CELEX: 
Language: de
Date: 2021-04-21 00:00:00
Title: DELEGIERTE RICHTLINIE (EU) .../... DER KOMMISSION zur Änderung der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 durch Einbeziehung von Nachhaltigkeitsfaktoren in die Produktüberwachungspflichten

BEGRÜNDUNG
            
            
               1.KONTEXT DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
            
            
               Diese Richtlinie ist Teil einer umfassenderen Initiative der Kommission zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Sie schafft die Grundlage für einen EU-Rahmen, der Nachhaltigkeitsaspekte ins Zentrum des Finanzsystems rückt, um die Umformung der europäischen Wirtschaft zu einem umweltfreundlicheren und widerstandsfähigeren Kreislaufsystem zu unterstützen, und steht so ganz im Einklang mit den Zielen des europäischen Grünen Deals
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               .
            
            
               Nach der Annahme des Pariser Klimaschutzübereinkommens von 2016 und der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung kündigte die Kommission in ihrem Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“
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                ihre Absicht an, in den sektoralen Rechtsvorschriften Klarheit über die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekte in die „treuhänderischen Pflichten“ zu schaffen. In der Mitteilung über den europäischen Grünen Deal wird die Notwendigkeit langfristiger Signale bekräftigt, die dazu beitragen, Finanz- und Kapitalströme in umweltfreundliche Investitionen zu lenken und „gestrandete Vermögenswerte“ zu vermeiden. Die vorliegende delegierte Richtlinie wird zu diesem Ziel beitragen.
            
            
               Die Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission
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                ergänzt die Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates
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                (MiFID II), indem unter anderem die Produktüberwachungspflichten näher spezifiziert werden. Mit der vorliegenden Richtlinie wird die Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission
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                in zweifacher Hinsicht geändert. 
            
            
               Nach dem geltenden MiFID-II-Rahmen hat eine Wertpapierfirma, die Finanzinstrumente zum Verkauf an Kunden konzipiert, ein Verfahren für die Genehmigung jedes einzelnen Finanzinstruments und jeder wesentlichen Anpassung bestehender Finanzinstrumente vor dessen Vermarktung oder Vertrieb an Kunden zu unterhalten, zu betreiben und zu überprüfen. Im Produktgenehmigungsverfahren wird für jedes Finanzinstrument ein bestimmter Zielmarkt für Endkunden innerhalb der jeweiligen Kundengattung festgelegt und sichergestellt, dass alle einschlägigen Risiken für den bestimmten Zielmarkt bewertet werden und die beabsichtigte Vertriebsstrategie dem bestimmten Zielmarkt entspricht
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               . Ferner sorgen Wertpapierfirmen, die Finanzinstrumente zum Verkauf an Kunden konzipieren, gemäß Artikel 24 Absatz 2 MiFID II dafür, dass diese Finanzinstrumente so ausgestaltet sind, dass sie den Bedürfnissen eines bestimmten Zielmarktes von Endkunden innerhalb der jeweiligen Kundengattung entsprechen, dass die Strategie für den Vertrieb der Finanzinstrumente mit dem bestimmten Zielmarkt vereinbar ist und dass die Wertpapierfirma zumutbare Schritte unternimmt um zu gewährleisten, dass das Finanzinstrument an den bestimmten Zielmarkt vertrieben wird. In Kapitel III der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 sind an Konzepteure und Vertreiber gerichtete Einzelheiten der Produktaufsicht und -überwachung festgelegt. 
            
            
               In den Bedingungen für die Bestimmung eines Zielmarkts, die in der gemäß Artikel 16 Absatz 12 und Artikel 24 Absatz 13 MiFID II erlassenen Delegierten Richtlinie 2017/593 festgelegt wurden, sind die Einzelheiten der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsfaktoren und nachhaltigkeitsbezogenen Zielen durch Wertpapierfirmen, die Finanzinstrumente konzipieren, und durch die Vertreiber noch nicht ausdrücklich festgelegt. Laut der vorliegenden Richtlinie sind bei der Produktaufsicht und -überwachung Nachhaltigkeitsfaktoren und nachhaltigkeitsbezogene Ziele zu berücksichtigen.
            
