CELEX: 51994PC0356(02)
Language: de
Date: 1994-07-27
Title: Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES für ein Förderprogramm im Bereich Buch und Lesen ARIANE

Avis juridique important

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51994PC0356(02)

Vorschlag für eine ENTSCHEIDUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES für ein Förderprogramm im Bereich Buch und Lesen ARIANE  /* KOM/94/356ENDG - COD 94/0189 */  

Amtsblatt Nr. C 324 vom 22/11/1994 S. 0011

Vorschlag für eine Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Rates für ein Förderprogramm im Bereich Buch und Lesen (ARIANE) (94/C 324/04) (Text von Bedeutung für den EWR) KOM(94) 356 endg. - 94/0189(COD)(Von der Kommission vorgelegt am 25. Oktober 1994)DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 128,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Ausschusses der Regionen,in Erwägung nachstehender Gründe:Der Vertrag überträgt der Gemeinschaft die Aufgabe:- einen Beitrag zur Entfaltung der Kulturen der Mitgliedstaaten unter Wahrung ihrer nationalen und regionalen Vielfalt zu leisten,- die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern und deren Tätigkeit insbesondere hinsichtlich des künstlerischen und literarischen Schaffens erforderlichenfalls zu unterstützen und zu ergänzen,- die Zusammenarbeit mit dritten Ländern und für den Kulturbereich zuständigen internationalen Organisationen, insbesondere mit dem Europarat, zu fördern.Die Förderung der Übersetzung trägt zur Kenntnis und Verbreitung der Kultur und Geschichte der europäischen Völker wie auch zur Erhaltung der Vielfalt des literarischen Schaffens und des in den unterschiedlichen nationalen und regionalen sprachlichen Ausdrucksformen abgefassten Schriftgutes sowie zum interkulturellen Austausch bei und erleichtert den Zugang der Bürger, insbesondere der einkommensschwachen Schichten zur Kultur.Es ist wichtig, insbesondere durch Weiterbildung der betreffenden Fachleute, einen Beitrag zur Förderung qualitativ hochstehender Übersetzungen der Werke in der Gemeinschaft zu leisten.Die Gemeinschaftsorgane haben der Kenntnis und Verbreitung des literarischen Schaffens insbesondere durch Übersetzungen hohe Bedeutung beigemessen, was in folgenden Dokumenten zum Ausdruck kommt:- Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten für Kulturfragen zuständigen Minister vom 9. November 1987 über die Förderung der Übersetzung bedeutender Werke der europäischen Kultur (1),- Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Kulturfragen vom 18. Mai 1989 über die Förderung des Buches und der Lektüre (2),- Entschließung des Europäischen Parlaments über die Förderung des Buches und des Lesens in Europa (3),- Schlußfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Kulturfragen vom 12. November 1992 zu Leitlinien für ein Kulturkonzept der Gemeinschaft (4),- Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Minister für Kulturfragen vom 17. Mai 1993 über die Förderung der Übersetzung zeitgenössischer europäischer Theaterstücke (5);In der Mitteilung der Kommission vom 27. Juli 1994 über die "Aktion der Europäischen Gemeinschaft zugunsten der Kultur", in der das Thema "Buch und Lesen" als Schwerpunktbereich genannt wird, wird der Rahmen für Fördermaßnahmen abgesteckt, in dem unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips die Tätigkeit der Mitgliedstaaten unterstützt und ergänzt werden kann;Vorerst sind die Gemeinschaftsaktionen zur Förderung des Buches und des Lesens schwerpunktmässig auf die Übersetzung von literarischen Werken und Theaterstücken sowie von kulturellen Nachschlagewerken ausgerichtet, die im Vorfeld wie auch im Nachgang durch flankierende Maßnahmen ergänzt werden -HABEN FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:Artikel 1 Die Gemeinschaft beschließt für einen Zeitraum von fünf Jahren, beginnend 1996, ein Aktionsprogramm zur Förderung der Kenntnis und Verbreitung