DERSELBEN STAMMEN, DER
        BZW. DIE NICHT FREI VON EINER INFEKTION MIT DEM VIRUS DER
                                NEWCASTLE-KRANKHEIT IST
   1.      Zucht- und Nutzlaufvögel sowie zur Schlachtung bestimmte Laufvögel, die aus
           einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben, der bzw. die nicht
           frei von einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ist, stammen,
           müssen
           a)    für einen Zeitraum von mindestens 21 Tagen vor dem Versanddatum der für
                 den Eingang in die Union bestimmten Sendung unter amtliche Überwachung
                 gestellt worden sein;
           b)    während des unter Buchstabe a genannten Zeitraums in vollständiger
                 Isolierung und ohne direkt oder indirekt mit anderen Vögeln in Berührung zu
                 kommen in von der zuständigen Behörde des Herkunftsdrittlands oder -
                 drittlandsgebiets zu diesem Zweck zugelassenen Einrichtungen gehalten
                 worden sein;
           c)    einem Test auf eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                 unterzogen worden sein;
           d)    aus Beständen stammen, in denen über einen Zeitraum von mindestens
                 6 Monaten unmittelbar vor dem Versanddatum der für den Eingang in die
                 Union bestimmten Sendung anhand eines statistisch fundierten
                 Probenahmeplans eine Überwachung auf eine Infektion mit dem Virus der
                 Newcastle-Krankheit durchgeführt wurde, deren Befund negativ war.
   2.      Eintagsküken und Bruteier von Laufvögeln, die aus einem Drittland oder
           Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen, das bzw. die nicht frei von
           einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit ist, müssen aus Beständen
           stammen,
           a)    die für einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen vor dem Legen der für den
                 Eingang in die Union bestimmten Bruteier oder der Bruteier, aus denen die für
                 den Eingang in die Union bestimmten Eintagsküken stammen, unter amtlicher
                 Überwachung in Isolierung gehalten wurden;
           b)    die einem Test auf eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
                 unterzogen wurden;
           c)    in denen über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten unmittelbar vor dem
                 Versanddatum der für den Eingang in die Union bestimmten Sendung anhand
                 eines statistisch fundierten Probenahmeplans eine Überwachung auf eine
                 Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit durchgeführt wurde, deren
                 Befund negativ war;
           d)    die nicht mit Geflügel in Berührung gekommen sind, das nicht die Garantien
                 gemäß den Buchstaben a, b und c während des Zeitraums von 30 Tagen vor
                 dem Legedatum und während der Legeperiode der für den Eingang in die
                 Union bestimmten Bruteier oder der Bruteier, aus denen die für den Eingang in
                 die Union bestimmten Eintagsküken stammen, erfüllt.
DE                                             43                                              DE
 ---pagebreak---    3. Frisches Fleisch von Laufvögeln, die aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder
      einer Zone derselben stammen, das bzw. die nicht frei von einer Infektion mit dem
      Virus der Newcastle-Krankheit ist, muss
      a)    entbeint und gehäutet sein;
      b)    von Laufvögeln stammen, die für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten
            vor dem Datum der Schlachtung in Betrieben gehalten wurden,
            i)    in denen in den 6 Monaten vor dem Datum der Schlachtung kein
                  Ausbruch einer Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit oder
                  der Hochpathogenen Aviären Influenza aufgetreten ist;
            ii)   um die für einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten vor dem Datum
                  der Schlachtung in einem Umkreis von 10 km um den Teil des Betriebs,
                  in dem die Laufvögel gehalten werden, wozu ggf. auch das Hoheitsgebiet
                  eines Nachbarmitgliedstaats oder eines Drittlands gehören kann, keine
                  Ausbrüche der Hochpathogenen Aviären Influenza oder von Infektionen
                  mit dem Virus der Newcastle-Krankheit aufgetreten sind;
            iii)  in denen die Überwachung auf eine Infektion mit dem Virus der
                  Newcastle-Krankheit       anhand    eines      statistisch   fundierten
                  Probenahmeplans für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten vor dem
                  Datum der Schlachtung einen Negativbefund ergab;
      c)    einer Überwachung gemäß Buchstabe b Ziffer iii unterzogen worden sein:
            i)    mittels eines serologischen Tests, wenn die Laufvögel nicht gegen
                  Infektionen mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft sind;
            ii)   mittels Trachealabstrichen bei gegen Infektionen mit dem Virus der
                  Newcastle-Krankheit geimpften Laufvögeln;
      d)    von Laufvögeln stammen, die, wenn sie gegen eine Infektion mit dem Virus
            der Newcastle-Krankheit geimpft sind, in dem Zeitraum von 30 Tagen vor der
            Schlachtung nicht mit Impfstoffen geimpft wurden, die nicht die in
            Anhang XV Teil 1 festgelegten spezifischen Kriterien erfüllten.
   4. Der Test zum Virusnachweis gemäß Absatz 1 Buchstabe c und Absatz 2 Buchstabe b
      muss durchgeführt worden sein:
      a)    innerhalb von 7 bis 10 Tagen, nachdem die Laufvögel isoliert wurden;
      b)    anhand von Kloakenabstrichen oder Kotproben jedes Vogels.
   5. Der Test zum Virusnachweis gemäß Absatz 1 Buchstabe c und Absatz 2 Buchstabe b
      muss ergeben haben, dass keine aviären Paramyxoviren des Typs 1 mit einem
      intrazerebralen Pathogenitätsindex (ICPI) von über 0,4 nachgewiesen wurden.
      Zudem müssen Negativbefunde für alle Vögel in der Sendung vorliegen, bevor
      a)    Zucht- und Nutzlaufvögel sowie zur Schlachtung bestimmte Laufvögel die
            Einrichtungen gemäß Absatz 1 Buchstabe b für den Versand in die Union
            verlassen;
      b)    Eintagsküken die Brüterei zum Versand in die Union verlassen haben;
      c)    Bruteier zum Versand in die Union verladen wurden.
DE                                         44                                             DE
 ---pagebreak---                                           ANHANG XV
      KRITERIEN FÜR IMPFSTOFFE GEGEN EINE INFEKTION MIT DEM VIRUS
      DER NEWCASTLE-KRANKHEIT UND ANFORDERUNGEN AN SENDUNGEN
   VON GEFLÜGEL, BRUTEIERN UND FRISCHEM FLEISCH VON GEFLÜGEL AUS
        EINEM DRITTLAND ODER DRITTLANDSGEBIET ODER EINER ZONE
         DERSELBEN, IN DER GEGEN INFEKTIONEN MIT DEM VIRUS DER
                       NEWCASTLE-KRANKHEIT GEIMPFT WIRD
   1.     Kriterien für Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
          Krankheit
   1.1.   Allgemeine Kriterien
          a)    Impfstoffe müssen die Normen des Kapitels über die Newcastle-Krankheit im
                Handbuch mit Normenempfehlungen zu Diagnosemethoden und Vakzinen für
                Landtiere der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) erfüllen.
          b)    Impfstoffe müssen von den zuständigen Behörden des betreffenden
                Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets registriert werden, bevor sie
                vertrieben und verwendet werden dürfen. Für eine solche Registrierung müssen
                sich die zuständigen Behörden des betreffenden Herkunftsdrittlands oder -
                drittlandsgebiets auf vollständige, vom Antragsteller vorgelegte Unterlagen
                stützen können, die Daten zur Wirksamkeit und Unschädlichkeit des Impfstoffs
                enthalten. Bei eingeführten Impfstoffen können sich die zuständigen Behörden
                des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets auf Daten stützen, die von den
                zuständigen Behörden des Landes, in dem der Impfstoff hergestellt wird,
                kontrolliert wurden, sofern diese Kontrollen im Einklang mit den OIE-
                Standards durchgeführt wurden.
          c)    Neben den Anforderungen gemäß den Buchstaben a und b müssen auch die
                Einfuhren oder die Herstellung und der Vertrieb der Impfstoffe von den
                zuständigen Behörden des betreffenden Herkunftsdrittlands oder -
                drittlandsgebiets kontrolliert werden.
          d)    Bevor der Vertrieb der Impfstoffe genehmigt wird, muss jede Charge der
                Impfstoffe auf Unschädlichkeit, insbesondere auf Abschwächung oder
                Inaktivierung und auf das Nichtvorhandensein von Fremderregern, sowie auf
                Wirksamkeit geprüft werden. Diese Untersuchung erfolgt unter der Aufsicht
                der zuständigen Behörden des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets.
