CELEX: 51994PC0523(01)
Language: de
Date: 1995-02-08
Title: Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES über ein Fortbildungsprogramm für die Fachkreise der europäischen audiovisuellen Programmindustrie (MEDIA II - Fortbildung) (1996 - 2000)

Avis juridique important

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51994PC0523(01)

Vorschlag für einen BESCHLUSS DES RATES über ein Fortbildungsprogramm für die Fachkreise der europäischen audiovisuellen Programmindustrie (MEDIA II - Fortbildung) (1996 - 2000)  /* KOM/94/523ENDG - SYN 95/0026 */  

Amtsblatt Nr. C 108 vom 29/04/1995 S. 0004

Vorschlag für einen Beschluß des Rates über ein Fortbildungsprogramm für die Fachkreise der europäischen audiovisuellen Programmindustrie (MEDIA II - Fortbildung) (1996-2000) (95/C 108/04) (Text von Bedeutung für den EWR) KOM(94) 523 endg. - 95/0026(SYN)(Von der Kommission vorgelegt am 28. Februar 1995)DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 127 Absatz 4,auf Vorschlag der Kommission,nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses,gemäß dem Verfahren nach Artikel 189c des Vertrags,in Erwägung nachstehender Gründe:Die Staats- und Regierungschefs haben am 10. und 11. Dezember 1993 auf der Tagung des Europäischen Rates in Brüssel als Richtschnur des Handelns der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten das Weißbuch "Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung" angenommen, in dem das Konzept einer auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt gestützten industriellen Entwicklung als Wachstums- und Beschäftigungsfaktor befürwortet wird. In dem Weißbuch, insbesondere in Kapitel 7, wird auf die Notwendigkeit der Anpassung der Fachkenntnisse an den industriellen und technologischen Wandel hingewiesen.Die Staats- und Regierungschefs haben am 24. und 25. Juni 1994 auf der Tagung des Europäischen Rates auf Korfu den Bericht der "Bangemann-Gruppe" zum Thema "Europa und die globale Informationsgesellschaft - Empfehlungen für den Europäischen Rat" zur Kenntnis genommen, in dem die strategische Bedeutung der audiovisuellen Programmindustrie insbesondere unter inhaltlichen Aspekten hervorgehoben wird.Gemäß Artikel 128 Absatz 4 EG-Vertrag ist die Gemeinschaft verpflichtet, die kulturellen Aspekte bei ihrer Tätigkeit aufgrund anderer Bestimmungen dieses Vertrags zu berücksichtigen. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß bei der Auswahl der Teilnehmer an dem Programm der europäischen kulturellen Vielfalt Rechnung getragen wird.Auf der gemeinsamen Tagung "Industrie/Telekommunikation" vom 28. September 1994 hat der Rat die Mitteilung der Kommission vom 19. Juli 1994 "Europas Weg in die Informationsgesellschaft - ein Aktionsplan" (1) positiv aufgenommen und betont, daß die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen Industrie verbessert werden muß.Der Rat hat die Mitteilung der Kommission vom 1. September 1994 "Eine Politik der industriellen Wettbewerbsfähigkeit für die Europäische Union" (2) zur Kenntnis genommen, in der auf die enge Verbindung der Entwicklung von Technologien, Produkten, Programmen - insbesondere im audiovisuellen Bereich -, Dienstleistungen und angegliederten Netzwerken sowie auf die Notwendigkeit hingewiesen wird, das Ausbildungsniveau der Arbeitskräfte zu erhöhen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu gewährleisten.Außerdem hat der Rat am 17. Juni 1994 das Grünbuch "Strategische Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der Europäischen Union" (3) zur Kenntnis genommen.Die Kommission hat die Fachkreise zu den in dem Grünbuch dargelegten Optionen gehört; sie hat dazu insbesondere vom 30. Juni bis 2. Juli 1994 in Brüssel die "Europäische