CELEX: 51971PC0181
Language: de
Date: 1971-02-19
Title: Vorschlag einer RICHTLINIE (EWG) DES RATES zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über bestimmte Verfahren der quantitativen Analyse von binären Textilfasergemischen (von der Kommission dem Rat vorgelegt)

ARCHIVES HISTORIQUES
DE LA COMMISSION
COLLECTION RELIEE DES
DOCUMENTS "COM"
COM (71) 181
Vol. 1971/0032
 ---pagebreak--- Disclaimer
Conformément au règlement (CEE, Euratom) n° 354/83 du Conseil du 1er février 1983
concernant l'ouverture au public des archives historiques de la Communauté économique
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concerning the opening to the public of the historical archives of the European Economic
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27.9.2003, p. 1), this file is open to the public. Where necessary, classified documents in this
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In Übereinstimmung mit der Verordnung (EWG, Euratom) Nr. 354/83 des Rates vom 1.
Februar 1983 über die Freigabe der historischen Archive der Europäischen
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KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
                                                 KOM(71 ) 181 endg.
                                                 Brüssel , den 19 » Februar 1971
                               Vorschlag einer
                        RICHTLINIE ( EWG ) DES RATES
      zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten
      über bestimmte Verfahren der quantitativen Analyse von bi­
      nären Textilfasergemischen
                      ( von der Kommission dem Rat vorgelegt )
   KÖM(7l ) 181 endg.
 ---pagebreak---                            BEGRUNDTMG
ALIiGEI-EIïTES
1 » Bei einem Vergleich der in den Mitgliedstaaten geltenden oder
    geplanten Rechts- und Verwaltungsvor Schriften für Textilerzeugnisse
    wurden zahlreiche Unterschiede festgestellt , die eine Behinderung
    des freien Warenverkehrs mit Textilerzeugnissen innerhalb der
    Gemeinschaft darstellen .
    Daraufin hat die Kommission dem Rat am 14 « Marz 19^9 eine
    Richtlinie zur Angleichung der Rechtsvorschriften für diesen
    Bereich vorgeschlagen .
    Mit : dem Richtlinienentwurf über die Bezeichnungen von Textil-
    erzeugnissen lassen sich jedoch nicht alle Probleme im Zusammen­
    hang mit . dex Beseitigung der technischen Hindernisse in diesem
    Bereich losen , wenn nicht in einer besonderen Richtlinie gemein­
    same Methoden der Probenahme und Analyseverfahren angegeben
    worden , die von den für die Kontrolle der Durchführung der
    Richtlinienbestimmungen zuständigen nationalen Behörden ange­
    wendet werden müssen •
    Der Richtlinienentwurf enthalt Bestimmungen über die Art der
    Fasern , die Recht auf eine bestimmte Bezeichnung haben ; ferner
    die bei Gemischen einzuhaltenden Vorschriften über die Etikettie­
    rung und die Kennzeichnung ! boi der Bestimmung dos gewicht-
    mässigen Anteils der Fasern einos Gemisches werden bestimmte
    Toleranzen zugelassen .
    Unterschiedliche Analysemethoden in den einzelnen Mitglied­
    staaten können für den freien Warenverkehr zu nachteiligen
    Kontroversen führen und die Ungewissheit in der Textilindustrie
    und dem Toxtilhandel zu einem Dauerzustand werden lassen .
 ---pagebreak--- Der Richtlinienvorschlag der Kommission über die Toxtilbo Zeich­
nungen sieht in Artikel 12 ausdrücklich vor , dass oino besondere
Richtlinie die binären Methoden der Probenahme und der Analyse­
verfahren angeben wird , die in allen Mitgliedstaaten zur Bestim­
mung der Faser zusammen setzung der unter diese Richtlinie fallen­
den Erzeugnisse anzuwenden sind .
Lange Zeit stellte das quantitative Analyseverfahren bei Textil-
fasergemi sehen keine unlösbaren Probleme .   Heute ist das aber
nicht mehr so » Früher waren nur wenige Fasern ( Wolle , . Seide ,
Baumwolle , Bastfasern , Leinen , Hanf) bekannt und in einem Labor
Hess sich die Art der einzelnen Fasern leicht bestimmen .      Mit
einer einfachen mikroskopischen Untersuchung konnte Wolle an
ihrer schuppigen Struktur , Baumwolle an ihrer Spiralform , Leinen
und Hanf an ihrer x- -förmigen Fächorform erkannt werden » Ausser-
dem waren tintrennbare Mischungen sehr selten .   Meistens bestan­
den die Gewebe aus Garnen dor gleichen Faserart oder aus Ge­
mischen von Garnen verschiedener Faserart .    Bei den letzteren
lioss sich durch eine manuelle Trennung der Garne der Jeweilige
Anteil an dem Gewete leicht bestimmen »
Die einzige klassische innige Fasermischung war die Mischung
Wolle und Baumwolle .   Aufgrund der chemisch sehr verschiedenen
Art dieser beiden Fasern ( keratinische Wollfaser , Zellulose-Baum-
wollfaser ) war eine Trennung durch Auflösung der einen oder der
anderen Faser mit einem entsprechenden Losungsmittel ohne wei­
teres möglich .
Vor etwa 50 Jahron sind die Kunstfasern hinzugekommen , von denen
es gegenwärtig neun Klassen gibt .    Dann wurden die synthetischen
Fasern erfunden .
 ---pagebreak---    Sie umfassen nach der internationalen Organisation für Normung
   ( ISO) 14 Klassen «               '
. Jede dieser . Eisern hat ihre Vor- und Nachteile .   Zunächst war
   angenommen worden , dass "bei Mischving mehrerer Fasern Erzeugnisse
   gewonnen wurden , die alle Vorzüge der einzelnen Faserarten in sich
  vereinigten »    In den letzten 25 Jahren sind lange Versuchsreihen
 .durchgeführt, worden , die zu Fasergemischen mit völlig neuen
   Merkmalen geführt haben , die ausschliesslich von dem .Anteil der
   einen oder anderen Faser des Gemisches "bestimmt werden »
   So sind der warmen , im Winter kontaktangenehmen Wolle synthetische
   Fasern "beigemischt worden , die dafür sorgen , dass sie nicht mehr
   filzt , formte ständig und "bügelfrei nach dem Waschen ist »
  Die ständig wachsende Zahl der Chemiefasern stellt Diagnosepro-
  "bleme • Ausserdem lässt sich leicht vorstellen^ weiche Vielzahl
  von Mischungsmöglichkeiten "bestehen und folglich welche Schwierig­
  keiten bei der chemischen Analyse derartiger Mischungen auftreten
 können •
  Wegen der Vielschichtigkeit dieser Probleme haben die Sachver­
   ständigen sehr rasoh erkannt , dass es unmöglich wäre , in kurzer
  Zeit eine Analysemethode für alle in der Praxis auftretenden Ge­
 mische auszuarbeiten » Daher haben sie es vorgezogen einheitliche
 Analysemethoden zunächst für eine Seihe besonderer "binarer Textil-
  fasergemische festzusetzen , nachdem sie einige allgemeingültige
 Eegeln für . die quantitative Analyse der meisten binären Textil-
  fasergemische -und die Behandlung der Laborproben aufgestellt
 hatten .
 ---pagebreak--- Die Analyse von Mischgeweben aus drei Pasern oder mehr seil
Gegenstand eines nächsten Richtlinienvorschlags sein , der auf
den gleichen Grundsätzen wie der vorliegende Vorschlag "basiert .
Die Vorfahren für die mikroskopische Analyse von Gemischen aus
Fasern der gleichen chemischen Natur werden in einem dritten
Richtlinienvorschlag geregelt , der erst später vorgelegt werden
soll , da die Analyse derartiger Gemische besondere Technische
-Schwierigkeiten stellt .
 Solange diese Verfahren noch nicht ausgearbeitet sind , werden
die Erzeugnisse selbstverständlich weiterhin im Verkehr bleiben
und nach den bisher üblichen Methoden in den Laboratorien kon­
trolliert , denen die Proben vorgelegt werden . Dabei kann es vor­
kommen, dass zwei Laboratorien wegen unterschiedlicher Analysever­
fahren nicht zu den gleichen Ergebnissen kommen - Jedoch wird der
Fall selten sein , dass diese Unterschiede irrtümlich auf einen
Betrug schliessen lassen , obwohl dieser nicht bestände (wegen
der in dem Richtlinienvorschlag vorgesehenen Toleranzen und der
Smpfehlungen , die an die Kontrollstellen gerichtet werden sollen) •
Die Laborleiter , die den Auftrag erhielten , Verfahren vorzuschlagen ,
die auf Gemeinschaft sebene anwendbar sind , haben darauf hingear-
beitet möglichst rasche und einfache Verfahren unter Berücksichti­
gung der erforderlichen Genauigkeit und exakter Reproduzierbarkeit
zu erarbeiten » Aus diesem Grund kam es in einigen Details zu
Abweichungen von dem vom ISO vorgeschlagenen Analyseverfahren ,
die aber in keinem Fall eine Behinderung des Handels mit den
dritten Ländern darstellen können .
 ---pagebreak---                                    - 5 -
     übrigens haben die im Kähmen der OCBE zusammen arbeitenden Lander
     beschlossen» zwecks einer Aktion auf Regierungsebene oder auf
     zwischenstaatlicher Basis auf dem Textilsektor , die Möglichkeit
     der Erstellving ins einzelne gehender Empfehlungen zu prüfen .
     Zur Behandlung der Fragen "bezüglich Fasergehalte und deren Über­
     prüfung ist bei diesen Arbeiten vorgesehen , von dem Richtlinien-
     vorschlag über . die Bezeichnungen von Textilerzeugnissen auszugehen *
 5 » In dieser ersten Richtlinie haben die Sachverstandigen das Problem
        . .                    • *
     der Probeentnahme nur unter seinem unmittelbar mit dem Analyse-
     problem verbundenen Aspekt geprüft . Natürlich müssen die Kontroll­
     stellen , die für die Anwendung der Richtlinie zustandig sind ,
     diesen Aspekt bei' der Ausarbeitung ihrer Kontrollvorschriften be­
     rücksichtigen « Jedoch erschien es in dieser ersten Stufe sinn­
     voll , die Organisation der Probeentnahme im einzelnen den zu- .
     ständigen Behörden der Mitgliedstaaten £u überlassen .
     Ein Gemeinschaftsentwurf wird nur ausgearbeitet , sofern die
     diesbezüglichen Gesetzesentwurfe ( die gemäss der Entscheidung
     über den Status ijuo vom 28 . Mai 1969 oder gemäss Artikel 17
     des Richtiinienvorschlags über die Bezeichnung von Textilerzeug-
     nissen .notifiziert werden) Unterschiede äufvjeisen , die das
     Funktionieren des Gemeinsamen Marktes behindern können .
11 • KOMMENTAR ZU DEM R ICHTL INT5NVOR SCHLAG UND SEIHEff ATOCTGEIT
     In Artikel 1 , 2 und 3 werden der Anwendungsbereich und die für
     das Verständnis erforderlichen wichtigsten Ausdrücke definiert .
     Artikel 4 ," welches der grundlegende Artikel dieses Vorschlags ist ,
     setzt die Verpflichtungen der Mitgliedstaaten zur Anwendung in
     den Anhangen des Richtlinienvorschlags beschriebenen Analysever­
     fahren fest .
     Diese Verfahren . sind nicht für Privatpersonen bestimmt ( obwohl
     es sehr wünschenswert wäre , dass sie von ihnen angewandt würden)
     sondern für die offiziellen Kontrollbeh orden und sollen mit In­
     krafttreten der Richtlinie über die Bezeichnung von Textil-
 ---pagebreak--- er Zeugnissen die gegenwärtig geltenden oder geplanten Analyse­
verfahren bei binären Textilfasergemische ersetzen .
Die Kontrollen sollen ? wie aus Artikel 13 des Richtlinienvor-
schlags über die Bezeichnungen von Textilerzeugnissen hervorgeht
( vgl . Begründung auf Seite 11 ), nicht systematisch vor der Ver­
marktung der Erzeugnisse vorgenommen werden .
In Artikel 5 und 6 ist die Einsetzung eines Ausschusses vorgesehen
für die Anpassung des Richtlinienvorschlags und auch der folgenden
Vorschläge an den technischen Fortschritt und die internationale
Entwicklung in der Fasergemischanalyse .
Da diese Methoden , wie bereits bei einer ersten Lesung festzustel­
len ist , rein technischer und wissenschaftlicher Art sind und
in grundsatzlicher Hinsicht keine Probleme stellen , wenn die
Grundsätze erst in diesem Kichtlinienvorschlag , insbesondere
in dem allgemeinen Teil , der den einzelnen besonderen Analyse­
verfahren vorausgeht ^ festgesetzt woi-den sind , dürfte das für die
Änderung oder die Aufnahme neuer Methoden vorgesehene Ausschuss-
verfahren keine besondere Schwierigkeiten stellen , sobald die
in Artikel 6 vorgesehene Stimmenmehrheit erreicht ist .
Artikel 7 und 8 sind Standardartikel der meisten Richtlinienvor-
schlage der Kommission an den Rat .    In Artikel 7 Absatz 2 wünscht
die Kommission über die Massnahmen der anderen Mitgliodstaaten zur
Angleichung ihrer Rechts- und Verwaltungsvorschriften im Textil-
selctor laufend unterrichtet zu werden «
AMTAITG I i Vorbereitung der Vorproben und der Analysenproben
zur Bes timmung der Zusammensetzung von Textilerzeugnissen
Wie bereits weiter oben erwähnt , enthält dieser Anhang nur die
Aspekte der direkt mit den Problemen der quantitativen Analyse
verbundenen Probeentnahme . .    '  '
 ---pagebreak--- Der Wortlaut "basiert auf dem Entwurf einer Empfehlung der Inter­
nationalen Organisation für Normung über die Probenahmeverfahren
für chemische Versuche , die allgemeine Anweisungen für die Vor­
bereitung von Vorproben und Analyseproben aus den Laboratoriums-
sammelproben ,. die ihrerseits aus der Masse des Textilprüfguts
entnommen sind »
ANHAEG II } Quantitative Analysemethoden bestimmter binarer
               Tejctilfasergemische
Dieser Anhang umfasst einen allgemeinen ' Teil und ©inen Teil mit
 13 Einzelverfahren »
 1 . Der allgemeine Teil basiert auf dem Entwurf der Empfehlung
     der ISO "allgemeine Informationen über die quantitativ che­
     mischen Analysemethoden für Fasergemische ".
     In diesem allgemeinen Teil werden ausführlich die klassischen
     Apparaturen und Heagenzien beschrieben . Ferner enthält er be­
     sondere Apparaturen und Reagenzien , die in jedem Empfehlungs-
     entwurf nach dem analysierten Textilgemi sch beschrieben sind .
