CELEX: 51993PC0117
Language: de
Date: 1993-04-20
Title: Vorschlag für eine RICHTLINIE DES RATES zur Festlegung von Anhang VI der Richtlinie 91/414/EWG über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln

KÖMVIISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                        K0M(93) 117  endg.
                                        Brüssel, den 20. April 1993
                       Vorschlag für eine
                      RICHTLINIE DES RATES
              zur Festlegung von Anhang VI der
                    Richtlinie 91/414/EWG
                  über das Inverkehrbringen
                  von Pflanzenschutzmitteln
                 (von der Kommission vorgelegt)
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                                  BEGRÜNDUNG
1. Artikel 4 der Rieht I inie 91/414/EWG des Rates vom 15. Juli 1991 über
   das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln schreibt u.a. vor, daß
   die Mitgliedstaaten Pflanzenschutzmittel nur zulassen dürfen, wenn die
    in Artikel 4 Absatz 1 Buchstaben b ) , c ) , d) und e) genannten
   Bedingungen unter Anwendung der einheitlichen Grundsätze gemäß
   Anhang VI erfüllt sind.
   Gemäß den Artikeln 18 und 23 der Richtlinie legt der Rat auf Vorschlag
   der Kommission mit qualifizierter Mehrheit innerhalb eines Jahres nach
   Bekanntgabe der Richtlinie die einheitlichen Grundsätze fest.
2. Mit Hilfe der einheitlichen Grundsätze soll gewährleistet werden, daß
   alle Mitgliedstaaten bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln die in
   Artikel 4 genannten Voraussetzungen in gleicher Weise anwenden und
   somit der mit der Richtlinie beabsichtigte umfassende Schutz der
   Gesundheit von Mensch und Tier und der Umwelt erreicht wird.
   In disem Zusammenhang möchte die Kommission besonders unterstreichen,
   daß der Vorschlag die gegenwärtige Gezetzgebung der Gemeinschaft im
   Hinblick auf den Schutz von Wasser, insbesondere von Trinkwasser,
   berücksichtigt hat, ebenso wie die Bedenken, die während der Beratungen
   der Richtlinie 91/414/EEC im Rat und im Parlamnet geäußert wurden.     Die
   Kommission hat Jedoch die Absicht, die Richtlinie 80/778/EEC
   hinsichtlich der Qualität von für den menschlichen Verbrauch
   bestimmmten Wasser zu überprüfen.    Sofern diese Überprüfung zu einem
   Vorschlag zur Änderung dieser Richtlinie oder anderen
   gemeinschaftlichen Regulungen bezüglich der Verunreinigung von Wasser
   durch Pflanzenschutzmittel führen sollte, wird die Kommission
   unverzüglich die Schlußfolgerungen in bezug auf die Notwendigkeit einer
   entsprechen Änderung des gegenwärtigen Vorschlags, oder, sofern der
   gegenwärtige Vorschlag bereits durch den Rat angenommen wäre, in bezug
   auf die Notwendigkeit einer Änderung der betreffenden Regelungen des
   Anhangs VI durch die Verfahren der Artikel 18 und 19 der Richtlinie
   91/414/EEC, untersuchen.
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3. Da die einheitlichen Grundsätze in erster Linie an die für die
   Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständigen Behörden der
   Mitgliedstaaten gerichtet sind, sollten sie nach Ansicht der Kommission
   vornehmlich für die Bewertung der von Antragstellern gemäß Artikel 13
   der Richtlinie vorgelegten Informationen und für die
   Zulassungsentscheidung aufgrund dieser Bewertungen gelten.
   Die Kommission ist Jedoch der Ansicht, daß zur Erreichung der in
   Nummer 2 genannten Ziele die Anforderungen des Anhangs IM genauer
   festgelegt werden sollten, so daß eine Bewertung auf der Grundlage von
   Daten erfolgen kann, die nach dem gegenwärtigen Stand der
   wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse erstellt wurden. Aus
   diesem Grund beabsichtigt die Kommission, Anhang III nach dem dafür in
   der Richtlinie vorgesehenen Verfahren um folgende Angaben zu ergänzen:
       die Parameter für die Entscheidung, wann besondere Untersuchungen
       oder Angaben erforderlich sind;
       die Parameter für die Entscheidung, wann besondere Untersuchungen
       oder Angaben nicht erforderlich sind;
       die für die Datengewinnung vorgeschriebenen Versuchsprotokolle.
4. In dem vorliegenden Vorschlag werden die einheitlichen Grundsätze in
   drei Teile untergliedert:
   1)  eine allgemeine Einleitung, die die Ziele der einheitlichen
       Grundsätze, die bei der Bewertung und Entscheidung zu
       berücksichtigenden Daten sowie die zur Entscheidung führenden
       Bewertungsverfahren enthält;
   2)  die Grundsätze für die Bewertung der verfügbaren Daten, die sich
       aus allgemeinen Grundsätzen sowie speziellen Grundsätzen für Jeden
       einzelnen in Artikel 4 Absatz 1 Buchstaben b ) , c ) , d) und e)
       genannten Punkt zusammensetzen;
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   3)   die Grundsätze für die Entscheidung über die Zulassung von
        Pflanzenschutzmitteln, wobei hier ebenfalls allgemeine und
        spezielle Grundsätze für die einzelnen in Artikel 4 Absatz 1
       Buchstaben b ) , c ) , d) und e) genannten Punkte aufgeführt sind.
5. Der Kommissionsvorschlag basiert auf den neuesten in den
   Mitgliedstaaten vorhandenen Fachkenntnissen im Bereich der Bewertung
   und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln.
   Zu einigen Fragen wie z.B. Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf
   Pflanzen oder Wasserpflanzen, die nicht bekämpft werden sollen, sowie
   Verbleib von Pflanzenschutzmitteln in der Luft müssen Jedoch noch
   zusätzliche Erfahrungen gesammelt werden, bevor detaillierte Grundsätze
   für die Bewertung und Zulassung erarbeitet werden können. Die
   Kommission wird den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt auf
   diesen Gebieten verfolgen und so bald wie möglich nach den dafür in der
   Richtlinie vorgesehenen Verfahren detailliertere Vorschriften erlassen.
6. Der vorliegende Vorschlag sieht in einigen Fällen Berechnungsmodelle
   vor. Die Kommission ist gegenwärtig Jedoch nicht in der Lage,
   gemeinschaftsweit harmonisierte Berechnungsmodelle vorzulegen oder
   samt M che Bedingungen für die Anwendung spezieller Modelle festzulegen.
   Dies gilt vor allem für die Modelle im Zusammenhang mit der
   Anwenderexposition und dem Verbleib und Verhalten von
   Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt.
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   Die Kommission wird die künftige Entwicklung auf diesem Gebiet
   aufmerksam verfolgen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten die
   Harmonisierung vorantreiben. Unterdessen enthalten die einheitlichen
   Grundsätze einige allgemeine Anforderungen für die zu verwendenden
   Mode Ile.
7. Der vorliegende Vorschlag betrifft die einheitlichen Grunsätze für die
   Bewertung und Zulassung von chemischen Pflanzenschutzmitteln, da es
   sich bei fast allen Pflanzenschutzmitteln, die derzeit und in der
   nächsten Zukunft vermarktet werden, um chemische Zubereitungen handelt
   Sobald wie möglich werden ähnliche Vorschriften für Zubereitungen
   ausgearbeitet werden, die Mikroorganismen oder Viren enthalten.
8. Der vorliegende Vorschlag hat nur geringfügige Auswirkungen auf den
   Gerne i nschaftshausha11.
9. Der Vorschlag dürfte keine negativen Auswirkungen auf den
   Unternehmenssektor einschließlich KMU haben.
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                            Vorschlag für eine
                           RICHTLINIE DES RATES
                   sur Festlagung von Anhang VI der
                         Richtlinie 91/414/EWG
                       über das Inverkehrbringen
                      von Pflanzenschutzmitteln
DER RAT DER EUROPAISCHEN GEMEINSCHAFTEN -
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft,
gestützt auf die Richtlinie 91/414/EWG des Rates vom 15. Juli 1991 über das
Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln^), insbesondere auf Artikel 18
Absatz 1,
auf Vorschlag der Kommission,
in Erwägung nachstehender Gründe:
(1) ABl. Nr. L 230 vom 19.8.1991, S. 1.
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 Anhang VI sieht die Ausarbeitung einheitlicher Grundsätze vor, um
 sicherzustellen, daß alle Mitgliedstaaten bei der Zulassung von
 Pflanzenschutzmitteln gleichermaßen die in Artikel 4 Absatz 1
 Buchstaben b ) , c ) , d ) , und e) der Richtlinie 91/414/EWG genannten
Anforderungen anwenden und somit ein umfassender Schutz der Gesundheit von
Mensch und Tier sowie der Umwelt gewährleistet ist.
Es ist daher notwendig, im Hinblick auf die Zulassung von
Pflanzenschutzmitteln detaillierte Grundsätze für die Bewertung der von den
Antragstellern vorgelegten Informationen sowie für die Entscheidung auf der
Grundlage dieser Bewertung festzulegen.
Diese Grundsätze müssen jeweils für die verschiedenen in Artikel 4 Absatz 1
Buchstaben b ) , c ) , d) und e) genannten Anforderungen festgeigt werden -
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
                                        Artikel 1
Der Anhang dieser Richtlinie bildet den Anhang VI der Richtlinie
91/414/EWG.
                                        Artikel 2
Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts- und
Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie spätestens am 25. Juli 1993
nachzukommen.
Wenn die Mitgliedstaaten die Vorschriften nach Unterabsatz 1 erlassen,
nehmen sie in diesen Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei ihrer
amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die Mitgliedstaaten
regeln die Einzelheiten dieser Bezugnahme.
                                        Artikel 3
Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
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                                    ANHANG
           EINHEITLICHE GRUNDSATZE FUR DIE BEWERTUNG UND ZULASSUNG
                          VON PFLANZENSCHUTZMITTELN
             INHALT
A,           EINLEITUNG
B.           BEWERTUNG
1.           Allgemeine Grundsätze
2.           Spezielle Grundsätze
2.1          Wirksamkeit
2.£          Auswirkungen auf Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
2,fJ         Auswirkungen auf die zu bekämpfenden Wirbeltiere
2.4          Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier
2 T 4 f J,   Auf das Pflanzenschutzmittel zurückzuführende Auswirkungen
2f4t2        Auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels zurückzuführende
             Auswirkungen
2.5          Einfluß auf die Umwelt
2 t 5.1      Verbleib und Verteilung in der Umwelt,
2f5f2        Auswirkungen auf nicht zu den Zielgruppen gehörende Arten
2.6          Analysemethoden
2.7          Physikalische und chemische Eigenschaften
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C.    Zulassungsentscheidung
1.    Allgemeine Grundsätze
2.    Spezielle Grundsätze
2.1   Wirksamkeit
2.2   Auswirkungen auf Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
2.3   Auswirkungen auf die zu bekämpfenden Wirbeltiere
2.4   Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier
2.4.1 Auf das Pflanzenschutzmittel zurückzuführende Auswirkungen
2.4.2 Auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels zurückzuführende
      Auswirkungen
2.5   Einfluß auf die Umwelt
2.5.1 Verbleib und Verteilung in der Umwelt
2.5.2 Auswirkungen auf nicht zu den Zielgruppen gehörende Arten
2.6   Analysemethoden
2.7   Physikalische und chemische Eigenschaften
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   EINLEITUNG
1. Die in diesem Anhang dargelegten Grundsätze sollen
   sicherstellen, daß alle Mitgliedstaaten bei der Bewertung und
   Zulassung von Pflanzenschutzmitteln auf die Einhaltung der in
   Artikel 4 Absatz 1 Buchstaben b ) , c ) , d) und e) genannten
   Anforderungen achten und so ein umfassender Schutz der
   Gesundheit von Mensch und Tier sowie der Umwelt gewährleistet
   ist.
