CELEX: 51986PC0547
Language: de
Date: 1986-10-29
Title: ENTWURF EINER VERORDNUNG ( EWG ) DES RATES UEBER EINE GEMEINSCHAFTSAKTION AUF DEM GEBIET DER TELEKOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM BEREICH DER FORTGESCHRITTENEN KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN FUER EUROPA ( PROGRAMM RACE )

Nr. C 304/2                            Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                28.11. 86
                                                            II
                                                (Vorbereitende Rechtsakte)
                                              KOMMISSION
              Entwurf einer Verordnung (EWG) des Rates über eine Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der
                                            Telekommunikationstechnologien
              Forschung und Entwicklung im Bereich der fortgeschrittenen Kommunikationstechnologien für
                                                          Europa
                                                   (Programm RACE)
                                                   KOM(86) 547 endg.
                               (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 29. Oktober 1986)
                                                      (86/C 304/02)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                       mit der Datenverarbeitung und der Unterhaltungselek-
                                                                tronik kann die Entwicklung zu einem europaweit inte-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Euro-                 grierten Breitbandnetz (Integrierte Breitbandkommunika-
päischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-        tion, IBC) führen, das ein breites Spektrum von Benut-
kel 235,                                                        zern und Anbietern von Diensten zulassen wird.
auf Vorschlag der Kommission,                                   Die Förderung des Telekommunikationsbereichs wird
                                                                die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europä-
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                 ischen Volkswirtschaften im allgemeinen und der Fern-
                                                                meldeindustrie im besonderen steigern.
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses,                                                       Die Fortschritte in der Telekommunikation werden zur
                                                                regionalen Entwicklung innerhalb der Gemeinschaft bei-
in Erwägung nachstehender Gründe:                               tragen, und besonders die Entwicklung gemeinsamer
                                                                funktioneller Spezifikationen für Zubehör und Dienste
Die Gemeinschaft hat die Aufgabe, durch die Errichtung          wird den benachteiligten Regionen erlauben, im vollen
eines Gemeinsamen Marktes und schrittweise Annähe-              Ausmaß von den Bemühungen der Mitgliedstaaten, die
rung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten eine har-       die Entwicklung der Telekommunikation in der Gemein-
monische Entwicklung des Wirtschaftslebens innerhalb            schaft anführen, zu profitieren.
der Gemeinschaft und engere Beziehungen zwischen den
Staaten zu fördern, die in dieser Gemeinschaft zusam-
mengeschlossen sind.                                            Die Entwicklung des IBC ermöglicht kleinen und mittle-
                                                                ren Unternehmen, eine weite Palette von Produkten und
Die Staats- und Regierungschefs haben auf ihren Tagun-          speziellen Diensten innerhalb der gesamten Gemein-
                                                                schaft anzubieten.
gen in Stuttgart, Athen, Fontainebleau und Brüssel die
Bedeutung des Fernmeldewesens als wesentlichen Faktor
für das Wirtschaftswachstum und die soziale Entwick-            Als Reaktion auf die Notwendigkeit, das wirtschaftliche
lung hervorgehoben.                                             und Marktpotential des Fernmeldewesens voll zu nutzen,
                                                                 hat die Kommission ein Aktionsprogramm vorgelegt, das
In seiner Beurteilung der Lage und Entwicklung des              der Rat als Grundlage für weitere Arbeiten anerkannte.
Fernmeldewesens betonte das Europäische Parlament die
Schlüsselrolle des Fernmeldewesens für die künftige poli-       Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der FuE und die
tische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Ge-         Erstellung von Normen können — vor allem durch Er-
meinschaft.                                                     leichterung der Entwicklung einer künftigen integrierten
                                                                Breitbandkommunikation für transnationale Verbindun-
Der Rat einigte sich am 17. Dezember 1984 auf die               gen sowie auf regionaler und lokaler Ebene — einen
Hauptelemente einer Fernmeldepolitik der Gemeinschaft           wichtigen Beitrag leisten.
und unterstützte in diesem Zusammenhang die Entwick-
lung fortgeschrittener Telekommunikationsdienste und            Die Einheitliche Europäische Akte schafft eine neue poli-
-netze durch Aktionen auf Gemeinschaftsebene.                   tische und rechtliche Grundlage für die Entwicklung
                                                                einer wissenschaftlichen und technologischen Strategie
Aufgrund der Entwicklung neuer Dienste und des                  unter besonderer Berücksichtigung der Förderung der in-
schrittweisen Zusammenwachsens des Fernmeldewesens              dustriellen Wettbewerbsfähigkeit.
 ---pagebreak--- 28.11. 86                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 304/3
Der Rat der Forschungsminister hat auf seiner Tagung              (2)       Die Aktion soll die Telekommunikationsindustrie
vom 4. Juni 1985 die Bedeutung der raschen Festlegung             der Gemeinschaft, die Betreiber und Anbieter von Dien-
einer Definitionsphase für das Programm RACE aner-                sten, in Abstimmung mit öffentlichen und privaten Ak-
kannt, um einen allgemeinen europäischen Rahmen für               tionen auf dem Gebiet der Telekommunikationstechno-
die Entwicklung künftiger fortgeschrittener Kommunika-            logien, die auf einzelstaatlicher und internationaler
tionssysteme vorzubereiten und die technische und indu-           Ebene durchgeführt werden, fördern, um den Endbenut-
strielle Zusammenarbeit zu fördern.                               zern mit einem Mindestmaß an Kosten und Verzögerun-
                                                                  gen diejenigen Dienste zur Verfügung zu stellen, die die
Der Rat hat mit Beschluß 85/372/EWG (*) eine RACE-                Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft über
Definitionsphase von 18 Monaten festgelegt, auf die sich           die nächsten Jahrzehnte hinweg aufrechterhalten und zur
bis spätestens Ende 1986 der Beschluß für das Hauptpro-            Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Ge-
gramm stützen soll.                                                meinschaft beitragen werden.
Die Schaffung oder Konsolidierung eines spezifischen                                             Artikel 2
europäischen Potentials in den betreffenden Technolo-
gien ist dringend geboten. Die Begünstigten müssen                 Das im Anhang 1 dargelegte Aktionsprogramm besteht
Netzbetreiber, Forschungszentren, Unternehmen, ein-                aus drei Teilen:
schließlich kleiner und mittlerer Unternehmen, und an-
dere in der Gemeinschaft ansässige Einrichtungen sein,                                               Teill
die am besten dazu geeignet sind, diese Ziele zu errei-
chen.                                                                   IBC-ENTWICKLUNG UND IMPLEMENTIERUNGS-
                                                                                                STRATEGIEN
Die RACE-Definitionsphase hat zu den entsprechenden                     umfaßt Arbeiten, die für die Entwicklung von Funk-
Schlußfolgerungen geführt.                                              tionsspezifikationen, Systemen, Verfahrensforschung
                                                                        zur Festlegung von Vorschlägen für normkonforme
Der RACE-Verwaltungsausschuß hat eine erste Bewer-                      offene Systeme (OSI-Konformität, Konzepte und
tung durchgeführt und darum ersucht, daß die erforder-                  Vereinbarungen) (2) erforderlich sind, sowie analyti-
lichen Beschlüsse rechtzeitig ergehen, um die Fortschrei-               sche Arbeiten, die dazu dienen, die Kommunikations-
tung der Arbeiten zu gewährleisten.                                     fähigkeit für IBC (^-Einrichtungen und -Dienste
                                                                        festzulegen. Diese Arbeiten sind von geeigneten Or-
Es liegt im Interesse der Gemeinschaft, die wissenschaft-               ganisationen, Gruppen und sonstigen Gremien, und,
liche und finanzielle Grundlage der europäischen For-                   soweit erforderlich, im Rahmen von Verträgen
schung durch eine verstärkte Einbeziehung von Teilneh-                  durchzuführen.
mern aus europäischen Drittländern in einigen Program-
 men der Gemeinschaft und vor allem in Programmen,                                                   Teil II
 die eine Zusammenarbeit in der FuE auf dem Gebiet der
Telekommunikationstechnologien vorsehen, zu konsoli-                                      IBC-TECHNOLOGIEN
dieren.                                                                 umfaßt die Zusammenarbeit über IBC-Technologien
                                                                        im FuE-Bereich auf vorwettbewerblicher Ebene.