   1.2.   Spezifische Kriterien
          Attenuierte Lebendimpfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
          Krankheit müssen aus einem Virusstamm der Newcastle-Krankheit hergestellt
          werden, dessen Originalsaatvirus (Master Seed) geprüft wurde und einen ICPI von
          entweder
          a)    unter 0,4 ergab, sofern jedem Vogel beim ICPI-Test nicht weniger als 107
                EID50 verabreicht werden;
                oder
          b)    unter 0,5 ergab, sofern jedem Vogel beim ICPI-Test nicht weniger als 108
                EID50 verabreicht werden.
   2.     Tiergesundheitsanforderungen an Geflügel und Bruteier, das bzw. die aus
          einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt bzw.
DE                                              45                                             DE
 ---pagebreak---       stammen, in dem bzw. in der Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der
      Newcastle-Krankheit nicht die spezifischen Kriterien unter Nummer 1 erfüllen
      Geflügel und Bruteier, das bzw. die aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder
      einer Zone derselben stammt bzw. stammen, in dem bzw. in der Impfstoffe gegen
      eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit die spezifischen Kriterien
      unter Nummer 1.2 nicht erfüllen, müssen die nachstehenden Anforderungen erfüllen:
      a)    Geflügel und die Herkunftsbestände von Bruteiern dürfen während eines
            Zeitraums von mindestens 12 Monaten vor dem Datum des Verladens der
            Sendung zum Versand in die Union nicht mit solchen Impfstoffen geimpft
            worden sein;
      b)    die Herkunftsbestände von Geflügel und Bruteiern müssen frühestens
            2 Wochen vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in die
            Union oder, im Fall von Bruteiern, frühestens 2 Wochen vor dem Sammeln der
            Eier einem Virusisolationstest auf eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-
            Krankheit unterzogen worden sein. Der Test muss in einem amtlichen Labor
            anhand einer Zufallsstichprobe von Kloakenabstrichen von mindestens
            60 Vögeln jedes Bestands durchgeführt worden sein, wobei keine aviären
            Paramyxoviren mit einem ICPI von über 0,4 nachgewiesen wurden;
      c)    Geflügel und die Herkunftsbestände von Bruteiern müssen während des unter
            Buchstabe b genannten zweiwöchigen Zeitraums unter amtlicher Überwachung
            im Herkunftsbetrieb isoliert gehalten worden sein;
      d)    Geflügel und die Herkunftsbestände von Bruteiern dürfen nicht mit Geflügel in
            Berührung gekommen sein, das nicht die Anforderungen der Buchstaben a und
            b erfüllt:
            i)    bei Geflügel während des Zeitraums von 60 Tagen vor dem Datum des
                  Verladens der Sendung für den Versand in die Union;
            ii)   bei Bruteiern während des Zeitraums von 60 Tagen vor dem Sammeln
                  der Eier;
      e)    Eintagsküken und die Bruteier, aus denen die Eintagsküken stammen, dürfen in
            der Brüterei oder während des Transports in die Union nicht mit Geflügel oder
            Bruteiern in Berührung gekommen sein, die nicht die Anforderungen der
            Buchstaben a bis d erfüllen.
   3. Tiergesundheitsanforderungen an frisches Geflügelfleisch, das aus einem
      Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammt, in dem bzw.
      in der Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit
      nicht die spezifischen Kriterien unter Nummer 1 erfüllen
      Frisches Geflügelfleisch, das aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer
      Zone derselben stammt, in dem bzw. in der Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem
      Virus der Newcastle-Krankheit nicht die spezifischen Kriterien unter Nummer 1.2
      erfüllen,    muss     von    Geflügel       stammen,     das   die    nachstehenden
      Gesundheitsanforderungen erfüllt:
      a)    das Geflügel wurde in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum der
            Schlachtung nicht mit attenuierten Lebendimpfstoffen geimpft, die aus einem
            Originalsaatvirus (Master Seed) der Newcastle-Krankheit hergestellt wurden,
            dessen Pathogenität höher ist als die lentogener Stämme dieses Virus;
DE                                          46                                             DE
 ---pagebreak---       b)   das Geflügel wurde zum Zeitpunkt der Schlachtung anhand einer
           Zufallsstichprobe aus Kloakenabstrichen von mindestens 60 Vögeln jedes
           betroffenen Bestands in einem amtlichen Labor mittels Virusisolationstest auf
           eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit untersucht, wobei keine
           aviären Paramyxoviren nachgewiesen wurden, die einen ICPI von über 0,4
           ergaben;
      c)   das Geflügel ist in dem Zeitraum von 30 Tagen vor dem Datum der
           Schlachtung nicht mit Geflügel in Berührung gekommen, das nicht die
           Bedingungen unter den Buchstaben a und b erfüllt.
   4. Erforderliche      Angaben,     wenn     Herkunftsbestände      von     Geflügel,
      Herkunftsbestände von Bruteiern und Bruteier gegen eine Infektion mit dem
      Virus der Newcastle-Krankheit geimpft werden
      Wenn die Herkunftsbestände von Geflügel, die Herkunftsbestände von Bruteiern
      oder Bruteier gegen eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit geimpft
      werden, sind die folgenden Angaben zur Sendung zu machen:
      a)   Bezeichnung des Bestands;
      b)   Alter der Vögel;
      c)   Datum der Impfung;
      d)   Name und Typ des verwendeten Virusstamms;
      e)   Chargennummer des Impfstoffs;
      f)   Name des Impfstoffs;
      g)   Hersteller des Impfstoffs.
