CELEX: 62001CJ0333
Language: de
Date: 2003-03-13 00:00:00
Title: Urteil des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 13. März 2003. # Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Königreich Spanien. # Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Richtlinie 98/81/EG - Nichtumsetzung innerhalb der vorgeschriebenen Frist. # Rechtssache C-333/01.

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62001J0333

Urteil des Gerichtshofes (Zweite Kammer) vom 13. März 2003.  -  Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Königreich Spanien.  -  Vertragsverletzung eines Mitgliedstaats - Richtlinie 98/81/EG - Nichtumsetzung innerhalb der vorgeschriebenen Frist.  -  Rechtssache C-333/01.  

Sammlung der Rechtsprechung 2003 Seite I-02623

ParteienEntscheidungsgründeKostenentscheidungTenor
Parteien

In der Rechtssache C-333/01 Kommission der Europäischen Gemeinschaften, vertreten durch G. Valero Jordana als Bevollmächtigten, Zustellungsanschrift in Luxemburg, Klägerin, gegen Königreich Spanien, vertreten durch N. Díaz Abad als Bevollmächtigte, Zustellungsanschrift in Luxemburg, Beklagter, "wegen Feststellung, dass das Königreich Spanien dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/81/EG des Rates vom 26. Oktober 1998 zur Änderung der Richtlinie 90/219/EWG über die Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen (ABl. L 330, S. 13) verstoßen hat, dass es nicht die Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen oder der Kommission mitgeteilt hat, die erforderlich sind, um dieser Richtlinie nachzukommen, erlässt DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer) unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten R. Schintgen sowie des Richters V. Skouris und der Richterin N. Colneric (Berichterstatterin), Generalanwalt: P. Léger, Kanzler: R. Grass, aufgrund des Berichts der Berichterstatterin, nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 16. Januar 2003 folgendes Urteil 

Entscheidungsgründe

1 Die Kommission der Europäischen Gemeinschaften hat mit Klageschrift, die am 6. September 2001 bei der Kanzlei des Gerichtshofes eingegangen ist, gemäß Artikel 226 EG Klage erhoben auf Feststellung, dass das Königreich Spanien dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/81/EG des Rates vom 26. Oktober 1998 zur Änderung der Richtlinie 90/219/EWG über die Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen (ABl. L 330, S. 13, im Folgenden: Richtlinie) verstoßen hat, dass es nicht die Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen oder der Kommission mitgeteilt hat, die erforderlich sind, um dieser Richtlinie nachzukommen. 2 Nach Artikel 2 Absatz 1 der Richtlinie erlassen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um der Richtlinie binnen 18 Monaten nach ihrem Inkrafttreten nachzukommen, und setzen die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis. Die Richtlinie ist am 5. Dezember 1998 in Kraft getreten. 3 Gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Richtlinie teilen die Mitgliedstaaten der Kommission den Wortlaut der wichtigsten innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem unter die Richtlinie fallenden Gebiet erlassen. 4 Da die Kommission der Auffassung war, dass die Richtlinie nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist in spanisches Recht umgesetzt worden sei, leitete sie das Vertragsverletzungsverfahren ein. Nachdem sie das Königreich Spanien zur Äußerung aufgefordert hatte, gab sie am 17. Januar 2001 eine mit Gründen versehene Stellungnahme ab, in der sie diesen Mitgliedstaat aufforderte, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um der Stellungnahme innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bekanntgabe nachzukommen. 5 Die spanischen Behörden antworteten am 4. April 2001, dass ein vorbereitender Text des Vorentwurfs eines Gesetzes Ende April 2001 fertiggestellt sein werde. 6 Da die Kommission keine Mitteilung über den Fortgang der Arbeiten an diesem Vorentwurf eines Gesetzes erhielt, beschloss sie, die vorliegende Klage zu erheben. 7 Die spanische Regierung beantragt zwar die Abweisung der Klage, bestreitet aber nicht, die Richtlinie nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist umgesetzt zu haben. 8 Nach ständiger Rechtsprechung ist das Vorliegen einer Vertragsverletzung anhand der Lage zu beurteilen, in der sich der Mitgliedstaat bei Ablauf der Frist befand, die in der mit Gründen versehenen Stellungnahme gesetzt wurde (vgl. u. a. Urteile vom 11. September 2001 in der Rechtssache C-71/99, Kommission/Deutschland, Slg. 2001, I-5811, Randnr. 29, und vom 11. Oktober 2001 in der Rechtssache C-110/00, Kommission/Österreich, Slg. 2001, I-7545, Randnr. 13). 9 Im vorliegenden Fall wurde die Richtlinie nicht innerhalb der durch die mit Gründen versehenen Stellungnahme gesetzte Frist umgesetzt. Die Klage der Kommission ist daher begründet. 10 Folglich ist festzustellen, dass das Königreich Spanien dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie verstoßen hat, dass es nicht die Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen hat, die erforderlich sind, um der Richtlinie nachzukommen. 

Kostenentscheidung

Kosten 11 Nach Artikel 69 § 2 der Verfahrensordnung ist die unterliegende Partei auf Antrag zur Tragung der Kosten zu verurteilen. Da die Kommission die Verurteilung des Königreichs Spanien beantragt hat und dieses mit seinem Vorbringen unterlegen ist, sind dem Königreich Spanien die Kosten aufzuerlegen. 

Tenor

Aus diesen Gründen hat DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer) für Recht erkannt und entschieden: 1. Das Königreich Spanien hat dadurch gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/81/EG des Rates vom 26. Oktober 1998 zur Änderung der Richtlinie 90/219/EWG über die Anwendung genetisch veränderter Mikroorganismen in geschlossenen Systemen verstoßen, dass es nicht die Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen hat, die erforderlich sind, um dieser Richtlinie nachzukommen. 2. Das Königreich Spanien trägt die Kosten des Verfahrens.