 RACE wird von den bei ESPRIT erzielten Ergebnissen
 profitieren.
                                                                                                    Teil III
 Die Durchführung von konzertierten Aktionen im Rah-                        PRÄ-NORMATIVE FUNKTIONSINTEGRATION
 men von COST ist ein wesentliches Element zur Ergän-
 zung industrieorientierter FuE-Vorhaben.                               umfaßt      prä-normative        und     vorwettbewerbliche
                                                                        FuE-Arbeiten. Diese dienen der Realisierung eines
 Da die hierfür erforderlichen Befugnisse im Vertrag                    „offenen Labors für die Verifikation" von Funktio-
 nicht vorgesehen sind, ist Artikel 235 des Vertrages an-                nen, Betriebskonzepten und experimentellen Geräten
 zuwenden.                                                               in bezug auf ihre funktionellen Spezifikationen und
                                                                         Standardisierungsvorschlägen, die aus den Arbeiten
                                                                         des Teils I hervorgehen.
 Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische For-
 schung (AWTF) hat seine Stellungnahme abgegeben —
                                                                                                 Artikel 3
 HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:                                 (1)      Die dem Programm entsprechenden Vorhaben
                                                                   werden, soweit erforderlich, auf der Basis von Kosten-
                           Artikel 1                               verteilungsverträgen durchgeführt. Von den Vertrags-
 (1)     Eine Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der Te-            (2) Die Konformität offener Systeme steht für internationale
 lekommunikationstechnologien, genannt RACE, wird für                   Normungsbemühungen, um Einrichtungen und Dienste ver-
 einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren, beginnend am                  schiedener Lieferanten, Betreiber und Diensteanbieter kom-
 1. Januar 1987, beschlossen.                                           munikationsfähig zu machen.
                                                                    (3) IBC = Integrierte Breitbandkommunikation steht für fort-
                                                                        geschrittene Telekommunikationsdienste, die sich auf hoch-
 0) ABl. Nr. L 210 vom 7. 8. 1985, S. 24.                               leistungsfähige Infrastrukturen stützen.
 ---pagebreak---  Nr. C 304/4                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               28.11. 86
 nehmern wird erwartet, daß sie einen beträchtlichen Teil        zuführenden Vorhaben und Aktionen und die entspre-
 der Kosten tragen, der in der Regel bei mindestens 50 %         chenden Finanzpläne festgelegt sind.
 der Gesamtausgaben liegen sollte.
                                                                  (3)   Nach dem in Artikel 8 Absatz 2 vorgesehenen
 (2)   Die Verträge werden in der Regel durch offene             Verfahren wird die Kommission den Verwaltungsaus-
Ausschreibung vergeben und sehen die Beteiligung von             schuß zur Auswahl der einzelnen Vorhaben anhören. Sie
 mindestens zwei von einander unabhängigen industriel-           kann den Verwaltungsausschuß zu jeder anderen Frage
 len Partnern aus zwei Mitgliedstaaten vor. Die Aus-             anhören, die unter diese Verordnung fällt.
schreibung erfolgt durch Veröffentlichung im Amtsblatt
 der Europäischen Gemeinschaften.
                                                                                          Artikel 7
 (3)   In außergewöhnlichen Fällen können im Verfah-             Die Kommission wird bei der Durchführung ihrer Auf-
ren nach Artikel 8 Absatz 1 andere Bedingungen als in            gaben von einem Verwaltungsausschuß, im folgenden als
den Absätzen 1 und 2 festgelegt angenommen werden.               Ausschuß bezeichnet, unterstützt. Der aus je zwei Ver-
                                                                 tretern der Mitgliedstaaten bestehende Ausschuß wird
(4)    Die Verträge werden mit Netzbetreibern, For-              von der Kommission auf der Grundlage von Vorschlägen
schungsanstalten, Unternehmen einschließlich kleiner             der Mitgliedstaaten eingesetzt.
und mittlerer Unternehmen und anderen in der Gemein-
schaft oder — unter entsprechenden Bedingungen, die in           Die Mitglieder des Ausschusses können sich entspre-
den abzuschließenden Ausführungsvereinbarungen fest-             chend der Art der zu erörternden Fragen von Sachver-
zulegen sein werden — in einem der Drittländer gemäß             ständigen oder Beratern unterstützen lassen.
Anhang 2 ansässigen Einrichtungen, nachstehend Partner
genannt, geschlossen.                                            Den Vorsitz im Ausschuß führt ein Vertreter der Kom-
                                                                 mission.
(5)    Anhang 2 kann vom Rat auf der Grundlage eines
von der Kommission vorgelegten Vorschlags mit qualifi-           Die Arbeit des Ausschusses ist vertraulich. Der Ausschuß
zierter Mehrheit geändert werden.                                gibt sich eine Geschäftsordnung. Die Sekretariatsge-
                                                                 schäfte werden von der Kommission wahrgenommen.
                         Artikel 4
Die Kommission wird ermächtigt, in Übereinstimmung                                       Artikel 8
mit den vom Rat am 18. Juli 1978 gebilligten Schlußfol-          (1)    Wird auf das Verfahren dieses Absatzes Bezug ge-
gerungen Vereinbarungen mit Drittländern abzuschlie-             nommen, so befaßt der Vorsitzende den Ausschuß mit
ßen, die an der Europäischen Zusammenarbeit auf dem              einem Entwurf der anzunehmenden Maßnahmen.
Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung
mitwirken (COST), um die konzertierte Aktion zwischen            Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu den vorge-
den Tätigkeiten der Gemeinschaft in Verbindung mit der           schlagenen Maßnahmen innerhalb einer Frist ab, die vom
Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung gemäß                Vorsitzenden in Übereinstimmung mit der Dringlichkeit
Anhang 1 und den einschlägigen Programmen dieser                 der Angelegenheit festgelegt wird. Für eine Stellung-
Staaten sicherzustellen.                                         nahme ist die Mehrheit gemäß Artikel 148 Absatz 2
                                                                 EWG-Vertrag im Falle von Beschlüssen erforderlich, die
                         Artikel 5                               der Rat auf Vorschlag der Kommission erläßt. Die Stim-
                                                                 men der Vertreter der Mitgliedstaaten im Ausschuß wer-
(1)    Die Gemeinschaft leistet im Rahmen der hierfür            den entsprechend der in Artikel 148 Absatz 2 des Vertra-
im Haushaltsplan der Europäischen Gemeinschaft vorge-            ges festgelegten Bedingungen gewogen. Der Vorsitzende
sehenen Mittel einen Beitrag zur Durchführung des Pro-           nimmt an der Abstimmung nicht teil.
gramms.
                                                                 Die Kommission trifft Maßnahmen, die sofort anwend-
(2)    Der Betrag, der als Beitrag der Gemeinschaft zur          bar sind. Stimmen diese Maßnahmen jedoch nicht mit
Durchführung des Programms erforderlich ist, wird auf            der Stellungnahme des Ausschusses überein, werden sie
800 Millionen ECU für fünf Jahre veranschlagt und                von der Kommission unverzüglich dem Rat mitgeteilt. In
zwar einschließlich der Ausgaben für das Personal, die           diesem Fall kann die Kommission die Anwendung der
4,5 % des Gemeinschaftsbetrags nicht übersteigen dür-            von ihr verabschiedeten Maßnahmen für längstens einen
fen.                                                             Monat, gerechnet vom Zeitpunkt einer solchen Mittei-
                                                                 lung an, aussetzen.
