CELEX: 31974R2893
Language: de
Date: 1974-11-18 00:00:00
Title: Verordnung (EWG) Nr. 2893/74 des Rates vom 18. November 1974 über in der Gemeinschaft hergestellte Schaumweine im Sinne von Nummer 12 des Anhangs II der Verordnung (EWG) Nr. 816/70

21 . 11 . 74                             Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. L 310/ 1
                                                                I
                                             (Veröffentlichungsbedürftige Rechtsakte)
                                  VERORDNUNG (EWG) Nr. 2893/74 DES RATES
                                                   vom 18 . November 1974
               über in der Gemeinschaft hergestellte Schaumweine im Sinne von Nummer 12
                                 des Anhangs II der Verordnung (EWG) Nr. 816/70
DER RAT DER EUROPÄISCHEN                                            Interessen des Herstellers schützen , den innergemein­
GEMEINSCHAFTEN —                                                    schaftlichen Handel fördern, die Nachfrage steigern
                                                                    und damit eine Erweiterung der Weinabsatzmöglich­
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europä­                   keiten sichern .
ischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Arti­
kel 43 ,                                                            Alle Schaumweine sov/ie Traubenmoste und die zu
auf Vorschlag der Kommission,                                       ihrer Herstellung verwendeteten Weine müssen Min­
                                                                    destqualitätsanforderungen entsprechen . Daher ist vor­
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments ('),                 zusehen , daß es sich bei den genannten Grunderzeug­
                                                                    nissen um Tafelweine oder um für die Gewinnung
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus­                  von Tafelweinen geeignete Erzeugnisse bzw. um Quali­
schusses,                                                           tätsweine b.A. oder um für die Gewinnung von Quali­
in Erwägung nachstehender Gründe :                                  tätsweinen b.A. geeignete Erzeugnisse handelt.
Die Verordnung (EWG) Nr. 816/70 des Rates vom 28 .                  Die Qualitätsanforderungen sollten neben den Grund­
April 1970 zur Festlegung ergänzender Vorschriften                  erzeugnissen die Bereitungsverfahren sowie das Ender­
für die gemeinsame Marktorganisation für Wein (2),                  zeugnis umfassen ; es liegt ferner im Interesse des Her­
zuletzt geändert durch die Verordnung (EWG) Nr.                     stellers und Verbrauchers, eine angemessene Aufma­
1 532/74 (3), enthält Regeln für die Bereitung und Ver­             chung vorzusehen —
marktung von Tafelwein . Diese Regelung ist dadurch
zu ergänzen , daß entsprechende Bestimmungen für
alle in der Gemeinschaft hergestellten Schaumweine
unter Berücksichtigung der Tatsache erlassen werden,                HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN :
daß es sich bei Qualitätsschaumweinen bestimmter
Anbaugebiete um schäumende Qualitätsweine b.A.
handelt, die damit ebenfalls den Bestimmungen der                                          Artikel 1
Verordnung ( EWG) Nr. 81 7/70 (4) entsprechen müs­
sen .
                                                                    In dieser Verordnung werden ergänzend zu der Verord­
Es empfiehlt sich, für diese Schaumweine ein System                 nung (EWG) Nr. 816/70 Bestimmungen für die Her­
mit gemeinsamen Regeln für die Herstellung, Ver­                    stellung und die Vermarktung von Schaumweinen im
marktung und Kontrolle einzurichten , das es unter                  Sinne von Nummer 12 des Anhangs II der genannten
Beibehaltung der Qualitätsmerkmale ermöglicht, Wett­                Verordnung festgelegt.
bewerbsverzerrungen zu vermeiden und den Schutz
des Verbrauchers zu gewährleisten .