2, Bei der Prüfung von Anträgen und der Gewährung von Zulassungen
   gehen die Mitgliedstaaten folgendermaßen vor:
   a)   -   sie vergewissern sich, daß die eingereichten
            Unterlagen - gegebenenfalls unbeschadet des Artikels
            13 Absatz 1 Buchstabe a) und Absätze 4 und 6 -
            spätestens bei Abschluß der der
            Entscheidungsvorbereitung dienenden Bewertung die
            Anforderungen von Anhang III erfüllen;
            sie vergewissern sich, daß Umfang, Qualität,
            Zusammensetzung und Verläßlichkeit der vorgelegten
            Informationen ausreichen, um eine ordnungsgemäße
            Prüfung der Unterlagen zu ermöglichen;
            sie bewerten gegebenenfalls, ob die vom Antragsteller
            vorgebrachten Gründe, warum bestimmte Angaben nicht
            gemacht wurden, berechtigt sind;
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   b)   sie berücksichtigen - gegebenenfalls unbeschadet des
        Artikels 13 Absatz 1 Buchstabe b) und Absätze 2, 3 und 6 -
        die gemäß Anhang II zum Zweck der Aufnahme des Wirkstoffs
        in Anhang I vorgelegten Angaben zu dem Wirkstoff bzw. den
        Wirkstoffen des Pflanzenschutzmittels sowie die Ergebnisse
        ihrer Bewertung;
   c)   sie berücksichtigen andere ihnen zur Verfügung gestellte
        relevante technische oder wissenschaftliche Informationen
        über die Leistungsfähigkeit des Pflanzenschutzmittels,
        mögliche schädliche Auswirkungen, Zusammensetzung oder
        Rückstände.
3. Ist in den speziellen Bewertungsgrundsätzen von Angaben gemäß
   Anhang II die Rede, so sind damit die in Nummer 2 Buchstabe b)
   genannten Angaben gemeint.
4. Reichen die vorgelegten Angaben und Informationen aus, um für
   einen der vorgeschlagenen Verwendungszwecke die Bewertung
   abzuschließen, so sind die Anträge für diesen vorgeschlagenen
   Verwendungszweck bzw. die vorgeschlagenen Verwendungszwecke zu
   bewerten und eine Entscheidung zu treffen.
   Unter Berücksichtigung der vorgetragenen Gründe und eventuell
   erforderlicher Erläuterungen lehnen die Mitgliedstaaten einen
   Antrag ab, wenn für mindestens einen der vorgeschlagenen
   Verwendungszwecke aufgrund fehlender Angaben die Bewertung
   nicht abgeschlossen und keine fundierte Entscheidung getroffen
   werden kann.
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5. In dor Bewertungs- und Entacheidungsphase arbeiten die
   Mitgliedstaaten mit den Antragstellern zusammen, um schon früh
   eventuell auftauchende Fragen zu den Unterlagen zu klären oder
   zu ermitteln, welche zusätzlichen Studien für eine
   ordnungsgemäße Bewertung des Antrags durchzuführen sind, oder
   um die vorgeschlagenen Bedingungen für den vorgesehenen
   Verwendungszweck des Pflanzenschutzmittels zu ändern oder eine
   Änderung der Art oder Zusammensetzung des Pflanzenschutzmittels
   zu bewirken, so daß die Anforderungen dieses Anhangs oder der
   Richtlinie erfüllt werden.
   Die Mitgliedstaaten müssen im Regelfall spätestens 12 Monate
   nach Vorlage der in technischer Hinsicht vollständigen
   Unterlagen eine begründete Entscheidung treffen. Die Unterlagen
   sind in technischer Hinsicht vollständig, wenn alle in Anhang
   III genannten Anforderungen erfüllt sind.
6. Bewertung und Entscheidung erfolgen auf wissenschaftlicher
   Grundlage und unter Hinzuziehung von Fachleuten.
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   BEWERTUNG
1. Allgemeine Grundsätze
   1.   Die Mitgliedstaaten bewerten die in Teil A Nummer 2
        genannten Angaben nach dem jeweiligen Stand der
        wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse, wobei sie
        insbesondere
   a)   unter Berücksichtigung der Wirksamkeit und Phytotoxizitat
        des Pflanzenschutzmittels seine Leistungsfähigkeit bei
        jeder Anwendung, für die die Zulassung beantragt wird,
        bewerten und
   b)   die entstehenden Risiken und deren Bedeutung feststellen
        sowie die möglichen Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt
        abschätzen.
   2.   Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge, daß bei Bewertung
        der eingereichten Anträge gemäß Artikel 4, der unter
        anderem vorschreibt, daß die Mitgliedstaaten alle normalen
        Bedingungen für die Anwendung des Pilanzenschutzmittels
        sowie die Folgen dieser Anwendung berücksichtigen, auch
        die vorgeschlagenen praktischen Anwendungsbedingungen
        bewertet werden.
        Dazu zählen insbesondere Verwendungszweck, Dosis, Art,
        Häufigkeit und Zeitpunkt der Anwendung sowie Art und
        Zusammensetzung der Zubereitung. Wenn möglich,
        berücksichtigen die Mitgliedstaaten auch die Grundsätze
        des integrierten Pflanzenschutzes.
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3,r Bei der Bewertung der eingereichten Anträge
    berücksichtigen die Mitgliedstaaten die Bedingungen in
    bezug auf Landwirtschaft, Pflanzenschutz und Umwelt
    (einschließlich Witterungsverhältnisse) in den
    vorgesehenen Anwendungsgebieten.
4,  Bei der Interpretation der Ergebnisse der Bewertung
    kalkulieren die Mitgliedstaaten mögliche
    Unsicherheitsfaktoren in bezug auf die im Verlauf der
    Bewertung erhaltenen Informationen ein, um so die Gefahr,
    schädliche Auswirkungen nicht zu erkennen, so gering wie
    möglich zu halten. Die Entscheidungsfindung wird
    überprüft, um kritische Punkte oder Angaben zu ermitteln,
    bei denen Unsicherheitsfaktoren zu einer Fehleinschätzung
    des Risikos führen könnten.
    Pie; Bewertung stützt sich zunächst aqf die verläßlichsten
    verfügbaren Daten oder Schätzungen, welche die
    realistischen Bedingungen für den Einsatz des
    Pflanzenschutzmittels widerspiegeln. Daraus ergibt sich
    ein realistisches Bild des schlimmmstmöglichen Falls.
    Anschließend sollte die Bewertung wiederholt werden, um
    möglichen Unsicherheitsfaktoren bei den entscheidenden
    Angaben sowie einer Reihe von wahrscheinlichen
    Anwendungsbedingungen Rechnung zu tragen; damit soll
    festgestellt werden, ob möglicherweise große Unterschiede
    zur ersten Einschätzung auftreten.
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5. Sehen die speziellen Grundsätze in Teil B Nummer 2 den
   Einsatz von Berechnungsmodellen für die Bewertung von
   Pflanzenschutzmitteln vor, so müssen diese Modelle
       die bestmögliche Einschätzung aller beteiligten
       Prozesse unter Berücksichtigung realistischer
       Parameter und Annahmen ermöglichen,
       gemäß Teil B Nummer 1.4 analysiert werden,
       durch Messungen untermauert werden, die unter für den
       Einsatz des Modells relevanten Bedingungen vorgenommen
       wurden,
       für die Bedingungen im vorgeschlagenen
       Anwendungsgebiet von Bedeutung sein.
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2.    Spezielle Grundsätze
      Die Mitgliedstaaten wenden bei der Bewertung der den
      Zulassungsanträgen beigefügten Daten und Informationen die
      folgenden Grundsätze an:
2.1   Wirksamkeit
2.1.1 Wird vorgeschlagen, das Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung
      oder zum Schutz gegen einen Organismus einzusetzen, so bewerten
      die Mitgliedstaaten, inwieweit dieser Organismus in dem
      vorgesehenen Anwendungsgebiet unter den gegebenen Bedingungen
      in bezug auf Landwirtschaft, Pflanzenschutz und Umwelt
      (einschließlich Witterungsverhältnisse) schädlich ist.
2.1.2 Wird vorgeschlagen, das Pflanzenschutzmittel zu einem anderen
      Zweck als zur Bekämpfung oder zum Schutz gegen einen Organismus
      einzusetzen, so bewerten die Mitgliedstaaten, ob in dem
      vorgeschlagenen Anwendungsgebiet unter den gegebenen
      Bedingungen in bezug auf Landwirtschaft, Pflanzenschutz und
      Umwelt (einschließlich Witterungsverhältnisse) größere Schäden,
      Verluste oder Nachteile entstehen könnten, wenn das
      Pflanzenschutzmittel nicht eingesetzt würde.
2.1.3 Die Mitgliedstaaten bewerten die gemäß Anhang III gemachten
      Angaben zur Wirksamkeit des Pflanzenschutzmittels unter
      Berücksichtigung der Intensität der Bekämpfung und der
      gewünschten Wirkung und unter Berücksichtigung der relevanten
      Versuchsbedingungen wie:
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           Auswahl der Kultur oder des Cultivars,
           Bedingungen in bezug auf Landwirtschaft und Umwelt
            (einschließlich Witterungsverhältnisse),
           Auftreten und Besatzdichte der Schadorganismen,
           Entwicklungsstand von Kultur und Organismus,
           Aufwandmenge des Pflanzenschutzmittels,
           falls laut Etikett vorgesehen, Menge der zugesetzten
           Hilfsstoffe,
           Häufigkeit und Zeitpunkt der Anwendung,
           Art der Ausbringungsgeräte.
2.1.4 Die Mitgliedstaaten bewerten die Leistungsfähigkeit des
      Pflanzenschutzmittels unter den verschiedenen, in der Praxis im
      vorgesehenen Anwendungsgebiet wahrscheinlich vorherrschenden
      Bedingungen in bezug auf Landwirtschaft, Pflanzenschutz und
      Umwelt (einschließlich Witterungsverhältnisse) und untersuchen
      insbesondere
      i)  - Größenordnung, Dauer und Beständigkeit der Bekämpfung oder
           des Schutzes oder anderer beabsichtigter Wirkungen im
           Vergleich zu geeigneten Referenzprodukten sowie zur
           unbehandelten Kontrollgruppe;
      ii)  soweit dies relevant ist, die Auswirkungen auf den Ertrag
           oder die Reduzierung der quantitativen oder qualitativen
           Lagerverluste im Vergleich zu geeigneten Referenzprodukten
           sowie zur unbehandelten Kontrollgruppe.
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      Ein geeignetes Referenzprodukt ist definiert als ein
      zugelassenes Pflanzenschutzmittel, das in der Praxis unter den
      gegebenen Bedingungen in bezug auf Landwirtschaft,
      Pflanzenschutz und Umwelt (einschließlich
      Witterungsverhältnisse) im vorgeschlagenen Anwendungsgebiet
      eine zufriedenstellende Leistungsfähigkeit aufweist. Im
      Regelfall sollten Art der Formulierung, Wirkungsweise,
      Wirkungsspektrum und Anwendungsverfahren denjenigen des
      geprüften Pflanzenschutzmittels weitgehend entsprechen.
