CELEX: 51987PC0352
Language: de
Date: 1987-07-24
Title: Vorschlag für eine Verordnung des Rates über eine Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der Informationstechnologie und Telekommunikation angewandt auf die Gesundheitsfürsorge AIM (Advanced Informatics in Medicine in Europe) - Pilotphase - (vorlage von der Kommission)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (87) 352
Vol. 1987/0198
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983 concernant
l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique européenne et de
la Communauté européenne de l'énergie atomique (JO L 43 du 15.2.1983, p. 1) modifié en dernier
lieu par le règlement (UE) 2015/496 du Conseil du 17 mars 2015 (JO L79 du 25. 3.2015, p. 1), ce
dossier est ouvert au public. Le cas échéant, les documents classifiés présents dans ce dossier
ont été déclassifiés conformément à l'article 5 dudit règlement ou sont considérés déclassifiés
conformément aux articles 26(3) et 59(2) de la décision (UE, Euratom) 2015/444 de la
Commission du 13 mars 2015 concernant les règles de sécurité aux fins de la protection des
informations classifiées de l'Union européenne.
In accordance with Council Regulation (EEC, Euratom) No 354/83 of 1 February 1983 concerning
the opening to the public of the historical archives of the European Economic Community and the
European Atomic Energy Community (OJ L 43, 15.2.1983, p. 1), as last amended by Council
Regulation (EU) 2015/496 of 17 March 2015 (OJ L 79, 27.3.2015, p. 1), this file is open to the
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with Article 5 of the aforementioned regulation or are considered declassified in conformity with
Articles (26.3) and 59(2) of the Commission Decision (EU, Euratom) 2015/444 of 13 March 2015
on the security rules for protecting EU classified information.
In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1. Februar
1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und
der Europäischen Atomgemeinschaft (ABI. L 43 vom 15.2.1983, S. 1), zuletzt geändert durch die
Verordnung (EU) Nr. 2015/496 vom 17. März 2015 (ABI. L 79 vom 25.3.2015, S. 1), ist dieser Akt
der Öffentlichkeit zugänglich. Soweit erforderlich, wurden die Verschlusssachen in diesem Akt in
Übereinstimmung mit Artikel 5 der genannten Verordnung freigegeben; beziehungsweise werden
sie auf Grundlage von Artikel 26(3) und 59(2) der Entscheidung der Kommission (EU, Euratom)
2015/444 vom      13.   März 2015     über die   Sicherheitsvorschriften für den Schutz von  EU-
Verschlusssachen als herabgestuft angesehen.
 ---pagebreak---      KOMMISSION            DER     EUROPÄISCHEN             GEMEINSCHAFTEN
                                                                     КОМ (87) 352 еndg.
                                                                     Brüssel , den 24 . Juli 1987
 Vorschlag für eine Verordnung des Rates über eine Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der
   Informationstechnologie und Telekommunikation angewandt auf die Gesundheitsfürsorge
                                           AIM
                        (Advanced Informatics in Medicine in Europe)
                                       - Pilotphase -
                      ( vorlage von der Kommission )
KOM (87 ) 352 endg.
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                                               Inhalt
7.1JSAMMENFASSUNG                                                                     1
 1 . EINLEITUNG "DIE HERAUSFORDERUNG IM GESUNDHEITSWESEN"                             5
        1.1 . Wachsende Môglichkeiten inder Gesundheitsfürsorge und die implizite
              Rolle der Informatik                                                    5
        1.2. Medizinische Versorgung ist ein bedeutender sozioôkonomischer
              Sektor mit großem Potential für die Zukunft                             9
        1.3. Merkmale der zukünftigen Entwicklungen                                   9
        1.4 . Die medizinische Versorgung im Jahre 2000                              10
2 . CHANCEN UND AUFGABEN IN DER MEDIZINISCHEN UND
     BIO-INFORMATIK                                                                  11
        2.1 . Sozio-politische Aspekte                                               11
        2.2. Verschmelzung der Gesundheits- und der Informationsdienste              12
        2.3 . Konvergenz der Biotechnologie und Informationstechnologie (Meistem der
                     Komplexität)                                                    12
       2.4. Geschwindigkeit der Evolution                                            12
       2.5 Bewâltigen der ôkonomischen Aspekte und des Mangels an Ressourcen         13
       2.6. SchluBfolgerungen                                                        13
3 . SKIZZE DES AKTIONSPLANS                                                          15
        3.1 . Aktionsvorschlag I                                                     15
       3.2. Aktionsvorschlag II                                                      16
       3.3. Aktionsvorschlag III                                                     17
4 . PHASEN DER IMPLEMENTIERUNG                                                       17
       4.1 . Pilotphase                                                              17
       4.2. Hauptphase                                                               18
5 . ORGANISATION UND VERWALTUNG DER ZUSAMMENARBEIT                                   18
5.1 . Bewertung                                                                      18
       5.2. Beziehung zu Internationalen Projekten und Nationalen Aktionen           19
       5.3 . Teilnahme von privaten und ôffentlichen Organisationen aus europâischen
              Ländern nicht Mitglied der Gemeinschaft sind                           19
       5.4 . AIM Austauschprogramm                                                   19
       5.5 . Teilnahme von KMU's, Forschungsorganisationen und Universitâten         20
       5.6. Überblick über laufende Aktivitâten                                      20
6 . TERMINOLOGIE                                                                     27
A niasen
       Entwurf der Verordnung
       Entwurf des Arbeitsplans
       Finanzbogen
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ZUSA MMENFA SSUNG
Europäische Regierungs- und Staatschefs sind sich einig , daß die Gesundheitsfürsorge und
die    damit   im  Zusammenhang         stehenden   technologischen   Bereiche     eine   Priorität   für
europäische Zusammenarbeit ist. Dies umfaßt, als eine spezifische Aktion, die Nutzung der
Fortschritte in der Informationstechnologie, der Telekommunikation, Funk und Fernsehen
zur Verbesserung der Gesundheitsfürsorge und der sie unterstützenden medizinischen und
technologischen Forschung und Entwicklung.
Gesundheit ist neben Nahrung und Obdach eines der menschlichen Grundbedürfnisse. Im
Wissen um die wichtige Stellung der medizinischen Versorgung und deren wachsende
Möglichkeiten, aber auch der finanziellen Grenzen , muß die Gemeinschaft ihre Bemühungen
in Richtung auf dieses gemeinsame Ziel verbessern. Führende Experten haben sich der
Kommission angeschlossen, um Aktionen zu identifizieren , die geeignet sind, die
technologischen Fortschritte in Medizinischer und Bio-Informatik auszunutzen, damit man
einerseits dem Patienten das Maximum an Versorgung zukommen lassen kann, andererseits
jedoch innerhalb vernünftiger Grenzen von individuellen und kollektiven Ausgaben bleibt.
Die Initiative der Gemeinschaft in Medizinischer und Bioinformatik (MBI) ist Teil einer
konzertierten Zusammenarbeit in verwandten medizinischen und technologischen Bereichen .
Ausgehend von Aktionen in diesen Bereichen wird eine spezifische Aktion zur Unterstützung
der interdisziplinären Arbeiten vorgeschlagen. Die Zusammenarbeit auf europäischem Ebene
bietet die Vorteile größerer Kostenwirksamkeit und einer schnelleren Verbreitung neuer
Praktiken^ 1). Der Entwurf und die Entwicklung von neuen Technologien und Diensten für
das Gesundheitswesen erfordern eine optimale Nutzung personeller institutioneller und
finanzieller Mittel und die Beteiligung der Hauptakteure dieses Bereichs. Eine weitgehender
Konsens und Beteiligung ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolg und Fortschritt in
diesem Bereich , in dem sozialhumanitäre Gesichtspunkte von zentraler Bedeutung sind.
Basierend auf Resultaten vorbereitender Arbeiten in             1985/86 , an denen 150 fuhrende
Experten^2) beteiligt waren, wurde ein Kooperationsprogramm fur MBI entwickelt, dessen
Pilotphase in diesem Dokument vorgestellt wird .
Das übergreifende Ziel ist es, der Bündelung der europäischen Bemühungen um eine
 Sicherstellung des qualitativen und quantitativen Wachstums der medizinischen Versorgung
    in der Gemeinschaft für die 90er Jahre innerhalb wirtschaftlich akzeptabler Grenzen
            durch Ausnutzung des Potentials der Medizinischen und Bio-Informatik
zu dienen .
AIM ist so geplant, daß es einen Beitrag zur Stärkung des Binnenmarkts der Gemeinschaft
und dem freien Wettbewerb für Geräte und Dienstleistungen, die mit dem Gesundheitswesen
verwandt sind , leistet. Hierfür müssen die Geräte und Dienste kompatibel sein und den
Austausch von Informationen und Kommunikationen zulassen .
    1)    Vor allem dat Medical Research Programme, ESPRIT, RACE und die Arbeîten eu Standardiaierung und
          Zulaasungaverfahren
    2)    BICEPS Planübungen und Erkundungsuntersuchungen in 1935 /86
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Das Programm wird dies verwirklichen durch:
           die Förderung von Arbeiten, die zur Identifizierung gemeinsamer funktioneller
          Spezifikationen, zur Festlegung minimaler Standards und zu Abkommen Ober
           Medizinische Bio-Informatik und für gesundheitsbezogene Telematik führen, was
          eine Voraussetzung für offenen Wettbewerb und die Stärkung des Marktes für
           informations- und telekommunikationsunterstützte Gesundheitsdienste ist;
           die Anregung von Standardisierungsbemühungen in entsprechenden Gebieten und
           Beiträge zu spezifischen Entwicklungen, die für MBI-Hard - und Software benötigt
           werden;
          die Förderung eines gemeinschaftsweiten , offenen Wettbewerbs von Ideen und
          Ansätzen      zur     Entwicklung   spezifischer   MBI-bezogener      medizinische
           Versorgungkonzepte und - dienste auf prä-normativem und vorwettbewerblichen
           Niveau;
           die Einleitung von Überlegungen über eine Anpassung des Verordnungswesens , um
          die gemeinschaftsweite Zusammenarbeit in der Entwicklung und der Anwendung
          moderner Medizinischer und Bio-Informatik zu erleichtern, und um so die Qualität
          und Effizienz im Gesundheitswesen zu verbessern .
Der Vorschlag umfaßt sowohl "vorwettbewerbliche Systemforschung" wie auch prä-normative
Arbeiten mit dem Ziel, die Konvergenz zwischen parallelen Entwicklungen in den
verwandten Bereichen (Personal-Computer, Unterhaltungselektronik, Fernmeldetechnik,
Radio und Funk) zugunsten eines freien Wettbewerbs auf dem europäischen Markt zu
beschleunigen.
In technologischer Hinsicht befaßt sich AIM mit klar definierter "vorwettbewerblicher" und
"prä-normativer" FuE. Die Arbeiten in diesem Bereich sind derzeit stark zersplittert und für
fortgeschrittene Arbeiten unterkritisch. Durch die Zusammenarbeit, die vorgeschlagene
Arbeitsteilung können Doppelarbeiten abgebaut werden ohne dabei den Wettbewerb zu
beeinträchtigen. Die Vergabe der Projekte geschieht auf der Basis eines freien Wettbewerbs
und in manchen Fällen wird es sinnvoll sein, verschiedene, konkurrierende Ansätze parallel
zu untersuchen, um zu dem besten Resultat zu gelangen.
AIM soll helfen, die Grundlage für einen europäischen Markt für Dienste in der
Gesundheitsfürsorge zu schaffen. AIM umfaßt jedoch nicht die Entwicklung und Produktion,
sondern nur gemeinsame Hilfsmittel und Grundlagen .
In seinem Beitrag zur Standardisierung und Zertifikation wird AIM helfen , die Markt- und
Wettbewerbsentwicklung durch frühzeitige Definition gemeinsamer Entwurfsprinzipien und -
konventionen zu stimulieren .
Innerhalb dieser allgemeinen Ziele wird von AIM erwartet,
          daB es grôBere Beitrâge zu Qualitâtsverbesserung , Flexibilitât und Zugânglichkeit
          der medizinischen Versorgung in der Gemeinschaft leistet;
          daß es die Effizienz der Patientenversorgung steigert, um die Kosten im
          Gesundheitswesen zu reduzieren;
          daß es einen wesentlichen Beitrag leistet, jenen Anteil der Leistungen im
          Gesundheitswesen zu steigern , der direkt dem Patienten zugutekommt und den
          ärztlichen Beruf in seinen genuinen Aufgaben unterstützt;
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          daß es zur Festlegung solcher minimaler Standards und gemeinsamer funktioneller
          Spezifikationen beiträgt, die Voraussetzung für das Zustandekommen einer starken
          und    wettbewerbsfähigen     europäischen Industrie sind , die Ausstattung und
          Dienstleistungen in Medizinischer Informatik liefert;
          daß    es   zur    Entwicklung    von   einvernehmlichen  Regeln    zur   Qualitäts-,
          Datenschutzgewährleistung und Zuverlässigkeit Medizinischer Informatik-Produkte
          beiträgt, was Voraussetzung für angemessenen Schutz der Privatsphäre des
          Patienten ist;
          daB es die Zusammenarbeit in der Analyse der Anforderungen und Optionen der
          MBI und ihrer Anwendung fôrdert;
          daB es zur gemeinsamen Anpassung des Verordungsrahmens an die Entwicklung
          der Anwendung von MBI im Gesundheitswesen beitrâgt.
AIM wird diese Zielsetzungen durch eine effizientere Anwendung der neuen MBI-Techniken
in der Gemeinschaft verfolgen, um
          um alle Branchen der medizinischen Versorgung einschließlich Vorsorge , Diagnose
          und Behandlung, die Führung der Krankengeschichte und ihre Analyse zu
          unterstützen; und
            um durch Nutzung von MBI die F&E-Produktivität zu steigern und so den
          Fortschritt    der    Forschung     in    entsprechenden   wissenschaftlichen    und
          technologischen Bereichen zu unterstützen.
AIM betrifft somit direkt
          ie nationalen Einrichtungen der medizinischen Versorgung,
          as Personal , das die medizinische Versorgung leistet,
          die Patiënten , die medizinische Versorgung erhalten,
          die Industrie für medizinische Ausrüstung,
          die Fernmeldeindustrie
          die Forscher in Medizin und Bio-Informatik,
und spricht in besonderem MaBe die Interessen
          der Krankenversicherungen oder des nationalen Finanzierungssystem ,
          der pharmazeutischen Industrie, sowie
          der medizinischen Aus- und Fortbildungseinrichtungen an.
AIM soll in mehreren Phasen durchgeführt werden . Die erste Phase ist die Pilotphase, mit
der sich dieser Vorschlag befaßt. Wenn die Ausführung der Pilotphase erfolgreich ist, wird
gegebenenfalls ein Hauptprogramm über zunächst 5 Jahre vorgeschlagen .
Die vorgeschlagenen Arbeiten umfassen
         analytische Tätigkeit zur Identifizierung gemeinsamer Erfordernisse und deren
         funktionale Charakterisierung;
         prà-normative Arbeit zur MBI zur Entwicklung gemeinsamer funktioneller
         Spezifikationen und der Entwicklung von Vorschlàgen fùr minimale Standards;
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          vorwettbewerbliche Arbeit um , wo nötig, die technische und ökonomische
          Durchführbarkeit       gemeinsamer      funktioneller    Spezifikationen     und
          Standardisierungsvorschlägen zu erkennen;
          Erarbeitung von Standards und die Prüfung der Funktionen und Abläufe, die sie
          im Gesundheitswesen und in der biotechnologischen Forschung unterstützen sollen;
          beizutragen zur zügigen Nutzung der Ergebnisse, um die medizinischen Berufe
          systematisch an die Möglichkeiten der MBI-Anwendungen heranzuführen.
Es wird geschätzt, daß zur Durchführung der Pilotphase der in diesem Antrag beschriebenen
Aktion 300 Mannjahre erforderlich sind. Von der Industrie wird erwartet, daß sie
mindestens SO % zu dieser Aktion beiträgt. Für gemeinnützige Teilnehmer, die keine im
Zusammenhang stehende Unterstützung aus anderen Mitteln erhalten, sollten Anträge auf
Unterstützung bis zu 100 % berücksichtigt werden. Wenn man annimmt, daß 2/3 der
Projekte in Höhe von 50 % und 1 /3 nur durch höhere Finanzierungsanteil realisiert werden
können, wird der Betrag, den die Gemeinschaft finanzieren muß, auf 20 MECU über einen
Zeitraum von 18 Monaten geschätzt.
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1 . EINLEITUNG " DIE HERAUSFORDERUNG IM GESUNDHEITSWESEN"
N?ch einem im wesentlichen evolutionären Prozeß sahen vergangene Jahrzehnte eine
deutliche Beschleunigung der Entwicklung des Gesundheitswesens, angetrieben sowohl durch
wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt als auch durch starke und dauerhafte
Bindung beträchtlicher Mittel für dieses Ziel. Einige der heute grundsätzlich verfügbaren
neuen Möglichkeiten und das Potential der kommenden Jahrzehnte können das
Gesundheitswesen wohl revolutionieren . Dies wird deutliche soziale Konsequenzen haben ,
und auch von beachtlicher politischer und ökonomischer Bedeutung sein . Europa kann sich
einer führenden Rolle in einigen Bereichen des Gesundheitswesens und den entsprechenden
wissenschaftlichen Gebieten rühmen. Jedoch , nachdem eine gesteigerte Konzentration der
Anstrengungen, des Wissens, der technischen und finanziellen Mittel für Forschung und
Entwicklung in den entsprechenden Bereichen wie Biotechnologie und Medizinische
Informatik notwendig ist, fällt Europa schnell zurück . Die Zusammenarbeit zwischen
Wissenschaftlern, Forschungszentren und, vermehrt, der Industrie wird zu einem Muß , will
man sich in diesem ’high- tech’ - Bereich engagieren und behaupten.
Für eine effiziente Bewältigung der Herausforderung in der Gesundheitsversorgung und
einschlägiger technologischer Forschung und Entwicklung sind flexible und wirkungsvolle
Rahmenbedingungen für ein abgestimmtes und kooperatives Vorgehen erforderlich . Dies soll
es den Handelnden in diesem Bereich gestatten , ihre entsprechenden Beiträge innerhalb
stimmiger Zielvorgaben zu leisten, dabei unnötige Doppelentwicklungen vermeidend und die
Mittel auf zentrale Punkte konzentrierend .
1.1 . Wachsende Môftliehkeiten inder Gesundheitsfûrsorge und die implizite Rolle der
        Informatik
Die Entwicklung des letzten Jahrzehnts war gekennzeichnet durch:
          die Einfuhrung leistungsfåhiger Diagnostiksysteme, die auf den technologischen
          Erfolg im medizinischen Bereich sowie auf der systematischen Anwendung von
          MBI beruhten, z.B. Magnetresonanz (MR ), Computertomographie (CT),
          Nuklearmedizin ( NM ), Ultraschall , digitale Subtraktionsangiographie (DSA ), usw .;
          die Intégration dieser Apparate in abteilungsweite Informationssysteme;
          die    Einführung     von     genaueren     und    gleichzeitig   weniger   invasiven
          Therapiemethoden wie Laserangioplastik , Endoskopchirurgie , Lithotripsie ( ESWL )
          und Pràzisionsstrahlentherapie;
          das Entstehen der Biotechnologie , eng verknüpft mit dem Fortschritt in Informatik ,
          als neue Antriebskraft der technisch-ökonomischen Entwicklung mit dem Gros der
          Anstrengungen konzentriert auf Aspekte der Gesundheitsversorgung wie Therapie ,
          Diagnostik, selektive Übermittlungssysteme und Immunologie . Dies wird allgemein
          mehr Verständnis und gleichzeitig eine höhere Informationsdichte , speziell z.B.
          bessere Früherkennungsmöglichkeiten , größere Präzision bei Diagnose und
          Therapie , rationalere Medikamentenplanung und genetische Intervention
          ermöglichen;
 ---pagebreak---                                                                                                          Hauntakteure
Wlrtschaftsfaktoren
                                                                                                         GesundheitsbehBrden
Kostenexplosion
                                                                                                         Versicherungen
Zunahme der Nachfrage und de» Angebote
                                                                                                         Krankenhäuser
Beseere Wirtschaftlichkeit durch Integration
                                              Schema des Systems der Gesundheitsversorgung               Arsteschaft
Besaere Wirtschaftlichkeit durch groBe Märkte                                                                                             >
                                                                                                         Ausrdstungaindustria             O“
Demographische Entwicklung                                                                               Pharmaceutische Industrie        S
                                                                                                         Wissenschaft und Forschung       S
                                                                                                                                          c
                                                                                                         Dienstleistungsindustrie         9
                                                          Gesundheitsbehërden
                                                                                                                                       O*
                                                       (îemelnsame Anforderungen
                                                       Interoperation                      Imnakt von MBI
  Technologlscher Wandel
                                                       G emeimame Funktionsspeiifikationen Bessere Kostenwirksamkeit
  Fortschritt in Biomediain
                                                       Minimalatandardisierung             Bessere Anpassung an Patientenerfordernisse
  Fortschritt in IT&Telekom
                                                       Entwicklung von MDI Optionen        und medisinischen Anforderungen
  Konvergens von IT&BT                                 Know-how und finanzielle Mittel
 ---pagebreak---                                                             7
                                                                . Nicht-Invasivittt
                                                                . Miniaturisierung und PortabilitSt
                                                                . Unabh&ngigkeit
 Tabelle 1 :                                                    . Zusammenschlicbarkeit
                                                                . Femsteuerung und - überwachung
 ANWENDUNGSMÔGLICHKEITEN                               PER
 MBI IN DER BIOMEDIZINISCHEN F&E
 Die medizinische Bioinformatik                               THERAPIE
 ist fest eingebettet in alle
 Berieche der medizinischen Versorgung und                     Hochpriitision »- S trahlen thérapie
 der                wissenschaftlich-technologischen           - Brachytherapie
 Tätigkeiten auf denen sie beruht. Die                         - Prkzise dynamische Strahlenkontrolle
 folgende Aufzählung gibt Beispiele für
 Bereiche, in denen MBI eine besonders große                   Fibroskopie
 Rolle spielt.                                                 - Klassische Fibroekope
                                                                . Plastik - und Glasfaser-Bündel
 VORBEUGUNG                                                    - Video-Endoskopie
                                                                . CCD Transducer Miniaturisierung
 Hier      wird      versucht ,      der   Entstehung   von    - Infrarot Thermographie
 Gesundheitsproblemen oder ihrer Entwicklung auf ein            . Infrarot Photodetektor
 therspiefordemdes Niveau vorzubeugen . MBI ist wichtig in
 den folgenden Bereichen:                                      Neue Operationstechniken
 - Massenuntersuchungen von Gewebeproben auf                   - Elektrotom
    Krebszellen                                                - Cryochirurgie und Koaligierung durch elektro¬
 - andere Früherkennungsprogramme                                magnetische Wellen
 - Filteruntersuchungen auf neue Krankheiten oder              - Therapielaser
    Gesundheitsprobleme (zB umweltbezogen)                     - Lithotripsie und Ultraschall
 - Informationakampagnen und Erziehungprogramme (zB            - Operationsmikroskopie
    unter Nutzung der modernen Medien im Falle AIDS            - Lebenerhaltende Système
DIAGNOSTIK
                                                              Sensoren für in vivo-Diagnose
 Computerunterstützte Diagnostik
 - Expertensysteme
 - Datenbanken                                                      MEDIZINISCHE KOMMUNIKATION
Bildverarbeitung                                              Bei Vorbeugung / Früherkennung /Selbsthilfe
- Digitales Rôntgen und digitale Strahlenangiographie         - Verwendung von Telekommunikations - Netzwerken fflr
- Computertomographie                                            epidemiologische Zwecke und krztliche
- Nuklearmedizin                                                 Beratungssysteme
   . Einzel - Photon - Emission» - Computertomographie        - ComputerunterstQtzte Systeme fiir Gesund -
    ( SPECT)                                                     heitsinformationen , - erziehung und - ausbildung
  . Positronemissionstomographie ( PET)                          (elementåre Gesundheitsversorgung)
- Magnet résonant
- Echographie                                                 In der PrimSrversorgung
- computerunterstützte Diagnostik                             - Professionell-medizinisches Informationssystem
                                                              - Uberweisungssteuerung
Laboreinrichtung                                              - Krankengeschichte-Datenerfassung und - analyse
- Molekularet Absorptionsspektrophotometer                    - Organisation von Früherkennungsuntersuchungen
- FlUssige Chromotographie
- Elektrophorese                                                    In der Sekund&rversorgung
- BlutzellzShler                                              - Krankenhauskommunikation im Bestellwesen und
- Elektronische Mikroskope                                       Einsatzplanung
• Tests für die Arztpraxis                                    - Datenbanken su Krankengeschichten
- Analysierer in der Mikrobiologie                            - Klinische Forschung
- Speziell der Einsatz von MBI der Erzielung von              - Datenverarbeitung in klinischen Labors u.a. klinischen
  . Zuverl&ssigkeit                                              Hilfsdiensten
  . Schnelligkeit                                             - Integrierte Krankenhaus-Informationssysteme
 ---pagebreak---                                                          8
In der Verwaltung yon Gesundheitssvatemen
 - Vtrwaltung von Krankengeachichten
- Entacheidungihilfen ftlr Einaatxpl&ne
 - Krankheitaatatiatiken
- Epidemiologiache Regiater
- Überwachungsfunktionen
- Vtrwaltung dta medixiniachen Inlormationsayatema
  . Laaerkarten und Diakttttn
  . grot Datenbank - Verwaltungstechniken
  . moderne EntacheidungsunterstQtxungx-Syateme
  . moderne Daratellungstechniken
      BIOMEDIZINISCHE FORSCHUNG
- Supercomputer in biomolekularer Forschung
- Rôntgen-Kristallographic und Analyse von Strukturen
   in LSaung
- dynamische Modellierung biologiacher Système
- Gendaratellung und -aequenxierung
- Proteinmanipulationen
- KI ala allgemeinea Unteratatcungawerkxeug der
   biomediciniachen Forschung
      MEDIZINISCHE AUSBILDUNG
- ComputergestOtxte Simulation von Krankheitsbildem
   und ihrer Diagnostik
- Expertenaysteme xur Einführung in die Diagnoatik und
   xur Prüfung der diagnoatischen F&higkeit apetifischer
   Fertigkeiten
- Computerunterstütste Ausbildung
      usw .
 ---pagebreak---                                                   9
           das Vordringen von Analysen, Diagnosen , Behandlungen und Biotechniken bis auf
           die bio-molekulare Ebene , mit Hilfe der fortschrittlichsten Ergebnisse der
           Informationstechnologie.      Z.B.    Gen-Strukturanalysen,    computerunterstützte
           Konstruktion von Substanzen , Computersimulation biomolekularer Prozesse, etc.;
           einen beispiellosen Anstieg des medizinischen und verwandten wissenschaftlichen
           Wissens, z.B.
                stellt die Anzahl der Forscher der Biowissenschaften z.Zt . etwa 25 % der
                Gesamtzahl der Wissenschaftler;
                ist die Anzahl der in der medizinischen Literatur erfaßten umschriebenen
                Krankheitsbilder seit 1900 um das zehnfache gestiegen;
                steigt die Anzahl differenter pharmazeutischer Produkte, die gegenwärtig bei
                über 10.000 liegt, um etwa 250 pro Jahr;
                Biotechnologie führte in den vergangenen Jahren zu einem dramatischen
                Fortschritt bei Qualität und Produktivität pharmazeutischer Produkte.
Die MBI hat darin eine âuBerst wichtige Rolle gespielt.
Abbildung 1 und Tabelle 1 zeigen die Bedeutung der Medizinischen und Bio-Informatik in
der Gesundheitsversorgung .
