CELEX: 31994D0801
Language: de
Date: 1994-11-23 00:00:00
Title: 94/801/EG: Entscheidung des Rates vom 23. November 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse (1994-1998)

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31994D0801

94/801/EG: Entscheidung des Rates vom 23. November 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse (1994-1998)  

Amtsblatt Nr. L 334 vom 22/12/1994 S. 0001 - 0023 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 13 Band 29 S. 0156  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 13 Band 29 S. 0156 

ENTSCHEIDUNG DES RATES  vom 23. November 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse (1994-1998) (94/801/EG)   DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130i Absatz 4,  auf Vorschlag der Kommission (1),  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Mit dem Beschluß Nr. 1110/94/EG (4) haben das Europäische Parlament und der Rat ein Viertes Rahmenprogramm der Gemeinschaft im Bereich der Forschung, der technologischen Entwicklung und der Demonstration (FTE) für den Zeitraum 1994 bis 1998 angenommen,  das insbesondere Maßnahmen auf dem Gebiet der Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse festlegt. Die vorliegende Entscheidung berücksichtigt die Begründung in der Präambel zu dem genannten Beschluß.  Gemäß Artikel 130i Absatz 3 des Vertrags erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms durch spezifische  Programme, die innerhalb eines jeden Aktionsbereichs entwickelt werden; in jedem spezifischen Programm werden die Einzelheiten seiner Durchführung,  seine Laufzeit und die für notwendig erachteten Mittel festgelegt.  Die für die Durchführung dieses Programms für notwendig erachteten Mittel belaufen sich auf 843 Millionen ECU. Die Mittelansätze werden von der Haushaltsbehörde für jedes Haushaltsjahr entsprechend den verfügbaren Mitteln im Rahmen der Finanziellen  Vorausschau und gemäß den Bestimmungen des Artikels 1 Absatz 3 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG festgelegt.  Das vorliegende Programm kann einen wesentlichen Beitrag zur Beschleunigung des Wachstums, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Entwicklung der Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gemeinschaft leisten, wie im  "Weißbuch für Wachstum,  Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" ausgeführt ist. Auf seiner Tagung vom 10. und 11. Dezember 1993 in Brüssel beschloß der Europäische Rat, aufgrund dieses Weißbuchs einen Aktionsplan durchzuführen, der sich auf konkrete Maßnahmen der Union und der  Mitgliedstaaten stützt und vor allem Informationsinfrastrukturen und neue Telematikanwendungen betrifft.  Die Entwicklung und Einführung neuer Generationen von Telematiksystemen und -diensten sind eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung der Gemeinschaftspolitik, insbesondere für die Konsolidierung des Binnenmarkts, die effiziente Zusammenarbeit  europäischer Forscher und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.  Telematikanwendungen leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Wirtschaftlichkeit von Diensten für die Öffentlichkeit, des Zugangs zu Wissensbeständen und der Lebensqualität der Bürger. Sie fördern die Erfassung und den Austausch  elektronischer Informationen in allen Sprachen der Europäischen Union.  Die Mitwirkung der Benutzer ist in allen Phasen der FTE-Projekte entscheidend, damit sie ihren Bedarf äussern und in die Nutzung der Ergebnisse eingeführt werden.  Der Inhalt des Vierten Rahmenprogramms für gemeinschaftliche FTE-Maßnahmen wurde nach dem Subsidiaritätsprinzip festgelegt. In dem vorliegenden spezifischen Programm sind die nach diesem Prinzip auf dem Gebiet der Telematikanwendungen durchzuführenden  Maßnahmen von gemeinsamem Interesse beschrieben.  Nach dem Beschluß Nr. 1110/94/EG sind Gemeinschaftsmaßnahmen unter anderem dann gerechtfertigt, wenn die Forschung zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur Förderung ihrer harmonischen Entwicklung beiträgt  und die wissenschaftliche und technische Qualität das Haupkriterium bleibt. Dieses Programm soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.  Die Gemeinschaft sollte nur FTE-Maßnahmen von hohem qualitativen Niveau fördern.  Für dieses spezifische Programm gelten die Regeln für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren (einschließlich der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS)) und Hochschulen und die Regeln für die Verbreitung der Forschungsergebnisse gemäß Artikel  130j des Vertrags.  Es müssen auch Maßnahmen für eine stärkere Beteiligung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an diesem Programm, insbesondere durch eine technologische Förderung, vorgesehen werden.  Die Bemühungen der Kommission um Vereinfachung und Beschleunigung der Bewerbungs- und Auswahlverfahren und um grössere Transparenz müssen fortgesetzt werden, um die Durchführung des Programms zu fördern und die Maßnahmen zu erleichtern, die die  Unternehmen, insbesondere die KMU, sowie die Forschungszentren und Hochschulen im Hinblick auf die Teilnahme an einer FTE-Maßnahme der Gemeinschaft treffen müssen.  Das vorliegende Programm trägt bei zu einer Verstärkung der Synergien zwischen den durchgeführten FTE-Maßnahmen im Bereich der Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse, die von den Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen, insbesondere den  KMU, in den Mitgliedstaaten durchgeführt werden, sowie zwischen diesen und den einschlägigen FTE-Maßnahmen der Gemeinschaft.  Angesichts der zunehmenden Konvergenz zwischen Informationstechnologien, Telekomunikationstechnologien und Telematik sollte das Programm im Hinblick auf einen stärkeren Synergieeffekt in enger Zusammenarbeit mit Forschungsprogrammen im Bereich der  Informationstechnologien und der fortgeschrittenen Kommunikationstechnologien und -dienste durchgeführt werden.  Bei der Durchführung dieses Programms könnte sich eine Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Drittländern als zweckmässig erweisen.  Dieses Programm sollte auch Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der FTE-Ergebnisse, insbesondere für KMU umfassen, und zwar vor allem für KMU in den Mitgliedstaaten oder Regionen, die am wenigsten am Programm beteiligt sind, sowie Maßnahmen zur  Förderung der Mobilität und Ausbildung von Forschern im Rahmen dieses Programms, soweit sie zu dessen reibungsloser Durchführung erforderlich sind.  Ferner ist eine Analyse der möglichen sozioökonomischen Auswirkungen und technologischen Risiken des Programms vorzunehmen.  Zu erforschen sind daneben - im Zusammenhang mit dem gezielten sozioökonomischen Forschungsprogramm - zum einen die sozialen Auswirkungen der Telematikanwendungen auf die Produktions- und Arbeitsorganisation und zum anderen die Interaktion zwischen dem  europäischen Bürger und der Informationsinfrastruktur.  Zum einen muß dieses Programm ständig und systematisch überprüft werden, um es gegebenenfalls an die wissenschaftliche und technologische Entwicklung in diesem Bereich anzupassen. Zum anderen muß zu gegebener Zeit eine unabhängige Bewertung der  Durchführung des Programms vorgenommen werden, damit alle zur Festlegung der Ziele des Fünften Rahmenprogramms für FTE erforderlichen Hintergrundinformationen zur Verfügung stehen. Schließlich sind nach Abschluß dieses Programms die Ergebnisse anhand  der in dieser Entscheidung festgelegten Ziele zu bewerten.  Die GFS kann sich an den indirekten Aktionen des vorliegenden Programms beteiligen.  Der Außschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) ist gehört worden - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:   Artikel 1  Für den Zeitraum vom Tag der Annahme dieser Entscheidung bis zum 31. Dezember 1998 wird ein spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung, einschließlich Demonstration, im Bereich der Telematikanwendungen von gemeinsamem  Interesse gemäß Anhang I beschlossen.   Artikel 2  (1)  Der für die Durchführung des Programms für notwendig erachtete Betrag beläuft sich auf 843 Millionen ECU, einschließlich höchstens 9,8 % für die Personal- und Verwaltungsausgaben der Kommission.  (2)  Eine vorläufige Aufschlüsselung dieses Betrags ist in Anhang II enthalten.  (3)  Die Haushaltsbehörde legt vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Mitteln im Rahmen der Finanziellen Vorausschau und in Einklang mit Artikel 1 Absatz 3 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG die Mittel für jedes Haushaltsjahr fest, wobei dem Grundsatz der  Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung gemäß Artikel 2 der Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften Rechnung zu tragen ist.   Artikel 3  (1)  Die allgemeinen Regelungen für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang IV des Beschlusses Nr. 1110/94/EG festgelegt.  (2)  Die Modalitäten für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen sowie für die Verbreitung der Ergebnisse werden in den in Artikel 130j des Vertrags genannten Regeln festgelegt.  (3)  Die spezifischen Regelungen für die Durchführung des Programms, die die Regelungen und Modalitäten gemäß den Absätzen 1 und 2 ergänzen, sind in Anhang III festgelegt.   Artikel 4  (1)  Um unter anderem zu einer kosteneffizienten Durchführung des Programms beizutragen, überwacht die Kommission mit Hilfe unabhängiger externer Experten kontinuierlich und systematisch, welche Fortschritte das Programm in bezug auf die im  Arbeitsprogramm weiter ausgeführten Ziele gemäß Anhang I erzielt. Sie überprüft insbesondere, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel noch der jeweiligen Lage entsprechen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überwachung unterbreitet sie dem Rat  gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Programms.  (2)  Als Beitrag zur Bewertung der Maßnahmen der Gemeinschaft gemäß Artikel 4 Absatz 2 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG und in Einklang mit dem dort festgelegten Zeitplan beauftragt die Kommission unabhängige Experten mit der externen Bewertung der  Maßnahmen in den unter dieses Programm fallenden Bereichen und deren Verwaltung während der letzten fünf Jahre vor dieser Bewertung.  (3)  Nach Ablauf des Programms lässt die Kommission eine unabhängige Endbewertung durchführen, bei der die erzielten Ergebnisse mit den in Anhang III des Vierten Rahmenprogramms und in Anhang I dieser Entscheidung festgelegten Zielen verglichen werden.  Der Endbewertungsbericht wird dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt.   Artikel 5  (1)  Die Kommission erstellt ein Arbeitsprogramm gemäß den Zielen in Anhang I und der vorläufigen Aufschlüsselung der Finanzmittel in Anhang II, das gegebenenfalls auf den neuesten Stand gebracht wird. Das Arbeitsprogramm enthält im  einzelnen - die wissenschaftlichen und technologischen Ziele und Forschungsaufgaben;  - den Zeitplan für die Durchführung, einschließlich der Termine für die Ausschreibungen;  - die vorgeschlagenen Finanz- und Verwaltungsregelungen, einschließlich besonderer Modalitäten zur Durchführung von technologiebezogenen Fördermaßnahmen für KMU, und in groben Umrissen sonstige Maßnahmen, einschließlich vorbereitender, begleitender und  unterstützender Maßnahmen;  - Regelungen für die Abstimmung mit anderen FTE-Maßnahmen, die in diesem Bereich insbesondere im Rahmen anderer spezifischer Programme duchgeführt werden, sowie gegebenenfalls für die Gewährleistung einer besseren Wechselwirkung mit den in einem anderen  Rahmen, wie EUREKA und COST, durchgeführten Maßnahmen;  - Regelungen für die Verbreitung, den Schutz und die Nutzung der Ergebnisse von im Rahmen des Programms durchgeführten FTE-Maßnahmen.  (2)  Die Kommission veröffentlicht Ausschreibungen für Vorhaben auf der Grundlage des Arbeitsprogramms.   Artikel 6  (1)  Für die Durchführung des Programms ist die Kommission zuständig.  (2)  In den in Artikel 7 Absatz 1 vorgesehenen Fällen wird die Kommission von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.  (3)  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der  betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrags für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im  Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.  (4)  Die Kommission erlässt die beabsichtigten Maßnahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschusses übereinstimmen.  (5)  Stimmen die beabsichtigten Maßnahmen mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission dem Rat unverzueglich einen Vorschlag für die zu treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit  qualifizierter Mehrheit.  (6)  Hat der Rat binnen drei Monaten nach Befassung keinen Beschluß gefasst, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommission erlassen.   Artikel 7  (1)  Das Verfahren des Artikels 6 Absätze 2 bis 6 gilt insbesondere für  - die Erstellung und Aktualisierung des in Artikel 5 Absatz 1 genannten Arbeitsprogramms;  - den Inhalt der Ausschreibungen;  - die Bewertung der für eine Gemeinschaftsfinanzierung vorgeschlagenen FTE-Maßnahmen sowie des veranschlagten Betrags für die Beteiligung der Gemeinschaft an den einzelnen Maßnahmen, wenn sich dieser auf mindestens 1 Million ECU beläuft;  - etwaige Anpassungen der vorläufigen Aufschlüsselung des Betrags gemäß Anhang II;  - die spezifischen Modalitäten der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an den einzelnen geplanten Maßnahmen;  - die Maßnahmen und Vorgaben für die Programmbewertung;  - Abweichungen von den Regelungen gemäß Anhang III;  - die Beteiligung von juristischen Personen aus Drittländern und internationalen Organisationen an einem Projekt.  (2)  Beläuft sich der Gemeinschaftsbeitrag gemäß Absatz 1 dritter Gedankenstrich auf weniger als 1 Million ECU, so unterrichtet die Kommission den Ausschuß über die Vorhaben sowie über das Ergebnis ihrer Bewertung.  (3)  Die Kommission unterrichtet den Ausschuß regelmässig über die Fortschritte bei der Durchführung des gesamten Programms.   Artikel 8  Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.  Geschehen zu Brüssel am 23. November 1994.  Im Namen des Rates Der Präsident J. BORCHERT  (1) ABl. Nr. C 228 vom 17. 8. 1994, S. 1, und ABl. Nr. C 262 vom 20. 9. 1994, S. 1.(2) ABl. Nr. C 205 vom 25. 7. 1994.(3) Stellungnahme vom 2. Juni 1994 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).(4) ABl. Nr. L 126 vom 18. 5. 1994, S. 1.    ANHANG I   WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNOLOGISCHE ZIELE UND INHALTE  Dieses spezifische Programm spiegelt bei der Anwendung der Auswahlkriterien und der Festlegung der wissenschaftlich-technologischen Ziele die Leitlinien des Vierten Rahmenprogramms wider.  Anhang III erster Aktionsbereich Nummer 1 Abschnitt A des Rahmenprogramms ist Bestandteil dieses Programms.  Einführung Der neue Schwerpunkt der FTE im Rahmen des spezifischen Programms auf dem Gebiet der Telematikanwendungen liegt auf der Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, die die Basis für die Informationsgesellschaft der Zukunft bilden  wird. Die vorgeschlagenen FTE-Bereiche sind für die Entwicklung der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur überaus wichtig; dabei sind der Bedarf an gezielten konzentrierten Maßnahmen sowie die angestrebte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit  der gesamten Industrie, der Beschäftigungssituation in der Europäischen Union und der Lebensqualität der Bürger, insbesondere durch Erleichterung ihres Zugangs zu diesen Informationsinfrastrukturen, zu berücksichtigen.  Die sich ständig und rapide weiterentwickelnden Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) lassen sich zu Anwendungen von oftmals hoher Komplexität kombinieren und ermöglichen damit ein breitgefächertes Angebot an neuen Produkten und Diensten,  die den grundlegenden wirtschaftlichen und sozialen Anforderungen verschiedener Anwendergruppen - insbesondere Behörden und Privatpersonen - entsprechen. Alle auf einer solchen Kombination beruhenden Hardware- und Softwaresysteme und -dienste  (Fernunterricht, Telearbeit, Telemedizin, Steuerung des Strassen- oder Luftverkehrs usw.) fallen unter den Sammelbegriff  "Telematikanwendungen".  Die FTE auf dem Gebiet der Telematikanwendungen stellt die Verbindung her zwischen den Errungenschaften der IKT und den Bedürfnissen der Nutzer. Sie sorgt auch dafür, daß vorhandene Telematiksysteme und -dienste bei zunehmendem Bedienungskomfort stets  mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, und kann entscheidende Auswirkungen haben, unter der Voraussetzung, daß die entwickelten Telematikanwendungen den Wünschen der Benutzer und den europäischen Interoperabilitätsanforderungen entsprechen.   Die Verbreitung der Telematik in Europa kann zu einer Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, zu einer besseren Organisation der Arbeit von Unternehmen und Behörden, zur Ankurbelung eines Wirtschaftswachstums, das auf neuen Erzeugnissen und  Dienstleistungen beruht und daher Arbeitsplätze schafft, zur Stärkung des Binnenmarkts und des wirtschaftlichen und sozialen Zusammmenhalts in der Europäischen Union führen.  Im übrigen stützt sich die Gemeinschafts-FTE für die neuen Telematikanwendungen von gemeinsamem Interesse (TELEMATIK-Programm) auf Ergebnisse von anderen IKT-Forschungsprogrammen und trägt so dazu bei, die finanziellen Aufwendungen der Gemeinschaft für  die Programme wie ESPRIT oder RACE mit zu rentabilisieren.  Auf seiner Tagung vom 10. und 11. Dezember 1993 in Brüssel wies der Europäische Rat im Sinne des Weißbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung auf die Bedeutung hin, die neuen Telematikanwendungen im Hinblick auf Investitionen und  Beschäftigung in den Bereichen wie Telearbeit und Teledienste für Aus- und Weiterbildung, Gesundheitswesen und Verkehr zukommt.   I. EINORDNUNG DER TELEMATIK  Das TELEMATIK-Programm verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen, wie schon bisher, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und die Leistungsfähigkeit der Dienstleistungen von öffentlichem Interesse gestärkt, sowie  dank der Entwicklung von neuen Telematiksystemen und -dienstleistungen in Bereichen wie Telearbeit und Teledienste die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert werden. Zum anderen - dies ist eine Neuerung im Vertrag über die Europäische Union - sollen  Forschungsarbeiten unterstützt werden, die zur Durchführung gemeinsamer Politiken in anderen Bereichen erforderlich sind.  Die FTE wird auf den Erkenntnissen aufbauen, die das Dritte Rahmenprogramm bereits erbracht hat, wobei jedoch eine dreifache Neuausrichtung stattfindet. Zum ersten wird der Schwerpunkt von der  "Datentelematik" zur  "Multimediatelematik" verlagert.  Zweitens wird besonderes Augenmerk auf die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Benutzer gerichtet. Schließlich gilt besondere Aufmerksamkeit der Suche nach kostengünstigen Lösungen.  Leitlinien für die Durchführung der Projekte In der Regel besteht bei allen Projekten die Möglichkeit, sie in fünf Stufen durchzuführen und die Anwender auf allen Stufen eng in die Durchführung einzubeziehen.  Erste Priorität ist die Untersuchung der latent vorhandenen und der expliziten spezifischen Benutzerbedürfnisse. Zu den Benutzern zählen neben einem breiten Spektrum von Organisationen wie Behörden oder Unternehmen, die auf Telearbeit angewiesen sind,  zahlreiche Personengruppen wie Forscher, Bibliothekare, Angehörige der Gesundheitsdienste, Fluglotsen sowie Behinderte, die vernetzte Multimediaarbeitsstationen benötigen Im zweiten Schritt wird nach der Übersetzung dieser Bedürfnisse in die Sprache der Telematik die Definition einer Reihe von Funktionsspezifikationen vorgenommen, die den gemeinsamen Anforderungen der betreffenden Benutzer Rechnung tragen, was Fragen der  Datensicherheit, der Vertraulichkeit und der Wahrung der Privatsphäre einschließt. Ferner müssen sie die Interoperabilität der Telematikeinrichtungen und -dienste auf europäischer Ebene gewährleisten.  Auf diesen Spezifikationen aufbauend, werden in der dritten Phase auf einer vorwettbewerblichen, pränormativen und prälegislativen Basis Demonstrationsobjekte im Anschluß an FTE-Arbeiten geschaffen, die vier Elemente in sich vereinigen sollten.  Die ersten drei dieser vier Elemente sind allgemeiner Art: Es handelt sich dabei um allgemeine Netze (z. B. leistungsstarke Glasfaser- oder Satelliten-Kommunikationsnetze), allgemeine Hardware (Multimediaarbeitsstationen, tragbare Datenspeicher- und  Datenverarbeitungsgeräte usw.) und Basisdienste (z. B. multimediale elektronische Post, Fernzugriff auf Datenbanken und Wissensbestände, Möglichkeiten der interaktiven Simulation, virtülle Umgebungen usw.).  Die vierte Gruppe von Elementen deckt spezifische Hard- und Software ab. Letztere werden Gegenstand einer unmittelbar auf das jeweilige Projekt bezogenen Forschung sein, um die entwickelte Anwendung präzise auf den Benutzerbedarf abzustimmen. Um die  Systemintegration auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu optimieren, muß bei den allgemeinen Elementen soweit wie möglich von Ergebnissen anderer Programme, insbesondere RACE und ESPRIT, Gebrauch gemacht werden. Auf diese Weise greifen alle  Forschungsarbeiten im Rahmen der ersten drei spezifischen Programme des Rahmenprogramms (1994-1998) eng ineinander. Darüber hinaus werden enge Beziehungen zu den Betreibern öffentlicher und privater Telekommunikationsnetze sowie zu Diensteanbietern und  zur Elektronik- und Informatikindustrie hergestellt.  An vierter Stelle erfolgt die Validierung der Demonstrationsanwendungen unter realen Bedingungen mit Benutzergruppen. Die zuständigen öffentlichen und privaten Einrichtungen sollen noch enger als bisher in diesen Prozeß einbezogen werden, um die spätere  Verbreitung der neuen Telematikanwendungen zu beschleunigen. Diese Validierungsversuche schließen nicht aus, daß frühere Phasen neu bearbeitet werden, um die Funktionsspezifikationen neu zu definieren, weitere FTE-Arbeiten an spezifischen Bauteilen  durchzuführen oder gar auf andere IKT-bezogene Forschungsprogramme zurückzugreifen.  Schließlich werden die validierten Anwendungen am Ende dieses Iterationsprozesses von eim Plan der Ergebnisnutzung, mit Empfehlungen an Normungseinrichtungen und Gesetzgeber und mit einer Anleitung für ihren erfolgreichen Einsatz in der Praxis  begleitet.  Bei den FTE-Projektarbeiten sind soweit wie möglich die Einschränkungen bei der Nutzung von Anwendungen durch Behinderte und Senioren zu berücksichtigen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung der Europäischen Union ausmachen. Daher ist dafür zu sorgen,  daß sich die Anwendungen weiter entwickeln lassen, um bei möglichst niedrigen Kosten und grösstmöglicher Effizienz dem Bedarf dieser Benutzergruppen gerecht zu werden.  Leitlinien für die Durchführung des gesamten TELEMATIK-Programms Oberstes Gebot der Programmdurchführung ist es, die Bedürfnisse der Anwender besser zu berücksichtigen und wirtschaftliche Lösungen anzustreben. Insbesondere sollen kostenträchtige Überschneidungen von Vorhaben vermieden und gleichartige Anwendungen,  auch wenn sie in verschiedenen FTE-Bereichen angesiedelt sind, unter Zuhilfenahme möglichst vieler gemeinsamer Elemente implementiert werden. Konsistenz und Wirtschaftlichkeit machen Sinn und Zweck eines sektorübergreifenden spezifischen  Telematikforschungsprogramms aus.  Die Arbeitsweise während der Laufzeit des Dritten Rahmenprogramms war in erster Linie empirisch. In jedem Bereich fand mehrmals im Jahr ein reger Informationsaustausch im Rahmen eines vertikalen Konzertierungsmechanismus zwischen Forschern statt, die in  demselben Bereich, aber an verschiedenen Projekten beteiligt waren, wobei unnötige Überschneidungen bei der Entwicklung der Demonstrationsanwendungen vermieden werden sollten. Ferner erleichterte der Erfahrungsaustausch zwischen den Projekten in der  Validierungsphase, unter Beteiligung repräsentativer Anwenderkreise, praktische Empfehlungen an die Einrichtungen, die neue Telematikanwendungen einführen müssen.  