CELEX: 51988PC0806
Language: de
Date: 1989-01-03
Title: VORSCHLAG FUER EINE ENTSCHEIDUNG DES RATES ZUR ANNAHME EINES BESONDEREN PROGRAMMS FUER FORSCHUNG UND TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM BEREICH BIOTECHNOLOGIE ( 1990-1994 ); BRIDGE: BIOTECHNOLOGY RESEARCH FOR INNOVATION, DEVELOPMENT AND GROWTH IN EUROPA ( 1990-1994 ) ( BIOTECHNOLOGIEFORSCHUNG IM DIENSTE VON INNOVATION, ENTWICKLUNG UND WACHSTUM IN EUROPA )

20. 3. 89                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               Nr. C 70/1
                                                                II
                                                   (Vorbereitende  Rechtsakte)
                                                   KOMMISSION
              Vorschlag für eine Entscheidung des Rates zur Annahme eines besonderen Programms für
              Forschung und technologische Entwicklung im Bereich Biotechnologie (1990-1994) —
                   Biotechnology research for innovation, development and growth in Europe (BRIDGE)
                                               KOM(88) 806 endg. — SYN 182
                                     (Von der Kommission vorgelegt am 5. Januar 1989)
                                                          (89/C 70/01)
DER RAT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN —                          — die fortlaufende Bewertung der strategischen Bedeutung
                                                                       neuer Entwicklungen in der Biotechnologie und die
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen                 Förderung der unerläßlichen Kohärenz zwischen den
Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130Q                 verschiedenen Gebieten der Gemeinschaftspolitik, die
Absatz 2,                                                              die Biotechnologie betreffen.
auf Vorschlag der Kommission,                                      Das mehrjährige Forschungs- und Ausbildungsprogramm
                                                                   für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft auf dem
in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament,                  Gebiet der molekularbiologischen Technik (2) und das
                                                                   laufende mehrjährige Forschungsaktionsprogramm der
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschus-            Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf dem Gebiet der
ses,                                                               Biotechnologie (1985-1989) (3) (4) haben den Nutzen von
                                                                   Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet der Biologie und
in Erwägung nachstehender Gründe:                                  die Notwendigkeit ihrer Ausweitung eindeutig nachgewie-
                                                                   sen.
Gemäß Artikel 130K des Vertrages erfolgt die Durchfüh-
rung des Rahmenprogramms auf dem Wege spezifischer                 Die volle oder teilweise Beteiligung europäischer Nichtmit-
Programme, die innerhalb einer jeden Aktion entwickelt             gliedstaaten an Vorhaben dieses Programms ist erwünscht.
werden.
                                                                   So weit wie möglich sollten auch kleine und mittlere
Mit dem Beschluß 87/516/Euratom/EWG (*) hat der Rat                Unternehmen an dem Forschungs- und Entwicklungs-
ein gemeinschaftliches Rahmenprogramm im Bereich der               programm auf dem Gebiet der Biotechnologie beteiligt
Forschung und technologischen Entwicklung (1987-1991)              werden.
angenommen, das u.a. Tätigkeiten zur Erschließung und
optimalen Nutzung biologischer Ressourcen vorsieht.                Die Durchführung der Forschungs- und Ausbildungsaktio-
                                                                   nen im Rahmen von COST trägt wesentlich zur Ergänzung
Für die Auswahl der Gemeinschaftsaktionen legt das                 der FuE-Vorhaben im Bereich der Biotechnologie bei.
