CELEX: C1998/041/17
Language: de
Date: 1998-02-07 00:00:00
Title: Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch Beschlüsse des Tribunal Superior de Justicia del País Vasco vom 30. Juli 1997 in den Rechtsstreitigkeiten Administración del Estado gegen Juntas Generales de Guipuzcoa und Diputación Foral de Guipuzcoa, Nebenintervenient: Gobierno Vasco, Administración del Estado gegen Juntas Generales del Territorio Histórico de Alava und Diputación Foral de Alava, Nebenintervenient: Gobierno Vasco, und Administración del Estado gegen Juntas Generales del Territorio Histórico de Bizkaia, Nebenintervenienten: Gobierno Vasco und Diputación Foral de Bizkaia (Rechtssachen C-400/97, C-401/97 und C-402/97)

7.2.98                DE                   Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       C 41/9
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des                   neunte Begründungserwägung der Zollbefreiungsver-
Beschlusses des Verwaltungsgerichts Halle vom 1. Oktober                ordnung und die in Artikel 36 EG-Vertrag genannten
1997 in der Rechtssache Firma Lidl-Fleischwerk Handels-                 Gründe oder andere zwingende Erfordernisse des
   hof GmbH & Co. KG gegen Landkreis Burgenlandkreis                    Gemeinwohls stützt, mit den Bestimmungen der Ver-
                                                                        ordnung und der Richtlinie vereinbar ist?
                    (Rechtssache C-393/97)
                         (98/C 41/15)
                                                                   2. Stellen die in Abschnitt IV unter 6. dieses Vorabent-
                                                                        scheidungsersuchens aufgeführten Tatsachen (a) bis h))
                                                                        Gründe dar, die bewirken, daû auf sie gestützte natio-
Das Verwaltungsgericht Halle ersucht den Gerichtshof der                nale Beschränkungen eines Mitgliedstaats mit den
Europäischen Gemeinschaften durch Beschluû vom                          Bestimmungen der Zollbefreiungsverordnung und der
1. Oktober 1997, in der Kanzlei des Gerichtshofes einge-                Reiseverkehrsrichtlinie vereinbar sind?
gangen am 19. November 1997, in der Rechtssache Firma
Lidl-Fleischwerk Handelshof GmbH & Co. KG gegen
Landkreis Burgenlandkreis um Vorabentscheidung über                3. Kann eine Regelung, die die Einfuhr alkoholischer
folgende Fragen:                                                        Getränke, worunter in dieser Frage auch Bier zu ver-
                                                                        stehen ist, durch Reisende aufgrund des Kriteriums der
                                                                        Reisedauer begrenzt, als mit der Zollbefreiungsverord-
1. Stehen Vorschriften der Europäischen Union, insbeson-                nung und der Reiseverkehrsrichtlinie vereinbar angese-
     dere die Richtlinie 94/65/EG des Rates vom 14. Dezem-              hen werden?
     ber 1994 (1), einer nationalen Vorschrift entgegen,
     nach der Erzeugnisse aus zerkleinertem Fleisch wie
     Hackfleisch und Schabefleisch, auch zubereitet, nur           (1) Verordnung (EWG) Nr. 918/83 des Rates vom 28. März 1983
                                                                       über das gemeinschaftliche System der Zollbefreiungen (ABl.
     am Tage ihrer Herstellung in Verkehr gebracht werden
                                                                       L 105 vom 23.4.1983, S. 1).
     dürfen, sofern sie nicht für den Endverbraucher in            (2) Richtlinie 69/169/EWG des Rates vom 28. Mai 1969 zur Har-
     einer Einzelverkaufspackung verpackt und etikettiert              monisierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften über die
     oder nicht tiefgekühlt/gefroren sind?                             Befreiung von den Umsatzsteuern und Sonderverbrauchsteuern
                                                                       bei der Einfuhr im grenzüberschreitenden Reiseverkehr (ABl.
                                                                       L 133 vom 4.6.1969, S. 6).
2. Wenn Frage 1 zu bejahen ist, finden diese Vorschriften
     der Europäischen Union auch auf Sachverhalte Anwen-
     dung, in denen sich der Herstellungsbetrieb in demsel-
     ben Staat befindet, in dem das Erzeugnis aus zerklei-
     nertem Fleisch wie Hackfleisch und Schabefleisch in
     Verkehr gebracht werden soll?
                                                                   Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch Be-
                                                                   schlüsse des Tribunal Superior de Justicia del País Vasco
( ) ABl. L 368 vom 31.12.1994, S. 10.