DE                                        47                                             DE
 ---pagebreak---                                     ANHANG XVI
         ANFORDERUNGEN HINSICHTLICH DER ANGABEN AUF DEN
        TRANSPORTBEHÄLTERN/CONTAINERN VON GEFLÜGEL, IN
       GEFANGENSCHAFT GEHALTENEN VÖGELN UND BRUTEIERN
   1. Zuchtgeflügel und Nutzgeflügel muss in Transportbehältern/Containern transportiert
      werden, an denen folgende Angaben angebracht sind:
      a)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      b)    Bezeichnung der betreffenden Geflügelart;
      c)    Anzahl der Tiere;
      d)    Bezeichnung der Kategorie und Nutzungsrichtung, für die sie bestimmt sind;
      e)    Name, Anschrift und Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs;
      f)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
   2. Zur Schlachtung bestimmtes Geflügel muss in Transportbehältern/Containern
      transportiert werden, an denen folgende Angaben angebracht sind:
      a)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      b)    Bezeichnung der betreffenden Geflügelart;
      c)    Anzahl der Tiere;
      d)    Bezeichnung der Kategorie und Nutzungsrichtung, für die sie bestimmt sind;
      e)    Name, Anschrift und Registrierungsnummer des Herkunftsbetriebs;
      f)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
   3. Eintagsküken müssen in Transportbehältern/Containern transportiert werden, an
      denen folgende Angaben angebracht sind:
      a)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      b)    Bezeichnung der betreffenden Geflügelart;
      c)    Anzahl der Tiere;
      d)    Bezeichnung der Kategorie und Nutzungsrichtung, für die sie bestimmt sind;
      e)    Name, Anschrift      und    Zulassungsnummer   des   Herkunftsbetriebs   der
            Eintagsküken;
      f)    Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs des Herkunftsbestands;
      g)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
   4. In Gefangenschaft gehaltene Vögel müssen in Transportbehältern/Containern
      transportiert werden, an denen folgende Angaben angebracht sind:
      a)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      b)    Anzahl der Tiere;
      c)    Name, Anschrift und Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs;
      d)    spezifische Kennnummer des Transportbehälters/Containers;
      e)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
DE                                         48                                            DE
 ---pagebreak---    5. Bruteier von Geflügel müssen in Transportbehältern/Containern transportiert werden,
      an denen folgende Angaben angebracht sind:
      a)    Bezeichnung „Brut“,
      b)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      c)    Bezeichnung der betreffenden Geflügelart;
      d)    Anzahl der Eier;
      e)    Bezeichnung der Kategorie und Nutzungsrichtung, für die sie bestimmt sind;
      f)    Name, Anschrift und Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs der Eier;
      g)    Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs des Herkunftsbestands, wenn dieser
            von Buchstabe f abweicht;
      h)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
   6. Spezifiziert pathogenfreie Eier müssen in Transportbehältern/Containern
      transportiert werden, an denen folgende Angaben angebracht sind:
      a)    Aufschrift „SPF-Eier, ausschließlich für Diagnose- oder Forschungszwecke
            oder für die pharmazeutische Verwendung bestimmt“;
      b)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      c)    Anzahl der Eier;
      d)    Name, Anschrift und Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs;
      e)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
   7. Bruteier     von     in   Gefangenschaft    gehaltenen    Vögeln      müssen     in
      Transportbehältern/Containern transportiert werden, an denen folgende Angaben
      angebracht sind:
      a)    Name und ISO-Code des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets;
      b)    Anzahl der Eier;
      c)    Name, Anschrift und Zulassungsnummer des Herkunftsbetriebs;
      d)    spezifische Kennnummer des Transportbehälters/Containers;
      e)    Name des Bestimmungsmitgliedstaats.
DE                                         49                                             DE
 ---pagebreak---                                         ANHANG XVII
        ANFORDERUNGEN AN DIE UNTERSUCHUNG VON SENDUNGEN VON
      WENIGER ALS 20 STÜCK GEFLÜGEL, AUSGENOMMEN LAUFVÖGEL, UND
       WENIGER ALS 20 GEFLÜGELBRUTEIERN VOR IHREM EINGANG IN DIE
                                            UNION
   Sendungen mit weniger als 20 Stück Geflügel, ausgenommen Laufvögel, oder weniger als
   20 Bruteiern von Geflügel, ausgenommen Laufvögel, müssen wie folgt mit Negativbefund auf
   die Seuchen gemäß Artikel 49 Buchstabe e und Artikel 110 Buchstabe e Ziffer ii untersucht
   worden sein:
   a)      im Fall von Zuchtgeflügel, Nutzgeflügel und zur Schlachtung bestimmtem Geflügel,
           ausgenommen Laufvögel, müssen die Tiere innerhalb des Zeitraums von 30 Tagen
           vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in die Union bei
           serologischen und/oder bakteriologischen Tests negativ getestet worden sein;
   b)      im Fall von Bruteiern von Geflügel, ausgenommen Laufvögel, und Eintagsküken,
           ausgenommen Laufvögel, müssen die Herkunftsbestände innerhalb des Zeitraums
           von 90 Tagen vor dem Datum des Verladens der Sendung zum Versand in die Union
           bei serologischen und/oder bakteriologischen Tests negativ getestet worden sein,
           sodass eine mögliche Infektion bei einer Prävalenz von 5 % mit einem
           Konfidenzniveau von 95 % festgestellt werden kann;
   c)      wenn die Tiere mit einem beliebigen Salmonella- oder Mycoplasma-Serotyp gegen
           eine Infektion geimpft wurden, muss nur ein bakteriologischer Test durchgeführt
           werden; dabei muss die Feststellungsmethode eine Unterscheidung der Stämme der
           Lebendimpfstoffe und der Feldstämme erlauben.
DE                                             50                                            DE
 ---pagebreak---                                       ANHANG XVIII
      PROBENAHME UND UNTERSUCHUNG VON GEFLÜGEL, AUSGENOMMEN
                  LAUFVÖGEL, NACH DEM EINGANG IN DIE UNION
   1.    Der amtliche Tierarzt entnimmt Proben für die virologische Untersuchung bei
         Zuchtgeflügel (ausgenommen Laufvögel), Nutzgeflügel (ausgenommen Laufvögel)
         und Eintagsküken (ausgenommen Laufvögel), die aus einem Drittland oder
         Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben in die Union verbracht wurden. Die
         Proben sind wie folgt zu entnehmen:
         a)    zwischen dem siebten und fünfzehnten Tag nach dem Datum, an dem die Tiere
               in die Bestimmungsbetriebe in der Union verbracht wurden, müssen
               Kloakenabstriche in einem Umfang entnommen werden, durch den eine
               mögliche Infektion bei einer Prävalenz von 5 % mit einem Konfidenzniveau
               von 95 % festgestellt werden kann;
         b)    die Proben sind zu untersuchen auf:
               i)    die Hochpathogene Aviäre Influenza;
               ii)   eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit.
   2.    Es dürfen bis zu fünf Proben von einzelnen Vögeln zu Sammelproben gepoolt
         werden.
DE                                           51                                          DE
 ---pagebreak---                                       ANHANG XIX
        TIERGESUNDHEITSANFORDERUNGEN AN DIE ZULASSUNG DES
    HERKUNFTSBETRIEBS VON IN GEFANGENSCHAFT GEHALTENEN VÖGELN
   1.   Die Tiergesundheitsanforderungen in Bezug auf Maßnahmen zum Schutz vor
        biologischen Gefahren gemäß Artikel 56 umfassen Folgendes:
        a)    nur Tiere aus anderen zugelassenen Betrieben dürfen in den Betrieb eingestallt
              werden;
        b)    Vögel dürfen aus anderen Quellen als zugelassenen Betrieben in den Betrieb
              eingestallt werden, nachdem diese Einstallung von der zuständigen Behörde
              des Drittlands oder Drittlandsgebiets genehmigt wurde, sofern diese Tiere ab
              dem Tag ihrer Einstallung in den Betrieb mindestens 30 Tage lang unter
              Einhaltung der Anweisungen der zuständigen Behörde des Drittlands oder
              Drittlandsgebiets isoliert gehalten wurden, bevor sie in den Bestand von
              Vögeln in dem Betrieb aufgenommen wurden.
   2.   Die Tiergesundheitsanforderungen in Bezug auf die Einrichtungen und Ausrüstung
        des Betriebs gemäß Artikel 56 umfassen Folgendes:
        a)    der Betrieb muss eindeutig abgegrenzt und von seiner Umgebung abgetrennt
              sein;
        b)    der Betrieb muss über geeignete Mittel zum Einfangen, Gefangenhalten und
              Isolieren von Tieren verfügen sowie auf geeignete zugelassene
              Quarantäneanlagen und zugelassene Verfahren für Tiere aus nicht
              zugelassenen Betrieben zurückgreifen können;
        c)    der Betrieb muss entweder über eine entsprechende Vereinbarung oder vor Ort
              über geeignete Einrichtungen und Ausrüstung zur angemessenen Beseitigung
              von Tierkörpern verfügen, die krankheitsbedingt verendet sind oder getötet
              werden mussten.