1.2 . Medizinische Versoreune ist ein bedeutender sozioôkonomischer Sektor mit groBem
        Potential fur die Zukunft
          Mit ungefähr 8% des BSP der Mitgliedstaaten , die für medizinische Versorgung
          aufgewandt werden , ist dieser Sektor vergleichbar mit den Ausgaben für
          Verteidigung und größer als derjenige für Telekommunikation;
           Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft gibt es ungefähr 800.000 Ärzte und
           15.000   Krankenhäuser    mit    mehr  als 3   Mio . Krankenhausbetten     für eine
          Bevölkerung von etwa 320 Millionen. Das macht diesen Sektor zum größten
          Dienstleistungssektor;
          Mit einer Wachstumsrate von 8% p.a. stellen die Gesundheitsdienste einen der
          schnellst expandierenden Märkte Europas dar. Darin beträgt die Wachstumsrate von
          MBI etwa 15% p.a. und es wird erwartet, daß MBI über das nächste Jahrzehnt an
          Bedeutung zunimmt, bis sie 5% der Ausgaben für Ausrüstung und Dienstleistung
          darstellt. Aufgrund des unaufhörlichen Anstiegs der Erwartungen bezüglich einer
           Verbesserung er Lebensqualität kann man davon ausgehen , daß die medizinische
           Versorgung ein springender Punkt künftiger sozialer Entwicklung bleiben wird;
           Nicht-pharmazeutische medizinische Produkte stellen heute weltweit einen Markt
          von 25 Milliarden ECU dar, die 10% p.a. anwachsen . Europas Anteil an diesem
          Markt beträgt trotz seiner Bevölkerungszahl und der steigenden Nachfrage nur 20%.
1.3 . Merkmale der zukûnftieen Entwickluneen
Zukünftige Entwicklungen werden von der steigenden Nachfrage nach Gesundheitsdiensten
(weltweit und in entwickelten Ländern verstärkt durch demographische Faktoren) und den
schnellen Fortschritten in Wissenschaft und Technologie bestimmt werden , jedoch
entscheidend limitiert durch die Kosten für Gesundheitsversorgung .
 ---pagebreak---                                                    10
Technologie wird einerseits entscheidend beitragen,
            um kosteneffektivere Mittel fur Diagnose und Therapie anzubieten,
            uni zur weiteren Verbesserung existierender Techniken in der medizinische
           Versorgung beizutragen ,
           um eine bessere       Anpassung an die      Bedurfnisse der   Patienten, Arzte und
           Gesundheitsdienste zu ermöglichen,
wird     aber   gleichzeitig    Versorgungsabläufe,    -Organisation   und   -Verwaltung   im
Gesundheitswesen verbessern, indem sie
           Verbesserungen ermöglicht bei der medizinischen Versorgung in Krankenhäusern
           und in der Ambulanz (z.B. zu Hause),
           neue und verbesserte Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausbildung und
           Spezialisierung des medizinischen Personals anbietet und
           die Verwaltung medizinischer und abrechnungstechnischer Daten erleichtert.
Hier kann insgesamt eine schnelle Entwicklung erwartet werden. Jedoch werden einige der
Veränderungen wahrscheinlich beträchtlichen Einfluß nehmen auf die Organisationen und
Arbeitsaufteilung unter den Berufen, die mit medizinischer Versorgung befaßt sind. Mit
einbegriffen in diese Entwicklung sind größere strukturelle Veränderungen, die alle Teile des
Gesundheitswesen      einschließlich der  Hilfsdienste  betreffen  und  bis zur  Rechts - und
Verordnungsstruktur sowie der Ausbildungs - und Qualifikationsanforderungen für das
Personal im Gesundheitswesen reichen .
Die genauen Entwicklungswege sind z.Zt. schwer zu kennzeichnen, doch können einige
Charakteristiken identifiziert und das Augenmerk auf sie gelenkt werden. Der folgende
Abschnitt beschreibt als Szenario das Gesundheitswesen , wie es Ende der 90er Jahre aussehen
könnte .
1.4 . Die medizinische Versoreung im Jahre 2000
Die technologischen Entwicklungen der kommenden Jahrzehnte werden die Möglichkeiten im
Gesundheitswesen erweitern und gleichzeitig traditionelle Engpässe der Versorgung aus dem
Weg räumen. Gesundheitsversorgung wird viel mehr den Bedürfnissen der Patienten angepaßt
sein, z.B. angeboten werden , wann , wo und wie es der Patient wünscht, also weniger auf
eine feste Infrastruktur der Gesundheitsorganisation und deren Dienste angewiesen sein.
Einige Beispiele können die möglichen zukünftigen Entwicklungen verdeutlichen:
      1)   "Telemedizin": Gewisse Dienstleistungen, insbesondere bei der Diagnostik , könnten
           durch den Einsatz verbesserter Telekommunikationsdienste, kombiniert mit neuen
           Diagnostikpaketen, angeboten werden. Dies würde es dem Patienten auch erlauben,
           dem Arzt die erforderlichen Informationen zu übermitteln . Der Nutzen daraus wäre
           eine Reduzierung der Besuche beim Arzt und dennoch ein besserer Zugang zu ihm.
      2)   "Offene Krankenhauspflege": Mit der Verbesserung medizinischer Geräte und deren
           Zusammenspiel mit Telemetrie und Fernsteuerung wird krankenhausähnliche Pflege
           außerhalb des Klinikkomplexes möglich.
 ---pagebreak---       3)   "Integrierte Krankenhauspflege" : Neue Techniken und ihr Zusammenspiel erlauben
           die Organisation der Krankenhauspflege um den Patienten herum anstatt, wie zur
           Zeit, in getrennten Abteilungen , so daß z.B. der Patient für verschiedene
           diagnostische oder therapeutische Verfahren nicht von einer Abteilung in eine
           andere gebracht werden muß. Das wird möglich als Ergebnis einer systematischen
           Entwicklung der klinischen Versorgungstechniken und deren Abgestimmtheit
           untereinander.
      4)   "Medikamente nach Maß" : Als Teil der integrierten Versorgung und ihrer
           Hilfsdienste wird es z.B. möglich, aus den diagnostischen Daten und einer
           allgemeinen therapeutischen Strategie eine patientenspezifische Medikation
           abzuleiten. Das beinhaltet die Arzneimittel wähl, die Darreichungsform und die
           Dosierung. Die Arzneimittel können sowohl konventionell als auch biotechnologisch
           entwickelte    Produkte    sein . Die   Vorteile  auf    die   Patientenbedürfnisse
           maßgeschneiderter Arzneimittel sind beträchtlich: Nebenwirkungen könnten
           reduziert, der Heilungsprozeß beschleunigt und der Bedarf langzeitiger Behandlung
           minimiert werden .
Viele weitere Möglichkeiten und Veränderungen der medizinischen Versorgung können
entstehen. Wann und wie diese auftreten, hängt von mehreren Faktoren ab, doch eine ist
allen Szenarien gemeinsam: die Abhängigkeit von der funktionalen Integration und vom
Zusammenspiel der Geräte und Dienstleistungen , wie sie die MBI anbietet.
2 . CHANCEN UNP AUFGABEN IN PER MEDIZINISCHEN UND BIO-INFORMATIK
2.1 . Sozio-politische Aspekte
Medizinische Versorgung und darin der Einsatz von Technologie muß mehr als andere
Bereiche die soziale Dimension berücksichtigen . Die Anwendung von Technologie, die
Organisation der medizinischen Versorgung und die Art, wie diese angeboten wird , müssen
von der zwischenmenschlichen Interaktion gelenkt und auf deren Bedürfnisse ausgerichtet
sein. Das bedeutet, daß bei der Betrachtung jeder Nutzung von Technologie in der
medizinische Versorgung, soweit sie sich direkt auf den Patienten oder auf das Verhältnis
des Patienten zum medizinischen Personal bezieht, die Übereinstimmung mit den
medizinischen und psychologischen Bedürfnissen der Patienten und des medizinischen
Personals gesucht und die Technologie entsprechend entwickelt werden muß . Die
Entwicklung von entsprechenden Nutzerschnittstellen spielt deshalb eine zentrale Rolle in der
MBI.
Akzeptanz und damit Nützlichkeit hängen somit entscheidend von dem richtigen Verständnis
der sozialen Dimension und seiner Realisierung in der Technik ab . Damit ist aber auch der
wirtschaftliche Erfolg der entsprechenden Geräte , Produkte und Dienstleistungen stark davon
abhängig , wie sehr es gelingt, diesen menschlichen Faktor zu berücksichtigen .
In solchen MBI Bereichen, die nicht direkt das Patienten/ Arzt - Verhältnis tangieren , sondern
in den Einsatzbereich der medizinischen Labors u.a. Hilfssysteme gehören , ist die gute
Anpassung an die Benutzerbedürfnisse zwar auch sehr wichtig und berücksichtigungswürdig,
doch ist sie nicht von so ausschlaggebender Bedeutung wie im Patienten/ Arzt-Verhältnis .
                                                                 •              •
Der Grund , diesen Punkt im Zusammenhang mit der vorwettbewerblichen und prå -
normativen Arbeit anzusprechen liegt darin , daB mehr und mehr Eigenschaften von
Endprodukten im Anfangsstadium der Entwicklung ersonnen werden , d.h. die sozialen
Dimensionen mussen als Forschungsziele und Planungskriterien bereits in diesem Stadium
enthalten sein .
 ---pagebreak---                                                  12
2.2 . Verschmelzung der Gesundheits - und der Informationsdienste
Medizinische Versorgung ist das Ergebnis systematischer Anwendung und des
Zusammenspiels vieler Vorgehensweisen und Techniken. Alle hängen jedoch in großem Maße
von der Kommunikation zwischen dem Patienten und dem medizinischen Personal einerseits
und dem medizinischen Fachpersonal und entsprechenden Dienstleistungseinrichtungen
andererseits ab. Es kann daher angenommen werden, daß die medizinische Versorgung die
Telekommunikation /erstärkt nutzen wird. Schon jetzt wird ärztliche Beratung über Telephon
angeboten. Mit dem Auftreten von Breitbanddiensten kann erwartet werden, daß sich diese
Art der medizinischen Beratung weiter ausdehnen wird. Videokonferenzen über einen
besonders schweren Fall zwischen Spezialisten in verschiedenen Teilen der Welt könnten in
den 90ger Jahren zum Normalfall werden, um nur ein Beispiel aus der Arbeit der Ärzte zu
nennen. Biochemiker, die die medizinische Versorgung unterstützen vertrauen schon jetzt auf
Proteindatenbanken, die weltweit von Experten entwickelt und gewartet werden. Diese Art
der Entwicklung wird sich vermutlich schnell ausbreiten und nach und nach noch
leistungsfähigere Forschungsinstrumente anbieten.
Aus technischer Sicht bedeutet das , daß die medizinische Versorgung Pionier-Anwender
anspruchvollster Informationsdienste ist, die vom Breitbandservice bis zu äußerst komplexen
Datenbankanwendungen reichen, die das Neueste auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz
benutzen .   Während   die Grundtechniken     Bio-Informationsdiensten  mit  vielen anderen
gemeinsam sind, gibt es andererseits zusätzliche spezifische Anforderungen, die in Betracht
gezogen werden müssen, beispielsweise bezüglich der Entwicklung gemeinsamer funktionaler
Spezifikationen und minimaler Standards , damit die uneingeschränkte Nutzung dieser Dienste
möglich wird .
2.3 . Konvercenz der Biotechnologie und Informationstechnoloeie (Meistern der Komolexitât)
Biologische Systeme sind bekannterweise die kompliziertesten vom Menschen untersuchten.
Fortschritt im Verstehen war deshalb zu allen Zeiten verbunden mit der Fähigkeit, neuartige
Informationen zu gewinnen , sie zu analysieren und zu interpretieren. Die wissenschaftliche
Basis künftiger medizinischer Versorgung wird sich weitgehend auf das Verstehen der
molekularen Basis des biologischen Prozesses stützen. Das kann die Analyse und
Interpretation von Millionen von Atomen beinhalten, die die biomolekularen Funktionen
ausmachen. Man spricht in diesem Zusammenhang deshalb von ’Megakomplexität’ , mit der
gearbeitet werden muß. Und deshalb ist auch der Fortschritt in der Biotechnologie mit dem
Fortschritt in der Informationstechnologie eng verknüpft. Im umgekehrten Sinne dienen
biologische Prozesse in steigendem Maße als Modell in der Informationstechnologie. Aus
diesem Grund wird erwartet, daß langfristig Informations- und Biotechnolgie in
bedeutendem Ausmaß konvergieren.
2.4 . Geschwindigkeit der Evolution
Die wissenschaftliche Grundlage der medizinischen Versorgung entwickelt sich so schnell,
daß sie manchen wie eine Revolution für die Menschheit erscheint. Das beruht wohl darauf,
daß die Biotechnologie einen solchen Stand erreicht hat, daß die Anwendung in Reichweite
gekommen ist. Das Anwendungspotential und das damit verbundene wirtschaftliche Potential
führten zu einem deutlich anderen Vorgehen und Grad der Anstrengungen. Mehr und mehr
werden die Mittel wie Geld, Ausrüstung und menschliches Geschick auf spezifische Anwen¬
dungen gerichtet. Diejenigen Länder, die ihre Stärke auf diesem Gebiet erhalten wollen,
müssen nicht nur über die finanziellen Mittel sondern insbesondere auch über die
Organisation und die Richtung dieser Bemühungen nachdenken. Eine weit verstreute
wissenschaftliche und technologische Gemeinde mit einem gemeinsamen Rahmen für
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Zusammenarbeit zu versehen ist eine der unbedingten Notwendigkeiten, wenn man nach
mehr Konzentration und vergrößerter Anstrengung strebt.
2.5 Bewâltigen der Okonomischen Aspekte und des Maneels an Ressourcen
Medizinische Versorgung und alle verbundenen Disziplinen sind große Tätigkeitsbereiche,
denen sehr beachtliche finanzielle und menschliche Mittel sowie ausgedehnte Einrichtungen
zugestanden werden. Dieser Bereich ist bereits jetzt sehr kostenintensiv, gleich ob im
Stadium der Forschung, der Entwicklung, im Test oder in der Anwendung. Diese Tendenz
wird sich fortsetzen und bei der hinzugekommenen Biotechnologie können die notwendigen
F&E-Anstrengungen, die zur Teilnahme an fortschrittlichen Projekten nötig sind , Ausmaße
erreichen, wie man sie sonst aus anderen hochtechnischen Gebieten wie Raumfahrt und
Informationstechnologie kennt. Zusammenarbeit ist dann nicht nur von Vorteil , sondern wird
zur Notwendigkeit in Hinblick auf finanzielle und personelle Mittel. Die Interdisziplinarität
in der medizinischen Versorgung verstärkt die Notwendigkeit, auf verschiedenen Gebieten
zusammenzuarbeiten .
Der Erfolg , dieser wirtschaftlichen Herausforderung (sowohl bezüglich der finanziellen als
auch personelle Ressourcen) gerecht zu werden, wird von der Bereitstellung wirkungsvoller
Systeme abhängen, die die verschiedenen Akteure in der Arbeit an ihren entsprechenden
Beiträgen unterstützen. Die hier vorgeschlagene Aktion bietet Hilfe für die Bereichsakteure
auf solchen Gebieten, für die die europäische Dimension den vorteilhaftesten Rahmen bietet.
2.6 . SchluBfolgeruneen
           Medizinische Versorgung ist von zentraler sozio-politischer als auch ökonomischer
           Bedeutung für die Gemeinschaft. Der Bedarf an weiteren Verbesserungen wird
           verstärkt durch Fortschritte in Wissenschaft und Technologie gedeckt werden;
           Alle europäischen Länder (und die meisten anderen in der Welt) stehen ernsthaften
           Problemen beim Wachstum ihrer Gesundheitsversorgungssysteme gegenüber. Für
           einige hat der Prozentsatz des BSP, der für die medizinische Versorgung
           ausgegeben wird, mindestents 6% erreicht; je nach dem, was zum
           Versorgungsbudget gerechnet wird , kann ebenso leicht davon ausgegangen werden,
           daß dieser Satz in einigen EG-Mitgliedsstaaten bereits 10% überschritten hat.
           Obwohl einige Experten diese Ausgabenhöhe als die wirtschaftlich maximal
           vertretbare ansehen , sind sich doch die meisten Länder der Unzulänglichkeiten in
           ihrem Versorgungssystem bewußt, was sie wiederum dadurch zu überwinden
           versuchen, daß sie weitere Institutionen und Programme etablieren.
           Ungeachtet der Unterschiede in der sozio-ökonomischen Struktur der
           Versorgungssysteme in den EG Mitgliedsstaaten , weisen die Entwicklungen
           weitgehende Gemeinsamkeiten auf und bieten damit eine Chance , wenn nicht die
           Notwendigkeit für vereinte Bemühungen im Rahmen der EG , insbesondere auf
           dem Gebiet moderner Informatik .
           Das Gebiet der Medizinischen Informatik selbst bietet mehrere ausgezeichnete
           Prüfstände für anspruchsvolle Produkte der Informatik im allgemeinen .
           Medizinische Informationstechnologie ist ein Weltmarkt, wie die starke und noch
           wachsende Rolle zeigt, die nicht-EG- heimische Gesellschaften in Europa und EG-
           heimische     Gesellschaften      außerhalb    Europas     in    Bereichen    wie
           Krankenhausinformationssysteme, medizinische Labortechnik und bei Systemen der
           Bild - und Signalverarbeitung spielen.
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 Die zukünftige Rolle der Medizinischen Informatik schlieût ein:
      die Unterstützung von Routineaufgaben in breiten Anwendungsgebieten,
      effizient, billig und robust genug, um überall in den Mitgliedsstaaten
      eingesetzt zu werden;
      die Bereitstellung örtlicher und regionaler Kommunikationsmöglichkeiten , um
      patientenbezogene Daten wo immer und wann immer zu liefern - wobei
      Datensicherheit und Datenschutz beachtet werden - wodurch unnötige
      Doppeluntersuchungen und Verzögerungen vermieden werden;
      die Bereitstellung aggregierter Daten zur wirksameren Planung des
      Gesundheitswesens. Von diesen und anderen Auswirkungen, die von einer
      strategischen Implementierung der Medizinischen Informatik erwartet werden
      können, können generell Beiträge zur Qualitätssicherung, Kostendämpfung
      und gerechten Verteilung dieser sozialen Dienstleistung erwartet werden.
Die Initiative ist zeitgerecht, da:
      einige Mitgliedsstaaten der EG jetzt nationale Pilotprojekte und F&E-
      Programme        starten    oder     entwickeln,    um    ihre    Medizinische
      Informationstechnologie zu fbrdern , z.B. in Bereichen wie Informatik fur die
      Primårversorgung,                   regionale               Gesundheitsdienste,
     Krankenhausinformationsdienste;
     mit dem Aufkommen der Personal Computer und leistungsfähiger
     Minicomputer wird Rechnereinsatz nun auf breiter Ebene für Krankenhäuser,
     praktische Ärzte und andere Gesundheitsdienste erschwinglich;
     Fortschritte bei Telekommunikation eröffnen dem Gesundheitswesen neue
     Möglichkeiten, beispielsweise mobile integrierte Dienste.
Die durch die Fortschritte in der MBI möglich gemachte funktionale Integration
der Versorgungsausrüstung erlaubt größere Verbesserungen in Qualität und
Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung (Einsparungen durch größere
Integration und Einsatzbreite).
Die Verwirklichung der Fortschritte, die auf den durch MBI angebotenen neuen
Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität und Kosten/Leistungsrelation
aufbauen, hängt von der Zusammenarbeit mehrerer Sektoren ab (medizinische
Berufe , Molekularbiotechnologie, Laborinstrumentation , Forschungsausrüstung,
Telekommunikation , Informationstechnologie sowie der auf den entsprechenden
Gebieten um Standardisierung bemühten Gruppierungen).
Fortschritt    in  MBI      eröffnet  mit    seinem  Potential neue   Möglichkeiten,
Gesundheitsversorgung flexibler zu machen und besser an den einzelnen Patienten
und die Bedürfnisse des medizinischen Personals anzupassen .
Fortschritt hängt ab von der Zusammenarbeit unabhängiger Akteure, die ihren
jeweiligen Beitrag in einem schlüssigen Aktionsrahmen leisten.
Die Knappheit an           Expertise ist zusàtzlich zu der Knappheit geeigneter
Einrichtungen und         Finanzen das wichtigste Argument zu Gunsten der
Zusammenarbeit auf europäischer Ebene.
Die Forschungsarbeit, die diesem Antrag vorausgegangen ist hat die Bereitschaft
der Akteure bestätigt, auf diesem Gebiet zusammenzuarbeiten und hat Bereiche
identifiziert, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit geben.
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           USA und Japan investieren groBe Geldbetrâge in die moderne Medizininformatik
           (z.B. in Expertensysteme, Kommunikation , Bildverarbeitung ), wobei jetzt schon
 .         spezialisierte US Softwarefirmen einen steigenden Anteil des medizinischen
           Informatikmarkts in Europa für sich gewinnen.
           Die vorhandenen F&E Mittel in Europa sind in einigen Bereichen wie
           Krankenhausinformationssysteme, Bildverarbeitung , Expertensystem und anderen
           stark genug, relevante Marktanteile in Europa und weltweit zu erobern,
           vorausgesetzt, daß ein ausreichendes Maß gemeinsamer Bemühungen und ein
           abgestimmtes Vorgehen erreicht wird.
           AIM kann auf kooperativen Bemühungen, insbesondere auf ESPRIT und RACE,
           sowie auf anderen fortgeschrittenen Beiträgen aufbauen, wie sie in anderen
           Rahmenprogrammen verwirklicht wurden. Damit trägt es zur Nutzung der in
           diesen Programmen geleisteten Arbeit bei.
AIM wird den mittelfristig greifbaren Erfolg kombinieren mit ehrgeizigeren Zielen , die
l&ngere Zeit in Anspruch nehmen.
3 . SKIZZE DES AKTIONSPLANS
Die zentrale Aufgabe von AIM ist es, die Nutzung begrenzter Mittel für den Fortschritt
medizinischer Versorgung als ganzes wie ihrer Teilgebiete zu verbessern. Dies betrifft
Personal, Einrichtungen und Finanzen, beinhaltet aber auch ein zeitliches Element, um einen
schnelleren Fortschritt in der Qualität und Kosten- /Leistungsrelation zu erreichen.
Das impliziert eine zweckgerichtete Zusammenarbeit der Akteure innerhalb eines schlüssigen
Arbeitsrahmens. Zu diesem Zweck, und um die Zusammenarbeit in so einem komplexen
Bereich handhabbar und wirkungsvoll zu gestalten, sollte die Aktion entsprechend den
Hauptbeiträgen strukturiert werden, die jede Arbeitsgruppe beitragen kann . Die folgenden
Arbeitsschwerpunkte stellen eine so angenäherte Strukturierung der erwarteten Bemühungen
dar. Diese werden während der Pilotphase weiter durchgearbeitet, um schließlich genaue
Ziele und optimale Ansätze zu definieren.
3.1 . Aktionsvorschlag I
Verbesserung der Wirksamkeit öffentlicher und privater Aktionen
durch
die Entwicklung eines gemeinsamen konzeptionellen Rahmens für die Zusammenarbeit auf
Planungs - und Verwaltungsebene in Europa.
Hierzu würde ein Referenzmodell konstruiert werden (siehe Entwurf des Arbeitsplans).
Dieses Modell würde den Konsens der Hauptakteure beinhalten bezüglich der gemeinsamen
Muster, einschließlich der wirtschaftlichen Aspekte , die den Aktivitäten auf diesem Gebiet
zugrundeliegen. Der Entwurf würde mehrere Untermodelle enthalten von denen jedes eines
der Subsysteme abbildet, die innerhalb des Sektors identifizierbar sind.
In der medizinischen Versorgung werden in Europa beachtliche Anstrengungen von privater
und öffentlicher Seite     unternommen .   Ihre Wirksamkeit    könnte durch     ein verstärktes
Zusammenspiel bei der Definition der Ziele, der Ableitung der notwendigen Aktionen, der
Evaluation sowie der Umsetzung in die Anwendung bedeutend gestärkt werden.
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  Dieser Aktionsschwerpunkt würde über regelmäßige Berichte die Identifikation von Zielen,
  Ergebnissen, Empfehlungen von Vorgehensweisen zur wirtschaftlichen Bewertung und
  anderer Erfordernisse ermöglichen und damit die Richtung für zukünftige Arbeit im Bereich
 des MBI vorgeben. Diese Berichte würden einen umfssenden Überblick über die europäische
 Situation und darin enthaltene Perspektiven geben und diese in den weltweiten Kontext
 einordnen .
 3.2 . Aktionsvorsçhlae II
 Stärkung der Position Europas in MBI und in der medizinischen Versorgung
 durch    .
 Zusammenarbeit in prä-normativer und vorwettbewerblicher Technologieentwicklung, dabei
 sich selektiv auf Verstärkung und Ergänzung der technologischen Grundlage von MBI und
 ihrer Dienstleistung konzentrierend.
 Dadurch soll das Mindestmaß an Unterstützung und organisatorischem Rahmen gegeben
 werden, das für solche multidisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich ist, die das europäische
 Potential in diesem Bereich aufbringen muß.
 Dieser Teil des Aktionsprogramms braucht die Beteiligung von Ärzten, Forschern,
 entsprechender Ausstattungs- und Dienstleistungs-Industrien sowie auch der entsprechenden
 für Normen bzw. Standards zuständigen Körperschaften.
 Aberenzune der Thematik
 Das Gebiet, das in diesem Arbeitsschwerpunkt behandelt werden soll, beinhaltet folgende
 Punkte des Arbeitsplans:
      - Arbeitsumgebung der medizinischen Informatik
      - Kommunikation und funktionale Intégration
      - Moderne biomedizinische Informationsverarbeitung
      - Biomedizinische Instrumentierung
Informationstechnologie und Telekommunikation bringen Flexibilität und helfen bei der
Überwindung von Entfernungen und Informations-Zugriffsbeschränkungen.                Um der
jeweiligen     medizinischen     Versorgung    wirklich   nützen    zu     können,     müssen
anwendungsspezifische funktionale Beschreibungen und minimale Standardisierungen im
medizinischen Sektor vereinbart werden. Dies ist eine Voraussetzung für die Verbesserung
der Schnelligkeit und Genauigkeit aller informationsabhängigen Prozesse in der
medizinischen Versorgung. Ferner ist es eine Voraussetzung zur gemeinsamen Nutzung
medizinischer Geräte und Dienstleistungen .
Deshalb würde es eine der horizontalen Aspekte solcher Aktivitäten sein , möglichst früh die
Bemühungen um Standardisierung medizinischer Klassifikationen zu verstärken , soweit sie
Bezug auf MBI haben , einschließlich Diagnose- u.a. medizinischer Datenstrukturen. Hierbei
müssen Datenschutzgesichtspunkte voll berücksichtigt werden.
In den meisten Fällen kommt der ganze Vorteil der Fortschritte in der
Informationstechnologie und Telekommunikation erst dann zum Tragen, wenn ergänzende
Anstrengungen in Richtung auf gesundheitsspezifische oder für die entsprechende
biomedizinische und biotechnologische Forschung bedarfsspezifische Erfordernisse
unternommen werden .
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Deshalb werden zusätzlich mehr technologieintensive , kollaborative Forschungsaktivitäten in
Spezialbereichen nötig , so z.B. Expertensysteme (zum Einsatz im Entwurf und beim Zugriff
auf Wissensbasen oder in 'intelligenteren* Mensch - Maschine -Schnittstellen ) oder bei der
Nutzung von MBI in medizinischen Labors und in der Forschung. Über die Entwicklung
gemeinsamer      funktioneller   Spezifikationen   und   der  oben   erwähnten    minimalen
Standardisierungen      würden     solche    Aktivitäten   in  der    prä-normativen     und
vorwettbewerblichen F&E in spezifischen Bereichen von MBI den Weg bereiten zur
Erforschung und Entwicklung moderner MBI in solchen Gebieten der medizinischen
Versorgung oder verwandten Forschungsbereichen, die besonders relevant und für eine
transnationale Vorgehensweise geeignet sind .
3.3 . Aktionsvorschlag III
Die Schaffung einer Umgebung , die die Einführung und die geeignete Anwendung von MBI
in der medizinischen Versorgung beschleunigt
durch
die Entwicklung spezifischer Vorschläge zur Entwicklung der politischen , regulatorischen ,
gesetzlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für den MBI-Einsatz, einschließlich
Ausbildungs - und Berufsbildentwicklungen .