                                                                                           A rtikel 2
Eine solche Maßnahme würde dazu beitragen, dem
Verbraucher bei der Auswahl behilflich zu sein , in­
dem ihm die Sicherheit gegeben wird , daß jedes ihm                 Für die in der Gemeinschaft hergestellten Erzeugnisse
angebotene Erzeugnis besonderen Qualitätsanforderun­                ist die Bezeichnung :
gen entspricht. Dadurch würde diese Maßnahme die                    1 . „Schaumwein" den Weinen vorbehalten , die der
                                                                        Definition unter Nummer 12 des Anhangs II der
(') ABl . Nr. C 78 vom 2 . 8 . 1971 , S. 11 .                           Verordnung ( EWG) Nr . 816/70 und den Vorschrif­
(2) ABl . Nr. L 99 vom 5 . 5 . 1970, S. 1 .
(}) ABl . Nr. L 166 vom 21 . 6 . 1974, S. 1 .                           ten der Titel I und II dieser Verordnung entspre­
b) ABl . Nr. L 99 vom 5. 5. 1970, S. 20.                                chen ;
 ---pagebreak--- Nr. L 310/2                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             21 . 11 . 74
2. „Qualitätsschaumwein        den Weinen vorbehalten,        Jedoch kann jeder Mitgliedstaat, sofern die Witte­
     die der Definition unter Nummer 12 des Anhangs           rungsbedingungen in seinem Hoheitsgebiet dies erfor­
     II der Verordnung (EWG) Nr. 816/70 und den Vor­          dern, die Anreicherung der Cuvee am Herstellungsort
     schriften der Titel I und III dieser Verordnung ent­     der Schaumweine gestatten, wenn :
     sprechen .
                                                              a) keiner der Bestandteile der Cuvee bereits angerei­
                                                                  chert wurde ;
                           TITEL I
                                                              b) diese Bestandteile ausschließlich aus Trauben beste­
                                                                  hen, die in seinem Hoheitsgebiet geerntet wurden ;
Allgemeine Vorschriften für alle in Artikel 1 auf­            c) die Anreicherung in einem Arbeitsgang erfolgt ;
                    geführten Weine
                                                              d) die nachstehenden Grenzwerte nicht überschritten
                                                                  werden :
                          Artikel 3
                                                                  — 3,5° bei einer Cuvee aus Bestandteilen aus der
Im Sinne dieser Verordnung ist :                                       Weinbauzone A, sofern der natürliche Alkohol­
a) Cuvee :                                                             gehalt der einzelnen Bestandteile mindestens
                                                                       5° beträgt ;
     — der Traubenmost,
     — der Wein                                                        in Jahren mit außergewöhnlich ungünstigen
         oder
                                                                       Witterungsbedingungen kann die in Buchstabe
                                                                       d) erster Gedankenstrich genannte Begrenzung
     — die Mischung von Traubenmosten oder Wei­                        indessen auf 4,5° erhöht werden , sofern der na­
         nen mit verschiedenen Merkmalen ,                             türliche Alkoholgehalt der einzelnen Bestand­
     die zur Herstellung einer bestimmten Art der in                   teile der Cuvee mindestens 5° beträgt ;
     Artikel 1 aufgeführten Weine bestimmt sind ;                 — 2,5° bei einer Cuvee aus Bestandteilen aus der
b) Fülldosage :                                                        Weinbauzone B , sofern der natürliche Alkohol­
     das Erzeugnis, das der Cuvee zur Einleitung der                   gehalt der einzelnen Bestandteile mindestens
                                                                       6° beträgt ;
     Schaumbildung zugesetzt wird ;
c) Versanddosage :                                                     in Jahren mit außergewöhnlich ungünstigen
                                                                       Witterungsbedjngungen kann die in Buchstabe
     das Erzeugnis, das den in Artikel 1 aufgeführten                  d) zweiter Gedankenstrich genannte Begren­
     Weinen zugesetzt wird, um einen bestimmten Ge­
     schmack zu erzielen .                                             zung indessen auf 3,5° erhöht werden, sofern
                                                                       der natürliche Alkoholgehalt der einzelnen Be­
                                                                       standteile der Cuvee mindestens 6° beträgt ;
                          Artikel 4
                                                                  — 2° bei einer Cuvee aus Bestandteilen aus den
(1)      Die Fülldosage darf nur bestehen aus Hefe und                 Weinbauzonen C I , C II oder C III, sofern der
— Traubenmost,                                                         natürliche Alkoholgehalt der einzelnen Bestand­
                                                                       teile mindestens 7° , 8° bzw. 8,5° beträgt.