     Die Vorbehandlung der Probe und der Analysengang werden in
     grossen Zügen beschrieben und sind für die einzelnen Faserge-
     mische im wesentlichen die gleichen »
     Die Berechnungsmethoden werden präzisiert •     Die Berechnung
     erfolgt nach Anwendung der in Anlage II des Eichtlinienvorschlage
     über die Bezeichnung von Textilerzeugnissen aufgeführten
     Feuchtigkeitszuschläge zum Trockengewicht »
2 . Die Einzelverfahren für die verschiedenen binären Fasergemische
     sind im zweiten Teil des Anhangs II beschrieben »
     Zehn Einzelverfahren ( Er . 1 , 2 y 3, 4, 6y 7? 3? 9, 10 und 13)
     basieren auf dem Empfehlungsentwurf der ISO und verwenden
     insbesondere das in diesen Empfehlungen vorgeschlagene Reagenz »
 ---pagebreak---                              - 8 -
    Einige dieser Verfahren waren übrigens bereits von den nationa­
    len Normungsämtern übernommen worden ( Nr . 1 und 2 von drei
    Sintern , Frankreich , Deutschland , Niederlande , Nr . 6 , 7 und 8
    von zwei Smtern Deutschland und Frankreich ) .
    Zwei Verfahren ( Nr . 5 und 11 ) basieren auf der französischen
    Verwaltungsvorschrift und das Verfahren Nr . 12 , wenn auch
    nicht genormt, ist von allen Labörleitern geprüft und ge­
    billigt worden .   Diese Methode wird in den Niederlanden
    allgemein angewandt .
UNTERRICHTUNG DER FACHKEEISS
Der Koordini.erungsausschuss der Textilindustrie der EWG ist
regelmassig über den Stand der Arbeiten in diesem Bereich unter­
richtet worden .
KONSULTATION D5S PARLAMENTE S UND DBS ¥1X1 TSC IIAFTS- UND SOZIALAUS­
SCHUSSES
Die Stellungnahme dieser beiden Instanzen ist nach Artikel 100
Abs . 2 nicht erforderlich .
Die Anwendung der Vorschriften des vorliegenden Richtlinienvor-
schlags erfordert in keinem Mitgliedstaat eine Gesetzeänderung .
 ---pagebreak---                             Vorschlag einer Richtlinie
                zur Angleichung der Hechtsvorschriften der
             . Mitgliedstaaten über ■bestimmte Verfahren der
                quantitativen Analyse von binären Textilfaser-        ;;
                                     gemischen
                      ( von der Kommission "beim Rat vorgelegt )
DER RÄT DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHÄFTEN1                             ;
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschafts­
gemeinschaft , insbesondere auf Artikel 100 ,
auf Vorschlag der Kömmission ,                                    '
und in Erwägung nachstehender Grundes
Die Richtlinie des Rates vom                       für die Bezeichnung
von Textilerzeugnissen sieht Bestimmungen über eine auf der Faser-
zusammensetzung der Textilerzeugnisse beruhende Etikettierung vor ?
Bei amtlichen Kontrollen in den Mitgliedstaaten müssen einheitliche
Verfahren zur Bestimmung der Faserzusammensetzung der Textilerzeug-
nisse angewandt werden , und zwar sowohl in bezug auf die Behandlung
der Probe als auch bei der quantitativen Analyse ;
Die vorgenannte Richtlinie des Rates sieht in Artikel 12 ausdrücklich
vor , dass in einer besonderen Richtlinie die Methoden der Probenahme
und die Analysenverfahren angegeben werden , die in allen Mitglied­
staaten zur Bestimmung der Faserzusammensetzung der Erzeugnisse an­
zuwenden sind .
 ---pagebreak---                                     - 2 -
In einem ersten Stadium sind die Verfahren vorzuschreiben , die für be­
stimmte Textilfasergemische gelten , während durch weitere Richtlinien
die Verfahren für Gemische festgelegt werden , die aus mehr als zwei
Textilfasern oder aus Pasern gleicher chemischer Beschaffenheit "be­
stehen ( vor allem mikroskopische Analysen ) 5
Der technische Fortschritt macht eine häufige Anpassung der in den Einzel-
richtlinien über die Analysenmethoden auf dem Textilsektor aufgeführten
technischen Vorschriften erforderlich ; um die Durchführung der hierfür
erforderlichen Massnahmen zu erleichtern , muss ein Verfahren geschaffen
werden , das eine enge Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und Kommission
im Rahmen des Ausschusses für die Anpassung der Richtlinien über die Be­
seitigung der technischen Kandelshemmnisse bei Textilien vorsieht ;
Bei binären Gemischen , für die kein einheitliches Analyseverfahren auf
Gemeinschaftsebene besteht ^ kann das mit der Prüfung betraute Laboratorium
die Zusammensetzung dieser Gemische mit Hilfe irgendeines ihm zur Verfügung
stehenden geeigneten Verfahrens bestimmen ;
HAT FOLGSNDS RICHTLINI3 ERLASSSN :
                                   Artikel 1
Diese Richtlinie betrifft Verfahren zur quantitativen Analyse von bestimm­
ten binaren Textilfasergemischen sowie die Vorbereitung von Vorproben und
Analysenproben .
                                   Artikel 2
Unter , binären Textilfasergemischen sind Gemische aus zwei verschiedenen
Textilfasern zu verstehen .
                                   Artikel 3
Unter Vorprobe ist eine für Analysenzwecke geeignete Teilprobe aus den
Laboratoriumssammelproben zu verstehen , die ihrerseits aus einer Liefe­
rung des zu prüfenden Gutes entnommen worden sind .
Die Analysenprobe ist der Teil der Vorprobe , der zur Erzielung eines be­
stimmten Analysenergebnisses erforderlich ist .
 ---pagebreak---                                 Artikel 4
Die Mitgliedstaaten treffen alle, erforderlichen Massnahmen , damit hei
amtlichen Prüfungen zur Bestimmung der Zusammensetzung von Textilerzeug-
nissen , die gemäss Richtlinie des Rates vom                , über die Be­
zeichnung von Textilerzeugnissen auf den Markt gebracht werden , die Be­
stimmungen der Anhänge I und II dieser Richtlinie über die Verfahren zur
quantitativen Analyse bestimmter binärer Textilfasergemische sowie über
die Vorbereitung der Vorproben und Analysenproben befolgt werden .
                                Artikel 5
1 , Zur Beseitigung der technischen Hemmnisse im Warenverkehr auf dem
Sektor der Textilfasern wird für die Anpassung der Richtlinien an den
technischen Portschritt ein Ausschuss eingesetzt , im folgenden "der Aus­
schuss " genannt , der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten unter Vorsitz
eines Vertreters der Kommission zusammensetzt .
2 . Der Ausschuss gibt sich eine Geschäftsordnung .
3 . Die Anpassung der in Anhang II vorgesehenen quantitativen Analysen-
metbcden an den technischen Fortschritt sowie , die etwaige Hinzufügung
neuer gemäss den Grundsätzen des Anhangs II dieser Richtlinie festge­
legten quantitativer Analysenmethoden erfolgt nach dem Verfahren des .
Artikels 6 durch die Kommission .
                                Artikel 6
1 . Wird auf das in diesem Artikel festgelegte Verfahren Bezug genommen ,
so befasst der Vorsitzende den Ausschuss von sich aus oder auf Antrag
des Vertreters eines Mitgliedstaates .
2 . Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuss einen Entwurf
der zu treffenden Massnahmen , Der Ausschuss nimmt zu diesem Entwurf inner­
halb einer Frist Stellung, die der Vorsitzende nach der Dringlichkeit
der betreffenden Frage bestimmen kann . Die Stellungnahme kommt mit einer
Mehrheit von 2wölf Stimmen zustande , wobei die Stimmen der Mitglied­
staaten nach Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages gewogen werden .
Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil .
 ---pagebreak--- 3 . a ) Die Kommission trifft die geplanten Massnahmen , wenn sie der
        Stellungnahme des Ausschusses entsprechen .
    b ) Entsprechen die in Betracht gezogenen Massnahmen nicht der Stel­
        lungnahme . de s Ausschusses oder ist keine Stellungnahme ergangen ,
        so schlägt die Kommission dem Rat unverzüglich die zu treffenden
        Massnahmen vor . Der Eat beschliesst mit qualifizierter Mehrheit .
    c ) Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten , nachdem ihm
        der Vorschlag übermittelt worden ist , keinen Beschluss gefasst ,
        so werden die vorgeschlagenen Massnahmen von der Kommission ge­
        troffen .
                                    Artikel 7
1 . Die Mitgliedstaaten setzen die erforderlichen Vorschriften in Kraft ,
um dieser Richtlinie innerhalb von 18 Monaten nach ihrer Bekanntmachung
nachzukommen , und unterrichten hiervon unverzüglich die Kommission . '
2 . Die Mitgliedstaaten tragen dafür Sorge , dass der Kommision der Wort­
laut der wichtigsten innerstaatlichen Rechtsvorschriften übermittelt
wird , die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen .
                                    Artikel 8
Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet .
 ---pagebreak---                                  AKE/ING I
VQPJBSBBITUtTQ DER VOEPROBM UND im
         AHiiYSE!IPROBE!r
 ---pagebreak---                                    - 2 -
                                                        Anhang I
               VORBEREITUNG DER VORPROBEN UND DER ANALY SSHPH OBEN
            ZUR BESTIMMUNG DER SU SAMISTSETZUN G VON TEXTILERZEUGNIS SFN
1 . ANWENDUNGSBEREICH
     Dieso Anlage enthält allgemeine Hinweise für die Herstellung von
     Vorproben geeigneter Grosso ( d«h » nicht über 100 g) zur Vorbe­
     handlung fur quantitative .unalysen aus Laboratoriuirissammelproben
     sowie 'für dieiAüswahl von AnalyseYiprobön aus Vorproben , aus denen
     die^nichtfaserigehi Betetandteile in heiner.iVorbehatxcllunp entfero-t .
     worden sind ( 1 ).
2 . BEGR IFF SBE STIMMUNGEN
     2.1 » Prufgut - Die jonige Materialmenge , die aufgrund einer Eeihe
     von Untersuchungsergebnissen beurtcilt werdéri soli « Dazu kann
     zum Boispiel das.gosaiate Material einer Stofflieferung gehoren ,
     das gesamte von einer bestimmten Maschine gewobte Gewebe , eine
     Sendung Garne oder ein Ballen "bzw . eine aus - mohreren Ballen be-
   • stehende Lie forung »■                            -
     2 »2 . Laboratoriumssammelprobe - Teil dos Frufgutes , der als reprä­
     sentativ aus der Gesamtmenge entnommen worden ist und an das La-
     Moratorium eingesandt wird «    Grosse und Art der Laboratoriums-
     sammelprobe sind so zu wählen, dass sie die Schwankungen innerhalb
     der Lieferung riohtig wiedergibt und im Laboratorium' leicht zu
     handhaben ist ( 2).
     ( t) Gegebenenfalls kann man direkt die Analysenproben -vo,rb?hand ein »
                           s
     ( 2 ) Für Enderzeugnisse und Konfektionsartikol siehe Absatz 7 •
 ---pagebreak---                                            - 3 -
     2 « 3 « Vorprobe - Teil der Laboratoriumssamraolprobe , aus ,j em in einer
     Vorbehandlung die nichtfaserigen Bestandteile entfernt und anschliessend
     die Analysenproben entnommen werdonCl ). Grosse und Art der Vorprobe sind
     so zu wählen , dass sie die Schwankungen innerhalb der Lab oratorium s-
     saramelprobe richtig wiedergibt
     2 .4 » ■■aialysenprobe - T ? 11 - jer Vorprobe , der--fur die ouantit^tive
     Si ii2 el an a ly se er f or-i erlich ist ,                                       -
3 . PEIFZIP
     Die Vorprobe wird so ausgewählt , dass sie die Laboratoriumssammel–
     probe repräsentiert .
     Die Analysenproben werden aus der Vorprobe so ausgewählt , dass sie
     die letztere repräsentieren «
4 . PROBENNAHME AUS L0S3N FASERN
     4*1® Ungerichtete Fasern -            Die Vorprobe wird aus zufallsbedingt aus
    !? er Laboratoriumssammelprobe entnommenen Büscheln, zusammengestellt .
  ' Die gesamte Vorprobe mischt- man gründlich mit Eilfe einer                        T .
    Laboratoriumskrempel ( 2 ) . Der Erompelflor sowie dio noch in der
    Krempol hängenden Fasern und die aus dor Krempel herausgefallenen Faser-
     bruch werden vorbehandelt •            Anschliessend worden dio Analysonproben
    im jeweiligen Gewi cht sverhältnis aus dem Krempelflor , den anhängenden
    Fasern und den herausgefallenen Fasern entnommen .
    Bleibt die Form des Krempelflor s durch die Vorbohandlung im wesent­
    lichen unverändert , so werden die Testproben in der unter Punkt
    4.2 . beschriebenen Weise entnommen »           Wird der Krompolflor durch dio
    Vorbehandlung ßerst5rtj so worden für die Rostprobon mindestens 16
    kleine Büschel von geeigneter und unter sich möglichst gleicher
     Grösse aus der vorbehandelten Probe herausgenommen tind zu einer
    Probe zusammongofasst •
                                                                         • • •/ • # •
     ( 1 ) Siehe Anhang I , 1 •
     ( 2) Statt mit einer Laboratoriumskrempol kann auch mit einem
            Fasermischer gearbeitet oder das Vorfahren der "ausgekämmten
            Büschel» ( Hwchseln des Doublierens , Teilens und anteiliges
           Verw-rfen ) angewenr'et werden .
 ---pagebreak---                                         -4 -
       4*2 « Gerichtete Fasern ( Krempelflor t Kammzug» Vorgarne ) – Aus zu­
       fällig ausgewählten Teilen der . Laboratoriumssammelprobe werden min­
       destens . 10 Schnittproben zu je etwa 1 g hergestellt . Die so ent­
       standene Vorprofee wird vorbehandelt . Dann werden die Schnittproben
       Kante an Kante aneinandergelegt und daraus die Analysenproben in der
       Weise . hergestellt « dass jeweils ein . Schnitt so durch die 10 Muster
                                f                                            ,
       gelegt wird, dass von jeder der 10 Langen ein Teil erfasst wird «
5 . PROBENAHME AUS GARNEN
       5 « 1 « Game auf Spulen oder in Strähnen - Bs müssen alle Spulen oder
       Strähne der Laboratoriumssammelprobe verwendet werden »
      Man entnimmt von jeder Spule oder jedem Strähn entsprechend zusammen­
      hängende Garne gleicher Länge , indem man Stränge gleicher Zahl auf
      eine 2aBpei ( 1 ) aufwindet oder auf andere Weise . Die einzelnen Längen
      werden zu einem einzigen Strang oder Kabel zusammengelegt , wobei-
      darauf zu achten . ist , dass in jedem Strang oder Kabel immer gleiche
      Garnlängen von jeder Spule nder jedejn Strähn vorhanden sind .
      Die auf diese Welse erhaltene Vorprobe wird Vorbehandelt * . .
      Zur Entnahme von Analysenproben aus der vorbehandelten Vorprobe "
      werden Garnabschnitte gleicher Monge aus dem Strang oder Kabel heraus­
      geschnitten ; dabei ist darauf zu achten , dass keines der darin ent­
      haltenen Garne ausgelassen wird «
      Ist t die Feinheit in " Tex" und n die Anzahl der Spulen oder Strähne
      der Laboratoriumssammelprobe , so beträgt die Garnlänge von jeder
                                                :           _      .. .  .A
      Spule oder jedem Strahn , die eine Vorprobe von 10 g ergibt, 10
                                                                        ilt
      Ist nt sehr hoch , zum Beispiel über 2000, so wird ein schwererer
     .Garnstrang aufgewunden und in gwei. Teile zerschnitten , um einen
      Strang von . geeignetem Gewicht herzustellen «     Die Enden einer Probe
      in . Strangform . sind vor Beginn der  Vorbehandlung sorgfältig, zusammen­
   .. zubinden 5 die Analysonproben . sind an einer Stelle zu entnehmen , die
     von dem abgebundenen . Bnde .genügend weit entfernt ist .
