CELEX: 21988A0421(01)
Language: de
Date: 1988-02-26 00:00:00
Title: VEREINBARUNG ÜBER DIE BETEILIGUNG der Europäischen Atomgemeinschaft an der Erstellung eines Konzeptentwurfs für einen Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) mit Japan, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und den Vereinigten Staaten von Amerika #

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21988A0421(01)

VEREINBARUNG ÜBER DIE BETEILIGUNG der Europäischen Atomgemeinschaft an der Erstellung eines Konzeptentwurfs für einen Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) mit Japan, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und den Vereinigten Staaten von Amerika  -   

Amtsblatt Nr. L 102 vom 21/04/1988 S. 0032

*****  VEREINBARUNG ÜBER DIE BETEILIGUNG  der Europäischen Atomgemeinschaft an der Erstellung eines Konzeptentwurfs für einen Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) mit Japan, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und den Vereinigten Staaten von Amerika  Die Vereinbarung besteht aus  A. dem Schreiben des Generaldirektors der Internationalen Atomenergie-Organisation vom 2. November 1987 an den Leiter der Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften bei den Internationalen Organisationen in Wien mit Anlage 1 (Mandat zur Erstellung des Konzeptentwurfs für einen ITER und dessen Anhänge) und Anlage 2 (Aufzeichnung über die Sitzung des ITER QIC bei der IÄO in Wien vom 18. bis 19. Oktober 1987);  B. dem Antwortschreiben der Kommission der Europäischen Gemeinschaften.  Die Dokumente A und B sind als Anlage beigefügt.  A. Brief der Internationalen Atomenergie-Organisation  2. November 1987  Sehr geehrter Herr. . .!  Es ist mir eine Ehre, auf die kürzlich in Wien stattgefundenen Gespräche über die Kernfusion und deren erfolgreichen Abschluß Bezug zu nehmen.  Die Fusionsenergie bietet viele Vorteile. Sie verwendet Brennstoffe, die praktisch unerschöpflich, gleichmässig verteilt und verhältnismässig billig sind. Darüber hinaus ist sie umweltfreundlicher und wirft weniger Probleme in diesem Bereich auf als viele andere Technologien. Das Endziel eines marktfähigen Fusionskraftwerks wird daher weltweit als von Nutzen für die gesamte Menschheit angesehen.  Seit 1958 konnte sich die Fusionsforschung einer internationalen Zusammenarbeit zu einem Maß erfreuen, das auf anderen wissenschaftlichen Gebieten ungewöhnlich ist, und die Internationale Atomenergie-Organisation hat seit ihrer Gründung ein Fusionsprogramm aufrechterhalten, das diese Zusammenarbeit wesentlich gefördert hat. Ich glaube, daß die IÄO - wie schon in der Vergangenheit - auch weiterhin eine nützliche Rolle bei der internationalen Fusionsforschung spielen kann.  Angesichts dieser Überlegungen hat die IÄO den 1985 erzielten Vereinbarungen auf hoher Ebene zur Ausweitung der internationalen Zusammenarbeit in der Fusionsforschung grosses Interesse entgegengebracht und war erfreut, den künftigen Partnern in der Organisationsphase einer neuen und bedeutenden internationalen Unternehmung, des Konzeptentwurfs für den Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER), ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Wir erfahren ferner mit Genugtuung, daß als Höhepunkt für den Erfolg dieser Arbeiten die Empfehlungen zur Durchführung der ITER-Tätigkeit in Übereinstimmung mit dem abgesprochenen Mandat nunmehr den zuständigen Behörden vorgelegt werden.  Die Tätigkeit soll von vier Parteien durchgeführt werden: Europäische Atomgemeinschaft (Euratom), Japan, Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und Vereinigte Staaten von Amerika.  Die IÄO ist bereit, die im Mandat umrissenen Dienstleistungen und Aufgaben nach Maßgabe der in Anhang IV dargelegten Bedingungen zu übernehmen. Darüber hinaus wird die IÄO die erforderlichen Konsultationen mit der Europäischen Gemeinschaft und dem Gastland einleiten, um die Vorrechte und Immunitäten zu definieren, die den Partnern des ITER-Projektes an dem Standort der Konzeptentwurfsarbeiten zugestanden werden.  Ich beehre mich, die Europäische Atomgemeinschaft zur Teilnahme an den zuvorgenannten Arbeiten gemäß dem Mandat (Anlage 1) und den in den Aufzeichnungen über die zweite Sitzung des Vierparteien-Initiativausschusses vom 18. und 19. Oktober 1987 in Wien enthaltenen Empfehlungen (Anlage 2), einzuladen.  Genehmigen Sie, Herr . . . . . . , den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.  