Diese pragmatische Vorgehensweise soll beibehalten und weiter verbessert werden. Es wird interdisziplinäre ( "horizontale") Tagungen geben. Die Teilnehmer arbeiten in Projekten aus verschiedenen Bereichen, die sich aber mit ähnlichen Themen befassen,  etwa mit der Problematik der Telearbeit (in der Forschung, in der Medizin, in der Verwaltung, auf dem Land und in der Stadt), mit der Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen und deren ergonomischen Aspekten oder mit der Verbesserung der  europaweiten Telematiknetze und -dienste (Nutzer wären hier Forscher, Behörden, Organbanken oder Fluglotsen).  Ausserdem sind zur Unterstützung dieser empirischen Vorgehensweise im Rahmen der horizontalen FTE-Aktivitäten Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Telematik- "Engineering" vorgesehen.  Schließlich gilt besondere Aufmerksamkeit der Koordinierung dieser Forschungsaktionen der Gemeinschaft mit ähnlichen Initiativen auf nationaler oder europäischer Ebene (EUREKA, ESA, Eurocontrol usw.).  Insgesamt wird das TELEMATIK-Programm die Verbreitung von anwendergerechten, leistungsfähigen und gleichzeitig wirtschaftlichen Telematiksystemen und -diensten fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärken. Es wird  ferner einen Anreiz für die Investitionen darstellen, die notwendig sind, um Europa mit einer leistungsstarken Informations- und Kommunikationsinfrastruktur auszustatten, und einen Beitrag dazu leisten, daß diese Investitionen sich als lohnend erweisen.   Die Aktivitäten werden sich auf neun vertikale Anwendungsbereiche erstrecken, die in drei Themen zusammengefasst werden:  - Telematik für Dienstleistungen für die Öffentlichkeit: Verwaltung, Verkehrswesen;  - wissensorientierte Telematik: Wissenschaftler, Bildung und Ausbildung, Bibliotheken;  - Telematik zur Verbesserung der Beschäftigungslage und der Lebensqualität: städtische und ländliche Gebiete, Gesundheitswesen, Senioren und Behinderte, Umweltschutz.  Ein vierter Bereich umfasst drei horizontale FTE-Maßnahmen in den Bereichen Telematik-, Sprach- und Informations- "Engineering"; durch diese Maßnahmen werden die bereichsspezifischen Tätigkeiten unterstützt.  Dieses Bündel von Tätigkeiten wird durch einen fünften Bereich ergänzt, der aus einer Reihe horizontaler Maßnahmen besteht, wie der Förderung der Verbreitung der Ergebnisse und anderer vorbereitender, begleitender und unterstützender Maßnahmen, darunter  internationale Zusammenarbeit und Ausbildung von Forschern und Anwendern.  Zur Ermöglichung der Beteiligung von KMU werden auf Durchführbarkeitsprämien beruhende Maßnahmen eingerichtet, die die Nutzung der Technologie fördern sollen; hierbei werden die Bedürfnisse von KMU aus weniger entwickelten Regionen berücksichtigt.   II. ARBEITSGEBIETE   BEREICH A - TELEMATIK FÜR DIENSTLEISTUNGEN VON ÖFFENTLICHEM INTERESSE  1. Verwaltung Die Implementierung von Systemen für die Datenverarbeitung und den Informationsaustausch zwischen Behörden ist Gegenstand des Programms TNA/IDA (Telematics Network for Administration/Interchange of Data between Administrations). Für Telematiknetze für  Behörden (TNA) wurden bereits mehrere richtungsweisende Konzepte erarbeitet, die im Rahmen der mehrjährigen Gemeinschaftsaktion IDA in Durchführbarkeitsstudien und Pilotprojekte umgesetzt werden. Zur Unterstützung des TNA/IDA-Programms sind daher  vorgelagerte Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte notwendig, um technologische Fortschritte im Bereich der Multimedientelematik für Verwaltungen verfügbar zu machen.  Ziel Die Behörden sollen in die Lage versetzt werden, die relevanten Ergebnisse der Telematikforschung, sobald sie vorliegen, in die Praxis umzusetzen, um den öffentlichen Dienst in ganz Europa schnell wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten. Aufgrund  der gestiegenen Effizienz und Wirtschaftlichkeit kann im Wege einer beträchtlichen Senkung der Verwaltungskosten der europäischen Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft verbessert werden. Die Behörden werden die Möglichkeit  erhalten, bei gleichzeitiger Rationalisierung der vorhandenen Infrastrukturen neue Telematiksysteme und -dienste einzuführen, so daß sich auch frühere Investitionen zur Verbesserung des öffentlichen Dienstes bezahlt machen. Diese FTE-Arbeiten  ermöglichen ferner die Definition und Verbreitung offener Normen, die sich für Spezifikationen öffentlicher Aufträge im Zusammenhang mit Telematikanwendungen eignen.  Art der Arbeiten Zwei Aspekte werden behandelt: Der erste betrifft die Entwicklung von Telematikanwendungen, die den Austausch von Informationen zwischen Behörden sowie zwischen Behörden und Unternehmen erleichtern, die diesen Behörden Informationen vorlegen müssen.  Hier geht es darum, die neuen Technologien in den Dienst von Verwaltungsbereichen zu stellen, die für das Funktionieren des Gemeinsamen Marktes und die Umsetzung des Vertrags über die Europäische Union von strategischer Bedeutung sind. Sie können  beispielsweise die Bildübertragung (z. B. zur raschen Aktualisierung der zur Fernüberwachung und -steuerung des Schiffs- oder Strassenverkehrs benötigten See- oder Landkarten), die gemeinsame Nutzung von Multimedien- und Videokonferenzsystemen durch  mehrere Behörden (z. B. Telearbeit zwischen nationalen und europäischen Behörden, um z. B. die übermässige Konzentration des Übersetzungs- und Dolmetscherpotentials in Brüssel zu vermeiden) oder die Entwicklung multimedialer Dokumentenserver für  öffentliche Aufträge und Regelungen betreffen. Validierung und Entwicklung auf europäischer Ebene sollten vor Anfang 1998 abgeschlossen sein.  Daneben gilt besondere Aufmerksamkeit auch der Art und Weise, wie die Telematikanwendungen eingesetzt werden. Im Interesse einer möglichst effizienten Zusammenarbeit von Verwaltungen unter optimalen Sicherheitsbedingungen werden unter anderem auch  Untersuchungen über die Sicherheit öffentlicher Telematiknetze - insbesondere unter Berücksichtigung finanzieller, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Daten -, über das Problem der unterschiedlichen Sprachen, über die Verwendung elektronischer  Unterschriften und über die juristischen Aspekte des zwischenstaatlichen Datentransfers durchgeführt. Ebenfalls müssen auch geeignete Werkzeuge und Methoden für eine Leistungs- und Qualitätsanalyse der Dienste entwickelt werden, die den Verwaltungen  angeboten werden.  Validierungstests und Pilotprojekte Um den Verwaltungen bei den Vorarbeiten für eine rasche Einführung neuer Telematiklösungen und gegebenenfalls bei der Anpassung ihrer internen Strukturen zu helfen, werden in der Validierungsphase Versuche mit fortgeschrittenen Telematikdiensten  durchgeführt, die den Verwaltungen je nach Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Der Datenverarbeitungs- und Telekommunikationssektor und die betroffenen Behörden werden an den Validierungstests beteiligt und zur aktiven Mitarbeit herangezogen. Sie  werden durch ihren unmittelbaren Beitrag zur Validierung der im Programm vorgesehenen Lösungen den Weg für eine rasche Verbreitung der Ergebnisse im Verwaltungsbereich ebnen und dafür sorgen, daß dieser sich die technologischen Neuerungen zu eigen  macht.  2. Verkehr Die Versuche und Pilotprojekte des Dritten Rahmenprogramms haben gezeigt, daß Telematiksysteme und -dienste zur Erreichung der allgemeinen Ziele der gemeinsamen Verkehrspolitik beitragen können, indem sie Verkehrsstaus verringern, die Mobilität von  Personen und Gütern sowie die Sicherheit des Strassenverkehrs verbessern und die Umweltbelastung reduzieren.  Ziele Die Forschung auf dem Gebiet der Telematik für den Strassenverkehr wird im Rahmen des TELEMATIK-Programms fortgesetzt und konsolidiert, und die gemeinschaftliche FTE soll auf die übrigen Verkehrsträger, vor allem auf den Luftverkehr, ausgeweitet werden,  um einen grösseren Beitrag zur Erreichung der Ziele der EU-Verkehrspolitik zu leisten, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu steigern, und eine beträchtliche Verbreitung von Telematik-Verkehrssystemen und -diensten vor dem Jahr 2000  ermöglichen. Vorgesehen ist eine enge Koordinierung mit anderen spezifischen Programmen, die FTE-Arbeiten für das Verkehrswesen durchführen (industrielle Technologien, Technologien für eine umweltfreundlichere und effizientere Energienutzung,  Verkehrswesen), unter Einbeziehung der rechtlichen und organisatorischen Probleme, die gelöst werden müssen, damit Telematikanwendungen im Verkehrsbereich erfolgreich in der ganzen Gemeinschaft eingeführt werden können.  Art der Arbeiten Die FTE-Tätigkeiten decken die gesamte Kette der Telematikanwendungen im Verkehrsbereich ab, von der Datenerfassung und -verarbeitung bis hin zur Übertragung und zum Empfang dieser Daten. Hier geht es darum, eine ganzheitliche industrielle Kohärenz der  verschiedenen Komponenten herzustellen und Spezifikationen und kompatible Schnittstellen sowie gemeinsame Empfehlungen für den Einsatz zu entwickeln, die die Möglichkeit eines Netzverbunds und die Interoperabilität von Geräten und Diensten  gewährleisten. Aspekte des Einsatzes dieser Telematikanwendungen sind ebenfalls zu berücksichtigen.  Bei den FTE-Arbeiten ist besonders dem Benutzerbedarf Rechnung zu tragen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erstellug gemeinsamer Telematikwerkzeuge für die verschiedenen Verkehrsträger und auf der Entwicklung fortgeschrittener  Telematikanwendungen, die die Effizienz und Sicherheit des Verkehrs wesentlich verbessern können. Diese Anwendungen können sich sowohl auf terrestrische Telematiknetze als auch auf die Satellitenkommunikation und -navigation stützen. Auch werden die  Auswirkungen von Telematikanwendungen auf Reiseverhalten und Verkehrsbedarf untersucht werden. Schließlich sind Übergangsstrategien zu entwickeln, die den Einsatz verschiedener Generationen von Telematiksystemen gestatten.  Im Bereich des Strassenverkehrs wird die Entwicklung und Integration leistungsfähiger Telematiksysteme und -dienste zur Überwachung, Steuerung und Nutzung des inner- und ausserstädtischen Personen- und Gütertransports fortgesetzt. Hierzu sind Pilot- und  Demonstrationsanwendungen erforderlich, die auf den Ergebnissen des Dritten Rahmenprogramms aufbauen. Sie werden in enger Zusammenarbeit mit anderen spezifischen Programmen sowie nationalen bzw. europäischen Programmen durchgeführt.  Weitere Aktionen zielen auf die Vervollständigung und Verbesserung des Fahrerbeistands ab: hochentwickelte Kommunikations- und Navigationseinrichtungen und -dienste, Systeme zur Verbesserung der Sicht, Einrichtungen zur Überwachung des  Fahrzeugverhaltens, Fahrerwarn- und Antikollisionssysteme. Durch Integration dieser Komponenten dürften sich Telematiklösungen zum unterstützten Fahren auf der Autobahn ergeben, die u. a. besonders dem Strassenverkehrsgewerbe zugute kommen werden. Einige  dieser Anwendungen lassen sich möglicherweise auch den Gegebenheiten des Stadtverkehrs anpassen.  Wirtschaftliche Zwänge sind bei diesen Arbeiten zu berücksichtigen.  Die Forschung betrifft ferner Telematikanwendungen zur Unterstützung der Verkehrsteilnehmer (Informationen über das Verkehrsaufkommen, um die Wahl des Verkehrsträgers und der Fahrstrecke zu erleichtern usw.), zur Verbesserung ihrer Sicherheit und zur  Steuerung der Verkehrsnachfrage.  Diese Forschungsarbeiten werden auch weiterhin sorgfältig mit dem spezifischen Programm  "Verkehr", mit EUREKA und einschlägigen nationalen Forschungsprogrammen koordiniert.  Im Bereich der Luftfahrt ist die Dienstqualität für den Endbenutzer zu verbessern; der Schwerpunkt liegt daher auf der Entwicklung von Telematikanwendungen zum Aufbau eines harmonisierten und letztlich einheitlichen Kontrollsystems für den europäischen  Flugverkehr.  