CELEX: 31994D0805
Language: de
Date: 1994-11-23 00:00:00
Title: 94/805/EG: Entscheidung des Rates vom 23. November 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agro- Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) (1994- 1998)

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31994D0805

94/805/EG: Entscheidung des Rates vom 23. November 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agro- Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) (1994- 1998)  

Amtsblatt Nr. L 334 vom 22/12/1994 S. 0073 - 0086 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 13 Band 29 S. 0213  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 13 Band 29 S. 0213 

ENTSCHEIDUNG DES RATES  vom 23. November 1994 zur Annahme eines spezifischen Programms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agro-Industrie,  Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) (1994-1998) (94/805/EG)  DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION - gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130i Absatz 4,  auf Vorschlag der Kommission (1),  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),  in Erwägung nachstehender Gründe:  Mit dem Beschluß Nr. 1110/94/EG (4) haben das Europäische Parlament und der Rat ein Viertes Rahmenprogramm der Gemeinschaft im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration (nachstehend  "FTE" genannt) für den Zeitraum 1994 bis  1998 angenommen, in dem unter anderem die Maßnahmen im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und die Entwicklung des ländlichen Raums) festgelegt werden. Diese  Entscheidung trägt der in der Präambel zu dem genannten Beschluß dargelegten Begründung Rechnung.  Gemäß Artikel 130i Absatz 3 des Vertrages erfolgt die Durchführung des Rahmenprogramms durch spezifische Programme, die innerhalb eines jeden Aktionsbereichs entwickelt werden; in jedem spezifischen Programm werden die Einzelheiten seiner Durchführung,  seine Laufzeit und die als notwendig erachteten Mittel festgelegt.  Die für die Durchführung dieses Programms für erforderlich gehaltenen Mittel belaufen sich auf 607 Millionen ECU. Die Mittelansätze für jedes Haushaltsjahr werden von der Haushaltsbehörde entsprechend den verfügbaren Mitteln im Rahmen der Finanziellen  Vorausschau und gemäß Artikel 1 Absatz 3 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG festgelegt.  Ein FTE-Forschungsprogramm im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) sollte, um die Ziele zu erreichen und den  Herausforderungen zu begegnen, folgendes unterstützen bzw. berücksichtigen:  - die Konkurrenzfähigkeit, Leistungsfähigkeit und tragfähige Entwicklung des landwirtschaftlichen Sektors (Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft und Fischerei) und des agro-industriellen Sektors (Lebensmittel und Nicht-Lebensmittel);  - die Entwicklung der Gemeinschaftspolitiken (insbesondere Landwirtschaft und Fischerei);  - die gesellschaftlichen Bedürfnisse durch Bereitstellung einer Vielzahl gesunder und nahrhafter Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelprodukte nach dem Gebot der Umweltverträglichkeit;  - die dauerhafte Entwicklung, Erhaltung und Verbesserung der Umwelt im ländlichen Raum und in den Küstenregionen.  Wie im  "Weißbuch über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" dargelegt, kann das vorliegende Programm einen wesentlichen Beitrag zur Stimulierung des Wachstums, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Verbesserung der  Beschäftigungssituation in der Gemeinschaft leisten.  Der Inhalt des Vierten Rahmenprogramms für gemeinschaftliche FTE-Maßnahmen wurde in Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip festgelegt. In dem vorliegenden spezifischen Programm sind die nach diesem Prinzip im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei  (einschließlich Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologien Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) durchzuführenden Maßnahmen beschrieben.  Nach dem Beschluß Nr. 1110/94/EG ist eine Gemeinschaftsmaßnahme gerechtfertigt, wenn unter anderem die Forschung zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft und zur Förderung ihrer allgemeinen harmonischen Entwicklung  beiträgt und gleichzeitig mit dem Streben nach wissenschaftlicher und technischer Qualität vereinbar ist. Das vorliegende Programm soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.  Die Gemeinschaft sollte nur FTE-Maßnahmen von hohem qualitativen Niveau fördern.  Die Gemeinschaft kann einen effizienteren Beitrag zur Fischereiforschung leisten, wenn besondere finanzielle Vereinbarungen hinsichtlich der Datenerhebung sowie der Unterhaltung und des Aufbaus entsprechender Datenbanken in Zusammenarbeit mit den  zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten getroffen werden.  Für dieses spezifische Programm gelten die Regeln für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren (einschließlich der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) und Hochschulen sowie die Regeln für die Verbreitung der Forschungsergebnisse gemäß Artikels  130j des Vertrags.  Es sollten Maßnahmen für eine stärkere Beteiligung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an diesem Programm, insbesondere durch eine Technologieförderung, vorgesehen werden.  Die Bemühungen der Kommission um eine Vereinfachung und Beschleunigung der Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie um grössere Transparenz müssen fortgesetzt werden, um die Durchführung des Programms zu fördern und die Maßnahmen zu erleichtern, die die  Unternehmen, insbesondere die KMU, sowie die Forschungszentren und Hochschulen im Hinblick auf die Teilnahme an einer FTE-Maßnahme der Gemeinschaft treffen müssen.  Dieses Programm trägt bei zu einer Verstärkung der Synergien zwischen den FTE-Maßnahmen der Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen - insbesondere der KMU - der Mitgliedstaaten im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich  Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) sowie zwischen diesen Maßnahmen und den entsprechenden FTE-Maßnahmen der Gemeinschaft.  Die Art der im Rahmen dieses Programms geplanten Maßnahmen erfordert eine enge Abstimmung mit Maßnahmen, die im Rahmen anderer spezifischer Programme durchgeführt werden.  Bei der Durchführung dieses Programms könnte sich eine internationale Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Drittländern als zweckmässig erweisen.  Dieses Programm sollte auch Begleitmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der FTE-Ergebnisse, insbesondere für KMU, vor allem in den am wenigsten am Programm beteiligten Mitgliedstaaten oder Regionen umfassen; des weiteren sollte es  Maßnahmen zur Förderung der Mobilität sowie der Aus- und Weiterbildung von Forschern im Rahmen dieses Programms beinhalten, soweit sie zu dessen ordnungsgemässer Durchführung erforderlich sind.  Ferner sollte eine Bewertung der möglichen sozio-ökonomischen Auswirkungen und technologischen Risiken des Programms vorgenommen werden.  Die Fortschritte bei der Durchführung dieses Programms sollten ständig und systematisch überprüft werden, um es gegebenenfalls an die wissenschaftliche und technologische Entwicklung in diesem Bereich anzupassen. Zu gegebener Zeit sollte eine  unabhängige Bewertung der durch das Programm erzielten Fortschritte vorgenommen werden, damit alle zur Festlegung der Ziele des Fünften FTE-Rahmenprogramms erforderlichen Hintergrundinformationen zur Verfügung stehen. Nach Abschluß dieses Programms  sollten die Ergebnisse anhand der in dieser Entscheidung festgelegten Ziele bewertet werden.  