Für die Internationale  Atomenergie-Organisation  Hans BLIX  Generaldirektor  ANLAGE 1  MANDAT  zur Erstellung eines Konzeptentwurfs für einen Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor  Artikel 1  Parteien der Zusammenarbeit  Die Zusammenarbeit erfolgt unter der Schirmherrschaft der Internationalen Atomenergie-Organisation (IÄO) durch vier gleichberechtigte Parteien, die gleiche Beiträge leisten. Die Parteien sind die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) (1), Japan, die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) und die Vereinigten Staaten von Amerika (USA), nachstehend »die Parteien" genannt.  Artikel 2  Gegenstand der Zusammenarbeit  Gegenstand der Zusammenarbeit (nachstehend »die Erstellung des Konzeptentwurfs" genannt) sind:  Entwurfstätigkeiten:  a) Festlegung eines Satzes von technischen Merkmalen für einen internationalen thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) und danach Durchführung der erforderlichen Entwurfsarbeiten zur Erstellung eines Konzeptentwurfs;  b) Festlegung des künftigen Forschungs- und Entwicklungsbedarfs und Veranschlagung der Kosten, des Personals und des Zeitplans, die für die Realisierung einer solchen Anlage erforderlich sind;  c) Festlegung der standortspezifischen Anforderungen für den ITER und Durchführung einer Sicherheits- und Umweltanalyse;  FuE-Tätigkeiten:  d) koordinierte Durchführung spezifischer, validierender Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Unterstützung der Entwurfstätigkeiten,  mit dem Ziel, einen Entwurf zu erstellen, der dann allen Parteien entweder für ihr einzelstaatliches Programm oder als Teil eines umfassenderen internationalen Kooperationsprogramms zur Verfügung steht.  Artikel 3  Zeitplan und Berichterstattung  3.1. Die Erstellung des Konzeptentwurfs wird in zwei Phasen abgewickelt:  - einer Definitionsphase und  - einer Entwurfsphase.  3.2. Während der Definitionsphase wird ein ITER-Konzept mit einem einzigen Satz von technischen Merkmalen in Übereinstimmung mit den in Artikel 4 umrissenen Leitlinien festgelegt. Diese Arbeit wird in dem Bericht über die Definitionsphase dokumentiert, der den Parteien nach Genehmigung durch den ITER-Rat im November 1988 zur Verfügung stehen wird.  3.3. Als Teil der Definitionsphase wird ein vorläufiges Arbeitsprogramm für den Entwurf und die FuE-Tätigkeiten gemäß den Artikeln 6 und 7 erstellt. Dieses Programm wird den Parteien nach Genehmigung durch den ITER-Rat (Artikel 5) Mitte 1988 zur Verfügung stehen. Die Durchführung der FuE-Tätigkeiten durch die Parteien beginnt, sobald das Programm vom ITER-Rat genehmigt wurde.  3.4. Die Entwurfsphase beginnt, sobald der Bericht über die Definitionsphase genehmigt wurde. Die Ergebnisse der Entwurfsphase werden in einem Schlußbericht festgehalten, der den Konzeptentwurf des ITER enthält und alle Arbeiten beschreibt, die zur Erstellung des Konzeptentwurfs abgewickelt wurden. Der Bericht wird alle in Artikel 2 festgelegten Bereiche abdecken und dokumentieren.  3.5. Die Erstellung des Konzeptentwurfs wird bis zum 31. Dezember 1990 abgeschlossen.  Artikel 4  Leitlinien für den Konzeptentwurf des ITER  Gesamtziel des ITER ist der Nachweis der wissenschaftlichen und technologischen Realisierbarkeit der Fusionsenergie. Der ITER würde dieses Ziel erreichen durch Demonstration der kontrollierten Zuendung und ausgedehnter Brenndauer von Deuterium-Tritium-Plasmen, mit stationärem Betrieb als Endziel, durch Demonstration von Technologien, die für einen Reaktor in einem integrierten System von entscheidender Bedeutung sind und Durchführung von integralen Tests der einer sehr hohen Wärmebelastung ausgesetzten Komponenten und der Nuklearkomponenten, die zur praktischen Nutzung der Fusionsenergie erforderlich sind.  Die genauen Ziele und Hauptmerkmale des ITER sind in Anhang I aufgeführt.  Artikel 5  Organisatorischer Aufbau  Die Erstellung des Konzeptentwurfs wird geleitet und verwaltet vom:  - ITER-Rat (IC),  - ITER-Managementausschuß (IMC).  Der IC wird beraten durch den:  - ITER-Wissenschaftlich-Technischen Beratenden Ausschuß (ISTAC).  5.1. ITER-Rat  5.1.1. Zusammensetzung und Verfahren  Jede Partei benennt zwei Mitglieder für den ITER-Rat. Die Mitglieder können von Sachverständigen begleitet werden.  Der IC:  - handelt einstimmig;  - tritt mindestens zweimal jährlich zusammen; ausserordentliche Sitzungen werden entweder auf Antrag einer Partei oder auf Antrag des ITER-Managementausschusses einberufen; die Sitzungen finden in der Regel in Wien statt; die Mitglieder des IMC nehmen in der Regel an den Sitzungen teil;  - wählt einen seiner Mitglieder zum Vorsitzenden;  - gibt sich eine Geschäftsordnung.  