CELEX: E1999C0153
Language: de
Date: 1999-07-02 00:00:00
Title: Empfehlung der EFTA-Überwachungsbehörde Nr. 153/99/KOL vom 2. Juli 1999 für ein koordiniertes Kontrollprogramm für 1999 zur Sicherung der Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Getreide und bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, einschließlich Obst und Gemüse

Avis juridique important

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E1999C0153

Empfehlung der EFTA-Überwachungsbehörde Nr. 153/99/KOL vom 2. Juli 1999 für ein koordiniertes Kontrollprogramm für 1999 zur Sicherung der Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Getreide und bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, einschließlich Obst und Gemüse  

Amtsblatt Nr. L 074 vom 23/03/2000 S. 0021 - 0042

Empfehlung der EFTA-ÜberwachungsbehördeNr. 153/99/KOLvom 2. Juli 1999für ein koordiniertes Kontrollprogramm für 1999 zur Sicherung der Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Getreide und bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, einschließlich Obst und GemüseDIE EFTA-ÜBERWACHUNGSBEHÖRDE -gestützt auf das EWR-Abkommen, insbesondere auf Artikel 109 und Protokoll 1 desselben,gestützt auf das Überwachungs- und Gerichtsabkommen, insbesondere Artikel 5 Absatz 2 Buchstabe b) und Protokoll 1 desselben,gestützt auf den in Anhang II Kapitel XII Nummer 38 des EWR-Abkommens genannten Rechtsakt über die Festsetzung von Hoechstgehalten an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Getreide (Richtlinie 86/362/EWG des Rates)(1), insbesondere Artikel 7 Absatz 2 Buchstabe b),gestützt auf den in Anhang II Kapitel XII Nummer 54 des EWR-Abkommens genannten Rechtsakt über die Festsetzung von Hoechstgehalten an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, einschließlich Obst und Gemüse (Richtlinie 90/642/EWG des Rates)(2), insbesondere Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe b),nach Anhörung des EFTA-Lebensmittelausschusses, der die EFTA-Überwachungsbehörde unterstützt,in Erwägung nachstehender Gründe:Nach Artikel 7 Absatz 2 Buchstabe b) der Richtlinie 86/362 und Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe b) der Richtlinie 90/642 hat die EFTA-Überwachungsbehörde dem diese unterstützenden EFTA-Lebensmittelausschuß alljährlich vor dem 30. September eine an die EFTA-Staaten gerichtete Empfehlung für ein koordiniertes Kontrollprogramm zu übermitteln, um die Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte von Schädlingsbekämpfungsmitteln gemäß Anhang II der genannten Richtlinien zu sichern.Die EFTA-Überwachungsbehörde sollte alljährlich ein Kontrollprogramm empfehlen. Die in der Europäischen Kommission und ihren Mitgliedstaaten bei der Aufstellung, Durchführung und Berichterstattung zu den drei früheren koordinierten jährlichen Kontrollprogrammen gewonnene Erfahrung zeigt, daß Mehrjahresprogramme besonders wirksam und praktisch sind. In der vorliegenden Empfehlung sollte der Rahmen für künftige Programme angegeben werden.Die EFTA-Überwachungsbehörde sollte sich schrittweise einem System zuwenden, das die Abschätzung der tatsächlichen Schädlingsbekämpfungsmittelaufnahme mit der Nahrung gemäß Artikel 7 Absatz 3 der Richtlinie 86/362 und Artikel 4 Absatz 3 der Richtlinie 90/642 ermöglicht. Zur leichteren Durchführbarkeit solcher Schätzungen müssen Daten über die Kontrolle der Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände in einer Reihe von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen, die Hauptbestandteile der europäischen Ernährung darstellen. Mit Rücksicht auf die nationalen finanziellen Möglichkeiten für die Kontrolle von Schädlingsbekämpfungsmittelrückständen können die EFTA-Staaten jedes Jahr im Rahmen des koordinierten Kontrollprogramms lediglich Proben von vier Produkten analysieren. Die einzelnen Schädlingsbekämpfungsmittel sollten generell an 20 Nahrungsmitteln in einer Reihe von Fünfjahreszyklen kontrolliert werden.Anhand der Rückstände, deren Kontrolle in den Jahren 1999 und 2000 empfohlen wird, läßt sich die Verwendbarkeit der Daten für die Schädlingsbekämpfungsmittel Acephat, die Benomyl-Gruppe, Chlorpyriphos, Iprodion und Methamidophos nachprüfen, da diese (in Anhang I als Gruppe A gekennzeichneten) Zusammensetzungen bereits 1996 und 1997 für die Abschätzung der tatsächlichen Aufnahme über die Nahrung bereits kontrolliert wurden und Informationen über die Kontrolle im Jahr 1998 angefordert wurden.Anhand der Rückstände, deren Kontrolle in den Jahren 1999, 2000 und 2001 empfohlen wird, läßt sich die Verwendbarkeit der Daten für die Schädlingsbekämpfungsmittel Diazinon, Metalaxyl, Methidathion, Thiabendazol und Triazophos nachprüfen, da diese (in Anhang I als Gruppe B gekennzeichneten) Zusammensetzungen bereits 1997 für die Abschätzung der tatsächlichen Aufnahme über die Nahrung kontrolliert wurden und Informationen über die Kontrolle im Jahr 1998 angefordert wurden.Anhand der Rückstände, deren Kontrolle in den Jahren 1999, 2000, 2001 und 2002 empfohlen wird, läßt sich die Verwendbarkeit der Daten für die Schädlingsbekämpfungsmittel Chlorpyriphosmethyl, Deltamethrin, Endosulfan, Imazalil, Lambdacyhalothrin, die Maneb-Gruppe, Mecarbam, Permethrin, Pirimiphosmethyl und Vinclozolin nachprüfen, da Informationen über die Kontrolle dieser (in Anhang I als Gruppe C gekennzeichneten) Zusammensetzungen für die Abschätzung der tatsächlichen Aufnahme über die Nahrung für 1998 angefordert wurden.Für die Anzahl der Probenahmen der koordinierten Sondervorschriften ist ein systematisches Statistikverfahren erforderlich. Ein solches Verfahren ist von der Codex-Alimentarius-Kommission(3) geschaffen worden. Dabei läßt sich aufgrund einer binomialen Wahrscheinlichkeitsverteilung berechnen, daß die Untersuchung einer Gesamtzahl von 459 Proben mit 99prozentiger Gewißheit zum Nachweis einer Probe führt, die Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände über dem Bestimmungsgrenzwert (LOD) führt, wenn davon ausgegangen wird, daß 1 % der Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs Rückstände über dem LOD enthalten. Die Gesamtzahl der von jedem EFTA-Staat zu entnehmenden Proben sollte im Verhältnis zu den Bevölkerungs- und Verbraucherzahlen festgelegt werden, wobei mindestens zwölf Proben je Produkt und Jahr zu entnehmen sind.Leitlinienentwürfe betreffend Qualitätskontrollverfahren für die Analyse von Schädlingsbekämpfungsmittelrückständen, veröffentlicht in Anhang II(4), sind von den Sachverständigen der EU-Mitgliedstaaten in Oeiras, Portugal, am 15. und 16. September 1997 erörtert und in der Untergruppe Pflanzenschutzmittelrückstände der Arbeitsgruppe Pflanzenschutz am 20. und 21. November 1997 erörtert und zur Kenntnis genommen worden. Es wurde vereinbart, daß diese Leitlinienentwürfe soweit wie möglich in den Analyselaboratorien der EU-Mitgliedstaaten angewandt und aufgrund dieser Erfahrung überarbeitet werden sollten.Nach Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe a) der Richtlinie 90/642 sollen die EFTA-Staaten die Kriterien angeben, nach denen die nationalen Inspektionsprogramme ausgearbeitet worden sind, wenn sie der EFTA-Überwachungsbehörde Informationen über die Durchführung im vorhergehenden Jahr übermitteln. Diese Informationen sollen die Kriterien umfassen, nach denen die Zahl der zu entnehmenden Proben und der durchzuführenden Analysen bestimmt wurde, sowie die verwendeten Meldewerte und die Kriterien, anhand deren diese Meldewerte festgesetzt wurden. Ferner sollten Einzelheiten über die Zulassung nach Anhang II Kapitel XII Nummer 54 Buchstabe n) des EWR-Abkommens über zusätzliche Maßnahmen im Bereich der amtlichen Lebensmittelüberwachung (Richtlinie 93/99/EG des Rates)(5) von Laboratorien zur Durchführung der Analysen angegeben werden.Die Ergebnisse der Kontrollprogramme eignen sich besonders für die Behandlung, Speicherung und Übermittlung mit elektronischen Datenverarbeitungsverfahren. Für die Weitergabe dieser Informationen von der Kommission an die EU-Mitgliedstaaten in Diskettenform sind Formate entwickelt worden. Das gleiche Format könnte von den EFTA-Staaten genutzt werden. Die EFTA-Staaten sollten daher der EFTA-Überwachungsbehörde ihre Berichte im genormten Format übermitteln. Die Weiterentwicklung solcher genormten Formate sollte am besten anhand entwickelter Leitlinien erfolgen.Liechtenstein hat die in Anhang II Kapitel XII des EWR-Abkommens genannten Bestimmungen bis zum 1. Januar 2000 zu erfuellen. Da sich Liechtenstein nach Kräften bemühen sollte, die in Anhang II Kapitel XII des EWR-Abkommens genannten Bestimmungen bis zum 1. Januar 1997 zu erfuellen, wird Liechtenstein nunmehr in die vorliegende Empfehlung für 1999 eingeschlossen -HAT FOLGENDE EMPFEHLUNG ERLASSEN:Es wird empfohlen, daß Island, Liechtenstein und Norwegen1. für die in Anhang I angegebenen Kombinationen von Produkt/Schädlingsbekämpfungsmittelrückstand auf der Grundlage der zugeteilten Probenanzahl zwölf Proben je Produkt entnehmen und analysieren, wobei dem jeweiligen Marktanteil an nationalen, an EWR- und Drittlandwaren in den EFTA-Staaten Rechnung getragen wird. Eines der Erzeugnisse soll auf mindestens ein mögliches Schädlingsbekämpfungsmittel mit akutem Risiko untersucht werden, indem das jeweilige Erzeugnis auf die Einzelbestandteile der gemischten Probe wie folgt untersucht wird: Es sind zwei Proben einer angemessenen Anzahl Stoffe zu entnehmen, die möglichst von einem einzigen Hersteller stammen; wird in der ersten gemischten Probe ein nachweisbarer Gehalt an dem betreffenden Schädlingsbekämpfungsmittel gefunden, so werden die Stoffe der zweiten Probe einzeln analysiert. 1999 gehören hierzu die Kombination Paprika und Methamidophos;2. bis zum 31. August 2000 die Ergebnisse für den Teil der Sondervorschriften, wie sie für das Jahr 1999 in Anhang I vorgesehen sind, zusammen mit den verwendeten Analysemethoden und den erzielten Meldewerten in Übereinstimmung mit den in Anhang II dargelegten Qualitätskontrollverfahren in einem Format gemäß Anhang III(6) melden;3. der EFTA-Überwachungsbehörde und den EWR-/EFTA-Staaten alle Informationen gemäß Artikel 7 Absatz 3 der Richtlinie 86/362 und Artikel 4 Absatz 3 der Richtlinie 90/642 über das Kontrolljahr 1998 bis zum 31. August 1999 übermitteln, wie dies von der EFTA-Überwachungsbehörde in einem an die EWR-/EFTA-Staaten adressierten Schreiben vom 27. November 1998 gefordert wurde, um zumindest anhand von Stichproben die Einhaltung der Hoechstrückstandsgehalte von Schädlingsbekämpfungsmitteln sicherzustellen. Zu übermitteln sind insbesondere3.1. -die Ergebnisse ihrer nationalen Programme betreffend die Schädlingsbekämpfungsmittel in den Anhängen II der Richtlinien 86/362 und 90/642 im Verhältnis zu den harmonisierten Werten und, sofern diese von der Gemeinschaft noch nicht festgesetzt sind, im Verhältnis zu den geltenden nationalen Werten,3.2. -Informationen über die Qualitätskontrollverfahren ihrer Laboratorien, insbesondere Informationen hinsichtlich der Aspekte in den Leitlinien der Qualitätskontrollverfahren von Schädlingsbekämpfungsmittelrückständen (Anhang II), die sie nicht oder nur mit Schwierigkeiten anwenden konnten,3.3. -Informationen über die Zulassung der Analyselaboratorien, die in Übereinstimmung mit den Bestimmungen von Artikel 3 der Richtlinie 93/1999 zu erfolgen hat (u. a. Art der Zulassung, Zulassungsstelle und Kopie des Zulassungsdokuments usw.).4. Diese Empfehlung ist an Island, Liechtenstein und Norwegen gerichtet.Brüssel, den 2. Juli 1999Für die EFTA-ÜberwachungsbehördeHannes HafsteinMitglied des Kollegiums(1) Nachstehend als Richtlinie 86/362 bezeichnet.