      ( 1 ) Bei Vorwendung in einer geeigneten Haspel können mehrere Spulen
              gleichzeitig aufgewunden werden .
 ---pagebreak--- 5»2 . Kettgarn - Die Vorprobe  wird in der weise entnommen , daes man
vom Ende der Kette ein Stuck   anschneidet , das mindestens 20 cm lang
ist und alle Garne der Kette   mit Ausnahme der Webkante enthalt , die
verworfen wird « Man bündelt   einige Garne an einem Ende zusammen »
Ist die Probe zu schwer ,- um im ganzen vorbehandelt zu werden , so
wird sie in zwei oder mehr Teile unterteilt , wobei jedes Teil vor
der Vorbehandlung zusammengebunden wird .      Die einzelnen Teile werden
getrennt vorbehandelt und danach wieder zusammengefasst .      Von der
Vorprobe wird eine Analysoprobe von passender Länge in genügendem
Anstand von der Bündelung abgeschnitten , wobei darauf zu achten ist ,
dass keines der Garne der Kette ausgelassen wird .      Bei einer Kette
mit n Fäden der Feinheit t in . " tex" beträgt die Länge einer Probe
von 1 g Gewicht 10^     cm .
                  nt
PROBENAHME AUS TEITILEN FLFCHENGEBILDEN
6.1 . Laboratoriums-Sammolprobe bestehend aus einem einzigen reprä­
sentativen Abschnitt - Man schneidet einen diagonalen Streifen von
Ecke zu Ecke und entfernt die Webkanten .      Dieser Streifen ist die
Vorprobe .  Für eine Vorprobe von x g beträgt die Fläche des Streifone
       cm . G H Mas.<30 des Gewebes in g/rn^ •
Nach der Vorbehandlung zerschneidet man don Streifen - quer zur Lange
in 4 gleiche Teile und legt diese übereinander .
Man entnimmt Analynonproben aus einom beliebigen Teil des überein-
andergo schichteten Materials , in dem man alle Lagen in der Weise
durchschneidet , dass man von jeder Lage eine .Analysenprobe mit gleicher
Länge erhält .
Enthält der Stoff ein gewebtes Muster , so darf die Breite der Vorprobo ,
parallel zur Richtung der Kette gemessen , nicht kleiner sein als eine
Wiederholung des Musters in der Kette . Ist unter diesen Bedingungen
die Vorprobe zu gross , um im ganzen behandelt zu werden , so muss sie
in gleiche Teile zerschnitten werden , die getrennt Vor zubehandeln
sind 5 diese Teile sind vor der Herstellung der .Analysenprobe über-
einanderzulegen , doch ist darauf zu achten , dass entsprechende
Teile des Musters nicht zusammenfallen .
 ---pagebreak---                                     - 6 -
      6.2 . Laboratoriums-Sammelproben , die aus mehreren Stoffabschnitten .
     "bestehen - Jeder Abschnitt wird gemäss 6 « 1 « analysiert j die Ergeb­
     nisse werden getrennt angegeben *
7 , PROBENAHME VON IÜIT3BRZEUGNISSBN IMP/ODEH KONFEKTIOllSARTIgELN
     Die Laboratoriums- Sammelprobe besteht in der Regel aus einem ganzen
     Konfektionsartikel oder aus einem repräsentativen Teilstuck des Ar­
     tikels »
     Gegebenenfalls ist der Prozentsatz der verschiedenen Teile zu bestim­
    men , die nicht den gleichen Fasergehalt haben , damit festgestellt
    werden kann , ob die Bestimmungen des Artikels 11 der Richtlinie über
    die Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die
    Bezeichnung von Textilerzeugnissen anwendbar sind «      Von dem Teil des
    Enderzeugnisees bzw . des Konfektionsartikels , dessen Zusammenset zung
    durch ein Etikett gekennzeichnet werden soll , ist eine repräsentative
    Vorprobe zu entnehmen * Trägt der Fertigartikel mehrere Etiketten ,
    so müssen repräsentative Vorproben für jeden Teil , der durch ein
    Etikett bezeichnet werden soll , entnommen werden « Ist der Artikel ,
    dessen Zusammensetzung bestimmt werden soll , nicht homogen, so kann
    es erforderlich sein, aus j'edem Teil des Artikels Vorproben zu ent­
    nehmen und den proportionalen .Anteil der einzelnen Teile , bezogen
    auf den ganzen Artikel , zu bestimmen .
    Die Prozentsätze werden dann unter Berücksichtigung der verhält-
    nismässigen .Anteile der untersuchten Teile errechnet .
    Diese Vorproben werden vorbehandelt .
    Anschliessend werden sus den vorbshandel ton Vorproben reprasentative
   -Analyeonproben entnomraen •
 ---pagebreak---                              - 7 -
                                                   ANHANG II
               QUANTITATIV3 AN ALY S EÏWETHOD EN FUS
             ESSTBEvîTE BEOES TEXTILFASERGSIÎI SCE3
1 . ALLGEMEINES ( Seite 8 Ms 18 )
2 . EINZ3LVEEPAHEI3H' ( Seite 19 Ms 49 )
 ---pagebreak---                                    _ y -
                 1•  Allgemeiner             Teil
EINL3ITUNG
Die quantitativen Analysenmethoden bei Textilfasermischunge'n stützen
eich auf zwei hauptsächliche Verfahren , nämlich auf das der manuellen
Trennung und das der chemischen Trennung der Fasern .
Dem manuellen Trennverfahren sollte nach Möglichkeit der Vorzug gegeben
vrerden , denn im allgemeinen führt es zu genaueren Ergebnissen als das
chemische Verfahren .   Das manuelle Vorfahren lässt sich auf alle Textil-
erzeugnisse , bei denen die dieses Erzeugnis "bildenden Fasern keine un­
trennbare Mischving darstellen , anwenden , z.B. auf die aus mehreren Be­
standteilen zusammengesetzten Garne , bei denen die einzelnen Bestand­
teile aus einer einzigen Faserart gebildet werden , sowie . auf Gewobe ,
bei denen die Kette aus einer anderen Faser als der Schuss besteht ,
oder auf Gewirke , die aus verschiedenartigen Fäden zusammengesetzt sind .
In der Regel stützt sich das quantitative chemische Analysenverfahren
bei Textilfasergemi schon auf die selektive Lösbarkeit der Einzelbestand­
teile der Mischung .   Nach Entfernving eines Bestandteils wird der unlös­
liche Rückstand gewogen , und der Anteil des löslichen Bestandteils wird
unter Zugrundelegung des Gewichtsvcrlusts berechnet .    Im vorliegenden
Dokument werden die für eine Analyse anhand diesem Verfahren generellen
Angaben , die für die im vorliegenden Anhang genannten Fasergemische
gelten , zusammengestellt «   Dieses Dokument muss daher in Verbindung
mit den anderen Texten benutzt werden , die ausführliche Vorfahren für
besondere Fasermischungon enthalten . Es kann vorkommen , dass bestimmte
chemische Analyson auf anderen Prinzipien als dem der selektiven Auf-
lösbarkeit beruhen .   In diesem Jkll werdon in dem entsprechenden Teil
der einschlägigen Methode ausführliche Angaben hierüber gemacht .
Die während der Herstellung der Textilerzeugnisse benutzten Faserge-
mische und in geringerem Masse auch die Fasergemische in den fertigen
Textilien können oftmals als natürliche Beimengungen oder zur Erleich­
terung des Verarbeitungsvorgangs Fette , Wachse oder Hilfsstoffe bzw .
wasserlösliche Stoffe enthalten . I&ese nicht zur Faser gehörenden Stoffe
müssen vor der Analyse beseitigt worden . Aus diesem Grunde wird eben­
falls eine Methode der Vorbehandlung zwecks Entfernving van ölen , Fetten ,
Wachsen und wasserlöslichen Stoffen angegobon .
 ---pagebreak---                                  - 9 -
 Textilien können ausserdem Harze oder andere Stoffe enthalten , die ihnen
"bestimmte Eigenschaften verleihen sollen » Diese Stoffe , zu denen in
 Ausnahmefallen auch Farbstoffo gehöron , könnon die Einwirkung des Reagenz
 auf die löslichen Bestandteile "beeinträchtigen "bzw . teilweise oder voll­
 ständig durch das Reagens "beseitigt werden « Diese Zusatzstoffe können
 somit Fehler hervorrufen und müssen vor der Analyse der Probe ausge­
 schieden worden » Ist dies unmöglich , so sind die in diesem Anhang
"beschriebenen Verfahren der quantitativen Analyse nicht mehr anwendbar »
 Farbstoffe in gefärbten Fasern werden als integrierender Bestandteil
der Faser angesehen und nicht entfernt .
Bei diesen Analysen wird vom Trockengewicht ausgegangen ? es wird daher
ein Verfahren zur Bestimmung des Trockengewichts angegeben »
Bei der Ergebnisdarstellung werden zum Trockengewicht der einzelnen
 Fasern die in Anhang II der Richtlinie über die Angleichung der Rechts-
vorschriften der Mitglicdstaatcn für die Bezeichnung von Textilerzeug-
nissen angegebenen Feuchtigkeitszuschläge zugerechnet »
Die in der Mischung enthaltenen Fasern sind vor der .Analyse zu identi­
 fizieren .  Bei bestimmten chemischen Methoden kann der unlöslicho Be­
 standteil von Gemischen teilweise in dem Reagenz aufgelöst worden , das
 zur Auflösung der löslichen Bestandteile verwendet wird . Nach Möglich­
keit wurden dio Reagenzien so gewählt , dass sie nur einen geringen oder
überhaupt keinen Einfluss auf dio unlöslichen Fasern haben »     Ist bei der
Analyse mit einem Gewichtsverlust zu rechnen, so müssen die Ergebnisse
entsprechend korrigiert werden ; Korrektvirfaktoren hierfür sind angegeben »
Diese Berichtigungsfaktoren wurden in mehreren Laboratorien dadurch be­
 stimmt , dass durch Vorbehandlung gereinigte Fasern mit dem entsprechen­
den Reagenz unter Befolgung der Analysemethode behandelt wurdon .
 Diese Berichtigungsfaktoren gelten nur für normale Fasern , und weitere
 Berichtigungsfaktoren können erforderlich sein , wenn die Fasern vor
 oder während der Verarbeitung nicht intakt geblieben sind . Die
 angegebenen chemischen Analysemethoden gelten für Einzolbe Stimmungen •
Es müssen mindestens zwei Bestimmungen an zwei getrennten Analyfeenproben
                                                                 /•
 ---pagebreak--- sowohl "beim manuellen Ircnnungsverfahren als auch beim chemischen
Trennungsverfahron durchgeführt werden ». In Zweifelsfallon muss , sofern
dies nicht technisch unmöglich ist , eine weitere Analyse durchgeführt
werden nach einem Verfahren , mit dorn sich die "bei dem ersten Vorfahren
als Rückstand gebliebene Faser auflosen lässt •
I«            Allgemeines über die quantitativ-chemischen Aftflysenmethod en für
              Fasorgemi sche
              Generelle Angaben zu' den Verfahren der quantitativen chemischen
            ; Analyse von Fasergemischen •
1.1 »         Artvrendungs'bereicTi
              Unter dem "Anwendungsbereich" jeder Methode' wird aufgeführt ,
              für welche Fasern sie anzuwenden ist «
1*2 »         Prinzip
              Nach Identifizierung der einzelnen Bastandteile der Faserge-
              mische wird einer der beiden Bestandteile entfernt , und zwar
              in der Regel durch selektive Auflosung ( 1 ) , wobei der unlösliche
              Ruckstand gewogen und der Anteil des loslichen Bestand­
              teils aus dem Gewichtsverlust berechnet wird »    Ausser Vei tech­
              nischen Schwierigkeiten ist vorzugsweise die in grosserer Menge
              vorhandene Faser aufzulösen , damit man die in geringerer Menge
              vorhandene Faser als Rückstand erhalt .
1.3 »         iiirforderlichcs Material
1.3.1 .       Gerate
I.3»1»1 . Filtertiegel und Wägegläser zum Einsetzen von Tiegeln , oder
              andere gleichwertige Gerate .
I .3 . 1 .2 • Absaugflasche
                                                                 t • •/• • •
( 1 ) Methode Kr'.' 13 bildet eine Ausnahme .   Sie geht von der' Bestimmung
       eines wesentlichen Faktors einer 'der beiden Bestandteile aus .
 ---pagebreak---                                         - 11 -
I.3«1»3 «   Exsikkator mit gefärbtem Kiesolgel als Feuchtigkeitsindikator
1.3.1 . 4 « Trockenofen mit Ventilator zur Trocknung der Analysenproben
            bei 105 + 3° C.
1-3*1 « 5 * Analysenwaage , Empfindlichkeit 0,0002 g .
1.3.1 . 0 . Sztraktionsapparat Soxhlet oder gleichwertige Apparatur .
I.3«2 .     Reagenzien
1.2.3.1 .   Petrolather , nachdestilliert , Siedeberoich 40 bis 60® C.
1.3.2.2 .   Sonstige Reagenzien sind in den entsprechenden Teilen der
            Methode angegeben »      Alle Reagenzien müssen chemisch rein sein .
I.3»2.3 «   Destilliertes oder entionisiertes Wasser .
1.4 .       K oa di t ioni orunge - und Analysenatraospliai'e
            Da die Trockenmasse "bestimmt wird , ist weder eine Konditionierung
            der Probe, noch eine Untersuchung in klimatisierter Atmosphäre
            erforderlich .
1.5 *       Vorprobo
            Es wird eine für die Laboratoriumsprobo repräsentative Vorprobe
            gewählt , die für sämtliche erforderlichen Analysenproben von
            jeweils mindestens 1 g ausreicht .
1.6 .       Vorbehandlung der Vorprobe ( 1 )
            Ist einer dor bei der Berechnung der Prozentsätze nicht zu be­
            rücksichtigenden Bestandteile vorhanden ( Artikel 1 "i ( 2d) der
            Richtlinie "Bezeichnung von Textilerzeugnissen"), so ist
            dieser zunächst durch eine geeignete Methode zu entfernen , die
            jedoch keinen der Faserbe standteile angreifen darf .
            Zu diesem Zweck werden die mit Hilfe von Petroläther und Wasser
            extrahierbaren nichtfaseringen Bestandteile entfernt , indem
            die luftgetrocknete Probe im Soxhlet-Apparat mit Petroläther
            während einer Stunde und mit mindestens sechs Umläufen pro
            Stunde behandelt wird .
                                                                 • • «J• • «
( 1 ) vgl .   1 . Anhang I
 ---pagebreak---                                     - 12 -
            Anschliessend wird der Petroläther der * robe verdampft } danach
            wird dio Probe durch Direktbehandlung extrahiert , das heisst
            durch einstundige e Eintauchen in Wasser "bei Zimmertemperatur
            mit darauffolgendem einstundigen Eintauchen in Wasser bei
             65 + 5 9 C unter zeitweiligem Schütteln , Flottenverhältnis
             1/100 . Danach wird das überschüssige Wasser durch .Ausquetschen,
            Absaugen oder Zentrifugieren entfernt , bis die Probe lufttrocken
            ist .
