CELEX: 62002CJ0201
Language: de
Date: 2004-01-07
Title: Urteil des Gerichtshofes (Fünfte Kammer) vom 7. Januar 2004. # The Queen, auf Antrag von Delena Wells gegen Secretary of State for Transport, Local Government and the Regions. # Ersuchen um Vorabentscheidung: High Court of Justice (England & Wales), Queen's Bench Division (Administrative Court) - Vereinigtes Königreich. # Richtlinie 85/337/EWG - Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten - Nationale Maßnahme, mit der eine Bergbaugenehmigung ohne Durchführug einer Umweltverträglichkeitsprüfung erteilt wurde - Unmittelbare Wirkung von Richtlinien - Dreiecksverhältnis. # Rechtssache C-201/02.

Rechtssache C-201/02 The Queen, Delena WellsgegenSecretary of State for Transport, Local Government and the Regions(Vorabentscheidungsersuchen des High Court of Justice [England & Wales], Queen's Bench Division [Administrative Court])
         
            «Richtlinie 85/337/EWG  –  Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten  –  Nationale Maßnahme, mit der eine Bergbaugenehmigung ohne Durchführug einer Umweltverträglichkeitsprüfung erteilt wurde  –  Unmittelbare Wirkung von Richtlinien  –  Dreiecksverhältnis»
            
               
                  Schlussanträge des Generalanwalts P. Léger vom 25. September 2003
                     
               
               
            
                   
               
               
            
               
                  Urteil des Gerichtshofes (Fünfte Kammer) vom 7. Januar 2004
                     
               
               
            
                   
               
               
            
            Leitsätze des Urteils
         
         
                  1.
                  Umwelt  –  Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten Projekten  –  Richtlinie 85/337  –  Verpflichtung der zuständigen Behörden, die Prüfung vor der Genehmigung vorzunehmen  –  Begriff der Genehmigung im Sinne von Artikel 1 Absatz 2  –  Entscheidung, mit der für ein Vorhaben der Wiederaufnahme eines Bergbaubetriebs neue Bedingungen festgelegt werden  –  Einbeziehung(Richtlinie 85/337 des Rates, Artikel 1 Absatz 2, 2, Absatz 1 und 4, Absatz 2) 
         
                  2.
                  Umwelt  –  Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten Projekten  –  Richtlinie 85/337  –  Verpflichtung der zuständigen Behörden, die Prüfung vor der Genehmigung vorzunehmen  –  Verpflichtung, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erfüllung einer anderen Verpflichtung besteht, die nach der
                     Richtlinie einem Dritten obliegt  –  Möglichkeit für einen Einzelnen, sich auf die Richtlinie zu berufen
                  (Richtlinie 85/337 des Rates, Artikel 1 Absatz 2, 2, Absatz 1 und 4, Absatz 2) 
         
                  3.
                  Umwelt  –  Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten Projekten  –  Richtlinie 85/337  –  Verpflichtung der zuständigen Behörden, die Prüfung vor der Genehmigung vorzunehmen  –  Unterlassung der Prüfung  –  Abhilfepflicht der Behörden  –  Umfang  –  Anwendung der nationalen Verfahrensmodalitäten(Artikel 10 EG, Richtlinie 85/337 des Rates, Artikel 2 Absatz 1) 
         
         
          
         1.
         Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten,
            wonach die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen treffen, damit vor der Erteilung der Genehmigung die Projekte, bei
            denen mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen ist, einer Prüfung in Bezug auf ihre Auswirkungen unterzogen
            werden, in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 2 dieser Richtlinie ist so auszulegen, dass im Rahmen der Anwendung von Bestimmungen
            wie Section 22 und Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991 (britisches Raumordnungs‑ und Entschädigungsgesetz),
            das eine Sonderregelung für alte Bergbauberechtigungen (old mining permissions) vorsieht, die Entscheidungen der zuständigen
            Behörden, die bewirken, dass die Wiederaufnahme eines Bergbaubetriebs  zugelassen wird, in ihrer Gesamtheit eine Genehmigung
            im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 dieser Richtlinie enthalten, so dass die zuständigen Behörden gegebenenfalls dazu verpflichtet
            sind, eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Bezug auf diesen Betrieb durchzuführen. 
         
         
         In einem mehrstufigen Genehmigungsverfahren ist diese Prüfung grundsätzlich durchzuführen, sobald es möglich ist, sämtliche
            Auswirkungen zu ermitteln und zu prüfen, die das Projekt möglicherweise auf die Umwelt hat.
         
         
               (vgl. Randnrn. 42, 53, Tenor 1)
         
         
          
         2.
         Besteht eine Verpflichtung des betreffenden Mitgliedstaats, eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Betriebes eines Steinbruchs
            von den zuständigen Behörden vornehmen zu lassen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erfüllung einer Verpflichtung
            steht, die nach der Richtlinie 85/337 den Eigentümern dieses Steinbruchs obläge, so kann der Umstand, dass diese die Einstellung
            des Bergbaubetriebs bis zum Vorliegen der Ergebnisse dieser Prüfung als Folge der verspäteten Erfüllung dieser Verpflichtung
            durch den Staat hinnehmen müssen, den Einzelnen nicht daran hindern, sich auf Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit den Artikeln
            1 Absatz 2 und 4 Absatz 2 der Richtlinie zu berufen.
         
         
         Denn bloße negative Auswirkungen auf die Rechte Dritter rechtfertigen es, selbst wenn sie gewiss sind, nicht, dem Einzelnen
            das Recht auf Berufung auf die Bestimmungen einer Richtlinie gegenüber dem betreffenden Mitgliedstaat zu versagen.
         
         
               (vgl. Randnrn. 57-58, 61, Tenor 2)
         
         
          
         3.
         Die zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats sind gemäß Artikel 10 EG verpflichtet, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten alle
            allgemeinen oder besonderen Maßnahmen zu ergreifen, um dem Unterlassen der Umweltverträglichkeitsprüfung eines Projekts im
            Sinne von Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337 abzuhelfen. 
         
         
         Die Einzelheiten des in diesem Zusammenhang anwendbaren Verfahrens sind nach dem Grundsatz der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten
            Sache der nationalen Rechtsordnung eines jeden Mitgliedstaats; sie dürfen jedoch nicht ungünstiger sein als diejenigen, die
            vergleichbare Sachverhalte interner Art regeln (Äquivalenzprinzip), und die Ausübung der von der Gemeinschaftsrechtsordnung
            verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsprinzip). 
         
