CELEX: 31993M0363
Language: de
Date: 1993-11-29 00:00:00
Title: ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29.11.1993 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall IV/M.363 - CONTINENTAL / KALICKO / DG BANK / BENECKE) gemäss der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Nur der deutsche Text ist verbindlich)

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31993M0363

ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29.11.1993 zur Vereinbarkeit eines Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall IV/M.363 - CONTINENTAL / KALICKO / DG BANK / BENECKE) gemäss der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates (Nur der deutsche Text ist verbindlich)  

Amtsblatt Nr. C 336 vom 11/12/1993 S. 0000

 ENTSCHEIDUNG DER KOMMISSION vom 29.11.1993 zur Vereinbarkeit eines  Zusammenschlusses mit dem Gemeinsamen Markt (Fall IV/M.363 - CONTINENTAL / KALIKO  / DG BANK / BENECKE) gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates  (Nur der deutsche Text ist verbindlich). Die gedruckte Fassung der Entscheidung ist bei den Verkaufsstellen des Amtes für  Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften. ÖFFENTLICHTE VERSION FUSIONSVERFAHREN ARTIKEL 6 (1) b ENTSCHEIDUNG Einschreiben mit Empfangsbestätigung Continental AG, Vahrenwalder Str. 9, D - 30165 HANNOVER  DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank, Am Platz der Republik, D - 60325 FRANKFURT via : Rechtsanwälte Bruchhaus Westrick Stegemann, z. Hd. Dr. Burkhard Richter,  Freiligrathstrasse 1, D - 40479 DÜSSELDORF, fax 0049/211/4979248 Betrifft: <ind> Fall Nr IV/M.363 - Continental/Kaliko/DG Bank/Benecke  <ind>  <ind> Ihre Anmeldung gemäß Artikel 4 der Ratsverordnung (EGW) Nr 4064/89  (Fusionsverordnung) Sehr Geehrte Damen und Herren,  1. Am 25. Oktober 1993 hat die Kommission eine gemeinsame Anmeldung der Continental AG,  Hannover, und der DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank, Frankfurt, erhalten, nach der die  Göppinger Kaliko GmbH, eine Tochtergesellschaft der Continental AG, beabsichtigt, 50.1% des  Grundkapitals der J.H.Benecke AG, Hannover, zu erwerben. Benecke wird zur Zeit mehrheitlich  von der DG Bank kontrolliert.  2. Nach Prüfung der Anmeldung hat die Kommission festgestellt, daß das angemeldete Vorhaben  in den Anwendungsbereich der Ratsverordnung (EWG) Nr. 4064/89 fällt und keine ernsthaften  Bedenken hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt bestehen.  I DIE BETEILIGTEN UNTERNEHMEN  3. Die Continental AG (Continental) ist ein international tätiges Unternehmen, das im  wesentlichen in der Herstellung und dem Vertrieb von Kraftfahrzeugreifen und anderen  technischen Artikeln aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk tätig ist. Die DG Bank  Deutsche Genossenschaftsbank (DG Bank) ist eine deutsche Genossenschaftsbank, die  Bankgeschäfte aller Art betreibt.  4. Göppinger Kaliko GmbH (Kaliko) ist eine Tochtergesellschaft der Continental, deren  Hauptgeschäftsbereiche die Herstellung und den Vertrieb von Kunststoff-Folien und  Kunststoffteilen insbesondere für die Automobilindustrie, sowie die Produktion von beschichteten  Geweben für unterschiedliche Anwendungszwecke umfassen.  5. J.H.Benecke (Benecke) ist eine deutsche Unternehmensgruppe, die vornehmlich Halbzeug- und  Fertigteile aus Kunstoff für die Kraftfahrzeuginnenaustattung sowie beschichtete Gewebe für  verschiedene Anwendungen herstellt und vertreibt.  II DER ZUSAMMENSCHLUSS  6. Kaliko wird 50.1% des Aktienkapitals der Benecke sowie die hiermit verbundene  Stimmenrechtsmehrheit erwerben. Die restlichen 49.9% des Kapitales und der damit  verbundenen Stimmrechte werden weiterhin von der DG-Bank (48.1%) und der DSV Silo-und  Verwaltungsgesellschaft, an der die DG Bank zu 50% beteiligt ist, gehalten werden. Continental  wird das Gemeinschaftsunternehmen voll konsolidieren.  