(2) Nachstehend als Richtlinie 90/642 bezeichnet.(3) Codex Alimentarius, Pesticide Residues in Foodstuffs, Rom 1994, ISBN 92-5-203271-1, Band 2, S. 372.(4) Bereits veröffentlicht als Kommissionsdokument VI/7826/97.(5) Nachstehend als Richtlinie 93/99 bezeichnet.(6) Bereits veröffentlicht als Kommissionsdokument VI/1609/97.ANHANG IKombinationen von Schädlingsbekämpfungsmittel/Produkt, die im Rahmen der Sondervorschriften gemäß Nummer 1 der Empfehlung kontrolliert werden>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(a) Blumenkohl (frisch oder tiefgefroren), Paprika, Weizen (Korn), Melonen (ohne Kürbis oder Wassermelone).(b) Reis (geschält oder poliert), Gurken, Kopfkohl, Erbsen (tiefgefroren oder frisch, ohne Hülsen analysiert).(c) Äpfel, Gerste, Tomaten, Kopfsalat,(d) Birnen, Bananen, Bohnen (frisch oder tiefgefroren), Kartoffeln.ANHANG IIQUALITÄTSKONTROLLVERFAHREN FÜR DIE ANALYSE VON SCHÄDLINGSBEKÄMFPUNGSMITTELRÜCKSTÄNDENEinleitung1. Daten über Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände können genutzt werden, um die Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte (MRL) von Schädlingsbekämpfungsmitteln zu kontrollieren, Maßnahmen zur Durchsetzung zu unterstützen oder ihre Aufnahme durch die Verbraucher zu bewerten. Die Rückstandsanalytik ist anspruchsvoll, und angemessene Qualitätskontrollverfahren sind notwendig, um die Gültigkeit der Ergebnisse ohne unnötige Kosten zu beweisen. Damit die Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände quantifiziert werden können, müssen sie genau identifiziert werden. In den Fällen, wo es von Bedeutung ist, die Menge des nachgewiesenen Rückstandes zu kennen, gelten die im vorliegenden Dokument enthaltenen strengeren Anforderungen. Weniger strenge Alternativen sind vorgesehen, wenn die genaue Menge der Rückstände relativ unwichtig ist - beispielsweise wenn es genügt zu wissen, daß die Rückstände den MRL entsprechen. Ein Glossar der verwendeten Fachausdrücke ist als Anhang beigefügt.Arbeitsweise2. Der Laborbetrieb sollte die Anforderungen eines anerkannten Zulassungssystems, das EN 45001 oder Guter Laborpraxis (GLP) entspricht, erfuellen.3. Das Labor muß an entsprechenden Eignungsprüfungen teilnehmen, beispielsweise den von der Europäischen Kommission, FAPAS und CHEK organisierten Tests. In den Fällen, wo nicht akzeptable z-Werte erreicht werden, sollten die Probleme behoben werden, bevor weitere Analysen an Schädlingsbekämpfungsmitteln durchgeführt werden.4. Werden quantitative Ergebnisse benötigt, müssen entscheidende Massen und Volumina mit Geräten mit einer Genauigkeit von +- 2 %, vorzugsweise +- 1 %, gemessen werden. Wäge- und Titrationsgeräte müssen geeicht, gewartet und nach Anweisung des Herstellers genutzt werden. Eine ähnliche Methode sollte für Spektroskopiegeräte genutzt werden, die auf Wellenlänge, Massenverhältnis zur Ladung usw. zu eichen sind. Die Analytik sollte die durch MRL definierten Bestandteile umfassen, soweit dies zweckmäßig ist.Entnahme, Transport, Verarbeitung und Lagerung der ProbenProbenahme5. Proben sollten gemäß dem in Anhang II Kapitel XII Nummer 20 des EWR-Abkommens genannten Rechtsakt zur Festlegung gemeinschaftlicher Probenahmeverfahren für die amtliche Kontrolle der Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Obst und Gemüse (Richtlinie 79/700/EWG der Kommission) oder diesen ablösenden Rechtsvorschriften genommen werden. Falls es unpraktisch ist, Primärstichproben innerhalb einer Charge zu nehmen, ist die Probenahmemethode anzugeben.Transport der Proben6. Die Proben sind in sauberen Behältern und widerstandsfähigen Verpackungen zu transportieren. Polyethylenbeutel, die gegebenenfalls belüftet werden müssen, sind für die meisten Proben akzeptabel. Für Proben, die auf Rückstände von Begasungsmitteln zu analysieren sind, müssen jedoch Beutel mit geringer Durchlässigkeit (beispielsweise aus Nylonfolie) verwendet werden. Proben von Waren in Einzelhandelspackungen sollten vor dem Transport nicht aus ihren Verpackungen genommen werden. Damit sehr empfindliche oder leicht verderbliche Produkte (z. B. reife Himbeeren) nicht verderben, müssen sie eventuell tiefgekühlt und danach in "Trockeneis" oder einer ähnlichen Substanz transportiert werden, so daß sie unterwegs nicht auftauen. Auch Proben, die bei Probenahme tiefgefroren sind, dürfen während des Transportes nicht auftauen. Proben, die durch Kühlen beschädigt werden können (beispielsweise Bananen), sind sowohl gegen hohe als auch tiefe Temperaturen zu schützen. Die Proben sind mit Etiketten, die nicht unabsichtlich abgerissen werden können, eindeutig und unauslöschlich zu kennzeichnen. Beutel, die auf Rückstände von Begasungsmitteln zu analysierende Proben enthalten, sollten nicht mit organische Lösemittel enthaltenden Markierstiften beschriftet werden. Bei den meisten Proben ist der schnelle Transport ins Labor, vorzugsweise innerhalb eines Tages, wichtig. Verderbliche, empfindliche oder schwere Proben, die beim Transport leiden und/oder beschädigt werden können, sind besonders sorgfältig zu verpacken. Der Zustand der an das Labor gelieferten Proben sollte etwa dem Zustand entsprechen, der von anspruchsvollen Käufern akzeptiert wird, andernfalls sollten die Proben normalerweise als für die Analyse ungeeignet angesehen werden.Aufbereitung der Proben für die Analyse7. Beim Eingang ist jeder Probe vom Labor ein eindeutiger Referenzcode zuzuweisen.8. Die Aufbereitung der Proben und die Entnahme von Unterproben muß erfolgen, bevor eine sichtbare Qualitätsminderung der Probe einsetzt. In Dosen haltbar gemachte, getrocknete oder auf ähnliche Weise verarbeitete Proben müssen innerhalb der Haltbarkeitsdauer analysiert werden, sofern sie nicht in der Tiefkühltruhe gelagert werden.9. Es ist nachzuweisen, daß die Aufbereitung der Probe und die Aufbewahrungsverfahren keine signifikante Auswirkung auf die gemessenen Rückstände haben. Die Proben sollten homogenisiert, zerkleinert und/oder gemischt werden, bevor Teile für die Analyse entnommen werden. Fall dabei labile Rückstände verloren gehen können, dürfen Proben in gefrorenem Zustand (d. h. in Trockeneis o. ä.) zerkleinert werden. Wenn bekannt ist, daß sich die Zerkleinerung usw. auf Rückstände auswirkt (beispielsweise Dithiocarbamate oder Begasungsmittel) und wenn keine praktischen Alternativverfahren zur Verfügung stehen, kann die zu analysierende Menge aus einem ganzen Stück der Ware oder Teilen, die den Stücken entnommen wurden, bestehen. Setzt sich die zu analysierende Menge folglich aus wenigen ganzen Stücken oder Teilen derselben zusammen, ist es unwahrscheinlich, daß sie repräsentativ für die Analysenprobe ist. Um einen zuverlässigeren Mittelwert zu erhalten, sind von Anfang an Parallelmengen zu analysieren. Damit die Zahl der zu lagernden Proben so gering wie möglich gehalten werden kann, sind alle Analysen in kürzestmöglicher Zeit durchzuführen. Rückstände sehr labiler oder fluechtiger Schädlingsbekämpfungsmittel sind gegebenenfalls am Anlieferungstag der Probe zu analysieren.Schädlingsbekämpfungsmittelstandards, Eichlösungen, usw.Identität und Reinheit der Standards10. Die Reinheit der Referenzstandards (u.a. Schädlingsbekämpfungsmittel, ihre Metaboliten, Derivate oder Abbauprodukte) sowie interner Standards sollte möglichst bekannt sein. Sie sind bei Anlieferung zu datieren, mit einer eindeutigen Referenznummer und einem Verfallsdatum zu versehen. Das vergebene Verfallsdatum kann von dem vom Lieferanten des Referenzstandards angegebenen Verfallsdatum abweichen, wenn bekannt ist, daß es für das Schädlingsbekämpfungsmittel bei den zur Anwendung kommenden Lagerbedingungen angemessen ist. Zertifizierte Standards sollten und nicht zertifizierte Standards müssen mittels Chromatographie, Infrarot-Spektrophotometrie, Massenspektrometrie (MS) bzw. NMR-Spektrometrie auf Identität und (ungefähre) Reinheit überprüft werden. Soweit dies möglich ist, sollte davon ausgegangen werden, daß das für diesen Zweck genutzte Referenzspektrum mit der chemischen Struktur des Analyten kompatibel ist. Nach Erreichen des vergebenen Verfallsdatums können Referenzstandards weiter genutzt werden, wenn die Qualität nachgewiesenermaßen akzeptabel ist, es ist jedoch ein neues Verfallsdatum zu vergeben. Andernfalls sind sie zu ersetzen. Die relative Reinheit neuer und alter Referenzstandards des gleichen Schädlingsbekämpfungsmittels kann durch Vergleich der Detektorreaktionen für gleichzeitig genutzte, frisch angesetzte Verdünnungen des alten und des neuen Materials bestimmt werden (vgl. auch Absatz 15). Unterschiede zwischen alten und neuen Referenzstandards, die nicht auf Unterschiede der angegebenen Reinheit zurückzuführen sind, sollten untersucht und die Lagerdauer und/oder die Lagerbedingungen gegebenenfalls geändert werden.11. Vor der Analyse von Proben ist vorzugsweise mittels MS nachzuweisen, daß das für den Standard erhaltene chromatographische Signal auf den Analyten zurückzuführen ist. Wenn es sich bei der nachgewiesenen Spezies um ein Pyrolyseprodukt handelt, das auch ein Metabolit des Schädlingsbekämpfungsmittels(1) ist, muß ein anderes Nachweissystem verwendet werden, wenn der Metabolit nicht in der Definition der MRL enthalten ist.Lagerung der Standards12. Referenzstandards können in ihren Originalbehältern gelagert werden, wenn diese geeignet sind, die Deckel dürfen jedoch nicht aus kautschukhaltigen Materialien bestehen. Wenn sich ein Standard während der Lagerung sichtbar verändert, darf er ohne Überprüfung der Reinheit nicht genutzt werden, es sei denn, diese Veränderung ist auf einfaches Gefrieren oder Schmelzen zurückzuführen. Standards von Schädlingsbekämpfungsmitteln sollten entsprechend den Anweisungen der Hersteller (wenn angegeben) gelagert werden, um den Abbau zu minimieren. Im allgemeinen ist die Lagerung an einem dunklen Ort bei niedriger Temperatur (Kühlschrank, Gefrierschrank) ausreichend. Damit bei der Anpassung der Proben an die Raumtemperatur kein Wasser eindringen kann, müssen die Behälter fest verschlossen sein.Herstellung, Verwendung und Lagerung von Standardlösungen, -suspensionen usw. des Analyten13. Die Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmittellösungen (bzw. Feststoffverdünnungen) verlangt die sorgfältige Beachtung von Details. Die Identität und Masse (bzw. das Volumen bei stark fluechtigen Verbindungen) des Referenzstandards, die Identität des eingesetzten Lösemittels (oder eines anderen Verdünnungsmittels) und der geeichte Rauminhalt der Kolben und Pipetten sind festzuhalten. Amorphe feste Verbindungen sollten homogenisiert werden, bevor ein Teil zum Wägen entnommen wird. Die Stammlösung und die nachfolgenden (Arbeits-)Verdünnungen sollten eindeutig identifiziert, mit dauerhaften Etiketten versehen und die Konzentration auf Reinheit des Referenzstandards (wenn er zweifelsfrei bekannt ist) korrigiert werden. Einzelne aliquote Teile der Eichlösungen brauchen nicht eindeutig identifiziert zu werden, ihre Herkunft und die Herstellungsmethode sind jedoch zu erfassen.14. Das Schädlingsbekämpfungsmittel darf mit den zur Herstellung der Lösungen verwendeten Lösemitteln nicht reagieren und sollte darin hinreichend löslich sein. Die Lösemittel müssen für die Analysemethode geeignet und mit dem genutzten Bestimmungssystem kompatibel sein. Besonders bei ionischen Schädlingsbekämpfungsmitteln ist die Adsorption an Behältern durch Zugabe von Säure, Silanisierung der Glasgeräte bzw. Verwendung von Kunststoffbehältern zu vermeiden. Die Maßnahmen dürfen den nachfolgenden Nachweis des Schädlingsbekämpfungsmittels jedoch nicht beeinträchtigen. Mindestens etwa 10 mg des Schädlingsbekämpfungsmittel-Referenzstandards sollten möglichst direkt in einen Meßkolben eingewogen werden. Als Alternative kann das Schädlingsbekämpfungsmittel auch in einen Behälter eingewogen werden, dessen Leergewicht im voraus bestimmt wurde, und dann quantitativ übertragen werden, indem es mit Lösemittel in einen Meßkolben gespült wird. Flüchtige fluessige Schädlingsbekämpfungsmittel sollten nach Gewicht oder Rauminhalt (wenn die Dichte bekannt ist) direkt in ein Lösemittel mit geringerer Flüchtigkeit, das sich in einem Meßkolben befindet, eingebracht werden. Gasförmige Begasungsmittel können eingebracht werden, indem man sie durch das Lösemittel hindurchperlen läßt und die übertragene Masse wiegt oder indem man gasförmige Verdünnungen (beispielsweise mittels einer gasdichten Spritze) herstellt. Im letzteren Fall darf das Gemisch nicht mit unedlen Metallen in Berührung kommen.15. Schädlingsbekämpfungsmittellösungen (bzw. Feststoffverdünnungen) sind mit einem Verfallsdatum zu versehen, nach dessen Erreichen sie normalerweise zu verwerfen sind. Frisch angesetzte Stammlösungen sollten (gegebenenfalls in einem Matrixextrakt) verdünnt und mit den zu verwerfenden Lösungen verglichen werden. Weicht die durchschnittliche Reaktion des Detektors auf die neue Lösung um mehr als +- 5 % von der alten ab(2), ist die neue Lösung nochmals mit einer weiteren frisch angesetzten Lösung auf Genauigkeit zu prüfen. Die Anzahl der für diesen Vergleich erforderlichen Bestimmungen hängt von der Präzision des verwendeten Nachweissystems ab. Bestätigt sich, daß die von dem alten Stammlösungsstandard ausgelöste Reaktion  &gt; 5 % geringer ist als diejenige des neuen Standards, so ist die Lagerdauer für Lösungen zu verkürzen bzw. sind die Lagerbedingungen zu verbessern. Weichen die von dem alten und dem neuen Stammlösungsstandard ausgelösten Reaktionen nicht wesentlich voneinander ab, kann eine längere Lagerdauer in Erwägung gezogen werden. Wäßrige Dithiocarbamatsuspensionen und Lösungen (bzw. gasförmige Verdünnungen) von stark fluechtigen, als Begasungsmittel eingesetzten Schädlingsbekämpfungsmitteln sind frisch anzusetzen. Der Vergleich des neuen mit dem alten Standard ist unzulässig. Die Gültigkeit dieses Standards kann durch Vergleich mit einem unabhängig davon frisch angesetzten Standard überprüft werden.16. Das Ansprechen einiger Nachweissysteme (beispielsweise GC, LC-MS, ELISA) auf bestimmte Schädlingsbekämpfungsmittel kann durch andere Substanzen, die gleichzeitig aus der Probe extrahiert werden, beeinflußt werden. Diese "Matrixeffekte" äußern sich als Reaktionen, die im Vergleich zu denjenigen, die von einfachen Lösungen des Analyten in Lösemitteln ausgelöst werden, verstärkt oder vermindert sind. Zudem wird die Verteilung bei Dampfraumanalysen und SPME häufig durch Probenbestandteile beeinflußt. Verstärkungs- bzw. Unterdrückungseffekte bei der GC können die gesteigerte bzw. verminderte Durchlässigkeit des Injektors für das Schädlingsbekämpfungsmittel im Vergleich zu dem nur in Lösemittel enthaltenen Schädlingsbekämpfungsmittel widerspiegeln. Auswirkungen auf die MS-Reaktion können durch Koelution von Matrixbestandteilen hervorgerufen werden, die den Wirkungsgrad der Ionisation oder der Innensammlung beeinflussen. Das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein derartiger Effekte läßt sich bestimmen, indem man das Ansprechen des Detektors auf den in einer einfachen Lösemittellösung enthaltenen Analyten mit der Reaktion vergleicht, die man von einer an die Matrix angepaßten äquivalenten Menge erhält. Matrixeffekte können sehr variabel sein und lassen sich schwer vorhersagen, und der anfängliche Nachweis eines meßbaren Effekts bzw. dessen Fehlen bedeutet nicht, daß sich dies zu einem späteren Zeitpunkt nicht ändern wird. In diesen Fällen kann die Eichzuverlässigkeit erhöht werden, wenn die Eichlösungen an die Matrix angepaßt sind. Die verwendete "Matrixkonzentration" sollte für sämtliche Analysen einer Charge einheitlich sein. Proben, von denen bekannt ist, daß sie keine nachweisbaren Rückstände oder störenden Verbindungen enthalten (d. h. "Blindproben") können zur Herstellung von Extrakten für an die Matrix angepaßte Eichlösungen usw. verwendet werden. Die dafür benötigten Blindextrakte lassen sich am bequemsten während der Extraktion von Probenchargen herstellen. Diese Blindextrakte können auch ohne Zusatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln analysiert werden, um festzustellen, ob sie während der Extraktion und Reinigung kontaminiert wurden und ob die Reaktionen des Detektors auf die Matrixbestandteile die Analytbestimmung stören. Die Stabilität von Eichlösungen, die an die Matrix angepaßt sind und/oder Gemische von Schädlingsbekämpfungsmitteln enthalten, ist möglicherweise geringer als die von Lösungen einzelner Schädlingsbekämpfungsmittel in einem reinen Lösemittel.17. Die Lösungen sollten vor direktem Sonnenlicht geschützt und bei niedriger Temperatur an einem dunklen Ort im Kühl- oder Gefrierschrank verschlossen aufbewahrt werden, um das Entweichen von Lösemittel bzw. Eindringen von Wasser zu vermeiden. Lösungen, die bei niedriger Temperatur gelagert wurden, sollten allmählich auf Raumtemperatur gebracht und vor Verwendung nochmals gemischt werden.18. Wenn für die Eichlösungen und Extrakte keine internen Standards vorliegen, sind nicht gemessene Verluste des Lösemittels auf Grund von Verdunstung unzulässig. Der Lösemittelverlust aus kleinen Volumen ist schwierig zu kontrollieren. Ist kein interner Standard vorhanden, ist sehr sorgfältig zu arbeiten, damit die Verdunstung vermieden wird. Wenn ein interner Standard verwendet wird, sollten die Verdunstungsverluste ebenfalls minimiert werden, damit eine Beeinflussung der Matrixeffekte vermieden werden kann (vgl. Punkt 16). Injektionsverschlüsse sind besonders anfällig für Verdunstungsverluste (abgesehen davon, daß sie eine Kontaminationsquelle sind) und sollten nach Durchstechen so bald wie möglich ausgetauscht werden, wenn die in den Ampullen enthaltenen Extrakte weiter verwendet werden sollen.Extraktion und KonzentrationExtraktionsbedingungen und Wirkungsgrad19. Um den Wirkungsgrad der Extraktion zu erhöhen, sollten die zu analysierenden Mengen vor oder während der Extraktion gründlich zerkleinert werden, es sei denn, es wurde nachgewiesen, daß die Zerkleinerung auf Grund des Verfahrens (beispielsweise die bei bestimmten Probenarten durchgeführte Extraktion mit Flüssigkeiten im überkritischen Zustand (SFE)) nicht notwendig ist. Überhitzung während der Extraktion ist zu vermeiden, damit die Lösemittel- bzw. Schädlingsbekämpfungsmittelverluste minimiert werden können. Temperatur, pH-Wert usw. sind zu regeln, wenn bekannt ist, daß sie den Extraktionswirkungsgrad und/oder die Stabilität des Schädlingsbekämpfungsmittels beeinflussen.20. Wenn die vollständige Extraktion des Rückstands aus der Analysemenge nicht beabsichtigt ist, d. h., wenn dem Extraktionsgemisch nur ein aliquoter Teil des Extrakts entnommen wird, sollte das anfänglich zugesetzte Lösemittelvolumen mit einer Genauigkeit von +- 1 % bestimmt werden. Die Verdunstung des Lösemittels vor Entnahme des aliquoten Teils muß entweder vermieden oder gemessen werden (durch Gewichtsbestimmung oder durch Zugabe von internem Standard). In Fällen, in denen es bei dieser Art der Extraktion zu Lösemittelverlusten von mehr als 1 % kommen kann, ist der Verlust routinemäßig zu messen.Konzentration des Extrakts und Verdünnung auf das erforderliche Volumen21. Wenn Extrakte zur Trockne einzudampfen sind, ist sehr sorgfältiges Arbeiten erforderlich, da dabei auf den Oberflächen vorhandene Spurenmengen zahlreicher Schädlingsbekämpfungsmittel verlorengehen können. Eine kleine Menge eines hochsiedenden Lösemittels kann als "Bewahrer" (keeper) genutzt werden, und die Verdampfungstemperatur sollte möglichst niedrig sein. Schaumbildung und heftiges Sieden der Extrakte oder Tröpfchenverteilung sind zu vermeiden. Die Verdunstung kleiner Mengen in einem trockenen Stickstoffstrom oder die Fliehkraftverdunstung sind im allgemeinen der Verdunstung in einem Luftstrom vorzuziehen, da Luft mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Oxidation führt oder Wasser und andere Verunreinigungen einbringt.22. Sollen Extrakte auf ein bestimmtes Volumen aufgefuellt werden, sollten geeichte Behälter mit einem Fassungsvermögen von mindestens 1 ml verwendet werden. Wenn getrocknete Extrakte in einem bestimmten Volumen eines Lösemittels, das mittels einer Spritze o. ä. zugegeben wird, gelöst werden, sollte der Siedepunkt des Lösemittels so hoch sein, daß die weitere Verdunstung vermieden wird. Wird das endgültige Lösemittelvolumen nicht direkt gemessen, sollte eine feststehende Masse des internen Standards zugesetzt werden, um die Volumenbestimmung zu ermöglichen; dies gilt insbesondere für Volumen von weniger als 1 ml.23. Die Stabilität von Schädlingsbekämpfungsmitteln in Extrakten kann in Abhängigkeit von dem Schädlingsbekämpfungsmittel und der Art des Extrakts sehr unterschiedlich sein. Obgleich die Lagerung von Extrakten im Kühl- oder Gefrierschrank nützlich ist, kann der Verlust, der im Laufe eines Tages bei der in einem automatischen Probenahmegestell eines GC herrschenden Temperatur auftritt, so groß sein wie der Verlust, der während einer einmonatigen Aufbewahrung in einem Gefrierschrank eintritt. Die Stabilität von Schädlingsbekämpfungsmitteln in Extrakten sollte bei Validierung der Methode überprüft werden.Verunreinigung und gegenseitige BeeinflussungVerunreinigung24. Die Proben sind während des Transports und der Lagerung im Labor