                         Artikel 6
                                                                 Der Rat kann innerhalb eines Monats mit qualifizierter
(1)    Die Kommission trägt Sorge, daß das Programm              Mehrheit einen anderen Beschluß fassen.
ordnungsgemäß durchgeführt wird und legt die hierfür
erforderlichen Maßnahmen fest.                                   (2)    Wird auf das Verfahren dieses Absatzes Bezug ge-
                                                                 nommen, so berät der Ausschuß über die von der Kom-
(2)    Nach dem in Artikel 8       Absatz 1 vorgesehenen         mission beantragte Stellungnahme. Für die Anhörung des
Verfahren wird die Kommission     jedes Jahr einen Arbeits-      Ausschusses kann die Kommission den Zeitraum festle-
plan erstellen und wenn nötig     auf den neuesten Stand         gen, innerhalb dessen die Stellungnahme abzugeben ist.
bringen, in dem die detaillierten Ziele, die Art der durch-      Die Beratungen beinhalten keinerlei Abstimmungen.
 ---pagebreak--- 28.11. 86                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            Nr. C 304/5
Dessen ungeachtet kann jedes Mitglied des Ausschusses                                  Artikel 10
die Aufnahme seiner Stellungnahme in das Protokoll for-
dern.                                                         Im Rahmen der Koordinierungstätigkeiten gemäß Arti-
                                                              kel 1 Absatz 2 tauschen die Mitgliedstaaten und die
                                                              Kommission alle geeigneten Informationen über die un-
                       Artikel 9                              ter diesen Beschluß fallenden Tätigkeiten aus, soweit sie
(1)    Das Programm ist nach 30 Monaten zu überprü-           dazu Zugang haben und die Weitergabe der Informatio-
fen. Die Kommission unterrichtet den Rat und das Euro-        nen zulässig ist, unabhängig davon, ob die Tätigkeiten
päische Parlament über die Ergebnisse dieser Überprü-         unter ihrer Zuständigkeit geplant und ausgeführt werden
fung.                                                         oder nicht.
                                                              Die Informationen werden nach einem Verfahren ausge-
(2)    Das Programm kann im Anschluß an einen Vor-
                                                              tauscht, das von der Kommission nach Anhörung des
schlag der Kommission, der dem Rat in Übereinstim-
                                                              Ausschusses definiert wird; sie werden auf Ersuchen des
mung mit den entsprechenden Verfahren zu übermitteln
                                                              Lieferanten vertraulich behandelt.
ist, um einen zweiten 5-Jahres-Zeitraum verlängert wer-
den.                                                                                   Artikel 11
(3)    Nach Abschluß des ersten 5-Jahres-Zeitraums des        Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1987 in Kraft.
Programms übermittelt die Kommission den Mitglied-
staaten und dem Europäischen Parlament nach Anhö-             Sie gilt bis zum 31. Dezember 1991.
rung des Ausschusses einen Bericht über die Durchfüh-         Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich
rung und die Ergebnisse des Programms.                        und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
 ---pagebreak--- Nr. C 304/6                                    Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                        2 8 . 1 1 . 86
                                                                    ANHANG      1
                                                                     RACE (•)
                                                 ZUSAMMENFASSUNG DER BEREICHE
            Teil I: IBC-Entwicklung und Strategien für die Implementierung
                   LI.      IBC-Referenzmodell (Fortsetzung der RDP-Arbeiten)
                   1.2.     Systemanalysen und Funktionsspezifikationen
                   1.3.     Durchführung und Planungsunterstützung
            Teil II: IBC-Technologien
                   II. 1.   Mobilisierende und unterstützende IBC-Technologien
                   11.2.    Kommunikationsspezifische Software-Technologien
                   11.3.    Grundlegende Technologien für IBC-Anwender
                   11.4.    Teilsysteme und Techniken
            Teil III: Prä-normative Funktionsintegration
                   III. 1.  Kundeneinrichtungen
                   111.2.   Anwenderzugriff
                   111.3.   Netzwerkfunktionen
                              Ü B E R S I C H T Ü B E R D A S H A U P T P R O G R A M M V O N R A C E (2)
            Die Arbeiten zu der in dem Vorschlag beschriebenen Zielsetzung ist in drei Hauptteile gegliedert:
                                                                         TEILI
                                   IBC-ENTWICKLUNG U N D IMPLEMENTIERUNGSSTRATEGIEN
                   Diese Arbeiten beinhalten die Erarbeitung von Funktionsspezifikationen, die Definition von Vorschlä-
                   gen für IBC-Normen, ausgerichtete System- und Verfahrensforschung, die Entwicklung von Konzep-
                   ten und Konventionen gemäß eines offenen Systemkonzepts und die Analysetätigkeiten, mit dem Ziel
                   der Verwirklichung einer Kommunikationsfähigkeit für IBC-Ausrüstungen und -dienste.
                                                                        TEIL II
                                                               IBC-TECHNOLOGIEN
                   Dieser Teil beinhaltet vorwettbewerbliche technologische Zusammenarbeit in FuE in Bereichen, die
                   eine Schlüsselrolle in der Verbesserung des Kosten/Leistungsverhältnisses von Geräten und Diensten
                   spielen.
                                                                        TEIL III
                                              PRÄ-NORMATIVE FUNKTIONSINTEGRATION
                   Diese prä-normativen Arbeiten dienen der Realisierung eines „offenen Labors für die Verifikation"
                   von Funktionen, Betriebskonzepten und experimentellen Geräten in bezug auf ihre funktionellen Spe-
                   zifikationen und Standardisierungsvorschlägen, die aus den Arbeiten des Teils I hervorgehen.
            Die entsprechenden Tätigkeitsgebiete, Aufgaben und Annäherungsweisen sind im RACE-Arbeitsplan detail-
            liert.
            (') Der Inhalt der hier aufgeführten Arbeiten ist auf den nachfolgenden Seiten beschrieben.
            (2) Der RACE-Arbeitsplan ist ein detailliertes technisches Dokument, das gemäß der Entwicklung von Technologie und
                der Kenntnis der Anforderungen angepaßt wird. Es wird jedes Jahr dem Verwaltungsausschuß zur Billigung vorgelegt.
 ---pagebreak--- 28.11.86                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    Nr. C 304/7
         RACE sieht vor, daß diese \Arbeiten von Industrie, Universitäten und Telekommunikationsverwaltungen
         oder -gesellschaften durchgeführt werden. Dabei wurde davon ausgegangen, daß die Telekommunikations-
         verwaltungen oder -gesellschaften die in ihre Zuständigkeit fallenden Arbeiten unabhängig finanzieren.
         In den folgenden Abschnitten werden Umfang und Art der durchzuführenden Tätigkeiten zusammenfas-
         send beschrieben.
         Teil I: IBC-ENTWICKLUNG U N D STRATEGIEN FÜR DIE IMPLEMENTIERUNG
         Zielsetzung
         Die Hauptziele der im Teil I durchzuführenden Arbeiten bestehen darin, während der Einführung und der
         künftigen Weiterentwicklung von IBC folgendes zu erreichen:
         — gemeinsames Verständnis der auf die Einführung der IBC hinauslaufenden Entwicklung und ihrer Aus-
             wirkungen, einschließlich der Marktforschung und der Förderung des IBC-Konzepts sowie der IBC-
              Dienste in Europa und weltweit;
         — gemeinsame Definition und gemeinsames Verständnis des IBC-Systems und der Teilsysteme aller
              Hauptbeteiligten;
         — Leitlinien für die Funktionsspezifikationen für IBC-Systeme und -Teilsysteme sowie die Entwicklung
             von integrierten Diensten;
         — Schaffung eines Rahmens für die Ermittlung der technologischen Erfordernisse, der Abschätzung des
              Einflusses technologischen Fortschritts und der Entwicklung der Nachfrage zur Festlegung der Prioritä-
              ten für Forschung und Entwicklung;
         — Entwicklung von Instrumenten für die Abschätzung des Kosten/Leistungsverhältnisses verschiedener
              technologischer Lösungen, Implementierungsschemata und Entwicklungswege, die von der gegebenen
              Lage ausgehen;
         — Mechanismen für Analyse und Abschätzung der Anforderungen an Normung und Funktionsspezifika-
              tionen zu einem frühen Zeitpunkt, um das Festlegen internationaler Normen zu erleichtern und zu
              beschleunigen.
