CELEX: 51990PC0154
Language: de
Date: 1990-05-23
Title: VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES UEBER EIN SPEZIFISCHES PROGRAMM FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH DER KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN ( 1990-1994 )

16. 7. 90                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 174/9
                  Die Kommission kann auch nach einem Sonderverfahren und unter den nachfolgend genannten Bedingun-
                  gen Vorschläge annehmen, wenn sie besonders vielversprechende und wichtige Beiträge aufgrund der
                  Originalität des vorgeschlagenen Themas, der Neuartigkeit des wissenschaftlichen und technischen Kon-
                  zepts und der Durchführungsmethodologie sind, wobei der individuelle Charakter des Antragstellers
                  berücksichtigt wird.
                  Eine befürwortende technische Bewertung derartiger Vorschläge allein ist für die Annahme eines Vorha-
                  bens nicht ausreichend; das Sonderverfahren kommt nämlich nur zur Anwendung, wenn der Charakter
                  des jeweiligen Vorhabens entsprechend der obigen Definition das Vorgehen nach dem normalen Verfahren
                  (Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen) nachweislich nicht rechtfertigt.
                  Das Sonderverfahren muß vor dem normalen Verfahren durchgeführt werden, und zwar dergestalt, daß
                  der für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den im Normalverfahren ausgewählten Vorhaben
                  verfügbare Betrag genau festgelegt werden kann. Die Frist für das Sonderverfahren wird jedes Jahr im
                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
                  Die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an allen im Sonderverfahren ausgewählten
                  Vorhaben wird jedes Jahr festgelegt, und zwar in Abhängigkeit von den nach besonders strengen
                  technischen Maßstäben ausgewählten Vorhaben. Auf keinen Fall darf dieser Betrag 15 % überschreiten;
                  er kann jedes Jahr aufgrund der Erfahrungen überprüft werden.
                  Die Kommission erstellt einen Leitfaden mit allen Vorschriften für das Sonderverfahren, um vollständige
                  Transparenz zu gewährleisten.
              5. Die Vorhaben müssen die Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz
                  in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen.
              6. Die Kommission kann die Teilnehmer dazu ermutigen, beispielsweise für besonders große Vorhaben eine
                  EWIV zu bilden oder sonstige Vereinbarungen zu treffen, die eine dezentralisierte, den Besonderheiten
                  des Vorhabens angepaßte Verwaltung ermöglichen.
              7. Die Verbreitung der bei der Abwicklung der Vorhaben erworbenen Kenntnisse erfolgt einerseits innerhalb
                  des spezifischen Programms und andererseits in Übereinstimmung mit dem Beschluß gemäß Artikel 4
                  dritter Absatz des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG.
              Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über ein spezifisches Programm für Forschung
               und technologische Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnologien (1990-1994)
                                                   KOM(90) 154 endg. — SYN 259
                                         (Von der Kommission vorgelegt am 3. Mai 1990)
                                                             (90/C 174/02)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                                reich der Forschung und technologischen Entwicklung
                                                                         (1990-1994) angenommen, in dem insbesondere die auf
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-                      dem Gebiet der Kommunikationstechnologien durchzu-
schen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-                    führenden Aktionen umrissen sind. Die vorliegende Ent-
kel 130q Absatz 2,                                                      scheidung muß im Lichte der Begründung in der Präam-
                                                                        bel zu dem genannten Beschluß ergehen.
auf Vorschlag der Kommission,
                                                                        Gemäß Artikel 130k des Vertrages erfolgt die Durchfüh-
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,                       rung des Rahmenprogramms im Wege spezifischer Pro-
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-                      gramme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt
schusses,                                                               werden.
in Erwägung nachstehender Gründe:                                       Eine Vorausschätzung der zur Durchführung dieses spe-
                                                                        zifischen Programms notwendigen finanziellen Mittel
Mit Beschluß 90/221/Euratom, EWG (J) hat der Rat ein                    der Gemeinschaft ist erforderlich. Die endgültigen jähr-
drittes gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Be-                        lichen Beträge werden von der Haushaltsbehörde unter
                                                                        Einhaltung der finanziellen Vorausschau für den Zeit-
(*) ABl. Nr. L 117 vom 8. 5. 1990, S. 28.                               raum 1988-1992 im Anhang zur Interinstitutionellen
 ---pagebreak--- Nr. C 174/10                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              16. 7. 90
Vereinbarung vom 29. Juni 1988 (*) und entsprechender             menarbeit auf dem Gebiet der FTE mit dritten Ländern
noch zu verabschiedender finanzieller Vorausschauen               und internationalen Organisationen; eine solche Zu-
für 1993 und 1994 festgelegt.                                     sammenarbeit kann sich für die Entwicklung dieses
                                                                  Programms als besonders fruchtbar erweisen.
Gemäß Artikel 4 und Anhang I des Beschlusses 90/221/
Euratom, EWG enthält der für das gesamte Rahmen-
                                                                  Zu den prioritären Bereichen gehören Funktionen der
programm als notwendig erachtete Betrag eine Summe
                                                                  integrierten Breitbandkommunikation, intelligente Net-
von 57 Millionen ECU für die zentralisierten Maßnah-
                                                                  ze, Mobil- und Privatkommunikation, Bild- und Daten-
men zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse,
                                                                  kommunikation, integrierte Diensttechnologien, fort-
die proportional zu dem für jede Aktion vorgesehenen
                                                                  geschrittene Kommunikationsversuche, Technologien
Betrag aufzuteilen ist. Der Umfang dieses spezifischen
                                                                  der Informationssicherheit, Testinfrastrukturen und
Programms innerhalb der Aktion „Informations- und
                                                                  Dialogfähigkeit. Die Arbeiten umfassen FuE in den
Kommunikationstechnologien" führt zu einer Verringe-
                                                                  Bereichen Systemtechnik, moderne Kommunika-
rung der zur Durchführung dieses Programms erforder-
                                                                  tionstechnologien, Validierung von Normen und ge-
lichen geschätzten Finanzmittel von 4,89 Millionen
                                                                  meinsamen Funktionsspezifikationen.
