CELEX: 62003CJ0240
Language: de
Date: 2006-01-19 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Dritte Kammer) vom 19. Januar  2006. # Comunità montana della Valnerina gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften. # Rechtsmittel - EAGFL - Streichung eines Zuschusses - Artikel 24 der Verordnung (EWG) Nr. 4253/88 - Grundsatz der Verhältnismäßigkeit - Begründung - Anspruch auf rechtliches Gehör - Anschlussrechtsmittel - Bestimmung zweier Verantwortlicher für die Durchführung eines Vorhabens - Rückforderung des gesamten Zuschusses von einem einzigen Verantwortlichen - Ermessen der Kommission - Überschreitung der Grenzen des Streitgegenstands vor dem Gericht. # Rechtssache C-240/03 P.

Rechtssache C-240/03 P
      Comunità montana della Valnerina
      gegen
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften
      „Rechtsmittel – EAGFL – Streichung eines Zuschusses – Artikel 24 der Verordnung (EWG) Nr. 4253/88 – Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – Begründung – Anspruch auf rechtliches Gehör – Anschlussrechtsmittel – Bestimmung zweier Verantwortlicher für die Durchführung eines Vorhabens – Rückforderung des gesamten Zuschusses von einem einzigen Verantwortlichen – Ermessen der Kommission – Überschreitung der Grenzen des Streitgegenstands vor dem Gericht“
      Schlussanträge der Generalanwältin J. Kokott vom 3. März 2005 
      Urteil des Gerichtshofes (Dritte Kammer) vom 19. Januar 2006 
      Leitsätze des Urteils
      1.     Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt – Strukturinterventionen – Gemeinschaftsfinanzierung – Entscheidung über die Streichung
            eines Zuschusses wegen Unregelmäßigkeiten – Befugnisse der Kommission
      (Verordnung Nr. 4253/88 des Rates, Artikel 24 Absatz 2)
      2.     Rechtsmittel – Gründe – Fehlerhafte Tatsachenwürdigung – Unzulässigkeit – Überprüfung der Würdigung der Beweismittel durch
            den Gerichtshof – Ausschluss außer bei Verfälschung
      (Artikel 225 EG; Satzung des Gerichtshofes, Artikel 58 Absatz 1)
      3.     Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt – Strukturinterventionen – Gemeinschaftsfinanzierung – Entscheidung über die Aussetzung,
            Kürzung oder Streichung eines Zuschusses wegen Unregelmäßigkeiten
      (Verordnung Nr.  4253/88 des Rates, Artikel 24 Absatz 2)
      4.     Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt – Strukturinterventionen – Gemeinschaftsfinanzierung – Auskunftspflicht der durch
            einen Zuschuss Begünstigten – Umfang
      (Verordnung Nr.  4253/88 des Rates, Artikel 24)
      5.     Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt – Strukturinterventionen – Gemeinschaftsfinanzierung – In der Entscheidung über
            die Gewährung des Zuschusses festgelegte finanzielle Verpflichtungen des Begünstigten
      (Verordnung Nr.  4253/88 des Rates, Artikel 24)
      6.     Rechtsmittel – Gründe – Bloße Wiederholung der vor dem Gericht vorgetragenen Gründe und Argumente – Unzulässigkeit – Beanstandung
            der vom Gericht vorgenommenen Auslegung oder Anwendung des Gemeinschaftsrechts – Zulässigkeit
      (Artikel 225 EG; Satzung des Gerichtshofes, Artikel 58 Absatz 1; Verfahrensordnung des Gerichtshofes, Artikel 112 § 1 Buchstabe
            c)
      7.     Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt – Strukturinterventionen – Gemeinschaftsfinanzierung – Entscheidung über die Streichung
            eines Zuschusses wegen Unregelmäßigkeiten – Recht der Kommission, die Erstattung des Zuschusses zu verlangen – Voraussetzung
      (Verordnung Nr. 4253/88 des Rates, Artikel 24)
      1.     Nach Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 4253/88 zur Durchführung der Verordnung Nr. 2052/88 hinsichtlich der Koordinierung
         der Interventionen der verschiedenen Strukturfonds einerseits und zwischen diesen und den Interventionen der Europäischen
         Investitionsbank und der sonstigen vorhandenen Finanzinstrumente andererseits in der durch die Verordnung Nr. 2082/93 geänderten
         Fassung kann die Kommission die völlige Streichung eines Gemeinschaftszuschusses beschließen. Eine Beschränkung der Möglichkeiten
         der Kommission auf eine Kürzung des betreffenden Zuschusses ausschließlich um den Betrag, auf den sich die festgestellten
         Unregelmäßigkeiten beziehen, würde zu einer Begünstigung betrügerischer Handlungen der einen Zuschuss beantragenden Personen
         führen, da diese lediglich den Verlust des Vorteils der nicht rechtmäßig gezahlten Beträge riskierten.
      
      (vgl. Randnr. 53)
      2.     Allein das Gericht ist zuständig für die Tatsachenfeststellung, sofern sich nicht aus den Akten ergibt, dass seine Feststellungen
         tatsächlich falsch sind, und für die Würdigung dieser Tatsachen. Die Würdigung der Tatsachen ist, sofern die dem Gericht vorgelegten
         Beweismittel nicht verfälscht werden, daher keine Rechtsfrage, die als solche der Kontrolle des Gerichtshofes im Rechtsmittelverfahren
         unterliegt.
      
      (vgl. Randnr. 63)
      3.     Nach einem Grundprinzip der Gemeinschaftsförderung kann die Gemeinschaft nur tatsächlich entstandene Kosten bezuschussen.
         Die Zurechnung von Kosten zu einem Vorhaben, die zu dessen Durchführung tatsächlich nicht entstanden sind, verstößt in schwerwiegender
         Weise gegen diesen Grundsatz und ist daher als Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 zur Durchführung
         der Verordnung Nr. 2052/88 hinsichtlich der Koordinierung der Interventionen der verschiedenen Strukturfonds einerseits und
         zwischen diesen und den Interventionen der Europäischen Investitionsbank und der sonstigen vorhandenen Finanzinstrumente andererseits
         in der durch die Verordnung Nr. 2082/93 geänderten Fassung anzusehen, nach dem die Kommission eine finanzielle Beteiligung
         der Gemeinschaft kürzen, aussetzen oder streichen kann, wenn durch die Prüfung der Aktion oder Maßnahme, für die die Beteiligung
         gewährt wurde, bestätigt wird, dass eine Unregelmäßigkeit vorliegt.
      
      (vgl. Randnr. 69)
      4.     Die durch Gemeinschaftszuschüsse Begünstigten müssen, damit die Kommission Kontrollen vornehmen kann, imstande sein, nachzuweisen,
         dass die Kosten, die im Rahmen der Vorhaben angerechnet worden sind, für die diese Zuschüsse gewährt wurden, tatsächlich entstanden
         sind. Demgemäß ist die Erteilung zuverlässiger Auskünfte seitens der Personen, die diese Zuschüsse beantragen, und der durch
         diese Begünstigten für das ordnungsgemäße Funktionieren des Kontroll- und Beweissystems unerlässlich, das zur Überprüfung
         des Vorliegens der Voraussetzungen für die Gewährung dieser Zuschüsse eingeführt worden ist.
      
      Ebenso können die Maßnahmen der Streichung des Zuschusses und der Rückforderung nicht rechtmäßig gezahlter Beiträge, die in
         Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 zur Durchführung der Verordnung Nr. 2052/88 hinsichtlich der Koordinierung der Interventionen
         der verschiedenen Strukturfonds einerseits und zwischen diesen und den Interventionen der Europäischen Investitionsbank und
         der sonstigen vorhandenen Finanzinstrumente andererseits in der durch die Verordnung Nr. 2082/93 geänderten Fassung vorgesehen
         sind, nicht etwa nur bei Zuwiderhandlungen verhängt werden, die die Durchführung des betreffenden Vorhabens in Frage stellen
         oder eine erhebliche Veränderung der Art des Vorhabens mit sich bringen, die dessen Existenz selbst berührt. Daher kann nicht
         mit Erfolg geltend gemacht werden, dass die in dieser Bestimmung vorgesehenen Sanktionen nur dann verhängt werden könnten,
         wenn die finanzierte Maßnahme überhaupt nicht oder nur zum Teil verwirklicht worden sei.
      
      Daraus folgt, dass der Nachweis, dass ein Vorhaben durchgeführt worden ist, nicht genügt, um die Gewährung eines spezifischen
         Zuschusses zu rechtfertigen. Der durch die Beihilfe Begünstigte hat vielmehr nachzuweisen, dass ihm die betreffenden Kosten
         gemäß den für die Gewährung des betreffenden Zuschusses festgelegten Bedingungen entstanden sind.
      
      (vgl. Randnrn. 76-78)
      5.     Im System der Gewährung von Zuschüssen der Strukturfonds sowie der Kontrolle der geförderten Aktionen, das mit der Verordnung
         Nr. 4253/88 zur Durchführung der Verordnung Nr. 2052/88 hinsichtlich der Koordinierung der Interventionen der verschiedenen
         Strukturfonds einerseits und zwischen diesen und den Interventionen der Europäischen Investitionsbank und der sonstigen vorhandenen
         Finanzinstrumente andererseits in der durch die Verordnung Nr. 2082/93 geänderten Fassung eingeführt worden ist, stellt die
         Verpflichtung, die in einer Entscheidung der Kommission über die Gewährung einer Gemeinschaftsförderung aufgestellten finanziellen
         Bedingungen einzuhalten, genauso wie die Verpflichtung zur tatsächlichen Durchführung des von der Beihilfe betroffenen Vorhabens
         eine der Hauptpflichten des Begünstigten und damit eine Bedingung für die Gewährung des Gemeinschaftszuschusses dar.
      
      (vgl. Randnr. 86)
      6.     Ein Rechtsmittel, das nur die bereits vor dem Gericht geltend gemachten Klagegründe oder Argumente einschließlich derjenigen
         wiederholt oder wörtlich wiedergibt, die auf ein ausdrücklich vom Gericht zurückgewiesenes Tatsachenvorbringen gestützt waren,
         genügt nicht den Begründungserfordernissen, die sich aus den Artikeln 225 EG, 58 Absatz 1 der Satzung des Gerichtshofes und
         112 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung des Gerichtshofes ergeben. Ein solches Rechtsmittel zielt nämlich in Wirklichkeit
         nur auf eine erneute Prüfung der beim Gericht eingereichten Klage ab, was nicht in die Zuständigkeit des Gerichtshofes fällt.
      
      Jedoch können im ersten Rechtszug geprüfte Rechtsfragen im Rechtsmittelverfahren erneut aufgeworfen werden, wenn der Rechtsmittelführer
         die Auslegung oder Anwendung des Gemeinschaftsrechts durch das Gericht beanstandet. Könnte nämlich ein Rechtsmittelführer
         sein Rechtsmittel nicht in dieser Weise auf bereits vor dem Gericht geltend gemachte Klagegründe und Argumente stützen, so
         würde dies dem Rechtsmittelverfahren einen Teil seiner Bedeutung nehmen.
      
      (vgl. Randnrn. 105-107)
      7.     Im Rahmen einer Entscheidung über die Streichung eines Strukturfondszuschusses nach Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88
         zur Durchführung der Verordnung Nr. 2052/88 hinsichtlich der Koordinierung der Interventionen der verschiedenen Strukturfonds
         einerseits und zwischen diesen und den Interventionen der Europäischen Investitionsbank und der sonstigen vorhandenen Finanzinstrumente
         andererseits in der durch die Verordnung Nr. 2082/93 geänderten Fassung ist die Kommission nicht verpflichtet, die gesamte
         finanzielle Beteiligung zurückzufordern, sondern es liegt in ihrem Ermessen, zu entscheiden, ob sie überhaupt die Rückzahlung
         verlangt, und gegebenenfalls den zurückzuzahlenden Anteil zu bestimmen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit hat die
         Kommission dieses Ermessen so auszuüben, dass die Zuschüsse, deren Rückzahlung sie verlangt, nicht außer Verhältnis zu den
         begangenen Unregelmäßigkeiten stehen. Die Kommission ist jedoch nicht darauf beschränkt, die Rückzahlung nur derjenigen Zuschüsse
         zu verlangen, die sich aufgrund dieser Unregelmäßigkeiten als ungerechtfertigt erwiesen haben. Zur Gewährleistung einer wirksamen
         Verwaltung der Gemeinschaftsbeihilfen und zur Abschreckung betrügerischer Verhaltensweisen kann vielmehr auch eine Rückforderung
         von Zuschüssen gerechtfertigt sein, die nur zum Teil von Unregelmäßigkeiten erfasst werden. Dabei kann ein Verstoß gegen die
         Verpflichtungen, deren Einhaltung für das ordnungsgemäße Funktionieren eines Gemeinschaftssystems von grundlegender Bedeutung
         ist, mit dem Verlust eines von der Gemeinschaftsregelung verliehenen Anspruchs, etwa eines Beihilfeanspruchs, geahndet werden.
      