Dabei geht es in erster Linie um Telematikanwendungen, die über Satelliten und neueste Kommunikationsnetze eine bessere Lokalisierung und Überwachung der Flugzeuge ermöglichen, ihnen Navigationshilfen geben, einen besseren Kollisionsschutz in der Luft  und auf dem Boden sowie Allwetterlandungshilfen bieten.  Zweitens werden die Arbeiten zur Modernisierung der derzeitigen Flugsicherungssysteme durch Verbesserungen am transeuropäischen Luftfahrttelematiknetz beitragen; multimediale Telematikwerkzeuge, die auch Entscheidungshilfen geben, sollen den Fluglotsen  und Piloten die Arbeit erleichtern. Die neuesten Erkenntnisse über die Technik der virtüllen Umgebung werden hier ebenfalls zum Tragen kommen.  Die beschriebenen Forschungsarbeiten werden mit den Aktivitäten koordiniert, die von europäischen Organisationen wie Eurocontrol oder ESA sowie einzelstaatlichen Organisationen für die zivile Luftfahrt bereits zum Thema Verkehr durchgeführt werden.  Was den Seeverkehr angeht, so werden im Mittelpunkt der Forschung die Telematikanwendungen für die Verbesserung der Schiff/Schiff-, Schiff/Hafen- und Schiff/Land-Kommunikation stehen. Spezifische Telematikanwendungen sind zu entwickeln, um sowohl die  Sicherheit als auch die Überwachung und die Leitung des Verkehrs insbesondere beim Einlaufen in Häfen zu verbessern; Ziel ist es, den Verkehr fluessiger zu gestalten, die Umwelt zu schützen und die logistischen Ressourcen in der Verkehrskette zu  optimieren.  Um für die verschiedenen Verkehrsmittel häufiger gemeinsame Telematiksysteme einzusetzen und somit Kosten einzusparen, werden sich die Forschungsarbeiten auch auf die Schiffahrt, auf die Binnenwasserwege und auf den inländischen Eisenbahnverkehr  erstrecken. Was speziell den Eisenbahnverkehr betrifft, wird einerseits an einer neuen Generation von Steuer- und Kommunikationssystemen, die zu einer grösseren Kapazität der Infrastruktur führen soll, und andererseits an der Inanspruchnahme von  multimedialen Diensten durch die Fahrgäste gearbeitet.  Für den kombinierten Güter- und Personenverkehr werden neue Telematiksysteme und -dienste entwickelt, um die Integration und Nutzung der Verkehrssysteme insgesamt zu verbessern, Reisende zu informieren und die Wahl des günstigsten Verkehrsträgers zu  erleichtern. Bei den Arbeiten zum Personenverkehr steht der Einsatz kollektiver Transportmittel im Vordergrund. Auch zur Verbesserung der Nutzung und Steuerung des kombinierten Verkehrs werden geeignete Telematikanwendungen entwickelt; hierzu sind die  Möglichkeiten der direkten Kommunikation mit den betreffenden Behörden zu prüfen.  Besonderes Augenmerk wird der Kontrolle der Umweltbelastung durch den Verkehr gelten. Hierfür sind Telematikanwendungen zu entwickeln, die Strategien zur Reduzierung der durch Verkehrsmittel verursachten Umweltschäden und der mit dem Transport  gefährlicher Stoffe verbundenen Risiken ermöglichen.  Schließlich sollen diese Arbeiten durch die Integration geographischer Informationssysteme (GIS) für die verschiedenen Verkehrsträger in die Telematikanwendungen ergänzt werden. Hierzu können die Ergebnisse des Gemeinschaftsprogramms zur Förderung des  Informationsmarkts (IMPACT) herangezogen und mit den Arbeiten des spezifischen Programms  "Verkehr" koordiniert werden. Ferner empfiehlt es sich, vor der Einleitung von Validierungs-Pilotprojekten in realer Umgebung Laborsimulationen mit Hilfe von  Modellen durchzuführen, die im Rahmen dieses spezifischen Programms zu entwickeln sind.  Validierungstests und Pilotprojekte An diesen Tätigkeiten werden sich die zuständigen lokalen und nationalen Behörden aktiv beteiligen. Sie werden in enger Abstimmung mit den Validierungsarbeiten im Rahmen anderer spezifischer Programme erfolgen, die Forschungsarbeiten für das  Verkehrswesen umfassen. Die Tests dienen dem Nachweis der technischen Leistung, der Funktionsfähigkeit und der Akzeptanz der Telematiklösungen, die entwickelt wurden, um die Flugsicherungssysteme, die integrierten Systeme zur Kontrolle des Stadt- und  Autobahnverkehrs, das unterstützte Fahren auf der Autobahn, die automatische Kontrolle von Zuegen und die Systeme zur Kontrolle des maritimen Schiffsverkehrs sowie des multimodalen Verkehrs zu optimieren.   BEREICH B - WISSENSORIENTIERTE TELEMATIK  3. Telematik für die Forschung Die europäischen Wissenschaftler sind in zunehmendem Maß auf einen gut funktionierenden Informationsaustausch angewiesen. Dies gilt auch für den Fernzugang zu Versuchsanlagen, wissenschaftlichen Datenbanken und Hochleistungsrechnern in der Europäischen  Union und anderen Teilen der Welt.  Ziel Es sollen fortgeschrittene Telematikanwendungen entwickelt werden, die zum einen europäischen Forschern unabhängig von ihrem Aufenthaltsort in der Europäischen Union die Zusammenarbeit mit Kollegen ermöglichen und zum anderen den Benutzern den Zugang zu  Forschungsergebnissen erleichtern. Bereits vorhandene nationale und spezifische Netze müssen auch die Fortschritte im Bereich der Hochleistungsnetze nutzen und vor allem zu einem europäischen Verbund mit hohem Durchsatz zusammengeschaltet werden können.  Die europäische Forschungsinfrastruktur wird eines der wichtigsten Mittel für die Koordinierung der nationalen FTE-Maßnahmen in der Europäischen Union darstellen. Darüber hinaus kommen die Ergebnisse auch den Bereichen zugute, die durch andere  Telematikanwendungen abgedeckt werden. Mit einschlägigen Themen des IT-Programms (Hochleistungscomputernetze) und des ACTS-Programms (Hochgeschwindigkeitsnetze) ist ein enge Zusammenarbeit sicherzustellen.  Art der Arbeiten Gesucht werden Lösungen für die Probleme, die sich aus der Durchführung komplexer Forschungsversuche, gegebenenfalls an entfernt gelegenen Standorten, sowie aus dem Betrieb grosser Rechnernetze ergeben, die in einer offenen Umgebung mit heterogenen  Systemen umd mit Kommunikationsdiensten mit hohem Durchsatz arbeiten müssen. Zu lösen sind insbesondere die Probleme der Interoperabilität dieser Systeme, der Qualität der über die Netze angebotenen Dienste sowie ihrer Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und  Sicherheit. Die Forschungsarbeiten betreffen die Architektur und die Protokolle von Rechnernetzen sowie die Verwaltung, die Überwachung und den Schutz solcher Netze. Die Arbeiten betreffen drei Schwerpunktbereiche.  Besondere Aufmerksamkeit gilt zunächst der Validierung der Verbesserungen, die am Verbund nationaler und multinationaler Netze auf europäischer Ebene vorzunehmen sind, vor allem der Erhöhung der Bitraten auf die Werte, die für die von den Nutzern dieser  Netze vorgeschlagenen Anwendungen erforderlich sind. Für 1994 bis 1998 wird mit einer Steigerung von zunächst auf 34 und später auf 155 Mbit/s gerechnet. Ein solcher Verbund ist für die Erhaltung des Stellenwerts der europäischen Forschung in der  Welthierarchie unerläßlich und stellt einen entscheidenden Faktor für die Zukunft der europäischen Industrie dar.  Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Arbeiten über fortgeschrittene, verteilte Multimediendienste, die die Zusammenarbeit der Forscher an Hochschulen und in der Industrie unterstützen. Hier geht es vor allem um die Entwicklung von Telematikwerkzeugen, mit  deren Hilfe einerseits das Wissen in den grossen wissenschaftlichen Rechnernetzen von morgen leichter zugänglich und andererseits die Zusammenarbeit von räumlich getrennten Forschern, insbesondere durch Fernüberwachung von Experimenten, Telearbeit und  wissenschaftliche Videokonferenzen, ermöglicht wird.  Schließlich ist auf die Modalitäten der Auswahl, der Recherche und der Darstellung von wissenschaftlichen Informationen und Ergebnissen laufender Forschungsarbeiten einzugehen, um sie Benutzern, die sie verwenden möchten, leicht zugänglich zu machen,  wobei die Frage der geistigen Eigentumsrechte zu berücksichtigen ist.  Validierungstests und Pilotprojekte Eine Forschungsgemeinschaft von 700 000 Wissenschaftlern und Ingenieuren, ein Grossteil davon Physiker und Naturwissenschaftler, ist förmlich dazu prädestiniert, die fortgeschrittenen Telematikanwendungen zu validieren. Andere Benutzerkategorien werden  anschließend davon profitieren. Auf diese Weise werden auch die Normungstätigkeiten gefördert. Die Validierungstests werden über nationale Breitbandnetze durchgeführt, die auf europäischer Ebene zusammenzuschalten sind. Sie werden vor allem den  Forschergemeinschaften zugute kommen, die am ersten Arbeitsbereich des Vierten Rahmenprogramms (FTE für industrielle Technologien, Umwelt, Biowissenschaften und -technologien, Energie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien) beteiligt sind.  Zur Stärkung der wissenschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der übrigen Welt werden diese Aktionen in Abstimmung mit ähnlichen Initiativen in anderen Ländern, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, durchgeführt.  4. Aus- und Fortbildung In einer Welt im Umbruch konnen effiziente Aus- und Weiterbildungssysteme einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und zur lebenslangen persönlichen Entwicklung der Bürger leisten. Alle Unternehmen, insbesondere KMU, sehen sich  gezwungen, die Qualifikationen ihrer Mitarbeiter laufend den Erfordernissen anzupassen. Gleichzeitig verlangen immer mehr Studierende und Arbeitnehmer, speziell die der neuen Generationen, die mit dem Computer aufgewachsen sind, nach neuen Aus- und  Weiterbildungsmöglichkeiten, die sowohl ihren individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten als auch der fortschreitenden Entwicklung der theoretischen und praktischen Kenntnisse Rechnung tragen. Die Arbeiten des Dritten Rahmenprogramms haben gezeigt,  daß Lehranstalten, Ausbildungseinrichtungen, Fortbildungsabteilungen von Unternehmen und Einzelpersonen in der Telematik eine wertvolle Hilfe bei der Bewältigung dieser Probleme finden können.  Ziel Ziel dieser Aktion ist es, unter Einbeziehung der kontinuierlichen Fortschritte der Multimedienkommunikation über Breitbandnetze und Satelliten sowie auf den Gebiet der interaktiven Simulation und der virtüllen Umgebungen mit den Fortschritten in  anderen Industrieländern Schritt zu halten. Dies würde das Zusammenwirken der angebotenen Dienste verbessern, Multimediendokumente und die gewünschten Dienste wären auch auf Distanz leichter zugänglich, und es könnten persönliche Aus- und  Weiterbildungsprogramme erstellt werden. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen spezifischen Programm  "Gesellschaftspolitische Schwerpunktforschung" und mit dem Vierten Aktionsbereich des Rahmenprogramms - zur Ausbildung von Forschern -  sowie mit anderen Aktivitäten der Gemeinschaft im Bereich der Aus-und Weiterbildung, einschließlich derjenigen, die besonders KMU betreffen.  Art der Arbeiten Es sind zwei Arbeitsbereiche zu unterscheiden. In beiden liegt der Schwerpunkt auf der Suche nach kostengünstigen Telematiklösungen. Zunächst werden im Anschluß an die mit dem Dritten Rahmenprogramm eingeleiteten Tätigkeiten die Entwicklung und  Validierung von Telematikdiensten fortgeführt, wobei die am besten geeignete Kombination vorhandener Kommunikationsnetze (Satelliten, ISDN, interaktive Kabelnetze) genutzt wird. Dieser Arbeit wird eine eingehende Untersuchung der pädagogischen,  technischen und wirtschaftlichen Aspekte in einem operationellen Umfeld vorausgehen, die sich mit jedem Dienst- und jedem Benutzertyp (Hochschulen, grossunternehmen, KMU, einzelne Benutzer) befasst. Mit dieser Aktion muß auch dafür gesorgt werden, daß die  Teilnehmer an Fernlehrgängen über die europäischen Bibliotheksnetze Zugang zu grossen Wissensbeständen erhalten.  