         
         In diesem Rahmen ist es Sache des nationalen Gerichts, festzustellen, ob nach nationalem Recht die Möglichkeit besteht, eine
            bereits erteilte Genehmigung zurückzunehmen oder auszusetzen, um dieses Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß
            den Anforderungen der Richtlinie zu unterziehen, oder aber die Möglichkeit für den Einzelnen, wenn er dem zustimmt, Ersatz
            des ihm entstandenen Schadens zu verlangen.
         
         
               (vgl. Randnrn. 70, Tenor 3)
      

      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
      
            
            URTEIL DES GERICHTSHOFES (Fünfte Kammer)7. Januar 2004(1)
         
         
            
         
               „Richtlinie 85/337/EWG  –  Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten  –  Nationale Maßnahme, mit der eine Bergbaugenehmigung ohne Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung erteilt wurde  –  Unmittelbare Wirkung von Richtlinien  –  Dreiecksverhältnis“
               
             In der Rechtssache C-201/02 
             betreffend ein dem Gerichtshof nach Artikel 234 EG vom High Court of Justice (England & Wales), Queen's Bench Division (Administrative
            Court) (Vereinigtes Königreich), in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit
            
            
            
            The Queenex parte: Delena Wells
            
            gegen
            
            Secretary of State for Transport, Local Government and the Regions
            
             vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Auslegung der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom 27. Juni 1985 über die
            Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (ABl. L 175, S. 40)erlässt
            
            DER GERICHTSHOF (Fünfte Kammer),
            
             unter Mitwirkung des Richters P. Jann (Berichterstatter) in Wahrnehmung der Aufgaben des Präsidenten der Fünften Kammer sowie
            der Richter D. A. O. Edward und A. La Pergola, 
            
             Generalanwalt: P. Léger, Kanzler: L. Hewlett, Hauptverwaltungsrätin, 
            
            
            unter Berücksichtigung der schriftlichen Erklärungen 
               
               –
                der Antragstellerin des Ausgangsverfahrens, vertreten durch R. Gordon, QC, und J. Pereira, Barrister, beauftragt durch R. Buxton,
               Solicitor, 
               
               –
                der britischen Regierung, vertreten durch P. Ormond als Bevollmächtigten im Beistand von D. Elvin, QC, und J. Maurici, Barrister,
               
               
               –
                der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch X. Lewis als Bevollmächtigten im Beistand von N. Khan, Barrister,
               
               
               
            
            
            
            
            nach Anhörung der mündlichen Ausführungen von Frau Wells, vertreten durch R. Gordon und J. Pereira, beauftragt durch S. Ring,
               Solicitor, der Regierung des Vereinigten Königreichs, vertreten durch R. Caudwell als Bevollmächtigte im Beistand von D. Elvin,
               und der Kommission, vertreten durch X. Lewis im Beistand von N. Kahn, in der Sitzung vom 12. Juni 2003,
            
            
            nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 25. September 2003,
         folgendes
         
         
         Urteil
         1
            
          Der High Court of Justice (England & Wales), Queen’s Bench Division (Administrative Court), hat gemäß Artikel 234 EG fünf
         Fragen nach der Auslegung der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei
         bestimmten öffentlichen und privaten Projekten (ABl. L 175, S. 40) zur Vorabentscheidung vorgelegt. 
         
         
         
         2
            
          Diese Fragen stellen sich in einem Rechtsstreit zwischen Frau Wells und dem Secretary of State for Transport, Local Government
         and the Regions (Minister für Verkehr, örtliche Selbstverwaltung und die Regionen, im Folgenden: Secretary of State), in dem
         es um die Erteilung einer neuen Bergbaugenehmigung für den Steinbruch Conygar Quarry geht, ohne dass zuvor eine Umweltverträglichkeitsprüfung
         durchgeführt worden war. 
         
         
            
               Rechtlicher Rahmen
            Die Gemeinschaftsregelung
         
         3
            
          Mit der Richtlinie 85/337 sollen nach ihrer fünften Begründungserwägung zur Ergänzung und Koordinierung der Genehmigungsverfahren
         für öffentliche und private Projekte, die möglicherweise erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben, allgemeine Grundsätze
         für Umweltverträglichkeitsprüfungen aufgestellt werden. 
         
         
         
         4
            
          Artikel 1 Absatz 2 dieser Richtlinie definiert den Begriff „Genehmigung“ als „Entscheidung der zuständigen Behörde oder der
         zuständigen Behörden, aufgrund deren der Projektträger das Recht zur Durchführung des Projekts erhält“. 
         
         
         
         5
            
          Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie lautet: 
         „Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Maßnahmen, damit vor der Erteilung der Genehmigung die Projekte, bei denen
         insbesondere aufgrund ihrer Art, ihrer Größe oder ihres Standortes mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen
         ist, einer Prüfung in Bezug auf ihre Auswirkungen unterzogen werden.
          Diese Projekte sind in Artikel 4 definiert.“
         
         
         
         6
            
          In Artikel 4 teilt die Richtlinie 85/337 die Projekte in zwei große Gruppen auf, solche, die ihrer Natur nach erhebliche Auswirkungen
         auf die Umwelt haben können, und solche, bei denen dies nicht notwendigerweise stets der Fall ist. So lautet Absatz 2 dieser
         Bestimmung: 
         „Projekte der in Anhang II aufgezählten Klassen werden einer Prüfung gemäß den Artikeln 5 bis 10 unterzogen, wenn ihre Merkmale
         nach Auffassung der Mitgliedstaaten dies erfordern. 
          Zu diesem Zweck können die Mitgliedstaaten insbesondere bestimmte Arten von Projekten, die einer Prüfung zu unterziehen sind,
         bestimmen oder Kriterien und/oder Schwellenwerte aufstellen, anhand deren bestimmt werden kann, welche von den Projekten der
         in Anhang II aufgezählten Klassen einer Prüfung gemäß den Artikeln 5 bis 10 unterzogen werden sollen.“
         
         
         
         7
            
          Anhang II Nummer 2 Buchstabe c der Richtlinie 85/337 erwähnt folgende Projekte: „Gewinnung von nichtenergetischen Mineralien
         (ohne Erze), wie Marmor, Sand, Kies, Schiefer, Salz, Phosphate, Pottasche“. 
         
         Die nationale Regelung
         
         8
            
          Vor dem Erlass des Town and Country Planning Act 1947 (Raumplanungsgesetz 1947) ermächtigte der Town and Country Planning
         (General Interim Development) Order 1946 (Raumplanungsverordnung [Vorläufige Allgemeine Entwicklung] 1946) die zuständigen
         Behörden, durch Interim Development Orders (vorläufige Entwicklungsverordnungen) Genehmigungen für den Abbau von Mineralien
         zur Befriedigung des in der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetretenen Bedarfs an Baumaterialien (Old Mining
         Permissions, alte Bergbauberechtigungen) zu erteilen. 
         
