CELEX: 51985PC0113
Language: de
Date: 1985-03-25
Title: VORSCHLAG FUER EINEN BESCHLUSS DES RATES UEBER EINE VORBEREITENDE AKITON FUER EIN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT AUF DEM GEBIET DER TELEKOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN FUE-PROGRAMM IM BEREICH DER FORTGESCHRITTENEN KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGIEN FUER EUROPA ( RACE )

18.6. 85                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 148/5
                                                            II
                                                (Vorbereitende Rechtsakte)
                                              KOMMISSION
             Vorschlag für einen Beschluß des Rates über eine vorbereitende Aktion für ein Forschungs-
             und Entwicklungsprogramm der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Telekommunikations-
                                                       technologien
              FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM BEREICH DER FORTGESCHRITTENEN KOMMUNI-
                                       KATIONSTECHNOLOGIEN FÜR EUROPA
                           (R & D in Advanced Communication-technologies for Europe RACE)
                                              RACE-DEFINITIONSPHASE
                                                           RDP
                                                   KOM(85)     113endg.
                                (Von der Kommission dem Rat vorgelegt am 28. März 1985)
                                                      (85/C 148/07)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                       Aufgrund der Entstehung neuer Dienste und der allge-
                                                                meinen Konvergenz des Fernmeldewesens mit der Da-
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der' Euro-
                                                                tenverarbeitung und der Unterhaltungselektronik ergibt
päischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti-
                                                                sich der Trend zur integrierten Breitbandkommunikation
kel 235,
                                                                (IBC), das eine Vielfalt von Benutzern und Dienstlei-
auf Vorschlag der Kommission,                                   stungen zulassen wird.
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,                 Die Förderung des Telekommunikationsbereichs wird
                                                                die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäi-
nach Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und            schen Volkswirtschaften allgemein steigern und speziell
Sozialausschusses,                                              die der Fernmeldeindustrie.
in Erwägung nachstehender Gründe:                               Als Reaktion auf die absolute Notwendigkeit, das wirt-
                                                                schaftliche und Marktpotential des Fernmeldewesens voll
Die Gemeinschaft hat die Aufgabe, durch die Errichtung
                                                                zu nutzen, hat die Kommission ein Aktionsprogramm (*)
eines Gemeinsamen Marktes und schrittweise Annähe-
rung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten eine har-       vorgelegt, das der Ministerrat am 21. Mai 1984 als
monische Entwicklung des Wirtschaftslebens innerhalb            Grundlage für weitere Arbeiten anerkannte.
der Gemeinschaft und engere Beziehungen zwischen den            FuE kann einen wichtigen Beitrag leisten, insbesondere
Staaten zu fördern, die in dieser Gemeinschaft zusam-           um die Entwicklung auf die künftige integrierte Breit-
mengeschlossen sind.                                            bandkommunikation hin zu erleichtern, und zwar mit
Die Staats- und Regierungschefs haben auf ihren Tagun-          Bezug auf transnationale Verbindungen auf regionalen
gen in Stuttgart, Athen und Fontainebleau die Bedeutung         und lokalen Ebenen.
des Fernmeldewesens als wesentlichen Faktor für das             Der Rat hat in der Resolution vom 25. Juli 1983 (2) dem
Wirtschaftswachstum und die soziale Entwicklung her-            Prinzip von Rahmenprogrammen für Gemeinschaftsfor-
vorgehoben.                                                     schung, Entwicklung und Demonstrationsprojekte wie
                                                                auch den wissenschaftlich-technischen Zielen für den
In seiner Beurteilung der Lage und Entwicklung des              Zeitraum 1984-1987 zugestimmt, und dabei dem Ziel der
Fernmeldewesens betonte das Europäische Parlament die           Promotion der industriellen Wettbewerbsfähigkeit beson-
Schlüsselrolle des Fernmeldewesens für die künftige poli-       dere Bedeutung eingeräumt.
tische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Ge-
meinschaft (Anhörung des Europäischen Parlaments über           Die RACE Definitionsphase entspricht der absoluten
Fernmeldewesen 1983, Leonardi-Bericht, Albert & Ball-           Notwendigkeit einer vorbereitenden Aktion zur Explora-
Bericht 1982).                                                  tion neuer Telekommunikations-Technologien, die zur
                                                                Schaffung oder Konsolidierung eines spezifischen euro-
Der Rat einigte sich am 17. Dezember 1984 auf die
Hauptelemente einer Fernmeldepolitik der Gemeinschaft
                                                                (') Bericht über den Stand der Überlegungen und Arbeiten auf
und unterstützte in diesem Zusammenhang die Entwick-                diesem Gebiet sowie erste Vorschläge für ein Aktionspro-
lung fortgeschrittener Telekommunikationsdienste und                gramm (KOM(84) 277 endg. vom 18. 5. 1984).
-netze durch Aktionen auf Gemeinschaftsebene.                   O ABl. Nr. C 208 vom 4. 8. 1983, S. 1.
 ---pagebreak--- Nr. C 148/6                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   18.6. 85
päischen Potentials in den betreffenden Technologien                                      Artikel 3
beiträgt. Es ist daher wesentlich, daß diese Arbeiten un-       (1)     Die Verträge zum Teil I sind auf dem Weg der
verzüglich aufgenommen werden. Die Begünstigten müs-            beschränkten Ausschreibung zu vergeben.
sen Netzoperateure, Forschungszentren, Unternehmen,
                                                                (2)     Die Verträge für Teil II sind auf dem Weg der
einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen, Uni-
                                                                offenen Ausschreibung zu vergeben und an ihnen sind
versitäten und andere Stellen sein, die in der Gemein-
                                                                mindestens zwei voneinander unabhängige industrielle
schaft ihren Sitz haben, die am besten dazu geeignet
                                                                Partner aus zwei Mitgliedstaaten zu beteiligen. Die
sind, diese Ziele zu erreichen.
                                                                offene Ausschreibung erfolgt durch Veröffentlichung im
Die RACE Definitionsphase besteht aus zwei Teilen; der          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften.
erste befaßt sich mit der Entwicklung eines Referenz-
modells für die integrierte Breitbandkommunikation und                                    Artikel 4
der zweite mit der , Erforschung der Technologie-               (1)     Die Gemeinschaft leistet im Rahmen der hierfür
optionen.                                                       im Haushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften ein-
Im Vertrag sind die hierfür erforderlichen Bedürfnisse          gesetzten Mittel einen Beitrag zur Durchführung des
vorgesehen —                                                    Programms.
                                                                (2)     Der Gesamtbetrag der als Beitrag der Gemein-
BESCHLIESST:
                                                                schaft zur Durchführung des Programms für erforderlich
                          Artikel 1                             gehaltenen Mittel wird auf 22,1 Millionen ECU für
                                                                 18 Monate veranschlagt, und zwar einschließlich der Aus-
(1)    Eine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auf           gaben für das Kommissionspersonal, die 4,5 % des Ge-
dem Gebiet der Telekommunikationstechnologie, ent-              meinschaftsbeitrags nicht übersteigen dürfen.
sprechend dem Anhang, wird für einen Zeitraum von
höchstens 18 Monaten, beginnend am 1. Juli 1985, be-                                       Artikel 5
schlossen.                                                      Die Kommission trägt Sorge für die ordnungsgemäße
(2)    Im Rahmen dieser Tätigkeit sollen im wesent-             Durchführung des Programms sowie für die zur Durch-
lichen genaue Ziele festgelegt und das Konzept für die          führung erforderlichen Maßnahmen und Infrastrukturen.
vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungszu-
sammenarbeit auf Gemeinschaftsebene in Abstimmung                                          Artikel 6
mit den nationalen Programmen auf dem Gebiet der                 (1)    Bei der Durchführung der in Artikel 2 genannten
Telekommunikationstechnologien entwickelt werden.               Aufgaben wird die Kommission von einem Ausschuß un-
                                                                terstützt. Der aus je zwei Vertretern der Mitgliedstaaten
                          Artikel 2                             bestehende Ausschuß wird von der Kommission auf der
(1)     Das Programm umfaßt zwei Teile; Teil I umfaßt            Grundlage von Vorschlägen der Mitgliedstaaten einge-
die für die Formulierung eines Referenzmodells für inte-        setzt.
grierte Breitbandkommunikation erforderlichen analyti-           Die Mitglieder des Ausschusses können sich entspre-
schen Arbeiten, die mittels Konzertierung mit entspre-           chend der Art der zu erörternden Fragen von Sachver-
chenden Organisationen oder, soweit erforderlich, auf-           ständigen oder Beratern unterstützen lassen.
grund von Verträgen durchgeführt werden.                         Den Vorsitz im Ausschuß führt ein Vertreter der Kom-
Das Programm umfaßt in Teil II vorwettbewerbliche                mission.