      (vgl. Randnrn. 140-143)
URTEIL DES GERICHTSHOFES (Dritte Kammer)
      19. Januar 2006(*)
      
      „Rechtsmittel – EAGFL – Streichung eines Zuschusses – Artikel 24 der Verordnung (EWG) Nr. 4253/88 – Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – Begründung – Anspruch auf rechtliches Gehör – Anschlussrechtsmittel – Bestimmung zweier Verantwortlicher für die Durchführung eines Vorhabens – Rückforderung des gesamten Zuschusses von einem einzigen Verantwortlichen – Ermessen der Kommission – Überschreitung der Grenzen des Streitgegenstands vor dem Gericht“
      In der Rechtssache C‑240/03 P
      betreffend ein Rechtsmittel gemäß Artikel 56 der Satzung des Gerichtshofes, eingereicht am 28. Mai 2003,
      Comunità montana della Valnerina, Prozessbevollmächtigte: P. De Caterini, E. Cappelli und A. Bandini, avvocati, Zustellungsanschrift in Luxemburg,
      
       Rechtsmittelführerin,
      andere Verfahrensbeteiligte:
      Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch C. Cattabriga und L. Visaggio als Bevollmächtigte im Beistand von A. Dal Ferro, avvocato, Zustellungsanschrift
         in Luxemburg,
      
      Beklagte im ersten Rechtszug,
      Italienische Republik, vertreten durch I. M. Braguglia als Bevollmächtigten im Beistand von G. Aiello, avvocato dello Stato, Zustellungsanschrift
         in Luxemburg,
      
      Streithelferin im ersten Rechtszug,
      erlässt
      DER GERICHTSHOF (Dritte Kammer)
      unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten A. Rosas sowie der Richter J. Malenovský, S. von Bahr, A. Borg Barthet und A. Ó Caoimh
         (Berichterstatter),
      
      Generalanwältin: J. Kokott,
      Kanzler: R. Grass,
      aufgrund des schriftlichen Verfahrens,
      nach Anhörung der Schlussanträge der Generalanwältin in der Sitzung vom 3. März 2005
      folgendes
      Urteil
      1       Mit ihrem Rechtsmittel beantragt die Comunità montana della Valnerina (im Folgenden: Rechtsmittelführerin) die Aufhebung des
         Urteils des Gerichts erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften vom 13. März 2003 in der Rechtssache T‑340/00 (Comunità
         montana della Valnerina/Kommission, Slg. 2003, II‑811, im Folgenden: angefochtenes Urteil), soweit das Gericht erster Instanz
         mit diesem Urteil ihre Klage auf Nichtigerklärung der Entscheidung C (2000) 2388 der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
         vom 14. August 2000 teilweise abgewiesen hat, mit der der Zuschuss des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die
         Landwirtschaft (EAGFL), Abteilung Ausrichtung, gestrichen wurde (im Folgenden: Streichungsentscheidung), der ihr mit Entscheidung
         C (93) 3182 der Kommission vom 10. November 1993 im Rahmen eines Pilot- und Demonstrationsvorhabens betreffend die Forst-,
         Land- und Ernährungswirtschaft in Hügelrandzonen (im Folgenden: Vorhaben) gewährt worden war (im Folgenden: Zuschussentscheidung).
      
      I –  Rechtlicher Rahmen
      2       Der Rat der Europäischen Gemeinschaften erließ am 24. Juni 1988 die Verordnung (EWG) Nr. 2052/88 über Aufgaben und Effizienz
         der Strukturfonds und über die Koordinierung ihrer Interventionen untereinander sowie mit denen der Europäischen Investitionsbank
         und der anderen vorhandenen Finanzinstrumente (ABl. L 185, S. 9).
      
      3       Die Artikel 14 bis 16 der Verordnung (EWG) Nr. 4253/88 des Rates vom 19. Dezember 1988 zur Durchführung der Verordnung (EWG)
         Nr. 2052/88 hinsichtlich der Koordinierung der Interventionen der verschiedenen Strukturfonds einerseits und zwischen diesen
         und den Interventionen der Europäischen Investitionsbank und der sonstigen vorhandenen Finanzinstrumente andererseits (ABl.
         L 374, S. 1) in der durch die Verordnung (EWG) Nr. 2082/93 des Rates vom 20. Juli 1993 (ABl. L 193, S. 20) geänderten Fassung
         (im Folgenden: Verordnung Nr. 4253/88) enthalten die Bestimmungen über die Bearbeitung der Anträge auf finanzielle Beteiligung
         der Strukturfonds und über die Voraussetzungen der Förderungswürdigkeit in Bezug auf diese finanzielle Beteiligung sowie einige
         spezifische Vorschriften.
      
      4       Die Verordnung Nr. 4253/88 enthält zudem in Artikel 21 die Bestimmungen über die Zahlung der finanziellen Beteiligung, in
         Artikel 23 diejenigen über die Finanzkontrolle und in Artikel 24 diejenigen über die Kürzung, die Aussetzung und die Streichung
         der Beteiligung.
      
      5       Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 bestimmt dazu:
      „(1) Wird eine Aktion oder eine Maßnahme so ausgeführt, dass die gewährte finanzielle Beteiligung weder teilweise noch insgesamt
         gerechtfertigt erscheint, so nimmt die Kommission eine entsprechende Prüfung des Falls im Rahmen der Partnerschaft vor und
         fordert insbesondere den Mitgliedstaat oder die von ihm für die Durchführung der Aktion benannten Behörden auf, sich innerhalb
         einer bestimmten Frist dazu zu äußern.
      
      (2) Nach dieser Prüfung kann die Kommission die finanzielle Beteiligung an der betreffenden Aktion oder Maßnahme kürzen oder
         aussetzen, wenn durch die Prüfung bestätigt wird, dass eine Unregelmäßigkeit oder eine erhebliche Veränderung der Art oder
         der Durchführungsbedingungen der Aktion oder Maßnahme vorliegt und diese Veränderung der Kommission nicht zur Zustimmung unterbreitet
         wurde.
      
      (3) Nicht rechtmäßig gezahlte Beträge sind an die Kommission zurückzuzahlen. Auf nicht zurückgezahlte Beträge werden in Übereinstimmung
         mit der Haushaltsordnung und nach den Durchführungsbestimmungen, die die Kommission nach den Verfahren des Titels VIII erlässt,
         Verzugszinsen erhoben.“
      
      II –  Sachverhalt
      6       Der dem Rechtsstreit zugrunde liegende Sachverhalt, wie er aus den Randnummern 7 bis 30 des angefochtenen Urteils hervorgeht,
         lässt sich wie folgt zusammenfassen.
      
      7       Im Juni 1993 beantragte die Rechtsmittelführerin bei der Kommission einen Gemeinschaftszuschuss für das Vorhaben.
      8       Allgemeines Ziel des Vorhabens war die Schaffung und die Pilotdemonstration zweier Standorte der Forst-, Land- und Ernährungswirtschaft
         im Gebiet Valnerina (Italien) durch die Rechtsmittelführerin und in der Gegend Drôme provençale (Frankreich) durch die Vereinigung
         Route des Senteurs (im Folgenden: RDS), um dort neben den gewohnten landwirtschaftlichen Tätigkeiten alternative Wirtschaftstätigkeiten,
         wie den ländlichen Tourismus, einzuführen und zu entwickeln.
      
      9       Nach Artikel 1 Absatz 2 der Zuschussentscheidung waren die Rechtsmittelführerin und RDS die „Verantwortlichen“ des Vorhabens.
         In Artikel 2 der Zuschussentscheidung wurde der Zeitraum für die Verwirklichung des Vorhabens auf 30 Monate – vom 1. Oktober
         1993 bis zum 31. März 1996 – festgesetzt. Nach Artikel 3 Absatz 1 der Zuschussentscheidung betrugen die zuschussfähigen Gesamtkosten
         des Vorhabens 1 817 117 ECU, und die finanzielle Höchstbeteiligung der Europäischen Gemeinschaft wurde auf 908 558 ECU festgesetzt.
         Nach Artikel 5 der Zuschussentscheidung waren sowohl die Rechtsmittelführerin als auch RDS „Adressaten“ dieser Entscheidung.
      
      10     Anhang I der Zuschussentscheidung enthielt eine Beschreibung des Vorhabens. In Nummer 5 dieses Anhangs wurde die Rechtsmittelführerin
         als die durch den fraglichen Zuschuss „Begünstigte“ und RDS als die „andere Verantwortliche des Vorhabens“ bezeichnet. Anhang
         I Nummer 8 enthielt einen Finanzierungsplan für das Vorhaben mit einer Verteilung der den einzelnen Maßnahmen des Vorhabens
         zugewiesenen Kosten. Diese Maßnahmen und die ihnen entsprechenden Kosten waren in vier Teile aufgegliedert; die Rechtsmittelführerin
         und RDS hatten jeweils die Maßnahmen von zwei dieser vier Teile durchzuführen. 
      
      11     In Anhang II der Zuschussentscheidung waren die finanziellen Bedingungen für die Gewährung der finanziellen Beteiligung festgelegt.
         In Nummer 1 dieses Anhangs hieß es u. a., dass der durch diesen Zuschuss Begünstigte, wenn er die in Anhang I beschriebenen
         Maßnahmen wesentlich ändern wollte, hiervon vorab die Kommission zu unterrichten und deren Einverständnis einzuholen habe.
         Nach Anhang II Nummer 2 war die Gewährung dieses Zuschusses von der Durchführung aller in Anhang I der Zuschussentscheidung
         genannten Maßnahmen abhängig. Anhang II Nummer 4 sah außerdem vor, dass der Zuschuss unmittelbar an die Rechtsmittelführerin
         als die durch den Zuschuss Begünstigte ausgezahlt werde, die die Auszahlung der RDS zustehenden Beträge an diese zu besorgen
         habe. Nach Anhang II Nummer 5 konnte die Kommission zur Überprüfung der finanziellen Angaben zu den einzelnen Ausgaben eine
         Prüfung aller Originalbelege oder deren beglaubigter Abschriften anordnen und diese Prüfung unmittelbar vor Ort vornehmen
         oder die Übersendung der betreffenden Unterlagen an sich verlangen. Nach Anhang II Nummer 6 der Zuschussentscheidung hatte
         der Begünstigte alle Originale der Ausgabenbelege fünf Jahre nach der letzten Zahlung der Kommission aufzubewahren und zu
         deren Verfügung zu halten. Anhang II Nummer 7 sah vor, dass die Kommission von dem durch den Zuschuss Begünstigten jederzeit
         die Übersendung der Berichte über den Fortschritt der Arbeiten und/oder die erzielten technischen Ergebnisse verlangen könne,
         und nach Nummer 8 dieses Anhangs hatte der Begünstigte die durch die Verwirklichung des Vorhabens erzielten Ergebnisse zur
         Verfügung der Kommission zu halten, ohne dass dies zu zusätzlichen Zahlungen führe. In Anhang II Nummer 10 hieß es schließlich
         im Wesentlichen, dass die Kommission den Zuschuss aussetzen, kürzen oder aufheben und die Erstattung der gezahlten Beträge
         verlangen könne, falls eine der in diesem Anhang genannten Bedingungen nicht eingehalten worden sei oder in Anhang I nicht
         vorgesehene Maßnahmen eingeleitet worden seien; im Fall einer solchen Sanktion habe der durch den Zuschuss Begünstigte das
         Recht, sich – zuvor – innerhalb einer von der Kommission festgesetzten Frist zu äußern.
      
      12     1993 und 1995 zahlte die Kommission der Rechtsmittelführerin zwei Vorschüsse, die etwa 40 % bzw. 30 % der Gemeinschaftsbeteiligung
         für das Vorhaben entsprachen. Die Rechtsmittelführerin zahlte ihrerseits an RDS die Beträge, die den Kosten der von dieser
         durchzuführenden Maßnahmen des Vorhabens entsprachen. 
      
      13     Die Rechtsmittelführerin sandte der Kommission im Dezember 1994 einen ersten Bericht über den Fortschritt des Vorhabens und
         die für jede der vorgesehenen Maßnahmen bereits getätigten Ausgaben und im Juni 1997 einen Abschlussbericht über die Durchführung
         des Vorhabens. In diesen Berichten bescheinigte sie u. a., dass sie über die den getätigten Ausgaben entsprechenden Zahlungsbelege
         verfüge und dass die bereits durchgeführten Maßnahmen den in Anhang I der Zuschussentscheidung beschriebenen entsprächen.
      
      14     Am 12. August 1997 teilte die Kommission der Rechtsmittelführerin mit, dass sie mit einer allgemeinen technischen und buchhalterischen
         Überprüfung aller nach Artikel 8 der Verordnung (EWG) Nr. 4256/88 des Rates vom 19. Dezember 1988 zur Durchführung der Verordnung
         Nr. 2052/88 hinsichtlich des EAGFL, Abteilung Ausrichtung (ABl. L 374, S. 25), in ihrer durch die Verordnung (EWG) Nr. 2085/93
         des Rates vom 20. Juli 1993 (ABl. L 193, S. 44) geänderten Fassung finanzierten Vorhaben einschließlich des hier fraglichen
         begonnen habe. Sie forderte die Rechtsmittelführerin auf, gemäß Anhang II Nummer 5 der Zuschussentscheidung eine Liste aller
         Belege über die im Rahmen der Durchführung des Vorhabens getätigten zuschussfähigen Ausgaben sowie eine beglaubigte Abschrift
         jedes dieser Belege einzureichen.
      