Rahmenprogramm Kriterien fest, zu denen auch der
Beitrag zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen             Der Wissenschaftliche und Technische Ausschuß (Crest) ist
Zusammenhalts der Gemeinschaft im Einklang mit dem                 gehört worden —
Ziel der wissenschaftlichen und technischen Qualität
gehört.                                                            HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:
Die im Rahmenprogramm vorgesehenen                Tätigkeiten
                                                                                             Artikel 1
umfassen insbesondere:
                                                                   Für einen am 1. Januar 1990 beginnenden Zeitraum von
— den Aufbau von gemeinschaftlichen FuE-Netzen, die                fünf Jahren wird ein spezifisches Programm der Europäi-
    insbesondere den einzelstaatlichen Bemühungen eine             schen Wirschaftsgemeinschaft für Forschung und techno-
    grenzüberschreitende Dimension verleihen und in der            logische Entwicklung im Bereich Biotechnologie beschlos-
    Infrastruktur, der Basisbiotechnologie und der Risiko-         sen.
    analyse den Technologietransfer zur Industrie und zur
    Landwirtschaft erleichtern sollen,
                                                                   (2) ABl. Nr. L 375 vom 20. 12. 1981, S. 1.
                                                                   (3) ABl. Nr. L 83 vom 23. 3. 1985, S. 1.
(') ABl. Nr. L 302 vom 24. 10. 1987, S. 1.                         (4) ABl. Nr. L 206 vom 30. 7. 1988, S. 38.
 ---pagebreak--- Nr. C 70/2                               Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                    20. 3. 89
                         Artikel 2                                                            Artikel 6
Die zur Durchführung des Programms erforderlichen                    Die Kommission unterbeitet dem Ausschuß einen Entwurf
Mittel werden einschließlich der Aufwendungen für 30                 der zu treffenden Maßnahmen. Der Ausschuß gibt seine
Bedienstete auf 100 Millionen ECU veranschlagt.                      Stellungnahme innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende
                                                                     unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden
                                                                     Frage — erforderlichenfalls durch eine Abstimmung —
                          Artikel 3
                                                                     festsetzen kann.
Die Einzelheiten der Durchführung des Programms und die
                                                                     Die Stellungnahme wird in das Protokoll des Ausschusses
Höhe der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft sind im
                                                                     aufgenommen: darüber hat jeder Mitgliedstaat das Recht
Anhang aufgeführt.
                                                                     zu verlangen, daß sein Standpunkt im Protokoll festgehal-
Die von der Kommission abgeschlossenen Verträge regeln               ten wird.
die Rechten und Pflichten jeder Partei, insbesondere in
                                                                     Die Kommission berücksichtigt soweit wie möglich die
Bezug auf die Verbreitung, den Schutz und die Nutzung der
                                                                     Stellungnahme des Ausschusses. Sie unterrichtet den
Forschungsergebnisse.
                                                                     Ausschuß darüber, inwieweit sie seine Stellungnahme
                                                                     berücksichtigt hat.
                          Artikel 4
Im dritten Jahr der Durchführung des Programms                                                Artikel 7
überprüft die Kommission das Programm und legt dem Rat
                                                                     Die Kommission wird ermächtigt, gemäß Artikel 130N des
und dem Europäischen Parlament einen Bericht über die                Vertrages Abkommen mit internationalen Organisationen
Ergebnisse und gegebenenfalls Vorschläge zur Änderung                und Nichtmitgliedstaaten, insbesondere solchen, die sich
oder Verlängerung vor.                                               an der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der
Sie bewertet die Ergebnisse und erstattet dem Rat und dem            wissenschaftlichen und technischen Forschung (COST)
Parlament darüber Bericht.                                           beteiligen, sowie mit den Ländern auszuhandeln, die
                                                                     Rahmenabkommen über wissenschaftlich-technische Zu-
Die obigen Berichte werden unter Berücksichtigung der im             sammenarbeit mit der Gemeinschaft abgeschlossen haben,
Anhang festgelegten Ziele und gemäß den Vorschriften von             um sie voll oder zum Teil an den konzertierten Aktionen im
Artikel 2 Absatz 2 des Beschlusses 87/516/Euratom/EWG                Rahmen dieses Programms zu assoziieren.
erstellt.