            
               Diese Richtlinie und andere in diesem Zusammenhang verabschiedete sektorbezogene delegierte Rechtsakte zur Anpassung der treuhänderischen Pflichten stärken die Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates
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               , die Verordnung (EU) 2019/2089 des Europäischen Parlaments und des Rates
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                und die Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates
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               . Mit diesen Vorschriften werden Nachhaltigkeitserwägungen über die verschiedenen Sparten hinweg kohärent in den Investitions-, Beratungs- und Offenlegungsprozess integriert. Damit werden Umwelt-, Sozial- und Governance- (Nachhaltigkeits-) Erwägungen ins Zentrum des Finanzsystems gerückt, um so zur Wandlung der europäischen Wirtschaft in ein umweltfreundlicheres, CO2-armes, widerstandsfähigeres und ressourcenschonendes Kreislaufsystem beizutragen.
            
            
               Dieser Entwurf einer delegierten Richtlinie stützt sich auf die Befugnisübertragung nach Artikel 16 Absatz 3 und Artikel 24 Absatz 13 MiFID II.
            
            
               2.KONSULTATIONEN VOR ANNAHME DES RECHTSAKTS
            
            
               Im Dezember 2016 setzte die Kommission die hochrangige Sachverständigengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen (HLEG) ein, die durch Formulierung von Empfehlungen zur Entwicklung einer Unionsstrategie für ein nachhaltiges Finanzwesen beitragen soll. Mitte Juli 2017 veröffentlichte die Gruppe einen Zwischenbericht mit dem Titel „Financing a Sustainable European Economy“ und stellte auf einer Veranstaltung mit Interessenträgern am 18. Juli 2017 ihren Abschlussbericht vor, dem ein Fragenkatalog zur Konsultation folgte.
            
            
               Am 31. Januar 2018 wurde zusammen mit dem HLEG-Abschlussbericht „Financing a Sustainable European Economy“ ein Feedback-Statement veröffentlicht, in dem die Antworten der Konsultationsteilnehmer zusammengefasst werden. In ihrem Abschlussbericht empfiehlt die hochrangige Sachverständigengruppe, Vermögensberater dazu zu verpflichten, Kleinanleger bei Finanzberatungen routinemäßig auf ihre Präferenzen hinsichtlich der nachhaltigen Auswirkungen ihrer Investitionen anzusprechen und diesen entsprechend Rechnung zu tragen. Außerdem wurde empfohlen, die für die Berücksichtigung von Langfrist- und Nachhaltigkeitsrisiken geltenden Governance-Regelungen zu erörtern.
            
            
               Im März 2018 führte die Kommission eine gezielte Umfrage durch, wie ökologische, soziale oder die Governance betreffende Erwägungen in die Eignungsbeurteilung einbezogen werden sollten. Die Konsultation ergab, dass bei der Beratung die wenigsten Kunden von sich aus Nachhaltigkeitsfaktoren ansprechen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass i) die verfügbaren Informationen über nachhaltigkeitsbezogene Finanzinstrumente nicht transparent sind; ii) in den bestehenden Unterlagen ein hohes Risiko besteht, dass Anlagen ein „grüner“ Anstrich verliehen wird; iii) es an Kenntnissen über die Auswirkungen auf das Risiko und die Wertentwicklung fehlt. Nachhaltigkeitsfaktoren werden von Kunden bei der Beratung offenbar nur selten systematisch zur Sprache gebracht. 
            
            
               Die Kommission forderte die ESMA auf, eine technische Empfehlung zu möglichen Änderungen der nach Maßgabe von MiFID II zu erlassenden delegierten Rechtsakte im Hinblick auf die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren in die Bereiche organisatorische Anforderungen, Bedingungen für die Ausübung der Tätigkeit, Risikomanagement und Zielmarktbewertung abzugeben. 
            
            
               Die Kommission wies in ihrem Mandat darauf hin, dass Änderungen an der Definition des Zielmarkts nicht zu unlauteren Verkaufspraktiken führen dürfen und deshalb u. a. Investitionsziele und Nachhaltigkeitszwänge eindeutig genannt werden müssen. Darüber hinaus bekräftigte die Kommission, dass die Möglichkeit der Bestimmung eines Zielmarkts für Kunden ohne nachhaltigkeitsbezogene Ziele beibehalten werden sollte.  
            
