CELEX: 31977R2713
Language: de
Date: 1977-11-28 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 2713/77 des Rates vom 28. November 1977 über die Eröffnung, Aufteilung und Verwaltung eines Gemeinschaftszollkontingents für Ananas, haltbar gemacht, in Scheiben, halben Scheiben oder Spiralen, mit Ursprung in Entwicklungsländern

Nr. L 324/ 144                              Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                               19 . 12 . 77
                                        VERORDNUNG (EWG) Nr. 2713/77 DES RATES
                                                      vom 28 . November 1977
                über die Eröffnung, Aufteilung und Verwaltung eines Gemeinschaftszollkontingents für
                Ananas, haltbar gemacht, in Scheiben, halben Scheiben oder Spiralen, mit Ursprung in
                                                        Entwicklungsländern
 DER RAT DER EUROPAISCHEN                                             betreffenden Waren können ohne mengenmäßige Be­
 GEMEINSCHAFTEN —                                                     schränkungen erfolgen. Angesichts der allgemeinen
                                                                      Empfindlichkeit des Sektors der Obst- und Gemüsekon­
  gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä­                   serven und der Notwendigkeit, die Interessen der AKP­
  ischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti­              Staaten auf diesem Gebiet zu wahren, ist jedoch für
  kel 43 ,                                                            haltbar gemachte Ananas, in Scheiben, halben Scheiben
                                                                      oder Spiralen, eine Sonderregelung vorzusehen, und
  auf Vorschlag der Kommission,                                       zwar in Form einer Senkung des Zollsatzes für diese
                                                                      Waren im Rahmen eines Gemeinschaftszollkontingents.
  nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ( 1),
                                                                      Dieses Angebot ist mit einer Klausel verbunden, wonach
  nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus­                  die Gemeinschaft das Angebot in der Annahme gemacht
  schusses ( 2)                                                       hat, daß sich alle wichtigen Industrieländer der OECD
 in Erwägung nachstehender Gründe:                                    an der Gewährung der Präferenzen beteiligen und ver­
                                                                      gleichbare Anstrengungen machen. Ferner ergibt sich
 Die Gemeinschaft hat sich in der Gemeinsamen Ab­                     insbesondere aus den innerhalb der WHK abgestimmten
 sichtserklärung betreffend die Entwicklung der Han­                  Schlußfolgerungen, daß dieses Angebot mit zeitweiligem
 delsbeziehungen mit Sri Lanka, Indien, Malaysia, Paki­               Charakter keine zwingende Verpflichtung beinhaltet
 stan und Singapur (3) bereit erklärt, nach geeigneten                und insbesondere später ganz oder teilweise zurückge­
 Lösungen der Fragen zu suchen, die sich auf dem Gebiet               zogen werden kann. Von dieser Möglichkeit kann unter
 des Handels für diese Länder erheben könnten.                        anderem Gebrauch gemacht werden, um ungünstige
 Für eine Reihe asiatischer Commonwealth-Länder,                      Situationen zu beheben, die möglicherweise als Folge
 insbesondere für Malaysia, stellen haltbar gemachte                  der Anwendung des Systems der allgemeinen Präferen­
                                                                      zen in den AKP-Staaten auftreten .
 Ananas ein wichtiges Außenhandelserzeugnis dar, des­
 sen Handelsströme durch die Erweiterung der Gemein­                 Die allgemeinen Präferenzen sind ab dem zweiten Halb­
 schaft beeinflußt werden können ; das System allgemei­              jahr des Jahres 1971 angewandt worden, und es ist
 ner Zollpräferenzen stellt für Probleme dieser Art eine             daher angezeigt, sie während des Jahres 1978 weiterhin
 Lösungsmöglichkeit dar, so daß bestimmte Aufmachun­                 anzuwenden .
