CELEX: 41993D0235
Language: de
Date: 1993-04-26 00:00:00
Title: 93/235/EGKS: Beschluß der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 26. April 1993 über den Handel zwischen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro)

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41993D0235

93/235/EGKS: Beschluß der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 26. April 1993 über den Handel zwischen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro)  

Amtsblatt Nr. L 102 vom 28/04/1993 S. 0017 - 0019 Finnische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 37 S. 0066  Schwedische Sonderausgabe: Kapitel 11 Band 37 S. 0066 

BESCHLUSS DER IM RAT  VEREINIGTEN VERTRETER DER REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN vom 26. April 1993 über den Handel  zwischen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Bundesrepublik Jugoslawien  (Serbien und Montenegro) (93/235/EGKS)DIE IM RAT VEREINIGTEN VERTRETER DER  REGIERUNGEN DER MITGLIEDSTAATEN DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT FÜR KOHLE UND STAHL  - in Erwägung nachstehender Gründe: Die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten haben beschlossen, die Unabhängigkeit der Republik  Bosnien-Herzegowina mit Wirkung vom 7. April 1992 anzuerkennen. Diese Republik ist seit 23. Mai 1992 Mitglied der Vereinten Nationen. Die anhaltenden direkten und indirekten Eingriffe der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und  Montenegro) in der und in bezug auf die Republik Bosnien-Herzegowina sind die Hauptursache der  dramatischen Ereignisse in der Republik Bosnien-Herzegowina. Die Fortdauer dieser Eingriffe wird zu unvertretbaren weiteren Verlusten an Menschenleben und  Sachschäden führen und den internationalen Frieden und die Sicherheit in der Region weiterhin  verletzen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat wiederholt seine ernste Besorgnis über die rasche und  gravierende Verschlechterung der Lage in der Republik Bosnien-Herzegowina zum Ausdruck gebracht. Der Präsident der Republik Bosnien-Herzegowina hat die internationale Völkergemeinschaft ersucht,  sein Land bei der Abwehr der Eingriffe der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) in  die internen Angelegenheiten der Republik Bosnien-Herzegowina zu unterstützen. Die serbische Volksgruppe in Bosnien hat bisher den Friedensplan der internationalen Konferenz über  das ehemalige Jugoslawien trotz der Appelle des Sicherheitsrates nicht in vollem Umfang  akzeptiert. Die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten haben im Rahmen der Politischen Zusammenarbeit  beschlossen, Maßnahmen zu treffen, um die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) von  einer weiteren Verletzung der Integrität und Sicherheit der Republik Bosnien-Herzegowina abzuhalten  und die serbische Volksgruppe in Bosnien dazu zu veranlassen, bei der Wiederherstellung des  Friedens in dieser Republik mitzuarbeiten. Weitere Verletzungen des bestehenden Embargos gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und  Montenegro), insbesondere durch Durchfuhren durch diese Republik sowie durch Transaktionen zwischen  dieser Republik und den serbisch kontrollierten Gebieten von Bosnien-Herzegowina und den  UN-Schutzgebieten in der Republik Kroatien, müssen verhindert werden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat aufgrund von Kapitel VII der Charta der Vereinten  Nationen die Resolution 820 (1993) angenommen, um das mit den Resolutionen 713 (1991), 752 (1992)  und 787 (1992) verhängte Embargo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) zu  verstärken. Unter diesen Umständen muß die Gemeinschaft das Embargo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien  (Serbien und Montenegro), das mit den Beschlüssen 92/285/EGKS  (1) und 92/470/EGKS  (2) eingeführt  wurde, verstärken. Die Gemeinschaft und ihre Mitgliedstaaten sind übereingekommen, ein Gemeinschaftsinstrument  einzusetzen, um unter anderem eine einheitliche Durchführung einiger dieser Maßnahmen in der  gesamten Gemeinschaft zu gewährleisten; im Einvernehmen mit der Kommission  - BESCHLIESSEN: Artikel 1 Ab 26. April 1993 ist folgendes untersagt: a)  das Verbringen in das Gebiet der Gemeinschaft von unter den EGKS-Vertrag fallenden Erzeugnissen  und Waren aller Art mit Ursprung in der, mit Herkunft aus der oder nach Durchfuhr durch die  Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro); b)  die Ausfuhr in oder Durchfuhr durch die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) von  unter den EGKS-Vertrag fallenden Erzeugnissen und Waren aller Art mit Ursprung in der, mit Herkunft  aus der oder nach Durchfuhr durch die Gemeinschaft; c)  das Befahren des Küstenmeers der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) im  kommerziellen Seeverkehr; d)  alle Tätigkeiten, die direkt oder indirekt darauf abzielen oder bewirken, die unter Buchstabe  a), b) oder c) genannten Transaktionen zu fördern. Artikel 2 Die Verbote nach Artikel 1 gelten nicht für: a)  die Ausfuhr aus der Gemeinschaft von humanitären Bedarfsgütern in die Bundesrepublik  Jugoslawien (Serbien und Montenegro) oder die Durchfuhr solcher Güter