            
               Am 30. April 2019 veröffentlichte die ESMA ihren „Final report on integrating sustainability risks and factors in MiFID II“, in dem sie die von den Interessenträgern bei der öffentlichen Konsultation zwischen dem 19. Dezember 2018 und dem 19. Februar 2019 geäußerten Standpunkte berücksichtigte. Der Bericht enthält auch eine Kosten-Nutzen-Analyse. Darüber hinaus führte die ESMA am 4. Februar 2019 eine öffentliche Anhörung durch, um zusätzliche Rückmeldungen einzuholen. Auch die Interessengruppe Wertpapiere und Wertpapiermärkte der ESMA wurde konsultiert. Im Bericht wird auf die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren in die organisatorischen Anforderungen und die Produktüberwachungs- und Kontrollstrukturen von Wertpapierfirmen eingegangen. Die von der ESMA ausgearbeiteten Empfehlungen zu Produktüberwachungs- und Kontrollstrukturen, zu denen sie auch die Öffentlichkeit konsultiert hat, sind in diesen Entwurf einer delegierten Richtlinie eingeflossen.
            
            
               Im Einklang mit den Grundsätzen der besseren Rechtsetzung wurde dieser Vorschlagsentwurf vom 8. Juni 2020 bis zum 6. Juli 2020 zur Konsultation veröffentlicht. Nach gebührender Berücksichtigung der Rückmeldungen wurden weitere Änderungen in den Text aufgenommen.
            
            
               3.RECHTLICHE ASPEKTE DES DELEGIERTEN RECHTSAKTS
            
            
               Rechtsgrundlage für diese Richtlinie sind Artikel 16 Absatz 12 und Artikel 24 Absatz 13 der Richtlinie 2014/65/EU.
            
         
         
            
               Der vorliegende Entwurf einer delegierten Richtlinie enthält folgende Änderungen an der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593:
            
            
               In Artikel 1 wird klargestellt, dass die Konzepteure bei der Bestimmung der Art(en) von Kunden, deren Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen das Finanzinstrument entspricht, nachhaltigkeitsbezogene Ziele gebührend berücksichtigen sollten. Darüber hinaus sollten bei der Bewertung des Zielmarkts auf der Grundlage des Risiko-/Renditeprofils und der Merkmale des jeweiligen Produkts auch die Ziele des Instruments im Hinblick auf nachhaltige Investitionen oder ökologische oder soziale Merkmale erfasst werden. Bei dieser Überprüfung sollten die Konzepteure ausdrücklich auch die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele der Kunden berücksichtigen. 
            
            
               Darüber hinaus sollten die Konzepteure Nachhaltigkeitsfaktoren der Finanzinstrumente auf transparente Weise offenlegen, sodass sich Wertpapierfirmen im Dialog mit Kunden oder potenziellen Kunden gemäß der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 der Kommission
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                ein hinreichend detailliertes Bild von deren individuellen Nachhaltigkeitspräferenzen machen können. Die Ermittlung eines negativen Zielmarkts ist für nachhaltige Investitionen nicht erforderlich.
            
            
               In Artikel 2 werden diese Anforderungen auch für die Vertreiber festgelegt. 
            
            
               In Artikel 3 wird der Geltungsbeginn der vorgeschlagenen Richtlinie festgelegt und eine Übergangszeit von 12 Monaten vorgesehen.
            
            
               DELEGIERTE RICHTLINIE (EU) .../... DER KOMMISSION
            
            
               vom 21.4.2021
            
            
               zur Änderung der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 durch Einbeziehung von Nachhaltigkeitsfaktoren in die Produktüberwachungspflichten
            
            
               (Text von Bedeutung für den EWR)
            
            
               DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
            
            
               gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
            
            
               gestützt auf die Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über Märkte für Finanzinstrumente und zur Änderung des Richtlinien 2002/92/EG und 2011/61/EU
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               , insbesondere auf Artikel 16 Absatz 12 und Artikel 24 Absatz 13,
            
            
               in Erwägung nachstehender Gründe:
            
            
               (1)Der Übergang zu einer CO2-armen, nachhaltigeren und ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft steht im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung und ist von entscheidender Bedeutung für die Gewährleistung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft der Union. Im Jahr 2016 schloss die Union das Pariser Übereinkommen
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               . Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe c des Pariser Übereinkommens gibt das Ziel vor, entschlossener gegen Klimaänderungen vorzugehen, unter anderem indem die Finanzmittelflüsse in Einklang gebracht werden mit einem Weg hin zu einer hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung.
            
            
               (2)Um diese Herausforderung anzugehen, präsentierte die Kommission im Dezember 2019 den europäischen Grünen Deal
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               . Der europäische Grüne Deal ist eine neue Wachstumsstrategie, mit der die Union zu einer fairen und wohlhabenden Gesellschaft mit einer modernen, ressourcenschonenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaft werden soll, in der ab dem Jahr 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden und das Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abgekoppelt ist. Dieses Ziel erfordert klare Signale an die Anleger in Bezug auf ihre Investitionen, um „gestrandete“ Vermögenswerte zu vermeiden und nachhaltige Finanzmittel zu mobilisieren.
            