Gemeinsame Kontrolle  7. Kaliko und DG Bank werden Benecke gemeinsam kontrollieren. Zwar wird Kaliko nach  Durchführung des Zusammenschlußvorhabens über 50.1% der Stimmrechte verfügen und die  unternehmerische Führung des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen. Die Parteien haben  jedoch einen Konsortialvertrag geschlossen, der weitere Rechte und Pflichten der beiden  Anteilseigner regelt. Hiernach  bedürfen die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des  Aufsichtsrates der Benecke der vorherigen Abstimmung zwischen DB Bank und Kaliko. Im  Rahmen dieser Abstimmung schlägt Kaliko die Mehrheit, die DG Bank die übrigen Mitglieder  vor. Ebenso werden die Vorschläge der Kaliko zur Bestellung der Vorstandsmitglieder zuvor im  Aufsichtsrat mit den Vertretern der DG Bank abgestimmt.  8. § 1 des Konsortialvertrages bestimmt grundsätzlich, daß die DG Bank den im Rahmen der  unternehmerischen Führung von Kaliko vorgesehenen Maßnahmen zustimmen wird.   Nichtsdestotrotz sieht die zukünftige Satzung der Benecke vor, daß die Feststellung und  Änderung einer Reihe von im mehrjährigen Geschäfts- und Finanzplan enthaltenen  Entscheidungen der Benecke eines einstimmigen Zustimmungsbeschlusses des Aufsichtsrates  bedürfen. Die in dem Mehrjahresplan, der jährlich fortgeschrieben wird, enthaltenen Punkte  umfassen nach den Bestimmungen des Konsortialvertrages insbesondere Entscheidungen zur  Investitionsplanung, Produkt- und Prozessentwicklung, Finanzplanung, zu Personalmaßnahmen,   Strukturmaßnahmen, Standortfragen und unternehmenspolitischen Neuausrichtungen des  Gemeinschaftsunternehmens durch Aquisitionen und Kooperationen. Mangelnde Einstimmigkeit  im Aufsichtsrat hat nach den geltenden Vorschriften des deutschen Aktienrechtes zur Folge, daß  die Beschlußfassung über diese im Geschäftsplan enthaltenen Maßnahmen in der  Hauptversammlung nur mit einer 3/4 Mehrheit und damit wiederum nur mit Zustimmung der DG  Bank erfolgen kann. Der DG Bank ist damit ein Vetorecht für eine Anzahl wesentlicher  strategischer Entscheidungen im Hinblick auf die Geschäftspolitik der Benecke eingeräumt.  Weiterhin bedürfen Beschlüsse über die Gewinnverwendung von Benecke der Zustimmung   beider Anteilseigner im Aufsichtsrat und der Einstimmigigkeit in der Hauptversammlung.  9. Die beschriebenen, der DG Bank eingeräumten Rechte gehen weit über die einem  Minderheitsgesellschafter üblicherweise zustehenden Rechte hinaus und gewähren ihr einen  bestimmenden Einfluß auf die Geschäftsführung der Benecke. Die volle Konsolidierung des  Gemeinschaftsunternehmens durch Continental schließt dabei die Annahme eines  mitkontrollierenden Einflusses des anderen Partners nicht aus. Denn die Konsolidierung hat zwar  Auswirkungen auf die bilanz- und rechnungstechnische Führung des  Gemeinschaftsunternehmens, indiziert jedoch keine Alleinbeherrschung durch die  Konzernmutter.  Selbständige wirtschaftliche Einheit und Koordinierung des Wettbewerbverhaltens  10. Benecke ist ein im Markt bereits tätiges Unternehmen, welches alle Funktionen einer  selbständigen wirtschaftlichen Einheit ausübt. Darüberhinaus wird Kaliko mit Vollzug des  Zusammenschlusses seine sämtlichen Aktiva und Passiva in die Benecke AG einbringen, sodaß  das Gemeinschaftsunternehmen weiterhin alle unternehmerischen Funktionen selbständig  ausüben wird. Eine Koordinierung zwischen den Müttern oder zwischen einer der Mütter und  dem Gemeinschaftsunternehmen kann ausgeschlossen werden, da beide nicht mehr auf dem  Markt des Gemeinschaftsunternehmens tätig sein werden und die DG-Bank zudem weder auf vor-  oder nachgelagerten noch auf benachbarten Märkten präsent ist. Da Kaliko die unternehmerische  Führung des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen wird, scheidet gleichfalls ein  Koordinierungsrisiko zwischen Continental und dem GU aus, da beide nicht als voneinander  unabhängige Unternehmen angesehen werden können.   