voneinander und von anderen möglichen Verunreinigungsquellen zu trennen. Dies ist bei Oberflächen- oder staubförmigen Rückständen oder bei fluechtigen Schädlingsbekämpfungsmitteln besonders wichtig, und Proben, die solche Rückstände aufweisen könnten, sollten in doppelt verschlossene Polyethylen- oder Nylonbeutel gegeben und getrennt transportiert und verarbeitet werden. Falls Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Labor oder in dessen Nähe durchgeführt werden müssen, sind dabei nur solche Produkte zu verwenden, die nicht als Rückstände nachgewiesen werden sollen.25. Lösemittel (einschließlich Wasser), Reagenzien, Filterhilfsmittel usw. sollten auf eventuelle Störwirkungen überprüft werden. Für die Analyse von Rückständen von Begasungsmitteln eingesetzte Lösemittel können besonders problematisch sein, weil im Lösemittel enthaltene Verunreinigungen und das Schädlingsbekämpfungsmittel möglicherweise die gleiche Flüchtigkeit aufweisen und mit den Rückständen chemisch identisch sein können.26. Für die Rückstandsanalyse verwendete Geräte und Behälter müssen frei von Verunreinigungen sein, die eine wesentliche Störung darstellen. Wiederverwendbare volumetrische Geräte wie Kolben, Pipetten und Spritzen sind sehr sorgfältig zu reinigen. Für Eichstandards und Probenextrakte sind jeweils gesonderte Glasgeräte zu verwenden. Gummi- und Kunststoffteile (beispielsweise Deckel, Schutzhandschuhe, Waschflaschen), Polier- und Schmiermittel können die Analyse stören. Die Verunreinigung durch Dithiocarbamate, Ethylenthioharnstoff und Diphenylamin aus Gummiartikeln oder einigen Schmierölen ist besonders problematisch, weil man sie nicht von Schädlingsbekämpfungsmittelrückständen unterscheiden kann.27. Die Verschlüsse von Ampullen sollten einen PTFE-Überzug aufweisen. Injektionsverschlüsse, insbesondere solche, die bereits geöffnet wurden, sollten nicht mit Extrakten in Berührung kommen. Dies geschieht dadurch, daß die Ampullen stehend aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen sind die Ampullen bald auszutauschen, wenn die nochmalige Analyse der Extrakte notwendig ist. Einwegampullen sollten nicht wieder verwendet werden.28. Wenn ein interner Standard genutzt wird, ist zu gewährleisten, daß es zu keiner unbeabsichtigten Verunreinigung der Extrakte oder Schädlingsbekämpfungsmittellösungen mit dem internen Standard bzw. umgekehrt kommt.Störung29. Störungen durch natürliche Bestandteile von Proben, die während der Rückstandsanalytik mit extrahiert wurden, sind häufig und zu berücksichtigen. Wenn der Analyt auf natürliche Weise in der Probe vorkommt oder aus ihr hergestellt wird (beispielsweise anorganisches Bromid in allen Produkten, Schwefel im Boden oder Kohlenstoffdisulfid, das aus Cruciferaceae gewonnen wird), können geringe Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände nicht von den natürlich vorkommenden Gehalten unterschieden werden. Das natürliche Vorkommen dieser Analyten ist bei der Analyseplanung und der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen. Nicht jede Störung verursacht ein einfaches, positives Ansprechen des Detektors. Effekte, die die gaschromatographische Durchlässigkeit oder den Wirkungsgrad der Ionenerzeugung/Ionensammlung bei der MS unterdrücken bzw. verstärken, können durch die Koelution von Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Matrixbestandteilen der Probe hervorgerufen werden. Wenn diese Möglichkeit besteht, sollte das Ansprechen des Nachweissystems auf das Schädlingsbekämpfungsmittel in reinem Lösemittel und mit den jeweiligen "Blindextrakten" bewertet werden, und zwar für jedes Schädlingsbekämpfungsmittel einzeln und zusammen mit den anderen Schädlingsbekämpfungsmitteln. Blindreagenzien (Arbeitsblindproben) sollten bei Validierung der Methode und danach immer dann analysiert werden, wenn dies zur Unterscheidung der auf die Matrix zurückzuführenden Störung von der möglicherweise während der Analyse in das System gelangten Störung notwendig ist.Analyseneichung und Einbeziehung der ChromatographieGrundvoraussetzungen für eine akzeptable Eichung30. In einer Bestimmungscharge sollte die Eichung auf zwei oder mehr Wiederholungen der Messung des für jeden Gehalt ausgelösten Ansprechens des Detektors beruhen. Die zur Messung von Rückstandsmengen genutzten Ansprechstufen müssen im Dynamikbereich des Nachweissystems liegen.31. Wird das Vorhandensein bzw. das Fehlen meßbarer Rückstände in Proben bestimmt, sollten Rückstände, die unter dem niedrigsten geeichten Gehalt (LCL, entspricht dem vorgesehenen Meldegrenzwert) liegen, als "&lt;  (LCL) mg/kg" gemeldet werden, unabhängig davon, ob ein Ansprechen auf den Analyten sichtbar ist oder nicht. Wenn es nötig ist, meßbare Rückstände, die den ursprünglich genutzten LCL unterschreiten, zu melden, müssen weitere Bestimmungen mit einem neuen und geringeren LCL durchgeführt werden.32. Umfaßt eine Analysencharge Proben mit Rückständen bei oder unter dem LCL, muß das Ansprechen des Detektors auf den Analyten bei dem LCL meßbar und qualitativ zu unterscheiden sein. Ist das Ansprechen auf den gewählten LCL ungenügend, muß ein höherer, die Kriterien erfuellender geeichter Gehalt als LCL gewählt werden. Im allgemeinen ist ein Signal-Rausch-Mindestverhältnis von 3:1 für den LCL akzeptabel. Obwohl das Signal-Rausch-Verhältnis häufig als "elektronisches" oder "Rauschen des Nachweissystems" ausgedrückt wird, ist auch das bei Koelution auftretende "chemische Rauschen" störender Verbindungen zu berücksichtigen.33. Das Eichen durch Interpolation zwischen zwei Gehalten ist akzeptabel, wenn die mittleren Ansprechfaktoren für jeden Gehalt auf ein lineares Ansprechen schließen lassen (d. h. wenn der tiefere mindestens 90 % des höheren Ansprechfaktors beträgt). Werden drei oder mehr Gehalte genutzt, kann eine entsprechende Eichlinie vorgesehen werden. Normalerweise sollte die Eichlinie nicht gewaltsam durch den Ursprungspunkt geführt werden. Werden die Berechnungen computergestützt durchgeführt, ist die Eichpassung einer Sichtprüfung zu unterziehen. Dabei sollte man sich nicht auf Korrelationskoeffizienten stützen, damit gewährleistet ist, daß die Passung in dem für die nachzuweisenden Rückstände relevanten Bereich befriedigend ist. Wenn die Differenz zwischen Eichgehalten groß ist und die Interpolation fraglich erscheint, können die einzelnen Gehalte als Einpunktkalibrierung genutzt werden.34. Das Eichen von Rückständen oder der Rückgewinnungsdaten mittels Extrapolation des/der geeichten Gehalte kann zu Unsicherheiten führen, die auf den Extrapolationsgrad zurückzuführen sind. Die auf einem einzigen Eichpunkt beruhende Berechnung umfaßt höchstwahrscheinlich eine Extrapolation und geht von einem linearen Ansprechen aus, das den Ursprung schneidet. Die Extrapolation ist für die Berechnung von Ergebnissen, die den LCL überschreiten, akzeptabel, wenn das von der Probe ausgelöste Ansprechen im Bereich von +- 10 % der Eichreaktion liegt, wenn der MRL überschritten wird, bzw. innerhalb von +- 50 %, wenn der MRL nicht überschritten wird. Entspricht der Gehalt der für die Rückgewinnung vorgenommenen Zugabe dem LCL, kann die Rückgewinnung &lt;  100 % durch Extrapolation berechnet werden, wenngleich der Schätzwert möglicherweise ungenau ist.35. Das Eichen auf zwei oder mehr Gehalte, beispielsweise die zusätzliche Eichung auf das Zweifache des Ziel-LCL liefert einen Reserve-LCL, wenn der Zielgehalt nicht meßbar ist, und ermöglicht im allgemeinen die genauere Abschätzung eines größeren Bereichs von Rückstandsgehalten. Die Eichung auf einen einzigen Gehalt kann bei Siebtests genutzt werden, um zu bestimmen, ob Rückstandsmengen den Eichgehalt überschreiten oder nicht, bzw. um die dem Eichgehalt tatsächlich oder annähernd entsprechenden Rückstände zu quantifizieren. Die letztere Methode liefert möglicherweise genauere Ergebnisse als eine Eichung für mehrere Gehalte, wenn der Detektor unterschiedlich anspricht.36. Extrakte mit hohem Rückstandsgehalt können verdünnt werden, um sie auf den Eichbereich zu bringen. Dabei kann es notwendig sein, die "Matrixkonzentration" der Eichlösungen anzupassen, weil durch Verdünnen der in den Probenextrakten (usw.) enthaltenen Matrixbestandteile die Auswirkungen der Matrix auf das Ansprechen vermindert sein können.Eichen von Bestimmungschargen37. Bei einer Bestimmungscharge (beispielsweise Chromatographie) sind die Proben am Anfang und am Ende der Charge zu eichen. Das heißt, daß jede Reihe mit einer Eichung beginnen und enden muß. Zwischeneichungen können erforderlich sein, wenn das Ansprechen des Nachweissystems zu unterschiedlich ist. Bei Parallelbestimmungen (beispielsweise ELISA mit 96-Loch-Platten) sollten die Eichungen verteilt werden, um lagebedingte Unterschiede nachzuweisen.38. Die Größe der Bestimmungscharge sollte so gewählt werden, daß die am Anfang und am Ende der Paralleleichungen ermittelten Werte, bei denen der Detektor anspricht, um nicht mehr als 20 % voneinander abweichen. Sollte die Abweichung mehr als 20 % betragen, sind die Bestimmungen in kleineren Untersuchungschargen zu wiederholen. Eine Wiederholung ist bei Proben, die Rückstände &lt;  LCL enthalten, nicht notwendig, wenn das Ansprechen auf den LCL während der gesamten Bestimmungscharge meßbar bleibt.39. Damit Rückstände genau quantifiziert werden können, ist eine entsprechende Eichung vorzunehmen. Sofern möglich, sollte das Nachweissystem in jeder Analysenreihe für alle Analyten, nach denen gesucht wird, geeicht werden. Wenn dies bei Siebtests auf mehrere Rückstände eine unverhältnismäßig große Anzahl von Eichbestimmungen in jeder Reihe erfordern würde (beispielsweise wenn zahlreiche Analyten in getrennten Lösungen bestimmt werden müssen, weil sie sich sonst gegenseitig stören würden), ist das Nachweissystem in jeder Analysenreihe mindestens auf "Referenzschädlingsbekämpfungsmittel" zu eichen. "Referenzschädlingsbekämpfungsmittel" sind in den nachstehenden Unterpunkten 39.1. und 39.2. definiert. Die "Referenzschädlingsbekämpfungsmittel" können in einer einzigen Lösung zusammengefaßt werden. Die bei Siebtests einzuhaltende minimale akzeptable Eichhäufigkeit ist Tabelle 1 zu entnehmen. Wenn ein bestimmtes Schädlingsbekämpfungsmittel in einer Bestimmungscharge nicht geeicht ist, muß das Ergebnis für dieses Schädlingsbekämpfungsmittel als vorläufig gewertet werden.39.1. In folgenden Fällen sind sämtliche gesuchten Analyten als "Referenzanalyten" zu betrachten:i) wenn ein MRL überschritten wurde;ii) wenn aus einem beliebigen anderen Grund die gesuchten Analyten mit nachweisbarer Genauigkeit quantifiziert werden müssen;iii) wenn nur für einen Rückstand geltende Methoden genutzt werden.39.2. In allen anderen Fällen müssen die "Referenzanalyten" die nachstehend genannten einschließen:i) die Schädlingsbekämpfungsmittel, die wahrscheinlich in den analysierten Proben nachgewiesen werden, undii) zwei oder mehr Schädlingsbekämpfungsmittel mit geringem oder variablem