                                                                     Wenn Rahmenabkommen über wissenschaftliche und
                                                                     technische Zusammenarbeit zwischen Drittländern und
                          Artikel 5                                  der Europäischen Gemeinschaft abgeschlossen wurden,
Die Kommission ist für die Durchführung des Programms                können sich Organisationen und Unternehmen in diesen
verantwortlich.                                                      Ländern unter bestimmten, von der Kommission festzule-
                                                                     genden Voraussetzungen an einem Vorhaben im Rahmen
Die Kommission wird von einem Ausschuß von der Art                   dieses Programms beteiligen.
eines beratenden Ausschusses (im folgenden „Ausschuß"
genannt) unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitglied-                                   Artikel 8
staaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der
Kommission den Vorsitz führt.                                        Diese Entscheidung ist an alle Mitgliedstaaten gerichtet.
                                                    TECHNISCHER ANHANG
                                         AKTION 1: FORSCHUNG UND AUSBILDUNG
                                                             INHALT
                    Informationsinfrastruktur
              1.1.  Kulturensammlungen
                    Die Entwicklung eines Kommunikationssystems zum leichten und raschen Zugang zu den wichtigsten
                    dienstleistenden Kulturensammlungen in der Gemeinschaft, die durch die Unterstützung der
                    nachstehenden Einrichtungen zu erreichen ist.
                    — Ein Förderungszentrum für Kulturensammlungen, das spezifisch darauf ausgelegt ist, europäische
                        Benutzer mit sachgerechten Informationen über die bei den europäischen Kulturensammlungen
                        vorhandenen Fachkenntnisse und Dienstleistungen zu beliefern (Verteilung von Katalogen,
                        Patentregelungen, gedrucktes und visuelles Material usw.)
 ---pagebreak--- 20. 3. 89                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                      Nr. C 70/3
               — eine zentralisierte europäische Datenbank, hauptsächlich über Mikroorganismen, die später auf
                  andere Kulturen (tierische und pflanzliche Zellen, Viren, Plasmide usw.) ausgedehnt wird. Die erste
                  Phase in Richtung auf dieses Ziel ist die Harmonisierung der Formate und Daten in den wichtigsten
                  Kulturensammlungen der Europäischen Gemeinschaft.
          1.2. Verarbeitung und Analyse bio(techno)logischer        Daten
               — Anwendung von Informationstechnologie (spezielle „Software" und Ausrüstung), wie sie für die
                  Durchführung der Tätigkeiten in den Bereichen Proteintechnik und Gensequenzierung (siehe unten
                  2.1 und 23) benötigt wird.
               — Aktualisierung und Auslegung von Wissensbasen zur Speicherung und Klassifizierung bio(techno-)
                  logischer Daten wie Sequenzen, genetischen Karten, Protein- und Biopolymerstrukturen,
                  Risikobewertungsdaten.
               — Nutzung vorhandener oder neu entwickelter Informationstechnologien zum raschen Zugang zu
                  europäischen Wissensbasen und Sequenzierungsnetzen über ein elektronisches Netz, einschließlich
                  Dateneingabe, On-line-Kataloge, elektronische Bestellung usw.
          2.   Unterstützungstechnologien
          2.1. Proteintechnik/     Molekularmodelle
               — interdisziplinäre Konzepte, einschließlich Gentechnik und moderne Strukturmethoden, die eine
                  Verbesserung der Merkmale (wie Stabilität, optimaler ph-Wert, Substratspezifizität usw.) von
                  interessanten Proteinen und ihren Komplexen (einschließlich Glykoproteinen) anstreben.
               — Entwicklung von Methoden zum besseren Verständnis und zur Vorhersage der Struktur/
                  Funktionsbeziehungen von Proteinen, die an der Faltung, der Stabilität und der Kristallisierung
                   beteiligt sind, einschließlich der theoretischen Methoden zur Simulierung dieser Eigenschaften und
                   ihrer Wechselwirkung mit anderen assoziierten Molekülen.