ECU für die genannten zentralisierten Maßnahmen,
um Artikel 130p Absatz 2 zweiter Satz des Vertrages
einzuhalten.                                                      Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For-
                                                                  schung (CREST) ist gehört worden —
Die Durchführung des vorliegenden Programms obliegt
der Kommission. Um dieser die Erfüllung ihrer Aufgabe
zu erleichtern, sind die Mitgliedstaaten gemäß Artikel 5           HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
des Vertrages gehalten, ihr dafür jede erforderliche Hil-
festellung zu gewähren, insbesondere im Rahmen eines
Ausschusses.                                                                                Artikel 1
Das vorliegende Programm wird hauptsächlich durch                  Ein spezifisches Programm der Europäischen Wirt-
Auswahl von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben                   schaftsgemeinschaft für Forschung und technologische
durchgeführt, damit diesen eine Beteiligung der Ge-                Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnolo-
 meinschaft zugute kommt. Die Kommission hat dafür                 gien gemäß Anhang I wird für einen am 1. Januar 1990
 zu sorgen, daß solche Vorhaben auf dem üblichen Wege              beginnenden Zeitraum von 5 Jahren beschlossen.
— nämlich der im Amtsblatt der Europäischen Gemein-
schaften veröffentlichten Aufforderungen zur Einrei-
 chung von Vorschlägen — vorgelegt werden. Ferner ist
 ein Sonderverfahren im Hinblick auf die Wahrung einer                                      Artikel 2
 gewissen Flexibilität vorzusehen, damit die Kommission
 angesichts der ständigen Weiterentwicklung und des                (1) Der Mittelbedarf der Gemeinschaft für die Durch-
 immer schnelleren wissenschaftlichen und technischen              führung der mit dieser Entscheidung eingeleiteten Maß-
 Fortschritts auch spontane Vorschläge berücksichtigen             nähmen wird auf 489 Millionen ECU veranschlagt,
 kann, die den Zielen des Programms entsprechen.                   abzüglich 4,89 Millionen ECU für die zentralisierten
                                                                   Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Er-
 Bei der Auswahl der im Rahmen des Programms durch-                gebnisse. Der auf 484,11 Millionen ECU reduzierte Be-
 zuführenden Vorhaben ist dem Grundsatz des wirt-                  trag umfaßt die Personalausgaben, die sich auf höch-
 schaftlichen und sozialen Zusammenhalts, dem grenz-               stens 4% belaufen dürfen. Eine vorläufige Aufschlüsse-
 überschreitenden Charakter der Vorhaben sowie der                 lung dieser Mittel ist in Anhang II gegeben.
 Unterstützung für die kleinen und mittleren Unterneh-
 men besondere Aufmerksamkeit zu widmen.                           (2) Wird ein Beschluß nach Artikel 1 Absatz 4 des
                                                                   Beschlusses 90/221/Euratom, EWG gefaßt, so wird die
 Erst aufgrund der bei der Durchführung des laufenden              vorliegende Entscheidung angepaßt, um jenem Beschluß
 Programms gewonnenen Erfahrungen kann die Kom-                    Rechnung zu tragen.
 mission unter Inanspruchnahme der in den Artikeln
 1301,130m oder 130o des Vertrages vorgesehenen Mög-
 lichkeiten ergänzende Programmteile vorschlagen, über             (3) Die Haushaltsbehörde entscheidet über die für
 die der Rat beschließt, wenn sie zur Verwirklichung der           jedes Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden Mittel.
 Programmziele gemäß den Bedingungen in Artikel 2
 Absatz 2 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG bei-
 tragen.                                                                                    Artikel 3
 Gemäß Artikel 130g des Vertrages gehört zu den Maß-               Die Einzelheiten der Durchführung des Programms sind
 nahmen der Gemeinschaft zur Verstärkung der wissen-               in Anhang III festgelegt.
 schaftlichen und technischen Grundlagen der europäi-
 schen Industrie und zur Förderung der Entwicklung
 ihrer Wettbewerbsfähigkeit die Förderung der Zusam-                                        Artikel 4
                                                                   Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft wird ge-
                                                                   mäß Anhang IV des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG
  (J) ABl. Nr. L 185 vom 15. 7. 1988, S. 33.                       festgelegt.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 174/11
                       Artikel 5                           keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommis-
                                                           sion dem Rat unverzüglich einen Vorschlag für die zu
(1) Im Jahre 1992 überprüft die Kommission das Pro-        treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit qualifi-
gramm und legt dem Rat und dem Europäischen Parla-         zierter Mehrheit.
ment einen Bericht über die Ergebnisse dieser Prüfung
vor, dem gegebenenfalls Änderungsvorschläge beigefügt
                                                           (4) Hat der Rat nach Ablauf eines Monats nach dem
sind.
                                                           Zeitpunkt seiner Befassung keinen Beschluß gefaßt, so
(2) Nach Abschluß des Programms bewertet die Kom-          werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kom-
mission die Ergebnisse. Sie übermittelt dem Rät und        mission erlassen.
dem Europäischen Parlament einen entsprechenden Be-
richt.
                                                                                     Artikel 8
(3) Die Berichte werden unter Berücksichtigung der
in Anhang I festgelegten Ziele und gemäß Artikel 2
Absatz 4 des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG                (1)   Das in Artikel 7 festgelegte Verfahren gilt für:
erstellt.                                                  — die Erstellung und Aktualisierung der in Artikel 6
                                                                Absatz 3 genannten Arbeitsprogramme,
                                                           — die Bewertung der unter Nr. 2 von Anhang III vorge-
                        Artikel 6                               sehenen Vorhaben sowie des veranschlagten Betrags
                                                                des finanziellen Beitrags der Gemeinschaft, soweit
(1) Die Kommission sorgt für die Durchführung des               diese Vorhaben dem Normalverfahren, das unter
Programms. Sie wird dabei von einem Ausschuß —                  Nr. 4 des Anhangs III vorgesehen ist, unterworfen
nachstehend „Ausschuß" genannt — unterstützt, der               werden und sofern dieser Betrag 5 Millionen ECU
sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt           überschreitet,
und dessen Vorsitz der Vertreter der Kommission führt.