      Gibt es kein geeignetes Referenzprodukt, so bewerten die
      Mitgliedstaaten die Leistungsfähigkeit des
      Pflanzenschutzmittels, um festzustellen, ob es unter den
      gegebenen Bedingungen in bezug auf Landwirtschaft,
      Pflanzenschutz und Umwelt (einschließlich
      Witterungsverhältnisse) im vorgeschlagenen Anwendungsgebiet
      einen eindeutig feststellbaren Nutzen bringt.
2.1.5 Wird auf dem vorgeschlagenen Etikett empfohlen, das
      Pflanzenschutzmittel zusammen mit anderen Pflanzenschutzmitteln
      nach der Tankmischmethode zu verwenden, so bewerten c.ie
      Mitgliedstaaten die Tankmischung wie in Nummer 2.1.1 bis 2.1.4
      dargestellt.
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2.2   Auswirkungen auf Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse
2.2.1 Die Mitgliedstaaten bewerten das Maß nachteiliger Auswirkungen
      auf die behandelten Kulturen nach Einsatz deß
      Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
      Anwendungsbedingungen gegebenenfalls im Vergleich zu geeigneten
      Referenzprodukten und/oder einer unbehandelten Kontrollgruppe.
      a)   Bei der Bewertung werden folgende Informationen
           berücksichtigt :
      i)   die in Anhang III vorgesehenen Wirksamkeitsdaten;
      ii)  andere relevante Informationen über das
           Pflanzenschutzmittel wie Art der Zubereitung,
           Aufwandmenge, Anwendungsverfahren, Zahl und Zeitpunkte der
           Anwendungen;
      iii) andere in Anhang II vorgesehene relevante Informationen
           über den Wirkstoff einschließlich Wirkungsweise,
           Dampfdruck, Flüchtigkeit und Wasserlöslichkeit.
      b)   Bewertet werden
      i)   Art, Häufigkeit, Ausmaß und Dauer der beobachteten
           phytotoxischen Wirkungen und die diese Wirkungen
           beeinflussenden Bedingungen in bezug auf Landwirtschaft,
           Pflanzenschutz und Umwelt (einschließlich
           Witterungsverhältnisse);
      ii)  Unterschiede zwischen Cultivaren im Hinblick auf ihre
           Anfälligkeit für phytotoxische Wirkungen;
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      iii) der Teil der behandelten Pflanzen, an dem phytotoxische
           Wirkungen zu verzeichnen sind;
      iv)  negative Auswirkungen auf Ertragsmenge und/oder -qualität
           der behandelten Kultur;
      v)   die nachteilige Wirkung auf behandelte Pflanzen oder
           Pflanzenerzeugnisse, die Vermehrungszwecken dienen,
           beispielsweise auf Lebensfähigkeit, Keimfähigkeit,
           Triebkraft, Anwurzelung und Bestandsentwicklung und
      vi)  bei äußerst flüchtigen Herbiziden, die in sehr geringer
           Dosis wirksam sind, die nachteilige Wirkung auf
           angrenzende Kulturen.
2.2.2 Ist den verfügbaren Daten zu entnehmen, daß der Wirkstoff oder
      wichtige Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte nach Einsatz
      des Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
      Anwendungsbedingungen im Boden und/oder in oder auf den
      Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen verbleiben, so bewerten die
      Mitgliedstaaten das Maß der negativen Auswirkungen auf
      Folgekulturen. Die Bewertung erfolgt anhand der in Nummer 2.2.1
      genannten Grundsätze.
2.2.3 Wird auf dem vorgeschlagenen Etikett empfohlen, das
      Pflanzenschutzmittel zusammen mit anderen Pflanzenschutzmitteln
      nach der Tankmischmethode zu verwenden, so bewerten die
      Mitgliedstaaten die Tankmischung wie in Nummer 2.2 1
      dargestellt.
 ---pagebreak---                            - 21 -
2.3 Auswirkungen auf die zu bekämpfenden Wirbeltiere
    Wird vorgeschlagen, das Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von
    Wirbeltieren einzusetzen, so bewerten die Mitgliedstaaten die
    Wirkungsweise des Pflanzenschutzmittels und die Auswirkungen
    auf das Verhalten der Tiere, die bekämpft werden sollen; sollen
    die zu bekämpfenden Tiere getötet werden, so ist zu bewerten,
    wie lange es dauert, bis der Tod eintritt, und wie sich die
    Tiere während dieser Zeit verhalten.
    Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
    i)   alle in Anhang II vorgesehenen relevanten Informationen
         und das Ergebnis ihrer Bewertung einschließlich
         toxikologischer und Metabolismus-Untersuchungen;
    ii)  alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
         über das Pflanzenschutzmittel einschließlich
         toxikologischer Untersuchungen und Wirksamkeitsdaten.
 ---pagebreak---                                - 22 -
2.4     Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier
2.4.1   Auf das Pflanzenschutzmittel zurückzuführende Auswirkungen
2.4.1.1 Die Mitgliedstaaten bewerten die beim Einsatz des
        Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen (insbesondere Dosis und
        Anwendungsmethode) wahrscheinlich zu verzeichnende Exposition
        des Anwenders gegenüber dem Wirkstoff und/oder toxikologisch
        relevanten Verbindungen im Pflanzenschutzmittel und stützen
        sich dabei vorzugsweise auf realistische Angaben zur Exposition
        und, soweit dies relevant ist, auf ein geeignetes
        Berechnungsmodell.
        a)   Bei der Bewertung werden folgende Informationen
             berücksichtigt :
        i)   die in Anhang II vorgesehenen toxikologischen und
             Metabolismus-Untersuchungen sowie die Ergebnisse ihrer
             Bewertung einschließlich der annehmbaren
             Anwenderexposition. Die annehmbare Anwenderexposition ist
             die Wirkstoffmenge, die vom Anwender aufgenommen wird und
             keine gesundheitsschädigenden Folgen hat. Die annehmbare
             Anwenderexposition wird in Milligramm chemischen Stoff je
             Kilogramm Körpergewicht des Anwenders ausgedrückt. Sie
             gründet sich auf das "Niveau ohne Auswirkungen", das bei
             der empfindlichsten Tierart, oder, fais solche Daten
             vorliegen, beim Menschen festgestellt wurde.
 ---pagebreak---                        - 23 -
ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie
     Dampfdruck und Flüchtigkeit;
iii) die in Anhang III vorgesehenen toxikologischen
     Untersuchungen einschließlich, sofern dies angezeigt ist,
     Untersuchungen über die dermale Resorption;
 ---pagebreak---                                 - 24 -
        iv)  andere in Anhang III vorgesehene relevante Informationen
             wie:
                  Zusammensetzung der Zubereitung,
                  Art der Zubereitung,
                  Größe und Form des Behälters,
             -    Anwendungsbereich und Art der Kultur oder der
                  Zielgruppe,
                  Anwendungsverfahren einschließlich Handhabung,
                  Einfüllen und Mischen des Pflanzenschutzmittels,
             -    empfohlene Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition,
                  empfohlene Schutzkleidung,
                  Höchstaufwandmenge,
                  Mindestsprühmenge,
                  Zahl und Zeitpunkte der Anwendungen.
        b)   Die Bewertung erfolgt für alle für das
             Pflanzenschutzmittel vorgeschlagenen Anwendungsverfahren
             und Ausbringungsgeräte sowie für die verschiedenen Arten
             und Größen von Behältern, wobei das Mischen, Einfüllen und
             die Anwendung des Pflanzenschutzmittels sowie das Reinigen
             der Ausbringungsgeräte berücksichtigt werden.
2.4.1.2 Die Mitgliedstaaten bewerten die Zweckmäßigkeit der Verpackung
        und der Verschlüsse und untersuchen, ob sie solide, dicht und
        bei normalem Transport und normaler Handhabung robust genug
        sind und ob die Verschlüsse kindersicher sind.
2.4.1.3 Die Mitgliedstaaten bewerten die Wirksamkeit der Schutzkleidung
        und -ausrüstung, die Personen tragen müssen, die mit
        Pflanzenschutzmitteln umgehen oder diese anwenden; sie bewerten
        ferner, ob Schutzkleidung und -ausrüstung ohne Schwierigkeiten
        erhältlich und in Anbetracht der körperlichen Anstrengungen und
        herrschenden Witterungsbedingungen bequem zu tragen sind.
 ---pagebreak---                                - 25 -
2.4.1.4 Die Mitgliedscaaten bewerten, ob beim Einsatz des
        Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen eine Exposition anderer Personen
        (Umstehende oder Arbeitskräfte nach der Anwendung des
        Pflanzenschutzmittels) oder von Tieren gegenüber dem Wirkstoff
        und/oder anderen toxikologisch relevanten Verbindungen in dem
        Pflanzenschutzmittel möglich ist.
        Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
        i)   die in Anhang II vorgesehenen toxikologischen und
             Metabolismus-Untersuchungen des Wirkstoffs sowie die
             Ergebnisse ihrer Bewertung;
        ii)  die in Anhang III vorgesehenen toxikologischen
             Untersuchungen einschließlich Untersuchungen über die
             dermale Resorption, sofern dies angezeigt ist;
        iii) andere in Anhang III vorgesehene relevante Informationen
             über das Pflanzenschutzmittel wie:
                 Freigabefristen, erforderliche Wartezeiten oder andere
                 Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier,
             -   Anwendungsverfahren, insbesondere Versprühen,
             -   Höchstaufwandmenge,
             -   Mindestsprühmenge,
             -   Zusammensetzung der Zubereitung,
             -   Rückstände, die über Kontaktexposition aufgenommen
                 werden können,
                 weitere Tätigkeiten, die eine Exposition von
                 Arbeitskräften mit sich bringen.
 ---pagebreak---                                - 26 -
2.4.2   Auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels zurückzuführende
        Auswirkungen
2.4.2.1 Die Mitgliedstaaten bewerten die in Anhang II vorgesehenen
        speziellen Informationen über die Toxizität, insbesondere:
        -    die Bestimmung der zulässigen täglichen Aufnahme
             (Acceptable Daily Intake, ADI),
             die Ermittlung der Abbau-, Reaktions- und
             Stoffwechselprodukte in behandelten Pflanzen und
             Pflanzenerzeugnissen,
        -    das Verhalten von Rückständen des Wirkstoffs und seiner
             Metaboliten ab dem Zeitpunkt der Behandlung bis zur Ernte
             oder Auslagerung gelagerter Erzeugnisse.
2.4.2.2 Bevor die Mitgliedstaaten die dargestellten Versuche oder
        Erzeugnisse tierischen Ursprungs hinsichtlich ihrer
        Rückstandsmengen bewerten, untersuchen sie folgende
        Informationen:
             Angaben über die vorgeschlagene gute landwirtschaftliche
             Praxis einschließlich der in Anhang III genannten Angaben
             über die Anwendung und die vorgeschlagenen Wartezeiten bei
             den vorgesehenen Verwendungszwecken sowie Angaben über
             Rückhalte- oder Lagerfristen bei Verwendung nach der
             Ernte,
             Art der Zubereitung,
             Analysemethoden und Definition von Rückständen.
2.4.2.3 Die Mitgliedstaaten bewerten die Rückstandsmengen in
        protokollierten Versuchen. Die Bewertung wird für jeden
        vorgeschlagenen Verwendungszweck vorgenommen und berücksichtigt
        i)   die vorgeschlagenen Bedingungen für die Anwendung des
             Pflanzenschutzmittels ;
        ii)  die in Anhang III vorgesehenen speziellen Informationen
             über Rückstände in oder auf behandelten Pflanzen,
             Pflanzenerzeugnissen, Lebens- und Futtermitteln;
 ---pagebreak---                                - 27 -
        iii) die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über Rückstände in oder auf behandelten Pflanzen,
             Pflanzenerzeugnissen, Lebens- und Futtermitteln sowie die
             Ergebnisse ihrer Bewertung.
