CELEX: 62010CA0210
Language: de
Date: 2012-02-09 00:00:00
Title: Rechtssache C-210/10: Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 9. Februar 2012 (Vorabentscheidungsersuchen des Hajdú-Bihar Megyei Bíróság — Ungarn) — Márton Urbán/Vám- és Pénzügyőrség Észak-alföldi Regionális Parancsnoksága (Straßenverkehr — Verstöße gegen die Vorschriften über die Verwendung des Fahrtenschreibers — Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Festsetzung verhältnismäßiger Sanktionen — Pauschale Geldbuße — Verhältnismäßigkeit der Sanktion)

17.3.2012   
            
            
               DE
            
            
               Amtsblatt der Europäischen Union
            
            
               C 80/2
            
         Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 9. Februar 2012 (Vorabentscheidungsersuchen des Hajdú-Bihar Megyei Bíróság — Ungarn) — Márton Urbán/Vám- és Pénzügyőrség Észak-alföldi Regionális Parancsnoksága
   (Rechtssache C-210/10) (1)
   
   (Straßenverkehr - Verstöße gegen die Vorschriften über die Verwendung des Fahrtenschreibers - Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Festsetzung verhältnismäßiger Sanktionen - Pauschale Geldbuße - Verhältnismäßigkeit der Sanktion)
   2012/C 80/03
   Verfahrenssprache: Ungarisch
   
      Vorlegendes Gericht
   
   Hajdú-Bihar Megyei Bíróság
   
      Parteien des Ausgangsverfahrens
   
   
      Kläger: Márton Urbán
   
      Beklagte: Vám- és Pénzügyőrség Észak-alföldi Regionális Parancsnoksága
   
      Gegenstand
   
   Vorabentscheidungsersuchen — Hajdú-Bihar Megyei Bíróság — Auslegung von Art. 19 Abs. 1 und 4 der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 3821/85 und (EG) Nr. 2135/98 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 des Rates (ABl. L 102, S. 1) sowie von Art. 13 bis 16 der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates vom 20. Dezember 1985 über das Kontrollgerät im Straßenverkehr (ABl. L 370, S. 8) — Nationale Regelung, wonach jeder Verstoß gegen die Regeln über die Verwendung des Fahrtenschreibers durch eine Geldbuße in einheitlicher Höhe geahndet wird, ohne die Schwere des Verstoßes zu berücksichtigen und ohne eine Möglichkeit zur Rechtfertigung vorzusehen — Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Festsetzung verhältnismäßiger Sanktionen
   
      Tenor
   
   
               1.
            
            
               Das Verhältnismäßigkeitserfordernis des Art. 19 Abs. 1 und 4 der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 zur Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 3821/85 und (EG) Nr. 2135/98 des Rates sowie zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 des Rates ist dahin auszulegen, dass es einer Sanktionsregelung wie der mit dem Regierungsdekret 57/2007 zur Festlegung der Höhe der Geldbußen bei Verstößen gegen bestimmte Vorschriften über die Güter- und Personenbeförderung im Straßenverkehr (a közúti árufuvarozáshoz és személyszállításhoz kapcsolódó egyes rendelkezések megsértése esetén kiszabható bírságok összegéről szóló 57/2007. Korm. Rendelet) vom 31. März 2007 eingeführten entgegensteht, die bei allen Verstößen gegen die in den Art. 13 bis 16 der Verordnung Nr. 3821/85 des Rates vom 20. Dezember 1985 über das Kontrollgerät im Straßenverkehr in der durch die Verordnung Nr. 561/2006 geänderten Fassung aufgestellten Vorschriften für die Benutzung der Schaublätter unabhängig von der Schwere des Verstoßes die Verhängung einer Geldbuße in pauschaler Höhe vorsieht.
            
         
               2.
            
            
               Das Verhältnismäßigkeitserfordernis des Art. 19 Abs. 1 und 4 der Verordnung Nr. 561/2006 ist dahin auszulegen, dass es einer Sanktionsregelung wie der mit dem Regierungsdekret 57/2007 vom 31. März 2007 zur Festlegung der Höhe der Geldbußen bei Verstößen gegen bestimmte Vorschriften über die Güter- und Personenbeförderung im Straßenverkehr eingeführten, mit der eine objektive Verantwortlichkeit geschaffen wird, nicht entgegensteht. Dagegen ist es dahin auszulegen, dass es der nach dieser Regelung vorgesehenen Sanktionsschärfe entgegensteht.
            
         
      (1)  ABl. C 195 vom 17.7.2010.