des europäischen künstlerischen und literarischen Schaffens, insbesondere durch das Mittel der Übersetzung (ARIANE-Programm), nachfolgend "Programm" genannt.Artikel 2 Das Programm hat folgende Ziele:- Förderung einer grösseren Verbreitung von Werken der zeitgenössischen Literatur, die für die Kultur der Mitgliedstaaten repräsentativ sind, wobei die Übersetzung von Werken aus weniger verbreiteten Sprachen der Gemeinschaft Vorrang hat; die Erschließung dieser Werke soll insbesondere durch Maßnahmen mit Symbolwirkung erfolgen;- Unterstützung der Verbreitung zeitgenössischer Theaterstücke durch Übersetzungen, um dem europäischen Publikum ein breiter gefächertes und repräsentatives Repertoire der Kulturen der Mitgliedstaaten anzubieten;- Förderung der Verbreitung von Nachschlagewerken zur besseren Kenntnis der Kultur und Geschichte der europäischen Völker insbesondere auf den Gebieten gemäß Artikel 128 Absätze 2 und 4 des EG-Vertrags;- Unterstützung und Ergänzung der auf nationaler und regionaler Ebene unternommenen Anstrengungen durch eine Reihe von gemeinschaftsweiten Maßnahmen u. a. mit folgendem Inhalt: Zusammenarbeit in Netzwerken und Partnerschaften, Aus- und Weiterbildung sowie Forschung und Studien.Artikel 3 Zur Verwirklichung der in Artikel 2 vorgesehenen Ziele dienen die im Anhang beschriebenen Maßnahmen. Sie werden nach dem Verfahren gemäß Artikel 6 durchgeführt.Artikel 4 Bei der Durchführung des Programms fördern die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten die Zusammenarbeit mit dritten Ländern und mit den für den Kulturbereich zuständigen internationalen Organisationen, insbesondere mit dem Europarat; in der Zusammenarbeit mit letzteren ist unbedingt auf Vermeidung von Doppelgleisigkeit und auf Komplementarität der Maßnahmen unter Wahrung der Eigenständigkeit und der Handlungsautonomie jeder einzelnen Institution und Organisation zu achten.Im Anhang sind spezielle Modalitäten vorgesehen hinsichtlich der Öffnung des Programms für die mittel- und osteuropäischen Länder, die mit der Europäischen Gemeinschaft ein Assoziierungsabkommen abgeschlossen und ratifiziert haben, das für den kulturellen Bereich eine spezielle Klausel vorsieht.Besondere Aufmerksamkeit wird im Rahmen der gegenseitigen Beziehungen der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten zu den dritten Ländern einer Reihe von Ländern zuteil, die die Übersetzung zu einem Schwerpunktbereich der kulturellen Zusammenarbeit machen wollen.Artikel 5 Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Bei der Durchführung dieser Aufgabe wird sie vom Ausschuß gemäß Artikel 4 der Entscheidung Nr. . . . vom . . . bezueglich des Kaleidoskop-Programms unterstützt.Artikel 6 Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt eine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage - erforderlichenfalls durch eine Abstimmung - festsetzen kann.Die Stellungnahme wird in das Protokoll aufgenommen; darüber hinaus hat jeder Mitgliedstaat das Recht zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehalten wird.Die Kommission berücksichtigt so weit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrichtet den Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme berücksichtigt hat.Artikel 7 Innerhalb von sechs Monaten nach den ersten zwei Jahren der Programmlaufzeit legt die Kommission nach Anhörung des Ausschusses gemäß Artikel 5 dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Evaluierungsbericht über die erzielten Ergebnisse vor, der gegebenenfalls durch geeignete Vorschläge ergänzt wird.Nach Ablauf des Programms übermittelt die Kommission nach dem in Artikel 6 vorgesehenen Verfahren dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht über die Verwirklichung des Programms und über die dabei erzielten Ergebnisse.Artikel 8 Das Programm wird jährlich zusammen mit praktischen Hinweisen über das Verfahren, über die auf nationaler Ebene bestehenden Organisationsstrukturen zur Gewährung von fachlicher Hilfe für Kulturprojekte, die Fristen für die Einreichung von Bewerbungsanträgen sowie über die den Anträgen beizulegenden Unterlagen im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Reihe C, veröffentlicht.Artikel 9 Diese Entscheidung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.Artikel 10 Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.