 gen von haltbar gemachten Ananas in das System all­
 gemeiner Präferenzen einbezogen werden sollten.                      Daher ist es angezeigt, daß die Gemeinschaft für diese
                                                                      Erzeugnisse mit Ursprung in den im Anhang aufgeführ­
 Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft hat im Rah­                  ten Ländern und Gebieten für 1978 ein Gemeinschafts­
 men der Welthandelskonferenz (WHK) ein Angebot                       zollkontingent in Höhe von 28 000 Tonnen zum Zoll­
 über die Gewährung von Zollpräferenzen für bestimm­                  satz von 15 v. H. eröffnet, der um die Zuckerabschöp­
 te, unter die Kapitel 1 bis 24 des Gemeinsamen Zoll­                 fung erhöht wird, wenn der Zuckergehalt der Erzeug­
 tarifs fallende landwirtschaftliche Verarbeitungserzeug­             nisse der Tarifstelle ex 20.06 B II a) 5 aa) 17 v. H. des
 nisse mit Ursprung in Entwicklungsländern hinterlegt.                Gewichts und der Erzeugnisse der Tarifstelle ex 20.06 B
Die in diesem Angebot vorgesehene Präferenzbehand­                    II b ) 5 aa) 19 v. H. übersteigt.
lung besteht für bestimmte, unter die Handelsregelung
 der Verordnung (EWG ) Nr. 1059/69 fallende Erzeug­                  Gemäß Protokoll Nr. 23 im Anhang zur Beitrittsakte ( 4)
nisse in einer Senkung des festen Teilbetrags der Abga­              wird das System allgemeiner Zollpräferenzen in den
be, die auf diese Erzeugnisse auf Grund der genannten                neuen Mitgliedstaaten seit dem 1 . Januar 1974 in vol­
Verordnung anwendbar ist; für die unter einen einzigen               lem Umfang angewendet.
Zollsatz fallenden Erzeugnisse besteht sie in einer Sen­
kung dieses Zollsatzes. Die präferentiellen Einfuhren der             Dieses Zollkontingent ist Erzeugnissen mit Ursprung in
                                                                      den genannten Ländern und Gebieten vorzubehalten,
                                                                      wobei der Begriff des Warenursprungs nach dem Ver­
H ABl. Nr. C 266 vom 7. 11 . 1977, S. 16.                             fahren des Artikels 14 der Verordnung (EWG) Nr.
(2) Stellungnahme vom 26.121. 10 . 1977 ( noch nicht im
     Amtsblatt veröffentlicht).
( 3) ABl. Nr. L 73 vom 27 . 3 . 1972 , S. I9.S.                      (4) ABl. Nr. L 73 vom 27. 3 . 1972 , S. 14.
 ---pagebreak---  19 . 12 . 77                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. L 324/ 145
 802/68 des Rates vom 27. Juni 1968 über die gemein­                   rasch ausgenutzt werden ; um dieser Tatsache Rechnung
 same Begriffsbestimmung des Warenursprungs (*) fest­                  zu tragen und um Unterbrechungen auszuschalten,
 gelegt wird.                                                          sollte jeder Mitgliedstaat, der eine seiner ursprünglichen
                                                                       Quoten fast völlig ausgenutzt hat, die Ziehung einer
                                                                       zusätzlichen Quote auf die entsprechende Reserve vor­
 Es ist sicherzustellen , daß alle Importeure der Gemein­
                                                                       nehmen. Diese Ziehung muß jeder Mitgliedstaat vor­
 schaft den gleichen und kontinuierlichen Zugang zu                    nehmen, wenn jede seiner einzelnen zusätzlichen Quo­
 diesem Kontingent haben und der für dieses Kontingent
                                                                       ten fast völlig ausgenutzt ist und zwar so oft wie noch
 vorgesehene Zollsatz fortlaufend auf alle Einfuhren der
                                                                       Reservebeträge vorhanden sind; die ursprünglichen und
 betreffenden Waren in allen Mitgliedstaaten bis zur                   zusätzlichen Quoten müssen bis zum Ende des Kontin­
 Erschöpfung des Kontingents angewendet wird. Der
                                                                       gentszeitraums gelten; allerdings erscheint es zweckmä­
 Gemeinschaftscharakter des Kontingents kann im Hin­
                                                                       ßig, den Mitgliedstaaten die Möglichkeit einzuräumen,
 blick auf die dargelegten Grundsätze dadurch gewahrt
                                                                       die Ausübung ihrer kumulativen Pflicht zur Ziehung auf
 werden, daß bei der Ausnutzung dieses Gemeinschafts­
                                                                       die Reserve auf höchstens 40 v. H."ihrer ursprünglichen
 zollkontingents eine Aufteilung des Volumens auf die
                                                                       Quote zu begrenzen ; diese Art der Verwaltung erfordert
 Mitgliedstaaten zugrunde gelegt wird . Ferner können zu
                                                                       eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaa­
 diesem Zweck im Rahmen der Ausnutzung die tatsäch­
                                                                       ten und der Kommission, die vor allem die Möglichkeit
 lichen Anrechnungen auf , das Kontingent nur für die
                                                                       haben muß den Stand der Ausnutzung der Kontin­
 Waren vorgenommen werden, die der Zollstelle mit
                                                                       gentsbeträge zu verfolgen und die Mitgliedstaaten
 einer Anmeldung zur Abfertigung zum freien Verkehr                    davon zu unterrichten .