Abgrenzung der Thematik
Die unter diesen Arbeitsschwerpunkt fallenden Aufgaben tragen im Arbeitsplan die
Bezeichnung:
      - Nicht-technologische Faktoren.
4 . PHASEN DER IMPLEMENTIERUNG
Fortschritt in diesem Aktionsbereich erfordert die zielbewußte Zusammenarbeit mehrerer
Akteure innerhalb ihrer jeweiligen Aufgabenbereiche . Die Herausforderung liegt
gleichermaßen in der Motivation zur Zusammenarbeit wie in dem Gegenstand selbst. Jedoch
können Motivation und kooperative Haltung nicht geplant oder entschieden werden , sondern
müssen von selbst erwachsen und sich bewähren . Deshalb wird ein stufenweises Vorgehen
vorgeschlagen , das die schrittweise Erhöhung der Anstrengungen erlaubt, je nach dem
Fortschritt der Zieldefinition , dem Nachweis des Wertes der Zusammenarbeit und der
Glaubwürdigkeit durch das Engagement der Akteure .
4.1 . Pilotphase
Nach Vollendung der Untersuchungsarbeiten , die zu der Formulierung des Antrags geführt
haben , muß der umfassenden Durchführung eine Pilotphase vorausgehen. Die Pilotphase
dient der Erforschung des Aktionsrahmens und der - Möglichkeiten , die in der Hauptphase
enthalten sein sollen , sowie der Entwicklung und dem Test des Kooperationsrahmens . Die
Arbeit während der Pilotphase ist ihrer Art nach explorativ und in sich abgeschlossen , wenn
sie auch die Grundlage für spätere Tätigkeiten in der Hauptphase darstellt.
Der erste Arbeitsplan für die AIM Pilotphase liegt diesem Dokument im Entwurf bei. Er
wird Gegenstand einer Überprüfung durch das Management Committee sein , das aufgrund
der Entscheidung zur Annahme dieser Aktion etabliert werden muß .
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4.2 . Hauptohase
Der Vorschlag des Hauptprogramms hängt vom erfolgreichen Beginn und Implementierung
der Pilotphase ab. Zweck dieser Phase ist die Durchführung der prä-normativen und
vorwettbewerblichen FuE Arbeiten, die zur Verwirklichung eines wesentlichen Fortschritts
hinsichtlich der Zielsetzungen dieses Programms erforderlich sind. Der Arbeitsplan, der den
Vorschlag für die Hauptphase begleiten wird , wird ergänzende Angaben zu den technischen
Zielsetzungen dieser Phase machen .
S. ORGANISATION UND VERWALTUNG DER ZUSAMMENARBEIT
Die Zusammenarbeit im Bereich der MBI stellt, selbst auf der Ebene der Vorbereitung und
des Explorierens künftiger Entwicklungen, hohe Anforderungen hinsichtlich der Organisation
und des Managements. Es gibt mehrere wichtige Faktoren, die bereits wâhrend der
Pilotphase berücksichtigt werden müssen.
           Für jede Arbeitskomponente muß es ein klar definiertes Ziel in Bezug auf
           funktionelle    Eigenschaften    und   Kosten- /Leistungsrelation  geben     sowie
           Meilensteine , die den Fortschritt in Richtung auf das Ziel markieren. Die
           Überprüfung des Fortschritts durch diese Zieldefinition ist letztendlich die
           Meßlatte zur Bestimmung der technologischen Investition und der Standard , mit
           dem die Ergebnisse bewertet werden können. Es ist nicht die reine technische
           Machbarkeit auf die es ankommt, sondern die techno-ökonomische Umsetzbarkeit
           und der Gewinn für die medizinische Versorgung;
           Das Gesundheitsfursorgesystem und die Verschmelzung mit der Forschung, den
           Informationsdiensten, einschlieClich mobiler Kommunikation, erzeugt einen hohen
           Grad an KomplexitSt und eine groBe gegenseitige AbhSngigkeit zukunftiger
           Investitionen und Anwendungen;
           Es gibt zahlreiche Akteure mit ihren jeweiligen , eigenen Zustândigkeitsbereichen,
           die    zielbewuBt   zusammenarbeiten     müssen    (Medizinische   Berufsgruppen,
           Diensteanbieter, Krankenhåuser und medizinische Dienste, Industrie und bei
           reglementåren und politischen Fragen die entsprechenden Gremien der Verwaltung
           und Politik).
Dies alles macht die Organisation und Verwaltung der Zusammenarbeit auf diesem Gebiet zu
einer Herausforderung eigener Art. Die Entwicklung einer wohl überlegten Vorgehensweise
bei diesen Punkten wird von entscheidender Bedeutung sein , die Ziele zu erreichen und die
den mit einer solchen Zusammenarbeit unvermeidbaren Gemeinkostenanteil begrenzt zu
halten .
5.1 . Bewertune
Die Beurteilung ist ein durchgehender Prozeß, der in dem Arbeitsplan integriert ist. Die
Beurteilung umfaßt die Überprüfung der Zielsetzungen mittels Fortschrittüberwachung und
Meilensteinen. Die Beurteilung der Projektvorschläge und der Resultate wird mit Hilfe
unabhängiger Experten durchgeführt werden. Die Gesamtbeurteilung wird von dem
Verwaltungsausschuß übernommen .
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 5.2 . Beziehune zu Internationalen Proiekten und Nationalen Aktionen
 Eine geschätzte Gesamtinvestition in der Größenordnung von 100 Milliarden ECU in der
 Forschung und Entwicklung der medizinischen Versorgung wird in den nächsten 10 Jahren
 in den entwickelten Ländern getätigt werden. Die für AIM vorgesehene Aufgabe liegt in der
 Minimierung der Risiken und Ungewissheiten sowie in der optimalen Nutzung begrenzter
 personeller und finanzieller Mittel . AIM bezieht sich auf die F&E Anfangsphase sehr viel
größerer später für Produktentwicklung erforderlicher Anstrengungen. AIM konzentriert sich
auf Technologien , die für die medizinische Versorgung und unterstützende wissenschaftliche
 Leistungen grundlegend und gleichzeitig spezifisch sind . Solche Technologien sollten
 überwiegend gemeinsamen Erfordernissen entsprechend eine breitgefächerte oder auf eine
 kritische Größe abzielende Zusammenarbeit erforderlich machen . Wo internationale oder
 nationale Projekte mit verwandten Zielen befaßt sind , wird eine enge Koordinierung und
 Zusammenarbeit vorgeschlagen und wesentlich sein .
 5.3 . Teilnahme von privaten und flffentlichen Oreanisationen aus europâischen Lândern nicht
          Mitelied der Gemeinschaft sind
Für die AIM Pilotphase wird vorgeschlagen , mit den vorhandenen Institutionen und
Organisationen , die sich bereits in diesem ' Bereich spezialisiert haben , eng
zusammenzuarbeiten. Wenn möglich sollte sich dies auch auf öffentliche oder private
Organisationen außerhalb der Europäischen Gemeinschaft beziehen .
Die Gemeinschaft hat nicht nur ein strategisches, sondern auch ein operationeiles und
wirtschaftliches     Interesse    an   einer     europäischen     Lösung     für     Probleme    der
Gesundheitsfürsorge , unter Einbeziehung von Ländern , die keine Mitgliedstaaten der EG
sind.      Deshalb   hat    die   Kommission      die    Absicht,    dem     von     der   Industrie ,
Fernmeldeverwaltungen und - gesellschaften und Diensteanbietern der EFTA-Länder zum
Ausdruck gebrachten starken Interesse Rechnung zu tragen. Die Kommission wird die
Teilnahmekriterien für          AIM erweitern, so daß auch die                 Untrenehmen , die
Dienstleistungsanbieter des Gesundheitswesens , und andere interessiert Akteure der EFTA
Länder sich beteiligen können.
Es wird vorgeschlagen , in den EFTA-Ländern ansässige Organisationen zur Abgabe von
Vorschlägen und als Unterzeichner von AIM-Vorhaben zuzulassen , wenn mit dem
entsprechenden EFTA-Land ein Rahmenabkommen über Zusammenarbeit im Bereich der
FuE abgeschlossen worden ist.
Die gewählten Organisationen müssen jedoch ihre eigenen Kosten plus einen Teil der
operationeilen Ausgaben ) decken . Teilnehmer aus diesen Ländern müssen den selben
Auswahlkriterien , Vertragsbedingungen und Verwaltungsprozeduren entsprechen .
5.4 . AIM Austauschproeramm
Zur Mobilisierung der personellen Resourcen und zum optimalen Einsatz der
Forschungseinrichtungen wäre es von großem Vorteil , wenn Sachverständige von einer
Organisation an einem AIM-Vorhaben beteiligt werden könnten, das von einer anderen
Organisation durchgeführt wird , falls dies von beiden Teilen gewünscht wird .
Dieser Mechanismus würde die für die Durchführung des jeweiligen AIM-Vorhaben
zuständige     Organisation   durch   Bereitstellung    zusätzlicher  qualifizierter   Arbeitskräfte
unterstützen . Der freistellenden Organisation würde , durch die Teilnahme eines ihrer
Sachverständigen an Pionierarbeit, ebenfalls ein Vorteil entstehen .
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 5.5 . Teilnahme von KMLTs. Forschunesoreanisationen und Universitâten
Die Bedeutung der KMU, der Forschungsorganisationen und der Hochschulen als starkes
schöpferisches und innovatives Element ist allgemein anerkannt und deshalb wird ihre
angemessene Teilnahme ein wichtiger Gedanke bei der Durchführung von AIM sein.
Im Hochtechnologiebereich arbeitende KMU, Forschungszentren und Universitäten werden
von AIM dadurch Nutzen ziehen können, daß durch dieses Programm ein Rahmen
geschaffen wird , in dem sich die speziellen Stärken dieser Organisationen entfalten können.
Hieraus     ergeben  sich   auch   längerfristige Marktchancen     durch    die  Stärkung der
Zusammenarbeit      mit   Geräteherstellern   und  Dienstleistungsanbietern   im  Vorfeld der
Entwicklung.
Der Großteil der im Gesundheitswesen (Industrie und Dienste) Beschäftigten arbeiten in
Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern. Dies ist ein Maß für die Vielfalt der
Aktivitäten dieses Sektors. Es besteht wenig Zweifel daran, daß diese starke Beteiligung von
KMU, Forschungszentren und Universitäten auch die zukünftige Entwicklung dieses Sektors
und die Arbeiten im Rahmen von AIM kennzeichnen wird.
5.6 . Überblick über laufende Aktivitâten
Um die Ziele von AIM in Zusammenhang mit bereits existierenden nationalen und
internationalen Tätigkeiten zu sehen, enthält dieser Abschnitt einen stark verdichteten
Überblick über einige der Hauptaktivitäten , die in der Definition und Ausrichtung des
Antrags für die AIM-Pilotphase berücksichtigt wurden.
BELGIEN
Guter Stand von F&E in der medizinischen Informatik. Einige Forschungsteams sind auf den
folgenden Gebieten bemerkenswert medizinische Terminologie, Krankenblattarchivierung,
integrierte Krankenhaus-Informationssysteme, Uberwachungssysteme in der Intensivpflege,
Datenbanken in Kardiologie, usw.
Kein nationales Programm für Bio-Informatik, doch stehen durch verschiedene Kanäle
(Öffentliche Einrichtungen, BAP-Rahmenarbeit, usw.) einige Gelder diesem Bereich zur
Verfügung.
DANEMARK
Danemark arbeitet mit Finnland, Norwegen und Schweden in zwei groBeren F&E
Programmen der medizinischen Informatik zusammen: CART (Computeraided radiotherapy)
und KUSIN-MED (knowledge based systems in medicine).
Öffentliche Gelder zur Grundlagenforschung in dem allgemeinen Gebiet der Biotechnologie
kommen von allgemeinen Projektmitteln, die durch den Rat für Forschung in der
Naturwissenschaft, Medizin, Landwirtschaft und Technologie verteilt werden. Gegenwärtig
gibt es zwei spezialisierte Programme, die in Zusammenhang mit Bio-Informatik stehen: das
Biomolekular-Technologieprogramm (DKr 33 Millionen für 5 Jahre, seit 1984 ) und ein 5-
Jahresprogramm in Grundlagenforschung, das industriebezogenen Entwicklungen in
Biotechnologie zu Grunde liegt (seit 1985 mit einem Gesamtbudget von DKr 60 Millionen).
Die dänische Regierung überlegt einen größeren Einsatz in Biotechnologie.
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 FRANKREICH
 In der Vergangenheit erhielt die medizinische Informatik bedeutsame Unterstützung von
 Regierung ,   öffentlichen  Einrichtungen    (Agence   de  l’Informatique, Centre   Mondial
 Informatique et Ressources Humaines) und nationalen Einrichtungen (INSERM, CNRS).
 Hinzu kommt eine Anzahl wissenschaftlicher Vereinigungen, die an der Entwicklung
 medizinischer Informatik arbeiten, insbesondere MEDIA , die 5 Pilotteams vereinigt, die vom
 Gesundheitsministerium ausgesucht wurden. Im Jahre 1985 half ’Agence de l’Informatique’
 bei der Gründung einer neuen Vereinigung genannt Ophis, die sich an der Organisation des
 Marktes für medizinische Informatik beteiligen soll.
 In Biotechnologie und Bio-Informatik operieren öffentliche Forschungsgelder auf zwei
 Ebenen. Zunächst gibt es eine Anzahl von Forschungseinrichtungen wie CNRS, Institut
 Pasteur, INRA und INSERM, jede mit ihren eigenen Geldern, Labors, Personal , usw. Dann
 hat Frankreich ein spezifisches Programm , das "Programme Mobilisateur. Essor des
 Biotechnologies" (Mobilisierungsprogramm: Aufschwung der Biotechnologien), das
 ursprünglich 1982 eingerichtet und durch das Industrieministerium verwaltet wurde. Dieses
 Programm hat ein Unterprogramm für Bio-Informatik, dessen Ziel es ist, die Anwendung
 von Computerwerkzeugen bei der Entwicklung der biotechnologischen Forschung und in der
 Industrie zu ermutigen und zu unterstützen.
CGR ist eine Thomson-Tochter und international auf dem MBI-Sektor aktiv.
DEUTSCHLAND
36% der Krankenhâuser, die mehr als 50% der Bettenkapazitât darstellen , sind ôffentlich
(Land, Stadt, Staat).
34,3% sind gemeinnützig (z.B. Kirche ) und haben etwa die gleiche Bettenkapazitât.
29,4% sind privât und verfügen über etwa 10% der Betten.
Zwischen den Ländern schwankt der Prozentsatz des Computereinsatzes für das Krankenhaus
zwischen 80% und 100%. Mindestens drei von fünf Häusern benutzen dazu regionale
Rechenzentren. Der Rechnereinsatz in Krankenhäusern selbst besteht hauptsächlich aus
Kleincomputern (minis ). Davon ausgenommen sind größere Kliniken, z.B. von Universitäten
in Bayern ( München, Erlangen , Würzburg ), Niedersachsen (Hannover, Göttingen ). Andere
Beispiele sind die Universitätskrankenhaus-Rechenzentren in Aachen und Kiel.
Der Haupt- DV- Einsatz liegt in der Verwaltung und im Rechnungswesen, wobei letzteres
weitgehend durch regierungsunterstützte Software aufeinander abgestimmt ist. Bezüglich
Krankenhausinformations-Netzwerken könnte eine kürzlich erfolgte Entscheidung des Landes
Hessen von Interesse sein: hier erhielt SMS (eine aus den USA stammende Firma , die DEC
favorisiert) den Vertrag für ein staatliches Demonstrationsprojekt.
Verschiedene Informatik-Entwicklungen für den Medizin-Bereich durch kleinere und
mittlere Unternehmen , Forschungseinrichtungen etc. aber auch Universitäten und nationale
Forschungsinstitute wie MEDIS-GSF.
Ein nationales Förderprogramm wurde vor mehreren Jahren beendet. Weitere Förderung ist
in Vorbereitung.
In der biomedizinischen Instrumentierung ist die Bundesrepublik Deutschland wichtigstes
europäisches Produktionsland . SIEMENS ist weltweit führend im Bereich Bildverarbeitung
und ist im allgemeinen auf dem nationalen Markt weit führend vor CHF Müller ( Philips -
Tochter), Heilige (PPG-Tochter) und CGR Koch & Sterzei (Thomson-Tochter).
In der Biotechnologie wurde 1984 durch das BMFT ein grdBeres Programm aufgesetzt. Dieses
Programm mit einem Gesamtbudget von 1,14 Milliarden DM muB im Kontext mit weiteren
Initiativen der BundeslSnder gesehen werden. Das Programm identifiziert Bioinformatik nicht
als speziellen Forderbereich, vielmehr wird die entsprechende Forschung allgemein in diesem
Rahmen gefordert.
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GRIECHENLAND
Geldmittel für die Forschung von Biotechnologie und Bio-Informatik liegen in der
Verantwortung der Ministerien für Industrie, Wirtschaft Gesundheit und Fürsorge. In
Universitäten und Forschungszentren gibt es Arbeiten über Grundlagenforschung in Biologie.
Gegenwärtig gibt es kein nationales Forschungsprogramm, das sich spezifisch auf Bio-
Informatik bezieht.
Zwei Firmen, Vioryl und Bio-Hellas, sind für ihre Arbeit auf dem Gebiet der Biotechnologie
bekannt. Einzelne national geförderte Vorhaben zum Rechnereinsatz in der Medizin.
IRLAND
Grundlagen- und angewandte Forschung wird in Irland durch den National Board for
Science and Technology (NBST), die Industrieentwicklungsbehörde (Industrial Development
Authority), den Irish Medical Research Council, einer Reihe von privaten Gründungen und
direkt durch Regierungsstellen unterstützt. Der NBST, der für die Beratung der Regierung in
allgemeinen Angelegenheiten der Wissenschaftspolitik verantwortlich ist, hat die
Biotechnologie als einen von drei Bereichen identifiziert, für den die Forschung durch ein
strategisches Forschungsprogramm finanziert werden muß . Bio-Informatik wurde von NBST
als ein wichtiges Element der Biotechnologie und modernen Molekularbiologie ausgewiesen.
Bezüglich des Einsatzes von Rechnern in der Medizin wird ein landesweites Konzept
verfolgt.
ITALIEN
Ein nationales Forschungsprogramm, das 1989 vollendet sein soll, wurde im biomedizinischen
Bereich in Gang gesetzt. Für seine Durchführung wurde im Dezember 1980 eine
Versorgungsfirma      namens    Tecnobiomedica        S.p.A.   gegründet,     die   angewandte
Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Biomedizin identifizieren , in Gang bringt und weiter
entwickeln soll. Gegenwärtig behandelt es 16 Forschungsprojekte mit einem ungefähren
Gesamtbetrag von Lit. 85 Milliarden . In diesem Rahmen arbeiten 16 Hersteller mit mehr als
20 Forschungszentren zusammen (Universitäten, Krankenhäuser, Einheiten des nationalen
Research Council ).
Unter besonderer Berücksichtigung des Bereichs der medizinischen Informatik gibt es
einzelne größere Aktivitäten , die sich mit Künstlicher Intelligenz in der Medizin befassen:
Rom, Pisa, Pavia, Turin , Mailand , Padua, Genua, usw. Jedoch ist die Unterstützung von
Regierungsseite (National Council of Research, Department of Public Education) für diese
Arbeit vergleichbar niedrig.
NIEDERLANDE
Medizinische Informatik wird durch Universitäten (Freie Universität Amsterdam , Universität
Leiden, Staatl. Universität Maastricht, Staatl. Universität Groningen ...) und Industrie (Philips
und örtliche Niederlassung von US Firmen wie Unisys , Datapoint, SMS, Honeywell , Hewlett-
Packard ...) entwickelt.
Philips hat in spezifischen Bereichen, z.B. Bildverarbeitung auf dem Weltmarkt, eine starke
Position .
PORTUGAL
Forschung wird durch den Research Council des Planungsministeriums finanziert, das
Biotechnologie und Bio-Informatik zu vorrangigen Bereichen erklärt hat. Einzelne Projekte
mit besonderem Interesse für primäre Versorgung.
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SPANIEN
 In Anwendung des Nationalen Informatik- und Elektronikplans sind derzeit einige Projekte
in Entwicklung begriffen.
Gemeinsam mit Dänemark und Frankreich beteiligt sich Spanien an einem
Entwicklungsprogramm für nicht-invasive medizinische Meßmethoden ("Galeno/2000").
VEREINIGTES KÖNIGREICH
Hier gab es zwei grOBere Initiativen in moderner Rechneranwendung:
die Alvey Initiative - das britische Programm der 5 . Generation - und das Drei-Phasen-
Programm, das durch den Forty Report on Future Facilities for Advanced Research
Computing eingefOhrt wurde. Innerhalb des Alvey Programms gab es einige Projekte , die
direkt mit medizinischer Informatik zu tun hatten .
Der IT-Bericht 86, der sich auf die Weiterverfolgung bezieht, die dem Alvey Programm
gegeben werden muß, empfiehlt ein dreiteiliges Programm: Anwendungen (700 Millionen
ECU), Forschung (770 Millionen ECU) und Enbdabnehmer-Ausbildung. Medizinische
Versorgung wurde als eines von acht Priorität besitzenden Anwendungsprojekten betrachtet.
Einige UK-Zentren befassen sich mit modernen Software-Entwicklungen für Protein- und
Nukleinsäurestudien. Die Cambridge Structure Databank (CSD) ist eine der bedeutendsten
Datenbanken Europas für biologische Forschung.
Im Vereinigten Königreich gibt es starke Aktivitäten hinsichtlich medizinischer
Expertensysteme in Forschungseinrichtungen (ICRF, Imperial College , Universität
Manchester, Universität Sheffield , St. Thomas’s Hospital , Universität Sussex , ...) und der
Industrie (ICL, Logica, Oxford University Press, Hewlett-Packard, „.).
Geldmittel für die Forschung in Biotechnologie und Bio-Informatik werden durch die
Ministerien für Erziehung und Wissenschaft (DES) und Handel und Industrie zur Verfügung
gestellt. Die Finanzierung durch DES erfolgt meistens über Forschungsausschüsse:
Agricultural and Food Research Council (AFRC), Medical Research Council (MRC), Natural
Environment Research Council (NERC) und Science and Engineering Research Council
(SERC).
Die britische biomedizinische Industrie ist relativ stark durch eine Anzahl von Firmen , die
auf wichtigen Gebieten wettbewerbsfähig sind ( Bildverarbeitung , Monitoring , superleitfähige
Magneten für MRI ...). Die General Electric Company (GEC) ist durch ihr
Tochterunternehmen      Picker    International    eine   bedeutendes   Unternehmen        der
Bildverarbeitung.
VEREINIGTE STAATEN
Die USA war unter den ersten Ländern , die sich ernsthaft mit dem Einsatz von Computern
auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung befaßten: der Anfang resultiert aus den
frühen 60er Jahren. Erst in jüngerer Zeit, 1983, hatte die Implementierung des Medicare’s
Prospektive Payment System (PPS) für stationäre Krankenhausdienste eine bedeutsame
Wirkung auf die Gesundheitsverwaltung, die in einem signifikanten Aufschwung für die
Computerindustrie gipfelte, da die Krankenhäuser feststellen mußten, daß ihre alten Systeme
mit den neuen Schemen nicht mithalten konnten . Gegenwärtig verfügen 90% aller
Krankenhäuser mit mehr als 100 Betten über einen gewissen Automatisationgrad bei der
Patientenaufnahme und - Verwaltung.
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 Staatliche Finanzierung geht hauptsächlich an Universitäten und Colleges und staatlich
 unterstützte F&E Zentren durch Organe wie die National Science Foundation (NSF), die das
 führende zuständige Organ für die Finanzierung von Grundlagenforschung an Universitäten
 ist. Im Jahr 1992 wird das NSF-Budget 3,2 Milliarden ECU betragen, dreimal mehr als 1980.
 Das Energieministerium (Department of Energy DOE) plant für die nächsten vier bis sieben
Jahre nach 1988 die Ausgabe von 20 bis 40 Millionen ECU pro Jahr für die "Genome
Initiative". Ziel dieses Projekts ist die Darstellung und Sequenzierung des gesamten
menschlichen Genoms, wodurch die ungeheure Aufgabe erfüllt wird, die genaue
Aufeinanderfolge der mehr als 3,5 Milliarden chemischen Einheiten zu lesen.
Biomedizinische Forschungsinstrumentierung wird hauptsächlich durch das NIH (National
Institute of Health) unterstützt. Im Haushaltsjahr 1985 bewilligte die Abteilung für
Forschungsmittel (DRR Division of Research Resources) des NIH 1 103 Forschungszuschüsse.
Der Bereitstellungsfonds des DDR stieg auf 300 Millionen ECU.
Die Forschungsabteilung der National Library of Medicine (NLM) wurde geschaffen, um die
Anwendung der Informationstechnologie und Telekommunikationen ausdrücklich auf die
Probleme in der medizinischen Versorgung zu richten und das System für das Sammeln ,
Verarbeiten und Verbreiten biomedizinischer Information zu verbessern. Im Jahre 1987
beinhalten diese Aktivitäten die elektronische Bildverarbeitung, elektronisches Speichern und
Abfragen von Dokumenten, Videobildsysteme und wissensbasierte Informationssysteme, um
nur einige der ambitionierteren Projekte zu nennen. Ein neuer Forschungsplan für
Medizininformatik wurde von der NLM im Winter 1986 herausgebracht.
Die staatliche Finanzierung hat auch begonnen, in den privaten Sektor zu fließen. Zwei
Arten der staatlichen Förderung betreffen MBL SBIR (small business innovation research
Programme) und SBICs (small business investment Companies). Kleine Hochtechnologie-
Firmen erhalten auch staatliche und örtliche Unterstützung durch verschiedene Organe
(Gesellschaften für innovative Entwicklung, staatliche Rentenfonds, "Risiko-Kapital-
Gesellschaften"), womit Innovation und Wachstum angespornt werden sollen. Was lokale
Unterstützung betrifft, so gibt es einige sehr interessante Beispiele, wie die NBS-Universität
von Maryland Partnerschaft in Biotechnologie (GARB), oder den Chicago Technology Park,
der, Berichten zufolge, zusammen mit der nahegelegenen Universität von Illinois und
medizinischen Zentren als größtes medizinisches Ausbildungszentrum der Welt gilt. US
Lieferanten     wurden    Weltführer in der Versorgung mit gesundheitsbezogenen
Softwareprodukten. Dazu gehören IBM , Shared Medical System (SMS), McDonnell Douglas,
DEC, Burroughs , Technicon Data Systems, die nur einen Teil der 160 führenden Hersteller
bilden, die heute auf diesem Markt tätig sind.
Das resultiert in einer sehr starken Position bei der medizinischen Geräteausstattung und
einer hervorstechenden Position in der Medizinischen und Bio-Informatik.
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JAPAN
Die öffentliche Förderung der MBI-Forschung liegt unter der Schirmherrschaft des Büros für
Industrielle Forschung und Technologie (AIST), dem Ministerium für Internationalen Handel
und Industrie (MITI), dem Ministerium für Erziehung, Wissenschaft und Kultur und dem
Gesundheitsministerium . Der- Austausch zwischen der öffentlichen und der privaten
Forschung ist sehr eng . Auf der Basis der Grundlagentechnologie über Systemkontrolle und
Informationsspeicherung , die durch die vergangenen Versuchstests erhalten wurde, und auf
der Basis der Übernahme neuester Bildverarbeitungs- und Speichertechnologien, hat NTT ein
neues   interaktives   Videoinformationssystem,     genannt Video    Response System  (VRS),
entwickelt.    Ein    experimenteller Service        für  "medizinisches  VRS"   wurde am
23 . April 1986 begonnen. 1976 wurde die Technology Research Association of Medical and
Welfare Apparatus gegründet, um den Bedarf an Produkten, die schwer und finanziell
riskant zu entwickeln sind und niedrige Verkaufspreise haben , zu decken . 1974 errichteten
das Gesundheitsministerium und MITI das Medical Information System Development Centre
(MEDIS        DC).     Ein      signifikantes     Merkmal     für     das    Wachstum    der
Krankenhausinformationssysteme war der gestiegene Marktanteil , der von den einheimischen
Firmen gehalten wurde und von 20 % im Jahre 1960 auf 80 % heute wuchs , ein Erfolg, der
hauptsächlich durch die strategisch dirigierte Produktion kleiner und mittelgroßer Computer
erreicht wurde .