11. Das angemeldete Vorhaben ist daher ein Zusammenschluß im Sinne des Artikel 3.  III GEMEINSCHAFTSWEITE BEDEUTUNG  12. Der Zusammenschluß hat gemeinschaftsweite Bedeutung im Sinne des Art. 1 Abs.2. Die  weltweiten Gesamtumsätze der Continental (4.79 Mrd. ECU)  und die der nach Art.3 (a) zu  berücksichtigenden Umsätze der DG Bank( 10.23 Mrd. ECU) betrugen 1992 zusammen mehr als  5 Mrd. ECU. Beide Unternehmen erzielten im gleichen Geschäftsjahr jeweils mehr als 250 Mio  ECU in der EG, wovon nur die DG Bank mehr als zwei Drittel in Deutschland umsetzte.  IV RELEVANTE PRODUKTMÄRKTE  13. Kaliko und Benecke sind beides Anbieter von Materialien der Oberflächenverkleidung für den  Kraftfahrzeuginnenraum. Sie stellen insbesondere verschiedene Kunstoff-Folien wie ABS-, PSR-  und Schaumfolien her und sind gleichzeitig Teilehersteller für Dachhimmel. Innerhalb des  Bereiches der Oberflächenverkleidung für den Kfz-Innenraum unterscheiden die Parteien die  folgenden  drei Marktsegmente: Oberflächenverkleidung für Armaturentafeln, Dachhimmel und  sonstige Oberflächenverkleidung für Seiten- und Türbereich, Sitze, Fußbodenbereich usw.  Armaturentafeln  14. Armaturentafeln werden entweder im Spritzgußverfahren als fertige Formteile ohne weitere  Oberflächenverkleidung hergestellt oder als Halbfertigteile mit einer gesonderten Folie aus  Kunstoff, Lederimitaten oder Leder überzogen. Es werden unterschiedliche Kunstoff-Folien für  die Oberflächenverkleidung verwendet : ABS-Folien und Schaumfolien werden auf Rolle  produziert und dann in einem speziellen Tiefziehverfahren der Form der jeweiligen Tafel  angepasst, während PSR-Folien ihre endgültige Form bereits im Herstellungsverfahren, dem  Slush-Verfahren erhalten, wo die Formgebung durch einen thermischen Rotationprozeß erlangt  wird. Folien sind Halbfertigprodukte, die regelmässig an den Teilehersteller geliefert werden, der  dann den Automobilhersteller mit der kompletten Armaturentafel beliefert.    15. Zwischen den verschiedenen Folien und auch im Verhältnis zu gespritzten Armaturentafeln  bestehen Unterschiede im Hinblick auf Preis, Qualität und Design. Die Parteien gehen dennoch  davon aus, daß aus der Sicht der Nachfrageseite, die sowohl von dem die grundsätzliche  Konzeption des Innenraumes bestimmenden Automobilhersteller als auch von dem  Komponentenhersteller als dem unmittelbaren Abnehmer bestimmt wird, die einzelnen  Materialien jedenfalls für einen wesentlichen Anwendungsbereich  untereinander austauschbar  sind. Insbesondere bei Fahrzeugen der mittleren Preisklasse (Escort, Astra, Golf) wählen die Kfz- Hersteller zwischen der gesamten Breite der zur Verfügung stehenden Materialen (Spritzguß,  Schaumfolie, ABS-Folie). Aber auch im Bereich der oberen Preisklasse stehen die Anbieter von  ABS- oder Slush-Folien im Wettbewerb zu Anbietern von Lederimitaten und Ledermaterialien.  Dies ist von den von der Kommission befragten Abnehmern bestätigt worden. Auf der Grundlage  dieser der Kommision zur Verfügung stehenden Informationen ist davon auszugehen, daß es sich  bei Kunstoff-Folien, Leder und Lederimitaten für Armaturentafeln sowie gespritzten Formteilen  um den relevanten Produktmarkt handelt.  