Zweitens soll eine neue Generation von Telematikanwendungen für die Fernbetreuung und das Lernen in Gruppen mittels Videokonferenzen, rechnergestützten Konferenznetzen und multimedialer elektronischer Nachrichtenübertragung entwickelt werden. Tragende  Elemente dieser Anwendungen sind die Technik des  "Teleschreibens", die Gruppenarbeit über Netz, der Zugriff auf verteilte Datenbanken für den Unterricht und Multimedienbibliotheken sowie der Zugang zu sogenannten virtüllen Laboratorien für die  Durchführung von Teleexperimenten. Voraussetzung hierfür sind Forschungsarbeiten zur Erstellung multimedialer Telematikanwendungen für den Fernunterricht, die vorhandene Breitbandnetze und Satelliten nutzen.  Die Tätigkeiten betreffen ferner die anwenderspezifische Gestaltung der Ausbildung und die entwicklung neuer Lernmethoden. Dazu gehören vor allem die Integration von Ausbildungssystemen in enzelne oder vernetzte Arbeitsstationen zum Zweck der  beruflichen Ausbildung vor Ort. Ferner werden Methoden für die Gestaltung von anwenderspezifischem interaktiven Lernmaterial, etwa die Zusammenstellung von  "elektronischen" Büchern untersucht. Besonderes Augenmerk gilt der Suche nach  anwenderspezifischen Telematiklösungen für die Ausbildung von Wissenschaftlern in Europa. Einen hohen Stellenwert hat ausserdem der für Europa so wichtige Fremdsprachenunterricht unter Verwendung von unter anderem Spracherkennungs- und  -übermittlungstechniken. Ein weiteres Forschungsthema in diesem Bereich sind schließlich die durch die Technik der virtüllen Umgebung ermöglichten neuen Formen der Aus- und Weiterbildung.  Validierungstests und Pilotprojekte Die entwickelten Anwendungen werden unter besonderer Berücksichtigung ihrer technischen Realisierbarkeit und der dazu erforderlichen Verfahren in realen Situationen bewertet, wobei die Reaktionen der Anwender, ergonomische Aspekte, der pädagogische  Effekt, die volkswirtschaftliche Rentabilität und die Auswirkungen auf die Organisation der Aus- und Weiterbildung wichtige Kriterien sind. Die zuständigen lokalen, regionalen und nationalen Behörden werden eng in diese Tätigkeiten eingebunden.  Diese Validierungstests stützen sich auf Netze, die Fachleuten - insbesondere Forschern und Ingenieuren, die sich einzeln oder in Gruppen weiterbilden, sowie anderen potentiellen Benutzerkategorien, die von den Forschungsarbeiten des TELEMATIK-Programms  betroffen sind, wie Bibliothekare oder Ärzte - eine akademische oder berufliche Ausbildung vermitteln. Besondere Aufmerksamkeit wird der Validierung von Telematiklösungen gewidmet, die auf den Bedarf der KMU zugeschnitten sind. Die Validierungsversuche  gestatten auch die Vernetzung von Lehranstalten und Ausbildungszentren, damit sie ihre Ressourcen gemeinsam nutzen können. Damit bilden diese Versuche die Basis für ein europäisches Angebot an Fernunterrichtsdiensten.  5. Bibliotheken Die Zukunft der modernen Gesellschaft und Volkswirtschaft wird in zunehmendem Maß von ihrem Wissen und der Verbreitung von Informationen bestimmt; trotzdem wird der immense Reichtum der europäischen Bibliotheken viel zu wenig genutzt. Hier hat die  Europäische Union Nachholbedarf. Die meisten Bibliotheken machen bisher noch nicht von allen Möglichkeiten der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und der Telematiknetze Gebrauch. Die Zahl derer, die mit modernen technischen Mitteln ihre  Dokumenten-und Bücherbestände erfassen und verwalten, nimmt ständig zu. Zur Zeit besteht jedoch noch kein leichter Zugang zu diesen Archiven; ebensowenig ist es möglich, die Kataloge mehrerer Bibliotheken gleichzeitig auszuwerten. Nur wenige  Bibliotheken verfügen derzeit über ausreichende Erfahrungen mit der Entwicklung und der Beherrschung von Telematikanwendungen.  Aufgrund dieser unbefriedigenden Lage bleibt den Nutzern von Telematiknetzen der problemlose Zugang zu wichtigen Quellen verwehrt, obwohl gerade die Bibliotheken die Drehscheiben innerhalb der europäischen Infrastruktur für Kenntnisse sein müssten. Die  Forschung trägt diesbezueglich dazu bei, die Verbindung zwischen Bibliotheken, Verlagen, Forschern, Hochschulen, Schulen und Ausbildungszentren durch Telematik zu verbessern und zu entwickeln.  Ziel Die Aktion soll den Weg für Telematikanwendungen ebnen, mit deren Hilfe die Bibliotheksbestände in Europa leichter zugänglich werden und die eine Einbeziehung der Bibliotheken in die europäische Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ermöglichen;  auf diese Weise soll ein europäischer Raum des Bibliothekswesens geschaffen werden.  Besondere Aufmerksamkeit wird den Telekommunikationsbedürfnissen bedeutender Bibliotheken gewidmet. Daher soll gezeigt werden, daß es möglich ist, die Bibliotheken, denen auf nationaler Ebene eine führende Rolle zukommt, auf der Ebene der Gemeinschaft  bis 1998 in ein fortgeschrittenes Netz einzubinden; im Fall technologisch weniger fortgeschrittener Bibliotheken sollen Anreize zur Einführung der Telematik geschaffen und die Bemühungen um die Fortbildung und Sensibilisierung der  Bibliotheksangestellten durch den Austausch von bewährten Arbeitsweisen und Erfahrungen unterstützt werden.  Art der Arbeiten Die FTE-Projekte werden auf den Ergebnissen der Vorarbeiten aufbauen, die im Laufe des Dritten Rahmenprogramms durchgeführt wurden und erste Bausteine für die Modernisierung und Vernetzung von Bibliotheken bereitstellten. Mit den Arbeiten werden zwei  Hauptziele verfolgt.  Zunächst geht es um die Entwicklung fortgeschrittener Systeme zur Erleichterung des Zugriffs der Benutzer auf Bibliotheksbestände. Dazu gehört insbesondere die Weiterentwicklung der Methoden für die Erstellung und den Austausch automatisierter  Bibliographien sowie die Möglichkeit, Kataloge und andere bibliothekseigene Informationsquellen on-line über die vorhandenen Netze zugänglich zu machen. Ferner müssen Systeme für die elektronische Erfassung, Speicherung und Abfrage von Dokumenten  entwickelt werden, die äusserst unterschiedliche Formate besitzen. Schließlich werden auch elektronische Archivierungsverfahren benötigt, die es gestatten, seltene oder empfindliche Werke zu konservieren und abzurufen.  Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung von Bibliotheken untereinander und mit der europäischen Infrastruktur. Hier geht es in erster Linie um die Interoperabilität von Anwendungen, die für heterogene Systeme entwickelt wurden. Ferner sollen   "virtülle Bibliotheken", die den Benutzern von einem beliebigen Standort in der Europäischen Union aus Zugang zu einer ganzen Reihe von vernetzten Bibliotheksdiensten und sonstigen Informationsquellen ermöglichen, erstellt werden. Schließlich sollen  elektronische Verbindungen zwischen den Bibliotheken für die rasche Anlieferung von Dokumenten verschiedener Herkunft (Datenbanken, Bibliotheken, Buchhandlungen, Verlagshäuser oder sonstige Quellen) hergestellt werden.  Validierungstests und Pilotprojekte An der Validierung der Ergebnisse dieser Arbeiten werden verschiedene Anwendergruppen mitwirken, z. B. - je nach Art der von den Bibliotheken angebotenen Dienste - Forscher, Studenten und Firmen. Mitwirken werden auch Unternehmen aus den Bereichen  Datenverarbeitung und Telekommunikation, Bibliotheken, Verlagshäuser, Buchhandlungen und Endbenutzer. Parallel zu diesen Validierungstests werden Maßnahmen durchgeführt, die auf die Förderung von Normen für den Austausch von Bibliotheksbeständen und auf  die grösstmögliche Verbreitung der Ergebnisse dieser Arbeiten abzielen und dazu beitragen sollen, das Personal der Bibliotheken an die Telematik heranzuführen und mit ihr vertraut zu machen.   BEREICH C - TELEMATIK ZUR VERBESSERUNG DER BESCHÄFTIGUNGSLAGE UND DER LEBENSQUALITÄT  6. Städtische und ländliche Gebiete Die Sondierungsaktion ORA des Dritten Rahmenprogramms hat gezeigt, daß ländliche Gebiete für Unternehmen und Bürger mit Hilfe von Telematiksystemen und -diensten attraktiver gemacht werden könnten. Diese würden die Qualität der Dienstleistungen  verbessern, das wirtschaftliche Umfeld der Unternehmen aufwerten, die Lebensumstände der Bevölkerung insgesamt verbessern und Arbeitsplätze dank Telearbeit schaffen. Auch viele von der Rezession betroffene Städte und benachteiligte Großstadtviertel  leiden unter ähnlichen Nachteilen, die mit Hilfe der Telematik behoben werden könnten.  Ziel Ziel dieser Aktion ist es, in ländlichen Gegenden und Städten ohne ausreichende sozioökonomische und kulturelle Infrastruktur neue wirtschaftliche Aktivitäten anzusiedeln, traditionelle Aktivitäten zu verstärken und die Lebensbedingungen zu verbessern.  Telematiklösungen wie Telearbeit erlauben es, neue Aktivitäten aufzunehmen, Unternehmen Fernzugriff zu Basisdienstleistungen wie Datenbanken, Wartung, Assistenz, berufliche Fortbildung zu geben und der Bevölkerung in diesen Gebieten Dienstleistungen  anzubieten, die heutzutage in Bereichen wie Medizin, Ausbildung, Kultur und Sozialdiensten unverzichtbar sind. Mit diesen FTE-Maßnahmen sollte es möglich sein, Telearbeit und Teledienste bis zum Jahr 2000 erheblich auszubauen.  Langfristig könnte die verstärkte Nutzung der Telematik dazu beitragen, daß sich die Entwicklung der Abwanderung aus ländlichen in städtische Bereiche umkehrt. Eine enge Koordinierung mit anderen strukturpolitischen Aktivitäten und Programmen der  Gemeinschaft, besonders auf dem Gebiet der beruflichen Weiterbildung, sowie, was die Aspekte der Ausgrenzung mit dem spezifischen Programm  "Gesellschaftliche Schwerpunktforschung" betrifft, ist vorgesehen.  Art der Arbeiten Gegenstand der FTE-Projekte ist die Entwicklung und Anpassung von Telematikanwendungen in zwei Hauptbereichen.  Der eine Anwendungsbereich ist die Telearbeit, die durch Heimarbeiter, Teledienstunternehmen, Auftragsvergabe oder kooperative Unternehmensnetze geschaffen wird. Im Mittelpunkt der Arbeiten wird der Einsatz grundlegender Technologien stehen:  Multimediaarbeitsstationen, Werkzeuge zum Management des computergestützten kooperativen Arbeitens (Groupware), Audio- und Videokonferenzen, die Gesamtheit der verfügbaren Netze - öffentliches vermitteltes Netz, ISDN und die künftigen Breitbandnetze.  Das Ziel ist insbesondere die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität lokaler Unternehmen, insbesondere KMU, von deren wirtschaftlicher Effizienz die Arbeitsplätze abhängen.  Der zweite Anwendungsbereich umfasst die öffentlichen Teledienste. Neue Technologien wie digitales Mobiltelefon, interaktive CD, Kleinstantennen (Very Small Aperture Terminal, VSAT) und interaktives Fernsehen werden Werkzeuge sein, die Zugang zu Sprache  Daten und Bildern ermöglichen. Einzelpersonen, Unternehmen, Gebietskörperschaften und Behörden können so entfernte Datenbanken und Spezialbibliotheken nutzen, gesprochene Informationen abrufen und von Dienstleistungen wie Telemedizin, audiovisuellen  Diensten, Fernunterricht, Tourismusdiensten und Sozialdiensten Gebrauch machen.  Zur Verbesserung der Flächendeckung der kabel- und drahtlosen Netze sollen drahtlose Kommunikationssysteme entwickelt werden, um einen umfassenden Zugang zu Informationen und Dienstleistungen zu ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit muß den  Möglichkeiten der Verbindung der Interoperabilität von lokalen mit nationalen und internationalen Netzen, insbesondere der entstehenden europäischen Infrastruktur, gewidmet werden.  Validierungstests und Pilotprojekte Für die Validierungstests bieten sich die im Rahmen der Sondierungsaktion ORA bereits aufgebauten Partnernetze und die bestehenden innereuropäischen Städtepartnerschaften (Eurocities, Telecities usw.) an. Sie werden koordiniert mit Pilotprojekten im  Rahmen einzelstaatlicher Raumordnungspläne einiger Mitgliedstaaten bzw. regionalpolitischer Gemeinschaftsprogramme. Mehr Aufmerksamkeit sollte Validierungsprojekten gewidmet werden, die mehrere Telematikanwendungen an ein und demselben Standort in  ländlichen Gebieten oder Städten einschließen. Der Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Standorten auf nationaler und europäischer Ebene wird gefördert, und besonderes Augenmerk wird auf den Bedienungskomfort der Telematikanwendungen und der  diesbezueglichen Akzeptanz der Anwender gerichtet.  