 und mit einem Ursprungszeugnis gestellt werden .
                                                                       Ist zu einem bestimmten Zeitpunkt des Kontingentszeit­
 Um der Entwicklung der Einfuhren der genannten Er­                    raums in einem der Mitgliedstaaten von einer der ur­
 zeugnisse in den einzelnen Mitgliedstaaten Rechnung zu                sprünglichen Quoten ein größerer Restbetrag vorhan­
 tragen, ist die Kontingentsmenge in zwei Raten zu tei­                den, so muß dieser Staat einen bedeutenden Teil davon
 len, wobei die erste Rate auf die Mitgliedstaaten aufge­              auf die Reserve übertragen, damit nicht ein Teil eines
 teilt wird, während die zweite Rate als Reserve zur spä­              der Gemeinschaftszollkontingente in einem Mitglied­
 teren Deckung des Bedarfs der Mitgliedstaaten be­                     staat unausgenutzt bleibt, während er in anderen Mit­
 stimmt ist, die ihre ursprüngliche Quote ausgenutzt                   gliedstaaten ausgenutzt werden könnte.
 haben. Die so gebildete Reserve soll außerdem eine
 Nichtausnutzung der Kontingentsmenge zum Nachteil
 der interessierten Entwicklungsländer verhindern und                  Da das Königreich Belgien, das Königreich der Nieder­
 entspricht dem oben erwähnten Ziel einer Verbesserung                 lande und das Großherzogtum Luxemburg sich zu der
 des Systems der allgemeinen Präferenzen. Um den Im­                   Wirtschaftsunion Benelux zusammengeschlossen haben
                                                                       und durch diese vertreten werden, kann jede Maßnahme
 porteuren aller Mitgliedstaaten eine gewisse Sicherheit
 zu geben, ist es angezeigt, die erste Rate des Gemein­                im Zusammenhang mit der Verwaltung der dieser Wirt­
 schaftszollkontingents verhältnismäßig hoch, im vorlie­               schaftsunion zugeteilten Quoten durch eines ihrer Mit­
 genden Fall etwa auf 95 % der Kontingentsmenge fest­                  glieder erfolgen —
 zusetzen .
 Auf Grund der verfügbaren statistischen Angaben, die
 nur einen relativ kurzen Zeitraum abdecken und die auf                 HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
 Grund der Vorausschätzungen für den Kontingentszeit­
 raum gewogen werden müssen, läßt sich die Beteiligung
                                                                                                 Artikel 1
 an der ersten Rate prozentual wie folgt ermitteln :
                                                                        ( 1 ) In der Zeit vom 1 . Januar bis 31 . Dezember 1978
           Deutschland                            35,1  %              wird ein Gemeinschaftszollkontingent von 28 000
           Benelux                                13,0 %               Tonnen für die Einfuhr von haltbar gemachten Ananas,
           Frankreich                              1,0 %               in Scheiben, halben Scheiben oder Spiralen, der folgen­
           Italien                                 2,8 %               den Tarifstellen des Gemeinsamen Zolltarifs ex 20.06 B
           Dänemark                                2,7 %               II a) 5 , ex 20.06 B II b) 5 , ex 20.06 B II c) 1 dd) und ex
           Irland                                  1,0 %               20.06 B II c) 2 bb) eröffnet. Im Rahmen dieses Zollkon­
           Vereinigtes Königreich                44,4 % .              tingents wird der Zollsatz auf 15 % mit einer Abschöp­
                                                                       fung auf Zucker bei Erzeugnissen der Tarifstelle ex
                                                                       20.06 B II a) 5 aa) mit einem Zuckergehalt von mehr als
                                                                       17 v. H. des Gewichts und der Tarifstelle ex 20.06 B II
Für die betreffenden Erzeugnisse können die ursprüng­
lichen Quoten der Mitgliedstaaten mehr oder weniger                    b) 5 aa ) von mehr als 19 v. H. ausgesetzt.