   3.   Die Tiergesundheitsanforderungen in Bezug auf Aufzeichnungen gemäß Artikel 56
        umfassen Folgendes:
        a)    der für den Betrieb verantwortliche Unternehmer                muss  aktuelle
              Aufzeichnungen führen, aus denen Folgendes hervorgeht:
              i)    Zahl und Identität (d. h. Alter, Geschlecht, Art und gegebenenfalls
                    individuelle Identifikationsnummer) der im Betrieb gehaltenen Tiere,
                    aufgeschlüsselt nach Arten;
              ii)   Zahl und Identität (d. h. Alter, Geschlecht, Art und gegebenenfalls
                    individuelle Identifikationsnummer) der zu- oder abgehenden Tiere in
                    dem Betrieb mit Angaben zu ihrem Herkunfts- und Bestimmungsort,
                    zum Transport zum oder ab dem Betrieb und zum Tiergesundheitsstatus;
              iii)  Ergebnisse von Blutuntersuchungen oder andere Diagnosebefunde;
              iv)   Krankheitsfälle, gegebenenfalls mit Angaben zur durchgeführten
                    Behandlung;
              v)    Befunde der Nekropsieuntersuchung im Fall von Tieren, die in dem
                    Betrieb verendet sind, auch im Fall tot geborener Tiere;
              vi)   Beobachtungen während der Isolierung oder Quarantäne;
DE                                            52                                             DE
 ---pagebreak---       b)    der für den Betrieb verantwortliche Unternehmer muss die unter Buchstabe a
            genannten Aufzeichnungen für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren ab
            dem Datum der Zulassung aufbewahren.
   4. Die Tiergesundheitsanforderungen in Bezug auf das Personal gemäß Artikel 56
      umfassen Folgendes:
      a)    die für den Betrieb verantwortliche Person muss über angemessene Fähigkeiten
            und Kenntnisse verfügen;
      b)    der für den Betrieb verantwortliche Unternehmer muss durch einen Vertrag
            oder ein anderes Rechtsinstrument die Dienste eines Tierarztes sichern, der von
            der zuständigen Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets zugelassen
            wurde und unter dessen Aufsicht steht und der
            i)    dafür Sorge trägt, dass in dem Betrieb entsprechend der Seuchenlage des
                  betreffenden      Drittlands     oder     Drittlandsgebiets     geeignete
                  Seuchenüberwachungs- und -bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt
                  werden, die die zuständige Behörde genehmigt hat; diese Maßnahmen
                  müssen Folgendes umfassen:
                  –     ein jährliches Seuchenüberwachungsprogramm, einschließlich
                        einer geeigneten Zoonosebekämpfung bei den Tieren;
                  –     klinische      Untersuchungen,       Laboruntersuchungen        und
                        Fleischuntersuchungen bei seuchenverdächtigen Tieren;
                  –     Impfung empfänglicher Tiere gegen Seuchen nach Bedarf und in
                        Übereinstimmung mit dem Gesundheitskodex für Landtiere und
                        dem Handbuch mit Normenempfehlungen zu Diagnosemethoden
                        und Vakzinen für Landtiere der OIE;
            ii)   dafür Sorge trägt, dass die zuständige Behörde des Drittlands oder
                  Drittlandsgebiets unverzüglich über verdächtige Todesfälle oder über das
                  Vorliegen von Symptomen, die auf die Hochpathogene Aviäre Influenza,
                  eine Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit oder die
                  Chlamydiose der Vögel hindeuten, unterrichtet wird;
            iii)  dafür Sorge trägt, dass die in den Betrieb eingestallten Tiere bei Bedarf
                  gemäß den Anforderungen von Absatz 1 Buchstabe b und gegebenenfalls
                  gemäß den Anweisungen der zuständigen Behörde des Drittlands oder
                  Drittlandsgebiets isoliert wurden.
   5. Die Tiergesundheitsanforderungen in Bezug auf den Gesundheitsstatus gemäß
      Artikel 56 umfassen Folgendes:
      a)    der Betrieb muss frei von der Hochpathogenen Aviären Influenza, einer
            Infektion mit dem Virus der Newcastle-Krankheit und der Chlamydiose der
            Vögel sein; damit der Betrieb für frei von diesen Seuchen erklärt werden kann,
            bewertet die zuständige Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets die
            Unterlagen zum Tiergesundheitsstatus, die für einen Zeitraum von mindestens
            drei Jahren vor dem Datum des Antrags auf Zulassung aufbewahrt werden,
            sowie die Ergebnisse der klinischen Prüfungen und der Labortests, die an den
            dort gehaltenen Tieren durchgeführt wurden. Die Zulassung neuer Betriebe
            erfolgt jedoch ausschließlich auf der Grundlage der Ergebnisse der klinischen
            Prüfungen und der Labortests, denen die Tiere in diesen Betrieben unterzogen
            wurden;
DE                                           53                                             DE
 ---pagebreak---    b) der für den Betrieb verantwortliche Unternehmer muss entweder eine
      Vereinbarung mit einem Labor über Nekropsieuntersuchungen haben oder über
      eine oder mehrere geeignete Räumlichkeiten verfügen, in denen derartige
      Untersuchungen von einer sachkundigen Person unter der Aufsicht eines für
      diesen Zweck von der zuständigen Behörde des Drittlands oder
      Drittlandsgebiets zugelassenen Tierarztes durchgeführt werden können.
DE                                   54                                         DE
 ---pagebreak---                                           ANHANG XX
             UNTERSUCHUNGEN, PROBENAHMEN UND TESTS VON IN
      GEFANGENSCHAFT GEHALTENEN VÖGELN AUF DIE HOCHPATHOGENE
              AVIÄRE INFLUENZA UND DIE NEWCASTLE-KRANKHEIT
   1.     Während der Quarantäne sind entweder die Sentinelvögel bzw., wenn keine
          Sentinelvögel verwendet werden, die in Gefangenschaft gehaltenen Vögel folgenden
          Verfahren zu unterziehen:
          a)    Fälle, in denen Sentinelvögel eingesetzt werden:
                i)     Blutproben für die serologische Untersuchung müssen innerhalb eines
                       Zeitraums von mindestens 21 Tagen nach dem Beginn der Quarantäne
                       und innerhalb eines Zeitraums von mindestens 3 Tagen vor dem Ende der
                       Quarantäne von allen Sentinelvögeln entnommen werden;
                ii)    wenn Sentinelvögel anhand der Proben gemäß Buchstabe i positive oder
                       nicht schlüssige serologische Ergebnisse zeigen,
                       –     müssen die eingeführten Vögel einer virologischen Untersuchung
                             unterzogen werden;
                       –     sind Kloakenabstriche (oder Fäkalproben) und Luftröhren- oder
                             Oropharynxabstriche von mindestens 60 Vögeln oder, wenn die
                             Sendung weniger als 60 Exemplare umfasst, von allen Vögeln zu
                             entnehmen;
          b)    Fälle, in denen keine Sentinelvögel eingesetzt werden:
                –      die eingeführten Vögel müssen virologisch untersucht werden (d. h.
                       serologische Tests sind ungeeignet);
                –      in den ersten 7 bis 15 Tagen der Quarantäne müssen Luftröhren-,
                       Oropharynx- oder Kloakenabstriche (oder Fäkalproben) von mindestens
                       60 Vögeln oder, wenn die Sendung weniger als 60 Exemplare umfasst,
                       von allen Vögeln entnommen werden.
   2.     Neben den Untersuchungen gemäß Nummer 1 müssen zur virologischen
          Untersuchung folgende Proben entnommen werden:
          a)    Kloakenabstriche (oder Fäkalproben) und (wenn möglich) Luftröhren- oder
                Oropharynxabstriche von klinisch kranken Vögeln oder kranken
                Sentinelvögeln;
          b)    Proben von Darminhalt, Hirn, Luftröhre, Lungen, Leber, Milz, Nieren und
                anderen offensichtlich befallenen Organen schnellstmöglich nach dem Tod von
                i)     toten Sentinelvögeln und allen bei der Ankunft in der Quarantäne toten
                       Vögeln sowie Vögeln, die während der Quarantäne verendet sind; oder
                ii)    im Fall einer hohen Mortalität bei großen Sendungen kleiner Vögel von
                       mindestens 10 % der toten Vögel.