                                                           — die Bewertung aller Vorhaben, die dem unter Nr. 4
(2) Die von der Kommission geschlossenen Verträge               des Anhangs III vorgesehenen Sonderverfahren un-
regeln die Rechte und Pflichten aller Parteien, ein-            terworfen werden, sowie des veranschlagten Betra-
schließlich der Verbreitung, des Schutzes und der Ver-          ges des finanziellen Beitrages der Gemeinschaft,
wertung der Forschungsergebnisse gemäß den in An-          — die für die Bewertung des Programms zu treffenden
wendung von Artikel 130k Absatz 2 des Vertrages erlas-          Maßnahmen.
senen Vorschriften.
(3) Es wird für jedes Jahr ein Arbeitsprogramm festge-      (2) Die Kommission kann den Ausschuß zu allen Fra-
legt und gegebenenfalls aktualisiert, in dem Ziele und     gen im Zusammenhang mit dem Anwendungsbereich
Art der durchzuführenden Vorhaben sowie die entspre-       des Programms hören.
chenden finanziellen Bestimmungen genau festgelegt
werden. Aufgrund der jährlichen Arbeitsprogramme
erstellt die Kommission Aufforderungen zur Einrei-          (3)   Die Kommission unterrichtet den Ausschuß über:
chung von Vorschlägen.                                     — den Fortgang des Programms,
                                                           — die Entwürfe für die in Artikel 6 Absatz 3 vorgesehe-
                                                                nen Aufforderungen zur Einreichung von Vor-
                        Artikel 7                               schlägen,
(1) In den in Artikel 8 Absatz 1 genannten Fällen          — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen, dem
unterbreitet der Vertreter der Kommission dem Aus-              Normalverfahren unterworfenen Vorhaben, bei de-
schuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen.                nen die Beteiligung der Gemeinschaft unter 5 Millio-
Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Ent-             nen ECU liegt, sowie die Ergebnisse ihrer Bewer-
wurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende ent-         tung,
sprechend der Dringlichkeit der betreffenden Frage fest-   — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen flan-
setzt. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgege-          kierenden Maßnahmen,
ben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die
Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission           — die unter Nr. 2 des Anhangs III vorgesehenen kon-
zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstim-         zertierten Aktionen.
mung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter
der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel
gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung
nicht teil.                                                                          Artikel 9
(2) Die Kommission erläßt die beabsichtigten Maß-           Für die Durchführung des Programms können gegebe-
nahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschus-        nenfalls auch Zusatzprogramme im Sinne von Arti-
ses übereinstimmen.                                         kel 1301, Beteiligungen im Sinne von Artikel 130m und
                                                            gemeinsame Unternehmen oder andere Strukturen im
(3) Stimmen die geplanten Maßnahmen mit der Stel-           Sinne von Artikel 130o des Vertrages beschlossen
lungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt          werden.
 ---pagebreak--- Nr. C 174/12                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       16. 7. 90
                           Artikel 10                                   Die Entscheidung über den Abschluß dieser Abkommen
                                                                        wird nach dem in Artikel 130q Absatz 2 des Vertrages
Sofern die Zusammenarbeit mit den Drittländern und                      vorgesehenen Verfahren getroffen,
mit internationalen Organisationen zur Erreichung der
Ziele des Programms die Eingehung rechtlicher Ver-
pflichtungen zwischen der Gemeinschaft und den betei-
ligten dritten Parteien erfordert, ist die Kommission
ermächtigt, gemäß Artikel 130n des Vertrages interna-                                             Artikel 11
tionale Abkommen auszuhandeln, in denen die Modali-
täten dieser Zusammenarbeit festgelegt werden.                          Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                               ANHANG I
                                        Wissenschaftliche una technische Ziele — Inhalt
             Die Richtlinien des dritten Rahmenprogramms, seine wissenschaftlich-technische Zielsetzung und Begründung
             sind integraler Bestandteil des vorliegenden spezifischen Programms.
             Paragraph I.l.B von Annex II des Rahmenprogramms ist integraler-Bestandteil des vorliegenden spezifischen
             Programms.
             Auf der Grundlage und im Lichte der vorgenannten Elemente wird im folgenden der Inhalt des spezifischen
             Programms analytisch beschrieben.
             Der Inhalt konzentriert sich auf acht prioritäre Bereiche inklusive der Bereitstellung von Kontrolltechniken
             und -einrichtungen. Das Programm umfaßt Arbeitsbereiche, die im Interesse aller die Mitarbeit zweier oder
             mehrerer Akteure des Telekommunikationssektors erfordern. Die prioritären Bereiche sind:
             Bereich 1: IBC („Integrated Broadband Communications" — Integrierte Breitbandkommunikation) FuE,
             Bereich 2: Intelligente Netze/Flexible Verwaltung der Kommunikationsressourcen,
             Bereich 3: Mobil- und Privatkommunikation,
             Bereich 4: Bild- und Datenkommunikation,
             Bereich 5: Service Engineering,
             Bereich 6: Technologien der Informationssicherheit,
             Bereich 7: Fortgeschrittene Kommunikationsfeldversuche,
             Bereich 8: Testinfrastrukturen und Kommunikation zwischen (nationalen) Teilnetzen (horizontaler FuE-
                         Bereich, der die anderen prioritären Bereiche unterstützt).
             Das spezifische Programm deckt diese prioritären Bereiche ab und gliedert sich in drei Hauptteile, nämlich
             Entwicklung von Implementierungsstrategien für IBC-Systeme, -Dienste und -Anwendungen; fortgeschrittene
             Kommunikationstechnologien und Validierung von Normen und gemeinsamen Funktionsspezifikationen für
             IBC. Dabei werden Testgeräte und -dienste für generische Anwendungen eingesetzt.