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Zweck der               Die Kommission kann den Ausschuß zu jeder Frage an-
Exploration und Klärung von Technologieoptionen, die             hören, die unter diesen Beschluß fällt.
aufgrund von Verträgen durchgeführt werden.                      (2)    Die Arbeit des Ausschusses ist vertraulich.
Verträge können geschlossen werden mit Netzoperateu-             (3)    Der Ausschuß gibt sich eine Geschäftsordnung.
ren, Forschungszentren, Unternehmen, einschließlich
                                                                 (4)    Die Sekretariatsgeschäfte des Ausschusses werden
kleiner und mittlerer Unternehmen, Universitäten und
                                                                von der Kommission wahrgenommen.
anderen Stellen — nachstehend Partner genannt. Die
Arbeiten sind in der Gemeinschaft durchzuführen.                                           Artikel 7
(2)     Die Arbeiten erstrecken sich auf 11 Vorhaben, die        Im Rahmen der Koordinierungstätigkeiten gemäß Arti-
im Anhang beschrieben sind. Die Vorhaben des Teils II            kel 1 Absatz 2 tauschen die Mitgliedstaaten und die
und soweit erforderlich des Teils I werden auf der Basis         Kommission alle geeigneten Informationen über die un-
von Kostenteilungsverträgen durchgeführt, zu denen die           ter diesen Beschluß fallenden Tätigkeiten aus, soweit sie
Vertragspartner normalerweise mit einem Mindestsatz              dazu Zugang haben und die Weitergabe der Informatio-
von 50 °/o beitragen, während die Gemeinschaft nor-              nen zulässig ist, gleichgültig ob die Tätigkeiten unter
malerweise den Rest übernimmt.                                   ihrer Zuständigkeit geplant und ausgeführt werden oder
(3) .Die Arbeiten tragen den Anforderungen für die               nicht.
Entwicklung von Normen und gemeinsamen Funktions-                Die Informationen werden nach einem Verfahren ausge-
spezifikationen Rechnung, um den Interessen der euro-            tauscht, das von der Kommission nach Anhörung des
päischen Industrie, Benutzer und der Fernmeldeopera-             Ausschusses definiert wird; sie werden auf Ersuchen der
teure auf diesem Gebiet zu dienen.                               Lieferanten als vertraulich behandelt.
 ---pagebreak--- 18.6.85                                   Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                           Nr. C 148/7
                                                               ANHANG
                             ZUSAMMENFASSUNG DER DEFINITIONSPHASE VON RACE
        TEIL     I:  Entwicklung eines IBC-Referenzmodells
        LI.          Entwicklung eines IBC-Netzreferenzmodells
        1.2.         Definition der IBC-Endgeräteumgebung
        1.3.      '  Zukünftige Anwendungsbewertung
        TEIL II: FuE mit langer Vorlaufzeit
        II.l.        Hochleistungsschaltungen
        II.2.        Hochkomplexe Schaltungen
        II.3.        Integrierte Optoelektronik
        II.4.        Breitbandschalten
        II.5.        Passive optische Komponenten
        II.6.        Komponenten für Verbindungen mit hohen Bitraten
        II.7.        Kommunikationsspezifische Software
        II.8.        Technologie großer flacher Bildschirme
                                                       RDP ARBEITSPLAN
        EINLEITUNG
        Die während der 18monatigen Definitionsphase von RACE (RDP) durchzuführenden Arbeiten gliedern
        sich in zwei Hauptteile: Teil I betrifft die Arbeiten an einem IBC-Referenzmodell ('), Teil II betrifft FuE
        zu Schlüsselthemen, die einen langen Vorlauf erfordern, und deren sofortige technisch-wirtschaftliche Ana-
        lyse vordringliche Bedeutung hat.
        Jeder Teil ist in eine Reihe von Arbeitsgebiete unterteilt (drei bei Teil I, und acht bei Teil II), die unter sich
        einen kohärenten Arbeitsplan darstellen. Obwohl die einzelnen Gebiete tragbare, in sich geschlossene
        „Vorhaben" darstellen, müssen sie eng koordiniert werden, damit die alles umfassende Kohärenz erhalten
        bleibt.
        Die für die RDP ausgewählten Arbeiten sind wichtig in sich selbst, d. h. sießihren nicht automatisch zu einer
         Verpflichtung, die Arbeiten fortzuführen, doch werden mit ihnen auch Grundlagen fiir Arbeiten geschaffen, die
        nach weiterer Prüfung vorgeschlagen werden könnten. Somit sollten die RDP-Bemühungen im Zusammen-
        hang mit einer allmählichen Annäherung an das Gesamtziel von IBC gesehen werden: Sie sind zwar nur
        von beschränkter Verbindlichkeit, sind aber essentiell für das Verständnis des Bedarfs und der Gelegenhei-
        ten für Kooperation und Arbeitsteilung auf Gemeinschaftsebene. Dieser Arbeitsplan ist das Resultat einge-
        hender Konsultationen mit den Netzwerkoperateuren und der Telematik-Industrie, aber aufgrund der ra-
        piden Evolution wird er im Laufe seiner Implementierung im begrenzten Maße an die Entwicklung anzu-
        passen sein.
        Die Zuordnung der Mittel wird mit dem in Artikel 6 vorgesehenen Verwaltungsausschuß auf der Basis der
        Projektvorschläge für die Ausführung der RDP überprüft werden.
        (') IBC = Integrierte Breitband Kommunikation. Dieser Begriff steht für eine Europaweite Breitband-Infrastruktur, die
                    in der Lage ist, bestehende und eine Vielfalt zukünftiger neuer Dienste, die Stimme, Daten und Bilder über-
                    mitteln, zu unterstützen. Es wird erwartet, daß IBC sich aus untergeordneten oder bestehenden Diensten und
                    Netzstrukturen entwickelt.
 ---pagebreak--- Nr. C 148/8                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                   1 8 . 6 . 85
                                                                TEIL I
                                        ENTWICKLUNG EINES IBC-BEZUGSMODELLS
            Logische Grundlage
            Da Bedarf herrscht
            — an einem gemeinsamen Verständnis der auf die IBC hinauslaufenden Entwicklung,
            — an Mitteln zur Identifizierung der auf die Implementierung der IBC gerichteten einschlägigen FuE-
                Vorhaben,
            — für eine gemeinsame Definition und gemeinsames Verständnis der IBC-Systeme und -Teilsysteme aller
                beteiligten Bereiche,
            — an Leitlinien für die Spezifikation derartiger (Teil-)Systeme,
            — an Unterstützung der Normungsarbeiten der einschlägigen Gremien, damit die IBC bis 1995 leichter
                eingeführt werden kann,
            wird ein Referenzmodell der vorgeschlagenen integrierten Breitbandkommunikation benötigt. Dieses Refe-
            renzmodell wird sich mit dem Fortschreiten der Arbeiten weiterentwickeln, doch sollte wenigstens eine
            erste Iteration eines solchen Modells als signifikante Tätigkeit in der RDP ausgearbeitet werden.