Schlüsselrollen in der medizinischen Informatik spielen Fujitsu , NEC, IBM Japan , Hitachi
und DEC Japan. Der biotechnologiebezogene Markt kann bis zum Jahr 2000 YEN 6000
Milliarden erreichen ( 1986: Yen 25 Millionen ), wobei der Marktzuwachs zum größten Teil
der beschleunigten Vermarktung von pharmazeutischen Produkten zuzuschreiben ist.
Medizinische Ausrüstung ist eine schnell wachsende Industrie in Japan, die nahezu 20
wichtige Hersteller aufweist. Drei führende Unternehmen sind: Toshiba, Hitachi und
Shimadzu. Medizinische Informatik entwickelt sich schnell, besonders lokale Netzwerke für
Krankenhäuser und medizinische IC Kartensysteme .
Auf der Forschungsseite wird Japans Science and Technology Agency 1988 eine Studie zur
Durchführung von Informationsarbeiten beginnen , um ein Projekt zur Entwicklung moderner
Ausrüstung zur DNA Dekodierung zu finanzieren: die Sequenzierung des gesamten Genoms
mit einem vollautomatischen schnellen DNA Sequenzierungssystems würde 30 Jahre in
Anspruch nehmen statt 250 Jahre und 1,1 Milliarden ECU, wenn es von Hand geschehen
würde. MITI hat 1986 das Human Frontier Programme mit der Absicht vorgeschlagen ,
Grundlagenforschung auf Weltniveau zu fördern, das medizinische und Bio-Informatik
einschließt .
EUREKA-Projekte
                  - Galeno 2000: Entwicklung nicht-invasiver medizinischer MeBmethoden
                 •- Expertensysteme zum Einbau in medizinische Instrumente
                  - Biomedizinische Bildverarbeitung
                  - Krebs - Therapie - Konsultation
                  - Oncology Therapy Advisor
                  - Protein-Entwicklungsplanung
                  - Operationssaal 2000
                  - Medizinische Wegwerfsensoren ( medical disposable sensors )
                  - Automatische Blutdiagnostik
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COST- Akti vitaten
Cost 13: Kunstliche Intelligenz und Mustererkennung.
Unter den so vereinigten Forschungsprojekten befindet sich die "Künstliche Intelligenz in
der Medizin". Ihr Ziel ist es,
                       die Kommunikation zwischen klinischem Personal und einem System
                       zur Entscheidungsunterstützung,
                      die Wissensakquuisition über Lehrzeit, Literatur und Am-Beispiel-
                       Lernen,
                      die Techniken der Wissensdarstellung für medizinische Daten,
                      die Behandlung unsicherer medizinischer Fakten und
                      Entscheidungsunterstützungssysteme     mit    klinisch    akzeptablen
                       Reaktionszeiten
zu untersuchen und kritisch zu bewerten .
EUROPÂISCHE GEMEINSCHAFT
Koordinationsprogramm Forschung und Entwicklung der EEC in dem Bereich der
medizinischen und Gesundheitsforschung:
Zwischen 1978 und 1986 wurden vom Rat drei Koordinationsprogramme für medizinische
und Gesundheitsforschung angenommen. Ein viertes Koordinationsprogramm, das mehr als
70 konzertierte Aktionen einschließt, soll bis 1989 wirksam werden. Ref.: COM (86) 549
final .
"Europe against cancer" Programm; Antrag für einen Aktionsplan 1987-1989. Ref.: COM (86)
717 final.
Die Gemeinschaft hat sowohl für die Informationstechnologie als auch für die Biotechnologie
besondere Programme. Die ESPRIT und RACE Programme wenden sich an die Informations-
bzw. Telekommunikationstechnologien. Das Biotechnology Action Programme (BAP)
beinhaltet einige Anwendungsaspekte der Informationstechnologie. AIM ist gedacht als eine
gezielte spezifische Aufgabe zur Komplementierung dieser Programme in Bezug auf die
Entwicklung spezifischer fortgeschrittener und neuer Fähigkeiten.
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6 . TERMINOLOGIE
AIM                           Moderne Informatik in der Medizin .
Ambulante Pflege              Pflege ohne Krankenhausaufenthalt - d.h . primäre Versorgung,
                              ambulante Patientenbehandlung im Krankenhaus , Hausbesuche und
                              ambulantes Operieren.
Angiographie                  Techniken sur bildlichen Darstellung von Blutgefäßen.
Angioplastie                  Methoden , die Hindernisse im Blutkreislauf beseitigen - z.B. mit
                              Lasern .
APACHE                        Kriterien sur Klassiflsierung der Fallschwere in Intensivstationen .
Architektur                   Die Auswahl , der Entwurf, die VerknQpfung der physikalischen Teile
                              eines Grofirechners .
Automatische Kodierung        Umsetsung eines medizinischen Begriffs von natürlicher Sprache in
                              Computer-Code , ohne menschliches Eingreifen .
AVG’s                         Ambulante Fallklassen        (Ambulatory     Visit   Groups).    In den
                              Vereinigten Staaten verwendete Methode zur Darstellung der
                              Gesundheitsversorgung im ambulanten Bereich .
Bildverarbeitung              Bildverarbeitungstechnologien nehmen ein Bild auf, oft mit einer
                              Fernsehkamera, und wandeln sie in analoge Licht - und dann in
                              digitale Signale um, die ein Computer verarbeiten kann .
Bildverarbeitungs-AIgorithmen Mathematische, logische Sequenzen , die in der Hardware enthalten
                              oder in der Software festgelegt sind , um digitale Bilder verarbeiten
                              zu können , bevor sie wieder in analoge Videobilder umgewandelt
                              und ausgegeben werden .
Bioinformatik                 Anwendung der Informationstechnologie auf die Biotechnologie. Ein
                              wichtiger Aspekt ist , daB die Bioinformatik sich nicht nur mit der
                              derzeitigen        Verwendung           von         Computern           für
                              Informationsverarbeitung in der Biotechnologie befaßt , sondern auch
                              mit der möglichen , zukünftigen Computerisierung in diesem Bereich .
Biomolekulares Modellieren    Ein   wissenschaftliches    Gebiet   im  Grenzbereich    fortschrittlicher
                              Computeranwendung und Biotechnologie . Hauptbereiche umfassen
                              Datenbanken       für     Nukleinsäurestrukturen ,     Proteinsequenzen ,
                              makromolekulare           Kristallstrukturen        und        organische
                              Kristallstrukturen , Sequenzmodellieren für Sequenzierungs - und
                              Klonisierungsstudien         und        zur        Aufdeckung          von
                              Sequenzübereinstimmungen zwischen verschiedenen Molekülen ,
                              Vorhersage von Proteinstrukturen aus Aminosäuresequenzen zum
                              Modellieren     von      sekundären     und     tertiären     Strukturen ,
                              makromolekulare       Energieberechnungen       und     makromolekulare
                              graphische Darstellungen sur Anzeige und Manipulation auf
                              kalligraphischen und Rasterschirmen .
Biosensor                     Ein Gerät , das eine Substanz in einer entsprechenden Probe
                              identifiziert  und    seine   Konzentration    in   elektrische   Signale
                              umwandelt mittels einer geeigneten Kombination von biologischen
                              Erkennungssystem und elektrochemischen Obermittler.
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Biotechnologie     Anwendung technologischer Principien für die Schaffung und
                   Verarbeitung von Substansen mittele biologischer Systeme sur
                   Erseugung von GQtem und Dienstleistungen.
Bus                Ein Systempfad, durch den Information im Rechner oder swischen
                   Rechnern von einer von vielen Quellen su einem von vielen
                   Bestimmungsorten geschickt wird. Die Geräte oder -teile sind
                   parallel angeschlossen .
CART              Das skandinavische radiographische Planungsprojekt sur
                  Entwicklung von neuen radiographischen Systemen und
                  Kommunikationen . Teilnehmer: die Industrie, F&E Institute und
                  Benutser.
CCD               " Charge-coupled device", eine neue und kompakte Bildsensor¬
                  technologie .
CIM               Computerintegrierte         Produktion    (Computer      Integrated
                  Manufacturing).
COMAC-BME         Gemeinsamer Medisinischer Aktionsausschuß        -   Biomedisinische
                  Technik (Concerted Medical Action Committee - Biomedical
                  Engineering) .
Computer Graphik  Die Verwendung von Computern sur Verarbeitung von graphischen
                  Darstellungen. Im Gegensats sur Bildverarbeitung sind die Bilder
                  von Menschen oder Maschinen erstellt . Graphische Darstellungen
                  sind einfacher su manipulieren als Bilder, da sie im Computer als
                  geometrische Figuren definiert werden: ein Sats von Punkten und
                  einigen anderen Informationaelementen , die den Farbton und/oder
                  die Graustufe spesifisieren.
Computersprache   Ein       Zeichen -,      Abkommen -     und     Regelsats      sum
                  Informationsaustausch mit einem Computer.
COST              Kommission für Europäische Zusammenarbeit im Bereich der
                  Wissenschaft und Technologie (Committee of European Cooperation
                  in the field of Science and Technology).
CREST             Wissenschaftliche und technologische Kommission . 1974 gegründet
                  und susammengesetst aus Spitsenbeamten der Mitgliedstaaten,
                  berät es die Kommission und den Ministerrat .
Datenintegrität   Daten müssen empfangen werden, wie sie geschickt werden, und
                  dürfen nicht verfälscht werden von einem nicht autorisierten
                  Teilnehmer, Störungen im System, dem Obertragungsweg, Sender
                  oder Empfängerstation , ohne daß dies vom Sender oder Empfänger
                  bemerkt wird .
Daten modellieren Prozedur, mit der die Daten in einem Modell untersucht werden .
                  Dieses Modell definiert die Besiehungen der Daten und ihre
                  Bedeutung, um den Informationserfordemissen su entsprechen .
                  Datenmodelle , die Informationsbedürfnissen abgeleitet werden,
                  bilden einen Ausgangspunkt . Hiervon ausgehend nimmt man die
                  Frage der Informationstechnologiesysteme in Angriff.
DNA               Deoxyribonukleinsäure
DRG               Diagnosebetogene Gruppen (diagnosis related groups). DRGs sind
                  Gruppenbildungen aus dem ICD9-CM Schlüssel . Patientengruppen
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                                  werden     diagnostischen    Kategorien   mit  gleichartigen    Koeten ,
                                  Aufenthaltedauer und medizinischer Versorgung zugeordnet.
. DSA                             Digitale Subtraktions- Angiographie (siehe auch Angiographie).
  Economy of scale                Mit der Menge der Produktion oder der Dienstleistungen , steigende
                                  Wirtschaftlichkeit .
  Economy of scope                Wirtschaftlichkeitssteigerung aufgrund der Wiederverwendbarkeit
                                  oder Vielfachverwendbarkeit von Produkten oder Dienstleistungen .
  EKG                             Elektrokardiographie.
  Elektronische Bildverarbeitung  Siehe Bildverarbeitung.
  Elektrophorese                  Trennung von Molekülen auf einem Gel. Gemäß Größe und
                                  elektrischer Ladung trennen sich die Moleküle unter Einfluß des
                                  elektrischen Feldes .
 Endoskopie                       Die Verwendung von flexiblen RShren für in vivo Untersuchungen ,
                                  Diagnose und Behandlung .
 ESPRIT                           Europäisches strategisches Programm für              Forschung      und
                                  Entwicklung in der Informationstechnologie .
 ESWL                             Extrakorporale Schockwellensteinzertrdmmerung          ( Extracorporeal
                                  Shock Wave Lithotripsy ).
 EUREKA                           Industrielles Zusammenarbeitsprogramm für die kommerzielle
                                  Entwicklung von hoch - technologischen Produkten in Europa.
 Expertensysteme                  Ein Computerprogramm , das die Beurteilung und Erfahrung eines
                                 menschlichen Experten wiedergibt . Diese Programme dienen der
                                 Lösung von Aufgaben , die normalerweise die Erfahrung eines
                                 Experten erfordern .
Fibroskop                        Ein langes , flexibles Endoskop , das Bilder mit Hilfe von optischen
                                 Fasern überträgt .
F&E                              Forschung und Entwicklung.
Funktionale Spezifikationen      Definition der Funktionen eines Geräts/ Systems , aber nicht der
                                 entsprechenden technischen Realisierung.
Genom                            Alle Gene eines Lebewesens . Das menschliche Genom besteht aus
                                 mehr als 3,5 Milliarden chemischen Einheiten . Nur 1% bis 2% des
                                 Genom ist bis jetzt sequenziert .
Harmonisierung                   Eine     Verbesserung     der     Konsistenz der     Vorgehensweisen .
                                 Harmonisierung kann auch durch einen Lernprozeß erreicht werden ,
                                 durch das Vergleichen von Resultaten und durch den
                                 systematischeren , internationalen Austausch von vergleichbarer
                                 Information .
Klassifikation                   Eine Einteilung in Klassen oder Kategorien gemäß vorgegebener
                                 Kriterien . Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD )
                                 ist für statistische Zwecke , die Indexierung von Krankenhausdateien
                                 nach Krankheiten und Operationen , für das Speichern und Abfragen
                                 von Daten entworfen worden .
KMU                              Kleine und mittlere Untemehmen ( SME)
Kodieren                         Das    Kodieren    von  Krankheiten     oder  medizinischen    Begriffen
                                 geschieht durch Zuweisen eines Kodes an jeden spezifisch tu
 ---pagebreak---                                           30
                              identifisierenden Begriff. Dieser Begriff kann dann in einer
                              Nomenklatur oder Klassifitierung verwendet werden.
KOM (86 ) 717                 Vorschlag fllr einen Aktionsplan gegen Krcb* (1987-1989).
Kompatibilität                Besieht sich allgemein auf die F&higkeit von Ewei Ger&ten,
                              (Hardware/Software) susammencuarbeiten.
Krankengeschichte             Information, die eich während der medicinischen Konsultation ,
 ( Krankenblatt)              Untersuchung und Behandlung ergibt .
Künstliche Intelligenz        Programmierung eines Computerà , die es ermSglicht , gewisse
                              rationale Vorg&nge folgerichtig tu bearbeiten (AI), E.B. Lemen,
                              Anpassen und Selbstberichtigung. Anwendungen sind auch bekannt
                              unter dem Naraen Intelligent Knowledge Based Systems (IKBS)
Laserkarte                    Eine optische Datenspeichertechnik auf einer Karte.
Lithotriptor                  Gerät , mit dem man Steine in der Urologie fragmentieren kann.
                              Extrakorporale Schockwellen-Lithotripeie ( ESWL) beinhaltet die
                              Fragmentierung von       'Steinen*    durch    die    Übertragung von
                              mechanischen Schockwellen, die außerhalb des Körpers produtiert
                              werden durch das Gewebe bis tum Stein .
MBDS                          Der minimale Basisdatensats , 1982 von der EG empfohlen .
MBI                           Meditinische und Bio-Informatik .
MEDIA                         Eine frantösische Association , die fünf Pilotgruppen umfaßt , die sich
                              mit der meditinischen Informatik befassen .
Medicare                      Ein      Regierungsprogramm        der     USA,       das      für    die
                              Gesundheitsversorgung alter Menschen bestimmt ist .
Mensch-Maschine Schnittstelle Dialogeinrichtungen für die Wechselwirkung des Benutters mit dem
                              Computer oder Kommunikationssystem.
MIB                           Meditinischer         Informationsbus,            ein         Standard-
                              Kommunikationsprotokol!        fOr    die    Apparaturen ,       die   in
                              Krankenh&usem verwendet werden , vor allem auf Intensivstationen.
MITI                          Das japanische Industrie- und Außenhandelsministerium.
Molekulare Biotechnologie     Ein Forschungsbereich, der eine wichtige Rolle hinsichtlich der
                              Gesundheitsversorgung spielt , E.B. in der Form von Diagnostiktests ,
                              Medikamenten , Hormonen , Proteinen , Impfstoffen usw .
MRI                           Magnetische Resonam-Bildverarbeitung.
NHS                           Nationaler Gesundheitsdienst des V.K.
NM                            Nuklearmedicin .
OSI                           Offene Systeme Integrations-Standard .
PACS                          Bildarchivierung und Kommunikationssysteme .
PET                           Positron- Emissions-Tomographie.
PPS                           Da* Pro*pective Payment System de* Medicare Programm* der
                              USA .
Prà-normative F&E             Die     F&E ,    die   notwendig      *ind     tur     Définition    von
                              NormierungsvorechlSgen .
 ---pagebreak---                                              31
Primäre Gesundheitsversorgung   Grundlegende Gesundheitsversorgung, für Individuen und Familien ,
                                die financiell tragbar ist .
Prozeduren                      Spesifische Verhaltensregeln cur Medizinischen Behandlung und vor
                                allem      für    chirurgische     Eingriffe    bei   Patienten     ( c.B.
                                Herzkatheterisierung, Laparoskopie, Leberbiopsie, Endoskopie mit
                                Biopsie).
RACE                            F&E in fortschrittlicher Kommunikationstechnologie in Europa.
Sekundäre Gesundheitsversorgung Behandlung in
                                (a) einer Ambulane eines Krankenhauses oder einer Praxis durch
                                einen Specialisten ,
                                (b) Krankenhäusern mit stationärem Aufenthalt .
Smart card                      Ein tragbares Speicher- und Verarbeitungsgerät cur Identifizierung ,
                                cur Abwicklung von Bezahlung und tum Speichern von persönlichen
                                Daten. Kleiner Mikroprozessor oder Speicherchips in einer
                                Plastikhülle, konform der ISO Norm. Mit den verfügbaren
                                Techniken können bis zu 64 Kbits gespeichert werden .
SPECT                           Einzel Photon Emissions Computer Tomographie
Standardisierung                Standardisierung      der     medizinischen    Daten   ist  Teil    einer
                                internationalen Harmonisierung der medizinischen Terminologie mit
                                Hilfe von Klassifikationen und Nomenklaturen , mit denen man
                                medizinische Begriffe kodieren kann.
Stimmverarbeitung               Die Stimmverarbeitungstechnologie liefert dem Computer die
                                Fähigkeit zu hören oder zu sprechen . Diese Fähigkeit wird von zwei
                                unterschiedlichen       Aspekten        der     Technologie     geliefert :
                                Stimmerkennung, wodurch der Computer das gesprochene Wort
                                verstehen und die entsprechenden Befehle oder Handlungen
                                ausführen kann; und Stimmausgabe, wodurch der Computer also
                                sprechen kann .
Telemedizin                     Die Verwendung der Telematik , um medizinische Dienstleistungen
                                zu liefern .
Tertiäre Gesundheitsversorgung  Langfristige     Pflege      mit    einem     langen    Aufenthalt      in
                                Spezialkrankenhäusem , Pflegekliniken oder ähnlichen Instituten
Tragbarkeit ( Portabilität)     Die Möglichkeit , einen Apparat zu transportieren oder eine Anzahl
                                verschiedener Computer zu verwenden .
Verarbeitung                    Erfassen ,        Speichern ,        Verarbeiten ,      Echtzeitabfrage ,
                                Datenübertragung und Aufruf biomedizinischer Dokumente und
                                medizinischer Abbildungen .
Vorwettbewerbliche F&E          Mittel -   und langfristige F&E zur Entwicklung kommerzieller
                                Produkte .
 ---pagebreak---                             VORSCHLAG FÜR EINE VERORDNUNG DES RATES
                                                     vom .
       über eine Gemeinschaftsaktion für den Einsatz der Informationstechnologie und der
                               Telekommunikation im Gesundheitswesen
                  Fortgeschrittene Informationsverarbeitung in der Medizin (AIM)
                                                  - Pilotphase -
 DER RAT DER EUROPÂISCHEN GEMEINSCHAFTEN
 Unter Berücksichtigung der Einheitlichen Europäischen Akte der                  Europäischen
 Wirtschaftsgemeinschaft und insbesondere der Artikel 130Q Paragraph 2,
 Unter Berücksichtigung des Vorschlages von der Kommission1),
 Unter Berücksichtigung der Ansicht des Wirtschafts- und Sozialausschusses2),
 In Kooperation mit dem Europâischen Parlament3),
 Während die Gemeinschaft die Aufgabe hat, durch die Errichtung eines gemeinsamen
 Marktes und schrittweise Annäherung der Wirtschaftspolitiken der Mitgliedstaaten eine
harmonische Entwicklung des Wirtschaftslebens innerhalb der Gemeinschaft und engere
 Beziehungen zwischen den Staaten zu fördern;
Während von den Staats- und Regierungschefs die Bedeutung der Gesundheitsfürsorge als
wichtiger Faktor für das Wirtschaftswachstum und die soziale Entwicklung unterstrichen
worden ist;
Während das Europäische Parlament in seiner Beurteilung der Lage und Entwicklung betont
hat, welche Rolle die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und den angrenzenden
Bereichen für die künftige politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung der
Gemeinschaft spielt;
Während das Europäische Parlament in seiner Bewertung der Biotechnologie in Europa auch
auf die Bedeutung der medizinischen Biotechnologie und Bioinformatik hingewiesen hat4);
Während der Wirtschafts - und Sozialausschuß die Initiativen in diesem Bereich unterstützt;
Während sich mit der Entstehung fortgeschrittener und mobiler Kommunikationsdienste und
der schrittweisen Einführung der Datenverarbeitung im Gesundheitswesen und in den
Einrichtungen der Gesundheitspflege auch Möglichkeiten für umfangreiche Verbesserungen
in der Gesundheitsfürsorge und eine Dämpfung des Kostenanstiegs ergeben;
Während ein Ausbau der Gesundheitsfürsorge der ganzen Bevölkerung zugute kommt,
insbesondere der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und des
Gesundheitswesens;
    ï]-ÀBLT.
    2)     ABL ...
    3)     ABL ...
    4)     EnUchlieBung AB1 . Nr. C76/ 1987, S. 25-29
 ---pagebreak---                                                             2
 Während die Fortschritte in der Gesundheitsfürsorge auch dazu beitragen werden , die mit
der Änderung         der      Altersstruktur     verbundenen        dringenden      sozialen  Bedürfnisse zu
 befriedigen;
Während die gemeinsamen Anstrengungen auf diesem Gebiet zur Errichtung des
Binnenmarktes beitragen werden und die Schaffung neuer gemeinschaftsinterner Grenzen im
Gesundheitswesen verhindern;
Während durch die Aufstellung gemeinsamer Funktionsspezifikationen für Geräte und
Dienste die wirtschaftlich schwächeren Regionen von den Anstrengungen der
Mitgliedstaaten, welche die Vorarbeiten für die Verbesserungen im Gesundheitswesen , im
Management und im Ausbau der Infrastruktur in der Gemeinschaft leisten, in vollem
Umfang profitieren können;
Während die Weiterentwicklung der Infrastrukturtechnologie und der Dienste im
Gesundheitswesen kleinen und mittleren Unternehmen eine breite Palette von Möglichkeiten
der Geräteherstellung und der Bereitstellung von Sonderdiensten innerhalb der Gemeinschaft
bieten;
Während Zusammenarbeit in auf die Entwicklung von Normen im pränormativen und
vorwettbewerblichen Bereich ausgerichtete FuE einen wichtigen Beitrag leisten kann , vor
allem, indem sie auch auf regionaler und lokaler Ebene die Entwicklung in Richtung auf
eine künftig effizientere Gesundheitsfürsorge erleichtert;
Während im Rahmenprogramm für die Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet der
Forschung      und       technologischen         Entwicklung        ( 1987-199 1 )5^    unter  der    zweiten
Hauptaktionslinie "Auf dem Wege zu einer Informationsgesellschaft" auf den Einsatz der
Informations - sowie der Telekommunikations- und Audiovisionstechnologien bei neuen
Diensten von gemeinsamen Interesse verwiesen wird; während das Rahmenprogramm speziell
Arbeiten auf dem Gebiet der medizinischen Informatik und Bioinformatik6)
Während der Aufbau bzw. die Stärkung eines spezifischen europäischen Industriepotentials in
den betreffenden Technologiebereichen dringend erforderlich ist; während Nutznießer die
Industrie, Erbringer medizinischer Dienstleistungen, Forschungsanstalten, Unternehmen -
einschließlich kleiner und mittlerer Betriebe - und andere Einrichtungen sein müssen , die in
der Gemeinschaft ansässig sind und sich zur Erreichung dieser Ziele am besten eignen;
Während Voruntersuchungen die Notwendigkeit und die Vorteile einer Zusammenarbeit auf
Gemeinschaftsebene in diesem Bereich bestätigt haben;
Während es im Gemeinschaftsinteresse liegt, die wissenschaftliche und finanzielle Basis
europäischer Forschung durch größere Beteiligung von Teilnehmern aus europäischen
Drittländern an bestimmten Gemeinschaftsprogrammen und besonders an Programmen , die
Zusammenarbeit im medizinischer Bioinformatik beinhalten , zu konsolidieren;
Während der AIM-Pilotphase sowohl die Ergebnisse des ESPRIT- und RACE-Programms als
auch die noch andauernden Normungsarbeiten zugute kommen;
Während das Biotechnologieprogramm der Gemeinschaft ( 1985-1989 ) auch den Einsatz der
medizinischen Bioinformatik einschließen und sich auf die Ergebnisse der im Rahmen von
AIM durchgeführten Arbeiten stützen wird;
    TJ    KOM(86) 430 endg. vom 5.8.1986, Brüssel
    6)    Aktionslinie II .S Neue Dienste gemeinsamen ôfTentlichen Intéresses
 ---pagebreak---                                               3
Während eine enge Koordinierung mit Aktionen auf einzelstaatlicher Ebene und regelmäßige
Überprüfungen erforderlich ist;
Während auch die Durchführung konzertierter Aktionen im Rahmen von COST als
Ergänzung der industrieorientierten FuE-Vorhaben von wesentlicher Bedeutung ist;
Während der Ausschuß für wissenschaftliche und technische Forschung (CREST) seine
Stellungnahme abgegeben hat;
 ---pagebreak---                                                4
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
                                        Artikel 1
   1.  Eine Pilotphase einer Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der medizinischen
       Informatik und der Bioinformatik, AIM genannt, wird für einen Zeitraum von
       zunächst 18 Monaten, beginnend am 1 . Januar 1988 , beschlossen.
  2.   Durch die Aktion soll in Abstimmung mit öffentlichen und privaten Aktionen, die
       auf nationaler oder internationaler Ebene auf dem Gebiet der medizinischen
       Information und der Bioinformatik (MBI) durchgeführt werden, die
       Wettbewerbsfähigkeit      der   Industrie    und    der    Anbieter   medizinischer
       Dienstleistungen in der Gemeinschaft gefördert werden , um den Bürgern und
       Gesundheitseinrichtungen die Verbesserungen in der Gesundheitsfürsorge so schnell
       wie möglich und zu minimalen Kosten zugute kommen zu lassen und damit sowohl
       den sozialen als auch den wirtschaftlichen Zielen zu dienen .
                                        Artikel 2
  1.   Die Aktion besteht in der Schaffung eines gemeinsamen konzeptuellen Rahmens
       für Kooperation, pränormative Arbeit und technologische Sondierungsarbeiten
      sowie in der Untersuchung der nicht technologischen Faktoren, die notwendig sind,
       um die angestrebte Konzertierung der europäischen Bemühungen um eine
       Verbesserung der Gesundheitsfürsorge mit Hilfe der MBI zu erreichen.
       Der Umfang der AIM Pilotphase ist im Anhang und im vorläufigen Arbeitsplan
      näher beschrieben .
                                            Artikel 3
  1.   Die im einzelnen auszuführenden Arbeiten sind in einem Arbeitsplan festgelegt,
      welcher unter Anwendung des Verfahrens unter Artikel 7 beschlossen wird .