Die GFS kann sich an den indirekten Aktionen dieses Programms beteiligen.  Die GFS trägt ferner mit ihrem eigenen Programm zur Verwirklichung der Ziele der gemeinschaftlichen FTE in den unter das vorliegende Programm fallenden Bereichen bei.  Der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) ist gehört worden - HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:   Artikel 1  Für den Zeitraum vom Datum der Annahme dieser Entscheidung bis zum 31. Dezember 1998 wird ein spezifisches Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei (einschließlich  Agro-Industrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) gemäß Anhang I beschlossen.   Artikel 2  (1)  Die für die Durchführung des Programms für erforderlich gehaltenen Mittel belaufen sich - einschließlich höchstens 7,3 v. H. für Personal- und Verwaltungsausgaben - auf 607 Millionen ECU.  (2)  Eine vorläufige Aufschlüsselung dieses Betrages ist in Anhang II enthalten.  (3)  Die Haushaltsbehörde legt vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Mitteln im Rahmen der Finanziellen Vorausschau und in Einklang mit Artikel 1 Absatz 3 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG die Mittel für jedes Haushaltsjahr fest, wobei dem Grundsatz der  Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung gemäß Artikel 2 der Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Europäischen Gemeinschaften Rechnung zu tragen ist.   Artikel 3  (1)  Die allgemeinen Regelungen für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft sind in Anhang IV des Beschlusses Nr. 1110/94/EG festgelegt.  (2)  Die Modalitäten für die Beteiligung von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen sowie für die Verbreitung der Ergebnisse werden in den in Artikel 130j des Vertrages genannten Regeln festgelegt.  (3)  Die spezifischen Regelungen für die Durchführung des Programms, die die Regelungen und Modalitäten gemäß den Absätzen 1 und 2 ergänzen, sind in Anhang III festgelegt.   Artikel 4  (1)  Um unter anderem zu einer kosteneffizienten Durchführung des Programms beizutragen, überwacht die Kommission mit Hilfe unabhängiger externer Experten kontinuierlich und systematisch, welche Fortschritte das Programm in bezug auf die im  Arbeitsprogramm weiter ausgeführten Ziele gemäß Anhang I erzielt. Sie überprüft insbesondere, ob die Ziele, Prioritäten und Finanzmittel der jeweiligen Lage noch entsprechen. Aufgrund der Ergebnisse dieser Überwachung unterbreitet sie dem Rat  gegebenenfalls Vorschläge zur Anpassung oder Ergänzung des Programms.  (2)  Als Beitrag zur Bewertung der Maßnahmen der Gemeinschaft gemäß Artikel 4 Absatz 2 des Beschlusses Nr. 1110/94/EG und in Einklang mit dem dort festgelegten Zeitplan beauftragt die Kommission unabhängige qualifizierte Experten mit der externen  Bewertung der Maßnahmen in den unter dieses Programm fallenden Bereichen und deren Verwaltung während der letzten fünf Jahre vor dieser Bewertung.  (3)  Nach Ablauf dieses Programms lässt die Kommission eine unabhängige Endbewertung durchführen, bei der die erzielten Ergebnisse mit den in Anhang III des Beschlusses Nr. 1110/94/EG und in Anhang I dieser Entscheidung festgelegten Zielen verglichen  werden. Der Endbewertungsbericht wird dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt.   Artikel 5  (1)  Die Kommission erstellt ein Arbeitsprogramm gemäß den Zielen in Anhang I und der vorläufigen Aufschlüsselung der Finanzmittel in Anhang II, das gegebenenfalls auf den neuesten Stand gebracht wird. Das Arbeitsprogramm enthält im  einzelnen - die wissenschaftlichen und technologischen Ziele und Forschungsaufgaben;  - den Zeitplan für die Durchführung, einschließlich der Termine für die Ausschreibungen;  - die vorgeschlagenen Finanz- und Verwaltungsregelungen, einschließlich besonderer Modalitäten zur Durchführung technologiebezogener Fördermaßnahmen für KMU sowie sonstiger Maßnahmen, einschließlich vorbereitender, begleitender und unterstützender  Maßnahmen;  - Regelungen für die Abstimmung mit anderen FTE-Maßnahmen, die in diesem Bereich insbesondere im Rahmen anderer spezifischer Programme durchgeführt werden, sowie gegebenenfalls für die Gewährleistung einer besseren Wechselwirkung mit den in einem  anderen Rahmen, wie EUREKA und COST, durchgeführten Maßnahmen;  - Regelungen für die Verbreitung, den Schutz und die Nutzung der Ergebnisse von im Rahmen des Programms durchgeführten FTE-Maßnahmen.  (2)  Die Kommission veröffentlicht Ausschreibungen für Vorhaben auf der Grundlage des Arbeitsprogramms.   Artikel 6  (1)  Für die Durchführung des Programms ist die Kommission zuständig.  (2)  In den in Artikel 7 Absatz 1 vorgesehenen Fällen wird die Kommission von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.  (3)  Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der  betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Abstimmung im  Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.  (4)  Die Kommission erlässt die beabsichtigten Maßnahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschusses übereinstimmen.  (5)  Stimmen die beabsichtigten Maßnahmen mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission dem Rat unverzueglich einen Vorschlag für die zu treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit  qualifizierter Mehrheit.  (6)  Hat der Rat binnen drei Monaten nach Befassung keinen Beschluß gefasst, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommission erlassen.   Artikel 7  (1)  Das Verfahren des Artikels 6 Absätze 2 bis 6 gilt insbesondere für - die Erstellung und Aktualisierung des in Artikel 5 Absatz 1 genannten Arbeitsprogramms;  - den Inhalt der Ausschreibungen sowie die Festlegung von Kriterien und Mechanismen für die Auswahl und Genehmigung von Vorhaben;  - die Bewertung der für eine Gemeinschaftsfinanzierung vorgeschlagenen FTE-Maßnahmen sowie des veranschlagten Betrags für die Beteiligung der Gemeinschaft an den einzelnen Maßnahmen, wenn sich dieser auf mindestens 0,5 Millionen ECU beläuft;  - Anpassungen der vorläufigen Aufschlüsselung des Betrags gemäß Anhang II;  - die spezifischen Modalitäten der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft an den einzelnen geplanten Maßnahmen;  - die Maßnahmen und Vorgaben für die Programmbewertung;  - Abweichungen von den Regelungen gemäß Anhang III;  - die Beteiligung von juristischen Personen aus Drittländern und internationalen Organisationen an einem Vorhaben.  (2)  Beläuft sich der Gemeinschaftsbeitrag gemäß Absatz 1 dritter Gedankenstrich auf weniger als 0,5 Millionen ECU, so unterrichtet die Kommission den Ausschuß über die Vorhaben sowie über das Ergebnis ihrer Bewertung.  (3)  Die Kommission unterrichtet den Ausschuß regelmässig über die Fortschritte bei der Durchführung des gesamten Programms.   Artikel 8  Diese Entscheidung ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.  Geschehen zu Brüssel am 23. November 1994.  Im Namen des Rates Der Präsident J. BORCHERT  (1) ABl. Nr. C 228 vom 17. 8. 1994, S. 131, und ABl. Nr. C 262 vom 20. 9. 1994, S. 18.(2) ABl. Nr. C 205 vom 25. 7. 1994.