                                                                       (2 ) Die Zulassung zu diesem Zollkontingent ist den
                                                                       Waren mit Ursprung in den im Anhang aufgeführten
( x) ABl . Nr. L 148 vom 28 . 6 . 1968 , S. 1 .                        Ländern und Gebieten vorbehalten . Einfuhren, die be­
 ---pagebreak---  Nr. L 324/ 146                         Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                              19 . 12 . 77
 reits auf Grund einer anderen von der Gemeinschaft              können . Sie unterrichten die Kommission über die
 gewährten Zollpräferenzregelung zollfrei sind, werden          Gründe, die sie veranlaßt haben, diesen Absatz anzu­
 jedoch nicht auf diese Zollkontingente angerechnet.            wenden .
 Im Sinne dieser Verordnung ist der Begriff des Warenur­         (5 ) Jeder Mitgliedstaat kann bei entsprechender Mittei­
 sprungs zum Zweck der Anwendung dieser Verordnung              lung an die Kommission den kumulierten Gesamtbetrag
 gemäß dem Verfahren des Artikels 14 der Verordnung             seiner zusätzlichen Quoten auf 40 v. H. seiner ursprüng­
 (EWG) Nr. 802/68 festzusetzen.                                 lichen Quote begrenzen.
                          Artikel 2
                                                                                         Artikel 4
 ( 1 ) Eine erste Rate in Höhe von 26 600 Tonnen wird
 auf die Mitgliedstaaten aufgeteilt; die Quoten, die vor­       Die gemäß Artikel 3 gezogenen zusätzlichen Quoten
 behaltlich Artikel 5 bis zum 31 . Dezember 1978 gelten,        gelten bis zum 31 . Dezember 1978 .
 belaufen sich für die einzelnen Mitgliedstaaten auf fol­
gende Mengen :
          Deutschland                                                                    Artikel 5
                                     9 337 Tonnen,
          Benelux                    3 458 Tonnen,
          Frankreich                   266 Tonnen,              Die Mitgliedstaaten übertragen spätestens am 1 . Ok­
          Italieft                     745 Tonnen,              tober 1978 von ihrer nicht ausgenutzten ursprünglichen
          Dänemark                     718 Tonnen,              Quote den Teil auf die Reserve, der am 15 . September
          Irland                       266 Tonnen,              1978 20 v. H. dieser ursprünglichen Quote übersteigt.
         Vereinigtes Königreich     11 810 Tonnen .             Sie können eine größere Menge übertragen, wenn
                                                                Grund zu der Annahme besteht, daß die betreffende
                                                                Menge unter Umständen nicht ausgenutzt wird.
(2) Die zweite Rate in Höhe von 1 400 Tonnen bildet
die Reserve.                                                    Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission spätestens
                                                                 am 1 . Oktober 1978 die Gesamtmenge der Einfuhren
                          Artikel 3                             der betreffenden Waren mit, die sie bis zum 15 . Sep­
                                                                tember 1978 einschließlich durchgeführt und auf das
 ( 1 ) Hat ein Mitgliedstaat seine ursprüngliche, gemäß         Gemeinschaftszollkontingent angerechnet haben, sowie
 Artikel 2 Absatz 1 festgesetzte Quote oder — bei               gegebenfalls den Teil ihrer ursprünglichen Quote, den
 Anwendung des Artikels 5 — die gleiche Quote abzüg­            sie auf die Reserve übertragen.