          Thematik
         Zur Erreichung dieser Ziele umfaßt Teil I zwei Haupttätigkeitsbereiche:
         — Beibehaltung und Weiterentwicklung des europäischen Referenzmodells für integrierte Breitbandkom-
              munikation, das in seiner ursprünglichen Form in der Definitionsphase von RACE festgelegt wurde;
         — Systemanalyse und technische Planungstätigkeiten zur Übertragung der aus dem Referenzmodell abge-
              leiteten Konzepte in Funktionsspezifikationen für Systeme und Teilsysteme.
         1.1. Weiterentwicklung des IBC-Referenzmodells
          Zielsetzung
         IBC ist ein weites Tätigkeitsfeld, für das zielbewußtes Arbeiten vieler, voneinander unabhängiger Akteure
         erforderlich ist. Sie alle müssen imstande sein, ihre jeweiligen Tätigkeiten in den Kontext der sich weiter-
         entwickelnden Ziele, Bedingungen und des raschen technologischen Wandels und der Nachfrage anzupas-
          sen. In funktioneller Hinsicht umfaßt es:
          — Übertragung im Hinblick auf die Infrastrukturfunktionen, die für die Verknüpfung zwischen Benutzern
               und zwischen Benutzern und Diensteanbietern erforderlich sind;
          — Verarbeitung im Hinblick auf die Funktionen der Anlagen (Hardware und Software), die für Benutzer
               und Diensteanbieter erforderlich sind;
          — Anwendungen, die den Anforderungen einer breiten Palette von Endbenutzern und/oder Diensteanbie-
               tern entsprechen.
           Thematik
          Die Tätigkeiten im Teil 1.1 bestehen somit aus drei Bereichen, die eng mit den Tätigkeiten über das Refe-
          renzmodell verknüpft sind:
                 Netzwerk-Referenzmodell
                Ausgehend von den Definitionen der IBC-Dienste, der Bedürfnisse für die Netzwerkfunktionen und
                der Betriebs- und Wartungsdienste, werden die Schnittstellen (mit dem Teilnehmerbereich, nicht IBC-
                Netzwerken, Diensteanbietern) definiert, die das Haupt-Netzwerk-Referenzmodell darstellen. Diese
                Informationen werden dann benützt, um Normen und Systemmerkmale zu erzeugen. Unter Berück-
 ---pagebreak--- Nr. C 304/8                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   2 8 . 1 1 . 86
                 sichtigung von Technologien, geodemographischen Fakten, Fortschritt der Technik usw., werden Sze-
                 narien erstellt, die eine Realisierung des IBC-Hauptnetzes darstellen, um die beste technisch-ökonomi-
                  sche Strategie für die Einführung von IBC und die fortschreitende Integration anderer Fernmeldedien-
                  ste abzuschätzen.
                  Referenzmodelle für den Teilnehmerendbereich
                 Ausgehend von den spezifischen Bedürfnissen von privaten und kommerziellen Anwendungen wird ein
                  funktionelles Referenzmodell erstellt, um die Formulierung von Richtlinien für die Erarbeitung funk-
                 tioneller Spezifikationen, Normen für zukünftige Produkte wie Endgeräte, Hausverkabelung usw. zu
                 ermöglichen. Zur Vervollständigung dieses Referenzmodells werden Realisierungs-Szenarien erstellt,
                 die die äußeren Faktoren in Betracht ziehen, um die verschiedenen technisch-ökonomischen Lösungs-
                 wege für die Einführung von Benutzerbereich-Netzwerken und die progressive Integration von Dien-
                 sten in gemeinsame Produkte abzuschätzen.
                 Anwendung!- und       Dienste-Referenzmodelle
                 Potentielle Anwendungsgebiete von IBC (d. h. Unterhakung, Erziehung, Presse-Verteilung, Banken,
                 Büro-Rechner), müssen analysiert werden, um deren spezifische Bedürfnisse bezüglich Art der Infor-
                 mation, Informationszugang, Informationssicherheit usw. zu identifizieren, aus denen dann die Dien-
                 ste abgeleitet werden. Ein Referenzmodell von Dienst- und Leistungsmerkmalen wird entwickelt und
                 kontinuierlich verfeinert, im Einklang mit speziellen Übersichtsstudien, z. B. mit den Ergebnissen von
                 neuen experimentellen, nationalen Pilot-Netzwerken, um die IBC-Dienste so gut wie möglich mit den
                 Benutzerbedürfnissen und den Entwicklungstendenzen in Einklang zu bringen.
                 Integration der mobilen Dienste
                 In dem Maße, in dem die Dienste-Integration fortschreitet, werden zunehmend auch mobile Endge-
                 räte zum Transportaufkommen der Breitband-Fernmeldenetzwerke beitragen. Alternative Lösungs-
                 wege, um die Dienstleistungsintegration zu realisieren, wie Überlagerungs-Netzwerke und Gateways
                 zwischen mobilen und IBC-Netzwerken oder teilweise Integration von mobilen und IBC-Netzen,
                 werden abgeschätzt auf technisch-ökonomischen Grundlagen. Spezifische Funktionen, Leistungs- und
                 Normenbedürfnisse werden definiert, um die Entwicklung von Geräten zu ermöglichen. Besondere
                 Beachtung wird der Identifizierung von Wellenlängenbereichen geschenkt, um die Übertragung von
                 Breitbanddiensten zu ermöglichen und dem Gebrauch der Mikro-Zellular-Technik gegenüber anderen
                 Möglichkeiten. Bedürfnisse für weitere Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in mobiler Technolo-
                 gie werden erfaßt und vervollständigen die Arbeiten, die in Teil II (IBC-Technologien) ausgeführt
                 werden.
                 Anmerkung
                 Um sowohl die Zielrichtung der Arbeiten dynamisch anzupassen als auch um die Informationsgrund-
                 lage auf dem laufenden zu halten, werden gewisse analytische Hilfsmittel und Dienste bereitgestellt.
                 Die detaillierte Begründung, Zielsetzung und Anwendungsbereiche der Referenzmodell-Aktivitäten
                 ergeben sich in der Hauptsache aus denen des Teils I der Definitionsphase.
            1.2. Systemanalyse und Funktionsspezifikation
            Zielsetzung
            Die Tätigkeiten für das Referenzmodell gemäß Punkt 1.1 sind eine bedeutende gemeinsame Aufgabe zur
            Erreichung von übereinstimmenden Ansichten über die Entwicklung in Richtung auf IBC und seine umfas-
            senden Funktionsspezifikationen. Im Bereich 1.2 werden die erforderlichen Systemanalysen und Spezifika-
            tionen behandelt, damit spezifischere Funktionsspezifikationen für das IBC-System, die IBC-Teilsysteme
            und -Dienste formuliert werden und eine wechselseitige Verbindung zwischen Referenzmodell und den
            anderen, im Rahmen von RACE durchgeführten Tätigkeiten hergestellt wird.
            Thematik
            Der Umfang schließt die Behandlung folgender Themen ein:
            — Netzwerkarchitekturen,
            — Overlayfunktionen in einem integrierten Netz,
            — Endgeräte und Zugänge,
            — Teilnehmernetze,
            — Kanaldefinitionen, Codeumwandlung und Redundanzreduktion,
            — Vermittlungs-Untersystem,
            — Signalisierungs-Untersystem,
 ---pagebreak--- 28.11. 86                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr. C 304/9
          — Teilnehmer-Untersystem,
          — Netzverwaltung und -betrieb,
          — Mensch/Maschine-Schnittstellen (Sicherheit und Datenschutz),
          — Erfordernisse der mobilen Kommunikation,
          — Standards, Konventionen und Entwurfsprinzipien für Hardware, Software, Simulation und Prüfen.