Konferenz über audiovisuelle Medien" veranstaltet.Das Europäische Parlament hat in seiner Entschließung vom 6. Mai 1994 (4) die Probleme im audiovisuellen Bereich nach der Richtlinie 89/552/EWG des Rates (5) "Fernsehen ohne Grenzen" im Rahmen der Vorbereitung der Europäischen Konferenz über audiovisuelle Medien erörtert und dabei die Auffassung vertreten, daß "die Prioritäten, die auch im Zuge der Diskussion über die Änderung des MEDIA-Programms herausgearbeitet worden sind, nämlich Finanzierungsmechanismen, Vorstadium der Produktion, Verteilung und Bildung, die wichtigsten Zielsetzungen sind, um zu systematischen und soliden europäischen Netzen zu gelangen".Der Wirtschafts- und Sozialausschuß hat eine Stellungnahme (6) zu dem Grünbuch "Strategische Optionen für die Stärkung der Programmindustrie im Rahmen der audiovisuellen Politik der Europäischen Union" abgegeben und die Auffassung vertreten, daß "europaweite Konzepte wie MEDIA die Entwicklung europäischer Programmstrukturen und Produktionswege günstig beeinflussen könnten."Die Kommission führt ein "Aktionsprogramm zur Förderung der Entwicklung der europäischen audiovisuellen Industrie" (MEDIA 1991-1995) durch, das durch Beschluß 90/685/EWG des Rates (7) erlassen wurde und in dem unter anderem Maßnahmen zur Fortbildung der Fachkreise der europäischen Programmindustrie vorgesehen sind.Auf seiner Tagung vom 5. November 1993 vertrat der Rat - nach Kenntnisnahme der Mitteilung der Kommission vom 23. Juli 1993 über den Bericht zur Bewertung der Ergebnisse der zweijährigen Laufzeit des MEDIA-Programms - die Auffassung, daß bereits jetzt die Maßnahmen geprüft werden sollten, die erforderlich sind, damit das MEDIA II-Programm nach 1995 anlaufen kann.Der Europäische Rat vom 9. und 10. Dezember 1994 in Essen hat die Kommission aufgefordert, Vorschläge für ein neues MEDIA-Programm vorzulegen.Der Rat hat am 6. Dezember 1994 durch Beschluß 94/819/EG (8) das Aktionsprogramm "Leonardo da Vinci" zur Durchführung einer Berufsbildungspolitik der Europäischen Gemeinschaft beschlossen. In Artikel 8 Absatz 1 ist vorgesehen, daß die Kommission für die Gesamtkohärenz zwischen dem "Leonardo da Vinci"-Programm und den übrigen Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Aus- und Fortbildung Sorge trägt.Diese Aktionen sind mit den Maßnahmen der beruflichen Fortbildung im Rahmen der Ziele der gemeinschaftlichen Strukturfonds angemessen zu koordinieren.Der gegenwärtig entstehende europäische audiovisuelle Markt erfordert umfassende Fachkenntnisse insbesondere in den Bereichen Management und Marketing sowie Nutzung neuer Technologien bei der Konzeption, Entwicklung, Produktion und Verbreitung von Programmen.Im Hinblick auf die bestmögliche Nutzung der europäischen und internationalen Dimension dieses Marktes und die Schaffung von Anreizen zur Entwicklung entsprechender Vorhaben sollten den Fachkreisen angemessene Kenntnisse vermittelt werden.Die wirtschaftlichen und technologischen Gegebenheiten sind in die einschlägige Grundausbildung einzubeziehen; aufgrund ihres raschen Wandels sind ständig spezifische Fortbildungsangebote für die Fachkreise erforderlich.Die Vernetzung der Berufsbildungszentren ist im Hinblick auf den Austausch von Know-how und die Konzeption europäisch orientierter Bildungsmodule zu fördern.Bei der beruflichen Fortbildung sind strukturelle Ziele wie die Förderung der unabhängigen Produktion und insbesondere der KMU bzw. die Entwicklung des kreativen und des Produktionspotentials in Ländern bzw. Regionen mit geringer audiovisueller Produktionskapazität und/oder geographisch und sprachlich begrenzten Gebieten zu berücksichtigen.Die in diesem Programm vorgesehenen Maßnahmen stellen auf