(1) ABl. Nr. C 309 vom 19. 11. 1987, S. 3.(2) ABl. Nr. C 183 vom 20. 7. 1989, S. 1.(3) ABl. Nr. C 42 vom 15. 2. 1993, S. 182.(4) ABl. Nr. C 336 vom 19. 12. 1992, S. 1.(5) ABl. Nr. C 160 vom 12. 6. 1993, S. 1.ANHANG FÖRDERPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT IM BEREICH BUCH UND LESEN Fördermaßnahme ARIANE-ProgrammDie Maßnahmen des Programms werden von Kurzinformationen über deren Durchführung begleitet, die in Form von Hinweisen mitgeteilt werden. Die Modalitäten werden entsprechend dem Verfahren nach Artikel 6 zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.Teil I: Erschließung und Verbreitung1. Unterstützung für die Übersetzunga) Unterstützung für die Übersetzung zeitgenössischer literarischer Werke mit dem Ziel einer grösseren Verbreitung durch VeröffentlichungDie Unterstützung wird für die Übersetzung zeitgenössischer literarischer Werke (Roman, Novelle, literarischer Essai, Literaturgeschichte, Biographie, Theater, Lyrik) gewährt, die für die Kultur des Herkunftslandes repräsentativ sind und für ein breites Publikum in Europa von Interesse sind.Unter zeitgenössischer Literatur ist Literatur zu verstehen, die zum ersten Mal im 20. Jahrhundert erschienen ist, wobei Werken der Vorzug gegeben wird, die erstmals nach 1945 veröffentlicht wurden. Ausnahmsweise können auch Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte literarische Werke ausgewählt werden.Förderwürdig sind Werke, die bereits in zwei Sprachen der Gemeinschaft (ausser der Originalsprache) übersetzt und veröffentlicht wurden. Durch die Förderung soll die Übersetzung in zwei weitere Sprachen unterstützt werden.Um den weniger verbreiteten Sprachen Vorzug zu geben, können Werke, die in diesen Sprachen verfasst worden sind, direkten Zugang zur Förderung der Übersetzung in zwei andere Gemeinschaftssprachen haben, ohne vorher in andere Gemeinschaftssprachen übersetzt worden zu sein.Die Unterstützung wird ebenfalls für die Übersetzung von Werken gewährt, deren Veröffentlichung auf dem europäischen Markt nur mit Zuschüssen der Gemeinschaft als realisierbar gilt.Der Antrag auf Gewährung von Fördermitteln ist von einem oder mehreren Verlegern, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Gemeinschaft sind, bei der Kommission, Referat "Aktion im kulturellen Bereich" (200, rü de la Loi, B-1049 Brüssel) einzureichen. Im Antrag muß das Einverständnis des bzw. der Übersetzer enthalten sein. Der Zuschuß kann bis zu 100 % des nach den üblichen Bedingungen am betreffenden Markt vereinbarten Übersetzungshonorars abdecken.Der Verleger verpflichtet sich, den Namen des Übersetzers wie auch den Beitrag der Kommission an gut sichtbarer Stelle zu erwähnen.Die Verleger haben zu bescheinigen, daß sie Inhaber der gegebenenfalls bestehenden Rechte an der Veröffentlichung bzw. an der Übersetzung des Werkes sind, für das die Antragstellung erfolgt.Die förderwürdigen Werke werden zweimal im Jahr auf Grundlage von folgenden Prioritäten ausgewählt:- literarische Qualität des Werkes- Erschließung und Verbreitung der Literaturen der Länder der Gemeinschaft, insbesondere der in weniger verbreiteten Sprachen geschriebenen Werke.b) Unterstützung für die Übersetzung von Theaterstücken mit dem Ziel einer grösseren Verbreitung in der Öffentlichkeit durch AufführungenDie Unterstützung wird für die Übersetzung von Theaterstücken gewährt, die bereits auf der Bühne oder in audiovisuellen Medien aufgeführt wurden und bei der Kritik wie auch im Publikum in einem bestimmten Masse Anerkennung gefunden haben.Die Unterstützung