5.1.2. Aufgaben  Der IC ist für die Gesamtleitung des Konzeptentwurfs verantwortlich und für die Gesamtaufsicht über dessen Durchführung zuständig.  Der IC:  a) genehmigt das zur Erstellung des Konzeptentwurfs abzuwickelnde Arbeitsprogramm und macht Vorschläge, wie die Parteien Mittel und Wege ausloten können, um den Zielsetzungen der Zusammenarbeit gemäß Artikel 2 gerecht zu werden;  b) genehmigt den Bericht über die Entwurfsphase, sonstige Zwischenberichte und den Schlußbericht;  c) stellt sicher, daß die Parteien gleiche Beiträge zu der Erstellung des Konzeptentwurfs leisten;  d) unterrichtet die Parteien und den Generaldirektor der IÄO regelmässig über die Fortschritte in der Erstellung des Konzeptentwurfs.  5.2. ITER-Managementausschuß  5.2.1. Zusammensetzung und Verfahren  Jede Partei benennt ein Mitglied für den ITER-Managementausschuß. Jedes Mitglied ist für den Beitrag der nominierenden Partei zu der Erstellung des Konzeptentwurfs zuständig.  Der IMC:  - handelt einstimmig;  - tritt so häufig, wie dies für die Ausübung seiner Aufgaben erforderlich ist, an Orten zusammen, die von seinen Mitgliedern zu vereinbaren sind;  - wählt einen Vorsitzenden unter seinen Mitgliedern;  - gibt sich eine Geschäftsordnung vorbehaltlich der Genehmigung durch den IC. 5.2.2. Aufgaben  Der IMC ist für die Erstellung des Konzeptentwurfs innerhalb der durch den IC festgelegten Richtlinien verantwortlich. Er verwaltet und koordiniert die Arbeiten, um einen in sich geschlossenen und arbeitsfähigen Konzeptentwurf der ITER-Anlage zu erzielen. Der IMC berichtet dem IC.  Der IMC:  a) erstellt unter Berücksichtigung des Zeitplans gemäß Artikel 3 ein Arbeitsprogramm für den Entwurf und FuE-Arbeiten, schreibt es in regelmässigen Abständen fort und legt es dem IC zur Billigung vor;  b) weist Aufgaben im Rahmen des Arbeitsprogramms zu, um für gleiche Beiträge jeder Partei zu sorgen;  c) erstellt den Bericht über die Definitionsphase und den Schlußbericht gemäß den Artikeln 3.2 und 3.4 sowie etwaige Zwischenberichte, die gegebenenfalls vom IC angefordert werden, und legt sie dem IC zur Billigung vor;  d) bewertet die Beiträge der Parteien aufgrund der erbrachten Leistungen und berichtet hierüber dem IC;  e) liefert dem IC und dem ITER-Wissenschaftlich-Technischen Beratenden Ausschuß die für die Ausübung ihrer Aufgaben erforderlichen Informationen.  5.3. ITER-Wissenschaftlich-Technischer Beratender Ausschuß (ISTAC)  5.3.1. Zusammensetzung und Verfahren  Der ISTAC besteht aus zwölf Mitgliedern (drei Mitglieder je Partei), die vom ITER-Rat ad personam benannt werden. Sie werden so ausgewählt, daß sichergestellt ist, daß alle für die Erstellung des Konzeptentwurfs erforderlichen Sachkenntnisse im ISTAC vertreten sind.  Der ISTAC:  - wählt einen Vorsitzenden unter seinen Mitgliedern;  - tritt auf Ersuchen des ITER-Rates zusammen; Mitglieder des IMC nehmen in der Regel an den Sitzungen teil;  - gibt sich vorbehaltlich der Zustimmung des ITER-Rates eine eigene Geschäftsordnung.  5.3.2. Aufgaben  Der Wissenschaftlich-Technische Beratende Ausschuß wird auf Ersuchen des ITER-Rates diesen zu wissenschaftlichen und technischen Sachfragen beraten.  Artikel 6  Entwurfstätigkeiten  Für die vom IMC koordinierten Entwurfstätigkeiten sind voraussichtlich erforderlich:  - gemeinsame Arbeiten (etwa 40 Akademiker) an einem technischen Standort für Zeiträume von mehreren Monaten;  - Entwurfsarbeiten, die an den Heimatstandorten jeder Partei durchgeführt werden;  - Workshops über spezifische technische Fragen, die an zu vereinbarenden Orten abgehalten werden.  Jede Partei leistet die gleichen Beiträge zu gemeinsamen und heimischen Entwurfsarbeiten, die für die Dauer der Entwurfsarbeiten gemäß Artikel 2 auf 80 bis 100 Mannjahre veranschlagt werden.  Die detaillierte Organisation der Entwurfstätigkeiten wird in dem vom IMC gemäß Artikel 5.2.2 Buchstabe a) zu erstellenden Arbeitsprogramm dargelegt. Eine Übersicht über die Entwurfstätigkeiten wird in Anhang II vorgelegt. Artikel 7  FuE-Arbeiten  Die FuE-Arbeiten konzentrieren sich auf Fragen der Durchführbarkeit, die für einen den Zielsetzungen des ITER entsprechenden Konzeptentwurf ausschlaggebend sind. Die FuE-Aufgaben umfassen die für die Erreichung der Zuendung maßgebliche Physik und Technologie, sowie die Entwicklung einer physikalischen Datenbasis, der zusätzlichen nichtinduktiven Stromerzeugungstechnologie und der Nukleartechnologie, die zur Erreichung des stationären Betriebs und der entsprechenden Versuche notwendig sind.  