die grenzübergreifende Zusammenarbeit ab. Dadurch wird eine umfassende Nutzung der - unter Wahrung des Subsidiaritätsprinzips - in den Mitgliedstaaten bzw. von Bildungsträgern durchgeführten Maßnahmen gewährleistet -BESCHLIESST:Artikel 1 Für einen am 1. Januar 1996 beginnenden Zeitraum von fünf Jahren wird - ergänzend zu den Maßnahmen der Mitgliedstaaten - ein Fortbildungsprogramm (nachstehend "Programm" genannt) beschlossen, mit dem den Fachkreisen der europäischen audiovisuellen Industrie im Hinblick auf die bestmögliche Nutzung der europäischen Dimension dieses Marktes die erforderlichen Fachkenntnisse insbesondere in den Bereichen Management und Marketing sowie Nutzung neuer Technologien vermittelt werden sollen.Artikel 2 Mit dem Programm werden folgende Ziele angestrebt:1. Durch eine effizientere Gestaltung der Grundausbildung und beruflichen Fortbildung der audiovisuellen Fachkreise soll den Erfordernissen dieser Industrie Rechnung getragen und ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Außerdem sollen verstärkt Fachkenntnisse zur Nutzung der europäischen Dimension des Marktes bei der Entwicklung von Unternehmen und Vorhaben vermittelt werden. Dies betrifft insbesondere die Bereiche- Management und Marketing (einschließlich der rechtlichen Aspekte) im audiovisuellen Sektor,- Entwicklung und Nutzung neuer Technologien für die Produktion von umfassend nutzbaren Programmen.2. Die Zusammenarbeit und der Austausch von Know-how zwischen den beteiligten Partnern - Bildungszentren, Fachkreise und Unternehmen - soll gefördert werden.Artikel 3 Zur Verwirklichung der in Artikel 2 genannten Ziele gelangen die im Anhang bezeichneten Maßnahmen zur Anwendung. Diese werden nach dem Verfahren des Artikels 6 durchgeführt.Artikel 4 Die an der Durchführung der in Artikel 3 genannten Maßnahmen beteiligten Begünstigten tragen in der Regel einen Teil der Kosten; die Gemeinschaftsbeteiligung beträgt höchstens 75 % der Gesamtkosten der jeweiligen Maßnahmen.Artikel 5 (1) Die Durchführung des Programms liegt in den Händen der Kommission.Die Kommission wird von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der durch den Beschluß 95/. . ./EG des Rates vom . . . über ein Programm zur Förderung der Projektentwicklung und des Vertriebs europäischer audiovisueller Werke (MEDIA-II - Projektentwicklung und Vertrieb) (1996-2000) eingesetzt wird.(2) Der Entwurf der von der Kommission zu treffenden Maßnahmen und das Verfahren zur Anhörung des Ausschusses sind identisch mit den Maßnahmen und dem Verfahren gemäß Artikel 6 Absätze 2 und 3 des in Absatz 1 genannten Beschlusses.Artikel 6 Nach dreijähriger Laufzeit des Programms unterbreitet die Kommission binnen sechs Monaten nach Ablauf dieses Zeitraums dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß einen Bericht, in dem die erzielten Ergebnisse bewertet und dem gegebenenfalls geeignete Vorschläge beigefügt werden.Nach Durchführung des Programms legt sie dem Europäischen Parlament, dem Rat sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß einen Bericht über die Abwicklung und die Ergebnisse des Programms vor.(1) KOM(94) 347 endg. vom 19. 7. 1994.(2) KOM(94) 319 endg. vom 14. September 1994.(3) KOM(94) 96 endg. vom 6. April 1994.(4) ABl. Nr. C 205 vom 25. 7. 1994, S. 561.(5) ABl. Nr. L 298 vom 17. 10. 1989, S. 23.(6) CES 1000/94 vom 14. September 1994, S. 6.(7) ABl. Nr. L 380 vom 31. 12. 1990, S. 37.(8) ABl. Nr. L 340 vom 29. 12. 