CELEX: 51979PC0243(01)
Language: de
Date: 1979-05-11
Title: VORSCHLAG FUER EINE RICHTLINIE DES RATES UEBER DIE GRENZWERTE FUER EINLEITUNGEN VON ALDRIN, DIELDRIN UND ENDRIN IN DIE GEWAESSER DER GEMEINSCHAFT

12 6. 79                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                        N r . C 146/5
                                                                 II
                                                    (Vorbereitende   Rechtsakte)
                                                  KOMMISSION
              Vorschlag für eine Richtlinie des Rates
                I. über die Grenzwerte für Einleitungen von Aldrin, Dieldrin und Endrin in die Gewäs-
                   ser der Gemeinschaft
               II. über die zu erreichenden Qualitätsziele für Gewässer, in welche Aldrin, Dieldrin und
                   Endrin eingeleitet werden
                                 (Von der Kommission      dem Rat vorgelegt am 16. Mai 1979)
                                                                   I
              Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Grenzwerte für Einleitungen von Aldrin,
                                   Dieldrin und Endrin in die Gewässer der Gemeinschaft
DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                              Langlebigkeit und ihrer Bioakkumulation auf die Li-
GEMEINSCHAFTEN —                                                      ste I gesetzt werden müssen.
gestützt auf die Richtlinie 7 6 / 4 6 4 / E W G des Rates             D a in derselben Richtlinie auch die Festlegung von
vom 4. Mai 1976 betreffend die V e r s c h m u t z u n g in-          Qualitätszielen vorgesehen ist, sind diese mit der
folge der Ableitung bestimmter gefährlicher Stoffe in                 Richtlinie . . . des Rates erlassen w o r d e n .
die Gewässer der Gemeinschaft ('), insbesondere auf
Artikel 6,                                                            D a die Verunreinigung der Gewässer durch die Einlei-
                                                                      tung dieser Stoffe fast ausschließlich,von Betrieben,
auf Vorschlag der Kommission,                                         die diese Stoffe herstellen, und von Betrieben zur Be-
                                                                      handlung von Wolle und Wollerzeugnissen gegen
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                       Mottenbefall verursacht wird, sind f ü r diese beiden In-
                                                                      dustriezweige Grenzwerte festzulegen und ihre Ab-
                                                                      wasserableitungen einer vorherigen Genehmigung zu
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
                                                                      unterwerfen.
schusses,
                                                                      Es ist d a f ü r Sorge zu tragen, daß die Mitgliedstaaten
in Erwägung nachstehender G r ü n d e :                               Emissionsnormen und Fristen festlegen, die sich in
                                                                      den vom Rat festgelegten Grenzen halten.
Artikel 6 der Richtlinie 7 6 / 4 6 4 / E W G sieht die Festle-
gung von Grenzwerten vor, welche die Emissionsnor-                    Es ist wichtig, f ü r die Ableitungen etwaiger Sübstitu-
men für die Ableitungen von Stoffen aus Liste I im                    tionserzeugnisse ein Genehmigungsverfahren vorzuse-
Anhang nicht überschreiten dürfen.                                    hen, damit eine neue G e f ä h r d u n g der Gewässer der
                                                                      Gemeinschaft vermieden wird.
Aldrin, Dieldrin und Endrin sind organische H a l o g e n -
verbindungen, die aufgrund ihrer Toxizität, ihrer                     D a das Grundwasser Gegenstand einer Einzelrichtli-
                                                                      nie ist, fällt es nicht in den Anwendungsbereich dieser
(') ABl. Nr. L 129 vom 18. 5. 1976, S. 23.                            Richtlinie —
 ---pagebreak--- N r . C 146/6                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 12.6. 79
HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:                                h) „Neuer Betrieb":
                                                                      ein Industriebetrieb, der nach dem Zeitpunkt der
                          Artikel   1
                                                                      Bekanntgabe dieser Richtlinie seine P r o d u k t i o n
(1)      Mit dieser Richtlinie werden die G r e n z w e r t e         aufnimmt.