Die FuE-Arbeiten werden in den Laboratorien der Parteien und, falls gemeinsame Arbeiten erforderlich sein sollten, unter Einbeziehung bestehender zwei- und mehrseitiger Vereinbarungen durchgeführt.  Jede Partei wird den gleichen Beitrag, im Gegenwert von ungefähr 10 Millionen US-Dollar pro Jahr, zu den veranschlagten FuE-Arbeiten leisten.  Die FuE-Arbeiten und die detaillierte Organisation ihrer Koordinierung wird in dem vom IMC gemäß Artikel 5.2.2 Buchstabe a) zu erstellenden Arbeitsprogramm festgelegt.  Eine Übersicht über die FuE-Tätigkeiten wird in Anhang III vorgelegt.  Artikel 8  Mittel  Jede Partei trägt die ihrem Beitrag zu der Erstellung des Konzeptentwurfs entsprechenden Kosten.  Artikel 9  Beteiligung anderer Länder  Nach Konsultation der anderen Parteien kann jede Partei zu ihrem Beitrag an der Erstellung des Konzeptentwurfs andere Länder hinzuziehen, die über spezifische Sachkenntnisse auf dem Gebiet der Fusion verfügen.  Artikel 10  IÄO-Unterstützung  Die Dienste, die von der IÄO für die Erstellung des Konzeptentwurfs bereitzustellen sind, werden in Anlage IV umrissen.  Artikel 11  Anlagen  Die Anhänge I, II, III und IV sind Bestandteile des Mandats. Die Anhänge I, II und III enthalten technische Einzelheiten, die ein fester Ausgangspunkt für das Entwurfsverfahren sind.  (1) Einschließlich Ländern, die mit dem Euratom-Fusionsprogramm assoziiert sind.  Anhang I  Mandat  ITER-Ziele und Hauptmerkmale  1. Programmatische Ziele  Gesamtziel des ITER ist die Demonstration der wissenschaftlichen und technologischen Realisierbarkeit der Fusionsenergie. Der ITER wird dies durch Demonstration der kontrollierten Zuendung und ausgedehnte Brenndauer eines Deuterium- und Tritium-Plasmas mit stationärem Betrieb als Endziel, durch Demonstration der für einen Reaktor in einem integrierten System erforderlichen Technologien und durch Durchführung integraler Tests der einer sehr hohen Wärmebelastung ausgesetzten Komponenten und der Nuklearkomponenten, die für die praktische Nutzung der Fusionsenergie erforderlich sind, erreichen. Indem ITER diese Ziele erreicht, wird er die für den Entwurf und den Bau eines Demonstrations-Fusionskraftwerks erforderliche physikalische und technologische Datenbasis liefern.  Die grundlegende ITER-Anlage soll sich auf die wissenschaftliche und technologische Datenbasis stützen, die verfügbar sein dürfte, um am Ende der derzeitigen Konzeptentwurfsphase (1990) eine Entscheidung über den Übergang zum ingenieur-technischen Entwurf und Bau zu unterstützen (geplanter Zeitpunkt für den Beginn des Baus: 1993). Im Rahmen des Möglichen sollte der Entwurf jedoch hinreichend flexibel sein, um die Einbeziehung fortschrittlicher Merkmale und neuer Fähigkeiten sowie eine Optimierung des Plasmaverhaltens während des Betriebs zu ermöglichen. Das ITER-Konzept wird durch Verknüpfung des in den teilnehmenden Ländern bestehenden technischen Sachverstands und durch die Möglichkeit einer Einbeziehung forschrittlicher Merkmale und neuer Technologien, die in den nationalen Programmen der einzelnen Teilnehmer entwickelt werden, aus der internationalen Zusammenarbeit Nutzen ziehen. Der ITER sollte so ausgelegt werden, daß er seine Ziele zu angemessenen Kosten erreicht.  1.1. Plasmaphysikalische Ziele  Der ITER soll die kontrollierte Zuendung und ausgedehnte Brenndauer von Deuterium-Tritium-Plasmen mit stationärem Betrieb als Endziel demonstrieren.  1.2. Ingenieurtechnische Ziele  Der ITER soll die Entwurfskonzepte validieren und die ingenieurtechnischen Komponenten auf ihre Tauglichkeit für einen Fusionsleistungsreaktor prüfen. Darüber hinaus sollte der ITER die Zuverlässigkeit seiner ingenieurtechnischen Systeme sowie die Wartbarkeit des Reaktors demonstrieren. Der Betrieb des ITER muß das Potential für einen sicheren und für die Umwelt akzeptablen Betrieb eines energieerzeugenden Fusionsreaktors nachweisen.  1.3. Versuchsprogramm  Der ITER soll als Prüfstand für Neutronik, Blanketmoduln, Tritiumerzeugung und fortgeschrittene Plasmatechnologien eingesetzt werden. Ein wichtiges Ziel wird die Extraktion hochgradiger Wärme aus reaktorrelevanten Blanketmoduln sein, die sich für die Elektrizitätserzeugung eignen.  2. Technische Ziele und Merkmale  2.1. Betriebsplan  Nach einer Periode der Abnahme und Optimierung des Plasmas unter Verwendung von Wasserstoff- und Deuteriumplasmen wird der ITER-Betrieb in zwei Phasen durchgeführt werden: einer Physikphase, die sich im wesentlichen mit der Erreichung der plasmaphysikalischen Ziele befasst und einer Technologiephase, die sich mit den ingenieurtechnischen Zielen und dem Versuchsprogramm befasst.  