2.4.2.4 Die Mitgliedstaaten bewerten die Rückstandsmengen in
        Erzeugnissen tierischen Ursprungs und berücksichtigen dabei die
        in Anhang III Teil A Nummer 8.4 vorgesehenen Informationen.
2.4.2.5 Die Mitgliedstaaten bewerten mit Hilfe eines geeigneten
        Berechnungsmodells die potentielle Exposition der Verbraucher
        über die Nahrung oder, soweit dies relevant ist, andere
        Expositionswege. Die Bewertung berücksichtigt gegebenenfalls
        sonstige Rückstandsquellen wie andere zugelassene Anwendungen
        von Pflanzenschutzmitteln, die denselben Wirkstoff enthalten
        oder dieselben Rückstände hinterlassen.
2.4.2.6 Die Mitgliedstaaten bewerten die Exposition von Tieren und
        berücksichtigen dabei die Rückstandsmengen in behandelten
        Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen, die als Tierfutter
        verwendet werden.
 ---pagebreak---                                    - 28 -
2.5         Einfluß auf die Umwelt
2.5.1       Verbleib und Verteilung in der Umwelt
            Die Mitgliedstaaten bewerten Verbleib und Verteilung des
            Pflanzenschutzmittels in der Umwelt und untersuchen dabei alle
            Umweltkompartimente einschließlich Biota mit folgenden
            Schwerpunkten:
2.5.1.1     Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob das Pflanzenschutzmittel
            unter den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen bis in den
            Boden gelangen kann; besteht diese Möglichkeit, so bewerten sie
            die Abbaugeschwindigkeit und den Abbauweg, die Mobilität im
            Boden sowie die Veränderung der Gesamtkonzentration des
            Wirkstoffes (gebundene und nicht gebundene Rückstände^*)) und
            relevanter Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte, die bei
            Verwendung des Pflanzenschutzmittels unter den vorgeschlagenen
            Anwendungsbedingungen im Boden des vorgesehenen
            Anwendungsgebiets zu erwarten sind.
            Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
            i)       die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
                     über Verbleib und Verhalten im Boden sowie die
                     Ergebnisse ihrer Bewertung;
(*) Gebundene Rückstände in Pflanzen und im Boden sind definiert als
    chemische Stoffe, die auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach
    guter landwirtschaftlicher Praxis zurückzuführen sind und die ohne
    entscheidende Veränderung der chemischen Eigenschaften dieser
    Rückstände nicht extrahiert werden können. Nicht zu den gebundenen
    Rückständen zählen Metaboliten, die in natürliche Stoffe umgewandelt
    werden.
 ---pagebreak---                                 - 29 -
        ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie:
                  Molekulargewicht,
              -   Löslichkeit in Wasser,
                  Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
                  Dampfdruck,
                  Volatilitätsrate,
                  Dissoziationskonstante,
             -    Geschwindingkeit des photochemischen Abbaus und
                  Identität der Abbauprodukte,
                  Hydrolysegeschwindigkeit im Verhältnis zum pH-Wert und
                  Identität der Abbauprodukte;
        iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
             über das Pflanzenschutzmittel einschließlich Informationen
             über Verteilung und Abbau im Boden;
        iv)  gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
            . von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
             Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
             oder dieselben Rückstände hinterlassen.
2.5.1.2 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob das Pflanzenschutzmittel
        unter den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen ins Grundwasser
        gelangen kann; besteht diese Möglichkeit, so bewerten sie,
        gegebenenfalls mit Hilfe eines geeigneten Berechnungsmodells,
        die Konzentration des Wirkstoffs und relevanter Metaboliten,
        Abbau- und Reaktionsprodukte, die bei Verwendung des
        Pflanzenschutzmittels unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen im Grundwasser des vorgesehenen
        Anwendungsgebiets zu erwarten sind.
 ---pagebreak---                          30
Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
     über Verbleib und Verhalten im Boden sowie die Ergebnisse
     ihrer Bewertung;
ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie:
         Molekulargewicht,
         Löslichkeit in Wasser,
         Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
         Dampfdruck,
         Volatilitätsrate,
         Hydrolysegeschwindigkeit im Verhältnis zum pH-Wert und
         Identität der Abbauprodukte,
         Dissoziationskonstante;
iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
     über das Pflanzenschutzmittel einschließlich Informationen
     über Verteilung und Abbau im Boden und im Wasser;
iv)  gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
     von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
     Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
     oder dieselben Rückstände hinterlassen.
v)   soweit dies relevant ist, Angaben zum Abbau einschließlich
     Umwandlung und Sorption in der grundwasserführenden
     Schicht;
vi)  soweit dies relevant ist, Angaben über die Verfahren zur
     Trinkwassergewinnung und -aufbereitung im vorgeschlagenen
     Anwendungsgebiet.
 ---pagebreak---                                - 31 -
2.5.1.3 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob das Pflanzenschutzmittel
        unter den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen ins
        Oberflächenwasser gelangen kann; besteht diese Möglichkeit, so
        bewerten sie, gegebenenfalls mit Hilfe eines geeigneten
        Berechnungsmodells, die vorhergesagte Kurz- und
        Langzeitkonzentration des Wirkstoffs und relevanter
        Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte in der Umwelt nach
        Einsatz des Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen.
        Bei der Bewertung werden gegebenenfalls folgende Informationen
        berücksichtigt :
        i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über Verbleib und Verhalten im Boden und im Wasser sowie
             die Ergebnisse ihrer Bewertung;
        ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie:
             -   Molekulargewicht,
                 Löslichkeit in Wasser,
             -   Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
             -   Dampfdruck,
                 Volatilitätsrate,
                 Hydrolysegeschwindigkeit im Verhältnis zum pH-Wert und
                 Identität der Abbauprodukte,
                 Dissoziationskonstante;
        iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
             über das Pflanzenschutzmittel einschließlich der
             Informationen über Verteilung und Abbau im Boden und im
             Wasser;
 ---pagebreak---                                - 32 -
        iv)  mögliche Expositionswege:
                 Drift,
                 Abfließen,
                 Besprühen,
                 Abfließen durch Drainagerohre,
             -   Auswaschung,
             -   Deposition;
        v)   gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
             von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
             Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
             oder dieselben Rückstände hinterlassen;
        vi)  soweit dies relevant ist, Angaben über die Verfahren zur
             Trinkwassergewinnung und -aufbereitung im vorgeschlagenen
             Anwendungsgebiet.
2.5.1.4 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob das Pflanzenschutzmittel
        unter den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen in der Luft
        abgebaut werden kann; besteht diese Möglichkeit, so bewerten
        sie, gegebenenfalls mit Hilfe eines geeigneten
        Berechnungsmodells, die zu erwartende Konzentration des
        Wirkstoffs und relevanter Metaboliten, Abbau- und
        Reaktionsprodukte in der Luft nach Einsatz des
        Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen.
        Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
        i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über Verbleib und Verhalten im Boden, im Wasser und in der
             Luft sowie die Ergebnisse ihrer Bewertung;
 ---pagebreak---                                 - 33 -
         ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie:
                  Dampfdruck,
                  Löslichkeit in Wasser,
                  Hydrolysegeschwindigkeit im Verhältnis zum pH-Wert und
                  Identität der Abbauprodukte,
                  photochemischer Abbau im Wasser und in der Luft und
                  Identität der Abbauprodukte,
              -   Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser;
         iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
              über das Pflanzenschutzmittel einschließlich der
              Informationen über Verteilung und Abbau in der Luft.
2.5.1.5. Die Mitgliedstaaten bewerten die Eignung der Verfahren zur
         Vernichtung oder Dekontaminierung des Pflanzenschutzmittels und
         seiner Verpackung.
2.5.2    Auswirkungen auf nicht zu den Zielgruppen gehörende Arten
2.5.2.1  Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob unter den vorgeschlagenen
         Anwendungsbedingungen eine Exposition von Vögeln oder anderen
         terrestrischen Wirbeltieren gegenüber dem Pflanzenschutzmittel
         möglich ist; besteht diese Möglichkeit, so bewerten sie, welche
         kurz- und langfristigen Risiken beim Einsatz des
         Pflanzenschutzmittels gemäß den vorgeschlagenen
         Anwendungsbedingungen für diese Arten und ihre Fortpflanzung zu
         erwarten sind.
 ---pagebreak---                        - 34 -
a)   Bei der Bewertung werden folgende Informationen
     berücksichtigt :
i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
     über toxikologische Untersuchungen an Säugetieren und
     Auswirkungen auf Vögel und andere nicht zu den Zielgruppen
     gehörende terrestrische Wirbeltiere sowie deren
     Fortpflanzung, andere relevante Informationen über den
     Wirkstoff sowie die Ergebnisse der Bewertung der genannten
     Informationen;
ii)  alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
     über das Pflanzenschutzmittel einschließlich der
     Informationen über Auswirkungen auf Vögel und andere nicht
     zu den Zielgruppen gehörende terrestrische Wirbeltiere;
iii) gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
     von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
     Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
     oder dieselben Rückstände hinterlassen.
b)   Bewertet werden
i)   Verbleib und Verteilung einschließlich Persistenz und
     Biokonzentration des Wirkstoffs und relevanter
     Stoffwechsel-, Abbau- und Reaktionsprodukte in den
     betroffenen Umweltkompartimenten nach Anwendung des
     Pflanzenschutzmittels ;
 ---pagebreak---                                 - 35 -
        ii)  die geschätzte Exposition wahrscheinlich gefährdeter Arten
             zum Zeitpunkt   der Anwendung des Pflanzenschutzmittels
             oder während der Zeit, in der Rückstände vorhanden sind,
             wobei alle relevanten Expositionswege berücksichtigt
             werden, wie beispielsweise Aufnahme des formulierten
             Produkts oder behandelten Futters über die Nahrung,
             Fressen oder Verfüttern von Wirbellosen und Wirbeltieren,
             Kontakt durch Besprühen oder Berühren behandelter
             Pflanzen, Aufnahme durch Inhalation oder Putzen;
        iii) die Berechnung des Verhältnisses zwischen akuter,
             Kurzzeit- und, sofern relevant, Langzeittoxizität und
             Exposition. Das Verhältnis Toxizität/Exposition ist
                                                      LC    bzw
             definiert als der Quotient aus L D ^ Q ,    50     « NOEC,
             ausgedrückt auf der Basis des Wirkstoffs, und geschätzter
             Exposition in mg/kg Körpergewicht.
2.5.2.2 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen eine Exposition von Wasserorganismen
        gegenüber dem Pflanzenschutzmittel möglich ist; besteht diese
        Möglichkeit, so bewerten sie, welche kurz- und langfristigen
        Risiken bei der Verwendung des Pflanzenschutzmittels gemäß den
        vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen zu erwarten sind.
        a)   Bei der Bewertung werden folgende Informationen
             berücksichtigt :
        i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über die Auswirkungen auf Wasserorganismen sowie die
             Ergebnisse ihrer Bewertung;
 ---pagebreak---                        - 36
ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie
         Löslichkeit in Wasser,
         Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
         Dampfdruck,
         Volatilitätsrate,
         Adsorption,
         biologischer Abbau in Wassersystemen, insbesondere
         Fähigkeit zum raschen Abbau,
         Geschwindingkeit des photochemischen Abbaus und
         Identität der Abbauprodukte,
         Hydrolysegeschwindigkeit im Verhältnis zum pH-Wert und
         Identität der Abbauprodukte;
iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
     über das Pflanzenschutzmittel, insbesondere über die
     Auswirkungen auf Wasserorganismen;
iv)  soweit dies relevant ist, Angaben über andere zugelassene
     Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln, die denselben
     Wirkstoff enthalten oder dieselben Rückstände
     hinterlassen, im vorgeschlagenen Anwendungsgebiet.
b)   Bewertet werden
i)   Verbleib und Verteilung von Rückständen des Wirkstoffs und
     relevanter Metaboliten, Abbau und Reaktionsprodukte im
     Wasser, Sediment oder in Wasserorganismen;
ii)  die Berechnung des Verhältnisses zwischen
     Kurzzeittoxizität und Exposition bei Fischen und Daphnia.