            Falls die nichtfaserigen Bestandteile nicht mit Hilfe von Pe-
            troläther und Wasser extrahiert werden können , so müssen sie
            anstatt mit Wasser , wie oben beschrieben , mit einem geeigneten
             Stoff entfernt worden , der keinen der Fäsorbestandteile wesent­
           lich verändert «   Bei einigen natürlichen Pflanzen-       .1 ■
            Rohfasern (wie zum Beispiel Jute-, Kokosfasem) ist zu beachten,
            dass durch die normale Vorbehandlung mit Po trolather und Was­
            ser nioht alle natürlichen nichtfaserigen Bestandteile besei­
            tigt werden » ' Trotzdem werden keine weiteren Vorbehandlungen
            vorgenommen , soweit die Probe keine in Petroläther und in
            Wasser unlöslichen Appreturen enthalt «
            In den Analysenberichten müssen die gewählten Vorbohandlungs-
            methoden eingehend geschildert werden .
1.7 »       Analysongang
1.7 • 1 •   Allgemeine Anwei sungen
I.7.1..1 .  Trocknung
            Alle Trockenoperationen sind mindestens 4 Stunden , jedoch nicht
            mehr als 16 Stunden bei 105 + 3° C in einem Tselüfteten Ofen bei
            geschlossener Ofentür durchzuführen «   Beträgt die Trocknungs-
            dauer weniger als 14 Stunden^ muss überprüft werden , ob ein
            konstantes Gewicht erreicht wurde .   Dieses Gewicht kann als
            erreicht gelten , wenn der Gewichtsunterschied nach einer
            neuen -Trocknung von 60 Minuten weniger als 0,05 f° beträgt «
            Die FLltertigel und Wageglaser sowie dio Probon oder die
    ?       Rückstände sollen während des Trocknungen, Abkahlungs- und Wage-
            vorgangs nicht mit "blossen Händen berührt worden «
                                        . •> •      •     . K >. O
                                                                • • *
 ---pagebreak---                                       - 13 -
               Die ünalysenprobon worden in einem Wägeglas mit abgenommenen
               Stopfen getrocknet . Nach, der Trocknung wird das Wageglas vor
               Herausnahme aus dem Ofen geschlossen und so schnell wie mög­
               lich in den Exsikkator gebracht .
               Der Plltertiegel , der mit seinem Deckel in einem Wägeglas un­
               tergebracht ist , wird im Ofen getrocknet «  Nach der Trocknung
               wird das Wägeglas verschlossen und so schnell wie möglich in
               den üixsikkator gestellt .
               Wird ein anderes Gerat als der Filtertigel verwendet , so
               trocknet man im Trockenofen , um das Trockengewicht der Pasern
               ohne Verlust zu bestimmen .
 1.7.1 . 2 .   Kufclung
           ... Alle Kuhlvorgänge werden in dem neben der Waage aufgestellten
               Exsikkator ausreichend lange durchgeführt , tun ein völliges
               Abkühlen der Wägegl'aser zu erreichen , wobei dio Abkühldauor
               mindestens 2 Stunden beträgt .
1.7.1 . 3 . ,   Wägung
               Nach dem Kühlen wird das Wägeglas innerhalb zwei Minuten nach
                Herausnahme aus dem Exsikkator gewogen . Wägegenauigkeit
                0,0002 g .
1.7.2 .         Verfahren
               Man entnimmt aus der vorbehandelten Vorprobe eine Analysenprobe
               von mindestens 1 g Gewicht .   Das Garn und die Gewebe werden i
                ein Längen von etwa 10 mm ausgeschnitten und so weit wie
               möglich zerlegt ( zerschnitten). Die Analysenprobe wird in
                einem Wägeglas getrocknet , im Exsikkator gekühlt und gewogen .
               Die Probe wird in ein Glasgefäss gegeben , das im entsprechenden
                Teil der Gemeinschaftsmethode beschrieben ist , anschliessend
                wird das Wägeglas sofort wieder gewogen und das Trockengewicht
                der Probe durch Differenzbildung ermittelt .    Die Analyse wird
                gemäss den Angaben in dem entsprechenden Teil der Methode zu
               Ende geführt . Der Rückstand wird mikroskopisch geprüft , um
                festzustellen , ob durch die Behandlung die lösliche Faser
               völlig beseitigt worden ist .
                                                              • t •/ • • •
 ---pagebreak---                            - Vv -
Berechnung und ErgebniscU
                    rgebnisdarstellung
Das Gevoicht des unlöslichen Bestandteils wird als Prozentsatz
des Gesamtgewichts der im Gemisch enthaltenen Fasern ausge­
drückt . Die Ergebnisberechnung erfolgt auf der Basis des Trocken-
gewichts der reinen Fasern , wobei einmal ein Feuchtigkeitszu-
schlag zum anderen Berichtigungsfaktoren zur Berücksichtigung
der Verluste bei der Vorbehandlung und der Analyse angewendet
werden .    Die Berechnung erfolgt nach der unter Punkt 1.8.2 .
angegebenen Formel .
Berechnung des prozentualen Gewichtsanteils der trockenen und
reinen unlöslichen Bestandteile ohne Berücksichtigung des Ge­
wichtsverlustes der Fasern bei der Vorbehandlung :
   ist der Prozentsatz des trockenen , reinen unlöslichen Faser-
anteils
m ist die Trockeniaasse der Probe nach der Vorbehandlung
r ist die Masse des trockenen Rückstandes
d ist der Berichtigungsfaktor zur Berücksichtigung des Gewichts­
  verlustes der unlöslichen Bestandteile im Reagenz bei der
  Analyse .
Geeignete Werte für " d " sind im entsprechenden Textteil der ein­
zelnen Methoden angegeben .
                                              s . .
Selbstverständlich gelten die im Normalfall anwendbaren " d"-Werte
nicht für chemisch angegriffene F&sern ,
Berechnung des Prozentsatzes der unlöslichen Komponente nach
Anwendung der üblichen Feuchtigkeitszuschläge und etwaiger Be-
richtigungsfaktoren zur Berücksichtigung des Gewichtsverlustes
durch die Vorbehandlung
                  100 P „ ( 1 +   a1 +  1   )
       P 1A# =
                         a   '+ b                     a? + b
               Ρ1      +    100     ^ + ^ 10° ~ V   + 100       ^
 ---pagebreak---       ist der Prozentsatz des unlöslichen Faseranteils unter Be­
      rücksichtigung des konventionellen Feuchtigkeitszuschlages
      und des Gewichtsverlustes durch die Vorbehandlung
                                                                         1
                                                                         I
P^    ist der Prozentsatz des unlöslichen , trockenen und reinen
      Fs-seranteils , errechnet aus der Formel nach 1.8.1 .
a     ist der konventionelle Feuchtigkeitszuschlag für den unlös­
      lichen Anteil ( vgl . Anhang II der Richtlinie " Bez-sS.chnung
      von Textilerzeugnissen "
           der konventionelle Feuchtigkeitszuschlag des löslichen
      Faseranteils ( vgl . Anhang II der '-äRicirtlinie "Bezeichnung
      von Textilerzeugnissen "
b,j   ist der prozentuale Gewichtsverlust des unlöslichen Faser-
      anteils durch die Vorbehandlung
b^    ist der prozentuale Gewichtsverlust des löslichen Faseran-
      teils durch die Vorbehandlung .
Der Prozentsatz der zweiten Komponente (^A^ betragt 100 - P^^%
Bei Anwendung einer besonderen Vorbehandlung müssen die Werte b ^
und b 2 nach Möglichkeit dadurch bestimmt werden , daß alle reinen
Faserfeestandteile der bei der Analyse angewandten Vorbehandlung unter
wor.fen v/erden . Als reine Fasern gelten die Fasern , die frei von jeg­
lichen nichtfaserhaltigen Stoffen sind , mit Ausnahme derjenigen
Stoffe , die sie normalerweise in dem Zustand ( roh , gebleicht ) ent­
halten ( aufgrund ihrer Beschaffenheit und des Herstellungsprozesses ) ,
in dem sich die zu analysierende Ware befindet .
Verfügt man nicht getrennt über reine F^ssrbestandteile , die
zur Herstellung der zu analysierenden WR re gedient haben , so sind
für b ^ un'1 b ^ Durchschnittswerte zu Grunde zu legen , die ^ us " er
Früfung ähnlicher Fasern ermittelt wurden , wie sie die untersuchte
Mischung enthalt .
Wird die normale Vorbehandlung durch Extraktion mit Petroläther
und mit Wasser durchgeführt , so kann man im allgemeinen auf die
Berichtigungsfaktoren b ^ und b ^ verzichten , außer im Fall von
Rohbaumwolle ,' Rohflachs und Rohhanf , für die ein Gewichtsverlust ,
bedingt durch die Vorbehandlung , von k %,im Fall von Polypropylen
ein solcher von 1 % konventionell festgelegt ist .
 ---pagebreak---                                       - 16 -
            Im Falle anderer Fasern, xdrd konventionell festgelegt , daß der
            durch die Vorbehandlung bedingte Gewichtsverlust für die Berech­
            nung unberücksichtigt bleibt .
II . Quantitative Analyse von Fasergemischen durch manuelle Trennung
                                                                       J
II . 1 .     Anvrendungsbereich
             Die Methode läßt sich auf Fasermischungen beliebiger Beschaffen­
             heit anvrenden , vorausgesetzt , daß sie keine untrennbare Mischung
             darstellen und daß sie sich manuell trennen lassen .
II . 2 .     Prinzip
             Nach Identifizierung der einzelnen Bestandteile der Fasergeriische
             v/erden zunächst die nicht faserhaltigen Bestandteile durch eine
             geeignete Vorbehandlung eliminiert , anschließend die Fasern von
             Hand getrennt , getrocknet und zwecks Berechnung des Anteils der
             einzelnen Faserarten am Gemisch gewogen .
II . 3 .     Erforderliche G er äte
11 . 5.1 . Wägeglas bzw . andere Geräte , die gleichartige Ergebnisse liefern .
11.3.2 . Exsikkator ' mit gefärbtem Kieselgel als Feuchtigkeitsindikator .
11 . 3 . 3 . Trockenofen mit Ventilator zur Trocknung der Analysenproben bei
           . 105 t 3° C.
II           Analyenvraage , Empfindlichkeit 0,0002 g .
II . 3 . 5 » Extraktionsapparat Soxhlet oder gleichwertige Apparatur .
II . 3.6 . Kadel .
11.3.7 . Garndrehungszähler oder gleichwertige Apparatur .
11 .^.       Peagenzièn                                         1
11.^.1 . Petroläther , nachdestilliert , Siedebereich ^0       - 60  C.
11.^.2 . Destilliertes oder entionisiertes Wasser .
11 . 5 .     Kondition isrungs- und AnrJ.ysenatmospar^ ..                 . '
11 . 6 .     RoÅqgjerte Eohant ilion
              Vgl . Punkt 1.5 .
 ---pagebreak---                                            - 17 -
II .7 .      Vorbehandlung der Probe                                               i
             Vgl . Punkt 1.6 .
                                                                                    I
                                                                                    i
II . 8 .     Analvsengang                                                            !
11 . 8 . 1 . Anal yse_ vo n Garnen
              Eine Analysenprobe von mindestens 1 g wird aus einer vorbehan­
             delten Probe entnommen . Bei sehr feinen Garnen kann die Analyse         j
             ungeachtet des Gewichts auf einer Mindestlänge von J>0 m durchge­
             führt werden .
             Die Garne sind in Stücke von geeigneter Länge zu schneiden und
             aus diesen mit Hilfe einer Präpariernadel und , falls erforderlich ,
             mit Hilfe des Garndrehungszählers ein Element von angemessener
             Länge herauszutrennen . Die auf diese Weise herausgetrennten Ele­
             mente werden dann in ein tariertes Wägeglas gegeben und bei 105°
             + 3° G getrocknet , bis ein konstantes Gewicht gernäß 1.7.1 . und
             1.7.2 . erreicht ist .
11 . 8 . 2 . Analyse eines Gewebe s
             Eine Analysenprobe von mindestens 1 g wird aus einer vorbehan­
             delten Probe entnommen , die Analysenprobe wird so ausgeschnit teil ,
             daß sie außerhalb der Webkante liegt , exakt geschnittene Ränder
             ohne Kräuselung aufweist und parallel zu Schuß und Kette geschnit­
             ten ist bzw . bei Gewirken gleichlaufend längs und quer zu den Ha-
             schenreihen . Die einzelnen Garne v/erden getrennt , in tarierten
             Wägegläsern gesammelt , dann wird wie unter Punkt II.8.1 . vorge­
             gangen .
11 . 9 .     Berechnu ng und Erg e b ni s dar s t e 1 1 u n g
             Das Gewicht jedes Bestandteils wird als Prozentsatz des Gesamt­
             gewichts der im Gemisch enthaltenen Fasern ausgedrückt . Die Be­
             rechnung erfolgt auf der Basis des Trockengewichts der reinen
             Fasern unter Anwendung von Feuchtigkeitszuschlägen sowie von Be-
             richtigungsfaktoren zur Berücksichtigung der während der Vorbe­
             handlung aufgetretenen Materialverluste .
II . 9 - 1 . Berechnung des Prozentsatzes der reinen Trockengewichte ohne Be­
             rücksichtigung des Gewichtsverluste der Fasern durch die Vorbehaiidl;
 ---pagebreak---                                            - 18 -
                              100 m        _       100
                          m ,. + m _                   2
                                   *           1 +
                                                       1
                P ^ ist der Prozentsatz des trockenen und reinen ersten Faseran-
                    teils
                    ist die reine Trockenmasse des ersten Faseranteils
                    ist die reine Trockeninasse des zweiten Faseranteils
II . 9 . 2 . Berechnung des Prozentsatzes jeder einzelnen Komponente nach An­
              wendung der üblichen Feuchtigkeitszuschläge und etwaiger Berichti-
              gungsfaktoren . zur Berücksichtigung des Gewichtsverlustes durch die
              Vorbehandlung : siehe Punkt 1.8 . 2 .
III.1 .       G enauigkeit der Verfahren
              Die für jedes Verfahren angegebene Genauigkeit bezieht sich auf
              die Reproproduzierbarkeit ( Wiederholstreubereich ).
              Die Reproduzierbarkeit ist ^ er Zuverlässigkeitsgra -^ ; d.h . ^ ie Ein­
 engung der Ubereinstimmung zwischen den Versuchsergebnissen , die von Ver­
              suchspersonen in verschiedenen Laboratorien oder zu verschiedenen
              Zeiträumen erhalten werden , wenn diese jeweils nach demselben Ver­
              fahren und an demselben homogenen Prüfgut Einzelergebnisse ermitteln .
              Die Reproduzierbarkeit wird durch die Vertrauensgrenzen der Versucht­
              er gebnisse bei einer statistischen Sicherheit von 95 % ausgedrückt .
              Dies besagt , daß die Abxveichung zwischen den Ergebnissen einer in
              verschiedenen Laboratorien durchgeführten Analysenreihe bei rieh-
                                                           an
              tiger und normaler Anwendung der Methode/ einer gleichartigen homo­
              genen    Mischung      nur in fünf von hundert Fällen überschritten werder
              darf .