         
         
         9
            
          Seitdem ist der Town and Country Planning Act in seiner Fassung von 1947 und seinen späteren Fassungen das wichtigste Rechtsinstrument
         im Bereich der Raumplanung im Vereinigten Königreich. 
         
         
         
         10
            
          Dieses Gesetz sieht allgemeine Regeln sowohl für die Erteilung von Genehmigungen im Bereich des Städtebaus als auch für die
         Änderung oder die Rücknahme solcher Genehmigungen vor. 
         
         
         
         11
            
          So können die zuständigen Behörden nach Sections 97 und 100 des Town and Country Planning Act 1990 Genehmigungen aus planerischen
         Gründen zurücknehmen oder ändern. Die Befugnis zur Rücknahme kann jederzeit ausgeübt werden, bevor die genehmigten Tätigkeiten
         durchgeführt worden sind. 
         
         
         
         12
            
          Nach Paragraphs 1 und 11 von Schedule 9 des Town and Country Planning Act 1990 können die zuständigen Behörden anordnen, dass
         die Bodennutzung für die Bearbeitung und Gewinnung von Mineralien eingestellt wird oder nur unter bestimmten Auflagen fortgesetzt
         werden darf. 
         
         
         
         13
            
          Der Planning and Compensation Act 1991 (Raumplanungs- und Entschädigungsgesetz 1991) sieht in Section 22 eine Sonderregelung
         für die Old Mining Permissions vor. 
         
         
         
         14
            
          Nach Section 22 (3) des Planning and Compensation Act 1991 darf dann, wenn während eines Zeitraums von zwei Jahren, der mit
         dem 1. Mai 1991 endet, kein erheblicher Betrieb durchgeführt wurde, der Betrieb erst wieder aufgenommen werden, wenn „die
         Auflagen, unter denen die Bergbaugenehmigung [Old Mining Permission] erteilt wird“, gemäß Section 22 (2) festgelegt und registriert
         worden sind. Wurde dagegen bis zum 25. März 1992 kein Antrag auf Registrierung gestellt, so erlischt die Old Mining Permission
         (Section 22 [4] und Paragraph 1 [3] von Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991). 
         
         
         
         15
            
          Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991 beschreibt im Einzelnen die Verfahren zur Festlegung der Auflagen für die
         Registrierung. 
         
         
         
         16
            
          Nach Paragraphs 1 und 2 von Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991 ist der Antrag auf Registrierung und Festlegung
         der Auflagen für den Betrieb an die zuständige Mineral Planning Authority (Bergbauplanungsbehörde, im Folgenden: MPA) zu richten.
         
         
         
         
         17
            
          Weichen die von der MPA festgelegten Auflagen von denen im Antrag aufgeführten ab, so kann der Antragsteller den Secretary
         of State befassen (Paragraph 5 [2] von Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991). 
         
         
         
         18
            
          Nach Section 22 (7) des Planning and Compensation Act 1991 haben die Bestimmungen, die die Old Mining Permissions betreffen,
         die gleichen Wirkungen, wie wenn sie Teil des Town and Country Planning Act 1990 wären. Aufgrund dieses Verweises werden die
         Bestimmungen betreffend die erwähnten Auflagen Bestandteil der allgemeinen Raumplanungsregelung, soweit im Planning and Compensation
         Act 1991 keine besondere Bestimmung getroffen worden ist. 
         
         
         
         19
            
          Die Town and Country Planning (Assessment of Environmental Effects) Regulations 1988 (Raumplanungsverordnung von 1988 – Umweltverträglichkeitsprüfung)
         unterwirft die nach dem Town and Country Planning Act 1990 erteilten Bergbauberechtigungen einer Umweltverträglichkeitsprüfung
         gemäß der Richtlinie 85/337. In Bezug auf die Regelung der Section 22 des Planning and Compensation Act 1991 für die Old Mining
         Permissions wurde dagegen die Ansicht vertreten, dass insoweit keine derartige Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen
         sei. 
         
         Das Ausgangsverfahren und die Vorlagefragen
         
         20
            
          1947 wurde durch Interim Development Order gemäß der Town and Country Planning (General Interim Development) Order 1946 eine
         Old Mining Permission für den Steinbruch Conygar Quarry erteilt. 
         
         
         
         21
            
          Der Steinbruch Conygar Quarry umfasst zwei Gelände mit einer Fläche von jeweils etwas mehr als 7,5 ha, getrennt durch eine
         Landstraße, an der das Haus von Frau Wells liegt. Sie hatte ihr Haus 1984 gekauft, also 37 Jahre nach der Erteilung der erwähnten
         Betriebsgenehmigung, jedoch zu einer Zeit, zu der dieser Steinbruch seit langem nicht mehr betrieben wurde. Im Juni 1991 wurde
         der Betrieb jedoch für kurze Zeit wieder aufgenommen. 
         
         
         
         22
            
          Unstreitig ist das Gelände unter Umweltgesichtspunkten sehr empfindlich. Das Gebiet des Steinbruchs oder das an diesen angrenzende
         Gebiet ist Gegenstand zahlreicher umwelt- und naturschutzrechtlicher Klassifikationen. 
         
         
         
         23
            
          Anfang 1991 beantragten die Eigentümer des Steinbruchs Conygar Quarry bei der zuständigen MPA die Registrierung ihrer Old
         Mining Permission gemäß dem Planning and Compensation Act 1991. 
         
         
         
         24
            
          Diesem Antrag auf Registrierung wurde mit Bescheid vom 24. August 1992 mit der Maßgabe stattgegeben, dass ein Betrieb erst
         dann zulässig sei, wenn ein Antrag auf Festlegung neuer Auflagen bei der MPA gestellt werde, und vorbehaltlich der endgültigen
         Genehmigung dieses Antrags (im Folgenden: Registrierungsbescheid). 
         
         
         
         25
            
          Die Eigentümer beantragten daraufhin bei der zuständigen MPA die Festlegung neuer Betriebsauflagen. 
         
         
         
         26
            
          Nachdem die zuständige MPA mit Bescheid vom 22. Dezember 1994 (im Folgenden: Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen)
         strengere Auflagen verfügte, als sie von den Eigentümern des Steinbruchs Conygar Quarry vorgeschlagen worden waren, machten
         diese von ihrem Recht auf Rechtsbehelf beim Secretary of State Gebrauch. 
         