ist vorrangig für zeitgenössische Werke bestimmt, die nach 1945 geschrieben wurden.Den zur Übersetzung vorgeschlagenen Werke muß ein konkretes Aufführungsprojekt zugrunde liegen.Der Erstantrag ist von Direktoren, Regisseuren oder Produzenten eines Mitgliedstaates der Gemeinschaft zwecks Präsentation des Theaterstücks in der Öffentlichkeit zu stellen. Der Antrag wird gleichzeitig an die Kommission und an die Kontaktstellen gerichtet, die den prioritären Charakter der eingereichten Projekte einschätzen.Die Endauswahl erfolgt vorwiegend unter Berücksichtigung der Qualität der zur Übersetzung vorgeschlagenen Werke. Bei der Auswahl der Übersetzungssprachen sollte man darauf achten, daß ein Gleichgewicht zwischen den weit verbreiteten Sprachen und den weniger verbreiteten Sprachen besteht, um zu gewährleisten, daß die in Frage kommenden Werke eine möglichst grosse und breitgefächerte Verbreitung finden.Die Unterstützung wird in Form eines Übersetzungsstipendiums von höchstens 3 500 ECU gewährt. Dieser Geldbetrag greift in keiner Hinsicht in Rechte ein, die sich für die Autoren und die Übersetzer gegebenenfalls durch die Aufführung, Verbreitung oder Veröffentlichung des auf diese Weise übersetzten Werkes ergeben.Die Kontaktstellen sind Verwahrer der mit Unterstützung der Kommission vorgenommenen Übersetzungen und haben sicherzustellen, daß die Übersetzungen nur den Fachkreisen zur Verfügung gestellt werden, die an einer Aufführung, Verbreitung oder Veröffentlichung des Werkes interessiert sind und dazu die Zustimmung der Inhaber der Rechte eingeholt haben; diese Bestimmung findet auf die obengenannten Personen entsprechend Anwendung.c) Unterstützung für die Übersetzung von Nachschlagewerken mit dem Ziel einer grösseren Verbreitung von Informationen zwischen den Fachkreisen und den zuständigen Behörden der MitgliedstaatenDie Unterstützung für die Übersetzung von Nachschlagewerken bezweckt einen erleichterten Informations- und Erfahrungsaustausch und damit eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten auf den Gebieten nach Artikel 128 des EG-Vertrags, insbesondere auf den Gebieten, die von der Gemeinschaft schwerpunktmässig im Rahmen ihrer Aktion im Kulturbereich entwickelt werden.Mit solchen Maßnahmen kann die Gemeinschaft einen hohen Zugewinn erbringen; da sich hier jedoch ein sehr weites Betätigungsfeld eröffnet, wird die Unterstützung für die Übersetzung von Nachschlagewerken vorerst im Rahmen einer eingegrenzten Versuchs- und Demonstrationsaktion durchgeführt.Die Unterstützung für die Übersetzung von Nachschlagewerken wird für Studien bzw. Berichte über in den Mitgliedstaaten bestehende Praktiken und Systeme im Kulturbereich gewährt, mit denen Probleme von gemeinsamem Interesse - wie in Artikel 128 Absätze 2 und 4 aufgeführt - herausgearbeitet werden können.Der Antrag muß die erforderlichen Informationen zur Begründung des wesentlichen Beitrags des vorgeschlagenen Werkes zur Verbesserung der Kenntnis des betreffenden Gebietes, die Angabe der Zielsprachen und das schriftliche Einverständnis des Autors und des Übersetzers enthalten.Im Zeitraum von fünf Jahren können höchstens 100 Nachschlagewerke in mindestens zwei Sprachen übersetzt werden.Die Werke werden der Kommission von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten vorgeschlagen; die Auswahl richtet sich nach der Einschätzung des Nutzens einer Übersetzung der Werke, die durch die von den Mitgliedstaaten ernannten Vertreter im Verwaltungsausschuß vorgenommen wird. Die Werke können in so viele Sprachen übersetzt werden, wie dies für erforderlich gehalten wird.Der Beitrag der Gemeinschaft wird nach schriftlichem Einverständnis des Übersetzers nach zwei unterschiedlichen Regelungen je nach Herkunft des Werkes gewährt:- Wenn das über den Mitgliedstaat zur Übersetzung vorgeschlagene Werk von einem Verleger für eine Verbreitung auf dem europäischen Markt eingereicht wird, erfolgt die Hilfe