  2.  Die Bewertung der vorgeschlagenen Vorhaben wird von der Kommission
      durchgeführt im Einklang mit den im Anhang und im Arbeitsplan definierten
      Zielen. Die Förderungswürdigkeit von Vorhaben, deren Durchführung FuE von
      mehr als 50 Mannjahren erfordern , wird unter Anwendung des Artikels 7
      entschieden. Für die anderen Vorhaben werden die Ergebnisse der Bewertung dem
      im Artikel 6 vorgesehenen Ausschuß zur Kenntnis gegeben .
  3.  Die    Vorhaben     im    Rahmen   der     Aktion  werden    auf   dem   Wege    von
      Kostenteilungsverträgen durchgeführt, die von der Kommission mit in der
      Gemeinschaft       ansässigen   Industrieunternehmen ,    Erbringer    medizinischer
      Dienstleistungen , Universitäten , Forschungseinrichtungen und anderen Stellen
      abgeschlossen werden . Es wird erwartet, daß die Vertragspartner einen
      wesentlichen Teil der Kosten tragen, im Normalfall mindestens 50% der
      Gesamtkosten .
  4.  Die Vorschläge für Vorhaben werden in der Regel auf eine im Amtsblatt der
      Europäischen Gemeinschaften         veröffentlichten Ausschreibung hin von den
      Interessenten eingereicht. An den Vorhaben sollen im Normalfall mindestens zwei
      unabhängige Partner beteiligt sein, die nicht alle im selben Mitgliedstaat ansässig
      sind. In der Regel sollte einer der Partner ein Industrieunternehmen sein.
 ---pagebreak---                                           5
5. In Ausnahmefällen, wo eine Ausschreibung keine befriedigenden Ergebnisse erzielt
   hat, oder in dringenden Fällen, oder, wenn die Ausschreibung aus Gründen der
   Kosten und Wirtschaftlichkeit nicht das geeignete Verfahren ist, kann nach dem
   Verfahren gemäß Artikel 7 entschieden werden, in Abweichung von den
   Grundsätzen in den Absätzen 3 und 4 .
                                    Artikel 4
   Sind    zwischen   der   Europäischen    Gemeinschaft   und   europäischen  nicht-
   Mitgliedstaaten   Rahmenvereinbarungen     über wissenschaftliche  und technische
   Zusammenarbeit abgeschlossen worden, können Einrichtungen und Unternehmen,
   die in diesen Ländern ansässig sind, Partner an einem Vorhaben werden, das im
   Rahmen dieser Aktion durchgeführt wird.
                                    Artikel 5
1. Der Mittelbedarf für den Gemeinschaftsbeitrag zur Durchführung der Pilotphase
   wird einschließlich der Personalausgaben (9A , 2B , 4C Beamte auf Zeit), auf 20
   Mio MERE für den Zeitraum von 18 Monaten veranschlagt.
2. Ein Vorschlag für die Aufteilung dieser Mittel innerhalb der Aktion ist im Anhang
   enthalten .
                                    Artikel 6
1. Die Kommission trägt Sorge für die ordungsgemäße Durchführung der Aktion und
   trifft alle dafür erforderlichen Maßnahmen, unbeschadet der durch Artikel 3
   vorgesehenen Kompetenzen.
2. Die Kommission wird von einem Ausschuß , nachstehend "Ausschuß" genannt,
   unterstützt, der aus zwei Vertretern jedes Mitgliedstaats zusammengesetzt ist. Den
   Vorsitz im Ausschuß führt ein Vertreter der Kommission .
   Die Mitglieder des Ausschusses können sich entsprechend der Art der zu
   erörternden Fragen von Sachverständigen oder Beratern unterstützen lassen.
   Die Arbeiten des Ausschusses sind vertraulich .     Der Ausschuß gibt sich eine
   Geschäftsordnung.     Die Sekretariatsgeschäfte des Ausschusses werden von der
   Kommission wahrgenommen.
3. Die Kommission kann den Ausschuß zu jeder Frage hören, die unter diese
   Verordnung fällt.
 ---pagebreak---                                                  6
                                          Artikel 7
         Wird auf das Verfahren dieses Artikels Bezug genommen , unterbreitet der
         Vertreter   der Kommission     dem   Ausschuß einen   Entwurf der    zu  treffenden
         Maßnahme. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme innerhalb einer Frist ab, die
         der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage
         festsetzen kann, die im Normalfall einen Monat beträgt und in keinem Fall zwei
         Monate übersteigen darf. Die Stellungnahme wird mit der in Artikel 148 Absatz 2
         des Vertrags für die Annahme der Beschlüsse , die der Rat auf Vorschlag der
         Kommission zu fassen hat, vorgesehenen Mehrheit gegeben. Bei der Abstimmung
         im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß
         vorgenanntem Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht
         teil .
         Die Kommission trifft die Maßnahmen, wenn sie der Stellungnahme                  des
         Ausschusses entsprechen . Entsprechen die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht        der
         Stellungnahme des Ausschusses, oder ist keine Stellungnahme ergangen ,            so
         unterbreitet die Kommission dem Rat unverzüglich einen Vorschlag . Der          Rat
         beschließt mit qualifizierter Mehrheit.
         Hat der Rat innerhalb einer Frist von einem Monat keinen Beschluß gefaßt, so
         trifft die Kommission die vorgeschlagene Vorkehrung.
                                          Artikel 8
    1.   Das Resultat der Aktion wird nach zwölf Monaten von der Kommission überprüft.
         Die Kommission wird dem Rat und dem Europäischen Parlament über die
         Ergebnisse dieser Überprüfung Bericht erstatten, begleitet von einem von ihr als
         angemessen erachteten Vorschlag der Anpassung und Verlängerung .
                                          Artikel 9
    1.   Im Zusammenhang mit den Koordinationstätigkeiten gemäß Artikel 1 Absatz 2
         tauschen die Mitgliedstaaten und die Kommission alle ihnen zugänglichen und zur
         Veröffentlichung freigegebenen Informationen über Tätigkeiten auf Gebieten aus ,
         die von diesem Beschluß erfaßt werden, gleichgültig , ob die Tätigkeiten unter ihrer
         Zuständigkeit geplant und ausgeführt werden oder nicht.
   2.    Die Informationen werden nach einem Verfahren ausgetauscht, das die Kommission
         nach Anhörung des Ausschusses definiert; sie werden auf Wunsch des Informanten
         vertraulich behandelt .
                                          Artikel 10
         Diese Verordnung tritt am 1 . Januar 1988 in Kraft .
         Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in
        jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Brüssel, am        1987                                    Im Namen des Rates
                                                                               Der Prâsident
 ---pagebreak---                                                              7
Anhang: Zusammenfassung der Arbeitsgebiete7)
                                                 AIM Pilotnhase
                                              Arbeitsschwernunkt I
 1 . ENTWICKLUNG EINES GEMEINSAMEN KONZEPTIONELLEN RAHMENS
     FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT
        1.1 Entwicklung eines Refernzmodells für MBI
        1.2 Datenbedarfs-Analysen für MBI
       1.3 Ermittlung des Potentials von MBI zur Steigerung der Effizienz
                                             Arbeitsschwerpunkt II
2 . MEDIZINISCHE INFORMATIKUMGEBUNG
       2.1 Internationaler Vergleich von Diagnosen und Verfahren in Bezug auf Kosten
       2.2 Définition eines minimalen Basisdatensatzes für ambulante Behandlung
              in Europa
       2.3 Halbautomatische Verschlüsselung standardisierter medizinischer Daten
             in Europa
       2.4 Entwicklung europäischer Kriterien , um Krankheitsschweregrade
             zu definieren
3 . DATENSTRUKTUREN UND KRANKENGESCHICHTEN
       3.1 Modellierung der klinischen Verfahren und Daten
       3.2 Generall verteilte elektronische Krankengeschichten-Archive
       3.3 Krankenblattsysteme und Patienten - Daten - Karten
4 . KOMMUNIKATION UND FUNKTIONALE INTEGRATION
       4.1 Krankenhausinformationsdienste
       4.2 Regionalebiomedizinische Informationsdienste
       4.3 Datenschutz / Authentizitât / Ausfallsicherung
5 . BIOMEDIZINISCHE EXPERTENUNTERSTÜTZENDE SYSTEME
       5.1 Biomedizinische Experten - und Wissensbasissysteme
       5.2 Dedizierte Computer-Sprachwerkzeuge
       5.3 Besondere Erfordernisse der Informationsverarbeitung
       5.4 Mensch - /Maschinen - Schnittstelle
       5.5 Flexible Inferenzsysteme mit offener Architektur
7)       Die Eintelheiten der Zielsettung und Aufgaben siehe AIM Arbeitsplan
 ---pagebreak---                                                  8
6 . BIOMEDIZINISCHE INSTRUMENTIERUNG UND FORSCHUNGSWERKZEUGE
       6.1 Integriertes biomedizinisches Labor
       6.2 Biomedizinisches Grundlagenwissen
       6.3 Automatisierte DNA-Sequenzierung
       6.4 Automatisierte Protein Analyse und Syntbesen
                                     Arbeitsschwerpunkt III
7 . N1CHT - TECHNOLOGISCHE FAKTOREN
       7.1 Die Chancen engerer Zusammenarbeit zwischen nationalen Programmen
       7.2 Überbîick über die funktionalen Spezifikationen , Standards und Praktiken
       7.3 Überbîick über den fur MBI relevanten Rechts - und Verordnungsrahmen
       7.4 Wirtschaftliche Einschätzung des MBI-Potentials in der medizinischen
            Versorgung und biomedizinischen Forschung
       7.5 Einschâtzung des Bedarfs an Spezialausbildung und seiner Abdeckung
 ---pagebreak---      Vorschlag für eine Verordnung des Rates zu einer Gemeinschaftsaktion
                                auf dem Gebiet
der Anwendung der Informationstechnologien und der Telekommunikationsdienste
                          für die Gesundheitsfürsorge
                                     AIM
                 (Advanced Informatics in Medicine in Europe)
                                 - Pilotphase -
                       Entwurf des Arbeitsplans
                     (Vorlage der Kommissioi
 ---pagebreak---                                                    1
                                              Inhalt
EINFÜHRUNG                                                                            i
                                      Arbeitsschwerpunkt I
1 . ENTWICKLUNG EINES GEMEINSAMEN KONZEPTIONELLEN RAHMENS
    FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT                                                           2
       1.1 Entwicklung eines Refernzmodells für MBI                                  3
              1.1.1 Refernzmodell für die Informationsumgebung des Arztes             3
             1.1.2 Referenzmodell für die Informationsumgebung des
                          Wissenschaftlers/Technologen                                3
             1.1.3 Intégrations - und Interoperationskonzepte                        4
       1.2 Datenbedarfs-Analysen für MBI                                             4
       1.3 Ermittlung des Potentials von MBI zur Steigerung der Effizienz             5
                                      Arbeitsschwerpunkt II
2 . MEDIZINISCHE INFORMATIKUMGEBUNG                                                  6
       2.1 Internationaler Vergleich von Diagnosen und Verfahren in Bezug auf Kosten 7
       2.2 Définition eines minimalen Basisdatensatzes für ambulante Behandlung
            in Europa                                                                9
       2.3 Halbautomatische Verschlüsselung standardisierter medizinischer Daten
           in Europa                                                                10
       2.4 Entwicklung europâischer Kriterien, um Krankheitsschweregrade
           zu definieren                                                            11
3 . DATENSTRUKTUREN UND KRANKENGESCHICHTEN                                          12
       3.1 Modellierung der klinischen Verfahren und Daten                          13
       3.2 Generall verteilte elektronische Krankengeschichten - Archive            14
       3.3 Krankenblattsysteme und Patienten - Daten- Karten                        14
4 . KOMMUNIKATION UND FUNKTIONALE INTEGRATION                                       16
       4.1 Krankenhausinformationsdienste                                           16
       4.2 Regionalebiomedizinische Informationsdienste                             18
       4.3 Datenschutz / Authentizitât / Ausfallsicherung                           19
             4.3.1 Ermittlung der Anforderungen an MBI hinsichtlich Datenschutz,
                   Authentizität und Ausfallsicherung                               20
             4.3.2 Entwicklung internationaler medizinischer Datenschutzprotokolle  20
5 . BIOMEDIZINISCHE EXPERTENUNTERSTÜTZENDE SYSTEME                                  21
       5.1 Biomedizinische Experten - und Wissensbasissysteme                       21
       5.2 Dedizierte Computer-Sprachwerkzeuge                                      23
       5.3 Besondere Erfordernisse der Informationsverarbeitung                     23
       5.4 Mensch - /Maschinen -Schnittstelle                                       24
       5.5 Flexible Inferenzsysteme mit offener Architektur                         25
 ---pagebreak---                                                  11
6 . BIOMEDIZINISCHE INSTRUMENTIERUNG UND FORSCHUNGSWERKZEUGE 25
       6.1 Integriertes biomedizinisches Labor                                      26
       6.2 Biomedizinisches Grundlagenwissen                                        27
      6.3 Automatisierte DNA-Sequenzierung                                          27
       6.4 Automatisierte Protein Analyse und Synthesen                             28
                                     Arbeitsschwerpunkt III
7 . NICHT-TECHNOLOGISCHE FAKTOREN                                                   28
       7.1 Die Chancen engerer Zusammenarbeit zwischen nationalen Programmen        28
       7.2 Überblick über die funktionalen Spezifikationen, Standards und Praktiken 29
       7.3 Überblick über den für MBI relevanten Rechts- und Verordnungsrahmen      29
       7.4 Wirtschaftliche Einschâtzung des MBI-Potentials in der medizinischen
            Versorgung und biomedizinischen Forschung                               29
       7.5 Einschâtzung des Bedarfs an Spezialausbildung und seiner Abdeckung       30
 ---pagebreak---                                                        I
 EINFÜHRUNG
 Die in dem Hauptdokument entwickelte logische Grundlage veranschaulicht sowohl die
'Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit als auch die Schwierigkeiten und Verflechtungen,
 die ihre intersektorale Natur einem konzertierten Bemühen auf europäischer Ebene
 auferlegen wird. Abgesehen von der Notwendigkeit, die Ziele noch zu verfeinern , wird man
 alternative Vorgehensweisen analysieren und die Aussichten testen müssen, die
 umfangreichen Verflechtungen erfolgreich zu handhaben. Der Erfolg dieser Aktion wird
 letztendlich von der Fähigkeit abhängen, die laufenden Aktivitäten der Fachleute in diesem
 Bereich auf nationaler Ebene zu ergänzen und zu stärken. Die Entwicklung und Stärkung von
 Formen der Zusammenarbeit zwischen den Bereichsakteuren auf europäischer Ebene ist
 ebenso eine Herausforderung wie der technische Gehalt dieser Initiative. Der Erfolg in
 diesem Bereich wird über die Verwirklichung der Vorteile der Konzertierung und
 Zusammenarbeit und damit über die bessere Nutzung der in diesem Bereich knappen
 personellen, institutionellen , technischen und finanziellen Möglichkeiten zu der Gemeinschaft
 entscheiden .
 Aus diesem Grund wurde mit den Fachleuten dieses Bereichs eine Pilotphase erarbeitet, die
 folgende Ziele hat:
            zukünftige     Ermittlung     des    Bedarfs   der    medizinischen  Versorgung   und
            Biotechnologie an Medizinischer und Bio-Informatik ( MBI);
            Bewertung der technologischen Entwicklungen und Erarbeitung der technologischen
            Perspektiven mit Bezug auf ihren Beitrag zum Erfolg von MBI;
            Festlegung genauer Ziele und optimaler Vorgehensweisen für Abstimmungen und
            Zusammenarbeit im Bereich der MBI auf europäischer Ebene, auf diese Weise die
            Anstrengungen privater und öffentlicher Organisationen auf diesem und
            verwandtem Gebiet ergänzend und unterstützend;
            Austesten     und    Bewerten     der   Organisations - und    Verwaltungsabläufe  für
            konzertierte Bemühungen in der MBI;
            Entwicklung eines Aktionsplans für MBI . der sich auf Analysen des Bedarfs und
            künftiger Chancen gründet;
            rechtliche , regulative , wirtschaftliche und andere nicht-technologische Faktoren zu
            identifizieren , die bei der Anwendung von MBI für die angeführten Ziele eine
            Schlüsselrolle spielen mögen.
 Der folgende Abschnitt gibt einen Überblick über die Arbeit, die für die Pilotphase
 vorgeschlagen wird. Die Untersuchungs- und Sondierungsgebiete wurden in
 Übereinstimmung mit den oben erwähnten Zielen der Pilotphase so gewählt, daß relevante
Ergebnisse ohne Vorwegnahme des ’follow-up’ anfallen .
 ---pagebreak---                                                 2
 1 . ENTWICKLUNG EINES GEMEINSAMEN KONZEPTIONELLEN RAHMENS FÜR DIE
         ZUSAMMENARBEIT
 Medizinische Versorgung befindet sich ständig in Entwicklung und so auch die Technologie,
 die sie unterstützt.
 Zur Einschätzung der Rolle und des Beitrags von MBI ist es natürlich wichtig, die
 gegenwärtige und zukünftige Rolle der Information selbst und die Art, wie sie benutzt wird,
 genau zu verstehen.
 Die Arten der Daten, die der Arzt im allgemeinen handhaben, überprüfen und in seinen
 Bericht übernehmen muß, sind:
           Text (z.B. Arztberichte im Überweisungssystem)
           numerische Laborergebnisse
           graphische Darstellungen (von numerischen Daten und Körperschemata)
           Signale (z.B. Elektrokardiogramme)
           Bilder (z.B. Röntgenaufnahmen, Sonogramme, usw.)
Diese Daten entstammen drei Entstehungsorte: Daten, die die Ärzte selbst über Patienten
erstellen, Daten, die andere Ärzte über diese Patienten erstellt haben, und hinzuzuziehendes
medizinisches Wissen.
Die Anforderungen der Datenbehandlung von Forschern, die z.B. an der molekularen
Grundlage biologischer Systeme arbeiten, sind:
           automatisches Sammeln experimenteller Daten aus verschiedenen Quellen;
           Vergleichen experimenteller Daten mit denjenigen, die in Datenbanken gespeichert
           sind; .
           Strukturvorhersagen aus Sequenzierungsdaten;
           Molekül-Modellierung;
           quantenmechanische Berechnungen für die Strukturverfeinigerung.
Dies deutet drei Richtungen für die Entwicklung medizinischer Informatik an:
(a) patientenbezogene klinische Datensâtze
(b) Kommunikation
(c) und Abfrage - und Konsultationssysteme.
Zur Formulierung einer Strategie zur Informationstechnologie in der medizinischen
Versorgung ist es zunächst erforderlich, den Informationsbedarf und die besten Wege zu
seiner Abdeckung zu identifizieren. Dies beinhaltet Analyse, Verständnis und
Übereinstimmung zwischen den entsprechenden Fachleuten bezüglich des passendsten
Ansatzes, die Benutzerbedürfnisse in einer mit den wirtschaftlichen und technologischen
Gegebenheiten vereinbaren Form zu erfüllen.
 ---pagebreak---                                                  3
  1.1  Entwicklung eines Rerernzmodells für MBI
 Ziel
 Die Entwicklungen in MBI werden , wo immer möglich, auf den Entwicklungen in
 Informationstechnologie , Telekommunkation, Funk und diese nutzenden Dienste aufbauen .
 Zusätzlich und orientiert an den anwendungsspezifischen Aspekten, wird MBI eigene
 Lösungen und Fertigkeiten entwickeln . So wird z.B. Patientenfernüberwachung ein
 allgemeines Funksystem nutzen , doch müssen dafür gesundheitsspezifische Datenerfassungs ¬
 und    Funktechniken     entwickelt werden . In   ähnlicher  Weise   werden    Protein -  und
 Nukleinsäure-Datenbanken allgemeine Datenbank-Verwaltungssysteme benutzen, jedoch
 besondere Instrumente, z.B. Expertensysteme, benötigen, um die wirkunsvolle Nutzung der
 Daten zu unterstützen .
 Um zu ermöglichen, daß MBI auf der Synergie mit anderen Bereichen aufbaut, und auch um
 zur Identifizierung der Anforderungen an gemeinsame funktionale Spezifizierungen und
 minimale Standards beizutragen , wird vorgeschlagen, als Teil der Pilotphase mit der
 Konzeption und Entwicklung eines Referenzmodells für MBI zu beginnen . So weit es
 Telekommunikation und Funk betrifft, kann diese Arbeit auf dem als Teil des RACE -
 Programms entwickelten Referenzmodell aufbauen.
 Die spezifischen Ziele dieser Arbeit sind:
           Transparenz für die Erfordernisse und deren funktionale Eigenschaften zu schaffen
           und zu erhalten;
           zu einem gemeinsamen Verständnis der Entwicklung in MBI zu kommen;
           unter den Fachleuten zu gemeinsamer Definition und Verständnis der funktionalen
           Spezifikationen und minimaler Standards zu kommen;
           die Arbeit der zuständigen Institutionen an gemeinsamen funktionalen
           Spezifikationen und an der Standardisierung zu unterstützen , um den Fortschritt in
           MBI für die medizinische Versorgung und Forschung in entsprechenden Bereichen
           zu erleichtern .
Aktivitäten
Die Arbeit teilt sich auf drei größere Bereiche auf: einmal die Informationsumgebung des
Arztes , zum anderen die der Wissenschaftler/Technologen und schließlich die allgemeinen
Anforderungen an die Entwicklung eines Referenzmodells .
 1.1.1  Refernzmodell für die Informationsumeebune des Arztes
Dies schließt alle funktionellen Beschreibungen ein , die sich auf Informationsprozesse
beziehen , die den Arzt in seinem Verhältnis zum Patienten und den unterstützenden
Infrastrukturen ( z.B. Krankenhäuser...) und Dienstleistungen ( z.B. Labors...) umfassen . Bei
der Identifizierung und Beschreibung der funktionellen Erfordernisse werden neben den
technischen auch die finanziellen Aspekte berücksichtigt werden müssen.
 1.1.2  Referenzmodell für die Informationsumeebune des Wissenschaftlers /Technoloeen
Dies behandelt die funktionelle Beschreibung der Arbeit von Wissenschaftlern und
Technologen im Gesundheitswesen , z.B. in mit Diagnostik befaßten Labors , speziell werden
jedoch diejenigen Berufsbilder betrachtet, die in der Biotechnologie engagiert sind . Obwohl
der Bereich der Biotechnologie über die medizinische Versorgung hinausreicht , sind die
bioinformatischen Anforderungen in großem Maße allen Bereichen der Biotechnologie
gemein .
 ---pagebreak---                                                      4
 1.1.3  Integrations - und Interooerationskonzepte
 Diese Arbeit würde insbesondere die OSI- Konzepte für "Open Interconnection" analysieren
 auf den Bereich der MBI ausdehnen. Soweit es die technische Ausstattung betrifft, wird sie
 auf der OSI-Arbeit aufbauen, jedoch das Konzept der "Open Interconnection" auf die
 sektorspezifischen oberen Schichten des OSI-Modells ausweiten. Unter den Hauptaufgaben
 sind: Zugriffskontrolle und Nutzeridentifizierung, elektronische Unterschrift, Zeitstempel,
 Datenschutz, Datenintegrität.
 1.2 Datenbedarfs-Analvsen fûr MBI
Ziel
Zur Entwicklung von Informationssystemen , die sich offen und flexibel den Bedürfnissen
der medizinischen Versorgung stellen und dabei die Evolution der zugrunde liegenden
Wissenschaften und Technologien nutzen, ist es nötig, die Informationserfordernisse
systematisch zu analysieren . Das Verständnis für die Informationserfordernisse ist die
Voraussetzung        für    die    Konzipierung        und    Definition       allgemein    gültiger
informationsverarbeitender Funktionen und die Entwicklung des Informationsaustauschs und
der Portabilität.     Dies wiederum     ist eine    Voraussetzung für allgemeine funktionale
Spezifikationen und minimale Standards.
Aktivitäten
Zum       Umfang       der    Arbeit     muß      die    Analyse     von      gesundheitsbezogenen
Informationserfordernissen und die Spezifikation der entsprechenden typischen
Charakteristiken beinhalten, die sich auf Datenerfassung, Verarbeitung, Überprüfung ,
Datenschutz, Authentizität, Speicherung, Übertragung, Abfrage, und Präsentation in den
folgenden Beziehungen darstellt:
           Patient zu den Gesundheitsdiensten
           Arzt zum Patient (Korrespondenz, Information, Beratung , etc.)
           arztbezoeene Information ( Krankengeschichte, Diagnose , Behandlungsoptionen,
           Verschreibungen , neuere Behandlungserfahrungen, etc .)
           Arzt zu Dienstleistungen (Labors)
           Arzt zu anderen Theraoieeinrichtungen (Chirurgie, Apotheken, besondere
           Therapien verschiedener Art)
           Arzt zur Verwaltung ( Krankenhaus, Versicherung, öffentliche Verwaltungen ,
           Rechnungswesen , usw .).
Bezüglich der Labors und Forschungsinfrastruktur für die Gesundheitsversorgung müssen die
entsprechenden Analysen unter Einschluß der folgenden Beziehungen durchgeführt werden:
           Wissenschaftier /Technologe      zur     Referenzinformation       (z.B.    DNA      und
           Proteinsequenz- und - Struktur-Datenbanken, Literatur, usw .)
           Wissenschaftler /Technoloee zu Experimentierdaten (z.B. Röntgenstrahlen und
           Neutronendiffraktion , zweidimensionale hochauflösende Kern-Magnetresonanz,
           Elektronenmikroskopie )
           Wissenschaftler /Technologe zur Versuchsausrüstung (z.B. Simulation molekularer
           Dynamik, Röntgenkristallographie, moderne 3-D Graphiksysteme ...)
           Wissenschaftler /Technologe     zu Verwaltungen       (Krankenhäuser      oder andere
           Dienstleistungsabnehmer,          Versicherung,        öffentliche        Verwaltungen,
           Rechnungswesen, usw .)
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 Im Ergebnis sollten die Optionen und den Arbeitsansatz bei der Entwicklung
 anwendungsspezifischer Verschlüsselungsstrukturen identifizieren und so die Ausbreitung der
 Technologie und ihrer Verfeinerung für die Datenübertragung in weiterverarbeitbarer Form
'ermöglichen. Schon im Rahmen der Pilotphase könnte bereits ein relevanter Beitrag zur
 dringend benötigten Harmonisierung zukünftiger Entwicklungen erwartet und die Basis für
 weitere detaillierte Arbeit gelegt werden.
 1.3 Ermittlung des Potentials von MB ! zur Steieerung der Effizienz
 Ziel
 Informatik kann sowohl in der Gesundheitspflege auch als in der biomedizinischen
 Forschung eingesetzt werden , sowohl um die Leistungsfahigkeit zu erhbhen als auch um eine
 bessere Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Das Ziel dieser Arbeit in Zusammenhang mit dem
 Referenzmodell liegt in der nåheren Erforschung dieses Potentials von MBI.
 Aktivitäten
 Mit der Arbeit in diesem Bereich werden die verschiedenen Ebenen des Gesundheitswesens
 identifiziert, in denen Informationstechnologie die Chance bietet, zur Dämpfung der Kosten
 bei weiterer Verbesserung der Versorgung beizutragen. Die nachfolgend aufgeführten
 Gebiete werden dabei besonders genau untersucht werden:
            Verschreibung
            Radiologie - Bildverarbeitung
            Laborausrüstung
            Nutzen der Sensorentechniken
            Reihenuntersuchungen
            Krebstherapie
            Primârversorgung
            Biomolekulare Forschung
Verschreibung
Mit der Entwicklung von Expertensystemen und Kommunikation zum Einsatz in der
Primärversorgung kann das medizinische Verordnungswesen dort so weiterentwickelt werden,
daß Verwaltungs-Gemeinkosten reduziert werden und auch den entsprechenden
Patientenbedürfnissen besser entsprochen wird .
Radiologie
Wegen einer viel vorteilhafteren Datenerfassungs-, Speicher- und Abfragetechnik, kann der
Einsatz von Elektronik und optischer Speicher die jährlichen Kosten der heutigen Radiologie
mit Röntgenfilm , Chemikalien , Wartung der Ausrüstung und Filmlagerung deutlich
reduzieren 1^.
