CELEX: C2006/281/14
Language: de
Date: 2006-11-18 00:00:00
Title: Rechtssachen C-392/04 und C-422/04: Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 19. September 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Bundesverwaltungsgerichts — Deutschland) — i-21 Germany GmbH (C-392/04), Arcor AG & Co. KG (C-422/04)/Bundesrepublik Deutschland (Telekommunikationsdienste — Richtlinie 97/13/EG — Artikel 11 Absatz 1 — Auf Einzelgenehmigungen anwendbare Gebühren und Abgaben — Artikel 10 EG — Vorrang des Gemeinschaftsrechts — Rechtssicherheit — Bestandskräftiger Verwaltungsakt)

18.11.2006   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 281/9
            
         Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 19. September 2006 (Vorabentscheidungsersuchen des Bundesverwaltungsgerichts — Deutschland) — i-21 Germany GmbH (C-392/04), Arcor AG & Co. KG (C-422/04)/Bundesrepublik Deutschland
   (Rechtssachen C-392/04 und C-422/04) (1)
   
   (Telekommunikationsdienste - Richtlinie 97/13/EG - Artikel 11 Absatz 1 - Auf Einzelgenehmigungen anwendbare Gebühren und Abgaben - Artikel 10 EG - Vorrang des Gemeinschaftsrechts - Rechtssicherheit - Bestandskräftiger Verwaltungsakt)
   (2006/C 281/14)
   Verfahrenssprache: Deutsch
   Vorlegendes Gericht
   Bundesverwaltungsgericht
   Parteien des Ausgangsverfahrens
   
      Klägerinnen: i-21 Germany GmbH (C-392/04), Arcor AG & Co. KG (C-422/04)
   
      Beklagte: Bundesrepublik Deutschland
   Gegenstand
   Vorabentscheidungsersuchen des Bundesverwaltungsgerichts — Auslegung von Artikel 10 EG und Artikel 11 Absatz 1 der Richtlinie 97/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. April 1997 über einen gemeinsamen Rahmen für Allgemein- und Einzelgenehmigungen für Telekommunikationsdienste (ABl. L 117, S. 15) — Gebühr für Unternehmen mit Einzelgenehmigungen, bei deren Berechnung von einer Vorauserhebung der Kosten des allgemeinen Verwaltungsaufwands der nationalen Regulierungsbehörde für einen Zeitraum von 30 Jahren ausgegangen worden ist
   Tenor
   
               1.
            
            
               Artikel 11 Absatz 1 der Richtlinie 97/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. April 1997 über einen gemeinsamen Rahmen für Allgemein- und Einzelgenehmigungen für Telekommunikationsdienste steht der Erhebung einer Gebühr für Einzelgenehmigungen entgegen, bei deren Berechnung die Kosten des allgemeinen Verwaltungsaufwands berücksichtigt werden, die der Regulierungsbehörde im Zusammenhang mit der Erteilung dieser Genehmigungen über einen Zeitraum von 30 Jahren entstehen.
            
         
               2.
            
            
               Artikel 10 EG in Verbindung mit Artikel 11 Absatz 1 der Richtlinie 97/13 gebietet es, dass das nationale Gericht beurteilt, ob eine mit dem Gemeinschaftsrecht klar unvereinbare Regelung wie jene, die den in den Ausgangsverfahren streitigen Gebührenbescheiden zugrunde liegt, offensichtlich rechtswidrig im Sinne des betreffenden nationalen Rechts ist. Ist dies der Fall, hat das nationale Gericht daraus alle sich nach seinem nationalen Recht in Bezug auf die Rücknahme dieser Bescheide ergebenden Konsequenzen zu ziehen.
            
         
      (1)  ABl. C 273 vom 6.11.2004.
   
      ABl. C 284 vom 20.11.2006.