Ixl.2 .       Analysenbericht
111 . 2 . 1 . Angabe , ob die Analyse nach dem hier beschriebenen Verfahren durch­
              geführt worden ist .
111 . 2 . 2 . Detaillierte Angaben über etwaige Spesial-Vorbehandlungen
              Cs . Punkt 1.6 .)
III . 2.3«Angabe der Einzelergebnisse sowie des arithmetischen Mittels auf
              eine Dezimalstelle genau .
 ---pagebreak---                               2 . EINZELVERFAHREN
                               UBERSICHTSTABELLE
Verfahren                Anwe n d\m gsb e re i c h         Reagenz        Seite
 Nr , 1     Acetat               Bestimmte andere      Azeton               20
                                 Fasern
 Nr . 2    Bestimmte Ei-         Bestimmte andere      Na triumhyp o -      22
           weiSfasern            Fasern                chlori t
 Nr . 3    Vi sko sQ , Cupr o    BaumwoIle             Ameisensaure-        2k
           UKd gevissa                                 Zinkchlorid
            Typen vor. Mnria.1
 Nr .      Polyamid 6            Bestimmte andere      oO%±ge Ameisen­      26
           oder Polyamid         FaEern                säure
           6-6
 Nr . 5     Acetat               Triacetat             Benzylalkohol        2'c
                                 Bestiminte an iere
 Nr . 6     Triacetat                                  Dichlormethan        3°
                                 J^?j?ern
 Nr . 7    Cellulosefasern Polyester                   75%ige Schwefel -    32
                                                       säure
 Nr . 8    Acryl - und           Bestimmte andere      Dimethylformamid     3'f
           Modacrylfasern        Fasorn
          oder bestirnmte
           Chlorvinylfa-
           sorn
 Nr . 9    Bestimmte Chlor-Bestimmte andere            Schwefelkohlen­      X
           vin-ylfssern            Fasern              stoff/Azeton
                                                       ( 55,5/^,5 )
 Nr . 10   Acetat                Bestimmte Chlor-      Essigsäure
                                 vinyl fasern
 Nr . 11   Seide                  Jolie                75%ige Schwefel­
                                                       säure
 Nr . 12   Natiïrliche oder
                                  Wolle oder           70%ige Schwefel­
           regenerierte           Tierhaare            säure
           Zellulosefasern
 Nr . 13   Jute                   Bestimmte        ■ ■ Stickstof fbestim-   V;
                                  Fasern tierischen    mungsverfahren
                                  Ursprungs
 ---pagebreak---                                            - 20 -
                      VERFAHREN Nr . 1 :   ACETAT – MD BESTIMMTE ANDERE
                                           FASERN
                                   ( Azeton-Verfahren )
  1 . ANWENDUNGSBEREICH
      Das Verfahren eignet sich - nac-h Entfernung de.r nichtfaserigen Bestandteile
      für binäre Mischungen: von :
       1 ) Acetst ( 17 )
           nit
      2 } Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und }), Seide (^), Baumwolle ( 5 )» Flachs ( 7 ),
           Hanf ( 3 ), Jute ( 9)1 Abaca ( 10 ), Alfagras ( 11 ), Kokos ( 12 ),
           Ginster ( 13 )*     Kenaf ( 14 ),       Ramie ( 15 )» Sisal ( lo ), Cupro ( 19 )»
           Modal ( 20 ), regeneriérte Proteinfasern ( 21 ) , . Viskcse ( 23 ) s Acryl ( 2k) 9 1
           Polyamid ( 28 ) un'í Folyester ( 29 )
      Selbstverständlich ist diese Vorschrift nicht anwendbar auf oberflachen-
      entacetylierte Acetatfasern »
  2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
      Die Acetatfasern werden mittels Aceton aus einer bekannten Trockenmasse
      herausgelöst . Der Rückstand wird gesammelt , gewaschen , getrocknet und
      gewogen ; seine - erforderlichenfalls berichtigte - Masse wird ausgedrückt
      in Prozent der Trockeniaasse einer Mischung . Der Anteil an trockenem -
      Acetatfasern wir "* rturch Dif f erenzbilrlung ermittelt «
  3 . GERÄTE UND REAGENZIEN ( neben den im allgemeinen Teil genannten )
      3.1 . Gerat
             200 -ml -Erlenmeyerkolben mit Glasschliffstopfen
      5*2 . Re agenz
              Aceton
  k . DïïRCIîFUHRUNG
      as ist der im allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen
      und dabei folgendermaßen vorzugehen :
      Der in einem Erlenmeyerkolben von mindestens 200 ml mit Glasschliff stopf e-,
      befindlichen Probe werden 100 ml Aceton je Gramm Probe zugegeben } der . Kol­
ben wird geschüttelt und J>0 Minuten lang bei Raumtemperatur unter zeitweili-
 ■ - gern Schütteln stehen gelassen , anschließend wird die Flüssigkeit über einer
      gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert .
                                                                                • • •/m 0 m
 ---pagebreak---                                     - 21 -
    Diese Behandlung vrilrd noch zweimal wiederholt ( insgesamt drei Extrak- |
    tionen ) , doch jeweils nur 15 Minuten lang , so daß die Gesamtdauer der
    Acetonbeh^n^lung eine Stunde beträgt . Der Rückstand wird in einen Glas-
    filtertiegel überführt und c'an'ch irit Aceton     unter Absaugen aus­
    gewaschen »   Der Tiegel wird erneut mit Aceton gefüllt , das man
    ohne Absaugen von selbst ablaufen lässt .
    Zum Schluß wird der Tiegel unter Absaugen entleert ; Tiegel und
    Rückstand werden getrocknet , abgekühlt und gewogen .
5.  BERECHNUNG ÏÏND ERGEBïTI SDARSTELLUNG
    Die Ergebnisse werden nach dem im allgemeinen Teil angegebenen Ver­
    fahren berechnet . Der Wert ,! d' ! beträgt 1,G0 .
6 . GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
    Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen
    der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 , mit
    einer statistischen Sicherheit von 95% «
                                                                      • « • / • • •
 ---pagebreak---                                              - 22 -
VERFAHREN Nr .     2 : BESTIMMTE EIVJEISSFASERN TOD BESTIMMTE ANDERE FASERN
                       ( Natriumhypochlorit -Verfahren )
1 . ANVIENDUNGSBEREI CH
    Das Verfahren eignet sich nach Entfernung der nichtfaserigen Bestand­
    teile für binäre Mischungen von :
    1 ) bestimmte Eiweißfasern wie : Wolle ( 1 ), Tierhaare (2 und 3 ), Seide (*0 ,
        regenerierte Proteinfasern aüf Kaseinbasis ( 21 )«
        nit
    2 ) Baumwolle ( 5 ), Cupro ( 19 ), Modal ( 20 ), Viskose ( 2j ), Acryl ( 2k ) f
        Chlorovinyl ( 25)g '"               Polyanid ( 28 ),     Polyester ( 29 ), Polypro-
        pylen ( 31 ) und Glasfasern ( 38 ).
    Sind nehrere Eiweißfasern vorhanden , so liefert das Verfahren deren Ge­
    samtmenge , jedoch nicht die prozentualen Anteile .
2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
    Die Eiweißfasern werden mittels Natriumhypochlorit aus einer bekannten
    Trockenmasse herausgelöst * Der Rückstand wird gesammelt , gewaschen ,
    getrockent und gewogen ; seine - erforderlichenfalls berichtigte - Masse
    wird ausgedrückt in Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil
    an trockenen Eixveißfasern wird - durch " Differenzbildung ermittelt .
3 . GERÄTE UND REAGENZIEN              ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
    3.1 . Geräte                                                          -
          Glasgefäß von mindestens 500 ml
                              \ r. . .           •  ■ .
    3.2 . Reagenzièn
          ( i ) Hypochloritreagenz             -                      "
                Dieses Reagenz besteht aus einer frisch zubereiteten Lösung
                ( etwa 1 N ) , mit 33 bis 37 g aktivem Chlor je Liter , dem eine
                ausreichende Menge Natriuahydroxyd zugegeben wird , um eine NaOE-
                Konzentration von 5 g/l zu erreichen . Vor jeder Analyse' ist der
                Lösungstiter iodonietrisch zu überprüfen .
                                                                             • • •/ * • •
 ---pagebreak---                                       - 23 -
          ( ii ) Verdunnte Essigsaure
                 5 ml Eisessigsaure werden mit Wasser auf 1 Liter aufgefüllt .
    DURCHFl'HRUNG
    Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengang zu befolgen
    und folgendermaßen vorzugehen : Die Probe wird in einem 500-ml -Kolben
    mit 100 Eil Hypochloritreagenz je Gramm Probe versetzt und kräftig ge­
    schüttelt , um die Probe gut zu benetzen , anschließend ^0 Minuten bei
    Raumtemperatur- unter zeitweiligem kräftigen Schütteln in regelmäßigen i
    Abständen .;,, stehenlassen « Der Inhalt des Kolbens wird über einen gewoge­
    nen Glasfiltertiegel gefiltert und etwa zurückgebliebene Fasern clurch
    Auswaschen des Kolbens r.it etwas Hypochloritreagenz in den Filtertiege!
    nachgespült . Der Filtertiegel wird mittels Unterdruck entleert und der
    Rückstand nacheinander r.iit Wasser , verdünnter Essigsäure und wieder
    mit Wasser gewaschen , wobei der Tiegel nach jeder Fliissigkeitszugs.be
    unter Absaugen          entleert wird , jedoch erst , nachdem die Flüssig­
    keit ohne      Absaugen      durchgelaufen ist . Zum Schluß wird der Tiegel
    durch Absaugen geleert , zusammen mit dem Rückstand getrocknet , gekühlt
    und gewogen .
5 * BERECHNUNG UND ERGEBNISDARSTELLUNG
    Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Verfahre:
    berechnet . Der Korrekturfaktor :i d :: hat den Wert 1,00 , nur für Rohbaun-
    wolle beträgt er 1,03 .
6 - GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
    Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen
    der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 , mit
    einer statistischen Sicherheit von 95% .
                                                                     •/ 0 9 *
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 VERFAHREN Nr . 3 :          VISKOSE, CIJPRO 0D3H GE /flSSC TYPEN VO® MODEL UND BAUMW0LL3
                              ( Ameisensaure/Zinkchlorid )
  1 . ANWEITDUNG S BE5EI CH
       Diese Methode gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für
     ' binäre Mischungen von :
        1 ) Viskose ( 23 ) oder Cupro ( 19 ) sowie bestimmten Modalfasern ( 20 )
            mit
       2 ) Baumv.'olle ( 5 )
       Wird die Anwesenheit von Modalfasern festgestellt , so ist ein vorver-
       such auszuführen , um zu untersuchen , ob diese im Reagenz löslich sind .
       Das Verfahren gilt, nicht für Mischungen , bei denen die Baumwolle durch
       übermäßigen chenischen Angriff verändert worden ist oder die Viskose-
       oder Cuprofasern durch Anwesenheit bestimmter Farbstoffe , Reagenzien
       oder Appreturmittel , die nicht vollständig entfernt werden können , nicht
       mehr vollständig löslich sind .
 2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
      Die Viskose-, Cupro- oder Modalfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse
       mit einem Reagenz aus Ameisensäure und Zinkchlorid herausgelöst .             Der
       Rückstand wird gesammelt , gewaschen , getrocknet und gewogen ; seine -
       erforderlichenfalls berichtigte - Masse wird ausgedrückt in Prozent
       der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil an trockener Viskose-» Cupro-
       oder Modalfaser wird durch Differeazbiidung ermittelt »
,3 * GERÄTE UND. REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
       3.1 ". Gerät
                ( i ) 200-ml -Erlenmeyerkolben mit Glasstopfen
                ( ii ) Einrichtung zur Erwärmung des Erlenmeyerkolbens auf kO + 2 C. .
       3-2 . Reagenzien
                ( i ) Lösung aus 20 g wasserfreiem Zinkchlorid und 68 g wasserfreier
                      Ameisensäure , mit Wasser auf 100 g aufgefüllt bzw . 2 § Gew »-
                       Tcilen wasserfreiem Zinkchlorid in 80 Gow»«Teilen
                       Aireisensäure , 85 gew.-^ig»
             ( ii ) Amoniumhydroxy dlösung mit 10 g NH , je Liter .
 ---pagebreak---                                          - 25 -
      k , DURC EFÙIïEUNG                                                               1
          Es ist der im Allgemeinen Teil beschriebene Analysengans zu befolgen          j
          und folgendermaßen vorzugehen *. Ifen gibt die Probe sofort in einen
          auf *fG°C vorgewärmten Erlenmeyer , versetzt sie nit 100 nl der Ameisen-        j
          säure-Zinkchloridlösung je Grann Probe , die auf kO°C vorgewärmt ist .
          Der Kolben wird verschlossen und geschüttelt . Der Kolben und sein Inhalt
          werden 2$      Stunden lang bei ^-0°C stehengelassen und während dieser           1
          Zeit zweimal in Intervallen von je 1 Stunde geschüttelt . Der Inhalt des          ;
          Kolbens wird über einen gewogenen Glasfiltertiegel filtriert • dabei
           werden etwa am Kolben haftende Fasern mit Re^genElosung in den Filtortiegel
gespült. Mit 20 nl Reagenz nachspülen .
          Man -wäscht Filtertiegel und Rückstand vollständig nit 'Wasser von A-0°G ,
          danach spült man mit 100 ml Ammoniaklösung und anschließend mit Wasser ,
          bis kein Ammoniak mehr nachgewiesen wird . Keinen Unterdruck anwenden ,
          solange die Spül flüssigkeit nicht von selbst vollständig durchgelaufen iet ,
          Zun Schluß wird der noch verbleibende Flüssigkeitsüberschuß mit Saugan-
          wendung entfernt und Tiegel und Rückstand getrocknet , abgekühlt und gevro ^ r
     5 . BERECHNUNG UND ERCE BNISDAR ST ELLUNG
          Die Ergebnisse v/erden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berech­
          nungsverfahren berechnet . Der Berichtigungsfaktor "d ;: für Rohbaumwolle
          beträgt 0,96 .
     6 • GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
          Bei homogenen Teztilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitcgrenzen
          der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 2 , bei
          einer statistischen Sicherheit von 95 % •
 ---pagebreak---                                            - 26 -
VERFAHREN Nr . k :      POLTAMID 6 - ODER POL YAMID 6 - 6 - UND BESTIMMTE ANDERS
                        FASJCRN
                        ( Verfahren nit 80%iger Ameisensaure )
1 . ANVJENDUNGSBEREICH
     Dieses Verfahren eignet sich nach Entfernung der nichtfaserigen Be­
     standteile für binäre Mischungen von :
     1 ) Polyamid 6 oder Polyamid 6-6 ( 28 )
         Elit
     2 ) Wolle ( 1 ), Tierhaaren (2 und 3 ) i Baumwolle ( 5 ), Cupro ( 19 ), Modal ( 20 )
         Viskose ( 23 ), Acryl ( 24 ),             Chlorvinyl ( 25)$          Polyester ( 29 ),
         Polypropylen ( 31 ) und Glasfasern ( 38 ).
   . Das Verfahren gilt wie vorstehend angegeben für wollhaltige Mischungen ,
     doch ist bei einen Wollgeh"lt            über 25 % das Verfahren Nr . 2 anzuwenden ,
     d.h . Auflösung der Wolle in einer Natriumhypochlorit-Lösung .