 lich des auf die entsprechende Reserve übertragenen
Teils zu 90 v. H. oder mehr ausgenutzt, so nimmt er
 unverzüglich durch Mitteilung an die Kommission die                                     Artikel 6
Ziehung einer zweiten, gegebenenfalls nach oben aufge­
rundeten Quote in Höhe von 10 v. H. seiner ursprüng­            Die Kommission verbucht die Beträge der von den Mit­
lichen Quote vor, soweit die Reserve ausreicht.                 gliedstaaten gemäß den Artikeln 2 und 3 eröffneten
                                                                Quoten und unterrichtet die Mitgliedstaaten über den
 (2) Ist nach Ausschöpfung seiner ursprünglichen Quote          Stand der Ausnutzung der Reserven, sobald ihr die
die zweite von einem Mitgliedstaat gezogene Quote zu            Mitteilungen übermittelt werden.
90 v. H. oder mehr ausgenutzt, so nimmt dieser Mit­
gliedstaat entsprechend den Bestimmungen des Artikels
 1 die Ziehung einer dritten, eventuell nach oben aufge­        Sie unterrichtet die Mitgliedstaaten spätestens am 15 .
rundeten Quote in Höhe von 5 v. H. seiner ursprüng­             Oktober 1978 über die Reservebeträge, die nach den in
lichen Quote vor, soweit die Reserve ausreicht.                 Anwendung von Artikel 5 erfolgten Übertragungen
                                                                verbleiben.
(3 ) Ist nach Ausschöpfung der zweiten Quote die dritte
von einem Mitgliedstaat gezogene Quote zu 90 v. H.              Sie sorgt dafür, daß die Ziehung, mit der eine der Re­
oder mehr ausgenutzt, so nimmt dieser Mitgliedstaat             serven ausgeschöpft wird, auf den jeweils verfügbaren
unter den gleichen Bedingungen die Ziehung einer gier­          Restbetrag beschränkt bleibt, und gibt zu diesem Zweck
ten Quote in Höhe der dritten Quote vor. Dieses Ver­            dem Mitgliedstaat, der diese letzte Ziehung vornimmt,
fahren wird sinngemäß bis zur Ausschöpfung der Re­              den Restbetrag an.
serve angewandt.
                                                                Die Mitgliedstaaten treffen alle erforderlichen Maß­
(4) In Abweichung von den Absätzen 1 , 2 und 3 kön­             nahmen, um durch die Eröffnung der gemäß Artikel 3
nen die Mitgliedstaaten niedrigere Quoten ziehen als in         gezogenen zusätzlichen Quoten die fortlaufenden An­
diesen Absätzen vorgesehen, wenn Grund zu der An­               rechnungen auf ihren kumulierten Anteil an den Ge­
nahme besteht, daß diese nicht ausgeschöpft werden              meinschaftszollkontingenten zu ermöglichen.
 ---pagebreak---  19 . 12 . 77                          Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                        Nr. L 324/ 147
                           Artikel 7                           oder drohende schwerwiegende Benachteiligung nur
                                                               eine einzige Region der Gemeinschaft betrifft.
 ( 1 ) Die Mitgliedstaaten garantieren den freien Zugang
zu den ihnen zugeteilten Quoten allen in ihrem Gebiet
 ansässigen Importeuren der betreffenden Waren.                                       Artikel 10
 (2) Der Stand der tatsächlichen Ausschöpfung der              ( 1 ) Um die Anwendung von Artikel 9 zu gewährleisten,
 Quoten der Mitgliedstaaten wird an Hand der Einfuh­           kann die Kommission auf dem Verordnungsweg be­
ren der betreffenden Waren, die bei der Zollstelle zur         schließen, die normalen Zollsätze für einen befristeten
Abfertigung zum freien Verkehr angemeldet worden               Zeitraum wiederherzustellen.
sind, und nach dem Zollwert der genannten Waren fest­
gestellt; für diese Waren muß ein dem Artikel 1 Absatz         (2) Falls die Maßnahmen der Kommission von einem
2 entsprechendes Ursprungszeugnis vorliegen.                   Mitgliedstaat beantragt worden sind, nimmt die Kom­
                                                               mission binnen höchstens zehn Werktagen ab Eingang
(3 ) Eine Ware kann zu den Zollkontingenten nur zuge­          des Antrags Stellung und unterrichtet die Mitgliedstaa­
lassen werden, wenn das in Absatz 2 genannte Ur­               ten über die Folgemaßnahmen.