      15     Nachdem ihr von der Rechtsmittelführerin einige Unterlagen zugesandt worden waren, unterrichtete die Kommission diese mit
         Schreiben vom 6. März 1998 von ihrer Absicht, eine Kontrolle vor Ort hinsichtlich der Durchführung des Vorhabens vorzunehmen;
         diese Kontrolle fand bei der Rechtsmittelführerin vom 23. bis 25. März 1998 und bei RDS vom 4. bis 6. Mai 1998 statt.
      
      16     Mit Schreiben vom 22. März 1999 teilte die Kommission der Rechtsmittelführerin mit, dass sie gemäß Artikel 24 der Verordnung
         Nr. 4253/88 die finanzielle Beteiligung an dem Vorhaben geprüft und, da diese Prüfung Anhaltspunkte für mögliche Unregelmäßigkeiten
         ergeben habe, beschlossen habe, das in dieser Bestimmung und in Anhang II Nummer 10 der Zuschussentscheidung vorgesehene Verfahren
         einzuleiten. In diesem Schreiben, das sie abschriftlich auch an RDS sandte, führte die Kommission diese Anhaltspunkte im Einzelnen
         auf, wobei sie spezifizierte, inwieweit für die betreffenden Maßnahmen die Rechtsmittelführerin oder RDS zuständig war.
      
      17     Mit der an die Italienische Republik und die Rechtsmittelführerin gerichteten Streichungsentscheidung, die Letzterer am 21.
         August 2000 notifiziert wurde, strich die Kommission gemäß Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 4253/88 die für das Vorhaben
         gewährte finanzielle Beteiligung und forderte die Rechtsmittelführerin zur Rückzahlung des gesamten bereits gezahlten Betrages
         auf.
      
      18     In der neunten Begründungserwägung der Streichungsentscheidung zählte die Kommission eine Reihe von Unregelmäßigkeiten im
         Sinne von Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 4253/88 auf. Diese Unregelmäßigkeiten betrafen zum einen von RDS durchgeführte
         Maßnahmen und zum anderen Maßnahmen, für die die Rechtsmittelführerin zuständig war.
      
      19     Mit Schreiben vom 14. September und vom 2. Oktober 2000 forderte die Rechtsmittelführerin RDS auf, die Beträge zurückzuzahlen,
         die sie dieser für die Verwirklichung des Vorhabens gezahlt habe. In ihrem Schreiben vom 20. Oktober 2000, mit dem sie diese
         Aufforderung beantwortete, wies RDS im Wesentlichen darauf hin, dass sie die Streichungsentscheidung für nicht gerechtfertigt
         halte.
      
      III –  Verfahren vor dem Gericht und angefochtenes Urteil
      20     Mit Klageschrift, die am 7. November 2000 bei der Kanzlei des Gerichts eingegangen ist, erhob die Rechtsmittelführerin eine
         Nichtigkeitsklage.
      
      21     Für ihre Klage machte die Rechtsmittelführerin vier Gründe geltend. Den ersten Klagegrund stützt sie auf einen Verstoß gegen
         die Grundsätze der Nichtdiskriminierung und der Verhältnismäßigkeit, soweit die Kommission ihre Forderung, den Zuschuss zurückzuzahlen,
         nicht auf die Beträge beschränkt habe, die dem Teil des Vorhabens entsprächen, der nach der Zuschussentscheidung von der Rechtsmittelführerin
         durchzuführen gewesen sei. Mit dem zweiten Klagegrund machte sie geltend, die Kommission habe bei der Feststellung der verschiedenen
         Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des der Rechtsmittelführerin selbst obliegenden Teils des Vorhabens fehlerhaft gehandelt;
         außerdem habe sie die Begründungspflicht und den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Der dritte Klagegrund war auf einen
         Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und gegen Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 4253/88 gestützt, soweit
         die Kommission die Rückzahlung des gesamten Zuschusses verlangt habe, der für die Durchführung von Maßnahmen durch die Rechtsmittelführerin
         gewährt worden sei. Mit dem vierten Klagegrund machte diese schließlich einen Ermessensmissbrauch geltend. Die Rechtsmittelführerin
         beantragte, die Streichungsentscheidung für nichtig zu erklären und die Kosten der Kommission aufzuerlegen.
      
      22     Die Italienische Republik trat dem Verfahren vor dem Gericht zur Unterstützung der Anträge der Rechtsmittelführerin bei.
      23     Nach den dem Gerichtshof vorliegenden Akten war RDS während des Verfahrens vor dem Gericht Gegenstand eines Liquidationsverfahrens.
      24     Mit dem angefochtenen Urteil erklärte das Gericht die Streichungsentscheidung insoweit für nichtig, als die Kommission ihre
         Forderung der Rückzahlung des Zuschusses nicht auf die Beträge beschränkt hat, die dem Teil des Vorhabens entsprechen, der
         nach der Zuschussentscheidung von der Rechtsmittelführerin selbst durchzuführen war. 
      
      25     Dazu stellte das Gericht fest, dass die Kommission zwar einen Hauptverantwortlichen bestimmen könne, der bei Unregelmäßigkeiten
         für die Rückzahlung des Gesamtbetrags verantwortlich sein solle. Zu berücksichtigen sei jedoch, dass eine etwaige Verpflichtung
         zur Rückzahlung eines Zuschusses schwerwiegende Folgen für die Betreffenden haben könne. Infolgedessen gebiete es der Grundsatz
         der Rechtssicherheit, dass das auf die Durchführung des Vertrages anwendbare Recht hinreichend klar und genau sei, damit die
         Beteiligten ihre Rechte und Pflichten eindeutig erkennen und entsprechende Vorkehrungen, hier also vor der Gewährung des Zuschusses
         angemessene privatrechtliche Vereinbarungen, treffen könnten, um ihre finanziellen Interessen einander gegenüber zu wahren.
         Die Zuschussentscheidung sei jedoch im vorliegenden Fall nicht so klar formuliert gewesen, dass die Rechtsmittelführerin mit
         der alleinigen Haftung für die Rückzahlung der Vorschüsse hätte rechnen müssen. Daher verletze die Rückforderung des gesamten
         Betrages von der Rechtsmittelführerin den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.
      
      26     Das Gericht wies die Klage im Übrigen ab und erlegte den Parteien ihre eigenen Kosten auf. Es stellte fest, dass die Kommission
         zu Recht die von der Rechtsmittelführerin vorgelegten Kostenbelege beanstandet habe und daher den bei der Rechtsmittelführerin
         verbliebenen Anteil der Vorschüsse zurückfordern dürfe.
      
      IV –  Verfahren vor dem Gerichtshof
      27     Die Rechtsmittelführerin hat am 28. Mai 2003 ein Rechtsmittel beim Gerichtshof eingelegt.
      28     Mit Rechtsmittelbeantwortung vom 22. August 2003 hat die Kommission ein Anschlussrechtsmittel eingelegt.
      29     Die Italienische Republik hat im Rechtsmittelverfahren keine Erklärungen abgegeben.
      V –  Anträge der Rechtsmittelführerin und der Anschlussrechtsmittelführerin
      30     Die Rechtsmittelführerin beantragt,
      –       das angefochtene Urteil aufzuheben, soweit es die Streichungsentscheidung bestätigt, und den Rechtsstreit endgültig in dem
         Sinne zu entscheiden, dass diese Entscheidung in vollem Umfang für nichtig erklärt wird;
      
      –       der Kommission die Kosten aufzuerlegen.
      31     Die Kommission beantragt,
      –       das Rechtsmittel zurückzuweisen;
      –       im Rahmen des Anschlussrechtsmittels, das angefochtene Urteil aufzuheben, soweit es die Streichungsentscheidung insoweit für
         nichtig erklärt, als „die Kommission ihre Forderung der Rückzahlung des Zuschusses nicht auf die Beträge beschränkt hat, die
         dem Teil des Vorhabens entsprechen, der nach der Zuschussentscheidung von der [Rechtsmittelführerin] selbst durchzuführen
         war“;
      
      –       der Rechtsmittelführerin die Kosten aufzuerlegen.
      VI –  Zum Rechtsmittel
      32     Vor dem Rechtsmittel ist zunächst das Anschlussrechtsmittel zu prüfen.
      A –  Zum Anschlussrechtsmittel
      33     Ihr Anschlussrechtsmittel stützt die Kommission auf zwei Gründe.
      1.     Zum ersten Anschlussrechtsmittelgrund
      a)     Vorbringen der Parteien
      34     Die Kommission trägt vor, das Gericht habe den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in einem Kontext, in dem ihr nach zutreffender
         Auslegung der Zuschussentscheidung kein Ermessen eingeräumt gewesen sei, irrig angewandt. Nach der Zuschussentscheidung sei
         der durch den fraglichen Zuschuss „Begünstigte“ die Rechtsmittelführerin gewesen, während RDS nur die weitere mit der Durchführung
         des Vorhabens betraute Einrichtung gewesen sei. Nach dieser Entscheidung sei die Kommission unter bestimmten Umständen verpflichtet
         gewesen, den gesamten Zuschuss allein von der Rechtsmittelführerin zurückzufordern. Ein Versuch der Rückforderung von RDS
         wäre daher rechtswidrig gewesen. Die Prüfung der Zuschussentscheidung durch das Gericht sei fehlerhaft gewesen, da dieses
         zwar einige ihrer Bestimmungen geprüft habe, jedoch jeweils isoliert; das Gericht hätte aber diese Bestimmungen auch einer
         Gesamtbetrachtung unterziehen müssen.
      
      35     Nach Ansicht der Rechtsmittelführerin ist der Inhalt der Bestimmungen des Anhangs II der Zuschussentscheidung unabhängig davon,
         ob diese Bestimmungen getrennt oder zusammen zu betrachten seien, nicht geeignet, die jeweiligen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten
         der Beteiligten eindeutig und klar genug abzugrenzen. Im Übrigen gehe aus der Zuschussentscheidung keineswegs schlüssig hervor,
         dass die Kommission danach nur gegen die Rechtsmittelführerin vorgehen dürfe.
      
      b)     Würdigung durch den Gerichtshof
      36     Wie das Gericht in Randnummer 52 des angefochtenen Urteils zutreffend ausgeführt hat, präzisiert die anwendbare Regelung im
         Fall der Gewährung eines Zuschusses für ein Vorhaben, dessen Verwirklichung mehreren Beteiligten obliegt, nicht, von welchem
         dieser Beteiligten die Kommission die Rückzahlung dieses Zuschusses verlangen kann oder muss, wenn einer oder mehrere von
         ihnen bei der Durchführung des Vorhabens Unregelmäßigkeiten begangen haben.
      
      37     Das Gericht hat daher in den Randnummern 54 bis 64 des angefochtenen Urteils geprüft, ob die Zuschussentscheidung und ihre
         Anhänge angesichts der schwerwiegenden Folgen einer etwaigen Verpflichtung zur Rückzahlung eines Zuschusses für die Betreffenden
         so klar und genau formuliert waren, dass die Rechtsmittelführerin als umsichtiger und informierter Wirtschaftsteilnehmer wissen
         musste, dass sie im Fall von Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Vorhabens unabhängig davon, ob diese RDS oder ihr
         selbst zuzuschreiben waren, der Gemeinschaft gegenüber für den vollen gewährten Zuschuss allein finanziell haftete.
      
      38     Da das Gericht bei seiner Beurteilung der Rechte und Pflichten, die sich für jeden Beteiligten aus der Zuschussentscheidung
         ergaben, eingehend geprüft hat, ob die Kommission danach die Rückzahlung des fraglichen Zuschusses, der für von der Rechtsmittelführerin
         und von RDS durchzuführende Maßnahmen gewährt worden war, allein von der Rechtsmittelführerin verlangen konnte, ist das Vorbringen
         der Kommission, diese oder jene Bestimmung der Zuschussentscheidung sei vom Gericht nur unzureichend oder isoliert berücksichtigt
         worden, zurückzuweisen.
      
      39     Wie nämlich die Generalanwältin in den Nummern 48 und 49 ihrer Schlussanträge ausgeführt hat, hat das Gericht in den Randnummern
         58 bis 64 des angefochtenen Urteils überzeugend dargelegt, dass die Zuschussentscheidung insgesamt nicht klar und genau genug
         sei, um im Fall von Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Vorhabens allein der Rechtsmittelführerin die finanzielle
         Haftung gegenüber der Gemeinschaft aufzubürden. Aus diesen Randnummern des angefochtenen Urteils geht hervor, dass das Gericht
         zum einen das gesamte Vorbringen der Kommission zur Auslegung der Zuschussentscheidung rechtlich hinreichend geprüft und zum
         anderen die einschlägigen Bestimmungen des Anhangs II der Zuschussentscheidung entgegen der Auffassung der Kommission im Rahmen
         einer globalen Prüfung dieser Entscheidung einschließlich ihrer Anhänge untersucht hat.
      
      40     Der erste Grund, auf den das Anschlussrechtsmittel gestützt wird, ist daher zurückzuweisen. 
      2.     Zum zweiten Anschlussrechtsmittelgrund
      a)     Vorbringen der Parteien
      41     Die Kommission trägt vor, indem das Gericht einen Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit festgestellt habe, habe
         es in Wirklichkeit einen bei Erlass der Zuschussentscheidung begangenen Verstoß gegen den Grundsatz der Rechtssicherheit gerügt.
         Das Gericht habe daher die Grenzen des Gegenstands des bei ihm anhängigen Rechtsstreits überschritten.
      