2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
     Das Polyamid wird aus einer bekannten Trockenmasse mittels Ameisensäure
     herausgelöst . Der Rückstand wird gesammelt , gewaschen , getrocknet und
     gewogen , seine - erforderlichenfalls berichtigte - Masse wird ausge­
     drückt in Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil an trocke­
     nem Polyamid 6 oder Polyamid 6-6 ¥ird durch Differenzbildung ermittelt .
3 . GERÄTE UND REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
     3«1 . Gerät
           200 -ml -Erlenmeyer -Kolben mit Glasschliffstopfen .
     3.2 . Reagenzien
                                 21U
            (i)   Amei sen säure // 80
                                    O  /-»  •  1 1
                                       Gewichtsprozent   a      ^ 1
                                                           , Dichte n
                                                                    bei• 20 O C : 1,186 .
                  880 nl Ameisensäure zu 90 Gewichtsprozent > Dichte : 1,204
                  werden mit Wasser auf 1 1 aufgefüllt j oder es werden 780 ml
                  Ameisensäure von 98 bis 100 % Dichte bei 20°C : 1,220 mit
                  Wasser auf 1 1 aufgefüllt . Zwischen 77 und 83 Gewichtsprozent
                  Ameisensäure ist die Konzentration nicht kritisch .
           ( ii ) Verdünntes Ammoniak : 80 ml konzentriertes Ammoniak ( Dichte
                  bei 20°C : 0,880 ) Vierden mit "Wasser auf 1 1 aufgefüllt .
 ---pagebreak---                                    -  27   -
k . DURCIIFt HRUNG
    Es ist der in Allgemeinen Teil , beschriebene Analysengang zu befolgen
    und folgendermaßen vorzugehen :
    Die Probe wird in einem 20G -ml~Erlenmeyer -Kolben mit 100 ml Ameisen­
    säure je Gramm Probe versetzt , der Kolben wird verschlossen und ge­
    schüttelt , um die Probe- vollständig zu benetzen , 15 Minuten bei Raum-
    teuperatur unter zeitweiligem Schütteln stehen lassen . D. r Inhalt des
    Erlenneyer-Kolbens wird durch einen gewogenen Glasfiltertiegel filtriert
    und etwa zurückbleibende Fasern durch Auswaschen des Kolbens mit etwas
    Ameisensäurelösung in den Filtertiegel übergeführt . Der Filtertiegel
    wird unter Absaugen       entleert und der Rückstand nacheinander mit
    Ameisensäure , warnen Wasser , verdünnten Ammoniak und schließlich mit
    kaltem Wasser gewaschen , wobei der Tiegel nach jeder Flüssigkeitszugabe
    unter Absaugen       entleert wird , jedoch erst , nachdem die Flüssig­
    keit ohne Absaugen        durchgelaufen ist . Zum Schluß wird der Tiegel
    durch Absaugen geleert , zusammen mit dem Rückstand getrocknet , gekühlt
    und gewogen .
5 • BERECHNUNG UND ERGEBNI SJDAJSSTSLI^.fG
    Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berech­
    nungsverfahren berechnet . Der Berichtigungsfaktor :i d ;i hat den Vert 1,00 .
6 . GENAÏÏIGKEIT DES VE3FAHRENS
    Bei homogenen Textil fasergemischen liegen die Zuverlassigkeitsgrenzen
    der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei ma::imal + 1 , mit
    einer statistischen Sicherheit von 95 % .
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VERFAHREN Nr . £ :    AGETATFASSRN UND TRIACETATFASERN
                      ( Benzylalkohol -Verfahren )
1 . ANTJENDUNGSBEREI CH
    Das Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für
    binäre Mischungen von
    - Acetatfasern ( 17 )
      mit                                                           ,
    -/ Triacetatfasern ( 22 )
2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS'
    Die Acetatfasern v/erden aus einer bekannten Trockenmasse des Gemischs •
  . mit Hilfe von Benzylalkohol von 52 + 2°C herausgelöst . Der Rückstand wird
    gesammelt , gewaschen , getrocknet und gewogen ; seine Masse wird ausge­
    drückt in Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil an trockenem
    Acetat wird durch Differenzbildung ermittelt .
3 . GERATE UND REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
                                                                               )
    3.1 . Gerät                  ' .          ■
          (i)     200-ml -Erlenmeyer-Kolben mit Schlif fstopfen
          ( ii )  Mechanischer Schüttler
          ( iii ) Thermostat oder anderes Gerät , das den Kolben einer Tempera­
                  tur von 52 + 2°C aussetzen kann .
    3*2 . Reagenzien
          (i)    Benzylalkohol
          ( ii ) Diathylâther
k . DURCHFÙHRUNG
    Es ist den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu folgen und
    folgendermaßen vorzugehen :
    Der im Kolben befindlichen Probe werden 100 ml Benzylalkohol je Gramm
    Probe zugegeben .
    Der Kolben wird mit eihem Stopfen verschlossen und so auf einem Schüttle :
    befestigt , daß er in ein Wasserbad von 52 + 2°C taucht , wo er mindestens
    20 min . geschüttelt wird . ( Unter Umständen kann der mechanische Schüttle:
    durch kräftiges Schütteln mit der Hand ersetzt werden .)
                                                                  • • •/ • • •
 ---pagebreak---           """* r ; - r" j ! ; ol ' åre. i/ bor oir.on ga.ogenen Glasfil ter tiegel dekanticrt .
     -iiio neue Portion 3 enzyl alko hol wird dazu gegeben und nochmals 20 Minu­
     ten lang bei 52 - 2°C geschüttelt . Dann wird über den Filtertiegel
     dekantiert . Diese Behandlung wird ein drittes Mal wiederholt ..
     Danach wird die Flüssigkeit und der Rückstand in den Filtertiegel ge­
     gossen . Etwa im Kolben zurückbleibende Fasern werden durch Zufügung
     einer zusätzlichen Monge Benzylalkohol von 52 - 2°C übergespült .
     Der Tiegel wird nun vollständig trockengeschleudert .
     Die Fasern werden in einen Kolben überführt und Diäthyläther zun
     Spülen beigefügt . Nach kräftigem Schütteln mit der Hand wird über den
     Filtertiegel dekantiert .
   ^ Dieser Spülvorgang ist zwei - oder dreimal zu wiederholen . Der Rück­
     stand wird in den Tiegel überführt und vollständig trockengeschleudert .
     Filtertiegel und Rückstand werden getrocknet und nach Abkühlung gewogen .
5 . beRjïchnuîtg uttd ergebn:
     Die Ergebnisse werden nach den im Allgemeinen Teil beschriebenen Ver­
     fahren berechnet . Der Berich tigungsfaktor :i d!1 hat den Vert 1,0 1 .
6 . GENAUIGKSI^T DES V^FMRSNS
     Bei homogenen Textilfasergemisch liegen die Zuverlassigkeitsgrenzen
     der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal - 1 mit
     einer statistischen Sicherheit von 95 % •
                                                                                   •/» • i
 ---pagebreak---         VERFAHREN Nr . 6 : TRIAGETATFASERN UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                           (Dichlormethan-Verfahren )
ANWENDUNGSBEREICH
Dieses Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile
für binäre Mischungen von :
1 ) Triacetatfasern ( 22 )
    mit
2 ) Voile ( l ), Tierhaaren (2 und 3 )» Seide ( 4 )» Baumwolle ( 5 )» Cupro ( 19 )»
    Modal    ( 2D) ,    Viskose ( 23 ), Acryl ( 24 ),     Polyamid      ( 28 ) s
    Polyester ( 29 ) und Glasfasern ( 38 ).
Anmerkung ;                                                         .
Triazetatfasern , die durch besondere Behandlungen partiell verseift sind ,
sind im Reagenz nicht mehr voll löslich . In diesem Falle ist das Ver­
fahren nicht anwendbar .
GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
Die Triazets,tfasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mit Hilfe
von Dichlormethan herausgelöst »        Der Rückstand wir ^ gesnrrraelt , gewaschen
getrocknet und gewogen , seine - erforderlichenfalls berichtigte - Masse
wird ausgedrückt in Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil
an trockenem Triazetat wird durch Differenzbildung erreicht .
GERÄTE UND REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
3.1 . Gerät e
      200-ml-Erlenmeyer-Kolben mit Schliffstopfen
3.2 . Reagenz
      Dichlormethan ( Methylenchlorid )
 ---pagebreak---                                           - 31 -
4 . rURCHFUHRUïï G
    Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten
    und folgendermaßen vorzugehen :
    Die in einem 200--ml -Erlenme,yer-Kolben mit Schliffstopfen "befindliche
    Probe wird mit 80 ml Dichlormethan je Cramm Probe versetzt , der Kolben
    wird mit dem Stopfen verschlossen , kräftig geschüttelt zwecks voll­
    ständiger Benetzung der Probe und 30 min . bei Raumtemperatur unter zeit­
    weiligem , regelmäßigem Schütteln stehen gelassen , Die Flüssigkeit wird
    durch einen gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert , Man gibt 60 ml
    Dichlormethan in den Kolben mit dem Rückstand , schüttelt von Kand und
    filtriert den Inhalt des Kolbens über den Glasfiltartiegel . Etwa zurück­
    bleibende Fasern werden durch Spülen mit einer kleinen zusätzlichen Menge
    von Dichlormethan in den Tiegel überführt .     Der Tiegel ■'.vir.'1, unter Ab­
     saugen entleert , dann erneut mit Dichlormethan gefüllt , das man voll­
    ständig ablaufen läßt . Anschließend wird der Flüssigkeitsüberschuß unter
     Absaugen       enfernt ? Tiegel und Rückstand werden getrocknet , gekühlt
    und gewogen .
5 . BERECHFUNC UND ER GEBI'T I SDAR oTELLUi G
    Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnungs­
    verfahren berechnet . Der Berichtigungsfaktor rd :i beträgt 1,00 .
6 . GEÏÏAUIGKEIT DES VERFAHRENS
    Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen
    der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 , mit
    einer statistischen Sicherheit von 95 f »
                                                                      • ■ « !* • •
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 VERFAHREN Nr . 7 : NATURLICHE ODER REGENERIERTE ZELLULOSEFASERN UND
                             POLYESTERFASERN               '
                          –          - 1                        H
                          ( Verfahren mit 75 ?iger Schwefelsäure )
1 . ANT^SNDUNGSBEREICH
    Das Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen Bestandteile für
    "binäre Mischungen von :
    l ) natürlichen oder regenerierten Zellulosefasern
        mit
    2 ) Polyester ( 29 )
2 . GRtHDLACH DES VSRFAHRENS
             I
    Die Zellulosefasern werden aus einer bekannten Trockenmasse mit Hilfe
    75 z^iger Schwefelsäure herausgelöst . Der Rückstand wird gesammelt ,
    gewaschen , getrocknet und gewogen ^ seine Masse wird ausgedrückt in
    Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil an trockenen Zellulose-
    fasern wird durch Differenzbildung ermittelt .
3 - GERÄTE UND REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten)
    3.1 . Gerät                                                         •
            ( i ) 500-ml-Srlenmeyer–Kolben mit Schliffstopfen .
            ( ii ) Thermostat oder anderes Gerät zur Erwärmung des Erlenmeyers
                   auf 50 + 5°C .
     3.2 . Reagenzien
            ( i ) Schwefelsäure zu 75 Gewichtsprozent (+ 2 ?) :
                  Herstellung in der Weise , daß 700 ml Schwefelsaure , Dichte
                  1,84 , vorsichtig zu 350 ml destilliertem Wasser zugesetzt
                  werden . Nach Abkühlung auf Raumtemperatur mit Wasser auf" 1 1
                  auffüllen .
          ( ii ) Verdunnte Ammoniaklosung ;
                  80 ml,, Ammoniaklösung , Dichte bei 20 C : 0,88 , werden mit Was­
                  ser auf 1 1 aufgefüllt *                     r v - -•    •      3' -,
                                                                          ♦ * • f• • •
 ---pagebreak---                                       - 33 -
 4 . DURCHFUHRUÎTG
      Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten und
      folgendermassen vorzugehen :
     Die in einem 500-ml-Erlenmeyer-Kolben mit Schliffstopfen befindliche
      Probe wird mit 200 ml 75 7?iger Schwefelsäure je Gramm Probe versetzt ,
     der Kolben wird mit dem Stopfen verschlossen und vorsichtig geschüt­
      telt , um die Probe vollständig zu benetzen . Der Kolben wird eine Stunde
      lang auf einer Temperatur von 50 + 5° C gehalten und in Abständen von
      etwa 10 Hinuten geschüttelt . Danach wird der Inhalt des Kolbens unter
      Sauganwendung durch einen Filtertiegel filtriert . Etwa zurückgeblie­
     bene Pasern werden durch Spülen des Kolbens mit etwas 75 /iger Schwefel­
      säure in den Glasfiltertiegel überführt . Der Glasfiltertiegel wird
     durch Absaugen geleert und der auf dem Filter verbliebene .Rückstand
     durch erneute Zugabe von 75 figer Schwefelsäure £in erstes      Mal ausge­
     waschen . Es ist erst abzusaugen , nachdem die Flüssigkeit ohne
      Absaugen hindurchgelaufen ist . Der Rückstand wird n?,cheinander mehr­
     mals mit kaltem Hasser , zweimal mit verdünnter Ammoniaklösung und dann
     gründlich mit kaltem Wasser gewaschen , wobei nach jeder Flüssigkeits zugäbe
     abzusaugen ist , jedoch jedesmal erst , nachdem die Flüssigkeit ohne
     Absaugen hindurchgelaufen ist . Schließlich wird der Tiegel durch Ab­
     saugen entleert , zusammen mit dem Rückstand getrocknet , abgekühlt und
     gewogen .
5 . BERECHNUNG UND ER GEBN ISDAR STBLLUNG
     Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Be­
     rechnungsverfahren berechnet . Der Berichtigungsfaktor t:d " hat den
     Wert 1,00 .
6 . GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
     lei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen
     der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 ,
     mit einer statistischen Sicherheit von 95 /*•
                                                                    • • • /m • •
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  VERFAHREN Hr . 8 : ACRYLFASERN , MODACRYLFASERN , BESTIMMT! CHLQRVINYLFASERN
                            UND BESTIMMTE ANDERE FASERN
                            (Dimethylformamid--Verfahren )
  1 . AîîT'j ENDUIT03BERETC H
      Dieses Verfahren gilt nach Entfernung der nicht faserigen Bestandteile
      für "binäre Mi schlingen von :
      l ) Acrylfasern ( 24), bestimmten .Modacrylfasern ( 27 ) oder "bestimmten
             Chlorvinylfasem ( 25 ) ( l )
            mit
      2 ) vJolle ( l ), Tierhaaren (2 und 3 )1 Seide ( 4) j Baumwolle ( 5 ) » Cupro ( 19 ) »
             Modal ( 20 ),        Viskose ( 23 ), Polyamid   ( 28 )     und Polyester­
:            ( 29 ),
      Es gilt forner für Acryl- und "bestimmte Modacrylfasern , die mit vor­
      metallisierten Farbstoffen , jedoch nicht mit Nachchromierfarbstoffen
      behandelt ssnd .