sprungszeugnis vor dem Tag vorgelegt wird, von dem
ab die Wiedereinsetzung der Zollsätze angeordnet               (3 ) Jeder Mitgliedstaat kann die von der Kommission
worden ist.                                                   getroffene Maßnahme binnen zehn Werktagen nach
                                                              dem Tag ihrer Mitteilung dem Rat vorlegen. Die Anru­
                                                              fung des Rates hat keine aufschiebende Wirkung. Der
                          Artikel 8                           Rat tritt unverzüglich zusammen. Er kann die betref­
                                                              fende Maßnahme mit qualifizierter Mehrheit ändern
Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission monatlich           oder aufheben .
mit, welche Einfuhren der betreffenden Waren — in
Rechnungseinheiten wie auch in Tonnen — tatsächlich                                   Artikel 11
auf ihre Quoten angerechnet wurden.
                                                              Die Anwendung der im Rahmen der gemeinsamen
                                                              Agrarpolitik gemäß Artikel 43 des Vertrages und der
                         Artikel 9                            gemeinsamen Handelspolitik gemäß Artikel 113 des
                                                              Vertrages erlassenen Schutzklauseln bleibt durch die
Stellt die Gemeinschaft fest, daß die Waren, die unter        Artikel 9 und 10 unberührt.
die in Artikel 1 vorgesehene Regelung fallen, in die
Gemeinschaft in Mengen oder zu Preisen eingeführt
werden, die für die Gemeinschaftserzeuger entsprechen­                                Artikel 12
der Waren oder unmittelbar konkurrierender Erzeug­
nisse eine ernstliche Benachteiligung darstellen oder die     Die Mitgliedstaaten und die Kommission arbeiten zum
AKP-Staaten in eine ungünstige Lage versetzen, so             Zweck der Einhaltung der Vorschriften der vorstehen­
können die in der Gemeinschaft angewendeten Zollsätze         den Artikel eng zusammen.
für die betreffenden Waren gegenüber dem oder den
Ländern oder Gebieten, von denen diese Benachteili­
gung verursacht wird, teilweise oder vollständig wieder­                              Artikel 13
hergestellt werden. Diese Maßnahmen können ferner
auch dann getroffen werden, wenn die schon bestehende         Diese Verordnung tritt am 1 . Januar 1978 in Kraft.
               Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mit­
               gliedstaat.
               Geschehen zu Brüssel am 28 . November 1977.
                                                                                 Im Namen des Rates
                                                                                     Der Präsident
                                                                                       L. OUTERS
 ---pagebreak--- Nr. L 324 / 148                                  Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                          19 . 12 . 77
                                                                             ANHANG
                    Liste der Entwicklungsländer und -gebiete, denen allgemeine Zollpräferenzen gewährt werden ( 1 )
                                                           I. UNABHÄNGIGE LÄNDER
660    Afghanistan                                        612 Irak                                               440 Panama
220    Ägypten                                            616 Iran                                               801 Papua-Neuguinea
208    Algerien                                           464 Jamaika                                            520 Paraguay
330    Angola                                             628 Jordanien                                          504 Peru
310    Äquatorialguinea                                   048 Jugoslawien                                        708 Philippinen
528 Argentinien                                           696 Kambodscha                                         247 Republik Kap Verde
334 Äthiopien                                             302 Kamerun                                            324 Ruanda
453 Bahamas                                               644 Katar                                              066 Rumänien
640 Bahrain                                               346 Kenia                                              378 Sambia
666 Bangladesch                                           480 Kolumbien                                          311 São Tomé und Principe
469 Barbados                                              375 Komoren                                            632 Saudi-Arabien
284 Benin                                                 318 Kongo                                              248 Senegal
675 Bhutan                                                448 Kuba                                               355 Seychellen und zugehörige Gebiete
676 Birma                                                 636 Kuwait                                             264 Sierra Leone
516 Bolivien                                              684 Laos                                               706 Singapur
391 Botsuana                                              395 Lesotho                                            342 Somalia