            
               (3)Im März 2018 veröffentlichte die Kommission ihren Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“
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               , mit dem eine ehrgeizige und umfassende Strategie für ein nachhaltiges Finanzwesen auf den Weg gebracht wurde. Eines der im Aktionsplan genannten Ziele besteht darin, die Kapitalflüsse in nachhaltige Investitionen umzulenken, um ein nachhaltiges und inklusives Wachstum zu erreichen.
            
            
               (4)Die ordnungsgemäße Umsetzung des Aktionsplans fördert die Nachfrage der Anleger nach nachhaltigen Investitionen. Daher muss klargestellt werden, dass im Rahmen der in der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission
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                festgelegten Produktüberwachungspflichten auch Nachhaltigkeitsfaktoren und nachhaltigkeitsbezogene Ziele zu berücksichtigen sind.
            
            
               (5)Wertpapierfirmen, die Finanzinstrumente konzipieren und vertreiben‚ sollten beim Produktgenehmigungsverfahren jedes Finanzinstruments Nachhaltigkeitsfaktoren genauso berücksichtigen wie bei den anderen Produktüberwachungs- und -kontrollverfahren für Finanzinstrumente, die an Kunden vertrieben werden soll‚ die an Finanzinstrumenten mit einem nachhaltigkeitsbezogenen Profil interessiert sind.
            
            
               (6)Da der Zielmarkt in ausreichender Detailtiefe definiert werden sollte, ist eine allgemeine Erklärung, dass ein Finanzinstrument ein nachhaltigkeitsbezogenes Profil aufweist, nicht ausreichend. Wertpapierfirmen, die Finanzinstrumente konzipieren und vertreiben, sollten vielmehr angeben, an welche Kundengruppe mit nachhaltigkeitsbezogenen Zielen das Finanzinstrument vertrieben werden soll.
            
            
               (7)Um sicherzustellen, dass Finanzinstrumente mit Nachhaltigkeitsfaktoren auch für Kunden ohne Nachhaltigkeitspräferenzen leicht verfügbar bleiben, sollten Wertpapierfirmen nicht verpflichtet werden, Kundengruppen zu ermitteln, mit deren Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen das Finanzinstrument mit Nachhaltigkeitsfaktoren nicht vereinbar ist.
            
         
         
            
               (8)Die Nachhaltigkeitsfaktoren eines Finanzinstruments sollten transparent dargestellt werden, damit der Vertreiber seinen Kunden oder potenziellen Kunden die relevanten Informationen zur Verfügung stellen kann.
            
            
               (9)Die Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 sollte daher entsprechend geändert werden —
            
            
               HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
            
            
               Artikel 1 
               Änderungen der Delegierten Richtlinie (EU) 2017/593
            
            
               Die Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 wird wie folgt geändert:
            
            
               1.In Artikel 1 wird folgender Absatz 5 angefügt:
            
            
               „(5)
                     Der Ausdruck „Nachhaltigkeitsfaktoren“ bezeichnet Nachhaltigkeitsfaktoren im Sinne von Artikel 2 Nummer 24 der Verordnung (EU) 2019/2088*.
            
            
               _______________________________________________________________
            
            
               *Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (ABl. L 317 vom 9.12.2019, S. 1).“
            
            
               2.Artikel 9 wird wie folgt geändert:
            
            
               a)Absatz 9 Unterabsatz 1 erhält folgende Fassung: 
            
            
               „(9)
                     Die Mitgliedstaaten verpflichten die Wertpapierfirmen, mit ausreichender Detailtiefe den potenziellen Zielmarkt für jedes Finanzinstrument und die Kundenart(en) zu bestimmen, mit deren Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen, einschließlich etwaiger nachhaltigkeitsbezogener Ziele, das Finanzinstrument vereinbar ist. Dabei bestimmen die Firmen jegliche Kundengruppen, mit deren Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen das Finanzinstrument nicht vereinbar ist, es sei denn, bei den betreffenden Finanzinstrumenten werden Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt. Arbeiten Wertpapierfirmen bei der Konzeption eines Finanzinstruments zusammen, braucht nur ein Zielmarkt bestimmt zu werden.“;
            