  2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
      Tie Acrylfasern , bestimmte Modacrylfasern oder bestimmte Chlorvinyl-
      fasem v; erden aus einer bekannten Trockenmasse mittels Dimethylformamid
      im kochenden Was serbad herausgelöst ,           Der Rückstand -. wird 'gesammelt , ge­
      waschen , getrocknet und gewogenj seine - erforderlichenfalls be­
      richtigte - Masse wird ausgedrückt in Prozent der Trockenmasse der
      Mischung . Der Anteil an trockenen Acrylfasern , Modacrylfasern oder
      Chlorvinylfasem wird durch Differenzbildung ermittelt .
  3 - GERÄTE UND ' REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten )
      3.1 . Gérât
                ( i ; 200-ihl-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen
                ( ii ) Kochendes Hasserbad
      3.2 . Reagens
                Dimethylformamid ( Siedepunkt 153 (+ l)°C)mit nicht mehr als 0,1 $
                Nasser . Da das Reagenz giftig ist , wird empfohlen , unter dem Abzug
                zuarbeiten .
 "(T) Die Lösiiohkoit dieser Modacryl- oder Chlorvinylfasem im Reagenz ist
        vor der Analyse zu prüfen .
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4 . DURCHPUI-KUÎ'TG
     Es ist na.cn den im Allgemeinen Teil angegebenen Anweisungen zu arbeit ui
     und folgendermaßen vorzugehen :
     Die in einem 200-ml-Erlenmoyerkolben mit Schliffstopf en befindliche
                   mind estens
     Probe wird rnit/ 80 ml Dimethylformaruid je Gramm Probe versetzt , der
     Kolben mit dem Stopfen verschlossen , geschüttelt zwecks vollständiger
     Benetzung der Probe und eine Stunde lang im kochenden Wasserbad er­
     wärmt . Während dieser Zeit wird der Kolben und sein Inhalt fünfmal
     vorsichtig geschüttelt .
     Die Flüssigkeit wird durch einen gewogenen Glasfiltertiegel dekantiert ,
     wobei die Fasern im Erlenmeyer zurückgehalten werden . Kkji gibt erneut
     60 ml Dimethylformamid in den Kolben und erwärmt wiederum 30 Minuten
     im kochenden Wasserbad , wobei der Kolben und sein Iniaalt zweimal vor­
     sichtig von Hand geschüttelt werden .
     Der Inhalt des Kolbens wird durch einen Glasfiltertiegel uliter
     Absaugen filtriert .
     Die zurückbleibenden Fasern werden durch Ausspülen dos Kolbens mit
     Dimethylformamid in den Glasfiltertiegel überführt . Der Tiegel wird
   unter Absaugen         entleert und anschließend zweimal mit kaltem Was­
     ser in folgender Weise ausgewaschen : Füllen des Tiegels , Ablauf en­
   . lassen des Wassers , Absaugen ■ier Rest fliissigkei fc »
     flüssigkeit .
     Besteht der Rückstand aus Polyamid- oder Polyesterfasern , so wird der
     Tiegel und der Inhalt getrocknet , abgekühlt und gewogen .
     Besteht der Rückstand aus natürlicher oi--ir regenerierter Zellulose ,
    aus Seide oder Wolle , so wird er mit 4: sie Pinzette in einen 200 -ml - Er?>,<
  lenmeyer mit Schliff stopf en überführt , 160 rrl Wasser zugegeben , 5 Minut'
     bei Räumt emperat vir stehengelassen ^ während dieser Zeit wird der Kolben
     und sein Inhalt regelmäßig kräftig geschüttelt . Das Wasser wird durch
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    den Glasfiltertiegel dekretiert und das Auswaschen noch weitere drei­
    mal wiederholt . Nach der letzten Waschung wird der Iiihält des Kolbens
    auf dem Glasfiltertiegel unter      Absaugen      filtriert . Die zurück­
    bleibenden Fasern werden durch Auswaschen des Kolbens mit Wasser in den
    Glasfiltertiegel überführt . Der Tiegel wird nunmehr unter Absaugen'
    entleert . Tiegel und Rückstand getrocknet , abgekühlt und gewogen .
5 . B^ECITÎÏÏJITG TMD
    Berechnung der Ergebnisse nach dem im allgemeinen Teil angegebenen Ver­
    fahren . Die Teerte für t:d" sind folgende :                                 1
                      Seide                      : 1,00
                      Polyamid 6 , 6-6 oder 11 s 1,01
                      Wolle                      s 1,01
                      Baumwolle                 : 1,01
                      Cupro                  )
                      Modal                  !J  : 1,01
                                                    '
                      Viskose                )
                      Polyester                 : 1,02
6 . G^NAUIŒGIT DES VERFAIIREITS
    Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässiglceitogrenzen der
    nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei max . + 1 , mit einer
    statistischen Sicherheit von 95 f*
                                                                           • • /• • •
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 VERFAHREN Nr . 9 : BFSTriMTE CELORVINYLFAS33RN U*I33 3ESTIMMTE ANDERE FASERN
                          ( Verfahren mit Schwefelkohlenstoff/Aceton 55»5/ 44j5 )
                                                                                                  L
1 . ANI-?EN7)UMC-SBG?L P!ICH
      Das Verfahren gilt nach Entfernung' der nicht faserigen Bestandteile
      für binäre Mischungen von bestimmten :
     - 1 : Chlorvinylfasern ( 25 ). d.h . bestimmten , auch nachchlorierten
              Polyvinylchloridfasern ( l )
                mit
     - 2z Wolle ( l ). Tierhaaren (2 und 3 )» Seide ( 4) » Baumwolle ( 5 )>
              Cupro ( 19 )» Modal .         ( 20 ), Viskose ( 23 ), Acryl              ( 24 ) ■
              Polyamid           ( 28 ), Polyester         ( 29 ) » Glasfasern ( 38 )*
     Ist der Gehalt an Uolle oder Seide größer als 25                    so i s ^ Verfahren
     Mr . 2 anzuwenden . Ist der Gehalt an Polyamid 6 oder 6-6                  größer als
     25 f in der lüschung , so wird Verfahren Nr . 4 angewendet .
2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
     Die     Chlcrvinylfasern            werden aus einer bekannten Trockenmasse
     mit Hilfe einer aseotropi sehen Mischung von Schwefelkohlenstoff und Azeton
         herausgelöst . Der Rückstand wird gesammelt , gewaschen , getrocknet
     und gewogenj seine - erforderlichenfalls berichtigte - Ifesse wird
     ausgedrückt, in Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil
     an trockenen Chlorvinylfasern wird durch Dif f'erenzbilc-ung ermittelt#
3 . GERÄTE UND REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten ) ■
     3.1 . Gerät e
          , ( i ) 20G-ml-Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen               -
            ( ii ) Mechanischer Schüttler
     3.2 . Roagsnzièn                                              , ■ ■
                                                                           y                    *
            ( i ) Aseotropische Mischung von Schwefelkohlenstoff und Azeton
( l ) Die . Löslichkeit der Chlorvinylfasern im Reagenz muß überprüft werden ,
       bevor die Analyse durchgeführt wird .
                                                                                    • • » J• * •
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           ( 55»5 Volumprozent Schwefelkohlenstoff und. 44»5 Volumprozent
             Azeton ). Da das Reagenz giftig ist , wird empfohlen , unter dem
          Abzug zu arbeiten .
   ( ii ) iithylalkohol 92 Volumprozent . oder Methanol .
WJRClMiERUNG
Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten
und folgendermaßen vorzugehen :
Die in einem 200–ml-Frlenmeyerkolben mit Schliff stopf cn befindliche
Probe wird mit 100 ml aseotropischer Mischung je Gramm Prebe versetzt .
Dar Kolben wird sorgfältig verschlossen und 20 Iii. nuten lang mit dem
mechanischen Schattier oder von Hand kräftig geschüttelt . Die
Flüssigkeit wird durch einen gewogenen "Giasfiltertiegel dekantier
Die Behandlung wird mit 100 ml frischem Lösungsmittel wiederholt . Diese
Behandlung wird so oft fortgesetzt , bis ein Tropfen Lösungsmittel nach
Verdunstung auf einem Uhrglas keinerlei Polymerniederschlag hinterläßt .
Der Rückstand wird mit Hilfe einer zusätzlichen Eengo Lösungsmittel in
den Filtertiegel überführt          der Filtertiegel durch Sauganwendung ent­
leert und Tiegel und Rückstand mit 20 ml Alkohol gespült und an­
schließend dreimal mit Wasser nachgespült . Vor oem Jibspugen
drucks muß die Spülflüssigkeit vollständig durchgelaufen sein . Tiegel
und Rückstand werden getrocknet , abgekühlt und geiTOgen .
Anmerkung :
Die Proben mancher ItLschungen mit hohem Gehalt an Polyvinylchlorid'
schrumpfen beim Trocknen beträchtlich , was die Beseitigung des Poly-
vinylchlorids durch das Lösungsmittel erschwert . Jedoch verhindert
diese Schrumpfung nicht die vollständige xluflösung des Polyvinylchlorids
BEm.ECHÎTUÎTG UI'TD
Die Ergebnisse werden nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Berechnur;
verfahren berechnet . Der Berichtigungsfaktor " d" beträgt 1,00 .
 ---pagebreak---                                     - 39 -
6 . CTWAUIC!KEIT DUS YERF:\!^3TS
    Bei homogenen Text i Ifasergemischen liegen die ZuverläDsigkeitsgrenzen
    der nach diesem VerfaJiren ermittelten Ergebnisse boi maximal + 1 , mit
    einer statistischen Sicherheit von 95
 ---pagebreak---                                         - 40 -
                  VERFAEEM Nr . 10 ;   ACETAT - TJITD BESTIMMTE CB LCmVTNY I-FA S ERF
                                       ( Essigsäure-Verfahren )
1 . ANWEN7JTINGSBEREICH
    Dieses Yerfahren gilt nach Enfernung der nicht faserigen Bestandteile
    für binäre Mischungen von ;
    l ) Acetatfasern
        mit
    2 ) bestimmten Chi orvinyl fasern ( 25 ; , und zwar Polyvinyl chloridfasern ,
        auch nachchlcriert .
2 . GRUNDLAGE DES VERFAHRENS
   Sie Acetstfäsern - werden aus einer "bekannten Trockenmasse mittels
    Essigsäure aufgelöst . Der Rückstand wird gesammelt , gewaschen , ge­
    trocknet und gewogen ; seine - erforderlichenfalls berichtigte - Masse
    wird ausgedrückt in Prozent der Trockenmasse der Ilischung . Der Anteil
    an trockenen Acetatfasern wird durch Differenzbildung <~r - itteit *
3 » GERÄTE UI-JD REAGENZIEN (neben den im Allgemeinen Teil genannten )
    3.1 . Geräte
          ( i ) 200-ml-Erlenmeyerkolbcn mit Schliffstopfen
          ( ii ) Mechanischer Schüttler
    3.2 . Reagenz
          Essigssure      ( mehr als 99 ?)
4 . DURC/IFtÎHROT G .
    Es ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen Anweisungen zu arbeiten
    und folgendermaßen vorzugehen :
    Die in einem 20C-ml -Erlerjneyerkolben mit Schliff'stcpfen befindliche
    Probe wird mit 100 ml Essigsäure          je Gramm Probe versetzt . Der Kolben
    wird sorgfältig verschlossen und bei Raumtemperatur 20 Minuten mit dim
    mechanischen Schüttler oder von Hand kräftig geschüttelt . Die               -
                                                                       • • •j • • •
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    Jj'iusFifdreit wird durch den gewogenen Gl ? sf iltertiege:!
    dekantiert . Diese Behandlung v;ird zweimal unter Verw3nd-ang von je­
    weils IOC ml frischem Lösungsmittel wiederholt , so daß insgesamt
    drei Extraktionen ausgeführt werden . Der Rückstand wird in den
    Filtertiegel       überführt , d-sr Flünsigkeiisrückstand unter Sr/ igan-
    wendung entleert urd Tiegel und Rückstand mit 50 ml Essigsäure
    sowie anschließend dreimal mit Wasser nachgespült « Nich jedem Aus­
    waschen rr.uß die Flüssigkeit von selbst durchlaufen , bevor
        at gesaugt        wird . Tiegel und Rückstand trocknen , abkühlen und
    Wci^j'sn. o
5 . P^'ITCHNTlTiC TJNT 1IR " EP'TT STXn ? TIÆLUAT 0
    Tie .ürgebni :: s e werden in der im Allgemeinen Teil angegebenen Weise
    berechnet . Per üerichtigungafaktor ;I i " beträgt 1,00 .
6 . C^AniCKEIT PFS YTïïIxF.ML?F5T3
    Pei homogenen Text ! Ifasergemi sehen liegen die Zuverlässig«eitsgrenzer.
    der ncch diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 ,
    mit einer statistischen Sicherheit von 95 f *
                                                                             /
 ---pagebreak---                                           - 42 -
         VERFAHREF fir . 11 : SEXDE U1TD W0LL3 ODER TIEHHMEE
                               ( Verfahren mit 75 figer Schwefel saurs )
1 . ANV7ENTTJIÏGoBETlEICH
    Diesss Verfahren gilt nach Entfernung der nichtfaserigen "Bestand teile für
    binäre I lischungen von :
    1 ) Seide ( 4 )
        mit
    2 ) Wolle ( l ) oder Ticrhaaren (2 und 3 )
2 . G3UMDLAGE LES VERPAERENS
    Die Seide wird aus einer bekannten Trockenmasse mit 75~gew .-y3. ger
    Schwefelsäure herausgelöst .
    Per .Rückstand wird gesammelt , gewaschen , getrocknet,und gewogen .
    Seine - erforderlichenfalls "berichtigte - Masse wird ausgedrückt in
    Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil an trockener Seide
    wird durch Differenzbildung ermittelt .
3 . PERLTE TMP REAGEWEIEF (heben den im Allgemeinen Teil genannten )
    3.1 . Eerât
          200-inl -Erlenmeyerkolben mit Schliffstopfen
    3.2 . Reagenzien
          (i)     75-gcw.-fige Schwefel säure (+ 2 c/.)i
                  Herstellungsweise : 7 00 ml Schwefelsäure , Dichte 1,84 ,
                  worden vorsichtig zu 350 ml destilliertem Wasser zugesetzt .
                  Nach Abkühlung auf Raumtemperatur mit Was s er auf 1 1 auffüllen .
          ( ii )  Verdünnte Schwefelsäure : 100 ml konzentrierte Schwefelsäure
                  werden mit destilliertem l.'asser auf 1900 ml aufgefüllt .
          ( iii ) Verdünntes Ammoniak : 200 ml konzentriertes Ammoniak ( 0,880
                  Dichte bei 20° c ) werden nit destilliertem Fasser auf 1.000 ml
                  aufgefüllt .
 ---pagebreak--- 4 . DURCERtfinmGî
    Es ist der im Allgemeinen Teil "beschriebene Analys engang zu befolgen
    lind folgendermaßen vorzugehen :
    Die in einem 200-ml -Erlenmeyerkolben mit Schliff stopf en befindliche
    Probe wird mit 100 ml 75          Schwefelsäure je Gramm Probe versetzt .