         
         
         27
            
          Der Secretary of State verfügte mit Bescheid vom 25. Juni 1997 54 Betriebsauflagen und überließ einige Punkte der Beurteilung
         durch die MPA (im Folgenden zusammen mit dem Bescheid vom 22. Dezember 1994: Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen).
         
         
         
         
         28
            
          Diese Punkte wurden von der zuständigen MPA mit Bescheid vom 8. Juli 1999 genehmigt (im Folgenden: Entscheidung über die Genehmigung
         bestimmter Punkte der neuen Auflagen). 
         
         
         
         29
            
          Weder der Secretary of State noch die MPA prüften, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß der Richtlinie 85/337 durchzuführen
         war. Zu keiner Zeit wurde eine förmliche Umwelterklärung erwogen. 
         
         
         
         30
            
          Frau Wells beantragte mit Schreiben vom 10. Juni 1999 beim Secretary of State, geeignete Maßnahmen zu ergreifen (d. h. die
         Betriebsgenehmigung zurückzunehmen oder zu ändern), um die unterlassene Umweltverträglichkeitsprüfung im Genehmigungsverfahren
         nachzuholen. Nachdem ihr Antrag unbeantwortet blieb, reichte sie beim High Court of Justice einen Antrag auf gerichtliche
         Überprüfung ein. 
         
         
         
         31
            
          Gemäß der vor diesem Gericht in der ersten mündlichen Verhandlung eingegangenen Verpflichtung gab der Secretary of State mit
         Schreiben vom 28. März 2001 eine mit Gründen versehene Antwort auf das Schreiben von Frau Wells, mit der er es ablehnte, die
         Betriebsgenehmigung zurückzunehmen oder zu ändern. Frau Wells änderte daraufhin ihren ursprünglichen Antrag beim Sectretary
         of State dahin gehend, dass er auch die Anfechtung der im Schreiben vom 28. März 2001 enthaltenen Entscheidung umfasste. 
         
         
         
         32
            
          Der High Court of Justice (England & Wales), Queen΄s Bench Division (Administrative Court), gelangte zu der Ansicht, dass
         der bei ihm anhängige Rechtsstreit eine Auslegung des Gemeinschaftsrechts erfordert; er hat daher das Verfahren ausgesetzt,
         um dem Gerichtshof gemäß Artikel 234 EG die folgenden Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen: 
         
         1.
            Ist die Genehmigung neuer Auflagen für eine bestehende Berechtigung, die durch eine Interim Development Order (Old Mining
               Permission) nach Section 22 und Anhang 2 des Planning and Compensation Act 1991 verliehen wurde, eine Genehmigung im Sinne
               der Richtlinie 85/337? 
            
         
         
         2.
            Kann, nachdem für eine durch eine Interim Development Order verliehene Old Mining Permission neue Auflagen nach dem Planning
               and Compensation Act 1991 genehmigt wurden, die Genehmigung weiterer Maßnahmen, die aufgrund der neuen Auflagenregelung erforderlich
               sind, eine Genehmigung im Sinne der Richtlinie 85/337 sein? 
            
         
         
         3.
            Ist, wenn die erste Frage zu bejahen und die zweite Frage zu verneinen ist, der Mitgliedstaat trotzdem noch verpflichtet,
               seinem Unterlassen, eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzuschreiben, abzuhelfen und, wenn ja, auf welche Weise? 
            
         
         
         4.
            Kann i) ein Bürger dagegen vorgehen, dass der Staat eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht vorgeschrieben hat, oder ii) kann
               er dies aufgrund der Beschränkungen nicht, denen der Gerichtshof die Lehre von der unmittelbaren Wirkung unterworfen hat,
               z. B. aus dem Gesichtspunkt der „horizontalen unmittelbaren Wirkung“ oder dem der Privatpersonen durch eine staatliche Einrichtung
               auferlegten Belastungen oder Verpflichtungen? 
            
         
         
         5.
            Wenn die vierte Frage unter ii) zu bejahen ist: Wie weit reichen solche Verbote der unmittelbaren Wirkung unter den vorliegenden
               Umständen, und welche Maßnahmen darf das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland im Einklang mit der Richtlinie
               85/337 ergreifen? 
            
         
         
         Zu den VorlagefragenZur ersten und zur zweiten Frage: Die Verpflichtung, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen
         
         33
            
          Mit der ersten und der zweiten Frage, die gemeinsam zu behandeln sind, möchte das vorlegende Gericht wissen, ob Artikel 2
         Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 85/337 so auszulegen ist, dass im Rahmen der Anwendung von Bestimmungen
         wie Section 22 und Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991 die Entscheidungen der zuständigen Behörden, die bewirken,
         dass die Wiederaufnahme eines Bergbaubetriebs zugelassen wird, eine „Genehmigung“ im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 dieser Richtlinie
         enthalten, so dass die zuständigen Behörden gegebenenfalls dazu verpflichtet sind, eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Bezug
         auf diesen Betrieb vorzunehmen. 
         
          Zur Qualifizierung als „Genehmigung“
         
         – Zur Zulässigkeit
         
         
         34
            
          Die Kommission räumt ein, dass im Gemeinschaftsrecht die in den Rechtsakten der Gemeinschaft verwendeten Begriffe autonom
         auszulegen seien, macht jedoch geltend, dass der Gerichtshof im Urteil vom 18. Juni 1998 in der Rechtssache C‑81/96 (Gedeputeerde
         Staten van Noord-Holland, Slg. 1998, I‑3923) die Ansicht vertreten habe, dass die Frage, zu welchem Zeitpunkt die Genehmigung
         erteilt wurde, nach nationalem Recht zu beantworten sei. Der Gerichtshof habe seinen Standpunkt in den Urteilen vom 16. September
         1999 in der Rechtssache C‑435/97 (WWF u. a, Slg. 1999, I‑5613) und vom 19. September 2000 in der Rechtssache C‑287/98 (Linster,
         Slg. 2000, I‑6917) nicht geändert. Die Frage, ob bestimmte Verfahrensmaßnahmen des nationalen Rechts Genehmigungen im Sinne
         der Richtlinie 85/337 seien, sei daher unzulässig. 
         