der Gemeinschaft unter ähnlichen Bedingungen wie im Falle einer Unterstützung für die Übersetzung von zeitgenössischen literarischen Werken (insbesondere Modalitäten laut Teil I Absatz 1 Buchstabe a));- Wenn das über den Mitgliedstaat zur Übersetzung vorgeschlagene Werk nicht für eine kommerzielle Verwertung bestimmt ist (z. B. wenn es für eine Universität, ein Forschungszentrum, ein Fachinstitut usw. übersetzt wird), erfolgt die Hilfe der Gemeinschaft in Form eines Stipendiums, mit dem der Übersetzer seinen Auftrag unter Bedingungen erledigen kann, die denen von Teil I Absatz 1 Buchstabe b) entsprechen.Die Kommission veröffentlicht regelmässig die Aufstellung und die bibliographischen Angaben der auf diese Weise übersetzten Werke.2. Aktion mit Symbolwirkung: Aristeion-Preis, Synergieeffekte mit den Maßnahmen zur Unterstützung von ÜbersetzungenAristeion-Preis: Europäischer Literaturpreis und Europäischer ÜbersetzungspreisDank der Öffentlichkeitswirkung, die eine Reihe von Werken hoher Qualität durch die Verleihung der Aristeion-Preise (Europäischer Literaturpreis und Europäischer Übersetzungspreis) erhalten, leisten diese Preise einen Beitrag zur Kenntnis und Verbreitung des literarischen Schaffens und sind zugleich ein Anreiz für Übersetzer und Autoren.Ohne etwaigen Änderungen der organisatorischen Modalitäten dieser Preise aufgrund des Verfahrens nach Artikel 6 des vorliegenden Beschlusses vorzugreifen, werden die wesentlichen Bestimmungen dieser Maßnahme, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 35 vom 15. 2. 1990, S. 4 erschienen sind, unverändert übernommen.Demzufolge kommen die im Rahmen des Europäischen Literaturpreises nominierten Werke automatisch für eine Förderung der Übersetzung in mindestens zwei weitere Sprachen unter den Bedingungen, die im Teil I Absatz 1 Buchstabe a) vorgesehen sind, in Betracht, wenn ein Verleger einen entsprechenden Antrag direkt an die Kommission richtet.Teil II: Flankierende MaßnahmenDa die Unterstützung für die Übersetzung nicht Selbstzweck ist, sondern der Förderung der Kenntnis und Verbreitung der europäischen Kulturen, insbesondere des literarischen Schaffens dienen soll, sind Gemeinschaftsmaßnahmen zur Übersetzungsförderung im Vorfeld wie auch im Nachgang zu weiteren Gemeinschaftsaktionen durchzuführen, damit die Anstrengungen der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten und der Fachkreise auf diesem Gebiet durch die zusätzlich gegebene europäische Dimension unterstützt und angeregt werden.1. Förderung von Synergieeffekten auf europäischer Ebene über Netzwerke und durch Entwicklung partnerschaftlicher BeziehungenFörderung der Qualität der literarischen Übersetzung in Zusammenarbeit mit Netzwerken und berufsständischen Organisationen wie dem Internationalen Übersetzerverband, dem Europäischen Rat der Verbände literarischer Übersetzer, dem europäischen Netzwerk literarischer Übersetzerkollegs zur Unterstützung von Initiativen mit folgenden Zielen.- Förderung der literarischen Übersetzung, insbesondere einer hochqualitativen literarischen Übersetzung;- Austausch von Erfahrungen und Know-how unter Fachleuten für Übersetzung;- Förderung der Entwicklung von Partnerschaftsinitiativen in Verbindung mit regionalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlichen bzw. privaten Trägern zwecks Unterstützung für die Übersetzung von Werken in Europa;- Förderung partnerschaftlicher Initiativen, um u. a. durch Nutzung neuer Technologien und sonstiger multimedialer Instrumente den Zugang zu den für die Verbreitung der übersetzten Werke erforderlichen Daten und Informationen zu erleichtern.Förderung der Initiativen von Bibliotheksnetzen in Europa sowie von berufsständischen Organisationen des Sektors, insbesondere zum europaweiten Austausch von Erfahrungen über die Förderung und Erschließung der europäischen Literatur wie auch über andere Themen von gemeinsamem Interesse. Diese Maßnahme erfolgt