f ü r die Emissionsnormen, die nicht überschritten wer-
                                                                 Erweiterungen bestehender Betriebe, die am selben
den dürfen, und ihre Anwendungsfristen betreffend
                                                                 Herstellungsort zu einer Steigerung der Jahresproduk-
die Ableitung nachstehender Stoffe in die Gewässer
                                                                 tion von Aldrin, Dieldrin oder Endrin um mehr als
festgelegt:
                                                                 50 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 1975 bis
— Aldrin, Dieldrin und Endrin aus den Betrieben,                 1978 führen, sind neuen Betrieben gleichgestellt.
      die diese Stoffe herstellen;
— Dieldrin aus Betrieben der Behandlung von Wolle
                                                                                             Artikel 3
      und Wollerzeugnissen gegen Mottenbefall.
                                                                 Die in der in Artikel 3 der Richtlinie 7 6 / 4 6 4 / E W G
(2)       Diese Richtlinie findet A n w e n d u n g auf die in
                                                                 vorgesehene Genehmigung festgelegten Emissionsnor-
Artikel 1 der Richtlinie 7 6 / 4 6 4 / E W G genannten Ge-
                                                                 men, Fristen und Zeitfolge der P r o b e n a h m e n tragen
wässer, ausgenommen das Grundwasser.
                                                                 den im Anhang I dieser Richtlinie genannten G r e n z -
                                                                 werten Rechnung.
                           Artikel 2
                                                                 Die in der Genehmigung festgelegten Analysemetho-
 Im Sinne dieser Richtlinie gilt als:
                                                                 den müssen den in A n h a n g II dieser Richtlinie aufge-
 a) „Aldrin":                                                    führten Referenzanalysemethoden entsprechen. W i r d
                                                                 die V e r w e n d u n g anderer Analysemethoden gestattet,
      die chemische V e r b i n d u n g 1,2,3,4,10,10-Hexa-      so müssen diese die Erfassungsgrenze, die M e ß g e n a u -
      chlor-1,4,4a,5,8,8a-hexahydro-1,4-endo-5,8-exo-            igkeit und die Methodengenauigkeit, die im A n h a n g
      dimethano-naphtalin (Chemical abstract N o 309-            II aufgeführt sind, einhalten.
      00-2) C);
 b) „Dieldrin":                                                  Die Gültigkeit der in dem genannten Artikel 3 vorge-
                                                                 sehenen Genehmigung darf fünf Jahre nicht über-
      die chemische V e r b i n d u n g 1,2,3,4,10,10-Hexa-      schreiten.
      chlor-6,7-epoxy-l,4,4a,5,6,7,8,8a-octahydro-l,4-
      endo-5,8-exo-dimethano-naphtalin (Chemical ab-
      stract N o 60-57-1) (');                                                               Artikel 4
 c) „Endrin":
                                                                 Falls Aldrin, Dieldrin oder Endrin durch ein anderes
      die chemische V e r b i n d u n g 1,2,3,4,10,10-Hexa-      Erzeugnis substituiert wird, bedarf jede Ableitung in
      chlor-6,7-epoxy-l,4,4a,5,6,7,8,8a-octahydro-l,4-           die in Artikel 1 Absatz 2 genannten Gewässer, die
      endo-5,8-endo-dimethano-naphtalin                (Chemical diese Ersatzerzeugnisse enthalten kann, der vorheri-
      abstract N o 72-20-8) (');                                 gen Genehmigung der zuständigen Behörde des be-
 d) „Grenzwert":                                                 treffenden Mitgliedstaats.
      die höchste zulässige Konzentration der genann-
      ten Stoffe in den Ableitungen;                                                          Artikel 5
 e) „Ableitung":
                                                                  (1)      Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen
      jede Einleitung von Aldrin, Dieldrin oder Endrin            M a ß n a h m e n in Kraft, um dieser Richtlinie binnen
      in die in Artikel 1 Absatz 2 genannten Gewässer;            zwei Jahren nach ihrer Bekanntgabe n a c h z u k o m m e n .