 1
                                                                   vom 30. Juli 1997 in den Rechtsstreitigkeiten Administra-
                                                                   ción del Estado gegen Juntas Generales de Guipuzcoa
                                                                   und Diputación Foral de Guipuzcoa, Nebenintervenient:
                                                                   Gobierno Vasco, Administración del Estado gegen Juntas
                                                                   Generales del Territorio Histórico de Alava und Diputa-
                                                                   ción Foral de Alava, Nebenintervenient: Gobierno Vasco,
                                                                   und Administración del Estado gegen Juntas Generales
Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt durch Be-                 del Territorio Histórico de Bizkaia, Nebenintervenienten:
schluû des Helsingin Käräjäoikeus vom 5. November 1997                   Gobierno Vasco und Diputación Foral de Bizkaia
 in dem Strafverfahren gegen Sami Lasse Juhani Heinonen
                                                                        (Rechtssachen C-400/97, C-401/97 und C-402/97)
                    (Rechtssache C-394/97)
                                                                                            (98/C 41/17)
                         (98/C 41/16)
                                                                   Das Tribunal Superior de Justicia del País Vasco ersucht
Das Helsingin Käräjäoikeus ersucht den Gerichtshof der             den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften durch
Europäischen Gemeinschaften durch Beschluû vom                     Beschlüsse vom 30. Juli 1997, bei der Kanzlei des
5. November 1997, bei der Kanzlei des Gerichtshofes ein-           Gerichtshofes eingegangen am 1. Dezember 1997, in den
gegangen am 25. November 1997, in dem Strafverfahren               Rechtsstreitigkeiten Administración del Estado gegen Jun-
gegen Sami Lasse Juhani Heinonen um Vorabentscheidung              tas Generales de Guipuzcoa und Diputación Foral de Gui-
über folgende Fragen:                                              puzcoa, Nebenintervenient: Gobierno Vasco, Administra-
                                                                   ción del Estado gegen Juntas Generales del Territorio
                                                                   Histórico de Alava und Diputación Foral de Alava,
1. Können die Zollbefreiungsverordnung (1) und die Rei-            Nebenintervenient: Gobierno Vasco, und Administración
     severkehrsrichtlinie (2) dahin ausgelegt werden, daû          del Estado gegen Juntas Generales del Territorio Histórico
     eine nationale Regelung eines Mitgliedstaats, die die         de Bizkaia, Nebenintervenienten: Gobierno Vasco und
     Einfuhr von Bier und anderen alkoholischen Geträn-            Diputación Foral de Bizkaia um Vorabentscheidung über
     ken durch Reisende begrenzt und sich hierfür auf die          folgende Frage:
 ---pagebreak--- C 41/10              DE                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   7.2.98
Ist Artikel 52 EG-Vertrag dahin auszulegen, daû eine            sei, daû der Umstand, daû sich das Unternehmen in Liqui-
Regelung einer zu einer autonomen Region eines Mitglied-        dation befinde (der in diesem Zusammenhang nicht gel-
staats gehörenden Gebietskörperschaft über dringliche           tend gemacht werde), keineswegs bedeute, daû dies abso-
steuerliche Maûnahmen zur Investitionshilfe und zur För-        lut unmöglich sei.
derung der Wirtschaftstätigkeit, die diejenigen Steuer-
pflichtigen in Anspruch nehmen können, die Steuern aus-         Indem die Portugiesische Republik weiterhin ihren Ver-
schlieûlich an die Steuerverwaltung dieser Gebietskörper-       pflichtungen aus der genannten Entscheidung nicht nach-
schaft zahlen oder dort ihren steuerlichen Wohnsitz haben       komme, verstoûe sie gleichzeitig gegen Artikel 93 Absatz 3
oder dort den gröûten Teil ihres Umsatzes tätigen oder die      EG-Vertrag, da Portugal weiterhin der aussetzenden Wir-
ihren steuerlichen Wohnsitz in dem betreffenden Gebiet          kung der genannten Entscheidung, durch die die Zahlung
haben und während des vorangegangenen Haushaltsjahres           von mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbaren Beihilfen
mehr als 25 % ihres Gesamtumsatzes in der autonomen             verhindert werden solle, nicht Rechnung trage, und mittel-
Region getätigt haben, unter Ausschluû jeder anderen            bar gegen Artikel 93 Absatz 2, der den Erlaû von Entschei-
natürlichen oder juristischen Person, die in dem selben         dungen vorsehe, die zur Aufhebung der unvereinbaren Bei-
Staat oder in einem anderen Mitgliedstaat der Europäi-          hilfen verpflichteten.
schen Gemeinschaft wohnt, gegen diese Bestimmung sowie
gegebenenfalls gegen Artikel 92 Absatz 1 EG-Vertrag ver-
                                                                (1) ABl. C 357 vom 22.11.1997, S. 14.
stöût?