ergänzend zu den Initiativen der GD XIII im Rahmen der Computerisierung der Bibliotheken.Förderung von Initiativen und Treffen, die von regionalen und lokalen Gebietskörperschaften durchgeführt werden, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit berufsständischen Netzwerken, insbesondere mit Netzwerken kleiner und mittlerer Verleger, Netzwerken von Buchhändlern sowie nicht kommerziellen Verbänden bzw. Stiftungen, die im Buchsektor tätig sind. Diese Maßnahme zielt insbesondere auf die Förderung und Erleichterung des Zugangs zu den europäischen Literaturen sowie auf deren bessere Verbreitung und Bekanntmachung ab, indem u. a. ein Beitrag zum erleichterten Zugang zu den Möglichkeiten der neuen multimedialen Instrumente geleistet wird.Unterstützung für die Evaluierung und Verbreitung der Ergebnisse der in diesem Rahmen laufenden Forschungen und Initiativen.2. Flankierende Aktionen in erster Linie zur Förderung des Zugangs der Bürger und insbesondere von JugendlichenGezielte Aktionen zur Begleitung der Sensibilisierungsmaßnahmen für das Lesen, insbesondere der Bemühungen um eine bessere Kenntnis mittels Übersetzung literarischer Werke der einzelnen Länder und Regionen der Gemeinschaft auf Initiative der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten (Ausstellungen, Europatage, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen usw.);Unterstützung für den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den zuständigen Behörden und den Fachkreisen der Mitgliedstaaten, u. a. um die Jugend für das Lesen zu gewinnen (themenbezogene Expertenrunden, Studien usw.);Unterstützung für europaweite innovative Pilotveranstaltungen zur Sensibilisierung der Jugend für das Lesen und für die Werke der europäischen Literatur, durchgeführt von den zuständigen Behörden, insbesondere von regionalen Gebietskörperschaften und Einrichtungen aus den schulnahen Bereichen sowie von Vereinen, Netzwerken, Stiftungen usw. (einschließlich Studien und Pilotprojekte zur Bekämpfung von Analphabetismus);Unterstützung für die Evaluierung und die Verbreitung der Ergebnisse der in diesem Rahmen laufenden Initiativen und Forschungen.3. Weiterbildung und Forschunga) Weiterbildung literarischer ÜbersetzerDa nur wenige Übersetzer in der Lage sind, literarische Werke zu übersetzen - zumindest was die Übersetzung in weniger verbreitete Sprachen angeht -, und eingedenk der Spezifik dieses Bereichs der Weiterbildung, gewährt die Gemeinschaft ergänzend zu den Anstrengungen der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten Unterstützung bei der Weiterbildung literarischer Übersetzer als Beitrag zur Erhöhung der Qualität der Übersetzung der Werke.Diese Unterstützung erfolgt in Form von Stipendien und Reisegeldern für Weiterbildungskurse bzw. als Beitrag zu Tagungen oder Treffen zum Thema Übersetzung.Die in diesem Rahmen vorgesehenen Stipendien und sonstigen Formen gemeinschaftlicher Hilfe werden nach Prüfung eines pädagogischen Projekts, das von einem Verein, einer Stiftung, einem auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung spezialisierten Verlag oder Kolleg vorgelegt wird, nach Anhörung der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten gewährt.b) Zusätzliche Maßnahmen zur Weiterbildung von Fachleuten, die sich für die Verbesserung der gegenseitigen Kenntnis und der Verbreitung der europäischen Literaturen einsetzenErgänzend zu den Initiativen der Netzwerke und insbesondere ausgehend von speziellen Anforderungen, die auf entsprechenden Begegnungen in diesem Zusammenhang (Teil II Absatz 1) vorgetragen wurden, kann eine Gemeinschaftsunterstützung gegebenenfalls auch für spezielle Weiterbildungsseminare erfolgen, die von Fachkreisen oder von öffentlichen Gremien veranstaltet werden, die sich für die Förderung und die Verbreitung der europäischen Literaturen und dabei schwerpunktmässig für Themen von gemeinsamem Interesse nach Artikel 128 Absatz 4 einsetzen.c) Studien