(3) Stellungnahme vom 14. und 15. September 1994 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).(4) ABl. Nr. L 126 vom 18. 5.  1994, S. 1.    ANHANG I   WISSENSCHAFTLICHE UND TECHNOLOGISCHE ZIELE UND INHALTE  Das vorliegende spezifische Programm spiegelt voll und ganz die Vorhaben des Vierten Rahmenprogramms wider, indem es dessen Auswahlkriterien verwendet und dessen wissenschaftliche und  technologische Ziele näher festlegt.  Der Abschnitt 4.C des Anhangs III (erster Aktionsbereich) des Vierten Rahmenprogramms ist Bestandteil des vorliegenden Programms.  Einleitung Die von diesem Programm erfassten Wirtschaftssektoren lassen sich in vier Gruppen gliedern: den Primärsektor (Landwirtschaft, Gartenbau, Forstwirtschaft, Fischerei, Aquakultur); den Vorleistungssektor (z. B. Saatgut und Nachzucht, Maschinen,  Fischereitechnologie, Chemikalien, Düngemittel, Futter, Biozide und Arzneimittel) und den Verarbeitungssektor (Lebensmittel; Zucker und Stärke; Proteine, Fasern und andere biologische Nebenprodukte; Holz und Papier; Arzneimittel; Biomasse als  Energieträger usw.) sowie die Aktivitäten im ländlichen Raum (einschließlich der Gebirgs- und Küstenregionen), die von der Tätigkeit des Primär-, des Vorleistungs- und des Verarbeitungssektors abhängig sind. Diese grossen Bereiche schließen  Grossunternehmen und zahlreiche KMU ein, die Nischen- und Massenprodukte entwickeln und herstellen, und denen das Programm gleichermassen wie den Genossenschaften, 10 Millionen Landwirten, Fischern und den 380 Millionen Verbrauchern in der Gemeinschaft  zugute kommt. (1) Die Tätigkeiten in diesen Bereichen, von der Primärproduktion über die Verarbeitungsindustrien bis hin zur Endnutzung der Erzeugnisse, werden unmittelbar durch die grossen Gemeinschaftspolitiken für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei  sowie durch die Politiken für Umweltschutz und Binnenmarkt beeinflusst.  Eine der grössten Herausforderungen in diesem Bereich ist es, zu einem besseren Gleichgewicht zwischen Produktion und Nutzung biologischer Rohmaterialien in Europa beizutragen. Es müssen neue Märkte und Produkte mit grösserem Mehrwert für die in der  Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei produzierten Rohstoffe entwickelt werden, die dem Bedarf und den Anforderungen der Endverbraucher insbesondere durch Verbesserung der vorhandenen Qualitäten entsprechen.  Es sind neue Modelle zur Entwicklung des ländlichen Raums erforderlich, die dazu beitragen, auf Unternehmensebene die Erzeugung von Lebensmitteln und Nichtnahrungsprodukten sowie die Bereitstellung und Nutzung von Dienstleistungen (die beispielsweise  vom Landschaftsschutz über die Wasserversorgung bis zum ländlichen Fremdenverkehr reichen) zu integrieren.  Die Forschung in diesem Bereich wird eine starke wissenschaftliche Basis für eine wettbewerbsfähige, effiziente und dauerhafte Primärproduktion und Agro-Industrie schaffen; sie wird die Entwicklung, Bewertung und Durchführung der Gemeinschaftspolitiken  unterstützen (insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raums, Fischerei, Umwelt und Binnenmarkt) und dem gesellschaftlichen Bedürfnis nach hoher Lebensqualität, d. h. auch nach einer Vielzahl gesunder und nahrhafter  Lebensmittel, deren Qualität sich unter anderem an ihren organoleptischen Eigenschaften messen wird, sowie nach neuen umweltverträglichen Nichtnahrungsprodukten und Herstellungsverfahren entsprechen.  Allgemeine Ziele des Programms Dieses Programm zielt darauf ab, die Wettbewerbs-, Leistungs- und Tragfähigkeit der Landwirtschaft, Fischerei und verwandter Industriesektoren zu steigern und die Entwicklung des ländlichen Raums zu fördern. Die Forschung sollte dazu beitragen,  Engpässe, die eine breitere Verwendung von Rohstoffen der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, und Fischerei für neue und verbesserte Lebensmittel und Nichtnahrungsprodukte behindern, zu beseitigen und neue Produkte, Absatzgebiete und Verfahren in der  Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Agro-Industrie und Fischerei zu fördern. Die Forschung sollte daher auf die sozioökonomischen Probleme von Gemeinschaften in ländlichen Gebieten und Küstenregionen sowie auf die Sicherheits-, Qualitäts-, Gesundheits- und  Umweltauswirkungen neuer Lebensmittel und Nichtlebensmittel, für die ganz offensichtlich eine Nachfrage der Gesellschaft besteht, ausgerichtet sein.  Pränormative Forschung wird initiiert und unterstützt werden, um eine stabile wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung von Normen und Bestimmungen im Bereich der Produktion und Nutzung biologischer Ressourcen zu gewinnen.  Demonstrationsvorhaben haben das Ziel, die technische Lebensfähigkeit von Systemen und Produktionsmethoden, neuen Technologien oder Produkten sowie gegebenenfalls ihre wirtschaftlichen Vorteile im Anschluß an eine Phase experimenteller Forschung und  kleinmaßstäblicher Entwicklung zu beweisen. Diese Vorhaben werden vorwettbewerblich sein und sollten sich besonders auf die Anwendung neuer Technologien konzentrieren und sowohl Erzeuger als auch Verwender beteiligen. Gegebenenfalls können Plattformen  oder  "erweiterte Adressatenkreise" eingerichtet werden, um den Technologietransfer und die Übernahme durch eine möglichst grosse Zahl unterschiedlicher Nutzer zu maximieren. Um die Projektkosten so niedrig wie möglich zu halten, werden die  Demonstrationsvorhaben auf dem kleinsten Maßstab durchgeführt, der erforderlich ist, um verläßliche praktische Informationen über die Leistungsfähigkeit neuer Systeme und Produktionsmethoden und einer bestimmten neuen Technologie zu erhalten. Diese  Demonstrationstätigkeiten können in jedem der Gebiete durchgeführt werden, die von diesem spezifischen Programm abgedeckt werden. Ein  "bottom-up"-Ansatz wird angewendet werden, um die am besten zur Demonstration geeigneten Gebiete herauszufinden.  Der Zusammenschluß von Technologieerzeugern und -anwendern sowie Erzeugern und Nutzern landwirtschaftlicher Rohstoffe in interdisziplinären Vorhaben wird gefördert werden, damit ein effizienter Transfer neuen technologischen Wissens zum Nutzen  potentieller Nutzer gewährleistet wird.  Maßnahmen zur technologischen Stimulation, die sich auf die Erfahrung der CRAFT-Aktionen und der Durchführbarkeitsstudien stützen, werden in Angriff genommen, um die Teilnahme der KMU zu ermutigen und zu erleichtern, wobei die Bedürfnisse von KMU aus  weniger entwickelten Regionen mitberücksichtigt werden.  Eine integrierte Betrachtungsweise könnte bei Biomasse-Biönergie angewendet werden, um die gesamte Biönergiekette einschließlich Produktion und kombinierte Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe, Umwandlung und Nutzung dieser  Materialien für energetische Zwecke abzudecken. Die Lebensfähigkeit möglicher Anwendungen der Biönergie unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen wird noch angezweifelt, so daß es wichtig ist, die Fragen der Energieeffizienz und der  Marktorientierung in enger Zusammenarbeit mit dem Programm betreffend nichtnukleare Energien miteinzubeziehen.  Im Hinblick auf einen besseren Dialog und ein besseres Verständnis zwischen dem wichtigsten nationalen und soziopolitischen biöthischen Haltungen, und unter Anerkennung der kulturellen Unterschiede in den Mitgliedstaaten, wird erforscht werden, welche  Faktoren die Reaktion der Öffentlichkeit auf die ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte der in diesem Programm erfassten Sektoren beeinflussen.  