             Bereich 1: IBC („Integrated Broadband Communications" — Integrierte Breitbandkommunikation) FuE
             Integrierte Breitbandkommunikationstechnologien liefern die Grundlage für fortgeschrittene Dienste und
             bestimmen ihre Kosten. In diesem Bereich werden Schlüsseltechnologien, Systeme, Dienste und Anwendungen
             unter einem Systemansatz zusammengefaßt. Dieser Bereich hat die folgenden Schwerpunkte:
             IBC-Systementwurf, -Architektur und -Betrieb
             Diese Arbeiten dienen zur Bereitstellung zukunftsorientierter Dienste über integrierte Breitbandkommunika-
             tion auf der Basis eines Satzes „offener" Normen, die den generellen Zugang zu integrierten Diensten
             ermöglichen. Um allen Beteiligten die Möglichkeit zu bieten, ihren Bedarf zu formulieren, werden Referenzmo-
             delle und gemeinsame Funktionsspezifikationen systematisch weiterentwickelt. Besondere Aufmerksamkeit
             ist dabei der Kombination und Interaktion verschiedener technischer Optionen, der Nachfrage nach grundle-
             genden und höherentwickelten Diensten sowie den Auswirkungen von Rechtsvorschriften zu widmen.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        Nr. C 174/13
          IBC-lmplementierungs-     und Übergangsstrategien
          Diese Arbeiten umfassen die notwendigen Systemtechniken zur Implementierung von IBC-Diensten, einschließ-
          lich der Umstellung vom derzeitigen auf das neue System. Die Techniken zur Sicherstellung der Kommunika-
          tionsfähigkeit öffentlicher und privater Netze und neuer Dienste sind zu verbessern. Dies ist eine entscheidende
          Voraussetzung für die Benutzerakzeptanz und die kosteneffektive Nutzung der Kommunikationsressourcen.
          Die Forschungsarbeiten umfassen die Weiterentwicklung gemeinsamer Funktionsspezifikationen und Refe-
          renzkonfigurationen unter Berücksichtigung der neuesten Entwicklungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt
          dabei der verstärkten Rolle der optischen Kommunikation (unter Berücksichtigung des zunehmenden Interes-
          ses an „Glasfaser bis ins Haus"), der Entwicklung synchroner/asynchroner Vermittlungstechniken, der
          optimierten Integration von Funk- und Mobilkommunikations-Subsystemen (vor allem in ländlichen Gebieten)
          und der Entwicklung intelligenter Netze. Weitere Arbeiten betreffen ein Schichtenmodell für Kommunika-
          tionsmanagement und neue Mehrwertdienste, die sich der Bedarfsentwicklung anpassen. Spezielle Aufgaben
          stellen sich im Bereich der Bildkommunikation und deren Integration in Dienste sowie in bezug auf die
          Kommunikation zwischen privaten Netzen, LAN und MAN (Metropolitan Area Networks), wo es die
          Möglichkeiten zur Zusammenschaltung zu erweitern und die Anpassungsfähigkeit der Dienste zu verbessern
          gilt.
          Gemeinsame       Betriebsumgebung
          Hier sind Normungsarbeiten, insbesondere im Rahmen des „European Telecommunications Standards
          Institute (ETSI)", zu unterstützen. Hinzu kommen die Verbreitung von Ergebnissen der RACE-Projekte und
          der Erwerb weiterer einschlägiger Informationen. Der Kontakt zu anderen Gremien, die unabhängig von
          diesem Programm an zukunftsorientierten Kommunikationsprojekten arbeiten, ist sicherzustellen. Ferner sind
          gemeinsame Analysewerkzeuge für die technisch-wirtschaftliche Bewertung der Implementierung und der
          Übergangsstrategien zu entwickeln und einzusetzen.
          Techniken für grundlegende       lBC-Systemfunktionen
          Diese Arbeiten beinhalten Vermittlungssysteme, integrierte optische Systeme und Netzwerke, IBC-Teilnehmer-
          systeme und IBC-Softwareinfrastruktur.
          Vermittlungssysteme: Die technologische Basis für den Asynchronen Transfer Modus (ATM) wird erweitert,
          und Dialogtechniken zwischen ATM-Netzwerken und bereits vorhandenen Netzen werden entwickelt. Auf
          diese Weise können mit Hilfe der ATM-Vermittlungstechnologie anschlußfreie Dienste und die Zusammen-
          schaltung von LANs und MANs unterstützt werden.
          Integrierte optische Systeme und Netze: Diese Arbeiten werden die Grundlagen für kostengünstige Breitband-
          netze schaffen und die Einführung und Weiterentwicklung integrierter optischer Netze auf der Basis photo-
          nischer Vermittlungen fördern.
          BC-Teilnehmersysteme: Die Arbeiten in diesem Bereich werden die notwendigen Technologien für IBC-
          Endgeräte und CPN (Customer Premises Networks) schaffen. Hierzu sind Studien über Multi-Dienste-
          Schnittstellen und die Auswirkungen der ATM-Technologie auf Endgeräte erforderlich. Bei CPN ist vor allem
          zu prüfen, wie sich der Datenverarbeitungsbedarf auf Geschäfts-CPN, Kommunikationsprotokolle und kurz-
          bis mittelfristig auch auf kostengünstige Heim-CPN auswirken wird.
          IBC-Software-Infrastruktur: Diese Forschung wird die kostenwirksame Entwicklung von äußerst zuverlässiger
          Telekommunikationssoftware und deren Unterstützung während des gesamten Lebenszyklus fördern. Hierzu
          sind Forschungsarbeiten für die Software-Qualitätssicherung und die Anwendung des AIP-Konzepts bei der
          Entwicklung von Telekommunikationssoftware erforderlich. Die Arbeiten umfassen ferner Studien über den
          Einsatz wissensgestützter Systeme während der gesamten Lebensdauer.
          Integration von      IBC-Demonstrationsobjekten
           Der Nachweis der Integration und Dialogfähigkeit der im Rahmen von RACEII entwickelten „technologischen
          Demonstrationsobjekte" ist unter Einbeziehung von Geschäfts- und Privatteilnehmern in städtischen und
           ländlichen Gebieten einzuführen. Die Forschungsarbeiten dienen zur Validierung der Anwendungsmöglichkei-
          ten von neuen Technologien, zur Unterstützung der Normungsarbeiten und zur Schaffung der Basis für die
          Bewertung der wirtschaftlichen Leistung von Systemen und Diensten. Sie beinhalten ferner die Integration
          der Anschluß-, Übertragungs- und Vermittlungsfunktionen sowie der Steuerungs-, Management- und Zeichen-
          gabefunktionen. IBC-Endgeräte für Demonstrationszwecke sowie anderweitig entwickelte Endgeräte werden
          angeschlossen, um die effiziente Unterstützung einer Vielzahl von Diensten und Anwendungen nachzuweisen.