— teilweise gegorenem Traubenmost,
— konzentriertem Traubenmost                                       Die vorstehenden Grenzwerte beeinträchtigen
      oder                                                        nicht die Anwendung von Artikel 27 Absatz 3
— Saccharose und Wein .                                            Buchstabe a) Unterabsatz 2 der Verordnung (EWG)
                                                                   Nr. 816/70 auf Cuvees, die zur Herstellung von
(2)      Die Versanddosage darf nur bestehen aus                  Schaumweinen bestimmt sind , und — bis zum 31 .
— Saccharose,                                                     August 1987 — auf die Cuvees, die zur Herstellung
— Traubenmost,
                                                                  von Qualitätsschaumweinen, die nicht Qualitäts­
                                                                  schaumweine b.A. sind , bestimmt sind ;
— teilweise gegorenem Traubenmost,
— konzentriertem Traubenmost,                                 e) als Methode der Zusatz von Saccharose oder von
— Wein                                                             konzentriertem Traubenmost verwendet wird ;
      oder                                                     f) die Anreicherung, die nach dieser Methode durchge­
                                                                   führt wird, in dem betreffenden Mitgliedstaat tradi­
— ihrer Mischung,
                                                                   tionsgemäß oder ausnahmsweise entsprechend der
gegebenenfalls mit Zusatz von Weindestillat.                       zum Zeitpunkt der Inkrafttretens dieser Verord­
                                                                   nung gültigen Regelung durchgeführt wird .
                          Artikel 5
                                                              (2)     Der Zusatz von Fülldosage und der Zusatz von
( 1 ) Unbeschadet der nach der Verordnung (EWG)               Versanddosage gelten weder als Anreicherung noch
Nr. 816/70 und gegebenenfalls nach der Verordnung              als Süßung.
(EWG) Nr. 817/70 gestatteten Anreicherungen der
Bestandteile der Cuvee ist jede Anreicherung der               Der Zusatz von Fülldosage darf den Gesamtalkoholge­
Cuvee verboten .                                               halt der Cuvee um höchstens 1,5       erhöhen .
 ---pagebreak---  21 . 11 . 74                           Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                             Nr. L 310/3
 Der Zusatz von Versanddosage darf den vorhandenen              (2) Jeder Hersteller der in Artikel 1 aufgeführten
 Alkoholgehalt der unter Artikel 1 fallenden Weine              Weine ist verpflichtet, der zuständigen Behörde des
 um höchstens 0,5° erhöhen .                                    Mitgliedstaats, in dessen Hoheitsgebiet die Weine her­
                                                                gestellt werden , Meldung zu erstatten .
(3) Die Süßung der Cuvee und ihrer Bestandteile
 ist untersagt.                                                 Jeder Hersteller der in Artikel 1 aufgeführten Weine
                                                                ist unbeschadet des Artikels 29 der Verordnung
(4) Abgesehen von etwaigen Säuerungen oder Ent­
                                                                (EWG) Nr. 816/70 verpflichtet, ein Verzeichnis der
 säuerungen ihrer Bestandteile nach der Verordnung              Rohstoffe, der Cuvees und der Herstellung zu führen.
(EWG) Nr. 816/70 darf die Cuvee eine Säuerung oder
eine Entsäuerung erfahren .                                     (3)     Die Durchführungsbestimmungen zu diesem
                                                                Artikel und insbesondere die Art der Kontrollen wer­
 Die Säuerung und die Entsäuerung der Cuvee schlie­             den nach dem Verfahren des Artikels 7 der Verord­
 ßen sich gegenseitig aus.