7. GesundheitswesenDie Projekte des Dritten Rahmenprogramms haben gezeigt, daß die Telematik zur Bewältigung der Herausforderungen beitragen könnte, vor die sich die europäischen Gesundheitssysteme bei ihren Bemühungen, den Bürgern hochwertige und kostengünstige  Leistungen anzubieten, gestellt sehen. Ebenso könnte die Entwicklung der Telematik, einschließlich der Anwendungen der mobilen Kommunikation, dazu beitragen, daß der rapide Wissensfortschritt und die immer komplizierteren Aufgaben in den ärztlichen  Berufen von den Personen, die solche Berufe ausüben, besser bewältigt werden können.  Ziel Ziel der Aktion ist die Fortführung der bisherigen Forschungsarbeiten, damit daß gesamte Gesundheitswesen Zugang zu europaweiten Telematikdiensten erhält und Europa mit dem Entwicklungsstand anderer führender Konkurrenzländer gleichziehen kann. Hierzu  ist die Einführung neuer Anwendungen zu fördern, die das gesamte Spektrum vorhandener und neuer Technologien nutzen, wobei der Schwerpunkt auf multimedialen Werkzeugen liegt.  Besonderes Augenmerk wird der Relevanz, Qualität, Vertraulichkeit, Kohärenz und Sicherheit der medizinischen Daten gelten. Vorgesehen ist eine enge Abstimmung mit dem spezifischen Programm für Forschung im Bereich Biomedizin und Gesundheitswesen sowie  mit den Aktivitäten der Gemeinschaft im Gesundheitswesen, unter anderem mit den Programmen  "Europa gegen den Krebs" und  "Europa gegen AIDS".  Art der Arbeiten Die Projekte verteilen sich auf vier Bereiche: Der erste Bereich betrifft multimediale Krankenblätter, insbesondere das darin enthaltene Bildmaterial, sowie dessen Übertragung auf EDV-Systeme und die Übermittlung in strukturierter und genormter Form  zwischen den beteiligten Einrichtungen und medizinischen Zentren (Krankenhäuser, Fachärzte, praktische Ärzte, medizinische Laboratorien, Krankenkassen usw.). Auch die europaweite Definition eines portablen, genormten Krankenblatts, in dem sich Daten und  Bilder speichern lassen, wird zwischen allen Beteiligten und den künftigen Benutzern abgestimmt. Die Arbeiten werden zum Aufbau eines einheitlichen und sicheren Gesundheitssystems für alle Bürger auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer  Ebene beitragen.  Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Erweiterung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der medizinischen Berufe sowie auf der Verbesserung der Arbeitsweise des Gesundheitsapparats durch Entwicklung von Telematikanwendungen. Auf diese  Weise werden der Austausch von patientenbezogenen Daten oder auch Konsultationen zwischen Kollegen ermöglicht. In den FTE-Arbeiten geht es einerseits um die Automatisierung und Überwachung bestimmter Diagnose- und Untersuchungsverfahren, deren  Ergebnisse dann unmittelbar über Telematiknetze weitergegeben und erläutert werden können, und andererseits um die Zusammenschaltung von krankenhauseigenen Informationssystemen mit Diagnoseeinrichtungen, Expertenssystemen und speziellen  Bildübermittlungssystemen. Eine offene Systemarchitektur wird für die Kompatibilität, Interoperabilität und Modularität der Anlagen sorgen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Übertragbarkeit der Daten und der Verwendung einheitlicher Anschlüsse an  die Telematiknetze.  Dank der raschen Fortschritte im Bereich der interaktiven Simulation und der virtüllen Umgebung sollen zu Ausbildungszwecken und zur Vorbereitung von Operationen  "virtülle Organe" entwickelt werden. Weitere Forschungsarbeiten gelten der medizinischen  Fernbetreuung von Chirurgen über virtülle Umgebungen ( "Telepräsenz").  Schließlich werden Telematikanwendungen entwickelt, die die Verwaltung der medizinischen Ressourcen, die Qualitätskontrollen der Gesundheitsversorgung, die Verarbeitung und Weitergabe von epidemiologischen Daten und die Durchführung von  Überwachungsprogrammen und Frühwarnprogrammen erleichtern sollen.  Der dritte FTE-Bereich ist die Telemedizin, die eine angemessene medizinische Versorgung von Patienten an entlegenen Orten und Fernkonsultation zwischen Ärzten über schwierige Fälle ermöglichen soll. Durch neue Telematikdienste auf der Basis  interaktiver Multimediakommunikation erhalten Patienten in entlegenen Gebieten oder auf See Zugang zu den geeigneten diagnostischen und therapeutischen Fachzentren. Dafür müssen Telematikanwendungen entwickelt werden, die einen völlig sicheren Austausch  von biologischen Signalen und bewegten Bildern über terrestrische Breitbandnetze oder Satelliten gestatten. Ferner müsste es möglich sein, Ferndiagnosen zu stellen, z. B. ärztliche Untersuchungen aus der Ferne zu interpretieren oder Behandlungen, wie z.  B. eine Nierendialyse, unter Ausschluß jeglichen Sicherheitsrisikos aus der Ferne zu überwachen, Diese Telematikanwendungen werden ausserdem auf die Nachsorge bei Patienten, die zu Hause sind, oder bei Opfern schwerer Unfälle direkt am Unfallort  ausgedehnt und entsprechend angepasst.  Schließlich sollen Telematikanwendungen zur Untersützung der vorbeugenden Maßnahmen der Gemeinschaft entwickelt werden, um dem medizinischen Personal und den Bürgern geeignete Informationen über bewährte Methoden zur Vermeidung bzw. Erkennung der  wichtigsten schweren Krankheiten zu liefern.  Validierungstests und Pilotprojekte Die Validierungstests werden in enger Zusammenarbeit mit allen, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind, durchgeführt. Besonderer Wert wird auf die Einbindung der Gesundheitsversorgung auf lokaler Ebene in regionale, nationale und europaweite  Telematiknetze gelegt. Hierzu werden vorzugsweise qualitativ hochwertige Referenzzentren miteinander verbunden.  8. Ältere Menschen und Behinderte Die Sondierungsaktion TIDE hat gezeigt, daß sich mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien auch für die spezifischen Probleme dieser Personengruppen passende Lösungen finden lassen.  Ziel Ziel dieser FTE-Aktion ist es, die Informations- und Kommunikationstechnologien in den Dienst behinderter und älterer Mitmenschen zu stellen, damit ihnen zu mehr Selbständigkeit, einer höheren Lebensqualität und einer besseren Integration in die  Gesellschaft verholfen wird und damit der Entwicklungsstand anderer führender Konkurrenzländer erreicht wird. Besonderes Augenmerk gilt der Feststellung der Bedürfnisse dieser Personengruppen und der Validierung der Entwicklungsergebnisse durch die  Anwender. Die Arbeiten werden sorgfältig mit anderen spezifischen Forschungsprogrammen wie  "Biomedizin und Gesundheit" und  "Industrie- und Werkstofftechnologien" koordiniert, die ebenfalls grundlegende Technologien, etwa die Biotechnologie oder die  neuen Werkstofftechnologien, zum Nutzen von Behinderten und Senioren einsetzen, sowie ferner mit dem spezifischen Programm über gesellschaftspolitische Schwerpunktforschung.  Des weiteren ist eine enge Zusammenarbeit mit dem sozialen Programm der Gemeinschaft für Behinderte (HELIOS) vorgesehen.  Art der Arbeiten Die Forschungsarbeiten werden sich auf zwei Hauptthemen konzentrieren: den Zugang zu Telematikdiensten und die Kompensation funktionaler Behinderungen. Damit insbesondere kognitiv und sensorisch beeinträchtigte Behinderte und Senioren uneingeschränkt am  Wirtschafts- und Gesellschaftsleben teilnehmen können, müssen technische Vorrichtungen, insbesondere Seh- und Hörhilfen, und geeignete Schnittstellen entwickelt werden, die sie in die Lage versetzen, vorhandene bzw. in der Entwicklung stehende  Telematiksysteme und -dienste zu nutzen, um leichteren Zugang zu Telearbeit, Informationen, Fernunterricht oder kulturellen Programmen zu erhalten. Benötigt werden ferner  "intelligente" Systeme als Hilfsmittel für diese Personen in ihrem beruflichen  oder privaten Umfeld, z. B. Fernbedienungen, Alarmsysteme oder Orientierungshilfen für unterwegs. Schließlich gilt es auch, Systeme für die Unterweisung der Betroffenen im Umgang mit diesen technischen Hilfen zu entwickeln.  Telematikanwendungen zur Kompensation funktionaler Behinderungen sollen unter Zuhilfenahme der Informations- und Kommunikationstechnologien funktionelle Einschränkungen von Behinderten und Senioren ganz oder teilweise ausgleichen. Hier geht es in erster  Linie um die Verbesserung der Mobilität, der zwischenmenschlichen Kommunikation und der Fähigkeit der Betroffenen zu selbständigem Handeln in ihrem unmittelbaren Umfeld. In diese Forschungsarbeiten werden auch die neuesten Erkenntnisse über die Technik  der virtüllen Umgebung und der Fernsteuerung ( "Telepräsenz") einfließen.  Validierungstests und Pilotprojekte Die technische Realisierbarkeit und die Funktionstüchtigkeit der im Rahmen dieser Aktion entwickelten Systeme und Dienste werden unter realen Bedingungen demonstriert. Die Validierung erfolgt mit Hilfe von Rehabilitations-Technologiezentren.  9. Sondierungsaktion Telematik für die Umwelt Im Rahmen von Sondierungsaktionen sollen die Einsatzmöglichkeiten der Telematik auch in anderen Bereichen untersucht werden. Dabei soll mit dem Umweltschutz begonnen werden.  Ziel Mit dieser Aktion soll geklärt werden, inwieweit Telematikanwendungen in enger Verbindung mit der entsprechenden Gemeinschaftspolitik und dem spezifischen FTE-Programm für die Umwelt zur Erhaltung und Verbesserung der Umwelt beitragen können; dabei soll  die Verbreitung von Telematiklösungen so schnell wie in anderen Industrieländern gefördert werden.  Art der Arbeiten Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich zunächst auf die Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet der Umwelt, die schon in anderen spezifischen Programmen behandelt werden und die von Telematiklösungen profitieren können. Dies betrifft insbesondere die  Europäische Umweltagentur und das zukünftige Zentrum zur Erdbeobachtung.  Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet werden auch automatische Warn- und Überwachungssysteme zur Kontrolle der Schadstoffe in der Atmosphäre sowie in Flüssen oder Meeren stehen. Vorgesehen ist ferner die Entwicklung von Systemen zur  Überwachung von Kernkraftwerken und Industriebetrieben sowie für das Naturkatastrophenmanagement, das Wüstenbildung, Erdbeben, hydrogeologische Notsituationen und Waldbrände betrifft. Weitere Forschungsarbeiten werden sich mit dem Aufbau und der  Verknüpfung von entsprechenden Informationsnetzen mit zentralen Einrichtungen zur Verhütung dieser Gefahren befassen. Die Einrichtungen sollen Fernzugriff auf Datenbanken mit automatischer Aktualisierung und auf Systeme zur Entscheidungsfindung  erhalten. Letztlich soll auch die Möglichkeit einer Erweiterung dieser Netze auf Mittel- und Osteuropa und den gesamten Mittelmeerraum erwogen werden.  Validierungstests und Pilotprojekte Die Validierungstests werden in enger Absprache mit den zuständigen örtlichen und nationalen Behörden in Städten, Industriegebieten, Häfen, Küstenregionen und Flußgebieten mit besonders hoher Umweltbelastung durchgeführt.  10. Weitere Sondierungsaktionen Vorschläge für weitere Sondierungsaktionen, mit denen das Potential von Telematiklösungen in nicht unter das Programm fallenden Bereichen sowie sonstiger Bedarf an Telematikdiensten, die zweckmässigerweise im Laufe des Programms entwickelt werden können,  bewertet werden sollen, können im Rahmen der Unterstützungsmaßnahmen unterbreitet werden. Wenn sie zweckmässig erscheinen, könnten diese weiteren Sondierungsaktionen ab 1996 gegebenenfalls nach Anpassung des Programms gemäß Artikel 4 Absatz 1 anlaufen.   