          Kontrollwerkzeuge
          Hier geht es darum, die notwendigen Werkzeuge zur Überprüfung der Funktionsspezifikationen und Dialogfä-
          higkeit zu entwickeln und sicherzustellen, daß die IBC-Systeme und Konstruktionskonzepte Kontrollen
 ---pagebreak--- Nr. C 174/14                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       16. 7. 90
           vorsehen. Als Werkzeuge dienen formalisierte Verfahren und technische Kontrolleinrichtungen. Auf diese
           Weise kann das Vertrauen in künftige IBC-Demonstrationssysteme gestärkt und das Investitionsrisiko bei
           der Entwicklung und Implementierung der IBC für Industrieunternehmen, Betreiber, Diensteanbieter und
           Benutzer verringert werden.
           Bereich 2: Intelligente Netze/Flexible Verwaltung der Kommunikationsressourcen
           Diese Forschungsarbeiten betreffen die Entwicklung und Demonstration von Techniken zur Einführung
           „programmierbarer Netze". Sie beinhalten die Entwicklung von Techniken zum Ausbau der Intelligenz und
           Flexibilität für die Bereitstellung von Netzdiensten, Netzmanagement sowie Vorgänge mit OSS- (Operations
           Support Systems) und TMN-Merkmalen (Telecommunications Management Networks).
           Bereich 3: Mobil- und Privatkommunikation
           Diese Forschungsarbeiten leisten einen Beitrag zur Entwicklung integrierter Mobilkommunikationssysteme
           der dritten Generation im Hinblick auf die Einführung internationaler Mobilkommunikationsdienste, mobiler
           Breitbanddienste und internationaler Privatkommunikationsdienste mit Audio-, Daten- und Bildübertragung.
           Die Systeme der dritten Generation erfordern eine gemeinsame Funkschnittstelle zur kostenwirksamen
           Implementierung in den Frequenzbereichen von 2 GHz. Für mobile Breitbanddienste wird der Frequenzbereich
           60 GHz benötigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung zukunftsorientierter Funktionalitäten für den
           verstärkten und integrierten Einsatz von IBC-und Funknetzen (z.B. Normen für Vernetzung und Mobilitätsma-
           nagement) sowie auf der Miniaturisierung der Endgerätetechnologie bei geringem Energieverbrauch. Besonde-
           re Aufmerksamkeit ist dem Bedarf verschiedener Benutzergemeinschaften zu widmen.
           Bereich 4: Bild- und Datenkommunikation
           Hier geht es um die Entwicklung der notwendigen Technologien zur erfolgreichen Einführung und Nutzung
           zukunftsorientierter, kostengünstiger und flexibler Bild- und Datenkommunikationsdienste für den Privat-
           und Geschäftsbedarf. Die Arbeiten bauen auf den von RACE geschaffenen Grundlagen auf und befassen sich
           vor allem mit den Auswirkungen neuer Übertragungsmodi (wie ATM) auf Bildkommunikationsdienste mit
           hoher Auflösung und Paketdatenübertragung mit Megabit-Geschwindigkeiten. Sie betreffen unter anderem
           Verschlüsselungs- und Darstellungstechniken für stehende, bewegte und dreidimensionale Bilder, insbesondere
           für HDTV. Die Forschungsarbeiten betreffen ferner den Dialog zwischen einem IBC-System und anderen
           interaktiven, verteilten Netzen, die parallel dazu betrieben werden.
           Bereich 5: Service Engineering
           Für die Evolution der Dienstenachfrage ist es erforderlich, daß das Kommunikationssystem rechtzeitig und
           dynamisch auf die sich entwickelnden Diensteanforderungsprofile reagiert. Dieser Bereich spricht die dafür
           notwendigen Entwicklungstechnologien an. Die Schwerpunkte sind im folgenden aufgeführt.
           Entwicklung der 1BC-Diensteinfrastruktur/'Modulare       Normung
           Diese Arbeiten leisten einen Beitrag zur Harmonisierung der Architekturen und Spezifikationen für die flexible
           Integration von Telematikdiensten unter Benutzersteuerung. Dabei sind die grenzüberschreitende Dimension
           des Kommunikationsbedarfs und die heterogene technische Umgebung zu berücksichtigen.
           Der Schwerpunkt des Service Engineering liegt auf der modularen Normung in folgenden Bereichen: Architek-
           turen, Benutzerkomponenten, Diensteanbieterkomponenten und Diensteentwicklerkomponenten. Weitere
           Aspekte sind Harmonisierung und Anwendungsmodelle. Die Prüfung der Einsatzfähigkeit konzentriert sich
           auf die Mensch-Dienste-Schnittstelle und umfaßt die Konzeption generischer „Metaphern" für den Zugang
           zu integrierten Diensten. Im Bereich der Diensteanbieterkomponenten sind Spezifikationen für das Manage-
           ment zu erstellen; Diensteentwicklerkomponenten erfordern hingegen Spezifikationen gemeinsamer Werkzeu-
          ge für die Entwicklung von Diensten. Die Harmonisierungsarbeiten zielen auf ein einheitliches Konzept der
          Spezifikationen für Eignung, Dienstequalität, Weiterentwicklung, Sicherheitsanforderungen und Mobildienste
           ab. Hier ist eine direkte Verbindung zum Konsensmanagement herzustellen. Prüfungen auf Eignung und
          Benutzerfreundlichkeit werden im Zusammenhang mit Anwendungsmodellen durchgeführt.