und ForschungIm Vorfeld einer Unterstützung für die Übersetzung von Nachschlagewerken gemäß Teil II Absatz 3 Buchstabe a) wird eine Gemeinschaftshilfe für gemeinsame Studien- bzw. Forschungsprojekte mehrerer Länder der Gemeinschaft gewährt, insbesondere für Projekte von Netzwerken oder öffentlichen Partnern gemäß Teil II Absatz 1 zu Themen von gemeinsamem Interesse auf den Gebieten nach Artikel 128 EG-Vertrag. Vorrang haben dabei Projekte, die durch gemeinsame Nutzung der Ergebnisse und Zusammenführung der von den Mitgliedstaaten getrennt vorgenommenen Forschungen unter Vermeidung von Überschneidungen die Voraussetzungen für eine bestmögliche Verwertung der in der Gemeinschaft erzielten Ergebnisse und Erfahrungswerte schaffen sollen.Die für eine Gemeinschaftshilfe in Frage kommenden gemeinsamen Studien und Forschungen sind vorerst auf den Bereich Buch und Lesen und hier wiederum auf den Zugang zur europäischen Literatur und auf deren Verbreitung in der Gemeinschaft begrenzt, wobei direkte und indirekte Einwirkungen der übrigen Gemeinschaftspolitiken in diesem Bereich zu berücksichtigen sind.Eine begrenzte und punktülle Gemeinschaftsunterstützung kann Trägern innovativer Forschungsprojekte gewährt werden, die zwar noch in der Vorbereitungsphase sind, jedoch bereits Bürger aus mindestens drei Mitgliedstaaten einbeziehen. Diese Hilfe ist für die Suche nach weiteren Partnern bestimmt, um die Vorbereitung und Erarbeitung sowie das eigentliche Anlaufen des Forschungsvorhabens (Studienreisen, Machbarkeitsstudie usw.) zu erleichtern.Eine Unterstützung wird für die Evaluierung und die Verbreitung der Ergebnisse der in diesem Rahmen laufenden Studien und Forschungen gewährt.Teil III: Zusammenarbeit mit Drittländern1. Sonderregelung betreffend die Öffnung des Ariane-A-Programms (Teil I und II) für die mittel- und osteuropäischen Länder, mit denen Europaabkommen abgeschlossen worden sindAusgehend von Schlußfolgerungen der Tagung des Europäischen Rates in Kopenhagen (21. bis 22. Juni 1993) soll eine Reihe von Programmen, insbesondere im kulturellen Bereich, für die mittel- und osteuropäischen Länder geöffnet werden, mit denen Europaabkommen abgeschlossen wurden (Polen, Ungarn, Bulgarien, Tschechoslowakei, Slowenien, Rumänien). In Titel 7 der Europaabkommen betreffend die Kultur wird ausdrücklich auf die Übersetzungsthematik Bezug genommen. Teil I und II des Ariane-Programms kommen folglich für eine Öffnung in Richtung auf diese Länder in Frage. Die Assoziierungsräte werden Entscheidungen über die Bedingungen dieser Einbeziehung treffen. Die mittel- und osteuropäischen Länder übernehmen selbst zusätzliche Verpflichtungen aus dieser Einbeziehung. Erforderlichenfalls kann der Gemeinschaftshaushalt unter bestimmten Bedingungen in Anspruch genommen werden.2. Förderung der Kenntnis und Verbreitung des literarischen Schaffens insbesondere mit dem Mittel der Übersetzung im Dialog der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten mit DrittländernIm Rahmen der Beziehungen der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten mit Drittländern haben die Vertragsparteien vorgesehen, die Übersetzung zu einem Schwerpunktbereich ihrer Zusammenarbeit im kulturellen Bereich zu entwickeln. Dies trifft insbesondere auf die mit einigen Ländern Lateinamerikas und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten geschlossenen Abkommen zu.Gemäß dieser Abkommen könnten die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten folglich diese Kooperationsmaßnahme im Bereich der Übersetzung auf der Grundlage der Anträge entwickeln, die im Rahmen der durch die genannten Abkommen vorgesehenen Gemischten Ausschüsse gestellt werden.In diesem Rahmen werden Synergieeffekte mit den zuständigen internationalen Organisationen, insbesondere mit dem Europarat, unter Wahrung der Eigenständigkeit und der Handlungsautonomie jeder einzelnen Institution und Organisation angestrebt.