         
         
         35
            
          Es ist festzustellen, dass eine Vorlagefrage eines Gerichts nur dann unzulässig ist, wenn sie sich offensichtlich nicht auf
         die Auslegung des Gemeinschaftsrechts bezieht oder wenn sie hypothetisch ist (vgl. u. a. Urteile vom 16. Juli 1992 in der
         Rechtssache C‑83/91, Meilicke, Slg. 1992, I‑4871, Randnrn. 25 und 32, vom 6. Juli 1995 in der Rechtssache C‑62/93, BP Soupergaz,
         Slg. 1995, I‑1883, Randnr. 10, und vom 26. Oktober 1995 in der Rechtssache C‑143/94, Furlanis, Slg. 1995, I‑3633, Randnr.
         12). 
         
         
         
         36
            
          Dies ist im Ausgangsverfahren nicht der Fall. 
         
         
         
         37
            
          Die Frage, ob der Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen und die Entscheidung über die Genehmigung bestimmter Punkte
         der neuen Auflagen eine Genehmigung im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 Richtlinie 85/337 darstellen, ist eine Frage nach der
         Auslegung des Gemeinschaftsrechts. Denn nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofes sind die Begriffe einer Vorschrift
         des Gemeinschaftsrechts, die für die Ermittlung ihres Sinnes und ihrer Bedeutung nicht ausdrücklich auf das Recht der Mitgliedstaaten
         verweist, nach dem Grundsatz der einheitlichen Anwendung des Gemeinschaftsrechts wie auch nach dem Gleichheitssatz in der
         Regel in der gesamten Gemeinschaft autonom und einheitlich auszulegen, wobei diese Auslegung unter Berücksichtigung des Regelungszusammenhangs
         dieser Vorschrift und des mit der Regelung verfolgten Zweckes zu ermitteln ist (vgl. u. a. Urteile vom 18. Januar 1984 in
         der Rechtssache 327/82, Ekro, Slg. 1984, 107, Randnr. 11, und vom 19. September 2000, Linster, Randnr. 43). 
         
         
         
         38
            
          Daher ist die Frage, ob der Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen und die Entscheidung über die Genehmigung bestimmter
         Punkte der neuen Auflagen eine Genehmigung im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie 85/337 darstellen, zulässig. 
         
         
         – Beantwortung
         
         
         39
            
          Die Regierung des Vereinigten Königreichs macht geltend, dass weder der Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen noch die
         Entscheidung über die Genehmigung bestimmter Punkte der neuen Auflagen eine Genehmigung im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 der
         Richtlinie 85/337 darstellten. 
         
         
         
         40
            
          Bei dem Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen handele es sich um eine Genehmigung, die viele Jahre bestanden habe, bevor
         die Richtlinie 85/337 Verpflichtungen für die Mitgliedstaaten geschaffen habe. Die Festlegung von Auflagen nach dem Planning
         and Compensation Act 1991 bedeute nur die eingehende Regelung von Tätigkeiten, für die bereits eine grundsätzliche Genehmigung
         erteilt worden sei. In Bezug auf den Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen und die Entscheidung über die Genehmigung
         bestimmter Punkte der neuen Auflagen gelte also das Gleiche wie in den „Pipeline“-Fällen (vgl. Randnr. 43 dieses Urteils).
         Aus Gründen der Rechtssicherheit finde die Richtlinie 85/337 auf solche Projekte keine Anwendung. 
         
         
         
         41
            
          Zu der Entscheidung über die Genehmigung bestimmter Punkte der neuen Auflagen führt die Regierung des Vereinigten Königreichs
         aus, dass die Entscheidung, die einen Einfluss auf die Umwelt haben könne, bereits zuvor getroffen worden sei und dass bei
         der Billigung von Einzelheiten nicht über die bei der ursprünglichen Festlegung der Auflagen erteilten Vorgaben hinausgegangen
         werden könne. 
         
         
         
         42
            
          Hierzu ist festzustellen, dass nach Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337 Projekte, bei denen mit erheblichen Auswirkungen
         auf die Umwelt zu rechnen ist, im Sinne von Artikel 4 in Verbindung mit Anhang I oder II dieser Richtlinie vor Erteilung der
         Genehmigung einer Prüfung in Bezug auf solche Auswirkungen auf die Umwelt unterzogen werden müssen. 
         
         
         
         43
            
          Etwas anderes gilt nur dann, wenn eine Genehmigung vor dem 3. Juli 1988, also vor dem Termin für die Umsetzung der Richtlinie
         85/337, erteilt wurde (alte Genehmigung), und in den Fällen, in denen eine Genehmigung nach dem 3. Juli 1988 erteilt wurde,
         das Genehmigungsverfahren jedoch vor diesem Zeitpunkt eingeleitet worden war (so genannte „Pipeline“-Projekte) (vgl. in diesem
         Sinne Urteile vom 11. August 1995 in der Rechtssache C‑431/92, Kommission/Deutschland, Slg. 1995, I‑2189, Randnr. 32, und
         Gedeputeerde Staten van Noord-Holland, Randnr. 23). Die Richtlinie verlangt daher, dass die neuen Genehmigungen einer Umweltverträglichkeitsprüfung
         hinsichtlich der in Rede stehenden Projekte unterzogen werden.
         
         
         
         44
            
          Was das Ausgangsverfahren betrifft, so waren die Eigentümer des Steinbruchs Conygar Quarry nach dem Planning and Compensation
         Act 1991 verpflichtet, ihre Old Mining Permission registrieren zu lassen und einen Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen
         sowie eine Entscheidung über die Genehmigung bestimmter Punkte der neuen Auflagen zu beantragen, wenn sie den Betrieb des
         Steinbruchs wieder aufnehmen wollten. Andernfalls wäre die Genehmigung am 25. März 1992 erloschen. 
         
         
         
         45
            
          Wären also keine solchen neuen Entscheidungen ergangen, wäre der Betrieb des Steinbruchs nicht mehr im Sinne von Artikel 2
         Absatz 1 der Richtlinie 85/337 „genehmigt“. 
         
         
         
         46
            
          Es stünde der praktischen Wirksamkeit der Richtlinie jedoch entgegen, wenn der Erlass von Entscheidungen, mit denen unter
         Umständen wie solchen des Ausgangsverfahrens nicht nur der Wortlaut, sondern auch der Inhalt einer vorherigen Genehmigung
         wie der Old Mining Permission ersetzt wird, als bloße Änderung einer bestehenden „Genehmigung“ betrachtet würde. 
         
         
         
         47
            
          Daher stellen Entscheidungen wie der Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen und die Entscheidung über die Genehmigung
         bestimmter Punkte der neuen Auflagen für den Betrieb des Steinbruchs Conygar Quarry in ihrer Gesamtheit eine neue „Genehmigung“
         eines Projekts im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 2 der Richtlinie 85/337 dar. 
         