Dachhimmel  16. Dachhimmel für Kraftfahrzeuge werden im Oberflächenmaterial aus Kunststoff-Folien, Leder,  Kunstleder oder Textilien hergestellt. Man unterscheidet Fertighimmel und Spannhimmel;  letztere bedürfen einer besonderen Trägerkonstruktion, sind im Einbau kostenintensiver und  werden nur noch bei wenigen Kfz-Modellen verwendet. Fertighimmel bestehen aua einem  Trägermaterial aus Kunstschaum, auf welches ein Dekorationsstoff aus einem der genannten  Materialien aufgeklebt wird. Bis jetzt wurden nach Auskunft der Parteien beide Arten von  Himmeln von den Kfz-Herstellern als austauschbar angesehen. Die Automobilindustrie bezieht  Dachhimmel in der Regel unmittelbar von den Produzenten und montiert Zusatzkomponenten  wie Sonnenblenden, Beleuchtung oder Handgriffe bislang überwiegend selbst. Eine Entwicklung  zur Systemlieferung wird jedoch auch in diesem Bereich für wahrscheinlich gehalten und von den  Anbietern von Himmeln auch angestrebt.   Oberflächenverkleidungen im Automobilbereich  17. Die Parteien stellen schließlich Oberflächenmaterialien aus Kunststoff für den sonstigen Kfz- Innenraum her, z.B. Tür-, Seiten- und Säulenverkleidungen, Ablagen, Armlehnen, Sitzbezuege  und Fußbodenauskleidungen. Dieser Bereich umfasst eine grosse Zahl verschiedener Produkte und  ist vom Gesamtvolumen her (2,5 Mrd. Ecu) wesentlich bedeutender als die vorgenannten  Segmente. Die verwendeten Werkstoffe werden auf denselben Maschinen hergestellt und   erscheinen aus der Sicht der Abnehmer (Kfz-Hersteller) als austauschbar. Insgesamt ist allerdings  ein deutlicher Trend zur Verwendung von Textilien und textilhaltigen Stoffen für Verkleidungen  im Kfz-Innenraum zu verzeichnen, wie von Wettbewerbern und Abnehmern bestätigt wurde.  Dieser Trend wird noch gefördert durch das allseitige Bemühen um die Verwendung PVC-freier  Materialien. Textilien werden von den Parteien nicht hergestellt. Teilweise wird auf den neuen  Trend mit der Entwicklung von Kunststoff-Folien mit Textilstruktur reagiert.  18. Die Auswahlkriterien auf Seiten der Kfz-Hersteller entsprechen denjenigen bei  Armaturentafeln. Fahrzeuge ein- und derselben Preisklasse sind mit unterschiedlichen  Materialien im Innenraum ausgestattet, wie die Parteien mit Beispielen belegt haben. Innerhalb  einer Preisklasse werden Materialien bei Bedarf durchaus gegen höherpreisige Werkstoffe  ausgetauscht; eine Einsparung erfolgt  im Gegenzug bei anderen Komponenten. Der Wechsel  zwischen verschiedenen Materialien, der vor allem in Reaktion auf  wechselnde Design- und  Geschmacksvorstellungen der Pkw-Käufer erfolgt, belegt die Austauschbarkeit der verschiedenen  Oberflächenmaterialien und ihre Zugehörigkeit zu einem einheitlichen Produktmarkt.  Oberflächenmaterialien für Verwendungen ausserhalb des Automobilbereichs  19. Folien und andere Oberflächenmaterialien werden daneben von den Parteien für diverse  Verwendungszwecke ausserhalb der Automobilindustrie hergestellt. Diese Produktion macht  jedoch nur einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz der Parteien aus. Im einzelnen geht es um  veredelte Textilien, weiche PVC-Folien und beschichtete Gewebe, die an Rollo-Hersteller,  Unternehmen der Verpackungsindustrie, Möbelindustrie und Schuhindustrie, an  Reisegepäckhersteller, Schiffsausstatter und verschiedene andere industrielle Verarbeiter geliefert  werden. Die Vielzahl der insoweit betroffenen Märkte bedarf aufgrund des unbedeutenden  Umsatzes der Parteien in diesen Bereichen keiner näheren Untersuchung. Es kommt zudem nur  zu wenigen, geringfügigen Überschneidungen zwischen beiden Unternehmen in den Bereichen  Möbelfolien, Schuhmaterial und Sonnenschutzrollos.  