     Das Verhältnis Kurzzeittoxizität/Exposition ist definiert
     als der Quotient aus akuter L C 5 Q bzw. E C 5 Q und
     vorhergesagter kurzfristiger Konzentration in der Umwelt;
 ---pagebreak---                                - 37 -
        iii) die Berechnung des Verhältnisses zwischen Hemmung des
             Algenwachstums und Exposition bei Algen. Dieses Verhältnis
             ist definiert als der Quotient aus EC 5 0 und
             vorhergesagter kurzfristiger Konzentration in der Umwelt;
        iv)  die Berechnung des Verhältnisses zwischen
             Langzeittoxizität und Exposition bei Fischen und Daphnia.
             Das Verhältnis Langzeittoxizität/Exposition ist definiert
             als der Quotient aus NOEC und vorhergesagter
             Langzeitkonzentration in der Umwelt;
        v)   gegebenenfalls die Biokonzentration in Fischen und die
             mögliche Exposition von Fischräubern und Menschen;
        vi)  wird das Pflanzenschutzmittel direkt auf
             Oberflächengewässer angewendet, die Auswirkungen auf die
             Qualität der Oberflächengewässer wie beispielsweise
             Änderung des ph-Werts oder des Gehalts an löslichem
             Sauerstoff.
2.5.2.3 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen eine Exposition von Honigbienen gegenüber
        dem Pflanzenschutzmittel möglich ist; besteht diese
        Möglichkeit, so bewerten sie, welche kurz- und langfristigen
        Risiken beim Einsatz des Pflanzenschutzmittels gemäß den
        vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen für Honigbienen zu
        erwarten sind.
        a)   Bei der Bewertung werden folgende Informationen
             berücksichtigt:
        i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über die Toxizität für Honigbienen sowie die Ergebnisse
             ihrer Bewertung;
 ---pagebreak---                        - 38 -
ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie
         Löslichkeit in Wasser,
         Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
         Dampfdruck,
         Geschwindingkeit des photochemischen Abbaus und
         Identität der Abbauprodukte,
         Wirkungsweise (z.B. Wachstumsregulierung bei
         Insekten);
iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
     über das Pflanzenschutzmittel einschließlich der
     Informationen über die Toxizität für Honigbienen;
iv)  gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
     von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
     Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
     oder dieselben Rückstände hinterlassen.
b)   Bewertet werden
i)   das Verhältnis zwischen Höchstaufwandmenge in Gramm des
     Wirkstoffs je Hektar und LD5Q (Kontakt oder orale
     Verabreichung) in pg des Wirkstoffs je Biene
     (Gefährdungsquotient) und, falls erforderlich, die
     Persistenz von Rückständen auf oder, sofern relevant, in
     den behandelten Pflanzen;
ii)  gegebenenfalls die Auswirkungen auf Bienenlarven,
     Verhalten von Bienen, Überleben und Entwicklung von
     Bienenvölkern nach dem Einsatz des Pflanzenschutzmittels
     gemäß den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen.
 ---pagebreak---                                - 39 -
2.5.2.4 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen eine Exposition von anderen
        Nutzarthropoden als Honigbienen gegenüber dem
        Pflanzenschutzmittel möglich ist; besteht diese Möglichkeit, so
        bewerten sie, welche letalen und subletalen Auswirkungen auf
        diese Organismen beim Einsatz des Pflanzenschutzmittels gemäß
        den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen zu erwarten sind.
        Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
        i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über die Toxizität für Honigbienen und andere
             Nutzarthropoden sowie die Ergebnisse ihrer Bewertung;
        ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie
                 Löslichkeit in Wasser,
                 Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
             -   Dampfdruck,
                 Geschwindingkeit des photochemischen Abbaus und
                 Identität der Abbauprodukte,
                 Wirkungsweise (z.B. Wachstumsregulierung bei
                 Insekten);
        iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
             über das Pflanzenschutzmittel wie
                 Auswirkungen auf andere Nutzarthropoden als Bienen,
                 Toxizität für Honigbienen,
                 Zusammenfassung der aufgrund der biologischen
                 Erstüberprüfung verfügbaren Daten,
                 Höchstaufwandmenge;
 ---pagebreak---                                - 40 -
        iv)  gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
             von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
             Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
             oder dieselben Rückstände hinterlassen.
2.5.2.5 Die Mitgliedstaaten untersuchen, ob unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen eine Exposition von Regenwürmern und
        anderen nicht zu den Zielorganismen gehörenden, im Boden
        lebenden Makroorganismen gegenüber dem Pflanzenschutzmittel
        möglich ist; besteht diese Möglichkeit, so bewerten sie, welche
        kurzfristigen und langfristigen Risiken beim Einsatz des
        Pflanzenschutzmittels unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen für diese Organismen zu erwarten sind.
        a)   Bei der Bewertung werden folgende Informationen
             berücksichtigt :
        i)   die in Anhang II vorgesehenen speziellen Informationen
             über die Toxizität des Wirkstoffs für Regenwürmer und
             andere nicht zu den Zielorganismen gehörende, im Boden
             lebende Makroorganismen sowie die Ergebnisse ihrer
             Bewertung;
        ii)  andere relevante Informationen über den Wirkstoff wie
                 Löslichkeit in Wasser,
                 Verteilungskoeffizient Octanol/Wasser,
                 Sorptionskoeffizient,
             -   Dampfdruck,
             -   Hydrolysegeschwindigkeit im Verhältnis zum ph-Wert und
                 Identität der Abbauprodukte,
             -   Geschwindigkeit des photochemischen Abbaus und
                 Identität der Abbauprodukte,
                 DT50 und DT90 für den Abbau im Boden;
 ---pagebreak---                                 - 41 -
        iii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
             über das Pflanzenschutzmittel einschließlich Auswirkungen
              auf Regenwürmer und andere nicht zu den Zielorganismen
             gehörende, im Boden lebende Makroorganismen;
        iv)  gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
             von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
             Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
             oder dieselben Rückstände hinterlassen.
        b)   Bewertet werden
        i)   die letalen und subletalen Auswirkungen,
        ii)  die vorhergesagte Anfangs- und Langzeitkonzentration in
             der Umwelt;
        iii) die Berechnung des Verhältnisses zwischen akuter Toxizität
            . und Exposition (definiert als Quotient aus L C 5 0 und
             vorhergesagter Anfangskonzentration in der Umwelt) und des
             Verhältnisses zwischen Langzeittoxizität und Exposition
              (definiert als Quotient aus NOEC und vorhergesagter
             Langzeitkonzentration in der Umwelt);
        iv)  die Biokonzentration und Persistenz von Rückständen in
             Regenwürmern.
2.5.2.6 Kann aufgrund der Bewertung gemäß Teil B Nummer 2.5.1.1 nicht
        ausgeschlossen werden, daß das Pflanzenschutzmittel unter den
        vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen in den Boden gelangt, so
        bewerten die Mitgliedstaaten die Auswirkungen auf die Tätigkeit
        von Mikroorganismen im Boden wie Stickstoff- und
        Kohlenstoffmineralisierung nach dem Einsatz des
        Pflanzenschutzmittels unter den vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingungen.
 ---pagebreak---                        - 42 -
Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
i)   alle in Anhang II vorgesehenen relevanten Informationen
     über den Wirkstoff einschließlich der speziellen
     Informationen über die Auswirkungen auf nicht zu den
     Zielorganismen gehörende, im Boden lebende Mikroorganismen
     sowie die Ergebnisse ihrer Bewertung;
(ii) alle in Anhang III vorgesehenen relevanten Informationen
     über das Pflanzenschutzmittel einschließlich der
     Auswirkungen auf nicht zu den Zielorganismen gehörende, im
     Boden lebende Mikroorganismen;
iii) gegebenenfalls Angaben über andere zugelassene Anwendungen
     von Pflanzenschutzmitteln im vorgeschlagenen
     Anwendungsgebiet, wenn diese denselben Wirkstoff enthalten
     oder dieselben Rückstände hinterlassen.
 ---pagebreak---                                43 -
2.6   Analysemethoden
      Die Mitgliedstaaten bewerten die für die Kontrolle und
      Überwachung nach der Zulassung vorgeschlagenen Analysemethoden,
      mit deren Hilfe folgendes ermittelt wird:
2.6.1 für die Analyse der Formulierung:
      die Art und Menge des Wirkstoffs bzw. der Wirkstoffe im
      Pflanzenschutzmittel und gegebenenfalls die toxikologisch und
      ökotoxikologisch signifikanten Verunreinigungen und weiteren
      Formu1ierungsbestandteile;
2.6.2 für die Rückstandsanalyse:
      die bei zugelassenen Anwendungen des Pflanzenschutzmittels
      entstehenden toxikologisch oder ökologisch signifikanten
      Rückstände des Wirkstoffs, seiner Metaboliten, Abbau- und
      Reaktionsprodukte.
      Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
      i)   die in Anhang II vorgesehenen Angaben über Analysemethoden
           sowie die Ergebnisse ihrer Bewertung;
      ii) die in Anhang III vorgesehenen Angaben über
           Analysemethoden, insbesondere:
               Spezifität der vorgeschlagenen Methoden,
               Wiederfindungsrate der vorgeschlagenen Methoden,
               Genauigkeit der vorgeschlagenen Methoden
               (Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit),
 ---pagebreak---                        - 44 -
iii) die Nachweisgrenze der vorgeschlagenen Methoden;
iv)  die Bestimmungsgrenze der vorgeschlagenen Methoden,
 ---pagebreak---                              - 45 -
2.7   Physikalische und chemische Eigenschaften
2.7.1 Die Mitgliedstaaten bewerten die tatsächliche Konzentration des
      Wirkstoffs im Pflanzenschutzmittel sowie seine
      Lagerungsstabilität.
2.7.2 Die Mitgliedstaaten bewerten die physikalischen und chemischen
      Eigenschaften des Pflanzenschutzmittels, insbesondere folgende
      Punkte:
           sofern es eine FAO-Spezifikation für den in dem
           Pflanzenschutzmittel enthaltenen Wirkstoff gibt, die in
           dieser Spezifikation aufgeführten physikalischen und
           chemischen Eigenschaften;
      -    gibt es keine FAO-Spezifikation für den in dem
           Pflanzenschutzmittel enthaltenen Wirkstoff, alle in dem
           "Manual on the development and use of FAO specifications
           for plant protection products" (Handbuch über Entwicklung
           und Verwendung der FAO-Spezifikationen für
           Pflanzenschutzmittel) aufgeführten, für die Formulierung
           relevanten physikalischen und chemischen Eigenschaften.
      Bei der Bewertung werden folgende Informationen berücksichtigt:
           die in Anhang II vorgesehenen Angaben über die
           physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wirkstoffs
           sowie die Ergebnisse ihrer Bewertung;
           die in Anhang III vorgesehenen Angaben über die
           physikalischen und chemischen Eigenschaften des
           Pflanzenschutzmittels.