            Arbeitsbereiche
            Die gesamte IBC-Umgebung umfaßt drei Hauptelemente, nämlich das Netz selbst, die an das Netz ange-
            schlossenen Endgeräte und die Anwendungen/Dienste, die von dem Netz plus den Endgeräten bereitge-
            stellt werden. Zur Erstellung eines umfassenden Referenzmodells müssen die einzelnen Elemente unter-
            sucht und geeignete Szenarien aus ihnen entwickelt werden. Deshalb sind drei entsprechende Arbeitsbe-
            reiche im RDP-Arbeitsplan identifiziert und in den folgenden Abschnitten beschrieben, wobei das Refe-
            renzmodell für das IBC-Netz eine zentrale Rolle spielt:
            1.1. Entwicklung eines Referenzmodells für das IBC-Netz
            1.2. Definition einer IBC-Endgeräteumgebung
            1.3. Beurteilung der zukünftigen Anwendungen.
                                   Bereich Li: Entwicklung eines Referenzmodells für das   IBC-Netz
            1. Ziele und Vorgehen
                Mit dem Netz-Referenzmodell sollen die praxisbezogenen Anforderungen für das IBC-Netz, der Über-
                gang von ISDN-Schmalbandnetz und die entsprechenden funktionellen Anforderungen an System und
                Untersystem spezifiziert werden.
                Die praxisbezogenen Bedingungen werden zeitabhängig sein, da 1995 das Zieldatum für die Aufnahme
                der IBC-Dienste ist. Diese Anforderungen werden in Netztopologiebegriffen ausgedrückt, wobei alter-
                native Voraussetzungen hinsichtlich der Technologie, des Verkehrsniveaus, der Dienstmerkmale, der
                Endgerätetypen, der Protokolle usw. zu berücksichtigen sind.
                Mit den Funktionsanforderungen, die an das Teilsystem zur Deckung der praxisbezogenen Bedürfnisse
                gestellt werden, wird eine Hierarchie von Systemen und Teilsystemen beschrieben, die in der Lage sind,
                die umschriebenen Dienste zu tragen. Daher sollen die zu definierenden Hauptparameter auch die tech-
                nischen Spezifikationen und Normen für die Schnittstellen und Teilsysteme zur Übertragungsvermitt-
                lung und Signalgebung enthalten.
                Die verschiedenen praxis- und systembezogenen Anforderungen sind unabhängig voneinander, folglich
                wird das Referenzmodell beispielsweise einen Ausgleich herbeiführen zwischen dem Wunsch, für eine
                breite Benutzergruppe leistungsfähige Dienste zu schaffen, und der technisch-wirtschaftlichen Möglich-
                keit, Dienste dieser Art zu verwirklichen.
                Das Referenzmodell wird anfangs die Form einfacher, die Praxis und die Funktionen bereffenden Be-
                schreibungen haben. Um den Austausch zwischen den Systemparametern zu beurteilen, könnte es erfor-
                derlich sein, einige Aspekte des Modells auf einem Rechner zu implementieren. Dies würde die Ein-
                schätzung der Auswirkungen alternativer Voraussetzungen erleichtern und zudem eine technisch-wirt-
                schaftliche Beurteilung und Bewertung möglich machen.
 ---pagebreak--- 18.6.85                                    Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                            Nr. C 14 8 / 9
        2. Arbeitsmethode
            Ausarbeitung und Benutzung des Referenzmodells sollten gemeinsam von Sachverständigen aus Kreisen
            der Industrie und der Fernmeldenetzbetreiber unter Federführung der letzteren vorgenommen werden.
            Es wird zur Kenntnis genommen, daß die CEPT/GSLB (') gegenwärtig an verwandten Normen arbei-
            tet, und damit alle verfügbaren Möglichkeiten wirksam genutzt und eine gemeinsame europäische Lö-
            sung gefunden wird, ist die GSLB aufgefordert worden, für diesen Bereich der RDP wesentliche Bei-
            träge zu leisten. Desgleichen sollten die Ergebnisse der von C E C / E T C O durchgeführten Untersuchun-
            gen „Transnational Broadband Backbone (TBB)" überall dort verwendet werden, wo dies angezeigt
            erscheint.
        3. Aufgaben
            Die während der RDP durchzuführenden Aufgaben sind:
            1.1.1   Gesamtnetz:
            — Dienstbedarf,
            — netzbezogene Sachzwänge (einschließlich der Sachzwänge aus der Zusammenarbeit, aus der ISDN-
                 Entwicklung sowie der Sachzwänge, die sich aus den Vorschriften ergeben).
            1.1.2   Praxisbezogener Bedarf.
            1.1.3   Technisch-wirtschaftliche Beurteilung:
            — technische Leistungsfähigkeit,
            — Kosten-Leistungs-Beurteilung größerer Bauelemente (einschließlich Erstellung der erforderlichen
                 Rechenwerkzeuge).
        4. Verknüpfungen mit anderen RDP-Tätigkeiten
            Damit diese Ziele erreicht werden können, muß die Arbeit am Netz-Referenzmodell durch Beiträge aus
            den beiden anderen Bereichen des Teils I unterstützt werden:
            Im Bereich 1.2 werden die funktionellen „Verhältnisse im Endgerätebereich" untersucht und Informa-
            tionen über Endgerätearchitekturen und Anwenderbedürfnisse geliefert, was wiederum zu Definitionen
            der Strukturen für den Anwenderzugriff und, in Verbindung mit Bereich 1.3, Informationen über poten-
            tielle Endstellendichte und Verkehrsebenen liefert.
            Im Bereich 1.3 werden die potentiellen zukünftigen Anwendungen der IBC beurteilt; von diesem Bereich
            sollen — wie bereits gesagt — Informationen über den Verkehr geliefert werden, die in dem Netzmo-
            dell übernommen werden sollen.
            Der Teil II betrifft hauptsächlich FuE-Themen mit langem Vorlauf, deren Beurteilung dringend explo-
            rativer Voruntersuchungen bedarf. Bestimmt von den tatsächlich ausgewählten Arbeitsprogrammen und
            den Kosten-Leistungszielen dürfte mit einer längerfristigen Abhängigkeit von allen neuen Technologien
            zu rechnen sein, die als für die IBC wichtig erachtet werden. Umgekehrt wird das Referenzmodell mit
            fortschreitender Entwicklung dazu beitragen, die für die FuE-Arbeiten wichigen Themen auszuwählen.
                                          Bereich 1.2: Definition der     IBC-Endgerätumgebung
        1. Einleitung
            Die zukünftigen Anwendungen der Telekommunikation werden nicht nur vom Vorhandensein eines
            öffentlichen Netzes, sondern auch von der Kostenentwicklung der Endstellengeräte und -dienste abhän-
            gen. Insbesondere die Kostenentwicklung der Endgeräte ist der Schlüssel zur Erschließung des Marktes;
            kein Netz wird ausgiebig genutzt werden, und nur wenige neue Dienste werden hinzukommen, solange
            nicht eine große Population von Anwendern besteht mit dem Wunsch und der Fähigkeit, diese Dienste
            zu nutzen. Daher muß es ein wichtiges Ziel sein, rasch eine wachsende Population kostenwirksamer
            Endgeräte mit einer hohen Anwenderakzeptanz zu erlangen.
            Die Endgeräte erstrecken sich von einfachen mobilen Vorrichtungen, die über Funk mit dem Netz
            verbunden sind, bis zu ausgefeilten Arbeitsstationen für gewerbliche Zwecke. Die einfachen, billigen
            Endgeräte stünden Millionen Anwendern zur Verfügung, während die anspruchsvolleren Geräte von
            einer begrenzten Population spezialisierter Anwender gebraucht werden. Auf allen Verfeinerungsebenen
            wird es jedoch einen gemeinsamen Bedarf an Haupt-Funktionselementen geben, was zu Vorteilen füh-
            ren wird, die sich aus dem Anwendungsbereich ergeben.