   3.     Für die virologische Untersuchung dürfen bis zu fünf Proben von einzelnen Vögeln
          zu einer Sammelprobe gepoolt werden.
          Fäkalproben sind getrennt von anderen Organ- und Gewebeproben zu poolen.
DE                                               55                                           DE
 ---pagebreak---                                         ANHANG XXI
   SPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN AN HUNDE, KATZEN UND FRETTCHEN, DIE
                FÜR DEN EINGANG IN DIE UNION BESTIMMT SIND
   1.    ANFORDERUNGEN              AN     DEN      TEST     ZUR      TITRIERUNG         VON
         TOLLWUTANTIKÖRPERN:
         a)   muss an einer Probe durchgeführt werden, die von einem von der zuständigen
              Behörde ermächtigten Tierarzt während des Zeitraums entnommen wurde, der
              mindestens 30 Tage nach dem Datum der Erstimpfung innerhalb einer derzeit
              gültigen Impfkette beginnt und 3 Monate vor dem Datum der Ausstellung der
              Bescheinigung endet;
         b)   muss einen Titer neutralisierender Antikörper gegen das Tollwutvirus von
              mindestens 0,5 IE/ml ergeben;
         c)   muss durch einen amtlichen Bericht des amtlichen Labors in Bezug auf das
              Ergebnis bescheinigt werden; eine Kopie dieses Berichts ist der
              Veterinärbescheinigung beizufügen, die die Tiere in die Union begleitet;
         d)   muss nicht erneuert werden an einem Tier, das nach einem Test zur Titrierung
              von Tollwutantikörpern mit zufriedenstellendem Ergebnis innerhalb der
              Gültigkeitsdauer der unter Buchstabe a genannten Erstimpfung und aller
              folgenden gültigen Impfungen in der Kette erneut gegen Tollwut geimpft
              wurde.
   2.    BEHANDLUNG           GEGEN        EINEN      BEFALL       MIT      ECHINOCOCCUS
         MULTILOCULARIS
         Vor dem Eingang in die Union müssen Hunde wie folgt gegen einen Befall mit
         Echinococcus multilocularis behandelt werden:
         a)   die Behandlung muss mit einem zugelassenen Tierarzneimittel erfolgen, das
              eine angemessene Dosis Praziquantel oder pharmakologisch wirksame Stoffe
              enthält, die – allein oder kombiniert – nachweislich den Befall der Wirtsspezies
              mit adulten und nicht adulten Stadien des Parasiten Echinococcus
              multilocularis reduzieren;
         b)   das Tierarzneimittel muss innerhalb eines Zeitraums zwischen höchstens
              48 Stunden und mindestens 24 Stunden vor der Ankunftszeit in der Union
              durch einen Tierarzt verabreicht werden;
         c)   die folgenden Einzelheiten zur Behandlung müssen von dem behandelnden
              Tierarzt in der Veterinärbescheinigung gemäß Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c
              Ziffer i bescheinigt werden:
              i)    der alphanumerische Transponder-Code oder die alphanumerische
                    Tätowierungsnummer des Hundes, der Katze oder des Frettchens;
              ii)   der Name des Tierarzneimittels gegen einen Befall mit Echinococcus
                    multilocularis;
              iii)  der Name des Herstellers des Tierarzneimittels;
              iv)   Datum und Uhrzeit der Behandlung;
              v)    Name, Stempel und Unterschrift des behandelnden Tierarztes.
DE                                            56                                               DE
 ---pagebreak---                                       ANHANG XXII
        ANFORDERUNGEN HINSICHTLICH DES HALTUNGSZEITRAUMS BEI
                    BRUTEIERN VOR DEM EINGANG IN DIE UNION
                                                                                              Mindes
                                                                                               ohne B
                                                                                              mit Gef
                                             Mindesthaltungszeitraum                            Brute
                                                       in dem                                    nied
                                                                       Mindesthaltungszeitrau
                                             Herkunftsdrittland oder -                        Gesund
    Kategorie von   Mindesthaltungszeitraum                                   m in dem
                                               drittlandsgebiet oder                             ode
      Bruteiern             gilt für                                   Herkunftsbetrieb gemäß
                                               einer Zone derselben                            Gefan
                                                                       Artikel 98 Buchstabe b
                                                 gemäß Artikel 98                                 geh
                                                    Buchstabe a                                  Vöge
                                                                                                 Wild
                                                                                              gemäß
                                                                                                 Buch
   Geflügelbruteier    Herkunftsbestand               3 Monate               6 Wochen             6W
   Sendungen von
     weniger als
     20 Bruteiern
                       Herkunftsbestand               3 Monate               3 Wochen             3W
    von Geflügel,
    ausgenommen
      Laufvögel
DE                                          57                                             DE
 ---pagebreak---                                         ANHANG XXIII
      ANFORDERUNGEN HINSICHTLICH DES HALTUNGSZEITRAUMS VOR DER
    SCHLACHTUNG ODER TÖTUNG DER GEHALTENEN HUFTIERE, VON DENEN
                             DAS FRISCHE FLEISCH STAMMT
   1.     Der Zeitraum gemäß Artikel 131 Absatz 2 Buchstabe a, während dessen die Huftiere
          vor dem Datum der Schlachtung oder Tötung im Herkunftsdrittland oder -
          drittlandsgebiet oder der Zone derselben verblieben sein müssen, muss entweder
          a)     mindestens 3 Monate vor diesem Datum betragen; oder
          b)     weniger als 3 Monate vor diesem Datum betragen, wenn die Huftiere weniger
                 als 3 Monate alt sind.
   2.     Die gehaltenen Huftiere müssen mindestens während der 40 Tage vor dem Datum
          der Schlachtung oder Tötung gemäß Artikel 131 Absatz 2 Buchstaben b und c in
          ihrem Herkunftsbetrieb verblieben sein, ohne mit Huftieren mit einem niedrigeren
          Gesundheitsstatus in Berührung gekommen zu sein, wenn diese Tiere
          a)     aus einem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben stammen,
                 das bzw. die eine oder mehrere der in Anhang XXIV Teil B aufgeführten
                 spezifischen Bedingungen erfüllt;
          b)     unter die Ausnahmeregelung gemäß Artikel 132 fallen.
DE                                              58                                            DE
 ---pagebreak---                                                                         ANHANG XXIV
  SEUCHENFREIHEIT IM HERKUNFTSDRITTLAND ODER -DRITTLANDSGEBIET DER ERZEUGNISSE TIERISCHEN URSPRUNGS
  Teil A
  Mindestzeiträume (in Monaten) der Seuchenfreiheit des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets oder einer Zone derselben gemäß Artikel 133
  Absatz 1
                                                                                                                                       7. Huftiere außer
                                                                                                                                           die in den
                                          1. Rinder     2. Schafe       3. Ziegen    4. Schweine    5. Camelidae       6. Cervidae     Spalten 1, 2, 3, 4,
                                                                                                                                            5 und 6
                                                                                                                                          genannten*
  Maul- und Klauenseuche                   12 M**        12 M**          12 M**        12 M**          12 M**            12 M**            12 M**
  Infektion mit dem Rinderpest-
                                            12 M          12 M            12 M           12 M            12 M             12 M               12 M
  Virus
  Afrikanische Schweinepest                  NA            NA              NA            12 M             NA               NA                 NA
  Klassische Schweinepest                    NA            NA              NA          12 M**             NA               NA                 NA
  *         Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **        Dieser Zeitraum kann verkürzt werden, wenn die zuständige Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets die spezifischen Bedingungen gemäß Teil B
            erfüllt.