BEREICH D - HORIZONTALE FTE-AKTIVITÄTEN  Das Gesamtziel dieser Aktivitäten besteht nicht allein darin, Anwendungen zu entwickeln und zu validieren, mit denen vertikale Aktivitäten unterstützt und verstärkt werden, sondern auch zu ermöglichen, daß Europa  mit den führenden Konkurrenzländern auf diesen Gebieten gleichziehen kann.  11. Telematik-Engineering Ziel Die Forschungsarbeiten im Rahmen dieser Aktion verfolgen drei Ziele: Zum einen geht es um die Bereitstellung von Entwicklungswerkzeugen und -methoden für Forscher und Ingenieure zur Entwicklung von möglichst effizienten Telematikanwendungen, die eine  optimale Integration von generischen Einrichtungen, Netzen und Diensten mit spezifischer Ausrüstung und Software darstellen (Anwendungs-Engineering). Zum anderen geht es darum, die für die erfolgreiche Einführung einer neuen Telematikanwendung  notwendigen Veränderungen im Umfeld der Anwender (Prozeß-Engineering) zu analysieren. Schließlich müssen übergreifende Fragen wie Datenschutz und geistige Eigentumsrechte behandelt werden. Diese Tätigkeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den  spezifischen Programmen  "Informationstechnologien" und  "Kommunikationstechnologien".  Art der Arbeiten Das Prozeß- und Verfahrens-Engineering in den Anwenderbereichen des Programms (Krankenhäuser, Hochschulen, Verwaltungen usw.) beinhaltet eine Bewertung der Auswirkungen und der Benutzer-Akzeptanz der alten und neuen Telematikanwendungen (Telearbeit,  Telemedizin oder Fernunterricht). Vergleichende Studien und Forschungsarbeiten werden in den Bereichen durchgeführt, die durch das TELEMATIK-Programm (Verwaltung, Krankenhäuser, Forschungszentren oder Unternehmen, die Telearbeit einführen) abgedeckt  werden. Sie werden die Effizienz der Verwaltung, Betriebsführung und Arbeitsorganisation in diesen verschiedenen privatwirtschaftlichen und öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen vor und nach der Einführung von Telematikanwendungen analysieren und  das Ergebnis in möglichst allgemeine praktische Empfehlungen unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips umsetzen. Damit dürfte es möglich sein, allgemeine Strategien zu entwickeln, die einerseits eine Umorganisation der betreffenden  Anwenderbereiche bei grösstmöglicher Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz ermöglichen und andererseits eine Analyse der Vorteile und Einsparungen gestatten, die durch neue Telematiksysteme entstehen. Da diese Systeme auch zur Verbesserung  der Arbeitsbedingungen beitragen sollen, wird den ergonomischen Aspekten besondere Aufmerksamkeit geschenkt.  Das Anwendungs-Engineering zielt darauf ab, die Methoden für generische und spezifische Komponenten entweder im Hardware- oder im Softwarebereich, so miteinander zu verbinden, daß die in den verschiedenen Programmsparten entwickelten  Telematikanwendungen bestimmte grundlegende Merkmale aufweisen können: angemessene Funktionalität und Zuverlässigkeit, einfachere Handhabung und Nutzung sowie Offenheit für weitere technische Fortschritte. Besondere Aufmerksamkeit wird der Suche nach  modularen und generischen Lösungen sowie Fragen der Interoperabilität (Protokolle, Schnittstellen) gewidmet. Die Arbeiten werden auf Ergebnisse und laufende Arbeiten von Programmen wie denjenigen über Informationstechnologien und Telekommunikation oder  anderer ähnlicher Initiativen und die im Laufe des vorhergehenden Programms TELEMATIK gewonnenen Erfahrungen zurückgreifen.  Schließlich werden Studien für Projekte durchgeführt, die auf möglichst wirksame Weise Fragen über Datenschutz, Vertraulichkeit, Schutz der Privatsphäre, Urheberrechte und Normung behandeln.  Durch diese Arbeiten zum Telematik-Engineering werden allmählich möglichst kohärente und einheitliche Methoden, Techniken, Werkzeuge oder Empfehlungen entstehen. Durch spezielle Verbreitungsaktionen werden die Empfehlungen allen Beteiligten des  Telematikprogramms sowie generell allen Forschern und Benutzern von Telematikanwendungen zugänglich gemacht.  12. Sprach-Engineering Die Sprache ist das wichtigste Vehikel des wissenschaftlichen und technischen Wissens, Grundlage unserer Kultur und wesentliches Kommunikationsinstrument in Handel und Verwaltung. Telematiksysteme verwenden eine rudimentäre Sprache, die von der üblichen  Sprache ihrer Benutzer oft weit entfernt ist. Eine wesentliche Voraussetzung für die Erleichterung des Umgangs mit diesen Informations- und Kommunikationssystemen und ihrer weiten Verbreitung ist ihre sprachtechnologische Aufrüstung. Systeme, die in der  Lage sind, gesprochene und geschriebene Sprache zu verarbeiten, können zudem zur Überwindung der Sprachbarrieren beitragen, die den europaweiten Einsatz von Telematiksystemen erschweren. Die Aktion wird die unter dem Dritten Rahmenprogramm begonnenen  Forschungsarbeiten ausdehnen, wobei der Akzent auf der Integrierung der Sprachtechnologien in konkrete Anwendung (z. B. in den Bereichen der Verwaltung, Gesundheit und Ausbildung) und auf der ständigen Verbesserung der Bewertungsmethoden liegt. Diese  Aktion wird sich auf die anderen Gemeinschaftsaktionen für grundlegende FTE stützen und mit den linguistischen Forschungsprogrammen der Mitgliedstaaten und im EUREKA-Rahmen koordiniert.  Ziel Ziel der Aktion ist es, den Einsatz von Telematikanwendungen zu erleichtern und die Kommunikation in den europäischen Sprachen durch Integrierung neuer Verarbeitungsmethoden für die schriftliche und die gesprochene Sprache zu verbessern. Forschungsarbeiten, die auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Umsetzung der Ergebnise in industriellen oder kommerziellen Anwendungsgebieten ausgerichtet sind, werden prioritär gefördert. Die FTE-Arbeiten werden sich dazu im wesentlichen auf folgende  Hauptkategorien von Telematikanwendungen konzentrieren: Informationsdienste (mit Systemen zur Bearbeitung und Archivierung von Dokumenten) transaktionsbezogene Teledienste (z. B. Telebanking, elektronische Verzeichnisse) und die zwischenmenschliche  Kommunikation, einschließlich elektronische Post und Videokonferenz.  Art der Arbeiten Die FTE-Arbeiten haben drei Schwerpunkte Erstens müssen die Ergebnisse früherer Forschungsarbeiten einschließlich der bereits im Rahmen von ESPRIT durchgeführten Arbeiten im Hinblick auf die Entwicklung von sprachtechnologisch ausbaufähigen Systemen für multisektorielle Bereiche, in denen die  Sprachverarbeitung eine wichtige Rolle spielt, genutzt werden.  Dazu gehört in erster Linie die Entwicklung linguistischer Hilfen für die bessere Erstellung und Handhabung elektronischer Dokumente in mehreren Sprachen. Darunter sind hochentwickelte mehrsprachige Werkzeuge für Autoren, verbesserte Methoden der  Indexierung und Recherche für Dokumente, die in einer nicht genormten Form abgefasst sind, und Methoden für die automatische Extraktion und Kombination von Informationselementen aus unterschiedlichen Dokumentenarchiven und Datenbanken zu verstehen.  Ferner müssen Schnittstellen sowohl in geschriebener als auch gesprochener Form entwickelt werden, die eine den Anwendern in den verschiedenen Mitgliedstaaten entsprechende Anpassung der sowohl für Fachleute als auch für die Allgemeinheit bestimmten  Transaktionsdienste ermöglichen. Zur Verbesserung der linguistischen Qualität von Telearbeit und elektronischer Post sind ausserdem Techniken für die Konvertierung von gesprochener in geschriebene Sprache und umgekehrt, für die automatische Weiterleitung  von Mitteilungen und für den Echtzeitzugang zur automatischen Übersetzung und zu anderen linguistischen Diensten zu entwickeln.  Ein weiterer Punkt ist die Verfeinerung der vorhandenen Werkzeuge, Methoden und Systeme für die automatische und rechnergstützte Übersetzung im Hinblick auf deren Integration in das Arbeitsumfeld des jeweiligen Anwenders.  Schließlich steht auch die Entwicklung linguistischer Werkzeuge und Methoden zur Unterstützung des Sprachunterrichts auf dem Programm.  Der zweite Schwerpunkt ist die Entwicklung und Harmonisierung wiederverwendbarer linguistischer Hilfsmittel wie elektronischer Grammatiken, Textkorpora und Wörterbüchern im Hinblick auf deren Verwendbarkeit in verschiedenen Systemen, um deren Nutzung zu  erweitern.  Der dritte Schwerpunkt ist die Untersuchung von Bereichen der Linguistik, die mittel- und langfristig als Ausgangspunkte für Anwendungen in Betracht kommen. In dieser Richtung muß weiter geforscht werden, um die Komplexität der Sprachen besser in den  Griff zu bekommen und die Methoden der analytischen Sprachdatenverarbeitung zu verbessern. Auch hier sind wiederum drei Schwerpunkte vorgesehen: die Repräsentation der Begriffe in verschiedenen Sprachen zur Erleichterung der elektronischen Textanalyse  und des Mensch-Maschine-Dialogs, die Anwendung fortgeschrittener DV-Techniken bei der Verarbeitung der natürlichen Sprache und die Verfeinerung der für die Verarbeitung von geschriebener und gesprochener Sprache verwendbaren Methoden  (Freitextverarbeitung, fortgeschrittene Spracherkennung, automatische Simultanübersetzung).  Validierungstests und Pilotprojekte Zur Überprüfung der technischen Realisierbarkeit, Funktionsfähigkeit und Praxistauglichkeit der gefundenen Lösungen für linguistische Probleme werden Pilotprojekte, insbesondere mit Telematikanwendungen, die in anderen Programmbereichen entwickelt  wurden, durchgeführt. Weiterhin werden geeignete Methoden für vergleichende Tests und objektive Kriterien für die Bewertung linguistischer Werkzeuge erstellt. Schließlich werden auch Verfahren für die Qualitätskontrolle von sprachverarbeitenden Systemen  und Diensten sowie Empfehlungen für die zuständigen Normungsgremien erarbeitet.  13. Informations-Engineering Die Menge der elektronisch gespeicherten und über Telematiksysteme verbreiteten Informationen nimmt erheblich zu. Gleichwohl sind sie aus Gründen wie Anzahl, Streuung und Heterogenität der Informationsdienste nur schwer zugänglich. Dies führt dazu, daß  die Telematiksysteme nur unzureichend genutzt werden und verschiedene Anwendergruppen nur beschränkte Auswahlmöglichkeiten haben. Um hier Abhilfe zu schaffen, muß die Nutzung von Informationsdiensten durch Anwendung fortgeschrittener Telematiksysteme im  Bereich des elektronischen Editierens und des Informationszugriffs beschleunigt werden. Die Arbeiten werden soweit wie möglich die Ergebnisse anderer Gemeinschaftsprogramme - z. B. im Bereich der Informationstechnologie - nutzen und sich auf bestehende  oder in der Entwicklung befindliche fortschrittliche Technologien stützen.  Ziel Durch den Einsatz von Methoden und Systemen, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien basieren, soll der selektivere Zugriff auf elektronische Informationen in jeder Form erleichtert und vereinfacht werden.  Art der Arbeiten Die FTE-Arbeiten behandeln die wichtigsten Glieder der Mehrwertkette bei der elektronischen Information (Produktion, Verbreitung, Zugang).  Im Bereich elektronisches Editieren wird an Anwendungen gearbeitet, deren  "Produkte" (z. B. Datenbanken und elektronische Manuskripte) für alle Arten von Geräten und Software geeignet sind und auf jede beliebige Art publiziert werden können und somit  den Bedürfnissen verschiedener Anwendergruppen gerecht werden. Dafür werden fortgeschrittene Anwendungen entwickelt, die den Autoren und Editoren eine generische Beschreibung von Struktur und Format der Informationen ermöglichen, und zwar unabhängig von  der benutzten technologischen Plattform. Diese Anwendungen müssen sich ohne weiteres in die vorhandene Umgebung der Informations- "Produzenten" integrieren lassen.  In der Rubrik Verbreitung digitalisierter Informationen wird an neuen Arten der Informationsdarbietung gearbeitet, die dem Anwender das Auffinden der gesuchten Information ohne jegliche Vorkenntnis über Struktur und Inhalt der Datenbanken ermöglichen.  Die Forschungsarbeiten werden auch die Integration von Informationen in unterschiedlicher Form (Text, Bild, Ton) in einen Dienst beinhalten. Ausserdem soll der modulare Charakter der Informationsblöcke in längeren Texten mit Hilfe der neuesten  Datenbankmethoden weiter ausgeprägt werden, um die transaktionelle und wirtschaftliche Dimension der Informationsverbreitung zu verbessern.  