      42     Die Rechtsmittelführerin meint, das Gericht habe keineswegs die Zuschussentscheidung beanstanden wollen.
      b)     Würdigung durch den Gerichtshof
      43     Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der für die Nichtigkeitsklage zuständige Gemeinschaftsrichter nicht ultra petita entscheiden
         darf (vgl. Urteile vom 14. Dezember 1962 in den Rechtssachen 46/59 und 47/59, Meroni u. a./Hohe Behörde, Slg. 1962, 837, 854,
         und vom 28. Juni 1972 in der Rechtssache 37/71, Jamet/Kommission, Slg. 1972, 483, Randnr. 12) und dass daher die Nichtigerklärung
         nicht über den Antrag des Klägers hinausgehen kann (Urteil vom 14. September 1999 in der Rechtssache C‑310/97 P, Kommission/AssiDomän
         Kraft Products u. a.,Slg. 1999, I‑5363, Randnr. 52). 
      
      44     Aus den Randnummern 55 bis 65 des angefochtenen Urteils geht jedoch hervor, dass der Gerichtshof lediglich geprüft hat, ob
         die Zuschussentscheidung so klar und genau formuliert war, dass die Rechtsmittelführerin erkennen musste, dass sie im Fall
         von Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Vorhabens unabhängig davon, ob diese RDS oder ihr selbst zuzuschreiben waren,
         der Gemeinschaft gegenüber für den vollen gewährten Zuschuss finanziell allein haften würde. 
      
      45     So hat das Gericht in Randnummer 65 des angefochtenen Urteils ausgeführt, dass die Streichungsentscheidung, soweit mit ihr
         unabhängig davon, wer für die gerügten Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung des Vorhabens tatsächlich und materiell-rechtlich
         verantwortlich sei, allein von der Rechtsmittelführerin die vollständige Rückzahlung des Zuschusses verlangt werde, eine Maßnahme
         darstelle, die im Vergleich zu den Nachteilen, die der Rechtsmittelführerin aus der Forderung der Rückzahlung des gesamten
         bereits gewährten Zuschusses entstünden, unverhältnismäßig sei.
      
      46     Somit hat das Gericht nicht geprüft, ob die Zuschussentscheidung rechtmäßig war, sondern es hat diese Entscheidung darauf
         untersucht, ob die Kommission berechtigt war, allein von der Rechtsmittelführerin die Rückzahlung des gesamten fraglichen
         Zuschusses zu verlangen. Damit hat das Gericht entgegen der Ansicht der Kommission nicht die Grenzen des Gegenstands des bei
         ihm anhängigen Rechtsstreits überschritten.
      
      47     Somit ist der zweite Anschlussrechtsmittelgrund zurückzuweisen.
      48     Nach alledem ist daher das Anschlussrechtsmittel der Kommission zurückzuweisen.
      B –  Zum Rechtsmittel
      49     Die Rechtsmittelführerin stützt ihr Rechtsmittel auf fünf Gründe. Der Rechtsmittelschrift zufolge wird mit dem ersten Rechtsmittelgrund
         geltend gemacht, das Gericht habe über einen vor ihm geltend gemachten Klagegrund nicht entschieden. Der zweite Rechtsmittelgrund
         wird auf eine Verletzung und die fehlerhafte Anwendung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit sowie darauf gestützt, dass
         dem angefochtenen Urteil die innere Logik fehle. Mit dem dritten Rechtsmittelgrund werden eine Verletzung und die fehlerhafte
         Anwendung des Artikels 24 der Verordnung Nr. 4253/88 und der Zuschussentscheidung, ein Begründungsmangel und fehlende innere
         Logik des angefochtenen Urteils geltend gemacht. Als vierter Rechtsmittelgrund werden Verfahrensfehler bei den Kontrollen
         der Kommission und eine Verletzung des in diesem Zusammenhang bestehenden Anspruchs auf rechtliches Gehör angeführt. Der fünfte
         Rechtsmittelgrund wird auf eine Verletzung und die fehlerhafte Anwendung von Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung Nr. 4253/88
         sowie einen Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gestützt.
      
      50     Im Rahmen des Rechtsmittels ist zunächst der dritte von der Rechtsmittelführerin geltend gemachte Rechtsmittelgrund zu prüfen.
         Sodann sieht es der Gerichtshof als zweckmäßig an, den ersten und den zweiten Rechtsmittelgrund zusammen zu prüfen. Anschließend
         sind – getrennt – der vierte und der fünfte Rechtsmittelgrund zu untersuchen.
      
      1.     Zum dritten Rechtsmittelgrund
      51     Mit ihrem dritten Rechtsmittelgrund macht die Rechtsmittelführerin geltend, das Gericht habe der Prüfung der von der Kommission
         in der Streichungsentscheidung gegen sie erhobenen Rügen eine irrige und exzessive Auslegung von Artikel 24 Absatz 2 der Verordnung
         Nr. 4253/88 zugrunde gelegt, indem es das Kriterium der „Abstufung der Sanktion“ außer Acht gelassen habe. In Bezug auf jede
         dieser Rügen wirft die Rechtsmittelführerin dem Gericht vor, das angefochtene Urteil fehlerhaft begründet zu haben.
      
      52     Nach Ansicht der Kommission betrifft das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zur Stützung dieses Rechtsmittelgrundes die Würdigung
         von Tatsachen und ist daher unzulässig. Soweit sich die Rechtsmittelführerin auf ein Missverhältnis zwischen der verhängten
         Sanktion und der Schwere der vorgeworfenen Unregelmäßigkeiten berufe, gehöre diese Rüge zum fünften Rechtsmittelgrund.
      
      53     Im Rahmen der Prüfung des Vorbringens der Rechtsmittelführerin zu den von der Kommission in der Streichungsentscheidung erhobenen
         spezifischen Rügen ist zunächst festzustellen, dass der Gerichtshof – zur Beantwortung eines Arguments, das auf den Grundsatz
         der Abstufung der Maßnahmen gestützt worden war – bereits entschieden hat, dass die Kommission nach Artikel 24 Absatz 2 der
         Verordnung Nr. 4253/88 die völlige Streichung eines Gemeinschaftszuschusses beschließen kann und dass eine Beschränkung der
         Möglichkeiten der Kommission auf eine Kürzung des betreffenden Zuschusses ausschließlich um den Betrag, auf den sich die festgestellten
         Unregelmäßigkeiten beziehen, zu einer Begünstigung betrügerischer Handlungen der einen Zuschuss beantragenden Personen führen
         würde, da diese lediglich den Verlust des Vorteils der nicht rechtmäßig gezahlten Beträge riskierten (vgl. in diesem Sinne
         Urteil vom 24. Januar 2002 in der Rechtssache C‑500/99 P, Conserve Italia/Kommission,Slg. 2002, I‑867, Randnrn. 74, 88 und 89).
      
      a)     Zum Vorbringen im Zusammenhang mit der Produktion eines Films durch die Firma Romana Video
      54     Die neunte Begründungserwägung, sechster Gedankenstrich, der Streichungsentscheidung lautet:
      „[Die Rechtsmittelführerin] hat der Firma Romana Video einen Betrag von 98 255 000 ITL (50 672 ECU) für die Produktion eines
         Videofilms im Rahmen des Vorhabens zugewiesen und, wie sie erklärt hat, auch gezahlt. Zum Zeitpunkt der Kontrolle (25. und
         26. März 1998) waren noch 49 000 000 ITL zu zahlen. [Die Rechtsmittelführerin] hat erklärt, dass dieser Betrag nicht ausgezahlt
         werde, da er der Preis für den Verkauf der Rechte an dem Videofilm an die ihn produzierende Gesellschaft gewesen sei. [Die
         Rechtsmittelführerin] hat damit Ausgaben geltend gemacht, die die tatsächlich getätigten Ausgaben um 49 000 000 ITL übersteigen.“
      
      55     In Randnummer 77 des angefochtenen Urteils hat das Gericht festgestellt, dass mit dem gewährten Zuschuss ein bestimmter Prozentsatz
         der den Beteiligten bei der Durchführung des Vorhabens tatsächlich entstandenen Kosten habe finanziert werden sollen.
      
      56     In Randnummer 78 des angefochtenen Urteils hat es darauf hingewiesen, dass die Rechtsmittelführerin unstreitig mit der Firma
         Romana Video einen Vertrag geschlossen habe, mit dem sie dieses Unternehmen mit der Produktion eines Films über Valnerina
         beauftragt habe, wofür es als Gegenleistung den dem Vorhaben zugewiesenen Betrag, d. h. etwa 98 Mio. ITL, habe erhalten sollen,
         dass sie dieser Firma jedoch nur 49 Mio. ITL gezahlt habe, da sie ihr nach demselben Vertrag die Vermarktungsrechte an diesem
         Film für 49 Mio. ITL verkauft habe.
      
      57     Das Gericht hat in Randnummer 79 des angefochtenen Urteils festgestellt, dass der Rechtsmittelführerin zur Durchführung dieser
         im Rahmen des Vorhabens vorgesehenen konkreten Maßnahme nur Kosten in einer Höhe entstanden seien, die etwa der Hälfte der
         im Rahmen des Vorhabens angerechneten Ausgaben entsprächen. Die Kommission habe nämlich die Auffassung vertreten dürfen, dass
         die Rechtsmittelführerin wegen der Gleichzeitigkeit der Vorgänge und der von ihr und der Firma Romana Video während der Durchführung
         des Vorhabens vorgenommenen Verrechnung nicht etwa einen Gewinn aus dem mit dem Zuschuss erreichten Ergebnis erzielt, sondern
         vielmehr für die Durchführung dieser Maßnahme nur den sich aus dieser Verrechnung ergebenden Betrag aufgewendet habe.
      
      58     In den Randnummern 80 und 81 des angefochtenen Urteils hat das Gericht ausgeführt, dass die Zurechnung von Ausgaben zu dem
         Vorhaben, die die Rechtsmittelführerin für dessen Durchführung letztlich nicht aufgewendet habe, als Unregelmäßigkeit im Sinne
         von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 zu betrachten sei.
      
      59     Gleichwohl meint die Rechtsmittelführerin, sie habe die fraglichen Kosten in voller Höhe abziehen und die Rechte an dem fraglichen
         Film später verkaufen dürfen.
      
      60     Die Kommission trägt demgegenüber vor, jeder Empfänger eines Gemeinschaftszuschusses müsse erstattungsfähige Kosten nachweisen.
         Das habe die Rechtsmittelführerin hinsichtlich der Produktion des genannten Films unterlassen.
      
      61     Zunächst betont die Rechtsmittelführerin, wie auch das Gericht in Randnummer 79 des angefochtenen Urteils festgestellt hat,
         zu Recht, dass weder die Verordnung Nr. 4253/88 noch die Zuschussentscheidung dem durch einen Zuschuss Begünstigten ausdrücklich
         verbietet, aus den mit diesem Zuschuss erzielten Ergebnissen Gewinn zu ziehen.
      
      62     Wie jedoch die Generalanwältin in Nummer 70 ihrer Schlussanträge ausgeführt hat, kann nur eine echte wirtschaftliche Verwertung
         zu Marktbedingungen als eine nicht kostenmindernd wirkende Gewinnerzielung anerkannt werden, nicht aber ein bloßes Scheingeschäft,
         dessen einziger Zweck die Erhöhung der Kosten ist.
      
      63     Die Beurteilung der Frage, ob der Verkauf der Vermarktungsrechte an dem fraglichen Film an die Firma Romana Video ein echter
         Verkauf oder aber ein Scheingeschäft war, stellt eine Tatsachenwürdigung dar. Nach ständiger Rechtsprechung ist aber allein
         das Gericht zuständig für die Tatsachenfeststellung, sofern sich nicht aus den Akten ergibt, dass seine Feststellungen tatsächlich
         falsch sind, und für die Würdigung dieser Tatsachen. Die Würdigung der Tatsachen ist, sofern die dem Gericht vorgelegten Beweismittel
         nicht verfälscht werden, daher keine Rechtsfrage, die als solche der Kontrolle des Gerichtshofes unterliegt (vgl. u. a. Urteile
         vom 11. Februar 1999 in der Rechtssache C‑390/95 P, Antillean Rice Mills u. a./Kommission, Slg. 1999, I‑769, Randnr. 29, und
         vom 15. Juni 2000 in der Rechtssache C‑237/98 P, Dorsch Consult/Rat und Kommission, Slg. 2000, I‑4549, Randnr. 35). 
      
      64     Insoweit ist daran zu erinnern, dass die Rechtsmittelführerin keine Verfälschung von Tatsachen behauptet hat. Dieser Punkt
         kann daher im vorliegenden Rechtsmittelverfahren nicht dem Gerichtshof zur Nachprüfung vorgelegt werden.
      
      65     Hingegen kann der Gerichtshof, wie die Generalanwältin in Nummer 72 ihrer Schlussanträge dargelegt hat, prüfen, ob das Gericht
         seine Begründungspflicht verletzt hat. Die Rechtsmittelführerin scheint mit ihrem Vorbringen dartun zu wollen, dass die Begründung
         des Gerichts insofern widersprüchlich sei, als das Gericht einerseits die Möglichkeit anerkenne, Gewinn aus den mit dem Zuschuss
         erzielten Ergebnissen zu ziehen, andererseits jedoch der Kommission Recht gebe, wenn diese im Verkauf der Filmrechte eine
         Minderung der Kosten sehe.
      