                                                                  Sie setzen die Kommission hiervon unverzüglich in
 f) „Industriebetrieb":
                                                                  Kenntnis.
      ein Betrieb z u r Herstellung von Aldrin, Dieldrin
      oder Endrin sowie zur Behandlung von Wolle und              (2)      Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommis-
      Wollerzeugnissen mit Dieldrin gegen Mottenbe-               sion den W o r t l a u t der Vorschriften des innerstaatli-
      fall;-                                                      chen Rechts, die sie auf dem von dieser Richtlinie be-
                                                                  troffenen Gebiet erlassen.
 g) „ Bestehender Betrieb
      ein Industriebetrieb, der zum Zeitpunkt der Be-
      kanntgabe dieser Richtlinie in P r o d u k t i o n ist;                                 Artikel 6
 O ABl. Nr. L 360 vom 30. 12. 1976, S. 206 ff.                    Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
 ---pagebreak--- 12. 6. 79                                 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. C 146/7
                                                          ANHANG      I
            Grenzwerte, welche die Emissionsnormen nicht überschreiten dürfen, Fristgrenzen und Zeitfolge
                               der Probenahmen von Aldrin, Dieldrin und Endrin für Industriebetriebe
            1. Bestehende Betriebe zur Herstellung von Aldrin, Dieldrin und!oder Endrin
                Der Grenzwert der monatlichen Konzentration der Summe der Stoffe Aldrin, Dieldrin und
               E n d r i n ^ ) in den Ableitungen wird bei einer monatlichen Abwassermenge von 750 000 m 3
                wie folgt festgesetzt:
                — ab 1. Januar 1982 auf 20 /^g/1 entsprechend einer monatlichen Fracht von 15 kg;
               — ab 1. Januar 1986 auf 4 fig/\ entsprechend einer monatlichen Fracht von 3 kg.
                Um die Einhaltung dieser Grenzwerte nachprüfen zu können, sind wenigstens einmal am
               Tage Messungen an Wasserproben vorzunehmen, die für die Ableitungen statistisch repräsen-
               tativ sind.
               Die monatliche Konzentration errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der Tagesdurch-
               schnittswerte oder, falls solche nicht vorliegen, der verfügbaren Werte. Keiner der gemessenen
               Werte darf die monatlichen Durchschnittswerte um das Fünffache überschreiten.
               Ist die monatliche Abwassermenge größer oder geringer als 750 000 m3, so sind die Grenz-
               werte für die Konzentrationen nach folgender Formel zu ändern:
                          geänderter Grenzwert, ausgedrückt in «g/1,
                          20 fig/l ab 1. Januar 1982,
                          4 /ug/l ab 1. Januar 1986,
                          750 000 m 3 im Monat,
                          tatsächliche monatliche Abwassermenge, ausgedrückt in m 3 .
              Was die ab 1. Januar 1986 gültigen Vorschriften anbelangt, so kann der betreffende Mitglied-
              staat im Falle, wo ein Hersteller wenigstens neun Monate vor Ablauf der Frist, d. h. erstmalig
              bis zum 1. April 1985, nachweisen kann, daß die obengenannten Grenzwerte mit den besten
              verfügbaren technischen Mitteln nicht erreicht werden können, die obengenannte Frist mit
              dem Einverständnis der Kommission verlängern.
          2. Bestehende Betriebe zur Behandlung von Wolle und Wollerzeugnissen
              Der Grenzwert für die monatliche Konzentration von Dieldrin in den Ableitungen wird mit
              Wirkung vom 1. Januar 1986 durch folgende Formel festgelegt:
                                                                   Qo
                                                        L     1
                                                           ~    ' Q
             L     = Grenzwert, ausgedrückt in //g/1,
             1     = 60 /ug/l,
             Qo = 175 m 3 je kg verwendetes Dieldrin (in reiner Form),
            Q     = Abwassermenge, ausgedrückt in m 3 je kg verwendetes Dieldrin (in reiner Form).
 ---pagebreak--- Nr. C 146/8                                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                                                                                      12. 6. 79
                Um die Einhaltung dieser Grenzwerte überprüfen zu können, sind wenigstens einmal wöchent-
                lich Messungen an Wasserproben durchzuführen, die statistisch für die Abwässer repräsen-
                tativ sind.
                 Zur Errechnung der monatlichen Konzentration wird der Mittelwert der Tagesdurchschnitts-
                 werte oder, falls solche nicht vorliegen, der verfügbaren Werte gebildet. Keiner der gemes-
                 senen Werte darf die Monatsdurchschnittswerte um das Fünffache überschreiten.