508 Brasilien                                             604 Libanon                                            669 Sri Lanka
328 Burundi                                               268 Liberia                                            224 Sudan
512 Chile                                                 216 Libyen                                             656 Südjemen
436 Costa Rica                                            370 Madagaskar                                         728 Südkorea
456 Dominikanische Republik .                             386 Malawi                                             492 Surinam
338 Dschibuti                                             701 Malaysia                                           393 Swasiland
500 Ecuador                                               667 Malediven                                          608 Syrien
272 Elfenbeinküste                                        232 Mali                                               352 Tansania
428 El Salvador                                           204 Marokko                                            680 Thailand
 815 Eidschi                                              228 Mauretanien                                        280 Togo
314 Gabun                                                 373 Mauritius                                          817 Tonga
252 Gambia                                                412 Mexiko                                             472 Trinidad und Tobago
276 Ghana                                                 366 Mosambik                                           244 Tschad
473 Grenada                                               803 Nauru                                              212 Tunesien
416 Guatemala                                             672 Nepal                                              350 Uganda
260 Guinea                                                432 Nicaragua                                          524 Uruguay
257 Guinea-Bissau                                         240 Niger                                              484 Venezuela
488 Guyana                                                288 Nigeria                                            647 Vereinigte Arabische Emirate
452 Haiti                                                 652 Nordjemen                                          690 Vietnam
424 Honduras                                              236 Obervolta                                          819 Westsamoa
 664 Indien                                               649 Oman                                              322 Zaire
 700 Indonesien                                           66 2 Pakistan                                         306 Zentralafrikanisches Kaiserreich
                                                                                                                 600 Zypern
( ) Die Code-Nummer vor der Benennung des einzelnen begünstigten Landes und Gebietes ist der vom Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichten
    Geonomenklatur 1.977 entnommen .
 ---pagebreak--- 19 . 12 . 77                                      Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                                                      Nr. L 324/ 149
                                                                II . LANDER UND GEBIETE,
              die von Mitgliedstaaten der Gemeinschaft oder von dritten Ländern abhängen oder verwaltet werden
              oder deren auswärtige Beziehungen ganz oder teilweise von Mitgliedstaaten der Gemeinschaft oder von
                                                        dritten Ländern wahrgenommen werden
              457 Amerikanische Jungferninseln
              890 Australische Gebiete der Antarktis
              42 1 Belize
             413 Bermuda
              890 Britische Gebiete der Antarktis
             357 Britisches Gebiet im Indischen Ozean
              812 Britisch-Ozeanien
             703 Brunei
             205 Ceuta und Melilla
             529 Ealklandinseln und zugehörige Gebiete
             890 Französische Gebiete in der Antarktis und im südlichen Eismeer
             822 Französisch-Polynesien
             044 Gibraltar
             740 Hongkong
             463 Kaimaninseln
             202 Kanarische Inseln
             743 Macau
             377 Mayotte
             809 Neukaledonien und zugehörige Gebiete
             814 Neuseeländische abhängige Gebiete ( Cook-Inseln, Niue, Tokelau-Inseln )
             476 Niederländische Antillen
             808 Pazifische Inseln unter Verwaltung oder Treuhandschaft der Vereinigten Staaten von Amerika (*)
             329 St. Helena und zugehörige Gebiete
             454 Turks- und Caicosinseln
             811 Wallis und Futuna
             802 Weihnachtsinsel, Cocosinseln ( Keelingsinseln ), Heard und McDonald, Norfolk
             471 Westindien
             Anmerkung: Die Liste unterliegt wegen Änderungen des internationalen Status von Ländern und Gebie­
                                 ten späterer Anpassung.
              ( J ) Die Pazifischen Inseln unter Verwaltung der Vereinigren Staaten umfassen: Guam, Amerikanisch-Samoa einschließlich Swains, die
                    Midway-lnsein , Johnston- und Sand-Inseln , Wake; die Inseln unter Treuhandschaft: Karolinen, Marianen und Marshall-Inseln .