          Besonders werden Arbeiten in den folgenden Bereichen ins Auge gefaßt:
              Netzwerkarchitektur
              Die zwei Hauptaspekte dieser Arbeit betreffen die Definition eines langfristigen Zieles für eine Netz-
              werkarchitektur und die Definition von evolutionären Strategien, um dieses Ziel zu erreichen. Diese
              Studien werden sich im speziellen damit befassen, wie die Entwicklung von der derzeitigen zersplitter-
              ten technischen und Marktsituation hin zu einem einzigen kosteneffektiven IBC-Netzwerk bewältigt
              werden kann.
              Funktionen der oberen Ebene in einem integrierten Netzwerk
              Moderne Fernmelde-Netzwerke, wie z. B. das IBC-Netz, übertragen alle Informationen in der Form
              von digitalen Signalen und stellen eine Implementierung der Ebenen 1 bis 3 des OSI-Modells dar. Das
              IBC-Netzwerk wird aber auch zusätzlich die Funktionen beinhalten, die benötigt werden, um das
              System zu verwalten und zu warten. Als Folge werden daher auch Funktionen der hohen Ebenen (4
              bis 7) des OSI-Modells im Netzwerk selbst benötigt.
              IBC-Netzwerk-     Terminals
              Das IBC-Netz wird Netzwerk-Terminals für die Teilnehmer und die Dienstanbieter zur Verfügung
              stellen. Auch werden Übergänge zu anderen Netztypen benötigt. Die Arbeit in diesem Gebiet wird
              sich mit der Definition und der Realisierung der vielen Schnittstellen befassen, einschließlich Teilneh-
              mer/Netzwerk-Schnittstellen für HDTV, Videotelefon usw., der Benutzerfreundlichkeit der Teilneh-
              mer-Schnittstelle und der Übergangs-Schnittstellen, die während der Einführung des IBC-Netzes be-
              nötigt werden.
              Kanaldefinition, Code- Wandlung,     Redundanzreduktion
              Die Übertragung von HDTV, Video- und Audio-Informationen erfordert hohe Bitraten und Übertra-
              gungswege von hoher Qualität. Eine der Aufgaben in diesem Bereich betrifft die Definition der Ka-
              näle, die von dem IBC-Netz zur Verfügung gestellt werden müssen. Signalverarbeitungs- und Kodie-
              rungstechniken, wie z. B. Redundanzreduktion werden voll ausgeschöpft, um die benötigten Bitraten
              zu verringern und um so zu ermöglichen, daß neue Breitbanddienste zu einem frühen Zeitpunkt und
              zu annehmbaren Kosten zur Verfügung gestellt werden können.
              Bedürfnisse der Vermittlungstechnik
              Das IBC-Netz erfordert neue Generationen und Vermittlungsstellen, die mit der zwanzigfachen Ge-
              schwindigkeit als ISDN-Vermittlungsstellen arbeiten und die gleichzeitig eine beträchtlich erweiterte
              Funktionsbreite erlauben. Die Arbeit in diesem Bereich wird sich mit den Auswirkungen dieser Bedürf-
              nisse auseinandersetzen und eine Reihe von Vermittlungsstellenkonfigurationen untersuchen, ein-
              schließlich neuer Arten von Direkt- und Paketvermittlung und neuen technologischen Möglichkeiten,
              wie z. B. optischer Vermittlung.
               Signalisierungs- Techniken
              Das IBC-Netz wird eine große Anzahl von komplexen Diensten anbieten. Aus diesem Grund werden
              neue und verbesserte Signalisierungsprotokolle erforderlich, sowohl für die Signalisierung vom Teil-
              nehmer zum Amt als auch amtsintern, wie z. B. CCITT Nr. 7.
               Teilnehmerzugang zum Netz
              Der Zugang der Benutzer zum IBC-Netz wird über ein Teilnehmerendgerät, ein privates Netz und
              einen Teilnehmernetzzugang erfolgen, welches das private Netz an anwendungsspezifische Terminals
              im IBC anschließt. Der Teilnehmernetzzugang stellt dem Benutzer die IBC-Dienste zur Verfügung
              und koordiniert das Mischen und Trennen von vermittelten und verteilten Verkehrsströmen.
              Funktionales     Netzwerk-Referenzmodell
              Die vom IBC angebotene große Bandbreite ermöglicht ein hohes Maß an Dezentralisierung der Be-
              triebsfunktionen im Netz. Funktionen wie z. B. Netzwerk-Management, -Wartung, -Messungen, und
              -Statistik, sowie Abrechnung und Kundenverwaltung wird von getrennten Einrichtungen wahrgenom-
              men werden können. Dies wird, bedingt durch Generations- und Ausrüstungsunterschiede, für eine
              heterogene Netzwerksituation erzielt werden müssen.
 ---pagebreak--- Nr. C 304/10                                Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                                 28.11.86
                  Die Arbeiten in diesem Bereich erstrecken sich auf Definition und Spezifikation eines Funktionalen
                  Netzwerk-Referenzmodells für IBCN, die diese Bedürfnisse in Betracht ziehen.
            1.3. Durchführung und Unterstützung der Planung
            Zielsetzung
            Die Konvergenz und der Übergang zum IBC stellen ein Hauptproblem bei der Beherrschung der Kom-
            plexität der technischen Themen dar. Dies erfordert eine besondere Anstrengung, die das Ziel der hier
            definierten Arbeit ist.
             Thematik
            Die Arbeiten werden sich besonders auf die folgenden Themen konzentrieren:
                  Gemeinsame Werkzeuge für Konzeption, Entwicklung, Test und Wartung der                 Telekommunikationssysteme
                  Der Übergang zur IBC setzt einen komplexen Prozeß von Forschung und Entwicklung voraus, der
                  von der konzertierten Aktion einer großen Anzahl von Teilnehmern abhängt. Leistungsfähige Werk-
                  zeuge werden erforderlich, um diesen Prozeß zu unterstützen und dieser Bereich hat den Zweck,
                  Werkzeuge, die von einer großen Anzahl von Teilnehmern benötigt werden, gemeinschaftlich zu spe-
                  zifizieren und zu entwickeln. Ziel ist es, die Doppelarbeit so gering wie möglich zu halten und gleich-
                  zeitig die Gemeinsamkeiten zwischen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu maximieren, durch
                  Übereinkunft, Entwicklung und zur Verfügungstellen von gemeinschaftlichen Test-, Simulations- und
                  Programmierungs-Entwicklungs-Werkzeugen.
                  Gemeinschaftliche Definition von Testgeräten
                  Die Aufgabe besteht in der gemeinschaftlichen Definition von Testgeräten und in der Festlegung von
                  Datenformaten für den Informationsaustausch. Diese Aktivität wird es erlauben, gemeinsame Testge-
                  räte für Entwicklung, Installation und Kundenabnahme zu benutzen. Testberichte sind nach einem
                  einheitlichen Format abgefaßt, so daß Testresultate ausgetauscht werden können.
                  Entwicklung von IBC-Simulation für Projekte der funktionellen             Integration
                  Um die Einheitlichkeit der Projekte funktioneller Integration sicherzustellen, werden eine Reihe von
                  IBC-Umfeldsimulatoren benötigt. Diese Simulatoren müssen kontinuierlich an Komplexität zunehmen,
                  im gleichen Maße wie die Kenntnis über die IBC-Merkmale zunimmt, bis hin zur Ersetzung einiger
                  Simulatoren durch echte Geräte.