Ansprechen und geringer bzw. variabler Rückgewinnung undiii) ein Schädlingsbekämpfungsmittel, von dem erwartet wird, daß es wiederholt gutes Ansprechen und gute Rückgewinnung ermöglicht.Die Anforderungen der Kategorien ii) und iii) können in der Kategorie i) enthalten sein.Tabelle 1Mindesthäufigkeit der Eichung und der Bestimmung der Rückgewinnung>PLATZ FÜR EINE TABELLE>Anmerkungen:a) Referenzschädlingsbekämpfungsmittel sind in den vorstehenden Unterpunkten 39. und 39.2. definiert.b) Wenn zusätzliche Schädlingsbekämpfungsmittel in die Analysen aufgenommen werden sollen, ist bei der Auswahl der Referenzschädlingsbekämpfungsmittel besondere Sorgfalt notwendig, damit gewährleistet ist, daß das Ansprechen des Detektors auf die Referenzschädlingsbekämpfungsmittel zeigt, daß Rückstände der anderen Schädlingsbekämpfungsmittel mit der angegebenen Empfindlichkeit nachgewiesen werden.c) Wird ein bestimmtes Schädlingsbekämpfungsmittel nicht in der Charge geeicht und zurückgewonnen, können die für das Schädlingsbekämpfungsmittel erhaltenen Ergebnisse für die Charge aufgrund späterer Messungen möglicherweise nicht aufrechterhalten werden.An Matrix angepaßte Eichung40. Die chromatographische Durchlässigkeit, das Ansprechen des Detektors oder die Verteilung in der Dampfraumanalyse können durch Bestandteile der Probenmatrix oder Lösemittel usw. geändert werden (vgl. Punkt 16). Im allgemeinen sollten die Schädlingsbekämpfungsmittel-Eichstandards in einem Matrixektrakt, der eine genaue Eichung ermöglicht (d. h. "Matrix angepaßt" ist) frisch angesetzt werden. Das dafür verwendete Blindprodukt kann, muß jedoch nicht mit den Proben identisch sein. Wegen der variablen und nicht vorhersagbaren Matrixeffekte ist eine nicht identische Matrix in bestimmten Abständen jedoch erneut zu validieren. Die Gültigkeit der zur Herstellung der Eichlösungen genutzten Matrix kann für ein bestimmtes Schädlingsbekämpfungsmittel bzw. eine bestimmte Probe durch Zugabe einer bekannten Menge des entsprechenden Schädlingsbekämpfungsmittels zum Probenextrakt (usw.) und Vergleich der Zunahme des vom Analyten ausgelösten Ansprechens gegenüber dem Ansprechen überprüft werden, das durch den äquivalenten, an die Matrix angepaßten Eichstandard hervorgerufen wird.41. Besondere Sorgfalt ist notwendig, wenn das zur Herstellung von an Matrix angepaßten Eichungen verwendete Material entweder den Analyten enthält oder ein Detektorsignal erzeugt, das die Analytbestimmung stört. Es gibt mehrere derartiger Fälle, und das Endergebnis kann dadurch zusätzlich beeinflußt werden,41.1. wenn der Analyt normalerweise in allen Proben enthalten ist und nur viel höhere als die natürlichen Werte wichtig sind. Ein Beispiel ist anorganisches Bromid in Sellerie. Ein "Nullwert" ist in die Eichung aufzunehmen, und das Blindmaterial sollte im Hinblick auf seinen geringen Analytgehalt gewählt werden. Die Analytkonzentration in der Blindprobe wird anhand der Erhöhung und des Schnittpunkts ("Nullwert") der Eichkurve bestimmt, und dieser Wert muß zu den nominellen Eichgehalten hinzugezählt werden. Der Blindwert darf von dem in den Proben gefundenen Gehalt nicht abgezogen werden. Der "Nullgehalt" entspricht dem Gehalt im Blindmaterial und ist folglich der LCL. Das Blindmaterial sollte homogenisiert werden, damit gewährleistet ist, daß der LCL der einzelnen Chargen gleichbleibt. Unter dem "Nullgehalt" liegende Ergebnisse sollten in der in Punkt 31 beschriebenen Form gemeldet werden;41.2. wenn der Analyt natürlichen Ursprungs ist und in allen oder den meisten Proben nachgewiesen werden kann, sein Gehalt jedoch bei oder über dem LCL liegt. Ein Beispiel ist Kohlenstoffdisulfid in Pflanzen der Gattung Brassica. Eine spezifischere Methode (in diesem Fall für Dithiocarbamate) kann genutzt werden bzw. der Ziel-LCL kann auf einen wesentlich höheren Gehalt festgelegt werden. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist Vorsicht geboten;41.3. wenn der Analyt in sämtlichen Proben nachweisbar ist, in der Natur jedoch nicht vorkommt. Ein Beispiel ist Imazalil in bestimmten Zitrusfrüchten. Nachdem peinlich genau bestätigt wurde, daß meßbare Rückstände sehr häufig vorkommen, sollte eine Probe mit besonders geringem Analytgehalt für die Eichung verwendet werden, wie in Punkt 41.1 beschrieben;41.4. wenn das "Hintergrundrauschen" nicht auf den Analyten, sondern auf eine störende natürliche oder synthetische chemische Substanz zurückzuführen ist, die in mehreren oder allen Proben enthalten ist. In diesem Fall sollte sorgfältiger gereinigt und ein spezifischeres Nachweissystem eingesetzt werden. Wenn dies nicht zweckmäßig ist und der im "Blindmaterial" gefundene Hoechstgehalt unter dem Ziel-LCL liegt, kann das in 41.1. beschriebene Verfahren genutzt werden. In diesem Fall ist bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht geboten, und Rückstände  &gt; LCL sollten bestätigt werden.42. Bei Analysen mittels GC ist es normalerweise notwendig, sowohl die Eichlösungen an die Matrix anzupassen als auch Säule/Einspritzvorrichtung zu "primen". Der Primingeffekt ähnelt einem lang anhaltenden Matrixeffekt, ist jedoch selten permanent und schaltet nur in einigen wenigen Fällen die Matrixeffekte aus. Wenn erforderlich, sollte das Primen unmittelbar vor der ersten Serie der Eichbestimmungen einer Analysencharge erfolgen.Auswirkungen von Gemischen von Schädlingsbekämpfüngsmitteln auf die Eichung43. Die Eichung und Rückgewinnung unter Verwendung gemischter Schädlingsbekämpfungsmittelstandards ist akzeptabel, sollte jedoch mit an die Matrix angepaßten Schädlingsbekämpfungsmitteln auf ähnliches Ansprechen überprüft werden. Dies schließt die Überprüfung der einzelnen Schädlingsbekämpfungsmittel und des Gemischs ein. In den seltenen Fällen, in denen diese Ansprechwerte wesentlich voneinander abweichen, sind die Rückstände der einzelnen Schädlingsbekämpfungsmittel unter Nutzung individueller Eichstandards zu quantifizieren. In Ausnahmefällen ist wegen mehrerer Rückstände ein speziell hergestellter Eichstandard erforderlich.Eichung auf Schädlingsbekämpfungsmittel, die Gemische von Isomeren usw. sind44. Wenn ein zum Eichen von Schädlingsbekämpfungsmitteln genutzter Standard ein Gemisch von Isomeren usw. ist, kann man im allgemeinen davon ausgehen, daß der Detektor auf jeden Bestandteil - auf die Stoffmenge bezogen - gleich anspricht. Enzymaktivitätsmessungen (beispielsweise von Cholinesterase) und Immunoassays können Eichfehler ergeben, wenn das Verhältnis der Bestandteile des Standards wesentlich von demjenigen des gemessenen Rückstandes abweicht. In diesem Fall sollte ein anderes Nachweissystem zur Quantifizierung dieser Rückstände genutzt werden.Eichen unter Verwendung von Abkömmlingen oder Abbauprodukten45. Wird das Schädlingsbekämpfungsmittel als Abbauprodukt oder Abkömmling nachgewiesen, sollten die Eichlösungen von einem Referenzstandard dieses Abbauprodukts oder Abkömmlings, sofern verfügbar, hergestellt werden.46. Die Bestimmung von Schädlingsbekämpfungsmitteln als instabile Abkömmlinge (beispielsweise einige Schiffsche Basen), die sich nicht als reine Standards herstellen lassen, ist zu vermeiden.Integration der Chromatogramme47. Alle Chromatogramme sind zu kontrollieren und die Basislinien zu überprüfen und gemäß dem Analyten anzupassen. Wenn störende Peaks vorhanden sind, ist bei allen Analysen die Basislinie in gleicher Weise zu positionieren, obwohl sich diese Peaks nicht "richtig" integrieren lassen. Die gleiche einheitliche Methode ist bei der Integration der Schwanzbildungs-Peaks zu nutzen. Sowohl Daten für die Peakhöhe als auch für die Peakfläche können genutzt werden, je nachdem welche Methode genauere und besser reproduzierbare Ergebnisse liefert (Bewertung anhand der Rückgewinnung und der Eichdaten).48. Das Eichen mittels Standards von gemischten Isomeren oder ähnlichen Standards kann die Nutzung von Summen-Peakflächen, Summen-Peakhöhen oder die Messung einer einzelnen Komponente erfordern, je nachdem welche Methode genauer ist.AnalyseverfahrenZulässigkeit der Analyseverfahren49. Die angemessene Validierung eines Analyseverfahrens gibt Aufschluß über seine Eignung für den vorgesehenen Zweck, obgleich gute Praxisergebnisse gewöhnlich vom Untersucher abhängig sind. Angaben zur Validierung, die dazu dienen, die Wahl einer Methode zu untermauern, sollten sich auf ein angemessenes Sortiment von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Probenmatrizen beziehen und können u. a. folgendes beinhalten: i) die erzielte Genauigkeit und Präzision (Reproduzierbarkeit bzw. Wiederholpräzision) vorzugsweise über den angemessenen Konzentrationsbereich; ii) die erzielte Empfindlichkeit; iii) den Nachweis der Trennschärfe; iv) eine Stabilitätsprüfung.50. Das Analyseverfahren sollte normalerweise für die wiederholbare Rückgewinnung (bei Pestiziden, die in höheren Mengen als dem ungefähr Fünffachen ihrer Bestimmungsgrenze zugesetzt werden) aller mit Hilfe dieses Verfahrens gesuchten Verbindungen zwischen 70 und 110 % und im Idealfall für die mittlere Rückgewinnung zwischen 80 und 110 % bei jeder einzelnen Verbindung geeignet sein. Wenn wegen der Kompliziertheit der Analyse diese Genauigkeit und Präzision nicht möglich ist und es kein befriedigendes Alternativverfahren gibt, sollte man sich mit diesem Problem auseinandersetzen, bevor Zwangsmaßnahmen ergriffen werden. Ehe ein Kontrollverfahren genehmigt wird, sollte die Anwendung des Verfahrens durch den Untersucher mit Hilfe von zwei oder mehr Rückgewinnungsbestimmungen aus jeder in Frage kommenden Probenmatrix bewertet werden. Wenn ein Rückstand als ein aus zwei oder mehr Komponenten des Rückstandes bestehender Teil zu bestimmen ist, sollte die Leistungsfähigkeit des Verfahrens für sämtliche Komponenten bewertet werden.Verfarhren zur Bestimmung des Fettgehalts oder der Trockenmasse51. Werden die Ergebnisse auf die Trockenmasse oder den Fettgehalt bezogen, muß das zur Bestimmung der Trockenmasse oder des Fettgehaltes genutzte Verfahren einheitlich sein. Im Idealfall sollte es durch Vergleich mit einem anerkannten Standardverfahren validiert sein.RückgewinnungsbestimmungenProben, Spickgehalt, Aufnahme in Analysenchargen52. Damit Rückstände genau quantifiziert werden können, ist die gleichzeitige Bestimmung der Rückgewinnung notwendig. Wenn möglich, sollte die Rückgewinnung sämtlicher gesuchten Analyten in jeder Analysencharge bestimmt werden. Wenn dies jedoch eine unverhältnismäßig große Zahl von Rückgewinnungsanalysen erfordern würde, beispielsweise in den Fällen, wo eine sehr große Zahl von Analyten mittels selektiver Detektoren (beispielsweise ECD, NPD) gesucht wird, ist der Tabelle 1 die Mindesthäufigkeit der Rückgewinnungsbestimmung, die für die verschiedenen Schädlingsbekämpfungsmittelklassen akzeptabel ist, zu entnehmen. Die Analyse eines Referenzmaterials kann als Alternative zur Bestimmung der Rückgewinnung genutzt werden, vorausgesetzt, daß das Material die in Frage