  NA = nicht anwendbar
DE                                                                              59                                                                          DE
 ---pagebreak---   Teil B
  Von der zuständigen Behörde gemäß der Ausnahmeregelung nach Artikel 133 Absatz 1 zu erfüllende spezifische Bedingungen, wenn das Drittland oder
  Drittlandsgebiet oder die Zone derselben seit weniger als 12 Monaten frei von der Seuche ist:
   Maul- und Klauenseuche
                                Zusätzliche Informationen, um die Festlegung des Zeitpunkts zu gewährleisten, ab dem das Drittland oder Drittlandsgebiet oder
                                                                        eine Zone derselben als frei von der Seuche gilt
   Klassische Schweinepest
DE                                                                                60                                                                          DE
 ---pagebreak---                                                                         ANHANG XXV
    IMPFUNG IN DEM HERKUNFTSDRITTLAND ODER -DRITTLANDSGEBIET ODER DER ZONE DERSELBEN UND IN DEM
                       HERKUNFTSBETRIEB DER TIERE, VON DENEN DAS FRISCHE FLEISCH GEWONNEN WIRD
  Teil A
  Tiergesundheitsanforderungen in Bezug auf die Nichtimpfung in dem Herkunftsdrittland oder -drittlandsgebiet oder einer Zone derselben und im
  Herkunftsbetrieb der Huftiere‚ von denen das frische Fleisch gewonnen wird:
                                                                                                                                  7. Huftiere
                                                                                                                               außer die in den
                                    1. Rinder     2. Schafe       3. Ziegen     4. Schweine      5. Camelidae    6. Cervidae    Spalten 1, 2, 3,
                                                                                                                                   4, 5 und 6
                                                                                                                                  genannten*
     Maul- und Klauenseuche        NG/NGH**      NG/NGH**        NG/NGH**        NG/NGH          NG/NGH**        NG/NGH**        NG/NGH**
  Infektion mit dem Rinderpest-
                                   NG/NGH**      NG/NGH**        NG/NGH**        NG/NGH          NG/NGH**        NG/NGH**        NG/NGH**
              Virus
    Afrikanische Schweinepest          NA            NA              NA          NG/NGH               NA             NA               NA
     Klassische Schweinepest           NA            NA              NA          NG/NGH               NA             NA               NA
  NG = über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten vor dem Datum des Versands in die Union wurden in dem Drittland oder Drittlandsgebiet oder der
  Zone derselben keine Impfungen durchgeführt und in das Drittland oder Drittlandsgebiet oder die Zone derselben sind keine geimpften Tiere verbracht
  worden
  NGH = keine geimpften Tiere im Herkunftsbetrieb der Huftiere, von denen das frische Fleisch gewonnen wird
  NA = nicht anwendbar
  *         Gilt nur für gelistete Arten gemäß dem Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission.
  **        Es sei denn, die zuständige Behörde des Drittlands oder Drittlandsgebiets erfüllt die spezifischen Bedingungen in Teil B.
DE                                                                                 61                                                                 DE
 ---pagebreak---    Teil B
   Spezifische Bedingungen, die gemäß Artikel 133 Absatz 3 von den zuständigen
   Behörden zu erfüllen sind, wenn eine Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche in
   dem Drittland oder Drittlandsgebiet oder einer Zone derselben über einen Zeitraum von
   weniger als 12 Monaten durchgeführt wurde
   1.       AUS EINEM DRITTLAND ODER DRITTLANDSGEBIET ODER EINER ZONE DERSELBEN,
            DAS BZW. DIE FREI VON DER MAUL- UND KLAUENSEUCHE IST UND IN DEM BZW. IN
            DER GEGEN DIE STÄMME A, O ODER C DER MAUL- UND KLAUENSEUCHE GEIMPFT
            WIRD
            Die zuständige Behörde des Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets muss
            zusätzliche Informationen liefern, um das Nichtvorhandensein des Virus der Maul-
            und Klauenseuche in frischem Fleisch sowie die Einhaltung der folgenden
            Anforderungen zu gewährleisten:
            a)    bei gehaltenen Rindern wird ein Impfprogramm gegen die Maul- und
                  Klauenseuche durchgeführt und von der zuständigen Behörde des
                  Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets überwacht;
            b)    das frische Fleisch stammt entweder von
                  i)    Rindern, Schafen und Ziegen, die aus Betrieben stammen, in denen und
                        um die herum in einem Umkreis von 25 Kilometern in den 60 Tagen vor
                        dem Datum des Versands in den Schlachthof weder die Maul- und
                        Klauenseuche noch die Rinderpest gemeldet wurden;
                  oder
                  ii)   von gehaltenen Huftieren gelisteter Arten, außer Rindern, Schafen,
                        Ziegen und Schweinen, die aus Betrieben stammen, in denen und um die
                        herum in einem Umkreis von 50 Kilometern in den 90 Tagen vor dem
                        Datum des Versands in den Schlachthof weder die Maul- und
                        Klauenseuche noch die Rinderpest gemeldet wurden;
                  oder
                  iii)  von wild lebenden Huftieren, die den Anforderungen gemäß Artikel 138
                        genügen;
            c)    bei dem Fleisch handelt es sich um entbeintes frisches Fleisch ausgenommen
                  Innereien, das von Schlachtkörpern stammt,
                  i)    aus denen die wichtigsten zugänglichen Lymphknoten entfernt wurden;
                  ii)   die vor dem Entbeinen mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von
                        über + 2 °C gereift wurden;
                  iii)  bei denen der pH-Wert des Fleisches, elektronisch nach der Reifung und
                        vor dem Entbeinen in der Mitte des Muskels Longissimus dorsi
                        gemessen, unter 6,0 lag.
   2.       AUS EINEM DRITTLAND ODER DRITTLANDSGEBIET ODER EINER ZONE DERSELBEN,
            DAS BZW. DIE FREI VON DER MAUL- UND KLAUENSEUCHE IST UND IN DEM BZW. IN
DE                                                62                                           DE
 ---pagebreak---         DER GEGEN DIE STÄMME A, O ODER C DER MAUL- UND KLAUENSEUCHE GEIMPFT
        WIRD UND DAS BZW. DIE ZUSÄTZLICHEN SPEZIFISCHEN BEDINGUNGEN UNTERLIEGT
        Neben den Anforderungen gemäß Nummer 1 muss die zuständige Behörde des
        Drittlands oder Drittlandsgebiets zusätzliche spezifische Bedingungen in Bezug auf
        das Impfprogram einhalten, die das Nichtvorhandensein des Virus der Maul- und
        Klauenseuche in frischem Fleisch aus der Zone belegen.
   3.   VON    DER  MAUL-    UND  KLAUENSEUCHE     FREIE  ZONEN,  IN DENEN NICHT GEIMPFT
        WIRD
   3.1. Stämme SAT oder ASIA 1 der Maul- und Klauenseuche
        Wenn frisches Fleisch aus einer von der Maul- und Klauenseuche freien Zone
        stammt, in der nicht geimpft wird, aber die in einem Drittland oder Drittlandsgebiet
        liegt, in dem in anderen Zonen gegen die Stämme SAT oder ASIA 1 der Maul- und
        Klauenseuche geimpft wird oder wo diese Stämme in Teilen des Drittlands oder
        Drittlandsgebiets oder in dem benachbarten Mitgliedstaat oder Drittländern
        endemisch sind, müssen die zuständigen Behörden des Herkunftsdrittlands oder -
        drittlandsgebiets dieses Fleisches die erforderlichen zusätzlichen Informationen
        vorlegen, um das Nichtvorhandensein des Virus der Maul- und Klauenseuche in dem
        frischen Fleisch sowie die Einhaltung der folgenden Tiergesundheitsanforderungen
        zu garantieren:
        a)     das frische Fleisch stammt entweder von
               i)    gehaltenen Tieren gelisteter Arten, die aus Betrieben stammen, in denen
                     und um die herum in einem Umkreis von 10 km in dem Zeitraum von
                     12 Monaten vor dem Datum der Schlachtung weder die Maul- und
                     Klauenseuche noch die Rinderpest gemeldet wurden;
               oder
               ii)   von wild lebenden Huftieren, die den Anforderungen gemäß Artikel 138
                     genügen;
        b)     das Fleisch ist erst für die Ausfuhr in die Union zugelassen, wenn 21 Tage
               nach dem Datum der Schlachtung verstrichen sind;
        c)     bei dem Fleisch handelt es sich um entbeintes frisches Fleisch ausgenommen
               Innereien, das von Schlachtkörpern stammt,
               i)    aus denen die wichtigsten zugänglichen Lymphknoten entfernt wurden;
               ii)   die vor dem Entbeinen für einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden
                     bei einer Temperatur von über + 2 °C gereift wurden.