                   Gemeinschaftliche Definition der Randbedingungen für             Software-Entwicklung
                  Es ist notwendig, daß die Software, die während des RACE-Programms entwickelt wird, kompatibel
                  und, mindestens zu einem gewissen Grad, transportabel ist. Dieses hat zur Folge, daß eine gemein-
                  same Programm-Infrastruktur erstellt und akzeptiert wird für die Entwicklung der Programmierteil-
                  stücke, die kompatibel und/oder tranportabel sein müssen (siehe II.2: Programm-Infrastrukturent-
                  wicklung). Dieser Teil des RACE-Programms enthält Untersuchungen und Verhandlungen, um eine
                  gemeinsame Strategie zu erarbeiten, die notwendig ist, um eine gemeinsame Software-Infrastruktur
                  entwickeln zu können.
                  Normen und Konventionen für Portabilität und             Wiederbenutzharkeit
                  RACE ist nicht vorstellbar ohne aktive Kooperation mit den internationalen Normungsgremien. Ein
                  spezieller Mechanismus muß in das RACE-Programm eingeschlossen werden, um diese wichtige Auf-
                  gabe wahrzunehmen. Zusätzlich wird eine große Menge von Resultaten der Arbeiten am Referenzmo-
                  dell, an der Systemanalyse und an der Spezifikation des Teils I anfallen, die zusammengestellt, auf
                  Übereinstimmung geprüft und in einheitlichen Formaten herausgegeben werden müssen in Form von
                   Konventionen, Normen oder Anwendungsregeln.
                   Programm-Management-Hilfen
                   Diese Aktivität besteht aus einer Reihe von speziellen und aufwendigen Aufgaben, die notwendig sind,
                   um einen angemessenen Grad von Programm-Management und Koordination zu erzielen. Herausra-
                  gende Themen sind die Analyse und Herausgabe von Szenarien des IBC-Referenzmodells, IBC-Kon-
                  figuration Management und Dokumentationskontrolle.
             Teü II: IBC-TECHNOLOGIEN
             Zielsetzung
             Ziel dieses Teils ist die Durchführung kooperativer FuE-Aktivitäten auf dem Gebiet von Schlüsseltechnolo-
             gien, die für die Erstellung von preisgünstigen IBC-Ausrüstungen und -Diensten erforderlich sind. Diese
             Tätigkeiten als solche werden systemorientiert sein und insbesondere mit den Funktionsspezifikationen von
             Teil I im Zusammenhang stehen.
 ---pagebreak--- 28.11.86                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 304/11
         Thematik
         Die Arbeiten werden die Erforschung, Erprobung und Durchführung von Labortests einschließen, die zur
         Erforschung der für das IBC relevanten techno-ökonomischen Charakteristika nötig sind.
         Der Inhalt deckt IBC-spezifische Hardware- und Softwarethemen ab.
         II. 1. Mobilisierende und unterstützende IBC-Technologien
         Spezifische Integrierte Schaltkreise für IBCN
         Spezielle Bauelemente werden benötigt für die Entwicklung kostengünstiger Teilnehmer-Schaltungen
         (TDM Multiplexer, Demultiplexer, Kodierer, Dekodierer), unter Benutzung des hohen Stands der Sili-
         zium-Technologie sowie des Fortschritts der GaAs-Technologie, um ein besseres Kosten/Leistungsverhält-
         nis zu erzielen.
         Integrierte opto-elektronische Bauelemente für Breitband-Übertragung
         Das Potential opto-elektronischer Schaltkreise (OEIC's) ergibt sich aus der monolythischen Integration
         verschiedener elektronischer, optischer und opto-elektronischer Funktionen auf einem einzigen Stück
         Halbleiter (Chip). Verbundhalbleiter (Compound semiconductors), basierend insbesondere auf InP-Mate-
         rialien, sollen benutzt werden um Verbesserungen der Leistungsfähigkeit (Geschwindigkeiten und Rausch-
         pegel), Zuverlässigkeit und Kostenreduktion zu erreichen.
         Breitband-Vermittlungstechniken
         Konkurrierende Techniken müssen parallel untersucht werden, bis die Möglichkeiten einer speziellen
         Technik im Hinblick auf Zeitpunkt der Indienststellung und auf die Anwendungsgebiete endgültig beurteilt
         werden können. Raumvermittlung und Zeitvermittlung niedriger Verlustleistung stellen hohe Anforderun-
         gen an Halbleiter-Bauelemente, sowie die Entwurfstechniken. Optische Vermittlung könnte potentiell eine
         Lösung darstellen, aber weitgehende intensive Forschungsarbeiten sind notwendig, die sich auf die erfor-
         derlichen Leistungsmerkmale konzentrieren.
         Entwicklungshilfsmittel für Bauelemente und komplexe Systeme
         Die Erweiterung existierender oder die Entwicklung neuer Hilfsmittel ist vorgesehen, speziell für die Kon-
         zipierung von Geräten für die Breitband-Fernmeldetechnik sowie die Simulation optischer Ubertragungs-
         medien einschließlich elektrischer Verbindungsstellen.
         Kostengünstige optische Bauelemente
         Beim Großeinsatz des IBC-Netzes werden einige Bauelemente in sehr großen Stückzahlen benötigt. Diese
         haben einen entscheidenden Einfluß auf die Kostengestaltung, sowohl aufgrund ihres Preises als auch auf-
         grund ihrer Leistungsmerkmale wie z. B. Zuverlässigkeit. Um diese Schlüsselbauelemente kostengünstig
         herstellen zu können, sind noch große Fortschritte in der Bauelemente- und Prozeßtechnologie erforder-
         lich.
          Verbindungen mit hohen Bitraten
         Breitbandige Übertragung zum Teilnehmer führt zu einem enormen Anstieg der Verkehrsdichte auf den
         Fernstrecken. Dies legt die Verwendung von Wellenlängen-Multiplexer nahe. Die Entwicklung kohärenter
         Übertragungssysteme (homodyne oder heterodyne) erfordert eine Verstärkung der Arbeiten an Bauelemen-
         ten, wie DFB Laser, optische Verstärker usw. Solche kohärenten Systeme könnten auch die Netzwerk-
          architektur der Teilnehmerschleife entscheidend beeinflussen.
          II.2. Kommunikations-Software-Technologien
          Software-Infrastruktur
          Das IBC-Netz benötigt die Erstellung von Software, deren Komplexität mindestens dem heutigen System
         entspricht. Die Produktivität des Programmierens kann beträchtlich erhöht werden durch die Bereitstellung
         einer vereinheitlichten Programmier-Infrastruktur, die Spezifikation, Programmierung, Operating System,
         Testen, Wiederbenutzbarkeit und die entsprechenden Werkzeuge einschließt. Die Konzeption und Integra-
         tion einer solchen Infrastruktur wird in diesem Bereich vorgenommen.
          Hilfsmittel für die Bedarfsermittlung
         Die Bedarfsermittlung und die nachfolgende Übertragung der Anforderungen auf eine Systemstruktur geht
         den Entwicklungszyklen von Hardware und Software voraus. Anforderungen an fernmeldetechnische An-
         lagen sind durch eine große Anzahl von wahlweisen Funktionsmerkmalen gekennzeichnet. Anforderungen
         müssen funktionelle Merkmale, die Schnittstellendefinition (ISO-OSI) sowie Leistungsmerkmale enthalten.
         Beträchtlicher Aufwand ist nötig, um einen Rahmen für eine formelle Bedarfsermittlung zu schaffen,
         welche auf die Verifikation von Konsistenz und Vollständigkeit ausgerichtet sein muß.