        (') Die Teilnahme von CEPT/GSLB (Groupe Sp6cial Large Bande) an diesen Arbeiten wird es den europäischen Ländern,
            die nicht Mitgliedstaaten sind, erlauben an der Ausarbeitung eines Referenzmodells für Breitbandnetzwerk von Anfang
            an teilzuhaben.
 ---pagebreak--- Nr. C 148/10                                 Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                     1 8 . 6 . 85
                In allen Fällen werden die Endgeräte folgende Eigenschaften haben müssen:
               — Komptatibilität mit den für die Integrierte Breitbandkommunikation (IBC), wie auch für diensteinte-
                     grierende digitale Netze (ISDN) entwickelte Normen,
               — leichte Bedienbarkeit seitens der Durchschnittsbevölkerung, gekoppelt mit steigender Leistung, was
                     für eine breite Marktdurchdringung erforderlich ist,
                — möglichst niedrige Lebenszykluskosten der Endgerätsysteme in Abhängigkeit vom Grad der Ausge-
                     feiltheit (typische Größenordnung — nach heutigen Preisen: 100—1 000 ECU/Jahr für die Durch-
                     schnittsbevölkerung, 1000—10 000 ECU/Jahr für gewerbliche Anwender und 10 000—100 000
                     ECU/Jahr für Anwender mit Spezialbedarf),
                — hohe Zuverlässigkeit/Verfügbarkeit und, in vielen Fällen, geringer Stromverbrauch.
            2. Ziele und Forschungsbereich
                Das allumfassende Ziel ist ein Höchstmaß an Rationalisierung des Endgerätbereichs, damit die Vorteile
                voll genutzt werden können, die sich aus der Marktgröße einzelner Anwendungen und aus der techni-
                schen Gemeinsamkeit vieler Anwendungen insgesamt ergeben.
                Dies kann durch die Arbeiten in 18 Monaten in einem verhältnismäßig bescheidenen Maßstab nicht
                vollbracht werden; in der RDP soll es aber möglich sein, einen Orientierungsrahmen für die zukünfti-
                gen Tätigkeiten zu definieren. Dieser Rahmen kann als „Endstellen-Referenzmodell" des Bereichs 1.1
                und mit dem „Anwender- und Dienstleistungs-Referenzmodell" des Bereichs 1.3 übereinstimmen: Zu-
                sammen stellen diese drei Modelle das gesamte IBC-Referenzmodell dar.
                Die Arbeiten werden sich auf Endgeräte für Breitbanddienste konzentrieren, da diese zur Zeit die wich-
                tigste Herausforderung darstellen. Der Rahmen muß jedoch auch die Schmal- und Mittelbanddienste,
                insbesondere solche, die an das ISDN angeschlossen sind, umfassen und mit ihnen kompatibel sein.
                Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten soll auf Heimgeräten (in häuslicher Umgebung befindlichen
                Geräten) liegen, die sich vor dem Hintergrund der IBC aus dem Videobereich (Fernsehen) sowohl hin-
                sichtlich der Qualität als auch neuer Dienste vermutlich entwickeln werden. Bekanntlicherweise umfaßt
                das ESPRIT-Programm (FuE-Bereiche 4.2 „Fortgeschrittene Arbeitsstationen" und 4.3 „Kommunika-
                tionssysteme") Arbeiten an Endgeräten für Anwendungen schmaler und mittlerer Bandbreiten im Büro-
                bereich. So ist es denn selbstverständlich, daß im Hinblick auf die Schaffung eines gemeinsamen Rah-
                mens für sämtliche Endstellen eine enge Verbindung zu den einschlägigen ESPRIT-Tätigkeiten herbei-
                geführt und gehalten werden muß. RACE muß jedoch auch Breitband-„Geschäfts"-Endgeräte umfas-
                sen, die nicht von ESPRIT betroffen sind.
            3. Vorgehen
                In der Vorgehensweise wird man sich auf die Funktionsanalyse, die Konzeption sowie auf die Schnittstel-
                lenprobleme der Endgeräte konzentrieren. Das verfolgte Ziel ist somit die Identifizierung der Haupt-
                funktionen der Endstellengeräte, die Definition der Schnittstellen zwischen den Funktionen und die
                Nennung der funktionellen Beziehungen (Architekturen). Dies umfaßt nicht nur die Hardware, sondern
                auch den funktionellen Bedarf an Betriebssystemen und die Software für generische Anwendungen.
                Gestützt durch spezifische Untersuchungen an repräsentativen Endgerätklassen soll eine allgemeine
                Analyse durchgeführt werden. Mit diesem Vorgehen wird Realismus im allgemeinen Modell gewährlei-
                stet und zugleich ein wichtiger Einblick in das Konzept der Schlüsselklassen der IBC-Endstellen er-
                bracht. Örtliche Übertragung und Wechselkommunikation wie das Teilnehmer-Geschäftsraumnetz
                 (SPN) müssen in das Modell aufgenommen werden.
                Das Modell soll Funktionen erhalten, die sämtlichen Ebenen des OSI-Modells entsprechen. Dies wird
                dazu beitragen, sicherzustellen, daß die Endgeräte mit einer breiten Palette von Diensten kompatibel
                sind, und ein einwandfreies Zusammenwirken der Endgeräte untereinander und mit jedem anderen
                 Dienstleister gewährleisten. Da man davon ausgehen kann, daß die sämtliche OSI-Ebenen betreffenden
                Arbeiten kaum während der RDP abgeschlossen sein werden, sollte auch den oberen Schichten (bei-
                 spielsweise den Betriebssystemen, Displayformaten usw.) Beachtung geschenkt werden. Die Arbeiten
                 sollen auf den Ergebnissen der laufenden Arbeiten an Schmal- und Mittelbandanwendungen und der im
                 Rahmen der UER durchgeführten rundfunktechnischen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf-
                 bauen.
             4. Aufgaben
                 Die Arbeiten des RDP-Bereichs 1.2 werden in nachstehenden fünf Aufgaben umschrieben:
                 1.2.1     Endgerät-Referenzmodell
                 Ein ursprüngliches „Ausgangs-"Modell soll als Leithilfe für die übrigen Aufgaben in diesem Bereich
                 spezifiziert werden. Das Modell soll dann ausgefeilt und erweitert werden, wobei die in diesen Aufga-
                ben gesammelten Erfahrungen berücksichtigt werden.
                 1.2.2    Multiservice-Endgeräte   (Heim/Geschäfis-Arbeitsstation)
                 Diese Aufgabe umfaßt die Funktionsbeschreibung eines Endgeräts, das in der Lage ist, Buchstaben,
                 Sprache, Bilder und Grafiken zu übertragen unter besonderer Berücksichtigung der Bildverarbeitung
                 und -speicherung, und zwar sowohl zu Unterhaltungs- wie auch zu Kommunikationszwecken.
 ---pagebreak--- 1 8 . 6 . 85                                Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                                Nr. C 148/11
                1.2.3   Teilnehmer-Geschäftsräume-Netz     (SPN)
                Ziele dieser Aufgabe sind die Funktionsbeschreibung des Multiservice-Breitbandbusses (oder beliebiger
                anderer Netztypen), und zwar sowohl für Information als auch für Signalisierung, sowie die Funktions-
                beschreibung für die Bauelemente der Endgerätschnittstellen, die in der Folgezeit implementiert werden
                sollen.
                1.2.4   Digital-Fernsehen
                Hauptziel dieser Aufgabe ist die Funktionsbeschreibung des „Hi-Fi"-Digital-Fernsehens unter Berück-
                sichtigung der neuen europäischen Normen (MAC-Systeme, Digital-Fernsehstudio usw.) und ihre Har-
                monisierung mit einem IBC-Endgerät-Referenzmodell zu erforschen.