1994, S. 8.ANHANG 1. DURCHZUFÜHRENDE MASSNAHMENDas Programm stellt darauf ab, die Fachkreise durch Bildungsangebote in den Bereichen Management und Marketing, rechtliche Aspekte sowie neue Technologien auf die europäische und internationale Dimension des audiovisuellen Marktes vorzubereiten.Die vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen die Grundausbildung sowie die berufliche Fortbildung.1.1. Fortbildung im Bereich Management und MarketingDie Fachkreise sollen in die Lage versetzt werden, die europäische Dimension in den Bereichen Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verbreitung audiovisueller Programme zu nutzen.Vorgesehen sind folgende Maßnahmen:- Förderung der Konzeption und Aktualisierung von Fortbildungsmodulen im Bereich Betriebsführung zur Ergänzung bestehender nationaler und regionaler Maßnahmen;- verstärkte Einbeziehung dieser Module in bestehende Fortbildungslehrgänge;- Vernetzung der Fortbildungsmaßnahmen, verstärkte Mobilität von Ausbildern sowie Studenten und Fachkreisen durch die Vergabe von Stipendien und die Durchführung von Unternehmenspraktika in anderen Mitgliedstaaten, Fortbildung von Ausbildern.1.2. Fortbildung im Bereich neue TechnologienDie Fachkreise sollen in die Lage versetzt werden, die fortgeschrittenen Techniken insbesondere in den Bereichen Computergraphik, Multimedia und interaktive Dienste zu nutzen.Vorgesehen sind folgende Maßnahmen- Förderung der Konzeption und Aktualisierung von Fortbildungsmodulen im Bereich neue audiovisuelle Technologien zur Ergänzung nationaler bzw. regionaler Maßnahmen;- verstärkte Einbeziehung dieser Module in bestehende Fortbildungsgänge;- Vernetzung der Fortbildungsmaßnahmen, verstärkte Mobilität von Ausbildern sowie Studenten und Fachkreisen durch die Vergabe von Stipendien und die Durchführung von Unternehmenspraktika in anderen Mitgliedstaaten, Fortbildung von Ausbildern.2. VERFAHREN ZUR UMSETZUNG2.1. KonzeptBei der Durchführung des Programms arbeitet die Kommission eng mit den betreffenden Einrichtungen (Bildungszentren, Berufsverbände, Unternehmen) zusammen. Sie trägt dafür Sorge, daß die europäische kulturelle Vielfalt durch eine geographisch ausgewogene Beteiligung der Fachkreise gewährleistet wird.2.2. FinanzierungMit den von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellten Mitteln sollen Anreize für Partner auf nationaler bzw. regionaler Ebene geschaffen werden, bestehende Fortbildungsmaßnahmen durch neue Module im Bereich Management und neue Technologien zu ergänzen.Der Gemeinschaftsbeitrag wird sich auf höchstens 75 % der Kosten belaufen; der Restbetrag ist von den nationalen bzw. regionalen Partnern, die im Wege von Ausschreibungen ausgewählt werden, zu finanzieren.Die Höhe der für die Fortbildungsmaßnahmen im Bereich Management und neue Technologien bereitzustellenden Mittel wird nach Maßgabe der im Rahmen der Ausschreibungen vorgelegten Angebote festgesetzt.2.3. UmsetzungBei der Umsetzung des Fortbildungsprogramms wird die Kommission von einer Dienstleistungseinrichtung unterstützt, die die im Rahmen der Leitlinien festgelegten Aufgaben koordinieren soll und im Wege einer Ausschreibung ausgewählt wird.Die Kommission wird für diese Dienstleistungseinrichtung ein Leistungsverzeichnis mit den Modalitäten zur Durchführung der im Rahmen der Leitlinien festgelegten Aufgaben erstellen.Als Dienstleistungseinrichtung kommt eine gemeinnützige Einrichtung ohne Erwerbszweck in Frage.Für die Auswahl der Dienstleistungseinrichtung werden folgende Kriterien zugrunde gelegt:- einschlägige Erfahrung im Bereich Fortbildung (insbesondere in den Fachgebieten Management und Marketing sowie neue Technologien);- Kontakte mit der Fachwelt auf europäischer, nationaler bzw. regionaler Ebene;- gründliche Kenntnis der europäischen audiovisuellen Industrie sowie der Medienpolitik der Union;- Managementerfahrung auf grenzübergreifender bzw. europäischer Ebene;- Qualifikation der Mitarbeiter sowie gesunde Unternehmensstrukturen.