      66     Dazu ist festzustellen, dass das Gericht in Randnummer 79 des angefochtenen Urteils ausgeführt hat, dass die Kommission wegen
         der Gleichzeitigkeit der Vorgänge und der von der Rechtsmittelführerin und der Firma Romana Video bereits während der Durchführung
         des Vorhabens vorgenommenen Verrechnung zu der Schlussfolgerung habe gelangen können, dass der Rechtsmittelführerin für die
         Produktion des Films durch dieses Unternehmen tatsächlich nur Kosten in einer Höhe entstanden seien, die etwa der Hälfte der
         im Rahmen des Vorhabens angerechneten Ausgaben entspreche.
      
      67     Diese klare, unzweideutige Feststellung des Gerichts ist somit hinreichend begründet. Dass die Möglichkeit der Vornahme rechtmäßiger
         Handelsgeschäfte bestand, bedeutet entgegen der Auffassung der Rechtsmittelführerin nicht, dass das von der Rechtsmittelführerin
         getätigte Geschäft tatsächlich ein solches war.
      
      68     Die Rechtsmittelführerin macht weiter geltend, das Gericht habe fehlerhaft gehandelt, indem es in Randnummer 81 des angefochtenen
         Urteils die Auffassung vertreten habe, dass die Anrechnung der Kosten, da sie nicht den wirklichen Verhältnissen entsprochen
         habe, als schwerwiegende Verletzung der Voraussetzungen für die Bewilligung der finanziellen Beteiligung sowie der Loyalitätspflicht
         des durch sie Begünstigten anzusehen sei, so dass sie als Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88
         betrachtet werden könne. Insoweit sei zu beachten, dass nach dem in Randnummer 76 des angefochtenen Urteils zitierten Artikel
         3 Absatz 1 der Zuschussentscheidung dann, wenn „die tatsächlich entstandenen Kosten zu einer Herabsetzung der zuschussfähigen
         Ausgaben gegenüber den ursprünglich veranschlagten Ausgaben [führen], … der Zuschuss bei der Restzahlung entsprechend zu kürzen
         [ist]“. Selbst wenn aber die Kosten des Films niedriger als der ursprünglich vorgesehene Betrag gewesen sein sollten, wäre
         Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 doch nicht anwendbar, da dieser Fall in den genannten Bestimmungen der Zuschussentscheidung
         umfassend geregelt sei. 
      
      69     Dazu ist festzustellen, dass ein Scheingeschäft, dessen Ziel es ist, die Kosten eines Vorhabens zu erhöhen, entgegen der Auffassung
         der Rechtsmittelführerin nicht schon deshalb keine Unregelmäßigkeit im Sinne des Artikels 24 der Verordnung Nr. 4253/88 darstellt,
         weil Artikel 3 Absatz 2 der Zuschussentscheidung Fälle vorsieht, in denen die tatsächlich entstandenen Kosten unter den ursprünglich
         vorgesehenen liegen. Nach einem Grundprinzip der Gemeinschaftsförderung kann nämlich die Gemeinschaft, wie die Generalanwältin
         in Nummer 77 ihrer Schlussanträge festgestellt hat, nur tatsächlich entstandene Kosten bezuschussen (vgl. in diesem Sinne
         – im Bereich des Rechnungsabschlusses – Urteile vom 6. Oktober 1993 in der Rechtssache C‑55/91, Italien/Kommission, Slg. 1993,
         I‑4813, Randnr. 67, vom 28. Oktober 1999 in der Rechtssache C‑253/97, Italien/Kommission, Slg. 1999, I‑7529, Randnr. 6, vom
         7. Oktober 2004 in der Rechtssache C‑153/01, Spanien/Kommission, Slg. 2004, I‑9009, Randnr. 66, und vom 15. September 2005
         in der Rechtssache C‑199/03, Irland/Kommission, Slg. 2005, I‑0000, Randnr. 26). Die Zurechnung von Kosten zu einem Vorhaben,
         die zu dessen Durchführung tatsächlich nicht entstanden sind, verstößt in schwerwiegender Weise gegen diesen Grundsatz und
         ist daher als Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 anzusehen. Artikel 3 Absatz 2 der Zuschussentscheidung
         sieht einen Mechanismus vor, der die Bestimmung des zuschussfähigen Ausgabenbetrags für den Fall ermöglicht, dass sich diese
         Ausgaben als niedriger denn ursprünglich vorgesehen erweisen; er erfasst jedoch nicht den Fall, dass Kosten angerechnet werden,
         deren tatsächliche Entstehung nicht feststeht.
      
      70     Das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zur Produktion eines Films durch die Firma Romana Video ist daher zurückzuweisen.
      b)     Zum Vorbringen im Zusammenhang mit den Personalkosten
      71     Die neunte Begründungserwägung, siebter Gedankenstrich, der Streichungsentscheidung lautet: 
      „[Die Rechtsmittelführerin] hat im Rahmen des Vorhabens einen Betrag von 202 540 668 ITL (104 455 ECU) für Kosten im Zusammenhang
         mit der von fünf Personen für den Teil Touristeninformation aufgewandten Arbeitsleistung geltend gemacht. Für diese Ausgaben
         hat [die Rechtsmittelführerin] keine Belege (Arbeitsverträge, detaillierte Beschreibung der durchgeführten Tätigkeiten) vorgelegt.“
      
      72     Die neunte Begründungserwägung, neunter Gedankenstrich, der Streichungsentscheidung lautet: 
      „[Die Rechtsmittelführerin] hat einen Betrag von 152 340 512 ITL (78 566 ECU) für Personalkosten im Zusammenhang mit anderen
         Tätigkeiten als der Touristeninformation berechnet. [Sie] hat keine Unterlagen vorgelegt, die belegen könnten, dass diese
         Leistungen tatsächlich erbracht worden sind und mit dem Vorhaben unmittelbar zusammenhängen.“
      
      73     In diesem Zusammenhang hat das Gericht in Randnummer 89 des angefochtenen Urteils ausgeführt, dass sich nach Anhang II Nummer
         3 der Zuschussentscheidung „die Personalkosten … unmittelbar auf die Durchführung der Maßnahme beziehen und dieser Durchführung
         angemessen sein [müssen]“. Es hat in Randnummer 95 des angefochtenen Urteils gefolgert, dass die Kommission fehlerfrei zu
         der Ansicht gelangt sei, dass die Rechtsmittelführerin ihr keine Nachweise vorgelegt habe, die hätten belegen können, dass
         die im Rahmen des Vorhabens angerechneten Personalkosten mit dessen Durchführung in unmittelbarem Zusammenhang standen und
         angemessen waren.
      
      74     Die Rechtsmittelführerin meint, sie habe ausreichende Belege in Form von Tabellen vorgelegt, in denen die Namen der jeweiligen
         Personen, die von diesen für das Vorhaben schätzungsweise aufgewendete Zeit, ihr Gehalt und die daraus für die Durchführung
         des Vorhabens entstandenen Kosten angegeben worden seien. Auch rechtfertige schon die Tatsache, dass das Vorhaben durchgeführt
         worden sei, diese Kosten.
      
      75     Die Kommission führt dazu Randnummer 94 des angefochtenen Urteils an, wonach die Rechtsmittelführerin nicht nur nachweisen
         müsse, dass das Vorhaben, wie es von der Kommission in der Zuschussentscheidung genehmigt worden sei, sachlich ordnungsgemäß
         durchgeführt worden sei, sondern auch, dass jeder Bestandteil der Gemeinschaftsbeteiligung einer für die Verwirklichung des
         Vorhabens unerlässlichen tatsächlichen Leistung entspreche.
      
      76     Erstens kann die Gemeinschaft, wie in Randnummer 69 des vorliegenden Urteils dargelegt worden ist, nur tatsächlich entstandene
         Kosten bezuschussen. Daher müssen die durch Gemeinschaftszuschüsse Begünstigten, damit die Kommission Kontrollen vornehmen
         kann, imstande sein, nachzuweisen, dass die Kosten, die im Rahmen der Vorhaben angerechnet worden sind, für die diese Zuschüsse
         gewährt wurden, tatsächlich entstanden sind. Demgemäß ist, wie der Gerichtshof bereits festgestellt hat, die Erteilung zuverlässiger
         Auskünfte seitens der Antragsteller dieser Zuschüsse und der durch diese Begünstigten für das ordnungsgemäße Funktionieren
         des Kontroll- und Beweissystems unerlässlich, das zur Überprüfung des Vorliegens der Voraussetzungen für die Gewährung dieser
         Zuschüsse eingeführt worden ist (vgl. Beschluss vom 25. November 2004 in der Rechtssache C‑18/03 P, Vela und Tecnagrind/Kommission,
         nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 135).
      
      77     Zweitens ist das Argument der Rechtsmittelführerin zurückzuweisen, dass die bloße Tatsache, dass das Vorhaben durchgeführt
         worden sei, die fraglichen Kosten rechtfertige. Der Gerichtshof hat nämlich bereits entschieden, dass die in Artikel 24 der
         Verordnung Nr. 4253/88 vorgesehenen Maßnahmen der Streichung des Zuschusses und der Rückforderung nicht rechtmäßig gezahlter
         Beiträge nicht etwa nur bei Zuwiderhandlungen verhängt werden können, die die Durchführung des betreffenden Vorhabens in Frage
         stellen oder eine erhebliche Veränderung der Art des Vorhabens mit sich bringen, die dessen Existenz selbst berührt (vgl.
         in diesem Sinne Beschluss Vela und Tecnagrind/Kommission, Randnrn. 129 bis 134). Das Gericht hat daher in Randnummer 94 des
         angefochtenen Urteils zutreffend ausgeführt, dass nicht mit Erfolg geltend gemacht werden könne, dass die in dieser Bestimmung
         vorgesehenen Sanktionen nur dann verhängt werden könnten, wenn die finanzierte Maßnahme überhaupt nicht oder nur zum Teil
         verwirklicht worden sei.
      
      78     Daraus folgt, dass der Nachweis, dass ein Vorhaben durchgeführt worden ist, nicht genügt, um die Gewährung eines spezifischen
         Zuschusses zu rechtfertigen. Der durch die Beihilfe Begünstigte hat vielmehr nachzuweisen, dass ihm Personalkosten gemäß den
         für die Gewährung des betreffenden Zuschusses festgelegten Bedingungen entstanden sind.
      
      79     Ob die Belege über die Personalkosten diesen Anforderungen genügen, ist jedoch Gegenstand der Würdigung der Tatsachen, die
         aus den in Randnummer 63 des vorliegenden Urteils dargelegten Gründen der Nachprüfung durch den Gerichtshof im Rechtsmittelverfahren
         entzogen ist.
      
      80     Was die Erfüllung der Begründungspflicht angeht, so genügt die Feststellung, dass nach den Ausführungen des Gerichts in den
         Randnummern 91 bis 93 des angefochtenen Urteils die von der Rechtsmittelführerin vorgelegten Belege nicht für den Nachweis
         ausreichten, dass sich die Personalausgaben auf das Vorhaben bezogen, und es auch nicht erlaubten, die Angemessenheit dieser
         Ausgaben zu beurteilen. Mit dieser Feststellung sind die Gründe, aus denen das Gericht die Personalkosten als unzureichend
         belegt angesehen hat, rechtlich hinreichend dargelegt.
      
      81     Das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zu den Personalkosten ist daher zurückzuweisen.
      c)     Zum Vorbringen im Zusammenhang mit den allgemeinen Kosten
      82     Die neunte Begründungserwägung, zehnter Gedankenstrich, der Streichungsentscheidung lautet: 
      „[Die Rechtsmittelführerin] hat im Rahmen des Vorhabens einen Betrag von 31 500 000 ITL (26 302 ECU) für allgemeine Kosten
         (Anmietung von zwei Büros, Heizung, Elektrizität, Wasser und Reinigung) berechnet. Diese Anrechnung ist durch keinerlei Schriftstück
         nachgewiesen.“
      
      83     In Randnummer 105 des angefochtenen Urteils hat das Gericht dazu klargestellt, dass die von der Kommission hinsichtlich der
         allgemeinen Kosten festgestellte Unregelmäßigkeit nur die Kosten für die vorhabensbezogene Nutzung von Räumen betroffen habe,
         die die Rechtsmittelführerin bereits vor Gewährung des fraglichen Zuschusses genutzt habe. In Randnummer 106 des angefochtenen
         Urteils hat es zunächst daran erinnert, dass der gewährte Zuschuss der Finanzierung eines bestimmten Prozentsatzes der Kosten
         habe dienen sollen, die von den Beteiligten für die Durchführung des Vorhabens tatsächlich aufgewendet worden seien, und sodann
         festgestellt, dass die Kommission, um betrügerischen Praktiken vorzubeugen, habe davon ausgehen dürfen, dass allgemeine Kosten
         wie die im vorliegenden Fall von der Rechtsmittelführerin in Rechnung gestellten nicht wirklich mit der Durchführung des Vorhabens
         im Zusammenhang gestanden, sondern Ausgaben dargestellt hätten, die der Begünstigte aufgrund seiner üblichen, von der Durchführung
         des Vorhabens unabhängigen Tätigkeit ohnehin habe tragen müssen. Das Gericht hat daher in Randnummer 107 des angefochtenen
         Urteils festgestellt, dass die Kommission fehlerfrei zu der Ansicht gelangt sei, dass die Anrechnung dieser Kosten eine Unregelmäßigkeit
         im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 darstelle.
      