                                                                nung Nr. 24 festgelegt.
 Die Säuerung darf nur bis zu einer Höchstgrenze von
 1,5 g je Liter, ausgedrückt in Weinsäure, d.h . von 20                                 Artikel 8
Milliäquivalenten je Liter, erfolgen .
                                                                ( 1 ) In Artikel 1 aufgeführte Weine dürfen nur in
 In Jahren mit außergewöhnlichen Witterungsbedin­
                                                                Glasflaschen abgefüllt werden, die durch einen Pilz­
gungen kann die Höchstgrenze von 1,5 g je Liter, d.h .
von 20 Milliäquivalenten je Liter, auf 2,5 g, d.h . von         stopfen mit Kapsel, der mit Schnur, Draht oder Bügel
                                                                oder in ähnlicher Weise befestigt ist, verschlossen
34 Milliäquivalenten je Liter, angehoben werden, so­            sind .
fern die natürliche Säure nicht unter 3 g je Liter, aus­
gedrückt in Weinsäure, d.h. von 40 Milliäquivalenten            Sie dürfen nur zum Verkauf vorrätig gehalten oder in
je Liter, liegt.                                                den Verkehr gebracht werden, wenn die Flaschen mit
(5) Die Durchführungsbestimmungen zu diesem                     einem Etikett gekennzeichnet sind und der gesamte
Artikel und insbesondere die Zulassung außergewöhn­             Pilzstopfen und der Flaschenhals mit Folie bedeckt
                                                                sind .
licher Anreicherung und Säuerung nach Absatz 1
Buchstabe d) erster Gedankenstrich Unterabsatz 2 und            (2) Weine im Sinne von Artikel 1 dürfen die Be­
zweiter Gedankenstrich Unterabsatz 2 sowie Absatz 4
letzter Unterabsatz werden nach dem Verfahren des
                                                                zeichnung
Artikels 7 der Verordnung Nr. 24 ( ] ) festgelegt.              — „brut" :              nur führen , wenn ihr Gehalt an
                                                                                        Restzucker niedriger als 1 5 g je
                          Artikel 6                                                     Liter ist ;
                                                                — „extra dry" : .       nur führen, wenn ihr Gehalt an
( 1 ) Das Kohlendioxid in den in Artikel 1 aufgeführ­                                   Restzucker   zwischen     12  und
ten Weinen darf nur aus der alkoholischen Gärung                                        20 g je Liter liegt ;
der Cuvee stammen , aus der die Weine bereitet wer­             — „trocken" :           nur führen , wenn ihr Gehalt an
den .                                                                                   Restzucker   zwischen     17  und
(2) Diese Gärung darf nur durch den Zusatz von                                          35 g je Liter liegt ;
Fülldosage ausgelöst werden, sofern sie nicht zur direk­        — „ halbtrocken" :      nur führen , wenn ihr Gehalt an
ten Verarbeitung von Trauben, Traubenmost oder teil­                                    Restzucker   zwischen     33  und
weise gegorenem Traubenmost zu Schaumwein dient.                                        50 g je Liter liegt ;
                                                                — „mild" :              nur führen , wenn ihr Gehalt an
Sie darf nur in Flaschen oder in Tanks stattfinden .
                                                                                        Restzucker höher als 50 g je Li­
                                                                                        ter ist .
(3) Die Verwendung von Kohlendioxid bei der
Umfüllung durch Gegendruck ist gestattet, sofern dies
unter Aufsicht geschieht und sich der Druck des Koh­
lendioxids in den in Artikel 1 genannten Weinen                 (3)     Die Durchführungsbestimmungen zu diesem
nicht erhöht.                                                   Artikel und etwaige Ausnahmeregelungen zu Absatz 1
                                                                werden nach dem Verfahren des Artikels 7 der Verord­
(4)     Die Durchführungsbestimmungen zu diesem                 nung Nr. 24 festgelegt .