Technische Änderungen der Anlage, bespielsweise hinsichtlich der Abschirm-Blanketkomponenten und der dem Plasma zugewandten Materialien, können zwischen verschiedenen Phasen des Betriebs der Anlage erforderlich werden.  2.2. Modus des Plasmabetriebs  In der Physikphase wird das ITER-Plasma zunächst gepulst und unter kontrollierten Brennbedingungen betrieben, wobei jede für die Kontrolle der Plasmaprofile und der Leistungsbilanz erforderliche Leistungszufuhr von aussen im Vergleich zu Alphateilchen-Leistung gering ist. In dieser Phase wird der Brennpuls dann zum stationären Betrieb ausgeweitet, wobei ein möglichst hoher Q-Wert angestrebt wird (Q ist das Verhältnis zwischen der Fusionsleistung und der injizierten Leistung zur Aufrechterhaltung des Brennvorgangs). In der Technologiephase sollte der ITER wegen der erwünschten transientenfreien nuklearen Versuche selbst dann in einem stationären Modus betrieben werden, wenn der Wirkungsgrad der nichtinduktiven Stromerzeugung und Begrenzungen des Beta-Wertes des Plasmas nur einen Q-Wert von etwa 5 zulassen.  2.3. Einschlußvermögen  Der ITER sollte im Hinblick auf ein für die Erreichung der Zuendung ausreichendes Einschlußvermögen ausgelegt werden. Die noch immer bestehende beträchtliche Unsicherheit hinsichtlich des Plasmäinschlusses reaktormässiger Tokamakplasmen macht eine sorgfältige Wahl der ITER-Einschlußmerkmale erforderlich. Eine Möglichkeit zur Quantifizierung dieser Merkmale ist über den möglichen Plasmastrom in der Anlage gegeben. Die derzeitigen Versuche mit grossen Tokamaks, die den Zuendbereich nicht erreichen sollen, können Plasmastroeme im Bereich von 3-5 MA erreichen, die im JET bis auf 7 MA erhöht werden sollen.  Die verschiedenen Skalierungen, die für den Plasmäinschluß in Anlagen der nächsten Phase vorgeschlagen wurden, implizieren, daß der für die Zuendung erforderliche Strom bei den im ITER erreichbaren Magnetfeldern im Bereich von knapp unter 10 MA bis zu 20 MA oder mehr liegt. Auch wenn es schwierig ist, diesen ganzen Bereich der Voraussagen abzudecken, wird doch davon ausgegangen, daß die Stromtragfähigkeit des ITER für Zuendversuche so aussehen muß, daß sie den grössten Teil des vorstehend genannten Bereichs abdeckt. Dies impliziert einen Strom, der etwa dem Zweifachen des bei der derzeitigen Generation von grossen Tokamaks erreichbaren Maximalstroms entspricht. Diese Stromtragfähigkeit muß mit einem Sicherheitsfaktor q erreicht werden, der mit der verfügbaren Datenbasis für den stabilen Betrieb bei einer Plasmälongation von bis zu etwa 2 vereinbar ist.  Darüber hinaus muß der ITER-Entwurf mit den Anforderungen des stationären Betriebs vereinbar sein. Da der für einen Q-Wert von etwa 5 erforderliche Einschluß im Vergleich zu dem für die Zuendung erforderlichen Wert geringer ist, kann der Plasmastrom beim stationären Betriebsmodus entsprechend geringer sein.  2.4. Pulsdauer  Die Pulsdauer muß ausreichen, damit das Plasma ein Gleichgewicht in der Brennphase erreicht, bei dem die energiereichen und die thermalisierten Alphateilchen und Verunreinigungen allesamt stationäre Bedingungen erreicht haben. Die Pulsdauer sollte ferner einem möglichst grossen Bruchteil der globalen Plasmaskinzeit entsprechen, damit eine Annäherung an Gleichgewichtsplasmaprofile stattfindet; dies impliziert eine Pulsdauer von mindestens einigen hundert Sekunden.  Der ITER muß in der Physikphase die Möglichkeit zu einem rein induktiven Rampenanstieg und zur Aufrechterhaltung des Plasmastroms während der erforderlichen Mindestpulsdauer haben. Hochfrequenzteilchen werden ebenfalls beispielsweise für den teilweise nichtinduktiven Rampenanstieg des Stromes eingesetzt, um den induktiv erzeugten Brennpuls weiter zu verlängern.  Das Ziel des stationären Betriebs wird durch die vollständige Aufrechterhaltung der nichtinduktiven Stromerzeugung unter Verwendung von Neutralteilchen- oder HF-Techniken oder einer Kombination beider Techniken erreicht. Die nichtinduktive Stromerzeugung sollte in der Physikphase so bald wie möglich eingeführt und erprobt werden.  2.5. Wandbelastung durch Neutronen  Um Versuche mit Nuklear- und einem sehr hohen Wärmefluß unterliegenden Komponenten bei Bedingungen durchzuführen, die für einen Fusionsleistungsreaktor relevant sind, muß die mittlere Wandbelastung durch Neutronen bei etwa 1 MW/m2 liegen.  