                1.2.5   Hochauflösende Fernsehen (HDTV)
                Es gibt keine festgelegten Normen für HDTV, und der Entwicklungsstand ist bei HDTV-Bauteilen
                noch weit von endgültigen Lösungen entfernt. Zweck dieser Aufgabe ist es jedoch, eine Funktionsbe-
                schreibung für ein HDTV-System zu umreißen unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen
                an die Übertragungsgeschwindigkeit und der Anwendung von Redundanzverringerungstechniken zur
                Minimierung der Bitgeschwindigkeiten.
                Es wird empfohlen, eine enge Verbindung zwischen diesen Aufgaben herbeizuführen und aufrechtzuer-
                halten, einschließlich der Möglichkeit gemeinsamer (formeller) Überarbeitungssitzungen, auf denen die
                Fortschritte erörtert und Beschlüsse hinsichtlich der nächsten Schritte gefaßt werden. Verbindungen wä-
                ren weiterhin erforderlich zu den übrigen Bereichen von Teil I der RDP sowie zu anderen einschlägigen
                Aktivitäten im Rahmen von ESPRIT, COST, UER usw.
                                          Bereich 1.3: Bewertung der zukünftigen  Anwendungen
             1. Logische Grundlage
                Umfang und Geschwindigkeit der Entwicklung der zukünftigen IBC-Märkte hängen sowohl vom An-
                wendungspotential als auch von der kosten-leistungs-bezogenen Abhängigkeit der Akzeptanz der An-
                wendungen ab. Zur Verringerung der Kosten müssen die sich aus dem Maßstab ergebenden Vorteile
                wie auch die, die sich aus der Vielfalt ähnlicher und auf gleicher Technologie aufhauender Anwendun-
                gen herleiten lassen, genutzt werden, was ein gutes Verständnis der allgemeinen Funktionsbedürfnisse
                erfordert. Dieses Verständnis ist auf dem spezifischen Hintergrund der IBC-Endstellen ein Hauptziel
                von Bereich 1.2; ein ähnliches Verständnis ist jedoch vor dem mit diesen Dingen eng verbundenen Hin-
                tergrund der Benutzeranwendungen und der Dienste erforderlich.
                Zur Erlangung dieses breiteren Verständnisses wird es notwendig sein, daß ein Referenzmodell der
                künftigen IBC-Anwendungen und -Dienste entwickelt wird. Ein solches Modell muß eine Funktionsana-
                lyse sämtlicher vorhersehbarer Anwendungen der von der IBC bereitgestellten und in das ISDN und in
                Rundfunkdienste integrierten Dienste enthalten. Das Modell muß auch eine Beurteilung der Kostenlei-
                stung gestatten, zu dem die neuen Dienste für die verschiedenen Marktbereiche akzeptabel sind.
                Eine wichtige Frage muß sich in dem Modell widerspiegeln, nämlich die Akzeptanz der Dienste bei den
                Benutzern. Dies erfordert eine Systemanalyse der Qualitätsansprüche, die an diese Dienste gestellt wer-
                den. Ganz besondere Beachtung ist in diesem Zusammenhang den Fragen des Benutzergeheimnisses,
                des Informationsschutzes und den Maßnahmen zu schenken, die von den Betreibern dieser Dienste
                getroffen werden müssen.
             2. Ziele
                Hauptziel ist die Schaffung einer Methodologie für die Festlegung des Anwendungs- und Dienstanbie-
                ter-Referenzmodells und seine Verwendung und Verfeinerung in den späteren Phasen des Programms.
                Im einzelnen enthalten die ausgewählten Aufgaben folgende Ziele:
                — Verdeutlichung und Beschreibung der zukünftigen Anwendungen und Dienste, ihre Entwicklung
                    sowie die Substitution der bestehenden Anwendungen und Dienste;
                — Entwicklung von Kriterien für den Entwurf neuer, in das Anwendungs- und Diensteanbieter-Refe-
                    renzmodell eingebetteter neuer Dienste;
                — Bereitstellung von Methoden und Indentifizierung von Fragen, die zum Zweck der Markterkundung
                    und zur Bewertung der technologischen Implementierungen sowie Beurteilung ihrer Kosten und ih-
                    rer wirtschaftlichen Lebensfähigkeit angewendet werden.
             3. Vorgehensweise
                Es wird davon ausgegangen, daß die Analysen- und Vorausschätzungsgruppe (GAP) den größten Teil
                der zur Durchführung der hier genannten Arbeiten erforderlichen Marktbeurteilungs- und strategischen
                Daten beschafft. Dann werden die zur Konstruktion des Referenzmodells erforderlichen Parameterana-
                lysen durchgeführt. Danach werden aus dem Referenzmodell die Daten abgeleitet, die für die in den
                Bereichen 1.1 und 1.2 abgegrenzten Arbeiten wichtig sind.
 ---pagebreak--- Nr. C 148/12                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                  18.6.85
            4. Aufgaben
                Die Aufgaben für diesen Bereich sind:
                1.3.1    Schätzungsmethoden
                Definition der Methoden und Werkzeuge für die Einschätzung der Benutzeranwendungen und Dienste.
                Dies erfordert die Definition des Anwendungs- und Diensteanbieter-Referenzmodells, das unmittelbar
                mit dem IBC-Referenzmodell des Teils I in Zusammenhang stehen muß.
                1.3.2   Übersicht über die Anwendungen
                Gewinnung einer Übersicht über die gesamte Anwendungspalette eines integrierten Breitbandkommuni-
                kationshetzes der 90er Jahre. Zusätzlich zu den Verbesserungen der bestehenden und der entstehenden
                Anwendungen wird es auch neue bereits konzipierte Anwendungen geben, mit denen die Breitband-
                leistung des IBC ausgenutzt werden wird.
                1.3.3   Überblick über die gegenwärtigen und die zukünftigen Dienste
                Die in diesem Zusammenhang zu nennenden Dienste werden den von Fernmeldeunternehmen oder
                Rundfunkbehörden einschließlich des Kabelfernsehens und anderer Dienstanbieter bereitgestellten ver-
                schiedenen Kommunikationsdiensten zugeordnet. Die gegenwärtige Palette dieser Dienste umfaßt die
                Übertragung bzw. Erledigung von Stimme, Daten, Text, Bild, Informationsdienste, Rundfunksendun-
                gen, Kabelfernsehen, Überwachung usw.
                Zur Klassifizierung der gesamten Dienstpalette ist eine Studie über Merkmale und logische Grundlagen
                aller dieser derzeitigen und zukünftigen Dienste erforderlich.
                Diese Studie soll die national-internationalen Ziele der Telekommunikationsdienste in Einklang bringen
                mit den lokalen interaktiven Diensten, die gegenwärtig in das Kabelfernsehsystem einbezogen werden,
                wie beispielsweise das Teleshopping (Einkaufen über das Fernsehen).
                1.3.4   Bedeutung der Anwendungen fiir die IBC
                Das wesentliche Ziel dieser Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, daß Anwendungen und Dienst-
                anbieterbedürfnisse den IBC-Diensten entsprechen. In dieser Aufgabe werden die zwei vorgesehenen
                Aufgaben (1.3.2 und 1.3.3) miteinander verbunden und Schnitt- und Eingabestellen am IBC-Netzbezugs-
                modell geschaffen.
                1.3.5   Qualität der Dienste
                Zunächst muß eine Reihe von Parametern festgelegt werden, die sich auf die Qualität der Dienste und
                die Leistung erstrecken, z. B.:
                — geforderte Informationsrate;
                — Zuverlässigkeit der Informationsübertragung;
                — Schnittstellen;
                — Parallelnutzung;
                — Setzzeiten;
                — Antwortzeiten (Verzögerung, Aufbau und Dialogfähigkeit);
                — Güte des Dienstes;
                — Signalwege für Benutzer;
                — Verfügbarkeit (Kontinuität des Dienstes).
                1.3.6   Marktanalyse und    Benutzerkostenempfindlichkeit
                In der RACE-Definitionsphase sind die für eine künftige Markterkundung notwendigen Methoden und
                Werkzeuge zu definieren und auszuwählen.