Artikel werden nach dem Verfahren des Artikels 7 der
Verordnung Nr. 24 festgelegt.                                                           Artikel 9
                          Artikel 7                             (1)     Diese Verordnung gilt, mit Ausnahme der Be­
                                                                stimmungen des Artikels 7, nicht für Diätschaum­
( 1 ) Herstellung und Vermarktung der in Artikel 1              weine .
aufgeführten Weine sind von den Mitgliedstaaten zu
kontrollieren .                                                 (2)     Die Regeln für die Vermarktung der Diät­
                                                                schaumweine, durch die eine Verwechslung zwischen
(') ABl . Nr. 30 vom 20 . 4. 1962, S. 989/ 62.                  diesen Weinen und den in Artikel 1 genannten Wei­
 ---pagebreak--- Nr. L 310/4                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                            21 . 11 . 74
nen verhindert werden soll, werden nach dem Verfah­                                Artikel 14
ren des Artikels 7 der Verordnung Nr. 24 festgelegt.
                                                           Qualitätsschaumwein muß einschließlich des Alko­
                       TITEL II                            hols, der in der gegebenenfalls zugesetzten Versanddo­
                                                           sage enthalten ist, einen vorhandenen Alkoholgehalt
                                                           von mindestens 10° haben .
       Besondere Vorschriften für Schaumwein
                      Artikel 10                           Bis zum 31 . August 1987 beeinträchtigt diese Bestim­
                                                           mung nicht die Anwendung von Artikel 27 Absatz 3
Die zur Herstellung von Schaumwein bestimmte               Buchstabe a) Unterabsatz 2 der Verordnung (EWG)
Cuvee muß einen Gesamtalkoholgehalt von minde­             Nr. 816/70 .
stens 8,5° haben .
                      Artikel 11                                                   Artikel 15
Unbeschadet des Artikels 27 Absatz 3 Buchstabe a)          ( 1 ) Für die Zubereitung der Fülldosage zur Herstel­
Unterabsatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 816/70              lung von Qualitätsschaumwein dürfen außer Hefe und
muß Schaumwein einschließlich des Alkohols, der in         Saccharose nur verwendet werden :
der gegebenenfalls zugesetzten Versanddosage enthal­
ten ist, einen vorhandenen Alkoholgehalt von minde­        — Traubenmost oder teilweise gegorener Trauben­
stens 9,5° haben .                                              most, aus denen ein zur Gewinnung von Tafel­
                                                                wein geeigneter Wein gewonnen werden kann,
                       Artikel 12
                                                           — zur Gewinnung von Tafelwein geeignete Weine,
( 1 ) Unbeschadet der strengeren Vorschriften,             — Tafelweine
welche die Mitgliedstaaten bei Schaumweinen anwen­              oder
den können, die in ihrem Hoheitsgebiet hergestellt
werden , darf der Gesamtschwefeldioxidgehalt der           — Qualitätsweine b.A.
Schaumweine 250 mg je Liter nicht überschreiten .
                                                           (2) Abweichend von Nummer 12 des Anhangs II
Bis zum 31 . August 1976 wird jedoch der höchstzuläs­      der Verordnung (EWG) Nr. 816/70 müssen Qualitäts­
sige Schwefeldioxidgehalt für Schaumweine, die in          schaumweine in geschlossenen Behältnissen bei 20°
Gebieten der Gemeinschaft hergestellt werden, in de­       einen Überdruck von mindestens 3,5 Atmosphären
nen der zulässige Schwefeldioxidgehalt zum Zeit­            haben .
punkt des Inkrafttretens dieser Verordnung höher war
als der in Unterabsatz 1 vorgesehene Gehalt, auf 300       Qualitätsschaumweine in Behältnissen mit einem In­
mg je Liter festgesetzt.                                    halt von weniger als 250 ml müssen jedoch einen
(2) Der Rat kann auf Vorschlag der Kommission               Überdruck von mindestens 3 Atmosphären haben.