2.6. Neutronenfluenz  Der ITER sollte eine für die Lebensdauer nutzbare Neutronenfluenz von etwa 1 MWa/m2 liefern. Der Entwurf sollte jedoch die Möglichkeit einer höheren Neutronenfluenz im Bereich von 3 MWa/m2 zulassen.  2.7. Brutvermögen  Die vorgeschriebene Neutronenfluenz von 1 MWa/m2 für den ITER entspricht einem Gesamtverbrauch von Tritium zwischen 20 und 30 kg. Während der Technologiephase sollte der ITER einen Tritium-Brutmantel vorsehen, der darauf abzielt, einen möglichst nahe bei Eins liegenden Brutfaktor zu erreichen, ohne dabei die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Anlage wesentlich zu beeinträchtigen. Um eine optimale Zuverlässigkeit zu erreichen, kann der Brutmantel einem nichtreaktorrelevanten Entwurf entsprechen.  Zweck des Brutmantels ist es, Einschränkungen der Verfügbarkeit der Anlage infolge ihrer Abhängigkeit von externen Tritiumquellen zu vermeiden. Da das Erreichen eines Brutfaktors von Eins aber nicht gewährleistet werden kann, wird es notwendig sein, die Möglickeit einer externen Versorgung mit Tritium von etwa 1 kg/Jahr zu untersuchen. Für die Physikphase, in der nur begrenzte Mengen Tritium erforderlich sein werden, wird erwartet, daß die externen Quellen allein ausreichen.  2.8. Verfügbarkeit  Um die vorgeschriebenen Neutronenfluenz von 1 MWa/m2 bei einer angemessenen Betriebslebensdauer zu erreichen, muß die Gesamtverfügbarkeit des ITER in der Technologiephase bei mindestens 10 % liegen. In den Betriebsjahren mit maximaler Zuverlässigkeit sollte der ITER Verfügbarkeitswerte von bis zu 25 % erreichen. Eine wichtige Anforderung an den ITER wird der Betrieb bei sehr hoher Verfügbarkeit (kontinuierlicher Betrieb) über Zeiträume von ein bis zwei Wochen sein.  Anhang II  Mandat  Übersicht über die Entwurfstätigkeiten  1. Zeitplan  Das Vorhaben besteht aus einer Definitions- und einer Entwurfsphase. Die Definitionsphase beginnt im März 1988 und wird Ende September 1988 abgeschlossen. Die Arbeiten werden in dem Bericht über die Definitionsphase dokumentiert, der den Parteien nach Genehmigung durch den ITER-Rat im November 1988 zur Verfügung stehen wird. Die Entwurfsphase beginnt unmittelbar nach Genehmigung des Berichts über die Definitionsphase und wird bis zum 31. Dezember 1990 abgeschlossen. Einzelheiten des Zeitplans unterliegen der Verantwortung des ITER-Managementausschusses.  2. Hauptaufgaben der Entwurfstätigkeiten  2.1. Definitionsphase  Zweck der Definitionsphase ist  - die Erstellung des Plasmäntwurfskonzepts und die Ermittlung der wichtigsten Rahmenbedingungen für den Entwurf  - die Auswahl der wichtigsten Entwurfsmerkmale, einschließlich Methoden zur Kontrolle der Verunreinigungen, Methoden für die Heizung und die nichtinduktive Stromerzeugung, Technologie der Magnetfeldspulen, Brutblankettypen, Werkstoffe und Konzept der Reaktorwartung  - die Festlegung der Hauptparameter des Plasmas, der Form der Toroidalfeldspulen, der Anordnung der Poloidalfeldspulen und -ströme und Scenarium des Plasmabetriebes  - Entwicklung einer vorläufigen Reaktorkonfiguration  - Identifizierung der für den ITER-Konzeptentwurf erforderlichen FuE-Arbeiten und deren Weiterleitung an den ITER-Rat  - Dokumentierung der Ergebnisse in einem Bericht  2.2. Entwurfsphase  Ziele der Entwurfsphase sind:  - Erstellung eines Konzeptentwurfs für eine ITER-Anlage, einschließlich Hilfssystem,  - Erstellung einer Sicherheits- und Umweltanalyse,  - Erstellung von Anforderungen für den Standort,  - Festlegung des künftigen Forschungs- und Entwicklungsbedarfs,  - Veranschlagung der Kosten, des Personals und des Zeitplans, die für den Bau und den Betrieb erforderlich sind,  - Dokumentierung der Ergebnisse in einem Schlußbericht.  3. Durchführung  Der ITER-Entwurf ist als ein einziges integriertes Projekt durchzuführen. Hierzu ist eine Aufteilung der Aufgaben auf die Teilnehmer und ein Transfer von Informationen zwischen den Parteien sowie eine kontinuierliche Integration der Arbeitsprogramme erforderlich. In Anerkennung der intensiven Integrationsbemühungen, die zur Erstellung eines einzigen Entwurfs notwendig sind, werden gemeinsame Arbeiten (etwa 40 Akademiker oder 10 Akademiker je Partei) für Zeiträume bis zu mehreren Monaten erforderlich sein. Darüber hinaus sind viele Workshops mit kürzerer Dauer notwendig.  Anhang III  Mandat  Übersicht über die FuE-Arbeiten  Die speziell auf den ITER ausgerichteten FuE-Arbeiten sollten sich auf die Durchführbarkeitsfragen konzentrieren, die für einen den ITER-Zielen entsprechenden Konzeptentwurf ausschlaggebend sind.  