Das Programm für die Landwirtschaft und Fischerei hat enge Beziehungen zu anderen Programmen im Bereich der Biowissenschaften, zu Programmen in den Bereichen Umwelt, Meereswissenschaften, nichtnukleare Energien, Industrie- und Werkstofftechnologien  sowie zu den Maßnahmen im Rahmen des Aktionsbereichs 4. Effiziente Methoden der Koordination einschließlich der Ausarbeitung von Vorhaben, die Themen mehrerer Programme gleichzeitig abdecken, sind von wesentlicher Bedeutung.   ZIELE, DIE EINE ZUSAMMENLEGUNG DER MITTEL ERFORDERN   Bereich 1: Integrierte Produktions- und Verarbeitungsketten  Innerhalb des Agroindustriesektors (auch bei kleinen regionalen Verarbeitungseinheiten) und im Forstwirtschafts-/Holzsektor ist ein Potential dafür vorhanden, bestehende Möglichkeiten  auszubauen oder signifikante neue Märkte zu schaffen, die biologische Rohstoffe aus Europa verwenden. Diese Nichtnahrungsprodukte stehen häufig im Wettbewerb mit herkömmlichen Erzeugnissen, so daß das Ziel darin besteht, wirtschaftlich effiziente  Produktionsketten aufzubauen und wirtschaftlich machbare Möglichkeiten zu nutzen, den Qualitätsanforderungen des Marktes zu entsprechen und die Umweltverträglichkeit zu optimieren.  Daher werden alle für die einzelnen Schnittstellen in der Produktionskette erforderlichen Fähigkeiten und Technologien, insbesondere Biotechnologien, in integrierten Nahrungs- und Nichtnahrungsprojekten derjenigen Linien zusammengefasst, für die Europa  einen Wettbewerbsvorteil besitzt. Verstärkt sollen Hersteller und Verbraucher biologischer Rohstoffe in gemeinsamen Projekten eng mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Die Holz- und Biomasseproduktions- und Verarbeitungslinien werden bearbeitet, da  ihre Gesamteffizienz voraussichtlich bedeutende Auswirkungen, z. B. auf die ländliche Wirtschaft, haben dürfte.  Erhebliche Anstrengungen werden auch zur Schaffung von Absatzmöglichkeiten für neuartige Zwischen- und Endprodukte auf biologischer Basis mit höherem Mehrwert unternommen. Synergistische Auswirkungen der Verknüpfung unterschiedlicher Lebensmittel- und  Nichtlebensmittelproduktionen werden angestrebt, z. B. durch Optimierung der Umwandlung von Nebenprodukten in Energie und andere Nichtnahrungsprodukte.  Es sollen grosse Vorhaben und Netze geschaffen werden, die auf ganze Produktionslinien ausgerichtet sind. Diese koordinierten Netze von Vorhaben sollen sich von der Primärproduktion über die Verarbeitung bis zu den entsprechenden Endprodukten im  Lebensmittel- und Nichtlebensmittelbereich erstrecken. Die Zusammenfassung der Vorhaben zu Netzen sollte die notwendige kritische Masse zusammenbringen, um eine signifikante kurz- bis mittelfristige Auswirkung auf die Entwicklung neuer Technologien und  Produkte innerhalb jeder Kette zu schaffen.  Die grössten Möglichkeiten für rasche Erfolge bietet die industrielle Nutzung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in folgenden fünf Produktlinien: Getreide, Ölpflanzen, Hülsenfrüchte, Forst-Holzketten und Biomasse zur energetischen Nutzung und für andere  Nichtnahrungsprodukte. Derselbe Ansatz könnte später auf andere Produktionsketten, beispielsweise tierische Erzeugung und Fischerzeugnisse, und auf andere pflanzliche Erzeugnisse, wie Fasern, Futtermittel sowie auf Erzeugnisse des Gartenbaus und  besondere Pflanzen für die Arzneimittelindustrie, angewandt werden.  Bei der Ausarbeitung der Vorhaben wird vorrangig auf eine integrierte Betrachtungsweise sowohl der Biomasse-Biönergie als auch bei der industriellen Nutzung von Biomasse für Nichtnahrungsprodukte geachtet, um sicherzustellen, daß die FTE-Aktivitäten  der Gemeinschaft, die die gesamte Biönergiekette - Erzeugung und kombinierte Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe, Umwandlung und Nutzung dieser Stoffe für Energiezwecke und in der Industrie - und ihre technischen und nichttechnischen  Aspekte (beispielsweise Energiebilanzen, Umweltverträglichkeitsprüfung, Transportfaktor, Kostenwirksamkeit, volkswirtschaftliche Aspekte usw.) abdecken, aufeinander abgestimmt sind und der Sache dienen. Die Forschung im Bereich Biomasse aus Holz und  Fasern und entsprechende Produktionsketten sollte die wissenschaftliche Grundlage für eine Diversifizierung und Umorientierung der Erzeugung von Qualitätsprodukten sowie die Entwicklung umweltverträglicher, nachfrageorientierter und erneuerbarer  Erzeugnisse stärken.  Diese strategische Richtung wird gemeinsam mit den Energieprogrammen erarbeitet werden. Dieses Forschungsprogramm wird sich auf die Rohstoffproduktion und Verarbeitung konzentrieren, während der Schwerpunkt der Aktivitäten des Energieprogramms auf  Arbeiten liegen wird, die mit Umwandlung und Nutzung fester Biomasse verbunden sind.   Bereich 2: Maßstabsvergrösserung (Scaling-up) und Verarbeitungsverfahren  Der Übergang vom Labor zum industriellen Maßstab ist durch grössere Probleme und Engpässe gekennzeichnet, beispielsweise betreffend die Homogenität und Qualität der  Rohstoffversorgung und die Kenntnisse von den grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften der biologischen Ausgangsstoffe, wie z. B. das dynamische Verhalten von Flüssigkeiten, die Wärmeuebertragung, die Ausflockung, die  Produktrückgewinnung, die Ausrüstung usw. Es sollen - unter anderem durch Weiterführung der im ECLAIR- und im Biotechnologie-Programm erzielten grundlegenden Fortschritte - verbesserte Methoden zur Gestaltung und Prüfung innovativer agroindustrieller  Prozesse und der Anwendung der Biotechnologie entwickelt werden, wobei die wirtschaftliche Durchführbarkeit von Investitionen in neue Technologien, einschließlich Technologien für die Nutzung im kleinen Maßstab innerhalb und ausserhalb des  landwirtschaftlichen Betriebs, berücksichtigt werden.  In multidisziplinären Projekten sollen Wissenschaftler und Ingenieure zusammengeführt werden, um die spezifischen Probleme zu verstehen, die sich aus dem Übergang vom Labormaßstab zum industriellen Maßstab ergeben. Grundlegende und strategische Studien  sind notwendig, um die grundsätzlichen physikalischen und chemischen Merkmale der biologischen Stoffe aufzudecken. Insbesondere die Entwicklung und Verbesserung von Methoden (z. B. spezialisierte Geräte, Roboter, strukturierte Modelle,  Simulationsmethoden), die zur Vergrösserung, Gestaltung und Prüfung agrarindustrieller Prozesse genutzt werden, sollen gemeinsam durchgeführt werden. Neue Verarbeitungstechniken sowie der Technologietransfer aus anderen Industriesektoren werden dabei  berücksichtigt.  Die auf nachwachsenden Rohstoffen basierende, aufbauende  "grüne" Chemie, angewandte Biotechnologien, die enzymatische und fermentative Biosyntheseverfahren einschließen, und die Arbeitsvorgänge der Fraktionierung, Trennung und Produktentwicklung sind  typische Beispiele für Verfahren, die technologische Schwierigkeiten beim Übergang zum industriellen Maßstab bereiten, und bei denen Synergien zwischen der chemischen Verfahrenstechnik und dem Biowissenschaftler bei Anlagekonzeption, Meß- und  Regeltechnik und Ausrüstung am wirkungsvollsten sind. Es werden Forschungsarbeiten durchgeführt werden, um die Erzeugnisse und Nebenprodukte der Fermentierung und anderer verarbeitender Industrien zu nutzen einschließlich der Behandlung  landwirtschaftlicher und agroindustrieller Abfälle, ausgenommen Siedlungsabfälle, um beispielsweise Nebenprodukte oder Düngemittel für die Landwirtschaft zu erhalten.  