                1.3.7   Sicherheitsaspekte
                Die Einführung von Sicherheitspolitik in das gesamte integrierte Breitbandnetz erfordert eine Konzen-
                tration auf folgende Elemente:
                  i) Bedarf und Ausmaß des Datenschutzes für die Benutzer;
                 ii) annehmbarer Preis des Datenschutzes, wenn er vom Netz geboten wird;
                iii) Mittel und Verfahren der Verwaltung, um den angebotenen Datenschutz zu garantieren.
             Das bedeutet:
             — Aufnahme notwendiger Sicherheitsmerkmale in Definitionen von Diensten und Verfahren,
             — Untersuchung der Vergütungsprobleme (Übertragung der Benutzeridentität, Authentisierung der
                 Transaktionen usw.).
             Diese Aufgabe wird in enger Verbindung mit ähnlichen Arbeiten im Rahmen des Informationstechnik-
             programms durchgeführt.
 ---pagebreak--- 1 8 . 6 . 85                                  Amtsblatt d e r Europäischen Gemeinschaften                             Nr. C 148/13
                                                                  TEIL II
                                                    FuE MIT LANGER VORLAUFZEIT
             Grundlage
             Es bedarf bedeutender technologischer Anstrengungen (sowohl für Hardware als auch Software), um die
             für die Implementierung von IBC (von 1995 an) erforderlichen Kosten-Leistungs-Ziele zu erreichen. Ein
             großer Teil der hierfür notwendigen Technologie steht heute selbst im Vorentwicklungsstadium noch nicht
             zur Verfügung.
             Für die RACE-Definitionsphase (RDP) wurden FuE-Themen ausgewählt, die explorative Untersuchungen
             erfordern und auf einer transeuropäischen Zusammenarbeitsbasis durchgeführt werden können und von
             hoher Relevanz sind, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im Hinblick auf die
             weltweiten Märkte zu stärken. So wurden insbesondere für die R D P FuE-Bereiche ausgewählt, die:
             — als Arbeiten zu Schlüsselelementen zur Erfüllung der IBC-Ziele, weitgehend unabhängig von den aus-
                  führlichen Netz- und Systemspezifikationen, die in Teil I untersucht werden, aufgenommen werden
                  können;
             — angesichts sowohl der zeitlichen Ziele als auch der notwendigen Vorlaufzeit als am dringlichsten ange-
                  sehen werden.
             Ziele
             Die in Teil II bis zum Ende der RDP erreichten Ziele werden zur Klärung des Technologiepotentials von
             Optionen, zur Erleichterung der späteren Auswahl und zum Abbau der durch Unsicherheiten bedingten
             wirtschaftlichen Risiken einen wesentlichen Beitrag leisten und darüber hinaus wertvolle Eingaben für die
             in Teil I durchgeführten Untersuchungen liefern.
             Aufgaben
             In Anbetracht der obigen Kriterien und allgemeinen Überlegungen sind acht FuE-Bereiche für explorative
             Untersuchungen ausgewählt worden.
             II. 1. Integrierte Hochgeschwindigkeitsschaltkreise
             11.2. Hochkomplexe integrierte Schaltkreise
             11.3. Integrierte Optoelektronik
             11.4. Breitbandvermittlung
             11.5. Passive optische Komponenten
             11.6. Komponenten für Fernverbindungen
             11.7. Kommunikationsspezifische Software
             IL8. Technologie großer flacher Bildschirme.
             Es muß in diesem Zusammenhang betont werden, daß die für die RDP ausgewählten Arbeiten und ihr
             Umfang auf explorative Arbeiten und kritische Überprüfung der vielversprechendsten Technologieoptionen
             für die Kosten-Leistungszielsetzung von RACE beschränkt sind.
             Beziehungen zu ESPRIT
             Mögliche Synergien oder Überschneidungen mit spezifischen Bereichen des ESPRIT-Programms wurden
             und werden auch weiterhin während des Auswahlprozesses sorgfältig geprüft. Die für das RACE Defini-
             tionsprogramm ausgewählten Aufgaben überschneiden nicht mit ESPRIT, sind indessen so eng daran ange-
             lehnt, daß sie sich gegenseitig befruchten. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, daß zur Zeit der
             Implementierung der RDP ein beträchtlicher Teil von ESPRIT bereits durchgeführt sein wird und die
             Ergebnisse für die fernmeldespezifischen Arbeiten in der RDP berücksichtigt werden können. Dies wird
             insbesondere berücksichtigt werden, wenn die Einzelheiten der Arbeiten im FuE-Programm endgültig be-
             schlossen werden.
                                          Bereich IIA Integrierte  Hochgeschwindigkeitsschaltkreise
             IL 1.1    Schaltkreise sehr hoher Geschwindigkeit
             In einigen Bereichen des IBC-Systems, hauptsächlich bei den Übertragungsteilsystemen, sind Schaltkreise
             mit sehr hoher Geschwindigkeit notwendig, doch sind die zu erfüllenden Funktionen im allgemeinen in
             ihrer Komplexität begrenzt. Daher ist in dieser ersten Bauelementkategorie Geschwindigkeit der wichtigste
             Parameter; da diese Schaltkreise jedoch im peripheren Bereich dieses Systems liegen und sehr zahlreich
             sind, ist der Leistungsverlust von großer Bedeutung.
 ---pagebreak--- Nr. C 148/14                               Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                        18.6.85
            Eine Reihe solcher Schaltkreise wurde untersucht oder sogar für einige spezifische Anwendungen imple-
            mentiert; dennoch sind die Probleme für IBC noch nicht gelöst und weitere bedeutende Verbesserungen
            sind erforderlich, um eine stärkere Integration, geringere Leistungsverluste und niedrigere Kosten zu errei-
            chen. Typische Anforderungen für die einschlägige Technologie sind:
            II. 1.2   Modellierung von Bauelementen mit hober Geschwindigkeit und geringer Leistungsaufnahme
            Als Unterstützung der obigen Aufgabe sind Anstrengungen zur Modellierung von Bauelementen hoher
            Geschwindigkeit mit geringer Leistungsaufnahme notwendig. Ziele sind:
            — die Entwicklung von Standardmodellen elektronischer Geräte, die zur Simulation von integrierten
                 Schaltkreisen hoher Geschwindigkeit mit Galliumarsenid oder bipolaren Silizium-, MOS- und CMOS-
                 Technologien bis hinunter zu einer Mindestgrößte von einem Mikrometer zu verwenden sind;
            — die Entwicklung von Standardverfahren für die Beschreibung von Fernmeldebauelementen und die Ab-
                 leitung von den für den Simulator notwendigen Parametern.
            Im Bereich der Hochgeschwindigkeitsschaltkreise werden wesentliche Anstrengungen im Rahmen von
            ESPRIT unternommen. Die hier ausgewählten Aufgaben beziehen sich auf spezifische Zielsetzungen, die
            soviel wie möglich von den ESPRIT Ergebnissen profitieren würden, ohne zu überlappen.
                                           Bereich II. 2: Hochkomplexe        integrierte Schaltkreise
            11.2.1 Hochkomplexe Schaltkreise fiir die Signalverarbeitung
            Bei IBC bezieht sich eine zweite Kategorie von Fernmeldebausteinen auf sehr komplexe Funktionen, d. h.
            digitale Verarbeitung des Videosignals. Hier kann die Geschwindigkeit der internen Schaltungsanordnung
            durch die Verwendung der Parallelverarbeitung begrenzt werden, so daß das Hauptmerkmal der Techno-
            logie ein geringerer Leistungsverlust ist, um eine VLSI-Schaltkreisintegration zu ermöglichen. Wegen der
            dabei einzusetzenden hohen Bitrate ist natürlich ein Hochgeschwindigkeitsbetreib immer noch notwendig,
            doch sollte ein Kompromiß zwischen Verarbeitungsalgorithmus, Betriebsgeschwindigkeit und Bauelement-
            architektur erzielt werden.