nach dem Abstimmungsverfahren des Artikels 43 Ab­
satz 2 des Vertrages vor dem 30 . Juni 1976 den in Ab­                             Artikel 16
satz 1 Unterabsatz 2 genannten Zeitraum verlängern
und berücksichtigt dabei, daß der in diesem Unterab­
                                                           ( 1 ) Unbeschadet der strengeren Vorschriften,
satz genannte Höchstwert für den Schwefeldioxidge­
                                                           welche die Mitgliedstaaten bei Qualitätsschaumweinen
halt schrittweise herabgesetzt werden muß . Diese Her­      anwenden können, die in ihrem Hoheitsgebiet herge­
absetzung wird nach dem gleichen Verfahren beschlos­        stellt werden, darf der Gesamtschwefeldioxidgehalt der
sen .
                                                            Qualitätsschaumweine 200 mg je Liter nicht über­
(3)     Die Durchführungsbestimmungen zu diesem             schreiten .
Artikel sowie die Ubergangsmaßnahmen für Schaum­
weine, die vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser      Bis zum 31 . August 1976 wird jedoch der höchstzuläs­
Verordnung hergestellt wurden, werden nach dem Ver­         sige Schwefeldioxidgehalt für Qualitätschaumweine,
 fahren des Artikels 7 der Verordnung Nr. 24 festge­        die in Gebieten der Gemeinschaft hergestellt werden,
 legt.                                                      in denen der zulässige Schwefeldioxidgehalt zum Zeit­
                                                            punkt des Inkrafttretens dieser Verordnung höher war
                       TITEL III
                                                            als der in Unterabsatz 1 vorgesehene Gehalt, auf
                                                            250 mg je Liter festgesetzt.
 Besondere Vorschriften        für Qualitätsschaum­
                          wein
                                                            (2)    Der Rat kann auf Vorschlag der Kommission
                                                            nach dem Abstimmungsverfahren des Artikels 43 Ab­
                       Artikel 13                           satz 2 des Vertrages vor dem 30 . Juni 1976 den in Ab­
                                                            satz 1 Unterabsatz 2 genannten Zeitraum verlängern
 Die zur Herstellung von Qualitätsschaumwein be­            und berücksichtigt dabei, daß der in diesem Unterab­
 stimmte Cuvee muß einen Gesamtalkoholgehalt von            satz genannte Höchstwert für den Schwefeldioxidge­
 mindestens 9° haben .                                      halt schrittweise herabgesetzt werden muß . Diese Her­
 ---pagebreak--- 21 . 11 . 74                        Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                           Nr. L 310/ 5
absetzung wird nach dem gleichen Verfahren beschlos­        Merkmale und Bedingungen für Herstellung und den
sen .                                                       Verkehr festlegen oder die hierfür bestehenden Merk­
                                                            male und Bedingungen strenger gestalten .
(3)    Die Durchführungsbestimmungen zu diesem
Artikel sowie zu den Übergangsmaßnahmen für Quali­
tätsschaumweine, die vor dem Zeitpunkt des Inkraft­
                                                                                       TITEL IV
tretens dieser Verordnung hergestellt wurden, werden
nach dem Verfahren des Artikels 7 der Verordnung
Nr. ' 24 festgelegt.
                                                                               Schlußbestimmungen
                       A rtikel 1 7
                                                                                       Artikel 20
(1)     Die Herstellungsdauer einschließlich der Alte­      ( 1 ) Für die Anwendung dieser Verordnung gelten
rung im Herstellungsbetrieb muß bei Qualitäts­              die auf Grund der Verordnung (EWG) Nr. 816/70 fest­
schaumwein vom Beginn der Gärung an , durch die             gelegten Analysemethoden .