V  DIE RELEVANTEN GEOGRAPHISCHEN MÄRKTE  Armaturentafeln  20. Die Parteien gehen davon aus, daß der Markt für Oberflächenmaterialien für Armaturentafeln  europaweit ist. Benecke wie auch Kaliko sind ausser in Deutschland zu einem wesentlichen Teil in  Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien tätig. Gleiches gilt für einen Grossteil ihrer  Wettbewerber wie Alkor, Ghislaved, Ilpea etc. Die Nachfrager der Folienlieferanten sind die  Teilehersteller und mittelbar die  Automobilindustrie, die das Beschaffungsverhalten der  Komponentenlieferanten wesentlich beeinflussen. Die Automobilhersteller bestimmen die  Folienhersteller, mit denen sie gemeinsam Materialien  entwickeln, die bestimmten technischen  und farblichen Anforderungen genügen müssen, und  geben die diesen Anforderungen  entsprechenden Materialien zum Bezug "frei". Sie konzipieren, teils gemeinsam mit dem  Teilehersteller, den Innenraum eines Kfz-Modelles und schreiben auch teilweise dem  Teilehersteller vor, von welchem Lieferanten er die Oberflächenverkleidung beziehen muß, um so  die Einheitlichkeit der im gesamten Kfz-Innenraum verwendeten Materialien zu gewährleisten.  Angebote ausländischer Anbieter werden von den Automobil- als auch von den Teileherstellern  bei ihrer Auswahl grundsätzlich im Rahmen eines international sourcing sowohl in Betracht  gezogen als auch genutzt, und zwar sowohl in der Entwicklungsphase als auch in der konkreten  Angebotsphase vor Produktionsbeginn. Transportkosten oder just-in-time-Anforderungen stehen  dem nicht entgegen, da Folien leicht zu transportieren und zu lagern sind. Die Tatsache, daß  z.Bsp. in Deutschland der Bezug von Folien bislang überwiegend von inländischen Herstellern  erfolgte, steht der Annahme eines europäischen Marktes aus der Sicht der Abnehmer  nicht  entgegen. Die von der Kommission befragten Abnehmer gehen im übrigen davon aus, daß der  Anteil des Bezuges aus dem Ausland in den nächsten Jahren steigen wird.  Dachhimmel  21. Die am Zusammenschluß beteiligten Unternehmen erzielen ihre Umsätze mit Dachhimmeln  auschließlich in Deutschland. Nach übereinstimmender Auffassung der Wettbewerber und  Abnehmer von Benecke und Kaliko stellt der Markt für Dachhimmel jedoch einen  gemeinschaftsweiten Markt dar.    Himmel sind leichte, stapelfähige Produkte und damit gut transportierbar. Die Kosten für einen  Transport von Spanien nach Deutschland betragen z.B. 1 DM bis 1,20 DM pro Stück und fallen  damit nicht ins Gewicht. Die Parteien haben zahlreiche Beispiele für den Bezug von Himmeln  durch deutsche Kfz-Hersteller bei ausländischen Produzenten angeführt. So stammen die Himmel  für bestimmte Serien von BMW aus Spanien bzw. Italien. Fahrzeuge der Mercedes-Mittelklasse  und -S-Klasse werden mit französischen, der Ford Escort mit spanischen Himmeln ausgestattet.  Insgesamt scheint der Bezug im europäischen Ausland für die deutschen Kfz-Hersteller in diesem  Marktsegment weiter fortgeschritten zu sein als bei Armaturentafeln und anderern  Oberflächenverkleidungen.   Da im Zuge der Systementwicklung Himmel nur um die oben beschriebenen, kleineren  Komponenten ergänzt werden, ist in absehbarer Zukunft auch nicht mit einem veränderten  Beschaffungsverhalten der Automobilhersteller zu rechnen. Die Entwicklung scheint im  Gegenteil in Richtung auf eine verstärkte Internationalisierung, insbesondere durch den Aufbau  von Produktionsstandorten in mittel- und osteuropäischen Ländern  (z.B. der Tschechischen  Republik) zu verlaufen. Entsprechende Vorhaben wurden von Kfz-Herstellern wie auch von  Zulieferern genannt.  