Laborausstattung
Da die Wartungskosten für Laborgeräte , ausgenommen für Computer, beachtlich sind , würde
der Grundsatz, Expertensysteme zur Diagnostik selbst in der einfachsten Laborausstattung zu
haben , Einsparungen und eine Verbesserung der Dienstleistung erbringen.
     1)    Der Kauf von Rôntgenfilmen veruraacht 2% der Gesamtkosten cinés Krankenhauses und 60% seiner
           Rôntgenabteilung.
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 Sensortechniken
 Moderne Sensortechnik schafft beachtliches Potential zur - wertungsfreien - Fernerfassung
 biologischer Parameter. Das kann dazu benutzt werden, Überwachung und Genauigkeit in
 hohem Maße zu verbessern und Zeit- und Entfernungszwänge zu überwinden.
 Reihenuntersuchuneen
Die Informationstechnologie kann Reihenuntersuchungen für eine heilbare, sonst aber
tödliche Krankheit verbessern indem sie die Automatisierung eines Großteils der
Untersuchungen ermöglicht.
KrebstheraDie
Die Lebensqualitàt eines an Krebs erkrankten Patienten kann durch den Einsatz von
Computermodellen bei der Behandlungsplanung entscheidend verbessert werden, z.B. Ober
die Optimierung des Einsatzes chirurgischer Eingriffe, der Chemotherapie und der
Radiotherapie. Dies gelingt, indem die patientenbezogene Information mit den Modellen
verknùpft werden, um die Therapie fùr jeden Patienten optimal zu gestalten.
Primârversoreung
Eine Kombination aus neuer Meßtechnik und Informationsverarbeitung ermöglicht eine
bessere Primärversorgung und zeigt so , wie der technologische Verschmelzungsprozeß sich
vorteilhaft auf die medizinische Versorgung auswirkt. Inbesondere verlangt die weitere
Verlagerung der medizinischen Versorgung in die ambulante Primärversorgung nach
Verschmelzung         von      Filmtechnologie,        Chemie ,        Molekularbiologie     und
Informationsverarbeitung .
Biomolekulare Forschung
Biomolekulare Forschung hat das Potential, die Wirtschaftlichkeit der pharmazeutischen
Produktion und die damit verbundene F&E zu revolutionieren. Es gibt bereits Beispiele, daB
biomolekulare Fertigungstechniken in der Lage waren , hochreine Substanzen unmittelbar und
mit deutlich besserer Rentabilitåt herzustellen, als dies traditionelle Techniken erlauben .
2 . MEDIZINISCHE INFORMATIKUMGEBUNG
Beschreibung
In Zusammenhang mit der schnellen Entwicklung der Technologie von Informationssystemen,
sind für internationale Vergleiche und Austausch von Gesundheitsinformationen erforderlich.
Verfügbarkeit medizinischer Daten und Vergleichbarkeit in Europa sollten zu einem besseren
Verständnis der Entwicklungsmuster chronischer Krankheiten führen , den Mitteleinsatz zur
Verbesserung der Versorgungs - und Lebensqualität optimieren erlauben und schließlich
Management und Forschung zum Nutzen der Patienten unterstützen .
Die zunehmende Verbreitung der Informationstechnologie in der Medizin führt jetzt in
Europa zu einem Wildwuchs unabhängiger Systeme. Dies birgt die Gefahr eines
zunehmenden Mangels an Vergleichbarkeit zwischen medizinischen Informationssystemen,
was die Möglichkeit größräumiger, nationaler und internationaler Studien sowie die
Möglichkeit, die Effizienz und Qualität der Versorgung auf europäischer Ebene zu bewerten,
begrenzt .
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 Primär vorrangig ist daher die Herstellung der notwendigen Einheitlichkeit der medizinischen
 Sprache als fundamentale Grundlage für übertragbare Systeme durch Planung und
 Entwicklung eines europäischen medizinischen Lexikons für Syntax und Semantik. Dieses
 Lexikon wird für fast alle medizinischen Funktionen von zentraler Bedeutung sein, um so
 die Entwicklung von Konzepten der Integration und Konvergenz im Gesundheitswesen zu
 ermöglichen.
 Ziel
 Das Hauptziel für die Arbeit unter diesem Titel liegt in der Entwicklung von verbesserten
 Klassifizierungssystemen zur Kodieren der medizinischen Terminologie als eine
 Voraussetzung für die Lösung transnationaler Gesundheitsversorgungsprobleme.
Auf wissenschaftlicher Ebene ist die Annahme vergleichbarer Klassifizierungssysteme
 besonders wichtig, um die Unterschiede in der Ausbreitung von Krankheiten sowie die
Unterschiede in den Gesundheitsversorgungssystemen und ihre Kostenentwicklung in Europa
besser zu verstehen .
Auf politischer Ebene sind genaue und zuverlässige Faktenbanken wichtig für die
Überwachung der Effizienz und der Qualität der Versorgung sowie für die Entwicklung von
Strategien und internationalen Standards.
Aktivitäten
Um dieses Ziel zu erreichen , sind AktivitSten in vier Bereichen erforderlich:
            Internationaler Vergleich der Diagnosekriterien und - verfahren in Bezug auf
            Kosten (Krankenhauspatienten).
            Definition eines minimalen Basisdatensatzes (MBDS) fur die ambulante Versorgung
            in Europa.
            Halbautomatische Verschlüsselung standardisierter medizinischer Daten in Europa.
            Entwicklung     der  europäischen   Kriterien , um   Krankheitsschweregrade    zu
            definieren .
2.1   Internationaler Vergleich von Diagnosen und Verfahren in Bezue auf Kosten
Ziele
            Harmonisierung medizinischer Datenklassifikationssysteme über Vergleiche und
            gemeinsame Konsequenzen unter Verwendung des europäischen minimalen
            Basisdatensatzes ( MBDS), der für Krankenhäuser definiert vorliegt .
            Bewertung der ’Diagnosis Related Group’(DRG ) Methodologie in Europa, um
            Verschiedenheiten zu verstehen und Wege zu Vergleichsmöglichkeiten zu suchen .
Diese Arbeit ist von außergewöhnlicher Bedeutung , um die unabhängig von einander in
jedem europäischen Land auf dem Gebiet von MBDS und diagnosebezogenen Gruppen
eingeleiteten Aktionen zu koordinieren , und um die Unterschiede bei den Pflegeleistungen,
der Produktivität und der Qualität der Krankenhausversorgung in Europa besser zu
verstehen .
Aktivitäten
Die Arbeit in diesem Teil wird aus sieben , miteinander stark in Wechselbeziehung stehenden
Gebieten bestehen:
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Entwicklung von Standards für die Dateneingabe
Die beiden Hauptaspekte dieser Arbeit betreffen die Definition der Standards zur Erfassung
und Interpretation medizinischer Daten unter Berücksichtigung der Tatsache , daß manuelle
Verfahren mehr und mehr durch komputerisierte Dateneingabe und - Verarbeitung ersetzt
werden .
Unterschiede der Diagnoseklassifikationssvsteme in den europäischen Krankenhäusern
Dort, wo MBDS verfügbar und zwischen LSndern vergleichbar sind, werden Pilotstudien
geplant, um Datenaustausch und Vergleichsmöglichkeiten in Europa bzw. zwischen Europa
und den Vereinigten Staaten zu realisieren.
Unterschiede bei der Verfahrensklassifikation in den europäischen Krankenhäusern
Anders als Diagnosen, die gewöhnlich entsprechend der internationalen Klassifizierung für
Krankheiten codiert werden, sind Operationen und sonstige Verfahrensweisen durch
nationale Klassifizierungen oder Benennungssysteme erfaßt , die entsprechend den
unterschiedlichen Forderungen von Klinikärzten, Verwaltern, Finanzierungsgesellschaften
und Sozialversicherungsfonds für verschiedene Zwecke , hauptsächlich administrativer Art,
erarbeitet wurden . Die Aufgabe hier liegt in der Qualitätsverbesserung eines jeden -
Klassifizierungssystems medizinischer Etaten , um mit dem Fortschritt medizinischer
Techniken, neuer Diagnosen und Managementveränderungen mitzuhalten , wobei
berücksichtigt wird , daß die ursprünglichen Verfahrensklassifikationsschemata in jedem Land
bessere Teillösungen als der ICD- 9 - CM -Code enthalten könnten . Über die Verknüpfung
solcher Teillösungen aus jedem europäischen Klassifizierungsschema mag am Ende zu einem
international verwendbaren Klassifikationsschema für Prozeduren führen .
Verschiedenes Vorgehen der europäischen Krankenhäuser bei ’case - mix’ - Studien
Als     erster   Schritt    wird    empfohlen ,    einen   Vergleich     der    internationalen
Klassifizierungssysteme durchzuführen, die die Kosten für spezifische casemixes für
europäische Krankenhäuser abschätzen , z.B. ICD-9 , ICD- 9-CM, DRG’s , und einen Ansatz
für die Harmonisierung ihres Einsatzes zu entwickeln.
EinfluB des case-mix auf die Lânge des Aufenthalts und andere Kostenfaktoren in
europäischen Krankenhäusern
Bisher werden neue Mittel den Krankenhäusern entsprechend dem zuletzt gezeigten Bedarf
zugeteilt . Es werden deshalb neue Indikatoren benötigt , um die Produktivität des
Gesundheitssystems abzuschätzen . Die am meisten verfügbare Quelle für medizinische
Produktivitätsindikatoren , die angeben , warum Patienten eine bestimmte Versorgung erhalten
haben , scheint eine Zusammenfassung der Krankengeschichte zu sein , die die Krankenhaus -
MBDS mit allen Diagnosen und Behandlungen für jeden stationären Patienten beinhaltet. Die
Arbeit wird darauf abzielen , durch Verbindung solcher MBDS-Daten mit finanziellen Daten
und      solcher     aus     Wissensdatenbanken ,     eine    bessere     Beschreibung      der
Gesundheitsversorgungssysteme in Europa zu erhalten .
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Definition von VorschlSeen zur Harmonisierung medizinischer Datenklassifikationssvsteme in
europäischen Krankenhäusern
In Europa werden Programme zur Harmonisierung medizinischer Datenklassifikationssysteme
entwickelt werden. Sie müssen so allumfassend als möglich sein - unter Berücksichtigung der
Bedürfnisse aller Länder, einschließlich weniger entwickelter Länder - und so flexibel, daß
Veränderungen in der Zukunft durchführbar sind. Es wird multidisziplinär vorgegangen
werden , um den Dialog zwischen den medizinischen Berufen und den Administratoren zu
ermöglichen.
Definition der F&E Anforderuneen an Soft - und Hardware , um geeenOber der US-Industrie
wettbewerbsfâhie zu bleiben
Harmonisierung der medizinischen Daten ist eine Voraussetzung für einen breitgefächerten
europäischen Markt der medizinischen Informatik. Um über die im Wettbewerb mit starken
amerikanischen Firmen erforderliche Kapazität zu verfügen, wird die europäische Industrie
bei der Planung und weiteren Bereitstellung gut angepaßter Pakete , die MBDS und DRG’s
enthalten, unterstützt werden.
2.2 Définition eines minimalen Basisdatensatzes fûr ambulante Behandlung in Europa
Ziele
-   Harmonisierung medizinischer Datenklassifikationssysteme durch Definieren eines MBDS
  für die ambulante Versorgung , d.h. einen Kern des Wissens , das überall in vergleichbarer
  Art für möglichst viele Einsatzmöglichkeiten in der ambulanten Versorgung verfügbar sein
  sollte .
-   Bewertung der Méthodologie zur Klassifizierung ambulanter Behandlungen (sog . AVG's )
  in Europa, um deren Machbarkeit, Vorteile und Nachteile zu untersuchen.
Aktivitäten
Der Aktivitâtsrahmen beinhaltet folgende Aufgaben:
Definition eines MBDS fur ambulante Versoreune
Bis jetzt benutzt in Europa nur eine geringe Anzahl praktischer Ärzte (zwischen 1% und 5%
in verschiedenen Ländern ) Computer zur Verarbeitung medizinischer Information . Die
Standardisierung der Klassifizierungen ist daher eine primäre Angelegenheit . Die Aufgabe
zielt einmal auf die Bewertung der Standardisierungskonzepte , zum anderen auf prä -
normative Arbeit an Verschlüsselungssystemen in der ambulanten Versorgung und die
Definition eines MBDS für häusliche die Pflege .
Einsatz des definierten MBDS und der AVG-Methodologie in europäischen Pilotzentren
Sobald ein MBDS auf europ&ischem Ebene definiert wurde , ist eine Bewertung der AVG -
Methodologie dringend nötig , die 1986 in den USA entwickelt wurde , um medizinische
Daten mit finanziellen Daten in der ambulanten Versorgung zu verknüpfen.
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Erarbeitung von Vorschlägen zur Harmonisierung medizinischer Daten und von Patienten-
Klassifikationssvstemen zur ambulanten Versorgung in Europa
Die Definition eines MBDS in der ambulanten Versorgung , das von herausragender
Bedeutung im Rahmen der Gesundheitsversorgung ist, ermöglicht dann die erforderlichen
Vorbereitungen zur Harmonisierung der medizinischen Daten-Klassifikationssysteme.
Definition der F&E Anforderungen an Soft und Hardware , um gegenuber USA und JaDan
wettbewerbsfähig zu bleiben
Aufbauend auf das moderne professionelle Know-how in der ambulatorische Versorgung in
Europa und die beachtliche Erfahrung auf dem Gebiet des Abrechnungswesens in der
ambulanten Versorgung, wird die Arbeit Software - und Hardware-Spezifikationen für
Klassifikationssysteme medizinischer Daten in der ambulanten Versorgung festlegen.
2.3 Halbautomatische Verschiûsselung standardisierter medizinischer Daten in Europa
Ziele
          Verschlüsselung und Entschlüsselung von natürlicher medizinischer Sprache mit
          Hilfe international abgestimmter Klassifikationssysteme.
          Automatische Gruppierung dieser Klassifizierungen nach Kostengesichtspunkten
          ( DRG’s für stationäre und AVG’s für ambulante Patienten).
          Harmonisierung der Vorschriften für Klassifizierungssystem medizinischer Daten in
          Europa.
Diese Arbeit ist von strategischer Bedeutung für die Entwicklung aufeinander abgestimmter
Gesundheitsindikatoren und damit Standards für den Gesundheitsdienst, wie auch für die
Entwicklung darauf abestimmer medizinischer Informationssysteme, die damit einen großen
europaweiten industriellen Markt in der Medizin hätte.
Aktivitäten
Diese Arbeit muß sich besonders auf zwei Aktivitäten konzentrieren:
Entwicklung von Diagnosestandards in den europäischen Sprachen
Diese Arbeit zielt darauf ab, dem Bedarf an Standards in Europa über den ICD-9 -
Diagnoseschlüssel hinaus zu entsprechen. Halbautomatische Programme zur Verschlüsselung
medizinischer Diagnosen werden entworfen und dann europaweit verfügbar gemacht werden .
Kodieren könnte Teil einer als Expertensystem gestalteten Vorverarbeitung sein, die,
abgesehen von einer transparenten Verschlüsselung von Klartext-Eingaben, kontext¬
spezifisch Kodieren und automatisch Fehler entdecken und korrigieren würde.
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Entwicklung von Standards für Vorgehensweisen in jeder europäischen Sprache
Verglichen werden sollen nationale Verschlüsselungsverfahren , Erweiterungen zu
internationalen Schlüsseln und Nomenklaturen , die gegenwärtig in einzelnen europäischen
Ländern entwickelt werden. Die Eignung dieser Klassifizierungssysteme wird für
verschiedene        Einsatzbereiche       geprüft       Epidemiologie ,      Kostenkontrolle,
Krankheitsschweregradbestimmung ,      Versorgungsqualität,    klinische    Forschung    und
Verwaltung auf allen Gebieten. Anwendungsspezifische Kodierstrukturen werden untersucht
werden, die eine Erweiterung der Terminologie und Aufbereitung für die Datenübertragung
in verarbeitbarer Form ermöglichen sollen.
Diese Verfahren müssen mit DRG’s und AVG’s kompatibel sein, was die Entwicklung
entsprechender Editier- und Gruppierungsprogramme erforderlich macht.
2.4 Entwickiune europâischer Kriterien , um Krankheitsschwereerade zu definieren
Zisl
Ziel dieses Teils ist es , einen einfachen Merkmalssatz zu bestimmen, um den
Krankheitsschweregrad bei stationärer und ambulanter Versorgung anzuzeigen und so eine
bessere Einschätzung der Produktivität der Gesundheitsdienste in allen europäischen Ländern
zu ermöglichen. Die Arbeit auf diesem Gebiet wird das Verständnis für die Ursachen der
Kosten im Gesundheitswesen verbessern , sowie die Kontrolle der Kosten am Bedarf der
Bevölkerung orientieren , und schließlich das große Potential für den Informatik-Markt im
Krankenhaus und in der ambulanten Versorgung aufzeigen .
Die strategische Bedeutung dieser Arbeit wird nachstehend zusammengefaOt.
          Wie   aus   Studien  aus  den   USA    und   Europa   ersichtlich ist, hängen   die
          Versorgungskosten stark vom Krankheitsschweregrad ab , jedoch sind Kriterien zur
          Definition Schweregrads bis jetzt noch nicht standardisiert worden , selbst in den
          USA nicht .
          Den Schweregrad charakterisierende Merkmale sollten landesweit verfügbar sein.
          Sie könnten entweder auf einer Analyse des Inhalts von MBDS oder auf
          physiologischen Zeichen basieren ( wie beim APACHE-System in der
          Intensivpflege ).
Aktivitâten
Phvsiologische Indikatoren
Es müssen biologische Indikatoren der Pflegeintensität und des Krankheitsschweregrads
entwickelt werden , die Bezug zu finanziellen Datensätzen erlauben .
Einbeziehung von Komplikationen und Prozeduren in DRG’s
Ziel der Arbeit auf diesem Gebiet ist die Verbesserung der Definition der DRG’s in Bezug
auf Pflegeintensität und Krankheitsschweregrad in Verbindung zu finanziellen Daten .
 ---pagebreak---                                                  12
3 . DATENSTRUKTUREN UND KRANKENGESCHICHTEN
Beschreibung
Sobald die Informationsbedürfnisse identifiziert sind , müssen die Daten, die diesen
Anforderungen genügen sollen, sorgfältig definiert werden, um konsistent zu sein, aggregiert,
für verschiedene Zwecke aufbereitet, ausgetauscht und gemeinsam genutzt werden zu
können. Da die Daten in Computern verschiedener Art und an unterschiedlichen Orten
verarbeitet und gespeichert werden, müssen sie innerhalb eines Modells gesehen werden, das
ihre Struktur definiert. Das ist eine Grundvoraussetzung für rechnergeführte
Krankengeschichten. Bezüglich des breiten medizinischen Marktes, der reich an
verschiedenartigen Anstößen für Hard- und Software-Entwicklungen (meistens ohne
konzeptionelle Beziehung untereinander) ist, können nur größere Durchbrüche bei der
Konzipierung und Entwicklung von elektronischen Krankengeschichten die Qualität der
medizinischen Versorgung dramatisch steigern und gleichzeitig den Markt wirklich öffnen,
da der Arzt der wesentliche Akteur und somit Hauptziel des Marketings ist. Das Potential für
einen Anstieg der Nachfrage ist also sehr stark, doch müssen zuerst Standardisierungs- und
Harmonisierungsarbeiten auf europäischer Ebene durchgeführt werden.
Ziel
Ziel dieses Teils ist es, die Arbeit auf dem Gebiet der Entwicklung medizinischer Daten-
und Arbeitsablaufmodelte auf europäischer Ebene anzuregen, was als Schlüssel zum
Fortschritt der Informationstechnologie im Gesundheitswesen anzusehen ist. Weiterhin soll
die Abstimmung allgemeiner funktionaler Spezifizierungen und minimales Standards
gefördert werden , wie sie für die Komputerisierung von Krankengeschichten und die
Entwicklung portabler Datenbanktechniken erforderlich sind.
Aktivitâten
Um    diesen    Zielen    gerecht  zu    werden,  muBte   dieser Teil    der   Arbeit   drei
Hauptbetâtigungsfelder angehen:
          Modellierung der klinischen Verfahren und Daten , deren Entwicklung nicht nur
          für die grenzüberschreitende Datenübertragung sondern auch für das dynamische
          Referenzmodell für Spracheingabe, Bildverarbeitung usw. von größter Bedeutung
          ist.
          Spezifikation der     funktionellen  Anforderungen an eine generell verteilte
          Krankengeschichte.
          Gemeinsame funktionelle Spezifikations- und Harmonisierungsvorschläge für
          elektronisch lesbare Datenkarten der Patienten ,       die   dazu    dienen,   die
          patientbezogenen relevanten Daten zu speichern.
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3.1  Modellierung der klinischen Verfahren und Daten
Beschreibung
Der Mangel an Verständnis , eine Reihe von Tatsachen zu vermitteln , erweist sich oft als
schwerwiegendes Hindernis bei der Bewältigung alltäglicher Probleme und bei Fortschritten
auf lange Sicht. Dies gilt besonders auch für die Bereiche Medizin , Pharmazeutik und
Biotechnologie , wenn es gilt einen Datensatz auch einem Nichtfachmann verständlich zu
machen. Die Modellierung klinischer Daten muß so entwickelt werden, daß die
Übertragbarkeit von Daten und Verfahren sichergestellt ist. Im Prinzip kann der klinische
Ablauf (Aufnahme des Patienten , Aufenthalt in den verschiedenen Abteilungen , Entlassung
des Patienten) in einer Reihe von entsprechenden Daten und Verlaufsangaben ausgedrückt
werden . Diese können in vorgegebener Weise verschlüsselt werden , um schematisch die
Versorgung des Patienten zu beschreiben . Da sich das Schema auf den Patienten und seine
Krankheit stützt , wird der Einfluß des praktischen Vorgehens auf ein Minimum reduziert.
7М
Das Ziel liegt in der Schaffung von Standards für klinische Datenmodellen , die in ganz
Europa akzeptiert werden können . Dies würde es dem Referenzmodell erlauben , in jeder
erforderlichen Richtung und auf jeder Ebene der medizinischen Versorgung zu arbeiten.
AktivitSten
Die Arbeit ist speziell auf folgende Punkte zu konzentrieren:
Entwicklung eines gemeinsamen Kodierungssatzes
Die Aufgabe liegt in der Entwicklung eines gemeinsamen Kodierungssatzes , der die
Bedürfnisse der Medizin und des Datenschutzes befriedigt. Medizinische Codes sind
notwendig , da sie eine zufriedenstellend kompakte Basis für tatsächlich portable Systeme ,
unabhängig von der Benutzersprache und dem Rechnersystem , bilden; sie befriedigen den
wachsenden Bedarf, statistische Analysen zuverlässiger Bevölkerungsdaten auf internationaler
Ebene zu erstellen; sie sind erforderlich , um allgemeine Schnittstellen für medizinische
Expertensysteme zu ermöglichen; Datenschutz kann in Erfüllung nationaler Vorschriften in
Codes eingebaut werden , doch bleibt der eingebettete Code weiterhin zwischen den
verschiedenen Systemen und unterschiedlichen Benutzern übertragbar.
Entwicklung gemeinsamer Datenformate
Zur Darstellung von Krankheiten und therapeutischen Verfahren sind gemeinsame Formate
notwendig. Sie optimieren die Übertragung von Daten und Verlaufsinformationen , die
dadurch    vom    speziellen   Kommunikations    und  Rechnersystem    unabhängig   werden .
Übertragene Daten können umgehend rekonstruiert werden , egal ob sie von einer
Datenleitung , einem Magnetband oder einer sogenannten smart card gelesen werden .
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Richtigkeit . Gültigkeit und Überprüfung
Gegenwärtig gibt es keine offiziellen Regeln für die medizinische Richtigkeit zur
Validierung medizinischer Expertensysteme. Eines der großen Anwendungsgebiete für
Expertensysteme in der Medizin ist ihre Rolle bei der Definition von "Normalität", wodurch
das Personal wertvolle Zeit und Mühe spart, die wirkungsvoller bei der Lösung von
abnormen      Problemen    eingesetzt  werden     können. Die   Korrektheit   medizinischer
Expertensysteme ist daher ein zentraler Punkt bei der Entwicklung biomedizinischer
Informatik , besonders im Hinblick auf die Tatsache , daß praktische Ärzte dadurch wissen
werden , daß ein bestimmtes System für die klinische Anwendung formell als korrekt
arbeitend zugelassen wurde.
3.2 Generall verteiite elektronische KrankengeschichtenArchive
Ziel
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Archivsystems , das eine leichte und flexible
Strukturierung und Zusammenfassung der komplexen Patienten-Krankengeschichte
wiedergibt und mit Konsultationsfunktionen integrierbar ist. Dieses Archivsystem sollte
gleichermaßen die individuelle Patientenversorgung und das bevölkerungsbezogene Abfragen
für Forschung und Vorbeugemaßnahmen erleichtern. Vor allem aber müssen die Ärzte
erkennen, daß die Nützlichkeit dieses Systems den erforderlichen Zeitaufwand für die
Dateneingabe und Systemwartung rechtfertigt.
Aktivitäten
Zur Klärung des Potentials einer abgestimmten Vorgehensweise bei der Erstellung eines
medizinischen verteilten Datenbank Transaktionsmodells werden konzeptionelle Studien
durchgeführt. Dabei wird der Ansatz einer verteilten Transaktions-Verarbeitung von großem
Interesse sein .
Identifizierung allgemeiner funktionaler Anforderungen
Die Hauptaktivität richtet sich auf die Klärung der Anforderungen zur Entwicklung von
Modellen für Krankenhausinformationssysteme und für regionale Systeme unter Einsatz der
neuen Technik der verteilten Transaktions-Verarbeitung , die sich auf medizinische Normen
für den Datenaustausch stützen .
Entwicklung von Standardisierungsvorschlägen
In diesem      Zusammenhang ausgearbeitete Standardisierungen      könnten schließlich zu
Protokollen über den Datenaustausch auf der Ebene der medizinischen Anwendung gemäß
den OSI-Konzepten führen .
3.3  Krankenblattsvsteme und Patienten - Daten - Karten
 ---pagebreak---                                                  15
Beschreibung
Als zentrale Informationsquelle für alle Arten des klinischen Alltags nimmt die
Krankengeschichte eine Schlüsselstellung beim Rechnereinsatz in der Medizin ein. Die
Entscheidungen, die bei der Entwicklung komputerisierter Krankenarchive gemacht werden
und die nicht nur bestimmen, wie Medizin praktiziert werden kann, sondern auch wie
Änderungen in der Praxis oder bei komputerisierten Tätigkeiten vorgenommen werden
können, sind vielfältig und berühren zahlreiche Bereiche der medizinischen Kommunikation .
Es gibt viele Kernfragen, die sich auf ein effizientes elektronisches Krankenblattarchiv
beziehen. Die Fähigkeiten zur Entwicklung eines europäischen Systems setzt die
Beantwortung folgender Fragen voraus: Was soll in einem Archiv gespeichert werden? Wie
soll Information gespeichert werden? Wo sollen Daten gespeichert werden? Auf welchen
Trägern soll gespeichert werden?
Ziel
Es gibt eine Reihe relevanter Aspekte für ein effizientes Krankenblattsysteme. Jede Strategie
der Informationstechnologie im Gesundheitswesen wird von Projekten abhängen, die Studien
zur Entwicklung und Nutzung von Krankengeschichten mit einschließen. Dieses Kapital
bezieht sich auch auf tragbare Datenkarten, die zur Speicherung von personenbezogenen
Daten eines einzelnen Patienten verwendet werden. Die Gestaltung und Abstimmung dieser
sich entwickelnden Technologie muß jedoch genauestens vorbereitet werden , um Standards
effizient zu entwickeln.
Aktivitäten
Die Arbeit umfaOt vor allem die folgenden Bereiche:
Datenkarten-Technologisn
Die erste Aufgabe liegt in der Stimulierung von Zusammenarbeit und Absprache bei der
Analyse der Anforderungen und Möglichkeiten der Kartentechnologie , z.B. verbesserte
Speicherkapazität für smart carss, gemischte smart-optical cards , Leser, Schreiber-Leser für
solche Karten.