Eine weitere positive Auswirkung der Forschung in diesem Bereich könnte in der Kostensenkung und der Verminderung der Umweltauswirkungen industrieller Verfahren bestehen. Diese Aktivitäten werden ergänzend und synergistisch mit den  grundlagenorientierten  "bioprocessing" Arbeiten innerhalb des Biotechnologieprogramms und den mehr anwendungsorientierten Aktivitäten des Industrietechnologieprogramms sein.   Bereich 3: Generische Wissenschaften und fortgeschrittene Technologien für Lebensmittel  Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, einschließlich der Fischverarbeitung, steht mit ihrem Umsatz in Europa an zweiter Stelle. Forschung sollte die  Wettbewerbslage der Industrie verbessern, aber auch den Verbrauchern eine sichere und auch in organoleptischer Hinsicht qualitativ hochwertige, nahrhafte und gesunde Ernährung ermöglichen. Weitere Schwerpunkte der Forschung werden die Entwicklung  umweltverträglicher Technologien für die abfallarme Lebensmittelerzeugung, die Wechselwirkungen zwischen der Lebensmittelverpackung, -lagerung, -beförderung und -verteilung sowie weitere Umweltaspekte der Lebensmittelerzeugung sein Generische Technologien, einschließlich der Biotechnologie, werden auf den Lebensmittelsektor angewandt werden, um kommerzielle Pflanzen mit grösserer Leistung und verbesserten organoleptischen und Nährwerteigenschaften zu erzeugen, wiederum in Ergänzung  zu der Grundlagenforschung des Biotechnologieprogramms Weitere Forschungsarbeit wird sich auf generische wissenschaftliche Phänomene konzentrieren, die an der Umwandlung biologischer Rohstoffe in Lebensmittel und ihrem Stoffwechsel beteiligt sind. Das Gewicht wird auf interdisziplinäre, molekulare,  biochemische, mikrobiologische und zellphysiologische Ansätze gelegt werden, die neue, fortgeschrittene Technologien für die Nahrungsqualität, Sicherheit und Vollwertigkeit, eingeschlossen Frische und Haltbarkeit von Meeresprodukten und anderen  Lebensmitteln, unterstützen.  Die Aktivitäten der Gemeinschaft werden sich auf Methoden zur Bestimmung und Überwachung der Qualität und Genusstauglichkeit, der Herkunft, der Vollwerteigenschaften, grundlegende Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft (Strukturen, Wechselwirkungen),  Lebensmittelfunktionalität, Stoffwechsel und Sicherheit  "in-vivo" und  "in-vitro", neue Verarbeitungstechnologien (sowie Verbesserung der herkömmlichen Technologien zur Verbesserung der Produktqualität), Ausrüstung und Produkte (unter Betonung der  Bioumwandlung/Biotechnologie und der Vermeidung unerwünschter Stoffe) und die Wechselwirkungen zwischen ihnen und dem Verbraucherverhalten konzentrieren; das letztere umfasst auch die Einstellungen zu neuen Lebensmitteltechnologien und die Gründe, die  einer gesunden Ernährung entgegenstehen, um den Verbrauchern zu einem besseren Verständnis ihrer Entscheidungen in bezug auf Ernährung, Gesundheit und neue Lebensmittel zu verhelfen. Die Aufgaben beinhalten auch die Forschung zur Veredelung von  Fischereiprodukten und zur besseren Nutzung wenig genutzter Arten und Nebenprodukte.  Ernährungskrankheiten und -störungen bilden zunehmend einen Aspekt modernen Lebens. Multidisziplinäre Forschungsarbeiten, die Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Gesundheitsaspekte kombinieren, werden sich auf die Beziehung zwischen Nahrungszusammensetzung  und Gesundheit konzentrieren, insbesondere die Lebensmittelaufnahme und den Stoffwechsel, die Rolle der Darmflora und der Immunologie, und die Anpassung von Lebensmitteln an spezielle Ernährungsanforderungen und Funktionen.   Bereich 4: Landwirtschaft, Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung  Die Forschung in diesem Bereich soll die Entwicklung und Bewertung der Gemeinschaftspolitiken sowie das Aufzeigen von Problemen und ihrer möglichen Lösungen im ländlichen Raum  unterstützen. Neue Produktionssysteme müssen entwickelt werden, die wirtschaftlich lebensfähig und umweltverträglich sind und eine angemessene Beschäftigung aufrechterhalten. Darüber hinaus wird durch Qualitätsprodukte, Diversifikation von Lebensmitteln  (beispielsweise regionale Spezialitäten) und Nichtnahrungsprodukten und landwirtschaftlicher Aktivitäten sowie durch Kostensenkungen, die die Einführung neuer Technologien sowie effizientere und besser genutzte Vorleistungen voraussetzen, eine  Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Landwirtschaft angestrebt.  Die Gemeinschaft hat sich im Anschluß an die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (1992 in Rio de Janeiro) mit Entschlossenheit zur Erhaltung, Beschreibung und Nutzung des landwirtschaftlichen Genpotentials sowie zum Schutz der  Wälder und einer nachhaltigen Forstwirtschaft verpflichtet. Auf den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa (Straßburg 1990 und Helsinki 1993) hat sie sich verpflichtet, einen aktiven Beitrag zu einer Reihe abgestimmter Tätigkeiten auf  europäischer Ebene zu leisten, die zu einem verbesserten Schutz der Wälder und einer ökologisch verträglichen Bewirtschaftung der forstwirtschaftlichen Ressourcen führen sollen. Um diese Ziele zu verwirklichen, sind Forschungsarbeiten erforderlich.  Forschungsarbeiten sollten die wissenschaftliche Basis für die Entwicklung und Umsetzung der ländlichen Entwicklungspolitik verstärken.  Optimierung von Methoden, Systemen und Primärproduktionsketten: in dem neuen Szenario, das sich aus der Reform der GAP ergibt, ist es erforderlich, die wissenschaftlichen Grundlagen zur Identifizierung und Entwicklung der Mittel, Techniken,  Produktionssysteme und -ketten zu entwickeln, die zu einer weniger intensiven - jedoch immer noch konkurrenzfähigen - umwelt- und naturverträglichen und wirtschaftlich lebensfähigen Landwirtschaft führen und ein angemessenes Beschäftigungsniveau  erhalten. Für Stillegungsflächen sollen neue für die Landwirte und die Gemeinschaft günstige Nutzungen erwogen und geprüft werden.  Als eine der Voraussetzungen für die notwendigen Veränderungen in der Landwirtschaft muß die Bestimmung, die Vereinzelung und die Nutzung der genetischen Variabilität von Kulturpflanzen (einschließlich der nicht mehr genutzten Sorten) und ihrer wilden  Verwandten sowie die Artenvielfalt der Tiere erforscht werden.  Es werden Forschungsarbeiten in Bereichen durchgeführt, die sich auf den Erhalt des Genpotentials und der Vielfalt beim Saatgut heimischer Sorten beziehen, deren Anpassungsfähigkeit an ungünstige Klimaverhältnisse, beispielsweise Trockenheit oder  Resistenz gegenüber bestimmten Schädlingen, bewiesen ist. Gleichzeitig werden Anstrengungen unternommen, um Sorten zu entwickeln, die ungünstigen Verhältnissen besser widerstehen können, um den extensiven Ackerbau in Trockengebieten zu unterstützen.  In diesem Zusammenhang sollten folgende Prioritäten gesetzt werden: Bewertung der Umweltauswirkungen landwirtschaftlicher Praktiken, Senkung und bestmögliche Nutzung der Vorleistungen, umweltgerechte Bewirtschaftung des Bodens und der Wasserressourcen,  Nutzung von Stillegungsflächen und Anpassung der Produktionslinien an veränderte Anforderungen des Marktes, der Wirtschaft und der Umwelt.  