          Integrierte    Dienstetechnologien
          Diese Forschungsarbeiten bauen auf Tätigkeiten des System Engineering auf; die Ergebnisse tragen ihrerseits
          zur Spezifizierung und Harmonisierung der Arbeiten bei. Sie betreffen Verfahren für die Verwirklichung
          geeigneter Architekturen, Technologien für Endnutzerkomponenten und -gerate, User Interface-Technologien
          mit besonderer Betonung der benutzerfreundlichen Oberflächengestaltung und Dienste-Managementsysteme.
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 174/15
          Überprüfung der     Dienstetechnologien
          Die Forschungsarbeiten beinhalten die Entwicklung von Prototypsystemen für die flexible Integration von
          Diensten, die den Anforderungen von Betreibern, Diensteanbietern und Benutzern gerecht werden.
          Bereich 6: Technologien der Informationssicherheit
          Präzision, Sicherheit und generelle „Vertrauenswürdigkeit" der Informationen sind natürlich für Privatperso-
          nen und öffentliche Verwaltungen sowie für Unternehmen und Industrie von grundlegender Bedeutung. Die
          geplanten Arbeiten gewährleisten, daß die Qualität der Dienste sowie deren Sicherheit und Zuverlässigkeit
          bei den Entwicklungs- und Implementierungsstrategien für moderne Kommunikationsdienste berücksichtigt
          werden. Sie sollen validierte Spezifikationen, Leitlinien und Technologien zur Gewährleistung der praktischen
          und effizienten Informationssicherheit auf europäischer Ebene liefern. Dieser Bereich hat die im folgenden
          aufgeführten Schwerpunkte:
          Dienstequalität, -Sicherheit und -Zuverlässigkeit
          Die Forschungsarbeiten betreffen Risikomanagement, kohärente Sicherheitslösungen und die Schaffung einer
          geeigneten Umgebung für sichere Informationsverwaltung.
          Risikomanagement: Entwicklung einer gemeinsamen Strategie für rationelles Risikomanagement. Damit wird
          die wissenschaftliche Basis für rechtliche Maßnahmen zur Verminderung der Risiken geschaffen.
          Kohärente Sicherheitslösungen: Entwicklung koordinierter Strategien zur Gewährleistung der Dialogfähigkeit
          getrennter Sicherheitsmechanismen und -verfahren. Auf diese Weise können aufeinander abgestimmte Szena-
          rien der Umstellung und der Investitionen entwickelt werden, insbesondere für öffentliche Sicherheitsinfra-
          strukturen. Damit wird die Basis für eine Zusammenarbeit von Organisationen geschaffen, um die Sicherheit
          der Informationen, die sie untereinander austauschen, zu gewährleisten.
          Schaffung einer geeigneten Umgebung: Hier sind Optionen zur Verbreitung von Informationssicherheits-
          techniken und entsprechenden Maßnahmen festzulegen. Die eigentliche Verbreitung von Lösungen unter den
          Endbenutzern fällt nicht in den Rahmen dieses Programms.
          Technologien der     Informationssicherheit
          Hier werden Technologien für Sicherheitsmechanismen und die Integration sicherer Systeme, insbesondere
          bei verteilten Systemen, untersucht. Sie werden unter folgenden Titeln behandelt:
          Systemtechnologien für Informationssicherheit: Eignung, Überprüfung, Anwendungssoftware, Hardware und
          Betriebssysteme.
          Netztechnologien für Informationssicherheit: Sie betreffen Telekommunikationsverbindungen und -Vermitt-
          lungen sowie die Merkmale von Einknotensystemen, die deren Vernetzung ermöglichen.
          Werkzeuge zur Verwaltung der Informationssicherheit: Entwicklung von Softwarewerkzeugen mit formalen
          Methoden zur Verwaltung der Informationssicherheit. Diese Forschungsarbeiten betreffen Risikoanalyse,
          Festlegung und Durchführung von Sicherheitsverfahren sowie die laufende Verwaltung und Qualitätssicherung
          von Sicherheitssystemen.
          Überprüfung der     Informationssicherheit
          Die Sicherheit eines jeden Systems entspricht seinem schwächsten Glied. Die erforderlichen Systeme sind
          überaus komplex und müssen überprüft werden. Die im Rahmen dieses spezifischen Programms entwickelten
          Strategien, Spezifikationen und Technologien werden durch eine Reihe kleinerer Demonstrationsobjekte
          verifiziert. Die Arbeiten gliedern sich in folgende Abschnitte:
          Integration von Informationssicherheitstechnologien: Hier geht es um den Einsatz einer Kombination verschie-
          dener Technologien (von Elektroniksystemen zur Unterdrückung unerwünschter Signalstörungen bis hin zu
          Protokollentwürfen) für optimale Informationssicherheit, die zahlreiche Funktionen abdecken und lediglich
          einen Teil des Gesamtsystems bilden, in dem sie verwendet werden.
          Überprüfung gemeinsamer Werkzeuge für Informationssicherheit: Hier geht es um drei Werkzeugkategorien:
          Risikoanalysewerkzeuge, Bewertungswerkzeuge, die Sicherheitskriterien anwenden, und Werkzeuge für geziel-
          te Sicherheitsregelung.
          Festlegung einer gemeinsamen Infrastruktur für Informationssicherheit: Sie gliedert sich in vier Bereiche:
          Zertifizierungsdienste für Sicherheitsprodukte; Zulassungsdienste für Sicherheitssysteme; Gateways für die
          Sicherheit des internationalen Verkehrs; Sicherheitsdienste Außenstehender. In allen Fällen geht es um die
 ---pagebreak--- Nr. C 174/16                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            16. 7. 90
           Implementierung von Pilotanwendungen sicherer Systeme im realen Verkehr. Diese werden dem Bedarf
           verschiedener Wirtschaftszweige und öffentlicher Verwaltungen angepaßt und von denen, die diese Technolo-
           gien über die entsprechenden FuE-Projekte bzw. extern entwickelt haben, direkt unterstützt.