            
               b)Absatz 11 erhält folgende Fassung:
            
            
               „(11)
                     Die Mitgliedstaaten verpflichten die Wertpapierfirmen, festzustellen, ob ein Finanzinstrument den ermittelten Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen des Zielmarkts entspricht, unter anderem indem sie untersuchen, ob folgende Elemente gegeben sind:
            
            
               a)Das Risiko-/Ertragsprofil des Finanzinstruments ist mit dem Zielmarkt vereinbar;
            
            
               b)etwaige Nachhaltigkeitsfaktoren des Finanzinstruments sind mit dem Zielmarkt vereinbar;
            
            
               c)die Gestaltung des Finanzinstruments wird durch Merkmale bestimmt, die für den Kunden von Vorteil sind, und nicht durch ein Geschäftsmodell, dessen Rentabilität auf schlechten Kundenergebnissen beruht.“;
            
            
               c)In Absatz 13 wird folgender Unterabsatz 2 angefügt: 
            
            
               „Die Nachhaltigkeitsfaktoren des Finanzinstruments werden auf transparente Art und Weise beschrieben und bieten den Verteilern die Informationen, die sie benötigen, um jegliche nachhaltigkeitsbezogenen Ziele des Kunden oder potenziellen Kunden gebührend berücksichtigen zu können.“;
            
            
               d)Absatz 14 erhält folgende Fassung:
            
         
         
            
               „(14)
                     Die Mitgliedstaaten verpflichten die Wertpapierfirmen, die von ihnen konzipierten Finanzinstrumente regelmäßig zu überprüfen und dabei alle Ereignisse zu berücksichtigen, die das potenzielle Risiko für den bestimmten Zielmarkt wesentlich beeinflussen könnten. Die Wertpapierfirmen prüfen, ob das Finanzinstrument weiterhin mit den Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen des Zielmarkts vereinbar ist und auf dem Zielmarkt vertrieben wird oder ob es Kunden erreicht, mit deren Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen, einschließlich etwaiger nachhaltigkeitsbezogener Ziele, das Finanzinstrument nicht vereinbar ist.“.
            
            
               3.Artikel 10 wird wie folgt geändert:
            
            
               a)Absatz 2 Unterabsatz 1 erhält folgende Fassung:
            
            
               „(2)
                     Die Mitgliedstaaten schreiben vor, dass die Wertpapierfirmen über angemessene Produktüberwachungsvorkehrungen verfügen müssen, die sicherstellen, dass die Produkte und Dienstleistungen, die sie anbieten oder empfehlen wollen, mit den Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen, einschließlich etwaiger nachhaltigkeitsbezogener Ziele, eines bestimmten Zielmarkts vereinbar sind und dass die beabsichtigte Vertriebsstrategie dem bestimmten Zielmarkt entspricht. Die Wertpapierfirmen ermitteln und bewerten die Situation und die Bedürfnisse der Kunden, auf die sich konzentrieren wollen, in angemessener Weise, um sicherzustellen, dass die Interessen der Kunden nicht aufgrund kommerziellen oder finanziellen Drucks beeinträchtigt werden. Dabei bestimmen die Firmen jegliche Kundengruppen, mit deren Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen das Produkt oder die Dienstleistung nicht vereinbar ist, es sei denn, bei den betreffenden Finanzinstrumenten werden Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt.“;
            
            
               b)Absatz 5 erhält folgende Fassung:
            
            
               „(5)
                     Die Mitgliedstaaten verpflichten die Wertpapierfirmen, die von ihnen angebotenen oder empfohlenen Finanzinstrumente und die von ihnen erbrachten Dienstleistungen regelmäßig zu überprüfen und dabei alle Ereignisse zu berücksichtigen, die das potenzielle Risiko für den bestimmten Zielmarkt wesentlich beeinflussen könnten. Die Firmen bewerten zumindest, ob das Produkt oder die Dienstleistung den Bedürfnissen, Merkmalen und Zielen, einschließlich etwaiger nachhaltigkeitsbezogener Ziele, des bestimmten Zielmarkts weiterhin entspricht und ob die beabsichtigte Vertriebsstrategie immer noch geeignet ist. Die Firmen überprüfen den Zielmarkt erneut und/oder aktualisieren die Produktüberwachungsvorkehrungen, wenn sie erkennen, dass sie den Zielmarkt für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung nicht richtig bestimmt haben oder dass das Produkt oder die Dienstleistung den Gegebenheiten des bestimmten Zielmarkts nicht mehr gerecht wird, beispielsweise falls das Produkt aufgrund von Marktveränderungen illiquide oder hochgradig volatil wird.“.
            