Entsprechende FuE-Arbeiten müssen rasch identifiziert und zuegig durchgeführt werden, um die Ergebnisse rechtzeitig für die Entwurfsarbeiten zu liefern.  Zu den Durchführbarkeitsfragen gehören das plasmaphysikalische Verhalten und die technischen Merkmale der Anlage, die für die Erreichung der Zuendung erforderlich sind, sowie die für den stationären Betrieb und das Testprogramm erforderliche nichtinduktive Stromerzeugung und Nukleartechnologien für lange Pulsdauern.  1. FuE-Plan  Der FuE-Plan sollte umfassen:  - eine Definition der speziell auf den ITER-ausgerichteten FuE-Aufgaben,  - eine Aufteilung der Aufgaben auf die Parteien,  - eine Zusammenstellung der FuE-Meilensteine, der erforderlichen Ergebnisse und des Zeitplanes.  Die Verantwortung für die Durchführung des ihr zugewiesenen Teils des Planes ist Sache jeder Partei, oder, unter bestimmten Umständen, von Gruppierungen von Parteien, die im Rahmen bestehender zwei- oder mehrseitiger Vereinbarungen arbeiten. Bei der Zuweisung von Aufgaben sollte der IMC diese Vereinbarungen sowie etwaige operationelle Beschränkungen von seiten der Regierungen berücksichtigen; die Verantwortung für die Gewährleistung der Übereinstimmung des Plans mit diesen Vereinbarungen und Beschränkungen liegt beim ITER-Rat.  2. Berichterstattung  Schriftliche Berichte werden dem IMC als Nachweis für die erbrachten FuE-Leistungen vorgelegt. Die Berichte sollten Informationen enthalten, die als veröffentlicht gelten, dagegen keine gesetzlich geschützten oder vertraulichen Informationen. Die Annahme der Berichte durch den IMC gilt als Erfuellung der Verpflichtungen der Parteien.  In regelmässigen Abständen sollten Workshops abgehalten werden, um über Fortschritte zu berichten und Aufgaben und Pläne in Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Entwurfsarbeiten anzupassen. Diese Sitzungen werden vom IMC so anberaumt, wie dies für eine enge Koordinierung unter Berücksichtigung der Reiseerfordernisse nötig ist. Der Zugang zu anderen FuE-Arbeiten, die über die ITER-Aufgaben hinausgehen, würde auf freiwilliger Basis erfolgen.  Anhang IV  Mandat  Beitrag der IÄO  Die Erstellung des ITER-Konzeptentwurfs wird unter der Schirmherrschaft der Internationalen Atomenergie-Organisation durchgeführt.  Die von den Parteien für den ITER-Rat und den ITER-Managementausschuß benannten Einzelpersonen werden vom Generaldirektor der IÄO akkreditiert.  Die IÄO wird die ITER-Tätigkeit verwaltungsmässig unterstützen. Diese Unterstützung umfasst:  - die Bereitstellung von Sitzungssälen und Büroräumen für ITER-Tätigkeiten in Wien sowie die erforderlichen Sekretariats- und sonstigen Hilfsdienste;  - falls erforderlich, die Bereitstellung von Einrichtungen für den Unterhalt eines von den Parteien in Wien einzurichtenden Büros, für die Wahrnehmung von Aufgaben, die die Parteien im Hinblick auf eine ordnungsgemässe Durchführung der Tätigkeit für erforderlich erachten;  - die Unterstützung der ITER-Tätigkeiten bei der Gestaltung der folgenden Aufgaben: Organisation von ITER-Sitzungen, Abfassung und Veröffentlichung von technischen Berichten des ITER sowie Betreuung einer Bibliothek von ITER-Dokumenten;  - die Unterstützung bei der Sicherstellung einer schnellen Kommunikation zwischen einzelnen Gruppen der Parteien;  - die Bereitstellung eines Forums für die Vorlage von ITER-Ergebnissen auf der IÄO-Konferenz über Plasmaphysik und Forschungsarbeiten zur kontrollierten Kernfusion.  Die der IÄO entstehenden Ausgaben für die Unterstützung der ITER-Tätigkeit werden das für INTOR bereitgestellte Budget nicht übersteigen. Die zur Unterstützung der ITER-Tätigkeiten erforderlichen Ausgaben, die diesen Betrag überschreiten, werden von den Parteien getragen.  ANLAGE 2  AUFZEICHNUNG ÜBER DIE SITZUNG DES VIERPARTEIEN-INITIATIVAUSSCHUSSES (QIC) FÜR DEN INTERNATIONALEN THERMONUKLEAREN VERSUCHSREAKTOR (ITER) IÄO, Wien, 18. und 19. Oktober 1987  Auf Einladung des Generaldirektors der IÄO, Blix, trafen die ITER QIC-Delegationen der Europäischen Gemeinschaft, Japans, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und der Vereinigten Staaten von Amerika zum zweiten Mal unter der Schirmherrschaft der IÄO in Wien zusammen. Diese zweite Verhandlungssitzung folgte auf die erste Sondierungssitzung vom 15. und 16. März 1987. Die vier Parteien trafen zusammen, um Empfehlungen für Maßnahmen zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernfusion für friedliche Zwecke zum Nutzen der gesamten Menschheit zu erörtern. Der stellvertretende Generaldirektor, Zifferero, begrüsste die vier Delegationen im Namen von Generaldirektor Blix. Die vier Parteien einigten sich auf einen einzigen Vorsitz und ersuchten P. Fasella (EG), den Vorsitz der Sitzung zu übernehmen.  