Zur besseren Erschließung der immer zahlreicheren verstreuten und heterogenen Informationsquellen für die Benutzer werden fortschrittliche Recherchemethoden entwickelt. Diese Methoden werden dem Anwender das Auffinden der gesuchten Informationsquellen  durch On-line-Orientierungshilfen erleichtern. Der Anwender wird in die Lage versetzt - unter Vermeidung von Redundanz -, die gleiche Suche in mehreren Datenbanken durchzuführen, die Datensätze  "intuitiv" abzufragen, Informationen abzurufen und sie  problemlos in eine Anwendung zu übertragen.  Validierungstests und Pilotprojekte Bei der Validierung im Rahmen von Pilotprojekten werden die Anforderungen sämtlicher Anwender (vom Neuling im Bereich der Informatik bis hin zum Fortgeschrittenen) in der Kette der Informationsproduktion berücksichtigt. Sie schließt die Entwicklung von  Qualitätskontrolle und Leistungsmessung von Informationssystemen ein und führt zur Entwicklung von Normen für Datenaustauschformate.   BEREICH E - UNTERSTÜTZUNGSMASSNAHMEN  Diese Maßnahmen behandeln Aspekte, die mehrere Bereiche des Programms betreffen. Zur Wahrung der strategischen Einheitlichkeit des TELEMATIK-Programms und zur Stärkung des diesbezueglichen Zusammenhalts und der  Koordinierung werden die vorgeschlagenen Maßnahmen (einschließlich der Maßnahmen zugunsten der KMU), die in den verschiedenen Bereichen oder auf der Programmebene als Ganzes anfallen, auf Programmebene geprüft, jedoch in den jeweiligen Bereichen  durchgeführt. Die Maßnahmen auf Programmebene sind den Maßnahmen auf Bereichsebene gegenüber nachrangig und tragen den spezifischen Erfordernissen in bezug auf die Maßnahmen in jedem Bereich Rechnung.  Unter anderem werden folgende Aspekte behandelt:   "Telematikbeobachtung" und Maßnahmen zur Konsensbildung Eine Aktivität  "Telematikbeobachtung" soll ständig den Bedarf der Nutzer, die Entwicklung der Telematiktechnologie und des Marktes beobachten und Mechanismen aufzeigen, mit denen die Innovation auf der Seite der Nutzer gefördert wird. Horizontale  Konzertierung und Konsensverfahren werden den Erfahrungsaustausch zwischen den Programmbereichen intensivieren.  Konsensbildung der Beteiligten verschiedener Bereiche und Vorhaben bezieht sich insbesondere auf Normen und auf allgemeine Telematikinfrastrukturen, die den Einsatz neuer Telematikdienste beschleunigen können. In diesem Zusammenhang wird eine  Koordinierung sowohl zwischen den einzelnen Kommissionsdienststellen als auch mit anderen Gemeinschaftsmaßnahmen erfolgen, so z. B. Maßnahmen, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), von der Europäischen Investitionsbank (EIB) und  vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) finanziert werden.  Verbreitung der Ergebnisse und Verbreitung der Telematik Die Verbreitung und die Auswertung der Ergebnisse sind von entscheidender Bedeutung für dieses Programm, das sich auf die Benutzer konzentriert und ihnen auf der Basis von Pilotprojekten und Validierungstests innovative, beschäftigungswirksame  Telematikanwendungen insbesondere in Bereichen anbietet, die im Weißbuch erwähnt werden (Telearbeit und Teledienste für allgemeine und berufliche Bildung, Gesundheitswesen oder Verkehr). Die sich in diesem Rahmen anbahnende Zusammenarbeit hat als  Hauptziel, die notwendigen Investitionen zu ermöglichen, um die neuen Anwendungen zu verbreiten und im grossen Maßstab zu nutzen. Unter diesem Blickwinkel werden Demonstrationsprojekte unterstützt, insbesondere wenn mehrere Anwendungsgebiete der  Telematik beteiligt sind; hierbei soll auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Demonstrationszentren angeregt werden. Weiterhin soll die Durchführung von Workshops, Seminaren, Konferenzen und Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem europäischen Netz  von Zentren zur Nutzung und Verbreitung der Forschungsergebnisse unterstützt werden. Die an den Projekten beteiligten Forscherteams werden aufgefordert, von Anfang an anzugeben, wie sie sich an Aktionen zur Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse ihrer  Arbeit in der gesamten Europäischen Union beteiligen wollen.  Internationale Zusammenarbeit In den meisten Forschungsbereichen werden auf internationaler Ebene Aktivitäten wie Konferenzen, Studienreisen, Veranstaltungen zur Demonstration von verwertbaren Ergebnissen eingeleitet, sobald eindeutig feststeht, daß diese Aktivitäten für die  Europäische Union insbesondere auf den im Weißbuch erwähnten Gebieten von gegenseitigem und ausgewogenem Interesse sind. Eine grosse Bedeutung wird der Zusammenarbeit mit den lateinamerikanischen Ländern, den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie den  neuen unabhängigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion beigemessen. Bei einigen Projekten kann möglicherweise ein Austausch von Wissenschaftlern stattfinden. Zu den Telematikaktivitäten im Rahmen der Programme PHARE und TACIS oder zu von der EBWE  finanzierten Initiativen wird es Verbindungen geben.  Eine Koordinierung und gegebenenfalls eine Zusammenarbeit wird es auch mit COST- und EUREKA-Maßnahmen sowie mit ähnlichen FTE-Programmen anderer europäischer Einrichtungen (insbesondere ESA, CERN und Eurocontrol) im gesamten Telematikbereich geben.  Ausbildung Der Austausch von Forschern, die über Telematikanwendungen arbeiten,und die Vernetzung der bestehenden Forschungseinrichtungen werden gefördert. Ausserdem kann auch für die Schulung von Anwendern sowie den Erfahrungsaustausch in diesem Bereich eine  Gemeinschaftsunterstützung gewährt werden.     ANHANG II   VORLÄUFIGE AUFSCHLÜSSELUNG DES FÜR NOTWENDIG ERACHTETEN BETRAGS   "" ID="1">A. Telematik für Dienstleistungen von öffentlichem Interesse> ID="2">255"> ID="1"> 1. Verwaltung> ID="3">50"> ID="1"> 2. Verkehr> ID="3">205"> ID="1">B. Wissensorientierte Telematik> ID="2">146"> ID="1"> 3. Telematik für die  Forschung> ID="3">50"> ID="1"> 4. Aus- und Fortbildung> ID="3">66"> ID="1"> 5. Bibliotheken> ID="3">30"> ID="1">C. Telematik zur Verbesserung der Beschäftigungslage und der Lebensqualität> ID="2">268"> ID="1"> 6. Städtische und ländliche Gebiete>  ID="3">48"> ID="1"> 7. Gesundheitswesen> ID="3">135"> ID="1"> 8. Ältere Menschen und Behinderte> ID="3">65"> ID="1"> 9. Sondierungsaktion (Telematik für die Umwelt)> ID="3">20"> ID="1">10. Weitere Sondierungsaktionen> ID="3">z.E."> ID="1">D.  Horizontale FTE-Tätigkeiten> ID="2">133"> ID="1">11. Telematik-Engineering> ID="3">15"> ID="1">12. Sprach-Engineering> ID="3">81"> ID="1">13. Informations-Engineering> ID="3">37"> ID="1">E. Unterstützungsmaßnahmen> ID="2"> 41 (1)">  ID="1">Insgesamt> ID="2">843 (1)""Diese Aufschlüsselung schließt nicht aus, daß ein Projekt unter mehrere Bereiche fallen kann.  > (1) Davon:  - 18 Millionen ECU für die Verbreitung und Optimierung der Ergebnisse,  - 23 Millionen ECU für andere Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen.  (1) Davon:  - höchstens 6,1 % für Personal- und 3,7 % für Verwaltungsausgaben,  - bis zu 5 % für spezifische Maßnahmen hinsichtlich der KMU.    ANHANG III   SPEZIFISCHE REGELUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS  1. Das Programm wird im Zusammenhang mit der Validierung und Demonstration von Telematikanwendungen durchgeführt, die am besten zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zur Entwicklung der  Beschäftigung in der Gemeinschaft und zur Leistungsfähigkeit der Dienstleistungen von öffentlichem Interesse beitragen. Das Arbeitsprogramm für Forschung und technologische Entwicklung wird im Licht der spezifischen Erfordernisse der Validierungs- und  Demonstrationsmaßnahmen angepasst.  2. Das Programm wird über indirekte Aktionen durchgeführt, mit denen die Gemeinschaft einen finanziellen Beitrag zu FTE-Maßnahmen leistet, die von Dritten oder den GFS-Stellen in Zusammenarbeit mit Dritten durchgeführt werden:  a) Aktionen auf Kostenteilungsbasis  FTE-Vorhaben, die von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen durchgeführt werden; die Gründung von Arbeitsgemeinschaften für integrierte Projekte mit einem gemeinsamen Ziel wird gefördert.  Die Gemeinschaftsfinanzierung beträgt in der Regel höchstens 50 % der Projektkosten, wobei die Beteiligung bei zunehmender Marktnähe schrittweise geringer wird. Diejenigen Universitäten und Einrichtungen, die keine analytische Haushaltsrechnung  anwenden, erhalten eine Erstattung auf der Grundlage von 100 % der zusätzlichen Kosten.  b) Für dieses spezifische Programm geeignete Maßnahmen - Förderung der Technologie als Anreiz und Erleichterung für die Beteiligung der KMU an FTE-Tätigkeiten durch Gewährung von Prämien für die Durchführung der Sondierungsphase einer kooperativen FTE-Maßnahme - einschließlich der Suche nach Partnern -  während eines Zeitraums von bis zu zwölf Monaten. Die Prämie wird nach der Auswahl von schematischen Vorschlägen vergeben, die gewöhnlich von mindestens zwei nichtverbundenen KMU aus zwei verschiedenen Mitgliedstaaten vorgelegt werden müssen. Die Prämie  deckt bis zu 75 % der Kosten der Sondierungsphase ab, wobei ein KMU, dessen Bewerbung berücksichtigt worden ist, jeweils nicht mehr als 22 500 ECU erhalten darf.  Nach einer ersten Ausschreibung können in dem Zeitraum, in dem das Arbeitsprogramm durchgeführt wird, jederzeit Vorschläge unterbreitet werden;  - Maßnahmen zur Förderung der Normung und Maßnahmen zur Erstellung eines Anwendungsprotokolls von allgemeinem Wert für die Ziele des Programms;  - finanzielle Unterstützung der Zusammenschaltung der von den Projektteilnehmern ermittelten Infrastrukturen und Anlagen, die für Demonstrationen und koordinierte Aktionen (verstärkte Koordinierungstätigkeit) erforderlich sind.  Die Beteiligung der Gemeinschaft kann bis zu 100 % der Kosten dieser Maßnahmen decken.  c) Vorbereitunges-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen, z. B.  - Studien zur Unterstützung des Programms und erste Maßnahmen zur Ausarbeitung künftiger Tätigkeiten;  - Maßnahmen zur Erleichterung der Beteiligung von Unternehmen, Forschungs- und Benutzerorganisationen an dem Programm sowie zur Erleichterung ihres Zugangs zu den Forschungsergebnissen im Bereich der Telematikanwendungen;  - Veröffentlichungen und Maßnahmen zur Verbreitung, Förderung und Nutzung der Ergebnisse in Abstimmung mit den im dritten Aktionsbereich durchgeführten Tätigkeiten; die für die Förderung der Nutzung der Ergebnisse maßgeblichen Faktoren werden von Beginn  an und während der Laufzeit der FTE-Vorhaben berücksichtigt, deren Partner ein Basisnetz für die Verbreitung und die Nutzung der Ergebnisse bilden;  - Analyse der möglichen sozioökonomischen Folgen im Zusammenhang mit dem Programm, als auch Beitrag zu dem Programm  "sozioökonomische Schwerpunktforschung";  - Ausbildungsmaßnahmen für Forscher und Benutzer im Bereich der Telematikanwendungen zur Förderung des Technologietransfers und der Qualifikation der Beschäftigten;  - vernetzungsunterstützende Maßnahmen zur Förderung des Problembewusstseins und zur Bereitstellung dezentraler Unterstützung von KMU in Abstimmung mit Euromanagement-FTE-Audits.  Die Beteiligung der Gemeinschaft kann bis zu 100 % der Kosten dieser Maßnahmen decken.  d) Konzertierte Aktionen,  bei denen FTE-Vorhaben des Programms mit den bereits von staatlichen oder privaten Stellen finanzierten FTE-Vorhaben insbesondere über  "Konzertierungsnetze" koordiniert werden. Konzertierte Aktionen können auch als notwendige Koordinierung für die  Arbeit von Interessengemeinschaften dienen, die durch FTE-Vorhaben auf Kostenteilungsbasis (siehe Nummer 2 Buchstabe a)) Hersteller, Netzbetreiber, Softwareproduzenten, Diensteanbieter, Benutzer, Universitäten und Forschungszentren im Hinblick auf  dasselbe technologische oder industrielle Ziel zusammenführen.  Die Beteiligung der Gemeinschaft kann bis zu 100 % der Konzertierungskosten decken.  3. Die Beteiligung internationaler Organisationen an diesem Programm kann in Ausnahmefällen auf derselben Grundlage finanziert werden wie die Beteiligung in der Gemeinschaft niedergelassener juristischer Personen.