 ---pagebreak--- Nr. C 304/12                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      28.11.86
            11.3. Grundlegende Technologien für IBC-Anwender
            Audio/Video-Verarbeitung   —    Redundanzreduktion
            Heutige TV-Übertragung und mehr noch H D T V stellen hohe Anforderungen an Übertragungs- und Ver-
            mittlungssysteme. Optimale Lösungen zwischen Übertragungs-Bitraten und Bandbreitenreduzierung müs-
            sen gefunden werden, um ein Kostenminimum für den Benutzer zu erzielen. Beträchtlicher Aufwand ist
            erforderlich bei Video-Signal-Verarbeitung, Kodierungstechnik, Systemkonzeption usw., in Zusammenar-
            beit mit neuesten Halbleitertechnologien, um kosteneffektive Kodierer und Dekodierer zu entwickeln.
            Breitband-Übertragung im Haus
            Das Ziel des RACE Programms ist die Bereitstellung von fortgeschrittenen, fernmeldetechnischen Diensten
            für das allgemeine Publikum. Die Forderung, fortgeschrittene, fernmeldetechnische Dienste dem allgemei-
            nen Benutzer kostengünstig anzubieten, enthält die Forderung nach Integration von TV (und H D T V ) ,
            Telefon (und Videotelefon) und anderen neuen Diensten wie Heimeinkauf, elektronische Post usw. Diese
            Forderung auf einer Kostenebene zu erfüllen, die für das allgemeine Publikum akzeptabel ist, stellt eine
            bedeutende Herausforderung dar. Der Zweck dieses Arbeitsgebiets ist es, Systemkonzepte und Technolo-
            gien zu entwickeln für drahtlose Verbindungen, optischen Bus, für Büro- und Heimanwendung, kompati-
            bel mit den Anforderungen an das öffentliche Netz. Übertragungstechnik und Vermittlungstechnik sind in
            den Studien eingeschlossen.
            Bildsensoren
            Das Hauptmerkmal von IBC-Netzen ist deren Fähigkeit, bewegliche Bilder bis zu HDTV-Qualität und
            professionelle Dokumente mit hoher Qualität zu übertragen. Daher werden für diese weitgefächerten An-
            wendungsgebiete Entwicklungsprojekte im Bereich der Bildverarbeitung unternommen, mit besonderem
            Akzent auf TV und Videotelefon.
            IBC-Bildschinntechnologien
            Groß- und kleinflächige, qualitativ hochwertige Bildschirme sind Schlüsselkomponenten für die allgemeine
            weitverbreitete Benutzung von IBC-Diensten. Auf diesem Gebiet werden Bauelemente entwickelt für
            HDTV. Außerdem wird sichergestellt, daß die Konzeption von Bauteilen für verschiedene fortgeschrittene
            preiswerte Bildschirmsysteme optimiert wird.
             Bildaufnahmetechniken
            Auf Bild basierende IBC-Anwendungen benötigen Bildaufnahme-Systeme, die den Anforderungen an das
            IBC-Netz entsprechen. Diese Anforderungen resultieren in der Entwicklung sowohl aufeinanderfolgender
            wie auch kontinuierlicher Video-Zugangs-Methoden (für Lesen und Schreiben), die kostengünstig entwik-
             kelt werden müssen, einschließlich Bildspeicher- und Übertragungsfunktionen.
             HD TV-Bauelemente
             Diese Arbeitsgebiet befaßt sich mit der Entwicklung kritischer Bauelemente für HDTV.
             11.4. Teilsysteme und Techniken
             In diesem Bereich zielen die Arbeiten auf die Entwicklung eines Labormodells für IBC-Subsysteme ab, die
             sich soweit wie möglich auf die Technologien stützen, die in den Themenbereichen II.-l, -2 und -3 erarbei-
             tet werden.
              Teilnehmer-Endein richtung
             Die Teilnehmer-Endeinrichtung besteht aus dem physikalischen Übertragungsmedium, das das Signal trans-
             portiert und dem opto-elektronischen Geräteteil, das Multiplexing, Signalverarbeitung, Routing, Signalisie-
             rung und andere Funktionen an der Schnittstelle zur Teilnehmer-Endeinrichtung und dem IBC-Netzwerk
             ausführt.
             Breitband- Vermittlungs-Module
             Optische und elektronische Koppelfeld-Matrizen müssen entwickelt und qualifiziert werden für den Ein-
             satz in den verschiedenen Vermittlungs-Anwendungen im IBC-Netz. Diese müssen anschließbar sein an die
             Steuerungs/Signalisierungs-Infrastruktur und an die Leit/Wartungs-Infrastruktur. Leistungsverlust, Zuver-
             lässigkeit, Übersprechen und andere Parameter müssen entwickelt und optimiert werden.
             Breitband- Verbindungen
             Fernübertragungsverbindungen, die in der Lage sind, mit mehr als 565 Mbit/s zu übertragen, sind Ziel
             dieser Arbeiten. Die Arbeiten werden sich auf Schlüsselkomponenten konzentrieren wie Kupplungen, Emp-
             fänger, Sender, Verstärker und Lichtleiter in bezug auf die speziellen Forderungen des IBCN nach Über-
             tragungsqualität, -Zuverlässigkeit und Wartung.
 ---pagebreak--- 28.11.86                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 304/13
         Satelliten-Breitband-Verbindungen sind besonders attraktiv für Verkehr, der über weite Gebiete verteilt
         werden soll, stellen aber hohe Anforderungen an Frequenzspektrum und Sendeleistung. Im IBC-Netz wer-
         den Satelliten wahrscheinlich als intelligentes Vermittlungssystem agieren und nicht nur als passive Relais-
         stationen. Die Konzeption der Satellitengeräte und der erdgebundenen Terminals machen den größten Teil
         dieser Arbeiten aus.
         Human-Factor und Endgeräte-Engineering
         Die Mehrheit der IBC-Benutzer wird von Nicht-Spezialisten gestellt werden, und die IBC-Endgeräte müs-
         sen die Komplexität des IBC-Netzes vom Benutzer abschirmen und eine einfache, benutzerfreundliche,
         anwendungsgerechte Schnittstelle anbieten. Dies sollte auch die Bedürfnisse spezieller Benutzergruppen wie
         der Naiven und Behinderten mit in Betracht ziehen. Untersuchungen in Benutzerverhalten und die Ent-
         wicklung entsprechender Geräteeigenschaften ist ein wesentlicher Teil des IBC-Arbeitsplans. Im speziellen
         konzentriert sich die Funktions-Integrations-Arbeit auf Funktionselemente des IBC-Netzes.
         IBC-System-Organisation,       -Management und -Wartung
         Die Einführung des IBC impliziert die Fähigkeit effizient und wirtschaftlich alle Betriebsfunktionen erfül-
         len zu können. Arbeiten an diesen Aspekten schließen ein, die
         — Kontrolle des Verkehrs und des Netzes,
         — Management der Benutzerdienste (Messung, Abrechnung, Monitorfunktionen . . .),
         — Netzwerkwartung und Management des Ausrüstungsstands,
         — Netzwerkdiagnose und Wiederinbetriebnahmeprozeduren,
         — Management des Diensteangebots usw.
         Teil III: PRÄ-NORMATIVE FUNKTIONSINTEGRATION
          Zielsetzung
         Die Arbeiten zielen auf die Erforschung der Durchführbarkeit und der Leistungsparamenter von IBC-Sy-
         stemen oder -Teilsystemen ab, und zwar durch Simulation und Laborexperimente, wobei besonders auf die
         technologischen Arbeiten für die Vorbereitung von Normenentwürfen Bezug genommen wird. Die Un-
         tersuchung der funktionellen Integration und der Prototypen auf Labor- und Funktionsintegrationsebene
         werden einer Anzahl wichtiger Funktionen dienen. Sie sollen
         — die Überprüfung von Konzepten, Normungsoptionen, Zuverlässigkeit, Sicherheit sowie andere wichtige
              Funktionsmerkmale durch Simulierung und Prüfung auf Laborebene ermöglichen;
         — die Bewertung der Funktionsmerkmale durch Fernmeldeverwaltungen und -gesellschaften, Industrie
              und gegebenenfalls durch Diensteanbieter und Benutzer möglich machen, die zur Verringerung der
              Risiken bei Entwicklung und Implementierung beitragen;
         — einen Mechanismus zur Verfügung stellen, um die Merkmale der Kommunikationsfähigkeit und die
              Übereinstimmung mit Normen und Spezifikationen zu demonstrieren.