      84     Die Rechtsmittelführerin macht dazu geltend, das Gericht habe sich lediglich eine von der Kommission angestellte Vermutung
         zu Eigen gemacht; es hätte jedoch den Nachweis verlangen müssen, dass diese Kosten nicht entstanden seien. Die Randnummern
         106 und 107 des angefochtenen Urteils besagten letztlich, dass Unregelmäßigkeiten im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr.
         4253/88 schon durch bloßen Verdacht der Kommission begründet werden könnten.
      
      85     Mit diesem Vortrag verkennt die Rechtsmittelführerin jedoch, dass sie aus den in Randnummer 76 des vorliegenden Urteils dargelegten
         Gründen verpflichtet war, nachzuweisen, dass sich die angerechneten Kosten auf die Durchführung des Vorhabens bezogen und
         diesem angemessen waren.
      
      86     Die Verpflichtung, die in einer Zuschussentscheidung aufgestellten finanziellen Bedingungen einzuhalten, stellt daher genauso
         wie die Verpflichtung zur tatsächlichen Durchführung des betreffenden Vorhabens eine der Hauptpflichten des Begünstigten und
         damit eine Bedingung für die Gewährung des Gemeinschaftszuschusses dar (vgl. in diesem Sinne Beschluss Vela und Tecnagrind/Kommission,
         Randnr. 135).
      
      87     Infolgedessen hat das Gericht, nachdem es festgestellt hat, dass die Kommission habe davon ausgehen dürfen, dass die fraglichen
         allgemeinen Kosten nicht wirklich mit der Durchführung des Vorhabens in Zusammenhang gestanden hätten – eine Tatsachenfeststellung,
         die der Nachprüfung durch den Gerichtshof im vorliegenden Rechtsmittelverfahren entzogen ist – zu Recht befunden, dass die
         Anrechnung dieser Kosten eine Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 darstelle.
      
      88     Mithin ist das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zu den allgemeinen Kosten zurückzuweisen.
      d)     Zum Vorbringen im Zusammenhang mit den Beratungskosten
      89     In der neunten Begründungserwägung, achter Gedankenstrich, der Streichungsentscheidung hat die Kommission ausgeführt: 
      „[Die Rechtsmittelführerin] hat im Rahmen des Vorhabens einen Betrag von 85 000 000 ITL (43 837 ECU) für die Kosten von Beratungen
         durch die Mauro Brozzi Associati SAS geltend gemacht. Für diese Ausgaben sind keine Unterlagen vorgelegt worden, die belegen
         könnten, dass die Leistungen tatsächlich erbracht wurden und welcher Art sie genau waren.“
      
      90     In Randnummer 117 des angefochtenen Urteils hat das Gericht festgestellt, dass die Rechtsmittelführerin nicht dargetan habe,
         dass die Kommission einen Fehler begangen habe, indem sie zu der Auffassung gelangt sei, dass die in Rede stehenden Beratungskosten
         nicht durch Nachweise belegt worden seien, aus denen hervorgehe, dass die betreffenden Leistungen tatsächlich erbracht worden
         und welcher Art sie genau gewesen seien. Daraus hat das Gericht geschlossen, dass die Kommission demgemäß zu Recht das Vorliegen
         einer Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 festgestellt habe.
      
      91     Nach Ansicht der Rechtsmittelführerin fehlt es dem angefochtenen Urteil insoweit an der Begründung. Aus einem von ihr und
         der Beratungsfirma Mauro Brozzi e Associati SAS unterzeichneten Vertrag gehe hervor, dass vier Fünftel der vorgesehenen Leistungen
         unbestreitbar auch erbracht worden seien.
      
      92     Hierzu ist festzustellen, dass die Rechtsmittelführerin vor dem Gerichtshof nichts vorträgt, was dazu angetan wäre, eine Verletzung
         der Begründungspflicht nachzuweisen. Sie begehrt nämlich unter dem Deckmantel eines auf den Vorwurf eines Verstoßes gegen
         diese Verpflichtung gestützten Vorbringens im Wesentlichen eine neue Würdigung der Tatsachen, obwohl der Gerichtshof aus den
         in Randnummer 63 des vorliegenden Urteils genannten Gründen für eine solche Würdigung im Rechtsmittelverfahren nicht zuständig
         ist.
      
      93     Mithin ist das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zu den genannten Beratungskosten zurückzuweisen.
      e)     Zum Vorbringen im Zusammenhang mit dem Bewässerungssystem
      94     In der neunten Begründungserwägung, elfter Gedankenstrich, der angefochtenen Entscheidung hat die Kommission ausgeführt: 
      „Im Rahmen der Maßnahme ‚Dinkel- und Trüffelanbau‘ waren in der [Zuschussentscheidung] Investitionen in Höhe von 41 258 ECU
         für die Verbesserung der Bewässerungssysteme beim Trüffelanbau vorgesehen. Diese Investitionen wurden nicht durchgeführt,
         und der Kommission wurden hierzu keine Erklärungen gegeben.“ 
      
      95     In den Randnummern 126 bis 129 des angefochtenen Urteils hat das Gericht hierzu festgestellt, dass die Rechtsmittelführerin
         keine Belege für die diesen Investitionen entsprechenden Ausgaben vorgelegt habe, bevor es zu dem Schluss gelangt ist, dass
         die Kommission fehlerfrei zu der Auffassung gelangt sei, dass die Rechtsmittelführerin die tatsächliche Vornahme dieser Investitionen
         nicht nachgewiesen habe. 
      
      96     Die Rechtsmittelführerin macht geltend, das Gericht habe ein zur Stützung ihrer Klage vorgelegtes Gutachten nicht berücksichtigt.
         Auch könne das Gericht ihr keinen Vorwurf daraus machen, dass sie nicht in der Lage sei, noch nach mehreren Jahren Nachweise
         für Kosten vorzulegen, die dadurch entstanden seien, dass Dritte in durch große Dürre gekennzeichneten Sommern eine Notbewässerungsmaßnahme
         durchgeführt hätten.
      
      97     Nach Randnummer 129 des angefochtenen Urteils hat das Gericht seiner Würdigung dieses Umstands die Feststellung zugrunde gelegt,
         dass „die Kommission fehlerfrei zu der Auffassung gelangt ist, dass die Klägerin nicht nachgewiesen habe, dass die für das
         Bewässerungssystem vorgesehenen Investitionen tatsächlich getätigt worden seien“. Wie sich aber aus Randnummer 76 des vorliegenden
         Urteils ergibt, sind nur ordnungsgemäß belegte Kosten zuschussfähig. Es steht fest, dass die Rechtsmittelführerin keine Belege
         für diese Investitionen vorgelegt hat. Im Hinblick auf die angebliche Schwierigkeit, diese Belege vorzulegen, ist auf Anhang
         II Nummer 6 der Zuschussentscheidung zu verweisen, wonach der durch den betreffenden Zuschuss Begünstigte alle Belege aufbewahren
         und zur Verfügung der Kommission halten muss. Wie die Generalanwältin in Nummer 91 ihrer Schlussanträge zutreffend ausgeführt
         hat, hätte die Rechtsmittelführerin, wenn sie nicht über die notwendigen Belege verfügte, diese Kosten auch nicht anrechnen
         dürfen.
      
      98     Was das dem Gericht vorgelegte Gutachten betrifft, so geht aus Randnummer 121 des angefochtenen Urteils hervor, dass dieses
         Gutachten nur die Klärung der Frage betraf, ob der im Rahmen dieses spezifischen Projekts gebrauchte Begriff „Reservebewässerungssysteme“
         in dem von der Rechtsmittelführerin vor dem Gericht angegebenen Sinne zu verstehen war und ob die entsprechenden Kosten angesichts
         der den Beteiligungen im Rahmen des EAGFL üblicherweise zugrunde gelegten Preise angemessen waren. Wie jedoch die Generalanwältin
         in Nummer 90 ihrer Schlussanträge dargelegt hat, hat das Gericht in Randnummer 129 des angefochtenen Urteils nicht die Frage
         beantwortet, welche Maßnahmen nach der Zuschussentscheidung durchzuführen waren.
      
      99     Das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zum Bewässerungssystem ist daher zurückzuweisen.
      100   Aufgrund dessen ist der dritte Rechtsmittelgrund zurückzuweisen.
      2.     Zum ersten und zum zweiten Rechtsmittelgrund
      a)     Vorbringen der Parteien
      101   Mit ihrem ersten Rechtsmittelgrund will die Rechtsmittelführerin offenbar geltend machen, das Gericht habe dadurch, dass es
         seine Prüfung auf die Frage beschränkt habe, ob die Kommission berechtigt gewesen sei, von ihr die vollständige Rückzahlung
         des fraglichen Zuschusses zu verlangen, nicht geprüft, ob es möglicherweise unverhältnismäßig und diskriminierend sei, etwaige
         von RDS begangene Unregelmäßigkeiten ihr zuzurechnen, obwohl sie nicht in der Lage gewesen sei, die gegen RDS erhobenen Rügen
         zu beantworten, und obwohl die RDS zur Last gelegten Unregelmäßigkeiten nur knapp 29 % der Kosten des Vorhabens ausmachten.
      
      102   Mit ihrem zweiten Rechtsmittelgrund macht die Rechtsmittelführerin geltend, da das Gericht anerkannt habe, dass die Rückforderung
         des vollständigen Zuschussbetrags von ihr allein unverhältnismäßig gewesen sei, hätte es die Streichungsentscheidung in vollem
         Umfang und nicht nur teilweise für nichtig erklären und ihre rechtliche Stellung im Licht der nur ihr selbst zur Last gelegten
         Unregelmäßigkeiten neu bewerten müssen.
      
      103   Die Kommission vertritt die Ansicht, der erste Rechtsmittelgrund sei entweder wegen fehlender Klarheit oder wegen fehlenden
         Interesses der Rechtsmittelführerin an seiner Geltendmachung für unzulässig zu erklären. Hilfsweise, für den Fall, dass der
         Gerichtshof den ersten Rechtsmittelgrund für zulässig und begründet ansehen sollte, ersucht die Kommission den Gerichtshof,
         den Rechtsstreit selbst zu entscheiden und das Vorbringen der Rechtsmittelführerin zurückzuweisen.
      
      104   Hinsichtlich des zweiten Rechtsmittelgrundes erinnert die Kommission daran, dass das Gericht die völlige Streichung des Zuschusses
         ausdrücklich für zulässig erachtet und sich darauf beschränkt habe, die Erstattungsverpflichtung anders zu verteilen als in
         der Streichungsentscheidung geschehen. Sie beruft sich dabei auf die allgemeinen Grundsätze der Prozess- und Verwaltungsökonomie,
         um geltend zu machen, dass dieser Rechtsmittelgrund nicht stichhaltig sei, da es im Fall einer vollständigen Nichtigerklärung
         der Streichungsentscheidung notwendig gewesen wäre, eine neue Entscheidung zu erlassen, in die der Inhalt der Streichungsentscheidung
         im Wesentlichen wieder aufgenommen worden wäre.
      
      b)     Würdigung durch den Gerichtshof
      i)     Zur Zulässigkeit des ersten Rechtsmittelgrundes
      105   Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass nach ständiger Rechtsprechung aus den Artikeln 225 EG, 58 Absatz 1 der Satzung des Gerichtshofes
         und 112 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung des Gerichtshofes folgt, dass ein Rechtsmittel die beanstandeten Teile des Urteils,
         dessen Aufhebung beantragt wird, sowie die rechtlichen Argumente, die diesen Antrag speziell stützen, genau bezeichnen muss
         (vgl. u. a. Urteile vom 4. Juli 2000 in der Rechtssache C‑352/98 P, Bergaderm und Goupil/Kommission, Slg. 2000, I‑5291, Randnr.
         34, vom 8. Januar 2002 in der Rechtssache C‑248/99 P, Frankreich/Monsanto und Kommission, Slg. 2002, I‑1, Randnr. 68, und
         vom 6. März 2003 in der Rechtssache C‑41/00 P, Interporc/Kommission, Slg. 2003, I‑2125, Randnr. 15). 
      
      106   Ein Rechtsmittel, das nur die bereits vor dem Gericht geltend gemachten Klagegründe oder Argumente einschließlich derjenigen
         wiederholt oder wörtlich wiedergibt, die auf ein ausdrücklich vom Gericht zurückgewiesenes Tatsachenvorbringen gestützt waren,
         genügt somit nicht den Begründungserfordernissen, die sich aus diesen Vorschriften ergeben (vgl. u. a. Beschluss vom 25. März
         1998 in der Rechtssache C‑174/97 P, FFSA u. a./Kommission, Slg. 1998, I‑1303, Randnr. 24, und Urteil Interporc/Kommission,
         Randnr. 16). Ein solches Rechtsmittel zielt nämlich in Wirklichkeit nur auf eine erneute Prüfung der beim Gericht eingereichten
         Klage ab, was nicht in die Zuständigkeit des Gerichtshofes fällt (vgl. Beschluss vom 26. September 1994 in der Rechtssache
         C‑26/94 P, X/Kommission, Slg. 1994, I‑4379, Randnr. 13, sowie Urteil Bergaderm und Goupil/Kommission, Randnr. 35). 
      