Kohlensäure entwickelt werden soll , mindestens 9
Monate betragen .                                           (2) Sind jedoch gemeinschaftliche Analysemetho­
                                                            den nicht vorgesehen , so sind die folgenden Metho­
(2) Die Dauer der Gärung und der Lagerung auf               den anzuwenden :
der Hefe muß mindestens 60 Tage betragen . Findet
diese Gärung jedoch in Behältnissen mit Rührvorrich­        a) die in Anhang A der Internationalen Konvention
tung statt, so muß dieser Mindestzeitraum 21 Tage be­             zur Vereinheitlichung der Analyse- und Bewer­
tragen .                                                          tungsmethoden für Weine vom 13 . Oktober 1954
                                                                  festgelegten Analysemethoden ;
(3)     Die Durchführungsbestimmungen zu diesem             b) sofern der genannte Anhang keine Methode vor­
Artikel werden nach dem Verfahren des Artikel 7 der               sieht, die herkömmlichen Methoden des betreffen­
Verordnung Nr. 24 festgelegt.                                     den Mitgliedstaats .
                       Artikel 18                                                      Artikel 21
( 1 ) Aromatischer Qualitätsschaumwein darf nur aus          Die Mitgliedstaaten und die Kommission teilen sich
 den im Verzeichnis im Anhang aufgeführten Rebsor­          gegenseitig die zur Anwendung dieser Verordnung er­
 ten und nur nach herkömmlichen Verfahren herge­             forderlichen Angaben mit. Die Einzelheiten der Mittei­
stellt werden . Das Zusetzen einer Versanddosage ist         lung und der Bekanntgabe dieser Angaben werden
verboten .                                                   nach dem Verfahren des Artikels 7 der Verordnung
                                                             Nr. 24 festgelegt.
(2) Abweichend von Artikel 14 muß aromatischer
 Qualitätsschaumwein einen vorhandenen Alkoholge­
 halt von mindestens 6° haben .                                                        Artikel 22
 Er muß einen Gesamtalkoholgehalt von mindestens             Sollten Übergangsmaßnahmen erforderlich sein, um
 10° haben .                                                 den Übergang auf die Regelung dieser Verordnung zu
                                                             erleichtern , und zwar insbesondere , wenn die Anwen­
                                                             dung dieser Regelung zum vorgesehenen Zeitpunkt
 (3) Abweichend von Artikel 15 Absatz 2 muß aro­             auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen würde , so wer­
 matischer Qualitätsschaumwein in geschlossenen Be­          den diese Maßnahmen nach dem Verfahren des Arti­
 hältnissen bei 20° C einen Überdruck von mindestens
                                                             kels 7 der Verordnung Nr. 24 festgelegt. Sie gelten
 3 Atmosphären haben .                                       längstens bis zum 31 . August 1976 .
 (4) Abweichend von Artikel 17 muß die Herstel­
 lungsdauer bei aromatischem Qualitätsschaumwein                                       Artikel 23
 mindestens einen Monat betragen .
                                                             (1 )     Diese Verordnung tritt am dritten Tag nach ih­
                                                             rer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen
                       A rtikel 1 9                           Gemeinschaften in Kraft .
 Die erzeugenden Mitgliedstaaten können für Qualitäts­       (2)      Sie gilt mit Ausnahme von Artikel 22, der be­
 schaumweine , die unter diesen Titel fallen und in ih­      reits mit Inkrafttreten dieser Verordnung anwendbar
 rem    Hoheitsgebiet hergestellt werden , . zusätzliche     ist, ab 1 . September ! 97S .
 ---pagebreak--- Nr. L 310/6                       Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften                         21 . 11 . 74
            Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem
            Mitgliedstaat.
            Geschehen zu Brüssel am 18 . November 1974.
                                                                    Im Namen des Rates
                                                                        Der Präsident
                                                                        Ch . BONNET
                                                   ANHANG
            Verzeichnis der Rebsorten , aus denen aromatische Qualitätsschaumweine hergestellt wer­
                                                   den dürfen
                              Aleatico N                   Monika N
                              Clairette                    Mauzac weiß und rose
                              Gewürztraminer               alle Muskat-Reben
                              Giro 'N                      Perle
                              Huxelrebe                    Prosecco
                              alle Malvasia-Reben          Scheurebe