 ---pagebreak---                                46 -
2.7.3 Wird auf dem vorgeschlagenen Etikett empfohlen, das
      Pflanzenschutzmittel zusammen mit anderen Pflanzenschutzmitteln
      nach der Tankmischmethode zu verwenden, so ist zu bewerten, ob
      die für die Mischung verwendeten Produkte chemisch und
      physikalisch verträglich sind.
 ---pagebreak---                        - 47 -
ZWLASSUNGSENTSCHEIDUNG
Allgemeine Grundsätze
Die von den Mitgliedstaaten gewährte Zulassung ist
gegebenenfalls mit Bedingungen oder Beschränkungen zu
verbinden. Art und Schwere dieser Maßnahmen sind aufgrund von
Art und Umfang des erwarteten Nutzens und der wahrscheinlich
auftretenden Gefahren zu bestimmen und müssen angemessen sein.
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, daß bei
Zulassungsentscheidungen erforderlichenfalls die Bedingungen in
bezug auf Landwirtschaft, Pflanzengesundheit und Umwelt
(einschließlich Witterungsverhältnisse) der vorgesehenen
Anwendungsgebiete berücksichtigt werden. Diese Erwägungen
können dazu führen, daß besondere Bedingungen und
Anwendungsbeschränkungen festgelegt werden, und daß die
Zulassung gegebenenfalls nur für bestimmte Gebiete innerhalb
des fraglichen Mitgliedstaats gewährt wird.
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, daß die zugelassene
Aufwandmenge, ausgedrückt als Dosierung und Anzahl der
Anwendungen, die zur Erzielung der gewünschten Wirkung
erforderliche Mindestmenge ist, auch wenn eine größere Menge
keine unzulässigen Gefahren für die Gesundheit von Mensch und
Tier sowie für die Umwelt mit sich bringen würde. Die
zugelassene Aufwandmenge richtet sich nach den Bedingungen in
bezug auf Landwirtschaft, Pflanzengesundheit und Umwelt
(einschließlich Witterungsverhältnisse) in den Gebieten, für
die die Zulassung gewährt wurde. Allerdings darf die
Aufwandmenge nicht zu unerwünschten Wirkungen wie
Resistenzbildung führen.
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, daß sich die Entscheidungen
möglichst auf die Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes
stützen.
 ---pagebreak---                        - 48 -
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, daß die Zulassung des
Pflanzenschutzmittels auch die Genehmigung des zugehörigen
Etiketts umfaßt, das den Anforderungen gemäß Artikel 16
entspricht. Darüber hinaus muß das Etikett die in den
gemeinschaftlichen Vorschriften über den Arbeitsschutz
verlangten Angaben enthalten. Auf dem Etikett sind insbesondere
die Bedingungen oder Beschränkungen aufzuführen, unter denen
das Pflanzenschutzmittel gemäß vorstehenden Nummern 1 bis 4
verwendet bzw. nicht verwendet werden darf.
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, daß die Zulassung auch für
die vorgeschlagene Verpackung und die vorgeschlagenen Verfahren
zur Vernichtung oder Dekontaminierung des Pflanzenschutzmittels
und seiner Verpackung gilt.
Die Verpackung muß den Vorschriften nach Artikel 15 und den
Anforderungen für Versuche entsprechen, die in Übereinstimmung
mit den Vorschriften gemäß Anhang III Teil A Nummer 4
durchzuführen sind.
Die vorgeschlagenen Verfahren zur Vernichtung oder
Dekontaminierung des Pflanzenschutzmittels und seiner
Verpackung müssen sowohl praktisch als auch wirkungsvoll sein.
Eine Zulassung kann erst gewährt werden, wenn alle
Anforderungen gemäß Teil C Nummer 2 erfüllt sind. Dabei gelten
folgende Ausnahmen:
a)   Wenn ein oder mehrere, in Teil C ,Nummer 2.1, 2.2, 2.3 oder
     2.7 genannten Entscheidungskriterien nicht erfüllt sind,
     wird die Zulassung nur gewährt, wenn der Nutzen des
     Pflanzenschutzmittels bei den angegebenen
     Verwendungsbedingungen größer ist als die potentiellen
     Nebenwirkungen bei der Anwendung. Als Nutzen kann dabei
     folgendes gelten:
 ---pagebreak---                      - 49 -
       Vorteile und Kompatibilität im Rahmen des integrierten
       Pflanzenschutzes oder beim ökologischen Landbau;
   Vereinfachung der Strategien, um die Gefahr einer
   Resistenzbildung möglichst gering zu halten;
   Bedarf an einer größeren Auswahl von Wirkstoffen oder
   biochemischen Wirkungsweisen, beispielsweise zum Einsatz
   in Strategien, um einen beschleunigten Abbau im Boden zu
   vermeiden;
   geringeres Risiko für Anwender und Verbraucher;
-  weniger Umweltbelastung und geringere Auswirkungen auf
   nicht zu den Zielgruppen gehördende Arten.
b) Wenn die in Teil C Nummer 2.6 genannten Anforderungen
   nicht erfüllt sind, weil der Stand von Wissenschaft und
   Analysetechnologie dies nicht erlaubt, so kann eine
   Zulassung für einen begrenzten Zeitraum gewährt werden,
   sofern sich die vorgeschlagenen Verfahren für den
   vorgegebenen Zweck als geeignet erwiesen haben. In diesem
   Fall wird dem Antragsteller eine Frist für die Entwicklung
   und Vorlage von Analyseverferahren eingeräumt, die den
   obenstehenden Kriterien entsprechen. Nach Ablauf dieser
   Frist wird die Zulassung erneut geprüft.
 ---pagebreak---                        - 50 -
     8.  Wurde eine Zulassung gemäß den in diesem Anhang
         genannten Anforderungen gewährt, so können die
         Mitgliedstaaten in enger Zusammenarbeit mit dem
         Antragsteller Maßnahmen treffen, um
a)   die Leistungsfähigkeit eines Pflanzenschutzmittels
     gegebenenfalls zu verbessern und/oder
b)   das Ausmaß der Exposition, das nach Anwendung des
     Pflanzenschutzmittels auftreten kann, gegebenenfalls
     weiter zu verringern.
Die Mitgliedstaaten unterrichten die Antragstellern über die
unter Buchstaben a) und b) genannten Maßnahmen und fordern sie
auf, alle zusätzlichen Daten und Informationen vorzulegen, die
zum Nachweis der Wirksamkeit oder möglicher Gefahren dienen,
die sich aus den geänderten Bedingungen ergeben.
 ---pagebreak---                               - 51 -
            2.  Spezielle Grundsätze
2.1    Wirksamkeit
2.1.1  Schließen die vorgeschlagenen Verwendungszwecke Empfehlungen
       über die Bekämpfung von oder den Schutz gegen Organismen ein,
       die unter normalen Bedingungen in bezug auf die Landwirtschaft,
       Pflanzengesundheit und Umwelt (einschließlich
       Witterungsverhältnisse) im vorgesehenen Anwendungsgebiet nicht
       als schädlich gelten, oder gelten die anderen beabsichtigten
       Auswirkungen unter diesen Umständen nicht als positiv, so wird
       für diese Verwendungszwecke keine Zulassung gewährt.
2.1.2  Größenordnung, Dauer und Beständigkeit der Bekämpfung oder des
       Schutzes oder anderer beabsichtigter Wirkungen müssen denen
       vergleichbar sein, die durch Verwendung eines geeigneten
       Referenzprodukts entstehen. Gibt es kein geeignetes
       Referenzprodukt, so ist nachzuweisen, daß das
       Pflanzenschutzmittel unter den Bedingungen in bezug auf
       Landwirtschaft, Pflanzengesundheit und Umwelt (einschließlich
       Witterungsverhältnisse) im vorgeschlagenen Anwendungsgebiet
       einen eindeutig feststellbaren Nutzen in bezug auf
       Größenordnung, Dauer und Beständigkeit der Bekämpfung oder des
       Schutzes oder anderer beabsichtigter Wirkungen hat.
2.1.3  Gegebenenfalls müssen die qualitativen und/oder quantitativen
       Auswirkungen auf den Ertrag und die Verringerung der
       Lagerverluste denen vergleichbar sein, die durch Verwendung
       eines geeigneten Referenzprodukts entstehen. Gibt es kein
       geeignetes Referenzprodukt, so ist nachzuweisen, daß das
      • Pflanzenschutzmittel unter den Bedingungen in bezug auf
       Landwirtschaft, Pflanzengesundheit und Umwelt (einschließlich
       Witterungsverhältnisse) im vorgeschlagenen Anwendungsgebiet
       einen dauerhaften und eindeutig feststellbaren Nutzen
       hinsichtlich seiner quantitativen und/oder qualitativen
       Auswirkungen auf den Ertrag und die Verringerung der
       Lagerverluste hat.
 ---pagebreak---                              - 52 -
      2.1.4    Schlußfolgerungen zur Leistungsfähigkeit der
               Zubereitungen müssen für alle Gebiete der
               Mitgliedstaaten, in denen sie zugelassen werden
               sollen, und unter allen vorgeschlagenen
               Anwendungsbedingungen gelten, es sei denn, aus dem
               vorgeschlagenen Etikett geht hervor, daß die
               Zubereitung nur unter bestimmten Umständen verwendet
               werden soll (z.B. schwacher Befall, besondere
               Bodentypen oder Wachstumsbedingungen).
2.1.5 Wird auf dem vorgeschlagenen Etikett empfohlen, die Zubereitung
      zusammen mit anderen Pflanzenschutzmitteln nach der
      Tankmischmethode zu verwenden, so müssen die in Nummer 2.1.1
      bis 2.1.4 genannten Bedingungen auch von der gemischten
      Zubereitung erfüllt werden.
2.2   Auswirkungen auf Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse
2.2.1 Sind auf dem vorgeschlagenen Etikett keine angemessenen
      Verwendungsbeschränkungen angegeben, so dürfen sich an den
      behandelten Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen keine
      entsprechenden phytotoxischen Auswirkungen zeigen.
2.2.2 Der Ernteertrag darf nicht geringer sein, als dies ohne
      Verwendung des Pflanzenschutzmittels der Fall wäre, es sei
      denn, die Qualität der behandelten Pflanzen oder
      Pflanzenerzeugnisse wird gleichzeitig verbessert.
2.2.3 Es dürfen sich keine unannehmbar nachteiligen Auswirkungen auf
      die behandelten Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse einstellen.
      Dies gilt nicht für nachteilige Auswirkungen auf die
      Verarbeitung, sofern das vorgeschlagene Etikett einen Hinweis
      enthält, daß die Zubereitung nicht für Kulturen verwendet
      werden darf, die weiterverarbeitet werden sollen.
 ---pagebreak---                              - 53 -
2.2.4 Es dürfen sich keine unannehmbar nachteiligen Auswirkungen,
      beispielsweise auf die Lebensfähigkeit, Keimfähigkeit,
      Triebkraft, Anwurzelung und die Bestandsentwicklung von
      behandelten Pflanzen oder Pflanzenerzeugnissen einstellen, die
      als Vermehrungsgut verwendet werden. Dies gilt nicht, wenn das
      vorgeschlagene Etikett einen Hinweis enthält, daß die
      Zubereitung nicht für Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse
      verwendet werden darf, die zur Vermehrung dienen.
2.2.5 Es dürfen sich keine unannehmbaren Auswirkungen auf die
      Folgekulturen einstellen, es sei denn, das vorgeschlagene
      Etikett enthält einen Hinweis, daß bestimmte Kulturen nicht auf
      die behandelte Kultur folgen sollten, da sie in Mitleidenschaft
      gezogen würden.