Auf der ersten Sitzung hatte der QIC eine technische Arbeitsgruppe (TWG) eingesetzt, die Vorschläge über die zentralen technischen und organisatorischen Belange einer ITER-Aktivität ausarbeiten sollte. Der Vorsitzende der TWG, K. Tomabechi (Japan), legte den TWG-Bericht vor. Der QIC prüfte den Bericht und nahm ihn unter Würdigung der beträchtlichen Arbeiten, die bereits geleistet wurden, an. Der QIC wusste insbesondere die Bedeutung des in den Anlagen zu dem Bericht dargelegten technischen Konsenses zu schätzen. Der QIC prüfte dann den Entwurf des Mandats und einigte sich auf eine endgültige Version.  In der Aussprache über das Mandat ersuchte die japanische Delegation um eine Klärung der rechtlichen Stellung der vorgeschlagenen ITER-Aktivität unter der Schirmherrschaft der IÄO. Der stellvertretende Generaldirektor, Zifferero, führte aus, daß eine ITER-Aktivität als Teil des Haushaltsverfahrens der IÄO für 1988 voll berücksichtigt und als Vorhaben der IÄO gemäß Artikel XI ihrer Satzung genehmigt wurde.  Nach sorgfältiger Prüfung des TWG-Berichts beschlossen die QIC-Delegationen, ihren Behörden einstimmig die Beteiligung an der ITER-Aktivität gemäß dem Mandat zu empfehlen.  Der QIC prüfte dann insgesamt die Fragen eines technischen Standorts für gemeinsame Arbeiten und der Vorsitzenden der verschiedenen ITER-Gremien. Um die ITER-Aktivität so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen, empfahl der QIC den Parteien einstimmig, die folgenden Maßnahmen zu ergreifen:  Während der Definitionsphase:  a) Zu Vorsitzenden des IC, des IMC und des ISTAC werden für die Dauer dieser Phase J. F. Clarke für den IC, K. Tomabechi für den IMC und B. B. Kadomtsev für den ISTAC ernannt.  b) Die Sitzungen des IC und des ISTAC werden in der Regel bei der IÄO in Wien abgehalten.  c) Der technische Standort für die gemeinsamen ITER-Arbeiten wird das IPP in Garching sein.  Der Beschluß über die Vorsitze, den Standort der IC- und ISTAC-Sitzungen sowie den technischen Standort für die gemeinsamen Arbeiten während der Entwurfsphase wird vom IC vor dem Ende der Definitionsphase gefasst werden.  Bis zur formalen Annahme der ITER-Aktivitäten durch die vier Parteien werden zur Vorbereitung der Aufnahme der ITER-Aktivität im April 1988 technische Workshops zwischen Vertretern der Parteien abgehalten. Dr. Tomabechi wird mit der Organisation dieses Workshops beauftragt.  Im Hinblick auf das Verfahren zur Erreichung einer formellen Vereinbarung beschließt der QIC, den Generaldirektor zu ersuchen, an jede der vier Parteien ein Schreiben zu senden und sie einzuladen, gemäß dem vorgeschlagenen Mandat an der ITER-Aktivität teilzunehmen. Bei Annahme dieses Schreibens würde die Aktivität formell in Angriff genommen.  Alle Delegationen äusserten ihre Zufriedenheit über die auf der Sitzung erreichte gute Zusammenarbeit, die zu dem vorstehenden gemeinsamen Standpunkt geführt hat.  Unterzeichnet von den Delegationen der vier Parteien:  Für die Europäische Gemeinschaft  P. FASELLA  Für Japan  T. KAZUHARA  Für die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken  E. VELIKHOV  Für die Vereinigten Staaten von Amerika  J. DECKER  B. Brief der Kommission der Europäischen Gemeinschaften  26. Februar 1988  Sir,  Ich beehre mich, auf Ihr Schreiben vom 2. November 1987 an den Leiter der Delegation der Kommission der Europäischen Gemeinschaften bei den Internationalen Organisationen in Wien zurückzukommen, mit dem die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) aufgefordert wird, zusammen mit Japan, der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und den Vereinigten Staaten von Amerika an der Erstellung eines Konzeptentwurfs für einen Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktor (ITER) in Übereinstimmung mit dem Mandat und den Empfehlungen der Aufzeichnung über die zweite Sitzung des ITER-Vierparteien-Initiativausschusses (Wien, 18. und 19. Oktober 1987) - die Ihrem Schreiben als Anlage beigefügt sind - mitzuwirken.  Ich beehre mich, Ihnen mitzuteilen, daß Euratom einverstanden ist, an den vorstehend genannten Aktivitäten zu den in Ihrem Schreiben sowie dessen Anlagen genannten Bedingungen teilzunehmen.  Genehmigen Sie, Herr . . . . . , den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.  Für die Kommission  Michäl GOPPEL  Leiter der Delegation