          2.2.  Biotransformation
               — Entwicklung biologischer Reaktionen unter Verwendung neuer Zellinien oder neuartiger Enzyme
                   zur Synthese wichtiger Zwischenprodukte, die für die Produktion von Stoffen mit hohem Mehrwert
                   (unter besonderer Berücksichtigung der Biokonversion landwirtschaftlicher Überschüsse) und zur
                   Umwandlung von Schadstoffen in unschädliche Verbindungen notwendig sind.
               — Forschungsarbeiten über das Problem genetischer und physiologischer Stabilität freier oder
                   immobilisierter gentechnisch veränderter Mikroben oder Zellen unter Bedingungen der
                   Biotransformation.
               —- Forschungsarbeiten über das Problem der enzymatischen Tätigkeit unter extremen Umweltbedin-
                  gungen (organische Lösungen, ph-Werte, Temperaturen, Immobilisierung).
               — Entwicklungen von Methoden zur Isolierung und Reinigung von Biotransformationsprodukten
                   („up- and downstream"-Prozesse).
               — Entwicklung spezialisierter Software und mathematischer Modelle zur Kontrolle und Analyse
                   biotechnologischer Prozesse.
          2.3. Genkartierung, Genomsequenzierung,         neuartige   Klonierungsmetboden
               — Sequenzierung des Genoms von Hefe {Saccberomyces cerevisiae) oder Teilen davon und von Bacillus
                   subtilus,
               — Entwicklung von molekulargenetischen Techniken zur Identifizierung neuer bedeutender
                   Pflanzengene unter Verwendung des Arabidopsis-Genoms als Ressource, Charakterisierung der
                   identifizierten Gene,
               — Entwicklung moderner Sequenzierungsverfahren und -ausrüstung (S.1.2) und Einbeziehung dieser
                   Verfahren und Technologie in die Sequenzierungsprojekte.
          3.   Biologie von Zellen
          3.1. Physiologie und Molekulargenetik       industrieller  Mikroorganismen
               — Genstabilität und Expression, posttranslationale Prozesse, genetische und metabolische Regelung
                   der Überproduktion, Transport und Sekretion. Diese Studien, die in jedem Fall dem Stand der
                   Wissenschaft angepaßt sind, konzentrieren sich auf einige Mikroorganismen von industriellem
 ---pagebreak--- Nr. C 70/4                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                       20. 3. 89
                    Interesse wie die Genera Streptomyces, Pseudomonas, Bacillus, Clostridium, Corynebacterium und
                    zusätzlich die großen Gruppen der Milchsäurebakterien, Extremophilen, Hefen und filamentösen
                    Pilze.
           3.2. Basisbiologie von Pflanzen und assoziierten   Organismen
                — Zentrale Prozesse für sexuelle Fortpflanzung: Blühmechanismen, Differenzierung von Keimzellen,
                    molekulare Grundlagen der Gametenerkennung, Selektionssysteme.
                — Grundlagen der Pflanzenzellregenerierung: Genetik und Molekularbiologie der Embryogenese
                    somatischer und Keimzellen, Erkennung und Umwandlung von wachstumsfördernden Signalen.
                — Molekulare Schnittstellen von Pflanzen und assoziierten Organismen: Molekulare Grundlagen von
                    Wirtsspektrum und Virulenz, Beschreibung der Pflanzenabwehrreaktionen, Entwicklung von
                    Gentechniken für pathogene Pilze oder Mycorrhizae, Regulierung von pflanzlich-mikrobiellen
                    Signalen der Expression von mikrobiellen-pflanzlichen Genen, strukturelle und funktionelle
                    Identifizierung von Genen, die an der Symbiose der Stickstoffixierung beteiligt sind.
                — Physiologische Merkmale von Feldfrüchten: Speicherungsprozesse, Streßphysiologie, Effektivität
                    der Stickstoffnutzung.