            3. Neue Betriebe zur Herstellung von Aldrin, Dieldrin und/oder                                                                        Endrin und zur Behandlung
                 von Wolle und Wollerzeugnissen mit Dieldrin
                 Die Konzentration der Summe der Stoffe Aldrin, Dieldrin und Endrin (') in den Ableitungen
                wird vom Zeitpunkt der Produktionsaufnahme in dem betreffenden Betrieb auf Null fest-
                gelegt.
                 Im Sinne dieser Richtlinie bedeutet Nullkonzentration eine Konzentration von Aldrin,
                 Dieldrin oder Endrin, die nach dem in Anhang II aufgeführten Analyseverfahren oder einem
                 anderen gleichwertigen Analyseverfahren nicht nachweisbar ist.
                Mit Einwilligung der Kommission können die Mitgliedstaaten eine Abweichung hiervon
                 gestatten, bei der die emissionsärmste Herstellungstechnik und die besten verfügbaren
                 technischen Mittel zur Reinigung der Abwässer berücksichtigt sind.
            (') Falls die A b w ä s s e r aus der Endrin-Herstellung auch Isodrin enthalten, so gelten d i e o b e n                                                              festgesetzten Grenz-
                w e r t e für die S u m m e der S t o f f e Aldrin, Dieldrin, Endrin und Isodrin.
                Isodrin ist die chemische V e r b i n d u n g l , 2 , 3 , 4 , 1 0 , 1 0 - H e x a c h l o r - l , 4 , 4 a , 5 , 8 , 8 a - h e x a h y d r o - l , 4 - e n d o - . 5 , 8 - e n d o - d i m e t h a n o -
                naphtalin.
                (Chemical abstract N o 465-73-6; siehe ABl. Nr. L .360 v o m 30. 12. 1976, S. 207).
                                                                                               ANHANG          11
            Referenzanalysemethode zur Bestimmung der Konzentration von Aldrin, Dieldrin und Endrin
                                                                                         in den Ableitungen
            Gaschromatographie mit Nachweis durch Elektroneneinfang, nach Extraktion mit geeignetem
            Lösungsmittel und Reinigung:
            — Erfassungsgrenze (*): mindestens um das Zehnfache unter der für die Probenahmestelle
                  geforderten monatlichen Konzentration. Falls die Emissionsnorm auf Null festgelegt ist,
                  muß die Erfassungsgrenze bei 10 ng/1 liegen;
            — Meßgenauigkeit C1): ± 5 0 % ;
            — Methodengenauigkeit ('): ± 30 %.
            H Siehe D e f i n i t i o n e n in d e m Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die M e ß m e t h o d e n s o w i e über die
                Z e i t f o l g e der P r o b e n a h m e n und der A n a l y s e n in b e z u g auf die Parameter für die Q u a l i t ä t s a n f o r d e r u n g e n an
                O b e r f l ä c h e n w a s s e r für die T r i n k w a s s e r g e w i n n u n g in den Mitgliedstaaten (ABL N r . C 208 v o m 1. 9. 1978).
 ---pagebreak---  12. 6. 79                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   Nr. C 146/9
                                                              II
               Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die zu erreichenden Qualitätsziele für Gewäs-
                               ser, in welche Aldrin, Dieldrin und Endrin eingeleitet werden
 DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                        Es ist erforderlich, daß die Ableitungen von Substitu-
 GEMEINSCHAFTEN —                                                tionserzeugnissen einer Genehmigung bedürfen, da-
                                                                 mit eine neue Verschmutzungsgefahr für die Gewäs-
gestützt auf die Richtlinie 7 6 / 4 6 4 / E W G des Rates        ser der Gemeinschaft vermieden wird.