         
         
         48
            
          Hinzu kommt, dass diese Entscheidungen am 25. Juni 1997 bzw. am 8. Juli 1999 erlassen wurden und es sich daher nicht um eine
         alte Genehmigung handelt, die vor dem 3. Juli 1988 erteilt worden wäre. Auch die Anträge auf Entscheidung wurden 1993 oder
         1994 bzw. 1997 oder 1998 eingereicht, so dass es sich nicht um einen Fall wie die „Pipeline“-Fälle handelt. 
         
          Zum Zeitpunkt, zu dem die Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist
         
         
         49
            
          Da im Rahmen eines mehrstufigen Genehmigungsverfahrens die bloße Feststellung, dass eine „Genehmigung“ im Sinne der Richtlinie
         85/337 vorliegt, dem vorlegenden Gericht keine vollständige Antwort in Bezug auf die Verpflichtung der Mitgliedstaaten, eine
         Umweltverträglichkeitsprüfung hinsichtlich des in Rede stehenden Projekts durchzuführen, geben kann, muss die Frage untersucht
         werden, zu welchem Zeitpunkt eine solche Prüfung durchzuführen ist. 
         
         
         
         50
            
          Nach Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337 muss die Umweltverträglichkeitsprüfung vor der Erteilung der Genehmigung durchgeführt
         werden. 
         
         
         
         51
            
          Nach ihrer ersten Begründungserwägung bezweckt die Richtlinie 85/337, dass die zuständige Behörde die Auswirkungen des in
         Rede stehenden Projekts auf die Umwelt so früh wie möglich berücksichtigt. 
         
         
         
         52
            
          Sieht also das nationale Recht ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren vor, in dem zunächst eine Grundsatzentscheidung ergeht
         und sodann eine Durchführungsentscheidung getroffen wird, die nicht über die in der Grundsatzentscheidung festgelegten Vorgaben
         hinausgehen darf, sind die Auswirkungen, die das Projekt möglicherweise auf die Umwelt hat, im Verfahren zum Erlass der Grundsatzentscheidung
         zu ermitteln und zu prüfen. Nur dann, wenn diese Auswirkungen erst im Verfahren zum Erlass der Durchführungsentscheidung ermittelt
         werden können, ist die Prüfung in diesem Verfahren durchzuführen. 
         
         
         
         53
            
          Daher ist auf die erste und die zweite Frage zu antworten, dass Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 2 der
         Richtlinie 85/337 so auszulegen ist, dass im Rahmen der Anwendung von Bestimmungen wie Section 22 und Schedule 2 des Planning
         and Compensation Act 1991 die Entscheidungen der zuständigen Behörden, die bewirken, dass die Wiederaufnahme eines Bergbaubetriebs
         zugelassen wird, in ihrer Gesamtheit eine „Genehmigung“ im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 dieser Richtlinie enthalten, so dass
         die zuständigen Behörden gegebenenfalls dazu verpflichtet sind, eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Bezug auf diesen Betrieb
         durchzuführen. 
          In einem mehrstufigen Genehmigungsverfahren ist diese Prüfung grundsätzlich durchzuführen, sobald es möglich ist, sämtliche
         Auswirkungen zu ermitteln und zu prüfen, die das Projekt möglicherweise auf die Umwelt hat.
         
         Zur vierten und zur fünften Frage: Die Möglichkeit für den Einzelnen, sich auf die Bestimmungen der Richtlinie 85/337 zu berufen
         
         54
            
          Mit der vierten und der fünften Frage, die gemeinsam zu prüfen sind, möchte das vorlegende Gericht wissen, ob sich der Einzelne
         gegebenenfalls unter Umständen wie denen des Ausgangsvefahrens auf Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit den Artikeln 1 Absatz
         2 und 4 Absatz 2 der Richtlinie 85/337 berufen kann oder ob der Grundsatz der Rechtssicherheit einer solchen Auslegung entgegensteht.
         
         
          Zur „unmittelbaren Wirkung“ von Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit den Artikeln 1 Absatz 2 und 4 Absatz 2 der Richtlinie
         85/337
         
         
         55
            
          Nach Ansicht der Regierung des Vereinigten Königreichs würde es einen Fall des „inverse direct effect“ (umgekehrte unmittelbare
         Wirkung), in dem der betreffende Mitgliedstaat auf Antrag eines Einzelnen wie Frau Wells unmittelbar verpflichtet wäre, einem
         anderen Einzelnen wie den Eigentümern des Steinbruchs Conygar Quarry ihre Rechte zu entziehen, darstellen, wenn dem Einzelnen
         das Recht zuerkannt würde, sich auf Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit den Artikeln 1 Absatz 2 und 4 Absatz 2 der Richtlinie
         85/337 zu berufen. 
         
         
         
         56
            
          Hierzu ist festzustellen, dass der Grundsatz der Rechtssicherheit der Begründung von Verpflichtungen für den Einzelnen durch
         Richtlinien entgegensteht. Gegenüber dem Einzelnen können die Bestimmungen einer Richtlinie nur Rechte begründen (Urteil vom
         26. Februar 1986 in der Rechtssache 152/84, Marshall, Slg. 1986, 723, Randnr. 48). Daher kann dieser sich nicht gegenüber
         einem Mitgliedstaat auf eine Richtlinie berufen, wenn es sich um eine Verpflichtung des Staates handelt, die unmittelbar im
         Zusammenhang mit der Erfüllung einer anderen Verpflichtung steht, die aufgrund dieser Richtlinie einem Dritten obliegt (vgl.
         in diesem Sinne Urteile vom 22. Februar 1990 in der Rechtssache C‑221/88, Busseni, Slg. 1990, I‑495, Randnrn. 23 bis 26, und
         vom 4. Dezember 1997 in der Rechtssache C‑97/96, Verband deutscher Daihatsu-Händler, Slg. 1997, I‑6843, Randnrn. 24 und 26).
         
         
         
         
         57
            
          Dagegen rechtfertigen bloße negative Auswirkungen auf die Rechte Dritter, selbst wenn sie gewiss sind, es nicht, dem Einzelnen
         das Recht auf Berufung auf die Bestimmungen einer Richtlinie gegenüber dem betreffenden Mitgliedstaat zu versagen (vgl. in
         diesem Sinne u. a. Urteile vom 22. Juni 1989 in der Rechtssache 103/88, Fratelli Costanzo, Slg. 1989, I‑1839, Randnrn. 28
         bis 33, WWF u. a., Randnrn. 69 und 71, vom 30. April 1996 in der Rechtssache C‑1994/94, CIA Security International, Slg. 1996,
         I‑2201, Randnrn. 40 bis 45, vom 12. November 1996 in der Rechtssache C‑201/94, Smith & Nephew und Primecrown, Slg. 1996, I‑5819,
         Randnrn. 33 bis 39, und vom 26. September 2000 in der Rechtssache C‑443/98, Unilever, Slg. 2000, I‑7535, Randnrn. 45 bis 52).
         