           3.3. Biotechnologie von Tierzellen
                — Die Tierzelltechnik und Kulturtechnik, die zu neuen oder verbesserten Produktionen wichtiger
                    Stoffe für industrielle und zootechnische Zwecke führen.
                — Zoologische Genetik: Genomanalyse, Untersuchungen wichtiger Gene, Methoden des Gentrans-
                    fers, Genexpression und -regelung.
                — Nutztiere: Verbesserte Immunität, gentechnisch veränderte Impfstoffe der zweiten Generation.
           4.   Prä-normative Forschung
                Prä-normative Forschung in der Biotechnologie ist an beiden Enden der Kette Forschung-Entwicklung-
                Nutzung plaziert.
           4.1. Sicherheitsbewertung    in Verbindung mit der Freisetzung gentechnisch veränderter    Organismen
                — Überwachungs- und Kontrolltechniken: Probenahmen bei gentechnisch veränderten Organismen
                    und neueingeführten Teilstücken von DNA, Methoden und Instrumentierung für hochauflösende
                    automatische mikrobielle Identifizierung und die Errichtung geeigneter Datenbasen, Schaffung einer
                    Bank spezifischer Proben und chemischer Kennzeichen für eine große Zahl spezifischer
                    Mikroorganismen, Austilgungsmethoden.
                — Bewertungstechniken: Biologische Abkapselung, Genstabilität und Gentransfer, Entwicklung von
                    Mikrokosmen und Simulierungsmethoden für die Analyse der Auswirkungen.
                — Erwerb grundlegender Kenntnisse über Genverhalten (horizontaler Transfer zwischen Arten,
                    Umgruppierungen eingeführter Gene in den Wirtsorganismus) und über das Überleben und die
                    Anpassung freigesetzter Organismen, insbesondere Bodenbakterien, und einschließlich der
                    Änderung von Wirts- und Gewebespektrum für gentechnisch veränderte Viren.
                — Neuartige Konstruktionen: Biologisch abgekapselte Organismen, Selbstmordvektoren oder
                    Konstruktionen, die sich nicht außerhalb des Wirtsorganismus entwickeln können, gentechnisch
                    veränderter Organismen, die in der Umwelt durch bekannte und spezifische Techniken zerstört
                    werden können.
           4.2. In-vhro-Bewertung     von Toxizität und pharmakologischer   Aktivität von   Molekülen
                — Entwicklung zellularer und multizellularer Systeme als Ersatz für In-t/iVo-Gewebe und -Organe.
                — Forschungsarbeiten über die Probleme der Vorbereitung, Speicherung, Erhaltung und das
                    Wachstum menschlicher Zellkulturen.
                — Entwicklung von Zellinien, in denen funktionelle Eigenschaften besser erhalten werden.
                                                          DURCHFÜHRUNG
                Ausbildungsaktionen, die durch Ausbildungsverträge und Kurse für jedes der obigen Themen
                durchgeführt werden. Die Kosten dieser Aktionen werden von der Gemeinschaft getragen.
 ---pagebreak--- 20. 3. 89                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                     Nr. C 70/5
          Forschungsaktionen, die durch Forschungsverträge auf Kostenteilungsbasis für jedes der obigen
          Themen durchgeführt werden. Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft soll im allgemeinen 50 % der
          insgesamt zulässigen Vorhabenskosten nicht überschreiten. Demgegenüber beläuft sich der finanzielle
          Beitrag der Gemeinschaft bei Universitäten und ähnlichen Fachhochschulen normalerweise auf 100 %
          der Grenzkosten.
          Es sind zwei Arten grenzüberschreitender Forschungsvorhaben geplant:
          — N-Vorhaben zur Aufnahme von Forschungsarbeiten auf Gebieten, in denen die wichtigsten
              Engpässe auf Lücken in den Grundkenntnissen zurückzuführen sind, in angepaßte Gemeinschafts-
               strukturen (European Laboratories without Walls: ELW). Der Beitrag der Gemeinschaft zu solchen
               Vorhaben soll 400 000 ECU/Jahr pro Vorhaben nicht überschreiten.