vom 4. Mai 1976 betreffend die Verschmutzung in-
folge der Ableitung bestimmter gefährlicher Stoffe in            Da das Grundwasser Gegenstand einer Einzelrichtli-
die Gewässer der Gemeinschaft ('), insbesondere auf              nie ist, fällt es nicht in den Anwendungsbereich dieser
Artikel 6,                                                       Richtlinie —
auf Vorschlag der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                  HAT FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses,
                                                                                           Artikel 1
in Erwägung nachstehender Gründe:
                                                                 (1)      Mit dieser Richtlinie werden die Qualitätsziele
                                                                 für Gewässer, in welche Aldrin, Dieldrin und Endrin
Die Richtlinie des Rates 7 6 / 4 6 4 / E W G sieht die Fest-     eingeleitet werden, und das Überwachungsverfahren
legung von Grenzwerten vor, die die Emissionsnor-                festgelegt.
men für die Einleitungen von Stoffen aus der Liste I
ihres Anhangs nicht überschreiten dürfen, aber auch
                                                                 (2)      Diese Richtlinie findet Anwendung auf die in
die Festlegung von Qualitätszielen für die durch diese
                                                                 Artikel 1 der Richtlinie 7 6 / 4 6 4 / E W G genannten Ge-
Stoffe belasteten Gewässer.
                                                                 wässer, ausgenommen das Grundwasser.
Aldrin, Dieldrin und Endrin sind organische Halogen-
verbindungen, die wegen ihrer Toxizität, Langlebig-
keit und Bioakkumulation auf die Liste I gesetzt wer-                                       Artikel 2
den müssen.
                                                                 Im Sinne dieser Richtlinie gilt als:
In der Richtlinie . . . des Rates sind die Grenzwerte
für die Ableitungen von Aldrin, Dieldrin und Endrin               a) „Aldrin":
in die Gewässer festgelegt.
                                                                      die chemische Verbindung 1,2,3,4,10,10-Hexa-
                                                                      chlor-l,4,4a,5,8,8a-hexahydro-l,4-endo-5,8-exo-
Damit die Mitgliedstaaten nachweisen können, daß                      dimethano-naphtalin         (Chemical    abstract  No
die Qualitätsziele beachtet werden, ist ein Überwa-                   309-00-2) ( 2 );
chungsverfahren vorzusehen.
                                                                  b) „Dieldrin":
Da die Verunreinigung der Gewässer durch die Einlei-                  die chemische Verbindung 1,2,3,4,10,10-Hexa-
tungen dieser Stoffe fast ausschließlich von Betrieben,               chlor-6,7-epoxy-l,4,4a,5,6,7,8,8a-octahydro-l,4-
die diese Stoffe herstellen, sowie von Betrieben zur                  endo-5,8-exo-dimethano-naphtalin (Chemical ab-
Behandlung von Wolle und Wollerzeugnissen gegen
                                                                       stract N o 60-57-1) O ;
Mottenbefall verursacht wird, bedürfen die Ableitun-
gen dieser Betriebe einer vorherigen Genehmigung.                  c) „Endrin":
                                                                       die chemische Verbindung 1,2,3,4,10,10-Hexa-
Um die Qualitätsziele zu erreichen, müssen die Mit-                   chlor-6,7-epoxy-l,4,4a,5,6,7,8,8a-octahydro-l,4-
gliedstaaten in der erteilten Genehmigung Emissions-                   endo-5,8-endo-dimethano-naphtalin (Chemical ab-
normen festlegen.
                                                                       stract N o 72-20-8) ( 2 );
(') ABl. Nr. L 129 vom 18. 5. 1976, S. 23.                       C) ABl. Nr. L 360 vorn 30. 12. 1976, S. 206 ff.
 ---pagebreak--- Nr. C 146/10                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            12. 6. 79
d) „ Qualitätsziel":                                                                Artikel 4
   die Höchstkonzentration der genannten Stoffe,
                                                            Besteht die Möglichkeit, daß das von einer Einleitung
   die in den betroffenen Gewässern enthalten sein
                                                            betroffene Gebiet über Staatsgrenzen hinausreicht, so
    darf;
                                                            stimmen sich die betreffenden Mitgliedstaaten über
                                                            die Folgen der Anwendung dieser Richtlinie ab und
e) „Ableitung":                                             setzen die Kommission hiervon unverzüglich in Kennt-
   jede Einleitung von Aldrin, Dieldrin oder Endrin         nis.
    in die in Artikel 1 Absatz 2 genannten Gewässer;
                                                                                    Artikel 5
f) „ Industriebetrieb ":
                                                            (1)    Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen
    ein Betrieb zur Herstellung von Aldrin, Dieldrin
    oder Endrin sowie zur Behandlung von Wolle und          Maßnahmen in Kraft, um dieser Richtlinie binnen
                                                            zwei Jahren nach ihrer Bekanntgabe nachzukommen.