Es werden Modelle für die Wasserbewirtschaftung entwickelt mit dem Ziel, den Anbau in Gebieten mit wenig oder unregelmässigen Niederschlägen zu erhalten, um das Absinken des Grundwasserspiegels aufgrund übermässiger Nutzung des Grundwassers zur  Bewässerung zu vermeiden, und die Verfahren zu ändern, mit denen die Versalzung des Wassers und der oberen Erdschichten verhindert werden soll. Unter derselben Rubrik wird die Bewirtschaftung des Bodens und speziell der Förderung von Methoden zur  Erosionsbekämpfung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.  Die Nutzung der Biotechnologie, kombiniert mit traditionellen Methoden, sollte zur Schaffung neuer Genotypen auf dem Gebiet der Tierproduktion, neuer Pflanzensorten und Hybriden, auch bei Bäumen für die Forstwirtschaft, führen, die widerstandsfähiger  sind und/oder höhere Erträge (insbesondere für Nichtnahrungszwecke) und qualitativ höherwertige Rohstoffe für die Weiterverarbeitung und den Endverbrauch liefern.  Diese Aktivitäten werden die mehr grundlegenden Forschungsarbeiten im Rahmen des Biotechnologieprogramms und die mit kommerzieller Anwendung im obengenannten Bereich der generischen Wissenschaften ergänzen. Nachdruck wird gelegt auf den Wert  landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Nebenprodukte, die Verwirklichung neuer, biologischer Schutzmethoden für Pflanzen, Schaffung neuer Genotypen oder Sorten, die zu einer Verringerung des Inputs und damit der Produktionskosten führen, ausserdem sollen  dadurch die natürlichen Ressourcen besser genutzt und die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering gehalten werden. Dieser Aspekt ist von besonderer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Erzeugnisse und deren eventuelle Nutzung  im Nichtnahrungsbereich.  Zur Unterstützung der Verwaltung der gemeinsamen Agrarpolitik wird sich die Forschungsarbeit auch mit Methoden zur Überwachung und der Durchführung von Verordnungen, der Verbesserung der Mittel zur Marktbeobachtung und -verwaltung und zur  multidisziplinären Analyse der voraussichtlichen und tatsächlichen Auswirkungen der GAP-Instrumente, mit der Ausarbeitung von Modellen für die sektorübergreifende wirtschaftliche Vorausschau oder anderer Instrumente für quantitative Analysen,  Informationssysteme und Entscheidungshilfen für Landwirte und Entscheidungsträger befassen.  Qualitätspolitik: im Bereich der Qualitätsprodukte, einschließlich herkömmlicher Erzeugnisse, und der Anwendung der neuen Instrumente der Gemeinschaftsrichtlinien (Herkunftsbezeichnung, geographische Angaben und spezielle Produkttypen, biologische  Landwirtschaft) soll die Forschung Kriterien, Produkte und Qualitätsketten ermitteln und beschreiben und die Bedingungen definieren und bekannt machen, die den Primärerzeugern ein angemessenes Einkommen ermöglichen. Gemeinschaftsforschung ist ferner  notwendig in den Bereichen Haltbarmachung, Hygiene und Lagerung von frischen und verarbeiteten Lebensmitteln und von Futtermitteln im Betrieb.  Arbeiten sind im besonderen durchzuführen zur Verbesserung von Methoden zur Qualitätskontrolle von Primärerzeugnissen, zur Steigerung des Mehrwerts und zu seiner Weitergabe an alle Mitwirkenden in der Kette, zu dem grundlegenden Konzept der   "Gesamtqualität", zu den Analysen des Konsumverhaltens und den wissenschaftlichen Grundlagen zur Förderung landwirtschaftlicher Primärerzeugnisse.  Die Diversifizierung der Erzeugung, der Bodennutzung und der Aktivitäten im Sektor Landwirtschaft machen Forschungsanstrengungen erforderlich, damit wirtschaftlich tragfähige Absatzmöglichkeiten (Lebensmittel und Nichtnahrungsbereich) ermittelt und  analysiert und zusätzliche Aktivitäten für Landwirte (z. B. ländlicher Fremdenverkehr, ländliches Gewerbe, Agro-Forstwirtschaft usw.) entwickelt werden können. Bei der Schwerpunktsetzung wird wirtschaftlichen und technischen Faktoren gleich grosses  Gewicht eingeräumt und einem multidisziplinären Ansatz den Vorzug gegeben werden. Besondere Aufmerksamkeit wird der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit und der Umweltverträglichkeit dieser neuen Primärerzeugungen und Aktivitäten gewidmet werden.  Tier- und Pflanzengesundheit, Tierschutz: Die Forschung sollte wissenschaftlich-technische Unterstützung für die Entwicklung und Durchführung von Gemeinschaftsnormen und -regelungen geben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Binnenmarkt und der  Verantwortung der Kommission für Pflanzen- und Tiergesundheit, Krankheitskontrolle und landwirtschaftlichen Schädlingen.  Von besonderer Bedeutung wird die wissenschaftliche Unterstützung in Fragen der Hygiene, Aufdeckung, Diagnose, Bewertung von Risiken, Epidemiologie von Krankheiten einschließlich Verhütungs- und Kontrollmaßnahmen, Analyse von Aspekten der  Tiergesundheit, Optimierung von Faktoren der Tierernährung sowie Forschung im Hinblick auf die Zulassung von Erzeugnissen für den Pflanzenschutz und die Tiergesundheit sein, damit auf diese Weise die Sicherheit der Nutzer und Verbraucher dieser  Erzeugnisse verbessert wird. Die Forschung sollte auch das Verhalten von Nutztieren (Ethologie) und die Entwicklung von Systemen der Tierhaltung, die den tierischen Bedürfnissen gerecht werden, mit einschließen.  Die Biotechnologie sollte zudem Beiträge zur Aufdeckung (diagnostische Mittel), Vorbeugung (Impfstoffe) und Ausmerzung (Medikamente) von Tier- und Pflanzenkrankheiten leisten.  Multifunktionale Forstbewirtschaftung: Die Forschung sollte dazu beitragen, die Ziele des Schutzes und der langfristigen Entwicklung der Wälder, die 1990 in Straßburg, 1992 in Rio de Janeiro und 1993 in Helsinki festgelegt wurden, insgesamt zu  verwirklichen. In diesem Zusammenhang, aber auch in Abstimmung mit der Umsetzung der land- und forstwirtschaftlichen Maßnahmen, die als Teil der Reformen der GAP erlassen wurden, sollte die forstliche Forschung folgende Schwerpunkte setzen: Verbesserung  der Kenntnisse, die zur Implementierung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder führen, Funktionieren forstlicher Ökosysteme, Entwicklung und Verbesserung von Agro-Forstsystemen, Integration der vielfältigen Funktionen der Wälder (unter anderem  Erzeugung, Erhalt, Erholung/Annehmlichkeit und Klimaschutz). Eine wirtschaftliche, umweltfreundliche und nachhaltige Nutzung der Wälder (einschließlich ihrer Rolle bei der Abschwächung von Klimaänderungen) ist weiterhin unerläßlich, und die Forschung  sollte ermitteln, wie ihre vielfältigen Möglichkeiten am besten genutzt werden können. Schließlich müsste die Forschung auch zu einem besseren Verständnis der zahlreichen Ursachen der Waldschäden in unterschiedlichen Wald-Ökosystemen führen.  Ländliche Entwicklung: Die Forschung muß die wissenschaftliche Unterstützung für die Durchführung der Gemeinschaftspolitik der ländlichen Entwicklung bereitstellen, die in den Jahren 1994 bis 1999 erheblich an Bedeutung zunehmen wird. Folgende Themen  werden wichtig sein: Methoden für die Erkennung, Beobachtung und Beurteilung ländlicher Entwicklungsprogramme und Maßnahmen, Analyse der Politiken zur Verbesserung der Agrarstrukturen und der ländlichen Entwicklung, Klassifizierung ländlicher Gebiete,  Ermittlung sozioökonomischer Schlüsselindikatoren, Analyse zentraler Probleme, Potentiale und Hemmnisse, Einführung neuer Technologien und Aktivitäten in empfindlichen ländlichen Gebieten (besonders Ziel 1 und Ziel 5b), Ausfindigmachung und  Mobilisierung von Partnern und Organisatoren, die als wirkungsvolle Teilnehmer von Aktivitäten zur ländlichen Entwicklung in Frage kommen, Modelle zur ländlichen Entwicklung, die auf einem integrierten Ansatz basieren und lokale Potentiale nutzen.  