Sonstige Oberflächenverkleidungen  22. Hinsichlich sonstiger Oberflächenverkleidungen im Automobilbereich gelten die gleichen  Kriterien für die räumliche Marktabgrenzung wie für Armaturentafeln. Auch wenn die  Beschaffung durch die Systemlieferanten bzw. die Automobilhersteller selbst noch überwiegend  auf nationaler Ebene erfolgt, sind diese Abnehmer grundsätzlich bereit, ihren Bedarf  in ganz  Europa zu decken. Angebote anderer europäischer und sogar aussereuropäischer Anbieter werden  in den Konditionenverhandlungen der Kfz-Hersteller mit ihren inländischen Zulieferern als  Druckmittel eingesetzt.   Unterschiede in den jeweiligen nationalen Marktanteilen spiegeln deshalb die tatsächliche  Marktsituation nicht unmittelbar wider. Auch wird in den kommenden Jahren gerade bei  deutschen Kfz-Herstellern mit einem deutlichen Anstieg des tatsächlichen Bezuges im Ausland  gerechnet. Aus diesem und den vorgenannten Gründen ist deshalb auch für diese Produkte von  einem gemeinschaftsweiten Markt auszugehen.  VI WETTBEWERBLICHE BEURTEILUNG  23. Der Zusammenschluß wird sich im wesentlichen auf den Märkten der  Oberflächenverkleidung für Armaturentafeln, sonstige Oberflächenverkleidung für den Kfz- Innenraum und der Herstellung von Dachhimmeln auswirken, auf denen beide Unternehmen tätig  sind. Geringfügige Überschneidungen bestehen darüberhinaus bei der Herstellung und dem  Vertrieb von beschichteten Geweben als Halbfertigware für Sonnenschutzblenden sowie zwecks  Verwendung in der Möbel- und der Schuhindustrie.  Armaturentafeln  24. Nach den Schätzungen der Parteien beträgt das wertmässige Gesamtmarktvolumen für die  Oberflächenverkleidung von Armaturentafeln in der EG rund 280 Mio ECU. Das  Gemeinschaftsunternehmen wird nach eigenen Schätzungen der Parteien mit einem Marktanteil  von [Unter 25%; genauere Angaben werden aus Gründen der Wahrung von  Geschäftsgeheimnissen nicht veröffentlicht.] führender Anbieter in diesem Bereich in Europa  werden. In Deutschland wird sich der gemeinsame Marktanteil der beiden Unternehmen auf  [Unter 35%, siehe Fn. 1.] belaufen. Das Gemeinschaftsunternehmen wird mit einer Reihe von  europäischen Anbietern konkurrieren, unter ihnen Alkor (Solvay Gruppe), Ghislaved (S), Ilpea  (I), mit inländischen Herstellern wie Ymos und Hornschuch sowie mit Teileherstellern, die  gleichzeitig Spritzgußformteile und teils auch Folien  herstellen, unter ihnen Sommer Allibert  (eigene Folienproduktion ab 1994) , ECIA (F) und Plastic Omnium(F).  25. Als Hersteller von Halbfertigware steht die neue Unternehmenseinheit darüberhinaus sowohl  den Teileherstellern als auch mittelbar der Automobilindustrie als Nachfrageseite gegenüber.  Zwar besteht aufgrund des starken Kostendruckes in der Automobilindustrie die Tendenz der Kfz-  und Teilehersteller, die Anzahl ihrer Zulieferer zu beschränken (double statt multiple sourcing)  und Entwicklungspartnerschaften mit den Halbzeuglieferanten schon relativ frühzeitig  einzugehen. Gemeinsame Entwicklungsaktivitäten mit Kfz-Herstellern werden jedoch nicht mit  Optionen auf Lieferung für den gesamten oder einen Teil einer Serie verbunden. Vielmehr  werden im Zeitpunkt der Produktionsreife Angebote von anderen Lieferanten eingeholt, die  teilweise parallele Entwicklungen in Hoffnung auf einen Auftrag vorgenommen haben oder die  vom Hersteller die ihm bekanntten technischen Spezifikationen zur Herstellung des gewünschten  Materiales erhalten. Diese Angebote werden nach Auskunft der von der Kommission befragten  Abnehmer in den Preisverhandlungen mit den Lieferanten eingesetzt und auch teilweise genutzt.  Bezugsverträge werden regelmässig für ein Jahr geschlossen, unterstehen jedoch oft dem  Vorbehalt der preislichen Konkurrenzfähigkeit.  26. Im Hinblick auf die Marktanteile der neuen Unternehmenseinheit, die Anbieterstruktur auf  dem europäischen Markt und den erheblichen Wettbewerbsdruck durch die Nachfrageseite kann  nicht davon ausgegangen werden, daß die neue Unternehmenseinheit auf dem hier relevanten  Markt für Oberflächenverkleidung von Armaturentafeln eine marktbeherrschende Stellung  erlangen wird.  