            Die Entwicklung von durch die VLSI-Technologie möglich gewordenen kostengünstigen Videosignalpro-
            zessoren könnte sich wesentlich auf die Anwendung von Digitaltechniken im Fernsehbereich auswirken.
             Gegenwärtig gibt es allgemeine Digitalsignalprozessoren (DSP), die auf Anwendungen im Hochfrequenz-
            bereich beschränkt sind. Nur sehr kostspielige Ausrüstungen oder Schaltkreise für Videoanwendungen
            wurden hergestellt, und für einen bedeutenden technischen Fortschritt auf diesem Gebiet werden noch
            bedeutende Anstrengungen notwendig sein.
             Die RDP beinhaltet hier explorative Arbeiten für den optimalen Entwurf und die Implementierung solcher
             Fernmeldebauelemente.
             11.2.2   Bandbreitenverdichtung fiir (hochauflösendes) Fernsehen
             Eine ähnliche FuE-Aufgabe sind Datenverdichtungsalgorithmen (Redundanzverringerung) für Fernsehen
             und hochauflösendes Fernsehen. Die Gründe dafür sind insbesondere die Systemkosten der Übertragungs-
             kanäle und der Schaltausrüstung für künftige Netze und die Speichergerätzwänge. Durch die Redundanz-
             verringerungstechniken kann eine sehr viel einfachere und daher kostengünstigere Schalt- und Übertra-
             gungsausrüstung bei gleicher Kanalkapazität hergestellt werden. Ein kostengünstiger Systembau wird mög-
             lich sein, da die Datengeschwindigkeit niedriger sein kann. Andererseits wird eine weitere Entwicklung
             notwendig sein, um die Komplexität und den Preis der Teilnehmerausrüstung zu verringern, doch muß
             diese Aufgabe dank der vorhersehbaren Preissenkung der Rahmenspeicher einfacher werden. Große An-
             strengungen sind im Hinblick auf die Normung notwendig, die durch konzertierte explorative FuE unter-
             stützt werden können.
             11.2.3    Verbindung und Koordinierung bei Entwurfswerkzeugen
             Zur Unterstützung der obigen Aufgaben wird es notwendig sein, enge Verbindungen mit anderen ähn-
             lichen Programmen über CAD für komplexe Systeme aufzunehmen. Die Ziele sind:
             — Verbindungen zu ähnlichen Gemeinschaftsvorhaben (z. B. Mikroelektronikvorhaben nach der Verord-
                  nung (EWG) Nr. 3744/81 und ESPRIT);
             — Unterrichtung der obigen Vorhaben über Koordinierung mit dem RACE-Programm mit Bezug auf die
                  Erfordernisse und den Zeitplan;
             — Unterrichtung der KEG über notwendige Einbeziehung in die obigen Vorhaben.
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                                                   Bereich 113: Integrierte     Optoelektronik
              Die heute in optischen Kommunikationsverbindungen verwendeten optischen Sender und Empfänger
              verknüpfen diskrete optoelektronische Geräte (Laserdioden, Photodioden usw.) mit elektronischen Schalt-
              kreisen ((De-)Kodierer, Modulatoren, Verstärker usw.). Die potentiellen Vorteile der optoelektronischen
              integrierten Schaltkreise, die in einzelnen Halbleiterchips mehrere elektronische, optische und optoelektro-
              nische Funktionen monolithisch integrieren, werden durch Analogie mit der Entwicklungsgeschichte von
              Silizium-ICs deutlich:
              — Verringerung der Herstellungskosten durch simultane Fertigung;
              — Leistungserhöhung (Geschwindigkeit, Rauschen) durch Verringerung der parasitären Schaltelemente;
              — erhöhte Zuverlässigkeit.
              Die in der RDP hierfür einbezogenen Arbeiten definieren die Technologieerfordernisse und explorieren
              Optionen, die schließlich durch die Bauelement-Hersteller später umgesetzt werden müssen, um zu wett-
              bewerbsfähigen und akzeptablen Kosten die Bauelemente herzustellen, die für Endgerätfunktionen in künf-
              tigen Lichtwellenleiter-IBC notwendig sind. Die Arbeiten der RACE-Definitionsphase werden darauf aus-
              gerichtet sein, Fortschritte bei grundlegenden Problemen zu erreichen.
                                                      Bereich IIA:    Breitbandvermittlung
              Breitbandvermittlung ist einer der kritischen Teile der künftigen IBC. Aus diesem Grunde ist es angebracht,
              Voruntersuchungen durchzuführen, die auf drei wichtige Optionen ausgerichtet sind:
              II.4.1   Technologien für eine räumlich orientierte Vermittlungseinrichtung mit niedrigem Leistungsverlust
              Die räumlich orientierte Vermittlung wird als Ausgangspunkt gewählt. "Wenngleich es beim derzeitigen
              Stand der Technik geeignete Bauelemente für Vermittlungsnetze gibt, haben diese einen zu hohen
              Leistungsverbrauch. Ziel dieser Arbeiten muß daher die Anwendung von Technologien mit niedrigem
              Leistungsverlust sein.
             .11.4.2   Technologien für    Zeitmultiplex-Vermittlung
              Parallel zur obigen Aufgabe sollten explorative Untersuchungen für Bauelemente der Breitband-Zeitmulti-
             plexvermittlung eingeleitet werden. Diese letzteren Arbeiten sind vom technologischen Standpunkt aus äu-
             ßerst kompliziert, doch dürfte der Durchbruch von der räumlich orientierten Vermittlung zur Zeitmulti-
              plexvermittlung — wie es bei der Schmalbandvermittlung der Fall war — wahrscheinlich zu bedeutenden
              Kostenverringerungen für das Vermittlungsnetz führen.
              II.4.3   Optische Vermittlungstechnologien
              In der nächsten Dekade ist eine sehr rasche Entwicklung der optischen Technologie zu erwarten. Die
              Halbleitertechnologie wird sich weiterhin rasch weiterentwickeln und die Kombination der beiden Bereiche
             wird neue Möglichkeiten eröffnen. Um sicherzustellen, daß die Entwicklung des vollelektronischen Ver-
             mittlungsnetzes den oben beschriebenen Entwicklungen folgt, müßten im Rahmen der „Optischen Vermitt-
             lungstechnologien" verstärkt Arbeiten durchgeführt werden. Der Stand der Technik und die schrittweise
             Entwicklung optischer Vermittlungsgrundsätze sollten zunächst festgelegt und nach Erwerb dieser Kennt-
             nisse explorative Arbeiten über optische Bauelemente für ein Vermittlungsnetz eingeleitet werden.
                                                 Bereich IL 5: Passive optische   Komponenten
             Wenn IBC wirtschaftlich lebensfähig sein soll, müssen die Kosten der optischen Bauelemente auf einem
              Mindestmaß gehalten werden, insbesondere in lokalen Netzen und Teilnehmerschleifen, bei denen die An-
             zahl der erforderlichen Bauelemente größer sein wird. Insbesondere ist es wahrscheinlich notwendig, die
             Kosten der Bauelemente um mindestens eine Größenordnung zu senken. Dieses Ziel wird wesentliche
             Fortschritte im Bereich der Fertigungstechnik erfordern. Allein größere Produktionsvolumina werden nicht
             das gewünschte Resultat bringen. Daher müssen Bauelemente und ihre Fertigung untersucht werden, die
             für die automatisierte Produktion geeignet sind. Leistung und Kosten verschiedener Arten von optischen
             Komponenten werden die Gestaltung des IBCN weitgehend beeinflussen. Im Laufe des FuE-Programms
             müssen die Fragen behandelt werden, die zur Klärung der technischen Sachverhalte beitragen.