          Thematik (')
         Thema der Arbeiten ist:
          — Prüfung der neuen Technologien aus einem oder mehreren der Vorhaben von Teil II als integraler
              Bestandteil eines IBC-Systems in Hinblick auf seine Funktionalität und technisch-wirtschaftlichen Lei-
              stungsmerkmale ;
          — Untersuchung der einschlägigen Leistungsparameter und Nachweis der Möglichkeit, die relevanten Er-
              fordernisse des funktionalen Blocks, wie sie im Rahmen der Tätigkeiten für das Referenzmodell defi-
              niert wurden, zu erfüllen.
          — Integration funktioneller Blöcke zu Versuchsnetzwerkkonfigurationen zum Zwecke des Testens ihrer
              Funktionen mit dem Ziel, sicherzustellen, daß das IBC-System definitionsgemäß funktioniert, und um
              zu verifizieren, daß die Betriebs- und Wartungsfunktionen den Forderungen des Gesamtnetzes entspre-
              chen.
          Innerhalb des IBCN werden eine Vielzahl von Funktionen benötigt, für die derartige Arbeiten erforderlich
          sind. Obwohl es vielerlei Klassifikationen gibt, ist es möglich, die Fragen nach dominierenden Funktionen
          zu gruppieren.
          (') Die in diesem Teil des Programms RACE durchzuführenden Arbeiten sind nicht als Demonstrationsprojekte oder als
              Feldversuche zu verstehen. Derartige Demonstrationsinstallationen oder Prototypen werden vor der Einführung erfor-
              derlich werden, sind jedoch außerhalb des Rahmens und der Mittel des Programms RACE.
 ---pagebreak--- Nr. C 304/14                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     28.11.86
            111.1. Kundeneinrichtungen
            Feste Endgeräteßmktionen
            Prototypen von IBC-Endgeräten in neuer Technologie. Ein Beispiel ist ein Multifunktions-IBC-Terminal,
            das in der Lage ist, eine Palette von verschiedenen neuen Diensten anzubieten mit Akzent auf Video-An-
            wendungen (z. B. H D T V , Videotelefon).
            Ziel ist die Verwendung von neuen Bildschirmtechnologien (z. B. Flachbildschirm), die Anwendung funk-
            tioneller und modularer Normen, die Verbindung zu einem internen Bus usw., alles im Zusammenhang mit
            dem IBC-Netzwerk-Terminal gesehen.
            Breitband-Heimverkabelung
            Um das Interworking von Endgeräten mit der Netzwerk-Schnittstelle (NTl) im Benutzerfeld zu ermögli-
            chen, müssen spezifische Schnittstellen und fernmeldetechnische Funktionen erstellt werden, die der Viel-
            falt von Netzstrukturen und Realisierungen gerecht werden. Die fernmeldetechnischen Funktionen, die für
            das IBC-Netz entwickelt werden müssen, reichen vom einfachen (z. B. das einfache Verbinden von Heim-
            geräten an einer Leitung) bis zu komplexen Netzwerken (z. B. Interworking einer Vielfalt von Endgeräten,
            gekoppelt mit einer Vermittlungsfunktion). Die entwickelten Funktionen müssen auch sicherstellen, daß
            eine Vielfalt von externen Netzen (öffentlich, privat, DBS . . .) miteinander verbunden funktionieren kön-
            nen.
            Mobile Endgeräte
            Mobile Endgeräte müssen kompatibel mit zukünftigen IBC-Netzen und -Diensten sein. Die Arbeiten auf
            diesem Gebiet beinhalten Studien über die technische Machbarkeit von Überlagerung und Interaktion der
            verschiedenen mobilen IBC-Infrastrukturen und die Ebenen, auf denen Gateways zwischen ihnen und dem
            IBC-Netz bestehen sollten. Eingeschlossen sind auch Arbeiten an mobilen Endgeräten.
            111.2. Anwenderzugriff
             Teilnehmeranschlüsse
            Zur Verbindung des Teilnehmeranschlusses zum ersten Vermittlungsknoten des IBC-Netzes wird eine
            Übertragungsstrecke mit mehreren Kanälen benötigt. Die Arbeiten in diesem Bereich reichen von einfachen
            Zugangsversuchen (einiger weniger Unterhaltungskanäle mit einigen wenigen Fernmeldekanälen) für einen
            typischen Haushalt oder kleineren Geschäftsmann bis zu einer Breitbanddienstintegrierten-Nebenstellen-
            Analyse für große und vielfältige Benutzersysteme.
            Konzentratorfunktionen
            Typische Funktionen im Ortsnetz für die Erprobung sind die Trennung von Unterhaltungs- und Fernmel-
            dediensten, Methoden für die Auswahl von Unterhaltungsprogrammen, die Mechanismen zwischen den
            Diensten anzuwählen usw.
            Leitungsendausrüstung
            Diese Arbeiten betreffen die benötigten Funktionen für das Sammeln von Unterhaltungsfunktionen aus
            einer Vielfalt von Quellen (landesweite Kabelverteilung, örtliche Produktionsstätten, DBS . . .) und deren
            Verteilung an Ortsvermittlungsstellen.
             Ortsvermittlungsfunktionen
            Für die Verbindung zwischen dem Benutzer und dem Haupt-Breitband-Fernmeldenetzwerk ist eine Ver-
            mittlungs-, Konzentrations- und multiplexe Funktion erforderlich. Dieses entspricht der traditionellen
            Ortsvermittlungsstelle, mit dem Zusatz, daß landesweit verteilte Unterhaltungsdienste eingeschlossen wer-
            den können. Integrationsprojekte in diesem Bereich setzen neue Technologien und Konzepte speziell für
            die erweiterte Bandbreite des IBC-Netzes (besonders die Breitband-Vermittlungsfunktion) und alternative
            Vermittlungsmethoden voraus.
            111.3. Netzwerkfunktionen
            Fernvermittlungsfitnktionen
            Fernvermittlungsanlagen verbinden Fernübertragungskanäle und haben Vermittlungs- und Multiplexor-
            funktionen. Die Arbeiten in diesem Bereich haben ähnliche Ziele wie die Arbeiten im Ortsnetz, sind aber
            auf höhere Verkehrsdichten ausgerichtet.
 ---pagebreak--- 2 8 . 1 1 . 86                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr. C 304/15
               Übertragungsfitnktionen
               In diesem Bereich steht die Übertragung hoher Bitraten zwischen Vermittlungsstellen im Mittelpunkt. Die
               Arbeiten befassen sich sowohl mit Sendern, Kopplern, Empfängern usw. als auch mit dem Übertragungs-
               medium selbst. Es kann erwartet werden, daß diese Verbindungen mit Bitraten von über 565 Mega bits/s
               arbeiten, z. B. in Wellenlängen multiplex (WDM), um die Übertragungskapazität zu erhöhen.
               Bedienungs- und     Wartungsfimktionen
               Bedienungs- und Wartungsstellen erbringen die Leitfunktionen für das IBC-Netz. Integrationsprojekte in
               diesem Bereich beinhalten Versuche über Netzleitfunktionen, Fehlererkennung und Diagnose, Wartung
               (für das Hauptnetz und die Benutzerkanäle) usw. und Testen neuer Technologien, Software und System-
               konzepte auf technisch-ökonomische Leistungsfähigkeit.
                                                             ANHANG    2
               Nicht-Mitgliedstaaten gemäß Artikel 2 Absatz 1 sind:
               — Republik Finnland,
               — Königreich Norwegen,
               — Republik Österreich,
               — Königreich Schweden,
               — Schweizerische Eidgenossenschaft.