   3.2. Stämme A, O oder C der Maul- und Klauenseuche
        Wenn frisches Fleisch aus einer von der Maul- und Klauenseuche freien Zone
        stammt, in der nicht gegen die Maul- und Klauenseuche geimpft wird, aber die in
        einem Drittland oder Drittlandsgebiet liegt, in dem gegen die Stämme A, O oder C
        der Maul- und Klauenseuche geimpft wird und in dem die zuständigen Behörden des
        Drittlands oder Drittlandsgebiets zusätzliche Garantien in Bezug auf die für das
        Drittland oder Drittlandsgebiet oder die Zone derselben spezifischen Bedingungen
        vorlegt haben, die das Nichtvorhandensein des Virus der Maul- und Klauenseuche in
        dem frischen Fleisch aus der Zone garantieren, müssen die zuständigen Behörden des
DE                                            63                                             DE
 ---pagebreak---    Herkunftsdrittlandes oder      -drittlandsgebiets    die  folgenden    zusätzlichen
   Informationen vorlegen:
   a)   Garantien, dass das für die freie Zone geltende Überwachungsprogramm auf
        Maul- und Klauenseuche, mit dem das Nichtvorhandensein der Maul- und
        Klauenseuche nachgewiesen wird, von den zuständigen Behörden des
        Herkunftsdrittlands oder -drittlandsgebiets durchgeführt und überwacht wird;
   b)   Garantien für die Anwendung der Tiergesundheitsanforderungen gemäß
        Nummer 1 Buchstaben b und c.
DE                                      64                                             DE
 ---pagebreak---                                         ANHANG XXVI
      RISIKOMINDERNDE BEHANDLUNGEN VON FLEISCHERZEUGNISSEN
   1.    RISIKOMINDERNDE BEHANDLUNGEN VON FLEISCHERZEUGNISSEN NACH SCHWERE
         IN ABSTEIGENDER REIHENFOLGE:
   B  =     Erhitzung in einem hermetisch verschlossenen Behälter auf einen F0-Wert von
           mindestens drei.
   C  =     Das Fleischerzeugnis muss bei der Verarbeitung durch und durch auf eine Temperatur
            von mindestens 80 °C erhitzt werden.
   D  =     Bei der Verarbeitung des Fleischerzeugnisses und der behandelten Mägen, Blasen und
            Därme müssen das Fleisch oder die Mägen, Blasen und Därme durch und durch auf eine
            Temperatur von mindestens 70 °C erhitzt werden, oder das Erzeugnis muss – im Fall von
            rohem Schinken – für mindestens neun Monate einer natürlichen Fermentation und
            Reifung ausgesetzt werden, die anschließend folgende Erzeugnismerkmale gewährleistet:
            – Aw-Wert von höchstens 0,93;
            – pH-Wert von höchstens 6,0.
   D1 =     Durchgaren von zuvor entbeintem und entfettetem Fleisch, wobei für einen Zeitraum von
            mindestens 30 Minuten eine Kerntemperatur von mindestens 70 °C gehalten wird.
   E  =     Im Fall von Trockenfleischerzeugnissen („Biltong“) eine Behandlung, die folgende
            Erzeugnismerkmale gewährleistet:
            – Aw-Wert von höchstens 0,93;
            – pH-Wert von höchstens 6,0.
   F  =     Eine Hitzebehandlung, die während der zur Erreichung eines Pasteurisierungswertes (pv)
            von mindestens 40 nötigen Zeit eine Kerntemperatur von mindestens 65 °C gewährleistet.
   2.    RISIKOMINDERNDE BEHANDLUNGEN FÜR TIERDARMHÜLLEN:
         Tierdarmhülle 1: Salzen mit Natriumchlorid (NaCl) in Trockenform oder als
         gesättigte Salzlake (aw < 0,80) über einen durchgehenden Zeitraum von mindestens
         30 Tagen bei einer Temperatur von mindestens 20 °C.
         Tierdarmhülle 2: Salzen mit mit Phosphat angereichertem Salz bestehend aus 86,5 %
         NaCl, 10,7 % Na2HPO4 und 2,8 % Na3PO4 (Gewicht/Gewicht/Gewicht) in
         Trockenform oder als gesättigte Salzlake (aw < 0,80), über einen durchgehenden
         Zeitraum von mindestens 30 Tagen bei einer Temperatur von mindestens 20 °C.
         Tierdarmhülle 3 = Salzen mit NaCl für 30 Tage
         Tierdarmhülle 4 = Bleichen
         Tierdarmhülle 5 = Trocknen nach Auskratzen
DE                                              65                                                 DE
 ---pagebreak---                                            ANHANG XXVII
   RISIKOMINDERNDE BEHANDLUNGEN VON MILCH UND MILCHERZEUGNISSEN
                                                                A                 B
                                                       Bos Taurus, Ovis    andere als Bos
                                                          aries, Capra    Taurus, Ovis aries,
            Tierarten, von denen die Milch und die      hircus, Bubalus     Capra hircus,
                  Milcherzeugnisse stammen                bubalis und      Bubalus bubalis
                                                            Camelus         und Camelus
                                                         dromedarius        dromedarius
                                                      1. Drittländer, die
                                                         in den
                                                         vorangegangen
                                                         en 12 Monaten
                                                         nicht amtlich
                                                         frei von der
                                                         Maul- und
             Tiergesundheitsstatus des Drittlands        Klauenseuche           Alle
                                                         waren
                                                      2. Drittländer, in
                                                         denen gegen
                                                         die Maul- und
                                                         Klauenseuche
                                                         geimpft wird
        Sterilisierung, mit der ein F0-Wert von
                                                               Ja                 Ja
        mindestens 3 erreicht wird
        Ultrahocherhitzung auf mindestens 135 °C mit
        einer geeigneten Haltezeit                             Ja                 Ja
        zweimalige Kurzzeiterhitzung bei 72 °C für
        15 Sekunden bei Milch mit einem pH-Wert
        von 7,0 oder darüber, sodass gegebenenfalls
        bei einem Test auf alkalische Phosphatase              Ja               Nein
        unmittelbar nach der Wärmebehandlung eine
        negative Reaktion erreicht wird
        Kurzzeiterhitzung von Milch mit einem pH-
                                                               Ja               Nein
        Wert unter 7,0
        Kurzzeiterhitzung kombiniert mit einem
        anderen physikalischen Verfahren, und zwar
        entweder
         i) einer Senkung des pH-Werts unter 6 für             Ja               Nein
             eine Stunde, oder
         ii) einer weiteren Erhitzung auf mindestens
             72 °C, kombiniert mit einer Trocknung
        Nein: keine Behandlung erlaubt
        Ja: mögliche Behandlung
DE                                                 66                                         DE
 ---pagebreak---                                   ANHANG XXVIII
         RISIKOMINDERNDE BEHANDLUNGEN VON EIPRODUKTEN
   1. BEHANDLUNGEN VON EIPRODUKTEN ZUR INAKTIVIERUNG DER HOCHPATHOGENEN
      AVIÄREN INFLUENZA
      Die folgenden Behandlungen sind zur Inaktivierung der Hochpathogenen Aviären
      Influenza bei folgenden Eiprodukten geeignet:
        Eiprodukt                                         Behandlung
                                     Kerntemperatur                     Behandlungsdauer
                                  (in Grad Celsius (oC))          (in Sekunden (s) oder Stunden
                                                                              (Std.))