kommenden Analyten in angemessener Menge enthält und die Rückstände lagerbeständig sind.53. Die Pestizidrückgewinnung sollte durch Zugabe (Spicken) der Analyten zu einer Probe der "Blindmatrix", die der in der Untersuchung verwendeten Probe gleicht, bestimmt werden. Der Spickgehalt kann zwischen dem einfachen und dem zehnfachen LCL, dem MRL oder bei einem anderen für die jeweiligen Proben relevanten Gehalt liegen. Das gewählte Blindmaterial sollte keine meßbaren Mengen der Analyten enthalten. Wenn das Blindmaterial den Analyten (beispielsweise anorganisches Bromid) oder eine störende Verbindung in nachweisbaren Mengen enthält, sollte der für die Rückgewinnung genutzte Spickgehalt &gt;= das Fünffache des Gehalts im Blindmaterial sein. Die Analytkonzentration (bzw. dessen scheinbare Konzentration) in einer solchen Blindmatrix sollte durch mehrere Analysen bestimmt werden. Es ist nachzuweisen, daß das Signal je nach Sachlage auf den Analyten bzw. auf die Blindprobe zurückzuführen ist.54. Soweit dies praktisch möglich ist, sollte die Rückgewinnung aller mittels MRL definierten Verbindungen bestimmt werden. Wenn ein Rückstand als ein gemeinsamer Anteil bestimmt wird, kann die Rückgewinnung (vgl. Tabelle 1) routinemäßig entweder für die Komponente vorgenommen werden, die in den Rückständen normalerweise vorherrscht oder die wahrscheinlich die geringste Rückgewinnung ermöglicht.Zulässigkeit der Analysendurchführung55. Die Daten für die routinemäßige Rückgewinnung können unabhängig von der Zugabemenge eine größere Variabilität aufweisen als auf Grund der Daten für die Wiederholpräzision, die bei der Validierung des Verfahrens ermittelt wurde, zu erwarten war. Die Rückgewinnung sollte überwacht und Abhilfemaßnahmen sollten beim Auftreten einer wesentlichen Abweichung von der mittleren Rückgewinnung bzw. eines nicht akzeptablen Ergebnisses ergriffen werden. Bei der Beurteilung der Rückgewinnung beim LCL ist hierbei Vorsicht geboten. Rückgewinnungen, die um mehr als zwei Standardabweichungen vom routinemäßig bestimmten Mittelwert abweichen, sollten untersucht werden. Bei mehr als drei Standardabweichungen ist die Untersuchung zwingend vorgeschrieben. Obwohl dies nicht automatisch bedeutet, daß solche Rückgewinnungen nicht annehmbar sind, sollte die Charge normalerweise erneut analysiert werden. Im allgemeinen kann die routinemäßige Rückgewinnung im Bereich von 60-140 % als annehmbar angesehen werden (bei der Interpretation der Erfassung in Fällen, in denen der Spickgehalt beim LOD oder LCL liegt, ist besondere Sorgfalt geboten). Wenn der Mittelwert für die routinemäßige Rückgewinnung sich einem Extremwert dieses Bereichs nähert und ein Rückgewinnungsergebnis signifikant außerhalb dieses Bereichs liegt, sind die Ergebnisse für diese Probencharge mit Vorsicht zu verwenden. Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen die Rückgewinnung gering, jedoch einheitlich und der Grund dafür bekannt ist (beispielsweise Schädlingsbekämpfungsmittelverteilung in der Verteilung). In diesen Fällen kann eine mittlere Rückgewinnung unter 60 % annehmbar sein. Wo es möglich ist, sollte jedoch ein genaueres Verfahren genutzt werden. Wenn die Rückgewinnung für eine Charge nicht annehmbar ist, sollten entweder die akzeptable Rückgewinnung wieder hergestellt und sämtliche Proben der Charge nochmals analysiert werden, oder die Ergebnisse können nur als semiquantitative Ergebnisse betrachtet werden.56. Wenn die Rückgewinnung für eine Charge außerhalb des Bereichs von 70 bis 110 % liegt, sollten Proben mit höheren Rückstandsgehalten an Schädlingsbekämpfungsmitteln nochmals analysiert werden, damit sie genaue Ergebnisse liefern, die von Rückgewinnungsdaten im Bereich von 70-110 % untermauert werden. Ist die Rückgewinnung innerhalb dieses Bereichs nicht möglich, muß in Entscheidungen über die zu ergreifenden Maßnahmen darauf hingewiesen werden, daß der Rückstandsgehalt nicht genau bekannt ist.57. In bestimmten Fällen kann die Rückgewinnung möglicherweise nicht bestimmt werden. Dies gilt beispielsweise für die direkte Analyse fluessiger Proben und verschiedene SPME- oder Dampfraumanalysen. Bei der direkten Analyse von Flüssigkeiten werden Genauigkeit und Präzision durch die Eichung bestimmt, wobei man davon ausgeht, daß es zwischen Probenahme und Analyse zu keinem Verlust an Schädlingsbekämpfungsmittel (beispielsweise durch Adsorption) kommt. Bei SPME und der Dampfraumanalyse können Genauigkeit und Präzision davon abhängen, in welchem Maße sich der zu analysierende Stoff innerhalb und zwischen den Phasen im Gleichgewicht befindet. Dies sollte, sofern es praktisch möglich ist, nachgewiesen werden.Eignungsprüfung und Analyse der Referenzmaterialien58. Wie bereits in Punkt 3 festgestellt wurde, ist die regelmäßige Teilnahme an Eignungsprüfungen sowie die Durchführung geeigneter Abhilfemaßnahmen bei Problemen von entscheidender Bedeutung. Ferner können bereits zu einem früheren Zeitpunkt charakterisierte und homogone laboreigene Referenzmaterialien analysiert werden, damit die Qualität der Analyse zu jedem Zeitpunkt nachgewiesen werden kann, wenn bekannt ist, daß die vorhandenen Rückstände lagerbeständig sind.Bestätigung der ErgebnisseGrundsätze der Bestätigung59. Das völlige Fehlen von Rückständen kann nicht bewiesen werden, aber Ergebnisse, die unter dem LCL liegen und deswegen nicht als absolute Zahlenwerte gemeldet werden, gelten als bestätigt, wenn die Rückgewinnungs- und LCL-Daten für die Charge akzeptabel sind. Durch Festlegung einer "Meldegrenze" bei LCL wird vermieden, daß für den Nachweis des Vorhandenseins bzw. Fehlens von Rückständen in so geringen Mengen, daß die entsprechenden Daten nicht aussagefähig sind, hohe und ungerechtfertigte Kosten entstehen. In den Fällen, wo eine Analysencharge die Eichung oder Rückgewinnung des bestimmten Schädlingsbekämpfungsmittels/der bestimmten Schädlingsbekämpfungsmittel nicht vorsah, liefern die entsprechenden Daten für die Referenzschädlingsbekämpfungsmittel nur den indirekten Nachweis einer hinreichenden Analyse. Diese Ergebnisse sind nicht als bestätigte Ergebnisse zu werten, obwohl die Daten für bestimmte Zwecke angemessen sein können.60. Für Ergebnisse, die über dem LCL liegen, müssen zusätzliche unterstützende Werte beigebracht werden, damit sie als bestätigt eingestuft werden können. Wenn die Analysencharge kein Eichen auf das bestimmte Schädlingsbekämpfungsmittel vorsah, sind die Ergebnisse als vorläufig zu bewerten. Die Bestätigung ist von entscheidender Bedeutung. In diesem Falle ist mindestens die erneute Analyse der Extrakte mit angemessener Eichung für das nachgewiesene Schädlingsbekämpfungsmittel erforderlich. Da das beteiligte Schädlingsbekämpfungsmittel selten nachgewiesen werden sollte (vgl. Tabelle 1) und deswegen ungewöhnlich sein kann, ist der erneuten Analyse der Probe mit gleichzeitiger Bestimmung der Rückgewinnung der Vorzug zu geben.61. In den Fällen, wo Zwangsmaßnahmen ergriffen oder andere wichtige Entscheidungen auf Grund von Ergebnissen, die über dem LCL liegen, getroffen werden, sind akzeptable Daten für die gleichzeitige Eichung und Rückgewinnung sowie weitere Bestätigungen von entscheidender Bedeutung. Art und Umfang der erforderlichen weitergehenden Bestätigung hängen von der relativen Wichtigkeit des Ergebnisses und der Häufigkeit ab, mit der ähnliche Rückstände gefunden werden. Die für die bestätigende Analyse genutzten Qualitätskontrollverfahren müssen streng sein.Bestätigungsverfahren62. Der nachgewiesene Analyt sollte quantitativ und qualitativ bestätigt werden.63. Auf Grund ihrer geringen Trennschärfe besteht bei Gehaltsbestimmungen mittels Immunochemie, Kolorimetrie, Dünnschicht-Chromatographie oder Elektronenfangdetektoren der größte Bedarf an erhärtenden Daten. Werden bei GC oder LC "selektive" Detektoren eingesetzt, liefert eine zweite Chromatographiesäule mit wesentlich anderer Polarität (bzw. ein zweites "spezifisches" Nachweissystem) nur in begrenztem Umfang erhärtende Beweise. Dies kann im Falle häufig vorkommender geringer Rückstände, von denen ein Teil auch durch ein maßgebliches Verfahren bestimmt wird, akzeptabel sein. Dennoch sollte der durchgängigen Nutzung des maßgeblicheren Verfahrens der Vorzug gegeben werden.64. Wenn ein Rückstand den MRL überschreitet oder wenn er nicht in der Probe vorhanden sein sollte, ist das Ergebnis durch das eindeutigste verfügbare Verfahren und durch die Analyse einer oder mehrerer zusätzlicher Analysenmengen zu bestätigen. Die in den für Paralleluntersuchungen genutzten Mengen enthaltenen Rückstände können entweder durch Siebtest oder durch das erhärtende Verfahren quantifiziert werden. Die Anzahl der zu analysierenden Parallelmengen hängt von der Streuung der Ergebnisse ab.Bestätigung durch Massenspektrometrie65. Mit MS lassen sich die Rückstände der meisten Schädlingsbekämpfungsmittel annähernd eindeutig bestätigen, aber die erhärtenden Daten müssen bestimmte Mindestanforderungen erfuellen. Normalerweise sollten an die Matrix angepaßte Eichstandards zur Bestätigung der Menge genutzt werden, das Referenz-Massenspektrum sollte jedoch von dem Referenzstandard oder dessen Lösung in reinem Lösemittel stammen. Um die Verzerrung von Ionenverhältnissen zu vermeiden, darf der Detektor nicht durch die für das Referenzspektrum verwendete Materialmenge überlastet werden. Die Bestätigung hoher Rückstandsgehalte kann einfach sein, bei Ergebnissen in der Nähe des Grenzwertes der MS-Bestimmung ist jedoch eine Einzelfallprüfung erforderlich.66. Chromatogramme relevanter Ionen sollten Peaks (mindestens drei Abtastungen, Signal-Rausch-Verhältnis mindestens 3:1) mit ähnlicher Retentionszeit, Peakgestalt und ähnlichem Reaktionsverhältnis haben wie der mit der gleichen Charge analysierte Eichstandard. Wenn Chromatogramme von nicht miteinander verwandten Ionen Peaks mit ähnlicher Retentionszeit und Gestalt einschließen oder wenn diese Information nicht zur Verfügung steht (beispielsweise bei "begrenztem Abtasten" oder der Kontrolle ausgewählter Ionen), kann eine zusätzliche Bestätigung erforderlich sein. Enthält ein Innen-Chromatogramm Hinweise auf eine signifikante chromatographische Störung, darf dieses Ion nicht zur Quantifizierung oder Identifizierung von Rückständen genutzt werden.67. Bei Spektren sollte gegebenenfalls der Untergrund subtrahiert werden; er ist jedoch sorgfältig auszuwählen, damit die Verzerrung der Daten vermieden wird. Wenn in einem "Full-Scan Spektrum" mit Durchschnittspeak (d. h. von m/z 50 bis 50 Masseneinheiten größer als das "Molekülion") nicht mehr als ein Viertel der Basispeakintensität in den Elektronenstoßionisationsspektren oder ein Zehntel aller anderen Ionisationsverfahren auf Ionen, die nicht mit dem zu analysierenden Stoff verwandt sind, zurückzuführen ist, kann das Spektrum als ausreichender Identiätsnachweis akzeptiert werden. Werden diese Grenzwerte überschritten und stammen die nicht verwandten Ionen von Arten, die sich