           Bereich 7: Fortgeschrittene Kommunikationsfeldversuche -
           Diese Arbeit dient der Vorbereitung von Investitionen in fortgeschrittene Kommunikationssysteme sowie der
           Minimierung des Risikos von Fehlinvestitionen. Dazu müssen generische Dienstefunktionen ermittelt werden
           mit dem Ziel, sowohl die Wiederverwendbarkeit als auch die Kompatibilität mit verschiedenen Benutzerbe-
           dürfnissen zu ermöglichen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, daß Teilsysteme interoperabel und offen zugänglich
           bleiben. Durch diese Forschung sollen Nutzergruppen in die Lage versetzt werden, neue Technologien
           annehmen zu können und die durch sie eröffneten Möglichkeiten auszunutzen. Die dadurch ausgelösten
           Nachfrageanreize sind auch im Interesse der Betreiber und Gerätehersteller. Dieser Bereich hat die folgenden
           Schwerpunkte:
           Generische 1BC-Anwendungsstrategien
           Die Forschung konzentriert sich auf die Ermittlung von Erstanwendungen moderner Kommunikationsdienste
           und generischer Anwendungen, auf denen eine ganz Palette von Universaldiensten basieren wird. Vorgesehen
           sind die Entwicklung eines Einsatzreferenzmodells, die Entwicklung konsensgestützter operationeller Spezifi-
           kationen, die Entwicklung konsensgestützter gemeinsamer Funktionsspezifikationen für Dienste, die Konsoli-
           dierung der Netz- und Technologieaspekte sowie die Festlegung von Kriterien und Leitlinien für die erfolgrei-
           che Einführung und den Einsatz moderner Kommunikationsdienste. Die Entwicklung des Einsatzreferenzmo-
           delles baut auf vorhandenen Konzepten auf, wobei jedoch ein neuer Schwerpunkt auf Einstiegsstrategien,
           generischen Anwendungen und dem Verhältnis zwischen Anwendungen (Benutzer-/Nachfrageaspekt) und
           Diensten (Bereitstellungs-/Angebotsaspekt) liegt. Konsensgestützte Operationelle Spezifikationen (aus Benut-
           zersicht) und gemeinsame Funktionsspezifikationen für Dienste werden entwickelt, soweit sie Marktanreize
           schaffen. Die Festlegung von Kriterien und Lektinen für die erfolgreiche Einführung und den Einsatz
           moderner Kommunikationsdienste stützt sich auf Anwendungsexperimente, die technisch-wirtschaftliche und
           organisatorische Fragen betreffen. Einige generische Anwendungen wurden vorläufig festgelegt: als Beispiele
           seien verteilte Sachbearbeitung, Privatkommunikation und Erstellung von Ferngutachten genannt.
           Techniken für fortgeschrittene Kommunikationsversuche
           Diese Arbeiten betreffen die erforderlichen Technologien und Techniken für Versuche mit hochentwickelten
           Anwendungen. Hierzu wurden drei Themenkreise definiert: Erarbeitung und Festlegung von Technologien
           für die Entwicklung der Dienstinfrastrukturen, Entwicklung von Ressourcen-Paketen und Techniken zur
           Ermittlung des Benutzerbedarfs und der Benutzerreaktion. Die Arbeiten umfassen die Festlegung der notwen-
           digen Server-Module für Anwendungen wie Übersetzungs- und Dolmetschdienste, Integrität, multimediale
           Konferenzen, multimediale Datenbanken und Verteilungskonzepte. Die Entwicklung von Ressourcenpaketen
           umfaßt Dienste- und Produktelemente, Netzfunktionen für Übertragung, Vermittlung und Management sowie
           Hard- und Softwarefunktionen für Endgeräte. Großangelegte Feldversuche werden durch Simulationstech-
           niken ergänzt. Darstellungstechniken, u.a. Trickbiider und Graphikfunktionen, runden die detaillierte techni-
           sche Berichterstattung ab.
           Anwendungsversuche
           Die technische und operationeile Realisierbarkeit von Anwendungen moderner Kommunikationsdienste wird
           über strukturierte, koordinierte Anwendungsversuche festgestellt. Sie dienen zur Abgrenzung, Beschreibung,
           Modellierung und Festlegung generischer Anwendungen moderner Kommunikationsdienste mit branchen-
           und funktionsübergreifendem Charakter. Aufgrund der Anwendungsversuche können Telekommunikations-
           betreiber und Benutzer Marketing- und Nutzungspläne erstellen. Ferner werden vorwettbewerbliche Prototyp-
           Ressourcenpakete (mit Dienst- und Produktelementen) für generische Anwendungen entwickelt, um bereichs-
           spezifische Anwendungsversuche durchzuführen.
           Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Definition von generischen Anwendungen, die ggf. benutzerspezifisch
           anzupassen sind. Die Arbeiten sollen die Beschreibung dieser generischen Anwendungen absichern und ihre
           Merkmale durch Feldversuche abklären. Die gesammelten Erfahrungen bilden für alle Beteiligten die Grund-
           lage für die Erstellung und Ausrichtung von Normu.igs-, Implementierungs- und Nutzungspiäne für Breitband-
           kommunikation.
           Bereich 8: Testinfrastruktur und Kommunikation zwischen (nationalen) Teilnetzen
           Die erfolgreiche Einführung von IBC-Diensten in Europa setzt eine Versuchs- und Erprobungsphase voraus.
           Hierzu bedarf es vor allem einer Testinfrastruktur, an die alle Beteiligten angeschlossen sind. Diese Infrastruk-
           tur dient zur Validierung von Normen und Funktionsspezifikationen. Bereitstellung und Betrieb der
 ---pagebreak--- 16. 7. 90                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                    Nr. C 174/17
          Testinfrastruktur werden voraussichtlich auf der Absichtserklärung (') mit Betreibern des EBIT (European
          Broadband Interconnection Trial) und deren künftiger Weiterentwicklung basieren. Die Arbeiten dieses
          Programms beziehen sich auf den versuchsweisen Einsatz des EBIT, nicht aber auf dessen Entwicklung oder
          Betrieb.
          (') „Memorandum of Understanding".