        Flüssigeiklar                    55,6 oC                               870 s
                                         56,7 oC                               232 s
        Eigelb mit einem Gehalt          62,2 oC                               138 s
        an zugesetztem Salz von
        10 %
        Eiklarpulver                      67 oC                               20 Std.
                                         54,4 oC                             513 Std.
        Ganze Eier                        60 oC                                188 s
                                                       vollständig gekocht
        Vollei-Mischungen                 60 oC                                188 s
                                         61,1 oC                               94 s
                                                       vollständig gekocht
   2. BEHANDLUNGEN VON EIPRODUKTEN ZUR INAKTIVIERUNG                     EINER INFEKTION MIT
      DEM VIRUS DER NEWCASTLE-KRANKHEIT
      Die folgenden Behandlungen sind zur Inaktivierung einer Infektion mit dem Virus
      der Newcastle-Krankheit bei folgenden Eiprodukten geeignet:
        Eiprodukt                                         Behandlung
                                     Kerntemperatur                     Behandlungsdauer
                                                    o
                                  (in Grad Celsius ( C))          (in Sekunden (s) oder Stunden
                                                                              (Std.))
        Flüssigeiklar                     55 oC                              2 278 s
                                          57 oC                                986 s
                                          59 oC                                301 s
DE                                         67                                                   DE
 ---pagebreak---    Eigelb mit einem Gehalt 55 oC                       176 s
   an zugesetztem Salz von
   10 %
   Eiklarpulver            57 oC                     50,4 Std.
   Ganze Eier              55 oC                      2 521 s
                           57 oC                      1 596 s
                           59 oC                       674 s
                                 vollständig gekocht
DE                          68                                 DE
 ---pagebreak---                                                                 ANHANG XXIX
     LISTEN VON ARTEN, DIE FÜR SEUCHEN EMPFÄNGLICH SIND, FÜR DIE MITGLIEDSTAATEN GEMÄSS ARTIKEL 226 DER
                               VERORDNUNG (EU) 2016/429 NATIONALE MASSNAHMEN ERGRIFFEN HABEN
                    Seuche                                                         Empfängliche Arten
  Frühlingsvirämie der Karpfen (SVC)       Marmorkarpfen (Aristichthys nobilis), Goldfisch (Carassius auratus), Europäische Karausche
                                           (Carassius carassius), Graskarpfen (Ctenopharyngodon idellus), Karpfen und Japanischer
                                           Farbkarpfen (Cyprinus carpio), Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix), Wels (Silurus
                                           glanis), Schleie (Tinca tinca) und Aland (Leuciscus idus)
  Bakterielle Nierenkrankheit (BKD)        Familie: Salmoniden
  Infektiöse Pankreasnekrose (IPN)         Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), Forelle (Salmo trutta), Atlantischer Lachs (Salmo salar),
                                           Pazifischer Lachs (Oncorhynchus spp.) und Maräne (Coregonus lavaretus)
  Infektion mit dem Lachs-Alphavirus (SAV) Atlantischer Lachs (Salmo salar), Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), Forelle (Salmo
                                           trutta)
  Infektion mit Gyrodactylus salaris (GS)  Atlantischer Lachs (Salmo salar), Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), Seesaibling
                                           (Salvelinus alpinus), Amerikanischer Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), Äsche (Thymallus
                                           thymallus), Amerikanischer Seesaibling (Salvelinus namaycush) und Forelle (Salmo trutta)
                                           Alle Arten, die mit einer empfänglichen Art in Berührung gekommen sind, sind ebenfalls als
                                           empfänglich zu betrachten.
  Ostreides Herpesvirus 1 μVar (OsHV-      Pazifische Auster (Crassostrea gigas)
  1 μVar)
DE                                                                      69                                                                 DE
 ---pagebreak---                                                                  ANHANG XXX
           BEDINGUNGEN, UNTER DENEN IN SPALTE 4 DER TABELLE IM ANHANG DER DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG
                           (EU) 2018/1882 DER KOMMISSION AUFGEFÜHRTE ARTEN ALS VEKTOREN GELTEN
                                                                  Bedingungen, unter denen in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der
      Liste der Seuchen              Vektoren          Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführte Wassertiere als
                                                                                          Vektoren gelten
  Epizootische
                                                      Gelten unter allen Bedingungen als Vektoren der Epizootischen Hämatopoetischen
  Hämatopoetische
                                                      Nekrose.
  Nekrose
  Virale Hämorrhagische                               Gelten als Vektoren der Viralen Hämorrhagischen Septikämie, wenn sie mit den in
  Septikämie                                          Spalte 3 der Tabelle im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der
                                                      Kommission aufgeführten Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die
                                                      Wasserversorgung in Berührung kommen.
  Infektiöse                                          Gelten als Vektoren der Infektiösen Hämatopoetischen Nekrose, wenn sie mit den in
  Hämatopoetische                                     Spalte 3 der Tabelle im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der
  Nekrose                    Wie in Spalte 4 der Kommission aufgeführten Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die
                             Tabelle im Anhang der Wasserversorgung in Berührung kommen.
  Infektion mit dem HPR-     Durchführungsverordnung
  deletierten Virus der      (EU) 2018/1882       der Keine Vektorarten für Infektionen mit dem HPR-deletierten Virus der Ansteckenden
  Ansteckenden Blutarmut     Kommission aufgeführt    Blutarmut der Lachse gelistet.
  der Lachse
  Infektion mit Microcytos
  mackini                                             Keine Vektorarten für Infektionen mit Microcytos mackini gelistet.
  Infektion mit Perkinsus                             Gelten als Vektoren für Perkinsus marinus, wenn sie mit den in Spalte 3 der Tabelle im
  marinus                                             Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten
                                                      Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in Berührung
                                                      kommen.
DE                                                                     70                                                                    DE
 ---pagebreak---                                                 Bedingungen, unter denen in Spalte 4 der Tabelle im Anhang der
      Liste der Seuchen   Vektoren  Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführte Wassertiere als
                                                                        Vektoren gelten
  Infektion mit Bonamia            Gelten als Vektoren für Bonamia ostreae, wenn sie mit den in Spalte 3 der Tabelle im
  ostreae                          Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten
                                   Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in Berührung
                                   kommen.
  Infektion mit Bonamia            Gelten als Vektoren für Bonamia exitiosa, wenn sie mit den in Spalte 3 der Tabelle im
  exitiosa                         Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten
                                   Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in Berührung
                                   kommen.
  Infektion mit Marteilia          Gelten als Vektoren für Marteilia refringens, wenn sie mit den in Spalte 3 der Tabelle im
  refringens                       Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten
                                   Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in Berührung
                                   kommen.
  Infektion mit dem                Gelten als Vektoren des Taura-Syndrom-Virus, wenn sie mit den in Spalte 3 der Tabelle im
  Taura-Syndrom-Virus              Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission aufgeführten
                                   Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in Berührung
                                   kommen.
  Infektion mit dem Virus          Gelten als Vektoren des Virus der Gelbkopf-Krankheit, wenn sie mit den in Spalte 3 der
  der Gelbkopf-Krankheit           Tabelle im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission
                                   aufgeführten Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in
                                   Berührung kommen.
  Infektion mit dem Virus          Gelten als Vektoren des Virus der Weißpünktchenkrankheit, wenn sie mit den in Spalte 3
  der                              der Tabelle im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 der Kommission
  Weißpünktchenkrankheit           aufgeführten Arten durch gemeinsame Haltung oder durch die Wasserversorgung in
                                   Berührung kommen.
DE                                                   71                                                                      DE