      107   Jedoch können im ersten Rechtszug geprüfte Rechtsfragen im Rechtsmittelverfahren erneut aufgeworfen werden, wenn der Rechtsmittelführer
         die Auslegung oder Anwendung des Gemeinschaftsrechts durch das Gericht beanstandet (vgl. Urteil vom 13. Juli 2000 in der Rechtssache
         C‑210/98 P, Salzgitter/Kommission, Slg. 2000, I‑5843, Randnr. 43). Könnte nämlich ein Rechtsmittelführer sein Rechtsmittel
         nicht in dieser Weise auf bereits vor dem Gericht geltend gemachte Klagegründe und Argumente stützen, so würde dies dem Rechtsmittelverfahren
         einen Teil seiner Bedeutung nehmen (vgl. u. a. Beschluss vom 10. Mai 2001 in der Rechtssache C‑345/00 P, FNAB u. a./Rat, Slg.
         2001, I‑3811, Randnrn. 30 und 31, sowie Urteile vom 16. Mai 2002 in der Rechtssache C‑321/99 P, ARAP u. a./Kommission, Slg.
         2002, I‑4287, Randnr. 49, und Interporc/Kommission, Randnr. 17). 
      
      108   Im vorliegenden Fall trägt die Kommission vor, der erste Rechtsmittelgrund sei offensichtlich unzulässig, da er nicht den
         Mindestanforderungen der Klarheit und Genauigkeit entspreche. Er könne nämlich mindestens auf zweierlei Art und Weise verstanden
         werden.
      
      109   Hierzu ist zum einen festzustellen, dass der erste Rechtsmittelgrund insgesamt darauf abzielt, die Beurteilung derjenigen
         Rechtsfragen durch das Gericht in Frage zu stellen, die diesem im ersten Rechtszug im Rahmen des ersten Klagegrundes zur Prüfung
         vorgelegt worden waren, und zum anderen, dass die Rechtsmittelführerin bestimmte beanstandete Teile des angefochtenen Urteils
         genau bezeichnet.
      
      110   Zwar ist das Vorbringen, das die Rechtsmittelführerin zur Stützung ihres ersten Rechtsmittelgrundes vor dem Gerichtshof geltend
         macht, betrachtet man es isoliert, nicht frei von Mehrdeutigkeiten. Betrachtet man das Vorbringen zum ersten Rechtsmittelgrund
         jedoch in Verbindung mit dem zweiten Rechtsmittelgrund, so erscheint es als klar genug, um den Anforderungen der Artikel 225
         EG, 58 Absatz 1 der Satzung des Gerichtshofes und 112 § 1 Buchstabe c der Verfahrensordnung des Gerichtshofes gerecht zu werden.
      
      111   Die Rechtsmittelführerin macht nämlich mit ihren ersten beiden Rechtsmittelgründen im Wesentlichen geltend, die gegen sie
         verhängte schwerwiegende Sanktion, die in der völligen Streichung des fraglichen Zuschusses bestehe, sei aufgrund von RDS
         zuzurechnenden Unregelmäßigkeiten gegen sie verhängt worden; daher hätte zum einen die Streichungsentscheidung in vollem Umfang
         für nichtig erklärt werden müssen, weil ihr zu Unrecht die Verantwortung für die Teile des Vorhabens zugerechnet worden sei,
         für deren Durchführung RDS zuständig gewesen sei, und zum anderen müsse ihre rechtliche Stellung im Licht der nur ihr selbst
         zur Last gelegten Unregelmäßigkeiten neu bewertet werden.
      
      112   Das Vorbringen der Rechtsmittelführerin ist damit zweistufig: Mit dem ersten Rechtsmittelgrund soll dargetan werden, dass
         das Gericht nicht die Möglichkeit in Betracht gezogen habe, dass die Rechtsmittelführerin von einer Sanktion getroffen worden
         sei, deren Schwere zum Teil auf die RDS zur Last gelegten Unregelmäßigkeiten zurückzuführen sei; mit dem zweiten Rechtsmittelgrund
         soll dagegen ein Missverhältnis zwischen den ihr vorgeworfenen Unregelmäßigkeiten und der Schwere der Sanktion in Form der
         völligen Streichung des Zuschusses aufgezeigt werden, die zum großen Teil auf die RDS vorgeworfenen Unregelmäßigkeiten gestützt
         werde, die etwa 70 % der fraglichen Kosten betroffen hätten, wobei der Rechtsmittelführerin keine Gelegenheit gegeben worden
         sei, hierzu Stellung zu nehmen.
      
      113   Der erste Rechtsmittelgrund ist somit nicht wegen mangelnder Klarheit und Genauigkeit unzulässig.
      114   Die Kommission trägt zu ihrer Verteidigung weiter vor, der Rechtsmittelführerin fehle das Rechtsschutzinteresse daran, eine
         angebliche Unterlassung, im ersten Rechtszug über einen angeführten Klagegrund zu entscheiden, geltend zu machen, da das Gericht
         diesem Klagegrund im angefochtenen Urteil im Wesentlichen stattgegeben und deshalb die gegen die Rechtsmittelführerin verhängte
         finanzielle Sanktion erheblich herabgesetzt habe.
      
      115   Hierzu genügt die Feststellung, dass mit dem ersten Rechtsmittelgrund, wie er nach den Ausführungen in den Randnummern 111
         und 112 des vorliegenden Urteils zu verstehen ist, tatsächlich die vollständige und nicht nur die teilweise Nichtigerklärung
         der Streichungsentscheidung begehrt wird. Daraus folgt, dass die Rechtsmittelführerin entgegen der Auffassung der Kommission
         ein Rechtsschutzinteresse an der Geltendmachung dieses Rechtsmittelgrundes hat.
      
      116   Die Einrede der Unzulässigkeit, die auf ein mangelndes Rechtsschutzinteresse der Rechtsmittelführerin an der Geltendmachung
         des ersten Rechtsmittelgrundes gestützt wird, ist daher unbegründet.
      
      117   Da mithin keine der gegen ihn erhobenen Einreden der Unzulässigkeit begründet ist, ist der erste Rechtsmittelgrund zulässig.
      ii)  Zur Begründetheit des ersten und des zweiten Rechtsmittelgrundes
      118   Aus den Schriftsätzen der Rechtsmittelführerin geht hervor, dass ihr erster und ihr zweiter Rechtsmittelgrund, die in den
         Randnummern 111 und 112 des vorliegenden Urteils dargestellt worden sind, von der Prämisse ausgehen, dass die Entscheidung,
         mit der von ihr die Rückzahlung des gesamten Zuschusses verlangt worden sei, durch die allein RDS zur Last gelegten Unregelmäßigkeiten
         beeinflusst gewesen sei, so dass es das Gericht mit dem angefochtenen Urteil dadurch, dass es nicht die Streichungsentscheidung
         insgesamt für nichtig erklärt habe, ermöglicht habe, dass Unregelmäßigkeiten, für die nur RDS verantwortlich gewesen sei,
         in ungerechtfertigter Weise weiterhin der Rechtsmittelführerin zugerechnet würden.
      
      119   Es ist jedoch festzustellen, dass die Rechtsmittelführerin mit diesem Vortrag die Argumentation des Gerichts und die Folgen
         des angefochtenen Urteils verkennt.
      
      120   Zunächst ist nämlich daran zu erinnern, dass das Gericht bei der Prüfung des ersten vor ihm geltend gemachten Klagegrundes
         festgestellt hat, dass die Kommission angesichts der für die Rechtsmittelführerin schwerwiegenden Folgen einer Rückforderung
         des gesamten fraglichen Zuschusses sowie angesichts der mangelnden Klarheit und Genauigkeit der Zuschussentscheidung gegen
         den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verstoßen habe, indem sie von der Rechtsmittelführerin allein die Rückzahlung des gesamten
         Zuschusses verlangt habe. Das Gericht hat jedoch im Rahmen seiner Beurteilung dieses Klagegrundes oder in irgendeiner anderen
         Randnummer des angefochtenen Urteils keinesfalls zu erkennen gegeben, dass diese Rückforderung durch das Verhalten von RDS
         beeinflusst gewesen sei.
      
      121   Im Gegenteil hat das Gericht im Rahmen des zweiten vor ihm geltend gemachten Klagegrundes, insbesondere in den Randnummern
         80 bis 81, 95 bis 97, 107, 117 sowie 129 und 130 des angefochtenen Urteils, konkret festgestellt, dass jede der in der Streichungsentscheidung
         gegen die Rechtsmittelführerin erhobenen Rügen eine Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 der Verordnung Nr. 4253/88 beinhaltet
         habe. Die Rechtsmittelführerin hat selbst aber nie behauptet, dass RDS an einer dieser Unregelmäßigkeiten beteiligt gewesen
         sei.
      
      122   Überdies hat das Gericht in den Randnummern 142 bis 149 des angefochtenen Urteils, wie sich aus den Randnummern 53 und 77
         des vorliegenden Urteils ergibt, zutreffend festgestellt, dass die Kommission angesichts dieser Unregelmäßigkeiten berechtigt
         gewesen sei, den betreffenden Zuschuss insoweit zu streichen, als er sich auf die Teile des Vorhabens bezogen habe, für die
         die Rechtsmittelführerin verantwortlich gewesen sei.
      
      123   Unter diesen Umständen war das Gericht nach dem Grundsatz der Prozessökonomie befugt, die Streichungsentscheidung nur insoweit
         für nichtig zu erklären, als die Kommission ihre Forderung nach Rückzahlung dieses Zuschusses nicht auf die Beträge beschränkt
         hatte, die dem Teil des Vorhabens entsprachen, der der Rechtsmittelführerin zugewiesen war. Bei einer völligen Nichtigerklärung
         der Streichungsentscheidung hätte die Kommission nämlich der Rechtsmittelführerin gegenüber eine neue Entscheidung erlassen
         müssen, in die hinsichtlich der Teile des Vorhabens, für die die Rechtsmittelführerin verantwortlich war, im Wesentlichen
         der Inhalt der Streichungsentscheidung wieder aufzunehmen gewesen wäre.
      
      124   Daher ist nicht die Frage zu beantworten, ob die Rechtsmittelführerin in die Lage versetzt wurde, zu den gegenüber RDS erhobenen
         Rügen Stellung zu nehmen, da sich diese Frage jedenfalls nicht auf die Beurteilung der vorliegenden Rechtsmittelgründe auswirkt.
         Im Übrigen geht es hierbei um eine Tatsachenwürdigung, für die der Gerichtshof aus den in Randnummer 63 des vorliegenden Urteils
         dargelegten Gründen in einem Rechtsmittelverfahren nicht zuständig ist.
      
      125   Das Vorbringen der Rechtsmittelführerin kann also nur zurückgewiesen werden.
      126   Angesichts der vorstehenden Ausführungen sind mithin der erste und der zweite Rechtsmittelgrund zurückzuweisen.
      3.     Zum vierten Rechtsmittelgrund
      a)     Vorbringen der Parteien
      127   Mit ihrem vierten Rechtsmittelgrund macht die Rechtsmittelführerin geltend, das Gericht habe bei der Prüfung des dritten Teils
         des zweiten vor ihm geltend gemachten Klagegrundes das Vorbringen hinsichtlich einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
         Gehör nicht zutreffend gewertet. Bei diesem Vorbringen sei es nicht um ihre allgemeine Möglichkeit, ihre Handlungen zu rechtfertigen,
         sondern speziell um die Modalitäten der Durchführung eines Kontrollbesuchs vor Ort durch die Kommission gegangen. Insbesondere
         sei bei dieser Kontrolle rechtswidrig kein Protokoll und zudem kein Verzeichnis der dabei fotokopierten Schriftstücke erstellt
         worden. Eine solche Kontrolle müsse nämlich, damit die Rechte der der Kontrolle unterliegenden Personen gewahrt blieben, kontradiktorisch
         durchgeführt werden und Gegenstand eines genauen Berichts sein.
      
      128   Die Kommission gibt zu bedenken, dass ihre Kontrolleure nicht zur Erstellung eines Protokolls vor Ort verpflichtet gewesen
         seien und dass im vorliegenden Fall die Kontrolle kontradiktorisch durchgeführt worden sei. Eben deshalb habe das Gericht
         in Randnummer 138 des angefochtenen Urteils festgestellt, dass der Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt worden sei.
      
      b)     Würdigung durch den Gerichtshof
      129   Wie das Gericht in Randnummer 136 des angefochtenen Urteils festgestellt hat, ist nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes
         die Beachtung des Anspruchs auf rechtliches Gehör in allen Verfahren, die zu einer den Betroffenen beschwerenden Maßnahme
         führen können, ein fundamentaler Grundsatz des Gemeinschaftsrechts, dessen Beachtung auch dann sichergestellt werden muss,
         wenn eine Regelung für das betreffende Verfahren fehlt. Dieser Grundsatz gebietet es, dass die Adressaten von Entscheidungen,
         die deren Interessen spürbar beeinträchtigen, in die Lage versetzt werden, ihren Standpunkt in sachdienlicher Weise vorzutragen
         (vgl. z. B. Urteile vom 24. Oktober 1996 in der Rechtssache C‑32/95 P, Kommission/Lisrestal u. a., Slg. 1996, I‑5373, Randnr.
         21, vom 21. September 2000 in der Rechtssache C‑462/98 P, Mediocurso/Kommission, Slg. 2000, I‑7183, Randnr. 36, und vom 9.
         Juni 2005 in der Rechtssache C‑287/02, Spanien/Kommission, Slg. 2005, I‑0000, Randnr. 37).
      