Dachhimmel  27. Nach den Schätzungen der Parteien beläuft sich das Marktvolumen  bei Dachhimmeln in der  EG auf etwa 300 Mio. Ecu. Kaliko und Benecke erreichten dabei 1992 Marktanteile von [Unter  15%; siehe Fn. 1.] und [Unter 15%; siehe Fn. 1.], zusammen [Unter 15%; siehe Fn. 1.] In  Deutschland kommen die Parteien nach eigenen Angaben auf [Unter 30%; siehe Fn. 1.]; der  relativ hohe Marktanteil in Belgien [Unter 50%; siehe Fn. 1] ist durch die Einstellung der  Belieferung von VW-Belgien auf Null gefallen.  Bedeutende Wettbewerber in Europa mit Marktanteilen von 10% und mehr sind Roth-Frères (F),  Irausa (E) und Empe (D). In Deutschland finden sich daneben kleinere Hersteller wie Borgers,  Triangel und Häußling. Die Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung ist bei dieser  Wettbewerbsstruktur daher nicht zu erwarten. Dies gilt um so mehr, als infolge des Vordringens  der Anbieter von Textilien und textilgleichen Stoffen für den Kfz-Innenraum eher noch mit einer  Schwächung der Marktstellung von Benecke und Kaliko zu rechnen ist, die auf diesem Markt  nicht tätig sind. Im übrigen sind die Produzenten von Dachhimmeln als Direktbelieferer der  Automobilindustrie unmittelbar dem von dorther kommenden Konditionendruck ausgesetzt.  Ebenso wie bei Armaturentafeln üben die Kfz-Hersteller starken Einfluß auf die Materialauswahl  aus und haben Einblick in die Kostensituation der Zulieferer. Vertragsbeziehungen werden  gegebenenfalls unter Berufung auf geringfügige Preisnachteile beendet und Aufträge anderweitig  vergeben.  Sonstige Oberflächenverkleidungen  28. In dem Bereich sonstiger Oberflächenverkleidungen im Kfz-Innenraum erreichten Benecke  und Kaliko nach eigenen Angaben einen gemeinsamen Marktanteil in der EG von [Unter 10%;  siehe Fn. 1.]. Auch in einzelnen Mitgliedstaaten liegen die Marktanteile unter 10% (Deutschland:  [Unter 10%; siehe Fn. 1.]; Niederlande:[Unter 10%; siehe Fn. 1.]. Die Berechnung der  Marktanteil beruht auf einem durchschnittlichen Verbrauch von 18 m2 an Verkleidungsmaterial  pro Kraftfahrzeug. Bedeutende Wettbewerber sind hier vor allem die Hersteller von  Textilverkleidungen (Achter & Ebels, Viktor Achter). Insgesamt sind im Bereich der  Oberflächenmaterialien zahlreiche Anbieter mit mehr oder weniger grossem Lieferanteil für die  Automobilindustrie tätig. Mit der Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung ist somit auch  in diesem Segment nicht zu rechnen.  29. Dies gilt schließlich auch für den Bereich der Kunststoffverkleidungen für den verarbeitenden  Bereich ausserhalb der Automobilindustrie. Zu Marktanteilsadditionen infolge des  Zusammenschlusses kommt es nur in ganz wenigen Segmenten, und dies auch nur in  unbedeutender Höhe. So  erreichen die Parteien bei Sonnenschutzrollos europaweit zusammen  [Unter 10%; siehe Fn. 1.] (Deutschland: [Unter 10%; siehe Fn. 1.], Dänemark: [Unter 10%; siehe  Fn. 1.]), in den Bereichen Möbelfolien und Schuhmaterial noch niedrigere Anteile.  VII GESAMTBEURTEILUNG  Aufgrund der oben getroffenen Feststellungen ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, daß  das Zusammenschlußvorhaben keinen Anlaß zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich seiner  Vereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt gibt.  Aus diesen Gründen hat die Kommission entschieden, dem angemeldeten Zusammenschluß nicht  entgegenzutreten, sondern ihn für vereinbar mit dem Gemeinsamen Markt zu erklären. Diese  Entscheidung beruht auf Artikel 6 (I) (b) der Fusionsverordnung.  Für die Kommission