im Chromatogramm überschneiden, kann ein anderer Untergrund subtrahiert und/oder ein zusätzlicher Nachweis gesucht werden. Die Intensitätsverhältnisse für die wichtigsten Ionen sollten im Bereich von 80-120 % der für den Standard erhaltenen Werte liegen. Wenn ein Ionen-Chromatogramm eine wesentliche chromatographische Störung zeigt, sollte dieses Ion nicht zur Bestimmung eines Intensitätsverhältnisses genutzt werden. In diesem Fall sind zusätzliche unterstützende Beweise notwendig. Das am häufigsten vorkommende Ion, bei dem kein Beweis einer chromatographischen Störung festgestellt wird, sollte zur Quantifizierung eines Rückstandes genutzt werden. Insbesondere bei der Elektronenstoßionisation kann das Fehlen störender Ionen genutzt werden, um in den Fällen, wo das Spektrum des zu analysierenden Stoffs sehr einfach ist, die Identifikation zu untermauern.68. Im allgemeinen liefert die Ionisation durch Elektronenstoß oder durch weitergehende Fragmentierung ausgewählter Ionen (MS/MS) zusammen mit der Aufnahme von Spektren für den gesamten Abtastbereich die zuverlässigsten Identitäts- und Mengenbeweise. Mit weniger energiereichen Verfahren (beispielsweise chemischer Ionisation, Ionisation bei Atmosphärendruck) erzeugte Massenspektren sind eventuell für die Identitätsbestätigung ohne weitere Beweise zu einfach. Wenn das Isotopenverhältnis des Ions/der Ionen oder das chromatographische Profil der Isomeren des Analyten nicht sehr charakteristisch sind, braucht man wahrscheinlich zusätzliche unterstützende Beweise. Diese lassen sich auf folgende Weise beibringen: i) durch ein anderes chromatographisches Trennungssystem, ii) ein anderes Ionisationsverfahren, iii) MS/MS, iv) die Nutzung von MS mit mittlerer/hoher Auflösung, oder v) Änderung der Fragmentierung durch Veränderung der "Kegelspannung" (cone voltage) in LC-MS. Bei Nutzung von MS mit mittlerer/hoher Auflösung oder MS/MS sollten die ausgewählten Ionen nicht in einer Vielzahl organischer Verbindungen vorkommen, sondern möglichst charakteristisch für das Schädlingsbekämpfungsmittel sein.69. Über den gesamten Abtastbereich aufgenommene Spektren ermöglichen die eindeutigste Identifizierung, ihre Trennschärfe kann aber durch Abtasten eines begrenzten Massenbereichs oder durch Kontrolle ausgewählter Innen verbessert werden. Das Mindesterfordernis bei diesen Verfahren sind Daten von zwei Ionen mit m/z  &gt;200 oder drei Ionen mit m/z  &gt;100. In einigen Fällen können zusätzliche unterstützende Beweise (vgl. Punkt 68) erforderlich sein. Sie müssen beigebracht werden, wenn das Spektrum des Analyten nicht die Anforderungen erfuellt.Bestätigung in einem unabhängigen Labor70. Wenn die Bestätigung wichtiger Rückstände vor Ort nicht möglich ist, kann diese Bestätigung von einem anderen Labor vorgenommen werden, wenn dies zweckmäßig ist.Meldung der ErgebnisseDarstellung der Ergebnisse71. Die Ergebnisse sollten normalerweise durch MRL definiert und in mg/kg ausgedrückt werden. Proben, in denen die Rückstandsgehalte geringer als der LCL sind, sollten als &lt;  (LCL) mg/kg gemeldet werden.Berechnung der Ergebnisse72. Im allgemeinen sollten die Rückstandsdaten nicht auf die Rückgewinnung korrigiert werden. Durch routinemäßige Rückgewinnung läßt sich die Leistungsfähigkeit der Analyse kontrollieren. Sie liefert allgemeine Hinweise für die Genauigkeit der Ergebnisse, jedoch nicht unbedingt Angaben über die bei einer bestimmten Probe erzielte Genauigkeit bzw. Unsicherheit (vgl. Punkt 77). Die Ergebnisse dürfen nicht auf Blindwerte korrigiert werden, wenn diese auf den Analyten zurückzuführen sind (vgl. Punkt 41).73. Wenn die bestätigten Daten von einer einzigen Analysenmenge stammen (d. h. wenn der Rückstand nicht unzulässig oder ungewöhnlich ist), sollte das Ergebnis gemeldet werden, das mit dem genauesten Nachweisverfahren ermittelt wurde. Dies ist im allgemeinen das Verfahren mit der besten Trennschärfe. Wenn die Ergebnisse durch zwei oder mehr gleichermaßen genaue Verfahren ermittelt werden, kann der Mittelwert gemeldet werden.74. Wenn zwei oder mehr Analysenmengen analysiert wurden, sollte das arithmetische Mittel der genauesten Ergebnisse für jede Menge gemeldet werden. Bei gut zerkleinerten/gemischten Proben sollte die RSD für die Ergebnisse nicht mehr als 30 % betragen, wenn der gemessene Rückstand wesentlich größer als LOD ist. In der Nähe von LOD kann die Streuung der Ergebnisse viel größer sein. Dies sollte bei Entscheidungen über die zu ergreifenden Maßnahmen berücksichtigt werden.75. Schließt die Definition des Rückstandshöchstgehaltes zwei oder mehr Komponenten ein. herrscht in den Rückständen häufig eine Komponente vor. Werden die Komponenten getrennt (anstatt als gemeinsamer Teil) nachgewiesen, sollte die Gesamtmeldegrenze für das Schädlingsbekämpfungsmittel der LCL der Komponente sein, die - auf die Molmasse bezogen - die geringste Reaktion auslöst. Wenn beispielsweise der LCL für Endosulfanisomere 0,05 mg/kg beträgt und derjenige des Sulfatmetaboliten 0,1 mg/kg ist. sollte die Gesamtmeldegrenze für Endosulfan als 0,1 mg/kg angegeben werden. Enthält der Referenzstandard zwei oder mehr Komponenten, die die gleichen molaren Reaktionen bewirken, sich jedoch hinsichtlich der Konzentration unterscheiden, beispielsweise Chlorfenvinphos-Mischisomere, kann die Meldegrenze sich auf die Komponente beziehen, die die größte absolute Reaktion auslöst. Bei Nutzung dieser Methode kann es notwendig sein, ein strengeres Bestätigungsverfahren anzuwenden, wenn kein charakteristisches Profil der Komponente zur Bestätigung der Identifizierung von Rückstandsgehalten im Bereich der Meldegrenze zur Verfügung steht.Runden der Angaben76. Wenn Ergebnisse &lt; 0,1 mg/kg emeldet werden, sollten die Angaben auf eine Stelle gerundet werden: Ergebnisse &gt;=0,1, aber &lt; 10 mg/kg sollten auf zwei Ziffern gerundet werden; Ergebnisse &gt;=10 mg/kg können auf drei Ziffern oder eine ganze Zahl gerundet werden. Diese Anforderungen widerspiegeln nicht in jedem Fall die Unsicherheit der Angaben.Quantifizierung der Unsicherheit der Ergebnisse77. Die Meßunsicherheit ist ein nützlicher quantitativer Indikator für das Vertrauen, das in die Ergebnisse gesetzt werden kann. Daten über die Meßunsicherheit ersetzen nicht die Bestätigung, und sie dienen in erster Linie zur Untermauerung sehr wichtiger Ergebnisse. Die ISO-Vorschriften für die Bewertung und Darstellung der Meßunsicherheit(3) sehen die Identifizierung möglicher Quellen der Unsicherheit vor, die das Ergebnis beeinflussen können. Gegebenenfalls kann dieser förmliche Ansatz genutzt werden. Ansonsten ist auch die Nutzung einer einfacheren Methode möglich, beispielsweise die Nutzung der Standardabweichung entweder der Wiederholpräzision oder der inneren Reproduzierbarkeit. Diese Werte können von den Rückgewinnungsdaten oder der Analyse der Referenzmaterialien abgeleitet werden. Die Angaben über die Unsicherheit müssen sich jedoch auf das spezifische Schädlingsbekämpfungsmittel beziehen und sollten auf der relevanten Matrix und einem der Probe entsprechenden Gehalt beruhen. Dafür müssen möglicherweise Angaben zur Unsicherheit aus den Rückgewinnungen für einen ganzen Konzentrationsbereich ermittelt werden. Im Idealfall sollten die Angaben über die Unsicherheit durch wiederholte Analyse von 5 bis 10 Teilen der Probe ermittelt werden. Auf diese Weise umfassen sie sowohl die Unsicherheiten, die bei der Entnahme von Unterproben eingeführt werden, als auch die Analysenunsicherheit. Die Unsicherheit kann als 95%iges Vertrauensniveau für das Ergebnis ausgedrückt werden.Entscheidungen über die positive Qualitätsbewertung eines Lieferanten78. Bei der Entscheidung darüber, ob die Ergebnisse die Überschreitung des Rückstandshöchstgehaltes anzeigen oder nicht, sollte die ermittelte Konzentration und die Gültigkeit der Messung berücksichtigt werden, die sich aus den entsprechenden Qualitätskontrolldaten ergibt. Entscheidungen über sich daraus ergebende Maßnahmen sind nach Einzelfallprüfung zu treffen.79. Überschreiten die Rückstände, die in der/den aus einer Charge stammenden Probe(n) gemessen wurden, nicht den Hoechstgehalt, erfuellt die Charge die Qualitätsanforderungen bezüglich des MRL.80. Überschreiten die Ergebnisse für die Laborprobe(n), die einer Charge entnommen wurde(n), den MRL, ist bei der Entscheidung, daß die Charge die Qualitätsanforderungen nicht erfuellt, folgendes zu berücksichtigen: i) der Bereich der Ergebnisse von parallelen Laborproben und/oder parallelen Analysenmengen, je nach Sachlage, und ii) die Genauigkeit und Unsicherheit der Analytik. Im allgemeinen erfordert eine Entscheidung über die Nichteinhaltung der Qualitätsanforderungen eine akzeptable Eichung, die gleichzeitige Rückgewinnungsbestimmung und bestätigende Angaben. Ist das Vorhandensein eines Schädlingsbekämpfungsmittels unabhängig vom Gehalt inakzeptabel, erfuellt die Charge die Qualitätsanforderungen nicht, wenn ein Rückstand in Höhe des LCL oder mit einem höheren Gehalt vorhanden ist und seine Identität bestätigt wird.81. Sollen auf Grund des Vorkommens eines geringen Schädlingsbekämpfungsmittelgehalts Zwangsmaßnahmen eingeleitet werden, ist die Möghlichkeit zu berücksichtigen, daß es vor, während oder nach der Probenahme zu gegenseitiger Verunreinigung kam.Aufbewahrung von Informationen82. Datensätze zu den Proben, Labortagebücher, Chromatogramme, Ergebnistabellen, Disketten oder Bänder mit Spektraldaten usw. sind aufzubewahren. Die Daten für nicht den Anforderungen entsprechende Proben sollten für die Dauer von fünf Jahren, die Daten für entsprechende Proben zwei Jahre nach Einreichen des Berichts aufbewahrt werden.Glossar>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(1) Beispielsweise 4,4'-Dichlorbenzophenon von Dicofol, Tetrahydrophthalimid von Captan und Captafol, Phthalimid von Folpet, 2-Chlorbenzonitril von Clofentezin.(2) Alternativ sollte der a-Test der Mittelwerte auf der 5 %-Ebene keinen signifikanten Unterschied aufweisen.