2.2.6 Es dürfen sich keine unannehmbaren Auswirkungen auf angrenzende
      Kulturen einstellen, es sei denn, das vorgeschlagene Etikett
      enthält einen Hinweis, daß die Zubereitung nicht verwendet
      werden soll, wenn die angrenzenden Kulturen besonders
      empfindlich sind.
2.2.7 Wird auf dem vorgeschlagenen Etikett empfohlen, die Zubereitung
      zusammen mit anderen Pflanzenschutzmitteln nach der
      Tankmischmethode zu verwenden, so müssen die in Nummer 2.1.1
      bis 2.1.6 genannten Bedingungen auch von der gemischten
      Zubereitung erfüllt werden.
2.2.8 Die vorgeschlagenen Anweisungen zur Reinigung der
      Ausbringungsgeräte müssen sowohl praktisch als auch
      wirkungsvoll sein, so daß sie leicht anzuwenden sind und die
      Beseitigung aller Pflanzenschutzmittelreste, die Schäden
      verursachen können, sichergestellt ist.
2.3   Auswirkungen auf die zu bekämpfenden Wirbeltiere
      Die erwünschte Wirkung auf die zu bekämpfenden Wirbeltiere darf
      bei diesen Tieren keine unnötigen Schmerzen oder Leiden
      verursachen.
 ---pagebreak---                                    - 54 -
            2.4  Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier
2.4.1       Auf das Pflanzenschutzmittel zurückzuführende Auswirkungen
2.4.1.1     Es wird keine Zulassung gewährt, wenn der Anwender bei der
            Handhabung und Anwendung des Pflanzenschutzmittels gemäß den
            vorgeschlagenen Bedingungen, einschließlich Dosis und
            Anwendungsmethode, einer stärkeren als der annehmbaren
            Anwenderexposition (AOEL = Acceptable Operator Exposition
            Level) ausgesetzt ist.
            Darüber hinaus müssen sich die Bedingungen für die Zulassung
            nach dem Grenzwert richten, der für den Wirkstoff und/oder die
            toxikologisch maßgebliche(n) Verbindunge(n) des Erzeugnisses
            gemäß der Richtlinie 80/1107/EWG des Rates zum Schutz der
            Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch chemische, physikalische
            und biologische Arbeitsstoffe bei der Arbeit(^) und der
            Richtlinie 90/394/EWG des Rates über den Schutz der
            Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene bei der
            Arbeit^) festgesetzt worden ist.
2.4.1.2     Ist in den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen vorgesehen,
            daß Schutzkleidung oder -ausrüstung eingesetzt werden muß, so
            wird eine Zulassung nur gewährt, wenn diese Gegenstände
            wirksam und für den Anwender leicht zu erhalten sind, und wenn
            ihr Einsatz unter den für das Pflanzenschutzmittel angegebenen
            Anwendungsbedingungen möglich ist.
2.4.1.3     Pflanzenschutzmittel, die aufgrund ihr.er Eigenschaften und
            infolge etwaiger unsachgemäßer Handhabung oder Verwendung sehr
            gefährlich werden können, unterliegen besonderen
            Beschränkungen in bezug auf Verpackungsgröße oder
            Formulierung, Vermarktung, Anwendung oder Verwendungsweise.
            Außerdem dürfen als sehr giftig eingestufte
            Pflanzenschutzmittel nicht an nichtgewerbliche Anwender
            abgegeben oder von ihnen verwendet werden.
(1) ABl. Nr. L 327 vom 3.12.1980, S. 8.
(2) ABl. Nr. L 196 vom 26.7.1990, S. 1.
 ---pagebreak---                                - 55 -
        2.4.1.4  Die Wartezeiten und Freigabefristen oder die sonstigen
                 Vorsichtsmaßnahmen sind so zu gestalten, daß die
                 Exposition der Umstehenden oder der Arbeitskräfte nach
                 Anwendung des Pflanzenschutzmittels nicht die AOEL-
                 Werte überschreitet, die für den Wirkstoff oder die
                 toxikologisch maßgebliche(n) Verbindunge(n) des
                 Pflanzenschutzmittels festgelegt wurden. Außerdem
                 müssen die Grenzwerte eingehalten werden, die nach den
                 Gemeinschaftsvorschriften (vgl. Nummer 2.4.1.1) für
                 diese Verbindungen festgelegt wurden.
2.4.1.5 Die Wartezeiten und Freigabefristen oder die sonstigen
        Vorsichtsmaßnahmen sind so zu gestalten, daß sie keine
        nachteiligen Auswirkungen auf Tiere haben.
2.4.1.6 Die Wartezeiten und Freigabefristen oder die sonstigen
        Vorsichtsmaßnahmen zur Einhaltung der AOEL-Werte und Grenzwerte
        müssen realistisch sein; erforderlichenfalls sind besondere
        Vorsichtsmaßnahmen vorzusehen.
2.4.2   Auf Rückstände zurückzuführende Auswirkungen
2.4.2.1 Anhand der auftretenden Rückstände sollte erkennbar sein, daß
        nur soviel Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurde, wie zu einer
        angemessenen Schädlingsbekämpfung erforderlich ist. Die
        Anwendung des Pflanzenschutzmittels (einschließlich der
        größtmöglichen Wartezeit bis zur Ernte oder der Rückhalte- und
        Lagerfristen) ist so zu gestalten, daß die Rückstände bei der
        Ernte bzw. der Sammlung, Schlachtung oder nach der Lagerung so
        gering wie möglich sind.
 ---pagebreak---                                      - 56 -
2.4.2.2       Gibt es weder eine gemeinschaftliche Höchstrückstandsmenge
              (MRL)**) noch eine vorläufige MRL (auf einzelstaatlicher oder
              gemeinschaftlicher Ebene), so setzen die Mitgliedstaaten eine
              vorläufige MRL fest. Schlußfolgerungen in bezug auf die
              festgelegten MRL müssen für alle Umstände gelten, die den
              Rückstandsgehalt in der Kultur beeinflussen können,
              beispielsweise AnwendungsZeitpunkt, Aufwandmenge oder
              Anwendungsweise.
2.4.2.3       Entsprechen die Bedingungen, für die eine vorläufige MRL (auf
              einzelstaatlicher oder gemeinschaftlicher Ebene) festgelegt
              wurden, nicht der guten landwirtschaftlichen Praxis oder den
              für das Pflanzenschutzmittel vorgesehehen
              Anwendungsbedingungen, so lassen die Mitgliedstaaten das
              Pflanzenschutzmittel erst zu, wenn der Antragsteller nachweisen
              kann, daß diese MRL bei sachgemäßer Verwendung nicht
              überschritten wird, oder wenn eine neue vorläufige MRL
              festgelegt worden ist.
(*) Eine gemeinschaftliche MRL ist eine Höchstrückstandsmenge, die gemäß
folgenden Richtliuien festgelegt wurde: Richtlinie 76/895/EWG des Rates vom
23. November 1976 über die Festsetzung von Höchstgehalten an Rückständen
von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Obst und Gemüse, Richtlinie
86/362/EWG des Rates vom 24. Juli 1986 über die Festsetzung von
Höchstgehalten an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in
Getreide* 1 ), Richtlinie 86/363/EWG des Rates vom 24. Juli 1986 über die
Festsetzung von Höchstgehalten an Rückständen von
Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Lebensmitteln tierischen
Ursprungs* 2 ), Richtlinie 90/642/EWG des Rates vom^27. November 1990 über
die Festsetzung von Höchstgehalten an Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und
in bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs einschließlich Obst und
Gemüse* 3 ) oder Richtlinie 91/132/EWG des Rates vom 4. März 1991 zur
Änderung der Richtlinie 74/63/EWG des Rates über die Festlegung von
Höchstgehalten an unerwünschten Stoffen und Erzeugnissen in
Futtermitteln*^). Die Daten für die Festsetzung dieser Mengen sollen
normalerweise innerhalb von weniger als drei Jahren verfügbar sein.
(1) ABl. Nr. L 221 vom 7.8.1986, S. 37.
(2) ABl. Nr. L 221 vom 7.8.1986, S. 43.
(3) ABl. Nr. L 350 vom 14.12.1990, S. 71.
(4) ABl. Nr. L 66 vom 13.3.1991, S. 16.
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2.4.2.4 Gibt es eine gemeinschaftliche MRL, so lassen die
        Mitgliedstaaten das Pflanzenschutzmittel erst zu, wenn der
        Antragsteller nachweisen kann, daß diese MRL bei sachgemäßer
        Verwendung nicht überschritten wird.
2.4.2.5 In Fällen gemäß Nummern 2.4.2.2 und 2.4.2.3 ist jedem
        Zulassungsantrag eine Risikoabschätzung beizufügen, die den
        schlimmstmöglichen Fall einer Exposition von Verbrauchern im
        betreffenden Mitgliedstaat berücksichtigt.
        Unter Berücksichtigung aller eingetragener Verwendungszwecke
        kann der vorgeschlagene Verwendungszweck nur zugelassen werden,
        wenn die günstigste Schätzung einer Exposition durch
        Lebensmittel den ADI-Wert nicht überschreitet.
2.4.2.6 Verändern sich die Rückstände durch die Verarbeitung, so kann
        eine weitere Risikoabschätzung nach den Bedingungen gemäß
        vorstehender Nummer 2.4.2.5 erforderlich werden.
2.4.2.7 Sollen behandelte Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse als
        Futtermittel verwendet werden, so dürfen sich die Rückstände
        nicht nachteilig auf die Tiergesundheit auswirken.
2.5     Einfluß auf die Umwelt
2.5.1   Verbleib und Verteilung in der Umwelt
2.5.1.1 Es wird keine Zulassung gewährt, wenn,der Wirkstoff und seine
        Metaboliten, Abbau- oder Reaktionsprodukte, sofern sie
        toxikologisch oder für die Umwelt von Bedeutung sind, unter den
        für das Planzenschutzmittel vorgeschlagenen
        Anwendungsbedingunen folgende Eigenschaften entwickeln:
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                 Persistenz im Boden von mehr als einem Jahr (d.h. DTg 0 >
                                      3
                 1 Jahr und D T 5 0 >    Monate), oder
            -    Bildung gebundener Rückstände, die nach 30 Tagen mehr als
                 50% der ursprünglichen Dosis oder nach 100 Tagen mehr als
                 70% der ursprünglichen Dosis ausmachen, wobei die
                 Mineralisierungsrate weniger als 5% innerhalb von 100
                 Tagen beträgt.
            Dies gilt nicht, wenn wissenschaftlich nachgewiesen wird, daß
            die Akkumulierung im Boden so gering ist, daß sich unter
            Feldbedingungen in den Folgekulturen weder unannehmbare
            Rückstandsmengen ansammeln noch unannehmbare phytotoxische
            Auswirkungen einstellen, und/oder daß sich bei den nicht zu
            bekämpfenden Arten keine unannehmbaren Auswirkungen gemäß
            Teil C Nummern 2.5.1.2, 2.5.1.3, 2.5.1.4 und 2.5.2 zeigen.
2.5.1.2     Es wird keine Zulassung gewährt, wenn sich der Wirkstoff oder
            die entsprechenden Metaboliten, Abbau- oder Reaktionsprodukte,
            die nach vorgeschlagener sachgemäßer Anwendung des
            Pflanzenschutzmittels      in Trinkwasser gemäß der
            Begriffsbestimmung in der Richtlinie 80/778/EWG des Rates vom
            15. Juli 1980 über die Qualität von Wasser für den menschlichen
            Gebrauch*1) zu erwarten sind, so stark anreichern, daß die
            Bestimmungen der vorgenannten Richtlinie ohne besondere
            Behandlung nicht eingehalten werden können.