Allgemein wird der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit und der Umweltverträglichkeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet.   Bereich 5: Fischerei und Aquakultur  Das Gesamtziel besteht darin, eine vernünftige wissenschaftliche Basis für eine ausgewogene und tragfähige Nutzung der Fischereiressourcen der Gemeinschaft und den weiteren kontrollierten Ausbau der Aquakultur zu  schaffen. Dieses Ziel soll durch ein besseres Verständnis des Ökosystems Wasser und der Wechselwirkungen zwischen Fischereiaktivitäten, Aquakultur und Umwelt erreicht werden. Sozioökonomische Erwägungen sind integraler Bestandteil des Programms,  zusammen mit dem Erfordernis, die jeweiligen Methoden zur Bewertung der Fischerei- und Aquakulturpolitiken zu entwickeln.  Die wirtschaftliche Lage in der Aquakultur und der Fischerei soll durch bessere Qualität der Erzeugnisse, Diversifizierung der Erzeugnisse (Lebensmittel und Nichtnahrungsmittel) und Aktivitäten sowie durch Abfallminderung, sowohl beim Fang als auch bei  der Verarbeitung, verbessert werden.  Die Arbeit in diesem Sektor wird auf fünf Gebiete gerichtet sein:  Auswirkungen von Umweltfaktoren auf marine Ressourcen: Ziel ist ein besseres Verständnis des Einflusses von Umweltfaktoren (ozeanographische Faktoren, Klima, Primärerzeugung) auf biologische Schlüsselparameter (Vermehrung, Verteilung, natürliche  Sterblichkeit usw.). Diese Arbeiten werden erforderlichenfalls mit den Aktivitäten im Rahmen des Programmes Meereswissenschaften- und technologien verbunden.  Ökologische Auswirkungen der Fischerei und Aquakultur: Die Forschung soll zu einem besseren Verständnis des Einflusses von Fischerei und Aquakultur auf Ökosysteme führen, damit deren Wirkung auf die marine Umwelt in Grenzen gehalten und insbesondere die  Sterblichkeit von Jungfischen und nicht befischten Arten gesenkt werden kann. Die Forschung wird sich auch mit der Beziehung zwischen Fischerei und Oberflächenräubern, mit der Selektivität der Fanggeräte, mit der Meeresbodenverarmung und mit den  Abwässern von Fischzuchtbetrieben zu befassen haben und soll vor dem Hintergrund anderer Umweltstörungen natürlichen (z. B. hydrographischen) oder anthropogenen Ursprungs (ausser Fischerei, z. B. Wasserverschmutzung, Eutrophierung, Kiesabbau)  durchgeführt werden.  Biologie der Arten für die Optimierung der Aquakultur: Diese Arbeit soll zu einer besseren Kenntnis der Biologie aquatischer Arten beitragen, mit dem Ziel, den Aufbau einer ertragfähigen Industrie zu fördern. Besonderes Gewicht wird auf die genetische  Eignung von Aquakulturarten und auf pathologische Fragestellungen gelegt werden. Soweit zweckdienlich, werden pluridisziplinäre Ansätze, einschließlich der Anwendung der Biotechnologie, gewählt. Darüber hinaus soll die Erforschung neuer Arten als  Möglichkeit zur Diversifizierung gefördert werden.  Sozioökonomische Aspekte der Fischereiindustrie: Ziel ist es, das Funktionieren und das Management aller Bereiche der Fischerei und verbundener Industrien besser kennenzulernen und zu verstehen. Besonderer Wert wird auf multidisziplinäre Vorhaben,  einschließlich der sozioökonomischen Folgen alternativer Bewirtschaftungsformen, gelegt.  Verbesserte Methoden: Ziel ist die Verbesserung vorhandener Methoden zur Bewertung der Fischbestände (beispielsweise neue Methoden der Datenerhebung und -auswertung) und die Entwicklung neuer Instrumente und Techniken für die Forschung im Bereich  Fischerei und Aquakultur.   Bereich 6: Andere Aktivitäten, die hauptsächlich im Rahmen einer Konzertierung durchgeführt werden  Der Schwerpunkt des Programms wird auf den vorstehend beschriebenen fünf Bereichen liegen, wobei je nach Zweckmässigkeit sowohl Aktionen auf  Kostenteilungsbasis als auch konzertierte Aktionen durchgeführt werden. In den Bereichen jedoch, in denen bereits umfangreiche Programme der Mitgliedstaaten existieren, wird das Programm auf diesen Aktivitäten aufbauen, und zwar durch konzertierte  Aktionen und gegebenenfalls durch Aktionen auf Kostenteilungsbasis mit dem Ziel, die Abstimmung und Zusammenarbeit auf europäischer Ebene (Konzertierung) zu verbessern. Die Konzertierung soll durch die Schaffung europäischer thematischer Netze  konkretisiert werden, die die meisten der relevanten Beteiligten in diesen Gebieten zusammenbringen sollen. Hierfür kämen beispielsweise folgende Bereiche in Frage:  - Primärerzeugung in Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur mit Schwerpunkt auf Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Qualität, Versorgungssicherheit und Wechselwirkungen mit der Umwelt;  - Erhalt, Entwicklung und Bewirtschaftung von natürlichen und naturnahen Landschaften sowie von Siedlungsräumen;  - Entwicklung des ländlichen Raums (einschließlich Gebirgs- und Küstenregionen): Die FTE-Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten, die für die Entwicklung des ländlichen Raums und der Küstenregionen nützlich sein könnten, sind recht unterschiedlich.  Durch ein europäisches Forum für den Austausch von Erfahrungen, Know-how und Methoden sollen die europäischen Konzertierungsmaßnahmen dazu beitragen, innovative Konzepte zu entwickeln, mit denen die Probleme dieser Regionen überwunden werden können.  Besondere Aufmerksamkeit wird den Möglichkeiten, die sich in ländlichen Gebieten und Küstenregionen durch neue Wirtschaftstätigkeit und Ausbildung ergeben, sowie der Bewertung ihrer sozioökonomischen und Umweltauswirkungen gewidmet werden;  - Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung: Es sollen Netze geschaffen werden, die die auf nationaler Ebene laufenden Forschungsarbeiten besser integrieren, vor allem durch Zusammenführen der Forschungsarbeiten über Lebensmittelerzeugung, Qualität  (einschließlich der organoleptischen Qualität), Sicherheits-, Gesundheits- und sozioökonomische Aspekte sowie Strategien für die Verbraucherinformation und durch Einbeziehung dieser Erfahrung in die Lebensmittelverarbeitung.  Das Zusammenfassen dieser Erfahrungen dürfte synergistische Auswirkungen mit sich bringen, die den Primärerzeugern, Verarbeitern, Verbrauchern und anderen Teilnehmern an der ländlichen Entwicklung zugute kommen, und bei der Festlegung neuer Prioritäten  der Forschung in diesem Sektor von Nutzen sein.  Insgesamt soll mit den Maßnahmen im Rahmen dieses Programms die Anwendung der Grundtechnologien erweitert werden, die in der Biotechnologie und Biomedizin gegebenenfalls auch in der Umwelt und Energieforschung sowie der gezielten sozioökonomischen  Forschung entwickelt werden.   (1) Im folgenden bezeichnet der Ausdruck  "Landwirtschaft" sämtliche landwirtschaftlichen Aktivitäten, einschließlich pflanzlicher Erzeugung, tierischer Erzeugung, Gartenbau und landwirtschaftlicher Forsttätigkeit; der Ausdruck   "Forstwirtschaft" wird ebenfalls im weiteren Sinn verwendet und umfasst sämtliche Aktivitäten der Holzerzeugung und -verwertung einschließlich der Agrar-Forstwirtschaft; der Ausdruck  "Fischerei" deckt alle im Wasser lebenden Organismen ab und schließt  Aquakultur mit ein; der Ausdruck  "ländlich" bezeichnet auch Gemeinschaften und Aktivitäten im Gebirge und in Küstenregionen.    