CELEX: E2007J0008
Language: de
Date: 2008-10-16 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofs vom 20. Juni 2008 in der Rechtssache E-8/07 zwischen: Celina Nguyen und dem Königreich Norwegen, vertreten durch das Justis- og politidepartementet (Justiz- und Polizeiministerium) (Kfz-Haftpflichtversicherung — Richtlinien 72/166/EWG, 84/5/EWG und 90/232/EWG — Entschädigung für immaterielle Schäden — Voraussetzungen für die Haftpflicht des Staates — Hinreichend ernste Verletzung)

16.10.2008   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 263/4
            
         
      URTEIL DES GERICHTSHOFS
   
   vom 20. Juni 2008
   in der Rechtssache E-8/07 zwischen:
   Celina Nguyen und dem Königreich Norwegen, vertreten durch das Justis- og politidepartementet (Justiz- und Polizeiministerium)
   
      (Kfz-Haftpflichtversicherung — Richtlinien 72/166/EWG, 84/5/EWG und 90/232/EWG — Entschädigung für immaterielle Schäden — Voraussetzungen für die Haftpflicht des Staates — Hinreichend ernste Verletzung)
   
   (2008/C 263/04)
   In der Rechtssache E-8/07 zwischen Celina Nguyen und dem Königreich Norwegen, vertreten durch das Justis- og politidepartementet (Justiz- und Polizeiministerium) — ERSUCHEN des Gerichtshofs durch Oslo tingrett (Distriktgericht Oslo) um Auslegung des EWR-Abkommens, insbesondere folgender Rechtsakte, auf die in Anhang IX Bezug genommen wird:
   
               —
            
            
               in Ziffer 8 des Anhangs IX genannter Rechtsakt (Richtlinie 72/166/EWG des Rates vom 24. April 1972 betreffend die Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten bezüglich der Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung und der Kontrolle der entsprechenden Versicherungspflicht, nachstehend die „Erste Kfz-Haftpflichtversicherungsrichtlinie“),
            
         
               —
            
            
               in Ziffer 9 des Anhangs IX genannter Rechtsakt (Zweite Richtlinie 84/5/EWG des Rates vom 30. Dezember 1983 betreffend die Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten bezüglich der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, nachstehend die „Zweite Kfz-Haftpflichtversicherungsrichtlinie“),
            
         
               —
            
            
               in Ziffer 10 des Anhangs IX genannter Rechtsakt (Dritte Richtlinie 90/232/EWG des Rates vom 14. Mai 1990 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung, nachstehend die „Dritte Kfz-Haftpflichtversicherungsrichtlinie“),
            
         erließ der Gerichtshof in der Zusammensetzung Carl Baudenbacher (Präsident), Thorgeir Örlygsson (Berichterstatter) und Ola Mestad (Ad-hoc-Richter) am 20. Juni 2008 das Urteil mit folgendem Tenor:
   
               1.
            
            
               
                  es ist nicht mit der Ersten, Zweiten und Dritten Kfz-Haftpflichtrichtlinie vereinbar, die Wiedergutmachung für immaterielle Schäden („Schmerzensgeld“), bei der es sich um eine Form der zivilrechtlichen Haftung handelt, nach nationalem Recht von der Haftpflichtversicherung auszunehmen;
               
            
         
               2.
            
            
               
                  bestimmt das nationale Recht, das die Entschädigung für immaterielle Schäden („Schmerzensgeld“), bei der es sich um eine Form der zivilrechtlichen Haftung handelt, nicht von der Haftpflichtversicherung gedeckt wird, ist dies eine hinreichend schwere Verletzung des EWR-Rechts, um eine Haftung des Staats nach sich zu ziehen.