durch die Gemeinschaft nach  Genehmigung durch den gemäß der Resolution 724 (1991) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen  eingesetzten Ausschuß, die von Fall zu Fall nach dem "Unbedenklichkeitsverfahren" erteilt wird; b)  das Verbringen in das Gebiet der Gemeinschaft von Erzeugnissen und Waren mit Ursprung in oder  Herkunft aus der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro), die vor dem 31. Mai 1992 aus  dieser Republik ausgeführt wurden bzw. vor dem 26. April 1993 zur Durchfuhr durch diese Republik  rechtmässig eingeführt wurden; c)  die Durchfuhr durch das Gebiet des Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) nach  Genehmigung durch den obengenannten Ausschuß, sofern im Fall der Durchfuhr auf der Donau jedes  betroffene Wasserfahrzeug auf der Strecke zwischen Vidin/Calafat und Mohacs einer effektiven  Überwachung unterliegt; d)  das Befahren des Küstenmeers der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) im  kommerziellen Seeverkehr nach von Fall zu Fall erteilter Genehmigung durch den obengenannten  Ausschuß oder im Fall höherer Gewalt; e)  alle Tätigkeiten, die direkt oder indirekt darauf abzielen oder bewirken, die in diesem Artikel  genannten Tätigkeiten zu fördern. Artikel 3 Ab 26. April 1993 ist folgendes verboten: a)  das Verbringen in das Gebiet der Gemeinschaft von Erzeugnissen und Waren aller Art mit Ursprung  in den, mit Herkunft aus den oder nach Durchfuhr durch die UN-Schutzgebiete(n) in der Republik  Kroatien und von bosnisch-serbischen Streitkräften kontrollierten Gebiete(n) der Republik  Bosnien-Herzegowina; b)  die Ausfuhr in oder Durchfuhr durch die vorgenannten Gebiete von Erzeugnissen und Waren aller  Art mit Ursprung in der, mit Herkunft aus der oder nach Durchfuhr durch die Gemeinschaft, sofern nicht eine ordnungsgemässe Genehmigung der Regierung der Republik Bosnien-Herzegowina bzw.  der Regierung der Republik Kroatien vorliegt. Artikel 4 Das Verbot nach Artikel 3 gilt nicht für die Ausfuhr in oder die Durchfuhr durch die  betreffenden Gebiete bzw. die Einfuhr aus diesen Gebieten von humanitären Bedarfsgütern  einschließlich Gütern des medizinischen Bedarfs und Nahrungsmitteln, die von internationalen  humanitären Organisationen verteilt werden. Artikel 5 Die folgenden Tätigkeiten unterliegen einer vorherigen Genehmigung durch die  zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten: a)  Ausfuhren in die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) von humanitären  Bedarfsgütern nach Maßgabe des Artikels 2 Buchstabe a); b)  die Durchfuhr nach Maßgabe der Artikel 2 und 3; c)  die Ausfuhr in die bzw. die Einfuhr aus den UN-Schutzgebiete(n) in der Republik Kroatien und  von bosnisch-serbischen Streitkräften kontrollierte(n) Gebiete(n) der Republik Bosnien-Herzegowina  nach Maßgabe des Artikels 3. Artikel 6 Artikel 1 gilt unbeschadet aller Rechte oder Verpflichtungen aufgrund von vor dem 31.  Mai 1992 geschlossenen internationalen Übereinkünften oder Verträgen bzw. erteilten Lizenzen. Artikel 7 Die Artikel 1, 3, 5 und 6 gelten nicht für die Tätigkeiten mit Unprofor, der Konferenz  über das ehemalige Jugoslawien und der Kontrollmission der Europäischen Gemeinschaft. Artikel 8 Alle Wasserfahrzeuge, Lastkraftwagen, Eisenbahnwagen und Luftfahrzeuge, die sich  mehrheitlich im Eigentum einer Person oder eines Unternehmens mit Sitz oder Tätigkeitsort in der  Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) befinden oder von solchen Personen oder  Unternehmen kontrolliert werden, werden von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten  beschlagnahmt. Unkosten im Zusammenhang mit beschlagnahmten Schiffen, Lastkraftwagen, Eisenbahnwagen und  Flugzeugen gehen zu Lasten von deren Eigentümern. Artikel 9 Alle Wasserfahrzeuge, Lastkraftwagen, Eisenbahnwagen, Luftfahrzeuge und Ladungen, bei  denen der Verdacht einer Verletzung des Beschlusses 92/285/EGKS oder des vorliegenden Beschlusses  besteht, werden von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten bis zum Abschluß der  Untersuchungen festgehalten. Artikel 10 Jeder Mitgliedstaat legt die Sanktionen fest, die bei Verletzungen dieses Beschlusses  verhängt werden. Ist festgestellt worden, daß im Fall von Wasserfahrzeugen, Lastkraftwagen, Eisenbahnwagen,  Luftfahrzeugen und Ladungen eine Verletzung dieses Beschlusses vorliegt, so können diese Fahrzeuge  und Ladungen von dem Mitgliedstaat, dessen zuständige Behörden sie beschlagnahmt oder festgehalten  haben, eingezogen werden. Artikel 11 Dieser Beschluß gilt im Gebiet der Gemeinschaft einschließlich ihres Luftraums und in  allen Luftfahrzeugen bzw. auf allen Schiffen unter der Gerichtsbarkeit eines Mitgliedstaats sowie  für alle natürlichen Personen mit beliebigem Wohnsitz, die Staatsangehörige eines Mitgliedstaats  sind, und juristischen Personen mit beliebigem Sitz, die nach dem Recht eines Mitgliedstaats  eingetragen oder gegründet sind. Artikel 12 Die Beschlüsse 92/285/EGKS und 92/470/EGKS werden aufgehoben. Artikel 13 Dieser Beschluß tritt am Tag seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen  Gemeinschaften in Kraft. Geschehen zu Luxemburg am 26. April 1993. Der Präsident B. WESTH