                                                                  ANHANG          II
                     Vorläufige Aufschlüsselung der Mittelzuweisungen für die Periode 1990-1994
                                                                                                                                   (in %)
          Bereich 1: IBC („Integrated Broadband Communications" — Integrierte Breitbandkommu-
                       nikation) FuE                                                                                                 20-24
          Bereich 2: Intelligente Netze/Flexible Verwaltung der Kommunikationsressourcen                                               6-8
          Bereich 3: Mobil- und Privatkommunikation                                                                                   8-10
          Bereich 4: Bild-und Datenkommunikation                                                                                     11-16
          Bereich 5: Service Engineering                                                                                               6-8
          Bereich 6: Technologien der Informationssicherheit                                                                           6-8
          Bereich 7: Fortgeschrittene Kommunikationsfeldversuche                                                                    20-25
          Bereich 8: Testinfrastruktur und Kommunikation zwischen (nationalen) Teilnetzen                                              1-3
          Die Aufschlüsselung zwischen den verschiedenen Bereichen schließt die Möglichkeit nicht aus, daß Projekte
          mehrere Bereiche abdecken.
                                                                  ANHANG         III
                                          Modalitäten der Durchführung des Programms
                             und Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse
          1. Die Kommission führt das Programm nach Maßgabe des in Anhang I festgelegten wissenschaftlichen und
               technischen Inhalts durch.
          2. Die Modalitäten der Durchführung des Programms gemäß Artikel 3 umfassen Vorhaben der Forschung
               und technologischen Entwicklung, flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen.
               Die Vorhaben sind Gegenstand von Verträgen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
               auf Kostenteilungsbasis.
               Mit den flankierenden Maßnahmen sollen die Mittel eingesetzt werden, die eine gute technische Durchfüh-
               rung, Verwaltung und Bewertung des Programms sowie eine entsprechende Verbreitung und Zugänglich-
               keit der Ergebnisse, die Koordinierung, Ausbildung und Unterrichtung der Teilnehmer am Programm
               ermöglichen.
               Die konzertierten Aktionen sind die in der Haushaltsordnung festgelegten.
          3. Die Teilnehmer an den Vorhaben müssen natürliche oder juristische Personen mit Sitz in der Gemein-
               schaft (*) sein, wie Hochschulen, Forschungsorganisationen und Industrieunternehmen, einschließlich
               kleiner und mittlerer Unternehmen oder ihrer Verbände, insbesondere Europäische Wirtschaftliche Interes-
               senvereinigungen (EWIV).
             ) Zum Zwecke des vorliegenden Programms kann sich die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) mit Sitz in Genf,
               deren Einrichtungen sich größtenteils auf dem Hoheitsgebiet der Gemeinschaft befinden, an den Verträgen beteiligen.
 ---pagebreak--- Nr. C 174/18                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      16. 7. 90
              Natürliche oder juristische Personen in Ländern, die mit der Gemeinschaft Abkommen geschlossen haben,
              in denen eine Zusammenarbeit im wissenschaftlichen und technischen Bereich vorgesehen ist, können an
              den im Rahmen dieses Programms durchgeführten Vorhaben auf der Grundlage des wechselseitigen
              Vorteils teilnehmen. Die ausgewählten Auftragnehmer werden nicht der finanziellen Beteiligung der
              Gemeinschaft teilhaftig. Sie leisten einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten.
           4. Die Auswahl der Vorhaben erfolgt nach folgenden Prioritäten, wobei das erste Verfahren die Regel und
              das zweite die Ausnahme darstellt:
              Die Teilnehmer an den Vorhaben werden aufgrund des normalen Verfahrens der Aufforderung zur
              Einreichung von Vorschlägen (Artikel 6 Absatz 3) ausgewählt und im Amtsblatt der Europäischen
              Gemeinschaften bekanntgegeben.
              Die Kommission kann auch nach einem Sonderverfahren und unter den nachfolgend genannten Bedingun-
              gen Vorschläge annehmen, wenn sie besonders vielversprechende und wichtige Beiträge aufgrund der
              Originalität des vorgeschlagenen Themas, der Neuartigkeit des wissenschaftlichen und technischen Kon-
              zepts und der Durchführungsmethodologie sind, wobei der individuelle Charakter des Antragstellers
              berücksichtigt wird.
              Eine befürwortende technische Bewertung derartiger Vorschläge allein ist für die Annahme eines Vorha-
              bens nicht ausreichend; das Sonderverfahren kommt nämlich nur zur Anwendung, wenn der Charakter
              des jeweiligen Vorhabens entsprechend der obigen Definition das Vorgehen nach dem normalen Verfahren
               (Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen) nachweislich nicht rechtfertigt.
              Das Sonderverfahren muß vor dem normalen Verfahren durchgeführt werden, und zwar dergestalt, daß
              der für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft an den im Normalverfahren ausgewählten Vorhaben
              verfügbare Betrag genau festgelegt werden kann. Die Frist für das Sonderverfahren wird jedes Jahr im
              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
              Die Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an allen im Sonderverfahren ausgewählten
              Vorhaben wird jedes Jahr festgelegt, und zwar in Abhängigkeit von den nach besonders strengen
              technischen Maßstäben ausgewählten Vorhaben. Auf keinen Fall darf dieser Betrag 15 % überschreiten;
              er kann jedes Jahr aufgrund der Erfahrungen überprüft werden.
              Die Kommission erstellt einen Leitfaden mit allen Vorschriften für das Sonderverfahren, um vollständige
              Transparenz zu gewährleisten.
           5. Die Vorhaben müssen die Beteiligung von mindestens zwei voneinander unabhängigen Partnern mit Sitz
              in verschiedenen Mitgliedstaaten vorsehen.
           6. Die Kommission kann die Teilnehmer dazu ermutigen, beispielsweise für besonders große Vorhaben eine
              EWIV zu bilden oder sonstige Vereinbarungen zu treffen, die eine dezentralisierte, den Besonderheiten
              des Vorhabens angepaßte Verwaltung ermöglichen.
           7. Die Verbreitung der bei der Abwicklung der Vorhaben erworbenen Kenntnisse erfolgt einerseits innerhalb
              des spezifischen Programms und andererseits in Übereinstimmung mit dem Beschluß gemäß Artikel 4
              dritter Absatz des Beschlusses 90/221/Euratom, EWG.