                                    Bereich II.6: Komponenten für Fernverbindungen mit hoher Bitrate
             Um das voraussichtliche Wachstum des Fernverkehrs zu befriedigen, muß die Bitrate jeder Verbindung auf
             einen viel höheren Wert als gegenwärtig gesteigert werden, und verschiedene Wellenlängen genützt wer-
             den. Diese beiden Maßnahmen zusammen und die Verwendung von Kabeln mit vielen Fasern werden den
             Aufbau der gewünschten Übertragungskapazitäten ermöglichen.
 ---pagebreak--- Nr. C 148/16                               Amtsblatt d e r E u r o p ä i s c h e n Gemeinschaften                       18.6.85
            Die Arbeiten der RDP sollten sich auf zwei wichtige vorgesehene Entwicklungswege konzentrieren:
            11.6.1   Direkte Erfassungssysteme
            Direkte Erfassungssysteme ermöglichen eine Erhöhung der Transmissionsrate auf dem Wege der Licht-
            intensitätsmodulation. Um die gegenwärtige Bitrate unter Anwendung der Direkterfassung auf über 2
            Gbit/s zu erhöhen, ist ein modulierter Lichtemitter mit einem sehr engen Wellenlängenbereich besonders
            erwünscht, damit die Übertragungsverluste aufgrund eines zu breiten und zu variablen Spektrums vermie-
            den werden.
            11.6.2   Kohärente Systeme
            Die Schaffung kohärenter Verbindungen mit homodyner und heterodyner Erfassung (das elektromagneti-
            sche Feld des Lichtes wird moduliert) und von Überlagerungsoszillatoren Empfängern ist eine sehr attrak-
            tive Lösung. Derartige Verbindungen könnten zu einer Steigerung der Entfernung zwischen Zwischenre-
            generationen durch Senkung der Empfängerschwelle, Vereinfachung des Systems durch Verwendung opti-
            scher Verstärker führen. Es ist daher notwendig, weitere Untersuchungen auf die neuen Optionen für die
            wichtigsten Bauelemente zu konzentrieren, d. h. stabile Quellen und Verstärker.
                                           Bereich II. 7: Kommunikationsspezifische        Software
            Vom Standpunkt der Software haben Telekommunikationssysteme bereits ein Komplexitätsniveau erreicht,
            das die einfache Kontrollfähigkeit der derzeitigen Methoden, Werkzeuge und Techniken überschreitet.
            Diese Komplexität ergibt sich aus der grundlegenden Natur solcher Systeme, die hochparallel arbeiten,
            strenge Echtzeitreaktionszwänge haben und strenge Anforderungen an die Verfügbarkeit der Dienste stel-
            len. Die Probleme werden dadurch erschwert, daß die Anlagen hochkonfiguriert sein müssen und aufgrund
            der wirtschaftlichen Zwänge sich sehr lange Lebenszeiten ergeben.
            Die Einführung von IBC-Diensten wird zu einer beträchtlichen Erhöhung der grundlegenden Funktions-
            komplexität des Systems führen, dramatische Steigerungen der Arbeitsbelastung mit sich bringen und ein
            noch höheres Ausmaß an Reaktion und Robustheit erfordern. Ohne größere Anstrengungen zur Schaffung
            besserer Methoden, Werkzeuge und Techniken, die zu einer erheblich besseren Produktivität und zu ge-
            ringeren Gesamtkosten führen, ist es äußerst zweifelhaft, ob die Menge und Güte der zur Befriedigung
            dieser Anforderungen notwendigen Software wirtschaftlich innerhalb der erforderlichen Zeit hergestellt
            werden kann.
             Durch Programme wie ESPRIT und einige einzelstaatliche Programme der Mitgliedstaaten gibt es bereits
            bedeutende FuE-Anstrengungen zur Verbesserung der Softwarenproduktion und des Wartungsprozesses
             im Haupteinsatzbereich, von denen die Ergebnisse entweder unmittelbar auf den Telekommunikationsbe-
             reich angewendet werden können oder die Grundlage weiterer telekommunikationsorientierter FuE-Tätig-
             keiten bilden.
             Daher muß eine erste entscheidende Aufgabe auf diesem Gebiet eine kritische Überprüfung der vorhande-
             nen und geplanten künftigen Softwarenentwicklungstechniken sein, und zwar insbesondere mit Bezug auf
             ihre potentielle Verwendung in Telekommunikationssystemen in den nächsten 10 bis 15 Jahren. Ein wichti-
            ges Ergebnis dieser Aufgabe werden Empfehlungen über den Inhalt und die Mittel für weitere Arbeiten über
             telekommunikationsbezogene Sofiwarefragen sein.
            Während der RDP wird die Aufmerksamkeit auf drei zusätzliche Aufgaben gerichtet, deren Schlüssel-
             bedeutung für Kommunikationssoftware bereits anerkannt wurde:
             11.7.1  Spezifikation und   Konstruktionsmethoden
             Eine wesentliche Verbesserung der Produktivität und Zuverlässigkeit von Telekommunikationssoftware
             hängt ab von
             — besseren Spezifikationsmethoden;
             — formellen Verfahren zur Übertragung der Spezifikation auf eine Implementierung;
             — formellen Methoden zur Prüfung, der Übereinstimmung der Implementierung mit der Spezifikation.
             Spezifikation, Implementierung und Überprüfung gehören zusammen, und ein wichtiger Schritt vorwärts
             kann nur erfolgen, wenn diese Themen in einem integrierten Konzept behandelt werden. Die explorativen
             FuE-Arbeiten sollen sich auf den ersten dieser Schritte konzentrieren und die durch spätere Schritte erge-
             benden Sachzwänge berücksichtigen.
             11.7.2  Ein Gesamtsystembeschreibungsmodell
             Ziel dieser Aufgabe ist die Entwicklung eines Verfahrens zur Schaffung eines Telekommunikationssystems,
             das es zuläßt, mögliche Implementierungen und Konfigurationsoptionen zu bewerten, einschließlich der
             Erzeugung quantitativer Daten. Das Verfahren sollte auch einen Beitrag zur Entwicklung einer normierten
             Struktur für das System führen, um die Identifizierung wiederverwendbarer Teilsysteme mit austauschba-
             ren Teilsystemen verschiedener Kapazitäten und Geschwindigkeiten zu fördern.
            Als solche wird diese Aufgabe auch einen Beitrag für Bereich 1.1 leisten.
 ---pagebreak--- 18.6. 85                                Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                 Nr. G 148/17
         II.7.3 Anwendungen von KI-Techniken
         Im Bereich der Telekommunikation können Techniken der künstlichen Intelligenz auf einige Gebiete ange-
         wandt werden, z. B.: funktionelle Aufteilung, Chipentwurf, Projekt-Konfigurationskontrolle, Software-Fer-
         tigung, dynamisches Verkehrsmanagement, optimale Führung asymetrischen Datenverkehrs, Diagnose von
         Netz- und (Teil-)Systemen und Aufbau spezifischer Vermittlungsämter (Softwareproduktion).
         Diese KI-Techniken können mitunter andere Techniken mit dem Vorteil ersetzen, daß das implementierte
         System ohne weiteres angepaßt werden kann. Diese Techniken geben aber auch die Möglichkeit, Anwen-
         dungen zu entwickeln, die mit traditionellen Mitteln nicht zu implementieren sind.
                                      Bereich IL 8: Technologie großer Bacher Bildschirme
         IBC wird sehr leistungsfähige und kostengünstige Mittel zur Übertragung von Bewegtbildern bereitstellen,
         so daß der Markt für Bildschirme größere Bedeutung bekommen wird. Jeder Teilnehmer, zu Hause und im
         Büro, braucht verschiedene Anzeigen an verschiedenen Stellen für verschiedene Dienste: Text, Festbilder,
         Bewegtbilder zur Information, Ausbildung und Unterhaltung.
         Unzureichende Kosten-Leistung- und andere Charakteristiken (z. B. Gewicht, Volumen usw.) behindern
         die rasche Expansion der Anwendung. Die RDP wird Technologieoptionen prüfen, die wesentliche Fort-
         schritte in dieser Hinsicht versprechen.