ANHANG II   VORLÄUFIGE AUFTEILUNG DER FÜR ERFORDERLICH ERACHTETEN MITTEL   "" ID="1">1. Integrierte Produktions- und Verarbeitungsketten> ID="2">91"> ID="1">2. Maßstabsvergrösserung (Scaling-Up) und Verarbeitungsverfahren> ID="2">42"> ID="1">3. Generische Wissenschaften und fortgeschrittene Technologien für  Lebensmittel> ID="2">97"> ID="1">4. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung> ID="2">225"> ID="1">5. Fischerei und Aquakultur> ID="2">103"> ID="1">6. Andere Aktivitäten, die hauptsächlich im Rahmen einer Konzertierung durchgeführt  werden> ID="2">49 (1)"> ID="1">Gesamt> ID="2">607 (1) (1)""Die obige Aufteilung schließt nicht aus, daß Projekte mehrere Bereiche abdecken können.  > (1) Davon 3 v. H. für agroindustrielle Forschung, 3 v. H. für Landwirtschaft und 2 v. H. für Fischerei.(1) Davon - höchstens 3,3 v. H. für Personalkosten und 4,0 v. H. für Verwaltungskosten;  - etwa 6 v. H. für horizontale Demonstrationsvorhaben, 1 v. H. für horizontale Aktivitäten zu ethischen, sozialen und rechtlichen Aspekten und 5 v. H. für Ausbildungsmaßnahmen;  - bis zu 10 v. H. für spezifische Maßnahmen zugunsten von KMU;  - 5,5 Millionen ECU für die Verbreitung und Optimierung der Ergebnisse.(1) Ein Betrag von 77 Millionen ECU, nämlich die Differenz zwischen der für dieses Programm veranschlagten Summe und dem im Vierten FTE-Rahmenprogramm für Landwirtschaft und  Fischerei (einschließlich Agroindustrie, Lebensmitteltechnologien, Forstwirtschaft, Aquakultur und Entwicklung des ländlichen Raums) vorgesehenen Betrag, ist für das spezifische FTE-Programm vorgesehen, das zum einen durch direkte Aktionen (GFS) und zum  anderen durch wettbewerbsorientierte Tätigkeiten zur wissenschaftlich-technischen Unterstützung von Gemeinschaftspolitiken (1995 bis 1998) durchzuführen ist.    ANHANG III   SPEZIFISCHE REGELUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG DES PROGRAMMS  Das Programm wird über indirekte Aktionen durchgeführt, mit denen die Gemeinschaft einen finanziellen Beitrag zu FTE-Maßnahmen leistet, die von Dritten oder den Instituten der GFS in  Zusammenarbeit mit Dritten durchgeführt werden:  1. Aktionen auf Kostenteilungsbasis in folgender Form:  a) FTE-Vorhaben einschließlich Demonstrationsvorhaben, die von Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen durchgeführt werden, gegebenenfalls einschließlich industrierelevanter Grundlagenforschung; Konsortien für integrierte Vorhaben mit gemeinsamer  Zielsetzung können gefördert werden.  Demonstrationsaktionen gemäß Anhang III des Rahmenprogramms zielen darauf ab, Hindernisse bei der Nutzung neuer Technologien zu beseitigen sowie Verbindungen zwischen Entwicklern und Anwendern der Technologien herzustellen. Durchführbarkeitsstudien und  Prämien für jene, die mit diesen Technologien befasst sind, können ebenfalls eingeschlossen werden.  Die Gemeinschaftsfinanzierung beträgt in der Regel höchstens 50 v. H. der Kosten der Vorhaben, wobei die Beteiligung bei zunehmender Marktnähe schrittweise geringer wird. Universitäten und andere Einrichtungen, die keine analytische Haushaltsrechnung  anwenden, erhalten eine Erstattung auf der Grundlage von 100 v. H. der zusätzlichen Kosten.  b) Themenbezogene Netze, die Primärerzeuger, Hersteller, Endnutzer, Universitäten und Forschungszentren im Rahmen einer generischen Technologie zusammenführen, um die Integration und den Transfer von Wissen sowie die Mobilität von Forschern zu  erleichtern und zu gewährleisten, daß dem Bedarf des Marktes stärker Rechnung getragen wird.  Die Gemeinschaftsfinanzierung beträgt in der Regel durchschnittlich höchstens 20 000 ECU je Partner und Jahr und deckt bis zu 100 v. H. der zusätzlichen Kosten für die Koordinierung der Aktion. Die an einem solchen Netz Beteiligten könnten sich auch  nach den üblichen Verfahren am Forschungsvorhaben bewerben.  c)  Förderung des Technologieeinsatzes als Anreiz und Erleichterung für die Beteiligung der KMU an FTE-Maßnahmen i) durch Gewährung von Prämien für die Durchführung der Sondierungsphase einer FTE-Maßnahme - einschließlich Suche nach Partnern - während eines Zeitraums von bis zu 12 Monaten. Die Prämie wird nach der Auswahl von schematischen Vorschlägen vergeben,  die gewöhnlich von mindestens zwei nichtverbundenen KMU aus zwei verschiedenen Mitgliedstaaten vorgelegt werden müssen. Die Prämie deckt bis zu 75 % der Kosten der Sondierungsphase bis zu einem Hoechstbetrag von 45 000 ECU bzw. 22 500 ECU im Ausnahmefall  eines KMU als alleinigem Antragsteller, und ii) durch Unterstützung von kooperativen Forschungsvorhaben, bei denen KMU mit vergleichbaren technischen Fragestellungen, die jedoch nicht über die entsprechenden eigenen Forschungsanlagen verfügen, andere juristische Personen beauftragen, in ihrem  Namen FTE-Arbeiten durchzuführen. Die Gemeinschaftsfinanzierung für kooperative Forschungsvorhaben, an denen normalerweise mindestens vier nichtverbundene KMU aus mindestens zwei verschiedenen Mitgliedstaaten beteiligt sind, deckt in der Regel 50 % der  Forschungskosten.  Nach einer ersten Aufforderung können während der Laufzeit des in Durchführung befindlichen Arbeitsprogramms jederzeit Vorschläge unterbreitet werden.  2. Vorbereitungs-, Begleit- und Unterstützungsmaßnahmen, z. B.  - Studien zur Unterstützung des Programms und zur Ausarbeitung künftiger Maßnahmen;  - Unterstützung für Informationsaustausch, Konferenzen, Seminare, Workshops oder andere wissenschaftliche oder technische Veranstaltungen, einschließlich Sitzungen zur branchen- oder fachübergreifenden Koordinierung;  - Nutzung externer Sachkompetenz, einschließlich Zugang zu wissenschaftlichen Datenbanken;  - wissenschaftliche Veröffentlichungen und Maßnahmen zur Verbreitung, Förderung und Nutzung der Ergebnisse in Abstimmung mit den im dritten Aktionsbereich durchgeführten Tätigkeiten; die für die Förderung der Nutzung der Ergebnisse maßgeblichen Faktoren  werden von Beginn an und während der Laufzeit der FTE-Vorhaben berücksichtigt, deren Partner ein Basisnetz für die Verbreitung und die Nutzung der Ergebnisse bilden;  - Analyse der sozioökonomischen Folgen und der technologischen Risiken im Zusammenhang mit dem Programm, auch als Beitrag zu dem Programm  "Sozioökonomische Schwerpunktforschung";  - mit der Forschung im Rahmen des Programms zusammenhängende Ausbildungsmaßnahmen zur Förderung beruflicher Fähigkeiten und zur Erleichterung des Technologietransfers zur Industrie;  - unabhängige Bewertung der Verwaltung und Durchführung des Programms und der Ausführung der Tätigkeiten;  - vernetzungsunterstützende Maßnahmen zur Förderung des Problembewusstseins und zur Bereitstellung dezentraler Unterstützung von KMU in Abstimmung mit EURO-Management-FTE-Audits.  Die Beteiligung der Gemeinschaft kann bis zu 100 % der Kosten dieser Maßnahmen decken.  3. Konzertierte Aktionen, die in der Koordinierung von bereits von staatlichen oder privaten Stellen finanzierten FTE-Vorhaben bestehen. Die Mitgliedstaaten unterstützen die Kommission bei der Auswahl der einschlägigen Laboratorien und Institute, damit  bei diesem Konzertierungsprozeß keine wesentlichen Tätigkeiten übergangen werden.  Die konzertierte Aktion kann im Rahmen des Programms auch als Möglichkeit zur Feststellung der Durchführbarkeit und zur Festlegung des Inhalts der Vorschläge für Aktionen auf Kostenteilungsbasis genutzt werden.  Die Gemeinschaftsfinanzierung deckt bis zu 100 % der Konzertierungskosten.