2.5.1.3     Es wird keine Zulassung gewährt, wenn sich der Wirkstoff oder
            die entsprechenden Metaboliten, Abbau- oder Reaktionsprodukte,
            die nach vorgeschlagener sachgemäßer Anwendung des
            Pflanzenschutzmittels zu erwarten sind, so stark im
            Oberflächenwasser anreichern, daß
(1) ABl. Nr. L 229 vom 30.8.1980, S. 11.
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                      im zur Trinkwassergewinnung bestimmten
                     Oberflächenwasser des vorgesehenen Anwendungsgebiets
                     Werte erreicht werden, die die gemäß der Richtlinie
                     75/440/EWG des Rates über die Qualitätsanforderungen
                     an Oberflächenwasser für die Trinkwassergewinnung in
                     den Mitgliedstaaten*1) festgesetzten Werte
                     überschreiten, oder
            -    für die nicht zu den Zielorganismen gehörenden Arten mit
                 Auswirkungen zu rechnen ist, die im Sinne der
                 entsprechenden Vorschriften gemäß Teil C Nummer 2.5.2 als
                 unannehmbar anzusehen sind.
            Die vorgeschlagene Gebrauchsanleitung für das
            Pflanzenschutzmittel, einschließlich der Reinigungsvorschriften
            für Ausbringungsgeräte, ist so zu gestalten, daß die
            Wahrscheinlichkeit einer unbeabsichtigten Kontamination von
            Oberflächenwasser möglichst gering ist.
2.5.1.4     Die Konzentration des Wirkstoffs in der Luft darf unter
            Berücksichtigung der realistischen Anwendurgsbedingungen weder
            die AOEL-Werte noch die Grenzwerte für Anwender, Umstehende und
            Arbeitskräfte gemäß Teil C Nummer 2.4.1 überschreiten.
(1) ABl. Nr. L 194 vom 25.7.1975, S. 34.
 ---pagebreak---                                - 60 -
             2.5.2                 Auswirkungen auf nicht zu den
             Zielorganismen gehörende Arten
2.5.2-1 Besteht die Möglichkeit einer Exposition von Vögeln und anderen
        nicht zu den Zielorganismen gehörenden terrestrischen
        Wirbeltieren, so wird die Zulassung nicht gewährt, wenn
        -    das Verhältnis der akuten und Kurzzeittoxizität zur
             Exposition von Vögeln und anderen nicht zu den
             Zielorganismen gehörenden terrestrischen Wirbeltieren
             weniger als 10 beträgt, und wenn das Verhältnis
             Langzeittoxizität/Exposition unter 5 liegt, es sei denn,
             eine geeignete Risikoabschätzung erbringt den deutlichen
             Beweis, daß nach der vorgeschlagenen sachgerechten
             Anwendung des Pflanzenschutzmittels unter Feldbedingungen
             keine unannehmbaren Auswirkungen eintreten;
             der Biokonzentrationsfaktor (BCF, bezogen auf Fettgewebe)
             mehr als 1 beträgt, es sei denn, eine geeignete
             Risikoabschätzung erbringt den deutlichen Beweis, daß nach
             der vorgeschlagenen sachgerechten Anwendung des
             Pflanzenschutzmittels unter Feldbedingungen keine direkten
             oder indirekten unanannehmbaren Auswirkungen eintreten.
 tFfV   Besteht die Möglichkeit einer Exposition von Wasserlebewesen,
        so wird die Zulassung nicht gewährt, wenn
             das Verhältnis zwischen Toxizität und Exposition für
             Fische und Daphnia bei akuter Exposition unter 100 und bei
             chronischer Exposition unter 10 ],iegt, es sei denn, eine
             geeignete Risikoabschätzung erbringt den deutlichen
             Beweis, daß die Lebensfähigkeit der Wasserlebewesen durch
             die vorgeschlagene sachgerechte Anwendung des
             Pflanzenschutzmittels unter Feldbedingungen nicht
             gefährdet wird;
 ---pagebreak---                                - 61 -
                 -                 das Verhältnis zwischen Hemmung des
                                   Algenwachstums und Exposition
                                   weniger als 10 beträgt, es sein
                                   denn, eine geeignete
                                   Risikoabschätzung erbringt den
                                   deutlichen Beweis,, daß die
                                   Lebensfähigkeit der Algen durch die
                                   vorgeschlagene sachgerechte
                                   Anwendung des Pflanzenschutzmittels
                                   unter Feldbedingungen nicht
                                   gefährdet wird;
             der Biokonzentrationsfaktor (BCF) für rasch abbaubare
             Pflanzenschutzmittel mehr als 1000 und für die übrigen
             Pflanzenschutzmittel mehr als 100 beträgt, es sei denn,
             eine geeignete Risikoabschätzung erbringt den deutlichen
             Beweis, daß durch die vorgeschlagene sachgerechte
             Anwendung des Pflanzenschutzmittels unter Feldbedingungen
             keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Lebensfähigkeit
             der direkt und indirekt (Räuber) exponierten Arten
             eintreten.
2.5.2.3 Besteht die Möglichkeit einer Exposition von Honigbienen, so
        wird die Zulassung nicht gewährt, wenn die
        Gefährdungsquotienten für die orale und die Kontaktexposition
        von Honigbienen mehr als SO betragen, es sei denn, eine
        geeignete Risikoabschätzung erbringt den deutlichen Beweis, daß
        durch die vorgeschlagene sachgerechte Anwendung des
        Pflanzenschutzmittels unter Feldbedingungen keine unannehmbaren
        Auswirkungen auf die Larven und das Verhalten der Honigbienen
        sowie auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenstaaten
        zu erwarten sind.
 ---pagebreak---                                - 62 -
2,5^2*4 Besteht die Möglichkeit einer Exposition von anderen
        Nptzarthropoden als Honigbienen, so wird die Zulassung nicht
        gewährt, es sei denn, eine geeignete Risikoabschätzung erbringt
        den deutlichen Beweis, daß durch die vorgeschlagene
        sachgerechte Anwendung des Pflanzenschutzmittels unter
        Feldbedingungen keine unannehmbaren  Auswirkungen auf diese
        Organismen zu erwarten sind unter Berücksichtigung der
        Möglichkeit, dass sich die Population wieder erholt.
        Besteht die Möglichkeit einer Exposition von anderen
        Nutzarthropoden als Honigbienen, so wird die Zulassung für die
        Verwendung in integrierten Schädlingsbekämpfungssystemen nicht
        gewährt, wenn mehr als 30 % der Versuchsorganismen im Letal-
        oder Subletaltest, der in einem Labor bei der höchsten
        vorgeschlagenen Aufwandmenge durchgeführt wird, geschädigt
        werden, es sei denn, eine geeignete Risikoabschätzung erbringt
        den deutlichen Beweis, daß durch die vorgeschlagene
        sachgerechte Anwendung des Pflanzenschutzmittels unter
        Feldbedingungen keine unannehmbaren langfristigen   Auswirkungen
        auf diese Organismen zu erwarten sind. Jegliche Behauptung
        hinsichtlich der Selektivität und jeglicher Vorschlag für die
        Verwendung in integrierten Schädlingsbekämpfungssystemen sind
        durch entsprechende Angaben zu untermauern.
2.5.2.5 Besteht die Möglichkeit einer Exposition von Regenwürmern, so
        wird die Zulassung nicht gewährt, wenn das Verhältnis von
        akuter Toxizität zu Exposition bei Regenwürmern weniger als 10
        und das Verhältnis von Langzeittoxizität zu Exposition weniger
        als 5 beträgt, es sei denn, eine geeignete Risikoabschätzung
        erbringt den deutlichen Beweis, daß Regenwurmpopulationen durch
        die vorgeschlagene sachgerechte Anwendung des Pflanzenschutz-
        mittels unter Feldbedingungen nicht gefährdet werden.
 ---pagebreak---                                - 63 -
2.5.2.6 Besteht die Möglichkeit einer Exposition von nicht zu den
        Zielorganismen gehörenden, im Boden lebenden Mikroorganismen,
        so wird die Zulassung aicht gewährt, wenn die Stickstoff- und'
        Kohlenstoffmineralisierung im Laborversuch nach 100 Tagen um
        mehr als 25% verringert ist, es sei denn, eine geeignete
        Risikoabschätzung erbringt den deutlichen Beweis, daß durch die
        vorgeschlagene sachgerechte Anwendung des Pflanzenschutzmittels
        unter Feldbedingungen keine unannehmbaren Auswirkungen auf
        Aktivität der Mikroorganismen eintreten.
2.6     Analysemethoden
        Zur Bestätigung der Analysemethoden, die für die Überwachung
        und Bewertung nach der Zulassung vorgeschlagen werden, müssen
        folgende Kriterien erfüllt sein:
2.6.1   Analyse der Formulierung:
        Mit den Verfahren müssen der Wirkstoff bzw. die Wirkstoffe,
        gegebenenfalls auch die toxikologisch und ökotoxikologisch
        signifikanten Verunreinigungen und weitere
        Formulierungsbestandteile bestimmt und identifiziert werden
        können.
2.6.2   Rückstandsanalyse:
        i)   Mit dem Verfahren müssen toxikologische oder ökologisch
             signifikante Rückstände bestimmt und bestätigt werden
             können.
        ii)  Die durchschnittliche Wiederfindungsrate soll bei einer
             Standardabweichung von < 20% zwischen 70% und 110% liegen.
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            iii) Die Wiederholbarkeit muß unter folgenden Werten liegen:
            Rückstandsmenge            Differenz           Differenz
               mg/kg                   in mg/kg             in %
                0,01                    0,005               50
                0,1                     0,025               25
                1                       0,125              12,5
              >1                                           12,5
            Zwischenwerte werden durch Interpolation einer doppelt
            logarithmischen Kurve bestimmt.
            iv)   Die Wiederholbarkeit muß unter folgenden Werten liegen:
            Rückstandsmenge            Differenz           Differenz
               mg/kg                   in mg/kg             in %
                a,01                    0,01               100
                0,1                     0,05                50
                1                       0,25                25
              *1                                            25
Ewischenwerte werden durch Interpolation einer doppelt logarithmischen
Kurve bestimmt.
            v)    Werden behandelte Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, Lebens-,
                  Futtermittel oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs auf
                  Rückstände untersucht, so müssen die Analysemethoden
                  folgende Empfindlichkeitskriterien erfüllen, sofern die
                  MRL oder die vorgeschlagene MRL der Bestimmungsgrenze
                  nicht entspricht:
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      b)   Physikalische Eigenschaften:
      Das Pflanzenschutzmittel muß die physikalischen Kriterien
      (einschließlich Lagerungsstabilität) erfüllen, die für diese
      Formulierung im "Manual on the development and use of FAO
      specifications for plant protection products" (Handbuch über
      Entwicklung und Verwendung der FAO-Spezifikationen für
      Pflanzenschutzmittel) angegeben sind.
2.7.3 Wird auf dem vorgeschlagenen Etikett empfohlen, die Zubereitung
      zusammen mit anderen Pflanzenschutzmitteln nach der
      Tankmischmethode zu verwenden, oder werden auf dem
      vorgeschlagenen Etikett Angaben darüber gemacht, wie sich die
      Zubereitung mit den anderen Pflanzenschutzmitteln der
      Tankmischung verträgt, so müssen diese Produkte in der
      Tankmischung chemisch und physikalisch verträglich sein.
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                                                                    ISSN 0254-1467
                                                           KOM(93)117endg.
                                                      DOKUMENTE
DE                                                                        03 05
                                 Katalognummer : CB-CO-93-154-DE-C
                                                           ISBN 92-77-54004-4
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
I ,-2985 Luxemburg