Pointers
Adäquate Adressierung ist für den Einsatz von Pointern erforderlich , die , einmal auf der
Karte gespeichert, das Abfragen bestimmter Informationen, wie z.B. Röntgenaufnahmen ,
erleichtern .
Archivierung
Neue Techniken zur adäquanten Archivierung müssen ermittelt werden .
Bildsoeicherung
Kompressionstechniken zur Bildspeicherung erfordern weitere Entwicklungen .
Archivierung von Krankengeschichten
Die Aufgabe liegt in der Definition von Methoden zur Archivierung von Krankengeschichten
in strukturierter Form , d.h . einer kurzen Episodenbeschreibung der Informationen , die zur
Diagnostik benutzt wurden und weitere einschlàgige Daten .
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4 . KOMMUNIKATION UND FUNKTIONALE INTEGRATION
 Beschreibung
Medizinische Informatik verläßt sich zum größten Teil immer noch auf Insellösungen, die
kostspielige und verschwenderische Verfahren der Informationsübertragung zwischen den
verschiedenen     Prozessen   implizieren,   die    im  Gesundheitssystem     stattfinden. Die
Ermöglichung der Kommunikation zwischen den verschiedensten Geräten und Systemen, die
sich im Einsatz oder in der Entwicklung befinden, führt zu beachtlichen Einsparungen
finanzieller Art, mehr noch aber zu Gewinnen in Form von Zeit und Flexibilität. Außer der
Fähigkeit, Information zu übertragen und Zugriff darauf zu haben, gibt es die Möglichkeit,
einige der bei Insellösungen üblichen Doppelerfassungen aus dem Weg zu räumen. Hier
spricht man von "Einsparungen durch Integration", was einfach bedeutet, daß als Ergebnis
der funktionalen Integration Ausrüstung und Anlagen gemeinsam genutzt werden können,
was eine beachtliche Verbesserung im Kosten-/Leistungsverhältnis und eine Erhöhung der
Flexibilität bedeutet.
Jedoch verlangt das Privileg der "Einsparungen durch Integration" die Verwirklung der
funktionalen Integration und eine Interoperationsfähigkeit, die über den einfachen
Informationsaustausch hinausgeht.
Ziel
Die Arbeit in diesem Teil befaßt sich mit der Ermittlung der Erfordernisse und
technologischen Möglichkeiten im Bereich der medizinischen Kommunikation. Sie
konzentriert sich dabei auf einige spezifische Aspekte, die für zukünftige Entwicklungen von
besonderer Bedeutung sind.
Aktivitäten
Die   Aktivitåten   betreffen  die  fur   das   Gesundheitswesen   spezifischen    Aspekte des
Informationsflusses und der Kommunikationsfunktionen . Die vorgeschlagene Arbeit ist in
folgende Bereiche aufgeteilt.
4.1  Krankenhausinformationsdienste
Beschreibung
Die Arbeitsweise eines Krankenhauses ist extrem informationsintensiv und stellt zwingende
Anforderungen. Die Information muß verfügbar sein wann und wo sie gebraucht wird, oft
ohne Vorankündigung oder in Echtzeit; das System muß zuverlässig arbeiten; die Leistungen,
die von ihm angeboten werden, müssen sich sowohl nach dem Personal als auch, teilweise,
den     Patienten   richten , wobei    beachtliche    Ansprüche   an    die   Gestaltung   der
Mensch/Maschine-Schnittstelle dieser Systeme gestellt werden, um sie benutzerfreundlich zu
machen .
Diese und andere Bedurfnisse, die fur die Krankenhausumgebung typisch sind, machen
Krankenhausinformationsdienste zu einer Aufgabe, die ungewdhnliche Aufmerksamkeit
fordert .
Techniken für lokale Netze, wie sie für die Automatisierung im Büro entwickelt wurden,
können eine Grundlage für die Entwicklung von Informationsdiensten in Krankenhäusern
bilden , doch müssen zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um den spezifischen
Bedürfnissen der Krankenpflege gerecht zu werden.
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 Krankenhausinformationsdienste erfordern ein interaktives, computergestütztes System, das
(len gesamten Informationsfluß eines Krankenhauses schrittweise integriert und automatisiert.
Auch wenn es noch Diskussionen hinsichtlich der Wahl zwischen hierarchischen und
relationalen Datenbanken für Krankenhausinformationssysteme gibt, so geht doch der Trend
in     Richtung     der   Integration    von    Patienteninformationen    auf    Datenebene.
Krankenhausinformationsdienste auch der 90ger Jahre werden mit Ergebnissen einer
klinischen zentralen Datenbank beliefert werden, wo Diagnosen und Verfahren Teil der
langfristigen Patienteninformation sind. Die Datenbank wird über eine Abfragesprache
analysiert und durch ein zentrales Kommunikationssystem zugänglich gemacht. Die Erfassung
der Daten wird von periphären Einheiten oder Personalcomputern an Aufnahme- und
Entlassungsstellen aus erfolgen. Die Verschlüsselung wird durch ein Datenwörterbuch, einen
Wissensbank-Editor, einen Datenübersetzer und eine Wissensbasis erleichtert.
Ziel
Da es nicht zu internen Schranken für die medizinische Versorgung kommen sollte, ist es
sehr wichtig, Überlegungen über die Erfordernisse und funktionalen Spezifikationen von
Krankenhausinformationsdiensten früh genug zu beginnen, um eine zügige Entwicklung in
diesem Bereich möglich zu machen und die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und
zwischen Krankenhäusern und Versicherungen und Verwaltungen zu erleichtern , und auch,
um die Verfahren der Krankenhausverwaltung einfacher und für die Patienten transparenter
zu gestalten.
Die Abstimmung der gegenwärtigen Anstrengungen und gleichzeitig die Vorbereitung
zukünftiger Aktionen erfordert es, die Definition eines Krankenhausrechnernetzes in den
Mittelpunkt zu rücken. Im Rahmen dieser Initiative würde eine enge Zusammenarbeit der
europäischen Industrie und Gesundheitsexperten bei der Ermittlung, Konzipierung , Planung
und Entwicklung angezielt. Ein bedeutender Vorteil solch einer Entwicklung würde in der
späteren Gründung eines europaweiten Standards von medizinischen lokalen Netzen liegen,
die in Verbindung mit anderen Harmonisierungsbemühungen für die Entwicklung eines
attraktiven Marktes und zur Dämpfung der Kosten der medizinischen Versorgung eingesetzt
werden könnten .
Aktivitäten
Weitere Entwicklungen in der Technologie , vor allem in den Bereichen Kommunikation ,
lokale Netzwerke, verteilte Verarbeitung und Datenbanksystemtechniken sowie der
Fortschritt, der bei Vereinbarungen über internationale technische Kommunikationsnormen
gemacht wurde , bedeuten , daß der gegenwärtige Aufgabenschwerpunkt im Bereich der
Krankenhausinformationsdienste in der Integration unterschiedlicher funktioneller Systeme
innerhalb     eines  Krankenhauses    in   ein   einheitliches  Informationsplanungs -  und
managementsystem liegt.
Die Aktivitäten liegen deshalb in der Zusammenführung relevanter europäischer Firmen mit
Experten und Ökonomen des Gesundheitswesens , um die Basisplanung und Voraussetzungen
für einen allgemeinen Standard für lokale Netze im Krankenhaus zu schaffen.
Besonders diese Arbeit wird die konsequente Untersuchung aller Hauptaspekte der ganzen
Informationsverarbeitung mit einbeziehen müssen, z.B. medizinische Standards für den
Datenaustausch, medizinischer Datenbus, Verbindung zu medizinischer Instrumentation, usw.
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 Medizinische Datenbus
 Die Aufgabe liegt in der Definition eines Protokolls für Standardkommunikationen für
 diejenigen Instrumente, die in Krankenhäusern, besonders bei der Intensivpflege, eingesetzt
 werden. Einem Großteil der Geräte, die in Krankenhäusern benutzt werden, fehlt ein
 gemeinsames Mittel zur Datenerfassung und oft mangelt es an Rechneradressierbaren
 Schnittstellen. Außerdem hat die Entwicklung von Kontrollen im geschlossenes System zur
 Infusion oder Inhalation von Medikamenten deutlich gezeigt, daß ein einfacher Typ der
 computergestützten Funktionskontrolle gebraucht wird. Der "medical information bus" ist
speziell zur Überwindung dieser Unzulänglichkeiten gedacht.
 Bildarchivierunes - und Kommunikationssvsteme ( PACS )
Gegenstand der Entwicklung von PACS ist die Speicherung, Archivierung und Übertragung
von Bildern in Röntgenabteilungen. Die neuesten Techniken, die für diesen Zweck
entwickelt wurden, können auch für andere medizinische Kommunikationszwecke und sogar
für andere Bereiche verwendet werden. In unserem Fall liegt die spezifische Aufgabe in der
Unterstützung der Arbeit, die von europäischen Fachleuten zur Identifikation der
allgemeinen funktionalen Erfordernisse von PACS durchgeführt werden.
4.2 Regionalebiomedizinische Informationsdienste
Beschreibung
Innerhalb moderner Gesundheitssysteme besteht ein wachsender Bedarf an regionalen
Kommunikationsdiensten. Hierfür gibt es mehrere Gründe, der wichtigsten liegen in der
Förderung der Primärversorgung (einschließlich der Pflege zu Hause), der Verbreitung von
Echtzeitinformation     bezüglich    Transplantaten,    Medikamentensicherheit,   Ernährung,
Umgebung, usw. Auch andere Aspekte der medizinischen Versorgung verlangen regionale
Dienste ,     z.B.    die    Verknüpfung        von     Labors    mit     Programmen     der
Qualitätssicherungsprogramme, usw.
Typische Forderungen eines Benutzers von regionalen biomedizinischen Informationsdiensten
betreffen die Versorgung mit allgemeinen klinischen Daten und die Übertragung analytischer
Labordaten. Das bedeutet den Austausch von DatensStzen von einigen Megabytes, wenn es
z.B. um die Strukturanalysen oder digitalisierte Bilder geht.
Die entsprechenden Forschungsbereiche der Biotechnologie müssen einen uneingeschränkten
Zugriff auf die großen Datenbanken und -Sammlungen haben, die die Grundlage der
modernen Biotechnologie bilden. Dazu gehören
     - Nukleinsâure - und Proteinsequenzen ,
     - Strukturdaten zu Proteinen und Biopolymeren ,
     - genetische Information ,
     - Nukleinsâuresequenzierung.
Ein Anfang wurde mit BAP gemacht, das den Forschern einen besseren Zugriff auf
Datenbanken      der   Nukleinsäure-    und   Proteinsequenzierung,   auf   Datenbanken   zu
monoklonalen Antikörpern und auf entsprechende Zellbestände gibt. Dieser Zugriff muß
jedoch dahingehend erweitert werden, daß er Strukturdaten, genetische Bibliotheken,
Klonierungsvektoren und bibliographische Datenbanken, usw. mit einschließt und sowohl der
Industrie als auch der Forschung zugänglich wird .
AIM hat hier neue Instrumente zu entwickeln, wenn diese Ziele erreicht werden sollen.
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ZM
 Das Ziel liegt in der Bereitstellung einer universellen Lösung für ein allgemeines
 biomedizinisches   Netzwerk ,   das  auch   Aspekte   wie   unterschiedliche Zeitzonen  und
 Ferienzeiten der Mitgliedsstaaten berücksichtigt und sich auch mit so funktionellen Aspekten
 wie ungelesene Nachrichten beschäftigt.
Aktivitaten
Es    kann davon ausgegangen           werden , daß der größte Teil des regionalen
Kommunikationsbedarfs für Anwendungen im Gesundheitswesen durch die allgemeine
Entwicklung von Telekommunikationsdiensten gedeckt wird, die so also keine besonderen
Aktionen erfordern . Der Einsatz dieser Techniken im Gesundheitswesen kann jedoch eine
Reihe von betrieblichen , regulativen und politischen Fragen aufwerfen , die rechtzeitig
identifiziert und für die geeignete Antworten gefunden werden müssen. Diese können einen
großen Einfluß auf die zu entwickelnden technischen und Operationellen Eigenschaften
haben. Deshalb ist eine entsprechende begrenzte Analyse als Teil der Pilotphase
aufgenommen worden.
Die Aktivitäten beinhalten dann auch noch vorbereitende Arbeiten über elektronische und
optische Terminalverbindungen und die Anknüpfung über ein tragbares Medium , wie z.B.
die Kompaktplatte .
4.3 Datenschutz / Authentizität / Ausfallsicherung
Beschreibung
In Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung entstehen einige der sensitivsten Fragen
zum     Datenschutz.   Datenschutz     ist  ein    fundamentaler    Gesichtspunkt    bei  der
Datenhandhabung, der mit dem Wachsen des medizinischen Versorgungsnetzs , der Zunahme
von Informationsnetzen, mit zunehmend wachen Bewußtsein der Gesellschaft, und der mit
dem Gewinn durch die kommerzielle Nutzung der Information in Reaktion auf die weltweite
Wettbewerbssituation der Mitgliedsstaaten an Bedeutung gewinnt. Als Folge davon wird die
Berücksichtigung des Datenschutzes verquickt mit Details zu internationalen Normen,
Netzwerkentwicklungen, Computerarchitektur und den Möglichkeiten , durch die
Datenübertragungssysteme unabhängig von System- und Netzwerkarchitekturunterschieden
arbeiten . Das Problem ist komplex , da der gewährte Datenschutz für den Einzelnen sehr hoch
sein muß, andererseits der Mechanismu des Datenschutzes ausreichend transparent sein muß ,
damit es den legitimen und genehmigten Einsatz der Daten nicht behindert.
Eindeutige Identifikation eines autorisierten Datennutzers ist ein wichtiges Ziel , das die
Organisationen und Verwaltungen der Gesundheitsversorgung verfolgen müssen .
Überlegungen zur Ausfallsicherung sind ebenso anwendungsspezifisch. So passen
beispielsweite die für die Büroautomatisierung entwickelten Standards nicht unbedingt für
die medizinische Versorgung. Das Ziel dieser Arbeit liegt deshalb in der Identifizierung der
funktionellen und technischen Erfordernisse , so wie sie sich aus den Bedürfnissen der
Gesundheitsversorgung ableiten.
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Aktivitäten
Diese Arbeit wird alle typischen Informationshandhabungs- Verfahren in der medizinischen
Versorgung und den angeschlossenen Dienstleistungen betrachten. Darin eingeschlossen
werden müssen die Interessen des Einzelnen, ob es der Patient, Arzt, Forscher, Wirtschafts¬
oder Rechtsexperte ist.
4.3.1 Ermittlung der Anforderungen an MBI hirisichtlich Datenschutz. Authentizitat und
        Ausfallsicherung
Ziel
Unter Beteiligung von Fachleuten, die mit der Entwicklung und Nutzung von MBI-Systemen
befaßt   sind, müssen die Probleme des Datenschutzes, der Authentizität und der
Ausfallsicherung für die Anwendungen im Gesundheitswesen untersucht werden. Dies wird
erfolgen auf der Grundlage einer kritischen Analyse des technischen Stands unter
Berücksichtigung der Erfordernisse. Das Ergebnis soll es ermöglichen, Maßnahmen und
Aktionen zu identifizieren, die adäquate Lösungen liefern können.
Aktivitäten
Aspekte des Datenschutzes berùhren alle Bereiche der Datenerfassung, Ùbertragung, Ablage,
Interpretation, und somit Gebiete wie in - house -Systeme, regionale Systeme, Datenkarten ,
usw. Ebenso dazu gehóren verwandte Aspekte wie die Dateninterpretation.
4.3.2 Entwicklung internationaler medizinischer Datenschutzorotokolle
Ziel
Das Ziel liegt in der Darlegung der Anforderungen an Datenschutzswerkzeuge, um das
Vertrauen des Benutzers in hochwirksame Systeme der Informationshandhabung
sicherzustellen .
Aktivitäten
Die einzelnen Aktivitâten in diesem Arbeitsgebiet sind:
          einen geschlossenen Satz Regeln "guter Praxis" zu entwickeln, von denen
          Grundsätze des Datenschutzes leicht als Teil der internationalen Gesetzgebung für
          die Handhabung medizinischer Information abgeleitet werden können.
            den dringend benötigten Datenschutz in Computer-Netzwerken und einzelnen
          Rechnern an Systeme für patiententragbare Daten wie die Datenkarten zu knüpfen.
          Datenschutzregeln für die Entwicklung von intelligenten Wissensbasen
          auszuarbeiten, die in eine zufriedenstellende Abbildung gewisser Daten- und
          Verlaufsaspekte einer Krankheit in die sogenannten "Open Systems Interconnection
          Protocols" erlauben .
          die weitere Forschung bei der Entwicklung von datenschutzgerechten regionalen
          Netzen zu unterstützen. Diese Aspekte beinhalten Verschüsselung, Adressierung,
          Authentizität      des     Absenders,      Authentizität      des ^   Empfängers,
          Absendebenachrichtigung, Empfangsbestätigung, Fehlerfreiheit, Überwachung der
          Informationspfade.
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           die  wirksamsten    Algorithmen  zur    Erreichung  der  obenstehenden    Ziele  zu
           entwickeln.
           zur Weiterentwicklung existierender Open Systems Protocols so beizutragen , daß
           den Forderungen des medizinischen Datenschutzes nachgekommen wird.
 5 . BIOMEDIZINISCHE EXPERTENUNTERSTÜTZENDE SYSTEME
 Besçhreibune
 Expertenunterstützende Systeme - die enge Verbindung zwischen Computern und
 Managementwissenschaft      -   sind eine      vielversprechende   Entwicklung ,    bei der
 Expertensysteme und entscheidungsunterstützende Systeme verschmelzen , um die
Softwareunterstützung zu schaffen, die für einen neuen Typ Computersystemen erforderlich
 ist.
Entscheidungsunterstützende Systeme wurden innerhalb der Datenverarbeitungswelt
entwickelt wegen der praktischen Grenzen der herkömmlichen Datenverarbeitung bei der
Unterstützung von Personen, komplexe Probleme von Organisationen wie Krankenhäusern
oder nationalen Gesundheitsbehörden zu bewältigen. Die Technologie der Expertensysteme
entwickelte sich weitgehend unabhängig davon in den Forschungslabors der
Computerwissenschaft als Antwort auf die Beschränkungen der Technik traditioneller
Computer zur Bewältigung komplexer Probleme, die menschliche Experten lösen können .
Diese beiden Entwicklungen können nun vereinigt werden , um ein breites Gebiet wichtiger
praktischer Probleme bewältigen zu helfen .
Ziel
Das Ziel liegt hier in der Erforschung der Möglichkeiten von expertenunterstützenden
Systemen im Bereich der medizinischen Versorgung und in der Identifizierung allgemeiner
funktioneller Spezifikationen, die eine Voraussetzung für das Entstehen und die Entwicklung
eines konkurrenzfähigen europäischen Marktes für dieses vielversprechende Gebiet sind.
Aktivitäten
Um das oben erwShnte Ziel zu erreichen, umfaBt dieser Teil folgende Aufgaben:
5.1   Biomedizinische Experten - und Wissensbasissvsteme
Beschreibung
Wie auch immer die Geschwindigkeit und der Erfolg der Entwicklung von Expertensystemen
in der Medizin sein mag , der jetzt schon zu beobachtende Einfluß auf Standardprodukte der
medizinischen     Informatik,    die   von    dedizierten    Systemen   zu     allumfassenden
Krankenhaussystemen reichen , ist bemerkenswert und könnte im weiteren Sinne bei der
Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung sogar noch bedeutender sein. Das gleiche
gilt für den Einfluß auf die biomedizinische Ausbildung .
Expertensysteme können die Qualität der klinischen Tätigkeit durch die zunehmende
Genauigkeit bei der Diagnosestellung und spezifischere und individualisiertere Empfehlungen
zur Therapie heben ..
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Expertensysteme können auch zur Kostenkontrolle beitragen:
           Fehler werden reduziert, so daß Probleme wirksamer angegangen werden können;
           der diagnostische Verlauf kann abgekürzt oder logistisch vereinfacht werden (z.B.
           in dem Sinne, daß weniger Überweisungen von einer Institution an eine andere
           erforderlich sind );
           patientenbezogene Expertensysteme werden mehr Patienten mit chronsichen
           Krankheiten in die Lage versetzen, ihre Krankheit selbst wirksam zu steuern.
Ziel
Ziel dieser Arbeit ist es, die Anforderungen und Chancen für Systeme, die auf
Expertensystem und Wissensbasen aufbauen in der medizinischen Versorgung und
entsprechenden Forschungsbereichen zu identifizieren .
Aktivitäten
Die Aufgabe liegt in der Ermittlung und Darstellung der Machbarkeit einer europäischen
Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Entwicklung von Werkzeugen der Künstlichen
Intelligenz für die medizinische Versorgung und darauf bezogene Forschung. Um den
Umfang der Arbeit einzugrenzen wird vorgeschlagen , daß sich die Aufgabe anfänglich auf
das Gebiet spezifischer medizinischer Probleme, z.B. Diabetes, beschränkt. Bereits laufende
Zusammenarbeit könnte die Grundlage für solch eine Initiative bilden. Dieses Experiment
würde den empirischen Hintergrund entwickeln helfen, auf dem zukünftige Arbeit auf
gemeinsame       Nutzung       von   Diagnostikwerkzeugen      und  anderen    Mitteln    der
Gesundheitsversorgung beurteilt wird. Im besonderen wird erwartet, daß der Einfluß gezeigt
werden kann , den diese Entwicklungen auf die Qualität und Kostendämpfung in der
medizinischen Versorgung haben könnten. Hauptaufgaben wären:
           Definition einer Rahmengegebenheiten fur Expertensysteme in der Medizin;
           Analyse der Wissensdarstellung;
           Analyse medizinischer SchluBfolgerungsformen;
           Analyse der Schnittstellen;
           Wechselwirkung zwischen Expertensystemen und anderen Systemen.
Die Rahmengegebenheiten für Exnertensvsteme in der Medizin
Die Bereiche der Medizin und der medizinischen Versorgung , in denen der Einsatz von
Expertensystemen möglich ist, müssen identifiziert und die Bedingungen für ihre effiziente
Anwendung analysiert werden.
Wissensprâsentation
Die Arten des Wissens , die in der medizinischen Versorgung benützt werden , müssen
analysiert und ob die üblichen Techniken der Künstlichen Intelligenz dieses Wissen
erschöpfend erfassen , muß untersucht werden .
Medizinische Schlußfolgerung
Die    unterschiedlichen   Typen    von   in   der    medizinischen Versorgung   einsetzbaren
Expertensystemen (Diagnose, Beschreibung möglicher Szenarios, Planung) mit ihren
entsprechenden Sturkturen müssen analysiert werden, wobei den Verfahrensaspekten und
denjenigen Beachtung zukommt, von denen angenommen wird, Meta-Wissen zu sein.
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Schnittstellen
Ausgehend von einer Analyse der existierenden Schnittstellen , die in Expertensystemen
verwendet werden , sollte untersucht werden, welche Eigenschaften die Schnittstellen für die
nächste Generation medizinischer Expertensysteme haben sollten , und zwar sowohl bei der
natürlichen Sprache als auch bei graphischen Darstellungen.
Wechselwirkung
Die Arten von Systemen , die bereits in medizinische Informationssysteme integriert sind
(Entscheidungsunterstützende Systeme , mathematische Modelle und Statistikpakete), mit
denen Expertensysteme Zusammenwirken müssen , werden, ebenso wie die Art der
Wechselwirkung , die erforderlich ist, analysiert werden . Datenbanken , besonders solche , die
eine ??? universelle Verbindungsschnittstelle (relation interface ) haben, werden ebenfalls
betrachtet .
5.2 Dedizierte Computer-Snrachwerkzeuge
Beschreibung
Es wird vorgeschlagen, die Machbarkeit einer "Makrosprache für die medizinische
Versorgung" zu untersuchen , z.B. einer Sprache, die auf Mehrzwecksprachen aufbaut, aber
zusätzlich spezifische Eigenschaften hat, die ihren Einsatz in der Gesundheitsversorgung und
damit verbundener Forschung nahelegt .
Ziel
Nützlichkeit, Entwicklungsschnelligkeit und Akzeptanz der Anwendungen in medizinischen
Kommunikationssystemen würden stark vergrößert werden , wenn es eine Computersprache
gäbe , die die angewandten Nomenklaturen und Klassifizierungsschemata sowie ihre weitere
Entwicklung unterstützen würde: Meta- Information als Werkzeug der Integration. Das Ziel
dieser Arbeit liegt in der Erforschung der Möglichkeiten für eine Computersprache, die den
Entwurf und die Nutzung von Anwendungssoftware durch das Anbieten von Meta-Daten aus
Medizin und Gesundheitsorganisation und ihrer semantischen und syntaktischen Verbindung
(semantische Datenmodelle ) unterstützen könnte.
Aktivitâten
Diese Arbeit könnte auf Arbeiten in ESPRIT und den Fortschritt aufbauen , der in anderen
Ländern bezüglich dieses Ziels erreicht wurde . Die Pilotphase könnte helfen , die
Erfolgschancen und die Aktualität solch einer Initiative zu klären . Die Arbeit könnte auch
ein    paar    Untersuchungen      zu   semantischen     Datenmodellen     für medizinische
Datenbankentwicklungen durchführen.
5.3 Besondere Erfordernisse der Informationsverarbeitune
Beschreibung
Medizinische Versorgung      und die damit verbundene Forschung erfordern häufig die
Verarbeitung von Bildern      oder anderen Problemen, die extrem hohe Computerleistung
erfordern. Entwicklungen      unternommen werden, ehe sie für die Probleme in der
medizinischen Versorgung      und den entsprechenden Forschungsbereichen, besonders der
Biotechnologie , eingesetzt werden können .
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 Real-time     Hochgeschwindigkeitsverarbeitung               von  medizinischer Information     wird aus
verschiedenen Bereichen gefordert, z.B.
      - Bildverarbeitung*)
     - Sprachverarbeitung
     - Echtzeit- und grôBer-als - Echtzeit - Modellierung
     - Entwicklung neuromuskulârer Prothesen
     - Netzwerkmanagement.
Unter      den     Verbesserungen ,          die     real-time    Hochgeschwindigkeitsverarbeitung      der
biotechnologischen Forschung bringen, sind:
            eine wesentliche Zunahme der Qualität der Informationsdarstellung auf dem
            Bildschirm,
            das Aufteilen multipler, sich wiederholender Berechnungen für die Validierung der
            Computermodellierung von Proteinen.
Ziel
Es      wird    vorgeschlagen ,        die      Möglichkeiten und vergleichbaren Vorteile von
Hochleistungsrechnern für besondere Einsatzbereiche der Gesundheitsversorgung und
biotechnologischen Forschung zu untersuchen. (Das soll nicht heißen, daß andere
Anwendungsgebiete nicht ähnliche Forderungen haben können.) Diese Arbeit würde sich
speziell auch auf die Nutzung von hochintegrierten Parallel-Rechnertypen in der Biomedizin
konzentrieren.
Aktivitäten
Ein Nutzungsentwurf auf der Basis der Erfordernisse sowie die Feststellung der potentiellen
Anwendungsbereiche in der MBI und anderen Gebieten mit ähnlichen Bedürfnissen wären zu
umreißen .
Diese Arbeit kann auf derjenigen aufbauen , die im Rahmen von ESPRIT und nationalen
Programmen auf diesem Gebiet durchgeführt wurde, ebenso auch auf die Erfahrung, die
Nicht- EG- LSnder gemacht haben , die in diesem Bereich arbeiten .
5.4   Mensch - /Maschinen-Schnittstelle
Beschreibung
Da die Dateneingabe an informationsverarbeitenden Systemen durch medizinisches oder
anderes Personal erfolgt, kommt der Entwicklung der Benutzerschnittstelle eine große
Bedeutung zu . Besonders muß klar veranschaulicht werden , daß diese Systeme für den
Benutzer, der die Daten eingeben muß, auch von großem Nutzen sein werden.