      130   Es ist festzustellen, dass weder nach dem Grundsatz der Wahrung des Anspruchs auf rechtliches Gehör noch nach der Verordnung
         Nr. 4253/88 eine Verpflichtung bestand, der Rechtsmittelführerin beim Kontrollbesuch vor Ort einen Bericht oder eine Liste
         der hierbei fotokopierten Schriftstücke vorzulegen, sofern sie nur in die Lage versetzt wurde, die von der Kommission nach
         dieser Kontrolle erhobenen Rügen – gegebenenfalls durch Widerlegung – zu bekämpfen.
      
      131   Daher hat das Gericht zu Recht ohne näheres Eingehen auf die Modalitäten der Durchführung des Kontrollbesuchs in den Randnummern
         134 bis 138 des angefochtenen Urteils geprüft, ob die der Rechtsmittelführerin gegebene Gelegenheit, ihren Standpunkt vor
         Erlass der angefochtenen Entscheidung vorzutragen, den Anforderungen des Grundsatzes der Wahrung des rechtlichen Gehörs entsprach.
      
      132   In Randnummer 134 des angefochtenen Urteils hat das Gericht auf das Vorbringen der Rechtsmittelführerin hingewiesen, dass
         keine Protokolle von den Tätigkeiten und Gesprächen der Kommissionsbediensteten und insbesondere keine Liste der hierbei fotokopierten
         Schriftstücke erstellt worden seien.
      
      133   Es hat allerdings in den Randnummern 137 und 138 des angefochtenen Urteils ausgeführt, dass die Kommission der Rechtsmittelführerin
         zur Genüge ermöglicht habe, durch die Vorlage von Belegen, die sie der Kommission nach der Zuschussentscheidung habe zur Verfügung
         stellen müssen, nachzuweisen, dass die von ihr nach Maßgabe des Vorhabens zu realisierenden Maßnahmen ordnungsgemäß durchgeführt
         worden waren.
      
      134   Diese Schlussfolgerung stellt eine Tatsachenwürdigung dar, die aus den in Randnummer 63 des vorliegenden Urteils dargelegten
         Gründen nicht der Nachprüfung durch den Gerichtshof im Rechtsmittelverfahren unterliegt.
      
      135   Der vierte Rechtsmittelgrund ist somit zurückzuweisen.
      4.     Zum fünften Rechtsmittelgrund
      a)     Vorbringen der Parteien
      136   Mit ihrem fünften Rechtsmittelgrund macht die Rechtsmittelführerin geltend, das Gericht habe den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
         verletzt, indem es ihren Klagegrund zurückgewiesen habe, den sie darauf gestützt habe, dass ein Widerspruch zwischen der Natur
         der behaupteten Unregelmäßigkeiten und der Tatsache, dass der Zweck der Finanzierung erreicht worden sei, einerseits und der
         Schwere der Sanktion in Form einer völligen Streichung des fraglichen Zuschusses andererseits bestehe.
      
      137   Zur Stützung dieses Rechtsmittelgrundes macht die Rechtsmittelführerin geltend, es sei nicht nachgewiesen worden, dass sie
         im Rahmen des Vorhabens ungerechtfertigte Ausgaben angerechnet habe. Außerdem habe sie weder in betrügerischer Absicht gehandelt
         noch falsche Auskünfte erteilt. Ihr könne schließlich nur vorgeworfen werden, den Einsatz ihrer eigenen Techniker im Rahmen
         des Vorhabens nicht im Einzelnen nachgewiesen zu haben.
      
      138   Die Kommission hält diesen Rechtsmittelgrund für unzulässig, da die Rechtsmittelführerin ihrem bereits vor dem Gericht geltend
         gemachten Vorbringen nichts hinzugefügt habe. Hilfsweise macht die Kommission in der Sache geltend, angesichts des im angefochtenen
         Urteil herausgearbeiteten Sachverhalts stehe die Schlussfolgerung des Gerichts in diesem Punkt mit der geltenden Rechtsprechung
         in Einklang.
      
      b)     Würdigung durch den Gerichtshof
      139   Mit diesem Rechtsmittelgrund stellt die Rechtsmittelführerin die Auslegung und Anwendung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit
         durch das Gericht in Frage. Aus den in Randnummer 107 des vorliegenden Urteils dargelegten Gründen ist er daher entgegen der
         Auffassung der Kommission im Stadium des Rechtsmittels zulässig.
      
      140   Wie die Generalanwältin in Nummer 97 ihrer Schlussanträge ausgeführt hat, ist die Kommission nach Artikel 24 der Verordnung
         Nr. 4253/88, auf den die Streichungsentscheidung gestützt wurde, nicht verpflichtet, die gesamte finanzielle Beteiligung zurückzufordern,
         sondern es liegt in ihrem Ermessen, zu entscheiden, ob sie überhaupt die Rückzahlung verlangt, und gegebenenfalls den zurückzuzahlenden
         Anteil zu bestimmen (vgl. in diesem Sinne auch Urteil Irland/Kommission, Randnrn. 27 und 30). Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
         hat die Kommission dieses Ermessen so auszuüben, dass die Zuschüsse, deren Rückzahlung sie verlangt, nicht außer Verhältnis
         zu den begangenen Unregelmäßigkeiten stehen.
      
      141   Die Kommission ist jedoch nicht darauf beschränkt, die Rückzahlung nur derjenigen Zuschüsse zu verlangen, die sich aufgrund
         dieser Unregelmäßigkeiten als ungerechtfertigt erwiesen haben.
      
      142   Zur Gewährleistung einer wirksamen Verwaltung der Gemeinschaftsbeihilfen und zur Abschreckung betrügerischer Verhaltensweisen
         kann vielmehr auch eine Rückforderung von Zuschüssen gerechtfertigt sein, die nur zum Teil von Unregelmäßigkeiten erfasst
         werden.
      
      143   Dazu ist darauf hinzuweisen, dass ein Verstoß gegen die Verpflichtungen, deren Einhaltung für das ordnungsgemäße Funktionieren
         eines Gemeinschaftssystems von grundlegender Bedeutung ist, mit dem Verlust eines von der Gemeinschaftsregelung verliehenen
         Anspruchs, etwa eines Beihilfeanspruchs, geahndet werden kann (Urteil vom 12. Oktober 1995 in der Rechtssache C‑104/94, Cereol
         Italia, Slg. 1995, I‑2983, Randnr. 24).
      
      144   Der Gerichtshof hat des Weiteren befunden, dass es für das ordnungsgemäße Funktionieren des Systems, das die Kontrolle einer
         angemessenen Verwendung der Gemeinschaftsmittel erlaubt, unerlässlich ist, dass die Personen, die einen Zuschuss beantragen,
         der Kommission zuverlässige Angaben machen, die diese nicht irreführen können. Nur wenn eine Unregelmäßigkeit nicht nur mit
         der Kürzung des Zuschusses in Höhe des dieser Unregelmäßigkeit entsprechenden Betrages, sondern mit der vollständigen Streichung
         des Zuschusses geahndet werden kann, kann die für die ordnungsgemäße Verwaltung der EAGFL-Mittel erforderliche abschreckende
         Wirkung erzielt werden (Urteil Conserve Italia/Kommission, Randnrn. 100 und 101).
      
      145   Im Übrigen ist den Ausführungen in Randnummer 77 des vorliegenden Urteils zu entnehmen, dass der Umstand, dass der mit der
         gewährten Finanzierung verfolgte Zweck erreicht worden ist, für sich genommen nicht impliziert, dass die Sanktion in Form
         der völligen Streichung eines Zuschusses unverhältnismäßig wäre.
      
      146   Folglich konnte das Gericht rechtsfehlerfrei annehmen, dass es zur Durchführung der Politik der Gemeinschaftsbeihilfen gerechtfertigt
         sei, die Anrechnung von Kosten strengen Formvorschriften zu unterwerfen, und dass die hierbei festgestellten Unregelmäßigkeiten
         eine Rückforderung jener Beträge rechtfertigten, die für den in den Verantwortungsbereich der Rechtsmittelführerin fallenden
         Teil des Vorhabens gezahlt worden waren.
      
      147   Zwar trägt die Rechtsmittelführerin, wie in Randnummer 137 des vorliegenden Urteils zusammengefasst worden ist, vor, dass
         das Vorliegen ungerechtfertigter Ausgaben nicht nachgewiesen worden sei, dass sie keine betrügerische Absicht gehabt habe
         und dass ihr lediglich vorgeworfen werden könne, nicht genug Belege vorgelegt zu haben.
      
      148   Dieses Vorbringen bezieht sich jedoch auf Tatsachen. Da das Gericht umfassend die Umstände berücksichtigt hat, die zur Beurteilung
         der Frage geeignet sind, ob die vollständige Streichung des fraglichen Zuschusses verhältnismäßig war, ist das Vorbringen
         der Rechtsmittelführerin, mit dem sie dartun will, dass dieser oder jener Umstand vom Gericht nur unzureichend berücksichtigt
         worden sei, im vorliegenden Rechtsmittelverfahren unzulässig.
      
      149   Selbst wenn der Vortrag der Rechtsmittelführerin, sie habe keine falschen Angaben gemacht und keine Angaben unterschlagen,
         so zu werten sein sollte, dass sie damit geltend machen will, dass die Verordnung Nr. 4253/88 im Licht des Grundsatzes der
         Verhältnismäßigkeit die Verpflichtung für die Kommission begründe, eine irgendwie geartete betrügerische Absicht bei ihr nachzuweisen,
         oder dass es dieser Grundsatz gebiete, die Möglichkeit der völligen Streichung eines Zuschusses auf die Fälle vorsätzlicher
         Verstöße gegen die finanziellen Bedingungen zu beschränken, wäre dieses Vorbringen doch zurückzuweisen.
      
      150   Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofes impliziert nämlich der Begriff der Unregelmäßigkeit im Sinne von Artikel 24 Absatz
         2 der Verordnung Nr. 4253/88 nicht die Verpflichtung der Kommission, eine irgendwie geartete betrügerische Absicht des Begünstigten
         nachzuweisen (vgl. Beschluss vom 16. Dezember 2004 in der Rechtssache C‑222/03 P, APOL und AIPO/Kommission, nicht in der amtlichen
         Sammlung veröffentlicht, Randnr. 58). Ebenso wenig gebietet es der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, die Möglichkeit der
         völligen Streichung eines Zuschusses auf die Fälle vorsätzlicher Verstöße gegen die finanziellen Bedingungen zu beschränken.
         Eine Beschränkung dieser Möglichkeit auf nachgewiesene vorsätzliche Verstöße könnte im Übrigen einer Einladung zum Begehen
         von Unregelmäßigkeiten gleichkommen (vgl. in diesem Sinne Beschlüsse vom 22. März 2004 in der Rechtssache C‑455/02 P, Sgaravatti
         Mediterranea/Kommission, nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnrn. 39 bis 42, sowie APOL und AIPO/Kommission,
         Randnr. 59).
      
      151   Nach alledem ist der fünfte Rechtsmittelgrund zurückzuweisen.
      152   Mithin ist das Rechtsmittel ebenso zurückzuweisen wie das Anschlussrechtsmittel.
      VII –  Kosten
      153   Nach Artikel 122 Absatz 1 der Verfahrensordnung entscheidet der Gerichtshof, wenn das Rechtsmittel begründet ist und er selbst
         den Rechtsstreit endgültig entscheidet, über die Kosten. Nach Artikel 69 § 2 der Verfahrensordnung, der gemäß Artikel 118
         der Verfahrensordnung auf das Rechtsmittelverfahren entsprechende Anwendung findet, ist die unterliegende Partei auf Antrag
         zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da die Kommission beantragt hat, der Rechtsmittelführerin die Kosten aufzuerlegen,
         und diese mit ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind Letzterer die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsmittel aufzuerlegen.
         Da die Rechtsmittelführerin beantragt hat, der Kommission die Kosten des Anschlussrechtsmittels aufzuerlegen, und diese insoweit
         mit ihrem Vorbringen unterlegen ist, sind die Kosten im Zusammenhang mit dem Anschlussrechtsmittel der Kommission aufzuerlegen.
         
      
      Aus diesen Gründen hat der Gerichtshof (Dritte Kammer) für Recht erkannt und entschieden:
      1.      Das Rechtsmittel und das Anschlussrechtsmittel werden zurückgewiesen.
      2.      Die Comunità montana della Valnerina trägt die Kosten im Zusammenhang mit dem Rechtsmittel. 
      3.      Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften trägt die Kosten im Zusammenhang mit dem Anschlussrechtsmittel. 
      Unterschriften.
      * Verfahrenssprache: Italienisch.