         
         
         
         58
            
          Was das Ausgangsverfahren betrifft, so steht die Verpflichtung des betreffenden Mitgliedstaats, eine Umweltverträglichkeitsprüfung
         des Betriebes des Steinbruchs Conygar Quarry von den zuständigen Behörden vornehmen zu lassen, nicht in unmittelbarem Zusammenhang
         mit der Erfüllung einer Verpflichtung, die nach der Richtlinie 85/337 den Eigentümern dieses Steinbruchs obläge. Der Umstand,
         dass der Bergbaubetrieb bis zum Vorliegen der Ergebnisse dieser Prüfung eingestellt werden muss, ist zwar die Folge der verspäteten
         Pflichterfüllung durch diesen Staat. Diese Folge kann jedoch nicht, wie das Vereinigte Königreich geltend macht, als „inverse
         direct effect“ der Bestimmungen dieser Richtlinie gegenüber diesen Eigentümern angesehen werden. 
         
          Zu der Zeit, die zwischen dem Bescheid über die Festlegung neuer Auflagen und dem Antrag von Frau Wells auf Gewährung von
         Rechtsschutz verstrichen ist
         
         
         59
            
          Die Regierung des Vereinigten Königreichs macht ferner geltend, dass wegen des beträchtlichen Zeitraums, die seit dem Bescheid
         über die Festlegung neuer Auflagen 1997 verstrichen sei, dessen Rücknahme gegen den Grundsatz der Rechtssicherheit verstieße.
         Frau Wells hätte diesen Bescheid rechtzeitig vor den zuständigen Gerichten anfechten müssen. 
         
         
         
         60
            
          Hierzu ist festzustellen, dass die letzte Stufe des Verfahrens zur Erteilung der Bergbaugenehmigung noch nicht abgeschlossen
         war, als Frau Wells ihren Antrag beim Secretary of State stellte. Daher kann nicht geltend gemacht werden, dass die Rücknahme
         dieser Genehmigung gegen den Grundsatz der Rechtssicherheit verstoßen hätte. 
         
         
         
         61
            
          Mithin ist auf die vierte und die fünfte Frage zu antworten, dass sich der Einzelne unter Umständen wie denen des Ausgangsverfahrens
         gegebenenfalls auf Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit den Artikeln 1 Absatz 2 und 4 Absatz 2 der Richtlinie 85/337 berufen
         kann. 
         
         Zur dritten Frage: Verpflichtung, dem Unterlassen einer Umweltverträglichkeitsprüfung abzuhelfen
         
         62
            
          Mit seiner dritten Frage möchte das vorlegende Gericht wissen, welche Tragweite die Verpflichtung hat, dem Unterlassen einer
         Umweltverträglichkeitsprüfung des in Rede stehenden Projekts abzuhelfen. 
         
         
         
         63
            
          Die Regierung des Vereinigten Königreichs führt aus, dass die zuständige Behörde unter den Umständen des Ausgangsverfahrens
         nicht verpflichtet sei, die erteilte Genehmigung für den Betrieb des Steinbruchs Conygar Quarry zurückzunehmen oder zu ändern
         oder die Einstellung des Betriebes anzuordnen. 
         
         
         
         64
            
          Nach ständiger Rechtsprechung sind die Mitgliedstaaten nach dem in Artikel 10 EG vorgesehenen Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit
         verpflichtet, die rechtswidrigen Folgen eines Verstoßes gegen das Gemeinschaftsrecht zu beheben (vgl. u. a. Urteile vom 16. Dezember
         1960 in der Rechtssache 6/60, Humblet, Slg. 1960, 1163, 1185, und vom 19. November 1991 in den Rechtssachen C‑6/90 und C‑9/90,
         Francovich u. a., Slg. 1991, I‑5357, Randnr. 36). Eine solche Verpflichtung obliegt jeder Behörde des betreffenden Mitgliedstaats
         im Rahmen ihrer Zuständigkeiten (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 12. Juni 1990 in der Rechtssache C‑8/88, Deutschland/Kommission,
         Slg. 1990, I‑2321, Randnr. 13). 
         
         
         
         65
            
          Daher ist es Sache der zuständigen Behörden eines Mitgliedstaats, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten alle erforderlichen allgemeinen
         oder besonderen Maßnahmen zu treffen, damit die Projekte im Hinblick darauf überprüft werden, ob bei ihnen erhebliche Auswirkungen
         auf die Umwelt zu besorgen sind, und damit sie bejahendenfalls auf diese Auswirkungen hin untersucht werden (vgl. in diesem
         Sinne Urteile vom 24. Oktober 1996 in der Rechtssache C‑72/95, Kraaijeveld u. a., Slg. 1996, I‑5403, Randnr. 61, und WWF u. a.,
         Randnr. 70). Begrenzt durch den Grundsatz der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten, sind derartige Maßnahmen beispielsweise
         die Rücknahme oder die Aussetzung einer bereits erteilten Genehmigung zu dem Zweck, eine Umweltverträglichkeitsprüfung des
         in Rede stehenden Projekts im Sinne der Richtlinie 85/337 durchzuführen. 
         
         
         
         66
            
          Ebenso ist der Mitgliedstaat verpflichtet, alle durch das Unterlassen einer Umweltverträglichkeitsprüfung entstandenen Schäden
         zu ersetzen. 
         
         
         
         67
            
          Nach dem Grundsatz der Verfahrensautonomie sind die Einzelheiten des Verfahrens Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung eines
         jeden Mitgliedstaats, sie dürfen jedoch nicht ungünstiger sein als diejenigen, die gleichartige Sachverhalte innerstaatlicher
         Art regeln (Äquivalenzprinzip), und die Ausübung der von der Gemeinschaftsrechtsordnung verliehenen Rechte nicht praktisch
         unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsprinzip) (vgl. in diesem Sinne u. a. Urteile vom 14. Dezember 1995
         in der Rechtssache C‑312/93, Peterbroeck, Slg. 1995, I‑4599, Randnr. 12, und vom 16. Mai 2000 in der Rechtssache C‑78/98,
         Preston u. a., Slg. 2000, I‑3201, Randnr. 31). 
         