          — T-Vorhaben zur Beseitigung wichtiger Engpässe aufgrund struktureller und größenordnungs-
               bedingter Zwänge durch eine bedeutende Investition von Kenntnissen und Mitteln. Der Beitrag der
               Gemeinschaft zu solchen Vorhaben wird zwischen 1 bis 3 Millionen ECU/Jahr pro Vorhaben
               schwanken.
                               Cost-Tätigkeiten (Gruppe II) die mit Aktion I zusammenhängen
                                                         INHALT
          — Primäre Meeresbiomasse
          — /n-^tfro-Kulturen zur Sortenhygiene und zur Vermehrung der Gartenbaugewächse
          — Methoden für die Früherkennung und Identifizierung von Pflanzenkrankheiten
          — Bedeutung der VA-Mycorrhizen bei den Stoffkreisläufen im Boden und für die Pflanzenernährung
          — Entwicklung eines Kokzidioseimpfstoffes auf biotechnologischem Weg.
                                                     DURCHFÜHRUNG
           Durch die Abhaltung von Sitzungen, Konsultation von Sachverständigen, Veröffentlichungen,
           Austausch von Forschern zwischen Laboratorien, Koordinierungsverträge sollen diese Aktionen
           durchgeführt werden.
                                              AKTION II: KONZERTIERUNG
                                                          INHALT
           In Verbindung mit den betreffenden Dienststellen der Kommission und der Mitgliedsstaaten werden die
           folgenden Aufgaben durchgeführt:
           — Beobachtung von Entwicklungen in der Biotechnologie, insbesondere im Bereich von FuE,
               Bewertung ihrer Auswirkungen und anschließende Information der Dienststellen der Kommission
               und interessierten staatlichen Behörden, die verwandte Verantwortlichkeiten haben,
           — Feststellung von Möglichkeiten, wie die flankierenden Bedingungen für eine nutzenbringende
               Entwicklung der Biotechnologie in Europa verbessert werden können und die Effektivität und die
                Kohärenz von biotechnologisch orientierten Programmen und damit in Beziehung stehenden
                Politiken der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft ausgebaut werden können, einschließlich
                derjenigen, die die internationale Zusammenarbeit betreffen;
           — Verbreitung von Wissen und Hilfen bei der Verbesserung der öffentlichen Aufmerksamkeit und des
                Verständnisses für Natur, Möglichkeiten und mögliche Risiken, die mit der Biotechnologie
                verbunden sind,
           — Feststellung des Bedarfs und Hilfen bei der Förderung von größerer Aktivität kleinerer Unternehmen
                im Bereich Biotechnologie in der Gemeinschaft.
                                                     DURCHFÜHRUNG
           Diese Aktion wird die Arbeit (begonnen im BAP) der A<i-/7oc-Zusammenarbeit mit Gruppen und
           Einzelpersonen, die Interesse und Fähigkeiten in den Biowissenschaften und der Biotechnologie haben,
           weiterentwickeln. Auf diese Weise werden Netzwerke geschaffen, die so informell und flexibel wie
           möglich den Bedürfnissen der o.a. Aufgaben angepaßt sind. So wird ein aktiver „Input" in die
           Programme erreicht, der die Koordination durch den Austausch von Information zwischen den
           Teilnehmern fördert und die größere Verbreitung der Informationen, die durch die o.a. Aufgaben
           gefördert wird, unterstützt.
           Im wesentlichen werden diese Arbeiten durch hausinterne Analysen, den Aufbau und Betrieb einer
           organisierten Datenbasis und durch Dienstreisen, gegebenenfalls einschließlich Aufträgen für
           Studienberichte, der Abhaltung von Workshops und Sitzungen, der Unterstützung bei der Erstellung
           von Berichten und die Verbreitung von Informationen unterstützt.