    Der Kolben wird verschlossen , kräftig geschüttelt und 30 'linuten
    bei Raumtemperatur stehen gelassen . Erneut     schütteln , JQ " inuten stehen
    la.ssen .  Ein letztes Mal schütteln und den Inhalt des Kolbens in den
    gewogenen Ilasfiltertiegel überführen . Etwa im Kolben zurückbleibende
    Fasern werden mit 75 T'igor Schwefelsäure nachgespült . Der Rückstand
    wird im Filtertiegel nacheinander mit 50        verdünnter Schwefelsäure ,
    50 ml Wasser und 50 ml verdünntem Ammoniak ausgewaschen . Die Fasern
    müssen etwa 10 Minuten lang mit der Flüssigkeit in Kontakt bleiben ,
    bevor     abresaurrt wirr1 . Schliesslich v/ ird rr.it Vesser
    n^chgewaschen , wobei die Fa,sern 30 Minuten im Wasser verbleiben .
    Die Restflüssigkeit wird unter Absaugen entfernt «         Tiegel unci
    Rückstand werden getrocknet , abgekühlt und gewogen .
5 . BSRSCRNüNG UI3D ERGEBNISDARSTELLJNG
    Die Ergebnisse werden in der im Allgemeinen Teil beschriebenen Weise
    berechnet . Der Faktor "d" hat den Wert 0,535 für Schafwolle .
6 . GENAUIGKEIT DES VERFAHRENS
    Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen
    der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bis maximal + 1 ,
    mit einer statistischen Sicherheit von 95
                                                                      a » •j • «
 ---pagebreak--- VERFAHREN HP . 12 : NATÜRLICHE ODER REGENER IERTE ZELLULOSEFASERN U1ID WOLLE
                          ODER TIEREAAAE
                           ( Verfahren mit 70 friger Schwcfelsaure )
1 . ATTT JENTUN G3BEREICH
     Das Verfahren gilt nacn Entfernung der nicht faserigen Bestandteile für
   -"binäre Mischungen von ;
     1 ) natürlichen oder regenerierten Zellulcsefasern
          mit
     2 ) Wolle ( l ) und Tierhaaren (2 und 3 )
     Beträgt der Anteil an Wolle über 25 f t so ist das Verfahren Nr . 2 mit
     ^atrinmhypochlorit vorzuziehen .
2 . GEUÏÏDLAGE DES VERFAHP.ENS
    Tie Zellulosofasern werden mit TO ftiger Schwefelsäure aus einer be­
    kannten Trockenmasse der Mischung herausgelöst . Der Rückstand wird
    gesammelt , gewaschen , getrocknet und gewogen ^ seine Masse wird ausge­
    drückt in Prozent der Trockenmasse der Mischung . Der Anteil an trockenen
     Zellulosefasern wird durch Differenzbildung ermittelt .
3 . GERÄT ÜTH) REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
     3.1 . Gerät
            ( i ) 300-ml -Erlenmeyerkol"ben mit Schliffstopfen
            ( ii ) Thermostat oder anderes Gerät zur Erwärmung des Erlenmeyer-
                    kolbens auf 38 + 1° C.
    3.2 . Raagenirien
            ( i ) , Schwefelsäure zu 70 Gewichtsprozent (+ 2 f-)
                    Herstellung in der Weise , daß 5^0 ml Schwefelsäure , Dichte
                    "bei 20° C 1,84 , vorsichtig zu 380 ml destilliertem Kasser
                     zugesetzt werden . Nach Abkühlung auf 20° C muß das Gemisch
                     eine Dichte von 1,62 hahen .
            ( ii ) 1 fige Schwefelsâure
                    1 Liter Kasser werden vorsichtig 6 ml Schwefel säure ,
                    Dichte "bei 20° C 1,84 , zugesetzt .
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     ( iii ) Losun.g von 20 g Natriumbicarbonat in 1 Liter Wasscr
     ( iv) Äthylalkohol 96 Volumenprozent
4 . DUROftî'feUïJG
    Ks ist nach den im Allgemeinen Teil gegebenen ..Anweisungen zu arbeiten
    und folgendermaßen vorzugehen :
    Die Fro"be wird in ein Becherglas von etwa 300 ml gegeben und mit
    100 ml siedender 1 figer Schwefelsäure versetzt .
    Man läßt unter Umrühren mit einem Glasstab 10 Minuten lang sieden .
    Danach wird der Inhalt des Bechorglases unter Absaugen durch
    einen gewogenen Filtertiegel filtriert . Die zurückgebliebenen Fasern
    werden durch Spülen des Becherglases mit Wasser in den Filtertiegel
    überführt , der Filtertiegel wird, durch Absaugen entleert .
    Die Fasern v;erden in einen 300-ml -rrlenmeyerkolten überführt .
    Je Gramm Probe werden 200 ml 70 / ige Schwefelsaure , die auf 38 + 1°C
    erwärmt ist , ztigesetzt .
    Der Kolbon wird mit dem Stopfen verschlossen und geschüttelt . Dann
    wird der Kolben in den Thermostaten gesetzt und 15 Minuten lang auf
    einer Temperatur von 38 + 1° C gehalten und in regelmäßigen Abständen
    von etwa 5 Minuten geschüttelt .
    Der Inhalt des Kolbens wird unter       Absaugen   . durch den gewogenen
    Filtertiegel filtriert . Die zurückgebliebenen Fasern werden durch
    Spülen des Kolbens mit etwa 70      iger Schwefelsäure   in den Filter-
    tiegel überführt . Der Filtertiegel wird durch Absaugen entleert , und
    der auf dem Filter verbliebene Rückstand durch erneute Zugabe von
    70 ^ iger Schwefelsäure ein erstes Mal ausgewaschen . Es wird erst ab­
    gesaugt , nachdem die Flüssigkeit ohne     Absaugen'     doxchgelauf en
    ist . Der Rückstand wird mehrmals mit kaltem Wasser gewaschen , danach
    mit 100 ml der Bikarbonat lösung , die man ohne     Absaugen     durchlaufen
    läßt , zuletzt gründlich mit kaltem Wasser , zum Schluß wird etwas
    Äthylalkohol auf den Rückstand gegeben und der Filtertiegel durch Ab­
    saugen entleert .
    Der Tiegel wird zusammen mit dem Rückstand getrocknet , abgekühlt und
    gewogen .
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5 . B^ECHITUIW UND ER OEEN I SDAR 5TET , LU?TQ
    Die Ergebnisse vrsrdon nach dem im Allgemeinen Teil angegebenen Be­
    rechnungsverfahren berechnet . Der Berichtigungsfalctor "d" hat bei
    chemisch nicht veränderter Wolle oder Haaren den Wert 1,00 . Er kann
    bei chemisch veränderter T;rolle oder Haaren über 1,00 liegen .
6.  Gïi'jTAUIGK'SIT DES VERPAHRENS
    Bei homogenen Textilfasergemischen liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen
    der nach diesem Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 , mit
    einer statistischen Sicherheit von 95
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             VERFAHREST KR . 13 : JUTE UND BESTIMMTE FASERN TIERISCHEN URSPRUNGS
                                    ( Verfahrsn mittels Stickstoffbestimmur.g)
1 . ANWEITDUNGSB3REICH
     Das Verfahren gilt nach Entfernung der.Tni cht faserigen Bestandteile für
     binäre Mischungen von :                                  r           '
      l ) Jute ( S )
          mit
     2 ) bestimmten Fasern tierischen Ursprungs
     Letztere können aus Tierhaaren (2 und 3 ) oder aus Wolle (l ) oder einer
     Mischung von Tierhaaren und Wolle bestehen . Selbstverständlich eignet
     sich das Verfahren nicht für Textilfasermischungen , die nichtfaserige
     Bestandteile ( Farbstoffe , Appreturmittel usw.) auf Stickst offbasis
     enthalten .
2 . GPUNDLAGE DDS VERFAHRENS
     Man bestimmt den Stickstoffgehalt der Mischung und berechnet hieraus         -
     sowie aus dem bekannten Stickstoffgehalt der beiden Bestandteile der
     Mischung deren proportionalen Anteil .
3 «- GERÄTE UND REAGENZIEN ( neben den im Allgemeinen Teil genannten )
     3.1 . Gerät e
              (i )    Kjeldahl-Zersetzungskolben von 200 bis 30C ml
              ( ii ) Kjeldahl-Destillationskolben mit Dampferzaugor
              ( iii ) Titriergerât
     3«2 . Rengenzien
              (i)     Toluol
           , ( ii )   Methanol
             ( iii ) Schwefelsäure, (d = 1,84 bei 20 C ) (+)
             ( iv) Kaliumsulfat (+)
             ( v)     Selendioxyd (+)
             (vi ) Nr.triumhydroxydlösung ( 40 g/l ). 400 g Natriumhydrcxyd werden in
                      400 bis 500 ml Wasser aufgelöst und die Flüssigkeit mit
                      VJasser auf 1 Liter verdunnt .
 (+) Diese Reagenzien müssen stickstoffrei sein .
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         ( vii ) Indikatorrai schung: 0,1 g Methylrot werden in 95 ml Ethanol und
                 5 ml Fasser gelöst ; diese Lösung wird mit 0,5 g Bromkresolgrün ,
                 das in 475 ml Ethanol und 25 ml Wasser aufgelöst ist , vermischt ,
       ( viii ) Borsäur elösung . 20 g Borräure Karden in einem Liter Wasser
                 gelöst ,
         ( ix)   Schwefelsäure 0,02 N ( uovmvolumenlösung) .
4 . V0H3IFAïïI)LUTT G DEÏÏ VCHPÏÏ0BÏÏ
    Anstelle der im allgemeinen Teil beschriebenen Vorbehandlung wird wie
    folgt vorgegangen :
    Die lufttrockene Probe wird in e:i : em Soxhlct-Apparat mit einer Mischung
    von einem Volumenteil Toluol und drei Volumenteilen Methanol 4 Stunden
    lang bei mindestens 5 Umläufen pro Stunde extrahiert . Man läßt die
    Lösungsmittel aus der Probe in Luft verdampfen und entfernt die letzten
    Spuren in einem Wärmeschrank aoi 105 + 3° C. Sodann wird die Probe im
    Wasser ( 50 ml/g Probemenge ) durch Sieden mit Rückkühlung 30 Minuten
    lang extrahiert . Nach dem Filtrieren wird die Probe in den Kolben zu­
    rückgegeben und die Extraktion mit einem gleichen Volumen frischen
    Wassers wiederholt » Nach erneutem filtrieren wird das überschüssige
    Wasser durch Ausdrücken , Absaugen oder Zentrifugieren aus der Probe
    entfernt , die man. d?,nn an der Luft trocknen läßt .
    Anmerkung :
    Toluol und Methanol sind giftig , weshalb bei ihrer Verwendung axle er­
    forderlichen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind .
5 . ANALYSE" GANG
    5.1 . Allgomeine Anwei sungen
            Hinsichtlich Entnahme , Trocknung und Wägung der Probe sind die im
            allgemeinen Teil gemachten Angaben zu befolgen .
    5.2 . Ausfuhr i icli e Anleitung
            Zu der Probe im Kjeldahl-Kolben werden      der leihe nach 2,5 g
            Kaliumsulfat , 0,1 bis 0,2 g Selendioxyd und 10 ml Schwefelsäure
                                                                        • • • /• • •
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 (d = 1,34) gegeben . Der Kolbon wird zunächst schwach erhitzt , "bis
 das ganze Fasermate ial zersetzt ist , sodann wird kräftiger erhitzt ,
 bis die Lösung klar und nahezu farblos geworden ist . Die Erhitzung
 wird 15 Minuten lang fortgesetzt , dann läßt man den Kolben abkühlen ,
 verdünnt den Inhalt vorsichtig mit 10 bis 20 ml Nasser , kühlt ab ,
 überführt den Inhalt quantitativ in einen 200-ml -Maßkolben und füllt
 das Volumen mit Wasser auf , um die Analysenlösung herzustellen .
 In einen 100-ml -Erlenmeyer-Kolben worden etwa 20 ml Bor säur elösung
gegeben ; der Kolben wird unter dem Kondensator des Kjeldahl-Destillier-
gerätes so aufgestellt , daß das Ablaufrohr gerade unter den Spiegel
der IBorsäurelösung eintaucht . Es werden genau 10 ml Analysenlösung
in den Destillierkolben überführt und mindestens 5      Jfatriumhyiroxyd-
lösung in den Trichter gegeben . Man hebt den Stopfen leicht an und
läßt die Ilatriumhydrorydlösung langsam in den Kolben fließen . Wenn die
Analysenlösung und die Natriumhydroxydlösung bestrebt sind , zwei ge­
trennte Schichten zu bilden , so sind sie durch vorsichtiges Schütteln
zu vermischen . Der Destillierkolben wird leicht erwärmt und gleich­
zeitig Dampf aus dem Dampferzeuger in ihn eingeführt . Es werden etwa
20 ml Destillat gesammelt und das Auffanggefäß so weit gesenkt , daß
sich das Ende des Ablaufrohrs etwa 20 ml über dem Spiegel der Flüssig­
keit befindet , danach wird eine Minute lang weiter destilliert . Das
Ende des Ablaufrohres wird mit Wasser ausgespült und das Iteinigungs-
wasser im Erlenmeyer aufgefangen . Der Erlenmeyer wird sodann entfernt
und durch einen zweiten Erlenmeyer ersetzt , der etwa 10 ml Borsäure-
lösung enthält ? darin werden etwa 10 ml Destillat aufgesammelt .
Die beiden Destillate werden getrennt mit 0,02-U-Schwefel säure unter
Verwendung der Indikatormischung titriert . Die Ergebnisse für die
beiden Destillate werden notiert . Wenn das Bestimmungsergebnis des
zweiten Destillats über 0,2 ml liegt , so muß die Bestimmung wieder­
holt , also nochmals mit einem anderen aliquoten Teil der Analysen-
lösung destilliert werden .
Es wird ein Blindversuch durchgeführt, wobei die Zersetzung und De­
stillation lediglich unter Verwendung der Reagenzien erfolgt .
                                                            • • •j0 * *
 ---pagebreak---                                              - 50 -
6 . BER?nTI?TUFG Tüsm ET? GEBHISPAR ST5!I.-I TOIG
     6.1 . Der prozentuale Anteil des Stichstoffs in der trockenen Probe wird
           folgendermaßen berechnet :
           kt = Prozentsatz Stickstoff i.m reinen Trockengewicht der Probe
           V    = Gesamtvolumen in ml dor Ctandardschwefel säure für die Bestimmimg
           b    = Gesamtvolumen in ml der Standardschwefelsäure beim Blindversuch
           IT   = tatsächlicher Titel dor Stanr'ardschwef els^'u-"e
           T-T = Trockenmasse ( g) der Testprobe
     6.2 . Bei Verwendung des Wertes 0..?2 r', für denStickstoffgehalt der Jute
           bzw . 16,2 f„ für den StickeV.-ffgohalt der tierischen Pa-'ern - beide
           VJex'te auf die Trockenmasse b^ro^-en - berechnet sich <-•?;. Z\:s.'im.nen-
           setzung der Mischung nach folgender Formel :
           „        A - 0 - 22
                                  χ 100
                    16,2 - 0,22
           P , f = Prozentsatz der tierischen Faser im reinen Trockengewicht
             XL
                    der Probe .
7 . GEBAUXCTSIT DES VERFAXIREÎ!S
    Bei horvjgenen Textilfa.sergemisch.eri liegen die Zuverlässigkeitsgrenzen der
    nach diüscm Verfahren ermittelten Ergebnisse bei maximal + 1 , mit einer
    statij ' i:cben Sicherheit von 95 i'