Ziel
Die Definition europäischer Standards und die Ermittlung ihrer Durchführbarkeit erfordert
spezifische Anstrengung , was die hier dargelegte Arbeit erfordert:
     2)     Medizinische Applikationen nehmen 11% de« Bildverarbeitung* marktea der USA ein. Sich «chnell
            entwickelnde Anwendungen reichen von dynamischer Herzdarstellung bi« «u Frakturanalysen und der
            Nutzung von biosensor - abgeleiteter Information.
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 Aktivitäten
 Die allgemeine Verwendbarkeit erfordert, ungeachtet der speziellen medizinischen
 Anwendung, an der menschlichen Schnittstelle so viel Harmonisierung wie möglich. Sie muß
 zusätzlich in Hinblick auf die besonderen Arbeitsbedingungen des Arztes entwickelt werden
 und auch den Ansprüchen eines wirksamen Datenschutzes genügen.
 5.5 Flexible Inferenzsvsteme mit offener Architektur
 Beschreibung
 Die Verwendung der Informationstechnologie durch Ärzte wird in großem Maße von den
 zukünftigen Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz beeinflußt werden, welche die
 Fähigkeit haben müssen, Hochgeschwindigkeitsgraphiken und Inferenzverarbeitung in einer
 Form anzubieten, daß es für einen Großteil der praktischen Ärzte erschwinglich ist.
 Praktisch gesehen sind die gegenwärtigen Entwicklungen nicht von großem Nutzen , da sie
 weder in Routinesysteme integriert sind , wie beispielsweise Patienten-Datenbanken, noch
eine gegenseitige Verbindung oder Übertragbarkeit anbieten. Um ihr Potential nutzbar zu
machen , muß die Künstliche Intelligenz Teil eines integrierten Konzepts sein, in dem sie die
Rolle eines Assistenten in der tagtäglichen Arbeit übernimmt.
Ziel
Das Ziel der Arbeit in diesem Bereich ist der Entwurf eines flexiblen Inferenzsystems mit
offener Architektur sowie die Ermittlung seiner MSglichkeit in Hinblick auf die technischen
Merkmale , die fur Effizienz und Anpassung an die Nutzerbedurfnisse erforderlich sind .
Aktivitäten
Die Aktivitäten zielen auf die Definition einer Art "Betriebssystem", das unter Anwendung
eingebauter     Erfahrung    schnell    und   eindeutig   mit    ziemlich   unterschiedlichen
Systemfunktionen von verschiedenen Positionen innerhalb des Systems Verbindung
aufnehmen kann . Die Aufgabe liegt besonders in der Analyse und Feststellung der
Erfordernisse für die Planung eines Gefüges miteinander arbeitender "Experten", in dem
jeder Experte die gleichen Anfangsdaten und während des Konsultationsprozesses fortlaufend
den Output der anderen "Experten" erhält. Eine weitere Realisierung mag in einem System
von örtlich verteilten Experten liegen, die durch ein lokales Netzwerk oder einen Computer
mit parallelen Verarbeitungsmöglichkeiten verbunden sind .
6 . BIOMEDIZINISCHE INSTRUMENTIERUNG UND FORSCHUNGSWERKZEUGE
Beschreibung
Biomedizinische Instrumentierung ist einer der Schlüsselfaktoren für den Fortschritt von MBI
und entscheidend für ihre weitere Entwicklung. Es wird erwartet, daß die entscheidende
Bedeutung , die der zunehmenden Verschmelzung aller technologischen Bereiche zukommt
und besonders die Fortschritte in der Informationstechnologie, Telekommunikation und Funk
umfaßt, in den nächsten Jahrzehnten anhält.
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Während die europäischen Wissenschaftler im internationalen Vergleich einen hohen Rang
einnehmen, ist die Produktivität ihrer Arbeit geringer, d.h. die Zeit, die auf ein
vorgegebenes Forschungsergebnis verwandt wird , ist viel höher. Anders ausgedrückt: Die
Produktivität, nicht die Qualität der europäischen F&E ist verglichen mit anderen
entwickelten Regionen unzureichend. Das liegt zum großen Teil an inadäquatem Fortschritt,
der in der biomedizinischen Instrumentierung und in der Integration von
Informationstechnologien erreicht wurde.
Der Beitrag der Gemeinschaft zur rechtzeitigen Anpassung der Konzepte und Ziele an die
technologischen Fortschritte, wird für das Kosten- /Leistungsverhältnis im Gesundheitswesen
und auch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Produkten, Geräten und
Dienstleistungen in der medizinischen Versorgung entscheidend sein.
6.1  Inteeriertes biomedizinisches Labor
Ziel
Die Möglichkeiten zur bedeutenden Verbesserung der Produktivität von F&E zu
biomedizinischer Instrumentierung im Gesundheitswesen und entsprechender technologischer
Arbeit sollen ermittelt werden. Spezifiell soll das Konzept eines Integrierten biomedizinischen
Labors untersucht werden .
Die systematische Entwicklung von MBI , angewandt auf das biomedizinische Labor, könnte
zur Realisierung des integrierten biomedizinischen Labors führen. Dies würde eine
beachtliche Verbesserung im Kosten-/Leistungverhältnis , bei Qualität, Flexibilität,
Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der biomedizinischen Forschung erbringen, kurz gesagt die
F&E-Produktivität in diesem Bereich stark beeinflussen .
Aktivitâten
Die Forschungsaktivitâten zum Integrierten Biomedizinischen Labor beziehen sich u.a. auf:
           Integrierte   Messung    von  biomedizinischen    Variablen    in  vitro  und    ihre
           Interpretation
           in-vivo Sensoren für Diagnostik und Therapie
           Bild - und Dateninterpretierung
           komputerisiertes Bildabtastung
           Magnet- Resonanz- Bildverarbeitung (MRI)
           Endoskopie , besonders Video-Endoskopie
           Bildarchiv- und Kommunikationssysteme (PACS)
           Biochemische Analysen
           Gendatenbanken
           Proteincharakterisierung
           Reihenuntersuchungen an Zellabstrichen .
Zum Ergebnis werden klare Aussagen zu den Vor- und Nachteilen des Konzepts des
Integrierten Biomedizinischen Labors im Vergleich zu anderen Möglichkeiten moderner
Instrumentierungsansätze erwartet. Ferner soll die Arbeit auf die Definition von
Implementierungskonzepten und die Spezifikation der dafür notwendigen technologischen
Arbeit hinauslaufen und die Schlüsselfaktoren hierzu ermitteln.
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6.2 Biomedizinisches Grundlagenwissen
Beschreibung
Komplexität und Umfang medizinischer und biotechnologischer Information sind beachtlich
und wachsen schnell. Zehntausende von Genen kontrollieren spezifische Lebensprozesse , drei
Milliarden Einheiten von DNA bilden das menschliche Genom . Mit den gegenwärtigen
Techniken könnte die Sequenzierung dieser drei Milliarden Einheiten 3000 Mannjahre
verbrauchen. Automatische DNA-Sequenzierungsgeräte befinden sich jedoch in der
Entwicklung und könnten die Kosten für die Sequenzierung eines Gens in dem nächsten
Jahrzehnt auf den Bruchteil eines ECU reduzieren .
Einen ähnlichen Fortschritt gibt es bei der Analyse anderen biologischen Materials sowie bei
der Aufbereitung der molekularen Basis der Therapie. Jedoch hängt der Fortschritt zum
großen Teil vom wirkungsvollen Umgang mit der gewonnenen Information ab. Hier sind
Planung und Entwicklung von biomedizinischen Wissensbanken von zentraler Bedeutung .
Ziel
Das     Ziel   liegt   in   der   Identifizierung    alternativer Ansätze,   biomedizinische
Informationssysteme zu betreiben und Überbeanspruchung zu vermeiden. Das erfordert das
schnelle Speichern und die gemeinsame Nutzung von Informationen aus medizinischer,
pharmazeutischer und genetischer Forschung.
Aktivitäten
Das Informationssystem und die entsprechenden Wissensbanken müssen sowohl die
biotechnologische, genetische und pharmazeutische Forschung als auch die medizinische
Forschung und medizinische Versorgung unterstützen . Diese Forderung basiert auf der
Zunahme solcher Diagnostik - und Therapieverfahren, die das Verstehen genetischer und
biomolekularer Prozesse nutzen .
Die Aktivitäten würden sich zunächst auf die effektive Informationserfassung, Organisation,
Wartung, Abfrage, Zugriff für biotechnologische, pharmazeutische und medizinische
Nutzung konzentrieren.
Im Ergebnis sollen die Möglichkeiten wirksamen und wirtschaftlichen Managements
genetischer und biomolekularer Information erkennbar sein.
6.3 Automatisierte DNA - Sequenzierung
Beschreibung
Der Fortschritt in der Biotechnologie führt zu neuen Techniken für die Diagnose ,
Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten . Der größte Teil davon - von neuen
Impfstoffen auf der Grundlage rekombinierender DNA zur Schaffung therapeutischer
Proteine zur Behandlung von Krebs oder Herzkrankheiten - hängt von der schnellen und
wirtschaftlichen Sequenzierung der DNA ab .
In dem vergangenen Jahrzehnt ist die Geschwindigkeit, mit der DNA sequenziert werden
kann , auf einige tausend Nukleotide pro Tag gestiegen . Amerikanische und japanische Teams
entwickeln automatische DNA-Sequentierer, die diese Zahl um ein Vielfaches übersteigen
und die Kosten reduzieren .
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 Ziel
 Während der Pilotphase sollen die Chancen für eine europäische Zusammenarbeit bei der
 Entwicklung von automatischer DNA-Sequenzierung geprüft werden. Besondere
 Berücksichtigung findet dabei die Anwendung moderner CMI-Techniken um eine hohe
 Produktivität und Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu erreichen. Dies erfolgt in enger
 Zusammenarbeit mit biologischen Forschern, die bereits an dem BAP-Programm zur
 Verbesserung der Sequenzierungstechniken arbeiten.
Aktivitäten
Die Arbeit soll die systematische Festellung der Erfordernisse und technologischen
Möglichkeiten für automatisierte DNA-Sequenzierung umfassen.
6.4 Automatisierte Protein Analyse und Synthesen
Beschreibung
Neben DNA gibt es eine ganze Reihe anderer Biomolekule , die eine Schlusselrolle in der
Medizin und der Biologie spielen. DaB die Probleme, die bei der Strukturanalyse und
Synthese entstehen, kontrolliert werden , ist von groBter Bedeutung fur die Therapie auf
molekularer Ebene.
Ziel
Verfahren automatisierter Proteinanalyse und ihrer Verknüpfung zur Proteinsynthese sollen
im Ansatz entwickelt werden .
Aktivitäten
Die Forschungsarbeit, die hier geleistet werden soll , betrifft medizinische, pharmazeutische
und biotechnologische Voraussetzungen für Proteinanalyse und -synthèse. Die Arbeit soll sich
in erster Linie auf das Potential in MBI und CIM konzentrieren .
7 . NICHT-TECHNOLOGISCHE FAKTOREN
Die Orientierung technologischer Entwicklungsarbeit an der Erfüllung sozio-ökonomischer
Bedürfnisse impliziert die starke Berücksichtigung des speziellen Anwendungsfeldes der
Technologie. Der optimale Einsatz der Mittel bedeutet ferner, daß Fragen zu Organisation
und Management ebenso berücksichtigt werden. Die politische Natur der Hochtechnologie
verlangt es, daß diese Aspekte bereits im Stadium der vorwettbewerblichen F&E ermittelt
und die entsprechenden Konsequenzen herausgearbeitet werden.
Dieser Teil der Pilotphase dient deshalb der Analyse einiger nicht technischer Faktoren , was
diese Initiative gleichzeitig in den weiteren Zusammenhang mit verwandten Aktivitäten
einordnet.
7.1   Die Chancen engerer Zusammenarbeit zwischen nationalen Programmen
Es gibt bereits große Anstrengungen innerhalb Europas und ausgezeichnete Arbeit wurde
bisher geleistet. Jedoch gibt es auf Grund der vorwiegend nationalen Ausrichtung dieser
Aktivitäten viel Doppelarbeit und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit bleiben oft
ungenutzt.
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Als Teil der Pilotphase wird deshalb vorgeschlagen , Maßnahmen zur Unterstützung der
 Fachleute  einzuleiten,  verwandte    Aktivitäten   zu entdecken   -  wo   nützlich -  eine
Zusammenarbeit einzuleiten. Die Untersuchungen und Beratungen werden auch die
Formulierung von Empfehlungen beinhalten, wie Ergebnisse gemeinsam genutzt und ein
Technologietransfer erleichtert werden kann.
7.2 Überblick über die funktionalen Spezifikationen . Standards und Praktiken
Die Probleme , zu einvernehmlichen funktionalen Spezifikationen und minimalen Standards
für die Verwendung der Informationstechnologie und Telekommunikaion in der
Gesundheitsversorgung und entsprechender Forschung zu kommen, werden kompliziert durch
die dringende Notwendigkeit, die Bemühungen der Gesundheitsversorgungsorganisationen mit
solchen der Informationstechnologie und Telekommunikation zu kombinieren. Bei der
Bewältigung der Probleme von MBI wird man auf existierende um Standardisierung bemühte
Gruppen zurückgreifen wollen. Um einen möglichst effektiven Ansatz zu wählen und in
Anbetracht der nationalen Unterschiede und der Vielfalt der Organisationen, die in der einen
oder anderen Weise bereits entsprechend tätig sind, wird vorgeschlagen, einen Überblick
über die Standardisierungs -, Spezifikations- und Zulassungspraktiken in Europa und darüber
hinaus zu erarbeiten. Diese Arbeit soll in eine Empfehlung zur Bewältigung des künftigen
Bedarfs bei Standardisierung , Spezifikation und Zulassungsverfahren in Europa münden .
7.3 Überblick über den fûr MBI relevanten Rechts - und Verordnungsrahmen
Der Einsatz von Informationstechnologie und Telekommunikation im Gesundheitswesen
verlangt geeignete Gesetze und Verordnungen zur Wahrung der Patienteninteressen oder z.B.
der kommerziellen Interessen der Dienstleistungsunternehmen.
Um die Bildung neuer innerer Grenzen in der Gemeinschaft zu vermeiden , müssen
Anstrengungen unternommen werden, die auf die Definition gemeinsamer Regeln und
Bedingungen für die Einführung von MBI abzielen.
Als Ausgangspunkt dafür wird vorgeschlagen, die gegenwärtigen Verordnungen und
Gesetzgebungen zu analysieren, die den Einsatz und die Einführung von MBI regeln. Die
Arbeit soll auf die Identifizierung der Möglichkeiten und Maßnahmen hinauslaufen , die zur
Unterstützung einer harmonischen Entwicklung der regulativen Umgebung von MBI -
Anwendungen in Europa entwickelt werden könnten.
7.4 Wirtschaftliche Einschatzung des MBI-Potentials in der medizinischen Versorgung und
        biomedizinischen Forschung
Neben den qualitativen Verbesserungen , die MBI der medizinischen Versorgung bietet, ist
die Möglichkeit zur Kostendämpfung der wichtigste Punkt. Jedoch ist das Verhältnis
zwischen der Leistung einer Technologie oder einer Dienstleistung und seinem Einfluß auf
Verbesserung bei der Kostendämpfung nicht unkompliziert. Zahlreiche andere Faktoren und
Bedigungen spielen herein, die verstanden und in Betracht gezogen werden müssen. Es wird
deshalb vorgeschlagen , den wirtschaftlichen Einfluß von MBI auf die medizinische
Versorgung und die unterstützenden Dienste, insbesondere die biomedizinische Forschung , zu
untersuchen . Von dem Ergebnis dieser Arbeit wird erwartet , daß es zum besseren
Verständnis der Wirtschaftlichkeit der Informationsverarbeitung im Gesundheitswesen
beiträgt und zeigt, wie MBI am besten zu Verbesserungen des Kosten- /Leistungsverhältnis
im ganzen System beitragen kann .
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7.5 Einschâtzung des Bedarfs an Soezialausbildung und seiner Abdeckune
Zur Nutzung der Möglichkeiten, die technologischer Fortschritt schafft, spielt
Spezialausbildung eine Schlüsselrolle. Typischerweise hat das professionelle Personal vor Ort
seine Ausbildung vor mehr als 10 Jahren erhalten und bereits zu diesem Zeitpunkt mag die
Ausbildung nicht angemessen gewesen sein. Natürlich gibt es beachtliche Investitionen bei
der Erwachsenenfort-    und -Weiterbildung, doch sind bei sich schnell entwickelnden
Bereichen, wie im Falle MBI, besondere Anstrengungen nötig, um die Schwierigkeiten im
Technologie - und Wissenstransfer zu überwinden.
Als Teil der Pilotphase wird deshalb vorgeschlagen, den Bedarf an Spezialausbildung zu
ermitteln und einen Ausbildungsplan für Forscher und praktische Ärzte zu entwickeln, um
sie mit den Möglichkeiten der modernen MBI vertraut zu machen .
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                                    FINANZAUFSTELLUNG
 1 . Haushaltsposten : 7345
               Fortgeschrittene Informationsphase in der Medizin in Europa ( AIM)
                                             - Pilotphase -
2 . Rechtsgrundiage : Artikel 130
3 . Beschreibung des Vorhabens
Die Aktion soll in erster Linie der Abstimmung der europäischen Bemühungen dienen , deren
Ziel es ist,
          das Gesundheitswesen in der Gemeinschaft in den neunziger Jahren mit Hilfe der
             medizinischen Informations - und Bioinformatik unter wirtschaftlich akzeptablen
                                   Bedingungen dauerhaft zu verbessern .
Der vorliegende Aktionsvorschlag bezieht sich auf eine Pilotphase , in der versucht werden
soll , die Entwicklung von medzinischen Informatik - und Bioinformatikdiensten , - geraten , -
Systemen, - instrumenten , - normen , - funktionsspezifikationen und - Übereinkünften für den
Gesundheitsbereich gemeinsam zu planen , wobei in zunehmenden Maße auf Geräte , Systeme
und      Dienste ,    die   für   andere    Zwecke     konzipiert    wurden ,   aufgebaut   und
Ergänzungsmaßnahmen ergriffen werden sollen , um in möglichst kurzer Zeit die Vorteile des
technologischen Fortschritts dazu zu nutzen , die Qualität und das Kosten-Leistungsverhältnis
in der medizinischen Versorgung und in den angrenzenden Bereichen zu verbessern . Die
Pilotphase umfaßt drei Aktionslinien .
Aktionslinie I:
            Erhöhung der Wirksamkeit öffentlicher und privater Maßnahmen
      durch
            Schaffung eines gemeinsamen konzeptuellen Rahmens für die Zusammenarbeit in
            Planung und Abwicklung ,
Aktionslinie II :
            Stärkung der Stellung Europas auf dem Gebiet der MBI und des Gesundheitswesens
      durch
            Zusammenarbeit bei den technologischen Sondierungsarbeiten im pränormativen
            und    vorwettbewerblichen   Bereich   unter  selektiver  Konzentrierung   auf eine
            Stärkung und Vervollständigung der technologischen Basis der MBI und ihrer
            Dienste .
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 Aktionslinie III:
            Schaffung günstiger Voraussetzungen für rasche Fortschritte bei der Einführung
            und geeignete Anwendung der MBI im Gesundheitswesen
     durch
            Entwicklung spezieller Vorschläge, die den politischen, verordnungsrechtlichen,
            gesetzlichen und organisatorischen Rahmen für die Anwendung der MBI betreffen,
            einschließlich der Fragen der Ausbildung und der Arbeitskräfte.
4 . Becründunc des Vorhabens
Die Gesundheit ist nach Nahrung und Obdach eines der grundlegenden menschlichen
Bedürfnisse. Die Gemeinschaft, die sich der Dringlichkeit der Gesundheitsfürsorge und der
wachsenden Möglichkeiten, aber auch der Kostenzwänge bewußt ist, muß im Hinblick auf
dieses gemeinsame Ziel zu einer Optimierung ihrer Anstrengungen gelangen. Die betroffenen
Kreise selbst haben der Kommission dabei geholfen , die Aktionen festzulegen, bei denen der
Einsatz der nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehenden finanziellen , personellen
und technischen Mittel die größten Vorteile verspricht, wenn es darum geht, die in der
medizinischen Informatik und der Bioinformatik erzielten technologischen Fortschritte für
eine maximale Patientenversorgung zu nutzen , unter gleichzeitiger Begrenzung der Ausgaben
auf ein vernünftiges Maß.
Daher sollen im Rahmen von AIM die in der Informationstechnologie, Telekommunikation
und mobilen Kommunikation zu verzeichnenden Fortschritte dazu benutzt werden, durch
Aktionen, mit denen sich                der Fortschritt beschleunigen und zwischen verschiedenen
Entwicklungsströmungen und Wirtschaftsteilnehmem eine Synergie herstellen läßt, die
medizinische Versorgung qualitativ voranzutreiben und das Kosten-Leistungsverhältnis zu
verbessern .
Die MBI Anlagen und - Dienste bieten der Gemeinschaftsindustrie in Zukunft auch
beträchtlche Absatzmöglichkeiten. Um die Anstrengungen in dieser Richtung zu verstärken
und die vorhandenen personellen, industriellen und finanziellen Mittel besser zu nutzen, um
auf diese Weise mit dem zunehmenden Engagement auf diesem Gebiet in anderen Teilen der
Welt mithalten zu können, sind jedoch rasche und entschlossene Schritte notwendig.
5 . Finanzielle Auswirkungen auf die Interventionsmittel 1
5.0 Auswirkungen auf die Auseaben ( Mio ECU )
5.0.0   Gesamtkosten im geplanten Zeitraum:
                  Aus dem Gemeinschaftshaushalt :                               20,00
                  Aus anderen , nationalen Bereichen:                           17.75
                                               Insgesamt:                       37,75
        Die Rückstellungen für diese Aktion sind in dem Vorschlag für eine Verordnung des Rates über ein
        gemeinschaftliches Rahmenprogranm im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung
        ( 1987-1991 ) ( KOH ( 86)430 endg .) unter der Aktionslinie IM berücksichtigt .
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 5.0.1 Mehrjahresfâlligkeitsplan
 yerpflichtungsermächtigungen      1987   1988   1989     1990    1991          Gesamt
                                                                  und später
 Verträge                                   0.85   13.59-  3.31   -.-           17.75
 Penonalkosten                              0.10    1.10   0.49-   -.-            1.69
 Verwaltungskosten                          0.05    0.31   0.20    -·-            0.66
 Gesamt                                     1.0   15 .    4.0                    20.00
 Zahlungserm&chtigungen           1987    1988   1989     1990    1991          Gesamt
                                                                  und später
 Vertrüge                            -.-    0.35  6 09      7.31   4.0          17.75
 Penonalkosten                       -.-    0.10   1.10     0.49   -.-            1.69
Verwaltungskosten                    -·-    0.05  0.31      0.2                   0.56
Gesamt                              -.-     0.5   7.5      8.0    4.0            20.00
5.0.2 Berechnungsmethode
a ) Vertragsausgaben
Diese Ausgaben umfassen den finanziellen Beitrag der Gemeinschaft zu analytischen
Arbeiten, prä-normativer und vor-wettbewerblicher FUE , die Identifizierung funktioneller
Spezifikationen, sowie der Standardisierungs und Technologie Bedürfnisse . Im Regelfall
werden die Arbeiten im Rahmen von Kostenteilungsverträgen durchgeführt werden
(Forschung und die Entwicklung für insgesamt ungefähr 300 Mann-Jahre ) an denen
Industrie,             Netzwerkbetreiber,            Dienstleistungsanbieter,          Universitäten ,
Forschungseinrichtungen ,       Unternehmen ,      einschließlich      kleiner- und     mittelgroßer
Unternehmen und anderer Einrichtungen , die auf dem Gebiet der Gemeinschaft tätig sind ,
beteiligt sein werden (durchschnittlicher finanzieller Beitrag: etwa 50% der Gesamtkosten ).
b ) Betriebsausgaben
Verwaltungsausgaben ( Verwaltungsausschuß und Sitzungen der Arbeitsgruppen , Konsultation
von Sachverständigen , Reisen , Aufträge , Verteilung der Dokumentation und Verbreitung von
Resultaten , Nutzung von Anlagen der Datenverarbeitung , Telekommunikation und
Rundfunk - und Fernsehübertragung ).
c ) Personalauseaben des Managements
Der Personalbedarf für dieses Vorhaben wird veranschlagt auf:
     9       Bedienstete auf Zeit - Laufbahngruppe A
     2       Bedienstete auf Zeit - Laufbahngruppe B
     4       Bedienstete auf Zeit - Laufbahngruppe C.
Dieses Personal wird unter den Haushalten 87 und 89 angefordert .
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6 . Finanzauswirkungen auf Personal und laufende Verwaltunrsmitfpl
(Siehe oben Unterpunkt 5 - in den Haushaltsplan der Gemeinschaft einzusetzen)
7 . Finanzierung der Ausgaben
Die zur Deckung des Gemeinschaftsbeitrags zu diesem Vorhaben erforderlichen Mittel sind
in die zukünftigen H:ushaltsplâne der Gemeinschaft einzusetzen .
8 . Auswirkuneen auf die Einnahmen
           Gemeinschaftssteuer auf die Gehälter der Beamten
           Beiträge der Beamten zur Altersversorgung.
9 . Art der Kontrolle
           Verwaltungskontrolle durch      den Generaldirektor für Finanzkontrolle , soweit
           Haushaltsmittel betroffen sind;
           Wissenschaftliche Kontrolle:
                VerwaltungsausschuO
                Wissenschaftliche Kontrolle durch Beamte der Kommission
                Prüfung durch den Rechnungshof nach den Bestimmungen des EWG-Vertrags.
                                           ***********
 ---pagebreak---                                                   1
                                        AIM und die KMU
AIM ist fur die KMU wichtig .
          Sie bietet "Start-ups" und anderen innovationsorientierten Unternehmen           die
          Möglichkeit,    einen    Anwendungsbereich    der    Spitzentechnologie   auf   der
          Entwicklungsstufe zu betreten .
          Sie vermindert die Entwicklungs - und Innovationsrisiken durch Festlegung
          gemeinsamer Funktionsspezifikationen , Minimalstandards und Konzepte und baut
          damit die Einstiegsbarrieren für KMU ab .
          Sie schafft die Möglichkeiten für eine direkte Beteiligung an Arbeiten , die auf
          europäischer Ebene in pränormativen und vorwettbewerblichen Bereichen
          durchgeführt werden .
Mit AIM soll als Ergänzung der medizinischen und biotechnologischen Forschungsprogramme
die Entwicklung der medizinischen Informatik und der Bioinformatik, die als Infrastruktur
von ausschlaggebender Bedeutung für Fortschritte sowohl im Gesundheitswesen als auch in
der Entwicklung und Anwendung der Biotechnologie ist, angeregt und gefördert werden. Die
Angebotsseite wird zur Zeit weitgehend von wenigen spezialisierten Herstellern von IT- und
Telekommunikationsanlagen beherrscht, wobei die Dienste hauptsächlich auf Techniken
aufbauen, die ursprünglich für andere Zwecke entwickelt wurden. Um die Möglichkeiten der
MBI      jedoch    nutzen   zu   können,   müssen   auch   die  Ärzte,    Krankenhäuser   und
innovationsorientierten spezialisierten Dienste einen größeren Beitrag leisten. Innerhalb des
festen Rahmens , der durch AIM für Aktionen auf dem Gebiet der MBI geschaffen werden
soll , sind diese innovationsorientierten KMU in der Lage , sich mit einem überschaubaren
Risiko und abschätzbaren Aussichten zu engagieren.
Der Ausbau der MBI hängt zum Teil jedoch von der Schaffang eines europäischen Marktes
ab, d.h. eines Instruments, durch das die Käufer erfahren , wo sie Informationen über das ,
was erhältlich ist , finden, und die Lieferanten bekanntgeben können , was sie anzubieten
haben . Im Augenblick ist der Markt selbst auf nationaler Ebene noch völlig unzureichend .
AIM wird jedoch - über Kommunikationsverbindungen und Kontakte - dazu beitragen , daß
er auf Gemeinschaftsebene funktioniert.