(3) Anonym (1993), "Guide to the expression of uncertainty in measurement" (ISBN 92-67-10188-9), ISO, Genf, Schweiz.ANHANG IIIARBEITSPAPIERZur Anleitung der EFTA-Staaten bezüglich der Umsetzung der Empfehlungen der EFTA-Überwachungsbehörde betreffend koordinierte Kontrollprogramme zur Sicherung der Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, einschließlich Obst und Gemüse, und zur Vorlage der einschlägigen Kontrollberichte der EFTA-StaatenEinleitung1. Mit diesem Arbeitspapier sollen aufgetretene Fragen und Mißverständnisse geklärt werden. Es ist zu hoffen, daß alle EFTA-Staaten die verschiedenen Änderungen in dieser Fassung der Leitlinien bei der Vorlage ihrer Kontrollberichte 1998 berücksichtigen können.Verteilung2. Die EFTA-Staaten sollten ihre Kontrollberichte der EFTA-Überwachungsbehörde und allen anderen EFTA-Staaten übermitteln (Verzeichnis der Kontaktstellen siehe Anhang 1).2.1. Die EFTA-Staaten sollten ihre Berichte der EFTA-Überwachungsbehörde entsprechend den Leitlinien in diesem Arbeitspapier direkt per E-Mail oder auf Diskette übermitteln, um deren Prüfung und die Erstellung eines Berichts zu erleichtern.Format des Berichts3. Das Format der Berichte ist in den Tabellen A, B, C und D im Anhang zum Arbeitspapier (VI/1609/97 - Rev. 5) beschrieben.3.1. Die Berichte der EFTA-Staaten sind in Textform abzufassen. Insbesondere sollten die EFTA-Staaten - nach Möglichkeit mit englischer Fassung - eine einseitige Zusammenfassung (400-500 Wörter) ihrer im Laufe des Jahres durchgeführten Überwachungsmaßnahmen erstellen, die in einen europäischen Bericht aufgenommen werden kann. In dieser Zusammenfassung sollte zwischen dem koordinierten EWR-Überwachungsprogramm und den nationalen Kontrollmaßnahmen getrennt unterschieden werden. Außerdem sollte die Zusammenfassung folgende Angaben enthalten:3.1.1. Zusammenfassung statistischer Daten einschließlich- Gesamtzahl der Proben (nicht der Analysen) aller untersuchten Nahrungsmittel (ohne Aufschlüsselung);- Gesamtzahl der Proben (nicht der Analysen), in denen die gesuchten Rückstände nicht festgestellt wurden;- Gesamtzahl der Proben (nicht der Analysen), in denen Rückstände von einem oder mehreren Stoffen unterhalb der jeweils zulässigen Hoechstgehalte festgestellt wurden;- Gesamtzahl der Proben (nicht der Analysen), in denen Rückstände von einem oder mehreren Stoffen oberhalb der jeweils zulässigen Hoechstgehalte festgestellt wurden (festgestellte Menge und Grad der Überschreitung nach den EG-Vorschriften sind gesondert auszuweisen).3.1.2. Kurze Beschreibung der Stoffe, auf die die Proben untersucht wurden; Gesamtzahl oder gegebenenfalls Schätzung.3.1.3. Liste der 10 Schädlingsbekämpfungsmittel, von denen am häufigsten Rückstände gemeldet wurden, in absteigender Reihenfolge.3.1.4. Zusammenfassung der Einzelangaben zur Anzahl der Proben und zur Qualitätssicherung (vgl. Punkt 12).Format des Berichts - Hinweise zur Diskette und den sonstigen EDV-Anforderungen4. Zur Vereinheitlichung der Berichte in der Gemeinschaft sollten die Angaben in Excel (Tabellenform) übermittelt werden.4.1. Die Schädlingsbekämpfungsmittel sollten nach der englischen Bezeichnung alphabetisch oder in der Reihenfolge wie in der Empfehlung aufgeführt werden.Berichte in Tabellenform5. Neben der in Punkt 3.1. genannten Zusammenfassung sollten folgende tabellarische Übersichten wie im Anhang erstellt werden:- Tabelle A: Überblick mittels statistischer Daten (alle Kontrollmaßnahmen zu Schädlingsbekämpfungsmitteln)- Tabelle B: Mitteilung an die EFTA-Überwachungsbehörde über die Durchführung des koordinierten Programms (Sondervorschriften)- Tabelle C: Mitteilung an die EFTA-Überwachungsbehörde über Stichprobenahmen und Kontrollmaßnahmen- Tabelle D: Angaben zu den festgestellten Rückständen oberhalb der jeweils zulässigen Hoechstgehalte (ausschließlich die auf EG-Ebene harmonisierten MRL, die nationalen MRL für die offenen Positionen sind auszunehmen)- Tabelle E: Einzelheiten über Proben mit mehreren (d. h. zwei und mehr) RückständenRückstandshöchstgehalte nach den EU- und nationalen Rechtsvorschriften6. Die Empfehlungen für die koordinierten Kontrollprogramme bis 1997 erfassen nur die Rückstandshöchstgehalte, die im Anhang II der Richtlinie 90/642 aufgeführt sind. In den Empfehlungen ab 1999 werden auch die Hoechstgehalte erfaßt, die im Anhang II der Richtlinie 85/362 festgesetzt wurden. Die EFTA-Staaten können eigene nationale Hoechstgehalte für Rückstände an Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Erzeugnisse festlegen, die nicht unter diese Richtlinien fallen. Außerdem können sie natürlich nationale Hoechstgehalte für Schädlingsbekämpfungsmittel und Erzeugnisse festlegen, die unter die Richtlinien fallen, bei denen die entsprechenden Positionen aber zur Zeit noch offen sind.MeldewerteMit der Festlegung der Rückstandshöchstgehalte hat der Rat der Europäischen Union gleichzeitig auch die Meldewerte für die einzelnen Schädlingsbekämpfungsmittel festgelegt. Im Prinzip entspricht der Meldewert der Meßbarkeitsgrenze, die von den für die Kontrolle zuständigen Labors routinemäßig erreichbar ist.7. Die EFTA-Staaten sollten gesonderte Berichte mit zusätzlichen Informationen über die Probleme erstellen, die in bezug auf die Meldewerte aufgetreten sind und/oder solche Fälle hervorheben, damit Abhilfemaßnahmen gefunden werden können.Routineueberwachung - Stichprobenentnahme - Aufsicht8. Historisch gesehen, sind die nationalen Kontrollprogramme nicht nach dem Zufallsprinzip aufgebaut, da stets versucht wurde, den Nutzen begrenzter Ressourcen zu maximieren, indem die Maßnahmen auf die bekannten oder vermuteten Problembereiche konzentriert wurden. Die mehrjährigen nationalen Programme folgen in der Regel bestimmten Kriterien, und häufig wird eine Reihe von Erzeugnissen fortlaufend untersucht.Überwachung der Einhaltung - Durchsetzung - Gezielte Maßnahmen9. Artikel 4 des in Anhang II Kapitel XII Nummer 50 des EWR-Vertrages genannten Rechtsaktes über die amtliche Lebensmittelüberwachung (Richtlinie 89/397/EWG des Rates) behandelt auch die Überwachung bei Verdacht auf Nichtübereinstimmung. Diese Art der Überwachung ist wesentlich gezielter als die routinemäßige Kontrolle und findet im allgemeinen dann statt, wenn Rückstände oberhalb der vorgeschriebenen Hoechstgehalte festgestellt wurden. Solche Kontrollen erfolgen entweder innerhalb von Tagen oder Wochen nach Vorliegen des entsprechenden Ergebnisses und/oder während des darauffolgenden Erzeugungs- bzw. Einfuhrzeitraums. Hierbei kann die Überwachung beinhalten, daß Sendungen so lange zurückgehalten werden, bis die Analysen abgeschlossen sind.9.1. Nach allgemeiner Auffassung führt die Kontrolle der Einhaltung dazu, daß Überschreitungen der zulässigen Hoechstgehalte häufiger festgestellt werden. Es ist aber auch denkbar, daß die Überschreitung der Hoechstgehalte infolge der abschreckenden Wirkung der Veröffentlichung der Kontrollergebnisse seltener auftritt.9.2. Die EFTA-Staaten sollten prüfen, welche Teile ihrer jeweiligen Kontrollprogramme eindeutig der Einhaltung der Rückstandshöchstgehalte dienen, und darüber gesondert in den Tabellen C und D in der abgeänderten Fassung berichten.Überschreitung der Hoechstgehalte10. Zum Ausfuellen der Tabelle D des Anhangs sind bestimmte Angaben über die einzelnen Proben notwendig, bei denen eine Überschreitung der Hoechstgehalte festgestellt wurde. Bei der Erstellung der jährlichen Berichte sollten die EFTA-Staaten genau angeben, welche Fälle sie bei der Überschreitung der Hoechstgehalte berücksichtigt haben. Dies kann folgendes einschließen:- Fälle, in denen das Analyselabor im Rahmen der für die Analyse anwendbaren Qualitätssicherungsmaßnahmen die Überschreitung bescheinigt hat;- Fälle, in denen die Inhaber der geprüften Erzeugnisse von Amts wegen verwarnt wurden;- Fälle, die straf- oder verwaltungsrechtlich geahndet wurden, z. B. durch strafrechtliche Verfolgung oder Verhängung von Strafen oder Bußgeldern.Mehrere Rückstände11. Die Tabelle E des Anhangs enthält Angaben zu den Proben, bei denen Rückstände von mehr als zwei Schädlingsbekämpfungsmitteln festgestellt wurden. Mit dieser Tabelle sollen Daten zu den Auswirkungen von Rückständen mehrerer Schädlingsbekämpfungsmittel gesammelt und den Sachverständigen zur Prüfung (sowohl der toxikologischen Eigenschaften als auch der einschlägigen Genehmigungsverfahren) vorgelegt werden; damit wird entsprechenden Bedenken Rechnung getragen. Die EFTA-Staaten sollten Rückstände sowohl der harmonisierten als auch - soweit möglich - der den nationalen Rechtsvorschriften unterliegenden Schädlingsbekämpfungsmittel melden.Qualitätssicherung12. Informationen zur Qualitätssicherung in bezug auf die der EFTA-Überwachungsbehörde übermittelten Angaben bilden eine wichtige Grundlage der Arbeit zur Kontrolle von Schädlingsbekämpfungsmittelrückständen und werden in die jährlichen Berichte aufgenommen.12.1. Die EFTA-Staaten sollten Angaben über die nationalen Maßnahmen zur Qualitätssicherung der der EFTA-Überwachungsbehörde bereitgestellten Informationen machen, insbesondere auch über zusätzliche Maßnahmen zu den drei Bereichen, in denen Maßnahmen zur Qualitätssicherung auf EG-/EWR-Ebene durchgeführt werden, also der Zulassung der Analyselabors, der Prüfung der Eignung für die EG-Kontrollprogramme und der Verfahren der Qualitätskontrolle für die Analyse der Rückstände an Schädlingsbekämpfungsmitteln entsprechend den Leitlinien für die Kontrolle von Rückständen.12.1.1. Entsprechend den Bestimmungen von Artikel 3 der Richtlinie 93/99/EG über zusätzliche Maßnahmen im Bereich der amtlichen Lebensmittelüberwachung müssen die Laboratorien, die Lebensmittel auf Schädlingsbekämpfungsmittelrückstände analysieren, bis spätestens 1. November 1998 über eine entsprechende Zulassung verfügen. Gemäß der Empfehlung der EFTA-Überwachungsbehörde für 1997 sind die Einzelheiten der Zulassung zu übermitteln. Die Empfehlungen der EFTA-Überwachungsbehörde sehen ab 1999 folgende Angaben vor: Art der Zulassung, Angabe über die Zulassungsstelle und Kopie der Zulassungsurkunde. Ab 1999 kann die EFTA-Überwachungsbehörde von den EFTA-Staaten nur noch Angaben annehmen, die von zugelassenen Labors stammen.12.1.2. Die ersten EG-Eignungsprüfungen wurden 1997 durchgeführt. Es ist beabsichtigt, solche Prüfungen jährlich durchzuführen. Durch die Teilnahme an diesen Prüfungen wird es für die Analyselabors einfacher, die Zulassung zu erhalten; ferner sollten die Teilnahme an der Eignungsprüfung und die Zulassung Voraussetzungen dafür sein, daß die EFTA-Überwachungsbehörde die von den EFTA-Staaten eingereichten Daten annimmt (vgl. Punkt 12.1.1.).ANHANG 1Nationale Behörde und Kontaktstelle für die Kontrolle von Rückständen an Schädlingsbekämpfungsmitteln>PLATZ FÜR EINE TABELLE>(Bezüglich anderer EWR-Staaten, vgl. EG-Bericht von 1996)ANHANG 2Schädlingsbekämpfungsmittel, für die in Anhang II der Richtlinien 76/895/EWG(1), 86/362/EWG, 86/363/EWG(2) und 90/642/EWG Rückstandshöchstgehalte festgelegt wurdenAcephatChlorothalonilChlorpyriphosChlorpyriphosmetylCypermethrinDeltamethrinFenvaleratGlyphosatImazalilIprodionPermethrinCarbendazim (Benomyl, Carbendazim, Thiphanatmethyl)CS2 (Maneb, Mancozeb, Metiram, Propineb, Zineb)MethamidophosProcymidonVinclozolinDDTAmitrolAtrazinBinpacrylBromophosethylCaptafolDichlorpropDinosebDioxathionEndrinEthylendibromidFenchlorphosHeptachlorMaleinsäurehydrazidMethylbromidParaquatTEPPCamphechlor (toxaphen)2,4,5-TDaminozidLambdacyhalothrinPropiconazolCarbofuranCarbosulfanBenfurocarbFurathiocarbCyfluthrinMetalaxylBenalaxylFenarimolEtephonMethidathionMethomyl (Thiodicarb)AmitrazPirimiphosmethylAldicarbThiabendazolTriforinEndosulfanFentinPhoratDicofolChlormequatPropyzamidPropoxurDisulfotonFenbutatinoxidTriazaphosDiazinonMecarbam(1) Der in Anhang II Kapitel XII Nummer 13 des EWR-Abkommens genannte Rechtsakt.(2) Der in Anhang II Kapitel XII Nummer 39 des EWR-Abkommens genannte Rechtsakt.