                                                                Ersuchen um Vorabentscheidung, vorgelegt aufgrund des
 Klage der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
                                                                Beschlusses des Finanzgerichts Bremen vom 7. Oktober
     gegen die Portugiesische Republik, eingereicht am
                                                                1997 in dem Rechtsstreit Firma Mövenpick Deutschland
                     2. Dezember 1997
                                                                GmbH für das Gastgewerbe, vormals: ¹Deutsche EIGª
                  (Rechtssache C-404/97)                        Einkaufs- und Importges. für das Gastgewerbe mbH gegen
                        (98/C 41/18)                                                 Hauptzollamt Bremen
                                                                                    (Rechtssache C-405/97)
                                                                                         (98/C 41/19)
Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat am
2. Dezember 1997 eine Klage gegen die Portugiesische
Republik beim Gerichtshof der Europäischen Gemein-              Das Finanzgericht Bremen ersucht den Gerichtshof der
schaften eingereicht. Bevollmächtigte der Klägerin sind         Europäischen Gemeinschaften durch Beschluû vom
Dimitris Triantafyllou und Ana Maria Alves Vieira,              7. Oktober 1997, in der Kanzlei eingegangen am 3. Dezem-
Juristischer Dienst, Zustellungsbevollmächtigter ist Carlos     ber 1997, in dem Rechtsstreit Firma Mövenpick Deutsch-
Gómez de la Cruz, Juristischer Dienst, Centre Wagner,           land GmbH für das Gastgewerbe, vormals: ¹Deutsche
Luxemburg-Kirchberg.                                            EIGª Einkaufs- und Importges. für das Gastgewerbe mbH
                                                                gegen Hauptzollamt Bremen, um Vorabentscheidung über
Die Klägerin beantragt,                                         folgende Fragen:
1. festzustellen, daû die Portugiesische Republik gegen         1. Ist der Gemeinsame Zolltarif in der Fassung des
    ihre Verpflichtungen aus dem EG-Vertrag und insbe-               Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 2551/93 der
    sondere aus der Entscheidung C(97)2130 der Kommis-               Kommission vom 10. August 1993 (ABl. L 241 vom
    sion vom 9. Juli 1997 verstoûen hat, indem sie inner-            27. 9. 1993, S. 1) zur ¾nderung des Anhangs I der
    halb der festgesetzten Fristen die der EPAC (Empresa             Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 des Rates über die
    para a AgroalimentacËaÄo e Cereais SA) zu Unrecht                zolltarifliche und statistische Nomenklatur und den
    gewährten Beihilfen nicht aufgehoben und zurückge-               Gemeinsamen Zolltarif (Kombinierte Nomenklatur
    fordert hat;                                                     1994) dahin auszulegen, daû aus einem Drittland
                                                                     importierte getrocknete Walnuûstücke, die in der
                                                                     Gemeinschaft in einem Zollager tiefgefroren gelagert
2. der Portugiesischen Republik die Kosten des Verfah-               und später aufgetaut zum freien Verkehr abgefertigt
    rens aufzuerlegen.                                               werden, in die Position 0802 einzuordnen sind?
Klagegründe und wesentliche Argumente                           2. Bei Verneinung der Frage 1:
Gemäû den Artikeln 189 und 191 EG-Vertrag sei die Por-               War Artikel 522 Absatz 3 der Verordnung (EWG)
tugiesische Republik verpflichtet gewesen, der genannten             Nr. 2454/93 der Kommission vom 2. Juli 1993 (ABl.
Entscheidung der Kommission nachzukommen, selbst                     L 253 vom 11.10.1993, S. 1), aufgehoben aufgrund
wenn sie an deren Rechtmäûigkeit Zweifel gehabt habe. In             Neufassung des Artikels 522 durch die Verordnung
der Rechtssache C-330/97 (1) habe die Portugiesische                 (EG) Nr. 3254/94 der Kommission vom 19. Dezember
Republik nicht geltend gemacht, daû es ihr absolut                   1994 (ABl. L 346 vom 31. 12. 1994, S. 1), unwirk-
unmöglich sei, der Entscheidung nachzukommen; sicher                 sam?