            
               Artikel 2 
               Umsetzung
            
            
               (1)Die Mitgliedstaaten erlassen und veröffentlichen bis spätestens [OJ: please insert date - exactly 12 months minus one day after entry into force of this delegated act] die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie nachzukommen. Sie teilen der Kommission unverzüglich den Wortlaut dieser Vorschriften mit.
            
            
               Sie wenden diese Rechtsvorschriften ab dem [OJ: please insert date exactly 15 months after entry into force of this delegated act] an.
            
            
               Bei Erlass dieser Vorschriften nehmen die Mitgliedstaaten in den Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten dieser Bezugnahme.
            
            
               (2)Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den Wortlaut der wichtigsten nationalen Vorschriften mit, die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.
            
            
               Artikel 3 
               Inkrafttreten
            
            
               Diese Richtlinie tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
            
            
               Artikel 4 
               Adressaten
            
            
               Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
            
            
               Brüssel, den 21.4.2021
            
            
               
                     Für die Kommission
               
               
                     Die Präsidentin
                     Ursula VON DER LEYEN
               
            
         
         
            
                  
                     (1)
                  
                        Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Der europäische Grüne Deal [COM(2019) 640 final]. 
               
               
                  
                     (2)
                  
                        Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, die Europäische Zentralbank, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums [COM(2018) 97 final].
               
               
                  
                     (3)
                  
                        Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission vom 7. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf den Schutz der Finanzinstrumente und Gelder von Kunden, Produktüberwachungspflichten und Vorschriften für die Entrichtung beziehungsweise Gewährung oder Entgegennahme von Gebühren, Provisionen oder anderen monetären oder nicht-monetären Vorteilen (ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 500).
               
               
                  
                     (4)
                  
                        Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über Märkte für Finanzinstrumente sowie zur Änderung der Richtlinien 2002/92/EG und 2011/61/EU (ABl. L 173 vom 12.6.2014, S. 349).
               
               
                  
                     (5)
                  
                        Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission vom 7. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf den Schutz der Finanzinstrumente und Gelder von Kunden, Produktüberwachungspflichten und Vorschriften für die Entrichtung beziehungsweise Gewährung oder Entgegennahme von Gebühren, Provisionen oder anderen monetären oder nicht-monetären Vorteilen (ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 500).
               
               
                  
                     (6)
                  
                        Siehe Artikel 16 Absatz 3 MiFID sowie Artikel 9 Absatz 3 MiFID. 
               
               
                  
                     (7)
                  
                        Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor (ABl. L 317 vom 9.12.2019, S. 1).
               
               
                  
                     (8)
                  
                        Verordnung (EU) 2019/2089 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 zur Änderung der Verordnung (EU) 2016/1011 hinsichtlich EU-Referenzwerten für den klimabedingten Wandel, hinsichtlich auf das Übereinkommen von Paris abgestimmter EU- Referenzwerte sowie hinsichtlich nachhaltigkeitsbezogener Offenlegungen für Referenzwerte (ABl. L 317 vom 9.12.2019, S. 17).
               
               
                  
                     (9)
                  
                        Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (ABl. L 198 vom 22.6.2020, S. 13).
               
               
                  
                     (10)
                  
                        Delegierte Verordnung (EU) 2017/565 der Kommission vom 25. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die organisatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen und die Bedingungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit sowie in Bezug auf die Definition bestimmter Begriffe für die Zwecke der genannten Richtlinie (ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 1).
               
               
                  
                     (11)
                  
                        ABl. L 173 vom 12.6.2014, S. 349.
               
               
                  
                     (12)
                  
                        Beschluss (EU) 2016/1841 des Rates vom 5. Oktober 2016 über den Abschluss des im Rahmen des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen geschlossenen Übereinkommens von Paris im Namen der Europäischen Union (ABl. L 282 vom 19.10.2016, S. 1).
               
               
                  
                     (13)
                  
                        COM(2019) 640 final.
               
               
                  
                     (14)
                  
                        COM(2018) 97 final.
               
               
                  
                     (15)
                  
                        Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission vom 7. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf den Schutz der Finanzinstrumente und Gelder von Kunden, Produktüberwachungspflichten und Vorschriften für die Entrichtung beziehungsweise Gewährung oder Entgegennahme von Gebühren, Provisionen oder anderen monetären oder nicht-monetären Vorteilen (ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 500).