         
         
         68
            
          Was das Ausgangsverfahren betrifft, so sind, falls der Weiterbetrieb des Steinbruchs von Conygar Quarry einer Umweltverträglichkeitsprüfung
         gemäß den Anforderungen der Richtlinie 85/337 zu unterziehen gewesen wäre, die zuständigen Behörden verpflichtet, alle allgemeinen
         oder besonderen Maßnahmen zu ergreifen, um dem Unterlassen einer solcher Prüfung abzuhelfen. 
         
         
         
         69
            
          In diesem Rahmen ist es Sache des nationalen Gerichts, festzustellen, ob nach nationalem Recht die Möglichkeit besteht, eine
         bereits erteilte Genehmigung zurückzunehmen oder auszusetzen, um dieses Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß
         den Anforderungen der Richtlinie 85/337 zu unterziehen, oder aber die Möglichkeit für den Einzelnen, wenn er dem zustimmt,
         Ersatz des ihm entstandenen Schadens zu verlangen. 
         
         
         
         70
            
          Daher ist auf die dritte Frage zu antworten, dass die zuständigen Behörden gemäß Artikel 10 EG verpflichtet sind, im Rahmen
         ihrer Zuständigkeiten alle allgemeinen oder besonderen Maßnahmen zu ergreifen, um dem Unterlassen der Umweltverträglichkeitsprüfung
         eines Projekts im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337 abzuhelfen. 
          Die Einzelheiten des in diesem Zusammenhang anwendbaren Verfahrens sind nach dem Grundsatz der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten
         Sache der nationalen Rechtsordnung eines jeden Mitgliedstaats, sie dürfen jedoch nicht ungünstiger sein als diejenigen, die
         vergleichbare Sachverhalte interner Art regeln (Äquivalenzprinzip), und die Ausübung der von der Gemeinschaftsrechtsordnung
         verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsprinzip). 
          In diesem Rahmen ist es Sache des nationalen Gerichts, festzustellen, ob nach nationalem Recht die Möglichkeit besteht, eine
         bereits erteilte Genehmigung zurückzunehmen oder auszusetzen, um dieses Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß
         den Anforderungen der Richtlinie 85/337 zu unterziehen, oder aber die Möglichkeit für den Einzelnen, wenn er dem zustimmt,
         Ersatz des ihm entstandenen Schadens zu verlangen.
         
         
         Kosten
         71
            
          Die Auslagen der Regierung des Vereinigten Königreichs und der Kommission, die Erklärungen vor dem Gerichtshof abgegeben haben,
         sind nicht erstattungsfähig. Für die Parteien des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren ein Zwischenstreit in dem bei dem vorlegenden
         Gericht anhängigen Rechtsstreit; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. 
         
         
         Aus diesen Gründen 
         
         
         
            
            DER GERICHTSHOF (Fünfte Kammer)
         
         
          auf die ihm vom High Court of Justice (England & Wales), Queen’s Bench Division (Administrative Court), mit Beschluss vom
         12. Februar 2002 vorgelegten Fragen für Recht erkannt: 
         
            
            
             
               1.
                  Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie 85/337/EWG des Rates vom 27. Juni 1985 über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten
                     öffentlichen und privaten Projekten in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 2 dieser Richtlinie ist so auszulegen, dass im Rahmen
                     der Anwendung von Bestimmungen wie Section 22 und Schedule 2 des Planning and Compensation Act 1991 die Entscheidungen der
                     zuständigen Behörden, die bewirken, dass die Wiederaufnahme eines Bergbaubetriebs zugelassen wird, in ihrer Gesamtheit eine
                     „Genehmigung“ im Sinne von Artikel 1 Absatz 2 dieser Richtlinie enthalten, so dass die zuständigen Behörden gegebenenfalls
                     dazu verpflichtet sind, eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Bezug auf diesen Betrieb durchzuführen. 
                  
               
            
            
                  In einem mehrstufigen Genehmigungsverfahren ist diese Prüfung grundsätzlich durchzuführen, sobald es möglich ist, sämtliche
                           Auswirkungen zu ermitteln und zu prüfen, die das Projekt möglicherweise auf die Umwelt hat. 
                     
                  
            
            
            
            
             
               2.
                  Der Einzelne kann sich unter Umständen wie denen des Ausgangsverfahrens gegebenenfalls auf Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung
                     mit den Artikeln 1 Absatz 2 und 4 Absatz 2 der Richtlinie 85/337 berufen. 
                  
               
            
            
            
             
               3.
                  Die zuständigen Behörden sind gemäß Artikel 10 EG verpflichtet, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten alle allgemeinen oder besonderen
                     Maßnahmen zu ergreifen, um dem Unterlassen der Umweltverträglichkeitsprüfung eines Projekts im Sinne von Artikel 2 Absatz
                     1 der Richtlinie 85/337 abzuhelfen. 
                  
               
            
            
                  Die Einzelheiten des in diesem Zusammenhang anwendbaren Verfahrens sind nach dem Grundsatz der Verfahrensautonomie der Mitgliedstaaten
                           Sache der nationalen Rechtsordnung eines jeden Mitgliedstaats, sie dürfen jedoch nicht ungünstiger sein als diejenigen, die
                           vergleichbare Sachverhalte interner Art regeln (Äquivalenzprinzip), und die Ausübung der von der Gemeinschaftsrechtsordnung
                           verliehenen Rechte nicht praktisch unmöglich machen oder übermäßig erschweren (Effektivitätsprinzip). 
                     
                  
            
            
            
                  In diesem Rahmen ist es Sache des nationalen Gerichts, festzustellen, ob nach nationalem Recht die Möglichkeit besteht, eine
                           bereits erteilte Genehmigung zurückzunehmen oder auszusetzen, um dieses Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß
                           den Anforderungen der Richtlinie 85/337 zu unterziehen, oder aber die Möglichkeit für den Einzelnen, wenn er dem zustimmt,
                           Ersatz des ihm entstandenen Schadens zu verlangen. 
                     
                  
            
            
            
                  Jann
               
               
                  Edward 
               
               
                  La Pergola 
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
                  
               
               
                  
               
               
                  
               
            
            
            
            
            
            
            
            
         
         
          Verkündet in öffentlicher Sitzung in Luxemburg am 7. Januar 2004.
         
         
         
         
                  Der Kanzler
               
               
                  Der Präsident der Fünfte Kammer
               
            
         
         
         
                  R. Grass
               
               
                  V. Skouris
               
            
      
      
          1 –
            
            Verfahrenssprache: Englisch.