   Wollerzeugnissen mit Dieldrin gegen Mottenbe-
                                                            Sie setzen die Kommission hiervon unverzüglich in
    fall.
                                                            Kenntnis.
                                                            (2)    Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommis-
                         Artikel 3
                                                            sion den Wortlaut der Vorschriften des innerstaatli-
                                                            chen Rechts, die sie auf dem von dieser Richtlinie be-
Falls Aldrin, Dieldrin oder Endrin durch ein anderes        troffenen Gebiet erlassen.
Erzeugnis substituiert wird, bedarf jede Ableitung in
die in Artikel 1 Absatz 2 genannten Gewässer, die
diese Ersatzerzeugnisse enthalten kann, der vorheri-                                Artikel 6
gen Genehmigung der zuständigen Behörde des be-
treffenden Mitgliedstaats.                                  Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.
 ---pagebreak--- 12. 6. 79                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 146/11
                                                            ANHANG      1
                                        Qualitätsziele für Aldrin, Dieldrin und Endrin
          1. Die Summe dieser 3 Stoffe darf 5 ng/1 (fünf Nanogramm je Liter) im Süßwasser und im
              Meerwasser nicht überschreiten.
              Dieses Qualitätsziel muß bis zum 1. Januar 1982 erreicht sein.
          2. Ein Mitgliedstaat kann mit Zustimmung der Kommission für ein bestimmtes geographisches
              Gebiet ein weniger strenges Qualitätsziel festsetzen als das oben erwähnte, vorausgesetzt,
              daß dem Qualitätsziel von 5 ng/1 außerhalb dieses Gebietes im allgemeinen entsprochen wird.
                                                            ANHANG      11
                                                     Überwachungsverfahren
          1. Für jedes von den Einleitungen betroffene geographische Gebiet sind drei Zonen abzu-
              grenzen:
              A. Die unmittelbare Vermischungszone: in der unmittelbaren Nähe der Einleitungsstelle
                   gelegen, wo nur eine sehr schwache Verdünnung stattfindet.
              B. Die Dispersionszone: weiter von der Einleitungsstelle entfernt und gekennzeichnet durch
                   eine größere Diffusion und stärkere Verdünnung der Ableitungen.
              C. Die von den Ableitungen nicht betroffene Zone: hier sind Auswirkungen der Ableitungen
                   nicht mehr erfaßbar.
          2. Innerhalb der Zone B ist ein Netz von Probenahmestellen einzurichten, das so geartet sein
              muß, daß die entnommenen Wasserproben die Qualität des gesamten Wassers in der
              Zone B bezeichnend repräsentieren. Die Probenahmen müssen so dicht aufeinander folgen,
              daß die Veränderungen des Zustandes des Wassers der Zone B angezeigt werden, mindestens
              jedoch einmal je Woche erfolgen.
          3. Die Analysemethode zur Bestimmung der Konzentration von Aldrin, Dieldrin und Endrin
              in den Wasserproben ist folgende:
              Gaschromatographie mit Nachweis durch Elektroneneinfang, nach Extraktion mit geeignetem
              Lösungsmittel und Reinigung:
              — Erfassungsgrenze (-1):             mindestens um das Zweifache unter dem festgesetzten Quali-
                                                   tätsziel;
              — Meßgenauigkeit ( l ):              ± 50 %;
                                             x
              — Methodengenauigkeit ( ):           ± 30 % .
          (') Siehe Definitionen in dem Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Meßmethoden sowie über die
              Zeitfolge der Probenahmen und der Analysen in bezug auf die Parameter für die Qualitätsanforderungen an
              Oberflächenwasser für die Trinkwassergewinnung in den Mitgliedstaaten (ABl. Nr. C 208 vom 1. 9. 1978).